%\section{Umkehrsatz und Anwendungen}
\subsection{Der Satz "uber implizite Funktionen}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Erl"auterung des Satzes in einem Spezialfall}]
  Gegeben eine differenzierbare 
Funktion  $f:\DR^3\ra\DR$ von drei Ver"anderlichen
scheint es mir anschaulich klar, da"s salopp gesprochen 
ihre Niveaufl"ache $N$
durch einen vorgegebenen Punkt $p\in\DR^3$ 
lokal um $p$ als Graph einer reellwertigen Funktion 
der ersten beiden Ver"anderlichen
dargestellt werden kann, \emph{wenn} 
die Tangentialebene an unsere Niveaufl"ache bei $p$ nicht auf der
$xy$-Ebene alias der Nullstellenmenge der dritten Ver"anderlichen
 senkrecht steht, wenn also
die partielle Ableitung unserer
Funktion $f$ nach der dritten
Ver"anderlichen bei $p$ nicht verschwindet.  Etwas formaler
sollte es also unter der Bedingung $f_z(p)\neq 0$ 
 offene Teilmengen $C_1\co \DR^2$  und
$A_1\co \DR$  geben derart, da"s gilt $p\in C_1\times A_1$ und da"s
$N \cap (C_1\times A_1)$ der Graph einer Funktion $g:C_1\ra A_1$ ist.
Derartige  \glqq implizit definierte Funktionen\grqq\  werden wir im folgenden
in voller Allgemeinheit studieren, allerdings mit einer anderen
Konvention der Bezeichnung der Variablen: Statt $(x,y,z)$ schreiben wir
im folgenden $(z_1,z_2,x)$ und fassen  $f$ 
bei vorgegebenem $b=f(p)$ auf als
eine Gleichung in $x$, die von zwei Parametern $z_1,z_2$ abh"angt. 
Unsere implizite Funktion ist in dieser Notation dann  diejenige Funktion
$g:C_1\ra A_1$, die charakterisiert wird durch die Bedingung 
$f(z_1,z_2, g(z_1,z_2))=f(p)$. Die Bedingung an die lokale Existenz einer 
impliziten Funktion lautet in dieser Notation dann $f_x(p)\neq 0$.
Im folgenden betrachten wir allgemeiner nicht nur von Parametern abh"angende
Abbildungen $\DR\ra\DR$ sondern allgemeiner 
von Parametern abh"angende
Abbildungen $\DR^m\ra\DR^m$.
Mit $x$ werden dann Koordinaten 
des Ausgangsraums bezeichnet und mit $y$ Koordinaten 
des Raums, 
in dem unsere Abbildung landet.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Erl"auterung des Satzes in Koordinaten}]
Gegeben allgemeiner nicht nur eine einzige Gleichung 
in mehreren Ver"anderlichen,
sondern ein ganzes Gleichungssystem mit
weniger Gleichungen als Unbekannten, sagen wir mit 
nur $m$ Gleichungen f"ur $m+n$ Unbekannte,  wird man
im allgemeinen erwarten, da"s sich die L"osungsmenge 
in der folgenden Weise beschreiben l"a"st: Wir d"urfen $n$ Unbekannte
frei w"ahlen und  k"onnen die "ubrigen $m$ Unbekannten dann
aus unseren $m$ Gleichungen als Funktionen der
bereits gew"ahlten $n$ Unbekannten 
bestimmen. % Das vorhergehende Beispiel w"are hier der Fall
% einer Gleichung $m=1$ in $1+2=3$ Unbekannten.
Mir hilft es beim Denken und Reden, 
diese $n$ frei zu w"ahlenden Unbekannten als \glqq Parameter\grqq\  
zu bezeichnen
und unser 
System als ein System von $m$ Gleichungen in $m$ Unbekannten 
$x_1,\ldots, x_m$ anzusehen,
bei dem unsere $m$ Gleichungen noch von insgesamt $n$ 
Parametern $z_1,\ldots, z_n$  abh"angen, in Formeln
$$
\begin{array}{ccc}
f_1(z_1,\ldots, z_n,x_1,\ldots, x_m)&=&b_1\\
\vdots&&\vdots\\
f_m(z_1,\ldots, z_n,x_1,\ldots, x_m)&=&b_m
\end{array}
$$
f"ur fest vorgegebene $b_1,\ldots, b_m$.
