
\section{Altes Zeug, vermutlich Schrott}




\subsection{Implizite Funktionen} 
\nichtfinal{Alter Schrott, kann eigentlich weg.}  
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Implizite Funktionen in einem Spezialfall}]
  Gegeben eine differenzierbare 
Funktion  $f:\DR^3\ra\DR$ von drei Ver"anderlichen
scheint es mir anschaulich klar, da"s
ihre Niveaufl"ache $N$
durch einen vorgegebenen Punkt $p\in\DR^3$ 
 salopp gesprochen lokal um $p$ als Graph einer reellwertigen Funktion 
der ersten beiden Ver"anderlichen
dargestellt werden kann, wenn
die Tangentialebene an unsere Niveaufl"ache bei $p$ nicht auf der
$xy$-Ebene alias der Nullstellenmenge der dritten Ver"anderlichen
 senkrecht steht, wenn also
die partielle Ableitung unserer
Funktion $f$ nach der dritten
Ver"anderlichen bei $p$ nicht verschwindet.  Etwas formaler
sollte es also unter der Bedingung $f_z(p)\neq 0$ 
 offene Teilmengen $C_1\co \DR^2$  und
$A_1\co \DR$  geben derart, da"s gilt $p\in C_1\times A_1$ und da"s
$N \cap (C_1\times A_1)$ der Graph einer Funktion $g:C_1\ra A_1$ ist.
Derartige  \glqq implizit definierte Funktionen\grqq\  werden wir im folgenden
in voller Allgemeinheit studieren, allerdings mit einer anderen
Konvention f"ur die Bezeichnung der Variablen: Statt $(x,y,z)$ schreiben wir
im folgenden $(z_1,z_2,x)$ und fassen  $f$ 
bei vorgegebenem $b=f(p)$  als
eine von zwei Parametern $z_1,z_2$ abh"angende 
Gleichung f"ur $x$ auf, n"amlich als die Gleichung $$f(z_1,z_2,x)=b$$
Unsere implizite Funktion ist in dieser Notation diejenige Funktion
$g:C_1\ra A_1$, die charakterisiert wird durch die Bedingung 
$f(z_1,z_2, g(z_1,z_2))=f(p)$. Die Bedingung an die lokale Existenz einer 
impliziten Funktion lautet in dieser Notation $f_x(p)\neq 0$.
Im folgenden betrachten wir allgemeiner nicht nur von Parametern abh"angende
Abbildungen $\DR\ra\DR$, sondern allgemeiner 
von Parametern abh"angende
Abbildungen $\DR^m\ra\DR^m$.
Mit $x$ bezeichnen wir dabei Koordinaten 
des Ausgangsraums  und mit $y$ Koordinaten 
des Raums, 
in dem unsere Abbildung landet.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Erl"auterung des Satzes in Koordinaten}]
Gegeben  ein  Gleichungssystem mit
weniger Gleichungen als Unbekannten, sagen wir mit 
nur $m$ Gleichungen f"ur $m+n$ Unbekannte,  wird man
im allgemeinen erwarten, da"s sich die L"osungsmenge 
in der folgenden Weise beschreiben l"a"st: Wir d"urfen $n$ Unbekannte
frei w"ahlen und  k"onnen die "ubrigen $m$ Unbekannten dann
aus unseren $m$ Gleichungen als Funktionen der
bereits gew"ahlten $n$ Unbekannten 
bestimmen. % Das vorhergehende Beispiel w"are hier der Fall
% einer Gleichung $m=1$ in $1+2=3$ Unbekannten.
Mir hilft es beim Denken und Reden, 
diese $n$ frei zu w"ahlenden Unbekannten als \glqq Parameter\grqq\  
zu bezeichnen
und unser 
System als ein System von $m$ Gleichungen in $m$ Unbekannten 
$x_1,\ldots, x_m$ anzusehen,
bei dem unsere $m$ Gleichungen zus"atzlich noch von insgesamt $n$ 
Parametern $z_1,\ldots, z_n$  abh"angen, in Formeln
$$
\begin{array}{ccc}
f_1(z_1,\ldots, z_n,x_1,\ldots, x_m)&=&b_1\\
\vdots&&\vdots\\
f_m(z_1,\ldots, z_n,x_1,\ldots, x_m)&=&b_m
\end{array}
$$
f"ur fest vorgegebene $b_1,\ldots, b_m$.
Besteht unser Gleichungsystem etwa 
aus $m$  linearen Gleichungen in $m$ Unbekannten,
 wobei diese $m$ Gleichungen noch stetig von den $n$ Parametern 
$z_1,\ldots, z_n$ abh"angen,
und ist  die $(m\times m)$-Matrix der
Koeffizienten f"ur eine feste Wahl der Parameter  invertierbar,
so wird sie auch f"ur 
benachbarte Parameter invertierbar bleiben,
und wir k"onnen den eindeutig bestimmten L"osungsvektor f"ur zu unserer festen Wahl benachbarte  
Parameter 
als Funktion der Parameter schreiben.
Im Fall eines nicht notwendig linearen Gleichungssystems  gelten entsprechende Aussagen. 
Eine pr"azise Formulierung gibt
der \glqq Satz "uber implizite Funktionen\grqq. 
Mit den \glqq impliziten\grqq\  Funktionen
sind dabei diejenigen  
Funktionen gemeint, die die $m$ Unbekannten $x_1,\ldots, x_m$ 
 als Funktionen der
 $n$ Parameter $z_1,\ldots, z_n$ ausdr"ucken: Diese Funktionen sind
n"amlich a priori nicht explizit etwa als Polynome 
oder allgemeiner als 
algebraische Ausdr"ucke in bekannten Funktionen 
gegeben, sondern
nur implizit als L"osungen eines Gleichungssystems.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Erl"auterung des Satzes im Fall linearer Funktionen}]
Ich will den  Fall, da"s unsere Gleichungen linear sind 
und sogar linear von den Parametern abh"angen, auch noch koordinatenfrei 
und etwas pr"aziser formulieren.
Seien dazu ganz allgemein 
$X,Y,Z$ Vektorr"aume. 
Die Elemente von $Z$ spielen im folgenden die Rolle der \glqq Parameter\grqq.
Ist $f: Z\times X\ra Y$ eine lineare 
Abbildung, deren Restriktion auf $X$ bijektiv ist, 
so gibt es bei festem $b\in Y$ genau
eine Abbildung $g:Z\ra X$ mit $f(z,g(z))=b$ f"ur alle $z\in Z$.
In der Tat ist unsere Gleichung wegen der Linearit"at von
$f$ gleichbedeutend zu
$f(0,g(z))+f(z,0)=b$, und nach Annahme gibt es eben genau
ein $x\in X$ mit $f(0,x)=b-f(z,0)$.
Bezeichnet in Formeln  $\op{in}_X$ die
lineare Einbettung $x\mapsto (0,x)$ von  $X$ nach $Z\times X$, so
haben wir
$g(z)=(f\circ \op{in}_X)^{-1}(b-f(z,0))$. Notieren wir auch noch 
$\op{in}_Z$ die
lineare Einbettung $z\mapsto (z,0)$ von  $Z$ nach $Z\times X$ und 
nehmen der Einfachkeit halber $b=0$ an, so erhalten wir 
$$g=-(f\circ \op{in}_X)^{-1} \circ (f\circ \op{in}_Z)$$ 
Der Satz "uber implizite Funktionen besagt, da"s "ahnliche Aussagen \glqq lokal\grqq\ 
auch allgemeiner f"ur beliebige stetig differenzierbare Abbildungen gelten.
\end{Bemerkungl}

\begin{figure}[p] 
\centering
\includegraphics[height=0.5\textheight]{SkriptenBilder/Bildimpl}\\[4mm]
\noindent
Der Schnitt der Niveaufl"ache $\{(z,x)\mid f(z,x)=x^2-z=0\}$ 
mit einem geeigneten Rechteck $C_1\times A_1$ ist der Graph einer
Funktion, eben der entsprechenden impliziten Funktion,
hier der Funktion $g(z)=\sqrt{z}$.
Dieses Beispiel zeigt auch, da"s im Fall von
nicht zusammenh"angendem $C_1$ die implizite Funktion durchaus von der
Wahl von $A_1$ abh"angen kann: Zwei Paare $(C_1,A_1)$ und 
$(C_1,A_1')$ mit demselben\label{BIMPLalt}  
$C_1$ k"onnen  verschiedene implizite Funktionen $C_1\ra A$ liefern!
Die Tangente an den Graphen unserer impliziten Funktion $g$ schlie"slich
steht in $(c,a)$ senkrecht auf dem Gradienten $(f_z(c,a),f_x(c,a))$,
so da"s auch die Formel f"ur die Tangentensteigung 
$g'(c)= -f_z(c,a)/f_x(c,a)$ anschaulich unmittelbar einleuchtet.
\end{figure}
\begin{Satz}[\textbf{"uber implizite Funktionen}]
Seien $Z,X,Y$ endlichdimensionale reelle R"aume,
$C \co Z$ sowie $A \co X$  offen\label{SsIFalt}
und $f: C\times A \ra Y$
stetig differenzierbar. 
Sei eine Stelle $(c,a)\in C\times A$ gegeben derart, da"s 
das Differential $\diff_{(c,a)} f$ von $f$ an dieser Stelle 
 eine Bijektion $$(\diff_{(c,a)} f)\circ \op{in}_{\vec{X}}:
  \vec{X}\sira \vec{Y}$$  
induziert.
So existieren Paare $(C_1,A_1)$
bestehend aus einer offenen Umgebung $C_1\co C$ von $c$ und
einer offenen Umgebung  $A_1\co A$ von $a$
derart, da"s
die  Niveaumenge $\{(z,x)\in C_1\times A_1\mid f(z,x)=f(c,a)\}$  
der Graph einer stetig differenzierbaren
Funktion $g:C_1\ra A_1$ ist.
Jede derart durch die Bedingung
$f(z,g(z))=f(c,a)$ erkl"arte
\emph{\bf implizite  
Funktion}\index{implizit!Funktion}\index{Funktion!implizite} 
$g$ hat dann bei $z\in C_1$ das Differential
$$\diff_z g= -\left(\diff_{(z,g(z))}f \circ \op{in}_{\vec{X}}\right)^{-1}
\circ (\diff_{(z,g(z))} f \circ \op{in}_{\vec{Z}})$$
\end{Satz}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Eindeutigkeit impliziter Funktionen}]
Es kann durchaus verschiedene\label{ZIFalt} 
Paare $(C_1,A_1)$ und $(C_1',A_1')$
geben, f"ur die die Bedingungen des Satzes erf"ullt sind.
Wenn wir $C_1$ nicht wegzusammenh"angend w"ahlen,
kann jeweilige die implizite Funktion auch durchaus von der
Wahl von $A_1$ abh"angen: Zwei Paare $(C_1,A_1)$ und 
$(C_1,A_1')$ mit demselben 
$C_1$ k"onnen also 
durchaus  verschiedene implizite Funktionen $C_1\ra A$ liefern,
wie nebenstehendes Bild illustriert.
  Wir werden jedoch zus"atzlich zeigen, da"s man im Satz eine offene Umgebung
  $C_1\co C$ von $c$ sogar so w"ahlen kann, da"s es (1) f"ur jede darin
  enthaltene wegzusammenh"angende
 offene Umgebung $U$ von $c$ genau eine stetige
  Funktion $g:U\ra A$ gibt mit $g(c)=a$ und $f(z,g(z))=f(c,a)$ f"ur alle $z\in
  U$ und da"s (2) die so erkl"arten Funktionen $g:U\ra A$ 
stetig differenzierbar sind.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl} Die   Kettenregel  zeigt, da"s die lineare Abbildung
  $(\diff_{(c,a)} f)\circ \op{in}_{\vec{X}}$  auch 
als das Differential bei $a$ der Abbildung 
$x\mapsto f(c,x)$ verstanden
werden kann. Wenn also dies Differential invertierbar ist 
f"ur einen Parameter $c$, so kann \glqq jedes kleine Verwackeln des Parameters
$c$ zu $z$
eindeutig  durch ein
kleines Verwackeln von $a$ zu $x$ in dem Sinne ausgeglichen werden, da"s 
unter diesem simultanen Wackeln 
der Wert
von $f$ konstant bleibt\grqq.
\end{Bemerkungl}





\begin{Bemerkungl}\label{IFBRalt}
Wieder gilt der Satz mit demselben Beweis auch f"ur 
 vollst"andige normierte  R"aume, wenn
man zus"atzlich zur Bijektivit"at auch noch die Stetigkeit der 
inversen Abbildung von 
$(\diff_{(c,a)} f)\circ \op{in}_{\vec{X}}:
  \vec{X}\sira \vec{Y}$ fordert
und \glqq stetig differenzierbar\grqq\  im Sinne von \ref{SDi}
interpretiert. Diese Allgemeinheit wird 
sich bei der L"osung gew"ohnlicher Differentialgleichungen \ref{ALAW}
 als  n"utzlich erweisen. 
Der Satz vom offenen Bild \eref{BSU}{AN3} wird sp"ater einmal zeigen,  
da"s unsere zus"atzliche Forderung 
"uberfl"ussig ist, da sie n"amlich automatisch erf"ullt ist, aber 
das soll vorerst weder bewiesen noch verwendet werden.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Der Satz "uber implizite Funktionen
in Koordinaten}] 
Ich will den Satz "uber implizite Funktionen
auch noch in Koordinaten angeben.
Seien dazu $C \co \Bbb{R}^{n}$ und $A\co \Bbb{R}^{m}$ offen,
$f: C\times A \ra \Bbb{R}^{m}$
stetig differenzierbar und $z_1,\ldots,z_n$ 
unsere \glqq Parameter\grqq\ sowie  $x_1,\ldots,x_m$ unsere
\glqq Unbekannten\grqq. So gilt:
\begin{enumerate}
\item
Ist die Matrix
$$\left( \frac{\partial f_{i}}{\partial x_{j}}\right)^{m}_{i,j=1}$$ nicht
ausgeartet an einer Stelle $(c,a)\in C\times A$, so 
existieren Tripel $(C_1,A_1,g)$
bestehend aus einer offenen Umgebung $C_1\co C$ von $c$,
einer offenen Umgebung  $A_1\co A$ 
von $a$ und einer stetig differenzierbaren Funktion 
$g:C_1\ra A_1$ 
derart, da"s
an jeder Stelle $z\in C_1$ der Wert $g(z)$ das einzige $x \in A_1$ ist mit 
$f(z,x)=f(c,a)$. 
\item
Die partiellen
Ableitungen der Komponenten von $g$  werden dann
gegeben durch die Matrix-Gleichung
$$\left(\left.\frac{\partial g_{j}}{\partial z_{k}}\right|_z\right)=
-\left(\left. \frac{\partial f_{i}}{\partial x_{j}}
\right|_{(z,g(z))}\right)^{-1}
\left(\left.\frac{\partial f_{i}}
{\partial z_{k}}\right|_{(z,g(z))}\right)$$
\end{enumerate}
In dieser Sprache ausgedr"uckt kann also ein System von 
$m$ Gleichungen in $m+n$ Unbekannten im
allgemeinen \glqq lokal\grqq\  in der Weise aufgel"ost werden,
da"s wir $n$ der Unbekannten frei w"ahlen und  die
restlichen $m$ Unbekannten dadurch dann 
im wesentlichen eindeutig festgelegt werden.
\end{Bemerkungl}


\begin{Beispiel}
Wir betrachten das Gleichungssystem
$$
\begin{array}{lll}
\zeta \xi +\zeta v-\xi u^2&=&1\\[2mm]
\zeta u^3+3\zeta u-uv&=&3
\end{array}
$$
Es ist etwa erf"ullt f"ur $(\zeta ,\xi ,u,v)=(1,1,1,1)$.
Wenn man nun $\zeta $ und $\xi $ ein bi"schen "andert, kann man dann 
stets $u$ und $v$ so anpassen, da"s unser Gleichungssystem
erf"ullt bleibt?
Der Satz "uber implizite Funktionen liefert genau diese Aussage,
man mu"s dazu nur pr"ufen, da"s die $(2\times 2)$-Matrix der 
partiellen Ableitungen der beiden Gleichungen unseres Systems 
nach $u$ und $v$ bei $(1,1,1,1)$ invertierbar ist.
Genauer erh"alt man hier die Matrix
$${\scriptstyle\begin{pmatrix}-2&\;\;1\\\;\;5&-1
\end{pmatrix}}$$
 und damit implizite Funktionen
  $u(\zeta ,\xi )$ und $v(\zeta ,\xi )$, die in einer Umgebung von $(1,1)$ definiert sind
und die dort jeweils den Wert $1$ annehmen. 
Man beachte jedoch die Verschiebung der Notation: Unser $(\zeta ,\xi )$ hier
entspricht im Satz "uber implizite Funktionen dem $z$
und unser $(u,v)$ hier hie"s dort $x$. 
Wie finden wir nun die
partiellen Ableitungen von $u$ und $v$ bei $(\zeta ,\xi )=(1,1)$?
Sicher k"onnen wir unsere abstrakte Formel anwenden, aber dabei
verheddert man sich leicht. Ich ziehe es vor, den Beweis im
Spezialfall zu wiederholen und die 
definierenden Gleichungen partiell abzuleiten. Wir erhalten so 
f"ur die partiellen Ableitungen nach $\zeta $ etwa
$$
\begin{array}{lll}
\xi +v+\zeta v_\zeta -2\xi uu_\zeta &=&0\\[2mm]
u^3+3\zeta u^2u_\zeta   +3u +3\zeta u_\zeta -u_\zeta v-uv_\zeta &=&0
\end{array}
$$
und nach Auswerten bei $(\zeta ,\xi )=(1,1)$ ergibt sich f"ur die Werte unserer
partiellen Ableitungen dort das lineare Gleichungssystem 
$$
\begin{array}{lll}
2+v_\zeta -2u_\zeta &=&0\\[2mm]
4 +5u_\zeta -v_\zeta &=&0
\end{array}
$$
dessen L"osung keine Probleme mehr aufwerfen sollte.
\end{Beispiel}

\begin{proof}[Beweis des Satzes \ref{SsIF} "uber implizite Funktionen]
Wir setzen $f(c,a)=b$ und betrachten die Abbildung
$$\begin{array}{cccl}
F :& C\times A &\ra & \;\;\; Z\times Y\\
&(z,x) & \mapsto & (z , f(z,x) )
\end{array}$$
Ihr Differential bei $(c,a)$  hat im Sinne von \eref{MaDS}{LA1} Block-Gestalt
$$\left(\begin{array}{cc}
\op{id}_{\vec{Z}}&0\\[4mm]
\diff_{(c,a)}f\circ \op{in}_{\vec{Z}}&\diff_{(c,a)}f\circ \op{in}_{\vec{X}}
 \end{array} \right) $$
und ist insbesondere invertierbar.
Nach dem Umkehr\-satz gibt es also offene Umgebungen $C_{1} \subset C$
von $c$ und $A_{1} \subset A$
von $a$ und $P_{1} \co Z\times Y $ von
$(c,b)=F(c,a)$ derart, da"s $F$ einen $\cal{C}^1$-Diffeomorphismus
$$F : C_{1}\times A_1 \sira P_{1}$$
liefert. Die Umkehrabbildung $G= F^{-1} : P_{1} \sira C_{1}\times A_1$
hat dann offensichtlich die Gestalt
$(z,y) \mapsto (z,\tilde{g}(z,y))$ f"ur geeignetes 
$\tilde{g} : P_{1} \ra X$.
Nun ist $f(z,x) =b$ gleichbedeutend zu $F(z,x) = (z,b)$,
und unter den Zusatzannahmen $(z,x)\in C_{1}\times A_1$ und $(z,b)\in P_1$
ist das weiter gleichbedeutend zu $(z,x)=G(z,b)$ alias $x=\tilde{g}(z,b)$.
Verkleinern wir falls n"otig $C_1$
noch weiter
derart, da"s zus"atzlich gilt $ C_1 \times\{b\} \subset P_{1}$,
dann gibt es zu jedem $z \in C_1$ genau ein $x = g(z) \in A_1$ mit
$f(z,x) =b$, n"amlich $g(z) = \tilde{g}(z,b)$. 
Die so definierte 
Funktion $g$ ist stetig differenzierbar nach dem Umkehrsatz.
Ihre Ableitung bei $z\in C_1$ ergibt sich leicht, wenn man die
Definitionsgleichung
$f(z,g(z))=b$ als Abbildung $C_1\ra Y$ auffa"st und auf beiden Seiten 
das Differential an der Stelle $z$ nimmt:
Mit der
Kettenregel folgt n"amlich
$$\diff _{(z,g(z))} f \circ {\op{id} \choose \diff_z g} = 0$$
Zerlegen wir darin   
$\diff _{(z,g(z))} f=(\diff _{(z,g(z))} f \circ 
\op{in}_{\vec{Z}}, \diff _{(z,g(z))} f \circ \op{in}_{\vec{X}})$
als Zeilen-Block\-ma\-trix im Sinne von 
\eref{MaDS}{LA1},
so ergibt sich sofort die behauptete Formel f"ur das Differential.
\end{proof}
\begin{figure}[p] 
\centering
\includegraphics[height=0.6\textheight]{SkriptenBilder/BildIFP}\\[4mm]
\noindent
Die Funktion
$
f: \mathbb R^3 \backslash \langle \op{e}_3 \rangle \rightarrow \mathbb R
$ auf dem Komplement der $z$-Achse 
gegeben durch $ (r \cos \vartheta, r \sin \vartheta, z) \mapsto
\sin (z -\vartheta)
$
f"ur $r > 0$ und $\vartheta$ beliebig hat als Niveaumenge zum Niveau Null
eine Wendeltreppe, die sich um die $z$-Achse $\langle \op{e}_3\rangle$ windet.
Eingezeichnet sind zusammenh"angende 
offene Umgebungen $C_1$ und $C^\prime_1$ 
eines Punkte  $c\in \DR^2$,
die sich durchaus zu \glqq erlaubten\grqq\  Paaren $(C_1, A_1)$ 
und $(C^\prime_1, A^\prime_1)$
erg"anzen lassen, bei denen die zugeh"origen 
impliziten Funktionen jedoch auf $C_1 \cap
C_1^\prime$ nicht "ubereinstimmen.
\end{figure}
  \begin{Bemerkunge}
    Wir zeigen noch unsere Behauptung  \ref{ZIF} und zeigen genauer, 
da"s f"ur $C_1$ wie im vorhergehenden Beweis und $U\co
    C_1$ eine wegzusammenh"angende Umgebung von $c$ die Einschr"ankung der
    bisher betrachteten Funktion $g:C_1\ra A_1$ auch die einzige stetige
    Funktion $\hat{g}:U\ra A$ ist mit $\hat{g}(c)=a$ und $f(z,\hat{g}(z))=b$
    f"ur alle $z\in U$. Sei in der Tat solch ein $\hat{g}$ gegeben.  Die Menge
    der Punkte $z\in U$ mit $\hat{g}(z)=g(z)$ ist nicht leer, da sie $c$
    enth"alt. Sie ist abgeschlossen in $U$ wegen der Stetigkeit beider
    Funktionen. Wenn wir auch noch ihre Offenheit zeigen, sind wir fertig mit
    \ref{WZTT}.  
Wegen der
    Stetigkeit nimmt $\hat{g}$ in einer Umgebung von $c$ nur Werte aus $A_1$
    an, in dieser Umgebung von $c$ mu"s also $\hat{g}$ mit $g$
    "ubereinstimmen. Dieselbe Argumentation greift nun aber f"ur jeden Punkt
    $z\in U$ mit $\hat{g}(z)=g(z)$, denn alles bereits Gesagte gilt genauso
    f"ur $(z,g(z))$ wie f"ur $(c,a)$.
  \end{Bemerkunge}

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}\label{ReKoalt}
Gegeben eine
einfache Nullstelle
eines reellen oder komplexen Polynoms  wird bei  hinreichend kleinem
Wackeln an den Koeffizienten des Polynoms sich auch unsere
Nullstelle nur ein bi"schen bewegen und differenzierbar, im
komplexen Fall sogar  komplex differenzierbar von
besagten Koeffizienten abh"angen. Man formuliere diese Aussage
pr"azise und beweise sie.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Man zeige, da"s es keine stetig differenzierbare bijektive Abbildung
$\DR^2\sira \DR$ geben kann.
\end{Ubung}

\subsection{Differentialformen und ihre Ma"se*}

\begin{Proposition}[\textbf{Ma"s  einer Differentialform}]
 Gegeben eine $k$-di\-men\-sio\-nale Eck\-fal\-tig\-keit $M$
in einem
endlichdimensionalen reellen Raum
 und eine
me"sbare\label{DDfm} 
$k$-Form $\omega$ auf  $M$ gibt es genau ein topologisches Ma"s 
$|\omega|$ auf $M$ mit der Eigenschaft, da"s f"ur jede Karte
$(W,\varphi)$ von $M$ und jede Borelmenge $A\subset \varphi(W)$
gilt
$$|\omega|(A)=\int_{\varphi^{-1}(A)} 
|(\varphi^\ast\omega)(\op{e}_1,\ldots,\op{e}_k)|\lambda^k$$
  Jede\index{Ma"s!einer Differentialform} 
  in $M$\index{)5@${\mid}\omega{\mid}$ Ma"s der Differentialform $\omega$}  
enthaltene Eckfaltigkeit echt kleinerer Dimension ist 
f"ur dieses Ma"s  eine Nullmenge, und jede stetige 
$k$-Form liefert ein Borelma"s.
\end{Proposition}

 \begin{Bild} 
 \includegraphics[height=5cm]{SkriptenBilder/BildBDF}\\[4mm]
 \noindent 
Versuch einer graphischen Darstellung des Ma"ses 
$|xy\diff x\wedge \diff y|=|xy|\lambda^2$ der Differentialform
$xy\diff x\wedge \diff y$, die wir in \eref{GHB}{AN2} versucht hatten,
graphisch darzustellen. Das Ma"s einer Teilmenge w"are so in etwa 
zu denken als
die
Zahl der in ihr enthaltenen schwarzen Punkte.
\end{Bild}
\begin{Bild} 
 \includegraphics[height=0.3\textheight]{SkriptenBilder/BildMdF}\\[4mm]
 \noindent 
In diesem Bild soll angedeutet werden, welches
 Ma"s auf
der Kreislinie
eine Einsform auf der Papierebene  liefert. Denken
wir uns etwa die Einform $y\diff x$. F"ur eine me"sbaren Menge 
wie dem eingezeichneten $A$ d"urfen wir uns das Ma"s so vorstellen: 
Wir approximieren durch einen Polygonzug und summieren die 
Betr"age der Werte
unserer Differentialform auf den Kantenvektoren. Eine Approximation von 
$|y\diff x|(A)$ w"are also etwa $|a_2v_1|+b_2w_1=|1\cdot 0|+|(-1)\cdot(-1)|=1$.
\end{Bild}

\begin{proof}[Beweis von \ref{DDfm}]
Der Beweis von \ref{OFLM} kann fast Wort f"ur Wort wiederholt werden,
wobei wir nur f"ur jede Karte $(W,\varphi)$ auf $W$
statt der Funktionen $\op{vol}(\diff_x\varphi)$ die 
Betr"age der Funktionen
$\omega_\varphi$ mit
$\omega_\varphi(x)=(\varphi^\ast\omega)_x(\op{e}_1,\ldots,\op{e}_k)$ 
einsetzen m"ussen. Der entscheidende Schritt besteht dann wieder darin,
f"ur je zwei Karten $(W,\varphi)$ und $(V,\psi)$ 
mit $\varphi(W)= \psi(V)$ und
Kartenwechsel $g= \psi^{-1}\circ \varphi
:W \sira V$ die Formel
$$
|\omega_\varphi(x)|=
|\det \diff_{x} g|\;|\omega_\psi(x)|
$$
zu zeigen.
Per definitionem haben wir jedoch
$\varphi^*\omega=\omega_\varphi \diff x_1\wedge\ldots\wedge \diff x_k$
und ebenso $\psi^*\omega=\omega_\psi \diff x_1\wedge\ldots\wedge \diff x_k$
und wegen
$\psi \circ g = \varphi$
 gilt $g^*(\psi^*\omega)=\varphi^*\omega$.
Mit \eref{ZHD}{AN2} folgt dann sofort
$(\op{det} \diff_x g) \omega_\psi(g(x))=\omega_\varphi(x)$
f"ur alle $x\in W$, und nehmen wir hier auf beiden Seiten
Betr"age, so steht unsere Behauptung auch schon da.
\end{proof}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Bedeutungen der Notation $|\omega|$}]
Die Notation $|\omega|$ hatten wir eigentlich bereits vereinbart
f"ur den Grad einer Differentialform, also $|\omega|=p$ im
Fall einer $p$-Form. Es ist also a priori ungeschickt, dieselbe 
Notation auch noch f"ur ein v"ollig anderes Konzept zu verwenden. 
Andererseits sind beide Notationen "ublich, und welche Bedeutung 
im Einzelfall  gemeint ist, kann der Leser leicht aus dem Kontext 
erschlie"sen: Im wesentlichen tritt $|\omega|$ in der Bedeutung als
Grad fast nur
 im Exponenten von $(-1)$ auf, und $|\omega|$ in der Bedeutung als
Ma"s fast nie in einem Exponenten. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Auf der rechten Seite meint $\op{e}_1,\ldots,\op{e}_k$ die 
Standardbasis des $\DR^k$, auf der also unsere $k$-Form 
$\varphi^\ast\omega$ an jeder Stelle ausgewertet werden soll. 
F"ur die $2$-Form $\eta=y^2\sin x \diff x\wedge\diff y$ auf dem $\DR^2$ etwa
w"are $\eta(\op{e}_1,\op{e}_2)$ die Funktion $y^2\sin x$.
Das Integral auf der rechten Seite ist %dann im allgemeinen 
als Integral 
in Bezug auf das Lebesgue-Ma"s der me"sbaren reellwertigen Funktion
$p\mapsto |(\varphi^\ast\omega)_p(\op{e}_1,\ldots,\op{e}_k)|$ 
"uber die me"sbare Menge $\varphi^{-1}(A)\subset W\subset \DR^k$
zu verstehen. 
Mit einer $k$-Form meinen wir vorerst noch eine relative
$k$-Form. Sobald wir die wirklichen $k$-Formen auf Mannigfaltigkeiten 
 kennenlernen,  wird dieselbe Definition jedoch auch
f"ur diese sinnvoll und richtig werden.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion des Unterschieds zum Fl"achenma"s}] 
Ich will einen wesentlichen Unterschied zum in \ref{OFLM} eingef"uhrten
Fl"achenma"s hervorheben: Das Ma"s zu einer Differentialform 
k"onnen wir auf Eckfaltigkeiten in beliebigen endlichdimensionalen
R"aumen einf"uhren, wohingegen  
wir das Fl"achenma"s nur auf
Eckfaltigkeiten in $\DR^n$ erkl"art haben und bestenfalls auf
Eckfaltigkeiten endlichdimensionaler affiner Skalarproduktr"aume
h"atten erkl"aren k"onnen.
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}[\textbf{Ma"s  einer Flu"sdichte}] 
  Ist $X$ ein dreidimensionaler orientierter reeller affiner Raum und
$M\subset X$ eine zweidimensionale Eckfaltigkeit alias\label{Fludd} 
 Fl"ache und $\omega$  die $2$-Form der Flu"sdichte 
eines bewegten Gases wie in \eref{FluD}{AN2}, so ordnet das Ma"s
$|\omega|$ jedem  Fl"achenst"uck auf $M$ 
die Gesamtmasse an Gas zu, die im gegebenen Zeitintervall hindurchtritt.
In welcher Richtung das Gas an der einen oder
anderen Stelle hindurchtritt, beachten wir dabei nicht,
deshalb die Betragsstriche. Wir fordern auch nicht, da"s $M$ orientiert 
oder orientierbar sein
soll,
es d"urfte sich etwa  um ein M"obiusband handeln.
\end{Beispiel}

