
\section{Erste Schritte in klassischer Mechanik}
\nichtfinal{Wie mit Einheiten umgehen? Sollte polynomiale
  Abbildungen von eindimensionalen affinen R"aumen differenzieren k"onnen.
  Sollte vielleicht als Definitionsbereiche von
  Karten Produkte eindimensionaler affiner R"aume oder einfacher
  eindimensionaler Vektorr"aume nehmen. Sollte allgemeine partille
  Ableitungen f"ur $V\times W\ra$ etc diskutieren und gute Notation haben.
  Sollte alles nochmal durchgehen.} 
\subsection{Newton'sche Bewegungsgleichungen}
\label{NB} 
  \begin{Bemerkungl}
Wie in \eref{OrTe}{LA1} 
     fixieren wir einen eindimensionalen
    orientierten reellen affinen 
Raum \index{T@$\mathbb{T}$ Zeit|main}$$\mathbb{T}$$ und nennen ihn die
{\bf Zeit}.\index{Zeit} Die Elemente seines Richtungsraums nennen wir
{\bf Zeitspannen}.\index{Zeitspanne}
Die {\bf Sekunde} unserer schmutzigen Anschauung
entspricht einer positiven 
Zeitspanne $\ph{s}\in \vec{\mathbb{T}}_{>0}$. 
Weiter fixieren wir 
einen dreidimensionalen euklidischen affinen Raum 
$$\mathbb{E}$$
im Sinne von \eref{Eukl}{LA2} 
und nennen ihn den
{\bf Anschauungsraum}.\index{Anschauungsraum|main}
Ich erinnere daran, da"s wir in \eref{Eukl}{LA2} einen
euklidischen Raum eingef"uhrt hatten als einen
reellen affinen Raum mit einer {\bf euklidischen Struktur} auf seinem
Richtungsraum. Ich erinnere weiter daran,
da"s wir so eine euklidische Struktur 
erkl"art hatten als eine Ursprungsgerade im Raum der Bilinearformen,
die mindestens ein Skalarprodukt enth"alt und folglich aus Skalarprodukten,
den Negativen von Skalarprodukten und der Null besteht. Auf diese Weise
vermeiden wir die Wahl einer L"angeneinheit und die Wahl kartesischer
Koordinaten und arbeiten bei der Darstellung der Theorie,
das ist zumindest das Ziel, mehr in
der Geometrie und weniger in Mengen von Tupeln reeller Zahlen.
Wir hatten in \eref{EUSB}{LA2} eine 
  Bijektion zwischen derartigen  
euklidischen Strukturen und m"oglichen Wahlen sogenannter
\glqq Bewegungsgruppen\grqq\ konstruiert,
die hier nicht wiederholt werden soll. 
Wie\index{E@$\mathbb{E}$ Anschauungsraum} in  \eref{Laenge}{LA2} 
konstruieren wir zu unserem euklidischen Raum $\mathbb{E}$
einen orientierten
eindimensionalen reellen Vektorraum, seine
{\bf L"angengerade} 
$\mathbb L=\mathbb L({\mathbb E})$,\index{L@$\mathbb L$ L"angengerade} 
 und erinnern  aus
\eref{kaSK}{LA2} das {\bf konkrete  Skalarprodukt}  
$$\langle\;,\;\rangle_{\op{k}}=\langle\;,\;\rangle: \vec{\mathbb{E}}\times \vec{\mathbb{E}}\ra \mathbb L^{\otimes 2}$$
mit Werten in der {\bf Gerade der Fl"acheneinheiten  $\mathbb L^{\otimes 2}$}.
Das
{\bf Meter}\index{Meter}\index{m@$\op{m}$ Meter} 
$\op{m}\in \mathbb{L}_{>0}$ 
ist ein positives Element der schmutzigen L"angengerade.
Das konkrete Skalarprodukt auf dem Richtungsraum des 
schmutzigen Anschauungsraums 
nimmt also Werte in einem eindimensionalen reellen Vektorraum 
an, f"ur den das Quadratmeter $\op{m}^2\pdef
\op{m}^{\otimes 2}\pdef \op{m}\otimes\op{m} $
eine Basis ist.
Des weiteren haben wir in \eref{Laenge}{LA2}
auch die  {\bf L"angenabbildung}
$$\|\;\|:\vec{\mathbb{E}}\ra \mathbb{L}_{\geq 0}$$ namens
eingef"uhrt, die mit dem
konkreten Skalarprodukt geschrieben  werden kann als
$\|v\|\pdef \sqrt{\langle v,v\rangle}$.
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungl} Um die Newton'schen Bewegungsgleichungen\label{Masse}
zu formulieren  w"ahlen wir zus"atzlich
einen eindimensionalen orientierten reellen Vektorraum $$\mathbb M$$
und nennen dessen nichtnegative Elemente 
{\bf Massen}.\index{Masse}
 Ein schmutziges
positives Element von $\mathbb M$  ist beispielsweise das in der
  franz"osischen Revolution gew"ahlte \defind{Gramm} $\ph{g} 
\in \mathbb{M}_{>0}$,
das dadurch bestimmt wird, da"s $1000\ph{g}$ in etwa die Masse eines
Wasserw"urfels der Kantenl"ange $0,\!1\ph{m}$ ist.
Die Newton'schen Bewegungsgleichungen beschreiben die 
Bewegung eines K"orpers oder Teilchens in Abh"angigkeit 
von seiner Masse. Diese Masse kann etwa bestimmt werden 
durch das Aufwiegen mit Wasser und Bestimmung des ben"otigten
Wasservolumens
oder, wenn man es genauer braucht, durch den Vergleich
mit der
Masse
eines im \glqq Bureau international des poids et m\'{e}sures\grqq\ 
in S\`{e}vres bei Paris seit 1889 sorgsam geh"uteten Zylinders aus einer
Platin-Iridium-Legierung, des
 {\bf Urkilogramms}.\index{Urkilogramm}
\end{Bemerkungl}
% \begin{Bemerkungl}
% Gegeben ein eindimensionaler reeller affiner Raum $T$ und ein
%  normierter reeller Raum $Y$ und eine differenzierbare Abbildung
% $\gamma:T\ra Y$ schreiben wir in Zukunft ihr Differential
% $\diff_t\gamma:\vec{T}\ra \vec{Y}$ bei $t\in T$ alternativ
% $\dot{\gamma}(t)\in \op{Hom}(\vec{T}, \vec{Y})=\vec{Y}\otimes \vec{T}^\ast$
% und erhalten so eine Abbildung 
% $$\dot{\gamma}:T\ra \vec{Y}\otimes \vec{T}^\ast$$
% Analoge Notationen verwenden wir auch, wenn $\gamma$ nur auf einer
% halboffenen Teilmenge von $T$ definiert ist.
% \end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben ein bewegtes Teilchen im\label{KraF} 
Sinne der Newton'schen Mechanik alias eine glatte Abbildung
von der Zeit $\mathbb T$ 
in den Anschauungsraum\begin{displaymath}
\gamma : \mathbb T \ra \mathbb{E}
\end{displaymath}
ist ihr Differential \ref{DeDi}\index{)6a@$\dot{\gamma}$ physikalische Geschwindigkeit} 
eine Abbildung 
$\dot{\gamma}:t\mapsto \tiff_t\gamma, 
\mathbb T\ra \op{Hom}(\vec{\mathbb{T}},\vec{\mathbb{E}})$.
Wir verstehen hier und im folgenden das Differential als \glqq tangentiale
Abbildung\grqq\ und notieren das Differential in $x$ an eine Abbildung $\varphi$
als $\tiff_x\varphi$. 
Unter unserer Identifikation 
$\op{Hom}(\vec{\mathbb{T}},\vec{\mathbb{E}})
\sira
\vec{\mathbb{E}} \otimes \vec{\mathbb{T}}^*
$ aus 
\eref{Ican}{LA2} wird es zu einer Abbildung
$$\dot{\gamma}:\mathbb T \ra \vec{\mathbb{E}} \otimes \vec{\mathbb{T}}^*$$
Man nennt $\dot{\gamma}(t)$ die
{\bf Geschwindigkeit} oder pr"aziser
{\bf vektorielle Geschwindigkeit}\index{Geschwindigkeit!vektorielle}
unseres Teilchens zum Zeitpunkt $t$.
Das geometrische Skalarprodukt auf $\vec{\mathbb{E}}$ liefert 
offensichtlich auf
 $\vec{\mathbb{E}}\otimes \vec{\mathbb{T}}^*$
 eine Bilinearform mit Werten in $(\mathbb{L}\otimes \vec{\mathbb{T}}^*)^{\otimes 2}$. Der zugeh"orige Absolutbetrag  des Geschwindigkeitsvektors 
$\dot{\gamma}(t)\in \vec{\mathbb{E}}\otimes \vec{\mathbb{T}}^*$ 
hei"st die {\bf absolute Geschwindigkeit}\index{Geschwindigkeit!absolute}
$$\|\dot{\gamma}(t)\|\pdef \sqrt{\langle\dot{\gamma}(t),\dot{\gamma}(t)\rangle} \in (\mathbb{L}\otimes \vec{\mathbb{T}}^*)_{\geq 0}$$ 
unseres Teilchens zum Zeitpunkt $t$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Notation f"ur Einheiten}]
Um unserer Notation der Einheiten die Schwere zu nehmen,
vereinbaren wir f"ur eindimensionalen Vektorr"aume
von Einheiten
die Notation als Erzeugnis eines "ublichen Erzeugers in 
 Erzeugerklammern,
also etwa\index{)5@$\langle\;\rangle$ Erzeugnis physikalischer Einheit}
$$
\begin{array}{cccll}
\vec{\mathbb T}&=&\langle {\ph{s}}\rangle&\text{mit ${\ph{s}}$ f"ur \glqq Sekunde\grqq,}\\
\mathbb L&=&\langle \ph{m}\rangle&\text{mit  $\ph{m}$ f"ur \glqq Meter\grqq\ oder}\\
\mathbb M&=&\langle {\ph{g}}\rangle&\text{mit ${\ph{g}}$ f"ur \glqq Gramm\grqq.}
\end{array}
$$
Weiter notieren wir bei unseren eindimensionalen R"aumen 
die duale Basis des Dualraums statt $v^\top$ meist $v^{-1}$
oder $1/v$, so da"s wir den Dualraum  $\vec{\mathbb T}^\ast$ 
des Raums der Zeitspannen
$\vec{\mathbb T}^\ast=\langle 1/{\ph{s}} \rangle
=\langle {\ph{s}}^{-1} \rangle$ schreiben k"onnen.
Schlie"slich lassen wir in diesem Zusammenhang die
$\otimes$-Zeichen meist weg und
schreiben f"ur ganze Zahlen  $r\in\DZ$ k"urzer $v^r$ f"ur 
unser Element $v^{\otimes r}\in V^{\otimes r}$
aus \eref{TEP}{LA2}.
 So wird 
$\langle\ph{m}^2\rangle=\mathbb L^{\otimes 2}$ eine Notation f"ur den
eindimensionalen orientierten reellen Vektorraum der Fl"acheneinheiten.
In derselben Weise  schreiben wir
${\ph{m}}/{\ph{s}}$ f"ur den Vektor
${\ph{m}}\otimes {\ph{s}}^{\otimes (-1)}\in \mathbb{L} \otimes \vec{\mathbb{T}}^*$ und 
notieren diesen Raum
$\mathbb{L} \otimes \vec{\mathbb{T}}^*
=\mathbb{L}\langle 1/{\ph{s}}\rangle=\langle {\ph{m}}/{\ph{s}}\rangle$.
Seine nichtnegativen Elemente hei"sen {\bf Geschwindigkeiten} und 
ausf"uhrlicher  {\bf absolute Geschwindigkeiten}. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Zeitliche Ableitungen}]
  Allgemeiner erkl"aren wir f"ur einen endlichdimensionalen reellen
  affiner Raum $X$ und eine glatte Abbildung $\gamma:\mathbb T\supset I\ra X$
  von einem Zeitintervall $I$ nach $X$ und $t_0\in I$
  ganz allgemein
  $$\dot\gamma(t_0)=\tiff_{t_0}\gamma
  =\lim_{t\ra t_0}\frac{\gamma(t)-\gamma(t_0)}{t-t_0}$$
  Hier ist die Mitte ein Element von $\op{Hom}(\vec{\mathbb T},\vec X)$,
  das wir vermittels des Standardisomorphismus als Element von
  $\vec X\otimes \vec{\mathbb T}^*=\vec X\langle 1/{\ph{s}}\rangle$
  auffassen. Ebenso ist der Limes in diesem Raum zu verstehen und
  der Quotient formal als Tensorprodukt mit dem zur Zeitspanne
   $t-t_0$ dualen Frequenzvektor.
  Die zeitliche Ableitung eines gr"o"seren Ausdrucks $\gamma$ notieren wir
  $\dot\gamma(t)=\tiff_t\gamma$ oder $\dot\gamma(t_0)=\tiff_{t_0}\gamma(t)$
  oder etwas verschludert $\dot\gamma(t)=\tiff_{t}\gamma(t)$, weil
   sich bei gr"o"seren Ausdr"ucken die
  Funktion schlecht ohne  Variable notieren l"a"st. 
  Ist $\varphi:X\ra Y$ eine
  affine Abbildung in einen weiteren endlichdimensionalen affinen Raum $Y$,
  so finden wir $$\tiff_t(\varphi\circ\gamma)=
  \vec\varphi\langle 1/{\ph{s}}\rangle\circ \dot\gamma$$
  mit der abk"urzenden Notation
  $\vec\varphi\langle 1/{\ph{s}}\rangle:\vec X\langle 1/{\ph{s}}\rangle\ra
  \vec Y\langle 1/{\ph{s}}\rangle$ f"ur die vom linearen Anteil
  $\vec\varphi:\vec X\ra \vec Y$ von $\varphi$ 
  induzierte Abbildung.
  Ist $X$ bereits selbst ein Vektorraum, so verschlucken wir den Isomorphismus
  $\op{trans}:X\sira \vec X$ meist in der Notation und schreiben
  $\dot\gamma:\mathbb T\ra X$ f"ur die Abbildung, die genau genommen 
  $\op{trans}^{-1}\circ \dot\gamma$ notiert werden m"u"ste. 
  Analog f"ur Abbildungen von  einem
  beliebigen eindimensionalen reellen affinen Raum, aber die Notation mit einem
  hochgestellten Punkt und  der Buchstabe $t$ sind
  in der Physik a priori f"ur zeitliche Ableitungen und Zeiten 
  reserviert. 
\end{Bemerkungl}
  
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Produktregel f"ur  zeitliche Ableitungen}]
  Sind $\gamma:\mathbb T\ra V$ und $\alpha:\mathbb T\ra W$
  differenzierbare Abbildungen in endlichdimensionale reelle Vektorr"aume
  und $b:V\times W\ra U$ eine bilineare Abbildung
  in einen weiteren endlichdimensionalen reellen Vektorraum,
  so wird die zeitliche Ableitung
  von $t\mapsto b(\gamma(t), \alpha(t))$ gegeben durch\label{ZAB} 
  $$\tiff_t \;b(\gamma(t), \alpha(t))
  =  b(\dot\gamma(t), \alpha(t)) +  b(\gamma(t), \dot\alpha(t))$$
  Das folgt aus dem Zusammenwirken der Formel f"ur das Differential
  bilinearer Abbildungen \ref{PRm}, der Komponentenregel \ref{kd} 
  und der Kettenregel. Genau genommen meint $b$ rechts dabei die von $b$
  induzierten Abbildungen  $b:V\langle 1/{\ph{s}}\rangle\times W\ra U\langle 1/{\ph{s}}\rangle$ beziehungsweise  $b:V\times W\langle 1/{\ph{s}}\rangle\ra U\langle 1/{\ph{s}}\rangle$. 
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungl}
  Gegeben
   $\gamma :\mathbb T \ra \mathbb{E}$ zweimal differenzierbar
notiert man das  Differential der vektoriellen Geschwindigkeit
 $\dot\gamma :\mathbb T \ra \vec{\mathbb{E}}\langle 1/{\ph{s}}\rangle$ kurz   
 $$\ddot{\gamma}:\mathbb T \ra \vec{\mathbb{E}}\langle 1/{\ph{s}}^2\rangle$$
Wir denken uns $\gamma$ als die mathematische Beschreibung eines
bewegten Teilchens und nennen $\ddot{\gamma}(t)$ die
{\bf Beschleunigung}\index{Beschleunigung} oder genauer 
{\bf vektorielle Beschleunigung}\index{Beschleunigung!vektorielle} 
unseres Teilchens zum Zeitpunkt $t$. Mit der 
{\bf absoluten Beschleunigung}\index{Beschleunigung!absolute} 
meinen wir dahingegen analog wie im Fall von Geschwindigkeiten
den Betrag $\|\ddot{\gamma}(t)\|\in \langle
{\ph{m}}/{\ph{s}}^2\rangle$ der vektoriellen Beschleunigung. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}\label{KrFe}
Unter einem \defind{Kraftfeld} 
versteht man eine Abbildung
$$F: \mathbb{E} \ra \vec{\mathbb{E}} 
\langle {\ph{g}}/{\ph{s}}^2\rangle$$
Hier verstehen wir im Sinne unserer neuen Notation 
$\langle {\ph{g}}/{\ph{s}}^2\rangle=\mathbb{M} 
\otimes (\vec{\mathbb{T}}^*)^{\otimes 2} $.
Der Buchstabe $F$  erinnert an englisch \defind{force}.
Unter der \defind{Newton'schen
  Bewegungsgleichung} f"ur die Bewegung eines Teilchens
 positiver Masse $m\in \mathbb{M}_{>0}$ in einem 
Kraftfeld $F$ versteht man die Forderung 
\glqq Kraft gleich Masse mal
Beschleunigung\grqq\  und in Formeln ausgedr"uckt 
die Gleichheit $$ F \circ \gamma=m 
\ddot{\gamma} $$
von
Abbildungen $\mathbb T \ra \vec{\mathbb{E}} 
 \langle {\ph{g}}/{\ph{s}}^2\rangle
$,  
der die Bewegung $\gamma: \mathbb T\ra \mathbb{E}$ 
unseres Teilchens gehorchen soll.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Zeitabh"angiges Kraftfeld}]
  Wenn die Kraft zus"atzlich von der Zeit abh"angt, in Formeln
 also  durch eine Abbildung 
  $F: \mathbb{E}\times\mathbb T \ra \vec{\mathbb{E}} 
\langle {\ph{g}}/{\ph{s}}^2\rangle$
gegeben wird, so lautet die 
\defind{Newton'schen
  Bewegungsgleichung} allgemeiner $$ F( \gamma(t),t)=m 
\ddot{\gamma}(t) $$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
 Unter einem \defind{Gravitationsfeld} versteht man eine Abbildung
\begin{displaymath}
G : \mathbb{E} \rightarrow \vec{\mathbb{E}} 
\langle 1/{\ph{s}}^2\rangle
\end{displaymath}
Die von einem derartigen Feld auf ein Teilchen 
positiver Masse $m\in\mathbb M_{>0}$ ausge"ubte Kraft $F$ wird per definitionem gegeben
durch die Vorschrift\label{KrGe} 
\begin{displaymath}
F = m G
\end{displaymath}
%unter Verwendung der Abk"urzung $m\otimes G=mG$. 
Die Bewegungsgleichung 
f"ur die Bewegung $\mathbb T \ra \vec{\mathbb{E}} \langle 1/{\ph{s}}^2\rangle
$ eines Teilchens positiver Masse in
einem Gravitationsfeld $G$ lautet folglich
\begin{displaymath}
 G \circ \gamma=\ddot{\gamma} 
\end{displaymath}
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkunge}
  A priori k"onnte man auch eine konsistente Theorie formulieren, die zwei
  Arten von Massen postuliert, als da hei"st zwei orientierte eindimensionale reelle Vektorr"aume 
$\mathbb{M}_{\op{sch}}$ und $\mathbb{M}_{\op{tr}}$, und in der jedem Teilchen 
zwei Arten von Masse  zugeordnet
w"urden, seine \defind{schwere Masse}\index{Masse!schwere}
$m_{\op{sch}}\in \mathbb{M}_{\op{sch}}$  und 
seine \defind{tr"age Masse}\index{Masse!tr"age} 
$m_{\op{tr}}\in \mathbb{M}_{\op{tr}}$.
Ein Kraftfeld h"atte  per definitionem 
Werte in $\vec{\mathbb{E}} 
\langle 1/{\ph{s}}^2\rangle \otimes \mathbb{M}_{\op{tr}}$ 
und die Bewegungsgleichung in besagtem Kraftfeld h"atte die Gestalt 
$$m_{\op{tr}} 
\ddot{\gamma} = F \circ \gamma$$ 
Dahingegen w"urde ein Gravitationsfeld
Werte in $\vec{\mathbb{E}} 
\langle 1/{\ph{s}}^2\rangle \otimes 
\mathbb{M}_{\op{tr}}\otimes \mathbb{M}_{\op{sch}}^\ast$
annehmen und die jeweils 
auf unser  Teilchen wirkende 
Kraft w"are durch die Multiplikation des Gravitationsfelds mit seiner 
schweren Masse $m_{\op{sch}}$ zu berechnen.
Mit der Waage m"a"se man also die schwere Masse und
durch die Beobachtung 
etwa von St"o"sen mit einem \glqq Referenzteilchen\grqq\ 
und Ausn"utzen der im folgenden noch zu besprechenden \glqq Impulserhaltung\grqq\ 
 die tr"age Masse. 
Ein 
durch viele Experimente best"atigtes 
Prinzip der klassischen Mechanik ist  die {\bf Gleichheit von
    tr"ager und schwerer Masse}, so da"s wir stets 
$m_{\op{sch}} = m_{\op{tr}}$ annehmen und ohne
  n"ahere Spezifikation schlicht von der \defind{Masse} 
eines Teilchens reden
  werden. 
\end{Bemerkunge}




\begin{Bemerkungl}
  Das Gravitationsfeld an der Erdoberfl"ache kann lokal\label{FBP} recht gut
  approximiert werden durch ein konstantes Feld $\vec{\ph{g}}$ mit
  $\vec{\ph{g}}\sim (9{,}8)\vec{\ph{m}}/{\ph{s}}^2$, wobei $\vec{\ph{m}} \in
  \vec{\mathbb{E}}$ denjenigen einen Meter langen Vektor bezeichnet, der an
  der gegebenen Stelle in Richtung des Erdmittelpunktes zeigt. Man schreibt
  auch $\|\vec{\ph{g}}\|\pdef \ph{g}\sim (9{,}8) {\ph{m}}/{\ph{s}}^2$ f"ur den
  Betrag dieses konstanten Feldes und nennt diese absolute
  Beschleunigung die {\bf
    Erdbeschleunigung}.\index{Erdbeschleunigung} \index{g@$\ph{g}$
    Erdbeschleunigung} Ob der Buchstabe $\ph{g}$ das Gramm oder die
  Erdbeschleunigung meint, mu"s aus dem Kontext erschlossen werden.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}[\textbf{Flugbahn eines geworfenen Massenpunktes}] 
F"ur die Bewegung $\gamma:\mathbb T\ra\mathbb E$ 
eines nur der Gravitationskraft ausgesetzten
Massepunktes an der Erdoberfl"ache, etwa einer 
Kanonenkugel oder eines Schneeballs,\label{WrPa}  
mu"s nach dem Vorhergehenden die Beschleunigung
zu jedem Zeitpunkt  die Erdbeschleunigung sein, in Formeln 
$$\ddot\gamma(t)=\vec{\ph{g}}$$
Um die L"osungen zu finden, betrachten wir
erst einmal ohne Einheiten einen endlichdimensionalen
reellen Vektorraum $V$ und einen ausgezeichneten Vektor
$ v\in V$ und eine zweimal differenzierbare Abbildung
$f:\DR\ra V$ mit $f''(x)=v$ f"ur alle $x$. Durch zweifaches vektorwertiges
Integrieren finden wir unschwer, da"s alle L"osungen die
Gestalt $f(x)=x^2v/2 + xw + u$ f"ur $w,u\in V$ haben.
Das legt es nahe, einen Zeitpunkt  $t_0\in\mathbb T$ fest zu w"ahlen  und
es   mit dem Ansatz
$$\gamma(t)= (t-t_0)^2\vec g/2 + (t-t_0)\vec v_0 + p_0$$
 f"ur $\vec v_0\in \vec{\mathbb E}\langle 1/{\ph{s}}\rangle$ und
 $p_0\in\mathbb E$ zu versuchen. Das erweist sich in der Tat als eine L"osung.
 Genau genommen ist
$\otimes:\vec{\mathbb T}\times \vec{\mathbb T} \ra \vec{\mathbb T}^{\otimes 2}$
 eine bilineare Abbildung und die Abbildung
 $\alpha:t\mapsto t-t_0$ hat konstant 
die Ableitung
$\dot\alpha=1\in\vec{\mathbb T} \langle 1/{\ph{s}}\rangle$
und mit der Produktregel \ref{ZAB} f"ur die zeitliche Ableitung
erhalten wir $\dot\gamma(t)= (t-t_0)\vec g + \vec v_0$ und
$\ddot\gamma(t)= \vec g$ wie gew"unscht. Da"s das auch die einzigen L"osungen sind, folgt unschwer daraus, da"s
es im von Einheiten befreiten Fall
gilt. Durch Einsetzen finden wir, da"s  $p_0=\gamma(t_0)$ der Ort zum
Zeitpunkt $t_0$ ist und $\vec v_0=\dot\gamma(t_0)$ die Geschwindigkeit zum
Zeitpunkt $t_0$. 
\end{Beispiel}

\begin{Beispiel}[\textbf{Flugbahn eines geworfenen Massenpunktes, Variante}] 
F"ur die Bewegung $\gamma:\mathbb T\ra\mathbb E$ 
eines nur der Gravitationskraft ausgesetzten
Massepunktes an der Erdoberfl"ache, etwa einer 
Kanonenkugel oder eines Schneeballs,\label{WrPa}  
mu"s nach dem Vorhergehenden die Beschleunigung
zu jedem Zeitpunkt  die Erdbeschleunigung sein, in Formeln 
$$\ddot\gamma(t)=\vec{\ph{g}}$$
f"ur alle Zeiten $t\in I$. Um das zu konkretisieren
bezeichne
  $\tau : \mathbb{R} \sira \Bbb{T}$ die Identifikation
der reellen Zahlengeraden mit der Zeitachse vermittels der 
Abbildungsvorschrift
$\tau: x\mapsto t_0+x{\ph{s}}$ f"ur einen beliebig gew"ahlten Startzeitpunkt  
  $t_0$ und unsere Zeiteinheit Sekunde ${\ph{s}}\in \vec{\Bbb{T}}$.
Dann werden die Ableitungen der Ver\-kn"up\-fung
$\gamma\circ \tau:
\DR\ra\mathbb E$, $x\mapsto \gamma (t_0+x{\ph{s}})$ nach der Kettenregel
gegeben durch
$\tiff_x(\gamma\circ \tau)=\tiff_{\tau(x)}\gamma\circ \tiff_x\tau$
und Anwenden auf $\vec 1\in\vec{\DR}$ liefert 
$$(\gamma\circ \tau)'(x)=(\tiff_{\tau(x)}\gamma)(\ph{s})
=(\dot\gamma\circ \tau)(x)\otimes \ph{s}$$
als Gleichung in $\vec{\mathbb E}$ mit $(\otimes \ph{s}):\vec{\mathbb E}\langle 1/{\ph{s}}\rangle \ra \vec{\mathbb E}$ dem offensichtlichen Isomorphismus.
Nochmaliges Anwenden derselben Rechnung liefert
$$(\gamma\circ \tau)''(x)=(\dot\gamma\circ \tau)'(x)\otimes \ph{s}=(\ddot\gamma\circ \tau)(x)\otimes \ph{s}^2$$
So  erhalten wir f"ur die Bewegung unseres Teilchens
in unserer von Einheiten befreiten Zeitkoordinate $x$ 
die Bewegungsgleichung
$$(\gamma\circ \tau)''(x)= \ph{s}^2\vec{\ph{g}}$$
Deren allgemeine L"osung ergibt sich  durch direktes Integrieren zu 
$$\gamma(x{\ph{s}}+ t_0)=(\gamma\circ \tau)(x)=(x^2/2)\ph{s}^2\vec{\ph{g}} +
x\vec{a}_0 + p_0$$ 
mit $\vec{a}_0\in \vec{\mathbb E}$ einem festen Richtungsvektor
und $p_0\in \mathbb E$ einem festen Ort.
Das gelingt dem pedantischen Mathematiker, weil wir es hier mit einer Abbildung
von $\DR$ in einen endlichdimensionalen reellen affinen Raum zu tun haben. 
Durch Einsetzen von $ t\pdef x{\ph{s}}\in \vec{\mathbb T}$ erhalten wir schlie"slich 
$$\gamma( t+ t_0)=( t^2/2) \vec{\ph{g}}+
 t\vec{v}_0 + p_0\sim 
(4{,}9) t^2 (\vec{\ph{m}}/{\ph{s}}^2)+
 t\vec{v}_0 + p_0$$ 
mit
$\vec{v}_0=\vec{a}_0/{\ph{s}}$ der Geschwindigkeit
zum Zeitpunkt $t_0\in \mathbb T$ und
$p_0\in\mathbb E$
dem Ort zum Zeitpunkt $t_0$.  
\end{Beispiel}


\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildArt}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Die Flugbahn einer Kanonenkugel ist bei Vernachl"assigung des 
Luftwiderstands eine Parabel.
Die Bezeichung \glqq Parabel\grqq\  kommt vom 
griechischen Wort f"ur \glqq Werfen\grqq.
\end{minipage}
\end{figure}


\begin{Beispiel}[\textbf{Reichweite eines Gesch"utzes}] 
Wollen wir wissen, in welcher Entfernung eine 
an einer Stelle $p_0\in\mathbb E$ unter 
einem gegebenen Winkel $\vartheta$
gegen die Horizontale mit einer gegebenen M"undungsgeschwindigkeit 
$v_0 \in \langle {\ph{m}}/{\ph{s}} \rangle$
abgeschossene Kugel einschl"agt, so
 betrachten wir einen vertikalen einen Meter langen Vektor
$\vec{\ph{m}}_v =- \vec{\ph{m}}$ und einen 
horizontalen einen Meter langen Vektor in Richtung
der M"undung $\vec{\ph{m}}_h$ und finden f"ur die Anfangsgeschwindigkeit 
$\vec v_0 = a \vec{\ph{m}}_{v}/{\ph{s}}+ b \vec{\ph{m}}_h /{\ph{s}}$
 die Bahnkurve
\begin{equation*}
\gamma ( t + t_0) = -(4{,}9)  t^2 \;\vec{\ph{m}}_v/{\ph{s}}^2 +  t a\; \vec{\ph{m}}_v / {\ph{s}} +
 t b\; \vec{\ph{m}}_h /{\ph{s}} + p_0
\end{equation*}
Hier bezeichnet $t$ anders als zuvor keine Zeit, sondern 
eine Zeitspanne $t\in \vec{\mathbb T}$. Die Zeitspanne,
nach der die Kugel wieder den Boden erreicht, 
ist folglich die L"osung
der Gleichung 
$
(-4{,}9)  t^2/{\ph{s}}^2 +  t a / {\ph{s}} =0 
$
alias $ t = (a/(4,9)){\ph{s}}$.
Der Einschlagsort ist mithin $$p_0 + \textstyle\frac{ab}{4{,}9} \vec{\ph{m}}_h$$
M"undungsgeschwindigkeit $v_0$ und Abschlu"swinkel $\vartheta$ 
berechnen sich aus $a$ und $b$ vermittels
$v_0 = (\sqrt{a^2+ b^2}){\ph{m}}/{\ph{s}}$ und $\tan \vartheta = a/b$.
Wir finden aber auch umgekehrt f"ur $v_0 = c ({\ph{m}}/{\ph{s}})$ die 
Identit"aten $\sin \vartheta = a/c$ und
$\cos \vartheta = b/c$ alias $a = c \sin \vartheta$ und $ b = c\cos \vartheta$.
Der Abschu"swinkel, unter dem die Kugel am weitesten kommt, 
ist das Maximum von $(\cos \vartheta \sin \vartheta)$
f"ur $\vartheta \in [0, \pi/2]$ alias das Maximum von 
$\frac{1}{2} \sin 2 \vartheta$.
Der optimale Abschu"swinkel ist also $\pi/4 = 45^\circ$, 
und die Kugel schl"agt dann bei
einer M"undungsgeschwindigkeit von $v_0 = c ({\ph{m}}/{\ph{s}})$ 
in einer Entfernung von 
$(c/(9{,}8)) \ph{m}$ ein.
\end{Beispiel}


\subsection{Potential und Energieerhaltung}

\begin{Bemerkungl}
 Unter einem {\bf Potential} 
eines Kraftfelds\index{Potential!eines Kraftfelds!im Anschauungsraum}   
$F: \mathbb E \rightarrow \vec{\mathbb E}
 \langle {\ph{g}} / {\ph{s}}^2 \rangle$ 
versteht man eine differenzierbare
Abbildung
$
 V : \mathbb E \rightarrow \langle {\ph{gm}}^2 / {\ph{s}}^2 \rangle 
$
 mit $$-\op{grad}_{\op{k}}V=F$$
 Hier verwenden wir eine in offensichtlicher Weise auf F"alle mit
 Einheiten erweiterte Variante der
 Notation aus \ref{JMGG} f"ur den Gradienten in Bezug auf ein Skalarprodukt
 und die  Notation $\op{k}$ f"ur das konkrete
 Skalarprodukt.\label{poZ} Ausgeschrieben bedeutet unsere Bedingung
 $-\op{grad}_{\op{k}}V=F$ damit  
$$
 -(\tiff_x V)(v) = \langle F (x), v\rangle_{\op{k}} \qquad 
\forall x \in \mathbb E, v \in \vec{\mathbb E}
$$
Wenn das Kraftfeld von der Zeit abh"angt, verstehen wir unter einem
Potential analog eine Funktion, die von Ort und Zeit abh"angt und die
entsprechende Eigenschaft hat. In Formeln schreiben  wir sie aus zu 
$$
 -(\tiff_{(x,t)} V)(v,0) = \langle F (x,t), v\rangle_{\op{k}} \qquad 
\forall x \in \mathbb E, t\in \mathbb T, v \in \vec{\mathbb E}
$$
Als formelhafte Beschreibung f"ur das Differential \glqq nur in Bezug
auf den Ort\grqq\ links nehme ich  das volle Differential, werte es aber
nur auf Richtungsvektoren mit verschwindender Zeitkomponente $(v,0)$ aus.   
\end{Bemerkungl}






\begin{Satz}[\textbf{Energieerhaltung}]
 F"ur die Bewegung $\gamma$ eines Massepunktes positiver Masse $m$ 
in einem Kraftfeld mit zeitunabh"angigem Potential\label{KiE}
$V$ erhalten wir eine Invariante der Bewegung alias eine
von der Zeit $t$ unabh"angige Konstante durch den Ausdruck
\begin{equation*}
 V (\gamma (t))+\textstyle \frac{m}{2} \langle \dot\gamma (t), \dot\gamma (t)\rangle
\end{equation*}
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Der erste Summand hei"st die \defind{potentielle Energie}
  und der zweite Summand die
\defind{kinetische Energie}. Unser Satz ist ein Spezialfall 
des allgemeinen
physikalischen Prinzips der \glqq Energieerhaltung\grqq. Das
Skalarprodukt meint hier das konkrete Skalarprodukt, ich habe nur seine
Notation vereinfacht. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
  Ableiten nach $t$ liefert mit der Produktregel \ref{PRm} f"ur die
  zeitliche Ableitung und der Kettenregel 
$$\begin{array}[b]{lll}
\tiff_t( \frac{m}{2} \langle \dot\gamma (t), \dot\gamma (t)\rangle + V (\gamma (t)))&=& m\langle \ddot \gamma (t), \dot\gamma (t) 
\rangle +(\tiff_{\gamma (t)} V) (\dot\gamma (t))\\
&=&\langle m \ddot \gamma (t), \dot\gamma (t) 
\rangle - \langle F (\gamma (t)),
\dot\gamma (t) \rangle \\
&=&0
\end{array}\qedhere
$$
\end{proof}






