



\section{Ganze Kringerweiterungen und Dimension}
\subsection{Ganze Kringerweiterungen}\label{GZwei} 

\begin{Bemerkungl}\label{Zwein} 
Ich beginne mit einigen Erinnerungen.
  Sei $A \subset B$ eine Kringerweiterung.  Ein Element $b\in B$ hei"st
wie in \ref{defg}  
 {\bf ganz "uber
    $A$},\index{ganz!Element von Kringerweiterung} 
  wenn es
  Nullstelle eines \emph{normierten}
  Polynoms mit Koeffizienten in $A$ ist, wenn 
es also  $n\geq 1$ und $a_{i} \in A$ gibt mit
$$b^{n}+a_{n-1} b^{n-1} + \ldots + a_{1}b + a_{0}=0$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}
Eine Kringerweiterung $A \subset B$ 
hei"st {\bf ganz},\index{ganz!Kringerweiterung}
 wenn jedes Element $b\in B$
\hyperref[Zwein]{ganz} ist "uber $A$. Einen 
Kringhomomorphismus $\varphi:A \ra B$ nennen wir 
{\bf ganz}\index{ganz!Kringhomomorphismus},\label{ggg}  
wenn $\varphi(A)\subset B$ eine ganze Kringerweiterung ist.
\end{Definition}
\begin{Beispiel}\label{BngR} 
Die Kringerweiterung $R[T]\subset R[T,T^{-1}]$ ist, wie bereits in \ref{zui} besprochen,
    \emph{nicht} ganz f"ur jeden von Null
verschiedenen Kring $R$.
\end{Beispiel}

%%

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Ganz bleibt ganz unter 
Quotienten und Lokalisierungen}]
Ist $A \subset B$ eine ganze Kringerweiterung und $I\subset B$ ein
Ideal, so ist auch $(A/A\cap I)\subset B/I$ eine ganze
Kringerweiterung.  Ist $A \subset B$ eine ganze Kringerweiterung und
$T\subset A$ eine Teilmenge, so ist auch $T^{-1}A\subset T^{-1}B$ eine
ganze Kringerweiterung.\label{gKre}
\end{Bemerkungl}



%%


  \begin{Satz}[\textbf{Charakterisierungen ganzer ringendlicher Kringerweiterungen}]
Gegeben eine  Kringerweiterung $A\subset B$ sind gleichbedeutend:\label{EKG}
\begin{enumerate}
\item Der Ring $B$ wird 
als Kringerweiterung von endlich vielen "uber $A$ ganzen
Elementen erzeugt;
\item Unsere Kringerweiterung ist ganz und ringendlich;
\item Unsere Kringerweiterung ist modulendlich.
\end{enumerate}
  \end{Satz}


\begin{proof}[Beweis]
2$\RA$1 ist offensichtlich
und 1$\RA$3 hatten Sie bereits als "Ubung \ref{Zwei} ausgef"uhrt.
Wir m"ussen  nur noch 3$\RA$2 zeigen.
Seien dazu  $b_{1},\ldots ,b_{n}$ 
Erzeuger des $A$-Moduls
$B$. Gegeben $b \in B$ finden wir dann $a_{ij}\in A$ mit 
$$b b_{i} = a_{i1} b_{1} + \ldots +a_{in} b_{n}$$
was wir umschreiben k"onnen zur Matrixgleichung
$$\begin{array}{ccccc}
\left( \begin{array}{ccc}
b & & 0\\ &\ddots &\\ 0& & b \end{array} \right) & 
\left( \begin{array}{c} b_{1}\\ \vdots \\ b_{n}\end{array}
\right) & =& 
\left( \begin{array}{ccc}
a_{11}&\cdots & a_{1n}\\
\vdots & & \vdots \\
a_{n1} & \cdots & a_{nn} \end{array} \right)&
\left( \begin{array}{c} b_{1} \\ \vdots \\ b_{n} \end{array} \right)
\end{array}$$
Ziehen wir nun beide Seiten voneinander ab und multiplizieren 
mit der adjungierten
Matrix 
\eref{CraRe}{LA1}, so erkennen wir, da"s f"ur $P$ das charakteristische 
Polynom der Matrix der
$(a_{ij})$ gilt $P(b) b_{1} = \ldots = P(b) b_{n} =0$. Das 
hinwiederum zeigt  $P(b) =0$, denn wir k"onnen ja die Eins von $B$ als
Linearkombination der $b_i$ schreiben.
\end{proof}

%%

\begin{Bemerkunge}\label{EADF}
Ein Modul "uber einem Ring hei"st {\bf treu},\index{treu!Modul}
 wenn nur die Multiplikation mit dem Nullelement des Rings 
darauf die Nullabbildung liefert.
  Der vorhergehende Beweis zeigt allgemeiner: Ist $A\subset B$ eine
Kringerweiterung und gibt es einen treuen $B$-Modul $M$, der endlich erzeugt
ist als $A$-Modul, so ist $B$ ganz "uber $A$.
Ist dar"uber hinaus $\frak{a}\subset A$ ein Ideal und gilt 
$bM\subset \frak{a}M$ f"ur ein $b\in B$, so erf"ullt $b$ sogar eine
Ganzheitsgleichung der Gestalt 
$b^n+a_{n-1}b^{n-1}+\ldots+a_0=0$ mit $a_i\in \frak{a}$.
Das Argument bleibt dasselbe.
\end{Bemerkunge}
\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildgA}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Die Erweiterung $k[X,Y]/\langle Y^3-X\rangle\supset k[X]$ ist ganz.
\end{minipage}
\end{figure}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Anschauung f"ur ganze Kringerweiterungen}]
Um f"ur den Begriff einer ganzen Kringerweiterung\label{BildngA} 
eine Anschauung zu entwickeln, betrachte
man den Fall, da"s $A=\mathcal O(X)$ der Ring der regul"aren
Funktionen auf einer affinen Variet"at $X$ ist und da"s $B$ nilpotentfrei ist
und als $A$-Ring
erzeugt wird von einem einzigen Element $b$. 
Ist $f\in \mathcal O(X)[T]=\mathcal O(X\times k)$ 
ein normiertes Polynom mit $f(b)=0$, so ist $B$ der Ring der
polynomialen Funktionen auf einer abgeschlossenen Teilmenge
des Nullstellengebildes ${\mathcal Z}(f)\subset X\times k$ 
und unsere Inklusion $A\subset B$
entspricht geometrisch der durch das 
Weglassen der letzten Koordinate definierten Abbildung.
Die Faser "uber $x\in X$ besteht also aus den Wurzeln
des Polynoms $f(x,T)\in k[T]$ und 
da"s unser Polynom $f$ normiert sein soll, bedeutet geometrisch, 
da"s \glqq an keiner Stelle  $x\in X$ eine 
dieser Wurzeln nach Unendlich streben kann\grqq.
\end{Bemerkungl}
\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildngA}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Die Erweiterung $k[X,Y]/\langle (XY-1)Y\rangle\supset k[X]$ 
ist nicht ganz. Formal zeigt das die Surjektion 
$k[X,Y]/\langle (XY-1)Y\rangle\sra k[X,Y]/\langle (XY-1)\rangle
\sira k[X,X^{-1}]$ zusammen mit Beispiel \ref{BngR}. 
\end{minipage}
 \end{figure}

  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Ganzer Abschlu"s}]
    Sei $A\subset B$ eine Kringerweiterung.  Sind Elemente
$x_1,\ldots, x_n\in B$ ganz
    "uber $A$, so ist  $A[x_1,\ldots, x_n]$ nach \ref{EKG}
 ganz "uber $A$.\label{gAbk} 
Ist $A\subset B$ eine Kringerweiterung, so bilden 
mithin alle "uber $A$ ganzen Elemente von $B$ einen Teilring von $B$.
Der Kring aller 
"uber $A$ ganzen Elemente von $B$ 
hei"st der 
{\bf ganze Abschlu"s}\index{ganzer 
Abschlu"s}\index{Abschlu"s!ganzer, bei Ringen} 
{\bf von $A$ in $B$}.
\end{Bemerkungl}
  \begin{Beispiel}
    Nach \eref{NUQ}{LA1} ist $\DZ$ sein eigener ganzer
    Abschlu"s in $\DQ$. 
  \end{Beispiel}
 \begin{Beispiel}\label{gAW3}
    Der ganze Abschlu"s von $\DZ$ in $\DQ[\sqrt{3}]$ ist $\DZ[\sqrt{3}]$.
    In der Tat, mit $a+b\sqrt{3}$ liegt auch $a-b\sqrt{3}$ im ganzen Abschlu"s,
    also $2a$, woraus folgt $2a\in \DZ$ und $a^2-3b^2\in\DZ$, also $
    3(2b)^2\in \DZ$, also $2b\in\DZ$. Setzen wir $2a\pdef \alpha$ und $2b\pdef
    \beta$, so folgt weiter $\alpha^2-3\beta^2\in 4\DZ$. Quadrate in
    $\DZ/4\DZ$ sind aber nur $0$ und $1$, woraus folgt $\alpha^2,\beta^2\in
    4\DZ$ und damit $a,b\in\DZ$.
  \end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Transitivit"at der Ganzheit von Kringerweiterungen}]
  Sind $C\supset B\supset A$ Kringe und ist $C$ ganz "uber $B$ 
und $B$ ganz "uber $A$, so ist auch $C$ ganz "uber $A$. 
Ist in der Tat $c\in C$ gegeben, so existiert  f"ur $c$ 
eine Ganzheitsgleichung  $c^n+b_{n-1}c^{n-1}+\ldots+b_0$ "uber $B$. 
Im Turm $A[b_0,\ldots,b_{n-1},c]\supset A[b_0,\ldots,b_{n-1}]\supset A  $
ist dann jede der beiden Ringerweiterungen modulendlich nach\label{TrGa}  
\ref{EKG}. Damit ist aber nach \ref{TEZ} auch die gesamte
Ringerweiterung modulendlich und nach \ref{EKG} ist folglich $c$ ganz "uber $A$.
\end{Bemerkungl}
%%
\begin{Lemma}[\textbf{Sandwich-Lemma}]
Gegeben ein Sandwich $B \supset A \supset k$ 
von Kringen\label{SWN} 
  mit $B$ 
modulendlich "uber
$A$ und $B$ ringendlich "uber $k$ und $k$ noethersch
ist  $A$ ringendlich
"uber $k$.
\end{Lemma}
\begin{Bemerkung}
Ein Spezialfall dieses Lemmas, f"ur das die Theorie ganzer
Kringerweiterungen nicht in voller St"arke ben"otigt wird,
bildet das R"uckgrat des in \ref{KFa} gegebenen Beweises 
f"ur den Hilbert'schen Nullstellensatz in seiner 
k"or\-per\-the\-o\-re\-ti\-schen Form. Wir werden das Sandwich-Lemma im
weiteren Verlauf insbesondere
 beim
\glqq Verkleben von Punkten\grqq\  \ref{VeKKn} ben"otigen.
\end{Bemerkung}
\begin{proof}[Beweis]
Wir w"ahlen ein endliches Erzeugendensystem 
$b_{1}, \ldots , b_{n}$ von $B$ als $A$-Modul, das gleichzeitig 
$B$ als $k$-Kring erzeugt.
Nach \ref{EKG} finden wir f"ur jedes  Element
dieses Erzeugendensystems  eine 
Ganzheitsgleichung "uber $A$.
Bezeichnet $K \subset A$ den von allen Koeffizienten 
dieser Gleichungen "uber $k$
erzeugten Teilring, so erhalten wir ein erweitertes Sandwich
$$B \supset A \supset K \supset k$$
mit $B$  modulendlich "uber $K$ und
$K$ ringendlich "uber $k$. Nach 
dem Hilbert'schen Basissatz \ref{HiBaa} 
ist $K$ also noethersch und damit  $A$ modulendlich 
"uber $K$ und damit $A$  
ringendlich "uber $k$.
\end{proof}
%%

\begin{Beispiel}[\textbf{Unterkringalgebren endlicher Kodimension}]
  Ist $k$ ein K"orper und $B$ eine ringendliche $k$-Kringalgebra, so ist jede
 Unterringalgebra  $A\subset B$ endlicher Kodimension
auch ringendlich "uber $k$. 
 Zum Beispiel ist $A=\{P\mid P'(0)=0\}=k+\langle T^2\rangle\subset k[T]$ der
Ring der polynomialen Funktionen auf der Neil'schen Parabel und
$A=\{P\mid P(1)=P(-1)\}=k+\langle T^2-1\rangle\subset k[T]$
der Ring der polynomialen Funktionen auf der nodalen Kubik, 
vergleiche \ref{BNKK}.
\end{Beispiel}

%%
 \subsubsection*{"Ubungen}

\begin{Ubung}
  Man zeige, da"s der ganze Abschlu"s von $\DC[X,Y]/\langle X^3-Y^2\rangle$ 
in seinem Bruchk"orper isomorph ist zum Polynomring $\DC[T]$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Man berechne die ganzen Abschl"usse von $\DZ[\sqrt{3}]$ und
$\DZ[\sqrt{5}]$ jeweils in ihren Bruchk"orpern.
\end{Ubung}
\begin{Ubunge}
Ist $A\subset B$ eine Kringerweiterung und  $B$ ein Integrit"atsring  
und gibt es  ein Ideal
$I\subset B$ mit $B=A\oplus I$, so ist au"ser den Elementen von $A$ 
selbst kein Element von $B$ ganz "uber $A$.
\end{Ubunge}

\begin{Ubung}\label{GALL}
Man zeige: Sind $A \subset B$ Kringe und $C \subset B$ 
der ganze Abschlu"s von $A$ in $B$.
So ist f"ur jedes $S \subset A$ auch $S^{-1} C$ der ganze Abschlu"s von
$S^{-1} A$ in $S^{-1} B$. 
\end{Ubung}
%\begin{proof}
% Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit sei $S$ multiplikativ abgeschlossen. Da"s
%alle Elemente von $S^{-1} C$ ganz sind "uber $S^{-1} A$ ist klar.
%Ist umgekehrt $b / s$ mit $b \in B$ und $s \in S$ ganz
%"uber $S^{-1} A$, so gilt in $S^{-1} B$ eine Gleichung der Gestalt
%\begin{equation*}
% \left ( \frac{b}{s}\right)^n + \left( \frac{b}{s}\right)^{n-1} \frac{a_{n-1}}{s_{n-1}}
%+ \ldots + \frac{a_0}{s_0} = 0
%\end{equation*}
%mit $s_i \in S$, $a_i \in A$.
%Setzen wir $t = s_0 s_1 \ldots s_{n-1}$ und multiplizieren unsere Gleichung
%mit $(st)^n$, so zeigt sie, da"s $bt/1$ ganz ist "uber $\op{lok}(A)\subset S^{-1}A$. Es folgt, da"s $btu$ ganz ist "uber $A$ f"ur ein
%$u\in|S\rangle$. Es folgt
%$btu \in C$ und $b \in S^{-1}C$.
%\end{proof}




\subsection{Going-Up} 

\begin{Satz}[\textbf{Ganze Kringerweiterungen und Primideale}]
Gegeben eine ganze Kringerweiterung $A \subset B$ gilt:\label{GuRit} %\label{ZeLe}
\begin{enumerate}
\item
Jedes Primideal von $A$ ist der Schnitt mit $A$ eines
Primideals von $B$. Das  Herunterschneiden von Primidealen 
induziert also in Formeln\label{GuRit1}  
eine Surjektion $\op{Spec} B\sra \op{Spec} A$;
\item
Gegeben echt 
ineinander enthaltene Primideale $\frak{q} \subsetneq \frak{p}$ 
des gro"sen Krings $B$\label{GuRit2} 
sind auch  ihre Schnitte mit dem kleinen Kring verschieden, in Formeln 
$$\frak{q} \subsetneq \frak{p} \RA  (\frak{q}\cap A) \subsetneq (\frak{p} \cap A)$$
\item
  Genau diejenigen Primideale von $B$ sind maximal, deren Schnitt mit
  $A$ maximal ist, in Formeln $(\cap A)^{-1}(\op{Max} A)=\op{Max} B$.
\end{enumerate}
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl} Wir behaupten keineswegs, da"s jedes minimale Primideal
  von $B$ durch Herunterschneiden ein minimales Primideal von $A$ liefert.
  Das ist im allgemeinen auch gar nicht richtig.
  Betrachten wir etwa geometrisch die disjunkte Vereinigung eines Punktes
  mit einer Gerade $X\pdef k\sqcup \{P\}$
  und einen  Morphismus $\varphi:X \ra Y\pdef k$,
  unter dem die Gerade bijektiv auf
  sich selber geht und der extra Punkt eben auf irgendeinen Punkt von $Y$.
  So ist der Komporphismus $\varphi^\sharp: \mathcal O(Y)\hra \mathcal O(X)$
  eine ganze Kringerweiterung und 
   $\mathcal I_X(P)\subset \mathcal O(X)$ ist ein minimales Primideal,
  aber der Schnitt $\mathcal I_X(P)\cap \mathcal O(Y)=\mathcal I_Y(\varphi(P))$ 
  ist keineswegs ein minimales Primideal von $\mathcal O(Y)$. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiele}\label{SuMax}
Ist $A\subset B$ keine ganze Kringerweiterung,
so mu"s das Herunterschneiden keine Surjektion auf den Primspektren liefern.
Das einfachste Gegenbeispiel ist $\DZ\subset \DQ$. Ein Gegenbeispiel
im geometrischen Fall w"are die Erweiterung 
$$k[X]\subset k[X,Y]/\langle XY-1\rangle$$
Geometrisch  entspricht sie der Projektion einer Hyperbel auf die $x$-Achse.
Hier liegt  der Ursprung nicht im Bild. In algebraischer Sprache kann 
also das Primideal 
$\langle X\rangle$ nicht durch Herunterschneiden erhalten werden. 
\end{Beispiele}


\begin{Lemma}\label{GRKo}
Gegeben eine ganze Kringerweiterung zwischen Integrit"atsringen
ist der eine ein K"orper genau dann,
wenn der andere ein K"orper ist.
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}
  Die Nullideale von Integrit"atsbereichen sind prim. Unser
  Lemma folgt leicht aus dem Satz, der ja unter anderem besagt, da"s das
  Nullideal von $A$ maximal ist genau dann, wenn das Nullideal von $B$
  maximal ist. Wir wollen aber umgekehrt das Lemma zum Beweis
  des Satzes verwenden.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Sei $A\subset B$ unsere Kringerweiterung.
Ist  ${A}$ ein K"orper und $b \in {B}$ gegeben, so
finden wir eine
Gleichung
$$b^{n} + a_{n-1}b^{n-1} + \ldots + a_{1}b + a_{0} =0$$
mit $n\geq 1$ und  $a_{i} \in {A}$. Da ${B}$ ein Integrit"atsring ist,
d"urfen wir im Fall $b\neq 0$ sogar
 $a_{0} \neq 0$ annehmen.
Bringen wir nun $a_{0}$ auf die andere Seite, teilen durch
$(-a_{0})$ und klammern $b$ aus, so erhalten wir das Inverse zu $b$.
Also ist mit $A$ auch $B$ ein K"orper.
Ist umgekehrt $B$ ein K"orper, so besitzt jedes $a \in A\backslash 0$ ein
Inverses $b \in B$, und multiplizieren wir eine Gleichung
f"ur $b$ wie oben mit $a^{n-1}$, so folgt $b \in A$. Also
ist mit ${B}$  auch ${A}$ ein K"orper.
\end{proof}



%%




\begin{proof}[Beweis von Satz \ref{GuRit}]
  3. Ge\-ge\-ben $\frak{p}\subset B$ ein
  Primideal ist  $A/ (A\cap \frak{p})\subset B/\mathfrak p$ eine
  ganze Erweiterung von Integrit"atskringen.
  Mit Lemma \ref{GRKo} finden wir dann 
  $$\frak{p}\in \op{Max}B \IFF B/\frak{p}\text{ K"orper}
  \IFF A/(A\cap \frak{p})\text{ K"orper} \IFF (A\cap \frak{p})\in \op{Max}A$$
\noindent
  1. Sei $P\subset A$ ein Primideal. Wir    lokalisieren  am 
Komplement $S\pdef A\backslash P $
 von $P $ in  ${A}$ und erhalten  ein kommutatives Diagramm
$$\begin{array}{ccc}
{B} &\ra & { S}^{-1}{B}\\
\cup & & \cup \\
{A} & \ra& { S}^{-1}{A}
\end{array}$$
Seine Vertikalen  sind ganze Ringerweiterungen.
Nun ist ${S}^{-1} {{P }}$ das einzige maximale Ideal von
${S}^{-1}{A}$ und ${S}^{-1}{B}$ ist nicht der Nullring.
Mithin besitzt ${S}^{-1}{B}$ maximale Ideale  
und jedes maximale Ideal ${\frak m}\subset { S}^{-1}{B}$ schneidet
${ S}^{-1}{A}$ nach Aussage 3 im 
einzigen maximalen Ideal ${ S}^{-1} {{P }}$.
Das Urbild von $\frak{m}$
in $B$ ist also unser gesuchtes Primideal $\frak{p} \subset B$ mit
 $\frak{p}\cap A=P $.
\\[2mm]\noindent
2. Betrachten wir in $A$ die multiplikativ
abgeschlossene Teilmenge $S \pdef A \backslash \frak{p}$, 
so ist $S^{-1}(A\cap \frak{p})$ ein maximales Ideal
in $S^{-1}A$.
In $S^{-1}B$ haben wir nach \ref{PiL} jedoch $S^{-1}\frak{q} \subsetneq
S^{-1}\frak{p}$.
Folglich ist das Ideal
$S^{-1}\frak{q}$ nicht maximal in $S^{-1}B$, folglich ist $S^{-1}\frak{q} \cap
S^{-1}A = S^{-1}(\frak{q}\cap A)$ nicht maximal in $S^{-1} A$ nach 
Aussage 3, folglich gilt
$\frak{q} \cap A \neq \frak{p} \cap A$.
\end{proof}
%%
  \begin{Bemerkunge}[\emph{Beweis ohne Zorn im modulendlichen Fall}]
Ist ganz allgemein $  A\subset B$ eine ganze 
Kringerweiterung und $\mathfrak a \subsetneq A$
ein echtes Ideal, so ist auch das Erzeugnis $\langle \mathfrak aB \rangle$
von $\mathfrak a$ in $B$ ein echtes Ideal.
Das kann man  aus \ref{GuRit} folgern, da jedes echte Ideal
zu einem maximalen Ideal vergr"o"sert weden kann, aber wir k"onnen es auch
ohne Zorn zeigen. Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit 
d"urfen wir unsere Kringerweiterung dabei modulendlich annehmen, denn l"a"st
sich die Eins von $B$ als Linearkombination von 
Elementen von $\mathfrak a$ darstellen,
so auch schon die Eins des von den Koeffizienten "uber $A$ 
erzeugten Teilrings.
Ist $b_1, \ldots, b_n$ ein Erzeugendensystem des $A$-Moduls $B$, so
folgt aus $\langle \mathfrak a B\rangle = B$ die Existenz von Gleichungen
$$
\begin{array}{ccccl}
b_1& = & a_{11}b_1 &+ \ldots + & a_{1n} b_n\\
    &\vdots&       &           & \vdots\\
b_n &=&a_{n1}b_1 &+ \ldots + & a_{nn} b_n
\end{array}
$$
mit $a_{ij} \in \mathfrak a$ oder in Matrixschreibweise
$
\vec b = A \vec b$ alias $ (A - I) \vec b = \vec 0
$.
Multiplizieren wir mit der adjungierten Matrix, 
so folgt erst $\op{det} (A-I) =0$ und durch
Auswerten der Determinante dann $1 \in \mathfrak a$ alias $\mathfrak a =A$.
Um nun auch \ref{GuRit} im modulendlichen Fall ohne Zorn zu zeigen, 
bemerken wir, da"s
das einzige maximale Ideal $\frak{a}={S}^{-1} {{P }}$ von ${S}^{-1}{A}$
     nach unserer Vor"uberlegung ein echtes Ideal in
    ${S}^{-1}{B}$ erzeugt.\label{LiEE} 
Teilen wir diese Ideale weg, so erhalten wir eine modulendliche
    Kringerweiterung eines K"orpers. Darin gibt es offensichtlich ein
    maximales Ideal, und dessen Urbild ist notwendig ein maximales Ideal in
    ${S}^{-1}{B}$. Nun kann der Beweis so weiterlaufen wie zuvor.
  \end{Bemerkunge}

%%

\begin{Korollar}[\textbf{Going-up}]
Gegeben $A \subset B$ eine ganze Kringerweiterung
und  $\frak{b}\subset B$  ein Ideal gibt es f"ur jedes
Primideal $P$ von $A$ mit\index{Going-up}\label{GuRi} 
$ \frak{b}\cap A\subset P$ 
ein Primideal $\frak{p}$ von $B$ mit $ \frak{b}\subset\frak{p}$
und $\frak{p}\cap A=P$.\end{Korollar}
\begin{Bemerkungl}
  Im  Diagramm mit einer ganzen Kringerweiterung in der rechten Vertikalen
 $$\begin{array}{ccccc}
  \frak b\;\;\;\; &\subset & \boxed{\frak p} &\subset & B \\
\downmapsto{\scriptstyle \cap A}  & & \;\;\;\;\downmapsto{\scriptstyle \cap A} & & \cup\\
\frak b\cap A\;\;\;\; & \subset & P& \subset & A
 \end{array}$$
  sind  also das Ideal $\mathfrak b$ und das Primideal $P$
  mit den dargestellten Inklusionsrelationen vorgegeben und die
  Existenz des eingekastelten Primideals $\mathfrak p$ wird behauptet.
  Sind allgemeiner in einem
    Diagramm mit unserer ganzen Kringerweiterung in der rechten Vertikalen\label{NGU}
 $$\begin{array}{ccccccccccc}
 \frak p_0  &\subset & \boxed{\frak p_1} &\subset& \boxed{\boxed{\frak p_2}}&\subset&\ldots  &\subset& \boxed{\boxed{\boxed{\frak p_r}}} &\subset & B \\
\;\;\;\;\downmapsto{\scriptstyle \cap A} & & \;\;\;\;\downmapsto{\scriptstyle \cap A} & & \;\;\;\;\downmapsto{\scriptstyle \cap A} && &&\;\;\;\;\downmapsto{\scriptstyle \cap A} & &\cup\\
P_0 & \subset & P_1& \subset & P_2&\subset&\ldots &\subset & P_r&\subset & A
 \end{array}$$
    die nicht  eingekastelten Primideale mit vorgegeben, so k"onnen wir
    also induktiv der Reihe nach die mehr und mehr eingekastelten Primideale finden. Daher r"uhrt die
    Bezeichnung als \glqq Going-Up\grqq.  Das analoge  \glqq Going-down-Theorem\grqq,  bei dem man 
stattdessen absteigende Primidealketten in $A$ betrachtet, gilt nur unter
wesentlich st"arkeren Voraussetzungen, vergleiche \ref{Godow}.
Es mag merkw"urdig wirken, da"s  hier die \glqq kleinen\grqq\  Primideale mit
gro"sen
Buchstaben bezeichnet werden und die \glqq gro"sen\grqq\  Primideale mit kleinen
Buchstaben.
Das gefiel mir nur deshalb besser, weil so die meisten explizit notierten 
Primideale,  wie es sich
geh"ort, durch kleine Buchstaben in Fraktur notiert werden.
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}
 Wir gehen zur ganzen Kringerweiterung 
$A/(\frak{b}\cap A)\subset B/\frak{b}$ "uber
 und erinnern, da"s nach  \ref{GuRit} f"ur jede ganze Kringerweiterung das 
Herunterschneiden eine Surjektion zwischen den Primspektren 
der jeweiligen Ringe induziert.
\end{proof}






\begin{Bemerkunge}
  Dieser Satz wurde zuerst 
von Wolfgang Krull f"ur Integrit"atskringe bewiesen.
Irvin Cohen und
Abraham Seidenberg verallgemeinerten ihn dann auf den Fall beliebiger Kringe
und vereinfachten gleichzeitig den  Beweis. Wolfgang Krull begann sein Studium
in Freiburg und kam auch zur Promotion wieder nach Freiburg,
wo er zwei Jahre als au"serordentlicher Professor t"atig war. 
\end{Bemerkunge}

