
\section{Triangulierte und derivierte Kategorien}



\subsection{Abbildungskegel in Homotopiekategorien}\label{AD}
\begin{Bemerkungl}
Ich erinnere an \eref{VerKo}{TS}, wo wir 
f"ur einen Komplex $X=(X^n, d_X^n)$
mit $d^n_X:X^n\ra X^{n+1}$ den Komplex $[1]X$ definiert hatten,
indem wir den Komplex um Eins gegen die Richtung der Pfeile
verschieben, in Formeln $([1]X)^n\pdef X^{n+1}$, 
und die Randoperatoren mit\label{VerHo} 
Minuszeichen versehen, in Formeln $$d_{[1]X}^n\pdef -d_X^{n+1}$$
Jede Kettenabbildung $u:X\ra Y$ liefert in offensichtlicher Weise
eine Kettenabbildung $u:[1]X\ra {[1]Y}$, hier f"ugen wir
keine Vorzeichen ein.  Im Fall eines Komplexes $X$ von abelschen
Gruppen haben wir schlicht $[1]X=\DZ[1]\otimes X$.
\end{Bemerkungl}


\begin{Definition}\label{ADI}
Seien $\cal{I}$ eine additive Kategorie und 
$\op{Hot}_{\cal{I}}$ die
Homotopiekategorie der Komplexe in $\cal{I}$.
\begin{enumerate}
\item
Ein \defnoind{Dreieck in $\op{Hot}_{\mathcal I}$}\index{Dreieck} 
ist die Vorgabe von Objekten und
Morphismen der Gestalt
$$X \overset{u}{\ra} Y \overset{v}{\ra} Z \overset{w}{\ra} {[1]X}$$
\item
Ein \defnoind{Morphismus von einem Dreieck
in ein weiteres Dreieck} ist ein Tripel von
Morphismen $(f,g, h)$ derart, da"s das folgende Diagramm mit
unseren beiden Dreiecken in den Zeilen
kommutiert:
$$\begin{CD}
X @>>> Y @>>> Z @>>> [1]X\\
@V{f}VV @V{g}VV @V{h}VV @V{[1]f}VV\\
X^{\prime} @>>> Y^{\prime} @>>> Z^{\prime} @>>>[1] X^{\prime} 
\end{CD}$$
\item
Ein Dreieck in $\op{Hot}_{\mathcal I}$ hei"st ein
{\bf ausgezeichnetes Dreieck},\index{ausgezeichnet!Dreieck}
\index{Dreieck!ausgezeichnetes} englisch {\bf distinguished triangle},\index{distinguished triangle}\index{triangle!distinguished}
franz"osisch {\bf triangle distingu\'{e}},\index{triangle!distingu\'{e}}
 wenn es isomorph ist zu einem Dreieck der
Gestalt
$$X \overset{u}{\ra} Y \ra {\op{K}}(u) \ra {[1]X}$$
mit $u$ einer Kettenabbildung, ${\op{K}}(u)$ dem \hyperref[AABK]{Abbildungskegel} von
$u$, gegeben durch  ${\op{K}}(u)^n\pdef X^{n+1}\oplus Y^n$
mit $\partial_{\op{K}}:(x,y)\mapsto (-\partial_X(x), u(x)+\partial_Y(y))$ und  als weiteren Morphismen
der offensichtlichen Injektion und Projektion
$Y \ra {\op{K}}(u) \ra {[1]X}$. 
\end{enumerate}
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl} Die Beziehung zwischen dem hier eingef"uhrten algebraischen
  Abbildungskegel und dem topologischen Abbildungskegel aus \eref{Kf}{TS}  
  diskutieren wir in \eref{BTAK}{TS}. Kurz gesagt konstruieren wir dort
  f"ur jede stetige Abbildung $f:Z\ra X$ eine ausgezeichnete
  funktorielle Homotopie"aquivalenz $$\tilde{\op{S}}(\op{K}(f))\sira
  \op{Keg}(\tilde{\op{S}}f)$$ 
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
  Sei $\mathcal I$ eine additive Kategorie.
  Unsere Konstruktion des Abbildungskegels liefert
  einen Funktor von der Kategorie $\op{Ket}_{\mathcal I}^\da$ der
  Morphismen von Komplexen 
  in die Kategorie der Dreiecke in $\op{Hot}_{\mathcal I}$, ja
  sogar  in die analog definierte Kategorie der Dreiecke
  in $\op{Ket}_{\mathcal I}$.\label{DrHO} 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Ein Dreieck, das zu einem ausgezeichneten Dreieck 
wird, wenn wir alle drei Morphismen
durch ihre Negativen ersetzen, hei"st \defind{antiausgezeichnet}.
\end{Bemerkungl}
\begin{Proposition}[\textbf{Drehen von ausgezeichneten Dreiecken}]
Sei $\cal{I}$ eine additive Kategorie. Ist $X \overset{u}{\ra} Y
\ra Z \ra {[1]X}$ ein ausgezeichnetes Dreieck in $\op{Hot}_{\mathcal I}$,\label{DrD} 
so ist auch
 $Y \ra Z \ra {[1]X}\overset{-u}{\ra} {[1]Y}$ 
ein ausgezeichnetes Dreieck in $\op{Hot}_{\mathcal I}$.
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis]
Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit hat unser erstes Dreieck die
Gestalt
$$X \overset{u}{\ra} Y \overset{\al}{\ra} {\op{K}}(u)
\overset{\beta}{\ra} {[1]X}$$
mit $\al, \beta$ den kanonischen Abbildungen.
Es gilt also, eine Homotopie"aquivalenz $\psi: K (\al)
\overset{\sim}{\ra} {[1]X}$ anzugeben derart, da"s kommutiert
$$\begin{array}{ccccccc}
Y& \overset{\al}{\ra} & {\op{K}}(u) &\ra& {\op{K}}(\al)& \ra & {[1]Y}\\
\| & &\| & &\psi \downarrow & & \| \\
Y & \overset{\al}{\ra} & {\op{K}}(u)& \ra & {[1]X} & \overset{-u}{\ra} &
{[1]Y}
\end{array}$$
Per definitionem haben wir ${\op{K}}(\al)^{n} = Y^{n+1} \oplus {\op{K}}(u)^{n} =
Y^{n+1} \oplus X^{n+1}\oplus Y^{n}$ und der Randoperator wird
gegeben durch die Matrix
$$\partial_{{\op{K}}(\al)} = \left( \begin{array}{cc} -\partial_{Y} & 0\\
\al &\partial_{{\op{K}}(u)} \end{array}\right) = \left(
\begin{array}{ccc}-\partial_{Y} & 0 &0\\ 0 & -\partial_{X} &0 \\
\op{id} & u& \partial_{Y} \end{array}\right) $$
Wir nehmen nun $\psi =(0,\op{id}, 0)$ und erhalten offensichtlich
eine Kettenabbildung derart, da"s das mittlere Quadrat kommutiert.
In die andere Richtung nehmen wir $\phi = (-u, \op{id}, 0)^{\top} : [1]X
 \ra {\op{K}}(\al)$ und erkennen, da"s $\phi$ eine Kettenabbildung
ist und da"s mit $\phi$ nach oben statt $\psi$ nach unten das
rechte Quadrat kommutiert.
Offensichtlich gilt $\psi \phi = \op{id}$ auf ${[1]X}$. Wir haben
gewonnen, wenn wir die Homotopie
$\phi \psi \simeq \op{id}$ zeigen.
Dazu mu"s man nur pr"ufen, da"s f"ur
$$s= \left( \begin{array}{ccc} 0&0&\op{id} \\ 0&0&0 \\ 0&0&0
\end{array}\right) : {\op{K}} (\al)^{n+1} \ra {\op{K}}(\al)^{n}$$
die Gleichung
$\partial s + s\partial = \op{id} - \phi\psi$
erf"ullt ist.
\end{proof}
\begin{Proposition}[\textbf{Morphismen von Dreiecken}]
Sei $\cal{I}$ eine additive Kategorie. Gegeben ein kommutatives
Diagramm in $\op{Hot}_{\mathcal I}$ der Gestalt\label{MB}
\begin{displaymath}
\xymatrix{
X \ar[r]\ar[d]_f &Y \ar[r]\ar[d]_g & Z \ar[r] &{[1]X}\ar[d]_{f}\\
\hat{X}\ar[r] &\hat{Y}\ar[r] & \hat{Z}\ar[r]& [1]\hat{X}
}
\end{displaymath}
mit ausgezeichneten Dreiecken als Zeilen gibt es ein $h : Z \ra
\hat{Z} $ derart, da"s $(f,g,h)$ ein Morphismus von
 Dreiecken wird.
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
Dieses $h$ ist im allgemeinen 
nicht eindeutig bestimmt. Unter geeigneten Zusatzannahmen
gilt das aber doch, vergleiche
\ref{Eh}. In "Ubung \ref{Isoad} d"urfen Sie zeigen, da"s mit $f$ und $g$ auch
$h$ ein Isomorphismus sein mu"s. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit d"urfen wir annehmen, da"s
beide Dreiecke die Standarddreiecke f"ur $u$ beziehungsweise $\hat{u}$
sind mit $Z = {\op{K}}(u)$ und $\hat{Z} = {\op{K}} (\hat{u})$.
Sei $s^{n} : X^{n} \ra \hat{Y}^{ n-1}$ eine Homotopie, die die
Kommutativit"at des ersten Quadrats liefert, also
$s d + ds = gu - \hat{u} f$.
Wir behaupten, da"s
$$h = \left( \begin{array}{cc} f & 0 \\ s&g
\end{array}\right) : {\op{K}}(u) \ra {\op{K}}(\hat{u})$$
eine Kettenabbildung ist und da"s mit diesem $h$ die beiden
anderen Quadrate sogar kommutieren, ohne da"s man zu
Homotopieklassen "ubergehen mu"s. Diese Rechnung "uberlassen wir
dem Leser.
\end{proof}



\begin{Bemerkungl}
Gegeben eine abelsche Kategorie $\cal{A}$ liefert das Bilden
der Kohomologie eines Komplexes Funktoren 
$\cal{H}^i:\op{Hot}_{\cal{A}}\ra \cal{A}$
und  wir haben 
$\cal{H}^{0}([i] X ) = \cal{H}^{i}X$ f"ur beliebiges $X\in \op{Hot}_{\cal{A}}$.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Lemma}[\textbf{Kohomologiesequenz eines
ausgezeichneten Dreiecks}]
Ist\index{Homologiesequenz!eines ausgezeichneten Dreiecks} 
$\cal{A}$ eine abelsche Kategorie und $X \ra Y \ra Z \ra {[1]X}$
ein ausgezeichnetes Dreieck in $\op{Hot}_{\cal{A}}$, so erhalten wir
mit den nat"urlichen Abbildungen eine\label{HAD} 
lange exakte Sequenz auf der Kohomologie
$$\ldots \ra \cal{H}^{q-1}Z  \ra \cal{H}^{q}X 
\ra \cal{H}^{q}Y \ra \cal{H}^{q}Z \ra \cal{H}^{q+1}X
 \ra \ldots$$
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Da wir nach \ref{DrD} Dreiecke 
drehen k"onnen, reicht es, die Exaktheit von $\cal{H}^{0}
Y \ra \cal{H}^{0} Z \ra \cal{H}^{0}[1]X $ zu zeigen.
Dazu d"urfen wir ausgehen von einem Dreieck der Gestalt
$X\overset{u}{\ra} Y \ra {\op{K}}(u) \ra {[1]X}$,
und dann haben wir schlicht einen Ausschnitt der langen exakten
Kohomologiesequenz zur kurzen exakten Sequenz von Kettenkomplexen
$Y \hookrightarrow {\op{K}} (u) \twoheadrightarrow {[1]X}$ vor uns.
\end{proof}


\subsection{Triangulierte Kategorien}
%Am 15.11.2005 für gut befunden.
\begin{Definition}
Eine \defnoind{$\DZ$-Kategorie}\index{Z-Kategorie@$\DZ$-Kategorie} 
ist eine 
Kategorie $\cal{A}$ mitsamt einem Automorphismus
$[1] : \cal{A} \sira \cal{A}$.\label{ZKAT} 
Mit Automorphismus meine ich einen 
Isomorphismus der Kategorie zu sich selbst,
nicht etwa blo"s eine "Aquivalenz von Kategorien.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungw}
Es gibt durchaus relevante Situationen, in denen man die hier
entwickelten Begriffsbildungen  auf den
Fall erweitern mu"s, da"s unsere Verschiebung
$[1] : \cal{A} \ra \cal{A}$ nur eine "Aquivalenz von
Kategorien ist. Allgemeiner wird man auch Kategorien mit einer
Operation allgemeinerer Gruppen erkl"aren wollen.
Das alles weckt jedoch Elefanten der Notation, 
die ich  lieber  schlafen  lasse. 
%Da passiert fast nichts, nur $[-1]$ ist halt nur noch bis auf
%eindeutigen Isomorphismus definiert. Gehe nochmal durch! Hmm,
%zum Beispiel gilt nicht mehr [-1]\circ[1]=Identit"at und so.
\end{Bemerkungw}





\begin{Definition}
Unter einem \defind{Dreieck} in einer 
$\DZ$-Kategorie versteht man ein  Diagramm der Gestalt
$X \overset{u}{\ra} Y \overset{v}{\ra} Z \overset{w}{\ra} [1] X$, 
das  suggestiver aber weniger pr"azise geschrieben werden mag als
\begin{displaymath}
\xymatrix{
X \ar[rr] & &Y\ar[dl]\\
&Z \ar[ul]^{[1]}
}
\end{displaymath}
Wir notieren Dreiecke
abk"urzend $X \ra Y \ra Z \ra[1] $. Ein \defind{Morphismus von Dreiecken} 
wird definiert wie im Fall der Homotopiekategorie einer additiven Kategorie in 
\ref{ADI}. 
\end{Definition}






\begin{Definition}\label{DtrK}
Eine {\bf triangulierte Kategorie}\index{trianguliert!Kategorie} 
ist eine\index{Kategorie!triangulierte} 
\hyperref[abK]{additive} \hyperref[ZKAT]{$\DZ$-Kate\-go\-rie} mitsamt einer
Vorschrift, die unter allen Dreiecken unserer 
$\DZ$-Kategorie
gewisse Dreiecke auszeichnet derart,
da"s die folgenden merkw"urdigen 
durch den Fall \ref{AD} der Homotopiekategorien
 motivierten Axiome erf"ullt sind:
\begin{enumerate}
\item
Jedes Dreieck, das isomorph ist zu einem ausgezeichneten 
Dreieck, ist auch selbst
ein ausgezeichnetes Dreieck;
\item
F"ur jedes Objekt $X$ ist das Dreieck 
$X \overset{\op{id}}{\ra} X \ra 0 \ra [1] X$ ausgezeichnet;
\item
Jeder Morphismus $X \ra Y$ unserer Kategorie 
kann in ein ausgezeichnetes Dreieck
$X \ra Y \ra Z \ra [1] X$ eingebettet werden. Es wird sich sp"ater
herausstellen, da"s hier $Z$ eindeutig ist bis 
auf nicht-eindeutigen Isomorphismus, vergleiche das anschlie"sende Axiom \ref{DtrK5}.
Wir g"onnen ihm dennoch einen bestimmten 
Artikel und nennen $Z$ in Erinnerung an \ref{ADI} auch im
allgemeinen den 
\defnoind{Abbildungskegel}\index{Abbildungskegel!in triangulierter Kategorie}  
"uber dem Morphismus 
$X \ra Y$; 
\item
Ein Dreieck $X \overset{u}{\ra} Y \ra Z \ra [1] X$ ist ausgezeichnet genau
dann, wenn das \glqq gedrehte\grqq\  Dreieck $Y \ra Z \ra [1] X \overset{-u}{\ra} [1]Y$
ausgezeichnet ist;
\item\label{DtrK5}
Gegeben ein Diagramm mit ausgezeichneten Dreiecken in den Horizontalen
und einem kommutativen Quadrat links
$$
\xymatrix{
X\ar[r] \ar[d]_f  &Y \ar[d]_g \ar[r] & Z \ar[r] &[1]X\ar[d]_{[1]f}\\
X^{\prime} \ar[r] & Y^{\prime} \ar[r] &Z^{\prime} \ar[r] &[1]X^{\prime}
}
$$
gibt es einen Morphismus $h: Z \ra Z^{\prime}$ derart, da"s die beiden dadurch
in der Mitte und rechts entstehenden Quadrate kommutieren. 
Von diesem Morphismus $h$ wird  nur die Existenz und
nicht  die Eindeutigkeit gefordert;
\item(\defind{Oktaederaxiom})
Gegeben ausgezeichnete Dreiecke
$$
\xymatrix{
X \ar[r]^f & Y \ar[r] &Z^{\prime} \ar[r] &[1] X\\
Y \ar[r]^g & Z \ar[r] &X^{\prime} \ar[r] & [1]Y\\
X \ar[r]^{g\circ f} & Z \ar[r] & Y^{\prime} \ar[r] & [1] X
}$$
gibt es ein ausgezeichnetes Dreieck
$Z^{\prime} \ra Y^{\prime} \ra X^{\prime} \ra [1]Z^{\prime}$ derart, 
da"s im nebenstehenden
Oktaeder die beiden Quadrate im Schnitt mit senkrechten Ebenen
kommutieren,
die vier \glqq zyklischen\grqq\ Dreiecke  ausgezeichnete Dreiecke sind, und die vier anderen
Dreiecke kommutieren.
\end{enumerate}
Die ausgezeichneten Dreiecke einer triangulierten Kategorie 
hei"sen, nun, eben\index{Dreieck!ausgezeichnetes} 
{\bf ausgezeichnete Dreiecke}.\index{ausgezeichnet!Dreieck}  
Eingef"uhrt wurden sie urspr"unglich auf Franz"osisch als
 {\bf triangles distingu\'{e}s}. Auf Englisch nennt man sie
{\bf distinguished triangles}.
\index{distinguished!triangle}\index{triangle!distinguished} 
\index{triangle!distingu\'{e}}\index{distingu\'{e}!triangle}
\end{Definition}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[height=0.5\textheight]{SkriptenBilder/BildOkt}\\[4mm]
\noindent Die Struktur der Pfeile soll den Aufbau 
eines solchen Oktaeders %\label{OVk}
  verdeutlichen: Man beginnt mit zwei verkn"upfbaren Morphismen und ihrer
  Komposition, dargestellt durch durchgehende Pfeile zwischen 
$X,$ $Y$ und $Z$.  Jeden dieser Morphismen
  erg"anzt man zu einem ausgezeichneten Dreieck, angedeutet durch die
  gestrichelten Pfeile. Und dann fordert man die Existenz von gepunkteten
  Pfeilen, die die drei eben konstruierten Objekte zu einem vierten
  ausgezeichneten Dreieck verbinden, die drei anderen so entstehenden
  Dreiecke zum Kommutieren bringen (was den horizontalen gepunkteten Pfeil im
  "ubrigen bereits eindeutig festlegt), und die  beiden in Schnitten unseres
  Oktaeders mit geeigneten senkrechten Ebenen entstehenden Quadrate zum
  Kommutieren bringen.  
Von zwei gegen"uberliegenden Fl"achen ist also stets eine 
ein kommutatives Diagramm und die andere ein ausgezeichnetes Dreieck.
Unser Oktaederdiagramm hat weitaus weniger 
Symmetrien als
  ein echter Oktaeder, genauer ist die Symmetriegruppe eine 
zyklische Gruppe der
  Ordnung vier, erzeugt vom Drehen um die senkrechte Achse um einen rechten
  Winkel gefolgt vom Vertauschen der oberen und der unteren Ecke.
\end{figure}
\begin{Bemerkungw}
 Der Definition einer triangulierten Kategorie haftet etwas K"unstliches
an und sie ist es auch. Ich hoffe aber, Sie im folgenden davon
zu "uberzeugen, da"s diese Begriffsbildung f"ur
viele Argumentationen dennoch ein geschickter Rahmen ist.
\end{Bemerkungw}
\begin{Bemerkungw}[\textbf{Motivation f"ur das Oktaederaxiom}] 
  In \ref{leHO} werden wir jeder abelschen Kategorie eine
  triangulierte Kategorie $\op{Der}(\mathcal A)$ zuordnen sowie einen
  Funktor $\op{Ket}(\mathcal A)\ra \op{Der}(\mathcal A)$.
  In \ref{Kzu} werden wir weiter einen Funktor von der Kategorie der
  kurzen exakten Sequenzen in $\op{Ket}(\mathcal A)$ zur Kategorie der
  ausgezeichneten Dreiecke in $\op{Der}(\mathcal A)$ konstruieren.
  Gegeben $X\hra Y\hra Z$ injektive Kettenabbildungen erhalten wir nun
  offensichtlich eine kurze exakte Sequenz von Kettenkomplexen
  $$Y/X\hra Z/X\sra Z/Y$$ oder diagrammatisch 
 $$
  \xymatrix{
    & & Y/X\ar@{^(->}[dr] & & \\
    & Y \ar@{^(->}[dr]\ar@{->>}[ur]& & Z/X\ar@{->>}[ddr]&\\
    & & Z \ar@{->>}[ur]\ar@{->>}[drr]&& \\
    X\ar@{^(->}[uur] \ar@{^(->}[urr] & &&&Z/Y\\
  }$$
  Es entspricht einem Oktaeder in $\op{Der}(\mathcal A)$ und mag die
  Axiomatik motivieren.
\end{Bemerkungw}
\begin{Bemerkungl}
  Jede triangulierte Kategorie liefert eine weitere triangulierte Kategorie,
  wenn man statt der ausgezeichneten Dreiecken die sogenannten 
{\bf antiausgezeichneten
  Dreiecke}\index{antiausgezeichnet!Dreieck} 
auszeichnet, die aus ausgezeichneten Dreiecken durch das 
"Andern des Vorzeichens aller drei Morphismen entstehen.
\end{Bemerkungl}



