
\section{Faktorierte und derivierte Funktoren}\label{DerfF} 
Derivierte Funktoren wurden in einer Dissertation von Verdier
eingef"uhrt, die er bei Grothendieck schrieb. Verdier erkl"art sie
als eine Art von Kan-Erweiterungen. Ich ziehe den Zugang vor, den 
Deligne in SGA verfolgt. Beide Zug"ange f"uhren in typischen Situationen
zu denselben derivierten Funktoren, sind jedoch grunds"atzlich verschieden.
Bei der Definition von Verdier gilt es zu beachten, da"s
man etwa im Fall eines linksexakten Funktors von abelschen Kategorien
$F:\mathcal A\ra \mathcal B$ zu unterscheiden hat zwischen
derivierten Funktoren
${\op{R}}F: \op{Der}^+_{\mathcal A}\ra \op{Der}^+_{\mathcal B}$ und
${\op{R}}F: \op{Der}_{\mathcal A}\ra \op{Der}_{\mathcal B}$ und da"s diese,
selbst wenn sie beide existieren sollten, keineswegs auf $\op{Der}^+_{\mathcal A}$
"ubereinstimmen m"ussen. Bei Deligne dahingegen haben wir es nur mit einem einzigen partiell definierten Funktor
${\op{R}}F: \op{Der}_{\mathcal A}\dashrightarrow \op{Der}_{\mathcal B}$ zu tun,
den es zwar immer gibt, der aber eben nur partiell definiert ist. 
\subsection{Limites in Funktorkategorien}
\begin{Bemerkungl}
  Man erinnere sich an Limites und Kolimites in Kategorien, wie
  sie in \eref{LKiL}{TS} eingef"uhrt wurden.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Limites  und Kolimites in Funktorkategorien}]
 Gegeben seien ein K"ocher $\mathcal I$
und Kategorien\label{KLPG} 
$ \mathcal A , \mathcal D$ und eine Darstellung $\mathcal I
\rightarrow  \op{Cat} (\mathcal A, \mathcal D)$, $i \mapsto F_i$.
Existiert f"ur alle $A \in \mathcal A$ der 
Kolimes $\col  F_i (A)$ in $\mathcal D$,
so erhalten wir offensichtlich einen Kolimes der $F_i$ 
in $\op{Cat} (\mathcal A, \mathcal D)$ durch
die Vorschrift $$(\col  F_i) (A) \pdef \col  (F_i (A))$$
Dasselbe gilt, wenn wir $\col $ durch $\lim $ ersetzen, was auch direkt
durch "Ubergang zu den opponierten Strukturen gefolgert werden kann. 
\end{Bemerkungl}
%ok, klar.
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Limites und Kolimites in Mengenfunktorkategorien}]
Nach \ref{KLPG}  existiert  f"ur jede Kategorie 
$\mathcal A$ und jedes Mengensystem $\mathfrak U$  der Limes  beziehungsweise der Kolimes in der Kategorie 
$\mathfrak U{\op{Ens}}^{\mathcal A}=\op{Cat}(\cal{A},\mathfrak U{\op{Ens}})$ 
f"ur jede Darstellung in $\mathfrak U{\op{Ens}}^{\mathcal A}$
eines
 K"ochers $\mathcal I$, wenn  
der Limes  beziehungsweise der Kolimes f"ur alle Darstellungen unseres 
K"ochers $\mathcal I$ in $\mathfrak U{\op{Ens}}$ existieren.
Nach \eref{LimM}{TS}
beziehungsweise \eref{KolM}{TS} existieren sie dann auch f"ur jedes
gr"o"sere Mengensystem $\mathfrak V\supset\mathfrak U$ in
$\mathfrak V{\op{Ens}}^{\mathcal A}$ und bleiben dieselben. 
Ein hinreichendes Kriterium f"ur die Existenz ist,
weiter nach \eref{LimM}{TS}
beziehungsweise \eref{KolM}{TS}, 
da"s $\mathfrak U$
ein Universum ist und da"s die
Punktmenge unseres K"ochers $\mathcal I$ zu $\mathfrak U$ geh"ort,
da"s also $\mathcal I$ im Sinne von \ref{KatKat} ein
$\mathfrak U_\in$-K"ocher ist.\label{pklK}   
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Vertr"aglichkeit von Limites mit Ko-Yoneda-Einbettungen}]
   Seien $\mathfrak U$ ein Mengensystem und $\mathcal C$ eine
   $\mathfrak U_\in\uvec$-Kategorie und
   $\mathcal C\vra \mathcal C_{\mathfrak U}^\wedge\pdef\op{Cat}(\cal{C}^{\op{opp}},\mathfrak U\!\op{Ens})$ die
  Ko-Yo\-ne\-da-Ein\-bet\-tung $Y\mapsto (\hat{Y}:X\mapsto \mathcal C(X,Y))$. 
Existiert der Limes eines Systems $(Y_i)_{i\in\mathcal I}$ 
in $\mathcal C$, so liefert er auch einen Limes des Bildsystems 
in  $\mathcal C^\wedge$,
in Formeln\label{VLY} $$(\lim Y_i)^\wedge\sira \lim \hat Y_i$$
Beide Funktoren nehmen ja auf allen  $X\in\mathcal C$ denselben Wert
$\lim \mathcal C(X,Y_i)$ an. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Vertr"aglichkeit von Kolimites mit Yoneda-Einbettungen}]  Seien $\mathfrak U$ ein Mengensystem und $\mathcal C$ eine
  $\mathfrak U_\in\uvec$-Kategorie und
  $\mathcal C\vra \mathcal C_{\mathfrak U}^\vee\pdef\op{Cat}(\cal{C},\mathfrak U\!\op{Ens})^{\op{opp}}$ die
  Yoneda-Einbettung $X\mapsto (\check{X}:Y\mapsto \mathcal C(X,Y))$. 
Existiert der Kolimes eines Systems $(X_i)_{i\in\mathcal I}$ 
in $\mathcal C$, so liefert er auch einen Kolimes des Bildsystems 
in  $\mathcal C^\vee$,
in Formeln\label{VLYb} $$\col \check X_i\sira (\col X_i)^\vee$$
Beide Funktoren nehmen ja auf allen  $Y\in\mathcal C$ denselben Wert
$\col \mathcal C(X_i,Y)$ an. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Unvertr"aglichkeit von Kolimites mit Ko-Yoneda-Einbettungen}]
  Im Gegensatz zu den im vorigen Punkt behandelten F"allen
  mu"s, wenn der Kolimes $\col Y_i$ existiert,
  der nat"urliche
  Morphismus $$\col \hat Y_i\ra (\col Y_i)^\wedge$$ in $\mathcal C^\wedge$ 
dennoch kein Isomorphismus sein, als da hei"st, 
 die nat"urliche Abbildung
 $\col \mathcal C(X, Y_i)\ra \mathcal C(X,\col Y_i)$ 
 mu"s nicht f"ur alle Objekte $X$ eine Bijektion sein.
\end{Bemerkungl}


\begin{Beispiel}[\textbf{Unvertr"aglichkeit f"ur Kolimites bei Mengen}]  
  Wir betrachten in der Kategorie $\op{Ens}$ der Mengen das System
  $$\{0\}\ra \{0,1\}\ra \{0,1,2\}\ra \ldots$$ 
  mit dem Kolimes $\DN$ und pr"ufen, da"s der Kolimes
  in $\op{Ens}^\wedge$ beschrieben werden kann als der Funktor,
  der jeder Menge $X$ die Menge aller Abbildungen $X\ra\DN$ mit endlichem Bild
  zuordnet. Die nat"urliche Abbildung 
  $$\op{col}(\{0,\ldots,n\}^\wedge) \ra (\op{col}\{0,\ldots,n\})^\wedge$$
  ist mithin keine Bijektion.
  Mit \ref{ViU} zeigt das, da"s die Ko-Yoneda-Ein\-bet\-tung
  $\op{Ens}\vra \op{Ens}^\wedge$ nicht essentiell surjektiv ist. 
\end{Beispiel}

\begin{Beispiel}[\textbf{Unvertr"aglichkeit f"ur Kolimites bei Vektorr"aumen}]
  In der Kategorie der Vektorr"aume
  ist jeder Raum $V$ der Kolimes des Systems aller seiner endlichdimensionalen
Teilr"aume $Y_i\subset V$. Der Kolimes der Homomorphismenr"aume 
geht dann bijektiv auf den Raum der Homomorphismen endlichen Rangs und
keineswegs  bijektiv auf den Raum aller Homomorphismen. Ein vielleicht noch
typischeres Gegenbeispiel ist der Fall direkter Summen von Vektorr"aumen. 
Die Identit"at auf einer direkten Summe mit unendlich vielen von Null
verschiedenen Summanden landet keineswegs in einer  endlichen Teilsumme.
\end{Beispiel}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Unvertr"aglichkeit von Limites mit Yoneda-Einbettungen}]
  Opponiert sind Limites im allgemeinen nicht
vertr"aglich mit Yoneda-Einbettungen. Auch wenn der Limes $\op{lim}X_i$
existiert, mu"s der nat"urliche Morphismus
$$ (\lim X_i)^\vee\ra \lim \check X_i$$
keineswegs ein Isomorphismus sein.
\end{Bemerkungl}


\begin{Beispiel}[\textbf{Unvertr"aglichkeit f"ur Limites bei Mengen}]  
  Wir betrachten in der Kategorie $\op{Ens}$ der Mengen das System
  $$\ldots \ra M^3\ra M^2\ra M$$ f"ur irgendeine feste Menge $M$ mit den
  Abbildungen, die jeweils den letzten Eintrag eines Tupels
  weglassen. Sein Limes in
  $\op{Ens}$ ist die Menge $\op{Ens}(\DN,M)$ aller Folgen in $M$. Der Limes des Systems
  $\ldots \ra (M^3)^\vee \ra (M^2)^\vee \ra M^\vee $ von 
  Mengenfunktoren in
  $\op{Ens}^\vee=\op{Cat}(\op{Ens},\op{Ens})^{\op{opp}}$ dahingegen
  ordnet jeder Menge $Y$ den Kolimes des Systems
  $\op{Ens}(M,Y)\ra \op{Ens}(M^2,Y)\ra \op{Ens}(M^3,Y) \ra\ldots$
  zu alias die Menge aller Abbildungen $\op{Ens}(\DN,M)\ra Y$,
  die "uber eines der $M^n$ faktorisieren. In  $\op{Ens}^\vee$
  ist also die  nat"urliche Abbildung
  $$(\op{lim}M^n)^\vee \ra \op{lim}(( M^n)^\vee)$$
  keine Bijektion, wenn $M$ mindestens zwei Elemente hat.
  Mit \ref{ViU} zeigt das auch, da"s die Yoneda-Einbettung
  $\op{Ens}\vra \op{Ens}^\vee$ nicht essentiell surjektiv ist. 
\end{Beispiel}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Vertr"aglicheit in der Unvertr"aglichkeit}]
  Wenn der Kolimes $\col \hat Y_i$ in
  $\mathcal C^\wedge$ existiert und wenn er zus"atzlich im essentiellen Bild der
  Ko-Yoneda-Ein\-bettung  $\mathcal C\vra \mathcal C^\wedge$ liegt,\label{ViU} 
  dann existiert auch der Kolimes $\col  Y_i$ in
  $\mathcal C$  und der nat"urliche Morphismus ist   in $\mathcal C^\wedge$
  doch ein
  Isomorphismus $$\col \hat Y_i\sira (\col Y_i)^\wedge$$
   Das folgt aus den in \eref{LvFu}{TS} besprochenen Aussagen zur
  Vertr"aglichkeit von
  Kolimites mit volltreuen Funktoren. Analoges gilt f"ur Limites.
  Wenn also der Limes $\lim \check X_i$ in
  $\mathcal C^\vee$ existiert und wenn er zus"atzlich im essentiellen Bild der
  Yoneda-Ein\-bettung  $\mathcal C\vra \mathcal C^\vee$ liegt,\label{ViU} 
   dann existiert auch der Limes $\lim  X_i$ in
   $\mathcal C$  und der nat"urliche Morphismus ist  in $\mathcal C^\vee$
   doch ein
  Isomorphismus $$ (\lim X_i)^\vee\sira \lim \check X_i$$ 
\end{Bemerkungl}

  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Notation f"ur Kolimites und Limites in Funktorkategorien}] 
Ich verwende  f"ur
in der Kategorie $\mathcal C^\wedge$ zu verstehende Kolimites
einer K"ocherdarstellung $(Y_i)_{i\in \mathcal I}$ in $\mathcal C$ die 
Notation\label{colh} \index{col@$\colh$ Kolimes 
in Funktorkategorie} 
$$\colh Y_i\pdef \op{col} \hat Y_i$$ 
und im filtrierenden Fall  die Notation
$\colhu$\index{colf@$\colh$ filtrierender Kolimes 
in Funktorkategorie} 
und spreche im filtrierenden Fall von einem
{\bf Indkolimes}.\index{Indkolimes} 
Dual verwende ich die Notation 
$\limc$
\index{lim@$\limc$ Limes 
in Funktorkategorie} 
und im kofiltrierenden Fall  die Notation
$\limcu$\index{limf@$\limcu$ kofiltrierender Limes 
in Funktorkategorie}  f"ur 
 in der Kategorie $\cal{C}^\vee$ zu verstehende Limites. Im kofiltrierenden Fall spreche ich auch von
einem {\bf Prolimes}.\index{Prolimes} 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Alternative Notationen}]
 In der Literatur findet man vielfach statt $\colh$ die Notation
``$\varinjlim$''\index{lim@``$\varinjlim$''} 
mit Anf"uhrungsstrichlein\index{lim@$\limh$ Kolimes in Funktorkategorie} 
 f"ur  in der Kategorie $\mathcal C^\wedge$ zu verstehende Kolimites
und statt $\limc$ die Notation
``$\varprojlim$''\index{lim@``$\varprojlim$''} 
 f"ur  in der Kategorie $\mathcal C^\vee$ zu verstehende Limites.
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Morphismen von Limites von Mengenfunktoren}]
  Sei $(Y_j)$ ein \hyperref[Diagramm]{Diagramm} von
  Objekten einer Kategorie $\mathcal C$.
  Ein Morphismus eines Objekts $F\in \mathcal C^\vee$ in 
den Limes $\limc Y_j\pdef \lim \check Y_j$  ist per definitionem 
eine vertr"agliche Familie von Morphismen 
aus $\mathcal C^\vee(F,\check Y_j)$ alias ein Element von
$\op{lim}_j \mathcal C^\vee(F,\check Y_j)$. Das Yoneda-Lemma \eref{YL}{LA2}
liefert weiter eine  Bijektion zwischen dieser
Menge und  $\op{lim}_j F(Y_j)$.\label{MPOk} 
Ist speziell $F=\limc X_\alpha$ auch der Limes eines 
Systems $(X_\alpha)$,  so erhalten wir $F(Y)=\col_\alpha \mathcal C(X_\alpha,Y)$ und insgesamt
eine Bijektion 
$$\mathcal C^\vee(\limc X_\alpha,\limc Y_j)\sira 
\op{lim}_j \op{col}_\alpha \mathcal C( X_\alpha,Y_j)$$
Im "ubrigen d"urfen Sie in "Ubung \ref{tautl} zeigen, da"s jedes Objekt
von $\mathcal C^\vee$ zu einem Objekt der Gestalt $\limc X_\alpha$ isomorph ist.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Unter einem {\bf Pro-Objekt}\index{Pro-Objekt} einer
Kategorie $\mathcal C$ versteht man ein
\hyperref[KfK]{kofiltrierendes System} von Objekten von $\mathcal C$ im Sinne
von \eref{FiDe}{TS}.
Gegeben Pro-Objekte $(X_\alpha )$ und $(Y_j)$ erkl"art man einen
{\bf Morphismus von Pro-Objekten} als ein Element der Menge
$$\limf_j \colf _\alpha  \mathcal C( X_\alpha ,Y_j)$$
Um die Komposition von Morphismen von
Pro-Objekten zu erkl"aren, bemerken wir,
da"s ein Morphismus 
repr"asentiert werden kann durch eine mit $j$
indizierte Familie von Morphismen
$X_{\alpha (j)}\ra Y_j$, die in der Weise vertr"aglich sind,
da"s es f"ur jeden Systemmorphismus $k\ra j$
einen Index $\alpha =\alpha (j,k)$ mit Morphismen $\alpha \ra \alpha (j)$ und
$\alpha \ra \alpha (k)$ gibt derart, da"s 
$X_{\alpha }\ra X_{\alpha (j)}\ra Y_j$ und $X_{\alpha }\ra X_{\alpha (k)}\ra Y_k\ra Y_j$
"ubereinstimmen. Weiter repr"asentiert
eine zweite vertr"agliche Familie von Morphismen
$X_{\tilde\alpha (j)}\ra Y_j$ genau dann denselben Morphismus
von Pro-Objekten,
wenn wir f"ur jedes $j$ einen Index $\hat\alpha (j)$ und Morphismen
$\hat\alpha (j)\ra \alpha (j)$ und $\hat\alpha (j)\ra \tilde\alpha (j)$
so finden k"onnen, da"s die
Kompositionen $X_{\hat\alpha (j)}\ra X_{\alpha (j)}\ra Y_j$
und $X_{\hat\alpha (j)}\ra X_{\tilde\alpha (j)}\ra Y_j$ "ubereinstimmen.
Mit dieser Beschreibung von Morphismen scheint mir nun offensichtlich,
wie Morphismen von Pro-Objekten zu komponieren sind.\label{MPOkk}
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Bedeutung der Pro- und Ind-Objekte}]
  Die Pro-Objekte einer Kategorie $\mathcal C$
  bilden salopp gesprochen einen noch
  vergleichsweise gut zug"anglichen Teil der Kategorie $\mathcal C^\vee$
  aller Mengenfunktoren. In ganz $\mathcal C^\vee$ haben zwar die Objekte und
  Morphismenmengen im wesentlichen dieselbe Beschreibung, aber
  ich kenne in dieser Allgemeineit
  keine vergleichbar "ubersichtliche Beschreibung f"ur die Ver\-kn"up\-fung
  von Morphismen.
  Der wesentliche Punkt ist, da"s Limites von Mengen
  noch eine ganz vern"unftige explizite Beschreibung haben als
  Teilmenge eines Produkts, vergleiche \eref{LimM}{TS}.
  Bei allgemeinen Kolimites von Mengen bricht jedoch die H"olle los,
  man mu"s eine disjunkte Vereinigung durch die von einer expliziten
  Relation erzeugte "Aquivalenzrelation teilen und f"ur diese
  "Aquivalenzrelation gibt es im allgemeinen
  keine handhabbare Beschreibung mehr.
  Im Fall von filtrierenden Kolimites gibt es diese handhabbare
  Beschreibung jedoch durchaus, vergleiche \eref{fdl}{TS}, 
  und das machen wir uns im Fall der Pro-Objekte zu Nutze. 
 Analoges gilt dual f"ur Ind-Objekte, wie wir sie
  gleich einf"uhren werden.
\end{Bemerkungl}






\begin{Bemerkungl}
  Wir erinnern aus \ref{KatKat} unsere Notationen f"ur in ihrer Gr"o"se
  beschr"ankte Kategorien.
  W"ahlen wir ein Universum $\mathfrak U$ und ist $\mathcal C$ eine
  $\mathfrak U_\in\uvec$-Kategorie und sind
  die Pro-Objekte $(X_i),(Y_j)$ aus $\mathcal C$ indiziert durch
  kofiltrierende
  $\mathfrak U_\in$-Kategorien, deren Punktmengen
  also Elemente von $\mathfrak U$
  sind, deren Pfeilmengen aber keinen Beschr"ankungen unterliegen,
  so ist auch die Menge der Morphismen unserer Pro-Objekte ein
  Element von $\mathfrak U$. Beschr"anken wir uns der Einfachkeit halber auf
  $\mathfrak U_\in$-$\mathfrak U_\in\uvec$-Kategorien, 
 so bilden die dadurch 
  indizierten Pro-Objekte von $\mathcal C$ eine
$\mathfrak U_\in\uvec$-Kategorie\index{pro@$\op{pro}_{\mathfrak U}(\mathcal C)$ Pro-Objekte}\label{proU} 
$$\op{pro}_{\mathfrak U}(\mathcal C)$$
  Wir w"ahlen eine $\mathfrak U_\in$-$\mathfrak U_\in\uvec$-Kategorie $\mathcal T$ mit nur
  einem Objekt und einem Morphismus und erhalten einen volltreuen Funktor
  $$\mathcal C\vra \op{pro}_{\mathfrak U}(\mathcal C)$$ durch die Vorschrift,
  die jedem Objekt das
  triviale durch $\mathcal T$ indizierte kofiltrierende System zuordnet.   
Nach dem vorhergehenden liefert
die Vorschrift $(X_i)\mapsto \limcu_i X_i$ einen volltreuen Funktor
$$\op{pro}_{\mathfrak U}(\mathcal C)\vra \mathcal C_{\mathfrak U}^\vee$$
\end{Bemerkungl}







\begin{Bemerkungl}[\textbf{Ind-Objekte und ihre Morphismen}]
  Ein {\bf Ind-Objekt}\index{Ind-Objekt} einer Kategorie $\mathcal C$
  ist ein filtrierendes System $(X_i)$ in $\mathcal C$.
  Die Morphismen in ein weiteres Indobjekt $(Y_\beta)$ erkl"aren wir als
  Elemente der Menge\index{ind@$\op{ind}(\mathcal C)$ Ind-Objekte} 
  $$\limf_i \colf _\beta \mathcal C( X_i,Y_\beta)$$
  Gegeben ein Universum $\mathfrak U$ und eine $\mathfrak U_\in\uvec$-Kategorie $\mathcal C$ bilden dann die durch 
  filtrierende $\mathfrak U_\in$-$\mathfrak U_\in\uvec$-Kategorien indizierten Indobjekte eine
  $\mathfrak U_\in$-Kategorie $\op{ind}_{\mathfrak U}(\mathcal C)$
  und wir erhalten volltreue Funktoren
  $$\mathcal C\vra \op{ind}_{\mathfrak U}(\mathcal C)\vra \mathcal C^\wedge_{\mathfrak U}$$
  durch das Bilden des konstanten Systems zu einer beliebig aber fest gew"ahlten
  terminalen Indexkategorie $\mathcal T$ und die Konstruktion
  $(X_i)\mapsto \colhu _i X_i$.\label{indu} 
  Jedes Element von $\colf_\beta \mathcal C( X_i,Y_\beta)$ wird
repr"asentiert durch einen Morphismus $\varphi_i:X_i\ra Y_{\beta}$ f"ur
ein $\beta$, das vom jeweiligen Element des Kolimes abh"angen wird. 
Dessen Bild im Kolimes notieren wir $\bar\varphi_i$. Ein Morphismus von
Indobjekten ist dann eine vertr"agliche Familie derartiger 
$\bar\varphi_i$. Noch ausf"uhrlicher geschrieben wird jeder Morphismus
von ind-Objekten repr"asentiert durch eine Familie von Morphismen
$ X_i\ra Y_{\beta(i)}$  mit der
Eigenschaft, da"s es f"ur jeden Morphismus  $i\ra j$
ein $\beta$ und Morphismen $\beta(i)\ra \beta$ und
$\beta(j)\ra \beta$ gibt mit
$(X_i\ra Y_{\beta(i)}\ra Y_\beta)= (X_i\ra X_j\ra Y_{\beta(j)}\ra Y_\beta)$.
Eine weitere Familie  $ X_i\ra Y_{\tilde\beta(i)}$ schlie"slich
repr"asentiert denselben
Morphismus genau dann, wenn es f"ur alle $i$ jeweils ein $\hat\beta(i)$ und 
$\beta(i)\ra\hat\beta(i)$ und $ \tilde\beta(i)\ra\hat\beta(i)$
gibt mit $(X_i\ra Y_{\beta(i)}\ra Y_{\hat\beta(i)})=(X_i\ra Y_{\tilde\beta(i)}\ra Y_{\hat\beta(i)})$. 
\end{Bemerkungl}



\begin{Definition}
Ein filtrierendes System $(C_i)$ in einer Kategorie $\mathcal C$ 
hei"st {\bf essentiell konstant},
 wenn
$\colhu C_i$ isomorph ist zu einem Objekt im Bild der
volltreuen Einbettung  $\mathcal C\vra \mathcal C^\wedge$
 alias zu einem\index{essentiell konstant}\label{essK} 
Funktor der Gestalt  $\hat D$ f"ur ein Objekt $D\in\mathcal C$.
 Dual hei"st ein kofiltrierendes System $(C_i)$ {\bf essentiell konstant}, wenn
$\limcu C_i$ isomorph ist zu einem Objekt  im Bild der
volltreuen Einbettung  $\mathcal C\vra 
\mathcal C^\vee$. 
\end{Definition}
\newpage
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Charakterisierung essentiell konstanter Systeme}]
  Im Fall eines essentiell konstanten
filtrierenden Systems $(C_i)$ in einer Kategorie $\mathcal C$ 
ist nach der Vertr"aglichkeit in der Unvertr"aglichkeit
\ref{ViU} der nat"urliche Morphismus ein Isomorphismus 
$$\colhu C_i\sira \colf  C_i$$
Es gilt aber noch mehr. 
Schreiben wir die Bedingung\label{essk}  
\glqq essentiell konstant\grqq\ %im ersten Fall alias
f"ur $\colhu$ aus, so entspricht zun"achst einmal
ein Morphismus $\psi\in \mathcal C^\wedge(\colhu C_i,\hat D)$ 
 einem vertr"aglichen System von Morphismen 
$\psi_i\in \mathcal C( C_i, D)$ und jeder Morphismus $\varphi\in \mathcal C^\wedge(\hat D, \colhu C_i)$ ist 
$\varphi=\bar \varphi_j$ f"ur  ein 
 $\varphi_j\in \mathcal C(D, C_j)$ und einen Index $j$.
Die Bedingung $\psi\circ \varphi=\op{id}$ bedeutet dann schlicht 
$\psi_j\circ \varphi_j=\op{id}_D$ f"ur diesen einen Index $j$ und
\eref{KrKo}{TS} zeigt nocheinmal,
da"s f"ur das  vertr"agliche System von Morphismen 
$\psi_i\in \mathcal C( C_i, D)$ unser $D$ der Kolimes des Systems der $C_i$ 
gewesen sein mu"s.
Fordern wir au"ser $ \psi\circ\varphi=\op{id}$ zus"atzlich
$\varphi\circ \psi=\op{id}$, so bedeutet
das zus"atzlich die Forderung, da"s
die vertr"agliche Familie von Morphismen
$$C_i\stackrel{\psi_i}{\ra} D\stackrel{\varphi_j}{\ra}C_j$$
"aquivalent ist zur Identit"at auf $\colhu C_i$ alias der
Familie $\op{id}:C_i\ra C_i$ f"ur alle $i$.
Das hinwiederm bedeutet nach \ref{indu},
da"s es f"ur jedes $i$ ein $k\pdef \hat\beta(i)$ und Systemmorphismen
$j\ra k$ und $i\ra k$ gibt
mit 
$$(C_i\stackrel{\psi_i}{\ra} D\stackrel{\varphi_j}{\ra}C_j\ra  C_{k})
=(C_i\ra  C_{k})$$ 
%es f"ur jedes $a$ 
%Systemmorphismen  $s_{kj}:j\ra k$ 
% und $s_{ka}:a\ra k$ gibt derart, da"s die Verkn"upfung
%$$C_a\stackrel{\psi_a}{\ra} D\stackrel{\varphi_j}{\ra}C_j
%\stackrel{s_{kj}}{\ra}C_k$$
%zusammenf"allt mit dem von $s_{ka}$ induzierten Morphismus
%$C_a\ra C_k$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Irrelevante Systeme}]
  Sei $\mathcal C$ eine Kategorie, $(C_i)$ ein filtrierendes System in $\mathcal C$
  und $0$ ein Index, der zu jedem anderen Index
  genau einen Systemmorphismus besitzt. So ist der offensichtliche
  Morphismus $\hat C_0\ra \colhu C_i$ genau dann ein Isomorphismus, 
  wenn\label{esski} es ein vertr"agliches System von Morphismen
  $\psi_i:C_i\ra C_0$ gibt derart, da"s gilt $\psi_0=\op{id}$ und
  da"s es f"ur jedes $i$ einen  Systemmorphismus
  $i\ra k$ gibt mit
  $$(C_i\stackrel{\psi_i}{\ra} C_0\ra  C_{k})
  =(C_i\ra  C_{k})$$
  Ein Beispiel w"are etwa in $\mathcal C\pdef \op{Ens}$ das System induziert
  "uber $i\in \DN$ mit $C_0\pdef \{0\}$ und $C_i\pdef \{0,1\}$ und allen
  Morphismen $C_i\ra C_j$ f"ur $i\leq j$ der konstanten Abbildung $0$. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
Das filtrierende System von
$\DR$-Vektorr"aumen, indiziert durch $\DZ$ und mit 
irgendwelchen Vektorr"aumen an jeder
Stelle und Nullmorphismen
 f"ur alle Morphismen ist essentiell konstant und isomorph
zum durch das Nullobjekt dargestellten Funktor.\label{DaFUU}  
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
Gegeben ein Vektorraum $W$ ist der Funktor, der jedem weiteren 
Vektorraum $Z$ die Menge aller linearen Abbildungen endlichen Ranges
von $Z$ nach $W$ zuordnet, ein Ind-Vektorraum,
er kann n"amlich als der Kolimes der endlichdimensionalen Teilr"aume
von $W$ in der Kategorie der kontravarianten 
Mengenfunktoren beschrieben werden. 
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
Gegeben ein Vektorraum $V$ ist der Funktor, der jedem weiteren 
Vektorraum $Z$ die Menge aller linearen Abbildungen endlichen Ranges
von $V$ nach $Z$ zuordnet, ein Pro-Vektorraum, 
er kann n"amlich als der Limes der endlichdimensionalen Quotienten
von $V$ in der Opponierten zur 
Kategorie der Mengenfunktoren beschrieben werden. 
\end{Beispiel}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}[\textbf{Hinreichendes Kriterium f"ur essentiell 
konstante Systeme}]
Sei
$X:\mathcal I\ra \mathcal C$   
ein filtrierendes System in einer Kategorie
$\mathcal C$. Es gebe einen\label{HKEK} 
Index $i\in \mathcal I$ derart, da"s jeder von $i$ ausgehende 
Systemmorphismus $s:i\ra a$ in der Weise durch einen weiteren
Systemmorphismus $t:a\ra j$ verl"angert werden kann, da"s
die Verkn"upfung einen Isomorphismus $X(ts):X_i\sira X_j$ 
induziert. So 
 ist  der offensichtliche Morphismus ist ein Isomorphismus
 $$X_i\sira \op{colf}_j X_j$$ und ebenso ist durch Anwenden auf das System der
 $\hat X_i$  
 der offensichtliche Morphismus ein Isomorphismus
 $\hat X_i\sira \colhu_j X_j\pdef \op{colf}_j \hat X_j$. 
 Da"s es auch andere essentiell konstante Systeme gibt, 
 zeigt  Beispiel \ref{esski}.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Mengenfunktoren als Kolimites}]
  Seien $\mathcal C$ eine Kategorie und\label{tautl} 
  $\mathcal C^\wedge\pdef\op{Cat}(\mathcal C^{\op{opp}},\op{Ens})$ und
  $C\mapsto \hat C$ die volltreue Ko-Yoneda-Einbettung
  $\mathcal C\vra \mathcal C^\wedge$.
    Gegeben $X\in \mathcal C^\wedge$ betrachten wir die volle
    Unterkategorie
    $\mathcal C_X\subset \mathcal C^\wedge_X$ aller
    Morphismen $\hat C\ra X$ mit $C\in \mathcal C$
     und den Funktor $V:\mathcal C_X\ra
    \mathcal C^\wedge$, der den Morphismus nach $X$ vergi"st.
    So ist der nat"urliche Morphismus ein Isomorphismus
    $\colh_{\mathcal C_X}V\sira X$ oder anders notiert
    $$\colh_{\hat C\ra X} \hat C\;\sira\; X$$
    Genauer liefert jeder
    Morphismus $\varphi:\colh_{\hat C\ra X} \hat C\ra Y$
    mit $Y\in \mathcal C^\wedge$  f"ur beliebige $A,C\in \mathcal C$
    und  $\psi:\hat C\ra X$ eine Abbildung $\varphi(\psi,A):\hat C(A)\ra Y(A)$.
    Jedes $u\in X(A)$ entspricht nun einem $\hat u:\hat A\ra X$
    und liefert so $\varphi(\hat u,A):\hat A(A)\ra Y(A)$.
    Die Abbildung $X(A)\ra Y(A)$ wird nun gegeben durch $u\mapsto
    \varphi(\hat u,A)(\op{id}_A)$.
    Den Rest mag der Leser selber machen.
  %Noch etwas im Chaos!  ?  
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Proendliche Mengen als topologische R"aume}]
  Man betrachte die Kategorie $\op{Ensf}$\index{Ensf@$\op{Ensf}$ Kategorie der endlichen Mengen} der endlichen Mengen
  und zeige, da"s unter der Interpretation endlicher Mengen als diskrete
  topologische R"aume das Bilden des Limes in der Kategorie der topologischen
  R"aume einen volltreuen Funktor
  $$\op{pro-}\op{Ensf}\vra \op{Top}$$
  von der Kategorie der Pro-Objekte zu endlichen Mengen in die
  Kategorie der topologischen R"aume liefert.
Allgemeiner zeige man, da"s wir in derselben Weise einen volltreuen Funktor
  $$\op{pro-}\op{Ens}\vra \op{Unif}$$
von der Kategorie der  Pro-Objekte von Mengen in die
Kategorie der uniformen R"aume mit gleichm"a"sig stetigen Abbildungen als
Morphismen erhalten. \nichtfinal{Echt wahr?}
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Man betrachte die Kategorie $\op{Grpf}$ der endlichen Gruppen
  und zeige, da"s nach dem Auffassen endlicher Gruppen als diskrete
  topologische Gruppen das Bilden des Limes in der Kategorie der topologischen
  Gruppen einen volltreuen Funktor
  $$\op{pro-}\op{Grpf}\vra \op{GrpTop}$$
  von der Kategorie der Pro-Objekte in endlichen Gruppen in die
  Kategorie der topologischen
  Gruppen liefert. Die topologischen Gruppen im essentiellen Bild dieses
  Funktors hei"sen {\bf proendliche Gruppen}.\index{proendliche Gruppe}
  \index{Gruppe!proendliche} Sie k"onnen dadurch charakterisiert werden, da"s sie kompakt und Hausdorff sind und  da"s
  das neutrale Element eine Umgebungsbasis
  aus offenen Normalteilern besitzt.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Erweiterung einer Kategorie um alle endlichen Produkte}] 
 Seien $\mathfrak U$  ein Mengensystem  und
 $\mathcal C$ eine $\mathfrak U_\in\uvec$-Kategorie.
 So erh"alt die
 Ko-Yo\-ne\-da-Ein\-bet\-tung $\mathcal C\vra \mathcal C^\wedge_{\mathfrak U}$
 Produkte, wann immer diese existieren, und auch f"ur jedes
 gr"o"sere Mengensystem $\mathfrak V\supset \mathfrak U$ erh"alt die offensichtliche Einbettung 
 $C^\wedge_{\mathfrak U}\vra C^\wedge_{\mathfrak V}$ Produkte, wann immer diese
  existieren. Hat $\mathfrak U$  endliche Produkte, so auch  
  $\mathcal C^\wedge_{\mathfrak U}$.\label{KYPP}  
\end{Ubung}
  
