%\section{Umkehrsatz und Anwendungen}
\subsection{Umkehrsatz f"ur stetig differenzierbare Abbildungen}
\begin{Definition}
Eine im Sinne von \ref{SDi} 
stetig differenzierbare Abbildung 
zwischen halboffenen Teilmengen normierter reeller
R"aume
nennt man  auch eine 
\defnoind{${\cal{C}}^1$-Abbildung}\index{C@$\cal{C}^1$-Ab\-bil\-dung}.
Der Buchstabe $\cal{C}$ steht hier f"ur englisch \glqq continous\grqq\  
oder franz"osisch \glqq continu\grqq, zu deutsch stetig, und der obere Index $1$ 
deutet an, da"s nur die Existenz und Stetigkeit der  ersten Ableitung
gefordert wird.\label{DefDif} 
Eine bijektive ${\cal{C}}^1$-Abbildung, deren Umkehrung auch eine
${\cal{C}}^1$-Abbildung ist, hei"st 
ein\index{C@$\cal{C}^1$-Diffeomorphismus} 
{\bf ${\cal{C}}^1$-Diffeomorphismus}\index{Diffeomorphismus!${\cal{C}}^1$-Diffeomorphismus}.  
\end{Definition}


\begin{Satz}[\textbf{Umkehrsatz}]\index{Umkehrsatz}
Seien $X,Y$ endlichdimensionale reelle\label{UKA} R"aume,
$V \co X$ offen und $f: V \ra Y$ stetig differenzierbar.
Ist an einer Stelle $p \in V$ das Differential ein Isomorphismus
$\diff _pf: \vec{X} \sira
\vec{Y}$, so induziert $f$ einen 
${\cal{C}}^1$-Diffeo\-mor\-phis\-mus zwischen
einer  offenen Umgebung von $p$ in $V$ 
und einer offenen Umgebung 
von $f(p)$ in $Y$.
\end{Satz}

\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildNLT}\\[4mm]
\noindent
Eine stetig differenzierbare 
Abbildung von einer offenen zusammenh"angenden Teilmenge 
 $V\co \DR$ nach $\DR$ mit nirgends verschwindender 
Ableitung ist notwendig injektiv.
Eine stetig differenzierbare 
Abbildung von einer offenen zusammenh"angenden Teilmenge 
 $V\co \DR^2$ in den $\DR^2$ 
mit "uberall injektivem Differential 
ist dahingegen im allgemeinen nur noch \glqq lokal injektiv\grqq\  in
einer Weise, die der Umkehrsatz spezifiziert.
\end{figure}
\begin{Bemerkungl}
Wir zeigen diesen  Satz 
nach einigen Vorbereitungen 
zu Ende dieses Abschnitts.
Die Kettenregel liefert im "Ubrigen f"ur das Differential des
Inversen eines ${\cal{C}}^1$-Diffeo\-morphis\-mus sofort die Formel
$$\diff _{f(p)} (f^{-1})=(\diff _p f)^{-1}$$
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungl}\label{UKAa}
Unser Umkehrsatz gilt auch f"ur unendlichdimensionale 
normierte R"aume $X,Y$, wenn wir zus"atzlich annehmen,
da"s ihre Richtungsr"aume vollst"andig sind.
 Der  Beweis bleibt
derselbe, wenn wir zus"atzlich voraussetzen, da"s 
das Inverse des 
Vektor\-raumisomorphismus
$\diff _p f$ stetig ist. 
Der Satz vom offenen Bild \ref{BSU} wird sp"ater einmal zeigen,  
da"s unsere zus"atzliche Voraussetzung 
"uberfl"ussig da automatisch erf"ullt ist, aber 
das soll vorerst weder bewiesen noch verwendet werden.
Die Allgemeinheit unendlichdimensionaler R"aume ist durchaus auch von
Interesse, er"offnet sie doch einen direkten Zugang zum
Studium von 
L"osungen gew"ohnlicher Differentialgleichungen, wie 
in \ref{ALAW} ausgef"uhrt wird.
Als erste Pr"ufung f"ur unseren Umkehrsatz  "uberlege man 
sich die G"ultigkeit der Behauptung im Spezialfall $X=Y=\Bbb{R}$. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Definition}
Ein Punkt, der unter einer Abbildung auf sich selbst 
abgebildet wird, hei"st ein \defind{Fixpunkt} besagter Abbildung.
\end{Definition}




