
\section{Mehr zu Gruppen}



\subsection{Die Frage nach der Klassifikation}\label{FdKL} 

  \begin{Bemerkungl}
    Ich erinnere an die Definition \eref{DeGr}{GR}. Eine
    {\bf Gruppe}
    ist eine Menge $G$ mit einer Verkn"upfung $G\times G\ra G$, $(a,b)\mapsto
    ab$ derart, da"s f"ur alle $a,b, c \in G$ gilt $ (a b) c = a (b c)$, da"s
    es ein Element $1 \in G$ gibt mit $1 a = a1= a \; \forall a \in G$, und
    da"s es f"ur alle $a, b \in G$ ein Element $c \in G$ gibt mit $a c = b$.
    Gegeben eine weitere Gruppe $H$ ist ein {\bf Gruppenhomomorphismus}
   $\varphi:G\ra H$ eine Abbildung 
von $G$ nach $H$  mit $\varphi(ab)=\varphi(a)\varphi(b)$
    f"ur alle $a,b\in G$. Die Menge aller Gruppenhomomorphismen von $G$ nach $H$ notiere ich $\op{Grp}(G,H)$. 
  \end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungl}
Wir 
wollen im folgenden   der Frage nachgehen, welche endlichen 
Gruppen \glqq  es "uberhaupt
gibt\grqq. Wir nennen 
zwei Gruppen   {\bf isomorph},\index{isomorph!Gruppen} 
 wenn es zwischen
ihnen einen Isomorphismus als da hei"st einen bijektiven Homomorphismus gibt.  
Die Frage, welche endlichen 
Gruppen es "uberhaupt gibt, k"onnen wir dann konkret
fassen als die folgende 
Aufgabe:
Man gebe eine Liste von endlichen Gruppen an derart, da"s jede
beliebige endliche Gruppe isomorph ist zu genau einer Gruppe dieser Liste.
In mathematischer Terminologie ist das die Frage nach 
der\index{Klassifikation!der endlichen Gruppen} 
{\bf Klassifikation der endlichen Gruppen}.
\end{Bemerkungl}


\begin{Beispiel}
F"ur Gruppen mit h"ochstens $4$ Elementen k"onnen wir diese
Aufgabe noch ohne alle Theorie auf direktem Wege l"osen.
Eine endliche Menge mit Verkn"upfung beschreiben wir
dazu durch ihre Verkn"upfungstabelle,
die im Fall einer Gruppe auch \defind{Gruppentafel} hei"st.
Zum Beispiel bilden die dritten 
Einheitswurzeln $1$, $\zeta=\exp(2\pi{\op{i}}/3)$ und 
$\eta=\exp(4\pi{\op{i}}/3)$ in
$\Bbb{C}$ 
unter der Multiplikation eine Gruppe mit der Gruppentafel
$$\\[2mm]
\begin{array}{c|c|c|c|}
&1&\zeta&\eta\\
\hline
1&1&\zeta&\eta\\
\hline
\zeta&\zeta&\eta&1\\
\hline
\eta&\eta&1&\zeta\\
\hline
\end{array}
\\[2mm]$$
Bei einer Gruppentafel  mu"s nach der K"urzungsregel 
\eref{KGr}{GR} 
in jeder Spalte und in jeder Zeile jedes Element genau einmal vorkommen.
Man sieht so recht leicht, da"s es bis auf Isomorphismus nur eine
Gruppe $G$ gibt mit $|G|$ Elementen f"ur $|G| = 1,2,3$. Man sieht 
so auch,  da"s
es f"ur $|G| =4$ bis auf Isomorphismus genau zwei M"oglichkeiten gibt,
die sich dadurch unterscheiden, ob jedes Element sein eigenes
Inverses ist oder nicht: Je nachdem haben wir,  bis auf
Isomorphismus, die sogenannte 
{\bf Klein'sche Vierergruppe}\index{Klein'sche Vierergruppe}
$\DZ/2\DZ\times \DZ/2\DZ$ oder 
die zyklische Gruppe $\DZ/4\DZ$ vor uns.
\end{Beispiel}
% \begin{Bemerkungl}
% Gegeben zwei Gruppen $G$ und $H$ k"onnen wir auch
% ihr kartesisches
% Produkt $G\times H$ zu einer Gruppe machen, indem wir darauf die
% komponentenweise Verkn"upfung $(g,h)(g',h')=(gg',hh')$ betrachten.
% Eine unserer beiden vierelementigen Gruppen ist isomorph 
% zu dem
% Produkt von zwei zweielementigen Gruppen.
% Um weiter zu kommen, brauchen wir bessere Konstruktionsverfahren f"ur
% Gruppen und mehr Theorie.  
% \end{Bemerkungl}
\begin{Bild}
  \centering
    \includegraphics[height=0.4\textheight]{SkriptenBilder/HBildSy}
\\[4mm]
\includegraphics[height=0.4\textheight]{SkriptenBilder/SBildSy}
\\
\noindent
Die vier Symmetrien des Buchstabens H und des
Sonnenrads, das wohl nicht zuletzt auch wegen seiner
Symmetriegruppe  so unvermittelt an furchtbare Zeiten der 
deutschen Geschichte erinnert.
\end{Bild}


\begin{Bemerkungl}
Warum interessieren wir uns
"uberhaupt f"ur Gruppen? Stellen wir uns doch einmal eine
ebene Figur vor, zum Beispiel eine stilisierte Bl"ute,
einen Buchstaben, oder allgemein eine beliebige Teilmenge
der Ebene $A\subset \DR^2$.
Unter einer \glqq Symmetriebewegung\grqq\  oder
kurz \defind{Symmetrie}
unserer Figur verstehen wir eine
abstandserhaltende Selbstabbildung $g$
der Ebene, die  unsere Figur in sich selber "uberf"uhrt,
in Formeln $gA=A$. Alle Symmetrien unserer Figur bilden unter der
Hintereinanderausf"uhrung als Verkn"upfung
eine Gruppe, die \defind{Symmetriegruppe} der Figur.
Bei den meisten Figuren
besteht die Symmetriegruppe nur aus einem  Element,
der Identit"at, aber ein Herz
hat schon zwei Symmetrien, die Identit"at und eine Spiegelung.
Der Buchstabe H hat sogar $4$ Symmetrien, ebensoviele wie das
Sonnenrad, aber
die Symmetriegruppen dieser beiden Figuren  sind nicht isomorph.
In diesem Sinne kann man das Konzept einer Gruppe interpretieren als
eine Formalisierung der Idee eines
\glqq abstrakten Symmetrietyps\grqq.
\end{Bemerkungl}













\subsection{Kompositionsreihen}
\begin{Bemerkungl}
  Ich erinnere an 
Restklassen \eref{ReKa}{LA2}, Normalteiler 
\eref{NoTei}{LA2}, Gruppenwirkungen \eref{GWi}{LA2}, 
Bahnformel \eref{BaFo}{LA2} 
und Konjugationsklassen \eref{KonKa}{LA2}.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
  Eine Gruppe hei"st
  {\bf einfach},\index{einfach!Gruppe}\index{Gruppe!einfache} 
wenn sie nicht nur aus dem neutralen
Element  besteht, aber au"ser dem neutralen Element und der ganzen
Gruppe keine weiteren Normalteiler hat.\label{EifG} 
\end{Definition}
\begin{Beispiele}
Einfache Gruppen sind die
zyklischen Gruppen von
Primzahlordnung und die sogenannten
{\bf alternierenden Gruppen}\index{alternierende Gruppe} 
$$A_r\pdef\ker(\op{sgn}:\cal{S}_r\ra\{\pm 1\})$$
aller geraden Permutationen von $r$ Objekten unter der Annahme $r\geq 5$, 
wie wir
als Satz \ref{A5E} zeigen werden. 
Nicht zeigen werden wir, da"s die  alternierende Gruppe $A_5$
die kleinste nichtabelsche
einfache Gruppe ist. 
Diese Gruppe ist "ubrigends genau unsere
Ikosaedergruppe aus \eref{KED}{LA2} aller Drehsymmetrien eines
Ikosaeders, was wir im anschlie"senden Satz \ref{ie} 
zeigen. 
\end{Beispiele}

\begin{Bemerkunge}
Alle endlichen einfachen
Gruppen sind seit etwa 1980 bekannt, ihre Klassifikation ist jedoch
schwierig und man kann nur hoffen, da"s zuk"unftige
Forschungen noch substantielle Vereinfachungen
der Argumente erlauben. Eine wesentliche Zutat ist ein ber"uhmter
Satz von {\bf Feit-Thompson}\index{Feit-Thompson!Satz von}, 
nach dem jede
endliche einfache nicht abelsche Gruppe eine gerade
Ordnung haben mu"s.  
\end{Bemerkunge}



\begin{Satz}
  Die Ikosaedergruppe  ist einfach und isomorph zur alternierenden Gruppe
  $A_{5}$.\label{ie}
\end{Satz}








