%Das soll bei der Algebraischen Geometrie 
%und bei Liegruppen/Differentialgeometrie verwendet werden
\subsection{Geringte R"aume}\label{kGer}
\begin{Definition}
Sei $k$ ein Kring.
Unter einer {\bf $k$-Ringalgebra}\index{Ringalgebra!"uber Kring} 
verstehen wir  ein
Paar $(R,\varphi)$ bestehend aus einem  Ring $R$
und einem 
Ringhomomorphismus $\varphi: k\ra R,$
dessen Bild im Zentrum von $R$ liegt und
der meist vom Leser erraten werden mu"s.
Von einer $k$-Teilringalgebra fordern wir,
da"s sie das Bild dieses ausgezeichneten
Ringhomomorphismus
umfassen soll.  In \ref{RAlg} hatten wir derartige Strukturen 
im Fall eines K"orpers $k$ 
bereits kennengelernt.
\end{Definition}
\begin{Definition}\label{VKBe}
Sei $k$ ein Kring.
Ein 
{\bf $k$-geringter 
Raum}\index{geringter Raum@$k$-geringter Raum!durch Funktionen} 
$X=(X,\cal{O})$ ist ein topologischer Raum $X$
mitsamt einer Vorschrift $\cal{O},$ die jeder offenen Teilmenge $U \co
X$ eine $k$-Teilringalgebra $\cal{O} (U) \subset \op{Ens} (U,k)$ in
der  $k$-Ringalgebra
aller
Abbildungen von $U$ nach $k$ zuordnet, deren Elemente wir 
die {\bf regul"aren Funktionen auf}\index{regul"ar!Funktion}
$U$\index{Funktion!regul"are} 
nennen und von denen wir fordern:
Ist $(U_i)_{i\in I}$ eine Familie
offener Teilmengen von $X$ und $U = \bigcup_{i\in I}U_i$
ihre Vereinigung, so ist eine Abbildung 
$f: U \ra k$ regul"ar genau dann, wenn
ihre Restriktionen auf alle $U_i$ regul"ar sind.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Unter anderem impliziert unsere Definition, da"s
alle konstanten Funktionen regul"ar sind, d.h.\ da"s 
f"ur jedes $U\co X$
die konstanten
Abbildungen von $U$ nach $k$ in $\cal{O} (U)$ liegen.
 In der Sprache der Garbentheorie, die ich hier
noch vermeiden will, w"urde man $\cal{O}$ als eine $k$-Ringalgebren-Untergarbe 
der $k$-Ringalgebren-Garbe  aller $k$-wertigen Funktionen bezeichnen.
Im Zusammenhang mit Schemata und Supermannigfaltigkeiten 
 wird eine  noch allgemeinere Definition des Konzepts eines
$k$-geringten Raums ben"otigt. Wenn wir betonen wollen, da"s
wir den hier erkl"arten einfacheren Begriff meinen, reden wir 
genauer von 
 einem {\bf durch Funktionen $k$-geringten Raum}.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}\label{BspR}
Als erste Beispiele betrachten wir die
$\DR$-geringten R"aume  $(\DR^n,\cal{C}^1),$ 
die entstehen, wenn
wir  $\DR^n$ mit seiner nat"urlichen Topologie versehen
und als regul"are Funktionen auf einer offenen Teilmenge $U\co \DR^n$
alle stetig differenzierbaren Funktionen nehmen.
\end{Beispiel}
\begin{Definition}\label{DkrR}
Seien $(X,\cal{O}_{X})$ und $(Y,\cal{O}_{Y})$ zwei $k$-geringte R"aume.
Eine Abbildung $\varphi : X \ra Y$ hei"st ein \defnoind{Morphismus von
$k$-geringten R"aumen}\index{Morphismus!von
geringten R"aumen} genau dann, wenn sie stetig ist und
wenn das  Davorschalten unserer 
Abbildung regul"are Funktionen zu regul"aren Funktionen
macht, wenn also in Formeln
aus $U \co Y$ und $f \in \cal{O}_{Y} (U)$ folgt $f\circ
