
\section{Affine R"aume}
\subsection{Affine R"aume und affine Abbildungen}\label{AfRa}
\begin{Definition}\label{daff}
  Ein {\bf affiner Raum}\index{affin!Raum|main}  
oder kurz  {\bf Raum}\index{Raum!affiner|main}
"uber einem K"orper $K$
  ist ein Tripel $$E=(E,\vec{E},a)$$ bestehend aus einer 
 Menge $E$, einer abelschen Untergruppe
   $\vec{E}\subset \op{Ens}^\times \! E$ der Gruppe der Permutationen von $E$
sowie einer Abbildung 
$a:K\times \vec{E}\ra \vec{E}$ derart, da"s gilt:
\begin{enumerate}
\item Die Menge $E$ ist nicht leer und 
das Auswerten liefert f"ur alle $p\in E$  eine
Bijektion $\vec{E}\sira E$, $\vec{v}\mapsto \vec{v}(p)$; 
\item
Mit der Abbildung 
$a:K\times \vec{E}\ra \vec{E}$ als der
Multiplikation mit Skalaren wird
$\vec{E}$ ein  $K$-Vektorraum.
\end{enumerate}
Die Elemente von $E$ hei"sen die 
{\bf Punkte}\index{Punkt!von affinem Raum|main}  unseres
affinen Raums. Die Elemente von $\vec{E}$ hei"sen  
{\bf Translationen}\index{Translation!von affinem Raum|main} oder 
{\bf Richtungsvektoren}\index{Richtungsvektor|main} unseres
affinen Raums. Den Vektorraum $\vec{E}$  nennen wir den
{\bf Richtungsraum}\index{Richtungsraum|main} unseres affinen Raums und notieren ihn auch
$\vec E=\op{Richt}(E)$.\index{Richt@$\op{Richt}$ Richtungsraum} 
 Das Resultat der Operation einer Trans\-la\-tion $\vec{v}\in \vec{E}$ auf einem Punkt $p\in E$ notieren wir
  $\vec{v}+p\pdef\vec{v}(p)$\index{+@$+$ Verschieben von Punkt um Richtungsvektor}
oder auch $p+\vec{v}$.
 \end{Definition}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Notation und Terminologie}] 
Die leere Menge kann in unseren Konventionen 
nie ein affiner 
Raum sein.
Unser Richtungsraum  wird in manchen
Quellen der {\bf Differenzraum}\index{Differenzraum, von affinem Raum}
genannt. Vielfach  findet man auch die  begriffliche Variante
eines {\bf affinen Raums "uber 
einem vorgegebenen Vektorraum}.\index{affin!Raum, "uber Vektorraum|main} 
Darunter versteht man dann  eine Menge $E$ mit einer \glqq freien
transitiven Wirkung\grqq\  des vorgegebenen Vektorraums.
Ich ziehe die oben gegebene Definition vor, da sie jeden
Bezug auf einen bereits vorgegebenen Vektorraum vermeidet und 
den Raum unserer Anschauung dadurch meines Erachtens
"uberzeugender modelliert.
\end{Bemerkungl}
 \begin{Bemerkunge} Die Notation des Richtungsraums mit einem Pfeil
  steht in  Konflikt zu unserer 
Notation aus \eref{rPFf}{AN2}, nach der das Versehen mit einem Pfeil bei   Mannigfaltigkeiten die Wahl einer Orientierung 
andeutet. Was im Einzelfall
jeweils gemeint ist, mu"s der Leser aus dem Kontext erschlie"sen.
 \end{Bemerkunge}
\begin{Bemerkungl}\label{reREv}
 Unter der {\bf Dimension}\index{Dimension!eines affinen Raums|main} eines
  affinen Raums verstehen wir die Dimension seines Richtungsraums.
  Ein affiner Raum "uber dem K"orper $\DR$ der reellen Zahlen
hei"st auch ein {\bf reeller affiner Raum}
oder kurz {\bf reeller Raum}.\index{reell!Raum|main}\index{Raum!reeller|main}
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Ein affiner Raum hat die Dimension Null genau dann, wenn
er aus einem einzigen Punkt besteht.
Affine R"aume der Dimension  Eins  hei"sen
{\bf affine Geraden}.\index{Gerade!affine} 
Affine R"aume der Dimension  Zwei  hei"sen {\bf affine Ebenen}.\index{Ebene!affine}
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Einige Formeln f"ur affine R"aume}] 
Ist $E$ ein affiner Raum, so liefert nach Annahme f"ur jedes $p\in E$
das Anwenden der Richtungsvektoren
auf besagten Punkt 
eine Bijektion $\vec{E}\sira E$, $\vec{v}\mapsto \vec{v}+p$ 
und es gilt
$\vec{0}+p=p$ sowie 
$\vec{u}+(\vec{v}+p)=(\vec{u}+\vec{v})+p$ f"ur alle $\vec{u},
\vec{v}\in \vec{E}$ und $p\in E$. 
Flapsig gesprochen ist also ein affiner Raum
ein \glqq Vektorraum, bei dem man 
den Ursprung vergessen hat\grqq. Gegeben $p,q\in E$ erkl"aren wir
\index{)8b@$p-q$ bei affinem Raum}$$p-q\in \vec{E}$$ 
als denjenigen Richtungsvektor $\vec{u}\in \vec{E}$
mit $p=\vec{u}+q$.
Das erkl"art auch die alternative Bezeichnung des Richtungsraums als
\glqq Differenzraum\grqq.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Alternative Notationen f"ur affine R"aume}]
  In Schulb"uchern verwendet man f"ur die Punkte eines affinen Raums
  meist Gro"sbuchstaben
$A,B,\ldots$  und 
  schreibt\index{)6a@$\overrightarrow{AB}$ {\it Richtungsvektor}}
  $$\overrightarrow{AB}$$ 
f"ur den Richtungsvektor, der $A$ nach $B$ schiebt
und den wir hier $B-A$ notieren. In einem
didaktischen Kontext mag  statt $p-q$ auch $p\leftarrow q$ eine sinnvolle
Notation sein. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Vektorr"aume als affine R"aume}]
  Jeder Vektorraum $V$ kann   als ein affiner Raum
  $V_{\op{a}}$\index{a@$V_{\op{a}}$ Vektorraum $V$ aufgefa"st als affiner Raum}  
  aufgefa"st werden,
indem wir als Translationen\label{VRAR}  
 die durch die Addition von festen Vektoren 
gegebenen Abbildungen nehmen, so da"s unsere Gruppe von
Translationen  
das Bild des injektiven Gruppenhomomorphismus 
$V\hra \op{Ens}^\times(V_{\op{a}})$,  $v\mapsto (v+)$ wird.
 Die Vektorraumstruktur auf der Gruppe
der Translationen  erkl"aren wir dabei dadurch, da"s dieser
 Gruppenhomomorphismus einen Vektor\-raum\-isomorphismus auf sein Bild 
 liefern soll. Insbesondere erhalten wir damit einen
 Isomorphismus\index{trans@$\op{trans}$} 
$$\op{trans}:V\sira \vec{V}_{\op{a}}=\op{Richt}(V_{\op{a}})$$
zwischen unserem Vektorraum und dem Richtungsraum des
dazu gebildeten affinen Raums. 
Es ist "ublich und praktisch, in der Notation 
zwischen einem Vektorraum, dem zugeh"origen affinen Raum
und dessen Richtungsraum nicht zu unterscheiden und sie
in Sprache und Notation
so behandeln, als seien sie schlicht gleich und als sei der
Isomorphismus $\op{trans}$ schlicht die Identit"at. 
\end{Bemerkungl}



\begin{Beispiel}[\textbf{Der 
Raum unserer Anschauung als affiner Raum}]
Es scheint mir besonders sinnf"allig, den schmutzigen 
\glqq Raum unserer Anschauung\grqq\ 
mathematisch als einen dreidimensionalen reellen\label{ANRA} 
affinen Raum\index{E@$\mathbb{E}$ Anschauungsraum}  $$\mathbb{E}$$ 
% modellieren, den wir  den {\bf Anschauungsraum}\index{Anschauungsraum}
% nennen wollen.
zu modellieren. 
Dieses Modell werden wir in \eref{BeGr}{LA2} folgende
noch um die Vorgabe einer ausgezeichneten \glqq Bewegungsgruppe\grqq\   
und je nach Kontext
einer ausgezeichneten \glqq Orientierung\grqq\  erweitern und so 
den
\glqq Anschauungsraum\grqq\  formal als ein Gebilde der Mengenlehre   definieren.
Die endg"ultige Definition 
 mu"s aber noch auf die Einf"uhrung dieser Begriffe warten. 
Der Buchstabe  $\mathbb{E}$ soll an das 
franz"osische Wort  \glqq espace\grqq\  f"ur \glqq Raum\grqq\  erinnern.
Unser \glqq Raum unserer Anschauung\grqq\  
ist  der \glqq Raum der klassischen Mechanik\grqq.
Manche Punkte
 dieses Raums k"onnen wir uns direkt als Kirchturmspitzen, Zimmerecken und 
dergleichen denken, die "Ubrigen gilt es sich vorzustellen.
Die \glqq affinen Geraden\grqq\  entsprechen  unseren Sichtlinien. 
Wir  ignorieren  dabei, da"s die Erde 
sich um sich selber dreht und dabei gleichzeitig um die Sonne rast,
die sich hinwiederum mit unvorstellbarer Geschwindigkeit 
um das Zentrum der Milchstra"se 
bewegt, und 
ich k"onnte noch eine Weile so weitermachen. 
Den zum Raum unserer Anschauung
geh"origen Richtungsraum   denke ich mir 
als die Gesamtheit aller
\glqq Parallelverschiebungen des Raums der Anschauung\grqq. 
In \ref{ARG} werden Sie lernen, in welchem Sinne
die Bedingung, da"s unsere Sichtlinien gerade den \glqq affinen Geraden\grqq\  
entsprechen sollen, die Struktur  als reeller affiner 
Raum bereits eindeutig festlegt.
Da"s wir als Grundk"orper f"ur
die Modellierung des Raums der Anschauung
den K"orper der reellen Zahlen nehmen, hat analytische Gr"unde:
Im Kern  liegen sie darin, da"s f"ur diesen K"orper der
Zwischenwertsatz \eref{ZWS}{AN1} gilt. Deshalb modellieren reelle Vektorr"aume,
insbesondere wenn es sp"ater auch um Drehungen, Winkel im
Bogenma"s und dergleichen gehen wird, unsere
geometrische  Anschauung  besser als etwa 
 Vektorr"aume "uber den rationalen Zahlen.
 "Uberspitzt k"onnte man sagen,
da"s im Gegensatz zu fr"uher, als die mathematische 
Modellierung der Ebene mithilfe
der euklidischen Axiome an den Anfang gestellt wurde, die Mathematik seit 
dem Anfang des 20.-ten Jahrhunderts mit der Modellierung der Gerade
beginnt, genauer mit der
 Axiomatik des K"orpers der reellen Zahlen \eref{ReZ}{AN1}.
\end{Beispiel}







\begin{Beispiel}
  Man mag  sich   die Schreibfl"ache einer
in jeder Richtung unbegrenzten  Tafel
als einen zweidimensionalen reellen affinen Raum denken.
Da"s dieses Beispiel schmutzig ist, versteht sich von selbst.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
  Die schmutzige Menge aller {\bf Zeitpunkte\index{Zeitpunkt} 
der klassischen Mechanik} mag man mathematisch als einen
  eindimensionalen reellen affinen Raum $$\mathbb{T}$$  
modellieren.\index{T@$\mathbb{T}$ Zeit} 
Dieses Modell f"ur die \glqq Zeit\grqq\ werden wir in \ref{OrTe}  noch durch die Vorgabe
einer ausgezeichneten \glqq Orientierung\grqq\  erweitern.
Der Buchstabe $\mathbb{T}$ soll an das lateinische Wort
\glqq tempus\grqq\  f"ur \glqq Zeit\grqq\  erinnern.
Ein Richtungsvektor  
dieses affinen Raums
w"are etwa die Vorschrift: Man warte von einem vorgegebenen
  Zeitpunkt sieben Ausschl"age eines bestimmten Pendels ab, 
dann erreicht man den
  um besagte Translation verschobenen Zeitpunkt.  Die Elemente des
  Richtungsraums $\vec{\mathbb{T}}$ dieses affinen Raums mag man sich 
  als {\bf Zeitspannen}\index{Zeitspanne} denken, wobei jedoch auch \glqq negative Zeitspannen\grqq\ 
  zugelassen sind.\label{tempp}
Die Flugbahn einer Fliege etwa w"urden wir 
durch eine Abbildung $\mathbb{T} \ra \mathbb{E}$ oder
  genauer, da Fliegen ja sterblich sind, durch die Abbildung von einer
geeigneten Teilmenge
   $I\subset \mathbb{T}$ nach $\mathbb{E}$ beschreiben. 
\end{Beispiel}



\begin{Beispiel}
Ein Vektor des Homomorphismenraums
$\op{Hom}(\vec{\mathbb T},\vec{\mathbb E})$ 
vom Vektorraum der Zeitspannen in den Richtungsraum des
Anschauungsraums 
modelliert,\label{vg}
 was man in der Physik  eine 
{\bf vektorielle Geschwindigkeit}\index{Geschwindigkeit!vektorielle} 
nennt.
\end{Beispiel}


