

\section{Hauptraumzerlegung und Jordanzerlegung}
\subsection{Motivation durch Differentialgleichungen*}
\begin{Bemerkungl}
  Wie in \eref{exM}{AN1} im Reellen und  beim Beweis
  von \eref{GDAE}{AN1} im Komplexen 
  besprochen wird, erkl"art man die Exponentialabbildung auf
  komplexen quadratischen Matrizen\label{MdD}  durch die Exponentialreihe
  $$\begin{array}{cccl}
    \exp  : & \op{Mat}(n; \DC) & \ra & \op{Mat}(n; \DC)\\[2mm]
    & A & \mapsto & \sum^{\infty}_{k=0} \frac{1}{k!} A^{k}
 \end{array}$$
  Wie dort besprochen
  wird, spielt diese Abbildung eine zentrale
 Rolle bei der L"osung von Systemen linearer Differentialgleichungen mit
 konstanten Koeffizienten.  Ist genauer $A \in \op{Mat}(n; \Bbb{C})$
 eine quadratische Matrix und $c \in \Bbb{C}^{n}$ ein Spaltenvektor, so gibt
 es genau eine differenzierbare Abbildung $\gamma: \Bbb{R} \ra \Bbb{C}^{n}$
 mit Anfangswert $\gamma(0) =c$ und $\dot{\gamma} (t) = A \gamma
 (t)$ f"ur alle $t \in \Bbb{R}$, n"amlich die Abbildung
 $$\gamma(t) = \exp (tA) c$$
 Fast noch grundlegender zeigen wir in
 \eref{EPGL}{ML}, und diesen Beweis k"onnten Sie mit den Kenntnissen
 von Analysis 2 auch jetzt schon verstehen, da"s jeder stetige Gruppenhomomorphismus $\varphi:\DR\ra \op{GL}(V)$ in die Automorphismengruppe
 eines endlichdimensionalen reellen oder
 komplexen Vektorraums $V$ die Gestalt $\varphi(t)=\op{exp}(tA)$ hat f"ur genau
 ein $A\in\op{End}V$. 
 Es ist also wichtig, die Exponentialabbildung f"ur Matrizen
 $A\mapsto \exp A$ zu verstehen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Um die Exponentialabbildung f"ur Matrizen
 $A\mapsto \exp A$ zu verstehen bemerkt man zun"achst die Formel $\exp (P A
P^{-1}) = P (\exp A) P^{-1}$ f"ur invertierbares $P$. Sie folgt  direkt aus
der Definition.  Des weiteren erkl"aren wir in \eref{ADFG}{AN1}, warum f"ur kommutierende
quadratische Matrizen $A,B$ stets gilt $$\exp (A+B) = (\exp A) (\exp B)$$ In
\ref{JZE} werden wir im folgenden die \glqq Jordan-Zerlegung\grqq\ 
herleiten, nach der
 sich jede komplexe quadratische Matrix $A$ auf genau eine Weise
zerlegen l"a"st als eine 
Summe $A=D+N$ mit $D$ diagonalisierbar und $N$ nilpotent
und $DN=ND$. Ist zus"atzlich $P$ invertierbar mit
$PDP^{-1}=\op{diag}(\lambda_1,\ldots,\lambda_n)$, so folgt
$$
\begin{array}{lll}
\exp A&=&(\exp D)(\exp N)\\
&=&P^{-1}\exp(\op{diag}(\lambda_1,\ldots,\lambda_n))P\;\exp N\\
&=&P^{-1}\op{diag}({\op{e}}^{\lambda_1},\ldots,{\op{e}}^{\lambda_n})P\;
\exp N \\[3mm]
\exp t A&=&P^{-1}\op{diag}({\op{e}}^{t\lambda_1},
\ldots,{\op{e}}^{t\lambda_n})P\;
\exp tN\end{array}
$$
Hierbei bricht die Reihe f"ur $\exp tN$ ab und wir erhalten so ein 
recht befriedigendes qualitatives
Bild
 und mit der 
\glqq Jordan'schen Normalform\grqq\  \ref{JNFa} 
und 
etwas mehr Rechnen auch eine sehr explizite Beschreibung der
L"osungen unserer Differentialgleichung $\dot{\gamma} (t) = A \gamma
 (t)$ und f"ur stetige Gruppenhomomorphismen $\DR\ra \op{GL}(n;\DC)$.
\end{Bemerkungl}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubunge}
Die Exponentialabbildung von reellen Matrizen liefert eine Bijektion
\begin{equation*}
\op{exp} : \{\text{symmetrische Matrizen} \}\sira
\{ \text{positiv definite symmetrische Matrizen}\}
\end{equation*}
\end{Ubunge}



\subsection{Hauptraumzerlegung}
\begin{Definition}\label{EiHa}
 Gegeben ein 
Endomorphismus $f:V\ra V$ eines Vektorraums $V$ und  ein Skalar
$\lambda$ aus dem Grundk"orper $K$ erkl"aren wir 
den {\bf Eigenraum}\index{Eigenraum}\index{Eig@$\op{Eig}$ Eigenraum} 
{\bf von $f$ zum Eigenwert $\lambda$} durch
$$\op{Eig} (f;\lambda)=\op{Eig} (f|V;\lambda)\pdef
  \{v\in V\mid f(v)=\lambda v\}=\ker (f-\lambda\op{id})$$
 und den {\bf  Hauptraum}\index{Hauptraum}\index{Hau@$\op{Hau}$ Hauptraum} 
 {\bf  von $f$ 
zum Eigenwert $\lambda$} durch
$$\hspace{9mm}\op{Hau} (f;\lambda)=\op{Hau} (f|V;\lambda)\pdef
  \bigcup_{n\geq 0} \ker (f-\lambda\op{id})^{n}$$
Der Eigenraum zum Eigenwert $\lambda$ besteht also  aus
allen Eigenvektoren zum Eigenwert $\lambda$ und dem Nullvektor.
Die %von Null verschiedenen 
Elemente des Hauptraums zum
Eigenwert $\lambda$ hei"sen  die 
{\bf Hauptvektoren zum Eigenwert $\lambda$}.\index{Hauptvektor}
Der Nullvektor ist insbesondere ein Hauptvektor zu jedem Eigenwert. 
Ist  $\lambda\in K$  kein
 Eigenwert von $f$, so haben wir $ \op{Eig} (f;\lambda)= 0$ und offensichtlich  oder nach \ref{HAUEW2} auch $\op{Hau} (f;\lambda)
= 0$.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Eigenr"aume zu den Eigenwerten Null und Eins}] 
Der Eigenraum zum Eigenwert Null einer linearen Abbildung $f:V\ra V$
ist  ihr Kern
$$\op{Eig}(f|V;0)=\op{ker}f$$
Der Eigenraum zum Eigenwert Eins einer linearen Abbildung $f:V\ra V$
besteht aus den Fixpunkten unserer Abbildung, in Formeln
$$\op{Eig}(f|V;1)=V^{f}$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}[\textbf{Hauptraum zum Eigenwert Null und Nilpotenz}] 
Der Haupt\-raum zum Eigenwert Null 
des durch Ableiten gegebenen Endomorphismus des Raums der 
Polynomfunktionen 
$\partial:\DR[t]\ra\DR[t]$ ist der ganze Raum, in Formeln
$\op{Hau}(\partial;0)=\DR[t]$.
Allgemeiner hat ein Endomorphismus $f:V\ra V$ eines 
Vektorraums die Eigenschaft $\op{Hau}(f;0)=V$ genau dann,
wenn es f"ur jeden Vektor $v\in V$ ein $n\in \DN$ gibt mit $f^n(v)=0$.
Ein Endomorphismus  $f$ eines Vektorraums mit dieser Eigenschaft hei"st 
{\bf lokal nilpotent}.\index{lokal nilpotent}\index{nilpotent!lokal}
Der Haupt\-raum zum Eigenwert Null\label{lon} 
des durch Ableiten gegebenen Endomorphismus $\partial:\mathcal C^\infty \ra\mathcal C^\infty$ des Raums der 
glatten reellwertigen
Funktionen $\mathcal C^\infty\pdef \mathcal C^\infty_\DR(\DR)$ auf der 
reellen Zahlengeraden 
 besteht 
 aus den Polynomfunktionen, in Formeln
$$\op{Hau}(\partial|\mathcal C^\infty;0)=\DR[t]$$
Pr"aziser zeigt man in der Analysis, da"s eine glatte Funktion $\DR\ra\DR$ 
genau dann durch 
ein Polynom vom Grad h"ochstens $n$ dargestellt werden kann, 
wenn ihre $(n+1)$-te Ableitung
die Nullfunktion ist.
\end{Beispiel}
\begin{Definition}
Gegeben eine Abbildung $f:X\ra X$ von einer Menge in sich selbst
nennen wir eine Teilmenge $Y\subset X$ 
{\bf stabil unter $f$},\index{stabil!Teilmenge unter Abbildung}
 wenn gilt $f(Y)\subset Y$ alias  $x\in Y\RA f(x)\in Y$.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Stabilit"at der Haupt- und Eigenr"aume}] 
 Gegeben ein 
Endomorphismus $f:V\ra V$ eines Vektorraums $V$\label{HAUEW} 
 sind alle seine Eigenr"aume und Hauptr"aume Untervektorr"aume. Sie sind auch
offensichtlich
stabil unter unserem Endomorphismus $f$, ja sogar unter jedem
Endomorphismus $g:V\ra V$, der mit $f$ kommutiert.
Ist noch allgemeiner $g:V\ra W$ eine lineare Abbildung und sind
$x\in\op{End}V$ und $y\in\op{End}W$ gegeben mit $gx=yg$,\label{UHRR} so gilt 
$$g(\op{Eig} (x;\lambda))\subset \op{Eig} (y;\lambda)\qquad\text{ und }
\qquad g(\op{Hau} (x;\lambda))\subset \op{Hau} (y;\lambda).$$
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Verschwinden von Haupt- und Eigenr"aumen}] 
Ist der Hauptraum zu einem Eigenwert $\lambda$ nicht Null,\label{HAUEW2} so
ist auch der zugeh"orige Eigenraum nicht Null. Ist in der Tat
ein Vektor 
$v\neq 0$ gegeben mit $(f-\lambda\op{id})^{n}v=0$ f"ur ein $n\in\DN$,
so gibt es auch ein kleinstm"ogliches derartiges $n\geq 1$, und dann ist
$(f-\lambda\op{id})^{n-1}v$ ein Eigenvektor zum Eigenwert $\lambda$.
\end{Bemerkungl}
  
