\section{Infinitesimale zentrale Charaktere}
\subsection{Motivation}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Bezug zu Darstellungen von Gruppen}]
Die Frage nach den Multiplizit"aten $[\Delta(\lambda):L(\nu)]$ 
der einfachen Subquotienten in Jordan-H"older-Reihen von
Vermamoduln hat sich als ebenso schwierig wie fruchtbar 
erwiesen. Sie ist auch f"ur Darstellungen von Gruppen relevant.
Zum Beispiel kann man \nichtfinal{(werden wir in \ref{??})} zeigen, da"s 
f"ur die Wirkung der topologischen  Gruppe $\op{SL}(n;\DC)$ auf
der komplexen Fahnenmannigfaltigkeit $\mathcal F_n=\mathcal F$ 
die teilgeordnete Menge der $\op{SL}(n;\DC)$-invarianten 
unter der Norm der gleichm"a"sigen Konvergenz abgeschlossenen 
Untervektorr"aume des Raums $\mathcal C(\mathcal F)\pdef\op{Top}(\mathcal F,\DC)$ 
der stetigen komplexwertigen Funktionen $\mathcal F\ra \DC$ isomorph ist zur 
Opponierten der partiell geordneten Menge der Untermoduln des
Vermamoduls $\Delta(0)$ der halbeinfachen Liealgebra $\mathfrak{sl}(n;\DC)$.
Allgemeiner werden wir zeigen, da"s die anderen Vermamoduln 
in einer analogen Beziehung zu
 den R"aumen stetiger Schnitte anderer  "aquivarianter 
komplexer Geradenb"undel
auf der Fahnenmannigfaltigkeit stehen.
Um ein etwas leicher zu erreichendes
motivierendes Ziel vor Augen zu haben, formulieren wir bereits hier 
ein erstes Hauptresultat.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl} Wir erinnern an  halbeinfache komplexe Liealgebren \eref{heLi}{HL} und ihre 
  Cartan'schen Unteralgebren 
  \eref{DCA}{HL}. Gegeben $\mathfrak g\supset \mathfrak h$ eine
halbeinfache komplexe Liealgebren mit einer
  Cartan'schen Unteralgebra  
  erinnern wir an die Wurzelraumzerlegung
  $$\frak{g} = \frak{h} \oplus \bigoplus_{\al \in {\op{R}}(\frak{g},\frak{h})} \frak{g}_{\al}$$
  nach \eref{WrZ}{HL} und \eref{MTt}{HL}, die Kowurzel $\alpha^\vee$ zu einer Wurzel $\alpha$ nach \eref{KWw}{HL},  \eref{Wusy}{HL} und Systeme $R^+\subset  {\op{R}}(\frak{g},\frak{h})$ positiver
  Wurzeln \eref{SoPy}{HL}. Wir erinnern weiter Vermamoduln \eref{DeVM}{HL},  \eref{VMpr}{HL}. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Einfache Vermamoduln}]
Seien $(\mathfrak g\supset\mathfrak h,R^+)$ eine halbeinfache komplexe Liealgebra mit einer Cartan'schen und einem System von positiven Wurzeln.
Genau dann ist der Vermamodul $\Delta(\lambda)$ einfach, wenn gilt
$$\langle \lambda+\rho,\alpha^\vee\rangle\not\in \{ 1,2,
\ldots\} \;\; \forall \alpha \in R^{+}$$ mit $\rho$ der Halbsumme der 
positiven Wurzeln.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Um das einzusehen, m"ussen wir zun"achst das Zentrum der 
Einh"ullenden Algebra verstehen.
Da"s unsere Bedingungen hinreichend sind, wird dann zu Ende des 
Abschnitts in \ref{Veer} bewiesen.
Da"s sie auch notwendig sind, wird erst in \ref{HV} klar werden.
\end{Bemerkungl}
\subsection{Das Zentrum der universellen Einh"ullenden}
\label{ZuE} 
\begin{Definition}
Das {\bf Zentrum}\index{Zentrum!eines Rings} 
${\op{Z}}(A)$ eines Rings $A$ ist definiert als der Teilring
derjenigen Elemente, die mit allen anderen Elementen unseres Rings kommutieren, in  
 Formeln  $${\op{Z}}(A)\pdef 
\{ z\in R\mid za=az\;\forall a\in A\}$$
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Gegeben eine Lie-Algebra $\frak{g}$
bezeichne ${\op{Z}}(\frak{g})\pdef{\op{Z}}({\op{U}}(\frak{g}))$ 
das Zentrum ihrer Einh"ullenden ${\op{U}}(\frak{g})$. Im Fall einer
halbeinfachen komplexen Liealgebra hatten wir in \eref{defCk}{HL} bereits
den Casimiroperator $C\in{\op{Z}}(\frak{g})$ kennengelernt. Im folgenden
wollen wir uns einen "Uberblick "uber das ganze Zentrum verschaffen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}\label{DHHH} 
Seien $(\frak{g}\supset\frak{h}, R^+)$ eine  halbeinfache komplexe Liealgebra mit  einer Cartan'schen und  einem  
System positiver Wurzeln. 
Nach \eref{Caa}{HL} operiert jedes Element des Zentrums ${\op{Z}}(\frak{g})$ der Einh"ullenden auf
jedem \hyperref[DeVM]{Vermamodul} durch einen Skalar. 
Wir vereinbaren f"ur die kommenden "Uberlegungen die Bezeichnung
$\langle z,\lambda\rangle$
f"ur den komplexen Skalar, mit dem  $z\in {\op{Z}}(\frak{g})$ auf
dem Verma-Modul $\Delta(\lambda)=\Delta(\lambda, R^+)$ 
operiert, 
in Formeln
$zv=\langle z,\lambda\rangle v$ f"ur alle $ v\in\Delta(\lambda)$.
Wir erhalten so einen $\DC$-linearen Ringhomomorphismus 
 von $Z$ in den Ring
aller $\DC$-wertigen Funktionen auf dem Dualraum der Cartan'schen
$$\begin{array}{cccc}
\xi=\xi_{ R^+} :& {\op{Z}}(\frak{g})& \rightarrow & \op{Ens} (\frak{h}^{\ast},\DC)\\
&z & \mapsto & \langle z,\;\rangle
\end{array}$$
Ich erinnere an die Halbsumme der positiven Wurzeln $\rho=\rho(R^+)$
und die zum Fixpunkt $(-\rho)$ verschobene mit einem mittigen Punkt notierte Operation der Weylgruppe, die {\bf dot-Operation} oder ausf"uhrlicher  {\bf $\rho$-dot-Operation}
$$x\cdot \lambda=x\cdot_\rho \lambda\pdef x(\lambda +\rho)-\rho$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{Harish-Chandra-Isomorphismus}]\label{HCI}
Gegeben $(\frak{g}\supset\frak{h}, R^+)$ eine  halbeinfache komplexe Liealgebra mit  einer Cartan'schen und  einem  
System positiver Wurzeln liefert der in \ref{DHHH} erkl"arte Homomorphismus 
$\xi$ einen Isomorphismus
zwischen dem Zentrum ${\op{Z}}(\frak{g})$ der Einh"ullenden von
$\frak{g}$ und dem Ring
der unter der $\rho$-dot-Operation der Weylgruppe
invarianten polynomialen 
Funktionen auf $\frak{h}^{\ast}$, in Formeln
$$\xi:{\op{Z}}(\frak{g})\sira\cal{O}(\frak{h}^{\ast})^{(W\cdot)}$$
\end{Satz}
\begin{proof} Der Beweis wird nach einigen Vorbereitungen  in
  \ref{HCIb} gegeben.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
F"ur einen komplexen Vektorraum $V$ bezeichnen wir
ganz allgemein mit $\cal{O}(V) \subset \op{Ens} (V,\DC)$
diejenige Unterringalgebra der Algebra
aller $\DC$-wertigen Funktionen auf $V$,
die von den linearen Funktionen erzeugt wird.
Ihre Elemente hei"sen 
die {\bf polynomialen Funktionen auf} 
$V$.\index{polynomiale Funktion}\index{Funktion!polynomiale} 
Die universelle Eigenschaft der symmetrischen Algebra 
$\op{S}(V^{\ast})$
liefert  einen Homomorphismus $\op{S}(V^{\ast}) \ra \cal{O}(V)$,
der in unserem Fall und allgemeiner im Fall 
eines beliebigen unendlichen Grundk"orpers ein
Isomorphismus ist.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Gegeben eine affine 
Abbildung $f : V \ra W$
von komplexen Vektorr"aumen liefert das  Vorschalten von $f$ 
auf den polynomialen Funktionen einen Homomorphismus in die Gegenrichtung 
$f^{\sharp}\pdef (\circ f): \cal{O}(W) \ra \cal{O}(V)$, 
$\varphi \mapsto \varphi
\circ f$.
Operiert insbesondere eine Gruppe $G$ auf $V$ durch lineare oder affine
Transformationen, so operiert $G$ auch auf
$\cal{O}(V)$. Die unter $G$ invarianten polynomialen Funktionen auf $V$
hei"sen
die $G$-\defind{Invarianten} und werden $\cal{O}(V)^G$ notiert.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Nat"urlich induziert das Vorschalten der Verschiebung
  $(-\rho):\frak{h}^{\ast}\ra \frak{h}^{\ast}$
einen Isomorphismus zwischen den Invarianten f"ur die dot-Operation
der Weylgruppe und den Invarianten f"ur die  lineare Operation
$$(-\rho)^\sharp:\cal{O}(\frak{h}^{\ast})^{(W\cdot)}
\sira \cal{O}(\frak{h}^{\ast})^{W}$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Proposition}[\textbf{Unabh"angigkeit vom System positiver Wurzeln}]
  Gegeben $\mathfrak g\supset \mathfrak h$ eine
  halbeinfache komplexe Liealgebra mit einer Cartan'schen h"angt 
die Verkn"upfung
$(-\rho(R^+))^\sharp\circ\xi_{R^+}: {\op{Z}}(\frak{g})
\sira\cal{O}(\frak{h}^{\ast})^{W}$ h"angt nicht 
von der Wahl
eines Systems $R^+$ positiver Wurzeln ab.
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben $\mathfrak g\supset \mathfrak h$ eine
halbeinfache komplexe Liealgebra mit einer Cartan'schen
erhalten wir so einen wohlbestimmten Isomorphismus, den 
\defind{Harish-Chandra-Isomorphismus}
$$\xi_{\op{lin}}: {\op{Z}}(\frak{g})
\sira\cal{O}(\frak{h}^{\ast})^{W}$$
Der Index $\op{lin}$ soll dabei betonen, da"s unser Isomorphismus
in den Invarianten der
linearen Operation der Weylgruppe landet.
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}
  Es reicht, das f"ur das Nachschalten der Auswertungen an
  einer Zariski-dichten Teilmenge zu zeigen. Wir halten erst einmal
  ein System positiver Wurzeln $R^+$ fest. F"ur alle
$\lambda\in \mathfrak X^+$  kann  die Auswertung
$\big((-\rho)^\sharp\circ\xi)(z)\big)(\lambda+\rho)=(\xi(z))(\lambda)$ 
dann auch beschrieben werden als  der Skalar,
 durch den $z$ auf der endlichdimensionalen Darstellung
 ${\op{L}}(\lambda)={\op{L}}(\lambda,R^+)$ operiert. 
 Jedes weitere System positiver Wurzeln hat nun die Gestalt
 $wR^+$ f"ur $w\in W$. Die zugeh"orige Halbsumme positiver
 Wurzeln ist $w\rho$ und wir finden
 ${\op{L}}(\lambda,R^+)={\op{L}}(w\lambda,wR^+)$ und so
 $$\begin{array}{lll}
   \big((-\rho)^\sharp\circ\xi_{R^+})(z)\big)(\lambda+\rho)&=
   &\big((-w\rho)^\sharp\circ\xi_{wR^+})(z)\big)(w\lambda+w\rho)\\[2mm]
   &=&\big((-w\rho)^\sharp\circ\xi_{wR^+})(z)\big)(\lambda+\rho)
 \end{array}
 $$
 mit der zweiten Gleichung aufgrund der Weylgruppeninvarianz, die ja
 f"ur $\xi_{wR^+}$ in derselben Weise gilt. 
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Harish-Chandra-Isomorphismus
      und absolute Cartan'sche}] 
Gegeben eine halbeinfache komplexe Liealgebra $\mathfrak g$
hei"st die Einskomponente $G\pdef (\op{Aut}\mathfrak g)^\circ$
ihrer Automorphismengruppe\label{HCIa}  
die {\bf adjungierte Gruppe}\index{adjungiert!Gruppe} unserer
 halbeinfachen komplexen Liealgebra. Nun wissen wir aus
\eref{adjG}{HL} und \eref{KoCap}{HL}, da"s die adjungierte Gruppe 
je zwei Cartan'sche ineinander konjugiert, und wir wissen aus 
\eref{AWEE}{HL} oder direkter \ref{WdW}, da"s sie sogar 
je zwei Paare $(\mathfrak h, R^+)$ bestehend aus einer
Cartan'schen und einem System positiver Wurzeln ineinander konjugiert.
Dar"uber hinaus wissen wir aus \eref{AWEE}{HL} und mithin aus der Theorie
algebraischer Gruppen, da"s jedes Element der adjungierten Gruppe,
das ein Paar $(\mathfrak h, R^+)$ in sich selber konjugiert, die Identit"at
auf $\mathfrak h$ induziert. 
So ein Paar $(\mathfrak h, R^+)$ wird damit durch unsere
halbeinfache Liealgebra $\mathfrak g$ eindeutig festgelegt bis 
auf eindeutigen Isomorphismus. Wir nennen es die
{\bf absolute Cartan'sche von $\mathfrak g$}\index{Cartan'sche!absolute}
und notieren es
$$(\mathfrak h_{\op{abs}}, R^+_{\op{abs}})$$
Der Weylvektor ist dann ein wohlbestimmtes Element 
$\rho_{\op{abs}}\in\mathfrak h_{\op{abs}}^\ast$.
Andererseits operiert die adjungierte Gruppe auf $\mathfrak g$ und
$\op{T}(\mathfrak g)$ und $\op{U}(\mathfrak g)$ und man "uberlegt sich,
da"s unter der abgeleiteten Operation ein $X\in \frak g$
auf $u\in  \op{U}(\mathfrak g)$ operiert durch $u\mapsto Xu-uX$.
Die abgeleitete Operation auf ${\op{Z}}(\mathfrak g)$ ist folglich
trivial und dasselbe mu"s damit f"ur die Operation der adjungierten Gruppe
selbst gelten. 
Alles in allem erhalten wir so f"ur unsere halbeinfache Liealgebra
zwei von keinerlei Wahlen abh"angenden  Isomorphismen 
$$\xi:{\op{Z}}(\mathfrak g)\sira \cal{O}(\frak{h}_{\op{abs}}^{\ast})^{(W\cdot)}
\qquad\qquad\xi_{\op{lin}}:{\op{Z}}(\mathfrak g)\sira \cal{O}(\frak{h}_{\op{abs}}^{\ast})^{W}$$
Meist versteht man letzteren als den {\bf Harish-Chandra-Isomorphismus}.
Ich finde es jedoch  oft  "ubersichtlicher, mit dem ersteren
dieser beiden Isomorphismen 
zu arbeiten. 
\end{Bemerkungl}




%\begin{Bemerkungl} Gegeben ein Isomorphismus
%  $\varphi:\mathfrak g\sira \mathfrak g'$ von halbeinfachen
%  komplexen Liealgebren mit Cartan'schen $\mathfrak h$ und $\mathfrak h'\pdef
%  \varphi(\mathfrak h)$ kommutiert offensichtlich das Diagramm
%  $$\begin{array}{ccc}\op{Z}(\mathfrak g)&\ra&\mathcal O(\mathfrak h^*)^W\\
%    \da &&\da\\
%    \op{Z}(\mathfrak g')&\ra&\mathcal O(\mathfrak h'^*)^W
%  \end{array}$$
% \end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Zentrum und kontragrediente Darstellung}]
  Sei $\frak g\supset \frak h$ eine halbeinfache
  komplexe Liealgebra mit einer Cartan'schen.
  Wir erinnern aus \eref{paU}{HL} den prinzipalen Antiautomorphismus
  ${\op{U}}(\mathfrak g)\sira {\op{U}}(\mathfrak g)^{\op{opp}}$ durch
  $X\mapsto (-X)^\circ$ f"ur $X\in \mathfrak g$
  mit der Notation $u\mapsto u^\ttop$
  f"ur allgemeines $u\in {\op{U}}(\mathfrak g)$.
  Wir behaupten
  $$\xi_{\op{lin}}((z^\ttop)^\circ)= (-1)^\sharp \xi_{\op{lin}}(z) \quad
  \forall z\in {\op{Z}}(\mathfrak g)$$
  Sicher ist $(\xi_{\op{lin}}(z))(\lambda+\rho(R^+))$ der Skalar, mit dem
  $z$  auf ${\op{L}}(\lambda,R^+)$ operiert,
  f"ur $R^+\subset \mathfrak h^*$ ein System positiver Wurzeln
  und $\lambda$ dominant und ganz in Bezug auf $R^+$. 
  Weiter ist $(\xi_{\op{lin}}((z^\ttop)^\circ))(\lambda+\rho(R^+))$
  der Skalar, mit dem $z$ auf der kontragredienten Darstellung
  ${\op{L}}(\lambda,R^+)^*$ operiert, also auf ${\op{L}}(-\lambda,-R^+)$.
  Das zeigt
 $$(\xi_{\op{lin}}((z^\ttop)^\circ))(\lambda+\rho(R^+))= (\xi_{\op{lin}}(z))(-\lambda-\rho(R^+))$$
  f"ur $\lambda$ dominant ganz in Bezug auf ein System positiver Wurzeln $R^+$.
  Da diese $\lambda$ in $\mathfrak h^*$ Zariski-dicht sind,
  folgt die Behauptung.
\end{Bemerkungl}
  
%  , da"s der davon auf ${\op{Z}}(\mathfrak g)$
 %  induzierte  Isomorphismus
%   BLAH
%   ${\op{U}}(\mathfrak g)\sira {\op{U}}(\mathfrak g)^{\op{opp}}$
% Unter dem Harish-Chandra-Isomorphismus 
% $Z \sira  \cal{O}(\frak{h}^{\ast})^{W}$
% entspricht dem durch den prinzipalen Antiautomorphismus 
% gegebenen Automorphismus $z \mapsto z^{\ttop}$ 
% von $Z$ die durch die Multiplikation mit 
% $(-1): \frak{h}^{\ast} \ra \frak{h}^{\ast}$ induzierte
% Abbildung links. Um das zu sehen geht man aus von der 
% Erkenntnis, da"s f"ur  dominante
% Gewichte $\lambda \in X^{+}$ gilt
% $\op{L}(\lambda)^{\ast} \cong \op{L}(-w_{0}\lambda)$, und folgert 
% $$
% \langle z^{\ttop}, \lambda\rangle =\langle z, -w_{0}\lambda \rangle =
% \langle z, w_{0} \cdot (-w_{0}\lambda) \rangle=
%  \langle z,-\lambda - 2\rho \rangle
% $$
% erst f"ur alle $\lambda \in X^{+}$ und, da diese Zariski-dicht 
% liegen, dann f"ur alle 
% $\lambda \in \frak{h}^{\ast}$.
% Unter dem nichtnormalisierten Isomorphismus
% $Z \sira  \cal{O}(\frak{h}^{\ast})^{(W\cdot)}$
% entspricht der prinzipale Antiautomorphismus links also dem
% Automorphismus rechts, der von der Punktspiegelung 
% $\frak{h}^{\ast} \ra \frak{h}^{\ast}$ mit
% Zentrum $-\rho$ erzeugt wird.
% Identifiziert man die Punkte aus dem Abschlu"s der dominanten
% Weylkammer mit gewissen maximalen Idealen des Zentrums,
% so ist unser prinzipaler Antiautomorphismus vertr"aglich
% mit der Involution $\lambda\mapsto -w_\circ \lambda$ dieser
% Kammer, sowohl im verschobenen als auch im unverschobenen Fall.
% \end{Bemerkunge}

%  Speziell gilt das f"ur den Isomorphismus
 %  $(-1): \mathfrak g\sira \mathfrak g^{\op{opp}}$.


%   Andererseits
%   l"a"st sich die Identit"at auf $\mathfrak g$ zu einem Isomorphismus
 %  $\gamma:\op{U}(\mathfrak g^{\op{opp}})\sira \op{U}(\mathfrak g)^{\op{opp}}$
 %  fortsetzen und dieser induziert einen Isomorphismus $\gamma:\op{Z}(\mathfrak g^{\op{opp}})\sira \op{Z}(\mathfrak g)^{\op{opp}}=\op{Z}(\mathfrak g)$. 
  


\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung} Man folgere aus dem Harish-Chandra-Isomorphismus \ref{HCI},
  da"s im Fall $\mathfrak g=\mathfrak{sl}(2;\DC)$ das Einsetzen des
  Casismiroperators $C$ einen Isomorphismus $\DC[X]\sira \op{Z}(\mathfrak g)$
  induziert. In Formeln gilt also $\op{Z}(\mathfrak g)=\DC[C]$ und
  genauer  mit einem\label{Zsl2} 
  Freiheitsstrichlein auf der rechten Seite
  $$\op{Z}(\mathfrak g)=\DC['C]$$ 
\end{Ubung}


\subsection{Der Chevalley-Isomorphismus}
\begin{Satz}[\textbf{Chevalley-Isomorphismus}]\label{CI}
Seien $\frak{g} \supset \frak{h}$ eine halbeinfache komplexe
Liealgebra mit einer Cartan'schen und sei $G\pdef \op{Aut}(\frak{g})^\circ$
die adjungierte Gruppe nach \eref{adjG}{HL}.
So induziert die Restriktion von polynomialen Funktionen $\cal{O}(\frak{g})
\twoheadrightarrow \cal{O}(\frak{h})$ einen Isomorphismus
zwischen den $G$-Invarianten in $\cal{O}(\frak{g})$ und
den Weyl\-grup\-pen\-in\-va\-ri\-an\-ten in $\cal{O}(\frak{h})$, in Formeln
$$\op{Res}: \cal{O}(\frak{g})^{G}\sira \cal{O}(\frak{h})^{W}$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Dieser Isomorphismus ist ein algebraischer Verwandter des Hom"oomorphismus
$T/W\sira K/(\op{int}K)$ f"ur eine zusammenh"angende torierte
kompakte Liegruppe  $(K,T)$ aus \eref{Kohj}{ML}. In der Sprache der
geometrischen Invariantentheorie \eref{AlQo}{KAG} besagt obiger Satz, da"s die
Einbettung $\mathfrak h\hra \mathfrak g$ einen Isomorphismus
$\mathfrak h/W\sira \mathfrak g{\sslash} G$ zwischen den
algebraischen Quotienten induziert, von denen ersterer sogar ein
geometrischer Quotient ist.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl} Unser Beweis zeigt auch, da"s gegeben  $G\supset T$
  eine zusammenh"angende
  reduktive komplexe affine algebraische Gruppe mit maximalem Torus
  und $\mathfrak g\supset \mathfrak t$ deren Liealgebren 
  die Restriktion einen Isomorphismus\label{ewCH} 
  $\mathcal O(\mathfrak g)^G\sira \mathcal O(\mathfrak t)^W$ induziert.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
Wir besprechen den Fall\label{Bsap}   
$\frak{g}=\frak{sl}(n;\DC)$ und zeigen dazu eine analoge Aussage f"ur
$\frak{g}=\frak{gl}(n;\DC)$ mit $\frak{h}$ dem Unterraum der
Diagonalmatrizen, die zwar erst durch \ref{ewCH} abgedeckt wird, deren Beweis mir jedoch besonders instruktiv scheint. Unser Invariantenring 
$\cal{O}(\frak{g})^{G}$ ist in diesem Fall die Menge
aller Polynome in den Matrixeintr"agen, die konstant sind
auf allen Konjugationsklassen. Ist $x=x_{\op{s}}+x_{\op{n}}$ 
die konkrete Jordan-Zerlegung
von $x\in \frak{gl}(n;\DC)$, so geh"ort $x_{\op{s}}+\varepsilon x_{\op{n}}$
f"ur alle $\varepsilon\neq 0$ zur selben Konjugationsklasse wie $x$. 
F"ur $f\in \cal{O}(\frak{g})^{G}$ ist also $\varepsilon\mapsto
f(x_{\op{s}}+\varepsilon x_{\op{n}})$ eine polynomiale 
Funktion in $\varepsilon$,
die konstant ist au"serhalb von $\varepsilon=0$. Es folgt sofort
$f(x)=f(x_{\op{s}})$. Da nun jede halbeinfache Konjugationsklasse
die Menge $\frak{h}$ der Diagonalmatrizen trifft, liefert die
Restriktion eine Injektion $\cal{O}(\frak{g})^{G}\hra \cal{O}(
\frak{h})$. Nun sind je zwei Diagonalmatrizen konjugiert, deren
Eintr"age sich nur in ihrer Reihenfolge unterscheiden.
Folglich landet unsere 
Injektion  in den symmetrischen Polynomen in den Matrixeintr"agen,
als da hei"st in $\cal{O}(\frak{h})^{W}$. Weiter wissen wir
aber, da"s die symmetrischen Polynome ihrerseits Polynome
sind in den elementarsymmetrischen Polynomen, und f"ur diese
finden wir als Urbilder in $\cal{O}(\frak{g})^{G}$ die Funktionen,
die jeder Matrix einen geeigneten Koeffizienten ihres 
charakteristischen Polynoms zuordnen.
Also ist unsere Restriktion 
f"ur $\frak{g}=\frak{gl}(n;\DC)$ und $\frak{h}$ die
Diagonalmatrizen eine Bijektion 
$\cal{O}(\frak{g})^{G}\sira \cal{O}(\frak{h})^{W}$. 
Daraus folgt unschwer der Chevalley-Isomorphismus im Fall
$\frak{g}=\frak{sl}(n;\DC)$.
\end{Beispiel}


\begin{Beispiel}
Im Fall der Gruppe $G=\op{SO}(2n;\DC)$
besteht die Liealgebra  $\frak{g}$ aus allen schiefsymmetrischen Matrizen
und eine interessante invariante polynomiale Funktion aus
 $\mathcal O(\mathfrak g)^{G}$
ist die Pfaff'sche Determinante \eref{Pfaff}{LA2}. 
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}
Der Beweis wird in eine Folge von Teilresultaten
aufgebrochen. Lemma \ref{WdW} zeigt, da"s unsere Restriktion
die $G$-Invarianten  wirklich
in die $W$-In\-va\-ri\-an\-ten abbildet.
Bemerkung \ref{Ghd} zeigt, da"s 
die Einschr"ankung der Restriktionsabbildung auf 
$\cal{O}(\frak{g})^{G}$ injektiv ist. Im Anschlu"s daran
zeigen wir dann noch die Surjektivit"at, indem wir hinreichend viele
$G$-invariante polynomiale Funktionen auf $\frak{g}$ explizit
angeben.
\end{Bemerkungl}

\begin{Lemma}[\textbf{Realisierung der Weylgruppe in der adjungierten Gruppe}] 
Sei $\frak{g}$ eine halbeinfache Liealgebra.\label{WdW} 
Ist $\frak{h} \subset \frak{g}$ eine Cartan'sche Unteralgebra und $w \in W$
ein Element der Weylgruppe, so gibt es ein Element der adjungierten
Gruppe
$\dot{w} \in G$ mit $\dot{w} (\frak{h}) \subset \frak{h}$ und
$$\dot{w}=w:{\frak{h}} \ra {\frak{h}}$$
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Es reicht, ein m"ogliches $\dot{s}_{\al}$ f"ur jede Wurzel $\al \in R$
anzugeben. Dazu w"ahlen wir $x_{\al} \in \frak{g}_{\al}$, $y_{\al} \in
\frak{g}_{-\al}$ mit $[x_{\al}, y_{\al}]=\al^{\vee}$ und versuchen unser
Gl"uck mit $$\dot {s}_{\al} = \exp (\op{ad} x_{\al}) \exp (\op{ad}( - y_{\al}))
\exp (\op{ad} x_{\al})$$
F"ur $h \in \ker \al \subset \frak{h}$ gilt
offensichtlich $[x_{\al},h] = 0= [y_{\al}, h]$, folglich 
halten $\exp (\op{ad}
x_{\al})$, $\exp (\op{ad} y_{\al})$ und schlie"slich auch $\dot{s}_{\al}$
jedes $h \in \ker \al$ fest. Dann berechnen wir noch mit Gewalt
$$\begin{array}{ccl}
\dot{s}_{\al}
(\al^{\vee})& = &\exp (\op{ad} x_{\al}) \exp (\op{ad} (- y_{\al})) (\al^{\vee}- 2x_{\al})\\
 & = & \exp (\op{ad} x_{\al}) (\al^{\vee} - 2 x_{\al} - 2y_{\al} - 2 \al^{\vee}
 + 2 y_{\al})\\
 & =& -\al^{\vee} - 2 x_{\al} + 2x_{\al} \\
 & = & -\al^{\vee}
 \end{array}$$
und das Lemma ist gezeigt.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Herkunft obiger Formel}]
  Wir betrachten die Identit"at
  $${(^{\;\;0}_{-1}}\;{^{1}_{0})}=\op{exp}{(^{0}_{0}}\; {^1_0)}
  \op{exp}{(^{\;\;0}_{-1}}\;{^{0}_{0})}\op{exp}{(^{0}_{0}}\; {^1_0)}$$
  von Matrizen mit Eintr"agen in einem
  beliebigen K"orper positiver Charakteristik. Sie bedeutet anders geschrieben
  $\dot s=\op{exp}(x)\op{exp}(-y)\op{exp}(x)$
  f"ur $x,h,y$ die Standardbasis von $\mathfrak{sl}(2;k)$ und 
  $\dot s\in \op{SL}(2;k)$ ein Repr"asentant des nichttrivialen Elements der
  Weylgruppe in Bezug auf den maximalen Torus der Diagonalmatrizen.
  Wegen $\op{Ad}(\op{exp}(n))=\op{exp}({\op{ad}} n)$ f"ur jedes nilpotente 
  Element der Liealgebra folgt 
  $$\op{Ad}(\dot s)= \op{exp}({\op{ad}} x)\op{exp}(-{\op{ad}} y)
  \op{exp}({\op{ad}} x)$$
  Wenden wir diese Erkenntnis auf die entsprechende Rang-Eins-Untergruppe
  zur Wurzel $\alpha$ in $\op{Aut}\mathfrak g$ an,
  so wird klar, wie wir obige Formel h"atten erraten k"onnen. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}\label{Ghd}
Seien $\frak{g} \supset \frak{h}$ eine komplexe halbeinfache
Liealgebra mit einer Cartan'schen und sei $G \subset \op{GL}
(\frak{g})$ die adjungierte Gruppe.
So liegt $G \frak{h}$ Zariski-dicht in $\frak{g}$.
Das haben wir  bereits beim Beweis der Konjugiertheit von
Cartan'schen \eref{KoCap}{HL} gezeigt. Will man das differentielle Dominanzkriterium
\eref{AGeo}{HL} hier vermeiden, kann man auch einfacher
argumentieren mit der Erkenntnis, da"s jede nichtleere in der metrischen 
Topologie des $\DC^n$ offene Teilmenge bereits Zariski-dicht liegt.
\end{Bemerkungl}

  
\begin{proof}[Beweis der Surjektivit"at in \ref{CI}]
Dazu m"ussen wir 
gen"ugend $G$-invariante polynomiale Funktionen auf
$\frak{g}$ konstruieren.
Ist $\rho : \frak{g} \ra \op{End} V$ eine 
endlichdimensionale Darstellung von $\frak{g}$ und $p\in\DN$,
so behaupten wir, da"s $x \mapsto \op{tr} (\rho (x)^{p})$ zu
$\cal{O}(\frak{g})^{G}$ geh"ort. In der Tat
kommutiert f"ur alle $y \in \frak{g}$ das Diagramm
$$\begin{CD}
\frak{g} \otimes V  @>>> V\\
@V{(\op{ad} y) \otimes \op{id} + \op{id} \otimes \rho (y)}VV    @VV\rho (y) V \\
\frak{g} \otimes V @>>> V\\
\end{CD}$$
Wenn man $y$ als nilpotent annimmt und von beiden vertikalen Abbildungen 
$\op{exp}$
 nimmt und das enstehende kommutative Diagramm auf $x\otimes v$
auswertet,
folgt $$\rho \big((\exp (\op{ad} y))( x)\big)\; (\exp \rho (y) )\; v 
= (\exp \rho (y))\; (\rho (x) v)$$
Mit den Abk"urzung $g\pdef \exp (\op{ad} y)$ und $b\pdef \exp \rho (y)$
finden wir  $\rho (g x)bv=b\rho (x)v$
alias $\rho (gx)=b\rho (x)b^{-1}$ ist konjugiert zu $\rho (x)$
f"ur  $g\pdef \exp (\op{ad} y)$ und dann nat"urlich f"ur alle $g\in G$.
Wir erhalten also als invariante Funktionen 
schon mal die Funktionen $C(V,{p}) \in {\cal{O}}(\frak{g})^{G}$
gegeben durch  $C(V,{p}) (x) = \op{tr} (\rho_{V} (x)^{p})$.
Nun beachte man, da"s ${\cal{O}}(\frak{h})$ als 
$\DC$-Vektorraum von allen Potenzen
$\lambda^{n}$ mit $\lambda\in \frak{X}$ ein ganzes Gewicht erzeugt wird. 
F"ur die \glqq Symmetrisierung\grqq\ 
$$\begin{array}{rccl}
\op{sym} :& {\cal{O}}(\frak{h}) &\ra& {\cal{O}}(\frak{h})^{W}\\[2mm]
& f & \mapsto &   \sum_{w \in W} w f
\end{array}$$
 erzeugen die $\op{sym} (\lambda^{p})$ f"ur $\lambda\in \frak{X}^{+}$ 
schon ${\cal{O}}(\frak{h})^{W}$
als $\DC$-Vektorraum.
Es ist aber klar, da"s die Restriktionen auf
$\frak{h}$ der bereits konstruierten
Invarianten die Gestalt 
$$C(L(\lambda),p) = \sum_{\mu \in \frak{X}^{+},\;
\mu \leq\lambda} a_{\mu} \op{sym} (\mu^{p})$$ haben 
mit $a_{\lambda} \neq 0$,
genauer gilt f"ur $h\in \frak{h}$ offensichtlich
$$C(L(\lambda),p)(h) = \sum_{\nu \in \frak{X}} (\op{dim}L(\lambda)_\nu) \nu(h)^{p}$$
Eine kurze Induktion zeigt dann, da"s unsere Restriktion in der Tat eine
Surjektion 
${\cal{O}}(\frak{g})^{G} \sra {\cal{O}}(\frak{h})^{W}$ liefert.
\end{proof}