\begin{Beispiel}
Das Lebesgue-Ma"s auf $\DR^k$ ist das Ma"s
zu $\diff x_1\wedge\ldots\wedge \diff x_k$, in Formeln
$\diff^k x=|\!\diff x_1\wedge\ldots\wedge \diff x_k|$. Speziell
ist $|\!\diff x|$ das Lebesgue-Ma"s auf $\DR$. In diesem Fall
erlauben wir uns  aus den bereits in \ref{Ldf} dargelegten
Gr"unden  auch die Notation $\diff x$. Allgemeiner erhalten wir 
f"ur $f:\DR^n\ra\DR$ me"sbar 
die Gleichheit von Ma"sen $|f\diff x_1\wedge\ldots\wedge \diff x_k|=
|f|\diff^k x$.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
Ist $M$ eine $0$-Eckfaltigkeit, als da hei"st eine diskrete Teilmenge
eines endlichdimensionalen Raums, und $\omega$ eine relative $0$-Form
alias eine reellwertige Funktion $f$ auf $M$, so ist $|\omega|$ das Ma"s,
das jedem Punkt $p \in M$ als Ma"s den 
Betrag des Funktionswerts
 $|\omega_p| = |f(p)|$ zuordnet.
\end{Beispiel}
 
\begin{Beispiel}
Wir betrachten als
Differentialform die $1$-Form $\omega = \diff x$ auf $\Bbb{R}^2$ und als
Eckfaltigkeit die Kreislinie $S^1 = \{ (x,y) \mid x^2 + y^2 =1\}$.
In diesem Fall stimmt das Ma"s $|\!\diff x|$ auf $S^1$ "uberein 
mit der Summe der
Bildma"se $\mu_\pm $ des Lebesgue-Ma"ses auf 
dem Intervall $[-1,1]$ unter seinen vertikalen 
Projektionen auf den oberen  beziehungsweise auf den unteren Halbkreis.
Insbesondere h"atten wir also $|\!\diff x| (S^1) = 4$.
In der Tat, betrachten wir etwa die Karte $\varphi : (-1,1) \rightarrow
S^1$, $ t \mapsto (t, \sqrt{1-t^2})$ und eine Borelmenge $A$ in ihrem Bild, dem
offenen oberen Halbkreis, so ergibt sich mit unseren Definitionen
\begin{equation*}
|\!\diff x| (A) = \int_{\varphi^{-1}(A)} |\varphi^\ast (\diff x) (\op{e}_1)| =
\int_{\varphi^{-1}(A)} |\diff t (\op{e}_1) | = \int_{\varphi^{-1}(A)} 1 = \lambda
(\varphi^{-1}(A))
\end{equation*}
f"ur $\lambda $ das Lebesguema"s auf $[-1,1]$.
\end{Beispiel}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[height=0.8\textheight]{SkriptenBilder/BildFi}\\[4mm]
\noindent 
Die gepunktelten Pfeile stellen die Vektoren $p_{3,0}-p_{2,0}$ und
$p_{2,1}-p_{2,0}$ dar, der Betrag des Werts von $\omega_{p_{2,0}}$
auf diesem Paar von Vekoren geht 
in die Riemannsumme $S_P^3$ ein.
\end{figure}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Ma"s einer Differentialform "uber Riemannsummen}] 
Etwas vage mag man 
sich im Fall einer $2$-Eckfaltigkeit alias Fl"ache im
Anschauungsraum vorstellen, da"s wir unsere Fl"ache
lokal durch \glqq parallelogrammf"ormige Schuppen\grqq\  approximieren,
denen wir mithilfe unserer $2$-Form jeweils ein
Ma"s zuordnen k"onnen, 
indem wir an jeder Stelle die beiden Kantenvektoren 
unserer parallelogrammf"ormigen Schuppen in die der 
besagten Stelle zugeordnete 
alternierende bilineare Abbildung 
einsetzen und vom Resultat den Betrag nehmen.
Dann gilt es, 
mit immer feineren Schuppen in geeigneter Weise zum
Grenzwert  "uberzugehen.
Konkreter
 erkl"are ich nun eine Interpretation durch Riemannsummen.
Sei dazu $(W,\varphi)$ eine orientierte
Karte einer der Einfachkeit der Notation halber zweidimensionalen
Eckfaltigkeit $M\subset X$, sei $Q = [a,b] \times [c,d] \subset
W$ ein Rechteck und 
$P=\varphi(Q)\subset M$ sein Bild.
Sei weiter $\omega: M \ra \op{Alt}^2(\vec{X})$
eine stetige relative  $2$-Form auf $M$.
Wir betrachten f"ur $r \geq 1$ die "aquidistanten Unterteilungen
$
a = a_{0} <  a_{1} < \ldots  < a_{r} = b$, $
c = c_{0} <  c_{1} < \ldots   < c_{r} = d
$ der Kanten von $Q$ in jeweils $r$ Segmente,
bezeichnen mit $q_{i,j}=(a_{i},c_{j})$ die Gitterpunkte
im so gegebenen Raster auf $Q$, und mit $p_{i,j} =\varphi(q_{i,j})$
die Bilder dieser Gitterpunkte in
$P\subset M$. Dann definieren wir die $r$-te {\bf
Riemannsumme}\index{Riemannsumme!f"ur Ma"s einer Differentialform}
$S^{r}_{P} |\omega|$
durch die Formel
$$S^{r}_{P} |\omega| = \sum^{r-1}_{i,j =0} |\omega_{p_{i,j}}(p_{i+1,j}
- p_{i,j}, p_{i,j+1} - p_{i,j})|$$
Nat"urlich h"angt diese Summe von der Karte $(W,\varphi)$ ab, auch
wenn das in der Notation nicht zum Ausdruck kommt.
Wir k"onnen nun das Ma"s $|\omega|(P)$  interpretieren als
den Grenzwert
$$|\omega|(P) = \lim_{r \ra \infty} S_{P}^{r} |\omega|$$  
Den Beweis dieser Tatsache entlang der Grundlinie des Beweises von
\eref{RSIn}{AN2}  "uberlassen wir dem Leser zur "Ubung.
\end{Bemerkungl}

\subsubsection*{"Ubungen}



\begin{Ubung}
  Wir betrachten auf $\DR^2$ die Funktionen
$f(x,y)=\op{sin}(xy)$ und $g(x,y)=x^2y +y $ und die
$2$-Form $\omega=\diff f\wedge \diff g$. Man schreibe das
Ma"s $|\omega|$ auf $\DR^2$ als Vielfaches des Lebesgue-Ma"ses.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Seien $U,V$ offene Teilmengen $n$-dimensionaler 
reeller R"aume und sei $\phi: U\sira V$ ein $\mathcal C^1$-Diffeomorphismus.
Gegeben eine me"sbare $n$-Form $\omega$ auf $V$ zeige man
die Verwandtschaft von Ma"sen $\phi:|\phi^\ast \omega|\leadsto | \omega|$.
In anderen Worten folgt also aus der Verwandtschaft von me"sbaren $n$-Formen
$\phi: \eta\leadsto  \omega$ die Verwandtschaft von Ma"sen 
$\phi: |\eta|\leadsto  |\omega|$. Hinweis: Das ist bei rechtem Lichte besehen
nur
eine Umformulierung der Transformationsformel \ref{TFL}.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
Die Kovektorfelder $\diff\vartheta$ und $\diff  r$ auf $\DR^2$
zu unseren Polarkoordinaten  aus \eref{BsPK}{AN2} liefern Ma"se auf
dem Kreis $K\subset \DR^2$ mit Radius 4 und auf der
Parallelen $G\subset \DR^2$ zur $y$-Achse durch 
den Punkt $(1,0)$. Man finde  stetige
Funktionen auf diesen Mannigfaltigkeiten derart, da"s ihre Produkte
mit den jeweiligen Fl"achenma"sen die Ma"se zu unseren Differentialformen 
liefern.  
\end{Ubung}
\subsection{Integration me"sbarer Differentialformen*}

 \begin{Definition}
 Sei     $M $ eine $k$-dimensionale orientierte
Untermannigfaltig\-keit eines endlichdimensionalen
reellen Raums.  Wir nennen
    eine me"sbare  $k$-Form $\omega$ auf  $M$
    \defnoind{nichtnegativ}\index{nichtnegativ!Differentialform}  
genau dann, wenn f"ur alle Punkte $p\in M$ und jede angeordnete
Basis $v_1,\ldots,v_k$ der Orientierung $\varepsilon$ 
des Tangentialraums ${\op{T}}_pM$ 
gilt 
$$\varepsilon\omega_p(v_1,\ldots,v_k)\geq 0$$ 
\end{Definition}
 \begin{Definition}
 Wir nennen
    eine  $k$-Form $\omega$ auf einer $k$-dimen\-sio\-na\-len 
Unter\-man\-nig\-fal\-tig\-keit $M$ eines endlichdimensionalen
reellen Raums 
    \defnoind{integrierbar}\index{integrierbar!Differentialform} {\bf
      "uber $M$} genau dann, wenn sie me"sbar ist und wenn
f"ur das nach \ref{DDfm} zugeh"orige Ma"s $|\omega|$ 
    gilt $|\omega|(M)<\infty$.
\end{Definition}
\begin{Satz}[\textbf{Integration me"sbarer Differentialformen}]
Sei $M $  eine $k$-di\-men\-sio\-nale orientierte
Eckfaltig\-keit in  einem endlichdimensionalen\label{ItDF}
reellen Raum. So bilden die  "uber $M$ integrierbaren
     $k$-Formen einen Untervektorraum
    im Raum aller
    $k$-Formen auf $M$, und es gibt auf diesem Untervektorraum
genau eine Linearform $\omega\mapsto \int_{\vec{M}}\omega$
derart, da"s f"ur alle nichtnegativen $k$-Formen  $\omega$  gilt
$$\int_{\vec{M}}\omega=|\omega|(M)$$
\end{Satz}

\begin{proof}
Da"s die integrierbaren
     $k$-Formen  einen Untervektorraum
bilden, scheint mir offensichtlich.
Um die Eindeutigkeit der fraglichen Linearform zu zeigen,
betrachten wir f"ur eine beliebige me"sbare $k$-Form $\omega$ auf $M$ 
die me"sbare Teilmenge
$$M^+\pdef
\left\{p\in M\left|
    \begin{array}{l}
\text{Es gilt }\omega_p(v_1,\ldots,v_k)>0\text{ f"ur eine}\\
\text{und jede orientierte angeordnete}\\
 \text{Basis $v_1,\ldots,v_k$ von ${\op{T}}_pM$}   \end{array}
\right\}\right.$$
Unsere me"sbare $k$-Form $\omega$ k"onnen wir nun
schreiben als die Differenz $\omega=\omega^+-\omega^-$ zweier 
nichtnegativer Formen, indem wir etwa $\omega^+$ erkl"aren durch
$\omega^+_p=\omega_p$ f"ur $p\in M^+$ und $\omega^+_p=0$ sonst.
Wir m"ussen also setzen 
$$\int_{\vec{M}}\omega=|\omega^+|(M)-|\omega^-|(M)$$
und es bleibt nur zu zeigen, da"s diese Vorschrift auch
tats"achlich eine Linearform liefert. Hierbei ist 
nur die Additivit"at problematisch. 
F"ur je zwei integrierbare nichtnegative Formen $\omega$ und $\eta$
 gilt jedoch offensichtlich 
$$\int_{\vec{M}}\omega +\eta =\int_{\vec{M}}\omega +\int_{\vec{M}}\eta $$
Im allgemeinen schreiben wir nun
$\omega=\omega^+-\omega^-$, $\;\eta  =\eta^+ -\eta^-$
und $\omega+\eta=\rho=\rho^+- \rho^-$ 
und folgern durch Einsetzen
$\omega^+ + \eta^+ +\rho^-=\omega^- + \eta^- +\rho^+$.
Wenden wir darauf die Additivit"at des Integrals f"ur nichtnegative Formen an,
so folgt sofort die Additivit"at des Integrals f"ur beliebige
integrierbare Formen.
\end{proof}
\begin{Proposition}[\textbf{Integration in lokalen Koordinaten}]
Sei     $M $ eine $k$-dimen\-sio\-nale orientierte
Eck\-fal\-tig\-keit in einem endlichdimensionalen
reellen Raum,
$\varphi : W \ra M$ eine Karte der Orientierung $\varepsilon$  und 
$\omega$ eine me"sbare $k$-Form auf $M$, die au"serhalb von
 $\varphi( W)$ verschwindet.\label{I2F}  
So ist $\omega$
integrierbar genau dann, wenn die reellwertige Funktion 
$(\varphi^{\ast} \omega)(\op{e}_1,\ldots,\op{e}_k)$
integrierbar ist auf $W$, und in diesem Fall 
gilt
$$\int_{\vec{M}}\omega = \varepsilon\int_{W} 
(\varphi^{\ast} \omega)(\op{e}_1,\ldots,\op{e}_k)\lambda^k$$
\end{Proposition}
\begin{proof}
F"ur nichtnegative Formen $\omega$ ist das 
im wesentlichen unsere Definition \ref{ItDF}, f"ur beliebige 
Formen folgt es mithilfe unserer Zerlegung $\omega=\omega^+-\omega^-$
aus dem vorhergehenden Beweis von Satz \ref{ItDF}.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
  Nach unseren Definitionen % in Satz \ref{ItDF} und \ref{DDfm}
"andern sich Integrierbarkeit und
Integral einer me"sbaren Differentialform nicht, wenn wir ihre Werte auf einer
Untermannigfaltigkeit echt kleinerer Dimension "andern. So k"onnen wir 
in der Praxis bei
\glqq vern"unftigen\grqq\  Karten   erreichen, da"s unsere Differentialformen 
au"serhalb des Bildes der Karte verschwindet und die Proposition greift.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}\label{I2FF}
Unter den Annahmen und  Notationen von \ref{I2F} und wenn wir
$W$ mit der von $\DR^k$ induzierten Orientierung versehen, gilt
f"ur unsere integrierbare  $k$-Form $\omega$ auch
$$\int_{\vec{M}}\omega = \varepsilon\int_{\vec{W}} 
\varphi^{\ast} \omega$$
In der Tat folgt das unmittelbar aus den Definitionen, wenn wir das
Differentialformenintegral 
auf der rechten Seite vermittels der Karte $\op{id}:W\sira W$
berechnen.
Ebenso folgt, da"s $\omega$ integrierbar ist genau dann, wenn 
$\varphi^{\ast} \omega$
integrierbar ist.
\end{Bemerkungl}





\begin{Beispiel}[\textbf{Flu"s durch die obere Hemisph"are, Erg"anzung}]
Ich will noch einmal auf das 
schon in \eref{Bsp2}{AN2} besprochene\label{SIBS}  
Beispiel \eref{BI11}{AN2} zur"uckommen, in dem wir
den Flu"s des Vektorfelds $x^2\op{e}_3$ durch die obere
Hemisph"are $H$ alias das Integral der $2$-Form $x^2 dx \wedge dy$
"uber eben diese Hemisph"are
berechnet hatten.
Die L"ange der Vektoren unseres Vektorfeldes $x^2\op{e}_3$ 
h"angt von der H"ohe $z$
gar nicht ab.
Es scheint mir deshalb offensichtlich, da"s sein Flu"s durch die obere
Hemisph"are $H$ derselbe ist wie durch die Einheitskreisscheibe in der
$xy$-Ebene 
$D =\{(x,y)\mid z = 0, x^2 + y^2 < 1\}$.
Formal k"onnen wir das wegen $d (x^2 dx \wedge dy)=0$ auch aus dem Satz
von Stokes mit Ecken \ref{ASIE} folgern, indem wir ihn auf
die massive obere Halbkugel 
$M =\{ (x,y,z) \mid x^2+y^2+z^2 \leq 1, \; z \geq 0\}$
anwenden. 
Deren regul"arer Teil $M_r$ besteht aus dem Komplement der 
Kreislinie $\{(x,y,z) \mid x^2+y^2=1, \;
z =0\}$, und der Rand des regul"aren Teils 
$\partial M_r$ ist die Vereinigung der oberen 
Hemisph"are $H$ aus \eref{BI11}{AN2} mit der offenen 
Einheitskreisscheibe in der $xy$-Ebene $D$.
Versehen wir unsere massive Halbkugel mit der
von $\DR^3$ induzierten Orientierung, so erbt die obere
Hemisph"are $H$ die bereits in \eref{BI11}{AN2} 
beschriebene Orientierung,
die Einheitskreisscheibe $D$ jedoch die nicht von der Einbettung in
$\DR^2$ induzierte Orientierung. Schreiben wir $\vec{D}$ f"ur
$D$ mit der von der Einbettung in
$\DR^2$ induzierten Orientierung, so 
erhalten wir f"ur $\omega = x^2 dx \wedge dy $ wegen
$d\omega =0$  folglich nach Stokes in der Tat
$$0=\int_{\vec{M}_r}d\omega=\int_{\partial\vec{M}_r}\omega=
\int_{\vec{H}} x^2 dx \wedge dy - \int_{\vec{D}} x^2 dx \wedge dy$$ 
\end{Beispiel}





\subsection{Produktma"s f"ur nicht $\sigma$-endliche Ma"se*}


\begin{Bemerkung}
Nach \ref{HiBa} und \ref{EHiBa} ist
ein beliebiger Hilbertraum isomorph  zu einem
  $L^2$-Raum "uber einer Menge mit Z"ahlma"s, die jedoch nicht
abz"ahlbar zu sein braucht. 
Es scheint mir deshalb sinnvoll, den im vorhergehenden 
entwickelten Formalismus soweit m"oglich auf
nicht notwendig $\sigma$-endliche Ma"sr"aume auszudehnen.
In der Literatur geht etwa Halmos  \cite{Halmos} 
in diesem Zusammenhang so vor, da"s er 
den Begriff eines Ma"sraums ab"andert und schw"acher fordert, da"s 
die me"sbaren Mengen eines Ma"sraums nur einen \glqq $\sigma$-Ring\grqq\ 
zu bilden brauchen. 
Mir scheint es jedoch insbesondere f"ur die Diskussion me"sbarer
Abbildungen
praktischer, konsequent mit $\sigma$-Algebren
zu arbeiten und bei der weiteren Entwicklung der Theorie
schlicht den Mengen, die nicht zum \glqq $\sigma$-Ring der 
in nat"urlicher Weise me"sbaren Mengen\grqq\  geh"oren, das Ma"s
Unendlich zuzuweisen. Wir verfahren nach diesem Prinzip etwa bei
der Diskussion des
Satzes von Hahn oder der Diskussion von Produktma"sen. 
\end{Bemerkung}

\begin{Satz}[\textbf{Ma"sfortsetzungssatz von Carathodory, Variante}]
Gegeben eine Menge $X,$ ein Mengenring $\cal{A} \subset \cal{P} (X)$ 
 und  ein Pr"ama"s $\mu : \cal{A} \ra [0,\infty]$ existiert\label{MHan} 
genau eine Erweiterung von $\mu$ zu einem Ma"s auf der
von $\cal{A}$ erzeugten $\sigma$-Algebra $\cal{M} (\cal{A}),$  die
allen den Mengen von $\cal{M} (\cal{A})$ das Ma"s
Unendlich zuordnet, die nicht in einer
abz"ahlbaren Vereinigung von Mengen endlichen Ma"ses aus $\cal{A}$
enthalten sind. 
\end{Satz}
  \begin{Bemerkung}
Wir nennen die in \ref{MHan} charakterisierte
 Erweiterung eines Pr"ama"ses zu 
einem Ma"s seine \defind{kanonische Erweiterung}.\index{Erweiterung!kanonische}
Der Beweis zeigt, da"s sie beschrieben werden kann durch die Formel
$$\mu (M) = \inf \left(\sum^{\infty}_{n=0} \mu (A_{n})\right)$$
wo das Infimum gebildet wird "uber alle Folgen in $\cal{A}$ 
mit $M\subset \bigcup A_{n}.$ 
\end{Bemerkung}
\begin{proof}
Der Existenzbeweis wurde beim Beweis von \ref{MHa}
bereits mit gegeben, es gilt nur bei \ref{LHh} zu erinnern, da"s das Infimum 
der leeren Menge $\infty$ ist.
Wir zeigen nun noch
die Eindeutigkeit.
Sei dazu $\nu$ eine zweite
Erweiterung.
Es gilt zu zeigen $\mu (Y) = \nu (Y)$ f"ur alle $Y\in\cal{M},$ 
die sich durch eine Folge von Mengen endlichen Ma"ses aus
$\cal{A}$ "uberdecken lassen.
Aber sei $(S_{n})$ eine Folge in $\cal{A}$ mit $\bigcup S_{n} \supset Y$ und
$\mu (S_{n}) < \infty \quad \forall n.$
Wir d"urfen ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit annehmen $S_{n}
\subset S_{n+1} \subset \ldots,$ und m"ussen nur f"ur alle 
$n$ die Gleichungen
$$\mu (Y \cap S_{n})= \nu (Y\cap S_{n})$$ zeigen,
dann ergibt sich $\mu (Y )= \nu (Y)$ im Grenzwert $n\ra\infty.$
Nach der Definition von $\mu$ gilt offensichtlich $\nu (Y\cap
S_{n}) \leq\mu (Y \cap S_{n}),$ aber ganz genauso auch $\nu (Y^{c}\cap
S_{n})\leq\mu (Y^{c} \cap S_{n}),$ und da die Summe dieser
Ungleichungen die Gleichung $\nu (S_{n}) = \mu (S_{n})$ liefert,
m"ussen unsere Ungleichungen beide schon Gleichungen gewesen sein.
\end{proof}



\begin{Bemerkungl}\label{IMT}
Jede integrierbare Funktion verschwindet au"serhalb einer
$\sigma$-endlichen Menge. In der Tat  m"ussen 
bei integrierbarem $f$ die Urbilder der Intervalle $[1/n, \infty)$ 
und $(-\infty, -1/n]$ alle
endliches Ma"s haben. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Satz}\label{PrMan}
Gegeben Ma"sr"aume $(X, \cal{M}, \mu)$ und $(Y,\cal{N},\nu)$ 
gibt es auf der  Produkt-$\sigma$-Algebra
genau ein Ma"s $\mu \boxtimes \nu,$ das 
\emph{\bf Produktma"s}\index{Produktma"s}, derart
da"s (1) f"ur alle $ A \in \cal{M}$ und $
B \in \cal{N}$ von endlichem Ma"s gilt 
$$(\mu \boxtimes \nu)(A \times B) = \mu (A) \nu (B)$$
und da"s (2) allen denjenigen Mengen aus $\cal{M} \boxtimes \cal{N},$
die sich nicht durch eine abz"ahlbare Vereinigung
von Produkten von Mengen endlichen Ma"ses "uberdecken lassen,
das Ma"s Unendlich zugeordnet wird.
\end{Satz}

\begin{Bemerkungl}
Im Fall $\mu(A)=\infty$ und $\nu(B)=0$ gilt f"ur das so
erkl"arte Produktma"s nur dann $(\mu \boxtimes \nu)(A \times B) =0,$
wenn $A$ als abz"ahlbare Vereinigung von Mengen endlichen Ma"ses 
geschrieben werden kann oder wenn $B$ die
leere Menge ist. Andernfalls erhalten wir 
$(\mu \boxtimes \nu)(A \times B) =\infty.$
Man k"onnte alternativ auch eine konsistente Theorie aufbauen,
indem man als Produktma"s  die kanonische Erweiterung des im
folgenden Beweis betrachteten Pr"ama"ses $\mu \times \nu$ w"ahlt.
Im Wesentlichen k"ame man damit
zu denselben Resultaten und insbesondere entst"unden
 isomorphe R"aume von $L^p$-Funktionen auf  Produkten.
Das in unserem Satz definierte Produktma"s scheint mir jedoch 
sowohl einfacher in der Beschreibung als auch einfacher
in der Handhabung, etwa beim Beweis der S"atze von Fubini.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Die Definition des Produkts zweier 
Ma"sr"aume in dieser un"ublichen Allgemeinheit zu geben scheint mir
sinnvoll etwa im Lichte von
 \ref{TeHi},  wonach
f"ur  zwei beliebige Ma"sr"aume das 
komplettierte Tensorprodukt
der zugeh"origen R"aume quadratintegrierbarer Funktionen 
kanonisch isomorph ist zum  Raum der 
quadratintegrierbaren Funktionen  auf ihrem Produkt.
Wenn man wei"s, da"s jeder Hilbertraum isomorph ist zum Raum der 
quadratintegrierbaren Funktionen auf einer Menge mit Z"ahlma"s,
so liegt  es nahe, diesen Satz auch f"ur nicht notwendig abz"ahlbare
Mengen mit Z"ahlma"s zu formulieren.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Wie im Beweis von
\ref{PrMa} bilden wir das Pr"ama"s $\mu \times \nu$ 
auf $[\cal{M}\times \cal{N}]$. Dieses Pr"ama"s "andern wir nun ab
zu einer Abbildung $(\mu \tilde{\times} \nu):
[\cal{M}\times \cal{N}]\ra [0,\infty]$,
indem wir allen den Mengen $C\in [\cal{M}\times \cal{N}]$, 
die sich nicht durch 
eine abz"ahlbare Vereinigung
von Produkten von Mengen endlichen Ma"ses "uberdecken lassen,
das Ma"s Unendlich zuordnen, und den "ubrigen 
$C\in [\cal{M}\times \cal{N}]$ den Wert  $(\mu \times \nu)(C)$. 
Man sieht leicht ein, da"s auch $\mu \tilde{\times} \nu$ wieder ein Pr"ama"s
auf $[\cal{M}\times \cal{N}]$ ist. Unser Satz folgt damit aus dem
Satz von Hahn \ref{MHan} "uber Ma"serweiterungen.
\end{proof}



\begin{Satz}[\textbf{positiver Fubini}]\label{pFn}
Seien 
$(X, \mu)$ und $(Y,\nu)$  Ma"s\-r"aume.
Gegeben eine me"sbare Funktion $f: X \times Y \ra [0,\infty],$ 
die au"serhalb einer $\sigma$-endlichen Menge verschwindet, ist 
$x\mapsto f(x,y)$ f"ur alle $y\in Y$ eine me"sbare Funktion $X\ra[0,\infty]$ 
und das partielle Integral
 $y \mapsto \int f(x,y) \mu\langle x\rangle$ ist eine me"sbare Funktion
$Y\ra[0,\infty]$ und es gilt
$$\int_{X\times Y} f(x,y)\;(\mu\boxtimes\nu)\langle x,y\rangle = \int_{Y} \left(
\int_{X} f(x,y)\mu\langle x\rangle\right) \nu\langle y\rangle$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Da"s die Bedingung, die Funktion m"oge au"serhalb einer
 $\sigma$-endlichen Menge verschwinden, hier auch
wirklich n"otig ist, zeigt
\ref{KoBe}.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Das folgt unter unseren Annamen sofort aus \ref{pF}.
\end{proof}

\begin{Satz}[\defind{Fubini}]\label{Fuban}
Seien $(X,\mu)$ und $(Y,\nu)$ 
Ma"s\-r"aume.
Gegeben eine integrierbare
Funktion $f: X\times Y \ra \Bbb{R}$  ist f"ur fast alle $y \in Y$ die Funktion
$x\mapsto f(x,y)$ integrierbar und die fast "uberall
definierte Funktion $y \mapsto \int_{X} f(x,y)  \mu\langle x\rangle$ ist
auch integrierbar und f"ur ihr Integral gilt
$$\int_{Y} \left(\int_{X}
f(x,y) \;\mu\langle x\rangle\right) \nu\langle y\rangle
=
\int_{X\times Y} f(x,y) \;(\mu\boxtimes\nu)\langle x, y\rangle $$
\end{Satz}

\begin{proof}
Man kann den Beweis von \ref{Fuba} "ubernehmen, wenn man 
mit \ref{pFn} arbeitet und  beachtet, 
da"s  eine me"sbare und
integrierbare Funktion nach \ref{IMT} notwendig 
au"serhalb einer $\sigma$-endlichen
Menge verschwindet.
\end{proof}

\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}
Seien $(X, \cal{M}, \mu)$ und $(Y,\cal{N},\nu)$ 
Ma"sr"aume. Wir erhalten denselben Ma"sraum, ob wir den Produktraum 
vervollst"andigen oder ob wir die einzelnen Ma"sr"aume vervollst"andigen,
den Produktraum bilden, und nochmals vervollst"andigen. In  
 Formeln gilt also
$$(X\times Y, (\cal{M}^\ast\boxtimes \cal{N}^\ast)^\ast, 
(\mu^\ast\boxtimes \nu^\ast)^\ast)
=(X\times Y, (\cal{M}\boxtimes \cal{N})^\ast, (\mu\boxtimes \nu)^\ast)$$ 
\end{Ubung} 



\section{Schrott zur Fouriertransformation}



\subsection{Schrott allgemeine Fouriertransformation}

\begin{Bemerkung}
  Sei allgemein $V$ eine kommutative lokal kompakte 
Hausdorffsche topologische Gruppe und $\mu$ ein
  Haar-Ma"s auf $V$. Man bildet dann die topologische Gruppe $\hat{V}=
  \op{Grpto} (V,S^{1})$ aller stetigen Gruppenhomomorphismen von $V$ in die
  Kreislinie $S^1$ mit der kompakt-offenen Topologie, die sogenannte {\bf
    Pontrjagin-duale Gruppe}. Man kann zeigen,
da"s $\hat{V}$ auch lokal kompakt Hausdorff ist,
  und da"s in dieser Allgemeinheit der anschlie"sende Satz gilt.
\end{Bemerkung}
\begin{Satz}[\textbf{Allgemeine Fouriertransformation}]
Sei  $V$ eine kommutative lokal kompakte 
Hausdorffsche topologische Gruppe und $\mu$ ein
  Haar-Ma"s auf $V$.\label{AFTr} 
\begin{enumerate}
\item
Es gibt genau ein Haar-Ma"s $\hat{\mu}$ auf $\hat{V}$ derart, da"s
die \emph{\bf Fouriertransformation}
$$
\cal{F} = \cal{F}_{(V,\mu)} : {\op{L}}^{1}(V;\mu) \ra \cal{C}(\hat{V})$$
gegeben durch die Vorschrift $(\cal{F} f) (\chi) = \int f(v) \bar{\chi}(v)  
\;\mu\langle v\rangle
$
quadratintegrierbare Funktionen $f \in {\op{L}}^{1} \cap {\op{L}}^{2}$ in
quadratintegrierbare Funktionen derselben ${\op{L}}^{2}$-Norm auf
$\hat{V}$ "uberf"uhrt.
\item
F"ur dieses sogenannte \emph{\bf Plancherel-Ma"s} ${\hat{\mu}}$ 
zu $\mu$ definiert die
stetige Fortsetzung von $\cal{F}$ einen Isomorphismus von
Hilbertr"aumen
$$\cal{F} = \cal{F}_{(V,\mu)} : {\op{L}}^{2} (V;\mu) \sira {\op{L}}^{2} (\hat{V};
{\hat{\mu}})$$
\item
Die Abbildung $\op{can} : 
V \ra \begin{array}[b]{c}\hat{}\\[-4mm] \hat{}\\[-4mm]
V \end{array}$ gegeben durch $\langle
d(v), \chi\rangle = \overline{\langle\chi,v\rangle}$ ist ein
Isomorphismus topologischer Gruppen, unter diesem Isomorphismus
entsprechen sich $\mu$ und ${\hat{\hat \mu}}$, und es
gilt die \emph{\bf Umkehrformel}
$$\cal{F}_{(\hat{V},{\hat{\mu}})} \circ \cal{F}_{(V,\mu)} = \op{id}$$
\end{enumerate}
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis] Siehe \cite{??}. \end{proof}
\begin{Bemerkung}
Jede kompakte Untergruppe von $\Bbb{C}^\times$ liegt schon in $S^1$.
Ist die topologische Gruppe $V$ kompakt, so landet also
jeder stetige Gruppenhomomorphismus $V\ra \Bbb{C}^\times$ schon in $S^1$.
Damit erkennt man die  Entwicklung in eine
Fourierreihe \ref{??} als Spezialfall des obigen Satzes, mitsamt
einer expliziten Beschreibung des Plancherel-Ma"ses zu einem Haar-Ma"s der
Gesamtmasse 1 auf $V$ als Z"ahlma"s auf $\hat{V}$.
\end{Bemerkung}
\section{Altes zur Fouriertransformation, meist Schrott} 