\label{HAUEW3}
% \begin{Bemerkungl}
% Ist 
% $U \subset V$ ein unter einer linearen Abbildung $f : V \ra V$ stabiler
% Untervektorraum, so gilt f"ur die 
% Einschr"ankung von $f$ auf $U$ offensichtlich
% \begin{displaymath}
% \begin{array}{rcr}
% \op{Eig} (f |U; \lambda)&=& \op{Eig}(f;\lambda) \cap U\\
% \op{Hau} (f|U ; \lambda )& =& \op{Hau} (f;\lambda) \cap U
% \end{array}
% \end{displaymath}
% \end{Bemerkungl}

\label{HAUEW4}
% \begin{Bemerkungl}
% Ist $V  = U \oplus W$ die direkte Summe zweier 
% unter $f$ stabiler Untervektorr"aume, so gilt
% offensichtlich 
% \begin{displaymath}
% \begin{array}{rcrrr}
% \op{Eig} (f|V;\lambda) &=& \op{Eig}(f|U; \lambda) 
% \!&\oplus&\! \op{Eig} (f|W;\lambda)\\
% \op{Hau} (f|V;\lambda) &=& \op{Hau}(f|U; \lambda) 
% \!&\oplus&\! \op{Hau} (f|W;\lambda)
% \end{array}
% \end{displaymath}
% \end{Bemerkungl}




\begin{Proposition}[\textbf{Direktheit der Summe der Hauptr"aume}]
Gegeben   ein  Vektorraum $V$ "uber einem K"orper $K$ und ein Endomorphismus
$f: V \ra V$ von $V$ und  paarweise verschiedene Skalare\label{Haui}  
$\lambda_1,\ldots,\lambda_r\in K$  
liefern die Einbettungen der Hauptr"aume eine Injektion
\begin{displaymath}
\op{Hau} (f; \lambda_1)\oplus\ldots\oplus \op{Hau} (f; \lambda_r) 
\hookrightarrow V
\end{displaymath}
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungw}
In \ref{zERR} will ich erkl"aren, in welchem Sinne das sogar gilt,
wenn wir alle Skalare $\lambda\in K$ gleichzeitig betrachten.
 %  Diese Summe in dieser Proposition
% ist "uber alle Eigenwerte von $f$ zu verstehen. 
% Man mag sie aber auch "uber alle Skalare $\lambda\in K$ 
%  verstehen, wenn man unsere Konvention erinnert, nach der der 
% Hauptraum $\op{Hau} (f;
%   \lambda)$ der Nullraum ist, wenn $\lambda$ kein Eigenwert ist.
\end{Bemerkungw}
\begin{proof}
 Wir beginnen mit einer Vor"uberlegung und
zeigen zun"achst f"ur $\lambda\neq \mu$, da"s ein
Hauptvektor $v\neq 0$ zum Eigenwert $\lambda$ nie ein
  Eigenvektor zum Eigenwert $\mu$ sein kann. In der Tat
h"atten wir sonst
f"ur hinreichend gro"ses $n$ eine Identit"at der Gestalt
 $$0=(f-\lambda\op{id})^n(v)=(\mu-\lambda)^n(v)$$
und es folgte $v=0$. In anderen Worten induziert 
$(f-\mu\op{id})$ f"ur $\lambda\neq \mu$ eine
Injektion $$(f-\mu\op{id}): \op{Hau} (f; \lambda) \hookrightarrow
\op{Hau} (f; \lambda)$$
auf dem Hauptraum zu $\lambda$.
Seien nun $v_1,\ldots, v_r$ Hauptvektoren zu paarweise
verschiedenen Eigenwerten $\lambda_1,\ldots,\lambda_r$.
Es gilt zu zeigen, da"s aus $v_1+\ldots+ v_r=0$
folgt $v_1=\ldots= v_r=0$.
Sicher finden wir ein $n\in\DN$ mit 
 $(f-\lambda_i\op{id})^nv_i=0$ f"ur alle $i$.
Wenden wir nun 
$(f-\lambda_2\op{id})^n\ldots(f-\lambda_r\op{id})^n$ auf unsere
Identit"at $v_1+\ldots+ v_r=0$ an, so folgt bereits 
$(f-\lambda_2\op{id})^n\ldots(f-\lambda_r\op{id})^n(v_1)=0$
und damit nach unserer Vor"uberlegung zu Injektionen auf Hauptr"aumen $v_1=0$.
Dasselbe Argument zeigt $v_i=0$ f"ur alle $i$. 
\end{proof}
% \begin{proof}[Beweis]
% Wir zeigen zun"achst, da"s der Schnitt von je zwei 
% Hauptr"aumen zu verschiedenen
% Eigenwerten $\mu\neq \lambda$ der Nullraum ist.
% In der Tat ist ja jeder Hauptraum
%  nach \ref{HAUEW} unter dem fraglichen Endomorphismus stabil.
% Der Schnitt beider Hauptr"aume  ist folglich  der Hauptraum
% zu $\mu$ im Hauptraum zu $\lambda$, 
% in Formeln
% $$\op{Hau} (f;\lambda)\cap \op{Hau} (f;\mu)=
% \op{Hau} (f|\op{Hau} (f;\lambda);\mu)$$
% W"are er nicht Null, so g"abe es nach  \ref{HAUEW2}  im Schnitt 
%  auch einen Eigenvektor $v \neq 0$
% zum Eigenwert $\mu $.
% F"ur diesen Vektor g"alte jedoch $(f-\lambda\op{id})^n v = (\mu
% -\lambda)^n v$, und das ist nicht Null f"ur alle $n \geq 0$ 
% im Widerspruch zu unserer Annahme $v \in \op{Hau} (f;\lambda)$.
% Also ist der Schnitt von je zwei 
% Hauptr"aumen zu verschiedenen
% Eigenwerten der Nullraum.
% W"are nun die Summe der Hauptr"aume nicht 
% direkt, so g"abe es nach \ref{Kds} eine endliche direkte Summe $$H =
% H_1 \oplus \ldots \oplus H_n$$ von Hauptr"aumen, 
% deren Bild in $V$  von einem weiteren Hauptraum $\op{Hau}(f; \mu)$
% nichttrivial geschnitten wird. Da aber alle $H_i$ 
% stabil sind unter $f$, gilt nach \ref{HAUEW4}
% $$\op{Hau}(f; \mu)\cap H=\op{Hau}(f|H; \mu)=\op{Hau} (f | H_1 ; \mu)\oplus 
% \ldots \oplus \op{Hau} (f | H_n ; \mu)$$ und diese Summanden
% sind  alle Null als Schnitte von Hauptr"aumen zu verschiedenen
% Eigenwerten. Also ist der fragliche Schnitt doch Null und die
% Summe der Hauptr"aume mu"s direkt sein.
% \end{proof}
\begin{Beispiel}[\textbf{Lineare Unabh"angigkeit der Funktionen
$t^n{\op{e}}^{\lambda t}$}] 
Wir zeigen, da"s im $\DR$-Vektorraum\label{luEX} 
 $\mathcal C^\infty\pdef \mathcal C^\infty_\DR(\DR)$ der glatten reellwertigen
Funktionen die Funktionen $t\mapsto t^n{\op{e}}^{\lambda t}$ eine linear
unabh"angige Familie $(t^n{\op{e}}^{\lambda t})_{(n,\lambda)\in\DN\times\DR}$
bilden. In der Tat, betrachten wir den durch das 
Ableiten gegebenen Endomorphismus
$\partial:\cal{C}^\infty\ra \cal{C}^\infty$,
so liegen alle $t^n{\op{e}}^{\lambda t}$ f"ur festes $\lambda$
im $\lambda$-Hauptraum $\op{Hau}(\partial;\lambda)$. 
Wegen   \ref{Haui} reicht es also, f"ur jedes feste 
$\lambda$ die lineare Unabh"angigkeit der $t^n{\op{e}}^{\lambda t}$ zu zeigen.
Diese folgt hinwiederum unmittelbar aus unserer Erkenntnis \eref{ZNPn}{LA1},
da"s ein reelles Polynom nur dann "uberall den Wert Null annimmt,
wenn es das Nullpolynom ist.
In derselben Weise zeigt man auch, da"s im $\DC$-Vektorraum
$\cal{C}^\infty(\DR)$ aller beliebig oft differenzierbaren Funktionen
$\DR\ra \DC$ die Funktionen $t\mapsto t^n{\op{e}}^{\lambda t}$ f"ur komplexe 
$\lambda$  eine linear
unabh"angige Familie $(t^n{\op{e}}^{\lambda t})_{(n,\lambda)\in\DN\times\DC}$
bilden, vergleiche  \eref{DHG}{AN1}.
\end{Beispiel}

