



\section{Algebraische Variet"aten}
\subsection{Einf"uhrung}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Streitgespr"ach}]
  Ich will die Theorie allgemeiner algebraischer Variet"aten 
durch einen kurzen Dialog\label{MoBB} 
motivieren.
 \begin{enumerate}
  \item[A:]
Kennst Du schon diesen super Satz von B\'ezout, nach dem zwei Polynome
in zwei Ver"anderlichen genau so viele gemeinsame 
Nullstellen haben, wie das Produkt ihrer Grade
angibt?
\item[B:] Ist doch offensichtlich Quatsch. Denk nur an zwei parallele Geraden
  in der Ebene!
\item[A:] Na ja, die schneiden sich halt im Unendlichen.
\item[B:] H"attest Du auch gleich dazusagen k"onnen,
was da noch alles mitzuz"ahlen ist!  Dann denk halt an zwei Kreise,
Nullstellenmengen von quadratischen Polynomen. Die
schneiden sich doch meist gar nicht, bestenfalls in zwei
und nie in vier Punkten.
\item[A:] Na ja, die anderen Schnittpunkte liegen eben im Komplexen.
\item[B:] Wird ja  ziemlich komplex. Eine Ausrede nach der anderen. 
Dann denk eben  an den Schnitt der Standardparabel
 mit der $x$-Achse. 
\item[A:] Der mu"s nat"urlich doppelt gez"ahlt werden!
\item[B:] Argh! Nat"urlich, selbstverst"andlich. Und was w"are, 
wenn wir schlicht zweimal dasselbe Polynom in zwei Ver"anderlichen nehmen?
\item[A:] Oups, ich verga"s, teilerfremd m"ussen die 
beiden Polynome schon sein.
Aber dann stimmt es auch wirklich!
\item[B:] Ich glaub vorerst gar nichts mehr. 
Jetzt erkl"ar mir erst mal ganz genau, 
was Du mit \glqq gemeinsamen Nullstellen im Unendlichen\grqq\ meinst
und mit welcher \glqq Vielfachheit\grqq\  eine vorgegebene gemeinsame Nullstelle denn nun gez"ahlt werden soll, 
dann sehen wir weiter.
 \end{enumerate}
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Nun, dieses \glqq ganz genaue Erkl"aren\grqq\  wird ein Weilchen dauern,
weil ich es auch wieder nicht minimalistisch machen will.
Vielmehr erkl"are ich zun"achst ganz allgemein
abstrakte algebraische Variet"aten als
spezielle $k$-geringte R"aume. Dann wird diskutiert, inwiefern f"ur $k=\bar k$ 
unsere
algebraischen Teilmengen von $k^n$ oder auch unsere naiven affinen
Variet"aten in diesem Sinne eine nat"urliche
Struktur als algebraische Variet"aten tragen, und inwiefern
dasselbe
auch f"ur die projektiven R"aume $\DP^n k$ aus \eref{PrIf}{EL} gilt. 
In diesem Rahmen schlie"slich wird  das \glqq ganz genaue Erkl"aren\grqq\ 
dann leicht von der Hand gehen, vergleiche \ref{Bezout}. 
\end{Bemerkungl}



\subsection{Geringte R"aume}\label{kGerA}
\begin{Definition}
Sei $k$ ein Kring.
Unter einer {\bf $k$-Ringalgebra}\index{Ringalgebra!"uber Kring} 
verstehen wir  ein
Paar $(R,\varphi)$ bestehend aus einem  Ring $R$
und einem 
Ringhomomorphismus $\varphi: k\ra R,$
dessen Bild im Zentrum von $R$ liegt und
der meist vom Leser erraten werden mu"s.
Von einer $k$-Teilringalgebra fordern wir,
da"s sie das Bild dieses ausgezeichneten
Ringhomomorphismus
umfassen soll.  In \eref{RAlg}{LA2} hatten wir derartige Strukturen 
im Fall eines K"orpers $k$ 
bereits kennengelernt.
\end{Definition}

\begin{Definition}\label{VKBeA}
Sei $k$ ein Kring.
Ein 
{\bf $k$-geringter 
Raum}\index{geringter Raum@$k$-geringter Raum!durch Funktionen} 
$X=(X,\cal{O})$ ist ein topologischer Raum $X$
mitsamt einer Vorschrift $\cal{O},$ die jeder offenen Teilmenge $U \co
X$ eine $k$-Teilringalgebra $\cal{O} (U) \subset \op{Ens} (U,k)$ in
der  $k$-Ringalgebra
aller
Abbildungen von $U$ nach $k$ zuordnet, deren Elemente
wir die {\bf strukturierenden Funktionen auf}\index{strukturierend!Funktion}
$U$\index{Funktion!strukturierende} 
nennen und von denen wir fordern:
\begin{quote}
  Ist $\mathcal U$ ein System offener Teilmengen von $X$ und $V \pdef
  \bigcup_{U\in \mathcal U}U$ seine
 Vereinigung, so ist eine Funktion $f: V \ra k$
  strukturierend genau dann, wenn ihre Restriktionen auf alle $U\in\mathcal U$ 
strukturierend sind.
\end{quote}
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}
Unter anderem impliziert unsere Definition, da"s
alle konstanten Funktionen strukturierend sind, da"s also
f"ur jedes $U\co X$
die konstanten
Abbildungen von $U$ nach $k$ in $\cal{O} (U)$ liegen:
Eine Teilringalgebra mu"s n"amlich nach unseren Definitionen stets das
Einselement der urspr"unglichen Ringalgebra enthalten.
 \end{Bemerkungl}
 \begin{Bemerkunge}[\textbf{Diskussion der Terminologie}] 
  Im Zusammenhang mit der Definition von \glqq Schemata\grqq\ und 
\glqq Supermannigfaltigkeiten\grqq\ wird eine noch
   allgemeinere Definition des Konzepts eines geringten Raums
   ben"otigt. Wenn wir betonen wollen, da"s wir den hier erkl"arten
   einfacheren Begriff meinen, reden wir genauer von einem {\bf durch
     Funktionen $k$-geringten Raum}.  
 In der Sprache der Garbentheorie, die ich hier noch vermeiden will, ist $\cal{O}$  eine \glqq $k$-Ringalgebren-Untergarbe der
   $k$-Ringalge\-bren-Garbe aller $k$-wertigen Funktionen auf $X$\grqq. 
\end{Bemerkunge}


\begin{Beispiel}[\textbf{Mannigfaltigkeiten als $\DR$-geringte R"aume}]
Ein typisches Beispiel sind die
\glqq Mannigfaltigkeiten\grqq,\label{BspRA}
die wir in \eref{BspM}{ML} definiert 
haben als gewisse $\DR$-geringte R"aume $X$,
bei denen wir als strukturierende Funktionen auf einer offenen Teilmenge $U\co X$
alle \glqq glatten\grqq\ Funktionen nehmen.
\end{Beispiel}

\begin{Beispiel}[\textbf{Affine Variet"aten als $k$-geringte R"aume}]
  Gegeben ein algebraisch abgeschlossener K"orper $k=\bar k$ und
  eine naive affine $k$-Variet"at $(X,\mathcal O(X))$ erhalten wir
  einen $k$-geringten Raum $(X,\mathcal O_X)$, indem wir\label{afvar}
  $X$ mit seiner Zariskitopologie versehen und
  f"ur $U\co X$ unsere regul"aren Funktionen aus \ref{lokrN} als
  strukturierende Funktionen $U\ra k$ nehmen. Die Menge dieser
  Funktionen hatten wir bereits in \ref{lokrN} mit  
  $\mathcal O_X(U)$ bezeichnet. Die so aus naiven affinen
  Variet"aten entstehenden $k$-geringten R"aume nennen wir {\bf affine Variet"aten}.\index{affin!Variet"at}\index{Variet"at!affine} Eine keineswegs triviale
  Aussage war Lemma \ref{vKLa}, nach dem in dieser Situation gilt
  $\mathcal O_X(X)=\mathcal O(X)$ und allgemeiner
  $\mathcal O_X(X_h)=\mathcal O(X_h)$ f"ur alle $h\in \mathcal O(X)$.  
\end{Beispiel}





\begin{Definition}\label{DkrRA}
  Seien $k$ ein Kring und $(X,\cal{O}_{X})$ sowie $(Y,\cal{O}_{Y})$
  zwei $k$-geringte R"aume.
Eine Abbildung $\varphi : X \ra Y$ hei"st ein \defnoind{Morphismus von
$k$-geringten R"aumen}\index{Morphismus!von
geringten R"aumen}, wenn sie stetig ist und
wenn das  Davorschalten unserer 
Abbildung strukturierende Funktionen zu strukturierenden Funktionen
macht, wenn also in Formeln
aus $U \co Y$ und $f \in \cal{O}_{Y} (U)$ folgt $f\circ
\varphi \in \cal{O}_{X} (\varphi^{-1}(U))$.
Die Kategorie der $k$-geringten, genauer der durch Funktionen
$k$-geringten R"aume notieren wir\index{Gerf@$\op{Gerf}_k$ Kategorie $k$-geringter R"aume}\label{kGer} $$\op{Gerf}_k$$
\end{Definition}
\begin{Beispiel}\label{MGerA}
Die Morphismen 
$\DR$-geringter R"aume im Fall von 
Mannigfaltigkeiten sind genau alle glatten Abbildungen.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
Die Morphismen 
$k$-geringter R"aume im Fall von  affinen $k$-Varie\-t"a\-ten
sind  genau alle Morphismen von naiven affinen Variet"aten
im Sinne von \ref{nAV}. Es ist deshalb im weiteren nicht so wichtig, zwischen naiven affinen
Variet"aten im Sinne von speziellen $k$-geringten Mengen
und affinen Variet"aten im  Sinne von speziellen $k$-geringten R"aumen
zu unterscheiden.
\end{Beispiel}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Schnitt von Strukturen als $k$-geringter Raum}] 
Sind auf ein
und derselben Menge $X$
mehrere Strukturen als $k$-geringter\label{SSKGA} Raum gegeben, so
bilden wir ihren Schnitt, indem wir diejenigen Mengen 
offen nennen, die in jeder
unserer Strukturen offen sind, und diejenigen Funktion 
strukturierend, die in jeder
unserer Strukturen strukturierend sind. Dieser Schnitt ist 
dann offensichtlich auch
eine Struktur als $k$-geringter Raum auf $X.$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Vergleich von Strukturen als $k$-geringter Raum}] 
Gegeben zwei Strukturen als $k$-geringter\label{gggRA} 
Raum auf derselben Menge $X$ 
nennen wir die eine 
\defnoind{gr"o"sergleich}\index{gr"o"sergleich!Struktur als 
$k$-geringter Raum} 
als die andere genau dann,
wenn der Schnitt der beiden die andere Struktur ist. 
Salopp gesprochen sind also 
gr"o"sere Strukturen solche \glqq mit mehr offenen Mengen  
oder mehr strukturierenden Funktionen oder beidem\grqq. 
Auf diese Weise erhalten wir eine Teilordnung auf der 
Menge aller Strukturen als $k$-geringter Raum auf einer
vorgegebenen Menge $X$. 
\end{Bemerkungl}







\begin{Definition}
Eine Familie $(\varphi_{i} : X_{i} \ra Y)_{i\in I}$ von Morphismen 
$k$-geringter R\"{a}ume   hei"st
{\bf gesamthaft final}, wenn f"ur jeden weiteren $k$-geringten Raum $W$ und
jede Abbildung $\psi:Y\ra W$ gilt\label{QQHxA} $$(\psi\varphi_i \text{ Morphismus }\forall i)\RA ( \psi\text{ Morphismus})$$
\end{Definition}
\begin{Lemma}
  Gegeben  $k$-geringte  R\"{a}ume $(X_{i})_{i\in I}$,
  eine Menge  $Y$ 
 und Abbildungen $\varphi_{i}:X_{i}\ra Y$ 
 gibt es genau eine Struktur als $k$-geringter Raum auf $Y$ derart, da"s unsere Familie gesamthaft\label{EFisuA} 
 final wird. Sie hei"st die \emph{\bf finale Struktur}\index{finale Struktur}  
 zu unserer Familie.\label{FiSuA} 
\end{Lemma}
\begin{proof}
  Wir beginnen mit der Eindeutigkeit. Sind $(\mathcal T_1, \mathcal O_1)$ und $(\mathcal S_2, \mathcal O_2)$ zwei
  derartige Strukturen auf $Y$, jeweils bestehend aus einer Topologie und einer Vorgabe strukturierender Funktionen, f"ur die unsere Familie gesamthaft final wird,
  so ist  $\op{id}:(Y,\mathcal T_i, \mathcal O_i)\ra (Y,\mathcal T_j, \mathcal O_j)$ f"ur beliebige $i,j\in\{1,2\}$ ein Morphisms. Das zeigt die Eindeutigkeit. 
Nun zeigen wir noch, da"s f"ur die gr"o"ste  Struktur auf $Y$,
f"ur die alle die $\varphi_i$ Morphismen werden,
die von einer gesamthaft finalen Struktur geforderte Eigenschaft erf"ullt ist.
Diese gr"o"ste  Struktur kann ja explizit dadurch beschrieben werden, da"s
ihre Topologie die Finaltopologie 
$\mathcal T=\{V\subset Y\mid \varphi_i^{-1}(V)\co X_i\; \forall i\}$
ist und die strukturierenden  Funktionen gegeben werden durch
$$\mathcal O(V)=\{f:V\ra k\mid f\circ \varphi_i\in\mathcal O(\varphi_i^{-1}(V)) \;\forall i\}$$
Damit ist klar, da"s  diese Struktur die von einer gesamthaft finalen Struktur geforderte Eigenschaft erf"ullt.
\end{proof}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Transitivit"at gesamthaft finaler Familien}]
 Seien $e_{ij} : W_{ij} \rightarrow X_i$ und 
$f_i : X_i \rightarrow Y$ Familien von\label{TFGrgA} 
$k$-geringten R"aumen und Morphismen.
Ist die Familie der $f_i e_{ij}$
gesamthaft final, so auch die Familie der $f_i$.
Ist die Familie der  $e_{ij}$ gesamthaft final f"ur alle $i$ und  die
Familie der $f_i$ 
gesamthaft final, so ist auch  die Familie der $f_i e_{ij}$
gesamthaft final. Das alles folgt unmittelbar aus der Definition. 
\end{Bemerkungl}




 \begin{Bemerkungl}
   Ein Morphismus $f:X \ra Y$ von $k$-geringten R\"{a}umen hei"st
   {\bf final},\index{final!Morphismus!geringter R"aume} 
     wenn $Y$ die finale Struktur \ref{FiSuA} in Bezug auf die einelementige
    Familie $f$ tr"agt.  Zum Beispiel ist die Identit"at auf einem
    $k$-geringten Raum stets final.
  \end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Disjunkte Vereinigung $k$-geringter R"aume}]
Gegeben eine Familie $k$-geringter R"aume $(X_{i})$ versehen wir 
ihre disjunkte Vereinigung $\coprod X_i$ 
mit der finalen Struktur bez"uglich der Inklusionen, wenn nichts anderes 
gesagt wird. Wir erhalten so ein Koprodukt in der Kategorie $\op{Gerf}_k$.
\end{Bemerkungl}



\begin{Definition}
Eine Familie $(\varphi_{i} : X \ra Y_{i})_{i\in I}$ von Morphismen 
$k$-geringter R\"{a}ume   hei"st
{\bf gesamthaft initial}, wenn f"ur jeden weiteren $k$-geringten Raum $W$ und
jede Abbildung $\psi:W\ra X$ gilt\label{QQHxyA} $$(\varphi_i\psi \text{ Morphismus }\forall i)\RA ( \psi\text{ Morphismus})$$
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}
Ganz allgemein nennen wir einen Morphismus
$f:X \rightarrow Y$ {\bf initial},\index{initial!Morphismus}
 wenn er als einelementige Familie gesamthaft initial ist. Zum Beispiel ist die Identit"at auf einem
    $k$-geringten Raum stets initial. Ist $\psi: X\hra Y$ ein injektiver Morphismus von $k$-geringten R"aumen
und tr"agt $X$ die initiale
Struktur,\label{EinbA} 
so nennen wir $\psi$
eine {\bf Einbettung}\index{Einbettung!$k$-geringter R"aume} 
von $k$-geringten R"aumen. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}]
  In der algebraischen Geometrie ist f"ur unsere 
Einbettungen  auch die Bezeichnung
  \defnoind{Immersion}\index{Immersion!in algebraischer Geometrie}
  gebr"auchlich. In der Differentialgeometrie versteht man jedoch
  unter einer Immersion stattdessen meist wie in \eref{ImmD}{ML} einen
  nicht notwendig injektiven Morphismus mit injektivem Differential an
  jedem Punkt.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkunge}
 Ich will den Begriff der Einbettung nur verwenden im
 allgemeinen in \eref{Einbb}{TM} erkl"arten Kontext, wenn also um Morphismen
 in einer Kategorie $\mathcal C$ geht, die mit einem ausgezeichneten Funktor
 $v:\mathcal C\ra \op{Ens}$ in die Kategorie der Mengen versehen ist.
 Den Begriff einer  {\bf Immersion}\index{Immersion}
 will ich weiter fassen als Morphismus in einer Kategorie, der unter
 einem nat"urlichen Mengenfunktor zu einer Injektion wird.
 Insbesondere will ich, anders als in der Differentialgeometrie "ublich, differentialinjektive Abbildungen
 glatter Mannigfaltigkeiten nur dann
 Immersionen nennen, wenn sie zus"atzlich auch noch injektiv sind.
\end{Bemerkunge}



\begin{Bemerkungl}
 Besonders oft werden uns 
\defnoind{offene 
Einbettungen}\index{Einbettung!offene, geringter R"aume} 
und
\defnoind{abgeschlossene 
Einbettungen}\index{abgeschlossen!Einbettung geringter R"aume} begegnen, 
bei denen zus"atzlich gefordert 
wird,\index{Einbettung!abgeschlossene, geringter R"aume} 
da"s sie als Abbildungen topologischer R"aume offen beziehungsweise abgeschlossen sind,
oder gleichbedeutend, da"s ihr Bild  offen beziehungsweise
abgeschlossen ist.  
\end{Bemerkungl}


\begin{Lemma}
  Gegeben  $k$-geringte  R\"{a}ume $(Y_{i})_{i\in I}$,
   eine Menge $X$ 
 und Abbildungen $\varphi_{i}:X\ra Y_{i}$ 
 gibt es genau eine Struktur als $k$-geringter Raum auf $X$ derart, da"s unsere Familie gesamthaft\label{IsuA} 
 initial wird. Sie hei"st die \emph{\bf initiale Struktur}\index{initiale  Struktur}  
 zu unserer Familie.\label{UEIIA}
\end{Lemma}
\begin{proof}
  Die Eindeutigkeit zeigt man wie im Fall gesamthaft finaler Strukturen in
  \ref{FiSuA}. F"ur den Nachweis der die Existenz zeigen wir genauer, 
da"s die kleinste Struktur $\mathcal I$ eines $k$-geringten Raums auf $X$,
f"ur die alle unsere $\varphi_{i}$ Morphismen werden, die geforderte
universelle Eigenschaft hat. Ist in der Tat $\psi:W\ra X$ eine Abbildung
mit der Eigenschaft, da"s alle $\varphi_i\psi$ Morphismen sind,
so mu"s ja die finale Struktur $\mathcal T$  auf $X$ in Bezug auf $\psi$
gr"o"sergleich unserer kleinsten Struktur $\mathcal I$ sein. Das zeigt, da"s $\psi$ auch in Bezug
auf $\mathcal I$ ein Morphismus ist. 
\end{proof}


\begin{Bemerkungl}\label{ExBA}
Ist $X\subset Y$ eine Teilmenge eines $k$-geringten Raums, 
so nennen wir die initiale Struktur \ref{IsuA} zur einelementigen Familie
bestehend einzig und allein aus der Inklusion $X\hra Y$  
die {\bf induzierte
Struktur}\index{induzierte Struktur!eines geringten Raums}  
eines $k$-geringten Raums auf $X$  
und  notieren sie 
$(X,\cal{O}_Y|_X)$.\index{O@$\cal{O}\hspace{-2pt}\mid_X$ induzierte Struktur} 
Explizit kann man die induzierte Struktur beschreiben wie folgt:
Als Topologie auf $X$ erh"alt man die von $Y$ induzierte Topologie,
und eine Funktion $g$ auf $U \co X$  ist strukturierend  genau dann,
wenn es f"ur alle $x \in U$ eine offene Umgebung $V \co Y$ von $x$
in $Y$ gibt und eine Funktion $f \in \cal{O}_Y (V)$ mit $g|_{U\cap V} =
f|_{U\cap V}$. 
\end{Bemerkungl}
 
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Transitivit"at gesamthaft initialer Familien}]
 Seien $\varphi_i : X \rightarrow Y_i$ und 
$\psi_{ji} : Y_i \rightarrow Z_{ji}$ Familien von\label{TFGitA} 
$k$-geringten  R"aumen und Morphismen.
Sind die $\varphi_i$ gesamthaft  initial und sind f"ur jedes $i$ die 
$\psi_{ji}$ gesamthaft  initial,  so
ist auch die Familie der  $\psi_{ji}\varphi_i $ gesamthaft initial.
Ist andererseits  die Familie der  $\psi_{ji}\varphi_i $ gesamthaft initial, so
auch die Familie der $\varphi_i$. All das folgt direkt
aus den Definitionen. 
\end{Bemerkungl}
 \begin{Bemerkungl}
Bemerkung \ref{TFGitA} besagt unter anderem,
da"s die Verkn"upfung von zwei initialen Morphismen stets initial ist,
und da"s  Verkn\"{u}pfung $\psi\varphi$ von zwei Morphismen 
nur dann initial sein kann, wenn $\varphi$  initial ist. Insbesondere ist 
jeder Morphismus initial, zu dem es einen  
linksinversen Morphismus gibt.\label{lsSA} 
Weiter ist die Verkn"upfung von zwei Einbettungen stets wieder eine
Einbettung.
  \end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkunge}
  Diese Aussagen und ihr Beweis sind ebenso wie die Aussagen zur Transitivit"at
finaler Familien 
v"ollig analog zum Beweis der entsprechenden
  Aussagen \eref{TFGi}{TM}, \eref{TFG}{TM} im Kontext topologischer R"aume.
Sie sind noch allgemeiner sinnvoll und richtig f"ur einen beliebigen treuen Funktor,\label{ZUUA} vergleiche \eref{gesi}{TM}.
\end{Bemerkunge}


\subsubsection*{"Ubungen}


\begin{Ubung}
Man folgere aus \ref{TFGrgA}: Die Verkn"upfung von zwei finalen
Morphismen\label{QQHc} 
ist stets final. Ist die Verkn\"{u}pfung $\varphi\circ \psi$ von zwei Morphismen
final, so ist  $\varphi$ final.  
     Insbesondere ist jeder Morphismus final, der ein 
    Rechtsinverses alias einen  {\bf Schnitt}
    besitzt, f"ur den es also einen Morphismus $s$ gibt mit
    $fs=\op{id}$.   
\end{Ubung}





\begin{Ubung}[\textbf{Finalit"at offener "Uberdeckungen}]
Ist $(U_i)_{i\in I}$ eine offene "Uberdeckung eines
$k$-geringten Raums $X,$ so tr"agt $X$ die finale Struktur\label{FSOBA} 
in Bezug auf die Einbettungen $U_i\hra X.$
Eine Abbildung $X\ra Y$ in einen weiteren $k$-geringten Raum ist also
genau dann ein Morphismus, wenn ihre Restriktionen auf alle
$U_i$ Morphismen sind.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}[\textbf{Finalit"at ist lokal in der Basis}]
 Ist ein Morphismus
von $k$-ge\-ring\-ten R"aumen $f:Y\ra  X$   final, so ist auch\label{SubmcA}  
  f"ur jede offene Teilmenge $U\co X$  die induzierte Abbildung
  $f^{-1}(U)\ra U$ final f"ur die induzierten Strukturen.
 Ist umgekehrt
$f: Y\ra X$ ein Morphismus von $k$-geringten R"aumen und besitzt $X$
  eine offene "Uberdeckung $\mathcal U$ derart, da"s $f:f^{-1}(U)\ra U$ f"ur
  alle $U\in \mathcal U$ final ist, so ist unser Morphismus bereits\label{lsSnA}
  selbst  final.
\end{Ubung}



