\section{Matrixliegruppen}
%MIR GEF"ALLT SO DER ANFANG GUT; ABER HINTEN MUSS ENTSPRECHEND UMGESTELLT WERDEN.

\subsection{Einfache Darstellungen der Drehgruppen}\label{DeGrux}
\begin{Bemerkungl}
  Zur besseren Motivation der im folgenden entwickelten Theorie
bespreche ich zun"achst die Klassifikation der endlichdimensionalen
irreduziblen Darstellungen der Drehgruppe. Die Beweise der im folgenden
aufgestellten Behauptungen werden nach etwas auf sich warten lassen,
sie sollen gerade den Aufbau der Theorie in den folgenden Abschnitten
motivieren.
Ich beginne mit einer
Kl"arung
einiger Grundbegriffe der Darstellungstheorie, 
wie  sie in \eref{DeGru}{NAS}  ausf"uhrlicher 
besprochen werden.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Eine \defnoind{Darstellung},\index{Darstellung!von Gruppe}
 englisch und franz"osisch
\defind{representation}, einer Gruppe $G$ "uber einem K"orper $k$
ist ein Paar $(V,\rho)$ bestehend aus einem $k$-Vektorraum $V$
und einem Gruppenhomomorphismus
$$\rho : G \ra \op{GL} (V)$$
Oft bezeichnen wir eine Darstellung abk"urzend mit demselben
Symbol wie den zugrundeliegenden Vektorraum. Gegeben eine
Darstellung $V$ einer Gruppe $G$  bezeichnet oft
$\rho_{V}$ den zugeh"origen Gruppenhomomorphismus $\rho_{V}: G \ra
\op{GL} (V)$. 
\end{Definition}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Herkunft der Terminologie}] 
Im Fall $V = k^{n}$ ist $\op{GL} (V) = \op{GL} (n;k)$ 
kanonisch isomorph zur Gruppe der
invertierbaren $(n\times n)$-Matrizen. Ist\label{DarMx} 
der Gruppenhomomorphismus $\rho : G \ra \op{GL} (n;k)$
dann auch noch injektiv, so \glqq stellt $\rho$ die
abstrakte Gruppe $G$ dar als eine konkrete Gruppe von Matrizen\grqq. 
Daher r"uhrt die Bezeichnung als \glqq Darstellung\grqq. 
\end{Bemerkungl}

  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Darstellungen als Operationen}] 
    Seien $G$ eine Gruppe, $k$ ein K"orper und $V$ ein $k$-Vektorraum.  Die Bijektion 
 $\op{Ens}(G,\op{Ens}(V,V))\sira \op{Ens}(G\times
    V,V)$ des \hyperref[ABBK]{Exponentialgesetzes} 
    induziert dann eine Bijektion
$$\left\{\begin{array}{c}\text{Darstellungen}\\G\ra\op{GL}(V)
 \end{array}\right\}
\;\overset{\sim}{\ra} \;
\left\{\begin{array}{c}\text{$G$-Operationen } G\times V\ra V\\
    \text{durch $k$-lineare Abbildungen}
  \end{array}\right\}
$$
Unter einer \glqq $G$-Operation
durch $k$-lineare Abbildungen\grqq\  
verstehen wir dabei eine
\hyperref[Wir]{$G$-Operation $G \times V \ra V$ auf der Menge $V$}
  mit der Eigenschaft, da"s gilt $g(v + w) = gv + gw$ und
$g(\lambda v)=\lambda (gv) \; \forall g \in G$, $\lambda \in k$ und $v,w
\in V$. Gegeben eine Darstellung $V$ schreiben wir im Lichte dieser
Erkenntnis 
statt $(\rho_V(g))(v)$ meist einfach nur $gv$.  
\end{Bemerkungl}





\begin{Beispiel}
Jeder Vektorraum $V$ wird eine Darstellung seiner Automorphismengruppe $G
= \op{GL} (V) $ vermittels $\rho = \op{id}$. Diese Darstellung hei"st
die \index{Standarddarstellung!von $\op{GL}(V)$}
 {\bf Standarddarstellung von} $\op{GL} (V)$.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
Jeder Vektorraum $V$ wird eine Darstellung jeder beliebigen Gruppe
$G$ vermittels der {\bf trivialen Operation} $\rho (g) = \op{id}_{V} \;
\forall g \in G$. Der K"orper $k$ mit der trivialen Operation
hei"st die {\bf Einsdarstellung}.\index{Einsdarstellung}
\end{Beispiel}

\begin{Beispiel}[\textbf{Darstellungen auf Funktionenr"aumen}] 
  Gegeben eine Menge $X$ 
mit einer Operation einer Gruppe $G$ und ein K"orper $k$
wird der Funktionenraum   $V\pdef\op{Ens}(X,k)$ eine Darstellung von $G$
vermittels der Vorschrift\label{DaFuu}  
$$(gf)(x)\pdef f(g^{-1}x)\quad\forall g\in G, \;x\in X$$ 
Zum Beispiel operiert die Drehgruppe $\op{SO}(3)$ auf der Kugelschale
$S^2$ und der Raum $\op{Ens}(S^2,\DR)$ aller 
reellwertigen Funktionen auf der
Kugelschale wird so eine
reelle Darstellung der Drehgruppe.
\end{Beispiel}

\begin{Beispiel}[\textbf{Darstellungen der Gruppe der  ganzen Zahlen}]
F"ur jede Gruppe $G$ liefert das Auswerten bei $1$ nach
\eref{GHZ}{GR} eine Bijektion $\op{Grp}(\DZ,G)\sira G$ zwischen der Menge
der Gruppenhomomorphismen von $\DZ$ nach $G$ und der Gruppe $G$ selbst.
Eine Darstellung $(V,\rho)$ der Gruppe $\DZ$ anzugeben bedeutet
demnach  nichts anderes, als einen Automorphismus
$A \in \op{GL} (V)$ des Vektorraums $V$ anzugeben, n"amlich den
Automorphismus $A = \rho (1)$. Die zugeh"orige Darstellung wird dann gegeben
durch den Gruppenhomomorphismus  $\rho_A:\DZ\ra \op{GL} (V)$
mit $n\mapsto A^n$.
\end{Beispiel}

\begin{Definition}\label{DHDx}
Seien $V,W$ Darstellungen einer Gruppe $G$ "uber einem festen
K"orper $k$. Ein
\defnoind{Homomorphismus von 
Darstellungen}\index{Homomorphismus!von Darstellungen} oder 
\defind{Verflechtungsoperator} oder englisch \defind{intertwining operator}
ist eine
$k$-lineare Abbildung $f:V \ra W$ derart, da"s gilt $$f(gv) = gf (v)\quad
\forall v \in V,\;g \in G$$
Ein {\bf Isomorphismus von 
Darstellungen}\index{Isomorphismus!von Darstellungen} ist ein bijektiver
Homomorphismus. Gibt es einen Isomorphismus zwischen zwei Darstellungen
$V$ und $W$, so schreiben wir auch $V\cong W$ und sagen,
$V$ und $W$ seien \defnoind{isomorph}.\index{isomorph!Darstellungen}
\end{Definition}
% \begin{Definition}
% Gegeben Darstellungen $V,W$ einer Gruppe $G$ "uber einem K"orper $k$
% definieren wir ihre \defind{direkte Summe} als den Vektorraum $V
% \oplus W$ mit der Operation $g(v,w) = (gv, gw)$.
% "Ahnlich definieren wir auch direkte Summen von endlich oder
% sogar unendlich vielen Darstellungen.
% Die direkte Summe von $n$ Kopien einer Darstellung $V$ k"urzen
% wir ab mit $V^n$.  F"ur den Fall $n=0$ 
% vereinbaren wir $V^0=0$.
% \end{Definition}
\begin{Bemerkunge}[\textbf{Darstellungen in der Begriffswelt der Kategorien}] 
  Zusammenfassend haben wir im vorhergehenden
  f"ur jede Gruppe $G$ und jeden K"orper $k$ 
eine Kategorie $\op{Mod}_{k,G}$ konstruiert, die \glqq Kategorie\label{KADA}  
 aller Darstellungen der Gruppe $G$ "uber dem K"orper $k$\grqq.
Im Rahmen der Kategorientheorie k"onnen wir diese Kategorie 
 auch 
beschreiben als die Kategorie 
$$\op{Mod}_{k,G}=\op{Cat}([G],\op{Mod}_k)$$
aller Funktoren von  der Ein-Objekt-Kategorie $[G]$ aus
\eref{MOKA}{LA2}
in die Kategorie $\op{Mod}_k$ aller $k$-Vektorr"aume
im Sinne von \eref{FuKK}{LA2}. 
\end{Bemerkunge}


\begin{Beispiel}
 Sind $(V,A)$ und $(W, B)$ Vektorr"aume mit 
Automorphismus, so ist ein Homomorphismus
der zugeh"origen Darstellungen $(V, \rho_A)$ und $(W, \rho_B)$
der Gruppe $\DZ$ 
eine lineare Abbildung $f: V \rightarrow W$ derart, da"s das Diagramm
\begin{displaymath}
 \xymatrix{
V \ar[r]^-{f} \ar[d]_-{A} & W \ar[d]^-{B}\\
V \ar[r]^-f & W
}
\end{displaymath}
kommutiert. In der Tat folgt aus $fA = Bf$ n"amlich $fA^n = B^n f$ f"ur alle
$n \in \mathbb Z$.
\end{Beispiel}


\begin{Definition}
Sei $G$ eine Gruppe.
\begin{enumerate}
\item
Eine Teilmenge $W \subset V$ einer Darstellung $V$ von $G$ hei"st
eine \defnoind{Unterdarstellung},\index{Unterdarstellung!abstrakte} 
 wenn $W$ ein
unter $G$ stabiler Untervektorraum ist, in Formeln
$g \in G$, $w \in W
\Rightarrow gw \in W$;
\item
Eine Darstellung $V$ von $G$ hei"st 
\defnoind{irreduzibel}\index{Darstellung!irreduzible}\index{irreduzibel!Darstellung,
Gruppe} oder
\defnoind{einfach}\index{Darstellung!einfache}\index{einfach!Darstellung, Gruppe},
wenn 
sie genau zwei Unterdarstellungen hat.
Das ist gleichbedeutend dazu, da"s
 $V$  nicht der Nullraum ist
und  da"s  $0$ und $V$ die einzigen
Unterdarstellungen von $V$ sind.
\end{enumerate}
\end{Definition}
\begin{Beispiele}
Jede eindimensionale Darstellung ist irreduzibel.
Unsere Darstellung $\op{Ens}(S^2,\DR)$ der Drehgruppe $\op{SO}(3)$
aus \ref{DaFuu} 
ist nicht irreduzibel, denn die konstanten Funktionen oder auch die stetigen
Funktionen bilden jeweils eine echte und von Null verschiedene 
Unterdarstellung.
\end{Beispiele}
\begin{Satz}[\textbf{Einfache Darstellungen 
der Kreisgruppe}]
Jede einfache endlichdimensionale 
stetige komplexe  Darstellunge\label{SDDR} %\label{EDDe}
der Kreisgruppe $S^1$
ist f"ur genau ein $n\in\DZ$ isomorph zur Darstellung 
 $(\DC,\rho_n)$ gegeben durch 
$\rho_n(z)\pdef z^n\in\op{GL}(1;\DC)=\DC^\times$
f"ur alle $z\in S^1$.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Anders gesagt liefert also die Vorschrift $n\mapsto \rho_n$ 
eine Bijektion 
$$\DZ
\;\overset{\sim}{\ra} \; \left\{\begin{array}{c}
\text{Einfache stetige endlichdimensionale}\\
\text{komplexe Darstellungen der  Kreislinie }S^1,
\\ 
\text{bis auf Isomorphismus}
\\  \end{array}\right\}
$$
 Mit einer {\bf stetigen Darstellung} $(V,\rho)$ ist hier schlicht gemeint, 
da"s $\rho$ stetig sein soll. Im Fall topologischer Vektorr"aume $V$ 
unendlicher Dimension mu"s die Stetigkeit einer Darstellung 
allerdings sorgf"altiger 
formuliert werden.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Einfache Darstellungen 
der ebenen Drehgruppe}]
Die einfachen endlichdimensionalen 
stetigen komplexen  Darstellungen der Gruppe
 $\op{SO} (2)$ der ebenen Drehungen
 sind damit auch klassifiziert, denn es gibt einen,
ja sogar genau zwei stetige Gruppenisomorphismen 
$\op{SO} (2)\sira S^1$ und deren Umkehrabbildungen sind auch stetig.
\end{Bemerkungl}



\begin{proof}
Sei $\rho:S^1\ra \op{GL}(V)$ eine
von Null verschiedene 
endlichdimensionale komplexe Darstellung. 
Da die $\rho(g)$ paarweise kommutieren, besitzen sie nach
 \eref{SimE}{LA2} einen simultanen Eigenvektor $v\in V\backslash 0$.
Die von diesem Eigenvektor erzeugte Gerade ist dann eine
Unterdarstellung.
Folglich ist jede einfache endlichdimensionale
komplexe Darstellung unserer Gruppe, wie im "ubrigen jede
einfache endlichdimensionale
komplexe Darstellung einer beliebigen kommutativen Gruppe, eindimensional.
Folglich wird sie gegeben durch einen stetigen Gruppenhomomorphismus
$S^1\ra \DC^\times$. Sein Bild mu"s eine kompakte Untergruppe von $\DC^\times$
sein und folglich in $S^1$ liegen.
Die stetigen Gruppenhomomorphismen $S^1\ra S^1$ kennen
wir aber bereits aus \eref{ChS1}{AN3}.
\end{proof}
\begin{Satz}[\textbf{Einfache Darstellungen 
der r"aumlichen Drehgruppe}]
Die einfachen endlichdimensionalen 
stetigen komplexen  Darstellungen\label{EDDc}
der r"aumlichen Drehgruppe werden klassifiziert durch ihre
Dimension. Genauer
liefert die Dimension eine Bijektion mit den ungeraden nat"urlichen Zahlen
$$\left\{\begin{array}{c}\text{Einfache endlichdimensionale
stetige komplexe}\\
\text{Darstellungen der r"aumlichen Drehgruppe }\op{SO} (3),
\\ 
\text{bis auf Isomorphismus}
\\  \end{array}\right\}
\;\overset{\sim}{\ra} \; \{1,3,5, \ldots\}
$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Anders gesagt ist also (1) die Dimension jeder
  einfachen endlichdimensionalen 
stetigen komplexen  Darstellung
der r"aumlichen Drehgruppe $\op{SO}(3)$ ungerade, zu jeder ungeraden nat"urlichen Zahl gibt
  es umgekert auch (2) eine einfache Darstellung dieser Dimension
  und je zwei einfache Darstellungen derselben Dimension
  sind (3) isomorph.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
 Der vorhergehende Satz  gilt 
analog auch f"ur die einfachen stetigen reellen Darstellungen
der r"aumlichen Drehgruppe. Sein Beweis 
 kann erst nach einigen Vorbereitungen
in \ref{EDD} gegeben werden. Er bildet
eine wesentliche Motivation f"ur die im folgenden
entwickelte Theorie. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Beispiele}
Die einfache Darstellung der Dimension $1$
ist die\label{ERDv}  
Einsdarstellung.  Die einfache reelle Darstellung der Dimension
$3$ ist die Standarddarstellung $\op{SO} (3)\hra \op{GL}(3;\DR)$ alias die
Einbettung als Untergruppe.  
 Die einfache komplexe Darstellung der Dimension
 $3$ entsteht daraus durch das Nachschalten der offensichtlichen
 Einbettung $\op{GL}(3;\DR)\hra \op{GL}(3;\DC)$. 
Die einfache reelle Darstellung der Dimension $5$ kann man konstruieren
als den Raum aller symmetrischen reellen $(3\times 3)$-Matrizen mit Spur Null 
unter der durch die Konjugation gegebenen Operation. Es ist aber nicht
ganz so leicht zu sehen, da"s diese Darstellung irreduzibel ist.
\end{Beispiele}


\begin{Bemerkunge}[\textbf{Eindimensionale Darstellungen der Drehgruppe}]
  Insbesondere be\-in\-hal\-tet der vorhergehende Satz 
die Behauptung, da"s jeder
stetige Gruppenhomomorphismus $\rho:\op{SO}(3)\ra \DC^\times$ konstant 
ist. Will man das explizit einsehen, kann man
sich "uberlegen, da"s es f"ur jede Drehung $r\in \op{SO}(3)$ eine
weitere Drehung $x\in \op{SO}(3)$ gibt mit $r^{-1}=xrx^{-1}$.
In der Tat sagt der  Satz vom Fu"sball \eref{DrK}{LA2}, 
da"s jede Drehung $r\in \op{SO}(3)$ eine Gerade punktweise festh"alt,
und als $x$ k"onnen wir dann eine beliebige Drehung nehmen, die diese
Gerade stabilisiert aber nicht punktweise festh"alt.
Es folgt $\rho(r)^{-1}=\rho(r)$ alias $\rho(r)=\pm 1\;\forall r$. Da aber  $\op{SO}(3)$ wegzusammenh"angend ist, etwa wieder nach dem Satz vom Fu"sball,  
 folgt $\rho(r)= 1\;\forall r$.
\end{Bemerkunge}

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}[\textbf{R"uckzug von Darstellungen mit inneren Automorphismen}] 
Gegeben ein Gruppenhomomorphismus\label{ZIAx} 
$H\ra G$ k"onnen wir jede Darstellung $V$ von $G$ 
zur"uckziehen zu einer Darstellung $\op{res}_G^H V$ von $H$.
Man zeige, da"s wir beim Zur"uckziehen mit einem inneren Automorphismus 
$G\ra G$ eine zur urspr"unglichen Darstellung isomorphe Darstellung erhalten.
\end{Ubung}

  


\begin{Ubung}\label{KGDx}
Gegeben eine Darstellung 
$(V,\rho)$ einer Gruppe $G$ "uber einem K"orper $k$
erhalten wir eine Darstellung $(V^\ast,\rho^\ast)$ auf dem
Dualraum durch die Vorschrift $\rho^\ast(g)=(\rho(g^{-1}))^\top$.
Sie hei"st die {\bf kontragrediente
  Darstellung}\index{kontragredient!Darstellung von Gruppe} 
zur Darstellung $(V,\rho)$.
Man zeige, da"s eine endlichdimensionale Darstellung einfach ist genau dann,
wenn die zugeh"orige kontragrediente Darstellung einfach ist. Man gebe ein
Beispiel
f"ur eine eindimensionale Darstellung, die nicht zu ihrer kontragredienten
Darstellung
isomorph ist.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{BsQx}
Man zeige, da"s die Quaternionen  als reeller Vektorraum eine
irreduzible Darstellung der Gruppe 
$\{\pm 1,\pm \op{i},\pm \op{j},  \pm \op{k}\}$ aus \eref{QuatG}{AL}
bilden.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Einfache reelle Darstellungen der Kreisgruppe}]
Jede einfache endlichdimensionale 
stetige reelle  Darstellunge\label{EDKr}
der Kreisgruppe $S^1$
ist entweder  isomorph zur Einsdarstellung $\DR$ oder
f"ur genau ein $n\in\DN_{>0}$ isomorph zur reell zweidimensionalen
Darstellung 
 $(\DC,\rho_n)$ gegeben durch 
$\rho_n(z)\pdef z^n\in\op{Aut}_\DR(\DC)$
f"ur alle $z\in S^1$.
\end{Ubung}

\subsection{Tangentialraum und Exponentialabbildung}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Erinnerungen an eingebettete Mannigfaltigkeiten}]
Ich erinnere daran, da"s wir  die nat"urliche Topologie auf einem endlichdimensionalen
reellen Raum in \eref{RAVe}{AN1} erkl"art hatten als die metrische Topologie
zu einer und jeder Norm.
Ich erinnere daran, da"s wir in \eref{MFoR}{AN2} und \eref{glatt}{AN2} vereinbart hatten, eine Teilmenge $M\subset X$ eines $n$-dimensionalen reellen affinen Raums $X$ eine {\bf glatte $k$-Mannigfaltigkeit} zu nennen, wenn es um jeden
Punkt $p\in M$ ein lokales Kordinatensystem $(U,g)$ von $X$ gibt mit
$$M\cap U=\{x\in U\mid g_{k+1}(x)=\ldots= g_n(x)=0\}$$ Anders gesagt wird also   $M$ \glqq  lokal durch das Verschwinden der letzten $k$ Koordinaten eines
glatten lokalen Koordinatensystems von $X$ beschrieben\grqq.
Eine {\bf Karte von $M$} erkl"aren wir wie in \eref{Karte}{AN2}  als
ein Paar $(W,\varphi)$ mit $W\co\DR^k$ und $\varphi:W\hra M$ offen, glatt und
injektiv derart, da"s die Verkn"upfung mit der Einbettung
$i\circ \varphi:W\hra X$
an jeder Stelle injektives Differential hat. 
Ich erinnere an den Tangentialraum ${\op{T}}_pM%={\op{T}}_p^\subset M
\subset \vec X$ an eine eingebettete Mannigfaltigkeit $M$
in einem Punkt $p\in M$ aus \eref{Tara}{AN2}, den wir definiert hatten als
die Menge aller Geschwindigkeitsvektoren bei $p$ von stetig differenzierbaren
Wegen durch $p$ in $M$.
%das Bild $${\op{T}}_pM\pdef \op{im}\tiff_w \varphi$$ f"ur eine und jede Karte $(W,\varphi)$ von $M$, f"ur die es ein $w\in W$ gibt mit $\varphi(w)=p$.
Insbesondere haben wir im Fall  $M\co X$ einer offenen Teilmenge
 ${\op{T}}_pM=\vec{X}$ f"ur alle $p\in M$. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Tangentialr"aume von Mannigfaltigkeiten in Vektorr"aumen}]
Im Fall einer Untermannigfaltigkeit  $M\subset V$
eines endlichdimensionalen reellen Vektorraums $V$
erinnere ich zus"atzlich an unsere kanonische\label{trmV}   
Identifikation $$\op{trans}:V\sira \vec{V}$$ 
zwischen dem zugrundeliegenden 
Vektorraum und dem Richtungsraum des zugeh"origen
affinen Raums aus \eref{VRAR}{LA1} durch $\op{trans}:v\mapsto (v+)$, die
derart kanonisch ist, da"s wir sie  in Sprache und Notation
oft so behandeln, als seien diese beiden Vektorr"aume schlicht gleich. 
Im Fall einer offenen Teilmenge
eines endlichdimensionalen reellen Vektorraums $M\co V$
haben wir in dieser Konvention dann ${\op{T}}_pM=V$.
Im Fall der Zahlengeraden machen wir aber doch gerne den Unterschied und
schreiben $\partial=\op{trans}(1)\in\vec{\DR}$. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{Untergruppen als Untermannigfaltigkeiten}]
Jede abgeschlossene Untergruppe der Automorphismengruppe
eines endlichdimensionalen reellen\label{UGM} Vektorraums
ist eine
glatte Un\-ter\-man\-nig\-fal\-tig\-keit  im Raum aller Endomorphismen
unseres Vektorraums.
\end{Satz}

\begin{Bemerkungl}
Bezeichne  $V$ unseren endlichdimensionalen reellen Vektorraum.
Man beachte, da"s wir von unserer Gruppe 
$G\As \op{Aut}V$ keineswegs fordern, da"s
sie  abgeschlossen sein soll im endlichdimensionalen Vektorraum $\op{End}V$. Ausgeschrieben fordern wir 
vielmehr nur f"ur jede Folge
in $G$, die bez"uglich irgendeiner Norm auf $\op{End}V$ 
gegen einen Punkt von $\op{Aut}V$ konvergiert,
da"s dann auch dieser Punkt bereits in $G$ liegen soll.
Eine abgeschlossene
Untergruppe der Automorphismengruppe eines endlichdimensionalen 
reellen Vektorraums\label{MLGr} nennen wir eine 
{\bf Matrix-Liegruppe}.\index{Liegruppe!Matrixliegruppe}
\index{Matrixliegruppe} 
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiele} Typische Beispiele f"ur Matrixliegruppen sind
die allgemeinen linearen Gruppen $\op{GL} (n; \DR)= \op{Aut}\DR^n$, 
$ \op{GL} (n; \DC)\subset \op{Aut}_\DR\DC^n$ und 
$\op{GL} (n;\Bbb{H})\subset \op{Aut}_\DR\Bbb{H}^n$ f"ur den Schiefk"orper 
$\Bbb{H}$ der Quaternionen aus
\eref{DQua}{LA1};
die Gruppen $\op{SL} (n; \DR)\subset \op{Aut}\DR^n$ 
und $ \op{SL} (n; \DC)\subset \op{Aut}\DC^n$ aller
reellen beziehungsweise komplexen Matrizen mit Determinante Eins; die Gruppen 
$\op{O} (n)\subset \op{Aut}\DR^n$ und 
$ \op{U} (n)\subset \op{Aut}\DC^n$ aller orthogonalen beziehungsweise
unit"aren Matrizen und darin die Untergruppen
$\op{SO} (n)$ und $ \op{SU} (n)$ aller Matrizen mit\label{BspML} 
Determinante Eins;
die Gruppen aller invertierbaren oberen Dreiecksmatrizen, 
aller oberen Dreiecksmatrizen mit Einsen auf der Diagonalen,
oder aller reellen oder komplexen Diagonalmatrizen, jeweils
zu einer fest vorgegebenen Zahl von Zeilen und Spalten. 
\end{Beispiele}

\begin{Bemerkungw}
  Eine \glqq Liegruppe\grqq\  oder ausf"uhrlicher und
  gleichbedeutend \glqq abstrakten Liegruppe\grqq\ 
erkl"aren wir in \ref{DefLL}  ganz allgemein  
eine 
\glqq glatte Mannigfaltigkeit\grqq\ $G$ mit
  einer Gruppenstruktur derart, da"s die Multiplikation
  $
    G \times G  \ra G$, $
    (x,y)  \mapsto xy
$
und die Inversenbildung
$
  G  \ra  G$, $
  x  \mapsto  x^{-1}
$ beide
  glatt sind.
 Die Terminologie erinnert  an den Begr"under der Theorie, den
 norwegischen Mathematiker Sophus Lie (1842-1899).
Hierbei verstehen wir unter  Mannigfaltigkeiten
nicht nur eingebettete  Mannigfaltigkeiten, sondern 
allgemeiner
abstrakte Mannigfaltigkeiten, wie wir sie
 in \ref{ADMa} diskutieren. 
Wir werden
dort sehen, wie sich unsere Argumente in diesem Rahmen
verallgemeinern lassen. Insbesondere wird es sich erweisen, da"s  jede
Matrixliegruppe mit ihrer \glqq induzierten Struktur als Manigfaltigkeit\grqq\  auch eine Liegruppe ist. 
\end{Bemerkungw}








\begin{Bemerkungl}\label{DEXE}
Wir zeigen obigen Satz \ref{UGM} zusammen
mit einer genaueren Aussage, die wir im folgenden formulieren. 
Dazu erinnern wir daran, da"s wir  in \eref{ExeBR}{AN1} 
f"ur jeden endlichdimensionalen reellen Vektorraum $V$
 die Exponentialabbildung
$$\begin{array}{cccc}
\op{exp}:& \op{End} V & \ra &\op{Aut} V \\
&X & \mapsto & \sum_{\nu \geq 0}  X^{\nu}/\nu !
\end{array}$$
eingef"uhrt hatten.
Sie ist eine glatte Abbildung nach \eref{ExpDi}{AN2} und ihr 
Differential am Ursprung ist die
Identit"at nach \eref{DEX}{AN2}. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Eine Abbildung von einer Untermannigfaltigkeit 
eines endlichdimensionalen\label{DiFe} reellen Raums
in einen endlichdimensionalen reellen Raum hei"st 
{\bf glatt}, wenn die daraus durch Vorschalten 
einer beliebigen Karte unserer 
Untermannigfaltigkeit entstehende Abbildung\label{glatt} 
glatt ist im Sinne von \eref{glat}{AN2}.
 %oder noch allgemeiner im Sinne von \ref{stdd}.
\end{Definition}
  
\begin{Definition}
Eine Abbildung zwischen Untermannigfaltigkeiten 
endlichdimensionaler reeller R"aume
hei"st {\bf glatt},\index{glatt!Abbildung!zwischen Untermannigfaltigkeiten}  
wenn ihre Verkn"upfung mit der Einbettung der zweiten
Untermannigfaltigkeit  glatt ist im Sinne von \ref{glatt}.
Ein 
{\bf Diffeomorphismus}\index{Diffeomorphismus!zwischen Untermannigfaltigkeiten}
von\label{DIFe}    
glatten Untermannigfaltigkeiten
ist eine  glatte bijektive Abbildung mit
glatter Umkehrabbildung.
\end{Definition}





