










\section{Funktionen auf topologischen R"aumen}
\subsection{Stetige Funktionen auf normalen R"aumen}
\begin{Definition}
Ein topologischer Raum  hei\ss t {\bf normal}\index{normal!topologischer Raum}, 
 wenn sich je zwei disjunkte abgeschlossene Teilmengen 
unseres Raums
zu disjunkten
offenen Teilmengen vergr"o"sern lassen.
\end{Definition}
\begin{Bemerkunge}
  In der Literatur ist es "ublich, von normalen R"aumen zus"atzlich
  die Hausdorff-Eigenschaft zu fordern und unsere normalen R"aume
  \glqq $\op{T}_{4}$-R"aume\grqq\ zu nennen.
   Die Bezeichnung $\op{T}_{4}$ steht f"ur
das {\bf vierte Trennungsaxiom}. 
Das Trennungsaxiom $\op{T}_{2}$ ist synonym zu Hausdorff.
Die Trennungsaxiome 
$\op{T}_{0}$, $\op{T}_{1}$ und $\op{T}_{3}$ spielen f"ur uns keine Rolle.
\end{Bemerkunge}
\begin{Beispiel}\label{KHN}
Nach "Ubung \ref{FS}  ist jeder
kompakte Hausdorffraum normal.  
\end{Beispiel}
\begin{Lemma}
Jeder metrische Raum ist normal.
\end{Lemma}
\begin{proof}
Sei $(X,d)$ unser metrischer Raum. 
Gegeben eine nichtleere Teilmenge  $M\subset X$  betrachten wir die Funktion 
$d_M:X\ra\DR$ gegeben durch 
 $d_M(x)\pdef\op{inf}\{d(y,x)\mid y\in M\}$.
Wie Sie in  \eref{dA}{AN1} zeigen durften, ist 
sie stetig mit Nullstellenmenge $d_M^{-1}(0)=\bar M$.
Gegeben
$Y, Z \As X$ disjunkte abgeschlossene nichtleere Teilmengen
sind nun sicher $U\pdef\{x\in X\mid  d_Y(x)< d_Z(x)\}$ und
$V\pdef\{x\in X\mid  d_Y(x)> d_Z(x)\}$ disjunkte offene 
Teilmengen mit $U\supset Y$ und $V\supset Z$.
\end{proof}




\begin{Satz}[\defind{Tietze's Erweiterungslemma}]
Jede stetige Abbildung von einer abgeschlossenen\label{TELe} %{TEL}  
Teilmenge eines normalen Raums in ein nichtleeres reelles 
Intervall l"a"st sich fortsetzen zu einer stetigen Abbildung des
ganzen Raums in besagtes Intervall.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Wir behandeln zun"achst als  Spezialfall
das sogenannte \glqq Lemma von Urysohn\grqq\ und  im Anschlu"s den Fall der
Intervalle $[0,1]$ und $[0,1).$ Der allgemeine Fall
bleibt von da an dem Leser "uberlassen.  
\end{Bemerkungl}


\begin{Lemma}[\textbf{von Urysohn}]
Gegeben ein normaler Raum  $X$ und disjunkte abgeschlossene Teilmengen
 $A,B
\As
X$\label{Ur}\index{Urysohn's Lemma}  gibt es eine stetige Funktion $f: X\ra [0,1]$ mit
$f|_{A} = 0$ und $f|_{B}= 1.$
\end{Lemma}

  \begin{Beispiel}
    Im Fall eines metrischen Raums ist das leicht zu sehen: 
Wir d"urfen ohne Beschr"ankung annehmen, da"s weder $A$ noch $B$ leer sind. Die Abbildung
    $$\begin{array}{rccl}
      g:& X &\ra & \DR^{2}\\
      &x &\mapsto & (d_A(x), d_B(x))
\end{array}$$
ist in diesem Fall  stetig mit Werten im ersten Quadranten ohne
Ursprung, in Formeln mit Werten in $Q=(\DR_{\geq 0})^2 \backslash(0,0).$ Ist
nun $h: Q \ra [0,1]$ eine stetige Abbildung derart, 
da"s $h$ auf der Achse $\DR_{> 0}\times 0$
konstant Eins ist und auf der Achse $0\times \DR_{> 0}$ konstant Null, so ist
die Abbildung $f = h \circ g : X \ra [0,1]$ stetig mit $f|_A = 0$ und $f|_B=
1.$
\end{Beispiel}

\begin{proof}[Beweis]
Wir beginnen mit einer Vor"uberlegung.
Ist $X$ normal und sind Teilmengen $C\subset U\subset X$
gegeben mit $C\As X$ und $U\co X,$
so gibt es eine offene Menge $W \co X$ mit
$$C\subset W\subset\overline{W}\subset U$$ Um das einzusehen
nehme man disjunkte offene Umgebungen $W$ von $C$
und $D$ von $X\backslash U,$ dann gilt n\"{a}mlich $C\subset W\subset \overline{W}
\subset
X\backslash D \subset U$. Das war unsere Vor\"{u}berlegung. 
Wir finden danach
$U(0)\co X$ mit
$$A\subset U(0)\subset \overline{U(0)}\;\;\subset\;\; X\backslash B$$
Wir finden danach weiter $U({1/2}) \co   X$ mit
$$\overline{U(0)}\subset U({1/2}) \subset \overline{U({1/2})}
\subset X\backslash B$$ Indem wir so weitermachen finden wir induktiv f\"{u}r
alle $r \in [0,1)$ der Form $r=k/2^{n}$ mit $k\in \DN$
eine offene Menge $U(r)\subset X\backslash B$ derart, da\ss\
gilt $r < r^{\prime} \Rightarrow \overline{U(r)} \subset U(r^{\prime}).$
Schlie"slich setzen wir noch $U(1) = X$ und erkl"aren $f:X\ra [0,1]$ durch
$$
f(x) \pdef\inf \{r \in [0,1]\mid x \in U (r) \}
$$
Sicher gilt $f|_{A} = 0,$ $f|_{B}= 1.$
Wir m\"{u}ssen nur noch zeigen, da"s $f$ stetig ist.
F\"{u}r $0<t<1$ finden wir schon mal
$$\begin{array}{ccll}
f^{-1}([0,t))&=& \bigcup_{r<t}U(r) & \co   X\\[2mm]
f^{-1}((t,1])&=& \bigcup_{r>t} X\backslash U(r) & \\
 &=&\bigcup_{s>t} X\backslash \overline{U(s)}& \co   X
 \end{array}$$
Da aber die Intervalle
$[0,t)$ und $(t,1]$ die metrische Topologie auf $[0,1]$ erzeugen, ist
$f$ damit nach \ref{EZT} stetig.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
  Im folgenden Beweis verwenden wir, da"s die Summe von zwei stetigen
  reellwertigen Funktionen auf einem topologischen Raum wieder stetig ist.
  Das folgt zum Beispiel
  aus der universellen Eigenschaft der Produkttopologie  \ref{PrTo}
zusammen mit der Stetigkeit der Addition $\DR^2\ra\DR$. 
\end{Bemerkungl}


\begin{proof}[Beweis des Erweiterungslemmas \ref{TELe}]
Jetzt zeigen wir das Erweiterungslemma f"ur das Intervall $[0,1].$
Sei wieder $X$ unser Raum und $Y\As X$ eine abgeschlossene Teilmenge und
$f:Y\ra [0,1]$ eine stetige Abbildung. Wir suchen $F:X\ra [0,1]$
stetig mit $F|_Y=f.$
Nach Urysohn finden wir $F_{0} : X \ra [0,1/3]$ stetig mit
$f(x) \leq 1/3 \Rightarrow F_{0} (x) = 0$ und $f(x) \geq 2/3
\Rightarrow F_{0}(x) =1/3$ f\"{u}r alle $x \in Y.$
Es folgt $$F_{0}(x) \leq f(x) \leq 2/3 + F_{0}(x)$$ f\"{u}r alle $x\in
Y.$
Nun nehmen wir die Funktion $f_{1} \pdef f - F_{0} : Y \ra
[0,2/3]$ und finden ebenso $F_{1} : X \ra [0, (1/3)(2/3)]$ mit $F_{1} (x)
\leq f_{1} (x) \leq (2/3)^{2}+F_{1} (x) \; \forall x \in Y$
und mithin $$F_{0}(x) +F_{1}(x) \leq f(x) \leq (2/3)^{2} +F_{0} (x)
+F_{1}(x) $$ f\"{u}r alle $ x \in Y.$
Wir machen immer so weiter und konstruieren schlie"slich
$F$ als Summe der gleichm\"{a}"sig konvergenten Reihe $$F = F_{0} +
F_{1} + F_{2} + \ldots$$ Sie strebt gegen eine stetige Funktion 
wegen \eref{GKom}{AN1}.
Jetzt zeigen wir das Erweiterungslemma noch f"ur das Intervall $[0,1).$ 
Wir benutzen dieselben Notationen wie eben und finden nach
dem vorhergehenden jedenfalls eine
stetige Erweiterung von $f$ zu einer stetigen Abbildung
 $F:X\ra [0,1].$ Dann ist nat"urlich $F^{-1}(1)$ abgeschlossen in $X$ und
disjunkt zu $Y.$ Wir finden also $G:X\ra [0,1]$ stetig mit
$G|_Y=1$ und $G|_{F^{-1}(1)}=0$ und  $H=\op{inf}(F,G)$ ist  unsere
gesuchte stetige Erweiterung von $f.$ Den Rest des Beweises  k"onnen
wir  getrost 
dem Leser "uberlassen.
\end{proof}
%\begin{Ubung}\label{GKo} IDENTISCH ZU \label{GKom}
%Ein gleichm\"{a}"siger Grenzwert einer Folge
%stetiger Abbildungen von einem topologischen Raum in einen metrischen Raum
%ist stetig.
%\end{Ubung}


\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
Gegeben ein lokal kompakter Hausdorffraum l"a"st sich jede 
auf einer kompakten Teilmenge definierte stetige
reellwertige Funktion stetig auf den ganzen Raum fortsetzen,
und das sogar zu einer\label{FSKo} 
Funktion mit kompaktem Tr"ager.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{FoOo}
Jede offene Teilmenge 
eines lokal kompakten abz"ahlbar basierten Haus\-dorff-Raums $X$ 
l"a"st sich darstellen als 
abz"ahlbare Vereinigung von Mengen der Gestalt
$\{x\mid f(x)>0\}$ f"ur $f:X\ra[0,\infty)$ stetig mit kompaktem
Tr"ager.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}
  Jede abgeschlossene Teilmenge eines lokal kompakten Raums ist
lokal kompakt. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{HDLOK} 
 Ein topologischer  Raum ist genau dann Hausdorff und
lokal kompakt, wenn seine \hyperref[EPKo]{Ein-Punkt-Kompaktifizierung} 
Hausdorff und kompakt ist. 
\end{Ubung}



\subsection{Filter und Satz von Tychonoff}

\label{FIUFg}
\begin{Definition}
Sei $X$ eine Menge.
Ein System von Teilmengen ${\cal F} \subset
{\cal P} (X)$ hei"st ein {\bf Filter auf $X$}\index{Filter}, wenn 
es stabil ist unter endlichen Schnitten und dem Bilden von
Obermengen,  
in Formeln\label{FIUF}
\begin{enumerate}
\item  $(A, B \in {\cal F} \Rightarrow A \cap B \in {\cal F})$ 
und $X\in {\cal F}$;
\item $(A \in {\cal F}$ und  $B \supset A) \Rightarrow B \in {\cal F}$.
\end{enumerate}
Unter einem {\bf echten Filter}\index{Filter!echter} verstehen wir einen
Filter, der nicht die ganze Potenzmenge ist. 
Gleichbedeutend ist die Forderung 
$\emptyset\not\in\mathcal F$. In vielen Quellen 
wird ein Filter abweichend 
definiert als das, was wir hier einen echten Filter nennen. 
\end{Definition}

\begin{Bemerkunge}[\textbf{Filter und Ideale}] 
Unter der Bijektion ${\cal P} (X)\sira \op{Ens}(X,\mathbb F_2)$,
die jeder Teilmenge die charakteristische Funktion ihres Komplements
zuordnet, entsprechen
die Filter eineindeutig den Idealen des 
Funktionenrings.
\end{Bemerkunge}



\begin{Beispiele}
Ist $X$ eine Menge und $x\in X$ ein Punkt, so ist das System aller
Teilmengen von $X$, die den Punkt $x$ enthalten, ein Filter.
Ist $x_{0},x_{1}, \ldots$ eine Folge in $X$, so ist das System
derjenigen Teilmengen von $X$, die fast alle Folgenglieder enthalten, ein
Filter.
Ist $Y\subset X$ eine unendliche Teilmenge von $X$, so ist das System
derjenigen Teilmengen von $X$, die fast alle Elemente von $Y$ enthalten, ein
Filter.
Ist $X$ ein topologischer Raum und $x \in X$ ein Punkt, so bilden alle
Umgebungen von $x$ einen Filter, den 
{\bf Umgebungsfilter ${\cal U}_{x}$
von $x$}.\index{Umgebungsfilter} 
 Das leere Mengensystem ist  kein Filter.
\end{Beispiele}

\begin{Definition}
Seien $X$ ein topologischer Raum, ${\cal F} \subset {\cal P} (X)$ ein Filter
und $x \in X$ ein Punkt.\label{KoFi} 
Wir sagen, der {\bf Filter ${\cal F}$ konvergiert gegen den Punkt $x$},
wenn
jede Umgebung von $x$ zum Filter ${\cal F}$ geh\"{o}rt, in Formeln ${\cal
U}_{x}
\subset
{\cal F}$.
Wir sagen, der 
{\bf Filter ${\cal F}$ konvergiert},\index{Konvergenz!von Filtern}
 wenn es
einen
Punkt
$x\in X$ gibt derart, da"s ${\cal F}$ gegen $x$ konvergiert.
\end{Definition}




\begin{Definition}
  Ein Filter ${\cal F}$ auf einer Menge $X$ hei"st ein \defind{Ultrafilter}, 
 wenn er ein echter Filter ist und wenn f\"{u}r
  jede Teilmenge $A \subset X$ entweder $A$ selbst oder ihr Komplement $X
  \backslash A$ zu ${\cal F}$ geh\"{o}rt.
\end{Definition}
\begin{Beispiel}
  Ist $X$ eine Menge und $x\in X$ ein Punkt, so ist das System aller Teilmengen
  von $X,$ die $x$ enthalten, ein Ultrafilter.
\end{Beispiel}

\begin{Lemma}
  Die Ultrafilter auf einer Menge sind genau die maximalen Elemente der
  Menge der 
echten Filter und
jeder echte Filter l\"{a}"st sich vergr\"{o}"sern zu einem Ultrafilter.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Ein Ultrafilter ist offensichtlich maximal in der Menge aller echten Filter. Ist umgekehrt 
${\cal F}$ ein echter Filter aber kein 
Ultrafilter, so gibt es $B \subset X$ mit $B \not\in {\cal F}$ und
$X \backslash B \not\in {\cal F}$.
Wir behaupten, da"s entweder gilt $B \cap F \neq \emptyset \;
\forall F \in {\cal F}$ oder $(X\backslash B) \cap F \neq \emptyset \;
\forall F \in {\cal F}$.
Sonst g\"{a}be es n\"{a}mlich $F, G \in {\cal F}$ mit $B \cap F =
\emptyset$ und $(X\backslash B) \cap G = \emptyset$  
und damit $F \cap G = \emptyset$
im Widerspruch zur Annahme, da"s ${\cal F}$ ein echter Filter ist.
Sei also ohne Beschr\"{a}nkung der Allgemeinheit $B \cap F \neq
\emptyset \; \forall F \in {\cal F}$. Dann bilden alle Obermengen zu
solchen Schnitten selbst einen echten 
Filter $\tilde{{\cal F}} \supset {\cal F}$ mit
$B \in \tilde{{\cal F}}$ und ${\cal F}$ war nicht maximal
in der Menge der echten Filter.
Die zweite Aussage folgt aus der ersten mit dem Zorn'schen Lemma
\eref{ZLl}{LA1}. Es gilt nur zu beachten, da"s eine aufsteigende Vereinigung von Filtern wieder ein Filter ist und   eine aufsteigende Vereinigung von echten Filtern wieder ein echter Filter, da die Vereinigung ja  nicht $\emptyset$  enthalten kann, wenn keine der vereinigten Filter $\emptyset$ enth"alt.  
\end{proof}
\begin{Bemerkunge}
  Unter der Bijektion ${\cal P} (X)\sira \op{Ens}(X,\mathbb F_2)$,
die jeder Teilmenge die charakteristische Funktion ihres Komplements
zuordnet, entsprechen  die Ultrafilter eineindeutig den maximalen Idealen,
die ja auch als maximale echte Ideale definiert sind.
\end{Bemerkunge}


\begin{Lemma}\label{KUF}
Ein topologischer Raum  ist kompakt genau dann, 
wenn jeder Ultrafilter in besagtem Raum konvergiert.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis] $\Rightarrow).$
Sei $X$ kompakt.
Ist ${\cal F} \subset {\cal P} (X)$ ein echter Filter, so hat 
die Familie $({F})_{F \in {\cal F}}$ und dann erst recht
die Familie $(\bar{F})_{F \in {\cal F}}$ nichtleere endliche
Schnitte. 
Mit \"{U}bung \ref{ESA} folgt $\bigcap_{F\in {\cal F}}
\bar{F} \neq \emptyset.$
W\"{a}hlen wir $x$ aus diesem Schnitt und $U$ eine Umgebung
von $x,$ so gilt $U \cap F \neq \emptyset$ f\"{u}r alle $F \in {\cal F}.$
Aus $U \cap (X \backslash U)=\emptyset$ folgt dann  $(X\backslash U)\not\in {\cal F},$ und wenn
${\cal F}$
sogar ein Ultrafilter ist folgt weiter $U\in {\cal F}.$
Also konvergiert dann ${\cal F}$ gegen $x.$
\\[2mm]\noindent
$\Leftarrow).$ 
Ist $X$ nicht kompakt, so finden wir wieder nach \"{U}bung
\ref{ESA}
eine Familie $(A_{i})_{i\in I}$ abgeschlossener Teilmengen mit nichtleeren
endlichen Schnitten, f\"{u}r die gilt  $\bigcap_{i\in I} A_{i}= \emptyset.$
Alle Mengen, die einen Schnitt von endlich vielen unserer $A_i$ umfassen,
bilden einen echten Filter. Folglich gibt es auch einen Ultrafilter,
der
alle $A_{i}$ enth\"{a}lt.
Nun besitzt aber jeder Punkt von $x$ eine Umgebung, die eines der
$A_{i}$ nicht trifft und die also nicht in unserem Ultrafilter liegt.
Daher kann unser Ultrafilter gegen keinen Punkt $x\in X$ konvergieren.
\end{proof}
\begin{Satz}[\textbf{Tychonoff}]
Das Produkt "uber eine\label{ST}\index{Tychonoff} 
beliebige Familie von
kompakten R\"{a}umen ist kompakt.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Den einfacheren 
Fall einer abz"ahlbaren Familie kompakter metrischer R"aume
sollten Sie bereits als "Ubung \ref{pkmR} erledigt haben. Es scheint,
da"s man das Auswahlaxiom hier nur in seiner vollen St"arke braucht, wenn
die beteiligten R"aume nicht Hausdorff sind, um im letzten Schritt
des folgenden Beweises eine Familie von $y_i$ auszuw"ahlen.
F"ur die anderen Argumente
reicht schon das  schw"achere \glqq Ultrafilterlemma\grqq.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Seien  $(Y_{i})_{i\in I}$
unsere Familie von kompakten R"aumen und  ${\cal F}$ ein
Ultrafilter im Produktraum. F\"{u}r jedes $i \in I$ betrachten
wir in $Y_{i}$ den Ultrafilter
$${\cal F}_{i} \pdef \{F \subset Y_{i}\mid F\times \prod_{j\neq i} Y_{j} \in {\cal
F}\}$$
Da die $Y_{i}$ kompakt sind, gibt es $y_{i} \in Y_{i}$ derart, da"s
${\cal F}_{i}$ gegen $y_{i}$ konvergiert.
Dann konvergiert aber offensichtlich ${\cal F}$ gegen $y\pdef (y_{i})_{i\in I}.$
\end{proof}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Ein folgenkompakter aber nicht
kompakter Raum}]
Wir k"onnen nun auch ein Beispiel f"ur einen folgenkompakten aber nicht
"uberdeckungskompakten Hausdorffraum angeben: Der Raum $\op{Ens}(\DR,[0,1])$
aller Abbildungen $\DR\ra [0,1]$, 
aufgefa"st als Produkt von Kopien des kompakten Intervalls $[0,1],$ 
ist kompakt nach dem Satz von Tychonoff. Die borelme"sbaren Funktionen bilden
darin eine folgenabgeschlossene, aber nicht abgeschlossene Teilmenge,
wie wir bereits in \ref{FANA} gesehen haben.\label{GFKl}  
Folglich bilden die borelme"sbaren Funktionen mit der induzierten Topologie
auch einen folgenkompakten aber nach \ref{KAb} 
nicht kompakten topologischen Hausdorffraum.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkunge}
  Gegeben eine Boole'sche Algebra $B$ im Sinne von \eref{Boole}{GR}
  betrachten wir die Menge aller Homomorphismen
  $\op{Boole}(B,\{0,1\})$ in die zweielementige Boole'sche Algebra.
  Als Teilmenge von $\op{Ens}(B,\{0,1\})=\{0,1\}^B$ mit seiner Produkttopologie
  ist $\op{Boole}(B,\{0,1\})$ offensichtlich abgeschlossen und wird so
  ein kompakter Hausdorffraum. Er hei"st der {\bf Stone-Raum}\index{Stone-Raum}
  unserer Boole'schen Algebra. Der {\bf Satz von Stone}\index{Stone!Satz von}
  besagt, da"s der so konstruierte Funktor
  $$\op{Boole}\ra \op{Top}^{\op{opp}}$$
  volltreu ist und eine "Aquivalenz der Kategorie der Boole'schen Algebren
  mit der Opponierten der Kategorie der
  total unzusammenh"angenden kompakten Hausdorffr"aume induziert.
  Hier meint total unzusammenh"angend, da"s jede offene Teilmenge eine
  Vereinigung von abgeschlossen-offenen Mengen ist,
  also von  Mengen, die sowohl offen als auch abgeschlossen  sind.
  Es scheint, da"s das im Fall kompakter Hausdorffr"aume dazu gleichbedeutend ist,
  da"s nur die einpunktigen Teilmengen zusammenh"angend sind, aber das
  habe ich mir nicht "uberlegt.
  Im "ubrigen hat unser Funktor einen Rechtsadjungierten, der
  jedem topologischen Raum die Boole-Algebra seiner abgeschlossen-offenen Mengen
  zuordnet. Mehr dazu mag man im Buch von Halmos \glqq Boolean Algebras\grqq\  nachlesen. Jede Boole'sche Algebra ist nach \eref{BAV}{GR} ein Verband und kann
  so nach \eref{Ubbv}{AN1} als eine spezielle teilgeordnete Menge
  aufgefa"st werden.
  Eine Boole'sche Algebra hei"st {\bf vollst"andig},\index{vollst"andig!Boole'sche Algebra} wenn in der zugeh"origen
  teilgeordneten Menge jede Teilmenge ein Supremum und gleichbedeuten ein
  Infimum hat. 
  Ich habe bei Wikipedia gelernt, da"s unter obigem Funktor die
  vollst"andigen Boole'schen Algebren den extremal unzusammenh"angenden
  kompakten Hausdorffr"aumen entsprechen, also den kompakten Hausdorffr"aumen,
  in denen der Abschlu"s jeder offenen Menge offen ist. 
\end{Bemerkunge}
\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}
Ist $X$ ein Hausdorffraum und konvergiert ein echter Filter
gegen die Punkte $x$ und $y$ aus $X$, so gilt $x=y$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{DuKr} 
Die Charaktergruppe $\mathfrak X(\Gamma)$ einer diskreten Gruppe
$\Gamma$ ist mit ihrer kompakt-offenen Topologie eine kompakte
topologische Gruppe. Hinweis: Man schreibe sie als abgeschlossene 
Untergruppe eines Produkts von Kreisgruppen. Da"s das eine topologische
Gruppe ist, wissen wir bereits aus \ref{NGru} oder auch 
\eref{NNGru}{AN3}.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Viele Aussagen verallgemeinern sich von metrischen auf beliebige
topologische R\"{a}ume, wenn man \glqq Folgen durch Filter ersetzt\grqq.
Zum Beispiel zeige man, da"s
 eine Abbildung $f: X \ra Y$ von topologischen R\"{a}umen
genau dann stetig ist, wenn sie  \defind{filterstetig} ist, 
als da hei"st, wenn f\"{u}r jeden Filter ${\cal F}$ auf $X$
mit Grenzwert $x \in X$  der \defind{Bildfilter} $f_{\ast}
{\cal F} \pdef\{A \subset Y \mid f^{-1} (A) \in {\cal F}\}$
gegen $f(x)$
konvergiert.
\index{)7ast@$f_*$ Vorschub!von Filter}
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Topologie durch Umgebungsfilter}]
  Sei $X$ eine Menge und sei f"ur jeden Punkt $x\in X$ ein
  Filter $\mathcal U_x$ von $X$ gegeben, das aus Obermengen von\label{FiTio} 
  $\{x\}$ besteht. Genau dann ist unser Datum das Datum der Umgebungsfilter
  einer Topologie auf $X$, wenn es f"ur jedes $x\in X$ und jedes $U\in \mathcal U_x$ ein $V\in \mathcal U_x$ gibt mit $V\subset U$ und $y\in V\RA V\in \mathcal U_y$. 
\end{Ubung}




\subsection{Produkte von Wahrscheinlichkeitsr"aumen*}

\begin{Definition}[\textbf{Produkt von Me"sr"aumen}]
Gegeben eine Familie von Me"sr"aumen $(\Omega_i, \cal{A}_i)_{i\in I}$ erkl"art
man ihr Produkt, indem man die Produktmenge\index{Produkt!von Me"sr"aumen} 
\begin{equation*}
\bigsqcap_{i\in I} \Omega_i 
\end{equation*}
mit der kleinsten 
$\sigma$-Algebra versieht derart, da"s die Projektionsabbildungen auf
die Faktoren $\Omega_i$ alle me"sbar werden.
\end{Definition}




\begin{Ubung}\label{UEPS}
Eine Abbildung von einem Me"sraum in ein Produkt von Me"sr"aumen
ist me"sbar genau dann, wenn alle ihre Komponenten me"sbar sind. 
Hinweis: Man betrachte das Bild der $\sigma$-Algebra der
me"sbaren Mengen aus dem Definitionsbereich unserer Abbildung.
In kategorientheoretischer Terminologie ist unser Produkt von
Me"sr"aumen also in der 
Tat das Produkt in der Kategorie der Me"sr"aume.
\end{Ubung}

\begin{Definition}
  Ein Me"sraum hei"st {\bf
    diskret}\index{diskret!Me"sraum}\index{Me"sraum!diskreter}, wenn seine me"sbaren Teilmengen alle Teilmengen der Grundmenge sind.
Ein Me"sraum hei"st {\bf
  Borel'sch}\index{Borel'sch!Me"sraum}\index{Me"sraum!Borel'scher},
oder ein {\bf Borelraum},\index{Borelraum}\label{BorR} 
wenn er isomorph ist zu einer me"sbaren Teilmenge eines
abz"ahlbaren Produkts endlicher diskreter Me"sr"aume.
\end{Definition}

\begin{Beispiele}
 Die reelle Zahlengerade $\DR$ ist mit ihrer Borel'schen $\sigma$-Algebra 
ein Borel'scher Me"sraum. In der Tat liefert die Dezimalbruchentwicklung
\glqq ohne Neunerperioden\grqq\  eine me"sbare Abbildung
$[0,1)\hra \op{Ens}(\DN,\{0,1,\ldots,9\})$ mit me"sbarem Bild.
Umgekehrt ist auch 
jeder Borel'sche Me"sraum isomorph zu einer me"sbaren Teilmenge der
reellen Zahlengeraden. In der Tat k"onnen wir ihn leicht als
me"sbare Teilmenge von $\op{Ens}(\DN,\{0,1,\ldots,8\})$
realisieren, und die Dezimalbruchentwicklung realisiert das
hinwiederum als me"sbare Teilmenge von $\DR$.
Damit ist  auch 
jeder Borel'sche Me"sraum isomorph zu einer me"sbaren Teilmenge
des Intervalls $[0,1]$.
\end{Beispiele}


%\begin{Bemerkungl}
%Gegeben eine Familie von Me"sr"aumen $(\Omega_i, \cal{A}_i)_{i\in I}$
%verstehen wir unter einem \defind{Teppich}  eine Menge der
%Gestalt $M \times \bigsqcap_{i\in I\backslash E} \Omega_i$ f"ur
%$E \subset I$ endlich und $M \subset \bigsqcap_{i \in E} \Omega_i$ me"sbar.
%Offensichtlich bilden alle Teppiche einen Mengenring, 
%und dieser Mengenring erzeugt  die
%Produkt-$\sigma$-Algebra.
%\end{Bemerkungl}
%\begin{Definition}[\textbf{Produkt von Wahrscheinlichkeitsr"aumen}]
%Gegeben eine Familie $(\Omega_i, \cal{A}_i, \mu_i)$ 
%von Wahrscheinlichkeitsr"aumen
%erkl"art man ihr Produkt,\label{PWR}
%indem man auf dem Produkt der Me"sr"aume das
%Ma"s betrachtet, das jedem Teppich 
%$M \times \bigsqcap_{i\in I\backslash E} \Omega_i$ 
%als Ma"s das Produktma"s von $M \subset
%\bigsqcap_{i \in E} \Omega_i$ zuordnet.
%\end{Definition}

\begin{Bemerkunge}
  Im allgemeinen wei"s ich nicht, wie
  man ein beliebiges Produkt von
  beliebigen Wahrscheinlichkeitsr"aumen wieder
  mit der Struktur eines Wahrscheinlichkeitsraums
  versehen sollte. 
 Man  konstruiert zwar relativ leicht eine Abbildung von den offensichtlichen
  Erzeugern der $\sigma$-Algebra nach $[0,1]$,
  es aber  gelingt mir im allgemeinen nicht, deren 
  $\sigma$-Additivit"at nachzuweisen. Im folgenden zeigen wir,
  wie das im Fall eines Produkts von \hyperref[BorR]{Borelr\"aumen} doch gelingt.
\end{Bemerkunge}

\begin{Lemma}[\textbf{Projektiver Limes von Ma"sr"aumen}]
Sei $T$ eine Indexmenge und sei f"ur jedes 
endliche $I \subset T$ ein endliches Ma"s\label{FJL} 
$\mu_I$ auf $\op{Ens} (I, [0,1])$ gegeben derart, 
da"s f"ur $J\subset I$ und mit der Notation 
$\Phi^J_I : \op{Ens} (I, [0,1]) \rightarrow \op{Ens}(J, [0,1])$
f"ur das Vorschalten der Injektion $J \hookrightarrow I$ stets gilt
\begin{equation*}
 \left( \Phi^J_I\right)_\ast \mu_I = \mu_J
\end{equation*}
So existiert genau ein Borelma"s $\mu$ auf $\op{Ens} (T, [0,1])$ 
mit $\left(\Phi^I_T\right)_\ast
\mu = \mu_I$ f"ur alle endlichen $I \subset T$.
\end{Lemma}
\begin{proof}
 Es ist leicht zu sehen, da"s die Mengen
$\left( \Phi^I_T\right)^{-1} (A)$ f"ur 
$A \subset \op{Ens} (I, [0,1])$ me"sbar und $I \subset T$ 
endlich aber beliebig einen Mengenring
$\mathcal I$ bilden, und da"s es genau eine Abbildung $\mu$ 
von diesem Mengenring $\mathcal I$ nach
$[0,\infty)$ gibt mit $$\mu \left( \left( \Phi^I_T\right)^{-1} (A)\right) = \mu_I (A)$$
wann immer $I \subset T$ endlich ist und $A \subset \op{Ens} (I, [0,1])$
me"sbar.
Ebenso leicht sieht man, da"s diese Abbildung $\mu$ additiv 
ist. Sobald wir die $\sigma$-Additivit"at von
$\mu$ zeigen k"onnen, folgt unser Lemma aus dem 
Ma"sfortsetzungssatz von Caratheodory.
Um die $\sigma$-Additivit"at zu zeigen, argumentieren 
wir wie im Vorfeld der Konstruktion des 
Lebesguema"ses beim Beweis von Lemma \eref{MaII}{AN3}.
Es gilt  zu zeigen, da"s 
f"ur $A = \coprod_{n\in\Bbb{N}} A_{n}$ eine disjunkte Vereinigung 
mit $A, A_{n}\in\cal{I}$ gilt 
$$\mu (A) = \sum_{n\in \Bbb{N}} \mu (A_{n})$$
Offensichtlich gilt schon einmal
$\mu (B \cup C) = \mu (B) + \mu(C) $ f"ur 
$B, C \in\cal{I}$ disjunkt.
Wir setzen nun $B_{n}= A{\setminus} (A_{0}\cup \ldots \cup A_{n}).$
Nat"urlich geh"oren dann auch die $B_{n}$ zu $\mathcal I$, es gilt 
$B_0\supset B_1\supset \ldots$ und
$\bigcap_{n\in\Bbb{N}} B_{n} =
\emptyset,$ und es reicht, wenn wir zeigen
$$\lim_{n\ra \infty} \mu (B_{n})=0$$
Sei $\varepsilon > 0$ beliebig. 
Aufgrund der  Regularit"at von Borel-Ma"sen
auf $[0,1]^r$ nach \eref{RE}{AN3} und dem Satz von Tychonoff \ref{ST} 
 finden wir f"ur jedes $n$ eine
kompakte Menge $C_{n} \subset B_{n}$ aus $\mathcal{I}$  f"ur die gilt
$$\mu (B_{n}{\setminus} C_{n})\leq 2^{-n} \varepsilon$$
Jetzt betrachten wir $D_{n} = C_{0} \cap \ldots \cap C_{n}.$
Auch die $D_{n}$ geh"oren zu $\mathcal{I}$, 
es gilt $D_n\subset C_n\subset B_n,$ und zus"atzlich haben wir 
$D_{0} \supset D_{1}\supset D_{2}\ldots$ Wir zeigen nun  
$\mu (B_{n}{\setminus} D_{n})\leq 2\varepsilon$ f"ur alle $n.$
In der Tat gilt ja
$$B_{n}{\setminus} D_{n} = \bigcup^{n}_{k=0} B_{n} {\setminus}  C_{k} \subset
\bigcup^{n}_{k=0} B_{k} {\setminus}  C_{k}$$ und folglich
$$\mu (B_{n}{\setminus} D_{n})\leq \sum^{n}_{k=0} \mu (B_{k} {\setminus}  C_{k})
\leq \sum^{n}_{k=0} 2^{-k} \varepsilon \leq 2
\varepsilon$$
Nun folgt aber aus $\bigcap_{n\in\Bbb{N}}D_{n} = \emptyset$
und der Kompaktheit der $D_n$ und \eref{Sko}{AN1} schon
$D_{N} = \emptyset$ f"ur ein $N,$ und damit ergibt sich  
$\mu (B_{n}) \leq 2
\varepsilon$ f"ur $n\geq N$.
\end{proof}
\begin{Satz}[\textbf{von Kolmogoroff f"ur projektive Limites von Borelr"aumen}]\index{Kolmogoroff, Existenzsatz von}
  Sei $T$ eine Indexmenge und sei f"ur jedes 
$i\in T$ ein \hyperref[BorR]{Borelraum} $B_i$ gegeben und f"ur jedes
endliche $I \subset T$ ein Wahrscheinlichkeitsma"s
$\mu_I$ auf $\bigsqcap_{i\in I}B_i $ derart, 
da"s f"ur $J\subset I$ und mit der Notation\label{EvKo} 
$\Phi^J_I $
f"ur die Projektion auf den entsprechenden Teil der Faktoren stets gilt
\begin{equation*}
 \left( \Phi^J_I\right)_\ast \mu_I = \mu_J
\end{equation*}
So existiert genau ein Borelma"s $\mu$ auf $\bigsqcap_{i\in T}B_i$ 
mit $\left(\Phi^I_T\right)_\ast
\mu = \mu_I$ f"ur alle endlichen $I \subset T$.
\end{Satz}
\begin{proof}
  Das folgt unmittelbar aus dem vorhergehenden Lemma \ref{FJL}.
\end{proof}




\subsection{Topologische R"aume und Kringalgebren*}\label{TRR}
  \begin{Bemerkungl}
    Unter einer {\bf  $\DC$-Ringalgebra} verstehen wir nach \eref{RAlg}{LA2} einen
    Vektorraum $A$ \"{u}ber $\DC$ mit einer bilinearen Abbildung
$$\begin{array}{ccc}
  A \times A& \ra & A\\
  (a,b)&\mapsto&ab \end{array}$$
derart, da\ss\ das Assoziativgesetz $a(bc)=(ab)c$ gilt und da\ss\ es ein
Element $1_{A}=1\in A$ gibt mit $1a=a1=a \; \forall a \in A$.
Ein {\bf $\DC$-Ringalgebrenhomomorphismus} von einer $\DC$-Ringalgebra $A$ in eine weitere
$\DC$-Ringalgebra  $Z$ ist eine $\DC$-lineare
Abbildung $\varphi:A\ra Z$ derart, da"s gilt $\varphi(1)=1$ und
$\varphi(ab)=\varphi(a)\varphi(b)$
f\"{u}r alle $a,b\in A$. Wir bezeichnen die Menge all
dieser Ringalgebrenhomomorphismen mit $\op{Ralg}_\DC(A,Z)$ oder 
kurz $\op{Ralg}(A,Z)$.\index{Ralg@$\op{Ralg}$!Ringalgebren} Eine
kommutative Ringalgebra nennen wir abk"urzend eine {\bf Kringalgebra}. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Ringalgebra der stetigen Funktionen}]
Jedem topologischen Raum $X$ k\"{o}nnen wir die $\DC$-Kringalgebra
$${\cal{C}}(X)\pdef \{f:X \ra \DC \mid f \mbox{ stetig}\}$$
der stetigen komplexwertigen Funktionen auf $X$ zuordnen.
Wir benutzen im weiteren Verlauf dieses Abschnitts f\"{u}r
den Wert einer Funktion $f\in {\cal{C}}(X)$ an einer Stelle
$x \in X$ die symmetrischere Notation $f(x) =\langle f, x \rangle$ und erhalten
eine Abbildung
$$\begin{array}{ccc}
{\cal{C}}(X) \times X & \ra & \DC \\
(f\;, \; x) &\mapsto & \langle f,x \rangle
\end{array}$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Jeder $\DC$-Ringalgebra $A$ ordnen wir umgekehrt  einen topologischen
Raum $\op{Spek} A$ zu,
das  {\bf Spektrum\index{Spektrum!einer $\DC$-Ringalgebra} 
von $A$}. Als zugrundeliegende Menge nehmen wir
die Menge\index{Spek@$\op{Spek}$} 
$$\op{Spek} A\pdef \op{Ralg}_\DC
(A,\DC)$$
aller Homomorphismen von $\DC$-Ringalgebren $A\ra\DC$.
F\"{u}r $a \in A$ und $\varphi \in \op{Spek} A$ benutzen wir analog 
wie oben die
Notation $\varphi (a) = \langle a, \varphi \rangle$ und erhalten
eine Abbildung
$$\begin{array}{ccc}
A \times \op{Spek} A & \ra & \DC\\
(a\;, \; \varphi ) & \mapsto & \langle a, \varphi \rangle
\end{array}$$
Wir definieren die Topologie auf $\op{Spek} A$ als die Initialtopologie
zur Familie von Abbildungen $\langle a, \; \rangle : \op{Spek} A
\ra \DC$ f\"{u}r $a \in A$. Die komplexen Zahlen denken wir uns dabei
mit ihrer nat"urlichen Topologie versehen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungw}[\textbf{Bezug zum Spektrum eines Operators}]
Wie unser Spektrum hier mit dem Spektrum eines Operators
zusammenh"angt, wird in \ref{AGN} erkl"art.
\end{Bemerkungw}
\begin{Bemerkungw}[\textbf{Bezug zum Spektrum in der kommutativen Algebra}]
  In der kommutativen Algebra in \eref{PrII}{KAG} definieren wir 
das Spektrum $\op{Spec}R$ eines kommutativen Rings abweichend als 
die Menge aller Primideale von $R$. Allerdings schreiben wir dann auch
$\op{Spec}R$ mit einem $\op{c}$ und nicht wie hier mit $\op{k}$.
F"ur jede $\DC$-Kringalgebra $A$ liefert die Abbildungsvorschrift
$\phi\mapsto \op{ker}\phi$ eine Einbettung
$\op{Spek} A\hra \op{Spec}A$, deren Bild wir  
 $\op{Max}_\DC A$ notieren und das f"ur ringendliche $\DC$-Kringalgebren
nach dem Hilbert'schen Nullstellensatz mit 
der Menge $\op{Max} A$ aller maximalen Ideale von $A$ "ubereinstimmt. 
\end{Bemerkungw}


\begin{Satz}[\textbf{R"aume und ihre Ringe}]
Das Spektrum des Rings der stetigen komplexwertigen Funktionen
auf einem kompakten Hausdorffraum  ist hom"omorph zu 
unserem kompakten Hausdorffraum\label{SHD}  
selber.
\end{Satz}



\begin{Bemerkunge}
Analoges gilt mit demselben Beweis auch, wenn man
im vorhergehenden $\DC$ durch  $\DR$ ersetzt. Allerdings gilt
der anschlie"sende 
Satz \ref{GN} von Gelfand-Naimark  nicht mehr analog "uber $\DR$.
Das ist der Grund, warum ich mich hier auf die komplexe 
Version konzentriere.\label{SHDR} 
\end{Bemerkunge}

 \begin{Bemerkungw}
    Die Sprache der Kategorientheorie und insbesondere der
    adjungierten Funktoren \eref{AdFu}{TF} erlauben es,  die Struktur der
    folgenden 
    Argumentation besonders gut herauszuarbeiten. In dieser Sprache
    konstruiert  man zun"achst eine Adjunktion $(\mathcal C,\op{Spek})$
    zwischen dem 
    Funktor $\op{Spek}:\op{Ralg}^{\op{opp}}_\DC\ra\op{Top}$ 
    und dem Funktor
    $\cal{C}:\op{Top}\ra\op{Ralg}^{\op{opp}}_\DC$.
    Unsere Konstruktionen aus \ref{Ekol}
    erweisen sich als der Opponierte der Koeinheit und die
    Einheit dieser Adjunktion.
    Die Pr"azisierung \ref{KRS} des Satzes besagt
    in dieser Sprache, da"s die Einheit der Adjunktion f"ur
    kompakte Hausdorffr"aume $X$
    stets ein Hom"oomorphismus
    $$\eta: X\sira \op{Spek}(\mathcal C(X))$$
    ist. Nach allgemeinen Erkenntnissen \eref{AduA}{TF} zu adjungierten
    Funktoren ist damit  
der Funktor $\cal{C}:\op{Top}\ra\op{Ralg}^{\op{opp}}_\DC$ volltreu auf
der Kategorie der kompakten Hausdorffr"aume.
  \end{Bemerkungw}


\begin{Scholium}
Ein kompakter Hausdorffraum $X$ ist also  voll\-st\"{a}n\-dig \glqq kodiert\grqq\ 
in der
$\DC$-Ringalgebra ${\cal{C}}(X)$ der stetigen 
komplexwertigen Funktionen auf $X$, einem
rein algebraischen Objekt.
Eine Variante dieser Entsprechung zwischen
\glqq R\"{a}umen und Ringen\grqq\  steht im Zentrum der \glqq algebraischen Geometrie\grqq.
Eine andere Variante f\"{u}hrt zur sogenannten 
\glqq nichtkommutativen Geometrie\grqq.
Die Grund\-idee ist hierbei, da"s ja nur ganz spezielle 
kommutative Ringe kompakte Hausdorffr\"{a}ume beschreiben. 
Allgemeinere Klassen von eventuell nichtkommutativen Ringen kann man
aber in analoger Weise auch \glqq geometrisch\grqq\  verstehen und
so neue Arten von \glqq nichtkommutativen R\"{a}umen\grqq\  gewinnen.
\end{Scholium}
\begin{Bemerkungl}
Bevor wir den Satz beweisen, will ich seine Aussage noch 
etwas pr\"{a}zisieren.\label{Ekol} 
Per definitionem haben wir ja f\"{u}r jede $\DC$-Ringalgebra $A$ einen
Homomorphismus
von $\DC$-Ringalgebren
$A \ra {\cal{C}}(\op{Spek} A)$, $a\mapsto \langle a,\; \rangle$.
Ebenso haben wir f\"{u}r jeden topologischen Raum $X$ eine stetige Abbildung
$\op{ev} : X \ra \op{Spek} {\cal{C}}(X)$,
$x\mapsto\langle \; , x \rangle
$.
Wir werden den obigen Satz in der folgenden pr\"{a}ziseren Form zeigen:  
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{R"aume und ihre Ringe}]
Gegeben ein kompakter Hausdorffraum $X$ 
ist unsere Evalua\-tions\-abbildung $\op{ev}$ ein Hom\"{o}o\-morphismus
\label{KRS}$$\op{ev} :X\sira \op{Spek} {\cal{C}}(X)$$
\end{Satz}


 

\begin{proof}[Beweis]
Wir zeigen zun\"{a}chst, da"s $\op{Spek} {\cal{C}}(X) $ und sogar allgemeiner
$\op{Spek} A$ f\"{u}r eine beliebige $\DC$-Ringalgebra $A$ ein Hausdorffraum ist.
In der Tat, sind $\varphi,\psi:A\ra\DC$ zwei verschiedene
Elemente von $ \op{Spek} A$,
so gibt es $a\in A$ mit $\langle a, \varphi \rangle \neq \langle
a, \psi \rangle$. Die Urbilder unter $\langle a, \;
\rangle$ von disjunkten offenen Umgebungen dieser verschiedenen
komplexen Zahlen sind dann disjunkte offene Umgebungen von $\varphi$ und
$\psi$ im $\op{Spek} A$.
Wir m\"{u}ssen jetzt nur noch zeigen, 
da"s f\"{u}r kompaktes und Hausdorff'sches
$X$  unsere
Evaluationsabbildung
$\op{ev} : X\ra \op{Spek} {\cal{C}}(X)$ bijektiv ist,
denn nach \ref{QHK} ist eine stetige
Bijektion von einem kompakten Raum auf einen Hausdorffraum stets ein
Hom\"{o}omorphismus.
Aus Urysohns Lemma folgt bereits, da"s $\op{ev}$ injektiv ist, denn f\"{u}r
$x \neq y$ gibt es $f\in {\cal{C}}(X)$ mit 
$\langle f, x\rangle \neq \langle f,y
\rangle$ und daraus
folgt $\langle \;, x \rangle \neq \langle \;, y \rangle$.
Es bleibt zu zeigen, da"s $\op{ev}$ surjektiv ist. Ist in anderen Worten
$\varphi : {\cal{C}}(X) \ra \DC$ ein Ringalgebrenhomomorphismus, so m\"{u}ssen wir $x \in
X$
finden mit
$\varphi= \langle \; , x \rangle$.
Finden wir $x \in X$ mit $\langle\ker \varphi , x\rangle=0$, so ist notwendig
$\varphi
=\langle \;, x \rangle$, denn beide Seiten sind dann Linearformen, die
denselben Kern haben und die konstante
Funktion $1\in {\cal{C}}(X)$ auf $1\in\DC$ werfen.
Wir nehmen also an, es gebe keinen Punkt $x \in X$, an dem alle Funktionen
aus $\ker \varphi$ verschwinden, und f\"{u}hren diese Annahme zum Widerspruch.
In der Tat g\"{a}be es ja dann f\"{u}r jeden Punkt $x \in X$ eine Funktion
$f_{x} \in \ker \varphi$ mit $f_x(x)\neq 0$. Nat\"{u}rlich gibt es dann auch
eine offene Umgebung $U_{x}$ von $x$, auf der
$f_{x}$ nicht verschwindet.
Endlich viele dieser $U_x$ \"{u}berdecken aber $X$, es g\"{a}be also
eine endliche Teilmenge $E \subset X$ mit $X = \bigcup_{
x \in E } U_{x}$ und $f =\sum_{ x \in E } f_{x}
\bar{f}_x$
w\"{a}re ein Element von $\ker \varphi$ ohne Nullstelle.
Dann w\"{a}re aber auch $1/f \in {\cal{C}}(X)$ eine wohldefinierte stetige
Funktion auf $X$, es folgte $1=(1/f)f \in \ker \varphi$ und das kann nicht sein.
\end{proof}
\begin{Bemerkunge}[\textbf{Bezug zwischen stetigen und polynomialen Funktionen}] 
  Gegeben ein Kring $R$ und ein Ideal $I\subset R[T_1,\ldots,T_n]$
  mit 
  simultaner Nullstellenmenge $\mathcal Z(I)\subset R^n$
  ist es im Rahmen der Algebra unmittelbar klar,
  da"s wir eine Bijektion
  $$\mathcal Z(I)\sira \op{Kring}^R(R[T_1,\ldots,T_n]/I,R)$$
  erhalten, wenn wir jedem Punkt den
  zugeh"origen Auswertungshomomorphismus zuordnen.
  Ist  speziell $R=\DR$ der K"orper der reellen Zahlen und
  $\mathcal Z(I)$ kompakt in der von der nat"urlichen Topologie auf $\DR^n$
  induzierten Topologie, so liefert nach \ref{SHDR}  andererseits dieselbe
  Abbildungsvorschrift auch eine Bijektion
  $$\mathcal Z(I)\sira \op{Kring}^\DR(\mathcal C(\mathcal Z(I),\DR),\DR)$$
  In anderen Worten l"a"st sich also unter diesen Annahmen
  jeder $\DR$-lineare Ringhomomorphismus $\DR[T_1,\ldots,T_n]/I\ra \DR$
  auf genau eine Weise zu einem $\DR$-linearen Ringhomomorphismus $\mathcal C(\mathcal Z(I),\DR)\ra \DR$ ausdehnen. Das ist explizit deshalb klar, da
  jeder Ringhomomorphismus der letzteren Art nach \ref{SHDR} stetig sein mu"s
  in Bezug auf die Norm der gleichm"a"sigen Konvergenz und da die polynomialen
  Funktionen f"ur diese Norm dicht liegen nach dem Satz von Stone-Weierstra"s.
\end{Bemerkunge}
\begin{Bemerkungl}
Diejenigen komplexen Ringalgebren, die isomorph sind zur
Ringalgebra der stetigen komplexwertigen Funktionen auf
einem kompakten Hausdorffraum, werden charakterisiert durch den Satz von
Gelfand-Naimark \ref{GN},
den wir im folgenden beweisen. Wir beginnen mit einigen
Erinnerungen.
Eine {\bf Ba\-nach-\-Ring\-al\-ge\-bra}\index{Banachringalgebra} ist nach \eref{BRA}{AN3} 
ein Banachraum $A$ mit einer stetigen
bilinearen Verkn"upfung $A \times A \ra A$, die $A$  zu einem Ring macht.
Auf jeder Banach-Ringalgebra gibt es nach loc.cit. genau eine zur urpr"unglichen Norm
"aquivalente Norm $\|\;\|$ mit der Eigenschaft $\|ab\|\leq \|a\|\|b\|$
und $\|1\|\leq 1$. Wir nennen sie die kanonische Norm und denken uns
jede Banachringalgebra mit ihrer kanonischen Norm versehen.
Man pr"uft leicht $\|1\|= 1$ falls $A\neq 0$.
Das {\bf Spektrum} eines Elements $a$ einer Banachringalgebra
ist die Menge aller $\lambda\in\DC$ mit $(a-\lambda 1)$ nicht invertierbar.
Es ist nach \eref{SPRR}{AN3} stets kompakt und enthalten in
der abgeschlossenen Kreischeibe $\bar{\op{B}}(0;\|a\|)$. 
Das Supremum "uber die Betr"age der Elemente des Spektrums von $a$ hei"st der
{\bf Spektralradius $\rho(a)$ von $a$}, so da"s sich unsere Aussage als die Ungleichung $\rho(a)\leq\|a\|$ schreiben l"a"st. In \eref{SpR}{AN3} zeigen
wir unter Vorwegnahme von Resultaten aus der Funktionentheorie
f"ur jede von Null verschiedene Banachringalgebra $A$, da"s jedes Element $a\in A$ nichtleeres Spektrum hat und da"s genauer gilt
\begin{displaymath}
\rho (a) = \lim_{n \ra \infty} \sqrt[n]{\|a^n\|}
\end{displaymath}
Im "ubrigen zeigen wir in \eref{GMKio}{AN3} f"ur jede Banachkringalgebra $A$,
da"s die Abbildung, die jedem Ringalgebrenhomomorphismus nach $\DC$
seinen Kern zuordnet, eine Bijektion
$$\op{Spek}A\sira \op{Max}A$$
mit der Menge der rein algebraisch zu verstehenden maximalen Ideale
von $A$ induziert.
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Kompaktheit von Spektren}]
  F"ur jede Banachringalgebra $A$ ist ihr Spektrum
  $\op{Spek} A $ ein kompakter Hausdorffraum.
\end{Satz}
\begin{proof}
  Gegeben ein Ringalgebrenhomomorphismus $\varphi:A\ra\DC$ mu"s
  $\varphi(a)$ stets Werte im Spektrum annehmen, da  $\varphi$
  keine invertierbaren Elemente von $A$ auf Null schicken kann.
Wir betrachten die Injektion
$\op{Spek} A \hra \prod_{a \in A} \bar{\op{B}} (0; \| a \|)$, $
\varphi \mapsto (\varphi (a))_{a \in A}
$
unseres Spektrums in ein Produkt abgeschlossener Kreisscheiben in der komplexen Zahlenebene, deren
Existenz durch die Absch"atzung $\rho(a)\leq \|a\|$ gesichert ist.
Per definitionem tr"agt $\op{Spek} A$ die Spurtopologie.
Andererseits ist $\op{Spek} A$ genau die Menge aller Tupel $(\psi (a))_{a \in A}$ mit
$\psi (1) =1, \psi (a+b) = \psi (a) + \psi (b)$ und
$\psi (ab) = \psi (a) \psi (b)$ f"ur alle $a,b \in A$ und damit eine abgeschlossene Teilmenge.
Nach dem Satz von Tychonoff \ref{ST} ist also $\op{Spek}A$ kompakt, und als Teilraum eines Hausdorffraums ist
$\op{Spek} A$ eh Hausdorff.
\end{proof}



% \begin{Definition}
% Eine \defind{Banach-Algebra} ist ein (reeller oder komplexer) Banach-Raum $(A,
% \|
% \;
% \|)$ mit einer Algebren-Struktur $A \times A \ra A$, $ (a,b) \mapsto ab$
% derart, da"s gilt $\|ab\| \leq \|a\| \cdot \| b \| \quad \forall a,b
% \in A$.
% \end{Definition}
% \begin{Beispiel}
% Ist $X$ ein kompakter  Hausdorffraum,
% so ist $A =\cal{C} (X)$ mit der Norm $\|f\| = \sup \{| f(x)| \mid x
% \in X\}$ eine Banach-Algebra.
% \end{Beispiel}




\begin{Definition}
Eine {\bf Involution}\index{Involution!auf $\DC$-Algebra} 
und genauer {\bf schieflineare Involution}
auf einer $\DC$-Algebra $A$ ist eine
$\DC$-schief\-li\-ne\-are Abbildung $a \mapsto a^{\ast}$ derart, da"s gilt
$a^{\ast\ast} =a $ und $(ab)^{\ast} = b^{\ast} a^{\ast}$
f\"{u}r alle $a,b \in A$.\label{cast} 
\end{Definition}
\begin{Definition}
Eine \defnoind{${\op{C}}^{\ast}$-Ringalgebra}\index{C@${\op{C}}^{\ast}$-Ringalgebra} 
ist ein Tripel $(A,\|\;\|,\ast)$ bestehend aus einer Banachringalgebra  mit kanonischer Norm im Sinne von \eref{BRA}{AN3} und  einer
schieflinearen Involution derart, da"s  gilt $\| a a^{\ast}\| = \| a\|^{2} \;
\forall a \in A$.
Ein {\bf Homomorphismus von ${\op{C}}^{\ast}$-Ringalgebren} ist ein
stetiger Ringalgebrenhomomorphismus, der vertr"aglich ist mit den Involutionen.
Eine kommutative ${\op{C}}^\ast$-Ringalgebra nennen wir
eine \defnoind{${\op{C}}^{\ast}$-Kringalgebra}.\index{C@${\op{C}}^{\ast}$-Kringalgebra}
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}]
  In Teilen der Literatur hei"sen unsere ${\op{C}}^{\ast}$-Ringalgebren
  abweichend
  {\bf ${\op{C}}^{\ast}$-Algebren}\index{C@${\op{C}}^{\ast}$-Algebra} oder
  {\bf ${\op{B}}^{\ast}$-Algebren}.\index{B@${\op{B}}^{\ast}$-Algebra}
  Vielfach wird aber bei einer ${\op{C}}^{\ast}$-Algebra auch nur die
  Assoziativit"at gefordert und nicht die Existenz einer Einselements.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
Die Ringalgebra ${\cal{C}}(X)$ aller stetigen Funktionen 
auf einem kompakten  Hausdorffraum
$X$ mit der Norm $\|f\| \pdef \sup \{| f(x)| \mid x
\in X\}$ und der durch $f\mapsto \bar f$ gegebenen
Involution ist eine  ${\op{C}}^\ast$-Kringalgebra.
\end{Beispiel}
\begin{Satz}[\defind{Gelfand-Naimark}]\label{GN}
Gegeben eine  ${\op{C}}^{\ast}$-Kringalgebra $A$ ist $\op{Spek} A$
ein kompakter  Hausdorffraum und die offensichtliche Abbildung liefert
einen Isomorphismus von $\DC$-Kringalgebren
$$h: A \sira \cal{C} (\op{Spek} A)$$
Dieser Isomorphismus identifiziert die Norm
und Involution auf $A$ mit der
offensichtlichen Norm und Involution auf $\cal{C} (\op{Spek} A)$. 
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Dieser Satz sagt insbesondere, da"s die Norm und die Involution
auf einer 
${\op{C}}^{\ast}$-Kringalgebra schon durch die unterliegende
Struktur einer $\Bbb{C}$-Kringalgebra eindeutig festgelegt sind,
ja da"s der verge"sliche Funktor von den ${\op{C}}^{\ast}$-Kringalgebren
in die $\Bbb{C}$-Kringalgebren volltreu ist.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
In der Terminologie, wie wir sie in \eref{Eif}{LA2} einf"uhren, liefern
die Funktoren $\op{Spek}$ und ${\cal{C}}$ sogar 
zueinander quasiinverse "Aquivalenzen
von Kategorien
$$\begin{array}{ccc}
\left\{ \begin{array}{c}
\text{kompakte}\\
\text{Hausdorffr"aume,}\\
\text{stetige Abbildungen} \end{array}\right\} &
\begin{array}{c}{\cal{C}}\\[-2mm] \ra\\[-3mm] \approx \\[-3mm]
\leftarrow \\[-2mm] \op{Spek} \end{array}  &
\left\{ \begin{array}{c}
\text{${\op{C}}^{\ast}$-Kringalgebren,}\\
\text{Homomorphismen von}\\
\text{$\Bbb{C}$-Kringalgebren}
\end{array}\right\}^{\op{opp}}
\end{array}$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Wir haben bereits besprochen, da"s $h(a)$ nur Werte aus dem Spektrum
  von $a$ annehmen kann. In "Ubung \eref{GMKio}{AN3} haben wir genauer
  gesehen, da"s im Fall einer kommutativen Banachringalgebra $A$
  umgekehrt alle
  Elemente des Spektrums eines Elements $a\in A$ auch tats"achlich als Werte der Funktion
  $h(a)$ angenommen werden.\label{WeSpe} 
\end{Bemerkungl}






\begin{proof} Sei ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit $A\neq 0$, also $\|1\|=1$.
Zun"achst zeigen wir, da"s f"ur $a = a^\ast \in A$ unser $h(a)$ eine reellwertige Funktion ist.
Haben wir n"amlich $h(a) = \alpha + {\op{i}} \beta$ mit $\alpha,\beta\in\DR$, so folgt $h (a + {\op{i}} t 1) = \alpha + {\op{i}} (\beta +t)$ und f"ur
$b \pdef a + {\op{i}}t1$ mit $t \in \mathbb R$ ergibt sich die von der Mitte zu entwickelnde Ungleichungskette
\begin{equation*}
\alpha^2 + \beta^2 + 2\beta t + t^2 = |h (b)|^2\leq \| b \|^2 = \| b b^\ast \|
= \| a^2 + t^2 1 \| \leq \| a \|^2 + t^2
\end{equation*}
Da kann aber nur dann f"ur alle $t \in \mathbb R$ gelten, wenn gilt $\beta = 0$.
Indem wir ein beliebiges $a \in A$ als $(a + a^\ast) / 2 + {\op{i}} ((a - a^\ast)/2{\op{i}})$ schreiben, folgern wir
$h (a^\ast) = \overline{h (a)}$ f"ur alle $a \in A$. Dann zeigt Stone-Weierstra"s, da"s $h (A)$ dicht liegt in $
\mathcal C (\op{Spek A})$ f"ur die Topologie der gleichm"a"sigen Konvergenz.
  Gegeben ein Element $a$ einer Banachringalgebra
  erinnere ich nun  aus \eref{SpR}{AN3} an die Formel
  \begin{displaymath}
\rho (a) = \lim_{n \ra \infty} \sqrt[n]{\|a^n\|}
  \end{displaymath}
  f"ur den Spektralradius, deren Beweis  mit
  einem Vorgriff auf Methoden aus der
  Funktionentheorie gelang.
  Ist $A$ sogar eine 
  ${\op{C}}^{\ast}$-Kringalgebra, so folgt aus
  der Identit"at $\|aa^\ast\|=\|a\|^2$
  sofort
  $\rho (b) =\|b\|$ f"ur alle
  $b\in A$ mit $b^\ast=b$.
  Gegeben $a \in A$ und $b = aa^\ast$ erhalten wir damit $\rho (b) = \| b \|$, mit unserer Vorbemerkung \ref{WeSpe} also $\| h (b) \|_\infty = \| b \|$.
Daraus aber folgt $\| a \|^2 = \| aa^\ast \| = \| b \| =
\| h (b) \|_\infty = \| h (a) \|^2_\infty$
alias $\| a \| = \| h (a) \|_\infty $ f"ur alle $a \in A$.
Also ist $h$ isometrisch. Da $A$ vollst"andig ist, mu"s $h$ abgeschlossenes Bild haben.
Also ist $h$ ein isometrischer Isomorphismus.
\end{proof}


\begin{Bemerkungl}\label{AGN}
Wir geben noch eine konkrete Anwendung.
Seien ${\cal H}$ ein Hilbertraum und $N:{\cal H} \ra {\cal H}$ ein
beschr\"{a}nkter
Operator, als da hei"st eine stetige lineare Abbildung.
Man nennt $N$ {\bf normal},\index{normal!Operator} 
 wenn $N$ mit seinem
Adjungierten $N^{\ast}$ kommutiert. Normal sind also
insbesondere alle
beschr\"{a}nkten selbstadjungierten Operatoren
und ebenso alle unit\"{a}ren Operatoren.
Das \defind{Spektrum} $\sigma (N) \subset \DC$ eines beschr\"{a}nkten
Operators $N$ ist die Menge
$$\sigma (N) =\{ \lambda \in \DC \mid N - \lambda \op{id} \text{ ist nicht
invertierbar}\}$$
Das Spektrum eines beschr\"{a}nkten
Operators ist nach \eref{SPRR}{AN3} stets eine kompakte Teilmenge von $\DC$.
Nun bilden wir in der Algebra ${\cal B}
({\cal H})$ aller beschr\"{a}nkten Operatoren von ${\cal H}$ in sich selber die
von $N$ und $N^{\ast}$ erzeugte Unterringalgebra und bezeichnen mit
$A$ ihren Abschlu"s bez\"{u}glich der Operatornorm.
So ist $A$ eine ${\op{C}}^\ast$-Kringalgebra, nach Gelfand-Naimark \ref{GN} ist
also die offensichtliche Abbildung ein Isomorphismus
$$A \sira \cal{C} (\op{Spek} A)$$
Andererseits kann man zeigen, da"s das Auswerten an $N$ einen
Hom\"{o}o\-mor\-phis\-mus
$\op{Spek} A \sira \sigma (N)$
liefert. In der Tat entspricht nach Gelfand-Naimark
unter jeden Ringalgebrenhomomorphismus $\varphi:A\ra\DC$
die Abbildung $a\mapsto a^\ast$ der komplexen Konjugation und stetig
ist er auch, also festgelegt durch seinen Wert an der Stelle $N$.
Mithin liefert das Auswerten eine Injektion $\op{Spek} A \hra \DC$.
Sie ist per definitionem stetig.
Ihr Bild mu"s in $\sigma (N)$ landen, da invertierbare Elemente unter
$\varphi$ invertierbar bleiben.
Andererseits erzeugt jede Nichteinheit von $A$ ein maximales Ideal,
das einem Element von $\op{Spek}A$ entspricht. So erkennt man, da"s
das Bild unserer Injektion genau  das Spektrum $\sigma (N)$ von $N$ ist.
Zusammengesetzt ergibt sich so ein
Isomorphismus
$$\cal{C} (\sigma (N))\sira A$$
Wir k\"{u}rzen ihn $f \mapsto f(N)$ ab.
Er ist sehr n\"{u}tzlich, zum Beispiel, wenn man eine Wurzel
aus dem Operator $N$ ziehen will.
Wir haben die Verkn"upfung unseres Isomorphismus mit der Einbettung
$ A\hra\mathcal B(\mathcal H)$ bereits in \eref{BSSS}{AN3}
kennengelernt. 
%F\"{u}r Beweise dieser ganzen Tatsachen siehe \cite{Rudin}.  
\end{Bemerkungl}







\newpage

\section{Funktionen auf topologischen Gruppen*} 


\subsection{Uniforme Strukturen}\label{UniF}
\begin{Bemerkungl}
Der Begriff der gleichm"a"sigen Stetigkeit kann nicht sinnvoll von Abbildungen
zwischen metrischen R"aumen auf Abbildungen zwischen beliebigen topologischen
R"aumen erweitert werden. Eine derartige Erweiterung 
 gelingt jedoch  f"ur R"aume mit einer
sogenannten \glqq uniformen Struktur\grqq\  und insbesondere f"ur topologische Gruppen
und Teilmengen derselben. Das soll im folgenden diskutieren werden.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Gegeben eine Menge $X$ und eine Relation auf $X$ alias 
eine Teilmenge $A \subset X \times X$ setzen
wir $$
\begin{array}{ll}
A^{-1} &\pdef\{(y,x) \mid (x,y) \in A\}\\A^{2} &\pdef\{(x,z)\mid \exists y \in A
\text{ mit } (x,y) \in A \text{ und } (y,z) \in A\}
\end{array}
$$
\end{Definition}
\begin{Definition}
Eine {\bf uniforme Struktur\index{uniform!Struktur} 
auf einer Menge $X$} ist ein Mengensystem 
$\cal{A} \subset \cal{P}(X \times X)$ derart, da"s gilt:\label{UNIf} 
\begin{enumerate}
\item $\cal{A}$ ist stabil unter endlichen Schnitten und enth"alt 
demnach insbesondere auch ganz $X \times X$;
\item
Mit einer Menge geh"ort auch jede ihrer Obermengen zu $\cal{A}$;
\item
Alle Mengen aus $\cal{A}$ umfassen die Diagonale;
\item
Mit $A$ geh"ort auch $A^{-1}$ zu $\cal{A}$;
\item
F"ur jedes $A \in \cal{A}$ gibt es  $B \in \cal{A}$ mit
$B^{2} \subset A$.
\end{enumerate}
Die beiden ersten Bedingungen lassen sich 
in der in \ref{FIUF} eingef"uhrten Terminologie auch als die Forderung
zusammenfassen, da"s $\mathcal A$ ein Filter sein soll.  
Eine Menge mit einer ausgezeichneten uniformen Struktur hei"st
ein {\bf uniformer Raum}.\index{Raum!uniformer}\index{uniform!Raum}
Die Elemente von $\cal{A}$ nennen wir {\bf verallgemeinerte Abst"ande}
oder auch k"urzer {\bf Abst"ande}.\index{Abstand!in uniformem Raum}
\end{Definition}
\begin{Beispiel}
F"ur jede Metrik oder allgemeiner Pseudometrik 
$d$ auf einer Menge $X$ erh"alt man eine uniforme Struktur
$\cal{A}$ auf $X$ durch die Vorschrift
$$\cal{A} \pdef \{ A \subset X \times X \mid \exists \varepsilon >0 \text{ mit }
(d (x,y) < \varepsilon \Rightarrow (x,y) \in A)\}$$
Es gibt jedoch bereits in dieser uniformen Struktur im allgemeinen
sehr viel mehr  M"oglichkeiten
f"ur  Abst"ande als im zugrundeliegenden metrischen Raum. 
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
  Jede Teilmenge eines uniformen Raums erbt eine uniforme Struktur in
  offensichtlicher Weise.
\end{Beispiel}

\begin{Beispiel}\label{ufST} 
Auf jeder topologischen Gruppe $G$ erh"alt man zwei uniforme 
Strukturen $\cal{A}_{l}$
und $\cal{A}_{r}$ durch die Vorschriften
$$\begin{array}{ccc}
\cal{A}_{l} &\pdef&\{ A \subset G \times G \mid \exists V \co G 
\text{ mit }e\in  V \text{ und }
(x^{-1}y \in V \Rightarrow (x,y) \in A) \}\\
\cal{A}_{r} & \pdef& \{ A \subset G \times G \mid \exists V \co G 
\text{ mit }e\in V \text{ und }
(xy^{-1} \in V \Rightarrow (x,y) \in A) \}
\end{array}
$$
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}\label{UstAA} 
  Gegeben eine abelsche Gruppe $G$ mit einem System
von Untergruppen $\mathcal U\subset \mathcal P(G)$, das stabil ist unter
endlichen Schnitten,  
k"onnen wir auf $G$ eine uniforme Struktur erkl"aren durch
die Vorschrift $$
\cal{A} \pdef \{ A \subset G \times G \mid \exists V \in \mathcal U
\text{ mit }
(x-y \in V \Rightarrow (x,y) \in A) \}
$$
\end{Beispiel}


\begin{Definition}
Gegeben ein Punkt $x \in X$ und ein Abstand $A \in \cal{A}$ 
erkl"aren wir den {\bf $A$-Ball um $x$}\index{Ball!in uniformer Struktur} 
als\index{B@$\op{B} (x; A)$ Ball in uniformer Struktur} 
die Menge $$\op{B} (x; A)\pdef\{ y \in X \mid (y,x) \in A\} $$ 
Wir nennen eine Menge $U\subset X$ 
{\bf uniform offen} oder meist einfach nur {\bf offen},    
 wenn sie mit einem Element stets auch einen ganzen Ball
um besagtes Element umfa"st.
Die uniform offenen Mengen bilden dann 
 eine Topologie auf $X$,
die  
{\bf uniforme Topologie}.\index{Topologie!uniforme}\index{uniform!Topologie} 
\end{Definition}
\begin{Beispiel}
Unsere  uniformen Strukturen auf einer topologischen Gruppe
aus \ref{ufST} geben uns beide als uniforme Topologie
die urspr"ungliche Topologie unserer topologischen Gruppe zur"uck. 
\end{Beispiel}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Offene Kerne in der uniformen Topologie}]  
Bez"uglich der uniformen Topologie auf einem uniformen Raum $X$ 
besteht der offene Kern einer 
Menge $M\subset X$ genau aus allen Punkten $p\in M$, um die es
einen Ball $\op{B}(p;A)$ gibt, der auch noch ganz in $M$ 
enthalten ist. 
In der Tat ist diese Menge offen, denn f"ur
jedes $A$  finden wir $C$ mit $C^2\subset A$
und f"ur jeden Punkt $q\in \op{B}(p;C)$ ist damit
auch $\op{B}(q;C)$  noch ganz in $M$ 
enthalten. Da"s unser offener Kern in spe 
die gr"o"stm"ogliche in $M$ enthaltene
offene Menge ist, ist dann eh klar. 
Insbesondere ist jeder Ball um einen Punkt auch eine
Umgebung von besagtem Punkt. Dahingegen m"ussen unsere B"alle
keineswegs offen sein.
\end{Bemerkungl}


\begin{Definition}
Eine Abbildung $f:X\ra Y$ zwischen 
uniformen R"aumen $(X,\cal{A})$ und $(Y,\cal{B})$ 
hei"st 
{\bf gleichm"a"sig stetig},\index{gleichm"a"sig stetig!Abbildung uniformer R"aume} 
 wenn\index{stetig!gleichm"a"sig!bei uniformen R"aumen} es f"ur jedes $B \in \cal{B}$ ein $A \in \cal{A} $ gibt
mit $(f \times f) (A) \subset B$ alias
$f(\op{B} (x;A)) \subset \op{B} (f (x);B)$ f"ur alle $ x\in X$.
\end{Definition}
\begin{Satz}[\textbf{Gleichm"a"sige Stetigkeit auf Kompakta}]
Jede stetige Abbildung von\label{GSKg}
einem kompakten uniformen Raum in einen weiteren
uniformen Raum ist gleichm"a"sig stetig.
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis f"ur metrische R"aume]
  Im Fall metrischer R"aume haben wir daf"ur bereits in
  \eref{glsV}{AN1} einen Beweis
  skizziert, der  vom Begriff der Folgenkompaktheit ausgeht.
  Zur Vor"ubung geben wir nun erst einmal einen alternativen Beweis im Fall
  metrischer R"aume, der vom Begriff der "Uberdeckungskompaktheit ausgeht.
  Seien $X,Y$ metrische 
R"aume und $f: X \ra Y$ unsere
stetige Abbildung. Gegeben $\beta >0$ setzen wir $\gamma\pdef \beta/2$ und
gegeben $x \in X$ finden wir  
$\alpha_{x}>0$ mit
$f(\op{B} (x;\alpha_{x})) \subset\op{B} ( f(x);\gamma)$.
Nun setzen wir $\delta_x\pdef \alpha_x/2$ und 
 Wegen der Kompaktheit von $X$
gibt es eine endliche Teilmenge 
$E \subset X$ derart, da"s die B"alle $\op{B}(x;\delta_x)$ 
f"ur $x \in E$ bereits
ganz $X$ "uberdecken.
Jedes $z \in X$ liegt also in einem $\op{B} (x;\delta_x)$
f"ur ein $x \in E$ und damit 
gilt auch 
$\op{B} (z;\delta_x)\subset
\op{B} (x;\alpha_x)$.
Nehmen wir nun $\delta \pdef \op{min}\{\delta_x\mid x\in E\}$, so 
gibt es f"ur jedes $z\in X$ ein $x\in E$ mit
$\op{B}(z;\delta) \subset \op{B}(x;\alpha_{x})$ und folglich
$f(\op{B}(z;\delta))\subset \op{B}(f(x);\gamma)$.
Nun haben aber je zwei Elemente des $\gamma$-Balls einen Abstand unter $2\gamma=\beta$ und so folgt $f(\op{B}(z;\delta))\subset \op{B}(f(z);\beta)$.
\end{proof}
\begin{proof}[Beweis]
Seien $(X, \cal{A})$ und $(Y, \cal{B})$ unsere uniformen 
R"aume und $f: X \ra Y$ unsere
stetige Abbildung. Gegeben $B \in \cal{B}$ w"ahlen wir 
zun"achst $C \in \cal{B}$ mit $C = C^{-1}$
und $C^{2}\subset B$. F"ur jedes $x \in X$ finden wir dann 
$A_{x} \in \cal{A}$ mit
 $f(\op{B} (x;A_{x})) \subset\op{B} ( f(x);C)$. 
Weiter finden wir $D_x\in\cal{A}$ mit $D_x^2\subset A_x$ und 
$D_x=D_x^{-1}$. 
 Wegen der Kompaktheit von $X$
gibt es nun eine endliche Teilmenge 
$E \subset X$ derart, da"s die B"alle $\op{B}(x;D_{x})$ 
f"ur $x \in E$ bereits
ganz $X$ "uberdecken.
Jedes $z \in X$ liegt also in einem $\op{B} (x;D_{x})$
f"ur ein $x \in E$ und damit 
gilt auch 
$\op{B} (z;D_{x})\subset
\op{B} (x;A_{x})$.
Nehmen wir nun $D\pdef \bigcap_{x \in E} D_{x}$, so 
gibt es f"ur jedes $z\in X$ ein $x\in E$ mit
 $\op{B}(z;D) 
\subset \op{B} (x;A_{x})$ und folglich
$f(\op{B}(z;D))\subset \op{B}(f(x);C)$.
F"ur alle Elemente von $\op{B}(f(x);C)$ und insbesondere f"ur
$f(z)$ gilt aber $\op{B}(f(z);C^2)\supset \op{B}(f(x);C)$. 
So folgt schlie"slich $f(\op{B}(z;D))\subset \op{B}(f(z);B)$.
\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}\label{glstu}
Jede stetige Abbildung von einem uniformen Raum in einen weiteren
uniformen Raum, die au"serhalb von einem
Kompaktum konstant ist, ist gleichm"a"sig stetig. Hinweis:
Man 
arbeite zun"achst auf dem besagten Kompaktum $K$ 
und finde dort zu $B$ ein $A$.
Dann betrachte man $F\in \cal{A}$ mit $F = F^{-1}$
und $F^{2}\subset A$. Trifft nun ein Ball $\op{B}(z;F)$
das Kompaktum $K$, so ist er bereits in einem Ball $\op{B}(y;A)$
mit $y\in K$ enthalten.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Sei $X$ eine Menge und $\mathcal A\subset \mathcal P(X\times X)$
  eine uniforme Struktur.
  Eine Teilmenge $\mathcal E\subset \mathcal A$
  hei"st ein\label{abzUS}  
  {\bf Erzeugendensystem der uniformen Struktur $\mathcal A$},
  wenn die Elemente von $\mathcal A$ genau alle Obermengen von
  Elementen von $\mathcal E$ sind.\index{Erzeugendensystem!von
    uniformer Struktur}
  Man zeige, da"s in einer abz"ahlbar erzeugten uniformen Struktur
  jeder Punkt eine abz"ahlbare Umgebungsbasis besitzt. 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Jede Verkn"upfung gleichm"a"sig stetiger Abbildungen zwischen
  uniformen R"aumen ist  gleichm"a"sig stetig. Die Identit"at auf einem
  uniformen Raum ist gleichm"a"sig stetig. Die uniformen R"aume bilden mithin
  eine Kategorie $\op{Unif}$.\index{Unif@$\op{Unif}$ Kategorie der uniformen R"aume} Man zeige, da"s diese Kategorie Produkte besitzt.
\end{Ubung}



\subsection{Riesz'scher Darstellungssatz}
\begin{Bemerkungl}
Unter einem \defind{Borelma"s} auf einem topologischen Raum 
verstehen wir wie in \eref{BoMa}{AN3} 
ein topologisches Ma"s, 
das auf allen abgeschlossenen Kompakta unseres Raums endliche Werte annimmt.
Diese Terminologie ist g"angig, aber
kein universeller Standard.
Wir werden jedoch Borelma"se
eh nur auf
abz"ahlbar basierten lokal kompakten Hausdorffr"aumen betrachten, f"ur die
die Konventionen der meisten Autoren dieselben Borelma"se liefern.
Die Menge aller 
  Borelma"se auf $X$ notieren wir\index{M@$\op{M}^{\op{bor}}$ Borelma"se}
  $$\op{M}^{\op{bor}}(X;[0,\infty])$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}\label{RaMas}
Seien $X$ ein topologischer Raum und $\cal{C}_! (X,\Bbb{R})$ der
reelle Vektorraum aller stetigen Abbildungen $f: X \ra \Bbb{R}$ mit
kompaktem Tr"ager. 
Eine 
Linearform $\Lambda:
\cal{C}_!(X,\Bbb{R}) \ra \Bbb{R}$ 
 hei"st 
{\bf nichtnegativ},\index{nichtnegativ!Linearform auf $\cal{C}_{~!}(X,\Bbb{R})$}   wenn sie jeder
nichtnegativen Funktion eine nichtnegative reelle Zahl zuordnet.
Eine nichtnegative Linearform hei"st  ein 
{\bf Radon-Ma"s}\index{Radonma"s!nichtnegatives}
oder genauer ein {\bf nichtnegatives Radon-Ma"s}
auf unserem topologischen Raum.\index{M@${\op{M}}^{\op{rad}}(X;[0,\infty))$
 nichtnegative Radonma"se}   Die Menge aller nichtnegativen Radonma"se auf $X$ notieren wir $${\op{M}}^{\op{rad}}(X;[0,\infty))$$
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Ein Radon-Ma"s  ist kein Ma"s im
Sinne einer Funktion auf einer $\sigma$-Algebra \eref{DeMas}{AN3}.
Der folgende Satz zeigt jedoch, da"s diese Begriffe eng verwandt sind.
Man beachte, da"s wir von unserer Linearform keinerlei
zus"atzliche Stetigkeitseigenschaften
fordern. Wir werden in \ref{NiFu} sehen, da"s
die Forderung der Nichtnegativit"at bereits gewisse
Stetigkeitseigenschaften impliziert.
\end{Bemerkungl}



\begin{Satz}[\textbf{Riesz'scher 
Darstellungssatz}]\index{Riesz'scher Darstellungssatz!Ma"stheorie!im allgemeinen Fall}
F"ur jeden lokal kompakten abz"ahlbar basierten Hausdorffraum $X$
liefert das Bilden des Integrals
eine Bijektion\label{RiDa}  
$$\op{M}^{\op{bor}}(X;[0,\infty])\sira \op{M}^{\op{rad}}(X;[0,\infty)) $$
zwischen der Menge aller Borelma"se und der Menge aller 
Radonma"se auf $X$.\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
In anderen Worten k"onnen wir also jede nichtnegative Linearform durch
genau ein Borelma"s darstellen, deshalb auch die Bezeichnung als
Darstellungssatz. 
Wir beginnen den Beweis des Satzes 
mit dem Nachweis, da"s nichtnegative Linearformen
automatisch gewisse Stetigkeitseigenschaften haben.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkunge}[\textbf{Verallgemeinerung auf nicht abz"ahlbar basierte R"aume}] 
F"ur jeden lokal kompakten  Hausdorffraum $X$
liefert allgemeiner das Bilden des Integrals
eine Bijektion\label{RiDanx}  
$$\left\{ \text{Regul"are Borelma"se auf $X$}
 \right\} \; \;\sira\;\; \left\{ 
\text{Radonma"se auf } 
X
\right\} $$
Hier sind regul"are Borelma"se wie in \eref{rBm}{AN3} zu verstehen als
Borelma"se mit den Eigenschaften, da"s (1) das Ma"s jeder offenen
Menge das Supremum "uber die Ma"se der in ihr enthaltenen Kompakta ist
und (2) das Ma"s jeder me"sbaren Menge das Infimum "uber die Ma"se der sie
umfassenden offenen Mengen.
Man mag das in \cite{Halmos} oder \cite{RudinRCA} oder
\cite{Sternberg} nachlesen.
 Betrachten wir zum Beispiel eine "uberabz"ahlbare Menge mit der diskreten
  Topologie und das Borelma"s, das jeder abz"ahlbaren Menge Null
  zuordnet und jeder "uberabz"ahlbaren Menge Unendlich, so ist das Integral
  jeder stetigen Funktion mit kompaktem Tr"ager Null, obwohl unser Ma"s nicht
  identisch verschwindet.  Allerdings sind in diesem Fall auch unsere
  Regularit"atsbedingungen nicht erf"ullt, genauer ist hier unsere erste
  Regularit"atsbedingung verletzt.  Meines Erachtens sind auf
  topologischen R"aumen Radonma"se der  nat"urlichere Begriff.
  Dennoch ist der "Ubergang zu regul"aren Borelma"sen
  oft von Nutzen.
\end{Bemerkunge}


\begin{Lemma}[\textbf{Stetigkeitseigenschaften 
nichtnegativer Linearformen}]
Gegeben ein lokal kompakter Hausdorffraum  $X$ und\label{NiFu}
eine nichtnegative Linearform $\Lambda:\cal{C}_!(X,\Bbb{R}) \ra \Bbb{R}$ und
ein Kompaktum $K\subset X$  ist die Einschr"ankung
von $\Lambda$ auf den Raum $\cal{C}_{K}(X,\Bbb{R})$
aller stetigen Funktionen mit Tr"ager in $K$ stetig f"ur die 
Norm der gleichm"a"sigen Konvergenz.
\end{Lemma}
\begin{proof}
Das Lemma von Urysohn oder genauer \ref{FSKo} liefert 
eine stetige nichtnegative Funktion $h\in \cal{C}_!(X,\Bbb{R}),$
die auf unserem Kompaktum 
$K$ konstant Eins ist. F"ur $f\in \cal{C}_{K} (X,\Bbb{R})$
gilt dann $-\|f\|_\infty \;h\leq f\leq \|f\|_\infty \;h$ und Anwenden
von $\Lambda$ liefert $|\Lambda(f)|\leq \Lambda(h)\; \|f\|_\infty.$  
\end{proof}
\begin{Bemerkunge}
 Gegeben ein lokal kompakter Hausdorffraum  $X$ verstehen wir 
unter einem
{\bf reellen Radonma"s auf $X$}\index{Radonma"s!reelles}
eine  Linearform $\Lambda:\cal{C}_!(X,\Bbb{R}) \ra \Bbb{R}$ 
mit der Eigenschaft, da"s f"ur jedes\label{Radsig} 
Kompaktum $K\subset X$   die Einschr"ankung
von $\Lambda$ auf den Raum $\cal{C}_{K}(X,\Bbb{R})$
aller stetigen Funktionen mit Tr"ager in $K$ stetig ist f"ur die 
Norm der gleichm"a"sigen Konvergenz.
Den Vektorraum der reellen Radonma"se notieren wir
$$\op{M}^{\op{rad}}(X;\DR)$$
Das Analogon des Riesz'schen 
Darstellungssatzes f"ur reelle Ma"se gilt nicht.
Bereits f"ur $X=\DZ$ mit der diskreten Topologie ist
$f\mapsto \sum_{n\in\DZ}(-1)^n f(n)$ ein reelles Radonma"s,
das nicht als eine Integration "uber ein reelles Borelma"s $\mu \in \op{M}^{\op{bor}}(X;\DR)$ realisiert werden
kann. \nichtfinal{(Definition reelles Borelma"s?)} 
\end{Bemerkunge}

\begin{proof}[Beweis des  
Darstellungssatzes \ref{RiDa}]
Wir konstruieren zun"achst eine Abbildung in die Gegenrichtung
und betrachten die $\sigma$-Algebra aller 
Borelmengen in $X\times\DR.$ 
Wir behaupten, da"s sie bereits erzeugt wird von 
den \glqq Graphenfl"achen\grqq\ 
\begin{Bild} 
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildVGF}\\[4mm]
\noindent Eine verschobene Graphenfl"ache\end{Bild}
$$G(f)=\{ (x,t) \mid  0\leq t < f(x)\}$$
f"ur alle nichtnegativen $f \in \cal{C}_! (X,[0,\infty))$ 
sowie ihren in der zweiten Koordinate verschobenen Kopien 
$\{ (x,t) \mid  0\leq t+a < f(x)\}$ f"ur alle $a \in \Bbb{R}.$
Um das nachzuweisen, reicht es  
zu zeigen, da"s die von den verschobenen Graphenfl"achen
erzeugte $\sigma$-Algebra bereits alle Quader $U\times [a,b)$ 
mit $U\co X$ offen enth"alt. 
Sicher d"urfen wir uns hier auf Quader $U\times [0,b)$ beschr"anken,
und nach \ref{FoOo} d"urfen wir, da wir $X$ abz"ahlbar basiert 
voraussetzen, sogar 
annehmen, da"s gilt $U=\{x\mid f(x)>0\}$ f"ur eine stetige
Funktion $f:X\ra[0,\infty)$  mit kompaktem
Tr"ager.
Dann aber
erhalten wir f"ur den fraglichen Quader die Darstellung
$$U \times [0,b) = \bigcup_{n\in\Bbb{N}} G (\op{inf}(n f, b))$$
Bezeichne nun $\cal{G} \subset \cal{P} (X\times \Bbb{R})$ den von allen
verschobenen Graphenfl"achen erzeugten Mengenring und bezeichne 
$\lambda$ das Lebesguema"s auf $\DR.$ 
Wir behaupten, da"s f"ur alle $G \in \cal{G}$ die Abbildung
$$\begin{array}{rccl}
f_{G}:& X & \ra & [0,\infty)\\
&x &\mapsto &\lambda (G\cap \op{pr}_1^{-1}(x))
\end{array}$$
stetig ist.
Um das zu sehen, betrachten wir f"ur 
alle stetigen $f:X\ra \DR$
den \glqq Halbraum\grqq\ 
$$H(f)\pdef\{ (x,t) \mid   t < f(x)\}$$
Sicher gilt $H(f)\cap H(g)= H(\inf(f,g))$ und
$H(f)\cup H(g)= H(\sup(f,g)).$ Betrachten wir die leere Menge und die
ganze Menge auch als Halbr"aume, so 
ist das System aller Halbr"aume mithin stabil unter 
endlichen Schnitten und endlichen Vereinigungen.
%Die von allen Halbr"aumen erzeugte Mengenalgebra 
Der von allen Halbr"aumen erzeugte Mengenring 
besteht nach \eref{MREe}{AN3} folglich
aus endlichen disjunkten Vereinigungen von
Differenzmengen von derartigen Halbr"aumen. 
Insbesondere ist jede
Menge   $G\in\cal{G}$ eine endliche disjunkte Vereinigung
von Mengen der Gestalt $H(f)\backslash H(g)$ mit $f,g:X\ra\DR$ stetig,
und das zeigt, da"s  $f_G$ stetig ist f"ur alle $G\in \cal{G}.$
Wir behaupten nun, da"s f"ur $\Lambda : \cal{C}_! (X; \Bbb{R})\ra \Bbb{R}$
eine nichtnegative Linearform die Zuordnung
$G \mapsto \Lambda (f_{G})$ sogar
ein Pr"ama"s auf $\cal{G}$ ist.
In der Tat folgt das aus der Stetigkeitseigenschaft \ref{NiFu} 
nichtnegativer Linearformen mit dem Satz von Dini \eref{Dini}{AN1},
der besagt, da"s auf
einem Kompaktum jede monotone Folge
stetiger reellwertiger Funktionen, die punktweise gegen eine stetige Funktion
konvergiert, bereits gleichm"a"sig konvergieren mu"s.
Jede nichtnegative Linearform auf $\cal{C}_!(X,\Bbb{R})$ liefert 
so erst ein Pr"ama"s auf $\cal{G}$ und
mit dem Erweiterungssatz von Caratheodory  \eref{MHa}{AN3} dann ein 
topologisches Ma"s $\pi_\Lambda$ auf 
$X\times \DR.$ 
Wir erhalten schlie"slich ein topologisches Ma"s $\mu_\Lambda$ auf 
$X,$ indem wir f"ur jede topologisch me"sbare 
Teilmenge $A\subset X$ setzen
$$\mu_\Lambda(A)=\pi_\Lambda(A\times [0,1))$$
Dieses Ma"s $\mu_\Lambda$ 
ist endlich auf Kompakta, da wir nach \ref{FSKo} f"ur jedes Kompaktum 
$K$ die konstante Funktion Eins auf $K$ zu einer stetigen Funktion
mit kompaktem Tr"ager $h:X\ra[0,\infty)$ ausdehnen k"onnen, und aus
$K\times [0,1)\subset G(h)$ folgt 
dann sofort $\mu_\Lambda (K)\leq \Lambda(h).$
Damit haben wir zu unserer durch das Integrieren erkl"arten  Abbildung im
Darstellungssatz eine Abbildung in die Gegenrichtung konstruiert, 
der man ohne Schwierigkeiten ansieht, da"s sie eine Rechtsinverse ist, 
in Formeln 
$\int f\mu_\Lambda=\Lambda(f)$. Es bleibt also nur noch zu zeigen, da"s die
Abbildung aus unserem Satz injektiv ist, als da hei"st, 
da"s verschiedene Borelma"se $\mu \neq \nu$ auf $X$
auch verschiedene Funktionale auf $\cal{C}_! (X,\Bbb{R})$ liefern.
Sicher liefern sie verschiedene 
Ma"se $\mu \boxtimes \lambda \neq \nu \boxtimes \lambda$
auf $X \times \Bbb{R}$ und wegen der Eindeutigkeitsaussage 
im Ma"serweiterungssatz
\eref{MHa}{AN3} nehmen sie dann auch auf mindestens einer 
Menge $G \in \cal{G}$ verschiedene
Werte an.
Mit Fubini folgt daraus aber, da"s $\mu$ und $\nu$ verschieden sind auf
$f_{G} \in \cal{C}_! (X,\Bbb{R})$.
\end{proof}





\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
  Gegeben ein regul"ares Borelma"s $\mu$ auf einem
  lokal kompakten Hausdorffraum $X$ liegen die stetigen Funktionen
  mit kompaktem Tr"ager dicht im Raum der ${\op{L}}^p$-Funktionen
  f"ur jedes $p<\infty$, in Formeln\label{ckdi} 
  $$\overline{\mathcal C_!(X)}={\op{L}}^p(X;\mu)$$
  Hinweis: Nach \eref{USs}{AN3}
  liegt das Erzeugnis der charakteristischen Funktionen
  von Mengen endlichen Ma"ses dicht. Aufgrund der Regularit"at
   liegt  sogar  das Erzeugnis der charakteristischen Funktionen
   von offenen Mengen endlichen Ma"ses dicht. Und wieder aufgrund
   der Regularit"at k"onnen wir in jede offene Menge endlichen Ma"ses eine kompakte Menge fast desselben Ma"ses hineinlegen
   und dann eine nichtnegative stetige Funktion mit
   kompaktem Tr"ager finden, die auf diesem Kompaktum Eins ist und au"serhalb unserer offenen Menge Null.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Jedes reelle Radonma"s auf einem lokal kompakten Haus\-dorff\-raum
ist die Differenz von zwei nichtnegativen Radonma"sen.
Hinweis:\label{SrM} Man orientiert sich an den Hinweisen zu \eref{SRmA}{AN3}.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Gegeben ein lokal kompakter abz"ahlbar basierter Hausdorffraum 
$X$ liefert das Bilden des 
Produkts mit dem Lebesguema"s eine Bijektion
\begin{displaymath}
\{ \text{Borelma"se auf } X\} \sira
\{ \text{translationsinvariante Borelma"se auf }
X \times \Bbb{R}\}
\end{displaymath}
\end{Ubung}




\subsection{Haarma"se}

\begin{Bemerkungl}
Seien $X$ ein topologischer Raum und $\cal{C}_! (X,\Bbb{R})$ der
reelle Vektorraum aller stetigen Abbildungen $f: X \ra \Bbb{R}$ mit
kompaktem Tr"ager. Ich erinnere daran \ref{RaMas}, da"s nach\label{RaMasx}
wir unter einem {\bf Radonma\ss\  auf $X$}\index{Radonma\ss}   
eine 
Linearform $\Lambda:
\cal{C}_!(X,\Bbb{R}) \ra \Bbb{R}$ 
verstehen, die  jeder
nichtnegativen Funktion eine nichtnegative reelle Zahl zuordnet.
\end{Bemerkungl}

  \begin{Definition}
    Unter einem {\bf Haar-Ma"s}\index{Haar-Ma"s!auf topologischer Gruppe} 
oder genauer einem
    {\bf linksinvarianten Haar-Radonma"s} auf einer topologischen Gruppe $G$
    verstehen wir\label{DHM}  
ein von Null verschiedenes nichtnegatives Radonma"s $\mu$
  mit der Eigenschaft $\mu (f\circ(x\cdot) )= \mu (f)$ f"ur 
alle $x\in G$ und alle $f\in \cal{C}_! (G,\Bbb{R}).$
\end{Definition}


\begin{Satz}[\textbf{"uber Haar'sche Ma"se}]
\begin{enumerate}
\item
Auf jeder lokal kompakten Hausdorffgruppe
 gibt es ein Haarma"s
und je zwei Haarma"se darauf 
unterscheiden sich h"ochstens um einen 
positiven konstanten reellen Faktor;
\item
Ein Haarma"s auf einer lokal kompakten Hausdorffgruppe ordnet jeder
    von Null verschiedenen nichtnegativen Funktion mit kompaktem Tr"ager eine
    positive Zahl zu.
\end{enumerate}
\label{EEHa} 
%\label{PHM}
\end{Satz}


  \begin{Bemerkunge}    Die Hausdorff-Bedingung 
im Satz ist "uberfl"ussig. Genauer  kann man  mit
\ref{HQTG} den allgemeinen Fall  auf 
den Fall einer Hausdorffgruppe zur"uckf"uhren. 
  \end{Bemerkunge}

  \begin{Beispiele}
 Haarma"se auf Matrixliegruppen werden in \rref{HMML}{ML}
diskutiert, Haarma"se auf beliebigen Liegruppen in \eref{IVL}{ML}. 
Typische Beispiele sind das Z"ahlma"s auf diskreten Gruppen, das Lebesguema"s 
auf den additiven Gruppen
$\DR$ und allgemeiner $\DR^n$, sowie das Ma"s $f\mapsto \int f(t)t^{-1}\diff t$
auf der multiplikativen Gruppe $\DR^\times$. 
  \end{Beispiele}
  

 
  \begin{Bemerkungl}
    Ein Haarma"s auf einer kompakten topologischen Gruppe, das der konstanten
    Funktion Eins den Wert Eins zuordnet, hei"st ein\label{NHMa}  
{\bf normiertes Haarma"s}.\index{Haar-Ma"s!normiertes}
  \end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkunge}\label{DHMa}
Ich gebe hier einen  Beweis der Existenz,
der den Satz von Tychonoff \ref{ST} verwendet und so implizit
das Auswahlaxiom.
Es ist nat"urlich merkw"urdig, das Auswahlaxiom zu verwenden bei
der Konstruktion von etwas, das im wesentlichen eindeutig ist.
Einen etwas l"angeren Beweis, der ohne das Auswahlaxiom 
auskommt, kann man in \cite{HeRo} finden.
\end{Bemerkunge}

\begin{proof}[Beweis]
Bezeichne $\cal{C}^{+}_! (G)$ 
die Menge aller $f \in \cal{C}_!(G,\Bbb{R})$
mit $f \geq 0$. Gegeben
$f, g \in \cal{C}^{+}_! (G)$ mit $g \neq 0$ 
gibt es $x_{1}, \ldots , x_{n} \in G$ und 
$a_{1}, \ldots , a_{n} \geq 0$ mit
$$f(z) \leq \sum^{n}_{i=1} a_{i} g (x_{i}z) \quad \forall z \in G$$
Wir definieren $(f: g)\in \Bbb{R}$ als das Infimum 
der m"oglichen $\sum^{n}_{i=1} a_{i}$ f"ur
alle Wahlen wie eben und haben f"ur alle
$f,f_1,f_2, h \in \cal{C}^{+}_! (G)$ offensichtlich
\begin{enumerate}
\item
$(f\circ(x\cdot): g) = (f: g)  \;\;\forall x \in G;$
\item
$(f_{1} + f_{2} : g)  \leq  (f_{1}: g)+(f_{2}: g);$
\item $(cf : g) = c(f: g) \quad\text{ f"ur beliebiges } c\in\DR_{\geq 0};$
\item $f_{1} \leq f_{2}  \Rightarrow  (f_{1}: g) \leq (f_{2} : g);$
\item $(f: g)  \leq  (f: h)(h: g) \quad\text{ falls  } h \neq 0;$
\item $f\neq 0\RA (f: g)>0.$
\end{enumerate}
Jetzt w"ahlen wir ein f"ur allemal ein 
festes $w \in \cal{C}^{+}_! (G)$ mit $w(e) \neq 0.$
Es existiert, denn das neutrale Element besitzt eine offene
Umgebung mit kompaktem Abschlu"s und wir k"onnen nach
Urysohn \ref{Ur} eine stetige Funktion von diesem Abschlu"s nach $[0,1]$
finden, die auf seinem Rand Null ist und beim neutralen Element Eins.
Dann dehnen wir diese stetige Funktion durch Null aus auf die ganze Gruppe.
Jetzt betrachten wir f"ur jedes von Null verschiedene
$g \in \cal{C}_!^+(G)$ die Abbildung
$$\begin{array}{cccl}
\mu_{g} :& \cal{C}^{+}_! (G) & \ra & \Bbb{R}_{\geq 0}\\[1mm]
&f & \mapsto & \mu_{g} (f) = (f:g)/{(w:g)}
\end{array}$$
Diese Abbildungen sind zu verstehen als 
Approximationen unseres Haar'schen Ma"ses,
normalisiert durch die Bedingung $\mu_{g} (w) =1.$
Sicher gilt f"ur diese Approximationen:
\begin{enumerate}
\item
$
\mu_{g} (f\circ(x\cdot)) = \mu_{g} (f) \;\;\forall x \in G;$
\item$ \mu_{g} (cf) = c \mu_{g} (f) \quad\text{ f"ur beliebiges } c \geq 0;$
\item $\mu_{g} (f_{1}+f_{2}) \leq  \mu_{g} (f_{1}) + \mu_{g} (f_{2})$.
\end{enumerate}
Des weiteren gelten f"ur beliebige von Null verschiedene 
$f,g\in \cal{C}^{+}_! (G)$  die Absch"atzungen
$$(f: w)  = \frac{(f:w)(w:g)}{(w:g)} \geq 
\mu_{g} (f) \geq \frac{(f:g)}{(w:f)(f:g)} = \frac{1}{(w:f)}$$
Wir zeigen als Zwischenschritt sogar eine
Absch"atzung in der Gegenrichtung.
\begin{Lemma}
Seien $f_{1},f_{2} \in \cal{C}^{+}_! (G)$ und $\varepsilon > 0$ gegeben.
So gibt es eine offene Umgebung $V=V(f_{1},f_{2}, \varepsilon)$ 
von $e \in G$ derart, da"s f"ur alle
$g \in \cal{C}^{+}_! (V)\backslash 0$ gilt\label{FADD} 
$$\mu_{g} (f_{1}) + \mu_{g} (f_{2}) \leq \mu_{g} (f_{1}+f_{2}) + \varepsilon
$$
\end{Lemma}

\begin{proof}[Beweis]
Zun"achst einmal finden wir eine Funktion
$h \in \cal{C}^{+}_! (G)$ mit
$h(z)=1$ $ \forall z \in \op{supp}(f_{1}+f_{2}).$
Diese Funktion halten wir f"ur den folgenden Beweis fest.
Gegeben ein $\delta >0,$ das am Schlu"s gen"ugend klein gew"ahlt werden mu"s,
setzen wir nun $f=f^\delta = f_{1}+f_{2} +\delta h$ 
und betrachten die Funktionen 
$h_{\nu} =h^\delta_{\nu} = f_{\nu}/f,$ stetig 
fortgesetzt durch Null auf die Nullstellenmenge von $f.$  
Wegen der in \ref{glstu} gezeigten 
gleichm"a"sigen Stetigkeit der $h_\nu$ finden wir
eine offene Umgebung $V= V(\delta, f_{1}, f_{2})$ des neutralen Elements 
mit $|h_{\nu}(z) - h_{\nu} (y)| < \delta \text{ falls } y \in z V$ 
f"ur $\nu=1,2.$
Nehmen wir nun irgendein $g \in \cal{C}^{+}_! (G)$ mit 
$g \neq 0$ und w"ahlen irgendwelche $a_{i} \geq
0$ und $x_{i} \in G$ mit
$$f(z) \leq \sum^{n}_{i=1} a_{i} g (x_{i} z) \quad \forall z,$$
so folgt unter der Zusatzbedingung
$\op{supp} (g) \subset V$ bereits
$$\begin{array}{ccl}
f_{\nu}(z) & \leq & \sum^{n}_{i=1} a_{i} g (x_{i}z) h_{\nu}(z)\\[2mm]
& \leq & \sum^{n}_{i=1} a_{i} g (x_{i}z)(h_{\nu}(x^{-1}_{i})+\delta)
\end{array}$$
da ja gilt $g(x_{i}z) \neq 0 \Rightarrow 
x_{i} z \in V \Rightarrow z \in x^{-1}_{i} V$.
Immer unter unserer Zusatzbedingung $\op{supp} (g) \subset V$ folgt weiter
erst
$$
(f_{\nu}:g)  \leq  \sum a_{i} (h_{\nu}(x^{-1}_{i}) + \delta )
$$
und wegen $h_{1}+h_{2}\leq 1$ dann
$$\begin{array}{ccl}
(f_{1}:g) +(f_{2}: g) & \leq & \sum a_{i} (1+2\delta)\\[2mm]
(f_{1}:g) +(f_{2}: g) &\leq & (f: g )(1+2 \delta)\\
& \leq & ((f_{1} + f_{2} : g)+ \delta (h: g)) (1 + 2 \delta)\\[2mm]
\mu_{g} (f_{1}) + \mu_{g} (f_{2}) &
 \leq & (\mu_{g} (f_{1}+f_{2}) + \delta \mu_{g}
(h)) (1 + 2 \delta)\\
& \leq & (\mu_{g} (f_{1}+f_{2}) + \delta (h:w)
) (1 + 2 \delta)\end{array}$$
Das Lemma ergibt sich, wenn wir zu Beginn  $\delta$ in Abh"angigkeit
von $\varepsilon$ klein genug
w"ahlen und das zugeh"orige $V$ nehmen. 
\end{proof}
\noindent
Setzen wir f"ur $f \neq 0$ nun $I_{f} = 
\left[ {(w:f)^{-1}},(f:w) \right],$
so gilt nach einer
fr"uheren Absch"atzung $\mu_{g} (f) \in I_{f}$ f"ur alle $f \neq 0$.
Damit kann man $\mu_{g}$ auffassen als einen Punkt des Produkts
$$I\pdef \prod_{0\neq f\in \cal{C}^{+}_! (G)} I_{f}$$
Mit der Produkttopologie wird $I$ ein Kompaktum nach dem Satz von Tychonoff
\ref{ST}.
F"ur $V \co G$ eine offene Umgebung des neutralen Elements
betrachten wir nun
$$ K_{V} \pdef \overline{\{\mu_{g} | \op{supp} g \subset V\} } \subset I$$
Sicher gilt $V \subset W \Rightarrow K_{V} \subset K_{W}$ und wir folgern,
da"s es ein $\mu \in I$ gibt mit
$\mu \in K_{V} $ $ \forall V.$
Wir verstehen nun $\mu$ als eine  Abbildung
$
\mu : \cal{C}^{+}_! (G)  \ra  \Bbb{R}$, 
indem wir $\mu(f)$ als die Projektion von
$\mu$ auf seine $f$-Komponente definieren f"ur $f\neq 0$ und
$\mu(0)=0$ setzen. Dann
behaupten wir, da"s das so erkl"arte $\mu$ 
additiv ist und mit der Multiplikation mit nichtnegativen
Skalaren vertauscht.
Gegeben $f_{1}, f_{2} \in \cal{C}^{+}_! (G)$ und $\varepsilon >0$ und 
$V$ eine Umgebung des neutralen Elements finden wir ja nach
der Definition der Produkttopologie ein $g \in \cal{C}^{+}_! (V)$ mit
$$|\mu (f_{i})-\mu_{g} (f_{i}) | < \varepsilon \text{ f"ur } i = 1,2.$$
Es folgt f"ur $f, f_{1},f_{2} \in \cal{C}^{+}_! (G)$ bereits 
$\mu (cf) = c\mu (f)$ falls $c \geq 0,$
$\mu (f_{1} + f_{2}) = \mu (f_{1}) + \mu (f_{2})$ 
sowie $\mu (f\circ(x\cdot)) = \mu (f)
\quad \forall x \in G$.
F"ur beliebiges $f \in \cal{C}_! (G)$ setzen wir 
$f^{\pm} = \op{sup} (\pm f,0)$ und $\mu
(f)=\mu (f^{+}) - \mu (f^{-})$ und haben 
damit die Existenz eines Haar'schen Ma"ses 
nachgewiesen. 
Wir zeigen nun noch die 
Eindeutigkeit.
Dazu ben"otigen wir Produktma"se, wie sie
im Anschlu"s in \ref{PRaM} diskutiert werden.
Gegeben zwei Haarma"se $\mu, \nu$ auf einer 
lokal kompakten Hausdorff'schen Gruppe $G$ benutzen wir im 
Folgenden die Konvention, nach
der "uber die Variable $x$ nach $\mu$ und "uber die 
Variable $y$ nach $\nu$ integriert
werden m"oge.
Damit finden wir 
nach \ref{PRaM} oder im abz"ahlbar basierten Fall auch alternativ nach 
Riesz \ref{RiDa} und Fubini
\eref{Fuba}{AN3} 
f"ur $f,h \in \cal{C}_! (G,\Bbb{R})$ beliebig
$$\begin{array}{ccl}
\mu (f) \nu(h) - \nu (f) \mu (h) &=& \int f (x) h(y) - f(y) h(x)\\[2mm]
 &=& \int f(x) h(x^{-1}y) - f(y) h(x)\\[2mm]
 &=& \int f(yx) h(x^{-1}) - f (y)h(x)%\\[2mm]
% &=& \int f (x^{-1}yx)  h(x^{-1}) - f(y) h(x)
\end{array}$$
Unter der zus"atzlichen Annahme, da"s $h$ nichtnegativ 
und symmetrisch sei, in Formeln $h\geq 0$ und
$h(x) = h(x^{-1}) \; \forall x \in G,$
ergibt sich die Absch"atzung
$$
|\mu (f) \nu (h) - \nu (f)\mu(h)| \leq 
\mu (h)\op{sup}|f(yx) - f(y) | 
$$
Dabei ist das Supremum "uber alle 
$x \in \op{supp} h$ und $ y \in G$ zu bilden. 
Indem wir die gleichm"a"sige Stetigkeit von $f$ nach \ref{glstu}
ausn"utzen und
$h$ mit sehr kleinem Tr"ager um das neutrale Element herum w"ahlen,
finden wir bei festem $f\geq 0$ mit $f\neq 0$ f"ur alle $\varepsilon >0$ eine
Umgebung des neutralen Elements derart, da"s f"ur alle  $h\geq 0$ mit
$h\neq 0$ und Tr"ager in dieser Umgebung $U(f,\varepsilon)$ gilt
$$
\left|\frac{\nu (h)}{\mu(h)} - \frac{\nu (f)}{\mu(f)}\right| \leq 
\frac{\varepsilon}{\mu(f)}
$$
Daraus folgt dann die Eindeutigkeit, denn gegeben von
Null verschiedene $f,g\geq 0$ kommen  wir mit
demselben $\frac{\nu (h)}{\mu(h)}$ sowohl an $\frac{\nu (f)}{\mu(f)}$ als auch an $\frac{\nu (g)}{\mu(g)}$ beliebig nah heran.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben ein lokal kompakter Hausdorffraum $X$ mit einem 
Radonma"s $\mu$ und eine stetige Funktion mit kompaktem Tr"ager
$f:X\ra\DC$ verwende ich auch die Schreibweise
$$\mu(f)\defp \int_X f(x)\mu\langle x\rangle$$ 
\end{Bemerkungl}


\begin{Proposition}[\textbf{Produkte von Radonma"sen}]
Seien lokal kompakte Hausdorffr"aume $X,Y$\label{PRaM}
mit Radonma"sen $\mu, \nu$ gegeben. So gilt:
\begin{enumerate}
\item
Es gibt genau ein Radonma"s $\mu \boxtimes \nu$ 
auf dem Produktraum $X\times Y$ mit $$\int f(x) g(y)
(\mu \boxtimes \nu)\langle x,y\rangle 
= \left(\int f(x)\mu \langle x\rangle\right)\left( \int
g(y)\nu \langle y\rangle\right)$$
f"ur alle $f \in \cal{C}_! (X,\Bbb{R})$ und $ g \in \cal{C}_! (Y,\Bbb{R})$;
\item F"ur alle $h \in \cal{C}_! (X\times Y; \Bbb{R})$ geh"ort die Abbildung
$x \mapsto \int h (x,y) \nu (y)$ zu $\cal{C}_! (X,\Bbb{R})$ und es gilt
$\int h(x,y)(\mu \boxtimes \nu)\langle x,y\rangle  
= \int (\int h (x,y) \nu \langle y\rangle) \mu \langle x\rangle$;
\end{enumerate}
Insbesondere darf also die 
Integrationsreihenfolge
vertauscht werden.
\end{Proposition}

\begin{Bemerkungl}\label{stSN} 
Gegeben ein lokal kompakter Hausdorffraum $X$ 
und ein Kompaktum $K \subset X$ bezeichne
$\cal{C}_{K} (X,\Bbb{R}) \subset \cal{C}_! (X,\Bbb{R})$ 
den Raum aller stetigen reellen Funktionen mit Tr"ager in $K$,
versehen mit seiner $\op{sup}$-Norm. In dieser Situation 
ist jedes positive Funktional $\varphi : \cal{C}_! (X,\Bbb{R})
\ra \Bbb{R}$ stetig auf $\cal{C}_{K} (X,\Bbb{R})$, denn 
es gibt $h \in \cal{C}_! (X,\Bbb{R})$ mit
$h \geq 0$ und $h_{K} =1$, und f"ur 
$f \in \cal{C}_{K} (X,\Bbb{R})$ folgt aus $\| f\| \leq 1$ sofort
$|\varphi (f)| = |\varphi (f^{+})- \varphi (f^{-})| \leq \varphi (h)$.
\end{Bemerkungl}

  \begin{proof}
    Ist $X$ ein beliebiger topologischer Raum und $Y$ kompakt, so macht die
    offensichtliche Identifikation $\op{Ens} (X \times Y, \Bbb{R})
    \overset{\sim}{\ra} \op{Ens} (X, \op{Ens} (Y,\Bbb{R}))$ jede stetige
    Abbildung $h: X \times Y \ra \Bbb{R}$ zu einer stetigen Abbildung $X \ra 
\cal{C}
    (Y,\Bbb{R})$ f"ur die $\op{sup}$-Norm auf $\cal{C} (Y,\Bbb{R}),$ vergleiche
    \ref{TKL}.  Sind also $X$ und $Y$ lokal kompakte Hausdorffr"aume und 
ist $h : X
\times Y \ra \Bbb{R}$ stetig mit kompaktem Tr"ager und $\nu$ ein
Radonma"s auf $Y$, so ist auch $x \mapsto
    \int h (x,y) \nu \langle y\rangle$ stetig 
mit kompaktem Tr"ager.  Das zeigt schon mal,
    da"s das Doppelintegral im zweiten Teil des Satzes  
existiert wie behauptet.
    Insbesondere erhalten wir so ein Radonma"s auf $X \times Y$, das die
    Bedingung aus Teil 1 erf"ullt.  Es bleibt zu zeigen, da"s es das Einzige
    ist.  Dazu reicht es zu zeigen, da"s sich f"ur beliebige Kompakta $K
    \subset X$ und $L \subset Y$ jedes $h \in \cal{C}_{K\times L} (X \times Y,
    \Bbb{R})$ beliebig gut gleichm"a"sig appoximieren l"a"st durch endliche
    Linearkombinationen von "au"seren 
Produkten $u\boxtimes v $ mit $u \in \cal{C}_{K}
    (X,\Bbb{R})$ und $v \in \cal{C}_{L}(Y,\Bbb{R}).$ Auf dem kompakten
    Raum $Z$, der aus $X \times Y$ entsteht, wenn man den Abschlu"s des
    Komplements von $K\times L$ zu einem Punkt $\ast$ identifiziert, bilden
    diese Linearkombinationen aber zusammen mit der Eins eine 
Unteralgebra von $\cal{C}
    (Z,\Bbb{R})$, die die Punkte trennt. Damit sagt uns 
Stone-Weierstra"s \eref{SW}{AN1},
    da"s wir beliebige $h \in \cal{C}(Z,\Bbb{R})$ 
beliebig gut durch Elemente dieser
    Unteralgebra approximieren k"onnen, und Funktionen mit $h(\ast) =0$ sogar
    beliebig gut durch Linearkombinationen von externen 
Produkten $u\boxtimes v $.
\end{proof}




 



  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Modulare Funktion}]
    Gegeben eine Gruppe $G$ und $h\in G$ ist das Vorschalten der Rechtsverschiebung
    $(\cdot h):G\ra G$ eine Abbildung $(\circ(\cdot h)):\mathcal C(G)\ra\mathcal C(G)$.
    Gegeben eine lokal kompakte Hausdorffgruppe $G$ mit Haarma"s $\mu$ 
    ist f"ur jedes Gruppenelement $h\in G$ auch $\mu\circ(\circ (\cdot h))$ ein
    Haarma"s und es gibt folglich $\Delta(h)\in \DR_{>0}$ mit
    $\mu\circ (\circ (\cdot h))=\Delta(h)\mu$. Offensichtlich ist
    dann $$\Delta=\Delta_G:G\ra \DR_{>0}$$ ein Gruppenhomomorphismus.\label{moFU} 
    Er hei"st die
    {\bf modulare Funktion}\index{modulare Funktion} von $G$.
  Sie ist stetig,
    denn halten wir eine nichtnegative von Null verschiedene stetige
    Funktion $f:G\ra \DR_{\geq 0}$ mit kompaktem Tr"ager fest
    und w"ahlen eine kompakte Umgebung $K\subset G$ des neutralen
    Elements, so gibt es eine stetige Funktion   $s:G\ra \DR_{\geq 0}$
    mit $s=1$ auf $(\op{supp}f)K$ und $s=0$ au"serhalb von $(\op{supp}f)K^2$
    und aus Gr"unden der gleichm"a"sigen Stetigkeit gibt es
    f"ur alle $\varepsilon >0$ eine Umgebung $U_\varepsilon$ des neutralen
    Elements mit $|f(g)-f(gx)|\leq\varepsilon \;\forall x\in U_\varepsilon,\; g\in G$. F"ur $x\in U_\varepsilon\cap K$ folgt
    $|\mu(f)-\mu(f\circ (\cdot x))|\leq \varepsilon\mu(s)$
    und das zeigt die Stetigkeit von $\Delta$ bei $h=1$ und damit
    die Stetigkeit "uberhaupt.
  \end{Bemerkungl}
    

  \nichtfinal{
    \begin{Ubung} Gegeben eine Liegruppe $G$ gilt f"ur die modulare Funktion
    aus \ref{moFU} die Formel $\Delta_G(g)=|\op{det}(\op{Ad}g)|^{-1}$.
    WOHIN?\label{moFL} 
\end{Ubung}}

  


\begin{Definition}
    Unter einem 
{\bf Haar'schen Borelma"s}\index{Haar-Ma"s!Haar'sches Borelma"s} 
oder genauer einem
{\bf linksinvarianten Haar'schen Borelma"s} auf einer topologischen Gruppe $G$
    verstehen wir\label{HBMM}  
ein von Null verschiedenes  nichtnegatives 
Borelma"s $\mu$ mit der Eigenschaft
$\mu(gA)=\mu(A)$ f"ur jede Borelmenge $A\subset G$ und alle 
$g\in G.$  
\end{Definition}
\begin{Korollar*}[\textbf{Existenz und Eindeutigkeit Haar'scher Borelma"se}]
Auf jeder abz"ahlbar basierten lokal kompakten Hausdorff'schen\label{HMBO}
  Gruppe gibt es ein Haar'sches Borelma"s,
und je zwei Haar'sche Borelma"se 
auf einer derartigen topologischen Gruppe 
unterscheiden sich h"ochstens um einen 
konstanten positiven reellen Faktor.
\end{Korollar*}
\begin{proof}
Man kombiniere die Existenz und Eindeutigkeit
Haar'scher Radonma"se \ref{EEHa} mit dem Riesz'schen Darstellungssatz
\ref{RiDa}.
\end{proof}
\begin{Bemerkunge}
Die Forderung der Existenz einer abz"ahlbaren Basis 
der Topologie ist jedenfalls notwendig, um die
Eindeutigkeit bis auf einen konstanten Faktor zu sichern.
Ist zum Beispiel $G$ eine "uberabz"ahlbare Gruppe mit der diskreten Topologie,
so w"are das Z"ahlma"s ein Haar'sches Borelma"s in unserem Sinne, 
aber auch das Ma"s,
das jeder abz"ahlbaren Teilmenge das Ma"s Null zuordnet und jeder 
"uberabz"ahlbaren Teilmenge das Ma"s Unendlich. In diesem Fall g"alte die
Eindeutigkeit bis auf einen konstanten Faktor also nicht.
Man kann  die Eindeutigkeit 
Haar'scher Borelma"se durch zus"atzliche
Forderungen an die fraglichen Borelma"se auch in dieser 
Allgemeinheit sichern, vergleiche etwa \cite{??}.
Diesen Aufwand will ich jedoch  vermeiden, 
da  den meisten von uns aller Voraussicht nach kaum einmal
 lokal kompakte topologische Gruppen begegnen  werden, die nicht
 abz"ahlbar basiert sind.
\end{Bemerkunge}
\subsubsection*{"Ubungen} 
 \begin{Ubung}
    Man zeige, da"s jedes linksinvariante Haarma"s auf einer kompakten
topologischen Gruppe auch rechtsinvariant ist. 
  \end{Ubung}
\begin{Ubung}
Gegeben ein Haar'sches Borelma"s auf einer 
abz"ahlbar\label{PBMM} basierten lokal kompakten Hausdorff'schen 
Gruppe hat jede nichtleere  offene Teilmenge positives Ma"s.
Hinweis: Urysohn.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Gegeben ein lokal kompakter Hausdorffraum $X$
  und eine
  lokal kompakte Hausdorffgruppe $G$ mit einem 
  Haar'schen Radonma"s $\mu$ ist jedes Radonma"s $\pi$ auf
  $X\times G$, das unter $G$ linksinvariant ist, von der Gestalt
  $\pi=\nu\boxtimes\mu$ f"ur ein wohlbestimmtes Radonma"s $\nu$ auf $X$.
  Hinweis: F"ur $f\in\mathcal C_!(X,\DR)$ erkl"are man
  $\mu_f:\mathcal C_!(G,\DR)\ra \DR$ durch $\mu_f(k)\pdef \pi(f\boxtimes k)$
  und erh"alt ein Haarma"s, also $\mu_f=\nu(f)\mu$ f"ur eine wohlbestimmte
  Konstante $\nu(f)$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Gegeben ein lokal kompakter Hausdorffraum $X$ mit
  einem Radonma"s $\nu$ und eine
  lokal kompakte Hausdorffgruppe $G$ mit einem 
  Haar'schen Radonma"s $\mu$ ist das Produktma"s
  $\nu\boxtimes \mu$ invariant unter der Eichgruppe des 
  trivialen $G$-Hauptfaserb"undels $X\times G$, als da hei"st unter
  allen
  Abbildungen der
  Gestalt $(x,g)\mapsto (x,s(x)g)$ f"ur $s:X\ra G$ stetig.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Gegeben ein lokal kompakter Hausdorffraum $X$  und eine
  lokal kompakte Hausdorffgruppe $G$
  und ein $G$-Hauptfaserb"undel $P\sra X$
  bilden wir ein
  $\DR_{>0}$-Hauptfaserb"undel $\Delta(P)$, indem wir jedem Punkt $x\in X$
  den $\DR_{>0}$-Torsor der $G$-rechtsinvarianten Haarma"se
  auf der Faser $P_x$ 
  zuordnen und die disjunkte Vereinigung dieser  $\DR_{>0}$-Torsoren
  in der offensichtlichen Weise mit einer Topologie versehen. 
 \end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Formelsammlung f"ur Radonma"se}]
    Bildma"se von Radonma"sen konstruiert man leicht f"ur eigentliche
    stetige Abbildungen sowie im Fall kompakt getragener Radonma"se\label{FSRM} 
    auch f"ur beliebige stetige Abbildungen,
    jeweils von lokal kompakten Hausdorffr"aumen. 
  Man zeige, da"s in beiden F"allen alle Formeln unserer Formelsammlung
  \eref{FSPM}{AN3} gelten, als da w"aren die Nat"urlichkeit, Eins, Assoziativit"at und Kommutativit"at von Produktma"sen sowie die Funktorialit"at von Bildma"sen.
\end{Ubung}

\subsection{Matrixkoeffizienten}

\begin{Bemerkungl}
Ich beginne mit Erinnerungen zu \eref{mkm}{NAS}.
Gegeben  eine Darstellung $V$ eines Monoids $G$ "uber einem K"orper $k$ 
 erkl"art man
f"ur $v \in V$ und $\varphi \in V^{\ast}$ den
  {\bf Matrixkoeffizienten}\index{Matrixkoeffizient} $c_{\varphi,v} : G
  \ra k$ durch die Vorschrift $c_{\varphi, v} (g) \pdef \varphi (g v)$
f"ur alle $g\in G$.
So erhalten wir eine
  Abbildung, die {\bf Matrixkoeffizientenabbildung}
  $$\begin{array}{ccc}
    V \otimes_k V^{\ast} & \ra & \op{Ens}(  G,k)\\
     v \otimes\varphi \; &\mapsto & c_{\varphi, v}
\end{array}$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}\label{RROx}
Jedes Monoid  $G$ tr"agt  eine nat"urliche Operation des
Monoids $G\times G^{\op{opp}}$ vermittels der Vorschrift $(x,y^\circ)z\pdef xzy$.
Gegeben eine Menge $E$ erhalten wir auch eine
Operation von $G\times G^{\op{opp}}$ auf $\op{Ens}(G,E)$ durch die Vorschrift
 $((y,x^\circ)f)(z)\pdef
f(xzy)$. Ich verwende die abk"urzenden Notationen $(yf)$ 
f"ur die Funktion gegeben durch 
$(yf)(z)=f(zy)$ und $(x^\circ f)=(fx)$ f"ur die Funktion gegeben durch 
 $(x^\circ f)(z)=(fx)(z)=f(xz)$. Insbesondere erhalten wir damit
  $u^\circ(x^\circ f)=(u^\circ x^\circ) f= (xu)^\circ f$, was
im Sinne unserer Notation \eref{oppoGR}{GR} vern"unftig ist.
%Wir verwenden die Notationen 
%$(\grave{x}f)(z)=f(zx)$ und $(\acute{y}f)(z)=f(yz)$.
Gegeben ein K"orper $k$ und eine Darstellung $V$ von $G$ "uber $k$ ist unsere Matrixkoeffizientenabbildung 
ein Homomorphismus $$V \boxtimes_k V^{\ast}  \ra  \op{Ens}(  G,k)$$
von Darstellungen des Monoids $G\times G^{\op{opp}}$. 
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Funktionen auf Monoiden als Matrixkoeffizienten}] 
Sei $G$ ein Monoid und $k$ ein K"orper. Jede Abbildung $f : G \ra k$ ist der 
Matrixkoeffizient $c_{\delta, f}$ der Linksoperation von
$G$ auf $V\pdef \op{Ens} (G,k)$ f"ur $\delta \pdef\delta_e\in V^{\ast}$ das 
Auswerten am neutralen Element.
In der Tat rechnen wir
$c_{\delta,f} (a) = \delta ( af) = (a f)(e) = f(a)$.
Analog gilt f"ur die Linksoperation von $G^{\op{opp}}$ 
auf demselben Raum auch die Gleichheit $c_{\delta,f} = f$
von Funktionen auf $G^{\op{opp}}$.
\end{Bemerkungl}



\begin{Lemma}[\textbf{Darstellende Funktionen}]
Sei  $k$ ein K"orper.
F"ur eine $k$-werti\-ge  Funktion auf einem Monoid sind
gleichbedeutend:\label{DarsF}
\begin{enumerate}
\item Unsere Funktion spannt zusammen mit ihren Linkstranslaten einen 
endlichdimensionalen
Untervektorraum im Raum aller $k$-wertigen Funktionen auf unserem Monoid auf;
\item
Unsere Funktion spannt zusammen mit ihren Rechtstranslaten einen 
endlichdimensionalen
Untervektorraum im Raum aller $k$-wertigen Funktionen auf unserem Monoid auf;
\item Unsere Funktion ist ein Matrixkoeffizient einer 
endlichdimensionalen
Darstellung unseres Monoids "uber $k$.
\end{enumerate}
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Gegeben eine Darstellung eines Monoids $G$
durch Endomorphismen eines endlichdimensionalen 
$k$-Vektorraums  $V$
liefern die Matrixkoeffizienten eine $(G \times G^{\op{opp}})$-"aquivariante 
Abbildung $V \boxtimes_k
V^{\ast} \ra \op{Ens}(G,k)$ unter der Operation aus
\ref{RROx}.
Damit erhalten wir sofort $3 \Rightarrow 1 \& 2$.
Spannt umgekehrt eine Funktion $f : G \ra k$  mit 
ihren Rechtstranslaten einen
endlichdimensionalen Teilraum 
$V\subset \op{Ens}(G,k)$ auf, so  ist $f$ eben der Matrixkoeffizient 
dieser endlichdimensionalen Darstellung zum
Vektor $f\in V$ und dem Auswerten am neutralen Element $\delta \in V^{\ast}$.
Das zeigt $2 \Rightarrow 3$.
Spannt schlie"slich $f$ mit seinen Linkstranslaten 
einen endlichdimensionalen
Teilraum 
$W\subset \op{Ens}(G,k)$ auf, 
so  ist $f$ Matrixkoeffizient
der endlichdimensionalen Darstellung $W$ von $G^{\op{opp}}$, und dann ist $f$ 
auch ein Matrixkoeffizient der 
kontragredienten Darstellung $W^\ast$ von $G$.
\end{proof}




\begin{Lemma}[\textbf{Stetige darstellende Funktionen}]
  F"ur eine stetige  Funktion auf einem topologischen Monoid,
  reellwertig oder komplexwertig oder auch mit Werten in einem beliebigen
  topologischen K"orper, sind
gleichbedeutend:\label{SarsF}
\begin{enumerate}
\item Unsere Funktion spannt zusammen mit ihren Linkstranslaten einen 
endlichdimensionalen
 Untervektorraum im Raum aller Funktionen auf unserem Monoid auf;
\item
Unsere Funktion spannt zusammen mit ihren Rechtstranslaten einen 
endlichdimensionalen
 Untervektorraum im Raum aller Funktionen auf unserem Monoid auf;
\item Unsere Funktion ist ein Matrixkoeffizient einer 
stetigen endlichdimensionalen
Darstellung unseres Monoids.
\end{enumerate}
\end{Lemma}

\begin{proof}[Beweis]
Gegeben eine endlichdimensionale stetige 
Darstellung $V$ eines topologischen Monoids $G$
liefern die Matrixkoeffizienten eine $(G \times G^{\op{opp}})$-"aquivariante 
Abbildung $V \boxtimes
V^{\ast} \ra \cal{C} (G)$.
Damit erhalten wir sofort $3 \Rightarrow 1 \& 2$.
Ist umgekehrt eine Funktion $f : G \ra \Bbb{C}$ stetig und spannt mit 
ihren Rechtstranslaten einen
endlichdimensionalen Teilraum  
$V\subset \cal{C}(G)$ auf, so finden wir $x_1,\ldots, x_n\in G$ derart,
da"s die Rechtstranslate
$x_{1}f, \ldots, x_{n}f$ 
eine Basis dieses Teilraums bilden. Da eine Funktion,
die an jeder Stelle verschwindet, schon identisch Null ist, finden wir Stellen
$y_{1}, \ldots, y_{n} \in G$ derart, 
da"s die Auswertungen dort eine Basis des
Dualraums $V^{\ast}$ liefern.
Da die zugeh"origen Matrixkoeffizienten 
$g \mapsto (gx_{i}f)(y_j) = f (y_j g x_{i})$
alle stetig sind, mu"s $V$ eine stetige Darstellung von $G$ sein.
Und nun ist $f$ eben der Matrixkoeffizient 
dieser stetigen endlichdimensionalen Darstellung zum
Vektor $f\in V$ und dem Auswerten am neutralen Element $\varphi \in V^{\ast}$.
Das zeigt $2 \Rightarrow 3$.
Spannt schlie"slich $f$ mit seinen Linkstranslaten 
einen endlichdimensionalen
Teilraum 
$W\subset \op{Ens}(G,k)$ auf, 
so  ist $f$ Matrixkoeffizient
der endlichdimensionalen Darstellung $W$ von $G^{\op{opp}}$, und dann ist $f$ 
auch ein Matrixkoeffizient der 
kontragredienten Darstellung $W^\ast$ von $G$.
\end{proof}




\begin{Bemerkungl}[\textbf{Die Ringalgebra der darstellenden Funktionen}]
Gegeben  ein ein topologisches
Monoid $G$ bilden
die stetigen komplexwertigen  darstellenden Funktionen
 in $\cal{C} (G)$ eine
 unter der komplexen Konjugation stabile Unterringalgebra
$$\mathcal R(G)$$ 
Ist in der Tat $f= c_{\varphi,v} $ f"ur $v \in V$ und $ \varphi 
\in V^{\ast}$, so haben 
wir $\bar{f} = c_{\bar{\varphi},\bar{v}}$ f"ur $\bar{v} \in 
\overline{V}$, $\bar{\varphi}
\in \overline{V}^{\ast}$ im Sinne von \eref{KRKb}{LA2}.
Spannen weiter $f_{1}, \ldots, f_{d}$ und $h_{1}, \ldots, 
h_{s}$ jeweils einen unter Linkstranslation
invarianten Teilraum von $\cal{C} (G)$ auf, so gilt offensichtlich dasselbe
f"ur die Produkte $f_{i} h_{j}$.
\end{Bemerkungl}

\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubunge}
Sei $G$ eine kompakte Liegruppe und $f:G\ra\DC$ eine darstellende
Funktion mit $f(e)=1$. Gibt es stets eine stetige Darstellung 
$\rho: G\ra\op{GL}(n;\DC)$, f"ur die wir $f=\rho_{11}$ haben?
\end{Ubunge}
\begin{Ubunge}\label{SFMS}
Der Ring der stetigen reellen oder komplexen darstellenden Funktionen auf der Gruppe
$\op{SL}(2;\DR)$ besteht genau aus allen Funktionen, die sich durch
Polynome
in den vier Matrixeintr"agen ausdr"ucken lassen. Hinweis: \eref{EDLS}{ML}.
\end{Ubunge}



\subsection{Kompakte Operatoren}
\begin{Definition}
Eine  lineare Abbildung zwischen normierten Vektorr"aumen  
hei"st \defnoind{kompakt}\index{kompakt!Operator}, 
wenn sie  die\label{koO} 
Einheitskugel auf eine Menge mit kompaktem Abschlu"s abbildet.
\end{Definition}

\begin{Satz}[\textbf{Spektrum 
kompakter selbstadjungierter Operatoren}]
Gegeben ein kompakter selbstadjungierter Operator auf einem 
Hilbertraum ist das Erzeugnis\label{SksO} seiner Eigenr"aume dicht und 
alle seine Eigenr"aume zu von Null verschiedenen 
Eigenwerten sind endlichdimensional. 
\end{Satz}

\begin{proof}[Beweis]
Sei $\mathcal{H}$ unser Hilbertraum und 
$T: \mathcal{H} \ra \mathcal{H}$ unser kompakter 
selbstadjungierter Operator. 
Wir zeigen zun"achst, da"s unter der Annahme $\cal{H}\neq 0$ entweder
$\|T\|$ oder $-\|T\|$ ein Eigenwert ist, und 
wiederholen  dazu erst einmal den Beginn des Beweises 
f"ur den Satz "uber den Spektralradius
\eref{SRSA}{AN3}.
Gegeben ein Vektor $v$ der L"ange Eins gilt 
$\|Tv\|^2 = \langle Tv, Tv \rangle =
\langle v, T^2v\rangle \leq \| v \| \| T^2 v\|= \| T^2 v\| $. 
Das zeigt $\| T \|^2 \leq \|T^2\|$.
Die andere Ungleichung gilt eh, womit wir f"ur jeden 
selbstadjungierten Operator $T$ folgern
$$\| T\|^2 = \| T^2\|$$ 
Unter der Annahme  $\mathcal{H}\neq 0$  finden wir
in $\mathcal{H}$ 
eine Folge von Einheitsvektoren $v_n$ 
mit
$
\lim_{n\ra \infty} \| T^2 v_n\| = \| T^2\|.
$
Wegen $\| T^2 v_n\|\leq\| T\| \|Tv_n\|\leq\| T\|^2 = \| T^2\|$ 
folgt
$
\lim_{n \ra \infty} \|Tv_n\| = \| T\|
$ zumindest falls $\| T\|\neq 0$, und im Fall $\| T\|= 0$ ist das 
eh klar.
Wir setzen nun $c =\|T\|$ und behaupten zun"achst, da"s $c^2$ ein Eigenwert von
von $T^2$ ist.
In der Tat gilt ja
\begin{displaymath}
\|(T^2 - c^2) v_n \|^2 = \langle v_n, (T^4 - 2 c^2 T^2 + c^4) v_n\rangle=
  \|T^2v_n\|^2 - 2c^2 \|Tv_n\|^2 + c^4
\end{displaymath}
und das strebt f"ur $n \ra \infty$ offensichtlich gegen Null.
Da wir nun $T$ kompakt angenommen hatten, d"urfen wir
ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit die Folge $Tv_n$ konvergent annehmen.
Im Fall $c=0$ ist unsere Behauptung eh klar, und im Fall $c\neq 0$
folgt erst die Konvergenz von $T^2v_n$ und dann die Konvergenz
der Folge $c^2v_n$ und damit 
die Konvergenz der Folge $v_n$
selber. Gilt nun etwa $\lim_{n\ra \infty}   v_n = v$,
so folgt unmittelbar $\|v\|=1$ und $T^2 v=c^2 v$ und 
$c^2$ ist in der Tat ein Eigenwert von
von $T^2$. 
Aus $(T+c)(T-c)v=0$ folgt dann aber auch, da"s entweder $v$ ein
Eigenvektor von $T$ zum Eigenwert $c$ ist, oder  $(T-c)v$
ein
Eigenvektor von $T$ zum Eigenwert $-c$.
Damit  haben wir gezeigt, da"s 
in der Tat 
entweder $\|T\|$ oder $-\|T\|$ ein Eigenwert von $T$ ist.
Der Rest des Beweises ist nun schnell erledigt.
W"are das Erzeugnis der Eigenr"aume nicht dicht, so w"are sein
orthogonales Komplement nicht Null und unser Operator h"atte darin 
folglich einen Eigenvektor, Widerspruch. 
W"are der Eigenraum zu einem von Null verschiedenen Eigenwert nicht 
endlichdimensional, so g"abe es darin eine Folge von paarweise
orthogonalen Einheitsvektoren, und deren Bild k"onnte keine konvergente
Teilfolge besitzen, Widerspruch. 
\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubunge}
  Eine Komposition von zwei stetigen Operatoren
 zwischen normierten Vektorr"aumen ist kompakt, wenn einer der Faktoren
kompakt ist.
\end{Ubunge}
\begin{Ubunge}
  Die kompakten linearen Abbildungen von einem
normierten Vektorraum in einen Banachraum bilden eine
abgeschlossene Teilmenge\label{koAA}
 im Raum aller stetigen linearen Abbildungen  mit
der Operatornorm.
\end{Ubunge}
\begin{Ubung}
Ein selbstadjungierter 
Operator auf einem Hilbertraum ist genau dann kompakt,
wenn das Erzeugnis seiner Eigenr"aume dicht liegt, 
alle seine Eigenr"aume zu von Null verschiedenen 
Eigenwerten endlichdimensional sind, und wenn zus"atzlich in jeder
Umgebung von Null fast alle seiner Eigenwerte enthalten sind.  
\end{Ubung}

\begin{Ubunge}\label{PZKK}
  Gegeben ein kompakter Operator 
$T: \mathcal H\ra \mathcal H'$ von einem Hilbertraum 
in einen weiteren Hilbertraum gibt es durch eine 
abz"ahlbare Menge $N$ indizierte Orthonormalsysteme 
$(v_n)_{n\in N}$ von $\mathcal H$ und 
$(w_n)_{n\in N}$ von $\mathcal H'$ und $\lambda_n>0$ derart, 
da"s f"ur alle $v\in \mathcal H$ gilt 
$$T(v)=\sum_{n\in N}\lambda_n\langle v_n,v\rangle w_n$$ 
Hinweis: Man gehe von einer Hilbertbasis aus
Eigenvektoren des kompakten
selbstadjungierten Operators $T^\ast T$ aus.
\end{Ubunge}
\subsection{Faltungen als kompakte Operatoren}
\begin{Bemerkungl}\label{KMRd}
 Ein metrischer Raum  hei"st
{\bf total beschr\"{a}nkt}\index{total beschr\"{a}nkt},
wenn  er  f\"{u}r
jedes
$\varepsilon >0$ eine endliche "Uberdeckung durch $\varepsilon$-B"alle
besitzt. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}\label{KMR}
Ein metrischer Raum   ist kompakt genau dann,
wenn er voll\-st\"{a}n\-dig und 
total beschr\"{a}nkt ist.
\end{Satz}
\begin{proof}
Wir zeigen  zun\"{a}chst, da"s jeder
kompakte metrische Raum vollst\"{a}ndig ist. In der Tat
besitzt ja unter unserer Annahme insbesondere auch jede Cauchy-Folge
eine konvergente Teilfolge und mu"s damit schon selbst konvergent sein.
Da"s jeder kompakte metrische Raum total beschr"ankt sein mu"s, ist eh klar.
Sei nun umgekehrt $X$ vollst\"{a}ndig und 
total beschr\"{a}nkt und sei
$v : \DN \ra X$ eine Folge in $X$.
Wir \"{u}berdecken $X$ durch endlich viele B\"{a}lle mit Radius $1$. In einem
dieser B\"{a}lle m\"{u}ssen unendlich viele Folgenglieder liegen, und diese
bilden eine Teilfolge $v^1 = v \circ i_{1}$
f\"{u}r eine geeignete Injektion $i_{1}:\DN \ra \DN$.
Als n\"{a}chstes \"{u}berdecken wir $X$ durch endlich viele B\"{a}lle vom
Radius $1/2$.
In einem dieser B\"{a}lle m\"{u}ssen unendlich viele Folgenglieder der Folge
$v^{1}$ liegen, und diese bilden eine Teilfolge $v^{2} =
v^{1} \circ
i_{2}$ von $v^{1}$, f\"{u}r eine geeignete Injektion $i_{2} : \DN \ra \DN$.
Als n\"{a}chstes \"{u}berdecken wir $X$ durch endlich viele B\"{a}lle vom
Radius $1/3$, und indem wir immer so weitermachen erhalten wir
eine Kette von Teilfolgen $v^{\nu}$ derart, da"s Folgenglieder von
$v^{\nu}$ h\"{o}chstens den Abstand $2/\nu$ voneinander haben.
Die Folge $y_{\nu}= v^{\nu}(\nu)$ ist dann eine Teilfolge
unserer Folge $v$, die eine Cauchy-Folge ist und mithin
konvergiert.
\end{proof}


\begin{Definition}
Eine Menge $\cal{F}$ von Abbildungen  von einem 
topologischen Raum
 $X$ in einen metrischen Raum
hei"st \defind{gleichgradig stetig},
 wenn es f"ur jeden Punkt $x\in X$ und 
jedes $\varepsilon>0$ eine Umgebung $U(x,\varepsilon)$ von $x$ 
gibt derart, da"s gilt
 $$y\in U(x,\varepsilon) \;\;\RA\;\;
d(f(x),f(y))\leq\varepsilon\;\forall f\in\cal{F}$$ 
\end{Definition}

\begin{Satz}[\textbf{Arzela-Ascoli}]\index{Arzela-Ascoli}
Im Raum aller stetigen Abbildungen eines  kompakten
Raums in einen kompakten
metrischen Raum, versehen mit der Metrik der gleichm"a"sigen Konvergenz, hat eine Teilmenge \label{ArAs} 
kompakten Abschlu"s genau dann, wenn sie 
  gleichgradig  stetig ist.
\end{Satz}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildArAz}\\[4mm]
\noindent 
Illustration zum Beweis von Arzela-Ascoli. Die B"alle $B_i$ 
sowie die Umgebungen $U(x_i,\varepsilon)$ sind
hier abgeschlossen zu verstehen, das ist im Beweis unerheblich.
Im allgemeinen w"urden sich nat"urlich unsere B"alle in $M$ und auch 
die Umgebungen in $X$ sehr viel mehr "uberlappen, aber dann 
kann man im Bild kaum noch etwas sehen. 
In unserem Fall w"are das einzig m"ogliche $\sigma$ zu $f$ gegeben durch
$1\mapsto 3$, $2\mapsto 3, $ $3\mapsto 2$. Alle Funktionen, insbesondere 
auch $f$ und $f_\sigma$, k"onnen auf $U(x_i,\varepsilon)$ h"ochstens um 
$\varepsilon$ von ihrem Wert bei $x_i$ abweichen. 
Ich hoffe, man kann nun sehen,
da"s $f$ h"ochstens um $4\varepsilon$ von
jedem zu $\sigma$ gew"ahlten  $f_\sigma$ abweichen kann.
\end{figure}
\begin{proof}
Unser Raum von stetigen Abbildungen ist nach \eref{VSW}{AN1}  
schon mal  vollst"andig in seiner Metrik der 
gleichm"a"sigen Konvergenz. Nach \ref{KMR} reicht es also zu zeigen,
da"s eine Teilmenge darin total beschr"ankt ist genau dann, wenn
sie gleichgradig stetig ist.
Die Herleitung gleichgradigen  Stetigkeit
aus der totalen Beschr"anktheit
"uberlassen wir  dem Leser als "Ubung \ref{GGTB}.
Ist umgekehrt eine Menge $\cal{F}$ 
von Abbildungen $f:X\ra M$ gleichgradig stetig,
so finden wir ja f"ur jedes $\varepsilon>0$ und jeden Punkt 
$x\in X$ eine Umgebung 
$U(x,\varepsilon)$ von $x$ 
derart, da"s gilt
 $$y\in U(x,\varepsilon) \;\RA\;
d(f(x),f(y))\leq\varepsilon\;\forall f\in\cal{F}$$ 
Endlich viele dieser
$U(x,\varepsilon)$ "uberdecken dann $X$,
etwa die zu den Punkten
$x_1$, $\ldots$, $x_r$, 
und endlich viele $\varepsilon$-B"alle 
$B_1, \ldots, B_s$
"uberdecken $M$. F"ur jede Abbildung
$\sigma:\{1,\ldots r\}\ra \{1,\ldots s\}$ w"ahlen wir nun
wenn m"oglich eine Funktion $f_\sigma\in \cal{F}$ mit 
$f_\sigma(x_i)\in B_{\sigma(i)}\;\forall i$
und behaupten, da"s die B"alle um diese  $f_\sigma$ mit Radius $4\varepsilon$
bereits ganz $\cal{F}$ "uberdecken. In der Tat, zu jeder Funktion
$f\in \cal{F}$ gibt es ja mindestens ein $\sigma$
mit $f(x_i)\in B_{\sigma(i)}\;\forall i$. F"ur 
solch ein $\sigma$  existiert dann notwendig auch  ein $f_\sigma$
und es gilt offensichtlich 
$d(f(x_i), f_\sigma(x_i))\leq 2\varepsilon$ f"ur alle $i$.
Da jedes $x$ in einem $U(x_i,\varepsilon)$ liegt, folgt dann jedoch
$d(f(x), f_\sigma(x))\leq 4\varepsilon$ f"ur alle $x\in X$.
\end{proof}




% \begin{Proposition*}[\textbf{Kompaktheit gewisser Konvolutionsoperatoren}]
%  Gegeben  kompakte metrische R"aume $X, Y$ 
% und ein nichtnegatives Borelma"s $\mu$ auf $X$ und eine stetige Funktion
% $ h \in {\cal C} (X \times Y) $\label{KoKo} 
% erhalten wir einen kompakten Operator
% $ K=K_h:\op{L}^{2}(X;\mu) \rightarrow {\cal C}(Y)$
% durch die Abbildungsvorschrift
% \[ (Kf)(y) \pdef \int \limits_{X}h(x,y) f(x) \mu \langle x \rangle \]
% \end{Proposition*}

% \begin{proof}[Beweis]
% Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit d"urfen wir
% $ \mu(X)=1$ annehmen. Jede beschr"ankte me"sbare Funktion 
% $g: X \to {\mathbb C}$ ist quadratintegrierbar und 
% es gilt offensichtlich
% $ \|g\|_{2} \le  \|g\|_{\infty}$.
% Die Cauchy-Schwarz'sche Ungleichung sagt uns also, 
% da"s der Integrand in unserer Proposition f"ur alle 
% $y \in Y$ integrierbar ist, und liefert gleichzeitig die Absch"atzung
% \[ |(Kf)(y)| \le \|h\|_{\infty}  \|f\|_{2} \]
% Jetzt ist aber $h$ auch gleichm"a"sig stetig, 
% f"ur alle $\varepsilon > 0$ gibt es demnach  $\delta > 0$ mit 
% \[ d(y,z) < \delta \Rightarrow |h(x,y) - h(x,z)| 
% < \varepsilon \;\; \forall x \in X \]
% Mit derselben Rechnung wie eben impliziert $d(y,z) < \delta$ also
% \[ |(Kf)(y) - (Kf)(z)| \le \varepsilon  \|f\|_{2} \]
% Insgesamt ist folglich die Menge 
% $ {\cal F} = \{Kf \mid \|f\|_{2} \le 1\} \subset 
% {\cal C}(Y) $
%  gleichgradig stetig und sie liegt sogar 
% bereits in ${\cal C}(Y,M)$ f"ur $M \pdef \{z \in {\mathbb C} 
% \mid |z| \le \|h\|_{\infty}\}$. Nach 
% Arzela-Ascoli \ref{ArAs} hat dann ${\cal F}$ kompakten 
% Abschlu"s in ${\cal C}(Y,M)$ oder 
% gleichbedeutend in ${\cal C}(Y)$ und 
% unser Operator $K$ ist kompakt.
% \end{proof}
\begin{Definition}
  Eine  lineare Abbildung von einem reellen Vektorraum mit einer Seminorm in einen reellen topologischen Vektorraum 
hei"st \defnoind{kompakt}\index{kompakt!Operator}, 
wenn sie  die\label{koOB} 
Menge aller Vektoren der Seminorm $\leq 1$
auf eine Menge mit kompaktem Abschlu"s abbildet.
\end{Definition}
\begin{Proposition}[\textbf{Kompaktheit gewisser Konvolutionsoperatoren}]
 Gegeben  kompakte R"aume $X, Y$ mit $X$ Hausdorff 
 und ein %nichtnegatives Borelma"s
 \hyperref[Radsig]{Radonma\ss} $\mu$
 auf $X$ und eine stetige Funktion
$ h \in {\cal C} (Y \times X) $\label{KoKo} 
erhalten wir einen kompakten Operator
$ K=K_h:({\cal C}(X),\|\; \|_{2,\mu}) \rightarrow ({\cal C}(Y),\|\; \|_{\infty})$
durch die Abbildungsvorschrift
\[ (Kf)(y) \pdef \int \limits_{X}h(y,x) f(x) \mu \langle x \rangle \]
\end{Proposition}


\begin{proof}
  Wir versehen hier ${\cal C}(X)$ mit der positiv semidefiniten
  Sesquilinearform $\langle f, g\rangle\pdef \int_X\bar fg\mu$ und  $\|f\|_{2,\mu}\pdef \sqrt{\langle f, f\rangle}$ meint die zugeh"orige Seminorm.
Gegeben $y\in Y$  erkl"aren wir $h_y\in\mathcal C(X)$ durch $h_y:x\mapsto h(x,y)$. Mit der
   Cauchy-Schwarz'schen Ungleichung oder genauer ihrer Variante
\eref{CSWv}{LA2} finden wir  die Absch"atzung
\begin{displaymath}
    |(Kf)(y)|= |\langle h_y, f\rangle|\leq \|h_y\|_2 \;\|f\|_2\leq  \|h_y\|_\infty\mu(X) \|f\|_2
\end{displaymath}
Nun erinnern wir aus \ref{TKL}, da"s wegen $X$ kompakt Hausdorff und damit
  insbesondere $X$ lokal kompakt die Abbildung
  $Y\ra \mathcal C(X,\DC)$, $y\mapsto h_y$ stetig ist f"ur die 
  kompakt-offene Topologie alias
die Topologie zur Norm $\|\;\|_\infty$
  auf $\mathcal C(X,\DC)$.
  F"ur jedes $\varepsilon>0$ und jeden Punkt $y\in Y$
  existiert folglich eine Umgebung $U_\varepsilon$ von $y$ mit
  $z\in U_\varepsilon \RA \|h_z-h_y\|_\infty<\varepsilon$.
  Wir  folgern f"ur $z\in U_\varepsilon$
\begin{displaymath}
    |(Kf)(z)-(Kf)(y)|=  |\langle h_z-h_y, f\rangle|\leq \|h_z-h_y\|_\infty\mu(X)\|f\|_2
  \leq  \varepsilon \mu(X) \|f\|_2
\end{displaymath}
Insgesamt ist folglich die Menge 
$ {\cal F} \pdef \{Kf \mid \|f\|_{2} \le 1\} \subset 
{\cal C}(Y) $
gleichgradig stetig. Unsere obige Absch"atzung zeigt weiter,
da"s sie 
 in ${\cal C}(Y,M)$ liegt f"ur $M \pdef \{z \in {\mathbb C} 
\mid |z| \le \|h\|_{\infty}\mu(X)\}$. Nach 
Arzela-Ascoli \ref{ArAs} hat dann ${\cal F}$ kompakten 
Abschlu"s in ${\cal C}(Y,M)$ oder 
gleichbedeutend in ${\cal C}(Y)$ und 
unser Operator $K$ ist kompakt. 
\end{proof}






\begin{Bemerkunge}
  Eine stetige lineare Abbildung von topologischen Vektorr"aumen 
hei"st ein {\bf Fredholm-Operator},\index{Fredholm-Operator} wenn ihr Bild abgeschlossen ist und ihr Kern und ihr 
Kokern endliche Dimension haben. Der {\bf
  Index}\index{Index!Fredholm-Operator}
eines Fredholmoperators $A:X\ra Y$ ist die ganze Zahl
$$\op{ind}(A)\pdef\op{dim}(\op{ker}A)-\op{dim}(\op{coker}A)$$
Ist $A:X\ra X$ ein kompakter selbstadjungierter Operator 
auf einem Hilbert\-raum, so zeigt der Spektralsatz,
da"s  $A-\op{id}$ Fredholm vom Index
Null ist. Allgemeiner folgt sofort, da"s $A-\lambda\op{id}$ Fredholm vom Index
Null ist f"ur alle $\lambda\in\DC^\times$. Man kann das auch allgemeiner
f"ur einen beliebigen kompakten Operator auf einem Banachraum zeigen, aber das soll an dieser Stelle nicht ausgef"uhrt werden.
\end{Bemerkunge}


\subsubsection*{"Ubungen}

\begin{Ubung}\label{GGTB}
Man zeige, da"s eine Menge beschr"ankter
 stetiger Abbildungen von einem topologischen
Raum in einen metrischen Raum, die f"ur die
 Metrik der gleichm"a"sigen Konvergenz
total beschr"ankt ist im Sinne von \ref{KMRd}, schon gleichgradig
stetig sein mu"s. 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Die Kompaktheit des Ausgangsraums  ist wesentlich im Satz von
Arzela-Ascoli: So ist etwa f"ur die \glqq D"achle-Funktion\grqq\ 
$d(x)=\op{sup}(1-|x|,0)$ auf $\DR$ die Menge ihrer verschobenen Kopien 
$f_n(x)=d(x-n)$ zwar gleichgradig stetig, hat aber keinen kompakten Abschlu"s. 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Nocheinmal die h"angende Kette}]
  Ich erinnere an den Begriff eines rektifizierbaren Weges in einem metrischen Raum \eref{Weg}{AN1}. Man zeige, da"s die rektifizierbaren
  nach der Bogenl"ange parametrisierten Wege\label{NocKK}  
  $\gamma:[a,b] \ra\DR^n $ mit vorgegebenem Ausgangs- und Endpunkt $\gamma(a), \gamma(b)$ und vorgegebener L"ange $L$ eine kompakte Teilmenge im Raum
  aller stetigen Abbildungen mit der Norm
  der gleichm"a"sigen Konvergenz bilden. Man zeige, da"s im Fall $n=2$
  das Kurvenintegral $\gamma\mapsto\int_\gamma y$ im Sinne von \eref{KI}{AN1}
  eine stetige Funktion auf dieser kompakten Teilmenge ist und folglich
  ihr Minimum annimmt. Das zeigt, da"s es \glqq im Fall einer h"angenden Kette
  eine L"osung kleinster potentieller Energie gibt\grqq. Jetzt w"are noch zu zeigen,
  da"s im Fall $\gamma_1(a)\neq\gamma_1(b)$ von Aufh"angepunkten mit
  verschiedener $x$-Koordinate jede Kette kleinster Energie
  durch den Graphen einer stetigen Funktion beschrieben wird. Hinweis:
  Trifft unser Weg eine nicht vertikale Gerade in 
  $\gamma(s)$ und $\gamma(t)$ aber nicht f"ur $\tau\in (s,t)$,
  so mu"s er f"ur $\tau\in (s,t)$ unterhalb besagter Gerade verlaufen.
  Hinweis: Vertikale St"ucke oder St"ucke und vertikale Tangenten kann man ausschlie"sen, indem man zuerst das Argument zu Ende bringt und
  zeigt, da"s St"ucke ohne dem
  Kettenlinien sind; da"s diese
  Funktion konvex sein mu"s; da"s sie damit in jedem Punkt
  im Inneren des Definitionsintervalls linksseitig und
  rechtsseitig differenzierbar sein mu"s; da"s sie unter der
  Annahme minimaler Energie sogar differenzierbar sein mu"s;
  da"s die Ableitung monoton und dann nach \eref{SUn}{AN1} und
  \eref{AbInt}{AN1} sogar stetig sein mu"s; und da"s
  man dann mit Methoden der Variationsrechnung,
  wie mir Ernst erkl"art hat, zeigen kann, da"s nur die
  Kettenlinie als M"oglichkeit "ubrigbleibt. 
\end{Ubung}


\subsection{Satz von Peter und Weyl}


\begin{Bemerkungl}
Auf jeder kompakten Hausdorffgruppe $G$ 
existiert nach \ref{EEHa} genau ein normiertes 
 Haar-Radonma"s $\mu=\mu_G$.  Wir machen 
$\mathcal C(G)$ zu einem Pr"ahilbert\-raum vermittels der 
Vorschrift 
$$\langle f,h\rangle\pdef \int_G \bar f h\mu$$
Die Vervollst"andigung dieses Pr"ahilbertraums notieren wir
${\op{L}}^2(G)$\label{L2G} und ignorieren hierbei im allgemeinen die Frage, inwieweit man
 Elemente dieser Vervollst"andigung  als "Aquivalenzklassen von Funktionen
auf $G$ interpretieren kann. Ist $G$ abz"ahlbar basiert, so k"onnen wir
unser Haar-Radonma"s nach \ref{HMBO} mit einem Haar-Borelma"s identifizieren und
unsere Vervollst"andigung ist kanonisch isomorph zum
zugeh"origen Raum quadratintegrierbarer Funktionen aus \eref{QIFu}{AN3}. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}\label{FaFuu} 
  Gegeben eine kompakte Hausdorffgruppe $G$
mit normiertem Haar-Ma"s $\mu$ erkl"aren wir auf
$\mathcal C(G)$ die {\bf Faltung}\index{Faltung} $(h,f)\mapsto h\ast f$ 
alias {\bf Konvolution}\index{Konvolution} durch die Vorschrift 
$$ (h\ast f)(x)\pdef \int_G  h(y) f(y^{-1}x)\mu\langle y\rangle$$
% Die gleichm"a"sige Stetigkeit von $f$ zeigt, 
Unsere Erkenntnisse \ref{PRaM} "uber Produkte von Radonma"sen zeigen,
da"s auch $ h\ast f$
stetig ist. 
Die Cauchy-Schwarz'sche Ungleichung zeigt 
$|(h\ast f)(x)|\leq \|h\|_2\|f\|_2$ und impliziert insbesondere, da"s sich
$(h\ast)$ zu einer stetigen Abbildung von normierten Vektorr"aumen
$(h\ast):\op{L}^{2}(G) \to {\cal C}(G)$ fortsetzen l"a"st.
\end{Bemerkungl}

\begin{Lemma} Gegeben eine  kompakte Hausdorffgruppe 
ist f"ur jede stetige Funktion 
$h \in {\cal C}(G)$ die Faltung mit $h$ 
ein \hyperref[koO]{kompakter Operator}\label{KoKm} 
\[ (h*): \op{L}^{2}(G) \to {\cal C}(G) \]
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
  Das folgt aus  Proposition \ref{KoKo}
  zur Stetigkeit von Konvolutionen, indem wir
  unsere Definition umschreiben zu
  $(h\ast f)(x)=\int_G h(xy^{-1})f(y)\mu\langle y\rangle$.
\end{proof}
% \begin{proof}[Beweis] Nach \ref{GSKg}  ist $h$ 
% gleichm"a"sig stetig, es gibt
%   also f"ur alle $\varepsilon > 0$ eine Umgebung 
% $V = V_{\varepsilon} \subset
%   G$ des neutralen Elements mit $|h(zx) - h(x)| 
% < \varepsilon$ f"ur alle $x
%   \in G$ und $z \in V$. Wir folgern
% mit Cauchy-Schwarz, da"s f"ur  stetiges $f$ und $ z \in V$ die Differenz
% $$
 %  \begin{array}{ccl}
%  (h * f)(z^{-1}y) - (h * f)(y)& = & 
% \int_{G} h(x) f(x^{-1}z^{-1}y) - h(x) f(x^{-1}y) 
% \;\mu \langle x \rangle \\[2mm]
% & =&  \int_{G}(h(zx) - h(x)) 
% f(x^{-1}y) \;\mu \langle x \rangle
% \end{array}
% $$
% betragsm"a"sig beschr"ankt ist
%  durch $\varepsilon\|f\|_{2}$. Stetige Fortsetzung zeigt dieselbe 
% Absch"atzung f"ur alle $f\in{\op{L}}^2(G)$.   
% Insbesondere ist 
% die Menge aller $(h*f)$ mit $\|f\|_{2} \le 1$ 
% gleichgradig stetig. 
% Andererseits besteht 
%  die Menge aller $(h*f)$ mit $\|f\|_{2} \le 1$ 
% aus Funktionen, die  beschr"ankt sind durch $\|h\|_{\infty}$, 
% ja sogar durch $\|h\|_{2}$. Das 
% Lemma folgt damit aus dem Satz von
% Arzela-Ascoli \ref{ArAs}.
% \end{proof}

\begin{Lemma} Sei $G$ eine  kompakte Hausdorffgruppe. 
Gegeben $h, k \in {\cal C}(G)$ mit \label{OPSA}
$\overline{h(x)} = k(x^{-1})$ f"ur alle $x\in G$ sind $(h*)$ 
und $(k*)$ als Operatoren auf $\op{L}^{2}(G)$
zueinander adjungiert.
\end{Lemma}
% \begin{Bemerkungl}
%   Sobald das Haar'sche Borelma"s \ref{HMBO}  f"ur allgemeine 
% abz"ahlbar basierte kompakte Hausdorff'sche Gruppen zur Verf"ugung steht, 
% "ubertr"agt sich  das Lemma und sein Beweis ohne Schwierigkeiten auf
% diese Allgemeinheit.
% \end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge} Die Operation durch Verschiebung 
von $G$ auf $\op{L}^{2}(G)$ geschieht durch 
unit"are Operatoren, so da"s offensichtlich das 
Verschieben um $x \in G$ adjungiert ist zum 
Verschieben um sein Inverses $x^{-1} \in G$. 
Unser Lemma und diese Aussage haben eine 
gemeinsame Verallgemeinerung im Rahmen der 
Faltung von Ma"sen mit Funktionen, deren 
Ausformulierung dem Leser "uberlassen bleiben m"oge. 
\end{Bemerkunge}

\begin{proof}[Beweis] Gegeben $f,  g  \in 
\op{L}^{2}(G)$ gilt es zu zeigen $\langle h*f, g  
\rangle = \langle f,k* g \rangle$.
Es reicht, das f"ur $f,  g  \in 
\cal{C}(G)$ zu zeigen. In diesem Fall k"onnen wir unsere Behauptung 
ausschreiben zu
\[ \int \int \overline{h(xy^{-1})f(y)}  g (x) = 
\int \int \overline{f(x)} k(xy^{-1}) g (y) \]
Hier ist zu verstehen, da"s jeweils "uber $x$ und $y$ integriert werden soll.
Um diese Identit"at einzusehen, m"ussen wir nur auf 
einer Seite unserer Gleichung $x$ mit $y$ vertauschen. 
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Eigenfunktionen von Faltungen als darstellende
    Funktionen}]  Gegeben eine  kompakte Hausdorffgruppe 
$G$ und $h: G \to {\mathbb R}$ stetig mit 
$h(x) = h(x^{-1})$ f"ur alle $x$ ist $(h*): \op{L}^{2}(G) 
\to \op{L}^{2}(G)$ nach \ref{OPSA} ein selbstadjungierter 
Operator und nach \ref{KoKm} auch ein 
kompakter Operator mit Bild in ${\cal C}(G)$. 
Seine Eigenr"aume sind offensichtlich stabil\label{ErFu}  
unter allen Rechtstranslationen und seine 
Eigenr"aume zu von Null verschiedenen 
Eigenwerten bestehen aus stetigen 
darstellenden Funktionen: Stetig, da sie im Bild 
unseres Operators enthalten sind, darstellend, da
die fraglichen Eigenr"aume sowohl
endlichdimensional als auch unter 
allen Rechtstranslationen stabil sind.
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{Peter-Weyl\index{Peter-Weyl!topologisch}}] Auf einer 
 kompakten Hausdorffgruppe kann jede stetige\label{PeWe}
Funktion beliebig gut gleichm"a"sig 
durch darstellende Funktionen approximiert werden.
\end{Satz}

\begin{proof}[Beweis] Sei $f: G \to {\mathbb C}$ 
stetig und $\varepsilon > 0$. Nach \ref{GSKg} 
ist $f$ gleichm"a"sig stetig, es gibt also 
eine Umgebung $V$ des neutralen Elements mit
$ |f(zx)-f(x)| \le \varepsilon $ f"ur alle $ 
x \in G$ und $ z \in V$.
W"ahlen wir nun eine stetige Funktion 
$h: G \to \DR_{\geq 0}$ mit Tr"ager in $V$ 
und Integral $\int h = 1$, so folgt
\[ |(h*f)(x)-f(x)| = \left| 
\int h(z^{-1})(f(zx)-f(x))\mu \langle z 
\rangle \right| \le \varepsilon \]
f"ur alle $x \in G$ und damit
$$ \|h*f - f\|_{\infty} \le \varepsilon$$
Nehmen wir nun zus"atzlich $h(z) = h(z^{-1})$ 
f"ur alle $z \in G$ an und betrachten die 
Eigenr"aume $\op{L}^{2}(G)_{\lambda}$ 
von $(h*)$, so liegt nach 
dem Spektralsatz f"ur kompakte selbstadjungierte 
Operatoren \ref{SksO}
deren Erzeugnis
$\bigoplus \op{L}^{2}(G)_{\lambda}$ dicht 
in $\op{L}^{2}(G)$ und wir finden folglich 
ein $g$ aus diesem Erzeugnis mit
$ \|g-f\|_{2} \le \varepsilon/\|h\|_{2}$.
Daraus folgt dann aber
$$ \|h*g-h*f\|_{\infty} \le \varepsilon $$
und
$ \|h*g-f\|_{\infty} \le 2\varepsilon$
und damit haben wir gewonnen, da
$ h*g \in \bigoplus_{\lambda \not= 0} \op{L}^{2}(G)_{\lambda} $
nach unserer Vorbemerkung \ref{ErFu} eine darstellende Funktion ist.
\end{proof}
\begin{Korollar}[\textbf{Diskret-kompakte Pontrjagin-Dualit"at\index{Pontrjagin-Dualit"at!diskret-kompakte}}]
\begin{enumerate}
\item
Gegeben eine kompakte abelsche Hausdorffgruppe $A$ ist 
die Menge  ihrer Charaktere
$\mathfrak X(A)\subset {\op{L}}^2(A)$ 
eine Hilbertbasis des Raums der quadratintegrierbaren Funktionen 
auf unserer Gruppe;
\item
Gegeben eine diskrete abelsche Gruppe $\Gamma$ ist ihre 
Charaktergruppe $\mathfrak X(\Gamma)$ eine
kompakte Hausdorffgruppe und die Auswertungsabbildung ein
Isomorphismus von topologischen Gruppen
 $\Gamma\sira \mathfrak X(\mathfrak X(\Gamma))$;
\item
Gegeben eine kompakte abelsche Hausdorffgruppe $A$ ist ihre 
Charaktergruppe $\mathfrak X(A)$  eine
diskrete abelsche Gruppe und die Auswertungsabbildung ein
Isomorphismus von topologischen Gruppen
 $A\sira \mathfrak X(\mathfrak X(A))$.
\end{enumerate}\label{BiHH}
\end{Korollar}
\begin{proof}
1. Wie in \eref{CBFouA}{AN3} oder in gr"o"serer Allgemeinheit 
gleich anschlie"send in \ref{KkH}
zeigt man, da"s die Charaktere ein Orthonormalsystem
bilden. Sein Vektorraumerzeugnis ist 
ein  Teilraum des Raums
der darstellenden Funktionen. W"are unser
Orthonormalsystem  nicht vollst"andig, so 
m"u"ste es nach dem Satz von Peter und Weyl \ref{PeWe}
ein echter Teilraum sein, und damit  m"u"ste es in seinem 
orthogonalen Komplement 
eine von Null verschiedene darstellende Funktion geben. 
Nach dem Schur'schen Lemma \eref{SchuL}{NAS} sind in unserem Fall jedoch alle
endlichdimensionalen irreduziblen Darstellungen eindimensional,
es m"u"ste also in diesem orthogonalen Komplement eine Funktion geben,
die mit ihren Translaten einen eindimensionalen Teilraum aufspannt. 
Damit m"u"ste es dann in diesem orthogonalen Komplement noch einen weiteren
Charakter geben, und dieser Widerspruch zeigt die erste 
Aussage.\\[2mm]\noindent
2. Da"s die  Charaktergruppe $\mathfrak X(\Gamma)$ eine
kompakte Hausdorffgruppe ist, folgt aus dem Satz von Tychnoff und  Sie  durften
es als "Ubung \ref{DuKr} ausarbeiten. Es ist nun klar, da"s das Bild der 
nat"urlichen Einbettung $\Gamma\hra \mathfrak X(\mathfrak X(\Gamma))$
eine Menge von Funktionen $\Gamma\subset \mathcal C(\mathfrak X(\Gamma))$
ist, die die Punkte trennt und stabil ist unter der komplexen Konjugation.
Der vom Bild von $\Gamma$ erzeugte Untervektorraum 
$B\subset \mathcal C(\mathfrak X(\Gamma))$ ist sogar eine Unterringalgebra,
die die Punkte trennt und stabil ist unter der komplexen Konjugation. 
Nach dem Satz von Stone-Weierstra"s \eref{SWC}{AN1} ist folglich 
$B$ dicht in der Norm der gleichm"a"sigen Konvergenz. 
Das aber zeigt, da"s $B$ auch dicht liegt im Hilbertraum 
$\op{L}^{2}(\mathfrak X(\Gamma))$. Folglich ist das Bild von 
$\Gamma$ bereits eine Hilbertbasis von $\op{L}^{2}(\mathfrak X(\Gamma))$
und $\mathfrak X(\Gamma)$ kann keine weiteren Charaktere besitzen und die nat"urliche
Abbildung ist ein Gruppenisomorphismus 
$\Gamma\sira \mathfrak X(\mathfrak X(\Gamma))$. Da"s die kompakt-offene 
Topologie auf
$\mathfrak X(\mathfrak X(\Gamma))$ diskret ist, "uberlegen wir
wir uns gleich beim Beweis des letzten Teils.\\[2mm]\noindent
3.
 Das Bild jedes 
nichttrivialen Charakters unserer abelschen kompakten Hausdorffgruppe $A$
ist eine kompakte  nichttriviale Untergruppe der Kreisgruppe
und jede echte kompakte   Untergruppe der Kreisgruppe 
ist zyklisch nach \eref{AEUZ}{AN1}. Insbesondere enth"alt sie ein 
Element, das vom neutralen Element einen Abstand $\geq 1$ hat. 
Es folgt, da"s die kompakt-offene Topologie auf $\mathfrak X(A)$
diskret ist. Nach Teil 2 ist damit $\mathfrak X(\mathfrak X(A))$
kompakt. Andererseits ist die Einbettung $A\hra \mathfrak X(\mathfrak X(A))$
stetig nach \ref{NGraa} und \ref{Koin}. Ihr Bild ist also eine 
kompakte und damit abgeschlossene Untergruppe. Der Quotient
$\mathfrak X(\mathfrak X(A))/A$ ist nach \ref{QAU} und \ref{QTGH} 
selbst wieder eine kompakte Hausdorffgruppe. W"are er nicht trivial, 
so bes"a"se er mithin einen nichttrivialen Charakter $\chi\neq 1$. 
Die induzierte 
Abbildung $\theta: \mathfrak X(\mathfrak X(\mathfrak X(A)))\ra \mathfrak X(A)$
w"are also kein Isomorphismus. Wir wissen aber bereits f"ur
jede diskrete abelsche Gruppe $\Gamma$ um den kanonischen Isomorphismus 
 $ \Gamma\sira \mathfrak X(\mathfrak X(\Gamma))$ und mit
\eref{EAD}{GR} ist leicht zu sehen,
da"s  im Fall $\Gamma=\mathfrak X(A)$ dieser Isomorphismus gefolgt von
$\theta$ die Identit"at auf $\mathfrak X(A)$ induzieren mu"s. 
Folglich mu"s auch $\theta$ ein Isomorphismus sein, und damit 
die Einbettung $A\hra \mathfrak X(\mathfrak X(A))$ eine 
Bijektion $A\sira \mathfrak X(\mathfrak X(A))$. Als stetige
bijektive Abbildung eines Kompaktums auf einen Hausdorffraum ist sie 
dann nach \ref{QHK} sogar ein Hom"oomorphismus.  
\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
  Seien $G\supset H$ eine kompakte Hausdorffgruppe
  mit einer abgeschlossenen Untergruppe. Man zeige:
  Induziert die Einschr"ankung auf den
  komplexen darstellenden Funktionen
  einen Isomorphismus $\mathcal R(G)\sira \mathcal R(H)$, so gilt
  schon $G=H$. Hinweis: Man kopiere die im Beweis von
  \eref{ZAUG}{AAG} gegebene
  Argumentation.
\end{Ubung}




\subsection{Ringalgebra der kompakt getragenen Ma"se}
\begin{Bemerkungl}
Im Fall einer diskreten Gruppe hatten wir den 
 Gruppenring definiert als den Vektorraum aller Funktionen
auf der Gruppe mit einer etwas merkw"urdigen nichtkommutativen 
Multiplikation. Im Fall einer lokal kompakten Hausdorffgruppe
zersplittert dieses Konzept in eine Vielzahl vern"unftiger
feinerer Begriffsbildungen. Besonders wichtig scheint mir der
Vektorraum  der komplexen kompakt getragenen Radonma"se, der im folgenden diskutiert werden soll.
Es ist  m"oglich und sogar "ublich, die
Diskussion dieses Konzeptes zu vermeiden. 
Dabei b"u"sen allerdings die Formeln in meinen Augen viel von ihrer
Transparenz ein.
\end{Bemerkungl}


\begin{Definition}
 Gegeben ein lokal kompakter Hausdorffraum  $X$ versteht man 
unter einem
{\bf komplexen Radonma"s auf $X$}\index{Radonma"s!komplexes}
eine  Linearform $\Lambda:\cal{C}_!(X) \ra \Bbb{C}$ 
mit der Eigenschaft, da"s f"ur jedes
Kompaktum $K\subset X$   die Einschr"ankung
von $\Lambda$ auf den Raum $\cal{C}_{K}(X)$
aller stetigen Funktionen mit Tr"ager in $K$ stetig ist f"ur die 
Norm der gleichm"a"sigen Konvergenz.  Die Gesamtheit aller komplexen
Radonma"se auf $X$ notieren
wir\index{M@$\op{M}^{\op{rad}}(X)$ Radonma"se auf $X$} 
$$\op{M}^{\op{rad}}(X)$$ 
 Dieser Raum wird ein Modul "uber dem Ring
$\cal C(X)$ der stetigen komplexwertigen Funktionen auf $X$,
indem wir $f\mu$ erkl"aren durch die Vorschrift 
$(f\mu)(g)\pdef\mu(fg)$ f"ur $f,g\in\mathcal C(X)$ und $\mu\in\op{M}^{\op{rad}}(X)$.
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}
 Gegeben ein kompakter Hausdorffraum  $X$ ist insbesondere
 ein
 komplexes Radonma"s auf $X$
eine  Linearform $\mu:\cal{C}(X) \ra \Bbb{C}$, 
die stetig ist f"ur die 
Norm der gleichm"a"sigen Konvergenz.
\end{Bemerkungl}

% \begin{Bemerkungl}
%   Ist $G$ eine kompakte Hausdorffgruppe 
% und $\mu$ ihr normalisiertes Haarma"s erkl"aren wir auf $\cal{C}(G)$ die
% Norm $\|f\|_1\pdef \int| f|\mu$. Um zu sehen, da"s aus $f\neq 0$ tats"achlich
% $\|f\|_1\neq 0$ impliziert, verwendet man \ref{PHM}. Die Vervollst"andigung 
% bez"uglich dieser Norm notieren wir $\op{L}}^1(G)$ und ignorieren die
% Frage, inwiefern die Elemente dieser Vervollst"andigung als Funktionen auf $G$
% interpretiert werden k"onnen.
% \end{Bemerkungl}




\begin{Definition}
  Gegeben eine eigentliche Abbildung $f:X\ra Y$ von lokal
  kompakten Hausdorffr"aumen
induziert die transponierte Abbildung zur Restriktion
$(\circ f): \cal{C}_!(Y)\ra \cal C_!(X)$ eine Abbildung auf  Radonma"sen,
das {\bf direkte Bild}\index{direktes Bild!von Radonma"sen} 
$$f_\ast:\op{M}^{\op{rad}}(X)\ra\op{M}^{\op{rad}}(Y)$$ 
Statt $f_*\mu=\nu$ schreiben wir auch $f:\mu\leadsto \nu$ und sagen,
unsere Ma"se seien {\bf verwandt unter $f$}.\index{verwandt!Radonma"se}
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Produkt komplexer Radonma"se}] 
  Gegeben lokal kompakte Haus\-dorff\-r"au\-me $X,Y$ mit komplexen 
Radonma"sen $\mu,\nu$ zeigt man,\label{PRaMc} 
wie es im Fall reeller Ma"se in \ref{PRaM} 
bereits ausgef"uhrt wurde, die Existenz eines eindeutig bestimmten Radonma"ses
$$\mu\boxtimes\nu\in \op{M}^{\op{rad}}(X\times Y)$$ mit 
$( \mu\boxtimes\nu)(f\boxtimes g)=\mu(f)\nu(g)$ f"ur alle 
$f\in\cal C_!(X)$ und $g\in\cal C_!(Y)$.
Auf dem einpunktigen Raum betrachten wir das Radonma"s $\delta\in \op{M}^{\op{rad}}(\op{top})$, das jeder Funktion ihren einzigen Wert zuordnet,
und verstehen es als \glqq das Produktma"s mit gar keinem Faktor "uber dem
Produkt einer leeren Familie von R"aumen\grqq.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  F"ur Radonma"se auf lokal kompakten Hausdorffr"aumen und
  ihre Produkte und  Bildma"se unter eigentlichen
  Abbildungen gelten offensichtlich alle Formeln unserer Formelsammlung
  f"ur das Produktma"s aus \eref{FSPM}{AN3} analog, als da w"aren die
  Nat"urlichkeit, Eins, Assoziativit"at, Kommutativit"at und Funktorialit"at.  
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Gegeben ein lokal kompakter Hausdorffraum $X$ und $x\in X$ bezeichne
  $\op{em}_x:\op{top}\ra X$ die Abbildung mit Bild $x$ und 
  $\delta_x\pdef \op{em}_{x\ast}\delta\in \op{M}^{\op{rad}}(X)$
  das Bildma"s des Diracma"ses auf dem einpunktigen Raum.
  Auf stetigen Funktionen $f:X\ra \DC$ mit kompaktem Tr"ager haben wir dann $\delta_x(f)= f(x)$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Radonma"se mit kompaktem Tr"ager}]
  Sei $X$ ein lokal kompakter Hausdorffraum.
  Standardargumente mit Teilungen der Eins zeigen,
  da"s f"ur jede offene "Uberdeckung $\mathcal U$ von $X$ gilt
  $$\mathcal C_!(X)=\sum_{U\in\mathcal U}\mathcal C_!(U)$$
  mit den implizit verstandenen Einbettungen $\mathcal C_!(U)\hra \mathcal C_!(X)$ vermittels der jeweiligen Ausdehnung durch Null.
  F"ur jedes Radonma"s  $\mu\in{\op{M}}^{\op{rad}}(X)$ gibt es folglich
  eine gr"o"ste offene Teilmenge $U\co X$ mit $\mu(f)=0\;\forall f\in \mathcal C_!(U)$. Deren Komplement hei"st der {\bf Tr"ager}\index{Tr"ager!von Radonma"s}\index{supp@$\op{supp}$ Tr"ager!von Radonma"s}  unseres
  Radonma"ses und wir notieren sie
  $\op{supp}\mu$. Den Raum der Radonma"se auf $X$ mit kompaktem Tr"ager
  notieren wir\index{M@${\op{M}}^{\op{rad}}_{~!}$ Radonma"se mit kompaktem Tr"ager} 
 $${\op{M}}^{\op{rad}}_!(X)$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Bilder von Radonma"sen mit kompaktem Tr"ager}]
  Gegeben ein lokal kompakter Hausdorffraum $X$ gilt offensichtlich
  $${\op{M}}^{\op{rad}}_!(X)=\bigcup_{K\subset X\text{ kompakt}}i_{K*}\left({\op{M}}^{\op{rad}}(K)\right)$$
  mit $i_K:K\hra X$ der jeweiligen Einbettung. Wir folgern,
  da"s das Produkt von kompakt getragenen Ma"sen kompakt getragen ist und
  da"s es f"ur jede stetige Abbildung $f:X\ra Y$ in einen weiteren lokal kompakten Hausdorffraum $Y$ genau eine Abbildung
  $$f_*: {\op{M}}^{\op{rad}}_!(X)\ra {\op{M}}^{\op{rad}}_!(Y)$$
  gibt mit $f_*(i_{K*}\mu)=(f\circ i_{K})_*\mu$ f"ur alle Kompakta $K\subset X$
  und alle $\mu \in {\op{M}}^{\op{rad}}(K)$. Hier steht uns
  das Bild $(f\circ i_{K})_*$ bereits zur Verf"ugung, da $f\circ i_{K}$
  eigentlich ist. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  F"ur kompakte getragene Radonma"se auf lokal kompakten Haus\-dorff\-r"au\-men und
  ihre Produkte und  Bildma"se unter beliebigen
  Abbildungen gelten nun offensichtlich auch alle Formeln unserer Formelsammlung
  f"ur das Produktma"s aus \eref{FSPM}{AN3} alias unsere Verschmelzungsidentit"aten analog, als da w"aren die
  Nat"urlichkeit, Eins, Assoziativit"at, Kommutativit"at und Funktorialit"at.  
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Ma"sring
einer lokal kompakten Hausdorffgruppe}] 
  Der komplexe Vektorraum $\op{M}_!^{\op{rad}}(G)$ der Radonma"se auf einem lokal kompakten\label{MaAA}  
Hausdorffmonoid $G$ wird eine komplexe Ringalgebra mit der 
Faltung 
$$\mu\ast\nu\pdef\op{mult}_\ast(\mu\boxtimes\nu)$$
als Multiplikation. 
Man zeigt das genau wie in \eref{BLKo}{AN3}. Die Vorschrift $x\mapsto \delta_x$
liefert einen Ringhomomorphismus $\DC G\hra \op{M}_!^{\op{rad}}(G)$,
der im Fall eines diskreten Monoids $G$ ein Isomorphismus ist. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Faltung von Funktionen}] 
  Gegeben eine lokal kompakte Hausdorffgruppe und ein 
 Haarma"s $\mu$ ist das Bild der Einbettung
 $\cal C_!(G)\ra \op{M}_!^{\op{rad}}(G)$ gegeben durch  $f\mapsto f\mu$
 stabil unter Faltung. In der Tat finden wir f"ur $f,g,h\in\mathcal C_!(G)$ unschwer 
 $$\begin{array}{lll}
   (f\mu\ast g\mu)(h)&=&\int_{G\times G} f(x)g(y)h(xy)(\mu\boxtimes\mu)\langle x,y\rangle\\[2mm]
   &=&\int_{G} f(x)\left(\int_{G}g(y)h(xy)\mu\langle y\rangle\right)\mu\langle x\rangle\\[2mm]
    &=&\int_{G} f(x)\left(\int_{G}g(x^{-1}y)h(y)\mu\langle y\rangle\right)\mu\langle x\rangle\\[2mm]
   &=&\left(\int_{G} f(x)g(x^{-1}y)\mu\langle x\rangle\right)h(y)\mu\langle y\rangle\\[2mm]
   &=& ((f\ast_\mu g)\mu)(h)
 \end{array}
 $$
 f"ur die Funktion $f\ast_\mu g$ gegeben durch $(f\ast_\mu g)(y)\pdef\int_{G} f(x)g(x^{-1}y)\mu\langle x\rangle$, die wir bereits in \ref{FaFuu} im kompakten
 Fall kennengelernt und $f\ast g$ notiert hatten.
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungl}[\textbf{Integration vektorwertiger Funktionen}] 
   Gegeben $X$ ein lokal kompakter Hausdorffraum  und $\mu\in {\op{M}}^{\op{rad}}_!(X)$ ein
 komplexes kompakt getragenes Radonma"s auf $X$, ja ein beliebiger topologischer Raum 
$X$ mit\label{IVFFkh}  
einer  Linearform $\mu:\cal{C}(X) \ra \Bbb{C}$, erhalten wir 
f"ur jeden endlichdimensionalen $\DC$-Vektorraum $V$ 
eine lineare Abbildung
$$\mu=\mu_V:\cal{C}(X,V) \ra V$$
als die Verkn"upfung des Inversen zum hoffentlich 
offensichtlichen Isomorphismus 
$\cal C(X)\otimes V\sira \cal{C}(X,V)$ mit $\mu\otimes \op{id}$.
Im Fall $V=\DC^n$ ist das schlicht die komponentenweise Integration.
Wir schreiben $\mu_V(f)=\int_X f(x)\mu\langle x\rangle$. 
Man pr"uft auch leicht f"ur jede lineare Abbildung
$L:V\ra W$ von endlichdimensionalen komplexen Vektorr"aumen die
Vertr"aglichkeit $\mu_W(L\circ f)=L(\mu_Vf)$ f"ur alle
stetigen Funktionen $f:X\ra V$. 
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungl}[\textbf{Darstellungen als Moduln "uber dem  Ma"sring}] 
Gegeben eine endlichdimensionale komplexe stetige\label{MaDi}  
Darstellung  $V$ eines lokal kompakten Hausdorffmonoids $G$
l"a"st sich die Operation 
des Monoidrings $\Bbb{C}G$ auf $V$ mit unserem  Integral vektorwertiger
Funktionen aus \ref{IVFFkh} 
offensichtlich erweitern zu einer Operation 
des Ma"srings $\op{M}^{\op{rad}}_! (G)$ 
 durch die Vorschrift
 $$\mu\ast  v \pdef \int g v\;\mu \langle g\rangle $$
 Ist $G$ eine lokal kompakte Hausdorffgruppe und $\mu$ ein Haarma"s auf $G$ und
 $f\in\mathcal C_!(G)$ eine stetige Funktion mit kompaktem Tr"ager auf $G$,
 so verwenden wir  die Abk"urzung $f\ast_\mu v\pdef (f\mu)\ast v$ und
 schreiben daf"ur im kompakten Fall mit dem normierten Haarma"s auch
 noch k"urzer $f\ast v$.\index{$\ast$ Konvolution}
\end{Bemerkungl}






  \subsection{Fouriertheorie f"ur kompakte Gruppen}




\begin{Lemma}[\textbf{Existenz invarianter Skalarprodukte}]
Auf jeder endlichdimensionalen stetigen reellen oder komplexen
 Darstellung einer\label{IsPry} 
  kompakten Hausdorffgruppe  gibt es ein invariantes Skalarprodukt.
\end{Lemma}

\begin{proof}[Beweis]
Bezeichne $K$ unsere kompakte Hausdorffgruppe und $V$ unsere Darstellung.
Nach \ref{EEHa} gibt es ein Haarma"s $\mu$ auf $K$.
 Ist nun $b : V \times V \ra \Bbb{C}$ irgendein Skalarprodukt, 
so liefert die
  Formel
  $$(v,w) \pdef \int_{ K} b(gv, gw)\;\mu\langle g\rangle$$
  ein $K$-invariantes Skalarprodukt, 
  es gilt also $(gv, gw) = (v,w)\! \forall g \in K$.
Damit das richtig ist, mu"s a priori $\mu$ ein
rechtsinvariantes Haarma"s sein. Im kompakten Fall wissen wir aber bereits, 
da"s linksinvariante Haarma"se auch rechtsinvariant sind und umgekehrt.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Eindeutigkeit invarianter Skalarprodukte}]
  Auf einer irreduziblen endlichdimensionalen stetigen komplexen
 Darstellung $V$ einer
 kompakten Hausdorffgruppe $K$ gibt es bis auf eine multiplikative Konstante
 in $\DR_{>0}$ nur ein invariantes Skalarprodukt.
 In der Tat ist der Raum der  hermiteschen Sesquilinearformen eindimensional
 nach dem Schur'schen Lemma,\label{EiSS} 
 da er mit 
 $\op{Hom}_{\DC,K}(\bar V,V^\ast)$ identifiziert werden kann.
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{Vollst"andige Reduzibilit"at}]
Jede stetige  Darstellung endlicher Dimension einer\label{VolRy}
kompakten Hausdorffgruppe ist eine direkte 
Summe von einfachen  Unterdarstellungen.
\end{Satz}

\begin{proof}
Nach  Lemma \ref{IsPry} 
finden wir auf unserer Darstellung stets ein unter 
der Gruppenoperation invariantes Skalarprodukt.
Nun argumentieren wir durch Induktion "uber die Dimension unserer Darstellung.
Ist sie Null, so ist nichts zu zeigen. Sonst besitzt sie eine einfache
Unterdarstellung, und deren orthogonales Komplement ist 
auch eine Unterdarstellung, auf die wir dann nur
noch die Induktionsannahme anzuwenden brauchen.
\end{proof}










  
  \begin{Bemerkungl}
    Gegeben eine kompakte Hausdorffgruppe $G$
    bezeichne $\hat G$ die Menge aller
    Isomorphieklassen von endlichdimensionalen irreduziblen unit"aren
    Darstellungen von $G$. %Wir werden in \ref{iDkg} sehen, da"s in dieser
    %Situation sogar jede irreduzible unit"are Darstellung bereits endlichdimensional ist, aber mit diesen "Uberlegungen will ich die Diskussion
   % hier nicht belasten.
    Gegeben eine irreduzible unit"are Darstellung $L$ wissen wir aus
    \ref{IsPry}, da"s sie ein invariantes Skalarprodukt besitzt, und
    aus \ref{EiSS}, da"s dieses
    eindeutig bestimmt ist bis auf eine multiplikative Konstante aus $\DR_{>0}$.
    Insbesondere h"angt f"ur $A\in{\op{End}}_\DC L$
    der Adjungierte $A^\dagger$ nicht\label{SkPE} 
    von dieser Wahl ab und die Vorschrift $(A,B)\mapsto \op{tr}(A^\dagger B)$
    liefert ein wohlbestimmtes Skalarprodukt auf ${\op{End}}_\DC L$.
  \end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{Fourierreihe f"ur kompakte Gruppen}]
  Gegeben eine kompakte Hausdorffgruppe $G$
  gibt es genau einen Isomorphismus von Hilbertr"aumen
  $$\mathcal F: \op{L}^2(G)\sira\hat\bigoplus_{L\in\hat G}({\op{End}}_\DC L)_{\op{dim}L}$$
  mit der Eigenschaft, da"s jede stetige Funktion $f\in \mathcal C(G)$
  darunter auf das Tupel der Endomorphismen $(f\ast): L\ra L$ abgebildet wird.
  Unter der Umkehrabbildung\label{FtKG} wird dabei f"ur $A\in {\op{End}}_\DC L$
  das Tupel $[A;L]$ mit $A$ an der Stelle mit Index $L$ und Nullen sonst 
    abgebildet auf $c_A: g\mapsto (\op{dim}L)\op{tr}\big(\rho_L(g^{-1})A|L\big)$. \nichtfinal{Gleich f"ur $f\in L^2$?} 
\end{Satz}


\begin{Bemerkungl} Die Notation $(f\ast)$ wurde in \ref{MaDi} eingef"uhrt. Auf der rechten Seite meint der untere Index
  $\op{dim}L$, da"s das von einem und jedem invarianten Skalarprodukt auf $L$
  nach \ref{SkPE} herkommende Skalarprodukt auf dem Raum der Endomorphismen noch
  mit diesem Faktor zu multiplizieren ist. Der Hut "uber der direkten Summe meint, da"s die algebraische direkte Summe mit dem offensichtlichen
  Skalarprodukt noch zu einem Hilbertraum zu vervollst"andigen ist.
  Der Stern bei der  Notation $c_A^*$ erinnert daran, da"s das nicht genau die
  Matrixkoeffizientenabbildung ist, die ich in \eref{HSD}{NAS}
  im Fall endlicher Gruppen
  $c_A: g\mapsto \op{tr}\big(\rho_L(g)A|L\big)$ notiert habe.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Den Fall einer endlichen  Gruppe $G$ 
haben wir bereits in \eref{fhde}{NAS} behandelt. Im Fall der Kreisgruppe $G=S^1$ spezialisiert unsere Inverse der Fourierentwicklung $\mathcal F$ zum durch das Aufsummieren
der Fouriereihe gegebenen Isomorphismus ${\op{L}}^2(\DZ)\sira {\op{L}}^2(S^1)$.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Zun"achst einmal behauptet unser Satz, da"s gegeben $A\in {\op{End}}_\DC L$
und $B\in {\op{End}}_\DC M$ mit $M,L$ nichtisomorphen irreduziblen
Darstellungen in $\mathcal C(G)$ gilt $\langle c^*_A,c^*_B\rangle=0$.
Sicher d"urfen wir dazu annehmen, da"s $A$ und $B$ Rang h"ochstens Eins haben, 
sagen wir 
$A:l\mapsto\langle a, l\rangle v$ f"ur  $a,v\in L$ und
$B:m\mapsto\langle b, m\rangle w$ f"ur $b,w\in M$
und jeweils fest gew"ahlte invariante Skalarprodukte. Dann ergibt sich
$$\frac{\langle c^*_A,c^*_B\rangle}{(\op{dim}L)^2}
=\int \overline{\langle a, gv\rangle}\langle b, gw\rangle
=\int \langle v, g^{-1}a\rangle\langle b, gw\rangle
=\langle v| \left(\int g^{-1} | a\rangle\langle b| g\right) | w\rangle$$
mit der Notation $| a\rangle\langle b|$ f"ur  die lineare Abbildung
$M\ra L$ gegeben durch $w\mapsto \langle b,w\rangle a$.
Dann steht in der gro"sen Klammer rechts ein Homomorphismus von
Darstellungen $M\ra L$, also die Null, und das zeigt $\langle c^*_A,c^*_B\rangle=0$.
Im Fall $M=L$  steht dahingegen in der gro"sen Klammer
ein Vielfaches von $\op{id}_L$ mit derselben Spur wie $| a\rangle\langle b|$,
also das Vielfache $(\langle b, a\rangle/{\op{dim}}L)\op{id}_L$, und wir folgern
mit elementarer Rechnung   $$\frac{\langle c^*_A,c^*_B\rangle}{(\op{dim}L)^2}=\frac{\langle b, a\rangle\langle v, w\rangle}{\op{dim}L}= \frac{\op{tr}(A^\dagger B|L)}{\op{dim}L}$$
Damit wissen wir schon einmal, da"s unsere Abbildungsvorschrift
$A\mapsto c^*_A$ einen
Homomorphismus von Pr"ahilbertr"aumen 
$$\mathcal C(G)\leftarrow \bigoplus_{L\in\hat G}({\op{End}}_\DC L)_{\op{dim}L}$$
liefert. Da die darstellenden Funktionen aber nach dem Satz \ref{PeWe} von
Peter-Weyl dicht liegen im Raum der quadratintegrierbaren Funktionen,
mu"s die auf den Vervollst"andigungen induzierte Abbildung ein Isomorphismus von
Hilbertr"aumen sein. Es bleibt damit nur noch zu zeigen, da"s dessen Umkehrabbildung jeder stetigen Funktion
$f\in\mathcal C(G)$ das Tupel der Endomorphismen $(f*):L\ra L$ zuordnet. 
Da nun die darstellenden Funktionen nach dem Satz \ref{PeWe} von
Peter-Weyl sogar f"ur die Norm der gleichm"a"sigen Konvergenz dicht liegen in
$\mathcal C(G)$, m"ussen wir das nur f"ur darstellende Funktionen $f$ pr"ufen.
F"ur $L\in \hat G$ und $A\in{\op{End}}_\DC L$ m"ussen wir also  zeigen,
da"s gilt $c^*_A\ast w=0\;\forall w\in M$ mit
$M\not\cong L$ und $c^*_A\ast w=Aw\;\forall w\in L$.
Nun d"urfen wir sicher wieder $A(l)=\langle a,l\rangle v$ annehmen, also
haben wir diesmal $c^*_A(g)=(\op{dim}L)\langle a,g^{-1}v\rangle =(\op{dim}L)\overline{\langle v,ga\rangle}$
und erhalten mit unseren Ergebnissen vom ersten Teil des Beweises
$$\langle b| c^*_A\ast w\rangle=\langle b| \int c^*_A(g)g w\rangle
=
(\op{dim}L)\int \overline{\langle v,ga\rangle}\langle b, g w\rangle=0$$
falls $M\not\cong L$, wohingegen sich im Fall $M= L$ gerade
$\langle b, v\rangle \langle a, w\rangle=\langle b, A w\rangle$
ergibt.
\end{proof}




  \begin{Bemerkungl}
    Ich erinnere an unsere Inversionsformel f"ur Fouriergruppen
    \eref{IvFou}{AN3} und will nun eine analoge Formel f"ur nicht notwendig
    kommutative kompakte Liegruppen $G$ angeben. Im Fall endlicher Gruppen habe ich das bereits in \eref{fhde}{NAS} ausgef"uhrt.
   Bezeichne
    $\hat G$ die Menge der Isomorphieklassen von endlichdimensionalen
    irreduziblen stetigen Darstellungen.
    Bezeichne $\mathcal{S}^{\op{alg}}(G)\pdef \mathcal{R}(G)$ den Ring der darstellenden Funktionen und
    $\mathcal{M}^{\op{alg}}(G)$ den Teilring des Ma"srings, der aus allen
    Produkten einer darstellenden Funktion mit einem Haarma"s besteht. 
    So erhalten wir, indem wir jedem derartigen Ma"s
    das Tupel der davon induzierten Endomorphismen der irreduziblen Darstellungen zuordnen, die obere Horizontale eines Zykels
    aus Isomorphismen der Gestalt
\begin{displaymath}
\xymatrix{
\mathcal{M}^{\op{alg}}(G)\ar[r]_-\sim &\bigoplus_{L\in \hat G}{\op{End}}_\DC L\ar[d]^{\cdot\mu}_\wr\\
\mathcal{S}^{\op{alg}}(G)^{\leftrightarrow}\ar[u]^{\cdot \lambda}_\wr & 
\bigoplus_{L\in \hat G}{\op{End}}_\DC L
\ar[l]_-{c^\ast}^-\sim
}
\end{displaymath}
mit der Eigenschaft, da"s einmal im Kreis herumgehen 
die Identit"at liefert.
Als untere Horizontale nehme ich die Variante der
Matrixkoeffizientenabbildung, unter der $A\in {\op{End}}_\DC L$
auf die Funktion $c_A^*: g\mapsto \op{tr}\big(\rho_L(g^{-1})A:L\ra L\big)$
abgebildet wird. Der obere Index
$\leftrightarrow$\index{)4@$\leftrightarrow$ als oberer Index!Vertauschen von Rechts- und Linksoperation}\index{)6@$\leftrightarrow$ als oberer Index!Vertauschen von Rechts- und Linksoperation} erinnert daran, da"s
die Operation von $G\times G^{\op{opp}}$ anders als f"ur Funktionenr"aume
nat"urlich zu verstehen ist, wenn man erreichen will, da"s alle beteiligten
Abbildungen "aquivariant werden.
Die linke Vertikale ist die Multiplikation mit
einem Haarma"s $\lambda$, die rechte Vertikale ist die Multiplikation mit
dem zugeh"origen Plancherelma"s $\mu$, hier einer reellwertigen Funktion auf $\hat G$, die  dadurch bestimmt wird, da"s \glqq einmal im Kreis herumgehen an jeder Stelle die Identit"at ist\grqq. Ist  $\lambda$
normiert auf Gesamtmasse $\lambda(G)=1$, so m"ussen wir nach \ref{FtKG} f"ur $\mu$ die
Funktion $\mu(L)=\op{dim} L$ nehmen.
Arbeiten wir "uber $\DC$, so k"onnen wir unser  Diagramm erg"anzen zu einem kommutativen  nach \eref{FhD}{AN3} 
modellierten Diagramm\label{sedk}  
\begin{displaymath}
\xymatrix{
&\mathcal{M}^{\op{alg}}(G)\ar[r]^-\sim &\bigoplus_{L\in \hat G}{\op{End}}_\DC L\ar[dr]^{\cdot 
    \sqrt{\mu}}_-\sim&\\
  \mathcal{H}^{\op{alg}}(G)\ar[ur]^{\cdot 
    \sqrt{\lambda}}_-\sim\ar@{^{(}->}[r] &\op{L}^2(G)\ar@{<->}[r]^-\sim&\hat\bigoplus_{L\in \hat G}{\op{End}}_\DC L
  &\bigoplus_{L\in \hat G}{\op{End}}_\DC L\ar[dl]^{\cdot 
    \sqrt{\mu}}_-\sim\ar@{_{(}->}[l]\\
&\mathcal{S}^{\op{alg}}(G)^{\leftrightarrow}\ar[ul]^{\cdot \sqrt{\lambda}}_-\sim & 
\bigoplus_{L\in \hat G}{\op{End}}_\DC L
\ar[l]^-\sim_-{c^\ast}&
}
\end{displaymath}
Hier
meint $\mathcal H^{\op{alg}}(G)$ einen Raum von
\glqq algebraischen Halbdichten auf $G$\grqq, den man formal
als einen Teilraum des Raums aller \glqq Schwartz-Halbdichten\grqq\
erkl"aren mag,
vergleiche  
\eref{sHD}{AN3}\nichtfinal{ oder besser \ref{HaDi}}. 
Das "au"sere Sechseck besteht wieder aus Isomorphismen und einmal im Kreis
herumgehen liefert die Identit"at. Dar"uber hinaus ist aber
der Isomorphismus zwischen den sich horizontal gegen"uberliegenden
R"aumen in der mittleren Horizontale ein Isomorphismus von Pr"ahilbertr"aumen f"ur die explizit beschriebenen
Skalarprodukte und induziert einen Isomorphismus von Hilbertr"aumen der
in der Mitte des Diagramms angedeuteten Gestalt. Dies Diagramm,
wenn wir es zum normierten Haarma"s $\lambda(G)=1$ und
der zugeh"origen Funktion $\mu(L)=\op{dim}L$ spezialisieren,
liefert sofort Korollar \ref{Uk}.
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungl}
  Wir erinnern daran, da"s wir in \eref{CPF}{NAS} f"ur jede endlichdimensionale
  Darstellung $\rho : G \rightarrow \op{GL} (V)$ einer Gruppe $G$ "uber einem
  K"orper $k$ ihren {\bf Charakter}\index{Charakter}
 $\chi_\rho : G \rightarrow k$ 
erkl"art hatten durch
  die Formel
$
\chi_\rho (g) \pdef \op{tr}(\rho (g))
$, 
und da"s wir so eine {\bf Klassenfunktion}\index{Klassenfunktion}
 erhalten, also eine Funktion, die konstant
ist auf Konjugationsklassen.
\end{Bemerkungl}



\begin{Korollar}[\textbf{Charakter-Projektor-Formel}]
Sei $G$ eine kompakte Hausdorffgruppe mit Haarma"s $\mu$.
Wir erkl"aren f"ur jede endlichdimensionale 
einfache komplexe Darstellung
    $L$ von $G$ den \emph{\bf
      Projektor}\index{Projektor!in kompakter Hausdorffgruppe}
 ${\op{e}}_L\in \op{M}^{\op{rad}}(G)$ im Ma"sring durch die Vorschrift
    \begin{equation*}
      {\op{e}}_L \pdef \frac{\dim L}{\mu(G)} (\chi_{L}\circ\op{inv})\mu
    \end{equation*} 
    So gilt ${\op{e}}_L \ast {\op{e}}_L = {\op{e}}_L$ und ${\op{e}}_L \ast v = v \; \forall v \in L$.
    F"ur jede nicht
    zu $L$ isomorphe endlichdimensionale 
    einfache Darstellung $M$ gilt dahingegen 
    ${\op{e}}_L \ast {\op{e}}_M =0$ und damit
    dann nat"urlich auch ${\op{e}}_L \ast w =0 \; \forall w \in M$.
\end{Korollar}
\begin{Bemerkungl}
  Hier meint $\op{inv}:G\ra G$ das Invertieren.
  Im Fall einer endlichen Gruppe
kennen wir unsere Formel bereits aus \eref{CPF}{NAS}.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
  Wir d"urfen unser Haarma"s $\mu$ ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit
  normiert annehmen. Die Identit"at $c_{\op{id}_L}^*=(\op{dim}L)(\chi_{L}\circ\op{inv})$ und
  die Behauptung folgen dann sofort aus unseren Formeln in \ref{FtKG}
  oder vielleicht direkter \ref{sedk}.
\end{proof}
  

\begin{Korollar}[\textbf{Orthogonalit"at komplexer Matrixkoeffizienten}]
Bilden gewisse $\rho_{L} :G \ra \op{U} (d_L)$ 
ein Repr"asentantensystem\label{Uk} f"ur die
einfachen unit"aren Darstellungen einer kompakten Hausdorffgruppe $G$, 
so bilden die renormalisierten
Matrixkoeffizienten 
$\sqrt{d_L} \!\;(\rho_{L})_{ij}$ eine 
Hilbertbasis von ${\op{L}}^2(G)$.
\end{Korollar}
\begin{proof}
  Die Matrizen $E_{ij}$ bilden eine Orthonormalbasis von
  $\op{Mat}(d;\DC)$ f"ur das durch $\langle A,B\rangle=\op{tr}(A^\dagger B)$ gegebene Skalarprodukt. Die $(1/\sqrt{d})E_{ij}$ bilden folglich eine Orthonormalbasis f"ur denselben Raum 
  $\op{Mat}(d;\DC)_d$ mit dem um den Faktor $d$ vergr"o"serten Skalarprodukt.
  Unter der inversen Fouriertransformation gehen die nun
  aber gerade in die Funktionen $\sqrt{d_L} \!\;(\rho_{L})_{ij}\circ\op{inv}$
  "uber. Die Behauptung folgt so aus 
  unseren Fourierformeln \ref{FtKG} oder vielleicht direkter \ref{sedk}.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Darstellende Funktionen kompakter Matrixliegruppen}]
Gegeben  eine kompakte Matrixliegruppe $G\subset \op{GL}(n;\DR)$
liefert die Restriktion von Funktionen eine Surjektion\label{DfK} 
$$\DR[X_{ij}]\sra \mathcal R(G,\DR)$$
des Polynomrings in den Matrixeintr"agen auf 
die Ringalgebra der reellwertigen darstellenden Funktionen. 
In der Tat restringieren Polynomfunktionen offensichtlich
zu darstellenden Funktionen, genauer zu allen 
Matrixkoeffizienten von einfachen Darstellungen, die
in einer Tensorpotenz der durch unsere 
Einbettung gegebenen Darstellung $\DR^n$ 
auftreten. Nach Stone-Weierstra"s
restringieren sie sogar zu einem bez"uglich der
Norm der gleichm"a"sigen Konvergenz dichten Teilraum
von  $\mathcal C(G,\DR)$. Dann aber k"onnen die Matrixkoeffizienten keiner endlichdimensionalen stetigen 
irreduziblen Darstellung fehlen, da diese sonst
nach  \ref{FtKG} orthogonal auf allen stetigen Funktionen stehen m"u"sten.    
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}
 Sei $G$ eine kompakte Hausdorffgruppe. 
Unter dem Raum der {\bf qua\-drat\-in\-te\-grier\-ba\-ren Klassenfunktionen} 
auf $G$ verstehen
wir den Raum der unter der Operation durch Konjugation invarianten 
Elemente von \hyperref[L2G]{${\op{L}}^2(G)$}. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Klassenfunktionen kompakter Hausdorffgruppen}] 
Gegeben eine kompakte Hausdorffgruppe bilden die Charaktere der einfachen
komplexen Darstellungen eine Hilbertbasis des Raums aller 
quadratintegrierbaren\label{KkH} 
Klassenfunktionen auf unserer Gruppe und spannen einen in der Supremumsnorm 
dichten Teilraum des Raums der stetigen Klassenfunktionen auf.
\end{Satz}



\begin{proof}
Unsere {\bf irreduziblen Charaktere}
bilden\index{irreduzibel!Charakter, kompakte Liegruppe} 
nach \ref{sedk}  ein Orthonormalsystem.
Jetzt betrachten wir die nach \ref{PRaM} wohldefinierte
Abbildung $P : \cal{C} (G) \ra \cal{C} (G)$ gegeben durch
$$(Pf)(x) = \int f (g^{-1}x g) \mu\langle g\rangle$$ 
Sie ist
eine Projektion auf den Raum der stetigen Klassenfunktionen 
und ist stetig f"ur die Norm der gleichm"a"sigen Konvergenz.
Folglich liegen die Bilder der Matrixkoeffizienten 
in Bezug auf die Norm der gleichm"a"sigen Konvergenz 
dicht im Raum der stetigen Klassenfunktionen.
Das Bild eines Matrixkoeffizienten einer 
irreduziblen Darstellung ist jedoch offensichtlich 
wieder ein Matrixkoeffizient besagter Darstellung und damit ein
Vielfaches ihres Charakters.
Das zeigt die gleichm"a"sige Dichtigkeit im Raum der stetigen Klassenfunktionen.
Weiter bemerken wir, da"s
eine quadratintegrierbare Klassenfunktion $f$ senkrecht stehen mu"s auf jedem
unter Konjugation stabilen endlichdimensionalen Teilraum $E\subset \mathcal C(G)$, in dem die triviale Darstellung nicht als Summand auftritt,
da ja f"ur $h\in E$
offensichtlich gilt $\langle f,h\rangle=\langle f,Ph\rangle$.
Damit mu"s eine quadratintegrierbare Klassenfunktion senkrecht stehen
auf den Bildern unter der Matrixkoeffizientenabbildung
aller $\{A\in\op{End}_\DC L\mid\op{tr}A=0\}$ f"ur
$L\in\hat G$, und damit mu"s sie dann sogar im Abschlu"s des Erzeugnisses der
irreduziblen Charaktere liegen.
\end{proof}






\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
Auf  einer kompakten Hausdorffgruppe ist das Faltungsprodukt 
von Matrixkoeffizienten zu nichtisomorphen endlichdimensionalen einfachen 
Darstellungen stets Null. Gegeben eine einfache unit"are Darstellung
$\rho:G\ra \op{U}(d)$ gilt dagegen f"ur die Faltung der 
Matrixkoeffizienten $\rho_{ij}\ast \rho_{kl}=d^{-1}\delta_{jk}\rho_{il}$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Eine endlichdimensionale
  Darstellung $V$ 
einer kompakten Hausdorffgruppe, f"ur die  die 
Matrixkoeffizientenabbildung\label{MKII}  
$V\otimes_{\Bbb{C}} V^{\ast} \ra {\cal{C}} (G)$ injektiv ist, 
mu"s
irreduzibel sein oder Null.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
Man beschreibe die Verkn"upfung der Matrixkoeffizientenabbildung
$\bigoplus_{L \in \hat G}
    {\op{End}}_{\Bbb{C}}L\ra \cal{C}(G)$ mit
dem Integral nach dem normierten Haarma"s.
\end{Ubung}

\begin{Ubung} 
Man zeige, da"s f"ur
eine  kompakte  Hausdorffgruppe $G$ 
die Fouriertransformation von Ma"sen
nach \ref{MaDi}
stets eine Injektion 
$$ \op{M}^{\op{rad}}(G)\hra 
\underset{M\in \op{irrf} G}{\prod} \op{End}_{\Bbb{C}} M$$
liefert. Hinweis: Man zeige als Zwischenschritt:
Konvolutiert ein Ma"s mit jeder darstellenden Funktion zur Nullfunktion,
so konvolutiert es mit jeder stetigen Funktion zur Nullfunktion
und ist folglich das Nullma"s.
\end{Ubung}






%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "XXTM"
%%% End: 
