

\section{Oberfl"ache und Volumen}

\subsection{"Uberdeckungen kompakter metrischer R"aume}
\begin{figure}[htbp]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildUb}
\end{minipage}\hfill
\begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
  Eine "Uberdeckung eines Quadrats durch vier Kreisscheiben
\end{minipage}
\end{figure}
\begin{Definition}
Eine \defind{"Uberdeckung} einer Menge $X$
ist ein System $\cal{U}\subset\cal{P}(X)$ 
von Teilmengen  mit Vereinigung
$X=\bigcup_{U\in\cal{U}} U$.  Unter einer \defind{Teil"uberdeckung} einer
"Uberdeckung $\cal{U}$ versteht man ein
Teilsystem $\cal{V}\subset \cal{U}$,  das auch selbst bereits
eine "Uberdeckung  ist.
\end{Definition}
\begin{Definition}
Eine {\bf offene "Uberdeckung}\index{offene "Uberdeckung}  
eines
topologischen Raums ist eine "Uberdeckung,
die aus offenen Teilmengen besteht.
\end{Definition}
\begin{Definition}
% \eref{DeKom}{ML}: 
Ein topologischer Raum hei"st 
{\bf kompakt}\index{kompakt!topologischer Raum}
und manchmal ausf"uhrlicher
{\bf "uberdeckungskompakt},\index{"uberdeckungskompakt}
 wenn jede offene "Uberdeckung unseres Raums\label{koTO} 
eine endliche Teil"uberdeckung besitzt.
\end{Definition}
 \begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}]
Nennen wir einen topologischen Raum kompakt, so meinen wir
a priori "uberdeckungskompakt. 
Hausdorffr"aume mit der Eigenschaft, 
da"s jede
Folge eine konvergente Teilfolge besitzt, hei"sen 
dahingegen \defind{folgenkompakt}.\label{foKO}  
In der franz"osischen Literatur ist eine abweichende Terminologie
"ublich, in der unsere "uberdeckungskompakten  topologischen R"aume 
\glqq quasikompakt\grqq\  genannt werden\index{quasikompakt} und in der
diejenigen R"aume \glqq kompakt\grqq\ 
hei"sen, die wir \glqq "uberdeckungskompakt
und 
Hausdorff\grqq\ nennen. 
 \end{Bemerkungl}


 


\begin{Satz}[\textbf{Kompaktheit und offene Mengen}]
Ein metrischer Raum ist folgenkompakt genau
dann, wenn\label{KO}
er "uberdeckungskompakt ist.
\end{Satz}


\begin{Bemerkungw}
Beispiele f"ur einen
  folgenkompakten aber nicht "uberdeckungskompakten Hausdorffraum finden Sie in
  \eref{GFKl}{TM} oder \eref{FKNU}{AL}. Ein Beispiel f"ur einen "uberdeckungskompakten aber nicht folgenkompakten
    Haus\-dorff\-raum ist der \glqq Einheitsball des topologischen Dualraums
    mit der schwach-*-To\-po\-lo\-gie der stetigen beschr"ankten Abbildungen $\DR\ra\DR$ in Bezug auf die Norm der gleichm"a"sigen Konvergenz\grqq. \nichtfinal{vergleiche \eref{GFBV}{WB}.}  
    Besitzt in einem "uberdeckungskompakten topologischen Raum jeder Punkt
    eine \glqq abz"ahlbare Umgebungsbasis\grqq, so ist er auch folgenkompakt mit demselben
Argument, wie wir es im Beweis des Satzes verwenden.
\end{Bemerkungw}





\begin{proof}[Beweis von Satz \ref{KO}] 
Sei $X$ ein metrischer Raum.
Ist $X$ nicht folgenkompakt, so finden wir in $X$
eine Folge  ohne konvergente Teilfolge. Dann
besitzt jeder Punkt von $X$ eine offene Umgebung, die nur endlich
viele Folgenglieder enth"alt, und diese 
offenen Umgebungen bilden eine offene
"Uberdeckung von $X$ ohne endliche Teil"uberdeckung. Das zeigt die eine
Richtung.
Den Beweis der anderen Richtung beginnen wir mit einem Lemma,
das auch f"ur sich genommen oft hilfreich ist.
\begin{Lemma}[\textbf{"Uberdeckungssatz von Lebesgue}]
Ist $X$ ein folgenkompakter metrischer Raum und
$\cal{U}$ eine offene "Uberdeckung\label{UbL}  
von $X$,  so gibt es $\varepsilon > 0$ derart, da"s f"ur alle
Punkte 
$x\in X$ der $\varepsilon$-Ball $\op{B}(x;\varepsilon)$  ganz in einer
der "uberdeckenden offenen Mengen $U\in\cal{U}$ enthalten ist.
\end{Lemma}

\begin{proof}[Erster Beweis]
G"abe es kein solches    $\varepsilon > 0$,  so k"onnten wir f"ur jedes
$n\in\DN_{\geq 1}$ einen Punkt 
$x_n\in X$ finden derart, da"s $\op{B}(x_n;1/n)$ in
keinem $U\in\cal{U}$ enthalten w"are. Durch "Ubergang zu einer Teilfolge 
k"onnten wir ohne 
Beschr"ankung der Allgemeinheit zus"atzlich annehmen, da"s die
Folge der $x_n$ konvergiert, etwa gegen $x\in X$.  Nun finden wir jedoch 
ein $U\in\cal{U}$ mit $x\in U$ und dazu $\rho>0$ mit $\op{B}(x;\rho)\subset U$
und dazu $N$ mit $d(x_N,x)<\rho/2$ und $1/N<\rho/2$,  und dann g"alte 
$\op{B}(x_N;1/N)\subset\op{B}(x_N;\rho/2)\subset\op{B}(x;\rho)\subset
U$ im 
Widerspruch zur Wahl der $x_n$. 
\end{proof}
\begin{proof}[Zweiter Beweis]
Man betrachte die Funktion
$f:X\ra\DR_{>0}$ gegeben durch die Vorschrift
$$f(x)\pdef\op{sup}\{r\leq 1\mid 
\text{Es gibt $U\in\cal{U}$ mit $\op{B}(x;r)\subset U$}\}$$  
Die Dreiecksungleichung liefert $|f(x)-f(y)|\leq d(x,y)$,   insbesondere
ist $f$ stetig. Sicher d"urfen wir
 $X\neq \emptyset$ annehmen. Dann nimmt  $f$ nach
\ref{MmM} 
sein Minimum an
und jede positive Zahl echt
unterhalb dieses Minimums ist ein m"ogliches $\varepsilon$. 
\end{proof}
\noindent
Um die andere Implikation im Satz zu zeigen, seien nun $X$ folgenkompakt und
$\cal{U}$ eine offene "Uberdeckung 
von $X$. 
Es gilt zu zeigen,
da"s sie eine endliche Teil"uberdeckung besitzt. 
W"ahlen wir zu unserer "Uberdeckung $\cal{U}$ 
ein  $\varepsilon$ wie im "Uberdeckungssatz \ref{UbL}, so
reicht es auch zu zeigen, da"s es eine endliche Teilmenge $E
\subset X$ gibt mit
$$X = \bigcup_{x \in E} \op{B}(x;\varepsilon)$$
In der Tat liegt ja der $\varepsilon$-Ball $\op{B}(x;\varepsilon)$ 
um ein beliebiges $x \in
X$ nach Wahl von $\varepsilon$ schon in einem der $U\in\cal{U}$. 
G"abe es aber f"ur ein $\varepsilon > 0$ 
keine endliche "Uberdeckung von $X$ durch
$\varepsilon$-B"alle, so k"onnten wir induktiv eine Folge $(x_{n})_{n \in
\DN}$ konstruieren mit $x_{n}\not\in \bigcup_{0\leq\nu < n}
\op{B}(x_{\nu};\varepsilon)$ f"ur alle $n$,  also $d(x_{n},x_{m}) \geq
\varepsilon$ f"ur $n \neq m$,  und diese Folge k"onnte   keine
konvergente Teilfolge
haben im Widerspruch zur Annahme.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
Sei $X$ eine Menge. Unter einer
  {\bf "Uberdeckung einer Teilmenge}\index{"Uberdeckung!einer Teilmenge}
 $Y\subset X$  durch Teilmengen von
  $X$ versteht man ein Mengensystem $\cal{U}\subset\cal{P}(X)$ mit
  $Y\subset\bigcup_{U\in\cal{U}} U$. Nach unseren Definitionen ist
eine Teilmenge $Y$ eines topologischen Raums
  $X$  kompakt f"ur die induzierte Topologie
 genau dann, wenn jede "Uberdeckung von
  $Y$ durch offene Teilmengen von $X$ eine endliche Teil"uberdeckung besitzt.
\end{Bemerkungl}

\begin{Proposition}\label{HKA} 
  In einem Hausdorffraum ist jedes Kompaktum abgeschlossen.
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
Ausf"uhrlicher gesagt ist also eine Teilmenge eines Hausdorffraums, die  mit der induzierten Topologie "uberdeckungskompakt ist,  notwendig
  eine abgeschlossene Teilmenge.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
  Sei $K\subset X$ unser Kompaktum in unserem Hausdorffraum.
  Es gilt zu zeigen, da"s $X\backslash K$ offen ist in $X$.
  Gegeben $p\in X\backslash K$ gilt es also, eine Umgebung von $p$ zu
  finden, die $K$ nicht trifft. F"ur jedes $q\in K$ finden wir nach Annahme
  $V_q$ offen um $p$ und $U_q$ offen um $q$ mit $V_q\cap U_q=\emptyset$.
  Die $U_q$ "uberdecken $K$, also gibt es $E\subset K$ endlich mit
  $K\subset \bigcup_{q\in E}U_q$. Dann ist $V\pdef \bigcap_{q\in E}V_q$
  die gesuchte Umgebung von $p$, die $K$ nicht trifft.
\end{proof}

\begin{Lemma}\label{aAKo}
Eine abgeschlossene Teilmenge eines kompakten Raums ist
stets kompakt.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Sei $X$ unser kompakter Raum und $A\As X$ abgeschlossen.
Ist $\cal{U}$ ein System von offenen Teilmengen
von $X$, deren Vereinigung $A$ umfa"st, so schlie"sen wir
$$\begin{array}{lcl}
A\subset\bigcup_{U\in \cal{U}}U&\Rightarrow&X=(X\backslash A)\cup\bigcup_{U\in \cal{U}}U
\\
 & \Rightarrow& X= (X\backslash A)\cup U_{{1}}\cup \ldots \cup U_{{k}}  \\
 & \Rightarrow & A\subset U_{{1}} \cup \ldots \cup U_{{k}}
\end{array}$$  f\"{u}r geeignete $U_1, \ldots ,U_k\in \cal{U}$.
\end{proof}

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}[\textbf{Endliche Vereinigungen von Kompakta}]
  Besitzt ein topologischer Raum eine endliche "Uberdeckung durch kompakte
  Teilmengen, so ist er bereits selbst kompakt.\label{evK} 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Nichtleere Schnitte in Kompakta}]
%anderes {ESA} zu  ausgez. Dreiecke in {ESAa} umbenannt.
Man zeige:
Ein topologischer Raum $X$ ist kompakt genau dann, wenn f\"{u}r
jedes System  $\cal{A}\subset\cal{P}(X)$
von abgeschlossenen Teilmengen von\label{Skoa} 
$X$
mit nichtleeren endlichen Schnitten auch der gesamte Schnitt nicht leer
ist, in Formeln\label{aESA} 
$\bigcap_{A\in \cal{A}} A \neq \emptyset$.
\end{Ubung}
%\begin{Ubung} \nichtfinal{Entsorgen!} 
%Ist in einem kompakten topologischen Raum $X$ ein System abgeschlossener  
%Teilmengen $\cal{K}\subset \cal{P}(X)$  mit  
%leerem Schnitt $\bigcap_{K\in\cal{K}} K=\emptyset$ gegeben, 
%so gibt es bereits ein
%endliches Teilsystem $\cal{E}\subset \cal{K}$ mit leerem Schnitt 
%$\bigcap_{K\in \cal{E}} K=\emptyset$. 
%\end{Ubung}

\begin{Ubunge}[\textbf{Satz\index{Dini, Satz von} von Dini}]
Eine monoton wachsende Folge stetiger reellwertiger Funktionen
auf einem kompakten Raum,\label{Dini} 
die punktweise gegen eine  stetige Funktion konvergiert, konvergiert
sogar gleichm"a"sig. Hinweis: \ref{Skoa}.
\end{Ubunge}

\begin{Ubung}[\textbf{Bilder von Kompakta}] 
Man zeige, da"s das Bild eines kompakten topologischen Raums
unter einer stetigen Abbildung kompakt ist f"ur die Spurtopologie.
Insbesondere ist jede stetige reellwertige Funktion auf einem
kompakten topologischen Raum beschr"ankt.\label{BiKom} 
\end{Ubung}

\begin{Ubunge}\label{RABB} 
  Gegeben ein topologischer Raum $X$ mit einer offenen "Uberdeckung
$\mathcal U$
zeige man: Eine Teilmenge $Y$ unseres Raums ist genau dann abgeschlossen,
wenn sie mit jeder Teilmenge unserer "Uberdeckung 
abgeschlossenen
Schnitt hat, in Formeln 
$$Y\As X\;\;\IFF \;\; (Y\cap U)\As U\;\forall U\in\mathcal U$$
Die fraglichen Schnitte sollen hierbei abgeschlossen sein in $U$, nicht in $X$.
\end{Ubunge}

