


\section{Raumwertige Funktionen}%einer  Ver"anderlichen}


\begin{figure}[p]\centering
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/Bild0009}
\\[4mm]
\noindent Eine  Approximation eines Weges durch einen Polygonzug
\end{figure}
\begin{figure}[p]\centering
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildBa}
\\[4mm]
\noindent Eine  bessere Approximation desselben Weges durch einen Polygonzug
\end{figure}
\subsection{Bogenl"ange in metrischen R"aumen}
\begin{Definition}\label{BOLL}
Gegeben  ein 
Intervall $I \subset \Bbb{R}$, ein metrischer Raum  $(X,d)$
und  eine Abbildung $\gamma:I\ra X$  definieren wir die 
\defnoind{L"ange}\index{L"ange!eines Weges}\index{L@${\op{L}}(\gamma)$ L"ange eines Weges}  
${\op{L}}(\gamma) \in \overline{\Bbb{R}}$ von $\gamma$ als
das Supremum "uber \glqq die L"angen aller einbeschriebenen Polygonz"uge\grqq,
in Formeln
$${\op{L}}(\gamma) \pdef \op{sup} \left.\left\{\sum^{r-1}_{i=0} d( \gamma (t_{i}) ,
\gamma (t_{i+1}) ) \right|  t_{0}, \ldots, t_{r} \in I, \;t_{0}\leq \ldots
 \leq t_{r}\right\}$$
Man spricht in diesem Zusammenhang 
meist von der \defind{Bogenl"ange}.
\end{Definition}
\begin{figure}[p]\centering
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/Bild0009}
\\[4mm]
\noindent Eine  Approximation eines Weges durch einen Polygonzug
\end{figure}
\begin{figure}[p]\centering
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildBa}
\\[4mm]
\noindent Eine  bessere Approximation desselben Weges durch einen Polygonzug
\end{figure}
\begin{Bemerkunge}
Diese Definition liefert uns sogar  einen L"angenbegriff
f"ur eine Abbildung von einer beliebigen  angeordneten Menge
in einen metrischen Raum.
\end{Bemerkunge}
\begin{Bemerkungl}
  Eine stetige Abbildung von einem 
mehrpunktigen 
reellen Intervall in einen metrischen oder  allgemeiner 
topologischen Raum
hei"st  ein {\bf Weg}\index{Weg}\label{Weg}  in unserem Raum.
Ist das Definitionsintervall kompakt, sprechen wir von einem {\bf kompakten
  Weg}\index{Weg!kompakter}. Ist das Definitionsintervall das Einheitsintervall $[0,1]$, sprechen wir von einem {\bf normierten
  Weg}\index{Weg!normierter}. Oft lassen wir diese Zus"atze aber auch weg  und hoffen, da"s  aus dem Kontext hervorgeht, was genau jeweils gemeint ist. 
Wir interessieren uns besonders
f"ur die L"ange von kompakten Wegen im $\DR^k$  in Bezug auf die 
durch das Standardskalarprodukt gegebene Metrik.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Ein Weg
  in einem metrischen Raum hei"st \defind{rektifizierbar}, 
 wenn er
 endliche L"ange hat.\label{rekt}  Eine Abbildung von einem
 reellen Intervall in einem metrischen Raum
 hei"st \defind{rektifizierbar}, wenn sie stetig ist und
 ihre Einschr"ankung auf jedes mehrpunktige kompakte Teilintervall
 endliche L"ange hat.
\end{Bemerkungl}





\begin{Bemerkungl}
  Um Bogenl"angen zu berechnen benutzt man meist die Darstellung als
  Integral \ref{BoL}.  Sie verwendet den Begriff der 
Ableitung \ref{Gesch} von raumwertigen Funktionen
einer reellen Ver"anderlichen, mit dem wir uns nun besch"aftigen werden.
\end{Bemerkungl}





\subsection{Ableiten von raumwertigen Funktionen}
\label{BPA}
\begin{Bemerkungl}\label{Gesch}
Seien $\gamma :D\ra X$ eine Abbildung von einer
halboffenen Teilmenge $D\subset\DR$
 in einen normierten Raum $X$ und sei $p\in D$
ein Punkt. Wir nennen die Abbildung $\gamma $  
{\bf differenzierbar bei $p$}, wenn der folgende Grenzwert
 existiert im Sinne von \ref{GeFuA}, und 
in diesem Fall nennen wir besagten Grenzwert 
die {\bf Ableitung\index{Ableitung!vektorwertig} 
von $\gamma $ bei $p$}  und notieren 
ihn 
\begin{figure}[p]
  \centering
    \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/Bild0010}
\\ \noindent Der  Geschwindigkeitsvektor ist stets tangential an die
Bahnkurve. Seine L"ange h"angt jedoch von der Anzeige des Tachometers
 ab, wenn wir uns hier mal ein Auto denken, das auf einem 
Fu"sballfeld herumkurvt. Dieser Aspekt ist in einem  Bild 
leider schwer 
darzustellen.
\end{figure}
$$\gamma ^{\prime} (p) %=\dot{\gamma }(p)
\pdef\lim_{t\ra 0}\frac{\gamma (p+t)-\gamma (p)}{t}
%=\lim_{q\ra p}\frac{\gamma (q)-\gamma (p)}{q-p}
$$
Ist $\gamma $ differenzierbar an allen Stellen $p\in D$, 
so nennen wir  $\gamma $  
{\bf differenzierbar}\index{differenzierbar!vektorwertige Funktion} 
oder genauer
{\bf differenzierbar auf $D$}.
Die Ableitung ist der Grenzwert einer Abbildung in den
Richtungsraum von $X$ und mithin selbst ein Richtungsvektor $\gamma ^{\prime} (p)\in\vec X$. 
  Ist $X$ bereits selbst ein Vektorraum, so fassen wir die Ableitung meist als
  einen Vektor von $X$ auf vermittels der Identifikation $\op{trans}:X\sira
  \vec X$ nach \eref{VRAR}{LA1}. In diesem Sinne stimmt dann f"ur Abbildungen $D\ra\DR$ unsere hier erkl"arte Ableitung
"uberein mit der Ableitung 
  reellwertiger Funktionen aus \ref{DEV}. Weiter
  stimmt f"ur Abbildungen $D\ra\DC$ unsere hier erkl"arte Ableitung
"uberein mit der Ableitung 
komplexwertiger Funktionen aus \ref{Ablk}. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}\label{pmT} 
Ich 
denke mir eine Abbildung von einer halboffenen 
Teilmenge $D\subset\DR$
 in einen normierten Raum $X$ gerne als 
Beschreibung eines Teilchens, 
das sich in  $X$ bewegt, und denke mir also
 $D$ als ein Zeitintervall.
Dann nenne ich $\gamma'(p)$ auch 
 die {\bf Geschwindigkeit}\index{Geschwindigkeit!mathematische}
oder genauer 
den {\bf Geschwindigkeitsvektor}\index{Geschwindigkeitsvektor!mathematischer} 
von $\gamma $ zum Zeitpunkt $p$
und schreibe  manchmal $\dot{\gamma}$\index{)6a@$\dot{\gamma}$ Ableitung} 
statt $\gamma'$.
In physikalischen Zusammenh"angen verwende ich diese
Begriffe jedoch pr"aziser nur f"ur Funktionen
auf einer halboffenen 
Teilmenge $D\subset\mathbb T$ unseres mathematischen Modells der Zeit
aus \eref{tempp}{LA1}, vergleiche \eref{KraF}{AN2}, denn eine physikalische
Geschwindigkeit darf ja nicht die Einheit einer L"ange haben.
Wie man f"ur Abbildungen von beliebigen eindimensionalen reellen R"aumen in
normierte reelle R"aume die Ableitung definiert, besprechen 
wir in \eref{DeDi}{AN2} und \eref{Tempo}{AN2}.
\end{Bemerkungl}

%\begin{Bemerkungl}
%Formal folgt  die in der Definition implizit 
%behauptete Gleichheit der beiden Grenzwerte aus
%dem Analogon der zweiten Aussage von \ref{GWSt}, 
%die sich wie in \ref{FGGG} kurz erw"ahnt mitsamt ihrem Beweis
%ohne weitere Schwierigkeiten auf den Fall von Grenzwerten bei metrischen oder 
%sogar topologischen R"aumen verallgemeinern l"a"st.
%\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Ich lege hier die Begrifflichkeit
normierter affiner R"aume im Sinne von \ref{daffan} zugrunde.
Der Leser mag sich stattdessen auch  normierte Vektorr"aume
oder sogar  den $\DR^n$ denken.
Die gew"ahlte Allgemeinheit modelliert jedoch meines
Erachtens besser unsere Anschauung bewegter Teilchen, etwa
im uns umgebenden Raum oder auch auf der Tafelebene.
Dar"uber hinaus hoffe ich, da"s die begriffliche Trennung von Punkten einerseits
und Richtungsvektoren andererseits das Verst"andnis f"ordert.
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}
Im Spezialfall $X=\DR$ 
sind unsere Definitionen, wie bereits bemerkt, im wesentlichen 
identisch zu  unseren
bisherigen Definitionen f"ur reellwertige
Funktionen. Was im Fall $X=\DR^m$ passiert, zeigt das folgende Lemma.  
\end{Bemerkungl}

\begin{Lemma}[\defind{Komponentenregel}]
Sei $X=X_1\times\ldots \times X_m$ ein Produkt normierter R"aume,
$D\subset \DR$ eine halboffene 
Teilmenge, $\gamma =(\gamma _1,\ldots,\gamma _m):D\ra X$ eine Abbildung
und $p\in D$ ein Punkt.
Genau dann ist $\gamma $ differenzierbar bei $p$, wenn alle $\gamma _j$
differenzierbar sind bei $p$, und dann gilt
$$\gamma '(p)=\left( \gamma _1'(p),\ldots, \gamma _m'(p)\right)$$
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
  Das folgt aus der Vertr"aglichkeit \ref{GGGP} von Genzwerten mit Produkten
  und sei dem Leser "uberlassen.  
Man beachte, da"s wir bei der Formulierung die kanonische
Identifikation
zwischen dem Richtungsraum eines Produkts und dem Produkt der 
Richtungsr"aume der Faktoren \eref{PARr}{LA1} verwendet haben.
\end{proof}






\begin{figure}[p]
  \centering
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/Bild0011}
\\ \noindent Eine nicht konvexe Teilmenge der Ebene
\end{figure}
  \begin{Bemerkungl}
Wie in \eref{DeKK}{LA1} hei"st
    eine Teilmenge eines reellen Raums 
    \defnoind{konvex},\index{konvex!in affinem Raum} wenn sie mit
    je zwei Punkten auch das ganze die beiden Punkte verbindende
    Geradensegment enth"alt.
  \end{Bemerkungl}







\begin{Satz}[\textbf{Schrankensatz}\index{Schrankensatz}]
Seien $X$ ein normierter Raum, $a< b$ reelle 
Zahlen und $\gamma : [a,b] \ra X$\label{MWS} eine differenzierbare
Abbildung.
Ist $C \subset \vec{X}$ eine offene oder abgeschlossene konvexe 
Teilmenge und
gilt $ \gamma '(t) \in C$ f"ur
alle $t\in [a,b]$,  so folgt
$$\gamma  (b) - \gamma (a) \in (b-a)C$$
\end{Satz}

\begin{Bemerkungl}
Man folgert leicht eine Variante, die auch $a\geq b$ erlaubt:
Ist $I\subset \Bbb{R}$ 
ein mehrpunktiges Intervall,
  $\gamma : I \ra X$ eine differenzierbare Abbildung
und gilt $ \gamma '(t) \in C$ f"ur alle $t\in
  I$, so folgt
  $\gamma  (b) - \gamma (a) \in (b-a)C\;\forall a,b\in I$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}[\textbf{Anschauung f"ur den Schrankensatz}] 
Anschaulich k"onnen wir den Inhalt des Satzes interpretieren wie folgt:
Sei  $C$ eine Kreisscheibe im Richtungsraum  der Anschauungsebene
mit Radius $20\ph{km}\!/\!\ph{h}$.
Fahren wir mit einem Gel"andewagen 
  um $14{:}00$ Uhr
an einem Parkplatz los und
kurven durch
die Gegend und der Tacho zeigt nie mehr als $20\ph{km}\!/\!\ph{h}$ an, so sind wir
um $17{:}00$ Uhr h"ochstens $60\ph{km}$ von unserem urspr"unglichen 
Parkplatz entfernt.
Besteht $C$ dahingegen aus einem einzigen Punkt, der sagen wir
die Geschwindigkeit von $20\ph{km}\!/\!\ph{h}$ in einer festen Richtung bedeutet,
so besagt unser Satz:
Fahren wir konstant mit $20\ph{km}\!/\!\ph{h}$ in diese
Richtung, so haben wir um $17{:}00$ Uhr genau $60\ph{km}$ in besagte Richtung 
zur"uckgelegt. 
F"ur dieses Beispiel w"ahlen 
 wir implizit einen Isomorphismus der 
Zeitachse $\mathbb T$ mit der reellen Zahlengeraden $\mathbb R$
derart, da"s jeder  Stunde  ein Intervall der L"ange
Eins entspricht.
Das bedeutet insbesondere, da"s wir implizit auch vektorielle Geschwindigkeiten 
mit Richtungsvektoren identifizieren.
Im "ubrigen wird in \eref{Tempo}{AN2} erkl"art,
wie man auch mit \glqq echten\grqq\  
Geschwindigkeiten formal korrekt arbeiten
kann.
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Beziehung zwischen Schrankensatz und Mittelwertsatz}] 
Der Satz folgt im Fall $X=\DR$ leicht aus unserem\label{SchrS}  
bisherigen Mittelwertsatz \ref{MiWS}
und er spielt auch im allgemeinen eine "ahnliche Rolle, indem er es
erlaubt, \glqq den von einem Teilchen in einem Zeitintervall $[a,b]$
gewonnenen Abstand von seinem Ausgangspunkt aus der Kenntnis seiner lokalen
Geschwindigkeiten
abzusch"atzen\grqq. Jedoch kann man f"ur h"oherdimensionales $X$
im allgemeinen keinen Zeitpunkt mehr finden, zu dem
das Teilchen \glqq mittlere Geschwindigkeit\grqq\  h"atte, d.h.\
es gibt f"ur h"oherdimensionales $X$ im allgemeinen keinen Punkt
$\xi\in [a,b]$ mit $\gamma  (b) - \gamma (a) = (b-a)\gamma '(\xi)$. 
Man stelle sich etwa vor, da"s unser Gel"andewagen 
ein Rundtour f"ahrt, bei der er zu
keiner Zeit die Geschwindigkeit Null hat. Mich befriedigt deshalb
die in der "alteren Literatur "ubliche Bezeichnung  als
\glqq Mittelwertsatz in mehreren 
Ver"anderlichen\grqq\ \index{Mittelwertsatz!in mehreren Ver"anderlichen}
 nicht vollst"andig. Oft wird auch nur 
der Fall betrachtet, da"s $C$ ein offener Ball oder auch 
ein abgeschlossener Ball mit Zentrum 
im Ursprung ist: Aus $\|\gamma'(t)\|\leq K \;\forall t\in[a,b]$
folgt so etwa $\|\gamma(b)-\gamma(a)\|\leq (b-a)K$.
\end{Bemerkungl}



  \begin{Bemerkungl}\label{OBK}
    Offensichtlich ist eine Teilmenge $C$ eines 
reellen Vektorraums genau dann konvex, wenn
    f"ur beliebige reelle $s,t\geq 0$ gilt $sC+tC= (s+t)C$.
Das zeigt, da"s in unserem Satz die Aussage f"ur das ganze Intervall
folgt, wenn wir sie f"ur alle St"ucke einer Zerlegung in endlich viele  Teilintervalle 
zeigen k"onnen. 
  \end{Bemerkungl}




\begin{proof}[Erster Beweis]
Ist $C$ abgeschlossen, so schreiben wir $C$  als den Schnitt der
offenen konvexen Mengen $C+\op{B}(0;\eta)$. Wir d"urfen also
ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit $C$ offen annehmen.
Wir betrachten nun
$$s = \op{sup} \{q \in [a,b] 
\mid \gamma  (x) - \gamma (a) \in (x-a) C \;\forall x\in [a,q]\}$$
und  zeigen zun"achst $s = b$.
F"ur alle $p \in [a,b]$ finden wir ja eine offene Umgebung $U_{p}\co [a,b]$ mit
$$\frac{\gamma (q) - \gamma (p)}{q-p} \in C  \text{ f"ur alle } q \in
U_{p}\backslash p $$
Insbesondere folgern wir $s > a$ und m"ussen nur noch die Annahme
$s<b$ zum Widerspruch f"uhren.
Aber w"are $s <b$, so f"anden wir $\varepsilon >0$ mit
$[s-\varepsilon, s + \varepsilon] \subset U_{s}$ und die Aussage des
Satzes g"alte f"ur die Einschr"ankung von $\gamma $ auf die Intervalle
$[a, s-\varepsilon], [s-\varepsilon, s] $ und $[s,s + \varepsilon]$.
Daraus folgte jedoch mit unserer Vorbemerkung \ref{OBK} die Aussage des
Satzes f"ur das Intervall $[a,s +\varepsilon]$ im Widerspruch zur Wahl von
$s$.
Mithin haben wir $s=b$. Da es aber mit denselben Argumenten 
auch ein $\eta>0$ gibt derart, da"s die Aussage des
Satzes  f"ur die Einschr"ankung von $\gamma $ auf $[b-\eta, b]$ gilt,
folgt die Aussage des Satzes f"ur das ganze Intervall $[a,b]$.
\end{proof}
\begin{proof}[Zweiter Beweis]
Wir beginnen wie beim ersten Beweis und finden Umgebungen $U_p$ wie dort,
die wir sogar als Schnitte mit $[a,b]$ von
offenen B"allen $\op{B}(p;\varepsilon_p)$ annehmen d"urfen.
Da $[a,b]$ kompakt ist, wird es nach \ref{KO} "uberdeckt durch 
endlich viele solcher Umgebungen $U_p$. Seien nun
$a=p_0<p_1<p_2<\ldots <p_r=b$ die Elemente 
einer kleinstm"oglichen Menge von Punkten,
die $a$ und $b$ enth"alt und f"ur die
die zugeh"origen Umgebungen $[a,b]$ "uberdecken.
Es ist dann leicht zu sehen, da"s wir Zwischenpunkte
$q_i\in (p_{i-1},p_i)$ finden k"onnen derart,
da"s auf jedem Teilintervall der so entstehenden Unterteilung von 
$[a,b]$ in $2r$ Teilintervalle die Folgerung unseres Mittelwertsatzes 
gilt. Mithin gilt sie auch f"ur das ganze Intervall $[a,b]$.
\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
Auch f"ur Abbildungen halboffener Teilmengen von $\DR$ in normierte 
R"aume folgt aus der
Differenzierbarkeit bereits die Stetigkeit.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{LDD}
Sei $\gamma :D\ra X$ eine Abbildung von einer halboffenen  Teilmenge
$D \subset \Bbb{R}$ in einen normierten Raum $X$ 
und sei  $L:X\ra Y$ eine stetige affine Abbildung
in einen weiteren normierten Raum $Y$.
Ist $\gamma $ differenzierbar an einer Stelle  $p\in D$, 
so ist auch $L\circ \gamma $ differenzierbar bei $p$
und
es gilt $$(L\circ \gamma )'(p)=\vec L(\gamma '(p))$$
Das zeigt insbesondere,
da"s unsere Ableitung sich nicht "andert,
wenn wir zu einer anderen aber "aquivalenten Norm auf
$X$ "ubergehen. Sp"ater wird sich diese Aussage als 
Spezialfall der Kettenregel in mehreren Ver"anderlichen
\eref{Kett}{AN2} erweisen.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
In einem normierten Raum ist jeder Ball konvex.  
\end{Ubung}







\begin{Ubunge}Hinweis: Schrankensatz \ref{MWS}.\label{USSn} %\label{USS}
Man zeige f"ur jede stetig differenzierbare
  Abbildung $ \gamma : D \rightarrow X $ 
von einer halboffenen Teilmenge $D\subset\DR$ in einen normierten reellen Raum
$X$ die Stetigkeit der
  \glqq Tangenten-Sekanten-Abbildung\grqq\  
$$\begin{array}{cccl}
  \phi :&  D^2 & \rightarrow &\;\;V \\[2mm]
  &(s,t) & \mapsto & \left\{ \begin{array}{ll}
      \frac{\gamma (s) - \gamma (t)}{s-t} & s \neq t;\\
      {\scriptstyle \gamma^\prime (s) = \gamma^\prime (t)} & s = t.
    \end{array} \right.
\end{array}$$
\end{Ubunge}