\subsection{Allgemeinere Fouriertransformationen, ALT, WOHIN?*}
%\index{Fouriertransformation!allgemeine}
\begin{Bemerkungl}\label{VVFou}
Als Ausblick will ich ohne Beweise  skizzieren, in welcher Weise 
sowohl Fourierreihen als auch Fouriertransformationen beide
Spezialf"alle einer allgemeineren Theorie sind.
Mehr dazu findet man etwa in \cite{RuGru,BouSP}. 
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungl}
F"ur  kommutative Hausdorff'sche lokal kompakte topologische
Gruppen schlage ich die abk"urzende Bezeichnung 
{\bf Pontrjagin-Gruppen}\index{Pontrjagin-Gruppe} vor.
In der Literatur wir die Theorie meist f"ur derartige Gruppen
entwickelt. Ich beschr"anke mich im
folgenden auf den Fall abz"ahlbar basierter Pontrjagin-Gruppen,
der einerseits alle mir bekannten Anwendungen abdeckt und 
andererseits technisch f"ur uns weniger aufwendig ist, da
 wir uns in diesem Fall auf die 
in dieser Vorlesung bereits entwickelten  Methoden
der Ma"stheorie st"utzen k"onnen.
\end{Bemerkungl}
  \begin{Beispiele}
Die additiven Gruppen endlichdimensionaler reeller 
Vektorr"aume sind abz"ahlbar basierte Pontrjagingruppen.
Die Kreislinie $S^1$ ist eine abz"ahlbar basierte Pontrjagingruppe.
Jede abz"ahlbare kommutative Gruppe mit ihrer diskreten Topologie 
ist eine abz"ahlbar basierte Pontrjagingruppe.
Auch die \glqq $p$-adischen Zahlen\grqq\  und  \glqq Adele\grqq\  aus der
Zahlenheorie sind 
abz"ahlbar basierte Pontrjagingruppen.
  \end{Beispiele}

\begin{Bemerkungl}
Ist $G$ eine  abz"ahlbar basierte 
Pontrjagingruppe, so erh"alt die Menge ihrer Charaktere, als da hei"st 
aller stetigen Gruppenhomomorphismen in die Kreislinie 
$$\hat{G}=\frak{X}(G)=\op{GrpTop}(G,S^1)$$ 
mit ihrer \glqq kompakt-offenen Topologie\grqq\  und punktweisen
Verkn"upfung auch wieder die Struktur 
einer abz"ahlbar basierten 
Pontrjagingruppe. Wir nennen $\hat G$ die
{\bf Charaktergruppe von} $G$.\index{Charaktergruppe} 
Die kompakt-offene Topologie ist dadurch definiert,
da"s eine Teilmenge $U\subset \hat{G}$ offen ist genau dann, wenn es
f"ur jedes $\chi\in U$ eine kompakte Teilmenge $K\subset G$ und
ein $\varepsilon >0$ gibt derart, da"s alle Charaktere $\psi$ mit
$|\psi(g)-\chi(g)|<\varepsilon\; \forall g\in K$ auch noch in $U$ liegen.
Die Vorschrift $G\mapsto \hat{G}$ ist sogar ein 
kontravarianter Funktor, in Formeln 
liefert jeder stetige Gruppenhomomorphismus 
$\varphi : G \rightarrow H$ in der Gegenrichtung einen
stetigen Gruppenhomomorphismus
$\hat \varphi := (\circ \varphi) : \hat H \rightarrow \hat G$.
Des weiteren wird unter diesem Funktor jede 
kurze exakte Sequenz bestehend aus einer
 abgeschlossenen Einbettung gefolgt von einer finalen Surjektion 
zu einer   kurzen exakten Sequenz derselben Art in der Gegenrichtung.
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiele}
Im Fall $G = \Bbb{R}^n$
ergibt sich $\hat{G}
\cong \Bbb{R}^n$. 
 Im Fall $G = S^1$ ergibt sich $ \hat{G} \cong \Bbb{Z}$. 
Ist allgemeiner $G$ kompakt, so ist $\hat{G}$ diskret.
Ist  $G$ diskret, so ist $\hat{G}$ kompakt als abgeschlossene Teilmenge 
von $\prod_{g\in G}S^1$.
Ist $G$ endlich, so haben wir $ \hat{G} \cong G$, aber in
v"ollig unkanonischer Weise.
\end{Beispiele}

\begin{Definition}
Gegeben eine abz"ahlbar basierte 
Pontrjagingruppe $G$ 
   erkl"aren wir 
 die {\bf Fouriertransformation}\index{Fouriertransformation!allgemeine}
$$\begin{array}{cccc}
  \mathcal F:&\op{M}(G) &\rightarrow &\mathcal{C}_{\op{b}} (\hat{G})\\
  &\mu &\mapsto & \mu^\wedge
\end{array}$$
durch die Vorschrift
 $\mu^\wedge (\chi) \pdef \int_G \chi (g)\mu \langle g \rangle$.
In Worten ist der Wert $\mu^\wedge (\chi)$ 
der Fouriertransformierten $\mu^\wedge$ eines Ma"ses $\mu$
an einem Charakter $\chi$ das Integral von besagtem Charakter
in Bezug auf 
besagtes Ma"s.
\end{Definition}


  \begin{Beispiele}
    Im Fall $G = S^1$  erhalten wir
    die Theorie der Fourierreihen. Im Fall $G = \Bbb{R}^n$  erhalten  wir
die Theorie der
    Fouriertransformationen.  Im Fall $|G| < \infty$  erhalten 
wir die Theorie der die sogenannten {\bf diskreten
    Fouriertransformationen}.\index{Fouriertransformation!diskrete} 
Besonders beliebt ist der Fall $G=\DZ/2^n\DZ$
von zyklischen Gruppen, deren Ordnung eine Zweierpotenz ist.
Auch in dieser Allgemeinheit erkl"art man die  
{\bf Cosinustransformation} und die\index{Cosinustransformation}  
{\bf Sinustransformation} von $\mu$\index{Sinustransformation} 
als  die Funktionen 
$\chi \mapsto \int_G \frac{1}{2}(\chi (g)+\bar{\chi} (g))\mu \langle g
\rangle$
und $\chi 
\mapsto \int_G \frac{1}{2{{\op{i}}}}(\chi (g)-\bar{\chi} (g))\mu \langle g
\rangle$ und erh"alt so zu reellen Ma"sen reellwertige Funktionen.
Besonders wichtig ist wieder der Fall einer zyklischen Gruppe,
in dem diese Transformationen die 
{\bf diskrete Cosinustransformation}\index{Cosinustransformation!diskrete}
und die {\bf diskrete Sinustransformation} 
hei"sen.\index{Sinustransformation!diskrete}
  \end{Beispiele}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Nat"urlichkeit der Fouriertransformation}]
  Gegeben ein stetiger Homomorphismus $\varphi : G \rightarrow H$ von
   abz"ahlbar basierten 
  Pontrjagingruppen kommutiert, wie man unschwer einsieht,
  das Diagramm\label{NatFoA}
  \begin{displaymath}
    \xymatrix{
      \op{M}(G) \ar[r]^-{\mathcal F} \ar[d]_-{\varphi_\ast} 
& \mathcal C_{\op{b}} (\hat G)\ar[d]^-{\circ \hat \varphi}\\
      \op{M}(H) \ar[r]^-{\mathcal F} &\mathcal C_{\op{b}} (\hat H)
    }
  \end{displaymath}
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiele}
  Einen Spezialfall dieser Aussage haben Sie bereits in "Ubung \ref{BIMF}
gesehen. Wickelt $\varphi$ die Zahlengerade auf die Kreislinie auf,
so ergibt sich ein Zusammenhang zwischen der Fourierreihe und der
Fouriertransformation.
\end{Beispiele}
\begin{Definition}\label{AUPP}
Gegeben ein Ring $k$ und Mengen $X,Y$ und 
Abbildungen $f:X\ra k$ und $g:Y\ra k$ notieren wir
$f\boxtimes g$\index{)xbox@$\boxtimes$ "au"seres Produkt!von Funktionen} 
die
 Funktion $X\times Y\ra k$ gegeben durch $(x,y)\mapsto f(x)g(y)$.
Wir nennen $f\boxtimes g$  das 
{\bf "au"sere Produkt}\index{"au"seres Produkt!von Funktionen} der
beiden Funktionen $f$ und $g$.
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Produktvertr"aglichkeit der 
Fouriertransformation}]
  Ist  unsere Gruppe ein Produkt $G \times H$ von
zwei abz"ahlbar basierten Pontrjagingruppen $G,H$ und sind Ma"se $\mu
  \in \op{M} (G)$, $\nu \in \op{M} (H)$ gegeben, so\label{ProFoA} 
entspricht die Fouriertransformierte
  des Produktma"ses $\mu \boxtimes \nu \in \op{M}(G\times H)$ 
unter der nat"urlichen
  Identifikation
  $
  p:  \frak X (G \times H) \sira \frak X  (G) \times \frak X (H)
  $
  dem "au"seren Produkt der Fouriertransformierten unserer beiden Ma"se,
  in Formeln
  \begin{equation*}
  p:  (\mu \boxtimes \nu)^\wedge \leadsto \mu^\wedge \boxtimes \nu^\wedge
  \end{equation*}
Auch das folgt unmittelbar aus den Definitionen. Einen Schatten
dieses Resultats haben Sie eventuell bereits als "Ubung
\ref{Goi} ausgearbeitet.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Faltung}]
Gegeben eine abz"ahlbar basierte Pontrjagingruppe wird
die Faltung $\op{M}(G )\times\op{M}(G )\ra \op{M}(G )$, 
$(\mu, \nu)\mapsto \mu \ast \nu$ wie in \ref{KonM} erkl"art 
durch die Vorschrift
$$\mu \ast \nu\pdef 
    m_\ast (\mu \boxtimes \nu)$$
f"ur $m : G \times G
  \rightarrow G$ die Verkn"upfung unserer Gruppe.
Wie in \ref{FaMa} zeigt man auch in dieser Allgemeinheit, 
da"s die Faltung $\op{M}(G )$
zu einer $\DC$-Kringalgebra macht.
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Fouriertransformation und Faltung}]
Die Fouriertransformierte\label{FTFn} der Faltung zweier komplexer Ma"se 
ist das
punktweise Produkt ihrer Fouriertransformierten, in
Formeln
\begin{equation*}
(\mu \ast \nu)^\wedge =\mu^\wedge \cdot \nu^\wedge
\end{equation*}
\end{Satz}
\begin{proof}
Der Komorphismus $\hat m : \hat G \rightarrow \hat G \times
  \hat G$ zur Verkn"upfung $ m :   G \times G \rightarrow 
   G$ ist offensichtlich die diagonale Einbettung, in Formeln  
$\hat m=\Delta_{\hat G}$.
Unsere Formeln liefern f"ur die
  Fouriertransformierte einer Faltung also
 $$ \begin{array}[b]{lll}
    (\mu \ast \nu)^\wedge &=
    & (m_\ast (\mu \boxtimes \nu))^\wedge \text{ nach Definition
      der Faltung,}\\
    &=& (\mu \boxtimes \nu)^\wedge \circ \hat m \text{ nach der Nat"urlichkeit
      \ref{NatFo},}\\
    &= & (\mu^\wedge \boxtimes \nu^\wedge) 
    \circ \hat m \text{ nach der Produktvertr"aglichkeit \ref{ProFo}},\\
    &=& \mu^\wedge \cdot \nu^\wedge \text{ wegen } 
    \hat m = \Delta_{\hat G}. 
\end{array}\qedhere$$
\end{proof}




\begin{Bemerkungl}[\textbf{Inversionsformel}]
Sei $G$ eine abz"ahlbar basierte Pontrjagingruppe.
 Die kanonische Abbildung 
gegeben durch $(\op{can}(g))(\chi)=\overline{\chi(g)}$  liefert  einen
Isomorphismus\label{AIF}
\begin{equation*}
\op{can} : G \overset{\sim}{\rightarrow} \hat{\hat{G}}
\end{equation*}
Man nennt die Charaktergruppe $\hat{G}$ deshalb auch die
{\bf
    Pontrjagin-duale Gruppe} zu $G$.
  Unter unseren Annahmen gibt es auf $G$ bis auf Skalar genau ein Haarma"s
  $\lambda$, als da hei"st ein von Null verschiedenes Borelma"s mit $\lambda
  (gA) = \lambda (A)$ f"ur alle $g \in G$ und alle me"sbaren $A \subset G$.
  Wieder gibt es f"ur jedes Haarma"s $\lambda$ auf $G$ genau ein Haarma"s
  $\hat{\lambda}$ auf $\hat{G}$, das zugeh"orige \defind{Plancherel-Ma"s}, mit
  der Eigenschaft, da"s f"ur 
$f \in \op{L}^1 (G;\lambda)$ und $h\in \op{L}^1 (\hat{G};\hat{\lambda})$
gilt
$$(\mathcal F: f\lambda \mapsto h)\;\;\IFF 
\;\;(\mathcal F: h\hat{\lambda} \mapsto f)$$
Hierbei ist die R"ucktransformation $\mathcal F:\op{M}(\hat{G})\ra
\mathcal{C}_{\op{b}} (G)$ als Fouriertransformation gefolgt von der
durch die Identifikation $\op{can}$ gegebenen Abbildung zu verstehen.
Etwas feiner folgt sogar f"ur jedes Ma"s $\mu\in \op{M}(G)$
aus $\mu^\wedge\in \op{L}^1 (\hat{G};\hat{\lambda})$ bereits
$\mu=(\mu^\wedge \hat\lambda)^\wedge \lambda$. Jedes Ma"s mit einer
integrierbaren
Fouriertransformierten ist mithin  
das Produkt eines Haarma"ses mit
einer stetigen integrierbaren Funktion.
 Auch in dieser Allgemeinheit  kann ein Hilbertraumisomorphismus
  \begin{equation*}
    \op{L}^2 (G;\lambda) \overset{\sim}{\rightarrow} \op{L}^2 (\hat{G};
    \hat{\lambda})
  \end{equation*}
  definiert werden durch stetige Fortsetzung der auf den integrierbaren
  und quadratintegrierbaren Funktionen definierten Abbildung $\op{L}^1 \cap
  \op{L}^2 \rightarrow \mathcal{C}_{\op{b}} (\hat{G})$, $f \mapsto
  (f\lambda)^\wedge$. Dessen Inverses  entsteht
analog durch stetige Fortsetzung der Abbildung
  $\op{L}^1 \cap \op{L}^2 \rightarrow \mathcal{C}_{\op{b}} ({G})$, $g \mapsto
  (g\hat{\lambda})^\wedge\circ \op{can}^{-1}$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
 Ist $G$ kompakt, so ist $\hat{G}$ diskret und das Plancherelma"s zum
auf Gesamtmasse Eins normierten Haarma"s auf $G$ ist das Z"ahlma"s auf
 $\hat{G}$. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Ubunge}
Die Abbildung $\mu \mapsto \mu^{\wedge}$ mit $\mu^\wedge (n) = \int z^n \mu
\langle z \rangle$ liefert eine Injektion $\op{M} (S^1) \hookrightarrow 
\mathcal C_{\op{b}}
(\mathbb Z)$. Hinweis: \eref{Lei}{AN1} und \ref{BOMA} oder besser \ref{RiDa}.
Gegeben $w \in S^1 $ zeige man weiter $((w \cdot)_\ast \mu)^\wedge (n)
=w^n \mu^\wedge (n)$.
Ist insbesondere $w$ von unendlicher Ordnung, so gilt es au"ser den
Vielfachen des Haar'schen Ma"ses keine Borelma"se $\mu \in \op{M} (S^1)$ mit 
$(w \cdot)_\ast  \mu = \mu$. Bezeichnet $\lambda$ das auf Gesamtmasse Eins
normierte Haar-Ma"s, so  gilt insbesondere f"ur jede Borelmenge
$A\subset S^1$ mit $wA=A$  die Alternative $\lambda(A)\in\{0,1\}$. 
\end{Ubunge}


\newpage

\begin{Satz}[\textbf{Poisson'sche Summationsformel, Variante}]
Seien $V$ ein\index{Poisson'sche Summationsformel!abstrakte} 
endlichdimensionaler reeller Vektorraum, $\Gamma 
\subset V$ ein Gitter, $\pi:V\sra V/\Gamma$ die Projektion,
$\lambda_\Gamma$\label{APFFn} 
das Haarma"s auf $V$ mit $\lambda_\Gamma(V/\Gamma)=1$ und
$\Gamma^\wedge \subset \hat{V}$ das duale Gitter.
Ist $f \in {\mathcal {L}}^1 (V;\lambda_\Gamma)$ eine integrierbare Funktion
derart, da"s f"ur alle $x\in V/\Gamma$ die Summe
$g(x)\pdef \sum_{\pi(v)=x} f(v)$ absolut konvergiert
mit $g:V/\Gamma\ra \DC$ stetig und  Fouriertransformierte $g=\mathcal F\beta$
eines Ma"ses
$\beta\in {\op{M}}(\Gamma^\wedge)$, so folgt 
\begin{equation*}
\sum_{\zeta \in \Gamma^\wedge }
(f\lambda_\Gamma)^\wedge  (\zeta)= \sum_{\gamma \in \Gamma} f(\gamma) 
\end{equation*}
\end{Satz}

\begin{Bemerkungl}
  Dieser Satz wurde unter st"arkeren Voraussetzungen
bereits als \ref{APFF} bewiesen. Hier formuliere ich einen 
koordinatenfreien Beweis. In \cite{Dieu} wird eine noch allgemeinere
Version beschrieben.
\end{Bemerkungl}
 \begin{proof}
Seien $\Gamma \As V$ abz"ahlbar basierte Pontrjagingruppen. Der kurzen
   exakten Sequenz $\Gamma \hookrightarrow V \twoheadrightarrow V/\Gamma$
   entspricht eine kurze exakte Sequenz auf den Charaktergruppen
   in der Gegenrichtung, die wir in der offensichtlichen Weise mit der
   Sequenz  $ V/\Gamma^\wedge\twoheadleftarrow \hat V\hookleftarrow \Gamma^\wedge  $ identifizieren. 
   Nun
   betrachten wir zus"atzlich zur Projektion $\pi:V\sra V/\Gamma$
   die Inklusion $\iota: 0\hra  V/\Gamma$ und das normierte Haarma"s $\mu$ auf
   $V/\Gamma$ und bilden das kommutative Diagramm 
\begin{displaymath}
 \xymatrix{ 
   {f\in\mathcal {L}}^1 (V;\lambda_\Gamma) \ar[r]^-{\lambda_\Gamma}&{\op{M}}(V)\ar[d]_{\pi_*} \ar[r]^-{\mathcal F}  &\ar[d]^{\circ \hat\pi} \mathcal C^{\op{b}}(\hat V)\\
      & {\op{M}}(V/\Gamma)  \ar[r]^-{\mathcal F} & \mathcal C^{\op{b}}(\Gamma^\wedge)   \\
     &  {\op{L}^2}(V/\Gamma) \ar[u]^-{\sqrt \mu} \ar@{<->}[r]_-\sim^-{\mathcal F} & {\op{L}^2}(\Gamma^\wedge)  \ar[u]_-{\sqrt \zeta^{-1}} \\
             & g\in{\mathcal C}(V/\Gamma)\ar[d]_{\circ \iota} \ar[u]^-{\sqrt \mu}  &\ar[l]_-{\mathcal F}  {\op{M}}(\Gamma^\wedge)\ni\beta \ar[u]_-{\sqrt \zeta^{-1}} \ar[d]^{\hat \iota_*}  \\&
             {\mathcal C}(0)  &\ar[l]_-{\mathcal F}  {\op{M}}(\hat 0) }
\end{displaymath}
mit der Fouriertransformation von quadratintegrierbaren Halbdichten in der
Mitte. Unsere Annahme besagt unter anderem,
da"s es zu unserem vorgegebenen $f$ ein $g$ und sogar ein $\beta$
gibt derart, da"s
sie alle dasselbe Bild in  $\mathcal C^{\op{b}}(\Gamma^\wedge)$ haben. 
Die Behauptung folgt.
 \end{proof}
\begin{proof}[Alter Beweis, vielleicht sogar falsch, weniger Annahmen.]
Der Beweis besteht im wesentlichen darin, links mit
 einem Ma"s und seiner Fouriertransformierten zu beginnen,
mit Nat"urlichkeit in der Mitte ein Ma"s und seine Fouriertransformierte
 als das Bildma"s und die zur"uckgeholte Funktion zu konstruieren,
dort die Inversionsformel anzuwenden,  und
mit Nat"urlichkeit weiter nach ganz rechts weiterzugehen, wo  dann
die von der Poisson'schen Summationsformel 
behauptete Gleichheit von komplexen Zahlen entsteht.
In Formeln liest sich das wie folgt.
 Gegeben ein Ma"s
   $\mu \in \op{M}(V)$ mit Fouriertransformierter 
$\mu^\wedge\in \mathcal{C}_{\op{b}} (\hat{V})$, in Formeln 
\begin{align*}
\hspace{2cm}\mu\;\; &\stackrel{\mathcal F}{\mapsto}\;\; \mu^\wedge \\
\intertext{liefert die Nat"urlichkeit \ref{NatFo} der
Fouriertransformation in der Mitte}
    p_\ast \mu\;\; &\stackrel{\mathcal F}{\mapsto}\;\; \mu^\wedge \circ \hat p\\
\intertext{Ist $\lambda$ ein Haarma"s 
auf $V/\Gamma$ und $\hat\lambda$ das zugeh"orige
  Plancherelma"s auf $\Gamma^\wedge$, so folgt unter der Annahme $\mu^\wedge
  \circ \hat p \in {{\op{L}}^1 (\Gamma^\wedge; \hat \lambda)}$ aus der
  Inversionsformel \ref{AIF}, da"s es $h \in {\op{L}}^1 (V/\Gamma; \lambda)$
  gibt mit $h \lambda = p_\ast \mu$, und da"s f"ur dieses $h$ gilt}
    h\;\;&\stackrel{\mathcal F}{\mapsfrom}\;\;
  (\mu^\wedge \circ \hat p) \hat \lambda\\
\intertext{Mit erneutem Anwenden der
  Nat"urlichkeit \ref{NatFo} erhalten wir daraus ganz rechts}
     h \circ i 
    \;\;&\stackrel{\mathcal F}{\mapsfrom}\;\;
\hat{\imath}_\ast (( \mu^\wedge \circ \hat p)\hat \lambda)\\
  \intertext{Ist hier $\Gamma^\wedge$ diskret 
und $\hat\lambda$ das Z"ahlma"s, so besagt
  die letzte Zeile schlicht}
     h(0)\;\; &= \;\;\sum_{\zeta \in \Gamma^\wedge} \mu^\wedge (\zeta)
\end{align*}
   Sind nun $V,\Gamma,\lambda$ und $f$ wie im Satz und betrachten wir
 $\mu = f\lambda$, so gilt $p_\ast \mu = p_\ast
   (f\nu) = h \lambda$ mit $h(x) \pdef \sum_{p(v) = x} f(v)$.  
Bis hierher kann man
   noch $f \in {\op{L}}^1 (V;\lambda)$ beliebig annehmen, die 
Integrierbarkeit von $h$ folgt 
   mit Fubini aus dem Isomorphismus von Ma"sr"aumen $\Gamma \times A
   \overset{\sim}{\rightarrow} V$ f"ur eine  \glqq Grundmasche\grqq\ 
 $A$ des Gitters $\Gamma$.  
Ist jedoch zus"atzlich   $f\in \mathcal L^1$ eine "uberall definierte 
integrierbare Funktion derart, da"s die Summe $\sum_{p(v) = x} f(v)$ "uberall
   konvergiert und eine bei Null stetige Funktion $h$ liefert, so haben wir 
sogar
   \begin{equation*}
     h (0) = \sum_{\gamma \in \Gamma} f(\gamma)
   \end{equation*}
   Die Poisson'sche Summationsformel folgt.
\end{proof}

\begin{Bemerkunge}
  Nach Rieffel kann man den sogenannten
{\bf oszillatorischen Integralen}\index{oszillatorisches Integral}
$$\int F(x,y)\op{e}^{2\pi{{\op{i}}}x\cdot y}\diff x\diff y$$
bereits dann sinnvoll eine komplexe Zahl als Wert zuordnen, wenn
$F:\DR^{2n}\ra\DC$ glatt ist und  alle seine partiellen Ableitungen 
gleichm"a"sig stetig und beschr"ankt sind. 
F"ur Funktionen $F$ der Gestalt $F(x,y)=f(x)g(y)$ mit
$f$ und $g$ aus dem Schwartzraum liefert unser Integral bis auf
geeignete Normalisierungen das Skalarprodukt von $f$ mit der 
Fouriertransformierten von $g$.
Es  f"allt mir schwer,
dieses Resultat im Allgemeinen
einzuordnen. Es mag sinnvoll sein,
etwas allgemeiner 
$$\hat{F}(a,b)=\int F(x+a,y+b)\op{e}^{2\pi{{\op{i}}}x\cdot y}\diff x\diff y$$
als Funktion von $a,b$ zu untersuchen und zu bestimmen, wie 
diese Funktion mit Funktionen des Schwartzraums $G(a,b)$ paaren sollte.
Gegeben Funktionen $f, g$ aus dem Schwartzraum und 
mit $G(a,b)= f (a) g (b)$ finden wir heuristisch
\begin{displaymath}
 \begin{array}{lll}
  \int f (a) g (b) F (x+a, y+b) \op{e}^{-{{\op{i}}}xy} &= &\int f(a) g(b) F (x,y +b) \op{e}^{-{{\op{i}}}(x-a)y}\\[2mm]
&= &\int \hat f (-y) \op{e}^{-{{\op{i}}}xy} g(b) F (x,y+b)\\[2mm]
&= &\int \hat f (-y) g (b -y) \op{e}^{-{{\op{i}}}xy} F (x,b)\\[2mm]
&=& \int h (x,b) F (x,b)
 \end{array}
\end{displaymath}
f"ur $h$ die Fouriertransformierte in $y$ der Schwartzfunktion 
gegeben durch $(y,b) \mapsto
\hat f (-y) g(b-y)$. 






% Auch da bin ich jedoch auf keinen gr"unen Zweig gekommen.
% Verallgemeinerungen im adelischen Kontext k"onnten durchaus
% von Interesse sein.
\end{Bemerkunge}


\section{Weiteres, was wohl nicht drankommen wird}



\subsection{Der Satz von Radon-Nikodym}
\begin{Definition}\label{sgnM}
Ein \defind{signiertes Ma"s}\index{Ma"s!signiertes} auf einem Me"sraum
$(X,\mathcal{M})$ ist eine
Abbildung $\mu : \mathcal{M} \ra \Bbb{R}$, die $\sigma$-additiv ist  
in der Weise, da"s
    f"ur jede abz"ahlbare Familie $(A_{n})_{n\in N}$ von paarweise disjunkten
    me"sbaren Mengen die Gleichheit
    $$\mu \left(\bigcup_{n\in N}A_n\right)= \sum_{n\in N} \mu (A_{n})$$
    gilt.
    Die Summe ist hier zu verstehen im Sinne von \eref{ABSB}{AN1} oder 
gleichbedeutend 
im Sinne
absoluter Konvergenz.
\end{Definition}
\emph{Ich hatte gleichbedeutend bereits den Begriff eines
reellen Ma"ses eingef"uhrt. Damit sollte ich den Begriff eines
signierten Ma"ses eigentlich nicht mehr verwenden.}
\begin{Bemerkung}
Andere Autoren erlauben ihren signierten Ma"sen sogar 
einen der Werte $\infty$ oder 
 $-\infty$, nie jedoch beide dieser Werte. 
In dieser Allgemeinheit  erscheint mir jedoch
der Begriff eines signierten Ma"ses unnat"urlich, so wie es
mir auch unnat"urlich scheint, etwa Ladungsverteilungen zu betrachten, 
bei denen 
entweder die negative oder die positive Gesamtladung unendlich sein
darf, nicht aber beide gleichzeitig. Beliebige Ladungsverteilungen 
modelliert man meines Erachtens besser als \glqq Radonma"se\grqq\  alias 
\glqq stetige\grqq\  Linearformen auf dem Raum der
stetigen Funktionen mit kompaktem Tr"ager. 
\end{Bemerkung}
\begin{Lemma}[\textbf{Hahn-Zerlegung}]
Gegeben ein signiertes Ma"s auf einem Me"sraum 
$X$ gibt es stets eine Zerlegung\label{HaZe}
$X = A\amalg B $ in me"sbare Teilmengen derart, da"s unser Ma"s nichtnegativ 
ist auf allen me"sbaren Teilmengen
von $A$ und nichtpositiv auf allen me"sbaren Teilmengen von $B$.
\end{Lemma}
\begin{Bemerkunge}
Der im folgenden gegebene Beweis funktioniert ohne "Anderungen auch
im allgemeineren Fall, in dem 
unserem signierten Ma"s  noch 
der Wert $\infty$  erlaubt wird. 
\end{Bemerkunge}
\begin{proof}[Beweis]
Sei $\mu$ unser signiertes Ma"s. Wir nennen eine me"sbare 
Teilmenge \defind{nichtpositiv} genau dann,
wenn unser Ma"s $\mu$ auf allen me"sbaren 
Teilmengen dieser Teilmenge nichtpositive
Werte annimmt.
Sei $\beta$ das Infimum "uber die Ma"se aller nichtpositiven Teilmengen.
Sei $B_0, B_1,\ldots$ eine Folge nichtpositiver Teilmengen mit
\begin{displaymath}
\lim_{n\ra \infty} \mu (B_n) = \beta
\end{displaymath}
Offensichtlich ist dann $B = \bigcup B_n$ eine 
nichtpositive Teilmenge mit $\mu (B) =\beta$,
woraus wir schon einmal $\beta>-\infty$ folgern. 
Wir zeigen nun, da"s $B$ der nichtpositive Teil einer Hahn-Zerlegung ist.
In der Tat reicht es dazu zu zeigen, da"s unser Ma"s nichtnegativ 
ist auf ihrem Komplement $A = X \backslash B$.
Sonst aber g"abe es in diesem Komplement 
eine Teilmenge $E \subset A$ von negativem Ma"s, 
und jede Teilmenge von $A$ von negativem Ma"s m"u"ste ihrerseits
eine Teilmenge von positivem Ma"s haben, da wir sie sonst noch $B$ 
zuschlagen k"onnten im Widerspruch zur Wahl von $B$.
Wir w"ahlen nun $n_0 \in \Bbb{N}_{\geq 1}$
 minimal derart, da"s $E$ 
eine Teilmenge $F_0$ vom Ma"s
$\mu (F_0) \geq 1/{n_0}$ umfa"st; 
Dann $n_1 \in  \Bbb{N}_{\geq 1}$ 
minimal  
derart, da"s $E \backslash  F_0$ eine
Teilmenge $F_1$ vom Ma"s $\mu (F_1) \geq 1/{n_1}$ umfa"st; 
Dann $n_2 \in \Bbb{N}_{\geq 1}$ minimal 
derart, da"s $E \backslash (F_0 \cup F_1)$ eine Teilmenge $F_2$
vom Ma"s 
$\mu (F_2) \geq 1/{n_2}$ umfa"st,
und so weiter. Sicher gilt dann $n_0 \leq n_1 \leq n_2 \ldots$ 
und bezeichnet $C$ das Komplement in $E$ der Vereinigung aller $F_i$, 
so haben wir 
aufgrund unserer Annahmen 
\begin{displaymath}
\mu(E)=\mu(C)+  \sum^{\infty}_{i=0} \mu(F_i)
\end{displaymath}
im Sinne absoluter Konvergenz. 
Insbesondere ist die Summe der $\mu(F_i)$ endlich und
die $1/n_r$  bilden eine Nullfolge.
Auf $C$ 
w"are unser signiertes Ma"s also nichtpositiv und auch nicht Null.
Dann w"are jedoch $C \cup B$ eine nichtpositive 
Teilmenge von $X$ mit $\mu (C \cup B)
< \beta$ im Widerspruch zu unseren Annahmen.
\end{proof}