\begin{proof}
   Ein Ikosaeder hat $12$ Ecken, $20$ Fl"achen und $30$ Kanten.
  Jedes Paar von gegen"uberliegenden Ecken liefert vier Elemente der Ordnung $5$
  in $I$, macht $24$ Elemente der Ordnung $5$.  Jedes Paar von gegen"uberliegenden
  Fl"achen liefert zwei Elemente der Ordnung $3$ in $I$, macht $20$ Elemente der
  Ordnung $3$.  Jedes Paar von gegen"uberliegenden Kanten liefert ein Element
  der Ordnung $2$ in $I$, macht $15$ Elemente der Ordnung $2$.  Zusammen mit dem
  neutralen Element haben wir damit alle Gruppenelemente aufgelistet, denn es
  gilt
$$60 = 1+15+20+24$$
Da je zwei Kanten des Ikosaeders durch eine Drehsymmetrie des Ikosaeders
ineinander "uberf"uhrt werden k"onnen, bilden die $15$ Elemente der Ordnung $2$
eine Konjugationsklasse: Sind in der Tat $K$ und $L$ Kanten und
$d_k$, $d_L$ die nichttrivialen Drehsymmetrien, die sie jeweils in sich selbst
"uberf"uhren, und ist $g$ eine Drehsymmetrie mit $g(K)=L$, so gilt
$d_K=g^{-1}d_L g$.  "Ahnlich sieht man, da"s alle $20$ Elemente der
Ordnung $3$ eine Konjugationsklasse bilden.  F"ur die Elemente der Ordnung $5$
kann das nicht gelten, denn $24$ ist kein Teiler von $60$. Mit "ahnlichen
"Uberlegungen erkennt man jedoch, da"s die $24$ Elemente der 
Ordnung $5$ zerfallen
in zwei Konjugationsklassen von je $12$ Elementen, bestehend aus Drehungen 
einmal um
Winkel $\pm \frac{2\pi}{5}$ und ein andermal um Winkel $\pm \frac{4\pi}{5}$. 
Die Kardinalit"aten der Konjuga\-tionsklassen 
sind also genau die Summanden auf der rechten Seite der Gleichung
$$60=1+ 15+20+12+12$$
Ist nun  $N\subset I$ ein Normalteiler, so mu"s die Ordnung von
$N$ ein Teiler sein von $60$ und eine Summe von Kardinalit"aten von
Konjugationsklassen, darunter die Konjugationsklasse des
neutralen Elements.  Die einzigen solchen Zahlen sind aber $1$ und $60$, folglich
ist die Ikosaedergruppe $I$ einfach.
 \begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildIW}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
 Einer der f"unf eingeschriebenen W"urfel eines Dodekaeders, mit
    gestrichelt eingezeichneten Kanten.
\end{minipage}
 \end{figure}
Man  "uberlegt sich nun
anhand der nebenstehenden Zeichnung, da"s es
genau f"unf M"oglichkeiten gibt, aus den $20$ Ecken eines Dodekaeders,
die ja gerade die Fl"achenmitten eines Ikosaeders bilden, $8$ Ecken so
auszusuchen, da"s sie die Ecken eines W"urfels bilden:
  Auf der Menge dieser $ 5$
einbeschriebenen W"urfel operiert unsere Gruppe dann nat"urlich auch. Wir
erhalten so einen Gruppenhomomorphismus
$$\varphi : I \ra \cal{S}_{5}$$
Der Kern von $\op{sgn} \circ \varphi : I \ra \{+1,-1\}$ ist ein 
Normalteiler von $I$ mit $30$ oder $60$ Elementen,
es folgt $\ker (\op{sgn} \circ \varphi) = I$
und $\varphi$ induziert folglich einen Gruppenhomomorphismus nach $A_{5}=\ker
(\op{sgn}) \subset \cal{S}_{5}$. Der Kern von $\varphi : I \ra \cal{S}_{5}$
ist auch ein von $I$ verschiedener Normalteiler von $I$ und es folgt
$\ker \varphi=1$. Durch Abz"ahlen sehen wir dann,
da"s $\varphi$ einen Isomorphismus
$\varphi : I \sira A_{5}$ induziert.
\end{proof}







\begin{Definition}
Eine {\bf Kompositionsreihe}\index{Kompositionsreihe!einer Gruppe} 
einer Gruppe $G$ 
ist eine Folge von Untergruppen
$$G = G_{r}\supset G_{r-1} \supset \ldots\supset G_{0} =1$$
derart, da"s jede Gruppe unserer Folge ein Normalteiler in der
n"achstgr"o"seren Gruppe ist und da"s die sukzessiven Quotienten 
einfach sind, da"s also in Formeln
$G_{i}/G_{i-1}$ einfach ist f"ur $1\leq \op{i} \leq r$. Die Gruppen
$G_{i}/G_{i-1}$ 
hei"sen die {\bf Subquotienten}\index{Subquotient!einer Kompositionsreihe}
der Kompositionsreihe.
\end{Definition}
\begin{Satz}[\textbf{Jordan-H"older}]
Je zwei Kompositionsreihen einer endlichen Gruppe haben dieselbe L"ange
und\label{JH} 
bis auf Reihenfolge isomorphe Subquo\-tien\-ten,\index{Jordan-H"older!f"ur
  endliche Gruppen}
die sogenannten 
\emph{\bf Kompositionsfaktoren}\index{Kompositionsfaktor!von Gruppe}  
unserer Gruppe. Ist  genauer 
$G$ eine endliche Gruppe und sind $G = M_{r}
\supset\ldots \supset M_{0} = 1$ und $G = N_{s} \supset \ldots \supset
N_{0}=1$ Kompositionsreihen von $G$, so haben wir $r = s$ und es gibt eine
Permutation $\sigma \in \cal{S}_{r}$ mit $N_{i}/N_{i-1} \cong
M_{\sigma (i)} /M_{\sigma(i)-1} $ f"ur alle $ i$.
\end{Satz}

\begin{Beispiel}
  Jede abelsche Gruppe mit $n$ Elementen hat als Kompositionsfaktoren
die zyklischen Gruppen $\DZ/p_i\DZ$ f"ur $n=p_1\ldots p_r$ die
Primfaktorzerlegung von $n$. Jeder 
endlichdimensionale Vektorraum $V$ "uber $\mathbb F_p$ f"ur
eine Primzahl $p$ hat insbesondere als Kompositionsfaktoren 
$\op{dim}V$ Kopien von $\mathbb F_p$. 
Die Kompositionsfaktoren der symmetrischen Gruppen
$\mathcal S_r$  werden wird in
\ref{A5E} und \ref{A4Af} diskutieren: Ab $r=5$ ist der Kern des Signums
ein einfacher Normalteiler und unsere Gruppe hat folglich nur zwei
Kompositionsfaktoren, diesen Normalteiler und $\DZ/2\DZ$.
\end{Beispiel}
\begin{proof}[Beweis]
Wir zeigen das durch Induktion "uber die Gruppenordnung. Seien
$$\begin{array}{ccccccc}
G & \supset & M & \supset &\ldots &\supset & 1\\
G & \supset & N &\supset &\ldots & \supset & 1
\end{array}$$
zwei Kompositionsreihen.
Gilt $M = N$, so folgt der Satz per Induktion.
Sonst ist das Bild von $M$ in $ G/N$ ein von $1$ verschiedener Normalteiler,
denn das Bild jedes Normalteilers unter einem surjektiven Gruppenhomomorphismus ist wieder ein Normalteiler.
Da $ G/N$ einfach ist, liefert die offensichtliche Abbildung notwendig 
eine Surjektion $M\sra G/N$ und
einen Isomorphismus $M / (M \cap N) \sira
G/N$. Ebenso erhalten wir auch  $N/ (M\cap N) \sira G/M$.
Deuten wir mit $(M \cap N) \supset \ldots \supset 1$ eine
Kompositionsreihe des Schnitts an, so hat die Gruppe $G$ also
Kompositionsreihen
$$\begin{array}{ccccccccc}
G & \supset & M & \supset & && \ldots & \supset  & 1\\
G & \supset & M &\supset & (M \cap N)& \supset& \ldots &\supset &1\\
G & \supset & N & \supset & (M \cap N)&\supset &\ldots & \supset &1\\
G & \supset & N & \supset & && \ldots & \supset  & 1
\end{array}$$
Je zwei in dieser Liste benachbarte Kompositionsreihen haben aber nach
Induktionsannahme und den oben erw"ahnten Isomorphismen bis
auf Reihenfolge dieselben Subquotienten.
\end{proof}





\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubunge}
  Man zeige die Aussage des Satzes von
  Jordan-H"older \ref{JH}, ohne die Endlichkeit der Gruppe
vorauszusetzen. Man zeige auch, da"s  in einer Gruppe mit
Kompositionsreihe  eine absteigende Folge von Untergruppen,
die jeweils echte Normalteiler in der n"achstgr"o"seren Untergruppe sind,
h"ochstens so lang sein kann wie besagte 
Kompositionsreihe.\index{Jordan-H"older!f"ur Gruppen}
\end{Ubunge}

\begin{Ubunge}[\textbf{Semidirektes Produkt}] 
  Seien $\varphi:G\sra B$  ein surjektiver Gruppenhomomorphismus mit Kern  $N\pdef \op{ker}\varphi$\label{Spn}  
  und $\sigma:B\hra G$ eine Spaltung von $\varphi$, also ein Gruppenhomomorphismus
  mit $\sigma\circ\varphi=\op{id}_B$. Man zeige, da"s dann die Abbildung
  $(n,b)\mapsto n\sigma(b)$ 
  eine Bijektion $N\times B \sira G$ liefert und da"s
  die Verkn"upfung von $G$ unter dieser Bijektion derjenigen Verkn"upfung
  auf $N\times B$ entspricht, die gegeben wird durch
   $$(m,a)(n,b)=(m\op{int}_{\sigma (a)}(n), ab)\quad\forall m,n\in N\text{ und } a,b\in B.$$
 Sind umgekehrt $N,B$ Gruppen und  $\tau:B\ra {\op{Grp}}^\times N, a\mapsto \tau_a$
ein Gruppenhomomorphismus von $B$ in die Automorphismengruppe von $N$, 
so wird $N\times B$ mit der 
Verkn"upfung\index{)x@$\rtimes$ semidirektes Produkt}
$$(m,a)(n,b)\pdef (m\tau_a(n),ab)\quad\forall m,n\in N\text{ und } a,b\in B$$
 zu einer  Gruppe.  Diese Gruppe hei"st das  
{\bf semidirekte
Produkt\index{Produkt!von Gruppen!semidirektes}\index{semidirektes Produkt}
von $N$ mit $B$ "uber $\tau$} und wird  notiert als
$$N\rtimes B=N\rtimes_\tau B$$
\end{Ubunge}
\begin{Bemerkunge}
  Ist speziell eine Gruppe $N$ ein Produkt von $n$ Kopien einer festen Gruppe
  $N=A^n=A\times\ldots\times A$ und operiert eine weitere Gruppe
$B$ darauf durch Vertauschung der\label{KraP} 
  Faktoren, also in hoffentlich offensichtlicher Weise vermittels eines
  Gruppenhomomorphismus $B\ra \cal{S}_n$, so bezeichnet man das zugeh"orige
  semidirekte Produkt als \defind{Kranzprodukt} und notiert es
  $N\rtimes B\defp A\wr B$.
\end{Bemerkunge}






\begin{Ubunge}
  Man zeige, da"s die symmetrische Gruppe $\mathcal S_4$ isomorph ist zum
  semidirekten Produkt der $\mathcal S_3$ mit der Klein'schen Vierergruppe
  $\mathbb F_2^2$ in Bezug auf einen und jeden Isomorphismus
  $\mathcal S_3\sira \op{GL}(2;\mathbb F_2)$.
\end{Ubunge}


