
\section{Allgemeine Bilinearformen}
\subsection{Fundamentalmatrix}
\begin{Definition}\label{BIFO}
Gegeben ein K"orper $K$ und ein $K$-Vektorraum $V$ erinnern wir daran,
da"s wir in \ref{GEV} bilineare Abbildungen $b : V \times V \rightarrow
K$ in den Grundk"orper
auch {\bf Bilinearformen auf $V$}\index{Bilinearformen} genannt 
hatten. Die Menge aller
Bilinearformen auf einem $K$-Vektorraum $V$ notieren 
wir\index{Bil@$\op{Bil}$ Bilinearformen}
\begin{equation*}
\op{Bil}_K (V) = \op{Bil}(V)
\end{equation*}
Sie bilden einen Untervektorraum im Vektorraum $\op{Ens} (V\times V, K)$
aller Abbildungen von $V \times V$ nach $K$.
In der alternativen in \eref{bili}{LA1} eingef"uhrten Notation h"atten wir
$\op{Bil}_K (V) =\op{Hom}^{(2)}(V\times V,K)$.
\end{Definition}
\begin{Satz}[\textbf{Fundamentalmatrix einer Bilinearform auf $K^n$}]
Gegeben ein K"or\-per $K$ und eine nat"urliche Zahl $n \in \DN$
erhalten wir eine Bijektion
$$
  \begin{array}{cccc}
{\op{F}}:&\op{Bil} (K^n) & \overset{\sim}{\rightarrow} & \op{Mat}(n ;K)\\
&b & \mapsto & [b]
\end{array}
$$
dadurch, da"s wir jeder Bilinearform $b$ ihre
 \emph{\bf Fundamentalmatrix}
${\op{F}}(b)\pdef [b]$\index{Fundamentalmatrix}\index{F@${\op{F}}(b)$ 
Fundamentalmatrix}\linebreak zuordnen, deren Eintr"age 
die Werte
unserer Bilinearform auf Paaren von Vektoren der Standardbasis sind,
in Formeln
$[b]_{ij} \pdef b ({\op{e}}_i, {\op{e}}_j)$.
Die Umkehrabbildung ist 
$F \mapsto b_F$ mit $b_F (v,w) = v^\ttop F w$.
\end{Satz}
\begin{proof}
Die erste Aussage folgt unmittelbar aus "Ubung \eref{bilB}{LA1}, nach der eine
bilineare Abbildung festgelegt und festlegbar ist durch ihre Werte auf 
Paaren von Basisvektoren.
Um  unsere Beschreibung der Umkehrabbildung zu pr"ufen, reicht
es aus, f"ur jede Matrix $F$ die Identit"at
 $[b_F] = F$ alias $b_F ({\op{e}}_i, {\op{e}}_j) = F_{ij}
\; \forall i,j$ zu zeigen. Das hinwiederum folgt 
unmittelbar aus $b_F ({\op{e}}_i, {\op{e}}_j)
= F_{ij}= {\op{e}}^\ttop _i F {\op{e}}_j$.
\end{proof}
\begin{Satz}[\textbf{Fundamentalmatrix einer Bilinearform im Abstrakten}]
Gegeben ein endlichdimensionaler 
Vektorraum $V$ "uber einem K"orper $K$ erhalten wir f"ur jede angeordnete
Basis $\mathcal A = (v_1, \ldots, v_n)$ von $V$ eine Bijektion\label{FBVa} 
$$
\begin{array}{cccc}
{\op{F}}_{\mathcal A}:&\op{Bil} (V) &\overset{\sim}{\rightarrow} & \op{Mat}(n;K)\\
&b & \mapsto & [b]=[b]_{\mathcal A,\mathcal A} 
\end{array}
$$
dadurch, da"s wir jeder Bilinearform $b$
ihre \emph{\bf Fundamentalmatrix}\index{Fundamentalmatrix} 
$\op{F}_{\mathcal A} (b)\pdef [b]$ 
\linebreak bez"uglich unserer Basis $\mathcal A$ zuordnen
vermittels der Vorschrift $[b]_{ij} = b (v_i, v_j)$.
\end{Satz}
\begin{proof}
  Das folgt wieder unmittelbar aus der Erkenntnis 
\eref{bilB}{LA1},
da"s eine bilineare Abbildung festgelegt und festlegbar ist durch ihre
Werte auf Paaren von Basisvektoren.
\end{proof}
%\begin{Bemerkungl}
%Die Umkehrabbildung kann in diesem Fall
%beschrieben werden durch die Abbildungsvorschrift
%$F \mapsto b_F$ mit 
%\begin{equation*}
%b_F (v,w) = {}_{\mathcal A} [v]^\ttop \circ F\circ {}_{\mathcal A}[w]
%\end{equation*}
%\end{Bemerkungl}
%\begin{proof}
%Die erste Aussage folgt wieder unmittelbar aus der Erkenntnis 
%\eref{bilB}{LA1},
%da"s eine bilineare Abbildung festgelegt und festlegbar ist durch ihre
%Werte auf Paaren von Basisvektoren.
%F"ur die zweite Aussage zeigen wir nun zur Abwechslung einmal $b_{{\op{F}}(b)} =b
%$ alias $b_{{\op{F}}(b)} (v,w) = b (v,w)$ f"ur alle $v,w$. 
%Dazu m"ussen wir  ja nur zeigen  $b_{{\op{F}} (b)} (v_i,v_j)
%= b(v_i,v_j)$ f"ur alle $i,j$ alias
%\begin{equation*}
%{}_{\mathcal A} [v_i]^\ttop\circ  {\op{F}}_{\mathcal A} (b)\circ {}_{\mathcal A} [v_j] = ({\op{F}}_{\mathcal A}
%(b))_{ij}
%\end{equation*}
%Das ist jedoch klar wegen ${}_{\mathcal A} [v_i] = {\op{e}}_i$.
%\end{proof}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Notationsfragen}]
  Die  Notation
$[b]_{\mathcal A,\mathcal A}$ f"ur die darstellende Matrix hat den Vorteil,
da"s sie sich als Spezialisierung eines noch allgemeineren
Falls verstehen l"a"st.
Wir k"onnen etwa f"ur  
Vektorr"aume $U,V$ mit 
angeordneten Basen $\mathcal A=(u_1,\ldots,u_n)$
und $ \mathcal B=(v_1,\ldots,v_m)$ eine bilineare Abbildung
$b:U\times V\ra K$ beschreiben  durch eine 
$(n\times m)$-Matrix $[b]=[b]_{\mathcal A,\mathcal B}$ mit Eintr"agen
$[b]_{ij}=b(u_i,v_j)$. Ist noch allgemeiner $b:U\times V\ra W$
 eine bilineare Abbildung in einen weiteren Vektorraum
und sind $\mathcal A,\mathcal B,\mathcal C$ Basen unserer R"aume, so erhalten wir eine Abbildung
$${}_{\mathcal C}[b]_{\mathcal A,\mathcal B}=[b]:\mathcal A\times \mathcal B\times \mathcal C\ra K$$ durch die Vorschrift,
da"s $[b](u_i,v_j,w_k)$ der Koeffizient von
$w_k$ bei einer Darstellung des Vektors $b(u_i,v_j)\in W$ 
in der Basis $\mathcal C=\{w_1,\ldots,w_l\}$ von $W$ sein m"oge. 
Da sich solch ein \glqq Zahlenw"urfel\grqq\  alias 
 \glqq r"aumliche Matrix\grqq\  
eh schlecht hinschreiben l"a"st, hilft die Wahl 
einer Anordnung der Basen
auch nicht mehr weiter und ich bin zu einer Darstellung "ubergegangen,
die die Wahl derartiger Anordnungen nicht ben"otigt. Unsere urspr"ungliche
Fundamentalmatrix wird in dieser Notation der Spezialfall 
$$[b]_{\mathcal A,\mathcal A}={_{\mathcal S(1)}[b]_{\mathcal A,\mathcal A}}$$ f"ur
$\mathcal S(1)$ die Standardbasis von $K$.
Wie es noch allgemeiner geht,
besprechen wir in \ref{MuMatt}. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Wenn man viel zu rechnen hat, mag es praktisch sein,
  Matrizen von Bilinearformen als
  $[b]_{ij}$ zu indizieren und Matrizen von
  linearen Abbildungen zur Unterscheidung
  anders als zuvor  ${^k}[f]_{j}$ und Skalare
  systematisch von rechts
  an Vektoren zu schreiben, also
  $f(\vec{v}_j)=\sum_k\vec{w}_k\;\!{^k}[f]_{j}$
  f"ur $f:V\ra W$ und entsprechende Basen 
 sowie  $b(\vec{v}_i,\vec{v}_j)=[b]_{ij}$
  und f"ur allgemeinere bilineare Abbildungen
  $b:U\times V\ra W$ entsprechend
  $$b(\vec{u}_i,\vec{v}_j)=\sum_k \vec{w}_k \;\!{^k}[b]_{ij}$$
  F"ur  eine lineare Abbildung $f:W\ra X$ erg"abe sich dann etwa die
  angenehm "ubersichtliche Formel
  $^l[f\circ b]_{ij}=\sum _k {^l[f]_k} {^k[b]_{ij}}$. Die Darstellung
  eines Vektors $v\in V$ w"are $v=\sum \vec v_j\;\!{^j[v]}$
  und die lineare Abbildung $b(\,,v)$ mit $u\mapsto b(u,v)$ h"atte die Matrix
  $^k[b(\,,v)]_i=\sum_j{^k[b]_{ij}}{^j[v]}$. Die Darstellung
  einer Linearform $\lambda:U\ra K$ schlie"slich w"are
  der Zeilenvektor mit Eintr"agen $[\lambda]_i=\lambda(\vec u_i)$
  und das Auswerten auf $u=\sum \vec{u}_j \;\!{^j}[u]$ w"are
  $\lambda(u)=\sum [\lambda]_i\;\!{^i[u]}$.
\end{Bemerkungl}
  


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Fundamentalmatrizen symmetrischer Bilinearformen}] 
Eine Bilinearform ist symmetrisch genau dann, wenn ihre Fundamentalmatrix
bez"uglich einer gegebenen Basis symmetrisch ist.
Ist also in Formeln 
$V$ ein $K$-Vektorraum und $\mathcal B$ eine angeordnete Basis von
$V$ und $b : V\times V\rightarrow K$ eine Bilinearform, so gilt
\begin{equation*}
 b \text{ symmetrisch}  \;\;\;\Leftrightarrow\;\;\; {\op{F}}_{\mathcal B} (b)
\text{ symmetrisch }
\end{equation*}
In der Tat, ist $(v_1, \ldots , v_n)$ unsere angeordnete Basis, so gilt
f"ur symmetrisches $b$ ja $b (v_i,v_j) = b(v_j, v_i)$ und damit
die Identit"at $F_{ij} = F_{ji}$ f"ur die Eintr"age $F_{ij} = b (v_i, v_j)$
der Fundamentalmatrix $F = {\op{F}}_{\mathcal B} (b)$.
Bezeichnet ganz allgemein $\tau:V\times V\sira V\times V$ das Vertauschen
$\tau:(v,w)\mapsto (w,v)$, so haben wir f"ur jede Bilinearform $b$
offensichtlich die Identit"at 
${\op{F}}_{\mathcal B} (b\circ \tau)={\op{F}}_{\mathcal B} (b)^\ttop$. 
Ist also die Fundamentalmatrix symmetrisch,
in Formeln  ${\op{F}}_{\mathcal B} (b)^\ttop={\op{F}}_{\mathcal B} (b)$, so folgt mit
\ref{FBVa}  sofort $b\circ \tau= b$ alias $b$ symmetrisch.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Fundamentalmatrizen alternierender Bilinearformen}] 
Eine Bilinearform ist alternierend genau dann, wenn ihre Fundamentalmatrix 
bez"uglich einer gegebenen Basis antisymmetrisch ist und auf der Diagonale 
verschwindet. Wir nennen derartige quadratische Matrizen auch 
{\bf alternierend}.\index{alternierend!Matrix}\label{altMa} 
\end{Bemerkungl}

\begin{Proposition}[\textbf{Fundamentalmatrix und Basiswechsel}]
Gegeben ein K"orper $K$ und ein 
endlichdimensionaler $K$-Vektorraum $V$ mit zwei angeordneten Basen
$\mathcal A, \mathcal B$ gilt zwischen den\label{FuB}
Fundamentalmatrizen einer Bilinearform
$b\in\op{Bil}(V)$ in Bezug auf unsere beiden Basen die Beziehung
\begin{equation*}
{}_{\mathcal A}[\op{id}]_{\mathcal B}^\ttop  \circ {\op{F}}_{\mathcal A} (b)\circ
{}_{\mathcal A}[\op{id}]_{\mathcal B} = {\op{F}}_{\mathcal B} (b)
\end{equation*}
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
Man berechnet also in Worten gesagt
die Fundamentalmatrix einer Bilinearform bez"uglich
einer Basis aus ihrer Fundamentalmatrix bez"uglich einer anderen Basis,
indem man von rechts die Basiswechselmatrix dranmultipliziert und von links
ihre Transponierte.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Gegeben $v,w \in V$ gilt 
\begin{eqnarray*}
b(v,w) &=&{}_{\mathcal B}[v]^\ttop  
\circ {\op{F}}_{\mathcal B} (b)\circ {}_{\mathcal B}[w]\\[3mm]
b(v,w) &=& {}_{\mathcal A}[v]^\ttop  
\circ {\op{F}}_{\mathcal A} (b) \circ {}_{\mathcal A}[w]\\[2mm]
&=&\left({}_{\mathcal A} [\op{id}]_{\mathcal B} 
\circ {}_{\mathcal B}[v] \right)^\ttop 
\circ {\op{F}}_{\mathcal A} (b)\circ {}_{\mathcal A}[\op{id}]_{\mathcal B} \circ
{}_{\mathcal B} [w]\\[2mm]
&=&{}_{\mathcal B}[v]^\ttop  \circ {}_{\mathcal A}[\op{id}]_{\mathcal B}^\ttop 
\circ {\op{F}}_{\mathcal A} (b) \circ {}_{\mathcal A}[\op{id}]_{\mathcal B} \circ
{}_{\mathcal B}[w]
% &=&{}_{\mathcal B}[v]^\ttop  \circ \left({}_{\mathcal A}[\op{id}]_{\mathcal B}^\ttop 
% \circ {\op{F}}_{\mathcal A} (b) \circ {}_{\mathcal A}[\op{id}]_{\mathcal B}\right) \circ
% {}_{\mathcal B}[w]
\end{eqnarray*}
Gilt f"ur  Matrizen $F, G\in \op{Mat}(n\times m;K)$ 
jedoch $v^\ttop F w =v^\ttop G w$ f"ur alle Spaltenvektoren
$v\in K^n$, $w\in K^m$, so folgt durch Einsetzen der 
Vektoren der Standardbasis
$F=G$. Damit liefern unsere Gleichungen  die gew"unschte
Identit"at ${}_{\mathcal A}[\op{id}]_{\mathcal B}^\ttop  \circ {\op{F}}_{\mathcal A} (b)\circ
{}_{\mathcal A}[\op{id}]_{\mathcal B} = {\op{F}}_{\mathcal B} (b)$.
\end{proof}


\begin{Bemerkunge} 
Seien $K$ ein K"orper
oder allgemeiner  ein Kring und 
$r\geq 0$ eine nat"urliche Zahl und $M_1,\ldots, M_r,N$ Mengen. 
 Wir setzen\label{MuMatt}  
$$\op{Mat}_K(M_1\curlyvee\ldots\curlyvee M_r,N)\pdef 
\left\{
\begin{array}{c}\text{Abbildungen}\\
T: M_1\times\ldots\times M_r\times N\ra K\\
\text{derart, da"s es f"ur beliebige }m_1,\ldots, m_r\\
\text{h"ochstens endlich viele $n$ gibt mit}\\
\text{mit }T(m_1,\ldots,m_r,n)\neq 0
\end{array}
\right\} $$
und nennen derartige Abbildungen {\bf Multimatrizen}.\index{Multimatrix} 
Gegeben 
$K$-Vektor\-r"aume $V_1$, \dots, $V_r$, $W$ mit Basen
$\mathcal A_1,\ldots,\mathcal A_r,\mathcal B$ 
erhalten wir dann eine Bijektion
$$\op{Hom}_K(V_1\curlyvee\ldots\curlyvee V_r,W)\sira \op{Mat}_K(\mathcal A_1\curlyvee\ldots\curlyvee \mathcal A_r,\mathcal B)$$
durch die Vorschrift $f\mapsto [f]$ mit der Multimatrix $[f]={_\mathcal B}[f]_{\mathcal A_1,\ldots, \mathcal A_r}$ gegeben durch
$$f(v_1,v_2,\ldots,v_r)=\sum_{w\in \mathcal B}[f](v_1,v_2,\ldots,v_r,w)\;w$$
f"ur beliebige Tupel $(v_1,v_2,\ldots,v_r)\in \mathcal A_1\times\ldots\times \mathcal A_r$
von Basisvektoren. All unsere bisherigen Matrixbildungen ordnen sich dieser
allgemeinen Konvention unter. In der "ublichen Weise hinschreiben lassen sich
unsere Multimatrizen aber nur in wenigen Spezialf"allen:
\begin{enumerate}
  \item Im Fall einer linearen Abbildung
zwischen endlichdimensionalen R"aumen und nach Wahl einer Anordnung auf
beiden Basen, das sind dann unsere Matrizen ${_{\mathcal B}}[f]_{\mathcal A}$
linearer Abbildungen. Im Spezialfall einer Abbildung in den Grundk"orper
mit seiner Standardbasis $\mathcal S(1)$ erhalten wir unsere Darstellung
${_{\mathcal S(1)}}[f]_{\mathcal A}=[f]_{\mathcal A}$ einer Linearform als
Zeilenmatrix; 
\item
  Im Fall einer bilinearen Abbildung
in den Grundk"orper $b:V_1\times V_2\ra K$ 
von endlichdimensionalen R"aumen und nach Wahl einer Anordnung auf
beiden Basen, das sind dann  Matrizen ${_{\mathcal S(1)}}[b]_{\mathcal A_1,\mathcal A_2}$
mit der Konvention f"ur die Zeilen und Spalten, 
da"s sie als $[b]_{i,j}\pdef [b](v_i,w_j,1)$ 
dargestellt werden sollen.
 Im Spezialfall $V_1=V_2=V$ und $\mathcal A_1=\mathcal A_2=\mathcal A$ erhalten wir dann unsere
Fundamentalmatrix   
${\op{F}}_{\mathcal A}(b)={_{\mathcal S(1)}}[b]_{\mathcal A,\mathcal A}=[b]_{\mathcal A,\mathcal A}$;
\item
  Im Fall einer $0$-linearen Abbildung 
in einen endlichdimensionalen Vektorraum $V$ mit
angeordneter Basis $\mathcal B$ erhalten wir unsere Darstellung
${_{\mathcal B}}[v]$
eines Vektors $v\in V$ als Spaltenmatrix.
\end{enumerate}
\end{Bemerkunge}