\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/Bildexpi}\\[4mm]
\noindent 
Der besseren Anschaulichkeit halber habe ich hier 
den Einstangentialraum ${\op{T}}_1 S^1={\op{i}}\DR$ an die Kreislinie 
dargestellt als den 
\glqq zum Fu"spunkt $1$ 
verschobenen\grqq\  affinen Raum $1+{\op{T}}_1 S^1\subset\DC$.
Die kleinen Pfeile deuten die  Exponentialabbildung an, genauer
die Abbildung $1+{\op{i}}a\mapsto \op{exp}{\op{i}}a$.
\end{figure}
\begin{Bemerkungl}
  Den Tangentialraum an eine Matrixliegruppe im neutralen
  Element nennen wir
  den {\bf Einstangentialraum}.\index{Einstangentialraum}
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Tangentialraum und Exponentialabbildung}]
Gegeben  eine  Matrixliegruppe $G\As \op{GL}(V)$ gilt:\label{Peli}  
\begin{enumerate}
\item
Der
Einstangentialraum ${\op{T}}_eG\subset \op{Richt}(\op{End}V)$
unserer Matrixliegruppe 
entspricht unter $\op{trans}:\op{End}V\sira \op{Richt}(\op{End}V)$
der Vereinigung aller 
Ursprungsgeraden des Endomorphismenraums, 
die unter der Exponentialabbildung in unserer Matrixliegruppe $G$ landen; 
\item
Die 
Verkn"upfung $\op{exp}\circ\op{trans}^{-1}:{\op{T}}_eG\ra G$ liefert einen
Diffeomorphismus im Sinne von \ref{DIFe}  
zwischen einer offenen Umgebung der Null im
Eins\-tan\-gen\-tial\-raum ${\op{T}}_eG$
und einer offenen Umgebung des neutralen Elements  $e\in G$.
\end{enumerate}
\end{Satz}


\begin{Beispiel}
Der Satz gilt a forteriori auch f"ur jeden endlichdimensionalen
komplexen oder 
quaternionalen Vektorraum und kann am Beispiel der Kreisgruppe
$S^1\subset\DC^\times$  besonders gut veranschaulicht werden: 
In diesem Fall haben wir ${\op{T}}_1S^1=\op{trans}({\op{i}}\DR)$.
\end{Beispiel}

\begin{proof}[Beweis von \ref{UGM} und \ref{Peli}]
Wir zeigen zun"achst, da"s die Menge 
$$\frak{g}\pdef \{ X\in\op{End}V\mid \op{exp}(\DR X)\subset G\}$$  
ein Untervektorraum des Endomorphismenraums ist.
Nach dem Umkehrsatz der Analysis \eref{UKA}{AN2} definiert ja die Exponentialabbildung
$\op{End}V\ra \op{Aut}V$
 einen Diffeomorphismus zwischen einer
offenen Umgebung $A\co\op{End}V$ der Null und einer 
offenen Umgebung $B\co\op{Aut}V$ der
Identit"at. Jetzt brauchen wir eine Formel, die ich als 
eigenst"andiges Lemma formuliere.
\begin{Lemma}[\textbf{Produktformel von Trotter}] 
Ist $V$ ein endlichdimensionaler reeller Vektorraum,\label{ESU} 
so gilt 
f"ur alle $X,Y \in \op{End}V$ die Formel
$$\op{exp} (X+Y) = \op{lim}_{n\ra \infty} 
\left(\op{exp}\left(\frac{X}{n}\right)
 \op{exp}\left(\frac{Y}{n}\right)\right)^{n}$$
\end{Lemma}
\begin{Bemerkunge}\label{BREk} 
Das verallgemeinert sich mit demselben Beweis auf den Fall
 eines beliebigen Banachraums $V$, wenn 
wir statt $\op{End}V$ nur den Teilraum der stetigen Endomorphismen 
$\mathcal B(V)$ betrachten und statt $\op{Aut}V$ die Gruppe
$\mathcal B(V)^\times$ der Einheiten dieses Rings. 
\end{Bemerkunge}

\begin{proof}
F"ur kleine $t \in \Bbb{R}$ gilt sicher
$$\op{exp}(tX) \op{exp}(tY) = \op{exp}(Z(t))$$
f"ur eine wohldefinierte glatte Kurve 
$Z: (-\varepsilon, \varepsilon)\ra \op{End}V$.
Ein Vergleich der Differentiale zeigt $\dot{Z} (0) = X + Y$ und
folglich $Z (t) = t(X+Y) + t \eta (t)$
f"ur $\eta$ stetig bei Null mit Funktionswert Null.
So ergibt sich
$$ \begin{array}{ccl}
\left(\op{exp} (\frac{X}{n}) \op{exp} (\frac{Y}{n})\right)^{n} &=
& \op{exp} \left(Z (\frac{1}{n})\right)^{n}\\[2mm]
 &=& \op{exp} \left(n Z (\frac{1}{n})\right)\\[2mm]
 &=& \op{exp}\left(X + Y + \eta (\frac{1}{n})\right)
 \end{array}$$
und das strebt f"ur $n\ra\infty$ offensichtlich gegen 
$\op{exp}(X + Y)$.
\end{proof}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/Bildtg}\\[4mm]
\noindent 
Die $\frak{g}$-Linie zusammen mit den
parallelen gestrichelten Linien stellen die
unter Addition mit Vektoren aus $\frak{g}$ stabile Menge $\psi^{-1}(G)$ 
dar.
\end{figure}
\noindent
Unsere Menge $\frak{g} $ aller 
$X\in\op{End}V $ mit $\op{exp}(\Bbb{R}X) \subset G$ 
vom Beginn des Beweises ist nun sicher f"ur jede Untergruppe
$G$
stabil unter der Multiplikation mit reellen Zahlen, und nach der 
Produktformel von Trotter \ref{ESU}
gilt im Fall einer abgeschlossenen Untergruppe $G$
auch $X,Y\in \frak{g}\;\RA \;(X+Y)\in \frak{g}$.
Damit ist die Menge $\frak{g}$ in der Tat ein 
Untervek\-tor\-raum 
von $\op{End}V $.
Wir w"ahlen nun zu diesem Untervektorraum ein 
Komplement $\frak{t}$, also  $\op{End}V=\frak{g}\oplus\frak{t}$,
 und betrachten die
Abbildung
$$\begin{array}{cccl}
\psi :& \op{End}V & \ra & \op{Aut}V\\
&X+Y &\mapsto & (\op{exp}X) (\exp Y)
\end{array}$$
f"ur alle $X \in \frak{g}$, $Y \in \frak{t}$. 
Offensichtlich ist $\psi^{-1}(G)$ stabil
unter der Addition von Vektoren aus $\frak{g}$. 
Weiter hat $\psi$
bijektives Differential bei Null und 
induziert folglich  nach dem Umkehrsatz \eref{UKA}{AN2} oder besser 
seiner glatten Variante \eref{UKgl}{AN2}
einen Diffeomorphismus
$\psi : A \sira B$ zwischen geeigneten offenen 
Umgebungen der Null in $\op{End}V $ 
beziehungsweise der Identit"at in $\op{Aut}V $.  Wenn wir zeigen k"onnen, 
da"s $\psi$ f"ur hinreichend kleine $A$ und 
$B$ sogar eine Bijektion 
$$\psi : A \cap \frak{g} \sira B \cap G$$
induziert, so liefert die Umkehrabbildung von 
$\psi$ eine Pl"attung im Sinne von \eref{MFoR}{AN2} der Gruppe $G$ um das
 neutrale Element. Die Umkehrabbildung von 
$(g \cdot)\circ \psi$ liefert dann auch
eine Pl"attung um ein beliebiges Element $g \in G$ und
\ref{UGM} ist bewiesen und \ref{Peli} folgt 
aus dem Beweis  gleich auch noch mit. Also m"ussen wir nur noch die
behauptete Eigenschaft von $\psi$ zeigen.
Da $\psi^{-1}(G)$ stabil
ist unter der Addition von Vektoren aus $\frak{g}$, reicht es zu zeigen,
da"s die Null ein offener Punkt von $\psi^{-1}(G) \cap \frak{t}$ ist,
da"s es also eine Umgebung der Null in $\frak{t}$ gibt,
die $\psi^{-1}(G)$ nur in Null trifft. 
Nun ist  aber $\psi^{-1}(G) \cap \frak{t}$ sicher stabil unter 
der Multiplikation mit ganzen Zahlen. W"are au"serdem die Null ein
H"aufungspunkt von $\psi^{-1}(G) \cap \frak{t}$, so f"anden wir nach dem
anschlie"senden technischen Lemma \ref{Lt} ein von Null
verschiedenes $X\in \frak{t}$ mit $\DR X\subset \psi^{-1}(G) \cap \frak{t}$
 im Widerspruch zu unserer Annahme $\frak{t}\cap \frak{g}=0$.
\end{proof}




\begin{Lemma}\label{Lt}
Ist eine  abgeschlossene Teilmenge eines endlichdimensionalen reellen
Vektorraums stabil  unter der Multiplikation mit allen ganzen
Zahlen und ist
der Ursprung  ein H"aufungspunkt
unserer Teilmenge, so enth"alt unsere Teilmenge eine Gerade durch den Ursprung.
\end{Lemma}

\begin{proof}[Beweis]
Sei $M$ unser endlichdimensionaler $\Bbb{R}$-Vektorraum 
und $C \subset M$ unsere abgeschlossene Teilmenge.
Wir w"ahlen eine Norm  $| \; |$ auf $M$.
Nach unseren Annahmen finden wir eine Nullfolge $c_{n}$ in $C\backslash 0$.
Bezeichnet $\beta_{n}$ die kleinste ganze Zahl "uber
$1 / |c_{n}|$, so haben wir offensichtlich $\op{lim}_{n \ra \infty}
|\beta_{n}c_{n}|=1$  und nach Heine-Borel besitzt die Folge
$\beta_{n}c_{n}$ eine konvergente Teilfolge.
Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit d"urfen wir annehmen, da"s
sie bereits selbst konvergiert, sagen wir
gegen ein $d\in C$, in Formeln
$\op{lim}_{n\ra \infty} \beta_{n}c_{n} = d $.
Sicher gilt dann $|d|=1$.
Ist weiter $t \in \Bbb{R}$ beliebig, so gibt es wegen 
$\lim_{n\ra \infty} \beta_{n}
=\infty$ eine Folge von ganzen Zahlen $\gamma_{n}$ mit $\op{lim}_{n\ra \infty}
\gamma_{n}/\beta_{n} =t $ und folglich $$\op{lim}_{n\ra \infty} 
\gamma_{n} c_{n}
= (\op{lim}_{n\ra \infty} \gamma_{n}/\beta_{n}) \cdot (\op{lim}_{n \ra \infty}
\beta_{n}c_{n}) = td$$
Da $C$ abgeschlossen ist, folgt  $\Bbb{R} d \subset C$.
\end{proof}
\begin{figure}[p]\centering
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildCcCc}\\[4mm]
\noindent Illustration zum Beweis von \ref{Lt}. 
Die Kreislinie stellt den Einheitskreis dar, die Kreuzchen, Kringelchen und
Punkte die ersten Folgenglieder $c_0,c_1,c_2$ und ihre Vielfachen. 
\end{figure}





\begin{Beispiel}[\textbf{Einstangentialraum an $\op{GL} (n)$ und $\op{SL} (n)$}]
  Wir verwenden hier unsere Konvention
  \ref{trmV} und identifizieren also stillschweigend jeden Vektorraum
  mit dem Richtungsraum des zugeh"origen affinen Raums. Der Eins\-tan\-gen\-tial\-raum an $\op{GL} (n;\Bbb{C})$  ist dann  $\op{Mat}(n;\DC)$.\label{LSL} 
Der Einstangentialraum an $\op{SL} (n;\Bbb{R})$ ist die 
Menge $\frak{sl}(n;\Bbb{R})$ aller 
$(n\times n)$-Matrizen  mit Spur Null. In der Tat beachte man die Formel
$$\op{det} (\op{exp} A)= \op{exp} (\op{tr} A)$$ 
Sie ist f"ur komplexe obere Dreiecksmatrizen offensichtlich  und  folgt
f"ur beliebige komplexe Matrizen mit dem Satz "uber die Trigonalisierbarkeit 
\eref{FgUU}{LA1}
daraus, da"s beide Seiten 
konstant sind auf Konjugationsklassen, da"s also beide Seiten 
f"ur alle Matrizen $A$ und alle invertierbaren Matrizen $B$ 
auf $A$ und
$BAB^{-1}$ denseben Wert annehmen.
Diese Formel zeigt, da"s $\frak{sl} (n;\Bbb{R})$ unter der Exponentialabbildung
 in $\op{SL}(n;\Bbb{R})$ landet, und 
daraus folgt bereits $\frak{sl}(n;\Bbb{R}) \subset {\op{T}}_{e} \op{SL}
(n;\Bbb{R})$.
Andererseits umfa"st $\op{SL}(n;\Bbb{R})$ keine Umgebung der
Einheitsmatrix in $ \op{GL} (n;\Bbb{R})$, und
daraus folgt ${\op{T}}_{e} \op{SL} (n; \Bbb{R}) 
\neq \op{Mat}(n;\Bbb{R})$.
Beides zusammen zeigt dann die Gleichheit
$\frak{sl}(n;\Bbb{R}) = {\op{T}}_{e} \op{SL}
(n;\Bbb{R})$. Ein besseres Argument liefert
sp"ater \ref{LiKe}.
\end{Beispiel}


\begin{Beispiel}[\textbf{Einstangentialraum orthogonaler Gruppen}]
Der Einstangentialraum  der Gruppe\label{LiSO}
$\op{O}(n)\pdef\{A\in \op{GL}(n;\DR)\mid AA^\top=I\}$ %, \; \op{det}(A)=1\}$
ist der Raum der schiefsymmetrischen Matrizen
 $${\op{T}}_I\op{O}(n)=
\{X\in \op{Mat}(n;\DR)\mid X+X^\top=0\}$$
Um das zu sehen, %% beachten wir zun"achst, da"s $\op{SO}(n)$ und $\op{O}(n)$
%% sicher denselben Tangentialraum beim neutralen Element haben und 
verwenden wir die exponentielle Beschreibung \ref{Peli}.
In der Tat folgt aus $X+X^\top=0$ sofort
$I=\op{exp}(tX+tX^\top)=\op{exp}(tX)\op{exp}(tX^\top)
=\op{exp}(tX)\op{exp}(tX)^\top$ f"ur alle $t\in \DR$, und umgekehrt
folgt f"ur $X\in \op{Mat}(n;\DR)$ aus 
$\op{exp}(tX)\op{exp}(tX)^\top=I$ f"ur alle $t\in \DR$ durch 
Bilden der Ableitung nach $t$ bei $t=0$ auch sofort $X+X^\top=0$.
Die Bestimmung des Tangentialraums liefert f"ur die Dimension 
der orthogonalen Gruppen die Formel 
$\op{dim}\op{O}(n)=n(n-1)/2$.
\end{Beispiel}

  \begin{Bemerkungl}
    Ein topologischer Raum hei"st {\bf
      zusammenh"angend}\index{zusammenh"angend!topologischer Raum},
    wenn er nicht leer ist und sich nicht als disjunkte
    Vereinigung von zwei nichtleeren offenen Teilmengen schreiben
    l"a"st. Wir werden diese Eigenschaft 
in \eref{DZSH}{TM} ausf"uhrlich  diskutieren. Aus \eref{WTZ}{TM} wird folgen,
  da"s eine Matrixliegruppe genau dann zusammenh"angend ist, wenn sie
wegzusammenh"angend ist im Sinne unserer Definition
 \eref{Weg}{AN2}.
  \end{Bemerkungl}


\begin{Beispiel}[\textbf{Komponenten orthogonaler Gruppen}]
Die spezielle orthogonale Gruppe $\op{SO}(n)\subset \op{O}(n)$
ist nach \eref{ZKGL}{AN2} zusammenh"angend und 
als Urbild
von $1$ unter $\op{det}$ auch abgeschlossen.
Da ihr Komplement als Urbild
von $(-1)$ unter $\op{det}$ ebenfalls abgeschlossenen ist, und da
dies Komplement  
dar"uber hinaus auch zusammenh"angend, ja sogar hom"oomorph zu
$\op{SO}(n)$ ist, erhalten wir damit eine Darstellung von
$\op{O}(n)$ als eine disjunkte Vereinigung 
von  zwei offenen zusammenh"angenden Teilmengen.
\end{Beispiel}



\begin{Proposition}
Eine zusammenh"angende
Matrixliegruppe wird von
jeder Umgebung ihres neutralen Elements
erzeugt.\label{ZLGZz} 
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungw}
In \eref{EXTO}{TM} zeigen wir dieselbe Aussage allgemeiner
f"ur beliebige topologische Gruppen.  
\end{Bemerkungw}
\begin{proof}
Die von einer Umgebung $U$ des neutralen Elements erzeugte 
Untergruppe $H\subset G$ ist offen in unserer Gruppe $G$,
da f"ur jedes $h\in H$ auch seine Umgebung $hU$ in $H$ enthalten ist.
Dann sind auch alle Linksnebenklassen $Hg$ unserer Untergruppe
offen in $G$. Als Bahnen der Linksoperation von $H$ auf $G$ sind
sie aber paarweise disjunkt, und f"ur
$G$ zusammenh"angend folgt dann aus \eref{WTZ}{TM} bereits,
da"s es nur eine einzige Linksnebenklasse geben kann, also
 $H=G$.
\end{proof}
\begin{Korollar}[\textbf{Einstangentialraum bestimmt Einskomponente}]
Haben zwei
zusammenh"angende abgeschlossene Untergruppen\label{LaLg}  
der Automorphismengruppe eines endlichdimensionalen reellen Vektorraums
denselben Einstangentialraum, so stimmen sie "uberein.
\end{Korollar}
\begin{proof}
Nach Lemma \ref{ZLGZz} 
wird eine zusammenh"angende
Matrixliegruppe von jeder Umgebung ihres neutralen Elements
erzeugt. Wegen \ref{Peli}
umfa"st das Bild der Exponentialabbildung stets eine Umgebung des neutralen
Elements, folglich wird eine zusammenh"angende
Matrixliegruppe
stets vom Bild 
ihres Einstangentialraums 
unter der Exponentialabbildung  erzeugt. 
\end{proof}


\begin{Beispiel}[\textbf{Einstangentialraum orthogonaler Gruppen, Variante}] 
Sind $V,W$ endlichdimensionale reelle Vektorr"aume  und ist
 $\omega:V\times V\ra W$ bilinear und\label{FGTR}  
$G\subset \op{GL}(V)$ die Gruppe aller $g$ mit 
$\omega(gv,gu)=\omega(v,u)$ f"ur alle $v,u\in V$, so besteht
${\op{T}}_eG\subset \op{End}(V)$ genau aus allen Endomorphismen $X$ mit
$\omega(Xv,u)+\omega(v,Xu)=0$ f"ur alle $v,u\in V$.
Das will ich nun einmal beispielhaft ausarbeiten.
Gegeben $X$ mit $\omega(\op{exp}(tX)v,\op{exp}(tX)u)=\omega(v,u)$ f"ur alle $t,u,v$
erhalten wir durch Ableiten beider Seiten nach $t$ bei $t=0$ bereits 
$\omega(Xv,u)+\omega(v,Xu)=0$. Hier verwenden wir die Kettenregel f"ur
Differentiale \eref{Kett}{AN2} und die Formel f"ur das Differential einer bilinearen
Abbildung \eref{PRm}{AN2}. Umgekehrt finden wir $\op{exp}(X\otimes \op{id} + \op{id}\otimes X) =
\op{exp}(X)\otimes \op{exp}(X)$ mit der Formel \eref{ADFG}{AN1} 
und damit folgt leicht die Gegenrichtung.
\end{Beispiel}





\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}[\textbf{Zusammenhangskomponenten von Matrixliegruppen}]
  Gegeben eine Matrixliegruppe $G$ ist ihre Einskomponente alias
  Zusammenhangskomponente des neutralen Elements offen und abgeschlossen in $G$
  und insbesondere selbst eine Matrixliegruppe derselben Dimension wie $G$. 
\end{Ubung}
\begin{Ubunge}\label{AURV} 
  Man folgere direkt aus \ref{Lt}, da"s jede zusammenh"angende abgeschlossene
Untergruppe eines endlichdimensionalen reellen Vektorraums ein
Untervektorraum ist. Hinweis: Vollst"andige Induktion.
\end{Ubunge}


\begin{Ubung}[\textbf{Einstangentialraum an $\op{U} (n)$}]
 Der Einstangentialraum\label{TUn}  
 der Gruppe $\op{U}(n)=\{A\in
  \op{GL}(n;\DC)\mid A\bar{A}^\top=I\}$ der unit"aren Matrizen
  ist der Raum der schiefhermiteschen Matrizen
 $${\op{T}}_I\op{U}(n)=
 \{X\in \op{Mat}(n;\DC)\mid X+\bar{X}^\top=0\}$$
Hinweis: Es geht auch noch allgemeiner, vergleiche \ref{FGTR}.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{XOV}
 Ich erinnere an das Kreuzprodukt 
auf einem dreidimensionalen orientierten reellen Skalarproduktraum \eref{KPOj}{LA2}. Gegeben ein dreidimensionaler 
Skalarproduktraum $V$ liefert mit dieser Begriffsbildung die Wahl einer 
Orientierung einen Vektorraumisomorphismus
$$
  \begin{array}{ccc}
 V &\sira  &{\op{T}}_e {\op{O}}(V)\\
 \vec v &\mapsto& (\vec v \times)
\end{array}
$$
Der Automorphismus $\op{exp} (\vec v \times)$ bedeutet geometrisch eine Drehung
um die Achse $\mathbb R \vec v$ mit Winkel $\| \vec v\|$ im Bogenma"s.
Ist genauer
$\mathcal B =(\vec v_1, \vec v_2, \vec v_3)$ eine orientierte 
Orthonormalbasis von
$V$, so zeige man  f"ur 
die Matrix $\op{exp} (t \vec v_1 \times)$ in dieser Basis die Formel
\begin{equation*}
 {}_{\mathcal B}\left[ \op{exp} (t \vec v_1 \times)\right]_{\mathcal B}
= \begin{pmatrix}
   1 &0&0\\ 0 & \cos t & -\sin t\\
0 & \sin t & \cos t
  \end{pmatrix}
\end{equation*}
\end{Ubung}



\begin{Ubung}[\textbf{Beispiel f"ur eine bijektive Exponentialabbildung}]
Man zeige, da"s die Exponentialabbildung im Fall der Gruppe aller
oberen Dreiecksmatrizen mit Einsen auf der Diagonale ein
Diffeomorphismus ist. Hinweis: Die Logarithmusreihe liefert eine\label{SuEU}
inverse Abbildung.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Beispiel f"ur eine bijektive Exponentialabbildung}]
Man zeige, da"s die Exponentialabbildung im Fall der Gruppe aller
reellen 
invertierbaren oberen Dreiecksmatrizen mit positiven 
Diagonaleintr"agen ein Diffeomorphismus  ist.
Hinweis: Jordan-Zerlegung und \ref{SuEU} und Funktionalgleichung der Exponentialfunktion. %Ein Endomorphismus kommutiert mit einem halbeinfachen
%Endomorphismus genau dann, wenn er dessen Eigenräume stabilisiert.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Beispiel f"ur eine surjektive Exponentialabbildung}]
Man zeige, da"s die Exponentialabbildung im Fall der Gruppe aller
komplexen 
invertierbaren oberen Dreiecksmatrizen  eine Surjektion 
ist.
Hinweis: Jordanzerlegung und \ref{SuEU}. Man folgere, 
da"s die Exponentialabbildung im Fall der Gruppe aller
komplexen 
invertierbaren Matrizen  eine Surjektion ist.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Beispiel f"ur eine nicht surjektive Exponentialabbildung}] 
  Ist $x=x_{\op{s}}+x_{\op{n}}$ die additive Jordanzerlegung einer Matrix
$x\in {\op{Mat}}(n;\DR)$ oder $x\in {\op{Mat}}(n;\DC)$,
so ist $\exp x=(\exp x_{\op{s}})(\exp x_{\op{n}})$ die multiplikative 
Jordanzerlegung von $\exp x$. Man folgere, da"s der $(2\times 2)$-Jordanblock
zum Eigenwert $-1$ nicht zum Bild von 
$\exp: {\op{Mat}}(2;\DR)\ra {\op{GL}}(2;\DR)$ geh"oren kann,
obwohl er durchaus zur Zusammenhangskomponente der Einheitsmatrix geh"ort.
\end{Ubung}

% \begin{Bemerkunge}[\textbf{Beispiel f"ur eine nicht 
% surjektive Exponentialabbildung}]
% Die Exponentialabbildungen
% $\frak{sl}(2;\Bbb{R})\ra \op{SL} (2;\Bbb{R})$
% und ebenso $\frak{sl}(2;\Bbb{C})\ra \op{SL} (2;\Bbb{C})$
% sind nicht surjektiv. In der Tat sind alle 
% nicht nilpotenten Matrizen der zugeh"origen
% Liealgebren "uber $\DC$ diagonalisierbar, folglich sind 
% alle nicht unipotenten Matrizen im Bild
% der Exponentialabbildung "uber $\DC$ diagonalisierbar.
% In beiden Gruppen gibt es jedoch auch Elemente, wie etwa den 
% $(2\times 2)$-Jordanblock zum Eigenwert $-1$,
% die weder unipotent noch "uber $\DC$ diagonalisierbar 
% sind, und die folglich nicht zum Bild der
% Exponen\-tialabbildung geh"oren k"onnen.
% \end{Bemerkunge}

\begin{Ubung}\label{TGBB}
Gegeben ein endlichdimensionaler reeller Vektorraum
$V$ und ein Vektor $v\in V$ hat die Matrixliegruppe
$G\pdef\{g\in \op{Aut}V\mid gv=v\}$  den
Einstangentialraum ${\op{T}}_e G=\{ x\in \op{End}V\mid xv=0\}$.
Des weiteren hat die Matrixliegruppe
$G\pdef\{g\in \op{Aut}V\mid gv\in \DR v\}$  den
Einstangentialraum  ${\op{T}}_e G=\{ x\in \op{End}V\mid xv\in \DR v\}$.
\end{Ubung}



\begin{Ubung}
Man zeige,  da"s das Zentrum der  orthogonalen 
Gruppe $\op{O}(n)$  aus der Einheitsmatrix und ihrem Negativen
besteht, in Formeln ${\op{Z}}({\op{O}(n)})=\{\pm {\op{I}}\}$. Hinweis: Kommutieren mit $\op{diag}(-1,1\ldots,1)$ bedeutet, die
Gerade $\DR{\op{e}}_1$ zu stabilisieren. 
 Man zeige, da"s f"ur das Zentrum der speziellen orthogonalen 
 Gruppe $\op{SO}(n)$ gilt ${\op{Z}}({\op{SO}(n)})=\{{\op{I}}\}$ f"ur
 $n$ ungerade, ${\op{Z}}({\op{SO}(n)})=\{\pm{\op{I}}\}$ f"ur
 $n\geq 4$ gerade und ${\op{Z}}({\op{SO}(2)})={\op{SO}(2)}$.
\end{Ubung}


\subsection{Liealgebren von Matrixliegruppen}\label{LiB}
\begin{Bemerkungl}
Sei $V$ ein endlichdimensionaler reeller Vektorraum.
Im Lichte von \ref{LaLg} stellt sich 
die Frage, welche reellen Untervektorr"aume
in $\op{End}V$ die Einstangentialr"aume 
 abgeschlossener Untergruppen von
$\op{Aut} V$ sind.
Eine notwendige Bedingung liefert der folgende Satz.
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Stabilit"at des Einstangentialraums unter dem Kommutator}]
F"ur jede abgeschlossene Untergruppe $G \As \op{Aut} V$  
der Automorphismengruppe\label{KLIE} 
eines endlichdimensionalen reellen Vektorraums $V$
ist
  ihr Einstangentialraum  ${\op{T}}_{e}G\subset \op{End}V$ 
stabil unter dem Bilden des
  Kommutators. Mit $X$ und $Y$ geh"ort also in Formeln
auch $XY-YX$ zu ${\op{T}}_{e}G$.
\end{Satz}


\begin{proof}[Beweis]
F"ur jedes $g \in \op{Aut} V$ betrachten wir die lineare Abbildung
$$\begin{array}{cccc}
\op{int}_g  : & \op{End}V &\ra& \op{End}V\\
&x &\mapsto & g x g^{-1}
\end{array}$$
Ihr Differential bei der Einheitsmatrix notieren 
wir $\op{Ad}_g$. Da $\op{int}_g$ linear ist, wird $\op{Ad}_g$ 
durch dieselbe
Formel gegeben wie $\op{int}_g$.
Unter der zus"atzlichen Voraussetzung $g \in G$ 
stabilisiert $\op{int}_g$  die Menge $G$
und
induziert folglich eine Abbildung
$$\begin{array}{cccc}
\op{Ad}_g :& {\op{T}}_{e}G & \ra &{\op{T}}_{e} G\\
&X & \mapsto & g X g^{-1}
\end{array}$$
Insbesondere verl"auft f"ur alle $Y \in {\op{T}}_{e}G$ die 
Kurve $t \mapsto \op{exp} (tY) X \op{exp} (-tY)$
ganz in ${\op{T}}_{e}G$. Damit liegt auch ihr 
Geschwindigkeitsvektor bei $t=0$ in ${\op{T}}_{e}G$, und der ist 
nach der Produktregel gerade der 
Kommutator $YX -XY$.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl} Sei $V$ ein endlichdimensionaler reeller Vektorraum und
  $G\As \op{Aut}V$ eine Matrixliegruppe.
Nat"urlich ist unsere Abbildung $g\mapsto \op{int}_g $ aus dem
vorhergehenden Beweis eine Darstellung 
$\op{Aut} V\ra \op{GL}(\op{End}V)$ und\label{LKMa} 
liefert  damit auch
eine Darstellung 
$G\ra \op{GL}(\op{End}V)$. Unsere Erkenntnisse aus dem Beweis
lassen sich dann auch dahingeghend formulieren, da"s
f"ur diese Darstellung von $G$ der Teilraum ${\op{T}}_{e}G\subset \op{End}V$
eine Unterdarstellung ist. Diese Unterdarstellung
$$\op{Ad}:G\ra \op{GL}({\op{T}}_{e}G)$$
hei"st die {\bf adjungierte  
Darstellung} unserer Matrixliegruppe $G$ und
daher r"uhrt  die 
Notation\index{Ad@$\op{Ad}$ adjungierte Darstellung!von Matrixliegruppe}  
$\op{Ad}$.\index{adjungiert!Darstellung!von Matrixliegruppe} 
Wir werden diese Konstruktion in \ref{ADJn} 
in einer gr"o"seren Allgemeinheit noch ausf"uhrlich besprechen.
  Der Kommutator wird oft notiert in der Form
  $$XY-YX=[X,Y]$$ und hei"st auch die
  {\bf Lie-Klammer}.\index{Lie-Klammer!bei Matrixliegruppe}  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Einen Vektorraum $A$
  "uber einem K"orper $k$ mit einer $k$-bilinearen Verkn"upfung $A\times A \ra
  A$ bezeichnet man ganz allgemein als eine \defnoind{$k$-Algebra},
vergleiche \eref{RAlg}{LA2}.
\index{Algebra!"uber K"orper} Gegeben eine
Matrixliegruppe $G$ wird demnach der Einstangentialraum
${\op{T}}_eG$ mit der Verkn"upfung 
$(X,Y)\mapsto [X,Y]$ eine $\DR$-Algebra.
  Sie hei"st die {\bf Lie-Algebra von $G$}.\index{Lie-Algebra!einer Matrixliegruppe} Wir notieren sie 
  $$\op{Lie} G\pdef {\op{T}}_eG$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungw}\label{pMLG}
Unter einer 
{\bf partiellen 
Matrixliegruppe}\index{partiell!Matrixliegruppe}\index{Matrixliegruppe!partielle} 
verstehen wir eine
Untermannigfaltigkeit $M\subset \op{Aut}(V)$ der Automorphismengruppe 
eines endlichdimensionalen reellen Vektorraums derart, da"s (1) die Identit"at
zu $M$ geh"ort und da"s es (2) eine  Umgebung $U$ der Identit"at gibt
mit den Eigenschaften 
$(U\cap M)(U\cap M)\subset M$ und $(U\cap M)^{-1}\subset M$.
Jede offene Umgebung der Identit"at in einer partiellen Matrixliegruppe ist
nat"urlich
auch ihrerseits eine partielle Matrixliegruppe. Wir nennen 
zwei partielle Matrixliegruppen {\bf "aquivalent}, wenn
es eine Umgebung der Identit"at gibt, die mit beiden denselben Schnitt hat.
Eine "Aquivalenzklasse unter dieser "Aquivalenzrelation nennen wir einen
{\bf Matrixliegruppenkeim}.\index{Matrixliegruppenkeim}
Das Bilden des Tangentialraums beim neutralen Element liefert
nun eine Bijektion
$$\begin{array}{ccc}
\left\{ \begin{array}{c}\text{Matrixliegruppenkeime}\\
\text{in $\op{Aut}(V)$}\\
 \end{array}\right\} &
\sira &
\left\{ \begin{array}{c}
\text{Unterliealgebren}\\ 
\text{von $\op{End}(V)$} \end{array}
\right\}
\end{array}$$
Die inverse Abbildung ordnet dabei jeder Unterliealgebra 
$\frak{g}\subset \op{End}(V)$ den Matrixliegruppenkeim
zu, der durch das Bild hinreichend kleiner offener Umgebungen
der Null in $\frak{g}$ unter der Exponentialabbildung repr"asentiert
wird. Wir zeigen das erst in \ref{UaUl}, es folgt aus dem sogenannten
\glqq Frobenius-Theorem\grqq\  \ref{FroT}.
\end{Bemerkungw}

\begin{Bemerkungl}
Unter einer {\bf Lie-Algebra}\index{Lie-Algebra} 
"uber einem K"orper $k$ versteht man 
 eine
$k$-Al\-ge\-bra $\frak{g}$, deren Verkn"upfung in diesem Zusammenhang meist\label{LiAl} 
$(x,y)\mapsto [x,y]$ notiert wird, derart da"s gilt:
\begin{enumerate}
\item
$[x,x]= 0 \quad \forall x \in \frak{g}$;
\item
$\big[ x,[y,z]\big] +
\big[ z,[x,y]\big] + \big[ y,[z,x]\big] =0\quad \forall x,y,z \in \frak{g}$. 
\end{enumerate}
Die zweite Forderung hei"st  die \defind{Jacobi-Identit"at}. 
Da"s in unseren Algebren  $\op{Lie} G={\op{T}}_G$
zu Matrixliegruppen diese Formeln gelten,
rechnet man m"uhelos nach. Da"s gerade diese Formeln
einen mit der Theorie der Liegruppen aufs engste verwobenen 
Typ von Algebra definieren, 
erkennt man mit der vorhergehenden Bemerkung in Anbetracht des
Satzes von Ado, nach dem sich jede endlichdimensionale 
komplexe Liealgebra als Unterliealgebra in 
die Algebra $\op{End}(V)$
der Endomorphismen eines endlichdimensionalen
Vektorraums einbetten l"a"st. A forteriori gilt das dann auch
f"ur jede endlichimensionale reelle Liealgebra.
\end{Bemerkungl}