\varphi \in \cal{O}_{X} (\varphi^{-1}(U)).$
 Die Menge aller Morphismen von $X$ 
nach $Y$ bezeichnen wir  mit $\op{Ger}_k(X,Y)$
  oder auch kurz  $\op{Ger}(X,Y).$
Ein \defnoind{Isomorphismus}\index{Isomorphismus!von
geringten R"aumen} {\bf von $k$-geringten R"aumen} ist ein 
bijektiver Morphismus, dessen Umkehrabbildung auch ein 
Morphismus ist.
\end{Definition}
\begin{Beispiel}\label{MGer}
Die Morphismen von 
$\DR$-geringten R"aumen von  $(\DR^n,\cal{C}^1)$ 
nach $(\DR^m, \cal{C}^1)$ 
sind genau die $\cal{C}^1$-Abbildungen.
In der Tat ist jede $\cal{C}^1$-Abbildung offensichtlich
ein Morphismus, und umgekehrt sind f"ur jeden Morphismus $\varphi$
die $\varphi_j=x_j\circ \varphi: \DR^n\ra\DR$ f"ur $1\leq j\leq m$
notwendig $\cal{C}^1$-Funktionen, als da hei"st, jeder Morphismus ist
auch umgekehrt eine $\cal{C}^1$-Abbildung.
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}\label{SSKG}
Sind auf ein
und derselben Menge $X$
mehrere Strukturen als $k$-geringter Raum gegeben, so
bilden wir ihren Schnitt, indem wir diejenigen Mengen 
offen nennen, die in jeder
unserer Strukturen offen sind, und diejenigen Funktion 
regul"ar, die in jeder
unserer Strukturen regul"ar sind. Dieser Schnitt ist 
dann offensichtlich auch
eine Struktur als $k$-geringter Raum auf $X.$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}\label{gggR}
Gegeben zwei Strukturen als $k$-geringter Raum auf derselben Menge $X$ 
nennen wir die eine 
\defnoind{gr"o"sergleich}\index{gr"o"sergleich!Struktur als 
$k$-geringter Raum} 
als die andere genau dann,
wenn die Identit"at ein Morphismus von $X$ mit dieser Struktur in $X$ 
mit der anderen Struktur ist. 
Salopp gesprochen sind also 
gr"o"sere Strukturen solche \glqq mit mehr offenen Mengen  
oder mehr regul"aren Funktionen oder beidem\grqq. 
Auf diese Weise erhalten wir eine partielle Ordnung auf der 
Menge aller Strukturen als $k$-geringter Raum auf einer
vorgegebenen Menge $X.$ 
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}\label{FiSu}
Seien $X$ eine Menge, $Y_{i}$ beliebige 
$k$-geringte R\"{a}ume indiziert durch
$i \in I$ und $\varphi_{i} : Y_{i} \ra X$
Abbildungen. Die gr"o"ste Struktur eines $k$-geringten
Raums  auf $X,$ f"ur die alle $\varphi_{i}$ Morphismen werden, hei"st
die {\bf finale Struktur auf} $X$\index{finale Struktur!von $k$-geringtem Raum}
 in Bezug auf unsere Familie von Abbildungen. 
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}\label{EFisu}
  Wir m"ussen zeigen, da"s solch eine gr"o"ste Struktur auch
  tats"achlich existiert. Dazu geben wir sie einfach
  explizit an: Als Topologie nehmen wir die Finaltopologie, $U\subset X$ ist
  also offen genau dann, wenn seine Urbilder $\varphi_i^{-1}(U)$ offen sind in
  $Y_i$ f"ur alle $i\in I.$ Als regul"are Funktionen auf $U\co X$ nehmen wir
  dann 
alle Funktionen $f:U\ra k$ derart, da"s $f\circ \varphi_i$ regul"ar ist auf
  $\varphi_i^{-1}(U)$ f"ur alle $i\in I.$ Es scheint mir nun klar, da"s 
das die gr"o"ste
  Struktur  mit 
den geforderten Eigenschaften ist.
\end{Bemerkungl}