\subsection{Hauptachsentransformation}

 \begin{Definition}\label{QuFo}
    Gegeben ein K"orper $K$ und ein $K$-Vektorraum $V$ versteht man unter
    einer {\bf homogenen quadratischen Form auf} 
$V$\index{quadratische Form!homogene}\index{Form!quadratische homogene} 
oder kurz {\bf quadratischen Form} eine Abbildung
    $
      q : V \rightarrow K
    $ derart, da"s es eine Bilinearform $b$ auf $V$ gibt mit 
$q(v)=b(v,v)$.
  \end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Gegeben ein K"orper $K$ hei"st eine quadratische Form auf dem $K^n$
auch eine {\bf quadratische Form "uber $K$ in $n$ Variablen}. 
Eine quadratische Form "uber $\DQ$ in drei Variablen w"are etwa
$x^2+6xy+zx-13z^2$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}[\textbf{Quadratische Formen und kritische Stellen}]
In der Analysis, etwa in \eref{MMMV}{AN2}, k"onnen Sie lernen, wie man eine 
hinreichend differenzierbare Funktion $\mathbb{R}^n \rightarrow \mathbb{R}$
etwa um den Ursprung bis zu zweiter Ordnung approximieren 
kann durch eine polynomiale Funktion vom Totalgrad  h"ochstens Zwei
alias die Summe  einer Konstanten mit einer Linearform und 
einer quadratischen Form. Ist die fragliche Linearform Null alias 
hat der Graph unserer Funktion am Ursprung eine horizontale 
Tangentialebene alias hat unsere Funktion am Ursprung eine 
\glqq kritische Stelle\grqq, so wird sie dort bis zur Ordnung Zwei
approximiert durch die 
fragliche quadratische Form plus die Konstante. So f"uhrt uns das Studium 
von Funktionen
mehrerer Ver"anderlichen in der Umgebung ihrer kritischen
Stellen ganz nat"urlich auf das Studium quadratischer Formen. 
\end{Bemerkunge}



  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Quadratische Formen und symmetrische Bilinearformen}]
Ist die Charakteristik des Grundk"orpers $K$ ungleich Zwei, so liefert
f"ur jeden $K$-Vektor\-raum $V$ 
die Vorschrift \glqq werte auf zweimal demselben Vektor aus\grqq\
eine\label{QqS} 
 Bijektion $$\begin{array}{ccc}
\left\{\begin{array}{c}\text{symmetrische Bilinearformen} \\
\text{auf dem Vektorraum $V$} \end{array}\right\}
& \sira & 
\left\{\begin{array}{c}\text{quadratische} \\
\text{Formen auf $V$} \end{array}\right\}\\[5mm]
a &\mapsto & (v\mapsto a(v,v))
\end{array}$$
In der Tat liefern dann die Bilinearform $b$ und die symmetrische Bilinearform
$a$ mit $a(v,w)\pdef \big(b(v,w)+b(w,v)\big)/2$ dieselbe quadratische Form,
mithin ist unsere Abbildung surjektiv. Weiter  wird 
die symmetrische Bilinearform $a$ durch $q$
eindeutig bestimmt vermittels der Relation 
$2a(v,w)=q(v+w)-q(v)-q(w)$, mithin ist unsere Abbildung  auch injektiv.
Wir nennen "uber einem K"orper einer Charakteristik
ungleich Zwei eine quadratische Form
{\bf nichtausgeartet},\index{nichtausgeartet!quadratische Form} wenn
die zugeh"orige symmetrische
Bilinearform nichtausgeartet ist.
  \end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Bilinearformen und lineare Abbildungen}] 
"Ubung \eref{BLH}{LA1} 
liefert uns 
 f"ur jeden Vektorraum $V$ einen 
Isomorphismus\label{BilLx} 
$$
  \begin{array}{ccc}
\op{Bil} (V) &\sira& \op{Hom} (V,V^\ttop)\\
a &\mapsto &\hat a
\end{array}
$$
zwischen dem Raum der Bilinearformen auf $V$ und dem Raum
der linearen Abbildungen von $V$ in seinen Dualraum $V^\ttop$, gegeben
durch die Abbildungsvorschrift $a \mapsto \hat a$ mit $\hat a : w \mapsto
a( \;,w)$ alias $(\hat a (w))(v) = a (v,w)$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Bilinearformen und selbstadjungierte Endomorphismen}]
  Gegeben ein endlichdimensionaler reeller Skalarproduktraum $E$
   erhalten wir eine nat"urliche Bijektion\label{yuz} 
$$\begin{array}{ccc}
\left\{\begin{array}{c}\text{selbstadjungierte} \\
\text{ Endomorphismen von $E$} \end{array}\right\}
& \sira & 
\left\{\begin{array}{c}\text{symmetrische} \\
\text{ Bilinearformen auf $E$} \end{array}\right\}
\\[5mm]
f&\mapsto&(a: (v,w)\mapsto \langle f(v),w\rangle)\end{array}$$
Bezeichnet in der Tat $s$ unser Skalarprodukt, so ist unser 
$\hat s$ aus \ref{BilLx} offensichtlich
 eine  Injektion und damit ein Isomorphismus 
 $\hat s:E\sira E^\ttop$. Gegeben eine weitere Bilinearform
  $a$ k"onnen wir den Endomorphismus $f\pdef \hat s^{-1}\circ\hat a $
  von $E$ bilden und erhalten so eine Bijektion 
$\op{Bil}(E)\sira \op{End}E$.  Formal wird $f$ charakterisiert durch die Formel
$\langle f(v),w\rangle=a(v,w)$ f"ur alle $w$.
Insbesondere ist der Endomorphismus $f$ genau dann selbstadjungiert, wenn 
die Bilinearform $a$ symmetrisch
ist.
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Hauptachsentransformation abstrakt}]
Gegeben eine 
quadratische Form
$q:E\ra\DR$ auf einem endlichdimensionalen 
reellen Skalarproduktraum $E$
gibt es stets eine Orthonormalbasis $\vec v_1,\ldots ,\vec v_n$
von $E$ und Skalare $\lambda_1, \ldots, 
\lambda_n \in \mathbb{R}$ mit\label{HaTT} 
\begin{equation*}
q(y_1\vec v_1+ \ldots + y_n\vec v_n)= 
\lambda_1 y^2_1 + \ldots + \lambda_n y^2_n\quad\forall y_1,\ldots,y_n\in\DR 
\end{equation*}
\end{Satz}



  \begin{Bemerkungl}
  Den Spezialfall $E=\DR^n$ mit dem Standardskalarprodukt hatten wir bereits 
in \ref{HaTTm} diskutiert.
  Die von den $\vec{v}_i$ erzeugten Geraden nennen wir  wieder
    ein System von {\bf Hauptachsen}\index{Hauptachse!von
      quadratischer Form!auf Skalarproduktraum} f"ur unsere\label{HaTTR}
    quadratische Form $q$. Beim Beweis wird sich wieder herausstellen,
    da"s die Multimenge der $\lambda_i$ durch unsere quadratische Form
     eindeutig bestimmt ist. Wir nennen sie die Multimenge
    der {\bf Eigenwerte}\index{Eigenwert!von quadratischer Form!auf
      Skalarproduktraum} unserer quadratischen Form.
    Weiter wird sich herausstellen, da"s die von den Hauptachsen zu einem
    festen Eigenwert erzeugten Teilr"aume eindeutig bestimmt sind. Wir nennen
    sie die {\bf Eigenr"aume}\index{Eigenraum!von quadratischer Form!auf
      Skalarproduktraum} unserer quadratischen Form. 
Sowohl die Hauptachsen als auch die
    Eigenwerte h"angen hierbei 
von dem auf dem zugrundeliegenden Vektorraum gew"ahlten
    Skalarprodukt ab.
  \end{Bemerkungl}
  \begin{Bemerkungw}[\textbf{Hauptachsentransformation f"ur euklidische Vektorr"aume}] 
    Gegeben eine quadratische Form $q$
    auf einem endlichdimensionalen euklidischen
    Vektorraum $V$ mit L"angengerade $\mathbb L$
    gibt es stets eine Zerlegung in paarweise orthogonale
    Teilr"aume $V=V_1\oplus\ldots\oplus V_r$ und 
    $\lambda_1,\ldots,\lambda_r\in\mathbb L^{-2}$ mit
    $$q(v_1+\ldots + v_r)=\lambda_1\|v_1\|^2+\ldots +\lambda_r\|v_r\|^2$$
    f"ur beliebige $v_i\in V_i$. Gilt au"serdem $\lambda_1>\ldots>\lambda_r$ und
    $V_i\neq 0\;\forall i$, so werden die $V_i$ und die $\lambda_i$ durch
    unsere quadratische Form $q$ bereits eindeutig festgelegt und wir nennen wieder die $V_i$ die {\bf Eigenr"aume} und die $\lambda_i$ die  {\bf Eigenwerte} unserer quadratischen Form auf unserem euklidischen Vektorraum und
    die Dimensionen der $V_i$ die {\bf Vielfachheiten} der jeweiligen Eigenwerte.
    Diese
    Umformulierung von \ref{HaTT}
    wird Ihnen leicht fallen, sobald Sie sich mit dem entsprechenden Formalismus
vertraut gemacht haben. Er wird 
    etwa in \ref{BfT} erkl"art.\label{EREW} 
  \end{Bemerkungw}
  \begin{proof}[Erster Beweis] Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit 
d"urfen wir annehmen, $E$ sei der $\DR^n$ mit seinem Standardskalarprodukt.
In diesem Fall hatten wir den Satz bereits als \ref{HaTTm} bewiesen. 
Allerdings war der dort gegebene Beweis in meinen Augen zu
sehr von Koordinaten abh"angig, um transparent zu sein. Ich gebe
deshalb hier noch einen zweiten Beweis, der
mir nat"urlicher scheint.  
 \end{proof}
  \begin{proof}[Zweiter Beweis] 
In diesem Beweis notieren wir Vektoren wieder ohne Pfeil.
Nach \ref{QqS} finden wir zu unserer quadratischen Form 
$q$ eine symmetrische Bilinearform $a$ mit
$q(v)=a(v,v)\;\forall v\in E$, und nach \ref{yuz}
finden wir zu $a$ weiter einen selbstadjungierten Endomorphismus 
$f$ von $E$ mit $a(v,w)=\langle f(v),w\rangle\;\forall v,w\in E$.
Der Spektralsatz \ref{SSM} liefert uns dann 
eine Orthonormalbasis $ v_1,\ldots,  v_n$ 
von $E$ aus Eigenvektoren von $f$, so da"s also gilt 
$f( v_i)=\lambda_i v_i$ f"ur geeignete $\lambda_i\in\DR$.
Unser Satz folgt unmittelbar.  
 \end{proof}













\subsection{Klassifikation symmetrischer Bilinearformen}
\begin{Bemerkungl}\label{KlaS}
Unter einer {\bf Klassifikation}\index{Klassifikation} einer gewissen Art von 
mathematischen Strukturen versteht man im allgemeinen die Angabe
einer Liste von \glqq Standardstrukturen\grqq\  derart,  da"s jede
Struktur der vorgegebenen Art zu genau einer der Strukturen besagter
Liste \glqq isomorph\grqq\  ist.
Oft sind derartige Listen sehr schwer anzugeben, und man ist schon froh, 
wenn man eine Liste von \glqq Standardstrukturen\grqq\ angeben 
kann derart,  da"s jede
Struktur der vorgegebenen Art zu mindestens einer der Strukturen besagter
Liste \glqq isomorph\grqq\  ist.
 Meist wird in der Darstellung
 das jeweilige 
Konzept von Isomorphie nicht explizit gemacht und mu"s vom
Leser erraten werden. In der Sprache der Kategorientheorie  \ref{Laspp}
k"onnen wir das viel genauer sagen: Eine Klassifikation der Objekte einer
Kategorie bedeutet die Angabe eines Repr"asentantensystems f"ur die Isomorphieklassen von Objekten unserer Kategorie.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}[\textbf{Klassifikation endlich erzeugter Vektorr"aume}]
  F"ur die Struktur eines endlich erzeugten Vektorraums
  "uber einem vorgegebenen K"orper $K$ bilden
die Vektorr"aume $K^n$ f"ur $n\in \DN$
  eine solche Liste, denn jeder endlich erzeugte $K$-Vektorraum ist isomorph
  zu genau einem $K^n$. Man sagt deshalb auch, die endlich erzeugten
  Vektorr"aume seien \glqq klassifiziert durch ihre Dimension\grqq.  
"Ahnlich und
  noch einfacher werden die endlichen Mengen klassifiziert durch ihre
  Kardinalit"at. "Ahnlich aber schwieriger
 werden die endlich erzeugten reellen oder komplexen Skalarproduktr"aume
 klassifiziert durch ihre
 Dimension.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Klassifikation endlicher Gruppen}]
  Die Klassifikation endlicher Gruppen haben wir in \eref{TerHo}{GR}
begonnen: Bis auf Isomorphie gibt es nur je eine Gruppe $G$ der Kardinalit"aten
$|G|=1,2,3$. Dahingegen gibt es bis auf Isomorphie genau zwei Gruppen
der Kardinalit"at Vier. 
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Klassifikation linearer Abbildungen}] 
Lineare Abbildungen zwischen endlich erzeugten Vektorr"aumen werden
\glqq klassifiziert durch die Dimensionen der beteiligten Vektorr"aume und den
Rang der Abbildung\grqq. 
Nennen  wir genauer  lineare Abbildungen $f:V\ra W$ und $f':V'\ra W'$ 
\glqq isomorph\grqq, wenn es Vektorraumisomorphismen
$\phi:V\sira V'$ und $\psi:W\sira W'$ gibt mit $\psi f=f'\phi$,
so da"s also das Diagramm
$$
\xymatrix{
  V \ar[d]^-{\phi}_-\wr \ar[r]^f &W\ar[d]^-\psi_-\wr \\
  V^\prime \ar[r]^{f'} & W'}
$$
kommutiert, 
so ist jede lineare Abbildung isomorph zu genau einer 
linearen Abbildung $K^n\ra K^m$ mit einer Matrix 
in Smith-Normalform nach \eref{SNF}{LA1}. 
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Klassifikation der symmetrischer Bilinearformen}]
 Im folgenden sollen grundlegende
 Resultate zur Klassifikation symmetrischer 
Bilinearformen "uber einem vorgegebenen K"orper $K$ vorgestellt werden.
Klassifiziert werden sollen genauer Paare $(V,a)$ bestehend aus einem 
endlichdimensionalen Vektorraum $V$ mit einer symmetrischen Bilinearform
$a:V\times V\ra K$, wobei zwei derartige Paare $(V,a)$ und $(V',a')$ 
isomorph hei"sen, wenn es einen Vektorraumisomorphismus
$\varphi:V\sira V'$ gibt mit $a(v,w)=a'(\varphi(v),\varphi(w))$
f"ur alle $v,w\in V$.
Eine derartige Klassifikation ist eng mit der Struktur des K"orpers 
verkn"upft und im allgemeinen schwierig.
Wir geben zumindest im Fall eines algebraisch abgeschlossenen K"orpers
einer Charakteristik ungleich Zwei in \ref{KAAG}
sowie im Fall
$K=\DR$ in \ref{SyTr} Klassifikationen an.
Die Klassifikation im Fall
$K=\DQ$ ist ein interessantes Problem der Zahlentheorie.
\end{Bemerkungl}