\subsection{Ges"attigte geringte R"aume}

\begin{Bemerkungl}
  F"ur das Studium von Variet"aten sind besonders diejenigen
  $k$-geringten R"au\-me relevant, die wir im folgenden als
  \glqq ges"attigte $k$-geringte R"aume\grqq\ einf"uhren. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition} Sei $k$ ein K"orper.
Ein $k$-geringter Raum $X$ hei"se 
\defnoind{ges"attigt},\index{ges"attigt!$k$-geringter Raum}  wenn
f"ur $U\co X$ offen und $f: U\ra k$ regul"ar auch die Menge
$\{x\in U\mid f(x)\neq 0\}$ offen ist und $1/f$  darauf eine 
regul"are Funktion.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}] 
Der Begriff eines \glqq ges"attigten geringten Raums\grqq\ 
ist nicht gebr"auchlich. Kempf \cite{Kempf} bezeichnet solche
Strukturen als \glqq spaces with functions\grqq.\label{GFiin} %\label{GFii} 
Der Begriff ist nur sinnvoll, wenn $k$ ein K"orper ist. 
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}\label{GFii}
Offensichtlich ist ein beliebiger Schnitt ges"attigter Strukturen 
wieder ges"attigt.
Offensichtlich ist die finale Struktur zu irgendwelchen
Abbildungen von ges"attigten Strukturen in eine vorgegebene 
Menge  auch selbst
ges"attigt. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}
Eine Familie $(\varphi_{i} : X \ra Y_{i})_{i\in I}$ von Morphismen 
 $k$-geringter R"auma  hei"st\label{UEIIAg} 
{\bf gesamthaft ges"attigt initial}, wenn $X$ ges"attigt ist und wenn f"ur jeden weiteren ges"attigten $k$-geringten Raum $W$ und
jede Abbildung $\psi:W\ra X$ gilt\label{QQHxyA} $$(\varphi_i\psi \text{ Morphismus }\forall i)\RA ( \psi\text{ Morphismus})$$
\end{Definition}

\begin{Lemma}
  Gegeben eine Familie $(\varphi_{i} : X \ra Y_{i})_{i\in I}$ von Abbildungen
  einer Menge
  $k$-geringter R\"{a}ume gibt es stets genau eine Struktur als
  $k$-geringter Raum auf $X$ derart, da"s unsere Familie gesamthaft ges"attigt initial wird. Wir nennen sie die\label{IsuAg}
 \emph{\bf ges"attigte initiale
    Struktur\index{initiale Struktur!ges"attigte} auf} $X$. 
\end{Lemma}
\begin{proof}
  Die Eindeutigkeit zeigt man wie in \ref{FiSuA}.
  Um die Existenz zu zeigen, weisen wir nach, da"s die kleinste Struktur
  als ges"attigter
  $k$-geringter Raum auf $X$, f"ur die alle $\varphi_i$ Morphismen werden, die
  behauptete universelle Eigenschaft hat. Das hinwiederum folgt daraus, da"s
  die finale Struktur zu $\psi:W\ra X$ ges"attigt ist und gr"o"sergleich
  dieser kleinsten Struktur sein mu"s. 
\end{proof}


\begin{Beispiel}[\textbf{S"attigung einer geringten Menge}] 
  Sei $k$ ein K"orper. Jede $k$-geringte Menge $(X,\mathcal O(X))$
  ist f"ur die Klumpentopologie ein $k$-geringter Raum. Die
  ges"attigte initiale Struktur f"ur $\op{id}:X\ra X$ alias die 
  kleinste
  ges"attigte Struktur $(X,\mathcal O_X)$, die diese Struktur umfa"st,
  nennen wir die {\bf S"attigung}\index{S"attigung} unserer $k$-geringten Menge. Sie kann explizit beschrieben werden wie\label{saet} 
  folgt:
  \begin{enumerate}
  \item
    Abgeschlossen sind alle simultanen Nullstellenmengen
    $\mathcal Z(E)$ f"ur Mengen von Funktionen $E\subset \mathcal O(X)$;
  \item
    Die strukturierenden Funktionen $\mathcal O_X(U)$
    f"ur $U\co X$ offen in Bezug auf die im ersten Teil
    erkl"arte Topologie sind alle
    Funktionen $f:U\ra k$ mit der Eigenschaft, da"s es f"ur jeden Punkt
    $x\in U$ eine offene Umgebung $V\co U$ gibt und Funktionen
    $g,h\in\mathcal O(X)$ mit $h(y)\neq 0$ und
    $f(y)=g(y)/h(y)$ f"ur alle $y\in V$.
  \end{enumerate}
  In der Tat m"ussen offensichtlich in jeder ges"attigten Struktur,
  die die gegebene Struktur umfa"st, alle $\mathcal Z(E)$
  abgeschlossen sein und alle lokal durch Quotienten von
  Funktionen aus $\mathcal O(X)$ darstellbaren Funktionen auf offenen
  Teilmengen strukturierend. Andererseits erkennt man auch leicht,
  da"s $X$ mit der in Teil 1 angegebenen Topologie und den in Teil zwei
  angegebenen strukturierenden Funktionen auf offenen Teilmengen ein
  ges"attigter geringter Raum ist.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Affine Variet"at als S"attigung}] Gegeben eine naive affine Variet"at $X$ ist die Topologie
  auf ihrer S"attigung \ref{saet}
  unsere Zariski-Topologie aus \ref{ZaTo2} und die
  Struktur als $k$-geringter Raum die in \ref{afvar} beschriebene\label{varA}
  und die Identit"at folglich ein ges"attigt initialer Morphismus
  $$(X,\mathcal O_X)\ra (X,\mathcal O(X))$$
\end{Beispiel}



\begin{Bemerkungl}
  Die initiale Struktur zu einer Abbildung von
  einer Menge in eine ges"attigte Struktur ist
  offensichtlich stets wieder ges"attigt.\label{IStr} F"ur die initiale Struktur in Bezug auf eine Familie von
mehr als einer Abbildung gilt das jedoch im
allgemeinen nicht mehr, wie schon das Beispiel der Produktstruktur 
auf $k^2$ bald zeigen wird.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Transitivit"at gesamthaft ges"attigt  initialer Familien}]
 Seien $\varphi_i : X \rightarrow Y_i$ und 
$\psi_{ji} : Y_i \rightarrow Z_{ji}$ Familien von\label{TFGitAg} 
$k$-geringten  R"aumen und Morphismen.
Sind die $\varphi_i$ gesamthaft ges"attigt initial und sind  f"ur jedes $i$ die 
$\psi_{ji}$ gesamthaft initial oder gesamthaft ges"attigt initial,  so
ist auch die Familie der  $\psi_{ji}\varphi_i $ gesamthaft ges"attigt initial.
Ist andererseits  die Familie der  $\psi_{ji}\varphi_i $ gesamthaft ges"attigt initial, so
auch die Familie der $\varphi_i$. All das folgt direkt
aus den Definitionen. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Vergleich  induzierter Strukturen auf abgeschlossenen Teilmengen}] Gegeben $i:Y\hra X$ die Einbettung einer
  abgeschlossenen Teilmenge in eine
  naive affine Variet"at ist die Verkn"upfung $(Y,\mathcal O_Y)\ra (Y,\mathcal O(Y))\ra (X,\mathcal O(X))$  eines ges"attigt initialen Morphismus
  mit einem initialen Morphismus wieder ges"attigt initial. Aufgrund der
  universellen Eigenschaft der S"attigung faktorisiert sie "uber
  $(X,\mathcal O_X)$, folglich ist die Inklusion ein initialer\label{aVI} Morphismus 
  $$(Y,\mathcal O_Y)\ra (X,\mathcal O_X)$$
  Insbesondere ist ein $k$-geringter Raum $(X,\mathcal O_X)$ genau dann
  eine affine $k$-Variet"at, wenn er f"ur mindestens ein $n\in\DN$
  eine abgeschlossene Einbettung
  nach $(k^n,\mathcal O_{k^n})$ besitzt.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Vergleich  induzierter Strukturen auf Nichtnullstellenmengen}] Gegeben in einer
  naiven affinen Variet"at $X$  die Nichtnullstellenmenge $U$
  einer regul"aren Funktion
  betrachten wir die Verkn"upfung $(U,\mathcal O_U)\ra (U, \mathcal O(U))\ra (X,\mathcal O(X))$ und pr"ufen explizit, da"s sie ges"attigt initial ist.
  Sie faktorisiert andererseits
  aufgrund der universellen Eigenschaft der S"attigung als
  $(U,\mathcal O_U)\ra (X,\mathcal O_X)\ra (X,\mathcal O(X))$,
  folglich  ist die Inklusion ein initialer Morphismus\label{oi} 
$$(U,\mathcal O_U)\ra (X,\mathcal O_X)$$
\end{Bemerkungl}



\begin{Proposition}[\textbf{Verkleben von Punkten}]
Seien $X$ eine\index{Verkleben von Punkten!bei affinen Variet"aten}  
affine $k$-Varie\-t"at und  $\varphi: X \sra Y$ 
eine surjektive Abbildung von\label{VeKK}
$X$ auf eine Menge $Y$. Sind  alle Fasern von $\varphi$ endlich und 
fast alle Fasern einelementig, so ist
$Y$ mit seiner finalen Struktur eines $k$-geringten Raums 
auch eine affine
$k$-Variet"at.
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis]
In \ref{VeKKn} hatten wir bereits gezeigt,
da"s $Y$ mit $\mathcal O(Y)\pdef \{f:Y\ra k\mid f\circ \varphi\in\mathcal
O(X)\}$ eine naive affine Variet"at wird.
% Offensichtlich brauchen wir nur den Fall zu betrachten, 
% da"s es genau zwei Punkte
% $p, q \in X$ gibt mit $p\neq q$ aber $\varphi(p) = \varphi(q).$ 
% In $\cal{O}(X)$ hat
% der Teilring $A=\{ f\in \cal{O} (X) \mid f(p) = f(q)\}$
% dann endliche Kodimension und ist 
% nach dem Sandwich-Lemma \ref{SWN} insbesondere ringendlich
% "uber $k$.
% Nach \ref{GAQK} liefert der Homomorphismus $A\hra \cal{O}(X)$ einen
% Morphismus $\pi : X \ra \op{Max} A$ von geringten R"aumen.
%  Da"s die Faser "uber  $\pi (p) = \pi (q)$ genau aus den beiden Elementen
% $p$ und $q$ besteht und da"s alle anderen 
% Fasern einelementig sind, scheint mir offensichtlich.
% Da $\cal{O} (X)$ ganz ist "uber $\mathcal O(Y)$,
%  mu"s der zugeh"orige Morphismus von
% affinen Variet"aten
% $$\pi : X \ra \op{Max} A$$
Da $\mathcal O(Y)\hra \mathcal O(X)$ ganz ist, 
zeigen  unsere allgemeinen Erkenntnisse 
\ref{GgKH} "uber die Geometrie ganzer Ringerweiterungen, da"s
$\varphi$
abgeschlossen 
und  insbesondere \glqq topologisch final\grqq\  ist: Eine Teilmenge von $Y$
ist genau
dann offen, wenn ihr Urbild in $X$ es ist.
Um zu zeigen, da"s $\varphi$ eine finale Abbildung 
auf den zugeh"origen  $k$-geringten 
R"aumen ist, m"ussen wir noch f"ur jede offene Teilmenge $U\co Y$
zeigen, da"s eine Funktion $h:U\ra k$ genau dann regul"ar ist, wenn
$h\circ \varphi$ regul"ar ist. F"ur globale Funktionen 
ist das offensichtlich. F"ur den allgemeinen Fall reicht es, wenn wir unsere
Aussage f"ur offene Teilmengen der Gestalt $U=Y_g=\{g\neq 0\}$ zeigen,
mit $g\in \mathcal O(Y)$. 
 Offensichtlich brauchen wir nur den Fall zu betrachten, 
 da"s es genau zwei Punkte
 $p, q \in X$ gibt mit $p\neq q$ aber $\varphi(p) = \varphi(q).$ 
Nun betrachten wir die kurze exakte Sequenz
$$\mathcal O(Y)\hra \mathcal O(X)\sra k$$
mit rechter Abbildung $f\mapsto f(p)-f(q)$.
Lassen wir $g\in \mathcal O(Y)$ auf dem $k$ 
in dieser Sequenz durch Multiplikation mit seinem Wert
$g(p)=g(q)$ operieren, so   besteht sie aus Homomorphismen von 
$\mathcal O(Y)$-Moduln
und bleibt exakt bei Lokalisierung nach $g$. Das zeigt
$\mathcal O(Y)_g\sira \mathcal O(X)_g$ im Fall $g(p)=g(q)=0$ und 
$\mathcal O(Y)_g\sira \{f\in \mathcal O(X)_g\mid f(p)=f(q)\}$ 
im Fall $g(p)=g(q)\neq 0$.
Die Proposition ist bewiesen.
\end{proof}













\begin{Bemerkungl}[\textbf{Produkt ges"attigter $k$-geringter R"aume}]
Gegeben ein K"orper $k$ und ge\-s"attigte $k$-geringte R"aume $X$ und $Y$ erhalten wir offensichtlich 
ein Produkt in der Kategorie der ges"attigten $k$-geringten R"aume,
das {\bf ges"attigte Produkt}\index{ges"attigt!Produkt} 
von $X$ und $Y$,\index{Produkt!ges"attigtes}  
indem wir auf der Produktmenge $X\times Y$ die ges"attigte initiale\label{GKpr}
Struktur zu den Projektionen auf $X$ und $Y$ betrachten.
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Der $k^n$ als ges"attigtes Produkt}]
Versehen wir einen K"orper $k$ mit der kleinstm"oglichen Struktur
    $(k,\mathcal O_k)$ eines $k$-geringten Raums derart, da"s die
Identit"at $k\ra k$ eine strukturierende
Funktion auf $k$ ist, so erhalten wir\label{kngp} 
offensichtlich Klumpentopologie mit den polynomialen Funktionen als
strukturierenden Funktionen.
Nehmen wir $k=\bar k$ algebraisch abgeschlossen an, so ist 
 die  kleinste  ges"attigte Struktur
   $(k,\mathcal O_k)$ als $k$-geringter Raum auf $k$ derart, da"s die
Identit"at $k\ra k$ eine strukturierende
Funktion ist, 
offensichtlich genau unsere Struktur als affine Variet"at auf $k$, die durch S"attigung
 aus unserer Struktur als naive affine Variet"at \ref{BAVV} hervorgeht. 
Versehen wir schlie"slich $k^n$ mit der Struktur eines 
 ges"attigten  Produkts  von einigen Kopien von
 $(k,\mathcal O_k)$, so erhalten wir offensichtlich 
 genau unsere Struktur $(k^n,\mathcal O_{k^n})$ als affine Variet"at auf $k^n$, die durch S"attigung
 aus unserer Struktur als naive affine Variet"at \ref{BAVV} hervorgeht. 
\end{Bemerkungl}
 
\begin{Proposition}
Sei $k$ ein K"orper.
  Jedes ges"attigte Produkt von initialen Morphismen ges"attigter $k$-geringter
R"aume ist wieder initial.\label{PGkk}  Das ges"attigte Produkt von zwei offenen Einbettungen ist wieder eine offene Einbettung. Das ges"attigte Produkt von zwei abgeschlossenen Einbettungen ist wieder eine abgeschlossene Einbettung.\label{POAA}
\end{Proposition}
\begin{proof}
Das folgt aus der Transitivit"at ges"attigter
initialer Familien \ref{TFGitAg}.
Seien genauer $\phi:X\ra Y$ und $\psi:Z\ra W$ unsere 
initialen Morphismen. Die Definition
des Produktmorphismus $\phi\times\psi$ liefert
$\op{pr}_Y\circ (\phi\times\psi)=\phi\circ\op{pr}_X$
und $\op{pr}_W\circ (\phi\times\psi)=\psi\circ\op{pr}_Z$.
Die Definition des ges"attigten Produkts $X\times Z$ liefert, da"s
die Projektionen $\op{pr}_X,$ $\op{pr}_Z$ daf"ur eine ges"attigt
initiale Familie bilden.  Die Transitivit"at ges"attigter
initialer Familien \ref{TFGitAg} zeigt dann, da"s auch 
  $\phi\circ\op{pr}_X$, $\psi\circ\op{pr}_Z$ 
alias $\op{pr}_Y\circ (\phi\times\psi)$, $\op{pr}_W\circ (\phi\times\psi)$
daf"ur eine ges"attigt
initiale Familie bilden. Die zweite Aussage in \ref{TFGitAg}
impliziert dann weiter, da"s auch 
   $ \phi\times\psi$
ges"attigt initial und, da diese Abbildung in einem ges"attigten Raum landet,
nach 
\ref{IStr} auch unges"attigt initial ist. Da"s das Produkt offener beziehungsweise abeschlossener Teilmengen wieder offen beziehungsweise abgeschlossen ist, gilt bereits f"ur die
Produkttopologie. 
\end{proof}

\begin{Korollar}
  Das  in der Kategorie der  ges"attigten $k$-geringten
    R"aume gebildete\label{pafV}  
 Produkt von affinen Variet"aten ist stets wieder eine affine Variet"at.
\end{Korollar}
\begin{proof}
  Das Produkt in der Kategorie der ges"attigten $k$-geringten R"aume macht
  nach \ref{PGkk} aus je zwei ageschlossenen Einbettungen eine
  abgeschlossene Einbettung und macht nach \ref{kngp} aus $k^n$ und $k^m$
  den $k^{n+m}$. Da nach \ref{aVI} affine Variet"aten gerade solche
  $k$-geringten R"aume sind, die eine abgeschlossene Einbettung in einen
  $k^n$ besitzen, folgt das Korollar.
\end{proof}


\begin{Satz}[\textbf{Morphismen in affine Variet"aten}]
 Gegeben eine affine $k$-Variet"at  $Y$\label{VTt}  
liefert der "Ubergang zu den globalen regul"aren Funktionen 
f"ur jeden ges"attigten $k$-geringten Raum $X$\label{MK}  
 eine Bijektion\label{MAV} 
 $$\op{Gerf}_k(X,Y)\sira \op{Kring}^k(\cal{O}_Y(Y),\cal{O}_X(X))$$
\end{Satz}
\begin{proof}
  Wir beginnen mit dem Fall $Y=k^n$. 
Es bezeichne $T_j:k^n\ra k$  die $j$-te Koordinate.
F"ur jeden ges"attigten $k$-geringten Raum
 $(X,\mathcal O_X)$ liefert das
Zur"uckholen von Funktionen aufgrund 
der  universellen Eigenschaft der Produktstruktur auf $k^n$ eine Bijektion
$
\op{Gerf}_k(X,k^n)\sira\cal{O}_X(X)^n, $ $
\varphi\mapsto(T_j\circ \varphi)_{j=1}^{n}
$. Ist allgemeiner $Y$ affin, so d"urfen wir $Y\As k^n$ annehmen.
Dann sind beide Seiten in nat"urlicher Bijektion zu
$$\{ (\varphi_{1}, \ldots, \varphi_{n}) \in \cal{O}_X(X)^{n} \mid
f(\varphi_{1}, \ldots, \varphi_{n})=0 \quad \forall f \in
{\mathcal I}(Y)\}$$
wegen der Definition des Verschwindungsideals ${\mathcal I} (Y)$
und der universellen Eigenschaft der induzierten Struktur
 und wegen der universellen Eigenschaft des
Quotienten $k[T_{1}, \ldots, T_{n}] / {\mathcal I}(Y) \cong \cal{O}_Y(Y)$.
\end{proof}








\subsection{Algebraische Variet"aten}
\begin{Bemerkungl}
  $(k=\bar k)$.  Ich erinnere daran, da"s wir in  \ref{afvar}
  eine {\bf affine $k$-Variet"at} erkl"art
  hatten als einen $k$-geringten Raum, der eine abgeschlossene Einbettung
  in einen $k^n$ besitzt. Eine {\bf Einbettung von $k$-geringten R"aumen} hatten
  wir in \ref{EinbA} erkl"art als eine initiale Injektion. Eine abgeschlossene Einbettung
  hatten wir erkl"art als eine Einbettung mit abgeschlossenem Bild. Den 
  $k^n$ verstehen  wir dabei
  mit der "ublichen Struktur als $k$-geringter Raum,
  die wir am einfachsten als die von den Polynomfunktionen
  erzeugte Struktur
  als ges"attigter $k$-geringter Raum
  beschreiben k"onnen.   
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition} Sei $k=\bar k$ ein algebraisch abgeschlossener K"orper.
\begin{enumerate}
\item
Eine {\bf $k$-Pr"avariet"at}\index{Pr"avariet"at} ist ein
ges"attigter $k$-geringter Raum $(X,\cal{O}_X),$ der eine endliche "Uberdeckung besitzt durch
offene Teilmengen $U$ derart, da"s   alle $(U,\cal{O}_X|_U)$ affine
$k$-Variet"aten sind. Die Elemente von $\mathcal O_X(V)$ f"ur $V\co X$ 
nennen wir in diesem Kontext die {\bf regul"aren Funktionen auf $V$};\index{regul"ar!Funktion!auf Pr"avariet"at}\index{Funktion!regul"are!auf Pr"avariet"at}
\item
  Eine {\bf $k$-Variet"at}\index{Variet"at} ist eine $k$-Pr"avariet"at $X$ mit
  der zus"atzlichen Eigenschaft, da"s f"ur das Produkt $X\times X$ in der
  Kategorie der ges"attigten $k$-geringten R"aume die Diagonale eine abgeschlossene Teilmenge $\Delta(X)\As X\times X$ ist;
\item
Ein Morphismus von  Pr"avariet"a\-ten oder Variet"aten ist 
ein Morphismus von geringten R"aumen. Wir erhalten so die
Kategorien $$\op{Var}_k\subset \op{p\!Var}_k$$ der Variet"aten
beziehungsweise
Pr"avariet"aten
"uber $k$.\index{pVar@$\op{pVar}_k$ Pr"avariet"aten "uber $k$}
\index{Var@$\op{pVar}_k$ Pr"avariet"aten "uber $k$}
\end{enumerate}\label{DeVah}
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{R"uckw"artskompatibilit"at der Terminologie}] 
  Jede affine Variet"at ist offensichtlich eine Variet"at im Sinne der
  obigen Definition.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}] 
  Manche Quellen fordern
von ihren Variet"aten zus"atzlich noch, da"s sie irreduzibel sein
sollen. Ich schlie"se mich dieser Konvention nicht an. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}[\textbf{Eine Pr"avariet"at, die keine Variet"at ist}]
Wir betrachten die \glqq Gerade mit verdoppeltem Nullpunkt\grqq\ $X \pdef k
\amalg\{\tilde{0}\}$ mit der finalen Struktur zu den beiden\label{GBSS} 
Abbildungen $\psi: k \hookrightarrow X$ und $\tilde{\psi} : k
\hookrightarrow X,$ die gegeben werden durch $\psi (x) = \tilde{\psi}(x) = x$
f"ur $x
\neq 0$ aber $\psi (0) = 0,$ $\tilde{\psi} (0) = \tilde{0}.$
Diese Variet"at ist nicht separiert, denn die Punkte
$(0,\tilde{0})$ und $(\tilde{0},0)$ aus $X \times X$ liegen beide im
Abschlu"s der Diagonale. In der Tat ist das Urbild jeder offenen Umgebung von
$(\tilde{0},0)$ unter $(\tilde{\psi},\psi):k \ra X \times X$
eine offene Umgebung von $0\in k,$ folglich trifft jede offene
Umgebung von $(\tilde{0},0)$ die Diagonale.
\end{Beispiel}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Folgerungen aus der Separiertheit}] 
Zwei Morphismen $\phi,\psi:Y\ra X$ von einer Pr"avariet"at in eine
 Variet"at,
die auf einer  dichten Teilmenge "ubereinstimmen, sind gleich. 
In der Tat, ist 
die Diagonale in $X\times X$ abgeschlossen,\label{HEPP} 
so auch ihr Urbild  unter
dem Morphismus $(\phi,\psi):Y\ra X\times X$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Schnitte affiner offener Teilmengen in separierten Pr"avariet"aten}] 
  In einer Variet"at $X$ ist der Schnitt von je zwei offenen affinen
Teilmengen $U,V$ wieder affin. In der Tat ist $U\cap V$ isomorph zu
$(U\times V)\cap\Delta_X$ und $\Delta_X$ ist abgeschlossen in $X\times X$   
nach Annahme. Ist etwas allgemeiner 
$\varphi:V\ra X$ ein Morphismus einer
affinen Variet"at $V$ in eine  
Variet"at $X$ und ist $U\co X$ offen affin, so\label{AFMM}  
ist auch $\varphi^{-1}(U)$ affin, denn es ist isomorph zum Urbild 
der Diagonale  $\Delta_X$ unter $\varphi\times i:V\times U\ra X\times X$
f"ur $i:U\hra X$ die Inklusion.  
\end{Bemerkungl}