\begin{Satz}[\textbf{Fitting-Zerlegung}] 
 Gegeben ein Endomorphismus eines endlichdimensionalen Vektorraums 
besitzt der Hauptraum zum Eigenwert Null  genau ein unter unserem 
Endomorphismus stabiles Komplement und die Restriktion unseres\label{FiZe} 
Endomorphismus auf dies Komplement ist ein Isomorphismus. 
\end{Satz}
\begin{proof}
  Bezeichnet $f: V \ra V$ unseren Endomorphismus, so zeigen wir
  zun"achst, da"s f"ur hinreichend gro"ses $n\gg 0$ unser
  Vektorraum $V$ in die direkte Summe
$$(\op{ker} f^{n})  \oplus (\op{im}
f^{n})\sira V$$ zerf"allt.  Die Bilder der $ f^{\nu}$ bilden in der Tat f"ur
wachsendes $\nu$ eine monoton fallende Folge von
Untervektorr"aumen. Da $V$ nach Annahme endliche Dimension hat, gibt
es eine Stelle $n$, ab der diese Folge konstant wird.  F"ur dieses $n$
mu"s die Surjektion $f^n:(\op{im} f^{n})\sra (\op{im} f^{2n})$ aus
Dimensionsgr"unden ein Isomorphismus sein, also haben wir $(\op{ker}
f^{n}) \cap (\op{im} f^{n})=0$, und nochmaliger Dimensionsvergleich
mit der Dimensionsformel \eref{DiFo}{LA1} zeigt "uber \eref{cuD}{LA1}
die behauptete Zerlegung. Sie hei"st die  {\bf
  Fitting-Zerlegung}.\index{Fitting-Zerlegung!von Vektorr"aumen}
 Ab derselben Stelle $n$ mu"s aus Dimensionsgr"unden 
auch die aufsteigende Folge der Untervektorr"aume $(\op{ker}f^\nu)$ 
stagnieren, so da"s gilt $(\op{ker} f^{n})=\op{Hau}(f;0)$.
Ist schlie"slich $W\subset V$ ein $f$-stabiler Teilraum mit
 $W\cap (\op{ker} f^{n})=0$, 
so folgt $f(W)=W$ und damit $W\subset  (\op{im} f^{n})$. Das zeigt die 
behauptete Eindeutigkeit. 
\end{proof}



\begin{Proposition}[\textbf{Hauptraumdimension  als Nullstellenordnung}] 
Gegeben ein Endomorphismus eines endlichdimensionalen Vektorraums
stimmt die Dimension jedes Hauptraums "uberein\label{DiHau} 
mit der Vielfachheit des entsprechenden
  Eigenwerts als Nullstelle des charakteristischen Polynoms.
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
  Man nennt diese Vielfachheit auch die {\bf algebraische Vielfachheit} 
des 
  Eigenwerts, im Gegensatz zu 
seiner 
{\bf geometrischen Vielfachheit},
unter der man die Dimension des zugeh"origen Eigenraums versteht.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
  Sei $f:V\ra V$ unser Endomorphismus und $\lambda$ ein Skalar.
Die \hyperref[FiZe]{Fitting-Zerlegung}  
 zu $(f-\lambda \op{id})$ zerlegt  $V$
in die direkte Summe des $\lambda$-Hauptraums und  eines
$f$-stabilen Komplements
$$V=\op{Hau}(f;\lambda)\oplus W$$
derart, da"s  $\lambda$ kein Eigenwert von $f:W\ra W$ ist. 
Auf dem Hauptraum ist $(f-\lambda \op{id})$ nilpotent. Nach 
\eref{niOD}{LA1} finden wir also darin eine Basis,
bez"uglich derer die Matrix von $(f-\lambda \op{id})$ 
obere Dreiecksgestalt hat mit Nullen auf der Diagonalen.
Bez"uglich derselben Basis hat   die Matrix von $f$ 
obere Dreiecksgestalt mit lauter Eintr"agen $\lambda$ auf der Diagonalen.
Erg"anzen wir diese Basis durch eine Basis des Komplements $W$ zu einer
Basis von $V$, so ist die  zugeh"orige Matrix 
von $f:V\ra V$ blockdiagonal.
Unsere Formel \eref{chD}{LA1} f"ur die Determinante einer blockdiagonalen
Matrix
liefert dann f"ur das charakteristische Polynom 
die Darstellung $$\chi_f(T)=(\lambda-T)^d\cdot\chi_{f|W}(T)$$
f"ur $d\pdef\op{dim}\op{Hau}(f;\lambda)$ die Dimension des $\lambda$-Hauptraums
und $\chi_{f|W}(T)$ ein Polynom ohne Nullstelle bei $\lambda$.
\end{proof}

\begin{Satz}[\textbf{Hauptraumzerlegung}]
Ein Vektorraum endlicher Dimension  "uber einem
algebraisch abgeschlossenen K"orper zerf"allt unter jedem
Endomorphismus in die direkte Summe seiner Hauptr"aume.\label{HRZ} 
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Ist $f:V\ra V$ unser Endomorphismus und sind $\lambda_1,\ldots,\lambda_n$ 
seine Eigenwerte, so gilt also in Formeln
$\op{Hau} (f; \lambda_1) \oplus\ldots\oplus \op{Hau} (f; \lambda_n)\sira V$
unter der durch die Addition gegebenen Abbildung.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}\label{ZchP}
Der Satz gilt mit dem ersten Beweis auch, wenn wir statt 
der algebraischen Abgeschlossenheit des Grundk"orpers nur voraussetzen,
da"s das charakteristische Polynom unseres Endomorphismus "uber unserem
K"orper vollst"andig in Linearfaktoren zerf"allt. 
\end{Bemerkungl}


\begin{proof}[Erster Beweis]
Der Satz folgt 
mit der Direktheit der Summe der
Hauptr"aume \ref{Haui} und Dimensionsvergleich unmittelbar 
aus  Proposition \ref{DiHau},
nach der die Dimensionen der Hauptr"aume mit den
 Vielfachheiten der entsprechenden Eigenwerte als 
Nullstellen des charakteristischen Polynoms zusammenfallen.
\end{proof}

\begin{proof}[Zweiter Beweis]
  Gegeben ein Skalar $\lambda$ zeigt die Fittingzerlegung, wenn wir sie
  auf $(f-\lambda\op{id})$ anwenden, da"s der Hauptraum
  $\op{Hau}(f;\lambda)$ ein $f$-stabiles Komplement hat.
  Mit Induktion "uber die Dimension folgt, da"s unser Vektorraum
  von seinen Hauptr"aumen erzeugt wird. Die Direktheit der Summe der
  Hauptr"aume kennen wir schon aus \ref{Haui}.
\end{proof}