\subsection{Faktorierte %Derivierte
  Funktoren auf Ore-Lokalisierungen}\label{DFO}
%ICH HABE MULTIPLIKATIVES SYSTEM UMDEFINIERT,
%BRAUCHT NICHT ALLE ISOS: MUSS ICH JETZT HIER
%GESAETTIGT SAGEN?

\begin{Bemerkungl}
 Die Elemente einer ausgezeichneten Menge $S$ von Morphismen 
einer Kategorie nennen wir im folgenden {\bf $S$-Morphismen}.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Ore-Lokalisierung durch Ind-Objekte}]
  Seien $\cal{C}$ eine   Kategorie und $S$ ein
 Rechtsoresystem 
   von $\cal{C}$.
 In \ref{MoLL} haben wir eine Bijektion 
$$ \colf _{Y\stackrel{S}{\ra}B} \cal{C}(X,B)
\sira \cal{C}_{S}(X,Y)$$
zwischen dem Morphismenraum $\cal{C}_S(X,Y)$ in der
Lokalisierung und dem filtrierenden Kolimes 
%\emph{(Ist doch gar nicht filtrierend? Doch, ist ok!)}
"uber das 
 System aller 
 $S$-Morphismen  $Y\ra B$  aus $Y$
 der Morphismenmengen $\cal{C}(X,B)$ konstruiert.
 In der Terminologie von \ref{MPOk}
ist diese Menge weiter  in nat"urlicher Bijektion zu\label{OLPO} 
$ \cal{C}^\wedge(X,Y^+)$ f"ur $$Y^+\pdef \colhu_{Y\stackrel{S}{\ra}B} B$$
mit dem filtrierenden Kolimes in der Funktorkategorie 
"uber das 
 System $S^Y$ aller 
 $S$-Morphismen  $Y\ra B$.
Damit aber induziert jeder $S$-Morphismus 
$t:X\ra A$, da wir die analoge Aussage in $\mathcal C_S$
ja bereits kennen,
eine Bijektion
 $ \cal{C}^\wedge(A,Y^+)\sira \cal{C}^\wedge(X,Y^+)$.
Gegeben ein Universum $\mathfrak U$ und
eine $\mathfrak U_\in$-$\mathfrak U_\in\uvec$-Kategorie $\mathcal C$ mit Rechtsoresystem $S$
liefert
die Vorschrift $Y\mapsto Y^+$ mithin,
wieder nach \ref{MPOk},
einen volltreuen Funktor 
$$\mathcal C_S\vra\op{ind}_{\mathfrak U}
(\cal{C})$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Ore-Lokalisierung durch Pro-Objekte}]
Gegeben ein Universum $\mathfrak U$ und
eine $\mathfrak U_\in$-$\mathfrak U_\in\uvec$-Kategorie $\mathcal C$ mit
Linksoresystem $S$ konstruiert man
analog  
einen volltreuen Funktor\label{OLPOi}
 $\mathcal C_S\vra\op{pro}_{\mathfrak U}(\cal{C}), X\mapsto X^-$.
\end{Bemerkungl}



\begin{Definition}
Seien  $\mathfrak U$ ein Universum und $\mathcal C$ 
eine $\mathfrak U_\in$-$\mathfrak U_\in\uvec$-Kategorie. 
Gegeben  ein  
 Funktor  $F : \mathcal{C} \ra \mathcal{D}$ und   ein 
Rechtsoresystem $S$ 
von $\mathcal{C}$\label{urdv} erkl"aren wir den zugeh"origen 
{\bf Indrechtsfaktorierten}\index{Indrechtsfaktorierter} ${\op{R}}F$ als 
 die\index{R@${\op{R}}F$  Indfaktorierter}
   Komposition 
$$\mathcal{C}_S\vra \op{ind}_{\mathfrak U}(\mathcal{C})\ra \op{ind}_{\mathfrak U}(\mathcal{D})$$
der volltreuen Einbettung aus \ref{OLPO} mit dem von $F$ auf Indobjekten 
induzierten Funktor.
\end{Definition}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Indrechtsfaktorierter auf Objekten}] 
 Seien  $\mathfrak U$ ein Universum und $\mathcal C$
 eine $\mathfrak U_\in$-$\mathfrak U_\in\uvec$-Kategorie.
 Seien $F : \mathcal{C} \ra \mathcal{D}$ ein  
 Funktor  und  $S$ ein
 Rechtsoresystem von $\mathcal{C}$. Auf Objekten wird unser
 Indrechtsfaktorierter
 gegeben durch die Vorschrift
$$({\op{R}}F)(QY)\pdef \colhu_{Y\stackrel{S}{\ra}B} FB$$
Der \hyperref[colh]{Indkolimes} 
wird gebildet "uber die filtrierende Kategorie $S^Y$ 
aller $S$-Mor\-phis\-men $Y\ra B$ in $\mathcal C$.
  F"ur $Q:\mathcal C\ra \mathcal C_S$ die Lokalisierung und
  $V:\mathcal D\vra \op{ind}_{\mathfrak U}(\mathcal  D)$ der
  volltreue Funktor der konstanten Systeme 
  erh"alt man aus der Konstruktion eine 
  Transformation\label{taU} 
  $$\rho:V\circ F \RA {\op{R}}F\circ Q$$
\end{Bemerkungl}

  
\begin{Definition}
   Seien $F : \mathcal{C} \ra \mathcal{D}$ ein  
  Funktor  und  $S$ ein 
  Rechtsoresystem von Morphismen  
von $\mathcal{C}$. Ein Objekt
$I\in \mathcal{C}$ hei"st  
{\bf  $F$-$S$-rechtsentfaltet}\index{rechtsentfaltet}\label{entfaltet}
oder {\bf rechtsentfaltet f"ur $F$ zu $S$}, 
wenn  sich jeder $S$-Morphismus 
  $ I\ra B$  so durch einen weiteren Mor\-phis\-mus
$ B\ra J$ verl"angern l"a"st, da"s die Komposition ein $S$-Morphismus ist
und unter $F$ einen\label{gfuU} 
Isomorphismus $FI\sira FJ$ induziert.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{R"uckw"artskompatibilit"at der Terminologie}] 
   Sei $S$ ein 
  Rechtsoresystem von Morphismen  
  einer Kategorie $\mathcal{C}$. Nach \ref{urenx} ist
  ein Objekt $S$-rechtsentfaltet im Sinne von \ref{loki}
  genau dann, wenn es  $\op{Id}$-$S$-rechtsentfaltet ist\label{Refz}  
  f"ur den Identit"atsfunktor auf $\mathcal C$, und dann ist es auch  $F$-$S$-rechts\-ent\-fal\-tet f"ur jeden Funktor $F : \mathcal{C} \ra \mathcal{D}$ in eine weitere Kategorie $\mathcal D$.
  Unsere $S$-rechtsentfalteten
  Objekte sind weiter genau die $Q$-rechtsentfalteten Objekte im Sinne von \ref{linkenA} f"ur den Quotientenfunktor $Q: \mathcal{C} \ra \mathcal{C}_S$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Inkompatibilit"aten der Terminologie}]
  Unsere $F$-$S$-rechts\-ent\-fal\-te\-ten Objekte hier 
  stehen  zu den $F$-rechtsentfalteten Objekten aus \ref{linkenA}
  in keiner direkten Beziehung,
  sie verallgemeinern  vielmehr die $Q$-rechtsentfalteten Objekte 
  und auch das nur im Fall
  der Lokalisierung $Q$ nach einem Rechtsoresystem.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Charakterisierung $F$-$S$-rechtsentfalteter Objekte}]
   Seien $F : \mathcal{C} \ra \mathcal{D}$ ein  
  Funktor  und  $S$ ein 
  Rechtsoresystem von Morphismen  
  von $\mathcal{C}$. Ein Objekt $I\in \mathcal C$ ist $F$-$S$-rechtsentfaltet genau dann,
  wenn in der
  filtrierenden Kategorie $S^I$ der von $I$ ausgehenden $S$-Morphismen
   diejenigen $S$-Mor\-phis\-men $I\ra J$, die unter $F$ zu
   Isomorphismen werden, eine konfinale Unterkategorie bilden. Das ist nur eine
   Umformulierung der Definition.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
 Ein Objekt
$I\in \mathcal{C}$ hei"st\label{gfuU}  
{\bf $F$-$S$-d\'eploy\'e \`a droite},\index{d\'eploy\'e}\label{entfaltet}  
wenn unsere Transformation aus \ref{taU} einen Isomorphismus
$\rho_I:V(FI) \sira {\op{R}}F(QI)$ induziert. Diese Bedingung ist
m"uhsamer in der Handhabung und f"ur unsere Zwecke reichen
die $F$-$S$-rechtsentfalteten Objekte
aus. Nach \ref{HKEK} ist  jedes   $F$-$S$-rechtsentfaltete Objekt
auch  $F$-$S$-d\'eploy\'e \`a droite. Ich bin selbst in der Praxis noch nie einem
Objekt begegnet, das diese Eigenschaft gehabt h"atte ohne bereits
rechtsentfaltet zu sein. 
\end{Bemerkungl}



%\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Literatur}]
% Seien $F : \mathcal{C} \ra \mathcal{D}$ ein  
%  Funktor  und  $S$ ein %ges"attigtes
%  Rechtsoresystem von Morphismen  
%von $\mathcal{C}$.  Deligne nennt noch allgemeiner ein Objekt
% $I\in\mathcal{C}$ \index{d\'eploy\'e}
% d\'eploy\'e \`a droite pour $F$ et $S$, wann immer
%  $\rho_I$ einen Isomorphismus
% $\rho_I:VFI\sira {\op{R}}F(QI)$ liefert. 
% Ich will es vermeiden, in dieser Allgemeinheit zu arbeiten. Ich kenne auch keine Situation, in der sie einen zus"atzlichen Nutzen br"achte.
% NEE, QUATSCH, DAS IST GENAU DASSELBE!
%\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}
    Seien $F : \mathcal{C} \ra \mathcal{D}$ ein  
    Funktor  und  $S$ ein 
    Rechtsoresystem von Morphismen  
von $\mathcal{C}$. Ein Objekt
  $Y\in \mathcal{C}$ hei"se 
{\bf  $F$-$S$-rechtsentfaltbar},\index{rechtsentfaltbar} 
wenn es\label{efb}
ein \hyperref[entfaltet]{$F$-$S$-rechtsentfaltetes} Objekt $I\in \mathcal{C}$
gibt mitsamt einem Morphismus  $Y\ra I$, 
der in $\mathcal C_S$ ein Isomorphismus wird. So einen Morphismus
nennen wir dann eine  {\bf $F$-$S$-Rechtsentfaltung von} $Y$. 
  Die vollen Unterkategorien der  $F$-$S$-rechts\-ent\-fal\-te\-ten beziehungsweise
     $F$-$S$-rechts\-ent\-falt\-ba\-ren
  Objekte  notieren wir
  $\mathcal C_{[F]}\subset \mathcal C_{F}\subset \mathcal C$ und
die vollen Unterkategorien ihrer Bilder in der Lokalisierung entsprechend 
$\mathcal C_{S,[F]}\subset \mathcal C_{S,F}\subset \mathcal C_S$.
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}
  Die Frage, inwieweit $\mathcal{C}_{[F]}\ra \mathcal{C}_{S,[F]}$
  und $\mathcal{C}_F\ra \mathcal{C}_{S,F}$ im allgemeinen 
selbst wieder Lokalisierungsfunktoren sind,
lassen wir unber"uhrt.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Sei $\mathcal C$ eine Kategorie mit Rechtsoresystem $S$.
  Wir hatten in \ref{Refz} gesehen, da"s die $\op{Id}$-$S$-rechtsentfalteten
  Objekte
  genau unsere $S$-rechtsentfalteten Objekte sind. Analog vereinbaren wir
  hier, da"s wir  die $\op{Id}$-$S$-rechtsentfaltbaren Objekte kurz
  {\bf $S$-rechtsentfaltbar}\index{rechtsentfaltbar!$S$-rechtsentfaltbar}
  nennen.  
\end{Bemerkungl}



\begin{Satz}[\textbf{Rechtsfaktorierter}]  
    Seien $F : \mathcal{C} \ra \mathcal{D}$ ein  
Funktor  und  $S$ ein Rechtsoresystem von Morphismen  
von $\mathcal{C}$. So gibt es bis auf eindeutigen Isomorphismus genau ein Paar
$(R,\tau)$ bestehend aus einem Funktor $$R:\mathcal C_{S,F}\ra\mathcal{D}$$ 
und einer Transformation $\tau=\tau_F: F\RA RQ$
von Funktoren $\mathcal C_{F}\ra\mathcal{D}$ derart, da"s
f"ur jedes $F$-$S$-rechtsentfaltete Objekt $I\in\mathcal C_{[F]}$ unsere
Transformation  einen Isomorphismus\label{zRD} 
$\tau_I=\tau_{F,I}: FI\sira R QI$ liefert.
\end{Satz}




\begin{Bemerkungl}
  Seien $F : \mathcal{C} \ra \mathcal{D}$ ein  
Funktor  und  $S$ ein Rechtsoresystem von Morphismen  
von $\mathcal{C}$. Das Paar $(R,\tau)$ aus unserem Satz
hei"se der
{\bf  Rechtsfaktorierte von $F$} in Bezug auf $S$.\index{Rechtsfaktorierter}
Wir notieren ihn ${\op{R}}F$ wie den Indrechtsfaktorierten,
weil er im wesentlichen nur eine Einschr"ankung davon ist.\index{RF@${\op{R}}F$}\label{zRd}
%Es wird sich beim Beweis des Satzes erweisen, da"s der zahme Rechtsfaktorierte
% eine Einschr"ankung des
%vollen Rechtsfaktorierten ist. Im weiteren
%verstehen wir unter dem {\bf Rechtsfaktorierten von $F$} meist unseren
%zahmen Rechtsfaktorierten und verwenden auch daf"ur die 
%  Notation  
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}   Seien $F : \mathcal{C} \ra \mathcal{D}$ ein  
Funktor  und  $S$ ein Rechtsoresystem von Morphismen  
von $\mathcal{C}$. Ist $Y\ra I$ eine  $F$-$S$-Rechtsentfaltung, so erhalten wir mit $\tau$ in den Horizontalen ein kommutatives Diagramm
   $$\begin{array}{ccc}FY&\ra& {\op{R}}F(QY)\\
    \da&&\da\wr\\
    FI&\sira &{\op{R}}F(QI)
  \end{array}$$  einen
  und daraus einen Isomorphismus ${\op{R}}F(QY)\sira FI$.
  Das zeigt, wie wir unsere rechtsfaktorierten Funktoren
  berechnen k"onnen.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Einschr"ankung von Rechtsfaktorierten}]
    Seien $F : \mathcal{C} \ra \mathcal{D}$ ein  
    Funktor  und  $S$ ein 
    Rechtsoresystem von Morphismen  
von $\mathcal{C}$.  Ist in der Situation von Satz \ref{zRD} "uber den  Rechtsfaktorierten
   eine
  volle Unterkategorie $\mathcal U\subset \mathcal C_{F}$
  gegeben, in der jedes Objekt  eine  $F$-$S$-Rechtsentfaltung besitzt,
  so gibt es auch bis auf eindeutigen Isomorphismus
  genau ein Paar $(R,\tau)$ mit $R:Q(\mathcal U)\ra \mathcal D$
  und $\tau:F\RA RQ$ derart, da"s $\tau_I$ f"ur alle\label{ErSj} 
   $F$-$S$-rechts\-ent\-fal\-te\-ten Objekte $I$ von $\mathcal U$ ein Isomorphismus ist.
  Das folgt aus unserem Beweis des Satzes gleich mit.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
  Per definitionem macht der indrechtsfaktorierte Funktor 
    $F$-$S$-rechts\-ent\-falt\-ba\-re
   Objekte zu essentiell konstanten Indobjekten.
   Bezeichnen wir nur f"ur diesen Beweis
   mit $\op{ind}_{\op{ek}}(\mathcal D)$ die 
   Kategorie der essentiell konstanten Indobjekte, 
   so schr"ankt der Indrechtsfaktorierte ${\op{R}}F$ aus \ref{urdv}
   demnach  ein
   zum Funktor in der unteren Horizontale des Diagramms
  \begin{displaymath}
\xymatrix{\mathcal C \ar[r]^-{Q}&
 \mathcal C_S \ar[r]^-{{\op{R}}F} &  \op{ind}(\mathcal D)&\\
 \mathcal C_F \ar[u]\ar[r]&\mathcal C_{S,F} \ar[u]\ar[r]^-{{\op{R}}F} & \op{ind}_{\op{ek}}(\mathcal D)\ar[u]& \mathcal D\ar[l]_-\approx^-V
}
  \end{displaymath} und die Transformation 
  $\rho:V\circ F \RA {\op{R}}F\circ Q$ von Funktoren $\mathcal C\ra\op{ind}(\mathcal D)$
  aus \ref{taU} schr"ankt
  ein zu einer Transformation von Funktoren $\mathcal C_F\ra\op{ind}_{\op{ek}}(\mathcal D)$, 
  die f"ur jedes $F$-$S$-rechtsentfaltete Objekt $I\in\mathcal C_{[F]}$
  einen Isomorphismus 
$\rho_I: VFI\sira ({\op{R}}F)QI$ liefert. 
  Wir erhalten also einen Rechtsfaktorierten $(R,\tau)$,
  indem wir f"ur die "Aquivalenz von Kategorien $V$ unten rechts ein
  Quasiinverses w"ahlen und es dem auf $\mathcal C_{S,F}$ 
  eingeschr"ankten Indrechtsfaktorierten
  ${\op{R}}F$ sowie der eingeschr"ankten Transformation $\rho$ nachschalten.
  Um die Eindeutigkeit zu zeigen, nehmen wir nun an, $(R',\tau')$ sei
  ein weiteres m"ogliches Paar.
  Indem wir die "Aquivalenz $V:\mathcal D\sirra \op{ind}_{\op{ek}}(\mathcal D)$ nachschalten,
  m"ussen wir nur zeigen, da"s es genau eine
  Transformation $\kappa: VR'\RA {\op{R}}F$
  gibt mit $\rho =\kappa Q\circ V\tau': VF\RA {\op{R}}F Q$ und da"s diese
  Transformation $\kappa$ eine Isotransformation ist.
  Das alles 
  folgt aber unmittelbar aus unseren Annahmen und der Tatsache, da"s die
  Einbettung eine
  "Aquivalenz $ \mathcal C_{S,[F]}\sirra \mathcal C_{S,F}$ ist.
\end{proof}
  
 
\begin{Beispiel}[\textbf{Blick hinter die Kulissen}] 
   Seien $F : \mathcal{C} \ra \mathcal{D}$ ein  
Funktor  und  $S$ ein Rechtsoresystem von Morphismen  
von $\mathcal{C}$.
Aus unserem Satz \ref{zRD} zum  Rechtsfaktorierten folgt, da"s jeder $S$-Morphismus $s:I\ra J$ zwischen\label{BhK} 
$F$-$S$-rechts\-ent\-fal\-te\-ten Objekten unter $F$ ein Isomorphismus wird. 
Ich will nun zeigen, wie unsere Argumente in diesem speziellen Fall
funktionieren, indem ich  mit den entsprechenden Vereinfachungen nocheinmal
eine unabh"angige Argumentation ausschreibe.
Weil wir $I$ als $F$-$S$-rechtsentfaltet annehmen, 
gibt es $w:J\ra I_1$ mit $ws\in S$ und $F(ws)$ iso. Es folgt $F(w)F(s)$ iso. Wegen $S$ \hyperref[RmS]{rechts\-ore} und $ws\in S$ und ohne da"s wir $s\in S$ verwenden
gibt es weiter $t:J\ra J_1$ und $v:I_1\ra J_1$ mit $t\in S$ und $v(ws)=ts$.
Wegen rechtsore gibt es dann auch $u\in S$ mit $u(vw)=ut$.  Aufgrund unserer Annahme, da"s $J$  ein $F$-$S$-rechtsentfaltetes Objekt ist,
gibt es einen Morphismus $x$ mit $xut\in S$ und
$F(xut)$ iso, also $F(xuvw)=F(xuv)F(w)$ iso. 
Da nun $F(w)$ sowohl durch Nachschalten wie durch Vorschalten geeigneter
Morphismen zu einem Isomorphismus gemacht werden kann, ist $F(w)$ selber iso.
Aus $F(w)F(s)$ iso und $F(w)$ iso folgt dann schlie"slich $F(s)$ iso wie gew"unscht.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{"Uberfl"ussiges Faktorieren}] 
  Seien $F : \mathcal{C} \ra \mathcal{D}$ ein  
Funktor  und  $S$ ein Rechtsoresystem
von $\mathcal{C}$.\label{urd} 
Sind in $\mathcal{C}$ alle Objekte $F$-$S$-rechtsentfaltet, so werden nach 
unserem Satz \ref{zRD} zum  Rechtsfaktorieren oder auch nach 
\ref{BhK} alle Morphismen aus $S$ unter $F$ zu Isomorphismen und
unser Funktor $F$ faktorisiert in eindeutiger Weise
 "uber  $\mathcal{C}_S$ als $F=\tilde F\circ Q$.
F"ur den  rechtsfaktorierten Funktor $({\op{R}}F,\tau)$ ist
dann $\tau$ eine Isotransformation
$\tau: \tilde F\circ Q=F\siRa {\op{R}}F\circ Q$ und induziert
nach der Volldichtigkeit von Lokalisierungsfunktoren \ref{VoTrz} eine  Isotransformation
$ \tilde F\siRa {\op{R}}F$. 
\end{Beispiel}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Literatur}]  Seien $F : \mathcal{C} \ra \mathcal{D}$ ein  
Funktor  und  $S$ ein Rechtsoresystem von Morphismen  
von $\mathcal{C}$.
Pierre Deligne nennt  ein Objekt\label{Dede} 
$Y\in \mathcal{C}$ {\bf d\'erivable},\index{d\'erivable} 
wann immer das Indobjekt  $({\op{R}}F)(Y)$
zum essentiellen Bild der volltreuen
Einbettung  $V:\mathcal D\vra \op{ind}(\mathcal  D)$ geh"ort.
Es w"are durchaus m"oglich, da"s ein Objekt  d\'erivable w"are, ohne
einen $S$-Morphismus zu einem Objekt zu besitzen, das in der entsprechenden Weise
d\'eploy\'e \`a droite ist. Ich will vermeiden,
 in dieser Allgemeinheit zu arbeiten.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Rechtsfaktorierte von Morphismenfunktoren}]
   Sei $ (\mathcal{C},S)$ eine Kategorie mit
  einem ausgezeichneten
  Rechts\-ore\-sys\-tem. Gegeben ein Objekt $X\in\mathcal C$
  ordnet der Indrechtsfaktorierte\label{derHH} 
  des Yonedafunktors $\check X\pdef\mathcal C(X,\;):\mathcal C\ra\op{Ens}$
  einem Objekt $QY$ die Indmenge %\nichtfinal{(m"u"ste doch $\limc$? Nee!)}
  $$({\op{R}}\check X)(QY)=\colhu_{Y\stackrel{S}{\ra}B}\mathcal C(X,B)$$
  zu. 
  Ist  der Yonedafunktor $\check X\pdef\mathcal C(X,\;):\mathcal C\ra\op{Ens}$
  auf   $Y\in \mathcal C$  rechtsentfaltbar f"ur $S$, ist also $Y$ ein $\check X$-$S$-rechtsentfaltbares Objekt, so ist diese Indmenge  essentiell konstant und wir erhalten  zusammen mit \ref{essk}
  und \ref{OLPO} 
  Bijektionen
  $$({\op{R}}\check X)(QY)=\colhu_{Y\stackrel{S}{\ra}B}\mathcal C(X,B)\sira \colf_{Y\stackrel{S}{\ra}B}\mathcal C(X,B)\sira \mathcal C_S(QX,QY)$$
Der Rechtsfaktorierte\label{DYF} 
des Yonedafunktors ist mithin, wo immer er definiert ist,
der Yonedafunktor der lokalisierten Kategorie.
Ist $S$ ein Linksoresystem, so erhalten wir opponiert f"ur
den  Rechtsfaktorierten des Yonedafunktors
$\hat Y\pdef\mathcal C(\;,Y):\mathcal C^{\op{opp}}\ra\op{Ens}$,
sofern er auf einem Objekt $X\in\mathcal C^{\op{opp}}$ definiert ist, eine  Bijektion
$({\op{R}}\hat Y)(X)\sira \mathcal C_S(QX,QY)$. 
Ist $S$ sogar ein Oresystem,
so  ordnet der Indrechtsfaktorierte\label{derHH} 
des Morphismenfunktors $$\op{Mor}_{\mathcal C}\pdef
\mathcal C(\;,\;):\mathcal C^{\op{opp}}\times \mathcal C\ra\op{Ens}$$
  einem Paar $(QX,QY)$ die Indmenge
  $\colhu_{A\stackrel{S}{\ra}X,\;Y\stackrel{S}{\ra}B}\mathcal C(A,B)$
  zu. Existiert hier der  Rechtsfaktorierte bei $(QX,QY)$ oder ist
  diese Indmenge auch nur essentiell konstant alias ist $(X,Y)$ d\'erivable
  im Sinne von
  \ref{Dede}, 
so erhalten wir  zusammen mit \ref{essk}
  und \ref{OLPO} 
  Bijektionen
  $$({\op{R}}\op{Mor}_{\mathcal C})(QX,QY)=
  \colhu_{A\stackrel{S}{\ra}X,\;Y\stackrel{S}{\ra}B}\!\!\!\mathcal C(A,B)\sira
  \colf_{A\stackrel{S}{\ra}X,\;Y\stackrel{S}{\ra}B}\!\!\!\mathcal C(A,B)\sira
  \mathcal C_S(QX,QY)$$
 Im Fall eines Oresystem beschreibt der  Rechtsfaktorierte des Morphismenfunktors mithin, wo immer
  er definiert ist, die Morphismen in der lokalisierten Kategorie. Wie in \ref{tDF} ausgef"uhrt wird, verhalten sich die
sogenannten \glqq initialen Rechtsapproximationen\grqq\ in diesem Kontext
noch besser als die hier betrachteten  faktorierten Funktoren.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Faktorieren einer Verkn"upfung}]  Seien $F : \mathcal{C} \ra \mathcal{D}$ ein  
Funktor  und  $S$ ein Rechtsoresystem 
von $\mathcal{C}$. Gegeben ein weiterer Funktor $G:\mathcal{D}\ra\mathcal E$
ist offensichtlich jedes  $F$-$S$-rechtsentfaltete Objekt auch  $GF$-$S$-rechtsentfaltet.
Es gibt mithin nach \ref{ErSj} genau eine Transformation von Funktoren $\alpha: {\op{R}}(G F)|_{\mathcal C_{S,F}}
\RA G\circ {\op{R}}F$ mit $(\alpha Q)\circ\tau_{GF}=(G\tau_F)$ und diese
ist eine Isotransformation\label{DerEV} 
$${\op{R}}(G F)|_{\mathcal C_{S,F}}
\siRa G\circ{\op{R}}F$$
Feinere Aussagen in dieser Richtung besprechen wir im Zusammenhang mit
Grothendieck's Spektralsequenz in \ref{DerEVv}. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Proposition}[\textbf{Rechtsfaktorierter des Identit"atsfunktors}]
Gegeben eine  Kategorie\label{UNIVR} 
mit Rechtsoresystem $ (\mathcal{C},S)$
ist der Rechtsfaktorierte ${\op{R}}{\op{Id}}:\mathcal C_{S,\op{Id}}\ra \mathcal C$ des Identit"atsfunktors
 ein maximaler partieller Rechtsadjungierter $R$ des
Lokalisierungsfunktors $Q:\mathcal{C}\ra \mathcal{C}_S$ mit $\tau$ 
 der Einheit der Adjunktion.
\end{Proposition}
\begin{proof}
 Nach \ref{Refz} besteht $\mathcal C_{[\op{Id}]}$ genau aus allen
 $S$-rechtsentfalteten Objekten von $\mathcal C$ im Sinne von \ref{loki}
 und nach \ref{loki}
  sind das genau
  alle Objekte $I\in \mathcal C$ derart, da"s der partielle Rechtsadjungierte
  $R$ von $Q$ bei $QI$ definiert ist und die Adjunktion einen
  Isomorphismus $I\sira RQI$ liefert. 
  Auf allen Objekten von $\mathcal C_{S,[\op{Id}]}$ und damit auch auf allen
  Objekten von $\mathcal C_{S,\op{Id}}$ ist also der partielle Rechtsadjungierte
  definiert.
   Ist umgekehrt
  der partielle Rechtsadjungierte $R$ zu $Q$ bei $QY$
 definiert, so ist $RQY$  nach  \ref{AdLl} rechtsentfaltet
 und $\op{id}_{QY}$ entspricht unter der Adjunktion einem Morphismus
 $Y\ra RQY$, der unter $Q$ zu einem Isomorphismus wird. Mithin  ist  $Y$  ein $S$-$\op{Id}$-rechtsentfaltbares Objekt im Sinne von \ref{efb}.
 So sehen wir, da"s auch umgekehrt alle Objekte, auf denen der
 Rechtsadjungierte zu $Q$ definiert ist, zu $\mathcal C_{S,\op{Id}}$ geh"oren
 m"ussen.
 Also ist unser partieller Rechtsadjungierter
 ein Funktor $R: \mathcal C_{S,\op{Id}}\ra \mathcal C$  und die Einheit der
 Adjunktion ist eine Transformation $\varepsilon:{\op{Id}}\RA RQ$ mit 
$\varepsilon_I:I\sira RQI$ f"ur alle rechtsentfalteten Objekte $I$. 
Damit aber hat das Paar $(R,\varepsilon)$ die charakterisierende Eigenschaft, die den 
Rechtsfaktorierten der Identit"at $({\op{R}}{\op{Id}},\tau)$ festlegt bis auf
eindeutigen Isomorphismus. 
\end{proof}