%\begin{Bemerkungl} Das meiste, was wir im folgenden "uber Variet"aten aussagen,
%  gilt allgemeiner auch f"ur Pr"avariet"aten. Der Unterschied wird erst
%  sp"ater relevant werden.   
%\end{Bemerkungl}
 \begin{Bemerkungl}[\textbf{Variet"aten "uber allgemeineren K"orpern}]
Wenn wir im Folgenden wie im Vorhergehenden von einer Variet"at 
 reden, so denken wir uns stets einen  algebraisch
abgeschlossenen Grundk"orper $k=\bar k$ fest gew"ahlt, "uber dem sie
definiert ist.
Analoga "uber  nicht 
algebraisch abgeschlossenen K"orpern
werden wir erst im Rahmen der allgemeinen
Theorie der Schemata behandeln und nicht als Variet"aten ansprechen. 
Der Leser sei gewarnt, da"s man eine andere 
und recht nutzlose Kategorie
erh"alt, wenn man im Fall eines nicht
algebraisch abgeschlossenen Grundk"orpers die
vohergehende Definition \ref{DeVah}  wortw"ortlich "ubernimmt.
\end{Bemerkungl}

 \begin{Bemerkungl} Nach \ref{GFii} ist ein $k$-geringter Raum,
   der eine "Uberdeckung durch offene Teilmengen besitzt, auf denen
   die induzierte Struktur ges"attigt ist, auch selbst bereits ges"attigt.
   Diese Forderung im ersten Teil unserer Definition war also "uberfl"ussig.
   Ich habe sie dennoch dazugeschrieben, um die Definition einer Variet"at
   nicht durch 
    Zwischen"uberlegungen zu stören.
 \end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Produkte von Pr"avariet"aten und von Variet"aten}]
   Das in der Kategorie der ges"attigten $k$-ge\-ring\-ten R"aume
   gebildete Produkt von zwei 
   Pr"avariet"aten ist wieder eine Pr"avariet"at.
   Das folgt unmittelbar daraus, da"s nach \ref{pafV}
   das  in der Kategorie der ges"attigten $k$-ge\-ring\-ten R"aume
   gebildete Produkt affiner Variet"aten wieder eine affine Variet"at  ist und
   da"s nach \ref{PGkk} ebendort das Produkt offener Einbettungen wieder eine
   offene Einbettung ist.\label{ProVa}  Es folgt leicht,
   da"s das in der Kategorie der ges"attigten $k$-ge\-ring\-ten R"aume
   gebildete Produkt von zwei 
   Variet"aten wieder eine Variet"at ist.
 \end{Bemerkungl}
 
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Irreduzibilit"at von Produkten}] 
  Das Produkt von zwei irreduziblen Pr"avariet"aten
  ist stets wieder
    irreduzibel.\label{PIrr}  Sei in der Tat $X \times Y= A \cup B$ Vereinigung
    von zwei abgeschlossenen Teilmengen.  Wir betrachten
 $$\begin{array}{ccc}
   X_{A} & \pdef& \{x \in X \mid \{x\} \times Y \subset A\}\\
   X_{B} &\pdef& \{x \in X \mid \{x\} \times Y \subset B\}
 \end{array}$$
 und folgern $X = X_{A} \cup X_{B}$ aus der Irreduzibilit"at von $Y$.
 Da $X$ irreduzibel ist, k"onnen wir 
 ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit $X_{A}$ dicht in $X$ 
 annehmen. F"ur alle $y\in Y$ gilt nun  $X_A\times \{y\}\subset A$ 
 und wegen $A$ abgeschlossen auch $ X\times \{y\}\subset A$. Das zeigt
 $A = X \times Y$.
\end{Bemerkungl}





\begin{Lemma}
  Jede offene und jede abgeschlossene Teilmenge einer Pr"avariet"at ist 
mit der induzierten Struktur als $k$-geringter Raum wieder
  eine Pr"avariet"at. Dasselbe gilt f"ur Variet"aten.\label{oaV} 
\end{Lemma}

\begin{proof}
  Das folgt unmittelbar aus den Erkenntnissen \ref{aVI} und \ref{oi},
  da"s in einer
  affinen Variet"at jede
  abgeschlossene Teilmenge und jede Nichtnullstellenmenge einer regul"aren Funktion wieder eine affine Variet"at ist.
Es gilt nur zu beachten, da"s jede offene Teilmenge einer
affinen Variet"at $X$ bereits eine endliche "Uberdeckungen durch
Nichtnullstellenmengen 
$X_f$ besitzt.
\end{proof}



\begin{Definition}\label{DPVa}%\label{DPVs}
Eine {\bf quasiaffine $k$-Variet"at}\index{quasiaffin!$k$-Variet"at} 
ist ein $k$-geringter Raum, der
isomorph ist zu einer offenen Teilmenge einer affinen $k$-Variet"at.
\end{Definition}



\begin{Bemerkungl}
Eine Teilmenge eines topologischen Raums, die ein Schnitt einer
offenen mit einer abgeschlossenen Menge ist, hei"st 
{\bf lokal abgeschlossen}.\index{lokal abgeschlossen!Teilmenge}
Jede lokal abgeschlossene Teilmenge einer Variet"at  
ist  mit ihrer induzierten Struktur eines $k$-geringten Raums selbst wieder
eine Variet"at. Wir nennen die
lokal abgeschlossenen Teilmengen einer Variet"at 
ihre {\bf Untervariet"aten}\index{Untervariet"at} und denken sie uns dabei
stets mit der induzierten Struktur versehen. Analoges gilt f"ur Pr"avariet"aten. 
Jede  Untervariet"at einer quasiaffinen Variet"at ist\label{UvA} 
quasiaffin.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Problematik der Bezeichnung als Untervariet"aten}]
  Unsere Untervariet"aten sind kategorische
  Unterobjekte in der Kategorie der Variet"aten,
  aber die meisten Variet"aten besitzen durchaus noch weitere, nicht zu Untervariet"aten isomorphe
  kategorische Unterobjekte alias Isomorphieklassen
  von Monomorphismen dorthin. Beispiele liefern unsere bijektiven
  Morphismen von Variet"aten aus \ref{BNIa} oder \ref{FroTA}, die keine Isomorphismen sind. 
\end{Bemerkungl}

  
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Eine quasiaffine aber nicht affine Variet"at}]
Das Komplement $k^2\backslash 0$ des Ursprungs in der 
Ebene ist keine affine Variet"at: In der Tat liefert
nach \ref{FoRF}  die Restriktion eine Bijektion
$\mathcal O(k^2)\sira \mathcal O(k^2\backslash 0)$,
auf affinen Variet"aten ist jedoch $\mathcal O$ volltreu. Mithin kann ein Morphismus von
affinen Variet"aten nur dann einen Isomorphismus auf den globalen regul"aren
Funktionen induzieren, wenn er bereits selbst ein Isomorphismus war. 
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungw}
Es gibt durchaus offene affine Teilmengen 
affiner Variet"aten, die nicht das Komplement der Nullstellenmenge einer 
regul"aren Funktion sind. Die Konstruktion eines  Beispiels
braucht jedoch mehr Theorie, als sie uns hier zur
Verf"ugung steht. Man betrachte eine
elliptische Kurve ohne ihr neutrales Element.\label{KoPE} 
Das ist eine affine Variet"at. Jeder Punkt dieser affinen Variet"at,
 der die einzige Nullstelle einer regul"aren Funktion ist, mu"s
dann von endlicher Ordnung sein. Andererseits ist das 
Komplement in einer elliptischen Kurve von zwei beliebigen
Punkten stets affin.
\end{Bemerkungw}
\begin{Bemerkungl}
Offensichtlich ist jede Pr"avariet"at  ein noetherscher topologischer Raum.
\end{Bemerkungl}


\begin{Definition}
  Unter der {\bf Dimension}\index{Dimension!einer 
  Variet"at} einer 
  Pr"avariet"at $X$ versteht man die Krulldimension des zugrundeliegenden
  topologischen Raums. Wir notieren sie $\op{kdim}X$. 
\end{Definition}

  \begin{Proposition}
    Gegeben eine irreduzible Pr"avariet"at stimmt die Dimension jeder
   nichtleeren
 offenen Teilmenge "uberein mit der Dimension der ganzen Pr"avariet"at.
  \end{Proposition}

  \begin{proof}
    In der Tat, jede echt aufsteigende endliche Kette irreduzibler Mengen
    enth"alt einen gemeinsamen Punkt und liefert durch Herunterschneiden auf
    eine affine offene Umgebung dieses Punktes eine echt aufsteigende Kette
    irreduzibler Mengen dort.  Das zeigt, da"s die Krulldimension beschr"ankt
    ist durch das Maximum der Krulldimensionen der Mengen jeder offenen
    affinen "Uberdeckung.  Jede nichtleere offene Teilmenge ist aber auch
    irreduzibel, und jeder der zu unserer "Uberdeckung geh"origen affinen
    $k$-Kringe ist folglich ein Integrit"atsbereich und damit ein
    Kettenring. Da schlie"slich je zwei nichtleere offene Teilmengen
    nichtleeren Schnitt haben, folgt die Behauptung.
  \end{proof}

  
  
  \begin{Bemerkungl}
    Eine \hyperref[aeqd]{\"aqui-eindimensionale} Variet"at hei"st eine {\bf Kurve}\index{Kurve!algebraische} oder\label{alKU}
    genauer eine {\bf algebraische Kurve}. Hier lassen wir keine Pr"avariet"aten zu. 
  \end{Bemerkungl}
%\begin{Korollar}[\textbf{Kodimension von Schnittmengen}]
%Sind 
%$Y,Z\As X$ irreduzible abgeschlossene Teilmengen
%einer irreduziblen Variet"at $X$, so 
% gilt  f"ur jede irreduzible Komponente $W$ ihres Schnitts $Y\cap Z$ die
%Absch"atzung $\op{kdim} W\geq \op{kdim} Y +\op{kdim} Z-\op{kdim} X$ alias 
%\label{KDSax}
%$$\op{cokdim} (W\subset X)\leq \op{cokdim} (Y\subset X)+\op{cokdim} (Z\subset %X)$$ 
%\end{Korollar}





% \begin{Ubunge}\label{ABFN}
% $(k=\bar k)$. 
% Seien disjunkte und abgeschlossene Teilmengen $A,B\subset k^n$ 
% gegeben sowie polynomiale Funktionen $f:A\ra k$ und $g:B\ra k.$
% Man l"ose nocheinmal "Ubung
% \ref{ABF}, nach der es eine polynomiale Funktion auf $k^n$ gibt,
% die auf $A$ mit $f$ "ubereinstimmt und auf $B$ mit $g.$
% \end{Ubunge}





\begin{Definition}
  Gegeben ein $k$-geringter Raum $(X,\mathcal O_X)$
und ein Punkt $x\in X$ erkl"aren wir den {\bf lokalen Ring} 
$$\cal O_{X,x}$$  {\bf von $X$ bei $x$}\index{Funktionskeime!regul"are}
\index{lokal!Ring bei Punkt} 
als   die Menge aller \hyperref[FKei]{Funktionskeime} in $\op{Ens}(X,k)_x$,\label{FKeis}\index{O@$\mathcal O_{X,x}$  Funktionskeime!bei $k$-geringten R"aumen}  
die von einer strukturierenden Funktion repr"asentiert werden. 
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl} [\textbf{Lokale Ringe im Fall affiner Variet"aten}]
  Im
    Fall einer affinen Variet"at $X$ stimmt der 
hier definierte Ring $\mathcal O_{X,x}$ 
offensichtlich "uberein mit dem 
in \ref{ELF} definierten Ring $\mathcal O_{X,x}$ aller 
Funktionskeime, die einen
Repr"asentanten der Gestalt $(X_g,f)$ f"ur $g\in \mathcal O(X)$ mit
$x\in X_g$ und $f\in\mathcal O(X_g)$ haben. 
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkunge}
Ist $(X,\mathcal O_X)$ eine $k$-Variet"at und liefern die Auswertungen 
an Punkten eine Bijektion $X \overset{\sim}{\rightarrow}
\op{Ring}^k (\mathcal O_X (X), k)$, so w"u"ste ich gerne, 
ob $X$ affin sein mu"s. Nimmt man zus"atzlich an,
da"s $\mathcal O_X (X)$ ringendlich ist "uber $k$ und 
$X \rightarrow \op{Max} \mathcal O_X (X)$ ein 
Hom"oomorphismus, so kann ich das wohl zeigen.
\end{Bemerkunge}
\begin{Bemerkunge}
Ist der $k$-Kring der regul"aren Funktionen auf einer
Variet"at stets wieder ringendlich "uber $k$?
Ich denke schon, kenne aber kein wirklich einfaches Argument.
\end{Bemerkunge}
\subsubsection*{"Ubungen} 



\begin{Ubung}\label{podd} 
  Jeder Punkt einer Pr"avariet"at liegt in einer dichten offenen
affinen Teilmenge.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Regul"are Funktionen auf  Nichtnullstellenmengen}]
  Gegeben eine  Pr"avariet"at $X$ 
 und $f \in \mathcal{O}_X (X)$ regul"ar\label{FsF} 
setzen wir\index{)8ba@$X_f$ Nichtnullstellen von $f$}  
$$X_f \pdef \{ x \in X \mid f(x) \neq 0\}$$
Man zeige, da"s es f"ur alle $h \in \mathcal{O}_X
(X_f)$ ein $n \gg 0$ gibt derart, da"s 
die Fortsetzung durch Null von $f^nh$ 
eine regul"are Funktion
auf ganz $X$ ist.
Man folgere, da"s die Restriktion 
 $\mathcal{O}_X(X) \ra \mathcal{O}_X(X_f)$ einen Isomorphismus
 $\mathcal{O}_X(X)_f \sira \mathcal{O}_X(X_f)$ 
zwischen der Lokalisierung von $\mathcal{O}_X(X)$ an $f$ und dem Ring der
regul"aren Funktionen auf $X_f$ 
induziert.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Affine offene Teilmengen von Pr"avariet"aten}]
Gegeben eine Pr"a\-va\-rie\-t"at $X$, offene affine Teilmengen
$U,V\co X$  und ein Punkt $x\in U\cap V$ zeige man:\label{kgA} 
Es gibt  stets  $s\in \mathcal O(U)$ und $t\in \mathcal O(V)$
 mit $ x\in U_s$ und  $ U_s=V_t$.  
In dieser Situation ist nat"urlich auch
$ U_s=V_t$ affin.
Hinweis: \ref{FsF}.
%Man findet $W\co U\cal V$ affin mit $x\in W$.
%Man findet $a\in \mathcal O(U)$ mit $U_a\subset W$ und folglich $U_a=W_a$.
%Dann kann ein $a^nb$ von $U_a=W_a$ auf $U$ ausgedehnt werden.  
%Man findet $b\in \mathcal O(V)$ mit $V_b\subset W$ und folglich $V_b=W_b$.
%Dann kann ein $b^na$ von $V_b=W_b$ auf $V$ ausgedehnt werden.
%Das sind dann $s$ und $t$.
\end{Ubung}




\begin{Ubung}\label{Veaa} 
  Man zeige, da"s f"ur jede affine Variet"at $Z$ der von
einer Verklebung $\varphi: X \sra Y$ affiner Variet"aten
im Sinne von \ref{VeKK} induzierte Morphismus $X\times Z\ra Y\times Z$
abgeschlossen, ja selbst wieder final ist. 
  Man gebe ein Beispiel an, in dem diese Verklebung kein offener 
Morphismus ist. 
\end{Ubung}



\begin{Ubung}\label{PrPr} 
 Die Projektion von einem Produkt in der Kategorie der ges"attigten
geringten R"aume auf einen der Faktoren ist stets offen.
\end{Ubung}
 


\begin{Ubunge}
  Man zeige, da"s f"ur beliebige Pr"avariet"aten $X,Y$ 
die Abbildung $f\otimes g\mapsto f\boxtimes g$  einen Isomorphismus
$$\mathcal O(X)\otimes\mathcal O(Y)\sira \mathcal O(X\times Y)$$
induziert. Hinweis: F"ur affine Variet"aten wissen wir das bereits aus 
\ref{PAf}. Als n"achstes betrachte man den Fall, da"s nur eine unserer
Pr"avariet"aten eine affine Variet"at ist,\label{PAff}  
und erinnere dazu die Exaktheit des Tensorprodukts. 
\end{Ubunge}

\begin{Ubung}\label{kNu}
 Eine auf einer  offenen Teilmenge einer irreduziblen affinen 
Variet"at definierte
regul"are Funktion $f$, die lokal als Quotient $f=g/h$ 
geschrieben werden kann, stimmt
bereits auf der der Differenz ihres Definitionsbereichs 
und der Nullstellenmenge von
$h$ mit $g/h$ "uberein.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Fixpunktmengen}] 
  Gegeben eine  Variet"at $X$ und ein\label{FPAA} 
 Morphismus 
$\varphi:X\ra X$ ist die Menge der Fixpunkte $X^{\varphi}\pdef
\{x\in X\mid \varphi(x)=x\}$ abgeschlossen. 
Die entsprechende Aussage f"ur eine Pr"avariet"at
ist falsch: Ist zum Beispiel $Y$ eine Pr"avariet"at und betrachten wir die
Vertauschung der Eintr"age 
auf $X=Y\times Y$, so ist die 
Menge der Fixpunkte nicht abgeschlossen. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{GSEV} 
  Der Graph eines Morphismus von einer 
Pr"avariet"at in eine Variet"at 
ist stets abgeschlossen. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Frobenius-Twist}]
Sei $k$ ein algebraisch abgeschlossener K"orper 
positiver Charakteristik\label{FroTV}. 
$\op{char} k =p>0$ und sei $X =(X, \cal{O})$ eine Variet"at "uber $k$.
So ist auch $X^{[1]}\pdef (X, \cal{O}^{[1]})$ mit\index{Frobenius-Twist!von Variet"at} 
$$\cal{O}^{[1]} (U) \pdef \{ f^{p}
\mid f \in \cal{O} (U) \}\quad \forall U \co X$$
eine Variet"at "uber $k$. Sie hei"st der {\bf Frobenius-Twist} unserer
urspr"unglichen Variet"at. Weiter ist 
     die Identit"at auf $X$  ein Morphismus $X \ra X^{[1]}$ von
     Variet"aten "uber $k$, der {\bf Frobenius-Morphismus},\index{Frobenius-Morphismus!von Variet"at} 
     und jeder Morphismus
     $X\ra Y$ induziert einen Morphismus
     $X^{[1]}\ra Y^{[1]}$. Schlie"slich zeige man, da"s der
     Funktor $X\mapsto X^{[1]}$ eine "Aquivalenz von Kategorien ist.
     Dasselbe gilt f"ur Pr"avariet"aten.
     Hinweis: \ref{FroTA}. Vielleicht noch nat"urlicher wird diese Konstruktion in
     der Sprache der Schemata, vergleiche  \ref{FrobTS}.
\end{Ubung}
\begin{Bemerkungw}
    Sei $k$ ein algebraisch abgeschlossener K"orper von positiver
    Charakteristik.  Eine $k$-Variet"at $X$ hei"st \defind{Frobenius-spaltend},
     wenn $\cal{O}^{[1]}$ ein direkter Summand des
    $\cal{O}^{[1]}$-Moduls $\cal{O}$ ist.
\end{Bemerkungw}



\begin{Ubung}[\textbf{Normale Variet"aten}]
  Eine Variet"at oder Pr"avariet"at
  hei"st {\bf normal},\index{normal!Variet"at} wenn
  f"ur jeden Punkt $x\in X$ der lokale Ring $\mathcal O_{X,x}$ ein ganz abgeschlossener Integrit"atsbereich ist. Man zeige, da"s eine affine Variet"at genau dann normal ist, wenn ihr\label{nVpV} 
  Ring von regul"aren Funktionen normal ist. 
  Man zeige, da"s jede normale Variet"at die disjunkte Vereinigung ihrer
  irreduziblen Komponenten ist.
 \end{Ubung}


\begin{Ubung}[\textbf{Regul"are Funktionskeime l"angs abgeschlossener Teilmengen}]
  Gegeben ein noetherscher $k$-geringter Raum $X$ mit einer
  abgeschlossenen Teilmenge  $Y\As X$ erkl"aren wir den Ring
  $$\mathcal O_{X,Y}\subset \op{Ens}(X,k)_Y$$
  aller {\bf strukturierenden Funktionskeime l"angs $Y$}
  als den Ring aller Funktionskeime
  nach \ref{Fuke} mit mindestens einer strukturierenden Funktion unter
  seinen Repr"asentanten. Im Fall einer einpunktigen Teilmenge ist das unser
  lokaler Ring $\mathcal O_{X,x}$ aus \ref{FKeis}.
  Ist $U\co X$ offen mit $U\cap Y$ dicht in $Y$,
  so induziert die Restriktion einen Isomorphismus
  $$\mathcal O_{X,Y} \sira \mathcal O_{U,Y\cap U}$$
  Gegeben $Z\As Y\As X$ 
  abgeschlossene Teilmengen derart, da"s $Z$ jede irreduzible Komponente
  von $Y$ trifft, induziert weiter das Generisieren \ref{Gen} 
 einen  Ringhomomorphismus
$$
 \mathcal O_{X,Z} \ra \mathcal O_{X,Y}$$
 auf den regul"aren Funktionskeimen.
Ist $X$ eine affine Variet"at,  so spezialisiert das
  zu den bereits in \ref{ELFn} erkl"arten regul"aren Funktionskeimen.
  F"ur eine beliebige Pr"avariet"at $X$ "ubernehmen wir diese Terminologie
  und nennen die Elemente von $\mathcal O_{X,Y}$ {\bf regul"are Funktionskeime
    l"angs $Y$} und setzen $\mathcal M(X)\pdef \mathcal O_{X,X}$
  und nennen diese \glqq dicht definierten regul"aren Funktionen\grqq\ die
  {\bf rationalen Funktionen auf $X$}.\index{rationale Funktion!auf Pr"avariet"at} In der Literatur ist in diesem Fall statt $\mathcal M(X)$ die Notation
  $k(X)$\index{)5)@$k(X)$ {\it rationale Funktionen auf} $X$}  "ublich.
 Ist $X$ eine\index{M@$\mathcal M(X)$ rationale Funktionen auf $X$}
  irreduzible $k$-Pr"avariet"at, so bilden
  die rationalen Funktionen auf $X$ einen K"orper vom Transzendenzgrad\label{TGFHn} 
  $$\op{trgr}_k\mathcal M(X)=\op{kdim}X$$
\end{Ubung}