\begin{Definition}\label{AffA}
Eine Abbildung $\varphi:E\ra F$ zwischen affinen R"aumen 
"uber demselben K"orper hei"st eine
\defnoind{affine Abbildung},\index{affin!Abbildung|main} 
 wenn es eine lineare Abbildung
zwischen den zugeh"origen  Richtungsr"aumen
$\vec{\varphi}:\vec{E}\ra \vec{F}$ gibt mit $$\varphi(p)-\varphi(q)=
\vec{\varphi}(p-q)\;\;\forall p,q\in E$$ % $$\varphi(\vec{u}+e)=
% \vec{\varphi}(\vec{u})+\varphi(e)\;\;\forall\;
% \vec{u}\in \vec{E},\;e\in E$$ 
Diese lineare Abbildung $\vec{\varphi}$ 
ist dann durch $\varphi$ eindeutig bestimmt und hei"st der
\defind{lineare Anteil} oder \defind{Richtungsanteil} $\op{Richt}(\varphi)\pdef \vec{\varphi}$ 
unserer affinen Abbildung.
Die\index{Aff@$\op{Aff}$ affine Abbildungen}
 Menge aller affinen Abbildungen von einem affinen Raum $E$ in
einen weiteren affinen Raum $F$ 
"uber demselben Grundk"orper $K$ 
notieren wir $$\op{Aff}(E,F)=\op{Aff}_K(E,F)$$
Die Menge der affinen Abbildungen von $E$ auf sich
selber notieren wir abk"urzend $\op{Aff}(E)\pdef \op{Aff}(E,E)$.
Eine bijektive affine Abbildung hei"st  ein
{\bf Isomorphismus von affinen 
  R"aumen}.\index{Isomorphismus!von affinen R"aumen}
Die Menge aller Isomorphismen von $E$ nach $F$ notieren wir $\op{Aff}^\times(E,F)$. 
Ein Isomorphismus von einem affinen 
Raum auf sich selbst hei"st ein
{\bf Automorphismus} oder auch eine {\bf Affinit"at}\index{Affinit"at} des besagten affinen 
Raums.\index{Automorphismus!von affinem Raum}
Die Gruppe aller Affinit"aten eines  affinen Raums $E$
notieren wir $\op{Aff}^\times (E)\pdef \op{Aff}^\times (E,E)$.\index{Aff@$\op{Aff}^\times$ Affinit"aten} 
\end{Definition}
\begin{Beispiel}[\textbf{Affine Abbildungen zwischen Vektorr"aumen}] 
Eine Abbildung $\varphi:V_{\op{a}}\ra W_{\op{a}}$ zwischen Vektorr"aumen ist affin 
als Abbildung zwischen den dazu gebildeten affinen R"aumen genau dann,
wenn es eine lineare Abbildung $\vec \varphi:V\ra W$ und einen
Punkt $w\in W$ gibt mit $$\varphi(v)=w+\vec \varphi(v)$$ f"ur alle $v\in V$.
Jede affine Abbildung $\varphi:\DR^n\ra \DR^m$ hat also die Gestalt
$v\mapsto Av+b$ f"ur $A\in \op{Mat}(m\times n;\DR)$ und $b\in \DR^m$.
Dabei ist $A=[\vec{\varphi}]$ die Matrix des Richtungsanteils und
$b=\varphi(0)$ das Bild des Ursprungs. 
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Affine Selbstabbildungen einer Gerade}] 
  Die affinen Abbildungen einer Gerade auf sich selber sind 
anschaulich gesprochen alle
Streckungen von einem gegebenem Fixpunkt aus, alle Verschiebungen und alle
konstanten Abbildungen, die man auch als Streckungen mit Streckfaktor Null
auffassen kann. Im reellen Fall sind 
im Graphenbild aus der Schule die affinen Abbildungen $\DR\ra\DR$ 
 genau diejenigen
 Abbildungen, deren Graph eine Gerade ist und die auf der Schule
meist als 
\glqq lineare Abbildungen\grqq\ 
bezeichnet\index{lineare Abbildung!schulische Konvention}  
werden.
\end{Beispiel}


\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
Die Verkn"upfung affiner Abbildungen ist affin und der lineare 
Anteil einer Verkn"upfung affiner Abbildungen ist die
Verkn"upfung ihrer linearen 
Anteile, in Formeln 
$\vec\varphi\circ\vec\rho=\overrightarrow{\varphi\circ\rho}$.
\end{Ubung}



\begin{Ubung}\label{UbAA} 
  Eine Abbildung $\varphi:E\ra F$ zwischen affinen R"aumen ist genau dann
affin,
  wenn es einen Punkt $p\in E$ und 
eine lineare Abbildung $\vec{\varphi}:\vec{E}\ra \vec{F}$
zwischen den zugeh"origen
  Richtungsr"aumen  gibt
  mit $$\varphi(p+\vec v)=\varphi(p) +\vec{\varphi}(v)\;\;\forall
\vec v\in \vec{E}$$
\end{Ubung}





\begin{Ubung}[\textbf{Affine Abbildungen mit der Identit"at als linearem Anteil}]
 Die Richtungsvektoren eines affinen Raums sind genau alle 
seine affinen Selbstabbildungen, deren linearer Anteil die Identit"at ist.
In Formeln gilt f"ur einen affinen Raum $E$ also
$$\vec E=\{\varphi\in\op{Aff}(E)\mid \vec\varphi=\op{id}_{\vec E}\}$$
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Affine Abbildungen mit Null als linearem Anteil}]
 Die affinen 
Abbildungen 
mit verschwindendem linearen Anteil sind  genau die konstanten Abbildungen.
Gegeben  affine R"aume $E,F$ "uber demselben K"orper 
gilt also in Formeln 
$$\{\varphi\in\op{Aff}(E,F)\mid \vec\varphi=0\}
\;=\;\{\varphi\in\op{Ens}(E,F)\mid \varphi\text{ ist konstant}\} $$
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{PSP} 
  Gegeben ein affiner Raum $E$ und ein Punkt $p\in E$ 
zeige man, da"s die Abbildung $E\ra E$ gegeben durch 
$p+\vec v\mapsto p-\vec v\;\;\forall \vec v\in\vec E$ affin ist. Sie hei"st die
{\bf Punktspiegelung an $p$}.\index{Punktspiegelung} 
Allgemeiner zeige man, da"s f"ur alle Skalare $\lambda$ 
aus dem Grundk"orper die Abbildung $E\ra E$ gegeben durch 
$p+\vec v\mapsto p+\lambda\vec v$ affin ist. Sie hei"st die
{\bf Streckung} oder auch
{\bf Homothetie mit Zentrum $p$ und
Streckfaktor $\lambda$}.\index{Streckung}\index{Homothetie}
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Beschreiben Sie in schmutzigen Worten   affine Abbildungen
$\mathbb{T}\ra \mathbb{E}$ des affinen Raums der Zeiten in den
Anschauungsraum. Nat"urlich ist das keine mathematische "Ubung
im eigentlichen Sinne!
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Produkt affiner R"aume}] 
Gegeben affine R"aume $X_1,\ldots , X_n$ gibt es auf ihrem
kartesischen Produkt $X_1\times\ldots\times X_n$ genau eine
Struktur als affiner Raum derart, da"s alle  Projektionen\label{PARr} 
$\op{pr}_i$ affin sind. Des weiteren liefern dann die
linearen Anteile der Projektionen %\ref{Isopp}
einen Isomorphismus
$$(\vec{\op{pr}_1},\ldots,\vec{\op{pr}_n}):\op{Richt}(X_1\times\ldots\times X_n)\sira \vec X_1\times\ldots\times \vec X_n$$ 
zwischen dem Richtungsraum des Produkts und dem
Produkt der Richtungsr"aume der Faktoren.
\end{Ubung}
\begin{Beispiel}
  Bezeichnet $\mathbb E$ den Raum unserer Anschauung, mutig gedacht f"ur einen
   fest auf der Sonne stehenden Beobachter, so mag man 
jede m"ogliche Konstellation von Erde und Mond als einen Punkt
von $\mathbb E\times\mathbb E$ modellieren. 
\end{Beispiel}
\begin{Ubung}[\textbf{Vor"ubung f"ur affine Teilr"aume}] 
  Gegeben ein injektiver Homomorphismus von affinen R"aumen 
  $\varphi:F\hra E$ zeige man, da"s sein linearer Anteil $\vec \varphi$
  einen Vektorraumisomorphismus\label{vueb} 
  $\vec \varphi:\vec F\sira \{\vec v\in\vec E\mid \vec v+\varphi(F)=\varphi(F)\}$
  induziert.
\end{Ubung}


\subsection{Affine Teilr"aume}\label{ATR}


\begin{Definition}\label{Dat} %\label{ATRL} 
  Sei $E$ ein affiner Raum. Eine Teilmenge $F\subset E$ hei"st ein
{\bf affiner Teilraum}\index{affin!Teilraum},  
wenn  $F$ so mit der Struktur eines
affinen Raums $(F,\vec{F},b)$ versehen werden kann,
da"s die Einbettung eine
affine Abbildung ist.  "Ubung \ref{vueb} zeigt, da"s diese Struktur
als affiner Raum auf unserer Teilmenge $F$ dann  eindeutig bestimmt ist
und da"s die Richtungsvektoren von $F$ genau die Einschr"ankungen derjenigen
Richtungsvektoren von $E$ sind, die $F$ stabilisieren.
\end{Definition}


\begin{Bemerkungl}
  Gegeben $F\subset E$ ein affiner Teilraum eines affinen Raums
  bezeichnen wir mit $\vec F$ sowohl den Richtungsraum von $F$ als auch sein
  Bild in $\vec F\subset \vec E$ unter dem Richtungsanteil der
  Einbettung und nennen auch dieses Bild den\label{RrT} 
  {\bf Richtungsraum von $F$}.\index{Richtungsraum!eines affinen Teilraums}  Offensichtlich gilt dann $F=p+\vec{F}$ f"ur jeden Punkt $p\in F$.
  Umgekehrt ist auch f"ur jeden Punkt $p\in E$ und jeden Untervektorraum $W\subset \vec E$ die Teilmenge $p+W$ ein affiner Teilraum von $E$.
\end{Bemerkungl}


\begin{Beispiel}
  Die affinen Teilr"aume des $\DR^3$ sind genau:
Alle einelementigen Teilmengen, alle Geraden $G=p+\DR\vec{v}$ mit
$\vec{v}\neq \vec{0}$, alle Ebenen $P=p+\DR\vec{v}+\DR\vec{w}$
mit $\vec{v},\vec{w}$ linear unabh"angig sowie der ganze $\DR^3$.
\end{Beispiel}

\begin{Bemerkungl}\label{ahyen}%\label{ahye}
  Eine Teilmenge eines affinen Raums hei"st eine
{\bf Gerade}\index{Gerade!affine} 
oder genauer eine {\bf affine Gerade},
wenn sie ein  affiner Teilraum der Dimension Eins ist. 
 Eine Teilmenge eines affinen Raums hei"st eine
{\bf Ebene}\index{Ebene!affine} 
oder genauer eine {\bf affine Ebene},
wenn sie ein  affiner Teilraum der Dimension Zwei ist.
Eine Teilmenge eines affinen Raums hei"st {\bf kollinear},\index{kollinear}
wenn sie in einer Geraden enthalten ist.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}\label{SchA}
Ein nichtleerer Schnitt von affinen Teilr"aumen eines affinen Raums 
ist stets wieder ein affiner Teilraum.
  Weiter ist in diesem Fall
  der Richtungsraum des Schnitts  der Schnitt der 
Richtungsr"aume, wenn wir alle diese Richtungsr"aume
wie in \ref{RrT} als
Teilmengen des Richtungsraums unseres urspr"unglichen Raums betrachten.
Sie m"ogen den Beweis als "Ubung \ref{SchRM} ausschreiben.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
  Gegeben eine nichtleere Teilmenge $T\neq\emptyset$ eines affinen Raums 
gibt es nach \ref{SchA} einen\label{ErzAj}  
kleinsten affinen Teilraum $\langle T\rangle_{\op{aff}}$, 
der sie umfa"st. Wir bezeichnen ihn
 als den {\bf von unserer
    Teilmenge erzeugten}\index{erzeugt!affiner Teilraum} affinen Teilraum.
Ein {\bf Erzeugendensystem
eines affinen Raums}\index{Erzeugendensystem!von affinem Raum}
 ist eine nichtleere Teilmenge, die ihn erzeugt. 
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl} Man beachte, da"s in unserer Terminologie
  insbesondere auch in einem einpunktigen affinen Raum die leere
  Teilmenge kein Erzeugendensystem ist.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Explizite Beschreibung  affiner Erzeugnisse}]
  Man mag den von einer nichtleeren 
Teilmenge $T\neq \emptyset$ eines affinen Raums $E$ erzeugten affinen
Teilraum $\langle T\rangle_{\op{aff}}$ auch beschreiben als 
$$\langle T\rangle_{\op{aff}}=T+\langle p-q\mid p,q\in T\rangle_{\op{lin}}$$
In Worten nehme man also den Untervektorraum des Richtungsraums von $\vec E$,
der von allen zwei Punkte unserer Teilmenge ineinander "uberf"uhrenden
Vektoren erzeugt wird, und lasse seine Vektoren auf 
 Punkte unserer Teilmenge los: Alle Punkt, die man so erhalten kann, 
bilden einen affinen Teilraum, da ja offensichtlich gilt 
$T+\langle p-q\mid p,q\in T\rangle_{\op{lin}}=t+\langle p-q\mid p,q\in T\rangle_{\op{lin}}$
f"ur alle $t\in T$. 
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Anschauliche Interpretation linearer Gleichungssysteme}]
W"ahlen wir im Anschauungsraum  $\mathbb E$ einen festen Punkt
$p$ als {\bf Ursprung} und eine angeordnete
Basis $\vec v_1$, $\vec v_2$, $\vec v_3$ 
seines Richtungsraums, so erhalten wir eine
Bijektion
$$\DR^3\sira \mathbb E$$ 
vermittels der Abbildungsvorschrift $(x,y,z)\mapsto p+x\vec v_1 +
y\vec v_2 + z\vec v_3$. Die Abbildungen $\mathbb E\ra \DR$, 
die jedem Punkt die Komponenten seines Urbilds unter dieser 
Identifikation zuordnen, hei"sen auch 
{\bf Koordinaten}\index{Koordinaten!affine} und
in ihrer Gesamtheit ein 
{\bf Koordinatensystem auf}\index{Koordinatensystem!affines} 
$\mathbb E$.
Unter jeder derartigen Identifikation des $\DR^3$ mit
dem Raum unserer Anschauung kann man sich die
L"osungsmenge einer homogenen linearen Gleichung in drei Unbekannten 
als eine Ebene durch den Ursprung denken, wenn man einmal von der
\glqq Nullgleichungen\grqq\  absieht, und die
L"osungsmenge einer nicht notwendig 
homogenen linearen Gleichung in drei Unbekannten 
als eine affine Ebene, wenn man wieder von dem Fall der \glqq Nullgleichung\grqq\  
absieht, bei denen die
Koeffizienten von $x,y,z$ alle drei verschwinden.
Die L"osungsmenge eines linearen Gleichungssystems 
ohne Nullgleichung
kann man sich demnach veranschaulichen als den Schnitt 
einiger affiner Ebenen, eben der L"osungsmengen seiner 
einzelnen Gleichungen.
So sieht man auch anschaulich  ein, da"s die
L"osungsmenge eines linearen Gleichungssystems
 ohne Nullgleichung mit zwei
Gleichungen  in drei Ver"anderlichen im Allgemeinen einen
eindimensionalen L"osungsraum haben wird, da sich eben zwei
Ebenen im Raum im Allgemeinen in einer Gerade schneiden,
da"s aber als L"osungsraum auch die leere Menge in Frage kommt,
als Schnitt zweier paralleler Ebenen, und eine Ebene, wenn
n"amlich die L"osungsr"aume unserer beiden Gleichungen "ubereinstimmen.
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungl}\label{ahye}
  Eine Teilmenge eines affinen Raums hei"st eine
{\bf Hyperebene}\index{Hyperebene!affine} 
oder genauer eine {\bf affine Hyperebene},
wenn sie ein echter affiner Teilraum ist, 
der zusammen mit einem einzigen weiteren Punkt unseren ganzen
affinen Raum affin erzeugt.
\end{Bemerkungl}