%%

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Geometrie ganzer Kringerweiterungen}]
Eine Abbildung von topologischen R"aumen hei"st
{\bf abgeschlossen}, wenn das Bild jeder abgeschlossenen
 Teilmengen wieder 
 abgeschlossen ist. 
 Going-up \ref{GuRi} bedeutet unter anderem, da"s 
jede ganze Kring\-er\-wei\-te\-rung $A\subset B$\label{GgKH} 
eine 
 abgeschlossene 
Surjektion $\op{Spec} B
\twoheadrightarrow \op{Spec} A $
zwischen den Spektren der beteiligten Ringe induziert, die wir uns daf"ur
mit ihrer Zariskitopologie aus \ref{ZTSp} versehen
denken,
und ebenso eine abgeschlossene Surjektion
$\op{Max} B
\twoheadrightarrow \op{Max} A $ f"ur die jeweiligen Spurtopologien.
F"ur einen Morphismus $\varphi:X\ra Y$ von affinen Variet"aten
mit einer ganzen Kringerweiterung als Komorphismus ist speziell
$\varphi:X\ra Y$ eine abgeschlossene Surjektion.
Mit \ref{piG} k"onnen wir weiter "ubersetzen und erhalten, da"s 
 jede irreduzible abgeschlossene Teilmenge $Z\As Y$ das Bild
$Z=\varphi(\tilde Z)$
 einer irreduziblen abgeschlossenen Teilmenge $\tilde Z\As X$ ist,
 da"s die induzierte Abbildung $\tilde Z\ra Z$ auch wieder einen
 ganzen Komorphismus hat,
und da"s f"ur $\tilde Z_2\subsetneq \tilde Z_1$ echt ineinander enthaltene
irreduzible abgeschlossene Teilmengen von $X$ gilt 
$\varphi(\tilde Z_2)\subsetneq \varphi(\tilde Z_1)$. 
\end{Bemerkungl}





\begin{Satz}[\textbf{Ganze Kringerweiterungen und Krulldimension}]
Ist $A \subset B$ eine ganze Kringerweiterung,\label{KDRE}
 so haben  beide
Kringe
dieselbe 
Krull\-di\-men\-sio\-n, in Formeln
\begin{equation*}
{\op{kdim}} A = {\op{kdim}} B
\end{equation*}
\end{Satz}
\begin{proof}
Nach \ref{GuRit}.\ref{GuRit2}
liefert jede echt aufsteigende Primidealkette von $B$ durch
Herunterschneiden eine echt aufsteigende 
Primidealkette von $A$.  Nach  Going-up \ref{GuRi}
  l"a"st sich umgekehrt 
jede echt aufsteigende Primidealkette von $A$ induktiv zu einer echt
aufsteigenden Primidealkette von $B$ hochheben.
\end{proof}


%%
\begin{Satz}[\textbf{Endlichkeitskriterium f"ur die Fasern eines Morphismus}]
Ist $A \subset B$ eine ganze Kringerweiterung und $B$ noethersch,
so hat $\op{Spec} B \sra \op{Spec} A$ endliche Fasern, als da hei"st,  
das Urbild jedes
Elements ist endlich.\label{UBIE} 
\end{Satz}

\begin{Bemerkungl}
Einen geometrischen Spezialfall haben wir schon in \ref{meR} gesehen. 
  Ein Gegenbeispiel f"ur nicht noethersches $B$ 
erh"alt man, indem man f"ur $A$ einen K"orper und f"ur $B$
ein unendliches Produkt von Kopien von $A$ nimmt.
Ein Gegenbeispiel mit einem Integrit"atsring $B$ erh"alt man,
indem man von $A=\DC[X]$ ausgeht und als $B$ den ganzen Abschlu"s
von $A$ in einem algebraischen Abschlu"s von $\DC(X)$ nimmt: 
Die Fasern sind dann
nach \ref{SpvI} die Galoisbahnen, und man kann sich "uberlegen, da"s 
in diesem Fall alle Galoisbahnen von maximalen Idealen unendlich sind.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Gegeben $ P  \in \op{Spec} A$ ist 
$\sqrt{\langle P B\rangle} = \bigcap^n_{i=1} \frak{p}_i$
nach \ref{PMP} 
der Schnitt der endlich vielen minimalen
Primideale $\frak{p}_i \in \op{Spec} B$,  die $\langle P B\rangle$ enthalten.
Sei nun $\frak{q} \in \op{Spec} B$ mit $\frak{q} \cap A = P $. So folgt
$\frak{q} \supset \sqrt{\langle P B\rangle}$, 
also $\frak{q} \supset \frak{p}_i$ f"ur ein $i$, also
$\frak{q} = \frak{p}_i $ f"ur ein $i$,
denn nach Going-up \ref{GuRi}
haben wir 
\begin{equation*}
\frak{q} \supsetneq \frak{p}_i \;\; \Rightarrow \;\; \frak{q} \cap A 
\supsetneq \frak{p}_i \cap A \supset  P 
\qedhere\end{equation*}
\end{proof}

%%

 


\begin{Proposition}[\textbf{Verkleben von Punkten in affinen Variet"aten}]
 Seien $X$ eine affine $k$-Varie\-t"at "uber $k=\bar k$  und  $\varphi: X \sra Y$ 
eine surjektive Abbildung von\label{VeKKn}
$X$ auf eine Menge $Y$, bei der alle Fasern  endlich und 
fast alle Fasern einelementig sind.\index{Verkleben von Punkten!bei naiven affinen Variet"aten} 
So ist $Y$ mit 
 $\mathcal O(Y)\pdef \{f:Y\ra k\mid f\circ \varphi\in\mathcal
O(X)\}$ als regul"aren Funktionen auch eine affine Variet"at.
\end{Proposition}

\begin{proof}
Offensichtlich brauchen wir nur den Fall zu betrachten, 
da"s es genau zwei Punkte
$p, q \in X$ gibt mit $p\neq q$ aber $\varphi(p) = \varphi(q)$. 
In $\cal{O}(X)$ hat
der Teilring $\{ f\in \cal{O} (X) \mid f(p) = f(q)\}$
dann endliche Kodimension, folglich ist $\cal{O}(X)$ modulendlich "uber $\cal{O}(Y)$.
Damit ist einerseits 
nach dem Sandwich-Lemma \ref{SWN} unser $\cal{O}(Y)$ ringendlich
"uber $k$ und andererseits ist $\cal{O}(X)$ ganz "uber $\cal{O}(Y)$.
Nach unseren allgemeinen Erkenntnissen 
\ref{SuMax} "uber ganze Kringerweiterungen
liefert also der Homomorphismus $\cal{O}(Y)\hra \cal{O}(X)$ eine
Surjektion $\pi : \op{Max}\cal{O}(X) \sra \op{Max} \cal{O}(Y)$. 
 Da"s hier die Faser "uber  $\pi (p) = \pi (q)$ genau aus den beiden Elementen
$p$ und $q$ besteht und da"s alle anderen 
Fasern einelementig sind, ist leicht zu sehen:
Zu je zwei verschiedenen
 Punkten $x,y\in X\backslash \{p,q\}$ gibt es ja eine regul"are Funktion 
 mit $f(x)=1$ und $f(y)=f(p)=f(q)=0$.
 Folglich erhalten wir eine Bijektion  $Y\sira \op{Max}\mathcal O(Y)$
 durch $y\mapsto\op{ker}\delta_y$ und die geringte Menge $(Y,\mathcal O(Y))$
 ist in der Tat eine affine Variet"at.
\end{proof}
\begin{Beispiel} Verkleben wir drei Geraden in einem Punkt, so erhalten wir
  eine affine Variet"at. Sie ist isomorph zur affinen Variet"at der drei
  Koordinatenachsen im Raum und besitzt einen bijektiven Morphismus zur
  Vereinigung von drei paarweise verschiedenen Ursprungsgeraden in der Ebene,
  der hinwiederum jedoch kein Isomorphismus ist.
\end{Beispiel}

\subsubsection*{"Ubungen}

\begin{Ubung}
  Seien $L/K$ eine algebraische K"orpererweiterung und $A\subset K$ ein
  Teilring mit $\op{Frac}A=K$ und $B\subset L$ der algebraische Abschlu"s
  von $A$ in $L$.
  Man zeige  $\op{Frac}B=L$. Hinweis: "Ubung \ref{GALL} und \ref{GRKo}. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
Zeigen Sie die letzte Behauptung aus \ref{BNKK},
da"s sich f"ur $k=\bar k$ ein algebraisch abgeschlossener K"orper
jede L"osung der Gleichung $x^3+x^2 =y^2$ in der Form
$(x,y)= (t^2-1,t(t^2-1))$ mit $t\in k$ schreiben l"a"st. 
  \label{Goup} 
\end{Ubung}


\begin{Ubung}[\textbf{Nodale Kubik als Verklebung}] 
  Wir erhalten die nodale Kubik, wenn wir zwei verschiedene Punkte der affinen
Gerade miteinander verkleben.\label{NKV}  
\end{Ubung}


\begin{Ubung}
  Seien $A\subset B\subset C$ kommutative Integrit"atsringe und sei
  $C$ ein freier $A$-Modul von endlichem  Rang $r$.
  Ist auch $\op{Frac}C$ eine K"orpererweiterung von\label{LKAp} 
  $\op{Frac}B$ vom Rang $r$, so gilt $A=B$.
  % Krieg ich nicht raus. OK, $B$ ist ganz und sogar modulendlich
  %"uber $A$ und $\op{Frac}(A)= \op{Frac}(B)$. Also entsteht
  % durch Lokalisieren von $A$ an endlich vielen Elementen.
  % Lokalisieren nach Nichteinheiten kann schon ganz sein,
  % $B$ k"onnte etwa der ganze Abschlu"s von $A$ sein. "Uber $B$ aber
  % w"aren die freien Erzeuger linear abh"angig, Widerspruch.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Verklebungen eines Punktes mit sich selber}] 
  Gegeben eine bepunktete affine $k$-Variet"at $(X,x)$ und ein Ideal $\mathfrak b\subset \mathcal O(X)$ mit Radikal $\sqrt{\mathfrak b}=\mathcal I(x)$
  ist der Teilring $A\pdef k+\mathfrak b\subset \mathcal O(X)$
  auch affin und der der Inklusion $A\hra \mathcal O(X)$ entsprechende
  Morphismus von affinen Variet"aten $X\ra Y\pdef \op{Max}A$ ist bijektiv und
  ein Hom"oomorphismus und induziert Isomorphismen von Variet"aten von jeder Nichtnullstellenmenge, die den Punkt $x$ vermeidet, auf ihr Bild.
\end{Ubung}
\begin{Beispiel}[\textbf{Neil'sche Parabel als Verklebung}]
  Ist etwa $X=k^n$  und\label{NeiP} 
  $\mathfrak b$ ein Ideal der Kodimension zwei, so mag man
  es sich als Ideal der Funktionen denken, die bei $x$ verschwinden und
  bei denen auch die Richtungsableitung l"angs einer vorgegebenen Gerade durch $x$ bei $x$ verschwindet. Unsere Konstruktion mag man dann anschaulich verstehen als das \glqq Verkleben von $x$ mit einem in Richtung unserer
  Gerade infinitesimal nahen benachbarten Punktes\grqq. Verklebt man
  in dieser Weise einen Punkt der Gerade mit einem infinitesimal nahen benachbarten Punkt, so erh"alt man die Neil'sche Parabel.
\end{Beispiel}



%\begin{proof}
%  W"are $A\neq B$, so w"are eine $A$-Basis von $C$ ein linear
 % abh"angiges Erzeugendensystem von $C$ als $B$-Modul.
%  Nach \eref{EKG}{KAG} ist $C$ ganz "uber $B$ und
%  f"ur $S\pdef B\backslash 0$ ist auch
%  $C_S$ ganz "uber $B_S=\op{Frac}B$
%nach \eref{gKre}{KAG} und damit nach \eref{GRKo}{KAG} 
%ein K"orper. So folgern wir $C_S=\op{Frac}C$ und sehen andererseits,
%da"s $C_S$ als $B_S$-Modul von einer Familie von
%$r$ linear abh"angigen Elementen erzeugt wird. 
%Das aber steht 
%im Widerspruch
%  zu unserer zweiten Annahme.
%\end{proof}

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\begin{Ubung}[\textbf{Eigenschaften von Morphismen mit ganzen
      Komorphismen}]
  Sei $\varphi:X\ra Y$ ein Morphismus\label{UHZp} von affinen Variet"aten.
  Ist der Komorphismus ganz, so ist $\varphi$ abgeschlossen mit endlichen Fasern
  und f"ur jede irreduzible abgeschlossene Teilmenge $Z\As X$ gilt
  $$\op{kdim}Z=\op{kdim}\varphi(Z)$$
\end{Ubung}



\subsection{Noethernormalisierung} 
\begin{Bemerkungl}
  Ich erinnere aus der Algebra \eref{FST}{AL} den Begriff der algebraischen Unabh"angigkeit.
Gegeben Kringe $A\subset B$ hei"st eine Familie 
$b_1,\ldots, b_n$ von Elementen von $B$ {\bf algebraisch
unabh"angig}\index{algebraisch!unabh"angig, "uber Ring} {\bf "uber $A$},
 wenn der
Einsetzungshomomorphismus
$A[T_{1}, \ldots , T_{n}]\ra B$
mit $T_i\mapsto b_i$  injektiv ist. Ich schreibe dann f"ur sein Bild auch 
$A['b_{1}, \ldots , b_{n}]$ mit einem
Freiheitsstrichlein an der er"offnenden Klammer. 
Ist besagter Einsetzungshomomorphismus nicht injektiv, so
 hei"st unsere Familie {\bf algebraisch
abh"angig}\index{algebraisch!abh"angig, "uber Ring} {\bf "uber $A$}.
\end{Bemerkungl}
%%



  







\begin{Proposition}[\textbf{Noether-Normalisierung von Hyperfl"achen}] 
  Gegeben ein K"orper $k$ und ein nichtkonstantes Polynom
$f\in k['X_1,\ldots, X_n]\backslash k$  gibt es eine 
Einbettung von $k$-Kringen
$k['Y_1,\ldots, Y_{n-1}]\hra k['X_1,\ldots, X_n]/\langle f \rangle$,
die eine ganze Kringerweiterung ist.\label{DARR} 
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
  Die Bezeichnung, die wir f"ur diese Proposition gew"ahlt haben, bezieht sich auf den Fall eines algebraisch abgeschlossenen K"orpers $k=\bar k$. Die Aussage zeigen wir jedoch f"ur einen
  beliebigen K"orper $k$.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Wir beginnen mit dem Fall eines unendlichen Grundk"orpers $k$
und haben in Multiindexnotation  $f=\sum c_{\alpha} X^{\alpha} $.
Die von Null verschiedene homogene Komponente von $f$ 
von maximalem Grad %im Sinne von \eref{hPP}{AL}
liefert eine Funktion
auf dem $k^n$, die im Fall eines unendlichen Grundk"orpers $k$
an mindestens einer  Stelle $(\lambda_1, \ldots 
\lambda_n)$ nicht den Wert Null annimmt.
Diese Stelle kann nicht der Ursprung sein, denn nach unseren
Annahmen hat unsere homogene Komponente positiven Grad und
verschwindet mithin am Ursprung.
Machen wir eine lineare Koordinatentransformation 
und w"ahlen in anderen Worten neue Erzeuger 
$Y_1, \ldots , Y_n$ als Linearkombinationen der alten Erzeuger
$X_1,\ldots, X_n$, so k"onnen wir 
mithin erreichen, da"s die homogene Komponente von maximalem Grad 
bei $(0,\ldots,0,1)$ nicht verschwindet. 
Das bedeutet jedoch gerade, da"s unser Polynom  $f$ in den neuen Variablen 
 ein skalares Vielfaches eines  normierten Polynoms positiven Grades
aus dem Polynomring $(k ['Y_1, \ldots , Y_{n-1}])[Y_n]$ ist, also
eines normierten Polynoms positiven Grades 
aus dem Polynomring mit Koeffizienten in
$k ['Y_1, \ldots , Y_{n-1}]$.
Damit ist klar, da"s 
$$k['Y_1,\ldots, Y_{n-1}]\ra k['X_1,\ldots, X_n]/\langle f \rangle
=(k ['Y_1, \ldots , Y_{n-1}])[Y_n]/\langle f \rangle$$
ein injektiver ganzer Kringhomomorphismus ist.
%%
Im Fall eines endlichen Grundk"orpers
gelingt derselbe Trick, wenn man auch nichtlineare Variablentransformationen 
zul"a"st.
Sei etwa $\beta$ maximal 
in der lexikographischen Ordnung mit $c_\beta\neq 0$.
W"ahlen wir als neue Erzeuger   $Y_i=X_i+X_n^{r_i}$
f"ur $i<n$ und $Y_n=X_n$ alias
$X_i=Y_i-Y_n^{r_i}$ f"ur $i<n$ und $X_n=Y_n$
und suchen uns daf"ur $r_i$
mit der Eigenschaft,
da"s gilt $\beta_1r_1+\beta_2r_2+\ldots +\beta_{n-1}r_{n-1}+\beta_{n}>
\alpha_1r_1+\alpha_2r_2+\ldots +\alpha_{n-1}r_{n-1}+\alpha_{n}
$ f"ur alle Multiindizes $\alpha\neq \beta$ mit $c_\alpha\neq 0$,
so wird wieder  $f$ bis auf einen Skalar ein normiertes Polynom in
$(k ['Y_1, \ldots , Y_{n-1}])[Y_n]$ 
sein und wir k"onnen den Beweis in derselben Weise beenden.
M"ogliche $r_i$  mag man finden, indem man sie induktiv von oben
alias mit $r_{n-1}$ beginnend so w"ahlt,
da"s f"ur alle $\alpha$ mit $c_\alpha\neq 0$, die sich erst
in der $i$-ten Stelle von $\beta$ unterscheiden und f"ur die wir folglich $\beta_i>\alpha_i\geq 0$ haben, gilt 
%\begin{displaymath}
 $ \beta_ir_i+\ldots +\beta_{n-1}r_{n-1}+\beta_{n}>
\alpha_ir_i+\ldots +\alpha_{n-1}r_{n-1}+\alpha_{n}$.
%\qedhere\end{displaymath}
\end{proof}
%%
\begin{Satz}[\textbf{Krulldimension von Polynomringen}]
    Gegeben ein  K"orper
$k$ gilt f"ur die Krulldimension des Polynomrings in $n$ Variablen\label{kdkt}
  $$\op{kdim} k[T_1,\ldots, T_n]=n$$
    F"ur jedes nichtkonstante Polynom $f\in  k[T_1,\ldots, T_n]\backslash k$
    gilt weiter f"ur die Krulldimension des Quotienten 
 $$\op{kdim} k[T_1,\ldots, T_n]/\langle f\rangle =n-1$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}\label{kdktb}
  Im geometrischen Fall eines algebraisch abgeschlossenen 
K"orpers $k=\bar k$ ist 
insbesondere die
  Krulldimension des $k^n$ genau $n$.
\end{Bemerkungl}
%%
\begin{proof}[Beweis]
  Da"s die Krulldimension von $k[T_1,\ldots, T_n]$ 
mindestens $n$ ist, scheint mir 
offensichtlich. Die andere Absch"atzung 
$\op{kdim}k[T_1,\ldots, T_n] \leq n$  zeigen wir durch Induktion "uber $n$.
Ist $\frak{p}$ minimal unter allen von Null verschiedenen
Primidealen, so ist es nach dem im Anschlu"s bewiesenen Lemma \ref{fmp}
"uber fastminimale Primideale in faktoriellen Ringen 
ein Hauptideal $\frak{p}=\langle f\rangle$
erzeugt von einem irreduziblen Polynom $f$. Damit erhalten wir 
$$
\begin{array}{lll}
{\op{kdim}}(k[T_1,\ldots, T_n]/\frak{p})&=& {\op{kdim}}(k[T_1,\ldots,
T_n]/\langle f\rangle)\\
&=&\op{kdim} k[T_1,\ldots,
T_{n-1}]\\&=&n-1
\end{array}
$$
nach der Normalisierung f"ur Hyperfl"achen \ref{DARR}  
und  der Invarianz der Krulldimension unter
ganzen Kringerweiterungen \ref{KDRE}. Die Behauptung folgt. 
\end{proof}
\begin{Lemma}[\textbf{Fastminimale Primideale in faktoriellen Ringen}]
  Gegeben ein faktorieller Ring $R$ sind die Primideale $\mathfrak p\subset R$,
  die minimal sind unter allen von Null verschiedenen Primidealen von $R$,
  genau die Hauptideale $\mathfrak p= \langle p\rangle$ zu irreduziblen
  Elementen $p\in R$.\label{fmp} 
\end{Lemma}
\begin{proof}
  Wegen $\mathfrak p\neq 0$ gibt es $f\in \mathfrak p$ mit $f\neq 0$.
  Wegen $\mathfrak p\neq R$ kann $f$ keine Einheit sein und ist folglich
  ein Produkt irreduzibler Faktoren $f=p_1 p_2\ldots p_r$ mit $r\geq 1$.
  Da $\mathfrak p$ prim ist, liegt auch einer dieser Faktoren bereits
  in $\mathfrak p$, sagen wir der erste. Es folgt
  $\langle p_1\rangle\subset \mathfrak p$. Da $R$ faktoriell ist, ist auch 
  $\langle p_1\rangle$ ein Primideal und die Minimalit"atsannahme zeigt dann
  wie gew"unscht 
  $$\langle p_1\rangle= \mathfrak p$$
  Ist andererseits $p\in R$ irreduzibel und $\mathfrak q\subset R$
  ein Primideal mit $0\subsetneq\mathfrak q\subset \langle p\rangle$,
  so finden wir mit demselben Argument $q_1\in\mathfrak q$ irreduzibel.
 Aus $\langle q_1\rangle\subset \langle p\rangle$ folgt dann 
 $p|q_1$ und damit $up=q_1$ f"ur eine Einheit $u\in R^\times$ alias 
 $\langle q_1\rangle= \langle p\rangle$ und so $\mathfrak q= \langle p\rangle$.
\end{proof}
\begin{Bemerkungw} In allgemeinen Integrit"atskringen mu"s nicht jedes
  fastminimale Primideal ein Hauptideal sein. Der Hauptidealsatz von Krull
  \ref{HvK} sagt jedoch, da"s in  noetherschen Kringen $R$
  diejenigen Primideale, die minimal sind unter allen Primidealen,
  die ein vorgegebenes Element $f$ enthalten,  h"ochstens ein
  weiteres Primideal unseres Krings echt umfassen.
\end{Bemerkungw}
\begin{Satz}[\textbf{Noether-Normalisierung}]
Gegeben ein K"orper  $k$ und ein von Null verschiedener 
ringendlicher $k$-Kring $A$  gibt es\label{NoeNo} 
  $x_1, \ldots, x_d \in A$ algebraisch unabh"angig "uber $k$ derart, da"s
$A$ ganz ist "uber $k ['x_1, \ldots , x_d]$. 
\end{Satz}


\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildNN}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Illustration zur  verfeinerten
 Noethernormalisierung  nach \ref{gfd}.
 Wir finden f"ur $k=\bar k$ und
 $X\As k^n$ sogar  eine lineare Surjektion $k^n\sra k^d$  derart,
da"s die Verkn"upfung $$X\hra k^n\sra k^d$$ eine
ganze Kringerweiterung als Komorphismus hat. 
\end{minipage}
\end{figure}



\begin{Bemerkungl}
% Das  $d$ in diesem Satz ist
% durch
% $A$ bereits eindeutig bestimmt: 
Nach der Invarianz der 
Krulldimension unter ganzen Kringerweiterungen
\ref{KDRE} mu"s die Zahl der algebraisch unabh"angigen Elemente 
 $d$ in diesem Satz
genau die Krulldimension von $A$ sein.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Verfeinerte Noether-Normalisierung im geometrischen Fall}]
Wird ein von Null verschiedener  $k$-Kring 
$A$ erzeugt von einem $k$-Untervektorraum $V$ und ist $k$ unendlich,
so zeigen wir beim Beweis des\label{gfd}  
Normalisierungslemmas sogar, da"s die $x_1, \ldots , x_d$ aus $V$
gew"ahlt werden k"onnen.
Geometrisch bedeutet das, da"s wir im Fall eines algebraisch abgeschlossenen 
K"orpers $k$ 
f"ur jede Zariski-abgeschlossene Teilmenge
$X \As k^n$ eine lineare Abbildung $k^n \ra k^d$ 
finden k"onnen derart, da"s ihre
Restriktion $X \ra k^d$ auf den regul"aren Funktionen 
einer ganzen Ringerweiterung $\mathcal O(k^d)\hra \mathcal O(X)$
entspricht. % , da"s sie mithin \glqq endlich und
% dominant\grqq\ 
% ist
Hierbei mu"s nat"urlich unsere lineare Abbildung notwendig 
eine Surjektion $k^n \sra k^d$ sein und im Fall $X\neq k^n$ gilt 
$d<n$. \end{Bemerkungl}
%

\begin{proof}[Beweis]
Induktion "uber die minimal m"ogliche
Zahl von Erzeugern unserer  $k$-Algebra $A$.
Brauchen wir gar keinen Erzeuger, so folgt aus unserer Annahme $A\neq 0$ 
bereits $k=A$ und wir sind fertig mit $d=0$. 
Sei sonst  $x_1,\ldots, x_n$
ein Erzeugendensystem mit so wenig Elementen wie m"oglich. 
Sind sie algebraisch unabh"angig "uber $k$, so sind wir schon fertig.
Sonst 
finden wir zwischen ihnen eine nichttriviale Relation $f$
und erhalten mit der Normalisierung f"ur Hyperfl"achen  \ref{DARR} 
Homomorphismen von $k$-Kringen 
$$k ['Y_1, \ldots , Y_{n-1}]\hra k['X_1,\ldots, X_n]/\langle f \rangle\sra A$$
derart, da"s die erste Inklusion eine ganze Ringerweiterung ist. 
Das Bild dieser Verkn"upfung ist dann ein Teilring $B\subset A$
derart, da"s $A$ ganz ist "uber $B$ und da"s $B$ "uber $k$ bereits von
$n-1$ Elementen erzeugt wird. Induktion im Verein mit der 
Transitivit"at der Ganzheit \ref{TrGa} beendet dann den Beweis.
\end{proof}

%


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Alternativer Beweis des Nullstellensatzes}]
    Der Noether'sche\label{AlBN} Normalisierungssatz \ref{NoeNo} 
in Verbindung mit
Theorem \ref{GuRit}
er"offnet einen alternativen Zugang zum Nullstellensatz, der
    mir besonders anschaulich scheint. Das einzige Problem dabei ist, da"s
    diese Anschaulichkeit erst "uber die Br"ucke \ref{RaR} zwischen Ringen und
    R"aumen erreicht wird, die ihrerseits auf dem Nullstellensatz beruht. Aber
    sei's drum: Es gilt zu zeigen, da"s f"ur jedes maximale Ideal eines
    Polynomrings $\frak{m}\subset k[T_1,\ldots, T_n]$ "uber einem K"orper $k$,
    den sich der Leser der besseren Anschaulichkeit halber algebraisch
    abgeschlossen denken mag, die offensichtliche Abbildung eine algebraische
    K"orpererweiterung
$$k\hra  k[T_1,\ldots, T_n]/\frak{m}$$
liefert.
Nach dem Normalisierungssatz k"onnen wir %also
$x_1,\ldots, x_d\in k[T_1,\ldots, T_n]/\frak{m}$ finden %mit $d<n$
derart, da"s $x_1,\ldots, x_d$ algebraisch unabh"angig sind "uber $k$ und da"s
der Restklassenring $ k[T_1,\ldots, T_n]/\frak{m}$ ganz ist "uber
$k[x_1,\ldots, x_d]$.  Nach \ref{GRKo} ist dann auch $k[x_1,\ldots, x_d]$ ein
K"orper. Das zeigt $d=0$ und damit die Behauptung.
\end{Bemerkungl}