\begin{figure}[htbp]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildOKD}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Noch eine andere Darstellung eines Oktaeders
\end{minipage}
\end{figure}

\begin{Bemerkungl}
  Wir notieren Oktaeder oft vereinfacht in der Form
  $$
  \xymatrix{
    & & Z^{\prime}\ar[dr] & & \\
    & Y \ar[dr]\ar[ur]& & Y^{\prime}\ar[ddr]&\\
    & & Z \ar[ur]\ar[drr]&& \\
    X\ar[uur] \ar[urr] & &&&X^{\prime}\\
  }$$
  In dieser Gestalt sind alle vier ausgezeichneten Dreiecke als
  leidlich gerade Pfeilsequenzen erkennbar, einige kommutative Dreiecke
  und ein kommutatives Quadrat sind jedoch nicht sichtbar.
Eine andere Darstellung ist
\begin{displaymath}
\xymatrix{
X \ar[r]\ar@{=}[d] &Y \ar[r]\ar[d] & Z^\prime\ar[r]\ar[d] &[1]X \ar@{=}[d]\\
X\ar[r]\ar[d] &Z \ar[r]\ar@{=}[d] &Y^{\prime} \ar[r]\ar[d] &[1]X\ar[d]\\
Y \ar[r]\ar[d] &Z\ar[r]\ar[d] &X^{\prime}\ar[r]\ar@{=}[d] &[1]Y\ar[d]\\
Z'\ar[r] &Y^{\prime}\ar[r] &X^{\prime} \ar[r] &[1]Z^{\prime}
}
\end{displaymath}
mit einigen Identit"aten in den Vertikalen,
kommutativen Quadraten und ausgezeichneten Dreiecken als Zeilen.
In dieser Darstellung sehen wir alle Information unseres 
Oktaeders: Alle vier ausgezeichneten Dreiecke als Zeilen, alle vier 
kommutativen Dreiecke als Quadrate mit einer ist-gleich-Seite, 
davon eines sogar doppelt,
und beide kommutativen Quadrate, davon eines sogar doppelt.
Als letzte Variante gebe ich

\vspace{1cm}

\begin{displaymath}
\xymatrix{
X\ar[dr]\ar@/^1,2cm/[rr] & &Z\ar[dr]\ar@/^1,2cm/[rr] & 
&X^{\prime}\ar[dr] \ar@/^1,2cm/[rr] &&[1]Z^{\prime}\\
& Y\ar[ur]\ar[dr] &&Y^{\prime}\ar[ur]\ar[dr] && [1]Y \ar[ur]\ar@{-->}[dr]&\\
\ar@{-->}[ur]\ar@{-->}@/_1,2cm/[rr]&& Z^{\prime}\ar[ur] \ar@/_1,2cm/[rr]& & [1]X\ar[ur]\ar@{-->}@/_1,2cm/[rr] & &[1]Z\\
}
\end{displaymath}

\vspace{1cm}

\noindent
Dies Diagramm soll man sich periodisch nach rechts und links 
fortgesetzt denken. Alle vier ausgezeichneten Dreiecke sind hier
gut als eckenlose Wege erkennbar, und die vier kommutativen
Dreiecke ebenso wie  die beiden kommutativen Vierecke sind gleichfalls gut 
zu sehen.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
Aus \eref{EaS}{TG} folgt, da"s jeder Isomorphismus 
von additiven Kategorien additiv ist.
Insbesondere brauchen wir die Additivit"at des Funktors $[1]$
einer triangulierten Kategorie nicht extra zu fordern.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Komposition von Morphismen in einem Dreieck}] 
In einem ausgezeichneten Dreieck ist die Komposition von
je zwei aufeinanderfolgenden Morphismen Null. In der Tat
gibt es f"ur jedes 
ausgezeichnete Dreieck
$X\ra Y\ra Z\ra $ notwendig einen Morphismus von Dreiecken nach 
$0\ra Z\ra Z\ra$ der Gestalt $(?,v,\op{id})$ mit $v:Y\ra Z$ dem zweiten
Morphismus unseres Ausgangsdreiecks. Folglich ist $(0,v,\op{id})$
ein Morphismus von Dreiecken, und damit gilt $v\circ u=0$ f"ur 
$u:X\ra Y$ den ersten
Morphismus unseres Ausgangsdreiecks.
\end{Bemerkungl}

\begin{Lemma}\label{Hhn}
Ist $\cal{T}$ eine triangulierte Kategorie und $X \ra Y \ra Z \ra {[1]X}$
darin ein ausgezeichnetes Dreieck,
so bilden f"ur jedes Objekt $W \in\cal{T}$ 
die Morphismen nach $W$
eine lange exakte Sequenz von abelschen Gruppen
$$\ldots \leftarrow \cal{T}(X,W) \leftarrow
\cal{T}(Y,W) \leftarrow \cal{T}(Z,W)
\leftarrow \cal{T}({[1]X},W) \leftarrow \ldots
$$
Dasselbe gilt dual
auch f"ur die Morphismen von $W$ in die Objekte unseres
ausgezeichneten Dreiecks.
\end{Lemma}


\begin{proof}[Beweis]
In einem ausgezeichneten Dreieck ist die Komposition zweier
aufeinanderfolgender Morphismen stets null, also ist unsere lange
Sequenz schon einmal ein Komplex.
Andererseits ist $0 \ra W \sira W \ra [1]0$ stets
ein ausgezeichnetes Dreieck. Wir k"onnen also nach \ref{MB} ein
kommutatives Diagramm
$$\begin{array}{ccccccc}
X &\ra & Y & \ra &Z&\ra& {[1]X}\\
\downarrow & &\downarrow & & &&\\
0 & \ra & W &\sira& W & \ra &0
\end{array}$$
stets kommutativ erg"anzen, und das zeigt die Exaktheit unseres
Komplexes bei $\mathcal T (Y,W)$.
Drehen von Dreiecken nach \ref{DrD} liefert den Rest.
\end{proof}





\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}\label{Isoad}  
  Sind bei einem Tripel von Morphismen, die zusammen einen
  Morphismus von ausgezeichneten Dreiecken bilden, 
zwei der Morphismen Isomorphismen, so auch der Dritte. Hinweis:
Lange exakte Sequenzen \ref{Hhn} und F"unferlemma und Yoneda-Lemma.
Man beachte, da"s wir dazu das Oktaederaxiom  nicht ben"otigen.
\end{Ubung}



\begin{Ubung}[\textbf{Morphismen von ausgezeichneten Dreiecken, Eindeutigkeit}]
Sei $\cal T$ eine triangulierte Kategorie.
Gegeben  ein kommutatives Diagramm mit\label{Ehn} 
ausgezeichneten Dreiecken in den Horizontalen
$$\begin{array}{ccccccc}
X &\ra &Y& \ra & Z& \ra & {[1]X}\\
\downarrow & & \downarrow & & & & \downarrow\\
X^{\prime}&\ra & Y^{\prime}&\ra & Z^{\prime}&\ra & [1]X^{\prime}
\end{array}$$
gibt es nach Annahme einen 
Morphismus $Z \ra Z^{\prime}$, der es kommutativ
vervollst"andigt. Man zeige, da"s sowohl unter der 
Annahme ${\cal T} ({[1]X}, Z^{\prime})=0$ 
als auch  unter der 
Annahme ${\cal T} (Z, Y^{\prime})=0$  dieser Morphismus
$Z \ra Z^{\prime}$ sogar eindeutig bestimmt ist.
Im Spezialfall von Homotopiekategorien war das \ref{Eh}.
Hinweis: Dieser Morphismus
$Z \ra Z^{\prime}$ ist sogar bereits dadurch eindeutig bestimmt,
da"s er das linke beziehungsweise das rechte durch ihn neu
entstehende Quadrat zum Kommutieren bringt.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Morphismen in ausgezeichneten Dreiecken, Eindeutigkeit}] 
Sei $\cal T$ eine triangulierte Kategorie.\label{EDPn} 
Gibt es zu einem Morphismus aus einem 
ausgezeichneten Dreieck keinen von Null verschiedenen
Morphismus in die Gegenrichtung, so wird 
der fragliche Morphismus bereits durch die beiden anderen
eindeutig festgelegt.
Sind also in Formeln $X \overset{u}{\ra} Y \overset{v}{\ra} Z 
\overset{r,s}{\lra} {[1]X}$ 
ausgezeichnete
Dreiecke f"ur zwei Morphismen $r,s : Z \ra {[1]X}$ 
und gilt ${\cal T} ({[1]X},Z)=0$, so
folgt $r =s$. Im Spezialfall von Homotopiekategorien war das \ref{EDP}.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Wenn man in einem ausgezeichneten Dreieck bei zwei Morphismen
das Vorzeichen "andert, entsteht wieder ein ausgezeichnetes Dreieck. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Die opponierte Kategorie einer triangulierten Kategorie $\mathcal T$ 
ist mit der entgegengesetzten homologischen Verschiebung $[1]_{{\mathcal T}^{\op{opp}}}\pdef [-1]_{\mathcal T}^{\op{opp}}$
und \glqq denselben\grqq\  ausgezeichneten Dreiecken versehen auch eine
triangulierte Kategorie. Sie hei"st 
die {\bf opponierte triangulierte Kategorie}.
\index{opponiert!triangulierte Kategorie}
\index{trianguliert!Kategorie, opponierte}
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Summen und Produkte von Dreiecken}]
  Man zeige, da"s  die direkte Summe von zwei ausgezeichneten Dreiecken
  $(X,Y,Z)$ und $(X',Y',Z')$ wieder ein
  ausgezeichnetes Dreieck ist. Hinweis: Man betrachte den
  Abbildungskegel $K$ "uber $X\oplus X'\ra Y\oplus Y'$ und konstruiere
  Morphismen $Z\ra K$ und $Z'\ra K$ und zeige mit Yonedalemma, F"unferlemma
  und \ref{Hhn}, da"s sie einen Isomorphismus $Z\oplus Z'\sira K$ liefern.
  Analoges gilt mit demselben Argument f"ur beliebige Summen und Produkte.
  Man beachte aber, da"s der Funktor von der Kategorie der
  Komplexe einer abelschen Kategorie in ihre
  Homotopiekategorie im allgemeinen
  keineswegs mit beliebigen Summen oder Produkten vertr"aglich sein mu"s.
\end{Ubung}









\subsection{Triangulierung von Homotopiekategorien}
\begin{Satz}[\textbf{Homotopiekategorien als triangulierte Kategorien}]
F"ur jede additive Kategorie $\mathcal{I}$ ist ihre 
Homotopiekategorie $\op{Hot} (\mathcal{I})$
mit ihrer durch Verschiebung und Negativieren der 
Differentiale \ref{VerHo}
 erkl"arten $\DZ$-Operation   und den 
in \ref{ADI} durch Abbildungskegel erkl"arten ausgezeichneten Dreiecken
eine triangulierte Kategorie.\label{Hottr}
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis]
Alle Axiome mit Ausnahme des Oktaederaxioms 
sind entweder offensichtlich erf"ullt oder werden
in \ref{AD} bewiesen.
Um auch noch das Oktaederaxiom zu pr"ufen, 
reicht es zu zeigen, da"s f"ur Morphismen von
Komplexen $X \overset{f}{\ra} Y \overset{g}{\ra} Z$ die Sequenz
\begin{displaymath}
\xymatrix{
\op{Keg}(f) \ar[r]^u &\op{Keg}(g\circ f) \ar[r]^v & \op{Keg}(g) \ar[r]^w & [1]\op{Keg}(f) 
}
\end{displaymath}
ein ausgezeichnetes Dreieck ist, wenn 
diese Komplexe und Morphismen  gegeben werden durch
\begin{displaymath}
\xymatrix{X^{n+1} \oplus Y^n \ar[r]^{{1\, 0\choose 0\, g}} 
\ar[d]^{{-\partial\, 0\choose \;\;f \, \partial}} 
& X^{n+1}\oplus Z^n
\ar[d]^{{-\partial \, \;\;0\choose \;g\circ f \,\; \partial}}
\ar[r]^{{f\, 0 \choose 0\, 1}}
& Y^{n+1}\oplus Z 
\ar[r]^{{0\, 0 \choose 1\, 0}}
\ar[d]^{{-\partial\, 0 \choose \;\;g\; \partial}}&
X^{n+2}\oplus Y^{n+1}\ar[d]^{{\;\partial \;\;0\choose -f \, -\partial}}\\
X^{n+2}\oplus Y^{n+1}
\ar[r]_{{1\, 0\choose 0 \, g}} & X^{n+2}\oplus Z^{n+1} 
\ar[r]_{{f\, 0\choose 1\, 1}}
& Y^{n+2} \oplus Z^{n+1} \ar[r]_{{0\,0\choose 1\,0}} & X^{n+3} \oplus y^{n+2}
}
\end{displaymath}
Hier und im Folgenden  verwenden wir unsere
Konvention \eref{SVK}{KAG}, nach der Elemente von direkten 
Summen als Spaltenmatrizen 
aufgefa"st werden,
mit den vorne stehenden Komponenten oben, und Morphismen zwischen direkten 
Summen durch Matrizen von Homomorphismen zwischen den Summanden, 
die durch Matrixmultiplikation von links operieren.
Um zu zeigen, da"s dies Dreieck ausgezeichnet ist, 
gilt es, eine Homotopie"aquivalenz 
$h:\op{Keg}(g) \overset{\sim}{\ra} \op{Keg}(u)$
anzugeben derart, da"s
\begin{displaymath}
\xymatrix{
\op{Keg}(g \circ f) \ar[r]^v \ar@{=}[d] & \op{Keg}(g) \ar[r]^w\ar[d]_h 
& [1]\op{Keg}(f) \ar@{=}[d]\\
\op{Keg}(g \circ f) \ar[r] & \op{Keg}(u) \ar[r] & [1] \op{Keg}(f)
}
\end{displaymath}
 in der Homotopiekategorie kommutiert.
Nun haben wir ja $$\op{Keg}(u)^n = X^{n+2} \oplus Y^{n+1} \oplus X^{n+1} 
\oplus Z^n$$ mit
Randoperator
$$\begin{pmatrix} \partial & 0& 0&0\\
f & -\partial & 0& 0\\
1 & 0 & -\partial &0\\
0 & g & g\circ f & \partial
\end{pmatrix} $$
und es reicht zu zeigen, da"s die Marix
\begin{displaymath}
\begin{pmatrix}
0&0\\ 1& 0\\ 0 &0\\ 0&1
\end{pmatrix}   : Y^{n+1} \oplus Z^n \ra X^{n+2} 
\oplus Y^{n+1}\oplus  X^{n+1} \oplus Z^n
\end{displaymath}
eine Homotopie"aquivalenz $h$ mit den gew"unschten Eigenschaften liefert.
Explizite Rechnung zeigt, da"s sie eine Kettenabbildung definiert 
und das rechte Quadrat unseres Diagramms der sechs Komplexe von eben
zum Kommutieren bringt.
Definieren wir eine Abbildung in die Gegenrichtung $k : \op{Keg}(u) \ra \op{Keg}(g)$ 
durch die Matrix
\begin{displaymath}
\begin{pmatrix}
0 &1& f&0\\
0& 0& 0& 1
\end{pmatrix}
: X^{n+2}\oplus Y^{n+1} \oplus X^{n+1}\oplus Z^n \ra Y^{n+1} \oplus Z^{n}
\end{displaymath}
so erhalten wir auch eine Kettenabbildung, von der klar ist, da"s sie 
das linke Quadrat mit umgekehrtem
Mittelpfeil zum Kommutieren bringt. Weiter gilt offensichtlich 
$k \circ h = \op{id}$, so da"s nur
zu zeigen bleibt, da"s $h \circ k$ homotop ist zur Identit"at 
auf $\op{Keg}(u)$.
Solch eine Homotopie wird jedoch gegeben durch die Matrix
\begin{align*}
\begin{pmatrix}
0 &0&1 &0\\
0 &0&0&0\\
0&0&0&0\\
0&0&0&0
\end{pmatrix}\\[-\normalbaselineskip]\tag*{\qedhere}
\end{align*}
\end{proof}
%\begin{displaymath}
%\begin{pmatrix}
%0 &0&1 &0\\
%0 &0&0&0\\
%0&0&0&0\\
%0&0&0&0
%\end{pmatrix}
%\qedhere\end{displaymath}
\begin{Bemerkunge}
  Wir haben hier genau genommen nicht nur das
  Oktaederaxiom im Fall der Homotopiekategorie einer
  additiven Kategorie nachgewiesen, sondern sogar
  darin einen Funktor von der Kategorie aller Paare
  von verkn"upfbaren Morphismen
  in die Kategorie aller Oktaeder konstruiert, der dar"uberhinaus
  vertr"aglich ist mit unseren funktoriellen Abbildungskegeln
  aus \ref{DrHO} in einer Weise, die hier nicht ausbuchstabiert
  werden soll.
\end{Bemerkunge}