  
\begin{Bemerkunge}
  In den Notationen des vorhergehenden Beweises  
ist nach \ref{AdLl} weiter
$Q\tau_Y$  ein Isomorphismus.
Nach \ref{IsoL} folgt daraus, wenn $S$ 
ein ges"attigtes Oresystem ist, sogar  $\tau_Y\in S$.  
\end{Bemerkunge} 





\begin{Bemerkungl}[\textbf{$S$-rechtsentfaltet impliziert $G$-$S$-rechtsentfaltet}]  
   Gegeben eine Kategorie $\mathcal{C}$  mit einem Rechtsoresystem $S$
 sind die 
  $S$-rechts\-ent\-fal\-te\-ten Objekte\label{UBVR}  nach \ref{DerEV} notwendig  $G$-$S$-rechtsentfaltet f"ur jeden 
  Funktor $G:\mathcal C\ra \mathcal D$ 
  und  \ref{DerEV} liefert stets
  eine Isotransformation\label{DerEVs} 
$$\alpha: {\op{R}}G|_{\mathcal C_{S,\op{Id}}}={\op{R}}(G\circ \op{Id})|_{\mathcal C_{S,\op{Id}}}
  \siRa G\circ{\op{R}}{\op{Id}}\text{ mit }\alpha Q\circ\tau_G=G\tau_{\op{Id}}.$$
  Nun wissen wir aus \ref{UNIVR}, da"s der Rechtsfaktorierte ${\op{R}}{\op{Id}}$ des Identit"atsfunktors  gerade der maximale partielle
  Rechtsadjungierte $R$ des Lokalisierungsfunktors ist. Salopp gesprochen
  haben wir also ${\op{R}}G=G\circ R$ wo immer der partielle
  Rechtsadjungierte $R$ des Lokalisierungsfunktors definiert ist. 
\end{Bemerkungl}





\begin{Bemerkungw}[\textbf{Faktorieren mit injektiven Aufl"osungen}] 
 Gegeben $\mathcal A$  eine abelsche Kategorie
  und
  $S$ das Rechtsoresystem der Quasiisomorphismen in
  $\mathcal C\pdef \op{Hot}_{\mathcal A}$
  hatten wir bereits in \ref{qref} vereinbart,  die $S$-rechtsentfalteten
  Komplexe 
  {\bf quisrechtsentfaltet}\index{quisrechtsentfaltet} zu nennen.
  Ebenso vereinbaren wir hier, 
  die $S$-rechts\-ent\-falt\-ba\-ren Komplexe 
   {\bf quisrechtsentfaltbar}\index{quisrechtsentfaltbar} zu nennen.
Zum Beispiel  ist jeder\label{fIa}  
   gegen die Pfeile beschr"ankte Komplex $I$ 
   von injektiven Objekten von $\mathcal A$ nach
   \ref{DEIAa} 
   quisrechtsentfaltet. 
  Wenn $\mathcal A$
  genug Injektive besitzt,
  ist demnach f"ur jedes $A\in \mathcal A$ der Komplex
  $A[0]$ 
   quisrechtsentfaltbar.
   Betrachten wir nun  eine weitere abelsche Kategorie $\mathcal B$ 
  und  einen additiven Funktor $F:\mathcal A\ra \mathcal B$ und
  die Ver\-kn"up\-fung   von Funktoren 
  $$ Q\circ\op{Hot}(F) :\mathcal C=\op{Hot}_{\mathcal A}\ra \op{Hot}_{\mathcal B}\ra\op{Der}_{\mathcal B}$$
  und hat $\mathcal A$  genug Injektive,
  so  finden wir Isomorphismen 
  $$({\op{R}}^iF)(A)\sira \mathcal H^i\big({\op{R}}( Q\circ\op{Hot}(F))(A[0])\big)$$
  Sie zeigen die Beziehung
  unserer h"oheren derivierten Funktoren aus \eref{DefDe}{TG} zu
  den hier  erkl"arten faktorierten Funktoren. Wir k"urzen in diesem
  Kontext meist ${\op{R}}( Q\circ\op{Hot}(F))$ zu ${\op{R}}F$ ab und nennen
  diesen Funktor den
  {\bf Rechtsderivierten von $F$}.\index{Rechtsderivierter Funktor}  
  Im "ubrigen gibt es, wenn $\mathcal A$
  genug Injektive besitzt, nach \eref{AEPK}{TG} oder alternativ \ref{EIA}
  sogar von jedem Komplex in $\op{Hot}^+({\mathcal A})$  einen Quasiisomorphismus
  zu einem Komplex in $\op{Hot}^+(i{\mathcal A})$ aus injektiven Objekten. 
  Jeder
  Komplex in $\op{Hot}^+({\mathcal A})$ ist mithin quisrechtsentfaltbar.
  Wir schreiben in diesem Kontext meist kurz
  {\bf $F$-quisrechtsentfaltet}\index{quisrechtsentfaltet!$F$-quisrechtsentfaltet} und  {\bf $F$-quisrechtsentfaltbar}\index{quisrechtsentfaltbar!$F$-quisrechtsentfaltbar} statt $(Q\circ \op{Hot}(F))$-quis\-rechts\-ent\-fal\-tet
  beziehungsweise $(Q\circ \op{Hot}(F))$-quisrechtsentfaltbar.
  Ein Vorteil der  Begrifflichkeit der $F$-quis\-rechts\-ent\-falt\-ba\-ren
  Komplexe 
  liegt
  darin, da"s wir damit, auch ohne die Existenz von genug
  injektiven  Objekten
  vorauszusetzen, derivierte Funktoren erkl"aren und untersuchen
  k"onnen. Das verwenden wir in der opponierten
  Situation im weiteren zum Beispiel,
  um auf der derivierten Kategorie der
  abelschen Garben auf einem topologischen Raum ein Tensorprodukt
  zu erkl"aren, obwohl es in der Kategorie der abelschen Garben auf
  einem vorgegebenen Raum im allgemeinen keineswegs genug Projektive gibt.
\end{Bemerkungw}


\begin{Bemerkungl}
Gegeben opponiert $F : \mathcal{C} \ra \mathcal{D}$ ein  
Funktor  und  $S$ ein 
Linksoresystem von Morphismen  
von $\mathcal{C}$ erkl"aren wir den  zugeh"origen 
 {\bf Prolinksfaktorierten von $F$}\index{Prolinksfaktorierter}
als  den Funktor\index{L@${\op{L}}F$ Prolinksfaktorierter} 
${\op{L}}F:\mathcal{C}_S\ra \op{pro}(\mathcal{D})$
von der Lokalisierung von $\mathcal C$
in die Kategorie der pro-Objekte von $\mathcal D$ gegeben durch
$$({\op{L}}F)(X)\pdef \limcu_{A\stackrel{S}{\ra}X} FA$$
Der Limes
ist dabei zu verstehen "uber die kofiltrierende Kategorie $S_X$
aller $S$-Mor\-phis\-men $A\ra X$ in $\mathcal C$.
Wir haben
$({\op{L}}F)^{\op{opp}}={\op{R}}(F^{\op{opp}}):\mathcal{C}_S^{\op{opp}}\ra
\op{ind}(\mathcal{D}^{\op{opp}})=(\op{pro}(\mathcal{D}))^{\op{opp}}$.
Alle f"ur rechts erkl"arten Begriffe und Aussagen "ubertragen sich
unmittelbar auf links.
Insbesondere erkl"aren wir die vollen Unterkategorien
$\mathcal C_{[F]}\subset \mathcal C_{F}\subset \mathcal C$ der {\bf   $F$-$S$-linksentfalteten}  beziehungsweise {\bf  $F$-$S$-linksentfaltbaren Objekte} 
und die  vollen Unterkategorien
$$\mathcal C_{S,[F]}\subset \mathcal C_{S,F}\subset \mathcal C_S$$ in der
Lokalisierung mit deren Bildern als Objekten
und verzichten darauf, eine Notation einzuf"uhren, die
in diesem Kontext
den Unterschied zwischen rechts und links zum Ausdruck bringt. 
Weiter erkl"aren wir  den {\bf  Linksfaktorierten}\index{Linksfaktorierter}\label{zLD} als das bis auf eindeutigen
Isomorphismus eindeutig bestimmte Paar $({\op{L}}F,\sigma)$ bestehend aus
einem Funktor ${\op{L}}F:\mathcal C_{S,F}\ra \mathcal D$ und einer
Transformation $$\sigma: {\op{L}}F\circ Q\RA F$$ in
$\op{Cat}(\mathcal C_{F},\mathcal D)$, die f"ur $F$-$S$-linksentfaltetes $P$ alias $P\in \mathcal C_{[F]}$  einen
Isomorphismus $\sigma_P: ({\op{L}}F)(P)\sira FP$ liefert.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Rechtsfaktorierter und Linksfaktorierter}]
  Seien  $F : \mathcal{C} \ra \mathcal{D}$ ein  
Funktor  und  $S$ ein 
Oresystem von Morphismen\label{RdLd}   
von $\mathcal{C}$.
F"ur die Objekte $X$, die sowohl  linksentfaltbar als auch  rechtsentfaltbar sind,
liefern unsere Definitionen nat"urliche Morphismen
$({\op{L}}F)QX\ra FX \ra ({\op{R}}F)QX$
in $\mathcal D$. F"ur Objekte $X$, die sowohl  $F$-$S$-linksentfaltet als auch $F$-$S$-rechtsentfaltet sind, sind diese Morphismen sogar Isomorphismen.
Sind alle Objekte von $\mathcal C$ sowohl  $F$-$S$-rechtsentfaltet
als auch  $F$-$S$-linksentfaltet, so erhalten wir auf diese Weise 
Isotransformationen  ${\op{L}}F\circ Q\siRa F\siRa {\op{R}}F\circ Q$.
Insbesondere macht dann $F$ Morphismen aus $S$ zu Isomorphismen
und faktorisiert folglich als $F=\tilde F\circ Q$. 
Da jeder Lokalisierungsfunktor nach \ref{VoTrz} volldicht ist, kommen
unsere Isotransformationen also her von wohlbestimmten 
Isotransformationen  $${\op{L}}F\siRa\tilde F\siRa  {\op{R}}F$$
 Die rechte dieser Isotransformation wurde bereits in  \ref{urd} diskutiert.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Adjunktion von faktorierten Funktoren}]
  Seien  adjungierte Funktoren $F : \mathcal C \rightarrow \mathcal D$ und $G : \mathcal D \rightarrow \mathcal C$ gegeben und\label{AdJD} 
  seien $S$ ein 
  Linksoresystem in $\mathcal C$ und $T$
  ein 
  Rechtsoresystem in $\mathcal D$.
So erhalten wir nat"urliche Bijektionen
\begin{displaymath}
\xymatrix{
(\mathcal C_S)^\wedge (X,  {\op{R}}(QG)Y) & (\mathcal D_T)^\vee ({\op{L}} (QF) X, Y)\\
\colf _{Y \stackrel{T}{\rightarrow} I}\mathcal C_S (X, QGI) \ar[u]_\wr &
\colf _{P \stackrel{S}{\rightarrow} X}\mathcal D_T (QFP,Y)\ar[u]_\wr\\
\colf _{Y \stackrel{T}{\rightarrow} I,\; P \stackrel{S}{\rightarrow} X}\mathcal C (P, GI) \ar[u]_\wr \ar[r]^-\sim &
\colf _{P \stackrel{S}{\rightarrow} X,\; Y \stackrel{T}{\rightarrow} I}\mathcal D (FP,I)
\ar[u]_\wr\\
}
\end{displaymath}
Hier bezeichnet $Q : \mathcal C \rightarrow \mathcal C_S$ und $Q : \mathcal D \rightarrow \mathcal D_T$ die jeweilige
Lokalisierung. Sind speziell das ind-Objekt ${\op{R}} (QG) Y $ und das pro-Objekt ${\op{L}}  (QF) X$ essentiell
konstant, so erhalten wir eine
nat"urliche Bijektion
\begin{equation*}
\mathcal C_S (X, {\op{R}}(QG)Y) \overset{\sim}{\rightarrow} \mathcal D_T ({\op{L}}  (QF) X, Y)
\end{equation*}
Sind etwa  alle Objekte von $\mathcal C$ bereits 
 $QF$-$S$-linksentfaltbar, so ist ${\op{R}} (QG)$ der partielle Rechtsadjungierte
zu ${\op{L}} (QF)$ auf allen   $QG$-$T$-rechtsentfaltbaren Objekten von $\mathcal D$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungw}
  Die  obigen Aussagen zur Adjunktion von  Prolinksfaktorierten
  und Indrechtsfaktorierten
  sind
  f"ur die \glqq Kan-Erweiterungen\grqq, die auch oft 
  betrachtet werden und die wir in \ref{tDF} behandeln,
  in dieser Allgemeinheit nicht mehr richtig.
\end{Bemerkungw}
\begin{Bemerkungl}
  Ich erinnere daran, da"s wir in \eref{pdef}{TF} einen
  partiell definierten Funktor als einen auf einer vollen Unterkategorie
  definierten Funktor erkl"art hatten. 
  Gegeben Kategorien $\mathcal A,\mathcal B$ und
  partiell definierte Funktoren $L:\mathcal A\dashrightarrow \mathcal B$
  und $R:\mathcal B\dashrightarrow \mathcal A$
  verstehe ich unter einer {\bf partiellen Adjunktion}\index{partiell!Adjunktion}\index{Adjunktion!partielle}
  $(L,R)$ eine Isotransformation
  $$\alpha_{A,B}:\mathcal B(LA,B)\sira \mathcal A(A,RB)$$
  von Funktoren $\mathcal A_L\times\mathcal B_R\ra \op{Ens}$
  vom Produkt der Definitionsbereiche unserer jeweiligen Funktoren.
  In dieser Terminologie induziert also mit den Notationen
  der vorherigen Bemerkung \ref{AdJD} jede Adjunktion
  $(F,G)$ von Funktoren zwischen Kategorien mit ausgezeichneten
  Links- beziehungsweise Rechts-Oresystemen 
  eine partielle Adjunktion der  faktorierten Funktoren\label{padDF} 
  $({\op{L}}(QF),{\op{R}}(QG))$.
\end{Bemerkungl}


  
\subsubsection{"Ubungen}
 \begin{Ubung}   Seien $F : \mathcal{C} \ra \mathcal{D}$ ein  
Funktor  und  $S$ ein Rechtsoresystem von Morphismen  
von $\mathcal{C}$. Induziert eine $F$-$S$-Rechtsentfaltung  $Y\ra I$ von $Y\in\mathcal C$ 
einen Isomorphismus $FY\sira FI$, so ist $Y$ bereits $F$-$S$-rechtsentfaltet.\label{kreo}  
 \end{Ubung}


 \begin{Ubung}   Seien $F : \mathcal{C} \ra \mathcal{D}$ ein  
Funktor  und  $S$ ein Rechtsoresystem von Morphismen  
von $\mathcal{C}$. Gegeben sei eine Menge $\mathcal I\subset \mathcal C$
von Objekten derart, da"s (1) jedes Objekt $Y\in \mathcal C$ einen
$S$-Morphismus zu einem Objekt $I\in \mathcal I$ besitzt und
da"s (2) jeder $S$-Morphismus zwischen Objekten aus $\mathcal I$
unter $F$ ein Isomorphismus wird. So besteht $\mathcal I$ aus
$F$-$S$-rechtsentfalteten Objekten.\label{kreso}  
 \end{Ubung}





 
 \begin{Ubung}
  Seien $(\mathcal C,S)$ und $(\mathcal D,T)$ Kategorien mit Morphismenmengen.
  Ist $I\in \mathcal C$ rechtsentfaltet f"ur $S$
  und $J\in \mathcal D$  rechtsentfaltet f"ur $T$,
  so ist $(I,J)\in \mathcal C\times \mathcal D$  rechtsentfaltet f"ur $S\times T$.\label{uniET} 
\end{Ubung}

  \begin{Ubung}
  Seien $F:\mathcal C\ra \mathcal D$ ein Funktor
  und $S$ ein  Rechtsoresystem in $\mathcal C$.
  Besitzt $Y\in\mathcal C$ eine $F$-$S$-Rechtsentfaltung, 
  so auch jedes weitere Objekt $Z\in \mathcal C$ mit
  $QY\cong QZ$ in $\mathcal C_S$.\label{ProNN} Hinweis:
  Ich erinnere die Definition: 
  Eine  $F$-$S$-Rechtsentfaltung \ref{efb} ist ein Morphismus zu einem
  entfalteten Objekt, der in der Lokalisierung ein Isomorphismus wird.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Seien $F:\mathcal C\ra \mathcal D$ ein Funktor
  und $S$ ein Rechts\-ore\-sys\-tem in $\mathcal C$.
  Gegeben ein $F$-$S$-rechtsentfaltbares Objekt $X\in\mathcal C$
  bilden die entsprechenden Entfaltungen $X\ra I$ ein Ind-Objekt.
  Hinweis: Jeder Morphismus der lokalisierten Kategorie kann als
  Rechtsbruch geschrieben werden. Zwei Morphismen $f,g$
  in $\mathcal C$ werden nach
  \ref{ghto} gleich in der Lokalisierung genau dann, wenn es $s\in S$ gibt
  mit $sf=sg$.\label{ProOG} Diese "Ubung wird gebraucht bei
  der Diskussion der Lokalisierung von Kofaserfunktoren durch lokale
  Linksanpassung \eref{LRAn2}{TSF}.
\end{Ubung}




\subsection{Faktorieren "uber triangulierte Quotienten}

\begin{Bemerkungl}\label{iA}
Gegeben eine triangulierte 
Kategorie $ \mathcal{T}$  und ein
trianguliertes System   $\mathcal{V} \subset \mathcal{T}$
ist nach \ref{KTQu} das System 
$S=S_{\mathcal V}$ aller Morphismen mit Kegel in $\mathcal V$ 
ein  Oresystem und wir  haben per definitionem
$\mathcal{T}_S =\mathcal{T}/\mathcal V$.
Nach \ref{Vinj} sind die  $S$-rechtsentfalteten Objekte genau die
 Objekte\label{IjHU} 
  unseres Verdiersystems 
  $ \mathcal V^\perp$ aller
  Objekte $I\in \mathcal T$ mit $\mathcal T(V,I)=0$ f"ur alle
  $V\in\mathcal V$, also unsere $\mathcal V$-rechtsentfalteten Onjekte aus 
\ref{Vinjb}.
Statt $S$-rechtsentfaltbar
sagen wir
in diesem Kontext auch {\bf $\mathcal V$-rechts\-ent\-falt\-bar}.
Ebenso sagen wir f"ur einen Funktor
$F:\mathcal T\ra \mathcal D$ statt $F$-$S$-rechtsentfaltet
beziehungsweise $F$-$S$-rechtsentfaltbar
in diesem Kontext {\bf $F$-$\mathcal V$-rechts\-ent\-fal\-tet} beziehungsweise
 {\bf $F$-$\mathcal V$-rechts\-ent\-falt\-bar}.
\end{Bemerkungl}



\begin{Satz}[\textbf{Rechtsfaktorierter eines triangulierten Funktors}] 
Gegeben ein \hyperref[triF]{triangulierter Funktor} $F: \mathcal T \rightarrow \mathcal D$ 
 und  ein 
trianguliertes System
$\mathcal V \subset \mathcal T$ gilt:\label{RddF} 
\begin{enumerate}
\item Die  $F$-$\mathcal V$-rechtsentfalteten Objekte von $\mathcal T$ bilden
eine volle triangulierte Unterkategorie
  $\mathcal T_{[F]}\subset \mathcal T$; 
\item Die  $F$-$\mathcal V$-rechtsentfaltbaren Objekte von $\mathcal T$ und ihre Bilder bilden jeweils 
volle triangulierte Unterkategorien
  $\mathcal T_{F}\subset \mathcal T$ und $(\mathcal T/\mathcal V)_{F}\subset
  \mathcal T/\mathcal V$;
\item Der \hyperref[zRD]{rechtsfaktorierte Funktor} ${\op{R}}F$ von $F$  
  besitzt genau eine $\DZ$-Struk\-tur,
f"ur die $\tau:F\RA ({\op{R}}F) Q$ eine vertr"agliche
 Transformation von $\DZ$-Funktoren ist,
 und mit dieser
 $\DZ$-Struktur  ist er ein triangulierter Funktor 
$${\op{R}}F:(\mathcal T/\mathcal V)_{F}\ra \mathcal D$$
\end{enumerate}
\end{Satz}

 \begin{proof}
  Einen Morphismus mit Abbildungskegel in $\mathcal V$ nennen
  wir im folgenden kurz einen {\bf $\mathcal V$-Morphismus}.
  Zun"achst zeigen wir, da"s die  $F$-$\mathcal V$-rechtsentfalteten
  oder kurz entfalteten 
   Objekte eine
volle triangulierte Unterkategorie $\mathcal T_{[F]}\subset\mathcal T$
bilden. 
Dazu argumentieren wir anhand des kommutativen Diagramms
\begin{displaymath}
\xymatrix{
A \ar[d]_-{\mathcal V} \ar[r] & B \ar[d]_-{\mathcal V}^-{1} \ar[r] & C \ar[r]^-{[1]}\ar[d]_-{\mathcal V}^-{2}&\\
X\ar@{=}[d] \ar[r]_-{1} & Y\ar[d]_-{\mathcal V}^-{3} \ar[r]_-{2} & Z \ar[d]_-{\mathcal V}^-{4} \ar[r]^-{[1]}
_-{2}& \\
X \ar[d]_-{\mathcal V}^-{6}\ar[r]_-{3} & Y^\prime \ar@{=}[d] \ar[r]_-{4} & Z^\prime \ar[d]_-{\mathcal V}^-{5}  \ar[r]^-{[1]}_-{4}&\\
X^{\prime\prime} \ar[r]_-{6} & Y^\prime \ar[r]_-{5} & Z^{\prime\prime}  \ar[r]_-{6}^-{[1]} &
}
\end{displaymath}
Wir gehen aus von einem ausgezeichneten Dreieck in der obersten Horizontale, in dem wir $B$ und $C$ als  
entfaltet annehmen, und von einem beliebigen $\mathcal V$-Morphismus 
 $A \rightarrow X$.
Da nach \ref{KTQu} die $\mathcal V$-Morphismen ein Oresystem bilden,
k"onnen wir in einem ersten Schritt (1) 
den Kowinkel oben links  so kommutativ erg"anzen,
da"s wie angedeutet auch $B\ra Y$ ein $\mathcal V$-Morphismus ist.
Dann vervollst"andigen wir in Schritt (2) die zweite Horizontale zu einem ausgezeichneten Dreieck und
erg"anzen die beiden linken Vertikalen zu einem Morphismus von ausgezeichneten Dreiecken durch einen
Morphismus $C \rightarrow Z$, dessen Kegel nach \ref{123N} 
wie angedeutet in $\mathcal V$ liegen mu"s.
In Schritt (3) w"ahlen wir $Y \rightarrow Y^\prime$ mit Kegel in $\mathcal V$ so, da"s die Komposition $FB \rightarrow
FY \rightarrow FY^\prime$ ein Isomorphismus ist. In Schritt (4) erg"anzen wir wieder zu einem Morphismus
von ausgezeichneten Dreiecken.
In Schritt (5) w"ahlen wir $Z^\prime \rightarrow Z^{\prime\prime}$ mit Kegel in $\mathcal V$ so, da"s die
Komposition $FC \rightarrow FZ \rightarrow FZ^\prime \rightarrow FZ^{\prime\prime}$ ein Isomorphismus
ist. In Schritt (6) erg"anzen wir ein letztes Mal zu einem Morphismus von ausgezeichneten Dreiecken.
Lassen wir nun $F$ auf das ganze Diagramm los, so werden beide Kompositionen der mittleren und rechten Vertikalen
Isomorphismen, also auch die Komposition in der linken Vertikale.
Das zeigt Teil 1. 
Nun zeigen wir, da"s auch die  $F$-$\mathcal V$-rechtsentfaltbaren
oder kurz entfaltbaren Objekte eine
volle triangulierte Unterkategorie $\mathcal T_{F}\subset\mathcal T$
bilden. 
Wir gehen aus von einem ausgezeichneten Dreieck, in dem wir $B$ und $C$ als  
entfaltbar annehmen, und argumentieren anhand des  kommutativen Diagramms 
\begin{displaymath}
\xymatrix{
A \ar@{=}[d] \ar[r] & B \ar[d]_-{\mathcal V}^-{1} \ar[r] & C \ar[r]^-{[1]}\ar[d]_-{\mathcal V}^-{2}&\\
A\ar[d]_-{\mathcal V}^-{4} \ar[r]_-{1} & X\ar@{=}[d] \ar[r]_-{2} & Y \ar[d]_-{\mathcal V}^-{3} \ar[r]^-{[1]}_-{2}
& \\
Z \ar[r]_-{4} & X\ar[r]_-{3} & Y^\prime  \ar[r]_-{4}^-{[1]} &
}
\end{displaymath}
Hier w"ahlen wir im Schritt (1) eine
Entfaltung von $B$, bilden im Schritt (2) das ausgezeichnete
Dreieck, w"ahlen in Schritt (3) mithilfe von \ref{ProNN}
eine Entfaltung von $Y$ und
bilden in Schritt (4) wieder das Dreieck.
Nach dem bereits Bewiesenen
besteht dann das unterste Dreieck aus  entfalteten Objekten und wir sehen, da"s $\mathcal T_F\subset\mathcal T$ eine volle
triangulierte Unterkategorie ist.  
F"ur $\mathcal V_{[F]}\pdef \mathcal T_{[F]}\cap \mathcal V$ ist
nun der offensichtliche triangulierte 
Funktor 
$\mathcal T_{[F]}/\mathcal V_{[F]}\ra \mathcal T/\mathcal V$
volltreu nach dem allgemeinen Resultat \ref{LUK}
"uber Orelokalisierung und volltreue Einbettungen.  
Unser Funktor liefert folglich 
eine "Aquivalenz
$$E:\mathcal T_{[F]}/\mathcal V_{[F]}\sirra (\mathcal T/\mathcal V)_F$$ 
mit der vollen Unterkategorie aller derjenigen Objekte
von $\mathcal T/\mathcal V$, die 
 in $\mathcal T$  entfaltbar sind, und insbesondere ist diese
 volle Unterkategorie von $\mathcal T/\mathcal V$ auch trianguliert und Teil 2
 ist bewiesen.
Nun zeigen zeigen wir $F(X)=0$ f"ur alle 
$X\in\mathcal V_{[F]}$.
Per definitionem  
ist f"ur $X\in \mathcal V$ ja der Nullmorphismus 
$X\ra 0$ ein $\mathcal V$-Morphismus, und ist
$X$ zus"atzlich  entfaltet, so mu"s er sich verl"angern lassen
durch einen Morphismus
$0\ra Y$ derart, da"s die Komposition einen Isomorphismus 
$FX\sira FY$ liefert. Das ist aber offensichtlich nur m"oglich,
wenn bereits gilt $FX=0$. So folgt in der Tat $F(X)=0$ f"ur alle $X\in\mathcal V_{[F]}$. 
Die Einschr"ankung von $F$ auf  
$\mathcal T_{[F]}\subset \mathcal T$ faktorisiert mithin "uber einen
 triangulierten 
Funktor $\bar F:\mathcal T_{[F]}/\mathcal V_{[F]}\ra \mathcal D$.
Jede Wahl eines Quasiinversen $U$ der "Aquivalenz $E$
liefert so einen triangulierten Funktor 
$$R\pdef \bar F  U:(\mathcal T/\mathcal V)_F\ra \mathcal D$$
nebst einer vertr"aglichen Transformation 
$\tau:F\RA RQ$ von Funktoren  $\mathcal T_F\ra \mathcal D$, die zusammen die charakterisierende
Eigenschaft eines Rechtsfaktorierten
aus \ref{zRD} haben. %mu"s nun vertr"aglich sein 
%aufgrund ihrer Eindeutigkeit und
Die Eindeutigkeit des
Paares $(R,\tau)$ bis auf eindeutigen Isomorphismus zeigt auch,
da"s die $\DZ$-Struktur auf $R$ durch die Bedingungen im Satz bereits eindeutig 
festgelegt wird. 
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{"Uberfl"ussiges Faktorieren}]
 Seien  $F: \mathcal T \rightarrow \mathcal D$  ein
 \hyperref[triF]{triangulierter Funktor}
 und $\mathcal V \subset \mathcal T$  ein trianguliertes System.
 Ist jedes Objekt von $\mathcal T$ rechtsentfaltet f"ur $(F,\mathcal V)$, so faktorisiert
 $F$ "uber $\tilde F:\mathcal T/\mathcal V\ra \mathcal D$ und unser $\tau$
 ist eine Isotransformation $\tau:\tilde F Q=F\siRa {\op{R}}F Q$ und induziert
 eine Isotransformation $\tilde F\siRa {\op{R}}F $. Diese Erkenntnis ist
 ein Spezialfall von "uberfl"ussigem Faktorieren f"ur Rechtsoresysteme nach \ref{urd}. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Rechtsfaktorierte und Linksfaktorierte}]
Seien  $F: \mathcal T \rightarrow \mathcal D$  ein
 \hyperref[triF]{triangulierter Funktor}
 und $\mathcal V \subset \mathcal T$  ein trianguliertes System.
 Ist jedes Objekt von $\mathcal T$ sowohl $F$-$\mathcal V$-rechtsentfaltet wie
 $F$-$\mathcal V$-linksentfaltet, so induzieren die
 nat"urlichen Transformationen aus der Definition
 Isotransformationen ${\op{L}}F\circ Q\siRa F\siRa {\op{R}}F\circ Q$.
 Damit annulliert $F$ alle Objekte aus $\cal V$ und faktorisiert  "uber $\mathcal T/\mathcal V$ als 
 $F=\tilde F Q$ und unsere 
 Isotransformationen kommen her von eindeutig
 bestimmten Isotransformationen
 $${\op{L}}F\siRa \tilde F\siRa {\op{R}}F$$
 Das alles spezialisiert  \ref{RdLd} und folgt
 auch  unmittelbar aus unserem Satz \ref{RddF} zum Rechtsfaktorierten eines triangulierten Funktors.\label{RdLdT} 
\end{Bemerkungl}
 





\subsection{Derivierte Funktoren}


\begin{Bemerkungl}
Sei 
$F : \mathcal{A} \rightarrow \mathcal{B}$ ein additiver Funktor zwischen
 abelschen Kategorien. Den
 rechtsfaktorierten Funktor zur Verkn"upfung $$Q\circ\op{Hot}(F): 
\op{Hot} (\mathcal{A}) \rightarrow
\op{Hot} (\mathcal{B} )\rightarrow
\op{Der} (\mathcal{B})
$$ in Bezug auf das ges"attigte Oresystem $S$ der Quasiisomorphismen 
alias das Verdiersystem der exakten Komplexe 
von $\op{Hot} (\mathcal{A})$ 
nennen wir 
 den {\bf rechtsderivierten Funktor zu}\index{derivierter Funktor ${\op{R}}F$}
 $F$ und notieren ihn
 vereinfachend\index{R@${\op{R}}F$ Rechtsderivierter von $F$}
 ${\op{R}}F\pdef {\op{R}}(Q\circ\op{Hot}(F))$. Unser rechtsderivierter Funktor 
zu $F$ ist also ein triangulierter Funktor\label{DRF}  
$${\op{R}}F: \op{Der} (\mathcal{A})_F\ra \op{Der} (\mathcal{B})$$
mit der vereinfachten Notation 
 $\op{Der} (\mathcal{A})_F\pdef
\op{Der} (\mathcal{A})_{Q\circ\op{Hot}(F)}$
f"ur die nach \ref{RddF} volle triangulierte
Unterkategorie der 
$(Q\circ\op{Hot}(F))$-$S$-rechts\-ent\-falt\-ba\-ren
Objekte, die wir in diesem Kontext abk"urzend 
{\bf $F$-quisrechtsentfaltbar}\index{quisrechtsentfaltbar!$F$-quisrechtsentfaltbar}  nennen.
Wir sagen in diesem Kontext auch einfacher {\bf  $F$-quisrechtsentfaltet}
statt\index{quisrechtsentfaltet!Objekt}    
\glqq  $(Q\circ\op{Hot}(F))$-$S$-rechts\-ent\-fal\-tet\grqq\
und notieren die Kategorie aller
$F$-quisrechtsentfalteten Komplexe $\op{Hot} (\mathcal{A})_{[F]}$
beziehungsweise $\op{Der} (\mathcal{A})_{[F]}$ je nachdem, ob wir sie
als Objekte der Homotopiekategorie oder der derivierten Kategorie betrachten.
In der Homotopiekategorie bilden die $F$-quisrechtsentfalteten Komplexe 
nach \ref{RddF} stets eine volle triangulierte Unterkategorie.
Ganz genau ist dann unser Rechtsderivierter nach \ref{zRD}
das bis auf eindeutige
Isotransformation eindeutig bestimmte Paar $({\op{R}}F,\tau)$
aus besagtem triangulierten Funktor und einer Transformation $\tau:Q\circ (\op{Hot}F)\RA{\op{R}}F\circ Q$, die f"ur alle $F$-quisrechtsentfalteten Komplexe $Y$ einen Isomorphismus $\tau_Y:FY\sira ({\op{R}}F)Y$ in
$\op{Der} (\mathcal{B})$ liefert.
\end{Bemerkungl}