% \begin{Bemerkungl}
%   Wir denken uns affine Teilr"aume stets mit derjenigen nach dem vorhergehenden
% Lemma eindeutig bestimmten Struktur eines affinen Raums versehen, f"ur
% die die Einbettung affin ist.
% \end{Bemerkungl}
% \begin{proof}
% Sei
% $(F,\vec{F}, b)$ eine Struktur als affiner Raum auf $F$ derart, da"s
% die Einbettung $\varphi:F\hra E$ eine affine Abbildung ist. 
% Das bedeutet, da"s es  eine 
% lineare Abbildung $\vec{\varphi}:\vec{F}\ra \vec{E}$ gibt mit
% der Eigenschaft
% $\varphi(t+\vec{w})=\varphi(t)+\vec{\varphi}(\vec{w})$
% f"ur alle $t\in F$ und 
% $\vec{w}\in \vec{F}$. 
% Gegeben $s,t\in F$ 
% mu"s der Richtungsvektor $\vec{w}\in \vec{F}$,
% der $s$ nach  $t$ schiebt,  unter $\vec{\varphi}$ der
% Richtungsvektor $\vec{\varphi}(\vec{w})\in \vec{E}$ werden,
% der $\varphi(s)=s$ nach $\varphi(t)=t$ schiebt, in Formeln
% $\vec{\varphi}(s-t)=\varphi(s)-\varphi(t)$, 
% wobei $s-t $ in $\vec{F}$ zu verstehen ist und
% $\varphi(s)-\varphi(t)$ in $\vec{E}$.
% Wir erkennen so, da"s $\vec{\varphi}$ injektiv sein mu"s, 
% da"s $\vec{\varphi}(\vec{F})$ genau aus allen
% Richtungsvektoren von $\vec{E}$ bestehen mu"s, die alle Punkte aus 
% $F$ wieder in Punkte aus $F$ verschieben, und da"s
% die inverse Abbildung zu $\vec{\varphi}:\vec{F}\sira \vec{\varphi}(\vec{F})$
% stets als die Einschr"ankung einer Permutation von $E$ zu einer
% Permutation von $F $ beschrieben werden kann.
% Das besagt aber, 
% da"s unsere Struktur  $(F,\vec{F}, b)$ als affiner Raum auf $F$
% durch unsere Bedingungen in der Tat bereits eindeutig festgelegt wird. 
% \end{proof}



% \begin{Bemerkungl}
% Eine Teilmenge eines affinen Raums $F\subset E$
% ist ein  affiner Teilraum genau dann, wenn es einen
% Untervektorraum $W\subset \vec{E}$ des Richtungsraums von $E$
% und einen Punkt $e\in E$ gibt mit $F=e+W$. 
% Da"s alle affinen Teilr"aume Teilmengen dieser Gestalt sind,
% folgt unmittelbar aus der Definition. Da"s alle Teilmengen dieser Gestalt
% auch in der Tat affine Teilr"aume sind, erkennt man etwa daran,
% da"s  Abbildungen  $W\hra E$ der Gestalt $\vec{w}\mapsto e+\vec{w}$ 
% stets affin sind.
% \end{Bemerkungl}





\begin{Definition}
  Zwei affine Teilr"aume $T,S\subset E$ eines affinen Raums $E$ hei"sen 
{\bf parallel}\index{parallel!affine Teilr"aume},\label{paral} 
wenn sie disjunkt sind und im Richtungsraum $\vec{E}$
gilt $\vec{T}\subset \vec{S}$ oder $\vec{S}\subset \vec{T}$.
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}] 
  Die Konventionen scheinen in der Literatur nicht ganz eindeutig zu sein. 
Die hier gegebene Definition von Parallelit"at 
hat den Vorteil, die "ublichen Definitionen
f"ur die Parallelit"at von Geraden oder Ebenen im zweidimensionalen
wie im dreidimensionalen Raum zu liefern.  
Allerdings hat sie den Nachteil, da"s ein Punkt zu jedem 
Teilraum parallel ist, der ihn nicht enth"alt, was meinem Sprachempfinden eigentlich zuwiderl"auft.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkunge}
  Der Begriff \glqq parallel\grqq\  kommt aus dem Griechischen und hei"st
\glqq nebeneinander\grqq. 
\end{Bemerkunge}












\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}[\textbf{Bilder affiner Teilr"aume}]
    Gegeben $\varphi:E\ra F$ eine affine Abbildung ist  f"ur
jeden affinen Teilraum $A\subset  E$ 
sein Bild ein
affiner Teilraum $\varphi(A)\subset F$. 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Urbilder affiner Teilr"aume}]
  Gegeben $\varphi:E\ra F$ eine affine Abbildung ist  f"ur
jeden affinen Teilraum $B\subset  F$ 
sein Urbild $\varphi^{-1}(B)$ entweder leer oder  ein
affiner Teilraum von $E$. 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Fasern linearer Abbildungen}]
Gegeben eine lineare Abbildung $f: V \ra W$ gilt
f"ur alle $v\in V$ die Identit"at\label{FLA}  
$f^{-1}(f(v))=v+\op{ker}f$ von Teilmengen von $V$. 
F"ur
alle $w\in W$ ist mithin 
die Faser $f^{-1}(w)$ entweder leer oder  ein
affiner Teilraum von $V_{\op{a}}$.  
\end{Ubung}
\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildFAA}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Die Fasern der durch $(x,y)\mapsto x+y$
   gegebenen linearen Abbildung
   $\DR^2\ra\DR$ zu den Werten $0,1$ und $3$.
\end{minipage}
\end{figure}
\begin{Ubung}
Durch je zwei verschiedene Punkte eines affinen Raums geht genau eine
Gerade, als da hei"st, es gibt genau einen affinen Teilraum der 
Dimension Eins, der unsere beiden Punkte enth"alt. 
Bringt man also Kimme und Korn in eine Sichtlinie mit
dem Ziel, so ist das Gewehr bereits auf das Ziel ausgerichtet.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Durch je drei Punkte eines affinen Raums, die nicht auf
einer gemeinsamen Geraden liegen, geht genau eine Ebene. Insbesondere
wird also ein dreibeiniger Hocker nie kippeln.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Der von einer nichtleeren endlichen Teilmenge $T$ eines affinen Raums erzeugte 
Teilraum  hat h"ochstens die Dimension $|T|-1$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Richtungsraum eines Schnitts}]
  Gegeben  ein affiner Raum $E$ und affine Teilr"aume $F,G\subset E$ mit
  nichtleerem Schnitt $F\cap G\neq\emptyset$ ist der Richtungsraum ihres Schnitts der Schnitt
  ihrer Richtungsr"aume, in Formeln\label{SchRM} 
  $$\op{Richt}(F\cap G)=\op{Richt}(F)\cap \op{Richt}(G)$$
  Man zeige immer unter der Annahme, da"s besagter Schnitt nicht leer ist, dasselbe auch allgemeiner f"ur den Schnitt eines
  beliebigen Systems affiner Teilr"aume.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Erzwungene Schnitte}]
  Gegeben ein affiner Raum $E$ und affine Teilr"aume $F,G\subset E$
  gilt $$\vec F+\vec G=\vec E\;\RA\; F\cap G\neq\emptyset$$
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Dimension eines affinen Erzeugnisses}] %\label{DFA}
Gegeben zwei endlichdimensionale affine Teilr"aume $A,B$  eines affinen Raums 
$E$ gilt f"ur die Dimension des  affinen Erzeugnisses $C$ ihrer Vereinigung
 die Formel\label{DFAn} 
$$\op{dim}C=
\left\{\begin{array}{ll}
\op{dim}A +\op{dim}B-\op{dim}(A\cap B) &\text{falls }A\cap B\neq\emptyset;\\
\op{dim}A +\op{dim}B -\op{dim}(\vec{A}\cap \vec{B}) +1
&\text{falls }A\cap B=\emptyset.
\end{array}\right.$$
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Kodimension eines Schnitts}]
  Ist $E$ ein endlichdimensionaler affiner Raum und vereinbaren wir
die Notation $\op{codim}(A\subset E)\pdef \op{dim}E-\op{dim}A$ f"ur
die Dimensionsdifferenz, die sogenannte 
{\bf Kodimension von $A$ in $E$},\index{Kodimension!bei 
  affinen R"aumen}\index{codim@$\op{codim}$ Kodimension!bei 
  affinen R"aumen} 
so gilt unter der Annahme $A\cap B\neq\emptyset$ die Absch"atzung 
$$\op{codim}((A\cap B)\subset E)\leq \op{codim}(A\subset E)+
\op{codim}( B\subset E)$$
Die Kodimension des Schnitts ist also h"ochstens die Summe der 
Kodimensionen der sich schneidenden Teilr"aume.
\end{Ubung}

\begin{Bemerkungw}
  In der kommutativen Algebra \eref{KDSa}{KAG} k"onnen Sie
lernen, wie man diese Absch"atzung f"ur die Kodimension eines Schnitts 
auf Nullstellenmengen polynomialer Gleichungssysteme verallgemeinern kann,
wenn der Grundk"orper 
algebraisch abgeschlossen ist. So etwas wie zwei Sph"aren im Raum,
die sich in einem Punkt ber"uhren, kann es also im Komplexen nicht geben:
Da kann der Schnitt der Nullstellenmengen zweier Polynome
in drei Variablen $f,g\in \DC[X,Y,Z]$ nie isolierte Punkte haben.
\end{Bemerkungw}
\begin{Ubung}
  Eine Abbildung $f:E\ra F$ von affinen R"aumen ist 
genau dann affin,
wenn ihr Graph $\Gamma(f)\subset E\times F$ ein affiner
Teilraum des
\hyperref[PARr]{Produkts}  unserer beiden R"aume  ist. 
\end{Ubung}







\subsection{Affine R"aume und ihre Geraden} 


%%%%%%%%%%%%%%%%%%

\begin{Satz}[\textbf{Charakterisierung affiner Abbildungen im Reellen}]
Eine injektive Abbildung von einem mindestens
zweidimensionalen reellen affinen Raum\label{IAGe}
in einen weiteren reellen affinen Raum ist affin genau dann, 
wenn das Bild jeder Geraden  wieder eine Gerade ist.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Dieselbe Charakterisierung gilt allgemeiner "uber jedem Grundk"orper, dessen einziger K"orperautomorphismus die Identit"at 
  ist. Wir diskutieren mehr dazu in \ref{BLN}.
\end{Bemerkungl}

  
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Bezug zum schmutzigen Raum unserer Anschauung}]
Die affinen Geraden 
des Raums unserer Anschauung
denke ich mir als Sichtlinien: Drei Punkte liegen auf einer Geraden genau
dann,\label{ARG} 
wenn man sich so hinstellen kann, da"s man sie hintereinander sieht.   
Der vorhergehende Satz 
\ref{IAGe} zeigt, da"s 
  im Fall reeller affiner R"aume ab der Dimension Zwei die Kenntnis
  aller Geraden auch umgekehrt bereits die Struktur als reeller affiner Raum
  festlegt: Haben n"amlich zwei Strukturen als affiner reeller Raum
auf derselben Menge dieselben Geraden, und gibt es in besagtem Raum 
mehr  als nur
eine Gerade, so ist nach \ref{IAGe} die Identit"at 
auf unserer Menge ein Morphismus von affinen R"aumen
zwischen unserer Menge einmal mit der einen Struktur 
als affiner Raum
und ein andermal  mit der anderen Struktur als affiner Raum.
Dann aber m"ussen diese beiden Strukturen bereits "ubereinstimmen.
Anschaulich gesprochen legt also 
im Raum unserer  Anschauung
\glqq die Kenntnis der Sichtlinien
bereits fest, welche Abbildungen als Parallelverschiebungen 
anzusehen sind\grqq.  
Explizit kann man das wie folgt einsehen: Zun"achst legt die Kenntnis der 
Sichtlinien alias Geraden
fest, welche Teilmengen die Bezeichung als \glqq Ebene\grqq\  verdienen;
Dann vereinbart man, zwei Geraden \glqq parallel\grqq\  zu nennen, wenn sie
in einer Ebene liegen und sich nicht schneiden; Und schlie"slich kann 
man dann Parallelverschiebungen charakterisieren als 
diejenigen bijektiven Abbildungen,
die jede Gerade bijektiv auf sich selbst oder aber bijektiv in
eine  parallele Gerade "uberf"uhren.
An dieser Stelle  m"ochte ich Sie am liebsten 
wieder einmal
davon "uberzeugen, 
da"s  das  Abstrakte das eigentlich
Konkrete ist.
\end{Bemerkungl}