\begin{Bemerkungl}
  Unter einem {\bf internen Automorphismus}\index{Automorphismus!interner!von
    Schmelzkategorie} einer Schmelzkategorie $\mathscr M$ mit Einsobjekt $\mathbb I$  
  verstehen wir einen Automorphismus $\alpha: \mathscr M\sira \mathscr M$
  der zugrundeliegenden einfachen Kategorie,
  der in $\op{Cat}(\mathscr M,\mathscr M)$ isomorph ist zu einem
  Funktor der Gestalt $E\otimes$ f"ur eine \hyperref[EIIp]{Einheit} $E$.
  Ein Datum $(E,\iota)$ bestehend aus einer Einheit $E$ und einer
  Isotransformation
  $\iota:\alpha\siRa (E\otimes)$ nennen wir dann eine {\bf Realisierung}
  unseres internen Automorphismus.\label{intA}
  Solch eine Realisierung entspricht eineindeutig einem Paar
  $(E,\tau)$ bestehend aus einer Einheit und einem Isomorphismus
  $\tau:\alpha(\mathbb I)\sira E$, indem wir $(E,\alpha)$ das Paar $(E,\tau)$
  zuordnen mit $\tau$ der Komposition
  $\alpha(\mathbb I)\sira E\otimes \mathbb I\sira E$.
  Insbesondere ist so eine Realisierung eindeutig bis
  auf eindeutigen Isomorphismus und jede Realisierung liefert
  f"ur stabil universell verschmelzbare Objekte $M,N$
  dieselben Isomorphismen
  $$\alpha(M\otimes N)\sira \alpha(M)\otimes N\sira M\otimes \alpha(N)$$
  Unter einem {\bf Signumsautomorphismus}\index{Signumsautomorphismus}
  einer\label{intAS} Schmelzkategorie mit Vorzeichen verstehen wir einen internen Automorphismus derart, da"s die zugeh"orige Einheit $E$ eine
  \hyperref[sgnE]{Signumseinheit}\index{Signumseinheit} ist, da"s 
also auf $E\otimes E$ die Vertauschung das Negative der Identit"at ist.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Interne triangulierte Struktur einer Schmelzkategorie}]
  Eine Struktur von triangulierter Kategorie auf der einfachen Kategorie
  einer Schmelz\-ka\-te\-go\-rie  mit stabil universellen Verschmelzungen und internem Hom hei"se eine {\bf interne triangulierte Struktur},\index{intern!triangulierte Struktur auf Schmelzkategorie} 
  wenn\label{itSS} 
  der zugeh"orige Automorphismus $[1]$ ein
  \hyperref[intAS]{Sig\-nums\-au\-to\-mor\-phis\-mus} ist 
  und wenn au"serdem  f"ur jedes ausgezeichnete Dreieck
  $L\ra M\ra N\ra [1]L$ und jedes Objekt $K$ auch die drei Dreiecke 
  $$\begin{array}{ccccccr}
    L\otimes K&\ra&  M\otimes K&\ra &N\otimes K&\ra& [1](L\otimes K)\\[2mm]
    K{\Rrightarrow} L&\ra&  K{\Rrightarrow} M&\ra& K{\Rrightarrow}  N&\ra& [1](K{\Rrightarrow}  L)\\[2mm]
    L{\Rrightarrow} K&\leftarrow & M{\Rrightarrow} K&\leftarrow & N{\Rrightarrow}  K&\leftarrow & [-1](L{\Rrightarrow}  K)
  \end{array}
  $$
  ausgezeichnete Dreiecke sind. Bei der Konstruktion des jeweiligen letzen Morphismus  haben wir hier stillschweigend   Isomorphismen
  $([1]L)\otimes K\sira [1](L\otimes K)$ und dergleichen verwendet, die
  daher r"uhren, da"s unser Automorphismus $[1]$ intern ist.
  %Ich hoffe, da ist nicht irgendwas antiausgezeichnet...
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
  Die in \ref{Hottr} eingef"uhrte Struktur als
  triangulierte Kategorie auf der Kategorie der Homotopiekomplexe
  $\op{Hot}=\op{Hot}(\op{Ab})$  ist offensichtlich
  intern f"ur die in \eref{MhmM}{TSK} 
  erkl"arte Struktur als Schmelzkategorie. \nichtfinal{Das steht irgendwie in
    \eref{HKA}{TS}, aber diese "Ubung ist unsch"on und unangemessen dort.}
\end{Beispiel}



\begin{Theorem}[\textbf{Kurze exakte Sequenzen als 
ausgezeichnete Dreiecke}]
Sei $\cal{A}$ eine abelsche Kategorie mit genug Injektiven
und ${i}\cal{A}\subset\cal{A}$ die Kategorie aller\label{ESAa} 
injektiven Objekte von %Vorher\label{ESA}
$\cal{A}$. Man betrachte die   Kategorie
$\op{Hot}^{0+}({i}\cal{A}) 
\pdef\{ X \in \op{Hot}({i}\cal{A}) \mid X^q=0
$
 falls $ q< 0$ und $\cal{H}^{q}X=0
$ falls $ q\neq 0\}$. So gilt:
\begin{enumerate}
\item
Das Bilden der nullten Kohomologie induziert eine "Aquivalenz von
Kategorien
$\cal{H}^0:\op{Hot}^{0+}({i}\cal{A}) \sirra \cal{A}$;
\item
Das Bilden der nullten Kohomologie  induziert eine "Aquivalenz von
Kategorien
$$\begin{array}{ccc}
\left\{ \begin{array}{c}
\text{ausgezeichnete Dreiecke}\\ X \ra Y \ra Z \ra {[1]X}\\
\text{in }\op{Hot}({i}\cal{A})\text{ mit } X,Y,Z \in\op{Hot}^{0+}({i}\cal{A}) \end{array} \right\} &
\sirra & \left\{ \begin{array}{c}
\text{kurze exakte}\\ \text{Sequenzen in $\cal{A}$} \end{array}
\right\}
\end{array}$$

\end{enumerate}
\end{Theorem}


\begin{Bemerkungw}
Wir werden wir dieses Resultat in einer besseren  
Terminologie in \ref{KESA} wiederfinden.
\end{Bemerkungw}



\begin{proof}[Beweis]
Der erste Teil folgt sofort aus dem Hauptlemma der homologischen Algebra 
\eref{IaU}{TG}.
F"ur den Rest des Beweises f"uhren wir eine bequeme
Terminologie ein und nennen die im Satz
beschriebenen ausgezeichneten Dreiecke
von $\op{Hot}({i}\cal{A})$  \glqq speziell\grqq.
Die Homologiesequenz \ref{HAD} zeigt, da"s $\cal{H}^{0}$ aus jedem unserer
speziellen ausgezeichneten Dreiecke eine kurze exakte Sequenz
macht. Nach Teil 1 liefert also $\cal{H}^0$ schon mal einen treuen Funktor von
unserer Kategorie von speziellen
ausgezeichneten Dreiecken in die Kategorie der kurzen
exakten Sequenzen aus $\cal{A}$.
Als n"achstes zeigen wir, da"s unser Funktor surjektiv ist auf
Isomorphieklassen von Objekten. Hierzu m"ussen wir uns daran erinnern,
da"s wir in
\eref{EDF}{TG} gezeigt hatten, da"s in einer abelschen Kategorie mit genug
Injektiven jede
kurze exakte Sequenz $A\hra B\sra C$
isomorph ist zum Kernkomplex eines Doppelkomplexes
aus injektiven Objekten mit in positiven Graden exakten Spalten
und kurzen exakten Zeilen. Da diese notwendig spalten, hat unser
Doppelkomplex die Gestalt 
$$\begin{array}{ccccc}
\ua&&\ua&&\ua\\
I^{2}&\hra &I^2\oplus J^2&\sra&J^2\\
\ua&&\ua&&\ua\\
I^1&\hra &I^1\oplus J^1&\sra&J^1\\
\ua&&\ua&&\ua\\
I^0&\hra &I^0\oplus J^0&\sra&J^0\\
\ua&&\ua&&\ua\\
A&\hookrightarrow &B &\twoheadrightarrow &C
\end{array}$$
Die mittlere Vertikale ist folglich der
Abbildungskegel ${\op{K}}(u)$ einer Kettenabbildung $u:[-1]J\ra I$
und das ausgezeichnete Dreieck
$[-1]J\ra I\ra {\op{K}}(u)\ra J$ liefert mit Drehen ein ausgezeichnetes Dreieck
$I\ra {\op{K}}(u)\ra J\ra [1]I$.
Jetzt m"ussen wir noch zeigen, da"s unser Funktor $\mathcal H^0$ volltreu
ist. Seien dazu zwei spezielle ausgezeichnete Dreiecke $(X,Y,Z)$ und
$(X^{\prime},Y^{\prime},Z^{\prime})$ gegeben. Jeder
Morphismus der zugeh"origen kurzen exakten Sequenzen liefert ein
Diagramm
$$\begin{array}{ccccccc}
X& \ra &Y& \ra &Z & \ra & {[1]X}\\[2mm]
 f\downarrow\;\;& & g\downarrow\;\; & 
& h \downarrow \;\;& & f\downarrow \\[2mm]
X^{\prime} &\ra & Y^{\prime} & \ra & Z^{\prime} &\ra&
[1]X^{\prime}
\end{array}$$
mit der Eigenschaft, da"s darin die beiden linken Quadrate kommutieren.
Nun beachten wir $$\op{Hot} ({[1]X},Z^{\prime})=0$$ nach dem
Lemma \eref{IaU}{TG} "uber injektive Aufl"osungen und folgern aus
\ref{Hhn} die Injektivit"at von $\op{Hot} (Z,Z^{\prime}) \ra
\op{Hot} (Y,Z^{\prime})$.
In anderen Worten ist unser Morphismus 
$h : Z \ra Z^{\prime}$ der einzige
Morphismus von $Z$ nach $Z^{\prime}$, der das mittlere Quadrat zum
Kommutieren bringt.
Andererseits gibt es aber nach \ref{MB} einen Morphismus von $Z$
nach $Z^{\prime}$, der alle drei Quadrate zum Kommutieren bringt.
Damit ist klar, da"s $(f,g,h)$ schon ein Morphismus von Dreiecken
sein mu"s.
\end{proof}


\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}\label{Eh}
Gegeben  ein kommutatives Diagramm mit 
ausgezeichneten Dreiecken in den Horizontalen
$$\begin{array}{ccccccc}
X &\ra &Y& \ra & Z& \ra & {[1]X}\\
\downarrow & & \downarrow & & & & \downarrow\\
X^{\prime}&\ra & Y^{\prime}&\ra & Z^{\prime}&\ra & [1]X^{\prime}
\end{array}$$
gibt es nach \ref{MB} einen 
Morphismus $Z \ra Z^{\prime}$, der es kommutativ
vervollst"andigt. Man zeige, da"s unter der 
Annahme $\op{Hot}_{\cal{I}} ({[1]X}, Z^{\prime})=0$ dieser Morphismus
$Z \ra Z^{\prime}$ sogar eindeutig bestimmt ist.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{EDP}
Gibt es zu einem Morphismus aus einem 
ausgezeichneten Dreieck keinen von Null verschiedenen
Morphismus in die Gegenrichtung, so wird 
der fragliche Morphismus bereits durch die beiden anderen
eindeutig festgelegt.
Sind also in Formeln $X \overset{u}{\ra} Y \overset{v}{\ra} Z 
\overset{r,s}{\lra} {[1]X}$ 
ausgezeichnete
Dreiecke f"ur zwei Morphismen $r,s : Z \ra {[1]X}$ 
und gilt $\op{Hot}_{\cal{I}} ({[1]X},Z)=0$, so
folgt $r =s$.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}\label{qiHO} 
Ist $\mathcal A$ eine abelsche Kategorie und
$M\qri N$ ein Quasiisomorphismus von Komplexen in 
$\op{Ket}_{\mathcal A}$ und $P$ ein Komplex projektiver Objekte 
von $\mathcal A$, der in Richtung der Differentiale beschr"ankt
ist, so ist auch die auf den $\op{Hom}$-Komplexen
induzierte Abbildung ein Quasiisomorphismus
$$\op{Hom}_{\mathcal A}(P,M)\qri \op{Hom}_{\mathcal A}(P,N)$$
Man folgere f"ur eine abelsche Kategorie  $\mathcal A$ 
mit genug Projektiven und
genug Injektiven kanonische Isomorphismen\label{rlExt} 
$\op{lExt}_q^{\mathcal A}(M,N)\sira \op{Ext}^q_{\mathcal A}(M,N)$.
Hinweis: Man erg"anze unseren Quasiisomorphismus 
zu einem ausgezeichneten Dreieck $M\qri N\ra K\ra$ 
in $\op{Hot}_{\mathcal A}$ und
beachte, da"s dann $K$ exakt ist. Mit dem Hauptlemma der 
homologischen Algebra \eref{HLHA}{TS} folgt
$\op{Hot}_{\mathcal A}([q]P,K)=0$ f"ur alle $q$ 
und \nichtfinal{wegen ?? ist dann der Hom-Komplex
$\op{Hom}_{\mathcal A}(P,K)$ exakt und} 
  mit der langen exakten Sequenz \ref{Hhn} folgt die Behauptung.
Noch st"arkere Aussagen in dieser Richtung enth"alt die Interpretation
\eref{ErAM}{TD} von $\op{Ext}$ und dem a priori
anders definierten $\op{lExt}$ als dieselben  Morphismenr"aume
in der derivierten Kategorie.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}
In einer Schmelzkategorie mit stabil universellen Verschmelzungen und interner triangulierter Struktur bilden die
  starren Objekte stets eine volle triangulierte Unterkategorie.
  Hinweis: \eref{sIh}{TSK}. Insbesondere besteht die vom Eins\-ob\-jekt
  erzeugte volle triangulierte Unterkategorie $\langle\mathbb I\rangle_\Delta$
  stets aus starren Objekten.\label{stri} 
\end{Ubung}



  


 


\subsection{Triangulierte Funktoren} 
\begin{Bemerkungl}
Ein {\bf $\DZ$-Funktor}\index{Z-Funktor@$\DZ$-Funktor} 
$F: \cal{A} \ra \cal{B}$ 
von  $\DZ$-Kategorien\label{Zfu} 
ist definiert als ein Paar $(F,u)$ bestehend aus einem Funktor $F$ 
nebst einer Isotransformation
$u: [1] \circ F \siRa F \circ [1]$,
die die \defnoind{$\DZ$-Struktur}\index{Z-Struktur@$\DZ$-Struktur}  
unseres $\DZ$-Funktors hei"sen m"oge. Die Verkn"upfung von $\DZ$-Funktoren sei
 definiert durch $(F,u)\circ (G,v)=(F\circ G, uG\circ
  Fv)$.  Sie ist assoziativ.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Gegeben eine  $\DZ$-Struktur $u$ eines Funktors 
wie eben ist auch 
ihr Negatives $(-u)$ eine  $\DZ$-Struktur f"ur denselben Funktor. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Die Menge aller $\DZ$-Funktoren von einer $\DZ$-Kate\-gorie $\mathcal A$ in
  eine $\DZ$-Kate\-gorie $\mathcal B$ notieren wir $\op{Cat}^\DZ(\mathcal
  A,\mathcal B)$.   \nichtfinal{N"otig? Gegeben ein Universum $\mathfrak U$ wie in
  \eref{KatKa}{LA2} bezeichne $\mathfrak U\!\op{Cat}^\DZ$ die Kategorie aller
  $\DZ$-Kategorien, deren zugrundeliegende Kategorie eine $\mathfrak
  U$-Kategorie ist. Als Morphismen von
$\mathfrak U\!\op{Cat}^\DZ$ nehmen wir unsere $\DZ$-Funktoren.} 
\end{Bemerkungl}


\begin{Definition}\label{vvT}
  Eine {\bf $\DZ$-vertr"agliche}\index{$\DZ$-vertr"aglich!Transformation}
  oder kurz
{\bf vertr"agliche Transformation}\index{vertr"aglich!Transformation von $\DZ$-Funktoren} 
$ (F,u) \RA (G,v)$ 
zwischen\index{Transformation!vertr"agliche!von $\DZ$-Funktoren}   
$\DZ$-Funktoren ist eine Transformation $\tau : F\RA G,$ die
mit den jeweiligen $\DZ$-Strukturen 
vertr"aglich ist in dem Sinne, da"s das Diagramm 
 von Transformationen
\begin{displaymath}
\xymatrix{
[1]\circ F \ar@{=>}[r]^{u}\ar@{=>}[d]_{[1] \tau} 
& F  \circ[1] \ar@{=>}[d]^{\tau  [1]}\\
[1]\circ G \ar@{=>}[r]^{v} &G \circ [1]
}
\end{displaymath}
kommutiert.
Jede Verkn"upfung vertr"aglicher Transformationen ist wieder ver\-tr"ag\-lich
und die Menge $\op{Cat}^\DZ(\mathcal A,\mathcal B)$ wird mit diesen
Transformationen als Morphismen eine Kategorie. Wir notieren 
 die Menge der vertr"aglichen 
Transformationen $$
\op{Cat}^\DZ(\mathcal A,\mathcal B)(F,G)$$
oder abk"urzend $\op{Trans}^{\DZ} (F,G)$.\index{Trans@$\op{Trans}^{\DZ}$
vertr"agliche Transformationen} 
Eine Adjunktion $(L,R)$ von 
$\DZ$-Funktoren nennen wir eine \defind{vertr"agliche Adjunktion}, 
wenn die zugeh"origen Transformationen 
$\op{Id} \RA RL$ und $LR \RA \op{Id}$ vertr"aglich
sind. Gegeben eine Adjunktion zwischen  Funktoren 
zwischen zwei $\DZ$-Kategorien
existiert
f"ur jede $\DZ$-Struktur auf einem der beiden genau eine
$\DZ$-Struktur auf dem anderen derart, 
da"s die 
Adjunktion mit diesen $\DZ$-Strukturen vertr"aglich ist.  
\end{Definition}

\begin{Bemerkungw}
Man kann auch allgemeiner f"ur eine beliebige Gruppe
$\Gamma$ den Begriff einer $\Gamma$-Kategorie und eines $\Gamma$-Funktors und einer vertr"aglichen Transformation und einer vertr"aglichen Adjunktion von $\Gamma$-Funktoren
einf"uhren. Das will ich hier nicht weiter verfolgen. 
\end{Bemerkungw}
\begin{Definition}
Ein {\bf triangulierter Funktor}\index{trianguliert!Funktor}    
von einer triangulierten Kategorie
in eine weitere ist ein additiver\label{triF} 
\hyperref[Zfu]{$\DZ$-Funktor}, der ausgezeichnete Dreiecke zu
ausgezeichneten Dreiecken macht.
\end{Definition}