\subsection{Planetenbewegung}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Heuristische Vor"uberlegung}] 
 Stellen wir uns einmal vor, wir w"aren Newton. Kepler hat bereits
aus den akribischen Beobachtungen von Tycho Brahe herausdestilliert, da"s die
Planeten auf elliptischen Bahnen um die Sonne kreisen, wobei die Sonne in einem
der Brennpunkte der Ellipse steht.
Wir gehen von der zumindest nicht unvern"unftigen Annahme aus, da"s die von
der Sonne ausgehende Gravitationskraft mit wachsendem Abstand  schw"acher wird
in derselben Weise, wie sich ein Gas verd"unnen w"urde, das von der Sonne
ausgeschwitzt wird und sich, indem es  nach
allen Seiten mit konstanter Geschwindigkeit 
von der Sonne wegstr"omt, in den unendlichen Weiten des
 Weltraums verteilt.
Dann ist klar, da"s durch jede in der Sonne zentrierte Kugelschale in einer 
festen
Zeitspanne dieselbe Gasmenge str"omen mu"s. Da aber die 
Oberfl"ache einer Kugelschale
vom Radius $r$ ein festes Vielfaches $r^2$ ist, mu"s unser 
Gas in einem Abstand $r$ von der Sonne
eine zu $1/r^2$ proportionale Dichte haben.
Durch derartige "Uberlegungen motiviert
 machen wir f"ur das Gravitationsfeld $G$ der Sonne den Ansatz
\begin{equation*}
 G (x) = c \cdot \frac{S-x}{\| S - x\|^{3}}
\end{equation*}
f"ur $S \in \mathbb E$ den Ort der Sonne, den wir uns fest denken, und $c \in
\langle \ph{m}^3\!/\!\ph{s}^2\rangle$ eine Konstante.
Ist $M$ die Masse unseres Planeten, so ist $MG$ das zu 
unserer Bewegung geh"orige
Kraftfeld und dieselbe Rechnung wie in \ref{pog} liefert 
uns f"ur dieses Feld das Potential
\begin{equation*}
 V (x) = - \frac{Mc}{\|S-x\|}
\end{equation*}
Nun setzen wir die Bewegung unseres Planeten an als
\begin{equation*}
 \gamma (t) = S + \vec{\gamma} (t)
\end{equation*}
f"ur $\vec\gamma : \mathbb{T} \rightarrow \vec{\mathbb E}$.
Da ein \defind{Zentralfeld} vorliegt, die auf unseren 
Planeten wirkende Kraft zeigt n"amlich stets in
Richtung der Sonne, ist auch das mit Einheiten,
genauer als Element von 
  $\vec{\mathbb E}\otimes\mathbb L\otimes\vec{\mathbb T}^\ast\otimes 
\op{or}_\DR(\vec{\mathbb{E}})$
verstandene und in \eref{KRA}{LA2} konstruierte Kreuzprodukt\label{HV} 
\begin{equation*}
L\pdef  \vec\gamma (t) \times  \dot{\vec\gamma} (t)
\end{equation*}
 eine Invariante der Bewegung. 
In der Tat ergibt sich seine zeitliche Ableitung 
nach der Produktregel \ref{PRm} f"ur die zeitliche Ableitung  zu
\begin{equation*}
 \dot{\vec\gamma} (t) \times  \dot{\vec\gamma} (t) + 
\vec\gamma (t) \times  \ddot{\vec\gamma} (t) = 0
\end{equation*}
Das Verschwinden r"uhrt genauer daher, da"s wir jeweils ein Kreuzprodukt
von linear abh"angigen Vektoren bilden.  
Multiplizieren wir diese Invariante $L$ noch mit der 
Masse des Planeten, so erhalten wir den sogenannten  
{\bf Drehimpuls}\index{Drehimpuls} des
Planeten um die Sonne. 
Ist dieser Drehimpuls Null, so liegt eine 
L"osung vor, bei der unser Planet auf geradem
Wege in die Sonne st"urzt oder  sich umgekehrt l"angs eines Sonnenstrahls
 von der 
Sonne entfernt. Ist der Drehimpuls nicht Null, 
was wir von nun an annehmen wollen,
so mu"s 
unser Planet in derjenigen Ebene durch
die Sonne bleiben, auf der sein Drehimpuls senkrecht steht,
und kann nie in die Sonne st"urzen.
Wir w"ahlen in dieser Ebene nun ein Orthogonalsystem 
$\vec{e_1}, \vec{e_2}$ bestehend
aus zwei Vektoren gleicher L"ange $l=\| \vec{e_1}\| = \|\vec{e_2}\|$, 
 gehen zu Polarkoordinaten "uber und  betrachten genauer die Abbildung
$$\begin{array}{cccl}
 P :& \mathbb R_{>0} \times  \mathbb R & \rightarrow & \vec{\mathbb E}\\
&(r\;,\; \varphi) & \mapsto & r( (\cos \varphi) \vec{e_1}+  (\sin \varphi) \vec{e_2})
\end{array}$$
Da wir bereits wissen, da"s die Bewegung
in einer Ebene bleiben mu"s und nicht durch die Sonne f"uhrt, 
k"onnen wir $\vec\gamma (t) = P (r (t), \varphi (t))$ ansetzen,
zumindest f"ur $t$ aus einem kleinen Zeitintervall. Wir erhalten
\begin{equation*}
 \dot{\vec\gamma} = \dot r ((\cos \varphi) \vec{e_1}+ 
(\sin \varphi) \vec{e_2}) + r \dot\varphi
(-(\sin \varphi) \vec{e_1}+ (\cos \varphi) \vec{e_2})
\end{equation*}
und insbesondere
\begin{equation*}
 \langle \dot{\vec\gamma}, \dot{\vec\gamma} \rangle 
= l^2 (\dot r^{2} + (r \dot\varphi)^2)
\end{equation*}
Energieerhaltung \ref{KiE} liefert damit, da"s die Gesamtenergie
\begin{equation*}
 \frac{M}{2} l^2 (\dot r^{2} + (r \dot\varphi)^2) - \frac{Mc}{rl} = E
\end{equation*}
eine Konstante der Bewegung ist. Dasselbe gilt f"ur 
die L"ange unseres Kreuzprodukts
alias den Drehimpuls und damit f"ur
\begin{equation*}
 r^2 \dot\varphi =D
\end{equation*}
Insbesondere gilt unter unseren Annahmen stets $\dot\varphi\neq 0$.
Wir wollen nun zeigen, da"s diese beiden Gleichungen 
bereits implizieren, da"s unsere Bewegung
auf einem Kegelschnitt mit der Sonne in einem Brennpunkt geschehen mu"s.
Die Kunst besteht dabei darin, in einem ersten Schritt die vollst"andige 
Berechnung der Bewegung zu vermeiden,
die auf ziemlich komplizierte Ausdr"ucke f"uhrt.
Vielmehr  interessieren wir  uns  vorerst nur f"ur die
Form der Bahnkurve. Der zeitliche Ablauf, in 
dem sie durchlaufen wird, folgt dann ohne weitere
physikalische Schwierigkeiten
aus dem Energieerhaltungssatz, aber die Berechnung 
der dabei entstehenden  Integrale
wollen wir eben vermeiden.
Dazu bilden wir aus den beiden vorhergehenden Gleichungen,
die die Energieerhaltung und die Drehimpulserhaltung in
Polarkoordinaten ausdr"ucken, eine einzige
Gleichung, in der die zeitlichen Ableitungen unserer 
neuen Koordinaten  nur in der Kombination 
$\dot r/ \dot \varphi$
vorkommen: Dieser Quotient ist n"amlich von der 
Parametrisierung der Bahnkurve durch die Zeit unabh"angig.
Teilen wir etwa das Quadrat  der zweiten Gleichung aus der ersten
Gleichung
weg, 
so ergibt sich  mit
\begin{equation*}
 \frac{M l^2}{2r^4} \left( \frac{\dot r}{\dot\varphi}\right)^2 
+ \frac{Ml^2}{2r^2} - \frac{Mc}
{rl D^2} = \frac{E}{D^2}
\end{equation*}
eine Gleichung der gew"unschten Form.
Da nun gilt $\dot \varphi \neq 0$, k"onnen wir %auch %die Zeit und 
den Radius
  als Funktion des Winkels schreiben, $r = r (\varphi)$. Da  auch der
  Radius bei L"osungen mit von Null verschiedenem Drehimpuls
 nie Null wird, k"onnen wir weiter 
auch den inversen Radius als Funktion des
  Winkels schreiben und setzen
 $u (\varphi) := 1/r (\varphi)$. F"ur die Ableitung
  $u^\prime$ von $u$ nach dem Winkel erhalten wir dann
  \begin{equation*}
    u^\prime = - r^\prime/r^2 = - \dot r / \dot\varphi r^2
  \end{equation*}
  und unsere Differentialgleichung erh"alt die Gestalt
  \begin{equation*}
    (u^\prime)^2 + u^2 + Au = B
  \end{equation*}
  mit $A = 2c/D^2l^3$ und $B = 2 E/Ml^2D^2$. Ableiten nach $\varphi$ liefert
unmittelbar
  \begin{equation*}
    2 u^\prime u^{\prime\prime} + 2 u u^\prime + A u^\prime =0
  \end{equation*}
  Alle L"osungen m"ussen auf dem Teil ihres Definitionsbereichs, auf dem die
  Ableitung $u^\prime$ nicht verschwindet, demnach 
auch der Differentialgleichung
  \begin{equation*}
    2 u^{\prime\prime} + 2u = - A
  \end{equation*}
  gehorchen. Das ist eine inhomogene lineare 
Differentialgleichung zweiter Ordnung. Eine
  Basis des L"osungsraums der zugeh"origen homogenen Gleichung bilden
  $u_1(\vartheta) = \sin \vartheta $ und $u_2 (\vartheta) = \cos \vartheta$.
  Eine spezielle L"osung der inhomogenen Gleichung ist etwa $u_s (\vartheta) =
  -A/2$.  Die allgemeine L"osung ist also $u (\vartheta) = b \cos (\vartheta -
  \vartheta_0)-A/2$ f"ur Konstanten $b, \vartheta_0$.  Indem wir das in unsere
  urspr"ungliche Differentialgleichung einsetzen, erhalten wir
  $
    b^2 - A^2/4 = B
  $
  alias $b = \sqrt[\pm]{B + A^2/4}$. Damit ist unser Problem gel"ost.
Wir pr"ufen nun nur noch, da"s die L"osungen Kegelschnitte sein m"ussen. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Ellipsen sind Planetenbahnen}] 
Es gilt, eine Ellipse mit einem Brennpunkt im 
Ursprung $(0,0)\in\DR^2$ in Polarkoordinaten zu
schreiben. Nach der Diskussion in \eref{BPEl}{LA2}  
lautet die entsprechende
Gleichung
\begin{equation*}
 c=r + \sqrt{(r \cos \varphi -a)^2 + r^2 \sin^2 \varphi} 
\end{equation*}
f"ur $(a,0)$ den zweiten Brennpunkt  und $((a+c)/2,0)$ 
den Schnittpunkt unserer
Ellipse mit der positiven $x$-Achse.
Wir subtrahieren $r$ auf beiden Seiten und quadrieren zu
\begin{equation*}
 r^2 - 2ar \cos \varphi + a^2 = r^2 -2cr +c^2
\end{equation*}
Elementare Umformungen liefern
\begin{equation*}
 r = \frac{c^2 - a^2}{2c - 2a\cos \varphi}
\end{equation*}
Durch "Andern der Parameter zu
 $\beta \pdef a/c$ und $\alpha \pdef (c^2-a^2)/2c$
landen wir bei der Gleichung
\begin{equation*}
 r = \frac{\alpha}{1 - \beta \cos \varphi}
\end{equation*}
Um unsere obige Gleichung zu pr"ufen, d"urfen wir die 
Durchlaufgeschwindigkeit beliebig
w"ahlen, so etwa auch $\varphi (t)=t$.
Damit erhalten wir $\dot\varphi =1$ und
\begin{equation*}
 \dot r = \frac{-\alpha \beta \sin t}{(1-\beta \cos t)^2} 
= \frac{-\beta \sin t}
{\alpha} r^2
\end{equation*}
und Einsetzen in unsere obige Gleichung liefert
\begin{equation*}
 \frac{Ml^2}{2 \alpha^2} \beta^2 \sin^2 t 
+ \frac{Ml^2}{2 \alpha^2} (1-2\beta\cos t + \beta^2
\cos^2 t) - \frac{Mc}{\alpha lD^2} (1 -\beta \cos t) = \frac{E}{D^2}
\end{equation*}
Hier ist aber in der Tat die linke Seite unabh"angig von $t$ falls gilt
\begin{equation*}
 \frac{Ml^2}{\alpha^2} = \frac{Mc}{\alpha l D^2}
\end{equation*}
alias $\alpha = l^3 D^2/c$.
Wir sehen so, da"s in der Tat unsere Ellipsen m"ogliche L"osungskurven sein
m"ussen.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}
 Da"s die L"osungskurven Kegelschnitte sein m"ussen,
kann man alternativ auch unschwer einsehen, indem man nachrechnet, da"s der
sogenannte
{\bf Runge-Lenz-Vektor}\index{Runge-Lenz-Vektor}
$$\frac{1}{c}\dot{\vec{\gamma}}\times L +
\frac{\vec{\gamma}}{\|\vec{\gamma}\|}$$
mit $L$ wie in \ref{HV} der Drehimpuls geteilt durch die Masse des Planeten
und $c$ einer
die St"arke des Gravitationsfelds beschreibenden Konstanten  eine Invariante der Bewegung sein mu"s. 
Man beachte
$L\in\vec{\mathbb E}\langle {\ph{m}}/{\ph{s}}\rangle\otimes \op{or}_\DR(\vec{\mathbb{E}})$,
also $\dot{\vec{\gamma}}\times L\in 
\vec{\mathbb E}\langle {\ph{m}}^2/{\ph{s}^2}\rangle$. 
Wegen $c \in
\langle {\ph{m}}^3/{\ph{s}^2}\rangle$ 
geh"oren damit beide  Summanden zum Raum $\vec{\mathbb E}\langle 1/{\ph{m}}\rangle$.
Dieser Zugang gef"allt mir 
weniger, da man den Runge-Lenz-Vektor dabei
\glqq vom Himmel fallen l"a"st\grqq.
\end{Bemerkunge}

\subsection{Systeme mit Zwangsbedingungen}

\begin{Beispiel}[\textbf{Ein Massepunkt mit einer Zwangsbedingung}] 
  Wir untersuchen  nun das Verhalten eines einzigen 
Massepunktes alias Teilchens, dessen Bewegung\label{STan} 
  auf eine Fl"ache im Raum eingeschr"ankt ist. 
Als physikalisches Modell mag man
  an ein nasses St"uck Seife denken, das in der 
Schwerelosigkeit und ohne Reibung im leeren Tank einer
  Raumf"ahre herumrutscht, in den es ein
"uberm"utiger Astronaut mit Schwung hat hineingleiten lassen.  
Wir modellieren diesen Tank als eine
   \hyperref[MFoR]{$2$-Mannigfaltigkeit} 
 $M \subset \mathbb{E}$ im
  Anschauungsraum, die wir der Einfachkeit halber
\hyperref[glatt]{glatt} annehmen.  
Zu jedem Zeitpunkt "ubt unsere Fl"ache eine Kraft auf
  unser Teilchen aus, deren Richtung, das jedenfalls deklarieren wir als 
\glqq physikalisch sinnvoll\grqq, jeweils senkrecht zur Fl"ache steht an der Stelle, an der sich unser Teilchen
jeweils befindet, und deren
  Gr"o"se gerade so bemessen ist, da"s sie das Teilchen auf der Fl"ache h"alt.
  Die Bewegung   wird unter dieser 
Annahme 
  beschrieben durch eine 
glatte Abbildung $ {\gamma} :\mathbb{T} \rightarrow M $
  mit der Eigenschaft $$\ddot{{\gamma}} (t) \perp {\op{T}}_{{\gamma}(t)} M\quad\forall t\in \mathbb T$$
 Die zweifache Ableitung 
ist hierbei f"ur diejenige Abbildung 
$ {\gamma} :\mathbb{T} \rightarrow \mathbb E $ zu verstehen, die aus $\gamma$ durch das Nachschalten 
der Einbettung $M\hra \mathbb E $ entsteht.  Formal betrachtet liegt $\ddot{{\gamma}} (t) $  in
  $\vec{\mathbb{E}}  \langle 1/{\ph{s}}^2\rangle$ und 
unsere Tangentialr"aume aus \ref{TaBu} sind
 Untervektorr"aume 
${\op{T}}_{p} M\subset \vec{\mathbb{E}}$, 
aber die Bedingung des Senkrechtstehens ist dennoch
  sinnvoll.  In der 
 mathematischer Terminologie kann das 
formuliert werden als die
Aussage, da"s sich unser
  Teilchen  mit konstanter absoluter
  Geschwindigkeit l"angs einer  Geod"ate von $M$ bewegt.
Bewegt sich unser Teilchen  zus"atzlich in einem Kraftfeld
$  F: \mathbb{E} \rightarrow \vec{\mathbb{E}} 
 \langle {\ph{g}} /{\ph{s}}^2\rangle
$ und hat die Masse $m$, so lauten die Bewegungsgleichungen
analog
\begin{equation*}
\big(m \ddot{{\gamma}}(t) -   F ({\gamma} (t))\big) \perp {\op{T}}_{{\gamma} (t)} M
\quad \forall t \in \mathbb{T} \end{equation*}
Bevor wir L"osungswege diskutieren, besprechen wir 
erst einmal ein etwas komplizierteres System.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Eine Hantel in der Schwerelosigkeit}] 
Denken wir uns zwei durch einen starren masselosen Stab\label{BHan} 
positiver L"ange $l \in \mathbb{L}_{>0}$ verbundene Punkte der Massen 
$m_1, m_2 \in \mathbb{M}_{>0}$. Dieses System
beschreibt  eine unausgewogene Hantel, 
die  in der Schwerelosigkeit durch
das Weltall torkelt. 
Die Bewegung unserer Hantel wird  beschrieben durch zwei
Abbildungen ${\mathbf r}_1, 
{\mathbf r}_2 :  \mathbb{T} \rightarrow \mathbb{E}$ mit $\| {\mathbf r}_1 (t) - {\mathbf r}_2
(t) \| = l$ f"ur alle Zeiten $t \in \mathbb{T}$, also durch eine Abbildung 
$\gamma : \mathbb{T} \rightarrow
M$ der Zeitachse $\mathbb{T}$ in die $5$-Mannigfaltigkeit
\begin{equation*}
M \pdef \{ (\mathbf p_1, \mathbf p_2) \in \mathbb{E}^{2} \mid \| \mathbf p_1 - \mathbf p_2 \| = l\}\subset
\mathbb{E}^{2}
\end{equation*}
Hier und im folgenden gilt es zu beachten, da"s Eintr"age in Tupeln
keineswegs immer reelle Zahlen zu sein brauchen. So meinen im
vorhergehenden etwa 
$\mathbf p_1$ und $\mathbf p_2$ Punkte des Anschauungsraums $\mathbb E$ und k"onnen ihrerseits
durch die Wahl eines Koordinatensystems mit Elementen des $\DR^3$
identifiziert
werden, so da"s man unser Paar $(\mathbf p_1,\mathbf p_2)$  nach der Wahl 
geeigneter Koordinaten  mit einem Sextupel 
von reellen Zahlen identifizieren kann.
Im folgenden notieren wir Punkte von $\mathbb E$ 
und Richtungsvektoren aus $\vec{\mathbb E}$ oder Elemente von $\vec{\mathbb E}\otimes L$ f"ur eindimensionales $L$ meist als fette Buchstaben. 
Nach dem Newton'schen Prinzip \glqq actio est reactio\grqq\  gilt $$\vec{\mathbf Z}_1 = -\vec{\mathbf Z}_2$$ f"ur
die vom Stab auf die jeweiligen Massepunkte 
ausge"ubten {\bf Zwangskr"afte} $\vec{\mathbf Z}_1$ und $\vec{\mathbf Z}_2$. 
Des weiteren deklarieren wir
 die Annahme als
\glqq physikalisch sinnvoll\grqq,
da"s diese Zwangskr"afte stets in Richtung unseres Stabes wirken.
Das ist bei einer echten Hantel durchaus anders, aber wir denken uns
ja einen masselosen Stab und Punktmassen an beiden Enden, die insbesondere
kein Drehmoment haben k"onnen. 
Zusammengefa"st und in Formeln geschrieben nehmen wir also an, 
da"s gilt
\begin{eqnarray*}
\vec{\mathbf Z}_1 (t) &=& a(t) ({\mathbf r}_1 (t) - {\mathbf r}_2 (t))\\
\vec{\mathbf Z}_2 (t) &=& a (t) ({\mathbf r}_2 (t) - {\mathbf r}_1 (t))
\end{eqnarray*}
f"ur unbekanntes 
$
a : \mathbb T \rightarrow \langle {\ph{g}}/{\ph{s}}^2\rangle$.
Damit erhalten wir die Bewegungsgleichungen
\begin{eqnarray*}
m_1 \ddot{{\mathbf r}}_1 (t) &=& a (t) ({\mathbf r}_1 (t) - {\mathbf r}_2 (t))\\
m_2 \ddot{{\mathbf r}}_2 (t) &=& a(t) ({\mathbf r}_2 (t) - {\mathbf r}_1 (t))
\end{eqnarray*}
f"ur $\gamma = ({\mathbf r}_1, {\mathbf r}_2) : \mathbb T \rightarrow M$.
Nun betrachten wir auf 
 $\vec{\mathbb{E}}^{2}$ das
 {\bf Summenskalarprodukt}  mit Werten in $\langle{\ph{m}^2}\rangle$  gegeben durch
 $$\langle(\vec{\mathbf v}_1, \vec{\mathbf v}_2),(\vec{\mathbf w}_1, \vec{\mathbf w}_2)\rangle_{({\op{k}},+)}\pdef \langle\vec{\mathbf v}_1, \vec{\mathbf w}_1 \rangle_{{\ph{k}}} + \langle\vec{\mathbf v}_2, \vec{\mathbf w}_2 \rangle_{{\ph{k}}}$$
 Per definitionem ist $M$ Niveaufl"ache der Funktion 
$f : (\mathbf p_1, \mathbf p_2) \mapsto \| \mathbf p_1 - \mathbf p_2 \|^2$.
Das Differential dieser Abbildung bei $p\pdef (\mathbf p_1, \mathbf p_2)$ 
ergibt sich mit der Produktregel \ref{PRm} zu
\begin{equation*}
\tiff_p f : (\vec{\mathbf v}_1, \vec{\mathbf v}_2) \mapsto 2 \langle \mathbf p_1 - \mathbf p_2, 
\vec{\mathbf v}_1 - \vec{\mathbf v}_2\rangle_{{\ph{k}}}
\end{equation*}
Der Kern dieser Abbildung ist der Tangentialraum 
${\op{T}}_p M$. Wir erkennen so, da"s
f"ur alle $p=(\mathbf p_1,\mathbf p_2)\in M$ 
das Paar aus dem Verbindungsvektor und seinem Negativen $
(\mathbf p_1 - \mathbf p_2 , \mathbf p_2 - \mathbf p_1)\in \vec{\mathbb E}^2$
den Orthogonalraum zu ${\op{T}}_p M$ f"ur das Summenskalarprodukt 
erzeugt,
denn $\tiff_p f$ ist das Doppelte des 
Bildens des Summenskalarprodukts mit diesem Vektor
$$\begin{array}{lll}
  \langle (\mathbf p_1 - \mathbf p_2 , \mathbf p_2 - \mathbf p_1),(\vec{\mathbf v}_1, \vec{\mathbf v}_2)\rangle_{({\op{k}},+)}&=&\langle \mathbf p_1 - \mathbf p_2 , \vec{\mathbf v}_1\rangle_{\op{k}}+ \langle \mathbf p_2 - \mathbf p_1, \vec{\mathbf v}_2\rangle_{\op{k}}\\
 &=&\langle \mathbf p_1 - \mathbf p_2 , \vec{\mathbf v}_1-\vec{\mathbf v}_2\rangle_{\op{k}}
\end{array}
$$
Unsere Bewegungsgleichungen bedeuten also $(m_1 \ddot{{\mathbf r}}_1 (t),
m_2 \ddot{{\mathbf r}}_2 (t))\perp_{({\op{k}},+)} {\op{T}}_{\gamma(t)} M$
mit der Notation $\perp_{s}$ f"ur das Senkrechtstehen
in Bezug auf ein Skalarprodukt $s$.
Definieren wir  zus"atzlich auf $\vec{\mathbb{E}}^{2}$ das 
{\bf massebehaftete Skalarprodukt}\index{Skalarprodukt!massebehaftetes} 
$$\langle \; , \; \rangle_{{\ph{g}}} : 
\vec{\mathbb{E}}^{2} \times \vec{\mathbb{E}}^{2} \rightarrow 
\langle {\ph{g}}{\ph{m}^2}\rangle$$
%\mathbb{L}^{\otimes 2} \otimes \mathbb{M}$$
durch   
$\langle (\vec{\mathbf v}_1, \vec{\mathbf v}_2 ) , (\vec{\mathbf w}_1, \vec{\mathbf w}_2) \rangle_{{\ph{g}}} \pdef
m_1 \langle  \vec{\mathbf v}_1, \vec{\mathbf w}_1 \rangle + 
m_2 \langle \vec{\mathbf v}_2, \vec{\mathbf w}_2 \rangle$,
so k"onnen unsere Bewegungsgleichungen 
umgeschrieben werden  zur
Bedingung
\begin{equation*}
\ddot{\gamma}(t) \perp_{{\ph{g}}} {\op{T}}_{\gamma (t)} M
\end{equation*}
 des Senkrechtstehens 
in Bezug auf das massebehaftete Skalarprodukt.
In  
 mathematischer Terminologie  sind die m"oglichen 
 Bewegungen folglich  mit konstanter absoluter Geschwindigkeit durchlaufene 
Geod"aten auf $M$ in Bezug auf das massebehaftete Skalarprodukt.
Wirken zus"atzlich noch externe Kr"afte, sind etwa 
unsere Massepunkte elektrisch geladen
und bewegt sich unsere Hantel in einem Raum 
mit einem elektrischen Feld und einem Gravitationsfeld,
und beschreiben etwa $ \vec{\mathbf F}_1,  \vec{\mathbf F}_2 : \mathbb{E} \rightarrow 
\vec{\mathbb{E}}  \langle{\ph{g}}/{\ph{s}}^2\rangle$  die auf die 
jeweiligen Massepunkte wirkenden externen Kr"afte, so
bilden wir die {\bf massebereinigte externe Gesamtkraft} 
\begin{equation*}
\tilde F : \mathbb{E}^{2} \rightarrow \vec{\mathbb{E}}^{2} 
 \langle 1/{\ph{s}}^2\rangle
\end{equation*}
durch die Vorschrift
$\tilde F (\mathbf r_1, \mathbf r_2)\pdef ( \vec{\mathbf F}_1 (\mathbf r_1)/m_1,  \vec{\mathbf F}_2 (\mathbf r_2)/m_2)$ 
und  unsere Bewegungsgleichung 
f"ur $\gamma : \mathbb T  \rightarrow M$ erh"alt
allgemeiner die Gestalt der Orthogonalit"atsbedingung 
\begin{equation*}
\big(\ddot{\gamma} (t) - \tilde F (\gamma (t)) \big)\perp_{{\ph{g}}} \;{\op{T}}_{\gamma (t)} M\quad \forall t\in\mathbb T
\end{equation*}
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Allgemeine Systeme mit Zwangsbedingungen}] 
Nun betrachten wir allgemein den\label{phmG}
 Fall eines Systems von Massepunkten positiver
Massen $m_1, \ldots, m_\Lambda$, deren Bewegung in der Weise eingeschr"ankt sei, da"s
die Zusammenfassung ihrer Orte $(\mathbf r_1, \ldots , \mathbf r_\Lambda) \in \mathbb{E}^{\Lambda}$
sich stets auf einer 
fest vorgegebenen \hyperref[glatt]{glatten
  Mannigfaltigkeit} $M \subset \mathbb{E}^{\Lambda}$ befindet.
So eine Mannigfaltigkeit kann lokal durch  Gleichungen beschrieben werden,
soviele wie ihre Kodimension angibt, und derartige Gleichungen hei"sen
in diesem Kontext {\bf Zwangsbedingungen}.\index{Zwangsbedingung} 
Wir nennen das Datum $(m_1, \ldots, m_\Lambda, M)$ ein
{\bf Massepunktsystem}\index{Massepunktsystem}\label{neS}
und $M$ seinen 
 {\bf Konfigurationsraum}.\index{Konfigurationsraum} 
Man mag hier an unsere Hantel aus Beispiel \ref{BHan} denken, 
an unser Seifenst"uck im Tank aus Beispiel \ref{STan},
an ein Doppelpendel und noch an vieles andere.
Auch  dieser Allgemeinheit 
betrachten wir das 
{\bf massebehaftete Skalarprodukt}\index{Skalarprodukt!massebehaftetes} 
$\langle\;, \;\rangle_{{\ph{g}}}:\vec{\mathbb{E}}^{\Lambda}\times 
\vec{\mathbb{E}}^{\Lambda}\ra 
\langle{\ph{gm}}^2\rangle$ gegeben durch
$$\langle(\vec{\mathbf  v}_1,\ldots,\vec{\mathbf  v}_\Lambda), (\vec{\mathbf w}_1,\ldots,\vec{\mathbf w}_\Lambda)\rangle_{{\ph{g}}}\pdef m_1\langle\vec{\mathbf  v}_1,\vec{\mathbf w}_1\rangle +\ldots +m_\Lambda\langle\vec{\mathbf v}_\Lambda,\vec{\mathbf w}_\Lambda\rangle$$ 
Im  folgenden  soll erkl"art werden, wie man durch physikalische
"Uberlegungen f"ur die Bewegung 
$\gamma :  \mathbb T \rightarrow M$ unseres Systems 
auf die
Orthogonalit"atsbedingung 
\begin{equation*}
  \big(\ddot{\gamma} (t) - \tilde F (\gamma (t))\big)\perp_{{\ph{g}}}
      {\op{T}}_{\gamma (t)} M\quad\forall t\in \mathbb T
\end{equation*}
gef"uhrt wird,  f"ur
$\tilde F\pdef(\vec{\mathbf F}_1/m_1,\ldots ,\vec{\mathbf   F}_\Lambda/m_\Lambda)$ 
die {\bf  massebereinigte externe Gesamtkraft} 
und $\perp_{{\ph{g}}}$ das 
Senkrechtstehen bez"uglich des
massebehafteten Skalarprodukts. 
Wesentlich ist dabei zus"atzlich zu den  Newton'schen Bewegungsgleichungen
das sogenannte
{\bf d'Alembert'sche Prinzip},\index{Alembert'sches Prinzip} 
 nach 
dem \glqq die Zwangskr"afte unter infinitesimalen
Verr"uckungen keine Arbeit verrichten\grqq. Mit Zwangskr"aften sind die
Kr"afte gemeint, die zus"atzlich zu den bekannten "au"seren Kr"aften noch erg"anzt werden m"ussen, damit stets Kraft gleich Masse
mal Beschleunigung  gilt.  
Wird  im Verlauf der Bewegung
an einer Stelle $p \in M$ auf unser System 
die Zwangskraft $Z \pdef (\vec{\mathbf  Z}_1, \ldots ,\vec{\mathbf   Z}_\Lambda)
\in \vec{\mathbb{E}}^{\Lambda}  \langle{\ph{g}}/{\ph{s}}^2\rangle$
ausge"ubt und ist $\varphi : (-a,a) \rightarrow M$ ein
glatter Weg in $M$  mit $\varphi (0) =p$,
dann soll, so kann man dies Prinzip in Formeln ausdr"ucken, f"ur das
Summenskalarprodukt stets gelten
\begin{equation*}
\lim_{x \rightarrow 0} {\frac{1}{x}}\int^x_0
\langle Z, \varphi' (\zeta) \rangle_{(\op{k},+)} \diff \zeta =0
\end{equation*}
Das bedeutet  $\langle Z, \varphi' (0)\rangle_{(\op{k},+)} =0$
und damit 
$Z \perp_{(\op{k},+)} {\op{T}}_p M$ f"ur das Sum\-men\-ska\-lar\-pro\-dukt
auf $\vec{\mathbb{E}}^{\Lambda}$.
F"ur  $\tilde{Z} 
\pdef (\vec{\mathbf  Z}_1/m_1, \ldots, \vec{\mathbf  Z}_\Lambda/m_\Lambda)$
die {\bf massebereinigte Zwangskraft}
haben wir dann $\tilde{Z} \perp_{{\ph{g}}} {\op{T}}_p M$ 
in Bezug auf das
massebehaftete Skalarprodukt. Die Newton'sche Bewegungsgleichung  liefert
$
\ddot{\gamma}(t) = \tilde F (\gamma (t)) + \tilde{Z} (\gamma (t))
$
und wir erhalten so wie behauptet
f"ur unser Massepunktsystem mit Zwangsbedingungen 
die {\bf Orthogonalit"atsbedingung} 
 $$\big(\ddot{\gamma}(t) - \tilde F (\gamma (t)) \big)
\perp_{{\ph{g}}} {\op{T}}_{\gamma (t)} M\quad\forall t\in \mathbb T$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kr"afte in Abh"angigkeit vom Ort aller Teilchen und von der Zeit}]
Unsere Argumentation beh"alt ihre G"ultigkeit, wenn
die auf ein Teilchen wirkende externe Kraft von den Orten der anderen Teilchen
abh"angt, die sich etwa anziehen oder absto"sen m"ogen, so da"s
$\tilde F$ eine Abbildung
$\tilde F:M\ra \vec{\mathbb{E}}^\Lambda
\langle{1/{\ph{s}}^2}\rangle$ wird. Unsere Argumentation beh"alt
auch dann noch ihre G"ultigkeit, wenn die Kr"afte zus"atzlich  von der Zeit abh"angen,
in Formeln $\tilde F:M\times \mathbb T\ra \vec{\mathbb{E}}^\Lambda
\langle 1/{\ph{s}}^2\rangle$.
  Alles bleibt wie gehabt, nur m"ussen wir\label{DESa} 
  statt $\tilde F (\gamma (t))$ eben $\tilde F (\gamma (t),t)$ schreiben
  und die Bewegungsgleichung wird zur {\bf Orthogonalit"atsbedingung}  
   $$\big(\ddot{\gamma}(t) - \tilde F (\gamma (t),t) \big)
\perp_{{\ph{g}}} {\op{T}}_{\gamma (t)} M\quad\forall t\in \mathbb T$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiele}[\textbf{Beispiele f"ur das d'Alembert'sche Prinzip}]
  Das Vorhergehende 
gilt nur f"ur Systeme ohne Reibung.  Im Fall unserer
Seife im Tank besagt das d'Alembert'sche Prinzip, 
da"s Zwangskr"afte
  ausschlie"slich senkrecht zur Innenfl"ache des Tanks
an der Stelle, an der sich unser Seifenst"uck gerade befindet,
 ausge"ubt werden. Im Fall unserer
  Hantel besagt das d'Alembert'sche Prinzip, da"s Zwangskr"afte
  ausschlie"slich in Richtung des Stabes ausge"ubt werden und dem Prinzip
  \glqq actio est reactio\grqq\  gehorchen. 
Im Fall dreier schwerer Perlen, die auf einem
  masselos gedachten Seilring aufgef"adelt sind, liefert das d'Alembert'sche
  Prinzip bei genauerer Betrachtung, 
da"s sich (1) die Zwangskr"afte auf jede Perle als Summe 
zweier Kr"afte
 in den
beiden 
  Richtungen, in denen das Seil sie verl"a"st, schreiben lassen,
und da"s (2) alle
  diese Kr"afte betragsm"a"sig 
gleich gro"s sind, da"s also anschaulich gesprochen die
  Seilspannung konstant ist. All das wirkt 
physikalisch vern"unftig und es erweist sich,
da"s die so erhaltenen Bewegungsgleichungen 
 auch in guter "Ubereinstimmung zum Experiment stehen.
\end{Beispiele}

\subsection{Prinzip der station"aren Wirkung}

  \begin{Lemma}[\textbf{Prinzip der kleinsten Wirkung f"ur einen Massepunkt}]
  Gegeben ein Massepunkt positiver Masse $m>0$ im Anschauungsraum $\mathbb E$  
  und ein glattes  Kraftfeld $F:\mathbb E\times\mathbb T\ra \vec{\mathbb E} \langle{\ph{g}}/{\ph{s}}^2\rangle$
  mit \hyperref[poZ]{Potential} $V$ erf"ullt\label{HaFop}  
  eine glatte Abbildung $\gamma:[a,b]\ra \mathbb E$
  die Newton'sche Bewegungsgleichung,
  wenn unter allen glatten Wegen
  $\alpha: [a,b]\ra \mathbb E$ mit $\alpha(a)=\gamma(a)$ und
  $\alpha(b)=\gamma(b)$ das Integral
  $$\int_a^b\frac{m}{2}\big\langle \dot\alpha(t),\dot\alpha(t)\big\rangle-
  V(\alpha(t),t) \diff t $$
  f"ur den Weg $\alpha=\gamma$
  kleinstm"oglich ist.
  \end{Lemma}
  \begin{Bemerkungl} Das Integral im Lemma nimmt Werte in
    $\langle {\ph{g}}{\ph{m}}^2/{\ph{s}}\rangle$ an und dieser
    eindimensionale Vektorraum ist in nat"urlicher Weise orientiert,
    so da"s es sinnvoll ist, \glqq kleinstm"oglich\grqq\  zu fordern.
    Die Bedingung in diesem Lemma ist nur hinreichend.
    Ihre Verfeinerung zu einer  notwendigen und hinreichenden Bedingung
    diskutieren wir im Anschlu"s.
  \end{Bemerkungl}




  
  \begin{Bemerkungl}  Das  Integral im Lemma
    hei"st die {\bf Wirkung}\index{Wirkung}
    l"angs der Bewegung $\alpha$ und
    wird $S(\alpha)$ notiert. 
    Der Lemma selbst dr"uckt das
    {\bf Prinzip der kleinsten Wirkung} aus.
  Wir behaupten nicht, da"s es "uberhaupt eine Bewegung
    mit kleinstm"oglicher Wirkung geben mu"s,
     noch da"s es h"ochstens 
    eine Bewegung mit kleinstm"oglicher
    Wirkung geben darf, noch da"s solche Bewegungen
    die einzig m"oglichen L"osungen der Bewegungsgleichungen sind.
    Wir diskutieren das gleich noch ausf"uhrlicher.
  \end{Bemerkungl}
  \begin{Beispiele}
    Wenn keine Kr"afte wirken, in Formeln $V=0$,
    und wir Anfangs- gleich Endpunkt $\gamma(a)=\gamma(b)$ annehmen,
    dann ist die Wirkung kleinstm"oglich f"ur den konstanten Weg.
 Wenn keine Kr"afte wirken
 und wir Anfangs- gleich Endpunkt $\gamma(a)=\gamma(b)$ nicht gleich
 annehmen,
 dann ist die Wirkung kleinstm"oglich f"ur
 den mit konstanter Geschwindigkeit durchlaufenen geraden Weg.
  \end{Beispiele}
  
  \begin{proof} Sei $\varepsilon:[a,b]\ra \vec{\mathbb E}$ 
    glatt mit $\varepsilon(a)=\varepsilon(b)=0$.
    Ist die Wirkung f"ur  $\gamma$ kleinstm"oglich,
    so mu"s die Abbildung $s\mapsto S(\gamma(t)+s\varepsilon(t))$ 
    bei $s=0$ ein Minimum annehmen. Wir vereinbaren die Notation
    $\alpha(t,s)\pdef \gamma(t)+s\varepsilon(t)$.
    Auch wenn noch andere Variablen
    pr"asent sind, berechnen wir die Wirkung,
    diese  Konvention sei hier vereinbart,
    stets nach der mit $t$
    bezeichneten Variablen. 
    Nach der Regel \ref{DUIn} f"ur das Differenzieren unter dem Integral
    gelingt das Vertauschen von
    Ableitung nach $s$ und Integral nach $t$ und wir
    finden insbesondere, da"s $s\mapsto S(\alpha(t,s))$
    differenzierbar ist nach $s$ und da"s seine Ableitung bei $s=0$ verschwinden mu"s, in Formeln    
    $$0=\left.\frac{\diff}{\diff s}\right|_{s=0}S(\alpha(t,s))=
    \int_a^b (\tiff_{(\gamma(t),t)}V)(\varepsilon(t),0) -m\big\langle \dot\gamma(t),\dot\varepsilon(t)\big\rangle \diff t $$
    Nun gilt $(\tiff_{(\gamma(t),t)}V)(\varepsilon(t),0)=-\big\langle  F(\gamma(t),t),\varepsilon(t)\big\rangle$  nach der Definition des Potentials.
    Andererseits finden wir aufgrund der Randbedingungen
    $\varepsilon(a)=\varepsilon(b)=0$ nach dem Hauptsatz der Differential- und
    Integralrechnung 
    $$0=\int_a^b \frac{\diff}{\diff t}\big\langle \dot\gamma(t),\varepsilon(t)\big\rangle \diff t =
    \int_a^b \big\langle \ddot\gamma(t),\varepsilon(t)\big\rangle +\big\langle \dot\gamma(t),\dot\varepsilon(t)\big\rangle \diff t$$
    So k"onnen wir unsere erste Gleichung umschreiben zu
    $$0=\int_a^b  \big\langle - F(\gamma(t),t) +m\ddot\gamma(t),\varepsilon(t)\big\rangle \diff t $$
    Es ist nun leicht zu sehen, da"s das nur gelten
    kann f"ur alle hier erlaubten
    $\varepsilon$, wenn gilt $- F(\gamma(t),t) +m\ddot\gamma(t)=0$
    f"ur alle $t\in [a,b]$.
  \end{proof}

  \begin{Lemma}[\textbf{Prinzip der station"aren Wirkung f"ur einen Massepunkt}]
  Gegeben ein Massepunkt positiver Masse $m>0$
  in einem glatten Kraftfeld $F$ mit Potential $V$ ist\label{HaFop} ein glattes 
 $\gamma:[a,b]\ra \mathbb E$ eine L"osung der Bewegungsgleichungen genau dann,
  wenn f"ur alle glatten Abbildungen
  $\alpha:[a,b]\times (-\eta, \eta)\ra \mathbb E$ 
  mit $\alpha(t,0)=\gamma(t)\;\forall t$ und  
Enden  $\alpha(a,s),\alpha(b,s)$ unabh"angig von $s\in (-\eta,\eta)$ gilt 
  $$0=\left.\frac{\diff}{\diff s}\right|_{s=0}\int_a^b\frac{m}{2}\big\langle \dot\alpha(t,s),\dot\alpha(t,s)\big\rangle-V(\alpha(t,s),t)\diff t $$
  \end{Lemma}

  
  \begin{Bemerkungl}
    Man bemerke, da"s Prinzip der station"aren Wirkung
    im Gegensatz zum Prinzip der kleinsten Wirkunng
    notwendig und hinreichend ist. Die Bedingung selber
    kann man salopp gesprochen so verstehen, da"s die L"osungen der
    Bewegungsgleichungen die station"aren Punkte der Wirkung sind,
    wenn wir sie auf den Raum aller  
    Wege mit festem Startpunkt und festem Endpunkt zu 
    vorgegebenen Zeiten $a,b$ einschr"anken.
  \end{Bemerkungl}
 
  
  \begin{proof}
    Wir k"onnen die Ableitung unter das Integral ziehen und
    so unsere Gleichung mit dem unteren Index $s$ f"ur die partielle Ableitung nach $s$ umschreiben zu
    $$0=\left.\frac{\diff}{\diff s}\right|_{s=0}\int_a^b(\tiff_{(\gamma(t),t)}V)(\alpha_s(t,0),0) -m\big\langle \dot\alpha(t,0),\dot\alpha_s(t,0)\big\rangle \diff t $$
    "Ahnlich wie zuvor finden wir $(\tiff_{(\gamma(t),t)}V)(\alpha_s(t,0),0)=-\big\langle F(\gamma(t),t),\alpha_s(t,0)\big\rangle$. 
     Andererseits finden wir  nach dem Hauptsatz der Differential- und
    Integralrechnung 
    $$0=\int_a^b \frac{\diff}{\diff t}\big\langle \dot\gamma(t),\alpha_s(t,0)\big\rangle \diff t =
    \int_a^b \big\langle \ddot\gamma(t),\alpha_s(t,0)\big\rangle +\big\langle \dot\gamma(t),\dot\alpha_s(t,0)\big\rangle \diff t$$
    Insgesamt k"onnen wir so unsere Gleichung im Satz umschreiben zur
    Gleichung
    $$0=\int_a^b\big\langle -F(\gamma(t),t)  + m\ddot\gamma(t) ,\alpha_s(t,0)\big\rangle\diff t$$
    Es ist nun leicht zu sehen, da"s das f"ur alle erlaubten
    $\alpha$ genau dann
    gilt, wenn die Bewegungsgleichung $-F(\gamma(t),t)  + m\ddot\gamma(t)=0$
    erf"ullt ist f"ur alle $t\in [a,b]$.
  \end{proof}




\begin{Bemerkungl}
 Unter einem {\bf Potential} 
eines Kraftfelds\index{Potential!eines Kraftfelds!im Anschauungsraum}   
$F: \mathbb E^\Lambda\times \mathbb T \rightarrow \vec{\mathbb E}^\Lambda
 \langle {\ph{g}} / {\ph{s}}^2 \rangle$ 
versteht man eine differenzierbare
Abbildung
$
 V : \mathbb E^\Lambda\times \mathbb T \rightarrow \langle {\ph{gm}}^2 / {\ph{s}}^2 \rangle 
$
 mit $$-\op{grad}_{(\op{k},+)}V=F$$
 Ausgeschrieben bedeutet unsere Bedingung
 $-\op{grad}_{(\op{k},+)}V=F$ damit  
$$
 -(\tiff_{(p,t)} V)(v,0) = \langle F (p,t), v\rangle_{(\op{k},+)} \qquad 
\forall p \in \mathbb E^\Lambda, t\in \mathbb T, v \in \vec{\mathbb E}^\Lambda
$$
Als formelhafte Beschreibung f"ur das Differential \glqq nur in Bezug
auf den Ort\grqq\ links nehme ich  das volle Differential, werte es aber
nur auf Richtungsvektoren mit verschwindender Zeitkomponente $(v,0)$ aus.
"Aquivalent finden wir f"ur die Zusammenfassung der massereduzierten Kr"afte
$$-\op{grad}_{\op{g}}V=\tilde F$$
\end{Bemerkungl}







  
 \begin{Proposition}[\textbf{Station"are Wirkung f"ur freie Massepunktsysteme}]
  Gegeben  Teilchen positiver Massen $m_1,\ldots,m_\Lambda$
  in einem glatten Potential $V$ ist\label{HaFop3}  
 eine glatte Abbildung   $\gamma:[a,b]\ra \mathbb E^\Lambda$ eine L"osung der
  Bewegungsgleichungen genau dann,
  wenn f"ur alle glatten Abbildungen
  $\alpha:[a,b]\times (-\eta, \eta)\ra \mathbb E^\Lambda$ 
  mit $\alpha(t,0)=\gamma(t)\;\forall t$ und  Enden 
  $\alpha(a,s),\alpha(b,s)$ unabh"angig von $s\in (-\eta,\eta)$ gilt 
  $$0=\left.\frac{\diff}{\diff s}\right|_{s=0}\int_a^b
  L(\alpha(t,s), \dot\alpha(t,s),t) \diff t $$
  f"ur die \emph{\bf Lagrangefunktion}
  $L(p,v,t)\pdef \langle v,v\rangle_{\op{g}}/2-V(p,t)$ unseres Systems.
 \end{Proposition}
 \begin{proof} Das geht ganz "ahnlich
   wie im Fall eines einzigen freien Massepunktes.
    Wir k"onnen die Ableitung unter das Integral ziehen und
    so unsere Gleichung mit dem unteren Index $s$ f"ur die partielle Ableitung nach $s$ umschreiben zu
    $$0=\int_a^b \big\langle \dot\alpha(t,0),\dot\alpha_s(t,0)\big\rangle_{\op{\ph{g}}}-
    (\tiff_{(\gamma(t),t)}V)(\alpha_s(t,0),0) \diff t $$
    "Ahnlich wie zuvor finden wir $(\tiff_{(\gamma(t),t)}V)(\alpha_s(t,0),0)=-\big\langle \tilde F(\gamma(t),t),\alpha_s(t,0)\big\rangle_{\op{\ph{g}}}$. 
     Andererseits finden wir  nach dem Hauptsatz der Differential- und
    Integralrechnung 
    $$0=\int_a^b \frac{\diff}{\diff t}\big\langle \dot\gamma(t),\alpha_s(t,0)\big\rangle_{\op{\ph{g}}} \diff t =
    \int_a^b \big\langle \ddot\gamma(t),\alpha_s(t,0)\big\rangle_{\op{\ph{g}}} +\big\langle \dot\gamma(t),\dot\alpha_s(t,0)\big\rangle_{\op{\ph{g}}} \diff t$$
    Insgesamt k"onnen wir so unsere Gleichung im Satz umschreiben zur
    Gleichung
    $$0=\int_a^b\big\langle -\tilde F(\gamma(t),t)  + \ddot\gamma(t) ,\alpha_s(t,0)\big\rangle_{\op{g}}\diff t$$
    Es ist nun leicht zu sehen, da"s das f"ur alle erlaubten
    $\alpha$ genau dann
    gilt, wenn die Bewegungsgleichung $-\tilde F(\gamma(t),t)  + \ddot\gamma(t)=0$
    erf"ullt ist f"ur alle $t\in [a,b]$.
  \end{proof}
 