\subsection{Transformationsformel}

\begin{Definition}
Seien $X$ ein topologischer  Raum und
$f:X\ra A$ eine Abbildung in  eine Menge mit
ausgezeichnetem Element $0\in A$.\label{Trae}  
Der {\bf Tr"ager\index{Tr"ager!einer Funktion}
von $f$}
ist die kleinste abgeschlossene Teilmenge von
$X$, au"serhalb derer die Funktion den Wert $0$ annimmt. Man notiert ihn $$\op{supp}
f\pdef\overline{f^{-1}(A \backslash 0 )}$$  f"ur englisch und franz"osisch \defind{support}.\index{supp@$\op{supp}$ Tr"ager} 
\end{Definition}

\begin{Definition}
Sei $X$ ein topologischer Raum.
Die Menge aller stetigen Funktionen
$f:X\ra \Bbb{R}$ mit kompaktem Tr"ager bezeichnet man  mit 
${\cal{C}}_{\op{c}}(X,\Bbb{R})$\index{C@$\cal{C}_{\op{c}}(X,\Bbb{R})$ {\it stetige Funktionen
mit kompaktem Tr"ager}}\index{C@$\cal{C}_{~!}(X,\Bbb{R})$ stetige Funktionen
mit kompaktem Tr"ager} und wir in diesem Skript mit $${\cal{C}}_!(X,\Bbb{R})$$ 
Ich ziehe letztere Notation vor, weil sie besser zur "ublichen Notation des
\glqq eigentlichen Vorschubs\grqq\  pa"st. Sie ist jedoch  
un"ublich. 
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben ein topologischer Raum $X$ ist die Menge $\cal{C}_{~!}(X,\Bbb{R})$
  aller stetigen Funktionen mit kompaktem Tr"ager ein Untervektorraum des
  $\DR$-Vektorraums aller reellwertigen Funktionen auf $X$. Das folgt
  unmittelbar aus "Ubung \ref{evK}, nach der endliche Vereinigungen von Kompakta wieder kompakt sind, und aus "Ubung \ref{SPSto}, nach der Summen und Produkte stetiger reellwertiger Funktionen wieder stetig sind.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Lemma}[\textbf{Fortsetzung durch Null}]
Gegeben eine offene Teilmenge eines
Hausdorffraums $U\co X$ 
und 
eine stetige Funktion  auf $U$ mit kompaktem Tr"ager 
$f\in\mathcal C_!(U, \DR)$ ist ihre  Fortsetzung  durch Null eine stetige
Funktion $\tilde f:X\ra \DR$.\label{SFDN}   
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl} Nat"urlich hat $\tilde f$ dann auch kompakten Tr"ager.
Bezeichnet $i:U\hra X$ die Einbettung, so verwenden
wir in der Situation des Lemmas
f"ur die Fortsetzung durch Null $f\mapsto \tilde f$ die Notation
$$i_!:\mathcal C_!(U, \DR)\ra \mathcal C_!(X, \DR)$$
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}
Nach \ref{HKA} ist jedes Kompaktum
in einem Hausdorffraum abgeschlossen. Bezeichnet ${\op{supp}}_Uf$ den Tr"ager
von $f:U\ra\DR$, so gilt also  
${\op{supp}}_Uf\As X$. Damit  ist 
$X=U\cup(X\backslash {\op{supp}}_Uf)$ 
eine offene "Uberdeckung von $X$. 
Da $\tilde f$ auf
  beiden "uberdeckenden
offenen Mengen stetig ist,  ist es wegen der Lokalit"at der Stetigkeit  \ref{stLE}  stetig auf ganz $X$. 
\end{proof}
\begin{figure}[htbp]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildUQS}
\end{minipage}\hfill
\begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
 Illustration zur Definition des Integrals stetiger Funktionen mit
kompaktem Tr"ager \ref{DISK}. %\ref{DISKc} 
Man pr"uft ohne Schwierigkeiten,
da"s die Wahl des kompakten Quaders hier keine Rolle spielt, solange er nur
den Tr"ager unserer Funktion umfa"st. Im Bild kommen 
unter vielen anderen etwa die beiden Quader $Q$ und $Q'$ in Frage.
\end{minipage}
\end{figure}

\begin{Definition}\label{DISK}
Gegeben $U\co \DR^n$ eine offene Teilmenge 
und $f\in \mathcal C_!(U;\DR)$
eine stetige Funktion  mit kompaktem Tr"ager auf $U$ 
 definieren wir  
das {\bf Integral  $\int_U f$ von $f$ "uber $U$}, indem
wir $f$ durch Null zu einer stetigen Funktion mit kompaktem Tr"ager auf
$\DR^n$ fortsetzen und diese Fortsetzung 
integrieren "uber irgendeinen kompakten Quader, der ihren Tr"ager
umfa"st.
F"ur unser Integral vereinbaren wir die Notationen  $$\int_U f
=\int_U f(x_1,\dots,x_n)\diff x_1\ldots\diff x_n=
\int_U f(x)\diff^n x
$$ 
\end{Definition}
%\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Notation}]
%Die Notation $\diff^n x$ ist insofern ungl"ucklich, als wir
%auch die konkurrierende Notation $\diff_p^n f$ f"ur h"ohere Ableitungen in
%mehreren Ver"anderlichen verwenden. Was im Einzelfall gemeint ist,
%mu"s der Leser aus dem Kontext erschlie"sen. 
%\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Das so definierte 
Integral ist offensichtlich linear, $\int f+g = \int f+ \int
g$ und $\int \lambda f= \lambda \int f$ 
f"ur $\lambda \in \Bbb{R}$, sowie monoton,
als da hei"st $f\leq g \Rightarrow \int f\leq \int g$.
Insbesondere folgt wie im Fall einer Ver"anderlichen $|\int f|
\leq\int |f|$.  
\end{Bemerkungl}



\begin{Satz}[\textbf{Transformationsformel}]\index{Transformationsformel!bei kompaktem Tr"ager}
Seien $U,V \co \Bbb{R}^{n}$ offene Teilmengen und
$\phi : U \sira V$ ein ${\cal{C}}^{1}$-Diffeo\-mor\-phismus.\label{TF} 
Bezeichne  $|\! \det \tiff \phi |$ die Abbildung $U\ra\DR$,
$p\mapsto |\! \det \tiff_p \phi |$.
So gilt f"ur jede stetige Funktion auf $V$   mit
kompaktem Tr"ager $f\in\mathcal C_!( V,\Bbb{R})$  die Identit"at 
$$\int_V f = \int_U (f \circ \phi ) \; |\! \det \tiff \phi |$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl} Es tut mir leid, da"s $f$ vorher immer eine Funktion
  auf $U$ bezeichnet hat und in der Transformationsformel
  pl"otzlich eine Funktion auf $V$ bezeichnet.
  Diese Inkonsistenz m"ussen wir in Kauf nehmen, um eine noch gravierendere
  Inkonsistenz mit unserer bisherigen
  Notation der Integration durch Substitution in
  einer Variablen zu vermeiden.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungw}
Im Rahmen der Lebesgue'schen Integrationstheorie 
folgern wir in \eref{TFL}{AN3} 
eine weitgehende Verallgemeinerung dieses Satzes.
Eine bescheidenere  f"ur viele  Rechnungen 
ausreichende Verallgemeinerung liefern die S"atze des
folgenden Abschnitts, insbesondere Satz \ref{IUMac}
zur Integration mit Integrationskarten.
\end{Bemerkungw}
\begin{Bild} 
\includegraphics[height=0.2\textheight]{SkriptenBilder/BildTraF}\\[4mm]
\noindent 
Illustration zur Transformationsformel, insbesondere zu
Beispiel \ref{BTR}. Das Integral einer
Funktion $f$ "uber das rechte Kuchenst"uck 
kann angen"ahert werden, indem wir 
die angedeutete  Unterteilung 
des Integrationsbereichs  betrachten, in jedem
 der unterteilenden St"ucke den Funktionswert an einer Stelle
mit der Fl"ache des entsprechenden St"ucks multiplizieren, und 
diese Produkte aufsummieren.
Unter der Polarkoordinatenabbildung $P$ entspricht nun
die Unterteilung unseres Kuchenst"ucks einer Unterteilung 
unseres Quadrats, und die Fl"ache des Bildes eines Unterquadrats 
ist in etwa der Betrag der Funktionaldeterminante $|{\op{det}}\tiff P|$
an einer Stelle unseres Unterquadrats multipliziert mit der 
Fl"ache besagten Unterquadrats. So w"are etwa die Fl"ache
des schraffierten Teils im Kuchenst"uck rechts etwas weniger als
 halb so gro"s wie
die Fl"ache des schraffierten Unterquadrats links, und $|{\op{det}}\tiff P|=r$
nimmt auf unserem Unterquadrat Werte zwischen $1/4$ und $1/2$ an.
Es wird also in etwa dasselbe herauskommen, wenn wir von der Funktion
$(f\circ P)|{\op{det}}\tiff P|$ auf unserem Quadrat in jedem
 der Unterquadrate den Funktionswert an einer Stelle
mit der Fl"ache des entsprechenden Unterquadrats multiplizieren, und 
diese Produkte aufsummieren. Im Grenz"ubergang f"ur immer feinere Unterteilungen
kommt dann sogar nicht nur in etwa, sondern ganz genau dasselbe heraus. Das 
ist die anschauliche Bedeutung der Transformationsformel.
\end{Bild}
\begin{Beispiele}
  Ist $\phi:\DR^n\ra\DR^n$ eine abstandserhaltende Abbildung,
also nach \eref{KrIa}{LA2} die Verkn"upfung einer orthogonalen Abbildung 
mit einer Translation, so liefert die 
Transformationsformel  f"ur jede stetige Funktion mit kompaktem
Tr"ager $f:\DR^n\ra\DR$ die Identit"at $\int f=\int f\circ \phi$. 
Ist $\phi:\DR^2\ra\DR^2$ die Streckung um den Faktor $2$, 
so liefert die 
Transformationsformel die Identit"at $\int f=4 \int f\circ \phi$. Beide 
Aussagen sollten auch anschaulich unmittelbar einleuchten.
\end{Beispiele}


\begin{Beispiel}\label{BTR}
Wir betrachten die Polarkoordinatenabbildung
\begin{displaymath}
\begin{array}{cccl}
P :& \Bbb{R}_{>0} \times (-\pi,\pi) 
& \overset{\sim}{\rightarrow} & \Bbb{R}^2 \backslash
\text{(abgeschlossene negative  $x$-Achse)}\\
&(r\; , \; \varphi)^\top & 
\mapsto & (r \cos \varphi, r \sin \varphi)^\top
\end{array}
\end{displaymath}
Hier lasse man sich nicht dadurch  verwirren, da"s die Klammern $(\;,\;)$ 
einmal ein offenes Intervall und dann wieder Elemente kartesischer
Produkte andeuten, die wir anschlie"send noch zu Spaltenvektoren transponieren.
Das Differential der
Polarkoordinatenabbildung
wird gegeben durch die Jacobi-Matrix
\begin{displaymath}
\tiff P =\tiff_{(r,\varphi)} P = {\cos \varphi \; - r \sin \varphi \choose
\sin \varphi \;\;\;\;\;  r \cos \varphi}
\end{displaymath}
mit der Determinante $\op{det} \tiff P =r$. Beim Bilden des Betrages
"andert sich nichts und wir erhalten
\begin{displaymath}
\int_{\DR^2} f (x,y) \diff x \diff y = \int_{-\pi}^\pi\int_0^\infty 
f (P(r,\varphi))\; r
\diff r \diff \varphi
\end{displaymath}
f"ur stetige Funktionen 
auf $\DR^2$ mit kompaktem Tr"ager, der dar"uber hinaus 
nicht die abgeschlossene negative  $x$-Achse treffen darf.
Oft schreibt man  kurz $f(r,\varphi)$ statt
$f (P (r,\varphi))$ in der Erwartung, da"s schon aus der blo"sen 
Bezeichnung der
Koordinaten klar wird,  was genau gemeint ist.
So ergibt sich dann eine Formel f"ur die Transformation eines Integrals auf
Polarkoordinaten, die man als $$\diff x \diff y 
= r \diff r \diff \varphi$$ abk"urzen mag.
Leider erhalten wir besagte Formel vorerst nur 
f"ur sehr spezielle Funktionen.
In der Praxis ist deshalb unser Satz kaum anwendbar.
F"ur die Praxis  brauchbare Varianten formulieren und zeigen wir in
\ref{PoLK} und 
\eref{TFL}{AN3}.
\end{Beispiel}