\begin{Definition}
 Eine Menge von Objekten einer 
triangulierten Kategorie 
hei"st ein {\bf trianguliertes System},\index{trianguliert!System} 
 wenn\index{System!trianguliertes}\label{VerdSt} 
gilt:
\begin{enumerate}
\item Das  Nullobjekt geh"ort zu unserer Menge;
\item Mit je zwei Objekten
    eines ausgezeichneten Dreiecks geh"ort auch das Dritte zu unserer Menge.
\end{enumerate}
Ein trianguliertes System, das mit jedem Objekt 
auch alle seine direkten Summanden enth"alt, nennen wir ein 
\defind{Verdiersystem}.\label{VerdS} 
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Nach der Definition einer triangulierten
Kategorie \ref{DtrK} haben wir f"ur jedes Objekt $X$
ein ausgezeichnetes Dreieck
 $(X,0,[1]X)$ und jeder Isomorphismus $X\sira Y$ pa"st in ein
ausgezeichnetes Dreieck $(X,Y,0)$.
Folglich geh"oren  zu einem gegebenen 
triangulierten System mit einem Objekt $X$ auch alle $[n]X$ und alle zu $X$  isomorphen Objekte.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}] 
Kashiwara und Schapira verwenden  in  \cite{KS} die Bezeichnung 
\defind{Nullsystem} f"ur das, was ich ein trianguliertes 
System nenne. Der Terminologie von
Kashiwara und Schapira folge ich
nicht, da ich derartige Systeme 
keineswegs nur betrachten will, um sie wegzuteilen.
Die Bezeichnung als \glqq Verdiersystem\grqq\  ist nicht "ublich.
Verdier selbst benutzt die Bezeichnung 
{\bf souscat\'egorie \'epaisse}\index{epaisse@\'epaisse!souscat\'egorie}.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
Verstehen wir  ein trianguliertes 
System als volle Unterkategorie, so erbt es in
  nat"urlicher Weise die Struktur einer triangulierten Kategorie.
Diejenigen 
Objekte, die von einem triangulierten Funktor zu Null gemacht werden,
bilden offensichtlich sogar ein Verdiersystem. Das kleinste 
triangulierte System beziehungsweise
Verdiersystem, das eine
vorgegebene Menge von Objekten umfa"st, bezeichnen wir als
das {\bf von dieser Menge erzeugte\index{erzeugt!Verdiersystem} 
triangulierte System} beziehungsweise {\bf Verdiersystem}.
Das von einer Menge von
Objekten $\cal{N}$ 
erzeugte triangulierte System  notieren wir 
$\langle\cal{N}\rangle=\langle\cal{N}\rangle_\Delta=\langle_!\cal{N}\rangle_\Delta$.
Hier  verwenden 
wir einen unteren Index $\Delta$, 
wenn wir betonen wollen, da"s das triangulierte Erzeugnis 
gemeint ist, und in Anlehnung an unsere 
Vereinbarung aus \eref{NfE}{AL} das untere Ausrufezeichen, 
wenn wir betonen wollen, da"s das Symbol in der Klammer 
nicht einen einzelnen Erzeuger meint, sondern ein ganzes 
System von Erzeugern.
Besteht $\cal{N}$ aus einem einzigen
Objekt $N$, so schreiben wir auch k"urzer
$\langle N\rangle$ oder 
$\langle N\rangle_\Delta$.\index{)5>@$\langle\;\rangle=\langle\;\rangle_\Delta$ 
trianguliertes Erzeugnis}
F"ur das von was auch immer erzeugte Verdiersystem verwenden wir
analog die Notation $\langle\;\rangle_{\Delta\ominus}$.
\index{)5>@$\langle\;\rangle=\langle\;\rangle_{\Delta\ominus}$ 
Verdier-Erzeugnis}
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
  In der Homotopiekategorie der Kategorie der Vektorr"aume "uber
einem K"orper $k$ besteht das von $k^2$ erzeugte Verdiersystem
aus allen in beide Richtungen 
beschr"ankten Komplexen mit endlichdimensionalen Eintr"agen.
Das von $k^2$ erzeugte triangulierte System enth"alt jedoch nur 
beschr"ankte Komplexe mit endlichdimensionalen Eintr"agen und
gerader Eulercharakteristik, wir haben also 
$\langle k^2\rangle_{\Delta}\neq\langle k^2\rangle_{\Delta\ominus}$.
\end{Beispiel}
\begin{Proposition}[\textbf{Volltreuheit triangulierter Funktoren}] 
  Ist ein triangulierter Funktor $F:\mathcal T\ra \mathcal S$ 
  volltreu auf einer vollen
  unter allen Verschiebungen $[n]$ stabilen %am 9.10 erg"anzt
  Unterkategorie $\mathcal A\subset \mathcal T$,
  so ist er auch volltreu auf dem von dieser\label{VTTr} 
  Unterkategorie erzeugten  Verdiersystem
  $\langle\mathcal A\rangle_{\Delta,\ominus}$.
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
Das Anwenden dieser Erkenntnis bezeichnet man oft als 
{\bf d\'{e}vissage}\index{devissage@d\'{e}vissage},  franz"osisch
f"ur \glqq Aufschrauben\grqq.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Gegeben $Y\in \mathcal T$
bilden die Mengen von Objekten
$$\mathcal T_Y\pdef\{X\in \mathcal T\mid \mathcal T(X, Y[n])
\sira  \mathcal S(FX, FY[n])\;\forall n\}$$
$$_Y\mathcal T\pdef\{Z\in \mathcal T\mid \mathcal T(Y[n],Z)
\sira  \mathcal S(FY[n], FZ)\;\forall n\}$$
 Verdiersysteme in $\mathcal T$ aufgrund der langen exakten Sequenzen
\ref{Hhn} und dem F"unferlemma, wie Sie als "Ubung \ref{VDShh}
ausschreiben m"ogen. Unsere Annahme an $\mathcal A$
liest sich in diesen Notationen als  
$\mathcal A\subset{_B\mathcal T}\cap \mathcal T_B\;\forall B\in \mathcal A$.
Sie impliziert somit $\langle \mathcal A\rangle_{\Delta,\ominus}
\subset{_B\mathcal T}\cap \mathcal T_B\;\forall B\in \mathcal A$.
Das hinwiederum zeigt unmittelbar 
$\mathcal A\subset{_C\mathcal T}\cap \mathcal T_C\;
\forall C\in \langle \mathcal A\rangle_{\Delta,\ominus}$ und damit $\langle \mathcal A\rangle_{\Delta,\ominus}\subset{_C\mathcal T}\cap \mathcal T_C\;
\forall C\in \langle \mathcal A\rangle_{\Delta,\ominus}$. Das schlie"slich
war genau unsere
Behauptung. 
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kriterium f"ur triangulierte "Aquivalenzen}]
  Ist ein triangulierter Funktor $F:\mathcal T\ra \mathcal S$
  von triangulierten Kategorien
  volltreu auf einer vollen\label{VTTrv} 
  unter allen Verschiebungen $[n]$ stabilen %am 9.10 erg"anzt
  Unterkategorie $\mathcal A\subset \mathcal T$, so induziert er eine
  "Aquivalenz
  $$F: \langle \mathcal A\rangle_{\Delta}\sirra \langle F\mathcal A\rangle_{\Delta}
  $$
  In der Tat ist unser Funktor volltreu nach \ref{VTTr} und folglich ist sein
  Bild wieder ein trianguliertes System. 
\end{Bemerkungl}


  \subsubsection*{"Ubungen}


\begin{Ubung}\label{egtt} 
 Ist ein triangulierter Funktor eine "Aquivalenz von Kategorien, 
so ist auch jeder dazu quasiinverse Funktor trianguliert. In anderen
Worten kann man unter keinen Umst"anden in einer triangulierten Kategorie 
noch zus"atzliche Dreiecke auszeichnen derart, da"s man wieder eine 
triangulierte Kategorie erh"alt.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Man betrachte den Funktor $\mathbb D$, 
der jedem Komplex $C$ von abelschen Gruppen
seinen dualen Komplex $\mathbb D C\pdef C^\ast$ 
im Sinne von \eref{dD}{TG} zuordnet, und versehe ihn
mit der $\DZ$-Struktur, 
die durch diejenigen Morphismen $[1]\mathbb D C\sira \mathbb D [1]C$ 
erkl"art wird, die auf der Komponente vom Grad 
$n$ beider Komplexe das $(-1)^n$-fache der offensichtlichen 
Identifikation sind.
Mit dieser $\DZ$-Struk\-tur ist $\mathbb D$  ein triangulierter Funktor
$$\mathbb D:\op{Hot}_{\op{Ab}}\ra \op{Hot}_{\op{Ab}}^{\op{opp}}$$
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Gegeben ein triangulierter Funktor $F:\mathcal T\ra \mathcal S$
  und $Y\in \mathcal T$ bilden die Objekte $X\in \mathcal T$ mit
  $\mathcal T(X,[q]Y)\sira \mathcal S(FX,F[q]Y)$ f"ur alle $q\in\DZ$
  ein Verdiersystem in
  $\mathcal T$.\label{VDShh} 
\end{Ubung}



\subsection{Quotienten triangulierter Kategorien}
  \begin{Bemerkungl}
    Seien $\cal{T}$ eine \hyperref[DtrK]{triangulierte Kategorie}
 und $\cal{N}$ eine Menge von
    Objekten von $\cal{T}$. Im folgenden konstruieren wir  ein Paar
    $(\cal{T}/\cal{N},\op{can})$ bestehend aus einer triangulierten Kategorie
    $\cal{T}/\cal{N}$ und einem \hyperref[triF]{triangulierten Funktor}
 $\op{can}: \cal{T} \ra
    \cal{T}/\cal{N}$ derart, da"s gilt:
    \begin{enumerate}
    \item Jedes Objekt aus $\cal{N}$ wird unter $\op{can}$ zu Null in
      $\cal{T}/\cal{N};$
    \item Ist $\cal{D}$ eine weitere triangulierte Kategorie und $F: \cal{T}
      \ra \cal{D}$ ein triangulierter Funktor, der alle Objekte aus $\cal{N}$
      zu Null macht, so gibt es genau einen triangulierten Funktor $\tilde{F}
      : \cal{T}/\cal{N} \ra \cal{D}$ mit $F = \tilde{F} \circ \op{can}$.
    \end{enumerate}
Ein derartiges Paar ist in der 
"ublichen Weise eindeutig bis auf
eindeutigen Isomorphismus. 
Wir nennen es
den {\bf trianguierten Quotienten von $\cal{T}$ nach
      $\cal{N}$}.\index{triangulierter Quotient}
  \end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
 Seien $\cal{T}$ eine \hyperref[DtrK]{triangulierte Kategorie}
 und $\cal{N}$ eine Menge von
    Objekten von $\cal{T}$. Ist $F:\cal{T}\ra\cal{D}$ ein triangulierter Funktor
in eine weitere triangulierte  Kategorie, der die Objekte aus $\cal{N}$ 
zu Null macht und f"ur den der induzierte Funktor eine
"Aquivalenz von Kategorien $\tilde{F}:\cal{T}/\cal{N}\sirra \cal{D}$ ist, 
so nenne
ich $F$ einen {\bf Quo\-tien\-ten\-funk\-tor} oder  genauer,
wenn ich Verwechslungen mit
Quotientenfunktoren im Kontext abelscher Kategorien 
vermeiden will, einen
{\bf triangulierten
  Quotientenfunktor}.\index{Quotientenfunktor!triangulierter}
Man erinnere, da"s nach \ref{egtt} in diesem Fall jeder Quasiinverse zu
unserer "Aquivalenz auch trianguliert ist. 
\end{Bemerkungl}



\begin{Satz}[\textbf{Triangulierter Quotient nach trianguliertem System}] 
Seien $\mathcal{T}$ eine  triangulierte Kategorie 
und $\mathcal{K} \subset \mathcal{T}$ 
ein \hyperref[VerdSt]{trianguliertes System}.\label{KTQu}
So gilt: 
\begin{enumerate}
\item
  Die Menge
  $S (\mathcal{K})$\index{S(K)@$S (\mathcal{K})$ Morphismen
    mit Kegel in $\mathcal K$} 
aller Morphismen mit Kegel in $\mathcal{K}$ ist ein
\hyperref[MuSy]{Oresystem};
\item
Die an $S(\mathcal{K})$ 
\hyperref[EAdLl]{lokalisierte Kategorie} $\mathcal{T}_{S(\mathcal{K})}$ 
wird eine triangulierte
Kategorie, wenn wir sie mit der von $\mathcal{T}$ 
induzierten $\DZ$-Operation $[1]$ versehen und als ausgezeichnete
Dreiecke alle Dreiecke nehmen, die 
isomorph sind zu Bildern ausgezeichneter Dreiecke von $\mathcal{T}$;
\item
Der Funktor $Q:\mathcal{T} \ra \mathcal{T}_{S(\mathcal{K})}$ ist ein
triangulierter Quotient von $\mathcal{T}$ nach $\mathcal{K}$.
Die davon annullierten Objekte sind genau alle direkten Summanden
von Objekten von $\mathcal{K}$ 
und die davon zu Isomorphismen gemachten Morphismen  genau alle Morphismen 
mit
Abbildungskegel in derartigen Summanden, die mithin sogar ein
\hyperref[saet]{ges\"{a}ttigtes} Oresystem bilden. 
\end{enumerate}
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Triangulierte Quotienten durch Lokalisierung}]
Mit diesem Satz
ist auch klar, da"s f"ur jede Menge
von Objekten $\mathcal N$ einer  triangulierten Kategorie $\mathcal T$
der triangulierte Quotient $\mathcal T/\mathcal N$\label{OOO}
existiert: 
Man wendet eben die Konstruktion
aus dem Satz an auf das von dieser Menge erzeugte triangulierte System
$\langle \mathcal N\rangle_{\Delta}$ und setzt also in Formeln 
$$\mathcal T/\mathcal N
\pdef \mathcal T_{S(\langle \mathcal N\rangle_{\Delta})}$$
Zus"atzlich zeigt unser Satz dann, da"s die von $\op{can}:\mathcal T\ra 
\mathcal T/\mathcal N$ 
zu Null gemachten Objekte genau die Objekte des von
$\mathcal N$ erzeugten Verdiersystems sind und da"s dieses Verdiersystem
aus allen direkten Summanden des von $\mathcal N$ erzeugten triangulierten Systems besteht.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
1.
Da"s unser System $S\pdef S (\mathcal{K})$ stabil ist unter Verkn"upfung, 
folgt sofort aus dem Oktaederaxiom.
Da"s sich jeder Winkel
\begin{displaymath}
\xymatrix{
& X\ar[d]^s\\
Y\ar[r]^f &Z
}
\end{displaymath}
mit $s \in S$ erg"anzen l"a"st zu einem kommutativen Diagramm
\begin{displaymath}
\xymatrix{
W\ar[r]^g \ar[d]_t & X \ar[d]^s\\
Y \ar[r]^f &Z
}
\end{displaymath}
mit $t \in S$ folgt auch aus dem Oktaederaxiom, 
indem man n"amlich erst das Dreieck
$X \rightarrow Z \rightarrow N 
\rightarrow$ "uber
$s$ bildet und damit den Oktaeder zur Komposition 
$Y \rightarrow Z \rightarrow
N$.
Dessen untere Ecke, also die dritte Ecke des Dreiecks "uber der
Komposition, ist dann das gesuchte $W$.
Sind schlie"slich $f, g : X \ra Y$ gegeben und $s \in S$ und $sf = sg$, also 
$s \circ (f-g)=0$, so betrachten wir das ausgezeichnete 
Dreieck "uber $s$ und folgern
mit \ref{Hhn} die Existenz von $h : X \ra W$ mit $(f-g) =r \circ h$.
\begin{displaymath}
\xymatrix{
V\ar@{..>}[r]^t  & X \ar@{-->}[dl]_h\ar[d]^{f-g}&&\\
 W\ar@{..>}[u]^{[1]} \ar[r]^r & Y \ar[r]^{s} & Z \ar[r]^{[1]}&
}
\end{displaymath}
Bilden wir nun, wie durch die gepunkteten Pfeile angedeutet, das
ausgezeichnete Dreieck "uber $h$, so haben wir $t \in S$ und 
$(f-g) \circ t=0$.
Damit haben wir gezeigt, da"s unser System linksore ist im Sinne
von \ref{RmS}. \nichtfinal{Sollte rechtsore vorziehen! Unsere Devise war
  \glqq rechts vor links\grqq!} Da"s es auch rechtsore sein mu"s, folgt durch
"Ubergang zur opponierten Kategorie.
\\[2mm]\noindent 
2. 
Nach \ref{LAdK} ist unsere lokalisierte Kategorie $\mathcal{T}_{S}$
additiv und der kanonische Funktor $\mathcal{T}\ra \mathcal{T}_{S}$
desgleichen. Die $\DZ$-Operation geht ohne Schwierigkeiten auf die
Lokalisierung "uber. Es bleibt, die Axiome f"ur ausgezeichnete Dreiecke
zu pr"ufen. Das G"ultigkeit des ersten Axioms $(X,X,0)$ ist offensichtlich.
Da jeder Morphismus von $\mathcal{T}_{S}$ isomorph ist zum
Bild eines Morphismus von $\mathcal{T}$, l"a"st sich auch jeder Morphismus
von $\mathcal{T}_{S}$ in ein ausgezeichnetes Dreieck einbetten.
Auch das Drehen von Dreiecken ist unproblematisch.
Wir zeigen nun das Axiom zur
Existenz einer Erg"anzung zu einem Morphismus ausgezeichneter Dreiecke.
Wir d"urfen dazu nach \ref{lkQ} ausgehen von einem kommutativen Diagramm
$$
\xymatrix{
  X\ar[r]  &Y  \ar[r] & Z \ar[r] &[1]X\\
    A\ar[r] \ar[d]\ar@{..>}[u]  &B \ar[d]\ar@{..>}[u] \ar[r] & C\ar@{-->}[u]\ar@{-->}[d] \ar[r] &[1]A\ar[d]\ar@{..>}[u]\\
X^{\prime} \ar[r] & Y^{\prime} \ar[r] &Z^{\prime} \ar[r] &[1]X^{\prime}
}
$$
in $\mathcal T$ mit ausgezeichneten Dreiecken aus $\mathcal T$ in den Horizontalen,  in denen
die gepunktelten Pfeile Morphismen aus $S$ sind und wir die
gestrichelten Pfeile nach dem entsprechenden Axiom in $\mathcal T$
dazu finden k"onnen. Nach \ref{123N} geh"ort dann der gestrichelte Pfeil
nach oben auch zu $S$ und das Erg"anzungsaxiom folgt f"ur die lokalisierte
Kategorie. Das Oktaederaxiom folgt wieder ohne weitere Schwierigkeiten daraus,
da"s jedes kommutative Dreieck in $\mathcal T_S$ isomorph ist zum
Bild eines kommutativen Dreiecks in $\mathcal T$.
\\[2mm]\noindent 
3. Die universelle Eigenschaft scheint mir evident.
Geht ein Objekt unter dem Quotientenfunktor nach Null,
so mu"s die Identit"at darauf zur Nullabbildung werden. 
Schreiben wir diese Bedingung in der Kategorie der Br"uche,
so impliziert sie leicht, da"s unser Objekt direkter Summand eines
Objekts von $\cal{K}$ sein mu"s. 
\end{proof}
 \begin{Lemma}
  Sei $\mathcal K \subset \mathcal T$ ein trianguliertes System in einer triangulierten Kategorie.
Haben bei einem Morphismus von ausgezeichneten Dreiecken zwei der Objektmorphismen Kegel\label{123N} 
in $\mathcal K$, so auch der Dritte.
 \end{Lemma}
\begin{proof}
 Wir argumentieren anhand des Diagramms
\begin{displaymath}
 \xymatrix{
&X \ar[r]\ar[d] \ar[dr] & Y \ar[d] \ar[r] & Z \ar[dr]\ar@{-->}[dd]\ar[rr]^-{[1]} &&\\
&X^\prime \ar[d] \ar[r] &Y' \ar[dd]\ar[dr]\ar[rr] & 
&Z^\prime \ar@/^1pc/@{..>}[dl]\ar[r]^-{[1]} &\\
   &\ar@{..>}[l]^{[1]} \mathcal K &
   &W\ar@{..>}[ll]\ar@/^1pc/@{-->}[dl] \ar[dr]^-{[1]} && \\
&& \ar@{-->}[l]^-{[1]}\mathcal K \ar[d]^-{[1]}& &&\\
&&  & &&}
\end{displaymath}
Hierin haben wir durch zweimaliges Anwenden des Oktaederaxioms auf die beiden Kompositionen im
Rechteck oben links die beiden gestrichelt beziehungsweise gepunktelt
gezeichneten ausgezeichneten Dreiecke erhalten und sehen so,
da"s sowohl $Z \rightarrow W$ als auch $Z^\prime \rightarrow W$
Kegel in $\mathcal K$ haben. Mit nochmaligem Anwenden des Oktaederaxioms
auf die Komposition $Z\ra Z'\ra W$ folgt dann, da"s auch
$Z \rightarrow Z^\prime$ Kegel in $\mathcal K$ hat.
\end{proof}

\begin{Proposition}[\textbf{Entfaltung f"ur triangulierte Quotienten}] 
Gegeben eine triangulierte Kategorie
$\mathcal{T}$ und darin eine Menge von Objekten $\mathcal{N}$ und ein
Objekt $I\in \mathcal T$ sind gleichbedeutend:\label{Vinj} 
\begin{enumerate}
\item
  Das Objekt $I$ ist $Q$-rechtsentfaltet f"ur $Q:\mathcal{T}\ra \mathcal{T}/\mathcal N$;
\item
  Das Objekt  $I$ ist $S$-rechtsentfaltet f"ur $S\pdef S(\langle \mathcal N\rangle_\Delta)$ das System aller Morphismen von $\mathcal T$ mit Kegel im
  von $\mathcal N$ erzeugten triangulierten System;
  \item
   Das Objekt  $I$ ist $S$-rechtsentfaltet f"ur $S\pdef S(\langle \mathcal N\rangle_{\Delta\ominus})$ das System aller Morphismen von $\mathcal T$ mit Kegel im
   von $\mathcal N$ erzeugten Verdiersystem;
 \item
   Es gilt $\mathcal T(N[q],I)=0$ f"ur alle $N\in\mathcal N$ und $q\in\DZ$.
\end{enumerate}
\end{Proposition}
\begin{proof}
  Nach der Beschreibung \ref{OOO} triangulierter Quotienten
  haben wir Isomorphismen von Kategorien
  $\mathcal{T}_{S(\langle \mathcal N\rangle_\Delta)}\sira
  \mathcal{T}_{S(\langle \mathcal N\rangle_{\Delta\ominus})}\sira\mathcal{T}/\mathcal N$.
  Das zeigt die "Aquivalenz der ersten drei
  Bedingungen an ein Objekt $I\in \mathcal T$.
  Nun erinnern wir aus \ref{AdLl}, da"s gegeben eine Menge $S$ von Morphismen
  einer Kategorie $\mathcal T$ ein Objekt $I\in \mathcal T$ rechtsentfaltet ist
  f"ur $S$ genau dann, wenn jeder $S$-Morphismus $X\ra Y$ eine Bijektion
  $\mathcal T(Y,I)\sira  \mathcal T(X,I)$ induziert. 
  Die letzte
  Bedingung folgt aus der zweiten Bedingung, da $0\ra N[q]$
  f"ur alle $N\in \mathcal N$
  Kegel in $\langle \mathcal N\rangle_\Delta$ hat, also einen
  Isomorphismus $\mathcal T(N[q],I)\sira \mathcal T(0,I)$
  induzieren mu"s, wenn die zweite
  Bedingung erf"ullt ist. Gilt umgekehrt die letzte Bedingung, so folgt
  erst $\mathcal T(K,I)=0\;\forall K\in \langle \mathcal N\rangle_\Delta$
  und dann folgt f"ur jeden Morphismus $X\ra Y$ mit Abbildungskegel $K$ 
  in $\langle \mathcal N\rangle_\Delta$, da"s er einen Isomorphismus
  $\mathcal T(Y,I)\sira \mathcal T(X,I)$ induzieren mu"s nach der
  langen exakten Homsequenz f"ur triangulierte Kategorien.
\end{proof}