\begin{proof}
Wir zeigen den Satz zun"achst unter der Annahme, da"s sowohl unser 
Ausgangsraum als auch der Raum, in den abgebildet wird, beide die
Dimension Zwei haben. Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit 
d"urfen wir dann annehmen, da"s es sich bei
beiden R"aumen um den $\DR^2$ handelt, 
und indem wir unsere Abbildung noch mit einer geeigneten
Verschiebung verkn"upfen, d"urfen wir sogar annehmen, da"s sie den
Ursprung festh"alt. Diesen Fall behandeln wir als eigenst"andiges Lemma. 
\begin{Lemma}
Eine injektive Abbildung $\Phi : \Bbb{R}^2 \rightarrow \Bbb{R}^2$ mit
$\Phi (0) =0$, unter der das Bild jeder affinen Geraden\label{LinE} 
wieder eine affine Gerade ist, mu"s linear sein.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Indem wir eine geeignete lineare Abbildung dahinterhalten,  d"urfen
da"s wir ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit annehmen, da"s unser
$\Phi$ die Vektoren $\op{e}_1$ und $ \op{e}_2$ der Standardbasis festh"alt. 
Unter dieser
Zusatzannahme  zeigen wir nun, da"s $\Phi$ sogar die Identit"at ist.
Zun"achst gibt es sicher Abbildungen $\psi_1, \psi_2 : \Bbb{R} \rightarrow
\Bbb{R}$ mit $\Phi (a\!\op{e}_i)= \psi_i (a) \op{e}_i$.
Da wir $\Phi$ injektiv angenommen haben, 
m"ussen unter $\Phi$  parallele alias sich nicht
schneidende Geraden parallel bleiben.
Die Gerade 
durch $a\!\op{e}_1$ und
$a\!\op{e}_2$ f"ur $a\neq 0,1$ ist parallel zu der durch 
$\op{e}_1$ und
$\op{e}_2$, also ist f"ur $a\neq 0,1$ auch 
die Gerade 
durch
$\Phi (a\!\op{e}_1)=\psi_1 (a) \op{e}_1$ und
$\Phi (a\!\op{e}_2)=\psi_2 (a) \op{e}_2$ 
parallel zu der durch $\Phi (\op{e}_1)=\op{e}_1$ und
$\Phi (\op{e}_2)=\op{e}_2$.
Es folgt $\psi_1(a) = \psi_2(a)$ f"ur $a\neq 0,1$. F"ur $a=0,1$ ist
das eh klar und wir notieren 
diese Abbildung nun
$\psi\pdef \psi_1=\psi_2$.  Nat"urlich gilt $\psi (0) =0$ und 
$\psi (1) =1$. Da man die Addition von linear 
unabh"angigen
Vektoren durch Parallelogramme darstellen kann, gilt $\Phi (v + w)= \Phi
(v) + \Phi (w)$ falls $v$ und $w$ linear unabh"angig sind.
Wir erhalten f"ur $a \in \Bbb{R}$ damit
\begin{displaymath}
\begin{array}{lcr}
\Phi (\op{e}_1 + a\op{e}_2) & =& \op{e}_1 + \psi (a) \op{e}_2
\end{array}
\end{displaymath}
 wegen der linearen Unabh"angigkeit im Fall $a\neq 0$ und 
 im Fall $a= 0$ wegen $\psi (0) =0$. Daraus  folgt sofort
 die Erste der beiden Gleichungen
\begin{eqnarray*}
\Phi (\op{e}_1 + (a+b)\op{e}_2) & =& \op{e}_1 + \psi (a+b) \op{e}_2\\
\Phi (\op{e}_1 + a\op{e}_2 +b \op{e}_2) &
=& \op{e}_1 + \psi (a)\op{e}_2 + \psi (b)
\op{e}_2
\end{eqnarray*}
Die Zweite folgt hier, indem wir ohne Beschr"ankung der
Allgemeinheit $b\neq 0$ annehmen und erst den letzten Summanden
abspalten. 
Es folgt sofort $\psi (a+b) =\psi (a)+\psi(b)$.
Da f"ur $a,b \in \Bbb{R}$ mit $a \neq 0$ und $b \neq 0, 1$ die Gerade
durch $\op{e}_1 $ und $a \!\op{e}_2$ parallel ist zu der durch 
$b\!\op{e}_1$ und  $ba\!\op{e}_2$ folgt
auch
$\psi (ba) = \psi (b) \psi (a)$ erst f"ur alle $ a,b\neq 0, 1$,
dann aber wegen $\psi (0) =0$ und 
$\psi (1) =1$ sogar 
f"ur alle $ a,b \in \Bbb{R}$.
Da nach \eref{ER}{AN1} oder besser \eref{EnR}{AN1}
die Identit"at der einzige K"orperhomomorphismus 
$\psi : \Bbb{R} \rightarrow
\Bbb{R}$ ist, folgt $\psi = \op{id}$.
 Da wie bereits erw"ahnt gilt $\Phi (v + w)= \Phi
(v) + \Phi (w)$ falls $v$ und $w$ linear unabh"angig sind,
folgt sofort $\Phi =\op{id}$.
\end{proof}\noindent
Um nun  Satz \ref{IAGe} 
zu zeigen, sei $\Phi : E \hookrightarrow F$ unsere injektive
Abbildung von reellen affinen R"aumen, unter der das Bild jeder Geraden eine
Gerade ist.
Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit d"urfen wir annehmen, 
da"s $E$ und $F$ reelle Vektorr"aume sind und da"s gilt
$\Phi(\vec 0)=\vec 0$. Unter diesen st"arkeren 
Annahmen zusammen mit der Annahme
$\op{dim}E\geq 2$ folgern wir nun sogar die Linearit"at von $\Phi$.
Gegeben $v,w \in E$
linear unabh"angig
 kann  offensichtlich die von $v$ und $w$ aufgespannt Ursprungsebene
dargestellt werden als die Vereinigung des Ursprungs mit allen  
affinen Geraden, die durch einen Punkt von $\DR v$ und einen 
Punkt von $\DR w$ laufen, so da"s also in Formeln ausgedr"uckt gilt 
$$\langle v, w\rangle=
\bigcup_{u\in\DR v,\; x\in \DR w} \langle   u,  x\rangle_{\op{aff}}$$
Gegeben $v,w \in E$
linear unabh"angig m"ussen  auch  $ \Phi(v)$ und $\Phi(w)$ 
linear unabh"angig sein, 
da sonst die zwei verschiedenen Geraden $\DR v$ und $\DR w$ 
bijektiv auf dieselbe Gerade
abgebildet w"urden im Widerspruch zur Injektivit"at von $\Phi$.
Da $\Phi$ Geraden auf Geraden abbildet, folgt 
$\Phi(\langle v, w\rangle)=\langle\Phi( v),\Phi(  w)\rangle$.
Von der mithin von $\Phi$ induzierten Bijektion $$\Phi: \langle v, w\rangle
\sira \langle\Phi( v),\Phi(  w)\rangle$$ wissen wir aber nun bereits,
da"s sie linear sein mu"s, da"s also in Formeln ausgedr"uckt gilt
$\Phi( u + x)=\Phi( u)+\Phi(  x)$ und $\Phi(\lambda u)=\lambda\Phi( u)$
f"ur alle $u,x\in \langle v, w\rangle$ und $\lambda\in \DR$. 
Da aber in einem Vektorraum der Dimension mindestens Zwei
je zwei Vektoren $u,x$ in einem gemeinsamen zweidimensionalen
Teilraum liegen, zeigt das bereits die Linearit"at von $\Phi$ selbst. 
\end{proof}



  \begin{Bemerkunge}\label{BLN}
Geht man den Beweis von Lemma \ref{LinE} nocheinmal durch,
so erkennt man, da"s er auch die folgende feinere Aussage zeigt:
Sind $K,L$ K"orper und ist
$\Phi : K^2 \hra L^2$ eine Injektion mit
    $\Phi (0) =0$, unter der das Bild jeder affinen Geraden wieder eine affine
    Gerade ist, so ist $\Phi$ ein Gruppenhomomorphismus  
und es gibt einen K"orperisomorphismus
$\psi:K\sira L$ mit $\Phi(\lambda\vec{v})=\psi(\lambda)\Phi(\vec{v})$
f"ur alle $\lambda\in K$ und $\vec{v}\in K^2$.
Salopp gesprochen ist also unsere Abbildung $\Phi$ \glqq linear bis auf
einen K"orperisomorphismus\grqq.
Geht man den Beweis von Lemma \ref{LinE} ein drittes Mal durch,
so erkennt man, da"s er dasselbe sogar zeigt f"ur Schiefk"orper $K,L$ mit
der Ma"sgabe, da"s wir unter Geraden in $K^2$ Teilmengen der
Gestalt $p+vK$ verstehen f"ur $p,v\in K^2$ mit $v\neq 0$.
  \end{Bemerkunge}





  \begin{Bemerkunge}[\textbf{Von der Geometrie zur Algebra}] 
Geht man den Beweis von Satz \ref{IAGe} im Lichte von
\ref{BLN} nocheinmal durch,
so erkennt man, da"s er auch die folgende feinere Aussage zeigt:
%%     Sei $E$ ein zweidimensionaler affiner 
%%     Raum "uber einem K"orper.  Man zeige,
%%     da"s man den K"orper zur"uckgewinnen 
%%     kann aus den Daten bestehend aus der
%%     Menge $E$ und der Teilmenge 
%%     $\cal{G}\subset\cal{P}(E)$, die genau aus allen
%%     affinen Geraden von $E$ besteht.
    Haben  zwei Strukturen
    $(E,\vec{E},a)$ und $(E,\vec{E}',a')$ auf 
ein- und derselben Menge $E$ als zweidimensionaler affiner
    Raum "uber K"orpern $K$ beziehungsweise $K'$ dieselben Geraden, so gilt
    $\vec{E}=\vec{E}'$ und es gibt genau einen K"orperisomorphismus
    $\varphi:K\sira K'$ mit $a(\lambda,\vec{v})=a'(\varphi(\lambda),\vec{v})$
    f"ur alle $\lambda\in K$ und $\vec{v}\in \vec{E}$. Flapsig gesagt kennt
    also ein  wei"ses Blatt Papier zusammen mit einem 
 Lineal bereits den K"orper
    $\DR$ der reellen Zahlen!
Gegeben  eine Menge $E$
von \glqq Punkten\grqq\  und eine Teilmenge $\cal{G}\subset \cal{P}(E)$ 
ihrer Potenzmenge, deren  Elemente $G\in \cal{G}$ \glqq Geraden\grqq\  hei"sen,
kann man auch eine Liste von geometrisch sinnvollen Forderungen 
angeben, die genau dann erf"ullt sind,
wenn unsere Menge $E$ so mit der Struktur eines 
zweidimensionalen affinen Raums 
"uber einem K"orper versehen werden kann, 
da"s $\cal{G}$  aus allen zugeh"origen affinen Geraden besteht.
Die einfachsten dieser Forderungen sind,
da"s durch je zwei verschiedene Punkte genau eine Gerade gehen soll und 
da"s sich je zwei Geraden in h"ochstens einem Punkt
schneiden. Die zus"atzlichen Forderungen werden in \eref{IzG}{EL} besprochen.
In dieser Weise 
lassen sich die K"orperaxiome \eref{KAx}{GR}
sogar geometrisch rechtfertigen.
\end{Bemerkunge}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildMMG}\\[4mm]
\noindent 
Wie man auf einer Gerade der Papierebene mit zwei verschiedenen 
als Null und Eins ausgezeichneten Punkten zwei beliebige 
Punkte multipliziert, wenn man nur ein Lineal zur Verf"ugung hat,
das aber \glqq unendlich lang\grqq\  ist in dem Sinne, da"s man durch einen
gegebenen Punkt die zu einer gegebenen Gerade parallele Gerade 
zeichnen kann.
\end{figure}