\subsection{$p$-Gruppen}
\begin{Definition}
Das \defnoind{Zentrum}\index{Zentrum!einer Gruppe} 
einer Gruppe $G$ ist die Menge\index{Z@${\op{Z}}(G)$ Zentrum der Gruppe $G$} 
$${\op{Z}}(G) \pdef \{ x\in G\mid xg =gx \quad \forall g \in G\}$$
derjenigen Gruppenelemente,
die mit allen anderen Gruppenelementen kommutieren.  
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}
Offensichtlich ist das Zentrum ein Normalteiler, was im "Ubrigen auch
die alternative Beschreibung
${\op{Z}}(G) = \ker (\op{int} : G \ra \op{Grp}^\times (G))$   als Kern eines Gruppenhomomorphismus  in den Notationen 
aus \eref{KonKa}{LA2} sofort zeigt. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}
Die Standgruppe von $g \in G$ unter der Operation
von $G$ auf sich selbst durch
Konjugation hei"st\label{DefZ}  
der {\bf Zentralisator}\index{Zentralisator!von Element} ${\op{Z}}_{G} (g)$ von
$g$,\index{Z@${\op{Z}}_{G} (g)$ Zentralisator von $g$ in $G$} 
in Formeln $${\op{Z}}_{G} (g) =\{x \in G\mid xgx^{-1} = g\}$$  
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}\label{KlGll}
Ist $G$ eine endliche Gruppe, $G = C_{1} \sqcup \ldots
\sqcup C_{r}$ ihre Zerlegung in Konjugationsklassen und $g_{i} \in
C_{i}$ jeweils ein Element, so  liefert die
Bahnformel \eref{BF}{LA2}   
die sogenannte {\bf Klassengleichung}\index{Klassengleichung}
$$\begin{array}{ccl}
|G| &=& |C_{1}| \;\;\;+\;\;\; \ldots\;\;\; + \;\;\;|C_{r}|\\[2mm]
 &=& |G|/|{\op{Z}}_{G}(g_{1})| + \ldots + |G|/|{\op{Z}}_{G}(g_{r})|
 \end{array}$$
Die einelementigen Konjugationsklassen sind dabei genau
die Konjugationsklassen der Elemente des Zentrums.
\end{Bemerkungl}
  \begin{Definition}
    Sei $p$ eine Primzahl.  Eine
    \defnoind{$p$-Gruppe}\index{p-Gruppe@$p$-Gruppe} ist eine endliche Gruppe,
    deren Ordnung eine Potenz von $p$ ist.  Die triviale Gruppe 
hat $p^0$ Elemente und ist
damit nach unserer Konvention \eref{PPP}{LA2}
eine $p$-Gruppe f"ur jede Primzahl $p$. 
\end{Definition}







\begin{Proposition}\label{NTZ}
Jede nichttriviale $p$-Gruppe hat nichttriviales Zentrum.
\end{Proposition}
%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%

%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%
\begin{proof}[Beweis]
Wir zerlegen  unsere Gruppe in Konjugationsklassen $G = C_{1} \sqcup
\ldots \sqcup C_{r}$. Nach der Bahnformel sind alle Kardinalit"aten 
von Konjugationsklassen $|C_{i}|$ 
Teiler von $|G|$, also
$p$-Potenzen.
Die einelementigen Konjugationsklassen geh"oren dabei genau zu den
Elementen des Zentrums von $G$ und wir folgern
$$|G| \equiv |{\op{Z}}(G)|\pmod{p}$$
Da nun das Zentrum stets mindestens ein Element hat, n"amlich das neutrale
Element, mu"s es im Fall einer nichttrivialen $p$-Gruppe 
sogar mindestens $p$ Elemente haben.
\end{proof}
\begin{Korollar}[\textbf{Gruppen von Primquadratordnung sind abelsch}] 
Ist die Ordnung einer  Gruppe das Quadrat einer Primzahl $p$,
so ist die besagte Gruppe abelsch, in Formeln:\label{p2A} 
$$|G|=p^2\;\RA\; {\op{Z}}(G)=G$$
\end{Korollar}

\begin{proof}
Nach der vorhergehenden Proposition \ref{NTZ} hat das Zentrum unserer Gruppe
mindestens $p$ Elemente. G"abe es nun au"serhalb des Zentrums
noch ein weiteres Element unserer Gruppe, so m"u"ste dieses Element zusammen
mit dem Zentrum eine kommutative Untergruppe mit mehr
als $p$ Elementen erzeugen. 
Diese aber w"are dann nach dem Satz von Lagrange \eref{UGL}{LA2}   
bereits die 
ganze Gruppe.
\end{proof}
\begin{Korollar}[\textbf{Gruppen von Primquadratordnung bis auf Isomorphismus}] 
Ist die Ordnung einer  Gruppe $G$ das Quadrat einer Primzahl $p$,
so ist die besagte Gruppe isomorph\label{efPQ} zu genau einer der beiden Gruppen
$$\DZ/p^2\DZ\quad\text{ oder }\quad(\DZ/p\DZ)^2$$
\end{Korollar}
\begin{proof} Nach \ref{p2A} ist $G$ abelsch. Ist  $G$  nicht zyklisch,
   so mu"s jedes Element von
  $G$ die Ordnung $p$ oder die Ordnung $1$ haben. Mithin gibt es 
  nach "Ubung \eref{AGVV}{LA1}
  auf $G$ genau eine Struktur als Vektorraum "uber $\mathbb F_p$.
  Z"ahlen der Elemente zeigt, da"s dann $G$ ein zweidimensionaler
  $\mathbb F_p$-Vektorraum sein mu"s. 
\end{proof}



\begin{Bemerkungl} Gegeben eine Gruppe $G$ k"onnen wir ihr
  Zentrum ${\op{Z}}(G)$ betrachten und die Quotientengruppe $G/{\op{Z}}(G)$
  bilden.
  Eine Gruppe hei"st {\bf nilpotent}\index{nilpotent!Gruppe}, wenn
  wiederholtes Anwenden dieser Konstruktion in endlich vielen Schritten zur
  trivialen einelementigen Gruppe f"uhrt.\label{nilp} 
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\defnoind{Struktur von $p$-Gruppen}]\label{AL}
  Jede $p$-Gruppe ist nilpotent.
  Ist $G$ eine $p$-Gruppe, so gibt es in $G$ sogar eine Kette
$G= G_{r} \supset G_{r-1} \supset \ldots \supset G_{0} =1$
von Untergruppen mit $|G_{i}/G_{i-1}|=p$ und  $G_{i}/G_{i-1}\subset {\op{Z}}(G/G_{i-1})$ f"ur alle $i$. 
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis]
  Jede nichttriviale $p$-Gruppe hat nichttriviales Zentrum und damit folgt
  die erste Aussage leicht mit Induktion "uber die Gruppenordnung.
  In diesem nichttrivialen Zentrum mu"s es
  offensichtlich auch ein nichtneutrales Element $x\neq 1$ geben. 
  Das mu"s als Ordnung eine $p$-Potenz $\op{ord}(x)=p^r$ haben
  mit $r\geq 1$. Dann
  ist seine $p^{r-1}$-te Potenz $a\pdef x^{p^{r-1}}$
  ein Element der Ordnung $p$  und
  erzeugt eine zyklische und zentrale  Untergruppe der Ordnung $p$.
  Damit  folgt
  die zweite Aussage genauso.
\end{proof}





\subsubsection*{"Ubungen}



\begin{Ubunge} 
  Gegeben Elemente $a,b$ einer Gruppe $G$ setzt man
  $(a,b)\pdef aba^{-1}b^{-1}$ und nennt dies Element den
  {\bf Kommutator von $a$ und $b$}.\index{Kommutator!in Gruppe}
  Gegeben Teilmengen $A,B$ einer Gruppe bezeichnen wir mit 
  $(A,B)\pdef \langle(A,B)\rangle$
  die von den Kommutatoren erzeugte Untergruppe.
  Jetzt definiert man induktiv die {\bf absteigende Zentralreihe}\index{Zentralreihe!absteigende} einer Gruppe $G$
  durch $G^0\pdef G$ und $  G^{i}\pdef (G^{i-1},G)$ f"ur $i\geq 1$.
  Man zeige, da"s eine Gruppe genau dann nilpotent ist, wenn ihre
  absteigende Zentralreihe nach endlich vielen Schritten bei der trivialen
  Gruppe landet, wenn also in Formeln gilt $G^i=1$ f"ur $i\gg 0$.
\end{Ubunge}
 

\begin{Ubunge}
  Jede Untergruppe einer nilpotenten Gruppe ist nilpotent.
F"ur jedes $n$ ist die 
Gruppe der oberen $(n\times n)$-Dreiecksmatrizen 
mit Einsen auf der Diagonale und 
Eintr"agen in irgendeinem Ring nilpotent.\label{hgtt}
\end{Ubunge}
\begin{Ubunge}
Man bestimme das Zentrum der Gruppe $\op{GL} (n;k)$ f"ur $n\in \DN$ und
$k$ ein K"orper. Man bestimme das Zentrum der Symmetriegruppe eines Quadrats.
\end{Ubunge}










\subsection{Sylows"atze}


\begin{Definition}
  Seien $G$ eine endliche Gruppe und $p$ eine Primzahl.
Eine Untergruppe $P\subset G$ hei"st eine 
{\bf $p$-Sylowuntergruppe}\index{Sylowuntergruppe} oder kurz 
{\bf $p$-Sylow\index{Sylow} von $G$},
 wenn ihre Kardinalit"at $|P|$ die h"ochste $p$-Potenz ist,
die die Gruppenordnung $|G|$ teilt.
\end{Definition}
\begin{Beispiel}
  Eine $2$-Sylow in der Gruppe der $24$ Drehsymmetrien eines W"urfels
ist per definitionem eine Untergruppe mit $8$ Elementen. 
Zum Beispiel w"are jede Untergruppe, die die Achse durch die
Mittelpunkte zweier gegen"uberliegender Fl"achen stabilisiert,
eine solche $2$-Sylow, die nebenbei bemerkt isomorph ist zur Bierdeckelgruppe.
Die einzige $5$-Sylow in derselben Gruppe w"are 
in unserer Terminologie
die
einelementige Untergruppe. Viele Autoren
verstehen aber auch 
abweichend unter Sylowuntergruppen nur diejenigen Untergruppen,
die wir in unserer Terminologie als \glqq nichttriviale Sylowuntergruppen\grqq\ 
ansprechen w"urden.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel} Die f"unf einbeschriebenen W"urfel eines Dodekaeders
  entsprechen eineindeutig den $2$-Sylows unserer Ikosaedergruppe: Diese sind genau
    die vierelementigen Diedergruppen, die von den drei durch die
    Fl"achenmitten eines festen einbeschriebenen
    W"urfels stechenden Geraden jede in sich
    "uberf"uhren. Da"s es keine anderen $2$-Sylows in der Ikosaedergruppe gibt,
    wird sp"ater aus der Aussage folgen, da"s je zwei $p$-Sylows zueinander
    konjugiert sind. 
\end{Beispiel}