\begin{Ubung} 
   Sei $X$ eine Pr"avariet"at. Offensichtlich stimmen je zwei 
Repr"asentanten  $(U,f_U)$ und $(V,f_V)$ 
einer rationalen Funktion $f\in\mathcal M(X)$
bereits auf $U\cap V$ "uberein.
 Jede 
  rationale Funktion hat mithin 
einen eindeutig bestimmten {\bf gr"o"sten Repr"asentanten}, der eben
auf der 
  Vereinigung der Definitionsbereiche aller  Repr"asentanten definiert ist. 
 Der Definitionsbereich des gr"o"sten Repr"asentanten
hei"st der {\bf Definitionsbereich 
 \index{Definitionsbereich!von rationaler Funktion} 
 unserer rationalen Funktion}. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Definitionsbereiche und lokale Ringe}]
  Ist $X$ eine irreduzible Pr"avariet"at, so 
liefert das Generisieren \ref{Gen} f"ur jeden Punkt $x\in X$ eine nat"urliche
Injektion $\mathcal O_{X,x}\hra \mathcal M(X)$, 
die wir von nun an in Notation und Sprache oft als Einbettung einer 
Teilmenge betrachten werden.\label{Dfff} 
Man zeige: 
Ein Punkt $x\in X$ geh"ort genau dann zum Definitionsbereich einer rationalen 
Funktion $f\in \mathcal M(X)$, wenn $f$ im lokalen Ring 
$\mathcal O_{X,x}\subset \mathcal M(X)$ liegt.
\end{Ubung}

 \begin{Bemerkungl}
  Gegeben eine Eigenschaft (E) von Morphismen
  einer Kategorie $\mathcal C$ mit endlichen Produkten hei"se
ein Morphismus $\varphi:X\ra Y$
{\bf produktfest} (E)\index{produktfest!produktfest (E), Morphismus} oder ausf"uhrlicher {\bf produktfest} (E) {\bf in $\mathcal C$},
wenn\label{prof}  
f"ur jedes weitere Objekt $Z$ auch der Morphismus
$\varphi\times\op{id}:X\times Z\ra Y\times Z$ die Eigenschaft (E) hat. Mir schien diese Terminologie  bequem,
 sie ist aber un"ublich. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Ubung}
  Ein Morphismus von Pr"avariet"aten $X\ra Y$ hei"st 
{\bf eigentlich},\index{eigentlich!Morphismus von Variet"aten} wenn er  \hyperref[prof]{produktfest} abgeschlossen ist.\label{eiMO} 
Man zeige, da"s es daf"ur ausreicht zu zeigen, da"s  f"ur jede affine Variet"at $Z$ der induzierte Morphismus
$X\times Z\ra Y\times Z$ abgeschlossen ist.
Man zeige, da"s gegeben ein
surjektiver eigentlicher Morphismus $X\sra Y$ von einer Variet"at $X$
zu einer Pr"avariet"at $Y$  auch $Y$ eine Variet"at sein mu"s. 
\end{Ubung}

\begin{Bemerkungw}
  Die vorstehende Definition eines \glqq eigentlichen\grqq\ Morphismus kann nicht wortw"ortlich auf \glqq Schemata\grqq\
  "ubertragen werden. Um in dieser Allgemeinheit einen
  n"utzlichen Begriff zu erhalten, mu"s man eigentliche Morphismen als \glqq basisfest\grqq\ abgeschlossene Morphismen erkl"aren.
\end{Bemerkungw}


  \begin{Ubung}[\textbf{Verkleben von Punkten in allgemeinen Variet"aten}]
Seien $X$ eine  $k$-Pr"avarie\-t"at und  $\varphi: X \sra Y$ 
eine surjektive Abbildung\index{Verkleben von Punkten!bei Variet"aten} 
 von\label{VeKKb}
$X$ auf eine Menge $Y$. Sind  alle Fasern von $\varphi$ endlich und 
fast alle Fasern einelementig, und liegen die Urbilder aller Punkte
mit nicht einelementiger Faser in einer gemeinsamen 
offenen affinen Teilmenge von $X$, so ist
$Y$ mit seiner finalen Struktur eines $k$-geringten Raums 
auch eine\index{Verkleben von Punkten} 
$k$-Pr"avariet"at und $\varphi$ ist eigentlich.
Hinweis: \ref{VeKK} und \ref{Veaa}.
Ist hier $X$  eine Variet"at, so  auch $Y$. Hinweis: \ref{eiMO}.
\end{Ubung}



\begin{Bemerkungl} \nichtfinal{WOHIN?}
  Seien $X,Y$ Pr"avariet"aten 
"uber $k$. \index{)4@$\dashrightarrow$ rationaler Morphismus}
Ein {\bf rationaler Morphismus} $f:X \dashrightarrow Y$
\index{rationaler Morphismus}\index{Morphismus!rationaler} 
ist eine "Aquivalenzklasse von Paaren $(U,f_U)$ mit
$U\co X$ offen dicht und $f_U:U\ra Y$ einem Morphimus,
unter der "Aquivalenzrelation der "Ubereinstimmung auf 
einer offenen dichten Teilmenge im Schnitt der
Definitionsbereiche. Ist $Y$ eine Variet"at,\label{DefBB} 
so stimmen nach \ref{HEPP} je zwei 
Repr"asentanten $(U,f_U)$ und $(V,f_V)$ 
eines rationalen Morphismus $f:X \dashrightarrow Y$
bereits auf $U\cap V$ "uberein. 
 Jeder rationale Morphismus in eine 
Variet"at hat mithin 
einen eindeutig bestimmten {\bf gr"o"sten Repr"asentanten}, 
der eben
auf der 
  Vereinigung der Definitionsbereiche aller  
Repr"asentanten definiert ist. 
 Der Definitionsbereich des gr"o"sten Repr"asentanten
hei"st der\index{Definitionsbereich!von rationalem Morphismus}
 {\bf Definitionsbereich unseres rationalen Morphismus}.
 \end{Bemerkungl}








\begin{Ubung}[\textbf{Rationale Funktionen auf Produkten}]
  Gegeben  Pr"avariet"aten $X,Y$
gibt es genau eine Einbettung $\mathcal M(X)\otimes \mathcal M(Y)
\hra \mathcal M(X\times Y)$, die f"ur beliebige offene
dichte affine Teilmengen $U\co X$ und $V\co Y$ den in \ref{PAf} 
erkl"arten 
Isomorphismus $\mathcal O(U)\otimes\mathcal O(V)\sira \mathcal O(U\times V)$
fortsetzt.\label{Daa}  
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Lokale Ringe von Produkten}]
    Gegeben bepunktete Pr"avariet"aten $(X,x)$ und $(Y,y)$
 gibt es genau einen
Ringhomomorphismus 
$\mathcal O_{X,x}\otimes
\mathcal O_{Y,y}\ra \mathcal O_{X\times Y,(x,y)}$,
der f"ur beliebige offene affine Umgebungen $U$ von $x$
und $V$ von $y$  den in \ref{PAf} 
erkl"arten 
Isomorphismus $\mathcal O(U)\otimes\mathcal O(V)\sira \mathcal O(U\times V)$
fortsetzt.\label{Dbb}  
Genauer liefert die offensichtliche Abbildung einen Isomorphismus 
$$S^{-1}(\mathcal O_{X,x}\otimes
\mathcal O_{Y,y})\sira \mathcal O_{X\times Y,(x,y)}$$
f"ur $S$ das Urbild von $k^\times$ unter  $\mathcal O_{X,x}\otimes
\mathcal O_{Y,y}\sra k\otimes k\sira k$. 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Gegeben bepunktete  irreduzible Pr"avariet"aten $(X,x)$ und $(Y,y)$ 
 kommutiert das Diagramm
$$
\begin{array}{ccc}
\mathcal O_{X,x}\otimes
\mathcal O_{Y,y}&\ra &\mathcal O_{X\times Y,(x,y)}\\
\da &&\da\\
\mathcal M(X)\otimes \mathcal M(Y)&
\ra& \mathcal M(X\times Y)
\end{array}
$$
mit den im vorhergehenden erkl"arten nat"urlichen Abbildungen. 
\end{Ubung}



 \begin{Bemerkungl}
    Im folgenden identifizieren wir im Fall einer irreduziblen Pr"avariet"at 
$Z$ alle lokalen Ringe und alle Ringe von regul"aren Funktionen auf nichtleeren
offenen Teilmengen mit ihren Bildern in $\mathcal M(Z)$.
  \end{Bemerkungl}

\begin{Lemma*}[\textbf{Lokale Ringe charakterisieren Punkte}]
   Sind $x,y$  Punkte einer irreduziblen Variet"at
$X$ und gilt\label{lrVG}   
   $\mathcal O_{X,y}\subset \mathcal O_{X,x} $ in K"orper
 der rationalen Funktionen  $\mathcal M(X)$, so folgt $x=y$. 
  \end{Lemma*}
\begin{Beispiel} Im Fall einer Pr"avariet"at ist das nicht mehr richtig.
  Im Fall einer Gerade mit verdoppeltem Ursprung etwa haben die lokalen Ringe
  am Ursprung und seinem Doppelg"anger dasselbe Bild im K"orper der
  rationalen Funktionen.
\end{Beispiel}
  \begin{proof}
    Wir zeigen das, indem wir die gegenteilige Annahme $x\neq y$ zum
    Widerspruch f"uhren.  In der Tat liefert  "Ubung
    \ref{Dbb} sofort $\mathcal O_{X\times X,(x,y)}\subset \mathcal
    O_{X\times X,(x,x)}$.  Sind $U,V\co X$ offene affine Umgebungen von $x,y$,
    so trifft $U\times V$ nach Annahme die Diagonale $\Delta$ in einer
    abgeschlossenen Teilmenge und es gibt folglich $f\in \mathcal O(U\times
    V)$ mit $f(x,y)\neq 0$ aber $f(p,p)=0$ f"ur alle $p\in U\cap V$.  Als
    rationale Funktion auf $X\times X$ ist $f$ bei $(x,y)$ und dann nach
    \ref{Dfff} notwendig auch bei $(x,x)$ definiert, da es in den
    entsprechenden lokalen Ringen liegt, und mu"s an beiden Stellen denselben
    Wert annehmen.  Nun verschwindet jedoch $f$ auf
    einer offenen dichten Teilmenge der Diagonale und mithin auf dem Schnitt
    seines Definitionsbereichs mit der Diagonale. Wir landen so beim 
Widerspruch  $0\neq
    f(x,y)=f(x,x)=0$.
  \end{proof}













\subsection{Projektive R"aume}\label{PPVV} 
\begin{Bemerkungl}Sei in diesem Abschnitt $k=\bar k$
  ein algebraisch abgeschlossener K"orper.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl} Ich erinnere aus \eref{CUe}{EL}, da"s wir  
gegeben  ein $k$-Vektorraum $W$ 
 die Menge aller Geraden  in $W$ durch den Ursprung mit
\index{P@$\Bbb{P}W$ projektiver Raum zu $W$}
\begin{displaymath}
\Bbb{P}W =\Bbb{P}_kW \pdef
 \{ V \subset W \mid V \text{ ist ein eindimensionaler 
Untervektorraum}\}
\end{displaymath}
bezeichnen  und diese Menge den 
\defnoind{projektiven Raum\index{projektiver Raum!als Menge} zu $W$} nennen. 
Die {\bf kanonische Projektion}
$\pi:W\backslash 0\sra \Bbb{P}W$, $w\mapsto \langle w\rangle$,
die jedem von Null verschiedenen Vektor sein Vektorraumerzeugnis 
zuordnet, ist eine Surjektion, deren Fasern gerade die Bahnen von $k^\times$
sind. Bis hierher gilt alles noch genauso f"ur einen beliebigen K"orper $k$.
\end{Bemerkungl}









\begin{Bemerkungl}[\textbf{Projektive R"aume als $k$-geringte R"aume}] 
Wir erkl"aren f"ur jeden endlichdimensionalen 
$k$-Vektorraum $W$  auf
dem  projektiven 
Raum\index{projektiver Raum!als algebraische Variet"at} 
$\DP W$ 
die Struktur eines $k$-geringten Raums, genauer eines durch Funktionen
$k$-geringten Raums \ref{VKBeA}. Dazu gehen wir von der nat"urlichen 
Struktur \ref{akV} auf $W$ als naive affine Variet"at aus
und machen sie 
wie in  \ref{afvar} zu einer Struktur als affine
Variet"at im Sinne spezieller $k$-geringter R"aume. 
Darin betrachten wir das Ursprungskomplement $W\backslash 0$
und versehen es mit der induzierten Struktur \ref{ExBA}. 
Schlie"slich versehen wir davon ausgehen 
$\DP W$ mit der 
finalen Struktur \ref{FiSuA} zur kanonischen Projektion 
$$\pi: W \backslash 0\sra \DP W$$  
 Damit ist eine Teilmenge  $U\subset \DP W$
per definitionem genau dann offen, wenn
ihr Urbild unter der kanonischen Projektion
eine  offene Teilmenge  $\pi^{-1}(U)\co W \backslash 0$ ist, und eine Funktion
auf  $f:\DP W\lco U\ra k$
ist regul"ar genau dann, wenn die zur"uckgezogene Funktion 
$f\circ\pi:\pi^{-1}(U)\ra k$ regul"ar ist.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Speziell schreibt man $\DP^n k\pdef\DP (k^{n+1}) $. Elemente darin notieren wir abk"urzend
$\langle x_0,\ldots, x_n\rangle\pdef\langle (x_0,\ldots, x_n)\rangle$. 
Genau dann ist per definitionem 
$U\subset \DP^n k$ offen, wenn $\pi^{-1}(U)\subset k^{n+1}
\backslash 0$ offen ist, und eine Funktion $f:U\ra k$  ist regul"ar
genau dann, wenn die zur"uckgezogene Funktion $f\circ \pi$
auf $\pi^{-1}(U)$ regul"ar ist, als da hei"st, 
lokal als Quotient von Polynomfunktionen geschrieben
werden kann. 
\end{Bemerkungl}
\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildTOP}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Illustration zum Beweis von \ref{PrPv}
\end{minipage}
\end{figure}

\begin{Satz}[\textbf{Projektive R"aume sind Variet"aten}] 
 Gegeben ein
endlichdimensionaler
$k$-Vektorraum $W$ ist der zugeh"orige projektive Raum
$\DP W$ mit seiner finalen Struktur als $k$-geringter Raum
in Bezug auf
$\pi:W\backslash 0\sra \mathbb P W$ eine  $k$-Variet"at.\label{PrPv} 
\end{Satz}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Lokale Trivialit"at der Projektion}]
  Bezeichne $\pi: W\backslash 0\sra \DP W$ die Projektion.\label{plhf} 
  Im anschlie"senden
  Beweis zeigen wir sogar, da"s jeder Punkt von $\DP W$ eine offene
  Umgebung $U\co \DP W$ besitzt, f"ur die die Projektion $\pi^{-1}(U)\ra U$ 
  einen Schnitt $\sigma:U\ra \pi^{-1}(U)$ hat derart, da"s die
  Abbildung $(\lambda,x)\mapsto \lambda\sigma(x)$
  ein Isomorphismus $k^\times\times U\sira \pi^{-1}(U)$ ist.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Wir zeigen zun"achst,
da"s f"ur jede affine Hyperebene $H\subset W$, die den Ursprung vermeidet,
die Injektion $i_H: H\hra \DP W$ gegeben durch $v\mapsto\langle v\rangle$
eine offene Einbettung ist. 
 Ist in der Tat $\vec H\subset W$ der Untervektorraum der Richtungsvektoren 
unserer affinen Hyperebene  $H$, so ist $\pi^{-1}(\pi(H))=W\backslash \vec H$
offen in $W\backslash 0$. 
Mithin hat unsere Injektion  $i_H:H\hra \DP W$ offenes Bild.
Nun betrachten wir das kommutative Diagramm
\begin{displaymath}
\xymatrix{&W\backslash \vec H\ar@{->>}[rd]^{\pi}\ar@{->>}[ld]&\\
H\ar@{->}[rr]&&i_H(H)}
\end{displaymath}
Der linke schr"age Pfeil ordne jedem Punkt den Schnittpunkt 
mit $H$ der durch ihn verlaufenden Ursprungsgeraden zu.
Er ist ein Morphismus, denn
ist in Formeln $\lambda_H:W\ra k$ die Linearform, deren Niveaufl"ache
zum Wert Eins gerade $H$ ist, so wird er  gegeben durch
die Formel $w\mapsto \lambda_H(w)^{-1}w$. 
Er ist  nach \ref{TFGrgA} sogar final, 
da er einen Schnitt besitzt, eben die
Einbettung $H\hra W\backslash \vec H$. 
Der rechte schr"age Pfeil ist final, da diese Eigenschaft 
nach \ref{SubmcA} lokal ist in der Basis. Zusammen folgt, da"s die horizontale
Bijektion ein Isomorphismus $H\sira i_H(H)$ von $k$-geringten R"aumen sein mu"s.
Damit ist $\DP W$ schon mal eine Pr"avariet"at. 
  Gegeben eine weitere affine Hyperebene $E\subset W$, 
die den Ursprung vermeidet,
  besteht das Urbild der Diagonale unter dem Produkt 
 $i_H\times i_E: H\times E\hra \DP W\times \DP W$ aus allen $(v,w)$ mit
  $\lambda_H(w)\neq 0$, $\lambda_H(w)^{-1}w=v$, $\lambda_E(v)\neq 0$ und
  $\lambda_E(v)^{-1}v=w$.  Diese Bedingungen sind jedoch gleichbedeutend zu
  den beiden Bedingungen $w=\lambda_H(w)v$ und $v=\lambda_E(v)w$, die
  offensichtlich eine abgeschlossene Teilmenge von $H\times E$ definieren. Das
  zeigt, da"s $\DP W$ eine Variet"at ist.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Die Standardkarten von $\DP^nk$}]
  Speziell zeigt der vorhergehende Beweis, 
da"s wir eine offene Einbettung $i_0:k^n\hra \DP^n k$ 
erhalten durch die Vorschrift\label{OUE}  
$ (x_1, \ldots, x_n) \mapsto
\langle 1, x_1, \ldots, x_n \rangle$. In derselben Weise erhalten wir 
offene Einbettungen  $i_\nu:k^n\hra \DP^n k$ f"ur $0\leq \nu\leq n$, deren
Bilder  $\DP^n k$ "uberdecken.  
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Projektive Vervollst"andigungen als Variet"aten}]
Gegeben ein endlichdimensionaler affiner
Raum $E$ "uber einem K"orper  $k$ erinnern wir
seine projektive Vervollst"andigung 
$\mathbb V E\pdef 
E\sqcup \DP \vec E$ aus \eref{PrVi}{EL}.
Weiter  erinnern wir,
wie wir f"ur jede Einbettung $E\hra V$ als den Ursprung vermeidende
Hyperebene in einen Vektorraum
eine
Bijektion $\mathbb V E\sira \DP V$ konstruiert hatten.
Jede dieser Bijektionen versieht $\mathbb V E$ 
im Fall $k=\bar k$ mit der Struktur einer Variet"at. Der Leser mag zur "Ubung pr"ufen, da"s diese Struktur nicht von der\label{PVVV} 
gew"ahlten Einbettung als Hyperebene abh"angt und da"s 
$E\hra \mathbb V E$ eine offene Einbettung von Variet"aten alias
$k$-geringten R"aumen ist sowie
$\DP \vec E\hra \mathbb V E$ eine abgeschlossene Einbettung.
\end{Bemerkungl}




 \begin{Proposition}[\textbf{Globale Funktionen auf projektiven R"aumen}] 
    Die einzigen globalen regul"aren Funktionen auf unseren projektiven
    R"aumen $\DP^nk$ sind die konstanten Funktionen, in Formeln
gilt f"ur alle $n\geq 0$ also\label{GFPN}  
$$\cal{O}( \DP^nk)=k$$
\end{Proposition}

\begin{proof}
Im Fall $n=0$ ist das eh klar. F"ur jedes $n$ kann $\cal{O}( \DP^nk)$
identifiziert werden mit 
der Menge aller der
regul"aren Funktionen $f$ auf $k^{n+1}\backslash 0
,$ die auf allen Ursprungsgeraden konstant sind.
Da sich aber nach \ref{FoRF} unser $f$ 
f"ur $n\geq 1$ zu einer 
regul"aren Funktion auf ganz $k^{n+1}$ fortsetzen l"a"st,
die dann nat"urlich auch auf allen Ursprungsgeraden konstant ist, 
mu"s unsere Funktion $f$ 
konstant denselben Wert annehmen  wie ihre regul"are Fortsetzung auf ganz
$k^{n+1}$ am Ursprung.  
\end{proof}
\begin{Beispiel}[\textbf{Globale Funktionen auf der projektiven Gerade}]
F"ur die projektive Gerade $\mathbb P^1k=k\sqcup \{\infty\}$ kann man das auch einsehen, indem man
  sie als Verklebung von zwei Kopien von $k$ l"angs $k^\times$ mit der
  Verklebungsidentifikation $z\mapsto z^{-1}$ versteht.
  Genauer haben wir in diesem Fall
  $i_0(k)\cap i_1(k)=i_0(k^\times)=i_1(k^\times)$ und $i_0(z)=i_1(z^{-1})$ f"ur
  alle $z\in k^\times$. Eine regul"are Funktion $f:\mathbb P^1k\ra k$
  schr"ankt unter $i_0$ ein
  zu einem Polynom $f\circ i_0 \in \mathcal O(k)$  mit der Eigenschaft,
  da"s die Funktion $f\circ i_0 \circ \op{inv}:k^\times\ra k$
  f"ur $\op{inv}:k^\times \ra k$, $z\mapsto z^{-1}$ auch die 
  Restriktion eines Polynoms ist, eben des Polynoms $f\circ i_1$. So folgt,
  da"s $f$ konstant sein mu"s.
\end{Beispiel}



\begin{Definition}
Eine 
{\bf abstrakte projektive $k$-Variet"at}\index{projektiv!Variet"at} oder kurz 
{\bf projektive Variet"at} ist ein $k$-geringter Raum, der\label{DPV} 
isomorph ist zu einer abgeschlossenen Teilmenge eines $\DP^n k$.
Eine {\bf quasiprojektive $k$-Variet"at}\index{quasiprojektiv!$k$-Variet"at} 
ist ein $k$-geringter Raum, der
isomorph ist zu einer offenen Teilmenge einer projektiven $k$-Variet"at.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Da es eine offene Einbettung
$k^n\hra \DP^n k$ gibt, ist
jede quasiaffine Variet"at auch quasiprojektiv.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Unter einer 
{\bf in $\DP^n k$ eingebetteten projektiven $k$-Variet"at}\index{Variet"at!projektive eingebettete} 
oder kurz einer {\bf eingebetteten projektiven Variet"at} verstehen wir\label{EDPV}  eine abgeschlossene Teilmenge eines $\DP^n k$. \end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion des Begriffs einer  projektiven Variet"at}] 
Ich meine in diesem Text mit einer projektiven Variet"at stets eine abstrakte projektive Variet"at. In der Literatur werden jedoch  sowohl abstrakte wie eingebettete projektive Variet"aten  oft abk"urzend als projektive Variet"aten bezeichnet. 
 Der Unterschied zwischen diesen beiden Begriffsbildungen
ist jedoch erheblich, wie Sie noch zur Gen"uge feststellen werden: 
Ein- und dieselbe abstrakte projektive Variet"at 
 kann n"amlich durchaus auf sehr verschiedene Weisen in 
vorgegebene projektive R"aume eingebettet werden.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Unter einer {\bf projektiven Kurve}\index{Kurve!projektive}
  verstehen wir eine "aqui-eindimensionale
  projektive Variet"at.  Unter einer {\bf  ebenen projektiven Kurve}\index{Kurve!ebene projektive}  verstehen wir eine projektive Kurve,
  die in eine  projektive Ebene\label{pKurve} 
  eingebettet ist. Unter einer {\bf projektiven Ebene} verstehen wir den
  $\mathbb P^2k$ oder die dazu isomorphen Variet"aten $\mathbb V(k^2)$
  oder koordinatenfrei $\mathbb V E$ f"ur einen zweidimensionalen
  affinen Raum $E$. 
\end{Bemerkungl}