\begin{Definition}
  Ist $\psi: X\ra Y$ ein Morphismus von $k$-geringten 
R"aumen und tr"agt $Y$ die
  finale Struktur, so nennen wir $\psi$ \defind{final}.
\end{Definition}
\begin{Ubung}
F"ur $m\leq n$ ist die Projektion auf die 
ersten Koordinaten $\DR^n\ra \DR^m$ final in Bezug auf
die in \ref{BspR} erkl"arten $\cal{C}^1$-Strukturen  $\DR$-geringter R"aume.
\end{Ubung}






\begin{Satz}[\textbf{Universelle Eigenschaft der finalen Struktur}]
Seien $\varphi_{i} : Y_{i} \ra X$
wie in \ref{FiSu}. Versehen wir $X$ mit der finalen Struktur, so
ist eine Abbildung $\psi:X \ra Z $ in einen weiteren $k$-geringten Raum
$Z$ ein Morphismus genau dann, wenn alle 
$\psi\circ \varphi_{i}:Y_{i} \ra Z$ Morphismen
sind.
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis]
Das folgt direkt aus unserer expliziten Beschreibung
der finalen Struktur in \ref{EFisu}.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
  Die Transitivit"at  finaler Familien \ref{TFG} gilt analog im
Kontext $k$-geringter R"aume. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Gegeben eine Familie $(X_\lambda)_{\lambda\in\Lambda}$ von $k$-geringten
R"aumen versehen wir die disjunkte Vereinigung
$\coprod_{\lambda\in\Lambda} X_\lambda$ meist mit der finalen Struktur 
in Bezug auf die Einbettungen der $X_\lambda.$
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}\label{Isu}
  Seien $Y$ eine Menge, $X_{i}$ beliebige 
$k$-geringte R\"{a}ume indiziert durch
  $i \in I$ und $\psi_{i} : Y \ra X_{i}$ Abbildungen.  
Die kleinste Struktur eines $k$-geringten Raums auf $Y,$
f"ur die alle die $\psi_{i}$ Morphismen werden, hei"st die
 {\bf initiale
    Struktur}\index{initiale Struktur} auf $Y$
in Bezug auf unsere Familie von Abbildungen. 
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Der Schnitt aller Strukturen auf $Y,$ f"ur die alle
unsere $\psi_{i}$ Morphismen sind, hat sicher auch diese Eigenschaft und ist
folglich die kleinste Struktur mit  dieser Eigenschaft.
Das zeigt, da"s solch eine kleinste Struktur tats"achlich
existiert. Wir geben eine explizite Beschreibung 
im Fall einer einelementigen Familie in \ref{ExB}.
\end{Bemerkungl}







\begin{Satz}[\textbf{Universelle Eigenschaft der initialen Struktur}]
 Seien $\psi_{i} : Y \ra X_{i}$ wie in \ref{Isu}.
Versehen wir $Y$ mit der
 initialen Struktur und\label{UEII} 
ist $Z$ ein $k$-geringter Raum und $\varphi: Z \ra Y$ eine Abbildung, so
ist $g$ ein Morphismus genau dann, wenn alle 
$\psi_{i}\circ \varphi :Z \ra X_{i}$
Morphismen sind.
\end{Satz}


\begin{proof}
Mit $\varphi$ sind nat"urlich auch alle $\psi_{i}\circ \varphi$ Morphismen.
Sind umgekehrt alle $\psi_{i}\circ \varphi$ Morphismen, so 
ist die finale Struktur zu $\varphi$ auch eine Struktur auf $Y,$ f"ur
die alle $\psi_{i}$ stetig sind. Folglich umfa"st die 
finale Struktur zu $\varphi$ 
unsere initiale Struktur, und damit ist $\varphi$  ein Morphismus.
\end{proof}
