\subsubsection*{"Ubungen}

\begin{Ubunge}
Ein Vektorraum "uber einem algebraisch abgeschlossenen K"orper 
zerf"allt unter einem Endomorphismus in die direkte Summe seiner
Haupt\-r"aume genau dann, wenn unser Endomorphismus\label{DSHR} 
\defind{lokal endlich} ist, als da hei"st, jeder Vektor liegt in einem
endlichdimensionalen unter unserem Endomorphismus stabilen Teilraum.
\end{Ubunge}

\begin{Ubunge}
  Gegeben ein diagonalisierbarer Endomorphismus
$f$ eines Vektorraums $V$ und ein unter $f$ stabiler Teilraum
$W\subset V$ gilt stets $f(W)=W\cap f(V)$. Man gebe auch ein Gegenbeispiel
f"ur
allgemeines $f$.  
\end{Ubunge}

\begin{Ubunge}[\textbf{Simultane Eigenvektoren}]
F"ur jede Menge von paarweise kommutierenden\label{ESuU} 
trigonalisierbaren Endomorphismen eines von Null
verschiedenen endlichdimensionalen Vektorraums\label{SimE}  
gibt es mindestens einen simultanen Eigenvektor. Hinweis: \ref{HAUEW}
\end{Ubunge}








\begin{Ubung}[\textbf{Spektralsatz f"ur normale Endomorphismen}]
Ein Endomorphismus eines 
Skalarprodukt\-raums  hei"st {\bf normal},\index{normal!Endomorphismus}
 wenn er einen Adjungierten besitzt und
mit seinem Adjungierten kommutiert.\label{NoER} 
    Man zeige: Ein Endomorphismus eines 
endlichdimensionalen komplexen  Skalarprodukt\-raums  ist genau dann
normal, wenn es 
dazu eine Orthonormalbasis aus Eigenvektoren gibt.
Hinweis: Kommutierende Endomorphismen stabilisieren die
 Eigenr"aume aller beteiligten Endomorphismen.
Ist $A^\ast$ adjungiert zu $A$, so sind $A+A^\ast$ und
${\op{i}}(A-A^\ast)$ selbstadjungiert. Alternativer Zugang: Man beginne mit
einem gemeinsamen Eigenvektor von $A$ und $A^\ast$ und wiederhole von dort
ausgehend den Beweis des Spektralsatzes f"ur selbstadjungierte 
Endomorphismen.
\end{Ubung}

 
\begin{Ubunge}
 Gegeben ein Vektorraum mit einem lokal endlichen Endomorphismus 
besitzt der Hauptraum zu Null stets genau ein unter besagtem
Endomorphismus stabiles Komplement.
\end{Ubunge}

\begin{Bemerkunge}[\textbf{Ein Nullhauptraum ohne stabiles Komplement}] 
Betrachten wir Vektorr"aume unendlicher Dimension, so
besitzt der Hauptraum zum\label{HRD}  
Eigenwert Null eines Endomorphismus im allgemeinen kein
unter besagtem Endomorphismus stabiles 
Komplement mehr.
 Betrachten wir zum Beispiel den
Vektorraum $V$ aller Abbildungen von der Menge 
$\{(i,j) \in \Bbb{N}^2 \mid i \geq j\}$
in unseren Grundk"orper und den Endomorphismus, 
der \glqq jede Zeile eins nach unten r"uckt
und die unterste Zeile zu Null macht\grqq.
Der Hauptraum $H$ zum Eigenwert Null besteht aus 
allen Funktionen, die nur auf endlich
vielen Zeilen von Null verschieden sind.
Nun betrachten wir den Vektor $v \in V$ mit
\begin{displaymath}
v(i,j) = \left\{ \begin{array}{ll}
1 & i = 2j;\\
0 & \text{sonst.}
\end{array} \right.
\end{displaymath}
Sein Bild ist im in \ref{QVV} diskutierten
Quotientenvektorraum $\bar{v} \in V/H$ ein von 
Null verschiedener Vektor, der im Bild
jeder Potenz unseres Endomorphismus liegt. 
In $V$ selbst gibt es jedoch keinen derartigen
von Null verschiedenen Vektor, folglich kann 
$H \subset V$ kein unter unserem Endomorphismus
stabiles Komplement besitzen.
\end{Bemerkunge}









\subsection{Jordanzerlegung}
 \begin{Satz}[\textbf{Jordanzerlegung}]
  Seien $V$ ein endlichdimensionaler Vektorraum "uber einem algebraisch
     abgeschlossenen K"orper und $x \in \op{End} V$ ein Endomorphismus von $V$.
     So gibt es genau eine Zerlegung $x = x_{\op{s}} + x_{\op{n}}$ mit
     $x_{\op{s}}$ diagonalisierbar, $x_{\op{n}}$ nilpotent und $x_{\op{s}}
     x_{\op{n}} = x_{\op{n}} x_{\op{s}}$.\label{JZE}
   \end{Satz}
 \begin{Bemerkungl}\label{jzv}
   Statt den Grundk"orper algebraisch
     abgeschlossen anzunehmen, reicht f"ur die G"ultigkeit unseres Satzes
auch die Annahme aus, da"s das charakteristische Polynom unseres 
Endomorphismus "uber unserem K"orper vollst"andig in Linearfaktoren zerf"allt.
Der Beweis bleibt derselbe.
 \end{Bemerkungl}
   \begin{Bemerkungl}
     Da"s der Endomorphismus jetzt pl"otzlich $x$ hei"st, obwohl er sonst 
immer $f$ hie"s, hat keine tieferen Gr"unde. Es hat jedoch den Vorteil,
den Buchstaben $f$ freizumachen f"ur andere lineare Abbildungen.
   \end{Bemerkungl}

 \begin{Bemerkungl}\label{hef}
 Der untere Index $\op{s}$ 
 bei $x_{\op{s}}$ steht f"ur {\bf semisimple}, die deutsche
 "Ubersetzung daf"ur ist {\bf  halbeinfach}. 
 In der Situation des Satzes hei"st $x_{\op{s}}$ 
 der 
{\bf halbeinfache}\index{halbeinfacher Anteil!eines Endomorphismus} und
$x_{\op{n}}$  der {\bf nilpotente Anteil}\index{nilpotenter Anteil!eines Endomorphismus} 
von $x$. Die Zerlegung aus dem Satz bezeichnet man  genauer auch
als {\bf additive Jordan-Zerlegung},\index{Jordan-Zerlegung!additive}
wenn man Verwechslungen mit der 
\glqq multiplikativen Jordan-Zerlegung\grqq\  aus \ref{MuJo}
bef"urchtet.
 \end{Bemerkungl}
 \begin{Bemerkungw}
   Ganz allgemein hei"st ein Endomorphismus $x$ eines $k$-Vek\-tor\-raums $V$ 
   {\bf halbeinfach}\index{halbeinfach!Endomorphismus},
   wenn $V$ mit der Struktur als $k[T]$-Modul, bei der die Variable $T$ durch
   $x$ operiert, halbeinfach ist im Sinne von \eref{MRHE}{NAS} alias die
   Summe seiner einfachen Untermoduln. Mit den dort eingef"uhrten
   Methoden zeigt man leicht, da"s das 
   gleichbedeutend dazu ist, da"s unser Endomorphismus $x$ \glqq nach
   Erweiterung der Skalare zum algebraischen Abschlu"s\grqq\ 
   diagonalisierbar ist.
 Ersetzen wir im Satz die Bedingung 
\glqq diagonalisierbar\grqq\  durch die Bedingung \glqq halbeinfach\grqq, so bleibt er
auch ohne alle Forderungen an das charakteristische Polynom g"ultig
f"ur im Sinne von \eref{voKO}{AL} \glqq vollkommene\grqq\  
Grundk"orper, wie Sie im Rahmen
der sogenannten \glqq Galoistheorie\grqq\  als "Ubung \eref{JZV}{AL} zeigen m"ogen.
\end{Bemerkungw}

 \begin{proof}
 Gegeben ein Endomorphismus $x$ eines 
 Vektor\-raums endlicher Dimension  "uber einem
 algebraisch abgeschlossenen K"orper erkl"aren wir 
 einen weiteren Endomorphismus
 $x_{\op{s}}$ durch
 die Vorschrift, da"s er auf dem
 Hauptraum $\op{Hau} (x;\lambda)$
 von $x$ zum Eigenwert $\lambda$ jeweils durch die Multiplikation mit $\lambda$
 operieren soll.
 Dann ist $x_{\op{s}}$ diagonalisierbar, und setzen wir 
  $x_{\op{n}}=x-x_{\op{s}}$, so ist $x_{\op{n}}$
 nilpotent und $x_{\op{s}}$ kommutiert mit $x$ 
 und dann auch mit $x_{\op{n}}$. 
 Das zeigt die Existenz unserer Zerlegung.
 Ist 
 $x=s+n$ eine weitere Zerlegung mit $s$ diagonalisierbar, $n$ nilpotent und 
 $sn=ns$, so folgt zun"achst $sx=xs$ und dann,
 da $s$  die Hauptr"aume von $x$ stabilisieren mu"s, auch
 $sx_{\op{s}}=x_{\op{s}}s$. 
 So erkennen wir, da"s $x,s,n, x_{\op{s}}$ und $x_{\op{n}}$ paarweise
 kommutieren.
 Nat"urlich ist dann $x_{\op{n}}-n$ nilpotent.
Da $s$  die Hauptr"aume von $x$  stabilisiert und da nach 
\eref{diage}{LA1} auch die Restriktion von $s$ auf besagte Hauptr"aume 
diagonalisierbar ist, folgt aus der Definition von $x_{\op{s}}$, da"s
auch $x_{\op{s}}-s$ diagonalisierbar sein mu"s.
Aus $x_{\op{n}}-n=s-x_{\op{s}}$ folgt dann aber sofort,
 da"s beide Seiten Null sein m"ussen. 
Das zeigt  die Eindeutigkeit unserer Zerlegung.
 \end{proof}


%NUR ZU MEINER ERINNERUNG!

