%\section{Umkehrsatz und Anwendungen}
\subsection{Die Transformationsformel}
\begin{Definition}
Seien $X$ ein topologischer  Raum und
$f:X\ra V$ eine Abbildung in einen Vektorraum
oder allgemeiner eine abelsche Gruppe.\label{Trae}  
Der {\bf Tr"ager}\index{Tr"ager!einer Funktion} $\op{supp} f$
von $f$ (f"ur englisch und franz"osisch \defind{support}) 
ist die kleinste abgeschlossene Teilmenge von
$X$, au"serhalb derer die Funktion verschwindet, in Formeln $$\op{supp}
f=\overline{f^{-1}(V \backslash 0 )}$$ 
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Diese Definition mu"s kleinlich genau genommen werden. Ist zum Beispiel
$X=(0,1)$ ein offenes Intervall und $f$ die konstante Funktion $1$,
so hat $f$  nicht kompakten Tr"ager, 
denn $\op{supp} f=X$ ist nicht kompakt.  
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Fortsetzung durch Null}]
Gegeben eine offene Teilmenge eines
metrischen Raums $U\co X$ 
und 
eine stetige Funktion $f:U\ra \DR$ mit kompaktem Tr"ager $\op{supp}f$ 
ist die  Fortsetzung durch Null eine stetige
Funktion $\tilde f:X\ra \DR$. In der Tat ist $\op{supp}f$ als Kompaktum auch
abgeschlossen in $X$ nach \eref{kba}{ANA1}. Folglich ist 
$X=U\cup(X\backslash \op{supp}f)$ eine offene "Uberdeckung von $X$. 
Da $\tilde f$ auf\label{SFDN} 
diesen  beiden 
offenen Mengen stetig ist, mu"s es nach \eref{aff}{ANA1}
 auf ganz $X$ stetig sein. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Bild} 
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildUQS}\\[4mm]
\noindent 
Illustration zur Definition des Integrals stetiger Funktionen mit
kompaktem Tr"ager \ref{DISKd}. %\ref{DISKc} 
Man pr"uft ohne Schwierigkeiten,
da"s die Wahl des kompakten Quaders hier keine Rolle spielt, solange er nur
den Tr"ager unserer Funktion umfa"st. Im Bild kommen 
unter vielen anderen etwa die beiden Quader $Q$ und $Q'$ in Frage.
\end{Bild}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Integration "uber allgemeine Quader}]
Gegeben ein nichtleerer Quader $H\subset \DR^n$ und eine stetige Funktion 
$f:H\ra\DR$ mit kompaktem  Tr"ager\label{DISKd} 
gibt  es offensichtlich kompakte Quader $Q\subset H$  mit 
$\op{supp}f\subset Q$. Offensichtlich  gilt weiter 
f"ur je zwei derartige kompakte
Quader $Q,R$ die Gleichheit
$\int_Q f=\int_R f$. Diese reelle Zahl\index{Integral!"uber Quader}  
nennen wir das {\bf Integral von $f$ "uber der Quader $H$} und notieren
sie $$\int _H f=\int_H f(x_1,\ldots,x_n)\diff x_1\ldots\diff x_n$$
\end{Bemerkungl}


\begin{Definition}\label{DISK}
Gegeben $U\co \DR^n$ eine offene Teilmenge 
und $f:U\ra\Bbb{R}$
eine stetige Funktion  mit kompaktem Tr"ager
 definieren wir  
das {\bf Integral  $\int_U f$ von $f$ "uber $U$}, indem
wir $f$ durch Null zu einer stetigen Funktion mit kompaktem Tr"ager auf
$\DR^n$ fortsetzen und diese Fortsetzung 
im Sinne von \ref{DISKd} integrieren "uber ganz $\DR^n$.
F"ur unser Integral vereinbaren wir die Notationen  $$\int_U f
=\int_U f(x_1,\dots,x_n)\diff x_1\ldots\diff x_n=
\int_U f(x)\diff^n x,
$$ 
Im Fall $n=0$ interpretieren wir unsere Formel dahingehend,
 da"s das Integral einfach der
einzige Funktionswert der zu integrierenden Funktion ist.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Das so definierte 
Integral ist offensichtlich linear, $\int f+g = \int f+ \int
g$ und $\int \lambda f= \lambda \int f$ 
f"ur $\lambda \in \Bbb{R}$, und monoton,
als da hei"st $f\leq g \Rightarrow \int f\leq \int g$.
