\section{Grundlegendes zu Fourierreihen}
\label{GruFu}



\subsection{Eindeutigkeit der Fourierreihe}
\begin{Definition}\label{dP}
Seien $M$ eine Menge und $p > 0$ eine positive reelle Zahl.
Wir sagen, eine Abbildung $f:\Bbb{R}\ra M$ habe die 
{\bf Periode}\index{Periode} $p$,
 wenn f"ur alle  $x\in\DR$ gilt $f(x + p) = f(x)$.   
\end{Definition}


\begin{Satz}[\textbf{Fourierreihe, reelle Form}]
Sei $f: \Bbb{R} \ra \Bbb{R}$ eine stetig\label{Fou1}
differenzierbare Funktion der Periode $2\pi$. 
So gibt es eindeutig bestimmte $a_{\nu}, b_{\nu}, c \in \Bbb{R}$
derart, da"s gilt\index{Fourierreihe}
$$f(x)= c+ \sum_{\nu =1}^{\infty} a_{\nu}\sin (\nu x)+
b_{\nu}\cos (\nu x)$$
in dem Sinne, da"s
die Folge der Partialsummen 
gleichm"a"sig  gegen unsere Funktion $f$ konvergiert.
\end{Satz}


\begin{Satz}[\textbf{Fourierreihe, komplexe Form}]
Sei $f: \Bbb{R} \ra \DC$ eine stetig\label{Fou2} 
differenzierbare Funktion der Periode
$2\pi$.  So gibt es eindeutig bestimmte $c_{\nu}\in \DC$ derart,
da"s im Sinne  gleichm"a"siger Konvergenz gilt
$$ f(x)=\lim_{n\ra \infty} \sum^{\nu=n}_{\nu=-n} c_{\nu} 
\op{e}^{{\op{i}}\nu x} $$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{"Ubergang zwischen reeller und komplexer Fourierreihe}]
Sicher k"on\-nen wir in der ersten Formulierung \ref{Fou1} unseres Satzes
auch komplexwertige Funktionen erlauben,
wenn wir $a_{\nu },b_{\nu },c \in \DC$ zulassen.
Die beiden S"atze sind dann "aquivalent, da nach der Euler'schen Formel
gilt
$$\begin{array}{lcl}
\op{e}^{{\op{i}}\nu x}&=& \cos \nu  x + {\op{i}}\sin \nu  x\\
\op{e}^{-{\op{i}}\nu  x} &=& \cos \nu  x - {\op{i}}\sin \nu  x
\end{array}$$
Gegeben eine Darstellung wie in Satz \ref{Fou2} erhalten wir also eine
Darstellung wie in Satz \ref{Fou1} mit
$c = c_{0},\;b_{\nu } = c_{\nu }+c_{-\nu },\;a_{\nu }={\op{i}}c_{\nu }-{\op{i}}c_{-\nu }$. 
Umgekehrt sind diese Gleichungen sind genau dann erf"ullt, wenn gilt
$$c_{0}=c, \; c_{\nu }= \frac{1}{2} (b_{\nu }-{\op{i}}a_{\nu })
\text{ und }c_{-\nu }=
\frac{1}{2} (b_{\nu }+{\op{i}} a_{\nu }).$$
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}[Beweis]
Wir zeigen vorerst  nur die Eindeutigkeit, der Beweis der Existenz wird
in \ref{KFou} nachgeholt.
Aus der Euler'schen Formel folgt, da"s
die Ableitung von $f(x)=\op{e}^{{\op{i}}\nu x}=\cos\nu x + {\op{i}}\sin\nu x$ 
gegeben wird durch
$f'(x)={\op{i}}\nu  \op{e}^{{\op{i}}\nu x}=-\nu\sin\nu x + {\op{i}}\nu\cos\nu x$. 
Mit %\ref{AExp} und 
der komplexwertigen Variante des 
Hauptsatzes der Differential-
und Integralrechnung
 erhalten wir $\int^{2\pi}_{0}\op{e}^{{\op{i}}\nu  x} \diff x=
\frac{1}{{\op{i}}\nu } \op{e}^{{\op{i}}\nu x}|^{2\pi}_{0} = 0$
f"ur $\nu \in\DZ\backslash 0$ und
f"ur $\nu =0$ ergibt
sich $\int^{2\pi}_{0} 1 \diff x = 2\pi$. 
Wir folgern
$$\int^{2\pi}_{0} \op{e}^{{\op{i}}\mu x} \op{e}^{-{\op{i}}\nu x} 
\diff x = \left\{\begin{array}{ll}
2\pi & \nu =\mu;\\ 0 &\text{sonst.} \end{array}\right.$$
Indem wir die gleichm"a"sige Konvergenz mit dem Integral
vertauschen und uns "uberlegen, da"s das auch f"ur komplexwertige
Funktionen erlaubt ist, erhalten wir
$$\int^{2\pi}_{0} f(x) \op{e}^{-{\op{i}}\nu x}\diff x = 2 \pi c_{\nu }$$ 
Das zeigt
die Eindeutigkeit der $c_{\nu }$.  Der Beweis der Existenz wird  in \ref{KFou}
nachgeholt. 
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}
%Ich erinnere an den Begriff der Summierbarkeit 
  %von Familien \ref{ABSB}.
  Gegeben ein normierter 
Vektorraum $V$ nennt man 
eine Familie $(v_i)_{i\in I}$ von Vektoren aus\label{ABSBe}
$V$  {\bf summierbar
mit Summe}\index{summierbar!Familie in normiertem Vektorraum} $s\in V$ und
schreibt
$$\sum_{i\in I} v_i=s$$
als Abk"urzung f"ur die Aussage, da"s
 es f"ur jede Umgebung $U$ von $s$ eine endliche Teilmenge
$I_U\subset I$ gibt derart, da"s f"ur jede endliche
Obermenge $J$ von $I_U$ in $ I$  gilt
$$\sum_{i\in J} v_i\in U$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl} In \eref{BAKo}{AN1} haben wir die Summierbarkeit von
  Familien reeller Zahlen eingef"uhrt und in \eref{SuFa}{AN1} haben wir
  diskutiert,
  warum sie im Fall abz"ahlbarer Familien "aquivalent ist zu absoluter
  Konvergenz in Bezug auf eine und jede Durchnummerierung der Indexmenge.
  "Ahnlich zeigt man, da"s die Summierbarkeit im Raum $\op{Ens}^{\op{b}}(X,\DR)$
  mit seiner Supremumsnorm gleichbedeutend ist zur Konvergenz der
  Reihe der Normen der Folgenglieder.\label{suun} 
  In allgemeineren normierten Vektorr"aumen gilt das jedoch nicht mehr.
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Summierbarkeit der 
Fourierreihe}]\label{Fou3}
Ist $f: \Bbb{R} \ra \DC$ eine stetig differenzierbare Funktion der Periode
$2\pi$,  so gibt es eindeutig bestimmte $c_{\nu}\in \DC$ derart,
da"s bez"uglich der Norm der gleichm"a"sigen Konvergenz 
auf $\op{Ens}^{\op{b}}(\Bbb{R},\DC)$ im Sinne der Summierbarkeit \ref{ABSBe} in normierten Vektorr"aumen gilt
$$\sum_{\nu\in\DZ} c_{\nu} \op{e}^{{\op{i}}\nu x} 
= f(x)$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Nat"urlich m"ussen hier die $c_{\nu}$ dieselben sein wie
in der schw"acheren aber einfacher zu formulierenden Version 
\ref{Fou2}, so da"s die Eindeutigkeit aus dem Vorhergehenden 
folgt. 
Der Beweis dieser st"arkeren Konvergenzaussage
wird  in \ref{KFou} gegeben.
Ich habe etwas gez"ogert, auf der rechten Seite 
$f(x)$ zu schreiben, wo
doch schlicht die Funktion $f$ gemeint ist, 
aber auf der linken Seite
steht ja auch $\op{e}^{{\op{i}}\nu x}$ f"ur die Funktion
$x\mapsto \op{e}^{{\op{i}}\nu x}$. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungw}
  Die obigen S"atze "uber die Fourierentwicklung 
  sind erste Vertreter eines gro"sen Theoriegeb"audes, in das wir
  in \eref{IVf}{AN3} folgende tiefer eindringen.
Insbesondere ergibt sich die Frage, 
welche Abbildungen $\DZ\ra\DC$ denn nun etwa den stetig differenzierbaren oder
den glatten periodischen Funktionen entsprechen. 
Diese Frage erweist sich als recht delikat.  In \ref{ivSR}
diskutieren wir, welche Fouriereihen beliebig oft differenzierbaren
$2\pi$-periodischen Funktionen entsprechen. In \eref{FR}{AN3} f"uhren wir
den Raum der \glqq quadratintegrierbaren Funktionen\grqq\  ein und zeigen,
da"s diese unter unserer Fourierentwicklung genau denjenigen Abbildungen $\DZ\ra\DC$ entsprechen, bei denen die 
Summe der Betragsquadrate endlich ist.  
\end{Bemerkungw}