% Die quisrechtsentfalteten Komplexe
%einer Homotopiekategorie nennen wir 
%{\bf homotopieinjektiv},\index{ homotopieinjektiv}
% die quislinksentfalteten Komplexe 
% {\bf homotopieprojektiv}.\index{ homotopieprojektiv}
% \nichtfinal{Echt so viel Terminologie? Eigentlich ist homotopieinjektiv
%   und homotopieprojektiv weniger gut.}
 
\begin{Bemerkungl}
Sei 
$F : \mathcal{A} \rightarrow \mathcal{B}$ ein additiver Funktor zwischen
 abelschen Kategorien. Die volle Unterkategorie aller Objekte $A\in \mathcal{A}$ derart,
da"s $A[0]$ ein
 $F$-quis\-rechts\-ent\-falt\-ba\-rer Komplex ist, 
notieren wir $\mathcal A_F$ und nennen diese Objekte die
{\bf $F$-quis\-rechts\-ent\-falt\-ba\-ren Objekte von $\mathcal A$}.\index{quisrechtsentfaltbar!in abelscher Kategorie}
Die 
{\bf h"oheren derivierten
  Funktoren\index{derivierter Funktor ${\op{R}}^qF$} 
von $F$} 
erkl"aren wir dann als die Funktoren 
\label{HdFoI} 
$${\op{R}}^qF:\mathcal A_F\ra\mathcal B$$
gegeben durch $({\op{R}}^qF):A\mapsto \mathcal H^q({\op{R}}F (A[0]))$. 
Schlie"slich nennen wir  $A\in \mathcal A$ ein
{\bf $F$-rechtsazyklisches Objekt},\index{rechtsazyklisch!Objekt} 
 wenn 
  $A[0]$  ein
 $F$-quis\-rechts\-ent\-fal\-te\-ter Komplex ist. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Proposition}[{\bf Rechtsderivieren erh"alt Positivit"at}]
Gegeben
$F : \mathcal{A} \rightarrow \mathcal{B}$ ein additiver Funktor zwischen
 abelschen Kategorien und $X\in \op{Der} (\mathcal{A})_F$ ein
$F$-quisrechtsentfaltbarer Komplex\label{RDEP} gilt
$$X\in \op{Der}^{\geq n} (\mathcal{A})\quad\RA\quad {\op{R}}F(X)\in \op{Der}^{\geq n} (\mathcal{B})$$
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
  Insbesondere induziert die Adjunktion $(\tau^{\geq n}, i^{\geq n})$, wenn 
 $ \tau^{\geq n}X$ auch $F$-quisrechtsentfaltbar ist, einen Morphismus
  $\tau^{\geq n}{\op{R}}F (X)\ra{\op{R}}F ( \tau^{\geq n}X)$.
  Des weiteren verschwinden unsere ${\op{R}}^qF$ f"ur $q< 0$ auch in der
  Allgemeinheit unserer Definition \ref{HdFoI}.
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}
Nach Annahme gibt es einen
Quasiisomorphismus $X\qri Y$ 
zu einem 
$F$-quisrechtsentfalteten Komplex $Y\in\op{Hot}(\mathcal A)$. Dann ist f"ur $Y$ der
nat"urliche Morphismus
ein Quasiisomorphismus $Y\qri \tau^{\geq n}Y$ und mu"s sich  so durch einen
Morphismus $\tau^{\geq n}Y\ra Z$ fortsetzen lassen, da"s die
Komposition ein Quasiisomorphismus ist und 
einen Quasiisomorphismus $FY\qri FZ$ induziert. 
Es folgt  $\mathcal H^i{\op{R}}F(X)=\mathcal H^iFY=0$ f"ur $i<n$. 
\end{proof}
 
\begin{Bemerkungl}[\textbf{R"uckw"artskompatibilit"aten}] Sei $\mathcal A$ eine abelsche Kategorie.
Nach \ref{DEIAa} sind gegen die Pfeile beschr"ankte Komplexe von
injektiven Objekten in $\op{Hot}_{\mathcal A}$ stets  quisrechtsentfaltet. 
Folglich verallgemeinern die hier definierten\label{hiKo}  
h"oheren derivierten Funktoren unsere durch injektive Aufl"osungen definierten
h"oheren derivierten Funktoren aus \eref{DefDe}{TG}.    
Man sieht so auch leicht ein, da"s die obige Definition eines $F$-rechtsazyklischen Objekts aus \ref{HdFoI} 
im Fall eines linksexakten Funktors  
$F : \mathcal{A} \rightarrow \mathcal{B}$ von einer 
 abelschen Kategorie mit genug Injektiven in eine weitere
 abelsche Kategorie mit der 
unter diesen Voraussetzungen
 in \eref{AZO}{TG} gegebenen Definition "aquivalent ist.
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}
Analoge Sprechweisen vereinbaren wir f"ur linksderivierte Funktoren
und setzen zur Vermeidung von Vorzeichen 
 ${\op{L}}_iF X\pdef \mathcal H^{-i}({\op{L}}F(X[0]))$. 
\end{Bemerkungl}


\newpage

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Derivierte Morphismen als
      Morphismen der derivierten Kategorie}]
  Gegeben eine abelsche Kategorie $\mathcal A$
  betrachten wir den Hom-Komplex-Funktor\index{HHom@$\op{HHom}$ Homomorphismenkomplex} 
  $$\op{HHom}_{\mathcal A}: \op{Hot}_{\mathcal A}^{\op{opp}}\times 
\op{Hot}_{\mathcal A}\ra \op{Hot}(\op{Ab})$$
Das zus"atzliche $\op{H}$ soll daran erinnern, da"s das ein 
Hom-Komplex ist und nicht nur einfach eine abelsche Gruppe von Morphismen
in $\mathcal A$. Nun konstruieren wir nun f"ur alle
 Objekte $X,Y\in \op{Hot}_{\mathcal A}$, f"ur die der  Rechtsfaktorierte
in Bezug auf Quasiisomorphismen $\op{RHHom}_{\mathcal A}$ des Funktors $$(Q\circ \op{HHom}_{\mathcal A}):\op{Hot}_{\mathcal A}^{\op{opp}}\times 
\op{Hot}_{\mathcal A}\ra \op{Der}(\op{Ab})$$ bei $(X,Y)$ definiert ist,
 einen
 Isomorphismus von abelschen Gruppen\label{DerRH} %{DerEV} 
 $$\mathcal H^0\op{RHHom}_{\mathcal A}(X,Y)\sira  \op{Der}_{\mathcal A}(X,Y)$$
Nach unseren Erkenntnissen \ref{DerEV} "uber das Faktorieren einer Verkn"upfung ist ja f"ur ein Paar $(X,Y)$, auf dem der besagte Rechtsfaktorierte definiert ist,  und jeden Funktor $G:\op{Der}(\op{Ab})\ra \mathcal D$
 der Rechtsfaktorierte von  $G\circ (Q\circ \op{HHom}_{\mathcal A})$
 bei $(X,Y)$ definiert und wir haben dort auch
 einen Isomorphismus  $$\alpha=\alpha_{(X,Y)}: {\op{R}}(G\circ (Q\circ \op{HHom}_{\mathcal A}))(X,Y)\sira G(\op{RHHom}_{\mathcal A}(X,Y))$$
 konstruiert. 
F"ur $G=\mathcal H^0$ finden wir speziell  $\mathcal H^0\circ (Q\circ \op{Hom}_{\mathcal A})=\op{Mor}_{\op{Hot}}$ und damit
 ist  auch der Rechtsfaktorierte von $\op{Mor}_{\op{Hot}}$ 
 bei $(X,Y)$ definiert. F"ur den Rechtsfaktorierten von $\op{Mor}_{\op{Hot}}$
 hatten wir jedoch bereits in \ref{derHH} eine  Bijektion
 $({\op{R}}\op{Mor}_{\op{Hot}})(X,Y)\sira \op{Der}_{\mathcal A}(X,Y)$ konstruiert. 
\end{Bemerkungl}
%\newpage
%\nichtfinal{Noch verbessern. Will wissen, warum und wann f"ur gew"ohnliche Objekt
%  Ext mit Morphismen in der derivierten Kategorie "ubereinstimmt.} 
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Derivierte Morphismen in einer Variablen}]
  Gegeben eine abelsche Kategorie $\mathcal A$ und
  $X\in \op{Hot}_{\mathcal A}$ konstruieren wir  f"ur alle
 Objekte $Y\in \op{Hot}_{\mathcal A}$, f"ur die der Rechtsderivierte
$\op{RHHom}_{\mathcal A}(X,\;)$ des Funktors $(Q\circ \op{HHom}_{\mathcal A}(X,\;)):
\op{Hot}_{\mathcal A}\ra \op{Der}(\op{Ab})$ definiert ist, einen
 Isomorphismus von abelschen Gruppen\label{Derev} 
 $$\mathcal H^0\big(\op{RHHom}_{\mathcal A}(X,\;)(Y)\big)\sira  \op{Der}_{\mathcal A}(X,Y)$$
 In  diesem Fall haben wir ja $\check X=\mathcal H^0\circ (Q\circ \op{HHom}_{\mathcal A}(X,\;))$ und nach unseren Erkenntnissen \ref{DerEV}
 ist dann auf $Y$ auch der Rechtsfaktorierte von $\check X$ 
 definiert und dessen Wert bei $Y$ stimmt nach \ref{derHH} mit
 der Morphismenmenge in der lokalisierten Kategorie $\op{Der}_{\mathcal A}(X,Y)$
 "uberein. Analoges gilt f"ur den anderen Eintrag.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Berechnung von Erweiterungen}]
   Gegeben  eine abelsche Kategorie $\mathcal A$ und 
 $X,Y\in \mathcal A$ geben uns die 
   vorhergehenden "Uberlegungen zus"atzliche  Flexibilit"at
   bei der Berechnung der Erweiterungen
   $\op{Ext}^q_{\mathcal A}(X,Y)=\op{Der}_{\mathcal A}(X,Y[q])$ 
   aus \ref{ErAM}. Hat zum Beispiel $\mathcal A$ genug Injektive,
   so ist jedes Paar $(X,Y)$ quis\-rechts\-ent\-falt\-bar
   f"ur $Q\circ \op{HHom}_{\mathcal A}$.
   Folglich k"onnen wir $\op{Ext}^q_{\mathcal A}(X,Y)$ auch mit einer
   Linksaufl"osung von $X$ durch solche Komplexe $P^\rhd$ berechnen,
   f"ur deren Objekte $P^i$ gilt $\op{Ext}^q_{\mathcal A}(P^i,Y)=0$
   f"ur $q>0$ und
   unser festes $Y$. 
\end{Bemerkungl}
% \eref{deEXT}{TS}, \eref{EE}{TG}, \eref{Ext}{TG}, \eref{FueV}{TG}, \eref{ExtL}{TG},
%  \eref{ExtA}{TG}, \ref{rlExt}, \ref{ErAM}, 
  %  Gegeben also noch spezieller eine abelsche Kategorie $\mathcal A$ und 
 %$X,Y\in \mathcal A$ derart, da"s $Y[0]$ f"ur den
 %additiven Funktor $\op{Hom}_{\mathcal A}(X,\;):\mathcal A\ra \op{Ab}$
 %quisrechtsentfaltbar ist, insbesondere wenn $\mathcal A$ genug Injektive hat,
% so erhalten wir mit \ref{Derev}
 %Isomorphismen von abelschen Gruppen
% $$\op{Ext}^q_{\mathcal A}(X,Y)\sira  \op{Der}_{\mathcal A}(X[0],Y[q])$$
 %Nehmen wir opponiert an, da"s $X[0]$ f"ur den
% additiven Funktor $\op{Hom}_{\mathcal A}(\;,Y[0]):\mathcal A\ra \op{Ab}^{\op{opp}}$
 %quislinksentfaltbar ist, erhalten wir mit \ref{Derev}
 %Isomorphismen von abelschen Gruppen
 %$$\op{Ext}^q_{\mathcal A}(X,Y)\sira  \op{Der}_{\mathcal A}(X[-q],Y[0])$$
 %Nehmen wir schlie"slich an, da"s der Rechtsfaktorisierte in Bezug auf
% Quasiisomorphismen von $(Q\circ \op{HHom}_{\mathcal A}):
% \op{Hot}_{\mathcal A}^{\op{opp}}\times 
% \op{Hot}_{\mathcal A}\ra \op{Der}(\op{Ab})$ bei $(X[0],Y[0])$ definiert ist,
% etwa wenn $\mathcal A$ genug Injektive und Projektive besitzt, so
%  erhalten wir mit
 %\ref{DerRH} Isomorphismen von abelschen Gruppen
 %$$\mathcal H^q\op{RHHom}_{\mathcal A}(X[0],Y[0])\sira \op{Der}_{\mathcal A}(X[0],Y[q])$$
%Im allgemeinen halte ich daf"ur, die Definition 
% abelsche Gruppe $\op{Der}_{\mathcal A}(X[0],Y[q])$ nicht mehr als derivierten
% Funktor beschreiben
%\end{Bemerkungl}


\begin{Beispiel}[\textbf{Derivieren exakter Funktoren}]
Gegeben ein exakter Funktor 
$F : \mathcal{A} \rightarrow \mathcal{B}$ zwischen 
abelschen Kategorien ist jeder Komplex sowohl quis\-rechts\-ent\-fal\-tet
als auch quis\-links\-ent\-fal\-tet f"ur $F$ und
wie in \ref{RdLdT} besprochen erhalten wir in diesem Fall Isotransformationen
$${\op{L}}F\siRa (Q\circ \op{Hot}(F))^\sim \siRa {\op{R}}F$$
zwischen dem linksderivierten Funktor, dem von $Q\circ\op{Hot}(F)$
vermittels der universellen Eigenschaft der Lokalisierung auf 
den derivierten Kategorien induzierten Funktor und dem 
rechtsderivierten Funktor. Wir notieren $(Q\circ \op{Hot}(F))^\sim$ 
in diesem Fall schlicht\label{DexF} 
$$F: \op{Der}(\mathcal{A}) \rightarrow \op{Der}(\mathcal{B})$$
F"ur diesen Funktor gilt
$F( \op{Der}^{\geq n}(\mathcal{A}))\subset \op{Der}^{\geq n}(\mathcal{B}), F( \op{Der}^{\leq n}(\mathcal{A}))\subset \op{Der}^{\leq n}(\mathcal{B})$
und die  Adjunktionen geben Isomorphismen
$\tau^{\geq n}F\siRa F\tau^{\geq n}, F\tau^{\leq n}\siRa \tau^{\leq n}F$, die
zusammen Isomorpismen $F\mathcal H^{n}\siRa \mathcal H^{ n}F$ liefern.
\end{Beispiel}
\begin{Scholium}
  Das Derivieren exakter Funktoren ist ein Extremfall der hier
  vorgestellten Theorie, in dem der derivierte
  Funktor global existiert, ohne da"s man irgendwelche Annahmen "uber die
  Existenz von Entfaltungen machen mu"s.
  Ein anderer Extremfall ist das Derivieren durch gegen die Differentiale
  beschr"ankte injektive Aufl"osungen, das f"ur jeden beliebigen
  additiven Funktor gelingt, aber eben nur als partiell definierter
  Funktor. Ein wichtiger weniger extremer
  Fall ist das derivierte Tensorieren von
  Garben, auf das wir noch zur"uckkommen werden. 
\end{Scholium}


\begin{Korollar}[{\bf Rechtsderivieren und Abschneiden}]
Gegeben 
$F : \mathcal{A} \rightarrow \mathcal{B}$ ein additiver Funktor zwischen
 abelschen Kategorien und $X\in \op{Der} (\mathcal{A})_F$ ein
 $F$-quisrechtsentfaltbarer Komplex\label{RDeP} mit $\tau^{\leq n}X$
 auch $F$-quisrechtsentfaltbar  induziert $\tau^{\leq n}X\ra X$ einen
 Isomorphismus $$\tau^{\leq n} {\op{R}}F(\tau^{\leq n}X)\sira \tau^{\leq n} {\op{R}}F(X)$$
\end{Korollar}
\begin{proof}
  Wir betrachten das ausgezeichnete Dreieck $\tau^{\leq n}X\ra X\ra \tau^{> n}X\ra[1]$. Seine lange exakte Kohomologiesequenz 
  zeigt, da"s wir nur $\mathcal H^i {\op{R}}F\tau^{> n}X=0$ f"ur $i\leq n$
  zu zeigen brauchen. Das folgt jedoch daraus, da"s nach  \ref{RDEP}
  Rechtsderivieren Positivit"at erh"alt.
\end{proof}




\begin{Proposition}[\textbf{Nullter Rechtsderivierter eines linksexakten Funktors}]
  Gegeben ein linksexakter Funktor  $F : \mathcal{A} \rightarrow \mathcal{B}$
  zwischen
 abelschen Kategorien liefert die kanonische Transformation
$F\RA  ({\op{R}}F)Q$ f"ur jedes $F$-quis\-rechts\-ent\-falt\-ba\-re Objekt $A\in \mathcal{A}_F$
einen Isomorphismus\label{ndlf} 
$$FA\sira  {\op{R}}^0F(A)$$
\end{Proposition}
\begin{proof} Ist $A[0]\qri Y$ eine $F$-Quisrechtsentfaltung, so ist
  $Y\qri \tau^{\geq 0}Y$ ein Quasiisomorphismus und
  $\tau^{\geq 0}Y$ besitzt nach \ref{ProNN} seinerseits eine $F$-Quis\-rechts\-ent\-fal\-tung $\tau^{\geq 0}Y\ra Z$.
  Nun betrachten wir die Sequenz 
$$ FA\ra \mathcal H^0FY\ra \mathcal H^0F\tau^{\geq 0}Y\ra \mathcal H^0FZ$$
Die linksexakte Sequenz 
$A\hra Y^0/(\op{im}d)\ra Y^1$ zeigt nach Anwenden von $F$, da"s die
Komposition der beiden linken Morphismen dieser Sequenz ein Isomorphismus ist.
Die Komposition der beiden rechten Morphismen 
ist ein Isomorphismus nach Konstruktion.
Damit m"ussen dann alle drei Morphismen Isomorphismen sein. Der erste Isomorphismus ist aber gerade der Isomorphismus, den wir in der Proposition
behauptet hatten.  
\end{proof}


\begin{Proposition}[\textbf{Entfaltung durch Komplexe azyklischer Objekte}] 
Gegeben
 ein
additiver Funktor $F : \mathcal{A} \rightarrow \mathcal{B}$ zwischen
 abelschen Kategorien ist ein
$F$-quisrechtsentfaltbarer  Komplex\label{DAZOt} 
 $X\in\op{Hot}^+_{\mathcal{A}}$ aus $F$-rechtsazyklischen Objekten
 bereits $F$-quisrechtsentfaltet.
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
  Besitzt $\mathcal A$ genug Injektive, so ist nach \ref{fIa} jeder
  Komplex $X\in\op{Hot}^+_{\mathcal{A}}$ f"ur jeden additiven Funktor $F$
  quisrechtsentfaltbar.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Jeder  Komplex aus  $F$-rechtsazyklischen Objekten von $\mathcal{A}$
mit nur endlich vielen von Null verschiedenen Eintr"agen ist
 $F$-quisrechtsentfaltet, da die $F$-quisrechtsentfalteten Komplexe 
nach \ref{RddF} stets eine volle triangulierte Unterkategorie
der Homotopiekategorie bilden.
F"ur $n\geq 0$ ist also der ab der $(n+1)$-ten Stelle
durch Null fortgesetzte Komplex $X^{\leq n}$ quisrechtsentfaltet f"ur $F$.
Das ausgezeichnete
Dreieck  $X\ra  X^{\leq n}\ra Z\ra[1]$ besteht mithin aus $F$-quis\-rechts\-ent\-falt\-ba\-ren
Komplexen und wir erhalten 
 ein kommutatives Diagramm
 $$\begin{array}{ccccccc}
   QF(X)&\ra& QF(X^{\leq n})&\ra& QF(Z)&\ra&[1]\\
   \da&&\da\wr&&\da&&\\
      {\op{R}}F(X)&\ra& {\op{R}}F(X^{\leq n})&\ra& {\op{R}}F(Z)&\ra&[1]
 \end{array}
$$
Nach \ref{RDEP} folgt aus
 $Z\in \op{Der}^{\geq n}(\mathcal A)$ 
bereits
  ${\op{R}}F(Z)\in \op{Der}^{\geq n}(\mathcal B)$.
Im linken Quadrat werden also nach Anwenden von
$\mathcal H^q$  f"ur $q<n$ die beiden Horizontalen
Isomorphismen. F"ur die mittlere Vertikale
gilt das eh wie bereits eingezeichnet und
f"ur die linke Vertikale folgt es. Wenden wir diese Erkenntnis
auf alle $n$ an, so folgt $\mathcal H^q(QF(X))\sira \mathcal H^q({\op{R}}F(X))$
f"ur alle $q$ und damit $QF(X)\sira {\op{R}}F(X)$ wie behauptet. 
\end{proof}





\begin{Bemerkungl}[\textbf{Lange exakte Sequenz der 
h"oheren Derivierten}]
Sei  $F : \mathcal{A} \rightarrow \mathcal{B}$ ein additiver Funktor zwischen
 abelschen Kategorien. 
Nach \ref{RDEP} verschwinden auf jedem $F$-quisrechtsentfaltbaren Objekt von 
$\mathcal{A}$ alle negativen Rechtsderivierten.
Nach \ref{Kzu} geh"ort jede kurze 
exakte Sequenz $A'\hra A\sra A''$ zu einem
wohlbestimmten ausgezeichneten Dreieck und f"uhrt folglich, wenn 
 alle drei Objekte $F$-quisrechtsentfaltbar\label{LeSS} 
sind, 
auch in dieser Allgemeinheit zu einer
langen exakten Sequenz
$${\op{R}}^0F(A')\hra {\op{R}}^0F(A) \ra {\op{R}}^0F(A'')\ra
{\op{R}}^1F(A')\ra {\op{R}}^1F(A) \ra {\op{R}}^1F(A'')\ra\ldots $$
Es reicht  im "ubrigen auch schon zu fordern, 
da"s zwei Objekte unserer kurzen exakten Sequenz
 $F$-quisrechtsentfaltbar sind, denn dann ist das dritte nach \ref{RddF} 
notwendig auch $F$-quisrechtsentfaltbar. Ist $F$ linksexakt, so zeigt 
\ref{ndlf}, da"s wir in unserer langen exakten Sequenz
sogar ${\op{R}}^0F$ durch $F$
ersetzen d"urfen.
\end{Bemerkungl}





\begin{Bemerkungl}[\textbf{Adjunktion derivierter Funktoren auf derivierten Kategorien}]
Gegeben $\mathcal A, \mathcal B$ abelsche\label{AddF}  
Kategorien und $(F, G) $ ein Paar von
adjungierten additiven Funktoren
\begin{equation*}
 \mathcal A \begin{array}{c}\scriptstyle F\\[-1ex]\rightleftarrows 
\\[-1ex] \scriptstyle G \end{array}\mathcal  B
\end{equation*}
 sind ${\op{L}}F$ und ${\op{R}}G$ 
 partiell adjungiert im Sinne von \ref{padDF},  wir erhalten genauer
aus  \ref{AdJD}  eine
 Isotransformation
\begin{equation*}
 \eta_{A,B}:\op{Der}_{\mathcal A} (A, {\op{R}}GB) \sira \op{Der}_{\mathcal B} ({\op{L}}FA, B)
\end{equation*}
von Funktoren $\op{Der}(\mathcal A)_F\times \op{Der}(\mathcal B)_G\ra\op{Ens}$.
In der Tat,
gegeben  Komplexe
$A \in \op{Hot} \mathcal A$ und  $B \in \op{Hot}_{\mathcal B}$ liefert
unsere Adjunktion $(F,G)$  nat"urliche Isomorphismen
$
 \op{Hot}_{\mathcal A} (A, GB) \sira \op{Hot}_{\mathcal B} (FA, B)
$ alias eine Adjunktion $(\op{Hot}F,\op{Hot}G)$ und
 unsere Isotransformation ergibt sich damit aus der allgemeinen Diskussion zur Adjunktion faktorierter Funktoren in \ref{AdJD}.
\end{Bemerkungl}



\begin{Beispiel}[\textbf{Spezialfall der Garbenkohomologie}]
  Gegeben ein topologischer Raum $X$ betrachten wir den linksexakten Funktor $\Gamma: \op{Ab}_{/X}\ra \op{Ab}$
der globalen Schnitte. 
Unsere Theorie liefert dazu
einen rechtsderivierten Funktor
${\op{R}}\Gamma:\op{Der}(\op{Ab}_{/X})_\Gamma\ra \op{Der}(\op{Ab})$ auf der vollen Unterkategorie der $\Gamma$-entfaltbaren Objekte.
Da $\op{Ab}_{/X}$ genug Injektive hat, sind alle gegen die Richtung der Differentiale beschr"ankten Komplexe  schon einmal quisrechtsentfaltbar, in Formeln 
$\op{Der}^+(\op{Ab}_{/X})\subset \op{Der}(\op{Ab}_{/X})_\Gamma$.
In \eref{EhiA}{TSF} zeigen wir, da"s sogar alle Garbenkomplexe quisrechtsentfaltbar sind, so da"s sogar gilt  $\op{Der}(\op{Ab}_{/X})_\Gamma= \op{Der}(\op{Ab}_{/X})$.
Gegeben ein Komplex $\mathcal F\in
\op{Der}(\op{Ab}_{/X})_\Gamma$ von
abelschen Garben setzt man\index{H@$\mathbb H^q$ Hyperkohomologie}
$$\mathbb H^q(X;\mathcal F)\pdef \mathcal H^q({\op{R}}\Gamma)(\mathcal F )$$
und nennt diese Gruppe  die 
{\bf $q$-te Hyperkohomologie von
  $X$ mit Koeffizienten in $\mathcal F$}.\index{Hyperkohomologie}
Besteht der Komplex $\mathcal F=\mathcal G[0]$ aus einer 
Garbe $\mathcal G$ im Grad Null und Nullen in
allen anderen Graden, so erhalten wir unsere Garbenkohomologie zur"uck. In Formeln gilt also $\mathbb H^q(X;\mathcal G[0])={\op{H}}^q(X;\mathcal G)$.  Analog verfahren wir
auch im Fall
des Funktors der  Schnitte mit Tr"ager in einer abgeschlossenen
Teilmenge $A\As X$ und setzen\index{H@$\mathbb H^q_A$ Hyperkohomologie mit Tr"ager}\label{hkmt} 
$$\mathbb H^q_A(X;\mathcal F)\pdef \mathcal H^q({\op{R}}\Gamma_{\!A})(\mathcal F )$$
und nennen diese Gruppe die {\bf $q$-te Hyperkohomologie von
  $X$ mit Koeffizienten in $\mathcal F$ und Tr"ager in $A$}.
Analog verfahren wir im Fall
des Funktors der kompakten Schnitte und setzen\index{H@$\mathbb H^q_{~!}$ kompakte Hyperkohomologie}
$$\mathbb H^q_!(X;\mathcal F)\pdef \mathcal H^q({\op{R}}\Gamma_!)(\mathcal F )$$
und nennen diese Gruppe die {\bf $q$-te kompakte Hyperkohomologie von
  $X$ mit Koeffizienten in $\mathcal F$}. In dieser Allgemeinheit ist sie zwar
definiert, aber vern"unftige Eigenschaften haben diese Gruppen nur unter
weitergehenden Annahmen an $X$ und $\mathcal F$.
Ist $\mathcal F$ im vorhergehenden ein Komplex von abelschen Garben auf einem
Raum, in den $X$ als Teilraum eingebettet ist, so ist
hier wie in \eref{dBKKv}{TG} implizit $\mathcal F|_X$ zu verstehen. 
\end{Beispiel}
 

\begin{Beispiel}[\textbf{Derivierter R"uckzug und Vorschub abelscher Garben}]
  Gegeben eine stetige Abbildung $f:X\ra Y$ ist
der R"uckzug  $f^*:\op{Ab}_{/Y}\ra \op{Ab}_{/X}$ ein exakter Funktor und nach
  \ref{DexF}  ist folglich sein Rechtsderivierter wie auch sein Linksderivierter
  schlicht der offensichtliche auf der Lokalisierung
  induzierte Funktor\label{dRz} 
  $$f^*:\op{Der}(\op{Ab}_{/Y})\ra \op{Der}(\op{Ab}_{/X})$$
 Nach \ref{AddF} ist damit der Rechtsderivierte
 ${\op{R}}f_*$ des Vorschubs $f_*:\op{Ab}_{/X}\ra \op{Ab}_{/Y}$  ein partieller Rechtsadjungierter zu unserem derivierten R"uckzug $f^*$.
 Wir wissen bereits aus \ref{DEIAa}, da"s  ${\op{R}}f_*$ auf
 $ \op{Der}^+(\op{Ab}_{/X})$ definiert ist. In \eref{EhiA}{TSF} zeigen wir, da"s er sogar
 auf ganz  $ \op{Der}(\op{Ab}_{/X})$ definiert ist.
 Um die Notation zu vereinfachen, verwenden wir 
 oft die alternative Notation $(f^{(*)},f_{(*)})$\index{)6ast@$f^*$ R"uckzug!$f^{(*)}$ underivierter}\index{)7ast@$f_*$ Vorschub!$f_{(*)}$ underivierter} f"ur unser adjungiertes Paar von Funktoren zwischen den
 nicht-derivierten Kategorien von abelschen
 Garben,
 das wir bis hierher
 $(f^*,f_*)$ notiert hatten, und setzen neu  
 $$f_*\pdef {\op{R}}f_{(*)}:\op{Der}(\op{Ab}_{/X})\ra \op{Der}(\op{Ab}_{/Y})$$  und
 notieren  dann 
 $(f^*,f_*)$\index{)6ast@$f^*$ R"uckzug!derivierter}\index{)7ast@$f_*$ Vorschub!derivierter}
 unser adjungiertes Paar
 von Funktoren zwischen den
 derivierten Kategorien. 
\end{Beispiel}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Iterierter derivierter Vorschub}] 
  Gegeben verkn"upfbare stetige Abbildungen
  $f:X\ra Y$ und $g:Y\ra Z$ induziert die offensichtliche
  Isotransformation $f^*g^*\siRa (gf)^*$ in unserer neuen Notation
 durch "Ubergang zu den Adjungierten eine Isotransformation $g_*f_*\siRa (gf)_*$ von\label{IDVo}
   Funktoren $\op{Der}(\op{Ab}_{/X})\ra \op{Der}(\op{Ab}_{/Z})$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungw}[\textbf{Derivierte Garbenfaserung}]
  Wir k"onnen einen Faserfunktor
  $\op{Der}_{\sslash{\op{Top}}}\ra \op{Top}$
  konstruieren, indem wir vom hoffentlich  offensichtlichen Faserfunktor
  $\op{Hot}_{\sslash{\op{Top}}}\ra \op{Top}$
  ausgehen und die Ausgangskategorie an allen Quasiisomorphismen
  "uber Identit"aten in der Basis lokalisieren. Die offensichtlichen Funktoren
  sind dann Isomorphismen von Kategorien
  $\op{Der}(\op{Ab}_{/X})^{\op{opp}}\sira \op{Der}_{\sslash X}$ in die
  Fasern und unsere $f^*$ entsprechen unter diesen Isomorphismen
  den R"uckholfunktoren des Faserfunktors $\op{Der}_{\sslash{\op{Top}}}\ra \op{Top}$. Wir besprechen das genauer in \eref{GaOPKO}{TSF}.
\end{Bemerkungw}