\begin{Definition} \label{LiSt}
  Eine Abbildung $f$ zwischen zwei  metrischen R"aumen hei"st
    \defind{Lipschitz-stetig} genau dann, 
wenn es eine Konstante $\lambda>0$ gibt mit
    $$d(f(x),f(y))\leq \lambda d(x,y)$$ 
f"ur alle $x,y$ im Ausgangsraum.  Wir sagen dann
    auch, $f$ sei {\bf lipschitzstetig zur} 
\defind{Lipschitz-Konstante} $\lambda$.
Eine Abbildung $f$ zwischen metrischen R"aumen hei"st
{\bf kontrahierend} \index{kontrahierend!Abbildung metrischer R"aume} 
genau dann, wenn sie lipschitzstetig ist 
zu einer Lipschitzkonstante $\lambda<1$,
wenn
es also $\lambda < 1$
gibt mit $$d(f(x), f(y)) \leq \lambda d (x,y) \quad \forall x,y $$
% Jedes derartige $\lambda$ nennen wir dann einen
% \defind{Kontraktionsfaktor} unserer Abbildung
% und sagen dann etwa, unsere Abbildung sei \glqq kontrahierend mit 
% Kontraktionsfaktor $\lambda$\grqq.
\end{Definition}



\begin{Beispiel}
Nat"urlich ist jede lipschitzstetige Abbildung stetig.
  Eine Abbildung $\DR\ra\DR$ ist  lipschitzstetig zu einer
  Lipschitzkonstante $\lambda$ genau dann, wenn alle ihre Sekantensteigungen
  betragsm"a"sig beschr"ankt sind durch $\lambda$. Es ist hoffentlich
  anschaulich klar, da"s im Fall
$\lambda <1$ der Graph einer derart \glqq flachen\grqq\  Funktion von $\DR$ nach $\DR$ 
oder auch von einem 
nichtleeren kompakten reellen Intervall in sich selber
an genau
  einer Stelle die Hauptdiagonale alias den Graphen der Identit"at kreuzen
  mu"s. Der Cosinus ist als Abbildung $\DR\ra\DR$ keineswegs kontrahierend,
  das Supremum seiner Sekantensteigungen ist ja Eins.  Die Einschr"ankung des
  Cosinus zu einer Abbildung $[0,1]\ra[0,1]$ ist jedoch kontrahierend,
und den im Banach'schen Fixpunktsatz versteckten Algorithmus zur
Bestimmung des Fixpunktes illustriert nebenstehende Abbildung.
\end{Beispiel}

\begin{figure}[p]
  \centering
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/Bild0023}
\\ \noindent Schaltet man den Taschenrechner ein, stellt auf Bogenma"s und
dr"uckt wiederholt  die Taste \glqq cos\grqq, so wird man feststellen,
da"s sich die Zahl in der 
Anzeige nach einer gewissen Zeit "uberhaupt nicht mehr
"andert. Um das zu verstehen beachte man, da"s der Cosinus eine 
kontrahierende Selbstabbildung des Intervalls $[0,1]$ liefert, da n"amlich 
seine Ableitung dort betragsm"a"sig durch $\sin (1)\in (0,1)$ beschr"ankt ist.
Der Beweis des Fixpunktsatzes \ref{BFS}
zeigt, da"s unter diesen Umst"anden das wiederholte Anwenden  
stets eine Folge liefert, die gegen den Fixpunkt konvergiert.
\end{figure}
\begin{Lemma}[\textbf{Banach'scher 
Fixpunktsatz}\index{Banach'scher Fixpunktsatz}]
Jede kontrahierende 
Selbstabbildung eines nichtleeren\label{BFS} 
vollst"andigen metrischen Raums
besitzt genau einen Fixpunkt.
\end{Lemma}


