\pagecolor{aliceblue}
\section{Kategorien und Funktoren}
Viele Konstruktionen der 
linearen und insbesondere der multilinearen Algebra,  
wie etwa Dualr"aume, Tensorpotenzen oder 
"au"sere Potenzen,  zeigen  erst in der Sprache der
Kategorientheorie ihre wahre Natur. Es geht bei 
diesen Konstruktionen
n"amlich keineswegs
darum, irgendwelche  neuen Vektorr"aume zu konstruieren: Wir
wissen ja bereits aus \eref{IVRu}{LA1}, da"s wir hier zumindest im Fall
endlicher Dimension nichts wesentlich Neues finden k"onnen.
Vielmehr geht es darum, zusammen mit diesen neuen Vektorr"aumen
auch 
neue lineare Abbildungen  zu konstruieren, wie etwa bei Dualr"aumen die
transponierten Abbildungen. 
Erst zusammen mit diesen zus"atzlichen
Konstruktionen erh"alt man  n"utzliche und anwendbare 
Begriffsbildungen.

Die Sprache der Kategorien und Funktoren 
liefert f"ur derartige Konstruktionen einen formalen Rahmen.
Sie ist \"{a}hnlich ausdrucksstark, grundlegend und elegant
wie die Sprache der Mengenlehre, auf der sie  aufbaut,
 und geh\"{o}rt meines Erachtens in den Rucksack
jeder Mathematikerin und jedes Mathematikers. 
Ich bin sogar der Ansicht, da"s die \glqq naive Mengenlehre\grqq\  aus
den Grundvorlesungen am besten durch eine axiomatische Beschreibung 
der \glqq Kategorie aller Mengen\grqq\  
wie etwa in  \cite{LaR} formalisiert wird.
So formal will ich bei der hier gegebenen Darstellung 
jedoch nicht werden und arbeite deshalb weiter auf der Grundlage der 
naiven Mengenlehre. 
Eine ausf"uhrlichere Behandlung 
der Kategorientheorie findet man zum Beispiel in \cite{MaC}.

\newpage
\pagecolor{white}
\subsection{Kategorien}


\begin{Definition}
Eine \defind{Kategorie} ${\cal C}$ ist ein Datum bestehend aus\label{Kaat}
\begin{enumerate}\renewcommand{\theenumi}{\alph{enumi}}
\item
einer Menge  $\op{Ob} {\cal C}$ von {\bf Objekten};\index{Objekt einer Kategorie}
\item
einer Menge ${{\cal C}}(X,Y)$ von 
\defnoind{Morphismen}\index{Morphismus!in Kategorie}
f\"{u}r je zwei Objekte
$X,Y \in \op{Ob} {\cal C}$;
\item
einer Abbildung
${{\cal C}} (X,Y) \times {{\cal C}} (Y,Z) \ra
{{\cal C}} (X,Z),\;
(f,g) \mapsto  g\circ f $ f\"{u}r je drei Objekte $X,Y,Z\in {\cal C}$,
genannt die
\defnoind{Verkn\"{u}pfung}\index{Verkn"upfung!von Morphismen} 
von Morphismen,\index{)8a@$\circ$ Verkn"upfung!von Morphismen} 
\renewcommand{\theenumi}{\arabic{enumi}}
\end{enumerate}
derart, da"s folgende Axiome erf\"{u}llt sind:\label{KFu}
\begin{enumerate}
\item Die Morphismenmengen sind paarweise
  disjunkt;
\item Die Verkn"upfung ist {\bf assoziativ},  es gilt also
$(f\circ g)\circ h= f\circ (g\circ h)$ f\"{u}r
Morphismen $f,g$ und $h$, wann immer diese Verkn\"{u}pfungen sinnvoll sind;
\item
F\"{u}r jedes Objekt $X\in \op{Ob} {\cal C}$ gibt es einen Morphismus
$\op{id}_{X} \in
{{\cal C}} (X,X)$, die \defind{Identit\"{a}t auf $X$},
so da"s gilt
$
\op{id}_{X} \circ f =f$ und
$g\circ \op{id}_{X} =g $ f\"{u}r Morphismen $f$ und $g$ wann immer diese
Verkn\"{u}pfungen sinnvoll sind. Die "ublichen Argumente zeigen,
da"s es f"ur jedes $X$ h"ochstens einen derartigen Morphismus geben kann,
womit auch die Verwendung des bestimmten Artikels gerechtfertigt w"are.
\end{enumerate}
% Eine Kategorie, deren Objekte  eine Menge bilden, hei"st eine
% \defind{kleine Kategorie}. 
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}%\label{NotE}
Seien ${\cal C}$ eine Kategorie und   $X,Y\in\op{Ob} {\cal C}$
Objekte.
Statt $f\in {{\cal C}}(X,Y)$ sagen wir auch, 
$f$ sei ein {\bf   Morphismus von $X$ nach $Y$} und
 schreiben kurz\index{)4@$\ra$ Morphismus in Kategorie}\label{NotEn} 
$$f:X \ra Y$$
Statt $\op{id}_{X}$ schreiben wir oft nur $\op{id}$. Statt $X\in \op{Ob} {\cal
C}$ schreiben
wir oft k\"{u}rzer $X\in{\cal C}$.
\end{Bemerkungl}
\newpage
\pagecolor{aliceblue}
\begin{Beispiel}[\textbf{Kategorie  der Mengen}]
Als erstes Beispiel h"atte ich gerne die Kategorie 
${\cal C}\pdef \op{Ens}$ aller\label{UEns} 
Mengen eingef"uhrt.
Das ist jedoch nicht ohne weiteres m"oglich,
da  die \glqq Gesamtheit aller
 Mengen\grqq\  ja nach \eref{WHK}{GR} nicht als Menge angesehen werden darf.
Um diese Untiefen der Logik zu umschiffen, betrachten wir 
feiner ein Mengensystem  $\mathfrak U$ alias eine  Menge $\mathfrak U$
von Mengen 
und erkl"aren 
die Kategorie\index{UEns@$\mathfrak U\hspace{-1mm}\op{Ens}$ 
Mengen $X\in\mathfrak U$}
$\mathfrak U\!\op{Ens}$
aller Mengen  $X\in \mathfrak U$. 
Ihre Objekte sind beliebige
Mengen $X\in \mathfrak U$, in Formeln
$$\op{Ob}(\mathfrak U\!\op{Ens})\pdef\mathfrak U$$ F\"{u}r je 
zwei Objekte alias 
je zwei Mengen $X,Y\in \mathfrak U$ 
erkl"aren wir die Morphismenmenge als die Menge aller Abbildungen
von $X$ nach $Y$, 
in Formeln 
$$\mathfrak U\!\op{Ens}
(X,Y)\pdef\op{Ens}
(X,Y)$$ Die Verkn\"{u}pfung
ordnet
jedem Paar $(f,g)$ von Abbildungen ihre Komposition $g\circ f$ zu.
Da"s diese Daten unsere Axiome erf"ullen, scheint mir offensichtlich.
Unser $\op{id}_{X}\in \mathfrak U\!\op{Ens}(X,X)$  ist 
 die
identische
Abbildung $\op{id}_{X}(x)=x \; \forall x\in X$.
\end{Beispiel}

\begin{Bemerkungw}[\textbf{Mengen, Klassen, Universen}] 
  In vielen Quellen umschifft man die in \ref{UEns}
  angesprochenen Untiefen der 
Logik, indem man nicht fordert, da"s die Objekte einer
Kategorie eine Menge bilden, sondern stattdessen, da"s die Objekte einer
Kategorie eine \glqq Klasse\grqq\  bilden sollen. 
Das hat den Vorteil, da"s man die Kategorie  aller Mengen bilden kann.
Es hat den Nachteil, da"s  man den Begriff einer Klasse einf"uhren mu"s
und erkl"aren mu"s, wie man damit umgeht.
 Statt mit \glqq Klassen\grqq\  werden wir zu gegebener Zeit
 mit \glqq \hyperref[defU]{Universen}\grqq\  arbeiten, die in
 \ref{defU} eingef"uhrt werden. F"ur unsere Bed"urfnisse l"auft das auf
dasselbe hinaus und erspart uns
die Vertreibung aus dem  Paradies der Mengenlehre.
Ich werde aber oft 
kategorientheoretische Sprache  
auch in einem weiteren Sinn als \glqq  Metasprache\grqq\  verwenden
und dabei diese Feinheiten kurzerhand ignorieren.
\end{Bemerkungw}

\begin{Bild} \label{NotK}
\begin{tabular}[t]{lll}
Kategorie & Morphismen & K"urzel\\
   &  \\
\{Mengen\} & alle Abbildungen & $\op{Ens}$\index{Ens@$\op{Ens}$ Kategorie der Mengen}\\
\{teilgeordnete Mengen\} & monoton wachsende & $\op{Ord}$\index{Ord@$\op{Ord}$ Kategorie der geordneten Mengen}\\
\\
 & Abbildungen &\\
\{Monoide\} & Morphismen von Monoiden & $\op{Mon}$\index{Mon@$\op{Mon}$ Kategorie der  Monoide}\\
\{Gruppen\} & Gruppenhomomorphismen & $\op{Grp}$\index{Grp@$\op{Grp}$ Kategorie der Gruppen} \\
\{abelsche Gruppen\} & Gruppenhomomorphismen & $\op{Ab}$\index{Ab@$\op{Ab}$ abelsche Gruppen!Kategorie}\\
\{topologische R\"{a}ume\} & stetige Abbildungen & $\op{Top}$\index{Top@$\op{Top}$  topologische R"aume}\\
\{bepunktete Mengen\}& Abbildungen,& $\op{Ens}^\ast$\index{Ens@$\op{Ens}^\ast$   bepunktete Mengen}\\
&die den Basispunkt erhalten&\\
\{bepunktete R"aume\}& stetige Abbildungen,&
$\op{Top}^\ast$\index{Top@$\op{Top}^\ast$  bepunktete
  topologische R"aume}\\
&die den Basispunkt erhalten&\\
\{$K$-Vektorr\"{a}ume\}& $K$-lineare Abbildungen &$K\op{-Mod}$,
\index{Mod@$\op{Mod}_K$ Vektorr"aume "uber $K$} $\op{Mod}_K$\\
\{Affine R\"{a}ume "uber $K$\}& affine Abbildungen &$K\op{-Aff}$, $\op{Aff}_K$\\
\{nicht unit"are Ringe\}& Rng-Homomorphismen &$\op{Rng}$\index{Rng@$\op{Rng}$
  Kategorie der nicht unit"aren Ringe}\\
\{Ringe\}& Ringhomomorphismen &$\op{Ring}$\index{Ring@$\op{Ring}$ Kategorie der  Ringe}\\
\{kommutative Ringe\}& Ringhomomorphismen
&$\op{Kring}$\index{Kring@$\op{Kring}$ Kategorie der Kringe}\\
\{$K$-Algebren\}& $K$-Algebren-Homomorphismen &$K\op{-Alg}$,
$\op{Alg}_K$\index{Alg@$\op{Alg}$ Kategorie der Algebren}\\
\{$K$-Ringalgebren\}& $K$-Ringalgebren-Homomorphismen &$K\op{-Ralg}$,
$\op{Ralg}_K$\index{Ralg@$\op{Ralg}$!Kategorie der Ringalgebren}\\
\{$K$-Kringalgebren\}& $K$-Kringalgebren-Homomorphismen &$K\op{-Kralg}$,
$\op{Kralg}_K$\index{Kralg@$\op{Kralg}$!Kategorie der Ringalgebren}\\
\end{tabular}\\[4mm]
\noindent
Hier  einige Beispiele von Kategorien.
Als Verkn\"{u}pf\-ung von Morphismen ist
f\"{u}r die Kategorien dieser Liste stets die Komposition von Abbildungen
gemeint. 
Um logische Abst"urze zu vermeiden, m"ussen wir uns genauer 
stets ein Mengensystem $\frak U$ dazudenken, aus dem die zugrundeliegende
Menge der jeweiligen Struktur kommen mu"s und das wir in der
Notation meist unterschlagen. 
Wenn wir es doch notieren wollen, schreiben wir
\index{UMod@$\mathfrak U\hspace{-1mm}\op{Mod}_K$} 
$$\mathfrak U\!\op{Mod}_K$$ und dergleichen.
Wir denken uns das Mengensystem $\frak U$ meist als 
ziemlich riesig und fordern zumindest
implizit f"ur gew"ohnlich,
da"s es unter dem Bilden von Teilmengen stabil sein m"oge 
und die reellen Zahlen enth"alt. Etwas genauer werden wir zu gegebener 
Zeit fordern, da"s es ein \glqq Universum\grqq\ sein soll.
\end{Bild}


\begin{Beispiel}\label{MOKA}
Zu jedem Monoid $M$ k"onnen wir  die Kategorie 
 mit
einem einzigen Objekt $\ast$ 
 bilden, deren Morphismen eben genau die Elemente von besagtem Monoid sind, mit
der Verkn"upfung in unserem Monoid als Verkn"upfung von Morphismen.
Wir nennen $[M]$ die 
{\bf Ein-Objekt-Kategorie}\index{Ein-Objekt-Kategorie} $[M]$\index{)5]@$[M]$ Einobjektkategorie} des Monoids $M$. 
Umgekehrt ist f"ur jedes Objekt $X$ einer Kategorie $\mathcal C$
die Menge $\mathcal C(X,X)$ mit der von der Kategorienstruktur
herkommenden Verkn"upfung ein Monoid. 
In diesem Sinne ist also eine Kategorie mit einem einzigen 
Objekt nichts anderes
als ein Monoid.
Das Monoid der Morphismen von einem Objekt 
$X$ zu sich selber in einer Kategorie $\mathcal C$ 
 nennen wir das Monoid der
 {\bf Endomorphismen}\index{Endomorphismen!in Kategorie}
von $X$ und k"urzen es in Zukunft oft ab mit 
$$\cal{C}(X)\pdef \cal{C}(X,X)$$\index{)5)@$\cal{C}(X)\pdef\cal{C}(X,X)$}
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}\label{MKk}
Sei $K$ ein K"orper oder allgemeiner ein Ring.
Wir erkl"aren die  {\bf Matrixkategorie}\index{Matrixkategorie}
 ${{\op{Mat}}}={{\op{Mat}}}_K={{\op{Mat}}}(K)$ "uber 
$K$ durch die Vorschriften\index{Mat@$\op{Mat}$ Matrixkategorie} 
$$\op{Ob}( {{\op{Mat}}}_K) \pdef \DN \quad\text{ und }
\quad{\op{Mat}}_K(m,n)\pdef
{\op{Mat}}(n\times m;K)$$
mit der Matrixmultiplikation
als Verkn\"{u}pfung von Morphismen.
Die Axiome sind  erf"ullt aufgrund unserer Rechenregeln
\eref{RmM}{LA1} f"ur die Matrixmultiplikation.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Teilgeordnete Menge als Kategorie}] 
  Jede teilgeordnete Menge $(A,\leq)$ kann als Kategorie 
aufgefa"st werden wie folgt:\label{poKa} Objekte sind die Elemente von $A$; Morphismen
gibt es jeweils einen von einem Element zu jedem  
kleineren und zu sich selber; und die Verkn"upfung von Morphismen ist die 
einzig M"ogliche.
\end{Beispiel}




\begin{Beispiel}[\textbf{Kategorie  der Vektorr"aume}]
Als n"achstes Beispiel h"atte ich gerne die Kategorie 
${\cal C}=\op{Mod}_K$ aller\label{UMod} 
Vektorr"aume "uber einem K"orper $K$ eingef"uhrt.
Die Notation $\op{Mod}_K$ f"ur Vektorr"aume "uber $K$ 
steht dabei f"ur  ihre alternative Bezeichnung als 
{\bf $K$-Moduln}.\index{Modul!"uber K"orper}
Wieder ger"at man dabei in  Untiefen der Logik.
Um diese zu umschiffen betrachten wir wieder
 ein Mengensystem  $\mathfrak U$ 
und erkl"aren dazu eine
 Kategorie\index{UMod@$\mathfrak U\hspace{-1mm}\op{Mod}_K$ 
Vektorr"aume $V\in\mathfrak U$}
$$\mathfrak U\!\op{Mod}_K$$
Als   Objekte dieser Kategorie nehmen wir    alle 
$K$-Vektorr"aume, deren Grundmenge  zu 
unserem Mengensystem  $\mathfrak U$ geh"ort. 
 F\"{u}r je zwei Vektorr"aume $V,W\in \mathfrak U\!\op{Mod}_K$ 
erkl"aren wir  die Morphismenmenge 
als  die Menge aller linearen Abbildungen,
in Formeln 
$$\mathfrak U\!\op{Mod}_K(V,W)\pdef \op{Hom}_K(V,W)$$
Die Verkn\"{u}pfung
ordnet wieder
jedem Paar $(f,g)$ von Abbildungen ihre Komposition $g\circ f$ zu.
Die Axiome sind  offensichtlich erf"ullt.
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Verwendung des Symbols $\op{Hom}$}]
Das Symbol
\glqq $\op{Hom}$\grqq\  
f"ur Morphismenr"aume versuche
ich nach M"oglichkeit
zu vermeiden: Ich will es reservieren
f"ur die sogenannten \glqq internen Hom-R"aume\grqq.
Darunter  versteht man Vorschriften,
die in sehr speziellen Situationen zwei Objekten einer Kategorie
ein Drittes zuordnen,  
im Fall der Vektorr"aume etwa die Morphismenmenge 
mit ihrer nat"urlichen Vektorraumstruktur.
Wenn die Morphismenmenge als Menge gemeint ist, sollte ich 
$\op{Mod}_K(V,W)$ schreiben, aber das halte ich im Fall der
Vektorr"aume nicht durch.
Das K"urzel \glqq $\op{Mod}$\grqq\  mit etwelchen
oberen und unteren Indizes wird stets f"ur Kategorien von
abelschen Gruppen mit  Zusatzstrukturen stehen, meist  Operationen
von Ringen oder  Gruppen. Gehen diese Zusatzstrukturen
aus dem Kontext hervor, so lasse ich die entsprechenden Indizes auch
manchmal weg.
F"ur abelsche Gruppen ohne Zusatzstrukturen
benutze ich stets das K"urzel \glqq $\op{Ab}$\grqq.
\end{Bemerkungl}














\begin{Definition}\label{KatI}
\begin{enumerate}
\item
Ein Morphismus $f \in {{\cal C}} (X,Y) $ in einer Kategorie hei"st ein
\defnoind{Isomorphismus}\index{Isomorphismus!in Kategorie} 
oder \defnoind{Iso}\index{Iso!in Kategorie}  und als Adjektiv {\bf iso},
 wenn
es einen Morphismus $g\in {{\cal C}}(Y,X) $ gibt mit $f\circ
g=\op{id}_{Y}$ und
$g\circ f=\op{id}_{X}$. Wir 
notieren  Isomorphismen oft $f:X\sira Y$;\index{)4@$\sira$ Isomorphismus!in Kategorie} 
\item
Zwei Objekte $X$ und $Y$ einer Kategorie hei"sen 
\defnoind{isomorph},\index{isomorph!in Kategorie} 
 wenn es einen Iso
$f:X \sira Y$ gibt. Man schreibt dann auch kurz $X\cong Y$.
\end{enumerate}
\end{Definition}