\subsection{Herleitung des Harish-Chandra-Isomorphismus}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Spezielle Derivationen auf der Tensoralgebra}] 
Ist $V$ ein Vektorraum und $x:V\ra V$ eine
lineare Abbildung, so gibt es offensichtlich
genau eine Fortsetzung $\hat x:{\op{T}}V\ra {\op{T}}V$
von $x$ zu einer Derivation auf der Tensoralgebra und diese 
induziert eine Derivation $\hat x:{\op{S}}V\ra {\op{S}}V$
auf der symmetrischen Algebra.\label{DerIa} 
Ist $V$ endlichdimensional und der Grundk"orper algebraisch 
abgeschlossen, so haben wir einen nat"urlichen 
Isomorphismus ${\op{S}}V\sira \mathcal O(V^\ast)$ und darunter  entspricht
unser $\hat x$ dem Anwenden des durch  $y\mapsto (y\circ x)$
auf $V^\ast$ gegebenen Vektorfelds.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Spezielle Derivationen auf der Einh"ullenden}]
Ist $\mathfrak g$ eine Liealgebra und 
$x:\mathfrak g\ra \mathfrak g$ eine\label{DerIb}
Derivation, so induziert unsere Derivation
 $\hat x:{\op{T}}\mathfrak g\ra {\op{T}}\mathfrak g$
aus \ref{DerIa} eine Derivation $\hat x:{\op{U}}\mathfrak g\ra 
{\op{U}}\mathfrak g$
auf der Einh"ullenden Algebra. Ist speziell
$x=\op{ad}y$ f"ur $y\in \mathfrak g$, so finden wir
$$\hat x(u)=yu-uy$$
In der Tat sind beide Seiten Derivationen von
${\op{U}}\mathfrak g$, die auf allen 
$u\in\mathfrak g$ "ubereinstimmen.
Folglich m"ussen sie gleich sein.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Operation auf der Tensoralgebra eine Liealgebrendarstellung}]
Ist $\frak{g}$ eine komplexe Lie-Algebra und
$V$ eine Darstellung von $\frak{g}$, 
so operiert $\frak{g}$ auf den Tensorpotenzen
$V^{\otimes n}$ und auch auf der ganzen
Tensoralgebra ${\op{T}}V$. Diese Operation geschieht
offensichtlich durch Derivationen und liefert sogar einen
Lie-Algebren-Homomorphismus
$$\frak{g} \ra \op{Der}_{\Bbb{C}} {\op{T}}V$$
Weiter ist die symmetrische Algebra ${\op{S}} V $ eine
Quotientendarstellung von ${\op{T}}V$ und man sieht ohne
Schwierigkeiten, da"s wir so auch eine Operation durch
Derivationen
$\frak{g} \ra \op{Der}_{\Bbb{C}} {\op{S}} V$  
erhalten.   
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Zentrum als Invarianten der adjungierten Operation}]
Sei $\frak{g}$ eine komplexe Liealgebra.
Die adjungierte Darstellung f"uhrt nach unseren
allgemeinen "Uberlegungen zu Beginn dieses Abschnitts zu
einer $\frak{g}$-Ope\-ra\-tion durch Derivationen auf der 
Tensoralgebra und auf der symmetrischen Algebra
und  auch zu\label{DerI} 
einer $\frak{g}$-Operation durch Derivationen
auf der universellen Einh"ullenden Algebra
$$
\begin{array}{l}
\frak{g} \ra \op{Der}_{\Bbb{C}} {\op{T}}\frak{g}\\
\frak{g} \ra \op{Der}_{\Bbb{C}} {\op{S}}\frak{g}\\
\frak{g} \ra \op{Der}_{\Bbb{C}} {\op{U}}\frak{g}
\end{array}
$$
Auf der universellen Einh"ullenden $U\pdef {\op{U}}\frak{g}$ notieren wir $\op{ad}x$ die
Derivation zu $x$ und pr"ufen leicht $(\op{ad}x)(u)=xu-ux$, da beide
Seiten Derivationen der Einh"ullenden 
sind, die auf $u\in\frak{g}\subset U$ 
denselben Effekt haben. Insbesondere k"onnen wir das Zentrum
der Einh"ullenden auch beschreiben als die $\frak{g}$-Invarianten unter der
adjungierten Operation, in Formeln  $$Z=U^\frak{g}$$  
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
Ist $V=\frak{g}^{\ast}$ die koadjungierte Darstellung
und ist unsere Liealgebra endlichdimensional, 
so erhalten wir speziell eine Operation durch
Derivationen
$\frak{g} \ra \op{Der}_{\Bbb{C}} \cal{O}(\frak{g})$.  
Geometrisch k"onnen wir diese Operation
verstehen, indem wir ein $x \in \frak{g}$ auffassen als das
algebraische Vektorfeld $y \mapsto [x,y]$ auf dem Raum $\frak{g}$.
Ist $\frak{g}$ die Lie-Algebra einer
Liegruppe $G$, so wird unsere Operation  induziert von der
adjungierten Operation von $G$ auf $\frak{g}$, die eine
Operation von $G$ auf $\cal{O}(\frak{g})$ liefert, die dann
differenziert werden kann.
\end{Bemerkungl}

\begin{Proposition}\label{LIGG}
Ist $\frak{g}$ eine komplexe halbeinfache Liealgebra und
$G$ ihre adjungierte Gruppe, so haben wir
$\cal{O}(\frak{g})^{\frak{g}} = \cal{O}(\frak{g})^{G}$.
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis mit Lietheorie]
F"ur jedes $r\geq 0$ bilden die polynomialen Funktionen vom Grad $\leq r$ 
eine stetige Darstellung der adjungierten Gruppe $G$ und 
die Operation von $\mathfrak g$ ist offensichtlich die zugeh"orige 
abgeleitete Operation der Liealgebra. Die Proposition folgt damit aus 
\eref{inVGr}{ML}. Im Rahmen algebraischer Gruppen kann man auch mit
\eref{HEFF}{AAG} argumentieren. 
\end{proof}
\begin{proof}[Beweis]
Wir w"ahlen Bezeichnungen f"ur unsere beiden Operationen und
notieren sie
$$\begin{array}{ccc}
\rho : \frak{g} & \ra & \op{Der}_{\Bbb{C}} \cal{O}(\frak{g})\\
\psi : G &\ra & \op{Aut}_{\Bbb{C}} \cal{O}(\frak{g})
\end{array}$$
Jetzt behaupten wir f"ur $y \in \frak{g}$ nilpotent 
in $\op{Aut}_{\Bbb{C}} \cal{O}(\frak{g})$ die Gleichung
$$\op{exp} \rho (y) = \psi (\op{exp} (\op{ad} y))$$
Da beiden Seiten Automorphismen von $\Bbb{C}$-Ringalgebren sind,
reicht es zu zeigen, da"s ihre Einschr"ankungen auf den Raum
$\frak{g}^{\ast} \subset \cal{O}(\frak{g})$ der linearen
Funktionen "ubereinstimmen.
Zu zeigen ist also nur
$$\op{exp} (\op{ad}^{\ast} y) = (\op{exp} (\op{ad} y)^{\ttop})^{-1}$$
und das folgt sofort aus $\op{ad}^{\ast} y = (-\op{ad} y)^{\ttop}$.
Aus unserer ersten Gleichung erhalten schon einmal
$\cal{O}(\frak{g})^{\frak{g}} \subset \cal{O}(\frak{g})^{G}$.
Da andererseits die 
Liealgebra $\frak{g}$ von ihren nilpotenten Elementen erzeugt wird,
kann man $\cal{O}(\frak{g})^{\frak{g}}$ auch beschreiben als
die Menge aller $f\in \cal{O}(\frak{g})$ mit $\rho(y)f=0$ f"ur alle
nilpotenten $y\in\frak{g}$. Mit dem anschlie"senden Lemma \ref{NPZ} folgt 
so umgekehrt auch $\cal{O}(\frak{g})^{G} \subset \cal{O}(\frak{g})^{\frak{g}}$.
\end{proof}

\begin{Lemma}\label{NPZ}
Sei $x : V \ra V$ ein lokal nilpotenter Endomorphismus eines
$\Bbb{Q}$-Vektorraums.
Bezeichne $\op{exp} (\Bbb{Q} x) \subset \op{GL} (V)$ die
Untergruppe aller $\op{exp} t x$ mit $t \in \Bbb{Q}$.
So besteht der Kern von $x$ genau aus den Invarianten von
$\op{exp} (\Bbb{Q}x)$, in Formeln
$$\op{ker} x = V^{\op{exp} \Bbb{Q}x}$$
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Die Inklusion $\subset $ ist evident.
Die andere Inklusion $\supset$ folgt aus der Tatsache, da"s auch
eine vektorwertige polynomiale Funktion $v_{0}+v_{1} t + \ldots +
v_{n}t^{n}$ einer Variablen $t$ aus einem unendlichen K"orper nur konstant sein kann,
wenn sie keine Terme h"oherer 
Ordnung hat, $v_{1} = \ldots = v_{n}
= 0$.
Betrachten wir nun speziell f"ur $v\in V$ die Abbildung
$\DQ\ra V$, $t\mapsto \op{exp}(tx)v$, so ist unsere Abbildung
konstant genau dann, wenn gilt $xv=0$.
\end{proof}
\begin{Satz}[\textbf{Harish-Chandra-Isomorphismus}]\label{HCIb}
  Gegeben $(\frak{g}\supset\frak{h}, R^+)$ eine
  halbeinfache komplexe Liealgebra mit  einer Cartan'schen und  einem  
System positiver Wurzeln liefert der in \ref{DHHH} erkl"arte Homomorphismus
einen Isomorphismus 
$$\xi:{\op{Z}}(\frak{g})\sira\cal{O}(\frak{h}^{\ast})^{(W\cdot)}$$
\end{Satz}

\begin{proof}  Zun"achst einmal zeigen wir, da"s $\xi (Z)$ wirklich aus
polynomialen Funktionen auf $\frak{h}^{\ast}$ besteht;
danach, 
da"s $\xi$ sogar in den $(W\cdot)$-invarianten 
polynomialen Funktionen landet;
und zum Schlu"s, 
da"s die damit erst recht eigentlich
etablierte Abbildung aus unserem Satz injektiv und surjektiv
ist.
Bezeichne 
$$\pi_\lambda : \Delta (\lambda) \ra \Delta(\lambda)_{\lambda}$$ diejenige
Projektion eines Verma-Moduls auf
seinen h"ochsten Gewichtsraum, die alle anderen Gewichtsr"aume
$\Delta(\lambda)_{\mu}$ annulliert.
Wir betrachten die Zerlegung
$\frak{g}=\frak{n}\oplus \frak{h}\oplus \frak{n}^+$,
wobei $\frak{n}$ beziehungsweise $\frak{n}^+$ die direkten Summen
der Wurzelr"aume zu den negativen beziehungsweise positiven Wurzeln bezeichnen.
Der Satz von Poincar\'e-Birkhoff-Witt liefert 
f"ur die Einh"ullende $U\pdef{\op{U}}(\mathfrak g)$ eine
Vektorraumzerlegung
$U={\op{U}}(\frak{h})\oplus \langle \frak{n}U+U\frak{n}^+\rangle$
und wir notieren
$${\eta}:U\sra {\op{U}}(\frak{h})={\op{S}}(\frak{h})$$ 
die Projektion l"angs dieser Zerlegung.
Diese Projektion ist kein Algebrenhomomorphismus,
sondern nur eine lineare Abbildung.
F"ur die Operation auf dem kanonischen Erzeuger
$v_{\lambda}\in \Delta(\lambda)$ eines Verma-Moduls 
gilt jedoch offensichtlich
$\pi_\lambda (uv_{\lambda}) = {\eta}(u) v_{\lambda}$.
F"ur $z \in Z$ ist sogar die Projektion $\pi_\lambda$ "uberfl"ussig und
wir haben
$$zv_{\lambda} = {\eta} (z) v_{\lambda} \quad \forall 
\lambda\in \frak{h}^{\ast}$$
Nun ist hoffentlich klar, da"s 
f"ur $u\in {\op{U}}(\frak{h})$ gilt $uv_\lambda=\delta_\lambda(c(u))v_\lambda$
f"ur $c$ die Komposition 
${\op{U}}(\frak{h})={\op{S}}(\frak{h})\sira \cal{O}(\frak{h}^{\ast}) \subset
\op{Ens} (\frak{h}^{\ast},\DC)$ 
und $\delta_\lambda$ das Auswerten bei $\lambda$.
Wir finden also 
$\langle z,\lambda\rangle=\delta_\lambda(c(\eta(z)))$ f"ur alle $\lambda$ 
alias 
 $\xi (z)=c(\eta(z))$. Also ist $\xi (z)$ schon einmal 
polynomial f"ur alle $z\in Z$.
Als n"achstes zeigen wir, da"s $\xi$ 
sogar in den $(W \cdot)$-Invarianten landet. Wir
wissen nach \eref{ZD}{KAG}, da"s zwei Polynomfunktionen auf
einem endlichdimensionalen Vektorraum "uber einem K"orper der
Charakteristik Null, die auf der von einer Basis erzeugten
Untergruppe "ubereinstimmen, schon gleich sind. 
Es reicht also f"ur alle $z\in Z$
und $w\in W$
zu zeigen, da"s $\xi(z)$ und $\xi(z)\circ (w\cdot)$
auf dem Gitter $\mathfrak X$ der ganzen Gewichte dieselben Werte
annehmen.
Da die einfachen Spiegelungen die
Weylgruppe erzeugen, m"ussen wir nur zeigen, da"s gilt
$$\langle z,\lambda\rangle=
\langle z,s_\alpha\cdot\lambda\rangle\;\;\forall\alpha\in\Pi, \lambda\in \mathfrak X$$
Wir kennen jedoch
schon aus \eref{EIV}{HL} %{LieA}
 f"ur alle $\lambda\in\frak{h}^\ast$ mit
$\langle \lambda +\rho,\al^{\vee}\rangle\in\DN$ eine Einbettung
$ \Delta (s_{\al}\cdot \lambda) \hookrightarrow \Delta(\lambda)$
oder einfacher einen von Null verschiedenen Homomorphismus.
Da das Zentrum der universellen Einh"ullenden auf diesen beiden
Moduln folglich durch denselben Skalar operieren mu"s, ergibt sich die Behauptung.
Wir wissen damit, da"s unser $\xi$ tats"achlich in den
$(W\cdot)$-invarianten Polynomfunktionen landet.
Nun zeigen wir, da"s  $\xi$ sogar 
einen Isomorphismus des Zentrums mit 
diesem Ring induziert.
Wir betrachten dazu 
das kommutative Diagramm
$$\begin{array}{ccl}
{\op{U}} (\frak{g}) & \overset{\eta}{\ra} & {\op{S}} (\frak{h})\\
\cup & & \;\;\cup\\
{\op{Z}}(\frak{g}) 
& \overset{\xi}{\ra}& {\op{S}}(\frak{h})^{(W\cdot)}
\end{array}$$
Die Abbildung $\eta$ in der oberen Zeile ist vertr"aglich mit den
Standardfiltrierungen \eref{StFi}{HL} auf den jeweiligen R"aumen.
Die Abbildung $\xi$ in der unteren Zeile ist folglich vertr"aglich mit
den jeweils induzierten Filtrierungen.
Induziert $\xi : Z \ra S (\frak{h})^{(W
\cdot)}$ einen Isomorphismus nach "Ubergang zu den assoziierten graduierten
R"aumen, so ist es nach \eref{Igr}{KAG} bereits selbst ein
Isomorphismus. Machen wir nun diesen "Ubergang, so erhalten wir das
innerste Rechteck eines kommutativen Diagramms der Gestalt
\begin{displaymath}
\xymatrix{
  \mathcal{O} (\frak{g})\ar[rrrrr]^{\op{res}}& &&&& \mathcal{O} (\frak{h})\\
  &{\op{S}}(\frak{g}^*)\ar[ul] \ar[rrr] &&&{\op{S}} (\frak{h}^*)\ar[ur]\\
&{\op{S}}(\frak{g})\ar[u] \ar[rrr] &&&{\op{S}} (\frak{h})\ar[u]\\
 && \op{gr} {\op{U}} (\frak{g})\ar[ul]_{\sim} \ar[r] & \op{gr} {\op{S}} (\frak{h})\ar[ur]^{\sim}&\\
&&\op{gr} {\op{Z}} (\frak{g})\ar[dl] \ar[u]\ar[r] &\op{gr} {\op{S}} (\frak{h})^{(W\cdot)}\ar[u]\ar[dr]^{\sim}& \\
  &{\op{S}}(\frak{g})^{\frak{g}}\ar[d]\ar@{^{(}->}[uuu] \ar[rrr] &&& {\op{S}}(\frak{h})^W\ar[d]\ar@{^{(}->}[uuu]\\
  &{\op{S}}(\frak{g}^*)^{\frak{g}}\ar[dl] \ar[rrr] &&& {\op{S}}(\frak{h}^*)^W\ar[dr]\\
\mathcal{O} (\frak{g})^G \ar@{^{(}->}[uuuuuuu]\ar[rrrrr]^\sim& &&&& \mathcal{O} (\frak{h})^W \ar@{^{(}->}[uuuuuuu]\\
}
\end{displaymath}
Die Bedeutung der anderen Pfeile  wird im folgenden
erl"autert: 
Mit den beiden inneren oberen nach au"sen weisenden
Pfeilen sind die Identifikationen
$\op{gr}({\op{U}}(\frak{g}))\sira {\op{S}} (\frak{g})$ und 
$\op{gr}({\op{S}}(\frak{h}))\sira {\op{S}} (\frak{h})$ aus 
dem Satz von Poincar\'e-Birkhoff-Witt \eref{PBWK}{HL} 
gemeint, mit dem inneren nach au"sen weisenden
Pfeil unten rechts 
die hoffentlich offensichtliche
Identifikation $\op{gr}({\op{S}}(\frak{h})^{(W
\cdot)})\sira {\op{S}} (\frak{h})^W$.
Der innere nach au"sen weisende Pfeil unten links meint die 
Identifikation 
$\op{gr}({\op{Z}}(\frak{g}) )
= \op{gr}({\op{U}}(\frak{g})^\frak{g})\sira (\op{gr}{\op{U}}(\frak{g}))^\frak{g}\sira
{\op{S}}(\frak{g})^\frak{g}$ mit dem ersten Pfeil wie im
anschlie"senden Lemma \ref{Tl}.
Die obere mittlere Horizontale sei induziert von der Projektion
$\frak{g} \sra \frak{h}$, die alle Wurzelr"aume zu
Null macht, die mittleren Vertikalen seien die offensichtlichen Inklusionen,
und die untere mittlere Horizontale sei definiert durch die 
Kommutativit"at der dar"uberliegenden Zelle unseres Diagramms.
Aus der Kommutativit"at der anderen Zellen, deren Nachweis dem
Leser "uberlassen bleiben kann, folgt dann die
Kommutativit"at des mittleren Rechtecks.
Betrachten wir nun die Killingform oder
allgemeiner  
irgendeine nichtausgearteten invariante Bilinearform auf
$\frak{g}$ und betrachten die davon induzierten Isomorphismen
$\frak{g} \sira \frak{g}^{\ast}$ und
$\frak{h} \sira \frak{h}^{\ast}$, so identifiziert sich das mittlere  Rechteck 
 mit dem "au"seren Rechteck, worin wir 
die obere Horizontale als die Restriktion von Funktionen verstehen.
In diesem Diagramm ist die untere Horizontale aber ein Isomorphismus,
eben der Chevalley-Isomorphismus aus
\ref{CI}.
\end{proof}
\begin{Lemma}[\textbf{Invarianten und assoziierte Graduierte}] 
Ist $V$ eine Darstellung einer endlichen Gruppe $W$ "uber einem
K"orper $k$ und ist auf $V$ eine Filtrierung durch Unterdarstellungen
gegeben und teilt die Charakteristik von $k$ nicht die Gruppenordnung,
so liefert die Einbettung einen Isomorphismus
zwischen dem assoziierten Graduierten der Invarianten 
und den Invarianten des assoziierten Graduierten
$$\op{gr}(V^W)\sira (\op{gr}V)^W$$
\end{Lemma}
\begin{proof}
Nach dem Satz von Maschke \eref{Mas}{NAS} ist unter unseren Annahmen
jede Darstellung unserer Gruppe "uber besagtem K"orper halbeinfach   
als Modul "uber dem Gruppenring, nach \eref{HEE}{NAS} besitzt also
jede Unterdarstellung ein Komplement und insbesondere auch die
Unterdarstellungen $V^{\leq n-1}\subset V^{\leq n}$. Das Lemma folgt.
\end{proof}
\begin{Lemma}\label{Tl}
Gegeben eine eine Liealgebra $\frak{g}$  "uber einem K"orper der
Charakteristik Null ist die Standardfiltrierung auf $U={\op{U}}(\frak{g})$ stets
$(\op{ad} \frak{g})$-stabil und die von der Einbettung $U^{\frak{g}}
\subset U$ induzierte Einbettung $\op{gr} (U^{\frak{g}})\subset
\op{gr} U$ induziert einen Isomorphismus
$$\op{gr} (U^{\frak{g}}) \sira  (\op{gr}
U)^{\frak{g}}$$
\end{Lemma}
\begin{proof}
Ist $V$ ein Vektorraum, so
operiert die symmetrische Gruppe $\cal{S}_{n}$ auf 
$V^{\otimes n}$ durch Vertauschung der Faktoren.
Im Fall $\op{char} k = 0$ induziert die 
Surjektion $V^{\otimes n} \sra
{\op{S}}^{n} V$ einen Isomorphismus
$$ (V^{\otimes n})^{\cal{S}_{n}} \sira {\op{S}}^{n} V$$
von den \glqq symmetrischen\grqq\  Tensoren der Stufe $n$ auf die $n$-te homogene
Komponente der symmetrischen Algebra, vergleiche \eref{SyA}{KAG}. 
Wir bezeichnen mit ${\op{T}}^{\cal{S}} V \subset
{\op{T}} V$ die 
Summe "uber alle $(V^{\otimes n})^{\cal{S}_{n}}$ und haben damit einen
Isomorphismus
$${\op{T}}^{\cal{S}} V \sira {\op{S}} V$$
von Vektorr"aumen konstruiert, der 
allerdings mit der Multiplikation im Allgemeinen
nicht vertr"aglich sein wird. Ist $V$ eine Darstellung
einer Lie-Algebra $\frak{g}$, so 
operiert $\frak{g}$ auch durch Derivationen auf
${\op{T}} V$ und ${\op{S}} V$, unser ${\op{T}}^{\cal{S}} V$ ist eine Unterdarstellung von ${\op{T}}
V$ und unsere Abbildung
$ {\op{T}}^{\cal{S}} V \sira {\op{S}} V$ ist
ein Isomorphismus von Darstellungen. Ist $\frak{g}$ eine Lie-Algebra
und $U\pdef{\op{U}}(\frak{g})$ ihre Einh"ullende, so
erhalten wir in derselben Weise einen Isomorphismus von Darstellungen
${\op{T}}^{\cal{S}} \frak{g} \sira U , $
der einen Isomorphismus $\op{gr}{\op{T}}^{\cal{S}} \frak{g} \sira \op{gr}U  $
induziert.
Damit pa"st der Morphismus aus dem Lemma in ein kommutatives Diagramm
$$
\begin{array}{ccc}
\op{gr}(({\op{T}}^{\cal{S}} \frak{g})^\frak{g})&
\ra&(\op{gr}({\op{T}}^{\cal{S}} \frak{g}))^\frak{g}\\
\da&&\da\\
\op{gr}(U^\frak{g})&
\ra&(\op{gr}U)^\frak{g}
\end{array}$$
Hier sind die Vertikalen und obere Horizontale Isomorphismen,
also auch die untere  Horizontale.
\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
Das Zentrum von ${\op{U}} (\frak{gl} (n;\Bbb{C}))$ ist der Polynomring,
der erzeugt wird von den Elementen $c_{1}, \ldots , c_{n}$ mit
$$c_{i} = \sum_{\nu :\; \Bbb{Z}/i\Bbb{Z} \ra \{1,\ldots ,n\}}
E_{\nu(0)\nu (1)} E_{\nu(1)\nu (2)} \ldots E_{\nu(i-1)\nu (i)}$$
Speziell wird $c_{1} = E_{11} + E_{22} + \ldots +E_{nn}$ die
Einheitsmatrix in $\frak{gl}(n ; \Bbb{C})$ und $c_{2}$ ist der
Casimiroperator zu einer geeigneten Bilinearform auf $\frak{gl}
(n;\Bbb{C})$.
\end{Ubung}


\subsection{Zentrale Charaktere}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben ein kommutativer Ring $A$ bezeichne $\op{Max} A$ die Menge der
  maximalen Ideale von $A$. Ist $A$ eine ringendlicher 
  $\Bbb{C}$-Kring, so liefert die Abbildung $\varphi \mapsto \op{ker}\varphi$
  nach der k"orpertheoretischen Form des 
Hilbert'schen Nullstellensatzes und genauer 
\eref{HZUU}{KAG} eine
 Bijektion
  $$\op{Kring}^\DC (A,\Bbb{C}) \sira  \op{Max} A$$
  Wir haben also
  zum Beispiel eine kanonische Bijektion $\op{Max} \DC[X_{1}, \ldots , X_{n}]
  \sira  \Bbb{C}^{n}$ und koordinatenfrei 
f"ur jeden endlichdimensionalen komplexen Vektorraum $V$
eine Bijektion
$V\sira \op{Max}
  \cal{O}(V), v\mapsto \op{ker}\delta_v$. 
Weiter liefert jeder Homomorphismus
  $f: A \ra B$ von  ringendlichen
  $\Bbb{C}$-Kringen eine Abbildung in die Gegenrichtung
  $$\begin{array}{ccc}
    \op{Max} B & \ra &\op{Max} A\\
    \chi &\mapsto & f^{-1} (\chi)
\end{array}$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{Maximale Ideale von Invariantenringen}] 
Gegeben ein ringendlicher $\Bbb{C}$-Kring $A$  mit einer
Operation der endlichen Gruppe $W$ durch Automorphismen
 induziert die von der Einbettung $A^W\subset A$ induzierte 
Abbildung $\op{Max} A \ra
\op{Max} (A^{W})$ eine Bijektion\label{Qz1} 
$$(\op{Max} A) / W \sira  \op{Max} (A^{W})$$
und f"ur alle $\mathfrak m\in  \op{Max} (A^{W})$
liefert die Einbettung von $\DC$ einen Isomorphismus 
$\DC\sira A^{W}/\mathfrak m$.
\end{Satz}
\begin{Bemerkunge} In \eref{Qz2b}{KAG} zeigen wir dieselbe
Aussage "uber einem beliebigen algebraisch abgeschlossenen 
Grundk"orper und zeigen zus"atzlich, 
da"s  auch $A^{W}$ ringendlich ist
"uber dem Grundk"orper.
\end{Bemerkunge}
\begin{proof}[Beweis]
Wir beginnen mit der Surjektivit"at. Sei $\frak{m} \subset A^{W}$
ein maximales Ideal und $\langle A\frak{m}\rangle$ das von 
$\frak{m}$ in $A$ erzeugte Ideal.
Ich behaupte $\langle A\frak{m}\rangle
\neq A$.
Es reicht zu zeigen, da"s f"ur ein beliebiges Ideal $\frak{m} \subset A^W$
aus $\langle A\frak{m}\rangle = A$ folgt $\frak{m} =
A^{W}$. Aber $\langle A\frak{m}\rangle= A$ impliziert eine Gleichung
$$a_{1}m_{1} + \ldots+ a_{r}m_{r} =1 \quad\text{ mit } a_{i}\in A,\; m_{i}
\in \frak{m}.$$
Summieren wir alle Transformierten dieser Gleichung unter 
den verschiedenen $x
\in W$ auf, so ergibt sich eine Gleichung der Gestalt
$$b_{1}m_{1} + \ldots +b_{r}m_{r} = |W|$$
mit $b_{i} \in A^{W}$ und es folgt $\frak{m} = A^{W}$.
F"ur $\frak{m} \in \op{Max} (A^{W})$ gibt es also
$\tilde{\frak{m}} \in \op{Max} A$ mit $\tilde{\frak{m}} \supset A
\frak{m}$,
und dann haben wir notwendig $\tilde{\frak{m}} \cap A^{W} = \frak{m}$.
Das zeigt die Surjektivit"at der Abbildung in unserem Satz
und zeigt auch, da"s die offensichtliche Abbildung
eine Injektion $A^{W} / \frak{m}\hra A / \tilde{\frak{m}}$ ist
und mithin die Einbettung von $\DC$ in den ersten Ring auch ein 
Isomorphismus. 
Es bleibt nur noch die
Injektivit"at der ersten Abbildung im Satz zu zeigen.
Sind aber $\lambda , \mu \in \op{Max} A$ gegeben mit $\lambda
\not\in W {\mu}$,
so gibt es ein $a \in A$, das \glqq verschwindet an
der Stelle $\lambda$ aber bei keinem der $x\mu$\grqq, in Formeln $a
\in \lambda$, $a \not\in x \mu \quad \forall x \in W$.
Bilden wir dann das Produkt aller $xa$ mit $x \in W$, so
erhalten wir eine Invariante $f \in A^{W}$ mit $f \in \lambda$, 
$f \not\in \mu$. Das zeigt die Injektivit"at.
\end{proof}

\begin{Definition}
Sei $\frak{g}$ eine komplexe Liealgebra und $Z\pdef{\op{Z}}(\frak{g})$ das
Zentrum ihrer Einh"ullenden.
Unter einem \defind{zentralen Charakter} von $\frak{g}$ versteht man
"ublicherweise einen Homomorphismus von $\DC$-Kringen $Z\ra \Bbb{C}$.
Ist $Z$ ein ringendlicher $\DC$-Kring, so liefert das Bilden des
Kerns nach dem Hilbert'schen Nullstellensatz eine Bijektion
$\op{Ralg}_\DC(Z,\DC)\sira \op{Max}Z$.\label{zCfg} 
Diese Bijektion ist so nat"urlich, da"s ich mir von nun an  erlaube,
auch maximale Ideale  $\chi\in \op{Max}Z$ als   
 {\bf zentrale Charaktere} anzusprechen.
\end{Definition}

\begin{Proposition}\label{ZPc}
Seien $(\frak{g}\supset \frak{h}, R^+)$ eine halbeinfache 
komplexe Liealgebra mit einer
Cartan'schen und einem 
System positiver Wurzeln.
Die von unserem
Harish-Chandra-Homomorphismus induzierte
Abbildung $\xi:\frak{h}^{\ast} \ra \op{Max} Z$, 
$ \lambda \mapsto
\op{Ann}_{Z} \Delta (\lambda)$ induziert eine Bijektion
$$\frak{h}^{\ast}/(W \cdot) \sira  \op{Max} Z$$
\end{Proposition}

\begin{proof}[Beweis]
Wir betten unsere Abbildung ein in ein Diagramm
$$\begin{array}{ccc}
\frak{h}^{\ast}/(W \cdot)& \ra & \op{Max} Z\\
\wr \downarrow & & \uparrow \wr \\
(\op{Max} \cal{O}(\frak{h}^{\ast}))/(W \cdot ) & \ra & \op{Max}
\left(\cal{O}(\frak{h}^{\ast})^{(W \cdot)}\right)
\end{array}$$
Die linke Vertikale kommt von der kanonischen
Identifikation $\frak{h}^{\ast} \sira \op{Max}
\cal{O}(\frak{h}^{\ast})$, die rechte Vertikale von $\xi : Z \sira
\cal{O}(\frak{h}^{\ast})^{(W\cdot)}$ und die untere Horizontale
von der Einbettung $\cal{O}(\frak{h}^{\ast})^{(W \cdot)}
\hookrightarrow \cal{O}(\frak{h}^{\ast})$.
Der Leser  mag pr"ufen, da"s dies Diagramm
kommutiert.
Die rechte Vertikale ist bijektiv nach dem Satz von
Harish-Chandra. Die untere Horizontale ist bijektiv nach dem
vorhergehenden allgemeinen Satz \ref{Qz1} "uber maximale Ideale in Invariantenringen. Die Proposition folgt.
\end{proof}


\begin{Lemma}\label{SQV}
Jeder einfache Subquotient eines 
Vermamoduls $\Delta(\lambda)$ ist isomorph zu einem $\op{L} (x\cdot
\lambda)$ f"ur  $x\in W$.
\end{Lemma}\begin{proof}[Beweis]
  Nach \eref{RV}{HL} hat jeder einfache Modul mit einem maximalen Gewicht
  ein h"ochstes Gewicht. Offensichtlich hat jeder einfache Subquotient eines
  Vermamoduls ein maximales Gewicht, ist also isomorph zu einem ${\op{L}}(\mu)$.
  Damit folgt das Lemma  aus Proposition \ref{ZPc}, da
  jeder Subquotient von demselben maximalen Ideal des Zentrums der
Einh"ullenden annulliert werden mu"s wie der ganze Vermamodul.
\end{proof}