\begin{Bemerkungl}\label{AnDe}
Gegeben $U \co \Bbb{R}^{n}$ offen und
$\phi : U \ra \Bbb{R}^{n}$ differenzierbar nennt man $\det \tiff \phi$ die 
{\bf Funktionaldeterminante}\index{Funktionaldeterminante}
{\bf von} $\phi$.
Bevor wir den Satz beweisen, wollen wir versuchen,
ihn mit Anschauung zu f"ullen. Wir beschr"anken uns dazu
auf den Fall $n=2$. Zun"achst ist
hoffentlich anschaulich klar,  da"s es f"ur jede lineare Abbildung
$L:\DR^2\ra\DR^2$ eine reelle Konstante $c(L)\geq 0$ gibt derart, da"s \glqq das
Bild unter $L$ eines Fl"achenst"ucks $U$ der Fl"ache $\op{vol}(U)$ 
die Fl"ache $\op{vol}(LU)=c(L)\op{vol}(U)$
hat\grqq. Unsere
Transformationsformel enth"alt nun, wenn man sie 
ohne R"ucksicht auf die Bedingungen des Satzes mutig  auf 
die konstante Funktion $f=1$ auf $U$ anwendet und $\phi =L$ linear annimmt, 
die Erkenntnis $$c(L)=|\!
\det L|$$ Das sieht man auch anschaulich leicht ein: Zun"achst sollte
anschaulich klar sein,  da"s \glqq eine Scherung die Fl"ache nicht "andert\grqq\  und
\glqq die Streckung einer Achse die Fl"ache genau durch Multiplikation mit dem
Betrag des Streckfaktors "andert\grqq, so da"s also unsere Erkenntnis
anschaulich klar ist f"ur lineare Abbildungen $L$ mit  Matrizen der Gestalt
$$\left(\begin{array}{cc} 1 &a\\ 0 & 1 \end{array} \right), \;
\left(\begin{array}{cc} a &0\\ 0 & 1
\end{array} \right), \;
\left(\begin{array}{cc} 1 &0\\ 0 & a
\end{array} \right), \;
\left(\begin{array}{cc} 1 &0\\ a & 1
\end{array} \right)$$
Anschaulich klar ist weiter $c(L\circ M)=c(L)c(M)$ und nach der
Multiplikationsformel f"ur Determinanten haben wir auch $|\! \det L\circ M|=
|\! \det L|\;|\! \det M|$.
So rechtfertigen wir dann unsere Erkenntnis $c(L)=|\! \det L|$ im
allgemeinen. Mehr dazu mag man in \eref{AnDet}{LA1} nachlesen.
Das Integral von $f$ erhalten wir nun im
Grenzwert, wenn wir $V$ in lauter kleine Fl"achenst"ucke $V_i$ zerlegen und
die Produkte der Fl"achen dieser Fl"achenst"ucke mit einem Funktionswert an
einem Punkt $y_i\in V_i$  des jeweiligen Fl"achenst"uck
aufsummieren, in Formeln
$$\int_V f\simeq \sum f(y_i)\op{vol}(V_i)$$
Wir betrachten nun die Urbilder $x_i=\phi ^{-1}(y_i)$
unserer Punkte $y_i$ und die
Zerlegung  von $U$ durch die Urbilder
$U_i=\phi ^{-1}(V_i)$ unserer kleinen Fl"achenst"ucke $V_i$.
Bei $x_i$ wird $\phi $ bis
auf Verschiebung gut approximiert durch $\tiff_{x_i}\phi $, deshalb haben die
Bilder $\phi (U_i)=V_i$ dieser Fl"achenst"ucke $U_i$ in etwa die Fl"ache
$\op{vol}(V_i)\simeq |\!\det\tiff_{x_i}\phi |\op{vol}(U_i)$ und wir folgern
$$\int_V\! f\simeq \sum f(y_i)\op{vol}(V_i)
\simeq \sum (f\circ \phi )(x_i)\;|\!\det\tiff_{x_i}\phi |\op{vol}(U_i)
\simeq \int_U \!(f \circ \phi ) \; |\! \det \tiff \phi |$$
Das beendet unsere anschauliche aber doch recht vage Argumentation
und wir kommen nach einem Beispiel zum eigentlichen Beweis.
\end{Bemerkungl}


\begin{proof}[Beweis]
Wir zeigen den Satz durch vollst"andige Induktion "uber $n$.
Der Fall $n=0$ ist unproblematisch und wir behandeln gleich 
den Fall $n=1$.
Nach \eref{VMi}{AN1} kann jede offene Teilmenge $U\co\DR$ 
  als disjunkte Vereinigung
von offenen Intervallen $U_i$ geschrieben werden. Deren Bilder
in $V$ sind wieder Intervalle nach dem Zwischenwertsatz und offen 
nach dem Umkehrsatz 
\ref{UKA}. %  angewandt auf $\phi ^{-1}:V\sira U$ und \ref{ROf}.
Unsere Funktion $f$ verschwindet au"serhalb von endlich vielen der
$\phi (U_i)$, da ihr Tr"ager nach Annahme kompakt ist. 
Wir k"onnen folglich ohne Beschr"ankung der 
Allgemeinheit annehmen, da"s $U$ und $V$ bereits offene Intervalle sind.
Wir finden dann sicher ein mehrpunktiges kompaktes Intervall 
$[c,d]\subset V$, das 
den Tr"ager von $f$ umfa"st. Die Substitutionsregel \eref{IdS}{AN1} liefert nun
$$\int_c^d f(y)\diff y=\int_a^b f(\phi (x))\phi '(x)\diff x$$
f"ur  $a,b\in U$ mit  $\phi (a)=c$ und $\phi (b)=d$. 
Da $\phi $ ein $\cal{C}^1$-Diffeomorphismus sein soll, ist $\phi '$ stetig mit
 $\phi '\neq 0$
auf $U$. Wir folgern, da"s auf $U$ entweder 
gilt $\phi '>0$ oder aber $\phi '<0$. 
Im ersten Fall haben wir $a<b$ und $|\phi '|=\phi '$ und die in \ref{TF} behauptete  Transformationsformel steht bereits 
 da.
 Im zweiten Fall haben wir $a>b$ und $|\phi '|=-\phi '$ und die beiden dadurch
 entstehenden Vorzeichen heben sich weg alias 
$$\int_U (f\circ \phi )  \; |\! \det \tiff \phi |
= \int_b^a f(\phi (x))|\phi '(x)|\diff x 
=\int_a^b f(\phi (x))\phi '(x)\diff x$$
und  wir sind wieder fertig. Damit ist
der Fall $n=1$  erledigt.
Nehmen wir nun also an, wir h"atten $n\geq 2$ und 
der Satz sei f"ur Integration im $\Bbb{R}^{n-1}$
schon bewiesen. Wir gehen dann in mehreren Schritten vor.
\begin{figure}[htb]
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildUcVc}
\centering Illustration zum Beweis der Transformationsformel
\end{figure}
\\[2mm]\noindent
1.
 L"a"st $\phi $ die erste Koordinate unver"andert, in Formeln
$\phi _1(x_1,\ldots,x_n)=x_1$,
  so folgt unsere
  Transformationsformel aus der Induktionsvoraussetzung. 
Um das zu sehen, betrachten wir f"ur festes $c\in\DR$ die 
Einbettung $i_c:\DR^{n-1}\hra \DR^{n}$ gegeben durch
 $(x_2,\ldots, x_n)\mapsto (c,x_2,\ldots, x_n)$, setzen
$U_c\pdef i_c^{-1}(U)$ sowie $V_c\pdef i_c^{-1}(V)$ und betrachten den
induzierten $\mathcal C^{1}$-Diffeomorphismus $\phi_c:U_c\ra V_c$, der
durch die Identit"at 
$i_c\circ \phi_c=\phi\circ i_c$ charakterisiert wird.
Unsere Erkenntnisse "uber die Determinante von Block-unteren 
Dreiecksmatrizen zeigen 
  $$|\det \tiff _{(x_{2}, \ldots, x_{n})} \phi _{c} | = | \det
  \tiff _{(c,x_{2},\ldots, x_{n})} \phi  |$$ F"ur
$f_{c}\pdef f\circ i_c:V_c\ra\DR$ alias 
  $f_{c}(x_{2},\ldots, x_{n})=f(c,x_{2},\ldots, x_{n})$ erhalten wir also 
nach der
  Induktionsvoraussetzung
  $$\begin{array}{ccl}
    \int f_{c} &= &\int (f_{c}\circ \phi _{c}) \; |\! \det \tiff \phi _{c}|
  \\[2mm]
   &= & \int (f\circ \phi ) (c,x_{2},\ldots, x_{n}) 
\;|\! \det \tiff _{(c,x_{2},\ldots, x_{n})} \phi 

   |
  \end{array}$$
  Integrieren wir diese Gleichung "uber alle $c$, so ergibt sich
  die Transformationsformel f"ur unseren 
$\mathcal C^{1}$-Diffeomorphismus $\phi $.
\\[2mm]\noindent
2.
 Sind
  $W \overset{\psi }{\ra} U \overset{\phi }{\ra} V$
  zwei ${\cal{C}}^{1}$-Diffeomorphismen zwischen offenen Teilmengen des
  $\Bbb{R}^{n}$ und gilt unsere Transformationsformel f"ur $\phi $ und
  $\psi $, so gilt sie auch f"ur $\phi \circ \psi $. In der Tat erhalten wir
  $$
  \begin{array}{ccl}
   \int f &=& \int (f\circ \phi ) \;|\!\det \tiff \phi  |\\
   &= & \int (f\circ \phi \circ \psi ) 
(|\!\det \tiff \phi |\circ \psi ) \;|\!\det
   \tiff \psi |\\
   &=&\int (f\circ \phi \circ \psi ) \;|\!\det \tiff (\phi \circ \psi )|
  \end{array}$$
Hier gilt  die erste Zeile nach der Transformationsformel f"ur $\phi $
  angewandt auf die Funktion $f$, die zweite nach der
  Transformationsformel f"ur $\psi $ angewandt auf die Funktion
  $(f\circ \phi )  |\det \tiff \phi |$ und die dritte nach der
  Kettenregel
  $$\tiff _p (\phi  \circ \psi  )= \tiff _{\psi (p)} \phi  \circ \tiff _p \psi 
  $$ f"ur $p\in W$ mit der Multiplikationsformel
 $\det(AB)=(\det A)( \det B)$ f"ur Determinanten. 
\\[2mm]\noindent
3.
  F"ur $\phi $ eine Vertauschung der Koordinaten gilt unsere Formel.
  In der Tat ist so ein $\phi $ ja linear mit $|\!\det \tiff \phi |=1$
  und wir wissen bereits nach \ref{VI}, da"s es bei Mehrfachintegralen nicht
  auf die Reihenfolge ankommt.
\\[2mm]\noindent
4.
 Ist eine Komponente von $\phi $ eine Koordinate auf $U$, haben wir 
also in Formeln 
$\phi _{i}(x_{1}, \ldots, x_{n})=x_{j}$ f"ur geeignete $i$ und $j$,
  so gilt unsere Formel. In der Tat finden wir dann 
eine Darstellung
  $\phi = \psi \circ \varphi  \circ \chi$ derart, 
da"s $\varphi$ die erste
  Koordinate unver"andert l"a"st und $\psi ,\chi$
  Koordinatenvertauschungen sind. F"ur $\varphi$ gilt dann unser
  Satz nach Schritt 1, f"ur $\psi $ und $\chi$ nach Schritt 3,
  und damit  f"ur $\phi $ nach Schritt 2.
\\[2mm]\noindent
5. Jeder Punkt $p\in U$ besitzt eine offene Umgebung $U_{p}$
  derart, da"s unsere Transformationsformel gilt f"ur die
  Restriktion von $\phi $ auf $U_{p}$. In der Tat finden wir zun"achst
 ein $i$ derart, da"s gilt $\frac{\partial \phi _{i}}{\partial x_{1}} (p)
\neq 0$, und dann gibt es nach dem Umkehrsatz eine offene Umgebung
$U_{p}$ von $p$ derart, da"s die Abbildung
$$\begin{array}{cccl}
\psi  :& U &\ra &\Bbb{R}^{n}\\
&(x_{1},\ldots, x_{n}) &\mapsto &(\phi _{i}(x_{1},\ldots, x_{n}) , x_{2}
,\ldots, x_{n})
\end{array}$$
einen ${\cal{C}}^{1}$-Diffeomorphismus von $U_{p}$ auf eine offene
Teilmenge $ W_{p}\pdef \psi  (U_{p})\co\Bbb{R}^{n}$ induziert.
Wir bezeichnen das Bild von $U_{p}$ unter $\phi $ mit $V_{p}\pdef \phi (U_{p})\co\Bbb{R}^{n}$ und
erhalten ein kommutatives Diagramm von ${\cal{C}}^{1}$-Diffeomorphismen
\begin{displaymath}
\xymatrix{
U_p \ar[rr]^{\psi }_\sim\ar[dr]_\phi^\sim & & W_p \ar[dl]^{\phi \psi ^{-1}}_\sim\\
&V_p&
}
\end{displaymath}
Die $i$-te Komponente der Abbildung $\phi \psi ^{-1}$  ist dann 
die erste Koordinate
$$(\phi \psi ^{-1})_{i} \;(y_{1},\ldots ,y_{n})=y_{1}$$
F"ur beide Abbildungen $\psi $ und $(\phi \psi ^{-1})$ 
gilt also nach Schritt 4 unsere
Transformationsformel, mithin gilt sie nach Schritt 2 auch f"ur
ihre Verkn"upfung, als da hei"st f"ur die Restriktion
$\phi : U_{p}\sira V_{p}$ von $\phi $ auf $U_{p}$.
Hier ist im "ubrigen die Stelle im Beweis, die uns daran hindert,
unsere Induktion mit dem Trivialfall $n=0$ zu beginnen: Im Fall $n=1$
k"onnen wir n"amlich Schritt 4 auf $\psi$ nicht anwenden, da 
in diesem Fall keine
Komponente von $\psi$ eine Koordinate w"are.
\\[2mm]\noindent
6.
Wir behandeln nun den allgemeinen Fall.
Sei $f\in\mathcal C_!(V,\DR)$ eine stetige Funktion
mit kompaktem Tr"ager. F"ur $p\in U$ w"ahlen
wir $U_p$ wie in Schritt 5 und setzen
wieder $V_{p} = \phi (U_{p})$. Da $(\op{supp} f)$ kompakt ist,
finden wir  eine
endliche Teilmenge $E\subset U$ mit $(\op{supp} f) \subset \bigcup_{p\in E}
V_{p}$.
Jetzt benutzen wir das 
im Anschlu"s formulierte und bewiesene 
 technische Lemma \ref{TEL} zur \glqq Teilung der Eins\grqq,
w"ahlen f"ur unsere endliche "Uberdeckung
von $(\op{supp} f)$ durch die $V_p$ mit $p\in E$ eine angepa"ste
Teilung der Eins $\al_p$  und schreiben
$$f= \sum_{p\in E} \al_p f$$
Die  Summanden $\al_p f$ sind dann stetig
mit kompaktem in $V_{p}$ enthaltenen Tr"ager.
Nach der Wahl der $V_{p}$ haben wir nun 
 $\int \al_p f=\int ((\al_p f)\circ \phi )\;|\!\det \tiff \phi |$ f"ur alle
$p\in E$. Addieren wir diese Gleichungen, so ergibt sich wie gew"unscht
\begin{equation*}
\int f=\int (f\circ \phi )\;|\!\det\tiff \phi |\qedhere
\end{equation*}
\end{proof}
\begin{Lemma}[\textbf{Teilung der Eins}]% Manche Verweise sollten auf {TELe} Tietze.
Sind 
$K \subset \DR^n$ kompakt und $V_{1},\ldots ,  V_{r}
\co \DR^n$ offen mit $K \subset \bigcup V_{i}$,
so gibt es stetige Funktionen $\al_{i} : \DR^n \ra [0,1]$\label{TEL} 
mit kompaktem, jeweils  in $V_{i}$ enthaltenen Tr"ager 
$\alpha_i\in\mathcal C_!(V_i,[0,1])$ derart, da"s gilt
$$\sum^{r}_{i=1} \al_{i} (x) =1 \quad \forall x \in K$$
\end{Lemma}