\subsection{Approximationssatz von Stone-Weierstra"s}
\begin{Bemerkungl}
Unter einem kompakten Raum darf man in diesem Abschnitt
je nach Wissensstand einen kompakten metrischen Raum 
 oder allgemeiner
einen kompakten topologischen Raum verstehen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}\label{RAlgv}
Im folgenden verwende ich eine Begrifflichkeit, die
in  \eref{RAlg}{LA2} ausf"uhrlich eingef"uhrt wird, und bespreche 
an dieser Stelle nur
das N"otigste.
Gegeben ein K"orper $k$ bezeichnet man
einen $k$-Vektor\-raum $A$ mit einer bilinearen
Verkn"upfung $A \times  A \rightarrow A$  
ganz allgemein  als eine 
{\bf $k$-Algebra}.\index{Algebra}  Ist die Verkn"upfung  assoziativ,
 so spricht man von einer {\bf assoziativen Algebra}. 
Gibt es f"ur  unsere Verkn"upfung ein neutrales Element,
so spricht man von einer {\bf unit"aren Algebra} und nennt das fragliche
Element das {\bf Eins-Element}.\index{Eins-Element!einer Algebra} 
 Eine Algebra ist also genau dann assoziativ und unit"ar,
 wenn die zugrundeliegende Menge mit der Vektorraum-Addition als
 Addition 
 und der bilinearen Verkn"upfung als Multiplikation  im Sinne von
 \eref{Ring}{LA1} ein Ring ist.
 Ich nenne 
  derartige Algebren  {\bf Ringalgebren}.\index{Ringalgebra}
 \end{Bemerkungl}
 \begin{Bemerkungl}
   Gegeben ein K"orper $k$ und 
eine beliebige Menge $X$ ist der $k$-Vektor\-raum
   $\op{Ens}(X,k)$ aller $k$-wertigen Funkionen auf $X$ mit der punktweisen
   Multiplikation als Verkn"upfung eine Ringalgebra mit der konstanten
   Funktion Eins als Eins-Element. Wir sagen, eine Teilmenge $A\subset
   \op{Ens}(X,k)$ {\bf trenne die Punkte von}\index{trennt die Punkte} $X$,
    wenn es f"ur alle $x,y \in X$ mit $x\neq y$ ein $a \in A$ gibt
   mit $a(x) \neq a(y)$. 
 \end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
Gegeben ein K"orper $k$ und eine  $k$-Algebra $A$ 
versteht man unter einer {\bf Unteralgebra}\index{Unteralgebra}
$B\subset A$  
einen unter der Verkn"upfung unserer Algebra stabilen  
Untervektorraum. Gegeben ein K"orper $k$ und eine  $k$-Ringalgebra $A$ 
verstehen wir unter einer {\bf Unterringalgebra}\index{Unterringalgebra}
$B\subset A$  
einen unter der Verkn"upfung unserer Ringalgebra stabilen  
Untervektorraum, der dar"uber hinaus das Einselement der Ringalgebra $A$ 
enth"alt. In anderen Worten ist eine Unterringalgebra also eine
Unteralgebra, die gleichzeitig   ein Teilring ist im Sinne von \eref{TeRi}{AL}.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Man beachte, da"s wir bereits wissen, da"s die stetigen
reellen 
  Funktionen auf einem topologischen Raum $X$ 
in der $\DR$-Ringalgebra  aller reellen 
  Funktionen eine 
$\DR$-Unterringalgebra 
$$\mathcal C(X,\DR)\subset \op{Ens}(X,\DR)$$
bilden. Des weiteren wissen wir 
nach \ref{SSGKom}, da"s diese Unterringalgebra  stabil ist
  unter dem Bilden gleichm"a"siger Grenzwerte.
Gegeben ein kompakter Raum $X$ bezeichne im folgenden
${\cal{C}}(X,\Bbb{R})$ den
reellen Vektorraum aller stetigen reellwertigen Funktionen auf $X$ mit seiner
Supremumsnorm.
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition} 
Eine Teilmenge eines metrischen oder auch 
eines topologischen  Raums hei"st\label{dicht}  
{\bf dicht},\index{dicht!Teilmenge|main}  
wenn ihr Abschlu"s der ganze Raum ist.  
\end{Definition} 
%\begin{Definition}