\subsection{Die ganzzahlige Weylgruppe eines Gewichts}



\begin{Bemerkungl}\label{DGW}%Bahnzerlegung\label{DGWb}
Seien $V$ ein endlichdimensionaler Vektorraum "uber
einem K"orper der Charakteristik Null, $R \subset V$ ein
Wurzelsystem
\eref{WSy}{SPW}
und $\Lambda\in V/\langle R\rangle$ eine Nebenklasse unter dem  Wurzelgitter.
Wir bezeichnen mit $W\subset \op{Aut}V$ die Weylgruppe unseres Wurzelsystems und mit
$W_{\Lambda}\subset W$ die Standgruppe der
Nebenklasse $\Lambda$. 
Weiter definieren wir
das \defind{System der auf $\Lambda$ ganzzahligen Wurzeln} durch
$$R_{\Lambda} \pdef\{ \al \in R\mid \langle \lambda, \al^{\vee} \rangle \in
\DZ\quad\forall \lambda\in\Lambda\}$$
Man sieht leicht ein, da"s $R_\Lambda$ ein Wurzelsystem ist
in dem von ihm aufgespannten Teilraum von $V$.
Gegeben ein System positiver Wurzeln $R^+\subset R$
ist sicher auch $R^{+} \cap R_{\Lambda}$ ein System
positiver Wurzeln in $R_{\Lambda}$.
Die zugeh"orige Menge von einfachen Wurzeln notieren wir\index{P@$\Pi_{\Lambda}$ Basis des Systems der $\Lambda$-ganzen Wurzeln}
$\Pi_{\Lambda}\subset R^{+} \cap R_{\Lambda}$.
Offensichtlich gilt stets $\Pi\cap R_{\Lambda}\subset \Pi_{\Lambda}$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Seien $V$ ein endlichdimensionaler Vektorraum "uber
einem K"orper der Charakteristik Null und $R \subset V$ ein Wurzelsystem.  Ist  $\lambda\in V$ gegeben, so bezeichnen wir mit 
$\bar{\lambda}\pdef \lambda+\langle R\rangle$ seine Nebenklasse modulo dem Wurzelgitter und\label{DGW1}  
nennen 
die Standgruppe $W_{\bar{\lambda}}$ dieser
Nebenklasse  die
\defind{ganzzahlige Weylgruppe von $\lambda$}, nicht zu verwechseln
mit der Standgruppe $W_{{\lambda}}$ von $\lambda$ selbst.
Ebenso nennen wir $R_{\bar{\lambda}}$
das \defind{ganzzahlige Wurzelsystem von $\lambda$}. 
Bei genauerem Hinsehen erkennt man unschwer, 
da"s diese Bildungen sogar nur von der Nebenklasse von
$\lambda$ modulo dem Gitter $X$ der ganzzahligen Gewichte abh"angen.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl} Ich erinnere daran, da"s wir in
  \eref{AWWS}{SPW} die affine Weylgruppe
  eines Wurzelsystems eingef"uhrt hatten als die
  von der endlichen Weylgruppe und allen Verschiebungen um Wurzeln
  erzeugte Gruppe von Affinit"aten. Diese affine Weylgruppe ist dann
  eine affine Spiegelungsgruppe und die Wurzeln verschieben darin salopp
  gesprochen immer um zwei Spiegel weiter. \nichtfinal{Charakteristik? Anordnung?} 
\end{Bemerkungl}

  \begin{figure}[htbp]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildWla}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
   Die Spiegelebenen einer affinen Weylgruppe 
   als durchgezogene und gestrichelte Linien.
   Die Nebenklasse von $\lambda$  unter dem Wurzelgitter als fette Punke. 
Die Spiegelungen an den beiden fett eingezeichneten Linien
erzeugen die ganzzahlige Weylgruppe $W_{\bar{\lambda}}$ von $\lambda$. 
\end{minipage}
\end{figure}
\begin{Proposition}[\textbf{Erzeuger ganzzahliger Weylgruppen}]
Seien $V$ ein endlichdimensionaler Vektorraum "uber
einem K"orper der Charakteristik Null, $R \subset V$ ein Wurzelsystem,
$W$ die Weylgruppe
und $\Lambda\in V/\langle  R\rangle$ eine Nebenklasse des Wurzelgitters.
So wird\label{gWG} 
die Standgruppe $W_{{\Lambda}}$ von $\Lambda$ 
erzeugt von den Spiegelungen an den auf $\Lambda$
ganzzahligen Wurzeln, in Formeln
$$W_{{\Lambda}}=\langle s_\al\mid \al\in R_{{\Lambda}}\rangle$$
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis]
Sei $\lambda\in \Lambda$ ein Repr"asentant.
Das anschlie"sende Lemma \ref{IGW} zeigt, da"s die
Standgruppe $\cal{W}_{\lambda}$ von $\lambda$
in der affinen Weylgruppe
$\cal{W}$ unseres Wurzelsystems $R$ von Spiegelungen erzeugt wird.
Damit wird auch 
$W_{{\Lambda}}$ von Spiegelungen erzeugt, denn $W_{{\Lambda}}$ 
ist gerade das Bild von $\cal{W}_{\lambda}$
unter dem Bilden des linearen Anteils $\cal{W} \twoheadrightarrow W$.
Die Spiegelungen aus $W_{{\Lambda}}$ sind aber per definitionem
gerade die Spiegelungen zu Wurzeln aus $R_{{\Lambda}}$.
\end{proof}


\begin{Lemma}\label{IGW}
Seien $V$ ein endlichdimensionaler Vektorraum "uber einem angeordneten
K"orper $k$ und 
$\cal{W}\subset\op{Aff}^\times V$ eine affine Spiegelungsgruppe
im Sinne von \eref{ASG}{SPW}.
Ist $K\supset k$ eine K"orpererweiterung,
so wird auch f"ur jedes $\lambda\in K\otimes_k V $ seine Standgruppe
$\cal{W}_\lambda\subset\cal{W}$ erzeugt von Spiegelungen.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Wir erg"anzen $e_0=1 \in k$ zu einer $k$-Basis
$(e_{i})_{i \in I}$ von $K$ und erhalten eine
Zerlegung $K\otimes_k V  = \bigoplus (e_{i}\!\otimes\!V )$.
Nach
geeigneter
Umbenennung von $I$ k"onnen wir dann $\lambda$ darstellen in der Form
$$\lambda= \lambda_{0} +e_{1}\!\otimes\!\lambda_{1} +
\ldots +
e_{n}\!\otimes\!\lambda_{n}$$  mit $\lambda_{i} \in V$.
Bezeichnet $\bar{w}\in \op{GL}(V)$ den linearen Anteil von $w\in \cal{W}$,
so haben wir offensichtlich
$$w\lambda= w\lambda_{0} +e_{1}\!\otimes\bar{w}\lambda_{1} +
\ldots +
e_{n}\!\otimes\!\bar{w}\lambda_{n}$$
Die Standgruppe von $\lambda$ k"onnen wir demnach so beschreiben:
Wir nehmen erst die Standgruppe von $\lambda_0$, 
eine endliche affine Spiegelungsgruppe nach \eref{IGr}{SPW}.
Diese identifizieren mit der endlichen Spiegelungsgruppe ihrer
linearen Anteile und nehmen dann darin die Standgruppe
von $\lambda_1$, darin hinwiederum die Standgruppe
von $\lambda_2$ etcetera. In jedem Schritt wird aber
nach \eref{IGr}{SPW} aus einer Spiegelungsgruppe
wieder eine Spiegelungsgruppe.
\end{proof}




\begin{Definition}\label{DGW2}
Seien $V\supset R\supset R^+ $ ein endlichdimensionaler Vektorraum "uber
einem K"orper der Charakteristik Null, ein Wurzelsystem
und ein System positiver Wurzeln.
Gegeben $\Lambda\in V/\langle  R\rangle$ eine Nebenklasse
des Wurzelgitters bezeichnen wir die durch $R_{{\Lambda}}\cap R^+$
gegebene L"ange auf der Standgruppe $W_{{\Lambda}}$ mit
$l_{\Lambda} : W_{{\Lambda}} \ra \Bbb{N}$
und bezeichnen mit $w_{\Lambda} \in W_{{\Lambda}}$ das
bez"uglich $l_{\Lambda}$ l"angste Element.  
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Teilordnungen zu endlichen Spiegelungsgruppen}]
Seien $(W,E)$ eine endliche affine 
Spiegelungsgruppe "uber einem angeordneten K"orper und $A$ einer ihrer Alkoven.
Wir betrachten im Raum der Richtungsvektoren $\vec{E}$ 
die Menge $A^{\ast}$ aller\label{AOR}
nichtnegativen Linearkombinationen von Vektoren, die 
$(-1)$-Eigenvektoren von Spiegelungen sind und in Richtung von $A$ zeigen.
Nun f"uhren wir auf $E$ zwei Teilordnungen ein:
\begin{enumerate}
\item $\lambda \leqslant \mu$ m"oge bedeuten $\mu \in\lambda  + A^{\ast}$.
Wir verwenden das Symbol $\leqslant$, um den Unterschied zur
Relation $\leq$ aus \ref{Nmu} anzudeuten; \nichtfinal{Kegelordnung?} 
\item $\lambda \preceq \mu$ m"oge bedeuten, da"s es eine 
Folge $t_{1}, t_{2}, \ldots, t_{r}$
von Spiegelungen gibt mit
$\lambda \leqslant t_{1} \lambda \leqslant t_{2}t_{1} \lambda 
\leqslant \;\ldots\; \leqslant t_{r} \ldots
t_{2}t_{1} \lambda = \mu$. \nichtfinal{Spiegelordnung?}
\end{enumerate}
Offensichtlich ist die zweite Relation st"arker als die erste.
Offensichtlich ist weiter in jeder $W$-Bahn aus $E$ der Repr"asentant aus
$\bar{A}$ das gr"o"ste Element f"ur beide Teilordnungen und der Repr"asentant
aus $w_{A} \bar{A} = -\bar{A}$ das kleinste.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungw}
Im "ubrigen ist f"ur $\lambda \in A$ und $x,y \in W$
die Beziehung $x  \lambda \preceq y  \lambda$ gleichbedeutend zu
$x \geq y$  in der Bruhat-Teilordnung auf $W$ aus
\eref{BOr}{SPW}\label{EuBo}%\label{AOR}
in Bezug zu dem Coxetersystem $(W,S)$ mit $S$ der Menge der Spiegelungen an
W"an\-den von $A$. Die Bruhat-Teilordnung wird n"amlich erzeugt von der
Relation $ty\geq y$ wann immer $t$ eine Spiegelung ist mit $l(ty)>l(y)$.
Das hinwiederum ist nach \eref{prol}{SPW} gleichbedeutend dazu,
da"s die Spiegelebene $E^t$ die Alkoven $yA$ und $A$ nicht trennt. Und das
hinwiederum ist gleichbedeutend zu $ty\lambda\leqslant y\lambda$. 
\end{Bemerkungw}
\begin{Definition}\label{Nmu}
Seien $V\supset R\supset R^+$ ein Vektorraum mit einem Wurzelsystem
und einem ausgezeichneten System positiver Wurzeln.
Wir f"uhren zwei Teilordnungen auf $V$ ein:
\begin{enumerate}
\item $\lambda \leq \mu$ m"oge wie in \eref{geW}{HL} 
bedeuten $\mu \in \lambda +  |R^+\rangle$;
\item $\lambda \ua \mu$ m"oge bedeuten, da"s es eine 
Folge $t_{1}, t_{2}, \ldots, t_{r}$
von Spiegelungen gibt mit
$\lambda \leq t_{1} \cdot\lambda \leq (t_{2}t_{1}) \cdot\lambda 
\leq \;\ldots\; \leq (t_{r} \ldots
t_{1}) \cdot\lambda = \mu$.
\end{enumerate}
\end{Definition}
\begin{Beispiel}
Auch auf der Weylbahn eines ganzen Gewichts ist die zweite Relation im allgemeinen
echt st"arker. Zum Beispiel mag man das Wurzelsystem 
$\{ {\op{e}}_i - {\op{e}}_j \mid i \neq j\}$
in $\{(x_1, \ldots x_4) \in \mathbb R^4 \mid x_1 + \ldots +x_4 =0\}$
aus \eref{AnW}{SPW} vom Typ $A_3$ betrachten mit dem "ublichen System
positiver Wurzeln $R^+ = \{{\op{e}}_i-{\op{e}}_j \mid i < j\}$.
F"ur die Gewichte $\lambda = \lambda^\prime - \rho$ und $\mu = \mu^\prime - \rho$
mit $\mu^\prime = 3\varepsilon_1 + 2 \varepsilon_2 + 4 \varepsilon_3 + \varepsilon_4$
und $\lambda^\prime = \varepsilon_1 + 4 \varepsilon_2 + 
2 \varepsilon_3 + 3 \varepsilon_4$
in den Notationen \eref{AnW}{SPW}, also mit 
$\varepsilon_i ({\op{e}}_j) = \delta_{ij}$, gilt
dann $\mu = \lambda + 2 (\varepsilon_1 - \varepsilon_3) + 
2 (\varepsilon_3 - \varepsilon_4)$
und damit $\lambda \leq \mu$ in Bezug auf das duale Wurzelsystem.
Wir haben auch $W \cdot \lambda = W \cdot \mu$, aber dennoch gilt nicht $\lambda
\uparrow \mu$, wie man unschwer einsieht.
\end{Beispiel}


\begin{Definition}\label{rhod}
Seien  $V$ 
ein Vektorraum "uber einem K"orper der Charakteristik  Null
und  $R^+\subset R\subset V$ ein Wurzelsystem im Sinne von 
\eref{WSy}{SPW} mit einem ausgezeichneten System positiver Wurzeln.
Dann bilden wir die Halbsumme der positiven Wurzeln
$\rho=\rho(R^+)$ und betrachten die Menge 
$$V_{\rho\op{-dom}} \pdef \big\{ \lambda \in V \mid
\langle \lambda + \rho, \alpha^{\vee} \rangle \not\in \{ -1,-2,
\ldots\} \; \forall \alpha \in R^{+}\big\}$$
Ihre Elemente nennen wir die 
\defnoind{$\rho$-dominanten}\index{dominant@$\rho$-dominant}
{\bf Vektoren von} $V$. 
Sind wir in einer der in der 
Darstellungstheorie "ublichen Situationen, da"s unser Vektorraum etwa
der Dualraum einer Cartan'schen ist, so da"s seine Elemente
"ublicherweise als Gewichte bezeichnet werden, so sprechen wir entsprechend 
von 
\defnoind{$\rho$-dominanten Gewichten}.\index{Gewicht!$\rho$-dominantes}
Die dominanten ganzen Gewichte in $\frak{h}^\ast$ nach \eref{DoGe}{HL} alias
die h"ochsten Gewichte endlichdimensionaler Darstellungen erhalten wir 
mithin aus den 
$\rho$-do\-mi\-nan\-ten ganzen Gewichten durch die Addition von $\rho$.  
\end{Definition}


\begin{Korollar}\label{KoL}
Seien $V\supset R\supset R^+$ ein Vektorraum "uber einem K"orper
der Charakteristik Null mit einem Wurzelsystem
und einem ausgezeichneten System positiver Wurzeln. Wir schreiben $\bar\lambda\pdef \lambda+\langle R\rangle$. So haben wir:
  \begin{enumerate}
  \item 
F"ur alle $\lambda\in V$
gilt $\bar{\lambda} \cap( W\cdot \lambda)
= W_{\bar{\lambda}}\cdot \lambda$;
\item
F"ur jedes $\lambda\in V$ besitzt
seine Bahn unter der ganzzahligen Weylgruppe, kurz
seine  \emph{\bf ganzzahlige Bahn}\index{Bahn!ganzzahlige}  
$W_{\bar{\lambda}}\cdot \lambda$, 
 ein
gr"o"stes und ein kleinstes Element
bez"uglich $\ua$  und a forteriori auch bez"uglich $\leq$ in den Notationen von  \ref{Nmu};
\item
Ein Gewicht $\lambda\in V$ ist $\rho$-dominant
genau dann, wenn es das gr"o"ste Element seiner ganzzahligen Bahn 
$W_{\bar{\lambda}}\cdot \lambda$ ist. Das kleinste Element besagter
Bahn ist dann $w_{\bar{\lambda}}\cdot\lambda$. 
\end{enumerate}
\end{Korollar}

\begin{proof}[Beweis]
Die erste Aussage folgt sofort aus den Definitionen.
Die anderen ergeben sich, wenn wir Bemerkung \ref{AOR}
anwenden auf die dot-Operation der ganzzahligen Weylgruppe 
$W_{\bar{\lambda}}$ auf dem affinen Raum $\lambda+\langle R\rangle_\DQ $ "uber
dem angeordneten K"orper $\DQ$. 
\end{proof}

\begin{Proposition}[\textbf{Einfache Vermamoduln}]
Der Vermamodul $\Delta(\lambda)$ einfach, wenn gilt
$\langle \lambda+\rho,\alpha^\vee\rangle\not\in \{ 1,2,
\ldots\} \; \forall \alpha \in R^{+}$.\label{Veer} 
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungw}
Die in dieser Proposition formulierte hinreichende Bedingung f"ur die 
Einfachkeit eines Vermamoduls aus obigem  Satz
ist auch notwendig, wie aus unserer Beschreibung aller
Homomorphismen zwischen Vermamoduln \ref{HV} unmittelbar folgen wird. 
\end{Bemerkungw}
\begin{proof}
Wir wissen nach \ref{SQV}, da"s nur die
einfachen H"ochstgewichtsmoduln
 $L(x\cdot\lambda)$ mit $x\in W$ und $x\cdot\lambda\in
\lambda -|R^{+}\rangle$ als einfache 
Subquotienten in Frage kommen.
Nach 
\ref{KoL} geh"ort $x$ dann zur
ganzen Weylgruppe $W_{\bar\lambda}$ und ist $\lambda$ 
das $\leq$-kleinste Element von 
$W_{\bar\lambda}\cdot\lambda$, so mu"s $\Delta(\lambda)$ 
einfach sein. Dies $\leq$-kleinste Element 
ist aber  nach \ref{KoL} 
auch das $\ua$-kleinste und kann deshalb
charakterisiert werden durch die  Eigenschaft 
$\langle \lambda+\rho,\alpha^\vee\rangle\not \in\{1,2,\dots\}$
f"ur alle $\alpha\in R^+$.
\end{proof}


\begin{Beispiel}
  Im Kontext von \ref{DGW2} mu"s die Bruhat-Teilordnung auf
$W$ nicht notwendig die Bruhat-Teilordnung auf $W_\Lambda$
induzieren. Ist etwa $R$ das Wurzelsystem vom Typ $G_2$
mit Basis $\{\alpha,\beta\}$ und
$\langle \beta,\alpha^\vee\rangle=-3$, und erkl"aren wir 
$\lambda$ durch $\langle \lambda,\alpha^\vee\rangle=1/2$
und $\langle \lambda,\beta^\vee\rangle=1$ und $\Lambda$ als seine
Nebenklasse, so ist $R_\Lambda$ vom Typ $A_1\times A_1$,
aber die  Bruhat-Teilordnung auf
$W$  induziert eine totale Ordnung auf $W_\Lambda$. 
\end{Beispiel}

\newpage
\section{Multiplizit"aten von Vermamoduln}
 Die Kategorie $\cal{O}$ wurde eingef"uhrt in einer Arbeit 
von Bernstein-Gelfand-Gelfand \cite{BGG-O} als nat"urlicher
Rahmen f"ur das Studium der Jor\-dan-H"ol\-der-Mul\-ti\-pli\-zi\-t"a\-ten 
von Vermamoduln.
Die Bezeichnung geht auf das russische Wort
\foreignlanguage{russian}{osnovnoy} f"ur \glqq grundlegend\grqq\ zur"uck.
In obiger
Arbeit zeigen die Autoren
 eine Analogie
im Kontext der unendlichdimensionalen Darstellungen komplexer
halbeinfacher Liealgebren zur sogenannten 
\glqq Brauer-Nesbitt-Reziprozit"at\grqq\  aus
der modularen Darstellungstheorie endlicher Gruppen.
F"ur derartige Ph"anomene  hat sich mittlerweile die Bezeichnung
\glqq BGG-Reziprozit"at\grqq\  durchgesetzt.
\subsection{Kategorie $\mathcal O$}
\label{KatO} 

\begin{Definition}\label{B3}
 Gegeben $(\frak{g}\supset\frak{h},R^+)$
eine komplexe halbeinfache
Liealgebra mit einer 
Cartan'schen und einem System positiver Wurzeln 
setzen wir $\frak{b}
\pdef \frak{h}\oplus \bigoplus_{\alpha \in R^{+}} \frak{g}_{\alpha}$
und  definieren
die {\bf Kategorie $\cal{O}$}\index{Kategorie $\cal{O}$} 
als diejenige volle 
Unterkategorie in der Kategorie
aller Darstellungen der Liealgebra $\frak{g}$,
die gegeben wird durch die Bedingungen
$$\cal{O} = \cal{O} (\frak{g}, \frak{h}, R^+)
\pdef\left\{M\in  \frak{g}\op{-Mod}\left| 
      \begin{array}{l}
M \text{ ist endlich erzeugt "uber } \frak{g},\\
M \text{ ist lokal endlich "uber } \frak{b},\\
M \text{ ist halbeinfach "uber } \frak{h}.\\      \end{array}
\right\}\right. $$
Die zweite Bedingung bedeutet, da"s jeder Vektor unserer
Darstellung in einem endlichdimensionalen  $\frak{b}$-stabilen Teilraum
enthalten ist.
Die dritte Bedingung bedeutet, da"s
alle $H \in \frak{h}$ auf unserer Darstellung 
durch diagonalisierbare Endomorphismen operieren. Da sie auch paarweise
kommutieren, gilt also 
$M = \bigoplus_{\lambda \in \frak{h}^{\ast}} M_{\lambda}$ mit
$$M_{\lambda}\pdef\{m\in M\mid Hm=\lambda(H)m\;\forall H\in \frak{h}\}$$
dem {\bf Gewichtsraum}\index{Gewichtsraum}
zum Gewicht $\lambda$.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Die Terminologie \glqq halbeinfach\grqq\  ist an dieser 
Stelle aus der Theorie der
Moduln entnommen. Durch \eref{MRHE}{NAS} ist der Begriff \glqq halbeinfach\grqq\  ja sogar f"ur Moduln 
"uber beliebigen Mengen $\Omega$  erkl"art und bezeichnet Moduln, die die Summe ihrer
einfachen Untermoduln sind. In unserem Fall w"are die fragliche Menge
$\Omega=\DC\sqcup\mathfrak g$.
\end{Bemerkungl}





\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kategorie $\mathcal O$ h"angt nur von der Borel'schen ab}]
Ist $\frak{g}$ eine halbeinfache komplexe Liealgebra und $\frak{h} \subset
\frak{g}$ eine Cartan'sche und ${\op{R}} (\frak{g},
\frak{h})$ das Wurzelsystem, so erhalten wir nach "Ubung
\eref{bor}{HL} 
 eine Bijektion 
$$
\left\{ \begin{array}{c}
\text{Systeme $R^{+} \subset {\op{R}} (\frak{g},
\frak{h})$ von}\\
\text{positiven Wurzeln}
 \end{array} \right\} 
\;\sira \;
\left\{ \begin{array}{c}
\text{Borelsche Unteralgebren,}\\
\text{die $\mathfrak h$ umfassen}
\end{array} \right\} $$
durch die Vorschrift  $R^{+} \mapsto \frak{b}
= \frak{h}\oplus \bigoplus_{\alpha \in R^{+}} \frak{g}_{\alpha}$.
Im Rahmen der Theorie der algebraischen Gruppen \eref{KonBo}{AAG} sieht man ohne
gro"se Schwierigkeiten, da"s je zwei Borel'sche Unteralgebren
einer endlichdimensionalen reduktiven komplexen Liealgebra konjugiert sind
unter einem Automorphismus der Liealgebra, so da"s insbesondere
jede Borel'sche einer halb\-einfachen Liealgebra von der oben
angegebenen Gestalt ist. Weiter h"angt unsere Kategorie 
$\cal{O} (\frak{g}, \frak{h}, R^{+})\subset \mathfrak g\op{-Mod}$  von der Wahl von $\mathfrak h$ gar nicht ab, sondern nur von der 
Borel'schen $\mathfrak b$. Wir h"atten sie
also auch  $\cal{O} (\frak{g}, \frak{b})$ notieren k"onnen. 
In der Tat kann die dritte Bedingung umformuliert werden zur 
Forderung, da"s 
f"ur jeden $\frak{b}$-Untermodul $N\subset M$ unserer Darstellung
der Quotient
$N/[\frak{b},\frak{b}]N$ ein halbeinfacher $\frak{b}$-Modul ist.
Ich schreibe dennoch $\cal{O} (\frak{g}, \frak{h}, R^{+}),$  
weil sich so die Theorie der Borel'schen Unteralgebren 
ausklammern l"a"st.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Seien $(\frak{g}\supset\frak{h},R^+)$
eine komplexe halbeinfache
Liealgebra mit einer 
Cartan'schen und einem System positiver Wurzeln.
F"ur die zugeh"orige Borel'sche $\mathfrak b$ ist
die Surjektion $\frak{b}\sra \frak{h}$ 
mit den Wurzelr"aumen im Kern 
ein Homomorphismus von Liealgebren und 
jedes Gewicht
$\lambda\in\frak{h}^\ast$ liefert durch Vorschalten besagter Surjektion 
einen Charakter 
$\lambda:\frak{b}\ra \DC$.
Wir erinnern an die
{\bf Verma-Moduln}\index{Vermamodul}\label{VerM}  
$$\Delta(\lambda)=\Delta(\lambda,\frak{b})=
{\op{U}}(\frak{g})\otimes_{{\op{U}}(\frak{b})}\DC_\lambda=
\op{prod}_\frak{b}^\frak{g}\DC_\lambda$$  aus \eref{DeVM}{HL}, \eref{VMpr}{HL}.
Eine endliche Filtrierung eines $\frak{g}$-Moduls durch Unterdarstellungen, 
deren 
sukzessive Subquotienten s"amtlich Vermamoduln zu einer festen Borel'schen sind,
nennt man eine {\bf Verma-Fahne}.\index{Vermafahne}
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl} Ich erinnere aus \eref{Lae}{NAS} den Begriff der
  \glqq L"ange\grqq\ eines Mengenmoduls. Ein Modul "uber einer
  komplexen Liealgebra $\mathfrak g$ kann aufgefa"st werden als
  ein Mengenmodul "uber der Menge 
  $\mathfrak g\sqcup\DC$ mit zus"atzlichen Eigenschaften.  
\end{Bemerkungl}

\begin{Proposition}[\textbf{Erste Eigenschaften der Kategorie $\cal{O}$}]
Seien $(\frak{g}\supset\frak{h},R^+)$ 
eine komplexe halbeinfache Liealgebra
mit  Cartan'scher und einem System positiver Wurzeln.
 So gilt f"ur die  zugeh"orige\label{AlE}
 Kategorie $\cal{O}$:
\begin{enumerate}
\item
Alle Vermamoduln $\Delta (\lambda) = \Delta (\lambda,\frak{b} )$ liegen in
$\cal{O}$.  Ist allgemeiner $V$ eine endlichdimensionale Darstellung 
von $\frak{b}$, die halbeinfach\label{QVFm} 
  ist "uber $\frak{h}$, so besitzt
$\op{prod}_\frak{b}^\frak{g} V={\op{U}}(\frak{g})\otimes_{{\op{U}}(\frak{b})}V$ 
eine Vermafahne
 und geh"ort zu $\cal{O}$;
\item\label{QEVF}
Alle Subquotienten von Darstellungen aus
$\cal{O}$ liegen wieder in $\cal{O}$ und jedes Objekt von $\cal{O}$
ist Quotient eines Objekts von $\cal{O}$ mit einer Vermafahne;
\item\label{OEL}
Jede Darstellung aus $\cal{O}$ ist ein $\frak{g}$-Modul  endlicher L"ange;
\item\label{EnDe}
Alle Gewichtsr"aume von Darstellungen aus 
$\cal{O}$ sind endlichdimensional, ja f"ur alle $M\in\cal{O}$ und 
$\nu\in\frak{h}^\ast$ ist sogar der Raum $\bigoplus_{\mu\geq 0}M_{\nu+\mu}$
endlichdimensional;
\item
Geh"oren bei einer kurzen exakten Sequenz von Darstellungen von $\frak{g}$ die
Enden zu $\cal{O}$ und ist die Mitte halbeinfach unter unserer
Cartan'schen $\frak{h} $, so
geh"ort auch die Mitte zu $\cal{O}$;
\item
Die Kategorie der Darstellungen aus $\cal{O}$ ist stabil unter 
dem Tensorieren mit endlichdimensionalen Darstellungen von $\frak{g}$.
In Formeln haben wir also 
$(\op{dim}E<\infty$ und $M\in\cal{O})\RA E\otimes M\in\cal{O}$;
\item\label{OEEL}
Die einfachen Darstellungen aus $\cal{O}$ sind genau die einfachen
H"ochstgewichtsmoduln.
Bezeichnet genauer $\op{L}(\lambda)$ den  nach \eref{RV}{HL}
eindeutig bestimmten einfachen Quotienten von
$\Delta(\lambda)$,
so haben wir eine
Bijektion
$$\begin{array}{lcc}
\frak{h}^{\ast} & \sira  & \op{irr} \cal{O}\\
\lambda & \mapsto & \op{L}(\lambda)
\end{array}$$
\end{enumerate}
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
Im letzten Punkt bezeichnet ${\op{irr}} \cal{O} $ die Menge der Isomorphieklassen
von einfachen Objekten aus  $ \cal{O} $. Dieselbe 
Notation verwenden wir
f"ur beliebige \glqq abelsche Kategorien\grqq.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
1.
Vermamoduln  sind endlich erzeugt, ja sogar zyklisch.
Weiter
zerfallen sie nach \eref{SV}{HL} in 
Gewichtsr"aume, genauer haben sie die 
Zerlegung 
$\Delta (\lambda) = \bigoplus_{\nu \in \lambda - | R^{+}\rangle}
\Delta (\lambda)_{\nu}$ 
mit der Notation $| R^{+}\rangle$ f"ur das von $R^+$ erzeugte Untermonoid von
$\frak{h}^\ast$.
Da alle diese Gewichtsr"aume wieder nach \eref{SV}{HL} 
von endlicher Dimension sind und da gilt
$${\op{U}} (\frak{b}) \Delta (\lambda)_{\nu} \subset 
\bigoplus_{\mu \in | R^{+}\rangle} \Delta (\lambda)_{\nu + \mu}$$
und da "uberdies $(\nu + | R^{+}\rangle)\cap (\lambda - | R^{+}\rangle)$ stets
endlich ist, hat die rechte Seite unserer Inklusion
endliche Dimension und
unser Vermamodul ist auch lokal endlich "uber $\frak{b}$.
Allgemeiner ist das Produzieren alias Koinduzieren 
$${\op{U}} (\frak{g}) \otimes_{{\op{U}}(\frak{b})} =\op{prod}_\frak{b}^\frak{g}: \frak{b}
\op{-Mod}\ra \frak{g}\op{-Mod}$$ nach \eref{prfr}{HL}  
ein exakter Funktor und macht
$\frak{h}$-halbeinfache Moduln zu $\frak{h}$-halb\-ein\-fachen Moduln.
Da $\frak{b}$ aufl"osbar ist, besitzt $V$ nach dem Satz von Lie 
oder vielmehr seinem Korollar \eref{DDDd}{HL}
oder auch einfacheren expliziten "Uberlegungen
in unserer speziellen Situation  eine Filtrierung
$$0 = V_{0} \subset V_{1} \subset \ldots \subset V_{r} = V$$
mit eindimensionalen Subquotienten
$V_{i}/V_{i-1} \cong  \Bbb{C}_{\lambda_{i}}$ f"ur geeignete
$\lambda_{i} \in \frak{h}^{\ast}$.
Wir erhalten so auf $\op{prod}_\frak{b}^\frak{g} V$ eine
Filtrierung durch die $\op{prod}_\frak{b}^\frak{g} V_{i}$ mit
Subquotienten $\op{prod}_\frak{b}^\frak{g} \Bbb{C}_{\lambda_{i}} =
\Delta (\lambda_{i})$.  Da"s $\op{prod}_\frak{b}^\frak{g} V$  
lokal endlich ist 
"uber $\frak{b}$, folgert man ganz analog wie bei Vermamoduln.
\\[2mm]\noindent
2.
Da"s Quotienten von Objekten aus $\cal{O}$ wieder in
$\cal{O}$ liegen ist offensichtlich.
Um es f"ur Untermoduln zu erhalten m"ussen wir nur bemerken,
da"s jeder Untermodul eines endlich 
erzeugten ${\op{U}}(\frak{g})$-Moduls endlich erzeugt ist,
da n"amlich ${\op{U}}(\frak{g})$ noethersch ist nach \eref{EANo}{HL}.
Um schlie"slich ein beliebiges Objekt $M\in \cal{O}$
als Quotient eines Objekts mit
Vermafahne zu schreiben, suchen wir uns einen endlichdimensionalen
erzeugenden Teilraum $V\subset M$, den wir ohne Beschr"ankung der 
Allgemeinheit $\frak{b}$-stabil annehmen d"urfen, und erhalten unmittelbar eine
Surjektion $\op{prod}_{\frak{b}}^{\frak{g}}V\sra M$.
\\[2mm]\noindent
3. Das folgt sofort aus  Teil \ref{QEVF}, da nach \eref{LV}{HL} jeder Vermamodul
endliche L"ange hat und damit auch jeder Modul mit Vermafahne und damit auch jeder Quotient eines Moduls mit Vermafahne. 
\\[2mm]\noindent
4. Das folgt wie die vorhergehende Aussage aus dem bereits bewiesenen Teil \ref{QEVF}, da die Aussage f"ur Vermaoduln bekannt ist und sich "ubertr"agt. 
\\[2mm]\noindent
5. 
Das einzige Problem ist zu zeigen, da"s die Mitte auch
lokal endlich ist unter $\frak{b}$. Das folgt jedoch mit 
Teil \ref{EnDe},
wenn wir beachten, da"s mit Anfang und Ende unserer Sequenz auch
ihre Mitte die in Teil \ref{EnDe} beschriebene Endlichkeitseigenschaft
haben mu"s. Alternativ folgt es mit \eref{milo}{NAS} und der Erkenntnis, da"s
$\op{U}(\mathfrak b)$ noethersch ist. 
\\[2mm]\noindent
6.
Sind Darstellungen $E$ und $M$ lokal endlich "uber $\frak{b}$ beziehungsweise
halbeinfach "uber $\frak{h}$,
so gilt offensichtlich dasselbe f"ur ihr Tensorprodukt.
Sind weiter $E$ und $M$ Darstellungen einer Liealgebra und wird $M$
als Darstellung erzeugt
von einem Teilraum $V\subset M$, so wird offensichtlich $E\otimes M$
erzeugt von $E\otimes V$. Ist insbesondere $M$ endlich erzeugt und
$E$ endlichdimensional, so ist auch $E\otimes M$ endlich erzeugt.
\\[2mm]\noindent
7. Das folgt aus  Teil  \ref{QEVF}.
Nach \eref{LV}{HL} wissen wir n"amlich bereits, 
 da"s alle Kompositionsfaktoren von Vermamoduln
einfache h"ochste Gewichtsmoduln sind.
\end{proof}