 

\begin{Bemerkungl}
  Die Operation durch Konjugation einer Gruppe $G$ auf sich selber 
induziert eine Operation unserer Gruppe auf ihrer Potenzmenge $\mathcal P(G)$,
die wir auch als {\bf Konjugation}  ansprechen. Im folgenden verwenden
wir oft die davon auf der Teilmenge 
$\mathcal U(G)\subset \mathcal P(G)$ aller Untergruppen induzierte Operation.
Insbesondere hei"sen also zwei Untergruppen $H,K\subset G$ 
{\bf zueinander konjugiert}\index{konjugiert!Untergruppen},
wenn es $g\in G$ gibt mit $H=gKg^{-1}$. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\defnoind{S"atze von Sylow}]\label{SaSy}\index{Sylows"atze}
Seien $G$ eine endliche Gruppe, $p$ eine Primzahl und $p^{r}$ die
gr"o"ste $p$-Potenz, die die Gruppenordnung $|G|$ teilt. So gilt:
\begin{enumerate}
\item
Unsere Gruppe $G$ besitzt Untergruppen der Ordnung $p^{r}$ alias 
 $p$-Sylows;
\item
Je zwei $p$-Sylows von $G$ sind zueinander konjugiert;
\item
Jede Untergruppe von $G$, deren Ordnung eine $p$-Potenz ist, liegt in einer
$p$-Sylow von $G$;
\item
Die Zahl der $p$-Sylows von $G$ ist ein Teiler von $|G|/p^{r}$
und kongruent zu $1$ modulo $p$.
\end{enumerate}
\end{Satz}

  \begin{Beispiel}[\textbf{Sylows endlicher abelscher Gruppen}]
    Ist $G$ eine endliche abelsche Gruppe, so gibt es insbesondere genau eine
    $p$-Sylow f"ur alle $p$. Wir kennen diese Untergruppe schon aus
    Proposition \eref{ZAB}{LA2}: Es ist die Untergruppe $G(p)$ aller
    Elemente von $G$, deren Ordnung eine $p$-Potenz ist.
  \end{Beispiel}



  \begin{Beispiel}[\textbf{Zwei-Sylows der W"urfelgruppe}]
    Im Fall der Gruppe der $24$ Drehsymmetrien eines W"urfels liefern die drei
    Paare gegen"uberliegender Fl"achen drei $2$-Sylows,
    bestehend aus allen Drehsymmetrien, die das jeweilige Paar in sich
    "uberf"uhren. Das m"ussen dann auch bereits alle $2$-Sylows alias alle
    $8$-elementigen Untergruppen dieser Gruppe sein, wie man unschwer aus Teil
    2 oder auch aus Teil 4 des vorhergehenden Satzes folgern kann.
  \end{Beispiel}



\begin{proof}[Beweis]
1. 
 Wir argumentieren durch Induktion "uber $|G|$. 
Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit d"urfen wir annehmen, da"s
$p$ die Ordnung unserer Gruppe teilt. Ist  $G = C_{1} \sqcup \ldots
\sqcup C_{s}$ die Zerlegung in Konjugationsklassen und $g_{i} \in
C_{i}$ f"ur $1\leq i\leq t$ jeweils ein Element aus jeder Konjugationsklasse mit mehr als
einem Element, so  liefert die
Bahnformel  nach \ref{KlGll}  
die  Klassengleichung
$$
|G| =  |G|/|{\op{Z}}_{G}(g_{1})| + \ldots + |G|/|{\op{Z}}_{G}(g_{t})|
+|\op{Z}(G)| $$
Teilt $p$ die Ordnung $|\op{Z}(G)|$ des Zentrums von $G$, 
so gibt es nach dem Satz von Cauchy f"ur abelsche Gruppen  \eref{ZABc}{LA2}    
in ${\op{Z}}(G)$ ein Element $g$ der
Ordnung $p$.
Nach der Induktionsannahme finden wir nun eine $p$-Sylow von
$G/\langle g\rangle$ und deren Urbild in $G$ ist  notwendig eine
$p$-Sylow von $G$. Gilt sonst $p\nmid |\op{Z}(G)|$,
so finden wir auch ein $i$ mit
$p\nmid|G|/|{\op{Z}}_{G}(g_{i})|$ und dann folgt die Behauptung direkt aus der
Induktionsannahme angewendet auf die Gruppe ${\op{Z}}_{G}(g_{i})$, die ja nicht
ganz $G$ sein kann, da keines unserer $g_i$  zum Zentrum von $G$ geh"ort.  
\\[2mm]\noindent
5. Vor dem weiteren Fortgang des Beweises 
erg"anzen wir nun unseren Satz um einen technischeren Teil 5,
der dann als n"achstes bewiesen wird.
Bezeichne $\cal{S}$ die Menge aller $p$-Sylows von $G$.
Die Gruppe  $G$  operiert auf $\cal{S}$ durch Konjugation.
Wir vereinbaren als Notation f"ur den weiteren
Verlauf des Beweises die folgenden Konventionen:
Bezeichnen wir eine Sylow  durch einen kleinen 
Buchstaben, so fassen wir sie
prim"ar als ein Element $x\in \cal{S}$ auf und notieren 
die mit $g\in G$ konjugierte
Sylow  $gx$. Bezeichnen wir eine 
Sylow jedoch durch einen gro"sen 
Buchstaben, so fassen wir sie prim"ar als 
eine Teilmenge $P\subset G$ auf
und notieren  die mit $g\in G$ konjugierte
Sylow  $gPg^{-1}$. Ich erg"anze nun mit diesen Notationen
den Satz um die folgende 
 technische Aussage:
{\em
\begin{enumerate}
\item[5.]
Ist $H\subset G$ eine $p$-Gruppe und $y=Q\in \mathcal S$ ein Fixpunkt von
$H$ in der Menge aller $p$-Sylows von $G$, so gilt $H\subset Q$.
\end{enumerate}}
\noindent
In der Tat besagt die Fixpunkteigenschaft
$h Q h^{-1}= Q \; \forall h\in H$.
Mithin ist $HQ=QH$ eine Untergruppe von $G$. Ihre Ordnung ist
$|QH|=|QH/H|\cdot |H|$. Nun ist $QH/H$ unter der Operation von
$Q$ durch Linksmultiplikation eine einzige $Q$-Bahn
und damit ist $|QH/H|$ eine $p$-Potenz. Da auch $|H|$ eine $p$-Potenz
ist, mu"s 
$QH$ eine $p$-Gruppe sein. Es folgt $QH=Q$, also $H \subset Q$.
Nun beweisen wir die restlichen Teile des
Satzes.
\\[2mm]\noindent
2\&3. 
Sei  eine $p$-Sylow $P = x $ gegeben. 
F"ur ihre Standgruppe $G_x$ 
gilt $G_{x} \supset P$,
also ist nach der Bahnformel \eref{BF}{LA2}   die
Kardinalit"at $|Gx|$ der Bahn $Gx\subset \cal{S}$ von $x$ teilerfremd zu $p$,
in Formeln $p\nmid|Gx|$.
Sei  weiter $H \subset G$ eine Untergruppe von $p$-Potenzordnung.
Sicher zerf"allt $Gx$ in Bahnen unter $H$ und die Ordnung jeder
solchen Bahn mu"s eine $p$-Potenz sein.
Folglich gibt es in $Gx$ einen Fixpunkt $y$ von $H$. Nach dem
eben bewiesenen Teil 5 ist dieser Fixpunkt $y=Q$  eine $p$-Sylow
$Q$ mit $Q\supset H$. Wegen $y\in Gx$ gibt es dann $g\in G$ mit
$gPg^{-1}=Q$.  
\\[2mm]\noindent
4.
Nach Teil 5 gibt es nur einen Fixpunkt unserer Sylow $P$ auf 
der Menge aller $p$-Sylows $\cal{S}$, 
n"amlich den Punkt $x=P$ selber. Alle
anderen $P$-Bahnen in 
$\cal{S}$ haben als Kardinalit"at eine echte $p$-Potenz und
das zeigt $|\cal{S}|\equiv 1\pmod{p}$. 
Die Standgruppe $G_x$ von $x\in \cal{S}$
umfa"st schlie"slich unsere Sylow $P=x$. Da nun
je zwei $p$-Sylows konjugiert sind, 
haben wir 
$|\cal{S}|=|G/G_x|$ und das ist wegen $G_x\supset P$ ein Teiler von $|G/P|$.
\end{proof}
\begin{Bemerkunge}
  Ein alternativer Beweis des ersten Teils geht so:
Man betrachtet das System $\mathcal M\subset\mathcal P(G)$ aller
Teilmengen unserer Gruppe mit $p^r$ Elementen. Die Gruppe $G$ operiert
auf $\mathcal M$ durch Konjugation. Hat der Stabilisator von einem
$M\in \mathcal M$ genau $p^r$ Elemente, so ist er eine $p$-Sylow.
Sonst haben alle Stabilisatoren weniger Elemente und damit alle Bahnen 
eine durch $p$ teilbare Kardinalit"at: Widerspruch dazu, da"s nach 
expliziter Rechnung die Kardinalit"at von $\mathcal M$ teilerfremd ist zu $p$,
vergleiche \eref{KBKxx}{EIN}.
\end{Bemerkunge}

\begin{Satz}[\textbf{von Cauchy "uber Gruppenelelemente von Primzahlordnung}]
Jeder Primfaktor der Ordung  einer endlichen Gruppe\index{Cauchy!Satz von}
tritt auch  als  Ordnung eines\label{PFGO} Elements besagter Gruppe auf.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Man beachte, da"s wir diese Aussage im Fall
abelscher Gruppen bereits in \eref{ZABc}{LA2} bewiesen hatten,
und da"s wir sie in diesem Fall ihrerseits beim Beweis der Sylows"atze
verwendet haben. Einen alternativen Beweis konnten Sie als "Ubung 
\eref{CZF}{LA2} ausarbeiten. 
Allgemeinere Teiler der Ordung  einer endlichen Gruppe
m"ussen keineswegs als  Ordnung eines Elements besagter Gruppe auftreten. 
So gibt es etwa\label{UBGG}  
in der symmetrischen Gruppe $\cal{S}_5$  keine Untergruppe
mit $15$ Elementen, was Sie als "Ubung gleich zeigen k"onnen.
Ebenso sieht man leicht ein, da"s die alternierende Gruppe
$A_4$ keine Untergruppe der Ordnung $6$ hat. 
Teilt jedoch eine Primzahlpotenz die Ordnung einer Gruppe, so gibt 
es  eine Untergruppe mit besagter Primzahlpotenz als Ordnung:
Das folgt "ahnlich wie im anschlie"senden Beweis leicht 
aus den Sylows"atzen zusammen mit unseren Erkenntnissen zur  
Struktur von $p$-Gruppen \ref{AL}. 
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}[Beweis]
Sei $p$ unser Primfaktor.
Man findet zun"achst nach \ref{SaSy} in unserer
Gruppe eine $p$-Sylow. Darin findet man ein Element, das nicht 
das neutrale Element ist.
Dieses erzeugt eine zyklische Untergruppe, die 
isomorph ist zu $\DZ/p^r\DZ$ f"ur $r\geq 1$. Darin  ist dann die
Nebenklasse
von $p^{r-1}$ das gesuchte Element der Ordnung $p$.
\end{proof}