\subsection{Baryzentrische Koordinaten*}
\begin{Bemerkungl}\label{Swwe}
  Gegeben ein  affiner Raum $E$ "uber einem K"orper $K$
  der Charakteristik Null $\op{char}K=0$ und
eine nichtleere endliche Teilmenge $\emptyset\neq T\subset E$ erkl"art man den 
{\bf Schwerpunkt $\op{Bar}(T)$ von $T$}\index{Schwerpunkt}
als den eindeutig bestimmten Punkt
$\op{Bar}(T)=s\in E$ mit
\begin{equation*}
\sum_{e\in T} (e-s) = \vec{0}
\end{equation*}
Das ist  gleichbedeutend dazu, da"s f"ur einen und jeden  Punkt $p\in E$ gilt 
$$ \sum_{e\in T} (e-p)= \sum_{e\in T} (e-p) - \sum_{e\in T} (e-s)$$
und mit offensichlichen  weiteren Umformungen sehen wir, da"s es auch
"aquivalent ist zur Identit"at 
$$ \sum_{e\in T} (e-p)=|T|(s-p)
$$
Da"s zeigt einerseits die Eindeutigkeit des Schwerpunkts und andererseits auch dessen Existenz, da wir ja einen Schwerpunkt $s$ von $T$ finden k"onnen, indem wir
von einem beliebigen Punkt $p\in E$ ausgehen und 
$
s \pdef  p + |T|^{-1}\sum_{e\in T}(e-p) 
$
nehmen. Nach
griechisch \glqq $\beta\alpha\rho\upsilon\varsigma$\grqq\  f"ur
\glqq schwer\grqq\ hei"st der Schwerpunkt auch das
     {\bf Baryzentrum}.\index{Baryzentrum}  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}\label{Sww}
Gegeben ein K"orper $K$, ein affiner Raum $E$ "uber $K$,
Punkte $e_0, \ldots, e_n \in E$ und Skalare $\lambda_0,
\ldots, \lambda_n \in K$ mit $\lambda_0 + \ldots + \lambda_n
\neq 0$ erkl"art man allgemeiner den 
     {\bf Schwerpunkt $$s=\op{Bar}((e_0,\lambda_0), \ldots,(e_n,\lambda_n))$$ der Punkte
$e_i$ mit den Gewichten $\lambda_i$}\index{Schwerpunkt}  
     durch die Bedingung $ \sum_{i=0}^n \lambda_i(e_i-s)=\vec 0$.
     Ich lasse hier die Indize bei Null beginnen, um besonders
     deutlich zu machen, da"s  
     der Fall einer leeren Familie ausgeschlossen ist, auch wenn das
     unsere Bedingung $\sum\lambda_i\neq 0$ bereits impliziert.
Um die Existenz und Eindeutigkeit des Schwerpunkts mit Gewichten zu zeigen, pr"uft man wie zuvor f"ur jeden Punkt $p\in E$, da"s die Schwerpunkteigenschaft von $s\in E$ gleichbedeutend ist zur Identit"at
$$ \sum_{i=0}^n \lambda_i(e_i-p)=\left(\sum_{i=0}^n\lambda_i\right)(s-p)$$
Daraus folgt analog wie im Fall ohne Gewichte die Existenz und Eindeutigkeit.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Affines Erzeugnis als Menge von Schwerpunkten}]
  Gegeben eine nichtleere Teilmenge $T\subset E$ eines affinen Raums kann ihr
  affines Erzeugnis offensichtlich beschrieben werden als die Menge aller
  Schwerpunkte zu gewichteten endlichen Teilmengen.
  Man erkennt das besonders leicht,
  indem man bei der zuvor gegebenen Beschreibung des Schwerpunkts $p\in T$
  w"ahlt.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Eigenschaften des Schwerpunkts}]
  Offensichtlich bleibt der Schwerpunkt derselbe, wenn man alle Gewichte
  mit demselben von Null verschiedenen K"orperelement $\alpha\in K^\times$ multipliziert, in
  Formeln
  $$\op{Bar}((e_0,\lambda_0), \ldots,(e_n,\lambda_n))=\op{Bar}((e_0,\alpha\lambda_0), \ldots,(e_n,\alpha\lambda_n))$$
  Offensichtlich bleibt der Schwerpunkt derselbe, wenn man Punkte mit Gewicht Null wegl"a"st. Offensichtlich h"angt der Schwerpunkt auch im Fall einer
 nichtleeren gewichteten Punktfamilie nicht von der Reihenfolge ab. Wir k"onnen also sinnvoll
  $$\op{Bar}((e_i,\lambda_i)_{i\in I})$$ erkl"aren, wann immer $(e_i,\lambda_i)_{i\in I}$
 eine nichtleere
 Familie von gewichteten Punkten ist und nur f"ur endlich viele $i\in I$ gilt
  $\lambda_i\neq 0$ und zus"atzlich $\sum _{i\in I}\lambda_i\neq 0$.
\end{Bemerkungl}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildScP}\\[4mm]
\noindent Zwei fette Punkte der Gewichte $3$ und $1$ und
ihr Schwerpunkt $s$ nebst seiner Bestimmung mithilfe 
eines beliebigen weiteren Punktes $p$. 
\end{figure}






\begin{Definition}
  Eine Teilmenge eines affinen Raums hei"st 
{\bf affin unabh"angig},\index{affin!unabh"angig!als Teilmenge|main} 
wenn sie nicht leer ist und sich keiner ihrer Punkte als gewichteter Schwerpunkt von endlich vielen
anderen ihrer Punkte schreiben l"a"st.\label{afu}
\end{Definition}
\begin{Definition}
  Eine Familie von Punkten eines affinen Raums hei"st 
{\bf affin unabh"angig}\index{affin!unabh"angig!als Familie} 
oder ganz pedantisch {\bf affin unabh"angig als Familie},  wenn sie nicht leer ist und wenn sich f"ur keinen Index der zugeh"orige Punkt als gewichteter Schwerpunkt der Punkte zu endlich vielen anderen Indizes
schreiben l"a"st. 
\end{Definition}


\begin{Lemma}[\textbf{Affine und lineare Unabh"angigkeit}]
  Gegeben eine nichtleere Teilmenge $T$ eines affinen Raums $E$
  sind gleichbedeutend:
  \begin{enumerate}
  \item
    Die Menge $T$ ist  affin unabh"angig;
  \item
    Es gibt ein $p\in T$ derart, da"s die Menge der Vektoren
    $\{t-p\mid t\in T\backslash p\}$ in $\vec E$ linear unabh"angig ist;
  \item
    F"ur alle $p\in T$ ist die Menge 
    $\{t-p\mid t\in T\backslash p\}$ in $\vec E$ linear unabh"angig.
  \end{enumerate}
  Analoges gilt f"ur Familien.
\end{Lemma}
\begin{proof} "Ubung.
\end{proof}



\begin{Bemerkungl}
Sind $e_0,\ldots,e_n$  paarweise verschiedene Elemente einer
 endlichen affin unabh"angigen Teilmenge eines affinen Raums $E$,
so folgt aus
$$\op{Bar}((e_0,\lambda_0), \ldots,(e_n,\lambda_n))=\op{Bar}((e_0,\mu_0), \ldots,(e_n,\mu_n))$$
bereits, da"s es $\alpha\in K^\times$ gibt mit $\mu_i=\alpha \lambda_i\;\forall i$. L"a"st sich ein Punkt als gewichteter Schwerpunkt zu geeigneten
Gewichten auf einer affin unabh"angigen Teilmenge darstellen, so ist diese
Darstellung mithin eindeutig, wenn wir zus"atzlich Gesamtgewicht Eins fordern.
Ist also in Formeln $E$ ein affiner Raum und $T\subset E$ ein affin unabh"angiges Erzeugendensystem von $E$, so liefert das Bilden der
gewichteten Schwerpunkte eine Bijektion
$$\begin{array}{cll}
  \left\{\sum a_t t\in KT\mid \sum a_t=1\right\}&\sira& E\\[2mm]
  \sum a_t t&\mapsto&\op{Bar}((t,a_t)_{t\in T})\end{array}$$
F"ur $p=\op{Bar}((t,a_t))$ hei"sen die $a_t$
dann die
{\bf baryzentrischen Koordinaten\index{baryzentrisch!Koordinaten}
von $p$} in Bezug auf unser
affin unabh"angiges Erzeugendensystem $T$.
\end{Bemerkungl}





\subsubsection*{"Ubungen} 



  \begin{Ubung}
    Zeigen Sie, da"s sich die drei Seitenhalbierenden eines
    Dreiecks in einem Punkt schneiden, dessen baryzentrische Koordinaten in
    Bezug auf die drei Ecken des Dreiecks jeweils $(1/3)$ sind, und da"s
    dieser Punkt alle drei Seitenhalbierenden in zwei St"ucke
    teilt, von denen eines doppelt so lang ist wie das Andere. K"ur:
    Rechnen Sie nach, da"s dieser Punkt auch der Schwerpunkt des Dreiecks ist,
    wenn sie es aus Papier ausschneiden. Das braucht aber eher
    analytische Fertigkeiten.
\end{Ubung}

  \begin{Ubung}
    Bestimmen Sie in $\DR^3$ die baryzenrischen Koordinaten des Punktes
    $(1,1,1)$ in Bezug auf die drei Vektoren der Standardbasis und
    den Ursprung.
\end{Ubung}


  \subsection{Lineare und affine Ungleichungen*}

  \begin{Definition}
    Gegeben  Punkte $p,q$ in einem affinen Raum $E$ "uber einem
    angeordneten K"orper schreiben wir
$$[p,q]\pdef\{ p+\lambda(q-p)\mid 0\leq \lambda\leq 1\}$$
und nennen diese Menge im Fall $p\neq q$ das die Punkte $p$ und $q$
verbindende {\bf Geradensegment}.\index{Geradensegment}
\end{Definition}

 
\begin{Definition}
Eine Teilmenge eines 
affinen Raums "uber einem angeordneten K"orper\label{DeKK}   
hei"st \defnoind{konvex}\index{konvex!in affinem Raum}, wenn sie 
mit je zwei Punkten  auch das ganze diese verbindende Geradensegment
enth"alt.
\end{Definition}

\begin{figure}[p]
  \centering
  \includegraphics[height=0.3\textheight]{SkriptenBilder/Bild0011}
\hfill \includegraphics[height=0.3\textheight]{SkriptenBilder/BildKoh}
\\ \noindent Eine nicht konvexe Teilmenge der Ebene
und eine endliche Teilmenge der Ebene, dargestellt durch fette Punkte,
mit ihrer konvexen H"ulle, dargestellt als schraffierter Bereich.
\end{figure}
 
    \begin{Definition}
      Sei $E$ ein affiner Raum "uber einem angeordneten K"orper.
      Offensichtlich ist der Schnitt einer beliebigen Familie konvexer
      Teilmengen von $E$ wieder konvex. Gegeben eine Teilmenge $T\subset
E$ bezeichnet man die kleinste\label{Konvx} 
      konvexe Teilmenge des fraglichen affinen Raums, die $T$ umfa"st,
auch als die 
{\bf konvexe H"ulle von $T$}.\index{konvexe H"ulle}\index{H"ulle!konvexe}
\index{konv@$\op{konv}(T)$ konvexe H"ulle von $T$}
Nat"urlich existiert solch eine kleinste konvexe Teilmenge,
wir k"onnen sie etwa konstruieren als den Schnitt aller 
konvexen Teilmengen, die $T$ umfassen.
 Wir 
verwenden f"ur die konvexe H"ulle von $T$ die Notation
$$\op{konv}(T)$$
    \end{Definition}

    \begin{Beispiel}
Gegeben zwei Punkte in einem affinen Raum  "uber einem
    angeordneten K"orper ist ihre  konvexe H"ulle genau das 
verbindende Geradensegment, in Formeln  
      $[p,q]= \op{konv}(p,q)$.
    \end{Beispiel}
  
\label{KoGe}
\begin{Definition}
Seien $V$ ein Vektorraum "uber einem angeordneten K"orper 
und $T \subset V$ eine Teilmenge.
Wir sagen, ein Vektor $v \in V$ {\bf l"a"st sich aus $T$ 
 positiv linear kombinieren},
wenn er eine Darstellung
$$v = \lambda_{1} t_{1} + \ldots + \lambda_{n}t_{n}$$
besitzt mit $\lambda_{i} > 0$ und $t_{i} \in T$ und $n\geq 0$.
Die leere Linearkombination mit $n=0$ verstehen
wir hier wie immer als den Nullvektor,
der sich also in unseren Konventionen aus jeder Teilmenge 
positiv linear kombinieren l"a"st. Die Menge aller positiven
  Linearkombinationen aus Vektoren von $T$  notieren wir $\langle T\rangle_{>0}$.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Zum Beispiel ist die Menge der aus der Standardbasis des $\DR^2$
  positiv linear kombinierbaren Vektoren der abgeschlossene positive
  Quadrant: Die Punkte im Inneren erhalten wir mit $n=2$, die vom
  Ursprung verschiedenen Punkte auf den R"andern mit $n=1$ und den
  Ursprung mit $n=0$.  Statt $\alpha_{i} > 0$ h"atten wir
in der Definition also
  gleichbedeutend auch $\lambda_{i} \geq 0$ schreiben k"onnen.  Wenn
  wir aber im folgenden von einer {\bf positiven Linearkombination}
  reden, so meinen wir stets positive und nicht etwa nur nichtnegative
  Koeffizienten.
\end{Bemerkungl}

 \begin{Proposition}[\textbf{Satz von Caratheodory}]
    Seien $V\supset T$ ein Vektorraum
 "uber einem\index{Caratheodory, Satz von!lineare Version} 
    angeordneten K"orper mit einer ausgezeichneten 
Teilmenge. L"a"st sich ein Vektor  $v\in V$ aus\label{CaThl}
 $T$ positiv linear kombinieren, so l"a"st er sich bereits 
aus einer linear unabh"angigen
Teilmenge von $T$ 
positiv linear kombinieren.
    \end{Proposition}



\begin{proof}
    Sei $v=\lambda_1 v_1+\ldots +\lambda_n v_n$ eine Darstellung von $v$
    als positive Linearkombination von Elementen von $T$.
    Sie die $v_i$ linear abh"angig, so ist $(\lambda_1,\ldots,\lambda_n)\in k^n$
    ein Punkt aus dem positiven Quadranten einer ganzen affinen Gerade von
    L"osungen. Der Punkt, an dem diese affine Gerade den positiven Quadranten
    verl"a"st, ist dann eine k"urzere Darstellung von $v$
    als positive Linearkombination von Elementen von $T$.
  \end{proof}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildHSLU}\\[4mm]
\noindent 
Eine Menge $T=\{e_1,e_2,e_3\}$ von drei Vektoren 
des Richtungsraums der Papierebene, die 
bis auf ihre 
Bezeichnung nichts mit der Standardbasis des $\DR^3$ zu tun haben,
sowie ein Vektor $v$ au"serhalb der Menge ihrer positiven 
Linearkombinationen, der sich nach unserem Satz 
durch eine Hyperebene $\op{ker}\alpha$, in diesem Fall die 
gestrichelt eingezeichnete Gerade, von unserer Menge aller positiven 
Linearkombinationen abtrennen l"a"st.   
\end{figure}
\begin{Satz}[\textbf{Hauptsatz "uber lineare Ungleichungen}]
Ist $V$ ein Vektorraum "uber einem angeordneten K"orper und  $T \subset
V$ ein endliches Erzeugendensystem,
so gilt f"ur jeden Vektor\label{HLU}
$v \in V$
genau eine der\index{Hauptsatz!"uber lineare Ungleichungen}
beiden folgenden Aussagen:
\begin{enumerate}
\item
Der Vektor $v$ l"a"st sich aus $T$ positiv linear kombinieren;
\item
Es gibt eine Linearform $\alpha \in V^{\top}$ mit 
$\alpha(t) \geq 0 \;\forall t\in T$ und 
$\alpha (v) <0$ und der Eigenschaft,
da"s $\op{ker} \alpha $ von seinem Schnitt mit $T$ erzeugt wird.
\end{enumerate}
\end{Satz}

\begin{Bemerkungl}
  Lassen wir in unserem Satz die Forderung fallen,
  da"s die endliche Teilmenge $T$
  den Vektorraum $V$ erzeugt, so k"onnen wir ihn immer noch
  auf das Erzeugnis von $T$ anwenden und ein  so gefundenes $\alpha$
  dann irgendwie linear auf ganz $V$ fortsetzen. Wir
  k"onnen wir dann nur nicht mehr sicherstellen, da"s $\op{ker}\alpha$
  von seinem Schnitt mit $T$ erzeugt wird.\label{HLUe}  
\end{Bemerkungl}