\begin{Beispiel}[\textbf{Zentrumszerlegung der Kategorie 
$\mathcal{O}$ im Fall $ \frak{sl}
(2;\mathbb{C})$}]
Wir untersuchen die Kategorie 
$\mathcal{O}$ im Fall $\frak{g} = \frak{sl}
(2;\mathbb{C})$. Wir arbeiten mit der "ublichen Basis $e,h,f$
von $\frak{sl}
(2;\mathbb{C})$ mit den Kommutatoren
$[h,e]=2e, [h,f]=-2f, [e,f]=h$ wie in  \eref{V01}{HL} 
und mit $\mathfrak h=\DC h$ und $\mathfrak b=\DC h\oplus \DC e$.
Da jedes Objekts $M \in \mathcal{O}$
endliche L"ange hat,
operiert der Casimiroperator $C = C_{\kappa}$
 darauf lokal endlich und 
$M$ zerf"allt
in die direkte Summe seiner Hauptr"aume
$M = \bigoplus_{a \in \mathbb{C}} \op{Hau}(C|M;a)$.
In diesem Fall ist nach \ref{Zsl2} das Zentrum der Einh"ullenden
Algebra der Polynomring $Z=\DC[C]$ und wir
erhalten  Bijektionen $$\DC\;\sila\;\op{Ralg}_\DC(Z,\DC)\;\sira\; \op{Max}Z$$ durch
$\phi\mapsto \phi(C)$ nach links und $\phi\mapsto \op{ker}\phi$
nach rechts f"ur einen Ringalgebrenhomomorphismus $\phi:Z\ra \DC$.
Nehmen wir Elemente $a,\phi,\chi$ mit $$\phi(C)\defp a\leftmapsto \phi \mapsto \chi\pdef \op{ker}\phi$$ 
und folglich  $\chi= \langle C-a\rangle$,  so gilt 
f"ur  einen $Z$-Modul $M$ und einen Vektor $v\in M$
offensichtlich $(C-a)^n v=0 \; \IFF \; \chi^n v=0$ und wir k"onnen den
Hauptraum beschreiben als $\op{Hau}(C|M;a)=M_\chi\pdef \{v\in M\mid \exists n\text{ mit }\chi^nv=0\}$. 
Ich arbeite f"ur gew"ohnlich mit dem Parameter $\chi\in\op{Max}Z$, weil er
intrinsischer ist als $a$ und mir geometrischer scheint als $\phi$.
Kehren wir wieder zu $M\in \mathcal O$ zur"uck, so zerf"allt $M$ also
in eine direkte Summe von Untermoduln
$$M=\bigoplus_{\chi\in\op{Max}Z}M_\chi$$
und nur endlich viele dieser Summanden sind jeweils von Null
verschieden. Wir setzen ${}_\chi\mathcal O\pdef\{M\in\mathcal O\mid M=M_\chi\}$ 
und finden f"ur $M\in {}_\chi\mathcal O$ und $N\in {}_\psi\mathcal O$ mit
$\chi\neq \psi$ stets $\op{Hom}_{\mathfrak g}(M,N)=0$. In der Tat bildet jeder
Homomorphismus $M_\chi$ nach $N_\chi$  ab und wegen $1\in \chi+\psi$ und
dann auch $1\in \chi^n+\psi^n$ gilt $N_\chi=0$. 
Es reicht also, f"ur alle $\chi\in\op{Max}Z$
die Kategorien ${}_\chi\mathcal O$ zu verstehen.
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Terminologie zu zentralen Charakteren}] 
  Seien $(\frak{g}\supset\frak{h},R^+)$
eine komplexe halbeinfache
Liealgebra mit einer 
Cartan'schen und einem System positiver Wurzeln.
  Wir erinnern aus \ref{ZPc} die Bijektion
  $\xi:\mathfrak h^*/(W\cdot)\sira \op{Max}Z$ gegeben durch
  $\lambda\mapsto \op{Ann}_Z\Delta(\lambda)$.
  Ein Gewicht $\lambda\in\mathfrak h^*$
  hei"st
  {\bf regul"ar}\index{regul"ar!Gewicht} oder ausf"uhrlicher {\bf $\rho$-dot-regul"ar}, 
  wenn seine Standgruppe trivial ist,
  in Formeln $(x\cdot\lambda=\lambda)\RA x=1$, und andernfalls
  {\bf singul"ar}.\index{singul"ar!Gewicht}
  Ich erinnere aus \ref{zCfg}, da"s ich auch die Elemente von $\op{Max}Z$ zentrale Charaktere nenne. 
  Ein zentraler Charakter
  $\chi\in\op{Max}Z$ hei"st {\bf regul"ar},\index{regul"ar!zentraler Charakter}
  wenn gilt $\chi=\xi(\lambda)$ f"ur ein regul"ares Gewicht, und andernfalls
  {\bf singul"ar}.\index{singul"ar!zentraler Charakter}
  Ein zentraler Charakter ist umso singul"arer, je weniger Vermamoduln
  er zu vorgegebenen $\mathfrak h$ und $ R^+$ annulliert, und diese Zahl h"angt nicht von der Wahl von $\mathfrak h$ und $ R^+$ ab.   Ein zentraler Charakter
  hei"st ein {\bf ganzer zentraler Charakter}, wenn er im Bild des Gitters
  der ganzen Gewichte liegt, in Formeln $\chi\in \xi(\mathfrak X)$.
  Die regul"aren ganzen zentralen Charaktere sind genau die zentralen
  Annulatoren der einfachen endlichdimensionalen Darstellungen
  $\chi=\op{Ann}_Z{\op{L}}(\lambda)$ f"ur $\lambda\in \mathfrak X^+$.
  Der zentrale Charakter der Einsdarstellung ${\op{L}}(0)=\DC$
  ist ganz und regul"ar. Wir notieren ihn $$Z^+=\xi(0)=\op{Ann}_Z\DC$$
\end{Bemerkungl}
 \begin{Beispiel}[\textbf{Zentrale Charaktere im Fall $\mathfrak{sl}_2$}] 
   In unserem Fall $\mathfrak g=\mathfrak{sl}_2$
   mit $\mathfrak h=\DC h$ und $R=\{\alpha, -\alpha\}$ f"ur
   $\alpha(h)=2$ w"ahlen wir nun $R^+=\{\alpha\}$ und haben folglich
     $\rho=\alpha/2$. Die Kowurzel zu $\alpha$ ist mithin $\alpha^\vee=h$.
     Die Weylgruppe zwei Elemente $W=\{1,s\}$ und die dot-Operation auf $\mathfrak h^\ast$ wird gegeben durch
     $$s\cdot\lambda=\lambda-\langle \lambda,\alpha^\vee\rangle\alpha -\alpha$$
     Das einzige singul"are Gewicht ist $-\rho$, der einzige singul"are zentrale Charakter $\xi(-\rho)$. Das Gitter der ganzen Gewichte ist $\mathfrak X=\DZ\rho$. Die ganzen zentralen Charaktere sind der singul"are zentrale
     Charakter $\xi(-\rho)$ und die zentralen Charaktere
     $\xi(n\rho)=\op{Ann}_Z{\op{L}}(n\rho)$ f"ur $n\in \DN$.
 \end{Beispiel}

\begin{Beispiel}[\textbf{Kategorie $\mathcal O(\mathfrak{sl}_2)$, singul"arer zentraler Charakter}]
In  ${}_{\xi(-\rho)} \mathcal{O}$ gibt es nur ein einfaches
Objekt $\op{L}(-\rho)=\Delta(-\rho)$ und gegeben ein beliebiges Objekt
$M\in {}_{\xi(-\rho)} \mathcal{O}$ ist  der von der
universellen Eigenschaft induzierte Morphismus ein
Isomorphismus $\op{prod}_{\mathfrak b}^{\mathfrak g}(M_{-\rho})\sira M$.
Der Funktor $M\mapsto M_{-\rho}$ ist eine "Aquivalenz von Kategorien
$${}_{\xi(-\rho)}\mathcal O\;\sirra\; \DC\op{-Modf}$$
zwischen der Kategorie 
aller Objekte von $\mathcal O$  mit singul"arem zentralen Charakter und der Kategorie der endlichdimensionalen komplexen Vektorr"aume.
\end{Beispiel}

\begin{Beispiel}[\textbf{Kategorie $\mathcal O(\mathfrak{sl}_2)$, nichtganzer zentraler Charakter}]
Sei $\chi\in \op{Max}Z$ ein nichtganzer zentraler Charakter. 
  Es gibt genau zwei Gewichte $\lambda\neq \mu$ mit
  $\chi\Delta(\lambda)=\chi\Delta(\mu)=0$ und wir haben $s\cdot\lambda=\mu$
 aber 
$\lambda-\mu\not\in \DZ\alpha$. 
In diesem Fall gibt es in ${}_\chi \mathcal{O}$ genau zwei einfache
Objekte $\op{L}(\lambda)=\Delta(\lambda)$ und 
$\op{L}(\mu)=\Delta(\mu)$
und gegeben ein beliebiges Objekt
$M\in {}_\chi \mathcal{O}$ 
werden die Gewichtsr"aume $M_\lambda$ und
$M_{\mu}$ von $e$ annulliert  
und die universelle Eigenschaft
produzierter Darstellungen liefert nicht nur einen Homomorphismus,
sondern sogar einen 
Isomorphismus von Darstellungen
$\op{prod}_{\mathfrak b}^{\mathfrak g}(M_\lambda\oplus 
M_{\mu})\sira M$. Der Funktor $M\mapsto (M_\lambda,M_\mu)$ ist damit eine
"Aquivalenz von Kategorien
$${}_\chi\mathcal O\;\sirra\;  \DC\op{-Modf}\times  \DC\op{-Modf}$$
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Kategorie $\mathcal O(\mathfrak{sl}_2)$, ganzer regul"arer zentraler Charakter}]
  Wir untersuchen also in Formeln die
  Kategorien ${}_{\xi(n\rho)}\mathcal O$ f"ur $n\in \DN$.
  Sie haben zwei einfache Objekte, die endlichdimensionale Darstellung
  $\op{L}(n\rho)$ der Dimension $n+1$
  und den Vermamodul $\op{L}(-(n+2)\rho)=\Delta(-(n+2)\rho)$ und sie passen in
  eine kurze exakte Sequenz
  $$\Delta(-(n+2)\rho)\hra \Delta(n\rho)\sra \op{L}(n\rho)$$
  Die sogenannten Verschiebungsfunktoren \ref{TVAQ} werden f"ur alle $m,n\in \DN$
  eine "Aquivalenz von Kategorien, ja eine "Aquivalenz von $\DC$-Kategorien
  $${}_{\xi(n\rho)}\mathcal O\;\sirra \;{}_{\xi(m\rho)}\mathcal O$$ liefern.
  Wir k"onnen uns deshalb auf die Untersuchung der Kategorie
  ${}_{\xi(0)}\mathcal O$ konzentrieren. 
Ihre beiden einfachen Objekte sind  die Einsdarstellung $\op{L}(0)=\DC$ und
der Vermamodul  $\op{L}(-2\rho)=\Delta(-2\rho)$. Sie hei"st auch der {\bf Hauptblock}, da sie die Einsdarstellung enth"alt\index{Hauptblock!von $\mathcal O$} und, wie wir gleich sehen werden, nicht noch weiter zerf"allt.
Einem beliebigen Objekt $M\in {}_{\xi(0)}\mathcal O$ ordnen wir nun das Diagramm
komplexer Vektorr"aume 
$$ M_{-2\rho} \begin{array}{c}e\\[-1mm] \rightleftarrows \\[-2mm]
  f \end{array}M_{0}$$ zu. Offensichtlich gilt  $efv=[e,f]v=hv=0$
f"ur jeden Vektor $v\in M_0$.
Unser Funktor liefert sogar eine 
"Aquivalenz von Kategorien 
$$ {}_{\xi(0)}\mathcal{O}\;\sirra\; \{V\in \op{Car}(q\rightleftarrows p,\DC\op{-Modf})\mid (V_p\ra V_q\ra V_p)=0\}$$
mit der besagten Kategorie von Darstellungen des 
oben angedeuteten K"ochers mit
zwei Ecken $p,q$ und zwei Pfeilen.
Einen quasiinversen Funktor erh"alt man, indem man $M_0 \oplus M_{-2\rho}$
als $\mathfrak b$-Modul auffa"st und aus ${\op{U}} (\frak{g}) \otimes_{{\op{U}} (\frak{b})} (M_0 \oplus M_{-2\rho})$
den von allen Ausdr"ucken $f \otimes (v,0) - 1 \otimes (0,fv)$ erzeugten
$\frak{g}$-Untermodul herausteilt.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Unzerlegbare im
      Hauptblock von $\mathcal O(\mathfrak{sl}_2)$}] 
Man "uberzeugt sich im K"ocherbild leicht, da"s unsere Kategorie
bis auf Isomorphismus genau
f"unf unzerlegbare Objekte besitzt. 
Die ersten vier mag man schematisch schreiben als
$\DC  \rightleftarrows 0$, $0  \rightleftarrows \DC$,
$\DC  \leftarrow \DC$ und $\DC  \rightarrow \DC$,
wo wir in den letzten beiden F"allen nur den von Null verschiedenen
Pfeil notiert haben. Das F"unfte dieser unzerlegbaren Objekte 
ist $\DC^2\leftrightarrows \DC$
mit $\op{in}_1$ und $\op{pr}_2$ als Morphismen. 
In unserem Hauptblock  entsprechen diese f"unf Objekte der Reihe nach
den Darstellungen $\op{L}(-2\rho)=\Delta(-2\rho), \op{L}(0), 
\Delta(0)$, einem noch nicht
besprochenen Objekt $\nabla(0)$ und der Tensorproduktdarstellung $\op{L}(1)\otimes \Delta(-\rho)$. 
Ein M"oglichkeit, $\nabla(0)$ hier schon zu beschreiben, ist
als der Kokern eines und jedes injektiven Morphismus
$\Delta(-2\rho)\hra \op{L}(1)\otimes \Delta(-\rho)$.
\end{Beispiel}
\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}
Der Raum der Homomorphismen zwischen Darstellungen aus $\cal{O}$
ist stets endlichdimensional.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Dualit"at auf $\mathcal O$}]
Seien $\mathfrak g\supset\mathfrak h$ 
eine komplexe halbeinfache Liealgebra mit einer Cartan'schen
und $R^+$ ein System positiver Wurzeln.
Man erinnere aus dem Beweis von \eref{ReFoE}{HL},
da"s es 
einen Liealgebrenautomorphismus 
$\tau:\mathfrak g\sira \mathfrak g$
gibt mit $\tau^2=\op{id}$ und 
$\tau(h)=-h\;\forall h\in\mathfrak h$, und da"s derartige 
Liealgebrenautomorphismen {\bf Chevalley-Involutionen} 
hei"sen. 
Man zeige, da"s wir f"ur jede 
Chevalley-Involution zu $\mathfrak g\supset\mathfrak h$
eine "Aquivalenz von Kategorien\label{DaO} 
$$d=d_\tau: \mathcal O\sirra \mathcal O^{\op{opp}}$$
erhalten durch die Vorschrift $dM\pdef(M^\ast)_{\mathfrak h}^\tau$
alias den Raum der $\mathfrak h$-endlichen Vektoren der 
kontragredienten Darstellung mit der durch $\tau$ getwisteten
$\mathfrak g$-Operation, in Formeln 
$xf\pdef-f\circ (\tau x)$. Weiter zeige man, da"s die kanonische
Abbildung in den Bidualraum f"ur alle $M\in\mathcal O$ 
einen Isomorphismus 
$M\sira ddM$ induziert. Man zeige, da"s der nat"urliche
Homomorphismus $E^\ast\otimes M^\ast\ra (E\otimes M)^\ast$
f"ur $M\in\mathcal O$ und $E$ eine endlichdimensionale
Darstellung einen Isomorphismus $E^{\ast\tau}\otimes dM\sira 
 d(E\otimes M)$ induziert. Im "ubrigen ist auch
$E^{\ast\tau}$ isomorph zu $E$, aber das Auszeichnen eines
 Isomorphismus bedeutet eine unkanonische Wahl. Man zeige weiter
 $\op{dim}_\DC(dM)_\lambda=\op{dim}_\DC(M)_\lambda$ und folgere
 $d{\op{L}}(\lambda)\cong {\op{L}}(\lambda)$. 
\end{Ubung}

\begin{Ubunge}[\textbf{$\nabla$-Moduln und ihre universelle Eigenschaft}]
Seien $(\mathfrak g\supset\mathfrak h, R^+)$ 
eine komplexe halbeinfache Liealgebra mit einer Cartan'schen
und  einem System positiver Wurzeln.\label{NUE} 
Gegeben $\lambda\in\mathfrak h^\ast$ und eine Chevalley-Involution $\tau$
setzen wir $$\nabla(\lambda)=\nabla_\tau(\lambda)\pdef d_\tau\Delta(\lambda)$$
und erkl"aren den kanonischen Erzeuger $v_\lambda^\ttop\in \nabla(\lambda)_\lambda$
des h"ochsten Gewichtsraums durch $v_\lambda^\ttop(v_\lambda)=1$ f"ur
$v_\lambda\in \Delta(\lambda)_\lambda$ den bereits in \eref{DeVM}{HL} erkl"arten
kanonischen Erzeuger. 
F"ur alle $M\in\mathcal O$ folgere man aus \eref{UVM}{HL},
da"s wir einen Isomorphismus 
$$\op{Hom}_{\mathfrak g}(M,\nabla(\lambda))\sira 
M_\lambda^{\ast\tau}/\textstyle\sum_{\alpha\in R^+}
\frak g_{-\alpha} M_{\lambda+\alpha}^{\ast\tau}$$
 erhalten, indem wir jeden Homomorphismus auf den $\lambda$-Gewichtsraum
 ein\-schr"an\-ken und den durch $v_\lambda^\ttop$ gegebenen  Isomorphismus
 $\nabla(\lambda)_\lambda\sira\DC$ nachschalten.
 Dadurch ist das Paar $(\nabla(\lambda),v_\lambda^\ttop)$ eindeutig
 bestimmt bis
 auf eindeutigen Isomorphismus und h"angt insbesondere
nicht von der Wahl der Chevalley-Involution $\tau$ ab. 
\end{Ubunge}








\subsection{Zerlegungen der Kategorie $\cal{O}$}

\begin{Bemerkungl}
Ich erinnere an unsere allgemeine Terminologie 
\eref{ZDSK}{NAS} zur Blockzerlegung. Seien $(\mathfrak g\supset\mathfrak h, R^+)$ 
eine komplexe halbeinfache Liealgebra mit einer Cartan'schen
und  einem System positiver Wurzeln.
\end{Bemerkungl}




\begin{Lemma}[\textbf{Zerlegung
nach der Nebenklasse der Gewichte}]
F"ur $\Lambda \subset \frak{h}^{\ast}$ setze man\label{ZNG}
$\cal{O}_{\Lambda} \pdef\{ M \in \cal{O} \mid M_{\lambda} \neq 0
\Rightarrow \lambda \in \Lambda\}$. So haben wir die Zerlegung
$$\cal{O} = \bigoplus_{\Lambda \;\in\; \frak{h}^{\ast}\! / \langle R\rangle }
\cal{O}_{\Lambda}$$
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Gegeben ein Objekt $M \in \cal{O}$ und 
eine Nebenklasse unter dem Wurzelgitter 
$\Lambda \in \frak{h}^{\ast}/\langle R\rangle
$ setzen wir $M_{\Lambda} = \sum_{\lambda \in
\Lambda}M_{\lambda}$.
Wegen $\mathfrak g_\alpha M_\lambda\subset M_{\lambda+\alpha}$
sind die $M_{\Lambda}$ Unterdarstellungen von $M$. Per definitionem
gilt $M =
\sum_{\Lambda} M_{\Lambda}$ f"ur $M\in \mathcal O$
und diese Summe ist offensichtlich direkt, in Formeln
$$M=\bigoplus_{\Lambda} M_{\Lambda}$$
Weil $M$ endlich erzeugt ist, k"onnen dabei nur
endlich viele Summanden von Null verschieden sein. Offensichtlich gibt es
zwischen verschiedenen Summanden keine von Null verschiedenen
Morphismen. Das zeigt die Behauptung.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
Wir erinnern an das Zentrum $Z$ der universellen einh"ullenden Algebra
${\op{U}}(\frak{g})$,
an die Menge $\op{Max}Z$ aller maximalen Ideale von $Z$  
und  an die Abbildung $\xi:\frak{h}^{\ast}\ra \op{Max} Z$,
$\lambda\mapsto \op{Ann}_Z\Delta(\lambda)$, deren Fasern
nach \ref{ZPc} gerade die Bahnen unter der dot-Operation 
der Weylgruppe sind.
\end{Bemerkungl}


\begin{Lemma}[\textbf{Zerlegung nach zentralem Charakter}]
F"ur $\chi \in \op{Max}Z$ setze man
$_{\;\chi}\cal{O} \pdef
\{ M \in \cal{O} \mid \chi^n M= 0$ f"ur $n\gg 0\}$.
So haben wir die Zerlegung\label{ZZC}
$$\cal{O} = \bigoplus_{\chi \in \op{Max}Z}
{_{\;\chi}\cal{O}}$$
\end{Lemma}
\begin{proof}
Nach \ref{AlE}.\ref{OEL} hat jedes $M \in \cal{O}$ endliche L"ange
und alle seine einfachen Subquotienten sind einfache h"ochste 
Gewichtsmoduln. Auf diesen operiert  das Zentrum durch Skalare. Damit ergibt sich unser Satz als Spezialfall aus dem Satz "uber die
verallgemeinerte Hauptraumzerlegung von Moduln "uber kommutativen
Ringen
\eref{ZAM}{KAG}.
\end{proof}
%\begin{proof}[Beweis]
%Nach \ref{AlE}.\ref{OEL} hat jedes $M \in \cal{O}$ endliche L"ange
%und alle seine einfachen Subquotienten sind einfache h"ochste 
%Gewichtsmoduln.
%Damit ist klar, da"s wir paarweise verschiedene
%$\chi_1,\ldots,\chi_r\in \op{Max}Z$ finden k"onnen und $n\in\DN$ 
%mit
%$$(\chi_1\ldots\chi_r)^nM=0$$
%Der chinesische Restsatz \ref{ACR} liefert 
%mit Argumenten wie in \ref{IP}
%einen Isomorphismus
%$$Z/(\chi_1\ldots\chi_r)^n\sira Z/\chi_1^n\times\ldots\times Z/\chi_r^n$$
%den wir benutzen k"onnen, um unser $M$ aufzufassen als einen Modul
%"uber dem Produktring. Die Elemente $e_i$  in diesem
%Produktring mit einem einzigen Eintrag $1$ an der 
%$i$-ten Stelle und Nullen sonst
%operieren auf $M$ als die Projektoren einer Zerlegung
%in eine direkte Summe, und der $i$-te Summand ist genau der
%Untermodul $M_\chi=\{m\in M\mid \chi^n m= 0\}$
%f"ur $\chi=\chi_i$. In der Tat haben wir ja 
% $\chi^ne_i=0$, also $e_iM\subset M_\chi$, 
%und andererseits $\chi^ne_j\ni e_j$ f"ur $j\neq i$, also 
%$(e_jM)_\chi=0$ f"ur $j\neq i$ und damit ergibt sich
%$$M_\chi=(e_1M)_\chi\oplus\ldots \oplus(e_rM)_\chi=e_iM$$
%Den Rest des Beweises "uberlassen
%wir dem Leser.
%\end{proof}

\begin{Bemerkungl}
  Aus \ref{rhod} erinnere ich die Menge 
$$\mathfrak h^*_{\rho\op{-dom}} \pdef \big\{ \lambda \in \mathfrak h^* \mid
\langle \lambda + \rho, \alpha^{\vee} \rangle \not\in \{ -1,-2,
\ldots\} \; \forall \alpha \in R^{+}\big\}$$
Ihre Elemente nennen wir die 
\defnoind{$\rho$-dominanten}\index{dominant@$\rho$-dominant}
{\bf Gewichte von} $V$. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Blockzerlegung von $\cal{O}$}]\label{BO}
Gegeben ein Gewicht  $\lambda \in \frak{h}^{\ast}$
mit Nebenklasse $\bar{\lambda}\pdef\lambda + \langle R\rangle$ unter dem
Wurzelgitter bezeichne
$\cal{O}_{\lambda} \pdef 
 {_{\xi(\lambda)}\cal{O}}
\cap
\cal{O}_{\bar{\lambda}}$
den Schnitt der zugeh"origen 
Unterkategorien aus beiden vorhergehenden Lemmata \ref{ZNG} und \ref{ZZC}.
So haben wir die Zerlegung
$$\cal{O} = \bigoplus_{\lambda \in \frak{h}^{\ast}_{\rho\op{-dom}}}
\cal{O}_{\lambda}$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Aus unserer Beschreibung \ref{HV} aller
  Homomorphismen zwischen Vermamoduln wird unmittelbar folgen,
  da"s sich die $\cal{O}_{\lambda}$ nicht
 weiter in direkte Summen von nichttrivialen 
Unterkategorien zerlegen lassen. Das rechtfertigt 
dann auch recht eigentlich erst 
die Bezeichnung unserer Zerlegung als Blockzerlegung.
Insbesondere ist ${}_{\xi(0)}\cal{O}=\cal{O}_{0}$ der  Hauptblock von $\mathcal O$.\index{Hauptblock!von $\mathcal O$}
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Die einfachen Isomorphieklassen in  
$_{\xi(\lambda)}\cal{O}$ werden
repr"asentiert von den ${\op{L}}(\mu)$ mit $\mu\in W\cdot \lambda$, 
der Bahn von $\lambda$ unter der zum Fixpunkt $-\rho$ verschobenen
Operation der Weylgruppe
nach \ref{DHHH}.
Die einfachen Isomorphieklassen in  $\cal{O}_{\bar{\lambda} }$
werden
repr"asentiert von den ${\op{L}}(\mu)$ mit $\mu\in\bar{\lambda}  $.
Es reicht demnach 
zu zeigen, da"s f"ur alle $\lambda \in \frak{h}^{\ast}$
der Schnitt von 
$(W\cdot \lambda)\cap \bar{\lambda}$
genau ein $\rho$-dominantes Gewicht enth"alt.
Das aber wissen wir bereits aus Korollar \ref{KoL}.
\end{proof}


\begin{Korollar}
  Seien $(\frak{g}\supset \frak{h}, R^+)$ eine halbeinfache komplexe Liealgebra
  mit einer Cartan'schen\label{HBb} und einem System positiver Wurzeln.
  So gilt f"ur jedes 
 $\rho$-do\-mi\-nan\-te
Gewicht $\lambda \in \frak{h}^{\ast}_{\rho\op{-dom}}$: 
\begin{enumerate}
\item
Die einfachen Objekte von $\cal{O}_{\lambda}$ werden
parametrisiert durch die dot-Bahn von $\lambda$ unter seiner
ganzzahligen Weylgruppe, genauer
ist  $
\mu  \mapsto  {\op{L}}(\mu)$ eine Bijektion 
$W_{\bar{\lambda}} \cdot \lambda    \sira 
\op{irr} \cal{O}_{\lambda}$;
\item
Der Vermamodul $\Delta (w_{\bar{\lambda}} \cdot \lambda)$ ist einfach.
\end{enumerate}
\end{Korollar}
\begin{proof}[Beweis]
Die erste Aussage folgt
aus der ersten Aussage von \ref{KoL}.
Die zweite Aussage haben wir im wesentlichen bereits in
\ref{Veer} bewiesen, hier wird der Beweis nur nocheinmal in einer
etwas feineren Sprache wiederholt.
Wir bemerken, da"s
f"ur $\lambda \in \frak{h}^{\ast}_{\rho\op{-dom}}$ ein $\rho$-dominantes Gewicht
und 
$x \in W_{\bar{\lambda}}$ beliebig nach \ref{KoL} gilt
$$w_{\bar{\lambda}}\cdot \lambda \leq x \cdot \lambda \leq \lambda$$
Jeder einfache Subquotient von $\Delta (w_{\bar{\lambda}}\cdot \lambda)$ 
geh"ort nun aber
 zu
$\cal{O}_{\lambda}$
und ist daher nach unseren Resultaten zur Blockzerlegung \ref{BO}
ein einfacher
h"ochster Gewichtsmodul der Gestalt ${\op{L}}(x \cdot \lambda)$ mit $x
\in W_{\bar{\lambda}}$. Bei $\Delta (w_{\bar{\lambda}}\cdot \lambda)$ 
kommt als einfacher Untermodul nur
${\op{L}} (w_{\bar{\lambda}}\cdot \lambda)$ in Frage, 
als da hei"st, jeder einfache Untermodul  unseres
Vermamoduls ist bereits der Vermamodul selber.
\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
Man zeige, da"s  f"ur jede Chevalley-Involution 
die zugeh"orige Dualit"at auf  $\mathcal O$
die Blockzerlegung erh"alt,
in Formeln $M\in\mathcal O_\lambda\RA dM\in\mathcal O_\lambda$.
\end{Ubung}
\subsection{Projektive Objekte von $\cal{O}$}
\begin{Bemerkungl}
Wir haben bereits in \ref{Veer} bewiesen, da"s \glqq fast alle\grqq\  Vermamoduln einfach sind.
Unser Leitproblem f"ur die n"achsten Abschnitte ist es,
die Kompositionsfaktoren der "ubrigen Vermamoduln zu bestimmen.
Dazu wird sich ein vertieftes Verst"andnis der projektiven Objekte von $\cal{O}$
als au"serordentlich hilfreich erweisen.  
Darunter verstehen wir projektive Objekte 
der abelschen Kategorie $\cal{O}$, ausgeschrieben also
Darstellungen $P\in \cal{O}$
derart, da"s jeder surjektive Homomorphismus
$M\sra N$ von $M, N\in \cal{O}$
eine Surjektion
$\cal{O}(P,M)\sra\cal{O}(P,N)$ induziert. Hier erinnere ich
unsere allgemeine Konvention, nach der wir
f"ur eine Kategorie $\mathcal C$ und Objekte $M,N\in\mathcal C$ 
mit $\mathcal C(M,N)$ die Menge der Morphismen von
$M$ nach $N$ bezeichnen. Per definitionem gilt
$\cal{O}(M,N)=\op{Hom}_{\mathfrak g}(M,N)$, aber die linke Notation hat den Vorteil, uns an $M,N\in\mathcal O$ zu erinnern. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Projektive Vermamoduln}]
  Seien $(\frak{g}\supset \frak{h}, R^+)$ eine halbeinfache komplexe Liealgebra
  mit einer Cartan'schen\label{HBb} und einem System positiver Wurzeln.
So ist f"ur jedes  $\rho$-dominante
Gewicht $\lambda \in \frak{h}^{\ast}_{\rho\op{-dom}}$ 
der Vermamodul $\Delta(\lambda)$ 
ein projektives Objekt der Kategorie 
$\cal O$.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungw}
Die hinreichende Bedingung f"ur die 
Projektivit"at eines Vermamoduls aus obigem  Satz
ist auch notwendig. Wir  zeigen das  in \ref{??}. 
\end{Bemerkungw}
\begin{proof}
  Es reicht  zu zeigen, da"s $\Delta (\lambda)$
  projektiv ist in $\cal{O}_{\lambda}$, denn der Projektionsfunktor
  $\op{pr}_\lambda:\cal{O}\ra \cal{O}_{\lambda}$ ist exakt
  und das Nachschalten der
  Einbettung
  induziert einen Isomorphismus 
  $$\cal{O}_\lambda(\Delta
  (\lambda),{\op{pr}}_\lambda M)\sira \cal{O}(\Delta (\lambda),M) $$
  f"ur alle $M\in\cal{O}$. Nach unseren Erkenntnissen "uber
die ganzzahlige Weylgruppe
 aus \ref{KoL} und "uber die Irreduziblen in $\mathcal O_\lambda$ 
aus \ref{HBb} 
haben wir f"ur $M \in \cal{O}_{\lambda}$ jedoch $M_{\nu}
  \neq 0\Rightarrow \nu \leq \lambda$. Nach \eref{UVM}{HL}  
liefert also f"ur $M \in
  \cal{O}_{\lambda}$ das Auswerten auf dem kanonischen 
Erzeuger $v_{\lambda} \in
  \Delta (\lambda)$ einen Isomorphismus $\cal{O}_\lambda (\Delta (\lambda),
  M) \overset {\sim}{\ra} M_{\lambda}$. Da schlie"slich das Bilden des
  $\lambda$-Gewichtsraums ein exakter Funktor ist, folgt aus diesem
  Isomorphismus die Projektivit"at von $\Delta (\lambda)$ in
  $\mathcal O_\lambda$ und dann, wie zuvor bemerkt, auch in $\mathcal O$.
\end{proof}


\begin{Satz}[\textbf{Projektive in $\mathcal O$}]
Es gibt in $\cal{O}$ gen"ugend projektive Objekte und
jedes projektive Objekt von $\cal{O}$ besitzt eine
Vermafahne.\label{GPO}
\end{Satz}

\begin{proof}[Beweis]
Das folgt sofort aus den zwei pr"aziseren 
Aussagen \ref{GPD} und \ref{DSV}, die wir
gleich im Anschlu"s beweisen.
\end{proof}


\begin{Proposition}\label{GPD}
Jeder
Vermamodul  kann eingef"ugt werden
in eine kurze exakte Sequenz
$N\hra P\sra \Delta(\lambda)$, bei der $P$ projektiv
ist in $\cal{O}$ und  $N$ eine Vermafahne besitzt,
in der nur Subquotienten $\Delta(\mu)$ mit $\mu>\lambda$ vorkommen.
\end{Proposition}

\begin{proof}[Beweis]
\nichtfinal{Notation $\mathfrak b$!} Gegeben $\gamma\in\frak{h}^\ast$ und $M$ ein $\frak{b}$-Modul
betrachten wir in $M$ den Untervektorrraum
$$\tau_{\leq \gamma}M=\bigoplus_{\mu\leq\gamma}M_\mu$$
Sicher ist die Summe aller Gewichtsr"aume eine Unterdarstellung von $M$
und $\tau_{\leq \gamma}M$ ist hinwiederum ein Quotient dieser Unterdarstellung
nach einem $\frak{b}$-stabilen Teilraum und damit auch ein $\frak{b}$-Modul.
Wir betrachten nun den Projektionsfunktor 
$\op{pr}_\lambda:\cal{O}\ra\cal{O}_\lambda$ und
bilden f"ur $\nu\in  |R^+\rangle$   die Darstellungen
$$P_{\leq\lambda+\nu}\pdef  \op{pr}_{\lambda} \op{prod}_{\frak{b}}^{\frak{g}}
\;\tau_{\leq \lambda+\nu}
\op{prod}_{\frak{h}}^{\frak{b}}\DC_\lambda$$
Nach \ref{AlE} geh"oren sie zu $\mathcal O$. Zusammen mit den
nat"urlichen Surjektionen  
bilden sie ein durch  die Menge $ |R^+\rangle $  
indiziertes projektives System, das mit $\Delta(\lambda)$
endet.
Wir behaupten, da"s $P_{\leq\lambda+\nu}$ f"ur $\nu$ hinreichend gro"s
nicht  von $\nu$ abh"angt und da"s das dann ein projektives Objekt 
$P$ der gew"unschten Gestalt ist.
Genauer stabilisiert unser System bereits, wenn
$\lambda+\nu$ gr"o"ser ist als jedes Gewicht aus 
$(W\cdot \lambda) \cap \bar\lambda$,
denn die Kerne der Surjektionen in unserem 
projektiven System vor Anwenden von
$\op{pr}_\lambda$ haben stets Vermafahnen und werden unter dieser
Bedingung von $\op{pr}_\lambda$ annulliert.
Weiter folgt unter
dieser Bedingung an $\nu$ 
f"ur jedes $N\in\cal{O}_{\lambda}$
aus $N_\mu\neq 0$ schon $\mu\leq\lambda+\nu$. F"ur beliebiges $M\in\cal{O}$
folgern wir damit  Isomorphismen
$$\begin{array}{cll}
\op{Hom}_{\frak{g}}(P_{\leq\lambda+\nu}, M)
&\sira&\op{Hom}_{\frak{g}}(P_{\leq\lambda+\nu},
\op{pr}_{\lambda} M)\\
&\sira&\op{Hom}_{\frak{b}}(\tau_{\leq \lambda+\nu}
\op{prod}_{\frak{h}}^{\frak{b}}\DC_\lambda,\op{pr}_{\lambda} M)\\
&\sira&\op{Hom}_{\frak{b}}(\op{prod}_{\frak{h}}^{\frak{b}}\DC_\lambda,\op{pr}_{\lambda} M)\\
&\sira&\op{Hom}_{\frak{h}}( \DC_\lambda,\op{pr}_{\lambda} M)\\
&\sira&(\op{pr}_{\lambda} M)_\lambda
\end{array}$$
und erkennen so die Projektivit"at von $P_{\leq\lambda+\nu}$. Die "ubrigen 
in der Proposition behaupteten Eigenschaften
sind leicht einzusehen.
\end{proof}