\begin{Definition}
Gegeben  ein Ma"sraum $(X,\mathcal{M},\mu)$ hei"st ein signiertes Ma"s $\nu$ 
auf dem zugrundeliegenden Me"sraum
\defind{stetig zu $\mu$} genau dann, wenn 
f"ur jede me"sbare Menge $M\in \mathcal{M}$ gilt $\mu(M)=0\;\RA \;
\nu(M)=0$.
\end{Definition}
\begin{Satz}[\textbf{Radon-Nikodym}]
Gegeben ein $\sigma$-endlicher Ma"sraum 
 $(X, \mu)$ liefert die Multiplikation 
mit dem Ma"s $\mu$ eine Bijektion\label{RaNi}
$$
\begin{array}{ccc}
{\op{L}}^1_{\Bbb{R}} (X;\mu)&\sira&\{\text{zu $\mu$ stetige signierte Ma"se auf }X\}\\
f&\mapsto &f\mu
\end{array}$$
\end{Satz}
\begin{Ubung}\label{RaNp}
Die nichtnegativen Ma"se entsprechen hierbei den nichtnegativen Funktionen,
pr"aziser den fast "uberall definierten integrierbaren Funktionen
mit einem nichtnegativen Repr"asentanten.
\end{Ubung}
\begin{Bemerkungl}
Hier bezeichnen wir mit $f\mu$ das signierte Ma"s, das gegeben wird 
durch die Vorschrift 
$(f\mu) (E) = \int_{E} f\mu$ f"ur alle me"sbaren $E \subset X$.
Ich werde die inverse Abbildung in der
Form $\nu\mapsto \nu/\mu$ notieren. "Ublich ist 
stattdessen die Notation $\diff\nu/\!\diff\mu$ und die Bezeichnung
als \defind{Radon-Nikodym-Ableitung}.
Der Beweis des Satzes beginnt mit einem Lemma, das man
im $\sigma$-endlichen Fall
r"uckblickend auch als einfache Konsequenz des Satzes von Radon-Nikodym 
verstehen kann. Ist $\mu$ kein $\sigma$-endliches Ma"s, so ist unser Satz
im allgemeinen falsch: Das einfachste Gegenbeispiel ist  der 
einpunktige Raum mit dem Ma"s $\mu$, das ihm die Gesamtmasse $\infty$ zuweist. 
\end{Bemerkungl}



\begin{Lemma}\label{ZMU}
Ist ein endliches Ma"s $\nu$ auf einem Me"sraum $X$ nicht  Null und 
stetig in Bezug auf ein weiteres endliches Ma"s $\mu$,
so gibt es $\varepsilon >0$ und $A$ me"sbar mit $\nu (A) >0$ 
und $A$ nichtnegativ f"ur das
signierte Ma"s $\nu - \varepsilon \mu$.
\end{Lemma}

\begin{proof}[Beweis]
Wir betrachten f"ur alle $n \geq 1$ eine Hahn-Zerlegung
\begin{displaymath}
X = A_n \amalg B_n
\end{displaymath}
zum signierten Ma"s $\nu - \frac{1}{n} \mu$.
Schreiben wir $B = \bigcap^{\infty}_{n=1} B_n$, so gilt
$\nu (B) \leq \frac{1}{n} \mu (B)$ f"ur alle $n \geq 1$ und damit
$\nu (B) =0$. F"ur das Komplement $V = \bigcup^{\infty}_{n=1} A_n$ gilt also
$\nu (V) >0$ und damit $\mu (V) >0$ und damit 
$\mu (A_n) >0$ f"ur mindestens ein
$n$. F"ur $A= A_n$ ist also $\nu - \frac{1}{n} \mu$ 
nichtnegativ auf $A$ und es gilt
$\nu (A) >0$.
\end{proof}
\begin{proof}[Beweis von Radon-Nikodym]
Die Injektivit"at unserer Abbildung folgt leicht aus \eref{MIFF}{AN3}.
Um die Surjektivit"at zu zeigen, d"urfen wir  
nach einer Hahn-Zerlegung unser Ma"s $\nu$ nichtnegativ annehmen.
Bezeichne $\cal{M}$ das System aller me"sbaren Teilmengen von $X$.
Wir betrachten nun die Menge $\mathcal{K}$ aller $g \in \mathcal{L}^1_{\Bbb{R}}
(X;\mu)$ mit $g \geq 0$ und $\nu (E) \geq \int_{E} g\mu$ f"ur
alle $E \in \mathcal{M}$. Bezeichne $\alpha$ das Supremum der $\int_{X} g \mu$
f"ur alle $g \in \mathcal{K}$ und sei $f_0,f_1, \ldots$ eine 
Folge in $\mathcal{K}$
mit $\lim_{n \ra \infty} \int_{X} f_n \mu = \alpha$.
Man sieht ohne Schwierigkeiten, da"s das Maximum zweier
Funktionen aus $\mathcal{K}$
wieder in $\mathcal{K}$ liegt.
Indem wir $f_n$ durch $\max (f_0, \ldots, f_n)$ 
ersetzen, d"urfen wir unsere 
Funktionenfolge zus"atzlich monoton wachsend annehmen. 
Der Satz "uber monotone Konvergenz
\eref{MKo}{AN3} liefert f"ur die Grenzfunktion $f: X \ra [0,\infty]$ 
dann $\int f \mu = \alpha$
sowie $\nu (E) \geq \int_E f\mu$ f"ur alle $E \in \mathcal{M}$.
Insbesondere ist $f^{-1} (\infty)$ eine Nullmenge, 
und "andern wir dort unser $f$ ab
zu Null, so erhalten wir ein $f \in \mathcal{K}$ mit
\begin{displaymath}
\int_{X} f \mu = \alpha
\end{displaymath}
Es bleibt noch zu zeigen, da"s gilt $\nu =  f\mu$. 
Sonst aber gibt es eine me"sbare Menge $M$ mit $\nu(M) >  (f\mu)(M)$ 
und da wir unser Ma"s $\mu$ als $\sigma$-endlich angenommen hatten, 
d"urfen wir hier sogar zus"atzlich  $\mu(M)<\infty$ annehmen.
Dann finden wir  aber nach \ref{ZMU}, angewandt 
auf die signierten Ma"se $\nu - f\mu$ und $\mu$ auf $M$,
eine me"sbare Menge $A$ und $\varepsilon >0$ 
mit $\mu (A) > 0$ und $\nu - f \mu - 
\varepsilon \mu$ nichtnegativ auf $A$.
Dann geh"ort jedoch $f+ \varepsilon \chi_{A}$ 
auch zu $\mathcal{K}$ und h"atte echt
gr"o"seres Integral "uber $X$ als $f$, im 
Widerspruch zu unseren Annahmen.
\end{proof}
\begin{Definition}
  Zwei Ma"se beziehungsweise signierte Ma"se auf einem Me"sraum hei"sen 
{\bf zueinander singul"ar}\index{singul"ar!f"ur
    Ma"se} genau dann, wenn unser Me"sraum eine 
Zerlegung in zwei disjunkte me"sbare
  Teilmengen besitzt derart, da"s auf der 
einen Menge und allen ihren  me"sbaren Teilmengen das eine Ma"s verschwindet
  und auf der anderen Menge  und allen ihren  me"sbaren Teilmengen das andere.
\end{Definition}
\begin{Beispiel}
Wir erinnern an die Cantormenge $C=C_0\cap C_1\cap\ldots$, wie sie
in \eref{CaMe}{AN3} eingef"uhrt wurde. Dort haben wir gezeigt, da"s sie
Lebesgue-Ma"s Null hat.
Wir k"onnen nun ein Ma"s auf $C$ erkl"aren,
indem wir den Mengenring betrachten, der
aus allen Schnitten von $C$ mit den Mengen besteht, die man 
erhalten kann,
wenn man irgendeine Auswahl der Intervalle vereinigt, aus denen 
ein $C_n$ zusammengesetzt ist. Geben wir jedem derartigen Schnitt
als Ma"s $(1/2)^{n}$ mal der Zahl der ausgew"ahlten Intervalle, so
erhalten wir ein Pr"ama"s auf unserem Mengenring, und der 
Erweiterungssatz von Hahn liefert ein Ma"s auf $C$, unter dem jeder Punkt 
die Masse Null hat und ganz $C$ die Masse Eins. Dessen Bildma"s 
auf $\DR$ ist dann sowohl singul"ar zum Lebesgue-Ma"s als auch
singul"ar zu jedem Dirac-Ma"s.
\end{Beispiel}
\begin{Korollar}[\textbf{Lebesgue-Zerlegung}]
Ist $(X, \mathcal{M}, \mu)$ ein $\sigma$-endlicher Ma"sraum und
$\nu : \mathcal{M} \ra \Bbb{R}$ ein signiertes Ma"s,
so gibt es eindeutig bestimmte signierte Ma"se $\nu_c, \nu_s$
mit $\nu_c$ stetig zu $\mu$ und $\nu_s$ singul"ar zu $\mu$ und
\begin{displaymath}
\nu = \nu_c + \nu_s
\end{displaymath}
\end{Korollar}
\begin{Bemerkung}
Hier steht der Index $c$ des stetigen Anteils 
f"ur englisch \glqq continuous\grqq\  
oder franz"osisch \glqq continu\grqq.
\end{Bemerkung}
\begin{proof}[Beweis]
Wir zeigen zun"achst die Existenz und d"urfen dazu $\nu$ positiv
annehmen. Nach Radon-Nikodym finden wir dann $f \in \mathcal{L}^1_{\Bbb{R}}
(X; \mu + \nu)$ mit $\nu = f (\mu + \nu)$ und nach 
Ab"andern auf einer Nullmenge
d"urfen wir $0 \leq f \leq 1$ annehmen. 
Jetzt betrachten wir $A = f^{-1} (1)$
und versuchen es mit
\begin{displaymath}
\nu_s = \chi_A f (\mu +\nu) = \chi_A (\mu + \nu)
\end{displaymath}
Sicher gilt dann $\mu (A) =0$ und $\nu_s$ ist singul"ar zu $\mu$
und kann auch geschrieben werden als $\nu_s = \chi_A \nu$.
Andererseits folgt aus $\mu (C) =0$ bereits
\begin{displaymath}
\nu (C) = \int_C f (\mu + \nu) = \int_C f \nu
\end{displaymath}
und damit $\nu (C\backslash A) =0$ und $\nu (C) = \nu (C \cap A) = \nu_s
(C)$ und $\nu_c (C) =0$.
Um die Eindeutigkeit zu zeigen mu"s man nur bemerken, da"s zwei Zerlegungen
$\nu = \nu_c + \nu_s = \nu^\prime_{c}  +\nu^{\prime}_{s}$ zu einer
Gleichheit $\nu_c - \nu^{\prime}_c = \nu^\prime_s -\nu_s$ von signierten
Ma"sen f"uhrt, von denen das Erste stetig ist zu $\mu$ und das Zweite
singul"ar zu $\mu$. Folglich sind sie beide Null.
\end{proof}
\begin{Satz}[\textbf{Der Dualraum von $\op{L}^1$}]
Gegeben ein $\sigma$-endlicher Ma"sraum  induziert
die durch Integration gegebene 
Paarung $\op{L}^\infty \times \op{L}^1 \rightarrow \mathbb{C}$, $(f,g)
\mapsto \int fg$ einen Isomorphismus von Banachr"aumen zwischen
$\op{L}^\infty$ und dem Banachraum der stetigen Linearformen auf $\op{L}^1$,
in Formeln
$$\op{L}^\infty\sira \cal{B}(\op{L}^1,\DC)$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Ist unser Ma"sraum nicht $\sigma$-endlich, so ist das im allgemeinen
falsch.
Als einfachstes Gegenbeispiel betrachte man einen einpunktigen Raum
mit Gesamtma"s $\infty$: In diesem Fall haben wir 
$\op{L}^\infty\cong \DC$ und $\op{L}^1= 0$.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Sei $(X,\cal{M},\mu)$ unser Ma"sraum. 
Sicher reicht es aus, den analogen 
Satz f"ur reellwertige Funktionen zu zeigen.
Wir beginnen mit dem Fall $\mu (X) < \infty$.
Gegeben eine stetige Linearform
$
\Lambda : \op{L}^1_\DR \rightarrow \mathbb{R}
$
betrachten wir die Abbildung
$$\begin{array}{cccc}
\nu =\nu_\Lambda :& \mathcal{M} &\rightarrow &\mathbb{R}\\
&A &\mapsto & \Lambda ([A])
\end{array}$$
die jeder me"sbaren Menge $A \subset X$ den Wert unserer Linearform $\Lambda$
auf ihrer charakteristischen Funktion $[A]$ zuordnet. Der Satz "uber monotone
Konvergenz zeigt sofort, da"s $\nu$ ein signiertes Ma"s ist, und der Satz von
Radon-Nikodym \ref{RaNi} liefert ein eindeutig bestimmtes $f = \nu/\mu$ in
$\op{L}^1_{\mathbb{R}}(X;\mu)$ mit 
\begin{equation*}
\Lambda ([A]) = \int_A f (x) \mu \langle x \rangle
\end{equation*}
f"ur alle $A \in \cal{M}$.
Hier gilt $|f (x)| \leq \| \Lambda \|$ fast "uberall, denn sonst g"abe es ein
$\varepsilon > 0$ und eine me"sbare Menge $A$ positiven Ma"ses mit 
$f(x) \geq \|\Lambda \| + \varepsilon $ f"ur alle $x\in A$  oder 
$-f (x) \geq  \|\Lambda \| + \varepsilon$ f"ur alle $x\in A$ 
und daraus folgte
\begin{equation*}
| \Lambda ([A])| > \| \Lambda \| \cdot \| [A]\|_1
\end{equation*}
im Widerspruch zur Definition der Operatornorm $\|\Lambda \|$.
Da nun die me"sbaren Stufenfunktionen einen dichten Teilraum von 
$\op{L}^1_{\mathbb{R}} (X;\mu)$
aufspannen, folgt
\begin{equation*}
\Lambda (g) = \int f g \mu \quad \forall g \in \op{L}^1_{\mathbb{R}}
(X;\mu)
\end{equation*}
und wir haben gezeigt, da"s unsere Abbildung eine Surjektion 
von $\op{L}^\infty_{\mathbb{R}}
$ auf den Raum $\mathcal{B}_{\mathbb{R}} (\op{L}^1_{\mathbb{R}}, \mathbb{R})$ 
aller 
stetigen Linearformen $\op{L}^1_{\mathbb{R}}\ra \mathbb{R}$
liefert.
Da"s unsere 
Abbildung bei 
keinem Vektor die Norm verkleinert, folgt damit aus dem Vorhergehenden
und liefert insbesondere die Injektivit"at. Da"s
unsere Abbildung bei keinem Vektor die Norm vergr"o"sert ist eh klar.
Damit ist also unser Satz gezeigt unter der zus"atzlichen 
Annahme $\mu (X) < \infty$.
Ist $X$ nur $\sigma$-endlich, so suchen wir uns eine 
beschr"ankte integrierbare positive
Funktion ohne Nullstelle $h:X \rightarrow (0,1)$.
Dann ist das Ma"s $h \mu$ endlich und die Multiplikation mit
 $h$ definiert einen
Isomorphismus von Banachr"aumen
\begin{equation*}
\op{L}^1_{\mathbb{R}} (X; h \mu) 
\overset{\sim}{\rightarrow} \op{L}^1_{\mathbb{R}}
(X; \mu)
\end{equation*}
woraus sofort folgt, da"s die im Satz erkl"arte Abbildung auch in dieser
Allgemeinheit eine
Bijektion
\begin{equation*}
\op{L}^\infty_{\mathbb{R}}  \overset{\sim}{\rightarrow}
\mathcal{B}_{\mathbb{R}} (\op{L}^1_{\mathbb{R}}, \mathbb{R})
\end{equation*}
liefert. Da"s sie Normen nie vergr"o"sert, ist eh klar. Da"s sie Normen nie
verkleinert desgleichen,
denn ist $\{x \mid |f(x)| \geq C\}$ 
keine Nullmenge, so gibt es $A\subset X$ 
me"sbar von positivem Ma"s $\mu (A) > 0$
$\mu (A) > 0$
mit
$f (x) \geq C \quad \forall x \in A$
oder mit 
$-f (x) \geq C \quad \forall x \in A$ und in beiden F"allen gilt $|\int f
 [A]| \geq C
\| [A]\|$.
\end{proof}
\begin{Bemerkung}
Hier w"are es naheliegend, auch die Lp-Lq-Dualit"at zu diskutieren.
Mir gef"allt die Darstellung in Briane-Pages, Seite 172-175.
\end{Bemerkung}

\begin{Ubung}\emph{Wohin?}
Der Raum der  Nullfolgen von komplexen Zahlen ist mit der
Supremumsnorm ein Banachraum. Man gebe einen 
isometrischen Isomorphismus 
zwischen dem Raum der absolut summierbaren Folgen und 
dem Dualraum des Raums der Nullfolgen an. Hinweis: Die irgendwann
verschwindenden Folgen bilden einen dichten Teilraum im Raum der
Nullfolgen.
\end{Ubung}





\subsection{Klassifikation unit"arer Darstellungen von $\Bbb{R}$}
\begin{Bemerkungl}
F"ur jeden Hilbertraum $\cal{L}$
vereinbaren wir die Notation $\cal{L}^{\infty} 
= \hat{\bigoplus}_{n \in\Bbb{N}} \cal{L}$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Zwei Ma"se auf ein- und demselben Me"sraum hei"sen 
{\bf quasi\-"aquivalent}\index{quasi"aquivalent!Ma"se} 
genau dann, wenn sie denselben
me"sbaren Mengen das Ma"s Null zuordnen, wenn also jedes unserer beide Ma"se 
zum anderen stetig ist.
\end{Definition}
\begin{Satz}[\textbf{Separable unit"are Darstellungen von $\DR$}]
F"ur jede  
unit"are Darstellung $(\cal{H},\rho)$  von $\DR$
in einem separablen Hilbertraum gilt:\label{KUD}
\begin{enumerate}
\item 
Es gibt eine Folge $\mu_\infty,\mu_1,\mu_2\ldots$ von 
paarweise singul"aren Borelma"sen auf $\Bbb{R}$ 
und einen
  Isomorphismus von Hilbert\-r"aumen
\begin{displaymath}
\hat{\bigoplus}_{1\leq k\leq\infty} \;\op{L}^2 (\Bbb{R}; \mu_k)^k
\;\overset{\sim}{\rightarrow}\; \cal{H}
\end{displaymath}
unter dem f"ur alle $t\in\DR$ die Operation durch Multiplikation 
mit der Funktion $\op{e}^{\op{i}tx}$ 
auf der linken Seite dem Operator $\rho(t)$ auf der
rechten Seite entspricht.
\item
Die Bilder der $\op{L}^2 (\Bbb{R}; \mu_k)^k$ werden hierbei als Teilr"aume von
$\cal{H}$ durch die Darstellung $\rho$ 
bereits  eindeutig festgelegt, wir notieren sie
$\cal{H}_k$ und nennen sie die 
\emph{\bf Teilr"aume zur 
Vielfachheit $k$}.\index{Vielfachheit!Teilr"aume zu}
Die Ma"se $\mu_k$ werden durch unsere Darstellung eindeutig festgelegt bis
auf Quasi"aquivalenz.
\end{enumerate}\noindent
Wir erhalten so eine Bijektion zwischen 
 separablen unit"aren Darstellungen von $\DR$, bis auf Isomorphie,  und 
Folgen $\mu_\infty,\mu_1,\mu_2\ldots$ von paarweise singul"aren Borelma"sen
auf $\DR$, bis auf 
Ersetzen der Folgenglieder durch quasi"aquivalente Ma"se.
\end{Satz}

\begin{Bemerkung}
Ist unser Hilbertraum endlichdimensional, so m"ussen wir als $\mu_k$ ein
diskretes Ma"s nehmen, das zu jedem 
Eigenwert des infinitesimalen Erzeugers 
der Vielfachheit $k$ seinem $\op{i}$-fachen eine 
positive Masse zuordnet und allen anderen komplexen Zahlen die Masse Null.
\end{Bemerkung}
\begin{Bemerkung}
Im folgenden verstehen wir f"ur jedes Borelma"s $\mu$ auf $\DR$ unter
$\op{L}^2(\DR;\mu)$ diejenige unit"are Darstellung von $\DR$ auf besagtem
Hilbertraum, bei der $t$ durch die Multiplikation mit 
der Funktion $\op{e}^{\op{i}tx}$ 
operiert.
\end{Bemerkung}




\begin{Lemma}\label{HUR}
Seien $\mu, \nu$ Borelma"se auf $\Bbb{R}$.
\begin{enumerate}
\item Genau dann gibt es einen Isomorphismus von unit"aren Darstellungen $\psi
  :\op{L}^2 (\Bbb{R}; \mu) \overset{\sim}{\rightarrow} \op{L}^2
  (\Bbb{R};\nu)$, wenn $\mu$ und $\nu$ quasi"aquivalent sind. 
\item Genau dann ist
  $\op{L}^2 (\Bbb{R};\nu)$ isomorph zu einer abgeschlossenen Unterdarstellung
  von $\op{L}^2 (\Bbb{R}; \mu)$, wenn $\nu$ stetig ist zu $\mu$. 
\item 
Genau dann
  ist $\op{L}^2 (\Bbb{R};\nu)$ isomorph zu einer abgeschlossenen
  Unterdarstellung von $\op{L}^2 (\Bbb{R}; \mu)^\infty$, wenn $\nu$ stetig ist
  zu $\mu$.
\end{enumerate}
\end{Lemma}

\begin{proof}
Sind $\mu$ und $\nu$  quasi"aquivalent, so erhalten 
wir einen Isomorphismus zwischen den  zugeh"origen Darstellungen  
durch die Multiplikation mit $\sqrt{\nu/\mu}$. Da jedes Borelma"s 
auf $\DR$ quasi"aquivalent ist zu einem endlichen Ma"s, d"urfen wir also unsere
Ma"se als endlich annehmen. Ist dann $\nu$ stetig zu $\mu$, 
so finden wir $f$ me"sbar mit $|f|^2\mu=\nu$ und wegen
der Endlichkeit unserer Ma"se gilt $f\in \op{L}^2 (\Bbb{R}; \mu)$
und \eref{FMf}{AN3} liefert eine Einbettung von $\op{L}^2 (\Bbb{R}; \nu)$
mit $1\mapsto f$.
Existiert umgekehrt solch eine Einbettung, so
mu"s darunter die konstante Funktion $1$ auf eine Funktion $f$ 
abgebildet werden und dann mu"s das bereits die eindeutig
bestimmte Einbettung nach \eref{UDzy}{AN3} sein. Nach \eref{FMf}{AN3} gilt also
$\nu=|f|^2\mu$ und $\nu$ ist stetig zu $\mu$.
Damit sind die ersten beiden Punkte erledigt.
F"ur den letzten Punkt gilt es nur allgemeiner als in
\eref{FMf}{AN3} zu zeigen, da"s f"ur 
$f=(f_n)\in \op{L}^2(\DR;\mu)^\infty$ das zugeh"orige 
Frequenzma"s $\mu_f$ gegeben durch die Formel $\mu_f=\sum |f_n|^2\mu$. 
Wir "uberlassen das dem Leser zur "Ubung.
\end{proof}


\begin{proof}[Beweis des Klassifikationsatzes \ref{KUD}]
Etwa nach dem Zorn'schen Lemma wissen wir nach
dem Satz \eref{UDzy}{AN3} "uber die lokale Struktur unit"arer Darstellungen
von $\DR$, da"s jede separable
unit"are Darstellung $\mathcal{H}$ von $\Bbb{R}$ isomorph ist zu
$\hat{\bigoplus}_{i \in I} \op{L}^2 (\Bbb{R};\nu_i)$ f"ur eine abz"ahlbare
Familie $(\nu_i)_{i \in I}$ von Borelma"sen auf $\Bbb{R}$.
Indem wir unsere Ma"se durch quasi"aquivalente Ma"se ersetzen,
d"urfen wir annehmen, da"s auch ihre Summe $\lambda_1 = \sum \nu_i$
ein Borelma"s ist, und dann definiert die 
\glqq diagonale\grqq\  Abbildung offensichtlich einen
injektiven Homomorphismus von
unit"aren Darstellungen
\begin{equation*}
\op{L}^2 (\Bbb{R}; \lambda_1)\hookrightarrow \hat{\bigoplus}_{i \in I}
\op{L}^2 (\Bbb{R};\nu_i)
\end{equation*}
Das orthogonale Komplement $\cal{K}_1$ des Bildes ist wieder eine separable
unit"are Darstellung von $\DR$ und wie unsere gesamte
Darstellung ein Quotient von $\op{L}^2 (\Bbb{R};\lambda_1)^\infty$.
Wiederholen wir unsere Konstruktion, so erhalten wir 
folglich ein bez"uglich
$\lambda_1$ stetiges Borelma"s $\lambda_2$ und eine Zerlegung
\begin{equation*}
\mathcal{H} \cong \op{L}^2 (\Bbb{R};\lambda_1) 
\oplus \op{L}^2 (\Bbb{R};\lambda_2) \oplus
\cal{K}_2
\end{equation*}
wobei $\cal{K}_2$ ein Quotient von $\op{L}^2 (\Bbb{R};\lambda_2)^\infty$ ist.
So k"onnen wir immer weitermachen und erhalten eine Folge von Borelma"sen
$\lambda_1, \lambda_2, \ldots$ derart, da"s jeweils $\lambda_{k+1}$ stetig ist zu
$\lambda_k$ und da"s unsere Darstellung eine Zerlegung 
\begin{equation*}
\mathcal{H} \cong \left(\hat{\bigoplus}_{1\leq k< \infty} 
\op{L}^2 (\Bbb{R}; \lambda_k)\right)
\oplus \cal{K}
\end{equation*}
besitzt, wobei $\cal{K}$ f"ur jedes $k$ 
ein Quotient von $\op{L}^2 (\Bbb{R};\lambda_k)^\infty$
ist.
Wir k"onnen hier sogar $\cal{K} =0$ erreichen: In der Tat sei sonst 
$\cal{K}\cong
\hat{\bigoplus}_{j\in J} 
\op{L}^2 (\Bbb{R};\nu_j)$ f"ur eine abz"ahlbare Familie von 
Borelma"sen $\nu_j$.
Nun k"onnen wir sicher die $\lambda_k$ 
auf abz"ahlbar unendlich viele Folgen
verteilen und erkennen so, da"s es reicht im Fall
$|J| =1$ zu zeigen, da"s die Addition von einem 
$\op{L}^2 (\Bbb{R};\nu)$ mit $\nu$ stetig zu allen $\lambda_k$
an der Isomorphieklasse unserer Darstellung nicht "andert.
Dazu  betrachten wir die Lebesgue-Zerlegungen
$\lambda_k = \lambda^s_k + \lambda^c_k$ bez"uglich $\nu$ und haben nach
Annahme $\lambda^c_k$ quasi"aquivalent zu $\nu$ und dann
\begin{eqnarray*}
\hat{\bigoplus}_{1\leq k <\infty} \op{L}^2 (\Bbb{R};\lambda_k) &\cong &
\hat{\bigoplus}_{1\leq k<\infty}\left( \op{L}^2 (\Bbb{R};\lambda^s_k) \oplus \op{L}^2 (\Bbb{R};
\lambda^c_k)\right)\\
&\cong &  \hat{\bigoplus}_{1\leq k< \infty} 
\op{L}^2 (\Bbb{R};\lambda^s_k)\;\;\;
\oplus \op{L}^2 (\Bbb{R}; \nu)^\infty
\end{eqnarray*}
und letztere Darstellung ist  offensichtlich isomorph zu ihrer
Summe mit $\op{L}^2 (\Bbb{R}; \nu)$.
Indem wir unsere Ma"se durch quasi"aquivalente Ma"se ersetzen, d"urfen wir f"ur
das Weitere annehmen, da"s auch die Summe $\sum^\infty_{k=0} \lambda_k$ ein
Borelma"s ist.
Jetzt bilden wir sukzessive die Lebesgue-Zerlegungen
$\lambda_k = \lambda^s_k + \lambda^c_k$ bez"uglich $\lambda_{k+1}$
und betrachten schlie"slich das Ma"s $\kappa = \sum^\infty_{k=0} \lambda^s_k$
und den zu $\kappa$ singul"aren Teil $\mu_{\infty}$ von $\lambda_1$.
Dann haben wir mit $\mu_k=\lambda^s_k$ eine Zerlegung
\begin{equation*}
\mathcal{H} \cong \hat{\bigoplus}_{1\leq k <\infty} \op{L}^2 (\DR;\mu_k)^k
\;\;\oplus \op{L}^2 (\DR;\mu_\infty)^\infty
\end{equation*}
und die erste Behauptung des Klassifikationssatzes ist gezeigt.
Um die Eindeutigkeitsaussagen des zweiten Teils zu zeigen,
bemerken wir zun"achst, da"s der erste Summand $\op{L}^2(\DR;\mu_1)$
beschrieben werden kann als der gr"o"ste Teilraum unserer
Darstellung, der das Bild eines Spektralprojektors ist
und dessen stetige mit der $\DR$-Operation vertr"agliche Endomorphismen 
einen kommutativen Ring bilden;
dann allgemeiner mit \ref{PoLL},  
da"s die Summe der ersten $k$ Summanden 
$\op{L}^2(\DR;\mu_1)\oplus\ldots\oplus \op{L}^2(\DR;\mu_k)^k$
beschrieben werden kann als der gr"o"ste Teilraum unserer
Darstellung, der das Bild eines Spektralprojektors ist
und dessen stetige mit der $\DR$-Operation vertr"agliche Endomorphismen 
die Identit"at $P_{m(k)}$ nach \ref{LPm} erf"ullen.
Das zeigt die Eindeutigkeit der R"aume zu verschiedenen Vielfachheiten
$\cal{H}_k$. Die Ma"se $\mu_k$ schlie"slich k"onnen bis auf 
Quasi"aquivalenz charakterisiert werden als diejenigen Frequenzma"se
von Vektoren aus $\cal{H}_k$, zu denen die Frequenzma"se
aller Vektoren aus $\cal{H}_k$ stetig sind.
\end{proof}

\begin{Definition}\label{Pmm}
Sei $m \geq 1$ eine nat"urliche Zahl.
Wir setzen
$$P_{m}(X_{1}, \ldots , X_{m}) = \sum_{\sigma \in
\cal{S}_{m}} \op{sgn} (\sigma) X_{\sigma (1)} \ldots X_{\sigma
(m)}$$
und sagen, ein Ring $A$ {\bf erf"ulle die Identit"at $P_{m}$}
genau dann, wenn f"ur beliebige Elemente
$a_{1}, \ldots , a_{m} \in A$
gilt $P_{m} (a_{1}, \ldots ,a_{m}) =0$.
\end{Definition}
\begin{Bemerkung}
Die Identit"at $P_{1}$ bedeutet, da"s unser Ring der Nullring ist,
die Identit"at $P_{2}$ bedeutet die Kommutativit"at und 
die Implikation $P_{m} \Rightarrow P_{m+1}$ ist offensichtlich.
Ist $A$ eine Algebra von endlicher Dimension $d$ "uber einem
K"orper $k$, so erf"ullt $A$ sicher die Identit"at $P_{d+1}$, da ja alle unsere
Ausdr"ucke $P_{m}$ multilinear und alternierend sind.  
\end{Bemerkung}

\begin{Lemma}\label{LPm}
Gegeben $r \in \Bbb{N}$ setze man $$m (r) = \op{min} \{ m \geq 1
\mid \op{M}(r;\Bbb{C}) \text{ \em erf"ullt } P_{m}\}$$ So gilt  
die Absch"atzung
$ m (r+1) > m(r)$.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Die Absch"atzung $m(r+1) \geq m (r)$ ist offensichtlich. Um $m(r+1)
\neq m (r)$ zu zeigen w"ahlen wir $r\times r$-Matrizen
$$A_{1}, \ldots, A_{m(r)-1}\text{ mit } P_{m(r)-1} (A_{1}, \ldots ,
A_{m(r)-1}) \neq 0$$
Es habe dieser Ausdruck zum Beispiel einen von Null verschiedenen
Eintrag in der $j$-ten Spalte.
Nun machen wir unsere $A_{i}$ zu $(r+1) \times
(r+1)$-Matrizen, 
indem wir als letze Spalte und unterste Zeile Nullen anf"ugen.
Wir bezeichnen sie dennoch weiter mit $A_i$  und
betrachten zus"atzlich die $(r+1) \times (r+1)$-Matrix $A_{m(r)}$
mit einer Eins in der $j$-ten Zeile und letzten Spalte und
Nullen sonst. So hat $P_{m(r)} (A_{1}, \ldots , A_{m(r)})$
offensichtlich als letzte Spalte die $j$-te Spalte von $P_{m(r)-1}
(A_{1}, \ldots , A_{m(r)-1})$ und ist folglich nicht Null.
\end{proof}