  
  
 \begin{Satz}[\textbf{Station"are Wirkung unter Zwangsbedingungen}]
  Gegeben ein Massepunktsystem mit Potential $(m_1,\ldots,m_\Lambda,M,V)$
  erf"ullt\label{HaFop4}  eine glatte Abbildung 
  $\gamma:[a,b]\ra M$ die  Orthogonalit"atsbedingung 
  \ref{DESa} genau dann,
  wenn f"ur alle glatten Abbildungen
  $\alpha:[a,b]\times (-\eta, \eta)\ra M$ 
  mit $\alpha(t,0)=\gamma(t)\;\forall t$ und  
 Enden  $\alpha(a,s),\alpha(b,s)$ unabh"angig von $s\in (-\eta,\eta)$ gilt 
  $$0=\left.\frac{\diff}{\diff s}\right|_{s=0}\int_a^b
  L(\alpha(t,s), \dot\alpha(t,s),t) \diff t $$
   \end{Satz}
 \begin{Bemerkungw}
   Im Fall von verschwindendem Potential kann man sich
   "uberlegen, da"s dieses Prinzip bedeutet, da"s unsere Bewegungen
   l"angs mit konstanter Geschwindigkeit durchlaufenen Geod"aten in
   Bezug auf das massebehaftete Skalarprodukt geschehen m"ussen. Das
   l"a"st sich aber an den Orthogonalit"atsbedingungen fast noch besser
   erkennen.
 \end{Bemerkungw}
 \begin{proof} Das geht ganz "ahnlich
   wie im Fall ohne Zwangsbedingungen \ref{HaFop3}.
    Wir k"onnen die Ableitung unter das Integral ziehen und
    so unsere Gleichung mit dem unteren Index $s$ f"ur die partielle Ableitung nach $s$ umschreiben zu
    $$0=\int_a^b \big\langle \dot\alpha(t,0),\dot\alpha_s(t,0)\big\rangle_{\op{\ph{g}}}-
    (\tiff_{(\gamma(t),t)}V)(\alpha_s(t,0),0) \diff t $$
    Wie zuvor finden wir $(\tiff_{(\gamma(t),t)}V)(\alpha_s(t,0),0)=-\big\langle \tilde F(\gamma(t),t),\alpha_s(t,0)\big\rangle_{\op{\ph{g}}}$. 
     An\-de\-rer\-seits finden wir  nach dem Hauptsatz der Differential- und
    Integralrechnung 
    $$0=\int_a^b \frac{\diff}{\diff t}\big\langle \dot\gamma(t),\alpha_s(t,0)\big\rangle_{\op{\ph{g}}} \diff t =
    \int_a^b \big\langle \ddot\gamma(t),\alpha_s(t,0)\big\rangle_{\op{\ph{g}}} +\big\langle \dot\gamma(t),\dot\alpha_s(t,0)\big\rangle_{\op{\ph{g}}} \diff t$$
    Insgesamt k"onnen wir so unsere Gleichung im Satz umschreiben zur
    Gleichung
    $$0=\int_a^b\big\langle -\tilde F(\gamma(t),t)  + \ddot\gamma(t) ,\alpha_s(t,0)\big\rangle_{\op{\ph{g}}}\diff t$$
    Nun ist $\alpha_s(t,0)$ f"ur alle $t$ ein Element des Tangentialraums
    ${\op{T}}_{\gamma(t)}M$ und in angepa"sten Koordinaten 
    ist leicht zu sehen, da"s unser Integral genau dann
     f"ur alle erlaubten
     $\alpha$ verschwindet, wenn die in \ref{DESa} aus physikalischen
     Prinzipien hergeleitete Orthogonalit"atsbedingung
    $\big(\ddot\gamma(t)-\tilde F(\gamma(t),t)\big)
    \perp_{\op{\ph{g}}} {\op{T}}_{\gamma(t)}M$
    erf"ullt ist f"ur alle $t\in [a,b]$.
  \end{proof}

\subsection{Abstrakte Mannigfaltigkeiten}
\begin{Bemerkungl} Im folgenden diskutieren wir die Beziehung
  zwischen eingebetteten  und abstrakten Mannigfaltigkeiten
  und ihren jeweiligen Tangentialr"aumen. Um die Begriffe dabei
  auseinanderzuhalten, notieren ich die bisher stets verwendeten
  eingebetteten Tangentialr"aume im folgenden\label{DTBE}
  $${\op{T}}_p^{\scriptscriptstyle\subset}M$$
  Seien genauer $X$ ein endlichdimensionaler Raum und $M\subset X$ eine
  Mannigfaltigkeit. In \ref{Taka} hatten wir zu jedem Punkt $p\in M$
  seinen eingebetteten Tangentialraum ${\op{T}}_p^{\scriptscriptstyle\subset}M\subset \vec X$ erkl"art als die
  Menge aller m"oglichen Geschwindigkeitsvektoren
  \nichtfinal{(Richtungsvektoren?)} bei $p$ von solchen
  Wegen durch den Punkt $p$,
  die ganz in $M$ verlaufen. 
Wir erkl"aren nun 
 das\label{TaBu}  
{\bf eingebettete Tangentialb"undel von $M$}\index{Tangentialb"undel!im eingebetteten Fall} 
als\index{T@${\op{T}}^{\scriptscriptstyle} M$|see{Tangentialb"undel}}
die Vereinigung 
$${\op{T}}^{\scriptscriptstyle \subset}M\pdef
\bigcup_{p\in M} \{p\}\times {\op{T}}^{\scriptscriptstyle \subset}_{p} M \;\;\subset\;\;M \times \vec{X} \;\;\subset\;\;X \times \vec{X}  $$
Die Komposition 
$\pi : {\op{T}}^{\scriptscriptstyle \subset}M \ra M $ der Einbettung nach $M\times\vec X$ mit der
Projektion auf $M$ hei"st die 
{\bf B"undelprojektion}.\index{B"undelprojektion} Ihre Faser "uber $p$ ist der
 Tangentialraum  ${\op{T}}^{\scriptscriptstyle \subset}_{p} M$ oder ganz pedantisch
die Menge $\{p\}\times {\op{T}}_{p}^{\scriptscriptstyle \subset} M$. 
\end{Bemerkungl}


\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildTBM}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
   Tangentialb"undel einer Kreislinie.
   Ich habe die beiden Geraden als nichtschneidend gemalt, 
um anzudeuten, da"s  diese "Uberschneidungen 
von uns bei der Definition des Tangentialb"undels 
sozusagen wegdefiniert werden.
\end{minipage}
\end{figure}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Eingebettetes
      Tangentialb"undel als Mannigfaltigkeit}] 
Gegeben $X$ ein endlichdimensionaler reeller Raum\label{TBUMs} 
und $M\subset X$ eine glatte Untermannigfaltigkeit ist ihr
eingebettetes Tangentialb"undel als Teilmenge ${\op{T}}^{\scriptscriptstyle \subset}M\subset X\times \vec{X}$
eine
glatte Untermannigfaltigkeit der Dimension $2 (\dim M)$.
Gegeben
eine glatte Karte  $\varphi:\mathbb{R}^n\lco W\ra  M$
von $M$ ist des weiteren  
$\hat\varphi : \DR^{2n}\lco W\times \DR^n \ra  {\op{T}}^{\scriptscriptstyle \subset} M
$
gegeben f"ur $(x,y)\in W\times\DR^n$ durch 
\begin{equation*}
\hat \varphi : (x, y)
\mapsto \big(\varphi(x),(\tiff _{x} \varphi)(y)\big)
\end{equation*}
eine glatte Karte des eingebetteten
Tangentialb"undels ${\op{T}}^{\scriptscriptstyle \subset}M$,
wie der Leser leicht pr"ufen mag.
Wir nennen $\hat\varphi$
die
zu $\varphi$ geh"orige
{\bf Tangentialb"undelkarte}.\index{Tangentialb"undelkarte!zu Karte} 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Abstrakte Mannigfaltigkeiten}]
Um die Darstellung der Theorie transparent zu halten, st"utze ich mich nun auf 
Konstruktionen aus der Differentialgeometrie, vergleiche etwa
\eref{glM}{ML}. Man erkl"art
dort \glqq abstrakte Mannigfaltigkeiten\grqq, ab jetzt nennen wir sie kurz
\glqq Mannigfaltigkeiten\grqq, und \glqq glatte Abbildungen
von Mannigfaltigkeiten\grqq. Man zeigt, da"s die Identit"at auf
jeder Mannigfaltigkeit glatt ist und da"s die Ver\-kn"up\-fung
glatter Abbildungen von Mannigfaltigkeiten auch selbst wieder glatt ist.
Teil des Datums einer Mannigfaltigkeit ist ein Hausdorffraum und
glatte Abbildungen sind spezielle stetige Abbildungen.
Weiter wird dort erkl"art, inwiefern manche Teilmengen $Y\subset X$ einer
Mannigfaltigkeit, die {\bf Untermannigfaltigkeiten},
selbst wieder mit der {\bf induzierten Struktur}  einer
Mannigfaltigkeit versehen werden k"onnen, da"s das insbesondere f"ur alle
offenen Teilmengen $Y\co X$ gelingt und da"s die Einbettung $i:Y\hra X$
einer Untermannigfaltigkeit stets glatt ist. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Eingebettete
      als abstrakte Mannigfaltigkeiten}]
  Nach Einf"uhrung der abstrakten Mannigfaltigkeiten
  wird ihre Beziehung zur Begrifflichkeit der eingebetteten
Mannigfaltigkeiten aus \eref{MFoR}{AN2}  diskutiert.
Man beginnt damit, da"s man jeden endlichdimensionalen reellen
Raum mit  seiner {\bf nat"urlichen Struktur} als Mannigfaltigkeit
versieht und zeigt, da"s in diesem Fall die Untermannigfaltigkeiten
 unsere  glatten
 eingebetteten Mannigfaltigkeiten aus \eref{glatt}{AN2} sind. 
Weiter zeigt man, da"s die Morphismen von abstrakten
Mannigfaltigkeiten zwischen
offenen Teilmengen endlichdimensionaler reeller R"aume genau unsere
glatten Abbildungen aus \eref{glatt}{AN2} sind und da"s jede Karte
$\varphi:\DR^k\lco W\ra M$ im Sinne von \ref{Karte} ein
Isomorphismus von Mannigfaltigkeiten $W\sira \varphi(W)$ ist.
Analog geht es f"ur Randfaltigkeiten und Eckfaltigkeiten. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Tangentialb"undel abstrakter Mannigfaltigkeiten}] 
 Man konstruiert anschlie"send  f"ur jede Mannigfaltigkeit $M$ ihr {\bf abstraktes Tangentialb"undel} oder kurz {\bf Tangentialb"undel}
  $${\op{T}}M$$ Das ist in feinerer Terminologie  ein \glqq
  glattes Vektorb"undel auf $M$\grqq, aber
  f"ur uns hier erst einmal nur eine weitere Mannigfaltigkeit mit einer
  glatten Abbildung $\pi_M: {\op{T}}M\ra M$, der {\bf Fu"spunktprojektion}.
  Zus"atzlich konstruiert man f"ur jede glatte Abbildung von Mannigfaltigkeiten
  $\varphi:M\ra N$ eine glatte Abbildung ihrer Tangentialb"undel
  $$\tiff\varphi:{\op{T}}M\ra {\op{T}}N$$
  und zeigt 
  $\tiff \psi\circ \tiff\varphi=\tiff (\psi\circ \varphi)$ und
  $\tiff( {\op{id}_M})=\op{id}_{{\op{T}}M}$ sowie die Vertr"aglichkeit mit der
  Fu"spunktprojektion $\varphi\circ \pi_M=\pi_N\circ \tiff \varphi$.
  Ist $\varphi:M\ra N$ die Einbettung einer offenen Teilmenge $M=U\co N$,
  so faktorisiert $\tiff\varphi$ schlie"slich "uber
  einen Isomorphismus von Mannigfaltigkeiten
  $\tiff \varphi: {\op{T}}U\sira \pi_N^{-1}(U)\co {\op{T}}N$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Eingebettete und abstrakte Tangentialb"undel}]
 Danach wird die Beziehung zur Begrifflichkeit der eingebetteten
  Mannigfaltigkeiten hergestellt. Genauer konstruiert man  f"ur jede
  Untermannigfaltigkeit eines endlichdimensionalen reellen Raums
  $M\subset X$ einen Isomorphismus
  $$\op{nat}_M: {\op{T}}^{\scriptscriptstyle\subset}M\sira {\op{T}}M$$
  zwischen dem eingebetteten und dem abstrakten Tangentialb"undel,
  der vertr"aglich ist mit den Fu"spunktprojektionen
  und derart, da"s f"ur jede eingebettete Mannigfaltigkeit $M$ die 
  beiden im folgenden erkl"arten Diagramme 
   $$
  \xymatrix{ {\op{T}}^{\scriptscriptstyle\subset}W\ar[d]_\wr^{\op{nat}_W}\ar@{=}[r]&W\times \vec{\DR}^n  &W\times \DR^n \ar[r]^-{\hat \varphi}\ar[l]^-\sim_-{\hat\iota}& {\op{T}}^{\scriptscriptstyle\subset}M
    \ar[d]_\wr^{\op{nat}_M}&& {\op{T}}^{\scriptscriptstyle\subset}M \ar[r]
    \ar[d]_\wr^{\op{nat}_M}& {\op{T}}^{\scriptscriptstyle\subset}X
    \ar[d]_\wr^{\op{nat}_X}\\
  {\op{T}}W\ar[rrr]^{\tiff \varphi}&&&{\op{T}}M&& {\op{T}}M\ar[r]^{\tiff i}&{\op{T}}X
  }$$ kommutieren.
  Das linke Diagramm ist gemeint f"ur $\varphi:\DR^k\lco W\ra M$ eine Karte
  und $\hat \varphi$ die zugeh"orige eingebettete
  Tangentialb"undelkarte
  und dem Pfeil links oben der  eingebetteten Tangentialb"undelkarte
  im Spezialfall der Identit"atskarte $\iota\pdef \op{id}_W$, in dem sie
  gegeben wird durch
  $\hat\iota=\op{id}_W\times \op{trans}:W\times \DR^n\sira W\times \vec{\DR}^n$.
  Das rechte Diagramm ist gemeint f"ur die Einbettung $i:M\hra X$
  unserer eingebetteten Mannigfaltigkeit 
  und mit der durch unsere Konstruktionen gegebenen Einbettung
 ${\op{T}}^{\scriptscriptstyle\subset}M\subset X\times \vec X
 ={\op{T}}^{\scriptscriptstyle\subset}X$ in der oberen Horizontalen.
 Analoges gilt f"ur Randfaltigkeiten und Eckfaltigkeiten.
 F"ur die durch die schr"agen Kompositionen im linken Diagramm gegebenen
 {\bf Tangentialb"undelkarten} des abstrakten Tangentialb"undels 
 f"uhren wir eigene Notationen ein und notieren sie
 $\widehat\varphi:W\times \DR^n\ra {\op{T}}M$ und im Fall $\iota=\op{id}_W$
 entsprechend $\widehat{\iota}:W\times \DR^n\sira {\op{T}}W$.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Notationsfragen}] Es ist "ublich,
  die Isomorphismen $\op{nat}_M$ nicht zu notieren
  und schlicht keinen Unterschied zu machen zwischen ${\op{T}}^{\scriptscriptstyle\subset}M$
  und ${\op{T}}M$. Nach und nach werden wir das auch mehr und mehr so halten. 
  Wir verwenden wie in \ref{pavf}
  die Notation $\partial_i\pdef \op{trans}(\op{e}_i)\in \vec\DR^n $ 
f"ur die Bilder der Vektoren der Standardbasis von $\DR^n$.
Im Fall $n=1$ schreiben wir $\partial=\partial_1$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Gegeben ein mehrpunktiges Intervall $I\subset \DR$
  betrachten wir den Weg $\tau=\tau_I:I\ra {\op{T}}I$ gegeben durch
  $\tau:t\mapsto \op{nat}_I(t,\partial)$  mit 
  $(t,\partial)\in {\op{T}}^{\scriptscriptstyle \subset} I=I\times \vec\DR$. 
  Gegeben ein glatter Weg $\gamma: I\ra M$ in einer Mannigfaltigkeit
  betrachten wir die induzierte Abbildung
  $\tiff\gamma: {\op{T}}I\ra {\op{T}}M$ und
  erkl"aren  seinen {\bf Tangentialweg}\index{Tangentialweg}
  als den Weg
  $$\tilde\gamma\pdef (\tiff\gamma)\circ \tau:I\ra {\op{T}}M$$
  in das Tangentialb"undel. Der Tangentialweg des Identit"atswegs $\gamma=\op{id}:I\ra I$ ist mithin genau das zuvor definierte  $\tau$. Ist $M\subset X$ eine Untermannigfaltigkeit eines
  endlichdimensionalen reellen  Raums, so k"onnen wir bemerken, da"s die Abbildung $(\gamma,\vec \gamma'):I\ra X\times \vec{X}$ \nichtfinal{(Ich sollte einen
    Unterschied einf"uhren zwischen $\vec\gamma'$ und $\kappa'$!)}
  f"ur einen Weg $\gamma$ in $M$ bereits in ${\op{T}}^{\scriptscriptstyle\subset}M$ landet, und k"onnen
  den Tangentialweg
  auch beschreiben als die Abbildung 
  $$\tilde\gamma=\op{nat}_M\circ (\gamma, \vec \gamma')$$
  Salopp gesprochen ordnet der Tangentialweg $\tilde\gamma$ jedem
  Zeitpunkt $t$ den Geschwindigkeitsvektor von $\gamma$ zum Zeitpunkt
  $t$ zu als Element von ${\op{T}}_{\gamma(t)}M\subset {\op{T}}M$. F"ur die
  Fu"spunktprojektion $\pi_M:{\op{T}}M\ra M$ gilt insbesondere $\pi_M\circ \tilde\gamma=\gamma$. 
   \end{Bemerkungl}

\subsection{Euler-Lagrange aus station"arer Wirkung} 
\begin{Bemerkungl}
  Wir arbeiten vorerst ohne Einheiten. Wir diskutieren sp"ater, welche "Anderungen n"otig werden,
  wenn wir Wege betrachten, die durch die
  Zeit $\mathbb T$ und nicht durch $\DR$ parametrisiert
  werden etc.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Gegeben eine  glatte Funktion $L:{\op{T}} M\ra \DR$ auf dem Tangentialb"undel 
einer Mannigfaltigkeit 
nennen wir einen glatten Weg $\gamma:[a,b]\ra M$ {\bf station"ar f"ur $L$},
wenn f"ur alle glatten Abbildungen
  $\alpha:[a,b]\times (-\eta, \eta)\ra M$ 
  mit $\alpha(t,0)=\gamma(t)\;\forall t$ und  
Enden   $\alpha(a,s),\alpha(b,s)$ unabh"angig von $s\in (-\eta,\eta)$ gilt 
  $$0=\left.\frac{\diff}{\diff s}\right|_{s=0}\int_a^b
  L(\tilde \alpha(t,s)) \diff t $$
  Hierbei ist der Tangentialweg $\tilde \alpha(t,s)$ von $t\mapsto \alpha(t,s)$
  jeweils f"ur festes $s$ in Bezug auf die Variable $t$
  zu bilden. 
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}
Analog geht es im Fall
  $L:{\op{T}} M\times \DR\ra \DR$ einer
  zeitabh"angigen Lagrangefunktion.
  Ich werde mich aber auf die Argumentation im
  zeitunabh"angigen Fall konzentrieren und nachher nur kurz erg"anzen, da"s
  es im zeitabh"angigen Fall genauso geht.
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungl}[\textbf{"Aquivalenz von Orthogonalit"at 
      und station"arer Wirkung}]  
Der  Satz \ref{HaFop4} "uber station"are Wirkung unter Zwangsbedingungen
  besagt in dieser Terminologie und mit den entsprechenden Einheiten garniert,
  da"s gegeben ein Massepunktsystem mit Potential genau die f"ur die
  Lagrangefunktion \glqq kinetische minus potentielle Energie\grqq\
  station"aren glatten Wege\label{ortw} $\gamma:\mathbb T\supset [a,b]\ra M$ 
  die  Orthogonalit"atsbedingung \ref{neS} beziehungsweise
   \ref{DESa} erf"ullen, die wir als die physikalisch sinnvolle
 Bewegungsgleichung erkannt haben. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Bilder station"arer Wege unter Isomorphismen}]  
  Gegeben glatte Mannigfaltigkeiten $N,M$ und glatte Abbildungen $$
  \xymatrix{[a,b]\ar[r]^-{\gamma_N}&N&N\ar[r]^-\varphi_-\sim&M& {\op{T}}M\ar[r]^-{L_M}&\DR
  }$$
  mit  $\varphi$ einem  Isomorphismus von
  glatten Mannigfaltigkeiten\label{bkw}
  ist $\gamma_N$ station"ar f"ur
  $L_N\pdef L_M\circ \tiff \varphi$
  genau dann, wenn $\gamma_M\pdef \varphi\circ \gamma_N$
  station"ar ist f"ur $L_M$.
  In der Tat finden wir f"ur die Tangentialwege 
  $\tilde\gamma_M=\tiff \gamma_M\circ \tau=\tiff\varphi\circ \tiff \gamma_N\circ \tau=\tiff\varphi\circ \tilde\gamma_N$ und folglich 
  $$\int_a^bL_M\circ \tilde \gamma_M=\int_a^bL_M\circ \tiff\varphi\circ
  \tilde\gamma_N
  = \int_a^bL_N\circ \tilde\gamma_N$$
  Dasselbe gilt f"ur Familien von Wegen $\alpha_N(t,s)$, die von einem zus"atzlichen
  Parameter $s$ abh"angen. Glatte Familien mit festen Enden entsprechen
  unter $\varphi$ schlie"slich glatten Familien mit festen Enden und  
  das  zeigt  die Behauptung.
\end{Bemerkungl}
  




\begin{Satz}[\textbf{Euler-Lagrange-Gleichungen f"ur station"are Wege}]
  Gegeben eine offene Teilmenge
  $W\co \DR^n$ und eine glatte Funktion $ L: {\op{T}}W\ra \DR$
  ist ein glatter Weg $\kappa: [a,b]\ra W$ station"ar f"ur
  $L$ genau dann, wenn\label{ELGf}
  f"ur $\hat L:W\times \DR^n\ra\DR$  gegeben durch $\hat L\pdef L\circ
  \widehat{\iota}$
  mit $\widehat{\iota}: W\times \DR^n\sira{\op{T}}W$ der
  Tangentialb"undelkarte
  zur Identit"atskarte von $W$ und $(x_i, y_i)$ den Koordinaten von
  $W\times \DR^n$ gilt
  $$
\frac{\diff}{\diff t} \left( \frac{\partial \hat L}{\partial 
y_i} \circ (\kappa,\kappa') \right) =
\frac{\partial \hat L}{\partial x_i} \circ (\kappa,\kappa') 
 \qquad 1\leq i\leq n
 $$
\end{Satz}



 

  \begin{proof}
Gegeben ein Weg $\kappa$ in $W$
  gilt f"ur seinen  Tangentialweg
  $\tilde\kappa=\widehat\iota \circ (\kappa,\kappa')$ und folglich
  $L\circ \tilde\kappa=L\circ\widehat\iota \circ (\kappa,\kappa')= \hat L\circ (\kappa, \kappa')$.  
    Wir betrachten nun eine beliebige glatte Funktion
    $\varepsilon:[a,b]\ra\DR$ mit $\varepsilon(a)=\varepsilon(b)=0$
    und w"ahlen einen Index $i$ und betrachten 
    $\rho(t,s)\pdef \kappa(t)+s\varepsilon(t){\op{e}}_i$.
    Station"ar zu sein impliziert insbesondere f"ur diesen Weg
     $\rho(t,s)$ mit unseren vorgebenen $\varepsilon$ und $i$ die Identit"at  
    $$0=\left.\frac{\diff}{\diff s}\right|_{s=0}\int_a^b\hat L\big(\rho(t,s),\rho_t(t,s)\big)\diff t$$
 Durch Vertauschen von Ableitung und Integral  ergibt sich
    $$0=\int_a^b
    \left(\frac{\partial \hat L}{\partial x_i}(\kappa(t),
    \kappa'(t))\right)\varepsilon(t)
    + \left(\frac{\partial \hat L}{\partial y_i}(\kappa(t), \kappa'(t))\right)
    \varepsilon'(t)
    \diff t $$
    Wir erinnern unseren alten Trick und bemerken
    $$\begin{array}{lll}0&=&\int_a^b
    \frac{\diff}{\diff t} \big(\frac{\partial \hat L}{\partial y_i}
    (\kappa(t), \kappa'(t))\cdot
    \varepsilon(t)\big)
    \diff t \\[2mm]
    &=&\int_a^b
    \frac{\diff}{\diff t}\!\big( \frac{\partial \hat L}{\partial y_i}
    (\kappa(t), \kappa'(t))\big)
    \varepsilon(t) + \big(\frac{\partial \hat L}{\partial y_i}
    (\kappa(t), \kappa'(t))\big)    \varepsilon'(t)
    \diff t \\
    \end{array}
    $$
    nach dem Hauptsatz der Differential- und Integralrechnung und der
    Produktregel. Indem wir diese Identit"at oben verwenden,
    um den Term mit $\varepsilon'$ loszuwerden,
    erhalten wir
    $$0=\int_a^b
    \left(\frac{\partial \hat L}{\partial x_i}(\kappa(t),
     \kappa'(t))
    -  \frac{\diff}{\diff t}\!\left(\frac{\partial \hat L}{\partial y_i}
    (\kappa(t), \kappa'(t))\right)\right)
    \cdot\varepsilon(t)
    \diff t $$
    f"ur alle erlaubten Funktionen $\varepsilon$ wie zuvor. F"ur unseren
    Koordinatenweg folgt unschwer die  {\bf Euler-Lagrange-Gleichung} 
     $$\frac{\diff}{\diff t}\!\left(\frac{\partial \hat L}{\partial y_i}(\kappa(t),\kappa'(t))\right)=
    \frac{\partial \hat L}{\partial x_i}(\kappa(t),
     \kappa'(t))
    $$
     Nun nehmen wir umgekehrt an, da"s  die Euler-Lagrange-Gleichungen
     seien erf"ullt 
  f"ur $1\leq i\leq n$. Es gilt zu zeigen
  $$0=\left.\frac{\diff}{\diff s}\right|_{s=0}\int_a^b\hat L(\rho(t,s),\rho_t(t,s))\diff t$$ f"ur alle glatten $\rho:[a,b]\times (-\eta,\eta)\ra W$ mit
  $\rho(t,0)=\kappa(t)$ und den Enden
  $\rho(a,s), \rho(b,s)$ unabh"angig von $s$.
    Weil der untere Index f"ur partielle Ableitungen gebraucht wird, notieren
    wir $\rho^i, \kappa^i$ die $i$-te Komponente von $\rho$
    beziehungsweise $\kappa$. Indem wir die
    Ableitung unter das Integral ziehen,
   k"onnen wir das umformen zur Gleichung 
   $$0=\int_a^b\sum_i\frac{\partial \hat L}{\partial x_i}(\kappa(t),\kappa'(t))\cdot\rho^i_s(t,0) + \frac{\partial \hat L}{\partial y_i}(\kappa(t),\kappa'(t))\cdot\rho^i_{ts}(t,0)\diff t$$
   Mit dem Hauptsatz der Differential- und Integralrechnung
   und der
    Produktregel gilt nun $$\begin{array}{lll}0&=&\int_a^b
    \frac{\diff}{\diff t} \big(\frac{\partial\hat  L}{\partial y_i}
    (\kappa(t), \kappa'(t))\cdot
    \rho^i_{s}(t,0)\big)
    \diff t \\[2mm]
    &=&\int_a^b
    \frac{\diff}{\diff t}\!\big( \frac{\partial \hat L}{\partial y_i}
    (\kappa(t), \kappa'(t))\big)\cdot
    \rho^i_{s}(t,0) + \big(\frac{\partial \hat L}{\partial y_i}
    (\kappa(t), \kappa'(t))\big) \cdot  \rho^i_{st}(t,0) 
    \diff t \\
    \end{array}
    $$
   Damit k"onnen wir die gesuchte Identit"at weiter
    umformen zur Gleichung
    $$0=\int_a^b\sum_i\left( \frac{\partial \hat L}{\partial x_i}\circ (\kappa,\kappa')\right)\cdot\rho^i_s(t,0) - \frac{\diff}{\diff t} \!\left( \frac{\partial \hat L}{\partial 
      y_i} \circ (\kappa,\kappa') \right)\cdot\rho^i_{s}(t,0)\diff t$$
    In dieser Form folgt sie aber direkt aus den Euler-Lagrange-Gleichungen.
 \end{proof}
\begin{Korollar}[\textbf{Bewegungsgleichungen in Koordinaten}]
  Seien $M$ der Konfigurationsraum  eines Massepunktsystems mit Potential
  und $L:\tiff M\ra \DR$ seine
  Lagrangefunktion. Sei weiter $\varphi:\DR^n\lco W\ra M$ eine bijektive
  Karte von $M$. Gegeben eine glatte Koordinatenbewegung 
  $\kappa:\DR\supset I\ra W$ erf"ullt die Bewegung
  $\varphi\circ \kappa:\DR\supset I\ra M$ die
  Orthogonalit"atsbedingung \ref{neS} genau dann, wenn die
  Koordinatenbewegung $\kappa$ die \emph{\bf Euler-Lagrange-Gleichungen}
 $$
\frac{\diff}{\diff t} \left( \frac{\partial  \hat L}{\partial 
y_i} \circ (\kappa, \kappa') \right) =
\frac{\partial  \hat L}{\partial x_i} \circ (\kappa,\kappa') 
 \quad \text{f"ur }1\leq i\leq n
 $$ erf"ullt f"ur $ \hat L\pdef L\circ \widehat \varphi: W\times \DR^n \ra \DR$ die \emph{\bf Lagrangefunktion in Koordinaten}.
\end{Korollar}


\begin{proof}
  Nach \ref{ortw} erf"ullt der Weg $\varphi\circ\kappa$ die
  Orthogonalit"atsbedingung genau dann, wenn er station"ar ist f"ur
  die Lagrangefunktion $L$. Nach unserer Diskussion von Bildern station"arer
  Wege unter Isomorphismen in \ref{bkw} ist $\varphi\circ\kappa$
  station"ar f"ur $L$ genau dann, wenn der Koordinatenweg $\kappa$
  station"ar ist f"ur die Lagrangefunktion in Koordinaten
  $ L_W\pdef L\circ \tiff \varphi$. Nach  \ref{ELGf} 
  schlie"slich ist der Koordinatenweg  $\kappa$
  station"ar f"ur die Lagrangefunktion in Koordinaten
  $ L_W$ genau dann, wenn die in unserem  Korollar
  ausgeschriebenen Euler-Lagrange-Gleichungen gelten f"ur $\hat L=L_W\circ \widehat\iota=  L\circ \tiff \varphi\circ \widehat\iota= L\circ\widehat\varphi$.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Bewegungsgleichungen in Koordinaten, zeitabh"angige Variante}] Ist im Korollar das Potential zus"atzlich eine Funktion der Zeit,
  so funktioniert alles genauso, man mu"s nur den zus"atzlichen
  Parameter in der ganzen Argumentation erg"anzen und erh"alt zum Schlu"s
  die Euler-Lagrange-Gleichungen in der Gestalt
  $$
\frac{\diff}{\diff t} \left( \frac{\partial \hat L}{\partial 
y_i} (\kappa(t), \kappa'(t),t) \right) =
\frac{\partial  \hat L}{\partial x_i}(\kappa(t),\kappa'(t),t) 
 \quad \text{f"ur }1\leq i\leq n
 $$
\end{Bemerkungl}

\subsection{Euler-Lagrange mit Einheiten} 

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Tangentialb"undel mit Einheiten}] 
 Gegeben eine Mannigfaltigkeit $M$
  ben"otigen wir im physikalischen Kontext
   eine mit Einheiten versehene
  Variante
$$\tT M\pdef {\op{T}} M\langle 1/{\ph{s}}\rangle$$
des Tangentialb"undels, den {\bf Phasenraum} oder
{\bf Geschwindigkeitsphasenraum}\index{Phasenraum!Geschwindigkeitsphasenraum!unter Zwangsbedingungen}\index{Geschwindigkeitsphasenraum!unter Zwangsbedingungen}
unserer Mannigfaltigkeit. Formal mag man ihn definieren als das Tensorprodukt
den Tangentialb"undels von $M$ mit dem eindimensionalen reellen
Vektorraum der dualen Zeitspannen
$\langle 1/{\ph{s}}\rangle$ und f"ur diese Konstruktion
m"ussen wir ${\op{T}} M$ mit seiner Struktur eines
Vektorb"undels kennen und nicht nur als Mannigfaltigkeit.
Im eingebetteten Fall $M\subset X$ k"onnen wir auch den eingebetteten
Geschwindigkeitsphasenraum erkl"aren als
die Untermannigfaltigkeit
$\tT^{\scriptscriptstyle\subset} M\subset
X \times \vec{X}\langle 1/{\ph{s}}\rangle$ gegeben 
durch 
$$\tT^{\scriptscriptstyle\subset} M\pdef
\bigcup_{p\in M}\{p\}\times{\op{T}}_p M\langle 1/{\ph{s}}\rangle$$
Gegeben ein mehrpunktiges Zeitintervall $I\subset \mathbb T$ 
erkl"aren wir $\tau:I\ra \tT I$ durch $t\mapsto (t,1)$
mit $1= {\ph{s}}/{\ph{s}}\in \vec{\mathbb T}\langle 1/{\ph{s}}\rangle=
\langle {\ph{s}}/{\ph{s}}\rangle$.  
Gegeben ein glatter
Weg $\gamma:\mathbb T\supset I\ra M$ auf einem mehrpunktigen
Zeitintervall bilden wir dann als mit
Einheiten versehenes Analogon des
Tangentialwegs den zugeh"origen {\bf Phasenweg} im Phasenraum
$$\tilde\gamma\pdef (\tT\gamma)\circ \tau:I\ra \tT M$$
Im Fall einer eingebetteten Mannigfaltigkeit $M$ finden wir
analog wie zuvor $\tilde\gamma =\op{nat}_M\circ (\gamma,\dot\gamma)$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Koordinaten mit Einheiten}]
In konkreten physikalischen Kontexten
  verwendet man meist Koordinaten des Konfigurationsraums,
  die Werte in eindimensionalen reellen Vektorr"aumen
  $E_1,\ldots, E_n$ annehmen.
  Mathematisch erkl"aren wir eine  {\bf Karte mit Einheiten} als eine
  offene Einbettung 
   $$\varphi: (E_1\times \ldots\times E_n)\lco W\ra M$$
  Sie liefert als mit Einheiten versehene Variante
  unserer Tangentialb"undelkarten eine {\bf Phasenraumkarte mit Einheiten}  
 $$\widehat\varphi: W\times (E_1\langle 1/{\ph{s}}\rangle\times
 \ldots\times E_n\langle 1/{\ph{s}}\rangle)\ra \tT M$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl} In der Theorie der abstrakten Mannigfaltigkeiten erkl"art
  man f"ur je zwei Mannigfaltigkeiten $X,Y$ ihr Produkt $X\times Y$,
  eine weitere Mannigfaltigkeit mit glatten Abbildungen
  $\op{pr}_X:X\times Y\ra X$ und $\op{pr}_Y:X\times Y\ra Y$.
  Dann zeigt man, da"s deren Differentiale
  einen Isomorphismus
  $$(\tiff \op{pr}_X,\tiff \op{pr}_Y):
  \tiff (X\times Y)\sira \tiff X\times \tiff Y$$
  induzieren. Dasselbe gilt f"ur beliebige endliche Produkte.
  Dasselbe gilt auch analog  f"ur die Phasenr"aume $\tT$. Formal
  finden wir so Isomorphismen von Mannigfaltigkeiten
  $\tT(E_1\times \ldots\times E_n)\sira
  \tT E_1\times \ldots\times \tT E_n$ und mit
  $\tT E_i\sira E_i\times E_i\langle 1/{\ph{s}}\rangle$ und "Ubergang zur
  offenen Teilmenge $W$ schlie"slich eine formale Beschreibung der
  Phasenraumkarte mit Einheiten $\widehat\varphi$.
\end{Bemerkungl}


\begin{Korollar}[\textbf{Bewegungsgleichungen in Koordinaten}]
  Seien $M$ der Konfigurationsraum  eines Massepunktsystems mit Potential
  und $L:\tT M\ra \langle {\ph{g}}{\ph{m}}^2/{\ph{s}}^2\rangle$ seine
  Lagrangefunktion. Sei weiter $\varphi:(E_1\times \ldots\times E_n)\lco W\sira M$ eine bijektive
  Karte mit Einheiten von $M$. Gegeben eine glatte Koordinatenbewegung 
  $\kappa:\mathbb T\supset I\ra W$ erf"ullt die Bewegung
  $\varphi\circ \kappa:\mathbb T\supset I\ra M$ die
  Orthogonalit"atsbedingung \ref{neS} genau dann, wenn die
  Koordinatenbewegung $\kappa$ die \emph{\bf Euler-Lagrange-Gleichungen}
 $$
\frac{\diff}{\diff t} \left( \frac{\partial  \hat L}{\partial 
y_i} \circ (\kappa,\dot \kappa) \right) =
\frac{\partial  \hat L}{\partial x_i} \circ (\kappa,\dot\kappa) 
 \quad \text{f"ur }1\leq i\leq n
 $$ erf"ullt f"ur $ \hat L\pdef L\circ \widehat \varphi: W\times (E_1\langle 1/{\ph{s}}\rangle\times \ldots\times E_n\langle 1/{\ph{s}}\rangle) \ra \langle {\ph{g}}{\ph{m}}^2/{\ph{s}}^2\rangle$ die \emph{\bf Lagrangefunktion in Koordinaten}.
\end{Korollar}
\begin{Bemerkungl}
  Die $x_i$ sind hierbei Koordinaten mit Werten in $E_i$ und
  die $y_i$  Koordinaten mit Werten
  in $E_i\langle 1/{\ph{s}}\rangle$. Die partiellen Ableitungen
  $\partial  \hat L/\partial x_i$ nehmen also Werte in $E_i^*\langle {\ph{g}}{\ph{m}}^2/{\ph{s}}^2\rangle$ an und die partiellen Ableitungen
  ${\partial  \hat L}/{\partial y_i}$  Werte in $E_i^*\langle {\ph{g}}{\ph{m}}^2/{\ph{s}}\rangle$ und die $i$-te Gleichung ist eine Gleichung von
  Abbildungen
  $\tT\supset I\ra E_i^*\langle {\ph{g}}{\ph{m}}^2/{\ph{s}}^2\rangle$. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
In der physikalischen Literatur schreibt man meist $\dot x_i$
  statt $y_i$. Das ist praktisch f"ur konkrete Rechnungen, schien mir aber 
  weniger geschickt f"ur die abstrakte Argumentation. Man macht auch meist
  keinen Unterschied zwischen $L$ und $\hat L$, weil man ja an den f"ur die
  Koordinaten gew"ahlten Bezeichnungen sehen kann, was jeweils
  gemeint ist. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}[\textbf{Planetenbewegung nach Euler-Lagrange}]
  Wir nehmen einen einzigen Massepunkt der Masse $m>0$, einen Planeten,  der
  sich auf einer Ebene $M\subset\mathbb E$
  bewegt. Wir w"ahlen den Ort der Sonne 
  $p\in M$ und fixieren einen von $p$ ausgehenden Strahl und
  nehmen dazu Polarkoordinaten $r,\varphi,$ der Winkel $\varphi$
  gemessen im Bogenma"s, so da"s sie jeweils Werte 
   in $\mathbb L_{>0}\co \mathbb L$
   beziehungsweise $(0,2\pi)\co\DR$ annehmen.
   F"ur das Potential hatten wir in \ref{HV}
   bereits $V(r,\varphi)=-mc/r$ gefunden und f"ur die 
     kinetische Energie $K(r,\dot r,\varphi,\dot\varphi)=\big((r\dot\varphi)^2+ \dot r^2)m/2$. Mit  $L=K-V$
  erhalten wir als Euler-Lagrange-Gleichungen
  $$\ddot r m- r\dot\varphi^2 m+mc/r^2=0 \quad \text{und}\quad r^2\ddot\varphi m
  +2r\dot r\dot\varphi m=0$$
  Das ist nun nicht besonders "ubersichtlich, aber wir k"onnen zumindest
  leicht einsehen,
  da"s wir unter der Annahme $r$ konstant und $\dot\varphi$ konstant
  jeweils L"osungen mit $c/r^3=\dot\varphi^2$ finden,
  also Kreisbahnen um die Sonne mit festem $r^3\dot\varphi^2$ in
  "Ubereinstimmung mit dem dritten Kepler'schen Gesetz, nach dem sich
  die Quadrate der Umlaufzeiten der Planeten
  zueinander verhalten wie die Kuben der
  gro"sen Halbachsen. 
\end{Beispiel}



 \subsection{Euler-Lagrange durch direkte Rechnung}
 \begin{Bemerkungl} In diesem Abschnitt werden die
   Euler-Lagrange-Gleichungen ohne den Umweg "uber das
   Prinzip der station"aren Wirkung direkt
   aus der Orthogonalit"atsbedingung
   hergeleitet.
 \end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Bewegungsgleichungen in lokalen Koordinaten}] 
  Wir  betrachten  wie in \ref{phmG}  ein Massepunktsystem
  $(m_1, \ldots, m_\Lambda,M)$ mit Konfigurationsraum
  $M \subset \mathbb{E}^{\Lambda }$ und den Phasenraum 
$$\tT M\pdef {\op{T}} M\langle 1/{\ph{s}}\rangle$$
  unseres Systems.
Formal erkl"aren wir ihn als
eine Untermannigfaltigkeit
$\tT M\subset X \times \vec{X}\langle 1/{\ph{s}}\rangle$
f"ur $X=\mathbb{E}^{\Lambda }$. 
Die
{\bf kinetische Energie} unseres Massepunktsystems
$(m_1, \ldots, m_\Lambda, M)$ sei wie zuvor die
Abbildung $K:\mathbb{E}^\Lambda \times  \vec{\mathbb{E}}^\Lambda  \langle 1/{\ph{s}}\rangle \ra\langle {\ph{g}}{\ph{m}}^2/{\ph{s}}^2\rangle$ gegeben durch 
$$K:({\mathbf{r}}_\nu , \vec{\mathbf v}_\nu )_{\nu=1}^\Lambda \mapsto \sum^\Lambda_{\nu=1} m_\nu  
{\langle \vec {\mathbf v}_\nu , \vec{\mathbf  v}_\nu 
  \rangle}/{2}$$
F"ur $\vec{\mathbf F}_\nu:\mathbb E^\Lambda\ra \vec{\mathbb E}\langle {\ph{g}}/{\ph{s}}^2\rangle$  zus"atzlich gegebene  auf den
jeweiligen Massepunkt wirkende aber m"oglicherweise
von den Orten aller Teilchen abh"angige
{\bf externe Kr"afte}
erkl"aren wir  die $l$-te
{\bf generalisierte Kraft}\index{generalisierte Kraft} in Bezug auf unser
Koordinatensystem von $M$  durch 
$$Q_l\pdef\sum_{\nu} \left\langle \vec{\mathbf{F}}_\nu  \circ {\mathbf{r}}_\nu  , 
\frac{\partial {\mathbf{r}}_\nu }{\partial x_l}
\right\rangle$$
Unsere generalisierten Kr"afte sind  Funktionen
$Q_l:M\ra \langle {\ph{g}}{\ph{m}}^2/{\ph{s}}^2\rangle$.
Durch Vorschalten der B"undelprojektion
k"onnen und werden wir sie
 als Funktionen auf dem Phasenraum auffassen.
\end{Bemerkungl}