Insbesondere folgt wie im Fall einer Ver"anderlichen $|\int f|
\leq\int |f|$.  
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkunge}[\textbf{Verallgemeinerungen}]
  In derselben Weise  erkl"art man auch den Tr"ager 
f"ur vektorwertige Funktionen oder, noch allgemeiner, f"ur Funktionen mit
Werten
in einer beliebigen Gruppe, und  
 in Fortf"uhrung von \ref{VVQ} erkl"art man f"ur jede 
stetige Abbildung mit kompaktem Tr"ager von $\DR^n$  
in einen endlichdimensionalen reellen Vektorraum
ihr Integral, einen Vektor aus besagtem Vektorraum.
Auch die folgende Transformationsformel  "ubertr"agt sich unmittelbar 
auf den Fall vektorwertiger Funktionen.
\end{Bemerkunge}


\begin{Satz}[\textbf{Transformationsformel}]\index{Transformationsformel!bei kompaktem Tr"ager}
Seien $U,V \co \Bbb{R}^{n}$ offene Teilmengen und
$\phi : U \sira V$ ein ${\cal{C}}^{1}$-Diffeo\-mor\-phismus.\label{TF} 
Bezeichne  $|\! \det \diff \phi |$ die Abbildung $U\ra\DR$,
$p\mapsto |\! \det \diff_p \phi |$.
So gilt f"ur jede stetige Funktion $f: V \ra \Bbb{R}$   mit
kompaktem Tr"ager 
$$\int_V f = \int_U (f \circ \phi ) \; |\! \det \diff \phi |$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungw}
Im Rahmen der Entwicklung der Lebesgue'schen Integrationstheorie 
folgern wir in \eref{TFL}{AN3} 
eine weitgehende Verallgemeinerung dieses Satzes.
Eine etwas bescheidenere aber f"ur explizite Rechnungen 
schon ganz brauchbare Verallgemeinerung liefern die S"atze des
folgenden Abschnitts.
\end{Bemerkungw}
\begin{Bild} 
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildTraF}\\[4mm]
\noindent 
Illustration zur Transformationsformel, insbesondere zu
Beispiel \ref{BTR}. Das Integral einer
Funktion $f$ "uber das rechte Kuchenst"uck 
kann angen"ahert werden, indem wir 
die angedeutete  Unterteilung 
des Integrationsbereichs  betrachten, in jedem
 der unterteilenden St"ucke den Funktionswert an einer Stelle
mit der Fl"ache des entsprechenden St"ucks multiplizieren, und 
diese Produkte aufsummieren.
Unter der Polarkoordinatenabbildung $P$ entspricht nun
die Unterteilung unseres Kuchenst"ucks einer Unterteilung 
unseres Quadrats, und die Fl"ache des Bildes eines Unterquadrats 
ist in etwa der Betrag der Funktionaldeterminante $|{\op{det}}P|$
an einer Stelle unseres Unterquadrats multipliziert mit der 
Fl"ache besagten Unterquadrats. So w"are etwa die Fl"ache
des schraffierten Teils im Kuchenst"uck rechts etwas weniger als
 halb so gro"s wie
die Fl"ache des schraffierten Unterquadrats links, und $|{\op{det}}P|=r$
nimmt auf unserem Unterquadrat Werte zwischen $1/4$ und $1/2$ an.
Es wir also in etwa dasselbe herauskommen, wenn wir von der Funktion
$(f\circ P)|{\op{det}}P|$ auf unserem Quadrat in jedem
 der Unterquadrate den Funktionswert an einer Stelle
mit der Fl"ache des entsprechenden Unterquadrats multiplizieren, und 
diese Produkte aufsummieren. Im Grenz"ubergang f"ur immer feinere Unterteilungen
kommt dann sogar nicht nur in etwa, sondern ganz genau dasselbe heraus. Das 
ist die anschauliche Bedeutung der Transformationsformel.