%% \begin{Definition}
%%   Ein Endomorphismus eines Vektorraums hei"st 
%% {\bf diagonalisierbar}\index{diagonalisierbar!Endomorphismus} genau
%%   dann, wenn unser Vektorraum von Eigenvektoren des besagten
%%   Endomorphismus erzeugt wird. Im Fall eines endlichdimensionalen Vektorraums 
%% ist das gleichbedeutend dazu, da"s unser
%% Vektorraum  $V$ 
%% eine angeordnete Basis $\cal{B}=(v_1,\ldots,v_n)$ besitzt derart,
%% da"s die Matrix unserer Abbildung $f:V\ra V$ bez"uglich dieser Basis
%% Diagonalgestalt hat, in Formeln
%% $_\cal{B}[f]_\cal{B}=\op{diag}(\lambda_1,\ldots,\lambda_n)$.
%% In der Tat bedeutet das ja gerade $f(v_i)=\lambda_iv_i$. 
%% \end{Definition}
%% \begin{Lemma}\label{diage}
%% Die Restriktion
%% eines diagonalisierbaren Endomorphismus auf einen unter 
%% besagtem Endomorphismus stabilen Teilraum ist wieder diagonalisierbar.
%% \end{Lemma}
%% % \begin{Bemerkungl}
%% %   Im Fall eines algebraisch abgeschlossenen Grundk"orpers folgt das
%% %   unmittelbar, indem wir Satz \ref{JZE} "uber die Jordan-Zerlegung auf die
%% %   Einbettung unseres Teilraums anwenden und im Fall eines
%% %   unendlichdimensionalen Raums \ref{eff} beachten.  
%% % Im folgenden geben wir ein von der Jordan-Zerlegung unabh"angiges Argument.
%% % \end{Bemerkungl}

%% \begin{proof}
%% Sei $f:V\ra V$ unser Endomorphismus.
%% %% Nach dem Basiserg"anzungssatz \ref{BaES}  reicht es ja
%% %% zu zeigen, da"s auch jeder unter $f$ stabile Teilraum $W\subset V$
%% %% von Eigenvektoren von $f$ erzeugt wird.
%% Gegeben $v\in W$ haben wir nach Annahme
%% eine Darstellung $v=v_1+\ldots +v_n$ mit 
%% $v_i\in V$ Eigenvektoren zu den paarweise verschiedenen Eigenwerten
%% $\lambda_1,\ldots, \lambda_n\in k$.
%% Dann gilt aber $$(f-\lambda_2\op{id})\ldots (f-\lambda_n\op{id})v=
%% (\lambda_1-\lambda_2)\ldots (\lambda_1-\lambda_n)v_1\in W$$
%% und folglich $v_1\in W$. Ebenso zeigt man auch
%% $v_2,\ldots, v_n\in W$, folglich wird auch $W$ von Eigenvektoren erzeugt.
%% \end{proof}



%DAS WAR NUR ZU MEINER ERINNERUNG!






\begin{Bemerkunge}[\textbf{Halbeinfacher Anteil als Wert eines Polynoms}] 
In der Situation des Satzes
 lassen sich $x_{\op{s}}$ und $x_{\op{n}}$ sogar als Polynome in $x$ 
ohne konstanten Term
ausdr"ucken, als da hei"st, es gibt $P,Q \in T\Bbb{C}  [T]$ mit $x_{\op{s}} = P
(x)$ und $x_{\op{n}} = Q
(x)$. In der Tat,
falls $N$ so gro"s ist, da"s gilt
$\op{Hau} (x;\lambda) =\ker (x-\lambda)^{N}$ 
f"ur alle $\lambda$, so erh"alt man ein
m"ogliches $P$ aus dem chinesischen 
Restsatz \eref{ACR}{AL} als simultane L"osung der
Kongruenzen
$P \equiv \lambda \pmod{(T-\lambda)^{N}} $ 
f"ur alle Eigenwerte $\lambda$ von $x$ und
f"ur $\lambda=0$, und ein m"ogliches $Q$ ist dann $T-P(T)$.
Ich mag  die in der Literatur "ubliche Argumentation mit diesen 
Polynomen nicht, sie sind mir zu
willk"urlich. Stattdessen ziehe ich die Argumentation mit der
Funktorialit"at der Jordan-Zerlegung vor, die im Anschlu"s diskutiert
wird.
\end{Bemerkunge}
\begin{Satz}[\textbf{Funktorialit"at der Jordan-Zerlegung}]
Gegeben eine lineare Abbildung von endlichdimensionalen
     Vektorr"aumen "uber einem algebraisch abgeschlossenen\label{fJ} K"orper
 $f:V\ra W$ und  $x\in\op{End}V$ sowie $y\in\op{End}W$ Endomorphismen folgt aus $fx=yf$ bereits $fx_{\op{s}}=y_{\op{s}}f$ und
$fx_{\op{n}}=y_{\op{n}}f$.
  \end{Satz}

% \begin{Satz}[\textbf{Funktorialit"at der Jordan-Zerlegung}]
%   Sei ein kommutatives Diagramm endlichdimensionaler
%      Vektorr"aume "uber einem algebraisch abgeschlossenen K"orper
% der Gestalt\label{fJ}%\label{KJZ}
%   $$\xymatrix{V\ar[r]^-f\ar[d]_-x&W\ar[d]^-y\\
%  V\ar[r]^-f&W
%   }$$  
%  gegeben.  Sind $x = x_{\op{s}}+ x_{\op{n}}$ und $y =y_{\op{s}} +y_{\op{n}}$ die
%  Jordan-Zerlegungen von $x$ und $y$, so kommutieren auch die Diagramme
%  \begin{center}
% $$\xymatrix{V\ar[r]^-f\ar[d]_-{x_{\op{s}}}&W\ar[d]^-{y_{\op{s}}}&&V\ar[r]^-f\ar[d]_-{x_{\op{n}}}&W\ar[d]^-{y_{\op{n}}}\\
%  V\ar[r]^-f&W&&V\ar[r]^-f&W
%    }
%    $$  
%  \end{center}
%   \end{Satz}
  \begin{proof}
    Aus $fx=yf$ folgt  zun"achst
$f (\op{Hau} (x; \lambda)) 
 \subset \op{Hau} (y;\lambda)$. 
Nach der im  Beweis von \ref{JZE} gegebenen Beschreibung
der Jordan-Zerlegung
impliziert das unmittelbar 
 $fx_{\op{s}}=y_{\op{s}}f$ und dann auch $fx_{\op{n}}=y_{\op{n}}f$.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}\label{FJo}
 Stabilisiert speziell ein Endomorphismus eines
 endlichdimensionalen Vektorraums "uber einem algebraisch abgeschlossenen K"orper einen vorgegebenen Teilraum,
 so stabilisieren nach \ref{fJ} auch sein halbeinfacher und sein nilpotenter
 Anteil besagten Teilraum.
 \end{Bemerkungl}
 \begin{Bemerkunge}\label{eff}
Unsere S"atze "uber die Jordan-Zerlegung \ref{JZE} und 
deren Funktorialit"at \ref{fJ}
gelten 
analog,
 wenn man statt der Endlichdimensionalit"at der darin auftauchenden 
 Vektorr"aume
nur fordert, da"s die fraglichen  Endomorphismen $x$ und $y$ 
im Sinne von \ref{DSHR}  
lokal endlich sein sollen, und von $x_{\op{n}}$  und $y_{\op{n}}$
schw"acher nur fordert, da"s 
 sie im Sinne von \ref{lon}  lokal nilpotent sein sollen. 
 \end{Bemerkunge}