\begin{Proposition}[\textbf{Vermafahnen direkter Summanden}] 
Seien $M^{\prime}, M^{\prime\prime} \in \cal{O}$.
Genau dann besitzt $M^{\prime} \oplus M^{\prime\prime}$ eine Vermafahne,
wenn sowohl $M^{\prime}$ als auch $M^{\prime\prime}$ eine
Vermafahne besitzen.\label{DSV} 
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis] 
Da"s eine direkte Summe von zwei Moduln mit Vermafahne auch
eine Vermafahne besitzt ist offensichtlich. Um die andere
Implikation zu zeigen 
beginnen wir mit einem Lemma.
\begin{Lemma}
Besitzt $M \in \cal{O}$ eine Vermafahne und 
ist $\lambda$ ein maximales Gewicht von $M$ und
$v \in M_{\lambda}$ ein von
Null verschiedener Gewichtsvektor,
so ist die Abbildung $\Delta (\lambda) \ra M$,
$v_{\lambda} \mapsto v$ eine Injektion und $M/\Delta (\lambda)$
besitzt auch eine Vermafahne.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis des Lemmas]
Besitzt $M$ eine Vermafahne, so ist $M$
offensichtlich frei als ${\op{U}}(\frak{n})$-Modul. Das zeigt, da"s unsere
Abbildung $\Delta (\lambda) \ra M$ eine Injektion sein mu"s.
Ihr Bild ist offensichtlich ${\op{U}}(\frak{g})v$.
Gegeben eine Vermafahne
$$ M= M_{n} \supset \ldots \supset M_{i} \supset M_{i-1}
\supset\ldots \supset  M_{0} =0$$
von $M$ sei nun $i$ der Index mit $v \in M_{i}$ aber $v \not\in
M_{i-1}$. Da $\lambda$ ein maximales Gewicht von $M$ war, haben
wir notwendig 
${\op{U}}(\frak{g})v\sira  M_{i}/M_{i-1}$
und damit ${\op{U}}(\frak{g}) v \cap M_{i-1} =0$.
Also hat $\bar{M} = M / {\op{U}} (\frak{g}) v$ die Vermafahne
\begin{displaymath}\bar{M} = \bar{M}_{n} \supset \ldots \supset
\bar{M}_{i} = \bar{M}_{i-1}\supset \ldots \supset
\bar{M}_{0} =0\qedhere
\end{displaymath}
\end{proof}\noindent
Um nun die Proposition zu zeigen, 
w"ahlen wir einen von Null verschiedenen
Vektor $v$ zu einem maximalen Gewicht aus einem der beiden Summanden,
sagen wir aus $M'$. Dann haben wir offensichtlich
$\overline{M^{\prime} \oplus M^{\prime\prime}}
=\bar{M^{\prime}} \oplus M^{\prime\prime}$
und Induktion "uber die kleinstm"ogliche L"ange einer Vermafahne von $M$
beendet den Beweis.
\end{proof}


\begin{Bemerkungl}
Wir bezeichnen mit ${\op{P}}(\lambda)$ eine 
{\bf projektive Decke} von 
${\op{L}} (\lambda)$ in $\cal{O}$, als da hei"st, 
ein unzerlegbares 
projektives Objekt mit Quotient ${\op{L}}(\lambda)$. 
Nach \ref{GPO} existiert stets solch ein Objekt.\label{EigVK}  Nach 
\eref{UQ}{NAS} 
ist es eindeutig bis auf nichteindeutigen Isomorphismus und wir haben
$$\op{dim}_\DC\op{Hom}_{\mathfrak g}({\op{P}}(\lambda),{\op{L}}(\mu))
=\delta_{\lambda\mu}$$
Weiter  hat der Kern der 
offensichtlichen Surjektion ${\op{P}}(\lambda)\sra \Delta(\lambda)$
nach \ref{GPD} und \ref{DSV} eine Vermafahne, 
in der nur Subquotienten $\Delta(\mu)$ mit $\mu>\lambda$ 
auftreten. 
\end{Bemerkungl}
























\begin{Satz}[\textbf{Reziprozit"atsformel}]
Die Vielfachheit eines  Vermamoduls als Subquotient in einer Vermafahne
eines   unzerlegbaren Projektiven der Kategorie $\cal O$
stimmt "uberein mit der Vielfachheit\label{SRr} 
des einfachen Quotienten von besagtem Projektiven als Subquotient einer
Kompositionsreihe von besagtem Vermamodul, 
in Formeln 
$$\hspace{2cm}({\op{P}} (\lambda) : \Delta (\mu) ) = 
[ \Delta (\mu) : \op{L} (\lambda)]\qquad
\forall \lambda, \mu \in \frak{h}^{\ast}$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl} 
Die Reziprozit"atsformel wurde in diesem Kontext zuerst von
Bernstein, Gelfand und Gelfand \cite{BGG-O} bewiesen und hei"st
\defind{BGG-Reziprozit"at}. Da"s die Subquotienten
in einer Vermafahne eines Objekts von Kategorie $\mathcal O$ bis auf
Reihenfolge wohldefiniert sind, kann man entweder aus
dem gleich folgenden Beweis ableiten oder auch einfacher aus \ref{GrOn}.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
  Nach \ref{EigVK} haben wir 
$\op{dim}_\DC\op{Hom}_{\mathfrak g}({\op{P}}(\lambda),{\op{L}}(\mu))
  =\delta_{\lambda\mu}$ und damit
  $$\op{dim}_\DC\mathcal O({\op{P}}(\lambda),M)
  =[M:{\op{L}}(\lambda)]$$
  f"ur alle Objekte $M\in \mathcal O$. Wegen 
  $[ \Delta (\mu) : \op{L} (\lambda)]=[ \nabla (\mu) : \op{L} (\lambda)]$ reicht es also,
  f"ur alle $\lambda,\mu$ die Gleichheit
  $ ({\op{P}} (\lambda) : \Delta (\mu)) = 
  \op{dim}_\DC\mathcal O({\op{P}}(\lambda),\nabla (\mu))$
  zu zeigen. Daf"ur m"ussen wir nur f"ur alle projektiven
  Objekte $P$ von $\mathcal O$ und alle Gewichte $\mu$ die Gleichheit
   $$(P  : \Delta (\mu) ) = 
  \op{dim}_\DC\mathcal O(P,\nabla (\mu))$$
  zeigen. Wir zeigen diese Gleichheit  allgemeiner 
  f"ur alle Objekte $P$ mit Vermafahne und zwar durch vollst"andige
  Induktion "uber die L"ange einer Vermafahne.
  F"ur die Induktionsbasis betrachten wir $P=\Delta(\lambda)$
  und zeigen, da"s dann beide Seiten $\delta_{\lambda\mu}$ sind.
  In der Tat folgt das aus der universellen Eigenschaft von Vermamoduln
  mit Fall $\lambda\not<\mu$ und durch Dualisieren \ref{DaO}
  in den anderen F"allen. 
  F"ur den Induktionsschritt sei $Q\hra P\sra \Delta(\lambda)$ eine kurze
  exakte Sequenz in $\mathcal O$. Es reicht zu zeigen, da"s
  sie  eine kurze
  exakte Sequenz
  $$\mathcal O(\Delta(\lambda),\nabla (\mu))
  \hra \mathcal O(P,\nabla (\mu))\sra \mathcal O(Q,\nabla (\mu))$$
  induziert, als da hei"st, da"s die rechte Abbildung hier wie
  bereits angedeutet eine Surjektion sein mu"s.
  Um das zu sehen, zeigen wir zun"achst, da"s jede kurze exakte Sequenz
  $\nabla (\mu)\hra E\sra \Delta(\lambda)$ in $\mathcal O$ spaltet.
  Gilt hier nicht $\lambda< \mu$, so liefert die
  universelle Eigenschaft von Vermamoduln unmittelbar eine Spaltung.
  Gilt dahingegen
  $\lambda< \mu$, so dualisieren wir und sind auch wieder fertig.
  F"ur die mit den langen exakten Ext-Sequenzen vertrauten Leser
  ist der Beweis damit zu Ende. Die anderen m"ussen sich noch "uberlegen,
  da"s wir durch Bilden des Pushout
  $E\pdef\op{cok}((i,-\varphi)^\ttop:Q\hra (P\oplus\nabla(\mu))$
  zur Einbettung $i:Q\hra P$ und irgendeinem Morphismus
  $\varphi: Q\ra\nabla(\mu)$ ein kommutatives Diagramm mit exakten
  Zeilen 
  $$\begin{array}{ccccc}
  Q & \hookrightarrow &P &\twoheadrightarrow &\Delta(\lambda)\\
  \downarrow & &\downarrow && \| \\
   \nabla(\mu)& \hookrightarrow &E& \twoheadrightarrow & \Delta(\lambda)
\end{array}$$
  erhalten. Da die untere Zeile spaltet, l"a"st sich  unser
  Morphismus
  $\varphi: Q\ra\nabla(\mu)$  in der Tat
  zu einem Morphismus $P\ra\nabla(\mu)$
  ausdehnen.
\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}\label{TPP}
Ist $P$ ein projektives Objekt von $\cal{O}$ und $E$ eine
endlichdimensionale Darstellung, so ist auch
$E\otimes P$ ein projektives Objekt von $\cal{O}$.
\end{Ubung}



\subsection{Die Tensoridentit"at*}

\begin{Proposition}[\textbf{Die Tensoridentit"at\index{Tensoridentit"at} 
und ihre Verwandten}]
Sei $\frak{b} \ra \frak{g}$ ein Homomorphismus von
Liealgebren "uber einem K"orper $k$.\label{TI} %\label{EGI}
Gegeben Darstellungen $M \in \frak{b} \op{-Mod}$ und $E \in \frak{g}\op{-Mod}$ 
haben wir kanonische  Isomorphismen von 
$\frak{g}$-Moduln 
$$
\begin{array}{lcr}
\op{prod}^{\frak{g}}_{\frak{b} }
(E\otimes_{k} M) &\sira& E \otimes_{k}
(\op{prod}^{\frak{g}}_{\frak{b} } M)\\[2mm]
\op{ind}^{\frak{g}}_{\frak{b}} \op{Hom}_{k} (E,M) &\sira&
\op{Hom}_{k} (E, \op{ind}^{\frak{g}}_{\frak{b}} M)\\[2mm]
\op{ind}^{\frak{g}}_{\frak{b}} \op{Hom}_{k} (M,E) &\sira&
\op{Hom}_{k} (\op{prod}^{\frak{g}}_{\frak{b}} M,E)
\end{array}$$
\end{Proposition}
\begin{Bemerkunge}
  Eine Variante dieser Aussagen f"ur Mengen mit Gruppenoperation 
wird in \eref{TIc}{TF} ausformuliert.
\end{Bemerkunge}
\begin{proof}
Ganz allgemein ist nach \eref{Kompa}{TF} der Adjungierte
einer Verkn"upfung von Funktoren die Verkn"upfung der Adjungierten,
wenn sie existieren. 
Diese Erkenntnis gilt es nun anzuwenden auf die kommutativen Diagramme
von Funktoren
$$
\begin{array}{ccc}
\frak{g}\op{-Mod}&\stackrel{E\otimes}{\lra}&\frak{g}\op{-Mod}\\
\da&&\da\\
\frak{b}\op{-Mod}&\stackrel{E\otimes}{\lra}&\frak{b}\op{-Mod}\\
\end{array}\hspace{5mm}
\begin{array}{ccc}
\frak{g}\op{-Mod}&\stackrel{\op{Hom}(E,\;)}{\lra}&\frak{g}\op{-Mod}\\
\da&&\da\\
\frak{b}\op{-Mod}&\stackrel{\op{Hom}(E,\;)}{\lra}&\frak{b}\op{-Mod}\\
\end{array}$$
$$\begin{array}{ccc}
\frak{g}\op{-Mod}&\stackrel{\op{Hom}(\;,E)}{\lra}&\frak{g}\op{-Mod}^{\op{opp}}\\
\da&&\da\\
\frak{b}\op{-Mod}&\stackrel{\op{Hom}(\;,E)}{\lra}&\frak{b}\op{-Mod}^{\op{opp}}\\
\end{array}$$
mit den Restriktionen als Vertikalen
und der Adjunktion $(E\otimes, \op{Hom}(E,\;))$ beziehungsweise
der Tatsache, da"s der Rechtsadjungierte der Horizontalen 
$\op{Hom}(\;,E)$ im Diagramm ganz rechts wieder $\op{Hom}(\;,E)$ ist,
nur diesmal aufgefa"st als Funktor in der Gegenrichtung.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}\label{EGI}
Nehmen wir im letzten unserer 
Isomorphismen speziell $E=k$, so ergibt sich ein kanonischer
Isomorphismus
$(\op{prod}^{\frak{g}}_\frak{b} N)^{\ast} \sira
\op{ind}^{\frak{g}}_\frak{b} (N^{\ast})$.
\end{Bemerkungl}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
Der erste unserer drei Isomorphismen wird 
unter der Identifikation $\op{prod}^{\frak{g}}_{\frak{b} }M=
{\op{U}}(\frak{g})\otimes_{{\op{U}}(\frak{b})}M$ auf Elementen
gegeben durch
die Vorschrift $u \otimes (e \otimes m) \mapsto u (e\otimes (1\otimes m))$.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}
Gegeben eine weitere Darstellung $F \in \frak{g}\op{-Mod}$ 
kommutiert das Diagramm
\begin{displaymath}
\xymatrix{
\op{prod}^{\frak{g}}_\frak{b} (E \otimes F \otimes  M) 
\ar[r] \ar[d] & (E \otimes F) \otimes
\op{prod}_\frak{b}^{\frak{g}} M\ar[d]\\
E \otimes \op{prod}^{\frak{g}}_\frak{b} (F \otimes M) \ar[r] 
& E \otimes (F \otimes \op{prod}_\frak{b}^{\frak{g}}
M)
}
\end{displaymath}
\end{Ubung}



\subsection{Verschiebungsfunktoren}
\begin{Bemerkungl} Seien im folgenden $(\frak{g}\supset \frak{h}, R^+)$ eine halbeinfache komplexe Liealgebra
  mit einer Cartan'schen\label{HBb} und einem System positiver Wurzeln.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Wir erinnern an die Zerlegung $\cal{O} = \bigoplus_{\lambda\in \mathfrak h_{\rho\op{-dom}}} \cal{O}_{\lambda}$ 
aus \ref{BO}, in der
 $\lambda$ "uber die $\rho$-dominanten Gewichte
l"auft.
Zu dieser Zerlegung 
geh"oren Projektionsfunktoren $\op{pr}_{\lambda} : \cal{O}\ra
\cal{O}_{\lambda}$  und
Einbettungsfunktoren $\op{in}_{\lambda} : 
\cal{O}_{\lambda} \hookrightarrow \cal{O}$.  
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}
Gegeben $\lambda, \mu$ zwei $\rho$-dominante 
Gewichte  mit ganzer Differenz
$\mu-\lambda 
 \in \frak{X}$
betrachten wir eine  einfache endlichdimensionale 
Darstellung $E$ mit extremem Gewicht
$\mu - \lambda$  und einem ausgezeichnetem Erzeuger des
zugeh"origen Gewichtsraums und
definieren nach \cite{MHG} den \defnoind{Verschiebungsfunktor von $\lambda$ nach $\mu$},
\index{Verschiebung} auf englisch und franz"osisch 
\defind{translation functor},
als den Funktor
$$\begin{array}{lccl}{\op{T}}^{\mu}_{\lambda} :
& \cal{O}_{\lambda} &\ra& \cal{O}_{\mu}\\
& M &\mapsto & \op{pr}_{\mu} (E \otimes M)
\end{array}$$
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Die Wahl eines ausgezeichneten 
Erzeugers des
zugeh"origen Gewichtsraums ist nur eine von vielen
M"oglichkeiten, unseren Funktor bis auf eindeutigen Isomorphismus 
festzulegen. Alternativ k"onnte man 
auch $E = {\op{L}}(\nu)$ nehmen f"ur $\{ \nu\} = W (\mu -\lambda)
\cap \frak{X}^{+}$, aber mit dieser Wahl erreicht man bei
den nun folgenden Konstruktionen nur schwer denselben Grad von
Eindeutigkeit. 
\end{Bemerkungl}



\begin{Lemma}[\textbf{Erste Eigenschaften der Verschiebungsfunktoren}]
Gegeben  $\rho$-dominante 
Gewichte\label{EV} $\lambda, \mu$ mit ganzer Differenz
 gilt:
\begin{enumerate}
\item
Der Verschiebungsfunktor ${\op{T}}^{\mu}_{\lambda}$ ist exakt;
\item
Es gibt Adjunktionen $({\op{T}}^{\lambda}_{\mu},{\op{T}}^{\mu}_{\lambda})$;
\item
Die Verschiebungsfunktoren vertauschen mit der Dualit"at, 
wir geben im Beweis sogar genauer f"ur jede Chevalley-Involution
eine ausgezeichnete  
Isotransformation ${\op{T}}^{\mu}_{\lambda} \circ d
\siRa d \circ {\op{T}}^{\mu}_{\lambda}$ an;
\item
  Unter den Verschiebungsfunktoren
${\op{T}}^{\mu}_{\lambda}$ werden Projektive zu
Projektiven.
\end{enumerate}
\end{Lemma}






\begin{proof}[Beweis]
1.
Der Verschiebungsfunktor ${\op{T}}^{\mu}_{\lambda}$ ist exakt als
Komposition der exakten Funktoren
${\op{T}}^{\mu}_{\lambda} = \op{pr}_{\mu} \circ (E \otimes) \circ
\op{in}_{\lambda}$;
\\[2mm]\noindent
2.
Wir haben nat"urliche Adjunktionen 
$(\op{in}_{\lambda}, \op{pr}_{\lambda}),$ $(E
\otimes, E^{\ast} \otimes) $ und $ (\op{pr}_{\mu}, \op{in}_{\mu})$.
Weiter haben wir ${\op{T}}^{\lambda}_{\mu} = \op{pr}_{\lambda} \circ (E^*
\otimes)\circ \op{in}_{\mu}$,  wobei wir in  $E^*$ den
Gewichtsvektor auszeichnen, der auf dem
in $E$ ausgezeichneten 
Gewichtsvektor den Wert Eins annimmt. So erhalten wir
eine Adjunktion von Funktoren $({\op{T}}^{\mu}_{\lambda},
{\op{T}}^{\lambda}_{\mu})$;
\\[2mm]\noindent
3.
Wir denken uns hier eine Chevalley-Involution $\tau$
fest gew"ahlt und verstehen $d=d_\tau$. 
Wir  haben  kanonische
Isomorphismen  $(E \otimes M)^{\ast} \sira E^{\ast} \otimes
M^{\ast}$  wegen $\op{dim}E<\infty$
und dann auch $d(E \otimes M) \sira dE  \otimes
dM$.
Weiter erkl"aren wir kanonische
Isomorphismen $dE  \sira E$ dadurch,
da"s wir den eben erkl"arten 
ausgezeichneten extremen Gewichtsvektor
von $E^{\ast}$ mit dem 
ausgezeichneten extremen Gewichtsvektor von $E$
identifizieren.
Mit der offensichtlichen Isotransformation
 $\op{pr}_{\mu} \circ d \siRa d \circ \op{pr}_{\mu}$  erhalten
 wir dann kanonische Isomorphismen
$$
\begin{array}[b]{cclll} 
{\op{T}}_{\lambda}^{\mu} dM &=& \op{pr}_{\mu} (E \otimes dM)\\
 &\sira & \op{pr}_{\mu} (d E  \otimes dM)\\
 &\sira& \op{pr}_{\mu} d (E \otimes M)\\
 &\sira& d \op{pr}_{\mu} (E \otimes M) &=& d ({\op{T}}^{\mu}_{\lambda} M)
\end{array}
$$
Das zeigt die Behauptung.
\\[2mm]\noindent
4.
Ist in der Tat 
$P$ projektiv in $\cal{O}_{\lambda}$, so ist $\cal{O}_{\lambda} (P,\;)
\circ {\op{T}}_{\mu}^{\lambda}
\cong{\cal{O}_{\mu}} ({\op{T}}^{\mu}_{\lambda} P, \;) $ 
exakt als Verkn"upfung exakter Funktoren 
und somit ist ${\op{T}}_{\lambda}^{\mu} P$ projektiv in
$\cal{O}_{\mu}$.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}
Wir bezeichnen von nun an mit  $W_{\lambda}$
die Standgruppe
von $\lambda$ bez"uglich der dot-Operation und $W_{\bar{\lambda}}$
die ganzzahlige Weylgruppe von $\lambda$ nach \ref{DGW1}. 
Bei der ganzzahligen Weylgruppe
kommt es noch nicht einmal
 darauf an, ob wir diesen Begriff in Bezug auf die lineare
Operation oder  in Bezug auf die dot-Operation verstehen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Proposition}[\textbf{Verschieben von Vermamoduln}]
Seien $\lambda, \mu$ zwei $\rho$-domi\-nante Gewichte\label{VFe} 
mit ganzer Differenz $\lambda- \mu\in\mathfrak X$.
 So besitzt f"ur alle Elemente der ganzzahligen Weygruppe 
$x \in W_{\bar{\lambda}}$
der verschobene Vermamodul ${\op{T}}_{\lambda}^{\mu}
\Delta (x \cdot \lambda)$ eine Vermafahne,
 in der jeder  Vermamodul $\Delta (xy \cdot \mu) $ mit $y \in W_{\lambda}/ (W_{\lambda} \cap
W_{\mu})$ genau einmal 
als Subquotient auftritt.
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
Zwei Spezialf"alle verdienen besondere Beachtung: 
Im Fall
$W_{\lambda} \subset W_{\mu}$ der sogenannten
\defnoind{Verschiebung auf W"ande}\index{Verschiebung!auf W"ande} 
werden Vermamoduln zu
Vermamoduln, genauer gilt ${\op{T}}_{\lambda}^{\mu} \Delta
(x \cdot \lambda)\cong \Delta (x \cdot \mu)$.
Im Fall
$W_{\lambda} \supset W_{\mu}$ der sogenannten
\defnoind{Verschiebung aus W"anden}\index{Verschiebung!aus W"anden}  hat
${\op{T}}^{\mu}_{\lambda}
\Delta (x \cdot \lambda)$ eine Filtrierung mit Subquotienten
$\Delta (xy \cdot \mu)$ f"ur $y \in W_{\lambda} /W_{\mu}$.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Wir haben nach der Definition ${\op{T}}^{\mu}_{\lambda} \Delta (x \cdot
\lambda) = \op{pr}_{\mu} (E \otimes \Delta (x \cdot \lambda))$
f"ur $E \cong {\op{L}}(\nu)$ mit $\{ \nu\} = W (\mu - \lambda) \cap \frak{X}^{+}$.
Jetzt brauchen wir ein Lemma.
\begin{Lemma}
Sei $E$ eine endlichdimensionale Darstellung von $\frak{g}$.
So hat die Tensordarstellung\label{TVF}  
$E \otimes \Delta (\lambda)$ eine Verma-Fahne mit
Subquotienten $\Delta (\lambda + \eta),$ wobei $\eta$ "uber die
Multimenge ${\op{P}}\!_\mu (E)$ der Gewichte von $E$ mit ihren Multiplizit"aten
l"auft.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Die Tensoridentit"at \ref{TI} liefert uns einen kanonischen Isomorphismus
$ E \otimes_{\Bbb{C}}\op{prod}_\frak{b}^\frak{g} \Bbb{C}_{\lambda}\sira
\op{prod}_\frak{b}^\frak{g} ( E\otimes_{\Bbb{C}} \Bbb{C}_{\lambda}),$
und jede Filtrierung des $\frak{b}$-Moduls $E$ mit eindimensionalen
Subquotienten induziert eine $\Delta$-Fahne der gew"unschten Art
auf $E \otimes \Delta (\lambda)$.
\end{proof}\noindent
Insbesondere hat in unserem Fall $E \otimes \Delta (x \cdot \lambda)$
eine Vermafahne mit Subquotienten $\Delta (x \cdot \lambda +
\eta),$ wo $\eta$ die Multimenge ${\op{P}}\!_\mu (E)$ der Gewichte von $E$ durchl"auft.
Wir m"ussen demnach nur f"ur alle $\eta \in {\op{P}}\!_\mu (E)$ 
die drei Implikationen
\begin{fBild}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildVAW}\\[4mm]
\noindent
Illustration zur Verschiebung aus der Wand: In diesem Fall 
ergibt sich eine kurze exakte Sequenz
$$\Delta(\mu)\hra {\op{T}}_\lambda^\mu\Delta(\lambda)\sra\Delta(y\cdot \mu)$$
\end{fBild}
$$\begin{array}{ccc}\op{pr}_{\mu} \Delta (x \cdot \lambda + \eta) \neq 0
&\Leftrightarrow&  \exists\; y\in W_{\lambda}\text{ mit }
x \cdot \lambda + \eta
=xy\cdot\mu  \\
&&\Downarrow\\
&&
\op{dim}
E_{\eta}=1
\end{array}$$ zeigen.
$\Leftarrow$ und $\Downarrow$ sind evident.
Wir zeigen nun $\Rightarrow$.
Gegeben eine beliebige affine Spiegelungsgruppe $\cal{W}$
auf einem affinen euklidischen Raum $E$ wird
f"ur beliebige $v, w \in E$ nach \eref{AAb}{SPW} der Abstand
$\| v - z w \|$ minimal genau f"ur die $z \in \cal{W},$
f"ur die $v$ und $z w$ im Abschlu"s desselben Alkoven
liegen.
Lassen wir speziell $\cal{W} =
W_{\bar{\lambda}}=
W_{\bar{\mu}} $ operieren vermittels der dot-Operation
als affine Spiegelungsgruppe auf dem affinen euklidischen Raum $E =
\lambda +  \langle R\rangle_\Bbb{Q}$ "uber dem angeordneten K"orper $\Bbb{Q},$
so liegen $\lambda$ und
$\mu$ im Abschlu"s desselben Alkoven,
da sie beide $\rho$-dominant sind.
Andererseits sind aber die Gewichte maximaler L"ange von $E$
nach \ref{EGe} genau die extremen Gewichte, d.h.\ die Gewichte
auf dem Weylgruppenorbit $W(\mu-\lambda)$.
Nur dann kann also ein Gewicht $\eta\in {\op{P}}\!_\mu(E)$ den Abstand zwischen
einem Element aus $ W_{\bar{\lambda}}\cdot \lambda$ und einem
Element aus $ W_{\bar{\lambda}}\cdot \mu$ "uberbr"ucken,
wenn unser Gewicht $\eta$ extrem ist und die beiden fraglichen Punkte im
Abschlu"s desselben Alkoven liegen.
Genau dann liegen nun aber
$x\cdot \lambda$ und  $xy \cdot \mu$
im Abschlu"s desselben Alkoven, 
wenn es ein $z$ aus der Standgruppe
von $\lambda$ gibt mit $y \cdot \mu=
z \cdot \mu,$ und dann wird ihre Differenz auch in der
Tat gerade "uberbr"uckt durch ein extremes Gewicht von $E,$ n"amlich
durch das Gewicht $xz(\mu-\lambda)$.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
Ich erinnere an die Grothendieckgruppe einer
abelschen Kategorie \eref{GG}{NAS} und an den von einem
exakten Funktor induzierten Gruppenhomomorphismus \eref{TFGH}{NAS}.
\end{Bemerkungl}
\begin{Proposition}
Die  einfachen Moduln, die Vermamoduln und die unzerlegbaren Projektiven
liefern jeweils\label{GrOn} 
eine $\Bbb{Z}$-Basis der Grothendieckgruppe von $\cal{O}$.
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis]
Es reicht, die analoge Aussage f"ur die Kategorien ${_\chi\cal{O}}$
zu zeigen.
Die Einfachen bilden
f"ur jede l"angenendliche Kategorie eine 
Basis der Grothendieck-Gruppe,
siehe \eref{IAB}{NAS}. Die Einfachen von ${_\chi\cal{O}}$ sind genau die
${\op{L}}(\lambda)$ mit $\lambda$ aus einer geeigneten endlichen
Menge $S$, genauer der Menge $S=\xi^{-1}(\chi)$.
Die quadratische Matrix  der
$[\Delta (\lambda)  : {\op{L}} (\mu)]$ mit
$\lambda,\mu\in S$ 
hat Einsen auf der Diagonalen und obere Dreiecksgestalt bei
geeigneter Nummerierung von $S$. 
Mithin ist diese Matrix
invertierbar und das zeigt, da"s auch die $[\Delta (\lambda)]$
mit $\lambda\in S$ eine $\Bbb{Z}$-Basis von $[{_\chi\cal{O}}]$ bilden.
F"ur die unzerlegbaren Projektiven argumentiert man genauso,
auch die Matrix $[{\op{P}}(\lambda)  : \Delta (\mu)]_\Delta$ mit
$\lambda,\mu\in S$ 
hat  nach \ref{EigVK} Einsen auf der Diagonalen und obere Dreiecksgestalt bei
geeigneter Nummerierung von $S$.
\end{proof}
\begin{Korollar}\label{IG}
Seien $\lambda, \mu \in \frak{h}^{\ast}_{\rho\op{-dom}}$ zwei $\rho$-dominante
Gewichte mit ganzer Differenz. Gilt  $W_{\lambda} \subset W_{\mu},$ 
so induziert
${\op{T}}^{\mu}_{\lambda} {\op{T}}^{\lambda}_{\mu}$ auf der Grothendieckgruppe
$[\cal{O}\!_\mu]$ die Multiplikation mit der nat"urlichen Zahl 
$|W_{\mu}/W_{\lambda}|$.
Insbesondere wird unter der Verschiebung ${\op{T}}^{\lambda}_{\mu}$ aus der Wand
kein von Null verschiedener Modul zu Null.
\end{Korollar}
\begin{proof}[Beweis]
Die Vermamoduln aus $\cal{O}_\mu$ bilden eine Basis der Grothendieck\-grup\-pe
$[\cal{O}_\mu]$. Das
Korollar folgt damit aus \ref{VFe}.
\end{proof}


\begin{Satz}
Gegeben $\rho$-dominante Gewichte $ \lambda, \mu$ mit ganzer Differenz
$\lambda - \mu \in \frak{X}$ und mit derselben Standgruppe
$W_{\lambda} = W_{\mu}$ unter der dot-Operation
liefert der Verschiebungsfunktor eine "Aquivalenz von
Kategorien\label{TVAQ} 
$${\op{T}}^{\mu}_{\lambda} : \cal{O}_{\lambda} \sirra
\cal{O}_{\mu}$$
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis]
Es reicht zu  zeigen,  die vermittels einer Adjunktion 
$\alpha$ erkl"arten
Abbildungen Isomorphismen
$$\hat{\alpha}_M:M \sira {\op{T}}^{\lambda}_{\mu} {\op{T}}^{\mu}_{\lambda} M
\;\;\; \text{ und }
\;\;\; \check{\alpha}_N:{\op{T}}^{\mu}_{\lambda}
{\op{T}}^{\lambda}_{\mu} N \sira N$$
sind f"ur alle $M \in \cal{O}_{\lambda},$ $N \in
\cal{O}_{\mu}$.
Wir f"uhren das nur f"ur die Erste unserer beiden Abbildungen
aus.
Per defintionem ist  $\hat{\alpha}_{M}$ das Bild der Identit"at auf
${\op{T}}^{\mu}_{\lambda} M$ unter dem durch die Adjunktion
gegebenen Isomorphismus
$$\cal{O}_\mu ({\op{T}}^{\mu}_{\lambda} M, {\op{T}}^{\mu}_{\lambda}
M)\sira  \cal{O}_\lambda (M,{\op{T}}^{\lambda}_{\mu}
{\op{T}}^{\mu}_{\lambda} M)$$
Aus ${\op{T}}^{\mu}_{\lambda} M \neq 0$ folgt also $\hat{\alpha}_{M} \neq 0$.
Da die Endomorphismen
von Vermamoduln genau die skalaren Vielfachen der Identit"at sind, 
 ist nach \ref{VFe} 
mithin $\hat{\alpha}_{M}$ ein Isomorphismus f"ur jeden
Vermamodul $M = \Delta (x\cdot \lambda) \in \cal{O}_{\lambda}$.
Dann ist $\hat{\alpha}_{M}$ auch ein Isomorphismus f"ur jeden Modul $M$ mit
Vermafahne, nach dem F"unferlemma und Induktion.
Nach \ref{AlE}.\ref{QEVF} ist aber jedes Objekt von $\mathcal O$ 
Quotient eines Objekts mit Vermafahne. Damit ist nat"urlich auch  
jedes Objekt von $\mathcal O_{\lambda}$ 
Quotient eines Objekts  von $\mathcal O_{\lambda}$ mit Vermafahne.
F"ur beliebiges $M$ folgt dann die Behauptung 
vermittels einer
Zwei-Schritte-Aufl"osung durch Objekte mit Vermafahne 
und erneuter Anwendung des F"unferlemmas.
\end{proof}
\begin{Korollar}
Seien $\lambda, \mu \in \frak{h}^{\ast}_{\rho\op{-dom}}$ mit $\lambda -
\mu \in \frak{X}$ und $W_{\lambda} = W_{\mu}$.
So gilt f"ur alle $x,y \in W_{\bar{\lambda}} = W_{\bar{\mu}}$
die Identit"at von Jordan-H"older-Multiplizit"aten $$[\Delta (x \cdot \lambda) : {\op{L}}(y \cdot \lambda)]= [\Delta(x \cdot
\mu): {\op{L}}(y \cdot \mu)]$$ 
\end{Korollar}
\begin{proof}[Beweis]
Wir haben eine "Aquivalenz von Kategorien, die
$\Delta (x \cdot \lambda)$ auf $\Delta (x \cdot \mu)$
abbildet und damit nat"urlich auch den 
eindeutigen einfachen Quotienten auf den 
eindeutigen einfachen Quotienten. 
\end{proof}