\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildKLD}\\[4mm]
\noindent 
Dieses Bild soll die zur Formel von eben 
"aquivalente Formel
$$[A,B]=\lim_{t\ra 0} \frac{1}{t^{2}}
\left(\exp(-tA)\exp(-tB)\exp(tA)\exp(tB) - I
 \right)$$
anschaulich machen im Fall der in \ref{ALAD} 
behandelten Drehgruppe f"ur $B=E_1$ und $A=E_2$. 
Die $x$-Achse kommt darin senkrecht aus dem Papier, und das Bild zeigt, 
wie ein Punkt auf der $x$-Achse \glqq in der H"ohe 1 
oberhalb der Papierebene\grqq\ 
sich bewegt, wenn wir erst ein bi"schen um die $x$-Achse drehen--dabei
bleibt er fest--dann dasselbe bi"schen um die $y$-Achse, dann
um die $x$-Achse in der Gegenrichtung und schlie"slich um die $y$-Achse
in der Gegenrichtung, jeweils um denselben kleinen Winkel, im Bild etwa
$1/2$ im Bogenma"s. Machen wir diesen Winkel kleiner, so werden die
Effekte des Drehens um die $y$-Achse in der Aufsicht in etwa linear kleiner,
genauer hat der erste vertikale Pfeil die L"ange $\sin t$, aber 
der
Effekt des Drehens um die $x$-Achse
wird quadratisch kleiner, genauer hat der
krumme eher horizontale Pfeil  die
L"ange $t\sin t$. Ich finde, man sieht ganz gut, da"s die
Differenz von Ausgangs- und Endpunkt unseres Pfeilweges gegen eine
quadratisch kleine Drehung um die $z$-Achse strebt, wie es auch unsere
Formel $[E_1,E_2]=E_3$ vorhersagt.
\end{figure}



\begin{Beispiel}[\textbf{Anschauung f"ur die Liealgebra der Drehgruppe}]
Man kann die Lieklammer 
auf der Liealgebra einer\label{ALAD}
Matrixliegruppe auch symmetrischer verstehen 
mithilfe der Formel
$$[A,B]=\lim_{t\ra 0} \frac{1}{t^{2}}
\left(\exp(tA)\exp(tB) -\exp(tB)\exp(tA)
 \right)$$
 die man leicht "uber die Taylorentwicklung nachrechnet.
Beachtet man, da"s $t\mapsto \exp(tX)$ ein und nach \ref{EPU}
sogar der einzige differenzierbare Gruppenhomomorphismus $\DR\ra G$ 
mit Geschwindigkeitsvektor $X$ beim neutralen Element ist, so kann man
diese Formel dahingehend interpretieren, da"s die Lieklammer
mi"st, inwieweit zwei \glqq infinitesimale Elemente\grqq\  unserer
Gruppe kommutieren. Zum Beispiel  ergibt sich
die  Liealgebra der Drehgruppe
$\op{SO}(3)$ mit
\ref{LiSO} %und einer Dimensionsabsch"atzung 
als die Liealgebra 
$\frak{so}(3;\DR)$ aller reellen schiefymmetrischen
$(3\times 3)$-Matrizen.
Als Basis mag man die drei Matrizen
$$\begin{array}{ccc}
\begin{array}{ccc}
E_{1} & =&\begin{pmatrix} 0&0&0\\ 0&0&-1\\  0&1& 0 \end{pmatrix},
\end{array} & \begin{array}{ccc}
E_{2} &=& \begin{pmatrix} 0&0&1\\ 0&0&0\\ -1&0&0\end{pmatrix}\end{array},&
\begin{array}{ccc}
E_{3} &=& \begin{pmatrix} 0&-1&0\\ 1&0&0\\ 0&0&0 \end{pmatrix}
\end{array}
\end{array}$$
w"ahlen. Deren Kommutatoren werden gegeben durch die leicht
zu verifizierenden  Formeln
$[E_{1},E_{2}]= E_{3}$, $[E_{2},E_{3}] = E_{1}$ und $ [E_{3},E_{1}]=E_{2}$.
Nun beschreibt
$$\op{exp} (tE_{1})= \begin{pmatrix}
1 &0&0\\ 0&\cos t & -\sin t\\ 0&  \sin t & \cos t \end{pmatrix}$$
eine Drehung um die $x$-Achse mit Winkel 
$t$ und  $\op{exp}(t E_{2}), \op{exp}
(tE_{3})$ bedeuten "ahnlich Drehungen um die $y$-Achse  beziehungsweise die $z$-Achse.
Um die Lieklammer anschaulich zu interpetieren
gilt es damit einzusehen, da"s
  \glqq ein kleines bi"schen Drehen um die $x$-Achse gefolgt von einem kleinen
  bi"schen Drehen um die $y$-Achse sich vom Effekt derselben Operationen in der
  umgekehrten Reihenfolge unterscheidet um ein quadratisch kleines bi"schen
  Drehen um die $z$-Achse, bis auf einen kubisch kleinen Fehler\grqq. Diese
  Aussage scheint mir der Anschauung durchaus zug"anglich zu sein.
Man bemerke auch, da"s $\op{e}_i\mapsto E_i$ einen
Vektorraumisomorphismus $\psi:\DR^3\sira \frak{so}(3;\DR)$ definiert,
unter dem das Kreuzprodukt der Lieklammer entspricht.
Es ist eine gute "Ubung zu zeigen, da"s mit dieser Notation $\exp(\psi(v))$ 
die Matrix einer Drehung mit Drehachse $\DR v$ und Drehwinkel $\| v\|$ ist.
\end{Beispiel}





\begin{Definition}
Eine {\bf Unteralgebra}\index{Unteralgebra!von allgemeiner Algebra} 
einer Algebra ist ein unter 
der Verkn"upfung stabiler Untervektorraum.
Ein {\bf Algebrenhomomorphismus}\index{Algebrenhomomorphismus}
ist eine lineare Abbildung,
die mit den jeweiligen Verkn"upfungen vertr"aglich ist.
\end{Definition}


\begin{Bemerkungl}
Gegeben ein K"orper $k$ und ein 
$k$-Vektorraum $V$ wird $\op{End}V$ eine 
Liealgebra mit der Verkn"upfung $[X,Y]=XY-YX$. 
Man notiert diese Liealgebra meist $\frak{gl}(V)$.
Gegeben ein endlichdimensionaler
reeller Vektorraum $V$ ist im allgemeinen 
keineswegs jede reelle Unterliealgebra 
$\frak{g}\subset \frak{gl}(V)$ 
der Tangentialraum im neutralen
Element einer Matrixliegruppe $G\As \op{GL}(V)$. 
Das Problem ist, da"s die vom Bild der Exponentialabbildung erzeugte 
Untergruppe keineswegs abgeschlossen zu sein braucht, wie zum Beispiel der Fall
$\frak{g}=\DR\op{diag}(\op{i},\alpha{\op{i}})\subset\op{End}\DC^2$ 
f"ur irrationales
reelles $ \alpha$ zeigt. Es gibt aber auf der fraglichen
Untergruppe, auch wenn sie 
in $\op{GL}(V)$  nicht abgeschlossen
ist, stets genau eine Struktur von glatter
Mannigfaltigkeit im Sinne von \ref{glM} 
derart, da"s die Einbettung differenzierbar ist und
ihr Tangential 
den Tangentialraum unserer Mannigfaltigkeit mit $\frak{g}$ identifiziert.
Mehr dazu lernt man  in der Differentialgeometrie.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Liealgebren von Schnitten}] 
Aus \ref{Peli} folgt f"ur abgeschlossene Untergruppen
der Automorphismengruppe eines endlichdimensionalen
reellen Vektorraums $G, H \As \op{Aut} V$ 
die Formel
$$\op{Lie}(G\cap H)=(\op{Lie}G)\cap (\op{Lie}H)$$
Allgemeiner gilt f"ur eine beliegige Familie $(G_i)_{i\in I}$ 
von abgeschlossenen Untergruppen auch\label{LaLgcn} %\label{LaLg} 
$$\op{Lie}\bigcap_{i\in I} G_i=\bigcap_{i\in I}\op{Lie}G_i$$
Diese Bemerkung h"atte auch schon direkt im Anschlu"s an \ref{Peli} 
stehen k"onnen. Ich habe sie nur deshalb  hierher verschoben, um 
sie bereits mit der Bezeichnung
$\op{Lie}G$ statt ${\op{T}}_eG$ formulieren zu k"onnen.
Mit \ref{Pelia} wird in \ref{LaLgca}
 dasselbe auch f"ur abgeschlossene Untergruppen
einer abstrakten Liegruppe folgen.\label{LaLgcan}
\end{Bemerkungl}






\subsubsection*{"Ubungen} 



\begin{Ubung}\label{GHZy} 
Ist $A$ eine endlichdimensionale $\DR$-Algebra und
$G\pdef \op{Alg}_\DR^\times(A)\subset \op{GL}(A)$ ihre Automorphismengruppe, so besteht
$\op{Lie}G\subset \op{End}(A)$ genau aus allen 
{\bf Derivationen von} $A$,\index{Derivation!einer $\DR$-Algebra} 
als da hei"st, aus allen $\DR$-linearen Abbildungen
$d:A\ra A$ mit der Eigenschaft $d(ab)=(da)b+ a(db)$ f"ur alle
$a,b\in A$. Wir bezeichnen diesen Raum mit $\op{Der}_\DR(A)$ und haben also in Formeln
$$\op{Lie}(\op{Alg}_\DR^\times(A))=\op{Der}_\DR(A)$$
Man zeige auch, da"s f"ur eine endlichdimensionale $\DC$-Algebra
analog gilt $$\op{Lie}(\op{Alg}_\DC^\times(A))=\op{Der}_\DC(A)$$
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{LaNT}
Ist $G$ eine Matrixliegruppe und $N\As G$ ein 
abgeschlossener Normalteiler, so gilt f"ur alle $X\in \op{Lie}G$ und
$Y\in \op{Lie}N$ sogar $[X,Y] \in\op{Lie}N$.
In der in \eref{DefIIn}{HL} eingef"uhrten Terminologie ist also
die Liealgebra eines Normalteilers stets ein Ideal.
\end{Ubung}
\begin{Ubunge}
  Man zeige, da"s jeder echte abgeschlossene Normalteiler der Drehgruppe
$\op{SO}(3)$ trivial ist. Hinweis: \ref{LaNT} zeigt, da"s unser\label{ZERm} 
Normalteiler diskret sein mu"s, und \eref{FRES}{TM} zeigt weiter, da"s er
im Zentrum von $\op{SO}(3)$ liegen mu"s.
\end{Ubunge}

\begin{Ubung}
 Man zeige, da"s jede abgeschlossene Untergruppe von $\op{O} (3)$ 
konjugiert ist zu genau einer Untergruppe der
folgenden Liste:
\begin{enumerate}
 \item Ein endliche Untergruppe, wie sie in \eref{EUOb}{LA2}
 klassifiziert wurden;
\item Eine der Untergruppen $\op{O} (3)$ und $\op{SO} (3)$;
\item Eine der Gruppen $\{\pm 1\} \times \op{O} (2)$ oder $\{ \pm 1\}
  \times  \op{SO} (2)$ von Blockmatrizen.
\end{enumerate}

\end{Ubung}





\begin{Ubung}\label{DeAdM}
F"ur jede Liealgebra $L$ und jedes Element 
$x\in L$ ist $\op{ad} x$ eine Derivation von $L$
und
$\op{ad} (L) \subset \op{Der}_{k} L$ ist ein Ideal.
Genauer 
gilt sogar $[\delta,\op{ad} x]=\op{ad} (\delta x) \; \forall \delta \in
\op{Der}_{k} L$, $x\in L$. 
\end{Ubung}









\subsection{Homomorphismen von Matrixliegruppen}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildGHCc}\\[4mm]
\noindent 
Das Bild eines stetigen Gruppenhomomorphismus $\Bbb{R} \ra \DC^{\times}$
hat im allgemeinen die Gestalt einer Spirale. Sie wird mit konstanter
Winkelgeschwindigkeit durchlaufen, aber der Radius h"angt exponentiell 
von der Zeit ab. 
\end{figure}
\begin{Satz}[\textbf{Gruppenwege in 
$\DC^\times$}]\index{Gruppenweg!in $\DC^\times$}
Jeder stetige Gruppenhomomorphismus\label{GHrcc} 
$\varphi : \Bbb{R} \ra \DC^{\times}$ 
hat die
Gestalt $\varphi (t) = \exp (a t) $ f"ur genau ein $a \in \DC$.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Die stetigen Gruppenwege in der Kreisgruppe
  haben wir bereits in \eref{EplOO}{AN1}
bestimmt. Die Argumentation hier ist im wesentlichen dieselbe.
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}[Beweis]
Die Eindeutigkeit von $a$ folgt aus $\varphi' (0) = a$. Nur die
Existenz von $a$ ist also noch zu zeigen.
Die offene Halbebene $H\pdef \{z\in\DC\mid \op{Re}(z)>0\}$ hat
die Eigenschaft, da"s es f"ur jedes $z\in H$ genau ein
$w\in H$ gibt mit $w^2=z$. 
Gegeben ein stetiger Gruppenhomomorphismus 
$\varphi:\DR\ra\DC^\times$ finden wir nun sicher erst ein $\varepsilon >0$ mit
$\varphi([-\varepsilon,\varepsilon])\subset H$ und dann ein
$b\in U$ mit $\varphi(\varepsilon)=\op{exp}(b)$.
Es folgt $$\varphi(\varepsilon/2)=\sqrt{\op{exp}(b)}=\op{exp}(b/2)$$
und induktiv $\varphi(\varepsilon/2^n)=\op{exp}(b/2^n)$ f"ur alle
$n\in\DN$ und dann sogar
$\varphi(m\varepsilon/2^n)=\op{exp}(mb/2^n)$ f"ur alle
$n\in\DN$ und $m\in \DZ$. Setzen wir 
$a=b/\varepsilon$, so gilt mithin 
$\varphi(t)=\op{exp}(at)$  f"ur alle reellen Zahlen $t$ der Gestalt 
$t=m\varepsilon/2^n$ mit $n\in\DN$ und $m\in \DZ$. 
Da beide Seiten stetig sind, gilt das 
 dann auch f"ur alle $t\in \DR$.
\end{proof}


\begin{Satz}[\textbf{Gruppenwege in $\op{GL}(V)$}]\index{Gruppenweg!in $\op{GL}(n;\DR)$} 
 Ist $V$ ein endlichdimensionaler
reeller oder auch  komplexer Vektorraum,\label{EPGL} 
so ist jeder stetige Gruppenhomomorphismus $\varphi:\DR\ra \op{GL}(V)$
von der Gestalt $\varphi(t)=\op{exp}(tA)$ f"ur genau ein
$A\in \op{End}V$.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Die stetigen Gruppenhomomorphismen 
$\varphi : \Bbb{R} \ra \DC^{\times}$ haben wir gerade eben 
bestimmt. Die Argumentation hier ist im wesentlichen dieselbe.
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}[Beweis]
Die Eindeutigkeit von $A$ folgt aus $\varphi' (0) = A$. Nur die
Existenz von $A$ ist also noch zu zeigen.
Nach dem Umkehrsatz \eref{UKA}{AN2} gibt es in $\op{End}V$
eine
offene Umgebung $U\co\op{End}V$ des Ursprungs, die unter $\exp$ hom"oomorph
auf eine offene Teilmenge $W\co \op{GL}(V)$ der Identit"at abgebildet wird. 
Wir d"urfen ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit $U$  konvex annehmen. Das Bild $H\pdef\op{exp}((1/2)U)$ der entsprechend um den Faktor Zwei geschrumpften Umgebung
hat dann offensichtlich die Eigenschaft, 
da"s
das Quadrieren $g\mapsto g^2$ einen Diffeomorphismus
$$H\sira W$$ induziert. Da wir $U$ konvex angenommen hatten, gilt
au"serdem $H\subset W$. Folglich
besitzt  jedes $z\in H$ genau eine Wurzel in $H$.
Gegeben ein stetiger Gruppenhomomorphismus 
$\varphi:\DR\ra\op{GL}(V)$ finden wir nun sicher ein $\varepsilon >0$ mit
$\varphi([-\varepsilon,\varepsilon])\subset H$ und ein
$X\in (1/2)U$ mit $\varphi(\varepsilon)=\op{exp}(X)$.
Es folgt $$\varphi(\varepsilon/2)=\sqrt{\op{exp}(X)}=\op{exp}(X/2)$$
und induktiv $\varphi(\varepsilon/2^n)=\op{exp}(X/2^n)$ f"ur alle
$n\in\DN$. Setzen wir 
$A\pdef X/\varepsilon$, so gilt mithin 
$\varphi(t)=\op{exp}(tA)$ f"ur alle $t=\varepsilon/2^n$. Da beide
Seiten Gruppenhomomorphismen sind, gilt es dann auch f"ur alle 
$t=m\varepsilon/2^n$ mit $m\in \DZ$.  Da beide Seiten stetig sind,
folgt es schlie"slich  f"ur alle $t\in \DR$.
\end{proof}
\begin{Satz}[\textbf{Gruppenwege in 
Matrixliegruppen}]
Ist $G$ eine Matrixliegruppe,\label{EPU} 
so ist jeder stetige Gruppenhomomorphismus $\varphi:\DR\ra G$
von der Gestalt $\varphi(t)=\op{exp}(tA)$ f"ur genau ein
$A\in \op{Lie}G$.
\end{Satz}

\begin{proof}
Gegeben ein endlichdimensionaler reeller Vektorraum  $V$ und 
eine abgeschlossene Untergruppe 
$G\As\op{GL}(V)$ ist nach 
 \ref{EPGL} jeder stetige Gruppenhomomorphismus $\varphi:\DR\ra G$ 
jedenfalls schon mal von
der Gestalt $t\mapsto \op{exp}(tA)$ f"ur genau ein $A\in \op{End}V$,
und nach  \ref{Peli} landet die Abbildung $t\mapsto \op{exp}(tA)$
in der Untergruppe $G$ genau dann, wenn $A$ zum  Tangentialraum
${\op{T}}_eG$ unserer Untergruppe geh"ort.
\end{proof}
\begin{Proposition}
  \begin{enumerate}
  \item 
Gegeben  eine \hyperref[DIFe]{glatte Abbildung} $f:M\ra N$ 
 zwischen glatten
    Untermannigfaltigkeiten endlichdimensionaler 
reeller R"aume $X,Y$ und ein
Punkt $p\in M$   gibt es genau eine lineare Abbildung, genannt die
\emph{\bf Tangentialabbildung}\index{Tangentialabbildung} oder
auch das \emph{\bf
      Differential}\index{Differential!bei eingebetteten Mannigfaltigkeiten}
$${\op{T}}_pf:{\op{T}}_pM\ra {\op{T}}_{f(p)}N$$
derart, da"s f"ur jede Karte $(W,\varphi)$ von $M$ mit $W\subset \DR^k$ und
$w\in W$ mit $p=\varphi(w)$ die Gleichheit
${\op{T}}_pf\circ \tiff_w\varphi=\tiff_w(
f\circ \varphi)$ von linearen Abbildungen $\DR^k\ra\vec Y$ gilt;
\item 
 Gegeben zwei differenzierbare Abbildungen $f:M\ra N$ und
$g:N\ra L$ von Untermannigfaltigkeiten erf"ullen die Differentiale f"ur jeden
Punkt $p\in M$ die \emph{\bf Kettenregel}\index{Kettenregel!bei
  Mannigfaltigkeiten!eingebetteten}
$${\op{T}}_{f(p)}g\circ {\op{T}}_pf={\op{T}}_p(g\circ f)$$
\item Das Differential der Einbettung $i:M\hra N$ einer offenen 
Teilmenge $M\co N$  ist an jeder Stelle
die Identit"at ${\op{T}}_pj=\op{id}:{\op{T}}_pM\ra{\op{T}}_pN$;
\item
  Gilt speziell f"ur unsere erste Mannigfaltigkeit $M\co X$ und bezeichnet
  $j:N\hra  Y$ die Inklusion, so haben wir ${\op{T}}_pf=\tiff_p(j\circ  f):\vec X\ra \vec Y$.
\end{enumerate}
\label{DeEM}
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl} Sobald der folgende Beweis zu Ende ist,
  "andern  wir unsere Notation und setzen auch im allgemeinen  
  $${\op{d}}_pf\pdef {\op{T}}_pf$$ F"ur den Beweis schien es mir jedoch wichtig, zwischen den neu eingef"uhrten Begriffen und dem bereits Bekannten zu unterscheiden.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
% Wir arbeiten hier mit eingebetteten Mannigfaltigkeiten 
% im Sinne von \eref{MFoR}{AN2},
% es ist also etwa $Y$ ein endlichdimensionaler reeller Raum
% und $N\subset Y$ eine Teilmenge mit
% den in \eref{MFoR}{AN2} spezifizierten Eigenschaften.
% Wir fassen mit diesen Notationen dann 
%  beide Seiten der definitorischen Gleichheit $${\op{T}}_pf\circ % \diff_w\varphi=\diff_w(
% f\circ \varphi)$$ aus unserer 
% Proposition auf als lineare Abbildungen $\DR^k\ra \vec{Y}$ vom
%   Umgebungsraum unserer Karte $W$ in den Richtungsraum des Umgebungsraums 
% $Y$ der
%   Untermannigfaltigkeit $N$ und fassen insbesondere $f\circ \varphi$ auf
% als eine Abbildung $W\ra Y$. Differentiale derartiger Abbildungen 
% kennen wir n"amlich 
% bereits aus \eref{DeDi}{AN2}.
Etwas allgemeiner gilt die Proposition auch analog
f"ur Randfaltigkeiten \eref{MFRx}{AN2} und sogar 
Eckfaltigkeiten \eref{MFEm}{AN2}, wenn wir den Tangentialraum an
einer Stelle als das
Bild des Differentials einer und jeder Randkarte beziehungsweise Eckenkarte 
an besagter Stelle im Sinne von \eref{dhox}{AN2} erkl"aren.
Wir werden das insbesondere im Fall von Abbildungen
mehrpunktiger Intervalle in Mannigfaltigkeiten verwenden.   
\end{Bemerkungl}



\begin{proof}
Per definitionem induziert f"ur jede Karte wie in der Proposition
ihr Differential  einen Isomorphismus
$\tiff_w\varphi:\DR^k\sira {\op{T}}_pM$. F"ur jede Karte
um $p$ finden wir also genau eine
Abbildung
$${\op{T}}^\varphi_pf: {\op{T}}_pM\ra\vec{Y}$$ 
mit
${\op{T}}^\varphi_pf\circ \tiff_w\varphi=\tiff_w(f\circ \varphi)$.
Um zu zeigen, da"s ${\op{T}}^\varphi_xf$ nicht von der Karte $\varphi$
abh"angt, sei  $(V,\psi)$  eine weitere Karte von $M$ und
$v\in V$ ein Punkt mit $\psi(v)=p$.
Wir d"urfen annehmen, da"s unsere beiden Karten dasselbe Bild haben, so da"s
gilt $\psi=\varphi\circ\kappa$ f"ur den Kartenwechsel $\kappa:V\sira W$.
Die Kettenregel zeigt dann
$${\op{T}}^\varphi_pf\circ \tiff_v\psi={\op{T}}^\varphi_pf\circ \tiff_w\varphi \circ\tiff_v\kappa=\tiff_w(f\circ \varphi)\circ\tiff_v\kappa =
\tiff_v(f\circ \psi)= {\op{T}}^\psi_pf\circ \tiff_v\psi$$
und so ${\op{T}}^\varphi_pf={\op{T}}^\psi_pf$. 
Nun zeigen wir, da"s die so definierte Abbildung ${\op{T}}_pf$ auch 
tats"achlich in ${\op{T}}_{f(p)}N$ landet. Hierzu verwenden wir ein
an $N\subset Y$ angepa"stes lokales  Koordinatensystem $(U,h)$
von $Y$ um $f(p)$ im Sinne von \eref{MFoR}{AN2}  und d"urfen $\varphi(W)\subset U$ annehmen. 
Die Beschreibung \eref{Tabk}{AN2} des Tangentialraums als Kern
der Differentiale $\tiff_{f(p)}h_j$ der auf $N$ identisch verschwindenden Koordinaten
$h_j$. Aus $h_j\circ f\circ\varphi=0$ folgt dann
$\tiff_{f(p)}h_j\circ {\op{T}}_pf=0$. Damit landet ${\op{T}}_pf$ in
der Tat in ${\op{T}}_{f(p)}N$ und der erste Teil ist gezeigt.
Wir geben nun die Notationen $V,\psi, v$ wieder frei, um sie neu in anderer
Bedeutung verwenden zu k"onnen. 
Um den zweiten Teil zu zeigen, nehmen wir
die nicht auf $N$ identisch verschwindenden Koordinaten unsers Systems $(U,h)$.
Hat $N$ etwa die
Dimension $k$, so bilden sie zusammen eine glatte Abbildung
$\bar h\pdef (h_1,\ldots, h_k): U\ra \DR^k$, die  eine
Bijektion $(N\cap U)\sira V\co \DR^k$ induziert, die ihrerseits
die Umkehrabbildung
einer Karte $\psi:V\ra N$ ist. Wir erkl"aren $v\in V$ durch $\psi(v)=f(p)$ und
bezeichnen mit $j:N\cap U\hra U$ die Einbettung. 
Es folgt $g f \varphi =g \psi  \bar h j f \varphi $ und so finden wir mit der Kettenregel aus der Analysis und
unseren Definitionen
\begin{displaymath}
 \begin{array}{ccccc}
\op{d}_w (g  f  \varphi)&=& \op{d}_w (g \psi  \bar h j f \varphi) & = &
\op{d}_v (g  \psi) \circ \op{d}_{f (p)} \bar h  \circ \op{d}_w (jf  \varphi)\\
\parallel & & & &\parallel \\
 {\op{T} }_p (g  f) \circ \op{d}_w \varphi & & & 
&{\op{T} }_{f(p)} g \circ \op{d}_v \psi \circ \op{d}_{f(p)} \bar h  \circ 
{\op{T} }_p f \circ \op{d}_w \varphi\\
 & & & &\parallel\\[1mm]
 & & & & {\op{T} }_{f(p)} g \circ {\op{T} }_p f \circ \op{d}_w \varphi
\end{array}
\end{displaymath}
wegen $\bar h j\psi= \op{id}_{V}$ und folglich $\tiff_{f(p)}\bar h: \op{T}_{f(p)}N\sira \DR^k$ invers zu $\tiff_{v}\psi:\DR^k \sira  \op{T}_{f(p)}N$ und so Teil 2.  Der Beweis von  3 und 4 bleibe dem Leser "uberlassen.
\end{proof}

\begin{Beispiel}
 F"ur $\gamma :I \ra M$ eine Abbildung von 
einem mehrpunktigen reellen Intervall $I\subset\DR$ 
in eine Mannigfaltigkeit $M$ 
wird unsere lineare Abbildung  ${\op{T}}_t\gamma  :\Bbb{R}
\ra {\op{T}}_{\gamma (t)}M$  oder besser in der bereits angek"undigten vereinfachten Notation ${\tiff}_t\gamma  :\Bbb{R}
\ra {\op{T}}_{\gamma (t)}M$
gegeben durch die Multiplikation mit 
einem wohlbestimmten Vektor aus ${\op{T}}_{\gamma (t)}M$, den man  in 
Anlehnung an \eref{DifGes}{AN2} wieder 
$$({\tiff}_t\gamma)(\partial)=\gamma ^{\prime} (t)$$ notiert
f"ur $\partial=(+1)\in \vec{\DR}$  und den
\defind{Geschwindigkeitsvektor} nennt.
\end{Beispiel}



\begin{Satz}[\textbf{Homomorphismen von  Matrixliegruppen}]
Jeder stetige Homomorphismus  $\varphi : G \ra H$ 
von Matrixliegruppen ist  glatt und\label{HeL} 
sein Differential beim neutralen Element
$\tiff_e\varphi$ ist ein Homomorphismus von Liealgebren
mit der Eigenschaft $\op{exp}\circ \tiff_e \varphi=\varphi\circ\op{exp}$.
\end{Satz}








% \subsection{Alter Beweis der Glattheit von Liegruppenhomos}
% \begin{proof}[Alter Beweis]
% Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit d"urfen wir 
% davon ausgehen, da"s wir abgeschlossene Untergruppen
% $G\As \op{GL} (n;\Bbb{R}) $ und $H\As \op{GL} (m;\Bbb{R})$ 
% vor uns haben.
% Da $\varphi$ stetig ist, mu"s nach \eref{SAGr}{AN1} sein Graph 
% $\Gamma \subset G \times H$ abgeschlossen sein.
% Da $\varphi$ ein Gruppenhomomorphismus ist, 
% ist $\Gamma$ sogar eine abgeschlossene Untergruppe
% und wir erhalten eine Sequenz von abgeschlossenen Untergruppen 
% $$\Gamma \;\As\; G \times H \;\As\; \op{GL} (n;\Bbb{R}) 
% \times \op{GL} (m;\Bbb{R})\;\As\; \op{GL} (d; \Bbb{R})$$
% f"ur $s=n+m,$ wobei die letzte Abbildung unsere beiden Matrizen
% zu einer blockdiagonalen Matrix zusammenf"ugt.
% Fassen wir $\Gamma$ auf diese Weise als abgeschlossene Untergruppe 
% $\Gamma \As \op{GL} (s; \Bbb{R})$ auf, so wird
%  $\Gamma$  nach \ref{UGM} eine 
% Untermannigfaltigkeit im Raum $\op{M}(s\times s;\DR)$ und
% wir erhalten ein kommutatives Diagramm
% $$\xymatrix{
% T_e\Gamma\ar[r]   \ar[d]^{\op{exp}} &
% \op{M}(n\times n;\Bbb{R}) \times \op{M}(m\times m;\Bbb{R})\ar[r]
% \ar[d]^{\op{exp} \times \op{exp}}  
% & \op{M}(s\times s;\Bbb{R})\ar[d]^{\op{exp}}\\
% \Gamma\ar[r]  &\op{GL}(n;\Bbb{R})\times 
% \op{GL}(m;\Bbb{R}) \ar[r] & \op{GL}(s;\Bbb{R})
% }$$
% Nach \eref{EBM} {AN2} ist $\Gamma$ dann auch eine glatte Untermannigfaltigkeit
% im Raum $\op{M}(n\times n;\Bbb{R}) \times \op{M}(m\times m;\Bbb{R})$
% und das offensichtliche kommutative Diagramm
% $$\xymatrix{
% \op{M}(n\times n;\Bbb{R})  \ar[d]^{\op{exp}} &\ar[l] 
% \op{M}(n\times n;\Bbb{R}) \times \op{M}(m\times m;\Bbb{R})\ar[r]
% \ar[d]^{\op{exp} \times \op{exp}}  
% & \op{M}(m\times m;\Bbb{R})\ar[d]^{\op{exp}}\\
% \op{GL}(n;\Bbb{R})  &\ar[l]\op{GL}(n;\Bbb{R})\times 
% \op{GL}(m;\Bbb{R}) \ar[r] & \op{GL}(m;\Bbb{R})
% }$$
% mit Liealgebren-Homomorphismen in den oberen Horizontalen
% liefert durch Einschr"ankung ein kommutatives Diagramm
% $$\xymatrix{
% T_{e}G \ar[d]_{\op{exp}} &\ar[l] T_{e}\Gamma \ar[r]
% \ar[d]^{\op{exp}} & T_{e}H\ar[d]^{\op{exp}}\\
% G &\ar[l] \Gamma \ar[r] & H
% }$$
% mit glatten Gruppenhomomorphismen in der unteren 
% Horizontalen und den zugeh"origen
% Differentialen beim neutralen Element in der oberen Horizontalen.
% Da $\Gamma$ der Graph einer stetigen Abbildung $G \ra H$ ist, mu"s 
% die Projektion $\Gamma \ra G$
% ein Hom"oomorphismus sein.
% Da die Vertikalen Karten um das neutrale Element liefern, induziert die lineare
% Abbildung $T_{e} \Gamma \ra T_{e} G $ einen 
% Hom"oomorphismus zwischen geeigneten offenen
% Umgebungen der Null.
% Es folgt, da"s $T_{e}\Gamma \ra T_{e}G$ ein 
% Vektorraumisomorphismus ist, und durch Verschieben
% dieser Erkenntnis mit Gruppenelementen erkennen wir, da"s
% $\Gamma \ra G$ ein Diffeomorphismus sein mu"s.
% Der Satz folgt sofort.
% \end{proof}











\begin{Bemerkungl}
Etwas ausf"uhrlicher geschrieben behauptet die Formel aus dem
Satz das Kommutieren des
Diagramms 
$$\xymatrix{
\op{Lie}G \ar[r]^{\tiff_e\varphi}
\ar[d]_{\op{exp}} &\op{Lie}H\ar[d]^{\op{exp}}\\
G \ar[r]^{\varphi} & H
}$$
Der Satz gilt auch f"ur abstrakte Liegruppen
und wird in dieser Allgemeinheit in
\ref{HeLc} formuliert. Der Beweis bleibt derselbe.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
Man erinnere sich an die Erkenntnis aus \eref{DiDet}{AN2}, nach der 
das Differential an die Determinante bei der Einheitsmatrix die Spur ist.
Als Korollar aus unserem Satz erkennen wir damit das Kommutieren
des Diagramms 
\begin{displaymath}
\xymatrix{
\op{Mat}(n;\DC) \ar[r]^-{\op{tr}}
\ar[d]_-{\op{exp}}  &\DC\ar[d]^-{\op{exp}}\\
\op{GL}(n;\DC) \ar[r]^-{\det}  &\DC^\times
}
\end{displaymath}
Das  hatten wir in \ref{LSL}  
bereits elementar gezeigt. Umgekehrt kann man aus dem Kommutieren dieses
Diagramms auch unschwer folgern, da"s 
das Differential an die Determinante bei der Einheitsmatrix die Spur
sein mu"s.
\end{Beispiel}
\begin{proof}
Jeder Gruppenweg in $G$ liefert durch Nachschalten von
$\varphi$ einen Gruppenweg in $H$.
Aus unserer Beschreibung der Gruppenwege \ref{EPU} 
folgt, da"s es eine Abbildung 
$\tilde{\varphi}:\op{Lie}G \ra \op{Lie}H$ geben mu"s, die das Diagramm
$$\xymatrix{
\op{Lie}G \ar[r]^{\tilde{\varphi}}
\ar[d]_{\op{exp}} &\op{Lie}H\ar[d]^{\op{exp}}\\
G \ar[r]^{\varphi} & H
}$$
zum Kommutieren bringt und die dar"uber hinaus 
mit allen Streckungen vertauscht, in Formeln 
$\tilde{\varphi}(sX)=s\tilde{\varphi}(X)$ f"ur 
alle $s\in\DR$ und $X\in \op{Lie}G$.
Wenden wir $\varphi$ auf beide Seiten von
Trotter's Produktformel \ref{ESU} an,
so folgt weiter 
$\tilde{\varphi}(X+Y)=\tilde{\varphi}(X)+\tilde{\varphi}(Y)$
und damit die Linearit"at von $\tilde{\varphi}$.
Da im Diagramm beide Vertikalen Diffeomorphismen zwischen 
einer offenen Umgebung
der Null in der jeweiligen Liealgebra 
und einer offenen Umgebung des neutralen Elements 
in der jeweiligen Gruppe liefern,
k"onnen wir
folgern, da"s  $\varphi$ auf einer offenen Umgebung des
neutralen Elements von $G$ glatt ist mit 
Differential $\tiff_e\varphi=\tilde{\varphi}$.
Wegen $\varphi= (\varphi(g)\cdot)\circ \varphi\circ (g^{-1}\cdot)$
ist dann $\varphi$ auch f"ur jedes andere Gruppenelement 
$g\in G$ glatt in einer Umgebung desselben und  damit eine glatte
Abbildung.
Um schlie"slich zu zeigen, da"s $\tiff_e\varphi$ ein Homomorphismus von
Liealgebren ist, 
gehen wir aus vom 
kommutativen Diagramm von Mannigfaltigkeiten
\begin{displaymath}
\xymatrix{
G \ar[r]^{\varphi}\ar[d]_{\op{int} x} &H \ar[d]^{\op{int}\varphi(x)}\\
G \ar[r]^{\varphi} & H
}
\end{displaymath}
Indem man darin zu den Differentialen an den neutralen Elementen "ubergeht
und die Kettenregel \ref{DeEM} beachtet, erh"alt man das
kommutative Diagramm von reellen Vektorr"aumen
\begin{displaymath}
\xymatrix{
{\op{T}}_e G \ar[d]_{\op{Ad} x} \ar[r]^-{\tiff_e \varphi} & 
{\op{T}}_e H \ar[d]^{\op{Ad} \varphi(x)}\\
{\op{T}}_e G \ar[r]^-{\tiff_e \varphi} & {\op{T}}_e H
}
\end{displaymath}
Gegeben $X,Y\in\op{Lie}G$ mit Bildern $\bar{X},\bar{Y}\in\op{Lie}H$
erhalten wir  nach dem bereits
Bewiesenen  $\varphi(\op{exp}(tX))=\op{exp}(t\bar{X})$ f"ur alle 
$t\in \DR$. Damit folgt
$$\tiff_e\varphi: 
\op{Ad}(\op{exp}(tX))(Y)\mapsto \op{Ad}(\op{exp}(t\bar{X}))(\bar{Y})$$
nach dem vorhergehenden kommutativen Diagramm mit
$x=\op{exp}(tX)$, angewandt auf $Y\in{\op{T}}_e G$.
Dann mu"s aber nach der Kettenregel $\tiff_e\varphi=\tiff_0(\tiff_e\varphi)$ 
auch den Geschwindigkeitsvektor
bei $t=0$ der  Kurve  $t\mapsto \op{Ad}(\op{exp}(tX))(Y)$
auf den Geschwindigkeitsvektor
bei $t=0$ der  Kurve $t\mapsto \op{Ad}(\op{exp}(t\bar{X}))(\bar{Y})$
 abbilden, und 
nach \ref{KLIE} oder besser seinem Beweis l"a"st sich  diese Erkenntnis 
in der Tat schreiben als die behauptete Vertr"aglichkeit 
des Differentials unseres Gruppenhomomorphismus mit der Lieklammer
\begin{equation*}
\tiff_e\varphi: 
[X,Y]\mapsto [\bar{X},\bar{Y}]
\qedhere\end{equation*}
\end{proof}

