
\begin{center} {\Large 
 Anlage zum Vorschlag von\\
Prof. Matthias Aschenbrenner\\
zur Aufnahme in die \\Akademie der Naturforscher
Leopoldina}
\end{center}
\noindent 
 \begin{center}    {\bf Laudatio}\end{center}
    \\[3mm]
\noindent 
Matthias Aschenbrenner ist ein international h"ochst anerkannter
Experte f"ur Mathematische Logik und speziell Algebraische Modelltheorie.
Seine Arbeiten decken ein ungew"ohnlich
breites Spektrum von mathematischen
Fachgebieten ab, zu denen er zusammen mit einer Vielzahl von Koauthoren
wichtige Betr"age geleistet hat.
Neben Arbeiten zu Effektivit"at von Berechnungsverfahren in der
kommutativen Algebra befa"st er sich mit stochastischen Algorithmen
und modelltheoretischen Fragen, deren Ursprung in der Analysis liegt:
Einerseits der Modelltheorie komplexanalytischer R"aume und andererseits der
Modelltheorie gewisser angeordneter differentieller K"orper,
der sogenannten Hardy-K"orper.
\\[2mm]\noindent
In seiner Dissertation bei Lou van den Dries beantwortete er eine
lange offene Frage von Kronecker nach einem schnellen
Entscheidungsverfahren f"ur die Mitgliedschaft in Idealen in Polyomringen mit
ganzzahligen Koeffizienten oder allgemeiner Koeffizienten in
Ganzheitsringen von Zahlk"orpern.
F"ur diese Arbeit erhielt er
2001 den  Gerald E. Sacks Prize für die
weltweit beste
Dissertation auf dem Gebiet der Logik.
\\[2mm]\noindent
Seine Arbeiten zur Modelltheorie von Hardy-K"orpern 
kulminierten in einem knapp tausendseitigen
gemeinsam mit van den Dries und van der Hoeven verfa"sten Werk, das 2017 als
Band 195 der Annals of Mathematical Studies bei der Princeton University Press
erschien, der vielleicht renommiertesten Serie von mathematischen
Monographien. Dieses Buch erhielt 2018 den Karp-Preis, eine Auszeichnung,
die alle f"unf Jahre f"ur ein herausragendes Buch oder einen
herausragenden Aufsatz in symbolischer Logik vorzugsweise
aus den vorangegangenen f"unf Jahren vergeben wird.
Die Autoren wurden auch eingeladen, auf dem Internationalen
Mathematiker-Kongress
2018 in Rio de Janeiro "uber ihre Resultate vorzutragen. Ein ICM-Vortrag ist
in der Mathematik hoch angesehen, denn diese Kongresse finden nur alle
vier Jahre statt und man kann sich nicht auf Vortr"age dort bewerben, sondern
f"ur jede Sektion stellt ein hochrangig besetztes Gremium ein Vortragsprogramm
zusammen, und wenn einem diese Ehre zuteil wird, reist man selbstverst"andlich
auch hin. 
\\[2mm]\noindent
Sein am meisten zitiertes Werk ist eine gemeinsam mit Friedl und Wilton
verfa"ste Darstellung von Teilen
der Theorie der Fundamentalgruppen kompakter 3-Man\-nig\-fal\-tig\-kei\-ten,
erschienen 2015 beim Verlag der Europäischen Mathematischen Gesellschaft.
Insgesamt weist ihn seine Publikationsliste mit vielen Forschungsartikeln
 und zwei B"uchern von einmal gut zweihundert und einmal knapp
tausend Seiten als einen sehr aktiven Forscher aus. Die vielen 
Referenzen auf seine Arbeiten 
zeigen, da"s seine Arbeit auch sehr gut rezipiert wird. 
\\[2mm]
Matthias Aschenbrenner begann 1993 mit dem Studium
der Mathematik und Informatik an der Universit"at Passau,
ging nach dem Vordiplom
mit einem DAAD-Sipendium in die USA, kam in einem Graduate Program
an der University of Illinois at Urbana-Champaign (UIC) unter und
promovierte dort 2001. Danach arbeitete er zwei Jahre als Postdoktorand in
Berkeley, wurde erst Assistent und dann Associate Professor an der UIC,
wechselte 2007 als Associate Professor an
die University of California in Los Angeles
(UCLA) und avancierte dort  2011 zum Full Professor.  Seit 2012
ist er Fellow der American Mathematical Society. 2018 wurde er Direktor
des  Logic Center an der UCLA.
\\[2mm]
\noindent  Im Jahre  2020 wurde Matthias Aschenbrenner zum  
Direktor des Kurt Gödel Research
Center for Mathematical Logic an der  Universität Wien berufen, einem der
 bedeutendsten
Zentren f"ur Mathematische Logik weltweit. 
Seit 
2022 amtiert er als erster Stellvertreter des Pr"asidenten
der  Deutschen Vereinigung für Mathematische Logik und für
Grundlagenforschung der Exakten Wissenschaften (DVMLG), seit 2023 ist er 
Mitglied des  Executive Committee der  Association for Symbolic Logic (ASL).
\\[2mm]
\noindent
Die Leopoldina k"onnte mit seiner Zuwahl einen herausragenden Vertreter der
Mathematischen Logik und Modelltheorie gewinnen, einem wichtigen Gebiet
der Mathematik, das derzeit auch dank seiner Arbeiten
so stark in die anderen Gebiete der Mathematik
hineinwirkt wie schon lange nicht mehr. 
Wir haben an der Leopoldina keinen Modelltheoretiker 
und Matthias Aschenbrenner w"are auch unter diesem Aspekt eine sehr gute Wahl.
\\[1cm]
\hspace{10cm} Wolfgang Soergel (Freiburg)
\\[0.5cm]\noindent
PS: Ich bin in diesem Zusammenhang einmal unser Mitgliederverzeichnis
durchgegangen und habe in der Tat au"ser Gottlob Frege (Zuwahl 1895)
und  dem Intuitionisten Egbertus Brouwer (Zuwahl 1924) 
keine Vertreter der Logik ausmachen k"onnen. Weder der Begr"under
der Mengenlehre Georg Cantor noch Ernst Zermelo, auf dessen Axiomensystem
f"ur die Mengenlehre die moderne Mathematik ruht,
wurden in die Akademie gew"ahlt. "Uber die Gr"unde lie"se sich
trefflich streiten, aber besser an anderer Stelle. 