\begin{Bild} 
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildTeiE}\\[4mm]
\noindent 
Illustration einer Teilung der Eins im Fall einer "Uberdeckung
eines kompakten Intervalls $K\subset \DR$ durch zwei offene
Teilmengen.
\end{Bild}
\begin{Bild} 
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildTeiB}\\[4mm]
\noindent 
Illustration einiger Mengen, die bei unserer 
Konstruktion einer Teilung der Eins eine Rolle spielen,
im Fall einer "Uberdeckung
eines kompakten Quaders $K\subset \DR^2$ durch zwei offene
Teilmengen.
\end{Bild}


  \begin{Bemerkungl}
    Eine derartige Familie von Funktionen $\al_i$ hei"st eine an die
    gegebene "Uberdeckung von $K$ angepa"ste {\bf Teilung der
      Eins}\index{Teilung der Eins}.
  \end{Bemerkungl}



\begin{proof}[Beweis]
Wir w"ahlen  f"ur jedes $x \in K$ ein $j(x)$ mit $x \in V_{j(x)}$
und eine  stetige Funktion $\varphi_{x} : \DR^n \ra [
0,\infty)$ mit kompaktem, in $V_{j(x)}$ enthaltenem Tr"ager, die bei $x$ nicht
verschwindet, in Formeln $\varphi_{x} (x) > 0$.
Die $N_{x} \pdef \varphi^{-1}_{x} (\DR_{> 0})$ sind dann
offen in $\Bbb{R}^{n}$ und "uberdecken $K$ und wir
haben $\overline{N}_x\subset V_{j(x)}$. 
Da $K$ kompakt ist, finden wir $E
\subset K$ endlich mit $K \subset \bigcup_{x \in E} N_{x}$.
Dann bilden wir
$$ \psi \pdef \sum_{x\in E} \varphi_{x}$$
Diese Funktion ist stetig auf ganz $\DR^n$, 
nimmt auf $N \pdef \bigcup_{x \in E} N_{x}$ 
positive Werte an, und verschwindet au"serhalb von $N$.
Nun betrachten wir f"ur jedes $x \in E$ auf der offenen Menge $N$
die stetige Funktion $\psi_{x} = \varphi_{x}/\psi$.
Nat"urlich  gilt $\sum_{x \in E}
\psi_{x} (z) =1$ nicht nur f"ur alle $z \in K$, sondern sogar f"ur
alle $z \in N$, und 
$\psi_{x}$ verschwindet au"serhalb von $N_x$.
Als n"achstes konstruieren wir eine  stetige Funktion $\beta :\Bbb{R}^{n}
\ra [0,1]$, die auf $K$ konstant Eins ist und deren Tr"ager in
$N$ enthalten ist.
Ist zum Beispiel $m$ das Minimum von $\psi$ auf $K$, so erhalten
wir ein m"ogliches $\beta$, indem wir setzen $\beta = h \circ \psi$ f"ur
$h : \Bbb{R} \ra \Bbb{R}$ eine stetige Funktion 
mit $h|_{[ m,\infty)} =1$ und
$h|_{( -\infty, m/2]} =0$. 
Dann setzen wir schlie"slich
$$\al_{i} \pdef \sum_{j(x)=i} \beta\psi_{x}$$
Diese Funktionen sind zwar a priori nur auf
$N$ definiert, 
aber da $\DR^n$ durch $N$ und das Komplement des Tr"agers von
$\beta$ "uberdeckt wird, lassen sie sich 
 stetig durch Null auf ganz $\DR^n$ fortsetzen,
und diese Fortsetzungen haben dann offensichtlich die 
gew"unschten Eigenschaften.
\end{proof}



\begin{Bemerkunge}[\textbf{Glatte Teilung der Eins}]
  Im vorherigen Lemma k"onnen die Funktionen $\alpha_i$ sogar {\bf glatt},\index{glatt!Funktion}  
als da hei"st beliebig gemischt partiell 
differenzierbar gew"ahlt werden.\label{TELg}  
Um das zu sehen, sind nur wenige Zusatz"uberlegungen von N"oten.
Aus \eref{e1x}{AN1} kennen wir ja eine glatte Funktion $f: \DR\ra\DR$, die auf der 
negativen Halbgeraden verschwindet und auf der echt positiven 
Halbgeraden positiv ist.
Dann ist das Produkt $f(t)f(1-t)$ eine von Null verschiedene
nichtnegative glatte Funktion mit kompaktem Tr"ager
auf $\DR$. 
Man erh"alt von Null verschiedene
nichtnegative glatte Funktionen mit kompaktem Tr"ager
auf $\DR^n$, indem man  von Null verschiedene
nichtnegative glatte Funktionen mit kompaktem Tr"ager
in den einzelnen Koordinaten nimmt und das Produkt bildet.
So sehen wir, da"s die 
 $\varphi_{x}$ im vorhergehenden Beweis sogar glatt gew"ahlt werden k"onnen. 
Damit sind dann auch
$ \psi $ und die $\psi_{x}$ glatt. 
W"ahlen wir zus"atzlich die  Funktion $h$ glatt,
bis auf Reskalierung k"onnte man f"ur $h$ etwa 
das Integral einer von Null verschiedenen
nichtnegativen  glatten Funktion mit kompaktem Tr"ager nehmen, 
so liefert die Konstruktion aus dem vorhergehenden Beweis
sogar eine  glatte Teilung der Eins.
\end{Bemerkunge}

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}\label{TKKo}
Man zeige, da"s die Funktionaldeterminante der 
Kugelkoordinatenabbildung $K$ aus \ref{KuKo} gegeben wird durch 
$\op{det}\tiff K=r^2\sin \vartheta$. Salopp gesprochen 
transformieren sich also Volumenintegrale in Kugelkoordinaten 
vermittels der Regel $$\diff x\diff y\diff z
=r^2\sin \vartheta \;\diff r\diff\varphi\diff\vartheta$$
\end{Ubung}




%\begin{Ubung}
%Seien $Q\subset\DR^n$ ein kompakter Quader und $A\As Q$ 
%eine abgeschlossene Teilmenge und $f:Q\ra\DR_{\geq 0}$ stetig mit
%$f|_A=0$. So gilt\label{GTRZ} 
%$$\int_Q f=\op{sup}_\alpha \int_Q\alpha f$$
%mit dem Supremum "uber alle stetigen 
%$\alpha:Q\ra[0,1]$ mit $(\op{supp}\alpha)\cap A=\emptyset$. 
%\end{Ubung}

\subsection{Integration "uber Mannigfaltigkeiten}



\begin{Satz}[\textbf{Integration "uber Mannigfaltigkeiten}]
F"ur jede $k$-Man\-nig\-fal\-tig\-keit  $M\subset \DR^n$ 
 gibt es genau eine 
$\DR$-lineare Abbildung\label{IUMa} 
$$\int_M:\cal{C}_!(M,\DR)\ra\DR$$
derart, da"s f"ur jede  
\hyperref[Karte]{Karte} $\varphi:W\ra M$ 
und
jede Funktion $f\in \cal{C}_!(M,\DR)$ mit 
Tr"ager im Bild besagter Karte 
$\op{supp}f\subset \varphi(W)$
gilt
$$\int_M f=\int_{W} f(\varphi(x)) 
\sqrt{\det \;(\tiff _{x}\varphi)^{\top}\;\!
(\tiff _{x}\varphi)}\;\diff^{k}x$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
F"ur unser Integral  einer Funktion $f$ mit kompaktem Tr"ager "uber
eine
 Mannigfaltigkeit $M\subset \DR^n$ findet man in der 
Literatur auch die Notationen 
$$\int_M f=\int_M f\;\diff \sigma=\int_M f\;\diff {\op{S}}=
\int_M f\;\diff {\op{o}}=\int_M f\;\diff {\op{O}}=\int_M f\;\diff {\op{vol}}$$
Sie appellieren an unsere Anschauung f"ur den zwei- oder dreidimensionalen Fall,
$\sigma$ und $\op{S}$ stehen f"ur \glqq surface\grqq\ und
$\op{o}$ und $\op{O}$  f"ur \glqq Oberfl"ache\grqq\ und $\op{vol}$ f"ur
\glqq Volumen\grqq. Die obige Konstruktion
wird auch als {\bf Fl"achenintegral}\index{Fl"achenintegral} bezeichnet.
Im Spezialfall $k=n$ einer $n$-Man\-nig\-fal\-tig\-keit in  $\DR^n$ alias einer
offenen Teilmenge erhalten wir unser Integral $\int_Mf(x)\diff^n x$ aus
\ref{DISK} zur"uck. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Einordnung des vorstehenden Integralbegriffs}]
Die hier und im folgenden entwickelte Integrationstheorie
ist insofern n"utzlich, 
als sie  korrekte Definitionen und vollst"andige Beweise
bis hin zum Satz von Stokes erlaubt.
Sie erlaubt auch eine formale  Rechtfertigung vieler  
 expliziter Rechnungen, ist im Vergleich zur
Lebesgue'schen Integrationstheorie \eref{MaInm}{AN3} 
aber dennoch recht unbeholfen. 
Bevor ich den obigen Satz beweise, 
will ich erst einmal versuchen, ihn zu motivieren
und den darin erkl"arten Integralbegriff mit Anschauung zu f"ullen.
\end{Bemerkungl}


\begin{Beispiel}[\textbf{Bezug unseres Fl"achenintegrals zum Kurvenintegral}]
Ist $\varphi:[a,b]\ra\Bbb{R}^n$ injektiv und stetig differenzierbar
mit nirgends verschwindender Ableitung $\varphi'(t)\neq 0\;\forall t$, so ist
das Bild $M\pdef \varphi(a,b)$ eine 
 $1$-Mannigfaltigkeit und\label{KIin} 
 das Integral einer Funktion 
 $f\in \mathcal C_!(M;\DR)$ 
"uber $M$ ist genau 
das Kurvenintegral der durch Null auf $\varphi([a,b])$ fortgesetzten Funktion $f$
l"angs der Kurve $\varphi$ im Sinne von \eref{KI}{AN1}. 
\end{Beispiel}