\subsection{Homomorphismen zwischen Vermamoduln}
\begin{Bemerkungl}
 Seien $(\frak{g}\supset \frak{h}, R^+)$ eine halbeinfache komplexe Liealgebra
  mit einer Cartan'schen\label{HBb} und einem System positiver Wurzeln. Bezeichne
$\mathfrak n^+,\mathfrak n\subset \mathfrak g$ die Summe der Wurzelr"aume zu
Wurzeln aus $R^+$ beziehungsweise $-R^+$, so da"s also gilt
$\mathfrak g=\mathfrak n^+\oplus\mathfrak h\oplus \mathfrak n$
und $\mathfrak b=\mathfrak h\oplus \mathfrak n^+$ in unserer "ublichen Notation.
Im folgenden verstehen wir unter einem {\bf Vermamodul} oder genauer einem
{\bf Vermamodul f"ur $(\frak{g}\supset \frak{h}, R^+)$}
einen $\mathfrak g$-Modul, der isomorph ist zu
$\Delta(\lambda)=\op{U}(\mathfrak g)\otimes_{\op{U}(\mathfrak b)}\DC_\lambda$ f"ur ein
$\lambda\in \mathfrak h^*$ wie in \ref{VerM}. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Homomorphismen zwischen Vermamoduln}]
\begin{enumerate}
\item
Jeder von Null verschiedene Homomorphismus zwischen zwei
Vermamoduln ist injektiv;
\item
Jeder Vermamodul hat genau einen einfachen Untermodul und dieser einfache
Untermodul
ist auch selbst wieder ein Vermamodul;
\item
Der Raum der Homomorphismen zwischen zwei  Vermamoduln hat
h"och\-stens die Dimension Eins;
\item\label{HV4}
Bezeichne $\uparrow$ die st"arkste reflexive transitive
Relation auf $\frak{h}^{\ast}$ derart,
da"s gilt $(s_{\alpha} \cdot \lambda) \uparrow \lambda$
f"ur alle $\lambda\in\frak{h}^{\ast}$ und $\alpha \in R^+$ mit 
$(s_{\alpha} \cdot \lambda) \leq \lambda$ alias $\langle \lambda+\rho,\alpha^\vee\rangle\in \DN$.  
Andererseits
 stehe $\Delta (\lambda)\subset \Delta (\mu)$ f"ur die Aussage,
da"s sich $\Delta (\lambda)$ als Untermodul in $
\Delta (\mu)$ einbetten l"a"st.
So haben wir
$$\Delta (\lambda)\subset \Delta (\mu) \;\;
\Leftrightarrow \;\;\lambda \uparrow \mu$$
\end{enumerate}
\label{HV}
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Unser Satz kann auch aufgefa"st werden als eine Beschreibung des
$\frak{h}$-Moduls der $\frak{n}^+$-Invarianten in einem beliebigen
Vermamodul.
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}[Beweis]
1.
Ist $A$ ein  Ring, so ist jeder
Homomorphismus des $A$-Linksmoduls $A$ zu sich selber
die Multiplikation mit einem Element von $A$ von rechts.
Ist $A$ ein Integrit"atsring, so ist folglich jeder von Null
verschiedene Homomorphismus des $A$-Linksmoduls $A$ zu sich selber
injektiv.   
Wenden wir unsere Erkenntnis an auf die Einh"ullende $A= {\op{U}} (\frak{n})$ und
beachten, da"s Vermamoduln als Moduln  "uber ${\op{U}}(\frak{n})$ 
isomorph sind zu ${\op{U}}(\frak{n})$ selber, so ergibt sich die Behauptung.
\\[2mm]\noindent
2.
Jeder Vermamodul ist frei "uber dem Integrit"atsring
${\op{U}}(\frak{n})$ und damit auch torsionsfrei. F"ur 
$u \in {\op{U}} (\frak{n}), v \in
\Delta (\lambda)$ folgt aus $u \cdot v =0$
also schon $u =0$ oder $v =0$. Ein einfacher Modul
${\op{L}}(\lambda)$ kann aber nur
dann torsionsfrei sein "uber ${\op{U}} (\frak{n}),$ wenn er bereits selbst
ein Vermamodul ist, in Formeln ${\op{L}}(\lambda) =\Delta (\lambda)$.
Insbesondere ist jeder einfache Untermodul eines Vermamoduls
selbst wieder ein Vermamodul.
F"ur eine endlichdimensionale Liealgebra $\frak{n}$ kann es nun aber
keine Einbettung
$${\op{U}} (\frak{n}) \oplus {\op{U}} (\frak{n})
\hookrightarrow {\op{U}} (\frak{n})$$
von ${\op{U}} (\frak{n})$-Linksmoduln
geben,
denn die Bilder von $(1,0)$ und $(0,1)$ unter so einer Einbettung
m"u"sten f"ur geeignetes $n \in \Bbb{N}$ in ${\op{U}}^{\leq n} (\frak{n})$
liegen und wir h"atten damit Einbettungen
$${\op{U}}^{\leq i} (\frak{n}) \oplus {\op{U}}^{\leq i} (\frak{n}) \hookrightarrow {\op{U}}^{\leq n+i}
(\frak{n})$$
f"ur alle $i \in \Bbb{N}$ im Widerspruch dazu, da"s $\op{dim}
{\op{U}}^{\leq i} (\frak{n})$ nach Poincar\'{e}-Birkhoff-Witt gegeben wird
durch ein Polynom in $i,$ genauer $\op{dim}
{\op{U}}^{\leq i} (\frak{n})={{i+d}\choose{d}}$ f"ur $d=\op{dim}
\frak{n}$.
Ein Vermamodul kann damit nicht zwei 
verschiedene einfache Untermoduln besitzen,
denn beide m"ussten Vermamoduln sein und Schnitt Null haben im
Widerspruch zu unseren Betrachtungen zu Moduln "uber ${\op{U}} (\frak{n})$.
\\[2mm]\noindent
3.
Bezeichne $\op{soc} \Delta (\lambda)$ den einfachen Untermodul von
$ \Delta (\lambda)$ alias seinen Sockel.
Da nach Teil 1 jeder von Null verschiedene Homomorphismus
von Vermamoduln injektiv ist, verschwindet er auch nicht 
auf dem Sockel des Ausgangsmoduls.
Gegeben Vermamoduln $\Delta (\lambda)$ und $\Delta (\mu)$ folgern
wir die dritte Behauptung nun aus den Inklusionen
$$\mathcal O (\Delta (\lambda), \Delta (\mu)) \hookrightarrow
\mathcal O(\op{soc} \Delta (\lambda), \Delta (\mu))=
\mathcal O(\op{soc} \Delta (\lambda), \op{soc} \Delta (\mu))$$
\noindent
4.
Der Beweis dieser Aussage kann erst 
nach einigen Vorbereitungen im Anschlu"s an \ref{vb} gegeben werden.
\end{proof}


\begin{Definition}
Sei $s \in S$ eine einfache Spiegelung. Eine \defnoind{Verschiebung
durch die $s$-Wand}\index{Verschiebung!durch Wand} 
ist ein Funktor $$\theta_{s}: \cal{O}_{0} \ra
\cal{O}_{0}$$ der Gestalt $\theta_{s} = {\op{T}}^{0}_{\mu} {\op{T}}^{\mu}_{0}$ f"ur ein
$\mu \in \frak{h}^{\ast}_{\rho\op{-dom}} \cap \frak{X}$ \defind{auf der $s$-Wand} 
alias $W_{\mu} = \langle
s \rangle $.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungw}
Wir werden uns sp"ater "uberlegen, da"s so eine Verschiebung
durch die Wand bis auf nat"urliche "Aquivalenz
nicht von der Wahl der Stelle $\mu$ auf der Wand
abh"angt. Die m"oglichen $\mu$ sind "ubrigends genau alle
ganzzahligen Linearkombinationen von fundamentalen dominanten Gewichten,
in denen das fundamentale dominante Gewicht zu unserer ausgezeichneten
einfachen
Spiegelung $s$ den Koeffizienten $-1$ hat und alle anderen
Koeffizienten nichtnegativ sind.
\end{Bemerkungw}
\begin{Lemma}[\textbf{Eigenschaften von
      Verschiebungen durch W"ande}]
  Sei $s\in S$ eine einfache Spiegelung in Bezug auf unser System von
  positiven Wurzeln $R^+$. So gilt:
\begin{enumerate}
\item Jede Verschiebung $\theta_{s}$ durch die $s$-Wand
ist ein exakter und 
selbstadjungierter Funktor und f"ur alle $M\in\mathcal O$ gilt
$\theta_{s} d M\cong d\theta_S M$; \nichtfinal{$d$ schon eingef"uhrt?} 
\item
Die von  unseren Adjunktionen $\alpha:({\op{T}}^{\mu}_{0},{\op{T}}^{0}_{\mu})$
und  $\omega:({\op{T}}^{0}_{\mu}, {\op{T}}^{\mu}_{0})$
induzierten Transformationen $\hat{\alpha}:\op{id} \ra \theta_{s}$
beziehungsweise  $\check{\omega}:\theta_{s} \ra
\op{id}$ liefern  genau dann
von Null verschiedene Abbildungen $M \ra \theta_{s} M$
beziehungsweise
 $\theta_{s} M \ra M,$  wenn gilt $\theta_{s} M \neq 0$;
\item
Wir haben $\op{dim}
\cal{O}(\Delta, \theta_{s} \Delta) =
\op{dim} \cal{O} (\theta_{s} \Delta,
\Delta) =1$ f"ur jeden Vermamodul $\Delta$ aus $ \cal{O}_0$;
\item
Wir haben $\theta_{s} \Delta(x\cdot 0) \cong \theta_{s}
\Delta(xs\cdot 0)$  f"ur alle $x \in W$ und unter der zus"atzlichen Annahme 
$x< xs$ \nichtfinal{(wo Bruhatordnung? besser $l(x)< l(xs)?)$}
gibt es eine kurze exakte Sequenz
$$\Delta(x\cdot 0) \hookrightarrow \theta_{s} \Delta(x\cdot 0)
\twoheadrightarrow \Delta(xs\cdot 0)$$
\end{enumerate}\label{EVW}
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungw}\nichtfinal{Sp"ater!} 
 Wir werden gleich zeigen k"onnen, da"s die kurze exakte Sequenz aus 4
nicht spaltet: Sobald wir die Einbettung 
$\Delta(x\cdot 0)\subset\Delta(xs\cdot 0)$ kennen, liefert
die Annahme einer Spaltung n"amlich einen Widerspruch zur Aussage von Teil 3.
\end{Bemerkungw}
\begin{proof}[Beweis]
1.
Die entsprechenden Aussagen "uber
Verschiebungsfunktoren aus 
\ref{EV} liefern sofort eine Isotransformation 
$ \theta_{s}\circ d\siRa d\circ \theta_{s}$ und
die Existenz von Adjunktionen
$ (\theta_{s},\theta_{s})$.
%Ein genaueres Studium des Beweises dort zeigt sogar, 
%da"s sich die Unbestimmtheit in den Adjunktionen zwischen
%Verschiebungsfunktoren hier wegk"urzt und eine 
%wohlbestimmte Adjunktion
%$ (\theta_{s},\theta_{s})$ liefert, aber das werden wir
%im weiteren nicht ben"otigen.
\\[2mm]\noindent
2.
Unsere  Adjunktionen liefern von Null
verschiedene Abbildungen $M \ra \theta_{s} M$ beziehungsweise
$\theta_{s} M\ra M$
genau dann, wenn gilt ${\op{T}}^{\mu}_{0} M \neq 0$.
In der Tat kommen sie ja her von der Identit"at auf ${\op{T}}_{0}^{\mu}
M$ vermittels der Adjunktionsisomorphismen
$$\begin{array}{ccc}
\op{Hom} ({\op{T}}^{\mu}_{0}M, {\op{T}}^{\mu}_{0} M) & \sira &
\op{Hom} (M, {\op{T}}^{0}_{\mu} {\op{T}}^{\mu}_{0} M)\\
\op{Hom} ({\op{T}}^{\mu}_{0} M, {\op{T}}^{\mu}_{0} M) & \sira  &
\op{Hom} ({\op{T}}^{0}_{\mu} {\op{T}}^{\mu}_{0} M, M)
\end{array}$$
Schlie"slich liefert jedoch die Verschiebung aus
der Wand  ${\op{T}}^{0}_{\mu}$ eine Injektion auf der Grothendieckgruppe
nach  \ref{IG} und das zeigt die Behauptung. %die dort bewiesene Aussage
%zeigt genauer $\theta_{s} M \neq 0
%\Leftrightarrow {\op{T}}^{\mu}_{0} M \neq 0$.
\\[2mm]\noindent
3.
Das folgt mit den Adjunktionen $({\op{T}}^{\mu}_{0}, {\op{T}}^{0}_{\mu})$ und
$({\op{T}}^{0}_{\mu}, {\op{T}}^{\mu}_{0})$ daraus, da"s Vermamoduln auf die
Wand ger"uckt Vermamoduln bleiben.
\\[2mm]\noindent
4.
Als aus der Wand ger"uckter Vermamodul hat $\theta_{s}
\Delta(x\cdot 0) = {\op{T}}^{0}_{\mu} \Delta (x \cdot \mu)$ nach \ref{VFe} eine
Vermafahne mit Subquotienten
$\Delta(x\cdot 0)$ und $\Delta(xs\cdot 0)$. Diese Vermafahne
l"a"st sich tats"achlich in der behaupteten Weise
anordnen, da sie sonst nach \eref{UVM}{HL} spalten m"u"ste und
sich dann eben umsortieren lie"se.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Erinnerungen zur Bruhatteilordnung}] 
  Ich erinnere an die Bruhatteilordnung \eref{DBru}{SPW}
  auf der Weylgruppe. Sie kann dadurch charakterisiert werden,
  da"s gegeben eine\label{BTAa} 
  k"urzestm"ogliche Darstellung $w=s_1\ldots s_r$ eines
  Elements als Produkt von einfachen Spiegelungen
  die Menge $\{x\in W\mid x\leq w\}$ mit
  der Menge aller Produkte von Teilausdr"ucken
  $x=s_{i(1)}\ldots s_{i(q)}$ zusammenf"allt, f"ur
  $q\geq 0$ und $i:\{1,\ldots, q\}\ra \{1,\ldots, r\}$
  streng monoton wachsend. 
  Da"s jedoch diese Menge nicht von der Wahl der
  k"urzestm"oglichen Darstellung abh"angt und da"s wir
  so in der Tat eine partielle Ordnung erhalten,
  mu"s erst einmal bewiesen werden. Aus \eref{Rr}{SPW} folgt sogar,
  da"s jedes $x\leq w$ unter den reduzierten Teilausdr"ucken unserer
  gegebenen k"urzestm"oglichen Darstellung zu finden ist.
\end{Bemerkungl}


\begin{Proposition}\label{Bruo}
Bezeichne $\leq$ die Bruhat-Teilordnung auf der Weylgruppe. So
haben wir f"ur alle $x,y \in W$
$$\Delta(x \cdot 0) \subset \Delta(y \cdot 0) \Leftrightarrow x \geq y$$
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis]
F"ur diesen Beweis k"urzen wir $\Delta(x \cdot 0)=\Delta(x)$ ab
und haben insbesondere $\Delta( 0)=\Delta(e)$ f"ur $e\in W$ das
neutrale Element.
Wir zeigen zun"achst
die Implikation $\Leftarrow$ und gehen dazu in mehreren Schritten vor.
\\[2mm]\noindent
1.
Nach \eref{EIV}{HL} gilt $\Delta (s) \subset \Delta (e)$ f"ur
alle einfachen Spiegelungen $s \in S$.
\\[2mm]\noindent
2.
F"ur $x,y \in W$ und $s \in S$ mit $x< xs,$ $y<
ys$ gilt
$$\Delta (x ) \subset \Delta (y ) \;\;\Rightarrow\;\;
\Delta (xs ) \subset \Delta(y s )$$
Um das zu sehen, wenden wir auf die linke Inklusion
den Funktor $\theta_{s}$ an und erhalten
mithilfe von \ref{EVW}
ein kommutatives Diagramm
$$\begin{array}{ccccc}
\Delta (x ) & \hookrightarrow & \theta_{s}\Delta (x
) & \twoheadrightarrow & \Delta (xs)\\
\downarrow & & \downarrow & & \downarrow \\
\Delta (y) &\hookrightarrow & \theta_{s} \Delta (y) & \twoheadrightarrow &\Delta (ys )
\end{array}$$
W"are hier die rechts induzierte Vertikale die Nullabbildung,
so m"u"ste die
mittlere Vertikale "uber $\Delta (y )$ faktorisieren. Da
$\theta_{s}$ exakt ist, ist jedoch die mittlere Vertikale
injektiv, und wir erhielten auf diese Weise 
eine Injektion $\theta_{s} \Delta
(x ) \hookrightarrow \Delta (y )$ und damit eine
Injektion von $\op{U}(\frak{n})$-Linksmoduln
$\op{U}(\frak{n}) \oplus \op{U}(\frak{n}) \hookrightarrow \op{U}
(\frak{n})$.
Die aber kann es nicht geben, wie wir bereits im Beweis von
\ref{HV} gesehen hatten.
\\[2mm]\noindent
3. F"ur alle $x\in W$  gilt $\Delta (x) \subset \Delta (e)$.
Das folgt aus den ersten beiden Schritten 
mit Induktion "uber die L"ange von $x$. Man kann das aber auch
zeigen, ohne Punkt 2 zu verwenden, indem man die volle Kraft von 
\eref{EIV}{HL} ausnutzt, die ja auch $sx > x \;\;\Rightarrow\;\; \Delta (sx ) \subset \Delta (x
)$ liefert f"ur alle einfachen Spiegelungen $s\in S$.
\\[2mm]\noindent
4.
Wir zeigen als Zwischenschritt f"ur jeden 
Vermamodul $\Delta$ aus ${\cal{O}}_0,$
da"s jede Komposition von  Abbildungen
$\Delta\ra\theta_{s}\Delta\ra \Delta$ verschwindet.
Nach dem vorhergehenden Punkt, und da
diese Morphismenr"aume eh h"ochstens 
eindimensional sind, d"urfen wir uns hierbei auf 
den Fall $\Delta=\Delta ( e)$ beschr"anken.
Unsere Adjunktionen zeigen in diesem Fall, 
da"s die Homomorphismenr"aume von $\Delta
(e)$ oder $\Delta (s)$ nach $\theta_{s} \Delta (e) \cong
\theta_{s} \Delta (s )$ eindimensional sind, und die
Homomorphismenr"aume in der umgekehrten Richtung desgleichen.
Die kanonische Abbildung $\theta_{s}\Delta ( e) \ra
\Delta ( e)$ faktorisiert also "uber die Einbettung
$\Delta (s )\subset\Delta ( e)$ und die
Komposition von kanonischen Abbildungen $\Delta (e)
\hookrightarrow \theta_{s} \Delta ( e) \ra \Delta ( e)$ ist folglich 
in der Tat Null.
\\[2mm]\noindent
5.
Wir zeigen f"ur alle $x \in W$ und $s \in S,$ da"s
gilt $$xs > x \;\;\Rightarrow\;\; \Delta (xs ) \subset \Delta (x
)$$
Nach dem vorhergehenden Punkt faktorisiert
n"amlich  die
von Null verschiedene kanonische Abbildung 
$\Delta (xs )\ra \theta_{s}\Delta (xs )$
"uber den Kern der kanonischen Abbildung
$\theta_{s}\Delta (xs )\ra\Delta (xs ),$ als da hei"st
"uber $\Delta (x )$.
\\[2mm]\noindent
6.
Ist $x=s_1 s_2\ldots s_l$ eine reduzierte Darstellung von $x$ und haben
wir $y$ mit $y\leq x,$ 
so gibt es nach unserer Charakterisierung der Bruhatteilordnung \ref{BTAa} geeignete
$t_i\in\{ s_i,e\}$ mit $y=t_1 t_2\ldots t_l$ und  sogar so, da"s
die vom neutralen Element $e$ verschiedenen $t_i$ 
eine reduzierte Darstellung von $y$
bilden. Mit
2 und 5 folgern wir nun induktiv 
$\Delta (s_1 s_2\ldots s_i) \subset
\Delta (t_1 t_2\ldots t_i )$ f"ur alle $i$.
\\[2mm]\noindent
7.
Die andere Implikation $\Delta (x) \subset
\Delta (y ) \Rightarrow x \geq y$ folgt sofort
aus dem anschlie"senden Lemma. 
\end{proof}

\begin{Lemma}
Seien $x,y \in W$. So gilt $[\Delta ( y \cdot 0) : {\op{L}} (x \cdot 0)]
\neq 0 \IFF  y \leq x$.\label{mneo}
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis] Wir k"urzen $\Delta ( x \cdot 0)=\Delta ( x)=\Delta_x$ ab
  und "ahnlich ${\op{P}} ( x \cdot 0)={\op{P}}_ x$ sowie ${\op{L}} ( x \cdot 0)={\op{L}}_ x$.
  Die Implikation $\Leftarrow$ folgt aus der Implikation $\Leftarrow$ in
  \ref{Bruo} alias der Inklusion $\Delta_y\supset \Delta_x$ f"ur $y\leq x$,
  die ja bereits bewiesen ist. Es gilt noch $\Rightarrow$ zu zeigen. 
Gegeben $z \in W$ und $s \in S$ mit $z < zs$ bemerken wir zun"achst
$[\theta_{s}{\op{L}}_{zs}: {\op{L}}_z ] \neq 0$.
In der Tat haben wir n"amlich
$$\mathcal O (\Delta_z , \theta_{s} {\op{L}}_{zs}
) = \mathcal O (\theta_{s} \Delta_z,
 {\op{L}}_{zs} )\supset \mathcal O ( \Delta_{zs},
 {\op{L}}_{zs} ) \neq 0$$ mit dem letzten Teil von \ref{EVW}.
Ist also $x = s \ldots t$ eine reduzierte Darstellung von $x$
als Produkt einfacher Spiegelungen, so
erhalten  wir  $[\theta_{s} \ldots \theta_{t}
  {\op{L}}_x : {\op{L}}_e]\neq 0$ und davon ausgehend
der Reihe nach
$$\begin{array}{l}\mathcal O (\Delta_ e, \theta_{s}
  \ldots \theta_{t} {\op{L}}_x ) \neq 0\text{ wegen $\Delta_e={\op{P}}_e$;}\\
\mathcal O (\theta_{t} \ldots \theta_{s}
\Delta_e, {\op{L}}_x ) \neq 0\text{ wegen der Adjunktionen $(\theta_s,\theta_s)$;}\\
{\op{P}}_x\text{ ist Summand von $\theta_{t} \ldots \theta_{s}
  \Delta_e$;}
\\
\text{Kommt $\Delta_y$ in einer Vermafahne von $P_x$  vor, so  auch}
\\\text{ \;\;\; in jeder
  Vermafahne von $\theta_{t} \ldots \theta_{s}
  \Delta_e$;}
\\
\text{Kommt $\Delta_y$ in einer Vermafahne von $P_x$  vor, so
    gilt $y\leq x$;}
\\ \text{Kommt $\op{L}_x$ in einer Kompositionsreihe von $\Delta_y$ vor,}
   \\ \text{ \;\;\; so 
    gilt $y\leq x$ nach  der Reziprozit"atsformel \ref{SRr}. }
\end{array}$$
Damit ist auch die andere Implikation im Lemma bewiesen.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
  Damit ist \ref{Bruo} vollst"andig bewiesen, als da hei"st,
  im Hauptblock $\cal{O}_0$
  werden die Homomorphismen zwischen Vermamoduln 
vollst"andig kontrolliert durch
  die Bruhatteilordnung auf der Weylgruppe.  Als n"achstes behandeln wir
  allgemeiner Bl"ocke mit ganzem Parameter und m"ussen einige kombinatorische
  Vorbereitungen treffen.
\end{Bemerkungl}

\begin{Lemma}
Seien $R\supset R^+$ ein Wurzelsystem mit
einem System positiver Wurzeln, $(W,S)$ seine
Weylgruppe mit den einfachen Spiegelungen,
$S_{\iota} \subset S$ eine Teilmenge der Menge der einfachen Spiegelungen und
$W_{\iota} \pdef \langle S_{\iota}\rangle \subset W$ das\label{knf} 
Erzeugnis von $S_{\iota}$. So haben wir:
\begin{enumerate}
\item
In jeder Nebenklasse aus $W/W_{\iota}$ gibt es genau einen
Repr"asentanten kleinster L"ange und  genau
einen Repr"asentanten gr"o"ster L"ange.
Sie sind auch f"ur die Bruhatteilordnung die kleinsten beziehungsweise gr"o"sten Elemente
ihrer Nebenklasse.
\item
Bezeichnet $W^{\iota} \subset W$ die Menge der k"urzesten
Repr"asentanten, so
gilt f"ur alle $x \in W^{\iota}$ und $y \in W_{\iota}$
die Formel $l(xy) = l(x)
+ l(y)$.
\end{enumerate}
\end{Lemma}
\begin{Bemerkunge}
  Dasselbe gilt analog f"ur jedes Coxetersystem $(W,S)$, vergleiche
  \eref{KNK}{SPW} und \eref{BONK}{SPW}.
\end{Bemerkunge}
\begin{proof}[Beweis]
Bezeichne $R_{\iota}\subset R$ die Menge aller derjenigen Wurzeln, die sich aus
den einfachen Wurzeln zu Spiegelungen aus $S_\iota$ linear kombinieren
lassen. Sicher ist $R_{\iota}$ ein Wurzelsystem in dem von 
ihm aufgespannten Teilraum.
Offensichtlich stabilisiert jedes $s \in S_{\iota}$ die Menge $R^{+}
\backslash R_{\iota}$.
Gegeben $w \in W$ ist nun $R_{\iota} \cap (w R^{+})$ ein System
positiver Wurzeln in $R_{\iota}$ und es gibt folglich genau ein $v \in
W_{\iota}$ mit $v(R_{\iota} \cap (w R^{+})) = R_{\iota}\cap R^{+} $.
Da die L"ange eines Elements nach \eref{LWu}{SPW}
genau die Zahl der positiven
Wurzeln ist, die von ihm 
negativ gemacht werden, ist $x=vw$ notwendig das k"urzeste Element
der Linksnebenklasse $W_\iota w$
und f"ur alle $y \in W_{\iota}$ gilt
$l(yx)= l(y) + l(x)$.
Das zeigt die analoge Aussage f"ur Linksnebenklassen.
Die im Lemma behauptete Aussage f"ur
Rechtsnebenklassen folgt durch Invertieren.
\end{proof}



\begin{Proposition}
Gegeben $\mu \in \frak{h}^{\ast}_{\rho\op{-dom}} \cap \frak{X}$ ein ganzes
$\rho$-dominantes Gewicht und $x,y \in
W^{\mu}$ k"urzeste Repr"asentanten von Nebenklassen aus $W/W_\mu$ gilt
$$\Delta (x \cdot \mu) \subset \Delta (y \cdot \mu)
\Leftrightarrow x \geq y$$
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis]
Um die Implikation 
$\Leftarrow $ zu zeigen,
r"uckt man die Einbettung $\Delta (x \cdot 0) \subset \Delta
(y\cdot 0)$ mit ${\op{T}}^{\mu}_{0}$ an die Stelle $\mu$.
Um die andere Implikation 
$\Rightarrow$ zu zeigen,
folgern wir aus $\Delta (x \cdot \mu) \subset \Delta (y \cdot \mu)$
 der Reihe nach
$$\begin{array}{ll}
\op{Hom} ({\op{T}}_{0}^{\mu} \Delta (x \cdot 0), \Delta (y \cdot \mu))\neq 0
&\text{wegen  }{\op{T}}_{0}^{\mu} \Delta (x \cdot 0)\cong\Delta (x \cdot \mu) ,\\
\op{Hom} (\Delta (x \cdot 0), {\op{T}}^{0}_{\mu} \Delta (y\cdot \mu))\neq 0&
\text{wegen der Adjunktion }({\op{T}}_{0}^{\mu},{\op{T}}^{0}_{\mu} ) ,\text{ und}\\
\op{Hom} (\Delta (x \cdot 0),  \Delta (yu\cdot 0))\neq 0&\text{f"ur ein }u\in
W_\mu\text{ wegen \ref{VFe}}.\\
\end{array}$$
Mit dem Hauptblock-Fall \ref{Bruo} folgt dann $x \geq yu \geq y$.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
Gegeben $\lambda \in \frak{h}^{\ast}_{\rho\op{-dom}}$ ist
$W_{\bar{\lambda}}$ kanonisch isomorph zur
Weylgruppe des Wurzelsystems $R_{\bar{\lambda}}$.
Das System positiver Wurzeln $R^+\cap R_{\bar{\lambda}}$
definiert folglich eine Teilordnung auf $W_{\bar{\lambda}},$ die wir
\glqq die  Bruhatteilordnung auf $W_{\bar{\lambda}}$\grqq\ 
nennen und $\geq_{\bar{\lambda}}$ notieren.
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}\label{IKV}
Gegeben $\lambda \in \frak{h}^{\ast}_{\rho\op{-dom}}$
und $x,y \in W_{\bar{\lambda}}$ k"urzeste Repr"asentanten von Nebenklassen
aus $W_{\bar{\lambda}}/W_{\lambda}$ gilt
mit $\geq_{\bar{\lambda}}$ der Bruhat-Teilordnung auf $W_{\bar{\lambda}}$ die Regel
$$\Delta (x \cdot \lambda) \subset \Delta (y \cdot \lambda)
\;\;\Leftrightarrow\;\; x \geq_{\bar{\lambda}} y$$
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis]
Ganz genauso wie der Beweis f"ur den bisher behandelten
Spezialfall $\lambda \in \frak{h}^{\ast}_{\rho\op{-dom}} \cap \frak{X}$ mit
zwei Ausnahmen:
Erstens sollten wir uns klarmachen, da"s es f"ur jede einfache
Spiegelung $s \in W_{\bar{\lambda}}$ tats"achlich ein $\mu \in
\frak{h}^{\ast}_{\rho\op{-dom}} \cap (\lambda + \frak{X})$ gibt mit $W_{\mu} =
\langle s \rangle$.
Das "uberlassen wir  dem Leser.
Zweitens ben"otigen wir f"ur jede einfache Spiegelung $s \in
W_{\bar{\lambda}}$ eine Einbettung $\Delta (s \cdot \lambda)
\subset\Delta (\lambda)$. Das leistet die anschlie"sende
Proposition \ref{IVV}.
\end{proof}
\begin{Proposition}\label{IVV}
Gegeben $\lambda \in \frak{h}^{\ast}$ beliebig und $s\in W$ eine Spiegelung
mit $(s \cdot \lambda) \leq \lambda $ gilt
$\Delta (s \cdot \lambda) \subset \Delta (\lambda)$.
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis]
Zun"achst einmal zeigen wir das f"ur $\lambda$ ganz und regul"ar.
In diesem Fall haben wir ja $\lambda=z\cdot\mu$ 
f"ur eindeutig bestimmte $z\in W$
und $\mu\in \frak{X}\cap\frak{h}^{\ast}_{\rho\op{-dom}}$ und es 
gilt, aus $(sz\cdot\mu)\leq (z\cdot\mu)$
zu folgern $sz\geq z$ in der Bruhat-Teilordnung.
Nun bedeutet unsere Ungleichung $(sz\cdot\mu)\leq (z\cdot\mu)$ 
aber geometrisch gerade,
da"s die Spiegelebene $L$ von $s$ den Alkoven $B$ von $(z\cdot\mu)$ 
und den Alkoven
$A$ von $\mu$ nicht trennt. Mit \ref{prol} folgt erst $l(sz)>l(z)$ 
und dann $sz\geq z$
wie gew"unscht.
Jetzt behandeln wir den allgemeinen Fall.
Hier beruht das Argument auf dem folgenden Lemma, das wir 
im Anschlu"s beweisen.
\begin{Lemma}\label{ZA}
F"ur jedes ganze Gewicht $\nu \in \frak{X}$ ist die
Menge
$$\{\tau \in \frak{h}^{\ast} \mid \Delta (\tau + \nu)
\subset\Delta (\tau) \}$$
abgeschlossen in $\frak{h}^{\ast}$ f"ur die Zariski-Topologie.
\end{Lemma}\noindent
Daraus folgt dann die Proposition, denn ist sagen wir
$\alpha$ die Wurzel zu $s$ und 
setzen wir  $\langle \lambda + \rho, \alpha^{\vee}
\rangle=n,$ betrachten die Hyperebene $H$ aller $\tau \in \frak{h}^{\ast}$
mit $\langle \tau + \rho, \alpha^{\vee}
\rangle=n$ und nehmen $\nu=-n\alpha,$ so gilt
$(s\cdot \tau)=\tau+\nu$ f"ur alle $\tau\in H$ und
nach dem schon Bewiesenen haben wir
$\Delta (\tau+\nu) \subset \Delta (\tau)$ 
f"ur alle regul"aren $\tau\in \frak{X}\cap H$.
Da diese jedoch in $H$ Zariski-dicht liegen, folgt diese Inklusion 
mit \ref{ZA} f"ur alle
$\tau\in  H$ und insbesondere f"ur $\lambda$.
\end{proof}
\begin{proof}[Beweis von Lemma \ref{ZA}]
Gegeben Vektorr"aume $V,W$ endlicher Dimension ist die Menge
aller Injektionen sicher Zariski-offen in $\op{Hom} (V,W)$
und die Menge der Nicht-Injektionen folglich
Zariski-abgeschlossen.
Identifizieren wir alle $\Delta (\lambda)$ mit dem festen
Vektorraum ${\op{U}} (\frak{n})$ vermittels ihres kanonischen
Erzeugers $v_\lambda$ und ist $\nu \in \frak{X}$ fest gew"ahlt, so wird f"ur $\alpha\in R$ die
Operation eines Elements $x_{\alpha} \in \frak{g}_{\alpha}$ eine von
$\lambda$ abh"angige lineare Abbildung
$$\varphi_{\alpha} (\lambda) : {\op{U}} (\frak{n})_{\nu} \ra
{\op{U}}(\frak{n})_{\nu +\alpha}$$
Man "uberzeugt sich ohne Schwierigkeiten,
da"s wir auf diese Weise  eine algebraische
Abbildung $\varphi_{\alpha} : \frak{h}^{\ast} \ra \op{Hom} ({\op{U}}
(\frak{n})_{\nu} , {\op{U}}(\frak{n})_{\nu + \alpha})$ erhalten.
Die $\lambda$ mit $\Delta (\lambda + \nu) \subset \Delta
(\lambda)$ k"onnen  nun beschrieben werden als das Urbild der
Nicht-Injektionen unter der algebraischen Abbildung
$\frak{h}^{\ast} \mapsto \op{Hom} \left({\op{U}} (\frak{n})_{\nu},
\bigoplus_{\alpha \in R^{+}} {\op{U}} (\frak{n})_{\nu + \alpha}\right)$,
die jedem $\lambda \in \frak{h}^{\ast}$ die Spaltenmatrix
der $\varphi_{\alpha} (\lambda)$ zuordnet.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}
  Wir haben nun Satz \ref{IKV} vollst"andig bewiesen und damit die
  Homomorphismen zwischen Vermamoduln sogar noch expliziter beschrieben als im
  eingangs formulierten Satz \ref{HV}. Der Vollst"andigkeit halber m"ussen wir
  jedoch auch noch die dort gegebene Beschreibung ableiten.\label{vb} 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis von \ref{HV}.\ref{HV4}]
Wir zeigen also noch
$$\Delta (\lambda)\subset \Delta (\mu) \;\;
\Leftrightarrow \;\;\lambda \uparrow \mu$$
Die Implikation $\Leftarrow$ ist schon klar nach \ref{IVV}.
Zum Nachweis der anderen Implikation 
schreiben wir
$\lambda
= x \cdot \tau$ und $ \mu = y \cdot \tau$
mit $\tau\in\frak{h}^{\ast}_{\rho\op{-dom}}$
und $x, y \in W_{\bar{\tau}}$ und es reicht, 
aus $x \geq_{\bar{\tau}} y$ zu folgern $(x \cdot \tau)\uparrow (y \cdot \tau)$.
Zu zeigen ist also nur, da"s f"ur eine Spiegelung $s\in W_{\bar{\tau}}$
mit $l_{\bar{\tau}}(sy)>l_{\bar{\tau}}(y)$ gilt 
$(sy \cdot \tau)\uparrow (y \cdot \tau)$.
Das folgt jedoch aus \ref{prol}, angewandt auf
die affine Spiegelungsgruppe $W_{\bar{\tau}}
\subset\op{Aff}(\tau+ \langle R_{\bar{\tau}}\rangle_\DQ)$.
\end{proof}
\begin{Satz} Es gilt $[\Delta (\lambda):{\op{L}} (\mu)]\neq 0
\Leftrightarrow \lambda \uparrow \mu$.\label{eqVe} 
\end{Satz}
\begin{proof}
  Die Implikation $\Leftarrow$ folgt sofort aus der eben bewiesenen
  Inklusion von Vermamoduln $\Delta (\lambda)\subset \Delta (\mu)$.
  Die andere Implikation zeigt man wie ihren Spezialfall
  \ref{mneo}.
\end{proof}
\begin{Satz}[\textbf{Verschieben einfacher Moduln auf W"ande}]
Seien gegeben Gewichte $\lambda,\mu\in\frak{h}^{\ast}_{\rho\op{-dom}}$ mit ganzer
Differenz und $W_\lambda\subset W_\mu$. 
Sei $x\in W_{\bar{\lambda}}$ der gr"o"ste\label{VEW}
Repr"asentant aus seiner Nebenklasse in $W_{\bar{\lambda}}/W_\lambda$.
So haben wir
$${\op{T}}^{\mu}_{\lambda} \op{L} (x \cdot \lambda)\cong \left\{ \begin{array}{cl}
\op{L} (x \cdot \mu) & \text{ falls $x$ auch der gr"o"ste
Repr"asentant}\\& \text{ aus seiner Nebenklasse in 
$W_{\bar{\mu}}/W_\mu$ ist};\\[2mm]
0 & \text{ sonst}. \end{array} \right. $$
\end{Satz}
\begin{fBild}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildVAWN}\\[4mm]
\noindent 
Die eingekringelten Punkte aus der Bahn von $\lambda$
unter der dot-Operation der Weylgruppe zeigen die Gewichte
$x\cdot\lambda$ mit ${\op{T}}_\lambda^\mu \op{L}(x\cdot\lambda)=0,$
bei denen eben \glqq von der Seite der positiven Weylkammer her auf
die Wand ger"uckt wird\grqq. Die Pfeile deuten dahingegen an,
auf welche Einfachen in der Wand die anderen Einfachen au"serhalb der 
Wand geschoben werden. 
\end{fBild}
\begin{Bemerkungl}
Man kann die Bedingung in Satz \ref{VEW} auch geometrischer fassen wie folgt:
F"ur jede Spiegelung auf einem affinen Raum "uber einem angeordneten K"orper
betrachtet man die dreiteilige Partition in die zwei offenen
Halbr"aume und die Spiegelhyperebene.
Gegeben eine affine Spiegelungsgruppe betrachtet man die
gr"obste Partition des affinen Raums, die feiner ist als diese Partition f"ur
jede der Spiegelebenen. Die St"ucke dieser Partition 
hei"sen die {\bf Facetten}\index{Facette!von Spiegelungsgruppe}
unserer affinen Spiegelungsgruppe.
Ist unsere Spiegelungsgruppe endlich und zeichnen wir einen Alkoven $A$
als dominant aus, so definieren
wir zu einer
Facette $F$ ihren \defind{oberen Abschlu"s} $\hat{F}$
als
$$\hat{F}=\bigcap_{H\supset F}H\cap
          \bigcap_{H^+_A\supset F}H^+_A\cap
          \bigcap_{H^-_A\supset F}\bar{H}^-_A$$
wo der Schnitt "uber alle Spiegelhyperebenen $H$ l"auft.
Dann haben wir f"ur beliebige $x\in W_{\bar{\lambda}}$ in der Situation des Satzes
${\op{T}}^{\mu}_{\lambda} \op{L} (x \cdot \lambda)=\op{L} (x \cdot \mu)$ genau dann, wenn
$x \cdot \mu$ im oberen Abschlu"s der Facette von $x \cdot \lambda$ liegt,
f"ur die Operation von $W_{\bar{\lambda}}$ auf 
$\lambda+ \langle R_{\bar{\lambda}}\rangle_\DQ$. 
Andernfalls gilt ${\op{T}}^{\mu}_{\lambda} \op{L} (x \cdot \lambda)=0$.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Schiebt man einen einfachen Modul auf W"ande, so erh"alt man einen
einfachen Modul oder Null. In der Tat ist
jeder einfache Modul das Bild eines Homomorphismus von einem
Vermamodul in einen Nablamodul und
umgekehrt hat jeder von Null verschiedene derartige Homomorphismus
einfaches Bild.
Folglich kommen f"ur ${\op{T}}^{\mu}_{\lambda} \op{L} (x \cdot \lambda)$
"uberhaupt nur die Alternativen $\op{L} (x \cdot \mu)$ und $0$ in Betracht.
Ist $x$ nicht der gr"o"ste
Repr"asentant seiner Nebenklasse aus $W_{\bar{\mu}}/W_\mu,$
so finden wir in dieser Nebenklasse ein $y,$ das noch gr"o"ser ist.
Da $x$ maximal war in seiner Nebenklasse aus $W_{\bar{\lambda}}/W_\lambda,$
folgt $(y\cdot\lambda)\neq (x\cdot\lambda)$
und $\op{L}(x\cdot\lambda)$ ist ein Quotient des Kokerns der Inklusion
$\Delta(y\cdot\lambda)\hra \Delta(x\cdot\lambda)$.
Beim Verschieben auf die W"ande wird diese Inklusion 
jedoch nach \ref{VFe} eine Inklusion von einem Vermamodul in sich selber,
folglich mu"s ihr Kokern bei diesem Verschieben sterben.
Es bleibt damit nur zu zeigen, da"s diejenigen einfachen Moduln, 
denen das vorhergehende Argument eine "Uberlebenschance einr"aumt, 
auch tats"achlich die Verschiebung auf die Wand "uberleben.
Mithilfe der Vermamoduln erkennt man jedoch, da"s das Verschieben
eine Surjektion ${\op{T}}_\lambda^\mu:[\cal{O}_\lambda]\sra[\cal{O}_\mu]$
auf den Grothendieckgruppen
liefert. Das zeigt, da"s in der Tat die "ubrigen Einfachen
alle am Leben bleiben m"ussen.
\end{proof}