\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildHLU}\\[4mm]
\noindent 
Eine Menge von f"unf Vektoren der Ebene, eingezeichnet als Pfeile,
nebst der Menge aller  positiven Linearkombinationen
von Teilmengen unserer f"unf Vektoren, eingezeichnet als der
kreuzweise schraffierte Bereich, zu dem auch der
gestrichelt eingezeichnete Rand hinzuzurechnen ist.
Die beiden gestrichelt eingezeichneten Geraden sind die Kerne
extremer St"utzen, in diesem Fall gibt es bis auf Multiplikation
mit positiven Skalaren genau zwei extreme St"utzen. Einfach schraffiert
die Bereiche, auf denen jeweils eine dieser extremen St"utzen 
nichtnegativ ist.
\end{figure}
\begin{Bemerkungl}
Der Satz und der hier gegebene Beweis stammen 
von Weyl \cite{Weyl-C}. 
Im Fall des Grundk"orpers $\DR$ geht er bereits auf Farkas
zur"uck und hei"st mancherorts das {\bf Lemma von Farkas}.
Eine\index{Farkas, Lemma von} 
 algorithmische Darstellung des Beweises
und mehr zur praktischen Bedeutung unseres Satzes 
in der linearen
Optimierung findet man in \cite{Schrij}.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Der Hauptsatz "uber 
lineare Ungleichungen in Koordinaten}] 
  Spezialisieren wir den Satz oder genauer \ref{HLUe}
  zu $V=\DR^n$, dessen Elemente wir
als Spaltenvektoren auffassen, und besteht unsere endliche Menge $T$
aus den $m$ Spaltenvektoren einer Matrix $A\in\op{Mat}(n\times m;\DR)$,
so folgt, da"s  f"ur einen Spaltenvektor $v=b=(b_1,\ldots,b_n)^\top\in\DR^n$ 
genau eine der folgenden Aussagen gilt:
\begin{enumerate}
\item 
Es gibt einen Spaltenvektor $x\in(\DR_{\geq 0})^m$ mit $b=Ax$;
\item 
Es gibt  $y=(y_1,\ldots,y_n)^\top \in \DR^{n}$ mit 
$y^\top A\in (\DR_{\geq 0})^m$ und 
$y^\top b <0$. 
\end{enumerate}
Unser  $\alpha$ ist in diesem Fall der Zeilenvektor $y^\top=(y_1,\ldots,y_n)$. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Variante zum Hauptsatz "uber lineare Ungleichungen}] 
Besteht unsere endliche Menge $T$
aus den $m$ Spaltenvektoren einer Matrix $C\in\op{Mat}(n\times m;\DR)$
und ihren Negativen sowie den Vektoren der Standardbasis,
so erhalten wir aus \ref{HLU}, da"s 
f"ur einen Spaltenvektor $b=(b_1,\ldots,b_n)^\top\in\DR^n$ genau eine der folgenden Aussagen gilt:
\begin{enumerate}
\item
Es gibt einen Spaltenvektor $x\in\DR^m$ mit $Cx\leq b$ in dem Sinne,
da"s diese Ungleichung koordinatenweise richtig ist;
\item 
Es gibt  $y=(y_1,\ldots,y_n)^\top \in (\DR_{\geq 0})^{n}$ mit 
$y^\top C=0$ und 
$y^\top b <0$. 
\end{enumerate}
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}
Man denke sich einen Ikosaeder mit einer Ecke 
im Urprung, und denke sich $E$ als seine Eckenmenge. 
In diesem Fall h"atte die Menge der positiven Linearkombinationen 
von Vektoren aus $T$ die Gestalt eines eckigen Kegels mit f"unf 
Fl"achen, die "ubrigends genau die Kerne der \glqq extremen St"utzen von $T$\grqq\ 
aus dem gleich folgenden Beweis sind.  
\end{Beispiel}
 % \begin{Korollar}[\textbf{Satz von Caratheodory}]
 %    Seien $V\supset T$ ein Vektorraum
 %endlicher Dimension "uber einem\index{Caratheodory, Satz von!lineare Version} 
 %    angeordneten K"orper mit einer ausgezeichneten 
 %Teilmenge. L"a"st sich ein Vektor von $V$ aus\label{CaThl}
 % $T$ positiv linear kombinieren, so l"a"st er sich bereits 
 %aus einer
 %Teilmenge von $T$ mit h"ochstens $\op{dim}V$ Elementen 
 %positiv linear kombinieren.
  % \end{Korollar}
  % \begin{proof}
  %   Dies Korollar
 %folgt unmittelbar aus dem Hauptsatz "uber lineare Ungleichungen 
 %\ref{HLU}.
 %  \end{proof}
 

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Der Fall positiver 
Linearkombinationen unendlicher Mengen}]
Gegeben eine Gerade in der Ebene $\Bbb{R}^{2}$, die die
Menge der Punkte mit rationalen Koordinaten 
$\Bbb{Q}^{2}$ nur im Nullpunkt trifft, 
betrachte man in $\Bbb{Q}^{2}$ einen der beiden zugeh"origen 
Halb\-r"aume mitsamt der Null.
Dieser durch den Ursprung erg"anzte Halbraum ist eine 
konvexe Teilmenge $T$ von $\Bbb{Q}^{2}$, die von "uberhaupt
keinem Punkt aus ihrem Komplement durch eine 
Gerade des $\DQ$-Vektor\-raums  $\Bbb{Q}^{2}$ getrennt werden kann.
Unser Hauptsatz "uber lineare Ungleichungen 
 ist also f"ur unendliches $T$ im allgemeinen nicht mehr richtig.
Betrachten wir jedoch abgeschlossene konvexe Kegel $T$ 
 im Sinne von \ref{DeKe} in
reellen Banach-R"aumen, so gibt es f"ur jeden Vektor $v$ im Komplement eine
stetige Linearform, die auf besagtem  Kegel nichtnegativ ist,
auf dem Vektor aber negativ: Dieser Satz  ist eine Variante der grundlegenden
Trennungss"atze aus der
Funktionalanalysis, der sogenannten
\glqq Trennungss"atze von Hahn-Banach\grqq. 
% und folgt zum Beispiel  aus \ref{AKT}.
\end{Bemerkungl}


\begin{proof}[Beweis]
Eine Linearform $\alpha \in V^{\top} \backslash 0$ mit $\alpha(t) \geq 0
\;\forall t\in T$ nennen wir eine
{\bf St"utze} von $T$. Wird zus"atzlich
$\op{ker} \alpha$ erzeugt von $(\op{ker} \alpha) \cap T$,  
so nennen wir $\alpha$ eine
{\bf extreme St"utze} von $T$. Wir notieren $\op{Ex}(T)=\op{Ex}_V(T)$ die Menge
  der extremen St"utzen von $T$. Der Satz behauptet in diesen Notationen
  $$\langle T\rangle_{>0}= \{v\in V\mid \alpha(v)\geq 0\;\forall \alpha\in \op{Ex}(T)\}$$
  Die Inklusion $\subset$ ist offensichtlich. Um auch $\supset$ zu zeigen,
  argumentieren wir mit vollst"andiger Induktion "uber die Dimension.
  Im Fall $\op{dim} V=0$ bestehen beide Seiten nur aus dem Nullvektor
  und unsere Aussage gilt. Im allgemeinen betrachten wir einen festen Vektor
  $v\in V$ und zeigen
  $$\big(\alpha(v)\geq 0\;\forall \alpha\in \op{Ex}(T)\big)\RA v\in \langle T\rangle_{>0}$$
  durch eine  Fallunterscheidung  mit der Induktionsannahme.\\[2mm]\noindent
Erster Fall: Es gibt eine extreme St"utze $\alpha\in\op{Ex}(T)$ mit
  $\alpha(v)=0$. In diesem Fall wenden wir die Induktionsannahme auf
  $(T\cap\op{ker}\alpha)\subset\op{ker}\alpha$ an. Dazu zeigen wir
  zun"achst, da"s jede
  extreme St"utze $\beta \in\op{Ex}_{ \op{ker} \alpha}(T\cap \op{ker} \alpha)$ Restriktion einer extremen St"utze $\hat\beta\in \op{Ex}(T)$ ist. Sicher l"a"st sich ja $\beta\in (\op{ker} \alpha)^\top$
  ausdehnen zu einer Linearform $\tilde\beta\in V^\top$. Dann mu"s $\tilde\beta+\mu\alpha$ 
  f"ur hinreichend gro"ses $\mu$ eine St"utze von $T$ sein und eine extreme St"utze von $T$, wenn wir  $\mu$ dabei kleinstm"oglich w"ahlen. F"ur dieses
  $\mu$ ist $\hat\beta=\tilde\beta+\mu\alpha$ die gesuchte Ausdehnung
  von $\beta$ zu
  einer extremen St"utze von $T$. Insgesamt folgt mit der Induktionsannahme
  nun sogar $v\in \langle T \cap\op{ker} \alpha\rangle_{>0}$. \nichtfinal{Noch geometrisch erkl"aren! Die Kerne von $\tilde\beta+\mu\alpha$ schneiden
    $\op{ker}\alpha$ alle in $\op{ker}\beta$!} 
\\[2mm]\noindent
Zweiter Fall: Es gibt keine extreme St"utze
  $\alpha\in\op{Ex}(T)$ mit
  $\alpha(v)=0$, aber es gibt zumindest "uberhaupt eine extreme St"utze
  $\beta\in\op{Ex}(T)$. In diesem Fall finden wir $t\in T$ mit $\beta(t)>0$
  und betrachten das gr"o"ste $\lambda\in k$ mit $\alpha(v-\lambda t)\geq 0\;\forall \alpha\in\op{Ex}(T)$. Nach unseren Annahmen gibt es solch ein
  $\lambda$ und es gilt $\lambda>0$ und $v-\lambda t$ liegt im Kern einer
  extremen St"utze. Der bereits behandelte Fall liefert $v-\lambda t\in \langle T \rangle_{>0}$ und es folgt sofort $v\in \langle T \rangle_{>0}$.
\\[2mm]\noindent
Dritter Fall: Unsere Menge $T$ hat "uberhaupt keine extremen
  St"utzen 
  $\op{Ex}(T)=\emptyset$.
  In diesem Fall m"ussen wir $\langle T \rangle_{>0}=V$ zeigen. Wir d"urfen $V\neq 0$ annehmen und w"ahlen unter allen
$\alpha \in V^{\top} \backslash 0$ mit $\op{ker} \alpha=\langle T\cap \op{ker} \alpha\rangle$ 
ein $\alpha$ aus, f"ur das
die Kardinalit"at von
$T^{+}= T^{+}(\alpha)\pdef\{t \in T\mid\alpha (t) \geq 0\}$ 
gr"o"stm"oglich wird.
Nach Annahme finden wir dennoch ein $t^{-} \in T$ mit $\alpha (t^{-}) < 0$ und
d"urfen ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit $\alpha (t^{-}) = -1$ annehmen.
Dann betrachten wir die Projektion 
$\pi : v \mapsto v + \alpha (v)t^{-}$ von $V$
auf $\op{ker} \alpha$ l"angs $t^-$.
H"atte $\pi (T^{+})$ eine extreme St"utze $\beta\in \op{Ex}_{ \op{ker}\alpha}(\pi (T^{+}))$, so k"onnten wir diese durch
die Vorschrift
$\hat\beta (t^{-})=0$ fortsetzen zu einer Linearform
$\hat\beta  \in V^{\top}$ mit $\hat\beta |T^{+} \geq 0$ und 
$\hat\beta (t^{-})=0$. Dann w"are auch
$\op{ker} \hat\beta$ erzeugt  von seinem Schnitt mit $T$, 
im Widerspruch zur Wahl
von $\alpha$.
Also hat $\pi (T^{+})$ keine extreme St"utze und nach Induktionsvoraussetzung
l"a"st sich jeder Vektor aus $\op{ker} \alpha$ positiv linear aus 
 $\pi (T^{+})$
kombinieren.
Also l"a"st sich jedes $v\in V$ schon mal aus $T$ linear kombinieren
unter der Einschr"ankung, da"s nur der Koeffizient vor $t^-$ 
negativ sein darf. 
Weiter gibt es aber auch mindestens ein $t^+\in T$ mit
$\alpha (t^{+}) >0$, sonst w"are ja $-\alpha$ eine extreme St"utze von $T$.
Schreiben wir $-t^+$ in unserer eingeschr"ankten Weise und wenden
$\alpha$ an, so erkennen wir, da"s der Koeffizient von $t^-$ positiv
sein mu"s. Nach geeigneter Umformung stellen wir
$-t^-$ dar als positive Linearkombination von Elementen von $T^{+}$.
Damit l"a"st sich nun offensichtlich jeder 
Vektor  aus $V$ positiv linear aus $T$, ja sogar aus $T^{+} \cup
\{t^{-}\}$ kombinieren. \nichtfinal{Noch geometrisch erkl"aren! Wohl affines
  Bild aussagekr"aftiger!} 
\end{proof}