%

\begin{Korollar}\label{Fasa} 
  Seien $k$ ein K"orper und $A \subset B$ ringendliche
  Integrit"atskringe "uber $k$.
  So gibt es ein Element $t \in A \backslash 0$ und "uber $A$
  algebraisch unabh"angige Elemente
$z_1, \ldots, z_d \in B$ mit $B_t$ ganz "uber $A_t [{}^\prime z_1, \ldots, z_d]$.
\end{Korollar}

\begin{proof}
 Zun"achst sei $S \pdef A \backslash 0$.
Sicher ist $S^{-1} B$ ringendlich "uber dem K"orper $S^{-1} A$. 
Nach Noether's Normalisierungslemma
\ref{NoeNo} finden wir  $z_1, \ldots, z_d \in S^{-1} B$ 
mit $S^{-1} B$ ganz "uber $S^{-1} A [{}^\prime z_1, \ldots, z_d]$.
Durch Wegmultiplizieren der Nenner d"ur\-fen wir sogar 
$z_1, \ldots, z_d \in B$ annehmen.
Nach Annahme k"onnen wir auch
 ein endliches Erzeugendensystem der $k$-Ringalgebra
$B$ w"ahlen. Jetzt betrachten wir je eine
Ganzheitsgleichung "uber $S^{-1} A [{}^\prime z_1, \ldots , z_d]$ 
f"ur jeden dieser Erzeuger und nehmen
als $t \in S$ einen Hauptnenner f"ur alle diese Ausdr"ucke.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Faktorisierungssatz}]\label{FaSa}
Im geometrischen Fall bedeutet das Korollar, wenn wir aus "Ubung  
\ref{WADn} den Isomorphismus $\mathcal O(X\times k^d)\sira \mathcal O(X)[T_1,\ldots, T_d]$ erinnern, da"s
f"ur jeden dominanten Morphismus\index{Faktorisierungssatz}
$\varphi : X \rightarrow Y$ von irreduziblen affinen Variet"aten 
ein  $t \in \mathcal O (Y) \backslash 0$ existiert
derart, da"s sich 
$\varphi : \varphi^{-1} (Y_t) \rightarrow Y_t$ faktorisieren l"a"st als
eine Komposition 
\begin{equation*}
 \varphi^{-1} (Y_t) \rightarrow k^d \times Y_t \rightarrow Y_t
\end{equation*}
mit einem  ersten Morphismus, der einer ganzen Ringerweiterung entspricht
und insbesondere surjektiv ist mit endlichen Fasern, und der Projektion
auf den hinteren Faktor als zweitem Morphismus.
  Insbesondere nimmt eine regul"are Funktion auf einer affinen Variet"at 
entweder nur endlich viele Werte an oder aber alle Werte mit h"ochstens
endlich vielen Ausnahmen. Ich w"urde daf"ur
gerne einen noch  einfacheren Beweis geben k"onnen. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl} Der Faktorisierungssatz \ref{FaSa} sagt uns unmittelbar,
  da"s es einen injektiven Morphismus von affinen Variet"aten $X\hra Y$ nur
  geben kann, wenn gilt $\op{kdim}X\leq \op{kdim}Y$.\label{InDi} 
\end{Bemerkungl}

\begin{Korollar}[\textbf{Bilder von Morphismen von Variet"aten}]
Gegeben ein Morphismus $\varphi:X\ra Y$ von affinen Variet"aten
umfa"st sein Bild stets eine offene
dichte Teilmenge vom Abschlu"s des Bildes,
in Formeln\label{BMDnxa}%\label{BMD}
$$\exists U\subset \varphi(X)\text{ mit }U\co \overline{\varphi(X)} \text{ und
}\bar U= \overline{\varphi(X)}.$$
\end{Korollar}
\begin{proof}
  Wir d"urfen annehmen, da"s unser Morphismus dichtes Bild hat.
  Dann zerlegen wir $Y$ in irreduzible Komponenten und jede irreduzible
  Komponente von $X$ wird in eine von ihnen abgebildet. Dann gibt es sogar
  f"ur jede irreduzible Komponente  $Y_\nu\As Y$ eine irreduzible Komponente von $X_\mu\As X$ derart, da"s das Bild von $X_\mu$ in $Y_\nu$ enthalten ist und
  dicht liegt. Nach dem  Faktorisierungssatz \ref{FaSa} umfa"st
  das Bild von $X_\mu$ dann sogar eine offene nichtleere Teilmenge von $Y_\nu$.
  Das Korollar folgt.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl} Das vorhergehende Korollar \ref{BMDnxa} "uber
  Bilder von Morphismen sagt uns unmittelbar,
  da"s ein injektiver Morphismus von affinen Variet"aten $X\hra Y$
  unter der Annahme $\op{kdim}X= \op{kdim}Y$ und $Y$ irreduzibel bereits
  dominant sein mu"s.\label{InDo} 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkunge}[\textbf{Satz von Chevalley}] 
Diejenigen Teilmengen eines topologischen Raums, die 
in der von den offenen Teilmengen
erzeugten Mengenalgebra liegen, hei"sen die 
{\bf konstruktiblen Teilmengen}\index{konstruktibel!Teilmenge}
unseres topologischen Raums.
In anderen Worten sind die konstruktiblen Teilmengen eines topologischen 
Raums  genau alle endlichen
Vereinigungen von lokal abgeschlossenen Teilmengen oder mit \eref{MREe}{AN3}
auch alle endlichen disjunkten Vereinigungen von lokal abgeschlossenen Teilmengen.
Der Satz von Chevalley besagt nun, da"s
das Bild einer konstruktiblen Teilmenge einer 
Variet"at unter einem\label{BiKonn} 
Morphismus von Variet"aten  stets konstruktibel ist.
Man folgert das unschwer
 durch Induktion "uber die Dimension der Variet"at,
von der unser Morphismus ausgeht.
Sicher reicht es, wenn wir im Induktionsschritt im Fall eines dominanten
Morphismus irreduzibler Variet"aten zeigen k"onnen,
da"s sein Bild konstruktibel ist.
 Dann ist aber nach 
 \ref{BMDnxa} 
das Bild mindestens einer offenen dichten Teilmenge offen,
mithin konstruktibel,
und das Bild ihres Komplements ist nach Induktionsannahme auch konstruktibel.
Umgekehrt zeigt man leicht,
da"s jede konstruktible Teilmenge eines noetherschen topologischen 
Raums  eine dichte offene Teilmenge ihres Abschlusses umfa"st.
So folgt umgekehrt \ref{BMDnxa} aus dem Satz von Chevalley.
\end{Bemerkunge}



\subsubsection*{"Ubungen}


\begin{Ubung}
 Gegeben ein algebraisch abgeschlossener K"orper $k=\bar k$ und
zwei nichtleere algebraische Teilmengen $X\As k^n$ und $Y\As k^m$ zeige
man die Formel ${\op{kdim}}(X\times Y)={\op{kdim}}X+ {\op{kdim}} Y$. 
Hinweis: Noether-Normalisierung \ref{NoeNo}.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Dimension von Bildern und Fasern}]
 Gegeben 
 ein Morphismus von Variet"aten $\varphi:X\ra Y$ mit $X$ irreduzibel
 zeige man, da"s es eine offene dichte Teilmenge $V\co \overline{\varphi(X)}$
 gibt derart, da"s f"ur alle $y\in V$ gilt\label{DFB} $${\op{kdim}}(X)=
 {\op{kdim}}(\overline{\varphi(X)})+{\op{kdim}}(\varphi^{-1}(y))$$
 Hinweis:
 Faktorisierungssatz
 und Eigenschaften von Morphismen mit ganzen Komorphismen \ref{UHZp}. Mehr "uber Bilder und Fasern von Morphismen wird im Zusammenhang mit dem Krull'schen Hauptidealsatz in \ref{diF} und
 \ref{MMK} 
 erkl"art.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}[\textbf{"Uberdeckung einer Variet"at
      durch Untervariet"aten}]
  Eine irreduzible affine Variet"at "uber einem
  "uberabz"ahlbaren algebraisch abgeschlossenen K"orper $k$ kann
  nicht durch abz"ahlbar viele echte abgeschlossene Teilmengen
  "uberdeckt werden. Hinweis: Mit dem Normalisierungssatz ziehe man
  sich auf den Fall zur"uck, da"s unsere Variet"at der $k^n$ ist.
  Dann findet man eine Hyperebene, die in keiner unserer
 Teilmengen enthalten ist, und argumentiert mit Induktion.
\end{Ubung}



\subsection{Transzendenzgrad}
\begin{Bemerkungl}
  Ich erinnere an den Satz \eref{ea}{AL} "uber algebraische
  K"orpererweiterungen
und insbesondere daran, da"s f"ur K"orper $ M\supset L\supset K$ 
mit $M/L$ algebraisch und $L/K$ algebraisch auch $M/K$ algebraisch ist.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}\label{AlUU}
Sei $K/k$ eine K"orpererweiterung. Eine Teilmenge $B \subset K$ hei"st
{\bf algebraisch abh"angig}\index{algebraisch!abh"angig} 
{\bf "uber} $k$, 
wenn es paarweise verschiedene
$x_{1}, \ldots, x_{n} \in B$ und ein von 
Null verschiedenes Polynom
$P \in k[X_{1}, \ldots, X_{n}]\backslash 0$ 
gibt derart, da"s gilt $P(x_{1}, \ldots, x_{n})=0$.
Andernfalls nennen wir unsere Teilmenge $B$ \defnoind{algebraisch
  unabh"angig  "uber} $k$.\index{algebraisch!unabh"angig!"uber K"orper}
\end{Definition}
%
\begin{Definition}
Sei $K/k$ eine K"orpererweiterung. Eine Teilmenge $E \subset K$ hei"st ein
\defind{System von Transzendenzerzeugern}, wenn $K$ 
algebraisch ist "uber
dem von $E$ erzeugten Teilk"orper. Ein algebraisch unabh"angiges System von Transzendenzerzeugern hei"st eine {\bf Transzendenzbasis}\index{Transzendenzbasis} unserer K"orpererweiterung.
\end{Definition}

\begin{Satz}[\textbf{Extremalcharakterisierungen von Transzendenzbasen}] 
Sei $K/k$ eine K"orpererweiterung.\label{MITB} 
\begin{enumerate}
\item Ist 
$A\subset K$ eine "uber $k$ algebraisch  unabh"angige Teilmenge und ist 
$E$ minimal unter allen 
Systemen von Transzendenzerzeugern unserer K"orpererweiterung mit $A\subset E$,
so ist $E$ eine Transzendenzbasis;
\item
Ist $E\subset K$ ein Systemen von Transzendenzerzeugern und  $A$ 
maximal unter allen "uber $k$  algebraisch 
unabh"angigen Teilmengen von $K$  mit  $A\subset E$,
so ist $A$ eine Transzendenzbasis. 
\end{enumerate}
\end{Satz}
%\begin{Bemerkungl}
%  Die Begriffe minimal und maximal sind hier  zu verstehen  in Bezug auf Inklusionen zwischen Teilmengen, nicht
%  etwa in Bezug auf die Zahl ihrer Elemente.
%\end{Bemerkungl}

%\begin{Lemma}
%  \begin{enumerate}
%    \item Jedes minimale System von 
%Transzendenzerzeugern einer
%K"orpererweiterung ist algebraisch unabh"angig;
%\item
%  Jede maximale algebraisch unabh"angige  Teilmenge des Erweiterungsk"orpers einer
%  K"orpererweiterung ist ein System von
%Transzendenzerzeugern. 
 % \end{enumerate}
 % \end{Lemma}
  \begin{Bemerkungl}
    Hier sind
die Begriffe minimal und maximal 
in Bezug auf die Teilordnung durch Inklusion zu verstehen.
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}
  1. W"are unser System von Transzendenzerzeugern $E$ mit $A\subset E$
  nicht algebraisch unabh"angig, so f"anden wir ein
von Null verschiedenes Polynom kleinstm"oglichen Totalgrades, das
auf einem Tupel von paarweise verschiedenen Elementen
aus $E$ verschwindet. Da $A$ algebraisch unabh"angig ist,
mu"s die Variable zu mindestens einem Element von $E\backslash A$
in unserem Polynom auch wirklich mit positivem Exponenten
in einem Monom mit von Null verschiedenem Koeffizienten vorkommen.
Fassen wir unseren Ausdruck dann als Polynom in dieser Variable auf, so sind die
Koeffizienten mit Ausnahme des konstanten Terms alle von
kleinerem Totalgrad und unser Polynom wird folglich nicht das Nullpolynom, wenn wir in die anderen Variablen  die jeweiligen Elemente
einsetzen. Also ist das in diese Variable einzusetzende
Element algebraisch "uber den anderen und $E$ war kein minimales System von Transzendenzerzeugern "uber $A$.
\\[2mm]\noindent 2. W"are unsere algebraisch unabh"angige Teilmenge $A$ kein System von Transzendenzerzeugern,
so f"anden wir ein Element $e\in E$, da"s "uber dem von unserer
Teilmenge erzeugten Teilk"orper nicht algebraisch w"are. Das k"onnten wir zu unserer algebraisch unabh"angigen Teilmenge hinzunehmen und das Resultat w"are
immer noch algebraisch unabh"angig. Also w"are unsere algebraisch unabh"angige Teilmenge nicht maximal gewesen.
\end{proof}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Existenz einer Transzendenzbasis}]
  Wir finden f"ur jede K"orpererweiterung mit dem Zorn'schen Lemma eine Transzendenzbasis als ein maximales algebraisch unabh"angiges System, ja
  gegeben $A\subset E$ eine algebraisch unabh"angige Teilmenge in einem
  System von Transzendenzerzeugern k"onnen wir stets eine Transzendenzbasis $B$
  finden mit $A\subset B\subset E$.
\end{Bemerkungl}

%


  
\begin{Satz}[\textbf{Austauschsatz}]
Gegeben $K / k$ eine K"orpererweiterung, $E\subset K$ ein System 
von Transzendenzerzeugern\label{AusTT} 
und $A \subset K$ eine "uber $k$ algebraisch unabh"angige Teilmenge
gibt es eine Injektion $\varphi : A \hookrightarrow E$ derart, da"s auch 
$(E\backslash \varphi (A))\cup A$ ein System
von Transzendenzerzeugern ist.
\end{Satz}








\begin{proof}
  Das folgt leicht induktiv aus dem Austauschlemma \ref{ATLLc}, das wir
im Anschlu"s beweisen. Es erlaubt uns n"amlich, die
Elemente von $A$ der Reihe nach in $E$ hineinzutauschen.
Ist $A$ unendlich, so verwendet man transfinite Induktion
oder argumentiert analog wie in \eref{ALNA}{AL} mit dem Zorn'schen Lemma.
\end{proof}


\begin{Lemma}[\textbf{Austauschlemma}]
Sei $K/k$ eine K"orpererweiterung. Seien weiter $ E\supset B$ 
 ein System von Transzendenzerzeugern mit einer "uber $k$ algebraisch unabh"angigen
Teilmenge. Ist $a\in K\backslash B$ ein Element au"serhalb von $B$ derart, 
da"s auch $B\cup\{a\}$ "uber $k$ algebraisch unabh"angig ist, 
so gibt es $ e\in E\backslash B$ derart, da"s\label{ATLLc} 
auch $ (E \backslash e) \cup \{ a\}$
ein System von Transzendenzerzeugern von $K/k$ ist.
\end{Lemma}

\begin{proof}
    Wir finden eine endliche Teilmenge $F\subset E$ mit
    $\{a\}\cup B\cup F$ algebraisch abh"angig.
    Wir w"ahlen eine derartige Teilmenge $F$ der  
    kleinstm"oglichen Kardinalit"at, so da"s a forteriori gilt $F\cap B=\emptyset$,  und finden darin $F_0\subset F$
    maximal mit  $\{a\}\cup B\cup F_0$
    algebraisch unabh"angig. Dann gilt $F_0\subsetneq F$ und jedes Element
    $e\in F\backslash F_0$ hat die geforderte Eigenschaft.
  \end{proof}
    




%\begin{proof}[Beweis]
%Bezeichne $M\pdef k(E)\subset K$ den von $E$
%"uber $k$ erzeugten Teilk"orper. Da $a$ algebraisch ist "uber $M$, 
% finden wir ein
%Polynom
%$$P(X, X_{1}, \ldots, X_{n}, Y_{1}, \ldots, Y_{r})$$
%mit Koeffizienten in $k$ sowie 
%$b_1,\ldots,b_n\in B$ 
%und $e_{1}, \ldots, e_{r} \in E \backslash B$
%derart, da"s durch Einsetzen von $b_{1}, \ldots, b_{n}, e_{1}, \ldots, e_{r}$ 
%f"ur $X_{1}, \ldots, X_{n}, Y_{1}, \ldots, Y_{r}$ ein von 
%Null verschiedenes Polynom in
%$M [X]$ entsteht, das  bei $X = a$ 
%eine Nullstelle hat.
%Wir k"onnen hierbei zus"atzlich $r$ kleinstm"oglich annehmen und haben 
%dennoch $r \geq 1$, da   $\{a\}\cup B$ ja nach
%Annahme "uber $k$ algebraisch unabh"angig ist.
%Nun fassen wir $P$ als Polynom in $Y_1$ auf und schreiben
%$$P=\sum_\mu P_\mu Y_1^\mu$$
%mit Polynomen $P_\mu=P_\mu(X, X_{1}, \ldots, X_{n}, Y_{2}, \ldots, Y_{r})$
%in den "ubrigen Variablen als Koeffizienten. 
%F"ur mindestens ein
% $\mu$ ist $P_\mu(X,b_{1}, \ldots, b_{n}, e_{2}, \ldots, e_{r})$ als 
%Polynom von $X$ nicht das Nullpolynom, da ja sonst auch
%$P(X,b_{1}, \ldots, b_{n}, e_{1}, e_{2}, \ldots, e_{r})$  als 
%Polynom von $X$ das 
%Nullpolynom sein m"u"ste, im Widerspruch zu unseren Annahmen.
%F"ur diese $P_\mu$ erhalten wir   beim Einsetzen 
%notwendig  von Null verschiedenes
%K"orperelemente $P_\mu(a,b_{1}, \ldots, b_{n}, e_{2}, \ldots, e_{r})\neq 0$,
%da wir ja $r$  kleinstm"oglich gew"ahlt hatten.
%Lassen wir also $Y_1$ als Unbestimmte stehen und setzen 
%ansonsten in alle Variablen ein wie zuvor und 
%setzen auch $a$ f"ur $X$ ein,
%so erhalten wir ein Polynom in $Y_{1}$, das nicht 
%das Nullpolynom ist, weil ja der Koeffizient von
%$Y_1^\mu$ nicht f"ur alle $\mu$ Null ist, das aber 
% nach Einsetzen von $e_{1}$ f"ur $Y_{1}$ verschwindet.
%Folglich ist $e_1$ algebraisch "uber dem von 
%$(E \backslash e_1) \cup \{ a\}$
%erzeugten Teilk"orper. 
%\end{proof}







% \begin{proof}[Beweis]
% Sei $B\subset A$ eine maximale Teilmenge derart, da"s es
% eine Injektion 
% $\varphi : B \hookrightarrow E$ gibt, 
% f"ur die auch $(E\backslash \varphi (B))\cup B$ ein System 
% von Transzendenzerzeugern ist.
% Es gilt zu zeigen $B=A$. Sei sonst $a\in A\backslash B$. 
% Bezeichne $K'\subset K$ den von $(E\backslash \varphi (B))\cup B$
% "uber $k$ erzeugten Teilk"orper. Da $a$ algebraisch ist "uber $K'$, 
%  finden wir ein
% Polynom
% $$P(X, X_{1}, \ldots, X_{n}, Y_{1}, \ldots, Y_{r})$$
% mit Koeffizienten in $k$ sowie 
% $b_1,\ldots,b_n\in B$ 
% und $e_{1}, \ldots, e_{r} \in E \backslash \varphi (B)$
% derart, da"s nach Einsetzen von $b_{1}, \ldots, b_{n}, e_{1}, \ldots, e_{r}$ 
% f"ur $X_{1}, \ldots, X_{n}, Y_{1}, \ldots, Y_{r}$ ein von 
% Null verschiedenes Polynom in
% $K' [X]$ entsteht, das  bei $X = a$ 
% eine Nullstelle hat.
% Wir k"onnen hierbei zus"atzlich $r$ kleinstm"oglich annehmen und haben 
% dennoch $r \geq 1$, da die Menge  $A$ ja nach
% Annahme algebraisch unabh"angig ist.
% Nun fassen wir $P$ als Polynom in $Y_1$ auf und schreiben
% $$P=\sum_\mu P_\mu Y_1^\mu$$
% mit Polynomen $P_\mu=P_\mu(X, X_{1}, \ldots, X_{n}, Y_{2}, \ldots, Y_{r})$
% in den "ubrigen Variablen als Koeffizienten. 
% F"ur mindestens ein
%  $\mu$ ist $P_\mu(X,b_{1}, \ldots, b_{n}, e_{2}, \ldots, e_{r})$ als 
% Polynom von $X$ nicht das Nullpolynom, da ja sonst auch
% $P(X,b_{1}, \ldots, b_{n}, e_{1}, e_{2}, \ldots, e_{r})$  als 
% Polynom von $X$ das 
% Nullpolynom sein m"u"ste, im Widerspruch zu unseren Annahmen.
% F"ur dies $P_\mu$ erhalten wir   beim Einsetzen 
% notwendig ein von Null verschiedenes
% K"orperelement $P_\mu(a,b_{1}, \ldots, b_{n}, e_{2}, \ldots, e_{r})\neq 0$,
% da wir ja $r$  kleinstm"oglich gew"ahlt hatten.
% Lassen wir also $Y_1$ als Unbestimmte stehen, setzen 
% ansonsten in alle Variablen ein wie zuvor, und 
% setzen auch $a$ f"ur $X$ ein,
% so erhalten wir ein Polynom in $Y_{1}$, das nicht 
% das Nullpolynom ist, weil ja der Koeffizient von
% $Y_1^\mu$ nicht Null ist, das aber 
%  nach Einsetzen von $e_{1}$ f"ur $Y_{1}$ verschwindet.
% Folglich ist $e_1$ algebraisch "uber dem von 
% $(E\backslash (\varphi (B)\cup\{e_1\})\cup B\cup\{a\}$
% erzeugten Teilk"orper, in dem ja offensichtlich s"amtliche 
% Koeffizienten unseres Polynoms liegen, und wir
% k"onnen  $\varphi$ auf $B\cup\{a\}$ ausdehnen durch die Vorschrift
% $\varphi(a)=e_{1}$.  Widerspruch zur Maximalit"at von $B$!
% \end{proof}

%\begin{Beispiel}
 % Das folgende Beispiel zeigt, vor welchen Fallen man sich beim Beweis h"uten
%mu"s. Sei etwa $K=k(S,T)$ und $a=T^2$ und 
%$e_1=S$ und $e_2=T$. Das Polynom
%$P=(X-Y_2^2)(Y_1^2-1)=XY_1^2-X-Y_1^2Y_2^2+Y_2^2$ verschwindet zwar beim
%Einsetzen von $a=X$, $e_1=Y_1$ und $e_2=Y_2$,
%in Formeln
%$P(a, e_1,e_2)=0$, 
%aber dennoch liefert es keine algebraische Abh"angigkeit
%von $e_1=S$ "uber $k(a,e_2)=k(T)$. Derartigem "Arger haben wir beim obigen
%Beweis
%durch die Forderung vorgebeugt, da"s $r$ kleinstm"oglich sein soll.
%\end{Beispiel}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Hauptabsch"atzung}]
  Gegeben eine K"orpererweiterung $K/k$ und 
  $E\subset K$ ein System von Transzendenzerzeugern und $A\subset K$
  eine algebraisch unabh"angige Teilmenge
  gibt es nach dem Austauschsatz \ref{AusTT} 
  stets eine Injektion\label{HaaE} 
  $A\hra E$ und es gilt mithin 
  $$|A|\leq |E|$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kardinalit"aten von Transzendenzbasen}]
Jede K"orpererweiterung mit einem endlichen System von 
Trans\-zendenzerzeugern besitzt\label{TraBB}
insbesondere eine endliche Transzendenzbasis und je zwei ihrer
Transzendenzbasen  haben gleich
viele Elemente.
Allgemeiner haben nach \ref{HaaE} und Schr"oder-Bernstein "uberhaupt je zwei 
Transzendenzbasen einer K"orpererweiterung dieselbe Kardinalit"at. 
\end{Bemerkungl}
%
\begin{Definition}
Die Kardinalit"at einer und jeder Transzendenzbasis einer 
K"or\-per-er-wei-te-rung mit einem
endlichen System von Trans\-zen\-denz\-er\-zeu\-gern hei"st ihr 
\defind{Transzendenzgrad} und wird $$\op{trgr}(K/k)=\op{trgr}_k K$$
 notiert.  Besitzt eine K"or\-pererweiterung kein endliches System von
Trans\-zen\-denz\-er\-zeu\-gern, so setzten wir $\op{trgr}(K/k)=\infty$
und ignorieren in unserer Notation im allgemeinen die auch hier
durchaus m"oglichen Unterscheidungen zwischen verschiedenen unendlichen
Kardinalit"aten.
\end{Definition}
\begin{Korollar}
Sei $k$ ein K"orper. Gibt es einen Isomorphismus von $k$-Kringen $k ('X_{1},
\ldots, X_{n}) \sira k ('Y_{1}, \ldots, Y_{m})$, so gilt $m = n$.
\end{Korollar}
\begin{proof}
  Die Variablen bilden eine Transzendenzbasis f"ur den
  Bruchk"orper eines Polynomrings und wir haben folglich
  $\op{trgr}_k k('X_1,\ldots, X_n)=n$.
\end{proof}


\begin{Satz}[\textbf{Transzendenzgrad als Krulldimension}]
Gegeben ein 
ring\-end\-li\-cher Integrit"atskring $A$ "uber einem K"orper $k$ 
 stimmt die Krulldimension des Krings 
$A$ "uberein
    mit dem Trans\-zendenzgrad "uber $k$ seines Bruchk"orpers, 
in Formeln\label{TGFH} 
  $$\op{kdim} A=\op{trgr}_k\op{Frac}(A)$$
\end{Satz}
\begin{proof}
 Wir  w"ahlen mit dem Normalisierungslemma \ref{NoeNo}
"uber $k$ algebraisch unabh"angige Elemente $x_1,\ldots, x_d\in A$ derart,
da"s $A$ ganz ist "uber dem Polynomring $k['x_1,\ldots, x_d]$, 
und finden
$$\op{kdim} A=\op{kdim}k['x_1,\ldots, x_d]=d=\op{trgr}_kk('x_1,\ldots, x_d)=
\op{trgr}_k\op{Frac}(A)$$
 mit der Invarianz \ref{KDRE} 
der Krulldimension unter ganzen Kringerweiterungen,
der Berechnung 
\ref{kdkt} der Krulldimension von Polynomringen,
und der  Invarianz \ref{TraBB} des
Transzendenzgrades unter algebraischen K"orpererweiterungen.
\end{proof}

\begin{Korollar}
  Gegeben eine Erweiterung $A\hra B$ von ringendlichen
  $k$-Kringen "uber einem vorgegebenen K"orper $k$ haben wir stets\label{fuung} 
  $$\op{kdim}A\leq\op{kdim}B$$
\end{Korollar}
\begin{proof}
  Sowohl $A$ als auch $B$ haben nach \ref{MPRI} nur endlich viele
  minimale Primideale und deren Schnitt ist jeweils das Nilradikal.
  Jedes minimale Primideal von $A$ ist mithin der Schnitt mit $A$ eines
  minimalen Primideals von $B$. Indem wir ein Primideal von $A$ ausw"ahlen,
  mit dem eine l"angstm"ogliche Primidealkette beginnt, und zu den
  Quotienten "ubergehen, d"urfen wir $A$ und $B$ als Integrit"atsringe annehmen. Der Faktorisierungssatz  oder genauer seine algebraische Fassung
  \ref{Fasa} zeigt dann
  $\op{trgr}(\op{Frac}A)/k\leq \op{trgr}(\op{Frac}B)/k$ und
  die Behauptung folgt aus der Interpretation \ref{TGFH} der Krulldimension
  als Transzendenzgrad.
\end{proof}

\begin{proof}[Beweis in geometrischer Sprache]
  Ist der Grundk"orper $k$ algebraisch abgeschlossen, so k"onnen wir
  dieselbe Argumentation auch geometrisch fassen,
  wie nun ausgef"uhrt werden soll. Zun"achst man man die Nilradikale
  wegteilen, so da"s unsere Kringerweiterung einem Morphismus
  $\varphi:X\ra Y$ von affinen Variet"aten mit dichtem Bild entspricht.
  W"ahlen wir in $Y$ eine irreduzible Komponente maximaler Dimension aus,
  so mu"s die der Abschlu"s des Bildes einer irreduziblen Komponente von $X$
  sein. Wir d"urfen also $X$ und $Y$ irreduzibel
  und $\varphi$ dominant annehmen. Damit induziert $\varphi$ eine
  K"orpererweiterung $\mathcal M(Y)\hra \mathcal M(X)$ und 
  die Interpretation \ref{TGFH} der Krulldimension
  als Transzendenzgrad zeigt die Behauptung. Alternativ k"onnten wir
  auch "Ubung \ref{DFB} anwenden. 
\end{proof}
  

\begin{Bemerkunge}\label{KAUC}
Als abstrakter K"orper besitzt $\DC$ eine
Transzendenzbasis $B$ "uber $\DQ$. W"are  $B$ abz"ahlbar,
so w"are auch $\DQ(_!B)$ abz"ahlbar und damit 
nach \eref{dika}{AL} auch eine algebraische Erweiterung $\DC$. 
Da dem nicht so ist, mu"s $B$ "uberabz"ahlbar 
und insbesondere unendlich sein, und daraus folgt dann
mit \eref{dika}{AL} leicht
$|B|=|\DQ(_!B)|=|\DC|$. Als abstrakter K"orper ist $\DC$ also
isomorph zum algebraischen Abschlu"s eines Funktionenk"orpers
"uber $\DQ$ in "uberabz"ahlbar vielen, genauer in 
$|\DC|$ Ver"anderlichen. Insbesondere besitzt $\DC$ 
jede Menge K"orperautomorphismen, und es gibt 
auch zahllose
nicht surjektive K"orperhomomorphismen $\DC\ra\DC$.
Das steht in scharfem
Kontrast zum K"orper $\DR$,  nach 
\eref{EnR}{AN1} gibt es n"amlich au"ser der Identit"at keinen
K"orperhomomorphismus  $\DR\ra \DR$.
\end{Bemerkunge}


\begin{Bemerkung}
Das {\bf vierzehnte Hilbert'sche Problem}
\index{Hilbert'sche Probleme!Nummer 14} fragt, ob 
f"ur eine endlich 
erzeugte K"orpererweiterung $k\subset K$ und einen 
Zwischenk"orper 
$M\subset K$ und einen \glqq Zwischenring\grqq\ 
 $R\subset K$, 
der als Ring "uber $k$ endlich erzeugt ist, auch
$R \cap M$ ein "uber $k$ endlich erzeugter Ring sein mu"s.
Nagata fand dazu das erste Gegenbeispiel.
Inzwischen sind viele weitere Gegenbeispiele bekannt,
von
Mukai, Winkelmann, Steinberg, Kuroda und anderen.
\end{Bemerkung}