\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kegelkonstruktion}] 
  Um die Topologie des $\DP^n k$  zu untersuchen,
gehen wir von der Projektion $\pi: (k^{n+1}\backslash 0)\sra \DP^n k$ aus.
Nat"urlich liefert die Abbildungsvorschrift
$W\mapsto {\op{C}}(W)\pdef \pi^{-1}(W)\sqcup\{0\}$ 
eine Bijektion\label{Keg}  
$$\begin{array}{ccc}
\left\{ \!\!\begin{array}{c}
\text{Teilmengen}\\
\text{von $\DP^nk$}
\end{array}\!\!\right\} & \sira &
\left\{ \!\!\begin{array}{c}
 \text{$k^\times$-stabile den Ursprung enthaltende}\\
\text{Teilmengen von $k^{n+1}$}
\end{array} \!\! \right\}
 \end{array}
$$
Hier hei"st ${\op{C}}(W)$ auch der {\bf Kegel
  "uber $W$} mit dem Buchstaben $\op{C}$ f"ur englisch {\bf cone}.\index{Kegel!"uber projektiver Variet"at}\index{C@${\op{C}}(W)$ Kegel "uber projektiver Variet"at} 
Genau dann ist eine Teilmenge $W\subset \DP^nk$ abgeschlossen,
wenn ihr Kegel ${\op{C}}(W)\subset k^{n+1}$ eine abgeschlossene Teilmenge 
von $k^{n+1}$ ist.
Insbesondere ist der Kegel "uber dem Abschlu"s der Abschlu"s des Kegels
${\op{C}}(\bar W)=\overline{{\op{C}}(W)}$,
denn der Abschlu"s einer $k^\times$-stabilen Teilmenge mu"s
auch selbst wieder 
 $k^\times$-stabil sein, und damit ist die kleinste $k^\times$-stabile abgeschlossene Teilmenge "uber ${\op{C}}(W)$ auch die kleinste abgeschlossene
Teilmenge "uber ${\op{C}}(W)$. 
\end{Bemerkungl}



\begin{Lemma}
  Genau dann ist eine Teilmenge $W\subset \DP^n k$ irreduzibel, 
wenn ihr Kegel ${\op{C}}(W)$ irreduzibel ist und
  nicht nur aus dem Ursprung besteht.\label{KegI} 
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl} Dies Lemma und sein Beweis gelten sogar
  allgemeiner f"ur einen beliebigen unendlichen K"orper $k$.
\end{Bemerkungl}
  \begin{proof}
    Um das einzusehen, d"urfen wir uns auf abgeschlossene Teilmengen $W\As
    \DP^n k$ beschr"anken. Ist $W=Y\cup Z$ eine  Zerlegung in echte 
    abgeschlossene Teilmengen, so auch ${\op{C}}(W)={\op{C}}(Y)\cup {\op{C}}(Z)$. Ist $W$ leer, so besteht ${\op{C}}(W)$ nur aus dem Ursprung.
    Ist also $W$
    nicht irreduzibel, so ist auch ${\op{C}}(W)$ nicht irreduzibel oder besteht nur aus dem Urspung.  Sei umgekehrt
    ${\op{C}}(W)= Y_1\cup\ldots\cup Y_r$ die Zerlegung in irreduzible
    Komponenten. Die Abbildung $k^\times\times {\op{C}}(W)\ra {\op{C}}(W)$ ist ein
    Morphismus von Variet"aten und die $k^\times\times Y_i$ sind irreduzibel
    nach \ref{PZT}. Das zeigt, da"s ihre Bilder jeweils ganz in einer
    irreduziblen Komponente von ${\op{C}}(W)$ landen m"ussen, und man sieht leicht,
    da"s daf"ur nur die Komponente $Y_i$ in Frage kommt. Also sind alle
    Komponenten $Y_i$ von ${\op{C}}(W)$ auch $k^\times$-stabil. Besteht also
    ${\op{C}}(W)$ nur aus dem Urspung oder ist nicht irreduzibel,
    so ist  $W$ auch nicht
    irreduzibel.
  \end{proof}

 



\begin{Satz}[\textbf{Erzwungene Schnitte in projektiven R"aumen}]
Sind 
$X,Y\As \mathbb P^nk$  nichtleere abgeschlossene Teilmengen
und ist die Summe ihrer Dimensionen mindestens  $n$,
so haben sie nichtleeren Schnitt,
 in Formeln \label{SPVVB}
$$\op{kdim} X+ \op{kdim} Y\geq n\;\;\RA \;\; 
X\cap Y\neq\emptyset$$
\end{Satz}

\begin{proof}
  Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit d"urfen wir $X$ und $Y$ irreduzibel annehmen.
Durch "Ubergang zu den Kegeln erhalten wir nach "Ubung \ref{irst}
irreduzible abgeschlossene Teilmengen
${\op{C}}(X), {\op{C}}(Y)\subset k^{n+1}$ von jeweils um Eins gr"o"serer Dimension.
Da  der Ursprung in ihrem Schnitt liegt, gilt ${\op{C}}(X)\cap {\op{C}}(Y)\neq \emptyset$.
Nach \ref{KDSa}  hat aber nun jede Komponente des Schnitts dieser Kegel
mindestens die Dimension Eins und mu"s folglich auch Punkte au"serhalb des
Ursprungs und mithin eine ganze Gerade durch den Ursprung enthalten.
Das  zeigt hinwiederum $X\cap Y\neq\emptyset$.
\end{proof}

\begin{Satz}[\textbf{Kodimension von Schnittmengen}]
Gegeben
 irreduzible abgeschlossene Teilmengen\label{KDSax} $X,Y\As \mathbb P^nk$ 
gilt  f"ur jede irreduzible Komponente $Z$ ihres Schnitts $X\cap Y$ die
Absch"atzung $$(n-{\op{kdim}} Z)\leq (n-{\op{kdim}} X) +
(n-{\op{kdim}} Y)$$
\end{Satz}
\begin{proof}
Das folgt unmittelbar aus der entsprechenden Aussage \ref{KDSa} f"ur
affine Variet"aten.
\end{proof}

%\begin{proof}
%  Hat unsere projektive Variet"at mindestens die Dimension Zwei
%und nimmt eine regul"are Funktion darauf zwei verschiedene Werte an,
%so sind die entsprechenden Niveaumengen nichtleere 
%abgeschlossene Teilmengen, deren s"amtliche irreduzible Komponenten
%die
% Kodimension Eins haben und die 
%nach \ref{SPVVB} folglich paarweise nichtleeren Schnitt haben
% m"ussen, Widerspruch.
%Hat unsere projektive Variet"at $X\As \DP^n k$  die Dimension Eins,
%so greifen wir etwas voraus und 
%beachten, da"s ihr Produkt mit der 
%projektiven Gerade $\DP^1$ nach
%\ref{Segre} auch eine projektive Variet"at und nach \ref{PIrr}
%auch wieder irreduzibel ist. Damit 
%haben wir dann wieder
%gewonnen.
%\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen}

\begin{Ubung}
  Man zeige, da"s es keinen Morphismus
von Variet"aten $\mathbb P^1 k \rightarrow \mathbb P^1 k$ ohne Fixpunkt gibt.
Salopp gesprochen ist es also nicht m"oglich, 
\glqq in algebraischer Weise jeder Ursprungsgerade in
$k^2$ ein Komplement zuzuordnen\grqq. In stetiger Weise gelingt das etwa im
Komplexen
durchaus: Es reicht, ein Skalarprodukt auszuzeichnen und jeder Gerade
ihr orthogonales Komplement zuzuordnen. 
\end{Ubung}

  \begin{Ubunge}
    Gegeben ein endlichdimensionaler $k$-Vektorraum $V$ und seine $d$-te
    symmetrische Potenz ${\op{S}}^d V$ induziert der Morphismus  von Variet"aten
$ V \rightarrow {\op{S}}^d V
    ,$ $v \mapsto v^d $ einen Morphismus von Variet"aten
$$
  \begin{array}{ccc}
    \mathbb P V &\hookrightarrow &\mathbb P ({\op{S}}^d V)\\
    \langle v \rangle &\mapsto& \langle v^d \rangle
  \end{array}
$$
Man zeige, da"s dieser Morphismus f"ur $d \geq 1$ eine Einbettung ist.  Sie
hei"st die {\bf $d$-te} \defind{Veronese-Einbettung} unseres projektiven Raums
$\mathbb P V$.
\end{Ubunge}

\begin{Ubung}[\textbf{Automorphismen der projektiven Gerade}]$(k=\bar k)$. 
Man zeige, da"s jeder Isomorphismus
 $\DP^1 k\sira \DP^1 k$
von der Restriktion eines Vektor\-raum\-automorphismus von $k^2$ auf
$k^2\backslash 0$ induziert wird und da"s wir so einen
Grup\-pen\-isomorphismus\label{AutP} 
$$\op{GL}(2;k)/k^\times\sira\op{Var}^\times (\DP^1 k)$$
des besagten Quotienten mit der Automorphismengruppe der
projektiven Gerade 
erhalten. Hinweis: Man erinnere zun"achst die Automorphismen der
Gerade $k$ aus \ref{AutoV}.
\end{Ubung}

\begin{Ubung} 
Gegeben   eine nichtleere abgeschlossene
Teilmenge $W\As \DP^n k$ zeige man\label{irst}  f"ur die Dimension ihres Kegels
die Formel 
$\op{kdim}{\op{C}}(W)=\op{kdim}W+1$. Hinweis: Lokale Trivialit"at der Projektion \ref{plhf}.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}
Seien $m,n\geq 1$.
  Man zeige, da"s die von der Abbildung\label{Segre}
$k^{n}\times k^{m}\ra k^{mn}$ gegeben durch
$(x_i, y_j)\mapsto (x_iy_j)$ induzierte Abbildung
$$\DP^{n-1}k\times \DP^{m-1}k \ra \DP^{nm-1}k$$
eine abgeschlossene Einbettung 
ist. Sie hei"st die {\bf Segre-Einbettung}.\index{Segre-Einbettung}
Man folgere, da"s das Produkt von zwei projektiven Variet"aten wieder eine
projektive Variet"at ist.
Hinweis: Das Bild  in $k^{mn}$ ist die Nullstellenmenge der Gleichungen 
$z_{ij}z_{kl}=z_{il}z_{kj}$. Dann rechne man in Koordinaten \ref{OUE}. 
Alternativ mag man auch von \ref{PrUSn} ausgehen. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Man bestimme die Schnittpunkte der Abschl"usse in der projektiven
  Vervollst"andigung $\mathbb V\DC^2$ der Ebene $\DC^2$ der beiden
  konzentrischen Kreise $x^2+y^2=1$ und $x^2+y^2=2$.
  Man bestimme jeweils die Schnittmultiplizit"at \ref{SchM}. 
\end{Ubung}


\subsection{Graduierte Gruppen und Ringe}
\begin{Definition}
Eine {\bf Graduierung}\index{Graduierung!auf abelscher Gruppe} 
auf einer\index{graduiert!abelsche Gruppe|main} 
abelschen Gruppe
$V$ ist %wie in \ref{GAgrA}
eine Familie von Untergruppen\label{GAgr} $V^{r}\subset V$ f"ur $r\in \DZ$
derart, da"s gilt $V = \bigoplus_{r\in \DZ} V^{r}$. 
Die Elemente von $V^r$ hei"sen dann
{\bf homogen vom Grad $r$}. Jedes Element $v\in V$ 
l"a"st sich demnach eindeutig darstellen als
Summe $v=\sum v_r$ mit $v_r\in V^r$, wobei  fast alle
$v_r$ verschwinden. Das besagte $v_r$ hei"st dann  die
{\bf homogene Komponente von $v$ vom Grad $r$}.%Wie in \ref{xGAgrA}
\end{Definition}
\begin{Bemerkunge}
  Ist etwas allgemeiner $\Gamma$ eine Menge, so versteht man unter einer {\bf
    $\Gamma$-Graduierung} auf einer abelschen Gruppe $V$ eine Familie von
  Untergruppen $V^{\gamma}$ f"ur $\gamma\in \Gamma$ derart, da"s gilt $V =
  \bigoplus_{\gamma\in \Gamma} V^{\gamma}$. Eine Graduierung im obigen Sinne
  ist also genauer eine {\bf $\DZ$-Graduierung}.
\end{Bemerkunge}

\begin{Bemerkungl}
  Eine multilineare Abbildung $\varphi:V_1\times\ldots \times V_r\ra V$
  von graduierten abelschen Gruppen hei"st {\bf graduierungsvertr"aglich},\index{graduierungsvertr"aglich!multilineare Abbildung} wenn gilt
  $$\varphi\big(V_1^{a(1)}\times\ldots \times V_r^{a(r)}\big)\subset V^{a(1)+\ldots+a(r)}$$
  f"ur alle $a(1),\ldots,a(r)\in \DZ$. Die nulllinearen Abbildung nach $V$ sind speziell Abbildungen $\varphi:\{\ast\}\ra V$ der einelementigen Menge nach $V$
  mit $\varphi(\ast)\in V^0$ und k"onnen durch $\varphi\mapsto \varphi(*)$ mit den Elementen von $V^0$ identifiziert werden.
  Allgemeiner bleibt der
  Begriff graduierungsvertr"aglicher multilinearer Abbildungen
  sinnvoll f"ur abelsche Gruppen mit einer Graduierung durch eine
  beliebiges abelsches Monoid $\Gamma$. Im Fall eines nichtabelschen Monoids
  wird dieser Begriff abh"angig von der Reihenfolge der Eing"ange in unserer
  multilinearen Abbildung und wir verfolgen das hier nicht weiter.
\end{Bemerkungl}







\begin{Definition}
Eine \defnoind{Graduierung}\index{Graduierung!auf Ring} eines Rings 
$A$ ist\index{graduiert!Ring|main}  %wie in \ref{GARiA}
eine Graduierung der additiven Gruppe $A$\label{GARi}  
derart, da"s gilt $A^{ r}A^{ s} \subset A^{ r+s}$ f"ur alle $r,s$ und $1\in A^0$.
Ein {\bf graduierter Modul}\index{Modul!graduierter} 
"uber\index{graduiert!Modul|main}  
einem graduierten
Ring $A$ ist ein $A$-Modul $M$ mit einer Graduierung $M=\bigoplus M^i$
derart, da"s gilt $A^{ r}M^{ s} \subset M^{ r+s}$ f"ur alle $r,s$.
\end{Definition}
\begin{Bemerkunge}
  Etwas allgemeiner erkl"art man "ahnlich f"ur jedes abelsche
  Monoid $\Gamma$ den
  Begriff einer $\Gamma$-Graduierung auf einem Ring und eines\label{GaRiA} 
  $\Gamma$-graduierten Moduls "uber einem $\Gamma$-graduierten Ring.
  Etwas formaler ist die Forderung im Fall eines Rings, da"s die Multiplikation $A\times A\ra A$
  eine graduierungsvertr"agliche bilineare Abbildung ist und das Einselement
  einer graduierungsvertr"aglichen nulllinearen Abbildung entspricht.
\end{Bemerkunge}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Homogenit"at des Einselements}] 
  Im Fall  eines $\DZ$-gra\-du\-ier\-ten Rings kann man aus den anderen
  Eigenschaften bereits herleiten, da"s das Eins-Element
homogenen sein mu"s vom Grad Null, in Formeln $1\in A^0$. Um das zu sehen,
 berechne man das Produkt der homogenen Komponenten von $1$ mit
 beliebigen homogenen Elementen des Rings.
 Im Fall allgemeinerer $\Gamma$-graduierter
 Ringe kann man  jedoch nicht mehr aus den anderen\label{HoEin}
  Eigenschaften herleiten, da"s das Eins-Element
  homogenen sein mu"s vom Grad Null. Zum Beispiel k"onnte ein mit dem
  multiplikativen Abmonoid $(\DN,\cdot)$ graduierter
  Ring nur homogene Komponenten im Grad Null haben.
  Es scheint mir deshalb unnat"urlich, diese Bedingung im Fall
  $\DZ$-graduierter Ringe aus der Definition wegzulassen. 
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}\label{homog}
F"ur eine Untergruppe $U\subset V$ beziehungsweise einen Quotienten $V/U$ einer
graduierten abelschen Gruppe
 $V$ bilden die Schnitte $U^r=V^r\cap U$ beziehungsweise
die Bilder der $V^r$ in $V/U$ im allgemeinen  keine Graduierung von $U$
beziehungsweise von $V/U$.
Das gilt nur, wenn mit jedem $v\in U$ auch alle homogenen Komponenten
von $v$ zu $U$ geh"oren, wenn also f"ur die $U^r=U\cap V^r$ gilt
$U=\bigoplus_r U^r$. Eine Untergruppe einer graduierten abelschen 
Gruppe mit dieser Eigenschaft nennt man eine
{\bf homogene Untergruppe},\index{homogen!Untergruppe} 
und f"ur den Quotienten einer graduierten abelschen
Gruppe nach
einer homogenen Untergruppe bilden die Bilder
der $V^r$ in der Tat auch eine
Graduierung des Quotienten $V/U$ und wir  haben  dann  $(V/U)^r=V^r/U^r$.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Jeder Quotient $A/I$ eines  graduierten
Rings $A$ nach einem homogenen Ideal $I$
ist mit der nat"urlichen Graduierung wieder ein graduierter Ring.  
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Analog definiert man  {\bf graduierte Vektorr"aume}\index{graduiert!Vektorraum} 
und  {\bf graduierte Algebren}.\index{graduiert!Algebra}
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}
Gegeben ein K"orper $k$ oder auch ein beliebiger Ring 
besitzt der Polynomring $k[T_1,\ldots, T_n]$ 
genau  eine Graduierung derart, da"s die homogenen Elemente vom Grad $r$
eben die homogenen Polynome vom Grad $r$ aus \eref{hPP}{AL} sind.
Diese Graduierung nennen wir die 
{\bf Standardgraduierung}\index{Standardgraduierung} auf unserem Polynomring.
Etwas allgemeiner besitzt er auch f"ur beliebige $d_1,\ldots,d_n\in\DZ$ 
genau  eine Graduierung derart, da"s $T_i$ jeweils 
homogen ist vom Grad $d_i$. 
\end{Beispiel}

\begin{Bemerkunge}
  Gegeben ein Vektorraum $V$ besitzen die Tensoralgebra ${\op{T}}V$ nach
  \eref{TeAl}{LA2}, die Gra"smann-Algebra $\bigwedge V$ nach \eref{LaV}{LA2}
  und die symmetrische Algebra ${\op{S}}V$ nach \ref{SyAl} jeweils eine
  nat"urliche Graduierung durch die Teilr"aume, die wir im jeweiligen Kontext
  ${\op{T}}^rV$, $\bigwedge^r V$ und ${\op{S}}^rV$ notiert hatten.
\end{Bemerkunge}



\begin{Bemerkunge}
Gegeben ein graduierter Ring $A = \bigoplus_{i \in \mathbb{Z}} A^i$
mag es naheliegend scheinen, einen weiteren 
graduierten Ring einzuf"uhren
als die Gruppe $A$ mit der Multiplikation 
$a \ast b  = (-1)^{|a||b|} ab$ f"ur
homogene $a,b \in A$ der Grade $|a|,|b|$.
Das liefert jedoch nichts Neues, genauer gilt mit der Notation\label{UmGZ} 
$[i/2]$ f"ur die  gr"o"ste ganze Zahl kleinergleich $i/2$ f"ur den Gruppenisomorphismus
$\varphi : A \sira A$ gegeben durch  $\varphi (a) = (-1)^{[|a|/2]} a$ f"ur
beliebige homogene $a \in A$ die Relation
$
\varphi (ab) = \varphi (a) \ast \varphi (b)
$.
Ich kenne f"ur die dieser Erkenntnis zugrundeliegende 
mit beliebigen $i,j\in\DZ$ g"ultige Kongruenz
$$[(i+j)/2]\equiv ij+ [i/2]+[j/2]\pmod 2$$
keinen besseren Beweis als den Vergleich der beiden 
Verkn"upfungstabellen
f"ur $i,j\in\DZ/4\DZ$.
\end{Bemerkunge}



\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}[\textbf{Radikale homogener Ideale}]
Gegeben ein  homogenes Ideal in einem
    gra\-duierten Kring ist auch sein Radikal wieder homogen.\label{RHIi} 
Hinweis: Man zeige, da"s  f"ur $x_{n}+x_{n+1}+\ldots +x_{m}$
aus dem Radikal mit $x_i$ homogen vom Grad $i$ auch $x_n$ zu fraglichem
Radikal geh"ort. 
 \end{Ubung}


\begin{Ubunge}
  Man zeige, da"s es auf jedem Schiefk"orper nur eine einzige Graduierung 
gibt, die ihn zu einem graduierten Ring macht.
\end{Ubunge}
\begin{Ubung}[\textbf{Charakterisierung homogener Integrit"atsringe}]
Ein graduierter Ring ist ein Integrit"atsring genau dann, wenn
er nicht Null ist und wenn f"ur je zwei homogene von Null verschiedene Elemente auch ihr\label{hPI}  
Produkt von Null verschieden ist. Ein homogenes Ideal 
in einem graduierten Ring
ist 
vollprim genau dann, wenn es nicht der ganze Ring ist und 
f"ur je zwei homogene  Elemente au"serhalb unseres homogenen
Ideals auch ihr Produkt au"serhalb unseres homogenen Ideals liegt.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
 Jeder graduierte 
noethersche Modul "uber einem graduierten
Kring besitzt eine endliche Filtrierung\label{FiSPV} 
durch homogene Untermoduln derart, da"s alle Subquotienten isomorph sind zu
Quotienten unseres Krings nach  homogenen Primidealen.
Hinweis: \ref{FiSP} und \ref{hPI}. 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Graduierung und Lokalisierung}] 
  Gegeben ein graduierter Kring $A$ und eine Teilmenge $S\subset A$, die
  aus homogenen Elementen besteht, sowie ein graduierter $A$-Modul $M$
  gibt es genau eine Graduierung auf dem $A$-Modul $S^{-1}M$ derart,
  da"s $\op{lok}:M\ra S^{-1}M$ die\label{GuL} 
  Graduierung erh"alt. Die von einer graduierungsvertr"aglichen multilinearen
  Abbildung auf den Lokalisierungen induzierte multilineare Abbildung ist auch wieder graduierungsvertr"aglich. Insbesondere wird $S^{-1}A$ ein graduierter Kring und
  $S^{-1}M$ ein graduierter $A$-Modul.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Moduln als graduierte Moduln}]
  Seien $A$ ein Ring und $A[T,T^{-1}]$ der Ring der Laurentpolynome mit
  Koeffizienten in $A$ und der durch $\op{grad}(T)=1$ gegebenen $\DZ$-Graduierung. Man zeige, da"s der Funktor $M\mapsto M^0$ eine
  "Aquivalenz
  $$A[T,T^{-1}]\op{-Mod}^\DZ \;\sirra \; A\op{-Mod}$$
  ist zwischen der Kategorie aller $\DZ$-graduierten 
  $A[T,T^{-1}]$-Moduln und der Kategorie aller $A$-Moduln
  und da"s die Einbettung einen Isomorphismus
  $$M^0\sira M/(T-1)M$$ induziert.
Man zeige auch:
  Im Fall eines kommutativen Rings liefert f"ur jede Teilmenge $S\subset A$
  und jeden graduierten $A[T,T^{-1}]$-Modul $M$ der durch die universelle
  Eigenschaft gegebene Morphismus einen Isomorphismus
  $$S^{-1}(M^0)\sira(S^{-1}M)^0 $$
\end{Ubung}
\begin{Bemerkungw}
  In einer geometrischen Sprache, die wir sp"ater entwickeln,
  besagt die vorhergehende "Ubung anschaulich insbesondere, da"s wir f"ur jede 
  affine $k$-Variet"at $X$ eine "Aquivalenz von Kategorien erhalten zwischen
  $k^\times$-"aquivarianten quasikoh"arenten Modulgarben auf $k^\times\times X$ und quasikoh"arenten Modulgarben auf $ X$.
 Eine analoge Aussage f"ur ein beliebiges affines Schema $X$ ist
 dann sogar gleichbedeutend zur Hauptaussage unserer "Ubung im Fall
 eines beliebigen kommutativen Rings $A$.
\end{Bemerkungw}
  \begin{Ubung}[\textbf{Rationale Funktionen auf projektiven R"aumen}]
  Wir betrachten in $k[T_0, \ldots, T_n]$ die Menge $S$ aller
  von Null verschiedenen
  homogenen Elemente und den lokalisierten graduierten Ring
  $S^{-1}k[T_0, \ldots, T_n]$ nach \ref{GuL}, 
  aufgefa"st als Teilring von $\mathcal M(k^{n+1})$. Man zeige, da"s
  wir einen Isomorphismus\label{RFPR} 
  $$\mathcal M(\mathbb P^nk)\sira (S^{-1}k[T_0, \ldots, T_n])^0$$
  vom   K"orper der rationalen Funktionen auf dem projektiven Raum
  $\mathbb P^nk$ zum Teilring der homogenen Elemente vom Grad Null 
  erhalten, indem wir jeder auf einer offenen nichtleeren Teilmenge definierten
  regul"aren Funktion $(U,f)$ die entsprechend lokal definierte
  Funktion $(\pi^{-1}(U),f\circ \pi)$
  zuordnen. 
\end{Ubung}