Besteht unser Gleichungsystem etwa 
aus $m$  linearen Gleichungen in $m$ Unbekannten,
 wobei diese $m$ Gleichungen noch stetig von den $n$ Parametern 
$z_1,\ldots, z_n$ abh"angen,
und ist  die $(m\times m)$-Matrix der
Koeffizienten f"ur eine Wahl der Parameter  invertierbar,
so wird sie auch f"ur benachbarte Parameter invertierbar bleiben,
und wir k"onnen die eindeutig bestimmten L"osungen f"ur  benachbarte  
Parameter 
als Funktionen der Parameter schreiben.
Sind unsere Gleichungen nicht linear, so gelten entsprechende Aussagen. 
Eine pr"azise Formulierung gibt
der \glqq Satz "uber implizite Funktionen\grqq. 
Mit den \glqq impliziten\grqq\  Funktionen
sind dabei diejenigen  
Funktionen gemeint, die die $m$ Unbekannten $x_1,\ldots, x_m$ 
 als Funktionen der
 $n$ Parameter $z_1,\ldots, z_n$ ausdr"ucken: Diese Funktionen sind
n"amlich a priori nicht explizit etwa als Polynome 
oder allgemeiner als 
algebraische Ausdr"ucke in bekannten Funktionen 
gegeben, sondern
nur implizit als L"osungen eines Gleichungssystems.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Erl"auterung des Satzes im Fall linearer Funktionen}]
Ich will den  Fall, da"s unsere Gleichungen linear sind 
und sogar linear von den Parametern abh"angen, auch noch koordinatenfrei 
und etwas pr"aziser formulieren.
Seien dazu ganz allgemein 
$X,Y,Z$ Vektorr"aume. 
Die Elemente von $Z$ spielen im folgenden die Rolle der \glqq Parameter\grqq.
Ist $f: Z\times X\ra Y$ eine lineare 
Abbildung, deren Restriktion auf $X$ bijektiv ist, 
so gibt es bei festem $b\in Y$ genau
eine Abbildung $g:Z\ra X$ mit $f(z,g(z))=b$ f"ur alle $z\in Z$.
In der Tat ist unsere Gleichung wegen der Linearit"at von
$f$ gleichbedeutend zu
$f(0,g(z))+f(z,0)=b$, und nach Annahme gibt es eben genau
ein $x\in X$ mit $f(0,x)=b-f(z,0)$.
Bezeichnet in Formeln  $\op{in}_X$ die
lineare Einbettung $x\mapsto (0,x)$ von  $X$ nach $Z\times X$, so
haben wir
$g(z)=(f\circ \op{in}_X)^{-1}(b-f(z,0))$. Notieren wir auch noch 
$\op{in}_Z$ die
lineare Einbettung $z\mapsto (z,0)$ von  $Z$ nach $Z\times X$ und 
nehmen der Einfachkeit halber $b=0$ an, so erhalten wir 
$$g=-(f\circ \op{in}_X)^{-1} \circ (f\circ \op{in}_Z)$$ 
Der Satz "uber implizite Funktionen besagt, da"s "ahnliche Aussagen \glqq lokal\grqq\ 
auch allgemeiner f"ur beliebige stetig differenzierbare Abbildungen gelten.
\end{Bemerkungl}

\begin{figure}[p] 
\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/Bildimpl}\\[4mm]
\noindent
Der Schnitt der Niveaufl"ache $\{(z,x)\mid f(z,x)=x^2-z=0\}$ 
mit einem geeigneten Rechteck $C_1\times A_1$ ist der Graph einer
Funktion, eben der entsprechenden impliziten Funktion,
hier der Funktion $g(z)=\sqrt{z}$.
Dieses Beispiel zeigt auch, da"s im Fall von
nicht zusammenh"angendem $C_1$ die implizite Funktion durchaus von der
Wahl von $A_1$ abh"angen kann: Zwei Paare $(C_1,A_1)$ und 
$(C_1,A_1')$ mit demselben\label{BIMPL}  
$C_1$ k"onnen  verschiedene implizite Funktionen $C_1\ra A$ liefern!
Die Tangente an den Graphen unserer impliziten Funktion $g$ schlie"slich
steht in $(c,a)$ senkrecht auf dem Gradienten $(f_z(c,a),f_x(c,a))$,
so da"s auch die Formel f"ur die Tangentensteigung 
$g'(c)= -f_z(c,a)/f_x(c,a)$ anschaulich unmittelbar einleuchtet.