\begin{Lemma}\label{AuVv}
Sei $\mathcal{H}$ ein endlichdimensionaler 
Hilbertraum und $\cal{B} (\mathcal{H})$ der
Raum seiner stetigen Endomorphismen.
Sei $X$ ein $\sigma$-endlicher Ma"sraum und ${\op{L}}^2 (X,\mathcal{H})$
der Hilbertraum aus \eref{HRFF}{AN3}. So erhalten wir eine Bijektion
\begin{displaymath}
\begin{array}{ccc}
\left\{ \begin{array}{c}\text{me"sbare beschr"ankte}\\
\text{fast "uberall definierte}\\
\text{Abbildungen }X \rightarrow \cal{B} (\mathcal{H})\end{array} \right\} & \overset{\sim}{\rightarrow} &
\left\{\begin{array}{c} \text{stetige Endomorphismen von} 
\\
{\op{L}}^2 (X,\mathcal{H}),\text{ die mit allen } [E]\cdot 
\\
\text{f"ur } E \subset X\text{ me"sbar vertauschen} \end{array}\right\}\\[7mm]
\varphi & \mapsto & \hat{\varphi} \text{ mit } (\hat{\varphi}f)(x) = \varphi (x) f(x)
\end{array}
\end{displaymath}
\end{Lemma}
\begin{Bemerkung}\label{PoLL}
Ist unser Ma"s nicht Null und $\op{dim}\cal{H}=r\geq 1$, so erf"ullt
der im vorhergehenden Lemma beschriebene Ring offensichtlich 
die Identit"at
$P_m$ f"ur $m=m(r)$, nicht jedoch f"ur  $m<m(r)$.
\end{Bemerkung}
\begin{Bemerkung}
Ist $\mathcal{H}$ separabel, so gilt das  Lemma 
analog, wenn wir $\cal{B} (\mathcal{H})$ mit der sogenannten
\glqq schwachen Topologie\grqq\  versehen, als da hei"st der Initialtopologie
zur Familie der Auswertungen $\cal{B} (\mathcal{H})\ra \mathcal{H}$
an Vektoren unseres Raums. Wir diskutieren das hier nicht weiter.
\end{Bemerkung}
\begin{proof}
Wir "uberlegen  uns zun"achst einmal, da"s wir
ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit unser Ma"s $\mu$ auf $X$ 
als endlich 
annehmen d"urfen: In der Tat finden wir sonst $f:X\ra \DR_{>0}$ me"sbar
mit $f\mu$ endlich, und dann liefert die Multiplikation
mit $\sqrt{f}$ einen Isomorphismus von Hilbertr"aumen
${\op{L}}^2 (X,\mathcal{H};f\mu)\sira{\op{L}}^2 (X,\mathcal{H};\mu)$,
der mit den Operatoren $ \hat{\varphi}$ und $[E]\cdot$ vertauscht,
so da"s es unerheblich ist, in welchem der beiden F"alle wir unseren
Satz beweisen. 
Nun konstruieren wir eine Abbildung
in die Gegenrichtung.
Sei also $B: {\op{L}}^2 (X,\mathcal{H}) \rightarrow {\op{L}}^2 (X,\mathcal{H})$ 
ein stetiger Endomorphismus,
der mit den Multiplikationen $[E] \cdot$ 
mit den charakteristischen Funktionen aller
me"sbaren Mengen $E \subset X$ vertauscht. 
Gegeben $v \in \mathcal{H}$ geh"ort die konstante
Funktion $v$ wegen der Endlichkeit unseres Ma"ses zu 
${\op{L}}^2 (X,\mathcal{H})$ und wir erhalten 
dazu $Bv\in {\op{L}}^2 (X,\mathcal{H})$.
 W"ahlen wir nun eine Orthonormalbasis
$v_1,\ldots, v_n$ von $\mathcal{H}$, so bilden die $ \langle v_i, Bv_j\rangle$
die Eintr"age einer beschr"ankten matrixwertigen Abbildung.
Wir behaupten, da"s diese
das gesuchte $\varphi=\varphi_B : X \rightarrow
\cal{B} (\mathcal{H})$ beschreibt.
In der Tat gilt f"ur alle me"sbaren $E$ und alle $j$ ja 
$$\hat{\varphi}_B([E] v_j)=[E]\hat{\varphi}_B( v_j)=
[E] (Bv_j)=B([E] v_j)$$
und die $[E] v_j$ erzeugen nach \eref{HRFF}{AN3}
einen dichten Teilraum von
${\op{L}}^2 (X,\mathcal{H})$.
\end{proof}

\subsection{Satz von Stone-von Neumann}
\begin{Bemerkungl}
  Jedes quantenmechanische System ist ein Hilbertraum mit gewissen nicht
  notwenig beschr"ankten selbstadjungierten Operatoren. Bei einem
  eindimensionalen Teilchen fordert man insbesondere die Existenz eines
  Ortsoperators $P$ und eines Impulsoperators $Q$ mit dem Kommutator
  $[P,Q]=-\op{i}\hbar$, dessen sinnvolle Definition bereits eine
  erste Schwierigkeit darstellt, die es zu "uberwinden gilt.
  F"ur uns ist hier $\hbar$ erst mal eine beliebige
von Null verschiedene komplexe Zahl. 
 Ein endlichdimensionaler Vektorraum mit derartigen
  Endomorphismen $P,Q$ ist notwendig der Nullraum, da die Spur eines
  Kommutators stets Null ist.
\end{Bemerkungl}
  \begin{Bemerkungl}
L"osungen mit beschr"ankten Operatoren $P,Q$ in 
Hilbertr"aumen beliebiger Dimension
kann es ebensowenig geben:
In der Tat h"atten wir f"ur solch eine L"osung 
n"amlich die von der Mitte aus zu entwickelnde
Gleichungskette
\begin{equation*}
 Q-\op{i}\hbar = (\op{exp} (\op{ad} P))(Q) 
= (\op{exp} ((P\cdot))- (\cdot P))) (Q) = (\op{exp} P) Q (\op{exp} P)^{-1} 
\end{equation*}
wegen $Q + [P,Q]=(\op{exp} (\op{ad} P))(Q)$.
Es folgte $(\op{exp} P) Q = (Q - \op{i}\hbar)(\op{exp} P)$.
Da aber $\op{exp} P$ ein Automorphismus von 
Hilbertr"aumen ist, mu"s dann das Spektrum von $Q$ invariant sein
unter der Addition von $\op{i}\hbar$ 
und kann nur beschr"ankt sein, wenn es leer ist.
Ein beschr"ankter Operator auf einem Hilbertraum 
hat aber nur dann leeres Spektrum, wenn unser Raum der Nullraum
ist.
Mit \ref{SpR} funktioniert dasselbe Argument sogar f"ur jeden Banachraum.
\end{Bemerkungl}
  \begin{Bemerkungl}
 Suchen wir der Not gehorchend 
 L"osungen durch unbeschr"ankte Operatoren,
  so sto"sen wir zun"achst auf die Schwierigkeit, da"s
  der Kommutator partiell definierter linearer Abbildungen schwer sinnvoll zu
  definieren ist. Um diese Schwierigkeit zu umgehen betrachten wir die
  sogenannte \defind{Heisenberg-Gruppe}
  \begin{displaymath}
    \begin{array}{ccl}
      G &\pdef& \left.\left\{ 
          \begin{pmatrix} 1 & x & z\\ 0&1 & y\\ 0 & 0&1 \end{pmatrix} \right|
        x,y,z \in \mathbb{R}\right\}
    \end{array}
  \end{displaymath}
  Die stetige positive Dichte $|dx\wedge dy\wedge dz|$ ist ein
  links- und rechtsinvariantes Haarma"s auf $G$.
  
  Die Standardmatrizen $E_{12}$, $E_{23}$ und $E_{13}$ bilden eine Basis ihrer
  Liealgebra $\op{Lie}G$, und alle Kommutatoren von Elementen dieser Basis
  sind Null mit Ausnahme von $[E_{12},E_{23}]=E_{13}$. Gegeben eine
  von-Neumann-Darstellung $(V,\rho)$ der Heisenberg-Gruppe mit
  $\rho(\op{exp}tE_{13})=\op{e}^{t{\op{i}}\hbar}$ liefern damit nach \ref{OLA}
  die beiden anderen Basiselemente Endomorphismen $P,Q$ des Raums der glatten
  Vektoren $V^\infty$ mit $[P,Q]=-\op{i}\hbar$, und ist $V$ eine unit"are
  Darstellung, so sind $P$ und $Q$ nach etc etc.
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}
F"ur das Folgende
  vereinbaren wir f"ur $i<j$ und $\lambda\in \DR$ die Notation
  $\op{exp}(\lambda E_{ij})=\lambda_{ij}\in G$.
\end{Bemerkungl}




\begin{Satz}[\textbf{Stone-von Neumann}]\index{Stone-von Neumann}
Die  Heisenberggruppe
besitzt bis auf Isomorphismus nur eine 
irreduzible unit"are Darstellung mit der Eigenschaft, 
da"s f"ur alle $c\in\DR$ die 
Matrix
$c_{13}$ durch den Skalar $\op{e}^{{\op{i}}c}$ operiert. Sie kann 
beschrieben werden als der Hilbertraum 
${\op{L}}^2 (\mathbb{R}; \diff x) $ mit
den Wirkungen 
$
(a_{12} f)(x) = f(x-a) $ und $
(b_{23} f)(x) = \op{e}^{-{\op{i}}bx} f (x)
$
f"ur alle $a,b\in\DR$. 
\end{Satz}
\begin{Bemerkung}
  Pandzic hat in seiner Diplomarbeit einen Vortrag von Duflo dazu
ausgearbeitet. Trick war, die Abbildung zwischen der expliziten Darstellung 
und der anderen durch Matrixkoeffizienten der expliziten
dranmultiplizieren zu realisieren. Dazu mu"s wissen, da"s diese
Matrixkoeffizienten dicht liegen, modulo Zentrum, deshalb diese 
Abbildung nicht Null!
\end{Bemerkung}
\begin{proof}
Da"s die fraglichen Operatoren eine unit"are Darstellung von $G$ liefern, wird
der Leser ohne Schwierigkeit selbst 
pr"ufen k"onnen. Um ihre Irreduzibilit"at nachzuweisen beachten wir, 
da"s jeder unter allen 
$b_{23}$ stabile abgeschlossene Teilraum  nach \eref{UDS}{AN3}
die Gestalt ${\op{L}}^2 (E; \diff x)$ hat
f"ur $E \subset \mathbb{R}$ eine Borelmenge.
Ist besagter Teilraum dann auch noch stabil unter $a_{12}$, so folgt, da"s
$(E+a) \backslash E$ und $E\backslash (E +a)$ Nullmengen sind.
Gilt das f"ur alle $a \in \mathbb{R}$, 
so ist das Borelma"s $[E] \diff x$ translationsinvariant, woraus
sofort folgt, da"s $E$ oder $\mathbb{R} \backslash E$ Ma"s Null haben, also
${\op{L}}^2 (E; \diff x) = 0$ oder 
${\op{L}}^2 (E;\diff x)={\op{L}}^2 (\mathbb{R};\diff x)$.
Damit ist die Irreduzibilit"at der im Satz beschriebenen 
Darstellung bewiesen.
Sei nun $\mathcal{H}$ irgendeine irreduzible unit"are Darstellung wie im
Satz.
Sicher ist $\mathcal{H}$ separabel, unter der Operation
der Einparameteruntergruppe der $b_{23}$ zerf"allt also
$\mathcal{H}$ wie in \ref{KUD} beschrieben.
Nun
beachte man  die Relationen $a_{12}b_{23} =  (ab)_{13} b_{23}a_{12}$ in $G$.
Unser $\rho(a_{12})$ liefert 
unter unseren Annahmen also
einen Isomorphismus zwischen der durch  
$b\mapsto \rho(b_{23})$ und der
durch 
$b\mapsto \op{e}^{{\op{i}}ab} \rho(b_{23})$ gegebenen unit"aren
Darstellung von $\DR$, 
woraus mit \ref{KUD} sofort folgt, da"s
alle Vielfachkeitsma"se quasi-translationsinvariant und damit nach \ref{QTM}
stetig zum Lebesgue-Ma"s sein m"ussen.
Es kommt also nur eine Vielfachheit vor und 
wir haben schon mal $\mathcal{H} \cong
{\op{L}}^2 (\mathbb{R};\diff x)^k$ f"ur $1\leq k \leq \infty$, 
wobei $b_{23}$ durch Multiplikation
mit $\op{e}^{{\op{i}}bx}$ operiert.
Nun liefert die Verschiebung $\tau_a$ gegeben durch $(\tau_a f)(x)=f(x-a)$
auch einen Isomorphismus zwischen der durch  
$b\mapsto \rho(b_{23})$ und der
durch 
$b\mapsto \op{e}^{\op{i}ab} \rho(b_{23})$ gegebenen unit"aren
Darstellung von $\DR$, 
so da"s $\tau_{-a}\rho(a_{12})$ f"ur jedes $a\in\DR$ ein
Automorphismus  der ersteren Darstellung sein mu"s.
Insbesondere kommutiert $\tau_{-a}\rho(a_{12})$ mit allen
spektralen Projektoren dieser Darstellung.
Wir k"onnen unsere Darstellung nach \ref{DSDS} aber auch interpretieren
als den Raum von vektorwertigen Funktionen
$\mathcal{H} \cong
{\op{L}}^2 (\mathbb{R},\DC^k)$.
Gegeben solch eine vektorwertige Funktion
$f=f(x)$ erhalten wir eine stetige beschr"ankte Abbildung
$\DR\ra {\op{L}}^2 (\mathbb{R},\DC^k)$ durch die Vorschrift 
$a\mapsto \tau_{-a}\rho(a_{12})f$. Nach \eref{Ll22}{AN3} kommt ihre
Restriktion auf jedes beschr"ankte offene Teilintervall $U\co \DR$
her von einer wohlbestimmten fast "uberall definierten
quadratintegrierbaren 
Funktion $R_f:U\times\DR\ra\DC^k$, $(a,x)\mapsto R_f(a,x)$ 
in der Weise, da"s f"ur fast alle $(a,x)\in U\times\DR$ gilt
$$(\tau_{-a}\rho(a_{12})f)(x)=R_f(a,x)$$
Damit kommt dann auch unsere Abbildung als Ganzes 
in derselben Weise her von einer 
wohlbestimmten fast "uberall definierten
me"sbaren 
Abbildung $R_f:\DR\times\DR\ra\DC^k$. 
W"ahlen wir nun $v\in \DC^k$ fest und bilden f"ur jede me"sbare
Menge endlichen Ma"ses $E\subset\DR$ die Funktion
$[E]v\in {\op{L}}^2 (\mathbb{R},\DC^k)$, 
so verschwindet $R_{[E]v}$ au"serhalb von $\DR\times E$ fast "uberall,
und ist $F\subset\DR$ auch me"sbar von endlichem Ma"s, so gilt
$R_{[E]v}|_{E\cap F}=R_{[F]v}|_{E\cap F}$ fast "uberall auf $\DR\times (E\cap
F)$,
da ja $\tau_{-a}\rho(a_{12})$ mit allen
spektralen Projektoren unserer Darstellung vertauscht.
Damit erhalten wir dann schlie"slich die Existenz 
einer me"sbaren Abbildung
$$R=R_v:\DR\times\DR\ra \DC^k$$
mit der Eigenschaft, da"s gegeben eine me"sbare
Menge endlichen Ma"ses $E\subset\DR$ f"ur fast alle $(a,x)\in\DR\times\DR$ 
gilt
$$(\tau_{-a}\rho(a_{12})[E]v)(x)=[E](x)R_v(a,x)$$
\end{proof}
 





Diesen Raum interpretieren wir um als Raum von Hilbertraumwertigen Funktionen.
Verwende insbesondere \eref{Ll22}{AN3}! 
Darin ist ein Funktion, die unter $\hat{a}$ stabil ist bis aus Skalare.
Dann drehen wir alls \ldots fertig.
\begin{Lemma}\label{QTM}
Ein von Null verschiedenes 
Borelma"s auf $\DR$, das zu allen seinen Translaten quasi"aquivalent
ist, mu"s
quasi"aquivalent zum Lebesgue-Ma"s sein.
\end{Lemma}
\begin{proof}
Sei $\mu$ unser Borelma"s und $\lambda$ das Lebesquema"s und $f : \mathbb{R}
\rightarrow (0,\infty)$ stetig mit $\int f \lambda =1$.
So haben $\mu \boxtimes f \lambda$ und $\mu \boxtimes\lambda$ 
dieselben Nullmengen.
Bezeichnet $S : \mathbb{R}^2 \rightarrow \mathbb{R}^2$ die Scherung $(x,y) 
\mapsto (x + y,y)$, so haben nach Fubini 
auch $\mu \boxtimes \lambda$ und $S_\ast (\mu
\boxtimes \lambda)$ dieselben Nullmengen.
Also hat auch das Ma"s $\mu = \op{pr}_{1\ast} 
(\mu \boxtimes f\lambda)$
dieselben Nullmengen wie 
$
\mu \ast \lambda
 = \op{pr}_{1\ast} S_\ast
(\mu \boxtimes \lambda)$.
Nun d"urfen wir ja von Anfang an ohne 
Beschr"ankung der Allgemeinheit $\mu$ endlich
annehmen, und dann ist $\mu \ast \lambda$ wieder ein 
Borelma"s und dar"uber hinaus 
translationsinvariant wegen der Assoziativit"at der 
Konvolution, angewandt auf die
Konvolution von rechts mit Dirac-Ma"sen. Folglich gilt 
$\mu \ast \lambda = c \lambda$
f"ur eine Konstante $c > 0$ und das Lemma ist bewiesen.
\end{proof}

\emph{Wohin? Schrott?}

\begin{Satz}[Stone-von Neumann]
Die sogenannte Heisenberg-Gruppe
\begin{equation*}
G = \left\{ \begin{pmatrix} 1 & a & c\\ 0 & 1&b \\ 0& 0&1 \end{pmatrix}
\mid a,b,c \in \mathbb R\right\}
\end{equation*}
besitzt bis auf Isomorphismus nur eine irreduzible unit"are Darstellung,
auf der die Matrizen mit $a = b =0$ durch den Skalar $e^{ic}$ operieren.
Sie kann beschrieben werden als der Hilbertraum $L^2 (\mathbb R; \op{dx})$ mit
\begin{equation*}
(\hat a f)(x) = f(x-a) \text{ und } (\hat b f)(x) = e^{_ibx} f(x)
\end{equation*}
f"ur $\hat a, \hat b \in G$ die obigen Matrizen mit anderen Eintr"agen Null.
\end{Satz}
\begin{proof}
Da"s die fraglichen Operatoren eine unit"are Darstellung von $G$ liefern,
wird der Leser ohne Schwierigkeiten selbst pr"ufen k"onnen.
Um die Irreduzibilit"at nachzuweisen betrachten wir die Relation $\hat a \hat b
=c(ab) \hat b \hat a$ mit $c (ab)$ der Matrix mit $a = b = 0$ und nur dem $c$-Eintrag
ab.
Jeder unter allen $\hat b$ stabile abgeschlossene Teilraum hat nach \eref{UDS}{AN3}
die Gestalt $L^2 (E; \op{dx})$ f"ur $E \subset \mathbb R$ eine Borelmenge.
Ist er dann auch noch stabil unter $\hat a$, so folgt, da"s
$(E = a) \backslash E$ und $E \backslash (E + a)$ Nullmengen sind, und gilt
das f"ur alle $a \in \mathbb R$, so ist $[E] \op{dx}$ translationsinvariant,
woraus sofort folgt, da"s $E$ oder $\mathbb R \backslash E$ Ma"s Null haben,
also $L^2 (E; \op{dx}) = 0$ oder $L^2 (E; \op{dx}) = L^2 (\mathbb R; \op{dx}$.
Damit ist die Irreduzibilit"at bewiesen.
Sei nun $\mathcal H$ irgendeine irreduzible unit"are Darstellung wie im Satz.
Sicher ist $\mathcal H$ separabel, unter den $\hat b$ zerf"allt also $\mathcal H$
nach \ref{KUD}. Die $\hat a$ liefern Isomorphismen zwischen der durch die $\hat b$
und der durch die $e^{iab} \hat b$ gegebenen Darstellung, woraus sofort folgt,
da"s alle Vielfachkeitsma"se quasi-translationsinvariant und damti nach \ref{QTM}
stetig zum Lebesgue-Ma"s sein m"ussen.
Es kommt also nur eine Vielfachheit vor und wir haben $\mathcal H \cong L^2 (\mathbb R;
\op{dx})^k$ f"ur $1 \leq k \leq \infty$ wobei $\hat b$ durch Multiplikation
mit $e^{ibx}$ operiert.
Diesen Raum interpretieren wir um als Raum von Hilbertraumwertigen Funktionen.
Darin ist eine Funktion, die unter $\hat a$ stabil ist bis auf Skalare.
Dann drehen wir alles \ldots fertig.
\end{proof}

\begin{Lemma}\label{AuVvc}%\label{AuVv}
Sei $\mathcal H$ ein separabler Hilbertraum und $U (\mathcal H) $ die Gruppe
seiner unit"aren Automorphismen mit der Operatoren-Topologie. Sei
$X$ ein $\sigma$-endlicher Ma"sraum und  $L^2 (X;\mathcal H)$ der
Hilbertraum aus \eref{HRFF}{AN2}.
So erhalten wir eine Bijektion
\begin{eqnarray*}
\left\{ 
\begin{array}{l} \text{ me"sbare fast "uberall}\\
\text{ definierte Abbildungen }\\
X \rightarrow U(\mathcal H) \end{array} \right\}
& \overset{\sim}{\longrightarrow} &
\left\{ \begin{array}{l} \text{ unit"are Automorphismen von}\\
L^2 (X;\mathcal H), \text{ die mit allen }\\
\left[E\right]\cdot \text{ f"ur } E\subset X \text{ me"sbar vertauschen } 
\end{array} \right\}\\
\varphi & \mapsto &\hat{\varphi} \text{ mit } (\hat \varphi f)(x) = \varphi
(x) f(x)
\end{eqnarray*}
\end{Lemma}
\begin{proof}
Nach \eref{SEH}{AN3} ist $U (\mathcal H)$ separabel, nach \eref{mp}{AN3}
ist folglich $\hat\varphi f$ me"sbar und unsere Abbildungsvorschrift ist
sinnvoll. Wir konstruieren nun eine Abbildung in die Gegenrichtung.
Sei $u : L^2 (X; \mathcal H) \rightarrow L^2 (X; \mathcal H)$
ein unit"arer Automorphismus, der mit den Multiplikationen $[E] \cdot$
mit den charateristischen Funktionen aller me"sbaren Mengen $E \subset X$
vertauscht. Gegeben $v \in \mathcal H$ mu"s die konstante Funktion
$v$ nicht zu $L^2 (X; \mathcal H)$ geh"oren, aber f"ur $E$ me"sbar von endlichem
Ma"s geh"ort $[E] v$ sicher zu
$L^2 (X;\mathcal H)$ und wir haben
\begin{equation*}
u ([E] v) = \varphi_{E,v} \in L^2 (X;\mathcal H)
\end{equation*}
Es ist nun leicht einzusehen, da"s $\varphi_{E,v}$ au"serhalb von
$E$ fast "uberall verschwindet, und da"s f"ur $F$ eine weitere me"sbare Menge
von endlichem Ma"s gilt
\begin{equation*}
\varphi_{F,v} \mid_{F \cap E} = \varphi_{E,v} \mid_{F \cap 
E}
\end{equation*}
fast "uberall auf $F \cap E$.
Da wir $X$ als $\sigma$-endlich angenommen hatten, gibt es also eine
wohlbestimmte fast "uberall definierte me"sbare Abbildung $\varphi_v : X
\rightarrow \mathcal H$ mit $\varphi_{E,v} = [E] \cdot \varphi_v$ f"ur
alle $E \subset X$ me"sbar von endlichem Ma"s.
Gegeben ein weiterer Vektor $w \in \mathcal H$ folgt $\int_E \langle
\varphi_v, \varphi_w\rangle = \int_E \langle v,w \rangle$
f"ur alle $E \subset X$ me"sbar von endlichem Ma"s und damit erhalten
wir etwa nach \eref{NFNM}{AN3} die Gleichheit $\langle \varphi_v, \varphi_w \rangle
= \langle v,w\rangle$ von fast "uberall definierten Funktionen. W"ahlen wir nun
eine Hilbertbasis $v (i)$ von $\mathcal H$, so bilden die $\langle \varphi v(i),
v (j) \rangle$ die Eintr"age einer Matrixwertigen Abbildung, die das gesuchte
$\varphi : X \rightarrow U(\mathcal H)$ beschreibt.
\end{proof}

\subsection{Klassifikation selbstadjungierter Operatoren}

\begin{Satz}[\textbf{Klassifikation selbstadjungierter Operatoren}]
Seien $(\cal{H},N)$ ein separabler Hilbertraum mit 
einem selbstadjungierten Operator. 
\begin{enumerate}
\item 
Es gibt eine Folge $\mu_\infty,\mu_1,\mu_2\ldots$ von 
paarweise singul"aren Borelma"sen auf $\Bbb{R}$ 
mit Tr"ager in einem gemeinsamen Kompaktum und einen
  Isomorphismus von Hilbert\-r"aumen
\begin{displaymath}
\hat{\bigoplus}_{1\leq i\leq\infty} \op{L}^2 (\Bbb{C}; \mu_i)^i 
\;\;\;\overset{\sim}{\rightarrow} \;\;\;\cal{H}
\end{displaymath}
unter dem der auf den Komponenten  durch Multiplikation 
mit der Funktion $\op{id} : \Bbb{R}
\ra \Bbb{R}$, $ x \mapsto x$ Operation
gegebene Operator auf der linken Seite dem Operator $N$ auf der
rechten Seite entspricht.
\item
Die Bilder der $\op{L}^2 (\Bbb{C}; \mu_i)^i$ werden hierbei als Teilr"aume von
$\cal{H}$ bereits durch den Operator $N$ eindeutig festgelegt, wir notieren sie
$\cal{H}(N;i)$ und nennen sie die 
\emph{\bf Teilr"aume zur 
Vielfachheit $i$}.\index{Vielfachheit!Teilr"aume zu}
Die Ma"se $\mu_i$ werden durch unseren Operator eindeutig festgelegt bis
auf Quasi"aquivalenz.
\item
Wir erhalten so eine Bijektion zwischen 
Paaren $(\cal{H},N)$ bestehend aus einem separablen Hilbertraum mit
einem selbstadjungierten Operator, bis auf Isomorphie,  und 
Folgen $\mu_\infty,\mu_1,\mu_2\ldots$ von paarweise singul"aren Borelma"sen
auf $\DR$ mit Tr"ager in einem gemeinsamen Kompaktum, bis auf 
Ersetzen aller Folgenglieder durch quasi"aquivalente Ma"se.
\end{enumerate}
\end{Satz}

\begin{Bemerkung}
Ist unser Hilbertraum endlichdimensional, so m"ussen wir als $\mu_i$ ein
diskretes Ma"s nehmen, das jedem Eigenwert der Vielfachheit $i$ eine 
positive Masse zuordnet und allen anderen komplexen Zahlen die Masse Null.
\end{Bemerkung}\begin{Lemma}
Seien $\mu, \nu$ Borelma"se mit kompaktem Tr"ager auf $\Bbb{R}$.
Genau dann gibt es einen Hilbertraumisomorphismus 
$\psi  :\op{L}^2 (\Bbb{R}; \mu)
\overset{\sim}{\rightarrow} \op{L}^2 (\Bbb{R};\nu)$,
unter dem sich die Operatoren $(\op{id})$ entsprechen, wenn
$\mu$ und $\nu$ quasi"aquivalent sind.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Offensichtlich wird $\psi$ festgelegt durch das Bild $f$ des zyklischen Vektors
$1 \in \op{L}^2 (\Bbb{R}; \mu)$ und man erkennt sofort, 
da"s $\psi$ auf Polynomfunktionen der
Operator der Multiplikation mit irgendeinem 
Repr"asentanten von $f$ in $\mathcal{L}_{\Bbb{R}}
(\Bbb{R};\nu)$ sein mu"s.
Nach Stone-Weierstra"s und dem Satz "uber 
dominierte Konvergenz wird $\psi$ dann auch
auf allen stetigen Funktionen durch Multiplikation mit $f$ gegeben sein.
Damit $\psi$ das Skalarprodukt erh"alt, 
mu"s f"ur alle stetigen Funktionen $p,q \in
\mathcal{C} (\Bbb{R})$ gelten
\begin{displaymath}
\int p (x) \overline{q(x)} \mu (x) 
= \int p (x) \overline{q(x)} |f(x)|^2 \nu (x)
\end{displaymath}
woraus wir mit dem Riesz'schen Darstellungssatz folgern $\mu = |f|^2 \nu$.
Also ist $\nu$ stetig zu $\mu$ und ebenso ist
auch $\mu$ stetig zu $\nu$ und $\mu$ und $\nu$ sind quasi"aquivalent.
Die Umkehrung folgt mit Radon-Nikodym und bleibe dam Leser "uberlassen.
\end{proof}