  \subsection{Graduierungen und Operationen}
  \begin{Bemerkungl} Sei in diesem Abschnitt
    $k=\bar k$ ein algebraisch abgeschlossener
    K"orper und seien alle Variet"aten und Pr"avariet"aten definiert "uber $k$. 
  \end{Bemerkungl}
 \begin{Bemerkungl} Eine {\bf Monoidpr"avariet"at}\index{Monoidpr"avariet"at} ist
   ein Monoid $G$ mit der Struktur einer Pr"avariet"at derart,
   da"s die Multiplikation\label{MoVa} $G\times G\ra G$ ein Morphismus
    ist.
 \end{Bemerkungl}
 \begin{Bemerkungl}   Eine {\bf Gruppenpr"avariet"at}\index{Gruppenpr"avariet"at} ist
   eine Gruppe $G$ mit der Struktur einer Pr"avariet"at derart,
   da"s die Multiplikation\label{GuVa}  und die Inversenbildung
   Morphismen  sind.
 \end{Bemerkungl}
 \begin{Bemerkungl} Die Frage, inwieweit es "uberhaupt
   Monoidpr"avariet"aten gibt,
   die keine Variet"aten sind, und inwieweit sie in irgendeinem
   Kontext von Intresse sein k"onnte, klammere ich an dieser Stelle aus.
 \end{Bemerkungl}
 \begin{Bemerkungl} Eine {\bf Darstellung eines Monoids $G$
     durch Endomorphismen eines Vektorraums $V$} 
   ist ein Monoidhomomorphismus
   $\rho:G\ra \op{End}(V)$. Wir sagen dann auch, $G$ {\bf operiere auf $V$}
   und schreiben $gv$ statt $\rho(g)(v)$.  Zur Unterscheidung
   zu anderen Arten von Operationen wie etwa Operationen von Monoiden
   auf Mengen nennen wir die hier betrachteten
   Operationen durch lineare Selbstabbildungen von Vektorr"aumen
    auch ausf"uhrlicher {\bf lineare Operationen}. 
 \end{Bemerkungl}

 \begin{Bemerkungl}
   Eine Darstellung $(V,\rho)$ einer Monoidpr"avariet"at $G$
   durch Endomorphismen eines $k$-Vektorraums $V$
   hei"st eine {\bf algebraische Darstellung},
   wenn jeder Vektor $v\in V$ in einem
   endlichdimensionalen $G$-stabilen Teilraum $W\subset V$ enthalten ist
   mit der Eigenschaft,
   da"s $\rho:G\ra \op{End}_k(W)$ ein Morphismus
   von Variet"aten ist.\label{adar} Wir sagen dann auch,
   $G$ {\bf operiere algebraisch auf $V$}.
 \end{Bemerkungl}
 
\begin{Lemma}[\textbf{Komorphismen algebraischer Darstellungen}]
  Gegeben eine algebraische Operation $\rho$ einer Monoidpr"avariet"at $G$
  auf einem $k$-Vektorraum $V$ gibt es genau eine lineare Abbildung
  $\Delta_\rho:V\ra \mathcal O(G)\otimes V$,
  ihren \emph{\bf Komorphismus},\index{Komorphismus!von algebraischer Darstellung}
  mit\label{BDKM}
  $$\rho(g)=\delta_g\otimes \op{id}_V\;\forall g\in G$$ 
  unter Unterschlagung der Notation f"ur den durch Multiplikation gegebenen
  Isomorphismus $k\otimes V\sira V$.
\end{Lemma}
\begin{proof} Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit seien
  $V$ endlichdimensional und $v_1,\ldots, v_n$ eine Basis.
  Wir haben
  $(\rho(g))(v_i)=\sum_j f_{j,i}(g) v_j$
  mit $f_{j,i}\in\mathcal O(G)$ nach Annahme. Dann k"onnen und m"ussen wir
  $\Delta_V(v_i)=\sum_j f_{j,i}\otimes  v_j$ setzen.
\end{proof}



\begin{Proposition}[\textbf{$\DZ$-Graduierungen und $k^\times$-Operationen}]
  Gegeben ein $k$-Vek\-tor\-raum $V$ erhalten wir eine Bijektion
  $$\begin{array}{ccc}
\left\{ \!\!\begin{array}{c}
\text{$\DZ$-Graduierungen}\\
\text{auf $V$}
\end{array} \!\! \right\} 
 & \sira &
\left\{ \!\!\begin{array}{c}
\text{Algebraische Operationen $\rho$}\\
\text{von $k^\times$ auf $V$}\end{array}\!\!\right\}
 \end{array}
$$
  durch die Vorschrift, die jeder
  $\DZ$-Graduierung $V=\bigoplus V_i$ diejenige $k^\times$-Operation
  zuordnet, bei der $x\in k^\times$ auf $v\in V_i$ durch die Multiplikation mit $x^i$
  operiert.\label{HTee} 
\end{Proposition}

\begin{Bemerkungl} Die in der Proposition
  gegebene Vorschrift liefert offensichtlich sogar
  einen Isomorphismus von Kategorien, ja sogar von Schmelzkategorien
  im Sinne von \eref{MuC}{TSK}, wenn Sie diese
  Terminologie bereits kennengelernt haben. Als Konsequenz oder auch direkt sehen wir,
  da"s die homogenen Teilr"aume
  genau die unter der zugeh"origen Operation
  von $k^\times$ stabilen Teilr"aume  sind.\label{HTee1}  
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
  Um die Umkehrabbildung anzugeben, betrachten wir den Komorphismus
  $\Delta_\rho:V\ra k[T,T^{-1}]\otimes V$ nach \ref{BDKM} unserer Darstellung.
  Aus $\Delta(v)=\sum T^i\otimes v_i$ folgt
  $\rho(x)(v)=\sum x^i v_i\;\forall x\in k^\times$
  und damit $$\sum x^i \rho(y)(v_i)=\rho(y)(\rho(x)(v))=\rho(yx)(v)=\sum x^i y^iv_i\quad\forall x,y\in k^\times$$
  Da auch vektorwertige regul"are Funktionen auf $k^\times$
  nur "ubereinstimmen k"onnen, wenn alle Koeffizienten gleich sind, folgt
  $$\rho(y)(v_i)=y^iv_i\quad\forall y\in k^\times$$
  Andererseits folgt oben durch Einsetzen von $x=1$ bereits $v=\sum v_i$.
  Damit ist klar, da"s f"ur jede algebraische Operation von $k^\times$
  auf $V$ auch umgekehrt die simultanen Eigenr"aume
  $V_i\pdef \{v\in V\mid \rho(y)(v)=y^i v\;\forall y\in k^\times\}$
  eine $\DZ$-Gra\-du\-ie\-rung von $V$ bilden. 
\end{proof}


\begin{Bemerkungw} $(k=\bar k)$. In \ref{GrOp} werden wir zeigen, da"s die
  \glqq algebraischen\grqq\
  Operationen der multiplikativen Gruppe $k^\times$ auf einer
  affinen $k$-Variet"at $X$ unter der durch das Lemma gegebenen
  Konstruktion eineindeutig den $\DZ$-Graduierungen auf ihrem Ring
  von regul"aren Funktionen $\mathcal O(X)$
  entsprechen.
\end{Bemerkungw}





\subsection{Rechnen in projektiven Variet"aten}




\begin{Bemerkungl}
    Um die Zariskitopologie auf $\DP^nk$ konkret zu beschreiben, erinnere ich
    an die Begrifflichkeit graduierter Gruppen und Ringe. 
    Gegeben ein K"orper $k$ besitzt der Polynomring $k[T_1,\ldots, T_n]$ genau
    eine Graduierung derart, da"s die homogenen Elemente vom Grad $r$ eben die
    homogenen Polynome vom Grad $r$ aus \eref{hPP}{AL} sind.
  \end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}\label{HTGj}
  Sei $k$ ein K"orper.  Gegeben eine Menge $I\subset k[T_0,\ldots, T_n]$ von
  homogenen Polynomen ist ihre Nullstellenmenge $\mathcal Z(I)\subset k^{n+1}$
  stets stabil unter $k^\times$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Lemma} 
Gegeben ein  unendlicher K"orper $k$ 
und  $C\subset k^{n+1}$ eine $k^\times$-stabile Teilmenge ist 
das Verschwindungsideal $\mathcal I(C)\subset
k[T_0,\ldots, T_n]$  homogen.\label{HRII}
\end{Lemma}
\begin{Bemerkunge}
  Im Fall eines endlichen K"orpers $k$ ist das nicht mehr richtig. 
Im Fall $|k|=q<\infty$  verschwindet zum Beispiel das
Polynom $X^{q}-X$
auf ganz $k$, nicht aber seine homogene Komponente vom Grad Null.  
\end{Bemerkunge}

\begin{proof}
 Wir betrachten  
f"ur alle $\lambda\in k^\times$ die Multiplikation $\lambda:k^{n+1}\ra
k^{n+1}$.
Sie induziert auf den polynomialen Funktionen
eine Abbildung $\lambda^\ast: k[T_0,\ldots, T_n]\ra k[T_0,\ldots, T_n]$
gegeben durch die Vorschrift $T_i\mapsto \lambda T_i$.
Wir haben also in Formeln
$P(\lambda x)=  (\lambda^\ast P)(x)$ f"ur alle 
Polynome $P$ und alle Punkte $x\in k^{n+1}$.
Das Verschwindungsideal einer $k^\times$-stabilen Teilmenge
ist mithin stabil unter allen $\lambda^\ast$. 
Die  Aussage folgt
 nun  aus  Proposition \ref{HTee} zu $\DZ$-Graduierungen
 und $k^\times$-Operationen, angewandt auf 
den $\DZ$-graduierten Vektorraum $V=k[T_0,\ldots, T_n]$. 
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Homogene Ideale und $k^\times$-stabile 
Teilmengen}]
  Gegeben eine affine Variet"at $X$ betrachten wir $X\times k^n$
mit der $k^\times$-Operation $\lambda(x,v)=(x,\lambda v)$
und den offensichtlichen Isomorphismus
$\mathcal O(X)[T_1,\ldots, T_n]\sira \mathcal O(X\times k^n)$
aus \ref{WADn} und versehen die linke Seite mit der Standardgraduierung
und die rechte Seite mit der induzierten Graduierung.
So ist f"ur jedes homogene Ideal 
$I\subset\mathcal O(X\times k^n)$ seine Nullstellenmenge 
$\mathcal Z(I)$ stabil unter der Operation von $k^\times$
und umgekehrt ist f"ur jede $k^\times$-stabile Teilmenge
$Y\subset X\times k^n$ das Verschwindungsideal 
$\mathcal I(Y)$ homogen nach \ref{HTee}.\label{HIFR} 
 \end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Wir verwenden im Fall eines unendlichen Grundk"orpers $k$  f"ur jede 
Teilmenge $W\subset \DP^nk$ die Notation
$$\mathcal I^\ast (W)\pdef \mathcal I({\op{C}}(W))$$ 
f"ur das Verschwindungsideal des Kegels "uber $W$ nach \ref{Keg} 
 und nennen $\mathcal I^\ast (W)$ 
das {\bf homogene Verschwindungsideal von $W$}.
\index{Verschwindungsideal!homogenes} In der Tat ist 
$\mathcal I^\ast (W)$ im Fall eines unendlichen Grundk"orpers 
nach \ref{HRII} stets ein homogenes Ideal, ja sogar ein
echtes  homogenes
Radikalideal. 
Der Quotient \index{O@$\mathcal O^\ast(W)$ homogener Koordinatenring von $W$}
$$\mathcal O^\ast(W)\pdef k[T_0,\ldots,T_n]/\mathcal I^\ast (W)
=\mathcal O({\op{C}}(W))$$ 
hei"st  der 
{\bf homogene Koordinatenring von $W$}.\index{Koordinatenring!homogener}
\index{homogen!Koordinatenring} In unseren Konventionen haben wir
insbesondere ${\op{C}}(\emptyset)=\{0\}$ und
$\mathcal O^\ast(\emptyset)=k$ f"ur die leere Teilmenge
$\emptyset \subset \mathbb P^n k$.
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}
Umgekehrt verwenden wir sowohl f"ur 
jede aus homogenen Elementen bestehende Teilmenge als auch 
f"ur jedes homogene Ideal
$I\subset k[T_0,\ldots,T_n]$
die Notation $$\mathcal Z^\ast(I)\pdef \pi(\mathcal Z(I)\backslash 0)$$
 und nennen $\mathcal Z^\ast(I)$ die {\bf projektive Nullstellenmenge von $I$}.
\index{projektive Nullstellenmenge}
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Die Abbildungen $\mathcal I^\ast$ und
$\mathcal Z^\ast$ kehren Inklusionen um. Wir haben stets $W\subset
  \mathcal Z^\ast(\mathcal I^\ast(W))$.  Wenn wir uns auf homogene Teilmengen
$I\subset \mathcal I(0)$  beziehungsweise homogene Ideale $I\subsetneq k[T_0,\ldots, T_n]$ beschr"anken, die also keine
  von Null verschiedenen Konstanten enthalten,
  so gilt auch $I\subset \mathcal
  I^\ast(\mathcal Z^\ast(I))$. F"ur
  das Ideal $I=k[T_0,\ldots, T_n]$ gilt das jedoch nicht,
  da wir bei der Kegelkonstruktion per definitionem
  stets den Ursprung mit dazunehmen.  
\end{Bemerkungl}






\begin{Korollar}[\textbf{Zariskitopologie auf $\DP^n_k$ und homogene Ideale}]
 $(k=\bar k)$.
Ordnen wir jedem echten homogenen 
Radikalideal $I\subset k[T_0,\ldots, T_n]$
seine projektive Nullstellenmenge zu und jeder abgeschlossenen Teilmenge
ihr homogenes Verschwindungsideal, 
so erhalten wir zueinander inverse Bijektionen\label{ZTPn} 
$$\begin{array}{ccc}
\mathcal Z^\ast:\;\;\left\{ \!\!\begin{array}{c}
\text{Homogene Radikalideale}\\
I\subsetneq k[T_0,\ldots, T_n]\end{array}\!\!\right\}
& \stackrel{\sim}{\leftrightarrow} &
\left\{ \!\!\begin{array}{c}
\text{Abgeschlossene Teilmengen}\\
Y\As \DP^nk
\end{array} \!\! \right\}\;\;:\mathcal I^\ast 
 \end{array}
$$
\end{Korollar}
\begin{proof}
Wir erinnern die Projektion $\pi:k^{n+1}\backslash 0\sra \DP^nk$.
Das Bilden des Urbilds unter $\pi$, das Hinzuf"ugen des Ursprungs
und das Bilden des Verschwindungsideals 
liefern Bijektionen
$$\begin{array}{ccc}
\left\{ \!\!\begin{array}{c}
\text{abgeschlossene}\\
\text{Teilmengen von $\DP^nk$}
\end{array}\!\!\right\} & \sira &
\left\{ \!\!\begin{array}{c}
 \text{$k^\times$-stabile abgeschlossene}\\
\text{Teilmengen von $k^{n+1}\backslash 0$}
\end{array} \!\! \right\}\\
&&\da\wr\\
\left\{ \!\!\begin{array}{c}
 \text{homogene Radikalideale}\\
I\subsetneq k[T_0,\ldots, T_n]
\end{array} \!\! \right\}&
\stackrel{\sim}{\leftarrow}
&\left\{ \!\!\begin{array}{c}
 \text{$k^\times$-stabile abgeschlossene}\\
\text{Teilmengen  $X\As k^{n+1}$ mit $0\in X$}
\end{array} \!\! \right\}
 \end{array}
$$
Die Zusammenfassung der ersten beiden Bijektionen hatten wir bereits in
\ref{Keg} als  Kegelkonstruktion $Y\mapsto {\op{C}}(Y)$ eingef"uhrt.
Beim letzten Schritt verwenden wir, da"s nach 
\ref{HRII} und \ref{HTGj}
unter unserer Bijektion \ref{BRI} zwischen 
algebraischen Teilmengen von $k^{n+1}$ und Radikalidealen
die $k^\times$-invarianten Teilmengen genau den
homogenen Radikalidealen entsprechen m"ussen.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}
 Nach \ref{KegI} 
induziert unsere Bijektion zueinander inverse Bijektionen 
$$\mathcal Z^\ast:\;\;\begin{array}{ccc}
\left\{ \!\!\begin{array}{c}
\text{Homogene Primideale}\\
\text{mit }I\subsetneq \mathcal I(0)\end{array}\!\!\right\} & \stackrel{\sim}{\leftrightarrow} &
\left\{ \!\!\begin{array}{c}
\text{Irreduzible abgeschlossene}\\
\text{Teilmengen }Y\As \DP^nk
\end{array} \!\! \right\}\;\;:\mathcal I^\ast 
 \end{array}
$$
Da wir im $k^n$ bereits nach \ref{KKHSsds} wissen, da"s 
die irreduziblen Hyperfl"achen genau  die Nullstellenmengen 
der irreduziblen Polynome sind, erhalten wir weiter f"ur $n\geq 1$
Bijektionen 
$$\mathcal Z^\ast:\;\;\begin{array}{ccc}
\left\{ \!\!\begin{array}{c}
\text{Homogene irreduzible}\\
\text{Polynome }f\in k[T_0,\ldots, T_n]\end{array}\!\!\right\}_{/k^\times}
 & \sira &
\left\{ \!\!\begin{array}{c}
\text{Irreduzible}\\
\text{Hyperfl"achen }Y\As \DP^nk
\end{array} \!\! \right\} 
 \end{array}
$$
 $$\mathcal Z^\ast:\;\;\begin{array}{ccc}
\left\{ \!\!\begin{array}{c}
\text{Homogene \hyperref[quf]{quadratfreie}}\\
\text{Polynome }f\in k[T_0,\ldots, T_n]\end{array}\!\!\right\}_{/k^\times}
 & \sira &
\left\{ \!\!\begin{array}{c}
\text{Beliebige}\\
\text{Hyperfl"achen }Y\As \DP^nk
\end{array} \!\! \right\} 
 \end{array}
$$
Eine 
\hyperref[codim]{Hyperfl\"{a}che} in einem projektiven Raum hei"st ganz allgemein eine
{\bf projektive Hyperfl"ache}.\index{projektiv!Hyperfl"ache}
\index{Hyperfl"ache!projektive}
Der Grad eines und jedes zu einer projektiven Hyperfl"ache 
geh"origen quadratfreien homogenen 
Polynoms hei"st der {\bf Grad}\index{Grad!einer projektiven Hyperfl"ache}   unserer projektiven Hyperfl"ache.\label{pgrad} 
Den Grad einer projektiven Hyperfl"ache $H\As \DP^n k$ notieren wir\index{Grad!einer projektiven Hyperfl"ache} 
\index{grad@$\op{grad}$!Grad!einer projektiven Hyperfl"ache}$$\op{grad}H$$
Grad Null hat nur die leere Hyperfl"ache. 
Hyperfl"achen der Grade Eins, Zwei, Drei, Vier und F"unf und Sechs hei"sen
 {\bf Hyperebene},\index{Hyperebene!projektive} {\bf Quadrik},\index{Quadrik!projektive} {\bf Kubik}\index{Kubik!projektive},
 {\bf Quartik},\index{Quartik!projektive} {\bf Quintik}\index{Quintik!projektive}
 und  {\bf Sextik}.\index{Sextik!projektive}
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl} Vereinigen wir zwei projektive
 Hyperfl"achen ohne gemeinsame irreduzible Komponente in demselben
 projektiven Raum, so addieren sich ihre Grade. So ist zum Beispiel die
 Vereinigung zweier verschiedener Hyperebenen stets eine Quadrik. 
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Projektive Vervollst"andigung ohne Koordinaten}]
  %\nichtfinal{Wohin?}
  F"ur einen koordinatenfreien und dadurch hoffentlich anschaulicheren 
Zugang mag man wie in \ref{PVVV}
 jedem endlichdimenionalen affinen Raum $E$  seine
projektive Vervollst"andigung  
$ \DV E=E\amalg \DP\vec E 
$ zuordnen.
Gegeben $X\As E$ bedeutet das Bilden seines  Abschlusses    
$\bar X\subset\DV E$ anschaulich, da"s
wir \glqq alle Richtungen aus $\DP\vec E$ mit hinzunehmen, in die
$X$ ins Unendliche entweicht\grqq. Bei der Parabel $x^2=y$ in der
Ebene $k^2$ w"are das etwa die Richtung der $y$-Achse und bei der
Hyperbel $xy=1$ die Richtungen beider Koordinatenachsen.
 \end{Bemerkungl}



 \begin{Proposition*}[\textbf{Darstellung algebraischer Mengen durch Gleichungen}]
$(k=\bar k)$. Seien
$Z\As X\As\mathbb P^nk$  nichtleere "aquidimensionale projektive Variet"aten
und sei  $c=\op{kdim}X-\op{kdim}Z$. So gibt es
 Elemente $f_1,\ldots, f_c\in \cal O^*(X)$ 
 mit $\cal Z^*(f_1,\ldots, f_c)\supset Z$
 "aquidimensional von derselben Dimension wie $Z$.
\label{NStFFv}
 \end{Proposition*}
 
\begin{proof}
Analog zu \ref{NStFF}.    Im Fall $c=0$ ist nichts zu zeigen. Sonst finden wir ein homogenes k"urzbares Element
$f_1\in \cal O^*(X)$ mit $Z\subset \cal Z^*(f_1)$.
In der Tat finden wir homogene Funktionen, die auf $\op{C}(Z)$ und
endlich vielen vorgegebenen Ursprungsgeraden verschwinden, auf einer weiteren Ursprungsgerade au"serhalb von $\op{C}(Z)$ aber nicht verschwinden.
Indem wir solche Funktionen potenzieren und dann die Summe bilden,
finden wir homogene Funktionen, die auf $\op{C}(Z)$ verschwinden, aber
auf 
endlich vielen vorgegebenen Ursprungsgeraden au"serhalb von $\op{C}(Z)$ nicht verschwinden.
Der Beweis kann nun mit Induktion 
"uber $c$ zu Ende gef"uhrt werden.
\end{proof}