\subsection{Bogenl"ange in normierten R"aumen}
\begin{Definition}
Gegeben ein  differenzierbarer Weg 
in einem normierten Raum 
erkl"aren wir seine
{\bf absolute Geschwindigkeit}\index{Geschwindigkeit!absolute}
zu einem gegebenen Zeitpunkt 
als die Norm des Geschwindigkeitsvektors.  
\end{Definition}

\begin{Satz}[\textbf{Bogenl"ange als Integral}]
Die L"ange eines stetig differenzierbaren\label{BoL} Weges $\gamma:[a,b]\ra X$
in einem normierten reellen Raum $X$
stimmt "uber\-ein mit dem
Integral "uber seine absolute Geschwindigkeit, in Formeln
$${\op{L}}(\gamma)= \int^{b}_{a}   \|\gamma' (t)\| \; \diff t$$
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis]
Sei $\varepsilon >0$ beliebig.
Da $\gamma'$ nach \ref{glsV} gleichm"a"sig stetig ist
auf $[a,b]$, finden wir 
ein $\delta>0$ mit $\|\gamma'(x)-\gamma'(y)\|<\varepsilon $ 
falls $|x-y|\leq \delta$. Gegeben
eine Unterteilung $a = a_{0}\leq a_{1} \leq \ldots \leq a_{r} = b$
einer  Feinheit $\leq\delta$ folgern wir aus dem Schrankensatz
\ref{MWS} dann 
$$\gamma (a_{i+1})-\gamma (a_{i})\in 
(a_{i+1}-a_{i})(\gamma' (a_{i})+\op{B}(0;\varepsilon))$$
und insbesondere
$ \|\gamma (a_{i+1})-\gamma (a_{i})\| \in 
(a_{i+1}-a_{i})\|\gamma' (a_{i})\| + 
(a_{i+1}-a_{i})[-\varepsilon,\varepsilon]$.
Durch Aufsummieren folgt
$$\left|
\sum^{r-1}_{i=0} \|\gamma (a_{i+1})-\gamma (a_{i})\| \;\; -
\sum^{r-1}_{i=0} \|\gamma' (a_{i})\|
(a_{i+1}-a_{i})\right|\leq (b-a)\varepsilon$$
f"ur jede Unterteilung der Feinheit $\leq\delta$. 
Das zeigt schon ${\op{L}}(\gamma)<\infty$.
Nach \ref{ARS} k"onnen wir weiter $\delta$ sogar so klein
w"ahlen, da"s in unserer Differenz 
die rechte Summe zus"atzlich einen Abstand 
$\leq\varepsilon$ hat
vom Integral $\int\|\gamma'\|$ f"ur 
jede Unterteilung der Feinheit $\leq\delta$.
Da aber die L"ange approximierender Polygonz"uge 
beim Hinzuf"ugen von Zwischenpunkten nur
gr"o"ser werden kann,
finden wir  eine Unterteilung 
von dieser Feinheit, f"ur die die linke Summe 
 von ${\op{L}}(\gamma)$ einen Abstand 
$\leq\varepsilon$ hat.
Zusammen erhalten wir
$$\left|
{\op{L}}(\gamma)-\int\|\gamma'\|
\right|\leq (b-a+2)\varepsilon$$
Da das f"ur alle $\varepsilon>0$ gilt, folgt
${\op{L}}(\gamma)=\int\|\gamma'\|$ wie gew"unscht.
\end{proof}


\subsection{Vollst"andigkeit und Exponential von Matrizen}
\label{VEM}
\begin{Definition}
Eine Folge $(x_n)_{n\in\DN}$ in einem  metrischen Raum $(X,d)$ 
hei"st eine \defind{Cauchy-Folge},\label{DVEM} 
wenn es f"ur jedes $\varepsilon > 0$ ein $N=N_\varepsilon$ 
gibt derart, da"s gilt
$$n,m>N\;\RA\; d(x_n,x_m)\leq \varepsilon$$
Ein metrischer Raum $X$ hei"st 
\defnoind{vollst"andig},\index{vollst"andig!metrischer Raum} 
wenn jede Cauchy-Folge in $X$ konvergiert.  
\end{Definition}
\begin{Beispiele}\label{ABVV}
 Die Zahlengerade $\DR$ ist vollst"andig nach \ref{CFB}.
Weiter ist offensichtlich jede abgeschlossene Teilmenge eines 
vollst"andigen Raums vollst"andig. Dar"uber hinaus ist auch 
jedes endliche Produkt vollst"andiger metrischer R"aume vollst"andig.
Insbesondere ist der $\DR^n$ vollst"andig  
f"ur den Betragsabstand im Sinne von \ref{BAB}. Dahingegen ist $X=\DQ$
mit dem Betragsabstand kein vollst"andiger metrischer Raum, und auch
wenn wir aus der Zahlengerade einen Punkt entfernen, erhalten
wir bereits einen  metrischen Raum, der nicht vollst"andig ist.
\end{Beispiele}


\begin{Definition}
Unter einem \defind{Banach-Raum} 
oder genauer einem {\bf reellen Ba\-nach-Raum} versteht man einen
\hyperref[DVEM]{vollst\"andigen} normierten reellen Vektorraum. 
Sobald wir die komplexen Zahlen kennengelernt haben, werden
wir auch und sogar "uberwiegend mit komplexen Banachr"aumen arbeiten.
\end{Definition}
\begin{Lemma}\label{Baed}
Jeder endlichdimensionale normierte reelle Vektorraum ist voll\-st"andig alias ein Banachraum.
\end{Lemma}
\begin{proof}
Wir w"ahlen irgendeinen Vektorraumisomorphismus mit dem
$\DR^n$. Die so induzierte Norm auf dem $\DR^n$ ist 
nach \ref{AQN} "aquivalent 
zur Maximumsnorm und liefert also dieselben Cauchyfolgen und
dieselben Grenzwerte von Folgen. Die Maximumsnorm auf dem $\DR^n$ 
hinwiederum f"uhrt zum Betragsabstand, und f"ur diese Metrik wissen wir aus
\ref{ABVV}, da"s sie den $\DR^n$ zu einem vollst"andigen metrischen Raum 
macht.
\end{proof}

\begin{Definition}
Gegeben ein normierter 
Vektorraum $V$ nennt man 
eine Familie $(v_i)_{i\in I}$ von Vektoren\label{ABSB}
  {\bf summierbar
mit Summe}\index{summierbar!Familie in normiertem Vektorraum} $s\in V$ und
schreibt
$\sum_{i\in I} v_i=s$,
wenn es f"ur jede Umgebung $U$ von $s$ eine endliche Teilmenge
$I_U\subset I$ gibt derart, da"s f"ur jede endliche
Obermenge $J$ von $I_U$ in $ I$  gilt
$$\sum_{i\in J} v_i\in U$$
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Man sieht leicht, da"s die Summe einer summierbaren 
Familie stets eindeutig
  bestimmt ist. Dieselbe Definition verwenden wir sp"ater 
allgemeiner f"ur
  beliebige \glqq abelsche Hausdorffgruppen\grqq.
\end{Bemerkungl}


\begin{Definition}
  Eine Familie $(v_i)_{i\in I}$ 
von Vektoren in einem normierten Vektorraum hei"st
  {\bf absolut 
summierbar},\index{absolut summierbare Familie} 
 wenn die Familie ihrer Normen
$(\|v_i\|)_{i\in I}$   summierbar ist.
\end{Definition}


  \begin{Lemma}
    In einem Banachraum ist jede absolut summierbare Familie
    summierbar und die Norm der Summe kann nach oben abgesch"atzt werden
    durch die Summe der Normen.\label{BRak} 
\end{Lemma}
\begin{proof}
Nach \ref{SuFa} sind bei einer  absolut summierbaren Familie 
h"ochstens abz"ahlbar viele Vektoren von Null verschieden,
so da"s wir uns auf Familien beschr"anken d"urfen, die durch
$\DN$ indiziert sind. Sei also $(v_k)_{k\in\DN}$ unsere Familie.
Die Partialsummen $s_n=\sum_{k=0}^{n}v_k$ bilden
eine Cauchy-Folge, da  f"ur $m\geq n$ ja gilt 
$$\|s_n-s_m\|=\left\|\sum_{k=n+1}^{m}v_k\right\|\leq \sum_{k=n+1}^{m}\|v_k\|
\leq \sum_{k=n+1}^{\infty}\|v_k\|$$ Die rechte Seite wird 
nun offensichtlich f"ur
hinreichend gro"ses $n$ beliebig klein.
Sind wir in einem Banachraum, so
 konvergiert mithin die Folge der Partialsummen 
gegen einen Grenzwert $s$.
Den Nachweis, da"s dieser Grenzwert auch die Summe im Sinne
der Definition \ref{ABSB} sein mu"s, "uberlasse ich dem Leser.
\end{proof}
\begin{Bemerkunge}
In \ref{SuFa} hatten wir gesehen, da"s jede summierbare Familie 
reeller Zahlen absolut summierbar ist. Dasselbe folgt f"ur 
 summierbare Familien in endlichdimensionalen normierten R"aumen.
In beliebigen normierten R"aumen gilt es jedoch nicht mehr,\label{suak} 
ein typisches Gegenbeispiel ist etwa die \glqq Konvergenz im quadratischen
Mittel\grqq\  in
\eref{SBHR}{AN3}. 
\end{Bemerkunge}



\begin{Definition}
Gegeben ein endlichdimensionaler reeller Vektorraum  $V$ 
und eine lineare Abbildung\label{ExeBR} $A:V\ra V$  definieren wir 
eine weitere lineare Abbildung $\exp(A):V\ra V$
als den Grenzwert der  sogenannten 
{\bf Exponentialreihe}\index{Exponentialreihe!eines Endomorphismus} 
  $$
    \exp(A)=
    \sum_{k \in\DN} \frac{A^{k}}{k !}$$
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
W"ahlen wir eine Norm auf $V$ und versehen 
den Raum $\op{End}V$ aller
Endomorphismen von $V$ mit der Operatornorm, so gilt
offensichtlich $\|A^k\|\leq \|A\|^k$ und unsere 
Familie ist summierbar nach \ref{BRak}, da sie n"amlich absolut summierbar 
ist bez"uglich dieser und dann bez"uglich jeder Norm. F"ur eine Operatornorm
wie eben erh"alt man zus"atzlich
 die Absch"atzung $\|\op{exp}A\|\leq \op{exp}\|A\|$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}\label{ExBR}
Ist allgemeiner  $V$ ein  
Banachraum und $A:V\ra V$ eine stetige lineare Abbildung, so kann
  man in derselben Weise eine stetige lineare Abbildung
  $\exp(A):V\ra V$ erkl"aren.  Der Grenzwert 
ist in diesem Fall im Banachraum
  $
\cal{B}(V)\pdef 
\cal{B}(V,V)$\index{B@$\cal{B}(V)$!beschr"ankte Operatoren auf $V$}
aller stetigen linearen 
Abbildungen von $V$ in sich selbst aus \ref{BRH} zu
  bilden. 
Die im Folgenden bewiesenen Aussagen verallgemeinern sich
ohne Schwierigkeiten auf diesen Fall. Er ist f"ur 
die Quantenmechanik 
fundamental, denn die zeitliche
Entwicklung eines quantenmechanischen Systems mit Hamiltonoperator $H$
wird dadurch beschrieben, da"s  ein Zustand $\psi$ 
in der Zeitspanne $t$  in den Zustand  $\op{exp}({\op{i}}tH)\psi$ "ubergeht.
\end{Bemerkunge}
\begin{Lemma}
Die Exponentialabbildung wirft die Null
auf die Identit"at,
und sind $A,B$ zwei kommutierende 
Endomorphismen,\label{APB}  
gilt also in Formeln $AB = BA$, so
folgt $$\exp (A + B) = (\exp A) (\exp B)$$
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}
  Insbesondere folgt $\exp (-A) = (\exp A)^{-1}$, die Exponentialabbildung
  ist mithin eine Abbildung von der Menge der Endomorphismen 
in die Menge der  Automorphismen $\exp:\op{End}V\ra \op{Aut}V$.
Die Aussage des Lemmas gilt ganz allgemein f"ur beliebige stetige
Endomorphismen von Banachr"aumen.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Genau wie bei der Diskussion des Produkts absolut konvergenter
Reihen in \ref{PvR} zeigt man zun"achst
$$(\exp A) (\exp B)=\sum_{(i,j)\in \DN\times \DN}\frac{A^iB^j}{i!j!}$$
Dann fa"st man, im unendlichdimensionalen Fall  unter Verwendung  von \ref{ZZZ},
 die Terme mit $i+j=k$ zusammen
und landet wegen $AB=BA$ wie beim Beweis der Funktionalgleichung
der Exponentialfunktion \ref{FdE} bei  der Reihe f"ur $\exp (A + B)$.
\end{proof}

\begin{Bemerkunge}
Es gilt auch eine koordinatenfreie Variante von \ref{EKD}.
Ist genauer
$V$ ein Banachraum und 
$A:V\ra V$ eine stetige  lineare Abbildung
und $c\in V$ ein Vektor, so gibt es 
genau eine  differenzierbare Abbildung
$\gamma:\Bbb{R} \ra V$ mit $\gamma(0)=c$ und
$\gamma^{\prime} (t) = A \gamma (t) \quad \forall t \in \Bbb{R}$,
und diese Abbildung wird gegeben durch die Formel 
$$\gamma(t)=\exp(tA)c$$
Der Beweis verl"auft v"ollig analog zum Beweis von \ref{EKD}.
Problematisch ist nur, da"s die Produktregel
in der ben"otigten Allgemeinheit erst in \eref{PRm}{AN2} zur Verf"ugung gestellt wird.
\end{Bemerkunge}
\subsubsection*{"Ubungen} 






\begin{Ubung}
Konvergiert eine Teilfolge einer Cauchyfolge, 
so konvergiert bereits die ganze Cauchyfolge, 
und zwar gegen denselben Grenzwert.
\end{Ubung}



\begin{Ubung}
Eine abz"ahlbare Familie ist
summierbar genau dann, wenn f"ur jede Abz"ahlung die
Folge der Partialsummen konvergiert und f"ur je 
zwei Abz"ahlungen die entsprechenden Grenzwerte "ubereinstimmen.  
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Gegeben ein normierter
Vektorraum $V$ und 
eine summierbare Familie $(v_i)_{i\in I}$ von Vektoren von
$V$ und eine stetige lineare Abbildung $L$ von $V$ in einen weiteren
normierten Vektorraum ist auch die Bildfamilie summierbar und es gilt 
$$\sum_{i\in I} L(v_i)=L\left(\sum_{i\in I} v_i\right)$$
Analoges gilt  auch allgemeiner 
f"ur beliebige \glqq abelsche Hausdorffgruppen\grqq.
\end{Ubung}
\begin{Ubunge}\label{biLS}
Gegeben  normierte
Vektorr"aume $V,W,X$ und eine stetige bilineare Abbildung
$b:V\times W\ra X$ und
summierbare Familien $(v_i)_{i\in I}$ von Vektoren von
$V$ und $(w_i)_{j\in J}$ von Vektoren von
$W$  ist auch die durch $I\times J$ indizierte Familie der 
$b(v_i,w_j)$ summierbar und es gilt 
$$\sum_{(i,j)\in I\times J} b(v_i,w_j)
=b\left(\sum_{i\in I} v_i,\sum_{j\in J} w_j\right)$$
Analoges gilt  auch allgemeiner 
f"ur beliebige \glqq abelsche Hausdorffgruppen\grqq.
\end{Ubunge}

\begin{Ubung}
 Man zeige, da"s eine summierbare Familie in einem Banachraum h"ochstens
abz"ahlbar viele von Null verschiedene Summanden haben kann.
\end{Ubung}
\begin{Bemerkunge}
  In allgemeinen \glqq Hausdorff'schen topologischen Vektorr"aumen\grqq\  kann es auch
  summierbare Familien mit "uberz"ahlbar vielen von Null verschiedenen
  Summanden geben. Ist zum Beispiel $X$ eine "uberz"ahlbare Menge 
mit ihrer diskreten Topologie und
  $\mathcal C (X,\mathbb R)$ der Raum der reellwertigen Funktionen auf $X$ mit
  seiner kompakt-offenen Topologie, so ist die Familie der charakteristischen
  Funktionen aller Punkte von $X$ summierbar mit der konstanten Funktion Eins
  als Summe.
\end{Bemerkunge}

\begin{Ubunge}\label{ZZZ}
Gegeben eine 
 summierbare Familie
$(v_i)_{i\in I}$ in einem Banachraum 
zeige man, da"s  auch jede Teilfamilie summierbar ist und da"s
f"ur eine beliebig vorgegebene Zerlegung
$I=\coprod_{k\in K}I(k)$ von $I$ in eine Vereinigung
von paarweise disjunkten Teilmengen $I(k)$  gilt
$$\sum_{i\in I} v_i=\sum_{k\in K}\left(\sum_{i\in I(k)} v_i\right)$$
Hinweis: Man beginne mit dem Fall, da"s $K$ endlich ist. 
Die Aussage gilt allgemeiner f"ur jede \glqq vollst"andige abelsche Hausdorffgruppe\grqq.
\end{Ubunge}

\begin{Ubunge}\label{ExpSr}
F"ur jeden Banachraum
$V$ ist $\exp : \cal{B}(V)  \ra  \cal{B}(V) $ stetig. Hinweis: \ref{GKom}.
\end{Ubunge}

\begin{Ubung}\label{U66}
Sind $A,B$ stetige Endomorphismen von Banachr"aumen $V,W$  
und ist $P:W\ra V$ stetig linear
mit $AP = PB$,
so gilt $(\exp A)P = P(\exp B)$.
Ist insbesondere $P$ invertierbar, so gilt $\exp (P A P^{-1}) = P (\exp A)
P^{-1}$. 
\end{Ubung}







\begin{Ubung}\label{VSToo}
Gegeben eine Menge $D$ und ein vollst"andiger metrischer Raum $Y$ 
ist auch der Raum $\op{Ens}^{\op{b}}(D,Y)$ aller beschr"ankten Abbildungen
von $D$ nach $Y$  
vollst"andig f"ur die Metrik der gleichm"a"sigen
Konvergenz  \ref{MGK}. 
\end{Ubung}


\begin{Ubung}\label{VSW}
Gegeben ein topologischer Raum $D$ und ein vollst"andiger metrischer Raum $Y$ 
ist auch der Raum $\cal{C}_{\op{b}}(D,Y)$
 aller stetigen 
beschr"ankten Abbildungen\index{C@$\cal{C}_{\op{b}}(D,Y)$ stetige 
beschr"ankte Abbildungen}
von $D$ nach $Y$  
vollst"andig f"ur die Metrik der gleichm"a"sigen
Konvergenz  \ref{MGK}. Hinweis: Man verwende \ref{GKom}.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{VSWnn}
Gegeben ein mehrpunktiges kompaktes Intervall 
 $I\subset \DR$ und ein endlichdimensionaler reeller Vektorraum $V$ 
ist auch der Raum $\cal{C}^{1}(I,V)$ aller einmal stetig
differenzierbaren Abbildungen
von $I$ nach $V$  
vollst"andig f"ur die Norm
$\|\gamma\|_\infty +\|\gamma'\|_\infty$
der gleichm"a"sigen
Konvergenz der Funktion und ihrer ersten Ableitung. 
Hinweis: Man verallgemeinere  \ref{GKom} und verwende \ref{gli}. 
\end{Ubung}
\begin{Ubunge}\label{FKHi}
Es gibt eine {\bf stetige Surjektion vom Einheitsintervall $[0,1]$ auf
das Einheitsquadrat $[0,1]^2$}.\index{Hilbert-Kurve} 
Um diese auf den ersten
Blick verbl"uffende Tatsache einzusehen, unterteile
man das Einheitsintervall in neun gleiche Abschnitte 
und das Einheitsquadrat
in vier gleiche Quadrate
und w"ahle irgendeinen Weg $[0,1]\ra [0,1]^2$,
der den $2i$-ten Abschnitt in das $i$-te Quadrat abbildet, 
f"ur irgendeine Nummerierung der vier Quadrate.
Dann unterteile man die $2i$-ten Abschnitte von eben
jeweils  in neun gleiche Unterabschnitte und die vier Quadrate von
eben jeweils in vier gleiche Unterquadrate und "andere den Weg von eben
auf den $2i$-ten Abschnitten von eben so ab,
da"s sie immer noch im $i$-ten Quadrat landen und 
zus"atzlich die $2j$-ten Unterabschnitte des $2i$-ten Abschnitts
im $j$-ten Unterquadrat des $i$-ten Quadrats landen, 
f"ur irgendeine Nummerierung dieser Unterquadrate.
Indem man immer so weitermacht, erh"alt man eine gleichm"a"sig konvergente 
Folge von Abbildungen. Der Grenzwert  dieser Folge ist die
gesuchte Surjektion. Man zeige auch,
da"s sie im Sinne von \ref{BOLL} unendliche L"ange hat.
\end{Ubunge}
\begin{Ubung}\label{EuF}
Man zeige die Identit"at 
\begin{equation*}
 \op{exp} \begin{pmatrix} 0 & \vartheta\\
           -\vartheta &0 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} \cos\vartheta &-\sin\vartheta\\ \sin\vartheta & \cos\vartheta \end{pmatrix}
\end{equation*}
Hinweis: Es mag das Eleganteste sein, unsere Einbettung
$\DC\hra \op{Mat}(2;\DR)$ heranzuziehen.
\end{Ubung}





\subsection{Integration von vektorwertigen Funktionen}\label{IvwF} 
\begin{Bemerkungl}
Wir zimmern  in diesem
Abschnitt einen begrifflichen Rahmen, der nicht nur
das Integrieren komplexwertiger Funktionen als Spezialfall umfa"st,
sondern auch in nat"urlicher Weise unsere "Uberlegungen zum Differenzieren
vektorwertiger Funktionen erg"anzt und  uns in Zukunft noch
in mancherlei Weise die Arbeit erleichtern wird.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Seien $[a,b]\subset \Bbb{R}$ ein nichtleeres
kompaktes Intervall, $V$ ein reeller Vektorraum
und $f:[a,b] \ra V$ eine Abbildung.
Wir betrachten f"ur  $ r \geq 1$ die "aquidistante Unterteilung
$a = t_{0} \leq t_{1} \leq \ldots \leq t_{r} = b$ und definieren die 
{\bf $r$-te Riemannsumme}\index{Riemannsumme!f"ur vektorwertige Funktion} 
$S^r (f)\in V$ durch
$$S^{r} (f) \pdef \sum^{r-1}_{i=0} (t_{i+1}-t_{i}) f(t_{i}) = \left(\frac{b-a}
{r}\right) \sum^{r-1}_{i=0} f(t_{i})$$  
\end{Definition}

\begin{Satz}[\textbf{Integration vektorwertiger Funktionen}]
Ist $f:[a,b]\ra V$ eine stetige Abbildung von einem\label{IV}
nichtleeren 
kompakten Intervall in einen Banachraum $V$, 
so existiert der Grenzwert
der zugeh"origen Riemannsummen.  Das als dieser
Grenzwert erkl"arte
\emph{\bf Integral}\index{Integral!stetige vektorwertige Funktion!"uber kompaktes Intervall} 
$$\int f = \int^{b}_{a} f = \int^{b}_{a} f(t) \;\diff t \pdef \lim_{r\ra \infty}
S^{r} (f)$$
ordnet jedem $f$  einen Vektor $(\int f)\in V$ zu und hat
 die folgenden Eigenschaften:
\begin{enumerate}
\item
F"ur alle $c\in [a,b]$ gilt $\int^{b}_{a} f=\int^{c}_{a}f + \int^{b}_{c}f$;
\item
Ist $f=v$ konstant ein $v \in V,$
so gilt $\int^{b}_{a} f(t)  \;\diff t = \int^{b}_{a} v \; \diff t= (b-a)v$;
\item
Ist $W$ ein weiterer Banachraum und $\Lambda : V \ra W$
eine stetige lineare Abbildung, so gilt
$$\int (\Lambda \circ f) = \Lambda \left(\int f\right)$$
\item\label{No}
F"ur die Norm des Integrals gilt die Absch"atzung $\|\int f\| \leq \int \|f\|$;
\item
Im Fall $V=\DR$ reellwertiger Funktionen erhalten wir
unser Integral aus \eref{DefII}{AN1} zur"uck.   
\end{enumerate}
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Sie m"ogen in diesem Satz die Regeln $\int \lambda f=\lambda\int f$ sowie
$\int(f+g)=\int f+\int g$ f"ur stetige vektorwertige Funktionen
$f,g$ und $\lambda\in\DR$ vermi"st haben. Sie folgen jedoch formal
aus Teil 3. In der Tat d"urfen wir dort $\Lambda=(\lambda\cdot):V\ra V$
nehmen und auch $\Lambda:V\times V\ra V$ die Addition sowie die 
beiden Projektionen. So ergibt sich f"ur die $V\times V$-wertige 
Funktion $(f,g)$ zun"achst\label{lII}  
$\op{pr}_1 \int (f,g)=\int f$ und $\op{pr}_2 \int (f,g)=\int g$
und damit 
$\int (f,g)=(\int f,\int g)$ und durch Anwenden der
Addition dann $\int(f+g)=\int f+\int g$. Etwas allgemeiner folgt die \glqq Komponentenregel\grqq\ 
$\int (f,g)=(\int f,\int g)$ auch f"ur $f,g$ mit Werten in verschiedenen
endlichdimensionalen normierten Vektorr"aumen.
\end{Bemerkungl}
%\begin{Bemerkunge}
%  Sind  allgemein $\mathcal A$ eine additive Kategorie und
%  $F,G:\mathcal A\ra \op{Ab}$ additive Funktoren
%  und $v:\op{Ab}\ra\op{Ens}$ der Vergi"sfunktor 
%  und $\tau:vF\RA vG$ eine Transformation, so m"ussen alle
%  $\tau_M:vFM\ra vGM$ bereits Gruppenhomomorphismen sein,
%  als da hei"st, wir haben $\tau=v\tilde\tau$ f"ur eine  wohlbestimmte
%  Transformation $\tilde\tau:F\RA G$. Sind zus"atzlich $k$ ein Kring
%  und $\mathcal A$ eine additive $k$-lineare Kategorie
%  und $F,G:\mathcal A\ra \op{Mod}_k$ additive  $k$-lineare Funktoren  und $v:\op{Mod}_k\ra\op{Ens}$ der Vergi"sfunktor, so
% haben wir analog $\tau=v\tilde\tau$ f"ur eine  wohlbestimmte
% Transformation $\tilde\tau:F\RA G$. Das Argument ist dasselbe
% wie oben im Spezialfall $\mathcal A=\op{Mod}_k$ und $F:V\mapsto \mathcal C([a,b],V)$ und $G:V\mapsto V$
% und $\tau=\int$.
%\end{Bemerkunge}
\begin{Bild} 
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildGrFr}\\[4mm]
\noindent Der Graph einer reellwertigen Treppenfunktion.
\end{Bild}
\begin{Bild} 
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildGrfr}\\[4mm]
\noindent Der Graph einer reellwertigen Funktion $f$ und
der zugeh"origen Treppenfunktion $f_7$ aus dem nebenstehenden Beweis,
mit $I(f_7)$ der siebten Riemannsumme von $f$. 
\end{Bild}
\begin{proof}[Beweis]
Im Fall $a=b$ sind alle Riemannsummen Null und ihr Grenzwert 
existiert und ist auch Null.
Wir d"urfen also im folgenden $a<b$ annehmen.  
Nach \ref{VSuN} ist mit $V$ auch der Vektorraum 
$\op{Ens}^{\op{b}}([a,b], V)$
aller beschr"ankten Abbildungen
 $[a,b]\ra V$ mit seiner Supremumsnorm vollst"andig. 
Darin betrachten wir nun den Teilraum $T\subset \op{Ens}^{\op{b}}([a,b], V)$
aller Abbildungen $s:[a,b]\ra V$ mit der Eigenschaft, da"s es eine 
nicht notwendig "aquidistante Unterteilung 
$a=a_0<a_1<\ldots <a_r=b$ unseres Intervalls gibt derart,
 da"s $s$ auf jedem der Teilintervalle $[a_{i-1},a_i)$ 
konstant ist. Die Elemente von $T$ hei"sen 
{\bf Treppenfunktionen} auf $[a,b]$. \index{Treppenfunktion} 
Offensichtlich existiert eine lineare Abbildung
$I:T\ra \DR$ mit der Eigenschaft
$$I( s)=\sum_{i=0}^{r-1} s(a_{i})(a_{i+1}-a_{i})$$
wann immer f"ur  eine Unterteilung 
$a=a_0<a_1<\ldots <a_r=b$ unseres Intervalls unsere Funktion $s$ konstant ist 
auf allen Teilintervallen $[a_{i},a_{i+1})$.  
Offensichtlich hat diese lineare Abbildung
auch die Eigenschaft $\|I( s)\|\leq (b-a)\|s\|_\infty$.  
Insbesondere ist $I:T\ra V$ gleichm"a"sig stetig. 
Damit zeigt  hinwiederum \ref{GSFo}, da"s $I$ auf genau
eine Weise zu einer stetigen Abbildung auf den Abschlu"s $\bar T$ von
$T$ in $\op{Ens}^{\op{b}}([a,b], V)$ fortgesetzt werden kann.
In diesem Abschlu"s liegen nun aber, etwa nach gleichm"a"siger Stetigkeit
\eref{glsV}{AN1}, alle
stetigen Abbildungen, in Formeln
${\cal C}([a,b], V)\subset \bar T,$ so da"s wir durch stetige Fortsetzung 
vom Raum der Treppenfunktionen
insbesondere eine Abbildung 
$$I: {\cal C}([a,b], V)\ra V$$
erhalten. Wieder nach gleichm"a"siger Stetigkeit \eref{glsV}{AN1} ist
jede stetige Abbildung $f:[a,b]\ra V$ auch der Grenzwert in der Supremumsnorm
derjenigen Treppenfunktionen $f_r$, die wir erhalten, wenn wir von der
"aquidistanten Unterteilung
$a = t_{0} \leq t_{1} \leq \ldots \leq t_{r} = b$
ausgehen und $f_r$ auf $[t_i,t_{i+1})$ konstant den Wert $f(t_i)$ 
annehmen lassen und auf $t_r$ den Wert $f(t_r)$.  
F"ur diese $f_r$   gilt also
$\lim_{r\ra \infty} f_r= f$ und wegen $S_r(f)=I(f_r)$ 
folgt $$\lim_{r\ra \infty} S_r(f)=\lim_{r\ra \infty} I(f_r)= I(f)$$ 
Der Grenzwert 
unserer Riemannsummen existiert also in der Tat 
und stimmt  mit $I(f)$ 
"uberein.
Die erste Eigenschaft zeigt man nun, indem man
die Notation $I$ zu $I_a^b$ verfeinert und dann
die Identit"at 
$$I_a^b(f)=I_a^c(f)+ I_c^b(f)$$
zun"achst f"ur Treppenfunktionen alias Funktionen
$f\in T$ pr"uft,  um sie anschlie"send f"ur alle
Funktionen aus $\bar T$ zu folgern.
Die drei anderen Eigenschaften erh"alt man, indem man die analogen 
Eigenschaften f"ur  Riemannsummen hinschreibt und zum Grenzwert "ubergeht.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}
Wie im Fall reellwertiger Funktionen verwenden wir auch
im Fall vektorwertiger Funktionen die Konvention
$\int_{b}^{a} f=-\int^{b}_{a} f$. Ist dann
$f:I\ra V$ eine stetige Abbildung von einem reellen Intervall 
in einen Banachraum, so gilt 
f"ur beliebige $a,b,c \in I$ die Formel
$\int^{b}_{a} f=\int^{c}_{a}f + \int^{b}_{c}f$. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{Vektorwertige Variante des Hauptsatzes}]
Gegeben ein mehrpunktiges Intervall $I\subset \Bbb{R}$,
ein Banachraum $V$,
eine stetige Funktion  $f:I\ra V$ und\label{VHSS}
 ein Punkt $a\in I$
 ist die Funktion
$$\begin{array}{cccl}
F : &I &\ra & V\\
&x & \mapsto & \int^{x}_{a} f(t) \;\diff t
\end{array}$$
die einzige differenzierbare Funktion
$F:I\ra V$ mit $F^{\prime}= f$ und 
$F (a) =0$.  
\end{Satz}

\begin{proof}[Beweis]
Sehr "ahnlich zum Beweis f"ur reellwertige Funktionen \eref{HSS}{AN1} und dem Leser
zur "Ubung "uberlassen. Man verwende die Absch"atzung aus \ref{IV} f"ur
die Norm des Integrals und den Schrankensatz \eref{MWS}{AN1}.
\end{proof}
\begin{Korollar}[\textbf{Integrieren mit Stammfunktionen}]
Seien $V$ ein Banachraum und $a<b$ reelle Zahlen und $f:[a,b] \ra
V$ stetig. Ist $G:[a,b]\ra V$ eine\label{SFvv} 
\emph{\bf Stammfunktion}\index{Stammfunktion} von $f$, als da hei"st
eine differenzierbare Funktion mit
Ableitung ${G'} (t) = f (t)$, so gilt 
$$\int^{b}_{a} f(t) \diff t = G(b) - G(a)$$
\end{Korollar}
\begin{proof}[Beweis]
Das folgt sofort aus dem vorhergehenden Satz \ref{VHSS}.
\end{proof}

\begin{Bemerkunge}\label{VVQ}
In derselben Weise wie in \ref{RiMV} erkl"aren wir von 
\ref{IV} und \ref{IPVei} 
ausgehend auch das Integral einer stetigen
Abbildung von einem kompakten Quader in einen 
Banachraum. Es ist dann ein Vektor aus
besagtem Banachraum. 
  In derselben Weise  erkl"art man auch den Tr"ager 
f"ur vektorwertige Funktionen oder, noch allgemeiner, f"ur Funktionen mit
Werten
in einer beliebigen Gruppe und erkl"art  f"ur jede 
stetige Abbildung mit kompaktem Tr"ager von $\DR^n$  
in einen endlichdimensionalen reellen Vektorraum
ihr Integral, einen Vektor aus besagtem Vektorraum.
Auch die  Transformationsformel \ref{TF} "ubertr"agt sich unmittelbar 
auf den Fall vektorwertiger Funktionen.
\end{Bemerkunge}