\begin{Bemerkungl}[\textbf{Grothendieck's Spektralsequenz im Fall
 derivierter Kategorien}]
Seien  abelsche Kategorien 
$\mathcal{A}, \mathcal{B}, \mathcal{C}$ gegeben sowie
additive Funktoren $F: \mathcal{A} 
\rightarrow \mathcal{B}$, $G : \mathcal{B} \rightarrow \mathcal{C}$.
Haben $\mathcal{A}$ und $\mathcal{B}$ genug Injektive, so 
sind auf den gegen die\label{GsPP} 
Pfeile beschr"ankten derivierten Kategorien jeweils
die rechtsderivierten Funktoren definiert.
Die zugeh"origen Daten fassen wir zusammen im  Diagramm
\begin{displaymath}
\xymatrix{
\op{Hot}^+ (\mathcal{A}) \ar[d] \ar[r]^F & 
\op{Hot}^+(\mathcal{B})\ar[d]\ar[r]^G\ar@{=>}[dl]&
\op{Hot}^+ (\mathcal{C}) \ar[d]\ar@{=>}[dl] \\
\op{Der}^+(\mathcal{A}) \ar[r]_{{\op{R}}F}& \op{Der}^+(\mathcal{B}) 
\ar[r]_{{\op{R}}G}& \op{Der}^+ (\mathcal{C})
}
\end{displaymath}
Es liefert eine  Transformation
$\eta: Q \circ G \circ F\RA  {\op{R}}G \circ {\op{R}}F \circ Q$ mit der Notation $Q$ f"ur alle 
Lokalisierungsfunktoren in den Vertikalen.
Macht unser Funktor $F$  injektive Objekte zu
$G$-rechtsazyklischen Objekten, so ist nach unseren Erkenntnissen \ref{DAZOt}
zum Derivieren mit Aufl"osungen durch azyklische Objekte 
$\eta_I$ f"ur jeden Komplex $I\in\op{Hot}^+(i\mathcal A)$
ein Isomorphismus. Also hat das Paar $({\op{R}}G \circ {\op{R}}F,\eta)$
die charakterisierende Eigenschaft f"ur einen eingeschr"ankten Rechtsderivierten von
$QGF$ nach \ref{ErSj} 
und wir erhalten f"ur die entsprechenden
Funktoren $\op{Der}^+(\mathcal{A})\ra \op{Der}^+ (\mathcal{C})$
eine Isotransformation
\begin{equation*}
{\op{R}}(G \circ F) \siRa {\op{R}}G \circ {\op{R}}F
\end{equation*}
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Verkn"upfung faktorierter Funktoren}]
  Die oben gegebene Argumentation funktioniert  auch in der
  Allgemeinheit von Ore-Lokalisierungen.
  Seien genauer $F : \mathcal{C} \ra \mathcal{D}$
sowie $H:\mathcal{D}\ra \mathcal{E}$ Funktoren.
Seien  $S$ ein Rechtsoresystem von  $\mathcal{C}$ und $T$ ein Rechtsoresystem von  $\mathcal{D}$. Die durch die faktorierten Funktoren von $QF$ und $H$ 
gegebenen Daten  fassen wir zusammen in den  Diagrammen\label{DerEVv}
\begin{displaymath}
\xymatrix{
\mathcal{C}_{QF} \ar[d] \ar[rr]^F && 
\mathcal{D}\ar[d]\ar@{=>}[dll]&\mathcal{D}_H\ar[d]\ar[rr]^H&&
\mathcal{E} \ar@{=}[d]\ar@{=>}[dll] \\
\mathcal{C}_{S,QF} \ar[rr]_{{\op{R}}(QF)}&& \mathcal{D}_{T}
&\mathcal{D}_{T,H}
\ar[rr]_{{\op{R}}H}&& \mathcal{E}
}
\end{displaymath}
Gegeben eine volle Unterkategorie $\mathcal U\subset \mathcal{C}_{QF}$ mit $F(\mathcal U)\subset \mathcal{D}_{H}$, die mit jedem Objekt auch eine $QF$-Entfaltung des besagten Objekts
enth"alt, k"onnen wir das entsprechend eingeschr"ankte erste  Diagramm
 mit dem zweiten zusammenf"ugen zu einem Diagramm der Gestalt 
\begin{displaymath}
\xymatrix{
\mathcal{U} \ar[d] \ar[rr]^F && 
\mathcal{D}_H\ar[d]\ar[rr]^H\ar@{=>}[dll]&&
\mathcal{E} \ar@{=}[d]\ar@{=>}[dll] \\
Q(\mathcal{U}) \ar[rr]_{{\op{R}}(QF)}&& \mathcal{D}_{T,H}
\ar[rr]_{{\op{R}}H}&& \mathcal{E}
}
\end{displaymath}
und erhalten so insbesondere eine Transformation
$$\eta: HF\RA {\op{R}}H \circ {\op{R}}(QF) \circ Q$$
Gibt es nun f"ur jedes Objekt  $A\in \mathcal U$  einen $S$-Morphismus
$A\ra X$ in ein Objekt $X\in \mathcal U$, der sowohl eine
$HF$-$S$-Rechts\-ent\-fal\-tung als auch eine $F$-$S$-Rechts\-ent\-fal\-tung
ist und f"ur den
$F(X)$ seinerseits $H$-$T$-rechtsentfaltet ist, so hat das
Paar $({\op{R}}H \circ {\op{R}}(QF), \eta)$ die in \ref{ErSj} beschriebene
charakterisierende Eigenschaft f"ur den auf $Q(\mathcal U)$ eingeschr"ankten
faktorierten Funktor $({\op{R}}(HF),\tau)$ und wir erhalten so
in  $\op{Cat}(Q(\mathcal U),\mathcal E)$ eine  Isotransformation
$${\op{R}}(HF)\siRa {\op{R}}H \circ {\op{R}}(QF)$$
Um Grothendieck's Spektralsequenz in der zuvor gegebenen Form
abzuleiten gilt es, f"ur $F$ den Funktor $\op{Hot}(F)$ und f"ur $H$ den Funktor
 $Q\circ \op{Hot}(G)$ zu nehmen.
\end{Bemerkungl}



\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
  Man pr"ufe, da"s %Vorzeichen?
  die lange exakte Sequenz der h"oheren
  derivierten Funktoren aus \eref{EDF}{TG} "ubereinstimmt mit
  der langen exakten Sequenz aus \ref{LeSS}.
\end{Ubung}


\begin{Ubung} Besitzt ein additiver Funktor von abelschen
  Kategorien $F:\mathcal A\ra \mathcal B$ einen exakten
  Linksadjungierten, so macht $\op{Hot}(F)$ quisrechtsentfaltete Komplexe
  zu  quisrechtsentfalteten Komplexen.
\end{Ubung}
\begin{Ubung} Gegeben eine lokal abgeschlossene Einbettung $b:X\ra Z$
  und eine beliebige stetige Abbildung $f:X\ra Y$ ist die Transformation
  aus \ref{GsPP} eine Isotransformation $\op{R}(f_*b^!)\siRa {\op{R}}f_*\circ
  {\op{R}} b^!$ von Funktoren $\op{Der}^+(\op{Ab}_{/Z})\ra
  \op{Der}^+(\op{Ab}_{/Y})$. Allgemeiner ist in dieser Situation  f"ur jeden
  additiven Funktor $F:\op{Ab}_{/X}\ra \mathcal B$ in eine
  abelsche Kategorie mit genug Injektiven die Transformation
  aus \ref{GsPP} eine Isotransformation\label{lkoi} 
  $$\op{R}(F\circ b^!)\siRa {\op{R}}F\circ
  {\op{R}} b^!$$  von Funktoren $\op{Der}^+(\op{Ab}_{/Z})\ra
  \op{Der}^+(\mathcal B)$. "Ahnliche Aussagen werden wir in \eref{lkei}{TSF}
  auch auf
  unbeschr"ankten derivierten Kategorien erhalten. 
\end{Ubung}


\subsection{Derivierte Funktoren und  Kohomologie}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Derivierte Funktoren und Spektralsequenzen}]
  Gegeben eine abelsche Kategorie $\mathcal B$ mit
  genug Injektiven und ein
  additiver Funktor $F:\mathcal B\ra \mathcal C$
   und ein gegen die Differentiale beschr"ankter
  Komplex $B\in \op{Der}^+(\mathcal B)$   konstruieren wir
 wie in \eref{KSSEx}{TG} eine 
 konvergierende $E_2$-Spektralsequenz
  \[ ({\op{R}}^qF)({\mathcal H}^pB) \Rightarrow 
     {\mathcal H}^n({\op{R}}F)( B) \]
 Genauer liefern unsere Konstruktionen ein Konvergenzdatum,
     dessen Filtrierung auf
     $\mathcal H^n({\op{R}}F)(B)$  beschrieben werden als 
 die Filtrierung durch die Bilder der Kohomologien $\mathcal H^n({\op{R}}F)(\tau^{\leq p}B)$ der abgeschnittenen Komplexe.  Wenn wir die Rollen von $p$ und $q$ vertauschen, erhalten wir
in derselben Weise f"ur einen beliebigen gegen die Differentiale beschr"ankten 
  Komplex $B \in {\op{Ket}}^+({\mathcal B})$ eine konvergierende $E_1$-Spektralsequenz 
  $$({\op{R}}^pF)(B^q)\Rightarrow 
     {\mathcal H}^n({\op{R}}F)( B)$$
     Genauer liefern unsere Konstruktionen ein Konvergenzdatum,
     dessen Filtrierung auf
     $\mathcal H^n({\op{R}}F)(B)$  beschrieben werden kann als 
 die Filtrierung durch die Bilder der Kohomologie der
  Teilkomplexe 
  $\mathcal H^n({\op{R}}F)(B^{\geq q})$, bei
  denen wir alle $B^{i}$ mit $i<q$ durch Nullen
  ersetzen.\label{dss}
 Das alles folgt aus den in \eref{SpD}{TG} ausgeschriebenen Konstruktionen.
\end{Bemerkungl}
  
\begin{Beispiel}
  Gegeben ein topologischer Raum $X$ 
  und $\mathcal F\in\op{Ket}^+(\op{Ab}_{/X})$
  kann die Hyperkohomologie $\mathbb H^n(X;\mathcal F)$
  mit der durch die Bilder der
  $\mathbb H^n(X;\mathcal F^{\geq q})$ gegebenen Filtrierung nach \ref{dss}
  beschrieben werden durch eine Spektralsequenz
  mit $E_1$-Term ${\op{H}}^p(X;\mathcal F^q)$.\label{HdRl} 
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungw}
  Seien $X$ eine kompakte komplex-analytische K"ahler-Variet"at
   und $\mathcal F={\op{hol}}\Omega_X^{*}$
   der holomorphe garbige de-Rham-Komplex
   $$\mathcal O_X={\op{hol}}\Omega^0_X\ra {\op{hol}}\Omega^1_X\ra
   {\op{hol}}\Omega^2_X\ra \ldots$$
   So ist die
  Spektralsequenz aus \ref{HdRl} bereits bei $E_1$
  ausgeartet und liefert
  mithilfe des offensichtlichen
  Isomorphismus $\op{H}^n(X;\DC)\sira \mathbb H^n(X;{\op{hol}}\Omega^*_X)$
  eine Filtrierung von $\op{H}^n(X;\DC)$ durch komplexe
  Untervektorr"aume $F^{\geq q}\subset \op{H}^n(X;\DC)$ und Isomorphismen der Subquotienten
  mit $\op{H}^p(X;{\op{hol}}\Omega^q_X)$ f"ur $p+q=n$.
  Man erkennt das, indem man
  vom offensichtlichen Isomorphismus
  $\op{res}_\DC^\DR({\op{T}}X)\sira \mathbb T X$
  des holomorphen Tangentialb"undels   mit dem  glatten Tangentialb"undel $\mathbb T X$ der reellen Mannigfaltigkeit $X$ 
  ausgeht, der f"ur $X\co \DC^n$ nicht weiter erkl"art werden mu"s
  und funktoriell ist f"ur offene Einbettungen.
  Nun erhalten wir f"ur  komplexe Vektorr"aume $V$ in hoffentlich
  offensichtlicher Weise
  nat"urliche komplexlineare Abbildungen
$$V^\ast=\op{Hom}_\DC(V,\DC)\hra \op{Hom}_\DR(\op{res}_\DC^\DR V,\DC) \stackrel{\sim}{\leftarrow}\DC\otimes_\DR (\op{res}_\DC^\DR V)^\ast $$
  Die $\DC$-Operation wird dabei im Zweifelsfall stets
  durch das Nachschalten  einer Multiplikation erkl"art und
  ist auf den restringierten R"aumen ein f"ur allemal vergessen.
   Erkl"aren wir f"ur einen reellen Vektorraum $W$  die schieflineare Involution $\bar c\otimes\op{id}$ auf $\DC\otimes_\DR W$ mit $\bar c:\DC\ra\DC$ der komplexen Konjugation und vereinbaren die Notation $\bar w\pdef (\bar c\otimes\op{id})(w)$ f"ur $w\in \DC\otimes_\DR W$,
  so f"uhrt unsere Einbettung von $V^\ast$ zu einer Zerlegung 
  als interne direkte Summe $$V^\ast\oplus\overline{V^\ast}=  \DC\otimes_\DR (\op{res}_\DC^\DR V)^\ast$$
mit 
 $\overline{V^\ast}\pdef (\bar c\otimes\op{id})(V^\ast)$.
  Der zweite Summand entspricht dabei in der Mitte
  unserer Morphismenkette von oben dem Raum aller schieflinearen Abbildungen
  $V\ra \DC$.
  Dieser funktorielle Isomorphismus liefert  zusammen mit
  unserem Isomorphismus
  $\op{res}_\DC^\DR({\op{T}}X)\sira \mathbb T X$ einen
  Isomorphismus komplexer
  Vektorb"undel
$${\op{T}}^\ast X\oplus\overline{{\op{T}}^\ast X}\sira \DC\otimes_\DR\mathbb T^\ast X$$
  Wenn wir f"ur glatte komplexwertige Funktionen $f:X\ra \DC$
  ihr Differential $\diff f$ in der offensichtlichen Weise
  als Schnitt von $\DC\otimes_\DR\mathbb T^* X$ erkl"aren,
  so haben wir unter unserem  Isomorphismus
  $(\diff z,0)\mapsto \diff z$ und $(0,\overline{\diff z})\mapsto \diff \bar z$. Unsere 
  Zerlegung
  des komplexifizierten reellen Kotangentialb"undels
  induziert nun mit \eref{otKRK}{LA2} Zerlegungen seiner "au"seren Potenzen. So
   k"onnen  wir
  den komplexifizierten garbigen de-Rham-Komplex 
$\DC\otimes_\DR\Omega^{k}_X$ der $X$ zugrundeliegenden glatten reellen
Mannigfaltigkeit realisieren 
als den Totalkomplex eines garbigen Doppelkomplexes
weicher  Garben von komplexen Vektorr"aumen
$$\DC\otimes_\DR\Omega^{k}_X\sira \op{tot}(\Omega^{p,q}_X,\partial,\bar\partial)$$
Die Spaltenkomplexe dieses Doppelkomplexes sind nun
Aufl"osungen der Garben $\op{hol}\Omega^p_X$ holomorpher
Formen und der horizontale
Kernkomplex ist genau der holomorphe
de-Rham-Komplex. Nimmt man  globale Schnitte,
so findet man mit den sogenannten \glqq harmonischen Formen\grqq\
repr"asentierende Untervektorr"aume f"ur die Kohomologie der Spaltenkomplexe, auf denen das horizontale Differential bereits
im urspr"unglichen Doppelkomplex verschwindet, weshalb in unserer
Spektralsequenz alle h"oheren Differentiale verschwinden.
Also ist unsere Spektralsequenz bereits bei $E_1$ ausgeartet.
 Wir erhalten so wie bereits erw"ahnt  die
 {\bf Hodge-Filtrierung}\index{Hodge-Filtrierung}
 auf der Kohomologie $\op{H}^n(X;\DC)$.
  Unsere Argumente zeigen, da"s sie  unabh"angig ist von der Wahl einer
  K"ahler-Metrik, obwohl die harmonischen Formen
  durchaus von dieser Wahl abh"angen.
\end{Bemerkungw}





\subsection{Derivieren homologisch endlicher Funktoren}
\begin{Definition}\label{KWAUe}
Ein additiver Funktor 
 $F :\mathcal A \rightarrow \mathcal B$ zwischen abelschen Kategorien hei"st 
{\bf homologisch rechtsendlich},\index{rechtsendlich!homologisch} 
 wenn alle  $A\in \mathcal A$ unter $F$ 
\hyperref[HdFoI]{quisrechtsentfaltbar} sind und es eine Schranke $N$ gibt mit 
   ${\op{R}}^qF(A)= 0$ f"ur alle $A\in\mathcal A$ und alle $q>N$.
Das Infimum "uber alle m"oglichen derartigen Schranken $N$ hei"st dann
die {\bf homologische Rechtsdimension}\index{Rechtsdimension!homologische} 
unseres Funktors.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl} Analog definieren wir 
 {\bf homologisch linksendlich}
und {\bf homologische Linksdimension}. Meist 
spricht man k"urzer von {\bf homologisch endlichen} Funktoren und
ihrer {\bf homologischen Dimension} und der Leser mu"s aus dem Kontext erschlie"sen,
ob das nun von links oder von rechts gemeint sein soll.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiele}
Der Nullfunktor hat die homologische Rechtsdimension $-\infty$.
Ein linksexakter 
Funktor ist homologisch rechtsendlich 
von der homologischen Dimension Null genau dann, wenn er exakt aber nicht
der Nullfunktor ist.
Gegeben ein
Intervall $I\subset \DR$ ist der Funktor der
globalen Schnitte $\Gamma:\op{Ab}_{/I}\ra \op{Ab}$ nach \eref{KGI}{TG}  
homologisch rechtsendlich von der homologischen Dimension
$-\infty$ f"ur $I=\emptyset$, von der homologischen Dimension
Null f"ur $I$ einpunktig und von der homologischen Dimension
Eins f"ur $I$ mehrpunktig.
\end{Beispiele}


\begin{Satz}[\textbf{Unbeschr"anktes Derivieren homologisch endlicher Funktoren}]
Gegeben ein
 additiver  Funktor  $F :\mathcal A \rightarrow \mathcal B$ einer endlichen homologischen Rechtsdimension $\leq d$ 
zwischen abelschen Kategorien derart, da"s  %jedes Objekt 
%$A\in\mathcal A$  %\nichtfinal{(am 28.2.23 erg"anzt)}
%quis\-rechts\-ent\-falt\-bar ist f"ur $F$ und 
sich jedes Objekt  in ein \hyperref[HdFoI]{$F$-rechtsazyklisches}
Objekt von $\mathcal A$ einbetten l"a"st, gilt:\label{UbDe} 
\begin{enumerate}
\item
Es gibt von jedem Komplex einen Quasiisomorphismus  
zu einem Komplex von $F$-rechtsazyklischen Objekten;
\item
  F"ur einen
Komplex aus $\op{Ket}_{\mathcal A}^{\leq n}$ finden wir sogar einen
 Quasiisomorphismus  
zu einem Komplex von $F$-rechtsazyklischen Objekten aus $\op{Ket}_{\mathcal A}^{\leq n+d}$;
\item
  Jeder Komplex  von $F$-rechtsazyklischen Objekten ist $F$-quisrechtsentfaltet;
\item
Der derivierte Funktor ${\op{R}}F$ ist auf jedem Komplex definiert und wir erhalten so einen triangulierten Funktor  ${\op{R}}F:\op{Der}(\mathcal A)\ra \op{Der}(\mathcal B)$; 
\item
Der derivierte Funktor ${\op{R}}F$ bildet
die Unterkategorie $\op{Der}^{\leq n}(\mathcal A)$ 
in die Unterkategorie $\op{Der}^{\leq n+d}(\mathcal B)$ ab.
\end{enumerate}
\end{Satz}

\begin{Bemerkungl} Ich erinnere daran, da"s wir bei der Definition eines
  additiven Funktors $F:\mathcal A\ra\mathcal B$ endlicher homologischer Rechtsdimension zwischen
  abelschen Kategorien \ref{KWAUe} stets mit gefordert hatten, da"s jedes Objekt
  der Ausgangskategorie $\mathcal A$ 
  eine $F$-Quis\-rechts\-ent\-fal\-tung durch einen Komplex von
  Objekten von $\mathcal A$ besitzen soll. Das ist insbesondere
  eine implizite Voraussetzung f"ur den vorhergehenden Satz. Sie ist zum
  Beispiel erf"ullt, wenn $\mathcal A$ genug Injektive hat. Zusammen
  mit der Bedingung ${\op{R}}^qF (A)=0$ f"ur alle $A\in\mathcal A$ und $q>d$  reicht das dann schon aus, um ${\op{R}}F$ auf nach beiden Seiten unbeschr"ankten Komplexen
  aus $\mathcal A$
  erkl"aren zu k"onnen. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl} Da"s Rechtsderivieren Positivit"at erh"alt,
 da"s also  ${\op{R}}F$ 
die Unterkategorie $\op{Der}^{\geq n}(\mathcal A)$ 
in die Unterkategorie $\op{Der}^{\geq n}(\mathcal B)$ abbildet,
wissen wir bereits in gr"o"serer Allgemeinheit aus \ref{RDEP}.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}\label{UGTR} 
  Der Satz gilt analog
  und mit demselben Beweis  
  f"ur Familien $F=(F_i)_{i\in I}$ linksexakter Funktoren,
  die sogar in verschiedenen abelschen Kategorien landen d"urfen,
  also $F_i:\mathcal A\ra\mathcal B_i$. Wir m"ussen dazu nur vereinbaren,
  da"s \glqq $F$-rechtsazyklisch\grqq\  zu verstehen ist als
  \glqq $F_i$-rechtsazyklisch f"ur alle $i$\grqq\ und m"ussen die homologische
  Endlichkeitsbedingung dahingehend verstehen, da"s es eine Schranke $N$
  gibt, die die homologische Rechtsdimension aller unserer
  Funktoren $F_i$ beschr"ankt. Formal mag man das auch folgern, indem man
die Aussage des Satzes auf  den Funktor $F=(F_i):\mathcal A\ra\prod \mathcal B_i$ anwendet.
\end{Bemerkungl}



%\nichtfinal{\begin{proof}
%Nach \ref{UbDe} gibt es f"ur jeden Komplex $X$ von $k$-Moduln einen
%Quasiisomorphismus $P\qri X$, der von einem Komplex von 
%projektiven Moduln ausgeht. Es gilt zu zeigen, da"s f"ur jeden
%Quasiisomorphismus $Q\qri P$, der ebenfalls von einem Komplex von 
%projektiven Moduln ausgeht, und jeden beliebigen Komplex $Y$
%die induzierte Abbildung ein Quasiisomorphismus
%$$\op{Hom}_k(P,Y)\qri \op{Hom}_k(Q,Y)$$ ist.
%Indem wir zum Kegel $C$ "uber $Q\ra P$ "ubergehen und erinnern, da"s nach %\eref{HKA}{TS} der Homkomplex von einem Kegel in einen weiteren Komplex
%der Kegel der auf den Homkomplexen induzierten Kettenabbildung ist, 
%m"ussen wir nur zeigen, da"s f"ur jeden exakten Komplex $C$
%projektiver Moduln auch der Komplex $\op{Hom}_k(C,Y)$ exakt ist.
%Er ist nun das Produkttotal des Doppelkomplexes $\op{Hom}_k(C^{-p},Y^q)$
%und nach \ref{UbDe} ist darin f"ur jedes $q$ die entsprechende Zeile exakt
%und auch die Bilder der Zeilenkomplexe sind exakt. Mithin ist auch das
%Produkttotal exakt
% nach \ref{TK}. In der anderen Variablen argumentieren wir analog.
%\end{proof}} 





\begin{Bemerkungl}[\textbf{R"uckschau}] 
  Besitzt  eine abelsche Kategorie
  $\mathcal A$ endliche homologische Dimension $\leq d$ und genug Injektive,
  so besitzt jeder Komplex in $\op{Hot}_{\mathcal A}$ eine Quisrechts\-ent\-fal\-tung und jeder Komplex in $\op{Hot}_{\mathcal A}^{\leq n}$ eine Quisrechtsentfaltung in $\op{Hot}_{\mathcal A}^{\leq n+d}$\label{UGTRn} und
  jeder Komplex von Injektiven ist quisrechtsentfaltet.
  Wir wissen  das bereits aus \ref{DkhD} und \ref{QLbK}. 
      Man k"onnte es auch zeigen, indem man
      \ref{UGTR} auf die Familie aller $\mathcal A(A,\;)$ anwendet.
%Ein alternatives Argument geben wir in \ref{xqr}.
\end{Bemerkungl}




\begin{proof}
  Nach \eref{ECaR}{TG} finden wir stets eine
  Car\-tan-Ei\-len\-berg-Oben\-auf\-l"o\-sung $(I^{p,q})$ 
  von $(X^p)$ durch $F$-rechtsazyklische Objekte.
  Ist $d$ mindestens die homologische Rechtsdimension von $F$,
  so ist $\op{ker}\delta^d: I^{p,d} \ra I^{p,d+1}$ bereits selbst
  $F$-rechtsazyklisch. Indem wir $I^{p,d}$ jeweils durch diesen
  Kern ersetzen, finden wir einen Doppelkomplex $J^{p,d}$ aus $F$-rechtsazyklischen
  Objekten in der oberen Halbebene mit Nullzeilen f"ur $q>d$, dessen Spalten
  bei $q\neq 0$ exakt sind, sowie einen Isomorphismus von $X$ zu seinem
  horizontalen Kernkomplex bei $q=0$.
  Nach \eref{kSDR}{TG} induziert  dann
  die Einbettung des horizontalen Kernkomplexes einen
  Quasiisomorphismus $X\sira \op{tot} J^{p,q}$. Das zeigt die Teile 1\&2.
%\begin{proof}
%Sei $X=(X^n,d)$ ein Komplex in $\mathcal A$. Wir w"ahlen Injektionen
%in rechts\-azyk\-li\-sche Objekte $i^n:X^n\hra Z^n$. Die Injektionen
%$(i^n,i^{n+1}d)^\top :X^n\hra Z^n\oplus Z^{n+1}$ bilden eine
%Kettenabbildung, wenn wir als Differential rechts die
%Abbildung $(z^n,z^{n+1})\mapsto (z^{n+1},0)$ nehmen.
%Indem wir den Kokern unserer Kettenabbildung betrachten, erhalten wir eine
%kurze exakte Sequenz von Komplexen
%$$X\hra T\sra Q$$
%mit $T^n=Z^n\oplus Z^{n+1}$.
%F"ur den Fortgang des Beweises der ersten beiden Teile  gebe ich zwei Varianten.
%Man mag einerseits induktiv eine exakte Sequenz von Komplexen
%$$X\hra T^{0*}\ra T^{1*}\ra\ldots\ra T^{d*}\sra Q^{d*}$$
%konstruieren, in der alle  $T^{ij}$ und dann nach einer Variante von
%\eref{ehdn}{TG} auch alle $Q^{dj}$
%im Kokern des letzten Morphismus $F$-rechtsazyklisch sind.
%Dann geht $X$ nach \eref{DKBAn}{TG} quasiisomorph in den  Totalkomplex
%dieses Doppelkomplexes und die Teile 1\&2 sind gezeigt.
%Man mag andererseits f"ur den Beweis der ersten beiden Teile 
%in der Homotopiekategorie das ausgezeichnete Dreieck
% $\op{Keg}(T\ra Q)\ra [1]T\ra [1]Q$ betrachten. Dann ist klar, da"s der
%offensichtliche Morphismus $[1]X\ra [1]T$ "uber einen Morphismus
%$[1]X\ra \op{Keg}(T\ra Q)$ faktorisiert, dessen 
%Kegel in der derivierten Kategorie Null wird, da er nach dem Oktaederaxiom 
%und \ref{Kzu} der Kegel "uber der Identit"at auf $[1]Q$ ist.
%Ist nun $r>0$ fest und 
%verschwinden  alle ${\op{R}}^iF(X^n)$ f"ur alle $i> r$ und alle $n$,
%so verschwinden f"ur $Y\pdef\op{Keg}(T\ra Q)$ 
%nach der langen exakten Sequenz unsere
%${\op{R}}^iF(Y^n)$ f"ur alle $i\geq r$ und alle $n$.
%Induktiv folgen auch auf diesem Weg die  Teile 1\&2.
Um Teil 3 zu zeigen,
sei $Z$ ein Komplex von $F$-rechtsazyklischen Objekten und
$Z\qri X$ ein Quasiisomorphismus. Nach Teil 1  k"onnen wir 
ihn verl"angern durch einen Quasiisomorphismus $X\qri Y$ in einen
weiteren Komplex von $F$-rechtsazyklischen Objekten.
Es gilt zu zeigen, da"s die Komposition  einen
Quasiisomorphismus $FZ\qri FY$ induziert. Es gilt 
durch "Ubergang zum Abbildungskegel in der Homotopiekategorie 
$K\pdef\op{Keg}(Z\ra Y)$ 
gleichbedeutend zu zeigen,
da"s f"ur jeden exakten Komplex $K$ aus $F$-rechtsazyklischen Objekten
auch $FK$ exakt ist. Nun ist $\op{ker}d^n\hra K^n\ra K^{n+1}\ra\ldots$ 
f"ur jedes $n$ ein Quasiisomorphismus des nach Annahme $F$-quisrechtsentfaltbaren Objekts 
 $\op{ker}d^n$ zu einem  Komplex in 
$\op{Hot}^+_{\mathcal{A}}$ aus $F$-rechtsazyklischen Objekten, der nach
\ref{ProNN} dann auch $F$-quisrechtsentfaltbar sein mu"s. Mit
dem Derivieren durch azyklische Aufl"osungen
\ref{DAZOt} folgt f"ur $q>0$ sofort 
$\mathcal H^{n+q} FK={\op{R}}^{q}F(\op{ker}(d^n))$. Diese Objekte verschwinden
jedoch f"ur $q$ oberhalb der homologischen Dimension von $F$. Da das 
f"ur alle $n$ gilt, mu"s $FK$ ein exakter Komplex sein.
Teil 4 folgt sofort aus 1 und 3.
Teil 5 
folgt sofort aus  2 und 3.
\end{proof}

\begin{Beispiel}\label{jgda} % noch in \ref{BGGa}
Der Komplex von freien  
$\Bbb{Z} / 4\Bbb{Z}$-Moduln
\begin{displaymath}
\ldots \ra \Bbb{Z}/4\Bbb{Z} \overset{2\cdot}{\rightarrow} \Bbb{Z}/4\Bbb{Z}
\overset{2\cdot}{\rightarrow} \Bbb{Z}/4\Bbb{Z} \ra \ldots
\end{displaymath}
ist exakt und damit isomorph zum Nullkomplex in
$\op{Der}( \Bbb{Z}/4\Bbb{Z} \op{-Mod})$. Er ist aber im Gegensatz
zum Nullkomplex 
nicht entfaltet f"ur den Funktor $\otimes \DZ/2\DZ$, obwohl
er aus projektiven Moduln besteht. Das widerspricht unserem
Satz nicht, denn der Funktor $\otimes \DZ/2\DZ$ ist auf
der Kategorie aller $\DZ/4\DZ$-Moduln nicht von endlicher
homologischer Dimension.
\end{Beispiel}





\subsubsection*{"Ubungen}


\begin{Ubung}
  Sei $\mathcal A$ eine abelsche Kategorie mit genug
  Injektiven und  endlicher \hyperref[gldim]{homologischer Dimension}
 $\op{hdim}\mathcal A<d$.
  Man zeige $\op{Der}_{\mathcal A}(X,Y)=0$ f"ur\label{hEX}  
  $X\in \op{Der}^{\geq d}_{\mathcal A}$ und $Y\in \op{Der}^{\leq 0}_{\mathcal A}$.
  Man folgere mit \ref{sHH}, da"s es f"ur $Y\in \op{Der}_{\mathcal A}$
   genau dann ein $n\in\DZ$ gibt mit 
   $\op{Der}_{\mathcal A}(X,Y)=0$ f"ur alle $X\in \op{Der}^{\geq n}_{\mathcal A}$,
   wenn gilt $Y\in \op{Der}^-_{\mathcal A}$.
\end{Ubung}