\begin{Korollar}
Seien $\lambda, \mu \in \frak{h}^{\ast}_{\rho\op{-dom}}$ mit $\lambda -
\mu \in \frak{X}$ und $W_{\lambda} \subset W_{\mu}$.
So gilt f"ur alle $x,y \in W_{\bar{\lambda}} = W_{\bar{\mu}}$
mit $y$ maximal  in seiner Nebenklasse  $yW_{\mu}$
die Identit"at von Jordan-H"older-Multiplizit"aten $$[\Delta (x \cdot \lambda) : {\op{L}}(y \cdot \lambda)]= [\Delta(x \cdot
\mu): {\op{L}}(y \cdot \mu)]$$ 
\end{Korollar}
\begin{proof}[Beweis]
  Der Verschiebungsfunktor ${\op{T}}_\lambda^\mu$ ist ein exakter
  Funktor, der 
$\Delta (x \cdot \lambda)$ auf $\Delta (x \cdot \mu)$
  abbildet, einfache Objekte auf einfache Objekte oder auf Null,
  das Objekt ${\op{L}}(y \cdot \lambda)$ auf ${\op{L}}(y \cdot \mu)$,
  und kein nicht zu ${\op{L}}(y \cdot \lambda)$
  isomorphes einfaches Objekt von $\mathcal O$ auf  ${\op{L}}(y \cdot \mu)$.  
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
  Wir sehen insbesondere, da"s wir aus den
  Multiplizit"aten der Vermamoduln im Hauptblock bereits die
  Multiplizit"aten aller Vermamoduln mit ganzem
  h"ochsten Gewicht herleiten k"onnen.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Multiplizit"aten im subgenerischen Fall}]
  Sei $\lambda\in \frak{h}^{\ast}_{\rho\op{-dom}}$ gegeben derart, da"s 
  seine ganzzahlige Weylgruppe genau zwei Elemente hat,
  sagen wir $W_{\bar{\lambda}} = \{e,s\}$,
  und die Standgruppe von $\lambda$ trivial ist, in Formeln
  $s\cdot\lambda\neq \lambda$.
So haben wir nach \ref{HV} eine kurze exakte Sequenz
$$\Delta (s\cdot\lambda)\hra \Delta (\lambda) \sra {\op{L}}(\lambda)$$
Wegen $\Delta (s\cdot\lambda)={\op{L}}(s\cdot\lambda)$ nach
\ref{Veer} liefert diese Sequenz bereits alle Multiplizit"aten
von Vermamoduln im Block $\mathcal O_\lambda$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Einige weitere Multiplizit"aten}]
  Wir erinnern unsere Notation\label{EWM} 
  $\Delta_x=\Delta(x\cdot 0)$ und betrachten den Isomorphismus $\Delta:\DZ W\sira [\mathcal O_0]$, der gegeben wird durch $x\mapsto [\Delta_x]$ f"ur $x\in W$.
  Unsere Formeln \ref{EVW} f"ur die Verschiebung von Vermamoduln
  durch die Wand zeigen $\theta_s\circ\Delta=\Delta\circ (\cdot(1+s))$
  f"ur jede einfache Spiegelung $s\in W$.  Wir erkl"aren nun
  $C_x\in \DZ W$
  durch die Vorschrift $\Delta(C_x)=[{\op{P}}_x]$ alias
  $$C_x\pdef \sum_{y\in W} ({\op{P}}_x:\Delta_y)\;y$$
  Aus der Reziprozit"atsformel und unseren Erkenntnissen "uber
  Homomorphismen von Vermamoduln folgt $[{\op{P}}_x:\Delta_e]_\Delta\geq 1$
  und $[{\op{P}}_x:\Delta_x]_\Delta= 1$. 
  Wir wissen, da"s $\theta_sP_x$ projektiv ist, also
  $\theta_sP_x\cong\bigoplus_{z\in W} P_z^{\oplus m(z)}$ f"ur geeignete
  Vielfachheiten $m(z)\geq 0$. Es folgt $C_x(1+s)=\sum_{z\in W}m(z)C_z$
  mit $m(z)\geq 0$. Besitzt nun $W$ genau zwei einfache Spiegelungen
  $s$ und $t$, so betrachten wir im Gruppenring die Elemente
  $D_x\pdef \sum_{y\leq x}y$
  und finden durch elementare Rechnung 
 $$D_x(1+s)=\left\{\begin{array}{ll} 2D_x &\text{falls } xs< x;
  \\ D_{xs} +D_{xt}  &\text{falls } xs> x \text{ und }x\neq e;
  \\ D_{xs}  &\text{falls } x= e\text{ oder }x= t.
  \end{array}\right.$$
  Im Fall $sts=tst$ alias $\mathfrak g=\mathfrak{sl}(3;\DC)$
  "uberzeugt man sich nun leicht, da"s
  wir notwendig $C_x=D_x$ erhalten und damit
   $$[\Delta_x:L_y]=\left\{\begin{array}{ll} 1 &\text{falls } y\geq x;
  \\ 0  &\text{sonst}.
  \end{array}\right.$$
  In derselben Weise erh"alt man im Fall einer beliebigen halbeinfachen
  Liealgebra f"ur ein $\rho$-dominantes Gewicht
  $\lambda$ mit $|W_{\bar\lambda}|\leq 6$
  und beliebige $\mu,\nu\in W_{\bar\lambda}\cdot\lambda$ die Multiplizit"aten
   $$[\Delta(\mu):L(\nu)]=\left\{\begin{array}{ll} 1 &\text{falls } \nu\ua\mu;
  \\ 0  &\text{sonst}.
  \end{array}\right.$$
  Im allgemeinen liegen die Verh"altnisse jedoch nicht so einfach,
  wie im weiteren ausgef"uhrt werden soll.
\end{Bemerkungl}


\newpage
\section{Kazhdan-Lusztig-Theorie}
\subsection{Iwahori-Hecke-Algebra}
\begin{Bemerkungl}
Gegeben $G \supset B$ eine Gruppe mit
einer endlichen Untergruppe k"onnen wir im Gruppenring $\Bbb{Z} G$
mit der Konvolution $\ast$  als Multiplikation die additive
Untergruppe $\cal{H} (G,B)$ der $B$-Biinvarianten betrachten. Eine
$\Bbb{Z}$-Basis dieser Untergruppe bilden die charakteristischen
Funktionen der $B$-Doppelneben\-klas\-sen.\label{NHA} 
Die Untergruppe $\cal{H} (G,B)\subset \Bbb{Z} G$ ist  zwar
abgeschlossen unter der Konvolution, besitzt jedoch im
allgemeinen in Bezug auf diese 
Multiplikation kein Einselement. Um das zu korrigieren f"uhren
wir auf $\cal{H} (G,B)$ eine neue Multiplikation ein durch die Vorschrift
$$f \ast_B g \pdef \frac{1}{|B|}( f\ast g)$$
und erhalten so einen Ring mit der
charakteristischen Funktion von $B$ als Einselement,
die sogenannte \defind{Hecke-Algebra} zu $G \supset B$.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Ursprung der Terminologie}] 
  In \ref{wbH} \nichtfinal{(Chaos zur Darstellungstheorie)} werde ich diskutieren, wie man diese Konstruktion auf den Fall
  einer beliebigen Untergruppe $B$ verallgemeinern kann, und inwiefern gewisse
  Erzeuger der Hecke-Algebra zu $\op{GL}(2;\DR)\supset\op{GL}(2;\DZ)$ dann
  gerade den Operatoren entsprechen, die  
Hecke in die Theorie der Modulformen
  eingef"uhrt hat und denen unsere Hecke-Algebra ihren Namen verdankt.
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}\label{KHA}
Bezeichne  $\Bbb{F}_{q}$ den endlichen   K"orper mit $q$ Elementen.
Wir interessieren uns f"ur den Fall der endlichen Gruppe 
$G=\op{GL}(n;\Bbb{F}_{q})$ mit
der Untergruppe $B$ der oberen Dreiecksmatrizen.
Nach \eref{BruZ}{LA2} ist $G$ die disjunkte Vereinigung der 
$B$-Doppelnebenklassen zu Permutationsmatrizen, in Formeln
$$\op{GL} (n;\Bbb{F}_{q}) = \coprod_{w \in \cal{S}_n} B w B$$
Die
 charakteristischen Funktionen $T_{x}$ der Doppelnebenklassen $B x B$ f"ur
  $x\in \cal{S}_n$ bilden folglich 
eine $\DZ$-Basis der Hecke-Algebra $\cal{H}=\cal{H} (G,B)$. 
Bezeichne $l(x)$ die Zahl der Fehlst"ande alias
die {\bf L"ange} der Permutation $x$ in Bezug auf die
Menge $S$ der Transpositionen benachbarter Elemente, die
genau die einfachen Spiegelungen sind in Bezug auf
das durch $B$ gegebene System positiver Wurzeln. 
Wir behaupten f"ur die Multiplikation $\ast_B$ in dieser
Heckealgebra, die wir von nun an einfach 
durch Hintereinanderschreiben notieren,
 die Formeln
\begin{Bild} 
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildMiPa}\\[4mm]
\noindent 
Die Untergruppe $B\amalg BsB$ im Fall der Transposition
benachbarter Elemente $s=(2,3)$ in der $\op{GL}(6)$.
\end{Bild}
  $$
\begin{array}{ccll}
T_{x} T_{y}& =& T_{xy}&\text{ falls  }
l (x) + l(y) = l(xy);\\[2mm]
T^{2}_{s}& =& q T_{e} +
(q-1) T_{s}&\text{ f"ur $s$ von der L"ange }l(s)=1.
\end{array}$$
In der Tat kennen wir aus "Ubung \eref{BruK}{LA2} f"ur die 
Kardinalit"aten der Doppelnebenklassen  die Formel
$|BxB|=q^{l(x)}|B|$.
F"ur $x,y$ mit $l (x) + l(y) = l(xy)$
liefert
die Multiplikation $Bx B \times_{B} By B
  \ra G$ sicher eine Abbildung, deren Bild $BxyB$ umfa"st.
Ein Vergleich der Kardinalit"aten zeigt dann, da"s 
sie sogar 
eine Bijektion mit $ Bxy B$  liefern mu"s, und das zeigt die
  erste Formel.  Ist $s\in\cal{S}_n$ von der L"ange $l(s)=1$, also die 
Vertauschung zweier benachbarter Elemente von $\{1,\ldots,n\}$,
so erkennt man leicht, da"s $B \amalg B s B$ eine Untergruppe ist,
n"amlich die Untergruppe aller invertierbaren
Block-obere-Dreiecksmatrizen mit lauter $(1\times 1)$-Bl"ocken 
aber einem $(2\times 2)$-Block auf der Diagonalen, und da"s diese
Untergruppe genau $(q+1)|B|$ Elemente hat.
Es folgt $(T_s+T_{e})\ast(T_s+T_{e})=(q+1)|B|(T_s+T_{e})$
und in der Hecke-Algebra mit dem neutralen Element $1=T_{e}$
gilt folglich $(T_s+1)^2=(q+1)(T_s+1)$ alias 
$T^{2}_{s} =
(q-1) T_{s}+q$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungw}\label{KHAc}
  Haben wir allgemeiner eine zusammenh"angende reduktive algebraische Gruppe
  "uber dem endlichen $q$-elementigen K"orper $\Bbb{F}_{q}$ mit einer
  Borel'schen und bezeichnet $G \supset B $ die zugeh"origen endlichen Gruppen
  $\Bbb{F}_{q}$-wertiger Punkte, so gilt das Vorhergehende entsprechend, sobald
  wir in unserer Borel'schen eine Cartan'sche w"ahlen und statt mit $\cal{S}_n$
  allgemeiner mit der zugeh"origen Weylgruppe $W$ und der darauf durch die
  Borel'sche festgelegten L"angenfunktion arbeiten.  Die Elemente der L"ange
  Eins hei"sen in dieser Allgemeinheit die \glqq einfachen Spiegelungen\grqq.
\end{Bemerkungw}








\begin{Lemma}[\textbf{Universelle Strukturkonstanten}]
F"ur die symmetrische Gruppe  $W\pdef \mathcal S_n$ mit dem\label{gH}
System einfacher Spiegelungen $S\pdef \{(i,i+1)\mid 1\leq i<n\}$ gibt es 
eindeutig bestimmte Polynome $c_{x,y}^z$ im Polynomring $\DZ[q]$  
derart, da"s bei Einsetzen einer beliebigen
echten Primzahlpotenz f"ur $q$ in unserer Hecke-Algebra
aus \ref{KHA}  gilt
 $$T_x T_y=\sum_z c_{x,y}^z(q) T_z$$
\end{Lemma}
\begin{proof}
Die Eindeutigkeit ist klar und nur die Existenz ist
noch zu zeigen.
Ist $y=s$ eine einfache Spiegelung, so haben wir
$T_x T_s=T_{xs}$ falls $xs>x$ und $T_x T_s=T_{xs}T_s^2=qT_{xs} + (q-1)T_x $
falls $xs<x$ und die Existenz ist auch klar. Im allgemeinen schreibe man
$T_y=T_s\ldots T_r$ f"ur $y=s\ldots r$ eine reduzierte Darstellung.
\end{proof}



\begin{Satz}[\textbf{Iwahori-Hecke-Algebra f"ur $\mathcal S_n$}]
F"ur die symmetrische Gruppe  $W\pdef \mathcal S_n$ mit dem
System einfacher Spiegelungen $S\pdef \{(i,i+1)\mid 1\leq i<n\}$ 
gibt es auf dem freien Modul  $\bigoplus_{x\in W}\DZ[q]T_x$
"uber dem Polynomring\label{IHSb} 
$\DZ[q]$ zur Basis $W$
genau eine assoziative $\DZ[q]$-bilineare Verkn"upfung derart, da"s gilt
 $$
\begin{array}{ccll}
T_{x} T_{y}& =& T_{xy}&\text{ falls  }
l (x) + l(y) = l(xy);\\[2mm]
T^{2}_{s}& =& q T_{e} +
(q-1) T_{s}&\text{ f"ur }s\in S.
\end{array}$$
\end{Satz}
\begin{proof}
Die Eindeutigkeit scheint mir offensichtlich.
Um die Existenz einer derartigen Verkn"upfung zu zeigen,
mag man schlicht eine Verkn"upfung 
definieren durch die im vorhergehenden Lemma \ref{gH}
eingef"uhrten Polynome $c_{x,y}^z$ vermittels der Vorschrift 
 $$T_x T_y=\sum_z c_{x,y}^z T_z$$
Das einzige Problem ist der Nachweis der
Assoziativit"at der so erkl"arten Verkn"upfung.
Unser freier $\DZ[q]$-Modul mit Verkn"upfung 
l"a"st sich jedoch durch Spezialisieren von $q$ zu
allen echten Primzahlpotenzen einbetten in das Produkt aller
zuvor betrachteten  konkreten  Hecke-Algebren aus \ref{KHA}.
In der Tat ist das Produkt dieser Spezialisierungsabbildungen 
injektiv, da jedes Polynom nur endlich viele Nullstellen hat. 
Da alle  konkreten  Hecke-Algebren assoziativ sind, mu"s
das auch f"ur unsere Iwahori-Hecke-Algebra gelten.
\end{proof}

\begin{Satz}[\textbf{Iwahori-Hecke-Algebra eines Coxetersystems}]
Gegeben ein Coxetersystem\label{CuHA}
$(W,S)$ 
gibt es auf dem freien Modul  $\bigoplus_{x\in W} \DZ[q]T_x$
"uber dem Polynomring
$\DZ[q]$ zur Basis $W$
genau eine assoziative $\DZ[q]$-bilineare Verkn"upfung derart, da"s gilt
 $$
\begin{array}{ccll}
T_{x} T_{y}& =& T_{xy}&\text{ falls  }
l (x) + l(y) = l(xy);\\[2mm]
T^{2}_{s}& =& q T_{e} +
(q-1) T_{s}&\text{ f"ur }s\in S.
\end{array}$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Die durch unseren Satz erkl"arte $\DZ[q]$-Ringalgebra hei"st die {\bf Hecke-Algebra}\index{Hecke-Algebra!eines Coxetersystems} oder
  ausf"uhrlicher 
  {\bf Iwahori-Hecke-Algeba}\index{Iwahori-Hecke-Algebra!eines Coxetersystems} unseres Coxetersystems.  Wir verwenden daf"ur
  die Notation\index{H@$\mathcal H(W,S)$ Hecke-Algebra des Coxetersystems $(W,S)$} $$\mathcal H(W,S)=\bigoplus_{x\in W} \DZ[q]T_x$$
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
  Diese Verallgemeinerung von \ref{IHSb} zeigt man
  im Fall einer Diedergruppe $S=\{s,t\}$,
  indem man auf dem freien $\DZ[q]$-Modul
  $\bigoplus_{x\in W}\DZ[q]T_x$
  Endomorphismen $(T_s\cdot)$
  und $(T_t\cdot)$
 sowie $(\cdot T_s)$ und $(\cdot T_t)$ erkl"art durch
  $$(T_s\cdot):T_x\mapsto\left\{\begin{array}{ll}
T_{sx} & \text{ falls  }
sx>x;\\[2mm]
 q T_{sx} +
(q-1) T_{x}&\text{ falls  }
sx<x,
\end{array}\right.$$
und analoge Regeln in den drei anderen F"allen.
 Dann pr"uft man durch explizite Rechnung, da"s $(T_s\cdot)$
  und $(T_t\cdot)$ mit 
  $(\cdot T_s)$ und $(\cdot T_t)$ jeweils kommutieren.
  Die Endomorphismen unseres freien $\DZ[q]$-Moduls, die
  mit $(\cdot T_s)$ und $(\cdot T_t)$ kommutieren, bilden dann
  offensichtlich eine Ringalgebra mit den behaupteten Eigenschaften.
  Im allgemeinen betrachtet man die von den in derselben Weise definierten
  Endomorphismen $(T_s\cdot)$ von $\bigoplus_{x\in W}\DZ[q]T_x$
  und folgert aus dem bereits behandelten Diederfall,
  da"s sie die Zopfrelationen erf"ullen. Da man nun nach \eref{lrtC}{SPW}
  zwischen je zwei reduzierten Darstellungen ein und desselben 
  Elements einer Coxetergruppe mit Zopfrelationen hin- und hergehen kann,
  folgert man leicht, da"s die von diesen Endomorphismen erzeugte
  Unterringalgebra die behaupteten Eigenschaften besitzt.
\end{proof}
\begin{Bemerkunge}
Gegeben ein Coxetersystem\label{CuHAb}
$(W,S)$ und ein Kring $R$ und
eine Abbildung $S\ra R$, $s\mapsto q_s$ mit der Eigenschaft,
da"s gilt
$q_s=q_t$ falls $ts$ ungerade Ordnung hat,
gibt es auf dem freien Modul  $\bigoplus_{x\in W} RT_x$
"uber dem Kring
$R$ zur Basis $W$
genau eine assoziative $R$-bilineare Verkn"upfung derart, da"s gilt
 $$
\begin{array}{ccll}
T_{x} T_{y}& =& T_{xy}&\text{ falls  }
l (x) + l(y) = l(xy);\\[2mm]
T^{2}_{s}& =& q_s T_{e} +
(q_s-1) T_{s}&\text{ f"ur }s\in S.
\end{array}$$
Der Beweis bleibt mutatis mutandis derselbe. Meist w"ahlt man $R=\DZ[Q,q]$
und spricht dann von {\bf Hecke-Algebren mit verschiedenen Parametern}. 
\end{Bemerkunge}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Varianten der Hecke-Algebra}] 
Vielfach betrachtet man statt der im\label{NVH}  
vorhergehenden Satz erkl"arten Hecke-Algebra 
  $$\cal{H}=\cal{H}(W,S)=\bigoplus_{x\in W}\DZ[q]T_x$$
Varianten mit nach $\DZ[q,q^{-1}]$ 
oder sogar nach $\DZ[q^{1/2},q^{-1/2}]$ 
erweiterten Skalaren und bezeichnet diese 
Algebren mit demselben Buchstaben $\cal{H}$.
Der Ausdruck $q^{1/2}$ meint in diesem Zusammenhang nur ein formales Symbol,
dessen Quadrat $q$ sein soll. Wir f"uhren stattdessen ein neues Symbol
$v$ ein mit $v^{-2}=q$ und bezeichnen den Ring der
Laurentpolynome in $v$ mit $\cal{L}=\DZ[v,v^{-1}]$
und
arbeiten also in Formeln ausgedr"uckt  meist mit der Algebra
$$\cal{H}=\cal{H}(W,S)=\bigoplus_{x\in W}\DZ[v,v^{-1}]T_x
=\DZ[v,v^{-1}]\otimes_{\DZ[q]}\left(\bigoplus_{x\in W}\DZ[q]T_x\right)$$
Das Tensorieren ist dabei bez"uglich der Einbettung
$\DZ[q]\hra\DZ[v,v^{-1}]$ mit $q\mapsto v^{-2}$ gemeint
und ganz rechts 
steht unsere Hecke-Algebra
aus \ref{CuHA}.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Beschreibung der Hecke-Algebra durch 
Erzeuger und Relationen}]
Die  Hecke-Algebra $\cal{H}(W,S)$ 
zu einem Coxetersystem $(W,S)$ vom Schlu"s der\label{HERe} 
vorhergehenden Bemerkung
\ref{NVH} 
kann mit der Abk"urzung $q= v^{-2}$ und der Terminologie aus \eref{ErAA}{NAS} 
auch beschrieben werden als die  $\cal{L}$-Ringalgebra mit
den Erzeugern $\{T_s\}_{s\in S}$, den quadratischen
Relationen $(T_s+1)(T_s-q)=0$ sowie den sogenannten 
Zopf-Relationen $T_s T_t \ldots
T_s=T_tT_s\ldots T_t$ beziehungsweise
$T_s T_t T_{s} \ldots T_t=T_t T_s T_{t}\ldots T_s$ wenn gilt $st\ldots
s=ts\ldots t$
beziehungsweise $sts\ldots t=tst\ldots s$ f\"ur $s,t\in S$.  
Das folgt ohne Schwierigkeiten aus der Erkenntnis \eref{lrtC}{SPW}, da"s 
man zwischen je zwei reduzierten Darstellungen ein und desselben 
Elements einer Coxetergruppe mit Zopfrelationen hin- und hergehen kann.
\end{Bemerkungl}