\begin{proof}[Beweis]
Sei $f: M \ra M$ unsere kontrahierende Selbstabbildung und 
$\lambda<1$ eine Lipschitzkonstante.
Wir w"ahlen $x_0 \in M$ und betrachten die rekusiv definierte Folge
$x_{n+1} = f(x_{n})$. Mit Induktion folgt $d(x_{n},x_{n+1})
\leq \lambda^{n} d(x_{0},x_{1})$, und mit der Dreiecksungleichung folgt
f"ur $n \leq m$ bereits
$$d(x_{n},x_{m+1} ) \leq (\lambda^{n}+ \lambda^{n+1}+ \ldots + \lambda^{m})
d(x_{0},x_{1}) \leq  \frac{\lambda^{n}}{1-\lambda}d(x_{0},x_{1})$$
Also ist unsere Folge $x_n$ eine Cauchy-Folge und konvergiert 
aufgrund der Vollst"andigkeit gegen einen Punkt
$\lim_{n\ra \infty} x_{n} = p \in M$.
Da nun eine kontrahierende Abbildung notwendig stetig ist, folgt
aus der Vertauschbarkeit nach \eref{KFOm}{AN1} von Grenzwerten mit dem Anwenden 
stetiger Funktionen
$$f(p)=\lim_{n\ra \infty} f(x_{n}) = \lim_{n\ra \infty} x_{n+1}=p$$
und wir haben schon mal einen Fixpunkt gefunden. Ist $q$ ein
zweiter Fixpunkt, so folgt $d(p,q)= d(f(p), f(q)) \leq \lambda d(p,q)$ f"ur
$\lambda < 1$ und damit $d(p,q) =0$, also $p =q$.
\end{proof}
\begin{Bemerkunge}
  Lassen wir in der Ungleichungskette aus obigem Beweis 
$m$ nach Unendlich streben, so erhalten wir f"ur den Abstand der
$n$-ten Approximation $x_n$ zum Fixpunkt $p$ zus"atzlich 
die Absch"atzung $$d(x_{n},p ) \leq\frac{\lambda^{n}}{1-\lambda}d(x_{0},x_{1})$$
\end{Bemerkunge}
\begin{Satz}[\textbf{Umkehrsatz f"ur stetige Abbildungen}]
Seien $X$ ein vollst"andiger normierter reeller Raum, $U\co X$
eine offene Teilmenge und $f : U \rightarrow X$ eine Abbildung,\label{VHBa}
deren Differenz zur Identit"at
 $$(f -\op{id}) : U \rightarrow \vec{X}$$
kontrahierend ist, will sagen lipschitzstetig 
zu einer Lipschitzkonstante $\lambda <1$.
So ist unsere Abbildung  injektiv mit offenem Bild
$f (U)\co X$ und ihre Umkehrabbildung\label{VHBaa} 
$f^{-1} : f(U) \rightarrow
U$ ist lipschitzstetig zur Lipschitzkonstante
$1/(1-\lambda)$. 
\end{Satz}

\begin{Bemerkungw}
  Man kann 
 sogar zeigen, da"s jede stetige injektive Abbildung von einer offenen
 Teilmenge eines $\DR^n$ in den $\DR^n$ offene Teilmengen auf 
offene Teilmengen abbildet und folglich eine stetige Umkehrabbildung hat.
Dieser \glqq Satz "uber die Invarianz von Gebieten\grqq\
gilt  jedoch nur im endlichdimensionalen Kontext und sein 
Beweis ben"otigt st"arkere Hilfsmittel, vergleiche etwa  \eref{IvG}{TS}.
\end{Bemerkungw}
\begin{Bemerkunge}
  Der Leser mag zur "Ubung aus 
den Argumenten des anschlie"senden Beweises folgern,
da"s unter den Annahmen des Umkehrsatzes f"ur stetige Abbildungen
 \ref{VHBa} genauer gilt
$${\op{B}}(p;R)\subset U\;\;\RA\;\;
 {\op{B}} (f(p); (1-\lambda)R)\subset f(U)$$
\end{Bemerkunge}