\subsubsection*{"Ubungen} 


\begin{Ubung}
Gegeben kommutierende 
  Endomorphismen  $x,y$ eines endlichdimensionalen Vektorraums
  "uber einem algebraisch abgeschlossenen K"orper
  gilt $(x+y)_{\op{s}} = x_{\op{s}} + y_{\op{s}}$ und
$(x + y)_{\op{n}} = x_{\op{n}} + y_{\op{n}}$.
\end{Ubung}

\begin{Ubungw}
 Gegeben $x,y$ kommutierende lokal endliche
  Endomorphismen eines Vektorraums
"uber einem algebraisch abgeschlossenen K"orper.
 ist auch $x+y$ lokal endlich und es gilt $(x+y)_{\op{s}} = x_{\op{s}} + y_{\op{s}}$ sowie
$(x + y)_{\op{n}} = x_{\op{n}} + y_{\op{n}}$.
\end{Ubungw}


 \begin{Ubunge}[\textbf{Operatornorm und Spektralradius}]
Sei $x$ ein Endomorphismus eines
von Null verschiedenen endlichdimensionalen komplexen 
normierten\label{OPNS} 
Vektorraums $V$ im Sinne von \eref{SSDN}{AN2}.
Bezeichne $\|\;\|$ die zugeh"orige 
Operatornorm auf $\op{End} V$  im Sinne von \eref{SSOPN}{AN2}. Man zeige, da"s
 die Folge $\sqrt[n]{\|x^n\|}$ f"ur $n\ra\infty$ gegen das
Maximum der Betr"age der Eigenwerte alias den 
{\bf Spektralradius}\index{Spektralradius!endlichdimensionaler Fall} 
von $x$ strebt.
Hinweis: Zun"achst folgere man aus \eref{SSAQN}{AN2}, da"s der fragliche Grenzwert
nicht von der auf unserem Vektorraum gew"ahlten Norm abh"angt.
Dann behandle man den diagonalisierbaren Fall mithilfe der
Maximumsnorm in Bezug auf eine geeignete Basis. Schlie"slich
behandle man den allgemeinen Fall mithilfe der Jordan-Zerlegung
und erinnere \eref{lWU}{AN1}.
\end{Ubunge}

\begin{Ubunge}[\textbf{Bilder halbeinfacher Anteile}] 
  Gegeben ein endlichdimensionaler  Vektorraum $V$ "uber einem algebraisch
  abgeschlossenen K"orper und ein
    Endomorphismus $x:V\ra V$ haben wir stets
$$\op{im} x \supset
\op{im} x_{\op{s}}$$
Hinweis:\label{IUn} 
  Das Bild von $x_{\op{s}}$ ist genau die Summe der Hauptr"aume zu von Null
  verschiedenen Eigenwerten und das Bild von $ x$ umfa"st offensichtlich diese
  Summe. Alternativ erkennt man $\op{im} x\supset\op{im} (x_{\op{s}}^N)$ f"ur
  hinreichend gro"ses $N$ durch Entwicklung von
  $x_{\op{s}}^N=(x-x_{\op{n}})^N$ nach der binomischen Formel und Ausklammern
  von $x$, und die Behauptung folgt wegen $\op{im} x_{\op{s}}=\op{im}
  x_{\op{s}}^N$.
%Alternative: 
%Man suche sich einen Homomorphismus $V\ra W$ mit Kern $\op{im} x$
%und wende die Funktorialit"at der Jordanzerlegung 
%an.
%Kennt man schon
% Quotientenvektorr"aume, mag man hier gleich
%die Surjektion $V\sra V/(\op{im} x)$ betrachten. 
\end{Ubunge}

\begin{Ubunge}[\textbf{Automorphismen der Ordnung Zwei}] 
Jeder Endomorphismus der Ordnung zwei 
eines Vektorraums "uber einem K"orper einer
von zwei verschiedenen Charakteristik ist diagonalisierbar.\label{diag2}
Hinweis: Sp"ater zeigen wir das als \eref{DD22}{NAS}.
Jeder Endomorphismus der Ordnung vier 
eines komplexen Vektorraums ist diagonalisierbar.
Hinweis: Man zerlege zun"achst in Eigenr"aume unter dem Quadrat unseres
Endomorphismus. Allgemeiner werden Sie in \ref{DEO} zeigen,
da"s jeder Endomorphismus endlicher  Ordnung 
eines komplexen Vektorraums diagonalisierbar ist. 
\end{Ubunge}

\begin{Ubunge}[\textbf{Automorphismen endlicher Ordnung}] 
Sei $K$ ein algebraisch abgeschlossener K"orper der
Charakteristik Null.\label{DEO}
Sei $V$ ein $K$-Vektor\-raum und
$\varphi:V\ra V$ ein Automorphismus \glqq endlicher Ordnung\grqq,
als da hei"st, es gebe $n\geq 1$ mit $\varphi^n=\op{id}$.
So ist $V$ die direkte Summe der Eigenr"aume von $\varphi$.
Allgemeiner zeige man das auch unter der schw"acheren Voraussetzung, da"s
die Charakteristik kein Teiler der Ordnung $n$ unseres Automorphismus ist.
Hinweis: Man behandle zun"achst den endlichdimensionalen Fall
mithilfe der Jordan-Zerlegung und beachte dabei, da"s 
nach \eref{StaKe}{LA1} h"ohere
Potenzen eines nilpotenten Endomorphismus stets gr"o"sere Kerne haben m"ussen,
solange nicht beide fraglichen Potenzen bereits Null sind.
Fortgeschrittene erkennen einen Spezialfall des Satzes von Maschke \eref{Mas}{NAS}.
\end{Ubunge}
\begin{Ubunge}
Gegeben ein Endomorphismus eines endlichdimensionalen Vektorraums
"uber einem algebraisch abgeschlossenen K"orper besteht ein
Haupt\-raum des transponierten Endomorphismus des Dualraums genau
aus allen Linearformen, die auf allen Hauptr"aumen zu anderen Eigenwerten
des urspr"unglichen  Endomorphismus verschwinden.
\end{Ubunge}

  \begin{Bemerkunge}
    Ein Endomorphismus $f$ eines Vektorraums hei"st 
{\bf unipotent},\index{unipotent!Endomorphismus} 
 wenn $(f-\op{id})$ nilpotent ist.  Ein Endomorphismus $f$ eines
    Vektorraums hei"st 
{\bf lokal unipotent},\index{lokal unipotent}\index{unipotent!lokal unipotent} 
 wenn $(f-\op{id})$ lokal
    nilpotent ist.  Oft wird aber hier das W"ortchen \glqq lokal\grqq\  auch
    weggelassen.
  \end{Bemerkunge}

\begin{Ubunge}
Ein unipotenter Endomorphismus endlicher Ordnung eines 
Vektorraums "uber einem K"orper der Charakteristik Null 
ist bereits die Identit"at.\label{PUEn} Hinweis: \ref{DEO}.  
\end{Ubunge}
\begin{Ubunge}\label{Pup}
  Das Produkt von zwei kommutierenden nilpotenten Endomorphismen ist
nilpotent. Das Produkt von zwei kommutierenden unipotenten Endomorphismen ist
unipotent. Das Produkt von zwei kommutierenden halbeinfachen Endomorphismen ist
halbeinfach. 
\end{Ubunge}
\begin{Ubunge}[\textbf{Multiplikative Jordan-Zerlegung}]
  Jeder Automorphismus $x$ eines endlichdimensionalen
Vektorraums "uber einem algebraisch abgeschlossenen K"orper l"a"st sich
auf genau eine Weise darstellen als\label{MuJo}  
Produkt\index{Jordan-Zerlegung!multiplikative} 
$x=x_{\op{u}}x_{\op{s}}$ mit $x_{\op{s}}$ halbeinfach alias \glqq semisimple\grqq\  
alias diagonalisierbar, 
$x_{\op{u}}$ 
unipotent und $x_{\op{u}}x_{\op{s}}=x_{\op{s}}x_{\op{u}}$.
Hinweis: Ist $x=x_{\op{s}}+x_{\op{n}}$ die additive Jordan-Zerlegung,
so betrachte man $x=x_{\op{s}}(\op{id} +x_{\op{s}}^{-1}x_{\op{n}})$.
Man zeige weiter, da"s dieselbe Aussage auch f"ur  
lokal endliche Automorphismen eines beliebigen Vektorraums 
gilt, diesmal mit $x_{\op{u}}$ lokal unipotent, 
und zeige die zu \ref{fJ} analogen Funktorialit"atseigenschaften.
\end{Ubunge}

\begin{Ubunge}\label{ISGH}
  Gegeben ein Endomorphismus $A$ eines endlichdimensionalen 
komplexen Vektorraums $V$ liegt $\DZ$ im Kern des
 Gruppenhomomorphismus
 $\varphi_A:\DR\ra \op{GL}(V)$ gegeben durch $t\mapsto \op{exp}(tA)$ 
genau dann, wenn $A$ diagonalisierbar ist mit s"amtlichen Eigenwerten aus
$2\pi{\op{i}}\DZ$. 
Weiter ist $\varphi_A$ genau dann nicht
injektiv,
wenn $A$ diagonalisierbar ist mit rein imagin"aren
Eigenwerten, und wenn der von seinen Eigenwerten aufgespannte 
$\DQ$-Vektorraum h"ochstens die Dimension Eins hat.
\end{Ubunge}

\begin{Ubunge}[\textbf{Schmelzfunktorialit"at der Jordanzerlegung}]
  Gegeben "uber einem algebraisch abgeschlossenen K"orper
  eine multilineare Abbildung $\varphi:V_1\times\ldots\times V_r\ra W$
  sowie lokal endliche Endomorphismen $x_i\in\op{End}V_i$ und $y\in\op{End}W$
  mit $\varphi\circ (x_1\times\ldots\times x_r)=y\circ\varphi$ gilt auch
  $$\varphi\circ ((x_1)_{\op{s}}\times\ldots\times (x_r)_{\op{s}})=y_{\op{s}}\circ\varphi$$
  Das gilt sogar f"ur $r=0$ und bedeutet in diesem Fall,\label{MFJ} 
  da"s f"ur jeden Vektor
  $w\in W$ gilt $yw=w \;\RA\; y_{\op{s}}w=w$. 
\end{Ubunge}