\begin{Beispiele}\label{Gruppo}
Isomorphismen in der Kategorie der Mengen nennt man
Bijektionen,
Isomorphismen in der Kategorie der topologischen R\"{a}ume
Hom\"{o}o\-morphismen.
Kategorien, in denen  alle Morphismen Isomorphismen sind,
hei"sen {\bf Gruppoide}\index{Gruppoid}. 
Kategorien, in denen es au"ser den Identit"aten 
keine Morphismen gibt,
hei"sen {\bf diskret}.\index{diskret!Kategorie}\index{Kategorie!diskrete} 
Nat"urlich ist jede diskrete Kategorie ein Gruppoid.
\end{Beispiele}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion des Begriffs eines Isomorphismus}] 
  Bisher hatten wir  verschiedentlich Isomorphismen abweichend 
erkl"art als bijektive Homomorphismen, zum Beispiel bei 
Gruppen, K"orpern, Vektorr"aumen und affinen R"aumen.
In allen diesen F"allen sollte es jedoch klar sein, da"s 
die Umkehrabbildung im Sinne der Mengenlehre auch selbst wieder ein
Homomorphismus ist, so da"s wir in der Tat auch Isomorphismen im
Sinne der Kategorientheorie vor uns haben. Ein typisches Beispiel
f"ur eine Kategorie von \glqq Mengen mit Zusatzstrukturen\grqq, in der 
bijektive Homomorphismen keine Isomorphismen zu sein brauchen,
ist die Kategorie der teilgeordneten Mengen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Viele mathematische Fragestellungen lassen sich in der Sprache
der Kategorientheorie dahingehend formulieren, da"s man einen \"{U}berblick
\"{u}ber alle Objekte einer Kategorie gewinnen will, wobei man 
zwischen
isomorphen Objekten nicht unterscheidet. Formal will man also 
f"ur eine gegebene Kategorie $\mathcal C$ die Menge aller 
"Aquivalenzklassen von Objekten 
$$\mathcal C/\!\cong$$
unter der "Aquivalenzrelation der Isomorphie beschreiben. 
Man spricht dann auch von
\defnoind{Isomorphieklassen}\index{Isomorphieklasse} von
Objekten und
nennt Fragestellungen dieser Art
\defind{Klassifikationsprobleme}.
Zum Beispiel werden die
endlich erzeugten Vektorr\"{a}ume "uber einem fest vorgegebenen
K"orper klassifiziert durch ihre Dimension,
die endlich erzeugten abelschen Gruppen durch die S"atze 
\ref{ek} und \ref{zk}, die endlichen Mengen durch ihre
Kardinalit"at \eref{Kard}{GR}, und beliebige Mengen, vorsichtshalber
aus einem vorgegebenen Mengensystem, 
 ebenfalls durch ihre 
Kardinalit"at \eref{KaZa}{AL}.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Unter einer {\bf Unterkategorie}\index{Unterkategorie} einer
Kategorie versteht man ein Paar
bestehend aus einer Teilmenge der Objektmenge 
nebst Teilmengen der Morphismenmengen f"ur je zwei
Objekte unserer Teilmenge der Objektmenge derart,
da"s die offensichtlichen Bedingungen erf"ullt sind.
Eine Unterkategorie hei"st {\bf voll},\index{voll!Unterkategorie}
 wenn die fraglichen Teilmengen der Morphismenmengen
jeweils aus allen Morphismen in der urspr"unglichen Kategorie bestehen.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Zu jeder Kategorie ${{\cal C}}$ erkl"aren wir 
eine Unterkategorie, die {\bf Isomorphismenkategorie
 ${{\cal C}}^\times$}\index{)x@${{\cal C}}^\times$ Isomorphismenkategorie} 
 von\index{Isomorphismenkategorie}  ${{\cal C}}$,\label{IsoKa}  
durch die Vorschrift,
da"s sie
 dieselben Objekte haben soll,
aber nur die Isomorphismen von ${{\cal C}}$ als Morphismen.
Die Menge aller Isomorphismen von einem Objekt
$X$ einer Kategorie ${{\cal C}}$ in ein Objekt $Y$ derselben Kategorie 
notieren wir folgerichtig ${{\cal C}}^\times(X,Y)$. 
\index{)x@$\cal{C}^\times$ Isomorphismen in $\cal{C}$} 
Die Isomorphismen von einem Objekt
$X$ einer Kategorie ${{\cal C}}$ auf sich selber hei"sen die
{\bf Automorphismen}\index{Automorphismus!in Kategorie}
von $X$. Sie bilden stets eine Gruppe, die
{\bf Automorphismengruppe} ${{\cal C}}^\times(X)$  von $X$.
F"ur die Automorphismengruppe $\op{Mod}_k^\times(V)$ eines $k$-Vektorraums
$V$ hatten wir die Notation $\op{GL}(V)$ vereinbart, f"ur
die Automorphismengruppe
$\op{Ens}^\times (X)$ einer Menge $X$  die Bezeichnung
als \glqq Gruppe
der Permutationen von $X$\grqq.
\end{Bemerkungl}



\begin{Definition}
Ein Objekt $F$ einer Kategorie ${\cal C}$ 
hei"st {\bf final},\index{final!Objekt} wenn es f"ur
alle $X \in {\cal C}$ genau einen Morphismus von $X$ nach $F$ gibt, in Formeln
$$|{{\cal C}} (X,F)|=1\quad\forall X\in\cal C$$
\end{Definition}
\begin{Definition}
Ein Objekt $K$ einer Kategorie ${\cal C}$  hei"st 
{\bf kofinal}\index{kofinal!Objekt} oder gleichbedeutend
{\bf initial},\index{initial!Objekt} wenn
es f"ur
alle $Y \in {\cal C}$ genau einen Morphismus von  $K$ nach $Y$ gibt,
in Formeln
$$|{{\cal C}} (K,Y)|=1\quad\forall Y\in\cal C$$
\end{Definition}
\begin{Beispiele}[\textbf{Finale und kofinale Objekte in Kategorien von Mengen}]
Ist $\mathfrak U$ ein Mengensystem,  das nicht nur aus der
leeren Menge besteht, so sind 
 die finalen Objekte von
 $\mathfrak U\!\op{Ens}$  genau  die einpunktigen Mengen aus $\mathfrak U$.
Ist $\mathfrak U$ ein Mengensystem,  das nicht nur aus einelementigen
 Mengen besteht,    
so ist die leere Menge ist das einzige kofinale
Objekt von
 $\mathfrak U\!\op{Ens}$, 
wenn sie denn zu unserem Mengensystem $\mathfrak U$ dazugeh"ort.
\end{Beispiele}
\begin{Bemerkungl}
Zwischen je zwei finalen beziehungsweise
kofinalen Objekten gibt es offensichtlich genau einen Isomorphismus.
Wir erlauben uns  deshalb, etwas lax von {\em dem} finalen  beziehungsweise 
{\em dem} kofinalen Objekt zu reden, 
und bezeichnen \glqq das\grqq\  finale Objekt gerne mit
$\op{pt}=\op{pt}(\cal{C})$\index{pt@$\op{pt}=\op{pt}(\cal{C})$ 
finales Objekt von $\cal{C}$} 
f"ur \glqq Punkt\grqq\  oder
$\op{fin}=\op{fin}(\mathcal C)$\index{fin@$\op{fin}(\mathcal C)$ finales Objekt} und Morphismen dahin mit 
$\op{fin}$\index{fin@$\op{fin}$ final} f"ur
\glqq final\grqq.  
Manchmal verwenden wir als Bezeichnung des finalen Objekts 
auch die kleingeschriebene Bezeichnung der Kategorie,
etwa $\op{top}$
\index{top@$\op{top}$ einelementiger Raum}
f"ur den einelementigen topologischen Raum
oder $\op{ens}$
\index{ens@$\op{ens}$ einelementige Menge}
f"ur die einelementige Menge. Morphismen vom finalen Objekt zu
einem beliebigen Objekt notieren wir gerne $\op{em}$\index{em@$\op{em}_x$ Morphismus aus finalem Objekt} wie \glqq embedding\grqq\ mit einem Index,
der angibt, welcher Morphismus genau gemeint ist. Gegeben eine Menge $X$ und
ein Element $x\in X$ meint etwa $\op{em}_x:\op{ens}\ra X$ die Einbettung der
einelementigen Menge mit Bild $x$.   Wir bezeichnen mit $\op{ini}=\op{ini}(\mathcal C)$\index{ini@$\op{ini}(\mathcal C)$ initiales Objekt} das initiale Objekt einer Kategorie $\mathcal C$, wenn es denn ein solches gibt.
\end{Bemerkungl}
\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}
 Ein Morphismus $f \in {{\cal C}} (X,Y) $ in einer Kategorie ist ein
Isomorphismus
genau dann, wenn
es  Morphismen $g,h\in {{\cal C}}(Y,X) $ gibt mit $f\circ
g=\op{id}_{Y}$ und  
$h\circ f=\op{id}_{X}$, und unter diesen Voraussetzungen gilt bereits 
$g=h$. Wir nennen diesen Morphismus dann den 
{\bf inversen Morphismus zu $f$}\index{invers!Morphismus}
und notieren ihn $f^{-1}$.\index{)6aa@$f^{-1}$ inverser Morphismus}  
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Kann ein  Morphismus $f \in {{\cal C}} (X,Y) $  
in einer Kategorie sowohl durch Vorschalten eines Morphismus
 $g \in {{\cal C}} (W,X) $  als auch durch Nachschalten eines 
Morphismus
 $h \in {{\cal C}} (Y,Z) $ zu einem 
Isomorphismus gemacht werden, so mu"s er bereits selbst ein
Isomorphismus gewesen sein.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
 Seien $\mathcal C$ eine Kategorie und $f:X\ra Y$ ein Morphismus.
Man zeige, da"s $f$ genau dann ein Isomorphismus ist,
wenn das Vorschalten von $f$ f"ur jedes weitere Objekt $Z$ eine
Bijektion $\mathcal C(Y,Z)\sira \mathcal C(X,Z)$ induziert. 
Man zeige dual, da"s $f$ genau dann ein Isomorphismus ist,
wenn das Nachschalten von $f$ f"ur jedes weitere Objekt $Z$ eine
Bijektion $\mathcal C(Z,X)\sira \mathcal C(Z,Y)$ induziert.\label{AFY}
Allgemeinere Aussagen in dieser Richtung macht das sogenannte Yoneda-Lemma 
\ref{YL}. 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Man finde finale und kofinale Objekte in den Kategorien
der Gruppen,  Ringe, topologischen R\"{a}ume und Vektorr"aume aus einem
vorgegebenen Mengensystem $\mathfrak U$.
\end{Ubung}



\newpage
%\pagecolor{aliceblue}
\pagecolor{white}
\subsection{Funktoren}
\begin{Definition}\label{DefF}
 Ein \defind{Funktor} $F:{\cal A} \ra
{\cal B}$ von einer Kategorie ${\cal A}$ in eine 
Kategorie ${\cal B}$ ist ein Datum 
bestehend aus
\begin{enumerate}\renewcommand{\theenumi}{\alph{enumi}}
\item
einer Abbildung $F=F_{\op{Ob}}:\op{Ob} {\cal A} \ra \op{Ob} {\cal B}$, $X\mapsto FX;$
\item
einer Abbildung $F=F_{X,Y}:{{\cal A}} (X,Y) \ra
{{\cal B}} (FX,FY)$, $f\mapsto Ff$ f\"{u}r je zwei Objekte $X,Y \in
\op{Ob} {\cal A}$,
\renewcommand{\theenumi}{\arabic{enumi}}
\end{enumerate}
derart,  da"s  gilt:
\begin{enumerate}
\item $F(f\circ g) = (Ff)\circ (Fg)$ f\"{u}r beliebige verkn\"{u}pfbare
Morphismen
$f$ und $g$ aus der Kategorie ${\cal A};$
\item $ F(\op{id}_{X}) = \op{id}_{FX}$ f\"{u}r jedes Objekt $X\in{\cal A}$.
\end{enumerate}
Ich nenne in diesem Zusammenhang 
 $\mathcal A$ die {\bf Ausgangskategorie}\index{Ausgangskategorie} 
und $\mathcal B$ die {\bf Zielkategorie}\index{Zielkategorie} 
des Funktors $F$. 
\end{Definition}
\newpage
\pagecolor{aliceblue}
%\pagecolor{white}
\begin{Beispiel}\label{MKkk}%\label{MKk}\label{MK}
Gegeben ein K"orper $K$ erhalten wir einen Funktor
 $$ \begin{array}{ccc}
    {{\op{Mat}}}_K&\ra& \op{Mod}_K\\[2mm]
       n&\mapsto&K^n\\
A \da\;\;\;&\mapsto&  (A\circ)\da\;\;\;\;\;\;\;\;\;\\
m&\mapsto &K^m 
  \end{array}
$$
von der Matrixkategorie "uber $K$ in die Kategorie der 
$K$-Vektorr"aume, indem wir wie angedeutet jedem Objekt $n$ 
der Matrixkategorie den Vektorraum $K^{n}$  zuordnen 
und jeder Matrix die durch diese 
Matrix gegebene lineare Abbildung. Wir nennen ihn den
{\bf Realisierungsfunktor}.\index{Realisierungsfunktor}
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Der Richtungsraum als Funktor}]
Wir erkl"aren die Kategorie 
$\op{Aff}=\op{Aff}_K$\index{Aff@$\op{Aff}$ Kategorie der affinen R"aume} 
aller affinen R"aume "uber einem gegebenen K"orper $K$.
Als  Objekte nehmen wir unsere affinen R"aume $E$, 
als Morphismen affine Abbildungen.
Das Bilden des Richtungsraums $\op{Richt}:E\mapsto \vec E$ ist dann 
zusammen mit der  Vorschrift auf Morphismen,\label{Richt} 
da"s $\op{Richt}$ jeder affinen Abbildung $\varphi:E\ra F$ ihren
linearen Anteil  $\vec\varphi:\vec E\ra \vec F$ 
zuordnen soll,  in kategorientheoretischer Sprache 
ein Funktor 
$$ \op{Richt}: \op{Aff}_K\;\ra\; \op{Mod}_K$$
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Die L"angengerade als Funktor}]
Wir erkl"aren die Kategorie 
$\op{Euk}$\index{Euk@$\op{Euk}$ Kategorie  der euklidischen Vektorr"aume} 
der euklidischen Vektorr"aume\label{LGF}
mit den in \ref{Eukl} erkl"arten Objekten
und den in \ref{Euka} erkl"arten Morphismen.
Unsere Konstruktion \ref{Laenge} einer L"angengerade
ist dann in kategorientheoretischer Sprache ein Funktor
$$ \mathbb L: \op{Euk}\;\ra\; \op{Mod}_{\mathbb R}$$
\end{Beispiel}


\begin{Bemerkungl}\label{MeFF}
Man gibt bei einem Funktor $F$ meist nur die Abbildung $X\mapsto FX$ auf den
Objekten an in der Hoffnung, da"s vom Leser erraten werden kann, 
welche Abbildung
$f\mapsto Ff$ auf den Morphismen gemeint ist.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
  F"ur jede Kategorie ${\cal C}$ haben wir den \defind{Identit"atsfunktor}
  $\op{Id}=\op{Id}_{\cal C}$\index{Id@$\op{Id}$ Identit"atsfunktor} von
  besagter Kategorie zu sich selber. Sind $F: {\cal A} \ra {\cal B}$ und $G:
  {\cal B} \ra {\cal C}$ Funktoren, so ist auch $G\circ F : {\cal A} \ra {\cal
    C}$ ein Funktor.
\end{Bemerkungl}

\begin{Lemma}[\textbf{Funktoren erhalten Isomorphie}]
Ein Funktor bildet stets Isomorphismen auf Isomorphismen ab.
Insbesondere haben isomorphe Objekte unter einem Funktor
stets isomorphe Bilder.
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}
  Hat ein Funktor sogar die Eigenschaft, da"s alle Morphismen, die er
  auf Isomorphismen abbildet, bereits zuvor Isomorphismen gewesen sein
  m"ussen, so nennt man ihn {\bf konservativ}.\index{konservativ!Funktor}
  Zum Beispiel ist der Vergi"sfunktor $\op{Grp}\ra\op{Ens}$ konservativ.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis] Sei $F$ unser Funktor. Mithilfe unserer Bedingung
$F(\op{id})=\op{id}$ schlie"sen wir:
$$\begin{array}[b]{ll}
f \text{ ist Isomorphismus }&\Rightarrow \text{ Es gibt
$g$ mit $ f\circ g = \op{id}$ und $g\circ f =\op{id}$}\\
&\Rightarrow (Ff)\circ (Fg) =\op{id} \text{ und }(Fg)\circ (Ff)=\op{id}\\
&\Rightarrow Ff \text{ ist Isomorphismus.}
\end{array}\qedhere$$
\end{proof}






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\begin{Beispiel}
F\"{u}r jede Kategorie ${\cal C}$ bildet man die 
{\bf opponierte Kategorie}\index{opponiert!Kategorie} 
${\cal C}^{\op{opp}}$ %, auch notiert als ${\cal C}^{\circ}$,
wie folgt: Man setzt
$$\op{Ob}{\cal C}^{\op{opp}} \pdef \op{Ob} {\cal C}\qquad\text{ und }\qquad
{\cal C}^{\op{opp}} (X,Y) \pdef {{\cal C}} (Y,X)$$
und erkl\"{a}rt die Verkn\"{u}pfung von Morphismen in ${\cal C}^{\op{opp}}$
als die vertauschte Verkn"upfung. Wir notiern einen Morphismus $f$
als
$f^\circ$,\index{)6circ@$f^\circ$ in opponierter Struktur!opponierter Morphismus} 
wenn er in der opponierten Kategorie aufgefa"st werden soll, 
und haben also in Formeln $g^\circ\circ f^\circ\pdef (f\circ g)^\circ$. 
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Bilden des Dualraums als Funktor}]
Sei $K$ ein K"orper. 
Das Bilden des Dualraums
mit dem Bilden der transponierten Abbildung auf dem Niveau der 
Homomorphismen
ist auf den ersten Blick  
ein Funktor
 $$ \begin{array}{ccc}
    \op{Mod}_K&\ra& \op{Mod}_K^{\op{opp}}\\[2mm]
       V&\mapsto&V^\top\\
f \da\;\;\;&\mapsto& \;\;\;\ua f^\top\\
W&\mapsto &W^\top 
  \end{array}
$$
von der Kategorie der 
$K$-Vektorr"aume in ihre eigene opponierte Kategorie,
vergleiche 
\eref{TFre}{LA1}.
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Wenn wir es  allerdings 
genau nehmen und  ein Mengensystem $\mathfrak U$
festhalten, so werden wir auf diese Weise im allgemeinen nur einen Funktor
$$ \mathfrak U\!\op{Mod}_K\ra \mathfrak V\!\op{Mod}_K^{\op{opp}}$$
f"ur ein eventuell gr"o"seres Mengensystem $\mathfrak V$ erhalten.
Als konkretes  Beispiel beachte man,
da"s  "uber einem endlichen K"orper
der Dualraum eines abz"ahlbaren Vektorraums im allgemeinen 
nicht mehr abz"ahlbar ist. Ist jedoch unser Mengensystem $\mathfrak U$
ein \glqq Universum\grqq\ im Sinne von \ref{defU} und
geh"ort die Grundmenge unseres K"orpers $K$ zu  $\mathfrak U$, so ist $\mathfrak U\!\op{Mod}_K$ sogar stabil unter dem Dualraumfunktor.
\end{Beispiel}

\begin{Definition}
Ein Funktor $F:{\cal A}\ra {\cal B}^{\op{opp}}$ hei"st auch ein 
{\bf kontravarianter Funktor\index{Funktor!kontravarianter}
 von $\mathcal A$ nach  $\mathcal B$}.\index{kontravariant!Funktor}
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Ausgeschrieben besteht ein kontravarianter Funktor von ${\cal A}$ nach ${\cal
B}$
demnach aus einer Abbildung $
F:\op{Ob} {\cal A} \ra \op{Ob} {\cal B}$ sowie f\"{u}r je zwei Objekte
$X,Y\in{\cal A}$ einer
Abbildung
$F:{{\cal A}} (X,Y) \ra {{\cal B}} (FY,FX)$ derart, da"s
gilt $F(\op{id})= \op{id}$
und $F(f\circ g) = Fg \circ Ff$ f\"{u}r alle verkn\"{u}pfbaren
Morphismen $f,g$.  
\end{Bemerkungl}




\begin{Beispiel}\label{PvKa}
Gegeben  Kategorien ${\cal A},\cal{B}$ 
bildet man ihr {\bf Produkt}, eine weitere 
Kate\-go\-rie\index{Produkt!von Kategorien}
${\cal A}\times\cal{B}$,\index{)x@$\times$!Produkt von Kategorien}
wie folgt: Man setzt
$\op{Ob}({\cal A}\times\cal{B}) \pdef \op{Ob} {\cal A}\times\op{Ob} {\cal B} $,
erkl"art Morphismen in der Produktkategorie als Paare von
Morphismen in den Ausgangskategorien, und
erkl\"{a}rt die Verkn\"{u}pfung von Morphismen in der Produktkategorie
in der offensichtlichen Weise.
\end{Beispiel}


\begin{Beispiel}
  Das Bilden des Homomorphismenraums ist ein Funktor
 $$ \begin{array}{ccccc}
    \op{Mod}_K^{\op{opp}}\times \op{Mod}_K
&\ra& \op{Mod}_K&&\\[2mm]
       (V,W)&\mapsto&\op{Hom}_{K}(V,W)&\owns& h\\
(f^\circ,g) \da\;\;\;\;\;\;&\mapsto& \;\;\;\da &&\da\\
(V',W')&\mapsto &\op{Hom}_{K}(V',W')&\owns&g\circ h\circ f
  \end{array}
$$
Hier  sollte der ganz rechte vertikale Pfeil eigentlich ein $\mapsto$
sein, was ich aber mit meinem Schreibprogramm nicht hingekriegt
habe.
Die Notation $\op{Hom}_{K} (V,K)$ 
 betont, da"s wir besagte Menge von Morphismen
mit ihrer Vektorraumstruktur
betrachten wollen.
\end{Beispiel}
 
\begin{Beispielg}\label{TPFu}
  Das Bilden des Tensorprodukts ist ein Funktor
 $$ \begin{array}{ccc}
    \op{Mod}_K\times \op{Mod}_K
&\ra& \op{Mod}_K\\[2mm]
       (V,W)&\mapsto&V\otimes W\\
(f,g) \da\;\;\;\;\;\;\;\;\;&\mapsto& f\otimes g\da \;\;\;\;\;\;\;\;\;\\
(V',W')&\mapsto &V'\otimes W'
  \end{array}
$$ 
\end{Beispielg}

\begin{Beispielg}
  Das Bilden der $r$-ten Tensorpotenz nach \ref{vhr} ist ein Funktor
$\op{Mod}_K
\ra \op{Mod}_K$, $V\mapsto V^{\otimes r}$, $f\mapsto f^{\otimes r}$.
Das Bilden der $r$-ten "au"seren Potenz nach \ref{Altt} ist ein Funktor
$\op{Mod}_K
\ra \op{Mod}_K$, $V\mapsto \bigwedge^rV$ mit
$f\mapsto \bigwedge^r f$ nach \ref{MPD}.
\end{Beispielg}

\begin{Beispiel}
Das \glqq Vergessen der Gruppenstruktur\grqq\  definiert einen Funktor
$\op{Grp}  \ra \op{Ens}$ von der Kategorie der Gruppen in die Kategorie der
Mengen.
Es gibt 
noch viele weitere derartige {\bf Vergi"s-Funktoren}\index{Vergi"s-Funktor}.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
Jeder Funktor $F:\cal{A}\ra\cal{B}$ liefert
in offensichtlicher Weise einen
Funktor
$F^{\op{opp}}:\cal{A}^{\op{opp}}\ra
\cal{B}^{\op{opp}}$\index{opp@$F^{\op{opp}}$ f"ur Funktor $F$} 
zwischen den zugeh"origen 
opponierten Kategorien. Oft notiert man ihn auch einfach $F$.
\end{Beispiel}


\begin{Beispiel}
Gegeben ein K"orper $K$ bezeichne
$\op{Modfg}_K$ mit $\op{fg}$ f"ur \glqq finitely generated\grqq\  
die Kategorie der endlich erzeugten 
$K$-Vektorr"aume und $\op{Modfg}_K^\times$
die zugeh"orige Isomorphismenkategorie.
Gegeben ein angeordneter K"orper $K$
ist das Bilden der Orientierungsmenge nach 
  \eref{KPOjn}{LA1} ein Funktor
$$\op{or}:\op{Modfg}_K^\times\ra\op{Ens}^\times$$
\end{Beispiel}