%Sollte beginnen mit dem Fall eines Teilchens ohne Zwangsbedingungen!
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Notationen und Konventionen}] 
Sei  $\varphi : \mathbb{R}^n\lco W \sira M$
eine bijektive Karte des Konfigurationsraums
eines  Massepunktsystems $(m_1, \ldots, m_\Lambda,M)$.
Die Koordinaten auf $W\co\DR^n$ notieren wir
$(x_1,\ldots,x_n)$ und verzichten zur Vereinfachung darauf,
Koordinaten in Einheiten zu betrachten. 
Wir interpretieren im folgenden Abbildungen von
$M$ wohin auch immer oft vermittels  $\varphi$ als 
Abbildungen
von $W$ wohin auch immer durch Vorschalten von $\varphi$,
schreiben das $\varphi$ aber meist nicht explizit dazu. 
Wir schreiben insbesondere neu 
$
  \mathbf r_\nu\pdef \mathbf r_\nu\circ\varphi:W\ra \mathbb E
$. 
Die Bewegung unseres Systems
in Koordinaten notieren wir $$\kappa:
\mathbb T\supset I\ra W$$ und nennen diese Abbildung einen
        {\bf Koordinatenweg}. Die zugeh"orige Bewegung ist
         $\gamma\pdef \varphi\circ \kappa$.
        Unsere bijektive Karte $\varphi$ des Konfigurationsraums
        $M$ induziert eine mit Einheiten versehene Karte
$$\widehat \varphi :  W\times \DR^n\langle 1/{\ph{s}}\rangle \sira \tT M$$
        des Phasenraums. Wir nennen sie die zugeh"orige
        {\bf Phasenraumkarte}.\index{Phasenraumkarte}
        Deren Koordinaten notieren wir
$(x_1, \ldots,x_n,y_1, \ldots,y_n)$ mit der Besonderheit, da"s die hinteren
Koordinaten $y_i$ als
Werte  duale Zeitspannen alias Frequenzen annehmen.
Wir nennen sie die
{\bf nat"urlichen Koordinaten des Geschwindigkeitsphasenraums} zu unseren
Koordinaten des Konfigurationsraums.
In der physikalischen Literatur schreibt man statt $y_i$ meist $\dot x_i$, aber
wir erlauben uns bepunktete Symbole innerhalb der mathematischen Argumentation
nur f"ur echte zeitliche Ableitungen. 
Per definitionem ist $\widehat \varphi(x,y)$ f"ur $x\in W$ und $y\in\DR^n\langle 1/{\ph{s}}\rangle$ das Tupel von Vektoren und Richtungsvektoren
$((\mathbf{r}_\nu),(\vec{ \mathbf{v}}_\nu))$ gegeben durch 
 $\mathbf{r}_\nu(x,y)=
 \mathbf{ r}_\nu (x)$ sowie 
 $$\vec{ \mathbf{v}}_\nu(x,y)=\sum^n_{j=1} \frac{\partial
 \mathbf{ r}_\nu }{\partial x_j}(x)\; y_j$$
In derselben  Weise wie zuvor 
fassen wir
alle Abbildungen von $\tT M$ wohin auch immer durch Vorschalten von
$\widehat \varphi$ als Abbildungen von
$W\times \DR^n\langle 1/{\ph{s}}\rangle$ wohin auch immer auf.
Weiter meinen bepunktete Symbole stets die Ableitung nach der Zeit,  
insbesondere also $\dot{\mathbf r}_\nu=\tiff_t(\mathbf r_\nu\circ \kappa)$ und
$\dot x_i=\tiff_t(x_i\circ \kappa)$.\label{GPR}  
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{Euler-Gleichungen}]
 Gegeben ein \hyperref[neS]{Massepunktsystem
  mit Potential} $(m_1,\ldots,m_\Lambda,M,V)$
 und
 eine bijektive Karte $\varphi:\DR^n\lco W\sira M$ seines Konfigurationsraums 
  und $(x_1,\ldots, x_n, y_1,\ldots,y_n)$
  die zugeh"origen nat"urlichen Koordinaten\label{EuGl} 
  auf dem Phasenraum erf"ullt ein glatter Weg $\gamma:\mathbb T\supset I\ra M$
  die Orthogonalit"atsbedingung \ref{DESa} genau dann, wenn
  f"ur den zugeh"origen Koordinatenweg $\kappa$
mit $K$ der kinetischen Energie und  $Q_l$ den
generalisierten Kr"aften  gilt
$$
\frac{\diff}{\diff t} \left( \frac{\partial K}{\partial 
y_l} \circ (\kappa,\dot{\kappa}) \right) - 
\frac{\partial K}{\partial x_l} \circ (\kappa,\dot{\kappa}) 
- Q_l \circ \kappa =0\quad \text{f"ur }1\leq l\leq n
$$
 \end{Satz}
\begin{proof} Das ist ein Ausschreiben in Koordinaten mit den
  zu Beginn dieses Abschnitts eingef"uhrten Notationen.
F"ur die Geschwindigkeiten und Beschleunigungen
unserer Teilchen ergeben sich die Formeln
$$
\dot{{\mathbf{r}}}_\nu  =  \frac{\partial {\mathbf{r}}_\nu }{\partial x_1} 
\dot{x}_1 + \ldots + \frac{\partial {\mathbf{r}}_\nu }{\partial x_n} 
\dot{x}_n$$ $$
\ddot{{\mathbf{r}}}_\nu  = \sum_{j,k} \frac{\partial^2 {\mathbf{r}}_\nu }{\partial x_j 
\partial x_k} \dot{x}_j
\dot{x}_k + \sum_j \frac{\partial {\mathbf{r}}_\nu }{\partial x_j} \ddot{x}_j
$$
Die griechischen Indizes zeigen hierbei an, da"s diese Gleichungen in
$\mathbb E$ beziehungsweise $\vec{\mathbb E}\langle1/ {\ph{s}}\rangle$
beziehungsweise $\vec{\mathbb E}\langle1/ {\ph{s}}^2\rangle$ und genauer 
als Gleichungen von Abbildungen von $I\subset \mathbb{T}$ in besagte
R"aume zu verstehen sind.
Da weiter f"ur $x\in W$ der Tangentialraum ${\op{T}}_{\varphi (x)}M$ 
 nach \ref{TaBu}
von den ausgewertet bei $x$ zu verstehenden
Vektoren $$\frac{\partial \varphi}{\partial x_l} = \left( \frac{\partial
    {\mathbf{r}}_1}{\partial x_l},\ldots , 
\frac{\partial {\mathbf{r}}_\Lambda}{\partial x_l}\right)\in\vec{\mathbb E}^\Lambda$$
f"ur $1\leq l \leq n$ 
aufgespannt wird, ist unsere Orthogonalit"atsbedingung 
f"ur das massebehaftete Skalarprodukt
 $\big(\ddot{\gamma} (t) - \tilde F (\gamma (t))\big)
\perp_{\op{g}} {\op{T}}_{\gamma (t)} M$ 
gleichbedeutend dazu, da"s f"ur alle $ l$ die Summe 
\begin{equation*}\label{lBwe} 
 \sum_{\nu,j,k} m_\nu  \left\langle 
\frac{\partial^2{\mathbf{r}}_\nu }{\partial x_j \partial x_k},
\frac{\partial {\mathbf{r}}_\nu }{\partial x_l}\right\rangle \dot{x}_j \dot{x}_k 
+ 
\sum_{\nu,j} m_\nu  \left\langle \frac{\partial {\mathbf{r}}_\nu }{\partial x_j}, 
\frac{\partial {\mathbf{r}}_\nu }{\partial x_l}
\right\rangle \ddot{x}_j - \sum_{\nu} \left\langle \vec{\mathbf F}_\nu  \circ {\mathbf{r}}_\nu  , 
\frac{\partial {\mathbf{r}}_\nu }{\partial x_l}
\right\rangle 
\end{equation*}
verschwindet.
Wir nennen diese Verschwindungsbedingung im
folgenden die {\bf $l$-te Bewegungsgleichung}. 
Die Einschr"ankung 
der kinetischen Energie $K$ 
auf den Phasenraum unseres Systems 
 hat in  Koordinaten  die Gestalt
\begin{equation*}
K  (x_1, \ldots, x_n, y_1, 
\ldots, y_n) = \sum_{\nu,j,k}
\frac{m_\nu }{2} \left\langle \frac{\partial {\mathbf{r}}_\nu }{\partial x_j}, 
\frac{\partial {\mathbf{r}}_\nu }{\partial x_k}
\right\rangle y_j  y_k
\end{equation*}
F"ur ihre partielle Ableitung nach der $l$-ten Geschwindigkeitskoordinate
%mit Einheiten im Sinne von \ref{PhNo}
folgt
\begin{equation*}
\frac{\partial K}{\partial y_l} = \sum_{\nu,j} m_\nu  \left\langle 
\frac{\partial {\mathbf{r}}_\nu }{\partial x_j} , 
\frac{\partial \mathbf{r}_\nu }{\partial x_l} \right\rangle
y_j 
\end{equation*}
Einsetzen des Tangentialwegs zum Koordinatenweg 
ergibt \begin{equation*} \frac{\partial K}{\partial y_l } 
 \circ (\kappa,\dot{\kappa})=\sum_{\nu,j} m_\nu  \left\langle 
\frac{\partial {\mathbf{r}}_\nu }{\partial x_j} , 
\frac{\partial \mathbf{r}_\nu }{\partial x_l} \right\rangle
\dot x_j
\end{equation*}
Das  dann nach der Zeit ableiten liefert 
\begin{eqnarray*}
 \frac{\diff}{\diff t}  \left( \frac{\partial K}{\partial y_l } 
 \circ (\kappa,\dot{\kappa})\right) 
 &=&
\sum_{\nu,j,k} m_\nu  \left\langle 
\frac{\partial^2 \mathbf{r}_\nu }{\partial x_j \partial x_k},
\frac{\partial  \mathbf{r}_\nu }{\partial x_l} \right\rangle\dot{x}_k \dot{x}_j \\
%
&&+ \sum_{\nu,j,k} m_\nu   \left\langle \frac{\partial  \mathbf{r}_\nu }{\partial x_j }, 
\frac{\partial^2  \mathbf{r}_\nu }{\partial x_l\partial x_k} 
\right\rangle \dot{x}_k \dot{x}_j\\
%
&&\quad 
+ \sum_{\nu,j} m_\nu   \left\langle \frac{\partial  \mathbf{r}_\nu }{\partial x_j }, 
\frac{\partial  \mathbf{r}_\nu }{\partial x_l} \right\rangle \ddot{x}_j \\
\end{eqnarray*}
Die ersten beiden Terme  der $l$-ten Bewegungsgleichung
von oben k"onnen demnach
dargestellt werden in der Form
\begin{equation*}
\frac{\diff}{\diff t} \left( \frac{\partial K}{\partial 
y_l} \circ (\kappa,\dot{\kappa}) \right) - 
\frac{\partial K}{\partial x_l} \circ (\kappa,\dot{\kappa})
\end{equation*}
Der letzte Term ist gerade die
generalisierte Kraft und der Satz folgt.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Euler-Lagrange-Gleichungen bei Kr"aften mit Potential}] 
  Wir arbeiten mit einem Massepunktsystem $(m_1,\ldots,m_\lambda,M)$
  mit externen Kr"aften $\vec{\mathbf{F}}_\nu$ und einer bijektiven Karte
    $\varphi:\DR^n\lco W\sira M$.
   Wir erinnern nocheinmal die generalisierten Kr"afte
$$Q_l\pdef\sum_{\nu} \left\langle \vec{\mathbf{F}}_\nu  \circ {\mathbf{r}}_\nu  , 
\frac{\partial {\mathbf{r}}_\nu }{\partial x_l}
\right\rangle\qquad 1\leq l\leq n$$ 
Ist jeweils
$V_\nu:\mathbb E^\Lambda\ra \langle {\ph{g}} {\ph{m}}/{\ph{s}}^2\rangle $
ein Potential von $\vec{\mathbf{F}}_\nu$, in Formeln
$$(\tiff_p V_\nu)(\vec{\mathbf v})=-\langle \vec{\mathbf{F}}_\nu(p),\vec{\mathbf v}\rangle$$ f"ur alle Punkte $p\in\mathbb E^\Lambda$ und Richtungsvektoren
$\vec{\mathbf v}\in \vec{\mathbb E}$, so folgt f"ur
das Gesamtpotential
  als Funktion der Koordinaten  $V\pdef \sum_\nu V_\nu $ die Identit"at
    $$\begin{array}{lll}
      \frac{\partial V}{\partial x_l}(x)&=&(\tiff_x (V\circ \varphi))(\vec{\op{e}}_l)
      \\[2mm]&=&
      \sum_\nu(\tiff_{\varphi(x)} V_\nu)(\tiff_x
      \varphi)(\vec{\op{e}}_l)\\[2mm]
&=&
      \sum_\nu(\tiff_{\varphi(x)} V_\nu)(\frac{\partial {\mathbf{r}}_\nu }{\partial x_l})\\[2mm]&=&-\sum_{\nu} \langle \vec{\mathbf{F}}_\nu  \circ {\mathbf{r}}_\nu  , 
\frac{\partial {\mathbf{r}}_\nu }{\partial x_l}
\rangle\\[2mm]&=& 
      -Q_l
    \end{array}
    $$
     Bilden wir also die 
{\bf Lagrangefunktion}\index{Lagrangefunktion}
$$
L \pdef  K -V
$$
als Differenz zwischen der kinetischen und der
potentiellen  Energie unseres
Systems,
 so erf"ullt eine Bewegung $\gamma
 :\mathbb T\supset I \rightarrow M$ die Orthogonalit"atsbedingungen
 genau dann, wenn der zugeh"orige Koordinatenweg 
$\kappa$  die 
\defind{Euler-Lagrange-Gleichungen}\label{ELG} erf"ullt, die da lauten 
$$
 \frac{\diff}{\diff t}\left( \frac{\partial L}{\partial y_l} 
\circ (\kappa,\dot{\kappa} ) \right) - \left(
\frac{\partial L}{\partial x_l} \right) \circ (\kappa,\dot{\kappa} ) =0
\qquad 1\leq l\leq n $$
\end{Bemerkungl} 
\subsection{Euler-Lagrange in Beispielen} 
\begin{Beispiel}[\textbf{Bewegung einer T"opferscheibe nach Euler-Lagrange}]
Wir betrachten eine T"opferscheibe mit Zentrum $\mathbf p\in\mathbb E$.
Wir denken sie uns zusammengesetzt aus Massepunkten
der Massen\label{LaBT} 
$m_1, \ldots , m_\Lambda$ die zu einem gegebenen Zeitpunkt an den Stellen
$\mathbf p_\nu\in\mathbb E$ sitzen.
Der Konfigurationsraum $M$ ist eine Kreislinie.
Damit wir unseren Formalismus anwenden k"onnen,
gehen wir zu einer offenen Teilmenge von $M$ "uber,
indem wir einen Punkt daraus weglassen.
Dann ist der Drehwinkel im Bogenma"s von diesem Punkt aus
die lokale Koordinate $x_1$ zu einer Karte mit
Definitionsbereich das offene Intervall $W\pdef(0,2\pi)$.
Wir notieren unsere  Koordinate  in diesem Fall lieber $\vartheta$ statt $x_1$
und schreiben ebenso die Geschwindigkeitskoordinate
des Phasenraums der physikalischen Konvention folgend lieber 
$\dot\vartheta$ statt wie in der mathematischen
Argumentation $y_1$.
 Wir denken uns unsere Scheibe waagerecht, so
da"s das Potential $V$ unabh"angig ist von $\vartheta$ und die generalisierte
Kraft identisch verschwindet.
Die kinetische Energie $K(\dot\vartheta)$ ergibt sich zu
$$K(\dot\vartheta)=\frac{1}{2}\sum_\nu \dot\vartheta^2\|
\mathbf p_\nu -\mathbf p\|^2 m_\nu=J\dot\vartheta^2/2$$
f"ur $J \pdef \sum_\nu\|
\mathbf p_\nu -\mathbf p\|^2 m_\nu\in
\langle {\ph{g}}{\ph{m}^2}\rangle$
das \defind{Tr"agheitsmoment} unserer T"opferscheibe.
Nun bestimmen wir die einzige 
Euler-Lagrange-Gleichung f"ur den Koordinatenweg $\kappa$,
wir notieren ihn in diesem Zusammenhang lieber $\theta$, aber bringen
durch die Schriftart noch den Unterschied zwischen den Variablen $(x_1,y_1)=\vartheta,\dot\vartheta$ und den Funktionen der Zeit $\kappa(t)=\theta(t)$ und
$\dot\kappa(t)=\dot\theta(t)$ zum Ausdruck.
Zun"achst erhalten wir
$$\frac{\partial K}{\partial 
y_1}= \frac{\partial K}{\partial 
  \dot\vartheta}= J\dot\vartheta$$
und dann 
$$\frac{\partial K}{\partial 
y_1}\circ (\kappa,\dot\kappa)= \frac{\partial K}{\partial 
  \dot\vartheta}(\theta,\dot\theta)= J\dot\theta$$
und dann wegen dem Verschwinden $\frac{\partial K}{\partial 
x_1}=\frac{\partial K}{\partial 
  \vartheta}=0$ und dem Verschwinden der generalisierten Kr"afte
als Euler-Lagrange-Gleichung
$$0=\frac{\diff}{\diff t}\left(\frac{\partial K}{\partial 
  y_1}\circ (\kappa,\dot\kappa)\right)=
\frac{\diff}{\diff t}( J\dot\theta)=J\ddot\theta$$
Das bedeutet $\dot\theta$ konstant
alias $\theta:\mathbb T\supset I\ra (0,2\pi)$ von konstanter Steigung.
Unsere T"opferscheibe dreht sich folglich ohne
Einwirkung "au"serer Kr"afte mit
konstanter Winkelgeschwindigkeit.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Kleine Schwingungen}]
  Seien $(x_1,\ldots, x_n)$ Koordinaten auf dem Konfigurationsraum
  $M$ eines \hyperref[neS]{Massepunktsystems} mit Potential $V$
  und seien $(x_i, y_i)$ 
  die zugeh"origen nat"urlichen Koordinaten auf dem Phasenraum  $\tT M$.
  Ist $(x_i=0)$ eine kritische Stelle
 der Potentialfunktion, so kann $V$ dort bis auf eine
 f"ur unsere Gleichungen unerhebliche additive Konstante nach der
 Taylorformel \ref{TaEn} lokal
  bis zu dritter Ordnung approximiert werden durch eine
  quadratische Form $$V=\sum a_{ij}x_ix_j$$ und wir d"urfen dabei
  die Matrix $(a_{ij})$ symmetrisch annehmen. Unsere
  Koordinaten $x_i$ sind reellwertig, die Koeffizienten unserer
  quadratischen Form haben  folglich die Einheit einer Energie
  $a_{ij}\in \langle {\ph{g}}{\ph{m}}^2/{\ph{s}}^2\rangle$.
  Die zugeh"origen Geschwindigkeitskoordinaten $y_i$ ordnen einem
  Geschwindigkeitsvektor
  $\partial_j\otimes\langle 1/{\ph{s}}\rangle$ den Wert $\delta_{ij}\langle 1/{\ph{s}}\rangle$ zu. 
  Weiter kann die
  Lagrangefunktion
  $L$ nach unseren "Uberlegungen im Beweis von \ref{EuGl} bis auf dieselbe 
  f"ur unsere Gleichungen unerhebliche additive Konstante lokal um 
  $(x_i=y_i=0)$ bis zu dritter Ordnung approximiert werden durch eine
  quadratische Form $$L=\sum a_{ij}x_ix_j-\sum b_{ij}y_iy_j$$
  Wir d"urfen dabei auch
  die Matrix $(b_{ij})$ mit Eintr"agen 
$b_{ij}\in\langle {\ph{g}}{\ph{m}}^2\rangle$
  symmetrisch und positiv definit annehmen.
  F"ur das approximierende System, dessen Lagrangefunktion nun wirklich
  genau diese Differenz von
  quadratischen Formen ist, findet man nach dem Satz "uber Hauptachsentransformationen \eref{HaTT}{LA2} einen linearen Koordinatenwechsel
  derart, da"s in den neuen Koordinaten die Matrix $A\pdef (a_{ij})$
  Diagonalgestalt hat, in Formeln   $A=\op{diag}(\lambda_1,\ldots,\lambda_n)$ mit $\lambda_i\in \langle {\ph{g}}{\ph{m}}^2/{\ph{s}}^2\rangle$, und
  da"s  $B\pdef (b_{ij})$ ein Vielfaches der
  Einheitsmatrix wird, etwa
  $B=\op{diag}(c/2,\ldots,c/2)$ mit $c\in \langle{\ph{g}}{\ph{m}}^2\rangle$. Die Eu\-ler-La\-gran\-ge-Glei\-chun\-gen lauten  in diesen
  Koordinaten dann 
  $$\ddot\gamma_l=-(\lambda_l/c)\gamma_l\quad 1\leq l\leq n$$
  Ist unsere kritische Stelle des Potentials ein lokales Minimum
  und ist die Hesse-Matrix dort nicht ausgeartet, so ist auch $A$
  positiv definit und alle $ \lambda_l/c\in \langle 1/{\ph{s}}^2\rangle$ sind positiv\label{KlSw} 
  und die $l$-te Koordinate unserer Bewegung ist eine Schwingung mit der
  Periode $2\pi/\sqrt{\lambda_l/c}$, genauer
  $\gamma_l(t)=C\op{sin}(t\sqrt{\lambda_l/c} +\phi)$
  f"ur frei w"ahlbare reelle Zahlen $C,\phi$.
  Die zugeh"origen Frequenzen $(1/2\pi)\sqrt{\lambda_l/c}$ hei"sen die
  {\bf Eigenfrequenzen}\index{Eigenfrequenzen} unseres Systems.
  Wir diskutieren hier nicht, wie gut die
  L"osungen des approximierenden Systems die L"osungen des
  urspr"unglichen Systems
  approximieren. Mithilfe der Aussagen
  "uber differentielle Ungleichungen \ref{ABLo} kann man
  hier aber durchaus recht gute Absch"atzungen erhalten.
\end{Beispiel}





%\nichtfinal{Bis hier durchgesehen am 14.2.2025.}
\subsection{Hamilton-Gleichungen}
\begin{Bemerkungl}
  Wir betrachten ein Massepunktsystem
  mit Potential $(m_1,\ldots,m_\Lambda,M,V)$.
  Zus"atzlich nehmen wir an, $\varphi:\DR^n\lco W\sira M$ sei
  eine bijektive Karte seines Konfigurationsraums und betrachten die zugeh"orige
  Phasenraumkarte
  $$\widehat\varphi: W\times \DR^n\langle 1/{\op{s}}\rangle\sira \tT M$$
  und die Lagrangefunktion $L: \tT M\ra \langle {\op{gm}}^2/{\op{s}}^2\rangle$
    sowie die
    Lagrangefunktion in Koordinaten $\hat L\pdef L\circ \widehat\varphi$ und die
    kinetische Energie in Koordinaten $\hat K\pdef K\circ \widehat\varphi$. 
Nun f"uhren wir die sogenannten {\bf kanonischen
    Impulse}\index{Impulse!kanonische} ein durch die Vorschrift
  \begin{equation*}
    p_i \pdef \frac{\partial\hat K}{\partial y_i}=-\frac{\partial\hat L}{\partial y_i}
  \end{equation*}
  Die kanonischen Impulse sind
  Abbildungen $p_i: W\times \DR^n\langle 1/{\op{s}}\rangle\ra \langle
  {\ph{g}}{\ph{m}}^2 /{\ph{s}}\rangle$ 
  und k"onnen vermittels $\widehat\varphi$ auch
  als Funktionen auf auf dem Phasenraum
  $\tT M$ aufgefa"st werden.
    Zusammen mit den Ortskoordinaten bilden sie ein 
weiteres 
  Koordinatensystem $(x_1, \ldots, x_n, p_1, \ldots, p_n)$  mit Einheiten auf
  $W\times \DR^n\langle 1/{\op{s}}\rangle$ und entsprechend
  auf dem Phasenraum $\tT M$.  
Um das zu sehen, erinnern wir  unsere Formel\label{KaIm}  
\begin{equation*}
\frac{\partial K}{\partial y_l} = \sum_{\nu,j} m_\nu  \left\langle 
\frac{\partial {\mathbf{r}}_\nu }{\partial x_j} , 
\frac{\partial \mathbf{r}_\nu }{\partial x_l} \right\rangle
y_j
\end{equation*}
aus der Herleitung der Euler-Gleichungen \ref{EuGl}. 
Sie besagt, da"s unter einer Abbildung $M\times\DR^n\sira M\times\DR^n$
der Gestalt $(x,y)\mapsto (x, (A(x))y)$ mit glattem
$A:M\ra \op{GL}(n;\DR)$  die $n$ hinteren Koordinatenfunktionen 
zu den kanonischen Impulsen zur"uckgezogen werden.
  Nun verh"alt es sich so, da"s die partiellen Ableitungen nach den
  $x_i$ davon abh"angen, ob wir sie in Bezug auf das Koordinatensystem
  $(x_i, y_i)$ oder in Bezug auf das Koordinatensystem $(x_i, p_i)$
  berechnen. Es ist deshalb sinnvoll, auch die Ortskoordinaten umzubenennen.
  "Ublicherweise schreibt man $q_i=x_i$ im Koordinatensystem
  mit den kanonischen Impulsen als hinteren Koordinaten
  und notiert also dies neue Koordinatensystem
  $$(q_1,\ldots, q_n,p_1,\ldots, p_n)$$
\end{Bemerkungl}
  
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Herleitung der Hamilton'schen Bewegungsgleichungen}] 
 Wir betrachten weiter ein Massepunktsystem
  mit Potential $(m_1,\ldots,m_\Lambda,M,V)$.
  Zus"atzlich nehmen wir an, $\varphi:\DR^n\lco W\sira M$ sei
  eine bijektive Karte des Konfigurationsraums.
  Die kinetische Energie als Funktion auf dem
  Phasenraum l"a"st sich mithilfe der kanonischen Impulse $p_i$ 
  darstellen als
  \begin{equation*}
    K = \frac{1}{2} \sum_{i} p_i y_i
  \end{equation*}
  Wir finden so f"ur ihre partielle Ableitung nach $x_l$ im System der
  Koordinaten $(x_1, \ldots, x_n, y_1, \ldots,y_n)$ die Darstellung
  \begin{equation*}
    \frac{\partial K}{\partial x_l} = \frac{1}{2} 
    \sum_i \frac{\partial p_i}{\partial x_l} y_i
  \end{equation*}
  Nun kommen wir zur Euler-Lagrange-Gleichung zur"uck.  Betrachten wir
  f"ur die Bewegung $\gamma : I \rightarrow M$ unseres Systems die 
  zugeh"orige Koordinatenbewegung im Phasenraum 
  $ \psi\pdef (\gamma, \dot\gamma) : I \rightarrow W\times \DR^n\langle 1/{\ph{s}}\rangle
  $ und k"urzen wieder $p_i \circ
  \psi = p_i$ ab, so liest sich die $l$-te Euler-Lagrange-Gleichung als
  \begin{equation*}
   \frac{\op{d}}{\diff t}( p_l\circ \psi) = -\left(\frac{\partial L}{\partial x_l}\right)\circ \psi
  \end{equation*}
  Hier ist die partielle Ableitung rechts noch im nat"urlichen
  Koordinatensystem des Tangentialb"undels $(x_1, \ldots, x_n, y_1, \ldots,
  y_n)$ zu verstehen.  Jetzt gehen wir zum neuen Koordinatensystem
  $(q_1, \ldots, q_n, p_1, \ldots,p_n)$ des Phasenraums  "uber
mit $q_i\pdef x_i$ und $p_i$ unseren kanonischen Impulsen.
Obwohl die ersten $n$ Koordinaten in diesen beiden Koordinatensystemen
  "ubereinstimmen,  sind die partiellen Ableitungen
 einer Funktion
 auch nach diesen ersten Koordinaten im allgemeinen verschieden, da sie
  ja von der Gesamtheit
 der Koordinaten abh"angen. Das ist auch der Grund, aus dem
  wir von nun an 
f"ur ein- und dieselbe Funktion die beiden Notationen $x_i=q_i$
  verwenden: Bei $\partial /\partial q_i$ meinen wir von nun an 
partielles Ableiten im Koordinatensystem $(q_1, \ldots, q_n, p_1,
  \ldots, p_n)$, bei $\partial /\partial x_i$
dahingegen partielles Ableiten im Koordinatensystem $(x_1, \ldots, x_n, y_1,
\ldots, y_n)$. Immerhin gilt aber  immer noch
$\frac{\partial x_i}{\partial q_l}=\delta_{il}$. 
Wir erinnern auch an
   $ K = \frac{1}{2} \sum_{i} p_i y_i$. So finden 
   wir dann
  \begin{eqnarray*}
    \frac{\partial L}{\partial q_l} &=
    & \sum \frac{\partial x_i}{\partial q_l} \frac{\partial L}{\partial x_i}
    +\sum \frac{\partial y_i}{\partial q_l} \frac{\partial L}{\partial y_i}
    = \frac{\partial L}{\partial x_l} -
    \sum \frac{\partial y_i}{\partial q_l} p_i\\[2mm]
    \frac{\partial K}{\partial q_l} &=
    &\frac{1}{2} \sum_i p_i \frac{\partial y_i}{\partial q_l}
  \end{eqnarray*}
  F"ur $H \pdef L+2 K = V+K$  die totale Energie, auch genannt die
{\bf Hamilton-Funktion},\index{Hamilton-Funktion} ergibt sich so
  $\frac{\partial H}{\partial q_l} = \frac{\partial L}{\partial x_l}$.
Damit  k"onnen wir unsere $l$-te Bewegungsgleichung auch schreiben
als
\begin{equation*}
   \frac{\op{d}}{\diff t}( p_l\circ \psi) = -\left(\frac{\partial H}{\partial q_l}\right)\circ \psi
  \end{equation*} 
Andererseits gilt unter der Annahme, 
da"s das Potential $V$ nicht von den Geschwindigkeiten
$y_i$ abh"angt, die Identit"at 
\begin{equation*}
\frac{\partial H}{\partial p_l} = \frac{\partial V}{\partial p_l} +
\frac{\partial K}{\partial p_l} = \sum_i \frac{\partial x_i}{\partial p_l}
\frac{\partial V}{\partial x_i} + \frac{1}{2} y_l + \frac{1}{2} \sum_i p_i
\frac{\partial y_i}{\partial p_l}
\end{equation*}
 Wir erinnern daf"ur auch nochmal an
   $ K = \frac{1}{2} \sum_{i} p_i y_i$. Da nun $x_i = q_i$ nicht von den Impulsen abh"angt, verschwindet
rechts der erste Summand.  Der letzte Summand schlie"slich darf faserweise
berechnet werden und auf jeder Faser 
bestehen lineare Beziehungen $y_i = \sum_j
\alpha_{ij} p_j$ mit konstanten $\alpha_{ij} \in \mathbb R$. Die
explizite
Beschreibung dieser 
linearen Beziehungen
zu Beginn von \ref{KaIm} zeigt dar"uber hinaus $\alpha_{ij}=\alpha_{ji}$.  
So erkennen wir
schlie"slich $\frac{\partial H}{\partial p_l} = y_l$. 
Da wir ja nur Wege im Phasenraum der Gestalt  $\psi =
(\gamma, \dot\gamma)$ betrachten,
folgt als weitere Bewegungsgleichung
\begin{equation*}
  \frac{\diff}{\diff t}( q_l\circ \psi)=\dot\gamma_l=\left(\frac{\partial H}{\partial p_l}\right)\circ\psi 
\end{equation*}
Zusammenfassend erf"ullt f"ur eine m"ogliche Bewegung die zugeh"orige
Phasenraumbewegung  
ausgedr"uckt in beliebigen Ortskoordinaten $q_i=x_i$ zusammen mit
 den zugeh"origen 
kanonischen Impulskoordinaten $p_i$ in der "ublichen Verk"urzung notiert 
die {\bf Hamilton'schen Gleichungen}\index{Hamilton'sche Gleichungen}
 \begin{equation*}
  \dot q_l=\frac{\partial H}{\partial p_l} \quad\text{ und } \quad\dot p_l =
  -\frac{\partial H}{\partial q_l} \quad\text{ f"ur } 1\leq l\leq n.
\end{equation*}
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}[\textbf{Bewegung einer T"opferscheibe nach Hamilton}]
Wir betrachten eine T"opferscheibe mit Zentrum in $\mathbf p\in\mathbb E$.
Wir denken sie uns zusammengesetzt aus Massepunkten $\mathbf r_1, \ldots , \mathbf r_N$ der Massen
$m_1, \ldots , m_N$.
Der Konfigurationsraum $M$ ist eine Kreislinie. Als
lokale Koordinate w"ahlen wir den
Drehwinkel im Bogenma"s $x_1 = x$, wobei wir den Nullwinkel
willk"urlich festlegen. Wie in \ref{LaBT} ist die kinetische
Energie $K(y)=Jy^2/2$ und unsere Impulskoordinate
zur Ortskoordinate $q=x$ wird $p=Jy$.
Sie
hei"st in dieser Situation der {\bf Dreh\-im\-puls}.\index{Drehimpuls} 
Die Hamiltonfunktion ist
 $H(q, p) = p^2/2 J$ und die
Hamilton'schen Bewegungsgleichungen
spezialisieren zu den Gleichungen
\begin{equation*}
\dot q = p/J \quad \text{und}\quad \dot p = 0.
\end{equation*}
Also ist der Drehimpuls $p$ konstant und die zeitliche Ableitung $\dot q$
von $q$ ist
auch konstant und unsere T"opferscheibe dreht sich ohne
Einwirkung "au"serer Kr"afte mit
konstanter Winkelgeschwindigkeit bis in alle Ewigkeit.
\end{Beispiel}


\subsection{Hamilton durch direkte Rechnung}
\begin{Bemerkungl}
  Wir haben gesehen, wie man aus den Euler-Lagrange-Gleichungen
  durch "Ubergang von Geschwindigkeitskoordinaten zu Impulskoordinaten
  bei gleichbleibenden Ortskoordinaten 
  die Hamilton-Gleichungen erh"alt. 
  Im folgenden will ich diskutieren, wie man 
unsere Orthogonalit"atsbedingung  
 $$\big(\ddot{\gamma}(t) - \tilde F (\gamma (t)) \big)
\perp_{{\ph{g}}} {\op{T}}_{\gamma (t)} M$$ aus \ref{DESa}
direkt in die Hamilton-Gleichungen umschreiben kann.
Wir beginnen mit dem einfachsten Fall
 eines freien Punktteilchens. Anschlie"send diskutieren wir den Fall
 eines Systems mit Zwangsbedingungen. Eine besonders elegante Form
 nimmt der Hamilton-Formalismus in den sogenannten \glqq kanonischen Koordinaten\grqq\ an, wie in den darauffolgenden Abschnitten ausgef"uhrt wird.  
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl} Wir betrachten  einen Massepunkt positiver Masse $m>0$,
  der sich im Raum $\mathbb E$ in einem Kraftfeld $F$ mit Potential $V$ bewegt, 
  und betrachten auf dem Phasenraum
  die  Funktion  der totalen Energie $$H: \mathbb E \times   \vec{\mathbb E} 
  \langle 1/{\ph{s}}\rangle \ra \langle {\ph{gm}}^2 / {\ph{s}}^2 \rangle $$
  gegeben durch $H(p,v)\pdef  V(p)+ m\langle v,v\rangle/2$. Sie hei"st die
  {\bf Hamilton-Funktion}\index{Hamilton-Funktion} unseres Systems.
  Weiter betrachten\label{HaFu} wir auf dem Richtungsraum $\vec{\mathbb E} \times   \vec{\mathbb E} 
  \langle 1/{\ph{s}}\rangle$ des Phasenraums
  die $\langle{\ph{g}}{\ph{m}}^2/{\ph{s}}\rangle$-wertige
  symplektische Form $$\omega\big((v_1,v_2),(w_1,w_2)\big)\pdef
  m\langle v_1, w_2\rangle_{\op{k}}-m\langle v_2, w_1\rangle_{\op{k}}$$
 \end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Hamilton-Formalismus f"ur Punktteilchen}]
  Gegeben ein Punktteilchen positiver Masse $m>0$
  in einem Kraftfeld $F$ mit Potential $V$ ist\label{HaFop}  
 $\gamma$ genau dann eine L"osung der Bewegungsgleichungen, wenn 
  $(\gamma,\dot\gamma)$ ein Flu"sweg
  des symplektischen Gradienten  $\op{grad}_{\omega}H$ der Hamiltonfunktion
 ist.
\end{Satz}

\begin{proof} Es gilt zu zeigen 
$(\op{grad}_{\omega}H)(p,v)=(v,\textstyle\frac{1}{m}F(p))$. 
  Gleichbedeutend gilt es zu zeigen 
  $$(\diff_{(p,v)} H)(w_1,w_2)=
  \omega\big((v, \textstyle\frac{1}{m}F(p)),(w_1,w_2)\big)$$
  f"ur alle $(w_1,w_2)$.
  Nun haben wir $H(p,v)=V(p)+K(v)$ mit $K(v)\pdef   m\langle v,v\rangle/2$. 
  F"ur den zweiten Summanden
  erhalten wir $(\diff_v K)(w)=m\langle v,w\rangle$ nach unseren allgemeinen
  Erkenntnissen  f"ur das Differential
  bilinearer Abbildungen \ref{PRm}, die Komponentenregel \ref{kd} 
  und die Kettenregel. So finden wir
  $$
    (\diff_{(p,v)} H)(w_1,w_2)=m\langle v,w_2\rangle-\langle F(p),w_1\rangle 
  $$
  und wie gew"unscht genau den Wert der symplektischen Form.
\end{proof}


\begin{Bemerkungl}
  Wir erinnern aus \ref{phmG} unsere allgemeinen mechanischen Systeme mit
  Zwangsbedingungen und Potential 
  $(m_1,\ldots,m_\Lambda, M,V)$
  und vereinbaren die Abk"urzung $X\pdef \mathbb E^\Lambda$.
  Der Konfigurationsraum ist damit eine glatte Untermannigfaltigkeit $M\subset X$
  und der Richtunsraum
  $\vec X$ ist mit dem massebehafteten Skalarprodukt $\langle\; ,\;\rangle_{\op{g}}$
  mit Werten in $\langle {\ph{g}}{\ph{m}}^2\rangle$ versehen.
  Wir betrachten auf $X\times\vec X\langle 1/{\op{s}}\rangle$
  die Funktion der {\bf kinetischen Energie} 
  $$K(p,v)\pdef \langle v ,v\rangle_{\op{g}}/2$$
  Die Summe von kinetischer und potentieller Energie $H\pdef V+K$ 
  hei"st die {\bf Hamiltonfunktion} $$H:X\times\vec X\langle 1/{\op{s}}\rangle\ra \langle {\ph{gm}}^2 / {\ph{s}}^2 \rangle$$  Wie im Fall eines Punktteilchens ohne Zwangsbedingungen \ref{HaFop} 
  betrachten wir auf $\vec X\times \vec X\langle 1/{\op{s}}\rangle$ die
  symplektische Form\label{bgp} $\omega=\omega_{\op{g}}$ mit Werten in $\langle {\ph{g}}{\ph{m}}^2/{\op{s}}\rangle$
  gegeben durch $$\omega\big((v_1,v_2),(w_1,w_2)\big)\pdef
  \langle v_1, w_2\rangle_{\op{g}}-\langle v_2, w_1\rangle_{\op{g}}$$
\end{Bemerkungl}
  
\begin{Satz}[\textbf{Hamilton-Formalismus}]
  Gegeben $(M,V)$ ein mechanisches System mit Potential
   erf"ullt eine Bewegung
  $\gamma:\mathbb T\supset I\ra M$
  die Orthogonalit"atsbedingung \ref{DESa} genau dann, wenn ihr Phasenweg 
  $(\gamma,\dot\gamma)$ ein Flu"sweg\label{Hoffo} 
  des symplektischen Gradienten  $\op{grad}_{\omega}H$
  der Hamiltonfunktion $H:\tT M \ra
  \langle {\ph{gm}}^2 / {\ph{s}}^2 \rangle$ ist.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl} Der {\bf symplektische Gradient}  bezeichnet hier
  das Geschwindigkeitsfeld  auf dem Phasenraum $\tT M$,
  das  jedem Punkt $(p,u)\in \tT M$ denjenigen 
  Vektor $(\op{grad}_{\omega}H)(p,u)\in  \tT_{(p,u)}(\tT M)$ zuordnet,  der charakterisiert
  wird durch die Eigenschaft 
  $$\omega\big((\op{grad}_{\omega}H)(p,u),\vec w\big)=(\diff_{(p,u)}H)(\vec w)\quad\forall \vec w\in \tT_{(p,u)}(\tT M)$$
  f"ur die vermittels der Einbettung
  $\tT_{(p,u)}(\tT M)\hra \vec X \langle 1/{\op{s}}\rangle
  \times \vec X\langle 1/{\op{s}}^2\rangle$
  eingeschr"ankte und mit zus"atzlichen
  Einheiten versehene symplektische Form $\omega=\omega_{\op{g}}$. Wir schreiben im folgenden
  nur f"ur  eine von  Einheiten
  befreite Variante dieses Satzes in \ref{efr} den Beweis aus und beginnen mit
  Vorarbeiten.
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungl}[\textbf{Tangentialb"undel}]
  Gegeben $M\subset X$ eine glatte
  Untermannigfaltigkeit eines endlichdimensionalen Raums
  erinnern wir aus \ref{DTBE} ihr Tangentialb"undel,
 eine Untermannigfaltigkeit ${\op{T}}M\subset X\times\vec X$.
 Im folgenden verwenden wir oft und ohne Notation den offensichtlichen
 Isomorphismus $\op{Richt}(X\times \vec X)\sira  \vec X\times\vec X$. 
 Mit seiner Hilfe fassen wir die Tangentialr"aume des Tangentialb"undels
 an einer Stelle $(p,u)\in {\op{T}}M$ auf als
 Untervektorr"aume
 $${\op{T}}_{(p,u)}({\op{T}}M)\subset \vec X\times\vec X$$
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Tangentialr"aume des Tangentialb"undels}]
  Ich erinnere daran, da"s eine kurze exakte Sequenz von Vektorr"aumen ein
 Datum $U\hra V\sra W$ ist aus drei Vektorr"aumen $U,V,W$ und zwei linearen
 Abbildungen, deren erste injektiv ist, deren zweite surjektiv ist und so,
 da"s das Bild der ersten der Kern der zweiten ist.
 Die kurze exakte Sequenz $$\vec X\hra \vec X\times \vec X\sra \vec X$$
  mit $w\mapsto (0,w)$ und $(v,w)\mapsto v$ als Abbildungen
  induziert f"ur jeden  Punkt des 
  Tangentialb"undels $(p,u)\in {\op{T}}M$ eine kurze exakte
  Sequenz
  $${\op{T}}_pM\hra {\op{T}}_{(p,u)}({\op{T}}M) \sra {\op{T}}_pM$$ 
  f"ur den Tangentialraum des Tangentialb"undels bei $(p,u)$.
  In der Tat ist offensichtlich die erste Abbildung eine Injektion und die Verkn"upfung
  Null und 
  die Zweite ist eine Surjektion,
  was man durch Vorschalten einer Standardkarte leicht sieht. Aus Dimensionsgr"unden
  m"ussen dann in der Tat in der Mitte Kern und Bild "ubereinstimmen. 
  Nun sei  ein Vektorraumkomplement $B_p$ von ${\op{T}}_pM$ in $\vec X$ gegeben,
  in Formeln fordern wir  also 
  $$\vec X=B_p\oplus {\op{T}}_pM$$ 
  F"ur alle $v\in {\op{T}}_pM$ mu"s es dann genau ein
  $b=b_{(p,u)}(v)\in B_p$ geben mit $(v,b)\in {\op{T}}_{(p,u)}({\op{T}}M)$.
  Hier ist $b_{(p,u)}:{\op{T}}_pM\ra B_p$
  sogar eine lineare Abbildung.\label{TTM}  
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel} Mir f"allt es schwer, eine Anschauung
  f"ur die eben entwickelte lineare Algebra zu geben, aber
  probieren wir es einmal mit der kurzen exakten Sequenz
  $\DR\hra \DR^3\sra \DR^2$ der Injektion der vertikalen Achse in den Raum
  gefolgt von der orthogonalen Projektion auf die Ebene. Das k"onnte eine
  kurze exakte Sequenz von Teilr"aumen $0\hra G\sra \bar G$
  enthalten f"ur $G$ eine Ursprungsgerade im Raum, die verschieden ist von der
  vertikalen Koordinatenachse. Dann ist $G$ sogar der Graph einer
  Abbildung $b:\bar G\ra \DR$ und $B$ w"are die ganze vertikale Achse.
  Stellen wir uns, um in die vierte Dimension zu kommen, das ganze noch
  konstant in der Zeit vor, so h"atten wir eine kurze exakte Sequenz
  $$\DR\times \vec{\mathbb T}\hra \DR^3\times \vec{\mathbb T}\sra \DR^2$$
  und eine kurze exakte Sequenz von Teilr"aumen
  $\vec{\mathbb T}\hra G\times \vec{\mathbb T}\sra \bar G$. Hier k"onnten
  wir nun auch verschiedene Wahlen f"ur $B$ treffen, etwa Punkte der
  Vertikale zur Zeit Null oder alle Punkte,
  deren Zeit und H"ohe "ubereinstimmen, und so verschiedene Abbildungen $b$ erhalten.  
\end{Beispiel}
  