%

\begin{Bemerkunge}\label{VVS}
 Gegeben $\alpha_1,\ldots ,\alpha_n\in\DC$ 
linear unabh"angig "uber $\DQ$ besagt die  
{\bf Vermutung von Schanuel},\index{Schanuel!Vermutung}  
da"s der von den $\alpha_i$ und den Werten der 
Exponentialfunktion bei  $\alpha_i$ erzeugte Unterk"orper
der komplexen Zahlen
$$\DQ(\alpha_1,\ldots ,\alpha_n, \op{exp}(\alpha_1),
\ldots ,\op{exp}(\alpha_n))$$
"uber $\DQ$ mindestens den Transzendenzgrad $n$ haben sollte. 
Im Spezialfall algebraischer $\alpha_i$ spezialisiert er zum Satz von
Hermite-Lindemann, den wir in  \eref{SHL}{AN1} erw"ahnt aber nicht
bewiesen haben.
\end{Bemerkunge}

%
% \begin{Bemerkungw}
% Ist $I \subset \Bbb{C} [X_{1}, \ldots , X_{n}]$ ein Primideal 
% mit zugeh"origem 
% Integrit"atsring $A = \Bbb{C}
% [X_{1}, \ldots , X_{n}]/I$  und schneidet
% die metrisch offene Teilmenge $U \co \Bbb{C}^{n}$ die
% Nullstellenmenge ${\mathcal Z}(I)$ in einer nichtleeren
% Untermannigfaltigkeit von $\DC^n$ im Sinne von \ref{??}, so
% gilt
% $$\op{trgr} ((\op{Frac} A) /\Bbb{C}) = 2 \dim_{\DR} ({\mathcal Z}(I) \cap U)$$
% Wir zeigen diese Aussage in \ref{??}.
% \end{Bemerkungw}
\begin{Bemerkungw}
Eindimensionale holomorphe Mannigfaltigkeiten hei"sen auch
\glqq Riemann'sche Fl"achen\grqq, da sie erstmals
von dem Mathematiker Bernhard Riemann betrachtet wurden
und als reelle
Mannigfaltigkeiten zweidimensional sind. Die Zuordnung, die jeder 
zusammenh"angenden Riemann'schen Fl"ache $X$ den K"orper $\cal{M}(X)$
der meromorphen Funktionen auf $X$ zuordnet, liefert 
eine Bijektion
$$
\left\{ \begin{array}{c}\text{kompakte}\\
\text{zusammenh"angende}\\
\text{Riemann'sche
Fl"achen} \end{array}\right\} \; \sira\;
\left\{\begin{array}{c}
\text{endlich erzeugte}\\
\text{K"orpererweiterungen von $\DC$}\\
\text{vom Transzendenzgrad Eins}
 \end{array}\right\}
$$
Genauer meinen wir hier rechts Riemann'sche Fl"achen 
bis auf Isomorphie und links K"orpererweiterungen bis auf 
Isomorphie von K"orpern "uber $\DC$.
Zum Beispiel entspricht die Riemannsche Zahlenkugel $\DP^{1} \Bbb{C}$
unter dieser Bijektion 
dem K"orper der gebrochen rationalen Funktion 
$\cal{M}(\DP^{1} \Bbb{C})=\Bbb{C} (t)$.
Man kann weiter zeigen, da"s gegeben zwei
kompakte zusammenh"angende
Riemann'sche
Fl"achen $X,Y$ das Zur"uckholen von meromorphen Funktionen
eine Bijektion auf Isomorphieklassen
$$
\left\{ \begin{array}{c}\text{nichtkonstante holomorphe}\\
\text{Abbildungen $X\ra Y$
} \end{array}\right\} \; \sira\;
\op{Ring}^\DC(\cal{M}(Y),\cal{M}(X))
$$
liefert. In diesem Licht wird  die 
Galoistheorie im Fall endlich erzeugter algebraischer 
Erweiterungen des Funktionenk"orpers
 $\Bbb{C} (t)$  sehr anschaulich.
In der Sprache der Kategorientheorie haben wir eine
\glqq "Aquivalenz von Kategorien\grqq\  vor uns. Eine algebraische Version dieser 
"Aquivalenz werden wir in \ref{FKKn} herleiten. 
\end{Bemerkungw}

%

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Endomorphismen von Funktionenk"orpern}]
Unser Monoidhomomorphismus $K(X)\ra \op{Ens}(K\sqcup\{\infty\})$ aus
\eref{VRfu}{LA1} verwandelt sich unter der "ublichen  Identifikation
$K\sqcup\{\infty\}\sira \Bbb{P}^{1}K$ 
in einen
Monoidhomomorphismus $K(X)\ra \op{Ens}(\Bbb{P}^{1}K)$, der in Formeln
beschrieben werden kann durch 
die Vorschrift $f:\langle 1,x\rangle\mapsto \langle Q(x),P(x)\rangle$
f"ur $f=P/Q$ eine Darstellung mit $P$ und $Q$ ohne gemeinsame Nullstelle
in $K$ oder besser, wenn man  den Wert bei $\langle 0,1\rangle$
auch korrekt erhalten will, durch $f:\langle y,x\rangle\mapsto 
\langle \tilde Q(y,x),\tilde P(y,x)\rangle$ f"ur $\tilde Q,\tilde P\in K[Y,X]$
diejenigen homogenen Polynome vom gleichen Grad in zwei Variablen,
die beim Einsetzen von $Y=1$ unsere urspr"unglichen Polynome liefern 
und bei denen der gemeinsame Grad unter diesen Bedingungen  kleinstm"oglich
ist. F"ur $P(X)=X^{2} +1$ und $Q(X)=X^{5} +X$ h"atten wir etwa
$\tilde P(Y,X)=X^{2}Y^{3} +Y^{5}$ und $\tilde Q(Y,X)=X^{5} +XY^{4}$.
Die offensichtliche Operation von $\op{GL}(2;K)$ auf  $\Bbb{P}^{1}K$
durch $${a \;\; b\choose c\;\;d}:\langle y,x\rangle\mapsto 
\langle ay+bx, cy+dx\rangle$$ kommt dann offensichtlich her von einer 
Operation auf $K(X)$ durch Einsetzen von $(c+dX)/(a+bX)$ f"ur $X$.
Man kann sich auch "uberlegen, da"s man so alle 
$K$-linearen K"orperautomorphismen von $K(X)$ erh"alt, 
da"s also das Einsetzen anderer nichtkonstanter rationaler Funktionen
 keinen
 K"orperautomorphismus liefert: Ist $K$ algebraisch abgeschlossen,
so folgt das daraus, da"s unter $K(X)\ra \op{Ens}(\Bbb{P}^{1}K)$
andere Elemente keine Injektion liefern. Im allgemeinen gilt es,
zu einem algebraischen Abschlu"s "uberzugehen.
\end{Bemerkungl}






\subsubsection*{"Ubungen}

\begin{Ubung}
  Gegeben eine K"orpererweiterung $K/k$ von endlichem Transzendenzgrad
  $t$ und ebensoviele
  Elemente $x_1,\ldots, x_t\in K$, die entweder algebraisch unabh"angig
  sind "uber $k$ oder aber ein System von Transzendenzerzeugern
  sind "uber $k$, bilden unsere Elemente bereits eine Transzendenzbasis.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{TrTr}
Sind $M \supset K \supset k$ K"orper, so 
ist der Transzendenzgrad von $M$ "uber $k$
die Summe der Transzendenzgrade von $M$ "uber $K$ und von
$K$ "uber $k$, in Formeln
$$\op{trgr}(M/k)=\op{trgr}(M/K)+\op{trgr}(K/k)$$
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Seien $k\subset K\subset M$ K"orper und sei $K$ algebraisch
"uber $k$. Man zeige: Sind $x_1,\ldots, x_n\in M$ algebraisch unabh"angig
"uber
$k$, so sind sie auch algebraisch unabh"angig
"uber
$K$. Hinweis: \ref{TrTr}.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}
Jeder Zwischenk"orper in einer k"orperendlichen 
K"orpererweiterung ist auch 
k"orperendlich "uber dem kleineren K"orper.
Hinweis: Man beachte \ref{TrTr} sowie die Identit"at $[L:K]=[L('X):K('X)]$
aus \eref{KOII}{AL}
  und das Diagramm \begin{displaymath}
 \begin{array}{ccccccc}
&&  L & \subset & L (x_{s+1}, \ldots, x_r) & \subset & M\\
&&\cup& & \cup & &\\
k&\subset& k (x_1, \ldots, x_s) & \subset 
& k(x_1, \ldots, x_s, x_{s+1}, \ldots, x_r) &\\
 \end{array}
\end{displaymath} 
\end{Ubung}

\begin{Ubunge}\label{KOER}
  Gegeben zwei K"orpererweiterungen eines gegebenen K"orpers existiert stets
eine weitere  K"orpererweiterung des gegebenen K"orpers, in die sie beide 
eingebettet werden k"onnen. Mutige zeigen noch allgemeiner:
Gegeben eine Familie von 
K"orpererweiterungen eines gegebenen K"orpers existiert stets
eine weitere  K"orpererweiterung des gegebenen K"orpers, in die sie alle 
eingebettet werden k"onnen.
\end{Ubunge}

\subsection{Dominante Morphismen gleichdimensionaler Variet"aten*} 

 \begin{Bemerkungl}
    Unter dem Separabilit"atsgrad $[L:K]_{\op{s}}$ einer algebraischen
    K"orpererweiterung verstehen wir wie in \eref{SepG}{AL}
den Grad "uber $K$ der maximalen
    separablen Teilerweiterung.
 \end{Bemerkungl}


\begin{Satz}[\textbf{Fasern von Morphismen zu endlichen K"orpererweiterungen}] 
   Sei $\varphi : X \ra Y$ ein dominanter Morphismus von irreduziblen
   affinen  Variet"aten derselben Dimension.
   So ist die zugeh"orige K"orpererweiterung algebraisch und es gibt
   eine dichte offene Teilmenge $V\co Y$ derart, da"s die
   Kardinalit"at der Faser "uber jedem
Punkt von $V$\label{affann} so gro"s ist wie der
Separabilit"atsgrad der zugeh"origen K"orpererweiterung, in Formeln  $$|\varphi^{-1}(y)|=
[\cal{M}(X):\cal{M}(Y)]_{\op{s}}\quad\forall y\in V$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungw}
 % In \ref{FDiMn} werden wir lernen, da"s gegeben ein dominanter Morphismus
 % von irreduziblen affinen Variet"aten mit mindestens einer endlichen Faser
 % die zugeh"orige Erweiterung der Funktionenk"orper algebraisch ist. 
  Mit dem Satz "uber generische Freiheit \ref{FRE} k"onnen wir
  zus"atzlich erreichen, da"s $V$ und $\varphi^{-1}(V)$
  Nichtnullstellenmengen regul"arer Funktionen sind und da"s
  $\mathcal O(\varphi^{-1}(V))$ frei ist als Modul "uber $\mathcal O(V)$,
  der dann nat"urlich frei sei mu"s vom Rang
  $$\op{dim}_{\mathcal O(V)}\mathcal O(\varphi^{-1}(V))=[\cal{M}(X):\cal{M}(Y)]$$
  In \eref{affan}{AAG} verallgemeinern wir die Ausage des Satzes auf
  beliebige, nicht notwendig affine Variet"aten.
\end{Bemerkungw}

\begin{proof}
  Da"s die zugeh"orige K"orpererweiterung algebraisch ist, folgt
  daraus, da"s beide Funktionenk"orper denselben Transzendenzgrad "uber
  dem Grundk"orper haben. Zun"achst zeigen wir nun,
  da"s unser Satz f"ur die Verkn"upfung
  $X\ra Y\ra Z$ 
  von zwei
  Morphismen folgt, wenn er f"ur die beiden einzelnen Morphismen
  $\varphi:X\ra Y$ und $\psi:Y\ra Z$ gilt.
  Dazu finden wir zun"achst eine dichte offene Teilmenge $V\co Y$ wie
  im Satz f"ur den ersten Morphismus und beachten, da"s
  $\psi(Y\backslash V)$ aus Dimensionsgr"unden nicht in $Z$ dicht liegen kann.
  Dann finden wir eine  dichte offene Teilmenge $W\co Z$ wie im Satz, die
  au"serdem $\psi(Y\backslash V)$ nicht trifft, und diese ist dann
  aufgrund der Multiplikativit"at des Separabilit"atsgrades 
\eref{SepG}{AL} auch geeignet f"ur die Verkn"upfung.
Nach dem Faktorisierungssatz \ref{FaSa} d"urfen wir annehmen,
da"s  $\mathcal O(X)$  ganz ist "uber $\mathcal O(Y)$.
Aus Lemma
  \ref{GRKo} folgt dann, da"s die Lokalisierung von $\mathcal O(X)$
  nach $S\pdef \mathcal O(Y)\backslash 0$ bereits ein K"orper ist.
  Insbesondere d"urfen wir $\cal{M}(X)=S^{-1}\mathcal O(X)$ annehmen.
  Sicher finden wir andererseits auch einen K"orperturm
  $$\mathcal M(Y)=K_0\subset K_1\subset\ldots\subset K_r=\mathcal M(X)$$
  derart, da"s jeder Schritt entweder
  durch Adjunktion eines "uber $K_{i-1}$ 
  separablen Elements
  $f_i\in K_i$ entsteht oder
  im Fall positiver Charakteristik $p>0$  durch Adjunktion eines Elements
  $f_i\in K_i$ mit $f_i^p\in K_{i-1}$.
   Indem wir alle $f_i$  als Br"uche in
  $S^{-1}\mathcal O(X)$  schreiben und
  $Y$ verkleinern zur Nichtnullstellenmenge des Produkts der
  beteiligten Nenner, d"urfen wir annehmen,
  da"s alle diese Elemente bereits zu
  $\mathcal O(X)$ geh"oren. Indem wir notfalls unsere Kette noch verl"angern,
  d"urfen wir zus"atzlich annehmen, da"s unsere
  Kette durch Lokalisieren nach $S$ aus einer Kette von Zwischenringen 
 $$\mathcal O(Y)=R_0\subset R_1\subset\ldots\subset R_r=\mathcal O(X)$$
  entsteht mit $R_i=R_{i-1}[f_i]$.
  Insgesamt k"onnen wir uns so auf die beiden Spezialf"alle zur"uckziehen, da"s
  gilt $\mathcal O(X)=\mathcal O(Y)[f]$ mit $f^p\in \mathcal M(Y)$ oder
  $f$ separabel "uber $ \mathcal M(Y)$.
  Indem wir $Y$ weiter verkleinern zur Nichtnullstellenmenge des Produkts
  der Nenner des Minimalpolynoms $P$ von $f$ k"onnen wir zus"atzlich
  $P\in \mathcal O(Y)[T]$ und 
  $$\mathcal O(X)=\mathcal O(Y)[T]/\langle P\rangle$$
  annehmen. 
Unser Morphismus kann dann identifiziert werden mit der Projektion auf den
ersten Faktor 
\begin{displaymath}
X \pdef\{ (y,\lambda) \in Y \times k\mid P (y,\lambda)=0\} \;\ra\; Y
\end{displaymath}
Im ersten Fall $f^p\in \mathcal M(Y)$ ist dann  bereits klar, da"s
diese Projektion eine Bijektion $X\sira Y$ sein mu"s und die K"orpererweiterung rein inseparabel und die Aussage des Satzes gilt.
Im  zweiten Fall eines separablen Polynomes ist die Diskriminante \eref{Diskk}{AL} unseres Polynoms $P$ nicht Null in
$\mathcal M(Y)$, also nicht Null in $\mathcal O(Y)$, und "uber allen
Nichtnullstellen der Diskriminante in $Y$ liegen genau so viele Punkte
von $X$, wie der Grad von $P$ angibt. Folglich gilt die Aussage des
Satzes auch in diesem Fall.
\end{proof}

\nichtfinal{\begin{Bemerkungl}[\textbf{Injektive Morphismen $k^n\hra k^n$}]
  Gegeben ein algebraisch abgeschlossener K"orper $k$ der
  Charakteristik $\op{char}k=0$ ist jeder injektive Morphismus von
  algebraischen Variet"aten $\varphi: k^n\hra k^n$ ein Isomorphismus.
  In der Tat ist $\varphi$ dominant nach \ref{InDo}, da beide Variet"aten
  dieselbe Dimension haben und die zweite irreduzibel ist. Der zugeh"orige
  Komorphismus ist also injektiv und
  die  K"orpererweiterung
  auf den Funktionenk"orpern ist algebraisch vom Separabilit"atsgrad Eins nach
  Satz \ref{affann} "uber die Fasern, folglich wegen Charakteristik Null
  ein Isomorphismus.
  Wir m"ussen also zeigen, da"s eine  Lokalisierung eines Polynomrings
  "uber einem algebraisch abgeschlossenen K"orper nach einer Nichteinheit
  $f$ nicht isomorph sein
  kann zum urspr"unglichen Polynomring. HIERF"UR SEHE ICH ABER KEIN ARGUMENT.
  Also gut, im Fall $k=\DC$ kann man
  mit der analytischen Topologie argumentieren, einen kleinen Rundweg
  um $f^{-1}(0)$ nehmen und lokal pr"ufen, da"s sein Bild unter
  $f:\DC^n_{f\neq 0}\ra \DC^\times$ ein nichttriviales Element der
  Fundamentalgruppe w"are. 
\end{Bemerkungl}}

\subsection{Quotienten nach endlichen Gruppen}
\begin{Definition} Eine Kringerweiterung
  $A\subset B$ habe
  die {\bf Going-Down-Eigen\-schaft}\index{Going-Down-Eigen\-schaft} oder kurz
  {\bf habe Going-Down}, 
  wenn es gegeben Primideale $Q\subset P$ von
  $A$ und ein Primideal $\mathfrak p\subset B$ "uber $P$ stets ein
  Primideal $\mathfrak q\subset B$ "uber $Q$ gibt mit
  $\mathfrak q\subset \mathfrak p$.\label{GoDoE} 
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}
  Im  Diagramm mit unserer Kringerweiterung in der rechten Vertikalen
 $$\begin{array}{ccccc}
 \boxed{\frak q}  &\subset & \frak p &\subset & B \\
\;\;\;\;\;\downmapsto{\scriptstyle \cap A}  & & \;\;\;\;\downmapsto{\scriptstyle \cap A} & & \cup\\
Q & \subset & P& \subset & A
 \end{array}$$
  sind  also die Primideale $P,Q,\mathfrak p$
  mit den dargestellten Inklusionsrelationen vorgegeben und die
  Existenz des eingekastelten Primideals $\mathfrak q$ wird postuliert.
\end{Bemerkungl}





\begin{Satz}[\textbf{Spektren von Invariantenringen}]
Gegeben  ein Kring $B$ und eine
endliche Gruppe $W\subset \op{Kring}^\times( B)$
von Kringautomorphismen 
gilt:\label{SpvI} 
\begin{enumerate}
  \item
Der Ring  $B$ ist ganz "uber dem
Invariantenring $B^{W}$;
\item
Die Einbettung des Invariantenrings
induziert  einen Hom"oomorphismus 
  $$
    (\op{Spec} B)/W \sira \op{Spec}( B^W)
$$
\item
  Die Kringerweiterung  $B^W\subset B$ hat die Going-Down-Eigenschaft;
\item Dasselbe gilt allgemeiner, wenn wir statt der Endlichkeit von $W$
  nur fordern,
  da"s $W$ auf $B$ mit endlichen Bahnen operiert und 
 kompakt ist f"ur die sogenannte Krulltopologie.
\end{enumerate}
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl} Insbesondere ist $\op{Spec} B \sira \op{Spec}( B^W)$ eine
  offene Surjektion, denn die Projektion auf den Bahnenraum in Bezug
  auf die Operation einer Gruppe auf einem topologischen Raum
  durch stetig Abbildungen ist immer offen.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
1. Jedes $b\in B$ ist Nullstelle
des normierten Polynoms $\prod_{c\in Wb}(T-c)$
aus $A^W[T]$, folglich
ist $B$ ganz "uber $B^{W}$.
\\[2mm]\noindent 2.
F"ur jede ganze Kringerweiterung wissen wir nach der geometrischen
Fassung \ref{GgKH} von Going-up \ref{GuRi}, da"s die von der Einbettung $i$
auf den Primspektren induzierte
Abbildung eine finale Surjektion
 $$
 \op{Spec} (i):  \op{Spec} (B) \sra \op{Spec}( B^W)
$$
ist. %\nichtfinal{Jede abeschlossene Teilmenge
% $Z\As \op{Spec} (B)$ hat die Gestalt
%$Z=\mathcal A(\mathfrak b)$ f"ur ein Ideal $\frak b\subset B$.
%Ist sie $W$-invariant, so folgt f"ur  $\frak p \in \op{Spec} B$
%aus $\frak b\not\subset \frak p$ bereits
%$\frak b\not\subset \tau(\frak p)\;\forall \tau \in W$. Wir finden
%dann $b\in \frak b\backslash \frak p$ und $a\pdef \prod_{c \in Wb}c$
%ist ein Element $a\in (\mathfrak b\cap B^W)\backslash \mathfrak p$
%und es folgt $$(\op{Spec} i)\big((\op{Spec} B)\backslash
%\mathcal A(\mathfrak b)\big)
%\subset
%\op{Spec}( B^W)\backslash\mathcal A(\mathfrak b\cap B^W)$$ 
%Andererseits ist eh klar,
%da"s $(\op{Spec} i)$ die abgeschlossene Teilmenge
%$\mathcal A(\mathfrak b)$ nach $\mathcal A(\mathfrak b\cap B^W)$ abbildet.
%Da $(\op{Spec} i)$ surjektiv ist, mu"s es sie auch
%surjektiv auf $\mathcal A(\mathfrak b\cap B^W)$ abbilden. 
%Das zeigt, da"s unsere Surjektion auf den Primspektren final ist f"ur die
%Zariskitopologien. FOLGT BEREITS aus \ref{GuRi} folgen,
%wo gezeigt wird, da"s das abgeschlossene Surjektion ist? Hier zus"atzlich auch offene Surjektion?}
Es gilt zu zeigen, da"s die Fasern unserer Surjektion
genau die $W$-Bahnen sind. Wir beginnen mit dem Fall $|W|<\infty$. 
Gegeben  Primideale $\mathfrak q, \mathfrak p\in \op{Spec} B$ mit
$\tau(\mathfrak q)\neq \mathfrak p\;\forall \tau\in W$
gilt entweder  $\tau(\mathfrak q)\not\subset \mathfrak p\;
\forall \tau\in W$ oder es 
gibt $\sigma\in W$ mit $\sigma(\mathfrak q)\subsetneq \mathfrak p$.
Im ersten Fall gilt auch $\tau(\frak q)\not\subset\sigma(\frak p)$ f"ur alle
$\sigma,\tau\in W$ und nach verallgemeinerter Primidealvermeidung \ref{PiAA}
finden wir
$x\in \bigcap_{\sigma\in W} \sigma(\frak q)\backslash
\bigcup_{\tau\in W} \tau(\frak p)$. 
Dasselbe gilt f"ur alle $\rho(x)$ mit $\rho\in W$ und dann auch f"ur
$y\pdef \prod_{\rho\in W}\rho(x)$ und so folgt $y\in \mathfrak q\cap B^W$
aber $y\not \in \mathfrak p\cap B^W$ und insbesondere
$\mathfrak q\cap B^W\neq\mathfrak p\cap B^W$. 
Im zweiten Fall folgern
wir $\mathfrak q\cap B^W\subsetneq \sigma (\mathfrak p)\cap B^W$
aus der Erhaltung echter Inklusionen von Primidealen beim
Herunterschneiden in ganzen Kringerweiterungen nach \ref{GuRit} und damit
$\mathfrak q\cap B^W\neq \sigma (\mathfrak p)\cap B^W=\mathfrak p\cap B^W$.
\\[2mm]\noindent 3. Die Primideale "uber
  $P$ bilden nach Teil 2 eine $W$-Bahn 
  $W\mathfrak p$ und die Primideale "uber
  $Q$ desgleichen  eine $W$-Bahn $W\mathfrak q$. G"abe es
  keine Inklusion zwischen einem Ideal der einen und einem Ideal der
  anderen Bahn, so k"onnte nach dem Argument 
  im Beweis f"ur Teil 2 nicht gelten $Q\subset P$.
  \\[2mm]\noindent 4.
  Im Fall von unendlichem $W$ betrachten wir alle normalen Untergruppen
$N\subset W$, die als Fixatoren endlicher $W$-stabiler Teilmengen von $B$
entstehen. Sie sind  kompakt in der Krulltopologie.
Sie sind auch offen in der Krulltopologie und
erzeugen den Umgebungsfilter des neutralen Elements, aber das sei nur am
Rande bemerkt. Gegeben Primideale
$\mathfrak p, \mathfrak q\subset B$ mit
$\mathfrak p\cap B^W=\mathfrak p\cap B^W$ betrachten wir f"ur jedes derartige
$N$ die Menge $$T_N \pdef \{\tau\in W\mid \tau(\mathfrak q)\cap B^N=
\mathfrak p\cap B^N\}$$
Da  $W/N$ endlich ist, ist $T_N$ nicht leer und kompakt. F"ur
$L$ ein weiterer Normalteiler derselben Art ist auch $L\cap N$  ein
Normalteiler dieser Art und es gilt 
$T_{L\cap N}\subset T_L\cap T_N$. Die Familie der $T_N$ hat folglich nichtleere
endliche Schnitte.  Aufgrund der Kompaktheit von $W$ gibt es dann auch
$\tau\in \bigcap_N T_N$. F"ur so ein $\tau$ gilt aber offensichtlich
$\tau(\mathfrak q)=\mathfrak p$.
\end{proof}



\begin{Bemerkungl} Die {\bf Krulltopologie}\index{Krulltopologie} ist 
  definiert als die Initialtopologie
  f"ur die Familie aller Surjektionen $W\sra W/N$ mit $N$ wie im
  vorhergehenden Beweis und jeweils der diskreten Topologie auf $W/N$. 
  Die Kompaktheit von $W$ ist gleichbedeutend zur Annahme,
  da"s $W$ abgeschlossen ist im Produkt der $W/N$. Andernfalls
  k"onnen wir zum Abschlu"s von $W$ "ubergehen, ohne die Fixpunktmenge
  zu "andern, aber manche Bahnen von Primidealen
  k"onnten dabei schon gr"o"ser werden. 
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungl}[\textbf{Ringendlichkeit von Invariantenringen}]
 Ist $B$ ein ringendlicher $k$-Kring "uber einem noetherschen Kring  $k$
  und $W$ eine endliche Gruppe von $k$-Kring\-au\-to\-mor\-phis\-men von $B$,
so ist $B$ ringendlich "uber 
$B^W$ und damit modulendlich "uber $B^W$ nach \ref{EKG}.
Nach dem Sandwichlemma \ref{SWN} ist 
damit auch $B^W$ ringendlich  "uber $k$.\label{Noe}
\end{Bemerkungl}


  \begin{Satz}[\textbf{Quotienten affiner Variet"aten nach endlichen Gruppen}] 
Operiert eine endliche Gruppe $W$ auf einer affinen $k$-Variet"at $X$, so wird
    auch  der Bahnenraum $X/W$ mit 
$\mathcal O(X/W)\pdef\{f:X/W\ra k\mid f\circ\op{can}\in\mathcal O(X)\}$
eine affine Variet"at.\label{Qz2b} 
\end{Satz}

\begin{Bemerkungl}
  Unter den Annahmen des Satzes liefert
die kanonische Abbildung insbesondere einen Isomorphismus
  $$\cal{O}(X/W)\sira \cal{O} (X)^{W}$$
  zwischen den
  regul"aren Funktionen auf dem Bahnenraum und den $W$-invari\-an\-ten
  regul"aren Funktionen auf $X$. Die weiteren Aussagen "uber Spektren von
  Invariantenringen \ref{SpvI} implizieren, da"s $\pi: X\ra X/W$ final ist
  f"ur die Zariskitopologien und da"s f"ur $Y\As X/W$ und eine beliebige
  Komponente $Z$ von $\pi^{-1}(Y)$ gilt $\op{kdim}(Z\subset X)=
  \op{kdim}(Y\subset X/W)$.\label{DiQo}  
\end{Bemerkungl}
%%
\begin{proof}
Nach \ref{Noe}   ist  der Invariantenring $\cal{O}(X)^{W}$
ringendlich "uber $k$. Nilpotentfrei ist er eh.
Damit entspricht er einer affinen $k$-Variet"at.
Der von der Einbettung von $k$-Ringalgebren 
$\cal{O}(X)^{W}\hra \cal{O}(X)$ induzierte 
Morphismus von affinen Variet"aten $\pi: X\ra \op{Max}(\cal{O}(X)^{W})$
ist sicher konstant auf $W$-Bahnen und induziert folglich eine Abbildung
$$\kappa:X/W\ra \op{Max}(\cal{O}(X)^{W})$$
Da"s sie bijektiv ist, folgt sofort aus der Beschreibung
\ref{SpvI} der Primspektren von Invariantenringen, die ja nach \ref{GuRit}
ganz allgemein zu einem Hom"oomorphismus $(\op{Max}B)/W\sira \op{Max}(B^W)$
einschr"ankt. Hier "uberlegen wir uns das nocheinmal
geometrisch. Unsere Abbildung ist   surjektiv, da bereits 
$X\ra \op{Max}(\cal{O}(X)^{W})$ surjektiv ist nach \ref{SuMax},
angewandt auf die ganze Ringerweiterung $\cal{O}(X)^{W}\hra \cal{O}(X)$.
Wir zeigen, da"s sie auch  injektiv
und damit bijektiv ist. Nach \ref{ABF}
gibt f"ur je zwei verschiedene $W$-Bahnen  
eine regul"are Funktion, die auf der einen Bahn verschwindet und auf der 
anderen konstant den Wert Eins annimmt. Das Produkt "uber alle 
$W$-Verschobenen einer derartigen
 Funktion ist dann sogar eine invariante Funktion
mit besagter Eigenschaft. Die Existenz einer solchen Funktion zeigt, da"s 
unser Morphismus $\kappa$  auf 
den zugrundeliegenden Punktmengen
auch injektiv ist. Per definitionem entsprechen
unter unserer Bijektion $\kappa:X/W\sira \op{Max}(\cal{O}(X)^{W})$
die regul"aren Funktionen auf der affinen Variet"at
$\op{Max}(\cal{O}(X)^{W})$ genau den Funktionen aus dem eben definierten 
Teilring $\mathcal O(X/W)\subset \op{Ens}(X/W,k)$. Damit mu"s dann auch
$(X/W, \mathcal O(X/W))$ eine affine Variet"at sein. 
\end{proof}















