\section{Allgemeine Theorie von Liealgebren}
\subsection{Definitionen und Beispiele}
\begin{Bemerkungl}
Im folgenden stelle ich nur die formalen
Grundlagen der Theorie zusammen. 
F"ur die Motivation verweise ich auf die Vorlesung
"uber Lie-Theorie \eref{LiB}{ML}.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Eine {\bf Lie-Algebra}\index{Lie-Algebra|main} "uber einem K"orper $k$ ist ein 
$k$-Vektor\-raum $\frak{g}$ mitsamt einer
$k$-bilinearen Abbildung, der  {\bf Lie-Klammer}\index{Lie-Klammer!abstrakt}
\label{DLIEA}$$\begin{array}{ccc}
\frak{g} \times \frak{g} & \rightarrow &\frak{g}\\
(x,y) & \mapsto & [x,y]
\end{array}$$
derart, da"s die beiden folgenden Bedingungen erf"ullt sind:
\begin{description}
\item[\defind{Antisymmetrie}:] $[x,x]= 0 \quad \forall x \in \frak{g}$;
\item[\defind{Jacobi-Identit"at}:] $\big[ x,[y,z]\big] +
\big[ z,[x,y]\big] + \big[ y,[z,x]\big] =0
\quad \forall x,y,z \in \frak{g}$.
\end{description}
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Unsere Bedingung
$[x,x]= 0\; \forall x$  impliziert, wie in \eref{ABI}{LA1} ausgef"uhrt,
  bereits die Identit"at  $[x,y]=-[y,x]\;\forall
x,y$. Im Fall eines Grundk"orpers einer von zwei verschiedenen
Charakteristik impliziert umgekehrt $[x,x]=-[x,x]$ auch $[x,x]= 0$.
\end{Bemerkungl}
% \begin{Definition}
% Sei $k$ ein K"orper oder allgemeiner ein Kring.
% Unter einer \defnoind{$k$-Algebra}\index{Algebra!"uber K"orper} 
% verstehen wir wie in \eref{RAlg}{LA2} ganz 
% allgemein einen $k$-Vektorraum $A$
% mit einer $k$-bilinearen Abbildung $A\times A \ra A$, 
% der \defnoind{Verkn"upfung}\index{Verkn"upfung!in einer Algebra} oder
% {\bf Multiplikation}.\index{Multiplikation!in einer Algebra}
% \end{Definition}



\begin{Bemerkungl}
Eine Liealgebra ist ein spezieller Typ von Algebra, benannt nach dem
Mathematiker Sophus Lie (1842--1899). 
 Ganz allgemein bezeichnet 
man  wie in 
\eref{RAlg}{LA2} einen $k$-Vektor\-raum $A$ mit einer bilinearen
Verkn"upfung $A \times  A \rightarrow A$ als eine 
{\bf $k$-Algebra}\index{Algebra|main} und versteht unter einem
{\bf Algebrenhomomorphismus}\index{Algebrenhomomorphismus|main} 
in eine weitere  $k$-Algebra eine
$k$-lineare Abbildung, die mit den jeweiligen 
Verkn"upfungen vertr"aglich ist.
Gegeben zwei $k$-Algebren $A,B$ bezeichnen wir mit
$\op{Alg}_k(A,B)$ die Menge der Algebrenhomomorphismen von $A$ nach $B$. 
Sind  $A,B$ Liealgebren, so schreiben wir stattdessen auch
$\op{Lalg}_k(A,B)$. Das hat den Vorteil, uns daran zu erinnern, womit
wir es zu tun haben.
Andere \index{Lalg@$\op{Lalg}$ Liealgebrenhomomorphismen} 
Typen von Algebren werden f"ur uns auch eine wichtige Rolle spielen.
Ist die Verkn"upfung einer Algebra assoziativ,
so spricht man von einer {\bf assoziativen Algebra}. 
Gibt es f"ur  diese Verkn"upfung ein neutrales Element,
so spricht man von einer {\bf unit"aren Algebra} und nennt das fragliche
Element das {\bf Eins-Element}.\index{Eins-Element!einer Algebra} 
Eine Algebra ist also genau dann assoziativ und unit"ar,
wenn die zugrundeliegende Menge mit der Vektorraum-Addition als
Addition 
und der bilinearen Verkn"upfung als Multiplikation ein Ring ist.
Ich schlage deshalb vor,
 derartige Algebren  {\bf Ringalgebren}\index{Ringalgebra|main}
und im Fall, da"s sie auch noch kommutativ sind, 
{\bf Kringalgebren}\index{Kringalgebra}
zu nennen. Unter einem {\bf Homomorphismus von Ringalgebren}
verstehen\index{Homomorphismus!von Ringalgebren}
wir dann 
einen Algebrenhomomorphismus, der auch ein Ringhomomorphismus ist.
Wir k"onnen diese Abbildungen sowohl charakterisieren als 
Algebrenhomomorphismen, die das Einselement auf das 
Einselement werfen,  als auch als Ringhomomorphismen,
die "uber dem Grundk"orper linear 
sind. Wir vereinbaren f"ur die Menge der 
Ringalgebrenhomomorphismen von einer $k$-Ringalgebra $A$ in eine
$k$-Ringalgebra $B$ 
die Notation 
$\op{Ralg}_k(A,B)$.\index{Ralg@$\op{Ralg}$!Ringalgebrenhomomorphismen}
Wenn man von einem Algebrenhomomorphismus
zwischen zwei Ringalgebren spricht, so meint man fast immer
einen Ringalgebrenhomomorphismus und hat nur vergessen, das
explizit dazuzusagen.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Seien $\frak{g},\frak{h}$ zwei Liealgebren.
Nach dem Vorhergehenden ist
insbesondere ein {\bf Liealgebren-Homo\-morphismus} 
$\varphi:\frak{g}\ra\frak{h}$ ist
eine lineare Abbildung $\varphi$ mit
$$\varphi([x,y])=[\varphi(x),\varphi(y)]\;\;\forall x,y\in\frak{g}$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiele}
Der Polynomring
$k[X_{1},\ldots ,X_{n}]$ ist eine assoziative, kommutative und unit"are
$k$-Algebra, in unserer Terminologie also eine Kringalgebra.
Ist $V$ ein $k$-Vektorraum, so ist 
sein Endomorphismenring $A=\op{End}  V$ mit der Verkn"upfung
$(f,g)\mapsto f\circ g$ eine assoziative unit"are $k$-Algebra, 
in unserer Terminologie also eine Ringalgebra.
Die quadratischen $(n\times n)$-Matrizen mit der
Matrix-Multiplikation bilden f"ur jedes $n\geq 0$ eine
$k$-Ringalgebra $\op{Mat}(n;k)$.
\end{Beispiele}