\begin{Bemerkungl}\label{vOL}
Hat $M$ die Dimension $k$,
so haben wir $\tiff _{x}\varphi\in\op{Mat}(n\times k;\DR)$ und
das Produkt $(\tiff _{x}\varphi)^{\top}\;\!
(\tiff _{x}\varphi)$ dieser Matrix mit ihrer Transponierten ist folglich
eine $(k\times k)$-Matrix.
Diese sogenannte {\bf Gram'sche Matrix}\index{Gram'sche Matrix}
kann aufgefa"st werden als die Matrix aller
Skalarprodukte zwischen Spaltenvektoren von $\tiff _{x}\varphi$.
Sie ist  nach \eref{pode}{LA2} insbesondere positiv semidefinit und hat
damit eine nichtnegative Determinante.
Gegeben eine nicht notwendig quadratische Matrix $V$ mit
Spaltenvektoren $v_{1}, \ldots, v_{k}\in\Bbb{R}^n$
definieren wir ganz allgemein eine reelle Zahl 
$$\op{vol}V=\op{vol}(v_{1}|\ldots | v_{k})\pdef \sqrt{\det (V^{\top}\; V)}=
\sqrt{\det (\langle v_{i},v_{j}\rangle)}$$
und\index{vol@$\op{vol}(v_{1}{\mid}\ldots {\mid} v_{k})$ 
%$k$-dimensionales 
Volumen} 
nennen sie das {\bf $k$-dimensionale Volumen}\index{Volumen}
des von den Vektoren $v_{i}$ aufgespannten Parallelpipeds.
Die Wurzel aus der Determinante der Gram'schen Matrix k"onnen wir mit
dieser Notation auch k"urzer
schreiben als 
$$\sqrt{\det \;(\tiff _{x}\varphi)^{\top}\;\!
(\tiff _{x}\varphi)}=\op{vol}(\tiff_x\varphi)$$
Im Fall $k=1$ ist das eindimensionale Volumen eines Vektors nach dieser
Definition schlicht seine L"ange. 
Im Fall $k=2$ bedeutet das zweidimensionale Volumen eines 
Paars von Vektoren $v,w$ 
die Fl"ache des von ihnen aufgespannten Parallelogramms
mit den Ecken $0,v,w$ und $v+w$.
Um die Bezeichnung \glqq Volumen\grqq\  f"ur die Zahl 
$\op{vol} (v_{1}|\ldots |v_{k})$ im Allgemeinen zu
rechtfertigen, beachten wir:
\begin{enumerate}
% \item
% Es gilt $\op{vol} (R v_{1}| \ldots |R v_{k})
% = \op{vol} (v_{1}| \ldots| v_{k})$ f"ur eine beliebige
% orthogonale Abbildung $R$.
\item
Es %gilt % $\op{vol}(v_{1}|\ldots| v_{k}) = 1$ f"ur $v_{1}, \ldots , v_{k} $ ein
% Orthonormalsystem; Allgemeiner
gilt $\op{vol}(v_0|v_{1}|\ldots| v_{k}) =
\op{vol}(v_{1}|\ldots| v_{k})$ falls $v_0$ die L"ange $1$ hat und senkrecht
steht auf allen anderen $v_i$.
\item
Im Fall $k=n$ haben wir 
 $\op{vol}(v_{1}| \ldots | v_{n})= |\det(v_{1}| \ldots | v_{n})|$.
In der Tat, bezeichnet $V$ die in diesem Fall quadratische Matrix 
mit Spalten $v_i$, so gilt nach dem Multiplikationssatz 
f"ur Determinanten $\op{det}(V^\top V)=(\op{det}V)^2$.
\end{enumerate}
Auf diese Weise  kann unsere anschauliche Interpretation
der Zahl $\op{vol} (v_{1}|\ldots |v_{k})$ 
heuristisch auf unsere anschauliche
Interpretation
der Determinante in \ref{AnDe} 
 und \eref{AnDet}{LA1} 
zur"uckgef"uhrt werden: Die Fl"ache eines Parallelogramms im Raum 
sollte eben das Volumen des K"orpers sein, der entsteht, man
besagtes Parallelogramm \glqq zu einem Toast der Dicke Eins verdickt\grqq.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Wir wollen nun auch unsere Definition des Integrals anschaulich
rechtfertigen.
Sei dazu 
 $Q \pdef [a,b] \times [c,d]$ ein kompaktes Rechteck und
$\varphi:Q\ra \DR^n$ eine stetig differenzierbare Abbildung
und  $f: \varphi(Q) \ra \Bbb{R}$ stetig.
Wir betrachten f"ur $r \geq 1$ die "aquidistanten Unterteilungen
$
a = a_{0} <  a_{1} < \ldots  < a_{r} = b$, $
c = c_{0} <  c_{1} < \ldots   < c_{r} = d
$ der Kanten von $Q$ und
bezeichnen mit $q_{i,j}=(a_{i},c_{j})$ die Gitterpunkte
im so gegebenen Raster auf $Q$. Bezeichne weiter
 $p_{i,j} =\varphi(q_{i,j})$ die
Bilder dieser Gitterpunkte unter
$\varphi$. Damit definieren wir die $r$-te {\bf
Riemannsumme}\index{Riemannsumme!f"ur Funktion auf Mannigfaltigkeit}
$S^{r}_{\varphi} (f)$
durch die Formel
$$S^{r}_{\varphi} (f) = \sum^{r-1}_{i,j =0} f(p_{i,j}) \op{vol} (p_{i+1,j}
- p_{i,j}| \;p_{i,j+1} - p_{i,j})$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Lemma}
Seien  $Q\subset \DR^{2}$ ein kompaktes Rechteck 
und $\varphi:Q\ra \DR^{n}$ eine
stetig differenzierbare Abbildung.\label{RSIn} 
So gilt f"ur jede stetige Funktion $f:\varphi(Q)\ra\Bbb{R}$ 
mit unseren eben definierten
Riemannsummen
$$\int_{Q} f(\varphi(x))\op{vol}(\tiff_x\varphi)\diff^{2}x
  = \lim_{r \ra \infty} S^{r}_{\varphi} (f)$$
\end{Lemma}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[height=0.7\textheight]{SkriptenBilder/BildFi}\\[4mm]
\noindent 
Die gepunktelten Pfeile stellen die Vektoren $p_{3,0}-p_{2,0}$ und
$p_{2,1}-p_{2,0}$ dar, die Fl"ache
des durch sie bestimmten Parallelogramms geht 
in die Riemannsumme $S_M^3$ ein.
Die durchgezogenen Pfeile stellen die Vektoren
$\varphi_x(q_{2,0})$ und $\varphi_y(q_{2,0})$ dar,
die Fl"ache des durch sie bestimmten Parallelogramms 
geht entsprechend  in die Riemannsumme $S_Q^3$ ein. 
Beim "Ubergang zu immer feineren Rastern kommen wir zum 
selben Grenzwert, wie im Beweis von \ref{RSIn} ausgef"uhrt wird.
\end{figure}
\begin{Bemerkunge}
Eine vielleicht noch anschaulichere Variante liefert der 
Mittelwert von Riemannsummen 
$(S^{r}_{\varphi} (f)+ S^{r}_{\varphi\circ(-1)} (f))/2$
mit  $\varphi\circ(-1):(-Q)\ra \DR^{n}$
gegeben durch $x\mapsto \varphi(-x)$. 
Dieser Mittelwert ist n"amlich genau die Summe
$$\sum_{i,j=0}^{r-1}f(p_{i,j})\Delta(p_{i,j},p_{i+1,j},p_{i,j+1})+
\sum_{i,j=1}^{r}f(p_{i,j})\Delta(p_{i,j},p_{i-1,j},p_{i,j-1}) $$
mit der Notation $\Delta(p,t,s)$ f"ur die Fl"ache des
Dreiecks mit Ecken $p,t,s\in\DR^{n}$. Aus unserem Lemma folgt
unmittelbar, da"s auch  dieser 
Mittelwert von Riemannsummen 
gegen das Integral strebt.
\end{Bemerkunge}
\begin{proof}
Um Indizes zu vermeiden
bezeichnen wir die Koordinaten auf $\Bbb{R}^2$ mit $x,y$
und schreiben 
$\varphi_x,\varphi_y$ f"ur die Spaltenvektoren der
Jacobi-Matrix von $\varphi$.
Die linke Seite ist per definitionem das Integral
$\int_{Q} (f\circ \varphi) \;\op{vol} (\varphi_x|\varphi_y)$.
Dies Integral k"onnen wir
nach \ref{IVQp} schreiben als den Grenzwert f"ur $r\ra \infty$ gewisser
Riemannsummen, die wir der "Ubersichtlichkeit halber mit
$T^r=T^r_{\varphi}(f)$ abk"urzen wollen mit $T$ wie \glqq tangential\grqq\
und die gegeben werden durch
$$
T^r=
\sum^{r-1}_{i,j=0} f(\varphi(q_{i,j})) \;\op{vol}
\left(\varphi_x({q_{i,j}}) | \varphi_y({q_{i,j}})\right)
\; \frac{\op{vol} Q}{ r^{2}}$$
f"ur $\op{vol} Q $ die Fl"ache unseres Rechtecks $Q$ und damit
$(\op{vol} Q) /r^{2} $ die Fl"ache der kleinen
rechteckigen Felder $Q_{i,j} = [a_{i},a_{i+1}]\times [c_{j},c_{j+1}]$.
Nun ist $\varphi_x$ 
gleichm"a"sig stetig auf
dem Kompaktum $Q$. F"ur alle $\varepsilon >0$ gibt es also ein $R>0$
derart, da"s 
gilt $\left\|\varphi_x(p)
- \varphi_x(q)\right\|\leq \varepsilon$, 
wann immer $p$ und $q$ im selben kleinen rechteckigen Feld 
f"ur eine Unterteilung
mit $r\geq R$ liegen.
Jetzt erkl"aren wir die Vektoren $\varepsilon_{i,j}(r)$ durch die Identit"at
$$p_{i+1,j}-p_{i,j}
=\frac{b-a}{r}\left(\varphi_x({q_{i,j}})
+\varepsilon_{i,j}(r)\right)$$
Mit dem Schrankensatz \eref{MWSn}{AN1} folgt
unter der Voraussetzung $r\geq R$ die Absch"atzung 
$\| \varepsilon_{i,j}(r)\|\leq\varepsilon$. Eine analoge Absch"atzung erhalten
wir f"ur $p_{i,j+1}-p_{i,j}$. Jetzt setzen wir diese Darstellungen  in
$S^r$ ein und "uberlassen es dem Leser, hieraus zu folgern, da"s gilt
$$\lim_{r\ra\infty}(S^r-T^r)=0$$ Da
aber die
Folge $T^r$ nach \ref{IVQp} gegen unser Integral $\int_Q$ im Lemma
konvergiert, mu"s dasselbe auch f"ur die Folge $S^{r}$ gelten.
\end{proof}


\begin{proof}[Beweis f"ur Satz \ref{IUMa}, 
Integration "uber Mannigfaltigkeiten]
Wir zeigen zun"achst die
 Ein\-deu\-tig\-keit.
Der Tr"ager $ \op{supp} f$ unserer Funktion $f$ besitzt
als Kompaktum  eine endliche
"Uberdeckung durch Bilder von Karten 
 $(W_i,\varphi_i)$.  Nach \ref{TEL} existiert eine 
an diese "Uberdeckung von $ \op{supp} f$ angepa"ste
Teilung der Eins $\alpha_i$. 
Dann gilt $f=\sum_i \alpha_if$, und da unsere Bedingung 
bereits die Integrale der Summanden festlegt, legt die ebenfalls 
geforderte Linearit"at  auch das Integral von $f$ fest
und wir haben notwendig
$$\int_Mf=\sum_i\int_M\alpha_if=\sum_i \int_{W_i} \left((\alpha_if)\circ \varphi_i\right)(x) 
\op{vol}(\tiff _{x}\varphi_i)\diff ^{k}x$$
Als n"achstes zeigen wir, da"s die rechte Seite 
nicht von den getroffenen Wahlen abh"angt.
Sei also
eine weitere endliche offene "Uberdeckung von $\op{supp} f$ 
 durch die Bilder endlich vieler Karten 
$(V_j,\psi_j)$ gegeben sowie eine daran angepa"ste
Teilung der Eins $\beta_j$.
Wir behaupten die Gleichheit
$$\sum_i \int_{W_i} ((\alpha_if)\circ \varphi_i)(x) 
\op{vol}(\tiff _{x}\varphi_i)\diff ^{k}x =
\sum_j \int_{V_j} ((\beta_jf)\circ \psi_j)(x) 
\op{vol}(\tiff _{x}\psi_j) \diff^kx $$
Sie ist aufgrund der Linearit"at all dieser Integrale
"aquivalent 
zur Gleichheit
$$\sum_{i,j} \int_{W_i} ((\beta_j\alpha_if)\circ \varphi_i)(x) 
\op{vol}(\tiff _{x}\varphi_i)\diff ^{k}x =\sum_{i,j} 
\int_{V_j} ((\beta_j\alpha_if)\circ \psi_j)(x) 
\op{vol}(\tiff _{x}\psi_j) \diff^kx $$
und folgt, wenn wir die Gleichheit aller Summanden zeigen.
Hier haben nun die Funktionen
$\beta_j\alpha_if$ Tr"ager im Schnitt  $\varphi_i(W_i)\cap
\psi_j(V_j)$. 
Wir k"onnen also die Indizes weglassen und m"ussen nur f"ur jede 
 Funktion $h\in \mathcal C_!(M,\DR)$, deren Tr"ager im
Bild zweier Karten $(W,\varphi)$ und $(V,\psi)$ liegt,
die Identit"at
$$ \int_W h (\varphi(x)) 
\op{vol}(\tiff_{x}\varphi)\diff^{k}x  = \int_V  h(\psi(x)) 
\op{vol}(\tiff_{x}\psi) \diff^kx $$
zeigen. 
Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit d"urfen wir
$\varphi(W)=\psi(V)$ annehmen.
Der Kartenwechsel ist nach \ref{KaWe}  ein Diffeomorphismus 
$\kappa\pdef\psi^{-1}\circ \varphi: W\sira V$  mit 
$\psi\circ \kappa=\varphi: W\ra M$. 
Es folgt $f(\varphi(x))=f(\psi(\kappa(x)))$ und
      $\tiff _{x}\varphi = \tiff _{\kappa(x)} \psi \circ 
\tiff _{x} \kappa$.
Wir erhalten mit der Multiplikativit"at der Determinante also
$$
\op{vol}(\tiff _{x}\varphi)=
|\det \tiff _{x} \kappa|
\op{vol}(\tiff _{\kappa(x)}\psi)
$$
und folgern die behauptete Gleichheit der Integrale aus der
 Transformationsformel, angewandt auf die
Funktion  $h\circ \psi$.
Damit haben wir  gezeigt, da"s jede "Uberdeckung des Tr"agers 
unserer Funktion $f$ durch Bilder von Karten und jede zugeh"orige
Teilung der Eins in der Formel oben dieselbe Summe liefert, die wir damit
als unser $\int_M f$ erkl"aren k"onnen. Da"s die so erkl"arte Abbildung
$f\mapsto \int_M f$ dann auch $\DR$-linear ist und die geforderte 
Eigenschaft f"ur Funktionen mit Tr"ager im Bild einer Karte hat, 
folgt unmittelbar.
\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
  Sind  $M\subset \DR^m$ sowie
  $N\subset \DR^n$ Mannigfaltigkeiten und $f:M\ra\DR$ sowie
  $g:N\ra \DR$ kompakt getragene stetige Funktionen, so ist auch die Funktion
  $f\boxtimes g: M\times N\ra\DR$  kompakt getragen und stetig 
  und es gilt $$\int_{M\times N}f\boxtimes g=\left(\int_{M}f\right)\left(\int_{ N} g\right)$$ 
\end{Ubung}