\subsection{Normale Operatoren}
\begin{Definition}
Sei $(X,\cal{M})$ ein Me"sraum und $\cal{H}$ ein Hilbertraum.
Ein \defind{teilraumwertiges Ma"s} {\bf auf $X$ in $\cal{H}$} 
ist eine Zuordnung
$M \mapsto \cal{H}(M)$, die jeder me"sbaren 
Teilmenge $M \in \cal{M}$ einen abgeschlossenen
Teilraum $\cal{H}(M) \subset \cal{H}$ 
zuordnet derart, da"s f"ur jede abz"ahlbare Familie
$(M_n)_{n \in N}$ von paarweise 
disjunkten me"sbaren Mengen die durch Addition definierte
Abbildung von der "au"seren Hilbertsumme 
der zugeh"origen Teilr"aume in den urspr"unglichen Hilbertraum die fragliche 
Hilbertsumme identifiziert mit dem Teilraum zur Vereinigung der $M_n$, 
in Formeln
\begin{displaymath}
\hat{\bigoplus_{n \in N}} \;\cal{H} (M_n) 
\;\overset{\sim}{\rightarrow}\; \cal{H} \left(\bigcup_{n \in N}
M_n\right)
\end{displaymath}
\end{Definition}
\begin{Bemerkung}
F"ur $N =\emptyset$ spezialisiert das zur 
Forderung $0 = \cal{H} (\emptyset)$ und f"ur
je zwei disjunkte me"sbare Mengen $M, M'$ 
ergeben sich die beiden Forderungen $\cal{H} (M) \perp \cal{H}
(M')$ sowie $\cal{H} (M \cup M')= \cal{H} (M) + \cal{H} (M')$. 
F"ur jede
aufsteigende Folge me"sbarer Mengen 
$M_0 \subset M_1 \subset M_2 \subset \ldots$ 
ergibt sich schlie"slich die Forderung
$\cal{H} (\bigcup_{i \geq 0} M_i)= \overline{\bigcup_{i\geq 0}\cal{H}(M_i)}$.
Umgekehrt kann ein teilraumwertiges Ma"s auch durch diese vier 
Forderungen charakterisiert werden. Oft werden statt der
Teilr"aume gleichbedeutend die orthogonalen Projektoren auf die
jeweiligen 
Teilr"aume betrachtet. Bei dieser Variante spricht man dann von einem 
{\bf projektorwertigen Ma"s}\index{projektorwertiges Ma"s} 
und\index{Ma"s!projektorwertiges}  unter der zus"atzlichen Voraussetzung,
da"s der ganzen Menge als Projektor  
die Identit"at des Hilbert\-raums zugeordnet wird, 
von einer {\bf Teilung der Identit"at}.\index{Teilung der Identit"at}
\end{Bemerkung}


\begin{Definition}
Sei $\cal{H}$ ein Hilbertraum.  
Gegeben ein normaler Operator $N : \cal{H} \ra
  \cal{H}$ und eine Teilmenge $\Omega \subset \Bbb{C}$ definieren wir den
  \defind{Eigenraum}
  $$\op{Eig}(N,\Omega)=\cal{H} (\Omega) \subset \cal{H}$$
  als den Raum aller
  Vektoren, die senkrecht stehen auf allen den $N$-stabilen Teilr"aumen
  $V\subset \cal{H}$, in denen 
$(N-\lambda \op{id})$ f"ur alle $\lambda\in \Omega$
  stetig invertierbar ist.  \emph{Falsche Definition ?}
Im Fall eines endlichdimensionalen Raums $\cal{H}$
  ist $\op{Eig}(N,\Omega)$ gerade 
die Summe aller Eigenr"aume zu Eigenwerten aus
  $\Omega$.
\end{Definition}









\begin{Satz}[\textbf{Spektralma"s}]
Sei $\cal{H}$ ein Hilbertraum. 
Ordnen wir jedem normalen Operator $ N:\cal{H} \ra \cal{H}$ und
jeder topologisch me"sbaren Menge $\Omega \subset \Bbb{C}$ 
den Eigenraum $\op{Eig}(N,\Omega)$ im Sinne  der vorhergehenden 
Definition zu, so erhalten
wir eine Bijektion
\begin{displaymath}
\begin{array}{ccc}
\left\{\begin{array}{c}
\text{Normale Operatoren}\\
\text{auf unserem }\\
\text{Hilbertraum }\cal{H}\end{array}\right\} & \overset{\sim}{\rightarrow} &
\left\{
\begin{array}{c}
\text{$\cal{H}$-teilraumwertige topologische Ma"se}\\
\text{auf $\Bbb{C}$, f"ur die es ein Kompaktum}\\
K\subset\DC  \text{ gibt mit }
\op{Eig}(N,K) = \cal{H} \end{array}\right\}
\end{array}
\end{displaymath}
\end{Satz}



\begin{Bemerkung}
Ist unser Hilbertraum separabel, so k"onnen wir noch 
sehr viel pr"azisere Aussagen machen.
\end{Bemerkung}
\begin{Satz}[\textbf{Klassifikation normaler Operatoren}]
Gegeben $(\cal{H},N)$ ein separabler Hilbertraum mit 
einem normalen Operator gibt es
eine Familie $(\mu_i)$ induziert durch 
$i \in \{1,2, \ldots\} \amalg \{\infty \}$
von paarweise orthogonalen Borelma"sen auf 
$\Bbb{C}$ derart, da"s der Tr"ager aller
$\mu_i$ in einem festen gemeinsamen Kompaktum enthalten ist, 
und einen Isomorphismus von Hilbert\-r"aumen
\begin{displaymath}
\hat{\bigoplus} \;\op{L}^2 (\Bbb{C}; \mu_i)^i 
\overset{\sim}{\rightarrow} \cal{H}
\end{displaymath}
unter dem die Operation durch Multiplikation mit der Funktion
$\op{id} : \Bbb{C} \ra \Bbb{C}$, 
$ z \mapsto z$ auf der linken Seite dem Operator
$N$ auf der rechten Seite entspricht. 
Die Ma"se $\mu_i$ sind durch den Operator $N$ 
wohlbestimmt bis auf Quasi"aquivalenz.
\end{Satz}

\begin{Bemerkung}
Ist unser Hilbertraum endlichdimensional, so m"ussen wir als $\mu_i$ 
jeweils ein
diskretes Ma"s nehmen, das jedem Eigenwert der Vielfachheit $i$ eine 
positive Masse zuordnet und allen anderen komplexen Zahlen die Masse Null.
\end{Bemerkung}
\begin{proof}[Beweis]
Man schreibt $\cal{H}$ als direkte Summe von Teilr"aumen mit
$N$-zyklischem Vektor \ldots
Mehr dazu findet man im selbstadjungierten Fall
in \cite{Yosida} im Abschnitt "uber die \glqq kanonische Form selbstadjungierter
Operatoren\grqq.
\end{proof}




\begin{Satz}
Ist $\cal{H}$ ein Hilbertraum, $N : \cal{H} \ra \cal{H}$ ein normaler Operator
und $v \in \cal{H}$ ein Vektor derart, da"s die $N^{\nu} (N^*)^{\nu} v$ mit
$\nu, \mu \in \Bbb{N}$ dicht liegen in $\cal{H}$, 
so gibt es genau ein Borel-Ma"s
$\mu$ mit kompaktem Tr"ager auf $\Bbb{C}$ derart, da"s gilt
\begin{displaymath}
(\cal{H},N,v) \cong (\op{L}^2 (\Bbb{C}; \mu),(z \cdot) , 1)
\end{displaymath}
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Ist andererseits $\mu$ ein Borel-Ma"s mit kompaktem Tr"ager
auf $\Bbb{C}$, so ist offensichtlich $(z \cdot): \op{L}^2 (\Bbb{C};\mu)$
ein normaler Operator mit Adjungiertem $(\bar{z}\cdot)$, und die
Bilder unter $z ^{\nu} \bar{z}^{\mu}$ der konstanten Funktion $1$
liegen dicht in unserem $\op{L}^2$-Raum nach Stone-Weierstra"s \eref{SWC}{AN2}
und \eref{DLp}{AN3}.
\end{Bemerkungl}






\subsection{Unit"are Darstellungen, alt}
\begin{Bemerkung}
Dieser Abschnitt soll die bis hierher entwickelte Theorie der
Fouriertransformation in ein neues Licht r"ucken.
Um die im Folgenden behaupteten S"atze in transparenter Weise
herleiten zu k"onnen und auch um Sie mit einem f"ur ein ernsthaftes
Studium weiter Teile der Mathematik unentbehrlichen R"ustzeug auszustatten
diskutieren wir im Anschlu"s daran erst einmal topologische R"aume.
\end{Bemerkung}




 \begin{Bemerkung}
Nat"urlich kann man diese Definition auf jede mit
einer Metrik versehene Gruppe $G$ erweitern, aber diese Erweiterung erweist
sich nur dann als sinnvoll,  wenn diese Metrik auch mit der 
Gruppenstruktur vertr"aglich ist in dem Sinne, da"s sowohl die
Multiplikation $G\times G\ra G$ als auch die Inversenbildung $G\ra G$
stetig sind. Interessante F"alle sind etwa  $\op{GL}(n;\DR)$ 
oder $\op{GL}(n;\DC)$ oder die Drehgruppe oder die Lorentz-Gruppe.
 \end{Bemerkung}

\section{Distributionen, schon recht fertig} 

\subsection{Distributionen und verallgemeinerte Funktionen*}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Algebraische Vor"uberlegungen}] 
  Sei $k$ ein K"orper und seien\label{FoLA}   
$k$-Vektor\-r"aume $V,V^\prime, W, W^\prime$ gegeben
  sowie nichtausgeartete Paarungen $b: V \times V^\prime \rightarrow k$ und $c
  : W \times W^\prime \rightarrow k$. Lineare Abbildungen $f : V \rightarrow
  W$ und $f^\prime : W^\prime \rightarrow V^\prime$ nennen wir {\bf
   zueinander transponiert}\index{transponiert!Abbildungen} 
oder pr"aziser  
   $(b,c)$-{\bf transponiert}, wenn gilt
  \begin{equation*}
    c (f(v), w^\prime) = b (v, f^\prime (w^\prime)) \quad\forall v \in V,\; w^\prime \in W^\prime
  \end{equation*}
   Sicher gibt es zu jeder
  linearen Abbildung $f$ h"ochstens eine transponierte Abbildung $f^\prime$
  und umgekehrt. Wir notieren die Transponierte zu $f$ gerne $f^\top$. 
Die {\bf transponierbaren} linearen Abbildungen bilden jeweils
einen Untervektorraum im 
Raum aller fraglichen linearen Abbildungen, und das Transponieren ist 
ein Vektorraumisomorphismus zwischen diesen Untervektorr"aumen. 
Im Fall $V=W$ und $V'=W'$ und $b=c$
ist die Identit"at auf $V$ transponiert zur Identit"at auf $V'$. 
Sind zus"atzlich Vektorr"aume $U,U'$ gegeben und eine 
nichtausgeartete Paarung $a: U \times U^\prime \rightarrow k$ sowie 
$(a,b)$-transponierte Abbildungen  $g:U\ra V$ und $g':V'\ra U'$, so sind auch
$fg$ und $g'f'$ transponiert, genauer $(a,c)$-transponiert.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}[\textbf{Der Fall der Dualr"aume}] 
 Sind $V'=V^\ast$ und ebenso $W'=W^\ast$ jeweils der volle Dualraum
und sind unsere Paarungen durch das Auswerten gegeben, so besitzt
jede lineare Abbildung $f:V\ra W$ eine Transponierte 
$f^\top: W^\ast\ra V^\ast$, eben das \glqq Vorschalten von $f$\grqq.
Allerdings besitzt, sobald wir den endlichdimensionalen Fall
verlassen, keineswegs jede lineare Abbildung $g: W^\ast\ra V^\ast$
auch umgekehrt eine Transponierte $V\ra W$.
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Testdichten}] 
   Gegeben
ein endlichdimensionaler reeller  Raum  $X$  und
eine offene Teilmenge $U\co X$  bezeichnen wir mit
$$\mathcal D_!^\infty(U)\subset {\op{M}}(U)$$
den Teilraum aller komplexen Ma"se der Gestalt
$g\lambda$ f"ur $\lambda$ ein Haarma"s auf $X$ und $g\in\mathcal
C_!^\infty(U)$  eine
glatte Funktion mit kompaktem Tr"ager auf $U$.
Ich nenne die Elemente von $\mathcal D_!^\infty(U)$
{\bf glatte Dichten mit kompaktem Tr"ager auf $U$}\index{Dichte!glatte} 
oder kurz {\bf Testdichten}.\index{Testdichte} 
Sie  k"onnen in nat"urlicher Weise mit den 
glatten Schnitten mit kompaktem Tr"ager
des Dichteb"undels aus
\ref{FeMg} identifiziert werden,
aber das spielt f"ur uns vorerst keine Rolle.
 Das Integrieren liefert eine nichtausgeartete Paarung
  $\mathcal C (U) \times \mathcal D^\infty_!(U) \rightarrow \mathbb C$, 
$(f, \mu
  ) \mapsto \int_U f \mu$ zwischen stetigen Funktionen und Testdichten. 
Durch Restriktion erhalten wir 
eine
  Paarung mit den glatten Funktionen 
$\mathcal C^\infty (U) \times \mathcal D^\infty_!
  (U) \rightarrow \mathbb C$, die nach \eref{BOMA}{AN3} 
 immer noch nichtausgeartet ist.
 Schlie"slich k"onnen wir auch den vollen
  algebraischen Dualraum $$C^+ (U) \pdef \op{Hom}_{\mathbb C} (\mathcal D^\infty_!
  (U), \mathbb C)$$ betrachten. Unsere Paarung durch Integration  liefert
mit dieser Notation eine Einbettung $\mathcal C
(U) \subset C^+ (U)$. In diesem Sinne
k"onnte man zumindest vorerst
alle Elemente von
$C^+ (U)$ als \glqq verallgemeinerte Funktionen auf $U$\grqq\  ansehen. Wir werden  
jedoch  an unsere \glqq verallgemeinerte Funktionen\grqq\  zu gegebener Zeit 
noch zus"atzliche
Bedingungen stellen, die es uns insbesondere erlauben, 
f"ur verallgemeinerte Funktionen $f$ auf $U$ und $g$ auf $V$ 
 sinnvoll ein \glqq externes Produkt\grqq\  $f\boxtimes g$ als 
verallgemeinerte Funktion auf $U\times V$ zu erkl"aren. 
\end{Bemerkungl} % und die offensichtliche Paarung $C^+ (U) \times
%   \mathcal D^\infty_! (U) \rightarrow \mathbb C$.
\begin{Bemerkunge}
  Gegeben 
ein endlichdimensionaler reeller  Raum $X$ und
eine offene Teilmenge $U\co X$ kann man in "ahnlicher Weise  auch vom
Raum $\mathcal C_!^\infty(U)$ der glatten Funktionen mit kompaktem Tr"ager alias
{\bf Testfunktionen}\index{Testfunktion} ausgehen und in dessen algebraischem 
Dualraum $$D^+(U)\pdef \op{Hom}_\DC(\mathcal C_!^\infty(U),\DC)$$ 
gewisse \glqq verallgemeinerte Ma"se\grqq\  auszeichnen, die dann
\glqq Distributionen\grqq\  hei"sen. Die Funktorialit"atseigenschaften
dieser \glqq Distributionen\grqq\   scheinen mir jedoch weniger
intuitiv, weshalb ich mich an dieser Stelle zun"achst
auf verallgemeinerte Funktionen konzentrieren will.
 \end{Bemerkunge}


\begin{Bemerkungl}
  Ist $Y$ ein weiterer endlichdimensionaler reeller Raum und $V \co Y$ offen,
  so k"onnen wir f"ur jede lineare Abbildung $ L : \mathcal C^\infty (U)
  \rightarrow \mathcal C^\infty (V)$, die eine Transponierte $L^\top : \mathcal
  D^\infty_! (V) \rightarrow \mathcal D^\infty_! (U)$ besitzt, eine
  Fortsetzung $L^+ : C^+ (U) \rightarrow C^+ (V)$ erkl"aren duch die
  Vorschrift $L^+:= L^{\top\top}$. Im folgenden erkl"are ich einige
  Spezialf"alle
dieser Konstruktion.
\end{Bemerkungl}


%   \begin{Bemerkungl}\label{AblDxx}
%     Gegeben 
% ein endlichdimensionaler reeller  Raum $X$ und
% $U\co X$ eine offene Teilmenge bezeichnen wir mit
% $$\mathcal D_!^\infty(U)\subset {\op{M}}(U)$$
% den Teilraum aller komplexen Ma"se der Gestalt
% $g\lambda$ f"ur ein Haarma"s $\lambda$ auf $X$ und eine
% glatte Funktion mit kompaktem Tr"ager $g\in\mathcal C_!^\infty(U)$ auf $U$.
% Ich nenne die Elemente von $\mathcal D_!^\infty(U)$
% {\bf glatte Dichten mit kompaktem Tr"ager auf $U$},\index{Dichte!glatte} 
% da sie  in nat"urlicher Weise mit glatten Schnitten mit kompaktem Tr"ager
% des Dichteb"undels aus
% \ref{FeMg} indentifiziert werden k"onnen.
% Dann  betrachten wir seinen algebraischen 
% Dualraum $$
%     C^+(U)\pdef\op{Hom}_\DC(\mathcal D_!^\infty(U) ,\DC) $$ 
%  Jede stetige
%     Funktion $f\in \mathcal{C} (U)$ liefert  auf $\mathcal D_!^\infty(U)$ 
% eine Linearform vermittels der
% Vorschrift $\mu\mapsto
%     \int f\mu$ und liefert somit ein Element von $C(U)$, das
%     wir wieder mit $f$ bezeichnen. Auf diese Weise erhalten wir 
% nach \ref{BMIII}
%     sogar eine Einbettung
%     $$\cal{C}(U)\hra C^+(U)$$
% \end{Bemerkungl}
  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Multiplikation mit glatten Funktionen}] 
Gegeben eine glatte Funktion $\varphi\in \mathcal C^\infty(U)$
besitzt  die Multiplikation 
$(\varphi\cdot):\mathcal C^\infty(U)\ra\mathcal C^\infty(U)$ 
mit $\varphi$ als Transponierte die
Multiplikation mit $\varphi$, also die Abbildung
$(\varphi\cdot):\mathcal D_!^\infty(U)\ra \mathcal D_!^\infty(U)$.
Unser Formalismus liefert uns dann 
eine nat"urliche Fortsetzung 
 $(\varphi\cdot)^+:C^+(U)\ra C^+(U)$ von $(\varphi\cdot):\mathcal C(U)\ra
 \mathcal C(U)$. Auf diese Weise wird  $C^+(U)$ ein 
$\mathcal C^\infty(U)$-Modul,
in den $\mathcal C(U)$ als Untermodul eingebettet ist.
\end{Bemerkungl}

 \begin{Bemerkungl}[\textbf{Ableiten nach glatten Vektorfeldern}] 
Ist speziell $U\co\DR^n$ und ist
 $f\in \cal{C}(U)$  stetig partiell
    differenzierbar nach der $i$-ten Koordinate, so 
liefert f"ur $g\in \cal{C}^\infty_!(U)$ und $\lambda$ das
Lebesguema"s partielle Integration 
    $$\int (\partial_i f)g\lambda =-\int f(\partial_i g)\lambda$$
Die partielle Ableitung    $\partial_i: \cal{C}^1(U)\ra \cal{C}(U)$
ist also transponierbar und unser Formalismus liefert uns
eine nat"urliche Fortsetzung 
 $\partial_i^+:C^+(U)\ra C^+(U)$.
Im koordinatenfreien Fall erkl"aren wir analog f"ur jeden Richtungsvektor $v$
die nat"urliche Fortsetzung der Richtungsableitung
${\op{D}}_v: \cal{C}^1(U)\ra \cal{C}(U)$
  zu einer   linearen Abbildung ${\op{D}}_v^+:C^+(U)\ra C^+(U)$. 
Anschlie"send erkennen wir so, da"s auch das Anwenden jedes glatten Vektorfelds
$A:U\ra\vec{X}$ als Abbildung $A: \cal{C}^1(U)\ra \cal{C}(U)$ transponierbar
ist und eine nat"urliche Fortsetzung zu $A^+:C^+(U)\ra C^+(U)$ besitzt.
Die Lieklammer zweier glatter Vektorfelder operiert dann auch auf $C^+(U)$
wie der Kommutator, in Formeln
$$[A,B]^+=A^+B^+-B^+A^+$$
Des weiteren erweitert sich  die 
{\bf Leibniz-Regel}\index{Leibniz-Regel!bei 
verallgemeinerten Funktionen} zur Formel
$$A(\varphi f)=(A\varphi) f+\varphi (A f)$$
mit $\varphi\in \cal{C}^\infty(U)$ beliebig,
in der ich die oberen Indizes $+$ am Vektorfeld $A$
der "Ubersichtlichkeit halber bereits
weggelassen habe, und die jetzt f"ur alle $f\in C^+(U)$ gilt.
\end{Bemerkungl}







  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Zur"uckholen}]  Gegeben 
ein weiterer endlichdimensionaler reeller  Raum $Y$ und
$V\co Y$ eine offene Teilmenge und 
$\phi:V\ra U$  eine {\bf submersive}\index{submersiv!glatte Abbildung} 
 glatte Abbildung, als da hei"st, eine 
 glatte Abbildung mit
 surjektivem Differential $\diff_y\phi$ an jeder Stelle $y\in V$,  
ist auch das Zur"uckholen stetiger Funktionen transponierbar:
Das direkte Bild von Ma"sen 
induziert in diesem Fall n"amlich eine Abbildung
$\phi_\ast: \mathcal D_!^\infty(V)\ra \mathcal D_!^\infty(U)$,
die dann auch schon die fragliche Transponierte ist.
In der Tat k"onnen wir uns zum Nachweis unserer Behauptung 
$\mu\in \mathcal D_!^\infty(V)\RA \phi_\ast\mu \in \mathcal  D_!^\infty(U)$
mithilfe einer Teilung der Eins und der Wahl geeigneter Koordinaten auf den
Fall zur"uckziehen, da"s gilt $V\co \DR^n$ und $U\co \DR^m$ mit $m\leq n$ 
und da"s 
$\phi$ die Projektion auf die ersten $m$ Koordinaten ist. In dem Fall aber 
ist unsere Behauptung klar.
Damit erhalten wir also auch eine nat"urliche 
Fortsetzung des Zur"uckholens stetiger Funktionen zu einer
linearen Abbildung $\phi^\ast: C^+(U)\ra C^+(V)$. Statt $\phi^\ast f=g$
schreiben\label{ZHVV} 
wir auch
$$\phi:g\leadsto f$$
und sprechen wie sonst auch von 
{\bf Verwandtschaft}.\index{verwandt!verallgemeinerte Funktionen} 
Auch in dieser Allgemeinheit ist Verwandtschaft transitiv und vertr"aglich 
mit dem Anwenden glatter Vektorfelder und der Multiplikation mit
glatten Funktionen: Das folgt sofort aus den entsprechenden Aussagen f"ur 
glatte Funktionen mit unserem allgemeinen Formalismus der linearen Algebra
\ref{FoLA}. Das Zur"uckholen vermittels der Einbettung einer  offenen Teilmenge 
nennen wir auch eine {\bf Restriktion} oder {\bf Einschr"ankung}.
\end{Bemerkungl}

 




\begin{Bemerkungl}[\textbf{Verkleben}]
Ist $X$ ein endlichdimensionaler reeller Raum und  
$U\co X$ eine offene Teilmenge und $\cal{V}$ eine
"Uberdeckung von $U$  und\label{VkDi} ist
f"ur alle $V\in \cal{V}$ eine Linearform
 $\Lambda_V\in C^{+}(V)$ 
gegeben derart, da"s f"ur alle $V,W\in \cal{V}$ die Linearformen 
$\Lambda_V$ und $\Lambda_W$ 
dieselbe Restriktion auf 
$V\cap W$ haben, so gibt es genau eine Linearform
 $\Lambda\in C^{+}(U) $, 
deren Restriktion auf jedes $V\in \cal{V}$ mit dem dort vorgegebenen
 $\Lambda_V$ "ubereinstimmt.
Gegeben $\mu\in\cal{D}_!^\infty(U)$ finden wir 
eine  "Uberdeckung des Tr"agers $K$ von $\mu$ durch eine endliche
Teilfamilie $\cal{E}\subset \cal{V}$
und nach \eref{TEL}{AN2}
eine an diese "Uberdeckung angepa"ste glatte Teilung der Eins
durch gewisse $\alpha_V$ f"ur $V\in \cal{E}$.
Nun w"urden wir gerne 
$$\Lambda(\mu)=\sum_{V\in\cal{E}} \Lambda_V(\alpha_V \mu)$$
setzen und m"ussen nur pr"ufen, da"s das wohldefiniert ist. 
Ist aber $\cal{F}\subset \cal{V}$ eine weitere endliche
Teilfamilie, die $K$ "uberdeckt, und $\beta_W$ f"ur $W\in \cal{F}$
eine daran angepa"ste glatte Teilung der Eins, so folgt aus unseren Annahmen
$$\Lambda(\mu)=\sum_{V,W} \Lambda_V(\alpha_V \beta_W \mu)
=\sum_{V,W} \Lambda_W(\alpha_V \beta_W \mu)=\sum_{W} \Lambda_W( \beta_W \mu)$$
wobei stets  "uber alle  $V\in \cal{E}$ und $W\in\cal{F}$ summiert 
werden soll, und wir erkennen so, da"s $\Lambda(\mu)$ in der 
Tat wohldefiniert ist. Da"s  es die
einzig m"ogliche lineare Abbildung mit den geforderten Eigenschaften ist, 
scheint mir offensichtlich.
\end{Bemerkungl}


\begin{Definition}
 Gegeben eine offene Teilmenge $U \co X$  eines endlichdimensionalen
reellen Raums 
erkl"art man eine\label{VaFu}  
{\bf verallgemeinerte Funktion auf}\index{Funktion!verallgemeinerte}  
$U$ als eine
Linearform $\Lambda\in C^+(U)$ alias $\Lambda:\mathcal D^\infty_!
  (U)\ra \mathbb C$ mit der Eigenschaft, 
da"s jeder Punkt $x\in U$ eine offene Umgebung $V\co U$ besitzt, f"ur
die die Restriktion von $\Lambda$ auf $C^+(V)$ 
eine endliche  Summe von Linearformen ist, 
die jeweils durch das Anwenden  endlich vieler glatter Vektorfelder 
 aus  einer stetigen Funktion auf $V$ hervorgehen.
Den Vektorraum aller verallgemeinerten Funktionen auf $U$ 
notieren wir\index{C@$\cal{C}^{-\infty}$ verallgemeinerte Funktion} 
$$\cal{C}^{-\infty}(U)$$
\end{Definition}
\nichtfinal{\begin{Beispiel}
    Auf der reellen Zahlengerade kann man an jeder Stelle $p\in\DR$
    die verallgemeinerte Funktion $\delta_p/\diff x$ betrachten, die
    jedem glatten kompakt getragenen
    Ma"s $f\diff x$ die Zahl $f(p)$ zuordnet. Ich nennen sie die
    {\bf Diracfunktion bei $p$}.\index{Dirafunktion}
    Auf einem eindimensionalen 
    $\DR$-Vektorraum $G$ kann man jedem Punkt $g\in G$ sein
    Diracma"s $\delta_g$ zuordnen und f"ur jede Wahl eines Haar'schen Ma"ses
    $\mu$ ist dann $\delta_g/\mu$ eine Variante unserer Diracfunktion.
  \end{Beispiel}}

\begin{Bemerkungl}
  Sei $U \co X$  eine offene Teilmenge  eines endlichdimensionalen
  reellen Raums.
  \nichtfinal{Der Raum $\cal{C}^{-\infty}(U)$ der verallgemeinerten Funktionen (?)} Er ist offensichtlich stabil unter der Multiplikation mit glatten Funktionen 
und 
dem Anwenden glatter Vektorfelder. Ebenso offensichtlich ist, da"s das
Einschr"anken auf offene Teilmengen verallgemeinerte Funktionen
wieder zu verallgemeinerten Funktionen macht, und da"s das Verkleben 
verallgemeinerter Funktionen wieder verallgemeinerte Funktionen liefert.
\end{Bemerkungl}





\begin{Definition}\label{Dis} 
 Gegeben eine offene Teilmenge $U \co X$  eines endlichdimensionalen
reellen Raums 
erkl"art man eine 
{\bf Distribution auf}\index{Distribution!verallgemeinerte Funktion}  
$U$ als eine
Linearform  $\Lambda:\mathcal C^\infty_!
  (U)\ra \mathbb C$ mit der Eigenschaft, 
da"s f"ur ein und jedes Haarma"s $\lambda$ auf $X$ unser $\Lambda$ durch
Vorschalten von $(\cdot\lambda): \mathcal C^\infty_!
  (U)\sira \mathcal D^\infty_!
  (U)$ aus einer verallgemeinerten Funktion auf $U$ entsteht.
Den Vektorraum aller Distributionen auf $U$ 
notieren wir\index{D@$\cal{D}^{-\infty}$ Distribution} 
$$\cal{D}^{-\infty}(U)$$
\end{Definition}

\begin{Bemerkunge}
  in \ref{teDE} hatten wir erkl"art, welche Linearformen auf dem Schwartzraum 
$\mathcal S\supset \mathcal C_!^\infty(\DR^n)$ man \glqq temperierte
Distributionen\grqq\  nennt. Es ist leicht zu sehen, da"s
die Restriktion auf glatte Funktionen diesen  Raum der 
 temperierten Distributionen in unseren Raum aller Distributionen einbettet. 
\end{Bemerkunge}



\begin{Bemerkungw}[\textbf{Verallgemeinerte Funktionen als Garbe}]
Sei $X$ ein endlichdimensionaler reeller Raum. 
F"ur diejenigen Leser, die mit dem Begriff einer Garbe vertraut sind,
sei erg"anzt, da"s die Zuordnung $U\mapsto C^+(U)$ eine abelsche Garbe $C^+$ auf
$X$ liefert und da"s man die verallgemeinerten Funktionen charakterisieren
kann als die Schnitte der kleinsten abelschen Untergarbe $\cal{C}^{-\infty}\subset C^+$ von
komplexen Vektorr"aumen, die die Untergarbe 
$\cal{C}\subset C^+$ der  stetigen Funktionen umfa"st und
die stabil ist unter dem Anwenden beliebiger glatter Vektorfelder. 
\end{Bemerkungw}
% \begin{Ubung}
% Gegeben eine offene Teilmenge $U \co \DR^n$  kann man eine 
% verallgemeinerte Funktion auf
% $U$ auch beschreiben als eine
% Linearform $\Lambda\in C^+(U)$ mit der Eigenschaft, 
% da"s jeder Punkt $x\in U$ eine offene Umgebung $V\co U$ besitzt, f"ur
% die die Restriktion von $\Lambda$ auf $C^+(V)$ 
% eine endliche  Summe von Linearformen ist, 
% die jeweils durch das Anwenden  endlich vieler 
% partieller Ableitungen 
%  aus  einer stetigen Funktion auf $V$ hervorgehen.  
% \end{Ubung}


\begin{Lemma}[\textbf{Zur"uckholen verallgemeinerter Funktionen}]
  Sind $X,Y$  endlichdimensionale reelle R"aume und  
$U\co X$ sowie $V\co Y$  offene Teilmengen und $\phi:V\ra U$ eine submersive 
glatte Abbildung, so macht das Zur"uckholen $\phi^\ast$ 
verallgemeinerte Funktionen zu verallgemeinerten Funktionen.
\end{Lemma}
\begin{Bemerkunge}
  Es ist nicht m"oglich, Distributionen \glqq zur"uckzuholen\grqq. Dahingegen lassen
  sich Distributionen unter submersiven eigentlichen Abbildungen nach vorne 
dr"ucken alias \glqq l"angs der Fasern integrieren\grqq. Ich gehe darauf hier 
nicht n"aher ein.
%\emph{Was geht eigentlich genau? Sollte doch wohl 
%Distributionen mit kompaktem Tr"ager unter beliebigen glatten Abbildungen
%nach vorne dr"ucken k"onnen! Oder noch allgemeiner  
%beliebige Distributionen unter beliebigen glatten Abbildungen,
%wenn nur deren Restriktion auf den Tr"ager unserer Distribution eigentlich
%ist..... Das braucht man dann zu Faltung von Distributionen.} 
\end{Bemerkunge}
\begin{proof}
 F"ur das  Zur"uckholen unter Diffeomorphismen oder 
die Restriktion auf offene Teilmengen folgt das unmittelbar aus
den Definitionen. Mit dieser Erkenntnis und unseren Erkenntnissen zum
Verkleben
k"onnen wir uns auf den Fall zur"uckziehen, da"s $\phi$ die Projektion eines 
offenen Quaders auf einige seiner Koordinaten ist, etwa
$\phi:Q\sra W$ das Weglassen der Koordinaten mit Indizes $>m$ 
f"ur $Q\co \DR^n$ und $W\co \DR^m$ und $n>m$.
Weiter k"onnen wir uns auf den Fall $\Lambda=\partial^\alpha f$ beschr"anken 
mit $f\in\mathcal C(W)$ und einem Multiindex $\alpha\in \DN^m$.
Dann aber wissen wir wegen der Vertr"aglichkeit 
\ref{ZHVV} von Verwandtschaft mit dem Anwenden von Vektorfeldern
bereits $\phi^\ast \Lambda=\partial^\alpha \phi^\ast f$,
und das beendet den Beweis.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}
Gegeben ein Ring $k$ und Mengen $X,Y$ und 
Abbildungen $f:X\ra k$ und $g:Y\ra k$ notieren wir
$f\boxtimes g$\index{)xbox@$\boxtimes$ "au"seres Produkt!von Funktionen} 
die 
 Funktion $X\times Y\ra k$ gegeben durch $(x,y)\mapsto f(x)g(y)$,
  das 
 "au"sere Produkt der
Funktionen $f$ und $g$. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{"Au"seres Produkt von verallgemeinerten Funktionen}]
Gegeben offene Teilmengen $U\co X$, $V\co Y$ endlichdimensionaler reeller 
R"aume sowie
verallgemeinerte Funktionen $\Lambda\in\cal{C}^{-\infty}(U)$ und $\Gamma\in 
\cal{C}^{-\infty}(V)$
gibt es genau eine verallgemeinerte Funktion\index{)xbox@$\boxtimes$ "au"seres Produkt!von verallgemeinerten Funktionen}
$$\Lambda\boxtimes \Gamma\in\cal{C}^{-\infty}(U\times V)$$
mit  $\Lambda\boxtimes \Gamma:\mu\boxtimes \nu\mapsto \Lambda(\mu) \Gamma(\nu)$ 
f"ur alle
$\mu\in\cal{D}_!^\infty(U), $ $ \nu\in\cal{D}_!^\infty(V)$.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Die analoge Aussage f"ur Elemente der vollen algebraischen Dualr"aume
$C^{+}(U)$, $C^{+}(V)$
der R"aume von glatten Dichten mit kompaktem Tr"ager ist
im allgemeinen falsch. Das scheint mir  ein wesentlicher Grund 
daf"ur zu sein, da"s es sinnvoll ist, im
vollen Dualraum  den Teilraum der 
verallgemeinerten Funktionen auszuzeichnen. Der Beweis des Satzes beruht auf
einer Beschreibung unserer verallgemeinerten Funktionen 
durch Stetigkeitseigenschaften. Wir geben ihn oder vielmehr
eine Variante f"ur Distributionen in \ref{EPDi}.
\end{Bemerkungl}