\begin{Bemerkungl}\label{ExB}
Ist $Y\subset X$ eine Teilmenge eines $k$-geringten Raums, 
so nennen wir die initiale Struktur zur Einbettung 
die \defind{induzierte
Struktur}  eines $k$-geringten Raums auf $Y$  
und  notieren sie $(Y,\cal{O}|_Y).$ 
Explizit kann man die induzierte Struktur beschreiben wie folgt:
Als Topologie auf $Y$ erh"alt man die von $X$ induzierte Topologie,
und eine Funktion $g$ auf $V \co Y$  ist regul"ar  genau dann,
wenn es f"ur alle $y \in V$ eine offene Umgebung $U \co X$ von $y$
in $X$ gibt und eine Funktion $f \in \cal{O} (U)$ mit $g|_{U\cap V} =
f|_{U\cap V}.$ 
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}
Ist $\psi: Y\hra X$ ein injektiver Morphismus von $k$-geringten R"aumen
und tr"agt $Y$ die initiale
Struktur,
so nennen wir $\psi$
eine {\bf Einbettung}\index{Einbettung!$k$-geringter R"aume} 
von $k$-geringten R"aumen. 
In der algebraischen Geometrie ist hierf"ur auch die Bezeichnung
 \defnoind{Immersion}\index{Immersion!in algebraischer Geometrie}
gebr"auchlich, in der Differentialgeometrie
versteht man jedoch unter einer  Immersion meist etwas anderes.
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}
Offensichtlich ist die Verkn"upfung von zwei Einbettungen wieder eine
Einbettung. Besonders oft werden uns 
\defnoind{offene 
Einbettungen}\index{Einbettung!offene, geringter R"aume} 
und
\defnoind{abgeschlossene 
Einbettungen}\index{abgeschlossen!Einbettung geringter R"aume} begegnen, 
bei denen zus"atzlich gefordert 
wird,\index{Einbettung!abgeschlossene, geringter R"aume} 
da"s sie als Abbildungen topologischer R"aume offen bzw. abgeschlossen sind,
oder gleichbedeutend, da"s ihr Bild  offen bzw. abgeschlossen ist.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Ubung}\label{QQHc}
Ist die Verkn\"{u}pfung $g\circ h$ von zwei
Morphismen final, so ist notwendig auch
$g$ schon final. Insbesondere ist jeder Morphismus final, der 
einen {\bf Schnitt}
alias ein Rechtsinverses besitzt.
Ist die Verkn\"{u}pfung $g\circ h$ von zwei
Morphismen  initial, so ist notwendig auch
$h$ schon initial. Insbesondere ist jeder Morphismus initial, der ein
Linksinverses besitzt.\label{lsS}
\end{Ubung}
% \begin{Definition}\label{Subm}
% Unter einer {\bf Submersion}\index{Submersion!$k$-geringter R"aume}
% von $k$-geringten R"aumen verstehen wir einen finalen surjektiven offenen
% Morphismus.
% In der Differentialgeometrie meint dieser Begriff jedoch oft auch etwas 
% anderes, vergleiche \ref{Submdg}. 
% \end{Definition}
%Fr"uher finale Surjektion als Submersion definiert.
%Sollte besser finale offene Surjektion ??? Weiss nicht.

% \begin{Ubung}
% DAS IST QUATSCH! 
% Besitzt ein Morphismus von $k$-geringten R"aumen einen  Schnitt,
%  so ist
% er eine Submersion. Hinweis: \ref{QQHc}. 
% \end{Ubung}




\begin{Ubung}\label{FSOB}
Ist $(U_\lambda)_{\lambda\in\Lambda}$ eine offene "Uberdeckung eines
$k$-geringten Raums $X,$ so tr"agt $X$ die finale Struktur
in Bezug auf die Einbettungen $U_\lambda\hra X.$
\end{Ubung}


\begin{Ubung}\label{lsSn}
  Ist $f: Y\ra X$ ein Morphismus von $k$-geringten R"aumen und besitzt $X$
  eine offene "Uberdeckung $\mathcal U$ derart, da"s $f:f^{-1}(U)\ra U$ f"ur
  alle $U\in \mathcal U$ final ist, so ist unser Morphismus bereits
  selbst  final.
\end{Ubung}



\begin{Ubung}\label{Submc} Ist $\psi: X\ra Y$ final, so ist auch
  f"ur jede offene Teilmenge $U\co Y$  die induzierte Abbildung
  $\psi^{-1}(U)\ra U$ final f"ur die induzierten Strukturen.
\end{Ubung}




%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "AATOTAL"
%%% TeX-master: "AATOTAL"
%%% End: 