\subsection{Minkowskidimension}
\begin{Bemerkungl} Wir verwenden die Minkowskidimension nur als
  Hilfsmittel zum Nachweis der Unabh"angigkeit des Integrals von den
  bei seiner Berechnung verwendeten Integrationskarten im Kontext
  der Integration "uber Mannigfaltigkeiten und die etwas allgemeineren
  Fastfaltigkeiten. Sie ist aber auch unabh"angig von dieser
  Anwendung ein interessantes Konzept und insbesondere f"ur das Studium
  sogenannter Fraktale relevant.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
  Gegeben ein metrischer Raum $X$ und $\rho>0$ bezeichne
  $N_\rho(X)$ die Zahl der offenen B"alle vom Radius $\rho$, die man mindestens
  braucht, um $X$ zu "uberdecken.
  Das Infimum  aller $k\in \DR$ mit 
  $$\op{lim}_{\rho\ra 0}\rho^kN_\rho(X)=0$$
  hei"st die {\bf Minkowski-Dimension von $X$}. Wir
  notieren sie $\op{mdim}(X)$.\label{dMid}
  \end{Bemerkungl}
\begin{Beispiele}[\textbf{Minkowskidimension kompakter Quader und ihrer R"ander}]
F"ur die Minkowskidimension eines
  kompakten Quaders $Q\subset \DR^n$
  mit nichtleerem Inneren $Q^\circ\neq \emptyset$
  erhalten wir $\op{mdim}(Q)=n$. F"ur  seinen
  Rand erhalten wir\label{mdiR}  
  dahingegen $\op{mdim}(\partial Q)<n$.
  Wegen der "Aquivalenz von Normen ist es in diesem Zusammenhang
  unerheblich, welche
  Norm wir verwenden, um $\DR^n$ mit einer Metrik zu versehen. 
\end{Beispiele}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Minkowskidimension von Vereinigungen}]
  Gegeben eine endliche "Uberdeckung
  $X=X_1\cup\ldots\cup X_r$ eines metrischen Raums $X$ gilt\label{mdiV}  offensichtlich
  $$\op{mdim}(X)=\op{max}\{\op{mdim}(X_i)\mid 1\leq i\leq r\}$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Lemma}[\textbf{Minkowskidimension von Bildmengen}]
  Sei $A\subset \DR^m$ halboffen, kompakt  und konvex.
  Ist $\varphi:A\ra \DR^n$ stetig differenzierbar, so gilt
  f"ur jede Teilmenge 
  $T\subset A$ die Absch"atzung\label{mdiB} 
  $$\op{mdim}(\varphi(T))\leq \op{mdim}(T)$$
\end{Lemma}
\begin{proof}
  Da wir $A$ kompakt annehmen, gibt es eine
  obere Schranke $C$ f"ur die Operatornorm der Differentiale
  $\tiff_p\varphi$ mit $p\in A$. 
  Aus dem Schrankensatz folgt nun  $\varphi(\op{B}(p;\rho)\cap A)\subset\op{B}(\varphi(p);C\rho)$ und damit
  $N_{C\rho} (\varphi(T))\leq N_{\rho} (T)$. Daraus aber ergibt sich die Behauptung sofort. 
\end{proof}




\subsection{Integration "uber Fastfaltigkeiten}









\begin{Definition}\label{RaToTc}
Gegeben  ein topologischer Raum  $X$
und darin 
eine Teilmenge $T\subset X$ gibt es eine gr"o"ste offene Teilmenge 
$$\op{Inn}_X(T)=\op{Inn}(T)=T^\circ\pdef \bigcup_{U\subset T,\;U\co X}U$$ von $X$, die in
$T$ enthalten\index{Inn@$\op{Inn}_X(T)$ Inneres von $T$}
ist,\index{)6circ@$T^\circ$ Inneres von $T\subset X$} 
n\"{a}mlich
die Vereinigung  aller in $T$ enthaltenen offenen 
Teilmengen von $X$.
Diese Menge $\op{Inn}_X(T)$ hei\ss t der \defnoind{offene Kern}\index{offen!Kern} 
oder auch das {\bf Innere}\index{Inneres, in topologischem Raum} 
von $T$ in $X$. Das Komplement $$\partial T=\partial_X T\pdef
\bar T\backslash T^\circ$$
des Inneren von $T$ in $X$ im Abschlu"s von $T$ in $X$  hei"st der  
{\bf Rand von $T$ in $X$}.\index{Rand}\index{d@$\partial T$ Rand von $T$}
\end{Definition}
\begin{Beispiele}
F"ur jeden topologischen Raum  $X$ gilt $\op{Inn}_X(X)=X$.
Gegeben $a\leq b$ reelle Zahlen gilt
$\op{Inn}_{\DR}([a,b])=(a,b)$ und 
$\op{Inn}_{[a,b]}([a,b])=[a,b]$.
\end{Beispiele}
\begin{Definition}
Sei $X$ ein endlichdimensionaler reeller affiner Raum.
Unter einer {\bf $k$-Integrationskarte\index{Integrationskarte} nach }$X$
verstehen wir ein Paar\label{QFEv} 
$(Q,\varphi)$ bestehend aus einer 
Teilmenge $Q\subset \DR^k$, die dargestellt werden kann
als eine disjunkte Vereinigung von endlich vielen 
 kompakten Quadern mit nichtleerem Inneren, 
und einer stetig differenzierbaren Abbildung $\varphi:Q\ra X$
mit $\varphi(Q^\circ)\cap \varphi(\partial Q)=\emptyset$ und
$\varphi|_{Q^\circ}$ injektiv und $\tiff_p\varphi$   
injektiv f"ur alle $p\in Q^\circ$.
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}
  Wir erinnern aus \ref{HKA}, da"s in einem Hausdorffraum jedes Kompaktum
  abgeschlossen ist. Wir erinnern aus \ref{BiKom}, da"s Bilder von Kompakta unter stetigen Abbildungen wieder kompakt sind. Wir erinnern aus \ref{Koed},
  da"s jede abgeschlossene Teilmenge eines Kompaktums kompakt ist.
  \nichtfinal{Vielleicht metrisches Kompaktum unterscheiden von Kompaktum
    in $\bar\DR^n$ von Kompaktum in topologischem Raum als gemeinsamer Oberbegriff?} 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Einschr"ankung von Integrationskarten zu Karten}]
  Gegeben eine Integrationskarte $(Q,\varphi)$ ist $\varphi(Q^\circ)$ eine
  Mannigfaltigkeit mit Karte $\varphi: Q^\circ\ra\varphi(Q^\circ)$. Um das zu sehen, m"ussen wir nach unserer Beschreibung \ref{KKR} von Mannigfaltigkeiten als Bilder  nur noch pr"ufen, da"s $\varphi^{-1}: \varphi(Q^\circ)\ra Q^\circ$ stetig ist.
Nun ist aber $Q$ und damit auch $\varphi(Q)$ kompakt. 
Folglich  bildet $\varphi$ 
abgeschlossene alias kompakte Teilmengen von $Q$ auf 
abgeschlossene alias kompakte Teilmengen von $\varphi(Q)$ ab. 
F"ur $U\subset \varphi(Q)$ impliziert $\varphi^{-1}(U)\co Q$
also $U\co \varphi(Q)$. Das gilt im "ubrigen genauso
f"ur jede  stetige Surjektion
von einem kompakten Raum auf einen Hausdorffraum.
Aus  unseren Annahmen  folgt f"ur $V\subset Q^\circ$ jedoch bereits  $V=\varphi^{-1}(\varphi(V))$.
Aus $V\co Q^\circ$ folgt mithin $\varphi^{-1}(\varphi(V))\co Q^\circ$ und dann
$\varphi^{-1}(\varphi(V))\co Q$ und nach der Vor"uberlegung 
$\varphi(V)\co \varphi(Q)$ und a forteriori
$\varphi(V)\co \varphi(Q^\circ)$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel} Wir erinnern unser Beispiel f"ur eine Abbildung
  eines offenen Intervalls in die Ebene mit einer Figur 6 mit
  \glqq offenem Ende\grqq\ als Bild, die injektiv ist aber kein
  Hom"oomorphismus auf ihr Bild. Es ist nicht m"oglich, sie auf das
  abgeschlossene Intervall $Q$ so auszudehnen, da"s gilt $\varphi(Q^\circ)\cap \varphi(\partial Q)=\emptyset$. Das mag zur Illustration der vorhergehenden
Argumentation dienen.
\end{Beispiel}
  

\begin{Definition}
Seien $k\in \DN$ und $X$ ein endlichdimensionaler reeller affiner Raum
und $M \subset X$
eine Teilmenge.\label{MFEmx} 
Unter einer {\bf $k$-Integrationskarte von $M$} verstehen wir eine 
\hyperref[QFEv]{$k$-Integra\-tions\-karte}
 $\varphi:Q\ra X$ nach $X$ mit $\varphi(Q)\subset M$ 
und $\varphi(Q^\circ)\co M$.
Eine Teilmenge $M\subset X$ hei"se eine
{\bf $k$-Fast-Mannigfaltigkeit}\index{Fast-Mannigfaltigkeit} 
oder abk"urzend
{\bf Fastfaltigkeit},\index{Fastfaltigkeit} wenn es
f"ur jeden Punkt $p\in M$ eine 
$k$-Integrationskarte $(Q,\varphi)$ von $M$ gibt mit 
 $p\in \op{Inn}_M(\varphi(Q))$.\label{QFEm}   
\end{Definition}

\begin{Beispiele}
Die Oberfl"ache eines W"urfels ist eine $2$-Fastfaltigkeit. Wir k"onnen
sie sogar  als das Bild  einer einzigen Integrationskarte erhalten,
deren Definitionsbereich eine disjunkte Vereinigung von sechs kompakten
Rechtecksfl"achen in $\DR^2$  ist. 
Jede $k$-Mannigfaltigkeit ist eine  $k$-Fastfaltigkeit.
Das Bild einer $k$-In\-te\-gra\-tions\-kar\-te ist stets eine
  $k$-Fastfaltigkeit.
Der Mercedesstern ist ein schmutziges Beispiel f"ur
eine   $1$-Fastfaltigkeit. Eine Eiswaffel ist ein besonders
schmutziges Beispiel f"ur
eine   $2$-Fastfaltig\-keit. Jede offene Teilmenge $U\co M$ einer $k$-Fastfaltigkeit $M$ 
ist wieder eine $k$-Fastfaltigkeit und Integrationskarten von $U$ sind auch Integrationskarten von  $M$.
\end{Beispiele}
\begin{figure}[htbp]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildIFK}
\end{minipage}\hfill
\begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
 Eine $1$-Fastfaltigkeit in der Papierebene und eine surjektive 
Integrationskarte derselben mit einer disjunkten Vereinigung von
vier kompakten Intervallen als Definitionsbereich.
\end{minipage}
\end{figure}
\begin{Bemerkungl}[{\bf Diskussion der Terminologie}]
Die hier eingef"uhrten Begriffe
\glqq Integra\-tions\-karte\grqq\ 
und \glqq Fastfaltigkeit\grqq\ 
kenne ich  nicht aus der Literatur. 
Sie sind das Ergebnis meiner Bem"uhungen, einen begrifflichen Rahmen
bereitzustellen, in dem den  aus der 
Schulzeit bekannten Figuren in der vollen Exaktheit
dieser Vorlesung eine Oberfl"ache zugeordnet und berechnet werden kann. F"ur diesen Zweck scheint mir die 
hier eingef"uhrte Begrifflichkeit praktisch und angemessen.
\end{Bemerkungl}