%%
\begin{Bemerkunge}
Operiert die endliche Gruppe $W$ auf der affinen $k$-Variet"at $X$ 
und ist $p\in X/W$ ein Punkt des Quotienten,
so nenne ich den Restklassenring $\mathcal O(X)/\langle \mathcal O(X)\mathfrak m_p\rangle$
den {\bf Faserring bei $p$}.\index{Faserring} 
In der Tat wird sich sein Spektrum  
als die \glqq schementheoretische Faser  bei $p$\grqq\  der Projektionsabbildung
erweisen. Mit $\langle \mathcal O(X)\mathfrak m_p\rangle$ ist hierbei 
das von  $\mathfrak m_p\subset \mathcal O(X/W)$
in $\mathcal O(X)$ erzeugte Ideal gemeint.
\end{Bemerkunge}

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
  Man zeige, da"s die Quotientenvariet"at 
$\DC^2/\{\pm\op{id}\}$ isomorph ist zum
Kegel $\{(x,y,z)\in\DC^3\mid x^2+y^2=z^2\}$.
Idem, wenn man $\DC$ durch einen beliebigen algebraisch abgeschlossenen
K"orper einer von Zwei verschiedenen Charakteristik ersetzt.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{QSyG} 
 Die symmetrische Gruppe $\mathcal S_n$ operiert auf
der Variet"at $k^n$  durch Vertauschen der Koordinaten. 
Man zeige, da"s der durch die elementarsymmetrischen Polynome
$(s_1,\ldots, s_n):k^n\ra k^n$  gegebene Morphismus einen Isomorphismus 
$$k^n/\mathcal S_n\sira k^n$$
induziert. Hinweis: Das ist wenig mehr als eine geometrische Formulierung
des Hauptsatzes "uber symmetrische Polynome \eref{SyP}{AL}.
\end{Ubung}

%%
\subsection{Going-Down}



\begin{Bemerkungl}
 Nach \ref{GoDoE} sagen wir,
  eine Kringerweiterung
  $A\subset B$ habe
  Going-Down, wenn es gegeben Primideale $Q\subset P$ von
  $A$ und ein Primideal $\mathfrak p$ von $B$ "uber $P$  stets ein
  Primideal $\mathfrak q$ von $B$ "uber $Q$ gibt mit
  $\mathfrak q\subset \mathfrak p$. Im  Diagramm mit einer Kringerweiterung in der rechten Vertikalen
 $$\begin{array}{ccccc}
 \boxed{\frak q} &\subset &  \frak p &\subset & B \\
\;\;\;\;\downmapsto{\scriptstyle \cap A} & & \;\;\;\;\downmapsto{\scriptstyle \cap A} & & \cup\\
Q & \subset & P& \subset & A
 \end{array}$$
  sind  also das Primideal $\mathfrak p$ und das Primideal $Q$
  mit den dargestellten Inklusionsrelationen vorgegeben und die
  Existenz des eingekastelten Primideals $\mathfrak q$
  in jeder derartigen Situation ist die Going-Down-Eigenschaft.
   Sind in einem
   Diagramm mit einer Kringerweiterung mit Going-Down-Eigenschaft
   in der rechten Vertikalen\label{Godow} 
 $$\begin{array}{ccccccccccc}
 \boxed{\boxed{\boxed{\frak p_0}}}  &\subset&\ldots&\subset   & \boxed{\boxed{\frak p_{r-2}}} &\subset& \boxed{\frak p_{r-1}}&\subset& \frak p_r &\subset & B \\
\;\;\;\;\downmapsto{\scriptstyle \cap A} &&& & \;\;\;\;\downmapsto{\scriptstyle \cap A} & & \;\;\;\;\downmapsto{\scriptstyle \cap A} && \;\;\;\;\downmapsto{\scriptstyle \cap A} & &\cup\\
P_0 & \subset&\ldots&\subset & P_{r-2}& \subset & P_{r-1} &\subset & P_r&\subset & A
 \end{array}$$
    die nicht  eingekastelten Primideale mit vorgegeben, so k"onnen wir
    also induktiv der Reihe nach die mehr und mehr eingekastelten Primideale finden. Daher r"uhrt die
    Bezeichnung als \glqq Going-Down\grqq\ im Gegensatz zum Going-Up aus \ref{NGU}. 
\end{Bemerkungl}

\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildGDG}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
 Ein Gegenbeispiel zu Going-Down 
im Fall, da"s $B$ kein Integrit"atsring ist, liefert
  bereits die diagonale Einbettung $k[T]\subset k[T]\times k$ f"ur einen
  K"orper $k$. Geometrisch sieht man, da"s der mit  $\frak p$
bezeichnete Punkt oben, der eigentlich $\cal Z(\frak p)$ darstellt,
nicht zu einer irreduziblen Teilmenge $\cal Z(\frak q)$ vergr"o"sert
werden kann, deren Bild als Abschlu"s die ganze Gerade $\cal Z(Q)$
unten hat.
\end{minipage}
\end{figure}
\begin{Definition}
  Ein Integrit"atsring hei"st 
{\bf ganz abgeschlossen},\index{ganz abgeschlossen}  
 wenn er kommutativ ist und  sein eigener ganzer Abschlu"s in seinem\label{defNo} 
Bruchk"orper. 
\end{Definition}


\begin{Beispiel}
  Nach \eref{NUQ}{LA1} ist $\DZ$ ganz abgeschlossen. Dasselbe gilt
mit demselben Beweis f"ur jeden faktoriellen Ring.
Insbesondere ist  auch jeder Polynomring 
$k[T_1,\ldots, T_n]$ mit Koeffizienten in einem K"orper 
 ganz abgeschlossen, denn nach \eref{KPFj}{AL} sind Polynomringe faktoriell.
\end{Beispiel}



\begin{Satz}[\textbf{Going-Down}]
  Jede ganze Kringerweiterung  $A \subset B$
  von Integrit"atsringen
  mit $A$ ganz abgeschlossen\label{GoDo}\index{Going-down} 
  hat  Going-Down und induziert eine offene Surjektion
  $\op{Spec}(B)\sra \op{Spec}(A)$. 
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
In \ref{GOG} gebe ich 
einen alternativen 
Beweis der ersten Aussage, der  mit einem Minimum an Galoistheorie auskommt.
Ich kenne keinen alternativen Beweis daf"ur,
da"s unsere Surjektion auch offen ist.
\end{Bemerkungl}

\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildIdPa}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Ein Gegenbeispiel zu Going-Down liefert
  das Verkleben zweier verschiedener
  Punkte der affinen Ebene im Sinne von \ref{VeKKn}.
  Nehmen wir in
  unserer Ebene eine Gerade durch genau einen unserer Punkte
  und deren Bild, so l"a"st sich der andere Punkt nicht zu einer
  irreduziblen abgeschlossenen Teilmenge vergr"o"sern, die dasselbe Bild hat
  wie unsere Gerade.
  In diesem Fall ist der  Ring der regul"aren Funktionen
  der verklebten Ebene  nicht ganz abgeschlossen.
\end{minipage}
\end{figure}

\begin{proof}
 Sicher ist $\op{Frac} \!B /
  \op{Frac}\! A$ eine algebraische K"orpererweiterung. 
Wir vereinbaren die Abk"urzung $K\pdef \op{Frac}\! A$ und vergr"o"sern 
unsere K"orpererweiterung  zu einer normalen 
Erweiterung $N/K$, zum Beispiel durch den algebraischen Abschlu"s von $K$,
und betrachten  den von den
  Bildern der Elemente von $B$ 
unter der Galoisgruppe $W\pdef \op{Gal} (N/K)$
erzeugten Teilring $C \subset N$.  So erhalten wir ganze Kringerweiterungen
$$\xymatrix{C&B\ar@{_{(}->}[l]\\
  C^W\ar@{^{(}->}[u]&A\ar@{_{(}->}[l]\ar@{^{(}->}[u]}
$$
Nach \ref{SpvI} hat $C^W\subset C$ Going-Down.
Nach \eref{reii}{AL} ist $N^W/K$
rein inseparabel und nach 
\eref{reii}{AL} liegt folglich
f"ur alle $g\in N^W$ eine hinreichend hohe Potenz $g^n$
bereits in $K$. F"ur $g\in C^W$ ist  $g^n$ zus"atzlich
ganz "uber $A$ und wegen $A$ ganz abgeschlossen  
folgt $g^n \in A$. Lemma \ref{poRE} zeigt damit, da"s auch
$A\subset C^W$ Going-Down hat. Mit unseren Permanenzen \ref{PGD} 
folgt zun"achst, da"s $A\subset C$ Going-Down hat, und dann, da"s $A\subset B$
Going-Down hat.
Die Offenheit der von $A\subset B$ induzierten Abbildung auf den Primspektren
zeigt man genauso. 
\end{proof}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Permanenzen f"ur Going-Down}]
    Seien $A\subset B\subset C$ Kringe. Hat
    $A\subset C$ Going-Down und ist $\op{Spec}C\sra \op{Spec}B$
    surjektiv, so hat offensichtlich  auch $A\subset B$ Going-Down. 
   Haben\label{PGD} 
   $A\subset B$ und $B\subset C$
   Going-Down, so offensichtlich auch $A\subset C$. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Lemma} Jede Kringerweiterung $A\subset B$ derart,
  da"s es f"ur alle $b\in B$ ein $n\geq 1$ gibt mit $b^n\in A$, induziert
  einen Hom"oomorphismus\label{poRE} 
  $$\op{Spec}(B)\sira \op{Spec}(A)$$
\end{Lemma}
\begin{proof} Sicher ist unsere Kringerweiterung ganz.
  Nach \ref{GuRit} induziert sie also eine Surjektion auf den Primspektren
  und gegeben Primideale $\mathfrak q\subsetneq \mathfrak p$ von $B$ wissen
  wir $\mathfrak q\cap A\subsetneq \mathfrak p\cap A$.
  Gegeben ein Ideal $\mathfrak b\subset B$ und ein
 Primideal  $\mathfrak p\subset B$ mit $\mathfrak b\not\subset \mathfrak p$
 gibt es $b\in \mathfrak b\backslash \mathfrak p$ und dann mit einem 
 $b^n$ auch so ein Element in $A$. Mithin folgt
 aus $\mathfrak b\not\subset \mathfrak p$ unmittelbar
 $\mathfrak b\cap A\not \subset \mathfrak p\cap A$. Zusammen zeigt das sowohl
 die Bijektivit"at als auch die Offenheit unserer Abbildung. 
\end{proof}



\subsection{Going-Down ohne Galois-Theorie**}
\label{GOG}

\begin{Bemerkungl}
  In diesem Abschnitt gebe ich einen alternativen 
Beweis von Going-Down, der mit
einem Minimum an Galois-Theorie auskommt. 
Ich kenne diesen Beweis aus 
\cite{AM}. Die
Begriffsbildungen und  Aussagen dieses Abschnitts  dienen nur diesem
alternativen Beweis und werden davon abgesehen 
im weiteren Verlauf der Vorlesung  nicht
ben"otigt.
\end{Bemerkungl}


\begin{Definition}
 Seien $A \subset B$ Kringe und $\frak a \subset A$ ein Ideal.
Ein Element $b \in B$ hei"st \defind{ganz "uber dem Ideal 
$\frak a$}, 
wenn es $n\geq 1$ und $a_i \in \frak{a}$ gibt mit
\begin{equation*}
 b^n + a_{n-1} b^{n-1} + \ldots + a_0 =0
\end{equation*}
\end{Definition}
\begin{Lemma}
  Gegeben $A \subset B$ eine Kringerweiterung
  und $C \subset B$ der ganze Abschlu"s
von $A$ in $B$ kann der ganze Abschlu"s von $\frak a$ in $B$ beschrieben 
werden als das Radikal $\sqrt{\langle \frak a C\rangle}$
des von $\frak a$ in $C$ erzeugten Ideals.\label{gAaa} 
\end{Lemma}
\begin{proof}
 Gegeben $x \in B$ mit $x^n + a_{n-1} x^{n-1} + \ldots + a_0 =0$
f"ur $a_i \in \frak a$ gilt sicher $x \in C$ und 
$x^n \in \langle \frak aC\rangle$ und
folglich $x \in \sqrt{\langle \frak aC\rangle}$.
Gegeben $x \in \sqrt{\langle \frak aC\rangle}$ gilt 
umgekehrt $x^n = a_1 x_1 + \ldots + a_n x_n$
mit $a_i \in \frak a$ und $x_i \in C$. Dann ist 
$M \pdef A [x_1, \ldots, x_n]$ ein endlich erzeugter $A$-Modul
und f"ur die Multiplikation mit $x^n$ gilt
\begin{equation*}
 x^n : M \rightarrow \frak a M
\end{equation*}
Mit \ref{EADF} folgern wir dann, da"s $x^n$ ganz ist "uber $\frak a$.
\end{proof}


\begin{Lemma}\label{LeLe}
Seien $A \subset B$ Integrit"atskringe, $A$ ganz abgeschlossen und $x \in B$
ganz "uber einem 
Ideal $\frak a \subset A$.
So liegen die Koeffizienten des Minimalpolynoms von $x$ 
"uber $K := {\op{Frac}} A$ 
in $\sqrt{\frak a}$.
\end{Lemma}
\begin{proof}
  Sei $P\in A[X]$ ein Polynom, das die Ganzheit von $x$ "uber $\mathfrak a$
  zeigt. Das Minimalpolynom $Q$ von $x$ "uber $K$ teilt $P$ in $K[X]$. 
 Sei $L/K$ der Zerf"allungsk"orper des Minimalpolynoms $Q$ von $x$ "uber $K$.
 Alle seine Nullstellen geh"oren zum ganzen Abschluss von $\frak a$ in $L$.
 Bezeichnet $C$ den ganzen Abschlu"s von $A$ in $L$, so geh"oren
 alle diese Nullstellen
nach \ref{gAaa} mithin zu $\sqrt{\langle \mathfrak a C\rangle}$. 
Damit geh"oren  auch alle seine Koeffizienten von $Q$ zum ganzen 
Abschlu"s von
$\frak a$ in $L$.
Andererseits geh"oren sie auch zu $K$
und damit zum ganzen Abschlu"s von $\frak a$ in $K$,
und da $A$ ganz abgeschlossen ist, sogar zum ganzen Abschlu"s von $\frak a$ in $A$. Dieser
ganze Abschlu"s ist aber nach \ref{gAaa} genau $\sqrt{\frak a}$.
\end{proof}

\begin{proof}[Beweis von Going-Down \ref{GoDo} ohne Galois-Theorie]
Gegeben  eine Erweiterung
$A\subset B$ von Integrit"atskringen mit $A$ ganz abgeschlossen
und  gegeben Primideale $Q\subset P$ von
$A$ und ein Primideal $\mathfrak p$ von $B$ "uber $P$  gilt es zu zeigen,
da"s es stets ein
  Primideal $\mathfrak q$ von $B$ "uber $Q$ gibt mit
  $\mathfrak q\subset \mathfrak p$.
 Wir gehen zu $B_{\frak p}$ "uber und m"ussen nur $A \cap \langle Q B_{\frak p} \rangle = Q$ zeigen, um mit
\ref{SchnittPI} den Satz folgern zu k"onnen. Nun, jedes $x \in \langle Q B_{\frak p} \rangle$
hat die Gestalt $x = y/s$ mit $y \in \langle Q B \rangle$ und $s \in B\backslash {\frak p}$.
Nach \ref{gAaa} ist $y$ ganz "uber $Q$ und nach \ref{LeLe} liegen die Koeffizienten seines
Minimalpolynoms "uber $K: = \op{Frac} A$ in $Q$ und unser Minimalpolynom hat die Gestalt
\begin{equation*}
 y^n + q_{n-1} y^{n-1} + \ldots + q_0
\end{equation*}
mit $q_i \in Q$. Liegt nun $x = y/s$ in $A$ und ist nicht Null, so haben wir $s = yx^{-1}$ und das
Minimalpolynom von $s$ "uber $K$ ist
\begin{equation*}
 s^n + (q_{n-1}/ x) s^{n-1} + \ldots + (q_0/ x^n)
\end{equation*}
F"ur die Koeffizienten $v_i$ dieses Polynoms gilt also $x^{n-i} v_i = q_i \in Q$.
Da aber $s$ ganz ist "uber $A$ folgt $v_i \in A$ wieder mit \ref{gAaa}.
H"atten wir nun $x \not\in Q$, so h"atten wir $v_i \in Q$ f"ur alle $i$ und damit
$s^n \in \langle Q B\rangle $ im Widerspruch zu $s \not\in {\frak p}$. Also gilt $x \in Q$
was zu zeigen war.
\end{proof}






\subsection{Going-Down und maximale Primidealketten}






\begin{Definition}
Ein {\bf Kettenl"angenring}\index{Kettenl"angenring} ist
ein Kring, in dem es eine obere Schranke f"ur die
m"oglichen L"angen von Primidealketten gibt und in dem je zwei maximale Primidealketten dieselbe L"ange haben.\label{KetRR}
In unserer Terminologie ist insbesondere auch der
Nullring  ein Kettenl"angenring.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Die Maximalit"at ist hier in Bezug auf die offensichtliche Teilordnung
  auf der Menge aller Primidealketten zu verstehen. 
  Die Bezeichnung als Kettenl"angenring ist in der Literatur nicht
  gebr"auchlich. In der "ublichen Terminologie  w"urde man solch einen Ring
  einen
  \glqq "aquidimensionalen und "aquikodimensionalen Kettenring endlicher
  Krulldimension\grqq\  nennen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Geometrisch relevante Ringe sind Kettenl"angenringe}]
Jeder Integrit"atskring, der ringendlich ist "uber einem
  K"orper, ist ein Kettenl"angenring.\label{KeRR}  
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Krulldimension und Krullkodimension}] 
 Im geometrischen Fall bedeutet dieser Satz f"ur $Y\As X$
 eine irreduzible  abgeschlossene Teilmenge einer irreduziblen
 %oder allgemeiner  "aquidimensionalen
 affinen Variet"at\label{aeqk} 
 die Identit"at
$${\op{kdim}}Y + {\op{kdim}}(Y\subset X)={\op{kdim}}X$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Es gibt noethersche Integrit"atskringe
  endlicher Krulldimension, die keine Kettenl"angenringe sind. 
F"ur ein Gegenbeispiel mag man eine Lokalisierung eines 
Polynomrings betrachten, bei der alle Elemente im Komplement der Vereinigung 
zweier Primideale invertiert werden.
Es gibt sogar noethersche lokale  Integrit"atskringe
  endlicher Krulldimension, die keine Kettenl"angenringe sind. 
Hier sind Gegenbeispiele jedoch nicht so leicht zu konstruieren.
Bei lokalen
  noetherschen Integrit"atskringen ist aber
 zumindest die Endlichkeit der
  Krulldimension nach \ref{HDiT} noch im allgemeinen gesichert.
\end{Bemerkungl}




\begin{proof}[Beweis]
Sei $k$ unser K"orper und $B$ unser Integrit"atskring.
Wir argumentieren mit Induktion "uber ${\op{kdim}} B$. 
Wir finden
 eine Noether-Normalisierung, also einen polynomialen Unterring
$A = k ['x_1, \ldots, x_n] \subset B$ mit $B$ ganz "uber besagtem Unterring.
Im Fall ${\op{kdim}} B =0$ ist nichts zu zeigen.
Sonst finden wir
 ein Primideal $\frak p \supsetneq 0$ von $B$ und nach \ref{GuRit} gilt auch
$\frak p \cap A \supsetneq 0$.
Ist $\frak p$ minimal unter den von Null verschiedenen Primidealen 
von $B$, so ist
nach Going-down \ref{GoDo} 
auch $\frak p \cap A$ minimal unter den von Null verschiedenen
Primidealen unseres Polynomrings.
Also ist $\frak p \cap A=\langle f\rangle$ ein 
Hauptideal erzeugt von einem irreduziblen Polynom.
Damit hat $A/(\frak p \cap A)$ nach \ref{kdkt} 
eine um Eins kleinere Krulldimension und mit der Invarianz der
Krulldimension unter ganzen Kringerweiterungen folgt
\begin{equation*}
 {\op{kdim}} B/\frak p = {\op{kdim}} A/(\frak p\cap A) 
= {\op{kdim}} A -1 = {\op{kdim}} B -1
\end{equation*}
Nach Induktionsannahme wissen wir aber bereits, 
da"s jede nicht weiter verfeinerbare Kette
von Primidealen in $B/\frak p$ die L"ange ${\op{kdim}} B-1$ hat.
Der Satz folgt.
\end{proof}





\begin{Bemerkungl}
   Ein Kring $A$ hei"st {\bf normal}\index{normal!Kring},
wenn f"ur jedes Primideal $\frak p\subset A$ die Lokalisierung
$A_{\frak p}$ ein ganz abgeschlossener Integrit"atsring ist.
Nach \ref{SMLO} und \ref{GALL}
ist ein kommutativer Integrit"atsring genau dann normal, wenn
er ganz abgeschlossen ist. Die Bedeutung der Normalit"atsbedingung f"ur beliebige Kringe diskutieren wir in den "Ubungen.
\end{Bemerkungl}

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
Operiert eine  Gruppe auf einem ganz abgeschlossenen kommutativen
Integrit"atsring, so ist auch der Invariantenring ganz abgeschlossen.  
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Sei $K\subset L$ eine endliche Galoiserweiterung mit Galoisgruppe $\Gamma$
  und $A\subset K$ ein ganz abgeschlossener Teilring und
  $B\subset L$ sein ganzer Abschlu"s in $L$ ist $B$ stabil unter $\Gamma$
  und f"ur den Invariantenring  gilt\label{invGA}
  $$A=B^\Gamma$$
\end{Ubung}
\begin{Ubung} Man zeige, da"s jede Lokalisierung  
eines Kettenl"angenrings 
an einem Primideal 
und jeder Quotient eines Kettenl"angenrings nach einem Primideal 
auch selbst
wieder ein Kettenl"angenring ist.\label{LKKR}  
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Sei $A$ ein Kring und $S\subset A$ eine multiplikativ
  abgeschlossene Teilmenge und
  $S^{-1}A\subset B$ eine Kringerweiterung. Ist $b\in B$ ganz "uber
  $S^{-1}A$, so gibt es $s\in S$ mit $sb$ ganz "uber $A$.\label{gazL} 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Man zeige, da"s der Ring der regul"aren Funktionen auf einer affinen
  Variet"at genau dann ein Kettenl"angenring ist, wenn unsere Variet"at
  "aquidimensional ist.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Normalit"at "uber maximale Ideale}] 
  Ein Kring $A$ ist bereits normal, wenn f"ur
  jedes maximale Ideal $\frak m\subset A$ die Lokalisierung
  $A_{\frak m}$ ein ganz abgeschlossener Integrit"atsring ist.
  % In der Tat
 % liegt ja jedes Primideal $\frak p$ in mindestens einem maximalen Ideal 
 % $\frak m$ und mit $A_{\frak m}$ mu"s dann auch $A_{\frak p}$ ein
 % Integrit"atsring sein. Weiter  gilt nach \ref{SMLO}  in $\op{Frac}A_{\mathfrak p}$ sogar $A_{\frak p}=\bigcap A_{\frak m}$ mit dem Schnitt
 % "uber alle maximalen Ideale  $\mathfrak m\supset \mathfrak p$.
 % Folglich ist mit allen $A_{\frak m}$ auch $A_{\frak p}$ ganz abgeschlossen.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Normalit"at "uber Komponenten}] 
  Ein Kring $A$
  mit endlich vielen minimalen Primidealen $\mathfrak p_1,\ldots,\mathfrak p_r$
  ist genau dann normal, wenn die offensichtliche Abbildung einen Isomorphismus
  $$A\sira A/\mathfrak p_1\times \ldots\times A/\mathfrak p_r$$
  liefert und alle $A/\mathfrak p_i$ ganz abgeschlossen sind.\label{NuK} 
  Hinweis: \ref{EPI}.
  % In der Tat wissen wir aus \ref{EPI}, da"s unter der
  % Annahme von nur endlich vielen minimalen Primidealen aus der
  % Nullteilerfreiheit der Lokalisierungen $A_{\frak m}$ f"ur alle maximalen
  % Ideale $\mathfrak m$ bereits die behauptete Zerlegung folgt.
  % Der Rest des Arguments kann dem Leser "uberlassen bleiben.
\end{Ubung}
\begin{Bemerkungl}
  Eine affine Variet"at  $X$ hei"st {\bf normal}\index{normal!Variet"at!affine},
  wenn ihr Ring von regul"aren Funktionen\label{aVn} $\mathcal O(X)$ normal ist.
  Nach \ref{NuK} ist das gleichbedeutend dazu, da"s unsere affine
  Variet"at die disjunkte Vereinigung 
ihrer irreduziblen Komponenten ist und da"s diese jeweils einen ganz abgeschlossenen Ring von regul"aren Funktionen haben.
\end{Bemerkungl}