\end{Bild}
\begin{Beispiele}
  Ist $\phi:\DR^n\ra\DR^n$ eine abstandserhaltende Abbildung,
also nach \eref{KrIa}{LA2} die Verkn"upfung einer orthogonalen Abbildung 
mit einer Translation, so liefert die 
Transformationsformel  f"ur jede stetige Funktion mit kompaktem
Tr"ager $f:\DR^n\ra\DR$ die Identit"at $\int f=\int f\circ \phi$. 
Ist $\phi:\DR^2\ra\DR^2$ die Streckung um den Faktor $2$, 
so liefert die 
Transformationsformel die Identit"at $\int f=4 \int f\circ \phi$. Beide 
Aussagen sollten auch anschaulich unmittelbar einleuchten.
\end{Beispiele}


\begin{Beispiel}\label{BTR}
Wir betrachten die Polarkoordinatenabbildung
\begin{displaymath}
\begin{array}{cccl}
P :& \Bbb{R}_{>0} \times (-\pi,\pi) 
& \overset{\sim}{\rightarrow} & \Bbb{R}^2 \backslash
\text{(abgeschlossene negative  $x$-Achse)}\\
&(r\; , \; \vartheta)^\top & 
\mapsto & (r \cos \vartheta, r \sin \vartheta)^\top
\end{array}
\end{displaymath}
wobei  verwirrender Weise die Klammern $(\;,\;)$ 
einmal ein offenes Intervall und dann wieder Elemente kartesischer
Produkte andeuten, die wir anschlie"send noch zu Spaltenvektoren transponieren.
Das Differential der
Polarkoordinatenabbildung
wird gegeben durch die Jacobi-Matrix
\begin{displaymath}
\diff P = {\cos \vartheta \; - r \sin \vartheta \choose
\sin \vartheta \;\;\;\;\;  r \cos \vartheta}
\end{displaymath}
mit der Determinante $\op{det} \diff P =r$. Beim Bilden des Betrags
"andert sich nichts, und wir erhalten
\begin{displaymath}
\int_{V} f (x,y) \diff x \diff y = \int_{P^{-1}(V)} 
f (P(r,\vartheta))\; r
\diff r \diff \vartheta
\end{displaymath}
f"ur stetige Funktionen 
auf $\DR^2$ mit kompaktem Tr"ager, der dar"uber hinaus 
nicht die abgeschlossene negative  $x$-Achse treffen darf.
Oft schreibt man  kurz $f(r,\vartheta)$ statt
$f (P (r,\vartheta))$ in der Erwartung, da"s schon aus der blo"sen 
Bezeichnung der
Variablen klar wird,  was  gemeint ist.
So ergibt sich dann eine Formel f"ur die Transformation eines Integrals auf
Polarkoordinaten, die man als $$\diff x \diff y 
= r \diff r \diff \vartheta$$ abk"urzen mag.
Leider erhalten wir besagte Formel vorerst nur 
f"ur sehr spezielle Funktionen.
In der Praxis ist deshalb unser Satz so kaum anwendbar.
F"ur die Praxis  brauchbare Varianten formulieren und zeigen wir in
\ref{PoLK} und 
\eref{TFL}{AN3}.
\end{Beispiel}


\begin{Bemerkungl}\label{AnDe}
Man nennt $\det \diff \phi$ die 
{\bf Funktionaldeterminante}\index{Funktionaldeterminante}
{\bf von} $\phi$.
Wir verallgemeinern die Transformationsformel
in \eref{TFL}{AN3} auf  beliebige
\glqq integrierbare\grqq\  Funktionen $f$.
Bevor wir die hier gegebene Version beweisen, wollen wir versuchen,
sie mit Anschauung zu f"ullen. Wir beschr"anken uns dazu
auf den Fall $n=2$. Zun"achst ist
hoffentlich anschaulich klar,  da"s es f"ur jede lineare Abbildung
$L:\DR^2\ra\DR^2$ eine reelle Konstante $c(L)\geq 0$ gibt derart, da"s \glqq das
Bild unter $L$ eines Fl"achenst"ucks $U$ der Fl"ache $\op{vol}(U)$ 
die Fl"ache $\op{vol}(LU)=c(L)\op{vol}(U)$
hat\grqq. Unsere
Transformationsformel enth"alt nun, wenn man sie 
ohne R"ucksicht auf die Bedingungen des Satzes mutig  auf 
die konstante Funktion $f=1$ auf $U$ anwendet und $\phi =L$ linear annimmt, 
die Erkenntnis $$c(L)=|\!