\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
Man schreibe einen Beweis f"ur die 
Vertauschbarkeit der 
Integrationsreihenfolge aus, der
\ref{VI} zum Fall von Funktionen mit Werten in Banachr"aumen verallgemeinert.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Substitution}] 
  Man  formuliere und beweise das Analogon der
 Substitutionsregel\label{IdSB}
\eref{IdS}{AN1}  f"ur $g:[a,b]\ra \DR$ stetig differenzierbar 
und $f:g([a,b])\ra V$ stetig mit Werten in einem Banachraum $V$.
\end{Ubung}
\begin{Ubunge}
Man berechne $\int_0^1 \op{e}^{\op{i}t}\diff t$.  Hinweis: \eref{AExp}{AN1} .
Man finde eine Stammfunktion von $\op{cos}^4x$.  Hinweis: \eref{EoFo}{AN1} .
\end{Ubunge}
\begin{Ubunge}\label{IPVei}
Man formuliere und beweise eine Variante f"ur vektorwertige Funktionen
des Satzes \eref{PI}{AN1}  "uber 
Integrale mit Parametern.
\end{Ubunge}
\begin{Ubung}\label{VSWnnc}
Gegeben ein mehrpunktiges kompaktes Intervall 
 $I\subset \DR$ und ein Banachraum $Y$ 
ist auch der Raum $\cal{C}^{1}(I,Y)$ aller  stetig
differenzierbaren Abbildungen
von $I$ nach $Y$  
vollst"andig f"ur die Norm
$\|\varphi\|_1=\|\varphi\|+\|\varphi'\|$
der gleichm"a"sigen
Konvergenz der Funktionen und ihrer ersten Ableitungen. 
Hinweis: Man verwende \eref{VSW}{AN1}  und verallgemeinere  \eref{gli}{AN1} .
\end{Ubung}


\subsection{Existenz und Eindeutigkeit von L"osungen}
\begin{Bemerkungl} Ich erinnere daran,
da"s wir, 
gegeben ein  normierter reeller Raum $X$ und eine
offene Teilmenge $U\co X$ und ein Vektorfeld $A:U\ra\vec X$, 
unter einem \glqq Flu"sweg von $A$ 
mit Anfangswert $p$\grqq\ ein Paar $(I,\gamma)$ verstehen mit $I\subset \DR$ einem 
mehrpunktigen Intervall, das die  Null enth"alt, und $\gamma:I\ra U$ 
einer differenzierbaren Abbildung
 mit $\gamma(0)=p$ und $\gamma'(t)=A(\gamma(t))$ f"ur alle $t\in I$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Ich erinnere  weiter daran, da"s nach \ref{LiSt}
  eine Abbildung $f$ zwischen metrischen R"aumen 
    lipschitzstetig hei"st, wenn es eine Konstante $L>0$ gibt mit
    $d(f(x),f(y))\leq L d(x,y)$ 
f"ur alle $x,y$ im Ausgangsraum.  
Eine Abbildung  zwischen metrischen R"aumen
hei"st {\bf lokal lipschitzstetig},\index{lipschitzstetig!lokal}
 wenn jeder Punkt des Ausgangsraums eine 
Umgebung besitzt, auf der unsere 
Funktion lipschitzstetig ist.
\end{Bemerkungl}

\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]
{SkriptenBilder/BildLiSt}\\[4mm]
\noindent Die Restriktion auf die negative $x$-Achse 
der hier durch ihren Graphen dargestellten Funktion ist 
lipschitzstetig mit Lipschitzkonstante $1$, da sie an jeder
Stelle den schraffierten verbotenen Bereich der entsprechen
verschobenen Figur vermeidet. Die Begrenzungslinien haben 
darin als Steigung die Lipschitzkonstante, in diesem Fall 
die Steigung $1$.
Die Restriktion auf die positive $x$-Achse ist 
zwar lipschitzstetig, aber  mit einer gr"o"seren Lipschitzkonstante.
\end{figure}

\begin{Bemerkungl}\label{SDLi}
Nach \ref{Asc} ist jedes stetig differenzierbare Vektorfeld auf
einer offenen Teilmenge eines  normierten Raums 
lokal lipschitzstetig, deshalb folgt 
der Satz "uber die Existenz und Eindeutigkeit im Fall
stetig differenzierbarer Vektorfelder
\ref{PiLi} aus der 
 Version  lokal lipschitzstetiger
Vektorfelder \ref{PiLin}.
Die Hauptlast des Beweises  
tr"agt das folgende Lemma \ref{HlLll}.
\end{Bemerkungl}

\begin{Lemma}[\textbf{Lokale Existenz und Eindeutigkeit}]
Gegeben $X$ ein vollst"andiger normierter reeller
Raum, $U \co X$ offen und $A: U \rightarrow \vec{X}$ 
ein beschr"anktes lipschitzstetiges  Vektorfeld\label{HlLll} 
existieren zu jedem Anfangswert $p\in U$ Flu"swege von $A$
mit offenem Definitionsbereich, und je zwei
Flu"swege $\gamma : I \rightarrow U$ und 
$\phi : J \ra U$ mit demselben Anfangswert
stimmen f"ur hinreichend kleines $\varepsilon>0$ auf  
$I \cap J\cap [-\varepsilon,\varepsilon]$ 
"uberein.
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}\label{plp}
Allgemeiner gilt das auch f"ur stetige
beschr"ankte 
zeitabh"angige Vektorfelder $A: (-a,a)\times U \rightarrow \vec{X}$, 
die nur {\bf partiell lipschitzstetig}\index{lipschitzstetig!partiell}
 sind
in dem Sinne, da"s es eine Konstante $L$ gibt mit
$\|A(t,x)-A(t,y)\|\leq L\|x-y\|$ f"ur alle $t\in(-a,a)$ und $x,y\in U.$ 
Der Beweis ist mutatis mutandis derselbe.
Diese Variante ist insofern st"arker, als das Lemma
beim "Ubergang \ref{DGSF} von zeitabh"angigen  zu 
zeitunabh"angigen Vektorfeldern dieselbe Folgerung nur liefert
 unter der st"arkeren Annahme, da"s  
$A: (-a,a)\times U \rightarrow \vec{X}$ 
nicht nur \glqq partiell\grqq\  sondern
\glqq auch in Bezug auf die erste Variable\grqq\  lipschitzstetig ist.
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}
Wir betrachten f"ur ein beliebiges 
mehrpunktiges kompaktes reelles Intervall $K \subset
\Bbb{R}$ mit $0\in K$ den affinen Raum $$\mathcal{C}_p (K,X)$$ aller
stetigen Wege $\gamma : K \rightarrow X$ mit
$\gamma (0) =p$ und versehen seinen Richtungsraum 
$\mathcal{C}_0 (K,\vec{X})$ mit der Norm
$ \|\; \|_\infty $
der gleichm"a"sigen Konvergenz.
Nach \eref{VSW}{AN1} erhalten wir so einen vollst"andigen normierten
Vektorraum.
Nun betrachten wir in unserem affinen Raum 
die offene Teilmenge $\mathcal{C}_p (K,U)$ aller
 in $U$ verlaufenden Wege und die Abbildung
$$\begin{array}{cccc}
F:& \Bbb{R}\times \mathcal{C}_p (K,U) & \rightarrow 
& \Bbb{R}\times \mathcal{C}_p(K,X)\\
&(\tau\;,\; \gamma) \;\;\;&\mapsto 
& \left(\tau, \gamma - \tau \int (A\circ \gamma)\right)
\end{array}$$
Hierbei sei $\int:\mathcal{C}(K,\vec{X})\ra \mathcal{C}_0(K,\vec{X})$
gegeben  durch $(\int \psi)(t)=\int_0^t\psi(s)\diff s$
mit unserem vektorwertigen Integral aus \ref{IVb}.
Bezeichne $\kappa$ den konstanten Weg bei $p.$
Unter unserer Abbildung 
geht aufgrund der vektorwertigen Variante 
\ref{VHSS} des  Hauptsatzes der Differential- und Integralrechnung
 $(\tau, \gamma)$ nach $(\tau,\kappa )$  genau dann, 
wenn $\gamma : K\rightarrow
U$ ein Flu"sweg des reskalierten Feldes $\tau A$ ist.
Insbesondere haben wir $(0,\kappa) \mapsto (0,\kappa)$. 
Wir wenden nun den Umkehrsatz f"ur stetige Abbildungen  \ref{VHBa} an und 
zeigen genauer, da"s f"ur $\eta>0$ hinreichend klein
und $K\subset [-1/4S,1/4S]$ mit $S>0$ einer oberen Schranke 
der Normen der Vektoren unseres Vektorfelds $A$
 die
Restriktion von $F\!-\!\op{id}$ auf $(-\eta,\eta)\times \mathcal{C}_p (K,U)$ 
kontrahierend ist. 
Dazu rechnen wir 
\begin{eqnarray*}
 \| (F\! -\!\op{id}) (\sigma,\psi) - (F\!-\! \op{id}) (\tau,\gamma)\| 
& =& \left\| \sigma
\int A  \psi - \tau \int A  \gamma \right\|_\infty\\
&\leq & |\sigma - \tau | \left\| \int A  \psi \right\|_\infty \!+ |\tau | \left\|\int A\psi - A \gamma \right\|_\infty\\
&\leq & |\sigma - \tau | (S/4S) + (\eta L /4S) \| \psi - \gamma \|_\infty\\[2mm]
&\leq & |\sigma - \tau|/4 + \| \psi -\gamma\|_{\infty}/4\\[2mm]
&\leq & (1/2) \| (\tau - \sigma, \gamma - \psi)\|
\end{eqnarray*}
falls im vorletzten Schritt 
$\eta > 0$ so klein ist, da"s gilt $\eta L / S < 1$. 
% In der Tat haben wir wegen der Absch"atzung
% $\|A(\gamma(s))-A(\psi(s))\|\leq L\|\gamma(s)-\psi(s)\|$
% n"amlich
% $$\left\|\tau\int(A\circ\gamma)-\tau\int(A\circ\psi)\right\|_\infty
% \leq \tau L k \|\gamma-\psi\|_\infty$$
% f"ur $L$ die Lipschitzkonstante von $A$ und $k$ dem Supremum der
% Betr"age der Elemente von $K,$ und wir m"ussen folglich
% nur $\eta$ so klein w"ahlen, da"s gilt $\eta L k<1.$
Dann liefert uns der Umkehrsatz f"ur stetige Abbildungen 
\ref{VHBa} wegen $F:(0, \kappa) \mapsto(0, \kappa) ,$ da"s  es f"ur
 $\tau>0$ hinreichend klein genau ein Urbild $(\tau, \gamma_\tau)$ von
$(\tau, \kappa)$ unter $F$ gibt,  also genau einen Flu"sweg 
$\gamma_\tau:K\ra U$ des reskalierten Vektorfelds $\tau A$.
Gehen wir etwa von $K=[-\beta,\beta]$ aus,
 so ist $\gamma(t)\pdef\gamma_\tau(\tau^{-1}t)$ 
ein auf $(-\tau\beta,\tau\beta)$ definierter 
Flu"sweg des Vektorfelds $A$ zu 
$p$ und die Existenzaussage des Lemmas ist gezeigt.
Seien andererseits $\gamma : I \rightarrow U$ und 
$\phi : J \ra U$ Flu"swege mit demselben Anfangswert.
Besteht $I\cap J$ nur aus dem Nullpunkt, so ist 
die Behauptung eh klar.
Sonst 
 gibt es $\alpha>0$ mit $I\cap J\cap[-\alpha,\alpha]$ 
mehrpunktig und kompakt und in $[-1/4S,1/4S]$ enthalten,
und f"ur alle $\tau\in[0,1]$
sind die Abbildungen $t\mapsto \gamma(\tau t)$ und $t\mapsto \phi(\tau t)$
auf $I\cap J\cap[-\alpha,\alpha]$ 
definierte Flu"swege
zu $p$ des reskalierten Vektorfelds $\tau A.$ F"ur hinreichend kleines 
$\tau>0$ gibt es aber nach dem, was wir gezeigt haben, nur einen
derartigen Flu"sweg, und damit folgt auch die zweite Behauptung
des Lemmas.
\end{proof}

\begin{Bemerkunge}
  Die allgemeinere Aussage 
\ref{plp} "uber lokale Existenz und Eindeutigkeit der
Flu"swege f"ur  partiell
lipschitzstetige zeitabh"angige Vektorfelder folgt analog mithilfe der 
Abbildung $$F:(\tau,\gamma)\mapsto 
\left(\tau, \gamma - \tau \int_0^t A(\tau s,\gamma(s))\diff s\right)$$
\end{Bemerkunge}




\begin{Satz}[\textbf{Picard-Lindel"of}]
  \begin{enumerate}\item 
    Gegeben  auf einer
    offenen Teilmenge eines vollst"andigen normierten reellen Raums
    ein lokal lipschitzstetiges Vektorfeld gibt es zu
    jedem Anfangswert einen gr"o"sten Flu"sweg;
\item Dieser gr"o"ste Flu"sweg hat als
    Definitionsbereich ein offenes Intervall, und ist besagtes Intervall nach
    oben beschr"ankt, so verl"a"st dieser gr"o"ste Flu"sweg f"ur positive
    Zeiten jedes Kompaktum aus unserer offenen Teilmenge irgendwann einmal
    endg"ultig.
  \end{enumerate}
\label{PiLin}
\end{Satz}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildIK}\\[4mm]
\noindent 
Ein gr"o"ster Flu"sweg, dessen Definitionsbereich nach oben beschr"ankt
ist und die so jedes Kompaktum wie etwa $K$ oder $L$ 
irgendwann einmal endg"ultig verl"a"st. In diesem Fall w"are der
Definitionsbereich nach unten unbeschr"ankt und unser Flu"sweg
w"urde f"ur negative Zeiten gegen eine Nullstelle unseres Vektorfeldes
konvergieren, die im Zentrum der Spirale liegt.
\end{figure}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Fl"usse von Vektorfeldern mit kompaktem Tr"ager}]
Ein Flu"sweg eines lokal lipschitzstetigen Vektorfelds, der durch eine Nullstelle unseres Feldes geht, ist offensichtlich konstant.
Jeder Flu"sweg, der durch eine Nichtnullstelle
unseres Feldes geht,  bleibt also
  f"ur alle Zeiten seines Definitionsbereichs in den Nichtnullstellen.
Jeder Flu"sweg, der durch einen Punkt im Tr"ager
unseres Feldes geht,  bleibt mithin
  f"ur alle Zeiten seines Definitionsbereichs im Tr"ager unseres Feldes. Hat speziell unser Vektorfeld kompakten Tr"ager, so ist jeder maximale Flu"sweg 
  auf
  ganz $\DR$ definiert. 
 \end{Bemerkungl}
  \begin{Bemerkungl}\label{VfVf}
 Beim Beweis zeigen wir st"arker als in Teil 2 formuliert:  Ist das 
Defini\-tionsintervall unseres gr"o"sten Flu"swegs nach oben beschr"ankt,
so kann er nicht ab irgendeinem  Zeitpunkt ganz innerhalb irgendeiner
in unserem 
affinen Raum abgeschlossenen Teilmenge bleiben, die im Definitionsbereich
unseres Vektorfelds enthalten ist und auf der unser Vektorfeld beschr"ankt ist.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}\label{plpp}
Allgemeiner gilt unser Satz auch f"ur stetige
zeitabh"angige Vektorfelder $A:  U \rightarrow \vec{X}$ 
auf $U\co \DR\times X$, 
die nur {\bf lokal partiell lipschitzstetig}  sind
in dem Sinne, da"s jeder Punkt von $U$ eine
offene Umgebung besitzt, in der sie 
im Sinn von \ref{plp} partiell lipschitzstetig sind.
Der Beweis ist  derselbe, man mu"s sich daf"ur nur  auf 
\ref{plp} st"utzen. Diese Allgemeinheit ist insbesondere bei der
Behandlung linearer Differentialgleichungen von Nutzen.
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}
Zun"achst zeigen wir, da"s je
zwei Flu"swege $\gamma,\psi$  mit demselben
Anfangswert $p$ und demselben Definitionsintervall $I$ "ubereinstimmen.
Wir zeigen nur, da"s sie auf $I\cap [0,\infty)$ "ubereinstimmen,
f"ur $I\cap (-\infty,0]$ argumentiert man analog.
Stimmen aber unsere Wege auf $I\cap [0,\infty)$ 
nicht "uberein, so w"are das Supremum $s$ "uber alle $t\in I$ 
mit $\gamma|[0,t]=\psi|[0,t]$ nicht das Supremum von $I.$ 
Wegen der Stetigkeit der Flu"swege g"alte $\gamma(s)=\psi(s),$ 
und nach der Eindeutigkeitsaussage in Lemma \ref{HlLll} mu"s dann 
auch gelten $\gamma|[0,t+\eta]=\psi|[0,t+\eta]$ f"ur ein positives $\eta,$
im Widerspruch zur Wahl von $s.$ 
Folglich stimmen je zwei Flu"swege mit Anfangswert $p$ auf
dem Schnitt ihrer Definitionsbereiche "uberein 
und es gibt genau einen gr"o"sten Flu"sweg mit Anfangswert  $p$, 
dessen Definitionsbereich 
eben die Vereinigung der Definitionsbereiche aller Flu"swege zu $p$
ist. W"are dieser Definitionsbereich nicht offen, so enthielte er sein 
Supremum oder sein Infimum. Dann k"onnten wir jedoch um die Bilder
dieser Grenzpunkte auch wieder Flu"swege mit offenem 
Definitionsbereich finden und \glqq ankleben\grqq\  und unser Flu"sweg w"are nicht
maximal gewesen. 
Dieser Widerspruch zeigt, da"s unser gr"o"ster Flu"sweg offenen 
Definitionsbereich hat.
Bezeichne schlie"slich $A$ unser Vektorfeld und $U\co X$ 
seinen Definitionsbereich.
Ist $\gamma : [0,b) \rightarrow U$
ein Flu"sweg von $A$, dessen Bild in einem Kompaktum
$M \subset U$ landet, so ist 
wegen $\dot{\gamma} (t) = A(\gamma (t))$ seine Geschwindigkeit 
$\| \dot{\gamma} (t)\|$
beschr"ankt auf $[0,b)$, mithin ist $\gamma$ lipschitzstetig und besitzt
nach \eref{GSFo}{AN1} 
eine stetige Fortsetzung $\tilde{\gamma} : [0,b]
\rightarrow M$.
Die Integralform unserer Differentialgleichung zeigt dann sofort, da"s
 auch $\tilde{\gamma}$ ein Flu"sweg von $A$ sein mu"s.
Mithin kann ein Flu"sweg mit nach oben beschr"anktem 
Definitionsbereich, die ganz in einem Kompaktum  $M\subset U$ 
verl"auft, schon einmal nicht maximal sein. Wir erkl"aren nun noch, warum 
ein maximaler Flu"sweg  mit nach oben beschr"anktem 
Definitionsbereich
ab einem gewissen Zeitpunkt auch nicht mehr  in
ein vorgegebenes
  Kompaktum 
zur"uckkehren darf. 
Sicher besitzt unser Kompaktum $M$ eine endliche 
"Uberdeckung durch offene Teilmengen von $U,$ auf denen unser
Vektorfeld jeweils lipschitzstetig ist. Mit \eref{dK}{AN1} 
finden wir auch ein
$\varepsilon>0$ 
derart, da"s die Menge $N$ aller Punkte von $X$ mit Abstand 
$\leq \varepsilon$ zu einem Punkt von $M$  in 
der Vereinigung der Mengen dieser endlichen 
"Uberdeckung
 enthalten ist.
Da unser Vektorfeld auch auf $N$ lipschitzstetig ist, hat
unser Flu"sweg dann  an allen Stellen aus $N,$ 
die er durchl"auft, eine gleichm"a"sig beschr"ankte Geschwindigkeit.
Wann immer unser maximaler Flu"sweg einen Punkt aus $M$ 
durchl"auft, mu"s er also noch f"ur eine gewisse von diesem Punkt
unabh"angige Zeitspanne innerhalb von $N$ weiterlaufen. 
Sind wir n"aher als diese Zeitspanne am oberen Ende des 
Definitionsbereichs unseres maximalen Flu"swegs, so kann 
unser Flu"sweg
 demnach keine
Punkte aus $M$ mehr durchlaufen,
da er ja wegen \ref{VfVf} nicht ab einem vorgegebenen Zeitpunkt in
$N$ bleiben darf,
und es sonst nicht mehr schaffen
k"onnte, $N$ noch zu verlassen.
\end{proof}