\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=0.3\textheight]{SkriptenBilder/BildkerA}\\[4mm]
\noindent 
Ein Kegel im Raum mit vier $\DR_{>0}$-Bahnen von 
extremen St"utzen, deren Kerne von den 
 vier Fl"achen unseres Kegels erzeugt werden.
Die obere viereckige Fl"ache habe ich nur eingezeichnet, um das Bild
plastischer aussehen zu lassen.
Unser $\op{ker}\alpha$ aus dem Beweis ist die Vorderfl"ache.
\end{figure}\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=0.4\textheight]{SkriptenBilder/BildGaSi}\\[4mm]
\noindent 
Ein Schnitt durch obige Figur, der zeigen soll, wie man im Beweis  die
fortgesetzte extreme St"utze $\gamma$ in $\op{ker}\alpha$ zu
einer extremen St"utze  $\gamma'$ verwackelt. 
\end{figure}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildHLUa}\\[4mm]
\noindent 
Eine Menge von neun Punkten der affinen Ebene, eingezeichnet als 
fette Punkte,
nebst ihrer konvexen H"ulle, einem unregelm"a"sigen F"unfeck, zu dem auch der
gestrichelt eingezeichnete Rand hinzuzurechnen ist.
Man erkennt, da"s dieses F"unfeck wie in
\ref{SHr} besprochen in der Tat genau der Schnitt derjenigen \glqq abgeschlossenen
Halbebenen\grqq\  ist, die unsere neun Punkte umfassen und deren 
\glqq begrenzende Hyperebene\grqq, in unserem Fall jeweils eine der gestrichelt
eingezeichneten Geraden, von ihrem Schnitt mit $T$ affin erzeugt wird.
\end{figure}
 \begin{Proposition}[\textbf{Satz von Caratheodory im Affinen}]
    Ist $E\supset T$ ein affiner Raum
 "uber einem\index{Caratheodory, Satz von!im Affinen}
    angeordneten K"orper $k$ mit einer ausgezeichneten Teilmenge, so liegt jeder Punkt aus der
konvexen H"ulle von $T$ bereits in der konvexen H"ulle einer\label{CaTh} 
endlichen affin unabh"angigen Teilmenge von $T$.
  \end{Proposition}
 \begin{proof}
   Jeder Punkt $p\in \op{konv}(T)$ der konvexen H"ulle von $T$ l"a"st sich schreiben als Schwerpunkt einer nichtleeren endlichen Teilmenge
   $p_0,\ldots,p_n$ mit positiven Gewichten $\lambda_0,\ldots,\lambda_n$
   und $\lambda_0+\ldots+\lambda_n=1$. Sind unsere Punkte affin abh"angig,
   so geh"ort diese L"osung sogar zu einer ganzen affinen Gerade von L"osungen  $(\lambda_0,\ldots,\lambda_n)\in k^{n+1}$, also von Tupeln mit der
   Summe Eins und mit $$p=\op{Bar}((p_i,\lambda_i))$$
   Die Stelle, an der unsere affine Gerade den positiven Quadranten $(k_{>0})^{n+1}$
   verl"a"st, ist dann eine Darstellung von $p$ als Schwerpunkt einer
   kleineren endlichen Teilmenge
   mit positiven Gewichten. 
  \end{proof}
\begin{Bild} 
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildCara}\\[4mm]
\noindent 
Illustration zum Satz von Caratheodory.
Die konvexe H"ulle der sieben fetten Punkte $T$ ist das schraffierte
Siebeneck, und jeder Punkt aus diesem Siebeneck
liegt in der Tat auf einem Dreieck, dessen drei Ecken 
Ecken unseres Siebenecks sind. 
\end{Bild}


\begin{Korollar}[\textbf{Hauptsatz "uber affine Ungleichungen}]
Ist $T$ ein endliches Erzeugendensystem eines affinen Raums $E$ "uber einem
angeordneten K"orper $k$, so gilt f"ur jedes $p \in E$ genau eine der
beiden folgenden Aussagen:\label{HLUa}
\begin{enumerate}
\item
Der Punkt $p$ liegt in der konvexen H"ulle von $T$;
\item
Es gibt eine affine Abbildung $\alpha : E \rightarrow k$ mit $\alpha
(e) \geq 0 \; \forall e \in T$ und $\alpha (p) < 0$ und der Eigenschaft,
da"s die Nullstellenmenge von $\alpha$ von ihrem Schnitt mit $T$
erzeugt wird.
\end{enumerate}
\end{Korollar}
\begin{Bemerkungl}\label{SHr}
Ist also $E$ ein affiner Raum "uber einem angeordneten K"orper und
$T\subset E$ eine endliche Teilmenge, die unseren 
affinen Raum erzeugt, so ist
die konvexe H"ulle von $T$ anschaulich gesprochen genau der Schnitt 
aller  abgeschlossenen Halbr"aume,
die $T$ umfassen und deren  begrenzende Hyperebene   
von ihrem Schnitt mit $T$ erzeugt
wird. Diese Formulierung ist meiner Anschauung besonders gut zug"anglich.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl} Eine Teilmenge eines affinen Raums 
"uber einem angeordneten K"orper, die die konvexe H"ulle einer endlichen
Teilmenge ist, hei"st ein {\bf Polytop} oder genauer ein
{\bf konvexes Polytop}.\index{Polytop!konvexes}
 Eine Teilmenge eines affinen Raums 
"uber einem angeordneten K"orper, die man als
Schnitt einer endlichen Familie abgeschlossener
Halbr"aume schreiben kann, hei"st ein {\bf Polyeder}\label{FacPO} 
oder genauer ein {\bf konvexer Polyeder}.\index{Polyeder!konvexer}
 In einem endlichdimensionalen affinen Raum "uber einem
angeordneten K"orper ist in dieser Terminologie
nach unserem Hauptsatz "uber affine Ungleichungen
jedes Polytop ein Polyeder.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Die Terminologie, die bei Wikipedia angegeben wird, ist etwas anders. Insbesondere wird dort von Polytopen oder Polyedern nicht
  a priori die Konvexit"at gefordert.  
\end{Bemerkungl}



\begin{proof}
Wir identifizieren unseren affinen Raum mit einer 
affinen nichtlinearen Hyperebene
in einem Vektorraum. Das Korollar folgt dann unmittelbar aus 
dem Hauptsatz "uber lineare Ungleichungen \ref{HLU}.
\end{proof}


% \begin{Korollar}
% Ist $E$ eine endliche Teilmenge eines affinen Raums $W$ "uber
% einem angeordneten K"orper $k$, so sind gleichbedeutend f"ur $e\in E:$
% \begin{enumerate}
% \item 
% Der Punkt $e$ geh"ort nicht zur konvexen H"ulle von $E\setminus e$.
% \item 
% Es gibt eine affine Abbildung $\alpha:W\ra k$ mit $\alpha(e)=0$ aber
% $\alpha(e')>0$ f"ur alle  $e'\in E\setminus e$.
% \end{enumerate}
% \end{Korollar}
% \begin{proof}
% $2\RA 1$ ist klar und wir m"ussen nur $1\RA 2$ zeigen.
% Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit d"urfen wir annehmen,
% $W$ sei als ein affiner aber nichtlinearer Teilraum eingebettet in
% einen Vektorraum $V$. 
% Mit dem Hauptsatz \ref{HLU} finden wir
% zun"achst eine St"utze $\beta$ von $E\setminus e$
% mit $\beta(e)<0$. Indem wir dies $\beta$ auf $W$ einschr"anken und
% davon die Konstante $\beta(e)$ abziehen erhalten wir 
% unser $\alpha$.
% \end{proof}


 
\subsection{Endlich erzeugte Kegel*}
\begin{Definition}
Ein {\bf Kegel}\index{Kegel} 
in einem Vektorraum $V$ "uber einem angeordneten 
K"orper $k$ ist eine\label{DeKe} 
Teilmenge $C\subset V$, 
die den Ursprung enth"alt und stabil ist unter der
Multiplikation mit
nichtnegativen Skalaren. Einen konvexen Kegel nennen wir einen
{\bf Konvexkegel}.\index{Konvexkegel} 
Ein Kegel, der keine Gerade umfa"st, hei"st 
ein {\bf spitzer Kegel}.\index{Kegel!spitzer} 
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl} Auf Englisch sagt man 
  {\bf  cone}\index{cone!englisch f"ur Kegel} f"ur \glqq Kegel\grqq\   
  und 
  {\bf strongly convex cone}\index{cone!strongly convex} f"ur
  \glqq spitzer Konvexkegel\grqq.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Ein Teilmenge $C$
in einem Vektorraum $V$ "uber einem angeordneten 
K"orper $k$ ist genau dann ein
Konvexkegel, wenn sie den Ursprung enth"alt und stabil ist unter
Addition und unter der
Multiplikation mit
nichtnegativen Skalaren. 
In Formeln ausgedr"uckt kann ein Konvexkegel also 
charakterisiert werden als eine Teilmenge  $C\subset V$ mit den 
Eigenschaften $0\in C$ und $v,w\in C\RA v+w\in C$ und 
$v\in C\RA \lambda v\in C \;\forall \lambda\in k_{\geq 0}$.
\end{Bemerkungl}



 
\begin{Bemerkungl}\label{POKK}
Nat"urlich ist jeder Schnitt von Kegeln wieder ein Kegel
und jeder Schnitt von Konvexkegeln wieder ein Konvexkegel.
Der kleinste Konvexkegel, der eine gegebene Menge von Vektoren
umfa"st, hei"st der von dieser Menge 
{\bf erzeugte Konvexkegel}.\index{Konvexkegel!erzeugt von}
Er besteht genau aus allen Vektoren, die sich aus unserer Menge positiv
linear kombinieren lassen. \end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Man beachte den Unterschied zwischen dem von einer Menge erzeugten
  Kegel und dem von derselben Menge erzeugten Konvexkegel.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Gegeben eine Teilmenge $T \subset V$ eines 
Vektorraums "uber einem angeordneten K"orper
definieren wir im Dualraum $V^{\top}$
unseres Vektorraums ihre \defind{Polarenmenge} 
$T^{\circ} \subset V^{\top}$ durch die
Vorschrift
$$T^{\circ} \pdef \{ \lambda \in V^{\top} \mid 
\lambda (e) \leq 1 \quad \forall e \in T\}$$
\end{Definition}
\begin{Bild} 
\includegraphics[width=0.5\textheight]{SkriptenBilder/BildDKe}\\[4mm]
\noindent 
Ein Konvexkegel und sein dualer Kegel im Richtungsraum
$\vec P$ der Papierebene $P$, den
wir dazu vermittels eines  unter allen
Kongruenzbewegungen invarianten Skalarprodukts 
$\langle\;,\;\rangle$ durch $\op{can}:\vec P\sira\vec P^{\top}$, 
$v\mapsto\langle v,\;\rangle$
mit seinem Dualraum identifiziert haben, 
so da"s wir erhalten  $$\op{can}^{-1}(C^{\circ})=\{v\mid\langle v,c\rangle\leq 0
\;\forall c\in C\}$$
Ein Punkt der Papierebene stellt dabei denjenigen 
Richtungsvektor dar, der vom \glqq Zentrum\grqq\ unseres Bildes 
zum entsprechenden Punkt schiebt. 
\end{Bild}
\begin{Bemerkungl}
Die Polarenmenge eines Kegels $C$ ist offensichtlich 
ein Konvexkegel und kann beschrieben werden durch die Formel 
$$C^{\circ} = \{ \lambda \in V^{\top} \mid 
\lambda (c) \leq 0 \quad \forall c \in C\}$$
 Die Polarenmenge eines Kegels nennt man auch den
\defnoind{dualen Kegel}.\index{Kegel!dualer}\index{dualer Kegel}\label{duKE}  
Da"s diese Terminologie sinnvoll ist, zeigt
der folgende Satz. 
\end{Bemerkungl}



\begin{Satz}[\textbf{von Farkas "uber duale Kegel}]
Ist $C$ ein endlich erzeugter  Konvexkegel\index{Farkas, Satz von}  
in einem endlichdimensionalen Vektorraum\label{PK}
$V$ "uber einem angeordneten K"orper, 
so ist auch seine Polarenmenge $C^{\circ}\subset V^{\top}$
ein endlich erzeugter  Konvexkegel und der Auswertungsisomorphismus 
$V \sira  V^{\top\top}$ induziert eine Bijektion
$$C \sira  C^{\circ\circ}$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Ein Konvexkegel in einem Vektorraum "uber einem angeordneten
  K"orper hei"st ein
{\bf polyedrischer Konvexkegel},\index{Konvexkegel!polyedrischer} 
wenn er ein \hyperref[]{Polyeder} ist, wenn er also als Schnitt endlich vieler abgeschlossener
Halbr"aume geschrieben werden kann. In einem endlichdimensionalen
Vektorraum "uber einem angeordneten
  K"orper sind nach dem Satz von Farkas 
die endlich erzeugten Konvexkegel genau die\label{polyKK}  
polyedrischen Konvexkegel.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Wir identifizieren im folgenden  $V^{\top\top}$ 
und $V$ vermittels des Auswertungsisomorphismus.
F"ur jede Teilmenge $T \subset V$ gilt $T \subset T^{\circ\circ}$
und f"ur einen endlich  erzeugten Konvexkegel $C$ haben 
wir nach dem Hauptsatz "uber lineare Ungleichungen 
\ref{HLU} auch $C \supset C^{\circ\circ}$,
mithin $C = C^{\circ\circ}$.
Es bleibt nur zu zeigen, da"s auch $C^{\circ}$ ein endlich  erzeugter 
Konvexkegel ist.
Wir zeigen dazu erst einmal, 
da"s wir endlich viele Gleichungen 
$\lambda_{1}, \ldots, \lambda_{r} \in V^{\top}$
finden k"onnen mit
$$C = \{ v \in V \mid \lambda_{i} (v) \geq 0 \quad \forall i\}$$
Sei in der Tat $T \subset C$ ein endliches Erzeugendensystem 
unseres Konvexkegels $C$.
Erzeugt $T$ schon ganz $V$ als Vektorraum, 
so folgt unsere Behauptung aus
dem Hauptsatz "uber lineare Ungleichungen  \ref{HLU},
genauer seiner allerletzten Aussage.
Andernfalls gilt es eben, geeignete Linearformen, 
$\lambda_{1}, \ldots, \lambda_{s}$ auf dem von $C$ erzeugten
Untervektorraum $W$ zu w"ahlen, diese auf $V$ fortzusetzen, 
und noch gen"ugend auf $W$ verschwindende
Linearformen hinzuzunehmen.
Die Linearformen $-\lambda_{1}, \ldots , -\lambda_{r} \in V^{\top}$ 
erzeugen nun per definitionem einen Konvexkegel $K \subset
V^{\top}$ mit $K^{\circ} = C$. Wegen 
$K = K^{\circ\circ} = C^{\circ}$ folgt, da"s 
auch $C^{\circ}$ endlich erzeugt
ist.
\end{proof}



\begin{Korollar}[\textbf{Charakterisierungen spitzer Konvexkegel}] 
F"ur einen endlich erzeugten Konvexkegel 
in einem endlichdimensionalen Vektorraum "uber einem angeordneten
K"orper sind gleichbedeutend:\label{GeK}
\begin{enumerate}
\item Unser Konvexkegel  ist spitz; 
\item Es gibt eine Linearform auf unserem
Vektorraum, die auf dem  Konvexkegel mit Ausnahme des Ursprungs
echt positiv ist;
\item Die Polarenmenge unseres Konvexkegels 
erzeugt den Dualraum unseres
Vektorraums.
\end{enumerate}
\end{Korollar}
\begin{Bemerkungl}
  Die Bedingung \glqq endlich erzeugt\grqq\ ist hier wesentlich.
  Zum Beispiel w"are die Menge aller Punkt in $\DQ^2$ echt unterhalb der
  $x$-Achse mitsamt dem Ursprung ein spitzer Konvexkegel, dessen
  Polarenmenge nicht den ganzen Dualraum erzeugt.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
F"ur einen beliebigen Kegel $C$
 umfa"st $C^{\circ}$ eine Gerade genau dann, 
wenn $C$ nicht den ganzen Raum erzeugt.
Mit \ref{PK} folgt $(1) \Leftrightarrow (3)$. 
Die Implikation $(2) \Rightarrow (1)$ ist offensichtlich.
Um schlie"slich $(3) \Rightarrow (2)$ zu zeigen w"ahlen wir 
nach \ref{PK} ein endliches Erzeugendensystem der
Polarenmenge unseres Konvexkegels und betrachten die Summe  seiner Elemente.
Verschwindet diese Summe an einem Punkt des Kegels, so 
verschwinden dort "uberhaupt alle Linearformen auf
unserem Vektorraum und damit
ist besagter Punkt der Ursprung.
\end{proof}