\subsection{Kanonische Basis der Hecke-Algebra}

\label{KLPP} 
\begin{Bemerkungl}
  Seien $(W ,  S )$ ein Coxetersystem, $l :W  \ra \Bbb{N}$ die
  zugeh\"orige L\"angenfunktion und $\leq$ die Bruhat-Teilordnung auf $W $.
  Insbesondere bedeutet $x<y$ also $x\leq y$, $x\neq y$. Bezeichne
  \index{L@$\cal{L}$, Laurentpolynome}$\cal{L}=\Bbb{Z}[v, v^{-1}]$ den Ring der Laurentpolynome
  \"uber $\Bbb{Z}$ in einer Variablen $v$. Auf dem freien $\cal{L}$-Modul
  $$\index{H@$\cal{H}$, Hecke-Algebra}\cal{H}=\cal{H} (W ,  S ) =
  \bigoplus_{x\in W } \cal{L} T_{x}$$
  \"uber $ W $ gibt es nach \ref{HERe} genau eine
  Struktur einer assoziativen $\cal{L}$-Algebra mit $T_{x} T_{y} =
  T_{xy}$ falls $l(x)+l(y) = l(xy)$ und $T^{2}_{s} =v^{-2} T_{e} + (v^{-2}-1)
  T_{s}$ f\"ur alle $s\in  S $. 
  Diese assoziative Algebra $\cal{H}$ nennen wir im folgenden 
die {\bf Hecke-Algebra} von
  $( W , S )$. Sie ist unit"ar mit Eins-Element $T_e$, wir schreiben auch oft $T_e=1$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Die Hecke-Algebra kann in leichter Abwandlung von
  \ref{HERe} auch beschrieben werden als die unit"are assoziative
  $\cal{L}$-Algebra mit den Erzeugern $\{H_s\}_{s\in S }$ f\"ur
  $H_s=vT_s$, den quadratischen Relationen $$(H_s+v)(H_s-v^{-1})=0\;\;\text{
    alias }\;\;H^{2}_{s} =1 + (v^{-1}-v) H_{s}$$
  sowie den sogenannten
  Zopf-Relationen $H_s H_t \ldots H_s=H_tH_s\ldots H_t$ beziehungsweise $H_s
  H_t H_{s} \ldots H_t=H_t H_s H_{t}\ldots H_s$ wenn gilt $st\ldots s=ts\ldots
  t$ beziehungsweise $sts\ldots t=tst\ldots s$ f\"ur $s,t\in S $. Alle
  $H_s$ sind invertierbar, genauer pr\"uft man leicht die Formel
 $$H_s^{-1}=H_s+(v-v^{-1})$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
    Wir arbeiten von nun an mit $H_x=v^{l(x)}T_x$. Sicher gilt auch $H_{x} H_{y}
  = H_{xy}$ falls $l(x)+l(y) = l(xy)$. Mit den $H_s$ sind also auch alle
  $H_{x}$ Einheiten in $\cal{H}$. Wir k"onnen involutive 
alias selbstinverse Ringautomorphismen
  $a,b:\cal{H}\ra\cal{H}$ definieren durch die Regeln
  $$
\begin{array}{ll}
\;\;\;\;\;a(v) =-v,&a(H_{y})=(-1)^{l(y)} H_{y},\\
\;\;\;\;\;b(v)=-v^{-1},&b(H_x)=H_x.
\end{array}
$$
Wir k"onnen weiter involutive Ringantiautomorphismen
$\delta, i:\cal{H}\ra\cal{H}$ erkl"aren durch
die Regeln
$$
\begin{array}{ll}
\delta(v)=v^{-1},&\;\;\delta(H_x)=H_x^{-1},\\
i(v)=v,&\;\;i(H_x)=H_{x^{-1}}.
\end{array}
$$
Diese vier Involutionen kommutieren paarweise und definieren mithin eine
Operation von $(\Bbb{Z}/2\Bbb{Z})^4$ auf $\cal{H}$, die f"ur nichtkommutatives
$ W $ sogar treu ist.  Insbesondere ist $d=i\delta:\cal{H}\ra\cal{H}$ ein
involutiver Automorphismus von $\cal{H}$, die sogenannte
{\bf Dualit"at}\index{Dualit"at!der Heckealgebra}. Indem man $H_x$
als ein Produkt von
$H_s$ mit $s\in S $ schreibt, pr"uft  man
leicht
$$d(H_x)\in H_x+\sum_{y< x}\cal{L} H_y$$
 Die Dualit"at $d$ spielt in der Theorie
der Kazhdan-Lusztig-Polynome eine fundamentale Rolle.  Wir schreiben oft
$d(H)= {\overline H}$, es gilt also ${\overline v}=v^{-1}$ und
$\overline{H}_{x} = (H_{x^{-1}})^{-1}$. Wir nennen $H\in\cal{H}$
{\bf selbstdual}, wenn gilt ${\overline H}=H$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Theorem}\label{KL}
  Sei $(W,S)$ ein Coxetersystem. F\"ur alle $x\in  W $
  gibt es genau ein selbstduales ${\underline H}_{x}
\in \cal{H}$
mit der Eigenschaft  $${\underline H}_{x} \in H_x+\sum_y v\Bbb{Z}[v] H_y$$
\end{Theorem}
\begin{Bemerkungl}
In \cite{KL-C} wird unser ${\underline H}_{x}$ mit $C^{\prime}_{x}$
bezeichnet. Kazhdan und Lusztig arbeiten mit der Variablen
$q=v^{-2}$
und mit der $\cal{L}$-Basis der $T_x$. Wir werden gleich sehen, da"s die
${\underline H}_{x}$ eine $\mathcal L$-Basis der Heckealgebra bilden.
Sie hei"st die {\bf kanonische selbstduale
  Basis} oder kurz {\bf kanonische 
  Basis}.\index{kanonische Basis!der Heckealgebra}
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Die Kazhdan-Lusztig-Vermutungen}] 
  Seien $(\mathfrak g\supset\mathfrak h, R^+)$ eine
  halbeinfache komplexe Liealgebra mit einer Cartan'schen und
  einem System positiver Wurzeln.\label{KlVe} 
  Ebenfalls in \cite{KL-C} wird die Vermutung ausgesprochen, da"s
  unsere Elemente $$C_x\pdef \sum_{y\in W} ({\op{P}}_x:\Delta_y)\;y
  =\sum_{y\in W} [\Delta_y:{\op{L}}_x] \;y$$ des Gruppenrings $\DZ W$
  aus \ref{EWM}, die die Jordan-H"older-Multiplizit"aten der
  Vermamoduln beschreiben, die Bilder der kanonischen Basis
  der Heckealgebra unter dem durch $v\mapsto 1$ gegebenen Ringhomomorphismus
  $\mathcal H\ra\DZ W$  sind, in Formeln ${\underline H}_{x}\mapsto C_x$
  bei $v\mapsto 1$. Das ist mittlerweile bewiesen und ich will
  im weiteren Verlauf dieser Vorlesungen einen
  Beweis vorstellen.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Die Existenz und Eindeutigkeit folgen sofort aus den
beiden anschlie"senden Lemmata
\ref{Ex} und \ref{Eind}. Alternativ kann man 
das Theorem auch aus der sehr allgemeinen Proposition
\ref{FFF} folgern.
\end{proof}
\begin{Lemma}\label{Ex}
Es gibt f\"ur alle $x\in W $ ein 
selbstduales ${\underline H}_x\in\cal{H}$ mit
${\underline H}_x\in H_x+\sum_{y<x} v\Bbb{Z}[v] H_y$.
\end{Lemma}
\begin{proof}
Wir wissen ja schon, da\ss\ gilt
${\overline{H_s}}=H_s^{-1}=H_s+(v-v^{-1})$ f\"ur alle $s\in  S $.
Insbesondere ist $H_s+v$ selbstdual, und sobald wir die Eindeutigkeit
der ${{\underline H}_x}$ gezeigt haben, k"onnen und werden wir
$H_s+v$ mit ${{\underline H}_s}$ abk"urzen.
Die Rechtsmultiplikation
von $(H_s+v)$ auf $\cal{H}$ wird beschrieben durch die Formeln
$$
H_x (H_s+v)=
\begin{cases}
H_{xs}+vH_x&\text{falls }xs>x;\\
H_{xs}+v^{-1}H_x&\text{falls }xs<x.
\end{cases}
$$
Wir zeigen nun das Lemma  durch
Induktion
\"uber die Bruhat-Teilordnung.
Sicher k\"onnen wir die Induktion mit ${\underline H}_e=H_e=1$
beginnen. Sei nun $x\in W $ gegeben und sei die Existenz von ${\underline
H}_y$ bekannt f\"ur alle $y<x$. Falls $x\neq e$ finden wir $s\in S $ mit
$xs<x$
und nach Induktionsvoraussetzung gilt
$$
{\underline H}_{xs} (H_s+v)=H_x+\sum_{y<x} h_y H_y
$$
f\"ur geeignete $h_y\in\Bbb{Z}[v]$. Wir bilden
$$
{\underline H}_x={\underline H}_{xs}(H_s+v)-\sum_{y<x} h_y(0){\underline H}_y
$$
und unsere Induktion l\"auft. 
\end{proof}

\begin{Lemma}\label{Eind}
F\"ur $H\in\sum_y v\Bbb{Z}[v] H_y$ folgt aus $H={\overline H}$ schon $H=0$.
\end{Lemma}
\begin{proof}
Sicher gilt $H_x\in{\underline H}_x+\sum_{y<x} \cal{L} {\underline
H}_y$ f"ur ${\underline H}_x$ wie in der schon gezeigten Behauptung
\ref{Ex} und folglich
${\overline{H_x}}\in H_x+\sum_{y<x} \cal{L} H_y$ f\"ur alle
$x\in W $. Schreiben wir nun $H=\sum h_y H_y$ und w\"ahlen $z$ maximal mit
$h_z\not=0$, so folgt aus $H={\overline H}$ schon $h_z={\overline h}_z$
im Widerspruch zu $h_z\in v\Bbb{Z}[v]$. Das zeigt die Behauptung und
das Lemma ist bewiesen.
\end{proof}
\begin{Definition}
In einer abelschen Gruppe $E$ mit Involution $d$ bezeichne $E^+\subset E$
die
Untergruppe der selbstdualen Elemente
$E^+\pdef \{ e\in E\mid de=e\}$.  
\end{Definition}

\begin{Proposition}
Die selbstdualen Elemente der Hecke-Algebra bilden
 einen freien Modul $\cal{H}^+$  "uber 
$\cal{L}^+=\Bbb{Z}[(v+v^{-1})]$ mit Basis
${\underline H}_x$ mit $x\in  W $.
Als Algebra "uber $\cal{L}^+$ wird $\cal{H}^+$ erzeugt von den
${{\underline H}_s}$ mit
$s\in S $.
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis]
Offensichtlich bilden die ${\underline H}_x$ eine $\cal{L}$-Basis
von $\cal{H}$, und $\sum h_x {\underline H}_x$ ist selbstdual genau dann,
wenn alle $h_x$ es sind.
Die induktive Konstruktion der ${\underline H}_x$ zeigt sogar,
da"s alle ${\underline H}_x$ in der $\Bbb{Z}$-Unteralgebra von $\cal{H}$ liegen,
die von den ${\underline H}_s$ mit $s\in S$
erzeugt wird.
\end{proof}

\subsection{Kazhdan-Lusztig-Polynome}

\begin{Definition}
Wir definieren f\"ur $x,y\in W $ Polynome
$h_{y,x}\in\DZ[v]$ durch die Gleichung
$$
{\underline H}_x=\sum_y \index{h@$h_{y,x}$, anders normalisierte KL-Polynome}h_{y,x}H_y
$$
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Die folgende Proposition erkl"art den Zusammenhang zwischen
diesen $h_{y,x}$ und
den "ublichen Kazhdan-Lusztig-Polynomen $P_{y,x}$  und liefert
gleichzeitig eine obere Schranke f"ur den Grad sowohl unserer
Polynome wie auch der "ublichen Kazhdan-Lusztig-Polynome.
\end{Bemerkungl}


\begin{Proposition}
F"ur alle $x,y \in  W $ mit $y\leq x$ gibt es ein Polynom
$P_{y,x}\in \Bbb{Z} [q]$
derart, da"s
gilt
$$v^{l(y)-l(x)}
h_{y,x} = P_{y,x} (v^{-2})$$
Wir haben
$P_{y,x}(0)=1$ f"ur alle $y\leq x$, es gilt
$P_{x,x}=1$, und f"ur $x\neq y$ ist der Grad von $P_{y,x}$ stets echt kleiner als
$(l(x)-l(y))/2$.
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis]
Wir erinnern uns an den
involutiven Automorphismus $a:\cal{H} \ra \cal{H}$ mit
$a(v) =-v,\;a(H_{y})=(-1)^{l(y)} H_{y}$.
Da $a$ mit $d$ kommutiert, folgt
$a(\underline{H}_{x})=(-1)^{l(x)}\underline{H}_{x}$ und damit
$v^{l(y)-l(x)} h_{y,x} \in \Bbb{Z} [v^{2},v^{-2}]$.
Als n"achstes weisen wir  nach, da"s gilt
$v^{l(y)-l(x)} h_{y,x} \in 1 + v^{-1}\Bbb{Z}
[v^{-1}]$.
Dazu ist es "ubersichtlicher, in der Basis der $T_{y}= v^{-l(y)}
H_{y}$ und mit $C_{x} = v^{-l(x)} \underline{H}_{x}$ zu arbeiten.
In dieser Notation m"ussen wir dann also zeigen
$$ C_{x} \in \sum_{y\leq x} T_{y} + \sum_{z} v^{-1} \Bbb{Z} [v^{-1}]
T_{z}$$
Das geht durch Induktion "uber die L"ange von $x$. F"ur $x=e$ ist die
Behauptung klar. Falls $x \neq e$ finden wir $s \in  S $ mit $xs
< x$ und k"onnen schreiben $C_{x} = C_{xs}C_s
- \sum_{y<x} h_y (0) v^{l(y)-l(x)} C_{y}$ wie im ersten Beweis von
\ref{KL}.
Nun pr"uft man leicht
$$\begin{array}{ccc}
T_{z} C_s &=& \left\{ \begin{array}{ll}
T_{zs}+T_{z} & zs > z;\\ v^{-2}T_{zs} + v^{-2}T_{z} & zs<z.
\end{array} \right.
\end{array}$$
Aus unserer Induktionsannahme folgt also
$$C_{x} \in \left( \sum_{y \leq xs} T_{y} \right)
C_s + \sum_{z} v^{-1} \Bbb{Z} [v^{-1}] T_{z}$$
Da weiter gilt
$\{ z \mid z \leq x\} = \{z, z s \mid z \leq xs \text{ und }z < zs
\}$
folgt unsere Behauptung. Die Absch"atzung f"ur den Grad der $P_{y,x}$
schlie"slich ist die "Ubersetzung der Bedingung, da"s die $h_{y,x}$
f"ur $y\neq x$ Polynome in $v$ ohne konstanten Term sein sollen.
\end{proof}

\begin{Proposition}[\cite{KL-C}]\label{HhH}
Bezeichne $\mu (y,x)\in\Bbb{Z}$ den Koeffizienten von $v$ in $h_{y,x}$. 
F"ur $x\in  W $ und $s\in S $ gilt
$$\underline{H}_{x}\underline{H}_{s} = \left\{ \begin{array}{ll}
\underline{H}_{xs}+ \sum_{y<x, ys<y} \mu (y,x) \underline{H}_{y} &
\text{falls } x s > x;\\[2mm]
(v+v^{-1}) \underline{H}_{x}& \text{falls } xs <x.
\end{array} \right. $$
Insbesondere haben wir $h_{ys,x}=vh_{y,x}$
falls $xs<x$ und $ys<y$.
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis]
Der Fall $xs>x$ folgt aus der im ersten Existenzbeweis gegebenen induktiven
Konstruktion der ${\underline H}_x$. 
Der Fall $xs<x$ folgt mit vollst"andiger Induktion aus dem Fall $xs>x$.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
Die Berechnung kleiner Beispiele k"onnte zu der Vermutung verleiten,
da"s im Fall der symmetrischen Gruppe diese $\mu(y,x)$ stets 
Null oder Eins sind.
Das ist jedoch nicht der Fall, siehe \cite{MG}.
\end{Bemerkungl}

\begin{Theorem}[\cite{KL-C}]\label{SDD}
F\"ur alle $x\in W $ gibt es genau ein selbstduales $\underline
{\tilde{H}}_x\in\cal{H}$ mit ${\tilde{\underline H}}_x\in H_x+\sum_y
v^{-1}\Bbb{Z}[v^{-1}] H_y$.
\end{Theorem}
\begin{Bemerkungl}
Urspr\"unglich wurden die
Kazhdan-Lusztig-Polynome in \cite{KL-C}
mithilfe dieser selbstdualen Basis definiert.
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}[Beweis]
Man kann diese Aussage "ahnlich beweisen wie die analoge Aussage \ref{KL}.
Wir geben hier einen anderen Beweis, der gleichzeitig die enge Beziehung
zwischen $\underline
{\tilde{H}}_x$ und ${\underline
H}_x$ zeigt.
Dazu betrachten wir den Automorphismus
$ab:\cal{H}\ra \cal{H}, $ 
$v\mapsto v^{-1}$, $H_x\mapsto (-1)^{l(x)} H_x$,
wir k"onnen und m"ussen also
$\underline {\tilde{H}}_x=
(-1)^{l(x)}ab ({\underline H}_x)$ nehmen und erhalten
zus\"atzlich zur Existenz von $\underline {\tilde{H}}_x$ noch die Formel
\begin{center}
$\underline {\tilde{H}}_x=\sum_y (-1)^{l(x)+l(y)}{\overline h}_{y,x}H_y$
\end{center}\vspace{-0.7cm}\end{proof}

\begin{Proposition}[\cite{KL-C}] \label{ff}
Sei $ W $ endlich und $w_\circ\in W $ das l\"angste Element und
$\index{r@$r$, Zahl der positiven Wurzeln}r=
l(w_\circ)$ 
seine L\"ange. So gilt ${\underline H}_{w}=\sum_{y\in W } v^{r-l(y)}
H_y$.
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis]
Bezeichne $R$ die rechte Seite. Aus unseren Formeln f\"ur die Operation
von ${{\underline H}_s}$ folgt
$
\{ H\in \cal{H}\mid H {{\underline H}_s}=(v+v^{-1}) H
\quad\forall s\in S \}=\cal{L} R.
$
Damit gilt ${\overline R}\in \cal{L} R$ und dann sofort ${\overline R}=R$,
mithin $R={\underline H}_{w}$.
\end{proof}
\begin{Ubung}\label{QSDH}
Sei $ W $ endlich und $w\in W $ das l\"angste Element. 
Man zeige durch Induktion "uber $l(x)$ f"ur alle $x\in  W $ die Formeln
 $H_x {\underline H}_{w}= {\underline H}_{w} H_x=v^{-l(x)}{\underline H}_{w}$.
\end{Ubung}
\begin{Bemerkungl}\label{HoM}
Jeder mit der Materie vertraute Leser wird hier die Inversionsformeln
aus \cite{KL-C} f\"ur endliche Coxeter-Gruppen
vermissen. 
\emph{Wir m"ussen sie hier behandeln und auch ein Beispiel
geben mit h"oheren Multiplizit"aten.}
Wir behandeln sie im folgenden Abschnitt in einem allgemeineren
Kontext, siehe \ref{invn}.  
\end{Bemerkungl}



\subsection{Kazhdan-Lusztig-Theorie}
Mu"s auch $[\Delta(x\cdot 0), L(y\cdot 0)]=
h_{x,y}(1)$ zeigen! Das sind dann aber die Inversionsformeln
f"ur Kazhdan-Lusztig-Polynome. 
\begin{Proposition}
F"ur beliebiges $\lambda\in\frak{h}^\ast$ gilt in der
Grothendieckgruppe der Kategorie $\cal{O}$ die Formel\label{JHEx} 
$$[L(\lambda)] = \sum_{i,\mu} (-1)^{i} \op{dim}_{\Bbb{C}}
\op{Ext}^{i}_{\cal{O}} (\Delta(\mu), L(\lambda))\;\;
[\Delta(\mu)]$$
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis]
Mit der Bilinearform 
\ref{BiBGG} auf der Grothendieckgruppe von
$\cal{O}$  k"onnen wir die  
behauptete Formel in der Gestalt
$[L(\lambda)] = \sum_{\mu} \langle\Delta(\mu), L(\lambda)\rangle\;
[\Delta(\mu)]$ schreiben.
Das ist die "ubliche Formel f"ur die Darstellung eines Vektors
aus einem euklidischen Vektorraum oder einem Gitter
in einer Orthonormalbasis. Man pr"uft sie auch in unserem
Fall leicht direkt durch Paaren mit
allen $[\Delta(\nu)]$ auf beiden Seiten.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
Die Proposition zeigt, wie die Kenntnis der Dimensionen 
gewisser Erweiterungen 
Charakterformeln f"ur einfache h"ochste Gewichtsmoduln liefert.
Die sogenannten Kazhdan-Lusztig-Vermutungen, mittlerweile ein Theorem
von Bei\-lin\-son-Bern\-stein und Brylinski-Kashiwara, liefern nun 
zumindest f"ur trivialen zentralen Charakter eine kombinatorische Formel
f"ur die Dimensionen dieser Erweiterungen.
Wir verwenden im folgenden die abk"urzenden Notationen $L_{x} = {\op{L}} (w_{0} x
\cdot 0)$, $\Delta_{x} = \Delta(w_{0} x \cdot 0)$,  
$\nabla_{x} = \nabla(w_{0} x \cdot 0)$ 
und $\op{Ext}^{i}=\op{Ext}^{i}_{\cal{O}}$, so da"s zum Beispiel
$L_e=\Delta_e=\Delta(-2\rho)$ ein einfacher Vermamodul ist.    
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{Kazhdan-Lusztig-Vermutung}]\label{KLV}
F"ur alle $x\in W$ gilt 
$$\underline{H}_{x}=\sum_{i,y} 
v^{i}\op{dim} \op{Ext}^{i} (\Delta_{y}, L_{x})\;
 H_{y} $$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Leider kann ich f"ur dieses
Resultat keinen vollst"andigen Beweis geben,
sondern nur eine
Herleitung aus der Annahme der vollst"andigen Reduzibilit"at
der sogenannten Jantzenmitten \ref{VRJM}.
Obwohl hier also eine L"ucke offen bleibt,
will ich die Argumentation doch so weit treiben,
da"s die ohne Beweis hinzunehmende Behauptung
struktureller und nicht kombinatorischer Natur ist. 
Die Argumentation wird sich bis zum Ende dieses Abschnitts hinziehen.
Der Satz wird dann bewiesen im Anschlu"s an seine
Umformulierung zu \ref{UKL}.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Sind $x \in W$ und $s \in S$ gegeben mit $xs < x$, so
verschwindet die Komposition der durch die Einheit und Koeinheit der
Adjunktion gegebenen Abbildungen
$L_{xs} \hookrightarrow \vartheta_{s} L_{xs} \twoheadrightarrow
L_{xs}$.
Diese sind nicht Null, da sie unter einer Adjunktion der Identit"at auf
einem von Null verschiedenen Objekt entsprechen. Sie sind dann
injektiv beziehungsweise surjektiv, da sie von einem einfachen Objekt ausgehen
beziehungsweise in einem einfachen Objekt landen. 
Die einzige Kohomologiegruppe dieses Komplexes hei"st die
\defind{Jantzen-Mitte} von $\vartheta_{s}L_{xs}$. Wir notieren sie
$$Q_{x}=Q_{x}^{s}$$ 
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Mit $L_{xs}$  ist nach \ref{EVW} auch $\vartheta_{s}L_{xs}$ und damit
seine Jantzenmitte
selbstdual.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Vollst"andige Reduzibilit"at der Jantzenmitten}]
F"ur alle $x \in W$ und $s \in S$ mit $xs < x$ ist die
Jantzenmitte $Q_{x} = Q_{x}^{s}$ eine direkte Summe von einfachen
Darstellungen.\label{VRJM}
\end{Satz}
\begin{proof}[Entschuldigung f"ur das Auslassen des Beweises] 
Der "ubliche  Beweis dieser Behauptung benutzt
Hilfsmittel aus der algebraischen Geometrie, genauer
Verallgemeinerungen
der von Deligne bewiesenen Weil-Vermutungen
auf algebraische Familien von m"oglicherweise singul"aren Variet"aten,
deren Behandlung ein Studium der \'etalen Kohomologietheorie voraussetzt.
Ein neuerer Zugang "uber spezielle Bimoduln von Elias-Williamson ist
zwar sehr viel k"urzer, w"urde aber dennoch den Rahmen dieser Vorlesung
sprengen. 
Wir m"ussen deshalb diese Behauptung ohne Beweis hinnehmen. 
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
F"ur $s \in S$ w"ahlen wir nun einen Punkt $\mu \in \frak{X} \cap \frak{h}^{\ast}_{\op{dom}}$ mit $W_{\mu} =
\langle s \rangle$ und k"urzen die Verschiebung \defind{auf die
$s$-Wand} beziehungsweise \defind{aus der $s$-Wand} ab mit $$T^{s} \pdef T^{\mu}_{0}\;\;
\text{
beziehungsweise }\;\; T_{s}\pdef T^{0}_{\mu}.$$
Gegeben $x \in W$ mit $xs < x$ haben wir also $\Delta_{xs} \subset
\Delta_{x}$ und $T^{s} \Delta_{x} \cong T^{s}\Delta_{xs}$ ist ein
Vermamodul mit einfachem Quotienten $T^{s}L_{xs}$, wohingegen gilt
$T^{s}L_{x} =0$, siehe \ref{VEW}. 
Schlie"slich erinnern wir uns noch aus \ref{EVW} 
an die kurzen exakten Sequenzen
$\Delta_{x} \hookrightarrow \vartheta_{s} \Delta_{x}
\twoheadrightarrow \Delta_{xs}$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl} Gegeben $s\in S$ und $x\in W$ mit
$xs<x$ setzen wir $$U_x=U^s_x\pdef \ker(\vartheta_{s} L_{xs}  \twoheadrightarrow
L_{xs})$$
und erhalten zwei
kurze exakte Sequenzen\label{BES} 
$$\begin{array}{ccccc}
U_{x} & \hookrightarrow &\vartheta_{s} L_{xs} & \twoheadrightarrow&
L_{xs}\\
L_{xs} &\hookrightarrow & U_{x}& \twoheadrightarrow &Q_{x}
\end{array}$$ 
\end{Bemerkungl} 



\begin{Lemma}
  Gegeben $x \in W$ und $s \in S$ mit $xs < x$  gilt
  $\vartheta_{s}Q_{x}=0$ sowie $[Q_{x} : L_{x}]=1$.\label{JM}
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Unsere beiden Sequenzen \ref{BES} 
bleiben exakt unter der Verschiebung auf die Wand
$T^{s}$. Da nach \ref{IG} der Funktor $T^{s}T_{s}$ auf der
Grothendieckgruppe $[\cal{O}_{\mu}]$ auf der Wand die
Multiplikation mit $2$ induziert, folgt mit der ersten Sequenz
$T^{s}\vartheta_{s}L_{xs}
\cong T^{s}L_{xs} \oplus T^{s}L_{xs}$ und $T^{s}U_{x} \cong
T^{s}L_{xs}$ und mit der zweiten Sequenz $T^{s}Q_{x} =0$, also auch
$\vartheta_{s}Q_{x} =0$.
Die zweite Behauptung folgt aus den beiden Absch"atzungen
$$\begin{array}[b]{l} {[Q_{x} : L_{x} ]} \leq {[U_{x} : L_{x} ]} \leq [\vartheta_{s}L_{xs} :
L_{x}] \leq [\vartheta_{s}\Delta_{xs} : L_{x}]=1\\[2mm]
{[Q_{x} : L_{x} ]}\geq \op{dim}\op{Mod}_\frak{g} (\Delta_{x}, 
\vartheta_{s}L_{xs}) =
\op{dim}\op{Mod}_\frak{g} (T^{s}\Delta_{x}, T^{s}L_{xs}) = 1
\end{array}\qedhere$$
\end{proof}

\begin{Lemma}\label{ULL}
Seien $x,y\in W$ und $s\in S$ mit $xs < x$ und $ys < y$. So gilt
$$\op{dim}\op{Ext}^{i} (\Delta_{y}, U_{x}) = \op{dim}\op{Ext}^{i}
(\Delta_{ys}, L_{xs})$$
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Wir schreiben zu den beiden wohlbekannten 
kurzen exakten Sequenzen $U_{x}
\hookrightarrow \vartheta_{s} L_{xs} \twoheadrightarrow L_{xs}$
und $\Delta_{y} \hookrightarrow \vartheta_{s}\Delta_{y}
\twoheadrightarrow \Delta_{ys}$ mit der Koeinheit der Adjunktion
$(T^s, T_s)$ hinten beziehungsweise der Einheit der
Adjunktion $(T_s,T^s)$ vorne die langen exakten
$\op{Ext}$-Sequenzen im zweiten beziehungsweise ersten Eintrag untereinander
und erhalten mit der Adjunktion $(\vartheta_s,\vartheta_s)$  nach
dem im Anschlu"s bewiesenen allgemeinen Lemma \ref{ADF}
angewandt auf eine projektive Aufl"osung von $\Delta_y$ ein
kommutatives Diagramm
$$\begin{array}{ccccccccc}
\ldots & \ra & \op{Ext}^{i} (\Delta_{y},U_{x})& \ra
&\op{Ext}^{i}(\Delta_{y},\vartheta_{s}L_{xs}) & \ra & \op{Ext}^{i}
(\Delta_{y}, L_{xs}) & \ra &\ldots \\
& & & & \uparrow\!\! \wr & & \| & & \\
\ldots & \ra & \op{Ext}^{i} (\Delta_{ys}, L_{xs}) &\ra &
\op{Ext}^{i} (\vartheta_{s}\Delta_{y}, L_{xs})&\ra & \op{Ext}^{i}
(\Delta_{y}, L_{xs}) & \ra & \ldots
\end{array}$$
Das Lemma folgt.
\end{proof}

\begin{Proposition}[\textbf{Parity-Vanishing}]
Aus der vollst"andigen Reduzibilit"at aller Jantzenmit\-ten 
folgt im Hauptblock $\cal{O}_0$\label{PV}\index{Parity-Vanishing}  
f"ur Erweiterungen zwischen Vermamoduln und
einfachen Moduln
$$\op{Ext}^{i} (\Delta_{y}, L_{w})=0 \quad \text{ falls } \quad i
\not\in l(y) - l(w) + 2\DZ$$
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis]
Induktion "uber die L"ange von $w$. Im Fall $w =e$ haben wir $L_{e} \cong
\nabla_{e}$ und die Behauptung folgt aus \ref{VD}.
Im Fall $w \neq e$ finden wir eine einfache Spiegelung
$s \in S$ mit $w s < w$. Bei vollst"andiger Reduzibilit"at
der Jantzenmitte $Q_{w} = Q_{w}^{s}$ ist $L_w$ nach \ref{JM}  
ein direkter Summand von $Q_{w}$
und es reicht zu zeigen
$$\op{Ext}^{i} (\Delta_{y}, Q_{w})=0 \quad \text{ falls } \quad i
\not\in l(y) - l(w) + 2\DZ.$$
Nun haben wir jedoch eine exakte Sequenz
$$\op{Ext}^{i} (\Delta_{y}, U_{w}) \ra
\op{Ext}^{i} (\Delta_{y}, Q_{w}) \ra
\op{Ext}^{i+1} (\Delta_{y},L_{ws})$$
Gilt zus"atzlich $ys < y$, so k"onnen wir den Beginn 
dieser Sequenz nach
\ref{ULL} umformen zu $\op{Ext}^{i} (\Delta_{ys}, L_{ws})$ und
folgern aus der Induktionsannahme, da"s Anfang und Ende unserer
Sequenz verschwinden  f"ur $i \not\in l(y) - l(w) +2\DZ$,
also auch die Mitte.
Gilt zus"atzlich stattdessen  $ys > y$, so
setzen wir rasch $z=ys$, um wieder in unser
"ubliches Notationsschema mit $zs<z$ zur"uckzukommen,  und beachten
die kurze
exakte Sequenz $\Delta_{z} \hookrightarrow \vartheta_{s}
\Delta_{z}\sra \Delta_{zs}$. Da nun gilt 
$\op{Ext}^{i} (\vartheta_{s} \Delta_{z},
L_{w}) = \op{Ext}^{i} (\Delta_{z}, \vartheta_{s} L_{w}) $ und
unter
unserer Annahme $w s < w$ weiter $\vartheta_{s} L_{w}=0$, folgt
$$\op{Ext}^{i} (\Delta_{zs}, L_{w}) \cong \op{Ext}^{i-1}
(\Delta_{z}, L_{w})$$
und  wir landen beim bereits behandelten Fall.
\end{proof}
\begin{Korollar}\label{KoKon}
Gegeben $y, w \in W$ und $s \in S$ mit $ys < y$, $ws < w$ liefert
die Annahme der vollst"andigen Reduzibilit"at aller
Jantzenmitten 
kurze exakte Sequenzen
$$\op{Ext}^{i} (\Delta_{ys}, L_{ws}) \hookrightarrow \op{Ext}^{i}
(\Delta_{y}, Q_{w}) \twoheadrightarrow \op{Ext}^{i+1} (\Delta_{y},
L_{ws})$$
\end{Korollar}
\begin{proof}[Beweis]
Wir bilden zur kurzen exakten Sequenz $L_{ws} \hookrightarrow
U_{w} \twoheadrightarrow Q_{w}$ die lange exakte
Sequenz der $\op{Ext}^{i} (\Delta_{y}, \;)$ und
ersetzen darin $\op{Ext}^{i} (\Delta_{y}, U_{w})$ mit \ref{ULL} durch
$\op{Ext}^{i} (L_{ys}, U_{ws})$. Die Behauptung folgt
dann aus dem Parity-Vani\-shing \ref{PV}.
\end{proof}
\begin{Notation}
Wir definieren nun f"ur jedes Objekt $M \in \cal{O}$ ein Element $E (M)$ der
Heckealgebra durch die Vorschrift
$$E (M) = \sum_{y,i} \op{dim} \op{Ext}^{i} (\Delta_{y},
M) \; v^{i} H_{y}$$  
\end{Notation}


\begin{Proposition}
Unter der Annahme der vollst"andigen Reduzibilit"at aller
Jantzenmitten gilt f"ur alle $s \in S$ und $w \in W$ mit $w s < w$
die Formel\label{KJM}
$$E (Q^{s}_{w})= E (L_{ws})\; {\underline{H}_s}$$
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis]
Gegeben $s\in S$ und $y\in W$ sind
die von $H_y$ und $ H_{ys}$ "uber dem Ring der Laurentpolynome
erzeugten Untermoduln
der Heckealgebra stabil unter der Rechtsmultiplikation mit
${\underline{H}_s}$. Gilt $ys<y$, so wird diese Rechtsmultiplikation
in der Basis $H_{ys}, H_y$
beschrieben durch die Matrix
$(\begin{smallmatrix}v&1\\1&v^{-1}\end{smallmatrix})$.
Die Matrix der Rechtsmultiplikation mit
${\underline{H}_s}$ in der Basis der $H_y$
ist also ihre eigene Transponierte.
Insbesondere geht
f"ur beliebiges $E$ in der Hecke-Algebra
das Paar der Koeffizienten von $H_{ys}$ und $H_{y}$ in
$E{\underline{H}_s}$ ebenfalls hervor aus dem entsprechenden Paar
von Koeffizienten in
$E$ durch Multiplikation mit der Matrix
$(\begin{smallmatrix}v&1\\1&v^{-1}\end{smallmatrix})$.
Unsere Proposition bedeutet also ausgeschrieben f"ur
alle $y\in W$ mit $ys<y$ die Identit"aten
$$\begin{array}{lll}
\op{dim} \op{Ext}^{i} (\Delta_{ys}, Q^{s}_{w}) & =&
\op{dim} \op{Ext}^{i-1} (\Delta_{ys}, L_{ws}) +\op{dim}
\op{Ext}^{i} (\Delta_{y}, L_{ws}) \\
\op{dim} \op{Ext}^{i} (\Delta_{y}, Q^{s}_{w}) & =&
\op{dim} \op{Ext}^{i} (\Delta_{ys},L_{ws}) + \op{dim}
\op{Ext}^{i+1}(\Delta_{y}, L_{ws})
\end{array}$$
Hier folgt die zweite Formel aus der kurzen exakten Sequenz in \ref{KoKon}.
Die erste Formel leiten wir aus der zweiten ab, indem wir
zur Sequenz $\Delta_{y } \hookrightarrow
\vartheta_{s} \Delta_{y} \twoheadrightarrow \Delta_{ys}$ die
lange exakte Sequenz der
$\op{Ext}^i(\; , Q^{s}_{w})$ bilden und beachten, da"s nach \ref{JM} gilt 
$\op{Ext}^{i}(\vartheta_{s} \Delta_{y}, Q^{s}_{w}) =
\op{Ext}^{i}(\Delta_{y}, \vartheta_{s} Q^{s}_{w})=0$.
So erhalten wir n"amlich
Isomorphismen $\op{Ext}^{i-1}(\Delta_{y},Q^{s}_{w})
\cong \op{Ext}^{i}(\Delta_{ys}, Q^{s}_{w})$ und
damit ergibt sich die erste Formel aus der zweiten.
\end{proof}

\begin{Satz}[\textbf{Kazhdan-Lusztig-Vermutung}]
Unter der Annahme der vollst"andigen Reduzibilit"at aller
Jantzenmitten \ref{VRJM} gilt f"ur alle $x\in W$ die Formel\label{UKL}
  $$E (L_{x}) = \underline{H}_{x}$$
\end{Satz}
\begin{proof}
Wir zeigen das durch
Induktion "uber die L"ange von $x$. Der Fall $x = e$ ist klar nach
\ref{VD}. F"ur den Induktionsschritt suche man $s \in S$ mit $xs <
x$ und wenden die Induktionsannahme auf $xs$ an. Dann haben wir
$$\begin{array}{rl}
E (Q^{s}_{x}) &
\begin{array}[t]{ll}
=E (L_{xs}){\underline{H}_s}&\text{ nach \ref{KJM},}\\
=\underline{H}_{xs}{\underline{H}_s}&\text{ nach Induktionsannahme,}\\
=  \sum_{y \leq x} h_{y} H_{y}&\text{ f"ur geeignete
$h_{y} \in \Bbb{Z}[v]$ mit}
\end{array}
\\[13mm]
&\begin{array}{lll}
\hspace{6mm}\text{}h_{y} (0) &= \dim \op{Hom} (\Delta_{y},
Q^{s}_{x})&\text{ per definitionem,}\\
&=[Q^{s}_{x} : L_{y}]&\text{ f"ur
$Q^{s}_{x}$ vollst"andig reduzibel.}
\end{array}
\end{array}$$
Wir erhalten so Gleichungen
$$\begin{array}{ccl}
E(Q^{s}_{x}) =
& E(L_{x}) &+ \sum_{y<x} h_{y} (0) E (L_{y}) \\
\parallel\\
\underline{H}_{xs} {\underline{H}_s} =& \underline{H}_{x}& +
\sum_{y<x} h_{y} (0) \underline{H}_{y}
\end{array}$$
Nochmalige Verwendung der Induktionsannahme
liefert den Satz.  
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
Es gibt durchaus Untermoduln von Vermamoduln, 
die nicht von $\frak{n}^{+}$-in\-va\-ri\-an\-ten
Vektoren erzeugt werden: Sonst m"u"ste es ja 
f"ur jeden Vermamodul  eine Kompositionsreihe geben aus derartigen
Untermoduln, und die k"onnte nach \ref{HV} h"ochstens die L"ange $|W|$ haben.
Das steht jedoch im Widerspruch zu \ref{HoM}.
\end{Bemerkungl}


%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "XXO"
%%% End: 


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