\subsection{Exaktheit von Totalkomplexen abelscher Gruppen}
\begin{Definition}
  Gegeben ein Doppelkomplex $A = (A^{p,q})$ von
abelschen Gruppen mit Differentialen $\partial  :
  A^{p,q} \ra A^{p+1, q}$ 
und $\delta   : A^{p,q} \ra A^{p,q+1}$ derart, da"s an jeder Stelle
gilt
$\delta\partial=\partial\delta,$ 
bilden wir vier Komplexe, deren 
homogene Komponenten 
  gegeben  werden durch
  $$\begin{array}{llll} ({\op{tot}}^{\oplus} A)^{n} &= \bigoplus_{p+q=n} A^{p,q} &
    \text{f"ur das
      \defind{Summentotal},}\\
    ({\op{tot}}^{\pi} A)^{n} &= \prod_{p+q=n} A^{p,q} &\text{f"ur das
      \defind{Produkttotal} sowie}\\[4mm]
    ({\op{tot}}^{\oplus\pi} A)^{n} &= 
\bigoplus_{\substack{p+q =n\\ p<0 }} A^{p,q} \oplus
    \prod_{\substack{ p +q =n\\ p\geq 0 }}
    A^{p,q} &\text{f"ur das \defind{Summenprodukttotal},}\\
    ({\op{tot}}^{\pi\oplus} A)^{n} &= \prod_{\substack{p+q =n\\ p<0 }} A^{p,q} \oplus
    \bigoplus_{\substack{ p +q =n\\ p\geq 0 }} A^{p,q} &\text{f"ur das
      \defind{Produktsummentotal}.}
\end{array}$$
Das Symbol ${\op{tot}}^{\pi\oplus}$ soll zum Beispiel andeuten, da"s auf den
Diagonalen $p+q=n$ \glqq in Richtung
fallender erster Indizes das Produkt zu nehmen ist, in Richtung wachsender
erster Indizes alias fallender zweiter Indizes jedoch die direkte Summe\grqq.
Weil es dabei darauf ankommt, welcher Index nun als der erste zu sehen ist,
schreibe ich auch ausf"uhrlicher ${\op{tot}}^{\pi\oplus}_{p,q}$ um klarzumachen,
da"s in Richtung fallender $p$ das Produkt zu nehmen ist und in Richtung
fallender $q$ die direkte Summe. 
Eigentlich denke ich mir $p$ nach rechts und $q$ nach oben aufgetragen
und die Punkte mit $p+q=n$ bilden f"ur festes $n$ eine Gerade von links oben
nach rechts unten, auf der ich nach rechts gehend die direkte Summe nehme und
nach links gehend das Produkt.
Die Differentiale werden alle gegeben durch $d a =
  \partial  a + (-1)^{p} \delta   a$ f"ur $a \in A^{p,q}$ und die
  offensichtlichen Erweiterungen dieser Regel.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  In der Literatur wird meist
nur das Summentotal betrachtet und hei"st  der \defind{Totalkomplex}. 
Wir denken uns im folgenden
den ersten Index $p$ nach rechts und 
den zweiten Index $q$ nach oben aufgetragen, wenn wir von \glqq Zeilen\grqq\
und \glqq Spalten\grqq\ reden, mit Differentialen nach oben und  rechts.
Alternativ reden wir auch von den {\bf $p$-Komplexen} oder  {\bf $p$-Zeilen}  unseres Doppelkomplexes und meinen damit die Komplexe in Richtung wachsender $p$ bei festem $q$. In der pr"aziseren Terminologie aus \ref{tMk}
hie"sen die Zeilen die $\{1\}$-Multiteilkomplexe, weil sich darin nur der erste
Index "andert. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Lemma}[\textbf{Exaktheitskriterien f"ur Totalkomplexe}]
Gegeben ein Doppelkomplex $A^{p,q}$ von abelschen Gruppen mit exakten Zeilen ist sein
    Produktsummentotal $\op{tot}^{\pi\oplus}_{p,q}$ exakt.\index{Spektralsequenz!ausgeartete
  unbeschr"ankte}\label{TK}  
 Sind zus"atzlich  auch noch  die Kerne oder gleichbedeutend die
Bilder oder auch gleichbedeutend die Kokerne der Morphismen zwischen den
    Zeilenkomplexen alle exakt, so sind alle vier Totalkomplexe exakt.
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl} Gegeben ein Doppelkomplex $A^{p,q}$ von abelschen Gruppen mit exakten Spalten ist ebenso sein
    Summenprodukttotal $\op{tot}^{\oplus\pi}_{p,q}$ exakt. In der pr"aziseren Terminologie aus \ref{tMk} fordern
  wir also f"ur die erste Aussage im Lemma die Exaktheit aller $\{1\}$-Teilkomplexe und  f"ur die zweite Aussage zus"atzlich die Exaktheit aller $\{1\}$-Teilkomplexe von $\op{ker}\partial_2$.
  Unpr"aziser und in Worten gesagt gilt es f"ur den Index,
  f"ur den  exakte Komplexe entstehen wenn wir nur ihn variieren, die Summe beim Wachsen
dieses Index und das Produkt beim Fallen dieses Index zu nehmen.\label{TKeE} 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Dies Lemma verallgemeinert  Lemma \eref{TKoo}{TG},
  bei dem wir uns
  auf Doppelkomplexe im ersten Quadranten beschr"ankt hatten. 
  Eine schw"achere hinreichende Bedingung f"ur die Exaktheit
  des Summenprodukttotals erg"anzen  wir als Lemma \ref{TK2}.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl} Dieses Lemma gilt im allgemeinen nicht mehr
f"ur Doppelkomplexe von Objekten aus  beliebigen abelschen 
Kategorien anstelle von abelschen Gruppen. 
Ich w"u"ste gerne genauer, inwieweit seine Aussagen
aus allgemeinen S"atzen "uber Spektralsequenzen folgen.
%Die Forderungen in Teil 1 und 2 implizieren 
%"ubrigends die Forderung 
%in Teil 3, denn mit den Kernen der Morphismen der Zeilenkomplexe 
%und den Zeilenkomplexen selber sind auch
%die Bilder  der Morphismen der Zeilenkomplexe exakt und
%dann auch die Zeilen aus den Quotienten der Kerne nach den Bildern.
\end{Bemerkungl}





\begin{proof}[Beweis]  
Es reicht  zu zeigen, da"s jeder Nullzykel 
ein Rand ist. So ein Nullzykel ist eine Folge
von Elementen $\ldots, a_{-1}, a_0, a_1 \ldots $ mit $a_i 
\in A^{i,-i}$ und $\partial a_i + (-1)^{i+1} \delta
a_{i+1} =0$ f"ur alle $i$ mit $a_i=0$ f"ur $i\gg 0$. 
Gesucht ist eine Folge $\ldots, b_{-1}, b_0, b_1 , \ldots $ 
von Elementen $ b_i \in A^{i,-i-1}$ mit $b_i=0$ f"ur $i\gg 0$  und mit
$a_i = \partial b_{i-1} + (-1)^{i} \delta b_i $ f"ur alle $i$.
Zun"achst einmal s"aubern wir dies Problem von Vorzeichen und "andern  
unsere Folge ab zu
\begin{displaymath}
\ldots, a_0, a_1, -a_2, -a_3, a_4, a_5,-a_6,-a_7, \ldots
\end{displaymath}
So lautet die Bedingung an unsere neue Folge 
$\ldots, c_0, c_1, c_2, \ldots$ einfacher
$\partial c_i = \delta c_{i+1}$ und gesucht 
ist eine Folge $\ldots, d_0, d_1, d_2,\ldots$ mit
$$c_i = \partial d_{i-1} + \delta d_i$$ f"ur 
alle $i$, aus der wir dann die urspr"unglich gesuchte Folge der
$b_i$ durch geeignete Vorzeichen"anderungen erhalten als
 $\ldots, d_0, -d_1, -d_2, d_3, d_4, -d_5, -d_6, \ldots$
%Jetzt  behandeln wir die verschiedenen F"alle der Reihe nach.
%Ist $(A, \partial , \delta  )$ unser Doppelkomplex, so 
%behauptet Teil 1 in
%  Formeln
%  $$\cal{H}(A,\partial ) =0\;\;\RA\;\; \cal{H}({\op{tot}}^{\pi\oplus} A)=0$$
%Wie oben erkl"art k"onnen wir ausgehen von einer
%Familie $\ldots, c_{-1}, c_{0}, c_{1}, c_{2}, \ldots$ mit
%$c_{i} \in A^{i,-i}$ und $ c_{i} =0$ f"ur $i\gg 0$ sowie
%$\partial  c_{i} = \delta  c_{i+1}$ f"ur alle $i.$
Der Einfachkeit halber nehmen wir f"ur die weitere Argumentation an,
es g"alte bereits $ c_{i} =0$ f"ur $i>0.$ Dann folgt $\partial c_0=0$ und
nach Annahme finden wir $d_{0} \in A^{-1,0}$ mit
$\partial  d_{0} = c_{0}.$ Es folgt $$ \partial c_{-1} 
=\delta c_{0} =
\delta \partial   d_{0} = \partial \delta  
d_{0},$$ also $\partial  (\delta d_{0}-c_{-1}) =0.$
Also gibt es $d_{-1} \in A^{-2,1}$ mit $\partial  d_{-1} =
\delta  d_{0} -c_{-1}$ alias $c_{-1} = \delta d_{0} -
\partial  d_{-1}.$
Indem wir so \glqq die Treppe heraufgehen\grqq\  
finden wir  eine Folge $ (\ldots,d_{-1},d_{0},0,0, \ldots )$ wie gew"unscht und
der Fall des Produktsummentotals ist erledigt.
Jetzt diskutieren wir den Fall des Summentotals.
Sind die Kerne der Morphismen zwischen
den Zeilenkomplexen exakt,
so k"onnen wir das bereits Bewiesene  anwenden auf
die Teilkomplexe $T^{*,\leq q}$ unseres Doppelkomplexes, die entstehen durch Ersetzen
einer Zeile durch den Kernkomplex zum Morphismus in
die dar"uberliegende Zeile und
Ersetzen der h"oheren Zeilen durch Null.
Das Summentotal ist dann exakt als der filtrierende Kolimes 
der Summentotale dieser Teilkomplexe, die in dem
von uns bereits behandelten Rahmen liegen.
Jetzt behandeln wir den Fall des Produkttotals. 
Sind die Bilder der Morphismen zwischen
den Zeilenkomplexen exakt,
so k"onnen wir die bereits gewonnene Erkenntnis  anwenden auf
die Quotienten $Q^{*,\geq q}$ unseres Doppelkomplexes, 
die entstehen durch Ersetzen
einer Zeile durch den Bildkomplex des Morphismus in 
die n"achsth"ohere Zeile und Ersetzen aller Zeilen
darunter durch Null.
Das Produkttotal  ist dann exakt nach \eref{AzAg}{TS} als der
Limes "uber das surjektive inverse System der Produkttotale
dieser Quotientenkomplexe. Wenden wir diese letzte Erkenntnis wiederum auf
das Produkttotal unserer Teilkomplexe $T^{*,\leq q}$ an und gehen zum Kolimes "uber, so ergibt sich
auch die Behauptung f"ur das Summenprodukttotal.
\end{proof}
\begin{Lemma*}
  Sei ein Doppelkomplex von abelschen Gruppen gegeben.\label{TK2}
  Sind   seine Zeilen und zus"atzlich
  auch noch die Zeilen aus der Kohomologie 
der Spaltenkomplexe  alle exakt, so ist auch das 
Summenprodukttotal exakt.
\end{Lemma*}
\begin{Bemerkungl}
  Der Punkt bei diesem Lemma ist, da"s die hier
  gegebene Bedingung f"ur die Exaktheit des Summenprodukttotals
  etwas schw"acher
  ist als die in \ref{TK} angegebene Bedingung.
  Mir ist aber keine konkrete Situation
  bewu"st, in der dies Lemma gebraucht w"urde.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
  Wir beginnen wie beim Beweis von \ref{TK}.
Wie oben erkl"art, k"onnen wir auch hier wieder ausgehen von einer
Familie $\ldots, c_{-1}, c_{0}, c_{1}, c_{2}, \ldots$ mit
$c_{i} \in A^{i,-i}$ und $ c_{i} =0$ f"ur $i\ll 0$ sowie
$\partial  c_{i} = \delta  c_{i+1}$ f"ur alle $i.$
Der Einfachkeit halber nehmen wir f"ur die weitere Argumentation an,
es g"alte bereits $ c_{i} =0$ f"ur $i<0.$ 
Wir beginnen unsere Argumentation mit der
Erkenntnis $\delta c_0 =0.$
Wegen $\partial c_0 = \delta c_1$ geht der 
$\delta$-Zykel $c_0$ unter $\partial$ auf die Null der
$\delta$-Kohomologie, also gibt es 
einen $\delta$-Zykel $z_{-1}\in A^{-1,0}$ und
$e_0 \in A^{0,-1}$ 
mit $\partial z_{-1}+ \delta e_0 =c_0$.
Dann haben wir $\delta (c_1 - \partial e_0)=0$ und 
$\partial (c_1-\partial e_0) = \delta
c_2$, also ist $c_1 - \partial e_0$ ein $\delta$-Zykel, 
dessen $\delta$-Kohomologieklasse unter
$\partial$ nach Null geht, also ist er bis auf einen 
$\delta$-Rand das $\partial$-Bild eines
$\delta$-Zykels. Mithin gilt
\begin{displaymath}
c_1 - \partial e_0 = \partial z_{0} + \delta e_1
\end{displaymath}
f"ur einen $\delta$-Zykel $z_0 \in A^{0,-1}$ und 
$e_1 \in A^{1,-2}$.
Wir haben also
\begin{displaymath}
\begin{array}{llcl}
&\delta(z_{-1}+0)&=& 0\\
\partial (z_{-1}+0) + &\delta (z_0+e_0) &=& c_0\\
\partial(z_0+e_0)& &=& c_1 - \delta e_1
\end{array}
\end{displaymath}
Nun folgt $\delta (c_2-\partial e_1)= \partial (c_1 - \delta e_1) 
   = \partial^2 (z_0+e_0) = 0,$
womit $c_2 - \partial e_1$ ein $\delta$-Zykel ist, der 
wegen $\partial (c_2-\partial e_1) = \delta
c_3$ bis auf $\delta$-Rand von einem $\delta$-Zykel 
$z_1 \in A^{1,-2}$ herkommt,
also $c_2 -\partial e_1 = \partial z_1 + \delta e_2$.
Wir  haben also 
\begin{displaymath}
\begin{array}{lcl}
\partial  (z_0+e_0) +\delta (z_1+e_1) &=& c_1\\
\partial (z_1+e_1) &=& c_2 - \delta e_2
\end{array}
\end{displaymath}
Indem wir so \glqq die Treppe heruntergehen\grqq\  finden
wir auch hier wieder 
eine Folge $(\ldots,0,z_{-1},z_0+e_0,z_1+e_1,\ldots)$ wie gew"unscht.
\end{proof}



\subsection{Derivieren von Tensor und Hom}
\nichtfinal{Nochmal genau durchgehen. M"ude ge"andert.} 
\begin{Bemerkungl}
  Ein {\bf Tripelkomplex}\index{Tripelkomplex} $A$ ist eine $\DZ^3$-graduierte
  abelsche Gruppe $A^{p,q,r}$ mit paarweise kommutierenden Differentialen
  $\partial_1, \partial_2,\partial_3$, die jeweils \glqq ihren Grad\grqq\
  um Eins erh"ohen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}  Das {\bf Summentotal eines Tripelkomplexes $A$}\index{Summentotal!eines Tripelkomplexes}
   ist der Komplex $\op{tot}^\oplus(A)$
  mit homogenen Komponenten
  $$\op{tot}^\oplus(A)^n\pdef \bigoplus_{p+q+r=n}A^{p,q,r}$$
  und Differential
  $d(a)\pdef\partial_1a+(-1)^p\partial_2a + (-1)^{p+q}\partial_3a$
  f"ur $a\in A^{p,q,r}$.  Analog erkl"aren wir das {\bf Produkttotal}.\index{Produkttotal!eines Tripelkomplexes}
  Beide Konstruktionen h"angen von der
  Reihenfolge der Indizes ab. % in "ahnlicher Weise, wie wir es bei
  %Doppelkomplexen in \eref{ReiDo}{TG} diskutiert hatten.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl} Im Fall eines Doppelkomplexes $A^{p,q}$
  haben wir viel mit seinen \glqq Zeilenkomplexen\grqq\ und
  \glqq Spaltenkomplexen\grqq\ gearbeitet und sind dabei
  implizit von  der Vorstellung
  ausgegangen, da"s
  der Doppelkomplex auf dem Papier mit nach rechts wachsenden $p$-Indizes und
  nach oben wachsenden $q$-Indizes darsgestellt wurde.
  Im Fall eines Tripelkomplexes wird die Sache schwieriger und wir reden
  stattdessen von den $p$-Zeilen, $q$-Zeilen und $r$-Zeilen
  eines Tripelkomplexes.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Iterative Berechnung von Totalkomplexen}]    Summentotal
  und Produkttotal eines  Tripelkomplexes $A$ k"onnen
  iterativ berechnet werden. Genauer sind in hoffentlich selbsterkl"arender
  Notation die offensichtlichen
  Morphismen Isomorphismen 
  $$\op{tot}^\oplus(\op{tot}^\oplus_{q,r}(A))\sila \op{tot}^\oplus(A)\sira \op{tot}^\oplus(\op{tot}^\oplus_{p,q}(A))$$
  $$\op{tot}^\pi(\op{tot}^\pi_{q,r}(A))\sira \op{tot}^\pi(A)\sila \op{tot}^\pi(\op{tot}^\pi_{p,q}(A))$$
\end{Bemerkungl}


\begin{Proposition}
Gegeben $I=(I^{p,q})_{q\geq 0}$ 
ein Doppelkomplex in der oberen Halbebene  mit maximal spaltenden Zeilen 
aus Injektiven einer
abelschen Kategorie $\mathcal A$ ist sein Produkttotal, wenn es  
existiert, quisrechtsentfaltet.\label{tothi} 
\end{Proposition}
\begin{proof}
  Wir 
  m"ussen zeigen, da"s f"ur jeden exakten Komplex
  $N\in \op{Ket}_{\mathcal A}$
  gilt $\op{Hot}_{\mathcal A}(N,\op{tot}^\pi(I))=0$. Wir zeigen sogar,
  da"s alle Homologiegruppen aller Hom-Kom\-ple\-xe $\op{Hom}_{\mathcal A}(N,\op{tot}^\pi(I))$ verschwinden, da"s diese Komplexe also exakt sind. Wegen
  $\op{Hot}=\mathcal H^0{\op{Hom}}$ folgt daraus die Behauptung.
  Nun k"onnen wir so einen Hom-Komplex
  beschreiben als das Produkttotal des Tripelkomplexes der
  abelschen Gruppen
  $\mathcal A(N^r, I^{p,q})$
  mit drittem Differential $\partial_3f\pdef (-f\circ d_N)$ und den
  offensichtlichen ersten beiden Differentialen und erhalten so
  $$\op{Hom}_{\mathcal A}(N,\op{tot}^\pi(I))\cong\op{tot}^\pi (\mathcal A(N^r, I^{p,q}))\cong \op{tot}^\pi \big(\op{tot}^\pi_{p,r} (\mathcal A(N^r, I^{p,q}))\big)$$
  Nun hat der Tripelkomplex $\mathcal A(N^r, I^{p,q})$
  exakte $r$-Zeilen, da $N$ ein exakter Komplex ist und die  $I^{p,q}$
  injektiv sind.  Weiter sind die $r$-Kernkomplexe der $p$-Dif\-fe\-ren\-tia\-le
  zwischen den $r$-Zeilen
  exakt, da  $I^{p,q}$  maximal spaltende Zeilen alias $p$-Zeilen  hat.
  Nach \ref{TK} ist also das partielle Produkttotal $\op{tot}^\pi_{p,r} (\mathcal A(N^r, I^{p,q}))$
  exakt f"ur alle $q$. Dann ist aber wieder nach \ref{TK} auch $\op{tot}^\pi \big(\op{tot}^\pi_{p,r} (\mathcal A(N^r, I^{p,q}))\big)$ exakt als Produktsummentotal eines Doppelkomplexes mit exakten Zeilen, genauer in hoffentlich selbsterkl"arender Terminologie exakten $(r+p)$-Zeilen, 
  mit dem das Produkttotal  wegen unserer Einschr"ankung $q\geq 0$ an die
  $q$-Zeilen alias Spalten 
  "ubereinstimmt. 
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
Gegeben $P=(P^{p,q})_{q\leq 0}$ 
ein Doppelkomplex in der unteren Halbebene  mit maximal spaltenden Zeilen 
aus Projektiven einer
abelschen Kategorie $\mathcal A$ ist sein Summentotal, wenn es denn 
existiert, quislinksentfaltet.\label{tothp}
Das folgt unmittelbar, indem wir \ref{tothi} auf die opponierte
Kategorie anwenden. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Quisrechtsentfaltung von Modulkomplexen}]
 Jeder Komplex
  von Moduln besitzt eine
  Quisrechtsentfaltung. \label{hpri} 
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Dasselbe gilt mit demselben Beweis
  f"ur jede abelsche Kategorie mit genug Injektiven und einem
  konservativen exakten Funktor in die Kategorie der abelschen Gruppen, der
  mit abz"ahlbaren Produkten vertauscht.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
 Sei  $A=(A^p)_{p\in \DZ}$ unser Komplex. Nach \eref{CAEE}{TG} besitzt $A$ eine Cartan-Eilenberg-Obenaufl"osung
 durch Injektive $(I^{p,q})_{q\geq 0}$.
 Wir zeigen genauer, da"s ihr Produkttotal stets eine Quisrechtsaufl"osung
 von $A$ ist.
Zun"achst einmal ist $A$ der horizontale
  Kernkomplex unseres Doppelkomplexes,
  dessen Spalten durch die Erg"anzung dieses
  horizontalen Kernkomplexes exakt werden.
  Zus"atzlich sind bei dem so erg"anzten Doppelkomplex auch
  die Kerne der Morphismen zwischen den Spaltenkomplexen exakt.
  Nach \ref{TK} ist dann auch das
  Produkttotal des erg"anzten Doppelkomplexes exakt. Daraus folgt
  sofort, da"s die Einbettung des horizontalen Kernkomplexes ein
  Quasiisomorphismus $A\qri \op{tot}^\pi(I^{p,q})$ ist. 
  Dieser Totalkomplex ist damit nach \ref{tothi}
  die gesuchte  Quisrechtsentfaltung. 
\end{proof}
\begin{Satz}[\textbf{Quislinksentfaltung von Modulkomplexen}]
 Jeder Komplex von
  Moduln besitzt eine Quislinksentfaltung.\label{hprl} 
\end{Satz}

\begin{Bemerkungl}
  Dasselbe gilt mit demselben Beweis
  f"ur jede abelsche Kategorie mit genug Projektiven und einem
  konservativen exakten Funktor in die Kategorie der abelschen Gruppen, der
  mit abz"ahlbaren Koprodukten vertauscht. In dieser Allgemeinheit
  folgt es direkt durch Anwenden der entsprechenden Bemerkung im Kontext der
  Konstruktion von Quisrechtsentfaltungen \ref{hpri} auf die opponierte
  abelsche Kategorie. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}  Sei  $A=(A^p)_{p\in \DZ}$ unser Komplex.
  Nach \eref{ECaR}{TG} besitzt er eine Cartan-Eilenberg-Untenaufl"osung
  durch Projektive $(P^{p,q})_{q\leq 0}$. Wir zeigen genauer,
  da"s ihr Summentotal  eine   
  Quislinksentfaltung unseres Komplexes $A$ ist. Zu\-n"achst
  ist $A$ der horizontale
  Kokernkomplex unseres Doppelkomplexes und die  Spalten
  unseres Doppelkomplexes werden durch die Erg"anzung dieses
  Kokernkomplexes exakt.
   Zus"atzlich sind bei dem so erg"anzten Doppelkomplex auch
  die Kerne der Morphismen zwischen den Spaltenkomplexen exakt. 
  Nach \ref{TK} ist dann auch das
  Summentotal des erg"anzten Doppelkomplexes exakt. Es folgt, da"s die Surjektion auf den horizontalen Kokernkomplexes ein
  Quasiisomorphismus $\op{tot}^\oplus(P^{p,q})\qri A$ ist. 
    Dieser Totalkomplex ist nach \ref{tothp} die gesuchte  Quislinksentfaltung. 
\end{proof}
\begin{Definition} Ein Komplex von Moduln hei"st
  {\bf quisflach},\index{quisflach!Komplex von Moduln}
   wenn das Da\-ran\-ten\-so\-rie\-ren
   eines exakten Komplexes von Rechtsmoduln  "uber demselben Ring stets einen exakten Komplex liefert.\label{dquf}  Analog f"ur Komplexe von Rechtsmoduln.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl} Gleichbedeutend ist durch "Ubergang zum
  Abbildungskegel die Bedingung, da"s das Darantensorieren unseres Komplexes
  Quasiisomorphismen zu Quasiisomorphismen macht.\label{qflg}
  Ein Komplex $F$ von $k$-Rechtsmoduln ist also quisflach genau dann, wenn
  $Q (F\otimes_k): \op{Hot}(k\op{-Mod})\ra \op{Der}(\op{Ab})$ bereits "uber
  $\op{Der}(k\op{-Mod})$ faktorisiert, so da"s 
  $Q(F\otimes_k)$ einen global definierten Linksfaktorierten hat und der
  zugeh"orige Morphismus  f"ur alle $X$
  ein Isomorphismus $$\sigma:{\op{L}}\big(Q(F\otimes_k)\big)(QX)\sira
  Q(F\otimes_kX)$$ ist.
  Wenn ein Komplex $P$ von Rechtsmoduln quislinksentfaltet ist,
  impliziert das dahingegen nach \ref{UBVR}, da"s er $G$-quislinksentfaltet ist
  f"ur jeden Funktor $G$, insbesondere f"ur die Funktoren
  $G=Q(\otimes_k X): \op{Hot}(\op{Mod-}k)\ra \op{Der}(\op{Ab})$, 
   und da"s mithin der Linksfaktorierte 
  ${\op{L}}(Q(\otimes_k X))$ bei $QP$ definiert ist und der
  nat"urliche Morphismus aus der Definition \ref{zLD} 
  f"ur alle $X$ einen Isomorphismus
  $$\sigma:  {\op{L}}\big(Q(\otimes_k X)\big)(QP)\sira Q(P\otimes_k X)$$
  liefert. Wir zeigen in \ref{EqL} die Existenz quisflacher Linksaufl"osungen.
  Insbesondere besitzt jeder quislinksentfaltete Komplex
  eine quisflache Linksaufl"osung und diese wieder eine
  Linksentfaltung. Die Komposition mu"s in der
  Homotopiekategorie ein Isomorphismus sein,
  folglich ist jeder quislinksentfaltete Komplex
  ein direkter Summand eines quisflachen Komplexes
  und mithin auch selber quisflach. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Proposition} Gegeben $k$ ein Ring und
  $F=(F^{p,q})_{q\leq 0}$ ein Doppelkomplex in der unteren
  Halbebene  mit maximal spaltenden Zeilen aus flachen $k$-Moduln
  ist sein Summentotal quisflach.\label{qflo} 
\end{Proposition}
\begin{proof} 
  Gegeben $N$ ein exakter Komplex von Rechtsmoduln gilt
  es zu zeigen, da"s $ \op{tot}^\oplus(N^r\otimes_kF^{p,q})$ exakt ist.
Da alle $F^{p,q}$ flach sind, sind in unserem Tripelkomplex
alle $r$-Zeilen exakt.
  Da die $p$-Zeilen von $F^{p,q}$ maximal spalten,
  sind auch die Bilder der $p$-Morphismen zwischen $r$-Zeilen exakt.
  Damit ist nach \ref{TK} das Summentotal
  $\op{tot}^\oplus_{p,r}(N^r\otimes_kF^{p,q})$ exakt f"ur alle $q$.
 Das partielle Summentotal $\op{tot}^\oplus_{p,r}(N^r\otimes_kF^{p,q})$
 des Tripelkomplexes ist
  also ein Doppelkomplex mit exakten $(p+r)$-Zeilen, dessen Spalten alias $q$-Zeilen
  verschwinden f"ur $q>0$. Damit ist sein Produktsummentotal exakt
  nach \ref{TK} und f"allt zusammen mit dem Summentotal. Dieses ist also auch
  exakt und ist ja gerade der Tensorkomplex.
\end{proof}




\begin{Satz}[\textbf{Existenz quisflacher Linksaufl"osungen}] 
  Gegeben ein Ring $k$ gibt es f"ur jeden Komplex $X$ von $k$-Moduln
  einen Quasiisomorphismus $F\qri X$ von einem quisflachen Komplex $F$ 
  nach $X$.\label{EqL} 
\end{Satz}
\begin{proof} Nach \eref{ECaR}{TG} besitzt er eine
  Cartan-Eilenberg-Untenaufl"osung
  durch flache Moduln.
  Das Summentotal einer derartigen Car\-tan-Ei\-le\-nberg-Un\-ten\-auf\-l"o\-sung
  ist quisflach nach \ref{qflo} und geht quasiisomorph nach $X$
  mit demselben Argument wie bei der Konstruktion einer
  Quislinksentfaltung \ref{hprl}.
\end{proof}










\begin{Bemerkungl}
Die  
{\bf Torsionsdimension}\index{Torsionsdimension}
eines Rings $k$ 
wird erkl"art als das Supremum aller $q\in\DN$ derart,
da"s es einen $k$-Rechtsmodul $M$ und einen 
$k$-Linksmodul $N$ gibt mit $\op{Tor}_q^k(M,N)\neq 0$.
 Wir sagen, ein Ring $k$ habe 
{\bf endliche 
  Torsionsdimension},\index{endlich!Torsionsdimension}
wenn\label{TorD}  %\label{Torsionsdimension}
seine Torsionsdimension nicht $\infty$ ist. Der Nullring
hat Torsionsdimension $-\infty$ und hat 
in unseren Konventionen insbesondere endliche
Torsionsdimension.
\end{Bemerkungl}








\begin{Proposition}[\textbf{Beispiele f"ur quisflache Komplexe}]
     Jeder in Richtung der Differentiale beschr"ankte Komplex von flachen Moduln
    ist quisflach. 
    "Uber einem Ring endlicher Torsionsdimension ist jeder Komplex flacher
    Moduln quisflach.
\label{ften}\end{Proposition}
\begin{Beispiel}\label{EApo} Jeder Komplex von
  tor\-sions\-frei\-en abelschen Gruppen ist quisflach, da ja 
  abelsche Gruppen flach sind genau dann, wenn sie torsionsfrei sind,
  und da  $\DZ$ die Torsionsdimension Eins hat, da ja jeder Untermodul eines
  torsionsfreien Moduls offensichtlich wieder torsionsfrei ist. 
\end{Beispiel}

\begin{Beispiel}
Der Komplex $X$ von freien  
$\Bbb{Z} / 4\Bbb{Z}$-Moduln
\begin{displaymath}
\ldots \ra \Bbb{Z}/4\Bbb{Z} \overset{2\cdot}{\rightarrow} \Bbb{Z}/4\Bbb{Z}
\overset{2\cdot}{\rightarrow} \Bbb{Z}/4\Bbb{Z} \ra \ldots
\end{displaymath}
aus \ref{jgda} ist nicht quisflach in
$\op{Hot}( \Bbb{Z}/4\Bbb{Z} \op{-Mod})$.
Das wird aus Proposition \ref{TGgg} folgen, denn $0\ra X$ ist ein Quasiisomorphisms, bleibt aber kein Quasiisomorphismus unter $\otimes_{\Bbb{Z}/4\Bbb{Z}}(\Bbb{Z}/2\Bbb{Z}[0])$.   
\end{Beispiel}



\begin{proof}
  Gegeben ein in Richtung der Differentiale
  beschr"ankter Komplex $F$ von flachen
  Moduln und ein exakter Komplex $N$ von Rechtsmoduln hat der Doppelkomplex
  $N^p\otimes_k F^q$ exakte $p$-Zeilen und sein Produktsummentotal
  ist exakt nach \ref{TK} und f"allt  wegen der
  Beschr"ankungen der Indizes mit dem Summentotal zusammen,
  ist also der Tensorkomplex. 
  Gegeben im Fall endlicher Torsionsdimension ein beliebiger
  Komplex $F$ von flachen
  Moduln finden wir nach \ref{hprl} einen Quasiisomorphismus 
  $P\qri F$ mit $P$ einem quislinksentfalteten und damit nach \ref{EApo}
  quisflachen Komplex, von dem wir au"serdem annehmen k"onnen, da"s er 
  aus projektiven und insbesondere flachen Moduln besteht. Dann ist
  $\op{Keg}(P\ra F)$ ein  Komplex von flachen Moduln und ist nach
  \ref{UbDe}  f"ur jeden $k$-Rechtsmodul $M$ entfaltet in Bezug auf
  den Funktor $M\otimes_k$. Da der Kegel aber auch exakt ist, mu"s
  $M\otimes_k\op{Keg}(P\ra F)$ exakt sein f"ur alle $M$. F"ur jeden Komplex
  $X$ von Rechtsmoduln hat also $X^q\otimes_k\op{Keg}(P\ra F)^p$
  exakte $p$-Zeilen und auch die Kerne der Morphismen zwischen
  den $p$-Zeilen sind exakt. Damit ist nach \ref{TK} das Summentotal
  alias der Tensorkomplex exakt und unser urspr"unglicher
  Quasiisomorphismus induziert einen Quasiisomorphismus $X\otimes_k P\qri
  X\otimes_kF$. Insbesondere ist mit $P$ auch $F$ quisflach.
\end{proof}
 %Der Ring $\DZ$ hat Torsionsdimension Eins.
%Im Fall eines Rings endlicher Torsionsdimension 
%sind sogar alle Paare von Komplexen, von denen einer 
 % aus flachen Moduln besteht, 
 % bereits entfaltet f"ur $(Q\circ\otimes_k)$. Man zeigt das wie zuvor,
 % nur da"s man \ref{ftene} statt \ref{ften} verwendet. 