\det L|$$ Das sieht man auch anschaulich leicht ein: Zun"achst sollte
anschaulich klar sein,  da"s \glqq eine Scherung die Fl"ache nicht "andert\grqq\  und
\glqq die Streckung einer Achse die Fl"ache genau durch Multiplikation mit dem
Betrag des Streckfaktors "andert\grqq, so da"s also unsere Erkenntnis
anschaulich klar ist f"ur lineare Abbildungen $L$ mit  Matrizen der Gestalt
$$\left(\begin{array}{cc} 1 &a\\ 0 & 1 \end{array} \right), \;
\left(\begin{array}{cc} a &0\\ 0 & 1
\end{array} \right), \;
\left(\begin{array}{cc} 1 &0\\ 0 & a
\end{array} \right), \;
\left(\begin{array}{cc} 1 &0\\ a & 1
\end{array} \right)$$
Anschaulich klar ist weiter $c(L\circ M)=c(L)c(M)$ und nach der
Multiplikationsformel f"ur Determinanten haben wir auch $|\! \det L\circ M|=
|\! \det L|\;|\! \det M|$.
So rechtfertigen wir dann unsere Erkenntnis $c(L)=|\! \det L|$ im
allgemeinen. Mehr dazu mag man in \eref{AnDet}{LA1} nachlesen.
Das Integral von $f$ erhalten wir nun im
Grenzwert, wenn wir $V$ in lauter kleine Fl"achenst"ucke $V_i$ zerlegen und
die Produkte der Fl"achen dieser Fl"achenst"ucke mit einem Funktionswert an
einem Punkt $y_i\in V_i$  des jeweiligen Fl"achenst"uck
aufsummieren, in Formeln
$$\int_V f\simeq \sum f(y_i)\op{vol}(V_i)$$
Wir betrachten nun die Urbilder $x_i=\phi ^{-1}(y_i)$
unserer Punkte $y_i$ und die
Zerlegung  von $U$ durch die Urbilder
$U_i=\phi ^{-1}(V_i)$ unserer kleinen Fl"achenst"ucke $V_i$.
Bei $x_i$ wird $\phi $ bis
auf Verschiebung gut approximiert durch $\diff_{x_i}\phi $, deshalb haben die
Bilder $\phi (U_i)=V_i$ dieser Fl"achenst"ucke $U_i$ in etwa die Fl"ache
$\op{vol}(V_i)\simeq |\!\det\diff_{x_i}\phi |\op{vol}(U_i)$ und wir folgern
$$\int_V f\simeq \sum f(y_i)\op{vol}(V_i)
\simeq \sum (f\circ \phi )(x_i)\;|\!\det\diff_{x_i}\phi |\op{vol}(U_i)
\simeq \int_U (f \circ \phi ) \; |\! \det \diff \phi |$$
Das beendet unsere anschauliche aber doch recht vage Argumentation
und wir kommen nach einem Beispiel zum eigentlichen Beweis.
\end{Bemerkungl}


\begin{proof}[Beweis]
Wir zeigen den Satz durch vollst"andige Induktion "uber $n$.
Der Fall $n=0$ ist unproblematisch und wir behandeln gleich 
den Fall $n=1$.
In diesem Fall kann $U$  nach \eref{VMi}{AN1} als disjunkte Vereinigung
von offenen Intervallen $U_i$ geschrieben werden, und deren Bilder
in $V$ sind wieder Intervalle nach dem Zwischenwertsatz und offen 
etwa nach
\ref{CEOo}.%  angewandt auf $\phi ^{-1}:V\sira U$ und \ref{ROf}.
Unsere Funktion $f$ verschwindet au"serhalb von endlich vielen der
$\phi (U_i)$ nach \eref{KO}{AN1} und wir k"onnen folglich ohne Beschr"ankung der 
Allgemeinheit annehmen, da"s $U$ und $V$ bereits offene Intervalle sind.