\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}
Eine Karte einer glatten Untermannigfaltigkeit ohne Rand
eines endlichdimensionalen reellen 
Vektorraums im Sinne von \eref{Karte}{AN2} 
ist nichts anderes als
ein Diffeomorphismus zwischen einer offenen Teilmenge
eines $\DR^k$ 
und einer offenen Teilmenge unserer 
Mannigfaltigkeit.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Gegeben eine Untermannigfaltigkeit $M\subset X$  eines
endlichdimensionalen reellen\label{RiAA} 
Raums und ein Punkt $p\in M$ 
und eine glatte Funktion $f:M\ra \DR$ hei"st der Wert 
des Differentials $\tiff_pf: {\op{T}}_{p}M\ra\DR$ auf  einem Tangentialvektor 
$v\in {\op{T}}_{p} M $
auch die 
{\bf Richtungsableitung von $f$ bei $p$ in Richtung $v$}
 und\index{Richtungsableitung!auf eingebetteter Mannigfaltigkeit} 
wird\index{D@${\op{D}}_v$ Richtungsableitung!auf eingebetteter Mannigfaltigkeit}
notiert als
$$(\tiff_pf)(v)={\op{D}}_v(f)$$
Das gro"se D steht je nach Geschmack
f"ur \glqq directional derivative\grqq\ oder \glqq Derivation\grqq.
\end{Ubung}
 \begin{Ubung}
   Man zeige, da"s f"ur $n\in\DZ$ das Differential beim neutralen 
Element des Potenzierens auf der Kreislinie $S^1\ra S^1$, $z\mapsto z^n$ 
die Multiplikation mit $n$ auf dem Tangentialraum ist.
 \end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{SGHSb} %auch in \label{SGHS}
Man konstruiere eine Bijektion $\op{GrpTop}((S^1)^m, (S^1)^n)\sira \op{Mat}(n\times m;\DZ)$
zwischen der Menge aller stetigen Gruppenhomomorphismen 
$(S^1)^m\ra (S^1)^n$ und der Menge aller
$(n\times m)$-Matrizen mit ganzzahligen Eintr"agen. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{ASO3}
  Man zeige, da"s jeder nicht konstante 
stetige Gruppenhomomorphismus $\op{SO}(3)\ra \op{SO}(3)$ von der Gestalt
$(\op{int}g)$ ist f"ur genau ein $g\in \op{SO}(3)$. Hinweis:
Man erinnere sich, da"s die Liealgebra von $\op{SO}(3)$ identifiziert werden
kann mit dem $\DR^3$ mit Kreuzprodukt, und diskutiere, welche
linearen Abbildungen $\DR^3\ra \DR^3$ mit dem Kreuzprodukt vertr"aglich sind.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{TBUM}
Sei $X$ ein endlichdimensionaler reeller Raum. 
Ist $M\subset X$ eine glatte Untermannigfaltigkeit, so ist  das
Tangentialb"undel ${\op{T}}M\subset X\times \vec{X}$ 
aus \eref{TaBu}{AN2} nach \eref{TBUMs}{AN2} eine
 glatte Untermannigfaltigkeit. 
Man zeige: F"ur jede 
glatte Abbildung $f:M\ra N$ in eine weitere glatte  eingebettete 
Mannigfaltigkeit liefern 
auch die Differentiale 
$\tiff_p f: {\op{T}}_pM\ra {\op{T}}_{f(p)}N$ eine 
glatte Abbildung $\tiff f: {\op{T}}M\ra {\op{T}}N$. 
Hinweis: \eref{KKR}{AN2}.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{dinn}
Das Differential  des Invertierens 
$\op{inv}:G\ra G$ auf einer Matrixliegruppe beim neutralen Element
ist die Punktspiegelung 
am Ursprung auf dem Tangentialraum, in Formeln 
$\tiff_e\op{inv}=((-1)\cdot):{\op{T}}_eG\ra {\op{T}}_eG$.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Liealgebra eines Kerns}]
Gegeben ein glatter Homomorphismus von 
Matrixliegruppen $\varphi : G \ra H$  zeige man mit \ref{Peli}
die Formel $\op{Lie}(\op{ker}\varphi)=\op{ker}(\tiff_e\varphi)$
und allgemeiner f"ur $K\subset H$ eine abgeschlossene
Untergruppe\label{LiKe}  
$$\op{Lie}(\varphi^{-1}(K))=
\{x\in \op{Lie}G\mid (\tiff_e\varphi)(x)\in\op{Lie}K\}$$
Daraus folgt im "Ubrigen mit \eref{DiDet}{AN2} auch 
sofort die in 
\ref{LSL} bereits elementar gezeigte 
Beziehung $\op{Lie}(\op{SL}(n;\DR))=\frak{sl}(n;\DR)$.
Mit \ref{Pelia} wird dasselbe auch allgemeiner f"ur abstrakte Liegruppen
folgen.\label{LiKea} 
\end{Ubung}
\begin{Bemerkungl}%\label{LaLg}
Die wichtigsten Methoden zur
Berechnung von Liealgebren sind  f"ur uns
die Vertr"aglichkeit der Liealgebrenbildung mit Schnitten von abgeschlossenen Untergruppen \ref{LaLgcn},
mit dem Bilden des Urbilds  einer abgeschlossenen Untergruppe unter einem  Homomorphismus \ref{LiKe}, 
sowie die Formel \ref{LGI} f"ur die Liealgebra der Standgruppe eines
Vektors in einer glatten Darstellung und ihrer Projektivisierung.
\end{Bemerkungl}
\begin{Ubung}[\textbf{Liealgebra einer Gruppe von Fixpunkten}]
Gegeben  $ G$  eine Matrixliegruppe und $
\varphi:G\sira G$ ein glatter Automorphismus  von $G$  ist
die Liealgebra der Gruppe der Fixpunkte $G^\varphi\pdef \{g\in G\mid \varphi(g)=g\}$ 
von $\varphi $ genau die Menge der Fixpunkte
des Differentials $\tiff_e \varphi$ in der Liealgebra, 
in Formeln 
$$\op{Lie}(G^\varphi)=(\op{Lie}G)^{\tiff_e \varphi} $$
Mit \ref{Pelia} wird dasselbe auch allgemeiner f"ur abstrakte Liegruppen folgen,
vergleiche etwa \ref{LiZe}. Hinweis: Man mag entweder ein direktes Argument geben oder \ref{LiKe} auf $(\op{id},\varphi):G\ra G\times G$ und die
diagonale Untergruppe anwenden.
\end{Ubung}



% \begin{Ubung}\label{LUa}
% Die Liealgebra von $\op{O}(n)=\{ A \in \op{GL} (n;\Bbb{R})\mid A A^{\top}=I\}$
% ist 
% $\frak{so} (n) \pdef\{X \in \op{Mat}(n\times n; \Bbb{R}) \mid X +X^{\top} =0\}$.
%  Hinweis: Man schreibe unsere Gruppe als 
% Fixpunktmenge eines Automorphismus und wende \ref{LiZe} an. Einen alternativen
% Beweis haben Sie bereits in \ref{LiSO} gesehen.
% \end{Ubung}
% \begin{Ubung}\label{LU}
% Die Liealgebra von $\op{U}(n)
% =\{ A \in \op{GL} (n;\Bbb{C})\mid A \bar{A}^{\top}=I\}$
% ist $\frak{u} (n) \pdef\{X \in \op{Mat}(n\times n; \Bbb{C}) 
% \mid X +\bar{X}^{\top} =0\}$. Hinweis: Man schreibe unsere Gruppe als 
% Fixpunktmenge eines Automorphismus und wende \ref{LiZe} an.
% Einen alternativen
% Beweis haben Sie bereits in \ref{TUn} gesehen.
% \end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Komplexe Matrizen und Relativit"atstheorie}]
 Man betrachte f"ur $\op{SL}(2;\DC)$ die 
  vierdimensionale reelle Darstellung
  $L\pdef {\op{ker}}\left(\bigwedge^2_\DR(\DC^2)\sra \bigwedge^2_\DC(\DC^2)\right)$.
  Man zeige, da"s $\op{SL}(2;\DC)$ trivial auf $\bigwedge^4_\DR(\DC^2)$ operiert, etwa mit \eref{detCR}{LA1}.
 Man zeige weiter, da"s die durch $\wedge$ und eine geeignete von Null verschiedene reelle Volumenform $\bigwedge^4_\DR(\DC^2)\sira\DR$ gegebene\label{slso} 
 symmetrische Bilinearform auf unserem Kern $L$ nichtausgeartet
 vom Typ $(3,1)$ ist.
  Man zeige die Existenz einer kurzen exakten Sequenz
  $$\{\pm\op{id}\}\hra \op{SL}(2;\DC)\sra \op{SO}(3,1)^+ $$
  Hier bezeichnet $\op{SO}(3,1)^+$ wie in \eref{Komps}{TM} die Einskomponente von $\op{O}(3,1)$.
\end{Ubung}
\subsection{Drehgruppe und Spingruppe}
\begin{Bemerkungl}
  Wir erinnern aus \eref{ZKGL}{AN2} oder  \eref{zshgG}{TM}, da"s
  $\op{SU}(2)$ und $\op{SO}(3)$, ja sogar $\op{SU}(n)$ und $\op{SO}(n)$ zusmmenh"angend sind. Man kann das auch leicht \glqq zu Fu"s\grqq\ einsehen.
\end{Bemerkungl}
  \begin{Proposition}[\textbf{Drehgruppe und Spingruppe}]
Es gibt einen stetigen surjektiven Gruppenhomomorphismus\label{DrehS} 
$\op{SU}(2) \sra  \op{SO}(3)$ mit Kern  $\{\pm\op{id}\}$.
\end{Proposition}

\begin{proof} Sozusagen zu Fu"s haben Sie das eventuell bereits in
  \eref{SpFr}{LA2} gezeigt. Hier soll nun ein mehr konzeptionelles Argument
  erkl"art werden. 
Wir betrachten die adjungierte Darstellung \ref{LKMa} der
{\bf Spingruppe}\index{Spingruppe}
$\op{SU}(2)$ auf dem Raum der
schiefhermiteschen Matrizen mit Spur Null $\op{Lie}\op{SU}(2)$.
Sie ist  eine dreidimensionale reelle Unterdarstellung  
der Darstellung von $\op{SU}(2)$ auf ${\op{Mat}}(2;\DC)$
durch Konjugation, und die Elemente dieser Unterdarstellung 
erzeugen zusammen mit der Einheitsmatrix ganz  ${\op{Mat}}(2;\DC)$
als 
komplexen Vektorraum. Der Kern unserer adjungierten Darstellung 
besteht folglich genau aus den Matrizen aus $\op{SU}(2)$, die mit
allen Matrizen von ${\op{Mat}}(2;\DC)$ kommutieren,
und das ist eben der Schnitt der Menge $\DC{\op{I}}$ aller Vielfachen der Einheitsmatrix mit
unserer Gruppe $\op{SU}(2)$ alias die Untergruppe $\{\pm\op{id}\}$.
Auf dem Raum $\frak{su}(2)\pdef\op{Lie}\op{SU}(2)$ aller schiefhermiteschen Matrizen
mit Spur Null definiert aber nun die Vorschrift $(A,B)\mapsto \op{tr}(AB)$ 
eine negativ definite symmetrische Bilinearform, wie man leicht nachrechnet,
die offensichtlich unter allen Konjugationen mit unit"aren
Matrizen invariant ist. 
Versehen wir $\frak{su}(2)$ mit dem Negativen dieser 
Bilinearform als Skalarprodukt, so liefert die adjungierte Darstellung also
einen Gruppenhomomorphismus 
$$\op{Ad}:\op{SU}(2)\ra \op{O}(\frak{su}(2))$$
mit Kern $\{\pm\op{id}\}$. Da $\op{SU}(2)$ zusammenh"angend ist, mu"s 
dieser Gruppenhomomorphismus
bereits in $\op{SO}(\frak{su}(2))$ landen, und da der Kern diskret ist,
mu"s unser 
Gruppenhomomorphismus nach \ref{LiKe} 
eine injektive Abbildung auf den Lie-Algebren 
induzieren. Nach Dimensionsvergleich mu"s diese injektive Abbildung
dann sogar ein Isomorphismus sein, so da"s nach \ref{HeL} das Bild von
$\op{Ad}$ eine Umgebung des neutralen Elements umfa"st. 
Da aber $\op{SO}(\frak{su}(2))$ nach \eref{EuWi}{LA2} 
oder \eref{zshgG}{TM} zusammenh"angend ist, mu"s folglich
$\op{Ad}$ ganz $\op{SO}(\frak{su}(2))$ als Bild haben.
\end{proof}

\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}\label{ASU2}
  Man zeige, da"s jeder nicht konstante 
stetige Gruppenhomomorphismus $\op{SU}(2)\ra \op{SU}(2)$ von der Gestalt
$(\op{int}g)$ ist f"ur  ein $g\in \op{SU}(2)$. Hinweis: \ref{ASO3}.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Folgern Sie aus \ref{DrehS}, da"s jeder
stetige Gruppenhomomorphismus
$\op{SU}(2) \ra  \op{SO}(3)$ konstant oder  surjektiv ist,
und da"s es f"ur je zwei stetige surjektive Gruppenhomomorphismen 
$\phi,\psi$ ein $g\in \op{SO}(3)$ gibt mit $\phi=(\op{int} g)\circ\psi$.
\end{Ubung}

\subsection{Quaternionale Gruppen}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Erinnerungen zu Quaternionen}] 
Die Behauptungen des vorhergehenden Abschnitts kann man 
alternativ auch 
im Bild der Quaternionen  verstehen.
Wir erinnern an den Schiefk"orper der Quaternionen 
  $$\Bbb{H}=\DR \oplus \DR\op{i}\oplus \DR\op{j}\oplus \DR\op{k}$$
aus \eref{DQua}{LA1} mit den Rechenregeln $\op{i}^{2} = \op{j}^{2} = \op{k}^{2}=
\op{i}\op{j}\op{k} = -1$  und insbesondere an die quaternionale Konjugation
$$\overline{a+b\op{i}+c\op{j}+d\op{k}} \pdef a - b\op{i}-c\op{j}-d\op{k}$$
mit der Eigenschaft $\overline{qw} =\bar{w} \bar{q}$.
Man setzt $|q|\pdef\sqrt{\overline{q}q}=\sqrt{a^{2}+b^{2}+c^{2}+d^{2}}$
und $\op{Re}(q)\pdef(q+\bar{q})/2$, 
also $\op{Re}(a+b\op{i}+c\op{j}+d\op{k})=a$.
\end{Bemerkungl}

  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Kugelschalen als Liegruppen}]
    Alle Kugelschalen $S^{n} = \{x\in \Bbb{R}^{n+1} \mid \| x\| =1\}$ sind
    glatte Mannigfaltigkeiten.  Auf $S^{0}, $ $S^{1}$ und $S^3$ induziert die
    Multiplikation in $\DR$, den komplexen Zahlen $\DC\cong \DR^2$ beziehungsweise
    den
    Quaternionen $\Bbb{H}\cong\DR^4 $ aus \eref{DQua}{LA1} 
sogar die Struktur einer\label{SOUn} %umbenannt von \label{SOU} 
    Liegruppe.  F"ur das Modell
des Schiefk"orpers der Quaternionen aus dem Beweis von
  \eref{DQuaR}{LA1}  stimmt die Gruppe $S^3$ der
    Quaternionen der L"ange Eins "uberein
    mit der Gruppe $\op{SU}(2)$ und wir erhalten so einen Isomorrphismus
    $$\op{SU}(2)\sira S^3$$
Es scheint mir anschaulich klar und ist auch formal nicht schwer 
nachzurechnen, da"s der Tangentialraum beim neutralen Element
${\op{T}}_1S^3$ genau der Raum der
  rein imagin"aren
    Quaternionen $Q = \Bbb{R} \op{i} \oplus \Bbb{R} \op{j} \oplus \Bbb{R}
    \op{k} = \{w\in \Bbb{H} \mid \bar{w} =-w\}$ 
ist. Die adjungierte Darstellung der $S^3$ darauf geschieht wie immer
durch Konjugation, ein invariantes 
Skalarprodukt k"onnen wir in diesem Fall leicht explizit 
angeben durch die Vorschrift $\langle
    v,w\rangle= \op{Re}(\bar{v}w)$, und daf"ur
 bilden $\op{i},\op{j}, \op{k}$ dann eine
    Orthonormalbasis. % , und diese liefert uns einen Isomorphismus
%     $\op{SO}(Q)\sira \op{SO}(3)$.
  \end{Bemerkungl}

 
\begin{Definition}
  Wir erinnern den Schiefk"orper $\mathbb H$ der Quaternionen mit seinem Antiautomorphismus $q\mapsto\bar q$.
  Gegeben ein $\mathbb H$-Rechtsmodul $V$ erkl"aren wir eine
  {\bf quaternional-hermitesche Form\index{quaternional-hermitesche Form} 
auf $V$} als eine biadditive Abbildung
$$\begin{array}{ccc}
V\times V & \rightarrow &\mathbb H\\
(v, w) & \mapsto & \langle v, w \rangle
  \end{array}$$
mit 
$\langle v, w \rangle = 
\overline{\langle w, v \rangle}$ und $\langle v, w \mu \rangle = \langle v, w \rangle \mu$ f"ur alle $v, w\in V$ und $ \mu \in \mathbb H$.
%Ein quaternionales Skalarprodukt
{\bf quaternionales Skalarprodukt}\index{Skalarprodukt!quaternionales}
erkl"aren wir als eine quaternional-hermitesche Form mit
$\langle v, v \rangle \leq 0 \Rightarrow v = 0$.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Die Abbildung $\mathbb H^n \times \mathbb H^n \rightarrow \mathbb H$, $(x, y) \mapsto
  \sum \bar x_i y_i$ ist ein quaternionales Skalarprodukt auf
  dem $\mathbb H$-Rechtsmodul $\mathbb H^n$.
  Die Gruppe der Automorphismen unseres $\mathbb H$-Rechtsmoduls, die dieses
  quaternionale Skalarprodukt invariant lassen, hei"st die
  %kompakte symplektische Gruppe
  {\bf kompakte symplektische Gruppe}\index{symplektische Gruppe!kompakte} 
  und wird $\op{Sp}(n)$ notiert.\index{Sp@$\op{Sp}(n)$ kompakte symplektische Gruppe} Den Ursprung dieser Terminologie diskutieren wir in \ref{syQU}.
\end{Bemerkungl}


\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
Seien $V_\DC$ ein komplexer Vektorraum mit  Skalarprodukt $s = \langle \; , \; \rangle$ und $V_\DR$ seine Reellifizierung.
Dann ist $\op{Re} \circ s $ ein Skalarprodukt auf $V_{\mathbb R}$ und $\op{Im}\circ  s $ eine symplektische
Form auf $V_{\mathbb R}$ und wir erhalten in $\op{GL} (V_{\mathbb R})$ die drei Untergruppen 
$\op{GL} (V_\DC)$, $\op{O}(V_{\mathbb R} ; \op{Re} s) $ und $\op{Sp} (V_{\mathbb R}; \op{Im} s)$.
Man zeige, da"s der Schnitt von je Zweien dieser Untergruppen bereits der Schnitt von allen
Dreien ist.
Insbesondere erhalten wir damit im Diagramm
\begin{displaymath}
\xymatrix{
& \op{GL} (2n ; \mathbb R) &\\
\ar@{^{(}->}[ur]\op{GL} (n; \mathbb C) &  \op{O} (2n)\ar@{^{(}->}[u] & \op{Sp}(n;\mathbb R)\ar@{_{(}->}[ul]\\
& \ar@{^{(}->}[ur]\op{U} (n) \ar@{^{(}->}[u] \ar@{_{(}->}[ul]&
}
\end{displaymath}
die Untergruppe ganz unten als Schnitt von je
Zwei der Untergruppen in der Mitte. 
\end{Ubung}

%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%
%\newpage




%\begin{Bemerkungl}
\begin{Ubung}[\textbf{Kompakte symplektische Gruppe und Quaternionen}]
Jedes Quaternion $q \in \mathbb H$  k"onnen wir eindeutig schreiben als $q = x + jy$ mit\label{syQU}  
$x,y \in \mathbb C$.
Wir setzen $x \pdef \op{Com} (q)$ und $y \pdef \op{Qua} (q)$ und nennen das den
{\bf komplexen}\index{komplexer Anteil!von Quaternion}  und den
{\bf quaternionalen Anteil}\index{quaternionaler Anteil} 
unseres Quaternions.
So vertauschen $\op{Com}$ und $\op{Qua}$ mit der Rechtsoperation von $\DC$.
Weiter gilt $\bar q =  \bar x - j y$ und folglich 
$\op{Com} (\bar q) = \overline{\op{Com} ( q)}$ sowie $\op{Qua} (\bar q) =-\op{Qua} ( q)$.
Sei nun $V_{\mathbb H}$ ein $\mathbb H$-Rechtsmodul  mit
quaternionalem Skalarprodukt $s = \langle \; , \; \rangle$ und
$V_{\mathbb C}$ seine Restriktion zu einem komplexen Vektorraum.
Dann ist $\op{Com} \circ s $ ein Skalarprodukt auf $V_{\mathbb C}$ und $\op{Quat}\circ  s $ eine symplektische
Form auf $V_{\mathbb C}$
und wir erhalten in $\op{GL} (V_{\mathbb C})$ die drei Untergruppen 
$\op{GL} (V_{\mathbb H})$, $\op{U}(V_{\mathbb C} ; \op{Com} s) $ und $\op{Sp} (V_{\mathbb C}; \op{Qua} s)$.
Man zeige,
da"s der Schnitt von je Zweien dieser Untergruppen bereits der Schnitt von allen
Dreien ist.
Insbesondere erhalten wir damit im Diagramm 
\begin{displaymath}
\xymatrix{
& \op{GL} (2n ; \mathbb C) &\\
\ar@{^{(}->}[ur]\op{GL} (n; \mathbb H) & \op{U} (2n)\ar@{^{(}->}[u] & \op{Sp}(n;\mathbb C)\ar@{_{(}->}[ul]\\
& \ar@{^{(}->}[ur]\op{Sp} (n) \ar@{^{(}->}[u]\ar@{_{(}->}[ul]&
}
\end{displaymath}
die Untergruppe ganz unten als Schnitt von je
Zwei der Untergruppen in der Mitte. 
\end{Ubung}



\begin{Bemerkungl}
  Seien $V$ ein endlichdimensionaler
  komplexer Vektorraum und $\omega,\eta$ symplektische Formen.
  Stimmen die Automorphismengruppen $G$
  unserer beiden Formen "uberein, so unterscheiden
  sich unsere Formen h"ochstens um einen komplexen Skalar.
  In der Tat ist die Darstellung $V$ der symplektischen Gruppe 
  irreduzibel, und damit ist $\op{Hom}^G_\DC(V,V^\ast)$ h"ochstens
  eindimensional.\label{DFG} 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Der Normalisator von $\op{Sp}(n)$ in $\op{U}(2n)$ ist
  $\op{Sp}(n)({\op{U}}(1)\op{id})$.
  In der Tat ist $\op{Sp}(n;\DC)$ der Zariski-Abschlu"s von
  $\op{Sp}(n)$. Aus $g\op{Sp}(n)g^{-1}=\op{Sp}(n)$ folgt also
  $g\op{Sp}(n;\DC)g^{-1}=\op{Sp}(n;\DC)$.
  Daraus folgt hinwiederum, da"s die symplektische Form
  $\omega$ und die symplektische Form $\omega\circ (g\times g)$
  dieselbe Automorphismengruppe haben, nach \ref{DFG} gilt demnach
  $\omega\circ (g\times g)=\lambda \omega$ mit $\lambda\in\DC^\times$.
  Die Abbildung $g\mapsto \lambda$ ist nun ein Gruppenhomomorphismus
  von unserem Normalisator nach $\DC^\times$ und ihre Restriktion auf den Normalisator in $\op{U}(2n)$ mu"s folglich in der Kreisgruppe $\op{U}(1)$ landen.  
   W"ahlen wir schlie"slich $\alpha$ mit $\alpha^2\lambda=1$, so
  folgt $\alpha\in\op{U}(1)$ und $(\alpha\op{id}) g\in \op{Sp}(n;\DC)$. 
\end{Bemerkungl}

%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%
%\newpage

\begin{Ubung}
  Die L"osungsmenge der Gleichung $X^2=-1$  in den Quaternionen 
ist genau die Kugelschale aller 
Quaternionen vom Betrag Eins mit Realteil Null.\label{W1Q}
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{AutH}
Wir haben in \eref{ER}{AN1} gesehen, da"s jeder Automorphismus des K"orpers
$\DR$ die Identit"at ist, und in \eref{DDGG}{LA1}, da"s jeder 
stetige Automorphismus des K"orpers
$\DC$ die Identit"at oder die komplexe Konjugation ist. 
Man zeige nun,
da"s jeder stetige  Automorphismus des Schiefk"orpers
$\mathbb{H}$ durch die Konjugation mit einem invertierbaren
K"orperelement gegeben wird und konstruiere eine
Identifikation besagter Automorphismengruppe mit der $\op{SO}(3)$.
\end{Ubung}

 \begin{Ubung}[\textbf{Iwasawa-Zerlegung quaternionaler Matrizen}] 
Gegeben eine Basis $ v_1, \ldots , v_n $
eines $\mathbb H$-Rechtsmoduls von endlichem Rang $V$ finden wir, indem wir das
Gram-Schmidt'sche Orthogonalisierungsverfahren verallgemeinern,
eindeutig bestimmte\label{IZQ} $\lambda_{ij}\in\mathbb H$ f"ur $i\leq j$ 
mit $\lambda_{ii} > 0$
derart, da"s $\vec w_1\pdef \vec v_1 \lambda_{11}, \vec w_2\pdef\vec v_2 \lambda_{22} + \vec v_1 \lambda_{12}, \ldots$ 
eine Orthonormalbasis von $V$ bilden. Man folgere, da"s
f"ur  $N\subset \op{GL}(n;\mathbb H)$ die Gruppe aller oberen
Dreiecksmatrizen mit reellen positiven Diagonaleintr"agen
die Multiplikation eine Bijektion $\op{Sp}(n)\times N\sira \op{GL}(n;\mathbb H)$
liefert.
 \end{Ubung}
 \begin{Ubung}
   Die Operation der Quaternionen der L"ange Eins auf dem Quaternionenraum
   durch Rechts- und Linksmultiplikation liefert eine Surjektion
   $$S^3\times S^3\sra {\op{SO}}(\mathbb H)\cong {\op{SO}}(4)$$ gegeben in Formeln
   durch $(q,w)\mapsto (x\mapsto (qx\bar w))$ 
   mit zweielementigem Kern $\{(1,1),(-1,-1) 
   \}$. Das Skalarprodukt auf $\mathbb H$ ist dabei
   $\langle x,y\rangle\pdef \op{Re}(\bar x y)$. 
 \end{Ubung}
\newpage
\section{Endlichdimensionale Darstellungen}