\begin{Proposition}\label{Grp6}
Jede Gruppe mit genau sechs Elementen ist entweder zyklisch oder
isomorph zur symmetrischen Gruppe $\cal{S}_{3}$.
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis]
Sei $G$ unsere Gruppe der Ordnung $|G|=6$.
Wir finden nach dem Satz von Cauchy 
\ref{PFGO} Elemente $a,b \in G$ der Ordnungen $2$ und $3$. 
Nach "Ubung \eref{SM}{LA1}   zum Satz von Lagrange gilt
$\langle a\rangle \cap \langle b \rangle =1$, also liefert die
Multiplikation eine Bijektion
$$\langle a \rangle \times \langle b \rangle \sira G$$
Sicher kann unter diesen Umst"anden
 $ba$ weder eine Potenz von $a$ noch eine Potenz von $b$ sein.
Gilt $ba = ab$, so ist unsere Gruppe kommutativ und folglich
isomorph zu $\DZ /2 \DZ \times \DZ/3\DZ \cong \DZ/6\DZ$.
Gilt $ba = ab^{2}$, so legt diese Gleichung schon die ganze Gruppenstruktur
fest und wir haben die $\cal{S}_{3}$ vor uns.
\end{proof}

\begin{Korollar}\label{15z}
Jede Gruppe der Ordnung $15$ ist zyklisch.
\end{Korollar}
\begin{proof}[Beweis]
Die Zahl der $3$-Sylows teilt $5$ und ist kongruent zu $1$
modulo $3$.
Es gibt also genau eine $3$-Sylow und damit genau zwei Elemente der Ordnung
$3$.
"Ahnlich gibt es genau eine $5$-Sylow und damit genau $4$
Elemente der Ordnung $5$. Zusammen mit dem neutralen Element sind
das nur $7$ Elemente. Die "ubrigen $8$ Elemente haben notwendig die Ordnung $15$.
\end{proof}

\begin{Bemerkunge}[\textbf{Gruppen mit h"ochstens $15$ Elementen}]
Mit den folgenden "Ubungen k"onnen Sie die Klassifikation der
Gruppen mit h"ochstens 15 Elementen zu Ende bringen.
Gruppen mit $2,3,5,7,11$ oder $13$ Elementen sind  zyklisch nach
\eref{GrpP}{LA2}. Gruppen mit $4$ oder $9$ Elementen sind 
nach \ref{efPQ} zyklisch oder zweidimensionale Vektorr"aume "uber dem
jeweiligen Primk"orper.
Gruppen mit $6$ Elementen hatten wir in \ref{Grp6} diskutiert.
F"ur Gruppen mit $10$ oder $14$ Elementen funktioniert dieselbe 
Argumentation, wie Sie als "Ubung \ref{Grp14} ausarbeiten d"urfen.
Gruppen mit $8$ Elementen klassifizieren wir in \ref{QuatG}, 
Gruppen mit $12$ Elementen klassifizieren Sie in \ref{G12} und jede Gruppe
mit $15$ Elementen ist zyklisch nach \ref{15z}.
 Bei Gruppen mit $16$ Elementen 
f"angt es aber 
an,  un"ubersichtlich zu werden, es gibt von ihnen bereits
$14$ Isomorphieklassen. 
\end{Bemerkunge}


\begin{Bemerkunge}[\textbf{Gruppen mit $8$ Elementen}]
Es gibt $5$ Isomorphieklassen von Gruppen der Ordnung acht,\label{QuatG}
als da w"aren die drei abelschen Gruppen $\DZ/8\DZ$, $\DZ/4\DZ\times \DZ/2\DZ$
und $(\DZ/2\DZ)^3$,  die Diedergruppe der Ordnung acht
sowie die {\bf Quaternionengruppe} der acht
Quaternionen $\{\pm 1,\pm \op{i},\pm \op{j},  \pm \op{k}\}$
nach \eref{DQua}{LA1}.
Um das einzusehen, kann man argumentieren wie folgt:
Jede  nicht\-abelsche Gruppe der Ordnung acht  besitzt
nach \eref{GJI}{LA1} Elemente der Ordnung vier, also nach \eref{NtII}{LA2}
einen zyklischen Normalteiler der Ordnung vier. Gibt es eine Involution
au"serhalb
dieses Normalteilers, so sehen wir schnell, da"s unsere Gruppe ein
semidirektes Produkt $(\DZ/4\DZ)\rtimes (\DZ/2\DZ)$ sein mu"s f"ur
die einzige nichttriviale Operation, so da"s wir eine Diedergruppe vor 
uns haben. Sonst haben alle Elemente au"serhalb unseres 
 Normalteilers die Ordnung vier und in unserer Gruppe bleibt nur noch
Platz f"ur ein einziges Element der Ordnung zwei. Unsere Gruppe ist also 
die Vereinigung von drei zyklischen Gruppen der Ordnung vier,
und der Schnitt dieser Gruppen ist auch der Schnitt von je zweien unter 
ihnen und ist zyklisch von der Ordnung zwei und zentral. Bezeichne
$ 1$ das neutrale Element und $-1$ das andere 
Element dieses Schnitts. W"ahlen wir $\op{i}$ und $\op{j}$ Erzeuger
von zwei verschiedenen zyklischen Untergruppen der Ordnung vier, 
so m"ussen $\op{i}\op{j}$ und auch $\op{k}\pdef (-1)\op{i}\op{j}$ die
dritte zyklische Untergruppe der Ordnung vier erzeugen, denn diese Elemente
sind weder eine Potenz von $\op{i}$ noch eine Potenz von $\op{j}$.
Von hier aus ist leicht zu sehen, da"s wir gerade die Quaternionengruppe vor
uns haben.
\end{Bemerkunge}









\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubunge}\label{Grp14}
F"ur jede Primzahl $p$ 
gibt es bis auf Isomorphismus genau zwei Gruppen der Ordnung
$2p$, eine zyklische Gruppe und eine Diedergruppe.  Hinweis: Man 
erinnere die Argumentation im Fall $p=3$  und interessiere
sich f"ur die Anzahl der $2$-Sylows.
\end{Ubunge}


\begin{Ubunge}
Sind $p>q$ Primzahlen und ist $q$ kein Teiler von $p-1$, so ist
jede Gruppe der Ordnung $pq$ zyklisch. Hinweis: \ref{15z}.
\end{Ubunge}
\begin{Ubunge}[\textbf{Struktur endlicher nilpotenter Gruppen}]
 Man zeige: In einer endlichen nilpotenten Gruppe ist
jede Sylow ein Normalteiler. Insbesondere gibt es zu jeder 
Primzahl $p$ nur eine Sylow, die aus allen
Elementen von $p$-Potenzordnung besteht. 
Hinweis: Vollst"andige Induktion "uber die
Gruppenordnung.  Man zeige weiter, da"s in einer  endlichen nilpotenten Gruppe
Elemente aus verschiedenen
Sylowuntergruppen kommutieren und da"s unsere Gruppe isomorph
ist zum Produkt ihrer nichttrivialen Sylowuntergruppen.
\end{Ubunge}



\begin{Ubunge}[\textbf{Funktorialit"at semidirekter Produkte}]
Seien $A$, $M$, $ B$, $N$ Gruppen 
und $\kappa : A \rightarrow \op{Grp}^\times  M$\label{DPii} 
sowie $\tau : B \rightarrow \op{Grp}^\times  N$ Gruppenhomomorphismen.
Wie bei der Definition semidirekter Produkte in
 \ref{Spn} schreiben wir $(\kappa(a))(m)\defp(^am)$ und  
$(\tau(b))(n)\defp(^bn)$.
Seien weiter $\psi : A \rightarrow B$ und $\varphi : M \rightarrow N$
Gruppenhomomorphismen mit ${}^{\psi (a)} \varphi (m) = \varphi ({}^a m)$ f"ur
alle $a \in A$ und alle 
$m \in M$ alias $\tau (\psi (a)) \circ \varphi = \varphi \circ
\kappa (a)$ f"ur alle $a \in A$. So ist $\varphi\times \psi$ ein Homomorphismus der
semidirekten Produkte
\begin{equation*}
(\varphi\times \psi) : M \rtimes A \rightarrow N \rtimes B
\end{equation*}
Speziell haben wir$
N \rtimes_\tau B \cong N \rtimes_\kappa B
$
im Fall $\kappa = (\op{int} \varphi) \circ \tau$ f"ur
einen Automorphismus $\varphi \in \op{Grp}^\times  N$ der Gruppe $N$.
\end{Ubunge}



\begin{Ubunge}[\textbf{Gruppen mit $12$ Elementen}]
In dieser "Ubung sollen Sie zeigen, da"s es bis auf Isomorphismus 
genau $5$ Gruppen der Ordnung $12$ gibt:\label{G12}
Die beiden abelschen Gruppen
$(\mathbb Z / 2\mathbb Z)^2 \times \mathbb Z/3 \mathbb Z $
und $\mathbb Z/4 \mathbb Z \times \mathbb Z/3\mathbb Z$,
 die Diedergruppe $D_6$, die alternierende Gruppe
$A_4$ und ein
semidirektes
Produkt $ \mathbb Z/4\mathbb Z \ltimes \mathbb Z/3 \mathbb Z$,
f"ur das mir keine konkrete Interpretation eingefallen ist.
Ich rate, der Reihe nach folgendes zu zeigen:
\begin{enumerate}
\item
In einer Gruppe mit $12$ Elementen gibt es entweder nur eine 
$2$-Sylow oder nur eine 
$3$-Sylow.
Hinweis: Mehr Platz ist  nicht vorhanden.
\item
Schreiben wir im folgenden $\rtimes$ nur f"ur semidirekte Produkte, die nicht
gew"ohnliche Produkte sind, so geh"ort jede Gruppe mit $12$ Elementen zu einer
der sechs Typen
\begin{displaymath}
\begin{array}{ccc}
(\mathbb Z / 2\mathbb Z)^2 \times \mathbb Z/3 \mathbb Z  
& (\mathbb Z/2 \mathbb Z)^2 \ltimes
\mathbb Z/3 \mathbb Z & (\mathbb Z/2 \mathbb Z)^2 \rtimes 
\mathbb Z/3\mathbb Z\\[2mm]
\mathbb Z/4 \mathbb Z \times \mathbb Z/3\mathbb Z 
& \mathbb Z/4\mathbb Z \ltimes \mathbb Z/3 \mathbb Z &
\mathbb Z/4 \mathbb Z \rtimes \mathbb Z/3 \mathbb Z
\end{array}
\end{displaymath}
\item
Vom letzten dieser Typen existiert keine Gruppe, von jedem 
anderen Typ existiert bis auf Isomorphismus genau eine,
und diese f"unf Gruppen sind paarweise nicht isomorph.
Hinweis: Man beachte \ref{DPii} und beachte auch, 
da"s f"ur den Fall, in dem es von beiden
Typen von Sylow nur eine gibt, die Gruppe kommutativ 
sein mu"s: Sind $H, K$ die beiden
Sylows, so gilt dann ja $h k h^{-1} k^{-1} \in H \cap K$ 
f"ur alle $h \in H, k \in K$.
\end{enumerate}
\end{Ubunge}