\newpage
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\begin{Definition}\label{Eif}
\begin{enumerate}
\item
Ein Funktor $F:{\cal A} \ra {\cal B} $ hei"st  
\defnoind{treu},\index{treu!Funktor}
 wenn
er  Injektionen $F:{{\cal A}}(A,A^{\prime})
\hra {{\cal B}} (FA, FA^{\prime})$ auf den Morphismen
induziert, f"ur alle $A,A'\in\cal{A}$.
\item
Ein Funktor $F:{\cal A} \ra {\cal B} $ hei"st  
\defnoind{voll},\index{voll!Funktor}
 wenn
er  auf den  Morphismenmengen Surjektionen $F:{{\cal A}}(A,A^{\prime})
\sra {{\cal B}} (FA, FA^{\prime})$
induziert, f"ur alle $A,A'\in\cal{A}$.
\item
Ein Funktor $F:{\cal A} \ra {\cal B} $ hei"st  
\defnoind{volltreu}\index{volltreu, Funktor}, wenn
er voll und treu ist, wenn er also 
er Bijektionen $F:{{\cal A}}(A,A^{\prime})
\sira {{\cal B}} (FA, FA^{\prime})$ auf den  Morphismenmengen induziert.
Ich notiere volltreue Funktoren gerne 
$\vra$.\index{)4@$\vra$ volltreuer Funktor} 
\item
Ein Funktor $F:{\cal A} \ra {\cal B} $ hei"st \defnoind{essentiell surjektiv},\index{essentiell surjektiv!Funktor}
 wenn er 
eine Surjektion auf Isomorphieklassen von Objekten induziert, wenn
es also in Formeln 
f\"{u}r alle $B \in {\cal B}$ ein  $A\in {\cal A}$ gibt mit $FA \cong B$.
\item
Ein Funktor $F:{\cal A} \ra {\cal B} $ hei"st eine \defnoind{"Aquivalenz von
Kategorien},\index{"Aquivalenz!von Kategorien}
 wenn er volltreu und essentiell surjektiv ist.
Ich notiere "Aquivalenzen von
Kategorien $\sirra$. Die doppelte Schlange soll andeuten, 
da"s dieser Begriff schw"acher ist als der
Begriff eines Isomorphismus von Kategorien,
wie er im Anschlu"s eingef"uhrt wird.
\index{)4@$\sirra$ "Aquivalenz von Kategorien} 
\item
Ein Funktor $F:{\cal A} \ra {\cal B} $ hei"st ein {\bf Isomorphismus von
Kategorien},\index{Isomorphismus!von Kategorien}
 wenn er bijektiv ist auf Objekten und auf Morphismen,
wenn er also ein Isomorphismus ist in der Kategorie der 
Kategorien aus \ref{KatKa}. 
Ich notiere Isomorphismen von Kategorien $\sira$.
\index{)4@$\sira$ Isomorphismus!von Kategorien} 
\end{enumerate}
\end{Definition}
\newpage
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\pagecolor{aliceblue}

\begin{Beispiel}
Gegeben eine Kategorie $\mathcal C$ und ein Objekt $X\in\mathcal C$ 
erhalten wir einen Isomorphismus von Kategorien $[\mathcal C(X)]\sira \{X\}$
zwischen der Ein-Objekt-Kategorie des Monoids der Endomorphismen von $X$ und
der vollen Unterkategorie von $\mathcal C$ mit dem einzigen Objekt $X$,
indem wir die Identit"at auf den Morphismenmengen und die einzig m"ogliche
Abbildung auf den Objektmengen nehmen.
\end{Beispiel}
\newpage
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\begin{Beispiel}\label{MKkkk}%\label{MKkk}\label{MKk}\label{MK}
Sei $K$ ein K"orper.
Wir betrachten die Kategorie
$\op{Modfg}_K$\index{Modfg@$\op{Modfg}_K$ Vektorr"aume, endlich erzeugte} aller endlichdimensionalen 
$K$-Vektor\-r\"{a}u\-me
mit linearen Abbildungen als Morphismen. 
Dann ist unser Funktor   $n\mapsto K^{n}$ eine
\"{A}quivalenz  von Kategorien $${{\op{Mat}}}_K\sirra
\op{Modfg}_K$$ 
zwischen unserer Matrixkategorie
  ${\op{Mat}}_K$ und der Kategorie der 
endlich erzeugten 
$K$-Vektorr\"{a}ume,
aber unser Funktor ist nat"urlich kein
Isomorphismus von Kategorien. 
Diese Aussage 
fa"st eine Vielzahl von Aussagen 
der linearen Algebra
zusammen und illustriert meines Erachtens recht gut die Kraft und Eleganz 
der  Sprache der Kategorientheorie. 
\end{Beispiel}
\newpage
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\begin{Beispielg}[\textbf{Die  Matrixkategorie eines Mengensystems}] 
Gegeben ein K"orper $K$\label{UMat} 
und ein Mengensystem $\mathfrak{U}$ 
 bilden wir die 
{\bf abstrakte Matrixkategorie}
$\mathfrak{U}\!\op{Mat}_K$ wie folgt: 
Objekte sind alle Mengen aus $\mathfrak{U}$, in Formeln $\op{Ob} ({{\mathfrak{U}\!\op{Mat}}} )\pdef \mathfrak U$. 
Die Morphismenmengen erkl"aren wir durch die Vorschrift 
$$\mathfrak{U}\!\op{Mat}_K(M,N)\pdef 
\left\{
T: M\times N\ra K\left|
\begin{array}{c}
\text{F"ur jedes } m\in M\text{ gilt} \\ 
T(m,n)= 0\text{ f"ur fast alle }n\in N
\end{array}
\right\}\right.
 $$
Zumindest im Fall, da"s 
$\mathfrak{U}$ keine "uberabz"ahlbaren Mengen enth"alt, mag man sich
als Elemente dieser Morphismenmengen
 Matrizen mit m"oglicherweise unendlich vielen Zeilen und Spalten
aber  h"ochstens endlich vielen von Null
verschiedenen Eintr"agen in jeder Spalte denken.
Die Verkn"upfungen werden in der hoffentlich
offensichtlichen Weise durch Summation "uber gleiche Indizes erkl"art. 
  Wir erhalten dann 
einen Funktor $\mathfrak{U}\!\op{Mat}_K\ra \op{Mod}_K$, der auf Objekten
durch die Konstruktion freier Vektorr"aume $N\mapsto K\langle N\rangle$ 
"uber den entsprechenden Mengen gegeben wird und auf Morphismen leicht
vom Leser erraten werden kann. Ist $\mathfrak{U}$ ein \glqq Universum\grqq\
 im Sinne von \ref{defU},
das den K"orper $K$ enth"alt, so erweist sich dieser Funktor sogar
als eine "Aquivalenz von Kategorien 
$$\mathfrak{U}\!\op{Mat}_K\sirra \mathfrak{U}\!\op{Mod}_K$$
\end{Beispielg}

\begin{Bemerkungl}
 Gegeben ein Mengensystem $\mathfrak U$ verstehen wir unter einer {\bf
    $\mathfrak U$-Kategorie}  eine Kategorie\index{UKAT@$\mathfrak
    U$-Kategorie}\index{Kategorie!$\mathfrak U$-Kategorie} 
  $\cal{C}$, bei der f"ur alle Objekte $X,Y\in \mathcal C$ die Morphismenmenge
  zu unserem Mengensystem $\mathfrak U$ geh"ort, in Formeln $\mathcal
  C(X,Y)\in \mathfrak U$, und bei der 
   die Menge der Objekte unserer Kategorie eine Teilmenge von $\mathfrak
  U$ ist, in Formeln $\mathcal C\subset \mathfrak U$. 
Die letzte Forderung  ist nicht wesentlich,
  da wir ja andernfalls schlicht unsere Objekte mit ihren
  Identit"atsmorphismen identifizieren k"onnen.\label{KatKa} 
Gegeben ein Mengensystem $\mathfrak U$
bildet die Gesamtheit aller  $\mathfrak U$-Kategorien  selbst
eine Kategorie\index{Cat@$\op{Cat}$ Kategorienkategorie}   
$$\mathfrak U\!\op{Cat}$$
mit den $\mathfrak U$-Kategorien als Objekten und Funktoren als Morphismen.
Die Menge aller Funktoren von einer Kategorie $\mathcal A$ in eine Kategorie
$\mathcal B$ notieren wir dementsprechend $$\op{Cat}(\mathcal A,\mathcal B)$$
Formal verwenden wir die 
Notation\index{Mor@${\op{Mor}}\mathcal C$ Morphismen in $\mathcal C$} 
$\op{Mor}\mathcal C\pdef\bigsqcup_{X,Y}
\mathcal C(X,Y)$
 f"ur die Menge aller Morphismen einer
Kategorie $\mathcal C$,
und die Menge der Funktoren ist
f"ur uns eine Teilmenge 
$\op{Cat}(\mathcal A,\mathcal B)\subset \op{Ens}(\op{Ob}\mathcal A,
\op{Ob}\mathcal B)\times \op{Ens}(\op{Mor}\mathcal A,
\op{Mor}\mathcal B)$. 
In \ref{FuKK} werden wir  eine Kategorie erkl"aren, deren
Objekte gerade die Funktoren $\mathcal A\ra\mathcal B$
alias die Elemente von  $\op{Cat}(\mathcal A,\mathcal B)$ sind,
aber alles zu seiner Zeit.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
Gegeben ein Mengensystem $\mathfrak U$ und eine
    $\mathfrak U$-Kategorie ${\cal C}$
und ein Objekt $X\in{\cal C}$  ist die Zuordnung
$Y\mapsto {{\cal C}}
(X,Y)$ 
 ein Funktor ${{\cal C}}
(X,\;) :
{\cal C} \ra \mathfrak U\!\op{Ens}$ 
und die Zuordnung $Y\mapsto {{\cal C}}
(Y,X)$ 
 ein Funktor ${{\cal C}}
(\;,X) :
{\cal C} \ra \mathfrak U\!\op{Ens}^{\op{opp}}$.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Funktoren zwischen Einobjektkategorien}] 
  Gegeben Monoide $G,H$ und die zugeh"origen Einobjekttategorien 
 $[G],[H]$ nach \ref{MOKA} 
erhalten wir in der offensichtlichen Weise eine Bijektion
zwischen der Menge aller 
Monoidhomomorphismen
$G\ra H$ und der Menge aller Funktoren
$[G]\ra[H]$, in Formeln also
eine Bijektion
$$\op{Mon}(G,H)\sira \op{Cat}([G],[H])$$
\end{Beispiel}

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung} 
Jede \"{A}quivalenz von Kategorien induziert eine
Bijektion zwischen den zugeh"origen Isomorphieklassen von Objekten.
Zum Beispiel werden die endlichdimensionalen $k$-Vektorr\"{a}ume
klassifiziert durch ihre Dimension, alias durch Elemente von $\DN$,
alias durch Isomorphieklassen der Matrixkategorie.\label{isokl} 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Zwei aus Drei}] 
Seien $F:\mathcal A\ra \mathcal B$ und $G:\mathcal B\ra \mathcal C$
Funktoren. Sind zwei der drei Funktoren\label{zaDK} 
$F,G, GF$ 
 \"{A}quivalenzen von Kategorien, so auch der Dritte.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Bilden wir zu einer Kategorie eine volle Unterkategorie, indem wir
aus jeder Isomorphieklasse von Objekten ein Objekt willk"urlich
ausw"ahlen, so ist der Einbettungsfunktor eine "Aquivalenz von 
Kategorien. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{ZGru} 
  Sind in einer Kategorie $\mathcal C$ je zwei Objekte isomorph,
  so ist f"ur jedes Objekt $X\in \mathcal C$  der offensichtliche Funktor eine
"Aquivalenz von Kategorien
$$[\mathcal C(X)]\sirra \mathcal C$$
zwischen der Ein-Objekt-Kategorie des Endomorphismenmonoids $\mathcal C(X)$
von $X$ und unserer Kategorie. 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Gegeben Kategorien $\mathcal A,\mathcal B, \mathcal C$
liefert jedes Paar $(F,G)$ von Funktoren 
$F:\mathcal A\ra \mathcal B$ und $G:\mathcal A\ra \mathcal C$
einen wohlbestimmten Funktor in die Produktkategorie 
$(F,G):\mathcal A\ra \mathcal B\times \mathcal C$. 
\end{Ubung}

\subsection{Transformationen}\label{Traffo} 
\begin{Bemerkungl}
Bis hierher hat sich unsere Theorie noch in leidlich vertrauten Bahnen
bewegt: Wir haben eben eine neue Art von Strukturen erkl"art,
die Kategorien, und dazwischen strukturerhaltende Abbildungen 
alias Morphismen 
betrachtet, die Funktoren. Insoweit pa"st alles noch in den 
strukturellen Rahmen,
an den man in der linaren Algebra durch das 
Studium von  Vektorr"aumen und linearen
Abbildungen oder  Gruppen und Gruppenhomomorphismen 
 gew"ohnt worden ist. 
Das Neue bei der Kategorientheorie ist nun,
da"s es auch \glqq Morphismen zwischen  Morphismen\grqq\  gibt. Sie hei"sen 
\glqq Transformationen von Funktoren\grqq\  und sind das Thema dieses 
Abschnitts. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}
Seien ${\cal A}, {\cal B}$ Kategorien und $F,G : {\cal A} \ra {\cal B}$ 
Funktoren. Eine
{\bf Transformation}\index{Transformation!von Funktoren}
$\tau : F \Rightarrow G$\index{)4@$\Rightarrow$ Transformation}
ist  eine Vorschrift, 
die jedem Objekt $X\in {\cal A}$ einen
Morphismus $\tau_{X}\in {{\cal B}}(FX,GX) $ zuordnet derart, da"s
f\"{u}r jeden
Morphismus $f: X \ra Y$ in ${\cal A}$ das  Rechteck
$$\xymatrix{
 F X \ar[r]^-{\tau_{X}}\ar[d]_-{Ff} & GX\ar[d]^-{Gf}\\
 FY \ar[r]^-{\tau_{Y}}& GY
}$$
 in ${\cal B}$
kommutiert. In Formeln meint das  die Gleichheit 
$(Gf)\circ \tau_X=\tau_Y\circ (Ff)$ in der
Morphismenmenge $\mathcal B(FX, GY)$.
Ob ein Doppelpfeil eine Transformation von Funktoren oder vielmehr eine
Implikation meint, mu"s der Leser aus dem Kontext erschlie"sen. 
Sind alle $\tau_{X}$ Isomorphismen, so 
nenne ich $\tau$ eine \defind{Isotransformation} und notiere sie
$\siRa$,\index{)4@$\siRa$ Isotransformation} 
aber diese 
Terminologie ist nicht gebr"auchlich. In der Literatur
spricht man eher von einem
{\bf Isomorphismus von Funktoren}\index{Isomorphismus!von Funktoren} 
oder auch von einer
{\bf \"{A}quivalenz von Funktoren}.\index{"Aquivalenz!von Funktoren}
Gibt es zwischen zwei Funktoren eine Isotransformation, so hei"sen sie 
{\bf isomorph}.\index{isomorph!Funktoren}
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}] 
In der Literatur hei"sen unsere Transformationen meist
\glqq nat"urliche Transformationen\grqq. Diese Terminologie schien mir
jedoch unn"otig umst"andlich und entspricht auch nicht meinem Sprachempfinden:
Ich m"ochte zum Beispiel unter der \glqq nat"urlichen\grqq\  Transformation
des Identit"atsfunktors auf der Kategorie aller $\DR$-Vektorr"aume
in den Bidualraumfunktor gerne die in \ref{BDR} gegebene Transformation
verstehen, die zwar keineswegs die einzige Transformation zwischen
diesen Funktoren ist, aber vielleicht schon die \glqq nat"urlichste\grqq.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}[\textbf{Die L"ange als Transformation}] 
  Ich betrachte  den Vergi"sfunktor
  und den L"angengeradenfunktor \ref{LGF} von der Kategorie der
  euklidischen Vektorr"aume in die Kategorie der reellen Vektorr"aume.
  Schalten wir noch einen weiteren Vergi"sfunktor nach, so werden sie zu
  Funktoren $\op{Euk}\ra\op{Ens}$. 
Unsere in \ref{Laenge} erkl"arten L"angenabbildungen
 $\|\;\|_V:V\ra\mathbb L(V)$ 
bilden dann in ihrer Gesamtheit   eine Transformation
$\op{verg}\RA \mathbb L$
zwischen Funktoren $\op{Euk}\ra\op{Ens}$. Ob ich n"amlich erst einen
Vektor vermittels eines Homomorphismus von euklidischen Vektorr"aumen in einen
weiteren euklidischen Vektorraum abbilde und dann seine L"ange in Bezug
auf den Bildraum nehme,
oder erst seine L"ange nehme und diese vermittels des auf den
L"angengeraden induzierten Homomorphismus zu einer  L"ange in Bezug
auf den Bildraum mache, es kommt beidesmal dasselbe heraus.
\end{Beispiel}

\begin{Beispiel}[\textbf{Winkelma"se als Transformationen}]
Wir betrachten den Funktor
$\op{W}:\op{KongEb}\ra \op{Grp}$, der 
jeder Kongruenzebene $(E,K)$ ihre Winkelgruppe $\op{W}(E)\pdef\vec K^+$ 
zuordnet, also die Gruppe ihrer orientierungserhaltenden
Richtungskongruenzen. Unsere Winkelma"se aus \ref{WinM} k"onnen wir auffassen als 
Transformationen $$\op{or}_\DR\circ \op{Richt}\RA \op{W}$$ alias nat"urliche Gruppenhomomorphismen
$\op{or}_\DR(\vec E)\ra \op{W}(E)$ von der Orientierungsgerade in die 
Winkelgruppe. Winkelma"se sind damit etwas grunds"atzlich 
anderes als Einheiten: Ein Winkelma"s 
in einer Kongruenzebene anzugeben bedeutet, ein
Winkelma"s in allen Kongruenzebenen anzugeben. Eine L"angeneinheit in einer
Kongruenzebene anzugeben bedeutet dahingegen keineswegs, eine
L"angeneinheit in allen Kongruenzebenen anzugeben. 
\end{Beispiel}


\begin{Beispiel}[\textbf{Das kanonische Skalarprodukt als Transformation}]
 Unsere  kanonischen Skalarprodukte 
$\langle\;,\;\rangle_{V}:
V\otimes V\ra \mathbb L(V)^{\otimes 2}$\label{ksTT} 
f"ur euklidische Vektorr"aume aus \ref{kaSK} 
bilden in ihrer Gesamtheit  eine Transformation
$$\op{verg}^{\otimes 2}\RA \mathbb L^{\otimes 2}$$
zwischen Funktoren $\op{Euk}\ra\op{Mod}_{\DR}$ von der Kategorie der
euklidischen Vektorr"aume in die Kategorie der $\DR$-Vektorr"aume. 
\end{Beispiel}

\begin{Beispiel}[\textbf{Evaluation als Transformation}]
Gegeben ein K\"{o}rper $K$ bezeichne $B:\op{Mod}_K\ra \op{Mod}_K$ den
{\bf Bidualraumfunktor},
der jedem $K$-Vektorraum $V$ 
seinen Bidualraum $BV\pdef V^{\top\top}$
zuordnet. So bilden die Evaluationsabbildungen $\op{ev}_V:V\ra V^{\top\top}$,
$v\mapsto (f\mapsto f(v))$ in ihrer Gesamtheit eine  Transformation\label{BDR} 
$$\op{ev}:\op{Id}\Rightarrow B$$ 
und eine  Isotransformation zwischen den
Restriktionen
dieser Funktoren auf die Kategorie der endlichdimensionalen
$K$-Vektorr\"{a}ume, vergleiche \eref{dana}{LA1}. 
Oft formalisiert man Situationen dieser Art nicht bis ins Letzte aus
und spricht etwa 
von {\bf kanonischen Abbildungen}\index{kanonisch!Abbildung|main}
beziehungsweise  {\bf kanonischen 
Isomorphismen},\index{kanonisch!Isomorphismus|main} 
wenn bei formalerer
Betrachtung Abbildungen $\tau_X:FX\ra GX$  oder Isomorphismen 
$\tau_X:FX\sira GX$  gemeint sind,
die in ihrer Gesamtheit  eine Transformation beziehungsweise
Isotransformation
von Funktoren $\tau:F\siRa G$ bilden.    
\end{Beispiel}