\subsection{Lineare Differentialgleichungen}
\begin{Satz}[\textbf{Homogene
lineare Differentialgleichungen}]
Gegeben ein mehrpunktiges Intervall $I\subset \Bbb{R}$, 
ein endlichdimensionaler\label{LLDa}
reeller Vektorraum $ V $  und eine  stetige Abbildung 
$M: I \rightarrow \op{End}  V $
bilden die differenzierbaren Abbildungen $\gamma : I \rightarrow
 V $ mit 
\begin{equation*}
\gamma' (t) = M(t) \gamma (t) \quad \forall t \in I
\end{equation*}
einen Untervektorraum $\mathcal{L} \subset \op{Ens} (I,  V )$,
den \emph{\bf L"osungsraum}\index{L"osungsraum!einer linearen Differentialgleichung!allgemeiner Fall} unserer 
Differentialgleichung. Weiter ist f"ur
jedes $t_0 \in I$ das Auswerten bei $t_0$ 
ein Vektorraumisomorphismus $\mathcal{L}
\overset{\sim} {\rightarrow}  V ,$ $ \gamma \mapsto \gamma (t_0)$,
der \emph{\bf Anfangswertisomorphismus}.\index{Anfangswertisomorphismus}
\end{Satz}
\begin{Bemerkunge}
  Es ist unmittelbar klar, da"s unter der Annahme, $M$ sei $k$-mal
  stetig differenzierbar, unsere L"osungen $\gamma$ sogar
  $(k+1)$-mal
  stetig differenzierbar sein m"ussen.
\end{Bemerkunge}
\begin{Bemerkunge}
  Der Satz gilt mit fast demselben Beweis auch im Fall
eines beliebigen Banachraums $V,$ wenn man statt 
dem Raum  $\op{End}  V$ aller Endomorphismen von $V$ 
den normierten  Raum  $\cal{B}(V)$ aller stetigen Endomorphismen von $V$
betrachtet. Wir m"ussen dann nur am Schlu"s des Beweises
 etwas sorgf"altiger argumentieren,
etwa in dem Sinne, da"s eine auf $[0,b)$ definierte Flu"sweg 
nach den Absch"atzungen im Beweis gleichm"a"sig stetig w"are und sich
nach \eref{GSFo}{AN1} stetig auf $[0,b]$ fortsetzen lie"se.
Das Bild dieser stetigen Fortsetzung  ist in diesem Fall
wieder das gesuchte Kompaktum,
das nicht verlassen wird, im Widerspruch zu \ref{plpp}.
\end{Bemerkunge}


  \begin{Beispiel}[\textbf{Explizite L"osung im eindimensionalen Fall}] 
    Im eindimensionalen Fall $\op{dim}V=1$ oder der Einfachkeit halber
noch besser $V=\DR$ haben wir in \ref{SepV} schon
    allgemeinere
Differentialgleichungen explizit gel"ost. In diesem Fall ist
$M$ eine reellwertige Funktion. Bezeichnen wir sie statt mit $M$ mit
$h:I\ra\DR$ und bezeichnet $H:I\ra\DR$ eine Stammfunktion von $h$,
so sind die L"osungen unserer Differentialgleichung 
$\gamma'(t)=h(t)\gamma(t)$ insbesondere schlicht die Funktionen 
$\gamma(t)=c\op{exp}(H(t))$ f"ur $c\in \DR$. 
  \end{Beispiel}





\begin{proof}[Beweis]
Da"s unser L"osungsraum $\mathcal{L} \subset \op{Ens} (I,  V )$
ein Untervektorraum ist und das Auswerten bei
$t_0$  linear scheint mir beides offensichtlich.
Es bleibt nur, Injektivit"at und Surjektivit"at des
Auswertens zu zeigen.
Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit d"urfen wir dazu $t_0 =0$ annehmen.
Falls $I$ nicht offen ist, w"ahlen  wir 
eine stetige Fortsetzung von $M$ auf ein offenes Intervall
$J\supset I.$ 
Nun erf"ullt $\gamma : J\rightarrow  V $ 
nach \ref{DGSF} unsere Differentialgleichung
genau dann, wenn 
es ein
Flu"sweg des 
zeitabh"angigen 
Vektorfelds $(t,v) \mapsto  M(t) v$ auf $J \times
 V $ ist.
Dies zeitabh"angige
Vektorfeld ist lokal partiell lipschitzstetig
im Sinne von \ref{plpp},  also besitzt es 
nach \ref{plpp}
zu jedem
Anfangswert h"ochstens einen auf $I$ definierten Flu"sweg,
und das zeigt die Injektivit"at. 
F"ur den Beweis der Surjektivit"at 
reicht es
zu zeigen, da"s jeder maximale Flu"sweg des 
zeitabh"angigen Vektorfelds $(t,v)\mapsto
 M (t) v$ mit Anfangswert $\gamma(t_0)=v_0$ auf ganz $J$ definiert ist.
Sicher reicht es zu zeigen, da"s er bis zum oberen Ende von $J$ definiert
ist. Sonst g"abe es aber $b \in J$ derart, da"s die L"osung nicht 
in positiver Richtung "uber $[0,b)$
hinaus fortgesetzt werden k"onnte.
Es gibt  jedoch $L$ mit $\| M(t)\| \leq L$ f"ur alle $t \in
[0,b],$ daraus folgt f"ur $t\in [0,b)$ erst
\begin{equation*}
\| \gamma (t)\| = \left\| v_0 + \int_0^t M (\tau) \gamma (\tau) \diff \tau
\right\| \leq \| v_0\| + L \int^t_0 \|\gamma (\tau)\| \diff\tau
\end{equation*}
und dann $\| \gamma (t)\| \leq \| v_0\| \op{e}^{Lt}$
nach dem Lemma von Gronwall \ref{Gronwall}.  
Dann 
w"are aber $\| \gamma (t)\|$ beschr"ankt auf $t\in [0,b)$, 
n"amlich durch $\|v_0\| \op{e}^{Lb}$,
im Widerspruch zur letzten Aussage im Satz "uber die Existenz und
Eindeutigkeit  \ref{PiLin}  
oder genauer ihrem Analogon \ref{plpp} f"ur zeitabh"angige Vektorfelder.
\end{proof}




\begin{Korollar}[\textbf{Inhomogene lineare Differentialgleichungen}]
Gegeben ein mehrpunktiges Intervall $I\subset \Bbb{R}$\label{LLD},  ein 
endlichdimensionaler
reeller Vektorraum $ V $ sowie stetige Abbildungen
$M: I \rightarrow \op{End}  V $
und $f:I\ra V$,
bilden die differenzierbaren Abbildungen $\gamma : I \rightarrow
 V $ mit 
\begin{equation*}
\gamma' (t) = M(t) \gamma (t) +f(t)\quad \forall t \in I
\end{equation*}
einen affinen Teilraum $\mathcal{L}_{\op{i}}\subset \op{Ens} (I,  V )$  
mit dem  L"osungsraum
der zugeh"origen linearen Gleichung als Raum von Richtungsvektoren.
F"ur
jedes $t_0 \in I$ definiert weiter das Auswerten bei $t_0$ eine Bijektion 
$\mathcal{L}_{\op{i}}
\overset{\sim}{\rightarrow}  V ,$ $ \gamma \mapsto \gamma (t_0)$,
den \emph{\bf Anfangs\-wert\-isomorphismus}.\index{Anfangswertisomorphismus}
\end{Korollar}
\begin{Bemerkunge}
Dies Korollar gilt wieder mit fast demselben Beweis auch  im Fall
eines beliebigen 
Banachraum $V$,  wenn man statt 
dem Raum  $\op{End}  V$ aller Endomorphismen von $V$ 
den normierten  Raum  $\cal{B}(V)$ aller stetigen Endomorphismen von $V$
betrachtet.
\end{Bemerkunge}
\begin{proof}
Die Differenz von je zwei L"osungen der 
inhomogenen Gleichung ist offensichtlich
eine L"osung der zugeh"origen homogenen Gleichung,
und die Summe einer L"osungen der homogenen und einer L"osung der
inhomogenen Gleichung
ist offensichtlich
eine L"osung der inhomogenen Gleichung.
Damit bleibt nur zu zeigen, da"s die inhomogene Gleichung "uberhaupt 
eine L"osung besitzt. Das folgt  "ahnlich wie
im homogenen Fall und ohne weitere
Schwierigkeiten aus unseren allgemeinen Prinzipien. 
Wir geben nun aber sogar eine L"osungsmethode an,
die Methode der \defind{Variation der Konstanten}.
Dazu w"ahlen wir eine Basis $ \gamma_1,\ldots ,\gamma_n$ des
L"osungsraums der homogenen Gleichung und fassen sie zusammen zu
einer L"osung $X: I\ra V^n=\op{Hom}(\DR^n,V)$ der homogenen linearen 
Differentialgleichung 
$$\dot{X} (t) = M(t) X (t)$$
f"ur Funktionen $I\ra \op{Hom}(\DR^n,V).$
Da die Werte von $ \gamma_1,\ldots ,\gamma_n$ an jeder Stelle
eine Basis von $V$ bilden, ist $X (t)$ an jeder Stelle
ein Vektorraumisomorphismus. Nun machen wir f"ur die L"osung
unserer inhomogenen Gleichung den Ansatz
$\gamma(t)=X (t)c(t)$ mit $c:I\ra \DR^n$ differenzierbar 
alias $\gamma(t)=c_1(t)\gamma_1(t)+\ldots +c_n(t)\gamma_n(t)$
und finden
$$
\begin{array}{lll}
\dot{\gamma} (t) &= &\dot{X} (t)c(t)+X (t)\dot{c}(t)\\[2mm]
&= &
M(t) X (t)c(t) +X (t)\dot{c}(t)\\[2mm]
&= &M(t)\gamma (t) +X (t)\dot{c}(t)
\end{array}
$$
Unser Ansatz f"uhrt also zu einer L"osung der inhomogenen Gleichung genau
dann, wenn gilt $X (t)\dot{c}(t)=f(t)$ alias 
$\dot{c}(t)=X^{-1} (t)f(t).$ Ein $c$ mit dieser Eigenschaft 
existiert aber ganz offensichtlich, eben das Integral der rechten Seite.
\end{proof}
% \begin{Ubung}
% Man berechne die Entwicklung um den Nullpunkt bis zu
% den Termen dritten Grades einschlie"slich f"ur die L"osung 
% mit Anfangswert ?? der Differentialgleichung ??.
% \end{Ubung}






\begin{Bemerkungl}[\textbf{Verhalten benachbarter Flu"swege}]
Sei $X$ ein endlichdimensionaler\label{VbeNN} 
reeller Raum,  
$U \co X$ eine offene Teilmenge und $A : U \rightarrow \vec{X}$ 
ein lipschitzstetiges
  Vektorfeld mit Lipschitz-Konstante $L.$ 
Sind $\gamma_p, \gamma_q :[0,b] \rightarrow U$
Flu"swege zu Anfangswerten $p, q \in U$, so finden wir f"ur
alle $t \in [0,b]$ die Absch"atzung
\begin{eqnarray*}
\| \gamma_p (t) - \gamma_q (t) \| &=& \left\| p+ 
\int^t_0 A (\gamma_p (\tau) ) \diff  \tau
\;-q - \int^t_0 A (\gamma_q (\tau)) \diff \tau \right\|\\
&\leq & \| p-q\| + L \int^t_0 \| \gamma_p (\tau)- 
\gamma_q (\tau)\| \diff \tau
\end{eqnarray*}
und das Lemma von Gronwall \ref{Gronwall} 
liefert f"ur alle $t \in [0,b]$
die Absch"atzung
\begin{equation*}
\| \gamma_p (t) - \gamma_q (t)\| \leq \| p-q\| \op{e}^{Lt} 
\end{equation*}
Salopp gesprochen besagt diese Absch"atzung, da"s zwei Flu"swege 
in einem lipschitzstetigen
  Vektorfeld
 \glqq h"ochstens exponentiell 
auseinanderlaufen k"onnen\grqq.
Man mag das Argument vom Schlu"s des  Beweises des Satzes 
"uber homogene lineare Differentialgleichungen \ref{LLDa}
 vergr"obernd 
dahingehend zusammenfassen, da"s sich in diesem Fall eine beliebige L"osung 
h"ochstens exponentiell von der Null-L"osung entfernt und 
folglich nicht in endlicher Zeit ins Unendliche entweichen kann.
\end{Bemerkungl}



\begin{Proposition*}[\textbf{L"osungswachstum f"ur lineare
    Differentialgleichungen}] 
  Seien  $V$ ein endlichdimensionaler $\DR$-Vektorraum 
 und $M:[b,c)\ra \op{End}V$ stetig. Bezeichne $\|\;\|$
eine Norm auf $V$ und die\label{LwDD} 
 zugeh"orige Operatornorm auf $\op{End}V$.
Erf"ullt $M$ die Absch"atzung $\|M(t)\|\leq S(t)$ f"ur ein stetiges
$S: [b,c)\ra \DR_{>0}$ und ist $h:[b,c)\ra \DR$ eine L"osung der
Differentialgleichung
$h'(t)= S(t)h(t)$ zum Anfangswert  $h(b)=1$, 
 so gilt f"ur alle L"osungen $\gamma: [b,c)\ra V$ der Differentialgleichung 
$\gamma'(t)=M(t)\gamma(t)$  die Absch"atzung
$$\|\gamma(t)\|\leq h(t) \|\gamma(b)\| \quad\forall t\in [b,c)$$
\end{Proposition*}
\begin{Bemerkungl}
  Die Aussage gilt allgemeiner und mit demselben Beweis,
wenn $V$ ein beliebiger reeller Banachraum ist.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
 Unsere Differentialgleichung kann umgeschrieben werden zur Integralgleichung
\begin{equation*}
 \gamma (t) = \gamma (b) + \int^t_b M (\tau) \gamma (\tau) \diff \tau
\end{equation*}
So erhalten wir die Absch"atzung
\begin{equation*}
\| \gamma (t) \| < C + \int^t_b S(\tau)\| \gamma (\tau) \| \diff \tau
\end{equation*}
f"ur alle $t \in [b,c)$ und alle $C$ mit $C > \| \gamma (b) \|$.
  Das Integral definiert eine Funktion $g(t)$
mit $ g^\prime (t)= S(t)\| \gamma (t) \|<S(t)C
 + S(t) g (t)$ und mit $g(b)=0$.
F"ur $f(t)=Ch(t)-C$ gilt nun sicher
$f^\prime (t) =  S(t)C + S(t) f (t)$ und  $f(b)=0$.
Nach unseren Erkenntnissen "uber strikte differentielle 
Ungleichheiten \ref{ABLo}
folgt $g(t)\leq f(t)$ f"ur alle $t\in [b,c)$ und damit
\begin{equation*}
\| \gamma (t) \| \leq Ch(t) \quad\forall t\in [b,c)
\end{equation*}
Da das f"ur alle $C$ mit $C > \| \gamma (b) \|$ gilt, folgt die Proposition.
\end{proof}

\begin{Korollar*}\label{AbLw} 
  Seien $b>0$ und $V$ ein endlichdimensionaler $\DR$-Vektorraum 
 und $M:(0,b]\ra \op{End}V$ stetig. Bezeichne $\|\;\|$
eine Norm auf $V$ und die zugeh"orige Operatornorm auf $\op{End}V$.
Erf"ullt $M$ die Absch"atzung $\|M(t)\|<N/t$ f"ur ein $N\in \DR_{>0}$, 
 so gilt f"ur alle L"osungen $\gamma(t)$ der Differentialgleichung 
$\gamma'(t)=M(t)\gamma(t)$ die Absch"atzung
$$\|\gamma(t)\|\leq \|\gamma(b)\| (b/t)^N$$
\end{Korollar*}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}[\textbf{Nahe lineare Differentialgleichungen haben nahe L"osungen}] 
  Seien  $V$ ein endlichdimensionaler normierter 
 $\DR$-Vektorraum und $b>0$.
Seien $A,B:[0,b]\ra \op{End}V$ stetig mit durch 
 $M>0$  beschr"ankter Operatornorm.
F"ur  L"osungen $\phi,\psi:[0,b]\ra V$  
der Differentialgleichungen
 $\phi'(t)=A(t)\phi(t)$ und $\psi'(t)=B(t)\psi(t)$
mit demselben Anfangswert $v=\phi(0)=\psi(0)$ 
zeige\label{NDGF} man die Absch"atzung
$$\|\phi(t)-\psi(t)\|\leq 
\op{exp}(t\|A-B\|_\infty\cdot \|v\| {\op{e}}^{Mb})$$
Hinweis: Man finde zun"achst mit \ref{VbeNN} Schranken f"ur die L"osungen
und dann durch nochmalige Anwendung eine Schranke f"ur ihre Differenz.
\end{Ubung}