\subsection{Darstellungen und ihre Ableitungen}\label{DaAb}
\begin{Bemerkungl}\label{DaLI}
In diesem Abschnitt mag der 
Leser unter einer Liegruppe je nach Kenntnisstand  
eine Matrixliegruppe oder auch
eine abstrakte Liegruppe verstehen.
% Es mag  sinnvoll sein, sich auch die gundlegenden Definitionen
% im Zusammenhang mit
% Darstellungen abstrakter Gruppen \ref{DeGru} anzusehen,
% die hier nur im speziellen Fall der Liegruppen  
% ausgef"uhrt werden.
Unter einer 
reellen beziehungsweise komplexen {\bf endlichdimensionalen Darstellung
einer Liegruppe} $G$\index{Darstellung!von Liegruppe}
verstehen wir stets eine 
stetige Darstellung im Sinne von \ref{DeGrux},
also ein Paar $(V,\rho)$ bestehend aus einem endlichdimensionalen
reellen beziehungsweise komplexen Vektorraum
$V$ mit einem stetigen Gruppenhomomorphismus 
$\rho:G\ra \op{GL}(V)$. Statt $\rho(g)(v)$ schreiben wir auch oft 
abk"urzend $gv$.  
Wollen wir die bei Liegruppen meist 
implizit zugrundegelegte  Annahme der Stetigkeit besonders betonen,
so reden wir auch von  {\bf stetigen endlichdimensionalen Darstellungen}.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}\label{BGF}
Der $\DR^n$ ist in offensichtlicher Weise eine Darstellung der
Liegruppe $\op{GL}(n;\DR)$. Dasselbe gilt f"ur die R"aume
$\DR[x_1,\ldots,x_n]^{(m)}$ aller Polynomfumktionen auf $\DR^n$, die homogen sind vom Grad 
$m$, f"ur die Operation gegeben durch das \glqq Verschieben von Funktionen\grqq, in
Formeln $(gf)(p)=f(g^{-1}p)$ f"ur alle $g\in \op{GL}(n;\DR)$, $p\in\DR^n$
und $f\in   \DR[x_1,\ldots,x_n]$. Dasselbe gilt mit $\DC$ statt $\DR$ und wir
erhalten die komplexe Darstellung
$\DC[X_1,\ldots,X_n]$ von $\op{GL}(n;\DC)$, bei der ich die Variablen
gro"s geschrieben habe, weil sie hier keine Koordinaten im reellen Sinne mehr sind.
\end{Beispiel}

\begin{Definition} Sei $k$ ein K"orper.
Eine {\bf Darstellung\index{Darstellung!von Liealgebra} 
 einer Liealgebra} $\frak{g}$ "uber $k$ ist ein Paar $(V,\rho)$ bestehend
aus einem $k$-Vektorraum $V$ und einem Homomorphismus von Liealgebren
$\rho : \frak{g} \ra \frak{gl}  (V)$. 
\end{Definition}


\begin{Beispiel}[\textbf{Ableiten einer Liegruppendarstellung}] 
Ist $G$ eine Liegruppe und $\rho: G\ra \op{GL}(V)$ eine
stetige Darstellung durch Automorphismen eines 
endlichdimensionalen reellen Vektorraums, so wird
$V$ nach \ref{HeL}   eine Darstellung
der Liealgebra $\op{Lie}G$
vermittels des Differentials beim neutralen Element, das wir oft abk"urzen
zu
$$\tiff\rho= \tiff_e\rho:\op{Lie}G\ra \frak{gl}(V)$$
Diese Darstellung der Liealgebra $\op{Lie}G$ hei"st die
{\bf abgeleitete Darstellung}\index{abgeleitete Darstellung!der Liealgebra} 
zur Darstellung unserer Liegruppe $G$.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}\label{qwe}
 Die Darstellung $\rho_n:S^1\ra \DC^\times$, $z\mapsto z^n$ der
Kreislinie hat das Differential
$ \tiff_e\rho_n: \lambda\mapsto n\lambda$
 f"ur $\lambda\in {\op{T}}_1S^1={\op{i}}\DR\subset \DC={\op{T}}_1 \DC^\times$.
\end{Beispiel}



\begin{Definition} Sei $k$ ein K"orper.
Eine \defnoind{Operation\index{Operation!von Liealgebra} 
 einer Liealgebra} $\frak{g}$ "uber $k$ auf einem $k$-Vektorraum 
$V$ ist eine bilineare Abbildung $\frak{g}\times V\ra V$, $(x,v)\mapsto xv$
mit der Eigenschaft 
$$x(yv)-y(xv) =[x,y]v 
\quad \forall x,y \in \frak{g},v\in V$$
Wir werden in diesem Zusammenhang  
die Klammern oft weglassen und $x(yv)$ mit $xyv$ abk"urzen.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Seien $k$ ein K"orper, $\frak{g}$ eine $k$-Liealgebra 
und $V$ ein $k$-Vektorraum.
So
induziert die  Identifikation
$\op{Ens}(\frak{g}\times V,V)\sira \op{Ens}(\frak{g}, \op{Ens}(V,V))$
aus dem Exponentialgesetz \eref{ABBK}{GR} eine Bijektion
$$\left\{\begin{array}{c}\text{Operationen von $\frak{g}$}\\
\text{auf dem Vektorraum }V
 \end{array}\right\}
\;\sira \; 
\left\{\begin{array}{c}\text{Liealgebrenhomomorphismen}\\
\frak{g}\ra \frak{gl}  (V)
 \end{array}\right\}
$$
Ein Vektorraum mit der Operation einer Liealgebra
ist also im wesentlichen dasselbe wie eine Darstellung
besagter Liealgebra.
\end{Bemerkungl}
%% \begin{Bemerkungl}
%% Gegeben eine Darstellung einer
%% Liealgebra schreiben wir statt $(\rho(x)) (v)$ meist $xv$ und geben
%% in dieser Notation  noch eine Variante der obigen Definition. 
%% Gegeben Vektorr"aume $U,V,W$ k"onnen wir ja ganz 
%% allgemein die Menge 
%% aller linearen Abbildungen $U\ra \op{Hom}(V,W)$ in offensichtlicher
%% Weise identifizieren mit der Menge aller
%% bilinearen Abbildungen $U\times V\ra W$. Insbesondere 
%% entspricht jede lineare Abbildung $\rho: \frak{g}\ra \op{End}(V)$ 
%% eineindeutig einer bilinearen Abbildung $\frak{g}\times V\ra V$.
%% Man pr"uft nun leicht, da"s hier $\rho$ eine Darstellung 
%% der Liealgebra $\frak{g}$ ist genau dann, wenn
%% f"ur die zugeh"orige Abbildung $\frak{g}\times V\ra V$, 
%% $(x,v)\mapsto (\rho(x))(v)$ in der abk"urzenden Schreibweise 
%% $ (\rho(x))(v)=xv$ gilt
%% $$x(yv)-y(xv) =[x,y]v 
%% \quad \forall x,y \in \frak{g},v\in V$$
%% Eine bilineare Abbildung $\frak{g}\times V\ra V$ mit dieser 
%% Eigenschaft
%% nennen wir auch eine \defnoind{Operation}\index{Operation!einer Liealgebra}
%% der Liealgebra $\frak{g}$ auf dem Vektorraum $V$.
%% Wir werden in diesem Zusammenhang  
%% die Klammern oft weglassen und $x(yv)$ mit $xyv$ abk"urzen.
%% \end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Berechnung der 
abgeleiteten Darstellung}] 
Gegeben eine stetige endlichdimensionale 
Darstellung $\rho:G\ra \op{GL}(V)$ einer\label{RLa} 
Liegruppe und $x\in\op{Lie}G$ und $v\in V$ berechnet man $xv\in V$
zweckm"a"sig, indem man unserem $\rho$ das 
Auswerten $a_v:\op{GL}(V)\ra V$ nachschaltet.
Als Restriktion einer linearen Abbildung 
$a_v:\op{End}(V)\ra V$ ist $a_v$ 
sein eigenes Differential,  in Formeln $\tiff a_v=a_v$
oder ganz pedantisch 
$\tiff a_v\circ\op{trans}=\op{trans}\circ a_v$.
So  ergibt sich 
f"ur die Operation eines Elements $x$ der Liealgebra auf
einem Vektor $v$ die Formel
$$xv=(\tiff_e(a_v\circ \rho))(x)$$
f"ur das Bild von  $x$ unter dem Differential beim neutralen
Element der Abbildung $a_v\circ \rho: G\ra V$, also der Abbildung 
$g\mapsto gv$.
Halten wir noch eine Kurve $\DR\ra G$ mit 
Geschwindigkeit $x$ bei $t=0$ davor,
zum Beispiel die Kurve $t\mapsto \op{exp}(tx)$, 
 ergibt sich 
f"ur die Operation eines Elements $x$ der Liealgebra auf
einem Vektor $v$ einer Darstellung die Formel
$$xv=\underset{t \ra 0}{\op{lim}} \frac{(\op{exp}tx)v -v}
{t}$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}[\textbf{Abgeleitete Darstellung auf Funktionenr"aumen}] 
  Wir berechnen die Ableitung der Darstellung
  von $\op{GL}(n;\DR)$ auf $\DR[x_1,\ldots,x_n]^{(m)}$ aus \ref{BGF}.
  Gegeben $A\in \mathfrak{gl}(n;\DR)$ und ein Polynom $f$ finden wir
  f"ur die zugeh"orige Operation von $A$ auf $f$ gefolgt vom Auswerten an
  einer Stelle $p\in\DR^n$ sofort\label{AblVr}  
  $$(Af)(p)=\lim_{t\ra 0}\frac{f(\op{exp}(-tA)p) -f(p)}
  {t}=\left. \frac{\diff}{\diff t}\right|_{t=0}f(\op{exp}(-tA)p)=({\op{D}}_{-Ap}f)(p)$$
  alias die Richtungsableitung von $f$ bei $p$ in der Richtung $-Ap$.
  Nun kann die Richtungsableitung in Richtung $v=(v_1,\ldots,v_n)$
  geschrieben werden als $v_1\partial_1 + \ldots + v_n\partial_n$
  und wir haben folglich $(Af)(p)= -\sum_{i,j} a_{ij}x_j(p)(\partial_if)(p)$
  alias $$Af=-\sum_{i,j} a_{ij}x_j\partial_if$$
  Betrachten wir etwa die eindimensionale
  Untergruppe aller Vielfachen der Einheitsmatrix, die ja durch Streckungen auf $\DR^n$ operiert, so operiert die Einheitsmatrix als Element der
  Liealgebra durch das radiale Vektorfeld $-\sum_{i}x_i\partial_i$. 
\end{Beispiel}

\begin{Beispiel}[\textbf{Abgeleitete Darstellung auf Funktionenr"aumen, Variante}] 
  Wir berechnen die Ableitung der Darstellung
  von $\op{GL}(n;\DC)$ auf $\DC[X_1,\ldots,X_n]^{(m)}$ aus \ref{BGF}.
  Gegeben $A\in \mathfrak{gl}(n;\DC)$ und ein Polynom $f$ finden wir
  f"ur die zugeh"orige Operation von $A$ auf $f$ gefolgt vom Auswerten an
  einer Stelle $p\in\DC^n$ sofort\label{AblV}  
  $$(Af)(p)=\lim_{t\ra 0}\frac{f(\op{exp}(-tA)p) -f(p)}
  {t}=\left. \frac{\diff}{\diff t}\right|_{t=0}f(\op{exp}(-tA)p)=({\op{D}}_{-Ap}f)(p)$$
  alias die Richtungsableitung von $f$ bei $p$ in der Richtung $-Ap$.
  Ich behaupte nun, da"s 
  die Richtungsableitung in Richtung $v=(v_1,\ldots,v_n)$
  einer polynomialen Funktion auch in diesem Fall geschrieben werden kann 
  als $v_1\partial_1 + \ldots + v_n\partial_n$
  mit diesmal rein formal-algebraisch zu verstehenden partiellen
  Ableitungen unserer komplexen Polynome. Das ist aber klar f"ur die Variablen
  $X_i$, und da beide Ausdr"ucke die Leibnizregel erf"ullen, folgt es f"ur beliebige Polynome. 
  Wir haben folglich wie zuvor $(Af)(p)= -\sum_{i,j} a_{ij}X_j(p)(\partial_if)(p)$
  alias $$Af=-\sum_{i,j} a_{ij}X_j\partial_if$$
\end{Beispiel}


\begin{Beispiel}
Sei $\frak{g}$ eine Liealgebra.
Die {\bf triviale Operation}
 $xv=0$ f"ur alle $ x\in\frak{g} $ und $ v\in V$ macht 
jeden Vektorraum $V$ zu einer Darstellung von $\frak{g}$.
Der Grundk"orper $k$ versehen mit der
trivialen Operation  hei"st die
\defnoind{Einsdarstellung}\index{Einsdarstellung!von Liealgebra},
den Nullvektorraum versehen mit der
trivialen Operation   die
\defnoind{Nulldarstellung}\index{Nulldarstellung} unserer Liealgebra.
Ist $V$ eine endlichdimensionaler reeller Vektorraum und 
lassen wir eine Liegruppe derart darauf operieren, da"s 
jedes Gruppenelement als die Identit"at operiert, so erhalten wir als
Ableitung die triviale Operation von $\op{Lie}G$  auf $V$.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
  Sei $\frak{g}$  eine Liealgebra.
F"ur $x\in \frak{g}$ erkl"are man $(\op{ad}x):\frak{g}\ra \frak{g}$
durch die Vorschrift $(\op{ad}x):y\mapsto [x,y]$. 
Die Jacobi-Identit"at besagt dann, da"s\label{adDD} 
$\op{ad}:\frak{g}\ra\frak{gl} (\frak{g})$ 
ein Homomorphismus von Liealgebren
ist. Er hei"st die 
{\bf adjungierte Darstellung}\index{adjungiert!Darstellung!von 
Liealgebra}
unserer Liealgebra.\index{Darstellung!adjungierte!von 
Liealgebra}
Ist nun speziell $G$ eine Matrixliegruppe und 
$\op{Ad}:G\ra \op{GL}(\op{Lie}G)$ ihre adjungierte Darstellung,
so ist deren abgeleitete Darstellung der Liealgebra 
gerade unsere adjungierte Darstellung  der Liealgebra
$\op{ad}:\op{Lie}G\ra \op{GL}(\op{Lie}G)$.
In der Tat finden wir mit \ref{RLa} m"uhelos
$$((\tiff_e\op{Ad})(X))(Y)=\left.\frac{\diff}{\diff t}\right|_{t=0}
(\op{exp}(tX))Y(\op{exp}(-tX))=[X,Y]=(\op{ad}(X))(Y)$$
\end{Beispiel}


\subsubsection*{"Ubungen} 

\begin{Ubung}[\textbf{Liealgebra einer Standgruppe}]  
Ist $\rho:G\ra \op{GL}(V)$ eine stetige endlichdimensionale
Darstellung einer Liegruppe und $v\in V$ ein Vektor,
so gilt f"ur die Liealgebra der Standgruppe
$$\op{Lie}(G_v)=\{ x\in \op{Lie}G\mid xv=0\}$$
Hinweis: Man mag \ref{TGBB} anwenden.\label{LGI}
\end{Ubung}





\begin{Ubung}
Sei $V$ ein Vektorraum. Die offensichtliche Operation 
macht $V$ zu einer Darstellung von $\frak{g}\frak{l}
(V)$, der \defind{Standarddarstellung} von $\frak{g}\frak{l}
(V)$. Im Fall eines endlichdimensionalen  reellen 
Vektorraums zeige man, da"s sie die Ableitung der offensichtlichen
Darstellung der Matrixliegruppe $G=\op{GL}(V)$ 
durch Automorphismen 
von $V$ ist.
\end{Ubung}

 \begin{Ubung}\label{opH} 
    Gegeben zwei Darstellungen $(V,\rho)$ und $(W,\sigma)$ einer Gruppe $G$
    "uber einem K"orper $k$ wird der Raum $\op{Hom}_k(V,W)$ aller $k$-linearen
    Homomorphismen zu einer Darstellung vermittels der Vorschrift, da"s f"ur
    $f:V\ra W$ linear und $g\in G$ der Morphismus $gf$ gegeben sein soll durch
    $gf=\sigma(g)\circ f\circ \rho(g)^{-1}$ alias
$$(gf)(v)=g(f(g^{-1}v))\quad\forall v\in V$$
Wir nennen diese Operation auf dem Raum aller 
Homomorphismen die {\bf Operation durch
  Konjugation}.\index{Operation durch Konjugation}
Man zeige: \label{BODD}
  Gegeben zwei stetige endlichdimensionale Darstellungen $V,W$ einer Liegruppe
  $G$ ist auch die Operation durch Konjugation von $G$
  auf $\op{Hom}_\DR(V,W)$ stetig, und die abgeleitete Operation der Liealgebra
  wird f"ur $x\in \op{Lie}G$ und $f\in\op{Hom}_\DR(V,W)$ dadurch gegeben, da"s
  f"ur alle $v\in V$ gilt
$$(xf)(v)=x(f(v))-f(xv)$$
% Man pr"uft diese Formel zum Beispiel mit der Formel am Ende von \ref{RLa},
% oder durch Berechnung und Einschr"ankung des Differentials der Operation von
% $G\times G$ auf dem $\op{Hom}$-Raum.
\end{Ubung}

\begin{Ubunge}\label{opT} 
    Gegeben zwei Darstellungen $(V,\rho)$ und $(W,\sigma)$ einer Gruppe $G$
    "uber einem K"orper $k$ wird der Raum $V\otimes_kW$ 
 zu einer Darstellung vermittels der Vorschrift
    $g(v\otimes w)\pdef gv\otimes gw$.
Wir nennen diese Darstellung die 
{\bf Tensor-Darstellung}.\index{Tensorprodukt!von Darstellungen} 
Man zeige: 
  Gegeben zwei stetige endlichdimensionale Darstellungen $V,W$ einer Liegrupe
  $G$ ist auch die Tensordarstellung
  stetig, und die abgeleitete Operation der Liealgebra
  wird f"ur $x\in \op{Lie}G$  gegeben durch
$$x(v\otimes w)=xv\otimes w+v\otimes xw$$
\end{Ubunge}
\begin{Ubunge}\label{opTa} 
    Gegeben eine Darstellung $(V,\rho)$  einer Gruppe $G$
    "uber einem K"orper $k$ werden ihre "au"seren Potenzen  $\bigwedge^i V$ 
 zu Darstellungen in der offensichtlichen Weise.
  Gegeben eine stetige endlichdimensionale Darstellungen $V$ einer Liegrupe
  $G$ sind auch ihre "au"seren Potenzen
  stetig. Man beschreibe die abgeleitete Operation der Liealgebra. 
\end{Ubunge}
\subsection{Homomorphismen von Darstellungen} 

\begin{Bemerkungl}
Ich erinnere daran, da"s wir in \ref{DHDx} einen 
Homomorphismus von Darstellungen $V,W$ einer Gruppe $G$
"uber einem K"orper $k$ definiert hatten 
als eine  $k$-lineare Abbildung 
$\varphi : V\ra W$ 
mit der Eigenschaft  $\varphi (gv)= g\varphi (v) \; \forall v\in V$,
  $g\in G$. Wir notieren die Menge aller solchen Homomorphismen
  $\op{Mod}_G(V,W)$ oder, wenn wir den Grundk"orper explizit machen
  wollen,\index{Mod@$\op{Mod}_{k,G}$ Verflechtungsoperatoren}
\index{Hom@$\op{Hom}_{k,G}$ Verflechtungsoperatoren}
$\op{Mod}_{k,G}(V,W)$. Noch allgemeiner erkl"aren wir f"ur Darstellungen
$V_1,\ldots,V_r,W$ mit $r\geq 0$ eine {\bf Verschmelzung}\index{Verschmelzung!von Darstellungen!von Gruppen} als eine
$G$-"aquivariante multilineare Abbildung $V_1\times\ldots \times V_r\ra W$
und notieren die Menge aller derartigen Verschmelzungen
$$\op{Mod}_{k,G}(V_1\curlyvee\ldots \curlyvee V_r,W)$$
Im Spezialfall $r=0$ verstehen wir das leere Produkt als die einpunktige Menge
$\{*\}$ mit der trivialen $G$-Operation und das Auswerten auf deren einzigem Element $*$ ist eine
Bijektion $\op{Mod}_{k,G}(\curlyvee,W)\sira W^G$ zwischen der Menge
der Leerverschmelzungen nach $W$ und der Menge der $G$-invarianten Vektoren.
Verschmelzungen lassen sich in der offensichtlichen Weise \glqq multiverkn"upfen\grqq\ und wir erhalten so eine \glqq Schmelzkategorie\grqq\
im Sinne von \eref{MuC}{TSK}, aber so weit will ich hier nicht gehen. Ich will jedoch gegeben $k$-Vektorr"aume $V_1,\ldots,V_r,W$ mit $r\geq 0$ f"ur die Menge der multilinearen Abbildungen von nun an auch die Notation $\op{Mod}_{k}(V_1\curlyvee\ldots \curlyvee V_r,W)$ verwenden. 
\end{Bemerkungl}





\begin{Definition}
Ein {\bf Homomorphismus von Darstellungen} 
oder auch {\bf Verflechtungsoperator}\index{Verflechtungsoperator} 
 zwischen zwei 
Darstellungen $V,W$ einer
Liealgebra $\frak{g}$ "uber einem K"orper $k$ ist 
eine lineare Abbildung $\varphi : V\ra W$ derart, da"s
gilt $\varphi (xv)= x\varphi (v) \; \forall v\in V$, $x\in \frak{g}$.
Wir notieren die Menge aller solchen Homomorphismen 
$\op{Mod}_{\frak{g}}(V,W)$ oder auch $\op{Mod}_{k,\frak{g}}(V,W)$, wenn wir den Grundk"orper explizit
machen wollen.\index{Mod@$\op{Mod}_{k,\frak{g}}$ Verflechtungsoperatoren}
Allgemeiner erkl"aren wir f"ur Darstellungen
$V_1,\ldots,V_r,W$ mit $r\geq 0$ eine {\bf Verschmelzung}\index{Verschmelzung!von Darstellungen!von Liealgebren} als eine
 multilineare Abbildung $V_1\times\ldots \times V_r\ra W$ mit
 $$\varphi(xv_1,\ldots,v_r)+\ldots+\varphi(v_1,\ldots,xv_r)
 =x\varphi(v_1,\ldots,v_r)\; \forall v_i\in V_i, x\in\mathfrak g$$
 und notieren die Menge aller derartigen Verschmelzungen
$$\op{Mod}_{k,\mathfrak g}(V_1\curlyvee\ldots \curlyvee V_r,W)$$
Im Spezialfall $r=0$ verstehen wir  die leere Summe als die Null von $W$ und  das leere Produkt als die einpunktige Menge
$\{*\}$ und  das Auswerten auf dem einzigen Element $*$ der einunktigen Menge ist eine
Bijektion $\op{Mod}_{k,\mathfrak g}(\curlyvee,W)\sira W^{\mathfrak g}$ zwischen der Menge
der Leerverschmelzungen nach $W$ und der Menge der  Vektoren von $W$,
die von allen Elementen der Liealgebra zu Null gemacht werden.
Verschmelzungen lassen sich in der offensichtlichen Weise \glqq multiverkn"upfen\grqq\ und wir erhalten so eine \glqq Schmelzkategorie\grqq\
\eref{MuC}{TSK}, aber so weit will ich hier nicht gehen.
\end{Definition}

\begin{Satz}[\textbf{Verschmelzungen unter Liegruppen und Liealgebren}]
  Gegeben $r\geq 0$ und endlichdimensionale stetige reelle Darstellungen 
$V_1,\ldots,V_r,W$ einer Liegruppe $G$ \label{Defr} 
sind alle Verschmelzungen unserer Darstellungen  auch 
 Verschmelzungen zwischen den abgeleiteten Darstellungen der Liealgebra
$\frak g$, in Formeln
 $$\op{Mod}_{\DR,G} (V_1\curlyvee\ldots\curlyvee V_r,W) \subset \op{Mod}_{\DR,\frak{g}} (V_1\curlyvee\ldots\curlyvee V_r,W)$$
 Ist $G$ zusammenh"angend, so ist diese Inklusion sogar eine Gleichheit.
\end{Satz}

\begin{Bemerkungw}[\textbf{Darstellungen als Schmelzkategorie}] 
In der in  \eref{smkk}{TSK}
eingef"uhrten Terminologie kann man die vorhergehenden Bemerkungen
dahingehend zusammenfassen, da"s\label{DmkL} 
die endlichdimensionalen stetigen reellen Darstellungen einer Liegruppe
eine Schmelzkategorie $\op{Modfd}_\DR^G$ mit  universellen Verschmelzungen  und Multihom bilden, da"s die  Darstellungen einer
Liealgebra $\mathfrak g$ desgleichen 
eine Schmelzkategorie $\op{Mod}_\DR^{\mathfrak g}$ mit  universellen Verschmelzungen und Multihom bilden, und da"s das Ableiten ein mit
universellen Verschmelzungen und Multihom vertr"aglicher Schmelzfunktor
$$\op{Modfd}_{\DR,G}\ra \op{Mod}_{\DR,\mathfrak g}$$
ist, der im Fall einer zusammenh"angenden
Liegruppe sogar ein volltreuer Schmelzfunktor
$\op{Modfd}_{\DR,G}\vra \op{Mod}_{\DR,\mathfrak g}$ ist.
\end{Bemerkungw}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Invarianten von Liegruppen und Liealgebren}]
Gegeben eine Darstellung $V$ einer Gruppe $G$ verwenden wir wie in \eref{DGWb}{LA2}
    die Notation\label{inVGr} $$V^{G} \pdef \{v\in V \mid gv=v \; \forall g \in G\}$$ f"ur
    die Menge der  $G$-\defnoind{invarianten Vektoren von} \index{invariant!Vektor unter
      Gruppe}  $V$.
\label{inV}
  F"ur eine Darstellung $V$ einer Liealgebra $\frak{g}$ setzen
  wir $$V^{\frak{g}} \pdef \{v\in V \mid xv=0 \quad \forall x \in \frak{g}\}$$ und
  nennen die Elemente von $V^\frak{g}$ die $\frak{g}$-\defnoind{invarianten
    Vektoren von}\index{invariant!Vektor unter Liealgebra} $V$. 
Ist $G$ eine Liegruppe mit 
Liealgebra $\frak{g}$ und  $V$ eine\label{IGA} stetige
Darstellung von $G$ in einem endlichdimensionalen
reellen Vektorraum, so
sind nach dem Spezialfall $r=0$ unseres Satzes
alle unter der Gruppe invarianten Vektoren auch
invariant unter ihrer Liealgebra, in Formeln $V^{G} \subset V^{\frak{g}}$,
und f"ur zusammenh"angendes $G$ gilt sogar $$V^{G} = V^{\frak{g}}$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
 Zwei Darstellungen hei"sen {\bf isomorph}, 
wenn es zwischen ihnen einen Homomorphismus 
gibt, der ein Isomorphismus von Vektorr"aumen ist.
Die Umkehrabbildung dieses Isomorphismus ist dann notwendig auch ein
Homomorphismus von Darstellungen.
Spezialisieren wir unseren Satz
zum Fall $r=1$, so sehen wir insbesondere, da"s zwei
  endlichdimensionale stetige reelle
  Darstellungen einer zusammenh"angenden Liegruppe, die  isomorphe Darstellungen
  der Liealgebra liefern, bereits als Darstellungen der Gruppe
  isomorph gewesen sein m"ussen.
\end{Bemerkungl}




\begin{proof}
  F"ur alle $x\in\mathfrak g$ und jede Verschmelzung $\varphi$ von $G$-Darstellungen
 und alle $t\in\DR$  gilt
$$\varphi(\op{exp}(tx)v_1,\ldots,\op{exp}(tx)v_r)=\op{exp}(tx)\varphi(v_1,\ldots,v_r)$$
 Die Kettenregel und unsere Regel f"ur das Differential multilinearer
 Abbildungen liefern dann durch Vergleich der
 beiden Ausdr"ucke f"ur die Geschwindigkeit im Ursprung dieses Weges zum Zeitpunkt Null die gew"unschte Identit"at
 $$\varphi(xv_1,\ldots,v_r)+\ldots +\varphi(v_1,\ldots,xv_r)=x\varphi(v_1,\ldots,v_r)$$
 Andererseits liefert das Vorschalten von $x$ an den verschiedenen Stellen
 paarweise kommutierende Endomorphismen des Raums
 $\op{Mod}_\DR(V_1\curlyvee \ldots \curlyvee V_r, W)$ aller multilinearen
 Abbildungen, folglich ist das Exponential ihrer Summe das
 Produkt ihrer Exponentiale und aus unserer letzten
 Gleichung folgt umgekehrt
$$\varphi(\op{exp}(x)v_1,\ldots,\op{exp}(x)v_r)=\op{exp}(x)\varphi(v_1,\ldots,v_r)\;\forall x\in\mathfrak g$$
 Ist zus"atzlich $G$ zusammenh"angend, so wird $G$ von $\op{exp}\mathfrak g$
 erzeugt und wir erhalten die behauptete Gleichheit von R"aumen von Verschmelzungen.
\end{proof}



% \begin{Bemerkungl}\nichtfinal{Wohin?} Eine Verschmelzung
%   $u:V_1\curlyvee \ldots \curlyvee V_r\ra T$ von Darstellungen
%   einer Gruppe $G$ in $k$-Vektorr"aumen hei"st {\bf universell},\index{universell!Verschmelzung!von Darstellungen} wenn f"ur jede weitere Darstellung $W$ das Vorschalten von $u$
%   eine Bijektion
%   $$\op{Mod}_{k,G}(T,W)\sira \op{Mod}_{k,G}(V_1\curlyvee \ldots \curlyvee V_r,W)$$
%   induziert. Analog erkl"aren wir universelle Verschmelzungen von Darstellungen von Liealgebren. In beiden F"allen ist ziemlich offensichtlich, da"s die
%   universelle multilineare Abbildung
%   $$u:V_1\curlyvee \ldots \curlyvee V_r\ra V_1\otimes \ldots \otimes V_r$$
%   eine universelle Verschmelzung ist, wenn wir die $G$-Operation auf dem Tensorprodukt erkl"aren
%   durch $g(v_1\otimes\ldots \otimes v_r)=gv_1\otimes\ldots \otimes gv_r\;\forall g\in G$ beziehungsweise
%   $$x(v_1\otimes\ldots \otimes v_r)=xv_1\otimes\ldots \otimes v_r+\ldots+ v_1\otimes\ldots \otimes xv_r\;\forall x\in\mathfrak g$$
%   im Fall von Darstellungen einer Liealgebra $\mathfrak g$. Eine universelle
%   Nullverschmelzung ist insbesondere die  Nullverschmelzung
%   $(\curlyvee)\ra k$ gegeben durch $\ast\mapsto 1$ mit der Einsdarstellung $k$,
%   und zwar sowohl im Fall einer Gruppe wie im Fall einer Liealgebra.
% \end{Bemerkungl}



\begin{Definition}
 Ein Untervektorraum $U$ einer Darstellung $V$ 
einer Liealgebra $\frak{g}$
hei"st eine \defind{Unterdarstellung},
wenn gilt $xv\in U \;
\forall x\in \frak{g}$, $v\in U$. 
Wir sagen in diesem Zusammenhang auch, 
$U$ sei {\bf stabil unter} $\frak{g}$.\index{stabil!unter Liealgebra} 
Eine von $V$ verschiedene Unterdarstellung $U\subsetneq V$ 
hei"st eine 
\defnoind{echte Unterdarstellung}\index{echt!Unterdarstellung} von $V$.
\end{Definition}
\begin{Beispiele}
Gegeben eine Darstellung $V$ sind ganz $V$ und der Nullraum 
Unterdarstellungen. 
Ist $\varphi : V\ra W$ ein Homomorphismus von Darstellungen,
so ist das Bild jeder Unterdarstellung von $V$ eine 
Unterdarstellung von $W$ und das Urbild jeder Unterdarstellung von $W$ eine 
Unterdarstellung von $V$.
Insbesondere ist ${\ker}\varphi$ eine Unterdarstellung von $V$ und
${\op{im}} \varphi$ eine Unterdarstellung von $W$.  
\end{Beispiele}









\begin{Satz}[\textbf{Unterdarstellungen zu 
Liegruppen und Liealgebren}]
Ein Untervektorraum einer stetigen endlichdimensionalen\label{UDas}
reellen oder komplexen
Darstellung einer zu\-sam\-men\-h"an\-gen\-den Liegruppe ist stabil unter 
unserer Liegruppe
genau dann, wenn er stabil ist unter ihrer Liealgebra.
\end{Satz}
\begin{Bemerkunge}
  In der Sprache der Kategorientheorie sagt das im Fall reeller Darstellungen, da"s  f"ur eine zusammenh"angende Liegruppe $G$ das essentielle Bild
  des volltreuen Funktors des Differenzierens
  $\op{Modfd}_\DR^G\vra \op{Mod}_\DR^{\mathfrak g}$
 stabil ist unter dem Bilden von Unterdarstellungen. 
\end{Bemerkunge}
\begin{proof}[Beweis]
Sei $G$ unsere zusammenh"angende Liegruppe,
$\op{Lie}G=\frak{g}$ ihre Liealgebra und $V$ 
unsere Darstellung.
Jeder $G$-stabile Teilraum ist offensichtlich auch $\frak{g}$-stabil.
Jeder unter einem Endomorphismus $x\in\op{End}V$ stabilte Teilraum ist
auch unter $\op{exp}(x)$ stabil, da er abgeschlossen ist. 
Jeder $\frak{g}$-stabile Teilraum ist damit auch $(\op{exp}\frak{g})$-stabil
wegen der Kommutativit"at des Diagramms in \ref{HeL}.
Damit ist er dann auch $G$-stabil, denn 
jede zusammenh"angende Liegruppe wird vom
Bild ihrer Exponentialabbildung erzeugt nach  \ref{ZLGZz} oder ausf"uhrlicher
nach dem Beweis von \ref{LaLg}.
\end{proof} 
  