\begin{Beispiel}[\textbf{Dualraum und Transponieren}]  
Seien $K$ ein K\"{o}rper und $D:\op{Mod}_K\ra \op{Mod}_K^{\op{opp}}$
der {\bf Dualraumfunktor}, der jedem Raum seinen Dualraum zuordnet.
Sei weiter ${\op{Mat}}_K$ die Matrixkategorie aus
\ref{MKk} und $T:{\op{Mat}}_K\ra {\op{Mat}}_K^{\op{opp}}$ der Funktor, der
die Objekte festh"alt und 
Matrizen transponiert. 
Sei schlie"slich $R:{\op{Mat}}_K\ra \op{Mod}_K$ unser Realisierungsfunktor 
 $n\mapsto K^n$ aus 
\ref{MKkk} und bezeichne $R^{\op{opp}}$  den entsprechenden Funktor zwischen den 
jeweils opponierten Kategorien. 
So erhalten wir eine Isotransformation
$$\tau:R^{\op{opp}}T\siRa DR$$
durch die Vorschrift, die jeder nat"urlichen Zahl 
alias jedem Objekt $n\in {\op{Mat}}_K$ den offensichtlichen
Isomorphismus  $\tau_n:K^n\sira (K^n)^\top$  zuordnet.
Es kann hilfreich sein, 
durch Doppelpfeile
in  Diagrammen von Kategorien 
und Funktoren klarzumachen, 
zwischen welchen Funktoren eine Transformation 
gemeint ist. So w"are etwa in diesem Beispiel 
unser $\tau$ ein m"oglicher
Doppelpfeil im Diagramm
\begin{displaymath}
\xymatrix{
{\op{Mat}}_K\ar[d]_R \ar[r]^T 
&\ar@{=>}[dl]_{\tau}^\sim {\op{Mat}}_K^{\op{opp}}\ar[d]^{R^{\op{opp}}}\\
\op{Mod}_K \ar[r]^{D} & \op{Mod}_K^{\op{opp}}
}
\end{displaymath}
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Tensor und Hom}] 
Die nat"urlichen Abbildungen\label{THiz} 
$$\op{can}: V^\top \otimes_K W\ra \op{Hom}_K (V,W)$$
aus \ref{Ican} f"ur $K$-Vektorr\"{a}ume $V,W$ liefern eine  Transformation
zwischen den durch diese Vorschriften gegebenen Funktoren 
$$\op{Mod}_K^{\op{opp}}\times \op{Mod}_K\ra \op{Mod}_K$$
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kategorien von Funktoren}]
Sind $\tau : F \Rightarrow G$ und $\sigma : G \Rightarrow H$  Transformationen,
so ist auch $\sigma \circ \tau : F \Rightarrow H$\label{FuKK}  
gegeben durch $(\sigma \circ \tau)_X\pdef \sigma_{X} \circ \tau_X$ 
f"ur jedes Objekt $X$ der Ausgangskategorie von $F$ eine 
Transformation. Des weiteren gibt es f"ur jeden Funktor $F$   
die \defind{identische  Transformation}
$\op{id}=\op{id}_F$ von besagtem Funktor zu sich selber,
gegeben durch $(\op{id}_F)_X\pdef \op{id}_{FX}$ f"ur jedes Objekt $X$ der
Ausgangskategorie unseres Funktors. 
Sind $\cal{A},\cal{B}$ Kategorien, so bilden 
die Funktoren $\cal{A}\ra \cal{B}$ sogar
selbst eine Kategorie, mit Funktoren als
Objekten und Transformationen als Morphismen und der eben erkl"arten Verkn"upfung von Transformationen als Verkn"upfung von Morphismen. 
 Ich verwende f"ur diese 
{\bf Funktorkategorie}\index{Funktorkategorie}  die Notation 
$\op{Cat}({\cal A},{\cal B})$\index{Cat@$\op{Cat}({\cal A},{\cal B})$} 
und alternativ die exponentielle Notation
${\cal B}^{\cal A}$,\index{)8bb@${\cal B}^{\cal A}$ Funktorkategorie}
so da"s etwa f"ur Funktoren 
$F,G: \cal{A}\ra\cal{B}$
die Menge der Transformationen auf die beiden Weisen
$$\op{Cat}({\cal A},{\cal B})(F,G)={\cal B}^{\cal A}(F,G)$$
notiert werden kann. Wenn die Kategorien selber durch gr"o"sere
Ausdr"ucke gegeben werden,  sind  f"ur die Menge der Transformationen auch
abk"urzende Notationen wie etwa $\op{Trans} (F,G)$\index{Trans@$\op{Trans}$
Transformationen}  sinnvoll und "ublich.
Unsere Isotransformationen sind genau die Isomorphismen der Funktorkategorie.
\end{Bemerkungl}







\begin{Beispiel}\label{NTr}
Seien $F,G:\cal{A}\ra\cal{B}$ Funktoren
und $\tau:F\Rightarrow G$ eine  Transformation. Gegeben
ein weiterer Funktor
$H:\cal{B}\ra\cal{C}$  
erhalten wir in offensichtlicher Weise eine  Transformation
$H\tau: HF\Rightarrow HG$. Gegeben
ein weiterer Funktor $K:\cal{D}\ra\cal{A}$ erhalten wir   
in offensichtlicher Weise ebenso eine  Transforma\-tion
$\tau K: FK\Rightarrow GK$. Offensichtlich liefern diese Konstruktionen
 ihrerseits Funktoren
$\op{Cat}({\cal A},{\cal B})\ra \op{Cat}({\cal A},{\cal C})$
und $\op{Cat}({\cal A},{\cal B})\ra \op{Cat}({\cal D},{\cal B})$ zwischen
den
entsprechenden Funktorkategorien,
die wir als das {\bf Nachschalten von $H$} beziehungsweise
{\bf Vorschalten von $K$} 
bezeichnen. Das Nachschalten liefert offensichtlich einen Funktor
$$\op{Cat}(\mathcal A,\mathcal B)\ra 
\op{Cat}(\op{Cat}(\mathcal C,\mathcal A),\op{Cat}(\mathcal C,\mathcal B))$$
\end{Beispiel}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Schwierigkeiten der Notation}] 
  Die Notationen $\tau K$ und $H\tau$ f"uhren leicht zu Verwirrung, sobald
  nicht aus der Art der Symbole heraus
  klar ist, welche Symbole Funktoren und welche
  Transformationen darstellen. Ich kenne keine generelle L"osung f"ur diese
  Schwierigkeiten der Notation. In diesem Abschnitt habe ich
  versucht, eine gewisse
  "Ubersichtlichkeit dadurch zu erreichen, da"s ich systematisch lateinische
  Gro"sbuchstaben f"ur Funktoren und kleine griechische Buchstaben f"ur
  Transformationen verwende.
\end{Bemerkungl}





\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
  Gegeben ein K"orper $K$ zeige man, da"s der
  Funktor $\op{Modfg}_K^\times\ra \op{Modfg}_K^\times$ von der
  Isomorphiekategorie der endlichdimensionalen $K$-Vektorr"aume
  zu sich selber, der jedem Raum seinen Dualraum zuordnet und
  jedem Isomorphismus die Inverse der transponierten Abbildung
  $\varphi\mapsto (\varphi^{\top})^{-1}$,
  nicht isomorph ist zum Identit"atsfunktor. Hinweis: Man passe
  im Fall des
  K"orpers mit zwei Elementen besonders gut auf.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}
Seien $K$ ein K"orper und $\op{Id}: \op{Mod}_K\ra \op{Mod}_K$
der Identit"atsfunktor.
Man bestimme alle Transformationen 
von diesem Funktor zu sich selber. 
Ebenso bestimme man alle Transformationen 
von diesem Funktor zum Bidualraumfunktor.
\end{Ubung}

\begin{Ubung} 
Sind zwei Funktoren  isomorph und ist der Eine
eine \"{A}quiva\-lenz von Kategorien, so auch der Andere.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{canII}
Man diskutiere, inwiefern die in \ref{Altt} f"ur jeden
Vektorraum $V$ konstruierten 
kanonischen Isomorphismen
  $(\bigwedge^r V)^\top \sira \op{Alt}^r (V)$
eine Isotransformation bilden.
Idem f"ur die in \ref{cAlt} f"ur jeden
endlichdimensionalen Vektorraum $V$ konstruierten 
kanonischen Isomorphismen
  $\bigwedge^r (V^\top) \sira \op{Alt}^r (V)$.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Gegeben ein Monoid $G$ 
hei"st eine
Abbildung $\phi:X\ra Y$ von $G$-Mengen {\bf "aquivariant},\index{"aquivariant} 
 wenn gilt $\phi(gx)=g\phi(x)$ f"ur alle $g\in G$ und $x\in X$.
Die $G$-Mengen mit den "aquivarianten Abbildungen als Morphismen bilden dann 
eine Kategorie,\label{HTZR} f"ur die ich die beiden Notationen
$G\op{-Ens}=\op{Ens}_{G{\ssearrow}}$ verwende. 
 Bilden  wir zu unserem  Monoid $G$ 
die Ein-Objekt-Kategorie $[G]$,
so\label{ZUTR} 
liefert der hoffentlich offensichtliche Funktor einen
Isomorphismus von Kategorien 
$$G\op{-Ens}\sira \op{Cat}([G],\op{Ens})$$
\end{Ubung}



\begin{Ubunge}[\textbf{Komplexifizierung einer Reellifizierung}] 
  Wir erhalten eine Isotransformation zwischen Funktoren 
$\op{Mod}_{\DC}\ra \op{Mod}_{\DC}$ vermittels der Abbildungen\label{KRK} 
$i_V:\DC\otimes_\DR V\sira V\oplus\overline{V}$ gegeben durch
$\alpha\otimes v\mapsto (\alpha v,\alpha \bar{v})$ in den Notationen
\ref{kkVe}. Die inverse Isotransformation wird beschrieben durch
die Abbildungsvorschrift $$(v,\bar{w})\;\;\mapsto\;\; 
(1/2)\otimes (v+w)-({\op{i}}/2)\otimes({\op{i}}v-{\op{i}}w)$$
Im "ubrigen bildet unser Isomorphismus oben den Eigenraum
 $\op{Eig}(1\otimes{\op{i}}|\DC\otimes_\DR V;{\op{i}})$ isomorph auf
$V$ ab und den Eigenraum
 $\op{Eig}(1\otimes{\op{i}}|\DC\otimes_\DR V;-{\op{i}})$ isomorph auf
$\overline{V}$. Der schieflineare Automorphismus 
$\alpha\otimes v\mapsto \bar\alpha\otimes v$ von $\DC\otimes_\DR V$
schlie"slich entspricht unter unserem Isomorphismus dem
schieflinearen  Automorphismus $(v,\bar w)\mapsto (w,\bar v)$ von
$V\oplus\overline{V}$. 
\end{Ubunge}
\begin{Ubunge}\label{KRKb}
  Wir erhalten eine Isotransformation zwischen Funktoren 
$\op{Mod}_{\DC}\ra \op{Mod}_{\DC}^{\op{opp}}$ vermittels der Abbildungen
$\overline{ V^\top}\sira \overline{V}^\top$ gegeben durch
$\bar{\varphi}\mapsto \bar c\circ \varphi$ in den Notationen
\ref{kkVe}, mit $\bar c:\DC\ra\DC$ der komplexen Konjugation.
Diese Identifikation scheint mir so kanonisch, da"s ich 
auch oft $\bar{\varphi}$ statt $\bar c\circ\varphi$ schreiben werde.
\end{Ubunge}
\begin{Bemerkunge}[\textbf{Dualraum und Restriktion der Skalare}] 
 Gegeben ein komplexer Vektorraum $V$ erkl"aren wir 
einen nat"urlichen Isomorphismus\label{DRSS} 
\begin{equation*}
 \op{res}^{\mathbb R}_{\mathbb C} (V^\top) 
\overset{\sim}{\rightarrow} (\op{res}^{\mathbb R}_{\mathbb C} V)^\top
\end{equation*}
zwischen der Reellifizierung
seines Dualraums und dem Dualraum seiner 
Reellifizierung
durch die Vorschrift $\lambda \mapsto 2{\op{Re}} \lambda$.
Es kommutiert dann das Diagramm
\begin{displaymath}
 \xymatrix{
\mathbb C \otimes_{\mathbb R} 
\op{res}^{\mathbb R}_{\mathbb C}(V^\top) \ar[r]^-{\sim} \ar[d]^-{\wr}_-{i_{V^\top}}
& \mathbb C \otimes_{\mathbb R} (\op{res}^{\mathbb R}_{\mathbb C} V)^\top\ar[r]^-{\sim} & (\mathbb C \otimes_{\mathbb R} \op{res}^{\mathbb R}_{\mathbb C}V)^\top \\
V^\top \oplus {\overline {V^\top}}
\ar[rr]^-{\sim} &               & V^\top \oplus \overline V^\top
 \ar[u]^-{\wr}_-{i_{V}^\top}}
\end{displaymath}
Hier kommen die Vertikalen von
\ref{KRK} her,
  unten ist die von \ref{KRKb} gelieferte Abbildung $(\lambda, \bar \mu) 
\mapsto (\lambda , \bar c \circ \mu)$ gemeint 
mit $\bar c : \mathbb C \rightarrow \mathbb C$ der komplexen Konjugation, 
und in der  oberen Horizontale die Abbildung,
die aus obiger Identifikation $\op{res}^{\mathbb R}_{\mathbb C} (V^\top)
\overset{\sim}{\rightarrow} (\op{res}^{\mathbb R}_{\mathbb C} V)^\top$ 
unter der Komplexifikation entsteht, gefolgt 
von der Identifikation $(W^\top)_{\mathbb C} 
\overset{\sim}{\rightarrow} (W_{\mathbb C})^\top$ aus
\ref{EwSk}.
  Der Faktor $2$ zu Beginn 
scheint mir nicht nur angemessen, da er obiges Diagramm 
zum Kommutieren bringt, sondern auch, da man allgemeiner
  f"ur jede \glqq endliche separable K"orpererweiterung\grqq\  vern"unftigerweise einen
  nat"urlichen Isomorphismus
  $
    \op{res}^{k}_{K} (V^\top) \overset{\sim}{\rightarrow} (\op{res}^k_K V)^\top
  $ 
  erkl"art durch die Vorschrift $\lambda \mapsto {\op{S}}^k_K \circ \lambda$ mit
  ${\op{S}}^k_K : K \rightarrow k$ der Spur aus \eref{Dns}{KAG}.
\end{Bemerkunge}





\begin{Ubunge}\label{otKRK}
  Gegeben ein K"orper $K$  erhalten wir eine Isotransformation von Funktoren 
$\op{Mod}_K\times \op{Mod}_K\ra \op{Mod}_K$ vermittels der 
durch das Dachprodukt gegebenen Abbildungen
$$\bigoplus_{i+j=k}\bigwedge^i V\otimes \bigwedge^j W\sira 
\bigwedge^k(V\oplus W)$$
Zusammen mit "Ubung \ref{KRK} erhalten wir insbesondere
 Isotransformationen von Funktoren 
$\op{Mod}_{\DC}\ra \op{Mod}_{\DC}$ alias f"ur komplexe Vektorr"aume
$V$ kanonische Isomorphismen
$\bigoplus_{i+j=k}\bigwedge^i V\otimes \bigwedge^j \overline{V}\sira 
\bigwedge^k(\DC\otimes_\DR V)$.
\end{Ubunge}



\begin{Ubunge}\label{KoA}
Gegeben Funktoren $F,F':\cal{A}\ra\cal{B}$ und $G,G':\cal{B}\ra\cal{C}$ 
sowie  Transformationen $\alpha:F\Rightarrow F'$ und $\beta:G\Rightarrow G'$ 
gilt die Gleichheit $\beta F'\circ G\alpha=G'\alpha\circ \beta F$
von  Transformationen $GF\Rightarrow G'F'$.
Wir notieren diese Transformation auch  $\alpha\ast\beta: GF\Rightarrow G'F'$
und nennen sie die {\bf Juxtaposition}\index{Juxtaposition}
unserer beiden Transformationen.\index{)8a@$*$ Juxtaposition}
Unsere Identit"at ist  auch gleichbedeutend zu der
Aussage, da"s 
das Nachschalten einen Funktor
$\op{Cat}(\mathcal B,\mathcal C)\ra 
\op{Cat}(\mathcal B^{\mathcal A},\mathcal C^{\mathcal A})$
liefert, oder auch in ausf"uhrlicherer Notation 
das  Vorschalten einen Funktor
$$\op{Cat}(\mathcal A,\mathcal B)\ra 
\op{Cat}(\op{Cat}(\mathcal B,\mathcal C),\op{Cat}(\mathcal A,\mathcal C))$$
\end{Ubunge}

\begin{Ubung}\label{qiFF} 
Man zeige:  Ein Funktor $F:\mathcal A\ra \mathcal B$ ist genau dann eine
"Aquivalenz von Kategorien, wenn es eine "Aquivalenz von Kategorien
in die Gegenrichtung $G:\mathcal B\ra \mathcal A$
gibt nebst einer Isotransformation
$\tau:\op{Id}_{\mathcal A}\stackrel{\sim}{\RA} GF$.
Die "Aquivalenz $G$ oder genauer das Paar $(G,\tau)$ hei"st dann
ein {\bf quasiinverser Funktor zu $F$}.\index{quasiinverser Funktor}  
Man\index{Funktor!quasiinverser}  
 zeige weiter: Zu jedem Paar $(G,\tau)$ wie eben 
gibt es genau eine  Isotransformation
$\eta:FG\stackrel{\sim}{\RA}\op{Id}_{\mathcal A}$ 
 mit $(\eta F)\circ (F\tau)=\op{id}_F$. 
\end{Ubung}
\begin{Ubung} 
Man zeige: Genau dann ist ein Funktor $F:\mathcal A\ra \mathcal B$ 
eine \"{A}quiva\-lenz von Kategorien, wenn es einen Funktor 
$G:\mathcal B\ra \mathcal A$ gibt derart, da"s $FG$ isomorph ist zum
Identit"atsfunktor auf $\mathcal B$ und $GF$ isomorph  zum
Identit"atsfunktor auf $\mathcal A$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung} 
Man zeige: Gegeben eine "Aquivalenz von Kategorien
 $F:\mathcal A\sirra \mathcal B$ 
und ein Funktor\label{quaii}  
$G:\mathcal B\ra \mathcal A$ nebst einer Isotransformation 
$\tau:FG\stackrel{\sim}{\RA}\op{Id}_{\mathcal A}$ ist auch
$G$ eine "Aquivalenz von Kategorien und $(G,\tau)$ quasiinvers zu $F$. 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{"Aquivalenzen von Funktorkategorien}] 
 Sind ${\cal A}, {\cal B}$  Kategorien und ist\label{fuKA}  
 $K: {\cal A}'\sirra {\cal A}$ eine "Aquivalenz von Kategorien, so liefert
das Vorschalten von $K$  eine "Aquivalenz von Funktorkategorien
$$\op{Cat}({\cal A},{\cal B})\sirra\op{Cat}({\cal A}',{\cal B}) $$
Ist "ahnlich  $H: {\cal B}\sirra {\cal B}'$ eine "Aquivalenz von Kategorien, 
so liefert
das Nachschalten von $H$  eine "Aquivalenz von Funktorkategorien
$$\op{Cat}({\cal A},{\cal B})\sirra\op{Cat}({\cal A},{\cal B}') $$
\end{Ubung}

\begin{Ubunge}[\textbf{Exponentialgesetz f"ur Kategorien}] 
 Man zeige, da"s man f"ur je drei Kategorien $\mathcal A, \mathcal B, \mathcal C$ einen
Isomorphismus von Kategorien
\begin{equation*}
 \op{Cat} (\mathcal A, \op{Cat} (\mathcal B, \mathcal C)) \overset{\sim}{\rightarrow} \op{Cat}
(\mathcal A \times \mathcal B, \mathcal C)
\end{equation*}
erh"alt durch die Vorschrift
$
 F \mapsto \tilde F \text{ mit } \tilde F (A,B) = (F(A)) (B)
$
auf Objekten und eine vom Leser zu spezifizierende Vorschrift auf Morphismen.
\end{Ubunge}