% Ein unter Produkten stabiler 
% Untervektorraum $A\subset {\cal{C}}(X,\Bbb{R})$
% hei"st eine {\bf Unteralgebra}\index{Unteralgebra!im Fall stetiger Funktionen}
% von ${\cal{C}}(X,\Bbb{R})$.  Enth"alt unsere  Unteralgebra
% dar"uber hinaus die Funktion $1$,  die jedem Punkt aus $X$ 
% den Wert $1$ zuordnet, so nennen wir sie
% eine {\bf unit"are} Unteralgebra.

%\end{Definition}
\begin{Satz}[\textbf{Approximationssatz von Stone-Weierstra"s}\index{Stone-Weierstra"s}]
In der Ringalgebra aller stetigen
reellwertigen Funktionen auf einem kompakten Raum
liegt jede Unterringalgebra, 
die die Punkte unseres\label{SW}  
Raums trennt, bereits dicht in Bezug auf die Metrik der
gleichm"a"sigen Konvergenz.
\end{Satz}




\begin{Bemerkunge}
Ich erw"ahne noch eine Variante dieses Satzes, 
die man oft in der Literatur findet, die jedoch
f"ur uns hier noch nicht von Belang ist.
Statt einer Unterringalgebra k"onnten wir mit einer
Unteralgebra arbeiten 
und zus"atzlich voraussetzen, 
 da"s es f"ur jedes $x\in X$ ein
$a\in A$ gibt mit $a(x)\neq 0$.  Man sagt dann, $A$ habe
\glqq keine simultane Nullstelle\grqq.
Unser Beweis funktioniert dann im wesentlichen 
immer noch, man mu"s dazu nur Lemma
\ref{AW} verfeinern zur Aussage, 
da"s $p_\varepsilon$ sogar ohne konstanten Term 
gefunden werden kann, 
und mu"s in Schritt 3 etwas feiner argumentieren. 
\end{Bemerkunge}
\begin{Korollar}[\textbf{Approximationssatz 
von Weierstra"s}\index{Weierstra"s!Approximationssatz}]
Ist $X \subset \Bbb{R}^{n}$ eine kompakte Teilmenge und $f: X \ra \Bbb{R}$ eine
stetige Funktion, so\label{AvW} 
gibt es f"ur jedes $\varepsilon > 0$ eine Polynomfunktion $p \in \Bbb{R}
[x_{1},\ldots ,x_{n}]$ mit $$|p(x) - f(x)| < \varepsilon \quad \forall x \in
X$$
\end{Korollar}
\begin{proof}
Das folgt sofort aus dem Satz von Stone-Weierstra"s \ref{SW}.
\end{proof}
\begin{proof}[Beweis von Stone-Weierstra"s]
Seien $X$ unser  kompakter Raum  und
$A\subset {\cal{C}}(X,\Bbb{R})$
unsere Unterringalgebra.
Wir ziehen uns zun"achst auf den Fall zur"uck,
da"s $A$ in $ {\cal{C}}(X,\Bbb{R})$ abgeschlossen ist.
\begin{Lemma}\label{LSW}
Ist $X$ kompakt und $A\subset {\cal{C}}(X,\Bbb{R})$ eine Unteralgebra, 
so ist auch der Abschlu"s $\bar{A}$ von $A$
eine
Unteralgebra.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Nach \ref{AAA} ist $\bar{A}$ genau die Menge aller stetigen Funktionen
$a:X\ra \Bbb{R}$ derart, da"s es 
eine Folge $a_n$ aus $A$ gibt, die gleichm"a"sig gegen
$a$ konvergiert. Sei $b$ ein weiteres Element von $\bar{A}$ und
$b_n$ eine Folge aus $A$,  die gleichm"a"sig gegen
$b$ konvergiert.
Wir behaupten, da"s dann auch $a_n+b_n$ gleichm"a"sig gegen $a+b$ konvergiert
und $a_n b_n$ gleichm"a"sig gegen $ab$.  
Den Beweis der ersten Aussage "uberlassen wir dem Leser. 
F"ur die Zweite benutze man die Absch"atzung
$$
\begin{array}{ccl}
\| ab-a_nb_n\| &\leq &\| a-a_n\|\cdot\| b_n\|+\| a\|\cdot\| b-b_n\|\\
  &\leq& \varepsilon  (\| b\| +1 +\| a\|)\end{array}$$ falls gilt
$\| a-a_n\|<\varepsilon , $ $\| b-b_n\|<\varepsilon  $ und $\varepsilon <1$. 
\end{proof}\noindent
Erf"ullt also eine Unterringalgebra 
$A\subset {\cal{C}}(X,\Bbb{R})$ die Bedingungen 
 von Stone-Weierstra"s, 
so ist auch ihr Abschlu"s $\bar{A}$ eine Unterringalgebra 
und trennt a forteriori die Punkte von $X$. 
Um  Stone-Weierstra"s zu beweisen
reicht es demnach aus, wenn wir unter der zus"atzlichen 
Annahme $A$ abgeschlossen die Gleichheit 
${A}={\cal{C}}(X,\Bbb{R})$ zeigen. 
Nun zeigen wir zun"achst einmal einen Spezialfall
des Approximationssatzes von Weierstra"s durch ein direktes Argument.
\begin{Lemma}\label{AW}
F"ur ein beliebiges positives $\varepsilon >0$ gibt es ein Polynom 
$p=p_\varepsilon $ mit $|\sqrt{x}-p(x)|<\varepsilon 
\; \forall x\in [0,1]$. 
\end{Lemma}