% \begin{Lemma}[\textbf{Verkleben von verallgemeinerten Funktionen}]
% Ist $X$ ein endlichdimensionaler reeller Raum und  
% $U\co X$ eine offene Teilmenge und $\cal{V}$ eine
% "Uberdeckung von $U$  und\label{VkDi} ist
% f"ur alle $V\in \cal{V}$ eine verallgemeinerten Funktion
%  $\Lambda_V\in \cal{C}^{-\infty}(V)$ 
% gegeben derart, da"s f"ur alle $V,W\in \cal{V}$ die beiden
% verallgemeinerten Funktionen $\Lambda_V$ und $\Lambda_W$ 
% dieselbe Restriktion auf 
% $V\cap W$ haben, so gibt es genau eine verallgemeinerte Funktion
%  $\Lambda\in \cal{C}^{-\infty}(U) $, 
% deren Restriktion auf jedes $V\in \cal{V}$ mit der dort vorgegebenen
% verallgemeinerten Funktion $\Lambda_V$ "ubereinstimmt.
% \end{Lemma}

% \begin{proof}
% Gegeben $\mu\in\cal{D}_!^\infty(U)$ finden wir 
% eine  "Uberdeckung des Tr"agers $K$ von $\mu$ durch eine endliche
% Teilfamilie $\cal{E}\subset \cal{V}$
% und nach \ref{TEL}
% eine an diese "Uberdeckung angepa"ste glatte Teilung der Eins
% durch gewisse $\alpha_V$ f"ur $V\in \cal{E}$.
% Nun w"urden wir gerne 
% $$\Lambda(\mu)=\sum_{V\in\cal{E}} \Lambda_V(\alpha_V \mu)$$
% setzen und m"ussen nur pr"ufen, da"s das wohldefiniert ist. 
% Ist aber $\cal{F}\subset \cal{V}$ eine weitere endliche
% Teilfamilie, die $K$ "uberdeckt, und $\beta_W$ f"ur $W\in \cal{F}$
% eine daran angepa"ste glatte Teilung der Eins, so folgt aus unseren Annahmen
% $$\Lambda(\mu)=\sum_{V,W} \Lambda_V(\alpha_V \beta_W \mu)
% =\sum_{V,W} \Lambda_W(\alpha_V \beta_W \mu)=\sum_{W} \Lambda_W( \beta_W \mu)$$
% wobei stets  "uber alle  $V\in \cal{E}$ und $W\in\cal{F}$ summiert 
% werden soll, und wir erkennen so, da"s $\Lambda(\mu)$ in der 
% Tat wohldefiniert ist. Da"s das so definierte $\Lambda$ eine
% verallgemeinerte Funktion ist, scheint mir offensichtlich, und da"s es die
% einzig m"ogliche lineare Abbildung mit den geforderten Eigenschaften ist, 
% desgleichen.
% \end{proof}

% \begin{Lemma}[\textbf{Verkleben von verallgemeinerten Funktionen}]
% Ist $X$ ein endlichdimensionaler reeller Raum und  
% $U\co X$ eine offene Teilmenge und $\cal{V}$ eine
% "Uberdeckung von $U$  und\label{VkDi} ist
% f"ur alle $V\in \cal{V}$ eine verallgemeinerten Funktion
%  $\Lambda_V\in \cal{C}^{-\infty}(V)$ 
% gegeben derart, da"s f"ur alle $V,W\in \cal{V}$ die beiden
% verallgemeinerten Funktionen $\Lambda_V$ und $\Lambda_W$ 
% dieselbe Restriktion auf 
% $V\cap W$ haben, so gibt es genau eine verallgemeinerte Funktion
%  $\Lambda\in \cal{C}^{-\infty}(U) $, 
% deren Restriktion auf jedes $V\in \cal{V}$ mit der dort vorgegebenen
% verallgemeinerten Funktion $\Lambda_V$ "ubereinstimmt.
% \end{Lemma}

% \begin{proof}
% Gegeben $\mu\in\cal{D}_!^\infty(U)$ finden wir 
% eine  "Uberdeckung des Tr"agers $K$ von $\mu$ durch eine endliche
% Teilfamilie $\cal{E}\subset \cal{V}$
% und nach \ref{TEL}
% eine an diese "Uberdeckung angepa"ste glatte Teilung der Eins
% durch gewisse $\alpha_V$ f"ur $V\in \cal{E}$.
% Nun w"urden wir gerne 
% $$\Lambda(\mu)=\sum_{V\in\cal{E}} \Lambda_V(\alpha_V \mu)$$
% setzen und m"ussen nur pr"ufen, da"s das wohldefiniert ist. 
% Ist aber $\cal{F}\subset \cal{V}$ eine weitere endliche
% Teilfamilie, die $K$ "uberdeckt, und $\beta_W$ f"ur $W\in \cal{F}$
% eine daran angepa"ste glatte Teilung der Eins, so folgt aus unseren Annahmen
% $$\Lambda(\mu)=\sum_{V,W} \Lambda_V(\alpha_V \beta_W \mu)
% =\sum_{V,W} \Lambda_W(\alpha_V \beta_W \mu)=\sum_{W} \Lambda_W( \beta_W \mu)$$
% wobei stets  "uber alle  $V\in \cal{E}$ und $W\in\cal{F}$ summiert 
% werden soll, und wir erkennen so, da"s $\Lambda(\mu)$ in der 
% Tat wohldefiniert ist. Da"s das so definierte $\Lambda$ eine
% verallgemeinerte Funktion ist, scheint mir offensichtlich, und da"s es die
% einzig m"ogliche lineare Abbildung mit den geforderten Eigenschaften ist, 
% desgleichen.
% \end{proof}


% \begin{Definition}
% Gegeben eine offene Teilmenge $U \co \Bbb{R}^n$  
% erkl"art man eine 
% {\bf Distribution auf}\index{Distribution!als verallgemeinerte Funktion}  
% $U$ als eine
% Linearform $\Lambda:\mathcal{C}^\infty_! (U) \ra \DC$ mit der Eigenschaft, 
% da"s jeder Punkt $x\in U$ eine offene Umgebung $V\co U$ besitzt, f"ur
% die die Restriktion von $\Lambda$ auf $\mathcal{C}^\infty_! (V)$ 
% als Element des algebraischen Dualraums
% $D(V)$ 
%  durch  endlich viele 
% partielle Ableitungen im Sinne von
% \ref{AblD} aus dem Bild einer stetigen Funktion auf $V$ 
% unter unserer Einbettung aus \ref{AblD} entsteht.
% Die Menge aller Distributionen auf $U$ notieren wir 
% $$\cal{D}(U)$$
% \end{Definition}
% \begin{Bemerkunge}
%   Ich sollte stetige Dichten $\mathcal D$ notieren und
% Distributionen $\mathcal D^{-\infty}$, und analog
% stetige Funktionen $\mathcal C$  und
% verallgemeinerte Funktionen $\mathcal C^{-\infty}$.
% \end{Bemerkunge}
\begin{Proposition}[\textbf{Borelma"se sind Distributionen}]
    Gegeben ein endlichdimensionaler reeller Raum $X$ und eine offene
    Teilmenge $U\co X$\label{LiFD} ist f"ur jedes Borelma"s $\mu$ auf $U$ die
    Abbildung $\mathcal C_!^\infty (U) \rightarrow \mathbb C$, $f \mapsto \int
    f\mu$ eine Distribution.
\end{Proposition}

\begin{Bemerkungl}
  Diese Proposition w"are offensichtlich, wenn wir Distributionen durch
Stetigkeitseigenschaften eingef"uhrt h"atten. Da wir jedoch Distributionen 
als formale Ableitungen stetiger Funktionen erkl"art haben, mu"s an dieser
Stelle
einiges bewiesen werden.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}
Nach \ref{BOMA} liefern verschiedene Borelma"se auch verschiedene
Distributionen, so da"s wir im Lichte der Proposition 
Borelma"se als spezielle Distributionen
auffassen d"urfen. Als "Ubung m"ogen Sie zeigen, da"s das auch noch
gilt, wenn man komplexe Ma"se mitbetrachtet: Zwei Elemente von $\op{M}(U)\cup
\op{M} (U; [0,\infty])$ \nichtfinal{(Sonst notiert $\op{M}$ doch beliebige Ma"se, nicht Borelma"se? Sortieren!}
definieren genau dann dieselbe Distribution,
wenn sie als Abbildung von der $\sigma$-Algebra der Borelmengen
nach $\mathbb C \amalg \{\infty\}$ "ubereinstimmen.
\end{Bemerkunge}
\begin{Beispiel}
Den Raum aller 
Borelma"se auf $U$ 
k"onnen wir nach \ref{LiFD} in den Raum der Distributionen auf $U$ 
einbetten, indem wir jedem Ma"s das \glqq Integrieren nach besagtem Ma"s\grqq\ 
zuordnen. Signierte beziehungsweise komplexe Ma"se entsprechen dann reellen
beziehungsweise komplexen Linearkombinationen endlicher Borelma"se im Raum der
Distributionen. Ebenso nat"urlich scheint es mir jedoch,
 Linearkombinationen beliebiger Borelma"se zu betrachten, 
die als Distributionen durchaus wohldefiniert sind und anschaulich 
etwa als 
Ladungsverteilungen gedacht werden k"onnen, 
die man jedoch nicht mehr als Abbildungen vom
System der Borelmengen nach $\DC$ interpretieren kann.
Diese Distributionen  hei"sen
auch {\bf Radonma"se}
oder genauer 
{\bf signierte Radonma"se}\index{Radonma"s!signiertes, als Distribution} 
auf $U$ und k"onnen
im Raum aller Distributionen auf $U$ dadurch charakterisiert werden,
da"s sie sich auf den Raum $\cal{C}_!(U)$ aller stetigen
komplexwertigen Funktionen mit kompaktem Tr"ager auf $U$ 
so fortsetzen lassen, da"s f"ur jedes 
kompakte $K\subset U$ die Einschr"ankung auf  $\cal{C}_K(U)$ 
stetig ist f"ur die Norm der gleichm"a"sigen Konvergenz.
\end{Beispiel}
\begin{proof}
 Wir beginnen mit dem Fall der reellen Zahlengeraden $U =\mathbb R$.
Nach \ref{VerTn}
 k"onnen wir jedes Borelma"s $\mu$ auf $\mathbb R$ darstellen
als $\mu = \op{dg}$ mit $g: \mathbb R \rightarrow \mathbb R$ 
monoton wachsend und
linksseitig stetig.
Nach \ref{piVV} gilt f"ur jedes 
$f \in \mathcal C^\infty_! (\mathbb R)$ dann
\begin{equation*}
 \int_{\mathbb R} f \mu = \int_{\mathbb R} f \op{dg} 
= - \int_{\mathbb R} f^\prime g \lambda
= \int_{\mathbb R} f^{\prime\prime} G \lambda
\end{equation*}
f"ur $\lambda$ das Lebesgue-Ma"s und $G$ eine \glqq Stammfunktion\grqq\  von $g$
gegeben durch $G (x) = \int^x_0 g(t) \diff t$.
Im wesentlichen geht also $\mu$ durch zweimaliges 
formales Ableiten aus der stetigen
Funktion $G$ hervor. Als n"achstes besprechen wir den Fall
$U =\mathbb R$ und schieben dazu einige Zwischen"uberlegungen ein.
\end{proof}

\begin{Beispiel}
  Unsere Fouriertransformation \ref{teDEN} induziert
einen Isomorphismus zwischen dem Raum der temperierten
alias beliebigen Distributionen auf der Kreisgruppe $S^1$ und
dem Raum aller Abbildungen $\DZ\ra\DC$ von
h"ochstens polynomialem Wachstum.
\end{Beispiel}

\begin{Bild} 
 \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildMUS}\\[4mm]
 \noindent 
Das Bilden einer \glqq partiellen Stammfunktion\grqq\  
$\tilde \mu$ eines Ma"ses $\mu$. 
Wir haben $\tilde \mu(A)=(\lambda\boxtimes \mu)(B)$ f"ur $B$
den kreuzweise schraffierten Bereich.
\end{Bild}

\begin{Lemma}[\textbf{Partielles Integrieren von Ma"sen}]
Sei $\mu$ ein 
Borelma"s auf $\mathbb R^n$, bei dem die ganze Masse im
positiven Quadranten 
$(\mathbb R_{\geq 0})^n$ konzentriert ist.\label{PIM}  
Sei $D \subset 
\mathbb R \times \mathbb R^n$ die
\glqq Halbebene unter der Diagonalen\grqq\ 
\begin{equation*}
D \pdef \{ (t, x_1, \ldots, x_n) \mid  t \geq x_1 
 \}
\end{equation*}
und $\tilde \mu \pdef p_\ast ([D](\lambda \boxtimes\mu))$ 
das Bildma"s unter der Projektion auf  $(t, x_2, \ldots, x_n)
$ des Produktma"ses von $\mu$ mit dem Lebesguema"s 
$\lambda$, multipliziert mit 
der charakteristischen Funktion von $D$.
So ist auch $\tilde{\mu}$ ein Borelma"s auf $\mathbb R^n$, 
bei dem die ganze Masse im
positiven Quadranten 
$(\mathbb R_{\geq 0})^n$ konzentriert ist. Des weiteren gilt 
$$\partial_1^\top \tilde{\mu} = -\mu$$ 
im algebraischen Dualraum $D^+ (\mathbb R^n)$
des Raums der Testfunktionen, und f"ur die Verteilungsfunktionen gilt
$V_{\tilde{\mu}}(x_1, \ldots, x_n)
=\int_0^{x_{1}} V_\mu (t, x_2, \ldots , x_n) 
\diff t $.
\end{Lemma}

\begin{Bemerkungl}
Wir m"ussen uns hier auf Ma"se beschr"anken, bei denen die Masse
im positiven Quadranten konzentriert ist, da uns sonst das partielle
Integrieren aus dem Bereich der Distributionen hinausf"uhrt, die
durch Ma"se darstellbar sind. So w"are etwa das 
Integral des Lebesguema"ses $\lambda$ 
auf $\DR$ die Dichte $x\lambda=x\diff x$, die nicht mehr als Ma"s,
selbst nicht als signiertes Ma"s, dargestellt werden kann.
\end{Bemerkungl}


\begin{proof}
Wir m"ussen f"ur jede Testfunktion $\varphi\in \cal C^\infty_!(\DR^n)$ zeigen
\begin{equation*}
\int \varphi \mu = \int (\partial_1\varphi) \tilde \mu
\end{equation*}
% Verschieben von $\mu$ um Vielfache des ersten Vektors der
% Standardbasis "andert $\tilde \mu$ nur um eine Konstante, deshalb
% d"urfen wir  annehmen, da"s der Tr"ager von $\varphi$ ganz oberhalb der ersten
% Koordinatenhyperebene liegt.
% Dasselbe gilt dann f"ur $\psi \pdef \partial_1 \varphi$ und wir haben
F"ur $\psi \pdef \partial_1 \varphi$  haben wir jedoch in der Tat
\begin{eqnarray*}
\int \varphi (x) \mu \langle x \rangle &=
& -\int \left(\int^{\infty}_{x_{1}} \psi (t, x_2, \ldots , x_n)
\lambda \langle t \rangle \right) \mu \langle x \rangle\\
&=& -\int_{\mathbb R \times \mathbb R^n} \psi (t, x_2, \ldots, x_n) 
D (t, x_1, \ldots, x_n)(\lambda\boxtimes\mu)\langle t,x\rangle\\
&=& -\int_{\mathbb R^n} \psi (t, x_2, \ldots , x_n) 
\;\tilde \mu \langle t, x_2, \ldots, x_n\rangle
\end{eqnarray*}
Was die Verteilungsfunktionen angeht, so folgt die 
Behauptung m"uhelos mit Fubini. 
\end{proof}






  \begin{proof}[Fortsetzung des Beweises von \ref{LiFD}] 
    Ist in den Notationen unseres Lemmas \ref{PIM} 
die Verteilungsfunktion $V_\mu$
    partiell stetig in einigen der Variablen $x_i$, so ist die
    Verteilungsfunktion $V_{\tilde \mu}$ partiell stetig in denselben
    Variablen und zus"atzlich in der Variablen $x_1$.  Man folgert das
    unschwer aus dem Satz "uber dominierte Konvergenz.  Nun sind aber
    Funktionen $\DR^n\ra\DR$, die in jeder Variablen stetig und monoton
    wachsend sind, notwendig bereits stetig. Wir k"onnen folglich jedes
    Borelma"s $\mu$ auf dem $\DR^n$ mit im positiven Quadranten konzentrierter
    Gesamtmasse schreiben als
$$\mu=\pm\partial_1^\top\ldots \partial_n^\top \nu$$ 
f"ur ein Borelma"s $\nu$ mit stetiger Verteilungsfunktion.  Wenden wir ein
weiteres Mal Lemma \ref{PIM} an und beachten \eref{dFfAxx}{AN3}, so erkennen
wir, da"s wir sogar schreiben k"onnen
$$\mu=\partial_1^\top\ldots \partial_n^\top\partial_1^\top\ldots \partial_n^\top
(G\diff^n x)$$ f"ur $\diff^n x$ das Lebesguema"s und $G:\DR^n\ra\DR$ eine
stetige reellwertige Funktion.
Die F"alle, da"s die Masse von $\mu$ nicht notwendig im positiven Quadanten
konzentriert ist, und da"s $U$ ein beliebiger endlichdimensionaler
reeller Raum ist, oder sogar eine offene Teilmenge desselben, erreicht man
von hier aus ohne weitere Schwierigkeiten. 
\end{proof}
















% \begin{Bemerkungl}
% Gegeben $U \co \Bbb{R}^n$ offen und $V\co U$ offen induziert unsere 
% Restriktion von Linearformen $D(U)\ra D(V)$ sicher eine 
% {\bf Restriktion von Distributionen}
% $$\cal{D}(U)\ra \cal{D}(V)$$
% Ebenso induzieren unsere partiellen Ableitungen $\partial_i:D(U)\ra D(U)$
% aus \ref{AblD} offensichtlich  mit den Restriktionen vertr"agliche 
% {\bf partielle Ableitungen}
% $$\partial_i:\cal{D}(U)\ra \cal{D}(U)$$
% \end{Bemerkungl}






% \begin{Bemerkungl}
% Das Multiplizieren mit einer glatten Funktion $f\in \cal{C}^\infty(U)$
% liefert eine lineare Abbildung von $\mathcal{C}^\infty_! (U)$ in sich selber.
% Ihre Transponierte $D(U)\ra D(U)$ macht Distributionen 
% zu Distributionen und induziert so eine Abbildung 
% $$(f\cdot):\cal{D}(U)\ra \cal{D}(U)$$
% Man pr"uft leicht, das diese Operation mit Restriktionen vertr"aglich ist
% und da"s die Produktregel $\partial_i(f\Lambda)=(\partial_i f)\Lambda+
% f(\partial_i\Lambda)$ gilt. Es ist jedoch im allgemeinen nicht sinnvoll,
% Distributionen mit Funktionen zu multiplizieren,  die nicht glatt sind. 
% \end{Bemerkungl}

\begin{Definition}\label{DTScc}
F"ur $U \co \Bbb{R}^n$ offen und $d\geq 0$ 
betrachte  man auf dem  Raum $\mathcal{C}^\infty_! (U)$
die Norm 
\begin{displaymath}
p_{\leq d} (f) \pdef \sup_{x\in U,\;|\alpha|\leq d} |(\partial^\alpha f)(x)|
\end{displaymath}
wo das Supremum wie angedeutet "uber alle Punkte  $x\in U$ 
und alle Multiindizes $\alpha \in \Bbb{N}^n$ mit $|\alpha|\leq d$
zu bilden ist. In Worten mag man das die \glqq Norm der gleichm"a"sigen Konvergenz
der partiellen Ableitungen bis zur Ordnung $d$\grqq\  nennen.
\end{Definition}

\begin{Satz}[\textbf{Distributionen als stetige Linearformen}] 
Die  Distributionen  auf einer offenen Teilmenge
$U \co \Bbb{R}^n$ sind genau alle
Linearformen\label{CdS} 
\begin{displaymath}
\Lambda : \mathcal{C}^\infty_! (U) \rightarrow \Bbb{C}
\end{displaymath}
mit der Eigenschaft, da"s  f"ur jedes Kompaktum $K \subset U$ 
ihre
Einschr"ankung  auf $ \mathcal{C}^\infty_K (U)$ 
stetig ist 
in Bezug auf die Norm  der gleichm"a"sigen 
Konvergenz der partiellen Ableitungen bis zu einer 
geeigneten Ordnung $d=d_K$,
die ihrerseits von $K$ abh"angen darf.
\end{Satz}

\begin{Bemerkunge}
  Man kann diese Charakterisierung wie folgt umformulieren: 
Betrachtet man f"ur $U \co \Bbb{R}^n$ offen und $K\subset U$ kompakt
auf dem Raum $\mathcal{C}^\infty_K (U)$ der glatten Funktionen auf $U$ mit
Tr"ager in $K$ 
die Initialtopologie zur Familie  aller Normen $p_{\leq d}$, 
so da"s also der Umgebungsfilter
des Ursprungs 
von den  $p^{-1}_{\leq d} (-\varepsilon,\varepsilon)$
f"ur $d \in \Bbb{N}$ und $\varepsilon > 0$  erzeugt wird,
so sind unsere Distributionen genau alle Linearformen
$\Lambda : \mathcal{C}^\infty_! (U) \rightarrow \Bbb{C}$
mit der Eigenschaft, da"s f"ur jedes Kompaktum $K \subset U$ ihre
Einschr"ankung auf $\mathcal{C}^\infty_K (U)$ stetig ist f"ur besagte
Initialtopologie.
\end{Bemerkunge}
\begin{Bemerkunge}[\textbf{Distributionen als Dualraum}] 
Man kann diese Charakterisierung auch noch weiter
umformulieren wie folgt.\label{KFTv} 
Betrachtet man auf $\mathcal{C}^\infty_!(U)$ alle Halbnormen, deren
Restriktionen auf alle $\mathcal{C}^\infty_K (U)$ stetig sind, 
und versieht
dann $\mathcal{C}^\infty_! (U)$ mit der von diesen Halbnormen erzeugten
Struktur eines topologischen Vektorraums, so kann man den 
Raum der Distributionen
auf $U$ beschreiben als den Raum aller 
in Bezug auf diese Topologie
stetigen Linearformen auf 
$\mathcal{C}^\infty_! (U)$.
In \ref{flokS} besprechen wir, da"s das gerade der Kolimes
der $\mathcal{C}^\infty_K (U)$ in der Kategorie der lokalkonvexen komplexen topologischen Vektorr"aume
ist. 
Gegeben eine bez"uglich dieser Topologie konvergente
Folge gibt es stets ein Kompaktum $K$ derart,  da"s alle Folgenglieder
Tr"ager in $K$ haben.
In der Tat reicht es, das f"ur Nullfolgen zu zeigen.
Wir finden eine Folge von Kompakta $K_n$ mit $K_n\subset K_{n+1}^\circ$
und $U=\bigcup_{n\in\DN}K_n$. 
W"are nun $f_n$ eine Nullfolge, die obige Bedingung verletzt,
so k"onnten wir durch "Ubergang zu Teilfolgen $x_n\in
 K_{n+1}^\circ\backslash K_n$ finden mit $f_n(x_n)\neq 0$.
Dann f"anden wir eine stetige Funktion $\varphi:U\ra \DR$ mit
$|\varphi(x_n)f(x_n)|\geq 1$ f"ur alle $n$ und dann
w"are $f\mapsto \|\varphi f\|_\infty$ eine Halbnorm auf
$\mathcal C_!(U)$, deren Restriktionen auf alle $\mathcal C_K(U)$ stetig
ist und in der die Normen der Glieder unserer Folge $f_n$ nicht
nach Null streben.
Mehr dazu findet man zum Beispiel in \cite{Werner}.
\end{Bemerkunge}

% \begin{Satz}[\textbf{Charakterisierung von Distributionen}] 
% Die   Distributionen  auf $U \co \Bbb{R}^n$ sind genau die
% Linearformen
% \begin{displaymath}
% \Lambda : \mathcal{C}^\infty_! (U) \rightarrow \Bbb{C}
% \end{displaymath}
% mit der Eigenschaft, da"s f"ur jedes Kompaktum $K \subset U$ ihre
% Einschr"ankung auf $\mathcal{C}^\infty_K (U)$ stetig ist f"ur die
% in \ref{DTSt} erkl"arte Topologie
% auf $\mathcal{C}^\infty_K (U)$.
% \end{Satz}
% \begin{Definition}\label{DTSt}
% Sei $U \co \Bbb{R}^n$ offen. Gegeben $K \subset U$
% kompakt versehe man den Raum $\mathcal{C}^\infty_K (U)$
% aller glatten komplexwertigen Funktionen 
% auf $U$ mit Tr"ager
% in $K$ mit der von den Halbnormen
% \begin{displaymath}
% p_\alpha (f) = \sup_{x \in U} |(\partial^\alpha f)(x)|
% \end{displaymath}
% f"ur $\alpha \in \Bbb{N}^n$ definierten Struktur eines topologischen
% Vektorraums. 
% Der Umgebungsfilter
% des Ursprungs f"ur diese Topologie wird  also per definitionem
% von den  $p^{-1}_\alpha (-\varepsilon,\varepsilon)$
% f"ur $\alpha \in \Bbb{N}^n$ und $\varepsilon > 0$  erzeugt.
% \end{Definition}





\begin{proof}
Der Nachweis, da"s alle unsere Distributionen die geforderte 
Stetigkeitseigenschaft
haben, ist nicht schwer und bleibe dem Leser "uberlassen.
Habe nun umgekehrt eine Linearform $\Lambda : \mathcal C_!^\infty (U) 
\rightarrow \mathbb C$ die geforderte Stetigkeitseigenschaft.
Gegeben $x \in U$ gibt es sicher einen kompakten 
Quader $Q \subset U$, der eine Umgebung von 
$x$ ist. Nach Annahme finden wir $\varepsilon > 0$ 
und $N \leq 0$ derart, da"s f"ur
$f \in \mathcal C^\infty_Q (U)$ aus
\begin{equation*}
|(\partial_\alpha f) (x) | < \varepsilon 
\quad \forall x \in U,\;  \forall \alpha \in
[0,N]^n
\end{equation*}
folgt $|\Lambda (f) | < 1$.
Nat"urlich h"angt $\mathcal C^\infty_Q (U)$ nicht von $U$ ab, wir 
d"urfen  unsere Notation deshalb zu $\mathcal C^\infty_Q$
vereinfachen und uns diese Funktionen durch Null auf ganz
$\DR^n$ fortgesetzt denken. 
Wir notieren nun f"ur $\gamma \in \mathbb N^n$ mit 
$\|\;\|_{\leq \gamma}$ die Norm 
$\| f \|_\gamma =\sup_{\alpha \leq \gamma}
\| \partial_\alpha f \|_\infty$
auf diesem Raum.
Ich behaupte, da"s f"ur $\gamma_i>0$ das partielle Ableiten
$$\partial_i: (\mathcal C^\infty _Q,\|\;\|_{\leq \gamma})\ra
(\mathcal C^\infty _Q,\|\;\|_{\leq \gamma-\op{e}_i})$$ 
einen in Bezug auf die angedeuteten Normen 
stetigen Isomorphismus 
auf sein Bild liefert. Hier scheint mir die Stetigkeit ebenso wie
die Injektivit"at offensichtlich, und die Stetigkeit der Umkehrabbildung 
auf besagtem Bild folgt
daraus, da"s kleine Funktionen auch nur kleine Integrale haben. 
Wir k"onnen diese Umkehrabbildung stetig auf ganz
$(\mathcal C^\infty _Q,\|\;\|_{\leq \gamma-\op{e}_i})$ ausdehnen,
indem wir irgendeine glatte Funktion $h$ auf $\DR$ mit 
Tr"ager in der $i$-ten Kante $Q_i$ unseres Quaders und Integral Eins
nehmen und die Projektion $f\mapsto Pf$ von $\mathcal C^\infty _Q$
auf das Bild von $\partial_i$ vorschalten, die 
gegeben wird durch
$$(Pf)(x_1,\ldots,x_n)
\pdef f(x_1,\ldots,x_n)-
\left(\int_{-\infty}^\infty f(x_1,\ldots,x_n)\diff x_i\right)h(x_i)$$
So finden wir zu  $\Lambda$ erst
eine stetige Linearform $\tilde\Lambda: (\mathcal C^\infty _Q,\|\;\|_{\leq
  \gamma-\op{e}_i})\ra\DC$ mit $\Lambda(f)=\tilde\Lambda(\partial_i f)$
f"ur alle $f\in \mathcal C^\infty _Q$ und dann induktiv eine 
in Bezug auf die gew"ohnliche Norm der gleichm"a"sigen Konvergenz stetige 
Linearform
$R: (\mathcal C_Q^\infty,\|\;\|_\infty) \rightarrow \mathbb C$ 
 mit $\Lambda = R \partial^N_1 \ldots
\partial^N_n$ auf $\mathcal C^\infty_Q$.
Bezeichnet $B=Q^\circ $ das Innere unseres Quaders, 
so kann die Restriktion von $R$
auf $\mathcal C_!^\infty (B)$ 
auf genau eine Weise 
zu einer Linearform auf $\mathcal C_! (B)$ ausgedehnt werden,
die auf allen $\mathcal C_K (B)$ f"ur $K\subset B$ kompakt stetig ist.
Nach dem Riesz'schen Darstellungssatz \eref{RiDan}{AN3} in Verbindung
mit "Ubung \eref{SRmA}{AN3} wird folglich
$R$ durch eine Linearkombination von Integralen gegen
Borelma"se beschrieben.
Da"s diese Linearformen Distributionen sind,
 wissen wir jedoch bereits aus Lemma \ref{LiFD}.
\end{proof}