\subsection{Nat"urliche Konstruktionen in der Geometrie}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kanonische Skalarprodukte als Transformationen}]
  Wir interessieren uns nun f"ur die Kategorie $\op{Euk}$ der
 euklidischen Vektorr"aume und f"ur Funktoren
  $$\op{Euk}\ra \op{Mod}_\DR$$
 Beispiele sind das Vergessen der euklidischen Struktur $\op{verg}$ oder
 das Bilden der L"angengerade $\mathbb L$ oder Tensorpotenzen dieser Funktoren wie etwa $\op{verg}^{\otimes r}$ oder $\mathbb L^{\otimes r}$.
 Unsere
 kanonischen Skalarprodukte  sind dann Transformationen 
 $$\op{verg}^{\otimes 2}\RA \mathbb L^{\otimes 2}$$ von Funktoren
 alias Morphismen in der Funktorkategorie 
 $\op{Cat}(\op{Euk},\op{Mod}_\DR)$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kanonische Skalarprodukte brauchen Einheiten}] 
Wir betrachten den konstanten
  Funktor $\op{C}_\DR: \op{Euk}\ra \op{Mod}_\DR$, der jedem euklidischen Vektorraum den reellen Vektorraum $\DR$
  zuordnet und jeder euklidischen linearen Abbildung die Identit"at.
  Wir zeigen, da"s  es au"ser der Nulltransformation keine Transformation $$\op{verg}^{\otimes 2}\RA \op{C}_\DR$$
  gibt.  In der Tat ist  die Multiplikation mit jeder
  reellen Zahl $\lambda\neq 0$ f"ur jeden euklidischen Vektorraum $V$ eine euklidische Abbildung $(\lambda\cdot):V\ra V$ und jede bilineare Abbildung
  $\eta:V\times V\ra \op{C}_\DR$ mit $\eta(v,w)=\eta(\lambda v,\lambda w)\;\forall\lambda\in\DR^\times$ ist offensichtlich Null. Salopp
  gesprochen gibt es also \glqq kein kanonisches Skalarprodukt auf euklidischen R"aumen mit Werten in den reellen Zahlen\grqq.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kanonische Spatprodukte als Transformation}]
  Nun halten wir $n\in \DN_{> 0}$ fest und interessieren  uns  f"ur
die Kategorie $\op{Euk}_n$ der $n$-dimensionalen
 euklidischen Vektorr"aume und 
 die Funktorkategorie
 $\op{Cat}(\op{Euk}_n,\op{Mod}_\DR)$.
 Zu  dieser Funktorkategorie
 geh"oren etwa die Funktoren
 $\op{verg}^{\otimes n}:V\mapsto V^{\otimes n}$ und
 $\op{or}_\DR\otimes \mathbb L^{\otimes n}:V\mapsto \op{or}_\DR(V)\otimes \mathbb L(V)^{\otimes n}$
 und  eine Transformation $\tau: \op{verg}^{\otimes n}\RA \op{or}_\DR\otimes \mathbb L^{\otimes n}$ wird gegeben wird durch die 
Gesamtheit der  in  \ref{kSpa}  konstruierten
linearen Abbildungen
$\tau_V: V^{\otimes n}\ra \op{or}_\DR(V)\otimes \mathbb L(V)^{\otimes n}$
und im Fall $n=3$ speziell durch unsere kanonischen Spatprodukte
$$\langle\;,\;,\;\rangle: V^{\otimes 3}\ra \op{or}_\DR(V)\otimes \mathbb L(V)^{\otimes 3}$$
Man "uberzeugt sich unschwer, da"s wir auf diese Weise sogar
f"ur jedes $n$ eine Isotransformation $\tau: \bigwedge^n\op{verg}\siRa \op{or}_\DR\otimes \mathbb L^{\otimes n}$ erhalten.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kanonische Kreuzprodukte als Transformation}]
  Das Kreuzprodukt ist eine Transformation
 $\times:\op{verg}^{\otimes 2}\RA \op{verg}\otimes\op{or}_\DR\otimes\mathbb L$ alias
 ein Morphismus in der Funktorkategorie $\op{Cat}(\op{Euk}_3,\op{Mod}_\DR)$, der
 gegeben wird durch die  in \ref{KRA} konstruierten Morphismen
 $$\times:V\otimes V\ra V\otimes\op{or}_\DR(V)\otimes\mathbb L(V)$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Klassifikationsfragen und  Gruppenhomomorphismen}]
  Um die Funktorkategorie $\op{Cat}(\op{Euk}_n,\op{Mod}_\DR)$ f"ur vorgegebenes
  $n$ besser zu verstehen, mag man von der Erkenntnis ausgehen, da"s
  in der Kategorie $\op{Euk}_n$ der $n$-dimensionalen euklidischen Vektorr"aume
  je zwei Objekte isomorph sind und nach \ref{ZGru} folglich
  der Einbettungsfunktor eine "Aquivalenz
  $$[\op{Euk}(\DR^n)]\sirra \op{Euk_n}$$
  ist. Die Automorphismengruppe des $\DR^n$ mit seiner Standardstruktur
  als euklidischer Raum ist nun die Gruppe $\op{Euk}(\DR^n)= \DR^\times\op{O}(n)$
  aller {\bf linearen "Ahnlichkeiten}.\index{"Ahnlichkeit!lineare} Wir notieren sie $\op{GO}(n)\pdef\DR^\times\op{O}(n)$ und k"onnen so unsere "Aquivalenz von
  oben umschreiben zu 
  einer "Aquivalenz $[\op{GO}(n)]\sirra \op{Euk_n}$.
  Bezeichnet andererseits $\op{Mod}_{\DR,d}$ die Kategorie der $d$-dimensionalen
  reellen Vektorr"aume, so erhalten wir ebenso eine "Aquivalenz
  $[\op{Mat}(d;\DR)]\sirra \op{Mod}_{\DR,d}$.
Mit \ref{fuKA} erhalten wir so 
  "Aquivalenzen von Kategorien
  $$\op{Cat}(\op{Euk}_n,\op{Mod}_{\DR,d})\sirra \op{Cat}([\op{GO}(n)],\op{Mod}_{\DR,d})\silla \op{Cat}([\op{GO}(n)],[\op{Mat}(d;\DR)])$$
und damit nach \ref{isokl} Bijektionen zwischen den jeweiligen Mengen von Isomorphieklassen. Objekte von $\op{Cat}([\op{GO}(n)],[\op{Mat}(d;\DR)])$
sind nun Monoidhomomorphismen $\op{GO}(n)\ra \op{Mat}(d;\DR)$ alias
Gruppenhomomorphismen $\op{GO}(n)\ra \op{GL}(d;\DR)$, und zwei solche
Gruppenhomomorphismen $\phi,\psi$ sind isomorphe Objekte genau dann, wenn es
$A\in \op{GL}(d;\DR)$ gibt mit $(\op{int}A)\circ \phi=\psi$. 
  So erkennen wir zum Beispiel, da"s die Funktoren, die jedem $n$-dimensionalen euklidischen
  Vektorraum einen eindimensionalen Vektorraum zuordnen, klassifiziert werden
  durch die Menge aller Gruppenhomomorphismen $\op{GO}(n)\ra \DR^\times$. 
 Die folgende Tabelle
 gibt einige Beispiele f"ur solche Funktoren in die Kategorie
  der eindimensionalen reellen Vektorr"aume und die zugeh"origen
  Gruppenhomomorphismen.
  \\[8mm]
\begin{tabular}{lc|lc}
Funktoren & $\op{Euk}_n\ra \op{Mod}_{\DR,1}$ & Morphismen& $\op{GO}(n)\ra \DR^\times$\\[1mm] \hline
&\\
 konstanter Funktor&$\op{C}_\DR$&trivialer& 1\\[1mm]
Maximalpotenz&$\bigwedge^n$&Determinante & $\op{det}$\\[1mm]
Orientierungsgerade&$\op{or}_\DR$ &&$\op{det}/|\op{det}|$\\[1mm]
L"angengerade&$\mathbb L$ &&$\sqrt[n]{|\op{det}|}$\\[1mm]
\end{tabular}
\end{Bemerkungl}



\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubunge}
  Gibt es f"ur  zweidimensionale euklidische Vektorr"aume
  $V$ nichttriviale nat"urliche
Gruppenhomomorphismen $\op{or}_\DR(V)\ra \op{O}(V)$ von der
Orientierungsgerade  in die orthogonale Gruppe?
\end{Ubunge}


\subsection{K"ocher*}\label{Koee}
\begin{Bemerkungl}
  F"ur den Begriff einer Transformation ist 
eine noch  gr"o"sere Allgemeinheit nat"urlich und sinnvoll, 
wie hier kurz skizziert 
werden soll. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}\label{DKo}
Ein \defind{K"ocher} ist ein Datum $\cal{Q} = (P, E , a , e)$
bestehend aus zwei Mengen $P,E$ und zwei Abbildungen $a, e : P \ra
E$. Wir nennen die Elemente von $E$ die {\bf Ecken}\index{Ecke!von K"ocher}  
oder auch {\bf Punkte}\index{Punkt!von K"ocher}  des K"ochers und die
Elemente von $P$ seine \defind{Pfeile}. F"ur einen Pfeil $\vec p
\in P$ nennen wir $a(\vec p\!\;)$ 
seinen {\bf Anfangspunkt}\index{Anfangspunkt!von Pfeil in K"ocher} und $e(\vec p\!\;)$
seinen {\bf Endpunkt}.\index{Endpunkt!von Pfeil in K"ocher} 
Ein {\bf Morphismus} $F$ von unserem
K"ocher in einen weiteren K"ocher $(P', E', a', e')$ ist ein Paar
bestehend aus einer Abbildung $F:P\ra P'$ und einer Abbildung
$F:E\ra E'$ derart, da"s gilt $Fa=a'F$ und $Fe=e'F$.
Wir erhalten so die Kategorie  der 
K"ocher\index{Car@$\op{Car}$ Kategorie der K"ocher}
$$\op{Car}$$
"Ahnlich wie bei Kategorien schreiben wir auch 
gerne abk"urzend $\cal{Q}$ f"ur die Eckenmenge eines K"ochers
$\cal{Q} = (P, E , a , e)$ und $\cal{Q}(x,y)$ f"ur die Menge der
Pfeile mit Anfangspunkt $x$ und Endpunkt $y$.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Auf Englisch sagt man \defind{quiver}, auf Franz"osisch
\defind{carquois}.  Auf Englisch hei"sen die Ecken {\bf vertices}\index{vertex of quiver}
 und die Pfeile {\bf arrows}\index{arrow of quiver} oder
 {\bf edges}.\index{edge of quiver}
\end{Bemerkungl}


\begin{Bild} 
 \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildKoe}\\[4mm]
 \noindent 
Veranschaulichung eines endlichen K"ochers mit
$5$ Ecken und $6$ Pfeilen. 
\end{Bild}










\begin{Bemerkungl}
Jede  Kategorie liefert  einen K"ocher, mit 
den Objekten als Ecken und den Morphismen als 
Pfeilen.
Zu jeder Menge $\Omega$ bilden wir den {\bf Ein-Punkt-K"ocher}\index{Einpunktk"ocher} $[\Omega]$,\index{)5]@$[\Omega]$ Einpunktk"ocher} 
mit nur einem Punkt $\ast$ und f"ur jedes $\omega\in\Omega$ einem Pfeil
von diesem Punkt zu sich selbst.
Ein K"ocher hei"st {\bf endlich},\index{endlich!K"ocher} 
 wenn er 
nur endlich viele Punkte und Pfeile hat. Manche Autoren 
nennen einen K"ocher auch ein  \defind{Diagrammschema}.
Ein K"ochermorphismus von einem K"ocher in eine Kategorie hei"st
eine {\bf Darstellung unseres K"ochers}\index{Darstellung!eines K"ochers} 
in besagter Kategorie\label{DaKoe} 
oder auch eine 
{\bf Realisierung unseres 
Diagrammschemas}\index{Realisierung!eines Diagrammschemas} 
in besagter Kategorie oder, wenn wir auf das zugrundeliegende
Diagrammschema nicht Bezug nehmen wollen,  ein
{\bf Diagramm}\index{Diagramm!in Kategorie} 
in besagter Kategorie.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}
Bezeichne $\rightrightarrows$ die Kategorie mit zwei
Objekten $\op{Pf},\op{Ec}$ und vier Morphismen, von denen Zwei die Identit"aten
sind und Zwei von $\op{Pf}$ nach $\op{Ec}$ gehen. Dann kann die Kategorie der
K"ocher verstanden werden als die Funktorkategorie 
$\op{Cat}(\rightrightarrows,\op{Ens})$.
\end{Bemerkunge}
\begin{Bemerkunge}
  Eine {\bf Verkn"upfung auf einem K"ocher}\index{Verkn"upfung!auf K"ocher} 
$\mathcal Q$ ist eine Sammlung von Abbildungen $\mathcal Q(x,y)\times \mathcal
  Q(y,z)\ra \mathcal Q(x,z)$ f"ur alle $x,y,z\in \mathcal Q$.
  Einen K"ocher mit Verkn"upfung nennen wir auch einen
  {\bf Magmaoid}.\index{Magmaoid}\label{Magoi} Ein {\bf Morphismus von Magmaoiden} ist
  ein K"ochermorphismus, der mit den jeweiligen Verkn"upfungen
  vertr"aglich ist. 
  Eine Kategorie ist in dieser Terminologie Magmaoid,
  die noch zus"atzliche Eigenschaften hat, die man
  \glqq Assoziativit"at\grqq\  und \glqq Existenz neutraler Elemente\grqq\
  alias \glqq Existenz von Identit"aten\grqq\ nennen mag.\label{VaKl} 
\end{Bemerkunge}

\begin{Definition}
Seien ${\cal Q}$ ein K"ocher,
${\cal B}$ eine Kategorie und 
$F,G : {\cal Q} \ra {\cal B}$ 
K"ochermorphismen. Eine
{\bf Transformation}\index{Transformation!von K"ochermorphismen}
$\tau : F \Rightarrow G$ ist eine Vorschrift, 
die jeder Ecke $x\in {\cal Q}$ einen
Morphismus $\tau_{x}\in {{\cal B}}(F(x),G(x)) $ zuordnet derart, da"s
f\"{u}r jeden
Pfeil ${\vec p}: x \ra y$ in unserem K"ocher ${\cal Q}$ das Diagramm 
$$\begin{array}{ccc}
F (x) &\overset{\textstyle{\tau_{x}}}{\longrightarrow}& G(x)\\[1mm]
{\scriptstyle F({\vec p})}\downarrow \;\;& &\;\;\downarrow {\scriptstyle G({\vec p})}\\
 F(y) &\overset{\textstyle{\tau_{y}}}{\longrightarrow}& G(y)
\end{array}$$
in unserer Kategorie ${\cal B}$
kommutiert.
Sind alle $\tau_{x}$ Isomorphismen, so hei"st $\tau$ eine
 \defnoind{Isotransformation}\index{Isotransformation}.
Die Menge aller Transformationen 
bezeichnen wir mit $\op{Car}({\cal Q},{\cal B})(F,G)$
oder $\op{Trans}_{\cal{Q}\ra \cal{B}} (F,G)$ oder 
abk"urzend
mit $\op{Trans}_{\cal{Q}} (F,G)$
oder auch nur mit $\op{Trans} (F,G)$.\index{Trans@$\op{Trans}$
Transformationen} 
\end{Definition}


  \begin{Bemerkungl}
    Wie in \ref{FuKK} die Funktoren 
bilden f"ur jeden K"ocher $\mathcal Q$ und jede
    Kategorie $\mathcal C$ die K"ochermorphismen $\mathcal Q\ra \mathcal C$
    die Objekte einer Kategorie
$\op{Car}({\cal Q},{\cal C})$\index{Car@$\op{Car}({\cal Q},{\cal C})$} mit
Transformationen als Morphismen.
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}
  Seien $K$ ein K"orper und $\da$ der K"ocher mit zwei Punkten und einem
Pfeil vom einen zum anderen. Die Isomorphieklassen in der Kategorie
von K"ochermorphismen $\op{Car}(\da,\op{Modf}_K)$ werden durch die Theorie der 
Smith-Normalform \eref{SNF}{LA1}
 bestimmt: Die Dimensionen der beiden beteiligten
Vektorr"aume sowie der Rang der linearen Abbildung legen eine Darstellung
dieses K"ochers in endlichdimensionalen Vektorr"aumen bereits bis auf
Isomorphie eindeutig fest.  
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
  Seien $K$ ein K"orper und $\circlearrowleft$ 
der K"ocher mit einem Punkt und einem
Pfeil von diesem Punkt zu sich selber.\label{JnFF}  
Die Isomorphieklassen in der Kategorie
$\op{Car}(\circlearrowleft,\op{Modf}_K)$ werden zumindest im Fall
eines algebraisch abgeschlossenen K"orpers $K$  bestimmt
durch die Theorie der 
Jordan'schen Normalform \ref{JNFa}.  
\end{Beispiel}
\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}\label{fuKAn}
 Seien  ${\cal A}, {\cal A}'$ K"ocher 
und  ${\cal B}, {\cal B}'$  Kategorien.
 Ist 
 $K: {\cal A}'\sira {\cal A}$ ein Isomorphismus von K"ochern, so liefert
das Vorschalten von $K$  einen Isomorphismus von Kategorien
$$\op{Car}({\cal A},{\cal B})\sirra\op{Car}({\cal A}',{\cal B}) $$
Ist "ahnlich  $H: {\cal B}\sirra {\cal B}'$ eine "Aquivalenz von Kategorien, 
so liefert
das Nachschalten von $H$  eine "Aquivalenz von Kategorien
$$\op{Car}({\cal A},{\cal B})\sirra\op{Car}({\cal A},{\cal B}') $$
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Seien  $\mathcal C$  und $\mathcal Q$ 
  K"ocher und $F:\mathcal C\ra \mathcal Q$ ein
  K"ochermorphismus, der
  f"ur je zwei Ecken $x,y\in\mathcal C$ eine Surjektion
  $\mathcal C(x,y)\sra \mathcal Q(x,y)$ induziert.
  Gegeben eine Verkn"upfung auf $\mathcal C$ gibt
  es h"ochstens eine Verkn"upfung auf $\mathcal Q$ derart, da"s
  $F$ ein Morphismus von \hyperref[Magoi]{Magmaoiden} wird.
  Wenn es solch eine Verkn"upfung gibt, hei"st  unser
  K"ochermorphismus {\bf angepa"st an die Verkn"upfung} und die
  fragliche  Verkn"upfung auf $\mathcal Q$  die\label{koindQ} 
  {\bf auf $\mathcal Q$ koinduzierte Verkn"upfung}.\index{Verkn"upfung!koinduzierte}
  Ist unser Magmaoid $\mathcal C$ eine Kategorie, so auch
  der K"ocher $\mathcal Q$ mit
  der koinduzierten Verkn"upfung. 
 \end{Ubung}
\subsection{Produkte und Koprodukte in Kategorien}
\begin{Definition} %k"onnte auch \label{PrKaon}
Seien ${\cal C}$ eine Kategorie und $X,Y$ 
Objekte von ${\cal C}$. Ein {\bf Produkt}\index{Produkt!in Kategorie!von zwei Objekten} 
von $X$ und $Y$ ist ein Datum\label{PrKao} 
$(P, p,q)$ bestehend aus (1) einem Objekt $P \in {\cal C}$
und (2) Morphismen $p : P \ra X$ und $q : P \ra Y$, den sogenannten
{\bf Projektionen},\index{Projektion!in Kategorie}
derart da"s gilt:
Ist $Z \in {\cal C}$ ein Objekt und sind $a : Z \ra X$, $b : Z \ra Y$
Morphismen, so gibt es genau einen Morphismus $c: Z \ra P$ mit
$p \circ c = a$ und $q \circ c = b$. Wir notieren 
diesen Morphismus dann
$c=(a,b)$ oder, ganz pedantisch und wenn wir
ihn von den Morphismen aus einem Koprodukt absetzen wollen, 
als Spalte $c=(a,b)^\top$.
\end{Definition}