\begin{Bemerkungl}[\textbf{Physikalische Motivation}]
  In der speziellen Relativit"atstheorie\label{PhyM} 
modelliert man die Welt, in der wir leben, 
als einen
  vierdimensionalen reellen affinen Raum $X$ aller 
\glqq Raum-Zeit-Punkte\grqq\  alias \glqq Ereignisse\grqq.
W"ahlen wir ein r"aumliches Koordinatensystem und einen Beginn 
der Zeitrechnung
und eine Zeiteinheit, so k"onnen wir
$X$ mit dem $\DR^4$ identifizieren und
jedes Ereignis wird spezifiziert durch 
eine Zeitkoordinate und drei Raumkoordinaten,
also durch ein Viertupel von reellen Zahlen $(t,x,y,z)$. 
Das Licht breitet sich  mit Lichtgeschwindigkeit aus.
Genau dann wird also eine Explosion am Raumzeitpunkt
$p=(t,x,y,z)$ gesehen bei $p'=(t',x',y',z')$,
wenn gilt $$t'\geq t \quad\text{ und }\quad c^2(t'-t)^2-(x'-x)^2-(y'-y)^2
-(z'-z)^2=0$$
f"ur $c$ die Lichtgeschwindigkeit. 
Betrachten wir auf dem Raum $\DR^4$ die sogenannte \defind{Lorentzmetrik}
alias die symmetrische Bilinearform 
$l$ mit der Fundamentalmatrix
$
    \op{diag} (c^2,-1,-1, -1)
$, 
so kann die Zweite unserer Bedingungen 
auch umgeschrieben werden zur Bedingung
$l(\vec v,\vec v)=0$ f"ur $\vec v=p'-p$.
Wenn Sie bereits die Definition einer Metrik 
kennen, seien Sie gewarnt, da"s diese Lorentzmetrik
 im Sinne der in der Mathematik "ublichen Terminologie keine Metrik ist.
Nun vergessen wir  wieder unsere Koordinaten und modellieren
die Welt, in der wir leben, 
als einen
  vierdimensionalen reellen affinen Raum $X$ 
mitsamt einer symmetrischen Bilinearform 
 \begin{equation*}
    l : \vec{X} \times \vec X \rightarrow \mathbb R
  \end{equation*}
auf seinem Richtungsraum. Wir fordern, da"s deren Fundamentalmatrix 
bez"uglich mindestens einer Basis die oben angegebene Gestalt hat 
und da"s sie
die Ausbreitung des Lichts in der
Weise beschreibt, da"s $l (\vec v, \vec v) =0$ 
gleichbedeutend  ist dazu, da"s eine Explosion
  am Raumzeitpunkt $p \in X$ entweder bei $p + \vec v$ oder bei $p-\vec v$
  gesehen werden kann.
Manchmal nennt man die Menge $\{\vec v\mid l (\vec v, \vec v) =0\}$
auch den {\bf Lichtkegel}\index{Lichtkegel}
 und seine Elemente   {\bf lichtartige Vektoren}.\index{lichtartige Vektoren} 
Wir werden sp"ater zeigen, da"s jede weitere symmetrische Bilinearform $l'$
mit der Eigenschaft 
$l' (\vec v, \vec v) =0\;\IFF\; l (\vec v, \vec v) =0$ 
bereits ein Vielfaches von $l$ sein mu"s.
Die Wahl eines m"oglichen $l$ bedeutet  die Wahl einer
L"angeneinheit oder gleichbedeutend einer Zeiteinheit in der speziellen
Relativit"atstheorie. Das ist  jedoch nicht, was 
an dieser Stelle diskutiert werden
soll. 
  Wir stellen uns  die viel einfachere Frage, ob
  unsere Bilinearform nicht etwa bez"uglich einer anderen Basis 
zum Beispiel $\op{diag} (1,1,1, -1)$ als
  Fundamentalmatrix haben k"onnte.  Das geht nun zwar
  nicht, aber wir wollen
  eben unter anderem verstehen, 
warum es nicht geht, und entwickeln dazu die Anf"ange der
   allgemeinen Theorie der symmetrischen Bilinearformen.
\end{Bemerkungl}






 
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Klassifikation quadratischer Formen}]
In Charakteristik ungleich Zwei ist nach \ref{QqS} 
die Klassifikation symmetrischer 
Bilinearformen  gleichbedeutend zur Klassifikation
quadratischer Formen. 
Genauer meinen wir hier
 die Klassifikation von Paaren $(V,q)$ bestehend aus einem 
endlichdimensionalen Vektorraum $V$ mit einer quadratischen Form
$q:V\ra K$, wobei zwei derartige Paare $(V,q)$ und $(V',q')$ 
isomorph hei"sen m"ogen, wenn es einen Vektorraumisomorphismus
$\varphi:V\sira V'$ gibt mit $q(v)=q'(\varphi(v))$
f"ur alle $v\in V$. 
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Klassifikation 
quadratischer Formen auf der reellen Ebene}] 
  "Uber dem K"orper $K=\DR$ kann\label{ATSy}  
jede quadratische Form in zwei Variablen 
durch  linearen Koordinatenwechsel in genau eine 
der folgenden f"unf Formen "uberf"uhrt werden:
Den \glqq parabolischen Topf\grqq\  $x^2+y^2$, die \glqq Sattelfl"ache\grqq\  
$x^2-y^2$, den \glqq umgest"ulpten parabolischen Topf\grqq\  $-x^2-y^2$,
das \glqq Tal\grqq\  $x^2$, das \glqq umgest"ulpte Tal\grqq\  $-x^2$ 
und die \glqq Ebene\grqq\  $0$.
Formal sagt uns das der Tr"agheitssatz von Sylvester \ref{SyTr}.
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungl}[\textbf{Klassifikation quadratischer 
Formen auf der komplexen Ebene}] 
  "Uber einem algebraisch abgeschlossenen K"orper $K$
 kann\label{ATSxy}  
jede quadratische Form in zwei Variablen 
durch  linearen Koordinatenwechsel in genau eine 
der folgenden drei Formen "uberf"uhrt werden:
Das Produkt linear unabh"angiger Linearformen $xy$, 
das Quadrat einer von Null verschiedenen Linearform
$x^2$, und die Nullform $0$.
In der Tat hat unsere Form  Gestalt $ax^2+ bxy+cy^2 $ mit $a,b,c\in K$.
Ist $a\neq 0$, so setzen wir $y=1$, faktorisieren das so entstehende 
Polynom in einer Variablen, und finden uns in einem der beiden ersten F"alle
wieder. Ist $c\neq 0$, so machen wir es analog. Der Fall $a=c=0$ ist eh einfach.
Dasselbe gilt allgemeiner mit demselben Beweis, wenn 
das Quadrieren eine Surjektion $K\sra K$ ist und $K$ nicht die
Charakteristik Zwei hat.
% Formal folgt es auch aus der Klassifikation quadratischer 
% Formen "uber algebraisch abgeschlossenen K"orpern einer Charakteristik
% ungleich Zwei 
% \ref{KAAG} zusammen mit der Erkenntnis $(z+{\op{i}}w)(z-{\op{i}}w)=z^2+w^2$,
% die zeigt, da"s die Summe der Quadrate zweier 
%  verschiedener Koordinatenfunktionen auch als das Produkt 
% zweier verschiedener Koordinatenfunktionen
% dargestellt werden kann.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Klassifikation quadratischer 
Formen auf Skalarproduktr"aumen}] 
  Lassen wir nur orthogonale Koordinatenwechsel zu, so kann jede
  quadratische Form auf $\DR^2$ in genau eine Form der Gestalt $\lambda x^2 +\mu
  y^2$ "uberf"uhrt werden mit $\lambda\leq \mu$ reell: Das sagt uns
  der Satz "uber die Hauptachsentransformation \ref{HaTT}, der 
auch seinerseits ein
   Klassifikationsproblem l"ost: Die Klassifikation
  quadratischer Formen auf endlichdimensionalen reellen
  Skalarproduktr"aumen. Hier sind die zu klassifizierenden Strukturen
  Tripel $(V,s,q)$ mit $V$ einem endlichdimensionalen reellen Vektorraum,
$s:V\times V\ra\DR$ einem Skalarprodukt 
und $q:V\ra\DR$ einer quadratischen Form. 
Zwei derartige Tripel $(V,s,q)$ und $(V',s',q')$ hei"sen isomorph,
 wenn es einen Vektorraumisomorphismus 
$\varphi:V\sira V'$ gibt mit $s(v,w)=s'(\varphi(v),\varphi(w))$ und
$q(v)=q'(\varphi(v))$ f"ur alle $v,w\in V$. Die Klassifikation derartiger
Tripel leistet also wie gesagt
der Satz "uber die Hauptachsentransformation \ref{HaTT}. 
\end{Bemerkungl}





\begin{Satz}[\textbf{Existenz einer Orthogonalbasis}]
Sei $V$ ein endlichdimensionaler Vektorraum "uber einem K"orper $K$ mit
$\op{char}K\neq 2$.\label{ExO}
So gibt es f"ur jede symmetrische
Bilinearform $a$ auf $V$ eine 
\emph{\bf Orthogonalbasis}\index{Orthogonalbasis} 
alias eine Basis
$\mathcal B = (v_1, \ldots, v_n)$ von $V$ mit
\begin{equation*}
i\neq j \;\;\Rightarrow \;\;a(v_i, v_j) = 0
\end{equation*}
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Der Wortbestandteil \glqq orthogonal\grqq\  m"oge Sie nicht dazu verleiten, 
sich hier f"ur $b$ ein Skalarprodukt vorzustellen. Dieser Fall wurde
 eh bereits durch \ref{ONBB} erledigt. Sie m"ogen stattdessen
etwa an die Nullform $b=0$ denken  oder an die Lorentzmetrik 
\ref{PhyM}.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Gilt f"ur jeden Vektor $v \in V$ bereits $a(v,v) =0$, so folgt
$2a (v,w) = a(v+w, v+w) - a(v,v) - a(w,w) =0$ f"ur alle $v,w$.
Wegen $2\neq 0$ in $K$ folgt $a =0$ und jede Basis ist orthogonal.
Sonst gibt es einen Vektor $v_1 \in V$ mit $a (v_1, v_1) \neq 0$. Dann ist
$$
\begin{array}{cccc}
\varphi :& V &\rightarrow &K\\
&w &\mapsto & a (v_1,w)
\end{array}
$$
eine lineare Abbildung mit $v_1 \not\in \op{ker} \varphi$. Aus
Dimensionsgr"unden gilt sicher $Kv_1 \oplus \op{ker} \varphi =V$.
Mit Induktion "uber die Dimension  d"urfen
wir annehmen, da"s $\op{ker} \varphi$ eine Orthogonalbasis $(v_2, \ldots, v_n)$
besitzt.
Dann ist aber $(v_1, v_2, \ldots, v_n)$ eine Orthogonalbasis von $V$.
\end{proof}





\begin{Definition}
  Ist $V$ ein endlichdimensionaler Vektorraum und $b$ eine Bilinearform
auf $V$,  
so erkl"aren wir den {\bf Rang}\index{Rang!einer Bilinearform} 
 von $b$ als
  den Rang einer Fundamentalmatrix
  \begin{equation*}
    \op{rg}(b) = \op{rg} {\op{F}}_{\mathcal B} (b)
  \end{equation*}
in Bezug auf eine und jede angeordnete Basis $\mathcal B$ von $V$.
  Nach unserer Formel \ref{FuB} f"ur die Umrechnung
zwischen den Fundamentalmatrizen zu verschiedenen Basen h"angt diese Zahl 
in der Tat nicht von der Basis $\mathcal B$ ab.
\end{Definition}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Klassifikation komplexer quadratischer Formen}]
Ist $K$ ein K"orper einer Charakteristik $\op{char} K \neq 2$ 
und ist das Quadrieren $x \mapsto x^2$ eine Surjektion $K \twoheadrightarrow K$
und ist $V$ ein endlichdimensionaler $K$-Vektorraum mit 
einer symmetrischen Bilinearform,
so k"onnen wir die im Satz \ref{ExO} gefundene Orthogonalbasis 
offensichtlich sogar\label{KAAG} 
dahingehend ab"andern, da"s die Fundamentalmatrix die Gestalt
$\op{diag} (1, \ldots, 1, 0, \ldots , 0)$ hat.
Die Zahl der Einsen ist hierbei wohldefiniert als der Rang
unserer Bilinearform. Insbesondere werden also komplexe quadratische Formen 
klassifiziert durch ihren Rang und 
die Dimension des zugrundeliegenden Vektorraums.
\end{Bemerkungl}



\begin{Definition}
  Eine Bilinearform auf einem Vektorraum $V$
hei"st {\bf nichtausgeartet},\index{nichtausgeartet!Bilinearform}
wenn\index{Bilinearform!nichtausgeartete}
es f"ur jedes $v\in V\backslash 0$ ein $w\in W$ gibt
mit $b(v,w)\neq 0$ und umgekehrt auch f"ur jedes 
$w\in W\backslash 0$ ein $v\in V$\label{NAPPc}  
mit $b(v,w)\neq 0$. Andernfalls hei"st unsere Bilinearform
 {\bf ausgeartet}.\index{ausgeartet!Bilinearform}
\end{Definition}



\begin{Definition}
Gegeben ein K"orper $K$ und ein $K$-Vektorraum $V$ und eine 
Bilinearform $b: V \times V 
\rightarrow K$ erkl"aren wir den \defind{Ausartungsraum} 
alias das {\bf Radikal\index{Radikal!einer Bilinearform}
von $V$} als den Untervektorraum
\begin{equation*}
\op{rad} b \pdef \{ v \in V \mid b (w,v) = 0 \quad \forall w \in V\}
\end{equation*}
Wir werden dieses Konzept im wesentlichen nur f"ur
symmetrische oder alternierende Bilinearformen verwenden
und verzichten deshalb darauf,  unseren Ausartungsraum feiner 
 \glqq Rechtsausartungsraum\grqq\  zu nennen
und zus"atzlich noch einen \glqq Linksausartungsraum\grqq\  einzuf"uhren. 
\end{Definition}

\begin{Satz}[\textbf{Rang und Dimension des Radikals}]
  Der Rang und die Dimension des Radikals einer  Bilinearform
$b$ auf einem endlichdimensionalen Vektorraum $V$ sind verkn"upft 
durch die Beziehung
  \begin{equation*}
    \op{rg} (b) + \op{dim}(\op{rad} (b)) = \op{dim} V
  \end{equation*}
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Eine Bilinearform auf einem endlichdimensionalen Vektorraum ist 
insbesondere  genau dann nichtausgeartet, wenn sie maximalen Rang hat. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Ist  $\mathcal B$ eine angeordnete Basis von $V$,
so k"onnen wir ${\op{F}}_{\mathcal B} (b)$ auch verstehen als die 
 Matrix
der Abbildung
$
\hat b : V \rightarrow V^\ttop, 
$
die jedem $w \in V$ die Linearform \glqq paare mit $w$ unter $b$\grqq\ 
alias $(\hat b(w))(v)\pdef b(v,w)$ 
zuordnet. Genauer und  in Formeln haben wir
$$
{}_{\mathcal B^{\ttop}}[\hat b]_{\mathcal B} = {\op{F}}_{\mathcal B} (b)
$$
In der Tat, setzen wir $\mathcal B=(v_1,\ldots, v_n)$ und
machen den Ansatz $\hat b(v_i)=a_{1i}v_1^\ttop +\ldots +a_{ni}v_n^\ttop$,
so liefert das Auswerten der Linearformen auf beiden Seiten
dieser Gleichung auf dem Basisvektor $v_j$ die Identit"at
$b(v_i, v_j)=(\hat b(v_j))(v_i)=a_{ij}$ und damit die Gleichheit aller 
Eintr"age unserer beiden Matrizen.
Insbesondere gilt $\op{rg} (b) =\op{rg} (\hat{b})= \dim (\op{im} \hat{b})$.
Wegen $\op{rad} (b) = \op{ker} (\hat b)$ folgt unsere Identit"at damit
aus der Dimensionsformel \eref{DiFo}{LA1}, 
angewandt auf die lineare Abbildung
$
\hat b : V \rightarrow V^\ttop 
$.  
\end{proof}