\subsection{Jordan'sche Normalform}
\begin{Definition}
Gegeben $r \geq 1$ definieren wir eine $(r \times r)$-Matrix ${\op{J}} (r)$, 
genannt der \defnoind{nilpotente Jordan-Block der Gr"o"se $r$}, 
\index{Jordan-Block!nilpotenter}\index{J@${\op{J}}(r)$ nilpotenter Jordan-Block} 
 durch
die Vorschrift ${\op{J}}(r)_{i,j} =1$ f"ur $j =i+1$ und ${\op{J}}(r)_{i,j} =0$  sonst.
Insbesondere ist also ${\op{J}}(1)$ die $(1\times 1)$-Matrix 
mit dem einzigem Eintrag Null.\label{NJB}  
\end{Definition}

\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildNJB}\\[4mm]
\noindent Der nilpotente Jordan-Block ${\op{J}}(r)$ der Gr"o"se $r$.
Steht auf der Diagonalen statt der Nullen ein Skalar $\lambda$, so 
nennen wir die entsprechende Matrix einen {\bf Jordan-Block der Gr"o"se $r$
zum Eigenwert $\lambda$} und notieren diese 
Matrix\index{J@${\op{J}}(r;\lambda)$ Jordan-Block} 
$${\op{J}}(r;\lambda)\pdef {\op{J}}(r)+\lambda I_r$$
\end{figure}

\begin{Satz}[\textbf{Normalform nilpotenter Endomorphismen}]
Gegeben ein nilpotenter Endomorphismus $N$ 
eines endlichdimensionalen Vektorraums
gibt es stets eine angeordnete Basis $\mathcal B$ derart, da"s die Matrix\label{NNM} 
unseres Endomorphismus in dieser
Basis blockdiagonal ist mit nilpotenten Jordanbl"ocken auf der
Diagonalen, in Formeln 
$$_{\mathcal B}[N]_{\mathcal B}=\op{diag}({\op{J}}(r_{1}), \ldots, {\op{J}}(r_{n}))$$
Die positiven nat"urlichen Zahlen $r_{1},\ldots, r_n$ sind hierbei
durch unseren nilpotenten Endomorphismus
eindeutig bestimmt bis auf Reihenfolge.
\end{Satz}
\begin{figure}[p]
  \centering
  \includegraphics[height=0.3\textheight]{SkriptenBilder/BildNJF}
\\ \noindent 
Ich denke mir eine nilpotente Abbildung gerne in der
hier gezeigten Weise. Die K"astchen stehen f"ur Basisvektoren, 
unser Vektorraum h"atte also die Dimension $14$.
Die Abbildung schiebt jedes K"astchen um eins nach links beziehungsweise nach Null,
wenn es dabei aus unserem Bild herausf"allt. Die Matrix 
dieser Abbildung  hat in der geeignet angeordneten 
 K"astchenbasis offensichtlich 
Normalform, und die L"angen der Zeilen 
entsprechen hierbei den Gr"o"sen der Jordanbl"ocke.\\[4mm]
  \includegraphics[height=0.3\textheight]{SkriptenBilder/BildJNN}
\\ \noindent 
Schraffiert eine Basis des Bildes von $N$,
kreuzweise schraffiert eine Basis des Bildes von $N^2$. 
Die H"ohe der zweiten Spalte ist also genau
$\op{dim}(\op{im} N)- \op{dim}( \op{im} N^{2})$. 
\end{figure}
\begin{Bemerkunge}[\textbf{Klassifikation nilpotenter Endomorphismen}]
Der vorhergehende Satz leistet im Sinne von \ref{KlaS}
die Klassifikation aller Paare $(V,N)$ bestehend aus einem\label{Kdas} 
endlichdimensionalen
Vektorraum $V$ "uber einem fest vorgegebenen K"orper mitsamt einem
nilpotenten Endomorphismus $N$. 
Zwei Paare $(V,A)$ und $(W,B)$ bestehend aus einem $k$-Vektorraum
mit einem Endomorphismus 
nennen wir dazu \glqq isomorph\grqq\ 
und schreiben 
$(V,A)\cong (W,B)$, wenn 
es einen Isomorphismus $\phi : V \overset{\sim}{\ra} W$
gibt mit $B \circ \phi = \phi\circ A$, so da"s wir also 
ein kommutatives  Diagramm erhalten der Gestalt
$$
\xymatrix{
  V \ar[d]^{\phi}_\wr \ar[r]^A &V\ar[d]^\phi_\wr \\
  W \ar[r]^{B} & W}
$$
F"ur jeden
K"orper $k$ werden in diesem Sinne also
die Paare bestehend aus einem endlichdimensionalen $k$-Vektorraum 
und einem nilpotenten Endomorphismus desselben  klassifiziert  durch 
endliche Multimengen von positiven nat"urlichen Zahlen.
\end{Bemerkunge}  

\begin{proof}
  Die Eindeutigkeit ist unproblematisch: Ist $N:V\ra V$ unser nilpotenter
Endomorphismus mit  Matrix $\op{diag}({\op{J}}(r_{1}), \ldots, {\op{J}}(r_{n}))$,
so  finden wir f"ur $n\geq 1$ unmittelbar
$$\op{dim}(\op{im}N^{n-1})-\op{dim}(\op{im}N^{n})=|\{ i\mid r_i\geq n\}|$$
Die Kenntnis aller dieser Zahlen legt aber die Multimenge der 
$r_i$ bereits fest. 
Die Existenz folgt unmittelbar aus Lemma \ref{BNEe}, das wir
gleich im Anschlu"s beweisen.
\end{proof}


\begin{Lemma}\label{BNEe}%\label{BNE}
Ist $N : V \ra V$  ein nilpotenter Endomorphismus
eines endlichdimensionalen Vektorraums $V$,
so gibt es eine Basis $B$ von $V$ derart, da"s 
$B \sqcup \{0\}$ stabil ist unter $N$ und
da"s jedes Element von $B$ unter $N$ h"ochstens ein Urbild in $B$ hat.
Wir nennen solch eine Basis eine \emph{\bf Jordan-Basis}.\index{Jordan-Basis}
%das dar"uber hinaus nicht es selber sein kann.
\end{Lemma}



\begin{proof}[Beweis]
Wir betrachten die Sequenz
$$\op{ker}N\hra V \sra \op{im}N$$
Mit Induktion "uber die Dimension von $V$ d"urfen wir annehmen, 
da"s wir  f"ur das Bild
von $N$ eine derartige Basis bereits gefunden haben, sagen wir die
Basis $A$.
Jetzt erg"anzen wir $\{a \in A \mid N(a) =0\}$ durch irgendwelche
$b_{1}, \ldots, b_{s}$ zu einer Basis des Kerns von $N$
und w"ahlen Urbilder $c_{1}, \ldots, c_{r} \in V$ f"ur die Elemente von
$A\backslash N(A)$ und 
behaupten, da"s
$$B=A \cup \{b_{1}, \ldots , b_{s}\} \cup \{c_{1}, \ldots ,c_{r}\}$$
eine Basis von $V$ ist mit den geforderten Eigenschaften.
Nach Konstruktion ist $B\sqcup \{0\}$ stabil unter $N$ und
jedes Element von $B$ hat unter $N$ h"ochstens ein Urbild in $B$.
Wir m"ussen also nur noch zeigen, 
da"s $B$ eine Basis
von $V$ ist. 
Dazu schreiben wir $B$ als die Vereinigung
der beiden Mengen
$$\begin{array}{ccl}
\{a \in A \mid N (a) \neq 0\} & \cup & \{c_{1}, \ldots, c_{r}\}\\[2mm]
\{a \in A \mid N(a) =0\} &\cup & \{b_{1}, \ldots , b_{s}\}
\end{array}$$
und bemerken, da"s die erste Menge ein System von Urbildern unter $N$ f"ur 
unsere Basis $A$ von $(\op{im}N)$ ist,
wohingegen die zweite eine Basis von $(\op{ker} N) $ ist.
Damit ist unsere gro"se Vereinigung eine Basis von $V$ nach \eref{LUB}{LA1}.
\end{proof}