\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}
$(k=\bar k)$. Man zeige:
Gegeben $W\subset \DP^n k$   ist $\mathcal Z^\ast(\mathcal I^\ast(W))=\bar W$
der Abschlu"s von $W$ in der Zariskitopologie.
F"ur beliebige 
Teilmengen
 $I\subset \mathcal I(0)$, die aus homogenen Elementen bestehen, 
sowie f"ur beliebige homogene Ideale
$I\subset \mathcal I(0)$ ist
$\mathcal I^\ast(\mathcal Z^\ast(I))=\sqrt{\langle I\rangle}$
das Radikal des von $I$ erzeugten Ideals.
\end{Ubung}




\begin{Ubung}[\textbf{Homogenisierung und Dehomogenisierung}]
$(k=\bar k)$. Wir betrachten f"ur $n\geq 1$ die Einbettung 
$i_0 : k^n \hookrightarrow \mathbb P^n k$ gegeben durch
das Hinzuf"ugen einer ersten Koordinate Eins und den "Ubergang zur davon erzeugten Geraden $$i_0 : (x_1, \ldots, x_n) \mapsto
\langle 1, x_1, \ldots, x_n \rangle$$
Das Komplement $H_0\pdef \mathbb P^n k\backslash i_0 ( k^n)$ ihres Bildes ist eine projektive Hyperebene im Sinne von \eref{pHy}{EL} und damit 
isomorph zu $\mathbb P^{n-1} k$. Wir erhalten eine offensichtliche
Bijektion
$$\begin{array}{ccc}
\left\{ \!\!\begin{array}{c}
\text{Abgeschlossene Teilmengen}\\
Y\As k^n\end{array}\!\!\right\} & \sira &
\left\{ \!\!\begin{array}{c}
\text{Abgeschlossene Teilmengen}\\
A\As \DP^nk\text{ mit } H_0\subset A
\end{array} \!\! \right\} 
 \end{array}
$$
durch $Y\mapsto i_0(Y)\cup H_0$ und $A\mapsto i_0^{-1}(A)$. Wir folgern eine
weitere Bijektion
$$\begin{array}{ccc}
\left\{ \!\!\begin{array}{c}
\text{Echte abgeschlossene}\\
\text{Teilmengen }Y\subsetneq k^n\end{array}\!\!\right\} & \sira &
\left\{ \!\!\begin{array}{c}
\text{Echte abgeschlossene Teilmengen}\\
B\subsetneq \DP^nk\text{ ohne Komponente in } H_0
\end{array} \!\! \right\} 
 \end{array}
$$
durch $Y\mapsto \overline{i_0(Y)}$ und $B\mapsto i_0^{-1}(B)$.
Ist $I \subset k[T_0,\ldots, T_n]$ eine Menge von homogenen Polynomen
oder ein homogenes Ideal und $B\subset \mathbb P^n k$ eine beliebige 
Teilmenge, so gelten die Identit"aten 
\begin{eqnarray}i_0^{-1}\mathcal Z^\ast (I)&=&\mathcal Z(a_0(I))\\
a_0(\mathcal I^\ast(B))&=&\mathcal I(i_0^{-1}B)
\end{eqnarray}
f"ur $a_0 : k [T_0, \ldots, T_n] \rightarrow k [T_1,
  \ldots, T_n]$ gegeben durch $T_0 \mapsto 1$.
Sei umgekehrt
die \defind{Homogenisierung} $h_0 (f) 
\in k [T_0, \ldots, T_n]$ von $f \in k [T_1, \dots,
T_n]$ erkl"art  durch die Vorschrift
$h_0 (a) =aT_0$ f"ur $a\in k$
und auf nichtkonstanten Polynomen durch $h_0 (\sum c_{\alpha} T^\alpha) =
\sum c_{\alpha} T^\alpha T_0^{d-|\alpha|}$ f"ur $d = \sup \{|\alpha| \mid c_{\alpha} \neq 0\}$
der Totalgrad. Zum Beispiel haben wir
\begin{equation*}
 h_z(X^2 Y + Y^3 + 4 Y^2 X^3) = Z^2 X^2Y + Z^2Y^3 + 4 Y^2 X^3
\end{equation*}
mit der Konvention, da"s wir bei den wenigen Variablen statt $(T_0, T_1, T_2)$ der "Ubersichtlichkeit halber $(Z,Y,X)$ schreiben
und die Homogenisierung statt $h_0$ in diesem Kontext $h_z$ notieren, 
da sie  ja \glqq durch die zus"atzliche Variable $Z$\grqq\  geschieht
und nicht \glqq durch die zus"atzliche Variable $T_0$\grqq.
Mit dieser Notation finden wir f"ur eine beliebige Teilmenge $J\subset k[T_1,\ldots, T_n]$ und eine beliebige Teilmenge $Y\subset k^n$ 
die Identit"aten
$$i_0\mathcal Z(J)\cup H_0=\mathcal Z^\ast (h_0(J)\cup\{T_0\})$$
$$\langle h_0(\mathcal I(Y)), T_0 \rangle =\mathcal I^*(i_0(Y)\cup H_0)$$
Ist schlie"slich $J\subsetneq k[T_1,\ldots, T_n]$ ein echtes
Ideal und $Y\subset k^n$ eine
Teilmenge, so gelten die Identit"aten 
$$\overline{i_0\mathcal Z(J)}=\mathcal Z^\ast (h_0(J))$$
$$\langle h_0(\mathcal I(Y))\rangle =\mathcal I^*(\overline{i_0(Y)})$$
Ist  $J\subset k[T_1,\ldots, T_n]$  beliebig,
so haben wir 
$\mathcal Z^\ast (h_0(J))=\overline{i_0\mathcal Z(J)}\cup R$
mit einem Rest $R\As H_0$, "uber den wir 
a priori wenig wissen.
\end{Ubung}










\subsection{Hilbertpolynome}\index{Hilbertpolynom}

  \begin{Bemerkungl} Ich erinnere an "Ubung \eref{FRL}{LA1},
nach der wir 
    f"ur jeden Ring $k$ den Ring $k(\!(u)\!)$ der  formalen Laurentreihen mit
      Koeffizienten in $k$ der Gestalt
    $\sum_{n\geq N}a_n u^n$ mit $a_n\in k$ und $N\in\DZ$ bilden k"onnen.
      Ich erinnere weiter daran, da"s  formale
      Laurentreihen $\sum_{n\geq N}a_n u^n$ mit $a_N\in k^\times$ einer
      Einheit des Grundrings $k$ selbst 
Einheiten des Rings der formalen Laurentreihen sind. 
Unter der offensichtlichen Einbettung $k[u,u^{-1}]\hra k(\!(u)\!)$
des Rings der formalen Laurentpolynome in den Ring der
formalen Laurentreihen, ja bereits unter
der offensichtlichen Einbettung $k[u]\hra k\llbracket u\rrbracket$
des Polynomrings in den Ring der formalen Potenzreihen
wird 
zum Beispiel $(1-u)$ eine Einheit mit Inversem 
$1+u+u^2+\ldots$ der geometrischen Reihe.
\end{Bemerkungl}



\begin{Satz}[\textbf{Erzeugende Funktionen zu Moduln "uber Polynomringen}]
Gegeben $k$ ein K"orper und $M=\bigoplus_{i\in\DZ} M^i$ ein endlich 
erzeugter graduierter Modul 
"uber\label{EFMP} 
dem Polynomring $k[T_1, \ldots, T_n]$ mit seiner Standardgraduierung
gibt es genau ein  
Laurentpolynom $f_M \in \mathbb Z [u, u^{-1}]$
derart, da"s im Ring $\mathbb Z (\!(u)\!)$ der formalen Laurentreihen gilt
\begin{equation*}
 \sum (\op{dim}_k M^i) u^i = \frac{f_M (u)}{  (1-u)^n}
\end{equation*}
\end{Satz}
\begin{Beispiel} Der Polynomring  $k[T_1, \ldots, T_n]$
  hat $1/(1-u)^n$ als erzeugende Funktion.
  Man sieht das unmittelbar, indem man $(1-u)^{-1}=(1+u+u^2+\ldots)$ beachtet.
  \label{EZpr} 
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}
  Dasselbe gilt mit demselben Beweis, wenn wir 
f"ur $k$ einen Kring endlicher L"ange nehmen
und statt $\op{dim}_k M^i$ die L"ange $ l_k (M^i)$
des  $k$-Moduls $ M^i$
betrachten. Man "uberlegt sich, da"s auch in diesem Fall 
jeder endlich erzeugte graduierte Modul von endlich vielen homogenen 
Elementen erzeugt wird. Da nun die homogenen Komponenten 
des  Polynomrings $k[T_1, \ldots, T_n]$ mit seiner Standardgraduierung
endliche L"ange haben, folgt dasselbe f"ur die homogenen Komponenten unseres
endlich erzeugten Moduls $M$. 
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}
Die Eindeutigkeit ist offensichtlich, nur
die Existenz bleibt zu  zeigen. 
Wir notieren die linke Seite ${\op{E}} (M,u)$ und argumentieren mit 
vollst"andiger Induktion "uber die Zahl
der Variablen.
Der Fall $n =0$ ist offensichtlich. Sonst betrachten wir die exakte Sequenz
$$
 \op{ker} \hookrightarrow M \overset{T_1 \cdot}{\longrightarrow} M 
\twoheadrightarrow \op{cok}
$$
und folgern durch mehrmaliges Anwenden  der Dimensionsformel
\eref{DiFo}{LA1} die Identit"at 
\begin{equation*}
 \op{dim} \op{ker}^i - \dim M^i + \dim M^{i+1} - \dim \op{cok}^{i+1} =0
\end{equation*}
alias $u {\op{E}} (\op{ker},u) - u{\op{E}} (M,u) + {\op{E}}(M,u) - {\op{E}}(\op{cok},u) =0$
alias $(1-u) {\op{E}}(M,u) = {\op{E}}(\op{cok},u) - u {\op{E}} (\op{ker},u)$.
Nun wirkt $T_1$  aber auf $\op{ker}$ und $\op{cok}$ durch 
Null. Induktion
zeigt dann, da"s ${\op{E}} (M,u)$ die gew"unschte Form hat.
\end{proof}

\begin{Lemma} Gegeben $E(u)\in \DZ[u,u^{-1},(1-u)^{-1}]$ sind in der
  Partialbruchzerlegung von $E(u)$ alle Koeffizienten ganze Zahlen
  und die zugeh"orige formale Laurentreihe $E(u)\in \DZ(\!(u)\!)$
  konvergiert f"ur $0<|u|<1$.\label{peGZ} 
\end{Lemma}
\begin{proof}
  Die  Partialbruchzerlegung von $E(u)$ hat notwendig die Gestalt
\begin{equation*}
 E(u) = \sum^{d}_{\nu = 1} a_\nu (1-u)^{-\nu} 
+ \sum^{n}_{\mu = - m} b_\mu u^{-\mu} 
\end{equation*}
mit $a_\nu, b_\mu \in \mathbb Q$. Dann gilt  $(1-u)^d E(u)\in  \DZ[u,u^{-1}]$
und setzen wir 
dann $u=1$ ein, so erhalten wir $a_{d}\in \DZ$. Ebenso
gilt  $u^n E(u)\in  \DZ[u,(1-u)^{-1}]$
und setzen wir 
dann $u=0$ ein, so erhalten wir $b_{n}\in \DZ$.
Dann ziehen wir die entsprechenden Terme ab und kommen induktiv zum Ziel.
Die Konvergenz ist wohlbekannt im Fall $E(u)\in \DZ\llbracket u\rrbracket$
sogar f"ur $|u|<1$ und
folgt unmittelbar, wenn noch endlich viele negative Potenzen von $u$
in der Entwicklung auftreten sollten. 
\end{proof}

\begin{Bemerkungl} 
 Gegeben  $M$ ein 
  endlich erzeugter graduierter Modul "uber einem Polynomring
  $k[T_1,\ldots, T_n]$ mit Koeffizienten in einem K"orper $k$
  erkl"aren wir die {\bf Hilbertdimension $\op{hdim}M$ von $M$}
  als die Polstellenordnung
  der erzeugenden Funktion ${\op{E}}(M,u)$ bei $u=1$, in Formeln
  $$\op{hdim}M\pdef -v_{(1-u)}\big({\op{E}}(M,u)\big)$$
  Der Nullmodul erh"alt so insbesondere die Hilbertdimension $-\infty$
  und wir haben mithin $\op{hdim}M\in\{-\infty,0,1,\ldots,n\}$,
  denn hat ${\op{E}}(M,u)$ keinen Pol bei $u=1$, so ist $M$ endlichdimensional
  mit ${\op{E}}(M,u)_{u=1}=\op{dim}_kM$.
   Weiter erkl"aren wir f"ur $M\neq 0$
  die {\bf Multiplizit"at  $\op{mult}M$ von $M$}
  als den Koeffizienten des Terms der h"ochsten Polordnung bei $u=1$ in
  der Partialbruchentwicklung, f"ur $d=\op{hdim}M$ also unser $a_d$
  aus dem Beweis des Lemmas und in Formeln 
  $$\op{mult}M\pdef \big((1-u)^d{\op{E}}(M,u)\big)_{u=1}$$
  Nach Lemma \ref{peGZ} gilt schon mal 
  $\op{mult}M\in\DZ\backslash 0$. Weil ${\op{E}}(M,u)$
  keine negativen Koeffizienten hat
  und folglich f"ur $u\in (0,1)$ positive Werte annimmt, folgt
  sogar $$\op{mult}M\in\DN_{\geq 1}$$ 
  Weiter schreiben wir f"ur $d\in\DN$ auch 
  $\op{mult}^dM\pdef \lim_{u\nearrow 1}((1-u)^d{\op{E}}(M,u))$.
  Das ist dann Null f"ur\label{HiNoeG}
  $d> \op{hdim}M$ und unsere Multiplizit"at von eben  f"ur
  $d= \op{hdim}M$ und $\infty$ f"ur $d< \op{hdim}M$, also $\op{mult}^dM\in \DN\sqcup\{\infty\}$.
 \label{HiNoe2G} Analog gehen wir vor  im Fall eines beliebigen Krings $k$ endlicher L"ange.
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel} Der Polynomring $M\pdef k[T_1,\ldots, T_n]$ hat nach \ref{EZpr}
  die  erzeugende Funktion ${\op{E}}(M,u)=1/(1-u)^n$
  und folglich 
  $\op{hdim}k[T_1,\ldots, T_n]=n$ als Hilbertdimension
  und $\op{mult}k[T_1,\ldots, T_n]=1$
  als Multiplizit"at.\label{bsHD} 
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Additivit"at der Multiplizit"aten}]
  Gegeben ein K"orper $k$ und eine kurze exakte Sequenz $L\hra M\sra N$
  von endlich
erzeugten graduierten Moduln "uber
dem Polynomring $k[T_1,\ldots, T_n]$\label{HiNoe3G}  gilt 
f"ur die Hilbertdimensionen
$\op{hdim}(M)=\op{max}(\op{hdim}(L),\op{hdim}(N))$
und f"ur $d\in\DN$ haben wir 
$$\op{mult}^d(M)=\op{mult}^d(L)+\op{mult}^d(N)$$
Weiter bleiben die Hilbertdimension ebenso wie die Multiplizit"aten bei
Verschiebungen der Graduierung unver"andert. Dasselbe gilt
 analog im Fall eines beliebigen Krings $k$ endlicher L"ange.
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Kokerne homogener Selbstinjektionen}] 
    Seien $k$ ein K"orper und $M$ ein endlich erzeugter
  von Null verschiedener\label{DREF} 
  graduierter Modul "uber dem Polynomring $k[T_1, \ldots, T_n]$.
Ist $f:M\hra M$ ein injektiver Endomorphismus von $M$ und
gibt es $r>0$ mit $f(M^i)\subset M^{i+r}$ f"ur alle $i$,
so hat $\op{cok}f$ im Vergleich zu $M$ 
eine um Eins kleinere Hilbertdimension und
die $r$-fache Multiplizit"at, 
in Formeln
$$\op{hdim}(\op{cok}f)=\op{hdim}(M)-1\quad \text{ und }\quad
\op{mult}(\op{cok}f)=r\op{mult}(M).$$
Dasselbe gilt im Fall eines beliebigen Krings $k$ endlicher L"ange.
\end{Satz}
\begin{proof}
  Nat"urlich gilt ${\op{E}}(\op{cok},u)=(1-u^r){\op{E}}(M,u)$ und
  mit $(1-u^r)=(1-u)(1+u+\ldots +u^{r-1})$ folgt leicht die Behauptung
  f"ur die Hilbertdimension und mit der Darstellung als Grenzwert auch die
  Behauptung
  f"ur die Multiplizit"at.
\end{proof}

\begin{Satz}[\textbf{Hilbertdimension als Krulldimension}]
  Gegeben eine nichtleere
  projektive Variet"at $X$ mit homogenem Koordinatenring
  $\mathcal O^*(X)$ gilt\label{hdKd} 
  $$\op{hdim}\mathcal O^*(X)=\op{kdim}X+1$$
\end{Satz}
\begin{proof} Wir ziehen uns m"uhelos auf den Fall $X$ irreduzibel zur"uck.
 Nun zeigen wir zun"achst $\leq$. Nach \ref{bsHD} gilt die Behauptung
  f"ur $X=\mathbb P^n k$. Wie beim Beweis von \ref{NStFF}  k"onnen
  wir jede irreduzible Variet"at $Z\As \mathbb P^n k$
  der Krulldimension $n-r$ f"ur $r\geq 1$ erhalten, indem wir von einer
   irreduziblen Variet"at $X\As \mathbb P^n k$
   der Krulldimension $n-r+1$ ausgehen und eine k"urzbare homogene Funktion
   $f\in \mathcal O^*(X)$ nehmen und eine Komponente von
   deren Nullstellenmenge $\mathcal Z^*_X(f)$
   nehmen. Es folgt induktiv
   $$\begin{array}{llll}
     \op{hdim}\mathcal O^*(Z)&\leq&
     \op{hdim}\mathcal O^*(X)/\langle f\rangle&\text{ als Subquotient,}\\
     &=& \op{hdim}\mathcal O^*(X) -1&\text{ als Kokern homogener
       Selbstinjektion,}\\ 
     &\leq& \op{kdim}X&\text{ nach Induktionsannahme,}\\
     &=&
    \op{kdim}Z+1&\text{ nach \ref{kHIg}.}
   \end{array}$$
   Jetzt f"uhren  wir noch die Annahme $\op{hdim}\mathcal O^*(X)<\op{kdim}X+1$
   zum Widerspruch. In der Tat w"urde sie
    f"ur jede
   irreduzible Untervariet"at $Z\As X$ induktiv 
   $\op{hdim}\mathcal O^*(Z)<\op{kdim}Z+1$ implizieren
   mit demselben Argument wie zuvor. Das ist jedoch f"ur einpunktige
   Untervariet"aten $Z$ offensichtlich falsch. 
\end{proof}






\begin{Bemerkungl} Im Rest dieses Abschnitts wird ein alternativer
  Zugang zu Hilbertdimension und Multiplizit"at erkl"art, der 
  in der Literatur meist verfolgt wird.
  Das wird insbesondere im folgenden Abschnitt relevant werden.
\end{Bemerkungl}

\begin{Lemma} Gegeben $E(u)\in \DZ[u,u^{-1},(1-u)^{-1}]\subset \DZ(\!(u)\!)$
gibt es ein 
Polynom $Q\in\DQ[t]$  mit\label{LETT} 
$$E(u)\in \sum_{i\geq 0}Q(i)u^i + \DZ[u,u^{-1}]$$
\end{Lemma}
\begin{proof} Im Lichte der Partialbruchzerlegung aus dem
  Beweis von Lemma \ref{peGZ}  m"ussen wir das nur
  f"ur $E(u)=(1-u)^{-n}$ zeigen.  Die Binomialreihe \eref{BiRe}{AN1} oder auch elementare "Uberlegungen
liefern die Entwicklung
\begin{equation*}
\frac{1}{  (1-u)^n} = \sum^\infty_{i=0} \binom{-n}{i} (-u)^i = \sum^\infty_{i=0}
\binom{n+i-1}{n-1} u^i
\end{equation*}
Die Binomialkoeffizienten rechts 
sind  die Werte bei $t=i$ des Polynoms
\begin{equation*}
 Q_n (t) \pdef \binom{n+t-1}{n-1} = \frac{(n+t-1)(n+t-2)\ldots (t+1)}{(n-1)!}
\qedhere\end{equation*} 
\end{proof}


\begin{Bemerkungl}
Gegeben $k$ ein K"orper und $M$ ein endlich erzeugter 
graduierter Modul "uber dem Polynomring
$k[T_1, \ldots, T_n]$
 gibt es  Polynome $\op{Q}_M, \op{P}_M \in \mathbb Q [t]$ derart, 
da"s f"ur alle hinreichend gro"sen
$i \in \mathbb N$ gilt\label{HiPoo}
\begin{equation*}
 \dim_k M^{i} = {\op{Q}}_M (i) \quad\text{ und }\quad\dim_k M^{\leq i} = {\op{P}}_M (i).
\end{equation*}
Die erste Aussage folgt sofort aus Lemma \ref{LETT} angewandt auf die
erzeugende Funktion ${\op{E}}(M,u)$ von $M$. Die zweite Aussage folgt ebenso,
indem wir Lemma \ref{LETT} auf $(1-u)^{-1}{\op{E}}(M,u)$ anwenden.  
Beide Polynome sind offensichtlich eindeutig bestimmt. Das Polynom
${\op{P}}_M$ hei"st das 
{\bf Hilbert-Polynom\index{Hilbert-Polynom} von} $M$.
Es hat h"ochstens den Grad $n$ und sein  Grad ist die 
 Hilbertdimension des graduierten
 Moduls $M$, die wir bereits als Polstellenordnung der erzeugenden Funktion
 erkl"art hatten. \label{HiPoob}
 Die Multiplizit"at von $M$
 ist dann der Leitkoeffizient des Hilbertpolynoms multipliziert
 mit $d!$ f"ur $d$ die Hilbertdimension und seine Varianten $\op{mult}^d$
 k"onnen  auch beschrieben werden
 als der Grenzwert
 $$\op{mult}^d(M)\pdef \lim_{i\ra\infty}d!\op{dim}_kM^{\leq i}/i^d$$  
  Dasselbe gilt, wenn wir 
f"ur $k$ einen  Kring endlicher L"ange nehmen
und statt $\op{dim}_k M^{\leq i}$ die L"angen $ l_k (M^{\leq i})$
der  $k$-Moduln $ M^i$
betrachten.  
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkunge}
  Ganz allgemein wissen wir aus "Ubung \eref{numPO}{LA1}
  zu ganzwertigen Polynomen,
  da"s f"ur jedes Polynom in $\DQ[t]$ vom Grad $d\geq 0$, 
das an fast 
allen Punkten aus $\DN$ ganzzahlige Werte annimmt, 
das $(d!)$-fache seines Leitkoeffizienten eine ganze Zahl sein mu"s.
\end{Bemerkunge}