\end{figure}
\begin{Satz}[\textbf{"uber implizite Funktionen}]
Seien $Z,X,Y$ endlichdimensionale reelle R"aume,
$C \co Z$ und $A \co X$  offen\label{SsIF}
und $f: C\times A \ra Y$
stetig differenzierbar. 
Sei eine Stelle $(c,a)\in C\times A$ gegeben derart, da"s 
das Differential $\diff_{(c,a)} f$ von $f$ an dieser Stelle 
 eine Bijektion $$(\diff_{(c,a)} f)\circ \op{in}_{\vec{X}}:
  \vec{X}\sira \vec{Y}$$  
induziert.
So existieren Paare $(C_1,A_1)$
bestehend aus einer offenen Umgebung $C_1\co C$ von $c$ und
einer offenen Umgebung  $A_1\co A$ von $a$
derart, da"s
die  Niveaumenge $\{(z,x)\in C_1\times A_1\mid f(z,x)=f(c,a)\}$  
der Graph einer stetig differenzierbaren
Funktion $g:C_1\ra A_1$ ist.
Jede derart durch die Bedingung
$f(z,g(z))=f(c,a)$ erkl"arte
\emph{\bf implizite  
Funktion}\index{implizit!Funktion}\index{Funktion!implizite} 
$g$ hat dann bei $z\in C_1$ das Differential
$$\diff_z g= -\left(\diff_{(z,g(z))}f \circ \op{in}_{\vec{X}}\right)^{-1}
\circ (\diff_{(z,g(z))} f \circ \op{in}_{\vec{Z}})$$
\end{Satz}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Eindeutigkeit impliziter Funktionen}]
% Wir sagen unter diesen Umst"anden, die Funktion $g$ 
% sei {\bf implizit definiert
% durch die Bedingung $f(z,g(z))=b$} f"ur  $b=f(c,a)$. 
Es kann durchaus verschiedene\label{ZIF} 
Paare $(C_1,A_1)$ und $(C_1',A_1')$
geben, f"ur die die Bedingungen des Satzes erf"ullt sind.
Im Fall von nicht zusammenh"angendem $C_1$
kann  die implizite Funktion auch durchaus von der
Wahl von $A_1$ abh"angen: Zwei Paare $(C_1,A_1)$ und 
$(C_1,A_1')$ mit demselben 
$C_1$ k"onnen also 
durchaus  verschiedene implizite Funktionen $C_1\ra A$ liefern,
wie nebenstehendes Bild illustriert.
  Wir werden jedoch zus"atzlich zeigen, da"s man im Satz eine offene Umgebung
  $C_1\co C$ von $c$ sogar so w"ahlen kann, da"s es (1) f"ur jede darin
  enthaltene \emph{wegzusammenh"angende}
 offene Umgebung $U$ von $c$ genau eine stetige
  Funktion $g:U\ra A$ gibt mit $g(c)=a$ und $f(z,g(z))=f(c,a)$ f"ur alle $z\in
  U$ und da"s (2) die so erkl"arten Funktionen $g:U\ra A$ 
stets stetig differenzierbar sind.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl} Die   Kettenregel  zeigt, da"s die lineare Abbildung
  $(\diff_{(c,a)} f)\circ \op{in}_{\vec{X}}$  auch 
als das Differential bei $a$ der Abbildung 
$x\mapsto f(c,x)$ verstanden
werden kann. Wenn also dies Differential invertierbar ist 
f"ur einen Parameter $c$, so kann \glqq jedes kleine Verwackeln von $c$ zu $z$
eindeutig  durch ein
kleines Verwackeln von $a$ zu $x$ in dem Sinne ausgeglichen werden, da"s 
unter diesem simultanen Wackeln 
der Wert
von $f$ konstant bleibt\grqq.
\end{Bemerkungl}





\begin{Bemerkungl}\label{IFBR}
Wieder gilt der Satz mit demselben Beweis auch f"ur 
 vollst"andige normierte  R"aume, wenn
man zus"atzlich zur Bijektivit"at auch noch die Stetigkeit der 
inversen Abbildung von 
$(\diff_{(c,a)} f)\circ \op{in}_{\vec{X}}:
  \vec{X}\sira \vec{Y}$ fordert
und \glqq stetig differenzierbar\grqq\  im Sinne von \ref{SDi}
interpretiert. Diese Allgemeinheit wird 
sich bei der L"osung gew"ohnlicher Differentialgleichungen \ref{ALAW}
 als  n"utzlich erweisen. 