\newpage
\section{Hauptidealsatz und Folgerungen}
\subsection{Nullstellenmengen einzelner Funktionen}

\begin{Satz}[\textbf{Krull'scher Hauptidealsatz im geometrischen Fall}]
  Gegeben eine affine Variet"at  $X$ und eine
  regul"are Funktion $f\in \mathcal O(X)$ und eine irreduzible
  Komponente $Z\subset \mathcal Z_X(f)$
  ihrer Nullstellenmenge gilt\label{kHIg} 
  $\op{kdim}(Z\subset X)\leq 1$
  und im Fall einer k"urzbaren Funktion $f$ sogar\label{kHIgk} 
  $$\op{kdim}(Z\subset X)= 1$$
\end{Satz}

\begin{Bemerkungl} Jede Komponente von $Z$ liegt in einer Komponente
   von $X$ und w"ahlen wir unter
   allen diesen eine Komponente $X_1$ maximal m"oglicher Dimension,
   so gilt $\op{kdim}(Z\subset X)=\op{kdim}(Z\subset X_1)$. Andererseits ist
   eine regul"are Funktion auf $X$ k"urzbar genau dann, wenn sie auf keiner
   Komponente von $X$ verschwindet. So k"onnen wir uns beim Beweis des Satzes
   auf den Fall $X$ irreduzibel zur"uckziehen. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Gegeben ein Kring $R$ und ein Primideal 
$\frak p\subset R$ erkl"art man die {\bf H"ohe von} 
  \index{H"ohe!von Primideal}\label{hoehe}  $\frak p$
  %(englisch \defind{height})
  als
die Krulldimension der Lokalisierung an  $\frak p$, in Formeln 
\index{ht@${\op{ht}}$ H"ohe von Primideal}
$${\op{ht}}(\frak p)\pdef {\op{kdim}}R_{\frak p}=\op{sup}\{l\mid
\text{Es gibt in $R$ eine 
Primidealkette }\frak p=\frak p_l\supsetneq\ldots \supsetneq\frak p_0\}$$
Das Supremum soll also in Worten gebildet werden  "uber
die L"angen aller zu $\frak p$ 
aufsteigenden Ketten von Primidealen von $R$. Die Notation erinnert
an franz"osisch \glqq hauteur\grqq\ und englisch \glqq height\grqq. Ist $X$ eine
affine Variet"at und  $\frak p\subset \mathcal O(X)$
ein Primideal, so kann die H"ohe von $\frak p$ 
 geometrisch beschrieben werden als 
\hyperref[KDT]{Krullkodimension} durch die Identit"at 
$${\op{ht}}(\frak p)={\op{kdim}}(\mathcal Z(\frak p)\subset X)$$
\end{Bemerkungl}
\begin{proof} Unser Satz besagt in dieser Terminologie, da"s jedes
  "uber $f$ minimale Primideal von $\mathcal O(X)$
  h"ochstens die H"ohe Eins hat. Das ist klar im Fall, da"s $\mathcal O(X)$
  faktoriell ist, denn dann ist jedes von einem irreduziblen Element
  erzeugte Hauptideal prim und offensichtlich von der H"ohe Eins und die
  minimalen Primideale "uber $f\neq 0$ sind genau die Hauptideale der
  irreduziblen Faktoren von $f$.
  Zum Beweis sei nun 
 ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit $X$ 
 irreduzibel und $f\neq 0$.
 Sei $X\sra k^n$ eine Noethernormalisierung 
 und $\mathcal N$ die normale H"ulle 
 zur K"orpererweiterung $\mathcal M(X)/\mathcal M(k^n)$ und   $\Gamma\pdef \op{Gal}(\mathcal N/ \mathcal M(k^n))$ ihre Galoisgruppe.
 Weil $\mathcal N^\Gamma/ \mathcal M(k^n)$ eine endliche rein inseparable K"orpererweiterung ist, gibt es f"ur alle $h\in \mathcal N^\Gamma$ ein $b\in\DN_{\geq 1}$ mit $h^b\in \mathcal M(k^n)$.
  Betrachten wir auch noch das Ringerzeugnis $A\subset \mathcal N$ der Galoiskonjugierten von $\mathcal O(X)$, so erhalten wir einen Turm ganzer Ringerweiterungen
  $$\mathcal O(k^n)\subset\mathcal O(X)\subset A$$
   F"ur $h$ das Produkt der
   Galoiskonjugierten von $f$ gilt sogar $h^b\in \mathcal O(k^n)$,
   da $\mathcal O(k^n)$ ganz abgeschlossen ist.
 Nun nehmen wir ein "uber $h^b$ minimales Primideal
   $\mathfrak q\in \op{Spec}A$. Going-Down sagt uns, da"s
   $\mathfrak q\cap \mathcal O(k^n)$ ein "uber $h^b$ minimales Primideal
   von $\mathcal O(k^n)$ ist, mithin
   ein Primideal der H"ohe Eins, wie wir f"ur den faktoriellen Ring
   $\mathcal O(k^n)$ bereits wissen. Satz \ref{GuRit}
   "uber ganze Ringerweiterungen   sagt dann, da"s auch $\mathfrak q$ selbst
   und 
   $\mathfrak q\cap \mathcal O(X)$  h"ochstens die H"ohe Eins haben. 
   Da sie nicht Null sind, haben sie sogar genau die H"ohe Eins.
    Weiter umfa"st jedes
   $\mathfrak q$ mindestens ein $\gamma(f)$ f"ur $\gamma\in \Gamma$
   und ist dann auch dar"uber minimal. So sehen wir, da"s unsere
   $\mathfrak q$ genau diejenigen Primideale von $A$ sein m"ussen,
   die "uber mindestens
   einem $\gamma(f)$ minimal sind.
 Ein Primideal $P\subset \mathcal O(X)$, das
   "uber $f$ minimal ist, ist nun nach Going-Up der
   Schnitt mit $\mathcal O(X)$ eines Primideals $\mathfrak p\subset A$,
   und dieses mu"s seinerseits auch "uber $f$ minimal sein nach \ref{GuRit}.
   Also ist es eines unserer Primideale $\mathfrak q$ und $P$ hat in der Tat
   die H"ohe Eins.
\end{proof}


\begin{Bemerkungl}Ein Primideal eines Rings $R$, das 
ein gegebenes Element $f$ enth"alt und minimal ist 
unter allen Primidealen mit dieser 
Eigenschaft, nennen wir wie im vorhergehenden Beweis ein
{\bf  "uber $f$ minimales Primideal}. Wenn ich stattdessen aus Versehen einmal
\glqq minimales Primideal "uber $f$\grqq\ schreiben sollte,
bitte ich um Nachsicht, denn das ist etwas v"ollig anderes und
fast nie gemeint. 
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl} Gegeben eine ganze Kringerweiterung $A\subset B$ und
  $\mathfrak q\in \op{Spec}B$ gilt nach unseren Erkenntnissen
  \ref{GuRit} zu Primidealen bei ganzen Kringerweiterungen
  offensichtlich
  $\op{ht}(\mathfrak q)\leq \op{ht}(\mathfrak q\cap A)$. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}\label{KRHH}
  In einem Kettenl"angenring $R$ gilt offensichtlich
f"ur jedes Primideal $\frak p$ die Identit"at 
$${\op{ht}}(\frak p)+{\op{kdim}}(R/\frak p)= {\op{kdim}}(R)$$
In allgemeineren Ringen kann man  nur
$\leq$ erwarten, weil ja nicht auszuschlie"sen ist, da"s alle
 Primidealketten maximaler L"ange das Primideal $\frak p$
vermeiden. Der Hauptsatz der Dimensionstheorie lokaler noetherscher Kringe
\ref{HDiT} wird zumindest zeigen, da"s die H"ohe eines Primideals in einem
noetherschen Kring  endlich ist.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Ist $X$ eine  irreduzible  oder auch nur
"aquidimensionale affine Variet"at und $f\in \mathcal O(X)$ eine
nichtk"urzbare Funktion, so k"onnen wir vom Hauptidealsatz 
mit der Beziehung \ref{aeqk} zwischen Krulldimension und Krullkodimension
noch einen Schritt weitergehen und f"ur jede irreduzible Komponente $Z$ von ${\mathcal Z}(f)$  folgern\label{KKHS}  
$$\op{kdim}Z =\op{kdim}X- 1$$
\end{Bemerkungl}





 

\begin{Korollar}[\textbf{Nullstellenmengen endlich vieler Funktionen}] 
Gegeben  
 eine
irreduzible affine Variet"at $X$ und 
$r$ regul"are Funktionen $f_1,\ldots, f_r\in\mathcal O(X)$ 
haben alle 
irreduziblen Komponenten $Z$ der 
simultanen Nullstellenmenge unserer $r$ Funktionen
${\mathcal Z}_X(f_1,\ldots, f_r)$\label{KKHSn}  
eine Dimension
$$\op{kdim}Z\geq \op{kdim}X - r$$
\end{Korollar}
\begin{proof}
  Vollst"andige Induktion durch wiederholte Anwendung der Aussage im
  Fall $r=1$, in dem sie aus  \ref{KKHS} bereits bekannt ist. Der Fall einer
  echten Ungleichung tritt im Fall $r=1$ nur f"ur die Nullfunktion aus,
  aber im Verlauf der Induktion kann ja auch nicht ausgeschlossen werden,
  da"s die $r$-te Funktion auf einer irreduziblen Komponente
  der gemeinsamen Nullstellenmenge der ersten $r-1$ Funktionen verschwindet.
\end{proof}
\begin{Korollar}[\textbf{Darstellung algebraischer Mengen durch Gleichungen}]
 Seien
$Z\As X$  nichtleere "aquidimensionale affine Variet"aten
und $c\pdef \op{kdim}X-\op{kdim}Z$ die Differenz ihrer Dimensionen. So gibt es
 Elemente $f_1,\ldots, f_c\in \cal O(X)$ 
 mit  $$Z\subset \cal Z(f_1,\ldots, f_c)$$ und $\cal Z(f_1,\ldots, f_c)$
 "aquidimensional von derselben Dimension wie $Z$.
\label{NStFF}
\end{Korollar}
\begin{Bemerkungl}
  Insbesondere ist dann $Z$  eine Vereinigung von irreduziblen
  Komponenten von $\cal Z(f_1,\ldots, f_c)$.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
  Im Fall $c=0$ ist nichts zu zeigen. Sonst finden wir ein k"urzbares Element 
  $f_1\in \cal O(X)$ mit $Z\subset \cal Z(f_1)$, etwa indem wir auf jeder
  irreduziblen Komponente von $X$ einen Punkt w"ahlen, der nicht zu $Z$
  geh"ort, und eine Funktion $f_1$, die an allen diesen Punkten den Wert Eins annimmt und auf $Z$ verschwindet. Nach Krull
hat jede irreduzible Komponente von $\cal Z(f_1)$
eine um Eins kleinere Dimension als $X$.
Der Beweis kann nun mit Induktion 
"uber $c$ zu Ende gef"uhrt werden.
\end{proof}



\begin{Bemerkungw} Gegeben eine irreduzible affine Variet"at $X$
  und eine irreduzible abgeschlossene 
  Teilmenge $Z\As X$ der Kodimension Eins mu"s es keineswegs eine
  regul"are Funktion $f\in \mathcal O(X)$ geben mit
  Nullstellenmenge $\mathcal Z_X(f)=Z$. Zum Beispiel ist das Komplement
  des
  neutralen Elements in einer elliptischen Kurve eine affine Variet"at $X$,
  aber ein Punkt
  in diesem Komplement ist nur dann die Nullstellenmenge
  einer regul"aren Funktion, wenn er endliche Ordnung hat. \nichtfinal{Das wird auch in \ref{KoPE} verwendet. Mu"s man doch mehr "uber elliptische Kurven erkl"aren? Ich mache einiges in \ref{ENIP}, das sollte reichen. Wenn
    $P$ ein Punkt ist und $Q$ das neutrale Element und $\mathcal Z(f)=\{P\}$,
    so mu"s $f$ einen Divisor $nP-nQ$ haben f"ur $Q$ das neutrale Element.
    Also mu"s $nP-nQ$ ein Hauptdivisor sein und damit $P$ ein
  Punkt endlicher Ordnung in $E$. Mu"s nat"urlich pr"ufen, warum nicht alle Punkte endliche Ordnung haben k"onnen. } 
\end{Bemerkungw}



\begin{Korollar}[\textbf{Mindestdimension der  Fasern von Morphismen}]
Gegeben $\varphi : X \ra Y$ ein dominanter Morphismus von irreduziblen
affinen Variet"aten und eine irreduzible abgeschlossene Teilmenge $Z\As Y$ gilt
f"ur jede irreduzible Komponente $K$ von $\varphi^{-1}(Z)$
mit $\overline{\varphi(K)}=Z$ die
Absch"atzung\label{diF} 
$$\op{kdim}X-\op{kdim}K\leq \op{kdim}Y-\op{kdim}Z$$
\end{Korollar}
\begin{Bemerkungl} Insbesondere hat jede irreduzible Komponente jeder
  Faser von $\varphi$ mindestens die Dimension $\op{kdim}X-\op{kdim}Y$.
  Die Aussage gilt auch f"ur nicht notwendig dominante Morphismen,
  aber dann erhalten wir daraus direkt st"arkere Absch"atzungen, indem wir sie
  auf $Y\pdef \overline{\varphi(X)}$ anwenden. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungw}  Dasselbe folgt f"ur
   irreduzible, aber nicht notwendig affine Variet"aten,
  wie wir sie im weiteren Verlauf dieser Vorlesung einf"uhren.
  F"ur $\varphi$ flach zeigen wir sehr
  viel st"arkere Aussagen in \ref{MMK}. Da"s \glqq die meisten\grqq\ Fasern
  genau die
  erwartbare Dimension haben, wissen wir bereits aus \ref{DFB}. 
\end{Bemerkungw}
\begin{proof}
  F"ur $c\pdef \op{kdim}Y-\op{kdim}Z$ finden wir Funktionen $f_1,\ldots,f_c\in\mathcal O(Y)$ mit $\cal Z\pdef \cal Z(f_1,\ldots, f_c)$ "aquidimensional und $Z$ einer
  irreduziblen Komponente von  $\cal Z$ nach \ref{NStFF}. Nach \ref{KKHSn} hat
  jede irreduzible Komponente $W$ von
  $$\varphi^{-1}(\cal Z)=\cal Z(f_1\circ \varphi,\ldots, f_c\circ\varphi)$$
  mindestens die Dimension $\op{kdim} W\geq \op{kdim} X-c$.
  Jede irreduzible Komponente $V$ von $\varphi^{-1}(Z)$ mit
  $\overline{\varphi(V)}=Z$ ist aber notwendig auch eine 
irreduzible Komponente von $\varphi^{-1}(\cal Z)$.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
  Die Proposition zeigt zum Beispiel, da"s es  Morphismen $X\ra Y$ zwischen
irreduziblen affinen Variet"aten mit 
mindestens einer endlichen nicht leeren Faser  nur dann geben kann, wenn 
gilt $\op{kdim}X\leq\op{kdim}Y$.\label{FDiMn}
\end{Bemerkungl}

\begin{Korollar}[\textbf{Kodimension von Schnittmengen}] $(k=\bar k)$.
Gegeben
 irreduzible abgeschlossene Teilmengen\label{KDSa} $X,Y\As k^n$ 
gilt  f"ur jede irreduzible Komponente $Z$ ihres Schnitts $X\cap Y$ die
Absch"atzung $$(n-{\op{kdim}} Z)\leq (n-{\op{kdim}} X) +
(n-{\op{kdim}} Y)$$
\end{Korollar}
\begin{proof}
  Die Diagonale $\Delta=\{(v,v)\in k^n\times k^n\}$ kann als Nullstellenmenge
  von $n$ regul"aren Funktionen beschrieben werden. 
 Der Schnitt mit $\Delta\cap (X\times Y)$ ist isomorph zu $X\cap Y$ und kann
  andererseits als Nullstellenmenge
  von $n$ regul"aren Funktionen aus $\mathcal O(X\times Y)$ beschrieben werden.
  Nach \ref{KKHSn} hat also jede irreduzible Komponente des Schnitts
  mindestens die behauptete Dimension.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}
Die Aussage des Korollars gilt
analog auch f"ur Schnitte in beliebigen \glqq glatten\grqq\ "aquidimensionalen  Variet"aten mit im
wesentlichen demselben Beweis, vergleiche \ref{KDSg}. F"ur Schnitte in allgemeinen irreduziblen Variet"aten gilt sie nicht mehr.
Zum Beispiel ist $Q\pdef \mathcal Z(T_1T_2-T_3T_4)\As k^4$ eine irreduzible
Hyperfl"ache, also dreidimensional, und darin liegen die beiden zweidimensionalen Untervariet"aten  $\mathcal Z(T_1,T_3)$ und
$\mathcal Z(T_2,T_4)$ scheiden sich nur in einem einzigen Punkt, dem
Ursprung des Koordinatensystems.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  In meinen Augen ist dieses Korollar eine gro"sartige 
Verallgemeinerung der Absch"atzung f"ur die Kodimension des
Schnitts affiner Teilr"aume eines affinen Raums in \eref{DFAn}{LA1}
zum Fall von Teilmengen,
die durch kompliziertere, nicht mehr notwendig lineare, 
sondern eben polynomiale Gleichungen gegeben werden.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  F"ur das Korollar  ist es wesentlich, da"s wir 
"uber einem algebraisch abgeschlossenen K"orper arbeiten:
Zwei Sph"aren im  $\DR^3$ etwa k"onnen sich ber"uhren und so
eine einpunktige Schnittmenge haben. Im Komplexen aber mu"s 
nach unserem Korollar jede irreduzible
Komponente des Schnitts zweier algebraischer Fl"achen im  $\DC^3$ entweder
eine Kurve 
oder eine Fl"ache sein. Gegeben komplexe Polynome 
$f,g$ in drei Variablen kann also ihre gemeinsame Nullstellenmenge
keine isolierten Punkte haben. Genauer mu"s sogar der Schnitt zweier
verschiedener irreduzibler algebraischer Fl"achen in $\DC^3$ stets
eine Kurve alias "aqui-eindimensional sein, wie Sie sich in "Ubung \ref{skf}
selbst "uberlegen d"urfen.
\end{Bemerkungl}

















\subsection{Definitionsl"ucken rationaler Funktionen} 
\begin{Satz*}[\textbf{Definitionsl"ucken rationaler Funktionen}]
  Jeder ganz abgeschlossene noethersche Integrit"atskring $A$ ist in seinem 
Bruchk"orper der Schnitt "uber alle seine Lokalisierungen 
nach Primidealen der H"ohe Eins. In Formeln 
gilt mithin in $\op{Frac}\!A$ die Identit"at\label{Schnit} 
$$A=\bigcap_{{\op{ht}}(\frak q)=1}A_{\frak q}$$
\end{Satz*}



\begin{Bemerkungl}
Wir diskutieren eine Konsequenz dieses Satzes im geometrischen Fall.
Sei 
$X$ eine irreduzible affine Variet"at, deren Ring\label{Schnitv} 
$\mathcal O(X)$ von regul"aren Funktionen ganz abgeschlossen ist. 
Sei $U\co X$ eine offene Teilmenge, deren Komplement
eine Kodimension gr"o"sergleich Zwei hat. So ist die
Restriktion eine Bijektion 
$$\mathcal O(X)\sira  \mathcal O(U)$$
zwischen dem Ring der regul"aren
 Funktionen auf ganz $X$ und dem
 Ring der regul"aren Funktionen auf $U$. 
In der Tat liegt jede rationale Funktion $f\in \mathcal M(X)$
mit der Eigenschaft, da"s das Komplement $X\backslash D(f)$ ihres 
Definitionsbereichs aus \ref{Debk} keine irreduzible Komponente
der Kodimension Eins hat, 
bereits im Schnitt der $\mathcal O_{X,Y}$ f"ur 
$Y\As X$ irreduzibel von der Kodimension Eins und liegt damit 
nach \ref{ELFn} und unserem Satz \ref{Schnit} in $\mathcal O(X)$.
Ist $\mathcal O(X)$ faktoriell, so k"onnen wir das auch ohne
den vorstehenden Satz leicht einsehen, denn dann ist
der Definitionsbereich 
nach \ref{nnN} genau das Komplement der
Nullstellenmenge des Nenners in einer
maximal gek"urzten Darstellung unserer rationalen Funktion
und ist nach dem Hauptidealsatz \ref{KKHS} 
folglich eine Hyperfl"ache. Ist $\mathcal O(X)$ nicht ganz abgeschlossen,
so gilt die Aussage im allgemeinen nicht mehr.
F"ur ein Gegenbeispiel verklebe man zwei Punkte einer affinen Ebene 
im Sinne von \ref{VeKKn} und betrachte eine regul"are Funktion auf unserer
Ebene, die an diesen beiden Punkten verschiedene Werte annimmt.
Dann ist der Definitionsbereich der entsprechenden rationlen Funktion auf der
verklebten Variet"at das Komplement des verklebten Punktes
und sein Komplement hat 
die Kodimension Zwei.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
  Nach \ref{Schnitv} und sogar nach dem sehr viel einfacheren Beweis im Fall
  faktorieller Ringe liefert f"ur $n\geq 2$  und $k=\bar k$  die Restriktion von regul"aren Funktionen  von  regul"aren Funktionen auf ganz $k^n$ zu 
regul"aren Funktionen auf dem Komplement des Ursprungs\label{FoRF}  
eine
Bijektion $$\cal{O}( k^n)\sira \cal{O}( k^n\backslash 0)$$
\end{Beispiel}



\begin{proof}
F"ur $f\in (\op{Frac}A)\backslash A$ ist  das Ideal
$I\pdef \{g\in A\mid gf\in A\}$ nicht ganz $A$.
Seien $\frak{p}=\frak{p}_{0},\frak{p}_{1},\ldots, \frak{p}_r$ 
die paarweise verschiedenen "uber $I$ minimalen Primideale von $A$ 
nach \ref{PMP}. Man zeigt leicht 
$I_{\frak p}=\{g\in A_{\frak p}\mid gf\in A_{\frak p}\}$.
Die analoge Formel g"alte sogar f"ur eine Lokalisierung nach einer
beliebigen Teilmenge. 
Es folgt $f\not\in A_{\frak{p}}$. K"onnen wir ${\op{ht}}(\frak{p})=1$ zeigen,
so sind wir fertig.
Indem wir sonst zu $A_{\frak{p}}$ "ubergehen, 
das nach \ref{GALL} auch ganz abgeschlossen ist, d"urfen wir 
gleich $A=A_{\frak{p}}$ annehmen,
also $A$ lokal mit maximalem Ideal $\frak p$ und $I\subset A$
ein Ideal mit Radikal $\sqrt{I}=\frak p$. Wir folgern $\frak{p}^n 
\subset I$ f"ur $n\gg 0$.
Aus $If \subset A$ folgt damit insbesondere $\frak{p}^n f \subset A$.
Jetzt betrachten wir das kleinste $l \geq 0$ mit $
\frak{p}^l f\subset A$.
Sicher gilt $l > 0$- W"ahlen wir $g \in \frak{p}^{l-1} f 
\backslash A$, so gilt
$g \not\in A$ aber $\frak{p}g \subset A$.
Nun ist  $A$ ganz 
abgeschlossen, also kann $g$ nicht ganz
sein "uber $A$. Dann kann aber nach \ref{EADF} die 
Multiplikation mit $g$ auch nicht
den endlich erzeugten von Null verschiedenen $A$-Modul $\frak{p} $ 
stabilisieren, wir haben also
$\frak{p} g \not\subset \frak{p}$.
Andererseits wissen wir jedoch bereits, da"s gilt
$\frak{p} g \subset  A$, woraus 
folgt $\frak{p} g = A$ alias
$\frak{p}  = g^{-1} A$.
Nun  liefert  der Krull'sche Hauptidealsatz \ref{HvK} 
oder sogar einfacher \ref{KruVE} 
in der Tat
${\op{ht}}(\frak p)=1$. 
\end{proof}



\begin{Bemerkunge}\label{KruVE} 
Ein lokaler noetherscher Integrit"atskring,
dessen maximales Ideal ein von Null verschiedenes Hauptideal ist, 
hat als einziges weiteres Primideal das Nullideal. 
Diesen Spezialfall des Krull'schen Hauptidealsatzes \ref{HvK} 
sieht man leicht direkt ein: 
Ist $(A,\langle g\rangle)$ unser lokaler Integrit"atskring
und $\mathfrak q\subset A$ ein Primideal mit $g\not\in \mathfrak q$,
so gilt $\mathfrak q=g \mathfrak q$, denn
jedes $a\in \mathfrak q$
l"a"st sich darstellen als $a=gb$ mit $b\in A$ und dann notwendig 
$b\in  \mathfrak q$. Dann aber zeigt das Nakayama-Lemma sofort $\mathfrak q=0$.
\end{Bemerkunge}





\subsubsection*{"Ubungen}


\begin{Ubung}
  $(k=\bar k)$.   Man zeige, da"s
f"ur jede offene Teilmenge $U\co k^n$ der Ring $\mathcal O_{k^n}(U)$
der  regul"aren Funktionen auf $U$  
ringendlich ist "uber $k$. Hinweis: Man erinnere, da"s der Polynomring faktoriell ist, und "uberlege sich, da"s
eine regul"are Funktion global durch ihre maximal gek"urzte Darstellung
gegeben sein mu"s.
\end{Ubung}



\begin{Ubung}
  Gegeben ein %noetherscher (Unn"otig)
  faktorieller Ring $R$ induziert das Bilden des
  Hauptideals irreduzibler Elemente eine Bijektion\label{gllo} 
  $$\op{irk}R\sira\{\mathfrak p\in\op{Spec}R\mid \op{ht}(\mathfrak p)=1\}$$
  zwischen der Menge der Irreduziblenklassen von $R$ 
  und der Menge aller Primideale der H"ohe Eins. Hinweis: Man kopiere den Beweis
  von \ref{KKHSss}.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Seien $X$ eine affine Variet"at mit einem faktoriellen Ring von
  regul"aren Funktionen, $Y\As X$ eine Hyperfl"ache und $Z\As X$ eine
  irreduzible Teilmenge. Ist $Z$ nicht in $Y$ enthalten, so ist
  $Y\cap Z$ eine \hyperref[codim]{Hyperfl\"ache} in $Z$.\label{skf}
  Hinweis: \ref{KKHS}, \ref{KKHSss}. 
\end{Ubung}





\subsection{Lemma von Nakayama}

 
  \begin{Lemma}[\textbf{Existenz maximaler echter Untermoduln}]
    Jeder von Null verschiedene
    endlich erzeugte Modul 
    hat mindestens einen maximalen
    echten\label{meu} Untermodul.
  \end{Lemma}
  \begin{Bemerkungl} Wir meinen hier ganz genau gesagt
    einen echten Untermodul,
    der maximal ist unter allen echten Untermoduln.
    Einen maximalen Untermodul, der auch noch echt ist, kann es ja
    offensichtlich nicht geben.
    Jeder Modul hat n"amlich nur genau einen maximalen Untermodul,
    eben sich selbst,
    und der ist per definitionem nicht echt. Im Fall von Idealen ist die
    verk"urzte Sprechweise "ublich, da"s man unter
    einem maximalen Ideal stets ein maximales echtes Ideal versteht,
    aber diese
    verk"urzte Sprechweise erlauben wir uns bei Moduln nicht. 
  \end{Bemerkungl}
  
  \begin{proof}  Unser Modul hat ein unverk"urzbares 
     Erzeugendensystem. Da er nicht Null ist, kann es nicht leer sein. 
     Nach dem Zorn'schen Lemma
     gibt es f"ur jedes Element eines derartigen
     Erzeugendensystems einen
     Untermodul $N$, der maximal ist unter allen Untermoduln,
     die dies Element nicht enthalten. 
     Jeder derartige Untermodul  $N$ ist
     offensichtlich  maximal  unter allen
    echten Untermoduln unseres Moduls. 
  \end{proof}
\begin{Beispiel} Der $\DZ$-Modul $\DQ$ besitzt keinen maximalen echten
    Untermodul. Der Quotient nach einem derartigen Untermodul w"are n"amlich
    einerseits einfach, also endlich von Primzahlordnung, und andererseits
    divisibel, die Multiplikation mit jeder von Null verschiedenen ganzen
    Zahl m"u"ste in anderen Worten eine Surjektion dieses einfachen Quotienten
    auf sich selbst induzieren, und das beides zusammen
    ist unm"oglich. Es steht jedoch
    nicht im Widerspruch zu unserem Lemma, denn $\DQ$ ist kein endlich
    erzeugter $\DZ$-Modul.
  \end{Beispiel}  
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben ein Kring $R$ und ein Ideal $\frak{a}\subset R$ und ein
$R$-Modul $M$ vereinbaren wir die abk"urzende Bezeichnung
$\frak{a}M$ statt $\langle\frak{a}M\rangle$ 
f"ur den in $M$ von den Elementen $am$ mit $a\in \frak{a}$
und $m\in M$ erzeugten Untermodul. 
\end{Bemerkungl}

  \begin{Proposition}[\textbf{Quelle der Nakayama-Lemmata}]
    Gegeben ein Kring $R$ und ein endlich erzeugter
    $R$-Modul $M$ gilt\label{lvay}
    $$\mathfrak m M=M\;\forall \mathfrak m\in \op{Max}(R)
    \quad\RA\quad M=0$$ 
  \end{Proposition}
   \begin{proof}
    Durch Widerspruch. H"atten wir $M\neq 0$, so h"atte $M$ 
    nach \ref{meu} einen maximalen echten Untermodul $N\subsetneq M$.
    Dann w"are $M/N$ einfach und $\mathfrak m\pdef \op{Ann}(M/N)$ 
    ein maximales Ideal $\mathfrak m\in \op{Max}(R)$ mit 
    $\mathfrak m M\subset N\subsetneq M$. 
   \end{proof}
   \begin{Bemerkunge} F"ur Verallgemeinerungen auf den Fall
     nichtkommutativer Ringe vergleiche \eref{lvayn}{NAS} folgende.
   \end{Bemerkunge}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Nakayama-Lemma mit Jacobson-Radikal}]
  Gegeben ein Kring $R$ erkl"aren wir sein {\bf Jacobson-Radikal}
  $\op{Jac}(R)$ als den Schnitt aller maximalen Ideale von $R$. 
   Gegeben ein endlich erzeugter
   $R$-Modul $M$ folgt aus unserer Quelle \ref{lvay}
   mit dieser Notation  offensichtlich\label{NLJR}  
    $$\op{Jac}(R) M=M
    \quad\RA\quad M=0$$ 
\end{Bemerkungl}
  \begin{Bemerkungl}
    Ein Ring hei"st {\bf
      lokal},\index{lokal!Ring|main}\index{Ring!lokaler|main}
 wenn seine Nichteinheiten ein Ideal bilden.  Dies Ideal ist dann
    nat"urlich das gr"o"ste echte Ideal unseres Rings.   Der
    Nullring ist nicht lokal, denn die leere Menge ist kein Ideal.\label{LoRi} In einem lokalen Ring ist die
    Summe aus einer Nichteinheit und
    einer Einheit offensichtlich stets eine Einheit. 
  \end{Bemerkungl}
  \begin{Bemerkungl}
  Mit der Sprechweise \glqq Sei $(A,\frak m)$ ein lokaler Kring\grqq\  ist gemeint,
da"s $A$ ein lokaler Kring sein soll und $\frak m$ sein 
 eindeutig bestimmtes maximales Ideal. 
  \end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}
  Gegeben ein Kring $R$ und ein Primideal $\frak p\subset R$ ist die
Lokalisierung $R_{\frak p}$ von $R$ an der Stelle $\frak p$ nach 
\ref{PiL} stets ein lokaler Kring mit maximalem Ideal $\frak p_{\frak p}$. 
Insbesondere sind unsere Ringe von Funktionskeimen 
$\mathcal O_{X,x}$ aus \ref{ELF}
und allgemeiner unsere Ringe von Funktionskeimen 
$\mathcal O_{X,Y}$ aus \ref{ELFn} 
stets lokal.
\end{Beispiel}