\begin{proof}
Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit d"urfen wir annehmen, $X$ sei 
ein vollst"andiger normierter Vektorraum. 
Die Injektivit"at von $f$ ergibt sich, da aus
unserer Annahme
$\|(f - \op{id})(x)-(f - \op{id})(y)\|\leq \lambda\|x-y\|$ 
sofort folgt $\|y-x\|-\|f (x)-f (y)\|\leq \lambda\|x-y\|$ 
alias $$\|f (x)-f (y)\|\geq (1-\lambda)\|x-y\|$$ 
Durch Einsetzen von
$x=f^{-1} (p)$ und $y=f^{-1} (q)$ folgt weiter ohne Schwierigkeiten
$
\| p-q \|  \geq 
(1-\lambda) \| f^{-1}(p) - f^{-1} (q)\|
$ und damit sogar die Lipschitzstetigkeit der Umkehrfunktion
$f^{-1}:f(U)\ra U$. Bis hierher brauchen wir weder $U$ offen
noch $X$  vollst"andig anzunehmen, und unsere Aussagen sind
wenig mehr als ein Spezialfall der allgemeinen Resultate 
f"ur \glqq nicht abstandsverkleinernde\grqq\  Abbildungen metrischer R"aume
aus "Ubung \eref{ESDl}{AN1}.
Der wesentliche Punkt besteht darin,
zu zeigen, da"s $f$ offenes Bild hat. Dazu betrachten wir 
f"ur alle $y \in X$  die Abbildung
$$\begin{array}{cccl}
k_y :& U &\rightarrow &X\\
&x & \mapsto &x - f(x)  + y
\end{array}$$
Ihre Fixpunkte sind die Urbilder von $y$
unter $f$ und $k_y$  ist unter unseren Annahmen
 auch  kontrahierend.
Genauer  gilt offensichtlich
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildUFu}\\[4mm]
\noindent
F"ur eine Abbildung $f$  von einer offenen Teilmenge $U\co \DR$ nach 
$\DR$ ist $(f -\op{id})$ kontrahierend mit Kontraktionsfaktor
$\lambda$ genau dann, wenn alle ihre Sekantensteigungen im Intervall
$[1-\lambda, 1+\lambda]$ liegen. In diesem Fall sollte es 
anschaulich klar sein, da"s $f$ injektiv und offen ist und da"s 
die Sekantensteigungen der Umkehrfunktion 
betragsm"a"sig
beschr"ankt sind durch
$(1-\lambda)^{-1}:$ In diesem Fall liegen  alle 
Sekantensteigungen der Umkehrfunktion sogar im Intervall 
$[(1+\lambda)^{-1}, (1-\lambda)^{-1} ]$.
\end{figure}
\begin{equation*}
\| k_y (x) - k_y (z) \| \leq \lambda \|x -z\| \quad \forall x,z \in U
\end{equation*}
Gegeben $p \in U$ finden wir nun einen Radius $R>0$ 
derart, da"s der \glqq abgeschlossene Ball\grqq\ 
$${\op{A}}(p;R)\pdef \{x\in X\mid \|p-x\|\leq R\}$$
ganz in $U$ enthalten ist.
F"ur $y \in {\op{B}} (f(p);(1-\lambda) R)$ 
bildet dann $k_y$ unseren abgeschlossenen Ball ${\op{A}}(p;R)$
in sich ab, denn f"ur diese $y$  gilt 
$\|p-k_y (p)  \|=\|f(p)-y\|<(1-\lambda)R$
und damit
% \begin{eqnarray*}
% \|p -x\| \leq R &\Rightarrow & \|k_y (p) - k_y (x) \| \leq \lambda R\\
% &\Rightarrow & \| (p-k_y(x)) + (y - f(p))\| \leq \lambda R\\
% &\Rightarrow & \| p-k_y(x) \|-\|y - f(p)\| \leq \lambda R\\
% &\Rightarrow & \| p-k_y (x) \| \leq R
% \end{eqnarray*}
erhalten wir f"ur $x\in {\op{A}}(p;R)$ sogar
\begin{eqnarray*}
 \|p - k_y (x) \| 
\leq \|p-k_y (p)  \| + \|k_y (p) - k_y (x) \| 
< (1-\lambda)R + \lambda R = R
\end{eqnarray*}
Wenden wir den Banach'schen Fixpunktsatz 
\ref{BFS} auf die Selbstabbildung $k_y$ von
$ {\op{A}}(p;R)$ an,  das 
nach \eref{ABVV}{AN1}  als abgeschlossene Teilmenge eines
vollst"andigen metrischen Raums auch 
vollst"andig ist, so finden wir, da"s
 $k_y$ einen Fixpunkt in ${\op{A}}(p;R) $ haben mu"s.
Es folgt  $f({\op{A}}(p;R))
\supset {\op{B}} (f(p); (1-\lambda)R)$
und das zeigt, da"s das Bild von $f$ offen sein mu"s, in Formeln
$f(U)\co X$.
\end{proof}