\begin{Ubunge}
Man zeige, da"s die $2$-Sylow in der symmetrischen 
Gruppe $\cal{S}_{4}$ der Drehsymmetrien
eines W"urfels isomorph ist zur Diedergruppe der Ordnung $8$.
\end{Ubunge}




\begin{Ubunge}\label{SSY}
  Gegeben in einer endlichen Gruppe $G$ 
zwei Sylow-Untergruppen $P,Q$ gilt stets
$\{p\in P\mid pQp^{-1}=Q\}=P\cap Q$. Hinweis: Die L"osung ist im
Beweis der Sylows"atze versteckt.
\end{Ubunge}
 
\begin{Ubung}
Seien $G\supset N$ eine endliche Gruppe mit einem 
Normalteiler und sei $p$ prim. 
Man zeige: Genau dann ist eine 
Untergruppe $P\subset G$ eine $p$-Sylow von $G$,
wenn $P\cap N$ eine $p$-Sylow von $N$ ist und 
das Bild von $P$ in $G/N$ eine $p$-Sylow von $G/N$. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Eine Gruppe mit $30$ Elementen kann nie einfach sein.\label{dra} 
  Hinweis: Entweder besitzt sie nur eine $3$-Sylow oder nur eine $5$-Sylow.
\end{Ubung}
\subsection{Symmetrische Gruppen}\label{PeGr}
%\emph{Das war in der Vorlesung 2008/09 noch nicht dran.}
\begin{Definition}\label{ParT}
Eine {\bf Partition $\lambda$ einer nat"urlichen Zahl}
\index{Partition!einer Zahl} $n \in \Bbb{N}$
ist eine monoton fallende Folge von nat"urlichen Zahlen $\lambda_{1}\geq
\lambda_{2} \geq \ldots$ derart, da"s fast alle Folgenglieder 
verschwinden und die von Null verschiedenen Folgenglieder 
sich  zu $n$ aufsummieren.
Die Menge aller Partitionen von $n$ notieren wir
$\cal{P}_{n}$.
\end{Definition}


\begin{Beispiel}
  Die Zahl $5$ hat genau sieben Partitionen. Salopp
k"onnen wir sie beschreiben als die Zerlegungen 
$$  \begin{array}{lll}
5&=&5\\ 5&=&4+1 \\ 5&=&3+2 \\ 5&=&3+1+1\\  5&=&2+2+1\\ 
5&=&2+1+1+1 \\ 5&=&1+1+1+1+1
\end{array}$$
Hier haben wir nur die von Null verschiedenen Folgenglieder 
aufgeschrieben und sie durch $+$ getrennt.
Formal meinen wir zum Beispiel im vierten Fall die Folge 
$3,1,1,0,0,\ldots$. Zur Abk"urzung verwendet man auch oft die sogenannte
{\bf exponentielle Schreibweise}, in der unsere Partitionen von $5$
der Reihe nach als $5$, $41$, $32$, $31^2$, $2^21$, $21^3$ und $1^5$ 
geschrieben w"urden. Sie ist allerdings nur f"ur Partitionen von Zahlen $\leq
9$  geschickt. 
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkunge}\label{YD} 
Eine in vielen Zusammenh"angen 
geschickte Art, sich Partitionen zu veranschaulichen, sind die
sogenannten Youngdiagramme.
  Unter einem \defnoind{Youngdiagramm}\index{Young-Diagramm}  
verstehen wir %wie in \ref{YD} 
 eine 
endliche Teilmenge $Y
    \subset \Bbb{N} \times \Bbb{N}$ mit der Eigenschaft
    $$\left((i,j) \in Y \text{ und } i^{\prime}\leq i \text{ und }j' \leq
      j\right) \;\;\Rightarrow \;\;(i^{\prime},j^{\prime})\in Y$$
    Die Elemente von $Y$
    nennen wir die {\bf K"astchen}  unseres Youngdiagramms und 
stellen uns ein Element $(i,j)$
    vor als das  K"astchen auf einem Rechenpapier, bei dem 
die Koordinaten der linken
    unteren Ecke gerade $(i,j)$ sind.
Zum  Beispiel stellt das Bild 
$$ 
\begin{Young} \cr&\cr&&&\cr
\end{Young}
$$
die Menge 
$\{(0,0),(0,1),(0,2),(1,0),(1,1),(2,0),(3,0)\}$ 
dar. In der Praxis denke ich  bei 
Youngdiagrammen stets an Bilder dieser Art.
\end{Bemerkunge}
\begin{Bemerkunge}
Jedes Youngdiagramm $Y$ 
mit $n$ K"astchen im Sinne von \ref{YD} liefert zwei Partitionen der Zahl $n$,
die Partition durch die Zeilenl"angen $z(Y)$ und die\label{zTt}  
Partition durch die Spaltenl"angen $s(Y)$. Bezeichnet $\cal{Y}_n$ die
Menge aller Youngdiagramme mit $n$ K"astchen und $\cal{P}_n$ die Menge
aller Partitionen der Zahl $n$, so erhalten wir auf diese Weise 
zwei Bijektionen
$$\cal{P}_n\overset{z}{\leftiso}\cal{Y}_n\overset{s}{\sira}\cal{P}_n$$
die zusammen eine selbstinverse Bijektion $\cal{P}_n\sira \cal{P}_n$
liefern. Diese Bijektion  notieren wir $\lambda\mapsto \lambda'$ und nennen
$\lambda'$ die \defind{duale Partition} {\bf zu} $\lambda$.
Zum Beispiel ist die duale Partition zu
$3,2$ die Partition $2,2,1$ und die duale Partition zu
$3,2,1,1$ ist $4,2,1$, im Bild also ist
$$ \begin{array}[c]{ccc}
\begin{Young} \cr&\cr&&&\cr
\end{Young}
&\hspace{10mm}\mbox{dual zu}\hspace{10mm}&
\begin{Young}
\cr \cr &\cr&&\cr
\end{Young}
\end{array}
$$
\end{Bemerkunge}


\begin{Bemerkungl}
Unter einer  {\bf Partition einer Menge} $X$
verstehen wir wie in \eref{PMe}{LA2}  
ein System $\cal{U}\subset\cal{P}(X)$ von paarweise\label{PMPZ} 
disjunkten nichtleeren Teilmengen, deren Vereinigung ganz $X$ ist.
Die Menge aller Partitionen einer gegebenen Menge $X$ notieren wir
$\cal{P}_X$. Hat $X$ genau $n$ Elemente, so erhalten wir,
indem wir die Kardinalit"aten der Teilmengen unserer Mengensysteme
der Gr"o"se nach auff"uhren und danach Nullen anh"angen,  eine 
offensichtliche Surjektion
%, die{\bf Multikardinalit"at}\index{Multikardinalit"at}
 $$\cal{P}_X\sra \cal{P}_n$$ 
\end{Bemerkungl}
\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.35\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildPtT}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.55\textwidth}\centering
Eine Partition einer Menge mit 
dreizehn Elementen durch vier Teilmengen. Die 
im Sinne von \ref{PMPZ} zugeh"orige Partition der Zahl $13$
w"are $13=5+4+3+1$.
\end{minipage}
\end{figure}

\begin{Bemerkungl}\label{KKS}
Jede Permutation $\sigma \in \op{Ens}^\times( X)$ einer
Menge $X$ liefert eine Partition
von $X$, n"amlich die Partition
in die Bahnen der von $ \sigma $ erzeugten Untergruppe
$\langle \sigma \rangle=\{\sigma^r\mid r\in\DZ\}$. Im Fall $|X|=n<\infty$ 
erhalten wir 
durch Verkn"upfung dieser Abbildung 
$\op{Ens}^\times( X)\ra \cal{P}_X$
mit der in \ref{PMPZ} diskutierten Abbildung $\cal{P}_X\sra \cal{P}_n$ 
die sogenannte  {\bf Zykell"angenabbildung}\index{Zykell"angenabbildung} 
$\op{Ens}^\times( X) \ra \cal{P}_{n}$.
Im Fall
$X=\{1,\ldots,n\}$ ist das eine Abbildung
$\cal{S}_n \ra \cal{P}_{n}$.
\end{Bemerkungl}
\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildPSy}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Eine Permutation $\sigma\in \cal{S}_7$ mit Zykelzerlegung 
$\{1,2,3,4,5,6,7\}=\{1,2,5\}\cup\{6,7\}\cup\{3\}\cup\{4\} $.
Die zugeh"orige Partition der Zahl $7$ w"are
$7=3+2+1+1$.
\end{minipage}
\end{figure}
\begin{Bemerkungl}
  Ich erinnere an die Operation durch Konjugation einer Gruppe auf sich selber 
aus \eref{OpKo}{LA2}   und an ihre Bahnen, die Konjugationsklassen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Konjugationsklassen in den symmetrischen Gruppen}]
Ist $X$ eine endliche Menge mit $|X|=n$ Elementen,
so sind die Fasern der Zykell"angenabbildung
$$\op{Ens}^\times( X) \ra \cal{P}_{n}$$
genau die Konjugationsklassen in 
der Permutationsgruppe $\op{Ens}^\times (X)$. 
\end{Satz}
\begin{Bemerkunge}
 Eine analoge  Aussage gilt mit demselben Beweis 
auch f"ur eine beliebige Menge $X$.
\end{Bemerkunge}
\begin{proof}
Seien Permutationen $\sigma, \tau \in \op{Ens}^\times (X)$ gegeben.
Ist $X = X_1 \cup \ldots \cup X_r$ die Partition von $X$ in die Bahnen
von $\langle \sigma \rangle$, so ist
\begin{equation*}
X = \tau (X_1) \cup \ldots \cup \tau (X_r)
\end{equation*}
die Partition in die Bahnen von $\langle\tau\sigma\tau^{-1}\rangle$, 
folglich ist die
Zykell"angenabbildung konstant auf Konjugationsklassen.
Die Zykell"angenabbildung ist auch offensichtlich surjektiv.
Um schlie"slich zu zeigen, da"s je zwei Permutationen mit denselben
Zykell"angen konjugiert sind, seien etwa $\sigma, \kappa \in
\op{Ens}^\times (X)$ unsere beiden Permutationen und
\begin{eqnarray*}
X &=& X_1 \cup \ldots \cup X_r\\
X &=& Y_1 \cup \ldots \cup Y_r
\end{eqnarray*}
die Zerlegungen in Bahnen unter $\langle \sigma \rangle$ und $\langle
\kappa \rangle$ mit $|X_i| = |Y_i| = r_i$.
Gegeben $z \in X_i$ und $u \in Y_i$ haben wir dann
\begin{eqnarray*}
X_i &=& \{ z, \sigma (z), \sigma^2 (z), \ldots, \sigma^{r_i}(z) = z \}\\
Y_i&=& \{u, \kappa (u),\kappa^{ 2} (u), \ldots, \kappa^{ r_{i}}
(u) = u\}
\end{eqnarray*}
Definieren wir also $\tau: X_i \overset{\sim}{\rightarrow} Y_i$
durch $\tau (\sigma^\nu (z)) = \kappa^{\nu} (u)$,
so kommutiert das Diagramm
\begin{displaymath}
\xymatrix{
X_i\ar[d]_-{\tau} \ar[r]^-{\sigma} & X_i \ar[d]^-{\tau}\\
Y_i \ar[r]^-{\kappa} &Y_i
}
\end{displaymath}
Setzen wir dann alle diese $\tau : X_i \overset{\sim}{\rightarrow} Y_i$
zusammen zu $\tau : X \overset{\sim}{\rightarrow} X$, so gilt ebenso
$\kappa \tau = \tau \sigma$ alias $\kappa = \tau \sigma \tau^{-1}$.
\end{proof}