   
   
   \begin{Korollar}[\textbf{Lemma von Nakayama f"ur lokale Kringe}]
     Gegeben ein lokaler Kring $(A,\mathfrak m)$ und ein endlich erzeugter
     $A$-Modul $M$
     gilt\index{Nakayama, Lemma von!f"ur lokale Kringe}\label{LNay}
     $$\mathfrak m M=M
    \quad\RA\quad M=0$$ 
   \end{Korollar}
   \begin{proof} Das folgt direkt aus der Quelle der Nakayama-Lemmata
     \ref{lvay}. Mit einer etwas sorgf"altigeren Argumentation erkennt
     man, da"s man beim Beweis  dieser Aussage sogar auf
     das Zorn'sche Lemma verzichten kann, vergleiche \ref{LVNnc}.   
    \end{proof}
\begin{Korollar}[\textbf{Lemma von Nakayama f"ur lokale Kringe, Variante}]
     Gegeben ein lokaler Kring $(A,\mathfrak m)$ und ein endlich erzeugter
     $A$-Modul $M$ und ein Untermodul $N\subset M$ mit $M=N+\mathfrak m M$
     gilt bereits $N=M$.\label{LKLo}
       \end{Korollar}
\begin{proof} F"ur $Q\pdef M/N$ folgt aus unseren Annahmen $\mathfrak m Q=Q$
  und $Q$ endlich erzeugt, also $Q=0$ nach \ref{LNay}. 
\end{proof}

\begin{Beispiel} Gegeben ein endlich erzeugter Modul $M$ "uber einem
  lokalen Kring $(A,\mathfrak m)$ und Elemente $m_1,\ldots, m_r\in M$, deren
  Nebenklassen $\bar m_1,\ldots, \bar m_r$ den Quotienten
  $M/\mathfrak m M$ erzeugen, erzeugen $m_1,\ldots, m_r$ bereits $M$
  selbst. Das folgt, indem wir \ref{LKLo} auf den von $m_1,\ldots, m_r$
  erzeugten Untermodul $N$ anwenden. Es ist hierbei wesentlich, $M$ selbst
  bereits als
  endlich erzeugt anzunehmen, die expliziten Erzeuger des Quotienten
  d"urften auch eine unendliche Familie sein.
  Das Korollar taugt also nur zum Nachzuweis, da"s eine vorgegebene
  m"oglichweise auch unendliche Teilmenge ein Erzeugendensystem von $M$ ist,
  und keineswegs zum Nachweis, da"s $M$ endlich erzeugt ist.  
 Zum Beispiel ist die Menge aller Br"uche,
  in deren Nenner eine feste Primzahl $p$ nicht als Primfaktor auftritt, 
  ein lokaler Teilring $A\pdef \DZ_{\langle p\rangle}\subset\DQ$ mit maximalem
  Ideal 
  $\mathfrak m\pdef p\DZ_{\langle p\rangle}$ und Quotient
  $A/\mathfrak m\cong\mathbb F_p$ der Primk"orper.
  Betrachten wir den $A$-Modul $M\pdef \DQ=\op{Frac}A$,
  so gilt $M/\mathfrak m M=0$ und wird bereits von der leeren Menge erzeugt,
  aber $M$ selbst ist keineswegs Null. Als weniger extremes Beispiel mag man
  auch
  den $A$-Modul $M\pdef A\oplus\op{Frac}A$ mit
  $M/\mathfrak m M\cong \mathbb F_p$ betrachten.  
\end{Beispiel}
  

\begin{Bemerkungw} Beide vorhergehenden Korollare gelten
  genauso f"ur nicht notwendig
  kommutative lokale Ringe und werden in dieser Allgemeinheit in
  \eref{ChLR}{NAS} diskutiert. Die Beweise sind dann komplizierter.
  Insbesondere  die Gleichung $\mathfrak m=\op{Jac}(A)$
 ist f"ur einen nichtkommutativen lokalen Ring $(A,\mathfrak m)$ 
  zwar richtig, aber nicht trivial.  
\end{Bemerkungw}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
  Gegeben ein endlich erzeugter freier Modul $M$ "uber einem
  lokalen Kring $(A,\mathfrak m)$ bilden Elemente
  $v_1,\ldots,v_r\in M$ eine $A$-Basis von $M$ genau dann,
  wenn ihre Bilder $\bar v_1,\ldots,\bar v_r\in M/\mathfrak m M$
  eine Basis des Quotienten "uber dem K"orper
  $A/\mathfrak m$ bilden.\label{efb}
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Sei $A\subset B$ eine modulendliche Kringerweiterung.
  Ist $A$ lokal und $B$ ein freier $A$-Modul, so spaltet
  die Einbettung $A\hra B$ als Homomorphismus von $A$-Moduln.\label{efs}
  Hinweis: \ref{efb}.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Seien $X$ eine affine Variet"at und $M$ ein $\mathcal O(X)$-Modul.
  Gegeben $x\in X$ hei"st $M\otimes_{\mathcal O(X)} k_x$ der
  {\bf geometrische Halm}\index{Halm!geometrischer}
  von $M$ an der Stelle $x$. Man zeige:
  Ein endlich erzeugter $\mathcal O(X)$-Modul  $M$ ist genau dann projektiv,
  wenn  die
  Dimensionen seiner geometrischen Halme eine 
  lokal konstante Funktion bilden. Hinweis: Man finde  f"ur jeden 
  Punkt $x\in X$ eine Funktion $f\in \mathcal O(X)$ mit $f(x)\neq 0$ und
  $M_f$ frei "uber $\mathcal O(X)_f$.\label{lkgk} Man erinnere aus
  \ref{lkfp}, da"s unter gewissen
  Endlichkeitsbedingungen projektiv "aquivalent ist zu lokal frei.    
\end{Ubung}
  





\subsection{Nichtlokale Varianten zum Lemma von Nakayama*}
\begin{Bemerkungl}
  Die hier diskutierten Varianten des Lemmas von Nakayama
  f"ur nichtlokale Kringe werden wir
  erst  im Zusammenhang mit dem Durchschnittssatz von Krull
  ben"otigen.
\end{Bemerkungl}

\begin{Korollar}[\defind{Lemma von Nakayama}]
Seien $R$ ein Kring, ${\frak a} \subset R$ ein Ideal 
 und $M$ ein endlich erzeugter\label{LVNnc}\index{Nakayama} 
$R$-Modul.
Gilt ${\frak a} M=M$, so gibt es $f \in 1+ {\frak a}$ 
mit $fM=0$.\index{Nakayama, Lemma von!kommutatives} 
\end{Korollar}

\begin{Bemerkungl}
Die Bedingung, $M$ sei endlich erzeugt, ist an dieser Stelle wesentlich.
Gegeben ein K"orper $k$ 
ist   die Folgerung  zum Beispiel offensichtlich falsch
f"ur den $k[T]$-Modul $M\pdef k[T,T^{-1}]$ und das Ideal ${\frak a}\pdef\langle T\rangle$
in $R\pdef k[T]$.
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}[Beweis aus der Quelle] Aus $\mathfrak a M=M$ folgt f"ur alle
Primideale  $\mathfrak p\supset \mathfrak a$ zun"achst 
$\mathfrak p M_{\mathfrak p}=M_{\mathfrak p}$ und mit der Quelle der Nakayamalemmata
$M_{\mathfrak p}=0$. 
Andererseits gilt nach "Ubung \ref{Trae}
f"ur  Primideale unseres Krings 
$\mathfrak p\supset \op{Ann}(M)\RA  M_{\mathfrak p}\neq 0$ f"ur endlich erzeugte
Moduln $M$.
Unsere Annahme impliziert also in geometrischer Sprache  
$$\mathcal A(\op{Ann}M)\cap \mathcal A(\mathfrak a)=\emptyset$$
und algebraisch $(\op{Ann} M) + \mathfrak a=R$, da diese Summe in keinem
Primideal liegen kann. Folglich gibt es $f\in 1+\mathfrak a$
mit $fM=0$.
\end{proof}



\begin{proof}[Beweis ohne Zorn'sches Lemma]
Wir  m"ussen aus $\frak{a} M=M$ folgern $f M =0$ f"ur ein $f
\in 1 + \frak{a}$ oder gleichbedeutend $S^{-1} M =0$ f"ur die
Lokalisierung von $M$ nach der multiplikativ abgeschlossenen
Teilmenge $S \pdef 1 + \frak{a}$.
Aber seien sonst $q_{1}, \ldots , q_{t} \in M$ gew"ahlt mit
kleinstm"oglichem $t \geq 1$ derart, da"s ihre Bilder $S^{-1}M$
als Modul "uber $S^{-1} R$ erzeugen.
Nat"urlich folgt aus $\frak{a}M =  M$ auch $(S^{-1} \frak{a})(S^{-1}M) =  (S^{-1} M)$. Wir 
k"onnen also in $S^{-1}M$ schreiben $q_{1} = b_{1}q_{1} + \ldots +
b_{t}q_{t}$ mit $b_{i} \in S^{-1}\frak{a}$.
Dann k"onnen wir auch in $M$ schreiben
$s{q_{1}} = a_{1}q_{1} + \ldots + a_{t}q_{t}$
mit $a_{i}\in \frak{a}$, $s \in S$ und folgern $(s-a_{1})q_{1} =
a_{2}q_{2} + \ldots + a_{t}q_{t}$.
Wegen $(s-a_{1}) \in S$ zeigt diese Gleichung aber, da"s auch
$q_{2}, \ldots , q_{t}$ schon $S^{-1}M$ erzeugen als Modul "uber $S^{-1}R$.
Widerspruch!
\end{proof}
%\newpage
  \begin{proof}[Beweis ohne Zorn'sches Lemma und ohne Lokalisierung]
Seien $q_{1},\ldots ,q_{n}$ 
Erzeuger des $R$-Moduls
$M$. Wir finden  $a_{ij}\in \frak{a}$ mit 
$$q_{i} = a_{i1} q_{1} + \ldots +a_{in} q_{n}$$
Das k"onnen wir umschreiben zur Matrixgleichung
$$\begin{array}{ccccc}
\left( \begin{array}{ccc}
1 & & 0\\ &\ddots &\\ 0& & 1 \end{array} \right) & 
\left( \begin{array}{c} q_{1}\\ \vdots \\ q_{n}\end{array}
\right) & =& 
\left( \begin{array}{ccc}
a_{11}&\cdots & a_{1n}\\
\vdots & & \vdots \\
a_{n1} & \cdots & a_{nn} \end{array} \right)&
\left( \begin{array}{c} q_{1} \\ \vdots \\ q_{n} \end{array} \right)
\end{array}$$
Ziehen wir nun beide Seiten voneinander ab und multiplizieren 
mit der adjungierten
Matrix 
\eref{CraRe}{LA1}, so erkennen wir, da"s f"ur $P$ das charakteristische 
Polynom der Matrix der
$(a_{ij})$ gilt $P(1) q_{1} = \ldots = P(1) q_{n} =0$. Dies 
 $P(1)$ ist dann unser gesuchtes $f\in 1+\frak{a}$.
\end{proof}
  %\newpage


\begin{Korollar}[\defind{Lemma von Nakayama, Variante}]
Seien $R$ ein Kring, ${\frak a} \subset R$ ein Ideal 
 und $M$ ein endlich erzeugter\label{LVN}\index{Nakayama} 
$R$-Modul.
 Sei $N\subset M$ ein Untermodul mit $M= N+{\frak a} M$.
So gibt es $f \in 1+ {\frak a}$ mit $N[f^{-1}]\sira M[f^{-1}]$.
\end{Korollar}

\begin{Bemerkungl}
  Aus unserer Variante \ref{LVN} folgt unmittelbar
  Korollar \ref{LVNnc}, indem wir den Fall $N=0$
betrachten. Wir  gehen jedoch beim Beweis 
den umgekehrten Weg. 
\end{Bemerkungl}


\begin{proof}[Herleitung von Korollar \ref{LVN} 
aus  Proposition \ref{LVNnc}]
Wir setzen 
$Q\pdef M/N$ und betrachten das Diagramm mit exakten Spalten
$$\begin{array}{ccccc}
 N\cap \frak{a}M & \hookrightarrow &  \frak{a} M & \twoheadrightarrow &
\frak{a}Q\\
\downarrow & & \downarrow & & \downarrow \\
N & \hookrightarrow & M & \twoheadrightarrow &Q\\
\downarrow & &\downarrow & & \downarrow\\
N/ (N\cap \frak{a}M) & \hookrightarrow & M / \frak{a} M &
\twoheadrightarrow & Q/\frak{a}Q
\end{array}$$
Seine beiden oberen Zeilen sind exakt, also nach dem Neunerlemma 
auch die untere Zeile. 
% Wir betrachten das Diagramm mit exakten Zeilen 
% $$\begin{array}{ccccc}
% N & \hookrightarrow & M & \twoheadrightarrow &Q\\
% \downarrow & &\downarrow & & \downarrow\\
% \bar N & \hookrightarrow & M / \frak{a} M &
% \twoheadrightarrow & Q/\frak{a}Q
% \end{array}$$
% mit $\bar N$ dem Bild von $N$ in $M / \frak{a} M$. 
Aus der Wahl von $N$ folgt nun $Q/{\frak a} Q=0$, also 
$Q={\frak a} Q$, also $fQ=0$ f"ur 
ein $f \in 1 +{\frak a}$ nach Korollar \ref{LVNnc}, also
$Q[f^{-1}]=0$,
 also $N [f^{-1}]
\sira M[f^{-1}]$ wegen der Exaktheit des Lokalisierens \ref{EdLo}. 
\end{proof}

 






\subsection{Flache Morphismen}


  \begin{Definition}
    Ein Morphismus von affinen Variet"aten $\varphi:X\ra Y$ hei"st
    {\bf flach},\index{flach!Morphismus!von affinen Variet"aten} wenn
    sein   Komorphismus 
    $\mathcal O(Y)\ra \mathcal O(X)$ \hyperref[flRH]{flach} ist.
  \end{Definition}
 \begin{Beispiel}
    Offensichtlich ist die Verkn"upfung von flachen Morphismen flach.
    Aufgrund der Exaktheit der Lokalisierung ist f"ur jede
    regul"are Funktionen
    $f\in\mathcal O(X)$ auf einer affinen Variet"at $X$ die Einbettung $X_f\hra X$ der
Nichtnullstellenmenge flach.
 \end{Beispiel}



\begin{Satz}[\textbf{Generische Freiheit ringendlicher Kringerweiterungen}]  
Gegeben $\varphi:A \rightarrow B$ ein Kringhomomorphismus mit $A$ einem Integrit"atsbereich und $B$  ringendlich "uber  $A$\label{FRE} 
gibt es $a \in A \backslash 0$ derart, da"s die Lokalisierung
$B_a$  ein freier $A_a$-Modul ist.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Einen Kringhomomorphisms $A \rightarrow B$ nenne ich {\bf modulfrei},\index{modulfrei!Kringerweiterung} wenn darunter $B$ ein freier $A$-Modul wird. Weiter nenne ich eine Kringerweiterung
  $A\ra B$  {\bf modulspaltend},\index{modulspaltend!Kringerweiterung}  wenn sie injektiv ist und als Homomorphismus von $A$-Moduln
  spaltet. Im Beweis zeigen wir, da"s wir $a \in A \backslash 0$ sogar so w"ahlen
  k"onnen, da"s entweder gilt $B_a=0$ oder da"s
  $A_a\hra B_a$ eine modulfreie und modulspaltende Kringerweiterung ist.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Wir w"ahlen $b_1, \ldots, b_r \in B$ mit $B = \varphi(A) [b_1, \ldots, b_r]$. Auf der Menge $\mathbb N^r$
der Multiindizes erkl"aren wir eine Anordung $\leq$ durch $\nu \leq \mu$ falls
$|\nu | < |\mu|$ oder $|\nu| = |\mu|$ und $\nu$ lexikographisch kleinergleich $\mu$.
Dann setzen wir $B_{<\nu} \pdef \sum_{\mu < \nu} A b^\mu$ und $B_{\leq \nu} \pdef 
\sum_{\mu \leq \nu} A b^\mu$ und finden kurze exakte Sequenzen von $A$-Moduln
$$B_{<\nu} \hookrightarrow B_{\leq \nu} \twoheadrightarrow A/ I (\nu)$$
mit $I (\nu) = \{a \in A \mid a b^\nu \in B_{< \nu}\}$.
Offensichtlich gilt $\mu \leq \nu \Rightarrow \mu + \lambda \leq \nu + \lambda$ und daraus folgt
$I (\nu) \subset I (\nu + \lambda)$ f"ur alle $\lambda$. Die Menge $T\pdef \{\nu \mid I (\nu) \neq 0\}$ ist also
ein Monoidideal von $\mathbb N^r$ im Sinne von \ref{MoIN} und ist folglich endlich erzeugt, sagen wir
$$T = \bigcup_{\eta\in E}(\eta + \mathbb N^r)$$
f"ur eine endliche Teilmenge $E\subset T$. 
Dann finden wir Elemente $a_\eta \in I (\eta) \backslash 0$ f"ur $\eta\in E$  und f"ur deren Produkt $a \in A \backslash 0$
gilt $I (\nu) \neq 0 \Rightarrow a \in I (\nu)$.
F"ur dieses $a \in A \backslash 0$ bilden schlie"slich
die $b^\nu$ mit $I (\nu) = 0$ eine $A_a$-Basis von
$B_a$.
\end{proof}




\begin{proof}[Alternativer Beweis des k"orpertheoretischen Nullstellensatzes  \ref{KFa}] Sei $L\supset k$ eine ringendliche
  K"orpererweiterung. Es gilt zu zeigen, da"s $L$ algebraisch ist "uber $k$.
Andernfalls g"abe es $x \in L$ mit $x$ transzendent "uber $k$. Nach \ref{FRE} gibt es also $f \in k[x]$ mit
$L$ frei als $k[x]_f$-Modul. Nach \eref{Uevi}{AL}
gibt es aber in $k[X]_f$ ein Element $g$, das weder Null ist noch eine
Einheit, und das steht nunmehr im Widerspruch zu $(g \cdot) : L \sira L$.
\end{proof}







 
\begin{Beispiel}[\textbf{Generische Flachheit}]
  Gegeben ein Morphismus $\varphi: X\ra Y$ von affinen Variet"aten
  gibt es eine Funktion $s\in\mathcal O(Y)$ mit dichter Nichtnullstellenmenge
  $Y_s$ derart, da"s $\mathcal O(X)_{s\circ\varphi}=\mathcal O(X_{s\circ\varphi})$ flach ist "uber $\mathcal O(Y)_s=\mathcal O(Y_s)$.\label{genFL} 
  Ist $Y$ irreduzibel, so zeigt \ref{FRE} sogar, da"s wir erreichen k"onnen,
  da"s $\mathcal O(X)_{s\circ\varphi}$ ein freier Modul "uber $\mathcal O(Y)_s$ ist. Sonst k"onnen wir zun"achst $t$ so finden, da"s $Y_t$ in $Y$ dicht liegt
  und die disjunkte Vereinigung seiner irreduziblen Komponenten ist, und
  k"onnen dann
  für jede irreduzible Komponente separat das vorherige Argument anwenden.
  \end{Beispiel}
  
 
 

  \begin{Satz}[\textbf{Flach impliziert offenes Bild}] Sei $k=\bar k$ ein algebraisch abgeschlossener K"orper.
    Ist $\varphi: A\ra B$ ein Homomorpismus von "uber $k$ ring\-end\-li\-chen
    $k$-Kringen und ist $B$ flach als $A$-Modul, so ist
    die induzierte Abbildung
    $\bar\varphi: \op{Max}B\ra \op{Max}A$ offen.\label{Obi}
  \end{Satz}
  \begin{Bemerkungl}
    Dieser Satz ist eine besonders einfache Variante einer
    ganzen Vielfalt von Aussagen, die f"ur Kringhomomorphismen
    Kriterien daf"ur angeben,
    wann die induzierte Abbildung
    auf den Spektren offen ist.
  \end{Bemerkungl}
  \begin{proof}
    Jede offene Teilmenge von $\op{Max}B$ ist eine Vereinigung von Bildern von
    $\op{Max}B_g$ f"ur $g\in B$. Da $B\ra B_g$ flach ist,
    m"ussen wir nur zeigen,
    da"s das Bild von $\op{Max}B$ offen ist.
    Wir argumentieren mit Induktion "uber die Krulldimension von $A$.
    Ist sie Null oder ist $A$ der Nullring,
    so tr"agt $\op{Max}A$ die diskrete Topologie und
    es bleibt nichts zu zeigen.
    Ist $A\ra D$ irgendein Kringhomomorphismus, so ist auch $D\otimes_AB$ flach
    als $D$-Modul. Wenden wir diese Erkenntnis an auf $A\sra A/\mathfrak p$
    f"ur die minimalen Primideale $\mathfrak p\subset A$, von denen es nach
    \ref{MPRI} nur h"ochstens endlich viele gibt, so k"onnen wir uns
    auf den Fall zur"uckziehen, da"s $A$ ein Integrit"atsbereich der
    kleinsten Krulldimension ist, f"ur die wir unsere
    Behauptung noch nicht gezeigt haben. 
    Ist nun das Bild $\bar\varphi (\op{Max}B)$ nicht dicht, so gibt es
    $f\in A\backslash 0$
    mit $\bar\varphi (\op{Max}B)\subset\mathcal A(f)$ in unserer Notation aus \ref{Af}.
    In anderen Worten liegt
    $\varphi(f)$ in jedem maximalen Ideal von $B$ und damit nach \ref{MaxS}
    im Nilradikal von $B$. %Indem wir notfalls zu einer Potenz von $f$
    %"ubergehen, d"urfen wir $\varphi(f)=0$ annehmen.
    Aufgrund der Flachheit
    mu"s andererseits die Injektion $(f\cdot):A\hra A$ eine Injektion
    $(\varphi(f)\cdot):B\hra B$ induzieren und wir sehen so, da"s
    aus $\bar\varphi (\op{Max}B)$ nicht dicht bereits folgt $B=0$.
    Da die leere Menge eh offen ist, d"urfen wir annehmen, da"s $\bar\varphi (\op{Max}B)$ dicht ist in $\op{Max}A$, und m"ussen zeigen, da"s es dann
    auch offen ist. Zu"achst einmal umfa"st
    $\bar\varphi (\op{Max}B)$ nach \ref{BMDnxa} eine
    offene dichte Teilmenge $U\co\op{Max}A$. Deren Komplement ist eine
    abgeschlossene Teilmenge $Y\As \op{Max}A$ echt kleinerer Krulldimension
    und per Induktion wissen wir bereits, da"s das Bild von
    $\op{Max}(\mathcal O(Y)\otimes_AB)\ra Y$ alias  $Y\cap \bar\varphi (\op{Max}B)$ offen ist in $Y$. Die Behauptung folgt.
  \end{proof}

  \begin{Bemerkungl}
    Wir nennen einen Morphismus $\varphi:X\ra Y$ von affinen $k$-Variet"aten
    {\bf scheinflach},\index{scheinflach}\label{sfl}
    wenn es ein kommutatives Diagramm von ringendlichen $k$-Kring\-al\-ge\-bren
    $$\begin{array}{ccc}
      A&\sra &\mathcal O(Y)\\
      \da &&\da\\
      B&\sra&\mathcal O(X)
    \end{array}$$
    gibt derart, da"s die Horizontalen  Surjektionen sind mit den
    jeweiligen Nilradikalen als Kern und da"s $A\ra B$ ein flacher
    Kringhomomorphismus ist.\label{goef}  Ich erwarte nicht, da"s jede Verkn"upfung scheinflacher Morphismen wieder
    scheinflach ist. Dieser Begriff ist nur im
    Kontext vom Variet"aten n"utzlich und kommt
    in der Literatur sonst noch nicht vor. Jeder flache Morphismus
    ist auch scheinflach. 
   \end{Bemerkungl}


  
 \begin{Korollar}[\textbf{Eigenschaften scheinflacher Morphismen}]
    \begin{enumerate}
   \item
     Jeder scheinflache Morphismus $\varphi:X\ra Y$ von affinen Variet"aten induziert  eine offene Abbildung der
     zugrundeliegenden topologischen R"aume;%\label{BMD}
   \item
     Ist $\varphi:X\ra Y$ ein scheinflacher Morphismus von affinen
     Variet"aten und $T\ra Y$ ein beliebiger Morphismus von affinen
     Variet"aten, so ist auch der induzierte Morphismus $X\times_Y T\ra T$ scheinflach.
   \end{enumerate}\label{BFM}
\end{Korollar}
   \begin{Bemerkungw}
     Zus"atzliche Eigenschaften, die insbesondere die Dimensionen von Fasern
     betreffen, diskutieren wir in \ref{MMK}.
   \end{Bemerkungw}
   \begin{Bemerkungl}
     Zum Beispiel folgt, da"s gegeben ein flacher oder auch nur scheinflacher
     Morphismus $\varphi:X\ra Y$ und $Z\As Y$ abgeschlossen auch
     $\varphi:\varphi^{-1}(Z)\ra Z$ scheinflach und insbesondere offen ist.
   \end{Bemerkungl}
  
 \begin{proof}
   Teil 1 folgt sofort aus  Satz \ref{Obi}.
     Teil 2 folgt sofort aus den Definitionen und der Beschreibung des Faserprodukts \ref{FPAV}.
   \end{proof}
   