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Herleitung des Hamilton-Formalismus}] 
  Wir zeigen nun Satz \ref{Hoffo}.
  Seien $X$ ein endlichdimensionaler reeller Raum, $M\subset X$ eine
  glatte Untermannigfaltigkeit und $s=\langle\;,\;\rangle$
  ein Skalarprodukt auf $\vec X$. Wir betrachen als unsere  von Einheiten befreite
  Version der kinetischen Energie die Funktion\label{efr}  
  $$K:X\times \vec X\ra\DR$$
  gegeben durch $K(p,u)\pdef \langle u,u \rangle/2$. Unsere symplektische
  Form $\omega=\omega_s$ auf $\vec X\times \vec X$
  gegeben durch $\omega((v_1,v_2)(w_1,w_2))\pdef \langle v_1,w_2 \rangle-
  \langle v_2,w_1 \rangle$ induziert eine
  symplektische Form auf allen Tangentialr"aumen des Tangentialb"undels
  ${\op{T}}M$, als da hei"st auf allen  ${\op{T}}_{(p,u)}({\op{T}}M)$ f"ur $(p,u)\in {\op{T}}M$.
  Wir berechnen nun den symplektischen Gradienten
  $\op{grad}_\omega K$ der Einschr"ankung von $K$ auf ${\op{T}}M$.
  Wir machen den Ansatz
  $$(\op{grad}_\omega K)(p,u)= (v_1, b(v_1)+v_2)$$
  mit $v_1,v_2\in {\op{T}}_pM$ und
  $b=b_{(p,u)}: {\op{T}}_pM\ra  ({\op{T}}_pM)^\perp$ wie in  der
  Diskussion des Tangentialraums des Tangentialb"undels in \ref{TTM}, 
  spezialisiert zum Fall $B_p\pdef ({\op{T}}_pM)^\perp$ des orthogonalen Komplements
  in Bezug auf unser Skalarprodukt.
  Wie im Fall \ref{HaFop} eines freien Teilchens
  finden wir $(\diff_{(p,u)}K)(w_1,w_2)=\langle u, w_2\rangle$
  f"ur alle $(w_1,w_2)\in \vec X\times \vec X$. 
  Unser symplektischer Gradient $(v_1, b(v_1)+v_2)$
  wird also charakterisiert durch die
  Bedingung
  $$\omega\big((v_1, b(v_1)+v_2), (w_1, b(w_1)+w_2)\big)=\langle u,  b(w_1)+w_2\rangle$$
  f"ur alle $w_1,w_2\in {\op{T}}_pM$. Nun nimmt $b$ nur Bilder im orthogonalen
  Komplement von ${\op{T}}_pM$ an. Wir k"onnen  das mithin umschreiben
  zur Charakterisierung
  $$\langle v_1, w_2\rangle - \langle v_2, w_1\rangle=\langle u, w_2\rangle$$
  f"ur alle $w_1,w_2\in {\op{T}}_pM$ mit der offensichtlichen L"osung
  $v_1=u$ und $v_2=0$ und erhalten
  $$(\op{grad}_\omega K)(p,u)= (u, b(u))$$
  Ist andererseits eine glatte Funktion $V:X\ra \DR$ gegeben und
  erkl"aren wir $\tilde F:X\ra \vec X$ als das Negative ihres $s$-Gradienten 
  $\tilde F\pdef -\op{grad}_sV$, so erhalten wir genauso aber einfacher
  $$(\op{grad}_\omega V)(p,u)= (0, \tilde F(p))$$
  Erkl"aren wir nun unsere von Einheiten befreite Hamiltonfunktion
  als $H\pdef V+K$, so 
  haben die Flu"swege des symplektischen Gradienten
  $\op{grad}_\omega H$ der Hamiltonfunktion 
  auf ${\op{T}}M\subset X\times \vec X$
  die Gestalt $t\mapsto (\gamma(t),\alpha(t))$
  mit $\gamma'(t)=\alpha(t)$ und $\alpha'(t)-\tilde F(\gamma(t))\perp {\op{T}}_{\gamma(t)}M$
  f"ur alle $t$ alias 
  $$\gamma''(t)-\tilde F(\gamma(t))\perp {\op{T}}_{\gamma(t)}M$$
  Da"s umgekehrt f"ur alle glatten
  Wege $\gamma$ in $M$ mit $\gamma''(t)-\tilde F(\gamma(t))\perp {\op{T}}_{\gamma(t)}M\;\forall t$
  auch $(\gamma,\gamma')$ ein Flu"sweg des symplektischen Gradienten der
  Hamiltonfunktion ist, folgt aus dem Satz von Picard-Lindel"of
  "uber die Eindeutigkeit der L"osungen von
  Differentialgleichungen. Grob gesprochen  k"onnen wir annehmen, da"s $M$ von einer
  einzigen Karte $\varphi: \DR^n\lco W\sira M$ "uberdeckt wird.
  Setzen wir dann $\tilde\gamma\pdef \varphi^{-1}\circ\gamma:\DR\lco I\ra W$,
  so k"onnen wir unsere Orthogonalit"atsbedingung umschreiben zu einer Differentialgleichung
  f"ur $\tilde \gamma$ der Gestalt
  $\tilde\gamma''(t)= A(t,\tilde\gamma(t),\tilde\gamma'(t))$ f"ur glattes $A$
  und so ein Gleichungssystem hat f"ur vorgegebene Anfangswerte stets eine eindeutig
  bestimmte 
  maximale L"osung nach \ref{PiLin}. 
\end{Bemerkungl}





\subsection{Differentialformen auf Mannigfaltigkeiten}
\begin{Definition}
  Eine {\bf $p$-Form\index{Differentialform!unstetige} $\omega$ auf einer Mannigfaltigkeit} $M$ ist eine
  Vorschrift, die jedem Punkt $x\in M$ eine alternierende $p$-Multilinearform
  $$\omega_x\in \op{Alt}^p({\op{T}}_xM)$$
  auf dem Tangentialraum bei $x$ zuordnet.
  Wollen wir den Grad $p$ nicht spezifizieren, so reden wir von einer
  {\bf Differentialform auf $M$}.
  Eine $1$-Form hei"st auch ein {\bf Kovektorfeld}.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl} Die $p$-Formen auf $M$ bilden unter
  der punktweisen Adddition und Multiplkation mit Skalaren einen reellen
  Vektorraum. Im Fall $p=0$ erhalten wir so den Vektorraum
  $\op{Ens}(M,\DR)$ aller reellwertigen Funktionen auf $M$. Wir
  werden gleich diskutieren, wie man die Bedingungen  Stetigkeit und Glattheit,
  die unsere Formen erst zu einem n"utzlichen Werkzeug machen,
  in diesem Kontext einf"uhren kann. Wir werden unter einer {\bf Differentialform} im weiteren Verlauf meist eine \glqq glatte\grqq\ Differentialform verstehen
  und die Formen von eben \glqq nicht notwendig stetige Formen\grqq\ nennen,
  wenn wir sie einmal verwenden sollten. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition} Gegeben eine glatte Abbildung $\varphi:M\ra N$ und
  eine Differentialform $\eta$ auf $N$ erkl"aren wir wie in \ref{RHUD}
  die
{\bf zur"uckgeholte Differentialform} 
 $\phi ^{\ast}\eta$ auf $M$ 
durch die 
Vorschrift $$(\phi ^{\ast}\eta)_{x} \pdef
(\diff _{x}\phi )^{\ttop} (\eta_{\phi (x)})$$
Hier bezeichnet $(\diff _{x}\phi )^{\ttop}: \op{Alt}^p({\op{T}}_{\phi(x)}N) 
\ra \op{Alt}^p({\op{T}}_{x}M)$ die durch Vorschalten des 
 Differentials
$\diff _{x} \phi  : {\op{T}}_{x}M \ra {\op{T}}_{\phi(x)}N $ von $\phi $ an der Stelle 
$ x \in M$ induzierte Abbildung. Alternativ schreiben wir $\phi:\omega\leadsto \eta$ statt $\omega=\phi^*\eta$ und sagen, die beiden Differentialformen seien {\bf verwandt unter $\phi$}. 
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl} Das Zur"uckholen ist eine $\DR$-lineare Abbildung.
  Die in \ref{KeReD} besprochenen Rechenregeln
  $(\psi\circ\phi)^*=\phi^*\circ \psi^*$
  und $\op{id}^*=\op{id}$ gelten offensichtlich auch in diesem allgemeineren
  Kontext. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl} Wir erkl"aren f"ur
  Differentialformen auf Mannigfaltigkeiten
  das  Dachprodukt  genau wie in \ref{daPP} als punktweises Dachprodukt.
  Es ist aus denselben Gr"unden assoziativ und $\DR$-bilinear und
  graduiert kommutativ. Weiter vertauschen R"uckzug und Dachprodukt.
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition} Eine Differentialform $\omega$ 
  auf einer Mannigfaltigkeit $M$ hei"st {\bf glatt}, wenn
  es um jeden Punkt $x\in M$ eine glatte Karte
  $\varphi:\DR^n\lco W\ra M$ gibt derart, da"s $\varphi^*\omega$ eine glatte
  Differentialform auf $W$ ist im Sinne von \ref{pdif}, also 
  durch eine glatte Abbildung $W\ra \op{Alt}^p(\vec\DR^n)$ gegeben wird.  
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Stabilit"aten glatter Differentialformen}]
  Offensichtlich macht der R"uckzug unter glatten Abbildungen glatte
  Differentialformen zu glatten Differentialformen. Offensichtlich
  macht das Dachprodukt aus glatten Formen glatte Formen.
  Offensichtlich bilden die glatten $p$-Formen einen Untervektorraum im
  Raum aller $p$-Formen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Terminologisches}] Von nun an werden wir
  fast ausschlie"slich mit glatten Formen arbeiten und das meist nicht mehr explizit dazusagen.
\end{Bemerkungl}

\begin{Proposition}[\textbf{Cartan'sche "au"sere Ableitung}]
  Gegeben eine $p$-Form $\omega$ auf einer Mannigfaltigkeit $M$ gibt es
  genau eine $(p+1)$-Form $d\omega$ auf $M$ derart, da"s f"ur jede  glatte Karte
  $\varphi:\DR^n\lco W\ra M$ von $M$ gilt\label{CaAb} 
  $$\varphi^*(d\omega)=d(\varphi^*\omega)$$
\end{Proposition}
  
\begin{proof}
  Unsere Vorschrift legt $d\omega$ auf dem Bild jeder Karte eindeutig fest.
  Es gilt nur zu zeigen, da"s diese Festlegungen auch zusammenpassen, da"s
  also gegeben  $\psi:\DR^n\lco V\ra M$ eine weitere Karte, der Einfachkeit halber mit demselben Bild, es ein- und dieselbe $(p+1)$-Form $\eta$ auf
  $\varphi(W)=\psi(V)$ ist, f"ur die gilt
  $\varphi: d(\varphi^*\omega)\leadsto \eta$ und $\psi: d(\psi^*\omega)\leadsto \eta$. Bezeichnet jedoch $\beta:W\ra V$ den Basiswechsel, so haben
  wir sicher $\beta: \varphi^*\omega\leadsto \psi^*\omega$. Daraus
  folgt aber  $\beta: d(\varphi^*\omega)\leadsto d(\psi^*\omega)$
  nach der Verwandtschaftsvertr"aglichkeit der "au"seren Ableitung \ref{RAAb}
  und damit folgt aus  $\psi: d(\psi^*\omega)\leadsto \eta$ bereits
  $\varphi: d(\varphi^*\omega)\leadsto \eta$.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Rechenregeln f"ur die "au"sere Ableitung}] 
  Die in \ref{RAAb} diskutierten Rechenregeln
  f"ur die "au"sere Ableitung "ubertragen sich\label{RAAbM} 
  unmittelbar auf den Fall der Mannigfaltigkeiten,
  wobei nocheinmal daran erinnert sei, da"s wir unsere Formen dabei
  als glatt annehmen.
  Gegeben eine glatte Abbildung von Mannigfaltigkeiten $\varphi:M\ra N$
  und eine Form $\eta$ auf $N$ haben wir insbesondere 
  die Verwandtschaftsvertr"aglichkeit der "au"seren Ableitung 
  $\varphi^*(d\eta)=d(\varphi^*\eta)$, f"ur ein Dachprodukt von Formen
  auf einer Mannigfaltigkeit
  gilt die Leibnizregel $$d(\omega\wedge \eta)=d\omega\wedge \eta +
  (-1)^{|\omega|}\omega\wedge d\eta$$ und schlie"slich gilt stets $dd\omega=0$.
  Ich hoffe, da"s der Leser im folgenden lernen wird, die gro"se
  Eleganz und M"uhelosigkeit des Rechnens mit Differentialformen
  wertzusch"atzen. 
\end{Bemerkungl}


\subsection{Das Kotangentialb"undel}
\begin{Bemerkungl} Sei $M$ eine Mannigfaltigkeit. Wir definieren ihr
  {\bf Kotangentialb"undel}\index{Kotangentialb"undel} erst einmal nur
  als die Menge
  $${\op{T}}^*M\pdef \bigsqcup_{x\in M}\{x\}\times {\op{T}}_x^*M$$
  alias die disjunkte Vereinigung der Dualr"aume aller ihrer Tangentialr"aume.
  Zusammen mit dieser Menge erkl"aren
  wir eine Abbildung $\pi_M:{\op{T}}^*M\ra M$,
  die {\bf Fu"spunktprojektion}. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl} Sei $M$ eine Mannigfaltigkeit. Im  Fall
  einer in einen endlichdimensionalen affinen Raum
  eingebetteten Mannigfaltigkeit
  $M\subset X$ mag man eine {\bf riemannsche Metrik auf $M$}\label{rmEI}
  erkl"aren als
  eine Abbildung $g$, die jedem Punkt $x\in M$ ein Skalarprodukt $g_x$
  auf dem Tangentialraum ${\op{T}}_xM$ zuordnet so, da"s es eine glatte
  Abbildung $G:M\ra \op{Bil}(\vec X)$ gibt,
  die alle dieses Skalarprodukte induziert. F"ur den allgemeinen Fall
  abstrakter Mannigfaltigkeiten
  "uberlassen wir die pr"azise Fassung der Glattheitsbedingung der
  Differentialgeometrie.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Das Kotangentialb"undel als Mannigfaltigkeit}]
  Auf dem Kotangentialb"undel einer Mannigfaltigkeit $M$
  gibt es genau eine Struktur einer Mannigfaltigkeit derart, da"s f"ur
  jede glatte  riemannsche Metrik $g$ auf $M$ die durch die jeweiligen
  lokalen Skalarprodukte gegebenen Isomorphismen
  ${\op{T}}_xM\sira {\op{T}}_x^*M$ in ihrer Gesamtheit einen Isomorphismus von
  Mannigfaltigkeiten ${\op{T}}M\sira {\op{T}}^*M$ bilden.
 Der Beweis bleibe dem Leser "uberlassen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Das Kotangentialb"undel als Mannigfaltigkeit, Variante}]
  Gegeben eine offene Teilmenge
  $W\co \DR^n$ erhalten wir eine Bijektion\label{KoMsd} 
$$W\times \DR^n\sira {\op{T}}^*W$$
durch die Abbildung $(q_1,\ldots,q_n, p_1,\ldots, p_n)\mapsto
(q_1,\ldots,q_n, p_1\diff q_1+\ldots+ p_n\diff q_n)$. Auf der rechten Seite
meinen wir dabei die Kovektorfelder $\diff q_i$ aus \ref{KovK}.
Auf dem Kotangentialb"undel einer Mannigfaltigkeit $M$
  gibt es nun genau eine Struktur einer Mannigfaltigkeit derart, da"s f"ur
  jede glatte Karte $\varphi:\DR^n\lco W\ra M$ die Komposition 
  $$W\times \DR^n\sira{\op{T}}^*W\ra {\op{T}}^*M$$
  der oben erkl"arten Abbildung mit der offensichtliche Abbildung eine
  Karte von  ${\op{T}}^*M$ ist. 
  Der Beweis bleibe dem Leser ebenso "uberlassen wie der Nachweis,
  da"s wir so dieselbe Struktur als Mannigfaltigkeit erhalten wie
  bei der vorhergehenden Konstruktion. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}Gegeben eine Mannigfaltigkeit $M$ konstruieren wir auf
  ihrem Kotangentialb"undel ${\op{T}}^*M$ das {\bf kanonische Kovektorfeld}
  $\vartheta=\vartheta_M$ durch die Vorschrift, da"s gegeben $x\in M$ und
  $\eta\in {\op{T}}_x^*M$ und der entsprechende Punkt des
  Kotangentialb"undels  $(x,\eta)\in {\op{T}}^*M$ die lineare Abbildung
  $\vartheta_{(x,\eta)}:{\op{T}}_{(x,\eta)}({\op{T}}^*M)\ra \DR$ gegeben sein
  m"oge durch\label{kakov} 
  $$\vartheta_{(x,\eta)}\pdef \eta\circ \diff_{(x,\eta)} \pi_M$$  
  Hier meint $\pi_M: {\op{T}}^*M\ra M$ die Fu"spunktprojektion des Kotangentialb"undels und
  $ \diff_{(x,\eta)} \pi_M:{\op{T}}_{(x,\eta)}({\op{T}}^*M)\ra {\op{T}}_{x}M$ ihr Differential an der Stelle $(x,\eta)$.
Als n"achstes zeigen wir, da"s das kanonische Kovektorfeld glatt ist.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kanonisches Kovektorfeld in Koordinaten}] 
  Um zu pr"ufen, da"s das kanonische
  Kovektorfeld glatt ist, schreiben wir es in Koordinaten.
  Betrachten wir genauer eine glatte Karte $\varphi:\DR^n\lco W$ wie in \ref{KoMsd}, so f"uhrt die dort gegebene Karte
  $W\times \DR^n\ra {\op{T}}^*M$  des
  Kotangentialb"undels  zu einem lokalen 
  Koordinatensystem $(q_1,\ldots,q_n,p_1, \ldots,p_n)$ des
  Kotangentialb"undels und die zugeh"origen Tangentialvektoren
  $\partial/\partial q_i$ und $\partial/\partial p_i$
  bilden folglich an jeder Stelle $(x,\eta)$ mit $x\in \varphi(W)$
  eine Basis des Tangentialraums
  ${\op{T}}_{(x,\eta)}({\op{T}}^*M)$ des Kotangentialb"undels.
  Unter dem
  Differential der Fu"spunktprojektion werden die  Vektorfelder
  $\partial/\partial q_i$  
  auf die Vektorfelder $\partial/\partial q_i$ abgebildet, zu verstehen
  in Bezug auf das durch die Karte $\varphi:\DR^n\lco W\ra M$ gegebene lokale 
  Koordinatensystem $(q_1,\ldots,q_n)$ von $M$,
  und die $\partial/\partial p_i$ gehen nach Null. F"ur die Verkn"upfung
  $\eta\circ \diff_{(x,\eta)} \pi_M$ mit $x=\varphi(q_1, \ldots,q_n)$ und $\eta=p_1\diff q_1+\ldots+ p_n\diff q_n$ ergibt sich also
  $$\eta\circ \diff_{(x,\eta)} \pi_M: \partial/\partial q_i\mapsto p_i\quad\text{und}\quad \partial/\partial  p_i\mapsto 0.$$
  Das aber bedeutet genau\label{Kako}
  $$\vartheta_M=p_1\diff q_1+\ldots+p_n\diff q_n$$
  im hier
  betrachteten lokalen 
  Koordinatensystem von ${\op{T}}^*M$.  So sehen
  wir, da"s das kanonische Kovektorfeld jeder Mannigfaltigkeit glatt ist. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Rechtfertigung der Terminologie}]
  Die Definition zeigt, da"s gegeben eine
  offene Einbettung von Mannigfaltigkeiten $\varphi: W\hra M$
  und die zugeh"orige offene Einbettung auf den Kotangentialb"undeln
  $\psi: {\op{T}}^*W\hra {\op{T}}^*M$ die zugeh"origen kanonischen Kovektorfelder verwandt sind, in Formeln $\psi:\vartheta_W\leadsto \vartheta_M$.
  Das rechtfertigt die Bezeichnung als \glqq kanonisches Kovektorfeld\grqq.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl} Gegeben eine Mannigfaltigkeit $M$ ist
  die "au"sere Ableitung jeder glatten Einsform eine glatte Zweiform mit verschwindender "au"serer Ableitung.
  Eine {\bf symplektische Struktur} auf einer Mannigfaltigkeit erkl"art man
  als eine geschlossene Zweiform, die auf jedem Tangentialraum eine
  nichtausgeartete alternierende Bilinearform induziert. 
  Das Negative der "au"seren Ableitung
  des kanonischen Kovektorfelds $\vartheta_M$ auf dem Kotangentialb"undel
  ist  eine symplektische Struktur auf dem Kotangentialb"undel ${\op{T}}^*M$,
  die
  {\bf kanonische symplektische Struktur}\label{Kosy} $$\omega_M\pdef -d\vartheta_M$$ 
  Nach der Beschreibung des kanonischen Kovektorfelds
  \ref{Kako} in lokalen Koordinaten finden wir in lokalen Koordinaten
  die Beschreibung 
  $$\omega_M=-d\vartheta_M= dq_1\wedge d p_1+\ldots+dq_n\wedge dp_n$$
  Das hinwiederum ist offensichtlich eine nichtausgeartete Bilinearform
  auf jedem Tangentialraum des Kotangentialb"undels und rechtfertigt
  die Bezeichnung von $\omega_M$ als symplektische Struktur. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Abstrakter Hamiltonformalismus}]
  Ein Paar $(P,\omega)$ aus einer Mannigfaltigkeit $P$
  mit einer symplektischen Struktur $\omega$ hei"st eine
  {\bf symplektische Mannigfaltigkeit}.\index{symplektisch!Mannigfaltigkeit}
  Gegeben eine glatte Funktion $H:P\ra\DR$ mag man ihren symplektischen
  Gradienten
  $$\op{grad}_\omega H$$
  betrachten und dessen Flu"skurven untersuchen.
  Gegeben ein lokales Koordinatensystem $(q_1,\ldots,q_n,p_1,\ldots, p_n)$
  von $P$ mit der Eigenschaft
  $$\omega=dq_1\wedge d p_1+\ldots+dq_n\wedge dp_n$$
  finden wir $d H=(\partial H/\partial q_1) d q_1 \ldots +
  (\partial H/\partial p_n)d p_n$
  und f"ur den symplektischen Gradienten ergibt sich
  $\op{grad}_\omega H= -(\partial H/\partial q_1)(\partial /\partial p_1)
  \ldots + (\partial H/\partial p_n)(\partial /\partial q_n)$
  und f"ur die Koordinaten der Flu"skurven ergeben
  sich die {\bf Hamilton'schen Gleichungen} 
  $$\dot p_i= -\partial H/\partial q_i\qquad \dot q_i= \partial H/\partial p_i$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungw}[\textbf{Abstrakter Hamiltonformalismus und Mechanik}]
  Im folgenden Abschnitt zeigen wir, wie sich die Bewegungsgleichungen
  eines mechanischen Systems mit Potential
  $(M,V)$ diesem Formalismus unterordnen,
  f"ur $P\pdef {\op{T}}^*M$ das Kotangentialb"undel
  des Konfigurationsraums mit
  seiner kanonischen symplektischen Struktur \ref{Kosy} und einer
  Hamiltonfunktion $H:{\op{T}}^*M\ra\DR$, in der \glqq die
  ganze Physik unseres Systems zusammengefa"st wird\grqq.
\end{Bemerkungw}

\subsection{Hamilton-Formalismus und Kotangentialb"undel}

  \begin{Satz}[\textbf{Geometrie der Hamilton'schen Gleichungen}]
    Seien $(M,V)$ ein mechanisches System mit Potential, 
     $({\op{T}}^*M,\omega)$ das Kotangentialb"undel
    des Konfigurationsraums mit
    seiner kanonischen symplektischen Struktur und 
    $$H:{\op{T}}^*M\ra\DR$$ die Funktion, die unter
    dem durch das massebehaftete Skalarprodukt gegebenen Isomorphismus
    $\hat{\op{g}}:{\op{T}}M\sira {\op{T}}^*M$ verwandt ist zur Summe $K+V$ von kinetischer
    und potentieller Energie. 
    So sind die Phasenwege in ${\op{T}}M$
    der L"osungen der Orthogonalit"atsbedingungen
    $i$-verwandt zu den Flu"skurven in ${\op{T}}^*M$ des symplektischen
    Gradienten $\op{grad}_\omega H$ der Hamiltonfunktion. 
  \end{Satz}
  \begin{Bemerkungl} Man nennt in diesem Kontext ${\op{T}}^*M$ den
    {\bf Impulsphasenraum} unseres mechanischen Systems und
    $H:{\op{T}}^*M\ra\DR$ die {\bf Hamiltonfunktion}.
  \end{Bemerkungl}
  \begin{proof} Wir wissen aus \ref{Hoffo}, hier einheitenfrei geschrieben, 
    da"s eine Bewegung
  $\gamma:\DR\supset I\ra M$
    genau dann
    die Orthogonalit"atsbedingung \ref{DESa} erf"ullt, wenn ihr Phasenweg 
  $(\gamma,\dot\gamma)$ ein Flu"sweg 
  des symplektischen Gradienten  $\op{grad}_{\omega}H$
  der Summe von kinetischer und potentieller Energie
  $\bar H\pdef K+V:{\op{T}} M \ra\DR$ ist.  Im folgenden und insbesondere in
 \ref{vWv} zeigen wir, da"s
  unter dem durch das massebehaftete
  Skalarprodukt gegebenen Isomorphismus $\hat{\op{g}}:{\op{T}} M\sira {\op{T}}^* M$
  die symplektische Form $\omega$ aus \ref{Hoffo} verwandt ist
  zur kanonischen symplektischen
  Form auf dem Kotangentialb"undel ${\op{T}}^* M$. Das zeigt dann auch bereits
  den Satz. 
  \end{proof}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Skalarproduktform und ihre "au"sere Ableitung}]
  Gegeben ein endlichdimensionaler reeller Raum $X$
  mit einem Skalarprodukt $s$ auf seinem Richtungsraum $\vec X$
  erkl"aren wir auf dem Tangentialb"undel ${\op{T}}X=X\times\vec X$ das
  Kovektorfeld $\theta$ gegeben durch
  $$\theta_{(x,\vec v)}(\vec w_1,\vec w_2)\pdef s(\vec w_1,\vec v)$$
  und nennen diese Einsform
  die\label{skpF} {\bf Skalarproduktform}.\index{Skalarproduktform}
  Wir berechnen ihre "au"sere Ableitung $d \theta$ und finden
  zun"achst f"ur das Differential der affinen Abbildung 
  $\theta: X\times \vec X \ra (\vec X\times \vec X)^*$ an jeder Stelle
  $(x,\vec v)$ den Richtungsanteil unserer affinen Abbildung
  $\diff\theta:(\vec v_1,\vec v_2)\mapsto \big((\vec w_1,\vec w_2)\mapsto s(\vec w_1,\vec v_2)\big)$. Die  "au"sere
  Ableitung entsteht daraus per definitionem \ref{daAb}
  durch Schiefsymmetrisieren
  und wir erhalten als "au"sere Ableitung die konstante Zweiform 
  $$d \theta:\big( (\vec v_1,\vec v_2),(\vec w_1,\vec w_2)\big)\mapsto s(\vec w_1,\vec v_2)-s(\vec w_2,\vec v_1)$$
  Das ist im Fall des massebehafteten Skalarprodukts
  gerade das Negative unserer symplektischen
  Form $\omega_s$ aus \ref{bgp}, in Formeln $\omega_s=-d\theta$.  
\end{Bemerkungl}
  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Einschr"anken auf Untermannigfaltigkeiten}]
  Gegeben ein endlichdimensionaler reeller Raum $X$
  mit einem Skalarprodukt $s$ auf seinem Richtungsraum $\vec X$
  und eine eingebettete Mannigfaltigkeit $M\subset X$
  betrachten wir das Tangentialb"undel ${\op{T}}M\subset X\times\vec X$.
  Die Skalarproduktform $\theta$ aus \ref{skpF}
  schr"ankt ein zu einer Einsform $\theta$
  auf dem Tangentialb"undel, die wir weiter die {\bf Skalarproduktform} nennen.
  Da die  "au"sere Ableitung verwandtschaftsvertr"aglich ist, ist 
  die Einschr"ankung der "au"seren Ableitung die "au"sere Ableitung der
  Einschr"ankung. Wir finden f"ur diese Zweiform auf dem Tangentialb"undel
  $d\theta$ also auch $\omega_s=-d\theta$. 
  \end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Verwandte im Kotangentialb"undel}] 
 Gegeben seien weiter ein endlichdimensionaler reeller Raum $X$
  mit einem Skalarprodukt $s$ auf seinem Richtungsraum $\vec X$
  und eine eingebettete Mannigfaltigkeit $M\subset X$.  Wir betrachten 
  das Kotangentialb"undel ${\op{T}}^*M$ und den 
  durch unser Skalarprodukt gegebenen Isomorphismus
  $$\hat s: {\op{T}}M\sira {\op{T}}^*M$$
  mit $\hat s:{\op{T}}_{x}M\sira {\op{T}}_x^*M$  erkl"art durch
  $(\hat s(\vec v))(\vec w)\pdef s(\vec  v,\vec w)$.
  Er ist vertr"aglich  mit den jeweiligen Fu"spunktprojektionen.  
  Die Skalarproduktform
  ist darunter per definitionem
  verwandt zum kanonischen Kovektorfeld  \ref{kakov}
  auf dem Kotangentialb"undel $\hat s: \theta\leadsto \vartheta$. 
  Dann m"ussen auch die "au"seren Ableitungen unserer Einsformen
  verwandt sein $\hat s: d\theta\leadsto d\vartheta$ und
  ihre Negativen desgleichen.\label{vWv} Also haben wir 
  $$\hat s: \omega_s\leadsto \omega$$ 
  \end{Bemerkungl}

  
\subsection{Lie-Ableitung}
\begin{Bemerkungl} Dieser Abschnitt ist kopiert aus \eref{FMgA}{DIFF}.
  Ich mu"s mich etwas auf Differentialgeometrie st"utzen
  und ben"otige insbesondere
  den Begriff der Lie-Ableitung.
  \nichtfinal{Die  Labels sind gro"senteils noch nicht angepa"st!} 
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}[\textbf{Lie-Ableitung}]\index{Lie-Ableitung}
Gegeben ein glattes Vektorfeld $\xi$ auf einer glatten Mannigfaltigkeit $X$
und ein glattes Feld $T$, genauer ein glattes
nat"urliches Feld im Sinne von \eref{FeMg}{DIFF}, das also
durch Anwenden eines\label{FeMgAK}  
\hyperref[gGRZ]{glatten} \hyperref[GRZ]{Gruppoidfunktors}
aus dem Tangentialb"undel hervorgeht, 
 erkl"aren wir ein Feld derselben Art,
seine {\bf Lie-Ableitung}
\begin{equation*}
\mathcal L_\xi T 
\end{equation*}
Man bezeichne dazu f"ur $x \in X$ und kleine $s \in \mathbb R$ mit $\xi^s  (x) \in X$
den Punkt, bei dem der Punkt $x$ landet, wenn er sich f"ur die Zeit $s$ mit
dem Flu"s des Vektorfelds $\xi$ treiben l"a"st.
Dann sind die $\xi^s $ f"ur kleine $s$ Diffeomorphismen  einer festen offenen
Umgebung $U$ von $p \in X$ mit offenen Teilmengen $\xi^s  (U) \co X$.
Bezeichne $T^{[s;\xi]}=T^{[s]}$ das Feld auf $U$, das unter 
$\xi^s $ zum urspr"unglichen Feld  $T$ auf $\xi^s  (U)$ 
verwandt ist,
in Formeln
\begin{equation*}
\xi^s  : T^{[s]} \leadsto T
\end{equation*}
Die $T^{[s]}$  bilden dann ein von $s$ abh"angiges Feld auf $U$ 
und wir definieren
\begin{equation*}
(\mathcal L_\xi T)_p = \lim_{s \rightarrow 0} \frac{(T^{[s]})_p - T_p}{s}
\end{equation*}
Nun mu"s noch gezeigt werden, da"s diese Grenzwerte existieren und da"s
$\mathcal L_\xi T$ wieder ein glattes Feld ist. Das "uberlassen wir
dem Leser und leiten nur unter der Annahme der Existenz explizite Formeln
her. Mit etwas mehr Sorgfalt kann man zusammen mit den expliziten
Formeln aber auch unschwer die Existenz der fraglichen Grenzwerte zeigen.
\end{Definition}
\begin{Bemerkunge}[\textbf{Felder mit verschwindender Lie-Ableitung}]
Seien $\xi$ ein glattes Vektorfeld auf einer glatten Mannigfaltigkeit $X$
und $T$ ein glattes Feld auf $X$. Ist $\mathcal L_\xi T$ das Nullfeld,
so folgt $\xi^s:T\leadsto T$ f"ur alle $U\co X$ und $s\in\DR$ derart,
da"s der Flu"s  $\xi^s(x)$ definiert ist f"ur alle $x\in U$.
In Worten ist demnach ein Feld mit invarianter Lie-Ableitung nach
einem 
vorgegebenen Vektorfeld \glqq invariant unter dem Flu"s von besagtem
Vektorfeld\grqq. 
In der Tat hat dann die Abbildung $s\mapsto (T^{[s]})_p$ 
an jeder Stelle ihres Definitionsintervalls die Ableitung Null, 
denn wir haben f"ur kleines $h\neq 0$ sicher\label{KLIQ} 
$$\diff\xi^s: \frac{1}{h}\left((T^{[s+h]})_p-(T^{[s]})_p\right)\mapsto
 \frac{1}{h}\left((T^{[h]})_q-T_q\right)$$
mit $q=\xi^s(p)$, und f"ur $h\ra 0$ strebt die rechte Seite 
nach unseren Annahmen gegen Null.
\end{Bemerkunge}
\begin{Beispiel}
  Gegeben eine {\bf Riemann'sche Mannigfaltigkeit}
\index{Riemann'sche Mannigfaltigkeit}
\index{Mannigfaltigkeit!Riemann'sche} alias eine
glatte Mannigfaltigkeit $X$  mit einem ausgezeichneten 
glatten symmetrischen 
Tensorfeld $g\in\op{Sym}^2({\op{T}}X)$, das an jeder Stelle
ein Skalarprodukt ist, versteht man unter einem
{\bf Killing-Feld}\index{Killing-Feld} ein glattes Vektorfeld $\xi$ auf
$X$ mit $\mathcal L_\xi g=0$. In anderen Worten ist also ein Killing-Feld
ein Vektorfeld $\xi$, dessen Flu"s Isometrien $\xi^s:U\sira \xi^s(U)$
liefert, wo immer er definiert ist.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Divergenz und Lie-Ableitung}]
  Jeder Riemann'schen Mannigfaltigkeit $X$
  kann man ihre nat"urliche Dichte $\omega$ zuordnen, einen
  ausgezeichneten glatten Schnitt des Dichteb"undels.
  Gegeben ein glattes Vektorfeld $\xi$ auf $X$ kann die
  {\bf Divergenz $\op{div}\xi$}\index{Divergenz!auf Riemann'scher
    Mannigfaltigkeit} beschrieben werden als die eindeutig definierte
  Funktion mit\label{divL}  
  $$\mathcal L_\xi\omega=(\op{div}\xi)\omega$$
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Lie-Ableitung von Funktionen}]
Im Fall eines skalaren Feldes $T$ alias einer glatten Funktion $f$ haben wir
offensichtlich\label{LAV}
$$\mathcal L_\xi f =\xi f$$
In Worten ist die Lie-Ableitung einer Funktion also schlicht die Funktion,
die daraus durch das 
Anwenden des fraglichen Vektorfelds entsteht.
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Lie-Ableitung versus kovariante Ableitung}] 
Die Lie-Ableitung einer Funktion an einer gegebenen Stelle h"angt 
nur vom Wert des ableitenden Vektorfelds an besagter Stelle ab.
Das ist bei der Lie-Ableitung  allgemeiner Felder
 nicht mehr richtig: Die Lie-Ableitung eines Feldes
 an einer gegebenen Stelle wird im allgemeinen von den Werten 
des ableitenden Vektorfelds in einer Umgebung der fraglichen Stelle abh"angen
und keineswegs nur von seinem Wert an besagter Stelle.
Das ist ein fundamentaler Unterschied zur kovarianten Ableitung
\ref{KovA},
die auch in Richtung isolierter Tangentialvektoren wohldefiniert ist
und beim Ableiten nach Vektorfeldern $\xi$ der Identit"at
$\nabla_{f\xi}=f\nabla_{\xi}$ gehorcht. Dahingegen haben wir
 f"ur die Lie-Ableitung
im allgemeinen $\cal L_{f\xi}\neq f\cal L_{\xi}$. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Lie-Ableitung und "au"sere Ableitung}]
  Die Lie-Ableitung des Differentials einer Funktion ist das Differential ihrer
  Lie-Ableitung,
in Formeln \begin{equation*}
\mathcal L_\xi (\diff f)
=\op{d}(\mathcal L_\xi f)
\end{equation*}
Um das einzusehen, gehen wir von der Erkenntnis aus,
da"s die Verwandtschaft
$\xi^t :f^{[t]}\leadsto f$ auch eine
Verwandtschaft $\xi^t :\op{d} (f^{[t]})\leadsto \diff f$
alias die  Gleichheit $\op{d} (f^{[t]})=(\diff f)^{[t]}$ induziert.
Nun w"urden wir gerne rechnen
$$\mathcal L_\xi (\diff f)= \lim_{t \rightarrow 0} \frac{(\diff f)^{[t]} - \diff f}{t}= \lim_{t \rightarrow 0} \frac{\op{d} (f^{[t]}) - \diff f}{t}= \diff \left(\lim_{t \rightarrow 0} \frac{ f^{[t]} -  f}{t}\right)=\op{d}(\mathcal L_\xi f)$$
Das ist zwar in dieser Form noch problematisch, 
aber w"ahlen  wir lokale Koordinaten $x_1, \ldots, x_n$ und betrachten
die Funktion 
$(x,t)\mapsto f^{[t]}(x)$
auf $U \times(-\varepsilon, \varepsilon)$,
so ist auch diese Funktion glatt 
und wir erhalten
$\mathcal L_\xi (\diff f)=\partial_t\sum_i\partial_i f^{[t]}(x)\diff x_i$
sowie $\diff (\mathcal L_\xi  f)=\sum_i\partial_i \partial_t f^{[t]}(x)\diff x_i$
mit der Notation $\partial_i$ f"ur die partielle Ableitung nach $x_i$ und
$\partial_t$ f"ur das Auswerten bei $t=0$ der partiellen Ableitung nach $t$
und die Behauptung folgt  aus der Vertauschbarkeit der
partiellen Ableitungen.\label{LADF} In derselben Weise
zeigt man f"ur Differentialformen beliebigen Grades, da"s
die Lie-Ableitung auch mit der "au"seren Ableitung vertauscht,
in Formeln \begin{equation*}
\mathcal L_\xi (d\omega)
=d(\mathcal L_\xi \omega)
\end{equation*}
Noch allgemeiner folgt in derselben Weise, da"s die Lie-Ableitung
vertauscht mit beliebigen \glqq verwandtschaftsvertr"aglichen Differentialoperatoren\grqq\
zwischen glatten Schnitten nat"urlicher
B"undel. Unter einem \glqq Differentialoperator\grqq\ verstehen wir dabei eine Abbildung zwischen den R"aumen glatter Schnitte, die in lokalen Koordinaten und
bez"uglich B"undelkarten durch Polynome in den partiellen Ableitungen
mit glatten Funktionen als Koeffizienten gegeben werden kann.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}\label{VjLi} 
F"ur die Lie-Ableitung des Tensorprodukts 
irgendwelcher nat"urlichen Felder $S,T$ gilt offensichtlich die 
{\bf Leibniz-Regel}\index{Leibniz-Regel!f"ur
  die Lie-Ableitung}
\begin{equation*}
\mathcal L_\xi (S\otimes T)
=(\mathcal L_\xi S)\otimes T+S\otimes (\mathcal L_\xi T)
\end{equation*}
 Speziell gilt die 
{\bf Leibniz-Regel}\index{Leibniz-Regel!f"ur
  die Lie-Ableitung} $\mathcal L_\xi (fT)
=(\xi f)T+f (\mathcal L_\xi T)$ f"ur jede glatte Funktion $f$ und jedes 
glatte nat"urliche Feld $T$. 
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Lie-Ableitung von Vektorfeldern}]
  Sei $M$ eine Mannigfaltigkeit.
  Das Auswerten von Kovektoren auf Vektoren
  liefert einen
  nat"urlichen B"undelhomomorphismus ${\op{T}}^\ast M\otimes{\op{T}} M \ra \DR\times M$ alias einen verwandtschaftsvertr"aglichen
  Differentialoperator vom Grad Null zwischen den zugeh"origen R"aumen glatter Schnitte. Gegeben ein Kovektorfeld $\omega$ und
  Vektorfelder $\xi,\zeta$ finden wir damit nach dem Vorhergehenden die
  Identit"at $$\mathcal L_\xi\langle\omega,\zeta\rangle=\langle\mathcal L_\xi\omega,\zeta\rangle + \langle\omega,\mathcal L_\xi\zeta\rangle$$
  Wenden wir das speziell auf $\omega=\diff f$ an und beachten
  $\langle\diff f,\zeta\rangle=\zeta f$ sowie $\mathcal L_\xi(\diff f)=\op{d}(\mathcal L_\xi f)$, so folgt\label{LAK}
  $\xi(\zeta f)= \zeta(\xi f)+ (\mathcal L_\xi\zeta)f$ alias $\mathcal L_\xi\zeta=[\xi,\zeta]$.
\end{Beispiel}