  




% \begin{Definition}
% Eine Darstellung einer Gruppe  hei"st 
% \defnoind{einfach}\index{einfach!Darstellung, Gruppe} oder
% \defnoind{irreduzibel}\index{irreduzibel!Darstellung, Gruppe}
% genau dann, wenn sie nicht Null ist und 
% ihre einzige echte
% Unterdarstellung die Nulldarstellung ist.
% \end{Definition}

\begin{Definition}
Eine Darstellung einer Liealgebra  hei"st 
\defnoind{einfach}\index{einfach!Darstellung, Liealgebra} oder gleichbedeutend 
\defnoind{irreduzibel},\index{irreduzibel!Darstellung, Liealgebra}
 wenn sie nicht Null ist und 
ihre einzige echte
Unterdarstellung die Nulldarstellung ist.
\end{Definition}



\begin{Korollar}
Gegeben jede zusammenh"angende Liegruppe liefert das Ableiten
von Darstellungen eine Einbettung auf Isomorphieklassen 
$$\begin{array}{ccc}
\left\{ \begin{array}{c}\text{Einfache endlichdimensionale}\\
\text{stetige reelle Darstellungen}\\
\text{unserer Liegruppe} \end{array}\right\} &
\hookrightarrow &
\left\{ \begin{array}{c}
\text{Einfache Darstellungen}\\ 
\text{ihrer Liealgebra} \end{array}
\right\}
\end{array}$$
\end{Korollar}
\begin{proof}[Beweis]
Einfache Darstellungen bleiben einfach beim "Ubergang zur Liealgebra nach
\ref{UDas}, nichtisomorphe bleiben nichtisomorph
nach \ref{Defr}.
\end{proof}













\begin{Bemerkungl}\label{Kompx}
Gegeben ein $\DR$-Vektorraum $V$ gibt es auf 
der Menge $V\times V$ genau eine Struktur als $\DC$-Vektorraum derart,
da"s die Einbettung in die erste Komponente  
$\op{can}:V\ra V\times V$, $v\mapsto (v,0)$ reell-linear
ist und da"s f"ur die Multiplikation mit $\op{i}\in\DC$ 
gilt $\op{i}(v,0)=(0,v)$.
Wir bezeichnen diesen $\DC$-Vektorraum mit $$V^\DC$$ und
nennen ihn die 
{\bf Komplexifizierung}\index{Komplexifizierung} 
des $\DR$-Vektorraums $V$. 
Weiter k"urzen wir meist  $(v,0)=v$ ab und 
k"onnen dann jedes Element von $V^\DC$ 
eindeutig schreiben in der Form $v+\op{i}w$
mit $v,w\in V$.
Das Vorschalten unserer Einbettung $\op{can}:V\hra V^\DC$ liefert
 f"ur
jeden $\DC$-Vektorraum eine Bijektion 
$\op{Hom}_\DC(V^\DC,W)\sira \op{Hom}_\DR(V,W)$ und allgemeiner
auch auf R"aumen multilinearer Abbildungen Bijektionen
$$\op{Mod}_\DC(V^\DC_1\curlyvee \ldots\curlyvee V^\DC_r,W)\sira \op{Hom}_\DR(V_1\curlyvee \ldots\curlyvee V_r,W)$$
Die Abbildung $c:V^\DC\ra V^\DC$ gegeben durch  
$(v+ \op{i}w)\mapsto (v- \op{i}w)$ f"ur beliebige $v,w\in V$ ist 
schieflinear, als da hei"st, sie erf"ullt die
Regel $c(za)=\bar{z}c(a)$ f"ur alle $ z\in \DC$ und 
$ a\in V^\DC$, und f"ur jeden
$c$-stabilen komplexen Teilraum $W\subset V^\DC$ entspricht die reell-lineare 
Einbettung $W^c\hra V^\DC$ der Fixpunkte von $c$ in $W$ 
nach $V^\DC$ unter obiger Bijektion einem Isomorphismus $(W^c)^\DC\sira W$.
Noch allgemeiner liefert sogar f"ur jeden komplexen Vektorraum $W$ 
mit einer schieflinearen Involution $c$ die offensichtliche 
Abbildung einen Isomorphismus $(W^c)^\DC\sira W$ von komplexen
Vektorr"aumen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}
  Eine alternative und besser verallgemeinerbare 
Konstruktion der Komplexifizierung wird in \eref{EwSk}{LA2} besprochen.
Ist genauer $V$ ein reeller Vektorraum, 
so ist der mithilfe des Tensorprodukts konstruierte
Vektorraum  $ \DC\otimes_\DR V$ kanonisch isomorph zur hier sozusagen
zu Fu"s konstruierten Komplexifizierung von $V$. 
\end{Bemerkunge}
\begin{Bemerkungl}
  F"ur jede reelle Algebra $A$ ist ihre Komplexifizierung
  $A^\DC$ mit der induzierten Verkn"upfung
  eine komplexe Algebra und die Komplexifizierung jeder reellen Liealgebra
  ist offensichtlich eine komplexe Liealgebra. Ist schlie"slich $B$ eine
  komplexe Algebra und $A\ra B$ ein Morphismus von reellen Algebren,
  so ist die induzierte komplexlineare Abbildung $A^\DC\ra B$ nach dem
  Vorhergehenden ein Morphismus von komplexen Algebren. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Korollar}\label{EDKL}
F"ur jede zusammenh"angende Liegruppe liefert das Differenzieren
gefolgt von der kanonischen Erweiterung auf die Komplexifizierung
der Liealgebra eine Einbettung von Isomorphieklassen 
$$\begin{array}{ccc}
\left\{ \begin{array}{c}\text{Einfache endlichdimensionale}\\
\text{stetige komplexe Darstellungen}\\
\text{unserer Liegruppe} \end{array}\right\} &
\hookrightarrow &
\left\{ \begin{array}{c}
\text{Einfache Darstellungen}\\ \text{ihrer komplexifizierten}\\ 
\text{Liealgebra 
} \end{array}
\right\}
\end{array}$$
\end{Korollar}
\begin{proof}[Beweis]
 Ist $G$ eine Liegruppe und $\rho: G\ra \op{GL}(V)$ eine stetige Darstellung
  durch Automorphismen eines endlichdimensionalen komplexen Vektorraums, so
  liefert das Differential beim neutralen Element
einen Homomorphismus von reellen Liealgebren
   $\tiff\rho:\op{Lie}G\ra \op{End}_\DC(V)$.
Vermittels der universellen 
Eigenschaft der Komplexifizierung k"onnen wir diesen 
Homomorphismus auf genau eine Weise zu einer komplexlinearen 
Abbildung
$$(\op{Lie}G)^\DC\ra \op{End}_\DC(V)$$
fortsetzen, die dann offensichtlich ein Homomorphismus von komplexen 
 Liealgebren alias eine Darstellung der komplexen Liealgebra
$(\op{Lie}G)^\DC$
sein mu"s. 
Das ist die Darstellung von $(\op{Lie}G)^\DC$, die im Korollar 
gemeint ist.
Nat"urlich ist ein komplexer Teilraum $W\subset V$
stabil unter $\op{Lie}G$ genau dann, wenn er stabil ist unter 
$(\op{Lie}G)^\DC$. Zusammen mit \ref{UDas} folgt das Korollar.
\end{proof}













\subsubsection*{"Ubungen} 


\begin{Ubung}\label{HOMG}
  Sind $V,W$ Darstellungen einer Gruppe "uber einem K"orper $k$,
so sind die Verflechtungsoperatoren genau die Invarianten im
Raum aller linearen Abbildungen unter der Operation durch Konjugation, 
in Formeln gilt also
$$\op{Mod}_{k,G} (V,W)= \op{Hom}_{k} (V,W)^{G}$$
\end{Ubung}


\begin{Ubung}\label{DaH}
    Sind $V,W$ Darstellungen einer Liealgebra $\frak{g}$ "uber einem K"orper
    $k$, so wird der Homomorphismenraum $\op{Hom}_{k} (V,W)$ eine Darstellung
    von $\frak{g}$ durch die Vorschrift $(xf)(v) = x (f(v)) - f(xv) \quad
    \forall x \in \frak{g}$, $ v\in V$ und $f\in \op{Hom}_{k} (V,W)$, und mit
    dieser Operation von $\frak{g}$ auf dem Homomorphismenraum gilt
$$\op{Mod}_{k,\frak{g}} (V,W)= \op{Hom}_{k} (V,W)^{\frak{g}}$$
Die Sinnhaftigkeit der hier
  auf $\op{Hom}_{k} (V,W)$ erkl"arten $\frak{g}$-Operation 
wird durch  \ref{BODD} belegt.
\end{Ubung}

\begin{Bemerkungw}
  Diese "Ubungen erweisen sich beide als Spezialf"alle
  der nat"urlichen Bijektion $\mathcal M(V,W)\sira  \mathcal M(\curlyvee,V{\Rrightarrow}W)$ in einer Schmelzkategorie $\mathcal M$
  mit internem
  Hom und, wenn wir statt einer Bijektion sogar einen
  Vektorraumisomorphismus erhalten wollen, einer $k$-linearen Schmelzkategorie
   mit internem
  Hom.
\end{Bemerkungw}
















\subsection{Einfache Darstellungen der Spingruppe}
\begin{Bemerkungl}
  Jetzt k"onnen wir auch unser Versprechen einl"osen und die Klassifikation
\ref{EDDc} der einfachen Darstellungen 
der Drehgruppe herleiten. Wir beginnen dem
einfacheren Fall der
 Spingruppe $\op{SU} (2)$.
\end{Bemerkungl}








\begin{Satz}[\textbf{Einfache Darstellungen der Spingruppe}]
Bis auf Isomorphismus gibt es in jeder Dimension\label{EDS}
genau eine irreduzible stetige komplexe
Darstellung der Spingruppe, die Dimension liefert mithin
eine Bijektion 
$$\left\{\begin{array}{c}\text{Einfache endlichdimensionale
komplexe}\\
\text{Darstellungen der Spingruppe }\op{SU} (2)\\ 
 \end{array}\right\}
\;\sira \; \{1,2,3, \ldots\}
$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Ich meine hier auf der linken Seite genauer Darstellungen bis auf
Isomorphismus und  habe das nur nicht explizit dazugeschrieben, um die 
Notation nicht zu "uberladen.
  Dieser Satz gilt im Gegensatz zum entsprechenden Satz
im Fall der Drehgruppe $\op{SO}(3)$ nicht analog 
f"ur reelle Darstellungen. Zum Beispiel besitzt die Spingruppe
 keine reelle stetige irreduzible Darstellung der Dimension
Zwei, wie Sie in der folgenden "Ubung \ref{RDDZ} zeigen sollen.
\end{Bemerkungl}


\begin{proof}[Beweis]
  Nat"urlich operiert $\op{GL}(2;\DC)$
  auf der komplexen Ebene $\Bbb{C}^{2}$. 
Damit operiert unsere Gruppe auch auf
dem Raum $\op{Ens}(\Bbb{C}^{2}, \Bbb{C})$ 
aller Abbildungen $P: \Bbb{C}^{2} \ra \Bbb{C}$, der 
so eine unendlichdimensionale komplexe Darstellung wird. In Formeln 
wird diese Operation gegeben durch die Formel
$$(gP) (v) = P (g^{-1}v) \quad
\forall v \in \DC^{2}, \;g \in \op{GL}(2;\DC)$$
Sie ist "aquivalent zur vielleicht anschaulicheren
Bedingung $(gP)(gv)=P(v)$.
Der Teilraum ${\op{L}}(m)\pdef \DC[X,Y]^m\subset \DC[X,Y]$ 
aller polynomialen Abbildungen, die homogen sind  vom Grad $m$, ist 
in diesem Abbildungsraum eine
Unterdarstellung der Dimension $(m +1)$ mit der Basis
$Y^{m},XY^{m-1}, \ldots , X^{m}$. Die Operation 
von $\op{GL} (2;\DC)$ auf dieser Unterdarstellung ist
offensichtlich stetig.
Wir wollen nachweisen, sie eine irreduzible Darstellung von
$\op{SU} (2)$ ist.
Dazu erinnern wir, da"s die abgeleitete Operation einer Elements $A$ der Liealgebra nach \ref{AblV} gegeben wird durch
das Anwenden des formal-algebraischen Differentialoperators
$$(-a_{11}X - a_{12} Y) \partial_{x} + (-a_{21}X-a_{22}Y)\partial_{y}$$
Diese Formeln liefern also eine  Operation 
der Liealgebra $\frak{gl} (2;\Bbb{C})$ auf dem Polynomring $\DC[X,Y]$. Diese Operation ist offensichtlich sogar  komplexlinear und macht insbesondere
den komplexen Vektorraum $\DC[X,Y]$ zu einer Darstellung der komplexen
Liealgebra $\frak{gl} (2;\Bbb{C})$.
Wir m"ussen nach \ref{UDas} nur
nachweisen, da"s ${\op{L}}(m)$ in Bezug auf diese Operation
keinen echten unter $\frak{su} (2)=\op{Lie}(\op{SU}(2))$
stabilen komplexen Untervektorraum
hat au"ser dem Nullraum. Gleichbedeutend reicht es zu zeigen,
da"s ${\op{L}}(m)$ eine irreduzible Darstellung der komplexen Unterliealgebra
$\langle\frak{su} (2)\rangle_\DC\subset \frak{gl} (2;\Bbb{C})$ ist. 
Nun erinnern wir 
$$ \frak{su} (2) = \{ A \in \op{Mat}(2; \Bbb{C} ) 
\mid \op{tr} A =0, \bar{A} = -A^{\top} \}$$
und beachten $\frak{su} (2)\cap \op{i}\frak{su} (2)=0$
und folgern mit Dimensionsvergleich 
$\langle\frak{su} (2)\rangle_\DC=\frak{sl} (2;\Bbb{C})$.
Wir m"ussen also zeigen, da"s ${\op{L}}(m)$ eine irreduzible Darstellung
von $\mathfrak{sl} (2;\Bbb{C})$ ist.
Unter unserer
Operation  wirken, wie oben ausgerechnet, 
die Elemente
$$h = \begin{pmatrix}1 &0\\ 0 &-1 \end{pmatrix},\;\; e = 
\begin{pmatrix} 0 &1\\ 0 & 0\end{pmatrix},\;\;
f = \begin{pmatrix} 0&0\\ 1&0 \end{pmatrix}$$
von $\frak{sl} (2;\Bbb{C})$ wie die Differentialoperatoren  
$-X\partial_{x} + Y\partial_{y}, - Y\partial_{x}$ 
und $-X\partial_{y}$.
Insbesondere bilden die Vektoren 
$Y^{m},XY^{m-1},\ldots , X^{m}$ eine Basis
von ${\op{L}}(m)$ aus Eigenvektoren von $h$ zu den Eigenwerten $m,m-2$, $\ldots, -m$
und $e$ und $f$ induzieren Isomorphismen zwischen 
Eigenr"aumen zu benachbarten Eigenwerten.
Die Darstellung ${\op{L}}(m)$ 
von $\mathfrak{sl} (2;\Bbb{C})$  ist damit in der Tat irreduzibel,
denn jede von Null verschiedene Unterdarstellung mu"s nach \eref{diage}{LA1}
einen
Eigenvektor von $h$ enthalten und damit bereits die ganze Darstellung sein.
Um zu zeigen, da"s unsere Gruppe keine anderen irreduziblen 
komplexen Darstellungen besitzt,
reicht es nach \ref{EDKL},
dasselbe f"ur ihre komplexifizierte Liealgebra zu pr"ufen.
Nun ist wegen $\frak{su} (2)\cap \op{i}\frak{su} (2)=0$ der von der Einbettung $\mathfrak{su}(2)\hra \mathfrak{sl} (2;\Bbb{C})$ induzierte Homomorphismus von komplexen Liealgebren sogar ein Isomorphismus $\mathfrak{su}(2)^\DC\sira \mathfrak{sl} (2;\Bbb{C})$ und
wir zeigen gleich anschlie"send  
als Satz \ref{DSL2}, da"s $\mathfrak{sl} (2;\Bbb{C})$ nicht noch weitere
irreduzible endlichdimensionale Darstellungen hat. Damit ist dann auch unser Beweis hier zu Ende.
\end{proof}


\begin{Bemerkunge}
  In der Physik lernt man die hier mit $e$ und $f$ bezeichneten
Elemente auch als 
{\bf Leiteroperatoren}\index{Leiteroperatoren} 
 oder {\bf Kletteroperatoren}\index{Kletteroperatoren} 
kennen. Die aus der Physik vertrauten  weniger
"ubersichtlichen Formeln werden Sie jedoch erst 
in \ref{PhSp} sehen, wenn wir ein invariantes Skalarprodukt w"ahlen und zu 
einer Orthonormalbasis "ubergehen.
In der Physik rechnet man auch oft mit den sogenannten 
{\bf Pauli-Matrizen}\index{Pauli-Matrizen}
\begin{equation*}
 \sigma_1 = \begin{pmatrix}0 &1\\1 & 0\end{pmatrix}
,\;\;
\sigma_2 = \begin{pmatrix}
0 &-{\op{i}} \\ {\op{i}} &0
\end{pmatrix}
,\;\;
\sigma_3 = \begin{pmatrix} 1 & 0\\ 0 &-1 \end{pmatrix}
\end{equation*}
die eine $\mathbb C$-Basis von $\frak{sl} (2; \mathbb C)$ und eine
$\mathbb R$-Basis von ${\op{i}} \frak{su} (2)$ bilden.
\end{Bemerkunge}




\begin{Satz}[\textbf{Einfache Darstellungen von
$\frak{sl}(2;\Bbb{C})$}]
\begin{enumerate}
\item 
Zu jeder positiven\linebreak endlichen Dimension 
gibt es bis auf Isomorphismus genau
  eine einfache Darstellung der Liealgebra $\frak{sl} (2;\Bbb{C})$; 
\item
Ist
  $e,h,f$ eine Basis von $\frak{sl} (2;\Bbb{C})$ mit
  $[h,e]=2e$ und 
$[h,f]=-2f$ und $[e,f]=h$, so
  zerf"allt jede einfache Darstellung $L$ %=L(m)
der Dimension $m+1$ unter
  $h$ in eindimensionale Eigenr"aume 
  $$L=L_m\oplus L_{m-2}\oplus\ldots \oplus L_{2-m}\oplus L_{-m}$$
  zu den ganzzahligen 
  Eigenwerten $m,m-2,\ldots,2-m,-m$, und aus $L_j\neq 0\neq L_{j+2}$ folgt
  $f:L_{j+2}\sira L_j$ sowie $e:L_j\sira L_{j+2}$.
\end{enumerate}\label{DSL2}% \label{V01}
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}\label{HEDo}
Die einfachen Darstellungen der Dimensionen $1$, $2$ und $3$ sind die triviale
Darstellung $\DC$, die Standarddarstellung  $\Bbb{C}^{2}$ und die
\glqq adjungierte Darstellung\grqq, die wir
in \ref{adDD} eingef"uhrt haben. Eine explizite Beschreibung
der anderen einfachen Darstellungen wird im Beweis gegeben.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}
Der Satz gilt mit demselben Beweis allgemeiner "uber jedem
algebraisch abgeschlossenen 
K"orper der Charakteristik Null 
und er folgt daraus ohne Schwierigkeiten "uber jedem
K"orper der Charakteristik Null.
In positiver Charakteristik
sind die Verh"altnisse jedoch komplizierter.
\end{Bemerkunge}
\begin{proof}[Beweis]
Da"s es zu jeder endlichen Dimension eine 
einfache Darstellung ${\op{L}}(m)$ mit den versprochenen Eigenschaften gibt,
wissen wir bereits aus dem Beweis von \ref{EDS}.
Explizit l"a"st sich eine derartige Darstellung auch mit etwas weniger 
Vorzeichen angeben.
Die Liealgebra $\frak{sl} (2;\Bbb{C}) $ hat ja die Basis
$$e = {\scriptstyle\begin{pmatrix}0&1\\0&0
\end{pmatrix}}, \; h=\begin{pmatrix}1&0\\0&-1\end{pmatrix}, \; f=
\begin{pmatrix}0&0\\1&0\end{pmatrix},$$
und die Lie-Klammern zwischen den
Elementen dieser Basis sind
$[h,e]=2e$, $[h,f] = -2f$, $[e,f]=h$.
Mithilfe der Produktregel f"ur formale partielle Ableitungen 
  pr"uft man leicht explizit,
da"s die Abbildung
 $\rho : \frak{sl} (2;\DC )  \ra \frak{g}\frak{l} (\DC  [X,Y])$ 
gegeben durch
die Vorschrift
$$\begin{array}{lcl}
\rho (e) &=& X\partial_{y}\\
\rho (f) &=& Y\partial_{x}\\
\rho (h) &=& X\partial_{x} - Y\partial_{y}
\end{array}$$
eine Darstellung der Liealgebra $\frak{sl} (2;\DC )$ ist, da"s
die homogenen Polynome von festem
Totalgrad $m$  eine Unterdarstellung
${\op{L}} (m) = \DC [X,Y]^{m}$ der Dimension $d=m+1$ mit Basis $w_{i} = Y^{i}X^{m-i}$
f"ur $i=0, \ldots , m$ bilden.
In dieser Basis wird die Operation von 
$\frak{sl} (2;\DC )$ auf ${\op{L}}(m)$ beschrieben
durch die Formeln
$$\begin{array}{rcl}
ew_{i}& =& iw_{i-1}\\
fw_{i}&=& (m-i)w_{i+1}\\
hw_{i}&=& (m-2i)w_{i}
\end{array}$$
wo wir $w_{-1}=w_{m+1}=0$ verstehen.
Die Darstellungen ${\op{L}}(m)$ sind einfach, denn jede
von Null verschiedene Unterdarstellung $0\neq U \subset {\op{L}}(m)$ enth"alt
notwendig einen Eigenvektor zu
$h$, also eines der $w_{i}$, und daraus folgt sofort $U = {\op{L}} (m)$.
Damit haben wir nun auch in etwas "ubersichtlicherer Weise
zu jeder endlichen Dimension eine einfache Darstellung
gefunden.
\begin{figure}[p]
  \centering
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildS0001}
\end{figure}
\begin{figure}[p]
  \centering
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildS0002}\\%[height=5.5cm]
\noindent
Die einfachen endlichdimensionalen Darstellungen von  $\frak{sl} (2;\DC)$
in zwei Basen. Die nach rechts weisenden Pfeile stellen jeweils
die Operation von $e$ dar, die nach links weisenden Pfeile
die Operation von $f$ und die Schlaufen die Operation von $h$.
\end{figure}
\begin{figure}[p]
  \centering
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildS0003}\\%[height=5.5cm]
Die Operation auf dem von den $v_i=f^i v$ aufgespannten Teilraum, in derselben
  Weise zu interpretieren wie die obenstehenden Darstellungen.
\end{figure}
Wir m"ussen jedoch noch zeigen, da"s je zwei einfache Darstellungen 
derselben endlichen
Dimension isomorph sind. 
Sei dazu zun"achst $\rho : \frak{sl} (2;\Bbb{C})\ra \frak{g}\frak{l}(V)$ 
irgendeine Darstellung.
Bezeichne $V_{\mu} =
\ker (\rho (h) -\mu)$ den Eigenraum von $\rho (h)$ zum 
Eigenwert $\mu\in\Bbb{C}$.
So gilt $$e V_{\mu} \subset V_{\mu +2}\quad\text{und}\quad fV_{\mu} \subset
V_{\mu -2}$$ 
denn aus $hv=\mu v$ folgt $hev=ehv+[h,e]v=e\mu v +2ev=(\mu+2)ev$
und der zweite Fall ergibt sich "ahnlich aus $[h,f]=-2f$.
Ist $V$ endlichdimensional und $V\neq 0$, so gibt es sicher
$\lambda\in \Bbb{C}$ mit $V_{\lambda} \neq
0$ aber $V_{\lambda+2} =0$.
 F"ur $v \in V_\lambda$
folgt dann $ev = 0$ und $hv = \lambda v$.
Wir schreiben $f^iv$ f"ur den Vektor, der aus $v$ durch $i$-maliges 
Anwenden von $f$ entsteht.
Man 
pr"uft  per Induktion die Formeln
$$
\begin{array}{rcll}
h f^{i}v &=& (\lambda-2i)f^{i}v
&\text{f"ur alle }i\geq 0,\\
ef^{i}v&= &i(\lambda- i+1) f^{i-1} v&\text{f"ur alle }i\geq 1.
\end{array}$$
Die erste folgt unmittelbar aus unserer Erkenntnis $fV_{\mu} \subset
V_{\mu -2}$, f"ur die zweite mu"s etwas mehr gerechnet werden.
Insbesondere ist nach diesen Formeln 
der von den $f^{i}v$ mit $i\geq 0$ aufgespannte
Teilraum eine Unterdarstellung.
Ist $V$ zus"atzlich einfach und $v\neq 0$,
so m"ussen die $f^{i}v$ demnach ganz $V$
aufspannen.
Gilt $f^{i}v \neq 0$, so sind $v$, $fv \ldots, f^{i}v$
Eigenvektoren von $h$ zu paarweise verschiedenen Eigenwerten und
damit linear unabh"angig. Da wir $V$ endlichdimensional
angenommen hatten, gibt es
folglich $d \geq 1$ mit $f^{d}v=0$.
W"ahlen wir $d$ kleinstm"oglich, so ist $v$, $fv$, $\ldots$,
$f^{d-1}v$ eine Basis von $V$, also $d=\op{dim} V$.
Weiter folgt aus $f^{d} v =0 $ auch $0 = ef^{d}v= d (\lambda-d+1)
f^{d-1}v$ und mithin $\lambda= d-1$, da wir ja $d\neq 0$ und $f^{d-1}v
\neq 0$ vorausgesetzt hatten.
Damit haben wir
gezeigt, da"s je zwei einfache Darstellungen
von $\frak{sl} (2;\Bbb{C})$
derselben endlichen Dimension $d$
isomorph sind, da n"amlich die Matrizen von $\rho (e)$, $\rho (f)$ 
und $\rho (h)$ in der Basis
$v$, $fv$, $\ldots,
f^{d-1}v$ nur von $d$ abh"angen.
\end{proof}




\begin{Bemerkungl}
  Die expliziten Formeln 
f"ur die einfachen  endlichdimensionalen Darstellungen 
der $\frak{sl} (2;\Bbb{C})$
gefallen mir noch besser bei Parametrisierung der
  Basis nach den Eigenwerten von $h$. Setzen wir genauer $w_i=u_{m-2i}$, so
  erhalten wir f"ur ${\op{L}}(m)$ eine Basis bestehend aus $u_m,u_{m-2},\ldots,
  u_{-m}$ und die Operation unserer Liealgebra wird gegeben durch die Formeln
$$\begin{array}{rcl}
  eu_{j}& =& ((m-j)/2)u_{j+2}\\
  fu_{j}&=& ((m+j)/2)u_{j-2}\\
  hu_{j}&=& ju_{j}
\end{array}$$
\end{Bemerkungl}







% brauchen wir nur zu pr"ufen, da"s die
% im Eindeutigkeitsbeweis hergeleiteten Formeln in der Tat eine
% einfache Darstellung liefern, d.h.\ da"s f"ur jedes $d$ der Vektorraum mit
% der Basis $v_0,v_1,\ldots ,v_{d-1}$ und der Operation gegeben durch 
% $fv_i=v_{i+1}$ bzw.\ $fv_{d-1}=0$, $ev_i=i(d- i)  v_{i-1}$ bzw.\ 
% $ev_0=0$ und $hv_i=(d-1-2i)v_i$ eine einfache Darstellung 
% der Liealgebra $\frak{sl} (2;\Bbb{C})$ ist. Diese Rechnung 
% scheint mir jedoch 
% unerfreulich und wenig nahrhaft.