\begin{Bemerkunge}
Die Identit"at 
 $
{}_{\mathcal B^{\ttop}}[\hat b]_{\mathcal B} 
= {\op{F}}_{\mathcal B} (b)
$
aus dem vorhergehenden Beweis liefert auch einen zweiten 
Zugang zu unserer Formel \ref{FuB} "uber das Verhalten der
Fundamentalmatrix unter Basiswechsel: Wir rechnen einfach
 $$
{\op{F}}_{\mathcal B} (b)
={}_{\mathcal B^{\ttop}}[\hat b]_{\mathcal B} 
= {}_{\mathcal B^{\ttop}}[\op{id}]_{\mathcal A^{\ttop}}\circ
{}_{\mathcal A^{\ttop}}[\hat b]_{\mathcal A} 
\circ {}_{\mathcal A}[\op{id}]_{\mathcal B} 
=({}_{\mathcal A}[\op{id}]_{\mathcal B})^{\ttop}\circ
{\op{F}}_{\mathcal A} (b)
\circ {}_{\mathcal A}[\op{id}]_{\mathcal B} 
$$
unter Verwendung unserer Formel \eref{MdA}{LA1} f"ur die Matrix
der transponierten Abbildung. 
\end{Bemerkunge}


\begin{Bemerkunge}[\textbf{Bilinearformen und lineare Abbildungen}] 
"Ubung \eref{BLH}{LA1} 
liefert uns wie in 
 \ref{BilLx}\label{BilL} f"ur jeden Vektorraum $V$ einen kanonischen
Isomorphismus
$$
  \begin{array}{ccc}
\op{Bil} (V) &\overset{\sim}{\rightarrow}& \op{Hom} (V,V^\ttop)\\
b &\mapsto &\hat b
\end{array}
$$
zwischen dem Raum der Bilinearformen auf $V$ und dem Raum
der linearen Abbildungen von $V$ in seinen Dualraum $V^\ttop$, gegeben
durch die Abbildungsvorschrift $b \mapsto \hat b$ mit $\hat b : w \mapsto
b( \;,w)$ alias $(\hat b (w))(v) = b (v,w)$.
In \eref{syasy}{AN2} verwende ich die 
alternative Notation $\hat b=\op{can}_b^2$
und betrachte zus"atzlich auch noch $\op{can}_b^1:V\ra V^\ttop$
gegeben durch $v\mapsto b(v,\;)$.
\end{Bemerkunge}



\begin{Definition}
Eine quadratische Form $q:V\ra\DR$ auf einem
reellen Vektorraum $V$ hei"st 
\begin{enumerate}
\item \defind{positiv definit}, wenn gilt
$v \neq 0\Rightarrow q(v) > 0  $;
\item \defind{positiv semidefinit}, wenn gilt $q(v) \geq 0 \quad
\forall v \in V$;
\item \defind{negativ definit}, wenn gilt $v\neq 0\RA q(v)  < 0$;
\item \defind{negativ semidefinit}, wenn gilt
$q(v) \leq 0 \quad \forall v \in V$;
\item \defind{indefinit}, wenn es $v,w \in V$ gibt
mit $q(v) > 0$ und $q(w) < 0$.
\end{enumerate}
Dieselben Bezeichnungen verwendet man auch 
f"ur reelle symmetrische Matrizen $A\in {\op{Mat}} ( n;\DR)$, wenn die
zugeh"orige quadratische Form $q_A:\DR^n\ra \DR$ gegeben durch $q_A(v)=v^\ttop A v$ 
 die entsprechende Eigenschaft hat. Allgemeiner verwenden wir
sie auch im Fall 
eines beliebigen angeordneten Grundk"orpers. 
Positive definite Matrizen kennen wir 
bereits aus \ref{hpos} im Fall von reellen 
symmetrischen und, "uber die hier diskutierte Terminologie
hinausgehend, im Fall von komplexen hermiteschen Matrizen. 
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Pr"ufen von Definitheitseigenschaften}] 
  Um die Definitheitseigenschaften einer reellen 
symmetrischen quadratischen Matrix
zu bestimmen, bringt man sie am\label{TesPD} einfachsten durch Basiswechsel in 
Diagonalgestalt, wie im Beweis von \ref{ExO} erkl"art.
Bei kleineren Matrizen kann auch das Hauptminoren-Kriterium \ref{HuKr}
schnell zum Ziel f"uhren.
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Sylvester'scher Tr"agheitssatz}]
Gegeben\index{Sylvester!Tr"agheitssatz} 
ein\index{Tr"agheitssatz!Sylvester'scher}
endlichdimensionaler $\DR$-Vektorraum $V$ mit einer\label{SyTr}
symmetrischen Bilinearform $a$ gibt es stets eine angeordnete
Basis $\mathcal B =
(v_1, \ldots, v_n)$, in der die Fundamentalmatrix von $a$ die Gestalt
\begin{equation*}
{\op{F}}_{\mathcal B}(a)=\op{diag} (1, \ldots, 1, -1, \ldots, -1, 0, \ldots, 0)
\end{equation*}
annimmt.
Die Zahl der Einsen, Minus-Einsen und Nullen wird hierbei
durch besagte Bilinearform bereits eindeutig festgelegt.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Die Differenz zwischen der Zahl der Minus-Einsen und der Zahl
der Einsen hei"st in diesem Kontext die \defind{Signatur} unserer symmetrischen
Bilinearform. Ich nenne das Tripel $(p,m,n)$ aus der 
Zahl der Einsen, der Minus-Einsen und der Nullen
den {\bf Typ}\index{Typ!von reeller quadratischer Form} 
unserer quadratischen Form.\label{Typ} 
Die Signatur ist dann $p-m$ und der Rang $p+m$.
Das Supremum "uber die Dimensionen aller 
\glqq negativ definiten\grqq\  Teilr"aume, also das $m$,  
nennt man den {\bf Index}\index{Index!von Bilinearform}
unserer Bilinearform. Er ist auch 
im Fall unendlichdimensionaler Vektorr"aume "uber einem angeordneten K"orper
mit einer symmetrischen Bilinearform noch sinnvoll definiert, kann aber
dann den Wert $\infty$ annehmen. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Die Existenz einer Basis mit den geforderten Eigenschaften
folgt unmittelbar aus der Existenz einer 
Orthogonalbasis \ref{ExO}, indem wir deren Vektoren  
mit geeigneten Skalaren multiplizieren.
Die Zahl der Nullen ist wohlbestimmt als die Dimension des Radikals
$V_0$. 
Ich behaupte, da"s die Zahl der Einsen beziehungsweise Minus-Einsen beschrieben
werden kann als die jeweils maximal m"ogliche Dimension f"ur einen Teilraum,
auf dem unsere Bilinearform positiv definit beziehungsweise
negativ definit ist.
Sind in der Tat $V_+ \subset V$ und $V_- \subset V$ Teilr"aume
der maximal m"oglichen Dimension mit dieser Eigenschaft, 
ja sogar irgendwelche Teilr"aume mit dieser Eigenschaft, so folgt
$V_- \cap V_0 =0$ und $V_+ \cap (V_- \oplus V_0) =0$ und damit
$$\op{dim} V_+ + \op{dim} V_- + \op{dim} V_0 \leq \op{dim} V$$
 F"ur jede Orthogonalbasis $ B$ bezeichne nun
$ B_+$, $ B_-$ und $ B_0$ die Teilmenge derjenigen Basisvektoren,
deren Paarung mit sich selber eine positive Zahl beziehungsweise eine
negative Zahl beziehungsweise Null ergibt.
So haben wir nat"urlich 
$$| B_+|+| B_-|+| B_0| = \op{dim} V$$
Da aber wegen der Maximalit"at von $V_\pm$ offensichtlich gilt
$| B_\pm|\leq \op{dim} V_\pm$  und da
$| B_0|\leq \op{dim} V_0$ eh klar ist, mu"s
bei diesen letzten Ungleichungen "uberall Gleichheit gelten.
\end{proof}








\begin{Satz}[\textbf{Hauptminoren-Kriterium 
f"ur positive Definitheit}\index{Hauptminoren-Kriterium}]
Eine reelle symmetrische $(n\times n)$-Matrix 
ist positiv definit genau dann, 
wenn f"ur alle $l\leq n$ die\label{HuKr}
quadratische Untermatrix, die man durch Wegstreichen
der letzten $l$ Spalten und der untersten $l$ Zeilen erh"alt, eine positive
Determinante hat.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Unser Kriterium wird auch als {\bf Hurwitz-Kriterium}\index{Hurwitz-Kriterium}
  zitiert. Es gilt mit demselben Beweis auch f"ur 
Matrizen mit Eintr"agen in einem beliebigen angeordneten K"orper. 
Die naheliegende Verallgemeinerung 
mit positiv semidefinit und nichtnegativen 
Determinanten gilt nicht, wie schon das Beispiel der Diagonalmatrix 
$\op{diag}(0,-1)$ zeigt. Weitere Definitheitskriterien
speziell f"ur Matrizen mit nichtnegativen Eintr"agen au"serhalb 
der Diagonalen findet man in
\eref{EGSP}{SPW}.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
W"ahlen wir eine Orthogonalbasis der zu
unserer Matrix
geh"origen symmetrischen Bilinearform auf $\DR^n$,
so hat die Determinante der zugeh"origen diagonalen
Fundamentalmatrix nach unserer Transformationsformel 
\ref{FuB} f"ur die Fundamentalmatrizen zu verschiedenen Basen 
dasselbe Vorzeichen wie die Determinante unserer Ausgangsmatrix.
Ist also unsere Ausgangsmatrix nicht positiv definit
und hat positive Determinante, so 
 existiert ein  zweidimensionaler
Teilraum, auf dem  sie
negativ definit ist.
Dieser Teilraum schneidet die Hyperebene $(\DR^{n-1}\times 0)\subset \DR^n$
nach dem Dimensionssatz \eref{D2S}{LA1} 
nicht nur in Null. Ist also unsere Ausgangsmatrix nicht positiv definit
und hat positive Determinante, so ist die 
quadratische Untermatrix, die man durch Wegstreichen
der letzten  Spalte und der untersten  Zeile erh"alt,
nicht positiv definit.
Eine offensichtliche Induktion
beendet den Beweis.
\end{proof}

 


\begin{Satz}[\textbf{Satz "uber Hauptachsentransformationen, Variante}]
Gegeben ein endlichdimensionaler $\DR$-Vektorraum mit zwei \label{HATj}
symmetrischen Bilinearformen,
von denen  die Erste ein Skalarprodukt ist, besitzt
unser Vektorraum eine 
 Basis, die sowohl   orthonormal ist f"ur die erste als auch 
 orthogonal  f"ur die zweite Bilinearform.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Ist also in Formeln
  $V$ unser endlichdimensionaler 
 reeller Vektorraum und $s$ ein
Skalarprodukt auf $V$ und $a$ eine weitere 
symmetrische Bilinearform,  so besitzt $V$ eine
  Basis $(v_1, \ldots, v_n)$ mit $s (v_i, v_j) = \delta_{ij}$ und
  $a(v_i, v_j) =0$ f"ur $i \neq j$. 
Dieselbe Aussage gilt mit demselben Beweis auch f"ur 
endlichdimensionale komplexe  Vektorr"aume mit zwei \label{HATjc}
hermiteschen Bilinearformen,
von denen  die erste ein Skalarprodukt ist.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
  Das ist nur eine Umformulierung des Satzes "uber Hauptachsentransformationen
 \ref{HaTT}.
Es ist aber schneller, den Beweis zu wiederholen. Wir finden 
nach \ref{yuz} 
einen bez"uglich unseres Skalarprodukts 
$s$ selbstadjungierten Endomorphismus $A$ von $V$ mit
$$a(v,w)=s(Av,w)\;\;\forall v,w\in V$$ Nach dem Spektralsatz 
\ref{SSM} besitzt $V$ eine Orthonormalbasis $v_1,\ldots, v_n$ 
in Bezug auf $s$ aus Eigenvektoren von $A$. Sie leistet das 
Gew"unschte.
\end{proof}

\begin{Korollar}[\textbf{Singul"arwertzerlegung}]
Gegeben eine lineare Abbildung zwischen endlichdimensionalen
reellen oder komplexen Skalarproduktr"aumen gibt es\label{SIWE} 
stets 
eine Orthonormalbasis des Definitionsbereichs, die  auf eine Familie von paarweise
orthogonalen Vektoren des Wertebereichs abgebildet wird.  
\end{Korollar}

\begin{Bemerkungl}
  In geeigneten Orthonormalbasen ist die Matrix unserer Abbildung
mithin eine Diagonalmatrix mit nichtnegativen Eintr"agen auf der 
Diagonalen. Diese Eintr"age sind wohldefiniert als
die Quadratwurzeln der Eigenwerte des Produkts unserer Abbildung mit
ihrer Adjungierten. Sie hei"sen die 
{\bf Singul"arwerte}\index{Singul"arwert!einer Abbildung}
unserer Abbildung.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Die Singul"arwertzerlegung verallgemeinert unsere Polarzerlegungen von
Automorphismen \ref{PZC} und Endomorphismen 
\ref{UNGn}:
Wir erhalten genauer eine Polarzerlegung
aus einer Singul"arwertzerlegung, indem wir \glqq zun"achst die Vektoren 
unserer Orthonormalbasis mit einer positiv semidefiniten Abbildung 
auf die L"ange ihrer Bilder strecken oder stauchen, und die so
auf die richtige L"ange gebrachten Vektoren durch eine Drehung in die
richtigen Richtungen bringen\grqq.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
  In der Sprache der Matrizen ausgedr"uckt besagt unser Korollar, da"s es
f"ur jede reelle beziehungsweise komplexe Matrix $A$ orthogonale  beziehungsweise unit"are
quadratische Matrizen $C,K$ gibt derart, da"s $CAK=D$ diagonal ist
mit nichtnegativen Eintr"agen. Diese Eintr"age sind dann wieder
wohldefiniert und hei"sen die 
{\bf Singul"arwerte}\index{Singul"arwert!einer Matrix}
unserer Matrix. Die Darstellung als Produkt $A=C^{-1}DK^{-1}$
schlie"slich hei"st eine
{\bf Singul"arwertzerlegung}\index{Singul"arwertzerlegung}
unserer Matrix $A$.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Sei $f:V\ra W$ unsere Abbildung.
 Wir betrachten auf $V$ zus"atzlich zum Skalarprodukt 
$s=s_V$
die positiv semidefinite symmetrische beziehungsweise hermitesche Bilinearform
$a(u,v)\pdef s_W(f(u),f(v))$. 
Die vorhergehenden Varianten \ref{HATj} und \ref{HATjc}
des Satzes "uber Hauptachsentransformationen
 liefern dann
unmittelbar
die Behauptung.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Gram'sche Determinante und Volumen}] 
Gegeben ein  reeller Skalarproduktraum 
$V$ mit Vektoren
$v_1,\ldots,v_n$ hei"st die quadratische  
Matrix mit den Skalarprodukten $\langle v_i,v_j\rangle$ als Eintr"agen auch die
{\bf Gram'sche Matrix}\index{Gram'sche Matrix} 
unserer Vektoren 
und ihre Determinante 
die {\bf Gram'sche Determinante}.\index{Gram'sche Determinante}  
Bilden unsere Vektoren eine Basis, so ist die Gram'sche Matrix 
die Fundamentalmatrix unseres Skalarprodukts bez"uglich dieser Basis.
Sind die Vektoren $v_1,\ldots,v_n$ linear abh"angig, 
so ist die Gram'sche Determinante offensichtlich Null.
Sind sie linear unabh"angig, so mag man die Wurzel der
Gram'schen Determinante in der schmutzigen 
Anschauung als das \glqq Volumen
des von den Vektoren $v_1,\ldots,v_n$ in ihrem 
Erzeugnis aufgespannten
Parallelpipeds\grqq\ verstehen. 
Sei in der Tat  ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit 
 $V=\DR^n$ mit seinem Standardskalarprodukt.
F"ur die Matrix $M\pdef(v_1|\ldots|v_n)$  mit unseren Vektoren in
den Spalten 
bedeutet dann, wie bereits in \eref{AnDet}{LA1} diskutiert,
in der schmutzigen Anschauung $|\op{det}M|$ das Volumen 
unseres Parallelpipeds. Unsere Gram'sche Matrix aber ist 
in diesem Fall gerade
das Produkt $M^\ttop M$ und dessen Determinante ergibt sich zu 
$\det(M^\ttop M)=(\det M)^2$ wie behauptet.
\end{Bemerkungl}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}\label{pode}
  Ist $s$ ein Skalarprodukt auf einem
Vektorraum "uber einem angeordneten K"orper
und $v_1,\ldots, v_n$ eine endliche Familie von
Vektoren von $V$, so ist die Matrix $(s(v_i,v_j))_{ij}$ positiv
semidefinit. Es reicht hierf"ur sogar, die Bilinearform 
$s$ symmetrisch und positiv semidefinit anzunehmen. Hinweis: Man betrachte
den Beweis von  Satz \ref{SIWE} zur Singul"arwertzerlegung.
\end{Ubung}
\begin{Ubunge}
 Unter  einer {\bf bilinearen Paarung}\index{Paarung!bilineare}  
von zwei Vektorr"aumen $V,W$ "uber demselben Grundk"orper $K$
versteht man eine bilineare Abbildung 
$b:V\times W\ra K$. Solch eine Paarung
hei"st {\bf nichtausgeartet},\index{nichtausgeartet!Paarung}
\index{Paarung!nichtausgeartete} 
 wenn es f"ur jedes $v\in V\backslash 0$ ein $w\in W$ gibt
mit $b(v,w)\neq 0$ und umgekehrt auch f"ur jedes 
$w\in W\backslash 0$ ein $v\in V$\label{NAPP}  
mit $b(v,w)\neq 0$. Andernfalls hei"st unsere
 Paarung {\bf ausgeartet}.\index{ausgeartet!Paarung}
Man zeige das {\bf Lemma von Mackey}:\index{Mackey!Lemma von}
 Gegeben eine nichtausgeartete Paarung 
$b:V\times W\ra K$
zwischen zwei Vektorr"aumen
$V,W$ unendlicher Dimension  mit
abz"ahlbarer Basis gibt es stets eine Basis $(v_n)_{n\in\DN}$ von $V$ und
eine Basis $(w_n)_{n\in\DN}$ von $W$ derart, da"s gilt 
$b(v_i,w_j)=\delta_{ij}$. Hinweis: Man beginne mit zwei beliebigen Basen
und wechsle geeignet Basen. %Die Erzeugnisse der ersten $n$ Basisvektoren
% mag man $V_{\leq n}$ bzw. $W_{\leq n}$ notieren. Dann gibt es 
% zu $n$ jeweils ein $m$ mit $b:V_{\leq n}\hra W_{\leq m}^\ttop$ und
% umgekehrt. usw.
\end{Ubunge}

\begin{Ubunge}
Gegeben zwei Vektorr"aume $V,W$ 
 mit einer 
bilinearen Paarung $b:V\times W\ra K$ und eine Teilmenge $T\subset
W$ setzen wir ganz allgemein
$$T^\perp\pdef\{v\in V\mid b(v,t)=0\quad 
\forall t\in T\}$$
und nennen $T^\perp$  wie in \ref{ORE} 
den {\bf Orthogonalraum von 
$U$}.\index{)6perp@$T^\perp$ Orthogonalraum von $T$}  
Gegeben zwei Vektorr"aume $V,W$ 
 mit einer nichtausgearteten
Paarung $b:V\times W\ra K$ und ein Untervektorraum $U\subset
W$
zeige man f"ur die Dimension des Orthogonalraums 
$U^\perp$ von $U$ 
die Formel $\op{dim}U+\op{dim}U^\perp =\op{dim}V$.
\end{Ubunge}

\begin{Ubunge}[\textbf{Restriktionen reeller quadratischer Formen}] 
 Sei $V$ ein endlichdimensionaler reeller Vektorraum mit einer 
quadratischen Form alias symmetrischen Bilinearform $s$ und
sei $U \subset V$ ein Untervektorraum der Kodimension $\op{codim} (U \subset V) =1$.
Sei $(V,s)$ vom Typ $(p,m,n)$ in der Terminologie aus \ref{Typ}. % , Orthogonalbasis $\mathcal B$ von $V$ mit $F_{\mathcal B} (s) = \op{diag} (1, \ldots,
% 1, -1, \ldots , -1, 0, \ldots , 0)S$ mit $p$ Einsen, $m$ minus-Einsen und $n$ Nullen.
So gibt es f"ur den Typ von $U$ nur die vier Alternativen $(p-1, m,n), (p, m-1, n), (p, m, n-1)$ und $(p-1, m-1, n+1)$.
Des weiteren werden von diesen Alternativen alle, die 
keine negativen Eintr"age haben, auch tats"achlich realisiert.
Hinweis: Am einfachsten ist der Fall $U^\bot + U = V$. Sonst gilt $V^\bot \subset U^\bot \subset U$
und man unterscheidet die F"alle $V^\bot = U^\bot$ und $V^\bot \neq U^\bot$.
Im zweiten Fall w"ahlt man $v \in V \backslash U$ beliebig und findet $w \in U^\bot$ mit $s (v, w) \neq 0$.
Dann ist die Form nichtausgeartet auf $\langle v, w\rangle $ und das orthogonale
Komplement  $\langle v, w\rangle^\bot$ dieser Ebene ist auch ein Vektorraumkomplement und der Fall ist erledigt.
Im ersten Fall kann man zu $U/U^\bot \subset V/U^\bot $ "ubergehen. Da dann die Form auf
$U/U^\bot$ nicht ausgeartet ist, ist wieder das orthogonale Komplement ein Vektorraumkomplement und das\label{vUii} 
Argument ist schnell fertig.
\end{Ubunge}
\begin{Ubunge}[\textbf{Signatur auf Subquotienten}] 
 Sei $V$ ein endlichdimensionaler reeller Vektorraum mit einer 
nichtausgearteten quadratischen Form alias symmetrischen Bilinearform $s$ und
sei $S \subset V$ ein Untervektorraum, auf dem die Restriktion
unserer Bilinearform verschwindet. So hat die auf $S^\perp/S$ induzierte Form
dieselbe Signatur wie die urspr"ungliche Form. Hinweis: Man mag sich mit
Induktion auf den Fall $\op{dim}S=1$ zur"uckziehen und diesen Fall
auf die vorhergehende "Ubung  \ref{vUii} zur"uckf"uhren.
\end{Ubunge}
\begin{Ubunge}
Man zeige, da"s im Raum aller invertierbaren symmetrischen reellen 
quadratischen Matrizen zwei Matrizen genau dann zu derselben
Wegzusammenhangskomponente geh"oren, 
wenn sie denselben Typ im Sinne von
\ref{Typ} haben.
\end{Ubunge}
\begin{Ubunge}
Gegeben zwei verschiedene Punkte der Ebene $p,q\in \DR^2$ 
und eine positive Zahl $b<\|p-q\|$ zeige man, da"s die 
Punkte $r\in \DR^2$ mit $\|r-p\|-\|r-q\|=b$ einen
Hyperbelast bilden, als da hei"st, da"s die
Menge dieser Punkte unter einer geeigneten Bewegung
in die Menge der L"osungen mit positiver $x$-Koordinate 
eines Gleichungssystems der Gestalt
$ x^2-\mu y^2 =c$ mit $\mu,c$ positiv  "ubergeht.
Gegeben zwei verschiedene Punkte der Ebene $p,q\in \DR^2$ 
und eine positive Zahl $a>\|p-q\|$ zeige man weiter, da"s die 
Punkte $r\in \DR^2$ mit $\|r-p\|+\|r-q\|=a$ eine
Ellipse bilden, als da hei"st, da"s die
Menge dieser Punkte unter einer geeigneten Bewegung
in die Menge der L"osungen 
eines Gleichungssystems der Gestalt
$ x^2+\mu y^2 =c$ mit $\mu,c$ positiv  "ubergeht.
So erstellen "ubrigends G"artner elliptische Beete:
Sie rammen zwei Pfl"ocke ein, legen um diese eine
Seilschlaufe und fahren mit einem
dritten Pflock  in der Schlaufe um diese beiden Pfl"ocke herum,
soweit au"sen wie m"oglich. 
\end{Ubunge}

\begin{Ubung}[\textbf{Inhomogene  quadratische Formen}] Man zeige: 
Gegeben eine Polynomfunktion vom Grad h"ochstens Zwei 
mit Koeffizienten in einem K"orper $K$ mit
$\op{char}K\neq 2$, also eine Abbildung $q:K^n\sira K$ der
Gestalt
$$q(x_1,\ldots, x_n)=\sum_{i\leq j}c_{ij}x_ix_j + \sum_{i}b_{i}x_i +a$$
gibt es entweder einen Automorphismus von affinen R"aumen $D:K^n\ra K^n$
mit  
$$(q \circ D)(y_1, \ldots , y_n)=\lambda_1y_1^2 + \ldots +
\lambda_ny_n^2+ c$$
oder einen Automorphismus von affinen R"aumen $D:K^n\ra K^n$
mit  
$$(q \circ D)(y_1, \ldots , y_n)=\lambda_1y_1^2 + \ldots +
\lambda_{n-1}y_{n-1}^2+ y_{n}$$
f"ur  geeignete $\lambda_i,c\in K$. 
Hier k"onnen wir sogar erreichen, da"s alle $\lambda_i$ in einem
vorgegebenen Repr"asentantensystem des Quotienten $K^\times/(K^\times)^2$
disjunkt vereinigt mit der Null liegen, im Fall $K=\DR$ also
etwa in $\{-1,0,1\}$ oder im Fall eines algebraisch abgeschlossenen K"orpers
in $\{0,1\}$.\label{GBHN} 
\end{Ubung}
  \begin{Ubung}[\textbf{Klassifikation inhomogener quadratischer Formen}]
     Gegeben ein K"orper $K$ und ein affiner Raum $E$ "uber $K$ verstehen
wir  unter  einer  {\bf inhomogenen quadratischen Form auf 
$E$}\index{quadratische Form!inhomogene} eine Abbildung
     $ Q : E \rightarrow K$,
     die sich schreiben l"a"st in der Gestalt 
$Q (p+\vec v) = q(\vec v) + a(p+\vec v)$ mit 
$q:\vec E\ra K$ einer quadratischen Form auf $\vec E$ und $a :E\ra K$ affin.
Man diskutiere die Klassifikation inhomogener 
quadratischer Formen auf endlichdimensionalen
affinen R"aumen "uber den K"orpern $\DR$ und $\DC$. Hinweis: \ref{GBHN}.
   \end{Ubung}
  \begin{Ubung}[\textbf{Klassifikation von Geradenpaaren im Raum}]
    Man zeige, da"s die m"oglichen Vorgaben
    bestehend aus einem ungeordneten Paar
    von Geraden in einem dreidimensionalen affinen Raum "uber einem
    festen K"orper in genau vier Isomorphieklassen zerfallen.
    In der Schule lernt man diese man "ublicherweise  als 
    \glqq gleich, parallel, sich schneidend  und windschief\grqq\ kennen.
  \end{Ubung}







  
\subsection{Satz von Witt*}
\begin{Bemerkungl}
Seien $(V,a)$ und $(W,b)$  Vektorr"aume mit symmetrischen Bilinearformen.  Eine lineare Abbildung 
$f:V\ra W$ hei"st {\bf isometrisch},\index{isometrisch! lineare Abbildung}
 wenn gilt $$a(u,v)=b(f(u),f(v))\quad\forall u,v\in V$$ 
\end{Bemerkungl}


\begin{Satz}[\textbf{von Witt}]
Seien $K$ ein K"orper einer Charakteristik $\op{char} K \neq 2$  und
$V$ ein $K$-Vektor\-raum
 endlicher Dimension 
und  $b : V \times V \rightarrow K$\label{SvW} eine\index{Witt, Satz von} 
 nicht ausgeartete symmetrische Bilinearform.
Ist $U \subset V$ ein Untervektorraum und $\varphi : U \hra V$ 
eine isometrische Injektion,
so gibt es eine Fortsetzung von $\varphi$ zu einem
isometrischen Isomorphismus $ \varphi : V \sira
V$.
\end{Satz}
\begin{Beispiel}
Ist etwa der $\DR^4$ versehen mit der Lorentzmetrik,
so k"onnen je zwei von Null verschiedene lichtartige Vektoren ineinander
"uberf"uhrt werden durch einen Automorphismus, der die Lorentzmetrik
erh"alt.   
\end{Beispiel}

\begin{proof}
 Es reicht, die Existenz einer Fortsetzung von $\varphi$ 
auf einen echt gr"o"seren Teilraum 
nachzuweisen. Wir unterscheiden zwei F"alle.
\\[2mm]\noindent
\emph{Fall 1}: Die Einschr"ankung 
 $b : U \times U \rightarrow K$ unserer Form ist ausgeartet. 
Dann gibt es  $u \in U \backslash 0$ mit
$b (u, v) = 0 \quad\forall v \in U$. Wir suchen
 zun"achst ein $u_1 \in V$  mit $b(u,u_1) =1$ und finden es, da $b$ auf $V$
nicht ausgeartet ist.
Indem wir notfalls $u_1$ durch $u_1 + \lambda u$ mit $\lambda \in K$ 
ersetzen, d"urfen wir 
$b (u_1, u_1) =0$ annehmen, und nach Annahme gilt $u_1\not\in U$.
Ebenso finden wir $u_2 \in V$ mit
$b(u_2, \varphi (v)) = b (u_1, v)$ f"ur alle $v \in U$, ja sogar f"ur alle $v \in V$.
Wieder k"onnen wir, indem wir notfalls $u_2$ durch $u_2 + \mu \varphi (u)$ ersetzen,
$b (u_2, u_2) = 0$ annehmen.
Dann aber k"onnen wir $\varphi$ ausdehnen auf $ U + \langle u_1 \rangle$ durch die
Vorschrift $\varphi (u_1) = u_2$.
Das erledigt den Fall, da"s $b$ auf $U$ ausgeartet ist.
\\[2mm]\noindent
\emph{Fall 2}:  Die Einschr"ankung von $b$  auf $U$ ist nichtausgeartet.
In diesem Fall argumentieren wir mit Induktion "uber $\op{dim}_KU$.
F"ur die Induktionsbasis sei $U = \langle u \rangle$
  eindimensional.
Dann gilt also $b (u,u) \neq 0$ und ebenso $b (\varphi (u), \varphi (u)) \neq 0$.
G"alte $b (u + \varphi (u), u + \varphi (u)) = 0 = b (u-\varphi (u), u -
\varphi (u))$, so
folgte $2 b (u,u) + 2b (u, \varphi (u)) =0= 2b (u,u) - 2b (u,\varphi (u))$ und damit $4b(u,u) =0$
alias $b (u,u) = 0$.
Da das nicht sein kann, d"urfen wir, indem wir notfalls $\varphi$ durch $-\varphi$ ersetzen, f"ur
$v \pdef u - \varphi (u)$ annehmen, da"s gilt $b (v,v) \neq 0$.
Dann betrachten wir die lineare Abbildung $s = s_v$ mit $s (v) = - v$ und $s
(w) = w \quad \forall w \in v^\perp$. 
Sie ist isometrisch und 
hat die Eigenschaft $s : u + \varphi (u) \mapsto u + \varphi (u)$ und 
$s : u - \varphi (u) \mapsto  \varphi (u)-u$ und folglich $s : u \mapsto \varphi (u)$.
Diese Abbildung dehnt folglich $\varphi$ sogar orthogonal auf ganz $V$ aus.
F"ur den Induktionsschritt sei
$\dim_K U >1$. Dann k"onnen wir sicher $U = W \oplus W^\perp_U$ zerlegen mit $W \neq 0 \neq W^\perp_U$, wobei mit
$W^\perp_U$ der Orthogonalraum in $U$ gemeint ist.
Zu unserem $\varphi : U \hookrightarrow V$ gibt es nach Induktionsannahme einen mit der Bilinarform vertr"aglichen 
Automorphismus $s : V \overset{\sim}{\rightarrow} V$ mit $s | W = \varphi | W$.
Also ist $s^{-1} \circ \varphi : U \hookrightarrow V$ die Identit"at auf $W$ und seine Restriktion zu einer
Einbettung $W^\perp_U \hookrightarrow W^\perp$ 
l"a"st sich wieder nach Induktion zu einem isometrischen 
Isomorphismus $t : W^\perp \overset{\sim}{\rightarrow} W^\perp$ ausdehnen.
Dann ist $(\op{id}_W \oplus t) : V \overset{\sim}{\rightarrow} V$
eine Ausdehnung von $s^{-1} \circ \varphi$ und damit 
$s \circ (\op{id}_W \oplus t)$ die gesuchte Ausdehnung
von $\varphi$.
\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}[\textbf{Variante des Satzes von Witt f"ur ausgeartete Bilinearformen}]
  Man gebe ein Gegenbeispiel zum Satz von Witt 
im Fall einer ausgearteten symmetrischen
Bilinearform. Man zeige andererseits, da"s die Aussage des Satzes weiter
gilt, wenn wir ausgeartete Bilinearformen $b$ erlauben, daf"ur aber
zus"atzlich $U\cap\op{rad}(b)=\varphi(U)\cap \op{rad}(b)=0$ fordern.\label{SvWA}
\end{Ubung}





\subsection{Alternierende Bilinearformen}
\begin{Bemerkungl}
Man erinnere aus \eref{aLT}{LA1}, da"s  eine Bilinearform 
{\bf alternierend} hei"st, 
wenn Null herauskommt, sobald wir
zweimal denselben Vektor einsetzen.
Ich kann f"ur dieses Konzept leider keine Anschauung anbieten.
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Klassifikation alternierender Bilinearformen}]
Gegeben ein endlichdimensionaler Vektorraum  $V$ "uber einem K"orper $K$ und
eine alternierende Bilinearform $\omega : V \times V \rightarrow K$
besitzt $V$ stets eine angeordnete Basis $\mathcal B$, 
bez"uglich derer die Fundamentalmatrix
von $\omega$ die Gestalt \label{KaBn}%\label{KaB}
\begin{displaymath}
{\op{F}}_{\mathcal B}(\omega)=\left(
\begin{array}{cccccc}
\boxed{ \begin{matrix} 0 &-1\\ 1 & 0 \end{matrix}} & & & & &\\
& \ddots&& & \\
&&\boxed{ \begin{matrix} 0 &-1\\ 1 & 0 \end{matrix}}  & &&\\
&& &0 &&\\
& & & & \ddots &\\
&&&&&0
\end{array}
\right)
\end{displaymath}
hat. 
Die Zahl der Zweierbl"ocke h"angt hierbei nicht von der Wahl der Basis ab.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungw}
Eine Variante f"ur freie abelsche Gruppen mit alternierender 
nicht ausgearteter Bilinearform wird in   \eref{GSY}{KAG} 
bewiesen.
\end{Bemerkungw}

\begin{proof}
Ist unsere Form nicht Null, so finden wir $v,w \in V$ mit
$\omega (v,w) \neq 0$. Durch Multiplikation von $v$ mit einem
Skalar erreichen wir sogar $\omega (v,w) =1$ und damit $\omega
(w,v) =-1$. Diese beiden  Vektoren $v,w$ k"onnen wir 
schon einmal  als die ersten beiden Vektoren unserer Basis in spe festhalten.
Wir betrachten  nun die Linearformen $\omega (v, \;) : V \rightarrow K$
und $\omega (w, \;) : V \rightarrow K$.
Sie sind beide nicht Null und ihre Kerne sind verschieden, genauer
liegt $v$ im Kern der ersten, nicht aber der zweiten Abbildung
und $w$ im Kern der Zweiten, nicht aber der Ersten.
F"ur den Schnitt
\begin{equation*}
S =\{ u \in V \mid \omega (v,u) = 0 = \omega (w,u)\}
\end{equation*}
haben wir also $\op{dim} S = \op{dim} V -2$ und $(K v \oplus Kw) \cap
S =0$.
Aus Dimensionsgr"unden folgt 
\begin{equation*}
V = (Kv \oplus Kw) \oplus S
\end{equation*}
und eine offensichtliche Induktion "uber die Dimension beendet den Beweis
der Existenz. Die Zahl der Nullen nach
den Zweierk"astchen kann  beschrieben werden als
die Dimension des Radikals unserer 
Bilinearform und ist deshalb 
ebenso wie die 
Zahl der  Zweierk"astchen
 von der Wahl der Basis unabh"angig.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
Eine im Sinne von \ref{NAPP} 
nichtausgeartete alternierende Bilinearform hei"st auch eine
\defind{symplektische Form}, und ein mit einer symplektischen Form
versehener Vektorraum hei"st ein \defind{symplektischer Vektorraum}.
Symplektische Vektorr"aume spielen in der Hamilton'schen Mechanik eine
wichtige Rolle.
Nach \ref{KaBn} 
ist die Dimension eines endlichdimensionalen
symplektischen Vektorraums stets gerade.
\end{Bemerkungl}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}\label{syV} 
 In einem endlichdimensionalen symplektischen Vektorraum k"onnen je zwei 
von Null verschiedene Vektoren durch einen die symplektische Form erhaltenden
Automorphismus ineinander "uberf"uhrt werden.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
 Gegeben  
eine symmetrische Bilinearform auf einem 
endlichdimensionalen Vektorraum $V$ "uber einem K"orper
der Charakteristik Zwei existiert stets eine Zerlegung in
paarweise orthogonale Teilr"aume $V=V_d\oplus V_a$ derart,
da"s die Restriktion auf $V_d$ eine Orthogonalbasis besitzt und die
Restriktion auf $V_a$ alternierend ist. Man zeige durch ein
dreidimensionales Beispiel, da"s selbst im Fall nichtausgearteter Formen
die Dimensionen von $V_d$ und $V_a$ durch unsere Bilinearform keineswegs
eindeutig festgelegt werden.   
\end{Ubung}
\begin{Ubunge}
 Gegeben  
eine alternierende Bilinearform $\omega$ auf einem 
Vektorraum $V$ der Dimension $2n$ zeige man, da"s man eine
alternierende $(2n)$-Multilinearform $\omega^{\wedge n}$ auf $V$
erkl"aren kann durch die Vorschrift\label{omhn} 
$$\omega^{\wedge n}(v_1,\ldots,v_{2n})\pdef
\sum_{\sigma\in R}\op{sgn}(\sigma)\omega(v_{\sigma(1)},v_{\sigma(2)})\ldots \omega(v_{\sigma(2n-1)},v_{\sigma(2n)}) $$
mit $R\subset \mathcal S_{2n}$ der Menge aller Permutationen
von $\{1,\ldots,2n\}$ mit den Eigenschaften $\sigma(2i-1)<\sigma(2i)$ f"ur alle $i$ und
$\sigma(1)<\sigma(3)<\ldots<\sigma(2n-1)$. 
F"ur $g\in\op{GL}(V)$ zeige man $(\omega\circ (g\times g))^{\wedge n}=
(\op{det}g)\omega^{\wedge n}$. 
Weiter zeige man, da"s 
f"ur $\omega$ eine symplektische Form die 
Multilinearform $\omega^{\wedge n}$
von Null verschieden ist. Sobald Sie einmal mit dem 
Dachprodukt $\wedge$ 
in der "au"seren Algebra $\bigwedge V^\ast$ vertraut sind, 
k"onnen Sie $\omega^{\wedge n}$
auch als die $n$-te Potenz 
$\omega^{\wedge n}=\omega\wedge \ldots\wedge\omega$ 
in der "au"seren Algebra 
verstehen, daher die Notation.
\end{Ubunge}
\begin{Ubunge}
Sei $K$ ein K"orper. Gegeben  
eine \hyperref[Pfaff]{alternierende} Matrix 
$A\in \op{Mat}(2n;K)$ alias eine Matrix  mit
$A=-A^\ttop$ und mit Nullen auf der Diagonale erkl"aren wir ihre 
{\bf Pfaff'sche Determinante}\index{Pfaff'sche Determinante} 
$\op{Pf}(A)$\label{Pfaff}  mithilfe ihrer alternierenden Bilinearform 
$\omega_A(v,w)\pdef v^\ttop\! A w$
und der zugeh"origen Multilinearform $\omega_A^{\wedge n}$
aus \ref{omhn} durch die Identit"at
$$\omega_A^{\wedge n}=\op{Pf}(A)\op{det}$$
im eindimensionalen Raum $\op{Alt}^{2n}(K^{2n})$
aller Multilinearformen auf dem $K^{2n}$. F"ur $B\in\op{Mat}(2n;K)$ folgere man
$$\op{Pf}(B^\ttop\! A B)=(\op{det}B)\op{Pf}(A)$$
Weiter zeige man $\op{Pf}(S)=1$ f"ur $S\in\op{Mat}(2n;K)$ die
blockdiagonale Matrix mit $n$ Bl"ocken ${{(^{\;\;0}_{-1} }\; {^1_0})}$
und folgere, da"s das Quadrat der Paff'schen 
Determinante die "ubliche Determinante ist, in Formeln
 $$\op{Pf}(A)^{2}=\op{det}(A)$$ 
\end{Ubunge}
\begin{Ubunge}
Gegeben ein symplektischer Vektorraum $(V,\omega)$ hei"st ein
 Vektorraumautomorphismus 
$g:V\sira V$ {\bf symplektisch},\index{symplektisch!Vektorraumautomorphismus}  
wenn gilt $\omega(gv,gw)=\omega(v,w)\;\forall v,w\in V$. 
Man zeige, da"s jeder symplektische Automorphismus $g$ eines
 endlichdimensionalen symplektischen Vektorraums
die Determinante $\op{det}(g)=1$ hat. Hinweis: \ref{omhn}.
\end{Ubunge}
\begin{Ubunge}
Gegeben ein Vektorraum $V$ erhalten wir eine symplektische Form 
$\omega$ auf $V\oplus V^\ast$ durch die Vorschrift\label{ksyFo}
$$\omega((v,\phi),(w,\psi))\pdef \phi(w)-\psi(v)$$
\end{Ubunge}

\subsection{Relativistische Raumzeit*}\label{RRZ}
 
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Erinnerungen zu klassischem Raum und klassischer Zeit}]
In der Modellierung von Zeit und
Raum  f"ur die Belange der 
Newton'schen Mechanik in \ref{RRN} oder \ref{Moo}
haben wir erst\label{gDRZn}
 einmal ignoriert, da"s die Erde 
sich um sich selber dreht und dabei gleichzeitig um die Sonne rast,
die sich hinwiederum mit unvorstellbarer Geschwindigkeit 
um das Zentrum der Milchstra"se 
bewegt, und so weiter, und sind schlicht von einem dreidimensionalen affinen 
Raum ausgegangen, von dessen Punkten man einige 
 ganz explizit als Kirchturmspitzen,
Zimmerecken und dergleichen
 angeben kann. Dann haben wir eine Gruppe von \glqq Bewegungen\grqq\ 
unseres Raums postuliert und verwendet, um den eindimensionalen Raum
der L"angen einzuf"uhren, in dem das Pariser Urmeter eine Basis auszeichnet.
 Zus"atzlich haben  wir einen orientierten eindimensionalen affinen Raum aller
\glqq Zeitpunkte\grqq\  postuliert und in dessen Richtungsraum
die Basis \glqq Sekunde\grqq\  
mithilfe von Tag und ausgezeichnet. In diesem Rahmen ist dann schon klar, was
gemeint ist, wenn wir sagen, die Lichtgeschwindigkeit betrage so in etwa
$300\;000$ Kilometer pro Sekunde. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Motivation f"ur relativistische Raumzeit}] 
Sobald wir jedoch dies alles
 nicht mehr 
ignorieren, ist es pl"otzlich gar nicht mehr so klar: Es gibt dann sozusagen
gar keinen \glqq festen Raum\grqq\   mehr, in dem unsere Lichtgeschwindigkeit
konstant sein k"onnte, sondern
\glqq alles ist relativ\grqq. Denken wir uns etwa zwei Raketen, die in
entgegengesetzter Richtung aneinander vorbeifliegen, und einen Lichtstrahl,
der in Richtung der einen Rakete zwischen ihnen hindurchsaust.
M"u"ste in diesem Fall nicht von den beiden Besatzungen 
f"ur diesen Lichtstrahl 
eine unterschiedliche Geschwindigkeit gemessen werden?
Statt im weiteren stets 
von \glqq Rakete Eins\grqq\  und \glqq Rakete Zwei\grqq\  zu reden, denken 
wir uns der Klarheit der Darstellung halber lieber den
einen Beobachter in einem sehr langen 
Zug und nennen ihn den Schaffner, und denken uns den anderen Beobachter
auf einem Bahnhof, durch den
der besagte Zug  f"ahrt, und nennen ihn den Bahnhofsvorsteher.
Der Schaffner mi"st seinen Zug sorgf"altig aus und setzt sich genau in
die Mitte.  
Gerade zu dem Zeitpunkt, zu dem  sich Schaffner und Bahnhofsvorsteher
gegen"uberstehen,
sehen beide auch noch die Vorder- und die R"ucklichter des 
Zuges aufleuchten.
Daraus ziehen sie jedoch unterschiedliche Schl"usse.
Der Schaffner sagt: Na klar, die sind  gleichzeitig angegangen.
Der Bahnhofsvorsteher dahingegen meint: 
Als diese Lampen ihr Licht ausgesandt haben, das ist ja nun eine kleine 
Weile her, war die Lokomotive noch n"aher am Bahnhof als der 
Schlu"swagen, folglich m"ussen die Lichter des
Schlu"swagens etwas fr"uher angegangen sein, damit ihr Licht dennoch
meine Augen zur selben Zeit erreichen konnte wie das Licht aus den
Lampen der Lokomotive.
Wer hat aber denn nun recht?
Unmittelbar w"urde man wohl  erst einmal sagen: Der Bahnhofsvorsteher 
hat recht, denn 
er bewegt sich nicht; Dann aber erinnert man sich, da"s ja auch
der Bahnhof selbst durchs Weltall rast und da"s es sich  auch 
um unsere zwei Raketen 
handeln k"onnte, 
und dann f"allt uns die Entscheidung 
m"oglicherweise  schon nicht mehr so leicht, 
wer von beiden denn nun recht hat. 
\end{Bemerkungl}

\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildUhr}\\[4mm]
\noindent
Dies Bild zeigt eine ruhende und eine bewegte \glqq Lichtuhr\grqq,
bestehend aus zwei Spiegeln und einem Z"ahler, der z"ahlt, wie oft ein
Lichtstrahl dazwischen hin- und hersaust.
Offensichtlich scheint die bewegte Lichtuhr
langsamer zu gehen als die Zeit im
im Koordinatensystem
der ruhenden Lichtuhr. Hier m"ussen wir uns denken, da"s im
ruhenden Koordinatensystem ganz viele Lichtuhren aufgestellt und synchronisiert
wurden wie oben schematisch dargestellt.
Der Beobachter im bewegten System wird jedoch einwenden,
da"s von seinem Gesichtspunkt aus diese ganzen Uhren keineswegs
synchron gehen.  
 \end{figure}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Das Konzept 
einer absoluten Zeit mu"s aufgegeben werden}]
Die \glqq Relativit"atstheorie\grqq\  l"ost\label{SSB}   diesen Widerspruch
wie folgt auf: Beide haben recht und wir m"ussen unsere Vorstellung
von einer \glqq absoluten Zeit\grqq\  aufgeben.
Was f"ur den einen Beobachter gleichzeitig ist, ist es f"ur den
anderen noch lange nicht! 
Pr"aziser modelliert man 
in der Relativit"atstheorie  Raum und Zeit gemeinsam als eine
Menge
von \glqq Raum-Zeit-Punkten\grqq\  oder \glqq Ereignissen\grqq. 
Das Aufleuchten eines Vorderlichts 
unseres Zuges etwa w"are solch ein
Ereignis, oder auch das  Aufleuchten eines R"ucklichts.
Jeder unserer beiden Beobachter ordnet jedem derartigen Ereignis 
in einer Weise, die wir noch ausf"uhrlich diskutieren werden, 
vier reelle Zahlen zu: Drei Raumkoordinaten und eine Zeitkoordinate. 
Und in unserem speziellen Fall w"urde eben der Schaffner
den beiden fraglichen Aufleucht-Ereignissen dieselbe 
Zeitkoordinate zuordnen,
der Bahnhofsvorsteher dahingegen verschiedene Zeitkoordinaten.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{L"angenkontraktion}] 
Das hat hinwiederum auch f"ur die L"angenmessung Konsequenzen:
Der Bahnhofsvorsteher w"urde ja wohl
vern"unftigerweise die L"ange des Zuges erkl"aren,
indem er gleichzeitig in seinem Sinne  die\label{LeKO} 
Ortskoordinaten von Lokomotive und
Schlu"swagen bestimmt und die Differenz bildet. Er wird dabei eine
k"urzere L"ange erhalten als der Schaffner, der seinerseits
behaupten w"urde, der
Bahnhofsvorsteher habe etwas fr"uher den Ort der Lokomotive
bestimmt und erst etwas sp"ater den Ort des Schlu"swagens. 
Wie ist es aber nun um die Breite des Zuges bestellt? Nun, beide messen
in der Tat  dieselbe Breite f"ur unseren Zug, was die absonderliche Konsequenz 
hat, da"s der Bahnhofsvorsteher mit vollem Recht behaupten wird, ein
Zollstock, mit dem der Schaffner die Breite des Zuges gemessen hat,
verk"urze sich, wenn der Schaffner ihn nun in Richtung des Zuges 
dreht, um damit  die L"ange des Zuges auszumessen. Man mache sich jedoch
auch bewu"st, da"s ein Zollstock ja genau genommen aus einer gro"sen Menge von
Atomen besteht, deren wechselseitige Position durch elektromagnetische 
Kr"afte bestimmt wird, also in gewisser Weise durch 
den Austausch von Lichtsignalen.
Nach diesen informellen Vor"uberlegungen beginnen  wir nun mit der
pr"azisen Formulierung.
\end{Bemerkungl}
  



\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildRel}\\[4mm]
\noindent Diese Bilder stellen die Sichtweisen des Bahnhofsvorstehers 
und des Schaffners in \ref{SSB} dar. Beide benutzen Einheiten, in denen die Lichtgeschwindigkeit Eins ist.
Die Lichtbewegung ist jeweils gestrichelt eingetragen.
Im linken Schaubild hat der Bahnhofsvorsteher Ort gegen Zeit aufgetragen von
R"ucklicht, Schaffner und Vorderlicht, wobei seine Zeitachse senkrecht nach
oben
zeigt und seine Ortsachse waagerecht nach rechts. 
Der Zug f"ahrt  halbe Lichtgeschwindigkeit, und die Zackenlinie durch die
beiden \glqq Lampen-gehen-an-Punkte\grqq\  
besteht aus Ereignissen, denen der Schaffner allen
dieselbe Zeitkoordinate geben w"urde, sagen wir die Zeitkoordinate Null. 
Das rechte Schaubild hat der Schaffner
gezeichnet.
% Um ihre Ma"sst"abe zu vergleichen, k"onnen sie zum Beispiel vereinbaren, 
% da"s der Abstand zwischen den Gleisen alias die Breite des Zuges
% ihre gemeinsame L"angeneinheit ist.
% Wenn wir stattdessen in einer Welt einer Raumdimension 
% bleiben wollen, gelingt es alternativ mit folgendem Trick: 
 Beide w"ahlen ihre Orts- und  Zeitkoordinaten $(x (p), t(p))\in \DR^2$ 
 f"ur den Bahnhofsvorsteher beziehungsweise $(x^\prime (p), t^\prime (p))\in \DR^2$ 
 f"ur den Schaffner
 eines Ereignisses $p$ derart, da"s
 f"ur je zwei Ereignisse $p,q$ gilt
 \begin{equation*}
 \left(x(p) - x(q)\right)^2 - \left(t(p) - t(q)\right)^2 
 = \left(x^\prime (p) - x^\prime (q)\right)^2 - \left(t^\prime (p) - 
 t^\prime(q)\right)^2
 \end{equation*}
Sie  finden so die
Umrechnung $x^\prime = (\sqrt{1+b^2}) x + bt$ und
$t^\prime = bx + (\sqrt{1 + b^2}) t + 4/\sqrt{3}$
%\begin{eqnarray*}
%\\
%t^\prime &=& bx + (\sqrt{1 + b^2}) t
%\end{eqnarray*}
mit $b = -\sqrt{1/3}$.
%Man beachte, da"s die horizontale Linie im Bild des Schaffners 
%nicht alle Ereignisse zur Schaffner-Zeit Null darstellt, sondern vielmehr
%alle  Ereignisse zur Schaffner-Zeit
%der beiden Lampen-gehen-an-Ereignisse. 
%Die Koordinatenachse 
%der Ortskoordinaten des Schaffners l"auft dazu parallel durch
%den Ursprung, bei dem Schaffner, Bahnhofsvorsteher und die beiden
%Lichtstrahlen zusammentreffen. 
Wie Sie sehen, scheint dem Schaffner sein
Zug um den Faktor $2/\sqrt{3}$ l"anger als dem Bahnhofsvorsteher.
 \end{figure}

\begin{Bemerkungl}
In der \defind{Relativit"atstheorie} modelliert 
man Raum und Zeit zusammen als eine
Menge
\begin{displaymath}
X
\end{displaymath}
Deren Elemente hei"sen \defind{Raum-Zeit-Punkte} oder auch 
\defind{Ereignisse}. Die Menge 
 $X$ selbst nennt man die \defind{Raumzeit}. 
Die Bewegung
einer Fliege etwa wird durch eine Teilmenge von $X$
beschrieben. Ort und Zeit einer
Klausur wird beschrieben  durch ein Element von $X$ oder, 
da eine Klausur ja eine Weile
dauert und in einem nicht ganz kleinen H"orsaal
stattfindet, 
vielleicht auch durch eine Teilmenge von $X$. 
Die Ausbreitung des Lichts modellieren wir
durch eine Teilmenge
\begin{displaymath}
\mathcal{L}^+ \subset X^2
\end{displaymath}
Wir denken  uns diese Teilmenge in der schmutzigen Anschauung
 als die Menge aller Paare von Raum-Zeit-Punkten $(p,q) \in
X^2$ derart, da"s eine am Raum-Zeitpunkt $p$ stattfindende 
Explosion am Raum-Zeitpunkt $q$ gesehen w"urde.
Wir sagen dann, $q$ liege {\bf kausal lichtartig zu $p$}.\index{lichtartig!kausal} 
Um mathematische Pr"azision zu erreichen, vereinbaren wir explizit 
$(p,p)\in\mathcal{L}^+\;\forall p\in X$. 
\end{Bemerkungl}






\begin{Bemerkungl}
In der \defind{speziellen Relativit"atstheorie} 
nimmt man zus"atzlich an, da"s  $X$ so mit der Struktur eines
vierdimensionalen reellen affinen Raums versehen werden kann, da"s
die folgenden beiden Vertr"aglichkeiten zwischen $\mathcal L^+$
und dieser Struktur gelten:
Erstens soll $\mathcal{L}^+$ stabil sein unter der 
diagonalen Operation
des Richtungsraums $\vec{X}$ 
auf $X^2$. Liegt also $q$ kausal lichtartig zu $p$, so soll auch $q+v$ 
kausal lichtartig zu $p+v$ liegen f"ur jeden Richungsvektor $v\in\vec{X} $.
Zweitens soll
die Menge der {\bf kausal lichtartigen
  Vektoren}  $$\vec{\mathcal{L}}^+ \pdef\{v \in \vec{X}
\mid (p,p +v) \in \mathcal{L}^+\;\forall p\in X\}$$ die \glqq H"alfte
einer Quadrik vom Typ $(1,1,1,-1) $\grqq\  sein, 
 es soll also in Formeln linear
unabh"angige Linearformen $x,y,z,t :\vec{X} \rightarrow \Bbb{R}$ geben mit
\begin{eqnarray*}
\vec{\mathcal{L}}^+ =\{ v \in \vec{X} \mid x(v)^2 + 
y(v)^2 + z (v)^2 - t(v)^2 =0,\; t(v) \geq 0\}
\end{eqnarray*}
Einen Vektor, der entweder selbst kausal lichtartig ist oder dessen Negatives
kausal lichtartig ist,
hei"st {\bf lichtartig}.\index{lichtartig} 
Die Elemente der konvexen H"ulle der Menge der  
kausal lichtartigen
  Vektoren  nennt man dann
{\bf kausal}\index{kausal}, ihre Negativen
{\bf antikausal}\index{antikausal},
die weder kausalen noch antikausalen Vektoren {\bf raumartig}\index{raumartig!Vektor} und die  weder raumartigen noch
lichtartigen Vektoren {\bf zeitartig}.\index{zeitartig!Vektor}
In unserer Terminologie ist also der Nullvektor weder raumartig noch zeitartig. 
Die Bezeichnung als \glqq kausaler Vektor\grqq\  soll das fundamentale 
Postulat zum Ausdruck bringen,
da"s ein Ereignis nur Ereignisse
beeinflussen kann, 
die von ihm aus durch die Addition derartiger Vektoren 
erreichbar sind, da"s also \glqq keine Wirkung schneller als
mit Lichtgeschwindigkeit ausge"ubt werden kann\grqq.
\end{Bemerkungl}


\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}[\textbf{Der Schaffner will den Zollstock in einen Gulli werfen}] 
Nehmen wir in \ref{LeKO} einmal an, der Zollstock des Schaffners sei etwas 
l"anger als der Durchmesser eines offenen Gullis auf dem Bahnhof.
Der Schaffner streckt den Arm aus dem
Fenster und l"a"st den Zollstock genau zum richtigen Zeitpunkt 
genau waagerecht runterfallen. Pa"st er dann dank L"angenkontraktion 
doch durch die "Offnung des Gullis, oder eben nicht?
Wie beschreibt der Bahnhofsvorsteher, was er sieht? 
%Hinweis: Bahnhofsvorsteher: Genau waagerecht war das aber nicht!    
\end{Ubung}
\subsection{Relativistische L"angeneinheiten*}
\begin{Bemerkungl}
  Die Papierebene haben wir in \ref{HMAn} als Kongruenzebene
  durch die Angabe einer ausgezeichneten Gruppe von
  Kongruenzen modelliert und haben gesehen, wie dieses Datum
  eine euklidische Struktur \ref{Eukl} auf dem Richtungsraum liefert und damit
  nach \ref{Laenge} eine Gerade von L"angeneinheiten. 
  F"ur den Anschauungsraum der klassischen Mechanik
  kann man genauso vorgehen, vergleiche \ref{MAn}.
  Im Fall des  Raumzeit gehen wir stattdessen davon aus,
  da"s wir in ihrem Richtungsraum den Lichtkegel kennen, und zeigen im folgenden,
  wie man davon ausgehend eine \glqq pseudoeuklidische Struktur\grqq\ erkl"aren
  kann, aus der wir dann  ein Gerade von \glqq relativistischen
  L"angeneinheiten\grqq\ konstruieren. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Lemma}[\textbf{Bestimmung quadratischer Formen aus ihren Nullstellen}]
 Haben zwei nichtausgeartete
 indefinite \hyperref[QuFo]{quadratische Formen}  auf
 einem endlichdimensionalen
 reellen Vektorraum dieselben Nullstellen,\label{DTF}
so sind sie 
linear abh"angig alias gleich
bis auf eine
multiplikative Konstante.
\end{Lemma}

\begin{proof}
Sicher reicht es zu zeigen, da"s jede 
 quadratische Form $q:\DR^n\ra\DR$, die f"ur $0<s<n$ auf der
Nullstellenmenge $\cal{L}$ des Polynoms $x^2_1+\ldots +x_s^2-x_{s+1}^2\ldots -x_{n}^2$ verschwindet, 
ein skalares Vielfaches dieses Polynoms sein mu"s.
Schr"anken wir unsere Form  auf die Ebene  ein, auf der alle Koordinaten au"ser
$x_1$ und $x_n$ verschwinden,
so wird sie  nach
\eref{HYT}{LA1} ein skalares Vielfaches von $x_1^2-x_n^2=(x_1+x_n)(x_1-x_n)$. Schr"anken wir unsere Form  allgemeiner 
auf eine Ebene $\{r\vec v+ t\vec w\}$ ein mit $\vec v\in\DR^s\times 0$
und $\vec w\in 0\times \DR^{n-s}$ Vektoren der euklidischen Norm
$\|\vec v\|=\|\vec w\|=1$, 
so gibt es aus demselben Grund $a(\vec v,\vec w)\in\DR^\times$ mit 
 $$q(r\vec v+ t\vec w)=a(\vec v,\vec w)(r^2-t^2)$$ von $r^2-t^2=(r+t)(r-t)$. 
Auswerten auf  $\vec v$ zeigt  $a(\vec v,\vec w_1)=a(\vec v,\vec w_2)$
f"ur alle $\vec w_1,\vec w_2$ und  Auswerten auf  $\vec w$ zeigt ebenso  $a(\vec v_1,\vec w)=a(\vec v_2,\vec w)$
f"ur alle $\vec v_1,\vec v_2$. Die Behauptung folgt.  
\end{proof}










\begin{Bemerkungl}
  Unter einer {\bf bilinearen Struktur}\index{Struktur!bilineare!auf reellem Vektorraum}
  auf einem reellen Vektorraum $V$ 
  verstehen wir einen eindimensionalen Untervektorraum $S\subset \op{Bil}(V)$
  im Raum der Bilinearformen auf $V$.\label{pEukl}
  Ein {\bf bilinear strukturierter Vektorraum}  
  ist ein Paar $(V,S)$ aus einem reellen Vektorraum
  mit einer bilinearen Struktur $S$.
Den {\bf Nullkegel}\index{Nullkegel} in einem
  strukturierten Vektorraum $(V,S)$ erkl"aren wir als die Menge
  aller Vektoren $v\in V$ mit $s(v,v)=0\;\forall s\in S$. 
    Eine lineare
    Abbildung $f:V\ra W$ von bilinear strukturierten Vektorr"aumen
    $(V,S),(W,T)$  hei"st
  {\bf strukturvertr"aglich},\index{strukturvertr"aglich!Abbildung}
  wenn die Bilinearformen aus $S$ genau die R"uckz"uge von
  Bilinearformen aus $T$ sind.\label{pEuka} 
   Einen strukturvertr"aglichen Automorphismus eines
   bilinear strukturierten Vektorraums nennen wir eine
  {\bf lineare "Ahnlichkeitsabbildung}.\index{"Ahnlichkeitsabbildung!lineare}
\end{Bemerkungl}

 \begin{Bemerkungl}
   Eine bilineare Struktur $S$, deren von Null verschiedene Elemente
   nichtausgeartete
  symmetrische Bilinearformen sind, nennen wir eine
  {\bf pseudoeuklidische Struktur}.\index{pseudoeuklidisch}\label{pseu}
  Ist auf dem eindimensionalen Raum  $S$ zus"atzlich eine Orientierung ausgezeichnet, reden wir von einer  {\bf orientiert pseudoeuklidischen Struktur}.\index{pseudoeuklidisch!orientiert} 
  Gegeben eine pseudoeuklidische Struktur $S$, deren von Null verschiedene
  Bilinearformen einen Typ $(m,n)$ haben mit $m\neq n$, erkl"aren wir ihre {\bf Standardorientierung}\index{Standardorientierung!von pseudoeuklidischer Struktur} als diejenige Orientierung von $S$,
  die die  Formen mit $m>n$ 
  als positiv auszeichnet. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
  Der Richtungsraum der  \glqq Raumzeit  der
  speziellen Relativit"atstheorie\grqq\
  tr"agt eine nach \ref{DTF} durch den Lichtkegel
  wohlbestimmte  pseudoeuklidische
  Struktur $S$.\label{psEUS} 
  Gegeben $s\in S$ vom Typ $(3,1)$ gilt f"ur einen Richtungsvektor $v$ ganz allgemein
  $$\begin{array}{lll}
    s(v,v)>0&\IFF&v \text{ ist raumartig}\\
 s(v,v)=0&\IFF&v \text{ ist lichtartig}\\
 s(v,v)<0&\IFF&v \text{ ist zeitartig}
  \end{array}$$
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben ein bilinear strukturierter  Vektorraum $(V,S)$  erkl"aren wir
  seine {\bf L"angengerade}\index{L"angengerade} $\mathbb L=\mathbb L(V,S)$
  wie im euklidischen Fall als die Betragswurzel \ref{Betw} aus dem Dualraum von $S$, in Formeln
  $$\mathbb L(V,S)\pdef \sqrt{|S^\ttop|}$$
 Die L"angengerade ist also ein orientierter eindimensionaler reeller
 Vektorraum.
Wie im euklidischen Fall  erkl"aren wir  die {\bf L"ange}\index{L"ange}\label{Laengep}  
  $$\|\;\|:V\ra\mathbb L$$
durch die Vorschrift $\|v\|\pdef \sqrt{|\lambda_v|}$ f"ur $\lambda_v:S\ra \DR$
gegeben durch $s\mapsto s(v,v)$ und haben $\|\alpha v\|=|\alpha| \|v\|\;\forall\alpha\in\DR$.
 F"ur jede strukturvertr"agliche Abbildung $f:V\ra W$ von bilinear strukturierten Vektorr"aumen
   gibt es genau eine lineare Abbildung $\mathbb L(f):\mathbb L(V)\ra\mathbb L(W)$ mit $\|v\|\mapsto\|f(v)\|\;\forall v\in V$. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}
  Die positiven Elemente der
  L"angengerade des Richtungsraums der   Raumzeit der
  speziellen Relativit"atstheorie hei"sen
  {\bf relativistische Zeiteinheiten}\index{Zeiteinheit!relativistische} 
  oder gleichbedeutend
  {\bf relativistische L"angeneinheiten}.\index{L\"angeneinheit!relativistische} 
\end{Beispiel}

\begin{Bemerkungl}
  Einen linearen Automorphismus eines bilinear strukturierten Vektorraums $(V,S)$
  nennen wir {\bf orthogonal},\index{orthogonal} wenn er jede Bilinearform $s\in S$ erh"alt.
  Die Gruppe aller orthogonalen Automorphismen
eines von $(V,S)$ nennen wir seine 
{\bf orthogonale Gruppe} und notieren sie $${\op{O}}(V)={\op{O}}(V,S)$$
Ist $V$ dar"uber hinaus endlichdimensional, so erkl"aren  wir weiter
  seine {\bf spezielle orthogonale Gruppe} $${\op{SO}}(V)={\op{SO}}(V,S)$$ als die
  Untergruppe ${\op{SO}}(V)\subset {\op{O}}(V)$ aller
  orientierungserhaltenden orthogonalen Automorphismen von $V$.
Im Fall einer pseudoeuklidischen Struktur haben offensichtlich alle
Elemente von ${\op{O}}(V)$ bereits die Determinante $\pm 1$. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Gegeben ein reeller  affiner Raum $E$ mit einer bilinearen Struktur
  auf seinem Richtungsraum nennen wir diejenigen Affinit"aten, deren Richtungsanteil orthogonal ist, die {\bf orthogonalen Affinit"aten}.\index{orthogonal!Affinit"at}
  Die Gruppe aller orthogonalen Affinit"aten notieren wir
  $\op{O}_{\op{aff}}(E)$\index{O@$\op{O}_{\op{aff}}(E)$ orthogonalaffine Gruppe}
  und nennen sie die {\bf orthogonalaffine Gruppe}.\index{orthogonalaffine Gruppe} Diejenigen Affinit"aten, deren Richtungsanteil eine lineare
  "Ahnlichkeit ist, nennen wir {\bf "Ahnlichkeiten}.\index{"Ahnlichkeit}
  Die Gruppe der "Ahnlichkeiten notieren wir $\op{GO}_{\op{aff}}(E)$.\index{GO@$\op{GO}_{\op{aff}}(E)$  "Ahnlichkeiten}
\end{Bemerkungl}