%\begin{Lemma}
%  Ist $k$ ein Ring endlicher Torsionsdimension, so ist f"ur $F\in \op{Ket}(\op{Mod-}k)$ ein exakter Komplex von flachen Moduln und $Y\in \op{Ket}(k\op{-Mod})$ beliebig auch $F\otimes_kY$ exakt.\label{ftene} 
%\end{Lemma}
%\begin{proof}
%   Der Tensorkomplex
% ist  per definitionem  das Summentotal des
%Doppelkomplexes $F^p\otimes_k Y^q$. 
%Nun sind  nach \ref{UbDe} 
%die Zeilenkomplexe dieses Doppelkomplexes f"ur jedes $q$ exakt
%und dasselbe gilt f"ur die Bilder der  Kettenabbildungen zwischen den
%Zeilenkomplexen. Also  ist  nach \ref{TK} das Summentotal
%alias der Tensorkomplex exakt. 
%\end{proof}
%\begin{Lemma}
%  Sei $k$ ein Ring. Gegeben $N\in \op{Ket}^-(\op{Mod-}k)$ ein exakter mit
%  den Differentialen beschr"ankter Komplex von flachen Moduln und $Y\in %\op{Ket}(k\op{-Mod})$ beliebig ist auch $N\otimes_kY$ exakt. 
%\end{Lemma}
%\begin{proof}
%  Der Tensorkomplex
% ist  per definitionem  das Summentotal des
%Doppelkomplexes $N^p\otimes_k Y^q$. 
%Nun sind 
%die Zeilenkomplexe dieses Doppelkomplexes f"ur jedes $q$ exakt,
%da ihre Kohomologie die Torsion des Nullmoduls mit $Y^q$ berechnet,
%und dasselbe gilt f"ur die Bilder der  Kettenabbildungen zwischen den
%Zeilenkomplexen. Also  ist  nach \ref{TK} das Summentotal
%alias der Tensorproduktkomplex exakt.
%\end{proof}

\begin{Proposition}[\textbf{Deriviertes Tensorprodukt}]
Gegeben  ein Ring  $k$  gilt:\label{TGgg} \begin{enumerate}
  \item
Der Funktor
$(Q\circ \otimes_k):\op{Hot}(\op{Mod-}k)\times 
\op{Hot}(k\op{-Mod})\ra \op{Der}(\op{Ab})$
 besitzt einen Linksfaktorierten in Bezug auf das Oresystem $S\times S$
 aller Paare von Quasiisomorphismen, das \emph{\bf derivierte Tensorprodukt} 
$$\otimes_k^{\op{L}}:\op{Der}(\op{Mod-}k)\times 
 \op{Der}(k\op{-Mod})\ra \op{Der}(\op{Ab})$$
\item  Alle Paare $(F,G)$ mit $F$ und $G$ quisflach sind linksentfaltet f"ur $(Q\circ\otimes_k)$ und besagtes Oresystem. Wir nennen solche Paare abk"urzend  
\emph{\bf biquislinksentfaltet f"ur $(Q\circ\otimes_k)$};\index{biquislinksentfaltet}
\item
  Sogar alle Paare von Komplexen $(X,Y)$ mit $X$ oder $Y$ 
  quisflach sind biquislinksentfaltet  f"ur $(Q\circ\otimes_k)$;
  \item
  Gegeben  $X\in \op{Hot}(\op{Mod-}k)$
  ist jeder quisflache Komplex $G\in \op{Hot}(k\op{-Mod})$
  quislinksentfaltet f"ur den Funktor
  $Q\circ (X\otimes_k ):\op{Hot}(k\op{-Mod})\ra \op{Der}(\op{Ab})$
  des einseitigen Tensorierens.
  Analoges gilt f"ur den anderen Tensorfaktor;
\item  Der
  Funktor $Q\circ (X\otimes_k )$ des einseitigen Tensorierens
  besitzt ebenfalls einen  Linksfaktorierten
${\op{L}}(X\otimes_k):\op{Der}(k\op{-Mod})\ra \op{Der}(\op{Ab})$
und der nat"urliche Morphismus vom gr"o"seren Limes zum kleineren Limes ist
ein Isomorphismus $$X\otimes_k^{\op{L}} Y\sira ({\op{L}}(X\otimes_k))(Y)$$
Analoges gilt f"ur den anderen Tensorfaktor.
\end{enumerate}
\label{hflex} 
\end{Proposition}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Terminologie f"ur derivierte Funktoren in mehreren Variablen}]
  Gegeben abelsche Kategorien $\mathcal A_1,\ldots,\mathcal A_r,\mathcal B$
  und ein {\bf multiadditiver Funktor}\label{Tma}  $$T:\mathcal A_1\times\ldots\times \mathcal A_r\ra \mathcal B$$
  alias ein Funktor auf der Produktkategorie, der additiv ist in jeder
  Variablen, konstruieren wir in der offensichtlichen Weise
  einen Funktor
  $$\op{Hot}(T):\op{Hot}(\mathcal A_1)\times\ldots\times \op{Hot}(\mathcal A_r)\ra \op{Hot}(\mathcal B)$$
 Auf der linken Seite  bilden alle Tupel von Quasiisomorphismen
  ein Oresystem $S$. Den
  $S$-Rechtsfaktorierten von $(Q\circ \op{Hot}(T))$ nennen wir in dieser Situation wieder den
  {\bf Rechtsderivierten von $T$}\index{Rechtsderiviert!in mehreren Variablen}
  und notieren ihn
  $${\op{R}}T: \big(\op{Der}(\mathcal A_1)\times\ldots\times \op{Der}(\mathcal A_r) \big)_T\ra \op{Der}(\mathcal B)$$
    Der untere Index $T$ k"urzt hier $(Q\circ \op{Hot}(T))$ ab und
    steht f"ur die volle Unterkategorie aller $(Q\circ \op{Hot}(T))$-$S$-rechtsentfaltbaren
    Tupel von Objekten, die wir in diesem Kontext auch k"urzer
    {\bf $T$-quisrechtsentfaltet}
    oder {\bf multiquisrechtsentfaltet f"ur $T$}\index{multiquisrechtsentfaltet}
    nennen. In derselben Weise erkl"aren wir den
    {\bf Linksderivierten von $T$}.
\end{Bemerkungl}


\nichtfinal{Nochmal in Ruhe durchgehen.} 
\begin{proof}
1. Jeder Komplex von Moduln besitzt nach 
  \ref{hprl} eine Quislinksentfaltung und das zeigt bereits
  die erste Aussage.
  \\[2mm]\noindent 2. Jeder Komplex von Ringmoduln besitzt nach \ref{EqL} eine
  quisflache Linksaufl"osung. Jedes Paar von Quasiisomorphismen
  $(X,Y)\ra (F,G)$ k"onnen wir insbesondere  verl"angern durch ein Paar
  von  Quasiisomorphismen
  $(F',G')\ra (X,Y)$ mit $F',G'$ quisflach. Wir m"ussen dann
  nur zeigen, da"s f"ur $(F,G)$ auch beide
  quisflach die Komposition einen Quasiisomorphismus
  $F'\otimes_kG'\qri F\otimes_k G$ induziert. Nun k"onnen wir diese
  Komposition faktorisieren
  als
  $$F'\otimes_kG'\ra F\otimes_k G'\ra F\otimes_k G$$
  Der Kegel "uber dem ersten Morphismus ist
  $\op{Keg}(F'\ra F)\otimes_k G'$ und exakt, da $\op{Keg}(F'\ra F)$ exakt
  ist und $G'$ quisflach, also ist der erste Morphismus unserer
  Sequenz ein Quasiisomorphismus. Analog sehen wir,
  da"s der zweite Morphismus 
  auch ein Quasiisomorphismus sein mu"s.
 \\[2mm]\noindent 3.
 Gegeben ein Paar $(F,Y)$ mit $F$ quisflach finden wir einen
 Quasiisomorphismus $G\qri Y$ mit $G$ ebenfalls quisflach.
 Dann ist einerseits
 $(F,G)\ra (F,Y)$ eine
 Quislinksentfaltung f"ur $Q\circ\otimes_k$ nach Teil 2 und andererseits $F\otimes _kG \ra F\otimes_k Y$
 ein Quasiisomorphismus aufgrund der Exaktheit des Abbildungskegels
 $F\otimes_k\op{Keg}(G \ra Y)$ und das zeigt die Behauptung.
 \\[2mm]\noindent 4.
 Jeder Quasiisomorphismus $Y\qri G$ l"a"st sich verl"angern durch einen
 Quasiisomorphismus $G'\qri Y$ mit $G'$ quisflach. Nach Teil 3 liefert dann
 das Darantensorieren von einem beliebigen Komplex $X$ einen
 Quasiisomorphismus $X\otimes_k G'\qri X\otimes_k G$. Mehr war nicht zu zeigen.
  \\[2mm]\noindent 5.
Die vierte Aussage folgt unmittelbar aus den beiden vorhergehenden Aussagen. 
\end{proof}

\begin{Bemerkungl} Jeder quislinksentfaltete Komplex $P$ von $k$-Moduln
  ist quisflach. In der Tat gilt f"ur jeden exakten Komplex
  $N$ von $k$-Rechtsmoduln $QN=0$ und damit 
  $N\otimes^{\op{L}}P=0$ und damit nach \ref{hflex} auch
  $({\op{L}}(N\otimes))(P)=0$
  und damit wegen $P$ quislinksentfaltet
  $Q(N\otimes P)=0$ und so $N\otimes P$ exakt.
\end{Bemerkungl}
\begin{Proposition*}[\textbf{Deriviertes Tensorprodukt mit azyklischem Komplex}]
  Gegeben $k$ ein Ring, $C$ ein $k$-Rechtsmodul und 
  $F=(F^{p,q})_{q\leq 0}$ ein Doppelkomplex in der unteren
  Halbebene  mit maximal spaltenden Zeilen aus $(C\otimes_k)$-azyklischen
  $k$-Moduln
  ist sein Summentotal $(C\otimes_k)$-quislinksentfaltet.\label{qfloV} 
\end{Proposition*}
\begin{Bemerkungl} Diese Proposition ben"otigen wir 
  bei der Diskussion von Basiswechsel f"ur Moduln und Modulgarben.
  Sie sollte noch mehr Varianten haben, die Aussagen von der Art machen,
  da"s Paare von Komplexen $(X,Y)$ biquislinksentfaltet sind f"ur $\otimes_k$,
  wenn ihre Eintr"age untereinander keine h"oheren Torsionsgruppen haben und
  Beschr"ankungsbedingungen oder Spaltungsbedingungen oder endliche
  Torsionsdimension vorausgesetzt werden. Dem mag einmal ein Student
  nachgehen. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof} Wir argumentieren "ahnlich wie beim Beweis von \ref{qflo}. 
  Gegeben $L^\rhd$ eine flache Linksaufl"osung von $C$
  und $$N\pdef \op{Keg}(L^\rhd \ra [0]C)$$ der Abbildungskegel
  zeigen wir, da"s $ \op{tot}^\oplus(N^r\otimes_kF^{p,q})$ exakt ist.
  Da alle $F^{p,q}$ nach Annahme $(C\otimes_k)$-azyklisch sind,
  mu"s der $r$-Komplex $L^r\otimes_k F^{p,q}$ exakt sein bei $r\neq 0$
  und bei $r=0$ die Kohomologie $C\otimes_kF^{p,q}$ haben.
  Der $r$-Komplex $N^r\otimes_k F^{p,q}$ ist mithin exakt. 
  Also sind in unserem Tripelkomplex
alle $r$-Zeilen exakt.
  Da die $p$-Zeilen von $F^{p,q}$ maximal spalten,
  sind auch die Bilder der $p$-Morphismen zwischen $r$-Zeilen exakt.
  Damit ist nach \ref{TK} das Summentotal
  $\op{tot}^\oplus_{p,r}(N^r\otimes_kF^{p,q})$ exakt f"ur alle $q$.
 Das partielle Summentotal $\op{tot}^\oplus_{p,r}(N^r\otimes_kF^{p,q})$
 des Tripelkomplexes ist
  also ein Doppelkomplex mit exakten $(p+r)$-Zeilen, dessen Spalten alias $q$-Zeilen
  verschwinden f"ur $q>0$. Damit ist sein Produktsummentotal exakt
  nach \ref{TK} und f"allt zusammen mit dem Summentotal. Dieses ist also auch
  exakt und ist ja gerade der Tensorkomplex.
  Wir folgern, da"s $L^\rhd \ra [0]C$ einen Quasiisomorphismus
  $$L^\rhd \otimes_k\op{tot}^\oplus(F^{p,q}) \qri C\otimes_k\op{tot}^\oplus(F^{p,q})  $$ induziert. Von der linken Seite wissen wir jedoch bereits nach \ref{TGgg},
  da"s sie auch das derivierte Tensorprodukt liefert. Das zeigt die Behauptung. 
\end{proof}
\begin{Bemerkungw}
 Wir erinnern den  Schmelzfunktor
 $\mathcal H: \op{Hot}(\op{Ab})\ra \op{sgAb}$ der totalen Homologie
 aus \eref{juzt}{TSK}.
 In \eref{dERab}{TSF}
 versehen wir $\op{Der}(\op{Ab})$ mit der Struktur  einer
 Schmelzkategorie mit interner triangulierter Struktur
 und zeigen in \eref{gHsf}{TSF}, da"s der Schmelzfunktor der Homologie 
 eindeutig "uber einen Schmelzfunktor
 $\mathcal H: \op{Der}(\op{Ab})\ra \op{sgAb}$ faktorisiert. 
 In \eref{dERk}{TSF} f"uhren wir das analog f"ur Moduln "uber einem Kring $k$
 aus und in \eref{KoLe}{TSF} f"ur Modulgarben "uber einer Kringgarbe. 
\end{Bemerkungw}



\begin{Proposition}
Gegeben  ein Ring $k$ gilt:\label{HGgg} 
\begin{enumerate}
\item
  Der Funktor 
$Q\circ \op{Hom}_k:\op{Hot}(k\op{-Mod})^{\op{opp}}\times 
\op{Hot}(k\op{-Mod})\ra \op{Der}(\op{Ab})$ 
besitzt einen Rechtsfaktorierten, den \emph{\bf derivierten Homomorphismenkomplex}
$$\op{RHom}_k:\op{Der}(k\op{-Mod})^{\op{opp}}\times 
\op{Der}(k\op{-Mod})\ra \op{Der}(\op{Ab})$$
\item
  Gegeben ein Komplex von $k$-Moduln $X\in \op{Hot}(k\op{-Mod})$ besitzt
  der Funktor
$Q\circ \op{Hom}_k(X,\;):\op{Hot}(k\op{-Mod})\ra \op{Der}(\op{Ab})$
ebenfalls einen Rechtsfaktorierten
${\op{R}}(\op{Hom}_k(X,\;)):\op{Der}(k\op{-Mod})\ra \op{Der}(\op{Ab})$
und der nat"urliche Morphismus vom kleineren  Kolimes zum gr"o"seren Kolimes ist
ein Isomorphismus $${\op{R}}(\op{Hom}_k(X,\;))( Y)\sira \op{RHom}_k(X,Y)$$
\item
   Gegeben ein Komplex von $k$-Moduln $Y\in \op{Hot}(k\op{-Mod})$ besitzt
  der Funktor
$Q\circ \op{Hom}_k(\;,Y):\op{Hot}(k\op{-Mod})^{\op{opp}}\ra \op{Der}(\op{Ab})$
ebenfalls einen  Rechtsfaktorierten
${\op{R}}(\op{Hom}_k(\;,Y)):\op{Der}(k\op{-Mod})^{\op{opp}}\ra \op{Der}(\op{Ab})$
und der nat"urliche Morphismus vom kleineren  Kolimes zum gr"o"seren Kolimes ist
ein Isomorphismus $${\op{R}}(\op{Hom}_k(\;,Y))( X)\sira \op{RHom}_k(X,Y)$$
\end{enumerate}
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}  Ich erinnere daran, da"s f"ur jeden Ring alle in der Richtung gegen die Differentiale beschr"ankten Komplexe aus injektiven Moduln quisrechtsentfaltet sind und alle  in  Richtung der Differentiale beschr"ankten  Komplexe aus projektiven Moduln quislinksentfaltet.
  Ich erinnere daran, da"s f"ur einen Ring endlicher
  homologischer Dimension nach \ref{UGTRn} alle Komplexe aus injektiven Moduln quisrechtsentfaltet sind und alle  Komplexe aus projektiven Moduln quislinksentfaltet. 
  Ich erinnere auch noch an die in \ref{DerRH} und \ref{Derev} f"ur jede
  abelsche
  Kategorie $\mathcal A$ hergeleiteten Isomorphismen
  $\mathcal H^0\op{RHom}_{\mathcal A}(X,Y)\sira \op{Der}_{\mathcal A}(X,Y)$. 
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}
    Jeder Komplex von Moduln besitzt nach 
    \ref{hprl} eine Quislinksentfaltung und nach
    \ref{hpri} eine Quisrechtsentfaltung und das zeigt  bereits
    die erste Aussage. F"ur Teil 2 gilt es zu zeigen, da"s $(X,Y)$ bereits
    quisquisrechtsentfaltet ist f"ur $(Q\circ \op{Hom}_k)$, wenn $Y$ quisrechtsentfaltet ist. Mit denselben Argumenten wie beim Tensorprodukt reicht
    es zu zeigen, da"s $\op{Hom}_k(E,Y)$ exakt ist f"ur $Y$ quis\-rechts\-ent\-fal\-tet
    und $E$ exakt. Das haben wir aber bereits beim Beweis
    von \ref{tothi} in gr"o"serer Allgemeinheit gesehen f"ur $Y$ das
    Produkttotal einer Cartan-Eilenberg-Aufl"osung durch Injektive und
    nach \ref{hpri} ist jeder quisrechtsentfaltete Komplex von $k$-Moduln homotopie"aquivalent zu so einem Produkttotal.
   F"ur Teil 3 gilt es zu zeigen, da"s $(X,Y)$ bereits
    quisquisrechtsentfaltet ist f"ur $(Q\circ \op{Hom}_k)$, wenn $X$ quislinksentfaltet ist.  Mit denselben Argumenten wie beim Tensorprodukt reicht
    es zu zeigen, da"s $\op{Hom}_k(X,E)$ exakt ist f"ur $X$ quislinksentfaltet und $E$ exakt. Das geht genau wie in Teil 2, aber diesmal schreiben wir es genauer aus. Nach \ref{hprl} und seinem Beweis
    d"urfen wir annehmen, da"s $X=\op{tot}^\oplus(P^{p,q})$ das Summentotal der Cartan-Eilenberg-Aufl"osung durch Projektive $(P^{p,q})_{q\leq 0}$
    eines beliebig vorgegebenen Komplexes ist.
    Mithin ist $\op{Hom}_k(X,E)$ das Produkttotal des Tripelkomplexes
    $\op{tot}^\pi\op{Hom}_k(P^{p,q},E^r)$.
    Da die  $P^{p,q}$ projektive
    Moduln sind, hat unser Tripelkomplex exakte $r$-Komplexe.
    Da die $p$-Komplexe  $P^{p,q}$ sogar maximal spaltende Komplexe
    projektiver
    Moduln sind, sind auch die Kerne der $p$-Differentiale zwischen den
    $r$-Komplexen exakt.
      Nach \ref{TK} ist also das partielle Produkttotal $\op{tot}^\pi_{p,r} (\op{Hom}_k(P^{p,q}, E^r))$
      exakt f"ur alle $q$. Dann ist aber wieder nach \ref{TK}
      auch $\op{tot}^\pi \big(\op{tot}^\pi_{p,r}(\op{Hom}_k(P^{p,q}, E^r))\big)$ exakt als Produktsummentotal eines Doppelkomplexes mit exakten Zeilen,
  mit dem das Produkttotal  wegen unserer Einschr"ankung $q\leq 0$
  "ubereinstimmt. 
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}\label{adJTH} 
F"ur jeden Ring $k$ 
 und $X\in\op{Der}(k\op{-Mod})$ ist ${\op{L}}(\otimes_k X):\op{Der}(k\op{-Mod})\ra \op{Der}(\op{Ab})$ linksadjungiert
 zu $\op{RHom}_\DZ(X,\;)$. Das folgt aus unseren allgemeinen Erkentnissen
 \ref{AdJD} zu Adjunktionen faktorierter Funktoren. F"ur jeden Kring $k$ 
 und $X\in\op{Der}(k\op{-Mod})$ ist analog ${\op{L}}(\otimes_k X):\op{Der}(k\op{-Mod})\ra \op{Der}(k\op{-Mod})$ linksadjungiert
 zu $\op{RHom}_k(X,\;)$.
\end{Bemerkungl}

\nichtfinal{Ist das folgende hier n"otig? Wo soll es hin? Bezug zu \eref{SPmk}{TG}?} 

\begin{Bemerkunge} Allgemeiner und
  formaler erkl"aren wir f"ur jede endliche Menge $I$ einen {\bf $I$-Multikomplex} als
  eine $\DZ^I$-graduierte abelsche Gruppe mit 
  Gruppenhomomorphismen $\partial_i=\partial_i^\alpha: A^\alpha\ra A^{\alpha+\op{e}_i}$ f"ur
  $i\in I$, $\alpha\in \DZ^I$ derart, da"s gilt $\partial_i\partial_j=\partial_j\partial_i\;\forall i,j$ und $\partial_i^2=0\;\forall i$.
  Oft arbeiten wir mit $I=\{1,2,\ldots,l\}$ und schreiben\label{SpMK} 
 $\alpha$ als Zeilenvektor  $\alpha=(\alpha_1,\alpha_2,\ldots,\alpha_l)$ 
  und lassen die Klammern beim oberen Index auch noch weg,
  also $A^\alpha=A^{\alpha_1,\alpha_2,\ldots,\alpha_l}$.
  Die Menge $I\pdef\{1,2,\ldots,l\}$ hat im Gegensatz zu einer
  beliebigen endlichen Menge $I$  eine ausgezeichnete Anordnung
  und es gilt im folgenden, deren implizite Verwendung zu vermeiden.
  Unseren Doppelkomplex verstehen wir als einen 
  $\{1,2\}$-Multikomplex.
\end{Bemerkunge}
\begin{Bemerkunge}
  Gegeben ein $I$-Multikomplex $A$ erkl"aren wir f"ur jede
  Anordnung $\omega$ von $I$  den zugeh"origen Totalkomplex
  $T=\op{Tot}_\omega(A)$ mit $$T^n=\bigoplus_{p+q+\ldots+r+s=n}A^{p,q,\ldots,r,s}$$
  und mit dem
  Differential $\partial_1 +(-1)^p\partial_2 +\ldots
  +(-1)^{p+q+\ldots+r}\partial_l$ im Fall $I=\{1,\ldots,l\}$
  mit der "ublichen Anordnung und analog im allgemeinen.
  Ist $\eta$ eine andere Anordnung auf $I$, so liefert
  die Multiplikation mit dem \glqq Signum der auf den ungeraden
  Eintr"agen induzierten Umordnung\grqq\ auf den Komponenten
  einen Isomorphismus
  $\op{Tot}_\omega(A)\sira \op{Tot}_\eta(A)$.\label{ReiDo} 
\end{Bemerkunge}

\begin{Bemerkungl}
  Gegeben ein $I$-Multikomplex $A$ betrachten wir allgemeiner f"ur jede Teilmenge  $J\subset I$\label{tMk} und jedes $\beta\in  \DZ^{I\backslash J}$ 
  den  {\bf $J$-Teilmultikomplex} mit Differentialen $\partial_i$ f"ur $i\in J$
  und zu $\beta$ fixierten Indizes f"ur $i\not\in J$. 
  Als Notation schlage ich $A^{p,q=5}$ vor f"ur den Zeilenkomplex in H"ohe $q=5$
  eines Doppelkomplexes $A^{p,q}$ und $A^{p=3,q}$ f"ur seinen Spaltenkomplex
  mit $p=3$. 
   Andererseits
  bilden f"ur festes $i\in I$ die Kerne und Bilder von $\partial_i$
  Untermultikomplexe und die Kokerne  und Bilder von $\partial_i$ Quotientenmultikomplexe unseres urspr"unglichen $I$-Multikomplexes
  und wir erhalten so $I$-Multikomplexe mit verschwindendem $\partial_i$.  
  Der senkrechte Kernkomplex ist
  in dieser Terminologie einer der $\{2\}$-Teilkomplexe
  des Doppelkomplexes $\op{ker}\partial_1$, genauer
  der Teilkomplex $(\op{ker}\partial_1)^{p=0,q}$. \nichtfinal{(Gute Notation? Mu"s sich noch bew"ahren! Bisher hatte ich nur $p$-Zeilen.)}
\end{Bemerkungl}
  
\subsubsection*{"Ubungen}








\begin{Ubung}[\textbf{Abstrakte K"unnethformel}]
  Gegeben Komplexe von abelschen Gruppen $C,D\in\op{Der}(\op{Ab})$ konstruiere man
  nat"urliche unnat"urlich spaltende kurze exakte Sequenzen\label{HTPKl}  
  $$\bigoplus_{p+q=n}\mathcal H^p C\otimes \mathcal H^q D
  \;\hra\; \mathcal H^n(C\otimes^{\op{L}} D)\;\sra\; \bigoplus_{p+q=n+1}\mathcal H^p C\ast \mathcal H^q D$$
  Hinweis: Man wiederhole die Definitionen und erinnere den
  Beweis den K"unneth\-formel \eref{kueF}{TS}.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Abstraktes universelles Koeffiziententheorem}]
  Gegeben $X\in \op{Der}(\op{Ab})$ und eine abelsche Gruppe $G$
  konstruiere man nat"urliche und unnat"urlich spaltende
  kurze exakte Sequenzen\label{AuKo} 
  $$ \op{Ext}(\mathcal H^{1}(X),G)\hra
  \mathcal H^{0}(X{\Rrightarrow}G[0])\sra \op{Hom}(\mathcal H^{0}(X),G)$$
  Hinweis: Man w"ahle eine injektive zwei-Schritt-Aufl"osung von
  $G$, betrachte diese kurze exakte Sequenz als ausgezeichnetes Dreieck,
  wende $X{\Rrightarrow}$ an, und bilde die lange exakte Homologiesequenz.
Nach \ref{DKHa} wissen wir zus"atzlich, da"s jedes Objekt $X\in\op{Der}(\op{Ab})$
unkanonisch isomorph ist zu seiner totalen Kohomologie.
\end{Ubung}




\subsection{Produkte und Koprodukte in derivierten Kategorien}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Produkte und Koprodukte in Homotopiekategorien}] 
  Ich erinnere an "Ubung \eref{pinHO}{TG}.
  Seien $\mathcal A$ eine  Kategorie mit additiver Struktur und
  $(C_i)_{i\in I}$ eine Familie von Komplexen $(C_i^q,d)$ aus
  $\op{Ket}_{\mathcal A}$. Existiert f"ur jedes $q$
  das Produkt $\prod_{i\in I} C_i^q$ in $\mathcal A$,
  so ist der aus diesen Produkten gebildete Komplex
  nicht nur in $\op{Ket}_{\mathcal A}$, sondern auch in\label{pinHOc} 
  $\op{Hot}_{\mathcal A}$ das Produkt der $C_i$. Analoges gilt f"ur Koprodukte,
  entweder mit einem analogen Beweis oder
  formal durch "Ubergang zur opponierten Kategorie.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}[\textbf{Limites und Kolimites in Homotopiekategorien}]
  F"ur Limites und Kolimites sind mir die zu \ref{pinHOc}
  analogen Aussagen nicht klar. Das
  Problem liegt darin, da"s zwar das Bilden von Produkten
  abelscher Gruppen exakt ist, das Bilden von 
  Limites abelscher Gruppen jedoch im allgemeinen nicht mehr. 
\end{Bemerkunge}
\begin{Proposition}[\textbf{Produkte und Koprodukte
      in derivierten Kategorien}] 
    Sei $\mathcal A$ eine abelsche Kategorie.\label{PderKc} 
    \begin{enumerate}
    \item Ist $(C_i)_{i\in I}$ eine Familie quisrechtsentfalteter
      Komplexe aus $\op{Ket}_{\mathcal A}$ und existiert jeweils das
      Produkt der $C_i^q$ in $\mathcal A$, so liefert der Komplex der gliedweisen Produkte 
      ein Produkt der $C_i$ in $\op{Ket}_{\mathcal A},\op{Hot}_{\mathcal A}$ und
      $\op{Der}_{\mathcal A}$;
    \item
      Besitzt jedes Objekt von $\op{Hot}_{\mathcal A}$ eine Quisrechtsentfaltung
      und ist $(D_i)_{i\in I}$ eine Familie von Komplexen
      aus $\op{Ket}_{\mathcal A}$ und existiert jeweils das
      Koprodukt der $D_i^q$ in $\mathcal A$, so  liefert der Komplex der
      gliedweisen Koprodukte
      ein Koprodukt der $D_i$ in $\op{Ket}_{\mathcal A},\op{Hot}_{\mathcal A}$ und
      $\op{Der}_{\mathcal A}$;
    \item Weitere  Aussagen derselben Art erhalten wir
      durch das Anwenden obiger Aussagen auf $\mathcal A^{\op{opp}}$. 
    \end{enumerate}
  \end{Proposition}
\begin{Bemerkunge}[\textbf{Limites und Kolimites in derivierten Kategorien}]
  Die Frage allgemeinerer Limites und Kolimites in
    derivierten Kategorien behandeln wir hier nicht weiter. Die im
    gleich folgenden Beweis gegebene Argumentation 
    direkt zu verallgemeinern scheitert daran, da"s \ref{pinHOc} nicht
    in der n"otigen  Allgemeinheit gezeigt wurde.
  \end{Bemerkunge}

  
 \begin{proof} 1. Wir wissen bereits aus \ref{pinHOc}, da"s der Komplex
   der gliedweisen Produkte ein Produkt in der Homotopiekategorie $\op{Hot}_{\mathcal A}$ ist.  
    Nach \ref{LireE} ist weiter jeder Limes in $\op{Hot}_{\mathcal A}$ von  quisrechtsentfalteten Komplexen\index{Produkt!in derivierter Kategorie} 
    wieder quisrechtsentfaltet. Damit folgt die Behauptung aus unseren
    allgemeinen Erkenntnissen \ref{vtKLl} "uber Limites rechtsentfalteter
    Objekte in Lokalisierungen.
    \\[2mm]\noindent 2.
     Wir wissen bereits aus \ref{pinHOc}, da"s der Komplex der gliedweisen Koprodukte
     ein Koprodukt in der Homotopiekategorie $\op{Hot}_{\mathcal A}$ ist.
     Unter unseren Annahmen besitzt weiter der Lokalisierungsfunktor
     $\op{Hot}_{\mathcal A}\ra \op{Der}_{\mathcal A}$ einen Rechtsadjungierten
     und vertauscht folglich mit Kolimites und insbesondere mit Koprodukten.
 \end{proof}
 \begin{Bemerkungl}
    Ist $\mathcal A$ eine abelsche Kategorie und besitzt jedes Objekt von $\op{Hot}_{\mathcal A}$ eine Quisrechtsentfaltung und hat $\mathcal A$ alle
    $I$-Produkte und alle $I$-Koprodukte, so gilt dasselbe f"ur $\op{Der}_\mathcal A$. Das alles folgt leicht aus unserer Proposition  \ref{PderKc}. 
 \end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Spezielle Produkte in derivierten Kategorien}] 
  Ist $\mathcal A$ eine abelsche Kategorie mit genug Injektiven
  und sind $\mathcal F_n\in \op{Hot}^{\geq n}(\mathcal A)$ gegeben f"ur
  $n\geq 0$, so ist das gliedweise Produkt der $\mathcal F_n$
  auch das Produkt in der derivierten Kategorie. In der Tat
  finden wir Quasiisomorphismen $\mathcal F_n\qri \mathcal I_n$
  mit $\mathcal I_n\in \op{Hot}^{\geq n}({\op{i}}\mathcal A)$ und diese
  sind Quisrechtsentfaltungen und diese Quasiisomorphismen induzieren
einen  Quasiisomorphismus vom gliedweisen Produkt der $\mathcal F_n$ in das
  gliedweise Produkt der $\mathcal I_n$, das seinerseits nach \ref{PderKc}
  ein Produkt in $\op{Der}(\mathcal A)$ ist. Die Besonderheit dieser Situation liegt darin, da"s in diesem speziellen Fall \glqq bei der Konstruktion
  der gliedweisen Produkte nur endliche Produkte in $\mathcal A$ zu betrachten sind\grqq. So kann man in dieser speziellen Situation
  Fragen der Exaktheit unendlicher Produkte aus dem Weg gehen.\label{PderKi} 
 \end{Bemerkungl}
 \begin{Bemerkungl}[\textbf{Produkte und Koprodukte derivierter Moduln}]
  Gegeben seien ein Ring $A$ und ein Universum $\mathfrak U$. Existieren
    f"ur eine Menge $I$ alle $I$-Koprodukte in der Kategorie der
    $A$-Moduln $\mathfrak U\!\op{Mod}_A$, so existieren auch alle $I$-Koprodukte
    in den Kategorien $\mathfrak U\!\op{Ket}(\op{Mod}_A)$, $\mathfrak U\!\op{Hot}(\op{Mod}_A)$, 
    $\mathfrak U\!\op{Der}(\op{Mod}_A)$ und stimmen "uberein mit den offensichtlichen
    gliedweisen Koprodukten.
   Das folgt mit dem zweiten Teil unserer Proposition \ref{PderKc} aus der Existenz
   von Quisrechtsentfaltungen \ref{hpri} beliebiger Homotopiekomplexe
   in  unserer abelschen Kategorie. 
  Dasselbe gilt
  f"ur Produkte und folgt mit dem zweiten Teil
  und dritten unserer Proposition \ref{PderKc} aus der Existenz
    von  Quislinksentfaltungen
    \ref{hprl} 
     beliebiger Homotopiekomplexe
    in  unserer abelschen Kategorie.\label{PrDeM}  
  \end{Bemerkungl}