\begin{Satz}[\textbf{Einfache Darstellungen 
der r"aumlichen Drehgruppe}]
Die einfachen endlichdimensionalen 
stetigen komplexen  Darstellungen\label{EDD}
der Drehgruppe werden klassifiziert durch ihre
Dimension. Genauer
liefert die Dimension eine Bijektion 
$$\left\{\begin{array}{c}\text{Einfache endlichdimensionale
komplexe}\\
\text{Darstellungen der Drehgruppe }\op{SO} (3)\\ 
 \end{array}\right\}
\;\overset{\sim}{\ra} \; \{1,3,5, \ldots\}
$$\end{Satz}

\begin{proof}[Beweis von \ref{EDD}]
  Wir erinnern uns an die stetige Surjektion
  $\op{SU}(2)\sra \op{SO}(3)$ mit
  Kern $\{+1,-1\}$ aus \ref{SOUn}.  Das Zur"uckholen mit dieser Surjektion
  liefert nach der universellen Eigenschaft surjektiver Gruppenhomomorphismen  \eref{QUE}{LA2}  eine Bijektion zwischen
  Isomorphieklassen einfacher Darstellungen der Drehgruppe und denjenigen
  Isomorphieklassen einfacher Darstellungen der Spingruppe, auf denen das
  Negative der Einheitsmatrix trivial operiert. Nach \eref{QTo}{AN1} alias, in der angemessenen Terminologie gesagt, da nach \eref{aQHK}{AN3} eine stetige Surjektion von einem Kompaktum auf einen Hausdorffraum stets final ist,
  liefert diese Bijektion auch eine Bijektion zwischen den entsprechenden
  Isomorphieklassen einfacher stetiger Darstellungen.  Das sind aber nach dem vorhergehenden offensichtlich
  genau die Darstellungen ${\op{L}}(m)=\DC[X,Y]^m$ f"ur gerades $m$ 
alias die einfachen
stetigen  Darstellungen ungerader Dimension der Spingruppe.  
\end{proof} 
\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}\label{RDDZ}
  Man zeige, da"s die Spingruppe
 keine reelle stetige irreduzible Darstellung der Dimension
 Zwei besitzt. Hinweis: Man zeige zun"achst, da"s jede kompakte zusammenh"angende Untergruppe
 von $\op{GL}(\DR;n)$ in $\op{SL}(\DR;n)$ enthalten sein mu"s, und argumentiere
 dann mit der Dimension.
\end{Ubung}
\begin{Ubunge}
Eine endlichdimensionale Darstellung  $V$  von $\frak{sl}
  (2;\Bbb{C})$ derart, da"s  
weder Null noch Eins Eigenwerte von $h=\op{diag}(1,-1)$ sind, in Formeln
$V_{0} = V_{1} =0$, kann nur die Nulldarstellung $V=0$ sein.
\end{Ubunge}

\begin{Ubung}\label{USL}
Man zeige:  Ist $\tilde{e},\tilde{h},\tilde{f}$ eine Basis von $\frak{sl}
  (2;\Bbb{C})$ mit $[\tilde{h},\tilde{e}]=2\tilde{e}$ und
  $[\tilde{h},\tilde{f}]=-2\tilde{f}$, so gilt
  $[\tilde{e},\tilde{f}]=c\tilde{h}$ f"ur einen Skalar
  $c\neq 0$.
\end{Ubung}
\begin{Ubunge}\label{EDSn}%\label{EDS}
Die R"aume  ${\op{L}}_\DR(m)=\DR[X,Y]^m$ 
aller homogenen Polynomfunktionen auf $\DR^2$ vom Grad $m$ 
sind unter der von der offensichtlichen Wirkung von 
$\op{SL}(2;\DR)$ auf $\DR^2$ induzierten Operation 
einfache reelle Darstellungen der Gruppe $\op{SL}(2;\DR)$
und jede stetige einfache endlichdimensionale Darstellung
von $\op{SL}(2;\DR)$ ist isomorph zu genau einer dieser 
Darstellungen. Hinweis: \ref{HEDo}.
\end{Ubunge}


\begin{Ubunge}\label{GCA}
Gegeben ein beliebiger K"orper $k$ und eine Darstellung $\rho:
\frak{sl}(2;k)\ra\frak{gl}(V)$ der Lie-Algebra
$\frak{sl}(2;k)$ mit 
ihrer Standardbasis $e,h,f$  
mit Kommutatoren $[h,e]=2e$, $[h,f] = -2f$, $[e,f]=h$ 
liefert der in der assoziativen Algebra
$\op{End}_k(V)$ zu interpretierende 
Ausdruck $$4\rho(f)\rho(e) + \rho(h)(\rho(h)+2)$$ 
einen mit der Operation unserer Liealgebra vertr"aglichen 
Endomorphismus von $V$. 
Im Fall der einfachen $(m+1)$-dimensionalen
Darstellung ${\op{L}}(m)$ der Liealgebra $\frak{sl}(2;\DC)$ ist dieser
Endomorphismus die Multiplikation mit dem  Skalar $m(m+2)$.
Hinweis: Tapfer rechnen.
Dieser Operator ist im "ubrigen das einfachste Beispiel eines 
sogenannten 
{\bf Casimir-Operators},\index{Casimir-Operator!f"ur $\frak{sl}(2)$} 
vergleiche \eref{DeCa}{HL}.
\end{Ubunge}
\begin{Ubunge}\label{UHGTv}
Man  betrachte die Lie-Algebra $\frak{sl}(2;k)$ mit ihrer
  Standardbasis $e,h,f$ und Kommutatoren $[h,e]=2e$, $[h,f] = -2f$, $[e,f]=h$.
  Man pr"ufe per Induktion, 
da"s allgemeiner als im Beweis von Satz \ref{DSL2}
   f"ur jeden Vektor $v$ einer Darstellung besagter Liealgebra
mit $ev=0$ gilt
  $$
\begin{array}{rcll}
h f^{i}v &=& f^{i}(h-2i)v
&\text{f"ur alle }i\geq 0,\\
ef^{i}v&= &i f^{i-1} (h- i+1)v&\text{f"ur alle }i\geq 1.
\end{array}$$
\end{Ubunge}
\begin{Ubunge}\label{EDLS}
Man zeige, 
da"s jede endlichdimensionale Darstellung $V$ der 
Lie-Algebra $\frak{sl}(2;\DC)$ eine direkte Summe von
einfachen Unterdarstellungen
ist. Hinweis: Man zerlege besagte Darstellung 
zun"achst in die Hauptr"aume
des in \ref{GCA} eingef"uhrten Casimiroperators und ziehe sich so auf den
Fall zur"uck, da"s die einfachen Subquotienten 
unserer Darstellung $V$ paarweise isomorph sind,
sagen wir zu ${\op{L}}(m)$. Dann zeige man, da"s $f^m$ einen Isomorphismus
 $\op{Hau}(h;m)\sira \op{Hau}(h;-m)$ zwischen den Hauptr"aumen von $h$
zu den entsprechenden Eigenwerten liefert.
Schlie"slich folgere man aus \ref{UHGTv} unter Verwendung von 
$f^{m+1}v=0$,
da"s $h$ auf $\op{Hau}(h;m)$ diagonal operiert, und 
argumentiere von da ausgehend. Man zeige dasselbe Resultat auch 
im Fall reeller Koeffizienten und, wenn man  in 
Algebra bewandert ist,  "uber einem
beliebigen Grundk"orper der Charakteristik Null.
Eine Verallgemeinerung des Resultats auf allgemeinere,
sogenannte \glqq halbeinfache\grqq\  Liealgebren wird in \eref{WCR}{HL} gezeigt.
\end{Ubunge}

\begin{Ubunge}\label{KRSn}%\label{KRS}
Jede endlichdimensionale Darstellung der Liegruppen $\op{SU}(2)$ und
$\op{SO}(3)$ und $\op{SL}(2;\DR)$ ist eine direkte Summe
einfacher Unterdarstellungen. Hinweis: \ref{EDLS}.
Im Fall der beiden ersten Gruppen wird  \ref{VolR}
einen alternativen Zugang liefern.
\end{Ubunge}
%\ref{KRS}


\begin{Ubung}\label{OPDI}
  Man betrachte die Darstellung von $\op{GL}(n;\DR)$ auf dem reellen
  Vektorraum
 $\DR[X_1,\ldots, X_n]^{(d)}$ der homogenen
Polynome vom Grad $d$ 
durch $$(gP) (x) = P (g^{-1}x) \quad
\forall x \in \DR^{n}, \;g \in \op{GL} (n;\DR)$$
und zeige, da"s in der abgeleiteten Darstellung
der Liealgebra die Basismatrix $E_{ij}$ 
mit einer Eins in der $i$-ten Zeile und $j$-ten Spalte und Null sonst
 wie der Differentialoperator $-X_j\partial_i$ operiert.
Es scheint mir nun offensichtlich, da"s wir mit
    diesen Operatoren jedes von Null verschiedene homogene Polynom in ein
von Null
    verschiedenes homogenes Monom "uberf"uhren k"onnen, und ein solches Monom
    in jedes andere vom selben Grad.
Man folgere, da"s diese Darstellungen s"amtlich irreduzibel sind.
\end{Ubung}

  \begin{Ubunge}
    F"ur alle $n \geq 1$ bilden die homogenen Polynome vom Grad $d$ eine
    irreduzible Darstellung\label{OPDInn} 
    \begin{equation*}
      \mathcal O^d (\mathbb C^n) = \mathbb C [X_1, \ldots, X_n]^{(d)}
    \end{equation*}
    der Gruppe $\op{GL} (n; \mathbb C)$ sowie ihrer Untergruppen $\op{GL} (n ;
    \mathbb R)$ und $\op{U} (n)$. F"ur $n\geq 2$ 
bleiben sie irreduzibel unter  $\op{SL} (n ;
    \mathbb C)$, $\op{SL} (n ;
    \mathbb R)$ und $\op{SU} (n)$.  
In der Tat besteht $\op{Lie}  \op{SU} (n)$ aus
    den Fixpunkten einer schieflinearen Involution auf  $\op{Lie} \op{SL} (n;
    \mathbb C)$ und die Einbettung liefert folglich einen Isomorphismus
    $$\op{Lie}_{\mathbb C} \op{SU} (n) \sira  \op{Lie}
    \op{SL} (n ;\mathbb C)$$  Auf diese Weise k"onnen wir uns auf $\op{SL} (n;
    \mathbb C)$ und dann sogar $\op{GL} (n; \mathbb C)$ zur"uckziehen.  Nun
    "uberlegt man sich wie in \ref{OPDI}, da"s 
die Standardmatrizen $E_{ij}$ der Lie-Algebra $\frak{gl} (n; \mathbb C)$ als
  die Differentialoperatoren
  $-X_j \partial_i$ wirken. Es scheint mir nun offensichtlich, da"s wir mit
    diesen Operatoren jedes von Null verschiedene homogene Polynom in ein
von Null
    verschiedenes homogenes Monom "uberf"uhren k"onnen, und ein solches Monom
    in jedes andere vom selben Grad.
  \end{Ubunge}





\subsection{Haarma"s f"ur Matrixliegruppen}
\label{HMML} 

\begin{Definition}\label{psD}
Eine {\bf stetige positive Dichte}\index{Dichte!stetige positive} auf einer 
Mannigfaltigkeit ist ein 
Borelma"s, dessen Restriktion auf jede 
Karte durch das Produkt
des Lebesgue-Ma"ses mit einer stetigen positiven 
Funktion dargestellt werden kann. 
\end{Definition}
\begin{Definition}\label{psD}
Eine {\bf stetige nichtnegative Dichte}\index{Dichte!stetige nichtnegative} auf einer 
Mannigfaltigkeit ist ein 
Borelma"s, dessen Restriktion auf jede 
Karte durch das Produkt
des Lebesgue-Ma"ses mit einer stetigen nichtnegativen 
Funktion dargestellt werden kann. 
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben ein Diffeomorphismus von Mannigfaltigkeiten $\varphi:M\sira N$
  ist das Bildma"s $\varphi_*\mu$ einer stetigen positiven Dichte auf $M$
  offensichtlich eine stetige positive Dichte auf $N$. Dasselbe gilt f"ur
  nichtnegative Dichten. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
Gegeben ein endlichdimensionaler reeller affiner Raum $X$ und eine
$k$-Mannigfaltigkeit $M\subset X$ und eine stetige $k$-Form 
$\omega:M\ra \op{Alt}^{k}(\vec X)$ gibt es genau eine stetige nichtnegative 
Dichte $$|\omega|$$ auf $M$ mit der Eigenschaft, da"s f"ur jede
Karte $\varphi:W\ra M$ ihre Restriktion auf die Karte gegeben wird durch
das Produkt des Lebesguema"ses mit der Funktion\label{DDfm}  
$|(\varphi^\ast\omega)({\op{e}}_1,\ldots, {\op{e}}_k)|$ auf $W$. 
Man sieht das leicht vermittels unserer Regel f"ur das Verkleben von Ma"sen
\eref{VkMM}{AN3} und der Transformationsformel \eref{TF}{AN2} und
der Formel \eref{ZHD}{AN2} f"ur den R"uckzug von Volumenformen.
\end{Beispiel}

\begin{Definition}
Ein {\bf Haar'sches Ma"s},\index{Haar'sches Ma"s!auf Matrixliegruppe} genauer 
ein {\bf linksinvariantes Haar'sches Ma"s} und kurz ein
{\bf Haarma"s}\index{Haarma"s} auf
einer Matrixliegruppe $G$ ist eine stetige positive\label{HAMAN} 
Dichte $\mu$ auf $G$ im Sinne von \ref{psD} mit $\mu (xA) = \mu(A)$
f"ur alle $x \in G$ und alle Borelmengen $A \subset G$.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungw}
Ganz allgemein definiert man ein Haarma"s auf einer 
topologischen Gruppe 
als ein von Null verschiedenes 
nichtnegatives linksinvariantes \glqq Radonma"s\grqq\ 
und zeigt seine Existenz und Eindeutigkeit bis auf eine multiplikative Konstante f"ur 
beliebige lokal kompakte Hausdorff'sche topologische
Gruppen, vergleiche \eref{DHM}{TM} und \eref{EEHa}{TM}. 
In unserem speziellen Fall entsprechen nach dem 
Riesz'schen Darstellungssatz \eref{RiDa}{TM}
 Radonma"se eineindeutig
 Borelma"sen, weshalb unser 
Haarma"s hier auch  ein Haarma"s im Sinne der 
allgemeinen Definition ist.
\end{Bemerkungw}

\begin{Satz}[\textbf{Existenz und Eindeutigkeit  Haar'scher Ma"se}]
Auf jeder Matrixliegruppe gibt es ein Haarma"s im Sinne einer linksinvarianten positiven Dichte,\label{EEHMM}
und je zwei derartige Dichten unterscheiden
sich h"ochstens um einen positiven konstanten reellen Faktor.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Die hier behauptete und bewiesene Eindeutigkeitsaussage
  ist  schw"acher als in \eref{EEHa}{TM}, da wir die Eindeutigkeit nur unter  st"arkeren Annahmen zeigen.
  Sie werden aber sehen, da"s man auch mit dieser schw"acheren
  Aussage schon recht weit kommen kann. Den Fall allgemeiner Liegruppen
  diskutieren wir in \ref{IVL}.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Die Eindeutigkeit ist klar, da sich je zwei stetige positive 
Dichten  nur um das
Produkt mit einer stetigen positiven Funktion unterscheiden, 
die im Fall von zwei Haarma"sen ebenfalls
linksinvariant und damit konstant sein mu"s.
Um die Existenz zu zeigen, erinnern wir die
Einbettung $G \As \op{Aut}(V)$ unserer Matrixliegruppe.
Sei $k$ die Dimension von $G$. Sicher gibt es eine 
alternierende $k$-Multilinearform $\omega_{e} 
\in \op{Alt}^{k} (\op{End} V)$ mit der Eigenschaft, da"s ihre
Restriktion zu $\omega_{e} 
\in \op{Alt}^{k} ({\op{T}}_{e} G)$ nicht verschwindet.
Wir w"ahlen sie beliebig aber fest und
erkl"aren eine $k$-Form oder genauer ein
Feld von $k$-Formen  $\omega$ auf 
$\op{Aut}(V)$ durch die Vorschrift
$$\omega_{g} = (g^{-1}\cdot )^{\top} \omega_e$$
in der Notation aus \eref{ZHd}{AN2}.
So erhalten wir eine stetige $k$-Form $\omega$ 
auf $\op{Aut}(V)$ mit der
Eigenschaft $(h\cdot)^{\ast} \omega = \omega 
$ alias $(h\cdot):\omega\leadsto \omega$ f"ur alle $ h \in \op{Aut}(V)$.
Das in \ref{DDfm} erkl"arte zugeh"orige Ma"s $|\omega|$ 
auf der eingebetteten $k$-Mannigfaltigkeit
$G$ ist dann die gesuchte positive stetige 
linksinvariante Dichte.
\end{proof}
\begin{Beispiel}
Wir erhalten ein Haarma"s
auf $\op{GL}(n;\Bbb{R})$, indem wir das
gew"ohnliche Lebesguema"s von $\op{Mat} (n ; \Bbb{R})$
auf $\op{GL}(n;\Bbb{R})$ einschr"anken und mit der Funktion
$g \mapsto |\op{det} g|^{-n}$ multiplizieren.
Speziell ist $|x|^{-1}\diff x$ ein Haarma"s
auf der multiplikativen Gruppe $\DR^\times$.
\end{Beispiel}
\begin{Bild} 
 \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildHaMa}\\[4mm]
 \noindent Die Intervalle zwischen je zwei Zweierpotenzen m"ussen f"ur ein
Haarma"s auf der multiplikativen Gruppe der von Null 
verschiedenen reellen Zahlen jeweils dasselbe Ma"s haben. 
Man sieht so zumindest qualitativ recht gut, da"s die Massebelegung 
gegen den Ursprung hin immer dichter werden mu"s.
\end{Bild}



\begin{Bemerkungl}
Auf einer kompakten Matrixliegruppe $G$ ist jedes 
Haarma"s $\mu$ auch rechts\-in\-va\-ri\-ant, in Formeln 
$\mu (A g)= \mu (A)$ f"ur alle $g\in G$.
In der Tat ist f"ur jedes feste $g \in G$ 
mit $\mu$ auch die Vorschrift $A \mapsto \mu
(Ag)$ ein linksinvariantes Haarma"s, also gibt es nach
\ref{EEHMM} eine Konstante $c_{g}$ mit
$\mu (A) = c_g \mu (Ag)$ f"ur alle Borelmengen $A\subset G$.
F"ur kompaktes $G$ gilt aber $0 < \mu (G) < \infty$. Setzen wir also in der 
vorhergehenden Gleichung $A = G$, so folgt 
wie gew"unscht $c_{g} = 1$. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Lemma}
Auf jeder endlichdimensionalen stetigen reellen oder komplexen
 Darstellung einer
  kompakten Matrixliegruppe\label{IsPr}  gibt es ein invariantes Skalarprodukt.
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl} 
  Dieselbe Aussage folgt f"ur jede 
endlichdimensionale stetige reelle oder komplexe
 Darstellung einer beliebigen\label{ISPRR} 
  \glqq kompakten topologischen Gruppe\grqq\  im Sinne von \eref{DTG}{TM},
da deren Bild in der Automorphismengruppe besagter Darstellung ja
nach \ref{UGM} und \eref{KoR}{TM} eine kompakte Matrixliegruppe sein mu"s.   
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Bezeichne $K$ unsere kompakte Matrixliegruppe und $V$ unsere Darstellung.
Nach \ref{EEHMM} gibt es ein Haarma"s $\mu$ auf $K$.
Da $K$ kompakt ist, ist nach \eref{InKoT}{AN3}  jede stetige Funktion integrierbar.
  Ist nun $b : V \times V \ra \Bbb{C}$ irgendein Skalarprodukt, 
so liefert die
  Formel
  $$(v,w) \pdef \int_{ K} b(gv, gw)\;\mu\langle g\rangle$$
  ein $K$-invariantes Skalarprodukt, 
  es gilt also $(gv, gw) = (v,w)\; \forall g \in K$.
Damit das richtig ist, mu"s a priori $\mu$ ein
rechtsinvariantes Haarma"s sein. Im kompakten Fall wissen wir aber bereits, 
da"s linksinvariante Haarma"se auch rechtsinvariant sind und umgekehrt.
\end{proof}


\begin{Satz}[\textbf{Vollst"andige Reduzibilit"at}]
Jede stetige  Darstellung endlicher Dimension einer\label{VolR}
kompakten Matrixliegruppe ist eine direkte 
Summe von einfachen  Unterdarstellungen.
\end{Satz}
\begin{Bemerkunge}
F"ur diejenigen Leser, die den Begriff einer topologischen
Gruppe kennen, ist
 die Verallgemeinerung dieses Satzes auf kompakte topologische Gruppen
offensichtlich, da deren Bild in der Automorphismengruppe des
Darstellungsraums
 nach \ref{UGM} bereits eine Matrixliegruppe sein mu"s.
  Eine Verallgemeinerung 
auf  unendlichdimensionale Darstellungen wird
  in \ref{DKE} diskutiert.
\end{Bemerkunge}
\begin{Bemerkungl}
  Die Frage, inwieweit eine derartige Zerlegung in eine direkte Summe
  einfacher Unterdarstellungen eindeutig ist, wird im kommenden Abschnitt
und dort insbesondere in \ref{Isot} und \ref{IsT} diskutiert. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Nach dem im folgenden bewiesenen Lemma \ref{IsPr} 
finden wir auf unserer Darstellung stets ein unter 
der Gruppenoperation invariantes Skalarprodukt.
Nun argumentieren wir durch Induktion "uber die Dimension unserer Darstellung.
Ist sie Null, so ist nichts zu zeigen. Sonst besitzt sie eine einfache
Unterdarstellung, und deren orthogonales Komplement ist 
auch eine Unterdarstellung, auf die wir dann nur
noch die Induktionsannahme anzuwenden brauchen.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
  Unser Satz \ref{VolR} "uber die vollst"andige Reduzibilit"at
  gilt sowohl f"ur reelle wie auch f"ur komplexe Darstellungen.
Im Fall der einelementigen Gruppe besagt der Satz schlicht, 
da"s sich jeder endlichdimensionale Vektorraum 
als eine direkte Summe von eindimensionalen Teilr"aumen schreiben l"a"st.
Ein rein algebraischer  Beweis f"ur eine analoge Aussage 
im Fall von Darstellungen der 
Liealgebra $\frak{sl}(2;\DC)$ wird in "Ubung \ref{EDLS} erkl"art.
Wenn wir diese algebraische Aussage aus dem vorhergehenden Satz 
\ref{VolR} ableiten wollen,
mu"s  jedoch der Satz zur Verf"ugung stehen, nach dem jede 
endlichdimensionale Darstellung der Liealgebra $\frak{su}(2)$ 
zu einer Darstellung der Liegruppe $\op{SU}(2)$ integriert werden kann.
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}
Die offensichtliche zweidimensionale Darstellung von 
$$G = \left.\left\{ \begin{pmatrix}
1 & t \\ 0 &1 
\end{pmatrix}\right| t\in \DR\right\}$$ auf $\Bbb{R}^2$ l"a"st 
sich nicht als direkte Summe von einfachen
Unterdarstellungen schreiben, denn sie hat nur eine einzige
eindimensionale 
Unterdarstellung, die Gerade
$\Bbb{R} \op{e}_1$. 
Die Kompaktheit der dargestellten Gruppe ist also
f"ur unseren Satz \ref{VolR} wesentlich.
\end{Beispiel}
\subsubsection*{"Ubungen} 

\begin{Ubung}
Man gebe auf $\DC^\times$ und allgemeiner auf 
$\op{GL}(n;\DC)$ ein Haarma"s an.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
Es gibt eine linksinvariante  Differentialform $\omega$ auf $\op{SL}(2;\DR)$,
deren Restriktion  auf die offene 
Teilmenge $U$ aller Matrizen ${x\; y}\choose{z\;\;\!t}$ 
mit Determinante Eins und $x\neq 0$ gegeben wird durch die Formel
 $\omega|_U=\frac{1}{x}dx\wedge dy\wedge dz$. 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{MKGL}
Man zeige: $\op{U}(n)\subset \op{GL}(n;\DC)$ ist eine maximale 
kompakte Untergruppe und gegeben eine beliebige 
kompakte Untergruppe $K\subset \op{GL}(n;\DC)$ gibt es stets
$g\in \op{GL}(n;\DC)$ mit $gKg^{-1}\subset \op{U}(n)$.
Man zeige auch die analoge Aussage im Fall $\op{O}(n)\subset \op{GL}(n;\DR)$.
Hinweis: \ref{IsPr}. Man zeige auch die analoge Aussage im Fall
$\bar{\op{U}}(n)\subset \op{PGL}(n;\DC)$ mit
$\op{PGL}(n;\DC)\pdef \op{GL}(n;\DC)/\DC^\times$ und $\bar{\op{U}}(n)$ dem
Bild von   $\op{U}(n)$ darin. Hier mag die endliche "Uberlagerung
$\op{SL}(n;\DC)\sra \op{PGL}(n;\DC)$ helfen. 
\end{Ubung}



\begin{Ubung}\label{DKL}
Gegeben eine stetige 
Darstellung $\rho:S^1\ra \op{GL}(V)$ der Kreislinie $S^1$ 
durch Automorphismen eines 
endlichdimensionalen komplexen Vektorraums $V$ 
zerf"allt unser Raum  als eine direkte Summe
von Teilr"aumen
$$V=\bigoplus_{n\in\DZ}V_n$$
mit $V_n=\{v\in V\mid \rho(z)v=z^nv \;\forall z\in S^1\}$. 
Hierbei werden dann nat"urlich fast alle der $V_n$ nur aus dem Nullvektor 
bestehen und die direkte Summe ist im Sinne von \eref{dirS}{LA2} zu interpretieren.
Einen alternativen Zugang, der mit sehr viel weniger Analysis auskommt
und stattdessen von der Jordan'schen Normalform ausgeht, 
wird in \eref{ISGH}{LA2} skizziert. Eine Verallgemeinerung auf Tori wird in
\ref{ISTT} besprochen.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  
\end{Ubung}
\subsection{Vollst"andig reduzible Darstellungen}
\begin{Lemma}
Jeder Verflechtungsoperator zwischen einfachen Darstellungen
ist entweder die Nullabbildung oder ein Isomorphismus.\label{LevS}
\end{Lemma}


\begin{Bemerkungl} Sind insbesondere $L\not\cong M$ 
nichtisomorphe einfache Darstellungen
einer Gruppe $G$, 
so folgt $\op{Hom}_G
(L,M) =0$. Sind $L$ und $M$ dahingegen isomorphe 
einfache Darstellungen und ist $\varphi:L\sira M$ ein
Isomorphismus, so liefert das Nachschalten von 
$\varphi$ eine Bijektion 
$\op{End}_G
(L)\sira\op{Hom}_G
(L,M)$ und das Vorschalten von $\varphi$
eine Bijektion 
$\op{End}_G
(M)\sira\op{Hom}_G
(L,M)$.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
F"ur einen Verflechtungsoperator 
$\varphi : L \rightarrow M$ ist das
Bild stets eine Unterdarstellung
$\op{im}\varphi\subset M$. Aus $\varphi\neq 0$ und
$M$ einfach folgt also $\varphi$ surjektiv.
F"ur einen Verflechtungsoperator 
$\varphi : L \rightarrow M$ ist weiter der Kern  stets eine Unterdarstellung
$\op{ker} \varphi \subset L$.
Aus $\varphi\neq 0$ und
$L$ einfach folgt also $\op{ker} \varphi=0$ und damit $\varphi$ injektiv.
Sind also $M$ und $L$ beide einfach und ist $\varphi$ nicht Null, so ist
$\varphi$ bijektiv. 
\end{proof}
\begin{Lemma}[\textbf{von Schur}]
Die einzigen Verflechtungsoperatoren\index{Schur, Lemma von} 
zwischen einer einfachen komplexen  endlichdimensionalen Darstellung 
und ihr selbst sind die skalaren Vielfachen der\label{NINN}
Identit"at. 
\end{Lemma}
\begin{proof}
Jeder Eigenraum eines Endomorphismus einer 
Darstellung mu"s eine Unterdarstellung sein.
Jeder Eigenraum eines Endomorhismus einer einfachen Darstellung ist also
der ganze Raum oder der Nullraum. Da jeder 
Endomorphismus eines von Null verschiedenen
endlichdimensionalen Raums "uber $\DC$ 
mindestens einen Eigenwert hat, folgt das Lemma.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
  F"ur jede komplexe endlichdimensionale einfache Darstellung $L$ einer Gruppe
  $G$ liefert unser Schur'sches Lemma in Formeln einen Isomorphismus
  $$\Bbb{C} \sira  \op{End}_{\Bbb{C},G}L$$
vermittels $ \lambda\mapsto\lambda\op{id}_L$.
Eine allgemeinere Variante des Schur'schen Lemmas findet
man in \eref{VaSL}{NAS}. Es ist hierbei wesentlich, mit komplexen
Darstellungen oder allgemeiner Darstellungen "uber einem algebraisch
abgeschlossenen K"orper zu arbeiten: F"ur die durch die Einbettung $S^1\hra
\Bbb{C}^\times$ gegebene Darstellung von $S^1$ auf $\Bbb{C}$ etwa h"atten wir
$ {\op{End}}_{\Bbb{R},S^{1}} \Bbb{C}\cong \Bbb{C} , $ f"ur die Einsdarstellung dahingegen $ \op{End}_{\Bbb{R},S^{1}} \Bbb{R}\cong \Bbb{R} $.
\end{Bemerkungl}





\begin{Bemerkungl}
Wie bereits der Fall der trivialen Gruppe zeigt, 
sind die bei einer Zerlegung 
einer Darstellung  in
eine direkte Summe einfacher Unterdarstellungen 
auftretenden
Unterdarstellungen im Allgemeinen nicht eindeutig bestimmt:
Ein endlichdimensionaler Vektorraum etwa kann auf viele
verschiedene Arten als direkte Summe
eindimensionaler Teilr"aume dargestellt werden.
Die folgenden Bemerkungen 
erl"autern, was im Allgemeinen bei der Zerlegung in
eine direkte
Summe irreduzibler Unterdarstellungen
an Eindeutigkeit noch zu retten ist. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}
 Eine Darstellung einer Gruppe hei"st {\bf vollst"andig reduzibel}\index{reduzibel}  
 oder auch {\bf halbeinfach},\index{halbeinfach}
 wenn sie eine direkte Summe 
von einfachen Unterdarstellungen ist. 
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Isotypische Zerlegung}] 
Ist $V$ eine endlichdimensionale 
halbeinfache\label{Isot} 
komplexe Darstellung einer Gruppe
$G$ und sind $V = L_1 \oplus \ldots \oplus L_m$ 
und $V= L'_1 \oplus \ldots \oplus
L'_{m^{\prime}}$ zwei Zerlegungen in eine direkte 
Summe von einfachen Unterdarstellungen, so
gilt 
$m = m'$ und es gibt eine Permutation $\sigma \in \mathcal{S}_m$ mit $L'_i
\cong L_{\sigma (i)} $ f"ur alle $i$. In der Tat l"a"st sich nach \ref{LevS}
und \ref{NINN} die Vielfachheit einer einfachen Darstellung $L$ als
Unterdarstellung in einer solchen Zerlegung darstellen als
die Dimension des Raums von Verflechtungsoperatoren
$\op{dim}_\DC\op{Hom}_{\DC,G}(L,V)$.
Weiter gilt f"ur jede einfache Darstellung $L$ von $G$ 
in unserer Darstellung $V$ die Gleichheit von
Untervektorr"aumen
\begin{equation*}
\bigoplus_{L_{i} \cong L} L_i = \bigoplus_{L'_{j} \cong L} L'_j
\end{equation*}
In der Tat lassen sich diese Untervektorr"aume  wieder nach
\ref{LevS} beschreiben als das Erzeugnis der Bilder aller
Verflechtungsoperatoren $L\ra V$ von unserer einfachen Darstellung
$L$ zur gegebenen Darstellung.
Wir bezeichnen diesen Untervektorraum mit $V_L \subset V$. 
Er hei"st die
\defnoind{isotypische 
Komponente}\index{Komponente!isotypische von Darstellung}
in\index{isotypisch!Komponente von Darstellung} $V$ vom Typ $L$. 
Nat"urlich erhalten wir dann
f"ur $V$ die \defnoind{Zerlegung in isotypische Komponenten}
\begin{equation*}
V = \bigoplus_{L \in \op{irr}G} V_L
\end{equation*}
wo sich die Summe "uber die Menge $\op{irr}G$ aller Isomorphieklassen
von einfachen endlichdimensionalen komplexen Darstellungen von $G$ 
erstreckt. Im Fall einer unit"aren Darstellung stehen die isotypischen
Komponenten paarweise senkrecht aufeinander nach \ref{SRF}.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkunge}
  Analoge Aussagen gelten auch f"ur nicht notwendig endlichdimensionale
halbeinfache Darstellungen "uber beliebigen K"orpern, ja sogar f"ur
halbeinfache Moduln "uber beliebigen Ringen, vergleiche \eref{HeM}{NAS}.
\end{Bemerkunge}

\begin{Beispiel}[\textbf{Isotypische Zerlegung f"ur Tori}] 
Dies Beispiel verallgemeinert \ref{DKL}.
Ist $T$  eine kompakte abelsche Matrixliegruppe und $V$ eine
endlichdimensionale stetige komplexe Darstellung von $T$, so 
hat die isotypische Zerlegung die Gestalt 
$$V=\bigoplus_{\chi\in \frak{X}(T)} V_\chi$$
wobei $\chi$ wie angedeutet "uber alle Charaktere von $T$ alias
alle stetigen Gruppenhomomorphismen $T\ra \DC^\times$ l"auft
und $V_\chi$ beschrieben werden kann als 
$$V_\chi\pdef\{v\in V\mid tv=\chi(t)v\;\forall t\in T\}$$
Insbesondere im Fall eines Torus $T$ 
hei"sen die $\chi\in \frak{X}(T)$ mit $V_\chi\neq 0$ die
\defind{Gewichte}\label{ISTT} {\bf von $T$ in $V$} und werden nach franz"osisch 
\defind{poids} auch notiert in der 
Form\index{P@${\op{P}}(V)$ Gewichte von $V$} 
$${\op{P}}(V)={\op{P}}_T(V)\pdef\{\chi\in \frak{X}(T)\mid V_\chi\neq 0\}$$
Die isotypischen Komponenten $ V_\chi$ ihrerseits
hei"sen, immer noch im Fall der Darstellungen einer kompakten abelschen
Liegruppe, die 
{\bf Gewichtsr"aume}\index{Gewichtsraum} unserer Darstellung.
\end{Beispiel}



\begin{Satz}[\textbf{Kanonische Zerlegung}]
Seien $K$ eine kompakte Ma\-trix\-ie\-grup\-pe und $\op{irr}K$ ein
Repr"asentantensystem f"ur die Isomorphieklassen komplexer einfacher 
Darstellungen von $K$. So liefert f"ur\label{IsT}
jede komplexe endlichdimensionale Darstellung $V$ 
von $K$ das Auswerten einen Isomorphismus
\begin{equation*}
\bigoplus_{L \in \op{irr}K} L \otimes_{\Bbb{C}} 
\op{Hom}_{\Bbb{C},K} (L,V) \;\;\sira \;\; V
\end{equation*}
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Unter diesem Isomorphismus entspricht $L \otimes_{\Bbb{C}} 
\op{Hom}_{\Bbb{C},K} (L,V)$ gerade der $L$-isotypischen 
Komponente $V_L$ von $V$ aus \ref{Isot}.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Gilt der Satz f"ur zwei Darstellungen $V$ und $W$, so offensichtlich auch
f"ur ihre Summe $V\oplus W$. Da nach \ref{VolR} unsere Darstellung in
eine direkte Summe einfacher Unterdarstellungen zerf"allt, m"ussen wir ihn 
damit nur noch f"ur $V$ einfach zeigen. In diesem Fall
folgt er aber aus der Schur'schen Lemma \ref{LevS}.
\end{proof}



 \begin{Satz}[\textbf{"Au"sere Algebra und orthogonale Gruppe}]
Gegeben ein euklidischer Vektorraum $V$  gilt:\label{aaOG} 
   \begin{enumerate}
   \item
     Alle 
   von Null verschiedenen
   "au"seren Potenzen $\bigwedge^iV$ sind irreduzibel
   als Darstellungen von ${\op{O}}(V)$, ja sogar
   ihre Komplexifizierungen $\bigwedge^iV^\DC$ sind es;
 \item
   Im Fall $\dim V\neq 2i$ sind die $\bigwedge^iV^\DC$
   auch irreduzibel  als Darstellungen von ${\op{SO}}(V)$.
   Im Fall $\dim V= 2i>0$ dahingegen ist $\bigwedge^iV^\DC$ eine direkte Summe
   von zwei irreduziblen Darstellungen von ${\op{SO}}(V)$.
   \end{enumerate}
 \end{Satz}
 \begin{proof}
   Sei $v_1,\ldots,v_n$ eine Orthonormalbasis. Schr"anken wir die
   Operation der orthogonalen Gruppe ein auf die Untergruppe
   $\{1,-1\}^{\times n}$ der Vorzeichenwechsel der Basisvektoren,
   so sind die simultanen Eigenr"aume in $\bigwedge V^\DC$ die von den 
   $v_I$ f"ur $I\subset\{1,\ldots,n\}$ erzeugten Geraden. Jede von Null verschiedene 
   Unterdarstellung enth"alt also einen dieser Vektoren und
   ist folglich eines der $\bigwedge^iV^\DC$. Operiert nur ${\op{SO}}(V)$,
   so haben wir nur die Gruppe der Wechsel einer geraden Zahl von Vorzeichen zur
   Verf"ugung und die simultanen Eigenr"aume in $\bigwedge V^\DC$ sind die von den 
   $v_I$ und $v_{\bar I}$ f"ur $I\subset\{1,\ldots,n\}$ erzeugten Ebenen.
   Diese Erkenntnis erledigt bereits den Fall $\dim V\neq 2i$.
   Im Fall $\dim V=2i$ schlie"slich liegen f"ur $|I|=i$
   sowohl $v_I$ als auch  $v_{\bar I}$ in $\bigwedge^iV^\DC$
   und der Hodgeoperator \ref{HoO} stabilisiert die von
   diesen beiden \glqq komplement"aren\grqq\ Dachprodukten
   aufgespannte  Ebene und
   operiert darauf mit zwei verschiednenen Eigenwerten. Jede
   irreduzible Unterdarstellung mu"s folglich mindestens einen
   Hodge-Eigenraum in mindestens einer 
   dieser Ebenen umfassen und dann sieht man leicht, da"s sie bereits
   mit diesem Hodge-Eigenraum  in $\bigwedge^iV^\DC$ "ubereinstimmt.
 \end{proof}
 \begin{Bemerkungl}[\textbf{Hodgeoperator}] 
   Seien $V$ ein pseudoeuklidischer reeller Vektorraum der Dimension $n$ und
   $\mathbb L$ seine L"angengerade und $\op{GO}(V)\pdef\DR^\times\op{O}(V)$
   die Gruppe seiner linearen "Ahnlichkeiten.
    Die kanonische symmetrische Bilinearform ist eine nichtausgeartete Paarung
    $V\times V\ra \mathbb L^{\otimes 2}$ und\label{HoO} 
  liefert einen Isomorphismus  $V\sira V^*\otimes \mathbb L^{\otimes 2}$.
    Das Dachprodukt liefert nichtausgeartete Paarungen
    $\bigwedge^iV\times \bigwedge^{n-i}V\ra \bigwedge^nV$.
    In \eref{kSpap}{LA2} haben wir einen nat"urlichen Isomorphismus
    $\bigwedge^nV\sira \op{or}_\DR(V)\otimes \mathbb L^{\otimes n}$
    angegeben. Zusammen mit der Vertauschung von "au"serer Potenz und
    Dualisieren aus \eref{APDn}{LA2} erhalten wir so unter der zus"atzlichen
    Annahme $V\neq 0$ 
    ausgezeichnete Isomorphismen 
    $$\textstyle \bigwedge^iV\sira (\bigwedge^{n-i}V)^*\otimes \bigwedge^nV
    \sira \bigwedge^{n-i}V\otimes  \mathbb L^{\otimes(2i- n)}\otimes\op{or}_\DR(V)$$
   oder gleichbedeutend $ \bigwedge^pV\otimes \mathbb L^{\otimes(-p)}
    \sira \bigwedge^{q}V\otimes  \mathbb L^{\otimes(-q)}\otimes\op{or}_\DR(V)$
  f"ur $p+q=n$.
   Das sind Isomorphismen von Darstellungen von $\op{GO}(V)$. 
   Halten wir eine L"angeneinheit und eine Orientierung fest, so spezialisieren
   sie zu Isomorphismen $ \bigwedge^pV
    \sira \bigwedge^{q}V$ von Darstellungen von $\op{SO}(V)$, immer noch 
    f"ur $p+q=n$. Diese Isomorphismen werden $\ast$ notiert und
    hei"sen der {\bf Hodge-$\ast$-Operator} oder kurz
    {\bf Hodgeoperator}.\index{Hodgeoperator}
 \end{Bemerkungl}