\subsection{L"osungen als Funktionen ihres Anfangswerts}

\begin{Definition}\label{DFlu}
Ein stetig differenzierbares Vektorfeld 
auf einer offenen Teilmenge $U$ eines normierten
reellen Raums $X$ besitzt nach \ref{PiLi}
 zu jedem Anfangswert $q\in U$ einen 
gr"o"sten Flu"sweg $\gamma_q:I_q\ra U$. Wir erkl"aren
seinen {\bf Flu"s}\index{Flu"s!von Vektorfeld} als die Abbildung 
$$\Phi:(t,q)\mapsto \gamma_q(t)$$ von der Menge
$\tilde{U}\pdef\{(t,q)\in \DR\times U\mid t\in I_q\},$ dem 
{\bf Definitionsbereich des Flusses}, in den
Definitionsbereich $U$ unseres Vektorfelds.  Allgemeiner vereinbaren wir dieselbe Definition f"ur jedes 
Vektorfeld, das  zu jedem Anfangswert einen 
gr"o"sten Flu"sweg besitzt.
\end{Definition}



\begin{Satz}[\textbf{L"osungen als Funktionen ihres Anfangswerts}]
Gegeben ein glattes Vektorfeld\label{ALAW}
auf einer offenen Teilmenge eines 
%vollst"andigen normierten
endlichdimensionalen
reellen Raums hat sein Flu"s offenen Definitionsbereich und ist 
ebenfalls glatt. 
\end{Satz}


\begin{Bemerkunge}
  Auch dieser Satz gilt mit fast demselben Beweis 
allgemeiner f"ur jeden\label{ALAWk}  
Banachraum.
Beim Beweis zeigen wir sogar, da"s f"ur jedes
$\mathcal C^k$-Vektorfeld mit $k\geq 1$ sein Flu"s einen
offenen Definitionsbereich
hat und auch von der Klasse $\mathcal C^k$ ist.  
\end{Bemerkunge}
  \begin{proof}
   Gegeben ein %vollst"andiger normierter 
endlichdimensionaler reeller 
    Raum $X,$ eine offene Teilmenge $U\co X,$ ein
    $\cal{C}^k$-Vektorfeld $A : U \rightarrow \vec{X}$ mit
 $k\geq 1$ und ein Punkt $p \in U$
    w"ahlen wir  zun"achst offene Umgebungen $V \co U$ von $p$ und $W
    \co \vec{X}$ von Null mit $V +W \subset U.$ 
Weiter w"ahlen wir eine Norm auf $\vec X$.
Dann betrachten wir f"ur ein mehrpunktiges kompaktes reelles Intervall $I \subset
\Bbb{R}$ mit $0\in I$ den affinen Raum $$\mathcal{C}^1_p (I,X)$$ aller
stetig differenzierbaren Wege $\gamma : I \rightarrow X$ mit
$\gamma (0) =p$. Seinen Richtungsraum 
$\mathcal{C}^1_0 (I,\vec{X})$  versehen wir mit der Norm
$ \|\varphi \|_\infty + \| \varphi'\|_\infty$
der gleichm"a"sigen Konvergenz von Funktion und erster Ableitung.
Nach \ref{VSWnnc} erhalten wir so einen reellen Banachraum.
Nun betrachten wir die Abbildung
    $$
\begin{array}{cccc}
F:& \Bbb{R} \times V \times \mathcal{C}^{1}_0 (I,W) 
&\rightarrow & \mathcal{C}
(I,\vec{X})\\
&(\tau\;,\;q\;,\;\psi)\;\;\;&\mapsto & \psi'-\tau (A\circ (q+\psi))
\end{array}
$$
Genau dann wird $(\tau,q,\psi)$ auf Null abgebildet, wenn $t\mapsto \gamma
(t) = q + \psi (t)$ ein Flu"sweg des reskalierten Vektorfelds $\tau
 A$  zum Anfangswert $\gamma (0) =q$ ist.  
Nach
Summenregel \ref{SuRe},
Produktregel
 \ref{PRm} und dem im Anschlu"s bewiesenen Lemma 
\ref{SFd} ist $F$ differenzierbar mit
 Differential
\begin{equation*}
(\diff_{(\tau, q, \psi)} F) (h,v,\alpha) = \alpha' - h 
(A \circ (q +\psi)) - \tau  ((\diff A) \circ (q + \psi, v +\alpha))
\end{equation*}
Insbesondere gilt
$(\diff_{(0,p,0)} F) (0,0,\alpha) = \alpha'$, und da $\alpha \mapsto
\alpha'$ eine stetige und stetig umkehrbare Bijektion $\mathcal{C}^{1}_0
(I,\vec{X}) \overset{\sim}{\rightarrow} \mathcal{C} (I, \vec{X})$ definiert
und $F$ nach unserer Formel stetig differenzierbar ist,
d"urfen wir den Satz "uber implizite Funktionen \ref{IFBR} anwenden.  Er
liefert uns ein Paar $(A_1, B_1)$ mit $(0,p) \in A_1 \co \Bbb{R} \times V$ und
$0 \in B_1 \co \mathcal{C}^{1}_0 (I,W)$ derart, da"s es f"ur jedes $(\tau, q)
\in A_1$ genau ein $\psi_{\tau,q} \in B_1$ gibt, f"ur das $\gamma_{\tau,q} = q
+ \psi_{\tau,q}$ ein auf $I$ definierter Flu"sweg des reskalierten
Vektorfelds $\tau  A$ mit Anfangswert $q$ ist.  
W"ahlen wir also etwa $I=[-1,1],$ so finden wir in $A_1$ 
eine offene Umgebung von $(0,p)$ der Gestalt $(-\eta,\eta)\times D,$
und daselbst ist dann auch der Flu"s definiert. Da Flu"swege
unter Zeitverschiebung Flu"swege bleiben, zeigt das schon mal, 
da"s unser Flu"s einen offenen Definitionsbereich hat.
Weiter ist $F$ nach obiger Formel f"ur sein Differential sogar von der Klasse 
$\cal{C}^k$ im Sinne von \ref{stdd}. Damit  zeigt der
Satz "uber implizite Funktionen mit den Resultaten und 
Definitionen von \ref{Habl} aber auch, 
da"s die Zuordnung $(\tau,q) \mapsto
\gamma_{\tau,q}$ eine $\cal{C}^k$-Abbildung 
$(-\eta,\eta)\times D \rightarrow \mathcal{C}^{1}
(I,U)$ ist. Verkn"upfen wir diese mit dem Auswerten an einer festen Stelle
$t \in I\backslash 0,$ einer stetigen affinen Abbildung, 
und beachten $\gamma_{\tau,q}(t)= \gamma_{q}(\tau t)$, so folgt, da"s der
Flu"s selbst eine $\cal{C}^k$-Abbildung ist.
\end{proof}



\begin{Lemma}\label{SFd}
Seien $X,Y$ 
normierte R"aume,
$U \co X$ eine offene Teilmenge und $A:U \rightarrow Y$ stetig
differenzierbar. F"ur jedes Kompaktum $K$ ist dann auch die Abbildung
$(A \circ) : \mathcal{C} (K,U) \rightarrow
\mathcal{C} (K,Y)$ differenzierbar und ihr Differential pa"st in ein
kommutatives Diagramm
\begin{displaymath}
\xymatrix{
\mathcal{C} (K,U) \times \mathcal{C} (K,\vec{X})\ar[d]^\wr 
\ar[r]^-{\op{d}(A\circ)} & \mathcal{C} (K,\vec{Y})
\ar@{=}[d]\\
\mathcal{C}(K,U \times \vec{X}) \ar[r]^-{(\diff A)\circ} & 
\mathcal{C} (K,\vec{Y})
}
\end{displaymath}
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}
Hier verstehen wir f"ur jeden normierten Raum $Z$ den Abbildungsraum
$\mathcal{C} (K,Z)$ mit seiner Norm der gleichm"a"sigen Konvergenz
und identifizieren den Richtungsraum unseres Abbildungsraums in der
hoffentlich offensichtlichen Weise mit $\mathcal{C}(K,\vec{Z})$. 
In der oberen Horizontalen meinen wir die Abbildung
$(\gamma,\alpha)\mapsto (\op{d}_\gamma(A\circ))(\alpha)$ und 
in der unteren Horizontalen  meint $\diff A$ entsprechend die Abbildung
$\diff A : U \times \vec{X} \rightarrow \vec{X}$, $(x,v) 
\mapsto (\diff_x A)
(v)$.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Es reicht, an jeder Stelle 
$\gamma \in \mathcal{C}(K,U)$ die Differenzierbarkeit
zu untersuchen und das Differential $\diff_\gamma (A \circ )$ zu bestimmen.
Gegeben $\varepsilon > 0$ gibt es 
f"ur alle $x\in\gamma( K)$ ein gr"o"stes 
$\eta(x)=\eta_\varepsilon(x)\in (0,1)$ derart, 
da"s gilt $\op{B}(x;\eta(x))\subset U$  und 
\begin{equation*}
\| x - z \| < \eta(x) \;\RA\; \| \diff_x A - \diff_z A\| 
\leq \varepsilon
\end{equation*}
Man erkennt unschwer, da"s $\eta:\gamma( K)\ra (0,1)$ stetig ist,
ja sogar lipschitzstetig mit Lipschitz-Konstante Zwei.
Sei $\delta=\delta_\varepsilon>0$ das Minimum von
$\eta$ auf unserem Kompaktum $\gamma( K).$
F"ur $x \in \gamma(K)$ und $h \in \vec{X}$ mit $\| h\| \leq \delta$ 
liefert dann
der Schrankensatz oder vielmehr sein Korollar \ref{Asc} die Absch"atzung
\begin{equation*}
\| A (x + h) - A(x) - (\diff_x A)(h) \| \leq \| h \| \varepsilon
\end{equation*}
F"ur jedes $\alpha : K \rightarrow \vec{X}$ mit $\| \alpha \| \leq \delta$
gilt also
\begin{equation*}
\| A \circ (\gamma + \alpha) - A \circ \gamma - 
(\diff A) \circ (\gamma , \alpha)\|\leq \|\alpha\|\varepsilon
\end{equation*}
Das war im wesentlichen die Behauptung.
\end{proof}

\begin{Satz}[\textbf{Normalform eines Vektorfelds ohne Nullstelle}]
Gegeben ein glattes Vektorfeld\label{SFVV} auf
einer offenen Teilmenge eines endlichdimensionalen reellen 
Raums, 
das  an einer festen
Stelle nicht verschwindet,  ist unser Feld auf einer offenen Umgebung dieser
Stelle unter einem Diffeomorphismus verwandt zu einem konstanten Feld.
\end{Satz}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildTLi}\\[4mm]
\noindent Illustration zum Beweis von Satz \ref{SFVV} zur 
lokalen Normalform eines Vektorfelds ohne Nullstelle
\end{figure}
\begin{Bemerkungl}
In Koordinaten  gesprochen hat also jedes Vektorfeld, da"s an einer 
vorgegebenen Stelle
nicht verschwindet, in geeigneten lokalen Koordinaten 
$x_1,\ldots, x_n$ um diese Stelle die Gestalt $\frac{\partial}{\partial x_1}.$
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Sei $X$ unser Raum, $U\co X$ unsere offene Teilmenge,
$A:U\ra \vec{X}$ unser Vektorfeld und $p\in U$ die vorgegebene Stelle.
Wir w"ahlen $\vec{Y}\subset \vec{X}$ komplement"ar zur Geraden
mit Richtungsvektor $A_p$ und w"ahlen einen Isomorphismus
$L:\DR^{n-1}\sira \vec{Y}.$ 
Gegeben ein glattes Vektorfeld $A$ auf einer offenen Teilmenge $U$ eines
    endlichdimensionalen affinen Raums schreiben wir im folgenden $A^t q$
    f"ur die Stelle $A^t q\in U$, 
an der der Punkt $q\in U$ landet, wenn er sich f"ur die
    Zeitspanne $t$ mit dem Flu"s des Vektorfelds $A$ treiben l"a"st.
Man zeigt m"uhelos, da"s f"ur hinreichend kleines $\varepsilon>0$ und
eine hinreichend kleine Umgebung $W\co \DR^{n-1}$ des Ursprungs
die Abbildung $(-\varepsilon,\varepsilon)\times W\ra U,$
$(t,\vec w)\mapsto A^t(p+L\vec w)$ sinnvoll definiert und ein Diffeomorphismus
der gew"unschten Art ist.
\end{proof}


\subsection{Erg"anzung zu differentiellen Ungleichungen*} 



\begin{Lemma*}[\textbf{Nicht-strikte differentielle Ungleichungen}]
    Sei $U\co \DR^2$ offen und sei $K:U\ra \DR$ eine stetig differenzierbare
    Funktion.  Seien $a<b$ gegeben und seien $f,g:[a,b)\ra \DR$ zwei
    differenzierbare Funktionen mit Graph in $U$ derart, da"s\label{GrVVm} an
    jeder Stelle $t\in [a,b)$ gilt
$$f'(t)\geq K(t,f(t))\quad\text{und}\quad g'(t)\leq K(t,g(t)).$$
Haben wir au"serdem $g(0)\leq f(0)$, so folgt $g(t)\leq f(t)$ f"ur alle $t\in
[a,b)$.
\end{Lemma*}

\begin{Bemerkungl}
Die analoge Aussage mit einer strikten Ungleichung in der Formelzeile 
ist leichter zu zeigen und gilt sogar f"ur beliebige Funktionen 
$K$, vergleiche 
\ref{ABLo}. Sie reicht f"ur die meisten Anwendungen aus.
 \end{Bemerkungl}

 \begin{proof}
Die Beweisidee besteht darin, sich  durch einen geeigneten Koordinatenwechsel  
auf den Fall zur"uckzuziehen, da"s $K$ die Nullfunktion ist.
Wir argumentieren durch Widerspruch. W"are die Aussage des Lemmas
falsch, so geh"orte 
$$t\pdef \op{inf}\{s\in [a,b)\mid  g(s)>f(s)\}$$
zu $[a,b)$ und wir h"atten $g(t)=f(t)$.
Wir setzen $y\pdef g(t)=f(t)$.
  F"ur jedes $(t,y)\in U$ gibt  es nach
Satz \ref{ALAW} "uber den Flu"s, genauer seiner Variante \ref{ALAWk}
f"ur stetig differenzierbare Vektorfelder, positive 
$\varepsilon,\delta >0$ und
   $F:(t-\delta,t+\delta)\times (y-\varepsilon, y+\varepsilon)\ra \DR$
  stetig  differenzierbar mit $(s,F(s, z))\in U$ f"ur alle $(s,z)$ aus dem
   Definitionsbereich von $F$ und $k_z:s\mapsto F(s,z)$ einer L"osung der
   Differentialgleichung $k_z'(s)=K(s,k_z(s))$ mit Anfangswert $k_z(t)=z$
f"ur alle $z\in (y-\varepsilon, y+\varepsilon)$.
 Indem wir, um uns zus"atzliches Nachdenken
zu ersparen, m"oglicherweise $\varepsilon$ und $\delta$ 
noch verkleinern, d"urfen wir sogar annehmen, da"s 
die Abbildung $\bar F:(s,z)\mapsto (s, F(s,z))$ offenes
Bild $V\co U$ und eine stetig differenzierbare
  Umkehrfunktion $\bar H:V\sira (t-\delta,t+\delta)\times (y-\varepsilon,
  y+\varepsilon)$ hat, die wir nat"urlich als
$\bar H(s,u)=(s,H(s,u))$ schreiben k"onnen mit $H:V\ra\DR$. 
Nun k"onnen wir $\delta>0$ sogar so klein w"ahlen, da"s gilt
$(s,f(s)),(s,g(s))\in V$ f"ur alle $s\in [t,t+\delta)$.  
Offensichtlich gilt $\partial_uF>0$ und dann auch $\partial_u H>0$ auf den
jeweiligen Definitionsbereichen. Wir erreichen also bereits 
den gesuchten Widerspruch,  wenn wir 
$H(s, g(s))\leq H(s,k_y(s))\leq H(s,f(s))$ zeigen f"ur $s\in [t,t+\delta)$.
Es reicht, die erste Ungleichung zu zeigen.
Nach Konstruktion von $H$ gilt  $z=H(s,k_z(s))$ f"ur alle $(s,z)$.
Damit m"ussen wir einerseits nur noch $H(s, g(s))\leq y$ zeigen
f"ur $s\in [t,t+\delta)$,
und andererseits erhalten wir  
$$0=\frac{\diff}{\diff s}H(s,k_z(s)) =
\frac{\partial H}{\partial s}(s,k_z(s))+ 
\frac{\partial H}{\partial u}(s,k_z(s))k_z'(s)% =
$$
alias $0=\frac{\partial H}{\partial s}(s,u)+ 
\left(\frac{\partial H}{\partial u}(s,u)\right)K(s,u)$ f"ur alle $(s,u)\in V$. 
Insbesondere haben wir
$$
\begin{array}{lll}
\frac{\diff}{\diff s}H(s,g(s)) &=&
\frac{\partial H}{\partial s}(s,g(s))+ 
\frac{\partial H}{\partial u}(s,g(s))g'(s)
\\[2mm]&\leq& \frac{\partial H}{\partial s}(s,g(s))+ 
\left(\frac{\partial H}{\partial u}(s,g(s))\right)K(s,g(s))=0
\end{array}
$$
Daraus folgt aber sofort $H(s, g(s))\leq y$ f"ur $s\in [t,t+\delta)$.
 \end{proof}





\newpage
\section{Andere Reste}
\label{SmV}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildVFe}
\\[4mm]
\noindent 
Die Darstellung 
der Funktion $f:\DR^2\ra\DR^2$, $(x,y)\mapsto 
(y/4,x/4))$ als ebenes Vektorfeld.
Als Abbildung der Ebene auf sich selber beschreibt sie
eine Stauchung um den Faktor $4$ gefolgt von einer Spiegelung an
der Hauptdiagonalen $y=x$.
\end{figure}