% \begin{proof} ALT!
% Der Nachweis, da"s alle unsere Distributionen die geforderte 
% Stetigkeitseigenschaft
% haben, ist nicht schwer und kann dem Leser "uberlassen werden.
% Habe nun umgekehrt eine Linearform $\Lambda : \mathcal C_!^\infty (U) 
% \rightarrow \mathbb C$ die geforderte Stetigkeitseigenschaft.
% Gegeben $x \in U$ gibt es sicher einen kompakten Quader $K \subset U$, der eine Umgebung von 
% $x$ ist. Nach Annahme finden wir $\varepsilon > 0$ und $N \leq 0$ derart, da"s f"ur
% $f \in \mathcal C^\infty_K (U)$ aus
% \begin{equation*}
% |(\partial_\alpha f) (x) | < \varepsilon \quad \forall x \in U,\;  \forall \alpha \in
% [0,N]^n
% \end{equation*}
% folgt $|\Lambda (f) | < 1$.
% Notieren wir f"ur $\gamma \in \mathbb N^n$ mit $\mathcal C^\gamma_K (U)$ den Raum aller
% Funktionen $f \in \mathcal C_K (U)$, f"ur die die partiellen Ableitungen $\partial_\alpha
% f$ existieren und stetig sind wann immer gilt $\alpha \leq \gamma$, und versehen ihn mit der
% Norm der gleichm"a"sigen Konvergenz aller dieser Ableitungen, $\| f \|_\gamma =\sup_{\alpha \leq \gamma}
% \| \partial_\alpha f \|_\infty$, 
% so l"a"st sich $\Lambda$ f"ur $\gamma = (N, \ldots, N)$
% stetig zu einer linearen Abbildung
% \begin{equation*}
% \Lambda : \mathcal C^\gamma_K (U) \rightarrow \mathbb C
% \end{equation*}
% fortsetzen. \emph{Hier mu"s noch gearbeitet werden!} 
% Nun ist das partielle Ableiten nach der $i$-ten 
% Variablen f"ur beliebiges $\gamma$
% eine stetige Abbildung
% %\begin{equation*}
% \begin{displaymath}
% \begin{array}{ccl}
% \partial_i : \mathcal C_K^{\gamma +\op{e}_{i}} (U)& \rightarrow &\mathcal C^\gamma_K (U)% \\[2ex]
% %  \curvearrowright\partial f < /& & \begin{array}[t]{ccl}
% % \partial_x f & < & \epsilon\\ & \Rightarrow & f < K\epsilon
% \end{array}
% %\end{equation*}
% %\end{array}
% \end{displaymath}
% und wir haben
% \begin{equation*}
% \|f\| \geq \| \partial_i f \| \leq \op{max} ( \|\partial_i f\|, e^{-1} \|f\|)
% \end{equation*}
% f"ur $e$ das Minimum der Kantenl"angen von $K$, da eben Funktionen mit kleiner
% Ableitung mit Tr"ager in einem kleinen Intervall auch nur kleine Werte
% annehmen k"onnen.
% Unsere Abbildung ist also nicht nur stetig, sondern sogar eine 
% topologische Immersion.
% Damit k"onnen wir den Fortsetzungssatz von Hahn-Banach anwenden und finden
% $R: \mathcal C_K (U) \rightarrow \mathbb C$ stetig mit $\Lambda = R \partial^N_1 \ldots
% \partial^N_n$ auf $\mathcal C^\gamma_K (U)$ f"ur $\gamma = (N, \ldots, N)$.
% Bezeichnet $Q = K^0$ das Innere unseres Quaders, so wird die Restriktion von $R$
% auf $\mathcal C_! (Q)$ nach dem Riesz'schen Darstellungssatz \ref{RiDan} in Verbindung
% mit "Ubung \ref{SRmA} durch eine Linearkombination von Integralen gegen
% Borelma"se beschrieben.
% Da"s diese Linearformen Distributionen sind, wissen wir jedoch bereits aus Lemma \ref{LiFD}.
% \end{proof}
\begin{Bemerkungl}
Wir erinnern \eref{AUPP}{AN3}.
Gegeben ein Ring $k$ und Mengen $X,Y$ und 
Abbildungen $f:X\ra k$ und $g:Y\ra k$ notieren wir
$f\boxtimes g$\index{)xbox@$\boxtimes$ "au"seres Produkt!von Funktionen} 
die
 Funktion $X\times Y\ra k$ gegeben durch $(x,y)\mapsto f(x)g(y)$.
Wir nennen $f\boxtimes g$  das 
 {\bf "au"sere Produkt}\index{"au"seres Produkt!von Funktionen} der
Funktionen $f$ und $g$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{"Au"seres Produkt von Distributionen}]
Gegeben offene Teilmengen $U\co\DR^n$, $V\co\DR^m$ sowie
Distributionen $\Lambda\in\cal{D}^{-\infty}(U)$,  $\Gamma\in \cal{D}^{-\infty}(V)$
gibt es genau eine Distribution\label{EPDi} 
$$\Lambda\boxtimes \Gamma\in\cal{D}^{-\infty}(U\times V)$$
mit der Eigenschaft $f\boxtimes g\mapsto \Lambda(f) \Gamma(g)$ f"ur alle
$f\in\cal{C}_!^\infty(U), $ $ g\in\cal{C}_!^\infty(V)$.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Die analoge Aussage f"ur die vollen algebraischen Dualr"aume
der R"aume von glatten Funktionen mit kompaktem Tr"ager gilt
in keinster Weise. Das scheint mir  ein wesentlicher Grund 
daf"ur zu sein, da"s es sinnvoll ist, im
vollen Dualraum  den Teilraum der 
Distributionen auszuzeichnen. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Wir zeigen zun"achst die Existenz.
Nach unseren Erkenntnissen \ref{VkDi} zum Verkleben von
Distributionen und den Definitionen
d"urfen wir ohne Beschr"ankung der
Allgemeinheit annehmen, da"s $\Lambda$ und $\Gamma$ durch endlich viele
partielle Ableitungen aus stetigen Funktionen entstehen, etwa $\Lambda =
\partial_x^\alpha \lambda$ und $\Gamma =\partial^\beta_y \gamma$ mit
$
\lambda =\lambda (x_1, \ldots, x_n) \in \mathcal{C} (U)$, 
$ \alpha \in \mathbb{N}^n
$ und $
\gamma= \gamma (y_1, \ldots, y_m) \in \mathcal{C} (V)$, 
$ \beta \in \mathbb{N}^m.
$
%\begin{displaymath}
%\begin{array}{lcl}
%\lambda& =&\lambda (x_1, \ldots, x_n) \in \mathcal{C} (U), \alpha \in \mathbb{N}^n
%\text{ und }\\
%\gamma& =& \gamma (y_1, \ldots, y_m) \in \mathcal{C} (V), \beta \in \mathcal{N}^m.
%\end{array}
%\end{displaymath}
Dann ist $\partial^\alpha_x \partial_y^\beta (\lambda \boxtimes \gamma)$
schon mal eine Distribution auf $U \times V$ mit der geforderten Eigenschaft 
und es bleibt nur, die Eindeutigkeit zu zeigen.
Seien also $S, T\in \mathcal D^{-\infty} (U\times V)$ zwei Distributionen mit
der entsprechenden Eigenschaft. 
Seien $A\subset U$ und $B\subset V$ kompakte Quader.
Es reicht zu zeigen, da"s $S$ und $T$ auf dem Inneren
$A^\circ\times B^\circ$ des Produkts unserer Quader "ubereinstimmen.
Unsere beiden Distributionen sind per definitionem stetig auf
$\mathcal C^\infty_{A\times B}\pdef \mathcal C^\infty_{A\times B}(U\times V)$ 
in Bezug auf die Norm der
gleichm"a"sigen Konvergenz partieller Ableitungen bis zu
einer gewissen  Ordnung.
Man beachte nun, da"s unsere stetigen Projektionen 
$P$ von $\mathcal C^\infty_{A\times B}$ auf das Bild von
$\partial_i$ aus dem Beweis 
der Charakterisierung durch Stetigkeitseigenschaften \ref{CdS} 
externe Produkte glatter Funktionen auf externe Produkte glatter Funktionen
abbilden. Wir finden mit den Methoden des dortigen Beweises also 
stetige Linearformen $\tilde S$ und $ \tilde T$ auf
 $\mathcal C^\infty_{A\times B}$ mit seiner Norm der gleichm"a"sigen
 Konvergenz,
die auf externen Produkten glatter Funktionen "ubereinstimmen
und unter ein- und derselben Folge von partiellen Ableitungen
$S$ und $T$ liefern. Es reicht also, wenn wir $\tilde S= \tilde T$
zeigen. Nach dem Satz von Stone und Weierstra"s \eref{SWC}{AN2} liegt
der von allen
externen Produkten glatter Funktionen erzeugte
Untervektorraum unseres Funktionenraums jedoch dicht im Raum
$\mathcal C_{A\times B}(\DR^{n+m})$ mit seiner Supremumsnorm: Man zeigt das,
indem man  den Rand unseres Quadrats $A\times B$ zu einem Punkt
identifiziert und auf diesem Identifizierungsraum 
den Satz von Stone-Weierstra"s anwendet.
Es folgt erst
$\tilde S= \tilde T$ als Linearformen
auf $\mathcal C_!(A^\circ\times B^\circ)$ 
 und dann $\tilde S= \tilde T$ als Distributionen auf $A^\circ\times B^\circ$.
% Nach unseren Erkenntnissen zum Verkleben von
% Distributionen d"urfen wir ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit annehmen
% $\Theta = \partial^\alpha_x \partial^\beta_y \vartheta$ und $T = \partial^\alpha_x
% \partial^\beta_y t$ mit $\alpha \in \mathbb{N}^n, \beta \in \mathbb{N}^m$
% und $\vartheta, t \in \mathcal{C} (U\times V)$.
% Wir wissen also, da"s die
% Funktionen $t$ und $\vartheta$ dasselbe Resultat liefern beim
% Integrieren gegen  $\partial^\alpha f \boxtimes \partial^\beta g$
% f"ur alle $f \in \mathcal C^\infty_! (U)$ und $g \in \mathcal C^\infty_! (V)$.
% \emph{Beweis der Eindeutigkeit  noch nicht fertig.}   
\end{proof}




\begin{Bemerkung}
  Man versieht den Raum der Distributionen mit der Initialtopologie zur
  Familie aller Auswertungen an glatten Funktionen mit kompaktem Tr"ager. Er
  wird dadurch offensichtlich zu einem lokal konvexen Hausdorffraum.
\end{Bemerkung}

\begin{Bemerkung}
Gegeben ein komplexer Vektorraum $V$ und ein Teilraum
$F\subset V^\ast$ seines Dualraums macht die Initialtopologie 
zur gegebenen  Familie $F$ von Abbildungen $V\ra\DC$ unseren  Vektorraum $V$
zu einem topologischen Vektorraum. Trennt $F$ die Punkte von $V$, so
ist diese Initialtopologie Hausdorff und 
f"ur die Konvergenz von Folgen in $V$ gilt
$$\lim v_n=v\quad\IFF\quad \lim f(v_n)=f(v)\;\;\forall f\in F$$
\end{Bemerkung}

\begin{Lemma}
Eine Distribution auf einer  offenen  Teilmenge eines
$\mathbb{R}^n$, deren s"amtliche partiellen Ableitungen verschwinden, ist
eine lokal konstante Funktion.
\end{Lemma}
\begin{proof}
Ist $U \co \mathbb R^n$ eine nichtleere konvexe Teilmenge, so
liefert eine Variante des Poincar\'e-Lemmas  
die Exaktheit der Sequenz
\begin{equation*}
\bigoplus^n_{i =1} \mathcal C_!^\infty (U) \overset{(\partial_1, \ldots ,\partial_n)}{\longrightarrow}
\mathcal C_!^\infty (U) \overset{\int}{\rightarrow} \mathbb R
\qedhere\end{equation*}
\end{proof}


\begin{Definition}
Seien $U\co\DR^n$ eine
offene Teilmenge und 
$\Lambda \in \mathcal D (U)$ eine Distribution. Sicher ist die Menge $V$ aller
$x \in U$ derart, da"s $\Lambda$ auf einer 
offenen Umgebung von $x$ verschwindet,
eine offene Teilmenge $V \co U$, und nach \ref{VkDi} erhalten wir so die
gr"o"ste offene Teilmenge $V \co U$, auf der unsere Distribution verschwindet.
Ihr Komplement $A \As U$ hei"st der 
{\bf Tr"ager der Distribution}\index{Tr"ager!einer Distribution} 
 $\Lambda$
und wird notiert\index{supp@$\op{supp}$ Tr"ager einer Distribution}
\begin{equation*}
A = \op{supp} \Lambda
\end{equation*}
\end{Definition}
\begin{Definition}
Die Menge der Distributionen mit kompaktem Tr"ager auf einer offenen Teilmenge
$U \co \mathbb R^n$ notieren wir
\begin{equation*}
\mathcal D_! (U) \subset \mathcal D (U)
\end{equation*}
Durch Verkleben mit der Null auf dem Komplement des Tr"agers erhalten wir 
f"ur jede gr"o"sere offene Teilmenge $V\co\DR^n$ mit $U\subset V$ die
\defind{Fortsetzung durch Null} $\mathcal D_! (U) 
\rightarrow \mathcal D_! ( V)$.
\end{Definition}

\begin{Bemerkunge}
  Gegeben $U\co\DR^n$ und $f\in \mathcal C^\infty (U)$ und
 $\Lambda\in \mathcal D (U)$ k"onnen wir auch 
dann noch $\Lambda$ sinnvoll auf $f$ auswerten, wenn 
nur die Schnitte der jeweiligen Tr"ager kompakt sind.
In der Tat folgt f"ur $h\in \mathcal C^\infty_! (U)$ aus
$\op{supp}\Lambda\cap \op{supp}h=\emptyset$ sofort
$\Lambda(h)=0$. 
F"ur jedes $f\in \mathcal C^\infty (U)$ wie oben
existiert aber $f_!\in \mathcal C^\infty_! (U)$ mit
$f_!=f$ auf dem Tr"ager von $\Lambda$.
Da nun nach dem vorhergehenden $\Lambda(f_!)$ nicht von
der Wahl von $f_!$ abh"angt, k"onnen und werden 
wir diese Zahl auch gleich mit $\Lambda(f)$ bezeichnen.
\end{Bemerkunge}

\begin{Bemerkungl}
  Es w"are hier wichtig, Distributionen mit Tr"ager in einem Punkt
  zu besprechen. Im eindimensionalen Fall scheint das schnell erledigt:
  Distributionen mit Tr"ager in $0\in\DR$
  m"ussen durch $n$-faches Ableiten aus einer stetigen Funktion
  enstehen, die auf $(-\infty,0)$ und auf $(0,\infty)$ jeweils durch ein
  Polynom vom Grad $<n$ gegeben wird.
\end{Bemerkungl}


% \begin{Lemma}
% Sei $f : \mathbb R^n \rightarrow \mathbb R$ monoton wachsend und linksseitig
% stetig in jeder Variablen und sei $\mu_f$ das zugeh"orige Ma"s nach \ref{dFfA}.
% So ist auch $g: \mathbb R^n \rightarrow \mathbb R$ gegeben durch $g(x_1, \ldots,
% x_n)=\int^{x_{1}}_0 f (t, x_2, \ldots, x_n) \diff t$ monoton wachsend und
% linksseitig stetig in jeder Variablen und f"ur das zugeh"orige Ma"s
% $\mu_g$ gilt
% \begin{equation*}
% \mu_f = \partial_1^\top \mu_g
% \end{equation*}
% im algebraischen Dualraum $D^+(\mathbb R^n)$ von $\mathcal C^\infty_!(\DR^n)$.
% \end{Lemma}
% \begin{proof}
% Sicher gilt $f^{-1} ((B,\infty)) \co \mathbb R^n$ f"ur alle $B \in \mathbb R$,
% folglich ist $f$ Borel-me"sbar. Damit ist $g$ sinnvoll definiert. Da"s $g$ monoton
% w"achst in jeder Variablen ist offensichtlich. Da"s $g$ linksseitig stetig ist in
% jeder Variablen folgt aus dem Satz "uber monotone Konvergenz. Damit k"onnen wir in 
% der Tat das Ma"s $\mu_g$ bilden. Die Gleichung $\mu_f = \partial_1^\top \mu_g$ bedeutet
% nun ausgeschrieben schlicht, da"s gilt
% \begin{equation*}
% \int \varphi \mu_f = \int (\partial_1 \varphi) \mu_g
% \end{equation*}
% f"ur alle Testfunktionen $\varphi \in \mathcal C^\infty_! (\mathbb R^n)$.
% Um die Notation kurz zu halten, schreibe ich das Argument nur f"ur den
% Fall $n=2$ aus, im Allgemeinen geht es genauso. Per definitionem gilt
% \begin{equation*}
% \mu_g ([a,b) \times [c,d)) = g (b,d) - g(a,d) - g(b,c) + g(a,c)
% \end{equation*}
% und folglich
% \begin{equation*}
% (f(a,d)-f(b,c)) (b-a) \leq \mu_g \leq (f(b,d) - f(a,c)) (b-a)
% \qedhere\end{equation*}
% \end{proof}
% \begin{Bemerkungl}\label{HGFT}
%   Nun "uberlegen wir uns, da"s wir durch einmaliges \glqq Aufleiten\grqq\  in jeder
% Variablen eine Funktion $g$ erhalten und durch nochmaliges 
% \glqq Aufleiten\grqq\  in jeder
% Variablen eine Funktion $h$ mit
% $\mu_f=\pm (\partial_1\ldots \partial_n)\mu_g$ und
% $\mu_g=\pm (\partial_1\ldots \partial_n h)\diff^n x$ nach \ref{dFfAxx}.
% \end{Bemerkungl}


\section{Weiteres  zur Spektraltheorie}

\subsection{Der Spektralsatz f"ur unbeschr"ankte Operatoren}

\begin{Satz}[\textbf{Spektralsatz f"ur unbeschr"ankte Operatoren}]
Gegeben ein Hil\-bert\-raum $\mathcal{H}$ erhalten wir eine Bijektion\label{SSSu}
\begin{displaymath}
\begin{array}{ccc}
\left\{ \begin{array}{c}
\text{Auf $\DR$ definierte Teilungen}\\
\text{der Identit"at von $\cal{H}$}
\end{array} \right\} &
\overset{\sim}{\rightarrow} & 
\left\{
\begin{array}{c}
\text{Unbeschr"ankte selbstadjungierte}\\
\text{Operatoren auf } \mathcal{H}
\end{array} \right\}\\[5mm]
\Phi & \mapsto & (\cal{D},T) 
\end{array}
\end{displaymath}
 mit $
\cal{D}=\{v\in\cal{H}
\mid \int  x^2\langle\Phi\langle x\rangle v,v\rangle<\infty\}$
 und $ T$ charakterisiert durch $\langle Tv,w\rangle=
\int  x\langle\Phi\langle x\rangle v,w\rangle \;\forall w\in \cal{H}$.
\end{Satz}
\begin{Bemerkung}
Ich werde nur zeigen, da"s die im Satz erkl"arte Abbildungsvorschrift 
in der Tat einen unbeschr"ankten selbstadjungierten Operator liefert.
\end{Bemerkung}
\begin{Bemerkung}
Nach \eref{DbV}{AN3} besteht $\cal{D}$ gerade aus allen im Sinne von
\eref{BKZV}{AN3} differenzierbaren Vektoren aus der zu unserer
Teilung der Identit"at geh"origen unit"aren Darstellung und
$   T$ ist bis auf den Faktor $\op{i}$ deren infinitesimaler Erzeuger.
\end{Bemerkung}











\subsection{Spektralschrott}

\begin{Ubung}%\label{zydi}
\emph{N"otig?}  
Ist $\cal{H}$ ein Hilbertraum und $T : \cal{H} \ra \cal{H}$ ein Operator, so
  nennen wir ein Element $v \in \cal{H}$ einen {\bf zyklischen
    Vektor},\index{zyklisch!Vektor!in unit"arer Darstellung} 
 wenn die $T^n v$ mit $n \in
  \Bbb{N}$ dicht liegen in $\cal{H}$.
Man zeige: Ist in einer unit"aren Darstellung von $\DR$ jeder Vektor 
differenzierbar, so sind die zyklischen Vektoren unserer Darstellung
genau die zyklischen Vektoren ihres infinitesimalen Erzeugers.
\end{Ubung}




\begin{Beispiel}\emph{Wird Teil vom Beweis!}
Ist $\mu$ ein kompakt getragenes Borelma"s auf $\Bbb{R}$ und $T = (x\cdot)$ auf
$\op{L}^2 (\Bbb{R};\mu)$, so ist $f(T)$ die Multiplikation mit $f$.
In der Tat ist f"ur $v \in \op{L}^2 (\Bbb{R};\mu)$ 
die kanonische Einbettung schlicht die
Einbettung $\varphi = (h\cdot) : \op{L}^2 (\Bbb{R};|h^2| \mu) 
\hookrightarrow \op{L}^2 (\Bbb{R};\mu)$
und das Bild von $f$ darunter ist eben $f\cdot h$.
Ist insbesondere $g:\sigma (T) \rightarrow \Bbb{C}$ 
auch me"sbar und beschr"ankt,
so gilt $(g \cdot f) (T) = g (T) \circ f(T)$.
\end{Beispiel}










\begin{Lemma}\label{TWRR}
Gegeben ein teilraumwertiges Ma"s $\Phi$ in einem Hilbertraum $\mathcal{H}$ ist f"ur alle $v,w \in \mathcal{H}$ die Zuordnung $M \mapsto \langle v, \Phi (M) w\rangle$ ein komplexes Ma"s $\langle v, \Phi, w\rangle$ mit durch $\| v\| \cdot \| w\|$ beschr"ankter Variation.
\end{Lemma}
\begin{proof}
Ist $M \bigcup_{\nu \in N} M_\nu$ eine disjunkte abz"ahlbare Zerlegung, so gilt
\begin{equation*}
\Phi (M) w = \sum_{\nu \in N} \Phi (M_\nu) w
\end{equation*}
In der Tat ist die rechte Seite hier summierbar nach \eref{SBHR}{AN3} und geh"ort zu
$\Phi (M)$ und die Differenz der rechten Seite mit $w$ steht senkrecht auf allen
$\Phi (M_\nu)$ und folglich auf $\Phi (M)$.
Es folgt
\begin{equation*}
\langle v, \Phi (M) w\rangle = \sum_{\nu \in N} 
\langle v, \Phi (M_\nu) w \rangle
\end{equation*}
und f"ur die Summe der Betr"age mit \eref{SBHR}{AN3} und Cauchy-Schwartz
\begin{displaymath}
\begin{array}{c}
\sum_{\nu \in N} |\langle v, \Phi (M_\nu) w\rangle | \leq \sum_{n\in N}
\| \Phi (M_\nu) v \| \cdot \| \Phi (M_\nu) w\| \\[2ex]
\leq \sqrt{\sum \|\Phi (M_\nu) v \|^2} \cdot \sqrt{\sum \| \Phi (M_\nu) w \|^2}
\leq \| v\| \cdot \| w\|
\end{array}
\end{displaymath}
\end{proof}

\begin{Proposition}[\textbf{Funktorialit"at der kanonischen 
Einbettungen}]\emph{N"otig?}
Gegeben eine stetige lineare Abbildung von Hilbertr"aumen 
$A :\mathcal{H} \rightarrow \mathcal{H}'$ und 
selbstadjungierte Operatoren $T \in \mathcal{B}(\mathcal{H})$,
$T' \in \mathcal{B} (\mathcal{H}')$ mit $AT = T'A$ und $v \in \mathcal{H}$ ein
Vektor und  $v'=Av$ sein Bild gilt f"ur die zugeh"origen Spektralma"se
 $\mu' \leq \|A\|^2 \mu$ und wir erhalten
mit der Restriktion als linker Vertikale 
und den kanonischen Einbettungen in den Horizontalen ein kommutatives Diagramm
\begin{displaymath}
\xymatrix{
\op{L}^2 (\Bbb{R};\mu) \ar[d]\ar@{^(->}[r] &\mathcal{H}\ar[d]^{A}\\
\op{L}^2 (\Bbb{R};\mu') \ar@{^(->}[r]& \mathcal{H}'
}
\end{displaymath}
\end{Proposition}
\begin{proof}
F"ur $f \in \mathcal{C}_c (\Bbb{R}) $ nichtnegativ haben wir
 $\left(\sqrt{f}(T')\right)A = A \left(\sqrt{f}(T)\right)$ nach  \eref{kSO}{AN3}
und dann
\begin{equation*}
\int f \mu' = \| \sqrt{f} (T') v'\|^2 
\leq \| A \|^2 \|\sqrt{f} (T) v\|^2 = \|A\|^2 \int f \mu
\end{equation*}
Mit dem Riesz'schen Darstellungssatz folgt daraus $\mu' \leq \|A\|^2 \mu$,
so da"s die Restriktion  in der Tat eine stetige Abbildung zwischen den 
betroffenen $\op{L}^2$-R"aumen definiert. Wieder nach \eref{kSO}{AN3} kommutiert unser
Diagramm, 
wenn wir die
$\op{L}^2$-R"aume links durch $\mathcal{C}_c (\Bbb{R})$ 
ersetzen. Die Proposition folgt, da
$\mathcal{C}_c (\Bbb{R})$ dicht liegt in $\op{L}^2 (\Bbb{R};\mu)$.
\end{proof}

\subsection{Sp"ater: Integrale nach teilraumwertigen Inhalten}

\begin{Definition}
Sei $(X,\cal{M})$ eine Menge mit einer 
Mengenalgebra $\cal{M}\subset\cal{P}(X)$ und $\cal{H}$ ein Hilbertraum.
Ein  auf $X$ definierter
{\bf $\cal{H}$-teilraumwertiger Inhalt}\index{Inhalt!teilraumwertig}
 ist eine Abbildung,
die jedem $M\in\cal{M}$ einen abgeschlossenen Teilraum 
$\Phi (M)\subset \cal{H}$ zuordnet derart, da"s gilt:
\begin{enumerate}
\item
F"ur je zwei disjunkte  Mengen $M, M'$ aus $\cal{M}$ sind die zugeh"origen
Teilr"aume orthogonal, in Formeln
$\Phi (M) \perp \Phi (M');$ 
\item
F"ur jede endliche Familie $(M_\nu)_{\nu\in N}$ von paarweise
disjunkten  Mengen aus $\cal{M}$ mit Vereinigung $M$ ist das Erzeugnis der
$\Phi (M_\nu)$ gerade $\Phi (M)$.
\end{enumerate}
Aus der zweiten Bedingung folgt "uber den Fall $N=\emptyset$ 
insbesondere $\Phi (\emptyset)=0$. 
Die orthogonale Projektion auf $\Phi (M)$ notieren wir
kurzerhand auch $\Phi (M)$
und sprechen gleichbedeutend auch von einem
{\bf projektorwertigen Inhalt}\index{Inhalt!projektorwertiger} 
$$\Phi:\cal{M}\ra\cal{B}(\cal{H})$$
Ist $(X,\cal{M})$ sogar ein Me"sraum, so nennen verstehen wir unter 
einem {\bf $\cal{H}$-teilraumwertigen Ma"s}\index{Ma"s!teilraumwertiges}
oder gleichbedeutend einem
{\bf projektorwertigen Ma"s}\index{Ma"s!projektorwertiges}
einen Inhalt derart, da"s st"arker gilt
\begin{enumerate}
\item[2'.]
F"ur jede abz"ahlbare Familie $(M_\nu)_{\nu\in N}$ von 
me"sbaren Mengen mit Vereinigung $M$ ist das Erzeugnis der
$\Phi (M_\nu)$ ein dichter Teilraum von $\Phi (M)$.
\end{enumerate}
Ein teilraumwertiges Ma"s mit der zus"atzlichen Eigenschaft $\Phi(X)=\cal{H}$
nennen wir eine \defind{Teilung der Identit"at} {\bf von} $\cal{H}$.
\end{Definition}


\subsection{Unit"are Darstellungen von Geradengruppen}

\begin{Lemma}\label{psM}
Gegeben eine abz"ahlbare Familie $(\mu_i)_{i \in N} $ 
von paarweise singul"aren Ma"sen auf einem 
Me"sraum $X$ gibt es eine Familie $(X_i)_{i \in N}$ von
paarweise disjunkten me"sbaren Teilmengen 
mit $\mu_i (X\backslash X_i)=0$ f"ur alle $i \in N$.
\end{Lemma}
\begin{Bemerkung}
  Anschaulich gesprochen k"onnte man als sagen,
jedes Ma"s $\mu_i$ \glqq lebt nur auf $X_i$\grqq.
\end{Bemerkung}
\begin{proof}
Nach Annahme gibt es f"ur jedes Paar $(i,j)$ mit $i \neq j$ eine Zerlegung
$X = X^j_i \coprod X^i_j$ in me"sbare Teilmengen mit
$\mu_i (X^i_j) =0=\mu_j (X^j_i)$.
Es folgt $\mu_i (\bigcup_{j\neq i} X^i_j) =0$ und wir versuchen unser Gl"uck
mit
\begin{equation*}
X_i \;=\; X \backslash \bigcup_{j\neq i} X^i_j\; =\; \bigcap_{j\neq i} X^j_i
\end{equation*}
In der Tat sind diese Mengen wegen $X_i^j \cap X^i_j =\emptyset$ paarweise
disjunkt.
\end{proof}
\begin{proof}[Beweis von \eref{UDzy}{AN3}]
Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit sei $ v \in \mathcal{H}$ 
ein zyklischer Vektor
unserer Darstellung.
Nach \ref{??} finden wir in $\mathcal{H}$ eine abz"ahlbare 
Familie von paarweise
orthogonalen Unterdarstellungen $(\mathcal{H}_r)_{r \in N}$ die jeweils ganz
aus differenzierbaren Vektoren bestehen und deren 
Summe dicht ist in $\mathcal{H}$.
Sei $ v_r \in \mathcal{H}_r$ das Bild von unserem vorgegebenen zyklischen
Vektor $ v \in \mathcal{H}$ unter der orthogonalen Projektion und $T_r
\in \mathcal{B} (\mathcal{H}_r)$ der selbstadjungierte Operator,
f"ur den $\op{i} T_r$ der infinitesimale Erzeuger der 
Operation auf $\mathcal{H}_r$ ist.
Sei weiter $\mu_r$ das Spektralma"s von $ v_r$ f"ur $T_r$. Wir zeigen
zun"achst, da"s diese Ma"se $\mu_r$ paarweise singul"ar sind. 
Dazu gehen wir aus vom Diagramm nach \ref{Ata} mit 
kanonischen Einbettungen und Restriktionen
\begin{displaymath}
\begin{array}{ccc}
\op{L}^2 (\Bbb{R}; \mu_r)& \overset{\sim}{\rightarrow} 
&\mathcal{H}_r \\
\uparrow & & \uparrow \\
\op{L}^2(\Bbb{R};\mu_{rs})&\overset{\sim}{\rightarrow } &
\mathcal{H}_r+\mathcal{H}_s
\\
\downarrow & & \downarrow \\
\op{L}^2(\Bbb{R}; \mu_s) &\overset{\sim}{\rightarrow} 
& \mathcal{H}_s 
\end{array}
\end{displaymath}
Die kanonische Einbettungen sind hier alle Isomorphismen, da wir von einem
zyklischen Vektor $v \in \mathcal{H}$ ausgegangen waren.
Die Zerlegung $v_r + v_s$ entspricht nun in $\op{L}^2(\Bbb{R}; \mu_{rs})$ 
einer Zerlegung $1 = f_r + f_s$, und w"ahlen wir geeignete me"sbare 
Repr"asentanten, so gilt das punktweise auf ganz $\Bbb{R}$. Da $f_r$ in $\op{L}^2
(\Bbb{R}; \mu_s)$ die Null liefert, verschwindet $\mu_s$ auf der 
Menge $B_r$ der Nichtnullstellen von
$f_r$ und ebenso verschwindet $\mu_r$ auf der Menge $B_s$ der 
Nichtnullstellen von
$f_s$.
Wir haben also $\Bbb{R} = B_r \cap B_s$ mit 
$\mu_r (B_s) = 0 = \mu_s (B_r)$ und unsere Ma"se 
sind in der Tat zueinander singul"ar.
Jetzt betrachten wir das Ma"s $\mu = \sum \mu_r$. Es ist endlich, da gilt
$\mu_r (\Bbb{R}) = \| v_r\|^2 $ und $\sum \| v_r\|^2 = \|v\|^2 < \infty$.
W"ahlen wir me"sbare $X_r \subset \Bbb{R}$ wie in \ref{psM}, so wird die
Abbildung
\begin{equation*}
\bigoplus_{r \in N} \op{L}^2 (X_r; \mu_r) \rightarrow 
\bigoplus_{r \in N} \mathcal{H}_r
\end{equation*}
eine unit"are Einbettung von Pr"ahilbertr"aumen, unter der $(e^{itx}.)$ gerade
$\rho (t)$ entspricht und unter der $[X_r]$ nach $v_r$ geht.
Durch stetige Fortsetzung erhalten wir dann eine unit"are Einbettung
\begin{equation*}
\varphi : \op{L}^2 (\Bbb{R}; \mu) \hra \mathcal{H}
\end{equation*}
mit den gew"unschten Eigenschaften. Das zeigt die Existenz.
\end{proof}













%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "XXUFA"
%%% End: 