  \begin{Definition}\label{PrAl}
    Gegeben Algebren $A_1,\ldots,A_n$ definiert man ihr 
{\bf Produkt}\index{Produkt!von Algebren} als die
    Algebra $A_1\times\ldots\times A_n$ mit der komponentweisen Verkn"upfung.
    Jedes Produkt von Liealgebren 
ist wieder
    eine Liealgebra. Jedes Produkt von Ringalgebren 
ist wieder
    eine Ringalgebra.
\end{Definition}

\begin{Beispiele}[\textbf{Assoziative Algebren als Liealgebren}]
Ist $A$ eine assoziative Algebra unter der Verkn"upfung $(x,y)\mapsto x\cdot
y$, so wird $A$ eine Liealgebra\index{)7@$A_{\op{L}}$ Kommutator-Liealgebra}\index{L@$A_{\op{L}}$ Kommutator-Liealgebra}
 $$A_{\op{L}}$$ 
unter der Verkn"upfung\label{AAL}
$(x,y)\mapsto [x,y] \pdef x\cdot y - y\cdot x$, wie man leicht nachrechnet.
Man nennt deshalb die Lie-Klammer auch oft den \defind{Kommutator}.
Fa"st man $\op{End} V$ f"ur einen Vektorraum $V$
beziehungsweise $\op{Mat}(n;k)$ in dieser Weise
als Liealgebren auf, so
bezeichnet man sie meist mit $\frak{g} \frak{l} (V)$ beziehungsweise $\frak{g}\frak{l}
(n;k)$ f"ur \defind{general linear Lie algebra}.
\end{Beispiele}