% \begin{Beispiel}[\textbf{Lie-Ableitung von Vektorfeldern}]
% Im Fall eines Vektorfeldes $T=\eta$ gilt nach \eref{VFVD}{AN2} 
% f"ur jede glatte Funktion $f$\label{LAK} 
% die Identit"at $(\eta f)^{[t]} = \eta^{[t]} f^{[t]}$ und damit
% \begin{eqnarray*}
%  (\mathcal L_\xi (\eta f))(p) = \lim_{t \rightarrow 0} 
% \frac{(\eta^{[t]} f^{[t]})(p)-
% (\eta f^{[t]})(p)+ (\eta f^{[t]})(p) - (\eta f)(p)}{t}
% \end{eqnarray*}
% W"ahlen  wir uns lokale Koordinaten $x_1, \ldots, x_n$ auf $U$ 
%  und schreiben
% $\eta^{[t]} = a_1 \partial_1 + \ldots + a_n \partial_n$
% mit $a_i = a_i (x,t)$ glatt auf $U \times(-\varepsilon, \varepsilon)$ 
% und betrachten ebenfalls auf $U \times(-\varepsilon, \varepsilon)$ 
% die glatte Funktion $(x,t)
% \mapsto f^{[t]} (x),$ so liefert
% die Vertauschbarkeit der partiellen Ableitung  $\partial_t$ 
% nach $t$ mit den partiellen Ableitungen $\partial_i$ nach den $x_i,$ 
% da"s unser Limes mit $((\mathcal L_\xi \eta) f)(p)+ (\eta(\xi f))(p)$
% identifiziert werden kann. F"ur jede glatte Funktion $f$ gilt mithin
% $\xi (\eta f)=\mathcal L_\xi (\eta f)=(\mathcal L_\xi \eta) f+ \eta(\xi f),$
% und daraus ergibt sich f"ur je zwei Vektorfelder  unmittelbar die Identit"at
% \begin{equation*}
% \mathcal L_\xi \eta = \left[ \xi, \eta\right]
% \end{equation*}
% \end{Beispiel}




\begin{Bemerkunge}
Mit \ref{KLIQ} k"onnen wir nun auch eine weitere 
Herleitung von Proposition  \eref{KoVez}{ML} 
"uber kommutierende Vektorfelder geben: Kommutieren zwei Vektorfelder,
so verschwindet ja nach \ref{LAV} die Lie-Ableitung des Ersten nach dem
Zweiten,
also ist nach \ref{KLIQ} das Erste invariant unter dem Flu"s des Zweiten,
und dann mu"s nat"urlich auch der   Flu"s des Ersten mit dem Flu"s des Zweiten
kommutieren.
\end{Bemerkunge}




\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kontraktion von Differentialformen}]
Sei $V$ ein Vektorraum "uber einem K"orper.
Gegeben eine alternierende $(k+1)$-Multilinearform $\omega\in
\op{Alt}^{k+1}(V)$ und $v\in V$ definiert man wie in \eref{inser}{LA2}  
eine\label{ixi} 
alternierende $k$-Multilinear\-form $i_v\omega\in
\op{Alt}^{k}(V)$ durch die Vorschrift
\index{i@$i_v\omega$ Teilauswerten von  Multilinearform}
$$i_v\omega(v_1,\ldots,v_k)\pdef\omega(v,v_1,\ldots,v_k)$$
Der Buchstabe $i$ steht wohl f"ur \glqq insertion\grqq.
Offensichtlich gilt $i_vi_w=-i_wi_v$.
Unsere Definition \eref{DaPr}{AN2} des Dachprodukts liefert 
weiter unmittelbar 
$$i_v(\omega\wedge \eta)=(i_v\omega)\wedge \eta 
+ (-1)^{|\omega|}\omega\wedge (i_v\eta)$$
Gegeben ein Vektorfeld $\xi$ und eine $(k+1)$-Form $\omega$
erkl"art man
entsprechend die $k$-Form $ i_\xi\omega$.\index{i@$i_\xi\omega$ Teilauswerten von Differentialform}
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl} Per definitionem ist\label{syG}
  $\xi=\op{grad}_\omega(f)$ gleichbedeutend zu $i_\xi\omega=\diff f$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Lie-Ableitung von Differentialformen}]
F"ur die Lie-Ableitung von Differentialformen gilt die {\bf Cartan-Formel}\index{Cartan-Formel} 
\label{LabD} 
 $$\mathcal L_\xi 
= i_\xi \circ d + d \circ i_\xi$$
In der Tat pr"uft man ohne Schwierigkeiten, %Stimmt wirklich!
da"s beide  
Seiten Operatoren $D$ mit der Eigenschaft $D(\omega\wedge \eta)
=(D\omega)\wedge \eta+\omega\wedge (D\eta)$ sind. Es
reicht damit aus, unsere Formel f"ur Funktionen und ihre Differentiale zu
zeigen. Im Fall einer Funktion $f$ liefern jedoch nach \ref{LAV}
die Formeln auf beiden Seiten
$\xi f,$ und im Fall ihres Differentials $\diff f$ 
 liefern nach \ref{LADF} die Formeln auf beiden Seiten
$\op{d}(\xi f)$. Damit ist auch unsere allgemeine Formel hergeleitet.
\end{Bemerkungl}

\begin{Lemma}[\textbf{"Au"sere Ableitung ohne Koordinaten}] 
 Gegeben eine glatte $p$-Form $\omega$ auf einer Mannigfaltigkeit $M$ und
glatte  Vektorfelder\label{AAVF}  
$X_0, \ldots , X_p$ gilt
\begin{eqnarray*}
 (d \omega) (X_0, \ldots , X_p) & =& \sum^p_{j =0} (-1)^j X_j \omega (X_0 , \ldots , \hat X_j , \ldots ,
X_p)\\
& & + \sum_{i < j} (-1)^{i+j} \omega ([X_i, X_j], \ldots , \hat X_i, \ldots , \hat X_j, \ldots , X_p)
\end{eqnarray*}
\end{Lemma}
\begin{proof} Man pr"uft, da"s die rechte Seite 
$\mathcal C^\infty (M)$-multilinear ist als Funktion der Vektorfelder
$X_i$. Mit dieser Erkenntnis kann man sich auf den Fall der 
  Standardfelder eines Koordinatensystems zur"uckziehen. In diesem Fall
  aber sieht man die behauptete Formel leicht ein. 
\end{proof}
\subsection{Symplektische Geometrie} 
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Invarianz der symplektischen Form unter Hamilton'schen Fl"ussen}]
  Wir erinnern aus \ref{LabD} die Cartanformel
   $$\mathcal L_\xi 
= i_\xi \circ d + d \circ i_\xi$$
f"ur die Lieableitung von Differentialformen mit $i_\xi$ dem
Einsetzen eines Vektorfelds an erster Stelle.
Sind wir auf einer symplektischen Mannigfaltigkeit $(X,\omega)$,
so gilt nach Annahme $d\omega=0$ und somit
$\mathcal L_\xi \omega
=  d(i_\xi\omega)$.
Ist zus"atzlich $\xi=\op{grad}_\omega f$ der symplektische Gradient einer
Funktion $f$, so gilt per definitionem $i_\xi\omega=\diff f$ und folglich
$$\mathcal L_\xi\omega= d(df)=0$$
Das zeigt hinwiederum mit \ref{KLIQ} die Verwandtschaft
$\xi^s:\omega\leadsto \omega$ oder genauer $\xi^s:\omega|_U\leadsto \omega|_{\xi^s(U)}$ unter der Annahme, da"s der Flu"s von $\xi$ auf $U\times [0,s]$ definiert
ist. Wir nennen ein Vektorfeld auf einer symplektischen Mannigfaltigkeit,
das der symplektische Gradient einer glatten Funktion ist, ein
{\bf Hamilton'sches Vektorfeld} und den zugeh"origen Flu"s einen\label{IHF} 
{\bf Hamilton'schen Flu"s}. Ist unsere symplektische Mannigfaltigkeit $X$
kompakt,
so sind  alle Fl"usse von glatten Vektorfeldern $\xi$
global definiert auf ganz $\DR\times X$ und die Fl"usse hamiltonscher
Vektorfelder $\xi=\op{grad}_\omega f$
bestehen aus Automorphismen
$\xi^s:(X,\omega)\sira (X,\omega)$ unserer symplektischen Mannigfaltigkeit
alias Diffeomorphismen, die die
symplektische Struktur erhalten. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Poissonklammer und Bewegungskonstanten}]  
  Gegeben glatte Funktionen $f,g$ auf einer symplektischen Mannigfaltigkeit
  $(X,\omega)$ erkl"aren  wir ihre {\bf Poisson-Klammer} durch die Vorschrift
  $$\{f,g\}\pdef \omega\big(\op{grad}_\omega (f), \op{grad}_\omega (g)\big)$$
  F"ur $\xi\pdef \op{grad}_\omega f$ und $\zeta\pdef \op{grad}_\omega g$
  gilt per definitionem $i_\xi \omega=\diff f$ und $i_\zeta\omega=\diff g$
  und wir finden\label{PoiK} 
  $$\{f,g\}= i_\zeta i_\xi \omega =i_\zeta \diff f = \zeta f=-\xi g$$
  Ist speziell
  $g=H$ die Hamiltonfunktion eines mechanischen Systems, so sind
  die Phasenwege $\tilde\gamma$ seiner Bewegungen
  die Flu"slinien von $\zeta= \op{grad}_\omega H$ und f"ur die 
  die Poissonklammer gilt
  $$\{f,H\}(\tilde \gamma(t))= \frac{\diff}{\diff t} f(\tilde\gamma(t))$$
 Mithin bedeutet das Verschwinden der Poissonklammer $\{f,H\}=0$,
  da"s die Funktion $f$ konstant ist auf den Phasenwegen
  alias eine {\bf Bewegungskonstante}. Insbesondere ist $H$ selbst eine
  Bewegungskonstante, denn es gilt  $\{H,H\}=0$. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl} In lokalen Koordinaten $q_i,p_i$ mit
  $\omega=dq_1\wedge dp_1+\ldots+dq_n\wedge dp_n$ finden wir
  $$\{f,g\}=\sum_i \frac{\partial f}{\partial q_i}\frac{\partial g}{\partial p_i}- \frac{\partial f}{\partial p_i}\frac{\partial g}{\partial q_i}$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Lemma}[\textbf{Poissonklammer als Lieklammer}]
  Gegeben eine symplektische Mannigfaltigkeit $(X,\omega)$
  bilden die glatten Funktionen auf $X$ unter der Poissonklammer eine
  reelle Liealgebra.
\end{Lemma}
\begin{proof} Wir  
  k"onnen die Aussage m"uhelos in Koordinaten pr"ufen. Das bleibe dem Leser
  "uberlassen. Ich will nun skizzieren, warum sie anschaulich sinnvoll ist.
\end{proof}
\begin{proof}[Beweisskizze]
  Es ist klar, da"s die Poissonklammer $\DR$-bilinear ist.
  Es ist klar, da"s gilt $\{f,f\}=0$ f"ur alle $f$.
  Es bleibt, die Jacobi-Identit"at 
$$\{\{f,g\},h\} +\{\{g,h\},f\} +\{\{h,f\},g\} =0\quad\forall f,g,h$$
  zu zeigen. Gleichbedeutend ist $\{\{f,g\},h\} =\{\{f,h\},g\} +\{f,\{g,h\}\}$.
  F"ur des Vektorfeld
  $\eta\pdef \op{grad}_\omega h$ gilt es also zu zeigen
  $$\eta \{f,g\} =\{\eta f,g\} +\{f,\eta g\}$$ Nehmen wir nun der Einfachkeit
  der Notation halber
  an, da"s $\eta$ einen globalen Flu"s $\DR\times X\ra X$, 
  $(s,x)\mapsto \eta^s(x)$ hat. Da  alle $\eta^s$ nach \ref{IHF} Automorphismen
  der symplektischen Mannigfaltigkeit $(X,\omega)$ sind, gilt
  f"ur die mit dem Flu"s zur"uckgezogenen Funktionen
  $f^{[s]}\pdef f\circ \eta^s$ die Vertr"aglichkeit mit dem Bilden der
  Poissonklammer $ \{f,g\}^{[s]} =\{f^{[s]},g^{[s]}\}$.
  Die Poissonklammer ist weiter eine stetige bilineare Abbildung in Bezug
  auf eine geeignete Norm auf $\mathcal C^\infty(X;\DR)$,
  die \glqq Fréchet-Norm\grqq. 
  Andererseits ist  $\DR\ra \mathcal C^\infty(X;\DR)$ gegeben durch
  $s\mapsto f^{[s]}$ f"ur diese Norm glatt mit Ableitung $\eta f$ bei $s=0$.
  Die Behauptung folgt so aus der Kettenregel und der Regel f"ur das Ableiten
  stetiger bilinearer Abbildungen.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl} 
\end{Bemerkungl}

\subsection{Versuch zum Kreisel}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Drehgruppe und Konfigurationsraum}]
  Wir untersuchen ein mechanisches System aus
  Massepunkten der Massen $m_1,\ldots, m_s$ mit den Zwangsbedingungen,
  da"s sich die Abst"ande zwischen je zweien unserer Punkte im Verlauf der
  Bewegung nicht "andern und auch die Abst"ande zu einem festen
  Angelpunkt $\mathbf z\in \mathbb E$ sich nicht "andern.
  Der Kon\-fi\-gu\-ra\-tions\-raum $M_{\op{math}}$ besteht in Formeln  aus allen Tupeln
  von Punkten $(\mathbf r_1,\ldots,\mathbf r_s)\in \mathbb E^s$
  mit $\|\mathbf r_i -\mathbf z\|=d_i$ und $\|\mathbf r_i -\mathbf r_j\|=d_{ij}$
  f"ur fest vorgegebene L"angen $d_i,d_{ij}\in\mathbb L$. 
  Liegen zus"atzlich
  an einer und gleichbedeutend
  jeder Stelle des Konfigurationsraums nicht alle Massepunkte zusammen mit
  dem Angelpunkt $\mathbf z$ auf einer Ebene, so   
  operiert die orthogonale Gruppe $ {\op{O}}(\vec{\mathbb E})$
  frei und transitiv auf dem
  Konfigurationsraum, indem $g\in {\op{O}}(\vec{\mathbb E})$ ein Tupel 
  $(\mathbf r_1,\ldots,\mathbf r_s)$ "uberf"uhrt in das Tupel
  $(\mathbf r'_1,\ldots,\mathbf r'_s)$ mit
  $\mathbf r'_i -\mathbf z= g(\mathbf r_i -\mathbf z)$. 
  F"ur jeden Punkt des Konfigurationsraums $a\in M_{\op{math}}$ liefert in anderen
  Worten die Operation $g\mapsto ga$ eine Bijektion
  $$(\cdot a):{\op{O}}(\vec{\mathbb E})\sira M_{\op{math}}$$
  Offensichtlich ist sie stetig und offensichtlich ist
  ${\op{O}}(\vec{\mathbb E})$ kompakt und $M_{\op{math}}$ Hausdorff und unsere
  stetige Bijektion mithin ein Hom"oomorphismus. Folglich zerf"allt
  $M_{\op{math}}$ in zwei Komponenten und $$G\pdef  {\op{SO}}(\vec{\mathbb E})$$
  operiert auf beiden frei und transitiv. Eine stetige Bewegung
  unseres Systems mu"s eh in einer  Komponente bleiben, wir w"ahlen
  deshalb und insbesondere der besseren Anschaulichkeit wegen eine
  Komponente $M\subset M_{\op{math}}$ aus. Dann ist die Wirkung der Drehgruppe
  $G$ auf $M$ frei uns transitiv und jeder Punkt $a\in M$
  liefert nach dem vorhergehenden
  einen Hom"oomorphismus
  $$(\cdot a):G\sira M$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Glatte Strukturen}]
Wir nehmen f"ur das weitere ohne Beweis hin, da"s 
   $G\subset \op{End}(\vec{\mathbb E})$
  und $M\subset \mathbb E^r$ glatte Mannigfaltigkeiten
  sind und unsere Bijektion ein Diffeomorpismus
  $(\cdot a):G\sira M$. Man kann das explizit einsehen mit dem
  Satz vom regul"aren Wert \ref{??}. 
  Man kann es auch aus allgemeinen S"atzen der Lietheorie folgern,
  die uns allerdings hier noch nicht zur Verf"ugung stehen. Danach ist
  eine abgeschlossene Untergruppe $G\As \op{Gl}(V)$ der Automorphismengruppe
  eines endlichdimensionalen reellen Vektorraums $V$ stets eine
  glatte Unternmannigfaltigkeit von $\op{End}(V)$; jede Bahn $M$ von $G$ in $V$
  ist eine Untermannigfaltigkeit von $V$, das gilt es auf $V=\vec{\mathbb E}^r$
  anzuwenden; und jede freie transitive glatte Operation einer Liegruppe
  auf einer
  Mannigfaltigkeit liefert einen Diffeomorphismus. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Massebehaftete Skalarprodukte auf Drehgruppe}]
  Sei $\mathfrak g\pdef {\op{T}}_eG$ der Tangentialraum  von $G$ im neutralen
  Element. 
  Die Operation liefert einen Isomorphismus
  $${\op{T}}_e(\cdot a):\mathfrak g\sira {\op{T}}_aM$$
  Damit ziehen  wir f"ur $g\in G$ das massebehaftete
  Skalarprodukt auf ${\op{T}}_{ga}M$ zu einem Skalarprodukt $(\cdot a)^*s_{a,g}$
  auf ${\op{T}}_gG$ zur"uck. Die Kommutativit"at des linken Diagramms
   $$
  \xymatrix{ (G,e) \ar[r]^{\cdot a}\ar[d]^{g\cdot}& (M,a)
    \ar[d]^{g\cdot}&& {\op{T}}_eG \ar[rr]^{{\op{T}}(\cdot a)}\ar[d]^{{\op{T}}(g\cdot)}&& {\op{T}}_aM
    \ar[d]^{{\op{T}}(g\cdot)}\\
  (G,g)\ar[r]^{\cdot a}&(M,ga)&& {\op{T}}_g G\ar[rr]^{{\op{T}}(\cdot a)}&&{\op{T}}_{ga}M
  }$$
  impliziert die Kommutativit"at des rechten Diagramms und das hinwiederum zeigt
  $(g\cdot):s_{a,e}\leadsto s_{a,g} \;\forall g\in G$. In Worten ist die
  mit $(\cdot a):G\sira M$ zur"uckgeholte massebehaftete Riemann'sche
  Metrik auf $M$
  eine linksinvariante massebehaftete Metrik 
  $s_a$ auf $G$
  f"ur alle $a\in M$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Proposition}[\textbf{Tangentialraum der Drehgruppe}]
  Der Tangentialraum an die Drehgruppe\label{TaDr} 
  im neutralen Element ist die Menge aller schiefadjungierten
  Endomorphismen
  $${\op{T}}_e{\op{SO}}(\vec{\mathbb E})=\{A\in{\op{End}}(\vec{\mathbb E})\mid
  \langle Av,w\rangle + \langle v,Aw\rangle=0\;\forall v,w\in\vec{\mathbb E}\}$$
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl} In meinen Augen ist die Aussage
  dieser Proposition die wesentliche Motivation daf"ur,
  schiefadjungierte und dann auch selbstadjungierte Endomorphismen
  von Skalarproduktr"aumen zu untersuchen. In der linearen Algebra kommt das
  Studium symmetrischer Matrizen leider meist aus dem Nichts einer a priori
  sinnlosen algebraischen Eigenschaft.  
\end{Bemerkungl}
\begin{proof} Gegeben eine Abbildung
  $\gamma:[0,\varepsilon)\ra{\op{SO}}(\vec{\mathbb E})$
  ist per definitionem die fl"achenwertige Funktion
  $\langle \gamma(t)v,\gamma(t)w\rangle$
  unabh"angig von $t$. Ist zus"atzlich $\gamma$ glatt mit $\gamma(0)=e$,
  so folgt
  f"ur $A\pdef \gamma'(t)$ aus
  den Differentiationsregeln  $\langle Av,w\rangle + \langle v,Aw\rangle=0$.
  Das zeigt in der Proposition die Inklusion $\subset$.
  Ist umgekehrt
  $A$ schiefsymmetrisch, so ist $\gamma=\gamma_A:\DR\ra \op{End}(\vec{\mathbb E})$
  gegeben durch $\gamma_A(t)\pdef \op{exp}(tA)$
  glatt mit $\gamma(0)=e$ und $t\mapsto \langle \gamma(t)v,\gamma(t)w\rangle$
  glatt mit verschwindender Ableitung, also konstant. Es folgt
  $\gamma_A(t)\in {\op{SO}}(\vec{\mathbb E})$ f"ur alle $t$. Andererseits
    gilt offensichtlich $\gamma_A'(0)=A$. So folgt in der Proposition die Inklusion $\supset$.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Schiefadjungierte Endomorphismen und Kreuzprodukt}]
  Wir erinnern das geometrische Kreuzprodukt
  $\times: \vec{\mathbb E}\times \vec{\mathbb E}\ra
  \vec{\mathbb E}\langle \ph{m}\rangle\otimes {\op{or}}_\DR(\vec{\mathbb E})$.
  Ich verwende im folgenden
  die Abk"urzung
  $\vec{\mathbb E}_{\op{or}}\pdef
  \vec{\mathbb E}\otimes {\op{or}}_\DR(\vec{\mathbb E})$. 
  Das geometrische
  Kreuzprodukt induziert damit eine injektive lineare Abbildung
  $$\op{dreh}:\vec{\mathbb E}_{\op{or}}\langle 1/{\ph{m}}\rangle
  \hra \op{End}(\vec{\mathbb E})$$
  vermittels der Abbildungsvorschrift
  $\mathbf v\mapsto (\mathbf v\times)$. Durch Dimensionsvergleich erkennen wir,
  da"s ihr Bild genau aus den schiefsymmetrischen Endomorphismen besteht.
  Nach  Proposition ist das genau der Tangentialraum der Drehgruppe im neutralen   Element und wir erhalten einen Isomorphismus
  $$\op{dreh}:\vec{\mathbb E}_{\op{or}}\langle 1/{\ph{m}}\rangle
  \sira \mathfrak g={\op{T}}_e{\op{SO}}(\vec{\mathbb E})$$
  Wir interpretieren ihn dahingehend, da"s man sich ein Element
  von $\mathfrak g$ salopp gesprochen als die Vorgabe einer
  \glqq Drehachse mit Winkelgeschwindigkeit\grqq\ vorstellen mag.
  Gegeben $\mathbf v\in \vec{\mathbb E}_{\op{or}}\langle 1/{\ph{m}}\rangle$
  mit $\mathbf v\neq 0$ 
  ist $$\gamma_{\op{dreh}(\mathbf v)}(t)=\op{exp}(t\mathbf v\times):\vec{\mathbb E}\ra \vec{\mathbb E}$$ anschaulich gesprochen
  eine Drehung um die Achse $\DR \mathbf v$ mit einer durch die L"ange von $t\mathbf v$
  gegebenen Winkelgeschwindigkeit. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Zur"uckgeholtes Skalarprodukt als Tr"agheitstensor}] 
   Wir untersuchen ein mechanisches System aus
  Massepunkten der Massen $m_1,\ldots, m_s$ mit den Zwangsbedingungen,
  da"s sich die Abst"ande zwischen je zweien unserer Punkte im Verlauf der
  Bewegung nicht "andern und auch die Abst"ande zu einem festen
  Angelpunkt $\mathbf z\in \mathbb E$ sich nicht "andern.
  Ein Punkt $a$ des  Kon\-fi\-gu\-ra\-tions\-raum $M$
  wird gegeben durch Orte
  $(\mathbf r_1(a),\ldots,\mathbf r_s(a))\in \mathbb E^s$ unserer
  Massepunkte. Das massebehaftete Skalarprodukt hat per definitionem
  bei $v,w\in \vec{\mathbb E}^s$ mit $v=(\mathbf v_1,\ldots,\mathbf v_s)$
  und $w=(\mathbf w_1,\ldots,\mathbf w_s)$ den Wert
  $$\langle v,w\rangle_{\op{g}}\pdef \sum_i \frac{m_i}{2}\langle \mathbf v_i,\mathbf w_i\rangle$$
Die Operation von  $ {\op{SO}}(\vec{\mathbb E})$
   auf dem
   Konfigurationsraum hatten wir dadurch erkl"art,
   da"s $g\in {\op{SO}}(\vec{\mathbb E})$ ein Tupel 
  $(\mathbf r_1,\ldots,\mathbf r_s)$ "uberf"uhrt in das Tupel
  $b=(\mathbf r'_1,\ldots,\mathbf r'_s)$ mit
   $\mathbf r'_i -\mathbf z= g(\mathbf r_i -\mathbf z)$. 
   In Formeln finden wir 
   $$ga=g(\mathbf r_1(a),\ldots,\mathbf r_s(a))=(\mathbf z + g(\mathbf r_1(a)-\mathbf z),
   \ldots,(\mathbf z + g(\mathbf r_s(a)-\mathbf z))$$
   Die Abbildung $(\cdot a):G\ra M$ ist die Einschr"ankung
   einer durch dieselben Formeln gegebenen affinen  
   Abbildung $\op{End}(\vec{\mathbb E})\ra \mathbb E^s$ und deren
   Differential ${\op{T}}(\cdot a)$ beim neutralen, ja bei jedem Element ist gegeben durch
   ihren linearen Anteil. Wir finden so, da"s  ${\op{T}}_e(\cdot a):\mathfrak g\sira {\op{T}}_aM$ gegeben wird durch 
   $${\op{T}}_e(\cdot a):A\mapsto \big(A(\mathbf r_1(a)-\mathbf z),
   \ldots,A(\mathbf r_s(a)-\mathbf z)\big)$$
   Schalten wir noch den Isomorphismus
   $\op{dreh}: \vec{\mathbb E}_{\op{or}}\langle 1/{\ph{m}}\rangle\sira
   \mathfrak g$ vor, so ergibt sich
    $${\op{T}}_e(\cdot a):\op{dreh}(\mathbf v)\mapsto \big(\mathbf v\times(\mathbf r_1(a)-\mathbf z),
   \ldots,\mathbf v\times(\mathbf r_s(a)-\mathbf z)\big)$$
   Wir finden so f"ur das zur"uckgeholte massebehaftete Skalarprodukt
$$s_a(\op{dreh}(\mathbf v),\op{dreh}(\mathbf w))=\sum_i \frac{m_i}{2}\big\langle\mathbf v\times(\mathbf r_i(a)-\mathbf z),\mathbf w\times(\mathbf r_i(a)-\mathbf z)\big\rangle$$
   Man nennt dieses $\langle {\ph{g}}{\ph{m}}^2\rangle$-wertige
   Skalarprodukt auf
   $\vec{\mathbb E}_{\op{or}}\langle 1/{\ph{m}}\rangle$  den
   {\bf Tr"agheitstensor}\index{Tr"agkeitstensor} oder
   {\bf Inertialtensor}\index{Inertialtensor} unseres starren K"orpers
   und notiert ihn
   ${\op{I}}_a(\mathbf v,\mathbf w)$. Speziell hei"st
   ${\op{I}}_a(\mathbf v,\mathbf v)$ das
   {\bf Tr"agheitsmoment}\index{Tr"agkeitsmoment} um die Achse
     durch $\mathbf z$ in Richtung $\mathbf v$
   unseres starren K"orpers, berechnet f"ur den Zustand $a$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Bewegung kr"aftefreier K"orper}] 
  Nach der allgemeinen Theorie bewegt sich unser starrer
  K"orper, wenn keine "au"seren Kr"afte auf ihn einwirken,
  l"angs einer Geod"ate auf dem Konfigurationsraum $M$ mit seiner
  durch das massebehaftete Skalarprodukt gegebenen riemannschen Metrik.
  W"ahlen wir einen Punkt $a\in M$, so entspricht sie unter
  dem Diffeomorphismus
  $$(\cdot a):G\sira M$$
  der durch linksinvariante Fortsetzung des Tr"agheitstensors
  $s_a$ auf $\mathfrak g$ gegebenen riemannschen Metrik auf $G$.
  Sind die Metriken auf zwei riemannschen Mannigfaltigkeiten verwandt unter
  einem Diffeomorphismus, so sind auch die jeweiligen Geod"aten verwandt. 
  Es gilt also, die Geod"aten auf $G$ f"ur linksinvariante
  riemannschen Metriken zu finden. Klar ist hier erst einmal nur, da"s
  gegeben $\gamma:\DR\ra G$ so eine Geod"ate und
  $g\in G$ auch $t\mapsto g\gamma(t)$ wieder so eine Geod"ate sein mu"s. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl} 
  Nun betrachten wir die Exponentialabbildung
  $$\op{exp}:\mathfrak g\ra G$$
  gegeben durch $A\mapsto \op{exp}(A)=\gamma_A(1)$.
  Die Gruppe $G$ operiert durch Konjugation auf
  sich selber und damit auch  auf ihrem Tangentialraum am neutralen
  Element. Diese Operation hei"st die {\bf adjungierte Operation} 
  $\op{Ad}_g\pdef {\op{T}}_e(\op{int}(g)):\mathfrak g\ra \mathfrak g$
  und ist ein
  Gruppenhomomorphismus $\op{Ad}:G\ra \op{GL}(\mathfrak g)$ durch
  $g\mapsto \op{Ad}_g$. In unserem Fall
  haben wir $(\op{Ad}_g)(A)=gAg^{-1}$. Die Exponentialabbildung
  ist offensichtlich
  "aquivariant f"ur die adjungierte Operation auf $\mathfrak g$ und
  die Operation durch Konjugation von $G$ auf sich selbst, in Formeln 
  $\op{exp}(\op{Ad}_g(X))=\op{int}_g(\op{exp}A)$. Man pr"uft leicht
  ${\op{T}}_0\op{exp}=\op{id}: \mathfrak g\ra\mathfrak g$ unter Unterschlagung
  einer Notation f"ur den offensichtlichen Isomorphismus
  $\mathfrak g\sira {\op{T}}_0\mathfrak g$. Mithin induziert
  die Exponentialabbildung einen Diffeomorphismus $\op{exp}:U\sira V$
  zwischen
  einer offenen Umgebung $U\co \mathfrak g$ des Ursprungs und
  einer offenen Umgebung $V\co G$ des neutralen Elements. 
  Geod"aten in $V\co G$ sind also unter $\op{exp}$ verwandt zu Geod"aten in
  $U\co \mathfrak g$ in Bezug auf die zur"uckgezogene Metrik.
  Diese zu bestimmen ist im allgemeinen
  einen schwierige Aufgabe und wir beschr"anken uns im folgenden
  auf spezielle F"alle.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Adjungierte Darstellung als Standarddarstellung}]
  Im Fall der Drehgruppe $G={\op{SO}}(\vec{\mathbb E})$ ist, wie man unschwer
  nachrechnet, unser Isomorphismus
  $\op{dreh}: \vec{\mathbb E}_{\op{or}}\langle 1/{\ph{m}}\rangle\sira
  \mathfrak g$ "aquivariant in Bezug auf die offensichtliche
  Operation links und die adjungierte Darstellung rechts. In der Tat
  gilt ja $g(\mathbf v\times \mathbf w)=g\mathbf v\times g\mathbf w$
  f"ur alle $g\in G$ und folglich $g\circ (\mathbf v\times)\circ g^{-1}=(g\mathbf v\times)$ alias $\op{Ad}_g(\op{dreh}\mathbf v)=\op{dreh}(g\mathbf v)$. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Bewegung einer homogenen Kugel}]
  Besonders "ubersichtlich ist der Fall, da"s der Tr"agheitstensor ${\op{I}}_a$
  unabh"angig ist von $a\in M$. Anschaulich bedeutet das, da"s wie auch immer
  ich meinen K"orper positioniere, seine Tr"agheitsmomente um alle Achsen
  dieselben bleiben. Eine homogene Kugel etwa, die in ihrem Zentrum
  ihren Angelpunkt hat, hat diese Eigenschaft.
  In diesem Fall ist unsere Metrik auf $G$ nicht nur linksinvariant, sondern
  auch rechtsinvariant und damit invariant unter allen
  Konjugationen $\op{int}_g$. Damit ist auch der
  unter $\op{exp}$ zur"uckgezogene
  Zweitensor auf $\mathfrak g$ invariant unter der adjungierten Operation
  und der weiter unter $\op{dreh}$ zur"uckgezogene
  Zweitensor auf $\vec{\mathbb E}_{\op{or}}\langle 1/{\ph{m}}\rangle$
  invariant unter allen Drehungen.
  Sicher finden wir auch eine unter allen  Drehungen $g\in G$
  invariante Umgebung
  $U\co \vec{\mathbb E}_{\op{or}}\langle 1/{\ph{m}}\rangle$ des Ursprungs,
  die unter $\op{exp}\circ \op{dreh}$ diffeomorph auf $V\co G$
  abgebildet wird. 
  F"ur jede Geod"ate in $U$ unter der zur"uckgezogenen Metrik ist dann auch
  der gedrehte Weg eine Geod"ate. Da aber Geod"aten
  durch ihre Geschwindigkeit an einer Stelle
  bereits eindeutig festgelegt werden, m"ussen die Geod"aten
  durch den Ursprung $0\in U$ mithin auf Ursprungsgeraden verlaufen.
  Spielen wir diese Erkenntnis zur"uck nach $G$, so sehen wir, da"s
  m"ogliche Bewegungen $\gamma$ mit $\gamma(0)=e$ f"ur kleine Zeiten
  die Gestalt $\gamma(t)=\gamma_A(\varphi(t))$ haben m"ussen mit
  $A\in \mathfrak g$ und $\varphi:(-\varepsilon, \varepsilon)\ra\DR$ glatt
  mit $\varphi(0)=0$. M"ogliche Bewegungen halten mithin eine Drehachse fest.
  Aus der Erhaltung der kinetischen Energie folgt dann,
  da"s sie mit konstanter Winkelgeschwindigkeit
  um besagte Achse geschehen
  m"ussen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Drehung um Tr"agheitsachsen}]
  Im allgemeinen gibt es nach dem Satz "uber die
  Hauptachsentransformation, und daher hat er auch seinen Namen,
  stets eine Orthonormalbasis von
  $\vec{\mathbb E}_{\op{or}}\langle 1/{\ph{m}}\rangle$,
  die orthogonal ist f"ur den Tr"agheitstensor.
  Ist ganz allgemein $s$ ein Zweitensor auf ${\op{T}}_eG$ und $g\in G$ mit
  $\op{Ad}_g(s)=s$, so gilt f"ur die linksinvariante Fortsetzung $\tilde s$
  von $s$
  notwendig $\op{int}_g:\tilde s\leadsto \tilde s$.  In der Tat kommutieren 
  f"ur alle $x\in G$ das linke Diagramm $$
  \xymatrix{ (G,e) \ar[rr]^{\op{int}_g}\ar[d]^{{x}\cdot}&& (G,e)
    \ar[d]^{{gxg^{-1}}\cdot}&& {\op{T}}_eG \ar[rr]^{\op{Ad}_g}\ar[d]^{{\op{T}}(x\cdot)}&& {\op{T}}_eG
    \ar[d]^{{\op{T}}(gxg^{-1}\cdot)}\\
  (G,x)\ar[rr]^{\op{int}_g}&&(G,gxg^{-1})&& {\op{T}}_x G\ar[rr]^{{\op{T}}(\op{int}_g)}&&{\op{T}}_{gxg^{-1}}G
  }$$
  und dann auch das rechte und das zeigt die Behauptung. Ist nun $g$ eine Drehung  um eine Tr"agheitsachse um den gestreckten Winkel, so ist der
  Tr"agheitstensor darunter invariant. Damit ist nach obigen "Uberlegungen
  auch die zugeh"orige linksinvariante Metrik auf $G$ invariant unter
  $\op{int}_g$ und folglich
  die vermittels $\op{exp}\circ \op{dreh}$ zur"uckgeholte
  Metrik invariant unter $\op{Ad}_g$. Da es aber nur eine Geod"ate mit
  vorgegebenem Geschwindigkeitsvektor beim Ursprung
  von $\vec{\mathbb E}_{\op{or}}\langle 1/{\ph{m}}\rangle$ gibt,
  mu"s jede Geod"ate in Bezug auf diese zur"uckgeholte Metrik,
  die beim Ursprung in Richtung einer Hauptachse l"auft, ganz auf
  dieser Hauptachse verlaufen. Zusammen mit der Energieerhaltung zeigt das,
  da"s alle Drehbewegungen um eine Tr"agheitsachse mit konstanter
  Winkelgeschwindigkeit die Bewegungsgleichungen l"osen. 
\end{Bemerkungl}