\begin{proof}[Erster Beweis]
Sei $\varepsilon >0$ gegeben. 
Da $\sqrt{x}$ gleichm"a"sig stetig ist auf $[0,2]$, 
finden wir $\eta\in (0,1)$ mit 
$$|\sqrt{x}-\sqrt{x+\eta}|<\varepsilon/2 \quad \forall x\in [0,1]$$
Da die Taylorreihe von $\sqrt{x}$ um den Entwicklungspunkt
$1$ nach \eref{BiRe}{AN1} 
auf dem Intervall $[\eta,1+\eta]$ gleichm"a"sig gegen
$\sqrt{x}$ konvergiert, finden wir weiter ein Polynom
$p$ mit
\begin{equation*}
|\sqrt{x+\eta}-p(x)|<\varepsilon/2 \quad \forall x\in [0,1]\qedhere
\end{equation*}
\end{proof}
\begin{proof}[Zweiter Beweis]
Bei der folgenden Alternative mu"s man etwas mehr denken, aber nichts
wissen "uber die Konvergenz von Taylorreihen.
Wir konstruieren induktiv eine Folge von Polynomen
durch
$p_{0}(x)=0$,  $p_{n+1} (x) = p_{n}(x)+{(1/2)}
(x-p_{n}(x)^{2})$ und behaupten, da"s diese Folge auf $[0,1]$ gleichm"a"sig
gegen $\sqrt{x}$ konvergiert.
In der Tat gilt ja $$p_{n+1}=p_n + (\sqrt{x}-p_n)(\sqrt{x}+p_n)/2$$
und dieser Gleichung sehen wir an, da"s f"ur $x\in[0,1]$ gilt
$$p_0\leq p_1\leq\ldots\leq\sqrt{x}$$
denn es folgt induktiv $(\sqrt{x}-p_n)\geq 0$ und $(\sqrt{x}+p_n)/2\leq 1$. 
Andererseits folgt aus unserer Gleichung auch
$$\begin{array}{ccl}
(\sqrt{x}-p_{n+1})&=&(\sqrt{x}-p_{n})(2-\sqrt{x}-p_n)/2\\
                  &\leq&(\sqrt{x}-p_{n})(2-\sqrt{x})/2\end{array}$$
und somit konvergiert unsere Folge $p_n$ auf jedem Intervall
$[a,1]$ mit $0<a<1$ gleichm"assig gegen $\sqrt{x}$. 
Dann mu"s mit etwas Nachdenken unsere Folge 
aber auf ganz $[0,1]$ gleichm"assig gegen $\sqrt{x}$ konvergieren.
\end{proof}\noindent
Nun zeigen wir Stone-Weierstra"s \ref{SW} 
f"ur eine abgeschlossene Unterringalgebra $A$, auf diesen Fall
hatten wir uns ja bereits zur"uckgezogen, 
in f"unf Schritten. Gegeben $a\in \mathcal C(X,\DR)$ bezeichne 
$|a|\in \mathcal C(X,\DR)$ die Funktion $x\mapsto |a(x)|$ und 
$\|a\|\in\DR$ die Supremumsnorm von $a$.

\vspace{3mm}\noindent
1. Wir zeigen $a \in A \Rightarrow |a| \in A$.
Dazu schreiben wir $a=\lambda b$ mit 
$\lambda\in (0,\infty)$ und $\|b\|\leq 1$ und erhalten 
$|a|=\lambda\sqrt{b^2}$.
Nach Lemma \ref{AW} gibt es eine Folge $p_{n}$ von Polynomen, 
die auf $[0,1]$ gleichm"a"sig gegen $\sqrt{x}$ strebt,
und dann strebt $\lambda p_{n}(b^{2}) $ auf $X$ gleichm"a"sig gegen $|a|$.
Da $A$ eine Unteralgebra ist, liegen alle $\lambda p_{n} (b^{2})$ auch in
$A$,  und da $A$ abgeschlossen ist unter gleichm"a"siger Konvergenz,
folgt $|a| \in A$. 

\vspace{3mm}\noindent
2. Wir zeigen
 $a,b \in A\Rightarrow \sup (a,b)\in A$,  $\inf (a,b)\in A$.  In der Tat gilt
$$\begin{array}{rcl}
\sup (a,b)& =& 1/2 (a+b + |a-b|)\\
\inf (a,b)& =& 1/2 (a+b -|a-b|)
 \end{array}$$

\vspace{3mm}\noindent
3. F"ur $x \neq y$ zwei verschiedene Punkte aus $X$ und 
$\al, \beta \in \Bbb{R}$ gibt es $a\in A$ mit
 $a(x) = \al$,  $a(y) =\beta$. 
 In der Tat betrachte man die $\Bbb{R}$-lineare Abbildung
 $$\begin{array}{ccl}
 A &\ra &\Bbb{R}^{2}\\ a&\mapsto&(a(x),a(y)) \end{array}$$
Da $A$ Punkte trennt, gibt es $a\in A$ mit $a(x)\neq a(y)$. 
Da die Konstanten zu $A$ geh"oren, liegt jedoch auch $(1,1)$ im Bild
unserer linearen Abbildung. Damit enth"alt das Bild unserer
linearen Abbildung zwei linear unabh"angige Vektoren und ist folglich
ganz $\Bbb{R}^{2}$.  
\begin{figure}[htbp]
  \centering
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/Bild0029}
\\ \noindent Zum Beweis von \ref{SW}, Schritt 4
\end{figure}

\vspace{3mm}\noindent
4. F"ur beliebige $f\in {\cal{C}}(X,\Bbb{R})$,  $x\in X$ und $\varepsilon  >0$ gibt es
 $a_x \in A$ mit $a_{x}(x) = f(x)$ und
 $$a_{x} (y)<f(y)
 +\varepsilon  \; \;\forall y\in X$$
In der Tat, f"ur alle $y\in X$ finden wir
 $a_{x,y} \in A$ mit
 $ a_{x,y}(x) = f(x)$ und $a_{x,y}(y) =f(y)$. 
 Auf einer geeigneten offenen Umgebung $U_{y}$ von $y$ gilt 
dann $a_{x,y}(z)<f(z)+\varepsilon  \quad
 \forall  z\in U_{y}$. 
Da $X$ kompakt ist, gibt es nun $E\subset X$ endlich mit 
$X = \bigcup_{y\in E}
U_{y}$. 
Dann nehmen wir
$a_{x}=\inf_{y \in E} a_{x,y}$ und haben unser $a_x$ gefunden.

\vspace{3mm}\noindent 
5. F"ur beliebiges $f\in {\cal{C}}(X,\Bbb{R})$ und $\varepsilon >0$ 
gibt es  $a\in A$ mit $\|
 a-f\| <\varepsilon $. 
Sei in der Tat f"ur jedes $x \in X$ ein $a_{x}$ wie eben gew"ahlt. Dann hat
jeder Punkt $x\in X$  eine offene Umgebung $V_{x}$ mit 
$f(z)-\varepsilon  < a_{x}(z)<f(z)+\varepsilon  \; \; \forall
 z\in V_{x}$ wobei die zweite Ungleichung sogar gilt f"ur alle $
z\in X$. 
Da $X$ kompakt ist, gibt es wieder $F \subset X$ endlich mit 
$X = \bigcup_{x \in F} V_{x}$. 
Ist $X$ nicht leer, so nehmen wir nun
$a = \sup_{x \in F} a_{x}$ und haben unser $a$ gefunden.
Der Fall $X=\emptyset$ ist eh unproblematisch.
 \end{proof}


\begin{Bemerkungl}
Gegeben ein Kompaktum $X$ bezeichne  ${\cal{C}} (X)$ die
$\DC$-Ring\-algebra
aller\index{C@$\cal{C}(X)$ stetige komplexwertige Funktionen auf $X$} 
stetigen  komplexwertigen
Funktionen auf $X$ mit der Supremumsnorm.
\end{Bemerkungl}




\begin{Korollar}[\textbf{Stone-Weierstra"s im Komplexen}]
In der Ringalgebra aller stetigen
komplexwertigen Funktionen auf einem kompakten Raum
liegt jede komplexe Unterringalgebra,\label{SWC}    
die die Punkte unseres 
Raums trennt und die stabil ist unter der
komplexen Konjugation, bereits dicht in Bezug auf die Metrik der
gleichm"a"sigen Konvergenz.
\end{Korollar}
\begin{proof}[Beweis]
Sei $X$ unser kompakter Raum und $B \subset {\cal{C}} (X)$
unsere komplexe Unterringalgebra, die die Punkte von $X$ trennt und
 stabil ist unter der komplexen Konjugation, in Formeln 
$b\in B\RA \bar{b} \in B$.
Wir wenden  den Satz von Stone-Weierstra"s \ref{SW} an auf
$A \pdef B \cap {\cal{C}} (X,\Bbb{R})$. 
Aus $b \in B$ folgt $\op{Re} b, \op{Im} b \in A$,  denn es gilt
$\op{Re} b = (b + \bar{b})/2$ und 
$\op{Im} b = (b - \bar{b})/2{\op{i}}$. 
Also trennt auch unser $A$ die Punkte von $X$. 
F"ur $f \in {\cal{C}} (X)$ finden wir $u,v\in A$ mit 
$|\op{Re} f(x) - u(x) | < \varepsilon/2$ und
$|\op{Im} f(x) - v(x) | < \varepsilon /2$ f"ur alle $x \in X$, 
setzen $b = u + {\op{i}}v$ und folgern $\| f - b \| < \varepsilon$. 
\end{proof}
\begin{Korollar}
Das $\DC$-Erzeugnis der $(z^\nu)_{\nu\in\DZ}$ liegt  dicht im Raum
${\cal{C}} (S^{1})$ der stetigen komplexwertigen Funktionen
auf der Kreislinie $S^{1}\pdef \{z\in\DC\mid |z|=1\}$ 
in Bezug auf die Metrik der\label{diKI} 
gleichm"a"sigen Konvergenz. 
\end{Korollar}
\begin{proof}[Beweis]
Wegen $\bar{z} = z^{-1}$ f"ur alle $z\in S^1$ folgt das aus dem 
Satz von Stone-Weierstra"s f"ur komplexwertige Funktionen \ref{SWC}.
\end{proof}

\begin{Definition}
Eine Funktion $f:\DR \ra \DC$ der Gestalt
$t\mapsto \sum_{\nu=-n}^{\nu=n}d_\nu\op{e}^{\op{i}\nu t}$ 
mit $d_\nu\in\DC$ hei"se
ein \defind{trigonometrisches Polynom}.\index{Polynom!trigonometrisches}
\end{Definition}
\begin{Satz}[\textbf{Dichtheit der trigonometrischen Polynome}]
Gegeben eine stetige Funktion  $f:[0,2\pi] \ra \DC$ mit $f(0)=f(2\pi)$
gibt\label{Lei} es f"ur beliebiges $\varepsilon >0$ 
ein trigonometrisches Polynom $g=g_{\varepsilon}$ mit 
$$|f(x)-g(x)|< \varepsilon \quad \forall x\in [0,2\pi]$$
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis]
Sei $S^{1} = \{z \in \DC \mid |z| = 1\}$ der Einheitskreis in der komplexen
Ebene. Wir betrachten die Abbildung
$E : [0,2\pi]  \ra  S^{1}$,  
$t  \mapsto  \op{e}^{{\op{i}}t}$,  die anschaulich gesprochen \glqq unser 
Intervall zu einer Kreislinie zusammenbiegt\grqq.
Das Vorschalten von $E$ liefert eine Bijektion
$$(\circ \;E) :\; {\cal{C}} (S^{1}) \sira \left\{f\in {\cal{C}}([0,2\pi])\mid
f(0) = f(2\pi)\right\}$$
Das kann man unschwer direkt einsehen 
und auch formal aus dem anschlie"senden Lemma
\ref{QTo} folgern.
Unter unserer Bijektion entsprechen nun  die trigonometrischen Polynome
auf $[0,2\pi]$ genau
den Funktionen der Form
$\sum^{n}_{\nu=-n} d_{\nu} z^{\nu}$ auf der Kreislinie $S^{1}$. 
Der Satz folgt aus Korollar \ref{diKI}.
\end{proof}

\begin{Lemma}\label{QTo}
Ist $f:X\sra Y$ eine stetige Surjektion von einem kompakten Raum auf einen  
Hausdorffraum, so ist
eine Abbildung $g:Y\ra Z$
in einen weiteren
Raum $Z$ stetig genau
dann, wenn $g\circ f $ stetig ist.
\end{Lemma}

\begin{proof}[Beweis]
Das Problem ist nur, die Stetigkeit von $g$ aus der Stetigkeit von
$g\circ f$ zu folgern. Da $f$ surjektiv ist, gilt f"ur
jede Teilmenge $A\subset Z$ offensichtlich
$$g^{-1}(A)=f((g\circ f)^{-1}(A))$$
Ist $A$ abgeschlossen in $Z$,  so ist $(g\circ f)^{-1}(A)$
abgeschlossen in $X$ wegen der Stetigkeit von $g\circ f$,  also
kompakt nach \ref{aAKo}. Dann ist
$f((g\circ f)^{-1}(A))$ kompakt nach \ref{BiKom} als Bild einer kompakten
Menge unter einer stetigen Abbildung, mithin 
abgeschlossen nach \ref{HKA}, da $Y$ ein Hausdorffraum ist.
Zusammenfassend haben
wir gezeigt, da"s das Urbild $g^{-1}(A)$ einer abgeschlossenen
Teilmenge $A\subset Z$ abgeschlossen ist in $Y$. Daraus folgt
mit \ref{SaATR} die Stetigkeit von $g$. 
\end{proof}





\subsection{Konvergenz der Fourierreihe}
\begin{Bemerkungl}
Wir verwenden im folgenden die Begrifflichkeit der
Skalarprodukte, wie sie etwa in \eref{GEV}{LA2} eingef"uhrt wird.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}\label{DQN}
Wir versehen den
komplexen Vektorraum
$V={\cal{C}}([0,2\pi])$
aller stetigen Funktionen $f:[0,2\pi]\ra \DC$ mit dem Skalarprodukt
$$\langle f,g\rangle \pdef
\frac{1}{2\pi} \int^{2\pi}_0 \bar{f}g$$
Die zugeh"orige Norm  notiert man in diesem Fall 
mit $\|f\|_2\pdef \sqrt{\langle f,f\rangle} $.   
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Unsere Formeln aus dem Beweis von \ref{Fou2}
besagen genau, da"s die $\op{e}^{{\op{i}}\nu x}$ mit $\nu\in\DZ$
in diesem Raum ein Orthonormalsystem im Sinne von \eref{ons}{LA2} bilden,
in Formeln 
$$\langle \op{e}^{{\op{i}}\nu x}, \op{e}^{{\op{i}}\mu x} 
\rangle = \left\{\begin{array}{rl}
1 & \nu =\mu;\\ 0 &\text{sonst.} \end{array}\right.$$
Die Fourier-Koeffizienten schreiben sich nun
k"urzer $c_{\nu}= \langle\op{e}^{{\op{i}}\nu x}, f\rangle$.  
Indem wir  jeder stetigen Funktion $f:[0,2\pi]\ra\DC$ die 
Familie ihrer \glqq Fourierkoeffizienten\grqq\   zuordnen, in Formeln
$f^\wedge(\nu)\pdef\langle\op{e}^{{\op{i}}\nu x}, f\rangle$, erhalten 
wir  eine Abbildung
$$\begin{array}{ccc}
\cal{C}([0,2\pi])&\ra&\op{Ens}(\DZ,\DC)\\
f&\mapsto& f^\wedge
\end{array}$$
%In \eref{FR}{AN3} werden wir diese Abbildung erweitern zu einer Bijektion
%zwischen geeigneten R"aumen quadrat\-integrierbarer Funktionen.
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{Quadratische Konvergenz der Fourierreihe}]
Gegeben eine stetige Funktion\label{QM}  $f:[0,2\pi]\ra \DC$ mit 
Fourierkoeffizienten $c_{\nu} \pdef \langle\op{e}^{{\op{i}}\nu x}, f\rangle$ 
 gilt $$f=\sum_{\nu \in\DZ} c_{\nu}\op{e}^{{\op{i}}\nu x}$$
im Sinne  der Summierbarkeit nach \ref{ABSBe}
 im komplexen Vektorraum ${\cal{C}}([0,2\pi])$ mit seiner 
Skalarproduktnorm $\|\;\|_2$.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl} Ich betone, da"s dieser Satz keine Aussage "uber
  punktweise Konvergenz beinhaltet. Ich habe auf der linken Seite
  auch nur $f$ und
  nicht $f(x)$ geschrieben, um das zu betonen.
  Punktweise Konvergenz gilt auch gar nicht in der
  Allgemeinheit dieses Satzes.
\end{Bemerkungl}
% \begin{Bemerkungl}\label{KQM}
% Gegeben eine Folge $f_n$  stetiger Funktionen von einem kompakten
% Intervall $[a,b]$ nach  $\DC$ und eine weitere
% stetige Funktion $f$  sagt man, die Folge der
% $f_n$ {\bf konvergiere im quadratischen Mittel}
% \index{Konvergenz!im quadratischen Mittel}
% {\bf gegen} $f$ genau dann,
% wenn gilt $$\lim_{n\ra\infty}\int_a^b|f-f_n|^2=0$$
% Aus unserem Satz folgt in dieser Terminologie, da"s entsprechenden
% Partialsummen der  Fourierreihe
% einer stetigen Funktion im quadratischen Mittel gegen besagte 
% Funktion konvergiert.
% Wir werden den vorhergehenden Satz in \eref{FR}{AN3} verallgemeinern 
% von  stetigen auf
% alle \glqq quadratintegrierbaren\grqq\  Funktionen. 
% Mit der Terminologie aus
% \ref{ABSB} k"onnen wir im normierten Vektorraum ${\cal{C}}([0,2\pi])$ 
% aus \ref{DQN} die Aussage des Satzes auch schreiben in der Gestalt
% 
% \end{Bemerkungl}
\begin{proof}
F"ur alle endlichen Teilmengen
$I\subset\DZ$ k"onnen wir $f$ nach \eref{BOZ}{LA2} 
zerlegen in seine Projektion auf
den von allen $\op{e}^{{\op{i}}\nu x}$ mit $\nu \in I$ 
aufgespannten Teilraum von ${\cal{C}}([0,2\pi])$
und einen auf diesem Teilraum senkrechten Anteil,
$$f=\sum_{\nu \in I} c_{\nu }\op{e}^{{\op{i}}\nu x} +
\left(f-\sum_{\nu \in I} c_{\nu }
\op{e}^{{\op{i}}\nu x}\right)$$
Wir nehmen nun zun"achst zus"atzlich $f(0)= f(2\pi)$ an.
F"ur alle $\varepsilon > 0$ finden wir dann nach \ref{Lei}
 eine endliche Teilmenge $I_\varepsilon\subset\DZ$ und
ein trigonometrisches Polynom
$g= \sum_{\nu \in I_\varepsilon} d_{\nu } 
\op{e}^{{\op{i}}\nu x}$  mit $$ |f(x)-g(x)| < \varepsilon
\quad \forall x$$
Es folgt sofort $\|f-g\|_{2} <  \varepsilon$. 
Da in einem Skalarproduktraum nach \eref{BOZ}{LA2}
 die orthogonale Projektion
eines Vektors auf einen endlichdimensionalen Teilraum 
stets die bestm"ogliche Approximation
durch Vektoren dieses Teilraums ist, folgt f"ur alle endlichen
$J\supset I_\varepsilon$ erst recht
$$\left\|f-\sum_{\nu\in J} c_{\nu }\op{e}^{{\op{i}}\nu x}\right\|_{2} 
<  \varepsilon $$
Das zeigt die Behauptung im Fall $f(0) = f(2\pi) $. 
Im Fall $f(0) \neq f(2\pi) $ m"ussen wir noch eine 
zus"atzliche Verrenkung
machen und zun"achst eine 
stetige Funktion $\tilde{f}$ finden mit $\tilde{f} (0)=
\tilde{f} (2\pi)$ sowie $\|\tilde{f} - f\|_{2} < \varepsilon$. 
Dann gibt es wieder ein trigonometrisches
Polynom $g$ mit $\|\tilde{f}-g\|_{2} <  \varepsilon$, 
also $\| f-g\|_{2} < 2 \varepsilon$,  und der Beweis
kann wie zuvor zu Ende gef"uhrt werden.
\end{proof}





\begin{Korollar} \label{KKO}
Sei $f: [0,2 \pi]\ra \Bbb{C}$ stetig und seien 
$c_{\nu} = \langle \op{e}^{{\op{i}}\nu x},f\rangle$ seine
 Fourierkoeffizienten. So
gilt
$\|f\|^{2}_{2} = \sum_{\nu\in\DZ} |c_{\nu}|^{2}$. 
\end{Korollar}
\begin{proof}[Beweis]
Die Differenz $\|f\|^{2}_{2}-\sum_{\nu=-n}^{\nu=n} |c_{\nu}|^{2}$
ist das Quadrat eines Ausdrucks, von dem wir gerade gezeigt
haben, da"s er gegen Null strebt.
\end{proof}