\begin{Definition}
Eine {\bf Unteralgebra}\index{Unteralgebra!von allgemeiner Algebra}
einer Algebra  $A$ ist ein  
Untervektorraum $U\subset A$ derart, da"s
gilt $x,y \in U \Rightarrow x\cdot y \in U$ 
f"ur die  Verkn"upfung $(x,y) \mapsto x\cdot y$ unserer Algebra.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Eine Unteralgebra einer  Algebra ist
mit der induzierten Verkn"upfung selbst eine 
Algebra.
Jeder Schnitt von Unteralgebren ist selbst eine Unteralgebra.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Unterringalgebren versus Unteralgebren}] 
Von einer Unterringalgebra einer Ringalgebra  fordert man  zus"atzlich,
da"s sie  die Eins der gro"sen Ringalgebra enth"alt. 
Bei einer Ringalgebra ist also im allgemeinen nicht jede Unteralgebra
auch eine Unterringalgebra.
Zum Beispiel ist $k[X] \subset k[X,Y]$ ist eine Unterringalgebra
und $Xk[X]\subset k[X,Y]$ nur eine Unteralgebra.
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}
Gegeben eine quadratische Matrix $A$ bezeichne $\op{tr} A \in k$ ihre Spur
\eref{KTr}{LA1}.
Man definiert die 
{\bf spezielle lineare Liealgebra}\index{Liealgebra!spezielle lineare} als
$$\frak{sl} (n;k) \pdef \{A \in \frak{g}\frak{l} (n;k) \mid \op{tr} A =0\}$$
Dieser Raum ist in der Tat eine Unteralgebra,
genauer eine Unter-Liealgebra von $\frak{g}\frak{l} (n;k)$, ja
die Formel $\op{tr} [x,y] =\op{tr} (xy - yx) =0$ gilt sogar f"ur alle
$x,y \in \frak{g}\frak{l} (n;k)$.
Nat"urlich ist unser $\frak{sl} (n;k)$ f"ur $n\geq 2$
keine Unteralgebra der assoziativen Algebra
$\op{Mat} (n; k)$.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
Sind $V, W$ ein Vektorr"aume und ist $f:V\times V \ra W$ 
eine bilineare Abbildung, so
wird\index{o@$\frak{o} (V,f)$ orthogonale Liealgebra} 
$$\frak{o} (V,f)
=\{x\in \frak{g}\frak{l} (V) \mid f(xu,v) + f(u,xv) =0 \quad \forall
u,v
\in V\}$$
eine Unteralgebra von $\frak{g}\frak{l} (V)$, wie man leicht nachrechnet.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}\label{dsp}
Ist speziell $V=k^{2n}$ und $f:V\times V\ra k$ die Bilinearform, die gegeben
wird durch die Matrix ${(^{\;\;0}_{-I}}\; {^I_0)}$ mit $I$ der
$(n\times n)$-Einheitsmatrix, so bezeichnet 
man $\frak{o} (V,f)$ mit $\frak{sp}(2n;k)$
und nennt das die 
{\bf symplektische Liealgebra}\index{Liealgebra!symplektische}. 
Jede nichtausgeartete
schiefsymmetrische Bilinearform auf einem endlichdimensionalen Vektorraum
hat in einer geeigneten Basis die obige Matrix, siehe \eref{KaBn}{LA2}.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}\label{dol}
Ist $V = k^{n}$ und $f:V \times V \ra k$ die Bilinearform gegeben durch die
Einheitsmatrix, so bezeichnet man
$\frak{o} (V,f)$ mit $\frak{so} (n;k)$ und nennt das die
{\bf orthogonale Liealgebra}\index{Liealgebra!orthogonale}.
Diese Liealgebra besteht also genau aus allen schiefsymmetrischen Matrizen.
"Uber $\Bbb{C}$ oder allgemeiner einem algebraisch 
abgeschlossenen K"orper einer von Zwei
verschiedenen Charakteristik hat jede nichtausgeartete
symmetrische Bilinearform in einer geeigneten Basis diese Matrix,
siehe \eref{KAAG}{LA2}. F"ur sp"atere Rechnungen ist jedoch eine andere
Darstellung bequemer, in der die Bilinearform, je 
nachdem ob $n$ gerade oder ungerade
ist, gegeben wird durch
die Matrizen $$\left(\begin{array}{cc} 0 & I\\ I & 0
\end{array}\right) \text{ beziehungsweise } \left( \begin{array}{ccc} 1&0&0\\
0&0&I\\0&I&0 \end{array}\right) $$
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
Die oberen Dreiecksmatrizen, die echten oberen Dreiecksmatrizen, und die
Diagonalmatrizen bilden Unteralgebren von $\frak{g}\frak{l} (n;k)$.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
Eine Liealgebra $\frak{g}$ hei"st 
\defnoind{abelsch},\index{abelsch!Liealgebra} wenn all
ihre Kommutatoren verschwinden, in Formeln $[x,y]=0 \quad \forall
x,y \in \frak{g}$. Jeder Vektorraum $\frak{g}$ 
wird so eine Liealgebra. Die Diagonalmatrizen
bilden eine abelsche Unteralgebra von $\frak{g}\frak{l} (n;k)$.
\end{Beispiel}
\begin{Definition}
Wir nennen eine Liealgebra 
\defnoind{irreduzibel},\index{irreduzibel!Liealgebra} 
wenn sie nicht Null ist und wenn zus"atzlich 
jeder von Null verschiedene 
Liealgebren-Homo\-mor\-phis\-mus von besagter Liealgebra
in eine weitere Liealgebra injektiv ist.\label{irrab}   
Eine Liealgebra $\frak{g}$ 
hei"st \defnoind{einfach},\index{einfach!Liealgebra}
 wenn sie irreduzibel ist,
aber nicht abelsch.
\end{Definition}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}]
Eine Liealgebra ist in anderen Worten irreduzibel genau
dann, wenn sie keinen \glqq echten Quotienten\grqq\  im Sinne
von \ref{Q} besitzt alias wenn das Nullideal ihr einziges
 \glqq echtes Ideal\grqq\  ist, und jede irreduzible 
Liealgebra ist entweder einfach oder aber
abelsch und eindimensional.
Die Terminologie \glqq einfache Liealgebra\grqq\  ist allgemein "ublich,
die Terminologie \glqq irreduzible Liealgebra\grqq\  jedoch nicht.
Ein wichtiges Ziel der Vorlesung ist 
die gleich folgende Klassifikation der einfachen endlichdimensionalen 
komplexen Liealgebren.  
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\defind{Killing-Klassifikation}]
Jede einfache endlichdimensionale komplexe Liealgebra ist isomorph zu
genau einer der Liealgebren\label{kkll} 
$$\begin{array}{lc}
\frak{sl} (n+1;\Bbb{C}) & n\geq 1\\
\frak{so} (2n+1;\Bbb{C}) & n\geq 2\\
\frak{sp} (2n;\Bbb{C}) &n\geq 3\\
\frak{so} (2n;\Bbb{C}) & n\geq 4 \end{array}$$
oder einer der f"unf Ausnahmealgebren
$\frak{e}_{6}$, $\frak{e}_{7}$, $\frak{e}_{8}$, $\frak{f}_{4}$, $\frak{g}_{2}$,
die nicht
so leicht explizit
anzugeben sind. Umgekehrt sind auch alle hier aufgez"ahlten Liealgebren
einfach.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl} Der Beweis wird in \ref{KKi} gegeben.  
  Der Satz gilt mit demselben Beweis allgemeiner "uber einem beliebigen
algebraisch abgeschlossenen Grundk"orper der Charakteristik Null, wie im
"ubrigen
auch alle anderen in dieser Vorlesung f"ur komplexe Liealgebren 
formulierten S"atze.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Es wird erst sp"ater klar werden, warum 
wir die Liealgebren $\frak{so} (n;\Bbb{C})$ in zwei Serien
f"ur gerades und
ungerades $n$ aufteilen.
Die Liealgebren der ersten vier Serien hei"sen \defind{klassisch}, die anderen
f"unf die \defnoind{Ausnahmealgebren}\index{Ausnahmealgebra}.
Die Einschr"ankungen an $n$ haben als Grund die
sogenannten
\defnoind{Ausnahme-Isomorphismen}\index{Ausnahme-Isomorphismus}
$
\frak{so} (3) \cong \frak{sp} (2)= \frak{sl} (2)$,
$\frak{sp} (4)  \cong \frak{so}(5)$, $\frak{so} (2) \cong \Bbb{C}$ 
ist abelsch, $\frak{so} (4) \cong
\frak{sl} (2) \times \frak{sl} (2)$ ist auch nicht einfach, und
$\frak{so} (6) \cong \frak{sl} (4)$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}[\textbf{Beziehung zu kompakten Lie-Gruppen}] 
Eine endlichdimensionale  Liealgebra, die isomorph ist zu
einem endlichen Produkt einfacher Liealgebren,  hei"st 
\glqq halbeinfach\grqq. 
Das
Bilden der
komplexifizierten Liealgebra liefert nun eine Bijektion
auf Isomorphieklassen 
$$\begin{array}{ccc}
\left\{\begin{array}{c}
\text{zusammenh"angende}\\
\text{kompakte Lie-Gruppen}\\
\text{mit trivialem Zentrum} \end{array}\right\} &
\overset{\sim}{\ra} & \left\{\begin{array}{c} \text{halbeinfache}\\
\text{komplexe Liealgebren}
\end{array}\right\}\\[10mm]
K & \mapsto & \op{Lie}_\Bbb{C} K  \end{array}$$
Diese Aussage ergibt sich aus dem Zusammenspiel von  \eref{TKLI}{ML},
wonach kompakte Liegruppen mit trivialem Zentrum 
eineindeutig kompakten reellen Liealgebren
entsprechen, und \ref{KkoL}, wonach die kompakten reellen Liealgebren
unter der durch Komplexifizierung gegebenen Abbildung 
eineindeutig den halbeinfachen komplexen Liealgebren entsprechen.
Insbesondere ist die Killing-Klas\-si\-fi\-ka\-tion ein wesentlicher
Schritt zur Klas\-si\-fi\-ka\-tion der zusammenh"angenden kompakten
Lie-Gruppen. Sie ist im "ubrigen auch ein wesentlicher Schritt
zur Klassifikation der einfachen endlichen Gruppen.
\end{Bemerkunge}
\begin{Bemerkungl}\label{AlZ}
Sei ganz allgemein  $F$ die Fundamentalmatrix 
einer Bilinearform $f$ auf $k^{n}$, es gelte also
$f (x,y) = x^{\top}Fy$ wenn wir Elemente von $k^{n}$ als 
Spaltenvektoren auffassen. So
liegt $M\in \frak{gl} (n;k)$ in $\frak{so} (k^{n},f)$ 
genau dann, wenn gilt $(Mx)^{\top} F y =
-x^{\top} F (My)$ f"ur alle $x,y$ in $k^{n}$ alias
$M^{\top}F =- FM$.  
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}\label{bsp}
Wir bestimmen die Dimension von $\frak{sp} (2n;k)$.
Hier nehmen wir $F={(^{\;\;0}_{-I}}\; {^I_0)}$ in \ref{AlZ}. Eine Matrix
$M = {(^A_C}\; {^B_D)}$ liegt folglich in $\frak{sp} (2n;k)$ genau
dann, wenn gilt
$$\begin{pmatrix}A^{\top}&C^{\top}\\ B^{\top} & D^{\top}\end{pmatrix}\quad
\begin{pmatrix}0&-I\\ I&0\end{pmatrix}\quad =\quad -\begin{pmatrix}
0& -I\\ I&0\end{pmatrix}\quad \begin{pmatrix}A&B\\ C&D\end{pmatrix}$$
Das k"onnen wir umschreiben zur Bedingung
$$\begin{pmatrix}C^{\top}&-{A^{\top}}\\ D^{\top} &-{B^{\top}} \end{pmatrix}\quad =
\quad\begin{pmatrix}C&D \\ -A &-B\end{pmatrix}$$
Diese Bedingung hinwiederum ist "aquivalent
zu den Bedingungen $C^{\top} = C$, $B^{\top} = B$ und $-{A^{\top}}= D$.
Die Dimension der symplektischen Liealgebra ist damit
$\op{dim}_k \frak{sp} (2n;k) =n(n+1) + n^{2}= 2n^{2}+n$.
\end{Beispiel}