\begin{Beispiele}
  In der Kategorie der Mengen ist das sogenannte kartesische
  Produkt $P = X\times Y$ mit
$p, q$ den "ublichen Projektionsabbildungen 
ein Produkt von $X$ und $Y$. Analoges gilt in
der Kategorie der Vektorr\"{a}ume, der Gruppen, der Ringe, der Monoide,
der abelschen Gruppen, und vielen weiteren Strukturen der 
Bauart \glqq Menge mit ausgezeichneten Verkn"upfungen und speziellen Elementen\grqq.
\end{Beispiele}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Eindeutigkeit von Produkten}]
Produkte in Kategorien sind im wesentlichen eindeutig, falls sie
existieren. Sind genauer $(P ,p,q)$ und
$(\tilde{P},\tilde{p},\tilde{q})$ zwei m"ogliche
Produkte der Objekte $X$ und $Y$, so gibt es aufgrund der
universellen Eigenschaft von $P$ genau ein $c:
\tilde{P} \ra P$ mit $p \circ c = \tilde{p}$ und 
$q \circ c = \tilde{q}$ und
ebenso genau ein $d : P \ra \tilde{P}$ mit
$\tilde{p}\circ d = p$ und $\tilde{q}\circ d = q$. 
Weiter gibt es auch genau ein $f: P \ra P$ mit $p \circ f =
p$ und $q \circ f =
q$, 
und da sowohl $f = \op{id}$ als auch $f =c \circ  d$ diese
Bedingung erf"ullen, folgt $c \circ  d= \op{id}$.
Ebenso erhalten wir $d \circ c = \op{id}$, mithin sind $c$
und $d$ zueinander inverse Isomorphismen.
Aufgrund dieser Eindeutigkeit sprechen wir ab jetzt 
meist von \emph{dem} Produkt und notieren es
$$\left(X\times Y,\op{pr}_X, \op{pr}_Y\right)$$ 
oder auch noch ausf"uhrlicher $X\times^{\mathcal C} Y$. Morphismen
in das Produkt schreiben wir auch
$(a,b)$. 
Sind schlie"slich Morphismen
$f : X \ra X^{\prime}$, $g : Y \ra Y^{\prime}$ gegeben und
existieren die Produkte $X \times Y$ und $X^{\prime} \times
Y^{\prime}$, so benutzen wir die Abk"urzung $(f \circ \op{pr}_{X}, g
\circ \op{pr}_{Y}) = f \times g$ und nennen diesen Morphismus den
\defind{Produktmorphismus}
$$f \times g : X \times Y \ra X^{\prime} \times Y^{\prime}$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}\label{VerPrA}
  Sei  $F:\mathcal A\ra \mathcal B$ ein Funktor.
  Sind in $\mathcal A$ Morphismen $p:P\ra X$ und $q:P\ra Y$
  gegeben, so erhalten wir Morphismen $Fp:FP\ra FX$ und $Fq:FP\ra FY$
  in $\mathcal B$. Wenn das Produkt $FX\times FY$ existiert, erhalten
  wir so auch einen Morphismus $(Fp,Fq):FP\ra FX\times FY$. Wenn schlie"slich
  auch das Produkt $X\times Y$ existiert, so erhalten wir, indem wir es als
  unser $P$ nehmen, in unserer ausf"uhrlichen Notation einen nat"urlichen Morphismus
  $$F(X\times^{\mathcal A}Y)\ra FX\times^{\mathcal B} FY$$
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}  Der Morphismus von eben
  mu"s im allgemeinen kein Isomorphismus sein. Im Fall des
  Vergi"sfunktors von Vektorr"aumen "uber einem vorgegebenen K"orper
  zu Mengen ist er jedoch stets ein Isomorphismus von Mengen alias
  eine bijektive Abbildung.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Produkte k"onnen auch f"ur gr"o"sere Familien von
Objekten ein- und derselben Kategorie erkl"art werden, wie im folgenden
ausgef"uhrt werden soll. Wir besprechen dies Konzept 
zun"achst im Fall der Kategorie der Mengen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Produkte von Mengen, Variante}]
Allgemeiner als in \eref{KaPon}{LA1}  diskutiert
kann man auch f"ur eine beliebige
 Familie von Mengen $(X_i)_{i\in I}$ eine neue Menge
bilden\index{)9@$\bigsqcap$ Produkt!von Mengen} 
als die Menge aller Tupel $(x_i)_{i\in I}$
mit $x_i\in X_i$ f"ur alle $i\in I$. Diese {\bf Produktmenge}\index{Produkt!von Mengen}\index{kartesisch!Produkt!von beliebig vielen Mengen}  
 notiert man\label{SPVn} 
$$\bigsqcap_{i\in I}X_i$$ 
und die Projektionsabbildungen werden mit 
$\op{pr}_j:\bigsqcap_{i\in I}X_i\ra X_j$ 
oder "ahnlich bezeichnet. Wieder k"onnen wir f"ur 
beliebige Abbildungen 
$f_i:Z\ra X_i$ eine Abbildung $f=(f_i)_{i\in I}:Z\ra\bigsqcap_{i\in I}X_i$
definieren durch die Vorschrift $f(z)=(f_i(z))_{i\in I}$ und jede 
Abbildung von einer Menge $Z$ in ein Produkt ist von dieser
Form mit $f_i= \op{pr}_{i} \circ f$. In Formeln ausgedr"uckt 
liefert das Nachschalten der Projektionen
also f"ur jede Menge $Z$ eine Bijektion
$$
\begin{array}{ccc}
\op{Ens}\left(Z, \bigsqcap_{i\in I}X_i\right)&\sira
& \bigsqcap_{i\in I}\op{Ens}(Z, X_i)\\[1mm]
f&\mapsto &(\op{pr}_i\circ f)
\end{array}$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}\label{PrKaon} 
Seien ${\cal C}$ eine Kategorie und $(X_{i})_{i\in I}$ eine Familie von
Objekten von ${\cal C}$. Ein {\bf Produkt}\index{Produkt!in Kategorie!von Familie} 
der $X_{i}$ ist ein Datum
$(P, (p_{i})_{i \in I})$ bestehend aus (1) einem Objekt $P \in {\cal C}$
und (2) Morphismen $p_{i} : P \ra X_{i}$, den sogenannten
{\bf Projektionen},\index{Projektion!in Kategorie}
derart da"s gilt:
Ist $Y \in {\cal C}$ ein Objekt und sind $q_{i} : Y \ra X_{i}$
Morphismen, so gibt es genau einen Morphismus $q: Y \ra P$ mit
$p_{i} \circ q = q_{i} \; \forall i \in I$. Wir notieren 
diesen Morphismus dann
$q=(q_i)_{i\in I}$ oder ganz pedantisch auch schon mal $q=(q_i)_{i\in I}^\top$.
\end{Definition}

\begin{Beispiele}
In der Kategorie der Mengen ist $P = \bigsqcap_{i\in I} X_{i}$ mit
$p_{i}$ den "ublichen Projektionsabbildungen 
ein Produkt der $X_{i}$. Produkte  in
der Kategorie der Vektorr\"{a}ume diskutieren wir in \ref{unEE}.
\end{Beispiele}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Eindeutigkeit von Produkten, Variante}] 
Produkte in Kategorien sind im wesentlichen eindeutig, falls sie
existieren. Sind genauer $(P ,(p_{i}))$ und
$(\tilde{P},(\tilde{p}_{i}))$ zwei m"ogliche
Produkte der Objekte $X_i$,  so gibt es aufgrund der
universellen Eigenschaft von $P$ genau ein $\tilde{p}:
\tilde{P} \ra P$ mit $p_i \circ \tilde{p} = \tilde{p}_i$ und
ebenso genau ein ${p} : P \ra \tilde{P}$ mit
$\tilde{p}_{i}\circ {p} = p_i$. 
Weiter gibt es auch genau ein $f: P \ra P$ mit $p_i \circ f =
p_i$, und da sowohl $f = \op{id}$ als auch $f =\tilde{p} \circ  p$ diese
Bedingung erf"ullen, folgt $\tilde{p} \circ  p= \op{id}$.
Ebenso erhalten wir $p \circ \tilde{p} = \op{id}$, mithin sind $p$
und $\tilde{p}$ zueinander inverse Isomorphismen.
Aufgrund dieser Eindeutigkeit sprechen wir ab jetzt 
meist von \emph{dem} Produkt und notieren es
$$\left(\bigsqcap_{i\in I} X_{i},(\op{pr}_i)_{i\in I}\right)$$ 
oder im Fall endlicher 
Familien $X_{1} \times \ldots \times X_{n}$ 
und\index{)9@$\bigsqcap$ Produkt!in Kategorie} 
benutzen\index{)x@$\times$ Produkt!in Kategorie} 
f"ur die Projektionen manchmal auch die Notation
$\op{pr}_{X_i}$.\index{pr@$\op{pr}$ Projektion aus Produkt} 
Morphismen
in das Produkt schreiben wir im Fall endlicher Familien auch
$(q_1,\ldots,q_n)$ oder ganz pedantisch als Spalte $(q_1,\ldots,q_n)^\top$. 
\end{Bemerkungl}










\begin{Bemerkungl}[\textbf{Produkte "uber leere Familien}] 
Das Produkt "uber eine leere Familie von Mengen erkl"art man 
als \glqq die\grqq\  einpunktige Menge, damit das Bilden von Produkten 
von Mengen \glqq assoziativ\grqq\ 
wird in der Weise, da"s wir bei einer Familie $(I_j)_{j\in J}$ von
Indexmengen mit disjunkter Vereinigung $I=\coprod_j I_j$ stets eine 
kanonische Bijektion\label{AsPP} 
$$\bigsqcap_{i\in I}X_i\sira \bigsqcap_{j\in J}\left(\bigsqcap_{i\in I_j}X_i\right)$$
haben. 
Das Produkt "uber eine leere Familie in einer beliebigen Kategorie $\cal{C}$
verstehen wir analog als \glqq das\grqq\  finale Objekt, da dann
die offensichtliche Abbildung auch in diesem Fall Bijektionen
$\cal{C}(Y,\bigsqcap_{i\in I}X_i)\sira\bigsqcap_{i\in I}\cal{C}(Y,X_i)$ liefert.
Wenn wir sagen, eine Kategorie {\bf habe  Produkte} oder
auch nur {\bf habe  endliche Produkte},
so fordern  wir insbesondere implizit
 die Existenz eines finalen 
Objekts.
\end{Bemerkungl}














%%%%
\begin{Bemerkungl}
Produkte in der opponierten Kategorie hei"sen \glqq Koprodukte\grqq.
Im folgenden sprechen wir  diese Definition explizit  aus.  
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}\label{KoPro}
Sei ${\cal C}$ eine Kategorie und $(X_{i})_{i \in I}$ eine Familie von
Objekten aus ${\cal C}$.
Ein \defind{Koprodukt} der $X_{i}$ ist ein Datum $(K, (\op{in}_{i})_{i\in
I})$ bestehend aus einem Objekt $K \in {\cal C}$ und Morphismen $\op{in}_{i}:
X_{i} \ra K$ derart, da"s gilt:
Ist $Z \in {\cal C}$ ein Objekt und sind $f_{i} : X_{i} \ra Z$
Morphismen, so gibt es genau einen Morphismus $f: K \ra Z$ mit $f
\circ \op{in}_{i} = f_{i} \quad \forall i \in I$.
Wir notieren diesen Morphismus dann auch $(f_i)_{i\in I}$ und hoffen,
da"s der Leser aus dem Kontext erschlie"sen kann, wann damit ein Morphismus 
aus einem Koprodukt und wann ein Morphismus in ein Produkt gemeint ist.
Wenn es drauf ankommt, mag ein Morphismus in ein Produkt eben als 
Spalte mit einem hochgestellten $\top$ notiert werden und ein
Morphismus aus einem Koprodukt  als Zeile. 
Wir notieren Koprodukte $\coprod_{i \in I} X_{i}$,\index{u@$\coprod$ Koprodukt}
bei endlich vielen Faktoren auch $X_1\sqcup \ldots\sqcup X_n$. Ein leeres Koprodukt
ist dasselbe wie ein initiales Objekt.
\end{Definition}

\begin{Beispiel}[\textbf{Disjunkte Vereinigungen von Mengen}]
Das Koprodukt in der Kategorie der Mengen "uber eine beliebige
 Familie $(X_i)_{i\in I}$ von Mengen hei"st ihre\label{SPVb}
{\bf disjunkte Vereinigung}\index{disjunkte Vereinigung}\index{)ucup@$\sqcup$ disjunkte Vereinigung!$\coprod$ von Mengenfamilie} 
$$\coprod_{i\in I}X_i\pdef\bigcup_{i\in I}\;(X_i\times\{ i\})$$ 
Das Anh"angen der Indizes auf der rechten Seite 
ist hier nur  eine Vorsichtsma"snahme f"ur
den Fall, da"s unsere Mengen nicht disjunkt gewesen sein sollten.
Jede derartige disjunkte Vereinigung ist versehen mit Inklusionsabbildungen
$\op{in}_j:X_j\ra \coprod_{i\in I}X_i$. Weiter
k"onnen wir  f"ur 
beliebige Abbildungen 
$f_i:X_i\ra Z$ in eine  Menge $Z$ die Abbildung $f:\coprod_{i\in I}X_i\ra Z$
bilden durch die Vorschrift $f(x)=f_i(x)$ f"ur $x\in X_i$, und jede 
Abbildung der disjunkten Vereinigung in eine Menge $Z$  ist von dieser
Form mit $f_i= f\circ\op{in}_{i}$.  
In Formeln ausgedr"uckt 
liefert das Vorschalten der Injektionen
also f"ur jede Menge $Z$ eine Bijektion
$$
\begin{array}{ccc}
\op{Ens}\left(\coprod_{i\in I}X_i, Z \right)&\sira
& \bigsqcap_{i\in I}\op{Ens}( X_i,Z)\\[1mm]
f&\mapsto &( f\circ\op{in}_i)
\end{array}$$
Die disjunkte Vereinigung von endlich vielen Mengen
$X_1,\ldots,X_n$ notieren wir  auch $X_1\amalg\ldots\amalg X_n$. 
\index{)ucup@$\sqcup$ Koprodukt!disjunkte Vereinigung}
\end{Beispiel}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Notationen f"ur disjunkte Vereinigungen}]
  Gegeben eine Menge $X$ und dariin eine Familie  $(X_i)_{i\in I}$ von
Teilmengen  schreiben wir statt $\bigcup_{i\in I}X_i$
auch $\bigsqcup_{i\in I}X_i$, wenn wir\label{dVV} 
zus"atzlich andeuten wollen, da"s unsere Teilmengen paarweise disjunkt
sind. In der Tat ist die Eigenschaft, paarweise disjunkt zu sein,
 ja gleichbedeutend dazu, da"s die offensichtliche 
Abbildung $\bigsqcup_{i\in I}X_i\ra X$ eine Bijektion
 $\bigsqcup_{i\in I}X_i\sira \bigcup_{i\in I}X_i$ liefert. 
In derselben Weise verwenden wir 
bei endlich vielen Teilmengen
$X_1,\ldots,X_n$ einer gegebenen Menge 
die Notation $X_1\amalg\ldots\amalg X_n$.\index{)ucup@$\sqcup$ disjunkte Vereinigung!von Teilmengen}  
In der Literatur werden statt $\sqcup$ alternativ auch die Symbole
${\ensuremath{\mathaccent\cdot
\cup}}$ und 
$\uplus$ verwendet.\index{)u@${\ensuremath{\mathaccent\cdot
\cup}}$ disjunkte Vereinigung}\index{)u@$\uplus$ disjunkte Vereinigung}
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungw}
Das Koprodukt in der Kategorie der Vektorr"aume "uber einem
vorgegebenen K"orper hei"st auch die
\glqq direkte Summe\grqq\ und wird in  \ref{unEE} besprochen.
\end{Bemerkungw}
\begin{Bemerkungl}\label{VerPr} 
  Wie in \ref{VerPrA} im Fall von zwei Faktoren besprochen
 erhalten wir f"ur einen  Funktor $F:\mathcal A\ra \mathcal B$ 
und 
eine  Familie $(X_{i})_{i\in I}$ von
Objekten von ${\cal A}$, wenn Produkte der $X_i$ und der $FX_i$ existieren,  
einen nat"urlichen Morphismus
$$F\left(\bigsqcap X_i\right)\ra \bigsqcap F X_i$$
Ist er stets ein Isomorphismus, so sagen wir, der Funktor $F$ sei 
{\bf vertr"aglich mit beliebigen Produkten}.
Gilt das nur f"ur Produkte endlicher Familien, so sagen wir,
unser Funktor sei {\bf vertr"aglich mit endlichen Produkten}.
Bereits die Vertr"aglichkeit mit endlichen Produkten schlie"st die
Eigenschaft mit ein, da"s finale Objekte auf finale Objekte abgebildet werden.
Dual erkl"aren wir die Vertr"aglichkeit mit beliebigen  beziehungsweise
endlichen Koprodukten. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
   Sei $K$ ein K"orper.
Der verge"sliche Funktor $v:\op{Mod}_K\ra\op{Ens}$ ist vertr"aglich mit
beliebigen Produkten, aber nicht mit beliebigen, ja noch nicht einmal
mit endlichen Koprodukten, ja noch nicht einmal mit dem leeren Koprodukt.
Mehr dazu diskutieren wir im folgenden Abschnitt \ref{SPV}.
\end{Beispiel}



\begin{Bemerkungw}\label{TPRR}
F"ur die algebraisch Gebildeten unter Ihnen sei bemerkt, da"s
in der Kategorie $\op{Kring}$ der kommutativen Ringe 
 das Tensorprodukt "uber $\DZ$ im Sinne von \eref{TPro}{TS} ein Koprodukt ist,
sofern die Multiplikation auf $A\otimes B$ durch
$(a\otimes b)(a'\otimes b')=aa'\otimes bb'$ erkl"art wird und die
kanonischen Morphismen durch $a\mapsto a\otimes 1$ und 
$b\mapsto 1\otimes b$.
\end{Bemerkungw}
\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}
Man pr\"{a}zisiere und zeige die \glqq Assoziativit\"{a}t\grqq\  von Produkten,
die die Formel $(X \times Y) \times Z \cong X \times (Y \times Z)$
andeutet.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}
Man zeige, da"s in der Kategorie der kommutativen Monoide
das Produkt $M\times N$ zusammen mit $\op{in}_1:M\ra M\times N$,
$m\mapsto (m,0)$ und  $\op{in}_2:N\ra M\times N$,
$m\mapsto (0,n)$ ein Koprodukt ist.  
\end{Ubung}