\begin{Bemerkungl}\label{Vinjb} 
Gegeben eine triangulierte Kategorie
$\mathcal{T}$ und darin eine Menge von Objekten $\mathcal{N}$
setzen wir  $$\mathcal{N}^\perp\pdef \{I \in \mathcal{T} \mid
\mathcal{T} (N,I) = 0 \; \forall N \in \mathcal{N}\}$$ und
bezeichnen die Objekte von $\mathcal N^\perp$ als
{\bf $\mathcal N$-rechtsentfaltet}.\index{rechtsentfaltet!$\mathcal N$-rechtsentfaltet}
\index{)6perp@$\mathcal N^\perp$ rechtsentfaltete Objekte}  
 Offensichtlich ist
 $\mathcal{N}^{\perp}$ stets ein
 \hyperref[VerdS]{Verdiersystem}
 und nach \ref{Vinj} besteht es genau aus den  $S(\langle \mathcal N\rangle_{\Delta})$-rechtsentfalteten Objekten im Sinne von \ref{loki}. 
Insbesondere induziert
 der Quotientenfunktor\label{LAdQ} 
nach \ref{loki} einen volltreuen Funktor $\mathcal{N}^{\perp}\vra
\mathcal{T}/\mathcal{N}$
 und dessen essentielles Bild besteht aus denjenigen
 Objekten des Quotienten,
 auf denen der partielle Rechtsadjungierte des Quotientenfunktors existiert.
Opponiert setzen wir $^\perp\mathcal{N}\pdef \{P \in \mathcal{T} \mid
\mathcal{T} (P,N) = 0 \; \forall N \in \mathcal{N}\}$ und
bezeichnen die Objekte von $^\perp\mathcal N$ als
{\bf $\mathcal N$-linksentfaltet} und erhalten die opponierten Aussagen.\index{linksentfaltet!$\mathcal N$-linksentfaltet}
\index{)6perp@$\mathcal N^\perp$ linksentfaltete Objekte}\index{)6perp@$^\perp\mathcal N$ linksentfaltete Objekte} \end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Gegeben eine triangulierte Kategorie\label{LireE} 
$\mathcal{T}$ und darin eine Menge von Objekten $\mathcal{N}$
ist offensichtlich das Produkt einer Familie $\mathcal{N}$-rechtsentfalteter
Objekte, wenn es existiert, wieder $\mathcal{N}$-rechtsentfaltet.
Dasselbe gilt allgemeiner f"ur Limites $\mathcal{N}$-rechtsentfalteter
Objekte. Opponiert sind Kolimites $\mathcal{N}$-linksentfalteter 
Objekte wieder $\mathcal{N}$-linksentfaltet.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Triangulierte "Aquivalenz durch Adjunktion}]
  Gegeben
  $F:\mathcal T\ra \mathcal D$ ein triangulierter Funktor
  ist $\mathcal N\pdef \{N\in \mathcal T\mid F(N)=0\}$ ein Verdiersystem. 
  Besitzt $F$ einen volltreuen Rechtsadjungierten $R$ oder einen volltreuen
  Linksadjungierten, so ist
  $F$ ein Lokalisierungsfunktor nach \ref{vtal} und induziert folglich
  eine "Aquivalenz
  $\mathcal T_S\sirra \mathcal D$ f"ur das System $S$ aller Morphismen in
  $\mathcal T$, die unter $F$ zu Isomorphismen werden alias die Abbildungskegel
  in $\mathcal N$ haben.  Folglich induziert $F$,
  wenn er einen volltreuen Adjungierten besitzt, eine triangulierte
  "Aquivalenz\label{TAA} 
  $$\mathcal T/\mathcal N\sirra \mathcal D$$
\end{Bemerkungl}

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung} Seien $\mathcal{T}$ eine  triangulierte Kategorie 
und $\mathcal{K} \subset \mathcal{T}$ 
ein trianguliertes System. Man zeige:\label{NMQT} 
Genau dann wird ein Morphismus $\varphi: X\ra Y$ von $\mathcal T$
unter $Q:\mathcal T\ra \mathcal T/\mathcal K$ der Nullmorphismus, wenn er "uber ein
Objekt von $\mathcal K$ faktorisiert. Hinweis: Zun"achst zeige man,
da"s $Q(\varphi)=0$ gleichbedeutend dazu ist, da"s es $\psi:Z\ra X$ mit
Abbildungskegel in $\mathcal K$ gibt, f"ur das gilt $\varphi\circ \psi =0$.
Dann betrachte man das Oktaederaxiom f"ur diese Verkn"upfung.
\end{Ubung}


\subsection{Derivierte Kategorien}
\begin{Definition}\label{leHO}
Gegeben eine  abelsche Kategorie $\mathcal{A}$  bezeichnen wir den 
Ver\-dier\-quo\-tien\-ten im Sinne von \ref{KTQu} der zugeh"origen Homotopiekategorie
nach dem Verdiersystem aller exakten Komplexe mit
\begin{displaymath}
\op{Der}_\mathcal{A} =\op{Der} (\mathcal{A})\index{Der} 
\pdef \op{Hot} (\mathcal{A}) / (\text{exakte Komplexe})
\end{displaymath}
und nennen diese triangulierte Kategorie die 
\defind{derivierte Kategorie} {\bf von}
$\mathcal{A}$. 
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Nach der in \ref{KTQu} gegebenen Konstruktion 
ist die derivierte Kategorie einer abelschen Kategorie  die Lokalisierung
ihrer Homotopiekategorie nach allen Quasiisomorphismen alias Morphismen,
die Isomorphismen auf allen Homologieobjekten induzieren. 
Die universelle Eigenschaft der Lokalisierung liefert
uns folglich Funktoren
$$\cal{H}^i: \op{Der}(\mathcal{A}) \ra\cal{A}$$
mit der Eigenschaft, da"s jedes ausgezeichnete Dreieck eine 
lange exakte Sequenz liefert und da"s ein Morphismus ein
Isomorphismus ist genau dann, wenn er Isomorphismen auf allen 
$\cal{H}^i$ induziert. Morphismen in der derivierten
Kategorie notiere ich manchmal $\ra_{\op{Der}}$\index{)44@$\ra_{\op{Der}}$ Morphismus in $\op{Der}$} und
Isomorphismen $\sira_{\op{Der}}$.\index{)44@$\sira_{\op{Der}}$ Isomorphismus in $\op{Der}$}
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Gegeben ein Ring $A$ und ein Universum $\mathfrak U$
  mit $A\in \mathfrak U$ verwenden wir  auch die abk"urzenden Notationen
$\op{Der}_{A}\pdef\op{Der}(A\op{-Mod})$\index{Der@$\op{Der}_{A}=\op{Der}(A\op{-Mod})$}   und $\op{Der}_{-A}\pdef\op{Der}(\op{Mod-}A)$
  f"ur die derivierten Kategorien der entsprechenden Kategorien von $A$-Moduln
  aus unserem Universum, das wir oft nicht explizit notieren.  
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Ausgezeichnetes Dreieck zu  Sequenz von Komplexen}]
Gegeben eine kurze exakte Sequenz\label{Kzu} $$X \overset{f}{\hra} Y
\overset{g}{\twoheadrightarrow} Z$$ von  Komplexen in 
einer  abelschen Kategorie $\cal{A}$ betrachten wir in $\op{Ket}(\mathcal A)$
das Diagramm 
$$\begin{array}{ccccccccc}
X & \ra &Y &\ra & \op{Keg}(f) & \ra & [1]X\\
\| & &\| & &\downarrow & &\|\\
X & \ra & Y& \ra & Z & \ra^?&[1]X\\
\downarrow & &\| & &\| & &\da\\
{[-1]}\op{Keg}(g) & \ra & Y& \ra & Z &\ra &\op{Keg}(g)
\end{array}$$
mit dritter oberer Vertikale $(0,g)$ und unterer erster Vertikale $(f,0)^\top$.
Man erkennt, da"s diese
Vertikalen Quasiisomorphismen sind. Zum Beispiel betrachten 
wir f"ur die dritte Vertikale die lange exakte Homologiesequenz
der kurzen exakten Sequenz von Kettenkomplexen
$\op{Keg}(\op{id}_{X}) \hookrightarrow \op{Keg}(f)
\twoheadrightarrow Z$ und 
pr"ufen, da"s die Homologie 
von $\op{Keg}(\op{id}_{X})$ verschwindet.
Man erkennt weiter, da"s  die linken und mittleren Quadrate
kommutieren, wohingegen das rechte Rechteck in der
Homotopiekategorie kommutiert vermittels der Homotopie
$\op{Keg}(f)^n=Y^n\oplus X^{n+1}\sra Y^n\hra Z^{n-1}\oplus Y^{n}=\op{Keg}(g)^{n-1}$.
Es gibt also in der derivierten Kategorie genau einen Morphismus $Z\ra [1]X$,
der das obere und gleichbedeutend das untere Quadrat rechts zum Kommutieren bringt. Das so entstehende ausgezeichnete Dreieck 
 $$X \overset{f}{\hra} Y
\overset{g}{\twoheadrightarrow} Z \ra [1]X$$
nennen wir das {\bf ausgezeichnete Dreieck unserer kurzen exakten Sequenz von Komplexen}. 
Diese Konstruktion liefert sogar einen Funktor von der
Kategorie der kurzen exakten Sequenzen von Komplexen 
in die Kategorie der 
ausgezeichneten Dreiecke der derivierten Kategorie.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Ausgezeichnetes Dreieck zu kurzer exakter Sequenz}]
  Gegeben eine kurze exakte Sequenz $A\hra B\sra C$
  in einer abelschen Kategorie $\mathcal A$ gibt es genau
  einen Morphismus $C\ra [1]A$, der sie zu einem
  ausgezeichneten Dreieck der derivierten Kategorie erg"anzt. Hier folgt die
  Existenz aus \ref{Kzu} und die Eindeutigkeit aus "Ubung \ref{EDPn}
  und genau genommen verwenden wir im Vorgriff auch die Erkenntnis\label{adkes} 
  \ref{Absch}, die insbeondere $\op{Der}_{\mathcal A}([1]A,C)=0$ impliziert.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben eine abelsche Kategorie $\mathcal A$ nennen wir die in Bezug
  auf das Oresystem der Quasiisomorphismen in $\op{Hot}_{\mathcal A}$ im
  Sinne von \ref{loki} rechtsentfalteten Komplexe
  {\bf quisrechtsentfaltet}.\index{quisrechtsentfaltet}
 Per definitionem\label{qref} ist ein Komplex $I\in \op{Hot}_{\mathcal A}$ quisrechtsentfaltet
 genau dann, wenn f"ur jeden weiteren Komplex $X$ die Morphismen nach $I$
 dieselben sind in der Homotopiekategorie und der derivierten Kategorie, in Formeln $$Q:\op{Hot}_{\mathcal A}(X,I)\sira \op{Der}_{\mathcal A}(QX,QI)$$
 Nach \ref{AdLl} ist gleichbedeutend, da"s  jeder Quasiisomorphismus
 $X\qri Y$ eine Bijektion $\op{Hot}_{\mathcal A}(Y,I)\sira
 \op{Hot}_{\mathcal A}(X,I)$
 induziert, und nach \ref{Vinj}
 ist auch gleichbedeutend, da"s f"ur
 jeden exakten Komplex $N$ gilt $\op{Hot}_{\mathcal A}(N,I)=0$.
Analog erkl"aren wir {\bf quislinksentfaltete Komplexe}\index{quislinksentfaltet} und zeigen daf"ur analoge Charakterisierungen.
\end{Bemerkungl}

\begin{Proposition}[\textbf{Quisrechtsentfaltete Komplexe aus Injektiven}]
  Gegeben eine abelsche Kategorie $\mathcal A$ ist jeder gegen die Pfeile
  beschr"ankte Komplex aus injektiven Objekten quisrechtsentfaltet. 
  Des weiteren ist jeder Komplex aus injektiven Objekten mit verschwindendem Differential quisrechtsentfaltet.\label{DEIAa}
\end{Proposition}



\begin{proof}
  Quasiisomorphismen sind ja genau die Morphismen der Homotopiekategorie
  mit exaktem Abbildungskegel. Nach 
  \ref{LAdQ} ist also $I$ quisrechtsentfaltet genau dann, wenn
  f"ur jeden exakten Komplex $N$ gilt
  $\op{Hot}_{\mathcal A}(N,I)=0$. Das folgt jedoch f"ur jeden gegen die Pfeile
  beschr"ankten Komplex injektiver Objekte aus dem Hauptlemma der homologischen
  Algebra \eref{IaU}{TG}. Einen beliebigen Komplex mit verschwindendem Differential k"onnen wir nach \eref{pinHO}{TG} als Produkt in der Homotopiekategorie
  auffassen und Produkte von quisrechtsentfalteten Komplexen sind nach
  \ref{LireE} wieder quisrechtsentfaltet. Alternativ sieht man auch leicht ein,
  da"s sich jeder Quasiisomorphismus $I\qri Y$ von einem Komplex injektiver
  Objekte mit verschwindendem Differential zu einem weiteren Komplex so
  durch $Y\ra I$ verl"angern l"a"st, da"s die Verkn"upfung die Identit"at auf
  $I$ ist. Daraus folgt die Behauptung dann auch direkt. 
\end{proof}






\begin{Bemerkungl}
 Gegeben eine additive Kategorie $\mathcal{I}$ betrachten wir  in
 der triangulierten Kategorie  $\op{Hot}(\mathcal{I})$ das Verdiersystem
\index{Hot@$\op{Hot}$!$\op{Hot}^+$}
$ \op{Hot}^+ (\mathcal{I}) $ aller gegen die Pfeile
beschr"ankten Komplexe.
\end{Bemerkungl}

\begin{Korollar}[\textbf{Derivierte Kategorie und Komplexe von Injektiven}]
  Seien $ \mathcal{A}$ eine abelsche  Kategorie 
  und $i\mathcal{A}$ die volle additive Unterkategorie
  ihrer injektiven Objekte. So restringiert der Quotientenfunktor
  $Q:\op{Hot}(\mathcal{A})\ra \op{Der}(\mathcal A)$
  zu einem volltreuen Funktor\label{DEIA}
  $$\op{Hot}^+(i\mathcal{A})\vra \op{Der}(\mathcal A)$$
\end{Korollar}