Der Satz vom offenen Bild \eref{BSU}{AN3} wird sp"ater einmal zeigen,  
da"s unsere zus"atzliche Voraussetzung 
"uberfl"ussig ist, da sie n"amlich automatisch erf"ullt ist, aber 
das soll vorerst weder bewiesen noch verwendet werden.
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}\label{BIMP}
Wir betrachten 
$f(z,x) = x^3 + zx^2 -3$ als eine Schar von Polynomen in $x$ mit Parameter $z$.
F"ur $z =2$ ist $x =1$ eine Nullstelle, $f(2,1) =0$. Wir
wollen nun untersuchen, wie diese Nullstelle \glqq mit dem Parameter $z$ wackelt\grqq,
und wenden dazu  den
Satz "uber implizite Funktionen an.
Die partielle Ableitung nach $x$ ist $f_x = 3x^2 +2zx$,  insbesondere
haben wir
$f_x (2,1) =7 \neq 0$ und  
nach dem Satz "uber implizite Funktionen
 gibt es folglich $\varepsilon > 0$ und $\delta >0$ 
derart, da"s f"ur alle
$z \in (2-\varepsilon, 2+\varepsilon)$ das Polynom 
$f(z,\;)$ genau eine Nullstelle $x = g (z) \in
(1-\delta, 1+\delta)$ hat.
Diese Funktion $g$ ist zwar schwer explizit anzugeben, aber 
der Satz sagt uns, da"s sie in einer Umgebung von
$z=2$ differenzierbar ist, und 
ihre Ableitung
bei $z =2$ kennen wir auch: Wir haben n"amlich 
$f_z =x^2$, $ f_z (2,1) =1$ und folglich
\begin{displaymath}
g^\prime (2) = - f_x (2,1)^{-1} f_z (2,1) = -\frac{1}{7}
\end{displaymath}
Betrachten wir stattdessen $h(z,x)=x^2-z$, so ist f"ur $z=0$ nat"urlich 
$x=0$ eine Nullstelle, aber Entsprechendes gilt keineswegs:
Schieben wir $z$ etwas ins Negative, so hat $h(z,\;)$ "uberhaupt keine 
\begin{figure}[p] 
\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/Bildimq}\\[4mm]
\noindent
Die Graphen von $h(0,\;)$,  $h(-1/2,\;)$ und $h(1/2,\;)$ 
f"ur die Funktion $h(z,x)=x^2-z$ vom Ende des
Beispiels \ref{BIMP}. Hier haben wir anders als sonst $x$ 
in horizontaler Richtung aufgetragen und denken an Nullstellen
der ver"anderten Gleichung statt an Schnitte der Niveaulinie
$h(z,x)=x^2-z=0$ mit verschiedenen horizontalen Geraden.
Dies Bild interpretiert also  diesselbe Formeln
wie das vorhergehende Bild auf Seite \pageref{BIMPL}, 
nur eben in der alternativen Anschauung der 
\glqq Abh"angigkeit der Nullstellen von 
den Parametern\grqq\  und in einem entsprechend an der Hauptdiagonale 
gespiegeltem Koordinatensystem.
\end{figure}
reelle Nullstelle mehr, schieben wir $z$ dahingegen etwas ins Positive,
so werden aus unserer Nullstelle pl"otzlich zwei Nullstellen, wie das
nebenstehende Bild illustriert.
Das zeigt, da"s die Bedingung an die Ableitung auch wirklich notwendig ist.
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}
Ich will den Satz "uber implizite Funktionen
auch noch in Koordinaten angeben.