Wir finden dann sicher ein echtes kompaktes Intervall 
$[c,d]\subset V$, das 
den Tr"ager von $f$ umfa"st. Die Substitutionsregel \eref{IdS}{AN1} liefert nun
$$\int_c^d f(y)\diff y=\int_a^b f(\phi (x))\phi '(x)\diff x$$
f"ur die $a,b\in U$ mit  $\phi (a)=c$ bzw.\ $\phi (b)=d$. 
Da $\phi $ ein $\cal{C}^1$-Diffeomorphismus sein soll, ist $\phi '$ stetig mit
 $\phi '\neq 0$
auf $U$ und wir folgern, da"s auf $U$ entweder 
gilt $\phi '>0$ oder aber $\phi '<0$. 
Im ersten Fall haben wir $a<b$ und unsere Transformationsformel steht bereits 
 da.
Im zweiten Fall haben wir $a>b$ und $|\phi '|=-\phi '$ und 
$$\int_U (f\circ \phi )  \; |\! \det \diff \phi |
= \int_b^a f(\phi (x))|\phi '(x)|\diff x 
=\int_a^b f(\phi (x))\phi '(x)\diff x$$
und  sind wieder fertig. Damit ist
der Fall $n=1$  erledigt.
Nehmen wir nun also an, wir h"atten $n\geq 2$ und 
der Satz sei f"ur Integration im $\Bbb{R}^{n-1}$
schon bewiesen. Wir gehen dann in mehreren Schritten vor.
\\[2mm]\noindent
1.
 L"a"st $\phi $ die erste Koordinate unver"andert, in Formeln
$\phi _1(x_1,\ldots,x_n)=x_1$,
  so folgt unsere
  Transformationsformel aus der Induktionsvoraussetzung. In der Tat, betrachten
wir die  Schnitte $U_c= U
  \cap \{x_{1}=c\}$ und $V_c= V
  \cap \{x_{1}=c\}$ unserer offenen Mengen mit der Hyperebene
$x_{1}=c$, so induziert unsere Abbildung $\phi $
  f"ur jedes feste $c$ Diffeomorphismen
\begin{Bild} 
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildUcVc}\\[4mm]
\noindent Illustration zum Beweis der Transformationsformel.
\end{Bild}
  $\phi _{c} : U_c
  \sira V_c
  $ und es gilt
  $$|\det \diff _{(x_{2}, \ldots, x_{n})} \phi _{c} | = | \det
  \diff _{(c,x_{2},\ldots, x_{n})} \phi  |$$ F"ur
$f_{c}:V_c\ra\DR$ gegeben durch 
  $f_{c}(x_{2},\ldots, x_{n})=f(c,x_{2},\ldots, x_{n})$ erhalten wir also 
nach der
  Induktionsvoraussetzung
  $$\begin{array}{ccl}
    \int f_{c} &= &\int (f_{c}\circ \phi _{c}) \; |\! \det \diff \phi _{c}|
  \\[2mm]
   &= & \int (f\circ \phi ) (c,x_{2},\ldots, x_{n}) 
\;|\! \det \diff _{(c,x_{2},\ldots, x_{n})} \phi 

   |
  \end{array}$$
  Integrieren wir diese Gleichung "uber alle $c$, so ergibt sich
  die Transformationsformel f"ur die Koordinatentransformation $\phi $.
\\[2mm]\noindent
2.
 Sind
  $W \overset{\psi }{\ra} U \overset{\phi }{\ra} V$
  zwei ${\cal{C}}^{1}$-Diffeomorphismen zwischen offenen Teilmengen des
  $\Bbb{R}^{n}$, und gilt unsere Transformationsformel f"ur $\phi $ und
  $\psi $, so gilt sie auch f"ur $\phi \circ \psi $. In der Tat erhalten wir
  $$
  \begin{array}{ccl}
   \int f &=& \int (f\circ \phi ) \;|\!\det \diff \phi  |\\
   &= & \int (f\circ \phi \circ \psi ) 
(|\!\det \diff \phi |\circ \psi ) \;|\!\det
   \diff \psi |\\
   &=&\int (f\circ \phi \circ \psi ) \;|\!\det \diff\; (\phi \circ \psi )|
  \end{array}$$
Hier gilt  die erste Zeile nach der Transformationsformel f"ur $\phi $
  angewandt auf die Funktion $f$, die zweite nach der
  Transformationsformel f"ur $\psi $ angewandt auf die Funktion
  $(f\circ \phi )  |\det \diff \phi |$, und die dritte nach der
  Kettenregel
  $$\diff _p (\phi  \circ \psi  )= \diff _{\psi (p)} \phi  \circ \diff _p \psi 
  $$ f"ur $p\in W$ und der Multiplikationsformel
 $\det(AB)=(\det A)( \det B)$ f"ur Determinanten. 