\begin{figure}[p]
  \centering
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/Bild0031}
\\ \noindent Zum Beweis von \ref{BNEe}. Die fetten Punkte stellen die
Elemente der Basis $A$ des Bildes $\op{im}N$ dar. 
Die $c_i$ zusammen mit den $a\in A$ mit $N(a)\neq 0$ 
bilden ein System von Urbildern unter $N$ der Elemente von $A$.
\end{figure}


\begin{Korollar}[\defind{Jordan'sche Normalform}]
Gegeben ein Endomorphismus $f$ eines
endlichdimensionalen Vektorraums "uber einem
algebraisch abgeschlossenen K"orper\label{JNFa}   
gibt es eine angeordnete 
Basis $\mathcal B$ unseres Vektorraums derart, da"s die Matrix 
unseres Endomorphismus
bez"uglich dieser Basis blockdiagonal ist
mit Jordan-Bl"ocken auf der Diagonale, in Formeln 
$$_{\mathcal B}[f]_{\mathcal B}
=\op{diag}({\op{J}}(r_1;\lambda_1), \ldots,{\op{J}}(r_t;\lambda_t))$$
Die Jordan-Bl"ocke auf der Diagonale sind hierbei
durch unseren Endomorphismus  wohlbestimmt bis\index{Jordan-Block} 
auf Reihenfolge.
\end{Korollar}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildJNF}\\[4mm]
\noindent 
Ein Matrix in Jordan'scher Normalform mit drei
Jordanbl"ocken. Genau dann hat eine komplexe $(6\times 6)$-Matrix $A$
diese Jordan'sche Normalform, wenn ihr charakteristisches 
Polynom eine einfache Nullstelle bei 7 und eine f"unffache 
Nullstelle bei 5 hat und $\op{ker}(A-5I)$ zweidimensional ist
sowie $\op{ker}(A-5I)^2$ vierdimensional.
\end{figure}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Jordan'sche Normalform als L"osung eines Klassifikationsproblems}] 
  Dieser Satz leistet im Fall eines algebraisch abgeschlossenen 
Grundk"orpers $K$ 
im Sinne von \ref{KlaS}  die Klassifikation 
der endlichdimensionalen 
$K$-Vektorr"aume mit einem ausgezeichneten Endomorphismus, 
 in Bezug auf den in \ref{Kdas} erkl"arten
Isomorphie-Begriff. Genauer werden solche Daten \glqq klassifiziert durch endliche
Multimengen von Paaren aus $(K\times \DN_{\geq 1})$\grqq.
Man beachte den fundamentalen Unterschied zur 
\glqq Smith-Normalform\grqq\  \eref{ETSS}{LA1}.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}[\textbf{Das Klassifikationsproblem f"ur allgemeine Grundk"orper}] 
  Im Fall eines beliebigen Grundk"orpers $K$ wird die entsprechende
  Klassifikationsaufgabe in \eref{NFF}{KAG} gel"ost: Endlichdimensionale
$K$-Vektorr"aume mit einem ausgezeichneten Endomorphismus werden
 in Bezug auf den in \ref{Kdas} erkl"arten
Isomorphiebegriff
  \glqq klassifiziert durch endliche
Multimengen von Elementen des Produkts
$((\op{irnp}K[X])\times \DN_{\geq 1})$\grqq\  mit
der Notation $\op{irnp}K[X]$ f"ur die Menge aller irreduziblen normierten
Polynome aus $K[X]$. 
\end{Bemerkunge}



\begin{Bemerkungl}
Unser Korollar \ref{JNFa}
  gilt mit demselben Beweis auch, wenn wir statt der algebraischen
  Abgeschlossenheit des Grundk"orpers nur voraussetzen, da"s das
  charakteristische Polynom unseres Endomorphismus "uber unserem K"orper
  vollst"andig in Linearfaktoren zerf"allt. 
Gegeben eine quadratische Matrix ist die explizite Berechnung einer 
\glqq Jordan-Basis\grqq\  im allgemeinen nicht ganz einfach. Hierzu 
gibt es auch Algorithmen, mit denen ich Sie jedoch nicht belasten
will, da die explizite Berechnung einer 
Jordan-Basis in der Praxis selten gebraucht wird. Wichtig an diesem 
Korollar sind vielmehr die darin enthaltenen strukturellen 
Aussagen "uber  Endomorphismen von Vektorr"aumen.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Sei $f$ unser Endomorphismus.
Der Satz "uber die  Hauptraumzerlegung \ref{HRZ} zeigt, da"s
wir ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit annehmen d"urfen,
da"s es einen Skalar $\lambda$ gibt, f"ur den $(f-\lambda\op{id})$ 
nilpotent ist. Der Satz "uber die Normalform nilpotenter 
Endomorphismen \ref{NNM} beendet dann den Beweis.
\end{proof}

\begin{Bemerkunge}[\textbf{Beispiele f"ur lokal nilpotente Endomorphismen}]
Lemma \ref{BNEe} "uber die Existenz einer Jordan-Basis 
gilt sogar ohne die Voraussetzung, 
da"s $V$ endlichdimensional ist. Um das zu zeigen, 
m"ussen wir nur die Induktion statt "uber die Dimension von $V$ 
"uber die Nilpotenzordnung von $N$ laufen lassen 
und \eref{BaaE}{LA1} verwenden.
  F"ur einen lokal nilpotenten Endomorphismus $N$ findet man 
jedoch im Allgemeinen
  keine Jordan-Basis mehr,
nebenstehendes Bild zeigt ein Gegenbeispiel.
Im Fall abz"ahlbarer Dimension kann man noch zeigen, 
da"s es stets eine Jordan-Basis gibt, 
wenn der Schnitt der Bilder aller Potenzen  Null ist.
Das beruht auf dem \glqq Satz von Ulm\grqq\  aus der Logik.
Im Fall beliebiger  Dimension gilt auch das nicht mehr,
ja wir finden im allgemeinen noch nicht einmal eine Basis $B$ derart,
da"s $B\sqcup\{0\}$ unter $N$ stabil ist. Betrachten wir zum
  Beispiel den Raum $V$ aller Abbildungen von der Menge 
$\{(i,j) \in \Bbb{N}^2\mid i \geq
  j\}$ nach $\Bbb{R}$, die nur in endlich vielen Zeilen nicht identisch Null
  sind, und den Endomorphismus $N : V \ra V$, der \glqq jede Zeile um eins nach
  unten dr"uckt und die nullte Zeile annulliert\grqq,
in Formeln $(N(f))(i,j)=f(i, j+1)$ falls $i>j$ und $(N(f))(i,j)=0$ 
falls $i=j$.
Sicher hat $V / NV$ eine
  abz"ahlbare Basis, so da"s $A\pdef B\backslash NB$ 
abz"ahlbar sein m"u"ste. 
Andererseits ist in unserem Beispiel 
der Schnitt der Bilder aller Potenzen $\bigcap \op{im}N^n$ der
Nullraum, und das zeigt $B\sqcup\{0\}=A\cup NA\cup N^2A\cup\ldots$
im Widerspruch dazu, da"s 
$V$ selbst keine abz"ahlbare Basis besitzt. 
Das alles habe ich in Diskussion mit Martin Ziegler gelernt.
\end{Bemerkunge}

\begin{Bild} 
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildNPot}\\[4mm]
\noindent 
Eine Basis mit der Eigenschaft aus Lemma \ref{BNEe} nennen wir auch eine
{\bf Jordan-Basis}.\index{Jordan-Basis} 
Dieses Bild zeigt einen lokal nilpotenten Endomorphismus,
f"ur den  keine Jordan-Basis existiert.
Die fetten Punkte stehen f"ur Basisvektoren,
die Pfeile zeigen, wie sie abgebildet werden. Wir erhalten so eine lokal
nilpotente
Abbildung, bei der der Schnitt der Bilder aller Potenzen nicht Null ist.
Dennoch ist kein Element des zugeh"origen Vektorraums
\glqq unendlich divisibel\grqq, folglich kann es 
in diesem Fall keine Jordan-Basis geben. 
\end{Bild}
\subsubsection*{"Ubungen}
  \begin{Ubung}[\textbf{Jacobson-Morozov}]
    Sei\index{Jacobson-Morozov}
    $N:V\ra V$ ein nilpotenter
    Endomorphismus eines Vektorraums $V$. So besitzt $V$ genau eine endliche Filtrierung
    $(V^{\geq r})_{r\in \DZ}$ derart, da"s f"ur alle $r$ gilt\label{JaxMV} 
    $N(V^{\geq r})\subset V^{\geq r+2}$ und f"ur alle $r\in \DN$ zus"atzlich
    $$N^r: V^{\geq -r}/V^{\geq -r+1} \sira V^{\geq r}/V^{\geq r+1}$$
  \end{Ubung}


%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "XXLA2"
%%% End: 