\begin{proof}
  Das gilt sogar allgemeiner f"ur die volle Unterkategorie aller
  quisrechtsentfalteten Komplexe der Homotopiekategorie. 
\end{proof}
\begin{Bemerkungw}
  Wir zeigen in \ref{DkhD}, da"s gegeben eine abelsche Kategorie $\mathcal A$
  endlicher homologischer Dimension mit genug Injektiven jeder Komplex
  aus injektiven Objekten quisrechtsentfaltet ist und da"s die Lokalisierung
  eine "Aquivalenz $\op{Hot}({\op{i}}\mathcal A)\sirra \op{Der}(\mathcal A)$
  induziert.\label{IjkU} 
\end{Bemerkungw}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Erweiterungen als Morphismen}]
  Gegeben $A,B$ Objekte einer
  abelschen Kategorie  $\mathcal A$ mit genug Injektiven erhalten wir
  durch die Wahl einer injektiven Aufl"osung $B\hra I^\lhd$ und
  die in der Mitte durch \ref{DEIA} und sonst in offensichtlicher Weise
  gegebenen Isomorphismen 
  $$\mathcal H^q\mathcal A(A,I^\lhd)\sira \op{Hot}_{\mathcal A}(A,[q]I^\lhd)
  \sira \op{Der}_{\mathcal A}(A,[q]I^\lhd)\sira \op{Der}_{\mathcal A}(A,[q]B)$$
   eine Bijektion\label{ErAM} 
  $\op{Ext}_{\mathcal A}^q(A,B)\sira \op{Der}_{\mathcal A}(A,[q]B)$.
  Man pr"uft auch leicht,
  da"s sie unabh"angig ist von der Wahl der injektiven
  Aufl"osung von $B$. Hat opponiert $\mathcal A$ genug Projektive,
  so erhalten wir in derselben Weise  mit unseren
  durch projektive Aufl"osung des ersten Eintrags erkl"arten
  $\op{lExt}$ aus \eref{ExtL}{TG} Bijektionen
  $\op{lExt}^{\mathcal A}_q(A,B)\sira \op{Der}_{\mathcal A}(A,[q]B)$.
  F"ur allgemeines $\mathcal A$ 
  vereinbaren wir von nun an den entsprechenden Morphismenraum in der derivierten
  Kategorie als Definition der Ext-Gruppe und setzen also in
  Formeln\index{Ext@$\op{Ext}_{\mathcal A}^q(A,B)$ Erweiterungen!ohne genug Injektive} 
  $$\op{Ext}_{\mathcal A}^q(A,B)\pdef \op{Der}_{\mathcal A}(A,[q]B)$$
  Die Verkn"upfung von Morphismen
  hei"st in diesem Fall das {\bf Yoneda-Produkt}\index{Yoneda-Produkt} 
  $$\op{Ext}_{\mathcal A}^p(A,B)\times \op{Ext}_{\mathcal A}^q(B,C)\ra \op{Ext}_{\mathcal A}^{p+q}(A,C)$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Erweiterungen und Zentrum}]
  Gegeben eine abelsche Kategorie $\mathcal A$ und eine Selbsttransformation
  des Identit"atfunktors $z:\op{Id}_{\mathcal A}\RA \op{Id}_{\mathcal A}$
  und $A,B\in \mathcal A$ gilt f"ur die zugeh"origen Endomorphismen
  $z_A,z_B$ und jede Erweiterung $f\in \op{Ext}_{\mathcal A}^q(A,B)$
  die Identit"at $z_B\circ f = f\circ z_A$ f"ur das Yonedaprodukt.
  In der Tat gilt unsere Identit"at offensichtlich in der Homotopiekategorie,
  ja sogar in der Kategorie der Komplexe,\label{DeZe} 
  und sie folgt direkt f"ur die derivierte Kategorie. Das verallgemeinert
  unsere Erkenntnisse im Fall von Modulkategorien aus \eref{ExZe}{TG}.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungw}
  Aus \ref{Absch} wird folgen, da"s auch f"ur eine allgemeine abelsche Kategorie $\mathcal A$ und beliebige $A,B\in\mathcal A$ 
  gilt $\op{Der}_{\mathcal A}(A,[q]B)=0$ f"ur $q<0$. In \ref{vtre}
  zeigen wir, da"s  auch in dieser Allgemeinheit der offensichtliche
  Morphismus ein Isomorphismus 
 $\cal{A} (A,B)\sira \op{Der}_{\mathcal A} (A,B)$ ist.
\end{Bemerkungw}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Selbsterweiterungen}]
  Gegeben ein Objekt $M\in\mathcal A$ einer abelschen Kategorie bilden
  seine Selbsterweiterungen mit der Komposition von
  Morpismen der derivierten Kategorie als
  Multiplikation einen  graduierten Ring
  $$\op{Ext}_{\mathcal A}^*(M)\pdef\bigoplus\op{Ext}_{\mathcal A}^q(M,M)=\bigoplus\op{Der}_{\mathcal A}(M,[q]M)$$
  Wir nennen ihn den {\bf Ring der Selbsterweiterungen
    von $M$}.\index{Selbsterweiterungen}
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}[\textbf{Der Kohomologiering}]
Ist speziell $X$ ein topologischer Raum und bezeichnet
 $\op{Ab}_{/X}$ wie in \eref{DAg}{TG} die
Kategorie der abelschen Garben auf $X$, so liefert\label{GTH} 
f"ur alle $ \cal{F}\in \op{Ab}_{/X}$ das Auswerten auf dem konstanten Schnitt $1\in \Gamma(\DZ_X)$ einen Isomorphismus
$ \op{Ab}_{/X} (\Bbb{Z}_{X},
\cal{F}) \sira\Gamma \cal{F} $.
Wir folgern Isomorphismen
$\op{H}^{q}(X;\cal{F})={\op{R}}^q\Gamma(\mathcal F)\sira{\op{R}}^q(\op{Ab}_{/X} (\Bbb{Z}_{X},\;))(\mathcal F)= \op{Ext}^q_{\op{Ab}_{/X}} (\Bbb{Z}_{X},
\cal{F})\sira \op{Der}_{\op{Ab}_{/X}} (\Bbb{Z}_{X},
[q]\cal{F})$ nach der Definition \eref{GDF}{TG} der Garbenkohomologie
als derivierter Funktor, der Definition der Ext-Gruppen in abelschen Kategorien
mit genug Injektiven \eref{ExtA}{TG} und der Interpretation dieser
Ext-Gruppen als Morphismen in der derivierten Kategorie \ref{ErAM}.
Insbesondere erhalten wir so  Isomorphismen\label{hDM} von
abelschen Gruppen 
 $$\op{H}^{\ast}(X;\Bbb{Z}_{X})\sira
\op{Ext}^*_{\op{Ab}_{/X}}  (\Bbb{Z}_{X})\sira  \bigoplus\op{Der}_{\op{Ab}_{/X}}(\Bbb{Z}_{X},[q]\Bbb{Z}_{X})$$
Auf diese Weise erh"alt die Garbenkohomologie eines topologischen Raums 
die Struktur eines graduierten Rings. Wir nennen ihn
den\index{Kohomologiering!garbentheoretischer}
\defnoind{garbentheoretischen 
Kohomologiering},\index{garbentheoretischer Kohomologiering}
 um ihn vom singul"aren Kohomologiering aus
 \eref{SiK}{TS} zu unterscheiden. Seine Multiplikation hei"st weiter
 das {\bf cup-Produkt}\index{cup-Produkt!garbentheoretisches}
 oder auch das {\bf Yoneda-Produkt}.\index{Yoneda-Produkt!garbentheoretisches}
Vermittels der Verkn"upfung in der derivierten Kategorie von $\op{Ab}_{/X}$  erh"alt 
die Kohomologie
jeder abelschen Garbe 
die Struktur eines graduierten Rechtsmoduls "uber dem
garbentheoretischen Kohomologiering.
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungw}[\textbf{Graduierte Kommutativit"at des Kohomologierings}]
  Die graduierte Kommutativit"at
  des garbentheoretischen Kohomologierings
  eines topologischen Raums $X$ zeigen wir erst in \eref{KoGK}{TSF}.
  Wir leiten sie aus der Existenz eines derivierten Tensorprodukts
  abelscher Garben 
  oder genauer der Struktur
  einer Schmelzkategorie  auf $\op{Der}(\op{Ab}_{/X})$ ab.
  Dazu  m"ussen wir jedoch noch
  tiefer in die homologische Algebra einsteigen und sowohl 
  das Derivieren von Funktoren in mehreren Variablen erkl"aren als auch das
  Linksderivieren auf Situationen verallgemeinern, in denen  es nicht genug projektive Objekte gibt.
\end{Bemerkungw}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Triangulierte Funktoren zu exakten Funktoren}]
  Jeder additive Funktor $F:\mathcal A\ra\mathcal B$ induziert
  einen triangulierten Funktor $\op{Hot}_F:\op{Hot}_{\mathcal A}\ra \op{Hot}_{\mathcal B}$
  in nat"urlicher Weise. Sind $\mathcal A$ und $\mathcal B$
  abelsch und ist $F$ exakt, so macht $\op{Hot}_F$ exakte Komplexe zu exakten Komplexen\label{DeF} 
  und induziert folglich  einen triangulierten Funktor
  $$\op{Der}_F:\op{Der}_{\mathcal A}\ra \op{Der}_{\mathcal B}$$
  auf den derivierten Kategorien. Dieser Funktor hinwiederum induziert
  f"ur jedes Objekt $M\in \mathcal A$ einen Homomorphismus
  von
  graduierten Ringen
  $$\op{Ext}^*_{\mathcal A}(M)\ra \op{Ext}^*_{\mathcal B}(FM)$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungw}[\textbf{Triangulierte Funktoren zu additiven Funktoren}]
  Gegeben ein additiver Funktor $F:\mathcal A\ra\mathcal B$ zwischen abelschen
  Kategorien kann man auch dann, wenn er nicht exakt ist, in vielen F"allen
  immer noch sinnvoll zwei triangulierte Funktoren
  ${\op{R}}F,{\op{L}}F:\op{Der}_{\mathcal A}\ra \op{Der}_{\mathcal B}$
  auf den derivierten Kategorien erkl"aren, seinen
  \glqq Rechtsderivierten\grqq\ und seinen \glqq Linksderivierten\grqq.
  Im allgemeinen sind das aber nur noch partiell definierte triangulierte
  Funktoren. Mehr dazu wird in \ref{HdFoI} diskutiert.
\end{Bemerkungw}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Funktorialit"at des Kohomologierings}]
    Speziell erhalten wir f"ur jede stetige Abbildung $f:X\ra Y$  nach  \ref{DeF} mit dem exakten R"uckzug $f^*:\op{Ab}_{/Y}\ra \op{Ab}_{/X}$ und dem offensichtlichen  Isomorphismus $f^*\DZ_Y\sira \DZ_X$ einen\label{GHT} 
  Ringhomomorphismus $${\op{H}}^*(Y;\DZ_Y)\ra {\op{H}}^*(X;f^*\DZ_Y)\sira {\op{H}}^*(X;\DZ_X)$$ Der Leser mag zur
  "Ubung zeigen, da"s dieser Ringhomomorphismus mit unserem Zur"uckholen auf
  der Kohomologie aus \eref{ZHKoX}{TG} "ubereinstimmt.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kohomologie eines Komplexes als Morphismenraum}]
  Gegeben ein Ring $R$ und ein Komplex $L\in \op{Hot}(R\op{-Mod})$
  erhalten wir speziell  mit \eref{HHKK}{TS} und
  der opponierten Aussage zu \ref{DEIA} kanonische Isomorphismen\label{H00} von $R$-Moduln 
 $$\mathcal H^qL\sira \op{Hot}_{R}([-q]R, L)\sira \op{Der}_{R}([-q]R, L)$$
\end{Bemerkungl}









\begin{Bemerkungl}[\textbf{Totale Homologie}] 
  Gegeben eine abelsche Kategorie $\mathcal A$ betrachten wir die
  Funktoren $\mathcal Z, \mathcal B, \mathcal H:\op{Ket}_{\mathcal A}\ra \op{Ket}_{\mathcal A}$, die jedem Komplex $(X^q)$ den Komplex seiner
  Zykel, Bilder, oder Homologieobjekte
  $(\mathcal H^qX)$ mit verschwindenden Differentialen zuordnen.
  Wir haben kurze exakte Sequenzen von Komplexen $\mathcal Z X\hra X\sra [1]\mathcal BX$ und $\mathcal B X\hra \mathcal Z X\sra \mathcal HX$.
  Hat bereits $X$ selbst verschwindende Differentiale, so liefern sie
  Isomorphismen $X\sila \mathcal Z X\sira \mathcal H X$.\label{tHO} 
\end{Bemerkungl}

\begin{Proposition}[\textbf{Komplexe mit projektiver Homologie}]
  Gegeben eine abelsche Kategorie $\mathcal A$ ist der offensichtliche Funktor
  von der Kategorie aller Komplexe mit projektiven Eintr"agen und verschwindendem Differential  in die derivierte
  Kategorie ein volltreuer Funktor\label{KpH} 
  $$\op{Ket}^{d=0}({\op{p}}\mathcal A)\vra \op{Der}(\mathcal A)$$
   und induziert eine "Aquivalenz mit der vollen Unterkategorie
  aller Komplexe $X$ der derivierten Kategorie mit $\mathcal H^qX$ projektiv
  f"ur alle $q$.
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl} Analoges gilt f"ur Injektive. Ich habe hier die Projektiven
  vorgezogen, weil mir das Arbeiten mit Zykeln alias den Kernen der Differentiale  leichter f"allt als das Arbeiten mit den Kokernen der Differentiale.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
  Unser Funktor ist volltreu, da der offensichtliche Funktor
  ein Isomorphismus $\op{Ket}^{d=0}(\mathcal A)\sirra \op{Hot}^{d=0}(\mathcal A)$
  ist und da nach \ref{DEIAa} angewandt auf die opponierte Kategorie
  Komplexe aus projektiven Objekten mit verschwindendem Differential
  stets quislinksentfaltet sind. 
 Gegeben ein Komplex $X\in \op{Ket}(\mathcal A)$ mit $\mathcal H^qX$ projektiv
  f"ur alle $q$ gibt einen Morphismus $s:\mathcal HX\ra X$
  in $\op{Ket}(\mathcal A)$ derart, da"s $\mathcal Hs: \mathcal H\mathcal H X\ra \mathcal HX$ invers ist zum  offensichtlichen Isomorphismus
  $\mathcal HX\sira \mathcal H\mathcal H X$ aus \ref{tHO}.
   In der Tat k"onnen wir in diesem Fall die Surjektion $\mathcal Z^qX\sra \mathcal H^q X$ der Zykel auf die
  Homologie spalten. Dar"uberhinaus ist $s$ in der Homotopiekategorie
  eindeutig bestimmt. Sind in der Tat $s_1,s_2$ zwei Spaltungen, so landet
  $s_1-s_2$ in den Bildern  und
  faktorisiert mithin als $s_1-s_2:\mathcal H^qX\ra \mathcal B^q X$ und dieser Morphismus besitzt einen Lift $\delta: \mathcal H^qX\ra  X^{q-1}$ mit $s_1-s_2=d\delta$. Schlie"slich ist $s$ ein Quasiisomorphismus,
  induziert also einen Isomorphismus in der derivierten Kategorie.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}\label{gldim} 
    Gegeben eine abelsche Kategorie $\mathcal A$ hei"st das Supremum
    \begin{equation*}
      \op{hdim} (\mathcal A) \pdef
      \op{sup} \{ i \mid \exists  M, N \in \mathcal A \text{ mit }
      \op{Ext}_{\mathcal A}^{i} (M,N) \neq 0\}
    \end{equation*} die 
    {\bf homologische Dimension von $\mathcal A$}.
\index{homologische Dimension}\index{Dimension!homologische!einer Kategorie}
\index{hdim@$\op{hdim}$  homologische Dimension}
 Im Fall $ \op{hdim} (\mathcal A)<\infty$ sagen wir auch,
unsere abelsche Kategorie habe
{\bf endliche homologische Dimension}.\index{homologische Dimension!endliche} 
    Homologische Dimension $-\infty$ haben genau die
    {\bf Nullkategorien},\index{Nullkategorie} als da hei"st,
diejenigen abelschen  Kategorien, bei denen 
    alle Objekte Nullobjekte sind.
    Homologische Dimension $\leq 0$ haben  genau diejenigen
    abelschen  Kategorien, bei denen 
    alle kurzen exakten Sequenzen spalten. Derartige Kategorien hei"sen 
    {\bf halbeinfach}.\index{halbeinfach!abelsche  Kategorie}
    Abelsche Kategorien einer  homologischen Dimension $\leq 1$ 
    bezeichnet man  auch als 
 {\bf erbliche Kategorien},\index{erblich!abelsche  Kategorie}
    da sich bei ihnen die 
Eigenschaft der Projektivit"at auf Untermoduln vererbt. Diese Terminologie ist
allerdings gef"ahrlich, denn es gibt durchaus abelsche Kategorien,
die nicht von homologischer Dimension $\leq 1$ sind, 
bei denen sich aber dennoch die 
Eigenschaft der Projektivit"at auf Untermoduln vererbt, etwa weil sie 
au"ser der Null gar
keine
projektiven Objekte besitzen. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Derivierte Kategorien halbeinfacher Kategorien}]
  Gegeben eine halbeinfache Kategorie $\mathcal A$ ist jedes Objekt projektiv
  und nach \ref{KpH} ist der offensichtliche Funktor eine "Aquivalenz von
  Kategorien
  $$\op{Ket}^{d=0}(\mathcal A)\sirra \op{Der}(\mathcal A)$$
  Insbesondere gilt das f"ur die Kategorie der Vektorr"aume "uber einem K"orper.
\end{Bemerkungl}
\begin{Proposition}[\textbf{Derivierte Kategorien und homologische Dimension}]
  Gegeben eine abelsche  Kategorie $\mathcal A$ endlicher homologischer
  Dimension mit genug Projektiven\label{DkhD} 
  sind alle Komplexe aus Projektiven quislinksentfaltet und 
  zu jedem Komplex gibt es einen Quasiismorphismus von einem
  Komplex von Projektiven und die Lokalisierung liefert eine "Aquivalenz von Kategorien
   $$\op{Hot}({\op{p}}\mathcal A)\sirra \op{Der}(\mathcal A)$$ 
\end{Proposition}



\begin{Bemerkungl}
  Insbesondere gilt das f"ur die Kategorie
  der abelschen Gruppen $\mathcal A=\op{Ab}$ und allgemeiner f"ur
  die Kategorie der Moduln "uber einem Hauptidealring.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
  Nach \eref{AEPK}{TG} gibt es unter unseren Annahmen
  zu jedem Komplex einen Quasiisomorphismus von einem Komplex projektiver Objekte. Nach der Entfaltung durch Spaltung aus "Ubung
  \ref{urenx} m"ussen wir damit nur noch zeigen,
  da"s jeder Quasiisomorphismus in $\op{Hot}({\op{p}}\mathcal A)$ ein
  Isomorphismus ist.  Jeder Quasiisomorphismus
  in $\op{Hot}({\op{p}}\mathcal A)$ hat aber als Abbildungskegel einen
  exakten Komplex aus projektiven Objekten. Die Zykel solch eines Komplexes
  m"ussen selbst projektiv sein, da sie der Beginn eines exakten Komplexes
  aus projektiven Objekten sind und wir  endliche  homologische Dimension
  angenommen hatten. Damit folgt leicht, da"s unser Abbildungskegel
  nullhomotop sein mu"s, so da"s jeder Quasiisomorphismus
  in $\op{Hot}({\op{p}}\mathcal A)$ bereits ein Isomorphismus ist.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Quislinksentfaltung beschr"ankter Komplexe}]
  Besitzt  eine abelsche Kategorie
  $\mathcal A$ endliche homologische Dimension $\leq d$ und genug Projektive,
   so besitzt jeder Komplex $X\in \op{Hot}_{\mathcal A}^{\geq n}$
   eine Quislinksentfaltung in $\op{Hot}_{\mathcal A}^{\geq n-d}$. In der Tat finden
   wir nach \ref{DkhD} einen Quasiisomorphismus $P\qri X$ f"ur einen Komplex $P$
   aus Projektiven und $P$ ist exakt in den Graden $<n$. Dann aber mu"s der
   Kern des von $P^{n-d+1}$ ausgehenden Differentials bereits selbst projektiv sein.
   Ersetzen wir $P^{n-d}$ durch diesen Kern,\label{QLbK} 
   so erhalten wir die gesuchte Quislinksentfaltung.
   Alternativ k"onnen wir auch auf die in \eref{AEPK}{TG} gegebene Konstruktion
   zur"uckgehen, die direkt so eine Quislinksentfaltung liefert. 
 \end{Bemerkungl}



\begin{Proposition}[\textbf{Derivierte Kategorien erblicher Kategorien}]
  Gegeben eine erbliche  Kategorie $\mathcal A$ mit genug Projektiven
   induziert der offensichtliche Funktor\label{DKHa}  
   $$\op{Ket}^{d=0}(\mathcal A)\ra \op{Der}(\mathcal A)$$
   eine Bijektion auf Isomorphieklassen von Objekten.
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
  Insbesondere gilt das f"ur die Kategorie
  der abelschen Gruppen $\mathcal A=\op{Ab}$ und allgemeiner f"ur
  die Kategorie der Moduln "uber einem Hauptidealring. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof} Jedes Objekt der derivierten Kategorie ist
  unter unseren Annahmen nach
  \ref{DkhD} isomorph zu einem Komplex $P$ aus projektiven Objekten.
  Da wir unsere Kategorie erblich angenommen hatten, sind dann auch
  alle Bilder projektiv und wir finden Spaltungen der kurzen exakten 
Sequenzen $\op{ker} \partial \hookrightarrow P^k \twoheadrightarrow
\op{im} \partial$. Die zugeh"origen 
Kompositionen $P^k \twoheadrightarrow \op{ker} 
\partial \rightarrow \mathcal H^k
P$ induzieren einen Quasiisomorphismus $s:P \qri \mathcal H P$.
Er hat sogar die Eigenschaft, da"s $\mathcal H s$ invers ist zum
offensichtlichen Isomorphismus $\mathcal H \mathcal H P\sira \mathcal H P$. 
\end{proof}
 
\nichtfinal{Zusammenfassen: \ref{DEIAa}, \ref{DEIA}, \ref{KpH}, \ref{DkhD},
  \ref{DKHa}. In Beziehung setzen zu \eref{CWW}{TS}. Auch \ref{xqr}.} 


\begin{Bemerkungw}
  Produkte und Koprodukte
  von Objektfamilien in derivierten Kategorien diskutieren wir in
  \ref{PderKc}.
\end{Bemerkungw}