\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.55\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildKSy}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.35\textwidth}\centering
Zwei Permutationen $\sigma,\sigma'\in \cal{S}_5$, die dieselbe Partition 
$5=3+2$ liefern, und eine Permutation $\tau$, die sie 
ineinander konjugiert. 
\end{minipage}
\end{figure}




\begin{Definition}
Hat $\langle \sigma \rangle$ au"ser einer $p$-elementigen Bahn
nur einelementige Bahnen, so nennt man $\sigma$ einen 
\defnoind{$p$-Zykel}.\index{Zykel!in Permutationsgruppe}
Die Zweizykel hei"sen auch \defnoind{Transpositionen}.\index{Transposition} 
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Zykelschreibweise f"ur Permutationen}]
Eine M"oglichkeit, Permutationen zu notieren, besteht darin, unter jedes
Element sein Bild zu schreiben, also etwa
\begin{eqnarray*}
\tau &=& \left[ \begin{array}{cccccc}
1 & 2&3&4&5 &6\\
6&4&2&3&5&1 \end{array} \right]
\end{eqnarray*}
Eine andere M"oglichkeit ist die Notation als Produkt 
paarweise disjunkter Zykel. Ein $p$-Zykel $\sigma$ 
wird notiert
in der Form $\sigma=( z, \sigma (z), \sigma^2 (z), \ldots, \sigma^{p-1}(z))$
wobei $\sigma^{p}(z)=z$ zu verstehen ist.
In {\bf Zykelschreibweise}\index{Zykelschreibweise}
h"atten wir f"ur unsere Permutation $\tau$ von
eben etwa
\begin{equation*}
\tau = (1,6)(2,4,3) (5)
\end{equation*}
und das ist so zu verstehen, da"s jedes Element auf das 
dahinterstehende abgebildet
wird, au"ser wenn es direkt vor einer Klammer steht: 
Dann wird es auf das erste
Element innerhalb seiner Klammer abgebildet.
Oft werden Fixpunkte nicht mit notiert, so da"s wir 
also auch schreiben k"onnten
\begin{equation*}
\tau = (1,6) (2,4,3)
\end{equation*}
Das ist "ubrigends auch das Produkt der Transposition $\kappa = (1,6)$
mit den Dreizykel $\rho = (2,4,3)$ und wir haben 
$\tau = \kappa \rho = \rho \kappa$,
was die Sinnhaftigkeit unserer Notation zeigt.
Zwei Zykel hei"sen \defind{disjunkt} genau dann, 
wenn jedes Element von einem der
beiden festgehalten wird.
Ganz allgemein kommutieren disjunkte Zykel, 
so gilt etwa $(1,6) (2,3,4) = (2,3,4) (1,6)$ in $\cal{S}_6$.
\end{Bemerkungl}




\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubunge}[\textbf{Partitionen und nilpotente Matrizen}] 
Gegeben ein $n$-dimensionaler Vektorraum  $V$ 
bildet f"ur jeden nilpotenten Endomorphismus $N\in \op{End}V$ 
die Folge der Dimensionen $\op{dim}(\op{im}N^r/\op{im}N^{r+1})$ eine 
Partition von $n$, und die Fasern der so konstruierten Abbildung 
$$\{N\in \op{End}V\mid N \text{ nilpotent}\}\ra \cal{P}_n$$
sind genau die Bahnen der Operation von $\op{GL}(V)$ durch
Konjugation auf der Menge der nilpotenten Endomorphismen von $V$.
\end{Ubunge}
\begin{Ubung}
Die symmetrische Gruppe $\cal{S}_5$  besitzt genau sieben
Konjugationsklassen.
\end{Ubung}
\begin{Ubunge}
Das Signum eines $p$-Zykels  ist stets $(-1)^{p+1}$.
\end{Ubunge}
\begin{Ubung}\label{AltEI}
  Man zeige unabh"angig von unseren geometrischen
Betrachtungen zur Ikosaedergruppe \ref{ie},
 da"s es in der alternierenden Gruppe $A_5$ 
genau $5$ Konjugationsklassen gibt, die die Kardinalit"aten
$20$, $15$, $12$, $12$  und $1$ haben. 
Man folgere, da"s die alternierende Gruppe $A_5$
einfach ist.
\end{Ubung}

\begin{Ubunge}[\textbf{Zentralisatoren in symmetrischen Gruppen}] 
  Seien $X$ eine endliche Menge und $\sigma \in \mathcal S\pdef \op{Ens}^\times X$
eine Permutation von $X$.  Ihr
  Zentralisator ${\op{Z}}_{\mathcal S} (\sigma)$ nach \ref{DefZ} 
operiert 
 auf dem Bahnenraum von
  $\langle \sigma \rangle$ und jede Permutation des Bahnenraums $X / \langle
  \sigma \rangle$, die die Kardinalit"aten von Bahnen erh"alt, kann 
 durch
  ein Element unseres Zentralisators realisiert werden. Hat unser $\sigma$
  jeweils $n(i)$ Zykel der L"ange $i$ und keinen Zykel einer L"ange $>r$, so hat
das Bild von ${\op{Z}}_{\mathcal S} (\sigma) \rightarrow \op{Ens}^{\times}
 (X/\langle \sigma \rangle)$ also 
  genau $n (1)! n(2)! \ldots n (r)!$ Elemente.  Der Kern hinwiederum besteht
  aus denjenigen Elementen des Zentralisators, die jede Bahn von $\langle \sigma
  \rangle$ auf sich selber abbilden, und davon gibt es offensichtlich $1^{n
    (1)} \ldots r^{n(r)}$ St"uck.  
Zusammen erhalten wir mit \eref{KKGr}{LA1}
 so
  \begin{equation*}
    |{\op{Z}}_{\mathcal S} (\sigma) | = \prod_{i=1}^r n(i)! i^{n(i)}
  \end{equation*}
\end{Ubunge}




\subsection{Alternierende Gruppen*}






  \begin{Bemerkungl}
    Die Abbildung $\op{sgn}$, die jeder Permutation $\tau \in \cal{S}_{r}$ ihr
    Signum zuordnet, ist ein Gruppenhomomorphismus $\op{sgn} : \cal{S}_{r} \ra
    \{1,-1\}$. Der Kern dieses Gruppenhomomorphismus, d.h.\ die Gruppe aller
    geraden Permutationen von $r$ Objekten, hei"st die $r$-te
    \defind{alternierende Gruppe} und wird notiert als
    $$A_{r} = \op{ker} (\op{sgn} : \cal{S}_{r} \ra \{1,-1\})$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}\label{A5E}
Die alternierenden Gruppen $A_{r}$ sind einfach f"ur $r \geq 5$.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}\label{A4Af}
In der alternierenden Gruppe $A_4$ bilden die drei Doppeltranspositionen
zusammen mit dem neutralen Element einen Normalteiler, der isomorph
ist zur Klein'schen Vierergruppe $\DZ/2\DZ\times \DZ/2\DZ$.
Insbesondere ist $A_4$ nicht einfach.
Die Gruppen $A_1$ und $A_2$ sind trivial, $A_3\cong \DZ/3\DZ$ 
ist jedoch auch noch einfach. 
Da"s $A_5$ einfach ist, kann man wie beim Beweis der Einfachkeit der
Ikosaedergruppe unmittelbar einsehen, indem man die Kardinalit"aten
der Konjugationsklassen berechnet.
Dem Beweis 
des Satzes im allgemeinen schicken wir zwei Lemmata voraus.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Hat das Erzeugnis $\langle \sigma \rangle$ einer Permutation 
$\sigma $  genau zwei zweielementige
und sonst nur einelementige Bahnen, so hei"st
$\sigma$ eine \defind{Doppeltransposition}.
Hat $\langle \sigma \rangle$ genau zwei dreielementige
und sonst nur einelementige Bahnen, so nennen wir
$\sigma$ einen \defind{Doppeldreizykel}.  
\end{Bemerkungl}