\\[2mm]\noindent
3.
  F"ur $\phi $ eine Vertauschung der Koordinaten gilt unsere Formel.
  In der Tat ist so ein $\phi $ ja linear mit $|\!\det \diff \phi |=1$,
  und wir wissen schon nach \ref{VI}, da"s es bei Mehrfachintegralen nicht
  auf die Reihenfolge ankommt.
\\[2mm]\noindent
4.
 Ist eine Komponente von $\phi $ eine Koordinate auf $U$, haben wir 
also in Formeln 
$\phi _{i}(x_{1}, \ldots, x_{n})=x_{j}$ f"ur geeignete $i$ und $j$,
  so gilt unsere Formel. In der Tat finden wir eine Darstellung
  $\phi = \psi \circ \tilde{\phi } \circ \tilde{\psi }$ derart, 
da"s $\tilde{\phi }$ die erste
  Koordinate unver"andert l"a"st und $\psi ,\tilde{\psi }$
  Koordinatenvertauschungen sind. F"ur $\tilde{\phi }$ gilt dann unser
  Satz nach Schritt 1, f"ur $\psi $ und $\tilde{\psi }$ nach Schritt 3,
  und dann gilt er auch f"ur $\phi $ nach Schritt 2.
\\[2mm]\noindent
5. Jeder Punkt $p\in U$ besitzt eine offene Umgebung $U_{p}$
  derart, da"s unsere Transformationsformel gilt f"ur die
  Restriktion von $\phi $ auf $U_{p}$. In der Tat finden wir zun"achst
 ein $i$ derart, da"s gilt $\frac{\partial \phi _{i}}{\partial x_{1}} (p)
\neq 0$, und dann gibt es nach dem Umkehrsatz eine offene Umgebung
$U_{p}$ von $p$ derart, da"s die Abbildung
$$\begin{array}{cccl}
\psi  :& U &\ra &\Bbb{R}^{n}\\
&(x_{1},\ldots, x_{n}) &\mapsto &(\phi _{i}(x_{1},\ldots, x_{n}) , x_{2}
,\ldots, x_{n})
\end{array}$$
einen ${\cal{C}}^{1}$-Diffeomorphismus von $U_{p}$ auf eine offene
Teilmenge $\psi  (U_{p})= W_{p}\subset\Bbb{R}^{n}$ induziert.
Wir bezeichnen das Bild von $U_{p}$ unter $\phi $ mit $\phi (U_{p})=V_{p}$ und
erhalten ein kommutatives Diagramm von ${\cal{C}}^{1}$-Diffeomorphismen
\begin{displaymath}
\xymatrix{
U_p \ar[rr]^{\psi }\ar[dr]_\phi & & W_p \ar[dl]^{\phi \psi ^{-1}}\\
&V_p&
}
\end{displaymath}
wobei die $i$-te Komponente der Abbildung $\phi \psi ^{-1}$ gerade
die erste Koordinate ist, in Formeln
$$(\phi \psi ^{-1})_{i} \;(y_{1},\ldots ,y_{n})=y_{1}$$
F"ur beide Abbildungen $\psi $ und $(\phi \psi ^{-1})$ 
gilt also nach Schritt 4 unsere
Transformationsformel, mithin gilt sie nach Schritt 2 auch f"ur
ihre Verkn"upfung, als da hei"st f"ur die Restriktion
$\phi : U_{p}\sira V_{p}$ von $\phi $ auf $U_{p}$.