Seien dazu $C \co \Bbb{R}^{n}$ und $A\co \Bbb{R}^{m}$ offen,
$f: C\times A \ra \Bbb{R}^{m}$
stetig differenzierbar und $z_1,\ldots,z_n,x_1,\ldots,x_m$
unsere \glqq Parameter\grqq\  und \glqq Unbekannten\grqq. So gilt:
\begin{enumerate}
\item
Ist die Matrix
$$\left( \frac{\partial f_{i}}{\partial x_{j}}\right)^{m}_{i,j=1}$$ nicht
ausgeartet an einer Stelle $(c,a)\in C\times A$, so 
existieren Tripel $(C_1,A_1,g)$
bestehend aus einer offenen Umgebung $C_1\co C$ von $c$,
einer offenen Umgebung  $A_1\co A$ 
von $a$ und einer stetig differenzierbaren Funktion 
$g:C_1\ra A_1$ 
derart, da"s
an jeder Stelle $z\in C_1$ der Wert $g(z)$ das einzige $x \in A_1$ ist mit 
$f(z,x)=f(c,a)$. 
\item
Die partiellen
Ableitungen der Komponenten von $g$  werden dann
gegeben durch die Matrix-Gleichung
$$\left(\left.\frac{\partial g_{j}}{\partial z_{k}}\right|_z\right)=
-\left(\left. \frac{\partial f_{i}}{\partial x_{j}}
\right|_{(z,g(z))}\right)^{-1}
\left(\left.\frac{\partial f_{i}}
{\partial z_{k}}\right|_{(z,g(z))}\right)$$
\end{enumerate}
In dieser Sprache ausgedr"uckt kann also ein System von 
$m$ Gleichungen in $m+n$ Unbekannten im
allgemeinen \glqq lokal\grqq\  in der Weise aufgel"ost werden,
da"s wir $n$ der Unbekannten frei w"ahlen und  die
restlichen $m$ Unbekannten dadurch dann 
im Wesentlichen eindeutig festgelegt werden.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
Wir betrachten $f:\DR\times \DR\ra \DR$, $f(z,x)=z^2+x^2$ und $(c,a)=(0,1)$.
Da $\frac{\partial f}{\partial x}$ nicht verschwindet bei $(0,1)$,
sind die Voraussetzungen des Satzes erf"ullt.
Ein m"ogliches Tripel 
best"unde aus $C_1=(-1,1)$,  $A_1=(0,\infty)$ 
und
$g(z)=\sqrt{1-z^2}$. 
Unsere implizite Funktion sucht sich in diesem Fall f"ur jedes 
$z\in (-1,1)$ dasjenige positive $x=g(z)$ aus, f"ur das der
Punkt $(z,x)$ auf dem Einheitskreis liegt.
Die Ableitung dieser 
impliziten Funktion ergibt sich mit unserer Regel 
richtig zu
$$\frac{\partial g}{\partial z}
=-\left(\frac{\partial f}{\partial x}\right)^{-1}
\left(\frac{\partial f}{\partial z}\right)
=-\frac{2z}{2x}=-\frac{z}{\sqrt{1-z^2}}$$
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
Wir betrachten $f: \DR^2\times\DR\ra \DR$, $f(z,w,x)=z^2+w^2+x^2
$ und $(c,a)=(0,0,1)$.
Um Indizes zu vermeiden, haben wir hier die Parameter mit $(z,w)$ statt 
mit $(z_1,z_2)$ bezeichnet.
Da $\frac{\partial f}{\partial x}$ nicht verschwindet bei $(0,0,1)$,
sind die Voraussetzungen des Satzes erf"ullt.
Ein m"ogliches Tripel 
best"unde aus $C_1$ der offenen Einheitskreisscheibe in der
$zw$-Ebene,
 $A_1=(0,\infty)$ 
und
$g(z,w)=\sqrt{1-z^2-w^2}$. Anschaulich w"ahlt unsere implizite Funktion
f"ur jedes 
Paar $(z,w)$ aus der offenen Einheitskreisscheibe
das positive $x$ aus, f"ur das der Punkt $(z,w,x)$ auf
der Einheitssph"are liegt.
\end{Beispiel}

\begin{Beispiel}
Wir betrachten das Gleichungssystem
$$
\begin{array}{lll}
\zeta \xi +\zeta v-\xi u^2&=&1\\[2mm]
\zeta u^3+3\zeta u-uv&=&3
\end{array}
$$
Es ist etwa erf"ullt f"ur $(\zeta ,\xi ,u,v)=(1,1,1,1)$.
Wenn man nun $\zeta $ und $\xi $ ein bi"schen "andert, kann man dann 
stets $u$ und $v$ so anpassen, da"s unser Gleichungssystem
erf"ullt bleibt?