 \subsubsection*{"Ubungen}
 \begin{Ubung}
   Man verallgemeinere \ref{aaOG} auf den Fall pseudoeuklidischer
   Vektorr"aume. Hinweis: \ref{UDas}.
 \end{Ubung}
 
\begin{Ubung}\label{kiu}
F"ur je zwei komplexe endlichdimensionale einfache Darstellung $L,M$ 
einer Gruppe
  $G$ gilt $\op{dim}_\DC\op{Hom}_{\DC,G}(L,M)\leq 1$.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Eindeutigkeit invarianter Skalarprodukte im Komplexen}]
Je zwei invariante Skalarprodukte auf einer irreduziblen endlichdimensionalen 
 komplexen Darstellung einer Gruppe unterscheiden sich
h"ochstens um einen positiven Skalar, ja je zwei\label{isdr} 
invariante Sesquilinearformen auf einer irreduziblen endlichdimensionalen 
 komplexen Darstellung unterscheiden sich
h"ochstens um einen  komplexen Skalar. Hinweis: Man beachte f"ur einen  komplexen Vektorraum mit der Notation 
 $\op{Ses}(V)$ 
f"ur die Menge der Sesquilinearformen 
$s:V\times V\ra\DC$ die Identifikation 
$$\op{Ses}(V)\sira \op{Hom}(\overline{V},V^\ast)$$ mit $s\mapsto f_s$ 
und $f_s$ gegeben durch $f_s(\bar{v}):w\mapsto s(v,w)$ mit $\overline{V}$ dem
komplex konjugierten Vektorraum nach \eref{kkVe}{LA2}.
Dann wende man \ref{kiu} an.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Eindeutigkeit invarianter Skalarprodukte im Reellen}]
Gegeben ein invariantes Skalarprodukt auf einer irreduziblen endlichdimensionalen 
reellen  Darstellung einer Gruppe ist jede weitere
invariante symmetrische Bilinearform ein Vielfaches.\label{isdrR} 
Hinweis: Hauptachsentransformation \eref{HaTTR}{LA2}.
\end{Ubung}



  \begin{Ubung}\label{SRF}
    Unter einer {\bf unit"aren
      Darstellung}\index{unit"ar!Darstellung}\index{Darstellung!unit"are}
    einer Gruppe versteht man eine Darstellung  durch unit"are Automorphismen
eines
endlichdimensionalen unit"aren Vektorraums
    oder allgemeiner  eines Hilbertraums.
Man zeige: Sind $U,V$ zwei nichtisomorphe endlichdimensionale  
einfache Unterdarstellungen einer unit"aren
      Darstellung, so stehen $U$ und $V$ aufeinander senkrecht. 
Hinweis: Orthogonale Projektion \eref{OKn}{LA2}.
  \end{Ubung}
\begin{Ubung}
Jede endlichdimensionale komplexe einfache Darstellung der Drehgruppe
hat unter der Einschr"ankung auf die Gruppe der Drehungen 
um eine feste Achse isotypische Komponenten der Dimension h"ochstens Eins,
und die zu den Komponenten der Dimension Eins geh"origen\label{EDFG}  
Parameter bilden  in $\Bbb{Z}$ ein Intervall mit Zentrum im Ursprung, in
Formeln
\begin{equation*}
\dim_{\Bbb{C}} \op{Hom}_{\Bbb{C},{S^{1}}} (\chi_n, {\op{L}}(m)) = 
\left\{
\begin{array}{ll}
1 & |n| \leq m/2;\\
0 & \text{sonst}.
\end{array}\right.
\end{equation*}
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{SadU}
Gegeben eine endlichdimensionale unit"are Darstellung $V$ einer
Liegruppe $G$ gilt f"ur die abgeleitete Darstellung der Liealgebra $\frak{g}$
die Identit"at $$
\langle x v, w \rangle+\langle v,
x w \rangle   =0\qquad \forall x\in\frak{g},\;v,w\in V$$
\end{Ubung}

\begin{Ubunge}\label{USLL}
Man zeige, da"s
in einer endlichdimensionalen unit"aren Darstellung einer Liegruppe
jedes Element der Liealgebra als diagonalisierbare Matrix
mit rein imagin"aren Eigenwerten operiert.
Man folgere, da"s 
jede endlichdimensionale
unit"are Darstellung $(V,\rho)$ der Gruppe   $\op{SL} (2;\Bbb{R})$  
konstant ist, in Formeln $\rho(g)=\op{id}\;\forall g\in \op{SL} (2;\Bbb{R})$.  
Hinweis: Jede  unit"are
endlichdimensionale
Darstellung dieser Gruppe entsteht durch Restriktion einer 
Darstellung von
$\op{SL} (2; \Bbb{C})$ und besitzt jedenfalls ein invariantes 
Skalarprodukt  unter der Restriktion
auf $\op{SU}(2)$, so da"s auch $\frak{su} (2) \subset \frak{sl}(2;\Bbb{C})$ mit
rein imagin"aren Eigenwerten operieren mu"s.
\end{Ubunge}

\begin{Ubunge}\label{PhSp}
Wir erinnern an unsere $(m+1)$-dimensionale
irreduzible Darstellung $\mathbb C [X,Y]^m = L (m)$ der 
Spingruppe $\op{SU} (2)$ aus dem Beweis 
von \ref{EDS} mit ihrer Basis $w_\nu \pdef Y^\nu
X^{m-\nu}$ f"ur $0\leq \nu \leq m$.
Man w"ahle darauf jeweils ein invariantes Skalarprodukt.
Man mag es  normalisieren durch die Bedingung $\|w_m\|=1$, aber
auf darauf kommt es im folgenden gar nicht an.  
In der Physik verwendet man statt $m$ als
Parameter lieber $ \frac{m}{2} =j \in \frac{1}{2} \mathbb N$ 
und bezeichnet
die auf L"ange Eins normierten Vektoren 
$w_\nu $ mit $$ | j,j-\nu \rangle\pdef w_\nu / \| w_\nu\| $$
Damit bilden dann die Vektoren 
$| j, \mu \rangle$ f"ur $\mu = j,j-1, \ldots, -(j-1), -j$
eine Orthonormalbasis von $L (m)$.
Schlie"slich schreibt man $J_+\pdef e $, $J_-\pdef f$ und $J_z\pdef h/2$.
Man pr"ufe in dieser Notation die Formeln
\begin{eqnarray*}
J_z \;|j,\mu\rangle &=& \mu \;| j,\mu\rangle\\
J_{\pm}\; | j,\mu \rangle &=& \sqrt{j(j+1) - \mu(\mu\pm 1)} \;\;|j, \mu \pm
1\rangle
\\
&=& \sqrt{(j\pm\mu+1)(j\mp\mu)} \;\;|j, \mu \pm 1\rangle
\end{eqnarray*}
Hinweis: Beim Rechnen in mathematischer 
Terminologie mag man davon ausgehen, da"s
$e-f$ zu $\frak{su} (2; \mathbb C)$ geh"ort, 
so da"s nach \ref{SadU} f"ur jedes invariante Skalarprodukt
gelten mu"s $\langle (e-f) w_\nu, w_{\nu +1} \rangle+\langle w_\nu,
(e-f) w_{\nu +1} \rangle   =0$.
\end{Ubunge}



\subsection{Kugelfunktionen*}\label{KuFu}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Zerlegung von Funktionen auf der Kreislinie}]
In der unit"aren Darstellung 
der Kreislinie $S^1\cong \op{SO}(2)$ 
auf dem Raum $\op{L}^2 (S^1)$ der
quadratintegrierbaren Funktionen auf der Kreislinie 
durch Verschieben von Funktionen tritt jede endlichdimensionale
einfache Darstellung der Kreislinie genau einmal als
Unterdarstellung auf, in Formeln
\begin{equation*}
\op{dim}_{\Bbb{C}} \op{Hom}_{\Bbb{C},S^1} 
\left(\chi_n , \op{L}^2 (S^1)\right) =1
\text{ f"ur alle } n \in\DZ.
\end{equation*}
Des weiteren ist die Summe all dieser endlichdimensionalen 
Unterdarstellungen  ein dichter Teilraum des Hilbertraums
$\op{L}^2 (S^1)$, in dem sie im "ubrigen nach \ref{SRF} paarweise 
senkrecht stehen.
Mit $\chi_n$ meinen wir hier den Vektorraum
$\DC$ mit derjenigen $S^1$-Operation, unter der $z$ durch Multiplikation
mit $\chi_n(z)=z^n$ operiert.
Diese ganzen  Aussagen sind nur eine Umformulierung 
von Satz \eref{FRr}{AN3}, nach dem die Charaktere $\chi_n:S^1\ra\DC^\times$
eine Hilbertbasis 
von $\op{L}^2 (S^1)$ bilden. Mit unserer Hilbertsumme aus \eref{OSH}{AN3}
k"onnen wir unsere Erkenntnisse
auch umschreiben  zu einem Isomorphismus
$$\hat{\bigoplus_{n\in\DZ}} (\DC,\chi_n)\;\sira \; \op{L}^2 (S^1)$$
 von unit"aren $S^1$-Darstellungen, der gegeben 
wird durch das Bilden der Fourierreihe $(a_n)\mapsto \sum_n a_nz^n$.
\end{Bemerkungl}



\begin{Satz}[\textbf{Zerlegung von Funktionen auf der Kugelschale}]
In der unit"aren Darstellung 
durch Verschieben von Funktionen der Drehgruppe $\op{SO}(3)$ 
auf dem Raum $\op{L}^2 (S^2)$ der
quadratintegrierbaren Funktionen auf der Kugelschale 
tritt jede endlichdimensionale
einfache Darstellung der Drehgruppe genau einmal als
Unterdarstellung auf, in Formeln
\begin{equation*}
\op{dim}_{\Bbb{C}} \op{Hom}_{\Bbb{C},\op{SO}(3)} 
\left( {\op{L}}(2l), \op{L}^2 (S^2)\right) =1
\text{ f"ur } l \in\DN.
\end{equation*}
Weiter ist die Summe all dieser % endlichdimensionalen 
Unterdarstellungen ein dichter Teilraum des Hilbertraums
$\op{L}^2 (S^2)$, in dem sie nach \ref{SRF}  paarweise aufeinander senkrecht
stehen.
\end{Satz}


\begin{Bemerkungl}
  Insbesondere erhalten wir eine Hilbertbasis unseres 
Raums 
$\op{L}^2 (S^2)$, indem wir in jeder unserer 
einfachen Unterdarstellungen eine Orthonormalbasis w"ahlen
und alle diese Basen zusammenfassen.
Wieder anders gesagt existiert ein Isomorphismus
$$\hat{\bigoplus_{l\in\DN}} {\op{L}}(2l)\;\sira \; \op{L}^2 (S^2)$$
 von unit"aren Darstellungen der Gruppe $\op{SO}(3)$.
Wir erkl"aren in \ref{LEP} folgende, wie man diese Basisvektoren
und damit auch diesen Isomorphismus 
nach Wahl einer festen gerichteten Achse 
besonders geschickt w"ahlen kann: Die so ausgezeichneten Funktionen
 hei"sen dann die
{\bf Kugelfunktionen}\index{Kugelfunktionen} oder auch
{\bf Kugelfl"achenfunktionen}.\index{Kugelfl"achenfunktionen}
\end{Bemerkungl}
% \begin{Bemerkunge}
%   Mit unserer Notation der Hilbertsumme \ref{OSH}
% k"onnen wir das auch "ubersichtlicher 
% schreiben als einen Isomorphismus von 
% unit"aren Darstellungen
% $$\hat{\bigoplus}_{m\in 2\DN}L(m)
% \sira \op{L}^2 (S^2)$$
% \end{Bemerkunge}

\begin{Bemerkungl}
Im Anschlu"s zeigen wir zus"atzlich, da"s der Raum der unter
allen Rotationen um die $z$-Achse invarianten Funktionen aus
der einfachen Unterdarstellung $\cal{H}^l\subset \op{L}^2(S^2)$ der Dimension
$2l+1$ erzeugt wird vom sogenannten \glqq $l$-ten Legendre-Polynom\grqq\  $P_l(z)$,
aufgefa"st als Funktion der $z$-Koordinate  auf der Kugelschale. 
Die Wahl der Bezeichnung $\cal{H}^l$ f"ur unsere
einfachen Unterdarstellungen 
geht auf das Wort \glqq harmonisch\grqq\  zur"uck, das sich die
fraglichen Funktionenr"aume hinwiederum verdienen als Eigenr"aume 
des \glqq Laplace-Operators auf der Kugelschale\grqq, aber darauf 
will ich hier noch nicht eingehen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}
    Man kann  auch f"ur die h"oherdimensionalen Sph"aren $S^n$
mit $n\geq 1$ zeigen, da"s in $\op{L}^2(S^n)$ die irreduziblen Darstellungen 
von $\op{SO}(n+1)$ jeweils h"ochstens einmal vorkommen.
Ganz allgemein nennt man einen homogenen Raum \glqq sph"arisch\grqq,
wenn er die Eigenschaft hat, da"s in geeigneten Funktionenr"aumen
keine einfachen Darstellungen mit h"oheren Multiplizit"aten auftreten.
\end{Bemerkunge}
\begin{proof}
Wir betrachten die R"aume homogener Polynome in drei
Ver"anderlichen $\Bbb{C} [X, Y,Z]^l$.
Eine Polynomfunktion $P$, die homogen ist vom Grad $d$, erf"ullt die Gleichung
$P (\lambda v) = \lambda^l P(v)$ f"ur alle 
$v \in \Bbb{R}^3$ und $ \lambda \in \Bbb{R}$.
Mithin definiert die Einschr"ankung f"ur alle $d \geq 0$ eine Einbettung
\begin{equation*}
\Bbb{C} [X,Y,Z]^l \hookrightarrow \mathcal{C} (S^2)
\end{equation*}
wobei die Polynome von geradem beziehungsweise ungeradem 
Grad in den R"aumen aller unter der Punktspiegelung
am Ursprung geraden beziehungsweise ungeraden Funktionen 
$\mathcal{C} (S^2)^+ $ beziehungsweise $\mathcal{C}
(S^2)^-$ landen.
Bezeichnet $\mathcal{C}^l$ das Bild von $\Bbb{C}[X,Y,Z]^l $ in
$\mathcal{C} (S^2)$, so haben wir
\begin{eqnarray*}
\mathcal{C}^0 \subset \mathcal{C}^2 \subset 
\mathcal{C}^4 \subset \ldots \subset \mathcal{C}(S^2)^+\\
\mathcal{C}^1 \subset \mathcal{C}^3 \subset 
\mathcal{C}^5 \subset \ldots \subset
\mathcal{C}(S^2)^-
\end{eqnarray*}
da ja ein Polynom $P \in \Bbb{C} [X,Y,Z]^l$ 
dieselbe Einschr"ankung auf die Sph"are hat wie das Polynom
$(X^2+ Y^2 +Z^2) P \in \DC[X,Y,Z]^{l+2}$.
Die Dimensionen ergeben sich leicht zu $$
\begin{array}{lll}
\op{dim} 
\mathcal{C}^l &=& \op{dim} \Bbb{C}[X,Y,Z]^l\\
 &=& \op{dim} \Bbb{C}[X,Y]^{\leq l}\\ 
 &=& 1+2 + \ldots + l+ (l+1)  \\
  &=& 
(l+1)(l+2)/2
\end{array}
$$
Nun sind  alle $\cal{C}^l$ offensichtlich stabil unter 
der Drehgruppe $\op{SO}(3)$ und die konstanten Funktionen
$\cal{C}^0$ beziehungsweise die linearen Funktionen 
$\cal{C}^1$ bilden  irreduzible
Darstellungen der Dimensionen Eins beziehungsweise Drei.
Wir zeigen als n"achstes, da"s f"ur $l\geq 2$
das orthogonale Komplement $\cal{H}^{l}$ von $\mathcal{C}^{l-2}$ 
in $\mathcal{C}^{l}$ eine irreduzible
Darstellung der Dimension $2 l + 1$ ist.
Die Dimension ergibt sich durch direkte 
Rechnung und besonders anschaulich durch die
Betrachtung geeigneter Treppenbilder.
Die Irreduzibilit"at folgern wir induktiv mithilfe
unserer Erkenntnisse "uber die Struktur irreduzibler Darstellungen
der Drehgruppe aus \ref{EDD} und \ref{EDFG}.
Zun"achst beachten wir dazu f"ur $S^1 \subset \op{SO} (3)$ die 
Gruppe der Drehungen um die $z$-Achse und $\chi_{n}$ die
entsprechende einfache Darstellung von 
$S^1$, da"s $\chi_{l }$ in $\mathcal{C}^{l}$ vorkommt,
in Formeln
$$\op{Hom}_{\Bbb{C},S^{1}} (\chi_{l },
\mathcal{C}^{l}) \neq 0$$  
In der Tat ist $(x +{\op{i}}y)^{l}$ eine Funktion, 
die sich entsprechend unter $S^1$ transformiert. 
Per Induktion beziehungsweise expliziter Betrachtung
im Fall $l =0,1$ wissen wir nach \ref{SDDR} auch, da"s dieses Gewicht 
von $S^1$ in $\mathcal{C}^{l-2}$ nicht
vorkommt.
Folglich mu"s es in $\cal{H}^{l}$
vorkommen, und aus Dimensionsbetrachtungen
folgt dann, da"s  $\cal{H}^{l}$ irreduzibel ist.
Die Dichtheit des Raums der Polynomfunktionen im Raum
aller stetigen 
Funktionen folgt mit Stone-Weierstrass \eref{AvW}{AN1},
die Dichtheit von $\mathcal{C}(S^2)$ in $\op{L}^2 (S^2)$ mit \eref{AL1}{AN3}.
Vereinbaren wir noch die Bezeichnungen $\cal{H}^0=\cal{C}^0$ und
$\cal{H}^1=\cal{C}^1$, so bildet demnach die Summe
aller $\cal{H}^l$ einen dichten Teilraum
$$\bigoplus_{l\in\DN}\cal{H}^l\subset \op{L}^2(S^2)$$
Bezeichne nun $\op{pr}_l:\op{L}^2(S^2)\sra \cal{H}^l$ die 
orthogonale Projektion. Sie ist sicher ein 
Homomorphismus von Darstellungen. Ist ${\op{L}}(m)$ eine irreduzible 
endlichdimensionale Darstellung der Drehgruppe und $\varphi:{\op{L}}(m)\ra \op{L}^2(S^2)$ 
ein Homomorphismus von Darstellungen, so folgt 
$\op{pr}_l\circ \varphi=0$ f"ur $ m\neq 2l$ nach \ref{NINN},
und gilt auch noch
$\op{pr}_l\circ \varphi=0$ f"ur $m=2l$, so folgt $\varphi=0$, weil dann das Bild von
$\varphi$ auf allen Vektoren eines dichten Teilraums senkrecht steht.
Mithin liefert f"ur alle $l\in \DN$ das Verkn"upfen mit 
$\op{pr}_l$ eine Einbettung und dann sogar einen Isomorphismus
$$\op{Hom}_{\Bbb{C},\op{SO}(3)} 
\left( {\op{L}}(2l), \op{L}^2 (S^2)\right)\sira \op{Hom}_{\Bbb{C},\op{SO}(3)} 
\left( {\op{L}}(2l), \cal{H}^l\right)$$
und damit folgt unser Satz aus dem Schur'schen Lemma \ref{LevS}.
\end{proof}


\begin{Bemerkungl}\label{LEP}
Nach unseren Erkenntnissen "uber einfache Darstellungen der Drehgruppe bilden
in jedem $\mathcal{H}^l$ die unter allen Drehungen um die $z$-Achse 
$S^1 \subset \op{SO} (3)$ invarianten Funktionen einen 
eindimensionalen Teilraum $(\mathcal{H}^l)^{S^{1}}$.
Um  Erzeuger dieser Teilr"aume zu finden, gehen wir aus von der
offensichtlichen Einbettung
\begin{equation*}
\Bbb{C}[z] \hookrightarrow \mathcal{C} (S^2)^{S^{1}}
\end{equation*}
unter der sicher Polynome vom Grad $\leq d$ in $\mathcal{H}^0 \oplus
\ldots \oplus \mathcal{H}^l$ landen.
Unser Skalarprodukt auf $\op{L}^2 (S^2)$ 
schr"ankt nach \eref{OFR}{AN2} ein zu dem Skalarprodukt 
auf $\Bbb{C} [z]$, das gegeben wird durch die Formel
\begin{equation*}
\langle g, f\rangle = 2\pi \int^1_{-1} \bar{g} (z) f(z)  \diff z
\end{equation*}
Mithin finden wir Erzeuger von 
$(\mathcal{H}^l)^{S^{1}}$, wenn wir auf die durch Potenzen von 
$z$ gegebene angeordnete Basis $z^0,
z^1, z^2, \ldots $ des Polynomrings $\Bbb{C} [z]$ 
in Bezug
auf besagtes Skalarprodukt
das Gram-Schmidt'sche Orthogonalisierungsverfahren \eref{GrSS}{LA2} anwenden. 
Die so entstehenden Polynome 
sind bis auf einen
konstanten Faktor die sogenannten 
\defind{Legendre-Polynome} $(P_l)_{l\geq 0}$.
Der Faktor wird hierbei "ublicherweise so gew"ahlt, da"s gilt
$P_l(1)=1$. 
Mit dieser Normalisierung k"onnen besagte 
Polynome dann auch durch die explizite
Formel
\begin{equation*}
P_l (z) = \frac{1}{2^l l!}\frac{d^l}{dz^l} (z^2 -1)^l
\end{equation*}
beschrieben  und durch die Rekursion 
$(l+1) P_{l+1} = (2l +1) z P_l - P_{l-1}$ berechnet werden.
Ihre Quadratnorm ergibt sich aus
den Formeln
\begin{equation*}
\langle P_k, P_l \rangle = \frac{4\pi}{2l +1} \delta_{k,l}
\end{equation*} Diese Formeln mag der Leser zur "Ubung selbst pr"ufen.
 Die ersten Legendre-Polynome sind
$P_0=1$, $P_1=z$, $P_2=(3z^2-1)/2$. Ausf"uhrliche Tafelwerke findet man 
in Bibliotheken und im Netz.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  In der Liealgebra der r"aumlichen Drehgruppe haben wir 
 in \ref{ALAD} eine Basis 
$E_1, E_2, E_3$ ausgezeichnet, 
deren Kommutatoren durch $[E_1, E_2]=E_3$ und die beiden durch zyklische
Vertauschung der Indizes entstehenden Formeln gegeben werden.
In der komplexifizierten Liealgebra $\frak{so}(3)^\DC$ liefern
dann die Ausdr"ucke $h=2{\op{i}}E_3$, $e= E_2-{\op{i}}E_1$ und
$f= -E_2-{\op{i}}E_1$ eine Basis, in der die Klammern die Form
$[h,e]=2e$, $[h,f] = -2f$, $[e,f]=h$ haben.
Nach \ref{OPDI} wirkt $E_3$ als der Differentialoperator
$y\partial_x-x\partial _y$ und annulliert insbesondere alle Polynome,
die nur von $z$ abh"angen.
Wir erhalten also in ${\op{L}}^2(S^2)$ ein Orthogonalsystem  mit
dichtem Erzeugnis, wenn wir zu den Legendre-Polynomen
$P_l$ noch alle
$e^m P_l$ und  $f^m P_l$ f"ur $0<m\leq l$ dazunehmen,
und normieren wir alle diese Funktionen auf die L"ange Eins,
indem wir sie durch ihre Norm teilen, so erhalten wir 
eine Hilbertbasis ${\op{L}}^2(S^2)$ bestehend aus den 
sogenannten
{\bf Kugelfunktionen}\index{Kugelfunktionen}\index{Y@$Y_{l,m}$ Kugelfunktionen}
$$  Y_{l,m}\pdef\left\{ \begin{array}{cc}
e^m P_l/\|e^m P_l\|&0<m\leq l;\\[2mm]
P_l/\|P_l\|&m=0;\\[2mm]
f^{-m} P_l/\|f^{-m} P_l\|&0>m\geq -l.
\end{array}\right.$$
Um zu einer expliziteren Beschreibung zu kommen, bemerken wir,  
da"s nach \ref{OPDI} unser  $e$ auf komplexwertigen Polynomen wirkt
wie der
Differentialoperator
$z(-{\op{i}}\partial_y-\partial_x)+(x+{\op{i}}y)\partial_z$.
Dann pr"ufen wir $({\op{i}}\partial_y+\partial_x)(x+{\op{i}}y)=0$
und erhalten folglich $e^m P_l=(x+{\op{i}}y)^m\partial_z^m P_l$.
"Ahnlich ergibt sich auch die Formel 
$f^m P_l=(-(x-{\op{i}}y))^m\partial_z^m P_l$.
Nebenbei bemerkt ist $e^m P_l$ komplex konjugiert zu $(-1)^mf^m P_l$ und
so finden wir auch  eine
Hilbertbasis aus reellwertigen Funktionen. In Kugelkoordinaten
  $ (\cos \varphi \sin\vartheta,
    \sin\varphi \sin\vartheta,  \cos \vartheta)
$ nach \eref{KuKo}{AN2}
haben wir
$x+{\op{i}}y=\op{e}^{{\op{i}}\varphi}\sin\vartheta$.
Bis auf einen Normierungsfaktor
werden unsere Kugelfunktionen 
 also in Kugelkoordinaten gegeben durch den Ausdruck
$\op{e}^{{\op{i}}m\varphi}(\sin^m\vartheta)
 P_l^{(m)}(\cos \vartheta)$.
Um den Normierungsfaktor auch noch zu bestimmen, gehen wir 
 von  unserer Formel f"ur die Norm eines 
Legendre-Polynoms aus, die schon einmal
$$Y_{l,0}=
\sqrt{\frac{2l +1}{4\pi}} P_l(\cos \vartheta)$$
liefert.
Nun zeigen die Formeln in 
\ref{PhSp}, da"s das Anwenden von
$e$ auf $\tilde{Y}_{l,m}$ die Norm um den Faktor $\sqrt{(l+ m+1)(l-m)}$
"andert, wohingegen das Anwenden von
$f$ auf $\tilde{Y}_{l,m}$ die Norm um den Faktor
$\sqrt{(l- m+1)(l+m)}$ "andert.
Das zeigt induktiv,  da"s 
unsere Kugelfunktionen beschrieben werden k"onnen durch die Formel
$$Y_{l,m}=
\sqrt{\frac{2l +1}{4\pi}\cdot\frac{(l-m)!}{(l+m)!}}
\op{e}^{{\op{i}}m\varphi}(\sin^m\vartheta)
 P_l^{(m)}(\cos \vartheta)$$
Unser Casimir-Operator  $4\rho(f)\rho(e) + \rho(h)(\rho(h)+2)$
aus \ref{GCA} 
schreibt sich in unserer alten Basis der Liealgebra 
 $-4(\rho(E_1)^2+\rho(E_2)^2+\rho(E_3)^2)$.
Eine kurze Rechnung zeigt, 
da"s dieser Ausdruck ohne den Vorfaktor $4$ 
 auf Polynomfunktionen 
auf $\DR^3$ wirkt als der Differentialoperator 
$$2(x\partial_x
+y\partial_y+z\partial_z)^2-
2(x^2+y^2+z^2)(\partial_x^2+\partial_y^2+\partial_z^2)$$
%Das paßt nicht mit Broecker-tomDieck
Nach unseren Erkenntnissen aus \ref{GCA} m"ussen 
die Kugelfunktionen $Y_{l,m}$, wenn wir sie etwa als homogene Funktionen
vom Grad $l$ auf $\DR^3$ auffassen, Eigenfunktionen dieses
Differentialoperators
sein zum Eigenwert $l(l+1)$.
Mit etwas Rechnung folgt, da"s 
dieser Differentialoperator der \glqq Laplace-Operator auf der Sph"are\grqq\ 
ist und 
unsere Kugelfunktionen hei"sen als Eigenfunktionen dieses 
\glqq sph"arischen Laplace-Operators\grqq\  auf Englisch auch 
{\bf spherical harmonics}.\index{spherical harmonics}
\index{harmonics!spherical}
\end{Bemerkungl}

\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}
 Jede endlichdimensionale Unterdarstellung von  $\op{L}^2 (S^1)$
ist stetig. Hinweis: Fourierentwicklung.
\end{Ubung}




%%% Local Variables: 
%%% mode: latex 
%%% TeX-master: "XXML" 
%%% End:

