\section{Unausgegorenes zur Funktionentheorie}




\subsection{Riemann'sche Fl"achen}
\begin{Bemerkungl}
  Wir erinnern an die Definition einer Riemann'schen Fl"ache in \eref{BspM}{ML}
und insbesondere an das Beispiel $\mathbb{P}^1\DC$ aus \eref{P1C}{ML}.
\end{Bemerkungl}
\begin{Ubung}\label{MMoR}
  Sei $U\co \DC$ eine offene Teilmenge. Eine Abbildung 
$U\ra \Bbb{P}^{1}\DC$ ist meromorph im Sinne von 
\eref{defM}{FT1} genau dann, wenn sie ein Morphismus 
von Riemann'schen Fl"achen ist, der auf keiner 
Zusammenhangskomponente von $U$ konstant den Wert $\infty$ annimmt.
In Formeln erhalten wir so  eine Bijektion
$$\{f\in \cal{O}^{\op{an}}(U,\Bbb{P}^{1}\DC)\mid
f^{-1}(\infty)\text{ ist diskret in }U\}\sira \cal{M}^{\op{an}}(U)$$
zwischen der Menge aller Morphismen von $U$ 
in die Riemann'sche Zahlenkugel $\Bbb{P}^{1}\DC$,
die nur auf einer diskreten Teilmenge  den Wert 
$\infty$ annehmen,
und der Menge aller meromorphen Funktionen auf $U$.
\end{Ubung}
\begin{Definition}
  F"ur eine allgemeine Riemann'sche Fl"ache $X$ 
  definiert man eine  
{\bf meromorphe Funktion auf $X$}\index{meromorphe Funktion!auf 
Riemann'scher Fl"ache}
 als eine Abbildung
$f:X\ra \Bbb{P}^{1}\DC$, die ein Morphismus von Riemann'schen Fl"achen ist 
und f"ur die
$f^{-1}(\infty)\subset X$ eine diskrete Teilmenge ist.
Die Menge aller meromorphen Funktionen auf $X$ notieren 
wir wieder\index{M@$\cal{M}^{\op{an}}(X)$}
$$\cal{M}^{\op{an}}(X)$$
\end{Definition}
\begin{Ubung}
Sei $\cal{U}$ eine offene "Uberdeckung einer Riemann'schen Fl"ache
$X$. Eine Funktion $f:X\ra \Bbb{P}^{1}\DC$ ist meromorph genau dann,
wenn ihre Restriktionen auf alle $U\in \cal{U}$ meromorph sind.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{MeK}
  Die meromorphen Funktionen auf einer zusammenh"angenden 
Riemann'schen Fl"ache bilden mit der analog zu 
\eref{MerK}{FT1} erkl"arten Addition und Multiplikation 
einen K"orper.
\end{Ubung}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[height=17cm]{SkriptenBilder/BildQCo}\\[4mm]
\noindent 
Dies Bild erinnert
unsere Anschauung f"ur die Abbildung $z\mapsto z^2$ 
der Einheitskreisscheibe auf sich selbst.
Es stellt diese Abbildung dar als die Komposition
einer Abbildung der Einheitskreisscheibe auf eine r"aumliche
sich selbst durchdringende Fl"ache, 
gegeben in etwa durch eine Formel der Gestalt
 $z\mapsto (z^2,\varepsilon(\op{Im}z))$ in $\DC\times \DR\cong
\DR^3$ f"ur geeignetes monotones und in einer Umgebung von Null streng
monotones $\varepsilon$, 
gefolgt von einer
senkrechten Projektion auf die ersten beiden Koordinaten. 
Das hat den Vorteil, da"s im ersten Schritt nur Punkte der
reellen Achse identifiziert werden, was man sich
leicht wegdenken kann,
und da"s der zweite Schritt eine sehr anschauliche Bedeutung hat,
eben die senkrechte Projektion. 
\end{figure}


\begin{Definition}
  Zwei stetige Abbildungen von bepunkteten R"aumen 
$f$ und $f_1$
nennen wir {\bf lokal isomorph}, wenn es
ein kommutatives Diagramm von bepunkteten R"aumen
\begin{displaymath}
\xymatrix{
(X,x)\ar[d]^-{f}  &(U,x)\ar[l] \ar[d]^-{f}\ar[r]& (X_1,x_1)\ar[d]^-{f_1}\\
(Y,y)  &(V,y) \ar[r]\ar[l] & (Y_1,y_1)
}
\end{displaymath}
gibt mit offenen Einbettungen  in den
Horizontalen.
\end{Definition}







\begin{Definition}
Eine stetige Abbildung $f : X \rightarrow Y$ von 
zweidimensionalen topologischen
Mannigfaltigkeiten hei"st\label{vzwe}
{\bf verzweigt \'{e}tale},\index{verzweigt \'{e}tale}\index{etale@\'{e}tale!verzweigt \'{e}tale} 
 wenn 
f"ur jeden Punkt $x \in X$ die Abbildung $f:(X,x)\ra (Y,f(x))$ 
f"ur ein $n\in \DN_{\geq 1}$ lokal isomorph ist zur Abbildung
von bepunkteten R"aumen $(\DC,0)\ra (\DC,0)$, $z\mapsto z^n$.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}\label{VZGG}
  Die Zahl $n$ in der Definition \ref{vzwe} einer verzweigt \'etalen Abbildung
  wird durch den Ausgangspunkt $x$ bereits eindeutig festgelegt.  Wir 
k"onnen n"amlich $n$ charakterisieren durch die
Eigenschaft, da"s es eine Umgebung $V$ von $x$ gibt derart, da"s 
$f$ auf
$V\backslash x$ jeden Wert genau $n $-mal annimmt.
Diese Zahl $n=n(x)$ hei"st der 
{\bf Verzweigungsgrad}\index{Verzweigungsgrad} unserer 
verzweigt \'{e}talen Abbildung bei $x$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Ein Morphismus von Riemann'schen Fl"achen, der auf keiner
  Zusammenhangskomponente konstant ist, ist nach \eref{lshf}{FT1} stets
verzweigt \'{e}tale.
\end{Bemerkungl}

\begin{Ubung}\label{sDF}
Ist $Y$ eine Riemann'sche Fl"ache und $X$ ein Hausdorffraum und
$p: X \rightarrow Y$ verzweigt \'etale,
so gibt es auf $X$ genau eine Struktur 
als Riemann'sche Fl"ache derart, da"s $p$ f"ur diese Struktur ein 
Morphismus von Riemann'schen Fl"achen wird.
Hinweis: Der Riemann'sche Hebbarkeitssatz \eref{RiHe}{FT1} mag hilfreich sein.
\end{Ubung}








\begin{Definition}\label{DVUU}
Eine stetige Abbildung $p : X \rightarrow Y$ von 
zweidimensionalen topologischen
Mannigfaltigkeiten hei"st eine {\bf verzweigte "Uberlagerung},
 wenn\index{verzweigte "Uberlagerung}\index{"Uberlagerung!verzweigte} 
f"ur jeden Punkt $y \in Y$ eine offene Umgebung $U$ existiert derart, da"s
es f"ur alle $x \in p^{-1} (y)$ ein $n(x) \in \mathbb N_{\geq 1}$ und ein
kommutatives Diagramm von bepunkteten R"aumen
\begin{displaymath}
\xymatrix{
z  \ar@{|->}[d]&\in&(\mathbb C,0) \ar[d]\ar[r]& (p^{-1} (U), x)\ar[d]^-{p}\\
z^{n(x)} &\in &(\mathbb C,0) \ar[r]^{\sim} & (U,y)
}
\end{displaymath}
gibt, dessen untere Horizontale ein Hom"oomorphismus ist und dessen obere
Horizontale offen ist und einen Hom"oomorphismus von $\mathbb C$ mit der
Zusammenhangskomponente von $x$ in $p^{-1} (U) $ induziert.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Eine verzweigt \'{e}tale Abbildung ist nicht immer \'{e}tale im Sinne von
\ref{etale} und eine verzweigte "Uberlagerung ist nicht immer eine
"Uberlagerung im Sinne von \ref{Due}. Jede verzweigte "Uberlagerung ist jedoch
auch eine verzweigt \'{e}tale Abbildung. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Ubunge}
 \label{VUA}
Man betrachte zu jeder topologischen Fl"ache $X$ die Kategorie
$\op{Verz}_X \subset \op{Top}_X$ aller endlichen verzweigten "Uberlagerungen
mit h"ochstens endlich vielen Verzweigungspunkten und zeige, da"s f"ur
$U \co X$ das Komplement einer endlichen Teilmenge der Restriktionsfunktor
$\op{Verz}_X \rightarrow \op{Verz}_U$ stets eine "Aquivalenz von Kategorien ist.
\end{Ubunge}

\begin{Bemerkungl}
Sei die stetige Abbildung $p : X \rightarrow Y$ von 
zweidimensionalen topologischen
Mannigfaltigkeiten  eine  verzweigte "Uberlagerung.
Per definitionem ist f"ur alle $n \in \mathbb N$ die Menge $Y_n$ 
aller $y \in Y$ mit
$\sum_{x \in p^{-1} (y)} n (x) = n$ offen.
Ist also $Y$ zusammenh"angend und hat $p : X \rightarrow Y$
 endliche Fasern, so gibt
es $n \in \mathbb N$ mit $Y =Y_n$.
Wir sagen dann, $p : X \rightarrow Y$ sei eine verzweigte 
"Uberlagerung 
der {\bf Bl"atterzahl}\index{Bl"atterzahl!im verzweigten Fall} $n$.
\end{Bemerkungl}


\begin{Lemma}
 Jede  verzweigt \'{e}tale Abbildung von kompakten 
zweidimensionalen topologischen Mannigfaltigkeiten ist eine 
verzweigte "Uberlagerung. 
\end{Lemma}
\begin{proof}
  Sei $f:X\ra Y$ unsere Abbildung. Gegeben $y\in Y$ ist
die Faser $p^{-1}(y)$ in $X$ abgeschlossen und diskret, also 
kompakt und diskret, also endlich.
Seien $x_1,\ldots,x_r$ die Punkte der Faser und $V_1,\ldots,V_r$
jeweils
offene Umgebungen wie in der Definition einer verzweigt \'{e}talen Abbildung.
Die Schnitte ihrer Bilder bilden dann eine offene Umgebung 
von $y\in Y$, 
wie sie  in der Definition einer verzweigten
"Uberlagerung in \ref{DVUU} gefordert wird.
\end{proof}

\begin{Ubunge}\label{MP1}
 Die Restriktion auf $\DC\subset\Bbb{P}^{1}\DC$ liefert eine
  Bijektion
$$\cal{M}^{\op{an}}(\Bbb{P}^{1}\DC)\sira \DC(T)$$
zwischen der Menge aller meromorphen Funktionen auf 
$\Bbb{P}^{1}\DC$
 und dem K"orper $\DC(T)=\op{Quot}\DC[T]$ der rationalen Funktionen
auf $\DC$, aufgefa"st als Unterk"orper im K"orper
$\cal{M}^{\op{an}}(\DC)$ der meromorphen Funktionen auf $\DC$ 
wie in \ref{MMoR}. 
Hinweis: Jede holomorphe Funktion auf $\Bbb{P}^{1}\DC$
ist konstant nach dem Maximumsprinzip \eref{MaPr}{FT1}, in Formeln 
$\cal{O}^{\op{an}}(\DC)=\DC$.
Jede meromorphe Funktion hat aber dieselben Pole und Nullstellen wie
eine rationale Funktion.
\end{Ubunge}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Das GAGA-Prinzip}]
  Die vorhergehende "Ubung \ref{MP1}
ist die vielleicht einfachste Manifestation eines sehr allgemeinen
  Prinzips, das man etwas vage dahingehend aussprechen kann, da"s
  \glqq komplex-analytische Dinge auf Kompakta meist algebraisch sind\grqq. Man nennt
  dies Prinzip auch das \glqq GAGA-Prinzip\grqq\ \index{GAGA-Prinzip} nach dem
  ber"uhmten Artikel \glqq G\'eometrie Analytique et G\'eometrie Alg\'ebrique\grqq\ 
  von Jean-Pierre Serre, in dem es noch sehr viel weiter entwickelt wird.
  Dies Acronym ist im "ubrigen ein franz"osisches Wortspiel: \glqq Gaga\grqq\  bedeutet
  in der franz"osischen Umgangssprache, was man auf Deutsch vielleicht mit
\glqq total durch den Wind\grqq\  wiedergeben k"onnte.
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}
%[\textbf{Endliche K"orpererweiterungen des Funktionenk"orpers $\mathbb C (T)$}]
Gegeben eine endliche Teilmenge $P \subset \mathbb C$ und eine endliche
"Uberlagerung $X \rightarrow \mathbb C \backslash P$ ihres Komplements
durch einen zusammenh"angenden topologischen Raum 
im Sinne von \ref{Due}
erkl"aren wir eine
K"orpererweiterung $\mathcal M (X) / \mathbb C (T)$ wie folgt:
Zun"achst versehen wir unsere "Uberlagerung mit der Struktur einer
Riemann'schen Fl"ache nach \ref{sDF}.
% $\mathbb C$-geringten Raums, indem wir von der holomorphen Struktur
% $(\mathbb C, \mathcal O^{\op{an}}) $ auf $\mathbb C$ aus 
% \ref{BspM} ausgehen und $X$ mit der finalen Struktur \ref{FiSu} zur
% Familie aller lokalen Schnitte unserer "Uberlagerungsabbildung versehen.
% Auf diese Weise wird $X$  eine Riemann'sche Fl"ache im
% Sinne von \ref{BspM} und unsere "Uberlagerungsabbildung wird ein Morphismus
% von Riemann'schen Fl"achen.
Die meromorphen Funktionen auf $X$ bilden 
dann nach \ref{MeK} einen K"orper
\begin{equation*}
\mathcal M^{\op{an}} (X)
\end{equation*}
und das Vorschalten der "Uberlagerungsabbildung liefert 
offensichtlich einen K"orperhomomorphismus
\begin{equation*}
\mathcal M^{\op{an}} (\mathbb C) \stackrel{\circ p}{\hookrightarrow}
\mathcal M^{\op{an}} (X)
\end{equation*}
% In $\mathcal M^{\op{an}} (\mathbb C)$ betrachten wir nun 
% den Unterk"orper $ \mathbb C (T)$ und definieren
% $
% \mathcal M (X) \subset \mathcal M^{\op{an}} (X)
% $
% als den Unterk"orper aller Elemente, die 
% im Sinne von \ref{algK}
% algebraisch 
% sind "uber $ \mathbb C (T)$.  
\end{Bemerkungl}



\begin{Proposition}[\textbf{K"orpererweiterungen 
durch "Uberlagerungen}]
Gegeben eine zusammenh"angende $n$-bl"attrige "Uberlagerung 
des Komplements $\DC\backslash P$ einer endlichen Teilmenge $P$ der
Riemann'schen Zahlenebene ist der Unterk"orper\label{GrMez}  $$
\mathcal M (X) \subset \mathcal M^{\op{an}} (X)
$$ der "uber $\mathbb C (T)$ algebraischen meromorphen Funktionen
auf $X$ eine endliche K"orpererweiterung von $\mathbb C (T)$
vom Grad $n$. Umgekehrt erhalten wir auf diese Weise auch alle
endlichen K"orpererweiterungen von $\mathbb C (T)$.
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
  Es wird sich sp"ater herausstellen, da"s der Teilk"orper $
\mathcal M (X) \subset \mathcal M^{\op{an}} (X)
$, wie in dieser Notation 
bereits vorweggenommen,  
nur von der Riemann'schen Fl"ache $X$ abh"angt und nicht von
der Wahl einer "Uberdeckungsabbildung $X\ra \DC\backslash P$.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Wir beginnen mit dem Fall $n=1$.
Der K"orper der rationalen Funktionen  $\mathbb C (T) 
\subset \mathcal M^{\op{an}} (\mathbb C\backslash P)$
 besteht nach \eref{GrAa}{FT1} genau aus den 
meromorphen Funktionen $f$ auf $\mathbb C\backslash P$, 
f"ur die es ein $N\geq 1$ gibt derart, da"s f"ur alle $a\in P$
das Produkt $(z-a)^Nf(z)$ beschr"ankt ist im Schnitt  einer Umgebung von $a$
mit $\mathbb C\backslash P$, und da"s $z^{-N}f (z)$ 
au"serhalb eines
Kompaktums beschr"ankt ist.
Da nach \eref{AbNs}{LA1} der Betrag der Nullstellen eines 
normierten komplexen Polynoms 
abgesch"atzt werden kann durch  die Summe der
Betr"age der Koeffizienten, 
m"ussen alle "uber $\mathbb C(T)$ 
algebraischen Elemente von
$\mathcal M^{\op{an}} (\mathbb C\backslash P)$ 
bereits zu $\mathbb C(T)$
geh"oren. Wir haben also $\mathcal M (\mathbb C)=\mathbb C(T)$
und der Fall $n=1$ ist erledigt.
Sei als n"achstes $p : X \rightarrow \mathbb C \backslash P$ 
eine normale "Uberlagerung im
Sinne von \ref{noue} und sei $\Gamma$ ihre Gruppe von Decktransformationen.
Offensichtlich liefert das Vorschalten von $p$ dann Isomorphismen
\begin{equation*}
\mathcal M^{\op{an}} (\mathbb C\backslash P) \sira 
\mathcal M^{\op{an}} (X)^\Gamma
\quad\text{ und }\quad \mathcal M (\mathbb C)\sira \mathcal M (X)^\Gamma  
\end{equation*}
und nach dem allgemeinen Satz \ref{ZH} 
der Galoistheorie ist   $\mathcal M (X) / \mathcal M (\mathbb C)$
eine endliche Galois-Erweiterung mit Galoisgruppe $\Gamma$.
Ist schlie"slich unsere "Uberlagerung $p : X \rightarrow \mathbb C \backslash P$  nicht normal, so suchen wir uns mithilfe von
\ref{NorH} eine normale H"ulle $\tilde{X}\sra X$ und betrachten 
den K"orperturm 
% $$\begin{array}{ccccc}
%  \mathcal M (\mathbb C)&\subset& \mathcal M (X)&
% \subset& \mathcal M (\tilde{X})\\
% \cap&&\cap&&\cap\\
%  \mathcal M^{\op{an}} (\mathbb C\backslash P)&\subset& \mathcal M^{\op{an}} (X)
% &\subset& \mathcal M^{\op{an}} (\tilde{X})
% \end{array}$$
$$\mathcal M (\mathbb C)\subset \mathcal M (X)
 \subset \mathcal M (\tilde{X})$$
F"ur $H$ die Deckbewegungsgruppe von $q:\tilde{X}\sra X$ 
liefert  offensichtlich das Vorschalten von $q$ einen Isomorphismus
$\mathcal M (X)
\sira \mathcal M (\tilde{X})^H$
und aus \eref{ZH}{AL} folgt 
$[\mathcal M (\tilde{X}):\mathcal M (X)]=|H|$ sowie
$[\mathcal M (\tilde{X}):\mathcal M (\DC)]=|\Gamma|$
f"ur $\Gamma$ die Deckbewegungsgruppe von 
$\tilde{X}\sra (\mathbb C\backslash P)$.
Damit ergibt sich dann 
schlie"slich $[\mathcal M (X):\mathcal M (\DC)]=|\Gamma|/|H|=n$
wie gew"unscht.
Es bleibt nur noch zu zeigen, da"s wir auf diesem Wege auch alle 
endlichen K"orpererweiterungen des Funktionenk"orpers 
$\DC(T)$ erhalten. Nach \eref{PE}{AL} entsteht ja jede derartige Erweiterung durch
Adjunktion einer Nullstelle eines irreduziblen
Polynoms $f\in\DC(T)[S]$. Nach \eref{MuPi}{AL}    finden wir  
 dazu stets $c\in \DC(T)^\times$ mit $cf\in \DC[T][S]$ primitiv, und nach 
\eref{PFR}{AL} ist  $g=cf$ dann auch irreduzibel in
$\DC[T][S]=\DC[T,S]$.
Nun "uberlegt man sich leicht, da"s die kanonische Abbildung
$\DC[T,S]/\langle g\rangle\ra \DC(T)[S]/\langle g\rangle$ einen
K"orperisomorphismus 
$$\op{Quot}(\DC[T,S]/\langle g\rangle)\sira \DC(T)[S]/\langle g\rangle$$
induziert. Bezeichnet 
$Z (g) = 
\{(a, \lambda) \in \mathbb C^2 \mid g (a,\lambda)
=0\}$
die Nullstellenmenge von $g$, so liefert das Einschr"anken
polynomialer Funktionen nach \eref{RUE}{AL} einen Ringhomomorphismus
und nach \eref{ENu}{AL} sogar einen injektiven Ringhomomorphismus
$$\DC[T,S]/\langle g\rangle\hra \op{Ens}(Z (g),\DC)$$ 
Da nun $g$ 
Polynomring $\mathbb C (T) [S]$ "uber dem
Funktionenk"orper $\mathbb C (T)$ irreduzibel ist, 
ist $g$ in besagtem Polynomring teilerfremd zu
seiner Ableitung $g^\prime = \frac{\partial g}{\partial S}$ 
und wir finden folglich
eine Identit"at
\begin{equation*}
1 = h g + k g^\prime
\end{equation*}
mit $ h,k \in \mathbb C (T) [S]$.
Mit Ausnahme der Elemente der endlichen Menge $P \subset \mathbb C$ 
der Polstellen der Koeffizienten
von $h$ und $k$ k"onnen wir in diese Identit"at 
alle komplexen Zahlen $a$ einsetzen und 
folgern mit \eref{VN}{AL}, da"s f"ur alle $a \in 
\mathbb C \backslash P$ das Polynom $g (a, S) \in \mathbb C
[S]$ keine mehrfachen Nullstellen hat.
Vergr"o"sern wir unsere endliche Menge $P$ noch um die Nullstellen 
des Leitkoeffizienten in Bezug auf $S$ von $g \in \mathbb C [T]
[S]$ und hat unser $g$ in $S$ etwa den Grad $n$, so hat 
folglich $g (a, S)$ f"ur alle $a \in \mathbb C \backslash
P$ genau $n$ Nullstellen in $S$.
Die Fasern der Projektion auf die erste Koordinate 
\begin{equation*}
\op{pr}_1 : Z (g) \rightarrow \mathbb C
\end{equation*}
haben  also 
au"serhalb einer endlichen Menge $P \subset \mathbb C$
stets genau $n$ Elemente. Nach dem Satz "uber implizite Funktionen 
und insbesondere nach "Ubung \eref{ReKo}{AN2} ist also
die Restriktion dieser  Projektion auf das Urbild des 
Komplements von $P$ eine 
$n$-bl"attrige "Uberlagerung  
$$\op{pr}_1 : Z\sra \DC\backslash P$$
Nach \ref{BCDi} sind alle stetigen  lokalen Schnitte
dieser "Uberlagerung als Abbildungen nach $\DC^2$
komplex differenzierbar. Die Polynome aus $\DC[T,S]$ definieren 
folglich komplex differenzierbare alias holomorphe Funktionen auf
der Riemann'schen Fl"ache $Z$, und das Bild der Inklusion
$\DC[T,S]/\langle g\rangle\hra \cal{O}^{\op{an}}(Z)$
macht nach \eref{ENu}{AL} von Null verschiedene Elemente des Restklassenrings 
zu  holomorphen 
Funktionen mit h"ochstens endlich vielen
Nullstellen. Nach \eref{UEQ}{LA1}  l"a"st sich unsere Inklusion folglich
zu einem Ringhomomorphismus $$\op{Quot}(\DC[T,S]/\langle g\rangle)
\ra \cal{M}^{\op{an}}(Z)$$ fortsetzen, der nach 
\eref{RHKI}{LA1}
 notwendig injektiv sein mu"s.
Sei nun $Z=Z_1\amalg\ldots\amalg Z_r$ die Zerlegung von $Z$ in
seine Zusammenhangskomponenten. 
Da die linke Seite eine algebraische K"orpererweiterung von $\DC(T)$ ist,
mu"s unser Ringhomomorphismus in $\cal{M}(Z_1)\times\ldots\times \cal{M}(Z_r)$
landen. Da dieses Produkt nach dem bereits bewiesenen Teil
der Proposition  "uber $\DC(T)$ dieselbe Dimension 
hat wie $\op{Quot}(\DC[T,S]/\langle g\rangle)$, ist das Bild 
unseres Ringhomomorphismus bereits das ganze
besagte Produkt. Es folgt, da"s besagtes Produkt ein K"orper sein mu"s,
so da"s insbesondere $Z$ bereits zusammenh"angend gewesen sein mu"s
und  unsere K"orpererweiterung mit  $\cal{M}(Z)$ zusammenf"allt.
\end{proof}

\begin{Satz}[\textbf{K"orpererweiterungen von $\mathbb C (T)$ und Topologie}]
Unsere Vorschrift $\cal{M}^{\op{an}}$, die jeder 
zusammenh"angenden Rie\-mann\-'schen Fl"ache "uber $\mathbb{P}^1\DC$
den K"orper der  meromorphen 
Funktionen auf $X$ zuweist, liefert
eine "Aquivalenz von Kategorien
\begin{displaymath}
\begin{array}{ccc}
\left\{ \begin{array}{c}
\text{Zusammenh"angende verzweigte}\\
\text{"Uberlagerungen von }\mathbb{P}^1\DC\\
\text{mit endlicher Bl"atterzahl}
\end{array}\right\} & \overset{\sim}{\rightarrow} 
& \left\{ \begin{array}{c}
\text{Endliche}\\\text{K"opererweiterungen}\\
\text{von } \mathbb C (T)
\end{array}\right\}^{\op{opp}}\\[15mm]
\left( \begin{array}{c} X \\ \downarrow \\ \mathbb C \end{array} \right) &
\mapsto & \left( \begin{array}{c} \mathcal M^{\op{an}} (X) \\ \cup 
\\ \mathbb C (T) \end{array} \right)
\end{array}
\end{displaymath}
\end{Satz}
\begin{proof}
Unser $\mathcal M (X)$ "andert sich nicht beim Einflicken fehlender Punkte
Das zeigt die Surjektivit"at auf Objekten.
Da"s die Automorphismen von Galois-"Uber\-lagerungen den Automorphismen von K"orpererweiterungen
entspechen, wissen wir bereits. Im Allgemeinen k"onnen wir $\mathcal M (X)$ und $\mathcal M (Y)$
in dieselbe Galoiserweiterung von $\mathbb C (T) = \mathcal M (\mathbb C)$
einbetten etc.
\end{proof}
\begin{Satz}
Die Vorschrift $X \mapsto \mathcal M (X)$ liefert eine 
kontravariante "Aquivalenz von
Kategorien
\begin{displaymath}
\begin{array}{ccc}
\left\{\begin{array}{l} \text{zusammenh"angende}
\\\text{endliche "Uberlagerungen}\\
\text{des Komplements}\\ \text{endlicher Teilmenen von} 
\mathbb C \end{array}\right\}
& \overset{\sim}{\longrightarrow} & \left\{\begin{array}{l} 
\text{endliche K"orpererweiterungen}\\
\text{von } \mathbb C (T) \end{array}\right\}\\
X &\mapsto & \mathcal M (X)
\end{array}
\end{displaymath}
wo wir Morphismen von $p : X \rightarrow \mathbb C \backslash P$ 
nach $q : Y \rightarrow
\mathbb C \backslash Q$ verstehen als 
Decktransformationene zwischen den beiden "Uberlagerungen
von $\mathbb C \backslash (P \cup Q) $ durch 
$p^{-1} (\mathbb C \backslash (P \cup Q))$
und $q^{-1} (\mathbb C \backslash (P \cup Q))$.
Die Verkn"upfung mit einem Morphismus in eine weitere 
"Uberlagerung $r : Z \rightarrow \mathbb C 
\backslash R$ ist zwar dann a priori nur als 
Decktransformation von $p^{-1} (\mathbb C 
\backslash (P \cup Q \cup R))$ nach 
$r^{-1} (\mathbb C \backslash (P \cup Q \cup R))$
definiert, l"a"st sich aber eindeutig stetig zu einer Decktransformation 
$p^{-1} (\mathbb C \backslash (P \cup R)) 
\rightarrow r^{-1} (\mathbb C \backslash (P \cup
R))$ fortsetzen, und diese Fortsetzung verstehen 
wir dann als die Verkn"upfung unserer beiden
Morphismen.
\end{Satz}













\begin{Definition}
  Seien $V,W$ normierte komplexe Vektorr"aume
und $U\co V$ eine halboffene Teilmenge. Eine Abbildung
$f:U\ra W$ hei"st {\bf komplex differenzierbar} genau dann,
wenn sie stetig differenzierbar ist und ihr 
Differential an jeder Stelle komplex-linear ist.
\end{Definition}

  \begin{Beispiel}\label{BCDi}
    Gegeben Polynome $P,Q\in\DC[X_1,\ldots, X_n]$ ist 
 die Abbildung
$$\{x\in \DC^n\mid Q(x)\neq 0\}\ra \DC$$ gegeben durch
$x\mapsto P(x)/Q(x)$ komplex differenzierbar.
Alle durch den Satz "uber implizite Funktionen aus 
komplex differenzierbaren Abbildungen entstehenden Abbildungen 
sind nach \eref{SsIF}{AN2} auch selbst wieder komplex differenzierbar.
  \end{Beispiel}

  \begin{Bemerkungl}
    Die beiden folgenden S"atze scheinen mir 
die zentrale Rolle der Riemann'schen Fl"achen auf das Sch"onste zu 
illustrieren. 
Ich will gerne einmal einen Beweis ausschreiben. 
  \end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{Kompakte Riemann'sche Fl"achen sind algebraisch}] 
Die Vorschrift, die jeder
Riemann'schen Fl"ache den Ring ihrer meromorphen Funktionen
zuordnet, liefert eine 
kontravariante "Aquivalenz von
Kategorien
\begin{displaymath}
\begin{array}{ccc}
\left\{\begin{array}{c} \text{kompakte}\\
\text{zusammenh"angende}\\
\text{Riemann'sche Fl"achen} \end{array}\right\}
& \sirra & \left\{\begin{array}{c} 
\text{endlich erzeugte}\\
\text{K"orpererweiterungen von } \mathbb C\\
 \text{ vom Transzendenzgrad Eins}\end{array}\right\}^{\op{opp}}\\[8mm]
X &\mapsto & \mathcal M^{\op{an}} (X)
\end{array}
\end{displaymath}
Hier sind links als Morphismen nichtkonstante holomorphe Abbildungen
zu verstehen und rechts als Morphismen eben 
K"orperhomomorphismen unter $\DC$.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Den Beweis dieses wunderbaren
Satzes  will ich gerne einmal ausschreiben. 
Zusammen mit dem gleich folgenden Satz schafft er eine
bemerkenswert enge Verbindung zwischen Topologie und Algebra.
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Holomorphie durch Topologie}] 
Ist $Y$ eine Riemann'sche Fl"ache, so liefert das Vergessen
der holomorphen Struktur eine "Aquivalenz von Kategorien
\begin{displaymath}
\begin{array}{ccc}\left\{\begin{array}{c} 
\text{Riemann'sche Fl"achen}\\
\text{"uber $Y$} \end{array}\right\}
& \overset{\sim}{\rightarrow} & \left\{\begin{array}{c} 
\text{verzweigt-\'etale Morphismen}\\
\text{von 
Hausdorff-R"aumen nach $Y$}\end{array}\right\}
\end{array}
\end{displaymath}
Unter einer Riemann'schen Fl"ache "uber $Y$ verstehe ich dabei eine
Riemann'sche Fl"ache mit einem 
auf keiner Zusammenhangskomponente  konstanten Morphismus nach $Y$.
Hier sind links als Morphismen holomorphe Abbildungen
zu verstehen, die mit der Projektion auf
$Y$ vertr"aglich sind, 
 und rechts stetige Abbildungen, die mit der Projektion auf
$Y$ vertr"aglich sind.
\end{Satz}
\begin{proof}
  Der Umkehrfunktor wurde bereits in \ref{sDF} konstruiert. 
Der Rest der Argumentation kann auch dem Leser "uberlassen bleiben.
\end{proof}
\begin{Satz}[\textbf{Algebra durch Holomorphie, Variante}] 
Ist $Y$ eine zusammenh"angende Riemann'sche Fl"ache, so liefert das Bilden
der meromorphen Funktionen eine "Aquivalenz von Kategorien
\begin{displaymath}
\begin{array}{ccc}\left\{\begin{array}{c} 
\text{zusammenh"angende}\\
\text{Riemann'sche Fl"achen "uber $Y$}\\
\text{mit eigentlicher Projektion} \end{array}\right\}
& \overset{\sim}{\rightarrow} & \left\{\begin{array}{c} 
\text{endliche}\\
\text{K"orpererweiterungen}\\
\text{von 
 $\mathcal{M}^{\op{an}}(Y)$}\end{array}\right\}^{\op{opp}}
\end{array}
\end{displaymath}
\end{Satz}
\begin{proof}
  Zun"achst einmal gilt es zu zeigen, da"s f"ur $p: X \rightarrow Y$ nicht
  konstant und eigentlich das Zur"uckholen $(\circ p) : \mathcal M^{\op{an}}
  (Y) \rightarrow \mathcal M^{\op{an}} (X)$ eine endliche K"orpererweiterung
  ist.  Nach \ref{??} ist $p$ eine verzweigte "Uberlagerung mit endlicher Zahl
  von Bl"attern.  Wir beginnen mit dem Spezialfall, da"s $p: X \rightarrow Y$
  eine endliche verzweigte "Uberlagerung ist.  Gegeben $f \in \mathcal
  O^{\op{an}} (X)$ betrachten wir dann f"ur alle $y \in Y$ das Polynom $P_y
  \in \mathbb C [T]$ gegeben durch
  \begin{equation*}
    P_y (T) = \prod_{x \in p^{-1}(y) } (T - f (x))
  \end{equation*}
  Ist $p$ eine n-bl"attrige "Uberlagerung, so hat es den Grad $n$ f"ur alle $y
  \in Y$, also
  \begin{displaymath}
    P_y (T) = T^n + c_{n-1} (y) T^{n-1} + \ldots + c_0 (y)
  \end{displaymath}
  Es ist nun leicht zu sehen, da"s hier die Koeffizienten holomorph sind als
  Funktionen von $y$, in Formeln $c_i \in \mathcal O^{\op{an}} (Y)$. In der
  Tat pr"uft man das auf jeder trivial "uberlagerten offenen Teilmenge
  unmittelbar.  Andererseits gilt quasi per definitionem f"ur das Polynom
  $P(T) = T^n + c_{n-1} T^{n-1} + \ldots + c_0$ aus dem Polynomring $\mathcal
  O^{\op{an}} (y) [T]$ "uber $\mathcal O^{\op{an}} (Y)$ die Formeln$P (f) =0$.
  Ist etwas allgemeiner $f \in \mathcal M^{\op{an}} (X)$ meromorph, so
  erhalten wir in derselben Weise ein Polynom $P \in \mathcal M^{\op{an}} (Y)
  [T]$ vom Grad $n$ mit $P (f) =0$. Der Satz vom primitiven Element \ref{??}
  sagt uns nun, da"s die K"orpererweiterung $\mathcal M^{\op{an}} (X)/\mathcal
  M^{\op{an}} (Y)$ h"ochstens den Grad $n$ haben kann.  Um zu sehen, da"s der
  Grad auch nicht kleiner sein kann, brauchen wir folgenden
\end{proof}
\begin{Satz}
  Gegeben endlich viele Punkte auf einer Riemann'schen Fl"ache gibt es stets
  eine meromorphe Funktion, die an diesen Punkten beliebig vorgegebene Werte
  annimmt.
\end{Satz}
\begin{Bemerkunge}
Ist dann $X \rightarrow Y$ eine Galois-"Uberlagerung, so folgt eine Einbettung
\begin{equation*}
  \op{"Ub}_Y (X) \hookrightarrow \op{Gal} (\mathcal M^{\op{an}} (X)/\mathcal M^{\op{an}} (Y))
\end{equation*}
und folglich $|\op{Gal}| \geq n$ und wegen $n\geq [\mathcal M^{\op{an}} (X) /
\mathcal M^{\op{an}} (Y) \geq |\op{Gal}|$ nach unseren Vor"uberlegungen und
Satz \ref{??} aus der Galoistheorie die Gleichheiten $n = [ \mathcal
M^{\op{an}} (X) : \mathcal M^{\op{an}} (Y)]$ und $\op{"Ub}_y (X) = \op{Gal}$.
Ist $X \rightarrow Y$ keine Galois-"Uberlagerung, so finden wir mit \ref{??}
eine endlicher"Uberlagerung $Z \rightarrow X$ mit $Z \rightarrow X$ und $Z
\rightarrow Y$ Galois und dann folgt $[\mathcal M^{\op{an}} (X) : \mathcal
M^{\op{an}} (Y)]$ aus der Multiplikativit"at des Grades von
K"orpererweiterungen und der Multiplikativit der Bl"atterzahl von
"Uberlagerungen.  Um schlie"slich auch den Fall verzweigter "Uberlagerungen
einzubeziehen, m"ussen wir das Argument nur unwesentlich erweitern.  Sicher
gibt es ja dann $W \As y$ abgeschlossen diskret derart, da"s $ X\backslash
p^{-1} (W) \rightarrow Y\backslash W $ eine unverzweigte "Uberlagerung ist.
Unsere Konstruktion von oben liefert nun eben auch zu $f \in \mathcal
M^{\op{an}} (X)$ ein Polynom $P \in \mathcal M^{\op{an}} (Y\backslash W) [T]$
vom Grad $n$ mit $P (f) =0$, dessen Koeffizienten bereits zu $\mathcal
M^{\op{an}} (Y) $ geh"oren, und das zeigt wieder $[\mathcal M^{\op{an}} (X);
\mathcal M^{\op{an}}]\leq n$.  Das Bilden der normalen H"ulle von $X\backslash
p^{-1} (W) \rightarrow Y\backslash W$ gefolgt vom Bilden der verzweigten
Ausdehnung liefert wieder verzweigte "Uberlagerungen $Z \rightarrow X
\rightarrow Y$ mit $Z \rightarrow X$ und $Z \rightarrow Y$ Galois, und
dasselbe Argument wie zuvor zeigt wieder $[\mathcal M^{\op{an}} (X) / \mathcal
M^{\op{an}} (Y)] = n$ und $\op{Gal} (\mathcal M^{\op{an}}/ \mathcal
M^{\op{an}} (Y)) \overset{\sim}{\leftarrow} \op{Top}^\times_Y (X)^{\op{opp}}$.
\end{Bemerkunge}

\emph{Das folgende war mal in der Algebra, aber da war es doch
unnat"urlich. Was aufheben, und wohin damit? In der Algebra ist nur der
Satz geblieben.}

\begin{Bemerkunge}
  In der Terminologie \ref{gAbk} hie"se $\mathcal M(X)$ der \glqq ganze Abschlu"s
  von $\DC(T)$ in $\op{Topf}(X,\DC) $\grqq. Dort wird auch gezeigt, da"s
  solch ein ganzer Abschlu"s stets ein Teilring ist. Wir zeigen das im
  folgenden nur f"ur unseren Spezialfall sozusagen \glqq zu Fu"s\grqq.
\end{Bemerkunge}

\begin{Satz}[\textbf{K"orpererweiterungen und Topologie}]
  \begin{enumerate}
  \item 
Gegeben eine zusammenh"angende 
endliche verzweigte "Uberlagerung $p:X\ra\DP^1\DC$ 
ist  die Teilmenge
 $\mathcal{M}(X)\subset \op{Topf}(X,\DC)$ 
ein Teilring und sogar ein K"orper.
%\item
%Ist $X$  zusammenh"angend, so ist dieser Teilring sogar ein K"orper. 
% ,
% und unter der vom Zur"uckholen 
% von fast "uberall definierten  Funktionen 
% induzierten
% Einbettung $\DC(T)\hra \mathcal{M}(X)$ ist
% $\mathcal{M}(X)$ eine endliche K"orpererweiterung von 
% $\DC(T)$ mit der Bl"atterzahl als Grad. 
\item
Ist $q:Y\ra \DP^1\DC$ eine weitere endliche verzweigte "Uberlagerung
und $f:Y\ra X$ ein \glqq Morphismus von
"Uberlagerungen\grqq\  alias eine stetige Abbildung
 mit $p\circ f=q$, so induziert das Zur"uckholen 
 mit $f$
einen Ringhomomorphismus
$\mathcal{M}(X)\ra \mathcal{M}(Y)$. 
\item
Der Funktor $X\mapsto \mathcal{M}(X)$ ist eine
"Aquivalenz von Kategorien
\begin{displaymath}
\begin{array}{ccc}
\left\{ \begin{array}{c}
\text{Endliche verzweigte}\\
\text{zusammenh"angende}\\
\text{"Uberlagerungen von }\mathbb{P}^1\DC
\end{array}\right\} & \overset{\sim}{\rightarrow} 
& \left\{ \begin{array}{c}
\text{Endliche}\\\text{K"opererweiterungen}\\
\text{von } \mathbb C (T)
\end{array}\right\}^{\op{opp}}
\end{array}
\end{displaymath}
  \end{enumerate}
\end{Satz}
%\subsection{Galoiskorrespondenz}


\begin{Bemerkungl}
  Den  ersten Teil dieses Satzes zeigen wir gleich. 
Der zweite Teil ist offensichtlich.
Der Schl"ussel zum Beweis des dritten Teils ist die Theorie der
sogenannten  \glqq Riemann'schen Fl"achen\grqq. Im Rahmen dieser
Theorie zeigt man feiner, da"s es f"ur jede endliche verzweigte 
"Uberlagerung $X\ra \mathbb{P}^1\DC$ genau eine Struktur als
Riemann'sche Fl"ache auf dem topologischen Raum 
$X$ gibt derart, da"s unsere "Uberlagerungsabbildung
ein Morphismus von Riemann'schen Fl"achen wird, und da"s unser
$\mathcal M(X)$ dann genau der Ring der meromorphen Funktionen auf
$X$ ist. Wir deuten im folgenden nur an, wie man mit 
Funktionentheorie und etwas Topologie zeigen kann, da"s unser
Funktor zumindest volltreu ist.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
F"ur den ersten Teil reicht es anzunehmen, da"s 
$p:X\ra \mathbb{P}^1\DC$ eine stetige Abbildung 
von einem zusammenh"angenden
topologischen Raum $X$ nach $\mathbb{P}^1\DC$
 ist mit endlichen Fasern und 
unendlichem Bild.
Zun"achst zeigen wir unter diesen Annahmen, 
da"s alle von Null verschiedenen Elemente von
$\mathcal{M}(X)$ bereits Einheiten von $\op{Topf}(X,\DC)$ sind,
in Formeln
$$\mathcal{M}(X)\backslash 0\;\;\subset \;\;\op{Topf}(X,\DC)^\times$$
Gegeben  $\alpha\in \mathcal{M}(X)$ und  
 $P\in \DC(T)[A]\backslash 0$ mit $P(\alpha)=0$ 
sei dazu $a_k\in \DC(T)\backslash 0$ der Koeffizient der 
tiefsten in $P$ vorkommenden Potenz von $A$. 
Ist $E\subset \mathbb{P}^1\DC$ eine endliche Teilmenge, au"serhalb derer
alle Koeffizienten von $P$ definiert sind und so da"s 
$\alpha$ einen stetigen Repr"asentanten auf $X\backslash p^{-1}(E)$ hat,
 und hat au"serdem
$a_k$ keine Nullstelle  au"serhalb $E$, 
so ist die Nullstellenmenge von $\alpha$ in 
$X\backslash p^{-1}(E)$ offensichtlich 
nicht nur abgeschlossen, sondern auch offen. 
 Im Fall von zusammenh"angendem $X$ hat nach \eref{WZTT}{AN2} also
$\alpha\in \mathcal{M}(X)$, wenn es nicht identisch verschwindet, 
h"ochstens endlich viele Nullstellen, und dann ist es 
offensichtlich im Ring $ \op{Topf}(X,\DC)$ eine
Einheit. Man erkennt weiter leicht, da"s f"ur 
$\alpha\in \mathcal{M}(X)\backslash 0$ auch gilt
$\alpha^{-1}\in \mathcal{M}(X)$.
Nach dieser Vorarbeit beachten wir dann, 
da"s aus  $\alpha\in \mathcal{M}(X)$ mit
 \eref{JHG}{AL} bereits folgt
$\mathbb C (T)[\alpha]\subset\mathcal{M}(X)$. 
Damit ist $\mathbb C (T)[\alpha]$ schon mal ein K"orper, 
und f"ur
$\beta\in \mathcal{M}(X)$ folgt mit
 \eref{JHG}{AL} erst $\mathbb C (T)[\beta]$
endlichdimensional "uber $\mathbb C (T)$ und dann
$\mathbb C (T)[\alpha,\beta]$ endlichdimensional "uber $\mathbb C (T)[\alpha]$
und damit $\mathbb C (T)[\alpha,\beta]$ endlichdimensional "uber $\mathbb C
(T)[\alpha]$ und damit dann schlie"slich 
$\mathbb C (T)[\alpha,\beta]\subset\mathcal{M}(X)$. 
Insbesondere folgt aus $\alpha,\beta\in \mathcal{M}(X)$ also
$\alpha+\beta,\alpha\beta\in \mathcal{M}(X)$ und damit ist $\mathcal{M}(X)$
ein Teilring von $ \op{Topf}(X,\DC)$ und zusammen mit unseren
vorherigen Erkenntnissen in der Tat ein K"orper.
Damit ist der erste Teil des Satzes gezeigt. 

Der zweite Teil ist
offensichtlich,
und wir diskutieren nun noch etwas den Beweis des dritten Teils.
Zun"achst zeigen wir dazu, da"s die offensichtliche Einbettung 
einen Isomorphismus  $\DC(T)\sira \mathcal M(\DP^1\DC)$ liefert.
Das ben"otigt etwas Funktionentheorie.  
In \eref{ReKo}{AN2} haben Sie aus dem Satz "uber implizite Funktionen gefolgert,
da"s eine stetige Funktion $\alpha:U\ra\DC$
auf einer offenen Teilmenge 
$U\co\DC$ der
komplexen Zahlenebene, die an jeder Stelle einfache Nullstelle eines
normierten Polynoms $A^n+a_{n-1}A^{n-1}+\ldots+a_0$
mit holomorphen Koeffizienten $a_i:U\ra\DC$  ist, 
bereits selbst holomorph sein 
mu"s. Nun ist $\mathcal M(\DP^1\DC)$ eine algebraische 
 K"orpererweiterung von $\DC(T)$, und da wir in Charakteristik Null
sind, mu"s diese separabel sein. Folglich wird jedes $\alpha\in
\mathcal M(\DP^1\DC)$ einen auf dem Komplement einer endlichen Menge 
holomorphen Repr"asentanten haben. 
  In "Ubung \eref{AbNs}{LA1} haben Sie weiter gezeigt, da"s  
jede Nullstelle $\alpha\in\DC$ eines 
Polynoms mit  komplexen Koeffizienten
$A^n+a_{n-1}A^{n-1}+\ldots+a_0$ die Absch"atzung
$|\alpha|\leq 1+|a_{n-1}|+\ldots +|a_0|$ erf"ullt.
Daraus folgt mit dem Riemann'schen Hebbarkeitssatz leicht,
da"s $\alpha$ durch eine meromorphe Funktion auf 
$\DC$ repr"asentiert werden kann, und \eref{GrAa}{FT1} zeigt dann weiter,
da"s diese meromorphe Funktion von $\DC(T)$ herkommen mu"s.
Hat nun allgemeiner unsere endliche verzweigte
zusammenh"angende  "Uberlagerung $p:X\ra \DP^1\DC$
die Eigenschaft, da"s je zwei Punkte ein- und derselben Faser durch einen
Automorphismus ineinander "uberf"uhrt werden k"onnen---wir sprechen dann
auch von einer 
{\bf Galois-"Uberlagerung}\index{Galois-"Uberlagerung}---und 
ist $\Gamma$ die Automorphismengruppe, so ist hoffentlich anschaulich klar
und "Uberlagerungstheorie \ref{EL} zeigt auch formal, da"s $|\Gamma|$ 
die Bl"atterzahl sein mu"s, und dann
gilt offensichtlich $$\mathcal M(X)^\Gamma=\mathcal M(\DP^1\DC)$$
und wir haben eine Galoiserweiterung vor uns. 
\emph{Aber Vorsicht, 
warum mu"s $\Gamma$ treu
operieren? Ja, nach einer Variante von \ref{mfRF}, denn  auch die unter
einem Element  $\gamma\in \Gamma$ invarianten Schnitte der Hauptteil-Garbe 
k"onnen aus Dimensionsgr"unden nicht den ganzen Kern des Randoperators dort ausmachen.} 
Indem man \ref{NorH} auf verzweigte "Uberlagerungen erweitert, 
kann man die Volltreuheit unseres Funktors aus der Galoiskorrespondenz
\eref{GK}{AL} folgern. Da"s unser Funktor schlie"slich surjektiv ist auf 
Isomorphieklassen, kann man  mit dem Satz vom
primitiven Element \eref{PE}{AL} verstehen:
Danach entsteht ja 
jede endliche Erweiterung $L$ des Funktionenk"orpers $\DC(T)$
 durch
die Adjunktion einer Nullstelle eines normierten irreduziblen
Polynoms $f\in\DC(T)[A]$. Nach \eref{MuPi}{AL}    finden wir  
 zu so einem irreduziblen Polynom  stets 
$c\in \DC(T)^\times$ mit $cf\in \DC[T][A]$ einem primitiven 
Polynom mit Koeffizienten in $\DC[T]$, und nach 
\eref{PFR}{AL} ist  $g=cf$ dann  irreduzibel in
$\DC[T][A]=\DC[T,A]$.
Nun "uberlegt man sich leicht,
 da"s die offensichtliche Abbildung
$\DC[T,A]/\langle g\rangle\ra \DC(T)[A]/\langle g\rangle$ 
"uber die universelle
Eigenschaft des Quotientenk"orpers  \eref{UEQ}{LA1}
einen
K"orper\-isomorphismus 
$$\op{Quot}(\DC[T,A]/\langle g\rangle)\sira \DC(T)[A]/\langle g\rangle=L$$
induziert. Bezeichnet 
$Z (g) = 
\{(a, \lambda) \in \mathbb C^2 \mid g (a,\lambda)
=0\}$ mit $Z$ wie \glqq zero\grqq\ 
die Nullstellenmenge von $g$, so liefert das Einschr"anken
polynomialer Funktionen nach \eref{RUE}{AL} einen Ringhomomorphismus
und nach \eref{ENu}{AL} sogar einen injektiven Ringhomomorphismus
$\DC[T,A]/\langle g\rangle\hra \op{Top}(Z (g),\DC)$.
Mithilfe von \eref{ENu}{AL} erkennt man weiter, da"s dieser Ringhomomorphismus
"uber die universelle Eigenschaft des
Quotientenk"orpers \eref{UEQ}{LA1}
wie in \eref{DRF}{LA1} eine Einbettung
$$L=\op{Quot}(\DC[T,A]/\langle g\rangle)
\hra \op{Topf}(Z(g),\DC)$$
% \left\{
% \begin{array}{c}
% \text{fast "uberall
% definierte}\\
% \text{$\DC$-wertige Funktionen auf $Z (g)$}
% \end{array}
% \right\}$$ 
unseres K"orpers $L$ in den Ring der fast "uberall
definierten $\DC$-wertigen stetigen 
Funktionen auf der Nullstellenmenge $Z (g)$
von $g$ 
induziert. Nat"urlich landet er in $\mathcal M(Z (g))$, und
ein Dimensionsvergleich zeigt, da"s er ein Isomorphismus sein mu"s.
Es bleibt also nur zu zeigen, da"s sich 
die Verkn"upfung  $Z(g)\ra \DC\hra \DP^1\DC$ auch 
als Verkn"upfung der Einbettung des Komplements einer endlichen Menge
$Z(g)\hra X$ mit einer endlichen verzweigten  "Uberlagerung
$X\ra \DP^1\DC$  schreiben l"a"st.
Die Fasern der Projektion auf die erste Koordinate 
\begin{equation*}
\op{pr}_1 : Z (g) \rightarrow \mathbb C
\end{equation*}
haben nun 
au"serhalb einer endlichen Menge $P \subset \mathbb C$
stets genau soviele Urbilder, wie der Grad $\op{grad} f=[L:\DC(T)]$ 
unseres Polynoms angibt:
Das gilt etwa
au"serhalb der Nullstellenmenge des Leitkoeffizienten
$c$ von $g$ vereinigt mit der 
Nullstellenmenge der Diskriminante von $f$. In der Tat kann man sich $g=cf$ 
ja als ein Polynom mit variablen Koeffizienten denken, und mit dem
Polynom variieren dann eben auch seine Nullstellen. An einigen speziellen 
Stellen sinkt der Grad, weil der Leitkoeffizient verschwindet,
oder es fallen Nullstellen zusammen, weil die Diskriminante verschwindet,
aber wenn 
man von diesen Stellen absieht,
so
findet man  stets genau soviele Nullstellen, wie der Grad 
vorgibt. Wir schreiben  
nun $Z (g)^\circ=\op{pr}_1^{-1}(\mathbb C\backslash P)$ und 
betrachten
die Abbildung $$\op{pr}_1:Z (g)^\circ\ra \mathbb C\backslash P$$
Der Satz "uber implizite Funktionen sagt uns, da"s das eine unverzweigte
"Uberlagerungsabbildung ist im Sinne von \ref{Due}, und 
es ist nicht schwer zu zeigen, da"s
sich solch eine endliche unverzweigte
"Uberlagerung des Komplements endlich vieler Punkte in einer
topologischen Mannigfaltigkeit der Dimension Zwei stets
eindeutig zu einer verzweigten "Uberlagerung der ganzen 
topologischen Mannigfaltigkeit fortgesetzt werden kann.
\emph{Formuliere besser, mache zu "Ubung in der Topologie}. \ref{VUA}
\end{proof}






\subsection{Anschauung f"ur die Galoisgruppe*}
\begin{Bemerkungl}
 Formal ist der nun folgende Abschnitt
f"ur die logische Koh"arenz  dieser Vorlesung nicht von Belang.
Es wird darin auch nichts bewiesen.
Ich denke jedoch, da"s die im folgenden erkl"arten Ideen
 bei der historischen 
Entwicklung der Theorie von zentraler Bedeutung
waren und hoffe, da"s sie  Ihnen beim  Verst"andnis helfen werden.
 Um die Aussage des Hauptsatzes in diesem  Abschnitt zu verstehen, 
sollten Sie mit den Grundbegriffen 
der Theorie topologischer R"aume vertraut sein, wie sie etwa in 
der Analysis \eref{ToRa}{AN1} erkl"art wurden. 
Weiter ben"otigen Sie Grundkenntnisse "uber die komplexe projektive Gerade
alias
Riemann'sche
Zahlenkugel $\DP^1\DC$ im Umfang von \eref{TP1}{LA2}, und schlie"slich 
die Sprache der Kategorientheorie, insbesondere den Begriff einer
"Aquivalenz von Kategorien \eref{Eif}{LA2}. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
  F"ur jede Menge $Z$ und jeden Ring $k$ wurde in \eref{DRF}{LA1} der
Ring $\op{Ensf}(Z,k)$ der fast "uberall definierten Funktionen 
auf $Z$ mit Werten in $k$ erkl"art. NEE, STIMMT NIMMER: JETZT
ABBILDUNGEN, DIE AN ENDLICH VIELEN STELLEN DEN WERT UNENDLICH ANNEHMEN.
F"ur jede Abbildung $f:Y\ra Z$ mit endlichen Fasern
liefert das Vorschalten von $f$ einen
Ringhomomorphismus  $(\circ f):\op{Ensf}(Z,k)\ra \op{Ensf}(Y,k)$ 
in die Gegenrichtung, das {\bf Zur"uckholen}.\index{Zur"uckholen!von Funktionen}
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben ein topologischer Raum $Z$ erkl"aren wir  feiner auch 
den Teilring $\op{Topf}(Z)\subset\op{Ensf}(Z,\DC) $ 
der fast "uberall definierten stetigen komplexwertigen Funktionen.
Ich meine damit fast "uberall definierte Funktionen,
die durch eine auf dem Komplement einer endlichen Menge stetige Funktion
repr"asentiert werden k"onnen.
F"ur jede stetige Abbildung $f:Y\ra Z$ mit endlichen Fasern
liefert das Vorschalten von $f$ auch einen
Ringhomomorphismus $(\circ f):\op{Topf}(Z)\ra \op{Topf}(Y)$ 
in die Gegenrichtung, das {\bf Zur"uckholen} fast "uberall definierter
stetiger  Funktionen.
\end{Bemerkungl}

\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[height=\textwidth]{SkriptenBilder/BildQCo}\\[4mm]
\noindent 
Dies Bild kam bereits in \eref{BKOM}{LA1} vor als
Illustration f"ur 
die Abbildung $z\mapsto z^2$ 
der komplexen Zahlenebene auf sich selbst.
Es illustriert damit auch  die lokale Struktur einer verzweigten 
"Uberlagerung in einer Umgebung  einer Stelle $x$ mit Verzeigungsindex 
$n(x)=2$. Der Begriff der Verzweigung kommt wohl vom reellen Bild her,
wenn man bei einem Polynom mit $(\DR[T])[X]$ in zwei Ver"anderlichen
untersucht, wie die Nullstellen als Polynom in $X$ abh"angen
vom Wert von $T$. Mehrfache Nullstellen werden sich beim Wackeln an $T$
oft in mehrere einfache Nullstellen trennen alias verzweigen, und das ist  die
Vorstellung, die dem Begriff der Verzweigung  zugrundeliegt.
Zum Beispiel hat $X^2-T$ bei $T=0$ eine doppelte reelle Nullstelle, die sich 
beim Verwackeln zu $T>0$ in zwei reelle Nullstellen trennt, w"ahrend sie
beim Verwackeln zu $T<0$ im Reellen nicht mehr zu sehen ist und sich
in zwei rein imagin"are Nullstellen trennt.  
Wie sich die komplexen Nullstellen beim Bewegen von $T$ in der
komplexen Ebene verhalten, illustriert das obige Bild.
% F"ur die durch Adjunktion einer Quadratwurzel aus $T$ entstehende
% Erweiterung $L$ des Funktionenk"orpers $\DC(T)$ ist nun
% $X^2-T$ das Minimalpolynom $f$ eines Erzeugers und
% in der Notation der Bemerkung \ref{AGT} haben wir $f=g$ 
% und erhalten eine stetige Bijektion $\DC\sira Z(g)$ 
% mit stetiger Umkehrung  vermittels der
% Vorschrift $z\mapsto (z^2,z)$. Die Komposition
% $\DC\sira Z(g)\ra \DC$ mit der Projektion auf die erste Koordinate 
% ist also gerade unsere Abbildung $z\mapsto z^2$. 
% Unsere Menge $P$ besteht in diesem Fall nur aus dem Ursprung
% und wir sehen so anschaulich, da"s die Galoisgruppe von
% $L/\DC(T)$ gerade $\DZ/2\DZ$ ist.
% "Ahnlich zeigt diese Anschauung im Lichte von \ref{AGT},  da"s 
% die Galoisgruppe der durch Adjunktion einer
% $n$-ten Wurzel von $T$ entstehende und oft 
% $\DC(\sqrt[n]{T})/\DC(T)$ 
% notierten K"orpererweiterung
% gerade $\DZ/n\DZ$ sein sollte, was Sie bereits als "Ubung \ref{GZE}
% formal bewiesen haben.
\end{figure}


\begin{Definition}\label{VZRi}
Wir verstehen 
unter einer {\bf endlichen verzweigten "Uberlagerung der
Rie\-mann'schen Zahlenkugel} $\DP^1\DC$
eine stetige Abbildung $p : Z \rightarrow \DP^1\DC$ von einem
kompakten  
Hausdorffraum $Z$ nach $\DP^1\DC$
derart, da"s es
f"ur jeden Punkt $z\in Z$ 
 einen
{\bf Verzweigungsindex} $n=n(z) \in \mathbb N_{\geq 1}$ und ein
kommutatives Diagramm von bepunkteten topologischen R"aumen
\begin{displaymath}
\xymatrix{
u  \ar@{|->}[d]&\in&(\mathbb C,0) \ar[d]\ar@{^{(}->}[r]& (Z, z)\ar[d]^-{p}\\
u^{n} &\in &(\mathbb C,0) \ar@{^{(}->}[r] & (\DP^1\DC,p(z))
}
\end{displaymath}
gibt mit offenen stetigen  injektiven Horizontalen.
Unter einem bepunkteten Raum verstehen wir hierbei einen Raum mit
einem ausgezeichneten Punkt, und unter einem
Morphismus von bepunkteten R"aumen eine stetige Abbildung, 
die den ausgezeichneten Punkt in den ausgezeichneten Punkt "uberf"uhrt.
Eine offene Abbildung von topologischen R"aumen schlie"slich ist eine
Abbildung, unter der das Bild jeder offenen Menge
wieder offen ist.
\end{Definition}
% \begin{Definition}\label{VZRi}
% Eine stetige Abbildung $p : X \rightarrow \DP^1\DC$ von einem
% kompakten  
% Hausdorffraum $X$ 
% in die Riemann'sche Zahlenkugel hei"st eine {\bf verzweigte "Uberlagerung}
% genau\index{verzweigte "Uberlagerung}\index{"Uberlagerung!verzweigte} 
% dann, wenn es
% f"ur jeden Punkt $x\in X$ 
%  einen
% {\bf Verzweigungsindex} $n(x) \in \mathbb N_{\geq 1}$ und ein
% kommutatives Diagramm von bepunkteten topologischen R"aumen
% \begin{displaymath}
% \xymatrix{
% z  \ar@{|->}[d]&\in&(\mathbb C,0) \ar[d]\ar@{^{(}->}[r]& (X, x)\ar[d]^-{p}\\
% z^{n(x)} &\in &(\mathbb C,0) \ar@{^{(}->}[r] & (\DP^1\DC,p(x))
% }
% \end{displaymath}
% gibt mit offenen stetigen und injektiven Horizontalen.
% Unter einem bepunkteten Raum ist hierbei ein Raum mit
% einem ausgezeichneten Punkt zu verstehen, und unter einem
% Morphismus von bepunkteten R"aumen eine stetige Abbildung, 
% die den ausgezeichneten Punkt in den ausgezeichneten Punkt "uberf"uhrt.
% \end{Definition}
% \begin{Bemerkunge}
%   Der Begriff der Verzweigung kommt wohl vom reellen Bild her,
% wenn man bei einem Polynom mit $(\DR[T])[X]$ in zwei Ver"anderlichen
% untersucht, wie die Nullstellen als Polynom in $X$ abh"angen
% vom Wert von $T$. Mehrfache Nullstellen werden sich beim Wackeln an $T$
% oft in mehrere einfache Nullstellen trennen alias verzweigen, und das ist  die
% Vorstellung, die dem Begriff der Verzweigung  zugrundeliegt.
% Zum Beispiel hat $X^2-T$ bei $T=0$ eine doppelte reelle Nullstelle, die sich 
% beim Verwackeln zu $T>0$ in zwei reelle Nullstellen trennt, w"ahrend sie
% beim Verwackeln zu $T<0$ im Reellen nicht mehr zu sehen ist und sich
% in zwei rein imagin"are Nullstellen trennt.  
% \end{Bemerkunge}
\begin{Bemerkungl}
  Man erkennt unschwer, da"s gegeben eine endliche
verzweigte "Uberlagerung 
der
Riemann'schen Zahlenkugel
$p : Z \rightarrow \DP^1\DC$
der Verzweigungsindex an jeder Stelle $z\in Z$ 
wohldefiniert ist, da"s er nur f"ur h"ochstens
endlich viele Punkte aus $Z$ echt gr"o"ser als Eins sein kann, und da"s
die Summe der Verzweigungsindizes "uber alle Punkte einer gegebenen Faser 
der Projektion $p$ nicht von der Wahl der Faser
abh"angt. Diese Zahl hei"st dann die {\bf Bl"atterzahl} unserer
verzweigten "Uberlagerung.
\end{Bemerkungl}
% \begin{Definition}\label{VZRi}
% Eine stetige Abbildung $p : X \rightarrow \DP^1\DC$ von einem topologischen
% Raum $X$ 
% auf die Riemann'sche Zahlenkugel hei"st eine {\bf verzweigte "Uberlagerung}
% genau\index{verzweigte "Uberlagerung}\index{"Uberlagerung!verzweigte} 
% dann, wenn
% f"ur jeden Punkt $y \in \DP^1\DC$ 
% eine offene Umgebung $U$ existiert derart, da"s
% es f"ur alle $x \in p^{-1} (y)$ einen
% {\bf Verzweigungsindex} $n(x) \in \mathbb N_{\geq 1}$ und ein
% kommutatives Diagramm von bepunkteten topologischen R"aumen
% \begin{displaymath}
% \xymatrix{
% z  \ar@{|->}[d]&\in&(\mathbb C,0) \ar[d]\ar[r]& (p^{-1} (U), x)\ar[d]^-{p}\\
% z^{n(x)} &\in &(\mathbb C,0) \ar[r]^{\sim} & (U,y)
% }
% \end{displaymath}
% gibt, dessen untere Horizontale ein Hom"oomorphismus ist und dessen obere
% Horizontale offen ist und einen Hom"oomorphismus von $\mathbb C$ mit der
% Zusammenhangskomponente von $x$ in $p^{-1} (U) $ induziert.
% Eine verzweigte "Uberlagerung hei"st {\bf endlich} genau dann,
% wenn alle ihre Fasern endlich sind, in Formeln $|p^{-1}(y)|<\infty$ f"ur
% alle $y\in \DP^1\DC$.
% \end{Definition}

% \begin{Bemerkungl}
% Wir verwenden nun
% die Identifikation $\DP^1\DC=\DC\amalg \{\infty\}$ aus
% \ref{PrIf}.
%  Sei $p:X\ra \DP^1\DC$ eine verzweigte "Uberlagerung.
% Eine stetige  Abbildung $f:X\ra \DP^1\DC$ hei"st eine
% {\bf meromorphe Funktion} genau dann, wenn $f^{-1}(\infty)$ diskret
% ist und es f"ur jede offene Teilmenge $U\co X$, die unter $p$ 
% hom"oomorph auf eine offene Teilmenge $p(U)\co\DC\subset \DP^1\DC$
% abgebildet wird, eine meromorphe Funktion
% $g:U\ra \DP^1\DC$ im Sinne von \ref{defM} gibt mit $f=g\circ p$.
% Die Menge aller meromorphen Funktionen auf $X$ notieren wir
% $\mathcal{M}^{\op{an}}(X)$.
% \end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Gegeben eine verzweigte "Uberlagerung $p:Z\ra \DP^1\DC$ 
betrachten wir im Ring $\op{Topf}(Z)$ 
der fast "uberall definierten stetigen 
komplexwertigen Funktionen 
auf $Z$ die Teilmenge
$$\mathcal M(Z)\pdef \{\alpha\in \op{Topf}(Z)\mid  
\text{Es gibt }P\in \DC(T)[X]\text{ mit } P\neq 0 \text{ aber }
P(\alpha)=0\}$$
Beim Auswerten unseres Polynoms $P$ auf der fast "uberall definierten Funktion
$\alpha$ legen wir   die Einbettungen $$\DC(T)\hra \op{Topf}(\DC)
\stackrel{\sim}{\leftarrow} %\sira 
\op{Topf}(\DP^1\DC)\hra\op{Topf}(Z) $$ zugrunde,
wobei der mittlere Isomorphismus durch das Zur"uckholen mit der 
"ublichen Einbettung $\DC\subset \DP^1\DC$ 
gegeben wird und 
die letzte Einbettung durch das Zur"uckholen mit unserer Projektion $p$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungw}
  In der Terminologie \ref{gAbk} hie"se $\mathcal M(Z)$ der \glqq ganze Abschlu"s
  von $\DC(T)$ in $\op{Topf}(Z) $\grqq. Dort wird auch gezeigt, da"s
  solch ein ganzer Abschlu"s stets ein Teilring ist. % Wir zeigen das im
%   folgenden nur f"ur unseren Spezialfall sozusagen \glqq zu Fu"s\grqq.
\end{Bemerkungw}

\begin{Satz}[\textbf{K"orpererweiterungen und Topologie}]
  \begin{enumerate}
  \item 
Gegeben eine zusammenh"angende 
endliche verzweigte "Uberlagerung $p:Z\ra\DP^1\DC$ 
der Riemann'schen Zahlenkugel ist  die Teilmenge
 $\mathcal{M}(Z)\subset \op{Topf}(Z)$ 
ein Teilring und sogar ein K"orper.
%\item
%Ist $X$  zusammenh"angend, so ist dieser Teilring sogar ein K"orper. 
% ,
% und unter der vom Zur"uckholen 
% von fast "uberall definierten  Funktionen 
% induzierten
% Einbettung $\DC(T)\hra \mathcal{M}(X)$ ist
% $\mathcal{M}(X)$ eine endliche K"orpererweiterung von 
% $\DC(T)$ mit der Bl"atterzahl als Grad. 
\item
Ist $q:Y\ra \DP^1\DC$ eine weitere endliche verzweigte "Uberlagerung
der Riemann'schen Zahlenkugel und $f:Y\ra Z$ ein \glqq Morphismus von
"Uberlagerungen\grqq\  alias eine stetige Abbildung
 mit $p\circ f=q$, so induziert das Zur"uckholen 
 mit $f$
einen Ringhomomorphismus
$\mathcal{M}(Z)\ra \mathcal{M}(Y)$. 
\item
Der Funktor $Z\mapsto \mathcal{M}(Z)$ ist eine
"Aquivalenz von Kategorien
\begin{displaymath}
\begin{array}{ccc}
\left\{ \begin{array}{c}
\text{Endliche verzweigte}\\
\text{zusammenh"angende}\\
\text{"Uberlagerungen von }\mathbb{P}^1\DC
\end{array}\right\} & \overset{\sim}{\rightarrow} 
& \left\{ \begin{array}{c}
\text{Endliche}\\\text{K"opererweiterungen}\\
\text{von } \mathbb C (T)
\end{array}\right\}^{\op{opp}}
\end{array}
\end{displaymath}
  \end{enumerate}\label{KETo}
\end{Satz}
%\subsection{Galoiskorrespondenz}


\begin{Bemerkungl}
Wir zeigen diesen Satz hier nicht.
Der Schl"ussel zum Beweis  ist die Theorie der
sogenannten  \glqq Riemann'schen Fl"achen\grqq. Im Rahmen dieser
Theorie zeigt man feiner, da"s es f"ur jede endliche verzweigte 
"Uberlagerung $Z\ra \mathbb{P}^1\DC$ genau eine Struktur als
Riemann'sche Fl"ache auf dem topologischen Raum 
$Z$ gibt derart, da"s unsere "Uberlagerungsabbildung
ein Morphismus von Riemann'schen Fl"achen wird. Weiter zeigt man, 
 da"s unser
$\mathcal M(Z)$ dann genau der Ring der \glqq meromorphen Funktionen\grqq\  auf
$Z$ ist, und da"s dieser Ring im Fall von zusammenh"angendem $Z$ ein
K"orper ist. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}
  Das Adjungieren einer $n$-ten Wurzel $U$ aus $T$ zu $\DC(T)$,
also die K"orpererweiterung $\DC(T)\hra \DC(U)$ mit $T\mapsto U^n$,
 entspricht
der verzweigten "Uberlagerung $p:Z=\DP^1\DC\ra \DP^1\DC$ mit
$p(z)=z^n$ f"ur $z\in\DC\subset\DP^1\DC$ und $p(\infty)=\infty$.
Das ist eine verzweigte $n$-bl"attrige "Uberlagerung, die nur
bei $0$ und $\infty$ verzweigt und dort jeweils den Verzweigungsindex $n$ hat. 
 Die Galoisgruppe ist in diesem Fall nach \eref{GZE}{AL} isomorph
zur zyklischen Gruppe der $n$-ten komplexen Einheitswurzeln.
Genauer erhalten wir einen derartigen Isomorphismus,  indem wir jeder
$n$-te Einheitswurzel $\zeta$ den Automorphismus 
$ \DC(U)\sira \DC(U)$, $U\mapsto \zeta U$ zuordnen.
Das  sollte  im Lichte unseres Satzes nun auch anschaulich klar sein. 
\end{Beispiel}

\begin{Bild} 
\includegraphics[height=\textwidth]{SkriptenBilder/BildZyk}\\[4mm]
\noindent 
Anschauung f"ur die durch Adjunktion einer dritten Wurzel aus
$T$ entstehenden K"orpererweiterung des Funktionenk"orpers
$\DC(T)$ nach \ref{BIGA}. Ich finde,
man  sieht in diesem Fall auch recht anschaulich,  da"s die
Galoisgruppe zyklisch von der Ordnung drei sein mu"s.
\end{Bild}

\begin{Bemerkungl}
Ganz allgemein hei"st eine stetige Abbildung 
$p:Z \rightarrow B$ von topologischen R"aumen eine \defind{"Uberlagerung}
oder genauer eine \defind{unverzweigte "Uberlagerung} 
genau dann, wenn jeder Punkt
$b \in B$ eine offene Umgebung $U$ besitzt derart, da"s 
$p^{-1} (U)$ eine disjunkte Zerlegung
in offene Teilmengen $p^{-1} (U) = \coprod_{i\in I} U_i$ zul"a"st, 
die von $p$ jeweils
hom"oomorph auf $U$ abgebildet werden, f"ur die also 
$p :U_i \rightarrow U$ stets eine Bijektion 
mit stetiger Umkehrabbildung ist.
Ist $q : Y\rightarrow B$ eine weitere "Uberlagerung, so versteht 
man unter einem
\glqq Morphismus von "Uberlagerungen\grqq\  oder auch einer
{\bf Decktransformation}\index{Decktransformation}
eine stetige Abbildung 
$f: Z \rightarrow Y$ mit
$q \circ f = p$. Eine \defind{endliche "Uberlagerung} ist 
eine "Uberlagerung mit endlichen Fasern.
Man kann nun zeigen und es ist hoffentlich auch anschaulich 
einleuchtend, da"s wir f"ur jede endliche
Teilmenge $E \subset \mathbb P^{1} \mathbb C$ durch Einschr"anken von
"Uberlagerungen
 eine 
"Aquivalenz von Kategorien
\begin{displaymath}
\begin{array}{ccc}
 \left \{ \begin{array}{c}
  \text{Endliche verzweigte }\\
\text{zusammenh"angende}\\
\text{"Uberlagerungen von } \mathbb P^1 \mathbb C\text{ ohne} \\
\text{Verzweigungspunkte "uber } E
 \end{array} \right\}& \overset{\sim}{\rightarrow} 
& \left\{ \begin{array}{c}
\text{Endliche unverzweigte}\\
\text{zusammenh"angende}\\
\text{"Uberlagerungen von }\\
\mathbb P^1 \mathbb C \backslash E\\
\end{array}\right\}\\[10mm]
\left(p:Z \rightarrow \mathbb P^1 \mathbb C\right) &\mapsto 
& \left(p :  Z \backslash p^{-1}(E) \rightarrow
 \mathbb P^1 \mathbb C \backslash E\right)
\end{array}
\end{displaymath}
erhalten.
Den quasiinversen Funktor nenne ich das {\bf Fortsetzen zu einer verzweigten
"Uberlagerung von  $\mathbb P^1 \mathbb C$}.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}\label{BIGA}
Um Bilder von "Uberlagerungen zu zeichnen und so die
Galoisgruppe anschaulich zu machen, ist es oft praktisch,
f"ur eine gegebene endliche Teilmenge $E\subset\mathbb P^1\DC$ 
der Riemann'schen Zahlenkugel 
eine Teilmenge $S\subset \DC\backslash E$ ihres Komplements zu w"ahlen,
die salopp gesprochen entsteht, indem wir 
 um jeden
unserer Punkte $e\in E$ mit einer Ausnahme---im Fall $\infty\in E$ der
Ausnahme $\infty$---einen kleinen Kreis zeichnen, 
und jeden dieser kleinen Kreise
mit einem festen weiteren Punkt so verbinden, da"s diese ganzen
Verbindungswege
sich untereinander und mit unseren kleinen Kreisen nie kreuzen.  
Haben wir $S$ in dieser Art gew"ahlt, so erhalten wir durch Restriktion auf $S$
eine weitere "Aquivalenz von Kategorien
 \begin{Bild} 
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildBiQ}\\[4mm]
\noindent 
Eine "Uberlagerung mit drei Verzweigungspunkten, davon je einer 
im rechten und einer im linken Kreis. Zu sehen ist die Menge $S$ und
ihre "Uberlagerung. Die Galoisgruppe ist die Gruppe der 
Decktransformationen dieser "Uberlagerung in sich selber, in diesem Fall
die Klein'sche Vierergruppe $\DZ/2\DZ\times \DZ/2\DZ$.
\end{Bild}  \begin{displaymath}
    \begin{array}{ccc}
     \left\{ \begin{array}{c}
          \text{Endliche unverzweigte}\\
          \text{zusammenh"angende}\\
          \text{"Uberlagerungen von }\\
          \mathbb P^1 \mathbb C \backslash E\\
        \end{array}\right\}
 & \overset{\sim}{\rightarrow} 
      & \left\{ \begin{array}{c}
          \text{Endliche unverzweigte}\\
          \text{zusammenh"angende}\\
          \text{"Uberlagerungen von }\\
          S\\
        \end{array}\right\}\\[10mm]
      \left(p:Z \rightarrow \mathbb P^1 \mathbb C\backslash E\right) &\mapsto 
      & \left(p : p^{-1} (S) \rightarrow
        S \right)
    \end{array}
  \end{displaymath}
Formal folgt das 
aus der \glqq Homotopieinvarianz der Kategorie der "Uberlagerungen\grqq\  \ref{HTZU}
oder etwas
weniger direkt mit der \glqq Homotopieinvarianz der Fundamentalgruppe\grqq\ 
\ref{HFA} aus dem \glqq Satz "uber den Faserfunktor\grqq\  \ref{HaS}. 
Die "Uberlagerungen von derartigen Mengen $S$ lassen sich
nun sehr viel besser zeichnen, und ihre Automorphismengruppen,
die ja unter unserer "Aquivalenz von Kategorien gewissen Galoisgruppen 
entsprechen, sind auch
zumindest in kleinen F"allen der Anschauung noch gut zug"anglich.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungw}
 Ich will noch skizzieren, wie man in \ref{KETo} 
zumindest auf Objekten einen quasiinversen 
Funktor konstruieren kann.
Der Satz vom primitiven Element \eref{PE}{AL} wird uns bald sagen, 
da"s jede endliche K"orpererweiterung von
$\mathbb C (T)$ primitiv ist.
Gegeben eine primitive algebraische 
K"orpererweiterung $\mathbb C (T) (\alpha)$ von $\mathbb C (T)$ 
betrachten wir nun das Minimalpolynom $P \in \mathbb C (T) [X]$ von $\alpha$.
Wir schreiben es $$P = X^n + a_{n-1} X^{n-1} + \ldots + a_0$$ 
mit $a_i \in \mathbb C (T)$.
Es gibt sicher $E \subset \mathbb C$ endlich derart, 
da"s alle  Koeffizienten $a_i$ unseres Minimalpolynoms 
auf $\mathbb C \backslash
E$ wohldefinierte komplexwertige Funktionen sind.
Die Menge $F$ der Punkte $q \in \mathbb C \backslash E$ 
derart, da"s das zu $q$ spezialisierte Polynom
\begin{equation*}
 P_q \pdef X^n + a_{n-1} (q) X^{n-1} + \ldots + a_0 (q) \in \mathbb C [X]
\end{equation*}
mehrfache Nullstellen hat, mu"s nun auch endlich sein: 
In der Tat ist n"amlich $P$ teilerfremd zu seiner
Ableitung $P^\prime$ nach $X$ und folglich existiert in $\mathbb C (T) [X]$ 
eine Darstellung
$
 1 = HP + KP^\prime
$
mit $H, K \in \mathbb C (T) [X]$. An den Stellen 
$q \in \mathbb C \backslash E$, an denen
die Koeffizienten von $H$ und $K$ wohldefinierte 
komplexwertige Funktionen sind, k"onnen dann
$P_q$ und $P^\prime_q$ keine gemeinsame Nullstelle haben.
In dieser Situation
 kann man zeigen, da"s die Projektion auf die zweite Koordinate 
von \begin{equation*}
 Z \pdef \{ (z, q) \in \mathbb C \times (\mathbb C \backslash (E \cup F)) 
\mid P_q (z) =0\}
\end{equation*}
auf $ \mathbb C \backslash (E \cup F)$ 
eine zusammenh"angende unverzweigte endliche "Uberlagerung ist. 
Deren Fortsetzung zu einer
verzweigten "Uberlagerung von $\mathbb P^1 \mathbb C$ entspricht 
dann unserer K"orpererweiterung
$\mathbb C (T) (\alpha)\supset \mathbb C (T)$ unter der
"Aquivalenz von Kategorien aus \ref{KETo}.
\end{Bemerkungw}












\subsection{Zur Weierstra"s'schen $\wp $-Funktion}



\begin{Bemerkungl}
Gegeben $A,B >0$ betrachten wir in $\Bbb{R}^{2}$ die Ellipse
$$E \pdef \{ (x,y) \mid Ax^{2} +By^{2} =1\}$$
Unter einem \defnoind{elliptischen Integral}\index{elliptisches Integral} 
mag man\label{ellI} 
ganz allgemein das Integral einer rationalen
Funktion $R(x,y)$ "uber ein St"uck einer Ellipse im Sinne von
 \eref{KI}{AN1} oder gleichbedeutend  \eref{IUMac}{AN2} verstehen.
Das Integral der konstanten Funktion $R=1$ w"urde zum Beispiel die
L"ange unseres Ellipsenst"ucks liefern. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Setzen wir der Einfachkeit halber 
$A=1$ und 
parametrisieren
den  Schnitt unserer Ellipse $E = \{ (x,y) \mid x^{2} +By^{2} =1\}$ mit der oberen 
Halbebene durch
$x \in [-1,1]$, so erhalten wir  die
 Parameterdarstellung
$\varphi (x) = \left(x,  {B^{-1/2}(1-x^{2})^{1/2}}\right)$ und 
als Geschwindigkeitsvektor
$\dot{\varphi} (x) = (1,  B^{-1/2}x ({1-x^{2}})^{-1/2})$. 
Mit der Abk"urzung $B^{-1} -1 =k$ ergibt sich so f"ur die absolute 
Geschwindigkeit  die Darstellung
$$\| \dot{\varphi} (x)\| = \sqrt{1 + 
\frac{B^{-1}x^{2} }{1-x^{2}}} = 
\sqrt{\frac{1 + kx^{2}}{1-x^{2}}}$$
F"ur das Integral 
einer Funktion 
$R$ l"angs des St"ucks "uber $[\alpha,\beta]\subset [-1,1]$
der Ellipse erhalten wir also
$$\int^{\beta}_{\alpha} R(\varphi(x)) 
\sqrt{\frac{1+kx^{2}}{1-x^{2}}} \diff x=\int^{\beta}_{\alpha}
R(\varphi(x)) 
\frac{1+kx^{2}}{\sqrt{(1+kx^{2})(1-x^{2})}} \diff x$$ 
Im Fall eines Kreises $k=0$ k"onnen derartige Integrale explizit
berechnet werden, wie zum Beispiel in \eref{RSCI}{AN2} ausgef"uhrt wird.
Im allgemeinen wei"s ich nicht, wie man so etwas anders
als numerisch ausrechnen sollte,
aber f"ur spezielle Funktionen $R$  
kann man 
bemerkenswerte Relationen zwischen derartigen Integralen
herleiten, deren Entdeckung den Beginn der Theorie der 
\glqq elliptischen Funktionen\grqq\  markiert.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
H"angt im vorhergehenden etwa $R$ nur von der ersten Koordinate alias von $x$ ab,
 so k"onnen wir unser 
Integral auffassen als ein 
Integral des Typs
\begin{displaymath}
\int_{\gamma} \frac{Q(x)}{\sqrt{P(x)}} \diff x
\end{displaymath}
mit $Q(x)=R(x)(1+kx^2)$ und 
 $P(x)=(1+kx^{2})(1-x^{2})$ einem 
Polynom vierten Grades, wenn wir nicht im Fall $k=0$ eines Kreises sind.
Den Fall eines Kreises schlie"sen wir von nun an aus. Das Polynom $P$ hat dann vier paarweise verschiedene Nullstellen, und wenn wir zus"atzlich $-1<\alpha<\beta<1$ annehmen, liegen sie auch  nicht auf dem Integrationsweg $\gamma$, 
der ja in unserem Fall schlicht das reelle Intervall $[\alpha,\beta]$ ist.
Der Ausdruck $\sqrt{P(x)}$  meint eine
stetige Wahl einer Wurzel auf dem Bild von $\gamma$,
in unserem speziellen Fall  die  positive Wahl.
Sind $ \lambda_i \in \Bbb{C}$ f"ur $0\leq i\leq 3$ die vier Nullstellen von $P$, so
finden wir nach \eref{TRPG}{LA2} 
eine komplexe invertierbare $(2\times 2)$-Matrix   derart, 
da"s unter der davon induzierten Abbildung $f: \Bbb{P}^1 \Bbb{C}
\sira \Bbb{P}^1 \Bbb{C}$  
gilt $f (\infty) = \lambda_0$  
und $f(0)=\infty$, etwa $f(w) = (\lambda_0 w +1)/w$.
Unsere Funktion $P$ mit einem vierfachen Pol bei $\infty$ und
vier einfachen Nullstellen au"serhalb verwandelt sich durch das Vorschalten von $f$  in eine 
Funktion mit einem vierfachen Pol bei $w=0$ und
vier einfachen Nullstellen, von denen eine bei $\infty$
liegt, und erh"alt genauer die Gestalt $P(f(w)) = c w^{-4}
 (w-\mu_1)(w -\mu_2)(w -\mu_3)$ f"ur
$\mu_i = (\lambda_i - \lambda_0)^{-1}$ f"ur unser spezielles $f$. 
Wir erhalten durch Substitution alias die Verwandtschaftsvertr"aglichkeit
von Wegintegralen \eref{EEWW}{TF} im Fall komplexwertiger Kovektorfelder 
\begin{displaymath}
\int_{\gamma} \frac{Q(x)}{\sqrt{P(x)}} \diff x = \int_{f^{-1}\circ \gamma}
\frac{Q(f(w))f^\prime (w)}{\sqrt{P(f(w))}}  \diff w
\end{displaymath}
Auf der rechten Seite  
ist unser Integrationsweg $f^{-1}\circ \gamma$ zwar kein reelles 
Intervall mehr, aber der Nenner vereinfacht sich substantiell
und wir landen
 bei einem Integral des Typs
\begin{displaymath}
\int_{\hat{\gamma}} \frac{q(w)}{\sqrt{p(w)}} \diff w
\end{displaymath}
Nehmen wir nun an, da"s $R\in\DC(x)$ eine rationale Funktion war ohne Polstellen auf $[\alpha,\beta]$, so ist auch  $q\in\DC(w)$ ein rationaler Ausdruck in $w$. Unser $\hat{\gamma}$ ist dann zwar ein
komplizierterer Integrationsweg in der komplexen Zahlenebene, aber
 $p$ ist nur noch ein Polynom  dritten
Grades  ohne
mehrfache Nullstellen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Wir landen so bei dem Problem, f"ur ein Polynom dritten Grades
  $p\in\DC[w]$ ohne mehrfache Nullstellen und einen
  Integrationsweg $\tau$ in der komplexen Zahlenebene, der durch keine
  dieser Nullstellen l"auft, und einen rationalen Ausdruck
  $q\in\DC(w)$ ohne Pole auf unserem Weg
  das komplexe  Wegintegral \begin{displaymath}
\int_{\tau} \frac{q(w)}{\sqrt{p(w)}} \diff w
  \end{displaymath}
  zu berechnen mit einer stetigen Wahl der Wurzel ${\sqrt{p(w)}}$
  l"angs unseres Weges.
Nach einer weiteren Substitution 
der Gestalt $w(z) = cz + d$
d"urfen wir zus"atzlich annehmen, da"s $p (z)$ die Gestalt 
$p(z) = 4z^3 + a z + b$ hat.  
Im folgenden werden wir meromorphe Funktionen $\wp$ 
auf der komplexen Zahlenebene konstruieren, die eine Gleichung der Gestalt 
$(\wp^\prime)^2 = 4 \wp^3 +
a \wp +b$ erf"ullen. 
Sobald das geleistet ist,  f"uhrt uns die Substitution  $z = \wp (u)$
auf die Suche einer Stammfunktion von $q (\wp (u))$. 
Das ist zwar im allgemeinen immer noch nicht 
besonders einfach, aber im Fall $q=1$ eben doch, und
damit k"onnen wir dann zumindest das Integral 
"uber den Kehrwert $ (4z^3 + a z + b)^{-1/2}$ der Wurzel unseres kubischen Polynoms
schreiben als Umkehrfunktion der besagten Funktion  $\wp$. 
\end{Bemerkungl}









\begin{Definition}[\textbf{Weierstra"s'sche $\wp $-Funktion}]
Gegeben ein Gitter $\Gamma \subset \Bbb{C}$ alias das Gruppenerzeugnis einer
$\Bbb{R}$-Basis von $\Bbb{C}$ definiert man eine holomorphe Funktion
$\wp$ auf $\Bbb{C}\backslash \Gamma$ 
durch die
Reihe
\begin{displaymath}
\wp (z) =\wp _{\Gamma} (z) \pdef \frac{1}{z^2} + 
\sum_{\omega  \in \Gamma \backslash 0} 
\left(\frac{1}{(z-\omega )^2} - \frac{1}{\omega ^2}\right)
\end{displaymath}
Da"s diese Reihe auf $\DC\setminus \Gamma$ kompakt konvergiert
zeigt man, indem man f"ur jedes Kompaktum $K\subset \DC$ 
nachweist, da"s fast alle Terme unserer Reihe
f"ur $z\in K$ betragsm"a"sig abgesch"atzt werden k"onnen durch
$2/|\omega|^3$. Die Summe der $1/|\omega|^3$ konvergiert jedoch
nach \eref{KonGi}{AN3}.
Setzen wir $\wp$ auf ganz $\DC$ fort, indem wir allen Gitterpunkten
als Wert $\infty$ zuordnen, so erhalten wir mit demselben Argument eine 
meromorphe Funktion auf $\DC$, die\index{p@$\wp $-Funktion von Weierstra"s} 
{\bf Weierstra"s'sche $\wp $-Funktion\index{Weierstra"s!$\wp $-Funktion}
zu unserem Gitter $\Gamma$}.
\end{Definition}
\begin{Proposition}[\textbf{Eigenschaften der $\wp$-Funktion}]
Ist $\Gamma \subset \Bbb{C}$  ein Gitter, so ist 
die zugeh"orige $\wp$-Funktion gerade, in Formeln $\wp(z)=\wp(-z)$, und
 $\Gamma$-periodisch, in Formeln
 $\wp  (z+\omega ) = \wp  (z) $ f"ur alle $ z\in\DC$ und 
$\omega  \in \Gamma$.
\end{Proposition}
\begin{proof}
Offensichtlich ist $\wp$ gerade.
Offensichtlich ist die Ableitung $\wp'$ der $\wp$-Funktion
 $\Gamma$-periodisch. F"ur jedes $\omega\in\Gamma$
verschwindet also die Ableitung von $z\mapsto \wp  (z+\omega ) - \wp  (z)$
auf $\DC\setminus\Gamma$ und diese Funktion ist mithin konstant. 
Bezeichnen wir diese Konstante mit 
$c(\omega)$, so ist offensichtlich
$c:\Gamma\ra\DC$ ein Gruppenhomomorphismus und insbesondere 
gilt $c(-\omega)=-c(\omega)$. Andererseits ist mit
$\wp$ auch unsere Funktion $c$ gerade,
in Formeln $c(-\omega)=c(\omega)$. Zusammen ergibt sich
 $c(\omega)=0$ f"ur alle $\omega\in\Gamma$.
\end{proof}
\begin{Satz}[\textbf{Bedeutung der Weierstra"s'schen $\wp$-Funktion}]
Seien $\Gamma \subset \Bbb{C}$  ein Gitter und
$\wp=\wp _{\Gamma}$ die zugeh"orige Weierstra"s'sche $\wp$-Funktion. 
\begin{enumerate}
\item
Zusammen mit ihrer Ableitung liefert die $\wp$-Funktion eine Bijektion
\begin{displaymath}
\begin{array}{ccl}
\left\{
(\Bbb{C} /\Gamma)\backslash 0 \right\} & 
\sira &
\left\{ (x,y) \in \Bbb{C}^2 \mid y^2 = 4x^3 + a x +b\right\}\\[1mm]
z & \mapsto & \;\;(\wp (z), \wp ^\prime (z))
\end{array}
\end{displaymath}
Hierbei werden unsere $a,b \in \Bbb{C}$ gegeben durch
$ a = - 60 \sum_{\omega  \in \Gamma \backslash 0} \omega ^{-4}$
% \;\;\text{ und }\;\; 
und $b = -140 \sum_{\omega  \in \Gamma \backslash 0} \omega ^{-6}$;
\item
Der K"orper $\cal{M}^{\op{an}}(\DC/\Gamma)$ der meromorphen Funktionen auf
dem Quotienten wird "uber $\DC$ erzeugt von $\wp$ und $\wp'$.
\end{enumerate}
\end{Satz}
\begin{Bemerkungw}
Die im Satz erkl"arte Abbildung induziert auch eine Bijektion zwischen 
$\Bbb{C}/\Gamma$ und dem Abschlu"s
unserer Kubik in $\Bbb{P}^2 \Bbb{C}$, und diese 
Bijektion ist sogar  ein Isomorphismus von
Riemann'schen Fl"achen im Sinne von \eref{BspM}{ML}, wobei wir 
$\Bbb{C}/\Gamma$ mit der finalen Struktur zur Projektion
$\DC\sra \Bbb{C}/\Gamma$ versehen und unsere Kubik mit der
von $\DP^2\DC$ induzierten Struktur. Das ist klar, sobald wir in
lokalen Koordinaten nachgerechnet haben, da"s unsere Kubik auch im unendlich fernen Punkt glatt ist.
\end{Bemerkungw}


\begin{proof}[Beweis] 2.
Jede gerade Funktion aus $\mathcal{M}^{\op{an}} (\Bbb{C}/\Gamma)$ 
mit in $\Gamma$ enthaltener
Polstellenmenge l"a"st sich als Polynom in $\wp$ darstellen, 
denn das Bilden des nichtpositiven
Terms der Laurententwicklung um Null liefert nach \ref{??} 
die horizontale Injektion im Diagramm
\begin{displaymath}
\xymatrix{
\{ f \in \mathcal{M}^{\op{an}} (\Bbb{C}/\Gamma)  \text{ gerade mit } f^{-1}(\infty)
\subset \Gamma\}
\ar@{^{(}->}[r]
& \Bbb{C} [z^{-2}]\\
\Bbb{C}[\wp]\ar[u] \ar[ur]
}
\end{displaymath}
und die Laurententwicklung von $\wp$ zeigt sofort, da"s die 
diagonale Abbildung
bijektiv ist. Es folgt, da"s alle drei Abbildungen 
Vektorraumisomorphismen sein m"ussen.
Jede gerade Funktion $f$ aus $\mathcal{M}^{\op{an}}(\Bbb{C}/\Gamma)$ 
kann damit als rationale Funktion
in $\wp$ dargestellt werden, denn hat $f$ einen 
Pol bei $a \not\in \Gamma$, so
k"onnen wir durch Multiplikation mit $(\wp (z) -\wp (a))^N$ 
f"ur hinreichend gro"ses $N$ zu einer geraden
Funktion ohne Pol bei $a$ "ubergehen.
Eine beliebige elliptische 
Funktion $f \in \mathcal{M}^{\op{an}} (\Bbb{C}/\Gamma)$ schlie"slich k"onnen wir
zerlegen in $f = f^+ + f^-$ mit $f^+$ gerade und $f^-$ ungerade
und dann schreiben als $f= f^+ + (f^-/\wp^{\prime})\wp^{\prime}$.
\\[2mm]\noindent
1.
Um zu pr"ufen, da"s unsere Funktion wirklich in der 
angegebenen Kubik landet, gilt es, die Formel
\begin{displaymath}
(\wp^\prime)^2 = 4 \wp^3 + a \wp +b
\end{displaymath}
nachzuweisen.
Mithilfe der Laurententwicklungen am Nullpunkt zeigt man 
jedoch ohne Schwierigkeiten, da"s die
Differenz  eine elliptische Funktion 
ohne Pole ist, die bei $z =0$ und folglich "uberall verschwindet.
\end{proof}
\begin{Bemerkung}
Die Weierstra"s'sche $\wp$-Funktion nimmt alle 
komplexen Zahlen als Werte an und definiert
also eine Surjektion $\Bbb{C}/\Gamma \twoheadrightarrow \Bbb{P}^1 \Bbb{C}$. 
In der Tat ist das Bild offen und kompakt.
Da $\wp$ gerade ist und $\wp^\prime$ ungerade, 
folgt leicht, da"s unsere Abbildung
alle Punkte der Kubik als Werte annimmt.
\end{Bemerkung}

\begin{figure}[p]
  \centering
    \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildEKU}
\\
\vspace{4mm}
\noindent
Wir wollen  uns anschaulich klar  machen, 
da"s eine verzweigte doppelte
"Uberlagerung der Kugelschale mit vier Verzweigungspunkten 
ein Torus sein sollte.
Dazu denken wir uns 
zwei der Verzweigungspunkte nahe am Nordpol und 
w"ahlen zwischen ihnen einen Weg und 
denken uns die zwei anderen
nahe am S"udpol und w"ahlen zwischen ihnen ebenfalls einen Weg.
Schneiden wir dann die "Uberlagerung auf l"angs der Urbilder dieser
Wege, so zerf"allt sie in zwei R"ohren, deren R"ander in der durch die
Buchstaben angedeuteten Weise zu verkleben sind, wenn man die
urspr"ungliche Fl"ache wiederherstellen will. Offensichtlich entsteht
jedoch bei diesem Verkleben ein Torus.
\end{figure}

\begin{Bemerkung}\label{KlEC}
Gegeben ein reeller Vektorraum $V$ bezeichne $\op{Gitt}(V)$ 
die Menge aller $\Bbb{Z}$-Gitter in $V$, als
da hei"st die Menge aller Untergruppen
der additiven Gruppe $V$, die von einer $\Bbb{R}$-Basis
erzeugt werden.
Auf  $\op{Gitt}(\DC)$ 
operiert $\DC^\times$ in offensichtlicher Weise und
die Vorschrift $\Gamma \mapsto \Bbb{C} / \Gamma$
liefert dann eine Bijektion des Bahnenraums mit der
Menge aller Isomorphieklassen von komplexen elliptischen Kurven
\begin{displaymath}
\Bbb{C}^{\times}\backslash \op{Gitt}(\DC) \overset{\sim}{\rightarrow}
\left\{
\begin{array}{c}
\text{Riemann'sche Fl"achen von der}\\
\text{topologischen Gestalt eines Schwimmrings,}\\
\text{bis auf Isomorphismus}
\end{array}\right\}
\end{displaymath}
Der Beweis soll hier nur angedeutet werden: Man konstruiert 
die inverse Abbildung, indem man zu jeder elliptischen Kurve
$E$ die durch Integration holomorpher $1$-Formen 
l"angs $1$-Zykeln gegebene Paarung 
$$H_1(E;\DZ)\times \Omega^1_{\op{hol}}(E)\ra\DC$$
betrachtet.
Die zugeh"orige Abbildung
$H_1(E;\DZ)\ra \op{Hom}_\DC(\Omega^1_{\op{hol}}(E),\DC)$
identifiziert $H_1(E;\DZ)$ mit einem Gitter im  komplex eindimensionalen
Vektorraum $\op{Hom}_\DC(\Omega^1_{\op{hol}}(E),\DC)$, 
und die Wahl einer Basis dieses Vektorraums liefert uns dann ein bis auf 
eine multiplikative Konstante wohlbestimmtes Gitter in $\DC$.
\end{Bemerkung}
  
\begin{Bemerkung}
Die Wahl einer Wurzel $\op{i}$ aus $-1$ liefert eine Basis $1,\op{i}$ 
von $\Bbb{C}$ "uber
$\Bbb{R}$ und damit einen Isomorphismus $\op{GL}(2;\Bbb{R})
\overset{\sim}{\rightarrow} \op{Mod}^{\times}_{\Bbb{R}} \Bbb{C}$. Unter 
diesem Isomorphismus entspricht die
Standgruppe des Gitters der Gauss'schen Zahlen offensichtlich gerade 
$\op{GL} (2;\Bbb{Z})$.  Da $\op{Mod}^{\times}_{\Bbb{R}} \Bbb{C}$ 
transitiv auf $\op{Gitt}(\DC)$
operiert, 
erhalten wir so Bijektionen
\begin{displaymath}
\op{GL}(2;\Bbb{R})/\op{GL}(2;\Bbb{Z}) \;
\overset{\sim}{\rightarrow}\; \op{Mod}^{\times}_{\Bbb{R}}
\Bbb{C} /(\text{Standgruppe})
\;\overset{\sim}{\rightarrow}\; \op{Gitt}(\DC)
\end{displaymath}
Den 
Bahnenraum $\Bbb{C}^{\times} \backslash \op{Gitt}(\DC)$ 
k"onnen wir mithin identifizieren 
mit dem Doppelquotienten
$\Bbb{C}^{\times}\backslash \op{GL}(2;\Bbb{R})/\op{GL}(2;\Bbb{Z})$,
wo $\Bbb{C}^{\times}\subset \op{GL}(2;\Bbb{R})$ als die
Untergruppe aller Drehstreckungen einzubetten ist. Diesen
Doppelquotienten hinwiederum 
k"onnen wir in offensichtlicher Weise identifizieren mit
dem Doppelquotienten
$\op{SO}(2)\backslash \op{SL}(2;\Bbb{R})/\op{SL}(2;\Bbb{Z})$.
\end{Bemerkung}


\begin{Bemerkung}
Allgemeiner bezeichnen wir f"ur 
einen endlichdimensionalen reellen Vektorraum $V$ und
$N\geq 1$ mit $\op{Gitt}_N(V)$ die Menge aller Paare von Gittern
$\Gamma\subset\Gamma_1\subset V$ mit $\Gamma_1/\Gamma$
zyklisch von der Ordnung $N$.
Wieder erhalten wir eine Bijektion
\begin{displaymath}
\Bbb{C}^{\times}\backslash \op{Gitt}_N(\DC) \overset{\sim}{\rightarrow}
\left\{
\begin{array}{c}
\text{Elliptische Kurven mit}\\
\text{zyklischer Untergruppe der Ordnung $N$,}\\
\text{bis auf Isomorphismus}
\end{array}\right\}
\end{displaymath}
durch die Vorschrift $(\Gamma\subset \Gamma_1)\mapsto 
(\DC/\Gamma\supset \Gamma_1/\Gamma)$.
Mit dem Elementarteilersatz
folgt, da"s $\op{Mod}^{\times}_{\Bbb{R}} \Bbb{C}$ 
wieder transitiv auf $\op{Gitt}_N(\DC)$ operiert,
und die Standgruppe  von $\DZ[\op{i}]\subset\DZ+\DZ N^{-1}\op{i}$
enspricht unter unseren Identifikationen der Gruppe $\Gamma_0(N)$ 
aller Matrizen aus $\op{GL}(2;\Bbb{Z})$ mit durch $N$ teilbarem
Eintrag unten links. Wir erhalten so Bijektionen
 \begin{displaymath}
\op{GL}(2;\Bbb{R})/ \Gamma_0(N)\;
\overset{\sim}{\rightarrow}\; \op{Mod}^{\times}_{\Bbb{R}}
\Bbb{C} /(\text{Standgruppe}) 
\;\overset{\sim}{\rightarrow}\; \op{Gitt}_N(\DC)
\end{displaymath}
und damit dann eine
Identifikation zwischen unserer Menge von
Isomorphieklassen elliptischer Kurven
mit Zusatzstruktur  und dem Doppelquotienten
$$\Bbb{C}^{\times}\backslash \op{GL}(2;\Bbb{R})/\Gamma_0(N)$$
\end{Bemerkung}



\begin{Proposition}
Seien $X$ und $Y$ Riemann'sche Fl"achen. Ist $Y$ kompakt und $E \subset X$
ohne H"aufungspunkte,
 so l"a"st sich jeder Morphismus mit endlichen Fasern 
$X \backslash E
\rightarrow Y$ zu einem 
Morphismus $X \rightarrow
Y$ fortsetzen.
%Ich kenne keinen vollst"andig elementaren Beweis dieses Satzes.
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
  Ein Gegenbeispiel im Fall eines Morphismus mit unendlichen Fasern
liefert etwa die Quotientenabbildung $\DC^\times \ra \DC^\times/\langle
q\rangle$ f"ur $|q|\neq 1$, wobei $\langle
q\rangle\subset \DC^\times$ die von $q$ erzeugte multiplikative
Untergruppe meint.
\end{Bemerkungl}


\begin{proof}
Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit d"urfen wir $X = D = \{z\in \mathbb C \mid
|z| < 1\}$ und $E = \{0\}$ annehmen.
Zun"achst behandeln wir nun den Fall $Y = \mathbb P^1 \mathbb C$. Es gilt
zu zeigen, da"s f"ur $D^\times = D\backslash 
\{0\}$ jeder Morphismus $D^\times \rightarrow
\mathbb P^1 \mathbb C$ mit endlichen Fasern auf ganz $D$ fortgesetzt werden
kann.
Das hinwiederum folgt  daraus, da"s nach 
der Folgerung \eref{uef}{FT1} aus dem Satz von Casaroti-Weierstra"s \eref{CaWe}{FT1}
jede holomorphe Funktion
mit einer wesentlichen Singularit"at auch  unendliche Fasern haben
mu"s.
Im allgemeinen Fall finden wir zun"achst nach \ref{??} einen Morphismus mit
endlichen Fasern $\varphi : Y \rightarrow \mathbb P^1 \mathbb C$. Die
Verkn"upfung $D^\times \rightarrow Y \rightarrow \mathbb P^1 \mathbb C$ hat
dann auch endliche Fasern, und aus dem bereits behandelten Fall erhalten wir
ein kommutatives Diagramm
\begin{displaymath}
\xymatrix{
D^\times \ar[d]\ar[r] &Y \ar[r]^{\varphi} &\mathbb P^1 \mathbb C
\ar@{=}[d]\\
D \ar[rr]^{\psi}& &\mathbb P^1 \mathbb C
}
\end{displaymath}
Nun ist aber $\varphi^{-1} (\psi (0))\subset Y$ endlich und wir finden nach
dem Satz "uber lokale Struktur holomorpher Funktionen \eref{lshf}{FT1} eine Umgebung
$U$ von $\psi (0)$ derart, da"s in jeder Zusammenhangskomponente 
von $\varphi^{-1}
(U)$ genau ein Punkt
von $\varphi^{-1}
(\psi (0))$ liegt. Verkleinern wir unsere Kreisscheibe $D$ notfalls ein wenig,
so d"urfen wir annehmen, da"s $D^\times$ ganz in einer Komponente 
von $\varphi^{-1} (U)$
landet. Wieder mit dem Satz "uber die lokale Struktur \eref{lshf}{FT1} sehen wir
dann, da"s wir $D^\times \rightarrow Y$ stetig zu $D \rightarrow Y$ 
fortsetzen k"onnen,
und der Riemann'sche Hebbarkeitssatz liefert
schlie"slich, da"s diese
stetige Fortsetzung holomorph sein mu"s.
\end{proof}



\begin{Bemerkungl}\label{KoPn}%\label{KoP}
F"ur 
eine zusammenh"angende Riemann'sche 
Fl"ache $Y$ im Sinne von \eref{BspM}{ML}
bezeichne $\cal{M}(Y)\subset \cal{M}^{\op{an}}(Y)$   
den K"orper derjenigen meromorphen Funktionen 
auf $Y$, die 
entweder konstant sind oder jeden Wert
h"ochstens endlich oft annehmen.
Ist $X$ eine zusammenh"angende 
kompakte Riemannsche Fl"ache und $E\subset X$ eine endliche 
Teilmenge, so liefert die Restriktion nach \eref{uef}{FT1}
einen K"orperisomorphismus 
$$\cal{M}(X)\sira \cal{M}(X\backslash E)$$
Insbesondere k"onnen wir jede kompakte Riemannsche Fl"ache
$X$ aus der durch das Weglassen endlich vieler 
Punkte 
entstehenden Riemannschen Fl"ache $X\backslash E$ zur"uckgewinnen als
die Menge aller Bewertungen des K"orpers 
$\cal{M}(X\backslash E)$.
In dieser Situation hei"st $X$ die 
{\bf Kompaktifizierung}\index{Kompaktifizierung} 
der Riemann'schen
Fl"ache $Y=X\backslash E$. Analoges gilt allgemeiner und mit 
fast demselben Beweis,
wenn $E\subset X$ eine abz"ahlbare abgeschlossene Teilmenge ist.
So liefert etwa 
die kanonische Einbettung des Funktionenk"orpers
einen Isomorphismus
$\DC(z)\sira \cal{M}(\DC\backslash \DZ)$.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}\label{MoFu}
Die Operation von $\op{SL}(2; \Bbb{Z})$ auf der 
oberen Halbebene $H^+$ ist eigentlich,
nach \ref{??} macht folglich die finale 
Struktur den Bahnenraum $H^+/ \op{SL}(2; \Bbb{Z})$ zu
einer Riemann'schen Fl"ache.
Die Abbildung $H^+ \rightarrow \Bbb{C}, 
z \mapsto \op{e}^{2\pi \op{i} z}$ definiert einen Isomorphismus
des Bildes von $\{ z \in H^+ \mid \op{Im}z > 1\}$ 
in $H^+/ \op{SL}(2; \Bbb{Z})$ mit
der punktierten offenen Kreisscheibe vom Radius 
$\op{e}^{-2\pi}$, den wir verwenden, um diese Kreisscheibe
an $H^+/\op{SL} (2; \Bbb{Z})$ anzukleben.
So entsteht eine kompakte Riemann'sche Fl"ache 
$$\widehat{H} \pdef H^+/\op{SL} (2;\Bbb{Z}) \;\;\amalg
\{ \infty\}$$ von der man zeigen kann, da"s sie 
isomorph ist zu $\Bbb{P}^1 \Bbb{C}$.
Im R"uckblick k"onnen wir sie auch
als die Kompaktifizierung von
$H^+/\op{SL} (2; \Bbb{Z})$
im Sinne von \ref{KoPn} beschreiben.
Die meromorphen Funktionen auf $H^+$, die von 
meromorphen Funktionen auf $\widehat{H}$
herkommen, hei"sen \defind{Modulfunktionen}.
Explizit sind das genau die meromorphen 
$\op{SL}(2;\Bbb{Z})$-invarianten Funktionen auf der
oberen Halbebene $H^+$, 
deren Entwicklung nach $q = \op{e}^{2\pi \op{i} z}$ 
bei $q =0$ keine wesentliche Singularit"at hat.
Allgemeiner betrachtet man meromorphe Schnitte in der $k$-ten Tensorpotenz des
Kotangentialb"undels von $\widehat{H}$. 
Das Zur"uckholen 
unter $\pi:H^+\ra \widehat{H}$
gefolgt vom Teilen durch $(\diff z)^{\otimes k}$
identifiziert sie mit meromorphen Funktionen 
$f: H^+ \rightarrow \Bbb{C}$, die der
Transformationsformel
\begin{displaymath}
f \left(\frac{az+b}{cz + d}\right) = (cz +d)^{-2k} f(z)
\end{displaymath}
gen"ugen und in deren $q$-Entwicklung nur endlich 
viele negative Potenzen von $q$
mit von Null verschiedenem Koeffizienten vorkommen.
Derartige Funktionen hei"sen 
\defnoind{Modulfunktionen vom Gewicht $2k$}.
Haben wir $\pi^\ast (\omega) = f(z) (\diff z)^{\otimes k}$, 
so gilt mit $e_p$ der 
Kardinalit"at des Stabilisators von
$p \in H^+$ unter $\op{PSL}(2;\Bbb{Z})\pdef\op{PSL}(2;\Bbb{Z})/\pm \op{id}$ 
die Formel
$$v_p (f) = e_p v_{\bar{p}}(\omega)
+ k (e_p -1)$$
wegen $\op{d}(u^e) = eu^{e-1}\diff u$.
Weiter gilt $v_{\infty}(f) = 
v_{\bar{\infty}} (\omega) + k$
wegen der offensichtlichen Identit"at 
$\diff z = (2\pi \op{i})^{-1}q^{-1}\diff q$.
Schlie"slich gilt
\begin{displaymath}
-2k = \sum_{q\in \widehat{H}} v_q (\omega)
\end{displaymath}
f"ur jeden meromorphen Schnitt der $k$-ten Potenz des Kotangentialb"undels von
$\widehat{H} \cong \Bbb{P}^1 \Bbb{C}$, woraus wir folgern
\begin{displaymath}
-2k = v_\infty (f) - k + 
\frac{v_{\op{i}} (f) -k}{2} + \frac{v_\rho (f) - 2k}{3}
+ \sum_{p\neq \rho,\op{i},\infty} v_p (f)
\end{displaymath}
Eine kurze Rechnung f"uhrt von dort sofort 
zur Formel $$\frac{k}{6} = v_\infty (f) + v_{\op{i}} (f)/2 + 
v_\rho (f)/3 + \sum_{p\neq \rho,\op{i},\infty}  v_p (f)$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Eine \defind{Modulform} {\bf vom Gewicht $2k$} 
ist eine Modulfunktion vom Gewicht $2k$ ohne
Pole auf $H^+$ und ohne negative Terme in der $q$-Entwicklung.
Eine \defind{Spitzenform} {\bf vom Gewicht $2k$} ist eine Modulform
vom Gewicht $2k$, bei der in der $q$-Entwicklung auch noch der 
konstante Term verschwindet.
\end{Definition}


\begin{Bemerkung}
  "Ubersetzt man die Bedingungen an Modulformen beziehungsweise 
  Spitzenformen in Bedingungen an Schnitte in Potenzen des
  Kotangentialb"undels, so wirken sie h"ochst unnat"urlich.
Diese Bedingungen scheinen mir erst bei der Interpretation im Rahmen
der Darstellungstheorie ihre wahre Bedeutung zu zeigen.
\end{Bemerkung}



\begin{Bemerkung}
  Differentialformen auf $\mathbb P^1\DC$ sind Schnitte im
B"undel $\cal{O}(2)$, das wir in \ref{??} eingef"uhrt haben.
Unsere Modulfunktionen entsprechen also Schnitten in 
$\cal{O}(2k)$. Ebenso kann entsprechen Schnitte in $\cal{O}(k)$
gewissen meromorphen Funktionen auf der oberen Halbebene mit
merkw"urdigem Transformationsverhalten. Sollten das die 
\glqq Modulformen zu halbzahligem Gewicht\grqq\  aus Freitag-Busam sein?
Das w"urde allerdings nicht gut passen, denn ihr Index w"are eher $k$ als
$k/2$. Gucke mal im zweiten Band nach! 
\end{Bemerkung}









\begin{Bemerkung}
Gegeben eine nat"urliche Zahl $g$ hei"st die Menge
  \begin{displaymath}
    \cal{M}_g=
    \left\{
      \begin{array}{c}
        \text{Riemann'sche Fl"achen}\\
        \text{von der topologischen Gestalt}\\
\text{einer Sph"are mit $g$ Henkeln,}\\
        \text{bis auf Isomorphismus}
      \end{array}\right\}
  \end{displaymath}
der {\bf Modulraum der Riemann'schen 
Fl"achen vom Geschlecht 
$g$}.\index{Modulraum!von Riemann'schen Fl"achen}
Dieser Modulraum kann auch beschrieben werden,
indem man eine glatte orientierte zusammenh"angende  
kompakte Fl"ache $X$ vom Geschlecht $g$  
fest w"ahlt, darauf die Menge $\cal{S}_g$ aller mit der Orientierung und
$\cal{C}^\infty$-Struktur vertr"aglichen Strukturen als Riemann'sche
Fl"ache betrachtet mit der offensichtlichen Operation der 
Gruppe $G$ aller orientierungserhaltenden Diffeomorphismen 
$X\sira X$, und dann zum  Bahnenraum $\cal{S}_g/G$ "ubergeht:
In der Tat induziert dann die offensichtliche Surjektion 
$\cal{S}_g\sra \cal{M}_g$ eine Bijektion $\cal{S}_g/G\sira \cal{M}_g$.
Diese Beschreibung ist auch technisch besser, da sie
die mengentheoretischen Schwierigkeiten vermeidet, die
die Betrachtung \glqq aller\grqq\  Riemann'schen Fl"achen einer gewissen
Art mit sich bringt. Betrachtet man in $G$ die Untergruppe 
$G_1\subset G$ aller zur Identit"at auf $X$ homotopen 
Diffeomorphismen, so hei"st der Quotient 
$$\cal{T}_g=\cal{S}_g/G_1 $$ der  {\bf Teichm"ullerraum der Riemann'schen 
Fl"achen vom Geschlecht 
$g$}.\index{Teichm"ullerraum}
Man kann den Teichm"ullerraum in nat"urlicher Weise mit
einer holomorphen  Struktur versehen, er wird dann f"ur $g\geq 2$ 
isomorph zu einer offenen Teilmenge des $\DC^{3g-3}$, die hom"oomorph 
ist zu einem offenen Ball, und der Modulraum selbst 
kann dann beschrieben werden 
als der Quotient $\cal{M}_g=\cal{T}_g/\Gamma$ dieses
offenen Balls nach der Operation der Gruppe $\Gamma=G/G_1$,
bei der im "ubrigen alle  Standgruppen endlich sind.
\end{Bemerkung}



\subsection{Klassifikation holomorpher Ringgebiete}

\begin{Satz}[\textbf{Klassifikation holomorpher Ringgebiete}]
Eine Riemann'sche Fl"ache, die als topologischer Raum
hom"oomorph ist zu $\Bbb{C}^\times$, ist biholomorph zu genau
einer der folgenden Riemann'schen Fl"achen: 
Zur punktierten Ebene 
$
\Bbb{C}^\times, $ 
zur punktierten Einheitskreisscheibe 
$ \{ z \in \Bbb{C}^\times \mid |z| < 1\}
$, oder zu einem Kreisring $ \{ z \in \Bbb{C} \mid 1 < |z| < R\}
$
f"ur wohlbestimmtes $R \in (1, \infty)$.
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis]
Nach dem gro"sen Riemann'schen Abbildungssatz,
den wir in \eref{GrRA}{FT1} ohne Beweis erw"ahnen, ist die universelle
"Uberlagerung von $X$ biholomorph zu $\Bbb{C}$ oder zur offenen 
Einheitskreisscheibe $D$.
Nach \eref{AUCC}{FT1} haben alle biholomorphen 
Abbildungen $\Bbb{C} \sira 
\Bbb{C}$ die Gestalt $z \mapsto az +b$ f"ur $a \neq 0$.
Die topologisch freien Operationen von $\Bbb{Z}$ auf $\Bbb{C}$ sind also
gegeben durch
$n \ast z = z + nb \text{ f"ur } b \neq 0$ und die Abbildung $z \mapsto
\op{exp} (2 \pi {\op{i}} z/b)$ induziert eine biholomorphe Identifikation
$\Bbb{C}/ \Bbb{Z} b \overset{\sim}{\rightarrow} \Bbb{C}^\times$.
Nach \eref{AutoH}{FT1} haben weiter alle 
biholomorphen Bijektionen $D \overset{\sim}{\rightarrow}
D$ die Gestalt $z \mapsto \frac{a z +b}{cz +d}$ f"ur 
${(^{a}_{c}}\; {^b_d)} \in \op{SU} (1,1)$ und alle biholomorphen Bijektionen
$H^+ \rightarrow H^+$ die Gestalt $z \mapsto \frac{az + b}{cz +d}$ f"ur
${(^{a}_{c}}\; {^b_d)} \in \op{SL} (2;\DR)$.
Die fixpunktfrei operierenden Elemente sind genau 
diejenigen, die in keinem kompakten maximalen
Torus liegen, die also zwei reelle Eigenwerte $\neq \pm 1$
haben oder zweimal denselben Eigenwert haben aber
nicht diagonalisierbar sind.
Ihre Konjugationsklasse wird durch die Spur bereits eindeutig festgelegt,
vergleiche \eref{EPH}{AAG}.
Im Fall der Spur $\pm 2$, dem sogenannten \glqq parabolischen\grqq\  Fall,
erhalten wir die Operation
von $\Bbb{Z}$ durch $n \ast z = z +n$ auf der oberen Halbebene und $z \mapsto
\op{exp} (2\pi {\op{i}} z) $ 
liefert eine biholomorphe Identifikation $H^+/\Bbb{Z}
\overset{\sim}{\rightarrow} D \backslash 0$.
Im verbleibenden
Fall einer Spur $>2$ oder $<-2$
erhalten wir eine Operation auf $H^+$ der Gestalt
$n \ast z = a^n z$ f"ur $a >0$. Der Hauptzweig des 
Logarithmus identifiziert dann
$H^+$ mit dem Streifen $\Bbb{R} \times (0, \pi) {\op{i}}$ 
und die Operation mit einer
Operation durch Translation um $\op{log} (a)$.
Elementare Argumente bringen uns von da zum dritten betrachteten Fall.
\end{proof}
\subsection{Elliptische Funktionen}

\begin{Definition} Das Gruppenerzeugnis einer 
${\mathbb R}$-Basis in einem endlichdimensionalen 
reellen Vektorraum nennt man auch ein 
{\bf  $\DZ$-Gitter}\index{Gitter!$\DZ$-Gitter in $\DR$-Vektorraum}
oder kurz {\bf Gitter} in besagtem Vektorraum.
\end{Definition}

\begin{Definition} Sei $\Gamma \subset {\mathbb C}$ ein Gitter in der komplexen
  Zahlenebene. Eine Funktion
  $f$ auf ${\mathbb C}$ hei"st 
{\bf $\Gamma$-periodisch},\index{periodisch!Funktion auf $\DC$} 
 wenn gilt $f(z+w) = f(z)\, \forall w \in \Gamma$. 
Eine meromorphe Funktion 
$f: {\mathbb C} \to \mathbb P^1{\mathbb C}$, 
die $\Gamma$-periodisch ist f"ur mindestens ein Gitter 
$\Gamma \subset {\mathbb C}$, hei"st
eine {\bf elliptische Funktion}.\index{elliptisch!Funktion}
\end{Definition}

\begin{Bemerkungw} Was derartige Funktionen mit 
Ellipsen zu tun haben, wird erst sp"ater klar 
werden: Ihre Umkehrfunktionen lassen sich in 
einigen F"allen als Kurvenintegrale rationaler 
Funktionen in zwei Ver"anderlichen "uber St"ucke von Ellipsen deuten.
\end{Bemerkungw}

\begin{Satz}[\textbf{Eigenschaften elliptischer Funktionen}]
  Sei $\Gamma \subset {\mathbb C}$ ein Gitter.
\begin{enumerate}
\item Jede holomorphe $\Gamma$-periodische Funktion $
{\mathbb C} \to {\mathbb C}$ ist konstant;
\item Eine nichtkonstante meromorphe $\Gamma$-periodische Funktion mu"s jeden
 Wert, mit Vielfachkeiten gerechnet, gleich oft annehmen, und
sie mu"s jeden Wert  mindestens zweimal oder einmal zweifach annehmen;
\item Die Summe der Residuen einer
  $\Gamma$-periodischen meromorphen 
  Funktion $f$ "uber alle $\Gamma$-Bahnen von Polstellen ist Null, in Formeln
  $$\sum_{p\in \DC/\Gamma}\op{Res}_pf=0$$
\end{enumerate}
\end{Satz}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Anschauliche Interpretation}]
  Eine nichtkonstante elliptische Funktion 
ist dasselbe wie ein
  nichtkonstanter Morphismus von Riemann'schen Fl"achen ${\mathbb C}/\Gamma \to
  {\mathbb P}^{1}{\mathbb C}$, anschaulich gesprochen also 
eine \glqq verzweigte "Uberlagerung\grqq.
Da der Schwimmring ${\mathbb C}/\Gamma$ nicht 
hom"oomorph ist zur Kugelschale ${\mathbb P}^{1}{\mathbb C}$, 
kann solch eine verzweigte "Uberlagerung nicht bijektiv sein, als da hei"st, 
jeder Wert wird mit Vielfachkeiten gerechnet 
mindestens zweimal angenommen. Das ist die anschauliche Bedeutung des
zweiten Teils unseres Satzes. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungw}[\textbf{Verallgemeinerungen des obigen Satzes}]
  Jeder nichtkonstante Morphismus von kompakten Riemann'schen Fl"achen
  ist eine \glqq verzweigte "Uberlagerung\grqq\ und insbesondere
  surjektiv. Weiter kann er nur bijektiv sein, wenn unsere 
 Riemann'schen Fl"achen hom"oomorph sind.
 Die Aussage der ersten beiden Teile des Satzes ist
 die Spezialisierung dieser
  Erkenntnisse auf den Fall der kompakten Riemann'schen Fl"achen
  ${\mathbb C}/\Gamma$ und ${\mathbb P}^{1}{\mathbb C}$.
  F"ur jede meromorphe Einsform auf einer  kompakten Riemann'schen Fl"ache
  ist weiter die Summe der Residuen Null, da anschaulich gesprochen
  \glqq kleine Kreiswege um jeden der Pole
  in ihrer Gesamtheit einen nullhomologen Eins-Zykel bilden\grqq\, und
  das Wegintegral einer holomorphen Einsform
  "uber einen nullhomologen Einszykel ist stets Null.
  Der letzte Teil des Satzes ist
  ein Spezialfall dieser allgemeinen Erkenntnis.
\end{Bemerkungw}
\begin{proof}[Beweis] 1. Jede holomorphe 
$\Gamma$-periodische Funktion ${\mathbb C} 
\to {\mathbb C}$ ist beschr"ankt und damit 
konstant nach \eref{Liou}{FT1}.\\[2mm]\noindent
3. Gegeben Erzeuger $w_{1},w_{2}$ unseres 
Gitters finden wir sicher $p \in
{\mathbb C}$ derart, da"s der Rand des Parallelogramms 
$p + [0,1] w_{1} + [0,1] w_{2}$
keine Pole unserer Funktion trifft. Integrieren 
wir unsere Funktion $f$ oder
pr"aziser die Einsform $f(z)\diff z$ "uber den 
Rand dieses Parallelogramms, so erhalten wir Null, 
da sich wegen der Periodizit"at die Integrale 
"uber gegen"uberliegende Kanten jeweils aufheben. 
Der Residuensatz \eref{ReSa}{FT1} zeigt dann die Behauptung.
\\[2mm]\noindent
2. Wenden wir die eben gewonnene Erkenntnis
auf die Funktion $f'/f$ an, deren Residuum bei $p$ 
ja gerade die dortige Null- beziehungsweise Polstellenordnung bei $p$ ist, in Formeln 
$ \mbox{ Res }_p(f'/f) = v_{p}(f)$  
wie beim Beweis von \eref{ZNP}{FT1}, so folgt 
$$\sum_{p \in {\mathbb C}/\Gamma} v_{p}(f) = 0$$
Mit Vielfachkeiten gerechnet hat $f$ also 
ebensoviele Nullstellen wie Polstellen. Wenden 
wir diese Erkenntnis auf die Funktionen $f-c$ 
an mit $c \in {\mathbb C}$, so folgt der Beginn von Teil 
2 des Satzes. Da"s eine elliptische Funktion 
schlie"slich nicht nur einen einfachen Pol 
in ${\mathbb C}/\Gamma$ haben kann, folgt auch sofort aus Teil 3.
\end{proof}


\begin{Satz}[\textbf{Abel}]
Sei $\Gamma \subset {\mathbb C}$ ein Gitter. Genau dann gibt es eine
$\Gamma$-periodische meromorphe Funktion mit vorgegebenen Nullstellen $a_{1},\dots,a_{n}
\in {\mathbb C}/\Gamma$ und vorgegebenen
Polstellen $b_{1},\dots,b_{n} \in {\mathbb C}/\Gamma$, 
jeweils mit Vielfachheiten aufgez"ahlt, wenn in ${\mathbb C}/\Gamma$ gilt
\[ a_{1} + \dots + a_{n} = b_{1} + \dots + b_{n} \]
\end{Satz}

\begin{Bemerkungl} Im Fall $n = 1$ folgt also 
$a_{1} = b_{1}$, und da nicht sein kann,
gibt es keine elliptische Funktion mit einer einzigen 
und einfachen  Nullstelle.
Wir sehen so ein weiteres Mal, 
da"s eine elliptische Funktion jeden Wert mindestens doppelt annehmen mu"s.
Der vorhergehende Satz ist kein Spezialfall allgemeiner Aussagen f"ur
beliebige kompakte Riemann'sche Fl"achen.
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}[Beweis] Die Notwendigkeit der Bedingung ist nicht  schwer zu zeigen. Ist $f$ unsere elliptische Funktion, so k"onnen wir die Behauptung mit dem Residuensatz umschreiben zur Behauptung
\[ \frac{1}{2\pi {\op{i}}} \int \limits_{\gamma} \frac{zf'(z)}{f(z)} \, \diff z \qquad\in \Gamma \]
Hierbei  bezeichnet $\gamma$ den Randweg eines Parallelogramms $p + [0,1] w_{1} + [0,1] w_{2}$ mit $(w_{1},w_{2}) = \Gamma$ und $p \in {\mathbb C}$  so gew"ahlt, da"s auf besagtem Randweg weder Pole noch Nullstellen von $f$ liegen.
Die Integrale "uber das Paar gegen"uberliegender 
Kanten $[p, p+w_1]$ und $[p+w_2, p+w_1+w_2]$ unterscheiden sich hier um
$$
 \frac{1}{2\pi {\op{i}}} \int \limits_{p}^{p+w_{1}} 
\frac{(z+w_{2})f'(z)}{f(z)} -  \frac{zf'(z)}{f(z)}\diff z 
= \frac{w_{2}}{2\pi {\op{i}}} \int \limits_{p}^{p+w_{1}} 
\frac{f'(z)}{f(z)} \diff z = \frac{w_{2}}{2\pi {\op{i}}} 
\int \limits_{p}^{p+w_{1}} \op{dlog} f 
$$
L"angs einer Kante k"onnen wir sicher einen Zweig von $\log f(z)$ w"ahlen
und dessen Werte bei $p$ und $p+w_{1}$ m"ussen sich um ein ganzzahliges
Vielfaches von $2\pi {\op{i}}$ unterscheiden. Ebenso argumentiert man f"ur das
andere Paar gegen"uberliegender Kanten, und das
zeigt dann die Notwendigkeit der Bedingung. Da"s unsere Bedingung auch hinreichend ist, mu"s noch gezeigt werden.
\end{proof}

\subsection{H"ohere Differentiale, woanders}
\begin{Definition}\label{AltW}
Seien $V$ und $W$ Vektorr"aume "uber einem K"orper $k$. 
Eine \defnoind{$W$-wertige 
$p$-Form}\index{p-Form@$p$-Form!vektorwertige}\index{vektorwertig!$p$-Form}
auf $V$ ist eine alternierende $k$-multilineare 
Abbildung $V\times \ldots \times V \ra W$.
Das Produkt von Null Kopien von $V$ verstehen wir als den Grundk"orper
$k$ selber,
so da"s eine $W$-wertige $0$-Form nichts 
anderes ist als ein Vektor aus $W$.
Wir notieren den Vektorraum aller $W$-wertigen $p$-Formen auf $V$ mit 
$$\op{Alt}^{p}(V,W)$$
\end{Definition}
\begin{Definition}
Seien $V,W$ endlichdimensionale reelle Vektorr"aume und $A \subset V$ 
halboffen.
Eine \defnoind{$W$-wertige $p$-Form auf $A$}\index{Differentialform!vektorwertige}\index{vektorwertig!Differentialform} ist eine Abbildung
$$\omega : A \ra \op{Alt}^{p} (V,W)$$
\end{Definition}
\begin{Bemerkung}\label{dz}
Auf dem Raum der $W$-wertigen Differentialformen,
ja selbst auf dem Raum der $W$-wertigen Funktionen kann man im Allgemeinen
nicht mehr in nat"urlicher Weise ein
Produkt erkl"aren. Jedoch k"onnen wir unser $\DR$-bilineares 
Dachprodukt auf den reellwertigen Differentialformen ohne Schwierigkeiten
und auf genau eine Weise zu einem $\DC$-bilinearen Dachprodukt
auf den komplexwertigen Differentialformen fortsetzen.
Zum Beispiel kann f"ur jede komplexwertige Funktion alias Nullform
$f:\DC\ra\DC$ der Ausdruck $f(z)\diff z$ 
als das Dachprodukt der Nullform $f$ mit der
Einsform $\diff z$ verstanden werden.
\end{Bemerkung}



\begin{Bemerkung}
Genau wie im Fall reellwertiger $p$-Formen 
definiert man auch f"ur jede differenzierbare
$W$-wertige $p$-Form $\omega$ ihr Differential 
$d\omega$, eine $W$-wertige $(p+1)$-Form.
Die Rechenregeln gelten unver"andert, und f"ur 
komplexwertige Formen gilt sogar die
Leibnizregel. Insbesondere finden wir f"ur jede holomorphe Funktion $f$ 
mit den Wirtinger-Ableitungen aus \eref{DWiAb}{FT1} die Gleichheiten
\begin{displaymath}
\begin{array}{ccl}
d (f (z)\diff z)& = & \diff f \wedge \diff z\\
& =& (\partial f) \diff z \wedge \diff z 
+ (\bar{\partial} f) \diff \bar{z} \wedge  \diff z\\
& =&
 (\bar{\partial} f) \diff\bar{z} \wedge  \diff z\\
&=& 0
\end{array}
\end{displaymath}
in der wir erst im letzten Schritt die Holomorphie von $f$ benutzen.
Nun haben wir aber in \ref{ALLl} gezeigt, da"s f"ur das 
Wegintegral l"angs eines zusammenziehbaren
geschlossenen Weges "uber eine
 reellwertige stetig differenzierbare 1-Form
$\omega$ mit $d\omega =0$ verschwindet.
Der Integralsatz von Cauchy folgt f"ur holomorphes $f$ mit 
stetiger Ableitung $f^{\prime}$ also
aus der offensichtlichen Verallgemeinerung von \ref{ALLl} 
auf vektorwertige Differentialformen.
\end{Bemerkung}


\subsection{Hypergeometrische Funktionen}
\begin{Definition}
Gegeben $a \in \mathbb C$ und $n \in \mathbb N$ setze man 
\begin{equation*}
(a,n) = a (a+1) \ldots (a + n-1) = \prod^{n-1}_{i=0} a+i
\end{equation*}
Gegeben $a,b,c \in \mathbb C$ mit $c \not\in - \mathbb N$
betrachte man die Potenzreihe
\begin{equation*}
F (a,b,c; x) = \sum^\infty_{n=0} \frac{(a,n)(b,n)}{(c,n) (1,n)}
x^n
\end{equation*}
Sie hei"st die \defind{hypergeometrische Reihe} und spezialisiert im
Fall $a = b =c =1$ zur geometrischen Reihe. Im Fall $a \in -\mathbb N$ oder
$b \in -\mathbb N$ erhalten wir Polynome, andernfalls strebt die Folge
der Koeffizienten gegen $1$ und folglich hat 
unsere Potenzreihe den Konvergenzradius
$1$.
Bezeichnet $D$ den Differentialoperator $x\partial_x$, so wird unsere
hypergeometrische Reihe annulliert vom Operator
$(a+D)(b+D) - (c+D)(1+D) x^{-1}$, der auch umgeschrieben werden kann zu
\begin{equation*}
x (1-x) \partial^2 + (c - (a+b+1) x ) \partial -ab
\end{equation*}
Diese Differentialgleichung hat regul"are Singularit"aten, und zwar
im allgemeinen an den drei Stellen  $0,1,\infty$. 
Ich wei"s nicht, was ihre Monodromie an den jeweiligen Stellen ist.
Eine von diesem Differentialoperator
annullierte meromorphe Funktion  hei"st ganz allgemein 
eine \defind{hypergeometrische
Funktion}.
\end{Definition}





%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "XXUFA"
%%% End: 