\begin{Satz}[\textbf{Integration "uber Fastfaltigkeiten}]
Gegeben eine \hyperref[MFEmx]{$k$-Fastfaltigkeit}  $M\subset \DR^n$ 
 gibt es genau eine 
Linearform auf dem Raum ihrer
 stetigen kompakt getragenen Funktionen\label{IUMac} 
$$\int_M:\cal{C}_!(M,\DR)\ra\DR$$
derart, da"s f"ur jede 
\hyperref[MFEmx]{$k$-Integrationskarte}  $(Q,\varphi)$ 
von $ M$
und
jede stetige Funktion $f:M\ra\DR$ mit  Tr"ager
im Bild besagter Integrationskarte 
$\op{supp}f\subset \varphi(Q)$
gilt
$$\int_M f=\int_{Q} f(\varphi(x)) 
\sqrt{\det \;(\tiff _{x}\varphi)^{\top}\;\!
(\tiff _{x}\varphi)}\;\diff^{k}x$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Das Integral "uber eine endliche Vereinigung  $Q$ von paarweise disjunkten 
kompakten Quadern ist  hierbei zu verstehen als die Summe der 
Integrale "uber die einzelnen Quader. Im Fall einer Mannigfaltigkeit
stimmt unser neues Integral offensichtlich 
mit dem bereits in \ref{IUMa} definierten Integral "uber
Mannigfaltigkeiten "uberein. In diesem Fall
finden wir ja  eine "Uberdeckung durch 
Bilder von Integra\-tions\-karten,
deren Restriktion auf die Inneren der jeweiligen 
Definitionsbereiche eine
"Uberdeckung durch Bilder von Karten ist.
Im Spezialfall $k=n$ einer $n$-Fastfaltigkeit   $M\subset \DR^n$ 
notieren
wir unser Integral  $\int_Mf(x)\diff^n x$. F"ur diesen Fall
werden wir in \eref{iIF}{AN3} die Verallgemeinerung zum
sogenannten \glqq Lebesgue-Ma"s\grqq\  
kennenlernen, die Kompatibilit"at beider Volumenbegriffe wird in
\eref{RkL}{AN3} diskutiert. Auch im Fall $k<n$ werden wir in
\eref{RIK}{AN3} noch
derartige  Verallgemeinerungen
kennenlernen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Inkonsistenzen der Notation}] Ein kompakter Quader $Q\subset \DR^n$ mit leerem Inneren
  ist  eine $k$-Fastfaltigkeit f"ur geeignetes $k<n$. In diesem
  Fall verschwindet unser Quaderintegral $\int_Qf$ aus \ref{RiMV} und
  im allgemeinen verschieden vom Integral $\int_Qf$
  "uber die $k$-Fastfaltigkeit $Q$. Der Leser mu"s manchmal also
  aus dem Kontext erschlie"sen, welcher Intgralbegriff mit $\int_Qf$
  gemeint ist.
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}
  Die {\bf Fl"ache}\index{Fl"ache} einer kompakten Fastfaltigkeit
  $M\subset \DR^n$ erkl"aren wir als das Integral $\int_M 1$ der konstanten Funktion Eins. Den Bezug dieser Definition zur Anschauung stellt
  die Beschreibung als Grenzwert von Riemannsummen \ref{RSIn} her.
  Umgangssprachlich w"urde man nur bei einer $2$-Fastfaltigkeit von ihrer
  Fl"ache reden, aber wir verwenden diese Terminologie auch im allgemeinen.
\end{Bemerkungl}
 \begin{figure}[p]\centering
 \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildIFM}\\[4mm]
 \noindent 
 Zum Beweis  der Unabh"angigkeit des Integrals von
 der Integrationskarte
 \end{figure}
 
\begin{proof}
Wir zeigen zun"achst die Eindeutigkeit.  Als Kompaktum  besitzt
$\op{supp}f$ nach \ref{MFEmx} eine "Uberdeckung
$\op{supp}f\subset \op{Inn}_M(\varphi_1(Q_1))
\cup\ldots \cup\op{Inn}_M(\varphi_r(Q_r))$ durch 
die 
Inneren von Bildern von 
 endlich vielen Integrationskarten $(Q_i,\varphi_i)$ 
von $M$. W"ahlen wir eine daran angepa"ste Teilung der Eins, so folgt
die Eindeutigkeit wie im Fall von Mannigfaltigkeiten
\ref{IUMa}.
Um  die Existenz nachzuweisen, argumentieren wir weiter wie im Fall von
Mannigfaltigkeiten. Wir  
m"ussen dann nur noch zeigen, da"s gegeben
zwei Integrationskarten $(Q,\varphi)$ und $(P,\psi)$ 
von $M$ und eine Funktion $f\in \cal{C}_!(M,\DR)$ mit Tr"ager
im Bild 
beider Integrationskarten 
$\op{supp}f\subset \varphi(Q)\cap\psi(P)$
gilt
$$\int_{Q} f(\varphi(x)) 
\op{vol}(\tiff _{x}\varphi)\diff^{k}x=\int_{P} f(\psi(y)) 
\op{vol}(\tiff _{y}\psi)\diff^{k}y$$
Hier verwenden wir wieder unsere Abk"urzung 
$\op{vol}(\tiff _{x}\varphi)=
\sqrt{\det \;(\tiff _{x}\varphi)^{\top}\;\!
(\tiff _{x}\varphi)}$.
Im Fall $(\op{supp}f)\subset \varphi(Q^\circ)\cap\psi(P^\circ)$
folgt obige Gleichheit unmittelbar aus dem bereits behandelten Fall der Integration "uber
Mannigfaltigkeiten, angewandt auf die Mannigfaltigkeit 
$\varphi(Q^\circ)\cup\psi(P^\circ)$. 
Im allgemeinen Fall
 haben wir wegen unseren Annahme an Integrationskarten $\psi(\partial P)\sqcup \psi(P^\circ)=\psi(P)\As M$ und folglich eine Zerlegung $$Q= A\sqcup \varphi^{-1}(\psi(\partial P))\sqcup \varphi^{-1}(\psi(P^\circ))$$
mit der Notation $A$ f"ur \glqq den Rest\grqq. Wir f"uhren weitere abk"urzende  Notationen ein und schreiben unsere
Zerlegung $Q=A\sqcup S\sqcup U$.
Sicher gilt dann $A\co Q,S\As Q$ und $U\co Q$.
In derselben Weise bilden  wir eine Zerlegung  $P= B\sqcup T\sqcup V$.
Zu zeigen ist eine Gleichheit $$\int_Qg=\int_P h$$ von Integralen
stetiger Funktionen $g:Q\ra\DR$ und $h:P\ra\DR$ mit
$g|_A=0$ und $h|_B=0$ und der Eigenschaft, da"s es  einen $\mathcal C^1$-Diffeomorphismus $$\kappa: Q^\circ\cap U\sira P^\circ \cap V$$ gibt mit
$g=(h\circ\kappa)|\det \tiff\kappa|$ auf $Q^\circ\cap U$, n"amlich  den Kartenwechsel. 
Wir weisen nun geeignete \glqq Kleinheitseigenschaften\grqq\ f"ur  $S$ und $T$ nach,
mit deren Hilfe es dann gelingt,
obige Gleichheit zu zeigen.
F"ur $\varepsilon>0$ bezeichne  $Q_\varepsilon$  die Menge aller Punkte von $Q$, die zum Komplement von $Q$ einen Abstand $\leq\varepsilon$ haben. 
 Wir zeigen  die Absch"atzung  
$$\op{mdim}(S\cap Q_\varepsilon)<k \quad\forall\varepsilon >0$$
Per definitionem
haben wir $S=\varphi^{-1}(\psi(\partial P))$.
Nach \ref{mdiR} hat $\partial P$ Minkowskidimension $<k$, also hat nach \ref{mdiB} auch $\psi (\partial P)$ Minkowskidimension $<k$. 
Andererseits ist $\varphi(Q^\circ)$ eine Mannigfaltigkeit mit Karte $\varphi:Q^\circ\ra
\varphi(Q^\circ)$. Das durch diese Karte
gegebene Koordinatensystem auf $\varphi(Q^\circ)$ besitzt nach \ref{lElK}
um jeden Punkt von $\varphi(Q^\circ)$ eine lokale Erweiterung zu einem lokalen Koordinatensystem von $\DR^n$. Als Bild eines Kompaktums ist 
$\varphi(Q_\varepsilon)$  kompakt und besitzt also eine
endliche "Uberdeckung
$$\varphi(Q_\varepsilon)\subset B_1\cup\ldots\cup B_r$$
durch offene B"alle von positivem Radius $B_i\co \DR^n$ derart, da"s es
$\mathcal C^1$-Abbildungen $\chi_i:\bar B_i\ra \DR^k$ gibt mit
$\chi_i(\varphi(p))=p\;\forall p\in Q^\circ \cap \varphi^{-1}(B_i)$.
Wir haben  also
$$S\cap Q_\varepsilon\subset
\bigcup_{i=1}^r \;\chi_i (\bar B_i\cap \psi(\partial P))$$
F"ur alle $\varepsilon >0$  finden wir zusammenfassend
$$\begin{array}{lll}
  \op{mdim}(\partial P)<k \text{ nach }\ref{mdiR}
  &\RA& \op{mdim}(\psi(\partial P))<k \text{ nach } \ref{mdiB}\\[2mm]
 & \RA& \op{mdim}(\chi_i (\bar B_i\cap \psi(\partial P)))<k \text{ nach } \ref{mdiB}\\[2mm]
 &\RA& \op{mdim}(S\cap Q_\varepsilon)<k \text{ nach } \ref{mdiV}.
\end{array}$$
 Nach "Ubung \eref{ANL}{AN3} w"are damit $S\cap Q_\varepsilon$ eine \glqq Lebesgue-Nullmenge\grqq\ und damit w"aren auch $S$ und analog $T$
selbst    Nullmengen  als abz"ahlbare Vereinigungen von Nullmengen und der Beweis im Rahmen der Lebesgue-Theorie w"are  fertig, vergleiche
\eref{FaLeb}{AN3}. Wir wollen jedoch hier  
  die Gleichheit $$\int_Qg=\int_P h$$
   ohne Lebesgue-Theorie zeigen.
  Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit d"urfen wir $g\geq 0$ und
$h\geq 0$ annehmen. Sicher reicht es f"ur $g\geq 0$ mit $g|_A=0$ zu zeigen
 $$\int_{Q} g =
\sup\left.\left\{\int_{Q} \beta g\;\;\right|\;\; \beta\in \mathcal C_!(Q^\circ\cap U,[0,1])\right\}$$
 Sicher reicht es weiter, f"ur $g\geq 0$  mit $g|_A=0$ und alle $\varepsilon >0$ zu zeigen
 $$\int_{Q_\varepsilon} g =
 \sup\left.\left\{\int_{Q_\varepsilon} \beta g\;\;\right|\;\; \beta\in \mathcal C_!(Q_\varepsilon^\circ\cap U,[0,1])\right\}$$
 Das aber folgt unmittelbar aus dem anschlie"senden Lemma \ref{mdiI},
 angewandt auf $K$ einen der Quader, aus denen $Q_\varepsilon$ besteht,
 mit $R\pdef (S\cap K)\cup \partial K$. 
\end{proof}




\begin{Lemma}[\textbf{Minkowskidimension und Integral}]
  Seien $K\subset \DR^k$ ein kompakter Quader und\label{mdiI} 
  $g:K\ra \DR_{\geq 0}$ eine nichtnegative stetige Funktion. 
  Hat $R\subset K$ Minkowskidimension $\op{mdim}(R)<k$,
 so gilt 
  $$\int_K g=\op{sup} \left.\left\{\int_K\beta g\;\;\right|\;\; \beta:K\ra[0,1]\text{ stetig mit }(\op{supp}\beta)\cap R=\emptyset\right\}$$
 \end{Lemma}
\begin{proof}
  Nach Annahme gibt es f"ur jedes $\varepsilon >0$ eine endliche 
  "Uberdeckung $R\subset W_1\cup\ldots\cup W_r$ durch
  kompakte W"urfel in $\DR^k$  mit einer festen gemeinsamen Kantenl"ange 
  und Gesamtvolumen $\sum_{i=1}^r\op{vol}(W_i)<\varepsilon$. 
  Wir k"onnen sicher jeden dieser W"urfel  vergr"o"sern zu einem
  offenen W"urfel $U_i\supset W_i$ derart, da"s gilt $\sum_{i=1}^r\op{vol}(U_i)<2\varepsilon$.
  Dann bilden $U\pdef \bigcup U_i$ und $V\pdef \DR^k\backslash \bigcup W_i$
  eine offene "Uberdeckung von $\DR^k$ und f"ur $h\in \mathcal C_!(U;\DR_{\geq 0})$
  gilt offensichtlich $\int h\leq 2\varepsilon\op{sup}h$. Andererseits gibt es
  nach unseren Erkenntnissen zur  Teilung der Eins \ref{TEL}
  Funktionen $\alpha\in \mathcal C_!(U;[0,1])$ und $\beta\in \mathcal C_!(V;[0,1])$ mit $\alpha(x)+\beta(x)=1\;\forall x\in K$.
 Wir finden so 
 $$\int_K g=\int_K \alpha g + \int_K \beta g$$
 mit $\int_K \alpha g\leq 2\varepsilon (\op{sup}g)$ und $(\op{supp}\beta)\cap R=\emptyset$. Das zeigt die Behauptung. 
\end{proof}
