\begin{Satz}[\textbf{Kriterium f"ur gleichm"a"sige Konvergenz der Fourierreihe}]
Gegeben eine stetig differenzierbare Funktion 
$f: \Bbb{R} \ra \DC$\label{KFou} 
 der Periode $2\pi$ mit 
Fourierkoeffizienten $c_{\nu} \pdef \langle\op{e}^{{\op{i}}\nu x}, f\rangle$ gilt $$f=\sum_{\nu \in\DZ} c_{\nu}\op{e}^{{\op{i}}\nu x}$$
im Sinne  der Summierbarkeit nach \ref{ABSBe}
 im komplexen Vektorraum ${\cal{C}}([0,2\pi])$ mit der 
Norm $\|\;\|_\infty$ der gleichm"a"sigen Konvergenz. 
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl} Wie in \ref{suun} diskutiert ist Summierbarkeit
  f"ur die Norm der gleichm"a"sigen Konvergenz gleichbedeutend zu absoluter
  Konvergenz und zu gleichm"a"siger Konvergenz der Partialsummen
  in Bezug auf jede
  Durchnummerierung der Indexmenge.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Der Satz gilt mit fast demselben Beweis auch noch, wenn 
unsere Funktion  
nur  \glqq st"uckweise stetig differenzierbar\grqq\  ist,
wenn  es also  Punkte $0=a_0<a_1<\ldots<a_k=2\pi$ gibt derart, da"s
die Einschr"ankung von $f$ auf jedes der Intervalle $[a_i, a_{i+1}]$ stetig
differenzierbar ist. Die Details mag der Leser zur "Ubung selbst ausarbeiten.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Die Fourier-Koeffizienten $c_{\nu } = \langle \op{e}^{{\op{i}}\nu x},f\rangle$ 
von $f$ ergeben
sich f"ur
$\nu \neq 0$
aus den Fourier-Koeffizienten $c^{\prime}_{\nu } = \langle
\op{e}^{{\op{i}}\nu x}, f^{\prime} \rangle$ von $f'$  durch partielles 
Integrieren zu
$$c_{\nu }= \frac{1}{2\pi} \int^{2\pi}_{0} f(x) \op{e}^{-{\op{i}}\nu x} \diff x=
- \frac{1}{2\pi}\int^{2\pi}_{0} \frac{f^{\prime}(x) 
\op{e}^{-{\op{i}}\nu x}}{-{\op{i}}\nu }\diff x=\frac{-{\op{i}} 
c^{\prime}_{\nu }}{\nu }$$
F"ur beliebige $
\al ,\beta \in \DC$ gilt jedoch $2|\al\beta| \leq  (|\al|^{2}+ |\beta|^{2})$  und es folgt
$$ \sum_{\nu} |c_{\nu }| \leq |c_{0}| +
\sum_{\nu \neq 0} \frac{1}{2}\left(\frac{1}{\nu^{2}} + |c^{\prime}_{\nu}|^{2}\right)
< \infty$$
Also gibt es eine stetige Funktion $g$ mit  
$g=\sum_{n\in\DZ} c_{n}\op{e}^{{\op{i}}n x}$ im  komplexen Vektorraum ${\cal{C}}([0,2\pi])$ mit der 
Norm $\|\;\|_\infty$.  A forteriori gilt das dann auch in Bezug auf
die Norm  $\|\;\|_2$. Aus dem Satz "uber die quadratische Konvergenz der Fourierreihe 
\ref{QM}  folgt damit $g=f$ und wir sind fertig.
\end{proof}

\begin{Bemerkungw}[\textbf{Fourierreihe und W"armeverteilung}] 
Fassen wir eine stetig differenzierbare $2\pi$-periodische Funktion
$f$  als eine Funktion auf dem Einheitskreis auf 
und nehmen sie reellwertig an, so gilt f"ur 
ihre Fourier-Koeffizienten offensichtlich  $c_{-\nu}=\bar{c}_\nu$. 
Sie k"onnen zum Beispiel in  \eref{HF}{FT1} lernen, warum
die Formel $$P(z)=c_0+\sum_{\nu= 1}^\infty c_\nu z^\nu +c_{-\nu} \bar{z}^\nu$$
dann 
die eindeutig bestimmte  
\glqq stabile W"armeverteilung mit Randverteilung $f$ 
auf der Einheitskreisscheibe\grqq\ 
beschreibt. 
In diesem Zusammenhang hat Fourier, von dem erz"ahlt
wird, da"s er h"aufig fr"ostelte, urspr"unglich die heute nach
ihm benannten Reihenentwicklungen gefunden
und in seinem Werk 
 \glqq Th\'eorie analytique de la chaleur\grqq\  ver"offentlicht.
\end{Bemerkungw}
\subsubsection{"Ubungen}
\begin{Ubung}
Wir erkl"aren den {\bf Schwarzraum} $\mathcal S(\DZ)\subset \op{Ens}(\DZ,\DC)$
als den Raum aller Abbildungen $(a_n)_{n\in\DZ}$ mit $\sum_{n\in\DZ}|n^k a_n|<\infty$ 
f"ur alle $k\in\DN$. Man zeige, da"s die Entwicklung in eine Fouriereihe
$(a_n)\mapsto f$ mit $f(t)\pdef \sum_{n\in\DZ} a_n{\op{e}}^{{\op{i}}nt}$ 
einen Isomorphismus induziert zwischen\label{ivSR} 
dem Schwarzraum $\mathcal S(\DZ)$ und dem Raum der beliebig oft differenzierbaren
$2\pi$-periodischen Funktionen $\DR\ra\DC$. Hinweis: Man gehe den Beweis von \ref{KFou}
nocheinmal durch. 
\end{Ubung}






%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "XXAN2"
%%% End: 