\begin{Bemerkunge}
Der Ausnahmeisomorphismus $\frak{sl} (2)\cong\frak{sp} (2)$ 
folgt  aus der offensichtlichen 
Relation $\frak{sl} (2)\supset\frak{sp} (2)$ mit
Dimensionsargumenten.
\end{Bemerkunge}  
\begin{Bemerkunge}\label{SlSo}
Der Ausnahmeisomorphismus  $\frak{sl} (2)\cong \frak{so} (3)$
ensteht durch explizite Rechnung in Koordinaten
oder konzeptueller, wenn wir die adjungierte Darstellung der $\frak{sl} (2)$
mit ihrer Killingform betrachten.
\end{Bemerkunge}  
\begin{Bemerkunge}\label{S4O6}
Einen Isomorphismus  $\frak{sl} (4)\cong \frak{so} (6)$
kann man konstruieren wie folgt: Ist $V$ ein vierdimensionaler
komplexer Vektorraum, so ist $\bigwedge^2V$ sechsdimensional und
das Dachprodukt gefolgt von
einem beliebigen Isomorphismus  $\bigwedge^4V\sira\DC$
definiert eine symmetrische nichtausgeartete Paarung
$\bigwedge^2V\times \bigwedge^2V\ra \DC$.
Die Operation von $\op{SL} (V)$ auf $\bigwedge^2V$ landet nun
offensichtlich in
den f"ur die so konstruierte Bilinearform orthogonalen
Selbstabbildungen von $\bigwedge^2V$. Das Differential
dieses Homomorphismus $\op{SL}(4;\DC)\ra \op{O}(6;\DC)$ 
von Lie-Gruppen ist dann der gesuchte
Isomorphismus von Liealgebren.
\end{Bemerkunge}  
\begin{Bemerkunge}
Um einen Isomorphismus  
$\frak{so} (4)\cong \frak{sl} (2)\times\frak{sl} (2) $ zu erhalten,
betrachtet man in der Situation aus \ref{S4O6} auf unserem vierdimensionalen
komplexen Vektorraum $V$ zus"atzlich 
eine nichtausgeartete symmetrische Bilinearform, deren
Stabilisator wir als unser $\op{O}(4;\DC)$ nehmen.
Sie induziert 
Isomorphismen $V\sira V^\ast$ und damit
$\bigwedge^2V\sira \bigwedge^2(V^\ast)$. 
Andererseits induziert unsere Paarung von oben zusammen mit der Wahl eines
Erzeugers von $\bigwedge^4V$ auch
einen mit der Operation von $\op{SO}(4;\DC)$ vertr"aglichen
Isomorphismus $\bigwedge^2V\sira (\bigwedge^2 V)^\ast$. 
Verwenden wir nun noch
die kanonische Identifikation 
$(\bigwedge^2V)^\ast\sira \bigwedge^2(V^\ast) $ aus \eref{cAlt}{LA2},
so erhalten wir insgesamt einen bis auf einen Skalar
eindeutig bestimmten Automorphismus 
von $\bigwedge^2V$, der  diesen Raum zerlegt in 
zwei dreidimensionale Teilr"aume, n"amlich seine Eigenr"aume.
Da das alles kanonisch ist, liefert diese Konstruktion einen Homomorphismus
$\op{SO}(4;\DC)\ra \op{O}(3;\DC)\times \op{O}(3;\DC)$, dessen Differential
dann mithilfe von \ref{SlSo} 
der gesuchte Isomorphismus ist.
Arbeiten wir "uber $\DR$ und w"ahlen eine Orientierung auf $V$,
so k"onnen wir eine Identifikation $\bigwedge^4V\sira\DR$
auszeichnen durch die Vorschrift, da"s sie das geordnete Dachprodukt
einer und jeder positiv orientierten Orthonormalbasis auf $1$ werfen soll.
In diesem Fall sind die fraglichen Eigenwerte 
$\pm 1$ und unser Automorphismus ist der Hodge-$*$-Operator aus 
\eref{dHO}{AN2}. 
Zum Beispiel erh"alt man als Basen der beiden 
Summanden in $\bigwedge^{2}\Bbb{C}^{4}$ die
Ausdr"ucke $e_{1} \wedge e_{2} \pm e_{3} \wedge e_{4}$, 
$e_{1} \wedge e_{4} \pm e_{2}
\wedge e_{3}$ und $e_{1} \wedge e_{3} \mp e_{2} \wedge e_{4}$
f"ur jeweils die obere beziehungsweise untere Wahl des Vorzeichens 
f"ur die beiden Summanden. Hier haben
wir auf $\Bbb{C}^{4}$ die Bilinearform zugrundegelegt mit 
Orthonormalbasis $e_{1},e_{2}, e_{3}, e_{4}$, 
so da"s also die Liealgebra schlicht aus allen 
schiefsymmetrischen Matrizen besteht, und dann
kann man die Stabilit"at unserer beiden Summanden 
auch sehr explizit "uberpr"ufen.
\end{Bemerkunge}  
\begin{Bemerkunge}
Um einen Isomorphismus  
$\frak{sp} (4)\cong \frak{so} (5)$ zu erhalten,
betrachtet man  in der Situation aus \ref{S4O6} zus"atzlich auf  $V$
die nichtentartete schiefsymmetrische Bilinearform, deren
Stabilisator eben gerade unser $\op{Sp}(4;\DC)$ ist.
Sie induziert eine Surjektion $\bigwedge^2V\sira \DC$, 
deren Kern ein f"unfdimensionaler unter $\op{Sp}(4;\DC)$ stabiler
Teilraum ist, auf dem unsere symmetrische Bilinearform nicht ausartet.
So erhalten wir einen Homomorphismus $\op{Sp}(4;\DC)\ra \op{O}(5;\DC)$,
dessen Differential
der gesuchte Isomorphismus ist.
\end{Bemerkunge}  
\begin{Definition}
Sei $k$ ein K"orper. Gegeben  eine nicht notwendig assoziative $k$-Algebra $(A,\cdot )$ hei"st 
eine lineare Abbildung $\delta : A\ra A$\label{Derin} 
 eine \defind{Derivation}, wenn sie die 
{\bf Leibniz-Regel}\index{Leibniz-Regel!bei Definition einer Derivation}
$\delta (a\cdot b)= (\delta a)\cdot b+ a\cdot (\delta b) \; \forall
a,b\in A$
erf"ullt.
Wir bezeichnen mit $\op{Der}_{k} A \subset \op{End}_{k} A$ den Untervektorraum
der Derivationen
von $A$.
\end{Definition}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}\label{AdDD}
Ist $\frak{g}$ eine Liealgebra, so 
erhalten wir einen Homomorphismus von Liealgebren
$\op{ad}:\frak{g}\ra \frak{gl}(\frak{g})$
vermittels der Vorschrift $(\op{ad}x)(y)\pdef[x,y]$.
\index{ad@$\op{ad}$ adjungierte Darstellung}
\end{Ubung}