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
  Gegeben der Vektorraum
  $V=\DR^2$ mit der symmetrischen Bilinearform
  $\langle (x_1,x_2),(y_1,y_2)\rangle=x_1y_2+ x_2y_1$ zeige man, da"s
  die orthogonale Gruppe $\op{O}(V)$ beschrieben werden kann als
  $$\begin{array}{rcl}
\op{O}(V) &=& \left.\left\{ \begin{pmatrix} a & 0\\
0 & a^{-1} \end{pmatrix},
\begin{pmatrix}
0 &a\\a^{-1} &0 \end{pmatrix}
\right| a\in\DR^\times 
\right\}
  \end{array}$$
   Man verwendet vielfach die Notation $\DR^{p+q}$
f"ur den Vektorraum $\DR^{p+q}$ mit der symmetrischen Bilinearform
zur Fundamentalmatrix $\op{diag}({\op{I}}_p,-{\op{I}}_q)$ und\label{Opq} 
  die Notation $\op{O}(p,q)\pdef \op{O}(\DR^{p+q})$. Man zeige, da"s die
  eben beschriebene Gruppe $\op{O}(V)$ isomorph ist zu $\op{O}(1,1)$.
  Man mag die ersteren Elemente oben \glqq hyperbolische Rotationen\grqq\ nennen
  und die letzteren Elemente \glqq hyperbolische Spiegelungen\grqq. 
\end{Ubung}


\subsection{Affine Struktur durch Lichtkegel*} 
\begin{Satz}[\textbf{Alexandroff}]
\index{Alexandroff, Satz von} Auf einer Menge $X$ 
mit einer Relation $\cal{L}^+\subset X^2$
existiert h"ochstens eine Struktur als reeller affiner Raum der 
Dimension $\op{dim}_\DR X=4$ derart, da"s\label{Alexx} 
     es linear
     unabh"angige Linearformen $x,y,z,t$ auf dem zugeh"origen Richtungsraum
     $\vec X$ gibt mit
    $$\mathcal L^+=\{(p,p+v)\mid v\in\vec{X}\text{ mit } x(v)^2 + y(v)^2 + z (v)^2 - t(v)^2 =0\text{ und } t(v) \geq 0 \}$$
  \end{Satz}
  \begin{proof}
    Das folgt unmittelbar aus der anschlie"senden Proposition \ref{PAer}.
  \end{proof}
\begin{Bemerkungl}
Dieser Satz sagt uns, da"s in der speziellen Relativit"atstheorie
die Struktur der Raumzeit als reeller affiner Raum bereits durch die
Vorgabe der Lichtkegel eindeutig bestimmt ist.  
Eine analoge Aussage f"ur die klassische Mechanik ist Satz
\eref{IAGe}{LA1}, nach dem 
die Struktur des Raums der klassischen Mechanik 
 als reeller affiner Raum bereits durch die Vorgabe der Sichtlinien 
eindeutig bestimmt ist.
\end{Bemerkungl}
\begin{Proposition}
Man betrachte  auf $X\pdef\DR^4$ die Relation
$$\mathcal{L}^+\pdef\{ (p,p+ (x,y,z,t)^\ttop) \in X^2 \mid x^2 + y^2
+ z^2 - t^2 =0,\; t \geq 0\}$$ Alle Bijektionen $\phi:X\sira
X$, die diese Relation festhalten, die also 
in Formeln die Eigenschaft\label{PAer}  
$(\phi\times \phi)(\mathcal{L}^+)=\mathcal{L}^+$ haben, sind
affin.
\end{Proposition}

%Das wird in \cite{BenzLT} ausgef"uhrt.
\begin{proof}
  Wir gehen in mehreren Schritten vor.
\\[2mm]\noindent 1.
  Geraden mit lichtartigem Richtungsvektor k"onnen
allein mithilfe der Daten
  $(X,\mathcal{L}^+)$ beschrieben werden 
als die maximalen Teilmengen $L\subset X$
  mit der Eigenschaft, da"s f"ur alle $p,q\in L$ gilt $(p,q)\in \cal{L}^+$
  oder $(q,p)\in \cal{L}^+$. Unsere Bijek\-tion $\phi$ "uberf"uhrt folglich
Geraden mit lichtartigem Richtungsvektor in ebensolche. 
\\[2mm]\noindent 2.
  Gegeben ein Ereignis 
$p \in X$ bezeichne $\mathcal L^+_p \pdef \{ x \in X \mid (p,x) \in
  \mathcal L^+\}$ den \glqq vom Ereignis $p$ ausgehenden Lichtkegel\grqq\ und $\mathcal
  L_p^- \pdef \{ x \in X \mid (x,p) \in \mathcal
  L^+\}$ den  \glqq beim Ereignis $p$ endenden inversen Lichtkegel\grqq\,   
und $$\mathcal L_p \pdef \mathcal L^+_p \cup \mathcal L^-_p $$ den
 \glqq beidseitigen Lichtkegel zu $p$\grqq.
Von einem Punkt $p$ ausgehende Lichtstrahlen  k"onnen
allein mithilfe der Daten
  $(X,\mathcal{L}^+)$ beschrieben werden als
Schnitte des von $p$ ausgehenden 
Lichtkegels  mit durch $p$ laufenden Geraden 
mit lichtartigem Richtungsvektor.
Bei einem Punkt $p$ ankommende Lichtstrahlen  k"onnen
ebenso allein mithilfe der Daten
  $(X,\mathcal{L}^+)$ beschrieben werden als
Schnitte des bei $p$ endenden 
inversen Lichtkegels mit durch $p$ laufenden Geraden 
mit lichtartigem Richtungsvektor.
\\[2mm]\noindent 3.
Auf der Raumzeit $X$ betrachten wir die 
kleinste transitive und reflexive Relation
 $\mathcal{K}^+$ im Sinne von \eref{REE}{AN1}, 
die die Relation $\mathcal{L}^+$ umfa"st.
Explizit haben wir also $(p,q) \in \mathcal{K}^+$ 
genau dann, wenn es eine Sequenz
$p = p_0, p_1, \ldots, p_n=q$  von Ereignissen gibt mit 
$(p_{i-1},p_i) \in \mathcal{L}^+$ f"ur $i =1, \ldots, n$.
Es scheint mir klar, da"s $(p,q)\in \mathcal K^+$ gleichbedeutend ist
dazu, da"s $q-p$ kausal ist. 
Wann also  $q$ kausal zu $p$ liegt oder umgekehrt, ist auch
bereits durch die Daten  $(X,\mathcal{L}^+)$ festgelegt.
Wann weder das eine noch das andere gilt, wann also $p$ raumartig zu $q$
liegt,
ist mithin auch 
bereits durch die Daten  $(X,\mathcal{L}^+)$ festgelegt.
\\[2mm]\noindent 4.
Wir zeigen nun, da"s auch Geraden mit raumartigem Richtungsvektor 
allein mithilfe der Daten
  $(X,\mathcal{L}^+)$ beschrieben werden k"onnen.
  Gegeben zwei verschiedene Punkte $p, q \in X$ mit
raumartigem Verbindungsvektor $q-p$ setzen wir dazu
  \begin{equation*}
    N (p,q) \pdef
 \{ r \in X \mid \mathcal L_p \cap \mathcal L_q \cap \mathcal L_r = \emptyset\}
  \end{equation*}
In der anschlie"senden Bemerkung \ref{Npq} geben wir eine explizite Beschreibung
dieser Menge $N (p,q)$.  Sie zeigt, da"s ein Punkt $r \in X \backslash \{p, q\}$  genau dann auf
  der Geraden durch $p$ und $q$ liegt,  wenn gilt $r \in N (p,q)$ und wenn
 es  zus"atzlich weder einen von $r$ ausgehenden noch einen bei $r$ ankommenden
  Lichtstrahl gibt, der ganz in $N (p,q)$ enthalten ist. Das zeigt, 
da"s auch Geraden mit raumartigem Richtungsvektor 
allein mithilfe der Daten
  $(X,\mathcal{L}^+)$ beschrieben werden k"onnen.
\\[2mm]\noindent 5. 
Zu je zwei Geraden mit raumartigem Richtungsvektor, 
die sich in genau einem Punkt $p$ treffen,
bildet nun die Vereinigung aller raumartigen Geraden, 
die unsere beiden vorgegebenen Geraden in verschiedenen Punkten
treffen, zusammen mit $p$ eine affine Ebene in $X$, 
und wir erhalten so alle affinen Ebenen in $X$.
Also macht unsere Bijektion $\phi$ affine Ebenen zu affinen 
Ebenen und damit beliebige affine Geraden alias Schnitte verschiedener 
affiner Ebenen mit mindestens zwei Punkten zu
affinen Geraden.
Dann aber mu"s unsere Abbildung nach \eref{IAGe}{LA1} 
bereits affin sein.
\end{proof}

% Auf der Raumzeit $X$ betrachten wir weiter die 
% kleinste transitive und reflexive Relation
%  $\mathcal{K}^+$ im Sinne von \eref{REE}{AN1}, 
% die die Relation $\mathcal{L}^+$ umfa"st.
% Genau dann gilt 
%  $(p,q) \in \mathcal{K}^+$ 
%  $q$ zu $p$ kausal liegt. Auch diese Relation h"angt also nur von $\mathcal
%  L^+$ ab. 
% Sind Ereignisse $p,q$ gegeben derart, da"s weder $p$ 
% kausal liegt zu $q$ noch $q$ kausal zu $p$, so sagen 
% wir, die Ereignisse liegen \defind{raumartig} zueinander.
% Insbesondere ist das durch die Vorgabe von $\mathcal L^+$ bereits
% bestimmt.
















% \begin{Lemma}
%  Sind $p \neq q$ zwei zueinander raumartige Ereignisse in $X$, so liegt $r \in X \backslash \{p,q\}$ genau
% dann auf der Geraden durch $p$ und $q$, wenn gilt
% \begin{equation*}
%  r \in N (p,q) \text{ und } \mathcal L_r \cap N (p,q) = \emptyset.
% \end{equation*}
% \end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}\label{Npq} 
 Hier holen wir die explizite Beschreibung der Menge $N (p,q)$ nach,
die im vorhergehenden Beweis ben"otigt wurde. Gegeben $r \in X \backslash
\{p,q\}$ sind wir in genau einem der folgenden F"alle:
\\[2mm]\noindent 1. 
$r$ liegt auf einer Gerade mit $p$ und $q$. Dann gilt offensichtlich $r \in N (p,q);$
\\[2mm]\noindent 2.  
$r$ spannt mit $p$ und $q$ eine affine Ebene auf, deren von Null verschiedene Richtungsvektoren s"amtlich
raumartig sind.
Dann gilt offensichtlich $r \not\in N (p,q);$
\\[2mm]\noindent 3. 
 $r$ spannt mit $p$ und $q$ eine affine Ebene auf, auf deren Richtungsraum unsere Bilinearform ausgeartet ist.
F"ur derartige $r$ gilt $r \in N (p,q) \Leftrightarrow r \in \mathcal L_p \cup \mathcal L_q$.
Um das zu sehen, m"ussen wir etwas rechnen. Da unsere Fragestellung unter Streckungen invariant ist, d"urfen wir
nach der Variante \eref{SvWA}{LA2} des Satzes von Witt ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit $p=(0,0,0,0), q = (2,0,0,0)$
und $r = (x, 0, t, t)$ annehmen mit $t \neq 0$.
Dann ist $r \in N(p,q)$ gleichbedeutend zur Unl"osbarkeit des Gleichungssystems
\begin{displaymath}
 \begin{array}{rrr}
\lambda^2 + \mu^2 + \nu^2 - \tau^2 & =& 0\\
(\lambda - 2)^2 + \mu^2 + \nu^2 - \tau^2 &=&0\\
(\lambda - x)^2 + \mu^2 + (\nu - t)^2 - (\tau - t)^2 &=& 0
 \end{array}
\end{displaymath}
Durch Subtraktion der obersten Gleichung von den beiden anderen erhalten wir das "aquivalente System
\begin{displaymath}
 \begin{array}{rrr}
  \lambda^2 + \mu^2 +\nu^2 - \tau^2 & =& 0\\
\lambda &=&1\\
x^2 - 2 \lambda x + t^2 -2\nu t - t^2 + 2 \tau t & =& 0
 \end{array}
\end{displaymath}
und weiter das "aquivalente System
\begin{displaymath}
 \begin{array}{rrl}
  1 + \mu^2 + (\nu + \tau) (\nu - \tau) &=&0\\
x^2 - 2x &= & 2 t (\nu - \tau) 
 \end{array}
\end{displaymath}
und schlie"slich das "aquivalente System 
\begin{equation*}
 1 + \mu^2 + (\nu + \tau) (x^2 - 2 x) / 2t =0
\end{equation*}
Dies System aber ist unl"osbar f"ur $x^2 - 2x = 0$ und l"osbar sonst, was genau unserer Behauptung entspricht.
 \begin{Bild} 
 \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildTAUn}\\[4mm]
 \noindent BlahBlah
\end{Bild}
\\[2mm]\noindent 4. 
$r$ spannt mit $p$ und $q$ eine affine Ebene auf, auf deren Richtungsraum unsere Bilinearform indefinit ist.
In diesem Fall zeigen wir
\begin{displaymath}
 \begin{array}{rcl}
  r \in N (p,q) & \Leftrightarrow &  \begin{array}[t]{l} r \text{ liegt
      raumartig zum einen und kausal oder}\\
\text{antikausal zum anderen unserer beiden Punkte } p, q,\\ 
\text{liegt
      jedoch mit keinem der beiden auf einer Lichtgerade.} 
\end{array}\end{array}
\end{displaymath}
Der Nachweis geschieht wieder durch Rechnung. Diesmal d"urfen wir ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit
$p = (0,0,0,0), q = (2, 0,0,0)$ und $r = (x, 0,0,t)$ mit $ t \neq 0$ annehmen.
Dann ist $r \in N (p,q)$ "aquivalent zur Unl"osbarkeit des Gleichungssystems
\begin{displaymath}
 \begin{array}{rrr}
  \lambda^2 + \mu^2 + \nu^2 - \tau^2 & =& 0\\
(\lambda - 2)^2 + \mu^2 + \nu^2 - \tau^2 & =& 0\\
(\lambda - x)^2 + \mu^2 + \nu^2 - (\tau - t)^2 &=& 0
 \end{array}
\end{displaymath}
Wie zuvor gelangen wir durch Subtraktion der ersten Gleichungen von den anderen zum "aquivalenten Gleichungssystem
\begin{displaymath}
 \begin{array}{rrr}
  1 + \mu^2 + \nu^2 - \tau^2 & = &0\\
x^2 - 2x + 2 \tau t - t^2 &=&0
 \end{array}
\end{displaymath}
Die zweite Gleichung liefert $\tau = (t^2 + 2x - x^2) /2 t$ und das System ist genau dann l"osbar wenn f"ur dies
$\tau = \tau (x,t)$ gilt $\tau^2 \geq 1$.
Suchen wir die $(x,t) \in \mathbb R^2$ mit $t \neq 0$ und $\tau (x,t) =1$, so ergibt sich
\begin{equation*}
 2 (t-x) = (t-x)(t+x)
\end{equation*}
alias $t = x$ oder $t = 2-x$.
Suchen wir die $(x,t) \in \mathbb R^2$ mit $t \neq 0$ und $\tau (x,t) = -1$, so ergibt sich analog
\begin{equation*}
 -2 (t +x) = (t-x) (t+x)
\end{equation*}
alias $t = -x$ oder $t = x -2$.
Wir erhalten auf diese Weise nebenstehendes Bild f"ur die Stellen, an denen 
$\tau$ den Wert Eins beziehungsweise Minus Eins annimmt.
Es folgt, da"s $\tau^2$ in den offenen schraffierten Bereichen kleiner ist als Eins, so da"s
wir dort keine L"osungen haben.
Ebenso folgt, da"s $\tau^2$ in allen "ubrigen Bereichen gr"o"ser als Eins ist,
 so da"s wir dort L"osungen haben.
Keine L"osungen finden wir also genau dann, wenn $r$ strikt raumartig zu einem unserer Punkte $p,q$ 
und strikt zeitartig zum anderen liegt.
\end{Bemerkungl}



%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "XXLA2"
%%% End: 