%


\subsection{Flachheit und Faserdimension}
\begin{Satz}[\textbf{H"ohenvergleich in flachen Kringerweiterungen}]
  Gegeben ein flacher Kringhomomorpismus  $\varphi:A\ra B$ von
  noetherschen \hyperref[KetRR]{Kettenl\"angenringen}
 haben f"ur jedes Primideal $\mathfrak p\subset A$  die "uber 
 $\varphi(\mathfrak p)$ minimalen Primideale $\mathfrak q\subset B$
 dieselbe H"ohe wie $\mathfrak p$ und
  es gilt f"ur sie zus"atzlich\label{Hpi} 
  $$\varphi^{-1}(\mathfrak q)=\mathfrak p$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl} Als Gegenbeispiel f"ur den Fall, da"s $A$ kein Kettenl"angenring ist, mag man den durch Auswerten bei $T=0$ gegebenen
  Homomorphismus $k[T]\times k\ra k\times k$ betrachten.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Der  Satz und sein Beweis bleiben richtig,
  wenn wir von unseren beiden Ringen nur fordern, da"s
  sie noethersch sind und da"s je zwei  Primidealketten,
  die zu einem fest vorgegebenen Primideal aufsteigen und nicht weiter
  verfeinerbar sind, dieselbe endliche
  L"ange haben. In  \ref{VKHSS} werden wir  zeigen, da"s
  in einem noetherschen Kring jedes Primideal
  eine endliche H"ohe hat. Insbesondere gibt es dann zumindest mindestens eine endliche
  nicht verfeinerbare Primidealkette,
  die zu einem gegebenen Primideal aufsteigt.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
 Gegeben ein flacher Kringhomomorphismus $\varphi:A\ra B$ und ein beliebiger
  Kringhomomorphismus $A\ra C$
  ist 
  der induzierte Homomorphismus $C\ra B\otimes_AC$ stets wieder flach.
  Weiter ist f"ur jedes k"urzbare Element $f\in A$ auch sein Bild
  $\varphi(f)$ k"urzbar in $B$. Ist insbesondere
  $A$ ein Integrit"atsbereich und $B$ nicht der Nullring, so mu"s jeder flache Kringhomomorphismus eine Injektion $\varphi:A\hra B$ sein.\label{flij}    
\end{Bemerkungl}
\begin{proof} Wir zeigen das, indem wir mit Spezialf"allen beginnen
  und in mehreren Schritten zum allgemeinen Fall  "ubergehen.\\[2mm]\noindent
  Fall 1: Der Ring $A$ ist ein Integrit"atsring und $\mathfrak p=0$.
  Im Fall $B=0$ ist nichts zu zeigen, andernfalls  d"urfen wir $A\subset B$ annehmen nach \ref{flij}.
Die  "uber $\mathfrak p$ minimalen Primideale von $B$
sind dann
genau die minimalen Primideale von $B$ und haben auch die H"ohe Null.
Weiter schneiden sie den Integrit"atsbereich $A$ in Null, denn schneidet ein Ideal $\mathfrak q\subset B$ den Teilring $A$ nicht im Nullideal,  so enth"alt es  k"urzbare
Elemente von $A$ und diese sind  nach \ref{flij} wegen der Flachheit auch k"urzbar in $B$ und nach \ref{MPVM}  kann unser $\mathfrak q$ dann kein minimales Primideal in $B$ sein.\\[2mm]\noindent
   Fall 2: Das Primideal $\mathfrak p$ ist ein minimales Primideal von $A$.
  Das Darantensorieren $\otimes_AA/\mathfrak p$ zeigt mit \ref{flij}, da"s auch 
   $\bar\varphi:A/\mathfrak p\ra B/\mathfrak pB$ flach ist
   mit der abk"urzenden Notation $\mathfrak p B$
   f"ur das von $\varphi(\mathfrak p)$ in $B$ erzeugte Ideal.
   Die "uber $\varphi(\mathfrak p)$ minimalen Primideale $\mathfrak q\subset B$
   sind nun genau die Urbilder unter der Projektion
   $\pi_B:B\sra B/\mathfrak p B$ der minimalen
   Primideale $\bar{\mathfrak q}$ von  $B/\mathfrak p B$.
   Nach dem bereits behandelten Fall
   gilt  $\bar\varphi^{-1}(\bar{\mathfrak q})=0$
   und dann auch
   $$\varphi^{-1}(\mathfrak q)=\varphi^{-1}(\pi_B^{-1}(\bar{\mathfrak q}))=
   \pi_A^{-1}(\bar\varphi^{-1}(\bar{\mathfrak q}))=\pi_A^{-1}(0)=\mathfrak p$$
   Es bleibt zu zeigen, da"s die "uber $\varphi(\mathfrak p)$ minimalen Primideale $\mathfrak q\subset B$
   auch als Primideale von $B$ minimal sind.
   Andernfalls g"abe es aber in
   $B$ ein Primideal $\mathfrak q_1\subsetneq \mathfrak q$
   und wir h"atten notwendig auch $\varphi^{-1}(\mathfrak q_1)=\mathfrak p$ und
   $\mathfrak q_1\supset \mathfrak pB$ und $\bar{\mathfrak q}_1\subsetneq \bar{\mathfrak q}$ w"are ein echt kleineres Primideal von $B/\mathfrak p B$
im Widerspruch dazu, da"s $\bar{\mathfrak q}$ dort ein minimales Primideal war.
 \\[2mm]\noindent
   Fall 3: Der allgemeine Fall.  
   Wir argumentieren durch Induktion "uber die H"ohe von $\mathfrak p$.
  Die Basis der Induktion bildet Fall 2, bei dessen Behandlung  wir sogar ohne die Bedingung ausgekommen sind, da"s unsere Ringe noethersche Kettenl"angenringe sein sollen.
 Im allgemeinen ziehen wir uns zun"achst einmal auf den Fall
  zur"uck, da"s $A$ nilpotentfrei ist, indem wir sonst $A$ und $B$ durch das
  Nilradikal  $\mathfrak n\subset A$ beziehungsweise das von
  $\varphi(\mathfrak n)$ in $B$ erzeugte Ideal $\mathfrak n B$ teilen.
  Da diese Ideale beide aus nilpotenten Elementen bestehen, liegen sie
  jeweils in allen Primidealen. Des weiteren ist der induzierte Ringhomomorphismus
  $A/\mathfrak n\ra B/\mathfrak n B$ nach \ref{flij} auch flach,
  so da"s sich an unserer Aussage nichts "andert.
  Sei also von nun an $A$ nilpotentfrei. 
  Ist  $\mathfrak p\subset A$ ein Primideal
positiver  H"ohe $c\geq 1$, so enth"alt $\mathfrak p$
ein  k"urzbares Element $f$ von $A$, da es nach \ref{PiAAn} nicht in
einer endlichen Vereinigung minimaler Primideale enthalten sein kann,  
da es aber nach \ref{MPRI} in unserem noetherschen Ring $A$ nur endlich viele
minimalen Primideale gibt und da deren Vereinigung
nach \ref{MPVM} in unserem nilpotentfreien Ring genau
die Menge der nichtk"urzbaren
Elemente ist.
Dann ist nach \ref{flij} aufgrund der Flachheit  $f$ auch k"urzbar in $B$
und der Kringhomomorphismus $\bar\varphi: A/fA \ra B/fB$ ist  flach und
nach dem Krull'schen Hauptidealsatz \ref{HvK}, f"ur den wir wieder die Bedingung noethersch brauchen, sind  $A/fA$ sowie $B/fB$ Kettenl"angenringe. 
Da wir $A$ als 
Kettenl"angenring angenommen hatten, hat $\bar{\mathfrak p}\pdef \mathfrak p/fA$ die H"ohe $\op{ht} \bar{\mathfrak p}=c-1$ 
in $A/fA$. 
Mit Induktion folgt f"ur jedes Primideal $\bar{\mathfrak q}\subset B/fB$,
das minimal ist "uber  $\bar\varphi(\bar{\mathfrak p})$, da"s gilt
$\op{ht} \bar{\mathfrak q}=c-1$ und $\bar\varphi^{-1}(\bar{\mathfrak q})= \bar{\mathfrak p}$.
Da wir $B$ als 
Kettenl"angenring angenommen hatten, zeigt der Krull'sche Hauptidealsatz weiter, da"s das Zur"uckholen  Bijektionen
$$
  \op{Spec}_{\op{ht}=c-1}(B/fB)\sira \{  \mathfrak q\in \op{Spec}_{\op{ht}=c}B\mid f\in \mathfrak q\}
$$
induziert.
Dann  folgt aber auch f"ur jedes Primideal $\mathfrak q\subset B$,
das minimal ist "uber  $\varphi(\mathfrak p)$, da"s gilt
$\op{ht} \mathfrak q=c$ und $\varphi^{-1}(\mathfrak q)= \mathfrak p$. 
 \end{proof}


  

\begin{Korollar}[\textbf{Scheinflache Morphismen "aquidimensionaler Variet"aten}] 
  Gegeben  ein \hyperref[sfl]{scheinflacher} Morphismus $\varphi:X\ra Y$ von 
  einer nichtleeren "aqui-$n$-di\-men\-sio\-na\-len affinen Variet"at zu einer "aqui-$m$-di\-men\-sio\-na\-len  affinen Variet"at
  gilt $ n\geq m$ und  gegeben eine irreduzible
  abgeschlossene Teilmenge $Z\As Y$ gilt f"ur 
  jede irreduzible Komponente
  $K$ ihres Urbilds  $\varphi^{-1}(Z)$ sowohl $\overline{\varphi(K)}=Z$
  als auch\label{MMK}  $$\op{kdim}X-\op{kdim}K=\op{kdim}Y-\op{kdim}Z$$
\end{Korollar}
\begin{Bemerkungl}
  Das mag im Kontrast zum Fall \ref{diF} eines dominanten Morphismus
  irreduzibler affiner Variet"aten gesehen werden, in dem wir selbst unter
  der zus"atzlichen Annahme $\overline{\varphi(K)}=Z$ nur die Absch"atzung $\leq$ zeigen konnten und insbesondere nur eine untere Absch"atzung f"ur die Dimension der Fasern. Im Fall eines scheinflachen Morphismus
  finden wir viel st"arker,
  da"s alle Komponenten aller Fasern die zu erwartende
  Dimension haben.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof} Wir zeigen das nur im flachen Fall. Im scheinflachen Fall geht es
  genauso, man mu"s nur mehr Notation einf"uhren. 
  Genau dann hat eine abgeschlossene
  irreduzible Teilmenge $W\As X$ die Eigenschaft $\varphi(W)\subset Z$,
  wenn f"ur die zugeh"origen Primideale gilt
  $\varphi^\sharp (\mathcal I_Y(Z))\subset \mathcal I_X(W)$.
  Die irreduziblen Komponenten von $\varphi^{-1}(Z)$ entsprechen also den
  kleinstm"oglichen Primidealen  $\mathfrak q\subset \mathcal O(X)$, die $\varphi^\sharp (\mathcal I_Y(Z))$ umfassen. Nach \ref{Hpi} haben alle
  diese Primideale  $\mathfrak q$ dieselbe H"ohe wie $\mathcal I_Y(Z)$.
  Folglich gilt f"ur  alle irreduziblen Komponenten $W$ von $\varphi^{-1}(Z)$ die Identit"at
  $$\op{kdim}(W\subset X)=\op{kdim}(Z\subset Y)$$
 Die obige Dimensionsidentit"at folgt damit aus
  unserer Beziehung \ref{aeqk} zwischen Krulldimension und
  Krullkodimension in "aquidimensionalen Variet"aten.
  Die Gleichheit $\overline{\varphi(K)}=Z$ dahingegen folgt aus
  der Gleichheit $(\varphi^\sharp)^{-1}(\mathfrak q)=\mathcal I_Y(Z)$
  aus \ref{Hpi}. 
\end{proof}



\begin{Satz}[\textbf{von Chevalley zur Halbstetigkeit der Faserdimension}] 
 Gegeben ein  Morphismus von affinen 
Variet"aten  $\varphi : X \ra Y$ ist die Funktion
${\op{f}}:X\ra \DN$ der lokalen Faserdimension\label{hsFD}  
$${\op{f}}(x)\pdef \op{kdim}_x\varphi^{-1}(\varphi(x))$$
halbstetig auf $X$ in dem Sinne, da"s f"ur alle $n\in \DN$ die
Menge $\{x\in X\mid {\op{f}}(x)\geq n\}$ abgeschlossen ist.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Hier verwenden wir unsere Notation $\op{kdim}_z Z$ aus \ref{KDT} f"ur das
Maximum der Dimensionen irreduzibler Komponenten von $Z$, die den
Punkt $z$ enthalten.  F"ur das folgende vereinbaren wir die Notation
$$X^{\geq n}\pdef \{x\in X\mid {\op{f}}(x)\geq n\}$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungw}
  Sobald wir allgemeine, nicht notwendig affine Variet"aten
  und ihre Morphismen kennenlernen, wird klar sein, da"s der
  Satz f"ur sie genauso gilt. 
\end{Bemerkungw}

\begin{proof}
  Wir zeigen das durch Induktion "uber die Dimension von $Y$.
  Wissen wir es bei festem $Y$ f"ur $X$ irreduzibel, so folgt es
  leicht f"ur $X$ beliebig.
  Im Fall $\op{kdim}Y=0$ ist die Behauptung klar f"ur $X$ irreduzibel
  und folgt dann f"ur $X$ beliebig. 
  F"ur den Induktionsschritt d"urfen wir wieder $X$ irreduzibel annehmen
  und, indem wir $Y$ durch $\overline{\varphi(Y)}$ ersetzen, auch noch
  $Y$ irreduzibel.
  Setzen wir nun $c\pdef \op{kdim}X-\op{kdim}Y$, so folgt
  aus unseren Erkenntnissen \ref{diF} zur Mindestdimension von Fasern
  bereits $X=X^{\geq c}$. Aufgrund der generischen Flachheit \ref{genFL} 
  und der Dimensionseigenschaften flacher Morphismen \ref{MMK}
besitzt weiter $Y$ eine offene dichte Teilmenge $V\co Y$ derart, da"s
unsere Funktion ${\op{f}}$ auf $\varphi^{-1}(V)$ konstant den Wert $c$ 
annimmt. Setzen wir $Z\pdef Y\backslash V$, so
hat $Z\As Y$  echt
kleinere Dimension als $Y$ und wir d"urfen auf $\varphi:\varphi^{-1}(Z)\ra Z$
die Induktionsvorausetzung anwenden und haben gewonnen. 
\end{proof}



\subsection{Hauptidealsatz von Krull*}

\begin{Bemerkungl}
 F"ur das folgende ben"otigen wir Resultate aus
 \eref{NEMK}{NAS}, deren Beweis hier nicht wiederholt werden soll.
Gegeben ein Modul $M$ "uber einer Menge $\Omega$ definieren wir seine
{\bf L"ange}\index{L"ange!eines Moduls}\index{l@$\op{l}(M)$ L"ange von $M$} $$\op{L"ange}_\Omega(M)=\op{L"ange}(M)=\op{l}_\Omega(M)=\op{l}(M)\in\DN\amalg \{\infty\}$$
als\index{L"ange@$\op{L"ange}(M)$ L"ange von $M$} das Supremum "uber alle $n$ derart, da"s es in $M$ eine
echt absteigende Kette von Untermoduln gibt der Gestalt
$M= M_n\supsetneq M_{n-1}\supsetneq\ldots \supsetneq M_0=0$,
die also salopp
gesprochen in $n$  Schritten vom ganzen Modul zum Nullmodul f"uhrt.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Gegeben eine Menge $\Omega$ und eine kurze exakte Sequenz $M'\hra M\sra M''$
von $\Omega$-Moduln gilt die {\bf L"angenformel}\label{LKL} 
$l(M)=l(M')+ l(M'')$. Das wird in \eref{NLKL}{NAS} bewiesen,
hier nehmen wir es ohne Beweis hin.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl} Ein Modul hei"st {\bf einfach}, wenn er nicht Null ist,
  aber au"ser Null und sich selber keine weiteren Untermoduln hat.
  In anderen Worten sind die einfachen Moduln genau die Moduln der
  L"ange Eins. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl} Gegeben ein Modul endlicher L"ange haben je zwei
  nicht verfeinerbare echt absteigende Folgen von Untermoduln dieselbe
  L"ange in bis auf Reihenfolge isomorphe Subquotienten. Das ist der Satz
  von Jordan-H"older aus \eref{NJHM}{NAS}. Auch ihn nehmen wir
  hier ohne Beweis
  hin. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Man sagt, ein Kring $R$ sei {\bf von endlicher L"ange},
  wenn er von endlicher L"ange ist als Modul "uber sich selber,
  in Formeln $l_R(R)<\infty$. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{Noethersche Kringe der Krulldimension Null}]
F"ur einen Kring sind gleichbedeutend:
\label{NRKO}
\begin{enumerate}
\item
Unser Kring ist  von endlicher L"ange;
\item
  Unser Kring ist noethersch von der Krulldimension Null oder der Nullring;
\item
  Unser Kring ist isomorph zu einem endlichen Produkt
  von noetherschen Kringen mit genau einem Primideal, das dann notwendig
  sowohl maximal als auch nilpotent sein mu"s. 
\end{enumerate}
\end{Satz}
\begin{Bemerkungw}
  Die "Aquivalenz dieser Aussagen wird sich als eine wesentliche
  Zutat beim Beweis des Hauptidealsatzes von Krull 
\ref{HvK} erweisen, einer der
  zentralen Aussagen der Dimensionstheorie.
\end{Bemerkungw}

\begin{proof}
(2)$\RA$(3).
Ist unser Kring $R$ noethersch, so ist nach \ref{MPRI} sein Nilradikal
der Schnitt seiner endlich vielen minimalen Primideale
$\frak m_1,\ldots, \frak m_r$. Ist zus"atzlich  
die Krulldimension unseres Krings
Null, so sind das auch seine maximalen Ideale.
Es gibt also $n$ mit $(\frak m_1\ldots \frak m_r)^n=0$
und der abstrakte  chinesische Restsatz \eref{ACR}{AL}
liefert einen Isomorphismus
$$R\sira R/\mathfrak m_1^n \times \ldots\times R/\mathfrak m_r^n$$
\\
(3)$\RA$(1).
Jedes $\mathfrak m_i^t/\mathfrak m_i^{t+1}$ ist ein endlich erzeugter
Vektorraum  "uber dem K"orper
$R/\frak m_i$ und folglich von endlicher L"ange als $R$-Modul.
Zusammen mit der  L"angenformel \ref{LKL} 
zeigt das, da"s $R$ endliche
L"ange hat. 
\\[2mm]\noindent
(1)$\RA$(2). Aufgrund der L"angenformel ist jeder Modul endlicher L"ange
 noethersch. Weiter kann unser Kring  endlicher L"ange 
 nach dem Satz von Jordan-H"older \eref{NJHM}{NAS}
 bis auf Isomorphismus nur endlich viele einfache Moduln haben,
also nur endlich viele maximale Ideale $\frak m_1,\ldots, \frak m_r$.
Offensichtlich gilt $(\frak m_1\ldots \frak m_r)^l=0$ f"ur $l$ die L"ange
unseres Krings.
Dies Produkt liegt mithin in jedem Primideal $\frak p$ unseres
Rings. Nach \ref{UFSS} umfa"st  $\frak p$ eines der $\frak m_i$.
Also ist jedes Primideal maximal und die
Krulldimension ist Null.
\end{proof}



\begin{Satz}[\textbf{Hauptidealsatz von Krull}]
 Gegeben ein noetherscher Kring  $R$ und ein Element $f\in R$ 
gilt f"ur jedes Primideal $\frak p\subset R$, das 
$f$ enth"alt und minimal ist unter allen Primidealen mit dieser 
Eigenschaft, die Absch"atzung
${\op{ht}}(\frak p)\leq 1$. Ist zus"atzlich $f$ k"urzbar, so gilt genauer  
${\op{ht}}(\frak p)= 1$.\label{HvK} 
\end{Satz}

\begin{Bemerkungw}
  Ein unabh"angiger Beweis  wird in \ref{VKHSS}
  gegeben. Dort zeigen wir sogar allgemeiner
  f"ur  Elemente $f_1,\ldots,f_s$ eines noetherschen Krings
  und jedes Primideal $\frak p\subset R$, das 
$f_1,\ldots,f_s$ enth"alt und minimal ist unter allen Primidealen mit dieser 
Eigenschaft, die Absch"atzung
${\op{ht}}(\frak p)\leq s$.
\end{Bemerkungw}


\begin{proof}[Beweis f"ur faktorielle Ringe]
  Sei $R$ ein faktorieller Ring. 
  Enth"alt ein Primideal $\mathfrak p\subset R$ ein Element $f\neq 0$, so
  enth"alt es auch einen irreduziblen Faktor $g$ von $f$ und
  das Hauptideal $\langle g\rangle$ ist bereits selbst
  ein Primideal mit $f\in  \langle g\rangle \subset \mathfrak p$.
  War $\mathfrak p$ minimal "uber $f$,
  so folgt $\langle g\rangle= \mathfrak p$ und wir erhalten 
  $1=\op{ht}(\langle g\rangle)=\op{ht}(\mathfrak p)$,
  da die erste Gleichung in
  dieser Situation  offensichtlich ist. 
\end{proof}


\begin{proof}
  Die Versch"arfung f"ur $f$ k"urzbar folgt unmittelbar
daraus, da"s jedes minimale Primideal eines Krings nach \ref{MPVM}
aus nichtk"urzbaren Elementen
besteht. Indem wir zu $R_{\frak p}$ "ubergehen,
d"urfen wir ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit annehmen, da"s
$\frak p$ das einzige maximale Ideal von $R$ ist. 
Es gilt dann, f"ur jedes Primideal $\frak q\subset R$ mit
$\frak q\neq \frak p$ zu zeigen, da"s $\frak q$ ein minimales
Primideal von $R$ ist. Nach Annahme  gilt
$f\not\in \frak q$. % Nach \ref{NRKO} reicht es zu zeigen,
% da"s der Ring $R_{\frak q}$ endliche L"ange hat als Modul "uber sich selber.
Wir betrachten nun die kanonische Abbildung $\lambda:R\ra R_{\frak q}$
in die Lokalisierung 
und setzen $\frak q^{(i)}\pdef \lambda^{-1}(\frak q_{\frak q}^{i})$.
Dann bilden wir in $R$ die Kette von Idealen
$$\frak q+\langle f\rangle\;\supset\; \frak q^{(2)}+\langle f\rangle\;\supset\; \frak
q^{(3)}+\langle f\rangle\;\supset\ldots$$
Da $R/\langle f\rangle$ nach Konstruktion ein noetherscher Kring der
Krulldimension Null ist und folglich nach \ref{NRKO} endliche L"ange hat,
wird diese Kette von Idealen station"ar, sagen wir bei
$$\frak q^{(n)}+\langle f\rangle= \frak
q^{(n+1)}+\langle f\rangle$$
So kann  jedes $a\in \frak q^{(n)}$ dargestellt werden als 
$a=b+ rf$ mit $b\in \frak q^{(n+1)}$ und $r\in R$. 
Nun impliziert $rf\in \frak q^{(n)}$ aber  $\lambda(rf)
\in \frak q_{\frak q}^{n}$ und wegen
$\lambda(f)\in R_{\frak q}^\times$ weiter $\lambda(r)\in \frak q_{\frak q}^{n}$ und so $r\in
\frak q^{(n)}$.
Mithin haben wir sogar $$\frak q^{(n)}= \frak
q^{(n+1)}+f\frak q^{(n)}$$ Es folgt $f(\frak q^{(n)}/\frak
q^{(n+1)})=(\frak q^{(n)}/\frak
q^{(n+1)})$. Da $f$ im einzigen maximalen Ideal unseres Rings liegt,
liefert das Lemma \ref{LKLo} von Nakayama dann $\frak q^{(n)}=\frak
q^{(n+1)}$ und
damit $\frak q_{\frak q}^{n}=\frak q_{\frak q}^{n+1}$.
Wieder mit Nakayama zeigt das jedoch $\frak q_{\frak q}^{n}=0$ und
damit ist das maximale Ideal von $R_{\frak q}$ bereits nilpotent, also
etwa nach \ref{PUNm} ein minimales Primideal von  $R_{\frak q}$. Es  folgt sofort, da"s  $\mathfrak q$ ein minimales Primideal von $R$ ist.   
\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung} 
 Sei $A$ ein noetherscher Kring. Man zeige:
 Ist der Quotient von $A$ nach seinem
Nilradikal $A/\sqrt{0}$ von endlicher L"ange,
so ist bereits $A$ selbst von endlicher L"ange.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Gegeben ein von Null verschiedener noetherscher Kettenl"angenring $R$ und darin ein
  k"urzbares Element $f$ ist auch $R/\langle f\rangle$ ein Kettenl"angenring
  und es gilt
  $$\op{kdim}R/\langle f\rangle=\op{kdim}R-1$$
\end{Ubung}
\subsection{Hauptraumzerlegung von Moduln*}

\begin{Lemma}[\textbf{Verallgemeinerte Hauptraumzerlegung}]
Gegeben  ein Modul $M$ "uber einem Kring $R$
und ein maximales Ideal $\chi \in \op{Max}R$ setze man\label{ZAM}
$M_{(\chi)} \pdef \{m\in M \mid \chi^k m= 0$ f"ur $k\gg 0\}$.
Mit dieser Notation liefern die Inklusionen eine Einbettung
$$\bigoplus_{\chi \in \op{Max}R}
M_{(\chi)}\hra M$$
Deren  Bild besteht aus allen Elementen von $M$, die 
von einem Produkt maximaler Ideale annulliert werden. Ist $R$ noethersch,
so ist das genau die Summe aller Untermoduln endlicher L"ange. 
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}
Im Spezialfall eines Polynomrings in einer Ver"anderlichen
"uber einem algebraisch abgeschlossenen K"orper $k$ ist das
 die Hauptraumzerlegung \eref{Haui}{LA2}, vergleiche auch \eref{DSHR}{LA2}.
Unter  der Bijektion $k\sira \op{Max}(k[X])$, $\lambda\mapsto \langle
X-\lambda\rangle$ 
entspricht genauer die Hauptraumzerlegung des
durch Multiplikation mit $X$ gegebenen Endomorphismus
des $k$-Vektorraums $M$ genau der  Zerlegung 
in der Proposition. 
\end{Bemerkungl}


\begin{proof}[Beweis]
W"are die Summe der $M_{(\chi)}$ nicht direkt,
so w"are auch schon eine endliche Teilsumme nicht direkt
und wir h"atten notwendig eine endliche direkte Teilsumme
$M_{(\nu)}\oplus\ldots\oplus M_{(\mu)}$, die von einem 
weiteren $M_{(\chi)}$ nichttrivial geschnitten wird.
Wegen $(M\oplus N)_{(\chi)}=M_{(\chi)}\oplus N_{(\chi)}$ 
h"atten wir dann $\mu\neq \chi$ mit 
$ M_{(\mu)}\cap M_{(\chi)}\neq 0$. Das ist aber absurd, da gilt $R=\chi+\mu$
und dann auch $R=\chi^n+\mu^n$ f"ur alle $n$ alias $1=c+d$ 
mit $c\in \chi^n$, $d\in \mu^n$,
und damit $1m=0$ f"ur alle $m\in M_{(\mu)}\cap M_{(\chi)}$.
Die Summe ist also direkt.
Wir nun ein Element $m\in M$ von einem Produkt maximaler Ideale annulliert, 
so auch der davon erzeugte Untermodul $N\pdef Rm\subset M$
und es ist klar, da"s wir paarweise verschiedene
$\chi_1,\ldots,\chi_r\in \op{Max}R$ finden k"onnen und $n\in\DN$ 
mit
$$(\chi_1\ldots\chi_r)^nN=0$$
Der chinesische Restsatz \eref{ACR}{AL} liefert 
dann 
einen Isomorphismus
$$R/(\chi_1\ldots\chi_r)^n\sira R/\chi_1^n\times\ldots\times R/\chi_r^n$$
Wir k"onnen mithin $N$ auffassen als einen Modul
"uber dem Produktring. 
Die Elemente $e_i$  in diesem
Produktring mit einem einzigen Eintrag $1$ an der 
$i$-ten Stelle und Nullen sonst
haben als Elemente der rechten Seite die Eigenschaft 
$\chi_i^ne_i=0$ 
und f"ur alle $m\in N$ geh"ort
$m=e_1m+\ldots +e_rm$  folglich zur Summe der $M_{(\chi)}$. Ist schlie"slich $R$
noethersch und $\chi\subset R$ ein maximales Ideal,
so ist $R/\chi^n$ stets ein $R$-Modul endlicher L"ange, da alle
$\chi^i/\chi^{i+1}$ endlich erzeugte Vektorr"aume "uber dem K"orper $R/\chi$
sind. 
\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}
  Man bestimme die verallgemeinerte Hauptraumzerlegung des $\DZ$-Moduls  $\DZ/1000\DZ$.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Hauptraumzerlegung "uber Kringen endlicher
  L"ange}]
  Ist $R$ ein Kring und $M$ ein $R$-Modul, 
der die Vereinigung seiner Untermoduln endlicher L"ange ist,
so sind f"ur alle $\chi\in\op{Max}R$ 
die Kompositionen $M_{(\chi)}\hra M\ra M_\chi$ Isomorphismen mit
der Lokalisierung nach $\chi$ und f"ur maximale Ideale
$\chi\neq \mu$ ist die Komposition $M_{(\chi)}\hra M\ra M_\mu$
die Nullabbildung. 
Insbesondere ist f"ur jeden Modul $M$ "uber einem Kring endlicher 
L"ange  die
Abbildung aus \ref{lgP} ein Isomorphismus\label{ZMEL} 
$$ M\sira\prod_{\chi \in \op{Max}R}
M_{\chi}$$
\end{Ubung}






%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "XXKAG"
%%% End: 