\begin{Lemma} Die symmetrischen Gruppen
$\cal{S}_{r}$ werden von den Transpositionen erzeugt,
die alternierenden Gruppen $A_{r}$ von
den Dreizykeln.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Die erste Aussage war "Ubung \eref{TREz}{LA1}.
Die Zweite folgt daraus, da"s man jede Doppeltransposition
als Produkt von zwei Dreizykeln schreiben kann, $(ab)(cd)=(abc)(bcd)$,
und da"s das Produkt von zwei  nicht kommutierenden
Transpositionen  ein Dreizykel ist, 
$(ab)(ac)=(acb)$. Jedes Produkt einer geraden Zahl von Transpositionen
l"a"st sich demnach auch als ein Produkt von Dreizykeln darstellen.
\end{proof}
\begin{Lemma}\label{AHHH}
F"ur $r\geq 5$ wird die alternierende Gruppe $A_{r}$ nicht nur 
erzeugt von den Dreizykeln, sondern auch von den
Doppeltranspositionen. Des weiteren sind f"ur $r\geq 5$ je zwei
Doppeltranspositionen 
und je zwei Dreizykel auch schon in $A_{r}$
konjugiert.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Jeder Dreizykel kann als Verkn"upfung von zwei Transpositionen seiner drei
Elemente dargestellt werden. Haben wir noch zwei weitere Elemente zur
Verf"ugung,
so k"onnen wir diese beiden Transpositionen durch das Verkn"upfen 
mit der Vertauschung dieser beiden Elemente zu Doppeltranspositionen machen.
Das zeigt die erste Aussage.
Zwei Doppeltranspositionen 
$(ab)(cd)$ und $(a'b')(c'd')$ sind konjugiert unter 
jeder Permutation $\tau$ mit $a\mapsto a',\ldots, d\mapsto d'$
und auch unter $\tau \circ (ab)$.  Entweder $\tau$ oder $\tau \circ (ab)$
ist aber stets gerade.
Zwei Dreizykel $(abc)$ und $(a'b'c')$ sind konjugiert unter 
jeder Permutation $\tau$ mit $a\mapsto a',\ldots, c\mapsto c'$
und insbesondere auch unter $\tau\circ (de)$ f"ur $(de)$ disjunkt
von $(abc)$.
Entweder $\tau$ oder $\tau \circ (de)$
ist aber stets gerade. Das zeigt die zweite Aussage.
\end{proof}

\begin{proof}[Beweis von \ref{A5E}]
Sei ab jetzt $r$ beliebig und $N \subset A_{r}$ 
ein nichttrivialer Normalteiler. Nach
dem vorhergehenden Lemma \ref{AHHH} reicht es zu
zeigen, da"s es in $N$ entweder eine
Doppeltransposition oder einen Dreizykel gibt.
Dazu zeigen wir, wie man zu jedem nichttrivialen Element $g \in N$, das
weder eine Doppeltransposition noch ein Dreizykel ist, ein anderes
nichttriviales Element $\tilde{g}\in N$ mit noch mehr Fixpunkten
konstruieren kann.
Indem wir zu Potenzen von $g$ "ubergehen, k"onnen wir
$g$ von Primzahlordnung annehmen.

\begin{Bild}
  \centering
    \includegraphics[height=0.3\textheight]{SkriptenBilder/BildfDZ}
\\
\vspace{4mm}
\noindent
Die durchgezogenen Pfeile stellen eine Permutation $g$ 
der Ordnung $\geq 5$ auf der Menge der fetten Punkte dar, 
die gestrichelten Pfeile den im Beweis beschriebenen Dreizykel $h$,
der umrandete Punkt unseren \glqq Ausgangspunkt\grqq. 
\end{Bild}
Ist $\op{ord} g \geq 5$, so w"ahlen wir einen Zykel von $g$ und
betrachten einen Dreizykel $h$, der von einem festen Ausgangspunkt
auf dem Zykel von $g$ zwei Schritte mitl"auft um dann wieder zum
Ausgangspunkt zur"uckzukehren.
Dann ist unser Ausgangspunkt ein Fixpunkt von $\tilde{g} =
h^{-1}g^{-1} h g$ und wir haben ein nichttriviales $\tilde{g} \in
N$ gefunden, das mehr Fixpunkte hat als $g$.

\begin{Bild}
  \centering
    \includegraphics[height=7cm]{SkriptenBilder/BildDDZ}
\\
\vspace{4mm}
\noindent
Die durchgezogenen Pfeile stellen einen Doppeldreizykel $g$ 
auf der Menge der fetten Punkte dar, 
die gestrichelten Pfeile den im Beweis beschriebenen 
dazu konjugierten Doppeldreizykel $h$,
der umrandete Punkt einen Fixpunkt von $hg$. 
\end{Bild}
Ist $\op{ord} g =3$ und ist $g$ kein Dreizykel,
so mu"s $g$ ein Produkt sein von
mindestens zwei disjunkten Dreizykeln.
Dann stimmen die Konjugationsklassen von $g$ in $A_{r}$ und in
$\cal{S}_{r}$ "uberein, da es n"amlich eine ungerade Permutation gibt, die
mit $g$ kommutiert, zum Beispiel eine geeignete
\glqq Dreifachtransposition zwischen zwei Dreizykeln von $g$\grqq. Es
ist nun ein Leichtes, in $\cal{S}_{6}$ zwei Doppeldreizykel zu
finden derart, da"s ihr Produkt nicht trivial ist und dennoch einen Fixpunkt
hat.
Wenn wir also einen Doppeldreizykel von $g$ auf der zugeh"origen
$6$-elementigen
Menge konjugieren zu einem geeigneten anderen Doppeldreizykel, so
erhalten wir ein $h \in N$ derart, da"s $hg$
nicht trivial ist und mehr Fixpunkte hat als $g$.


Ist schlie"slich $\op{ord} g = 2$ und $g$ keine Doppeltransposition,
so mu"s $g$ ein Produkt sein von mindestens
zwei disjunkten Doppeltranspositionen. Wieder stimmen dann die
Konjugationsklassen von $g$ in $A_{r}$ und in $\cal{S}_{r}$
"uberein, da es  eine ungerade Permutation gibt, die
mit $g$ kommutiert, zum Beispiel eine
\glqq Transposition aus einer Doppeltransposition von $g$\grqq. 
Wir finden also $h \in N$ derart, da"s
$h$ auf einer vierelementigen Teilmenge eine andere
Doppeltransposition ist als $g$ und au"serhalb
dieser vierelementigen Teilmenge mit $g$
"ubereinstimmt.
Dann ist $hg$ die dritte Doppeltransposition auf unserer
vierelementigen Teilmenge und die Identit"at au"serhalb, ist also 
einerseits nicht
trivial
und hat andererseits mehr Fixpunkte als $g$.
\end{proof}


\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}
  Man zeige, da"s die Gruppe aller jeweils 
nur endlich viele Elemente bewegenden geraden Permutationen 
einer unendlichen Menge eine einfache aber nicht endlich erzeugte
Gruppe ist. 
\end{Ubung}

\begin{Ubunge}
Man zeige f"ur $r\geq 5$, da"s $A_r$ der einzige nichttriviale echte
Normalteiler von $\cal{S}_{r}$ ist. 
Man bestimme alle Kompositionsreihen aller 
symmetrischen Gruppen.
\end{Ubunge}

\begin{Bemerkungl}
  Nach der vorhergehenden "Ubung ist  f"ur $r\geq 5$ 
jeder Gruppenhomomorphismus von der symmetrischen Gruppe
  $\cal{S}_{r}$ in eine weitere Gruppe entweder injektiv oder
konstant oder hat denselben Kern wie das Signum. 
Salopp gesprochen kann es also kein\label{vbS} 
\glqq verbessertes Signum\grqq\  geben.
\end{Bemerkungl}
 \begin{Ubunge}\label{SLIk}
In dieser "Ubung sollen Sie zeigen, da"s die Gruppe 
$\op{SL}(2;\Bbb{F}_5)$ genau f"unf $2$-Sylows besitzt und da"s die
Operation dieser Gruppe auf der Menge ihrer $2$-Sylows einen
Isomorphismus 
$$\op{SL}(2;\Bbb{F}_5)/\{\pm \op{id}\}\;\sira \; A_5$$
mit der sogenannten \glqq alternierenden Gruppe\grqq\  aller geraden Permutationen 
einer f"unfelementigen Menge induziert.
Den Quotienten auf der linken Seite notiert man auch 
    $\op{PSL}(2;\Bbb{F}_5)$, er liegt als Untergruppe vom Index $2$ in
der Gruppe $\op{PGL}(2;\Bbb{F}_5)$ aller von
    invertierbaren Matrizen induzierten Automorphismen der projektiven Gerade
    alias dem Quotienten von $\op{GL}(2;\Bbb{F}_5)$ nach der Gruppe der vier
    darin enthaltenen Diagonalmatrizen.
Ich rate, der Reihe nach folgendes zu zeigen:
\begin{enumerate}
\item 
Jedes Element der Ordnung $4$ in $\op{SL}(2;\Bbb{F}_5)$ ist diagonalisierbar
und der Normalisator seines Erzeugnisses ist eine $2$-Sylow. Jede
$2$-Sylow enth"alt $6$ Elemente der Ordnung $4$.
\item
Es gibt in $\op{SL}(2;\Bbb{F}_5)$ genau drei"sig Elemente der Ordnung $4$ und
f"unf $2$-Sylows, und der Schnitt von je zwei verschiedenen
$2$-Sylows besteht nur aus
$\pm\op{id}$.
%% Die Elemente der Ordnung 4 entsprechen Paaren
%% von verschiedenen Geraden, n"amlich 
%% ihren Eigenr"aumen zu den Eigenwerten 2 und 3.
%% Die Normalisatoren ihrer Erzeugnisse k"onnen beschrieben werden 
%% als alle Automorphismen, die entweder 
%% beide fraglichen Geraden in sich "uberf"uhren oder aber sie untereinander 
%% vertauschen.  
%% \item
%% Zwei Geradenpaare, die genau eine Gerade gemeinsam haben, 
%% liefern nie dieselbe Sylow-Untergruppe, etwa wegen \ref{TRPG}. 
%% Jedes Tripel von paarweise verschiedenen Geraden f"uhrt damit
%% zu einem Element der Ordnung drei in $\op{SL}(2;\Bbb{F}_5)$, 
%% das auf der Menge der $2$-Sylows nichttrivial operiert.
\item
Jede $2$-Sylow von $\op{PSL}(2;\Bbb{F}_5)$ ist eine Klein'sche 
Vierergruppe und operiert nach \ref{SSY} frei auf der Menge der 
vier anderen $2$-Sylows. 
Vom Bild unseres Homomorphismus
$\op{PSL}(2;\Bbb{F}_5)\ra  \cal{S}_5$ wissen wir damit,
da"s es alle Doppeltranspositionen enth"alt und aus h"ochstens 
$60$ Elementen besteht. Nach \ref{AHHH} mu"s dieses Bild folglich die $A_5$ sein.
\end{enumerate}
  \end{Ubunge}


   
     \begin{Bemerkunge}
       Genau dann ist jede gerade Permutation von $n$ Objekten ein Produkt von
       zwei $l$-Zykeln, falls gilt $3n/4 \leq l$. Edward Bertram: Even
       permutations as a product of two conjugate cycles.  J. Combinatorial
       Theory Ser. A, 12: S. 368-380, 1972.
     \end{Bemerkunge}








%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "XXAL"
%%% End: 