\nichtfinal{  \begin{Satz}[\textbf{Perron-Frobenius}]
    Sei $Q\in \op{Mat}(n;\DR)$ eine reelle quadratische
    Matrix mit nur nichtnegativen
    Eintr"agen und sei $n>0$. So besitzt $Q$  reelle Eigenwerte, 
    der gr"o"ste von diesen ist nichtnegativ und
    besitzt einen Eigenvektor, dessen Koordinaten alle positiv sind.
    (Nullmatrix?)
  \end{Satz}
  \begin{proof}
   Die Matrix
   $Q$ beschreibt einen Endomorphismus von $\DR^n$, der den
   positiven Quadranten $A\pdef \mathbb R_{\geq 0}^n$ in sich selber abbildet.
   Es gilt also in Formeln $Q(A)\subset A$. Weiter
   sind alle $Q^r(A)$ abgeschlossen, zum Beispiel, weil jeder endlich erzeugte
   Konvexkegel als Schnitt endlich vieler Halbr"aume geschrieben werden kann
   nach dem Satz von Farkas "uber duale Kegel \ref{PK}.  
   Wir betrachten nun die affine Hyperebene 
   $ H\pdef \{ (x_i)\in \DR^n \mid \sum x_i =1\} $
   und darin die absteigende Folge von Kompakta
   $H_r\pdef H\cap Q^r(A)$.  Jedes von ihnen ist die konvexe H"ulle
   der Schnitte der Geraden $Q^r\DR\op{e}_i$,
   soweit sie eben Geraden sind, mit $H$.
   Wir bilden das konvexe Kompaktum
   $$K\pdef \bigcap_{r=0}^\infty H_r$$
   %Im Fall $K=\emptyset$ gibt es ein $r$ mit $H_r=\emptyset$ und es folgt
   %$Q^r=0$. 
   Es besitzt nach \ref{ScEK} h"ochstens $n$ extreme Punkte und
   $Q$ induziert eine Bijektion $Q:\DR_{\geq 0}K\sira \DR_{\geq 0}K$ und
   eine Permutation der Halbgeraden durch die extremen Punkte. 
     Um
    das zu beweisen reicht es zu zeigen, da"s $Q$ bez"uglich irgendeiner Norm
    kontrahierend wirkt auf der linearen Hyperebene $L$, die gegeben wird durch
    die Gleichung $\sum x_i =0$.  Wir zeigen das bez"uglich der Norm $|x| =
    \sum |x_i|$.  Sei $\delta$ der kleinste Eintrag von $Q$. Schreiben wir $Q
    = \delta U +R$ f"ur $U$ die Matrix mit einer Eins in jedem Eintrag, so hat
    $R$ nur nichtnegative Eintr"age.  Damit erhalten wir f"ur $x\in L$ unschwer
    \begin{equation*}
      |Qx| = |Rx| = \sum_i \left|\sum_j R_{ij} x_j\right| 
      \leq \sum_{i,j} R_{ij} |x_j| = \lambda
      |x|
    \end{equation*}
    f"ur $\lambda = 1 -n \delta$ die Summe der Eintr"age von $R$ in einer und
    jeder Spalte.  Also ist $Q : H \ra H$ kontrahierend und hat genau einen
    Fixvektor $s,$ dessen Koordinaten alle positiv sein m"ussen.  Alle anderen
    Eigenwerte von $Q$ m"ussen auch Eigenwerte der Einschr"ankung auf die
    lineare Ebene $L$ mit der Gleichung 
$\sum x_i =0 $ sein und sind folglich im Absolutbetrag
    beschr"ankt durch unsere Kontraktionskonstante 
$\lambda=1 -n \delta$.\end{proof}}
    





\subsubsection*{"Ubungen}

\nichtfinal{Unferrtig!\begin{Ubung}
  Gegeben $n\in \DN$ und in einem endlichdimensionalen
  reellen Vektorraum eine absteigende Folge von
  Konvexkegeln $K_r$, die jeweils von $n$ Vektoren erzeugt werden,
  ist auch ihr Schnitt $K_\infty$ ein von  $n$ Vektoren erzeugter Konvexkegel.
  Hinweis: Man ziehe sich zun"achst zur"uck auf den Fall spitzer
  Konvexkegel. Dann findet man eine affine Hyperebene $H$, die\label{ScEK} 
  unsere Konvexkegel in einem sie erzeugenden Kompaktum trifft.
  Jede Umgebung von jedem  \glqq extremen Punkt\grqq\ von $K_\infty\cap H$
  mu"s extreme Punkte  von fast allen $K_r\cap H$ enthalten. Beweis fertig.
  \end{Ubung}}

  \begin{Ubung}[\textbf{Konvexe H"ulle und Baryzentrum}]
    Gegeben ein affiner Raum $E$ "uber einem angeordneten K"orper und eine
    Teilmenge $T\subset E$ ist die  konvexe H"ulle von
      $T$ genau die Menge
aller Schwerpunkte zu nichtleeren endlichen mit positiven Gewichten versehenen Teilmengen
von $T$.\label{GeiK} 
\end{Ubung}

\begin{Ubung} 
Man schreibe in Formeln und beweise: 
Ein System von endlich vielen homogenen linearen Ungleichungen
"uber einem angeordneten K"orper hat
genau dann eine nichttriviale L"osung, wenn es keine nichttriviale
lineare Abh"angigkeit mit nichtnegativen Koeffizienten zwischen
unseren Linearformen gibt.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Lineare Fortsetzung positivlinearer Abbildungen}] 
Gegeben ein Konvexkegel in einem Vektorraum "uber einem angeordneten 
K"orper $C\subset V$, der den ganzen Vektorraum erzeugt, in Formeln $V=\langle C\rangle$, l"a"st sich jede\label{FoKe}  
Abbildung $\varphi:C\ra W$ in einen weiteren Vektorraum mit
$\varphi(v+w)=\varphi(v)+\varphi(w)$ sowie 
$\varphi(\alpha v)=\alpha\varphi(v)$ f"ur alle $v,w\in C$ und 
$\alpha>0$ auf genau eine Weise zu einer linearen Abbildung 
$V\ra W$ fortsetzen. Wir nennen eine Abbildung $\varphi:C\ra W$ mit diesen
Eigenschaften {\bf positivlinear}.\index{positivlinear} 
\end{Ubung}
\begin{Ubunge}[\textbf{Duale Kegel unter K"orpererweiterung}]
  Seien $K\supset k$ ein angeordneter K"orper mit einem
Teilk"orper, den wir mit der induzierten Anordnung versehen.
Sei $V$ ein endlichdimensionaler $k$-Vektorraum, 
$C\subset V$ ein endlich erzeugter Konvexkegel, und 
$C_K\subset V_K$ der davon erzeugte Konvexkegel im zu Skalaren $K$ erweiterten
Vektorraum $V_K=V\otimes_k K$. So 
stimmt der duale Kegel zum Kegel 
$C_K$  unter der kanonischen Identifikation
$(V_K)^{\top}\sira (V^{\top})_K$ 
"uberein mit dem Erzeugnis in $(V^{\top})_K$ des dualen Kegels
$C^{\circ}\subset V^{\top}$ 
von $C$. In Formeln gilt also $$(C_K)^{\circ}=(C^{\circ})_K$$
\end{Ubunge}
\begin{Ubung}
Gegeben eine Teilmenge $T$ eines affinen Raums "uber einem angeordneten
K"orper $k$ 
bezeichne $\op{konv}(T)$ ihre konvexe 
H"ulle.\index{konv@$\op{konv}$ konvexe H"ulle} 
Ist $T$ die Standardbasis des 
$k^{n}$ und $W\subset k^{n}$ ein affiner Teilraum,
so zeige man, da"s ein Punkt $p$ extrem ist im Schnitt $W \cap \op{konv}(T)$
genau dann, wenn er f"ur mindestens eine Teilmenge $T^{\prime} \subset T$ der
einzige Punkt von $W \cap \op{konv}(T^{\prime})$ ist.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Sei $k$ ein angeordneter K"orper.
Gegeben  Kegel $C,D$ in einem  $k$-Vektorraum
 gilt f"ur die dualen Kegel
 offensichtlich $(C+D)^\circ=C^\circ\cap D^\circ$.
F"ur endlich erzeugte Konvexkegel $C,D$ in einem endlichdimensionalen 
 $k$-Vektorraum $V$ folgere man mit dem
Satz \ref{PK} "uber duale Kegel 
$$(C\cap D)^\circ=C^\circ+D^\circ$$
Gegeben endlich viele Linearformen\label{Ubdk} 
$\alpha_1,\ldots,\alpha_n\in V^\ast$ hat insbesondere
der Konvexkegel
$C\pdef\{v\mid \alpha_i(v)\geq 0\;\forall i\}$ als dualen 
Kegel $C^\circ$ den Kegel aller negativen Linearkombinationen der 
$\alpha_i$, in Formeln $$\textstyle C^\circ=\left.\left\{\sum_i x_i \alpha_i\right| x_i\leq 0\;\forall i\right\}$$
\end{Ubung}  
\begin{Bild} 
\includegraphics[height=0.7\textheight]{SkriptenBilder/BildStDu}\\[4mm]
\noindent 
Illustration zum starken Dualit"atssatz.
Die Frage des Maximums wird "ubersetzt in eine 
Frage nach dem Enthaltensein von Kegeln und 
dualisiert durch "Ubergang zu den dualen Kegeln. Der duale Kegel 
zu einem Halbraum ist dabei ein Strahl.
\end{Bild}
\begin{Ubung}[\textbf{Starker 
Dualit"atssatz\index{Dualit"atssatz!der linearen Optimierung}
 der linearen Optimierung}]
Ungleichungen zwischen Vektoren des $\mathbb R^n$ oder $\mathbb R^m$ sind im folgenden stets komponentenweise zu verstehen.
Seien $A \in \op{Mat} (n \times m; \mathbb R)$ 
und $b \in \mathbb R^n$ und $c \in \mathbb R^m$
gegeben. Man zeige, da"s 
f"ur $d \in \mathbb R$ gleichbedeutend sind:
\begin{enumerate}
\item Unser $d$ ist das Maximum der linearen
Funktion $x \mapsto c^\top x$ auf der Menge
$\{x \in \mathbb R^m \mid A x \leq b\}$;
\item Unser $d$ ist das Kleinste aller $\delta \in \mathbb R$ mit\\ 
$\{x \in \mathbb R^m \mid c^\top x \leq \delta\} 
\supset \{x \in \mathbb R^m \mid A x \leq b\}$;
\item Unser $d$ ist das Kleinste aller $\delta \in \mathbb R$ 
mit\\
$\{ (x, t) \in \mathbb R^{m+1} \mid (c^\top | - \delta) 
{ x \choose t } \leq 0\}
\supset \{(x,t) \in \mathbb R^{m+1} \mid 
{A \; -b\choose 0 \;\;-1}{ x \choose t }
\leq 0\}$;
\item Unser $d$ ist das Kleinste aller $\delta \in \mathbb R$ mit\\
$\mathbb R_{\geq 0} (-c^\top | \delta) \subset \{(y^\top |\gamma) {A \; -b\choose 0 \;\;-1}
 \mid (y,\gamma)\in \DR^{n+1}, (y,\gamma)\leq 0\}$;
\item Unser $d$ ist das Kleinste aller $\delta \in \mathbb R$, f"ur das $y \geq 0$ und $\gamma \geq 0$
existieren mit \\
$(-c^\top| \delta) = (-y^\top A | y^\top b + \gamma)$;
\item Unser $d$ ist das Minimum der 
linearen Funktion $y\mapsto y^\top b$ 
auf der Menge  $\{y\in\DR^n\mid y \geq 0\text{ und }
c^\top = y^\top A\}$.
\end{enumerate}
Beim "Ubergang zwischen 3 und 4 ben"otigt man "Ubung \ref{Ubdk},
die anderen "Uberg"ange sind elementar.
Die "Aquivalenz von 1 und 6 hei"st der {\bf starke Dualit"atssatz}.
\end{Ubung}

%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "XXLA1"
%%% End: 