\subsection{Produkte und Summen von Vektorr"aumen*}
 \label{SPV}
\begin{Definition}
Gegeben eine Familie $(V_i)_{i\in I}$ 
von Vektorr"aumen  "uber einem K"orper $K$
bilden wir zwei neue $K$-Vektorr"aume, ihr\label{dirS}
{\bf Produkt}\index{Produkt!von Vektorr"aumen} 
$\bigsqcap V_i$ und 
ihre\index{)9@$\bigsqcap$ Produkt!von Vektorr"aumen} 
{\bf direkte Summe}\index{direkte Summe!von Vektorr"aumen}  
oder  kurz 
{\bf Summe}\index{Summe!von Vektorr"aumen}\index{)8a@$\oplus$ direkte Summe!$\bigoplus$ Summe von Familie} 
 $\bigoplus V_i$
durch die Regeln
$$
\begin{array}{ccl}
\bigsqcap_{i\in  I } V_i&\pdef&\{(v_i)_{i\in  I }\mid v_i\in
V_i\}\\[2mm]
\bigoplus_{i\in  I } V_i&\pdef&\{(v_i)_{i\in  I }\mid v_i\in
V_i\text{ und nur endlich viele $v_i$ sind nicht null}\}
\end{array}$$
Die Vektorraumstruktur ist dabei komponentenweise
zu verstehen. Dieselben Konstruktionen sind auch 
im Fall von Gruppen sinnvoll, wenn wir \glqq null\grqq\  als das jeweilige 
neutrale Element verstehen, und wir werden beide Konstruktionen
 auch in diesem Kontext verwenden.
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}
F"ur eine endliche Familie von 
Gruppen oder
Vektorr"aumen $V_{1}, \ldots , V_{s}$
stimmen die direkte Summe und das Produkt "uberein. Wir benutzen dann
alternativ die beiden Notationen $$V_{1}\oplus \ldots
\oplus V_{s}=V_{1}\times \ldots \times V_{s}$$
Wir zeigen im folgenden, da"s die direkte Summe
ein Koprodukt in der Kategorie der Vektorr"aume ist. Die allgemeine Notation $\sqcup$ f"ur Koprodukte benutzen wir  f"ur Vektorr"aume  aber nur ungern
und verwenden sie in konkreten Situationen vorzugsweise f"ur das Koprodukt
von Mengen alias deren disjunkte Vereinigung.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}[\textbf{Summe und Produkt konstanter Familien}] 
Im Fall der konstanten Familie 
$(K)_{x\in X}$ erhalten wir einen Isomorphismus
des freien Vektorraums "uber $X$ im Sinne von \eref{kX}{LA1} mit
unserer direkten Summe 
$$K\langle X\rangle\sira \bigoplus_{x\in X}K$$
vermittels der Abbildungsvorschrift 
$\sum_{x\in X}a_x x\mapsto (a_x)_{x\in X}$.
Auch im Fall einer allgemeineren konstanten Familie
$(V)_{x\in X}$ erhalten wir 
einen Vektorraumisomorphismus
$$\op{Ens}(X,V)\sira \bigsqcap_{x\in X}V$$
vermittels der Abbildungsvorschrift $f\mapsto (f(x))_{x\in X}$.
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Universelle Eigenschaften von Summe und Produkt}] 
Das Produkt beziehungsweise die Summe haben\label{unEE}  
im Fall von Vektorr"aumen oder allgemeiner von abelschen Gruppen
die folgenden Eigenschaften:
Die offensichtlichen Einbettungen und Projektionen sind Homomorphismen
$$
\op{in}_i: V_i \hra \bigoplus_{i\in 
 I } V_i\qquad\text{  beziehungsweise }
\qquad\op{pr}_i:\bigsqcap_{i\in  I } V_i \sra  V_i$$
und\index{in@$\op{in}$, Morphismus in Koprodukt}
ist\index{pr@$\op{pr}$, Projektion aus Produkt}
$V$ ein weiterer $K$-Vektorraum, so induzieren  die
durch Vorschalten der $\op{in}_i$ bezihungsweise Nachschalten der
$\op{pr}_i$ gegebenen Abbildungen Bijektionen, ja sogar 
Isomorphismen
$$\begin{array}{rcc}
\op{Hom}_K \left(\bigoplus_{i\in  I } V_i, V\right) & \sira &
\bigsqcap_{i\in I }\op{Hom}_K (V_{i},V)\\[1mm]
f \;\;\;\; 
& \mapsto & (f\circ \op{in}_{i})_{i\in  I }\\[4mm]
\op{Hom}_K \left(V, \bigsqcap_{i\in  I } V_i\right) & \sira & 
\bigsqcap_{i\in I }\op{Hom}_K
(V,V_{i})\\[1mm]
f\;\;\;\; & \mapsto & (\op{pr}_{i}\circ f)_{i\in  I }
\end{array}$$ 
Im Fall nichtabelscher Gruppen ist nur die Zweite dieser Abbildungen eine
Bijektion.
Ich gebe zu, da"s das Symbol $\op{in}_i$ nun in zweierlei Bedeutung verwendet
wird: Einmal bei Mengen f"ur die Einbettung in eine disjunkte Vereinigung und
ein andermal bei Vektorr"aumen f"ur die Einbettung in eine direkte Summe.
Was jeweils gemeint ist, mu"s  aus dem Kontext erschlossen werden.
Betrachten wir im Fall des ersten Isomorphismus speziell
den Fall $V=K$, so erhalten wir einen Isomorphismus
zwischen dem Dualraum einer direkten Summe und dem Produkt der
Dualr"aume der Summanden.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}\label{dsU}
Gegeben eine Familie $(V_i)_{i\in  I }$ von Untervektorr"aumen
eines Vektorraums $V$ bezeichnet man den von ihrer Vereinigung erzeugten 
Untervektorraum auch als ihre 
\defnoind{Summe}\index{Summe!von Untervektorr"aumen}
und notiert ihn $\sum_{i\in  I } V_i$. Diese Summe
kann auch interpretiert werden als das Bild des nat"urlichen
Homomorphismus $\bigoplus_{i\in  I } V_i\ra V$ von
der direkten Summe nach $V$. Ist dieser Homomorphismus injektiv,
so sagen wir, die {\bf Summe der Untervektorr"aume $V_i$ sei direkt}. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Untervektorr"aume $V_1,V_2$ eines
Vektorraums $V$ sind
komplement"ar als Untervektorr"aume genau dann, wenn die durch die 
Einbettungen gegebene lineare Abbildung aus ihrem Koprodukt 
in der Kategorie der Vektorr"aume alias ihrer direkten Summe
ein Isomorphismus
$V_1\sqcup V_2=V_1\oplus V_2\sira V$ ist. 
Da Koprodukte eh nur wohlbestimmt sind bis auf eindeutigen Isomorphismus,
schreiben wir im Fall komplement"arer Untervektorr"aume auch abk"urzend
$ V_1\oplus V_2= V$.\index{)8a@$\oplus$ direkte Summe!von komplement"aren Untervektorr"aumen} 
\end{Bemerkungl}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubunge}[\textbf{Basis einer direkten Summe}] 
Ist $(V_i)_{i\in I}$ eine Familie von Vektorr"aumen und 
$B_i\subset V_i$ jeweils eine Basis, so ist die 
Vereinigung $\bigcup_{i\in I}\op{in}_i(B_i)$ der Bilder ihrer Basen
eine Basis
der direkten Summe $\bigoplus_{i\in  I } V_i$.
Diese Basis ist auch in offensichtlicher Bijektion zur
disjunkten Vereinigung von Basen $\coprod_{i\in I}B_i$. 
\end{Ubunge}
\begin{Ubunge}\label{zERR}
 Man zeige, da"s f"ur jeden 
Endomorphismus $f$ eines Vektorraums $V$ 
"uber einem K"orper $K$ die Einbettungen der Hauptr"aume
eine  Injektion
\begin{displaymath}
\bigoplus_{\lambda \in K} \op{Hau} (f; \lambda) \hra V
\end{displaymath}
liefern. Der Hauptraum  $\op{Hau} (f; \lambda)$ 
ist hier im  Fall, da"s  $\lambda$ kein Eigenwert von $f$ ist, 
als der Nullraum 
zu verstehen.
\end{Ubunge}
\begin{Ubunge}\label{ZERR}
  Ich erinnere daran, da"s ein Endomorphismus eines Vektorraums
 nach \eref{dbar}{LA1} 
 diagonalisierbar hei"st, wenn unser Vektorraum 
von den Eigenvektoren des besagten
  Endomorphismus erzeugt wird. Man zeige, da"s ein 
Endomorphismus $f$ eines Vektorraums $V$ 
"uber einem K"orper $K$ genau dann diagonalisierbar ist,
wenn $V$ in die Summe seiner Eigenr"aume zerf"allt, in Formeln
\begin{displaymath}
\bigoplus_{\lambda \in K} \op{Eig} (f; \lambda) \sira V
\end{displaymath}
wobei der Eigenraum  $\op{Eig} (f; \lambda)$ 
in dem Fall, da"s  $\lambda$ kein Eigenwert ist,  als der Nullraum 
zu verstehen ist.
\end{Ubunge}


\begin{Ubunge} 
Seien $V$ ein Vektorraum und $T \subset \op{End}  V$ ein 
endlichdimensionaler\label{GEZ} Untervektorraum seines
Endomorphismenraums, der aus diagonalisierbaren und paarweise kommutierenden
Endomorphismen besteht. So besitzt $V$ unter $T$ eine 
{\bf simultane Eigenraumzerlegung}
$$V = \bigoplus_{\lambda \in T^{\ast}} V_{\lambda}$$
in die  {\bf  simultanen Eigenr"aume} 
$V_{\lambda} \pdef\{ v\in V\mid xv = \lambda (x) v \; \forall x \in T\}$.
Hinweis: Sei $x_{0}, \ldots , x_{n}$ eine Basis von $T$. Da $x_{0}$
diagonalisierbar ist, zerf"allt $V$ in Eigenr"aume unter $x_{0}$. Da die
$x_{i}$ f"ur $i \geq 1$ mit $x_{0}$ kommutieren, stabilisieren sie dessen
Eigenr"aume. Nach \eref{diage}{LA1} sind die $x_i$ auch auf diesen Eigenr"aumen
diagonalisierbar.  Eine Induktion 
beendet den Beweis.
\end{Ubunge}

\begin{Ubunge}\label{dSt}
Gegeben ein  Vektorraum $V$
und eine Familie von Vektorr"aumen $(W_i)_{i\in I}$ 
liefert die kanonische Abbildung stets einen Isomorphismus
$$V\otimes \left(\bigoplus W_i\right) \sira \bigoplus (V\otimes W_i)$$
Analoges gilt f"ur den anderen Tensorfaktor. F"ur  jeden
$K$-Vektorraum $V$ ist in anderen Worten der Funktor
$V\otimes:\op{Mod}_K\ra \op{Mod}_K$ vertr"aglich mit   beliebigen Koprodukten.
\end{Ubunge}


\begin{Ubunge}\label{IPTe}
Gegeben ein  Vektorraum $V$
und eine Familie von Vektorr"aumen $(W_i)_{i\in I}$ 
liefert die kanonische Abbildung stets eine Injektion
$$V\otimes \left(\bigsqcap W_i\right) \hra \bigsqcap (V\otimes W_i)$$
Sie ist jedoch im allgemeinen kein Isomorphismus.
Genauer ist sie nur dann ein Isomorphismus, wenn
entweder $V$ endlichdimensional ist oder wenn nur f"ur endlich
viele $i$ der zugeh"orige Vektorraum  $W_i$ von Null verschieden ist.
Diese "Ubung sagt insbesondere, da"s f"ur  jeden 
$K$-Vektorraum $V$ der Funktor
$V\otimes:\op{Mod}_K\ra \op{Mod}_K$ mit  endlichen Produkten
vertr"aglich ist, und da"s f"ur jeden endlichdimensionalen  
$K$-Vektorraum $V$ der Funktor
$V\otimes:\op{Mod}_K\ra \op{Mod}_K$  mit  beliebigen Produkten
vertr"aglich ist.
Hinweis: Man folgere aus \ref{Ican} die Injektivit"at der 
Komposition $ V\otimes W\ra V^{\top\top}\otimes W\ra\op{Hom}(V^\top, W)$
und bette beide Seiten vertr"aglich ein in 
$\bigsqcap\op{Hom}(V^\top, W_i)\sira \op{Hom}(V^\top, \bigsqcap W_i)$.
\end{Ubunge}


\subsection{Algebren*}

\begin{Bemerkungl}\label{RAlg}
Sei $K$ ein K"orper.
 Ganz allgemein bezeichnet man einen $K$-Vektor\-raum $A$ mit einer bilinearen
Verkn"upfung $A \times  A \rightarrow A$ als eine 
$K$-{\bf Algebra}\index{Algebra|main} und versteht unter einem
{\bf Algebrenhomomorphismus}\index{Algebrenhomomorphismus|main} 
in eine weitere  $K$-Algebra eine
$K$-lineare Abbildung, die mit den jeweiligen Verkn"upfungen vertr"aglich ist.
Gegeben zwei $K$-Algebren $A,B$ bezeichnen wir mit
$\op{Alg}_K(A,B)$\index{Alg@$\op{Alg}$ Algebrenhomomorphismen} die Menge der Algebrenhomomorphismen von $A$ nach $B$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Ist 
 die Verkn"upfung einer Algebra assoziativ,
so spricht man von einer {\bf assoziativen Algebra}. 
"Ublich ist in diesem Zusammenhang die Konvention,
da"s man eine Algebra
 stets als assoziativ versteht, wenn aus dem Kontext nichts 
anderes hervorgeht.  
Gibt es f"ur  diese Verkn"upfung ein neutrales Element,
so spricht man von einer {\bf unit"aren Algebra} und nennt das fragliche
Element das {\bf Eins-Element}.\index{Eins-Element!einer Algebra} 
Eine Algebra ist also genau dann assoziativ und unit"ar,
wenn die zugrundeliegende Menge mit der Vektorraum-Addition als
Addition 
und der bilinearen Verkn"upfung als Multiplikation ein Ring ist.
Ich schlage deshalb vor,
 derartige Algebren  {\bf Ringalgebren}\index{Ringalgebra|main}
und im Fall, da"s sie auch noch kommutativ sind, 
{\bf Kringalgebren}\index{Kringalgebra}
zu nennen. Unter einem {\bf Homomorphismus von Ringalgebren}
verstehen\index{Homomorphismus!von Ringalgebren}
wir 
einen Algebrenhomomorphismus, der auch ein Ringhomomorphismus ist.
Wir k"onnen diese Abbildungen sowohl charakterisieren als 
Algebrenhomomorphismen, die das Einselement auf das 
Einselement werfen,  als auch als Ringhomomorphismen,
die "uber dem Grundk"orper linear 
sind. Wir vereinbaren f"ur die Menge der 
Ringalgebrenhomomorphismen von einer $K$-Ringalgebra $A$ in eine
$K$-Ringalgebra $B$ 
die Notation 
$\op{Ralg}_K(A,B)$.\index{Ralg@$\op{Ralg}$!Ringalgebrenhomomorphismen|main}
Sind beide beteiligten Algebren sogar Kringalgebren,
so schreiben wir
f"ur diese Menge auch$\op{Kralg}_K(A,B)$.\index{Kralg@$\op{Kralg}$!Kringalgebrenhomomorphismen|main}
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}
Sei $K$ ein K"orper.
Der Polynomring $K[X]$ ist eine $K$-Ring\-al\-ge\-bra, ja eine 
$K$-Kring\-algebra. Dasselbe gilt f"ur  Polynomringe in mehreren Variablen.
Gegeben ein $K$-Vektorraum $V$ ist der Endomorphismenring $\op{End}V$ eine
$K$-Ring\-al\-ge\-bra. Dasselbe gilt f"ur  die Matrizenringe 
$\op{Mat}(n;K)$. Eine weder assoziative noch unit"are Algebra w"are etwa 
$\op{Mat}(n;K)$ mit der bilinearen 
Verkn"upfung $(A,B)\mapsto [A,B]\pdef AB-BA$.
Der Vektorraum $\op{Mat}(n;K)$ mit
dieser Verkn"upfung geh"ort zu einem speziellen Typ  von Algebren,
den sogenannten \glqq Lie-Algebren\grqq. Mit dieser
Struktur  hei"st er auf englisch die \glqq general linear Lie-algebra\grqq\
und wird $\mathfrak{gl}(n;K)$ notiert. Die Lie-Algebren spielen eine
zentrale Rolle beim Studium von abgeschlossenen Untergruppen der
$\op{GL}(n;\DR)$ und ganz allgemein beim Studium 
von \glqq kontinuierlicher Symmetrie\grqq.
\end{Beispiel}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}] 
F"ur den Begriff einer Algebra sind in der Literatur 
leider auch viele andere 
Konventionen gebr"auchlich, bei denen mehr oder weniger
der oben explizit aufgef"uhrten zus"atzlichen Eigenschaften
bereits f"ur eine Algebra implizit mit gefordert werden.  
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
  Eine {\bf Unteralgebra}\index{Unteralgebra} einer Algebra ist
ein unter der Verkn"upfung stabiler Untervektorraum.
Eine {\bf Unterringalgebra}\index{Unterringalgebra} einer Ringalgebra ist
 ein unter der Verkn"upfung stabiler Untervektorraum, der
das Eins-Element enth"alt. Beide Begriffsbildungen ordnen sich der allgemeinen
wenn auch etwas vagen Begriffsbildung  \eref{UWna}{LA1} eines
\glqq Unterdings\grqq\  unter.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Sei $V$ ein Vektorraum.
Die direkte Summe $$\bigwedge V = \bigoplus_{r \geq 0} \bigwedge^r V$$ 
der "au"seren Potenzen von $V$ wird mit dem
\glqq bilinear erweiterten\grqq\  \hyperref[LaV]{Dachprodukt} 
aufgrund der Assoziativit"at des Dachprodukts 
eine Ringalgebra mit Eins-Element\label{APRR} 
$1\in K=\bigwedge^0V$.  Sie 
hei"st die \defind{"au"sere Algebra} 
oder auch {\bf Gra"smann-Algebra}\index{Gra"smann-Algebra}
des Vektorraums $V$.
Die offensichtliche Identifikation $V \overset{\sim}{\rightarrow} 
\bigwedge^1
V$ notieren wir kurzerhand $v \mapsto v$ und behandeln sie auch sprachlich als
Gleichheit.
Gegeben $v \in V$ gilt in $\bigwedge^2V$ wegen 
$v \otimes v \in J_2$ nat"urlich
$v \wedge v =0$. 
Mit \eref{ABI}{LA1} folgt daraus in der Gra"smann-Algebra die Identit"at
$$
v \wedge w = - w \wedge v \quad \forall v,w \in V
$$ 
Unsere Abbildungen $\bigwedge^r f : \bigwedge^r V
\rightarrow \bigwedge^r W$ liefern in ihrer Gesamtheit einen Ringhomomorphismus 
 $$\bigwedge f : \bigwedge V
\rightarrow \bigwedge W$$
Nat"urlich gilt auch $\bigwedge (f \circ g) 
= (\bigwedge f) \circ (\bigwedge g)$
und $\bigwedge (\op{id}) = \op{id}$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkunge}
     Sei $V$ ein Vektorraum "uber einem K"orper $K$. 
Eine weitere Ringalgebra, die man jedem $K$-Vektorraum 
in nat"urlicher Weise zuordnen kann, ist die 
sogenannte {\bf Tensoralgebra ${\op{T}}_{K}V$\index{Ten@${\op{Ten}}_{K}V$ Tensoralgebra}
      "uber $V$}.\index{Tensoralgebra}\index{T@${\op{T}}_{K}V$ Tensoralgebra}
Sie ist definiert als $${\op{T}}(V)= {\op{T}}_{K}V={\op{Ten}}_{K}V \pdef \bigoplus_{r\geq 0}
    V^{\otimes r} = K \oplus V\oplus (V\otimes V) \oplus (V\otimes V\otimes V)
    \oplus\ldots $$ mit der $K$-bilinearen\label{TeAl} Multiplikation
\glqq Zusammentensorieren\grqq, die festgelegt wird
    durch die Vorschrift $(v_{1}\otimes \ldots \otimes v_{r}) \cdot
    (w_{1}\otimes \ldots \otimes w_{t})\pdef (v_{1}\otimes \ldots v_{r} \otimes
    w_{1}\otimes \ldots \otimes w_{t})$.
F"ur die $K$-lineare Einbettung $\tau :V \hra
  {\op{T}}_{K}V$  des zweiten Summanden gilt dabei die folgende
 universelle Eigenschaft:
   Ist $A$ eine
  $K$-Ringalgebra und $\varphi : V\ra A$ eine $K$-lineare Abbildung, so gibt
  es genau einen Homomorphismus von $K$-Ringalgebren $\hat{\varphi} : {\op{T}}_{K} V
  \ra A$ mit $\varphi = \hat{\varphi} \circ \tau$, im Diagramm
  \begin{displaymath}
    \xymatrix{
      V \ar[r]^-{\tau} \ar[dr]_-{\varphi}& {\op{T}}_K V \ar@{-->}[d]^-{\exists!\hat{\varphi}}\\
      &A
    }
  \end{displaymath}
In der Tat sieht man leicht, da"s 
  die Vorschrift $\hat{\varphi}
  (v_{1}\otimes \ldots \otimes v_{r})\pdef \varphi (v_{1})\ldots \varphi (v_{r})$
das einzig m"ogliche
$\hat{\varphi}$ liefert. 
In wieder anderen Worten liefert also das Vorschalten der kanonischen
Einbettung f"ur jede $K$-Ringalgebra $A$ 
eine Bijektion 
$$\op{Ralg}_K({\op{T}}V,A)\stackrel{\circ \tau}{\sira}  \op{Hom}_K(V,A)$$
Ist $(x_\lambda)_{\lambda\in\Lambda}$ eine Basis von $V$, so bilden nach
\ref{BaTeB}
die
\glqq nichtkommutierenden Monome in den $x_\lambda$\grqq\  alias die Tensoren
$x_{\lambda(1)}\otimes\ldots\otimes x_{\lambda(r)}$ f"ur beliebige $r\in\DN$
und
beliebige Abbildungen $\lambda:\{1,2,\ldots,r\}\ra\Lambda$ eine $K$-Basis
der Tensoralgebra ${\op{T}}V$. Das \glqq leere Monom\grqq\  mit $r=0$ steht dabei f"ur
das Einselement. In diesem Sinne kann man die Tensoralgebra also salopp
gesprochen auch 
als einen \glqq Polynomring in nichtkommutierenden Variablen\grqq\  auffassen. 
Mehr dazu wird in \eref{FRAk}{NAS} erkl"art. 
\end{Bemerkunge}





\begin{Bemerkungw}
  Es gibt noch eine dritte Ringalgebra, die man jedem Vek\-tor\-raum 
$V$ in nat"urlicher Weise zuordnen kann. Diese sogenannte
\glqq symmetrische Algebra\grqq\  ${\op{S}}V$  diskutieren wir in  \eref{SyAl}{AL}.
In \eref{KAA}{AL} diskutieren wir auch die Beschreibung der Gra"smann-Algebra
vom h"oheren Standpunkt 
als \glqq Quotient der Tensoralgebra ${\op{T}}V$ nach dem von allen $v\otimes v$
mit $v\in V$ erzeugten Ideal\grqq. 
\end{Bemerkungw}
\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubunge}\label{KoPR} 
Sei $K$  ein K"orper.
Man zeige, da"s   
in der Kategorie der $K$-Kringalgebren 
das Tensorprodukt  ein Koprodukt ist,
sofern die Multiplikation auf $A\otimes B$ durch
$(a\otimes b)(a'\otimes b')=aa'\otimes bb'$ erkl"art wird und die
kanonischen Morphismen durch $a\mapsto a\otimes 1$ und 
$b\mapsto 1\otimes b$. Man zeige weiter, da"s   
die analoge Aussage in der Kategorie der $K$-Ringalgebren nicht richtig ist.
\end{Ubunge}
\begin{Ubunge}
  Sei $K$  ein K"orper. Man zeige, da"s der auf Objekten durch 
$X\mapsto \op{Ens}(X,K)$ gegebene
Funktor
$$\{\text{Endliche Mengen}\}\ra \{\text{$K$-Kringalgebren}\}^{\op{opp}}$$
  vertr"aglich ist mit endlichen
Produkten.\label{VTEP} 
\end{Ubunge}