Der Satz "uber implizite Funktionen liefert genau diese Aussage,
man mu"s dazu nur pr"ufen, da"s die $(2\times 2)$-Matrix der 
partiellen Ableitungen der beiden Gleichungen unseres Systems 
nach $u$ und $v$ bei $(1,1,1,1)$ invertierbar ist.
Genauer erh"alt man hier die Matrix
$${\scriptstyle\begin{pmatrix}-2&\;\;1\\\;\;5&-1
\end{pmatrix}}$$
 und damit implizite Funktionen
  $u(\zeta ,\xi )$ und $v(\zeta ,\xi )$, die in einer Umgebung von $(1,1)$ definiert sind
und die dort jeweils den Wert $1$ annehmen. 
Man beachte jedoch die Verschiebung der Notation: Unser $(\zeta ,\xi )$ hier
entspricht im Satz "uber implizite Funktionen dem $z$
und unser $(u,v)$ hier hie"s dort $x$. 
Wie finden wir nun die
partiellen Ableitungen von $u$ und $v$ bei $(\zeta ,\xi )=(1,1)$?
Sicher k"onnen wir unsere abstrakte Formel anwenden, aber dabei
verheddert man sich leicht. Ich ziehe es vor, den Beweis im
Spezialfall zu wiederholen und die 
definierenden Gleichungen partiell abzuleiten. Wir erhalten so 
f"ur die partiellen Ableitungen nach $\zeta $ etwa
$$
\begin{array}{lll}
\xi +v+\zeta v_\zeta -2\xi uu_\zeta &=&0\\[2mm]
u^3+3\zeta u^2u_\zeta   +3u +3\zeta u_\zeta -u_\zeta v-uv_\zeta &=&0
\end{array}
$$
und nach Auswerten bei $(\zeta ,\xi )=(1,1)$ ergibt sich f"ur die Werte unserer
partiellen Ableitungen dort das lineare Gleichungssystem 
$$
\begin{array}{lll}
2+v_\zeta -2u_\zeta &=&0\\[2mm]
4 +5u_\zeta -v_\zeta &=&0
\end{array}
$$
dessen L"osung keine Probleme mehr aufwerfen sollte.
\end{Beispiel}

\begin{proof}[Beweis des Satzes \ref{SsIF} "uber implizite Funktionen]
Wir setzen $f(c,a)=b$ und betrachten die Abbildung
$$\begin{array}{cccl}
F :& C\times A &\ra & \;\;\; Z\times Y\\
&(z,x) & \mapsto & (z , f(z,x) )
\end{array}$$
Ihr Differential bei $(c,a)$  hat im Sinne von \eref{MaDS}{LA1} Block-Gestalt
$$\left(\begin{array}{cc}
\op{id}_{\vec{Z}}&0\\[4mm]
\diff_{(c,a)}f\circ \op{in}_{\vec{Z}}&\diff_{(c,a)}f\circ \op{in}_{\vec{X}}
 \end{array} \right) $$
und ist insbesondere invertierbar.
Nach dem Umkehr\-satz gibt es also offene Umgebungen $C_{1} \subset C$
von $c$ und $A_{1} \subset A$
von $a$ und $P_{1} \co Z\times Y $ von
$(c,b)=F(c,a)$ derart, da"s $F$ einen $\cal{C}^1$-Diffeomorphismus
$$F : C_{1}\times A_1 \sira P_{1}$$
liefert. Die Umkehrabbildung $G= F^{-1} : P_{1} \sira C_{1}\times A_1$
hat dann offensichtlich die Gestalt
$(z,y) \mapsto (z,\tilde{g}(z,y))$ f"ur geeignetes 
$\tilde{g} : P_{1} \ra X$.
Nun ist $f(z,x) =b$ gleichbedeutend zu $F(z,x) = (z,b)$,
und unter den Zusatzannahmen $(z,x)\in C_{1}\times A_1$ und $(z,b)\in P_1$
ist das weiter gleichbedeutend zu $(z,x)=G(z,b)$ alias $x=\tilde{g}(z,b)$.
Verkleinern wir falls n"otig $C_1$
noch weiter
derart, da"s zus"atzlich gilt $ C_1 \times\{b\} \subset P_{1}$,
dann gibt es zu jedem $z \in C_1$ genau ein $x = g(z) \in A_1$ mit
$f(z,x) =b$, n"amlich $g(z) = \tilde{g}(z,b)$. 