\nichtfinal{Ab hier alter Kruscht!} 


\begin{Beispiele}
  \begin{enumerate}\item  Eine Teilmenge $U\subset \bar\DR$ ist eine Umgebung  von $p\in\DR$ genau dann, wenn es $\varepsilon >0$ gibt mit $p\in (p-\varepsilon,p+\varepsilon)\subset U$;
  \item  Eine Teilmenge $U\subset \bar\DR$ ist eine Umgebung  von $p=\infty$ genau dann, wenn es $N\in\DR$ gibt mit $(N,\infty]\subset U$;
  \end{enumerate}
\end{Beispiele}

\begin{Beispiele}
Das kompakte Intervall
$[0,1]$ ist eine Umgebung, ja sogar eine Intervallumgebung
von jedem Punkt aus dem offenen
Intervall $(0,1)$, aber von
keinem anderen Punkt der erweiterten reellen Zahlengeraden. 
\end{Beispiele}







\begin{Bemerkungl}[\textbf{Schnitt zweier Umgebungen}]
  Offensichtlich ist der Schnitt von  zwei Umgebungen  ein-
und desselben
Punktes wieder eine Umgebung  des besagten Punktes.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Disjunkte Umgebungen  verschiedener Punkte}]
Offensichtlich besitzen je zwei verschiedene Punkte 
von $\bar\DR^n$ 
disjunkte Umgebungen.\label{REH}  Gegeben $p,q\in \bar\DR^n$ mit $p\neq q$
gibt es also in Formeln eine Umgebung  $U$ von $p$ und eine Umgebung
$V$ von $q$ mit $U\cap V=\emptyset$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Ein Datum bestehend aus einer Menge $X$, einer Teilmenge $D\subset X$ und einer Abbildung
  $f:D\ra Y$ in eine weitere Menge $Y$
  notieren wir im folgenden abk"urzend\index{$f:X\supset D\ra Y$}
  $$f:X\supset D\ra Y$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}
Sei $f : \bar{\Bbb{R}}^m\supset D \ra \bar{\Bbb{R}}^n$ eine Abbildung.
Gegeben ein Punkt $p\in D$ hei"st unsere Abbildung
{\bf stetig bei} $p$, wenn es f"ur\label{DeSt} 
jede Umgebung  $U$ seines Bildes
$f(p)$ eine Umgebung  $U'$ unseres Punktes $p$ selbst gibt mit
$$f(U'\cap D)\subset U$$
Unsere Abbildung hei"st 
{\bf stetig},\index{stetig!f"ur Abbildung auf $D\subset\bar{\DR}^m$} 
wenn sie stetig ist bei jedem
Punkt   $p\in D$ ihres Definitionsbereichs.
\end{Definition}




\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildSTE}\\[4mm]
\noindent 
In diesem Bild habe ich f"ur \emph{eine} Umgebung  $U$ von $f(p)$ mal
eine m"ogliche Umgebung  $U'$ von $p$ eingezeichnet. 
Stetigkeit bei $p$ bedeutet jedoch sehr viel st"arker, da"s 
wir f"ur \emph{jede} Umgebung  $U$ von $f(p)$ eine in der in \ref{DeSt} 
pr"azisierten Weise m"ogliche Umgebung  $U'$ von $p$ finden k"onnen.
Fett eingezeichnet ist auf der $x$-Achse der Definitionsbereich $D$ unserer
Funktion $f$, der Punkt $p$ ist sein kleinstes Element. 
Auf dem Graphen von $f$ habe ich den Teil "uber $U'\cap D$ fett eingezeichnet,
damit man gut sehen kann, da"s in der Tat gilt $f(U'\cap D)\subset U$.
Unsere eigentlichen $U$ und $U'$ sind die Projektionen 
der so bezeichneten \glqq freischwebenden Intervalle\grqq\  auf die
jeweiligen Koordinatenachsen, was ich versucht habe, 
durch die gestrichelten Linien 
anzudeuten.
\end{figure}


\begin{Bemerkunge}
  Alle Definitionen und Ergebnisse dieses Abschnitts, die nicht Summen oder
  Produkte verwenden, bleiben g"ultig und sinnvoll, wenn wir $\bar\DR$ durch eine allgemeinere angeordnete Menge ersetzen derart, da"s zwischen je zwei
  verschiedenen Punkten stets  noch ein weiterer  Punkt liegt.
\end{Bemerkunge}




\subsection{Topologische R"aume*} 
\nichtfinal{Wohin? "Ubungsmaterial!} 

\begin{Lemma}[\textbf{Charakterisierung offener Mengen durch Umgebungen}] Eine Teilmenge $Y\subset X$ eines topologischen Raums $X$ ist
  offen genau dann, wenn sie f"ur jeden ihrer Punkte eine Umgebung ist.
  \nichtfinal{Sp"ater!? Aber wo?} 
\end{Lemma}
\begin{proof}
Per definitionem ist eine offene Menge eine Umgebung eines jeden ihrer
  Punkte. Ist umgekehrt $Y\subset X$ eine Umgebung jedes Punktes $p\in Y$,
  so gibt es f"ur alle $p\in Y$ eine offene Menge $V_p\co X$ mit
  $p\in V_p\subset Y$. Es folgt
  $$Y=\bigcup_{p\in Y}V_p$$ und damit ist $Y$ offen als Vereinigung offener
  Teilmengen von $X$.
\end{proof}


\begin{Bemerkungl}\label{SSOPnn}
  Die stetigen linearen Abbildungen zwischen normierten Vektorr"aumen $V,W$
  nennt man auch 
{\bf beschr"ankte Operatoren},\index{Operator!beschr"ankter}\index{beschr"ankt!Operator} 
da sie nach \ref{SSSLA} genau die linearen Abbildungen sind, die 
den Einheitsball auf eine beschr"ankte Menge abbilden.
Ich notiere die Menge aller
  stetigen linearen Abbildungen $\cal{B} (V,W)$\index{B@$\cal{B} (V,W)$ beschr"ankte Operatoren} 
oder auch $\cal{B}_\DR (V,W)$, \index{B@$\cal{B}_\DR (V,W)$ beschr"ankte Operatoren} 
wenn ich besonders betonen will, da"s reell-lineare Abbildungen
gemeint sind und nicht etwa \glqq komplex-lineare\grqq\  Abbildungen, wie wir sie  
sp"ater
f"ur gew"ohnlich betrachten werden. 
Ich werde  
die Notation $\cal{B}$ benutzen, die Terminologie jedoch vermeiden und nach 
M"oglichkeit von 
\defnoind{stetigen Operatoren}\index{Operator!stetiger}  reden, da diese ja
keineswegs beschr"ankte Abbildungen im Sinne von \ref{SSBeAb} zu sein
brauchen. 
\end{Bemerkungl}
\subsubsection*{"Ubungen}

\begin{Ubung}
 F"ur je zwei Vektoren $v,w$ eines normierten Vektorraums gilt
$\|v+w\|\geq|\|v\|-\|w\||$. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
Gegeben ein normierter Vektorraum $(V,\|\;\|)$  sind die folgenden
Abbildungen stetig:
Die Norm $\|\;\|:V\ra\Bbb{R}$,  die 
Addition $V\times V\ra V$,  und die Multiplikation mit Skalaren
$\Bbb{R} \times V\ra V$. 
Ist unsere Norm die Skalarproduktnorm zu einem Skalarprodukt
$V\times V\ra\Bbb{R}$,  so ist auch dies Skalarprodukt
stetig.
Leser, die bereits mit komplexen Zahlen vertraut sind, zeigen
Analoges auch f"ur komplexe Vektorr"aume.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Gruppenwege in normierten 
Vektorr"aumen}]\index{Gruppenweg!in normiertem Vektorraum}
Die stetigen Gruppenhomomorphismen\label{SSAGH} von der additive Gruppe 
der reellen Zahlen
in die additive Gruppe eines 
normierten reellen Vektorraums sind genau die
linearen Abbildungen. Hinweis: \ref{SSSRR}.
\end{Ubung}



\begin{Ubung}
  Man zeige: Jede stetige lineare Abbildung zwischen normierten 
Vektorr"aumen ist gleichm"a"sig stetig.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{SSSIn}
Die Menge aller stetigen 
reellwertigen Funktionen auf einem Raum $X$ notiere ich 
$\cal{C}(X,\DR)$. \index{C@$\cal{C}(X,\DR)$ stetige reellwertige Funktionen auf
$X$} 
Das $\cal{C}$ steht hier f"ur 
englisch \glqq continous\grqq\  und franz"osisch \glqq continu\grqq. 
Man zeige: Versehen wir die Menge $\cal{C}([a,b],\Bbb{R})$ 
aller stetigen reellwertigen Funktionen auf einem
kompakten reellen Intervall $[a,b]$
mit der Supremumsnorm, so wird
das Integral  $f\mapsto \int_a^b f(t)\diff t$
eine stetige Abbildung
$\cal{C}([a,b],\Bbb{R})\ra\Bbb{R}$.  
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Bezeichnet $\cal{C}^1([a,b],\Bbb{R})\subset \cal{C}([a,b],\Bbb{R})$ 
den Teilraum der einmal
stetig differenzierbaren Funktionen, so ist das Ableiten $f\mapsto f'$
\emph{keine} stetige Abbildung
$\cal{C}^1([a,b],\Bbb{R})\ra \cal{C}([a,b],\Bbb{R})$. 
\end{Ubung}


\begin{Ubung}
Gegeben eine Menge $D$ 
und ein normierter Vektorraum $V$ erkl"are man auf dem
Raum $\op{Ens}^{\op{b}}(D,V)$ 
der beschr"ankten Abbildungen $D \ra V$ eine Norm derart,
da"s die zugeh"orige Metrik die Metrik der gleichm"a"sigen
Konvergenz aus \ref{SSMGK} wird.
\end{Ubung}




\begin{Ubung}\label{SSSMu}
Sind $f:V\ra W$ und $g:W\ra X$ stetige Abbildungen zwischen normierten
Vektorr"aumen, so gilt $\|g\circ f\|\leq \|g\| \|f\|$. 
\end{Ubung}





\begin{Ubunge}\label{SSALSTm}
Sind normierte Vektorr"aume $V_1,\ldots,V_n$ und $W$ gegeben
und ist $f:V_1\times\ldots \times V_n\ra W$ eine 
stetige multilineare Abbildung, so
hei"st die kleinstm"ogliche Konstante $C\geq 0$ wie in 
\ref{SSSML} die {\bf Norm}\index{Norm!von multilinearer Abbildung} 
von $f$ und wird notiert 
$$\|f\|\pdef\sup \{\|f(v_1,\ldots,v_n)\|\mid \|v_i\| \leq 1\}$$
Man zeige, da"s wir so eine Norm auf dem Vektorraum 
$\cal{B}(V_1,\ldots, V_n; W)$ aller stetigen
multilinearen Abbildungen erhalten. Weiter zeige man:
Die offensichtliche Abbildung
liefert einen Isomorphismus von normierten R"aumen
$$\cal{B}(V_1,\cal{B}(V_2,\ldots ,V_n; W))\sira 
\cal{B}(V_1,\ldots , V_n; W)$$
\end{Ubunge}
\begin{Ubung}\label{SSKRNo}
Seien $V$ ein komplexer Vektorraum und $\| \; \|$ eine Norm als
reeller Vektorraum, also $\| \lambda v \| = | \lambda | \|v \|\;
\forall \lambda \in \mathbb R$. Wir nehmen an, da"s die Multiplikation mit komplexen Skalaren
$\mathbb C \times V \rightarrow V$ stetig ist.
Man zeige, da"s wir dann mit dem Supremum "uber komplexen Zahlen $\alpha$ auf dem Einheitskreis $\| v \|_c
\pdef\sup_{|\alpha | = 1} \|\alpha v \|$
eine Norm $\| \; \|_c$ auf $V$ als komplexer Vektorraum
erhalten, und da"s diese Norm "aquivalent ist zu unserer urspr"unglichen Norm.
\end{Ubung}


\subsection{"Uberdeckungen kompakter metrischer R"aume*}

\begin{Definition}
Sei $X$ eine Menge.
Unter einer \defind{"Uberdeckung} von $X$
versteht man ein System $\cal{U}\subset\cal{P}(X)$ 
von Teilmengen von $X$ mit Vereinigung
$X$,   in Formeln ausgedr"uckt 
$X=
\bigcup_{U\in\cal{U}} U$.  Unter einer \defind{Teil"uberdeckung} einer
"Uberdeckung $\cal{U}$ versteht man ein
Teilsystem $\cal{V}\subset \cal{U}$,  das auch selbst schon
eine "Uberdeckung  ist.
\end{Definition}
\begin{figure}[p]
  \centering
  \includegraphics[width=12cm]{SkriptenBilder/BildUb}\\[4mm]
\noindent Eine "Uberdeckung eines Quadrats durch vier Kreisscheiben
\end{figure}
\begin{Definition}
Unter einer {\bf offenen "Uberdeckung}\index{offene "Uberdeckung}  
eines metrischen Raums oder allgemeiner eines
topologischen Raums versteht man eine "Uberdeckung,
die aus offenen Teilmengen besteht.
\end{Definition}


\begin{Satz}[\textbf{Kompaktheit und offene Mengen}]
Ein metrischer Raum ist folgenkompakt genau
dann, wenn jede offene "Uberdeckung unseres Raums\label{SSKO}
eine endliche Teil"uberdeckung besitzt.
\end{Satz}

\begin{Bemerkungl}
Ich hoffe, da"s Sie im weiteren Verlauf dieser Vorlesung 
noch sehen werden, wie wichtig diese
Charakterisierung der Kompaktheit ist.
Im Kontext topologischer R"aume wird  Satz \ref{SSKO} sogar die Definition der
Kompaktheit. 
Sie ist so wichtig, da"s ich sie nicht im Flie"stext
verstecken will. Eine ausf"uhrlichere Diskussion 
des Begriffs geben wir  in 
\eref{aKoR}{AN3} und sehr "ahnlich auch in \eref{KoR}{TM}.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
% \eref{DeKom}{ML}: 
Ein topologischer Raum hei"st 
{\bf kompakt}\index{kompakt!topologischer Raum} 
und manchmal auch ausf"uhrlicher
{\bf "uberdeckungskompakt},\index{"uberdeckungskompakt} 
 wenn jede offene "Uberdeckung unseres Raums\label{SSkoTO} 
eine endliche Teil"uberdeckung besitzt.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
In dieser Terminologie besagt unser Satz \ref{SSKO},
da"s ein metrischer Raum genau dann folgenkompakt ist, wenn er 
"uberdeckungskompakt ist.
\end{Bemerkungl}
 \begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}]
Nennen wir einen topologischen Raum kompakt, so meinen wir
a priori "uberdeckungskompakt. 
Topologische R"aume mit der Eigenschaft, 
da"s jede
Folge eine konvergente Teilfolge besitzt, hei"sen 
dahingegen \defind{folgenkompakt}. 
In der franz"osischen Literatur ist eine abweichende Terminologie
"ublich: Unsere "uberdeckungskompakten oder kurz 
kompakten topologischen R"aume hei"sen dort
\defind{quasikompakt}, und  \glqq kompakt\grqq\ meint dort
\glqq "uberdeckungskompakt
und 
Hausdorff\grqq. 
 \end{Bemerkungl}
 

\begin{Bemerkunge}
Ein Beispiel f"ur einen
  folgenkompakten aber nicht "uberdeckungskompakten topologischen Raum finden Sie in
  \eref{GFKl}{TM} oder \eref{FKNU}{AL}. \nichtfinal{Ein Beispiel f"ur einen "uberdeckungskompakten aber nicht folgenkompakten
  topologischen Raum finden Sie in \eref{GFBV}{WB}.}  
Besitzt ein "uberdeckungskompakter topologischer Raum die zus"atzliche
Eigenschaft, da"s man f"ur jeden seiner Punkte eine Folge von
Umgebungen derart finden kann, da"s jede seiner Umgebungen mindestens eine 
Umgebung dieser Folge umfa"st, so ist er auch folgenkompakt mit demselben
Argument, wie wir es im Beweis des Satzes verwenden.
\end{Bemerkunge}





\begin{proof}[Beweis von Satz \ref{SSKO}] 
Sei $X$ ein metrischer Raum.
Ist $X$ nicht folgenkompakt, so finden wir in $X$
eine Folge  ohne konvergente Teilfolge. Dann
besitzt jeder Punkt von $X$ eine offene Umgebung, die nur endlich
viele Folgenglieder enth"alt, und alle diese 
offenen Umgebungen bilden eine offene
"Uberdeckung von $X$ ohne endliche Teil"uberdeckung. Das zeigt die eine
Richtung.
Den Beweis der anderen Richtung beginnen wir mit einem Lemma,
das auch f"ur sich genommen oft hilfreich ist.
\begin{Lemma}[\textbf{"Uberdeckungssatz von Lebesgue}]
Ist $X$ ein folgenkompakter metrischer Raum und
$\cal{U}$ eine offene "Uberdeckung\label{SSUbL}  
von $X$,  so gibt es $\varepsilon > 0$ derart, da"s f"ur alle
Punkte 
$x\in X$ der $\varepsilon$-Ball $\op{B}(x;\varepsilon)$ um $x$ ganz in einer
der "uberdeckenden offenen Mengen $U\in\cal{U}$ enthalten ist.
\end{Lemma}