\subsection{Yonedalemma*}


\begin{Bemerkungl}\label{YLl}
Einen Funktor von einer Kategorie $\cal{C}$ in eine
Kategorie von Mengen nennen wir kurz einen
\defind{Mengenfunktor} {\bf auf} $\cal{C}$. 
Gegeben ein Mengensystem $\frak U$ und 
eine \hyperref[KatKa]{$\mathfrak U$-Kate\-go\-rie} 
 bildet die Menge  aller Funktoren
$\cal{C}\ra\mathfrak U\!\op{Ens}$ mit den  Transformationen als 
Morphismen  eine Kategorie $\op{Cat}(\cal{C},\mathfrak U\!\op{Ens})$. 
Jedes Objekt 
$X\in\mathcal C$ liefert einen derartigen 
Mengenfunktor $\check X=X^\vee$\index{)6a@$\check X$ Funktor $\mathcal C(X,\;)$} 
gegeben\index{)6vee@$X^\vee$ Funktor $\mathcal C(X,\;)$} durch 
$\check X: A\mapsto\cal{C}(X,A)$.
%ACHTUNG! Notation gewechselt!
\end{Bemerkungl}

\begin{Proposition}[\textbf{Yoneda-Lemma}]
Seien $\mathfrak U$ ein Mengensystem,
$\cal{C}$ eine $\mathfrak U$-Kate\-go\-rie, ${{X}} \in \cal{C}$ ein
Objekt und $F : \cal{C} \ra\mathfrak U\!\op{Ens}$ ein Mengenfunktor
auf $ \cal{C}$. 
So liefert die Abbildungsvorschrift\label{YL} 
$\tau  \mapsto  \tau_{{{X}}} (\op{id}_{{{X}}})$
eine Bijektion
$$
\op{Cat}(\cal{C},\mathfrak U\!\op{Ens}) (\check X,F) \sira  F({{X}})
$$
zwischen der Menge aller Transformationen $\check X \RA F$
und der Menge $F({{X}})$. 
\end{Proposition}


\begin{Bemerkungl}
Die zur Kategorie 
dieser Mengenfunktoren auf $\cal{C}$   opponierte 
Kategorie\index{)6vee@$\cal{C}^\vee$ Funktorkategorie}
$$\cal{C}^\vee=\cal{C}_{\mathfrak U}^\vee 
\pdef\op{Cat}(\cal{C},\mathfrak U\!\op{Ens})^{\op{opp}}$$
 kann man 
als eine 
\glqq Vervollst"andigung\grqq\  
von $\cal{C}$ 
interpretieren.
In der Tat liest sich unser Yoneda-Lemma in dieser 
 Notation als eine Bijektion
$\mathcal C^\vee(F, \check X)\sira F(X)$.
 Spezialisieren  wir  zu
$F=\check Y$, so erhalten wir eine Bijektion
$\mathcal C^\vee(\check Y, \check X)\sira \mathcal C( Y, X)$, von der
 man leicht zeigt, da"s sie zur offensichtlichen Abbildung $ \mathcal C( Y, X)
\ra \mathcal C^\vee(\check Y, \check X)$ 
invers ist.
So folgt, da"s die Vorschrift $X\mapsto \check X$ einen  volltreuen
Funktor
$\mathcal C\vra \mathcal C^\vee$
induziert, die {\bf Yoneda-Einbettung}.\index{Yoneda-Einbettung}.
Im weiteren lassen wir das Mengensystem $\mathfrak U$ wieder in den
Hintergrund treten und ignorieren es meist in unserer Notation.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Notation}] 
  Die hier verwendeten Notationen $\cal{C}^\vee$ und das in \ref{DFTo}  eingef"uhrte
$\cal{C}^\wedge$ sind genau umgekehrt wie in \cite{KS}.
Daf"ur stimmt die Notation $\cal{C}^\wedge$ dann  mit
der in \cite{SGA4} verwendeten Notation "uberein, und auch die Autoren
von \cite{KS} verwenden in \cite{KSc} letztere Notation, die mit
der unseren "ubereinstimmt.  
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Das Yonedalemma im 
Fall einer Einobjektkategorie}] 
  Im Spezialfall einer Einobjektkategorie $\cal{C}=[G]$ 
ist das Yonedalemma besonders leicht einzusehen: Es besagt dann 
im Lichte von \ref{HTZR}, da"s die  
"aquivarianten Abbildungen von einem
Monoid $G$ in eine beliebige 
$G$-Menge $F$ festgelegt sind und festgelegt werden k"onnen durch das
Bild des neutralen Elements.
\end{Bemerkungl}


\begin{proof}[Beweis]
Wir konstruieren zun"achst eine Abbildung in die andere Richtung.
F"ur beliebiges $a\in F({{X}})$
betrachten wir dazu die Abbildungen
$$\begin{array}{cccl}
\tau_{Y}:& {\cal{C}} ({{X}},Y) & \ra & F(Y)\\
&f& \mapsto & (Ff) (a)
\end{array}$$
Man pr"uft ohne Schwierigkeiten, da"s sie
eine  Transformation
$\tau : \check X \Rightarrow F $ bilden,
die wir mit $\hat{\tau}(a)$ bezeichnen.
Jetzt gilt es nur noch zu zeigen, da"s die Abbildung $a\mapsto \hat{\tau}(a)$
invers ist zu unserer Abbildung $\tau\mapsto \hat{a}(\tau)\pdef\tau_{{{X}}}
(\op{id}_{{{X}}})$
aus der Proposition. Daf"ur m"ussen wir also pr"ufen, da"s gilt
$a=\hat{a}(\hat{\tau}(a))$ f"ur alle $a\in F({{X}})$ 
und $\tau=\hat{\tau}(\hat{a}(\tau))$
f"ur alle  Transformationen $\tau:\check X\Rightarrow F$.
Das "uberlassen wir dem Leser.
\end{proof}


 

\begin{Definition}\begin{enumerate}
    \item
  Diejenigen Mengenfunktoren auf $\cal{C}$, die isomorph sind zu
  Mengenfunktoren im Bild von $\cal{C}\ra \cal{C}^\vee$, hei"sen
  \defnoind{darstellbare Funktoren}.\index{darstellbarer Funktor}
 \item Ist\index{Funktor!darstellbarer} genauer
  ein Mengenfunktor $F:\cal{C}\ra\op{Ens}$
  isomorph zu $\check X={\cal{C}} ({X},\;)$ 
f"ur ein $X\in\cal{C}$, so sagen wir, der
  {\bf Funktor $F$ werde dargestellt durch das Objekt $X$}.  
\item Ist noch genauer $F:\cal{C}\ra\op{Ens}$ ein Mengenfunktor und
$X\in \cal{C}$ ein Objekt und $a\in F(X)$ ein Element,
das unter der Bijektion aus dem Yoneda-Lemma
einer Isotransformation ${\cal{C}} ({X},\;)\stackrel{\sim}{\RA} F$
entspricht, so sagen wir, der 
{\bf Funktor $F$ werde strikt dargestellt
durch das  Paar $(X,a)$}. 
Ausgeschrieben bedeutet das, da"s die Vorschrift 
$f\mapsto (Ff)(a)$ f"ur alle $Y\in \mathcal C$ eine Bijektion
$\mathcal C(X,Y)\sira F(Y)$ liefert.
Oft lassen wir das \glqq strikt\grqq\  aber auch weg.
  \end{enumerate}\label{darFF} 
\end{Definition}

\begin{Beispiel}
 Der Vergi"sfunktor $\op{Mod}_K\ra\op{Ens}$ 
von den $K$-Vektorr"aumen in die Mengen wird 
dargestellt durch
 das Paar   $(K,1)$
oder auch durch jeden anderen eindimensionalen Vektorraum zusammen
mit einem beliebigen von Null
verschiedenen Element.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
 Der Vergi"sfunktor  $\op{Grp}\ra\op{Ens}$ von den Gruppen in die
  Mengen wird strikt dargestellt durch das Paar  $(\DZ,1)$ 
oder auch durch jedes andere Paar $(Z,e)$ bestehend aus einer
unendlich zyklischen Gruppe und einem Erzeuger derselben.
\end{Beispiel}

\begin{Beispiel}[\textbf{Das Tensorprodukt als Darstellung eines Funktors}] 
Seien $K$ ein K"orper und  $V,W$ zwei $K$-Vektorr"aume.
  Der Funktor 
der bilinearen Abbildungen
$\op{Mod}_K\ra\op{Ens}$, $L\mapsto \op{Hom}^{(2)}_K(V\times W,
  L)$
wird strikt dargestellt durch das Paar $(V\otimes W,\tau)$ mit
$\tau:V\times W\ra V\otimes W$ der kanonischen bilinearen Abbildung 
aus \ref{DefT}. Diese Aussage ist  eine Umformulierung der universellen
Eigenschaft des Tensorprodukts aus \ref{TeKorM}.
\end{Beispiel}


\begin{Bemerkungl}\label{DFTo}
In derselben Weise kann man 
f"ur jede $\mathfrak U$-Kategorie $\cal{C}$ 
auch die Kategorie\index{)6@$\cal{C}^\wedge$ Funktorkategorie} 
$$\cal{C}^\wedge=\cal{C}^\wedge_{\mathfrak U}
\pdef\op{Cat}(\cal{C}^{\op{opp}},\mathfrak U\!\op{Ens})$$ 
aller kontravarianten Funktoren $\cal{C}\ra\mathfrak U\!\op{Ens}$
betrachten und erh"alt mit $X\mapsto \cal{C}(\;,X)$ eine
volltreue Einbettung $\cal{C}\vra \cal{C}^\wedge$, die
{\bf Ko-Yoneda-Einbettung}.\index{Ko-Yoneda-Einbettung} 
Wieder hei"sen die Funktoren im Bild dieser Einbettung {\bf darstellbare
  Funktoren}\index{darstellbarer Funktor}\index{Funktor!darstellbarer} 
oder, wenn wir es ganz genau nehmen wollen, {\bf kodarstellbare
  Funktoren}.\index{kodarstellbarer Funktor}\index{Funktor!kodarstellbarer} 
Die Objekte von $\cal{C}^\wedge$ werden Sie sp"ater 
vielleicht einmal unter der Bezeichnung als \glqq mengenwertige Pr"agarben auf 
$\mathcal C$\grqq\  wiedertreffen. 
  Notieren wir wieder zu $X\in\mathcal C$ mit $\hat X\in \mathcal C^\wedge$ 
den zugeh"origen Funktor $\hat X:A\mapsto \cal{C}(A,X)$, 
so liefert diesmal das Auswerten
 auf $\op{id}_X$ eine Bijektion
$\mathcal C^\wedge(\hat X, F)\sira F(X)$.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
  Gegeben eine Kategorie $\mathcal C$  kann man leicht explizite
  Isomorphismen von
Kategorien $(\mathcal C^\vee)^{\op{opp}}\sira(\mathcal C^{\op{opp}})^\wedge$
und 
$(\mathcal C^\wedge)^{\op{opp}}\sira (\mathcal C^{\op{opp}})^\vee$ angeben.
In diesem Sinne sind  unsere beiden Konzepte  zueinander dual.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungw}
  Gegeben eine Kategorie $\mathcal C$ ist die volltreue Einbettung
  $\mathcal C\hra \mathcal C^\wedge$ vertr"aglich mit Produkten, wann immer 
  diese in $\mathcal C$
  existieren.
  Ebenso  ist die volltreue Einbettung
  $\mathcal C\hra \mathcal C^\vee$  vertr"aglich mit Koprodukten,  wann immer 
  diese in $\mathcal C$
  existieren.
Mehr dazu wird in \eref{VLY}{TD} diskutiert.
\end{Bemerkungw}

  
\begin{Bemerkungw}
Ein Zugang zu der von Grothendieck konstruierten Kategorie der 
{\bf Schemata}\index{Schema} ist es, diese Kategorie zu realisieren
als volle Unterkategorie der Kategorie $\op{Kring}^\vee$,
die wir erhalten, wenn wir die Kategorie der kommutativen Ringe 
mit der n"otigen Sorgfalt bei Fragen
der Mengenlehre in der oben erkl"arten Weise 
vervollst"andigen. 
Der affine Raum der Dimension $n$ wird dann zum Beispiel
definiert als 
der Funktor, der jedem kommutativen Ring $R$ die Menge $R^n$ zuordnet,
und der projektive Raum der Dimension $n$ als
der Funktor, der jedem kommutativen Ring $R$ die Menge 
derjenigen direkten Summanden $D$ des $R$-Moduls
$R^{n+1}$ zuordnet, die \glqq vom Rang Eins\grqq\  sind in dem Sinne,
da"s \glqq bei jedem Primideal $\frak{p}\subset R$ ihre Lokalisierung $D_\frak{p}$
ein freier $R_\frak{p}$-Modul vom Rang Eins ist\grqq.
Man kann 
mit Schemata so effizient und geometrisch arbeiten, da"s sie
mittlerweile zum eigentlichen Arbeitspferd
der sogenannten \glqq algebraischen Geometrie\grqq\  
geworden sind.
\end{Bemerkungw}

\subsubsection*{"Ubungen} 
 \begin{Ubung}[\textbf{Eindeutigkeit darstellender Objekte}] 
 Wird ein Mengenfunktor $F:\cal{C}\ra\op{Ens}$ strikt dargestellt durch das
Paar $(X,a)$ und durch das Paar $(Y,b)$, so gibt es genau einen
Isomorphismus $i:X\sira Y$ mit der 
Eigenschaft $F(i):a\mapsto b$.\label{EDDF} 
 \end{Ubung}
 \begin{Ubung} Welche Mengenfunktoren
   werden durch finale und initiale Objekte dargestellt oder kodargestellt?
 \end{Ubung}
\begin{Ubung}
Seien $K$ ein K"orper, $V$ ein $K$-Vektorraum, und $U\subset V$
ein Teilraum. Welchen Mengenfunktor stellt der Quotient $V/U$ dar?  
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Seien $K$ ein K"orper, $V$ ein $K$-Vektorraum.
  Welchen Mengenfunktor stellt die Tensoralgebra dar?  
\end{Ubung}
\begin{Ubunge}
Welchen Mengenfunktor stellt das Produkt im Sinne von \ref{darFF} dar?
\end{Ubunge}
\begin{Ubunge}
    Seien $K$ ein endlicher K"orper und ${\op{Mat}}_K$ die Matrixkategorie aus
    \ref{MKk} und $\mathfrak U$ eine Menge derart, da"s ${\op{Mat}}_K$ eine
    $\mathfrak U$-Kategorie ist.  Gilt $X\in \mathfrak U \RA |X|<\infty$, so
   liefert der offensichtliche Funktor  $${\op{Mat}}_K\ra
    {\op{Mat}}_K^\wedge=\op{Cat}({\op{Mat}}_K^{\op{opp}}, \mathfrak
    U\!\op{Ens})$$ 
eine "Aquivalenz von ${\op{Mat}}_K$ mit der vollen Unterkategorie 
aller mit endlichen Produkten vertr"aglichen Funktoren.
Gibt es
    zwar unendliche, aber keine "uberabz"ahlbaren Mengen 
 $X\in \mathfrak U$, so ist die volle Unterkategorie 
aller mit  endlichen Produkten vertr"aglichen Funktoren 
aus ${\op{Mat}}_K^\wedge$
"aquivalent zur Kategorie aller abz"ahlbaren $K$-Vek\-tor\-r"au\-me. Analoge 
Aussagen gelten f"ur andere Kardinalit"aten und 
mutatis mutandis auch f"ur unendliche K"orper. 
  \end{Ubunge}

\subsection{Universen*} 
\begin{Bemerkungl}
  Um diese Leitplanken zur Vermeidung logischer Abst"urze zu beschreiben,
  erfinde ich das Wort {\bf Mengel}\index{Mengel} als zusammenfassende
  Bezeichnung f"ur Mengen und Elemente von Mengen, die ja in unserer
  Terminologie selbst wieder Mengen sein d"urfen, aber eben nicht sein m"ussen.
  Diese Terminologie ist allerdings nicht gebr"auchlich.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}
  Baut man die Mengenlehre im Rahmen der Logik systematisch auf, 
vergleiche etwa \cite{EbbM}, so verwendet
  man statt unserem \glqq Mengel\grqq\  schlicht das Wort {\bf Menge}.\index{Menge!im
    Sinne der Logik} Aufgrund der Vereinbarung, da"s zwei Mengen gleich sind genau dann, wenn sie dieselben Elemente haben,
kann es dann nur eine einzige Menge geben, die kein Element hat.
Man notiert sie wieder $\emptyset$. 
\end{Bemerkunge}


% \begin{Bemerkungl}
% Bei der weiteren Entwicklung der Theorie
% werden wir Konstruktionen aus der 
% Kategorientheorie ben"otigen,
% die nur f"ur kleine Kategorien sinnvoll sind.
% Um Kategorien wie die Kategorie der Mengen oder der
% topologischen R"aume in diesen Rahmen zu zw"angen,
% benutzen wir nach Grothendieck 
% das Konzept von  \glqq Universen\grqq.

% \end{Bemerkungl}

\begin{Definition}\label{defU}
Ein {\bf Universum}\index{Universum} ist eine Menge  
$\frak{U}$ mit den folgenden Eigenschaften:
\begin{enumerate}
\item $x\in M$ und $M\in \frak{U}$\label{U1o}
 implizieren  $x\in \frak{U}$;
\item  $x\in \frak{U}\RA\{x\}\in \frak{U}$;
\item $A\in \frak{U}\RA \cal{P}(A)\in \frak{U}$;
\item Gegeben $I\in \frak{U}$ und  eine Abbildung $f:I\ra \frak{U}$ gilt
  $\left(\bigcup_{i \in I}f(i)\right)\in \frak{U}$.
\end{enumerate}
\end{Definition}

\begin{Bemerkunge}[\textbf{Diskussion der Terminologie}] 
  Diese Definition steht  fast genauso bei Grothendieck
\cite[Expos\'e I]{SGA4}. Abweichend  will Grothendieck 
nur die leere
Menge nicht als Universum zulassen und fordert
statt unserer zweiten Bedingung scheinbar st"arker 
$x,y\in \frak{U}\RA\{x,y\}\in \frak{U}$.
Da jedoch f"ur
jedes nichtleere Universum gilt $\emptyset\in \frak{U}$
und folglich  $\{\emptyset\}\in \frak{U}$ und 
$\{\emptyset, \{\emptyset\}\}\in \frak{U}$, 
ergibt sich das wegen $\{x,y\}=\{x\}\cup\{y\}$
aus dem letzten Axiom, angewandt auf die Abbildung
$f: \{\emptyset, \{\emptyset\}\}\ra \frak{U}$ mit
$f(\emptyset)=\{x\}$ und $f(\{\emptyset\})=\{y\}$.
\end{Bemerkunge}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Elemente eines Universums
versus Teilmengen eines Universums}] 
Gegeben ein Universum $\frak{U}$
 gilt es genau zu unterscheiden zwischen Mengeln $x\in\frak{U}$,  
die Elemente
des Universums sind, die also in unserer Terminologie \eref{geho}{GR}
zu unserem Universum geh"oren, und Mengeln 
$M\subset \frak{U}$, die nur Teilmengen des Universums sind.
Nach dem ersten Axiom  ist
jedes Element eines Universums, wenn es denn eine Menge ist,
 auch eine Teilmenge
besagten Universums, aber
das Umgekehrte gilt nicht. Die  Formel
$M\pdef\{x\in \frak{U}\mid x\not\in x\}$ definiert dann
eine Teilmenge $M\subset \frak{U}$, die kein Element von 
$\frak{U}$ zu sein braucht, und
die Formel
$A\pdef\{M\subset \frak{U}\mid M\not\in M\}$ definiert 
eine Menge $A$, die nicht Teilmenge
von $\frak{U}$ zu sein braucht, so da"s 
keine dieser beiden Formeln  auf den
in \eref{WHK}{GR} beschriebenen Widerspruch f"uhrt.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Stabilit"aten eines Universums}] 
Wenn wir mit Kuratowski  $(x,y)\pdef\{x,\{y\}\}$ setzen, erhalten wir sofort
$x,y\in \frak{U}\RA 
(x,y)\in \frak{U}$.\label{StabU} 
Das  Produkt von je zwei Mengen, die Elemente unseres Universums sind,
ist auch selbst Element unseres Universums, zum Beispiel indem wir
 die Vereinigung 
erst "uber alle $x\in X$ und dann "uber alle $y\in Y$ der Mengen
$\{(x,y)\}$ bilden. 
Weiter ist mit je zwei Mengen $X,Y\in\frak{U}$ auch die Menge
der Abbildungen $\op{Ens}(X,Y)$ Element von $\frak{U}$ und dasselbe gilt
f"ur jedes Produkt $\bigsqcap_{i\in I}X_i$ mit $I\in\frak{U}$ und
$X_i\in \frak{U}$ f"ur alle $i\in I$.
Ebenso folgt, da"s jede Teilmenge eines Elements unseres Universums 
wieder ein Element unseres Universums ist.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Existenz von Universen}] 
 Die Annahme, da"s jede Menge Element eines
Universums ist, m"ussen wir der
  Mengenlehre als zus"atzliches Axiom hinzuf"ugen.
Es scheint nicht auf Widerspr"uche zu f"uhren, hat aber die
bemerkenswerte Konsequenz, da"s es zu jeder Menge ein kleinstes
Universum gibt, zu dem sie als Element geh"ort, 
eben den Schnitt aller Universen,
zu denen sie als Element geh"ort.
Insbesondere ist  nat"urlich auch jedes Universum 
Element eines Universums. Gegeben ein K"orper $k$ und ein Universum
$\mathfrak U$ mit $k\in \mathfrak U$ k"onnen wir dann auf der Kategorie
$k\op{-}\mathfrak U\!\op{Mod}$
der $k$-Vektorr"aume, deren zugrundeliegende Menge zu
 $\mathfrak U$ geh"ort, in der Tat den Dualraumfunktor erkl"aren.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Das kleinste Universum, das die leere Menge als
  Element enth"alt, besteht aus endlichen Mengen.\label{kUn}
\end{Bemerkungl}

%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "XXLA2"
%%% End: 