\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung} Gegeben ein Vektorraum $V$ "uber einem K"orper $K$ oder allgemeiner ein freier Modul "uber einem Kring $K$ zeige man,
  da"s unsere Isomorphismen $ \op{Ext}^i_{{\op{S}}V}(K,K)\sira \op{Alt}^iV$ aus
  \eref{KKKF}{TG} in ihrer Gesamtheit einen Ringisomorphismus\label{SESV}  
  $$\op{Ext}^*_{{\op{S}}V}(K,K)\sira \op{Alt}V$$
  bilden zwischen der Algebra der alternierenden Formen mit ihrem
  Shuffle-Dach\-pro\-dukt \eref{shko}{TSK} 
  und dem Ring der Selbsterweiterungen mit seinem
  Yo\-ne\-da-Pro\-dukt. 
  Hinweis: Das cap-Produkt von rechts auf dem hinteren Faktor
  \eref{geshE}{TSK} induziert stets eine ${\op{S}}V$-li\-ne\-a\-re
  Kettenabbildung des Koszulkomplexes aus \eref{KKKF}{TG} zu sich selber.
  Hinweis: Ich empfehle, das nur f"ur das cap-Produkt von rechts mit Linearformen zu pr"ufen; dann zu zeigen, da"s das den endlichdimensionalen
  Fall erledigt; und  dann den unendlichdimensionalen Fall argumentativ
  zu folgern.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Seien $\mathcal A$ eine abelsche Kategorie %mit genugend Injektiven
und  $z\in\op{Cat}(\mathcal A,\mathcal A)(\op{id},\op{id})$ eine
Transformation des Identit"atsfunktors zu sich selbst. 
So gilt f"ur alle $M,N\in\mathcal A$ und jede Erweiterung
$f\in\op{Ext}^i_{\mathcal A}(M,N)$ in $\op{Ext}^i_{\mathcal A}(M,N)$ die Identit"at 
$z_N\circ f=f\circ z_M$. Speziell gilt  f"ur die Kategorie 
$\mathcal A=R\op{-Mod}$ der Moduln "uber einem Ring und $z\in \op{Z}(R)$ 
ein Element des Zentrums stets $(z\cdot)\circ f=f\circ (z\cdot)$.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}
  Gegeben ein kommutatives Diagramm von
  kurzen exakten Sequenzen von Kettenkomplexen
$$\begin{array}{ccccccc}
& &B^{\prime} & \hookrightarrow & C'& \twoheadrightarrow&
D^{\prime}\\
 & & \downarrow & & \downarrow &&\\
A& \hookrightarrow & B& \twoheadrightarrow&
C&&
\end{array}$$
  in einer abelschen Kategorie $\mathcal A$ erhalten wir
  in der Homotopiekategorie einen ausgezeichneten Homomorphismus von dem
  nach \ref{Kzu} der ersten Sequenz
  zugeordneten ausgezeichneten Dreieck\label{KZUu} 
  in das einmal verdrehte der zweiten Sequenz
  zugeordnete ausgezeichnete Dreieck,
  indem wir vom offensichtlichen Homomorphismus von Dreiecken
  $$\begin{array}{ccccccc}
[-1]\op{Keg}'&\ra &B^{\prime} & \ra & C'& \ra&
\op{Keg}'\\
\downarrow & & \downarrow & & \downarrow &&\downarrow\\
{[-1]}\op{Keg}& \ra & B& \ra&
C&\ra&\op{Keg}
  \end{array}$$
  ausgehen und vom oberen und unteren dieser Dreiecke jeweils den in
  \ref{Kzu} gegebenen Isomorphismus zu dem unseren jeweiligen Sequenzen
  zugeordneten Dreieck verwenden.
   Gegeben ein kommutatives Diagramm  von Kettenkomplexen mit kurzen exakten
Zeilen
$$\begin{array}{ccccccc}
A'& \hookrightarrow & B'& \twoheadrightarrow&
C'&&\\
 & & \downarrow & & \downarrow &&\\
& &B & \hookrightarrow & C& \twoheadrightarrow&
D
\end{array}$$
   in einer abelschen Kategorie $\mathcal A$ erhalten wir
  in der Homotopiekategorie ebenso einen ausgezeichneten Homomorphismus von dem
  nach \ref{Kzu} der ersten Sequenz
  zugeordneten ausgezeichneten Dreieck\label{KZUu} 
  in das einmal andersrum verdrehte der zweiten Sequenz
  zugeordnete ausgezeichnete Dreieck. Bezeichnet $B''$ das Bild von $B'\ra B$
  und $C''$ das Bild von $C'\ra C$, so ist der induzierte Morphismus
  ein iso $B''\sira C''$ und unser
  Morphismus von ausgezeichneten Dreiecken faktorisiert "uber das ausgezeichnete Dreieck mit dem Abbildungskegel "uber diesem Isomorphismus als
  dritter Ecke. In diesem Fall ist also der zus"atzlich konstruierte Morphismus null in der Homotopiekategorie.  
 Das mag zu einem besseren Verst"andnis der
  erweiterten Nat"urlichkeit der langen exakten Kohomologiesequenz \eref{NEXu}{TS} beitragen. 
\end{Ubung}






\begin{Ubung}[\textbf{Derivieren durch Lokalisieren der Komplexkategorie}]
 Sei $\mathcal A$ eine abelsche Kategorie. Man pr"ufe, 
da"s Kettenabbildungen $f,g \in \op{Ket}_{\mathcal A} (X,Y)$
genau dann homotop sind, wenn es eine Kettenabbildung 
$h : {\op{S}} \Delta_1 \otimes_{\mathbb Z} X \rightarrow Y$ gibt
mit $f = h \circ \delta_0$ und $g = h \circ \delta_1$. Hier meint
${\op{S}} \Delta_1$ den Komplex der Simplizialketten des
eindimensionalen Standardsimplex.
Andererseits sind im Diagramm\label{AKdK} 
\begin{displaymath}
\xymatrixcolsep{5pc}\xymatrix{
 X \ar@/^/[r]^-{\delta_0}
   \ar @/_/[r]_-{\delta_1} & {\op{S}} \Delta_1 \otimes_{\mathbb Z} X 
\ar[r]^-{p}& X
}
\end{displaymath}
beide Kompositionen die Identit"at und $p$ ist eine Homotopie"aquivalenz.
Jeder Funktor, der Homotopie"aquivalenzen zu Isomorphismen macht, 
mu"s also "uber $\op{Ket}_{\mathcal A} \rightarrow
\op{Hot}_{\mathcal A}$ faktorisieren.
Andererseits werden unter diesem Funktor auch alle 
Homotopie"aquivalenzen Isomorphismen. Bezeichnet also
$H$ die Menge der Homotopie"aquivalenzen, so liefert der 
offensichtliche Funktor einen Isomorphismus von Kategorien
\begin{equation*}
H^{-1}\op{Ket}_{\mathcal A}  \sira 
\op{Hot}_{\mathcal A}\hspace{1cm}\end{equation*}
Bezeichnet weiter $Q$ die Menge aller Quasiisomorphismen 
in $\op{Ket}_{\mathcal A}$ und $\bar Q$ die Menge
aller Quasiisomorphismen in $\op{Hot}_{\mathcal A}$, so liefert 
demnach der offensichtliche Funktor einen Isomorphismus
von Kategorien
\begin{equation*}
 Q^{-1}\op{Ket}_{\mathcal A} 
\sira \bar Q^{-1}\op{Hot}_{\mathcal A} 
\end{equation*}
Damit  erhalten wir 
eine alternative Konstruktion  
 der derivierten Kategorie $\op{Der}_{\mathcal A}$
als  Lokalisierung der  Kategorie $\op{Ket}_{\mathcal A}$
der Komplexe nach Quasiisomorphismen.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{glDD}
Gegeben eine abelsche Kategorie von endlicher 
\hyperref[gldim]{homologischer Dimension}
$d\in\DN$ 
 und $M \hookrightarrow
I^0 \rightarrow I^1 \rightarrow \ldots \rightarrow I^{d-1} \twoheadrightarrow N$
exakt mit injektiven $I^\nu$ zeige man, da"s 
auch $N$ injektiv ist.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Gegeben eine abelsche Kategorie $\mathcal A$ und
  $X\in\op{Hot}_{\mathcal A}$ zeige man, da"s es $A\in\mathcal A$ gibt
    und $s\in \op{Hot}_{\mathcal A}(A[0],X)$ mit $s:A\ra \mathcal H^0X$
    surjektiv.\label{sHH} 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Gegeben ein Ring $R$ nennen wir die homologische Dimension seiner
  Kategorie von Linksmoduln auch die
  {\bf homologische Dimension von $R$}.\index{homologische Dimension!eines Rings}\index{Dimension!homologische!eines Rings}  
  Gegeben ein Ring $R$ endlicher homologischer Dimension $d$
  hat der Polynomring $R[X]$ die  homologische Dimension $d+1$.\label{hdRi}
\end{Ubung}




\subsection{Beschr"ankte derivierte Kategorien}

\begin{Definition}
  Gegeben eine additive Kategorie $\mathcal{I}$ betrachten wir  in
 der triangulierten Kategorie  $\op{Hot}(\mathcal{I})$ die Verdiersysteme
\index{Hot@$\op{Hot}$!$\op{Hot}^+,\op{Hot}^-,\op{Hot}^{\op{b}}$}
\begin{displaymath}
\begin{array}{cl}
\op{Hot}^+_{\mathcal{I}} = \op{Hot}^+ (\mathcal{I}) &
\text{aller den Differentialen entgegen 
beschr"ankten Komplexe;}\\[1mm]
\op{Hot}^-_{\mathcal{I}} = \op{Hot}^-  (\mathcal{I}) &
\text{aller in Richtung der Differentiale beschr"ankten Komplexe;}\\[1mm]
\op{Hot}^{\op{b}}_{\mathcal{I}} = \op{Hot}^{\op{b}} (\mathcal{I})&
\text{aller beidseitig beschr"ankten Komplexe.}
\end{array}
\end{displaymath}
Wir nennen diese und analoge Kategorien auch {\bf beschr"ankt gegen die Pfeile}
beziehungsweise {\bf beschr"ankt mit den Pfeilen}.\index{Pfeile!beschr"ankt gegen}\index{Pfeile!beschr"ankt mit}
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Im Fall einer  abelschen Kategorie $\mathcal{A}$  schreiben wir 
im folgenden $\op{Der}^{(\sharp)}_{\mathcal{A}} = \op{Der}^{(\sharp)}(\mathcal{A})$
mit $\sharp\in\{+,-,\op{b}\}$ f"ur die 
triangulierten Quotienten dieser triangulierten Kategorien 
nach dem Verdiersystem aller exakten Komplexe in der jeweiligen 
Kategorie von Komplexen.\index{Der@$\op{Der}^{(\sharp)}$ f"ur $\sharp \in\{+,-,\op{b}\}$} Wir werden demn"achst zeigen, da"s die
offensichtlichen Funktoren volltreue Einbettungen $\op{Der}^{(\sharp)}_{\mathcal{A}}\vra \op{Der}_{\mathcal{A}}$ sind. F"ur ihr essentielles Bild verwenden wir die Notation
$$\op{Der}^{\sharp}_{\mathcal{A}}\subset \op{Der}_{\mathcal{A}}$$
\end{Bemerkungl}















\begin{Lemma}
F"ur jede  
abelsche Kategorie $\mathcal{A}$ liefern die offensichtlichen
    Funktoren volltreue Einbettungen\label{vtre}
\begin{displaymath}
\xymatrix{
& &\op{Der}^{(+)}(\mathcal{A})\;\;\;\;
 \ar@{^{(}->}^-{\sim}[dr] & \\
\mathcal{A}\;\; \ar@{^{(}->}^-{\sim}[r] &\op{Der}^{(\op{b})} (\mathcal{A})\;\;\;
\ar@{^{(}->}^-{\sim}[ur] \ar@{^{(}->}^-{\sim}[dr]& &\op{Der}(\mathcal{A})& \\
& &\op{Der}^{(-)} (\mathcal{A}) \ar@{^{(}->}^-{\sim}[ur]
}
\end{displaymath}
Des weiteren ist
 ein Komplex im $\op{Der}(\mathcal{A})$  isomorph zum Bild eines Objekts
unter einer unserer Einbettungen genau dann, wenn seine Kohomologie 
nach oben beschr"ankt beziehungsweise nach unten beschr"ankt beziehungsweise
beschr"ankt beziehungsweise nur im Grad Null
konzentriert ist.
\end{Lemma}

\begin{proof}[Beweis]
Wir verwenden die Abschneidefunktoren, wie sie in \ref{Absc}
eingef"uhrt werden.
Um zu zeigen, da"s $\op{Der}^{(-)} (\mathcal{A}) 
\ra \op{Der} (\mathcal{A})$ volltreu ist,
wenden wir unser allgemeines Resultat \ref{LUK} zu volltreuen Funktoren zwischen Lokalisierungen  an.
Ist $s : X \ra Y$ ein Quasiisomorphismus 
mit $Y \in \op{Hot}^- (\mathcal{A})$, so ist f"ur
hinreichend gro"ses $n$ der Morphismus 
$h : \tau^{\leq n} X \ra X$ ein Quasiisomorphismus und
leistet das Gew"unschte. Die anderen F"alle mit 
Ausnahme der Einbettung von $\mathcal{A}$
behandelt man "ahnlich.
Im Fall der Einbettung von $\mathcal{A}$ zeigt 
der Funktor $\cal{H}^0$, da"s sie treu ist.
Ist andererseits $X$ ein Komplex, dessen 
Kohomologie nur im Grad Null lebt, so liefern die Quasiisomorphismen
$X \qri \tau^{\geq 0} X \qli \tau^{\leq 0} \tau^{\geq 0} X$
einen Isomorphismus 
$X \sira_{\op{Der}} \cal{H}^0 X$ in der derivierten Kategorie, wo
wir $\cal{H}^0 X$ als im Grad Null konzentrierten Komplex auffassen.
Also ist jeder Komplex mit trivialer Kohomologie 
au"serhalb von Null in der derivierten Kategorie
isomorph zu seiner Kohomologie.
Damit gilt es nur noch zu zeigen, da"s die 
Einbettung $\mathcal{A} \ra \op{Der} (\mathcal{A})$
surjektiv ist auf Morphismen. Dazu stellen wir 
f"ur $A,B \in \mathcal{A}$ einen Morphismus als
Bruch $A \qli X \ra B$ in der Homotopiekategorie 
dar mit $A \qli X$ einem Quasiisomorphismus.
Wenden wir nun die Abschneidefunktoren 
in der Homotopiekategorie  auf unseren Bruch an, so erhalten
wir einen Bruch
$
A \qli \tau^{\leq 0} \tau^{\geq 0} X \ra B
,$
der offensichtlich denselben Morphismus darstellt. 
Nun steht jedoch links ein echter
Isomorphismus und wir sind fertig.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Abschneidefunktoren}] 
  Gegeben ein\index{Abschneidefunktoren} 
 Komplex $X = (X^n, d^n) $ in einer abelschen Kategorie erkl"aren
  wir f"ur alle\label{Absc} $n\in\DZ$ die Komplexe
  $$
  \begin{array}{lccccccccc}
\tau^{\leq n} X\hspace{10mm}& \ldots \ra& X^{n-1} &\ra&
  \op{ker}d^n &\ra& 0 &\ra& 0&\ra \ldots\\
\tau^{< n+1} X\hspace{10mm}& \ldots \ra& X^{n-1}&\ra& X^{n} &\ra&
  \op{im}d^{n} &\ra& 0 &\ra \ldots\\
   \tau^{> n} X\hspace{10mm}& \ldots \ra& 0 &\ra& \op{im}d^{n}
  &\ra& X^{n+1}&\ra& X^{n+2} &\ra \ldots\\
 \tau^{\geq n+1} X\hspace{10mm}& \ldots \ra& 0 &\ra& 0 &\ra& \op{cok}d^{n}
  &\ra& X^{n+2} &\ra \ldots
\end{array}
$$
  Der Buchstabe $\tau$ steht 
f"ur\index{t@$\tau^{\leq n},\tau^{< n},\tau^{\geq n},\tau^{> n}$
Abschneidefunktoren} 
  englisch \glqq truncated\grqq\  oder franz"osisch \glqq tronqu\'{e}\grqq.  
Wir haben  
ein offensichtliches kommutatives Diagramm mit exakten Zeilen und 
Quasiisomorphismen in den Vertikalen
\begin{displaymath}
\xymatrix{
\tau^{< n +1} X \ar@^{{(}->}[r] & X  \ar@{->>}[r] & \tau^{\geq n +1} X \\
\tau^{\leq n} X \ar[u] \ar@^{{(}->}[r] &X \ar@{=}[u] \ar@{->>}[r] &
\tau^{>n} X \ar[u]
}
\end{displaymath}
Sicher gilt $\cal{H}^i
  (\tau^{\leq n } X)=\cal{H}^i
  (\tau^{< n +1} X) =0$ f"ur $i >n $ und die offensichtlichen Morphismen
  $\tau^{\leq n} X \ra \tau^{< n +1} X\ra X$ induzieren f"ur $i \leq n$ 
Isomorphismen auf den $i$-ten
  Kohomologiegruppen.  
Der offensichtliche Morphismus
ist also stets ein Quasiisomorphismus
$\tau^{\leq n} X \qri\tau^{< n+1} X$, und
verschwinden  alle $\cal{H}^iX$ f"ur
$i>n$, so sind die offensichtlichen Morphismen
Quasiisomorphismen
$\tau^{\leq n} X \qri\tau^{< n+1} X \qri X$.
Analoges gilt f"ur das andere Abschneiden. Offensichtlich machen
  alle diese Abschneidefunktoren homotope Abbildungen zu homotopen Abbildungen
  %\nichtfinal{(echt wahr? Ja!)}
  und Quasiisomorphismen zu Quasiisomorphismen und induzieren folglich
  Abschneidefunktoren sowohl auf der Homotopiekategorie als auch auf der
  derivierten Kategorie. Wir verwenden f"ur diese induzierten
  Funktoren dieselbe Notation und erhalten ein funktorielles
  Diagramm
  \begin{displaymath}
\xymatrix{
\tau^{\leq n}\tau^{\geq n}X \ar[r]  &\tau^{\geq n}X & \\
[-n]\mathcal H^nX\ar[d]^\wr\ar[u]_\wr& &X \ar[ul]\\
\tau^{\geq n}\tau^{\leq n}X  &\tau^{\leq n}X \ar[ur]\ar[l]&
}
\end{displaymath}
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}\label{AgDe}
Gegeben eine  abelsche Kategorie $\mathcal{A}$ setzen wir
$$\begin{array}{ccl}
\op{Der}^{\leq n} _{\mathcal A} &\pdef
& \{ X \in \op{Der} _{\mathcal A} \mid \cal{H}^i X =0
\text{ f"ur } i > n\}\\[2mm]
\op{Der}^{\geq n} _{\mathcal A} & \pdef
& \{ X \in \op{Der} _{\mathcal A} \mid \cal{H}^i X =0
\text{ f"ur } i < n\}
\end{array}$$
Offensichtlich gilt  
$\op{Der}^{\leq n} _{\mathcal A}  \subset  \op{Der}^{\leq n+1} _{\mathcal A}
$  und $
\op{Der}^{\geq n}_{\mathcal A} \supset  \op{Der}^{\geq n+1} _{\mathcal A}$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Proposition}[\textbf{"uber Abschneidefunktoren}]
  Gegeben $\mathcal{A}$ eine  abelsche Kategorie und $n\in \Bbb{Z}$
  haben wir:\label{Absch} 
\begin{enumerate}
\item  F"ur alle $X \in \op{Der}^{\leq n}_{\mathcal A}$ und 
$Y \in \op{Der}^{\geq n+1} _{\mathcal A}$ gilt
$
\op{Der}_{\mathcal{A}} (X,Y)=0
$;
\item 
Die Einbettung
$i^{\leq n} :\op{Der}^{\leq n} _{\mathcal A} \rightarrow \op{Der} _{\mathcal A}$ 
besitzt stets einen Rechtsadjungierten
$\tau^{\leq n} : \op{Der} _{\mathcal A} 
\rightarrow \op{Der}^{\leq n} _{\mathcal A}$;
\item 
Die Einbettung $i^{\geq n}:\op{Der}^{\geq n} _{\mathcal A} 
\rightarrow \op{Der}_{\mathcal A}$ besitzt stets 
einen Linksadjungierten $\tau^{\geq n} : \op{Der} _{\mathcal A} \rightarrow
\op{Der}^{\geq n} _{\mathcal A}$;
\item 
Die Einheit beziehungsweise Koeinheit zu diesen Adjunktionen
lassen sich f"ur jedes
$X \in \op{Der} _{\mathcal A}$ auf 
genau eine Weise erg"anzen zu einem ausgezeichneten
Dreieck
\begin{displaymath}
\tau^{\leq n} X \ra X \rightarrow \tau^{\geq n+1} 
X \rightarrow [1] \tau^{\leq n} X
\end{displaymath}
und dieses Dreieck ist funktoriell in $X$.
\end{enumerate}
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis]
Jeder Morphismus aus $\op{Der}_{\cal{A}}(X, Y)$ 
l"a"st sich nat"urlich darstellen als ein Bruch
$X \qli Z \rightarrow Y$ von Morphismen in
$\op{Hot} _{\mathcal A}$ mit einem Quasiisomorphismus $Z \qri X$.
Unter der Annahme 
$X\in \op{Der}^{\leq n}(\cal{A})$ 
 k"onnen wir diesen Bruch erweitern durch den 
Quasiisomorphismus $\tau^{\leq n} Z
\qri Z$.
Unter der Annahme  $Y\in \op{Der}^{\geq n+1}(\cal{A})$
d"urfen wir weiter aufgrund des Quasiisomorphismus 
$Y \qri \tau^{\leq n+1}Y$
annehmen, da"s $Y$ durch einen Komplex dargestellt wird, 
der Null ist in Graden 
$\leq n$.
Die erste Aussage folgt nun wegen 
$\op{Hot}_{\mathcal{A}} (\tau^{\leq n} Z,Y)=0,$
es gibt ja noch nicht einmal von Null verschiedene Kettenabbildungen zwischen
diesen beiden Komplexen.
Wir erhalten mit den Abschneidefunktoren aus
\ref{Absc} nun offensichtlich  eine kurze exakte Sequenz von Kettenkomplexen
$\tau^{\leq n} X\hra X\sra X/\tau^{\leq n} X$ nebst einem
offensichtlichen Quasiisomorphismus $X/\tau^{\leq n} X\qri \tau^{\geq n+1} X$
und so mit \ref{Kzu} ein ausgezeichnetes Dreieck
$$\tau^{\leq n} X\ra X \ra \tau^{\geq n+1} X\ra [1]\tau^{\leq n} X$$
in der derivierten Kategorie $\op{Der}(\cal{A})$.
Die Eindeutigkeit des dritten Morphismus folgt mit 
\ref{EDPn} aus Teil 1.
Um nun die erste Adjunktion zu zeigen, 
m"ussen wir f"ur $X \in \op{Der}_{\mathcal A}$
und $Y \in \op{Der}^{\leq n} _{\mathcal A} $ zeigen
$
\op{Der}_{\mathcal{A}} (Y,\tau^{\leq n}X) \overset{\sim}{\rightarrow}
\op{Der}_{\mathcal{A}} (Y,X)$.
Das folgt jedoch sofort aus den bereits bewiesenen Teilen.
Die andere Adjunktion zeigt man genauso.
\end{proof}