Hier ist im "ubrigen die Stelle im Beweis, die uns daran hindert,
unsere Induktion mit dem Trivialfall $n=0$ zu starten: Im Fall $n=1$
k"onnen wir n"amlich Schritt 4 auf $\psi$ nicht anwenden, da 
in diesem Fall keine
Komponente von $\psi$ eine Koordinate w"are.
\\[2mm]\noindent
6.
Wir behandeln nun den allgemeinen Fall.
Sei $f: V \ra \Bbb{R}$ eine stetige Funktion
mit kompaktem Tr"ager $\op{supp} f \subset V$. F"ur $p\in U$ w"ahlen
$U_p$ wie in Schritt 5 und setzen
wieder $V_{p} = \phi (U_{p})$. Da $\op{supp} f$ kompakt ist,
finden wir nach \eref{KO}{AN1} eine
endliche Teilmenge $E\subset U$ mit $\op{supp} f \subset \bigcup_{p\in E}
V_{p}$.
Jetzt benutzen das 
im Anschlu"s formulierte und bewiesene 
 technische Lemma \ref{TEL},
w"ahlen wir f"ur unsere endliche "Uberdeckung
von $\op{supp} f=K$ durch die $V_p$ mit $p\in E$ eine angepa"ste
Teilung der Eins $\al_p$  und schreiben
$$f= \sum_{p\in E} \al_p f$$
Die  Summanden $\al_p f$ sind dann stetig
mit kompaktem in $V_{p}$ enthaltenem Tr"ager.
Nach der Wahl der $V_{p}$ haben wir nun 
 $\int \al_p f=\int ((\al_p f)\circ \phi )\;|\!\det \diff \phi |$ f"ur alle
$p\in E$, und addieren wir diese Gleichungen, so ergibt sich wie gew"unscht
\begin{equation*}
\int f=\int (f\circ \phi )\;|\!\det\diff \phi |\qedhere
\end{equation*}
\end{proof}
\begin{Lemma}[\textbf{Teilung der Eins}]% Manche Verweise sollten auf {TELe} Tietze.
Ist 
$K \subset \DR^n$ kompakt und sind $V_{1},\ldots $, $ V_{r}
\co \DR^n$ offen mit $K \subset \bigcup V_{i}$,
so gibt es stetige Funktionen $\al_{i} : \DR^n \ra [0,1]$\label{TEL} 
mit kompaktem, jeweils  in $V_{i}$ enthaltenen Tr"ager derart, da"s gilt
$$\sum^{r}_{i=1} \al_{i} (x) =1 \quad \forall x \in K$$
\end{Lemma}



\begin{Bild} 
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildTeiE}\\[4mm]
\noindent 
Illustration einer Teilung der Eins im Fall einer "Uberdeckung
eines kompakten Intervalls $K\subset \DR$ durch zwei offene
Teilmengen.
\end{Bild}
\begin{Bild} 
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildTeiB}\\[4mm]
\noindent 
Illustration einiger Mengen, die bei unserer 
Konstruktion einer Teilung der Eins eine Rolle spielen,
im Fall einer "Uberdeckung
eines kompakten Quaders $K\subset \DR^2$ durch zwei offene
Teilmengen.
\end{Bild}


  \begin{Bemerkungl}
    Eine derartige Familie von Funktionen $\al_i$ hei"st eine an die
    gegebene "Uberdeckung von $K$ angepa"ste {\bf Teilung der
      Eins}\index{Teilung der Eins}.
  \end{Bemerkungl}



\begin{proof}[Beweis]
Wir w"ahlen  f"ur jedes $x \in K$ ein $j=j(x)$ mit $x \in V_{j}$
und eine  stetige Funktion $\varphi_{x} : \DR^n \ra [
0,\infty)$ mit kompaktem, in $V_{j}$ enthaltenem Tr"ager, die bei $x$ nicht
verschwindet, in Formeln $\varphi_{x} (x) > 0$.
Die $N_{x} \pdef \varphi^{-1}_{x} (\DR_{> 0})$ sind nat"urlich
offen in $\Bbb{R}^{n}$ und "uberdecken $K$ und wir
haben $\overline{N}_x\subset V_{j(x)}$. 
Da $K$ kompakt ist, finden wir $E
\subset K$ endlich mit $K \subset \bigcup_{x \in E} N_{x}$.