\begin{Bemerkungl}[\textbf{Integration "uber Fastfaltigkeiten
      in euklidischen R"aumen}]
Gegeben ein endlichdimensionaler euklidischer Raum\label{ImE}   
 mit L"angengerade $\mathbb L$ im Sinne
von \eref{euAR}{LA2} liefern die analogen Definitionen f"ur  jedes
$k$-Tupel von Vektoren $v_1,\ldots, v_k$ ein Element 
 $$\op{vol}(v_1,\ldots, v_k)
=\sqrt{\op{det}(s(v_i,v_j))}\in \mathbb L^{\otimes k}$$
Weiter liefern die analogen Definitionen f"ur  jede
$k$-Fastfaltigkeit  $M\subset X$ ein
Integral  $$\int_M:\cal{C}_!(M,\DR)\ra \mathbb L^{\otimes k}$$
 Die {\bf Fl"ache}\index{Fl"ache} einer kompakten Fastfaltigkeit
 $M\subset X$ erkl"aren wir wieder als das Integral  der konstanten Funktion Eins und erhalten so ein Element $\int_M1\in \mathbb L^{\otimes k}$.
 So gesehen messen sich also auch in der Mathematik 
\glqq L"angen in Metern, Fl"achen in Quadratmetern und Volumen in Kubikmetern\grqq.
Betrachten wir noch allgemeiner Funktionen mit Werten in einem
Banachraum $V$, so wird unser Integral
noch allgemeiner  
zu einer Abbildung $\int_M:\cal{C}_!(M,V)\ra 
\mathbb L^{\otimes k}\otimes V$.
\end{Bemerkungl}
 \subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
  Sind  $M\subset \DR^m$ sowie
  $N\subset \DR^n$ Fastfaltigkeiten und $f:M\ra\DR$ sowie
  $g:N\ra \DR$ kompakt getragene stetige Funktionen, so ist auch
  $M\times N\subset \DR^{m+n}$ eine Fastfaltigkeit und 
  $f\boxtimes g: M\times N\ra\DR$ eine kompakt getragene stetige Funktion
  und es gilt $$\int_{M\times N}f\boxtimes g=\left(\int_{M}f\right)\left(\int_{ N} g\right)$$ 
\end{Ubung}

\subsection{Explizite Berechnung einiger Integrale}



\begin{Beispiel}[\textbf{Integration "uber eine Kreislinie}]
Gegeben $R>0$ ist die Kreislinie $S\pdef \{(x,y)\mid x^2 +y^2=R\}$
eine kompakte Einsmannigfaltigkeit in $\DR^2$. Die 
Abbildung\label{PoLKn} 
$[0,2\pi]\ra S$ mit
$  \varphi\mapsto  
(R \cos \varphi, R \sin \varphi)$
ist eine surjektive \hyperref[MFEmx]{Integra\-tionskarte} von $S$. 
Gegeben $f:S\ra \DR$ stetig zeigt unser Satz \ref{IUMac} zur
Integration "uber Fastfaltigkeiten  folglich
$$\int_S f=\int_0^{2\pi} 
f(R \cos \varphi, R \sin \varphi)R\diff\varphi$$
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{"Ubergang zu Polarkoordinaten, Variante}]
Gegeben $R>0$ ist die Kreisscheibe $D\pdef \{(x,y)\mid x^2 +y^2\leq R\}$
eine kompakte $2$-Fastfaltigkeit in $\DR^2$ und die 
Polarkoordinatenabbildung\label{PoLK} 
$P:[0,R]\times[0,2\pi]\ra D$ gegeben durch 
$P:(r ,  \varphi)^\top\mapsto  
(r \cos \varphi, r \sin \varphi)^\top$
ist eine surjektive Integrationskarte von $D$. 
Gegeben $f:D\ra \DR$ stetig zeigt unser Satz \ref{IUMac} zur
Integration "uber Fastfaltigkeiten folglich
$$\int_D f=\int_Q f\circ P \;|\tiff P|=\int_0^{2\pi} \int_0^R
f(r \cos \varphi, r \sin \varphi)r\diff r\diff\varphi$$
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Oberfl"ache der Einheitskugel}]
Die Kugelschale $$S^{2}\pdef\{(x,y,z)\in\DR^{3}\mid x^2+y^2+z^2=1\}$$
ist eine kompakte Mannigfaltigkeit und 
unser Satz \ref{IUMa} 
ordnet ihr eine Zahl $\int_{S^{2}}1$ zu, die wir als ihre
Oberfl"ache interpretieren.\label{OEEKn} 
Um sie zu berechnen, wenden  wir unseren Satz \ref{IUMac} 
zur Integration "uber Fastfaltigkeiten an auf
die surjektive Integrationskarte aus einer Variante der Kugelkoordinaten 
$$\begin{array}{rccl}
K : &[ -\pi/2, \pi/2]\times  [ -\pi, \pi]
&\ra &\;\;S^2\\& (\theta\;\;,\;\;\varphi)\;\;\;&\mapsto
& ( \cos \theta \cos \varphi,\cos \theta \sin \varphi,  \sin \theta)
\end{array}$$
Die Jacobi-Matrix ergibt sich zu
$$\tiff K =\left( \begin{array}{cc}
-\sin \theta \cos \varphi& -\cos \theta \sin \varphi\\ 
-\sin \theta\sin \varphi & \;\;\cos \theta\cos \varphi
\\ \cos \theta
& 0\end{array} \right) $$
und wir erhalten als Gram'sche Matrix
$$(\tiff K)^{\top} (\tiff K) =
\left(\begin{array}{cc} 1 &0\\ 0 & \cos^{2} \theta
\end{array} \right)$$
Die Wurzel aus der Determinante der Gram'schen Matrix ergibt sich damit zu
$\cos \theta$
und wir folgern f"ur jede stetige Funktion $f:S^2\ra\DR$  die Formel
$$
\int_{S^2} f = \int^{\pi}_{-\pi}
\int^{\pi/2}_{-\pi/2} f( \cos \theta \cos \varphi,\cos \theta \sin \varphi,  \sin \theta )\cos \theta\;\diff
\theta \diff \varphi$$
Wenden wir unsere Formel  auf die konstante Funktion Eins
an,  so erhalten wir 
 f"ur die Oberfl"ache der Einheitskugel das Ergebnis
$$\int_{S^{2}}  1=  \int^{\pi}_{-\pi}
\int^{\pi/2}_{-\pi/2} \cos \theta\;\diff
\theta \diff \varphi= 4\pi$$
\end{Beispiel}

\begin{Beispiel}[\textbf{Schwerpunkt einer Halbkugel}]
Wir berechnen die H"ohe des Schwerpunkts der massiven Halbkugel
$H \pdef\{(x,y,z)\in \Bbb{R}^3 \mid x^2 + y^2+z^2 \leq 1$ und $ z \geq 0\}$.
Per definitionem ist das diejenige Zahl $h \in \Bbb{R}$, f"ur die gilt
$\int_H (z -h) =0$, so da"s wir unter Zuhilfenahme von \ref{KuVo} erhalten
\begin{displaymath}
h \frac{2\pi}{3} =h\int_H 1 =  \int_H z 
\end{displaymath}
Durch "Ubergang zu Kugelkoordinaten  \ref{TKKo} folgt
\begin{eqnarray*}
\int_H z &= &\int_0^{\pi/2} \int_0^{2\pi} \int_0^{1} 
(r\cos \varphi) r^2 \sin (\varphi)
\diff r\diff \varphi \diff \varphi\\
&=& 2\pi \left( \int_0^1 r^3 \diff r\right) \left( \int_0^{\pi/2}
\cos (\varphi) \sin (\varphi) \diff\varphi\right)\\
&=& 2\pi \cdot \left(\frac{1}{4}\right) \cdot \frac{1}{2} \int_0^{\pi/2} \sin
(2\varphi) \diff\varphi
=\frac{\pi}{4}\cdot \left.\frac{-\cos (2\varphi)}{2} 
\right|^{\pi/2}_{0} = \frac{\pi}{4}
\end{eqnarray*}
womit sich die H"ohe des Schwerpunkts ergibt zu $h = 3/8$. 
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Tr"agheitsmoment der
Einheitskugel}]
Wir integrieren die Funktion $x^2+y^2 $ "uber die
Einheitskugel $K \pdef \{(x,y,z) \mid x^2 + y^2 + z^2 \leq 1\}$.
Physikalisch Gebildete erkennen, da"s wir hier im wesentlichen
das Tr"agheitsmoment der
Einheitskugel um die $z$-Achse berechnen, aber das spielt in unserer Rechnung
keine Rolle.
Durch "Ubergang zu Kugelkoordinaten \ref{TKKo} und mit
\eref{sin3}{AN1} erhalten wir
\begin{eqnarray*}
\int_K x^2+y^2  = \int_0^{2\pi} \int_0^\pi
\int^1_0 r^4 \sin^3( \varphi) \diff r \diff \varphi\diff\varphi
= \frac{8\pi}{15}
\end{eqnarray*}
\end{Beispiel}

 \begin{Bemerkunge}
    Es sollte wohl irgendwann einmal gezeigt werden, da"s mit der in
    \eref{GaF}{FT1} definierten Interpolation $\Gamma:\DR_{>0}\ra\DR$ der
    Zuordnung $n\mapsto (n-1)!$ und der Konvention $x!\pdef\Gamma(x+1)$ gilt
$$(\text{Volumen der Einheitskugel im }\DR^n)=
\frac{\pi^{n/2}}{(n/2)!}$$
Diese Formel kann mithilfe der Funktionalgleichung 
$\Gamma(x+1)=x\Gamma(x)$ aus 
\eref{GaF}{FT1} und der Erkenntnis $\Gamma(1/2)=\sqrt{\pi}$ aus
\eref{ga12}{FT1} auch leicht in eine etwas weniger elegante Formel
umgeschrieben werden, in der die $\Gamma$-Funktion nicht mehr auftritt.
\end{Bemerkunge}

\subsubsection*{"Ubungen}

\begin{Ubung}\index{Kugelvolumen}\label{KuVo}
Man zeige, da"s die Einheitskugel in $\DR^3$ das Volumen $4\pi/3$ hat.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
Man berechne das Integral der Funktion $(xyz)^2$ "uber die 
Einheits\-sph"are in $\DR^3$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Oberfl"ache eines Rotationsk"orpers}]
Sei $I\subset\DR$ ein mehrpunktiges kompaktes Intervall\label{OFR} 
und $f:I\ra (0,\infty)$ stetig
differenzierbar. Man zeige, da"s die 
{\bf Mantelfl"ache}\index{Mantelfl"ache}
$M\pdef \{(x,y,z)\in\DR^3\mid z\in I,\; x^2+y^2= (f(z))^2\}$  eine 
kompakte $2$-Fast\-fal\-tig\-keit in $\DR^3$
ist mit der Fl"ache
$$\int_M1=2\pi \int_I f(z)\sqrt{1+(f'(z))^2}\diff z$$
  Die anschauliche Bedeutung unserer Formel f"ur
die Oberfl"ache eines Rotationsk"orpers erkennt man, wenn man unsere
Rotationsfl"ache durch eine Vereinigung von d"unnen
B"andern der Gestalt \glqq 
oberer R"ander von Eiswaffeln\grqq\  approximiert.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Volumen eines Rotationsk"orpers}]
Sei $I\subset\DR$ ein mehrpunktiges kompaktes Intervall\label{VOR} 
und $f:I\ra (0,\infty)$ stetig
differenzierbar. Man zeige, da"s der 
{\bf Rotationsk"orper}\index{Rotationsk"orper}
$M=\{(x,y,z)\in\DR^3\mid z\in I, x^2+y^2\leq (f(z))^2\}$  eine 
kompakte $3$-Fast\-fal\-tig\-keit in $\DR^3$
ist mit dem Volumen
$$\int_M1=\pi \int_I f(z)^2\diff z$$
  Die anschauliche Bedeutung unserer Formel f"ur
das Volumen eines Rotationsk"orpers erkennt man, wenn man unseren
Rotationsk"orper durch eine Vereinigung von d"unnen
Scheiben approximiert.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}
  Gegeben eine kompakte $k$-Fastfaltigkeit 
$M\subset\DR^n$ und  $A\in{\op{O}}(n)$ zeige man
$$\int_M1=\int_{A(M)}1$$
Insbesondere und in  Worten bleibt also 
beim Drehen und Verschieben
von Fl"achen im Raum
ihre
Oberfl"ache unver"andert.
\end{Ubung}


%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "XXAN2"
%%% End: 