\subsection{Koadjungierte Bahnen (noch unausgegoren)}
\begin{Ubung}
Auf jeder koadjungierten Bahn $\mathcal{O} \subset \frak{g}^\ast$ 
einer Liegruppe $G$ gibt es genau eine symplektische Struktur $\omega$ mit
\begin{equation*}
\omega_{\xi} (\op{d}_e (\cdot \xi) X, \op{d}_e(\cdot \xi)Y) = \xi ([X,Y])
\end{equation*}
f"ur alle $\xi\in \frak{g}^\ast$
und $X,Y \in \frak{g}$. Hier meint $\op{d}_e(\cdot \xi) X
$ das Bild von
$X$ unter dem Differential beim neutralen Element 
der Abbildung $G \rightarrow \mathcal{O}$,
$g \mapsto g\cdot \xi\pdef ({\op{Ad}}^\ast g)(\xi)$. 
In der Tat ist die rechte Seite der Effekt auf $X$ des
Differentials bei $e \in G$ von $G \rightarrow \mathbb{R}$, $g \mapsto \xi
((\op{Ad} g)(Y))=((\op{Ad}^\ast g)^{-1}\xi)
(Y)=( g^{-1}\cdot\xi)(Y)$, und so erkennt man, da"s das Radikal 
der alternierenden Bilinearform
$(X,Y) \mapsto \xi ([X,Y])$ gerade der Kern von $\op{d}_e (\cdot \xi)$ 
alias die
Lie\-algebra $\op{Lie} G_\xi $ der Isotopiegruppe $G_\xi $ ist.
Die Identit"at $d \omega =0$ pr"uft man wohl am besten 
f"ur die auf $G$ zur"uckgeholte
Form.
\end{Ubung}
\nichtfinal{Schlimmer Notationsunfall!}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Symmetrien und Erhaltungsgr"o"sen}]
  Jedes Vektorfeld $\xi$ auf einer
  symplektischen Mannigfaltigkeit $(X,\omega)$ mit $\mathcal L_\xi\omega=0$,
  dessen Flu"s also die symplektische Form erh"alt, ist lokal ein symplektischer Gradient. In der Tat folgt mit der Cartanformel und $\diff \omega=0$ direkt
  $$0=\mathcal L_\xi\omega=i_\xi(\diff\omega)+ \diff (i_\xi\omega)= \diff (i_\xi\omega)$$
  Nach dem Poincar\'elemma \ref{??} gibt es folglich f"ur jeden Punkt
  auf einer offenen Umgebung eine glatte Funktion $f:X\ra\DR$ mit
  $\diff f= i_\xi\omega$ alias $\xi=\op{grad}_\omega f$. Verschwindet die erste
  de-Rham-Kohomologie von $X$, so gibt es per definitionem sogar eine
  globale glatte Funktion $f:X\ra \DR$ mit $\xi=\op{grad}_\omega f$.  
  Ist zus"atzlich $H$ eine Hamiltonfunktion und  $\xi H=0$, so
  ist $f$ konstant auf den Bahnen.
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungl}[\textbf{Infinitesimale Operation und Impulsabbildung}]
Seien $G$ eine Liegruppe und $M$ eine Mannigfaltigkeit mit einer $G$-Operation.
Die Verkn"upfung
\begin{equation*}
{\op{T}}_e G \times M \hookrightarrow {\op{T}}G 
\times {\op{T}}M \sira
{\op{T}} (G \times M) \rightarrow {\op{T}}M
\end{equation*}
der offensichtlichen Einbettung 
gefolgt von der offensichtlichen Identifikation und dem Differential
der Wirkung ist ein Morphismus von Vektorb"undeln "uber $M$.
Gegeben $\xi\in\op{Lie}G={\op{T}}_eG$ bezeichnen wir das Bild des
zugeh"origen konstanten Schnitts in ${\op{T}}M$ mit $\xi^M$ und
erhalten so ein glattes Vektorfeld auf
$M$,\label{VFoU}\index{)8bb@$\xi^M$ infinitesimale Operation} 
 das {\bf Vektorfeld der
infinitesimalen Operation von $\xi$}.\index{infinitesimale Operation} 
Gehen wir zu den dualen B"undeln "uber, so erhalten
wir den ersten Pfeil der Abbildungskette
$
{\op{T}}^\ast M \rightarrow {\op{T}}^\ast_e G \times M 
\rightarrow  {\op{T}}^\ast_e G=\mathfrak g^*.
$
Als zweiten Pfeil nehmen wir die Projektion.
Die Verkn"upfung dieser beiden Abbildungen
hei"st die \defind{Impulsabbildung}
\begin{equation*}
\mu : {\op{T}}^\ast M \rightarrow \mathfrak g^*
\end{equation*}
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition} Sei $(X,\omega)$ eine
  symplektische Mannifaltigkeit.
  Eine Operation einer Gruppe $G$ auf $X$ hei"st
  {\bf symplektisch},\index{symplektisch!Gruppenwirkung}
  wenn gilt $(g\cdot):\omega\leadsto\omega$ f"ur alle $g\in G$.
\end{Definition}
\begin{Definition} 
Sei $(X,\omega)$ eine
  symplektische Mannifaltigkeit und $G\times X\ra X$ eine 
  glatte symplektische Operation einer Liegruppe $G$ auf $X$.
  Eine Abbildung
  $$J:X\ra \mathfrak g^*$$
  in den Dualraum 
  der Liealgebra von $G$ hei"st eine\label{ipu} 
  {\bf Impulsabbildung},\index{Impulsabbildung} wenn f"ur alle $\xi\in \mathfrak g$ gilt $\xi^X=\op{grad}_\omega(\xi\circ J)$ mit der Ma"sgabe, da"s
  wir rechts unseren Vektor $\xi$ als lineare Abbildung
  $\xi:\mathfrak g^*\ra\DR$ auffassen. 
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl} Eine Impulsabbildung mu"s im allgemeinen nicht existieren.
 Wenn sie existiert, ist sie eindeutig bestimmt bis auf
  eine additive Konstante aus $\mathfrak g^*$. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}[\textbf{Impulsabbildung von Kotangentialb"undeln}]
  Die in \ref{VFoU} konstruierte Impulsabbildung ist
  eine Impulsabbildung f"ur die auf dem Kotangentialb"undel induzierte
  Gruppenoperation. Um das zu sehen, erinnern wir $\omega=-d\vartheta$
  f"ur das kanonische Kovektorfeld $\vartheta$ aus \eref{kakov}{AN2} 
  auf $X\pdef {\op{T}}^*M$.
  Sicher ist es invariant unter $G$, also verschwindet seine Lieableitung
  $\mathcal L_{\xi^X}(\vartheta)=0\;\forall \xi\in \mathfrak g$.
  Mit der Cartan-Formel \eref{LabD}{AN2}
  erhalten wir
  $0= i_{\xi^X}(d\vartheta)+ d(i_{\xi^X}\vartheta)$ alias
  $$i_{\xi^X}\omega= d(i_{\xi^X}\vartheta)$$ alias
  \eref{syG}{AN2} die Identit"at $\xi^X=\op{grad}_\omega(i_{\xi^X}\vartheta)$.
  Wir haben aber per definitionem
  $\xi\circ \mu= i_{\xi^X}\vartheta$ und das zeigt
  $\xi^X=\op{grad}_\omega(\xi\circ \mu)$ und $\mu$ ist in der Tat eine
  Impulsabbildung. 
\end{Beispiel}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Impuls als Invariante der Bewegung}]
  Nach \eref{PoiK}{AN2} bedeutet das Verschwinden
   $\{f,H\}=0$ der Poissonklammer, da"s $f$ eine Invariante der Bewegung ist.
  Weiter wissen wir von dort $\{f,H\}=-\xi H$ f"ur $\xi= \op{grad}_\omega f$.
  Ist insbesondere $H$ eine $G$-invariante Hamiltonfunktion auf $X$, so folgt
  f"ur alle $\xi\in \mathfrak g$ bereits  $\xi^X H=0$ und damit
  $\{\xi\circ J,H\}=0$ und damit sind alle $\xi\circ J$ Invarianten der
  Bewegung und damit ist auch $J$ eine Invariante der Bewegung. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Starrer K"orper}]
  Im Fall eines starren K"orpers, der an einem Punkt fixiert ist,
  erhalten wir eine freie und transitive Operation der Drehgruppe
  $G\pdef \op{SO}(\vec{\mathbb E})$ auf dem Konfigurationsraum $M$ unseres
  Systems. In welcher Position $x\in M$ unser K"orper sich auch
  immer befindet, wir k"onnen eine Rotation $g$
  um feste Achse in $\vec{\mathbb E}$ 
  um einen festen Winkel anwenden und ihn in eine neue Position $gx\in M$
  "uberf"uhren. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl} Die nichtkonstanten glatten Gruppenhomomorphismen
  $\vec{\mathbb T}\ra \op{O}(\vec{\mathbb E})$ beschreiben
  anschaulich 
  Drehbewegungen um eine
  vorgegebene Achse mit vorgegebener Winkelgeschwindigkeit.
  Die Menge aller glatten Gruppenhomomorphismen
  $\gamma:\DR\ra \op{O}(\vec{\mathbb E})$ ist 
  in Bijektion zur Liealgebra $\op{Lie}\op{O}(\vec{\mathbb E})$
  vermittels der Vorschrift $\gamma\mapsto \gamma'(0)$.
  In der Welt der Koordinaten k"onnen wir jedem Vektor $v\in \DR^3$
  die Einparametergruppe $\gamma_v:t\mapsto \op{exp}(tv\times\;)$ zuordnen
  und erhalten so eine Bijektion $\DR^3\sira  \op{Lie}\op{O}(3)$.
  W"ahlen wir eine L"angeneinheit und eine Orientierung
  auf $\vec{\mathbb E}$,
  so k"onnen wir auch dort ein Kreuzprodukt einf"uhren
  und erhalten eine von Wahlen unabh"angige 
  Bijektion 
 $$\vec{\mathbb E}\langle\ph{m}^{-1}\rangle\otimes\op{or}_\DR(\vec{\mathbb E})\sira  \op{Lie}\op{O}(\vec{\mathbb E})$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Eine Linearform auf $\op{Lie}\op{O}(\vec{\mathbb E})$ man man sich 
  vermittels des geometrischen Skalarprodukts auch
  als ein Element von
  $\vec{\mathbb E}\langle\ph{m}^{-1}\rangle\otimes\op{or}_\DR(\vec{\mathbb E})$
  denken. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Bewegungen einer Kugel}]
  Ist unser K"orper eine in ihrem Zentrum fixierte homogene Kugel,
  so ist die Hamiltonfunktion invariant unter der induzierten Operation
  von ${\op{SO}}(\vec{\mathbb E})$ auf dem Phasenraum ${\op{T}}^*M$
  und f"ur jede Bewegung mu"s nach dem
  vorhergehenden der Wert von $J$ konstant sein. Zu jeder Anfangsposition
  $x\in M$ 
  und Anfangsgeschwindigeit $v\in {\op{T}}_x M$, die wir als Bild
  eines Vektors $w\in {\op{T}}_e G$ sehen k"onnen, erhalten wir so die
  bekannte
  Beschreibung der Bewegung, die Kugel dreht sich eben um die durch $w$ gegebene
  Achse mit der durch $w$ gegebenen Drehgeschwindigkeit. 
\end{Bemerkungl}
  

\subsection{Geometrie der Hamilton'schen Gleichungen} 
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Motivation}]
Die Bedingung des Senkrechtstehens in den
Bewegungsgleichungen, die wir in
\ref{phmG} hergeleitet haben, eignet sich nicht
f"ur explizite Rechnungen. Im sogenannten
\glqq Hamilton'schen Formalismus\grqq\ 
werden unsere Bewegungsgleichungen 
 $$\big(\ddot{\gamma}(t) - \tilde F (\gamma (t)) \big)
\perp_{{\ph{g}}} {\op{T}}_{\gamma (t)} M$$ aus \ref{DESa}
f"ur ein System mit Zwangsbedingungen umgeschrieben zu einem  System von Differentialgleichungen 
erster Ordnung. Das braucht jedoch einige Vorbereitungen. Wir beginnen
mit dem Fall eines Systems
ohne Zwangsbedingungen, in dem das Umschreiben zu einem
System erster Ordung noch keinerlei Schwierigkeiten aufwirft,
behandeln es aber in einer Weise, die sich gut
auf den Fall eines Systems mit Zwangsbedingungen verallgemeinern l"a"st.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Symplektischer Gradient im Fall affiner R"aume}] 
Gegeben ein endlichdimensionaler reeller
affiner Raum $P$ und auf seinem Richtungsraum eine symplektische Form
$\omega:\vec P\times \vec P\ra \DR$ erkl"aren wir in Spezialisierung von
\ref{Grgg} f"ur jede differenzierbare Funktion
$f:P \ra\DR$ ihren 
    {\bf symplektischen Gradienten}\index{symplektisch!Gradient}\index{Gradient!symplektischer} als das Vektorfeld $\op{grad}_\omega f$,
dessen\index{grad@$\op{grad}_\omega f$ symplektischer Gradient}
    Wert an einer Stelle $p\in P$ gegeben
wird durch
die Bedingung, 
 da"s f"ur alle Vektoren $v\in \vec P$
gilt $$\omega((\op{grad}_\omega f)(x),v)=({\op{D}}_{v}f)(p)$$
mit $({\op{D}}_{v}f)(p)=(\diff_p f)(v)$
der Richtungsableitung von $f$ in Richtung $v$ an der Stelle $p$.
Mit unserer Identifikation $\op{can}_\omega:\vec P\ra \vec P^\ast$
durch $u\mapsto \omega(u,\;)$ haben wir also 
$(\op{grad}_\omega f)(p)= \op{can}_\omega^{-1}(\diff_p f)$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Bewegung ohne
      Zwangsbedingung als Flu"swegprojektion}] 
Nun betrachten wir ein System von $\Lambda$ Massepunkten der
Massen $m_1, \ldots, m_\Lambda$ im Anschauungsraum $\mathbb{E}$.
Das massebehaftete Skalarprodukt aus \ref{phmG} 
induziert  einen Isomorphismus\label{BSEO}  
$\kappa: \vec{\mathbb E}^{\Lambda}\sira 
\vec{\mathbb E}^{\ast \Lambda}\langle {\ph{gm}}^2\rangle$. 
Wir betrachten den Isomorphismus 
$$\iota\pdef \op{id}\oplus\kappa: \vec{\mathbb E}^{\Lambda}\oplus 
 \vec{\mathbb E}^{\Lambda}\langle 1/{\ph{s}}\rangle \sira \vec{\mathbb E}^{\Lambda}\oplus 
\vec{\mathbb E}^{\ast \Lambda}\langle {\ph{gm}}^2/{\ph{s}}\rangle$$
Unter diesem Isomorphismus entspricht
die {\bf kanonische $\langle {\ph{gm}}^2/{\ph{s}}\rangle$-wertige
symplektische Form}
 $\omega$ auf dem 
Wertebereich
 gegeben  durch
 $\omega((v,\phi),(w,\psi))\pdef \psi(v)-\phi(w)$ einer $\langle {\ph{gm}}^2/{\ph{s}}\rangle$-wertigen symplektischen Form
$\eta$ auf dem Definitionsbereich, die gegeben wird durch  die Formel
$$\eta((v_1,v_2),(w_1,w_2))\pdef
 \langle w_2,v_1\rangle_{{\ph{g}}}-\langle v_2,w_1\rangle_{{\ph{g}}}$$
 Erkl"aren wir den
 {\bf Geschwindigkeitsphasenraum}\index{Geschwindigkeitsphasenraum} oder
 kurz {\bf Phasenraum}\index{Phasenraum} 
 $$P\pdef {\mathbb E}^\Lambda\times \vec{\mathbb E}^\Lambda\langle 1/{\ph{s}}\rangle$$ als den
 Raum aller m"oglichen Orte und Geschwindigkeiten der
 Teilchen unseres Systems, so ist $\eta$ eine symplektische Form auf seinem
 Richtungsraum $\vec P$. 
Die Funktion der
{\bf kinetischen Energie}\index{Energie!kinetische} 
$K:P\ra 
\langle {\ph{gm}}^2/{\ph{s}}^2\rangle$, gegeben in Formeln durch 
$K:(x, v)\mapsto
\frac{1}{2}\langle v, v\rangle_{{\ph{g}}}$,
hat nun das Differential  
$(\diff_{(x, v)}K):(w_1,w_2)\mapsto \langle  w_2,v\rangle_{{\ph{g}}}$
f"ur $w_1\in\vec{\mathbb E}^\Lambda$ und 
$w_2\in\vec{\mathbb E}^\Lambda\langle 1/{\ph{s}}\rangle$  
 und hat folglich
  als symplektischen Gradienten 
das \hyperref[GeFe]{Geschwindigkeitsfeld} 
 mit den Werten
$$(\op{grad}_{\eta}K)(x, v)
=( v,0)$$
Dahingegen hat die Funktion
$V: P
\ra \langle {\ph{gm}}^2/{\ph{s}}^2\rangle$ 
 der
{\bf poten\-tiel\-len Energie} 
 das Differential 
$(\diff_{(x,v)}V):(w_1,w_2)\mapsto -\langle \tilde F(x),w_1\rangle_{{\ph{g}}}$
f"ur $\tilde F(x)$ die Zusammenfassung der
massebereinigten externen Kr"afte, gewisserma"sen per definitionem, und 
 hat folglich
  als symplektischen Gradienten 
das \hyperref[GeFe]{Geschwindigkeitsfeld} 
 $$(\op{grad}_{\eta}V)(x, v)
=( 0,\tilde F(x))$$
F"ur die {\bf Gesamtenergie} $E:P\ra  \langle {\ph{gm}}^2/{\ph{s}}^2\rangle$  gegeben durch $E\pdef K+V$ wird der
symplektische Gradient $\op{grad}_\eta E$ mithin gegeben durch
das \hyperref[GeFe]{Geschwindigkeitsfeld}\label{syGR} $$(\op{grad}_{\eta}E)(x, v)
=( v,\tilde F(x))$$
Die
Flu"swege
$\alpha:I\ra P,\; 
t\mapsto (\gamma(t), \rho(t))$ des symplektischen Gradienten der Gesamtenergie
auf dem Phasenraum 
f"ur $I\subset\mathbb T$ ein mehrpunktiges Zeitintervall sind genau die 
differenzierbaren Abbildungen mit $\dot\gamma(t)=\rho(t)$
und $\dot\rho(t)=\tilde F(\gamma(t))$ alias
$\ddot\gamma(t)=\tilde F(\gamma(t))$ f"ur alle 
Zeiten $t\in I$ alias die 
Abbildungen $t\mapsto (\gamma(t), \dot\gamma(t))$
f"ur $\gamma$ eine L"osung der 
Newton'schen Bewegungsgleichungen ohne Zwangsbedingungen.
Speziell sind im Fall $\Lambda=1$
der Bewegung eines Teilchens der Masse $m_1=m$ die Projektionen unserer
Flu"swege $\alpha$ auf ihren Ortsanteil genau die L"osungen der
Newton'schen Bewegungsgleichung 
$$\ddot\gamma(t)=\tilde F(\gamma(t))=\frac{F(\gamma(t))}{m}$$
aus \ref{KrFe} und auch allgemeiner sind die L"osungen der
Bewegungsgleichungen genau die Projektionen der Flu"swege des symplektischen Gradienten der Gesamtenergie auf dem Phasenraum. Im folgenden werden wir sehen,
wie sich  diese Beschreibung auf den Fall eines Systems mit Zwangsbedingungen
verallgemeinern l"a"st.
\end{Bemerkungl}




\begin{Proposition}[\textbf{Bewegung als Projektion von Flu"swegen}] 
  Seien $X$ ein endlichdimensionaler reeller Raum, $V:X\ra\DR$  glatt und $s$ ein Skalarprodukt auf $\vec X$.
  Seien $\eta=\eta_s$ die symplektische Form auf  $\vec X \times \vec X$ 
  gegeben durch\label{etAA} $$\eta((v_1,v_2),(w_1,w_2))\pdef 
  s(v_1 , w_2)-s( v_2,w_1)$$ und $I\subset\DR$ ein
  mehrpunktiges Intervall. So ist $\gamma:\DR\supset I\ra X$ eine 
  L"osung der Differentialgleichung
  $$\gamma''(t)=-(\op{grad}_sV)(\gamma(t))$$ genau dann, wenn $\gamma$ die
  Projektion auf $X$ eines Flu"swegs des symplektischen Gradienten
  $\op{grad}_\eta E$ ist f"ur\label{Bseo} 
  $E:X\times \vec X\ra \DR,
  E(x,v)\pdef V(x)+s(v,v)/2$.  
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
  Wir verwenden hier implizit die offensichtliche Identifikation zwischen
  $\vec X\times \vec X$ und dem Richtungsraum von $X\times \vec X$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Als Beispiel mag man sich $X=\mathbb E^\Lambda$ und $s=\langle\;,\,\rangle_{\op{g}}$ und $V$ unsere Potentialfunktion
  denken, letztere zur Vereinfachung befreit von ihren Einheiten.
  Physikalisch ist $X\times \vec X$ der Geschwindigkeitsphasenraum und
  unsere Proposition bringt zum Ausdruck, da"s die L"osungen der
  Bewegungsgleichungen als  die Fu"spunktprojektionen der
  Flu"swege des symplektischen Gradienten der Gesamtenergie auf dem Phasenraum
  beschrieben werden k"onnen. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Unser Skalarprodukt induziert einen Isomorphismus $\op{can}_s:\vec X\sira \vec X^*$ und dann auch einen Isomorphismus $\op{id}\times \op{can}_s:\vec X\times \vec X\sira \vec X\times \vec X^*$. Unsere symplektische Form $\eta_s$
  entspricht unter letzterem Ismorphismus der kanonischen symplektischen Form
  auf $\vec X\times \vec X^*$ gegeben durch die Formel
 $\omega((v,\phi),(w,\psi))\pdef \psi(v)-\phi(w)$.
\end{Bemerkungl}
  
\begin{proof} 
  F"ur $(x,v)\in X\times \vec X$ und $(w_1,w_2)\in \vec X\times \vec X$
  und  $V:X\times \vec X\ra \DR$ gegeben durch $V(x,v)\pdef V(x)$
  finden wir 
  $$\begin{array}{lll}
   (\diff_{(x,v)}V)(w_1,w_2) &=& (\diff_{x}V)(w_1)\\[1mm]
    &=& s\big((\op{grad}_sV)(x), w_1\big)\\[1mm]
    &=& \eta\big((0,-(\op{grad}_sV)(x)), (w_1,w_2)\big)
  \end{array}
 $$
und somit $(\op{grad}_\eta V)(x,v)=(0,-(\op{grad}_sV)(x))$.
F"ur $K:X\times \vec X\ra \DR$ gegeben durch
$K(x,v)\pdef s(v,v)/2$ finden wir andererseits
  $$\begin{array}{lll}
   (\diff_{(x,v)}K)(w_1,w_2) &=& s(v, w_2)\\[1mm]
    &=& \eta\big((v,0),(w_1,w_2)\big)
  \end{array}
$$
und so $(\op{grad}_\eta K)(x,v)=(v,0)$.
F"ur $E=V+K$ haben wir mithin
$$(\op{grad}_\eta E)(x,v)=(v,-(\op{grad}_sV)(x))$$
Die 
Flu"swege
$\alpha:I\ra X\times \vec X, 
t\mapsto (\gamma(t), \rho(t))$ dieses Vektorfelds  sind demnach genau die 
differenzierbaren Abbildungen $\alpha=(\gamma,\rho)$,
f"ur deren Komponenten gilt $\gamma'(t)=\rho(t)$
und $\rho'(t)=-(\op{grad}_sV)(\gamma(t))$, und entsprechen unter
$\gamma\mapsto (\gamma,\gamma')$ eineindeutig
den zweimal differenzierbaren 
Abbildungen $\gamma:I\ra X$ 
mit \begin{displaymath}\gamma''(t)=-(\op{grad}_sV)(\gamma(t))\qedhere 
\end{displaymath}
\end{proof}


\begin{Bemerkungl}
Um Zwangsbedingungen in den obigen Formalismus 
einzubauen, und das ist unser eigentliches Ziel,
mu"s ich einige Grundbegriffe  
aus der Differentialgeometrie erkl"aren. 
Hier bespreche ich sie nur
ad hoc und sozusagen zu Fu"s
f"ur eingebettete Mannigfaltigkeiten. Den vollen Formalismus 
k"onnen
Sie in der Differentialgeometrie kennenlernen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Vektorfelder auf Mannigfaltigkeiten und ihre Flu"swege}]
Gegeben ein endlichdimensionaler reeller affiner Raum
$Y$ und eine glatte Mannigfaltigkeit $N\subset Y$
erinnere ich an
ihr \hyperref[DTBE]{Tangentialb\"undel} 
${\op{T}}N\subset Y\times\vec Y$, das wir in \ref{TBUMs} 
als eine glatte Mannigfaltigkeit in $Y\times\vec Y$
erkl"art hatten. Ein 
{\bf Vektorfeld\index{Vektorfeld!auf eingebetteter Mannigfaltigkeit} auf} 
$N$ ist definiert als ein Schnitt $A$ der
B"undelprojek\-tion $\pi:{\op{T}}N\sra N$, also eine 
Abbildung $A:N\ra{\op{T}}N$ mit $\pi\circ A=\op{id}_N$, die mithin jedem Punkt
$q\in N$ einen Tangentialvektor $A_q\in {\op{T}}_qN$ an 
$N$ bei $q$ zuordnet.
 Ein {\bf Flu"sweg}\index{Flu"sweg} eines
Vektorfelds $A$ ist eine differenzierbare Abbildung
$\gamma:I\ra N$ von einem mehrpunktigen Intervall 
$I\subset\DR$ nach $N$ mit $\gamma'(t)=A_{\gamma(t)}$ f"ur
alle $t\in I$. Mit 
differenzierbar ist hier gemeint, da"s die durch 
Nachschalten der Einbettung $N\hra Y$ entstehende Abbildung 
$\gamma:I\ra Y$ differenzierbar sein soll im bereits
in \ref{Gesch} definierten Sinne. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Symplektische Gradienten  
auf Mannigfaltigkeiten}] 
Gegeben ein endlichdimensionaler reeller affiner Raum $Y$
und eine glatte Mannigfaltigkeit $N\subset Y$ 
versteht man unter einem {\bf kovarianten $2$-Tensor $\omega$ auf $N$}
eine Zuordnung $\omega$, die jedem Punkt $q\in N$ eine
Bilinearform $\omega_q$ auf seinem Tangentialraum
${\op{T}}_qN$ zuordnet.\label{etGR} 
Sind alle diese Bilinearformen nichtausgeartet,
so hei"st unser $2$-Tensor {\bf nichtausgeartet}.
 Ist $f:Y\ra \DR$  eine 
differenzierbare Funktion und $\omega$ ein nichtausgearteter $2$-Tensor auf $N$, so erkl"aren
 ein Vektorfeld 
$$\op{grad}_\omega f$$ auf $N$, den {\bf $\omega$-Gradienten von $f$}, dessen Wert bei $q\in N$ gegeben wird durch die Formel
 $\omega_q((\op{grad}_\omega f)(q),v)=
 {\op{D}}_v (f)\;\forall v\in{\op{T}}_qN$. 
F"ur Leser, die bereits das Differential glatter Funktionen auf Mannigfaltigkeiten kennen, sei bemerkt, da"s  die Richtungsableitung  ${\op{D}}_v(f)$ von $f$ bei $q$ in Richtung $v$  mit dem Differential von $f$  bei $q$ verkn"upft ist durch die Beziehung
${\op{D}}_v (f)=(\diff_q f)(v)$. Ist speziell $\omega$ eine punktweise 
symplektische Form, so nennen wir unseren $\omega$-Gradienten auch den
{\bf symplektischen Gradienten}. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Bewegung unter Zwang als Projektion von Flu"swegen}]
  Seien $X$ ein endlichdimensionaler reeller Raum,  $V:X\ra\DR$ eine
  glatte Funktion,  $s$ ein Skalarprodukt auf $\vec X$ und 
 $M\subset X$ eine glatte Mannigfaltigkeit.\label{LZI}  So gilt: 
  \begin{enumerate}
  \item
    Die Restriktion der symplektischen Form $\eta=\eta_s$ aus \ref{etAA} von
    $\vec X\times \vec X$  auf die Tangentialr"aume ${\op{T}}_{(x,v)}({\op{T}}M)$
    des Tangentialb"undels ${\op{T}}M\subset X\times \vec X$ induziert
    einen nichtausgearteten punktweise symplektischen
    kovarianten $2$-Tensor $\bar\eta$ auf dem Tangentialb"undel;
    \item
      F"ur $E:{\op{T}}M\ra\DR$ die  Gesamtenergie
      wie in \ref{etAA}  sind die Flu"swege 
      $\alpha:I\ra {\op{T}}M$ ihres symplektischen Gradienten
      $\op{grad}_{\bar \eta} E$ auf
      ${\op{T}}M$ genau 
alle Abbildungen der Gestalt $t\mapsto (\gamma(t),\gamma'(t))$ 
f"ur $\gamma:I\ra M$  ein glatter Weg mit
$$\big(\gamma''(t)+ (\op{grad}_sV)(\gamma(t))\big)\perp_s {\op{T}}_{\gamma(t)}M\quad\forall t\in I$$
  \end{enumerate}
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Nennen wir $P\pdef {\op{T}}M$ den {\bf Phasenraum}\index{Phasenraum}
  unseres Systems mit Zwangsbedingungen, so sind damit
  die L"osungskurven der
  Bewegungsgleichungen wieder die Projektionen der Flu"swege des symplektischen Gradienten $\op{grad}_{\bar \eta} E$ der Gesamtenergie $E:P\ra\DR$.
Die physikalische Interpretation erh"alt man wie in \ref{Bseo}, indem man
den Raum $X=\mathbb E^\Lambda$ aller m"oglichen Ortsbestimmungen von $\Lambda$
Massepunkten betrachtet und $M\subset X$ die Mannigfaltigkeit  aller
auch noch mit den Zwangsbedingungen vertr"aglichen Ortsbestimmungen und $s=\langle\;,\,\rangle_{\op{g}}$ das massebehaftete Skalarprodukt
  auf $\vec X$  aus \ref{phmG} und $V$ das Potential.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungw}
  Verwendet man die durch das  Skalarprodukt gegebene
  Identifikation ${\op{T}}M\sira {\op{T}}^*M$ des Tangentialb"undels
  von $M$ mit dem sogenannten \glqq Kotangentialb"undel\grqq\
  von $M$, so entspricht unser $\bar\eta$ quasi per definitionem
  der sogenannten
  \glqq kanonischen symplektischen Form auf dem Kotangentialb"undel\grqq\
  und unsere Funktion $E$ entspricht der sogenannten
  \glqq Hamiltonfunktion\grqq\ $H$ und unsere Bewegungsgleichungen nehmen
  in sogenannten \glqq kanonischen Koordinaten\grqq\ die
  besonders transparente Form $$\dot q_i=\frac{\partial H}{\partial p_i}
  \quad\text{ und }\quad \dot
  p_i=-\frac{\partial H}{\partial q_i} $$
  an. Um das alles zu verstehen, m"ussen Sie jedoch zun"achst
  mehr Differentialgeometrie lernen. Ich bespreche es in \eref{HFO}{ML}.
\end{Bemerkungw}


  
  \begin{proof}
    Zun"achst erhalten wir f"ur $(x,v)\in{\op{T}}M$ eine
    nat"urliche kurze exakte Sequenz als obere Horizontale eines
    kommutativen Diagramms 
    $$\begin{array}{ccccc}
      {\op{T}}_v({\op{T}}_xM)&\hra& {\op{T}}_{(x,v)}({\op{T}}M)&\sra& {\op{T}}_xM\\
      \da&&\da&&\da\\
      \vec X&\stackrel{\op{in}_2}{\hra}&\vec X\times \vec X&\stackrel{\op{pr}_1}{\sra}&\vec X
    \end{array}
    $$
    mit dem Differential der B"undelprojektion ${\op{T}}M\sra M$ als zweiter
    horizontaler Abbildung und dem Differential der Einbettung der Faser ${\op{T}}_xM\hra {\op{T}}M$ als erster horizontaler Abbildung
    und den von $M\hra X$ und ${\op{T}}M\hra X\times\vec X$ induzierten
    Vertikalen. Gegeben $(v_1,v_2)\in {\op{T}}_{(x,v)}({\op{T}}M)$ folgt aus
    $$\bar\eta\big((v_1,v_2),(w_1,w_2)\big)=0\quad\forall (w_1,w_2) \in {\op{T}}_{(x,v)}({\op{T}}M)$$ 
    erst $s(v_1, w_2)=0\;\forall w_2\in {\op{T}}_xM$ und
    so $v_1=0$ und dann wegen der Surjektivit"at des Differentials der B"undelprojektion oben rechts leicht auch $v_2=0$. Das zeigt den
    ersten Teil.
 Nun    
erinnern wir aus \ref{syGR} unsere Formel f"ur den symplektischen
Gradienten der Gesamtenergie  $(\op{grad}_{\eta}E)(x, v)
=( v,-(\op{grad}_sV)(x))$. Aus
$\op{pr}_1((\op{grad}_{\bar\eta}E)(x, v))\in {\op{T}}_xM$ folgt nun leicht
  $\op{pr}_1((\op{grad}_{\bar\eta}E)(x, v))=v$ und dann ebensoleicht
  $$(\op{grad}_{\bar\eta}E)(x, v)=(v,-(\op{grad}_sV)(x)+w)$$
  mit $w=w(x,v)\in ({\op{T}}_xM)^{\perp_s}$,
    das dabei so zu w"ahlen ist, da"s unser Paar auch
    tats"achlich zu ${\op{T}}_{(x,v)}({\op{T}}M)$ geh"ort.
        So sehen wir, da"s wir die Flu"swege $\alpha:I\ra{\op{T}}M$
        von $\op{grad}_{\bar\eta}E$ genau die glatten Wege sind, die
        in Komponenten als $$\alpha(t)=(\gamma(t),\rho(t))$$ mit
        $\gamma:I\ra X$ und $\rho:I\ra\vec X$ zerlegt die
        Bedingungen
        $\gamma(t)\in M$ und $\gamma'(t)=\rho(t)$ und
        $$\big(\rho'(t)+(\op{grad}_sV)(\gamma(t))\big) \perp_s   {\op{T}}_{\gamma(t)}M\quad\forall t\in I
$$
erf"ullen. Der Satz folgt unmittelbar.
\end{proof}



  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Bewegungen unter Zwang und Einheiten}]
    Ich erkl"are nun noch, wie das Ganze zu variieren ist, wenn man
    mit Einheiten arbeiten will. 
    Dazu betrachten wir ein mechanisches System von $\Lambda$ Massepunkten der
Massen $m_1, \ldots, m_\Lambda$, deren Bewegung in der Weise eingeschr"ankt sei, da"s
die Zusammenfassung ihrer Orte
$(\mathbf r_1, \ldots , \mathbf r_\Lambda) \in \mathbb{E}^\Lambda$
sich stets auf einer 
fest vorgegebenen \hyperref[glatt]{glatten
 Untermannigfaltigkeit} $M \subset \mathbb{E}^\Lambda$ befindet, dem 
 {\bf Konfigurationsraum}\index{Konfigurationsraum} 
 unseres Systems.
 Insoweit k"onnten wir einfach unseren Satz \ref{LZI} auf  $X=\mathbb{E}^\Lambda$
 spezialisieren. 
 Jetzt gilt es aber, mit dem massebehafteten Skalarprodukt
 $$\langle \;,\;\rangle_{\op{g}}:\vec X\times \vec X\ra \langle {\ph{g}}{\ph{m}^2}\rangle$$
aus \ref{phmG} zu arbeiten und mit dem 
 {\bf Geschwindigkeitsb"undel}
$${\op{T}}M \langle 1/\ph{s}\rangle \pdef \bigcup_{p\in M}\;\{p\}\times ({\op{T}}_pM) \langle 1/\ph{s}\rangle\;\subset\; X\times\vec X \langle 1/\ph{s}\rangle$$
 Wir  nennen es den
 {\bf Geschwindigkeitsphasenraum} oder kurz  {\bf Phasenraum}.\index{Geschwindigkeitsphasenraum} 
Unser $\bar\eta$ wird ein nichtausgearteter
$\langle {\ph{gm}}^2/{\ph{s}}\rangle$-wertiger
 $2$-Tensor auf dem Phasenraum ${\op{ T}} M\langle 1/\ph{s}\rangle$ 
und die Gesamtenergie eine glatte Abbildung 
$$E:{\op{ T}} M\langle 1/\ph{s}\rangle\ra 
\langle {\ph{gm}}^2/{\ph{s}}^2\rangle$$ und deren symplektischer Gradient 
$\op{grad}_{\bar\eta}E$ ein Geschwindigkeitsfeld auf dem Phasenraum ${\op{ T}} M\langle 1/\ph{s}\rangle$.
Die nun auf mehrpunktigen Zeitintervallen $I\subset \mathbb T$
erkl"arten Flu"swege $\alpha:I\ra{\op{ T}} M\langle 1/\ph{s}\rangle$ unseres symplektischen Gradienten
sind dann genau alle Paare
$\alpha=(\gamma, \dot{\gamma})$ mit $\gamma$ einer L"osung der
Bewegungsgleichungen 
$$\big(\ddot\gamma(t)-\tilde F(\gamma(t))\big)\perp_{{\ph{g}}} {\op{T}}_{\gamma(t)}M$$
aus \ref{DESa} f"ur $\tilde F$ die Zusammenfassung der massebereinigten externen
Kr"afte.
  \end{Bemerkungl}


\nichtfinal{Gerald H"ohn fragt: Sehe ich das richtig, dass man die spezielle Relativitaetstheorie
(und die allgemeine mit fixierter Metrik) auch als Spezialfall
der Hamiltonschen Mechanik auffassen kann, wenn man die
Zeit als zusaetzliche Dimension dazunimmt und die Hamiltonfunktion
geeignet modifiziert?} 



\subsection{Der Hamilton'sche Formalismus, aus XXML*}
\label{HFO}
\begin{Bemerkungl}
  In diesem Abschnitt wird die Bedeutung des Kotangentialb"undels f"ur
  die klassische Mechanik erkl"art. Ich habe diesen Abschnitt  nur
  deshalb hier angef"ugt, weil
  wir gerade Kovektorfelder und das Kotangentialb"undel kennengelernt haben.
\end{Bemerkungl}
  
\begin{Bemerkungl}
Auf dem Kotangentialb"undel ${\op{T}}^\ast M$ einer 
Mannigfaltigkeit $M$ erkl"art
man das {\bf kanonische Kovektorfeld}
\index{Kovektorfeld!kanonisches}  oder auch
{\bf Liouville'sche Kovektorfeld}\index{Kovektorfeld!Liouville'sches}\index{Liouville!Kovektorfeld} 
$\vartheta$ durch die Vorschrift
$$\vartheta_\xi \pdef \xi \circ \diff_\xi \pi$$ f"ur 
$\xi\in {\op{T}}^\ast _xM$ und $\pi : {\op{T}}^\ast M \rightarrow M$
die B"undelprojektion mit $\pi(\xi)=x$ und $\diff_\xi \pi : 
{\op{T}}_\xi ({\op{T}}^\ast M) \rightarrow {\op{T}}_x M$
deren Differential.
Sind $q_1, \ldots , q_n$ lokale Koordinaten auf $M$, so sind 
 $\diff q_1,
\ldots, \diff q_n$ Schnitte\label{ksyF} 
in ${\op{T}}^\ast M$, die an jeder Stelle linear unabh"angig sind.
Wir erhalten also lokale Koordinaten 
$(q_1, \ldots, q_n, p_1, \ldots, p_n)$ auf
${\op{T}}^\ast M$, indem wir die Funktionen 
$p_i : {\op{T}}^\ast M \rightarrow \mathbb{R}$ dadurch erkl"aren,
da"s die Restriktion auf die Fasern 
$p_i : {\op{T}}_x^\ast M  \rightarrow
\mathbb{R}$ an jeder Stelle $ x \in M$ die $i$-te 
Koordinate bez"uglich der durch
die $\diff_x q_i$ gegebenen Basis von ${\op{T}}^\ast_x M$ sein soll.
Die $p_i$ hei"sen die zu unseren
Ortskoordinaten $q_i$ geh"origen
{\bf Impulskoordinaten}.\index{Impulskoordinaten} 
In diesen Koordinaten hat unser kanonisches Kovektorfeld die Gestalt
$$\vartheta = \sum p_i dq_i$$
Insbesondere ist das kanonische Kovektorfeld stets glatt.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Auf dem Kotangentialb"undel ${\op{T}}^\ast M$ einer 
Mannigfaltigkeit $M$ erkl"art
man die
{\bf kanonische symplektische Form}\index{symplektische Form!kanonische} $\omega$
als das 
 Negative der "au"seren 
 Ableitung des kanonischen Kovektorfelds $$\omega \pdef -d \vartheta$$
 Gegeben Ortskoordinaten $q_i$ und die zugeh"origen Impulskoordinaten
 $p_i$ hat die kanonische symplektische Form mithin die Gestalt
$$
\omega = \sum dq_i \wedge dp_i
$$
Insbesondere zeigt diese Darstellung, da"s unsere 
$2$-Form $\omega$ an jeder Stelle
nichtausgeartet ist, 
was dann auch  recht eigentlich erst die Bezeichnung als symplektische
Form rechtfertigt.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}
  Arnold arbeitet stattdessen mit $\omega \pdef d \vartheta= \sum dp_i\wedge  dq_i$, aber durch seine auch um ein Vorzeichen abweichende Definition des
  symplektischen Gradienten k"urzt sich dieses Vorzeichen wieder heraus
  und man erh"alt dieselben Bewegungsgleichungen.
\end{Bemerkunge}
\begin{Bemerkungl}
  Eine
  {\bf symplektische Mannigfaltigkeit}\index{symplektisch!Mannigfaltigkeit} 
  ist ein Paar $(P,\omega)$ bestehend aus einer Mannigfaltigkeit
  $P$ und einer geschlossenen Zweiform $\omega$ auf $P$, die
  an jeder Stelle nicht ausgeartet ist alias
  eine symplektische Form auf dem Tangentialraum. Geschlossen meint hier
  die Forderung $d\omega=0$. Gegeben eine Mannigfaltigkeit $M$ ist ihr Kotangentialb"undel
  $P={\op{T}}^\ast M$ mit seiner kanonischen symplektischen Form
  nach dem vorhergehenden 
  stets eine symplektische Mannigfaltigkeit.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
 Gegeben eine
 symplektische Mannigfaltigkeit $(P,\omega)$
 und eine glatte Funktion $H:P\ra\DR$ erkl"art man ihren
 {\bf symplektischen Gradienten}\index{symplektisch!Gradienten}
 als das Vektorfeld
 $$\op{grad}_\omega H\pdef\op{can}_\omega^{-1}(\diff H)$$
 Ausgeschrieben wird diese Vektorfeld dadurch charakterisiert, da"s f"ur jeden Punkt $p\in P$ und jeden
 Tangentialvektor $v\in{\op{T}}_pP$ gilt
 $$\omega_p\big((\op{grad}_\omega H)(p),v\big)=(\diff_pH)(v)$$
 \end{Bemerkungl}