\begin{Ubunge}\label{regE} 
  Ein Element $x$ einer endlichdimensionalen Liealgebra $\mathfrak g$ hei"st
{\bf regul"ar}\index{regul"ar!in Liealgebra},
wenn gilt $$\op{dim}(\op{ker}\op{ad}x)\leq  \op{dim}(\op{ker}\op{ad}y)
\quad\forall y\in\mathfrak g$$
Man zeige, da"s die regul"aren Elemente 
einer reellen oder komplexen Liealgebra stets eine offene 
nichtleere Teilmenge bilden.
Leser mit Grundkenntnissen in algebraischer Geometrie m"ogen auch
zeigen, da"s sie stets eine Zariski-offene Teilmenge bilden.   
\end{Ubunge}
\begin{Ubung}\label{USL2}
Man finde f"ur die
Liealgebra $\frak{sl} (2;\Bbb{C})$ 
eine Basis $e,h,f$ derart, da"s gilt
$[h,e]=2e$, $[h,f]=-2f$ und $[e,f]=h$. Man zeige,
da"s die Liealgebra $\frak{sl} (2;\Bbb{C})$ einfach ist.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}
Man zeige, da"s die Derivationen einer Algebra $A$ eine
Unteralgebra der Liealgebra $\frak{gl} ( A)$ der Endomorphismen des
$k$-Vektorraums $A$ bilden.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{SNDl}
 Seien $k$ ein K"orper, $(A,\cdot)$ eine nicht notwendige 
assoziative $k$-Algebra, $D: A \rightarrow A$ eine
 Derivation von $A$, und $A_\lambda\pdef \op{Hau}(D;\lambda)$
der Hauptraum von $D$ zum Eigenwert $\lambda$. So gilt
$A_\lambda \cdot A_\mu\subset A_{\lambda+\mu}$. Hinweis: Man kann bei 
\eref{SND}{AAG} spickeln.
\end{Ubung}





\begin{Ubung}
Man zeige, da"s es bis auf Isomorphismus genau zwei
zweidimensionale komplexe Liealgebren gibt.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{DerMM} 
  Gegeben ein K"orper $k$ und
  eine assoziative $k$-Algebra $A$ mit zugeh"origer Liealgebra
  $A_{\op{L}}$ gilt stets $\op{Der}_k(A)\subset \op{Der}_k(A_{\op{L}})$. 
\end{Ubung}

\subsection{Darstellungen von Liealgebren}
\begin{Bemerkungl}
In diesem Abschnitt werden  einige grundlegende Begriffsbildungen 
formal eingef"uhrt, die  im Zusammenhang mit Matrixliegruppen 
in \eref{DaAb}{ML} ausf"uhrlicher motiviert werden.
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition} Sei $k$ ein K"orper.
Eine \defnoind{Darstellung}\index{Darstellung!von Liealgebra} 
 einer Liealgebra $\frak{g}$ "uber $k$ ist ein Paar $(V,\rho)$ bestehend
aus einem $k$-Vektorraum $V$ und einem Homomorphismus von Liealgebren
$\rho : \frak{g} \ra \frak{gl}  (V)$. 
\end{Definition}

\begin{Definition} Sei $k$ ein K"orper.
Eine {\bf Operation\index{Operation!von Liealgebra} 
 einer Liealgebra} $\frak{g}$ "uber $k$ auf einem $k$-Vektorraum 
$V$ ist eine bilineare Abbildung $\frak{g}\times V\ra V$, $(x,v)\mapsto xv$
mit der Eigenschaft 
$$x(yv)-y(xv) =[x,y]v 
\quad \forall x,y \in \frak{g},v\in V$$
Wir werden in diesem Zusammenhang  
die Klammern oft weglassen und $x(yv)$ mit $xyv$ abk"urzen.
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Darstellungen als Operationen}] 
Sei $k$ ein K"orper und $\frak{g}$ eine Liealgebra  "uber $k$
und $V$ ein $k$-Vektorraum.
So
induziert die Bijektion
$\op{Ens}(\frak{g}\times V,V)\sira \op{Ens}(\frak{g}, \op{Ens}(V,V))$
aus dem Exponentialgesetz \eref{ABBK}{GR} eine Bijektion
$$\left\{\begin{array}{c}\text{Operationen von $\frak{g}$}\\
\text{auf dem Vektorraum }V
 \end{array}\right\}
\;\overset{\sim}{\ra} \; 
\left\{\begin{array}{c}\text{Liealgebrenhomomorphismen}\\
\frak{g}\ra \frak{gl}  (V)
 \end{array}\right\}
$$
Eine Operation ist also im wesentlichen dasselbe wie eine Darstellung.
Ich verwende auch gleichbedeutend die Bezeichnung als $\frak{g}$-Modul
und verwende die Begriffe Unterdarstellung, Quotient, einfache alias
irreduzible Darstellung,
halbeinfache Darstellung, isotypische Komponente, L"ange und dergleichen, die
wir f"ur Moduln "uber beliebigen Ringen, ja Moduln "uber beliebigen Mengen in
\eref{NEMK}{NAS} folgende eingef"uhrt hatten.
\end{Bemerkungl}  





  \begin{Beispiel}
    Sei $V$ ein Vektorraum. Die offensichtliche Operation macht $V$ zu
    einer Darstellung von $\frak{g}\frak{l} (V)$, der
    \defind{Standarddarstellung} von $\frak{g}\frak{l} (V)$. Im Fall
    eines endlichdimensionalen reellen Vektorraums ist sie im "ubrigen
    auch das Differential der offensichtlichen Darstellung der
    Matrix-Liegruppe $G=\op{GL}(V)$ durch Automorphismen von $V$.
  \end{Beispiel}