\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung} Seien $k$ ein K"orper und $M$ ein endlich erzeugter
  von Null verschiedener\label{DREFu} 
  graduierter Modul "uber dem Polynomring $k[T_1, \ldots, T_n]$.
  Ist $f:M\ra M$ ein Endomorphismus von $M$, der den Grad um $r$ erh"oht,
  und 
kennen wir f"ur $d\pdef \op{hdim}(M)$
die Absch"atzung $\op{hdim}(\op{cok}f)<d$,
so folgt 
 $\op{hdim}(\op{ker}f)<d$ und
$$\op{mult}^{d-1}(\op{cok}f)-\op{mult}^{d-1}(\op{ker}f)
=r\op{mult}^d(M)$$
Dasselbe gilt im Fall eines beliebigen Krings $k$ endlicher L"ange.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  F"ur den Polynomring $M=k[T_1, \ldots, T_n]$ "uber einem K"orper
  als graduierter Modul "uber sich selbst haben wir 
  $\op{dim}_k(M^{\leq m})={n+m \choose n}$ etwa nach \eref{MuMi}{GR}
  und folglich ${\op{P}}_M(t)={n+t \choose n}$ und $\op{hdim}M=n$ und $\op{mult}M=1$.
  Ist $k$ ein von Null verschiedener Kring endlicher L"ange $l$, so
  haben wir allgemeiner  ${\op{P}}_M(t)=l{n+t \choose n}$ und $\op{hdim}M=n$ sowie $\op{mult}M=l$. 
\end{Ubung}



\subsection{Satz von B\'ezout}

\begin{Bemerkungl}
  Sei  $(X,x)$ eine bepunktete Variet"at.
  Gegeben eine abgeschlossene Teilmenge $C\As X$ erkl"aren
  wir ihr {\bf lokales Verschwindungsideal}\index{Verschwindungsideal!lokales}
  $\mathcal I_x(C)\subset \mathcal O_{X,x}$ als die
  Menge aller Funktionskeime, die einen Repr"asentanten
  $(U,f)$ besitzen mit $x\in U\co X$ und $f\in \mathcal O_X(U)$ und  $f|_{U\cap C}=0$. Im Fall $x\not\in C$ ist insbesondere das lokale Verschwindungsideal der ganze lokale Ring.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}%[\textbf{Vielfachheit eines Schnittpunkts von Kurven in Fl"achen}] 
  Gegeben eine bepunktete $k$-Variet"at  $(X,x)$
  mit $\op{dim}_k(\mathfrak m_x/\mathfrak m_x^2)=\op{kdim}_xX$ und
abgeschlossene Teilmengen $C,D\As X$
  erkl"aren wir
  die {\bf Vielfachheit von $x$ als Schnittpunkt von $C$ und $D$} oder kurz 
  {\bf Schnittmultiplizit"at}\index{Schnittmultiplizit"at}  als 
\index{Vielfachheit!von Schnittpunkt}\label{SchM} 
\begin{equation*}
 {\op{s}}_x (C, D) := \dim_k \big(\mathcal O_{X,x} / (\mathcal I_x(C)+ \mathcal I_x(D))\big)\in\DN\sqcup\{\infty\}
\end{equation*}
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Die Bedingung $\op{dim}_k(\mathfrak m_x/\mathfrak m_x^2)=\op{kdim}_xX$
  bedeutet,
  wie wir sp"ater lernen werden, da"s $x$ ein
  \glqq glatter Punkt der Variet"at $X$\grqq\
  ist.  Ohne diese Annahme bleibt die Definition zwar
  formal sinnvoll, aber die so erkl"arten Zahlen bezeichnet man nicht mehr
  als Schnittmultiplizit"aten. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Anschauung f"ur Schnittpunkte im Unendlichen}] 
  Zwei ebene Kurven, die \glqq in derselben Richtung nach Unendlich gehen\grqq, haben
in dieser Richtung einen Schnittpunkt im Unendlichen. Zum Beispiel
schneiden sich die Abschl"usse der Kurven  $\mathcal Z(y-x^2)$ und 
$\mathcal Z(x+1)$ in
dem Punkt der projektiven Vervollst"andigung
$\DP^2k=\DV(k^2)$ der affinen Koordinatenebene,
der durch die $y$-Achse repr"asentiert wird.
\end{Bemerkungl}





\begin{Beispiel}
  Im Spezialfall von \hyperref[alKU]{Kurven} $C,D\As k^2=X$
  gibt es nach \ref{KKHSsds}
  quadratfreie Polynome $f,g$ mit $\mathcal I(C)=f$ und
  $\mathcal I(D)=g$.\label{BScM} 
  Genauer zeigen wir das in \ref{KKHSsds}  f"ur Hyperfl"achen in $k^2$,
  also abgeschlossene Teilmengen, deren irreduzible Komponenten alle die
  Krullkodimension Eins haben, und da"s diese
  wirklich genau unsere Kurven sind, also die "aqui-eindimensionalen abgeschlossenen Teilmengen, folgt aus \ref{kdkt}. 
  Sind unsere Polynome $f,g$ teilerfremd,
so ist der Quotient
$ k [T,S]/\langle f, g \rangle$ endlichdimensional
als $k$-Vektorraum nach \ref{Evfg}, da unsere beiden Polynome h"ochstens endlich viele
gemeinsame Nullstellen besitzen nach \eref{SBe}{AL} oder auch, da jede abgeschlossene echte Teilmenge einer irreduziblen eindimensionalen Variet"at
eine nulldimensionale Variet"at und folglich endlich sein mu"s und wir
diese Erkenntnis  auf alle irreduziblen Komponenten unserer Kurven anwenden k"onnen.
Die Lokalisierung unseres Quotienten ist dann auch endlichdimensional
als $k$-Vektorraum
nach
\ref{LokED}. Insbesondere ist unsere Vielfachheit ${\op{s}}_x(C,D)$ also
endlich, wenn
die Komponenten der Kurve $C$, die durch $x$ laufen, paarweise
verschieden sind von den  Komponenten der Kurve $D$, die durch $x$ laufen.
Im folgenden  listen wir noch einige genauere Aussagen f"ur die Schnittmultiplizit"at ${\op{s}}_x(C,D)$
unserer Kurven $C,D\As k^2$ auf und nehmen dabei an,
da"s sie keine gemeinsamen Komponenten haben, die durch $x$ gehen, und
da"s sie die Nullstellenmengen der quadratfreien Polynome $f,g$ sind.
\begin{enumerate}
\item
Die Schnittmultiplizit"at  ist Null ${\op{s}}_x (C, D)=0$ genau dann, wenn eine unserer Kurven gar nicht durch $x$ geht, denn genau dann
ist $f$ oder $g$ im lokalen Ring $\mathcal O_{X,x}$ eine Einheit und andernfalls geh"oren sie beide zum maximalen Ideal;
\item
Die Schnittmultiplizit"at  ist Eins ${\op{s}}_x (C, D)= 1$ genau dann,  wenn 
  $\bar f$ und $\bar g$ bereits $\mathfrak m_x /
  \mathfrak m^2_x$ erzeugen, denn genau dann erzeugen sie nach Nakayama bereits ganz
  $\mathfrak m_x$. In anderen Worten und vielleicht anschaulicher
  gesagt bedeutet diese Bedingung,
  da"s die Gradienten von $f$ und $g$ bei $x$ linear unabh"angig sind;
\item
  Im Fall $g(S,T)=T$ alias wenn die zweite unserer Kurven eine
  Koordinatenachse ist 
  finden wir als Schnittmultiplizit"at
  $${\op{s}}_{(0,0)}(C,D)=\op{inf}\{n\mid S^n\text{ teilt }f(S,0)\}$$ 
  den kleinstm"oglichen Grad eines Monoms in $S$, das mit von Null verschiedenem
  Koeffizienten in $f(S,0)$ auftaucht. Das ist leicht einzusehen.
  In anderen Worten ist das der Grad der Nullstelle am Ursprung der Einschr"ankung
  von $f$ auf unsere Koordinatenachse $T=0$. 
  Analog bestimmt man die Schnittmultiplizit"aten
  von beliebigen Kurven mit beliebigen affinen Geraden in $k^2$;
\item
  Sind  $\tilde f,\tilde g$ die von Null verschiedenen
  homogenen Komponenten kleinstm"oglichen Grades von $f,g$ und
  $r,s$ deren Grade, so gilt
  ${\op{s}}_{(0,0)}(C,D) \geq rs$ mit Gleichheit genau dann, wenn $\tilde f$ und $\tilde g$
  auch ihrerseits teilerfremd sind. Das verallgemeinert 
  die Aussage "uber transversalen Schnitt, ist aber
  nicht ganz so leicht einzusehen. Wir zeigen die Aussage in \ref{fASb}.
\item
  Ist $C=C_1\cup\ldots\cup C_n$ die Zerlegung in irreduzible Komponenten,
  so gilt $s_x(C,D)=s_x(C_1,D)+\ldots+ s_x(C_n,D)$. Der Nachweis bleibe
  dem Leser zur
  "Ubung "uberlassen.
\end{enumerate}
\end{Beispiel}

%\newpage

\begin{Satz}[\textbf{von B\'ezout "uber Schnitte ebener Kurven}]
$(k=\bar k)$. Zwei \hyperref[pKurve]{ebene projektive Kurven}   
 $C,D\As  \DP^2k$  ohne gemeinsame irreduzible Komponente 
haben mit Vielfachheiten gerechnet
genau so viele Schnittpunkte, wie das Produkt ihrer \hyperref[pgrad]{Grade}  angibt, 
in Formeln\label{Bezout}\index{Bezout@B\'ezout!Satz von} 
$$\sum_{x\in C\cap D}{\op{s}}_x(C,D)=(\op{grad}C)(\op{grad}D)$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
 Mehr zur Motivation und anschaulichen Bedeutung findet man in \ref{MoBB}.   
\end{Bemerkungl}


\begin{proof}
  Nach \ref{pgrad}  sind $C,D$ die projektiven Nullstellenmengen 
teilerfremder quadratfreier homogener Polynome
$f,g\in k[T_0,T_1,T_2]$. Wir setzen  $c\pdef \op{grad}C$ und
$d\pdef \op{grad}D$. 
Da es mir "ubersichtlicher scheint, schreibe ich von nun an 
statt $k[T_0,T_1,T_2]$ k"urzer $\mathcal O(k^3)$.  
Nach unseren Annahmen ist $f$ k"urzbar in $ \mathcal O(k^3)$ und
$g$ k"urzbar in $ \mathcal O(k^3)/\langle f\rangle$.
Mit unseren Erkenntnissen zur Multiplizit"at von
Kokernen homogener Selbstinjektionen \ref{DREF} folgt
$$\begin{array}{lllllll}\op{hdim}\mathcal O(k^3)/\langle f\rangle&=&2&&
\op{mult}\mathcal O(k^3)/\langle f\rangle&=&c\\[1mm]
\op{hdim}\mathcal O(k^3)/\langle f,g\rangle&=&1&&
\op{mult}\mathcal O(k^3)/\langle f,g\rangle&=&cd
\end{array}$$
Andererseits folgt $\op{kdim}(\mathcal Z(f))=2$ aus \ref{kdkt} und mit
dem Krull'schen Hauptidealsatz \ref{kHIg}, \ref{kHIgk}
weiter $\mathcal Z(f,g)$ "aquidimensional und 
$\op{kdim}(\mathcal Z(f,g))=1$. 
Nun hat unser Quotient $Q\pdef \mathcal O(k^3)/\langle f,g\rangle$
 nach "Ubung 
\ref{FiSPV} eine Filtrierung
$$0=Q_0\subset Q_1\subset\ldots \subset Q_m=Q$$
 durch homogene Ideale,
bei der s"amtliche Subquotienten $Q_a/Q_{a-1}$ isomorph sind zu
Quotienten $\mathcal O(k^3)/\frak p_a$ nach jeweils
einem homogenen Primideal $\frak p_a$.
In unserem Fall kommen
aus Dimensionsgr"unden f"ur die homogenen Primideale $\frak p_a$
nur die Verschwindungsideale von Ursprungsgeraden $\mathcal I^\ast(x)$
 f"ur $x\in \DP^2 k$ sowie das 
Verschwindungsideal $\mathcal I(0)$ des Ursprungs in Betracht. 
Nun gilt sicher
$\op{mult}^1\mathcal O(k^3)/\mathcal I^\ast(x)=\op{mult}^1\mathcal O^\ast(x)= 1$
f"ur alle $x\in \DP^2 k$ und f"ur das Verschwindungsideal des Ursprungs
haben wir $\op{mult}^1\mathcal O(k^3)/\mathcal I(0)=0$. 
Wegen der Additivit"at
der Multiplizit"at \ref{HiNoe3G} tritt in unserer Filtrierung
von $Q$ also  als
Subquotient genau $cd$ mal ein Quotient nach dem
 Verschwindungsideal einer 
Ursprungsgeraden auf, in Formeln 
$$cd=\op{card}\{a\mid \exists x\in \DP^2 k\text{ mit }
Q_a/Q_{a-1}\cong \mathcal O^\ast(x) \}$$ 
Unser Satz folgt, sobald wir f"ur alle $x\in \DP^2 k$ die Identit"at 
$${\op{s}}_x(C,D)=\op{card}\{a\mid 
Q_a/Q_{a-1}\cong \mathcal O^\ast(x) \}$$ 
zeigen k"onnen. Dazu d"urfen wir ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit 
annehmen, da"s $x$ im Bild der offenen  Einbettung 
$i_0: k^2 \hookrightarrow \mathbb P^2 k$ gegeben durch
$ (x_1, x_2) \mapsto
\langle 1, x_1, x_2 \rangle$ liegt.
%\newpage
  Wir erkl"aren nun 
f"ur jeden Modul $M$ "uber $\mathcal O (k^3)$ den $\mathcal O
(k^2)$-Modul $$\bar  M := M/(T_0 -1) M$$
Wir werden sp"ater lernen, inwiefern er aus $M$ durch \glqq
Restriktion unter der Einbettung $\tilde\imath_0:k^2\hra k^3, (x_1, x_2)
\mapsto
( 1, x_1, x_2 )$ der Ebene als affine Ebene im Raum\grqq\ entsteht,
aber bisher wissen wie noch nicht, was
ein \glqq Modul auf einer Variet"at\grqq\ sein sollte und wie wir so einen
\glqq Modul auf einer Variet"at\grqq\
auf eine abgeschlossene Untervariet"at einzuschr"anken h"atten. 
Ist wieder ganz explizit  $M$ ein graduierter
  $\mathcal O (k^3)$-Modul, so ist die Multiplikation mit $(T_0 -1)$ 
eine Injektion $(T_0 -1):M
  \hookrightarrow M$, denn f"ur jedes Element ungleich 
Null im Kern mu"s 
  seine tiefste von Null verschiedene homogene Komponente verschwinden und
  das geht eben nicht.  Ist  nun $N \hookrightarrow M \twoheadrightarrow Q$ eine
  kurze exakte Sequenz graduierter $\mathcal O (k^3)$-Moduln, so zeigt das
  Neunerlemma
  \begin{displaymath}
    \xymatrix{
      N\ar@{^{(}->}[r] \ar@{_{(}->}[d] & M \ar@{_{(}->}[d] \ar@{->>}[r] 
& Q \ar@{_{(}->}[d]\\
      N \ar@{^{(}->}[r]\ar@{->>}[d] & M \ar@{->>}[d]\ar@{->>}[r] 
& Q\ar@{->>}[d]\\
      \bar  N \ar[r] & \bar  M \ar[r] & \bar  Q
    }
  \end{displaymath}
   mit der Multiplikation mit $(T_0 -1) $ als oberer Vertikale, da"s auch die
  Sequenz $\bar  N \hookrightarrow \bar  M \twoheadrightarrow
  \bar  Q$ exakt ist. Es folgt leicht, da"s auch f"ur jede rechtsexakte
  Sequenz graduierter $\mathcal O (k^3)$-Moduln die Sequenz der Kokerne unter
  $(T_0-1)$ rechtsexakt ist. 
  %\newpage
Insbesondere wird die durch die Zeilenmatrix  
$(f,g)$ an erster Stelle
gegebene rechtsexakte Sequenz $\mathcal O (k^3)^{\oplus 2}\ra \mathcal O (k^3)\sra
\mathcal O (k^3) / \langle
  f,g\rangle $ unter dem Bilden des Kokerns von $(T_0-1)$
eine rechtsexakte Sequenz $$\mathcal O (k^2)^{\oplus 2}\ra \mathcal O (k^2)\ra
\mathcal O (k^2) / \langle
  \bar f,\bar g\rangle$$ f"ur $\bar f, \bar g \in\mathcal O (k^2)$ 
die Polynome, die
  aus den homogenen Polynomen 
 $f,g$ durch Einsetzen von $T_0 =1$ entstehen.
F"ur unser $Q = \mathcal O (k^3) / \langle
f,g\rangle $ vom Anfang des Beweises
erhalten wir damit $\bar  Q \cong \mathcal O (k^2)/
  \langle \bar f, \bar g \rangle$. Unsere
  Filtrierung von oben liefert weiter eine Filtrierung
  \begin{equation*}
    0 = \bar  Q_0 \subset \bar  Q_1 \subset \ldots \subset 
\bar  Q_m = \bar  Q
  \end{equation*}
  von $\bar  Q = \mathcal O (k^2) / \langle \bar f , \bar g \rangle$ mit
  Subquotienten $\bar  Q_a / \bar  Q_{a-1} \cong
  \overline{Q_a/Q_{a-1}}$.  Lokalisieren wir jetzt noch an einer Stelle $y \in
  k^2$, k"urzen $M_{\mathcal I(y)}\defp M_{(y)}$ ab f"ur jeden
  $\mathcal O (k^2)$-Modul $M$ 
 und erinnern, da"s Lokalisieren exakt ist, so erhalten wir f"ur
  $\bar Q_{(y)} \cong \mathcal O (k^2)_{(y)}/\langle \bar f , \bar g\rangle_{(y)}$ eine
  Filtrierung mit Subquotienten $(\overline{Q_a/ Q_{a-1}})_{(y)}$.  Diese 
Subquotienten sind
  aber eindimensional f"ur $Q_a / Q_{a-1} \cong \mathcal O^\ast (i_0(y))$ und
  Null sonst.  Im Licht unserer Definition der Schnittmultiplizit"at zeigt das
  dann f"ur $x =i_0(y)$ die gew"unschte Identit"at
  \begin{equation*}
    {\op{s}}_{x}(C, D) = \dim_k \mathcal O (k^2)_{(y)} / 
\langle \bar f , \bar g\rangle_{(y)} = \op{card} \{ a \mid Q_a
    /Q_{a-1} \cong \mathcal O^\ast (x)\}
 \qedhere \end{equation*}
 \end{proof}



%\newpage



\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
  Man bestimme die Schnittpunkte in $\DP^2\DC$ der konzentrischen Kreise
$x^2+y^2=1$ und $x^2+y^2=2$ sowie ihre jeweiligen Vielfachheiten.
\end{Ubung}






  \subsection{Graduierte Variante des Elementarteilersatzes**}
\begin{Proposition}\label{jhk}
Gegeben ein K"orper $k$  ist jeder endlich erzeugte 
graduierte Modul "uber dem Polynomring $k[t]$ mit seiner Standardgraduierung 
die direkte Summe von endlich vielen Untermoduln,
die jeweils von einem homogenen Element erzeugt werden.
\end{Proposition}
\begin{proof}
 Sei $M$ unser Modul und $T$ der Untermodul seiner Torsionselemente.
So ist $M/T$ frei und dann auch graduiert frei und die 
Surjektion $M \twoheadrightarrow
M/T$ besitzt eine graderhaltende Spaltung  
und liefert einen Isomorphismus von graduierten Moduln
$M \cong T \oplus M/T$.
Das anschlie"sende Lemma \ref{hgkt} beendet dann den Beweis.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
  Wir erinnern die Notation, nach der f"ur eine $\DZ$-graduierte 
abelsche Gruppe
$M=\bigoplus M^n$ mit  $M[j]$ die in der Graduierung verschobene 
Gruppe bezeichnet wird. Genauer setzen wir $(M[j])^n=M^{n+j}$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Lemma}\label{hgkt} 
Gegeben ein K"orper $k$ wird jeder endlichdimensionale 
graduierte und graduiert unzerlegbare 
$k[t]$-Modul $M$ von einem homogenen Element erzeugt. 
In Formeln ausgedr"uckt gibt es  also 
$i \in \mathbb N$, $j \in \mathbb Z$ und einen graderhaltenden
Isomorphismus
\begin{equation*}
M\cong k[t] / \langle t^{i+1} \rangle [j]
\end{equation*}
\end{Lemma}
\begin{proof}
 Sei $M$ ein von Null verschiedener endlichdimensionaler $\mathbb Z$-graduierter
$k[t]$-Modul und $m \in M$ ein Vektor mit 
kleinstm"oglichem Annullator, sagen wir
$\op{Ann} (m) = \langle t^{i+1}\rangle$. So ist $M$ sogar ein Modul "uber $k[t]/
\langle t^{i+1}\rangle$ und $m$ besitzt auch 
eine homogene Komponente, die von $t^i$
nicht annulliert wird.
Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit d"urfen wir 
also $m$ homogen annehmen, etwa
vom Grad $j$. Dann liefert  $m$ eine graderhaltende Einbettung
\begin{equation*}
 k [t] / \langle t^{i+1} \rangle [-j] \hookrightarrow M
\end{equation*}
Nehmen wir auf beiden Seiten den $k$-dualen $k[t]$-Modul, so wir sie
zu einer graderhaltenden Surjektion
$M^*\sra  k [t] / \langle t^{i+1} \rangle [l]$ f"ur geeignetes $l$ und mu"s
spalten als Surjektion auf einen freien Modul. Folglich
spaltete auch schon unsere Einbettung. War $M$ graduiert unzerlegbar, so mu"s sie folglich ein Isomorphismus gewesen sein.
\end{proof}

\begin{Korollar}[\textbf{Graduierte Variante des Elementarteilersatzes}]
 Seien $k$ ein K"orper und 
$M,N$ endlich erzeugte graduierte graduiert freie 
$k[t]$-Moduln.\index{Elementarteilersatz!graduierte Version} 
So gibt es f"ur jeden graderhaltenden Homomorphismus 
von  $k[t]$-Moduln
$$f: M \rightarrow N$$  Basen von $M$ und $N$ aus homogenen Elementen, 
bez"uglich derer
die Matrix unseres Homomorphismus h"ochstens auf der Diagonalen von Null
verschiedene Eintr"age hat.
\end{Korollar}
\begin{proof}
 Das Bild von $M$ ist graduiert frei, folglich spaltet $M$ als $M \cong
\op{ker} f \oplus \op{im f}$. Wir d"urfen also ohne Beschr"ankung der
Allgemeinheit $f$ injektiv annehmen. Indem wir sonst $M$ durch $tM$ ersetzen,
d"urfen wir sogar $M \subset t N$ annehmen.
Jetzt finden wir nach \ref{jhk} homogene Elemente $n_1, \ldots, n_r \in N$
derart, da"s die $\bar{n}_i \in N/M$ von Null verschieden sind und $N/M$
die direkte Summe der von den $\bar{n}_i$ erzeugten
zyklischen Untermoduln ist.
Sind genau die ersten $s$ dieser zyklischen Moduln endlichdimensional von den
Dimensionen $d(1), \ldots, d(s)$, so bilden 
$t^{d(1)+1} n_1, \ldots, t^{d(s)+1} n_s$
die gesuchte Basis von $M$.
\end{proof}










%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "XXKAG"
%%% End: 