\begin{Bemerkungl}[\textbf{Bezug zu Systemen mit Zwangsbedingungen}]
  Ich will diskutieren, inwiefern man die L"osungen der Bewegungsgleichungen
  eines Systems von Massepunkten mit Zwangsbedingungen in einem Potentialfeld
  erhalten kann, indem man auf dem Kotangentialraum des Konfigurationsraums
  eine ausgezeichnete glatte Funktion, die 
  \glqq Hamilton-Funktion\grqq, betrachtet und die Flu"swege von deren
  symplektischem Gradienten auf den Konfigurationsraum projiziert.
  Ich erinnere dazu an unsere Beschreibung \eref{LZI}{AN2} der L"osungen der
  Newton'schen Gleichungen mit Zwangsbedingungen.
  Seien $X$ ein endlichdimensionaler reeller affiner Raum und 
  $\langle\;,\;\rangle$ ein Skalarprodukt auf seinem Richtungsraum und 
  $M\subset X$ eine glatte eingebettete Mannigfaltigkeit. In physikalischen Anwendungen war $X=\mathbb E^N$ der Raum aller a priori und ohne Zwangsbedingungen denkbaren Ortsbestimmungen
  f"ur $N$ Massepunkte,
  $\langle\;,\;\rangle$ das massebehaftete Skalarprodukt und
  $M$ der Konfigurationsraum, der die Zwangsbedingungen beinhaltet.
  Der Diffeomorphismus ${\op{T}} M \sira {\op{T}}^\ast M$,
der von der Restriktion des Skalarprodukts
auf ${\op{T}}M$ induziert wird, 
ist die Komposition in der unteren Horizontale eines kommutativen Diagramms
von Mannigfaltigkeiten
\begin{displaymath}
\xymatrix{
X\times\vec{X}
\ar^{\op{id}\times\kappa}_-\sim[rr]
&&
X \times \vec{X}^\ast
&
\\
{\op{T}} M
\ar@{^{(}->}[rr]\ar@{^{(}->}[u]
&&
M \times \vec{X}^{\ast}
\ar@{^{(}->}[u] \ar@{->>}[r]
&
{\op{T}}^\ast M 
}
\end{displaymath}
Die anderen Pfeile dieses Diagramms sind die  hoffentlich offensichtlichen Abbildungen. Die kanonischen Kovektorfelder auf
$X \times \vec{X}^{\ast} $ und ${\op{T}}^\ast M $
sind offensichtlich verwandt 
zu demselben Kovektorfeld auf $M \times \vec{X}^{\ast} $.
Dasselbe folgt f"ur die kanonischen symplektischen Formen.
Mithin ist die durch Zur"uckholen der kanonischen symplektischen Form
auf $X \times \vec{X}^{\ast} $
erkl"arte symplektische Form $\bar\eta$ auf ${\op{T}} M$,
mit der wir in \eref{LZI}{AN2} gearbeitet hatten,
unter unserem Diffeomorphismus ${\op{T}} M \sira {\op{T}}^\ast M$
verwandt
zur kanonischen symplektischen Form $\omega$ auf ${\op{T}}^{\ast} M$.
Ist nun  $V:X\ra\DR$ eine
Potentialfunktion und $E:{\op{T}} M\ra \DR$ die zum Potential $V$
wie in \eref{LZI}{AN2} gebildete Gesamtenergie, so hei"st die
dazu unter unserem Diffeomorphismus verwandte Funktion $H:{\op{T}}^* M\ra \DR$
auf dem
Kotangentialb"undel die {\bf Hamiltonfunktion}. Offensichtlich
haben dann auch die jeweiligen symplektischen Gradienten
$\op{grad}_{\bar\eta}E$ und $\op{grad}_{\omega}H$ verwandte
Flu"swege. In \eref{LZI}{AN2} hatten wir die L"osungen der Bewegungsgleichungen beschrieben als die Fu"spunktprojektionen  auf $M$
der Flu"swege des symplektischen Gradienten
$\op{grad}_{\bar\eta}E$ der Gesamtenergie $E:{\op{T}} M\ra \DR$.
Nach dem vorhergehenden k"onnen wir sie genausogut beschreiben 
als die Fu"spunktprojektionen auf $M$ der Flu"swege des symplektischen Gradienten
$\op{grad}_{\omega}H$ der Hamiltonfunktion $H:{\op{T}}^* M\ra \DR$
in Bezug auf die kanonische symplektische Form $\omega$ auf dem Kotangentialb"undel.
Das hat den Vorteil, da"s die gesamte
Komplexit"at des physikalischen Problems  in der Hamiltonfunktion $H$
zusammengefa"st wird, statt sich auf die unktion $E$ der Gesamtenergie
und die durch die Massen der beteiligten Massepunkte und die Geometrie
des Raums bestimmte symplektische Form $\bar\eta$ zu verteilen. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
 Ich will noch erw"ahnen, da"s die Verwendung des Buchstabens
 $H$ in diesem Zusammenhang zum ersten Mal in der
 \glqq M\'ecanique Analytique\grqq\ 
  von Lagrange auftaucht, die im Jahre 1811 erschien, und
  vermutlich den Nachnamen von Christiaan Huygens abk"urzt.
  Jedenfalls  hat sie nichts mit  Hamilton zu tun, der im Jahre 1811
  erst sechs Jahre alt wurde. Mehr dazu mag man bei Patrick Iglesias in der Schrift
  \glqq Sym\'etries et Moment\grqq\ nachlesen. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Die Hamilton'schen Gleichungen}]
  Die vorhergehenden "Uberlegungen legen die Frage nahe,
  wie denn die Integralkurven des symplektischen
  Gradienten einer glatten Funktion auf einem Kotangentialb"undel
  beschrieben werden k"onnen. Seien dazu $M$ eine Mannigfaltigkeit und
$U\co M$ eine offene Teilmenge. Ist
$q_1,\ldots, q_r$ ein Koordinatensystem auf $U$,
so erhalten wir ein Koordinatensystem auf ${\op{T}}^\ast U$
durch die sogenannten Ortskoordinaten  $q_i=\pi\circ q_i$ und
die zugeh"origen Impulskoordinaten $p_i$, gegeben in Formeln 
durch
$w=\sum_{i=1}^r p_i(x,w)\diff_xq_i$ f"ur $x\in U$ und $w\in {\op{T}}_x^\ast M$.  
 Die zu diesem Koordinatensystem geh"origen Vektorfelder
auf der offenen Teilmenge ${\op{T}}^\ast U$ 
des Kotangentialb"undels
notieren wir $\partial_i^q, \partial_i^p$.
F"ur die kanonische  symplektische Form
$\omega=-\diff \vartheta=\sum dq_i\wedge dp_i$
erhalten wir dann die Identit"at\label{HG}  
$$\omega(\partial_i^q,\partial_j^p)=\delta_{ij}$$
Das Differential der Hamiltonfunktion ist 
 $\diff H=\sum \frac{\partial H}{\partial p_i}\diff p_i
+ \frac{\partial H}{\partial q_i}\diff q_i
$ und f"uhrt in diesen Koordinaten 
zum symplektischen Gradienten 
$$\op{grad}_{\omega} H=\sum_{i=1}^{r}\frac{\partial H}{\partial p_i}
\partial_i^q- \frac{\partial H}{\partial q_i}\partial_i^p$$
Die Koordinaten der Integralkurven $\beta$ unseres symplektischen Gradienten
sind folglich genau die L"osungen des Systems von Differentialgleichungen
$$\frac{\diff}{\diff t}(q_i(\beta(t)))=\frac{\partial H}{\partial p_i}(\beta(t))\quad\text{und}\quad\frac{\diff}{\diff t}(p_i(\beta(t)))=-\frac{\partial H}{\partial q_i}(\beta(t)) \quad \text{f"ur }1\leq i\leq r.$$
Man  nennt sie die 
{\bf Hamilton'schen Bewegungsgleichungen}\index{Hamilton!Bewegungsgleichung}
und schreibt sie meist abk"urzend in der Form 
$$\dot q_i=\frac{\partial H}{\partial p_i}\qquad\dot
p_i=-\frac{\partial H}{\partial q_i} $$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kanonische Koordinaten}]
  Ist $(X,\omega)$ eine symplektische Mannigfaltigkeit,
  so nennt man ein System von zu Paaren zusammengefa"sten
  lokalen Koordinaten $(q_i,p_i)$ ganz allgemein 
  {\bf kanonisch},\index{kanonisch!Koordinate} 
  wenn gilt $\omega=\sum dq_i\wedge dp_i$.
  Die obige Rechnung zeigt, da"s gegeben eine glatte
  Funktion $H:X\ra \DR$ auf einer beliebigen symplektischen
  Mannigfaltigkeit die Integralkurven ihres
  symplektischen Gradienten in jedem System von kanonischen
  Koordinaten durch die Hamilton'schen Bewegungsgleichungen beschrieben
  werden. Im "ubrigen kann man auch zeigen, da"s eine symplektische
  Mannigfaltigkeit um jeden Punkt ein
  System von kanonischen Koordinaten besitzt.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Die Hamilton'schen Gleichungen mit Einheiten}]
  Erg"anzen wir die jeweiligen Einheiten,
  so liefert das massebehaftete Skalarprodukt einen Diffeomorphismus
$$
{\op{T}} M\otimes\llangle 1/{\ph{s}}\rrangle
\sira 
{\op{T}}^\ast M\otimes\llangle {\ph{gm}}^2/{\ph{s}}\rrangle 
$$
zwischen dem sogenannten
{\bf Geschwindigkeitsphasenraum}\index{Geschwindigkeitsphasenraum}
links und dem sogenannten
{\bf Impulsphasenraum}\index{Impulsphasenraum} rechts.
Die kanonische $\llangle {\ph{gm}}^2/{\ph{s}}\rrangle$-wertige
symplektische Form $\omega$ rechts ist  verwandt zur  
$\llangle {\ph{gm}}^2/{\ph{s}}\rrangle$-wertigen
symplektischen Form $\bar\eta$ links, wie wir sie in
\eref{LZI}{AN2} betrachtet hatten.
Die Gesamtenergie $E:{\op{T}} M\otimes\llangle 1/{\ph{s}}\rrangle\ra
\llangle {\ph{gm}}^2/{\ph{s}}^2\rrangle$ auf dem Geschwindigkeitsphasenraum
ist verwandt zur Hamiltonfunktion
$H:{\op{T}}^\ast M\otimes\llangle {\ph{gm}}^2/{\ph{s}}\rrangle \ra
\llangle {\ph{gm}}^2/{\ph{s}}^2\rrangle$ auf dem Impulsphasenraum.
Ist $U\co M$ eine offene Teilmenge und
$q_1,\ldots, q_r$ ein Koordinatensystem auf $U$, m"oglicherweise
mit Werten in eindimensionalen R"aumen $L_1,\ldots, L_r$,
so erhalten wir ein Koordinatensystem auf 
${\op{T}}^\ast U\otimes \llangle {\ph{gm}}^2/{\ph{s}}\rrangle$
durch die Funktionen $q_i=\pi\circ q_i$ und
die Funktionen $p_i$ mit Werten in 
$\vec{L}_i^{\ast}\otimes \llangle {\ph{gm}}^2/{\ph{s}}\rrangle$
gegeben durch
$$w=\sum_{i=1}^r p_i(x,w)\diff_xq_i\quad\text{f"ur $x\in U$ und $w\in {\op{T}}_x^\ast M\otimes \llangle {\ph{gm}}^2/{\ph{s}}\rrangle$.}$$  
Die $p_i$ hei"sen die
zu unseren {\bf Ortskoordinaten $q_i$}\index{Ortskoordinaten} 
 geh"origen {\bf Impulskoordinaten}.\index{Impulskoordinaten}
Wie zuvor landen wir bei den
{\bf Hamilton'schen Bewegungsgleichungen}\index{Hamilton!Bewegungsgleichung}
$$\dot q_i=\frac{\partial H}{\partial p_i}\qquad\text{und}\qquad\dot
p_i=-\frac{\partial H}{\partial q_i} $$
Beachten wir die Einheiten, so steht rechts eine Gleichheit
in $\vec{L}_i^{\ast}\otimes \llangle {\ph{gm}}^2/{\ph{s}}^2\rrangle$
und links eine Gleichheit
in $\vec{L}_i\otimes \llangle 1/{\ph{s}}\rrangle$.
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Bedeutung des Kotangentialb"undels}]
  R"uckblickend mag man sich die Frage stellen, ob das
  mit dem Kotangentialb"undel wirklich n"otig war und wir nicht unsere
  kanonischen Koordinaten $q_i,p_i$ einfach auf dem Tangentialb"undel h"atten
  einf"uhren k"onnen. Das w"are in der Tat durchaus m"oglich
  gewesen, und ich vermute fast, da"s Hamilton diese Frage als
  Spitzfindigkeit abgetan h"atte. Die Verwendung des Kotangentialb"undels
  hat  den Vorteil, da"s  in diesem Rahmen ein gro"ser Teil unserer "Uberlegungen
  sehr elegant in gro"ser Allgemeinheit
  und unabh"angig vom zugrundeliegenden
  physikalischen System durchgef"uhrt werden kann. Man bezahlt daf"ur
  allerdings mit einem gewissen Verlust an Anschaulichkeit.
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}[\textbf{Bewegung einer T"opferscheibe}]
Wir betrachten eine T"opferscheibe mit Zentrum in $\mathbf p\in\mathbb E$.
Wir denken sie uns zusammengesetzt aus Massepunkten $\mathbf r_1, \ldots , \mathbf r_N$ der Massen
$m_1, \ldots , m_N$.
Der Konfigurationsraum $M$ ist eine Kreislinie. Als
lokale Koordinate w"ahlen wir den
Drehwinkel im Bogenma"s $q_1 = q$, wobei wir den Nullwinkel
willk"urlich festlegen.
Bezeichne $\partial^q$ das zugeh"orige Vektorfeld
und
$\dot q$ die zugeh"orige Koordinate auf ${\op{T}}M$ gegeben durch
$\dot q : (q , a \partial^q) \mapsto a$.
Unter dem massenbehafteten Skalarprodukt haben wir dann
$$\langle  \partial^q ,  \partial^q\rangle_g = J\pdef \sum \|
\mathbf r_i -\mathbf p\|^2 m_i$$
Dieser Wert $J \in
\llangle {\ph{g}^2}{\ph{m}}\rrangle$
hei"st das \defind{Tr"agheitsmoment} unserer T"opferscheibe.
Nun 
finden wir $(q, \partial^q) \mapsto (q, J dq)$ unter unserem Isomorphismus ${\op{T}}M \overset{\sim}{\rightarrow} {\op{T}}^\ast M$.
Die Impulskoordinate zu $q$ ist also $q = J \dot q$, sie
hei"st in dieser Situation der \defind{Drehimpuls}.
Die Hamiltonfunktion ist
$H(q, \dot q) = J \dot q^2 / 2$ alias $H(q, p) = p^2/2 J$ und die
Hamilton'schen Bewegungsgleichungen
spezialisieren zu den Gleichungen
\begin{equation*}
\dot q = p/J \quad \text{und}\quad \dot p = 0.
\end{equation*}
Also ist der Drehimpuls $p$ konstant und $\dot q$ ist
auch konstant und unsere T"opferscheibe dreht sich ohne
Einwirkung "au"serer Kr"afte  bis in alle Ewigkeit mit
konstanter Winkelgeschwindigkeit.
\end{Beispiel}


\begin{Bemerkungl}
  Gegeben eine symplektische Mannigfaltigkeit $(P,\omega)$
  und eine glatte Funtion $H:P\ra\DR$ und eine weitere glatte
  Funktion $f:P\ra\DR$ erhalten wir f"ur die "Anderung von $f$
  zum Zeitpunkt $t=t_0$ l"angs eines Flu"swegs
  $\alpha$ des symplektischen Gradienten $\op{grad}_\omega H$
  mit der Notation $x=\alpha(t_0)$ unmittelbar
  $$\begin{array}{lll}
    \left.\frac{\diff}{\diff t}\right|_{t=t_0}f(\alpha(t))&=&
  \langle \diff_{\alpha(t_0)} f,\dot\alpha(t_0)\rangle\\[2mm]&=&
  \langle \diff_{x} f,(\op{grad}_\omega H)(x)\rangle\\[2mm]&=&
   \omega_x\big((\op{grad}_\omega f)(x),(\op{grad}_\omega H)(x)\big)\pdef\{f,H\}(x)
  \end{array}$$
  mit der durch letztere Gleichung
  f"ur beliebige glatte Funktionen $f,g\in\mathcal C^\infty(P;\DR)$
  auf einer beliebigen  symplektischen Mannigfaltigkeit $(P,\omega)$ erkl"arten
  {\bf Poisson-Klammer}\index{Poisson-Klammer} $\{f,g\}\in\mathcal C^\infty(P;\DR)$.\index{)5@$\{f,g\}$ Poisson-Klammer} Die Formeln aus \ref{HG} zeigen, da"s sie in kanonischen
  Koordinaten gegeben wird durch die Formel 
  $$\{f,g\}=\sum \frac{\partial f}{\partial q_i}\frac{\partial g}{\partial p_i}- \frac{\partial f}{\partial p_i}\frac{\partial g}{\partial q_i}$$
  Offensichtlich verschwindet die Poissonklammer einer
  Funktion mit sich selber. Die Hamiltonfunktion ist folglich eine
  Invariante der Bewegung. Physikalisch bedeutet das die Energieerhaltung.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Sei $(P,\omega)$ eine symplektische Mannigfaltigkeit mit
  einer glatten Hamiltonfunktion $H$.
  Ist $x\in P$ ein kritischer Punkt von $H$, so ist der
  konstant bei $x$ verweilende Weg ein Flu"sweg des symplektischen Gradienten
  von $H$ alias eine L"osung der Bewegungsgleichungen.
\end{Bemerkungl}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
  Fassen wir ein glattes Kovektorfeld $\alpha$ auf einer Mannigfaltigkeit
$M$   als eine glatte Abbildung $\alpha:M\ra {\op{T}}^\ast M$
in das Kotangentialb"undel auf und holen
das kanonische Kovektorfeld  unter dieser Abbildung zur"uck,
so erhalten wir gerade $\alpha$ selber, in Formeln 
$\alpha^\ast(\vartheta)=\alpha$ oder in einer anderen Notation
$\alpha:\alpha\leadsto \vartheta$.
\end{Ubung}





\newpage
\section{"Altere Entw"urfe und Versuche}


 \subsection{Euler-Lagrange-Gleichungen}




\begin{Bemerkungl} 
Die Newton'sche Bewegungsgleichung\label{GePh}  
\ref{KrGe} ist in der Terminologie aus \ref{DGLg} folgende ein 
System gew"ohnlicher Differentialgleichungen zweiter Ordnung
mit der einzigen Besonderheit, da"s es zus"atzlich
mit Einheiten versehen ist und da"s wir
durch die Zeit $\mathbb T$ parametrisierte
L"osungen suchen.
  Die allgemeine Theorie \ref{REO} legt uns die Reduktion auf ein
System von doppelt so vielen Gleichungen erster Ordnung nahe.
In unserem konkreten Fall betrachten wir dazu den sogenannten 
\defind{Phasenraum}, genauer den \defind{Geschwindigkeitsphasenraum} 
$\mathbb E \times  \vec{\mathbb E}\langle 1/{\ph{s}}\rangle $
aller Paare $(r,v)$ bestehend aus einem Ort $r \in \mathbb E$ und einer
Geschwindigkeit $v \in \vec{\mathbb E}\langle 1/{\ph{s}}\rangle $.
Jede glatte Abbildung 
$\gamma : \mathbb{T} \rightarrow \mathbb E$ liefert
uns eine glatte Abbildung in den Phasenraum, den zugeh"origen {\bf Phasenweg} 
\begin{equation*}
 \tilde\gamma \pdef ( \gamma, \dot\gamma) : \mathbb{T} \rightarrow 
\mathbb E \times  \vec{\mathbb E}\langle 1/{\ph{s}}\rangle
\end{equation*}
Mit dieser Notation erf"ullt $\gamma$ genau dann
die Newton'schen Bewegungsgleichungen 
$m\ddot \gamma(t) = F(\gamma(t),t)$,
wenn es die erste Komponente
eines glatten Weges  $\tilde\gamma = (\tilde\gamma_1, \tilde\gamma_2):\mathbb{T} \rightarrow 
\mathbb E \times  \vec{\mathbb E}\langle 1/{\ph{s}}\rangle $ im Geschwindigkeitsphasenraum ist, der seinerseits 
eine L"osung ist f"ur das System von 
Differentialgleichungen erster
Ordnung
\begin{eqnarray*}
 \dot {\tilde\gamma}_1(t) &=& \tilde\gamma_2(t)\\
\dot {\tilde\gamma}_2(t) &=& \textstyle\frac{1}{m} F( \tilde\gamma_1(t),t)
\end{eqnarray*}
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Konsequenzen von Picard-Lindel"of}]
Gegeben  ein endlichdimensionaler affiner Raum $X$ verstehen 
wir unter einem {\bf Geschwindigkeitsfeld\index{Geschwindigkeitsfeld}\label{GeFe} auf $X$} eine Abbildung
$
 A : X \rightarrow \vec{X}\langle 1/{\ph{s}}\rangle 
$ und unter einem {\bf zeitabh"angigen Geschwindigkeitsfeld\index{Geschwindigkeitsfeld}\label{GeFe} auf $X$}
 eine Abbildung
\begin{equation*}
 A : X\times \mathbb T \rightarrow \vec{X}\langle 1/{\ph{s}}\rangle 
\end{equation*}
Flu"swege derartiger Geschwindigkeitsfelder $A$ erkl"aren wir 
als  Abbildungen auf mehrpunktigen Intervallen 
$\psi :  \mathbb{T}\supset I \rightarrow X$
 mit
\begin{equation*}
 \dot\psi(t) = A( \psi(t),t)
\end{equation*}
Nach dem Satz von Picard-Lindel"of 
\ref{PiLi} gibt es f"ur jedes glatte Geschwindigkeitsfeld  $A$  und
beliebig vorgegebene $x_0\in X$
und $t_0 \in \mathbb{T}$
genau einen maximalen
 Flu"sweg $\psi$ mit $t_0\in I$
mit $\psi (t_0) = x_0$ und dieser Flu"sweg ist nach \ref{ALAW}  glatt.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Konsequenzen von Picard-Lindel"of
      f"ur Bewegungsgleichungen}]
F"ur jedes glatte zeitabh"angige Kraftfeld $F$ 
gibt es nach dem Satz von Picard-Lindel"of 
\ref{PiLi} zu jedem Punkt $(x_0, v_0)$
des Phasenraums und jedem Zeitpunkt $t_0 \in \mathbb{T}$ 
genau einen maximalen bei $t_0$
definierten Flu"sweg
\begin{equation*}
 \psi : \mathbb T\supset I \rightarrow \mathbb E \times   \vec{\mathbb E} 
\langle 1/{\ph{s}}\rangle 
\end{equation*}
mit $\psi (t_0) = (x_0, v_0)$ 
alias genau eine maximale L"osung
$\gamma : \mathbb T\supset  I \rightarrow \mathbb E$ der urspr"unglichen 
Bewegungsgleichung mit vorgegebenem Ort
$x_0 = \gamma (t_0)$ und vorgegebener Geschwindigkeit 
$v_0 = \dot\gamma (t_0)$ zum vorgegebenen Zeitpunkt $t_0$.
Au"serdem sind unter
unseren Annahmen  auch $\psi$ und $\gamma$ glatt. 
\end{Bemerkungl}



\subsection{Euler-Lagrange-Gleichungen ALT} 
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Motivation}]
Die 
Bewegungsgleichungen in Gestalt der Orthogonalit"atsbedingung \ref{DESa},
die wir in
\ref{phmG} aus dem Newton'schen Prinzip \glqq Kraft gleich Masse mal Beschleunigung\grqq\ zusammen mit dem Prinzip \glqq Zwangskr"afte
verrichten unter infintesimalen Verr"uckungen keine Arbeit\grqq\
von d'Alembert hergeleitet haben, wird nun 
 in Koordinaten ausgeschrieben.
So ergeben sich die 
\glqq Euler-Gleichungen\grqq\ und die \glqq Euler-Lagrange-Gleichungen\grqq. 
%schreiben unsere Bewegungsgleichungen 
% $$\big(\ddot{\gamma}(t) - \tilde F (\gamma (t)) \big)
%\perp_{{\ph{g}}} {\op{T}}_{\gamma (t)} M$$ aus \ref{DESa}
% um zu einem  System von Differentialgleichungen 
%zweiter Ordnung.
Daf"ur f"uh\-ren wir das \glqq Tangentialb"undel
einer Mannigfaltigkeit\grqq\ 
alias den \glqq Geschwindigkeitsphasenraum eines mechanischen Systems\grqq\
ein. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}\label{DTBEa}
  Seien $X$ ein endlichdimensionaler Raum und $M\subset X$ eine
  Mannigfaltigkeit. In \ref{Taka} hatten wir zu jedem Punkt $p\in M$
  seinen Tangentialraum ${\op{T}}_pM\subset \vec X$ erkl"art als die
  Menge aller m"oglichen Geschwindigkeitsvektoren bei $p$ von Wegen durch den Punkt $p$,
  die ganz in $M$ verlaufen. 
Wir erkl"aren nun 
 das\label{TaBua}  
{\bf Tangentialb"undel von $M$}\index{Tangentialb"undel!im eingebetteten Fall} 
als\index{T@${\op{T}} M$|see{Tangentialb"undel}} 
$${\op{T}}M \pdef
\bigcup_{p\in M} \{p\}\times {\op{T}}_{p} M \;\;\subset\;\;M \times \vec{X}  $$
Die Komposition 
$\pi : {\op{T}}M \ra M $ der Einbettung nach $M\times\vec X$ mit der
Projektion auf $M$ hei"st die 
{\bf B"undelprojektion}.\index{B"undelprojektion}
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Tangentialb"undel als Mannigfaltigkeit}] 
Gegeben $X$ ein endlichdimensionaler reeller Raum\label{TBUMs} 
und $M\subset X$ eine glatte Untermannigfaltigkeit ist ihr
Tangentialb"undel $${\op{T}}M\subset X\times \vec{X}$$  eine
glatte Untermannigfaltigkeit der Dimension $2 (\dim M)$.
Gegeben
eine glatte Karte  $\varphi:\mathbb{R}^n\lco W\ra  M$
von $M$ ist des weiteren  
$\diff  \varphi :  W\times \DR^n \ra  {\op{T}} M
$
gegeben f"ur $(x,y)\in W\times\DR^n$ durch 
\begin{equation*}
\diff \varphi : (x, y)
\mapsto (\varphi(x),(\diff _{x} \varphi)(y))
\end{equation*}
eine glatte Karte des Tangentialb"undels ${\op{T}}M$.
Der Beweis bleibe dem Leser zur "Ubung "uberlassen.
Das zu dieser Karte geh"orige
Koordinatensystem $$(x_1, \ldots, x_n, y_1, \ldots, y_n)$$
des Tangentialb"undels ${\op{T}}M$  nennen wir  das
{\bf nat"urliche Koordinatensystem des Tangentialb"undels} zum
vorgegebenen 
Koordinatensystem  $(x_1, \ldots, x_n)$ alias zur vorgegebenen Karte
$\varphi$ unserer Mannigfaltigkeit.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Bewegungsgleichungen in lokalen Koordinaten}] 
Wir  betrachten  wie in \ref{phmG}  den
 Fall eines mechanischen Systems von $\Lambda $  Massepunkten der
 Massen $m_1, \ldots, m_\Lambda $, deren Bewegung in der Weise
 durch Zwangsbedingungen eingeschr"ankt sei, da"s
die Zusammenfassung ihrer Orte $(\mathbf r_1, \ldots , \mathbf r_\Lambda ) \in \mathbb{E}^{\Lambda }$
sich stets auf einer 
fest vorgegebenen \hyperref[glatt]{glatten
  Mannigfaltigkeit} $M \subset \mathbb{E}^{\Lambda }$
befindet, dem 
Konfigurationsraum unseres mechanischen Systems.
In diesem Fall  betrachten wir vorzugsweise 
eine mit Einheiten versehene Variante
$$\tT M\pdef {\op{T}} M\langle 1/{\ph{s}}\rangle$$
des Tangentialb"undels, den {\bf Phasenraum} oder
{\bf Geschwindigkeitsphasenraum}\index{Phasenraum!Geschwindigkeitsphasenraum!unter Zwangsbedingungen}\index{Geschwindigkeitsphasenraum!unter Zwangsbedingungen}  unseres Systems. Formal erkl"aren wir ihn als
eine Untermannigfaltigkeit
$\tT M\subset X \times \vec{X}\langle 1/{\ph{s}}\rangle$
f"ur $X=\mathbb{E}^{\Lambda }$, eben die Vereinigung der ${\op{T}}_p M\langle 1/{\ph{s}}\rangle$.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl} 
Seien $(m_1, \ldots, m_\Lambda, M)$ ein
 mechanisches System  
und  $\varphi : \mathbb{R}^n\lco W \hookrightarrow M$
  eine Karte seines Konfigurationsraums, die wir  der Einfachheit der
  Notation halber bijektiv annehmen,
  also $\varphi : W\sira  M$. Die zugeh"origen Koordinaten notieren wir
  $(x_1,\ldots,x_n)$. 
  Gegeben  $f:M\ra \DR$ eine  Funktion schreiben wir $f(x_1,\ldots,x_n)$
als Abk"urzung f"ur  $f(\varphi(x_1,\ldots,x_n))$. Ist $f$ glatt, so schreiben wir weiter  
 $\frac{\partial f}{\partial x_i}$ als Abk"urzung f"ur
$$\left(\frac{\partial (f\circ \varphi)}{\partial x_i}\right)\circ \varphi^{-1}:M\ra \DR$$
Analoge Abk"urzungen verwenden wir f"ur Funktionen mit allgemeineren
Wertebereichen. Wir notieren etwa $\mathbf r_\nu:M\ra\mathbb E$ den Ort des $\nu$-ten Teilchens 
und haben also $\varphi(x)=(\mathbf r_1(\varphi(x)),\ldots,\mathbf r_\Lambda(\varphi(x)))$ f"ur
$x=(x_1,\ldots,x_n)\in W$ oder  verk"urzt geschrieben 
 $\varphi(x)=(\mathbf r_1(x),\ldots,\mathbf r_\Lambda(x))$. 
\label{GPR}  
Wir erweitern  
das zugeh"orige Koordinatensystem $(x_1, \ldots, x_n)$ von $M$
wie im einheitenfreien Fall
durch die  Abbildungen
$$y_i\pdef y_i\otimes\op{id}: \tT M   \ra 
\langle 1/{\ph{s}}\rangle$$ zum {\bf  nat"urlichen
Koordinatensystem}  
$(x_1, \ldots, x_n, y_1, \ldots, y_n)$ des
Phasenraums mit der Besonderheit, da"s die Koordinaten $y_i$ als
Werte statt reelle Zahlen vielmehr duale Zeitspannen alias Frequenzen annehmen. In der physikalischen Literatur schreibt man statt $y_i$ meist $\dot x_i$.
Die zu diesem nat"urlichen Koordinatensystem geh"orige Karte
$$\psi:W\times \DR^n\langle 1/{\ph{s}}\rangle \ra \tT M$$
bildet $(x,y)$ ab auf das Tupel der Orte 
$\mathbf r_\nu(x,y)=\mathbf r_\nu(x)$ und Geschwindigkeiten
$$\vec{ \mathbf{v}}_\nu(x,y)=\sum^n_{j=1} \frac{\partial
 \mathbf{ r}_\nu }{\partial x_j}(x)\; y_j$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl} 
Die
{\bf kinetische Energie} unseres mechanischen Systems
$(m_1, \ldots, m_\Lambda, M)$ sei die
Abbildung $K:\mathbb{E}^\Lambda \times  \vec{\mathbb{E}}^\Lambda  \langle 1/{\ph{s}}\rangle \ra\langle {\ph{g}}{\ph{m}}^2/{\ph{s}}^2\rangle$ gegeben durch 
$$({\mathbf{r}}_\nu , \vec{\mathbf v}_\nu )_{\nu=1}^\Lambda \mapsto \sum^\Lambda_{\nu=1} m_\nu  
{\langle \vec {\mathbf v}_\nu , \vec{\mathbf  v}_\nu 
  \rangle}/{2}$$
F"ur $\vec{\mathbf F}_\nu:\mathbb E\ra \vec{\mathbb E}\langle {\ph{g}}/{\ph{s}}^2\rangle$  zus"atzlich gegebene am jeweiligen Ort auf den
jeweiligen Massepunkt wirkende {\bf externe Kr"afte}
erkl"aren wir nun die $i$-te
{\bf generalisierte Kraft}\index{generalisierte Kraft} in Bezug auf unser
Koordinatensystem von $M$  durch 
$$Q_i\pdef\sum_{\nu=1}^\Lambda \left\langle \vec{\mathbf{F}}_\nu  \circ {\mathbf{r}}_\nu  , 
\frac{\partial {\mathbf{r}}_\nu }{\partial x_i}
\right\rangle$$
Unsere generalisierten Kr"afte sind also Funktionen
$Q_i:M\ra \langle {\ph{g}}{\ph{m}}^2/{\ph{s}}^2\rangle$.
Durch Vorschalten der B"undelprojektion
k"onnen und werden wir sie
 als Funktionen auf dem Phasenraum auffassen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Euler-Gleichungen}]
  Seien $(x_1,\ldots, x_n)$ Koordinaten auf dem Konfigurationsraum
  $M$ eines \hyperref[neS]{mechanischen Systems} und $(x_1,\ldots, x_n, y_1,\ldots,y_n)$
  die zugeh"origen nat"urlichen Koordinaten auf dem Phasenraum
  $\tT M$.\label{EuGlAA} 
  Genau dann erf"ullt ein glatter Weg $\gamma:\mathbb T\supset I\ra M$
  die Orthogonalit"atsbedingung \ref{DESa}, wenn
  f"ur die zugeh"orige Abbildung $(\gamma,\dot\gamma):\mathbb T\supset I\ra \tT M$
  in den Geschwindigkeitsphasenraum gilt
$$
\frac{\diff}{\diff t} \left( \frac{\partial K}{\partial 
y_i} \circ (\gamma,\dot{\gamma}) \right) - 
\frac{\partial K}{\partial x_i} \circ (\gamma,\dot{\gamma}) 
- Q_i \circ \gamma =0\quad \text{f"ur }1\leq i\leq n
$$
mit $K$ der kinetischen Energie und  $Q_i$ den
generalisierten Kr"aften. 
\end{Satz}

\begin{proof} Das ist ein Ausschreiben in Koordinaten.
 Wir
  nehmen an, da"s unsere Koordinaten 
  zu einer bijektiven  Karte $\varphi:\DR^n\lco W\sira M$ geh"oren alias 
 eine Bijektion $(x_1,\ldots, x_n):M\sira W$ liefern. 
Oft  k"urzen wir f"ur $\gamma:\mathbb T\supset I\ra M$   auch
$x_i \circ  \gamma $  zu $ x_i$ ab und ${\mathbf{r}}_\nu\circ \gamma$ zu ${\mathbf{r}}_\nu$
f"ur den Ort des Teilchens mit Index $\nu$ zum Zeitpunkt $t$, 
so da"s wir etwa schreiben k"onnen
$${\mathbf{r}}_\nu  (t) = {\mathbf{r}}_\nu  (x_1 (t), \ldots, x_n (t))$$
Indem wir auch $t$ noch aus der Notation
weglassen,  ergeben sich f"ur die Geschwindigkeiten und Beschleunigungen
unserer Teilchen die Formeln
%% \begin{eqnarray*}
%% r_i (t) &=& r_i (x_1 (t), \ldots, x_n (t))\\
%% \dot{r}_i &= & \frac{\partial r_i}{\partial x_1} 
%% v_1 + \ldots + \frac{\partial r_i}{\partial x_n} v_n\\
%% \ddot{r}_i &=& \sum_{j,k} \frac{\partial^2 r_i}{\partial x_j 
%% \partial x_k} v_j
%% v_k + \sum_j \frac{\partial r_i}{\partial x_j} \ddot{x}_j
%% \end{eqnarray*}
$$
\dot{{\mathbf{r}}}_\nu  =  \frac{\partial {\mathbf{r}}_\nu }{\partial x_1} 
\dot{x}_1 + \ldots + \frac{\partial {\mathbf{r}}_\nu }{\partial x_n} 
\dot{x}_n$$ $$
\ddot{{\mathbf{r}}}_\nu  = \sum_{j,k} \frac{\partial^2 {\mathbf{r}}_\nu }{\partial x_j 
\partial x_k} \dot{x}_j
\dot{x}_k + \sum_j \frac{\partial {\mathbf{r}}_\nu }{\partial x_j} \ddot{x}_j
$$
Die griechischen Indizes zeigen hierbei an, da"s diese Gleichungen in
$\mathbb E$ beziehungsweise $\vec{\mathbb E}\langle1/ {\ph{s}}\rangle$
beziehungsweise $\vec{\mathbb E}\langle1/ {\ph{s}}^2\rangle$ oder genauer 
als Gleichungen von Abbildungen von einem mehrpunktigen Intervall
der Zeitachse $I\subset \mathbb{T}$ in besagte
R"aume zu verstehen sind.
Da weiter f"ur $x\in W$ der Tangentialraum ${\op{T}}_{\varphi (x)}M$ 
an $M$ bei $\varphi (x)$ nach \ref{TaBu}
von den ausgewertet bei $x$ zu verstehenden
Vektoren $$\frac{\partial \varphi}{\partial x_l} = \left( \frac{\partial
    {\mathbf{r}}_1}{\partial x_l},\ldots , 
\frac{\partial {\mathbf{r}}_\Lambda}{\partial x_l}\right)\in\vec{\mathbb E}^\Lambda$$
f"ur $1\leq l \leq n$ 
aufgespannt wird, ist unsere Orthogonalit"atsbedingung 
f"ur das massebehaftete Skalarprodukt
 $\big(\ddot{\gamma} (t) - \tilde F (\gamma (t))\big)
\perp_{\op{g}} {\op{T}}_{\gamma (t)} M$ 
gleichbedeutend dazu, da"s f"ur alle $ l$ die Summe
\begin{equation*}\label{lBwe} 
 \sum_{\nu,j,k} m_\nu  \left\langle 
\frac{\partial^2{\mathbf{r}}_\nu }{\partial x_j \partial x_k},
\frac{\partial {\mathbf{r}}_\nu }{\partial x_l}\right\rangle \dot{x}_j \dot{x}_k 
+ 
\sum_{\nu,j} m_\nu  \left\langle \frac{\partial {\mathbf{r}}_\nu }{\partial x_j}, 
\frac{\partial {\mathbf{r}}_\nu }{\partial x_l}
\right\rangle \ddot{x}_j - \sum_{\nu} \left\langle \vec{\mathbf F}_\nu  \circ {\mathbf{r}}_\nu  , 
\frac{\partial {\mathbf{r}}_\nu }{\partial x_l}
\right\rangle 
\end{equation*}
verschwindet.
Wir nennen die $l$-te dieser Verschwindungsbedingungen im
folgenden die {\bf $l$-te Bewegungsgleichung}.  Jetzt erinnern wir den
Geschwindigkeitsphasenraum $\tT M  
\subset  \mathbb{E}^\Lambda \times \vec{\mathbb{E}}^\Lambda  \langle 1/{\ph{s}}\rangle $.
Der  $\vec{ \mathbf{v}}_\nu $-Anteil eines Punktes,
aufgefa"st als Abbildung  $\vec{ \mathbf{v}}_\nu :\tT M   
\ra\vec{\mathbb{E}}\langle 1/{\ph{s}}\rangle $, 
 wird in den nat"urlichen Koordinaten  gegeben durch den Ausdruck
$$\vec{ \mathbf{v}}_\nu(x,y)=\sum^n_{j=1} \frac{\partial
 \mathbf{ r}_\nu }{\partial x_j}(x)\; y_j$$ Dieser Ausdruck ist
eine Geschwindigkeit alias ein Element von $\vec{\mathbb E}
\langle 1/{\ph{s}}\rangle $.
Die Einschr"ankung 
unserer kinetischen Energie $K$ 
auf den Phasenraum des Systems mit Zwangsbedingungen
 hat in diesen Koordinaten  die Gestalt
\begin{equation*}
K  (x_1, \ldots, x_n, y_1, 
\ldots, y_n) = \sum_{\nu,j,k}
\frac{m_\nu }{2} \left\langle \frac{\partial {\mathbf{r}}_\nu }{\partial x_j}, 
\frac{\partial {\mathbf{r}}_\nu }{\partial x_k}
\right\rangle y_j  y_k
\end{equation*}
F"ur die partielle Ableitung mit Einheiten im Sinne von 
\ref{PhNo}  folgt sofort %\label{FKE}
\begin{equation*}
\frac{\partial K}{\partial y_l} = \sum_{\nu,j} m_\nu  \left\langle 
\frac{\partial {\mathbf{r}}_\nu }{\partial x_j} , 
\frac{\partial \mathbf{r}_\nu }{\partial x_l} \right\rangle
y_j
\end{equation*}
Hier  bestehen wir darauf, da"s diese partiellen Ableitungen der 
kinetischen Energie $K:\tT M \ra 
\langle {\ph{g}}{\ph{m}}^2/{\ph{s}}^2\rangle$ 
in Bezug auf das  nat"urliche 
lokale Koordinatensystem
des Geschwindigkeitsphasenraums zu verstehen sind.
Nun betrachten wir  eine glatte
Kurve $\gamma : \mathbb{T}\supset  I \rightarrow M$. 
Zusammen mit ihrem Differential $\dot{\gamma} = \diff \gamma$
liefert sie eine Abbildung 
$(\gamma,\dot{\gamma})   : \mathbb{T}\supset I \rightarrow
\tT M  $.
Interpretieren wir die  $y_i$ weiter als Koordinaten
des Geschwindigkeitsphasenraums
oder genauer als 
Abbildungen  $y_i: \tT M 
  \rightarrow \langle 1/{\ph{s}}\rangle $, so ergibt sich
\begin{eqnarray*}
 \frac{\diff}{\diff t}  \left( \frac{\partial K}{\partial y_l } 
\circ (\gamma,\dot{\gamma})\right) &=&
\sum_{\nu,i,j,k} m_\nu  \left\langle 
\frac{\partial^2 \mathbf{r}_\nu }{\partial x_j \partial x_k},
\frac{\partial  \mathbf{r}_\nu }{\partial x_l} \right\rangle \dot{x}_j \dot{x}_k\\
%
&&+ \sum_{\nu,i,j,k} m_\nu   \left\langle \frac{\partial  \mathbf{r}_\nu }{\partial x_j }, 
\frac{\partial^2  \mathbf{r}_\nu }{\partial x_l\partial x_k} 
\right\rangle \dot{x}_k \dot{x}_j\\
%
&&\quad 
+ \sum_{\nu,j} m_\nu   \left\langle \frac{\partial  \mathbf{r}_\nu }{\partial x_j }, 
\frac{\partial  \mathbf{r}_\nu }{\partial x_l} \right\rangle \ddot{x}_j \\
\end{eqnarray*}
Die ersten beiden Terme  unserer $l$-ten Bewegungsgleichung
von oben k"onnen demnach
dargestellt werden in der Form
\begin{equation*}
\frac{\diff}{\diff t} \left( \frac{\partial K}{\partial 
y_l} \circ (\gamma,\dot{\gamma}) \right) - 
\frac{\partial K}{\partial x_l} \circ (\gamma,\dot{\gamma})
\end{equation*}
Der letzte Term ist gerade unsere
generalisierte Kraft und der Satz folgt.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Euler-Lagrange-Gleichungen bei Kr"aften mit Potential}] 
Bisher haben wir unsere Kr"afte als mit Einheiten 
$\langle {\ph{g}}/{\ph{s}}^2\rangle$
versehene Vektorfelder
aufgefa"st. Benutzen wir nun die durch das konkrete Skalarprodukt 
$\vec{\mathbb E}\times \vec{\mathbb E}\ra \langle {\ph{m}}^2\rangle$
gegebene Identifikation 
$\vec{\mathbb E}\sira \vec{\mathbb E}^\ast\langle {\ph{m}}^2\rangle$,
um sie stattdessen 
 als mit Einheiten in $\langle {\ph{g}}{\ph{m}}^2/{\ph{s}}^2\rangle$
versehene Kovektorfelder aufzufassen, 
und fassen die Gesamtheit $F$ der Kr"afte
entsprechend als ein mit denselben Einheiten
versehenes Kovektorfeld auf $\mathbb{E}^\Lambda$ auf, 
also als Abbildung 
$F: \mathbb{E}^\Lambda\ra (\vec{\mathbb{E}}^\ast)^\Lambda 
\langle {\ph{g}}{\ph{m}}^2/{\ph{s}}^2\rangle$,
so hat das 
unter der Karte
zur"uckgezogene
Kovektorfeld die Gestalt
\begin{equation*}
\varphi^\ast F = \sum^n_{l=1} Q_l \diff x_l
\end{equation*}
und unsere generalisierten Kr"afte zeigen ihre eigentliche Bedeutung.  Ist 
dann
weiter 
$V : \mathbb{E}^\Lambda \rightarrow \langle {\ph{g}}{\ph{m}}^2/{\ph{s}}^2\rangle$
ein {\bf Potential}\index{Potential}
 f"ur unsere Kraft $F$, in
Formeln $F = - \diff V$, so folgt $$\varphi^\ast F = - \op{d}(V\circ \varphi)
= - \sum^n_{l=1} \frac{\partial V}{\partial x_l} \diff x_l$$
Wesentlich ist hierbei die Erkenntnis \ref{VFVD}, da"s das Differential von
Funktionen Verwandtschaft respektiert.
Wir finden auf diese Weise
mit den "ublichen Abk"urzungen f"ur die generalisierten Kr"afte
die Darstellung $Q_l = - \frac{\partial
  V}{\partial x_l}$, die wir uns  als
eine Identit"at von Funktionen  auf $M$ oder 
ebensogut auch auf $U$ denken k"onnen.
Fassen wir nun $V$ durch
Vorschalten der B"undelprojektion als Funktion auf dem
Phasenraum $\tT M$ 
 auf, so
verschwinden nat"urlich die partiellen Ableitungen $\frac{\partial V}{\partial
  y_l}$ bez"uglich unseres Systems $(x_1,\ldots, x_n,y_1,\ldots,y_n)$
von  nat"urlichen Koordinaten.  Bilden wir also die 
{\bf Lagrangefunktion}\index{Lagrangefunktion}
$$
L \pdef  V -K
$$
als Differenz zwischen der potentiellen und der
kinetischen  Energie unseres
Systems,
 so erf"ullt f"ur eine m"ogliche Bewegung $\gamma
: I \rightarrow M$ die zugeh"orige Abbildung 
in den Phasenraum  $(\gamma,\dot{\gamma} ): I
\rightarrow \tT M $ die sogenannten
\defind{Euler-Lagrange-Gleichungen}\label{ELG} 
$$
 \frac{\diff}{\diff t}\left( \frac{\partial L}{\partial y_l} 
\circ (\gamma,\dot{\gamma} ) \right) - \left(
\frac{\partial L}{\partial x_l} \right) \circ (\gamma,\dot{\gamma} ) =0
\qquad\text{f"ur $1\leq l\leq n$.} $$
\end{Bemerkungl}



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