  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Erweiterungen vom Grad Eins}] 
  Sei $\mathcal A$ eine abelsche Kategorie.
 Wie im Fall abelscher Gruppen \eref{EeXt}{TS} 
 konstruiert man auch im allgemeinen\label{EGNE} 
eine Bijektion zwischen $\op{Ext}_{\mathcal A}^{1} (M,N)$ 
und der Menge aller
Isomorphieklassen von kurzen exakten Sequenzen $N \hookrightarrow
E \twoheadrightarrow M$ in $\cal{A}$.  
\end{Bemerkungl}


\begin{Satz}[\textbf{Derivierte Kategorien "uber injektive 
Aufl"osungen}] 
Gegeben eine  abelsche Kategorie $\cal{A}$ mit genug Injektiven 
und $i\cal{A}\subset \cal{A}$\index{i@$i\cal{A}$ Injektive von $\mathcal A$}
 die Unterkategorie ihrer injektiven 
Objekte schr"ankt der  Quotientenfunktor ein zu einer
"Aquivalenz von triangulierten Kategorien\label{deia} 
$$Q:\op{Hot}^+(i\cal{A})\sirra \op{Der}^+(\cal{A})$$
\end{Satz}
\begin{proof}
  Nach \ref{DEIA} ist unser Funktor volltreu.
  Nach \eref{AEPK}{TG} f"ur Freunde von Spektralsequenzargumenten oder alternativ nach \ref{EIA} f"ur Freunde index"armerer Argumente ist jeder gegen die Pfeile beschr"ankte Komplex quasiisomorph
  zu einem gegen die Pfeile beschr"ankten Komplex von injektiven Objekten. Der Satz folgt.
\end{proof}








\begin{Proposition}[\textbf{Rechtsentfaltung durch Komplexe injektiver Objekte}]
Ist $\cal{A}$ eine abelsche Kategorie mit genug Injektiven, so
existiert f"ur jeden Komplex $A^{\ast} \in \op{Hot}^{\geq 0}( \cal{A})$ ein
Quasiisomorphismus $A^{\ast} \qri I^{\ast}$ zu einem Komplex von Injektiven $I^{\ast} \in \op{Hot}^{\geq 0}(i{\cal{A}})$.\label{EIA} 
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis]
Wir konstruieren $I^{\ast}$ induktiv
mit der Zusatzeigenschaft, da"s jeweils 
Monomorphismen zwischen den
Kokernen der Randoperatoren induziert werden.
Sind wir schon bei
$$\begin{array}{ccccccc}
\ldots & \overset{d}{\ra} &A^{p} &\ra & A^{p+1}& \ra & \ldots\\
       &                   &\downarrow & & & & \\
\ldots & \overset{d}{\ra} & I^{p}& & & &
\end{array}$$
angekommen in einer Weise, da"s Isomorphismen
$\cal{H}^qA\sira \cal{H}^qI$ induziert werden f"ur $q<p$ und ein
Monomorphismus zwischen den Kokernen der in obigem Diagramm 
explizit mit $d$ notierten R"ander, so bilden wir den Pushout von
$$\begin{array}{ccc}
\op{cok} d& \ra & A^{p+1}\\
\downarrow & & \\
\op{cok} d & &
\end{array}$$
und w"ahlen eine Einbettung dieses Pushouts in ein injektives
Objekt $I^{p+1}$.
Mit  \ref{KKM} dualisiert folgt, da"s wir so im Grad $p$
einen Epimorphismus auf der Homologie erhalten. Da 
unser vertikaler Morphismus zwischen den Kokernen nach
Induktionsannahme ein Monomorphismus ist, erhalten wir hier sogar einen
Isomorphismus.
Um unsere Induktion am Laufen zu halten m"ussen
wir nur noch zeigen, da"s nun wieder ein Monomorphismus
auf den Kokernen der R"ander im Grad eins h"oher induziert wird.
Das folgt jedoch aus
\begin{displaymath}
  \op{cok}(A^p\ra A^{p+1})\sira \op{cok}(I^p\ra \text{Pushout})
\hra \op{cok}(I^p\ra  I^{p+1})\qedhere
\end{displaymath}
\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}[\textbf{Spezielle Morphismen in derivierten Kategorien}]
  Seien $\mathcal A$ eine abelsche Kategorie mit genug Injektiven,
   $A\in \mathcal A$ ein Objekt und $Y\in \op{Hot}^+(\mathcal A)$
  ein Komplex. Haben alle Objekte $Y^i$  des zweiten Komplexes $Y$ 
   die Eigenschaft $\op{Ext}^q_{\mathcal A}(A,Y^i)=0\;\forall q>0$, so ist die offensichtliche Abbildung
  ein Isomorphismus\label{MdeK} 
  $$\op{Hot}_{\mathcal A}(A,Y)\sira \op{Der}_{\mathcal A}(A,Y)$$
  Wir k"onnen also in gewisser Weise auch \glqq Morphismen in der
  derivierten Kategorie mit Aufl"osungen aus entfalteten Objekten
  berechnen\grqq, nur da"s wir im Fall von Komplexen statt von Aufl"osungen
  lieber von Entfaltungen reden.
 Hinweis: Indem wir einen Quasiisomorphismus $Y\qri I$ in einen
  Komplex $I\in \op{Hot}^+(i{\mathcal A})$ w"ahlen und den Abbildungskegel als neues $Y$ betrachten, d"urfen wir $Y$ exakt annehmen und m"ussen
  unter dieser zus"atzlichen Annahme  $\op{Hot}_{\mathcal A}(A,Y)=0$ zeigen.
 \end{Ubung}

\begin{Bemerkungw} Demn"achst werden wir diese "Ubung auch aus
  allgemeiner Theorie herleiten k"onnen: Nach 
  \ref{DAZOt} ist $Y$ rechtsentfaltet f"ur $\op{Hot}_{\mathcal A}(A,\;)$
  und damit haben wir $ \big(\op{Hot}_{\mathcal A}(A,\;)\big)(Y)\sira \big({\op{R}}\op{Hot}_{\mathcal A}(A,\;)\big)(Y)\sira \op{Der}_{\mathcal A}(A,Y)$
  mit dem zweiten Isomorphismus nach \ref{DYF}.  
\end{Bemerkungw}

\begin{Ubung}
  Seien $\mathcal A$ eine abelsche Kategorie und $Y\in\op{Der}_{\mathcal A}$
  und $n\in\DZ$.\label{KriA} 
  Man zeige: Genau dann gilt $Y\in \op{Der}^{\geq n}_{\mathcal A}$,
  wenn gilt $\op{Der}_{\mathcal A}(X,Y)=0$ f"ur alle $X\in \op{Der}_{\mathcal A}^{\leq n-1}$.
  Man formuliere und zeige auch die duale Aussage.
\end{Ubung}
\begin{Ubunge}
  Man zeige: Gegeben eine additive Kategorie $\mathcal I$ mit
spaltenden Idempotenten liefert die Einbettung 
der mit Grad Null endenden Komplexe
$\op{Hot}^{\leq 0} (\mathcal{I})\subset \op{Hot}^+ (\mathcal{I})$ 
eine "Aquivalenz mit der Kategorie aller mit den Pfeilen beschr"ankten
Komplexe $T$ mit $\op{Hot}(I[0], T[n])=0$ f"ur alle $n>0$ und alle
 $I\in\mathcal I$. Ebenso liefert die Einbettung 
der mit Grad Null beginnenden Komplexe
$\op{Hot}^{\geq 0} (\mathcal{I})\subset \op{Hot}^- (\mathcal{I})$ 
eine "Aquivalenz mit der Kategorie aller gegen die Pfeile beschr"ankten
Komplexe $T$ mit $\op{Hot}( T[n],I[0])=0$ f"ur alle $n<0$ und alle
 $I\in\mathcal I$. 
\end{Ubunge}
\begin{Ubung}[\textbf{Ausgezeichnete Dreiecke als kurze exakte Sequenzen}]
Gegeben eine  abelsche Kategorie $\cal{A}$ liefert\label{KESA} 
der Funktor $\cal{H}^0$ eine "Aquivalenz zwischen der Kategorie der
ausgezeichneten Dreiecke $X\ra Y\ra Z\ra[1]$ in $\op{Der}(\cal{A})$, bei
denen die Objekte zum Bild von $\cal{A}$ geh"oren,
und der Kategorie der kurzen exakten Sequenzen in $\cal{A}$.
Ein quasiinverser Funktor kann wie in \ref{Kzu} 
konstruiert werden.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Gegeben eine abelsche Kategorie $\mathcal A$ und 
ein ausgezeichnetes Dreieck $X\ra Y\ra Z\ra[1]$ in $\op{Der}_{\mathcal A}$ 
mit $\tau^{\leq 0}Y\sira Y$ erhalten wir mit den offensichtlichen
Morphismen ein ausgezeichnetes Dreieck\label{BDRi} 
$\tau^{\leq 1}X\ra Y\ra \tau^{\leq 0}Z\ra[1]$. Ebenso erhalten wir unter der Annahme
$Y\sira \tau^{\geq 0}Y$ mit den offensichtlichen
Morphismen ein ausgezeichnetes Dreieck 
$\tau^{\geq 0}X\ra Y\ra \tau^{\geq -1}Z\ra[1]$. Hinweis: F"unferlemma. 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Gegeben ein linksnoetherscher Ring $A$ liefert die Einbettung
einen volltreuen Funktor $\op{Der}^-(A{\op{-modf}})
\vra \op{Der}^-(A{\op{-mod}})$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Gegeben ein  $\DN$-graduierter
 Ring $A$ mit halbeinfacher Nullkomponente $A^0$ 
und allen $A^n$ von endlicher L"ange als $A^0$-Linksmoduln
 liefert die Einbettung Kategorie  der graduierten Moduln endlicher L"ange 
einen volltreuen Funktor $\op{Der}^{\op{b}}(A{\op{-modfl}}^\DZ)
\vra \op{Der}^{\op{b}}(A{\op{-modf}}^\DZ)$. Hinweis: Man verwende 
das Kriterium \ref{LUK} f"ur die volltreue Einbettung von 
Ore-Lokalisierungen und das \glqq Abschneiden oberhalb eines geeigneten 
Grades\grqq.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Vergleich von Morphismen in $\op{Hot}$ und $\op{Der}$}]
  Gegeben eine abelsche Kategorie $\mathcal A$ und darin zwei
  beschr"ankte Komplexe $X,Y$, zwischen deren Objekten
  es keine h"oheren Erweiterungen gibt, in Formeln 
  $\op{Ext}^q(X^n,Y^m)=0$ falls $q>0$ f"ur alle $n,m$,
  induziert die offensichtliche Abbildung eine Bijektion\label{vbho} 
  $$\op{Hot}_{\mathcal A}(X,Y)\sira \op{Der}_{\mathcal A}(X,Y)$$
  Hinweis: Man verwende \ref{VDShh} und unsere volltreue Einbettung
  von $\mathcal A$ in seine derivierte Kategorie.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{ExtK}
  Sei $\mathcal A$ eine abelsche Kategorie derart, da"s
  gilt $\op{Ext}^i_{\mathcal A}(A,B)=0$ f"ur beliebige $A,B\in\mathcal A$
  bei ungeradem $i\geq 3$. Ist $X\in \op{Der}^{\op{b}}(\mathcal A)$ ein
  Komplex mit $\mathcal H^q X=0$ f"ur ungerades $q$, so k"onnen wir
  Isomorphismen $$X\sira \bigoplus_q  [-q]\mathcal H^q X$$
  finden, die auf $\mathcal H^q$ die offensichtlichen
  Isomorphismen induzieren. Sie sind allerdings nicht eindeutig bestimmt.
\end{Ubung}



\subsection{Vergleich verschiedener Kohomologieringe*}
\label{GTKR} 
\begin{Bemerkungl}
Gegeben $\cal{I}$ eine additive Kategorie und  
$I^{\ast}, J^{\ast} \in \op{Ket}_{\cal{I}}$
Komplexe in $\cal{I}$ bilden wir den Komplex von abelschen Gruppen 
$\op{Hom}_{\cal{I}} (I^{\ast}, J^{\ast})$ analog wie in \eref{HHKK}{TS}.  
Speziell wird $\op{End}_{\cal{I}} (I^{\ast})$ unter der
Verkn"upfung von Morphismen ein dg-Ring.
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Abstrakte Interpretation des cup-Produkts}]
Gegeben ein  lokal sin\-gu\-l"ar\-azy\-kli\-scher Raum $X$ ist
unser Vergleichsisomorphismus\label{AICP} 
aus \eref{SKG}{TG} ein Ring\-iso\-mor\-phis\-mus $$\op{H}^{\ast}_{\op{sing}}(X) \sira \op{H}^{\ast}_{\op{garb}}(X)$$
zwischen dem singul"aren
 Kohomologiering und dem in \ref{hDM} eingef"uhrten
 garbentheoretischen Kohomologiering. 
\end{Satz}


\begin{Bemerkungl}\label{BBBbx}
Wir f"uhren zun"achst eine geeignete Terminologie ein. Unter einem  
{\bf Quasiisomorphismus}\index{Quasiisomorphismus!von dg-Ringen} 
von einem dg-Ring $A$ 
zu einem dg-Ring  $B$
verstehen wir einen Homomorphismus von dg-Ringen, der 
einen Isomorphismus auf der Homologie induziert. 
Unter einem  \defind{Morphismenbimodul} von einem dg-Ring $A$ 
zu einem dg-Ring  $B$
verstehen wir ein Paar $(M,c)$ bestehend aus
einem $A$-$B$-dg-Bimodul $M$ nebst einem freien Erzeuger
$c\in \cal{H}^0M$ von $\cal{H}M$
als $\cal{H}B$-Rechtsmodul. Wir sagen dann auch,
$c$ sei eine \defind{Quasibasis} des $B$-dg-Rechtsmoduls $M$.
Ist zus"atzlich  $c$ auch ein freier Erzeuger von $\cal{H}M$
als $\cal{H}A$-Linksmodul, so nennen wir unseren Morphismenbimodul 
$(M,c)$ einen {\bf Isobimodul}.\index{Isobimodul von dg-Ringen}
Jeder Morphismenbimodul zwischen  dg-Ringen liefert einen
Homomorphismus zwischen ihren Kohomologieringen,
der dadurch charakterisiert werden kann, da"s $a\mapsto b$
gleichbedeutend ist zu $ac=cb$.
Ist unser Morphismenbimodul ein Isobimodul, so ist besagter
Homomorphismus sogar ein Isomorphismus. Jeder Quasiisomorphismus liefert
einen Isobimodul in offensichtlicher Weise.
Was an dieser Stelle noch fehlt, ist eine wie auch immer geartete
Verkn"upfung von Morphismenbimoduln, und diese ist im allgemeinen auch
nicht unproblematisch. \nichtfinal{Im Fall von dg-Ringen, die torsionsfrei sind "uber $\DZ$,
wird mehr dazu in \ref{qasr} diskutiert.} 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis von \ref{AICP}]
Wir w"ahlen eine injektive Aufl"osung
$\Bbb{Z}_{X} \hra
\cal{I}^{\ast}$ der konstanten Garbe $\DZ_X$ und faktorisieren  sie 
mithilfe der Existenz und Eindeutigkeit von Homotopielifts \eref{EEHL}{TG}  
"uber die Aufl"osung
durch die Garben der lokalen singul"aren Koketten
$\Bbb{Z}_{X} \hookrightarrow \cal{S}^{\ast}_{X}$  
als $\Bbb{Z}_{X} \hookrightarrow \cal{S}^{\ast}_{X}\ra
\cal{I}^{\ast}$. 
Nach \ref{BBBbx} reicht es zu zeigen, da"s unsere Faktorisierung 
$\cal{S}^{\ast}_{X} \ra \cal{I}^{\ast}$ eine Quasibasis 
des Komplexes $$
\cal{S}^{\ast}_{X}{\Rrightarrow} \cal{I}^{\ast}$$ ist, und zwar
sowohl f"ur die Linksoperation von $\op{End} \cal{I}^{\ast}$ 
als auch
f"ur die Rechtsoperation von ${\op{S}}^{\ast}X$, die vom 
dg-Ring-Homomorphismus 
${\op{S}}^{\ast}X \ra \op{End} \cal{S}^{\ast}_X$, $ c \mapsto c\!\;\cup$
mit dem cup-Produkt auf Ketten aus \eref{Excap}{TSK} induziert wird. Der erste Teil dieser Behauptung folgt  mit
der Existenz und Eindeutigkeit von Homotopielifts \eref{EEHL}{TG}  aus dem 
Quasiisomorphismus
$\cal{S}^{\ast}_{X} \qri \cal{I}^{\ast}$.
F"ur den zweiten Teil betrachten wir das kommutative Diagramm
von Komplexen
$$\begin{array}{ccc}
{\op{S}}^{\ast}X & = &{\op{S}}^{\ast}X \\
\downarrow & & \downarrow \\
\cal{S}^{\ast}_{X} {\Rrightarrow} \cal{S}^{\ast}_{X} &
 & \Bbb{Z}_{X}{\Rrightarrow}  \cal{S}_{X}^{\ast} \\
\downarrow & & \downarrow \\
\cal{S}^{\ast}_{X}{\Rrightarrow}  \cal{I}^{\ast} & 
\ra & 
\Bbb{Z}_{X}{\Rrightarrow} \cal{I}^{\ast} 
\end{array}$$
Hier ist die obere linke Vertikale durch $c \mapsto c\;\! \cup$ 
gegeben und die anderen Pfeile sind hoffentlich 
selbsterkl"arend. Nach unserem Vergleichssatz
\eref{SKG}{TG} ist die Komposition in der
rechten Vertikale ein 
Quasiisomorphismus.
Nach der Existenz und Eindeutigkeit von
Homotopielifts \eref{EEHL}{TG} ist auch die unterste Horizontale ein
Quasiisomorphismus. Folglich ist auch die Verkn"ufung 
in der linken Vertikalen ein Quasiisomorphismus.
Des weiteren 
haben alle Komplexe der 
 linken Vertikale nat"urliche Strukturen als
 dg-Rechtsmoduln "uber ${\op{S}}^{\ast}X$  und
die Morphismen sind mit diesen Strukturen vertr"aglich.
Das zeigt den zweiten Teil der Behauptung.
Auf diese Weise vermittelt also unser dg-Bimodul in der
Tat einen Isomorphismus zwischen den
beiden fraglichen Kohomologieringen.
Es ist dann nicht schwer zu sehen, da"s dieser Isomorphismus
"ubereinstimmt mit dem in \eref{SKG}{TG} konstruierten Vergleichsisomorphismus.
\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
Sei $X$ eine parakompakte differenzierbare Mannigfaltigkeit und
$\cal{H}^{\ast}(\Omega^{\ast}(X))$ der Kohomologiering der differentiellen
graduierten Algebra $\Omega^{\ast} (X)$ der Differentialformen auf
$X$. Man zeige, da"s der Vergleichsisomorphismus 
von der de-Rham-Kohomologie zur Garbenkohomologie ein Ringhomomorphismus ist
f"ur die durch das Dachprodukt gegebene Ringstruktur auf der 
de-Rham-Ko\-ho\-mo\-lo\-gie und dem Yoneda-Produkt auf der Garbenkohomologie. Hinweis: Man orientiere sich am 
Beweis der entsprechenden Aussage
\eref{AICP}{TD} f"ur die singul"are Kohomologie.
\end{Ubung}


%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "XXTD"
%%% End: 