Dann bilden wir
$$ \psi = \sum_{x\in E} \varphi_{x}$$
Diese Funktion ist stetig auf ganz $\DR^n$, 
nimmt auf $N = \bigcup_{x \in E} N_{x}$ 
positive Werte an, und verschwindet au"serhalb von $N$.
Nun betrachten wir f"ur jedes $x \in E$ auf der offenen Menge $N$
die stetige Funktion $\psi_{x} = \varphi_{x}/\psi$.
Nat"urlich  gilt $\sum_{x \in E}
\psi_{x} (z) =1$ nicht nur f"ur alle $z \in K$, sondern sogar f"ur
alle $z \in N$, und 
$\psi_{x}$ verschwindet au"serhalb von $N_x$.
Als n"achstes konstruieren wir eine  stetige Funktion $\beta :\Bbb{R}^{n}
\ra [0,1]$, die auf $K$ konstant Eins ist und deren Tr"ager in
$N$ enthalten ist.
Ist zum Beispiel $m$ das Minimum von $\psi$ auf $K$, so erhalten
wir ein m"ogliches $\beta$, indem wir setzen $\beta = h \circ \psi$ f"ur
$h : \Bbb{R} \ra \Bbb{R}$ eine stetige Funktion 
mit $h|_{[ m,\infty)} =1$ und
$h|_{( -\infty, m/2]} =0$. 
Dann bilden wir schlie"slich
$$\al_{i} = \sum_{j(x)=i} \beta\psi_{x}$$
Diese Funktionen sind zwar a priori nur auf
$N$ definiert, 
aber da $\DR^n$ durch $N$ und das Komplement des Tr"agers von
$\beta$ "uberdeckt wird, lassen sie sich 
 stetig durch Null auf ganz $\DR^n$ fortsetzen,
und diese Fortsetzungen haben dann offensichtlich die 
gew"unschten Eigenschaften.
\end{proof}



\begin{Bemerkunge}[\textbf{Glatte Teilung der Eins}]
  Im vorherigen Lemma k"onnen die Funktionen $\alpha_i$ sogar glatt, 
als da hei"st beliebig gemischt partiell 
differenzierbar gew"ahlt werden.\label{TELg}  
Um das zu sehen, sind nur wenige Zusatz"uberlegungen von N"oten.
Aus \eref{e1x}{AN1} kennen wir ja eine glatte Funktion $f: \DR\ra\DR$, die auf der 
negativen Halbgeraden verschwindet und auf der echt positiven 
Halbgeraden positiv ist.
Dann ist das Produkt $f(t)f(1-t)$ eine von Null verschiedene
nichtnegative glatte Funktion mit kompaktem Tr"ager
auf $\DR$. 
Man erh"alt von Null verschiedene
nichtnegative glatte Funktionen mit kompaktem Tr"ager
auf $\DR^n$, indem man  von Null verschiedene
nichtnegative glatte Funktionen mit kompaktem Tr"ager
in den einzelnen Koordinaten nimmt und das Produkt bildet.
So sehen wir, da"s die 
 $\varphi_{x}$ im vorhergehenden Beweis sogar glatt gew"ahlt werden k"onnen. 
Damit sind dann auch
$ \psi $ und die $\psi_{x}$ glatt. 
W"ahlen wir zus"atzlich die  Funktion $h$ glatt,
bis auf Reskalierung k"onnte man f"ur $h$ etwa 
das Integral einer von Null verschiedenen
nichtnegativen  glatten Funktion mit kompaktem Tr"ager nehmen, 
so liefert die Konstruktion aus dem vorhergehenden Beweis
sogar eine  glatte Teilung der Eins.
\end{Bemerkunge}

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}\label{TKKo}
Man zeige, da"s die Funktionaldeterminante der 
Kugelkoordinatenabbildung $K$ aus \ref{KuKo} gegeben wird durch 
$\op{det}\diff K=r^2\sin \vartheta$. Salopp gesprochen 
transformieren sich also Volumenintegrale in Kugelkoordinaten 
vermittels der Regel $$\diff x\diff y\diff z
=r^2\sin \vartheta \;\diff r\diff\varphi\diff\vartheta$$
\end{Ubung}