\begin{Beispiel}
Sei $\frak{g}$ eine Liealgebra.
Die {\bf triviale Operation}\index{trivial!Operation!von Liealgebra} 
$xv=0$ f"ur alle $ x\in\frak{g} $ und $ v\in V$ macht 
jeden Vektorraum $V$ zu einer Darstellung von $\frak{g}$.
Den Grundk"orper $k$ versehen mit der
trivialen Operation  nennt man die
{\bf Einsdarstellung}\index{Einsdarstellung!von Liealgebra},
den Nullvektorraum versehen mit der
trivialen Operation   die
{\bf Nulldarstellung}\index{Nulldarstellung!von Liealgebra} unserer Liealgebra.
\end{Beispiel}


\begin{Definition}\label{inVn}
F"ur eine Darstellung $V$ einer Liealgebra $\frak{g}$ 
setzen wir $$V^{\frak{g}} \pdef \{v\in
V \mid xv=0 \; \forall x \in \frak{g}\}$$ 
und nennen die Elemente von $V^\frak{g}$ 
die $\frak{g}$-\defnoind{invarianten Vektoren}
\index{invariant!Vektor unter Liealgebra} von $V$.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungw} Gegeben eine stetige endlichdimensionale
  Darstellung $V$ einer zusammenh"angenden Liegruppe $G$ mit Liealgebra $\mathfrak g$
  gilt f"ur die Ableitung von $V$ zu einer Darstellung der Liealgebra
  stets $V^G=V^{\mathfrak g}$ f"ur $V^G$ der Raum der Invarianten
  unter der Gruppenoperation $V^G\pdef\{v\in V\mid gv=v\;\forall g\in G\}$.
  Daher r"uhrt die Bezeichnung als \glqq Invarianten\grqq\ im Fall einer
  allgemeinen Liealgebrendarstellung.
\end{Bemerkungw}
\begin{Definition}
Eine lineare Abbildung $\varphi : V\ra W$ zwischen zwei Darstellungen einer
Liealgebra $\frak{g}$ hei"st ein 
\defnoind{Homomorphismus von Darstellungen},
wenn gilt $\varphi (xv)= x\varphi (v) \; \forall v\in V$, $x\in \frak{g}$.
Wir notieren die Menge aller solchen Homomorphismen 
$\op{Mod}_\frak{g}(V,W)$ oder, wenn wir den Grundk"orper explizit
machen wollen, $$\op{Mod}_{k,\frak{g}}(V,W)$$
Zwei Darstellungen hei"sen 
\defnoind{isomorph},\index{isomorph!Darstellungen} 
wenn es zwischen ihnen einen Homomorphismus 
gibt, der ein Isomorphismus von Vektorr"aumen ist.  
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}
Die Darstellungen einer Liealgebra $\frak{g}$
"uber einem K"orper $k$ bilden damit eine Kategorie.
Wir verwenden f"ur diese Kategorie die beiden
 Notationen\index{Mod@$\op{Mod}_{\mathfrak g}=\mathfrak g\op{-Mod}$ Darstellungskategorie von Liealgebra}
 $$\mathfrak g\op{-Mod}=\op{Mod}_{\mathfrak g}$$
 St"arker bilden die Darstellungen einer Liealgebra $\frak{g}$ sogar eine
 \glqq Schmelzkategorie\grqq, wie in \ref{DarMKL} ausgef"uhrt wird. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Definition}
 Ein Untervektorraum $U$ einer Darstellung $V$ 
einer Liealgebra $\frak{g}$
hei"st eine \defind{Unterdarstellung},
 wenn gilt $xv\in U \;
\forall x\in \frak{g}$, $v\in U$. 
Wir sagen in diesem Zusammenhang auch, 
$U$ sei {\bf stabil unter} $\frak{g}$.\index{stabil!unter Liealgebra} 
Eine von ganz $V$ verschiedene Unterdarstellung $U\subsetneq V$ 
hei"st eine 
\defnoind{echte Unterdarstellung}\index{echt!Unterdarstellung} von $V$.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Gegeben eine Darstellung $V$ sind nat"urlich ganz $V$ und der Nullraum 
Unterdarstellungen. 
Ist $\varphi : V\ra W$ ein Homomorphismus von Darstellungen,
so ist das Bild einer Unterdarstellung von $V$ eine 
Unterdarstellung von $W$ und das Urbild einer Unterdarstellung von $W$ eine 
Unterdarstellung von $V$.
Insbesondere ist $\ker\varphi$ eine Unterdarstellung von $V$ und
$\op{im} \varphi$ eine Unterdarstellung von $W$.  
\end{Bemerkungl}





\begin{Definition}
Eine Darstellung einer Liealgebra  hei"st 
{\bf einfach}\index{einfach!Darstellung, Liealgebra} oder
gleichbedeutend 
{\bf irreduzibel}\index{irreduzibel!Darstellung, Liealgebra}
genau dann, wenn sie nicht Null ist und 
ihre einzige echte
Unterdarstellung die Nulldarstellung ist.
\end{Definition}