Die so definierte 
Funktion $g$ ist stetig differenzierbar nach dem Umkehrsatz.
Ihre Ableitung bei $z\in C_1$ ergibt sich leicht, wenn man die
Definitionsgleichung
$f(z,g(z))=b$ als Abbildung $C_1\ra Y$ auffa"st und auf beiden Seiten 
das Differential an der Stelle $z$ nimmt:
Mit der
Kettenregel folgt n"amlich
$$\diff _{(z,g(z))} f \circ {\op{id} \choose \diff_z g} = 0$$
und zerlegen wir darin   
$\diff _{(z,g(z))} f=(\diff _{(z,g(z))} f \circ 
\op{in}_{\vec{Z}}, \diff _{(z,g(z))} f \circ \op{in}_{\vec{X}})$
als Zeilen-Blockmatrix im Sinne von 
\eref{MaDS}{LA1},
so ergibt sich sofort die behauptete Formel f"ur das Differential.
\end{proof}
\begin{figure}[p] 
\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildIFP}\\[4mm]
\noindent
Die Funktion
$
f: \mathbb R^3 \backslash \langle \op{e}_3 \rangle \rightarrow \mathbb R
$ auf dem Komplement der $z$-Achse 
gegeben durch $ (r \cos \vartheta, r \sin \vartheta, z) \mapsto
\sin (z -\vartheta)
$
f"ur $r > 0$ und $\vartheta$ beliebig hat als Niveaumenge zum Niveau Null
eine Wendeltreppe, die sich um die $z$-Achse $\langle \op{e}_3\rangle$ windet.
Eingezeichnet sind zusammenh"angende 
offene Umgebungen $C_1$ und $C^\prime_1$ 
eines Punkte  $c\in \DR^2$,
die sich durchaus zu \glqq erlaubten\grqq\  Paaren $(C_1, A_1)$ 
und $(C^\prime_1, A^\prime_1)$
erg"anzen lassen, bei denen die zugeh"origen 
impliziten Funktionen jedoch auf $C_1 \cap
C_1^\prime$ nicht "ubereinstimmen.
\end{figure}
  \begin{Bemerkunge}
    Wir zeigen noch unsere Behauptung  \ref{ZIF} und zeigen genauer, 
da"s f"ur $C_1$ wie im vorhergehenden Beweis und $U\co
    C_1$ eine wegzusammenh"angende Umgebung von $c$ die Einschr"ankung der
    bisher betrachteten Funktion $g:C_1\ra A_1$ auch die einzige stetige
    Funktion $\hat{g}:U\ra A$ ist mit $\hat{g}(c)=a$ und $f(z,\hat{g}(z))=b$
    f"ur alle $z\in U$. Sei in der Tat solch ein $\hat{g}$ gegeben.  Die Menge
    der Punkte $z\in U$ mit $\hat{g}(z)=g(z)$ ist nicht leer, da sie $c$
    enth"alt. Sie ist abgeschlossen in $U$ wegen der Stetigkeit beider
    Funktionen. Wenn wir auch noch ihre Offenheit zeigen, sind wir fertig mit
    \ref{WZTT}.  
Wegen der
    Stetigkeit nimmt $\hat{g}$ in einer Umgebung von $c$ nur Werte aus $A_1$
    an, in dieser Umgebung von $c$ mu"s also $\hat{g}$ mit $g$
    "ubereinstimmen. Dieselbe Argumentation greift nun aber f"ur jeden Punkt
    $z\in U$ mit $\hat{g}(z)=g(z)$, denn alles bereits Gesagte gilt genauso
    f"ur $(z,g(z))$ wie f"ur $(c,a)$.
  \end{Bemerkunge}

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}\label{ReKo}
Gegeben eine
einfache Nullstelle
eines reellen oder komplexen Polynoms  wird bei  hinreichend kleinem
Wackeln an den Koeffizienten des Polynoms sich auch unsere
Nullstelle nur ein bi"schen bewegen und differenzierbar, im
komplexen Fall sogar  komplex differenzierbar von
besagten Koeffizienten abh"angen. Man formuliere diese Aussage
pr"azise und beweise sie.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Man zeige, da"s es keine stetig differenzierbare bijektive Abbildung
$\DR^2\sira \DR$ geben kann.
\end{Ubung}