\begin{figure}[p]
\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildUKS}\\[4mm]
\noindent 
Das Verfahren aus dem Beweis von  \ref{UKA}
ist auch durchaus
von praktischer Bedeutung:
Ausgeschrieben besagt es, da"s wir 
eine L"osung $x$ der Gleichung $f(x)=y$ unter geeigneten Annahmen 
finden k"onnen als den
Fixpunkt der kontrahierenden Abbildung 
$$\begin{array}{cccl}
k_{y} :& U &\ra &X\\
&x & \mapsto & x + (\diff_pf)^{-1} \left(y-f(x)\right)
\end{array}$$
f"ur $p$ mit $f(p)$ hinreichend nah bei $y$. 
 Es ist dem Newtonverfahren aus 
\eref{NTV}{AN1} eng verwandt, stimmt jedoch nicht damit 
"uberein: Beim Newtonverfahren etwa im Fall einer Ver"anderlichen
\glqq gehen wir ja immer auf der Tangente bei $(x,f(x))$
wieder herunter zur $x$-Achse\grqq,
wohingegen wir bei unserer Korrektur $k_y$ aus besagtem
Beweis stattdessen auf der Parallelen durch $(x,f(x))$ zur
Tangente bei $(p,f(p))$ heruntergehen, wie im Bild dargestellt.
\end{figure}