\subsection{Universelle derivierte Funktoren*}
\label{tDF}

\begin{Definition}\label{iAr}
Seien $Q:\mathcal{A} \ra \mathcal{B}$  und 
$F : \mathcal{A} \ra \mathcal{C}$ Funktoren. Unter einer
 {\bf Rechtsapproximation 
an $F$ durch $Q$}\index{Rechtsapproximation} 
verstehen wir ein Paar $(G,\sigma)$
bestehend aus einem Funktor $G: \mathcal{B} 
\ra \mathcal{C}$
nebst einer  Transformation $\sigma : F \Rightarrow G Q$, 
im Diagramm 
\begin{displaymath}
\xymatrix{
\mathcal{A} \ar[rr]^{F} \ar[dr]_{Q}
&\ar@2{->}[d]_{\sigma}  &\mathcal{C}\\
  & \mathcal{B} \ar[ur]_{G}&
}
\end{displaymath}
Unter einer \defnoind{initialen Rechtsapproximation} 
verstehen wir eine Rechtsapproximation
$(\bar{F} ,\tau)$ derart, da"s f"ur alle 
Funktoren $G : \mathcal{B}
\ra \mathcal{C}$ die Abbildung 
$\alpha \mapsto (\alpha Q) \circ \tau$ eine
Bijektion 
\begin{displaymath}
\mathcal C^{\mathcal B} (\bar{F}, G) \sira 
\mathcal C^{\mathcal A} (F, 
G Q)
\end{displaymath}
zwischen den entsprechenden R"aumen von  Transformationen 
induziert. Eine ini\-tiale Rechtsapproximation hei"st auch eine
{\bf Rechts-Kan-Erweiterung}\index{Kan-Erweiterung}
nach dem Mathematiker Daniel Kan.
\end{Definition}
\begin{Beispiel}
  Ist $Q$ \hyperref[EGLoN]{volldicht}, 
so  ist jedes $(\bar{F} ,\tau)$ mit
$\tau$ einer Isotransformation $\tau:F\siRa \bar F Q$ 
 eine initiale Rechtsapproximation.\label{TDER} 
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Eindeutigkeit initialer Rechtsapproximationen}]
Verstehen wir die Gesamtheit aller Rechtsapproximationen an $F$ durch
$Q$ in geeigneter\label{AdRDr} 
Weise als eine Kategorie, so ist eine initiale Rechtsapproximation 
ein initiales Objekt dieser Kategorie.
So weit will ich jedoch nicht gehen, da es mir auch 
so schon klar scheint, da"s eine initiale Rechtsapproximation
 eindeutig ist bis auf eindeutigen Isomorphismus, falls sie denn existiert.
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}[\textbf{Initiale Rechtsapproximation durch Rechtsadjungierte}]
Gegeben Funktoren $Q:\mathcal{A} \ra \mathcal{B}$  und 
$F : \mathcal{A} \ra \mathcal{C}$
   mag man die Definition einer
 Rechtsapproximation an $F$ durch $Q$  umformulieren als
die Aussage, da"s ein partieller Linksadjungierter des 
durch Vorschalten von $Q$ erkl"arten 
Funktors $$(\circ Q): \mathcal C^{\mathcal B} \ra 
\mathcal C^{\mathcal A}$$ bei $F$ existiert und
dort den Wert $\bar F$ annimmt.  
Besitzt nun $Q$ selber einen Rechtsadjungierten $R$, so bilden 
nach \eref{adjFK}{TF} auch die auf den Funktorkategorien induzierten Funktoren 
ein adjungiertes Paar  $((\circ R),(\circ Q))$ und "uberhaupt jeder
Funktor $F$ besitzt eine initiale
 Rechtsapproximation durch $Q$, n"amlich den Funktor $FR$.
\end{Beispiel}

\begin{Bemerkungl}
 Die entsprechenden Konzepte nach "Ubergang zu den opponierten Kategorien 
hei"sen {\bf Linksapproximation}\index{Linksapproximation}  
und {\bf finale Linksapproximation}\index{Linksapproximation!finale}
 alias {\bf Links-Kan-Erweiterung}.\index{Kan-Erweiterung}
\end{Bemerkungl}













\begin{Bemerkungl}[\textbf{Approximationen bei Lokalisierungen}]\label{iArt}
Seien  $\mathcal{A}$ eine Kategorie, $S$ eine Menge von Morphismen
von $\mathcal A$ und 
$F : \mathcal{A} \ra \mathcal{C}$ ein Funktor. 
Eine
initiale  Rechtsapproximation $(\bar F,\tau)$ 
an den Funktor $F$ durch den Lokalisierungsfunktor 
$Q:\mathcal{A}\ra \mathcal{A}_S$
%nennen wir einen  {\bf universellen Rechtsderivierter} oder kurz
%{\bf Rechtsderivierter von $F$}.\index{Rechtsderivierter!universeller} 
notieren wir\index{R@${_{\op{a}}\hspace{-4pt}\op{R}}F$ initiale Rechtsapproximation}
$\bar F={_{\op{a}}\hspace{-4pt}\op{R}}F$ und eine
 finale Linksapproximation ${_{\op{a}}\!\!\op{L}}F$.
\index{Linksapproximation!finale}
\index{L@${_{\op{a}}\hspace{-4pt}\op{L}}F$ finale Linksapproximation}
In der Literatur hei"sen vielfach diese Approximationen oder vielmehr
gewisse Spezialisierungen
zu Situationen im Zusammenhang mit triangulierten oder noch spezieller
derivierten Kategorien die 
\glqq derivierten Funktoren\grqq. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
  Fakorisiert $F$ bereits selbst durch die Lokalisierung, 
gibt es also ein Paar $(\bar F,\tau)$ mit $\tau$ einer
Isotransformation, so ist  nach
 \ref{TDER} sowohl dies Paar eine initiale Rechtsapproximation
als auch das Paar $(\bar F,\tau^{-1})$ ein finale Linksapproximation.
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}
  Seien  $\mathcal{A}$ eine Kategorie, $S$ ein Rechtsoresystem von Morphismen
von $\mathcal A$ und 
$F : \mathcal{A} \ra \mathcal{C}$ ein Funktor. Landet der
Indrechtsfaktorierte von $F$ aus \ref{urdv} in der vollen Unterkategorie der
essentiell konstanten Indobjekte, so liefert er
unter Nachschalten eines Quasiinversen der "Aquivalenz von
$\mathcal{C}$ und der Kategorie seiner essentiell konstanten Indobjekte
auch eine initiale Rechtsapproximation von $F$. Analoges gilt mit Links.
\end{Bemerkungl}


\begin{Lemma}[\textbf{Initiale Rechtsapproximation eines Yoneda-Funktors}] 
 Seien $\mathcal A$ eine Kategorie, $S$ 
eine Menge von Morphismen in $\mathcal A$ und $Q : \mathcal A\rightarrow
\mathcal A_{S}$ der Lokalisierungsfunktor. Sei $\mathfrak U$ ein
 Mengensystem derart, da"s $\mathcal A$ und $\mathcal A_S$ beide
\hyperref[KatKa]{$\mathfrak U_\in\uvec$-Kategorien} sind. 
F"ur  $X \in \mathcal A$ ist dann 
der Yoneda-Funktor $\check{X}_S \pdef \mathcal A_S (X,\;)$ mit
der offensichtlichen Transformation\label{TDYo}  
$\tau:\mathcal A (X, \;) \Rightarrow \mathcal A_S (X, \;)$ die
initiale Rechtsapproximation des Yoneda-Funktors
$\check{X} := \mathcal A (X, \;) : 
\mathcal A \rightarrow \mathfrak U{ \op{Ens}}$,
im Diagramm 
\begin{displaymath}
\xymatrix{
\mathcal{A} \ar[rr]^{\check X} \ar[dr]_{Q}
&\ar@2{->}[d]_{\tau}  &\mathfrak{U}{\op{Ens}}\\
  & \mathcal{A}_S \ar[ur]_{\check X_S}&
}
\end{displaymath}
\end{Lemma}
\begin{proof}
 Gegeben ein Funktor 
$G : \mathcal A_S \rightarrow \mathfrak U {\op{Ens}}$ und eine Transformation
$\alpha : \check{X} \Rightarrow GQ$  
konstruieren eine Transformation 
$\alpha_S : \check X_S \Rightarrow G$ wie folgt:
Morphismen in $\mathcal A_S$ sind ja nach \ref{EAdLl} 
"Aquivalenzklassen von Wegen in der Wegekategorie des K"ochers.
So ein Weg ist eine Folge 
\begin{equation*}
 X = Z_0 \leftrightarrow Z_1 \leftrightarrow \ldots \leftrightarrow Z_n = Y
\end{equation*}
mit jedem Doppelpfeil entweder einem 
Morphismus $Z_{i-1} \rightarrow Z_i$ oder einem Morphismus
$Z_i \rightarrow Z_{i-1}$ aus $S$.
Unserer Transformation $\alpha$ f"uhrt dann zu kommutativen Diagrammen
\begin{displaymath}
\xymatrix{
\mathcal A (X,Z_0)\ar[d] \ar@{<->}[r] & 
\mathcal A(X,Z_1) \ar[d] \ar@{<->}[r]&
\ldots \ar@{<->}[r] & \mathcal A(X,Z_n)\ar[d]
\\
 G(Z_0) \ar@{<->}[r]& 
G(Z_1) \ar@{<->}[r] & \ldots \ar@{<->}[r] & G(Z_n) 
}
\end{displaymath}
Da $GQ$ Morphismen aus $S$ zu Isomorphismen macht, 
sind in der unteren Horizontale alle 
Morphismen von rechts nach links Bijektionen.
Jeder Weg liefert so eine Abbildung 
$G (X) \rightarrow G (Y)$. Man pr"uft leicht,
da"s "aquivalente Wege dieselbe Abbildung liefern, 
so da"s unser $\alpha$ uns wohlbestimmte
Abbildungen
\begin{equation*}
 \mathcal A_S (X,Y) \rightarrow \op{Ens} (G (X), G(Y))
\end{equation*}
liefert, die bei festem $X$ sogar eine 
Transformation der entsprechenden 
Funktoren $\mathcal A_S \rightarrow \op{Ens}$ bilden.
Betrachten wir schlie"slich in $G(X)$ das Element $\alpha (\op{id}_X)$,
so liefert das Anwenden auf dies 
Element f"ur unser festes $X$ 
nat"urliche Abbildungen $\op{Ens}( G(X), G(Y)) \rightarrow G(Y)$
und wir erhalten insgesamt eine 
Transformation $\alpha_S : \check X_S \Rightarrow G$.
Man pr"uft leicht,  da"s die Abbildung $\alpha\mapsto \alpha_S$
invers ist zur Abbildung
$$\op{Cat}(\mathcal A_S,\mathfrak U {\op{Ens}})(\check X_S,G)
\ra\op{Cat}(\mathcal A,\mathfrak U {\op{Ens}})(\check X,GQ)$$
gegeben durch die Abbildungsvorschrift $\beta\mapsto (\beta Q)\circ \tau$.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
 Sei $\mathfrak U$ ein Mengensystem. 
F"ur jede  \hyperref[KatKa]{$\mathfrak U_\in\uvec$-Kategorie}  $\mathcal A$
betrachten wir den {\bf Morphismenfunktor}\index{Morphismenfunktor} 
gegeben durch $\op{Mor}_{\cal A}: (X,Y)\mapsto
  \mathcal A(X,Y)$. Das ist also ein Funktor 
$$\op{Mor}_{\cal A}:\mathcal A^{\op{opp}}\times \mathcal A \ra\mathfrak{U}{\op{Ens}}$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Lemma}[\textbf{Initiale Rechtsapproximation des Morphismenfunktors}] 
 Seien $\mathcal A$ eine Kategorie und $S$ eine 
Menge von Morphismen in $\mathcal A$. Sei $\mathfrak U$ ein
 Mengensystem derart, da"s $\mathcal A$ und $\mathcal A_S$ beide
\hyperref[KatKa]{$\mathfrak U_\in\uvec$-Kategorien} sind. 
%im Sinne von \eref{KatKa}{LA2}. 
So besitzt der 
Morphismenfunktor 
$\op{Mor}_{\cal A}: (X,Y)\mapsto \mathcal A(X,Y)$
als initiale Rechtsapproximation den  
Morphismenfunktor\label{TDMm}  
$\op{Mor}_{\cal A_S}:(X,Y)\mapsto \mathcal A_S(X,Y)$  mit
der offensichtlichen Transformation, 
im Diagramm 
\begin{displaymath}
\xymatrix{
\mathcal A^{\op{opp}}\times \mathcal A \ar[rr]^{\op{Mor}_{\cal A}} \ar[dr]_{Q}
&\ar@2{->}[d]_{\tau}  &\mathfrak{U}{\op{Ens}}\\
  & \mathcal{A}_S^{\op{opp}}\times\mathcal{A}_S \ar[ur]_{\op{Mor}_{\cal A_S}}&
}
\end{displaymath}
\end{Lemma}

\begin{proof}
  Gegeben ein Funktor $G:\mathcal{A}_S^{\op{opp}}\times\mathcal{A}_S 
\ra \mathfrak{U}{\op{Ens}}$ und eine Transformation $\alpha:\op{Mor}_{\cal A}\RA GQ$
konstruieren wir wie beim Beweis von \ref{TDYo}
eine Transformation $\alpha_S:\op{Mor}_{\cal A_S}\RA G$ und zeigen, da"s
sie invers ist zur  zur Abbildung
$$\op{Cat}(\mathcal{A}_S^{\op{opp}}\times\mathcal A_S,\mathfrak U {\op{Ens}})(\op{Mor}_{\cal A_S},G)
\ra\op{Cat}(\mathcal{A}^{\op{opp}}\times\mathcal A,\mathfrak U {\op{Ens}})(\op{Mor}_{\cal A},GQ)$$
gegeben durch die Abbildungsvorschrift $\beta\mapsto (\beta Q)\circ \tau$.
\end{proof}


\begin{Beispiel} 
Sei $\mathcal A$ eine  abelsche Kategorie.
Wir wenden die vorhergehenden "Uberlegungen an 
auf  den Morphismenfunktor der Homotopiekategorie
$$
\begin{array}{cccc}
 \op{Mor}_{\op{Hot}}:&\op{Hot}_{\mathcal A}^{\op{opp}} \times \op{Hot}_{\mathcal A} 
&\rightarrow & \op{Ab}
\\&(A,D) &\mapsto& \op{Hot}_{\mathcal A} (A,D)
\end{array}
$$
und die Lokalisierung nach Quasiisomorphismen
in unseren Homotopiekategorien. Die initiale Rechtsapproximation
unseres Morphismenfunktors
 ist mithin nach \ref{TDMm}, genauer 
einer offensichtlichen Variante f"ur Kategorien mit additiver Struktur,
der Morphismenfunktor der derivierten Kategorie $\op{Der}_{\mathcal A}$,
in Formeln 
$${_{\op{a}}\!\!\op{R}}\op{Mor}_{\op{Hot}}=\op{Mor}_{\op{Der}}
:\op{Der}_{\mathcal A}^{\op{opp}} \times \op{Der}_{\mathcal A} 
\rightarrow \op{Ab}$$ 
\end{Beispiel}




\begin{Bemerkungl}[\textbf{Komposition  von initialen Rechtsapproximationen}]
  In diesem Abschnitt k"urzen wir ${_{\op{a}}\!\!\op{R}}$ zu $\op{R}$ ab.
  Seien $(\mathcal A,S)$ und $(\mathcal B,T)$ Kategorien
mit Mengen von Morphismen und bezeichne\label{KRFkk}  
$Q:\mathcal B\ra \mathcal B_T$ die Lokalisierung.
Seien $F:\mathcal A\ra \mathcal B$ und $G:\mathcal B\ra\mathcal D$ 
Funktoren. 
Wir nehmen an, da"s $GF$ eine initiale Rechtsapproximation
${\op{R}}(GF): \mathcal A_S\ra  \mathcal D$
besitzt, da"s $QF$ eine initiale Rechtsapproximation
${\op{R}}(QF): \mathcal A_S\ra  
\mathcal B_T $
besitzt, und da"s $G$ eine initiale Rechtsapproximation
${\op{R}}G: \mathcal B_T\ra  \mathcal D$
besitzt.
Die universelle Eigenschaft zeigt dann, da"s es 
f"ur diese  initialen Rechtsapproximationen genau eine Transformation
\begin{equation*}
{\op{R}}(G \circ F) \Rightarrow {\op{R}}G \circ {\op{R}}(QF)
\end{equation*}
gibt derart, da"s unter dem Vorschalten der 
 Lokalisierung
$
 P : \mathcal A \rightarrow \mathcal A_S
$
ein kommutatives Diagramm
\begin{displaymath}
 \xymatrix{
G \circ F \ar@{=>}[r]\ar@{=}[d] & {\op{R}} (G \circ F) \circ P\ar@{=>}[d]\\
G \circ F \ar@{=>}[r] & {\op{R}}G \circ {\op{R}} (Q F) \circ P
}
\end{displaymath}
entsteht mit einer unteren Horizontale, deren Definition der
 Leser aus dem folgenden Diagramm ablesen mag.
\begin{displaymath}
 \xymatrix{
\mathcal A   \ar[r]^P \ar[d]_F& \mathcal A_S\ar[d]^-{{\op{R}} (QF)}\ar@/^1,6cm/[dd]^{{\op{R}} (G\circ F)}\\
\mathcal B \ar@{=>}[ur] \ar[r]^-Q\ar[d]_G & \mathcal B_T \ar[d]^-{{\op{R}}G}\\
\mathcal D\ar@{=>}[ur] \ar@{=}[r] & \mathcal D
}
\end{displaymath}
Der gekr"ummte Pfeil in diesem Diagramm ist 
formal betrachtet irrelevant.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Konstruktion von initialen Rechtsapproximationen}] 
Seien  $\mathcal{A}$ eine Kategorie, $S$ eine Menge von Morphismen
von $\mathcal A$ und 
$F : \mathcal{A} \ra \mathcal{C}$ ein Funktor.
Manchmal erh"alt man  eine initiale Rechtsapproximation wie folgt:
Man sucht ein Paar $(E,\tau)$ bestehend aus einem Funktor
$E:\mathcal A\ra \mathcal A$ nebst einer Transformation
$\tau:\op{Id}\RA E$ mit folgenden Eigenschaften:
\begin{enumerate}
\item F"ur alle $X\in\mathcal A$ ist $Q\tau_X$ ein Isomorphismus
$Q\tau_X:QX\sira QEX$;
\item
Jeder Morphismus $s:X\ra Y$ in $S$ liefert unter $FE$ einen Isomorphismus 
$FEs:FEX\sira FEY$. 
\end{enumerate}
So  ein Paar $(E,\tau)$
hei"st eine  
{\bf an $F$ angepa"ste Ersetzung}.\index{Ersetzung}
Es gibt daf"ur nach der universellen Eigenschaft der Lokalisierung 
genau einen Funktor
$\bar F:\mathcal{A}_S\ra \mathcal C$  
mit $\bar F Q=FE$. Ich behaupte, da"s dieser Funktor 
$\bar F$ zusammen mit
der durch $\tau$ induzierten Transformation $F\RA FE=\bar F Q$
eine initiale Rechtsapproximation an $F$ durch $Q$ ist.
Wir verwenden im folgenden die exponentielle Schreibweise
$\op{Cat}(\mathcal A,\mathcal C)=\mathcal C^{\mathcal A}$ f"ur Funktorkategorien. 
Nun erhalten wir f"ur jeden Funktor 
$G:\mathcal{A}_S\ra \mathcal C$ Abbildungen 
$$\mathcal C^{\mathcal{A}_S}(\bar F,G)\ra 
\mathcal C^{\mathcal{A}}(\bar FQ,GQ)=\mathcal C^{\mathcal{A}}( FE,GQ)
\ra \mathcal C^{\mathcal{A}}( F,GQ)$$
Die erste ist eine Bijektion nach unserer Erkenntnis \ref{VoTrz},
da"s jeder Lokalisierungsfunktor volldicht ist.
 Wir m"ussen also
nur noch zeigen, da"s auch die letzte  eine Bijektion ist.
Das aber folgt daraus, da"s jede Transformation $\eta:F\RA GQ$
ein kommutatives Diagramm
\begin{displaymath}
 \xymatrix{
FX \ar[d]_{\eta_X}\ar[r]^{F\tau_X} & FEX \ar[d]^{\eta_{EX}}\\
GQX \ar[r]^{GQ\tau_X}_{\sim} & GQEX
}
\end{displaymath}
liefert, in dem die untere Horizontale nach unseren Annahmen, 
wie im Diagramm bereits angedeutet, ein Isomorphismus ist.
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}[\textbf{Finale Linksapproximation des Kokern-Funktors}]
 In diesem Abschnitt k"urzen wir ${_{\op{a}}\!\!\op{L}}$ zu $\op{L}$ ab. Sei $\mathcal A$ eine abelsche Kategorie. 
Bezeichne $\mathcal A^{\rightarrow}$ die Kategorie
aller Darstellungen des K"ochers 
$\rightarrow$ mit zwei Ecken und einem sie verbindenden Pfeil in $\mathcal A$.
Wir bestimmen die finale 
Linksapproximation des Funktors 
$\op{cok} : \mathcal A^{\rightarrow} \rightarrow \mathcal A$
oder genauer des induzierten Funktors 
$\op{cok} : \op{Ket} (\mathcal A^\rightarrow) \rightarrow \op{Der} (\mathcal A)$.
Hier ist implizit zu verstehen, 
da"s wir an Quasiisomorphismen lokalisieren wollen, 
der Derivierte wird also die Gestalt
\begin{equation*}
 {\op{L}} \op{cok} : \op{Der} (\mathcal A^\rightarrow) 
\rightarrow \op{Der} (\mathcal A)
\end{equation*}
haben. Nun finden wir von jedem Objekt 
$\alpha : X \rightarrow Y$ aus $\op{Ket} (\mathcal A^\rightarrow)$ einen
Quasiisomorphismus zu einem Objekt 
$\alpha^\prime : X^\prime \rightarrow Y^\prime$ mit $\alpha^\prime$ injektiv.
Betrachten wir in der Tat den Simplex $\Delta_1$ 
mit zwei Ecken und die Einbettungen $k_0, k_1 : \Delta_0 \rightarrow
\Delta_1$ der beiden Ecken alias die Kantenabbildungen aus
\eref{Kabb}{TS}, indiziert durch die jeweils nicht erwischte Ecke,
so erhalten wir auf den 
zugeh"origen Simplizialketten Homotopie"aquivalenzen
\begin{equation*}
 {\op{S}} \Delta_0 \stackrel{k_0}{\rightarrow}
 {\op{S}} \Delta_1 \stackrel{k_1}{\leftarrow} {\op{S}} \Delta_0
\end{equation*}
Ausgeschrieben sind diese Homotopie"aquivalenzen die Morphismen
\begin{displaymath}
 \xymatrix{
\mathbb Z \ar^-{ 0\choose 1}[rr] & &\mathbb Z^2 &
 &\ar [ll]_-{1\choose 0} \mathbb Z\\
\\
0\ar[uu] \ar[rr] & &\mathbb Z \ar_{ 1 \choose -1 }[uu] & &\ar[ll] 0 \ar[uu]
}
\end{displaymath}
von senkrecht zu lesenden Komplexen, bei denen alle nicht ausgeschriebenen 
Gruppen verschwinden und die obere Horizontale in 
Grad Null sitzt und wir mit oberen Indizes 
indizieren, so da"s die untere Horizontale im Grad
$(-1)$ sitzt. Andererseits betrachten wir  den von der konstanten 
Abbildung auf den Simplizialketten induzierten Morphismus
${\op{S}} \Delta_1\stackrel{a_0}{\rightarrow}
 {\op{S}} \Delta_0$. 
Nun bilden wir durch sukzessive Pushouts in 
$\op{Ket} (\mathcal A)$ das Diagramm
\begin{displaymath}
 \xymatrix{
& X \ar[d]_{k_{1}}\ar[rr]^-\alpha & &Y\ar[d]^\iota\\
X\ar[r]^-{k_0} & {\op{S}} \Delta_1 \otimes_{\mathbb Z} X \ar[d]_{a_{0}}\ar[rr]^-c &
&\op{Zyl} (\alpha)\ar[d]^-p\\
&X \ar[rr]^-\alpha && Y
}
\end{displaymath}
Sicher gilt $p \iota = \op{id}_Y$. Der erste Pushout hei"st der 
\defind{Zylinder} von $\alpha$, da er in der
analogen topologischen Situation tats"achlich durch Aufkleben 
des Zylinders $\Delta_1 \times X
$ auf die Bodenplatte $Y$ vermittels der Abbildung $\alpha$ entst"unde.
In der topologischen Situation ist auch anschaulich klar, 
da"s $p$ und $\iota$ zueinander homotopieinvers sind.
In der algebraischen Situation pr"ufen wir das explizit.
Wir schreiben dazu den Zylinder aus als $\op{Zyl} (\alpha) = Y \oplus X \oplus 
[1]X $ mit Differential
\begin{displaymath}
\begin{array}{ccc}
  d& = & \begin{pmatrix}
           d_Y & 0 & \alpha\\
0 & d_X & -\op{id} \\
0 & 0 & -d_X \end{pmatrix}
\end{array}
\end{displaymath}
Dann ist $\iota$ schlicht die Einbettung von $Y$ 
als erster Summand, also die Spaltenmatrix
$\iota=(\op{id}, 0,0)^\top$. Dahingegen ist $p$ 
die Zeilenmatrix $p=(\op{id}_Y, \alpha, 0)$. % Die Komposition
% wird folglich beschrieben durch die Matrix
% \begin{displaymath}
% \begin{array}{ccc}
% \iota p& = & \begin{pmatrix}
%            \op{id}_Y& \alpha & 0\\
% 0 & 0 & 0 \\
% 0 & 0 & 0\end{pmatrix}
% \end{array}
% \end{displaymath}
Es gilt nun, die Differenz $$\iota p -\op{id} = 
\begin{pmatrix} 0 & \alpha & 0\\ 0 & -\op{id}_X &0\\
0&0&-\op{id}_{[1]X} \end{pmatrix}$$
in der Form $d \delta + \delta d$ zu schreiben. 
Um das zu leisten, betrachten wir zun"achst die Komposition
$
 {\op{S}} \Delta_1 \overset{a_0}{\rightarrow} {\op{S}} \Delta_0 
\overset{k_1}{\rightarrow} {\op{S}} \Delta_1
$
alias
\begin{displaymath}
 \xymatrix{
\mathbb{Z}^2 \ar[rr]^-{1\;1\choose 0\;0} &&\mathbb{Z}^2\\
\\
\mathbb{Z}\ar[uu]_-{ 1\choose -1} \ar[rr]^-0 &
& \mathbb{Z}\ar[uu]_-{ 1\choose -1}
}
\end{displaymath}
Hier notieren wir wieder  senkrecht gedachte und nur zum Teil ausgeschriebene
 Komplexe.
In diesem Fall sollten wir ja eine Homotopie zur 
Identit"at erhalten durch den Prismenoperator
$\delta : \mathbb Z^2 \rightarrow \mathbb Z$ gegeben 
durch die Zeilenmatrix $(0,1)$. In der Tat 
pr"uft man m"uhelos die Identit"aten 
% \begin{displaymath}
% \begin{array}{ccccc}
%  {1 \choose -1 }(0,1) & =& { 0 \;\;\; 1\choose 0 
%\;-{1}} &= &{ 1 \;1\choose 0\;0 }
% -{ 1 \;0\choose 0\;1 }\\
% (0,1) { 1\choose -1} & = & (-1)& = & (0)-(1)
% \end{array}
% \end{displaymath}
\begin{displaymath}
 {1 \choose -1 }(0,1)  = { 0 \;\;\; 1\choose 0 \;{-1}} ={ 1 \;1\choose 0\;0 }
-{ 1 \;0\choose 0\;1 }\text{ und }
(0,1) { 1\choose -1}  =  (-1) =  (0)-(1).
\end{displaymath}
Das Tensorieren dieser Homotopie mit der Identit"at auf $X$ 
liefert eine L"osung unseres Problems im Fall $\alpha = \op{id}_X$
der Form
\begin{displaymath}
 \begin{array}{ccc}
 \delta & = &
  \begin{pmatrix} 0 & 0 & 0\\ 0 & 0 & 0\\ 0 &\op{id}_X & 0 \end{pmatrix} 
 \end{array}
\end{displaymath}
Wir pr"ufen nun leicht, da"s dieselbe Formel auch 
f"ur allgemeines $\alpha$ die gesuchte Homotopie liefert.
Also ist $p : \op{Zyl} (\alpha) \rightarrow Y$ in der 
Tat eine Homotopie"aquivalenz.
So erhalten wir ein kommutatives Quadrat
\begin{displaymath}
\xymatrix{
X\ar@{=}[d] \ar@{^{(}->}[r] &\op{Zyl} (\alpha)\ar[d]^p\\
X \ar[r]^-\alpha & Y
}
\end{displaymath}
in $\op{Ket} (\mathcal{A})$ mit Homotopie"aquivalenzen in den Vertikalen.
Das ist in $\op{Ket} (\mathcal A^{\rightarrow})$ ein 
Morphismus der oberen Horizontale zur unteren
Horizontale und ist sogar ein Quasiisomorphismus, 
wenn auch keine Homotopie"aquivalenz.
Jedoch ist diese Konstruktion funktoriell und liefert
 uns einen an $\op{cok}$ angepa"sten Ersetzungsfunktor im Sinne von \ref{iArt},
denn in der Tat induziert jeder Quasiisomorphismus 
in $\op{Ket} (\mathcal A^{\rightarrow})$
zwischen durch injektive Kettenabbildungen beschriebenen 
Objekten einen Quasiisomorphismus zwischen ihren
Kokernkomplexen nach der langen exakten 
Homologiesequenz und dem F"unferlemma.
So folgt
\begin{equation*}
 {\op{L}} \op{cok} (X \overset{\alpha}{\rightarrow} Y) 
= \op{cok} (X \rightarrow \op{Zyl} (\alpha)) 
= \left(Y \oplus[1] X , \begin{pmatrix}
           d_Y &\alpha \\ 0 & -d_X \end{pmatrix}\right)
\end{equation*}
Salopp gesprochen ist also die finale Linksapproximation des Kokernfunktors der
Abbildungskegelfunktor.
\end{Beispiel}





%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "XXTD"
%%% End: 