\begin{Satz}[\textbf{Einfache Darstellungen von} 
$\frak{sl}(2;k)$]
Sei $k$ ein 
K"orper der Charakteristik Null.\label{V01}
\begin{enumerate}
\item 
Zu jeder positiven endlichen Dimension gibt es bis auf Isomorphismus genau
  eine einfache Darstellung der Liealgebra $\frak{sl} (2;k )$ von 
besagter Dimension; 
\item
Ist
  $e,h,f$ eine Basis von $\frak{sl} (2;\Bbb{C})$ mit
  $[h,e]=2e$ und 
$[h,f]=-2f$ und $[e,f]=h$, so
  zerf"allt jede einfache Darstellung $L$ %={\op{L}}(m)
der Dimension $m+1$ unter
  $h$ in eindimensionale Eigenr"aume 
  $$L=L_m\oplus L_{m-2}\oplus\ldots \oplus L_{2-m}\oplus L_{-m}$$
  zu den ganzzahligen 
  Eigenwerten $m,m-2,\ldots,2-m,-m$, und zus"atzlich folgt
 aus $L_j\neq 0\neq L_{j+2}$ bereits
  $f:L_{j+2}\sira L_j$ sowie $e:L_j\sira L_{j+2}$.
\end{enumerate}
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Die einfachen Darstellungen der Dimensionen $1$, $2$ und $3$ sind die triviale
Darstellung $ k $, die Standarddarstellung  $k ^{2}$ und die
\glqq adjungierte Darstellung\grqq, die wir
in \ref{AdDD} eingef"uhrt haben. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}
  In positiver Charakteristik  k"onnen die einfachen endlichdimensionalen Darstellungen
der Liealgebra $\frak{sl} (2;k )$ nicht mehr durch ihre Dimension
klassifiziert werden.
\end{Bemerkunge}
\begin{Bemerkunge}
In \eref{EDLS}{ML} wird ein elementarer Beweis skizziert f"ur die Tatsache, 
da"s jede endlichdimensionale Darstellung  der 
Liealgebra $\frak{sl}(2;\DC)$ eine direkte Summe von
einfachen Unterdarstellungen
ist. In dieser Vorlesung wird das in gr"o"serer Allgemeinheit in \ref{WCR}
gezeigt. 
\end{Bemerkunge}
\begin{proof}[Beweis]
Wir behandeln nur den Fall eines algebraisch abgeschlossenen Grundk"orpers
$k$ und "uberlassen die Verallgemeinerung auf beliebige Grundk"orper
der Charakteristik Null dem Leser.
Wir m"ussen (1) zu jeder endlichen Dimension eine 
einfache Darstellung konstruieren
und (2) zeigen, da"s je zwei einfache Darstellungen 
derselben endlichen
Dimension isomorph sind. Wir beginnen mit (2).
Die Liealgebra $\frak{sl} (2;k ) $ hat die Basis
$$e = {\scriptstyle\begin{pmatrix}0&1\\0&0
\end{pmatrix}}, \; h=\begin{pmatrix}1&0\\0&-1\end{pmatrix}, \; f=
\begin{pmatrix}0&0\\1&0\end{pmatrix},$$
und die Lie-Klammern zwischen den
Elementen dieser Basis sind
$[h,e]=2e$, $[h,f] = -2f$, $[e,f]=h$.
Die Elemente $e$ und $f$ hei"sen manchmal
auch {\bf Erzeu\-gungs-}\index{Erzeugungsoperator} und 
{\bf Vernichtungsoperatoren}\index{Vernichtungsoperator} 
aus physikalischen Gr"unden, die hier nicht ausgef"uhrt werden sollen. 
Sei nun $\rho : \frak{sl} (2;k )\ra \frak{g}\frak{l}(V)$ 
irgendeine Darstellung.
Bezeichne $V_{\mu} =
\ker (\rho (h) -\mu)$ den Eigenraum von $\rho (h)$ zum 
Eigenwert $\mu\in k $.
So gilt $$e V_{\mu} \subset V_{\mu +2}\quad\text{und}\quad fV_{\mu} \subset
V_{\mu -2},$$ 
denn aus $hv=\mu v$ folgt $hev=ehv+[h,e]v=e\mu v +2ev=(\mu+2)ev$
und der zweite Fall folgt "ahnlich aus $[h,f]=-2f$.
Ist $V$ endlichdimensional und $V\neq 0$, so gibt es sicher
$\lambda\in k$ mit $V_{\lambda} \neq
0$ aber $V_{\lambda+2} =0$.
 F"ur $v \in V_\lambda$
gilt dann $ev = 0$ und $hv = \lambda v$.
Man pr"uft per Induktion, da"s folgt 
$$
\begin{array}{rcll}
h f^{i}v &=& (\lambda-2i)f^{i}v
&\text{f"ur alle }i\geq 0,\\
ef^{i}v&= &i(\lambda- i+1) f^{i-1} v&\text{f"ur alle }i\geq 1.
\end{array}$$
Insbesondere ist der von den $f^{i}v$ mit $i\geq 0$ aufgespannte
Teilraum eine Unterdarstellung.
Ist $V$ zus"atzlich einfach und $v\neq 0$,
so m"ussen die $f^{i}v$ demnach ganz $V$
aufspannen.
Gilt $f^{i}v \neq 0$, so sind $v, fv, \ldots, f^{i}v$
Eigenvektoren von $h$ zu paarweise verschiedenen Eigenwerten und
damit linear unabh"angig. Da wir $V$ endlichdimensional
angenommen hatten, gibt es
folglich $d \geq 1$ mit $f^{d}v=0$.
W"ahlen wir $d$ kleinstm"oglich, so ist $v, fv, \ldots,
f^{d-1}v$ eine Basis von $V$, also $d=\op{dim} V$.
Weiter folgt aus $f^{d} v =0 $ auch $0 = ef^{d}v= d (\lambda-d+1)
f^{d-1}v$ und mithin $\lambda= d-1$, da wir ja $d\neq 0$ und $f^{d-1}v
\neq 0$ vorausgesetzt hatten.
Damit haben wir
gezeigt, da"s je zwei einfache Darstellungen
von $\frak{sl} (2;k)$
derselben endlichen Dimension $d$
isomorph sind, da n"amlich die Matrizen von $\rho (e)$, $\rho (f)$ 
und $\rho (h)$ in der Basis
$v$, $fv$, $\ldots$,
$f^{d-1}v$ nur von $d$ abh"angen.
Um nun (1) die Existenz einer irreduziblen Darstellung von $\frak{sl} (2; k  )$
in jeder Dimension zu zeigen, brauchen wir nur zu pr"ufen, da"s die
im Eindeutigkeitsbeweis hergeleiteten Formeln in der Tat eine
Darstellung liefern,  da"s also f"ur jedes $d$ der Vektorraum mit
der Basis $v_0,v_1,\ldots ,v_{d-1}$ und der Operation gegeben durch 
$fv_i=v_{i+1}$ beziehungsweise $fv_{d-1}=0$, $ev_i=i(d- i)  v_{i-1}$ beziehungsweise
$ev_0=0$ und $hv_i=(d-1-2i)v_i$ eine einfache Darstellung 
der Liealgebra $\frak{sl} (2;k)$ ist. Diese Rechnung 
scheint mir jedoch 
unerfreulich und wenig nahrhaft.
Etwas eleganter pr"uft man
mithilfe der Produktregel f"ur formale partielle Ableitungen 
leicht, da"s die Abbildung
 $\rho : \frak{sl} (2; k  )  \ra \frak{g}\frak{l} ( k   [X,Y])$ 
gegeben durch
die Vorschrift
$$\begin{array}{rcl}
\rho (e) &=& X\partial_{y}\\
\rho (f) &=& Y\partial_{x}\\
\rho (h) &=& X\partial_{x} - Y\partial_{y}
\end{array}$$
eine Darstellung der Liealgebra $\frak{sl} (2; k  )$ ist.
Diese Darstellung ist nicht einfach, die Polynome von festem
Totalgrad $m$ bilden vielmehr eine Unterdarstellung
$L (m) =  k  [X,Y]^{m}$ der Dimension $d=m+1$ mit Basis $w_{i} = Y^{i}X^{m-i}$
f"ur $i=0, \ldots , m$.
In dieser Basis wird die Operation von $\frak{sl} (2; k  )$ auf ${\op{L}}(m)$ beschrieben
durch die Formeln
\begin{figure}[p]
  \centering
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildS1}
\end{figure}
\begin{figure}[p]
  \centering
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildS2}\\%[height=5.5cm]
\noindent
Die einfachen endlichdimensionalen Darstellungen von  $\frak{sl} (2; k )$
in zwei Basen. Die nach rechts weisenden Pfeile stellen jeweils
die Operation von $e$ dar, die nach links weisenden Pfeile
die Operation von $f$ und die Schlaufen die Operation von $h$.
\end{figure}
\begin{figure}[p]
  \centering
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildS3}\\%[height=5.5cm]
Die Operation auf dem von den $v_i=f^i v$ aufgespannten Teilraum, in derselben
  Weise zu interpretieren wie die obenstehenden Darstellungen.
\end{figure}
$$\begin{array}{rcl}
ew_{i}& =& iw_{i-1}\\
fw_{i}&=& (m-i)w_{i+1}\\
hw_{i}&=& (m-2i)w_{i}
\end{array}$$
wo wir $w_{-1}=w_{m+1}=0$ verstehen.
Die Darstellungen ${\op{L}}(m)$ sind einfach, denn jede
von Null verschiedene Unterdarstellung $0\neq U \subset {\op{L}}(m)$ enth"alt
notwendig einen Eigenvektor zu
$h$, also eines der $w_{i}$, und daraus folgt sofort $U = L (m)$.
Damit haben wir nun auch in etwas "ubersichtlicherer Weise
zu jeder endlichen Dimension eine einfache Darstellung
gefunden.
Die expliziten Formeln gefallen mir noch besser bei Parametrisierung
der Basis nach den Eigenwerten von $h$. Setzen wir genauer
$w_i=u_{m-2i}$, so erhalten wir f"ur ${\op{L}}(m)$ eine Basis
bestehend aus $u_m,u_{m-2},\ldots, u_{-m}$ und die Operation unserer
Liealgebra wird gegeben durch die Formeln
$$\begin{array}{rcl}
eu_{j}& =& ((m-j)/2)u_{j+2}\\
fu_{j}&=& ((m+j)/2)u_{j-2}\\
hu_{j}&=& ju_{j}
\end{array}$$
Der Satz folgt.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Endlichdimensionale Darstellungen von Produkten}] 
  Die einfachen endlichdimensionalen
  Darstellungen des Produkts zweier Liealgebren "uber einem algebraisch
  abgeschlossenen K"orper sind 
  gerade die Tensorprodukte von einfachen Darstellungen der Faktoren.
  Man folgert das leicht aus \eref{EDPr}{NAS}, etwa indem man Darstellungen von
  Liealgebren als spezielle Mengenmoduln  auffa"st.
  So liefern die im vorhergehenden besprochenen
  Resultate auch eine Klassifikation der endlichdimensionalen Darstellungen
  der Liealgebren $\mathfrak{sl}(2;\DC)^{\times r}$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungw}[\textbf{Beliebige Darstellungen von Produkten}] F"ur einfache Darstellungen unendlicher Dimension gilt 
  nichts Vergleichbares mehr. So kann man etwa diejenigen Darstellungen von
  $\mathfrak{sl}(2;\DC)^{\times 2}$, die von den Casimiroperatoren zu beiden
  Faktoren annulliert werden, nach dem Lokalisierungssatz
  mit sogenannten $\mathcal D$-Moduln auf
  $\DP^1\DC\times \DP^1\DC$ identifizieren, und f"ur $i:\Delta\hra \DP^1\DC\times \DP^1\DC$ die diagonale Einbettung entspricht der $\mathcal D$-Modul
  $i_+\mathcal O_\Delta$ einer irreduziblen Darstellung, die sich nicht
  als ein Tensorprodukt von irreduziblen Darstellungen der beiden Faktoren
  erhalten l"a"st. Man k"onnte das
  einmal im Rahmen einer Bachelorarbeit ausf"uhren lassen.
\end{Bemerkungw}