\begin{proof}[Beweis des Umkehrsatzes f"ur $\mathcal C^1$-Abbildungen \ref{UKA}]
Ohne Beschr"ankung der\linebreak\noindent
 Allgemeinheit seien $X,Y$ Vektorr"aume.
Sicher reicht es, wenn wir den Satz f"ur $(\diff_p f)^{-1}\circ f$
statt f"ur $f$ zeigen. Wir d"urfen also ohne Beschr"ankung der
Allgemeinheit $X =Y$ und $\diff_p f = \op{id}$ annehmen.
Es folgt $\diff_p (f-\op{id})=0$. W"ahlen wir eine Norm auf $X$
und beachten, da"s $f$ stetig differenzierbar
angenommen war, so
folgt leicht die Existenz eines offenen Balls $B$ um $p$ mit
$\| \diff_x (f-\op{id}) \| \leq 1/2 \quad \forall x \in B$.
Nach \ref{Asc} ist dann jedoch $(f-\op{id}) : B \rightarrow X$
kontrahierend 
mit Lipschitzkonstante $\leq(1/2)$. Mit unserem Umkehrsatz f"ur 
stetige Abbildungen 
 \ref{VHBa} folgt, da"s $f$ eine Injektion mit offenem Bild
$f:B\hra X$ liefert, deren Umkehrung lipschitzstetig ist zur
Lipschitzkonstante Zwei.
Um die Differenzierbarkeit von $f^{-1}:f(B)\ra B$ an der Stelle $f(p)$
zu zeigen, d"urfen wir ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit 
zus"atzlich annehmen, da"s  gilt
$p=0$ und $f(p)=0$.
Da wir  $f$ differenzierbar bei $p$ mit Differential 
$\op{id}$ angenommen hatten, k"onnen wir dann schreiben
$$f(x) = x + \|x\| \varepsilon (x) $$
f"ur eine  Abbildung $\varepsilon:B\ra X$, die stetig ist bei $0$ und
die dort den Wert Null annimmt.
Setzen wir hier $x = f^{-1} (y)$ ein mit $y\in f(B)$, 
so ergibt sich
$$y = f^{-1} (y) + \| f^{-1}(y)\| \;\varepsilon (f^{-1}(y))$$
Nun liefert die Lipschitzstetigkeit 
der Umkehrfunktion f"ur unseren eben gew"ahlten offenen Ball $B$ 
nach
\ref{VHBaa} aber auch f"ur alle $y\in f(B)$ 
die Absch"atzung $\|f^{-1} (y)\|\leq 2\|y\|$.
Zusammen ergibt sich dann leicht 
$$\lim_{y\ra 0}\frac{f^{-1} (y)-y}{\|y\|}=0$$
Das aber besagt  gerade, da"s die Umkehrabbildung 
$f^{-1}$ bei $y=0$ differenzierbar ist
mit Differential $\op{id}$.
Verkleinern wir unsere offene Umgebung von $p$ noch so weit,
da"s $\diff f$ dort "uberall invertierbar ist, so folgt
die Differenzierbarkeit der Umkehrabbildung an jeder Stelle
des Bildes unserer verkleinerten offenen Umgebung.
Die Stetigkeit des Differentials der Umkehrabbildung 
 folgt dann leicht aus der 
Stetigkeit  des Differentials der urspr"unglichen
Abbildung und der Stetigkeit des Invertierens linearer Abbildungen,
vergleiche im Fall von Banachr"aumen etwa \ref{DInvN}.
\end{proof}
\begin{Lemma}[\textbf{Vorarbeit f"ur  Eckfaltigkeiten}] 
Seien $B,A\subset \DR^n$ halboffene Teilmengen. 
Sei $B$ konvex und $f:B\sira A$ eine stetig differenzierbare
bijektive Abbildung. Ist das Differential von $f$ an jeder Stelle injektiv
und ist die Umkehrabbildung $f^{-1}$ stetig, so ist die\label{VBEF}  
Umkehrabbildung auch stetig differenzierbar.
\end{Lemma}
\begin{proof}
Das zeigen Argumente des 
vorhergehenden Beweises. Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit d"urfen
wir $\| \diff_x (f-\op{id}) \| \leq 1/2 \quad \forall x \in B$
annehmen.
Nach \ref{Asc} ist dann wieder $(f-\op{id}) : B \rightarrow \DR^n$
kontrahierend 
mit Lipschitzkonstante $\leq(1/2)$ und $f$ verkleinert Abst"ande 
h"ochstens um den Faktor Zwei. Folglich  vergr"o"sert  $f^{-1}$ Abst"ande 
h"ochstens um den Faktor Zwei und  wir k"onnen argumentieren wie
zum Schlu"s des vorhergehenden Beweises. 
\end{proof}



\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}\label{CEOo}
Eine stetig differenzierbare Abbildung von einer offenen Teilmenge eines 
endlichdimensionalen reellen Raums
in einen weiteren endlichdimensionalen reellen Raum 
hat offenes Bild, wenn  ihr Differential an jeder Stelle surjektiv ist.
Ist unsere stetig differenzierbare Abbildung zus"atzlich injektiv, 
so liefert sie
einen
Diffeomorphismus unserer offenen Teilmenge mit ihrem Bild.
\end{Ubung}