\begin{proof}[Erster Beweis]
G"abe es kein solches    $\varepsilon > 0$,  so k"onnten wir f"ur jedes
$n\in\DN_{\geq 1}$ einen Punkt 
$x_n\in X$ finden derart, da"s $\op{B}(x_n;1/n)$ in
keinem $U\in\cal{U}$ enthalten w"are. Durch "Ubergang zu einer Teilfolge 
k"onnten wir ohne 
Beschr"ankung der Allgemeinheit zus"atzlich annehmen, da"s die
Folge der $x_n$ konvergiert, etwa gegen $x\in X$.  Nun finden wir jedoch 
ein $U\in\cal{U}$ mit $x\in U$ und dazu $\rho>0$ mit $\op{B}(x;\rho)\subset U$
und dazu $N$ mit $d(x_N,x)<\rho/2$ und $1/N<\rho/2$,  und dann g"alte 
$\op{B}(x_N;1/N)\subset\op{B}(x_N;\rho/2)\subset\op{B}(x;\rho)\subset
U$ im 
Widerspruch zur Wahl der $x_n$. 
\end{proof}
\begin{proof}[Zweiter Beweis]
Man betrachte die Funktion
$f:X\ra\DR_{>0}$ gegeben durch die Vorschrift
$$f(x)\pdef\op{sup}\{r\leq 1\mid 
\text{Es gibt $U\in\cal{U}$ mit $\op{B}(x;r)\subset U$}\}$$  
Die Dreiecksungleichung liefert $|f(x)-f(y)|\leq d(x,y)$,   insbesondere
ist $f$ stetig. Sicher d"urfen wir
 $X\neq \emptyset$ annehmen. Dann nimmt  $f$ nach
\ref{SSFKM}
sein Minimum an
und jede positive Zahl echt
unterhalb dieses Minimums ist ein m"ogliches $\varepsilon$. 
\end{proof}
\noindent
Um die andere Implikation im Satz zu zeigen sei nun $X$ folgenkompakt und
$\cal{U}$ eine offene "Uberdeckung 
von $X$. 
Es gilt zu zeigen,
da"s sie eine endliche Teil"uberdeckung besitzt. 
W"ahlen wir zu unserer "Uberdeckung $\cal{U}$ 
ein  $\varepsilon$ wie im "Uberdeckungssatz \ref{SSUbL}, so
reicht es auch zu zeigen, da"s es eine endliche Teilmenge $E
\subset X$ gibt mit
$$X = \bigcup_{x \in E} \op{B}(x;\varepsilon)$$
In der Tat liegt ja der $\varepsilon$-Ball $\op{B}(x;\varepsilon)$ 
um ein beliebiges $x \in
X$ nach Wahl von $\varepsilon$ schon in einem der $U\in\cal{U}$. 
G"abe es aber f"ur ein $\varepsilon > 0$ 
keine endliche "Uberdeckung von $X$ durch
$\varepsilon$-B"alle, so k"onnten wir induktiv eine Folge $(x_{n})_{n \in
\DN}$ konstruieren mit $x_{n}\not\in \bigcup_{0\leq\nu < n}
\op{B}(x_{\nu};\varepsilon)$ f"ur alle $n$,  also $d(x_{n},x_{m}) \geq
\varepsilon$ f"ur $n \neq m$,  und diese Folge k"onnte   keine
konvergente Teilfolge
haben, im Widerspruch zur Annahme.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
Sei $X$ eine Menge. Unter einer
  {\bf "Uberdeckung einer Teilmenge}\index{"Uberdeckung!einer Teilmenge}
 $Y\subset X$  durch Teilmengen von
  $X$ versteht man ein Mengensystem $\cal{U}\subset\cal{P}(X)$ mit
  $Y\subset\bigcup_{U\in\cal{U}} U$. Nach unseren Definitionen ist
eine Teilmenge $Y$ eines topologischen Raums
  $X$  kompakt f"ur die induzierte Topologie
 genau dann, wenn jede "Uberdeckung von
  $Y$ durch offene Teilmengen von $X$ eine endliche Teil"uberdeckung besitzt.
\end{Bemerkungl}



\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}[\textbf{Nichtleere Schnitte in Kompakta}] 
Ist in einem kompakten topologischen Raum $X$ ein System abgeschlossener  
Teilmengen $\cal{K}\subset \cal{P}(X)$  mit\label{SSSkoa}  
leerem Schnitt $\bigcap_{K\in\cal{K}} K=\emptyset$ gegeben, 
so gibt es bereits ein
endliches Teilsystem $\cal{E}\subset \cal{K}$ mit leerem Schnitt 
$\bigcap_{K\in \cal{E}} K=\emptyset$. 
\end{Ubung}

\begin{Ubunge}[\textbf{Satz\index{Dini, Satz von} von Dini}]
Eine monoton wachsende Folge stetiger reellwertiger Funktionen
auf einem kompakten Raum,\label{SSDini} 
die punktweise gegen eine  stetige Funktion konvergiert, konvergiert
sogar gleichm"a"sig. Hinweis: \ref{SSSkoa}.
\end{Ubunge}

\begin{Ubunge}
Man zeige, da"s das Bild eines kompakten topologischen Raums
unter einer stetigen Abbildung kompakt ist f"ur die Spurtopologie.
Insbesondere ist jede stetige reellwertige Funktion auf einem
kompakten topologischen Raum beschr"ankt.
\end{Ubunge}

\begin{Ubunge}\label{SSRABB} 
  Gegeben ein topologischer Raum $X$ mit einer offenen "Uberdeckung
$\mathcal U$
zeige man: Eine Teilmenge $Y$ unseres Raums ist genau dann abgeschlossen,
wenn sie mit jeder Teilmenge unserer "Uberdeckung 
abgeschlossenen
Schnitt hat, in Formeln 
$$Y\As X\;\;\IFF \;\; (Y\cap U)\As U\;\forall U\in\mathcal U$$
Die fraglichen Schnitte sollen hierbei abgeschlossen sein in $U$, nicht in $X$.
\end{Ubunge}


\subsection{Integrale mit  Parametern*}
\begin{Satz}[\defnoind{"uber Integrale mit Parametern}]\label{SSPI}
Gegeben ein metrischer
Raum 
$X$ 
und
 eine stetige Funktion $f: X \times [a,b] \ra \Bbb{R}$
 ist auch die Funktion $ X \ra \Bbb{R}$,  $x\mapsto \int^{b}_{a}
f(x,t) \diff t $ stetig.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Ich zeige diesen Satz in gro"ser Allgemeinheit als
Anwendung unserer neuen Charakterisierung der 
Kompaktheit und als  Illustration f"ur die Kraft der allgemeinen
Theorie metrischer R"aume.  
Ist $X$ offen oder abgeschlossen in einem $\DR^n$,  so kann
man auch elementarer mit der gleichm"a"sigen
Stetigkeit argumentieren. Diesen Beweis gebe ich als Alternative auch 
noch an.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Versehen wir den Raum  $\cal{C}( [a,b],\Bbb{R})$ aller stetigen 
reellwertigen Funktionen
auf $[a,b]$ mit der Supremumsnorm,
so ist nach dem gleich folgenden Satz \ref{SSPII} die von $f$ induzierte
Abbildung $\tilde{f}:X\ra \cal{C}( [a,b],\Bbb{R})$,  
$x\mapsto f(x,\;)$ stetig.
Nach "Ubung \ref{SSSIn} ist weiter das Integrieren
$\int:\cal{C}( [a,b],\Bbb{R})\ra\DR$ stetig. Damit ist unsere Abbildung
$\int\circ \tilde{f}:X\ra\DR$ stetig als eine Verkn"upfung stetiger
Abbildungen.
\end{proof}



\begin{Bemerkungl}\label{SSTopD}
Den Raum aller stetigen Abbildungen von einem kompakten 
Raum $X$ 
in einen metrischen Raum $Y$,  
versehen mit der Metrik der gleichm"a"sigen Konvergenz,
wird $\cal{C}(X,Y)$ 
notiert.\index{C@$\cal{C}(X,Y)$ Raum stetiger Abbildungen}
Das $\cal{C}$ steht hier f"ur 
englisch \glqq continous\grqq\  und franz"osisch \glqq continu\grqq. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Stetige Abbildungen in Abbildungsr"aume}]
Seien $X,Y$ und $K$ metrische R"aume.\label{SSPII} Ist $K$ kompakt, so
ist eine Abbildung $f:X\times K\ra Y$  stetig genau dann,
wenn die induzierte Abbildung $\tilde{f}:X\ra \cal{C}(K,Y)$ 
stetig ist f"ur die 
Metrik der gleichm"a"sigen Konvergenz auf $\cal{C}(K,Y)$.  
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis]
Da"s aus der Stetigkeit von $\tilde{f}$ die Stetigkeit von $f$ folgt,
sieht man ohne weitere Schwierigkeiten.
Wir zeigen nun die andere Richtung und
m"ussen die Stetigkeit von $\tilde{f}$ an jeder Stelle $p \in X$
nachweisen. Sei diese Stelle $p$ ab jetzt
fest gew"ahlt und sei $\varepsilon >0$ gegeben.
Aufgrund der Stetigkeit von $f$ 
gibt es f"ur jedes $s \in K$ ein $\delta_{s} > 0$
mit
$$f\op{B}((p,s);\delta_{s}) \subset\op{B}( f(p,s);
\varepsilon)$$
Nun gilt f"ur unsere Metrik auf 
$X\times K$ ja
$\op{B}((p,s);\delta)=\op{B}(p;\delta)\times\op{B}(s;\delta)$
und nach \ref{SSKO} gibt es eine endliche Teilmenge $E\subset
K$ mit  $K \subset \bigcup_{s\in E}
\op{B}(s;\delta_{s})$.  
\begin{figure}[p]
  \centering
   \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildXK}\\[4mm]
\noindent
Illustration zum Beweis von Satz \ref{SSPII}.
Die mit gestrichelten 
R"andern eingezeichneten 
Quadrate sind so gew"ahlt, da"s unsere Abbildung $f$
auf jedem Quadrat h"ochstens um den Abstand
$\varepsilon$ von ihrem Wert im Zentrum des jeweiligen Quadrats  abweicht.
Die gepunktelten Linien begrenzen einen Streifen der Breite $2\eta$,  in dem
unsere Funktion auf jeder Vertikalen  h"ochstens um $2\varepsilon$
von ihrem Wert am Schnittpunkt der besagten Vertikalen mit der fett 
eingezeichneten Horizontalen abweicht.
\end{figure}
F"ur $\eta =\min_{s\in E
} \delta_s$ behaupten wir dann $$x\in \op{B}(p;\eta)\; \Rightarrow\; d(f(x,t),
f(p,t) )< 2\varepsilon \;\;\forall t\in K$$ In der Tat finden wir
f"ur jedes $t\in K$ ein $s\in
E$ mit $t \in \op{B}(s;\delta_{s})$ 
und f"ur dies $s$  
liegen  $(p,t)$ und $(x,t)$ beide in $\op{B}((p,s);\delta_{s})$. 
Damit ist die Stetigkeit von $\tilde{f}$ bei $p$ gezeigt.
\end{proof}









\subsection{Vorschl"age zur Veranschaulichung}
\begin{Bemerkungl}
Eine
Abbildung $f: \Bbb{R}^n \ra \Bbb{R}^{m}$ schreiben wir in der 
Form
$$(x_{1}, \ldots, x_{n})\mapsto \left(f_{1} (x_{1},\ldots , x_{n}),
\ldots , f_{m} (x_{1}, \ldots , x_{n})\right)$$
oder abk"urzend $f=(f_{1},\ldots,f_{m})$. 
Man kann sich derartige Abbildungen auf die verschiedensten Arten
vorstellen.
\begin{enumerate}
\item
Den Fall $n =m=1$ hatten wir schon in \ref{VSTE} ausf"uhrlich behandelt
und sogar etwas allgemeiner 
m"ogliche Interpretationen einer Abbildung von $\DR$ in
einen beliebigen Raum beziehungsweise von 
einem beliebigen Raum nach $\DR$ besprochen.
Erstere kann man sich etwa veranschaulichen als Beschreibung 
der Bewegung eines Teilchens in besagtem Raum,
letztere als eine Temperaturverteilung 
auf besagtem Raum.
\item
Im Fall $n + m =3$ kann man sich die Abbildung $f$ 
"ahnlich wie im Fall $n=m=1$  durch ihren
Graphen $\Gamma(f) = \{(x, f(x)) \mid x \in \DR\} \subset \Bbb{R}^{3}$
beziehungsweise $\Gamma(f) = \{(x,y, f(x,y)) \mid x,y \in \DR\} \subset \Bbb{R}^{3}$
veranschaulichen.
Der Graph einer Funktion $f: \Bbb{R}^{2} \ra \Bbb{R}$ ist 
anschaulich eine h"ugelige
Landschaft. Der Graph einer Abbildung $f: \Bbb{R} \ra \Bbb{R}^{2}$ sieht
aus wie ein Draht im $\Bbb{R}^{3}$ mit genau einem Punkt f"ur jede
vorgegebene $x$-Koordinate. Zum Beispiel ist der Graph jeder
konstanten Abbildung $\DR\ra\DR^2$ eine Parallele zur $x$-Achse
und der Graph jeder
konstanten Abbildung $\DR^2\ra\DR$ eine \glqq vollst"andig platte Landschaft\grqq\ 
alias eine zur $(x,y)$-Ebene parallele Ebene. 
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=6cm]{SkriptenBilder/BildNiveauA}
\includegraphics[width=6cm]{SkriptenBilder/BildNiveauB}\\[4mm]
\noindent 
Die Niveaulinien und der Graph 
der Funktion $f:\DR^2\ra\DR$,  $(x,y)\mapsto \sqrt{x^2+y^2}$. 
Der Graph dieser Funktion hat die Gestalt einer Eist"ute mit 
dem "Offnungswinkel $90^\circ$,  die mit ihrer Spitze senkrecht auf 
den Ursprung in der $xy$-Ebene steht.
\end{figure}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=6cm]{SkriptenBilder/BildBSp}
\includegraphics[width=6cm]{SkriptenBilder/BildGSp}\\[4mm]
\noindent 
Die Darstellung als bewegtes Teilchen  und der Graph 
der Funktion $f:\DR\ra\DR^2$,  $z\mapsto 
(\op{cos}(2\pi z/(0,4)), \op{sin}(2\pi z/(0,4)))$. 
Anders als im Text haben wir hier eine Funktion der 
$z$-Koordinate dargestellt.
\end{figure}
\item
Eine Funktion $f:\DR^2\ra\DR$ kann man auch 
graphisch darstellen, indem man auf der Ebene $\DR^2$ die \defind{Niveaulinien}
einzeichnet, die im Bild der H"ugellandschaft die H"ohenlinien 
in einer Landkarte f"ur unsere Landschaft w"aren, 
in Formeln die Mengen
$\{(x,y)\mid f(x,y)=c\}$ f"ur verschiedene, meist "aquidistant gew"ahlte
$c\in \DR$.  Auch eine Funktion $f:\DR^3\ra\DR$ kann man sich  noch
mithilfe ihrer analog definierten \defind{Niveaufl"achen} 
vorstellen,
aber mit dem Zeichnen wird es dann schon schwierig.
\item
Eine Funktion $f:\DR^n\ra\DR^n$ kann man sich vorstellen als ein Vektorfeld,
jedem Punkt $x \in \Bbb{R}^{n}$ wird ja in der 
Tat ein Vektor $f(x) \in \Bbb{R}^{n}$
zugeordnet.
\item
Es ist auch oft n"utzlich, sich $f$ wirklich als
eine Abbildung vorzustellen. Die Abbildung $x\mapsto (x,x)$ ist
in diesem Bild zum Beispiel die diagonale Einbettung der
Zahlengerade in die Ebene, und $(x,y)\mapsto (y,x)$ ist die Spiegelung
am Bild unserer diagonalen Einbettung.
\end{enumerate}  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Ich will den Begriff der Stetigkeit nun 
im allgemeineren Rahmen der sogenannten \glqq metrischen R"aume\grqq\  diskutieren,
bei dem die bisherige stark von Koordinaten abh"angige Darstellung
von einer mehr abstrakt-geometrischen Sichtweise
abgel"ost wird. Dieser koordinatenfreie Zugang ben"otigt zwar einen
gr"o"seren begrifflichen Aufwand, aber ich denke, dieser Aufwand lohnt, 
und zwar aus den folgenden Gr"unden:
Erstens umfa"st unser Rahmen so auch unendlichdimensionale
R"aume wie zum Beispiel die f"ur die Quantenmechanik wichtigen Hilbertr"aume.
Zweitens treten in meinen Augen auch schon im endlichdimensionalen Kontext 
die Zusammenh"ange bei einer koordinatenfreien Behandlung
klarer hervor. Man kennt das aus der Physik:
Rechnet man wie "ublich mit Einheiten, die ja mathematisch
schlicht Basen eindimensionaler Vektorr"aume sind,
so treten auch die Konsistenz und der Sinn physikalischer Formeln
viel klarer zu Tage, als wenn man  mit blo"sen Zahlen arbeitet.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Motivation f"ur die Einf"uhrung topologischer R"aume}]
  Der Begriffsapparat der topologischen R"aume wird erst 
sp"ater unumg"anglich werden, in der f"ur diese Vorlesungen vorgesehenen Entwicklung 
der Theorie erst
 bei der
Diskussion von abstrakten Mannigfaltigkeiten in \eref{kGer}{ML} folgende.
Da"s ich  dennoch bereits hier mit einer ersten Einf"uhrung beginnen will, hat 
mehrere Gr"unde. Zum Ersten erlaubt dieser Begriffsapparat
eine gro"se Vereinheitlichung: Zum Beispiel k"onnen in diesem Rahmen alle 
bisher betrachteten Grenzwertbegriffe unter einen Hut gebracht werden,
wie in \ref{GFMt} ausgef"uhrt wird. Zum Zweiten erlaubt er es,
den Begriff der Stetigkeit im Kontext endlichdimensionaler
reeller Vektorr"aume sehr direkt zu fassen, indem man eben jeden
derartigen Raum mit seiner \glqq nat"urlichen Topologie\grqq\  aus
\ref{RAVe} versieht. Sobald das einmal getan ist, 
 kann man auch in diesem Kontext mit
 Stetigkeit arbeiten, 
ohne Koordinaten  zu ben"otigen.
Und zum Dritten scheint es mir auch unabh"angig davon
wichtig, da"s Sie beizeiten  mit diesem Begriffsapparat 
vertraut werden, der die ganze Mathematik durchdringt:
Um ihn an einfachen Beispielen einzu"uben,  will ich deshalb  alles, was 
in dieser Vorlesung 
ohne  gro"se Umwege in der Allgemeinheit topologischer R"aume formuliert
und bewiesen werden kann, auch in diesem Rahmen 
formulieren und beweisen.
Vielfach werden die Aussagen und Beweise dadurch  
sogar einfacher, und ich denke, dieser Vorteil wiegt 
zum Teil
bereits die zus"atzlichen Schwierigkeiten auf,  
die durch das Erlernen dieses neuen Begriffsapparats
und seiner Beziehungen zu
den prim"aren Zielen der Vorlesung 
 entstehen. Ich beginne mit Vor"ubungen zur Mengenlehre.
\end{Bemerkungl}


%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "XXResteAN1"
%%% End: 