\end{document}

\newpage
Matthias Aschenbrenner ist seit 2020
Direktor des Kurt Gödel Research
Center for Mathematical Logic an der  Universität Wien. 
2011–2020 war er Full Professor an der University of
California in  Los Angeles (UCLA) und 2018–2020 Direktor
des  Logic Center dort. Seit 2012
ist er Fellow der American Mathematical Society, 
F"ur seine Dissertation erhielt er
2001 den  Gerald E. Sacks Prize für die
weltweit beste
Dissertation auf dem Gebiet der Logik.



Seine Arbeiten weisen eine gro"se inhaltliche Breite auf.
Neben Arbeiten zu Effektivit"at von Berechnungsverfahren in der
kommutativen Algebra befa"st er sich mit stochastischen Algorithmen
und modelltheoretischen Fragen, deren Ursprung in der Analysis liegt:
Einerseits der Modelltheorie komplexanalytischer R"aume und andererseits der
Modelltheorie gewisser angeordneter differentieller K"orper,
der sogenannten Hardy-K"orper.

Er selber schreibt 2008: Meine Forschungsinteressen liegen
haupts"achlich in der Modelltheorie und ihren Anwendungen in Algebra und Analysis.
Dar"uber hinaus habe ich Interesse an konstruktiven Methoden
(Komplexit"atsfragen und  Algorithmen) in der Algebra.

Geboren 25.12.1972 in K"otzting. 

Viele Kollaborationen. 


Matthias Aschenbrenner ist seit 2020
Direktor des Kurt Gödel Research
Center for Mathematical Logic an der  Universität Wien. 
2011–2020 war er Full Professorand der University of
California in  Los Angeles (UCLA) und 2018–2020 Director
des  Logic Center dort. Seit 2012
ist er Fellow der American Mathematical Society, 
F"ur seine Dissertation erhielt er
2001 den  Gerald E. Sacks Prize für die
weltweit beste
Dissertation auf dem Gebiet der Logik.

Seine Arbeiten zeugen von einer ungew"ohnlichen fachlichen Breite.
Spanne 

{\bf Gebiete}
Der Schwerpunkt seiner Arbeiten liegt auf dem Gebiet der
Modelltheorie. 


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%%% TeX-master: "XXAsch"
%%% End: 