 \subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}
  Ist $V$ eine endlichdimensionale Darstellung von $\frak{sl}
  (2;k)$,
so sind alle Eigenwerte von $h\pdef\op{diag}(1,-1)$ auf $V$ ganze Zahlen, 
 und 
ist weder Null noch Eins ein Eigenwert von $h$, so folgt bereits  $V=0$.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{USLa}
Man zeige:  Ist $\tilde{e},\tilde{h},\tilde{f}$ eine Basis von $\frak{sl}
  (2;k)$ mit $[\tilde{h},\tilde{e}]=2\tilde{e}$ und
  $[\tilde{h},\tilde{f}]=-2\tilde{f}$, so gilt
  $[\tilde{e},\tilde{f}]=c\tilde{h}$ f"ur einen Skalar
  $c\neq 0$.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}[\textbf{Quotientendarstellung}] 
  Gegeben $U\subset V$ eine Darstellung einer Liealgebra mit einer
Unterdarstellung gibt es genau eine Operation besagter Liealgebra
auf dem Quotienten $V/U$ derart, da"s die kanonische Projektion
$V\sra V/U$ ein Homomorphismus von Darstellungen wird. 
\end{Ubung}



\begin{Ubung}Sei $k$ ein K"orper.
Man zeige:    
F"ur alle $n \geq 1$ bilden die homogenen Polynome vom Grad $d$ eine
    Darstellung\label{OPDIla} 
    \begin{equation*}
      k [X_1, \ldots, X_n]^{(d)}
    \end{equation*}
  der Liealgebra $\frak{gl} (n; k)$, wenn man    
die Standardmatrizen $E_{ij}$  als
  die Differentialoperatoren
  $-X_j \partial_i$ wirken l"a"st, und 
f"ur $\op{char}k>d$ ist diese Darstellung irreduzibel. 
Im Fall $k=\DR$ ist diese Darstellung im "ubrigen die
Ableitung der offensichtlichen Darstellung von $\op{GL} (n; \mathbb R)$
auf $\DR [X_1, \ldots, X_n]^{(d)}\subset \op{Ens}(\DR^n,\DR)$, 
wie in \eref{OPDInn}{ML}  ausgef"uhrt wird.
  \end{Ubung}
\begin{Ubunge}
  Gegeben eine Darstellung  von
  $\frak{sl}(2;\DC)$, auf der $h$ diagonalisierbar operiert und
  $e,f$ lokal nilpotent, liegt jeder Vektor in einer endlichdimensionalen Unterdarstellung. Stimmt das auch ohne die Forderung, da"s $h$ diagonalisierbar operiert? Ich habe mir das selbst gar nicht so genau "uberlegt.
\end{Ubunge}
\subsection{Verschmelzung von Darstellungen*}
\begin{Bemerkungl}
Seien $V,W$ zwei Darstellungen einer Liealgebra $\frak{g}$.
Durch die Vorschrift $x (v \otimes w) \pdef xv \otimes w + v \otimes x
w \; \forall x \in \frak{g}$ wird $V \otimes W$ zu einer 
Darstellung von $\frak{g}$, 
der\index{Tensorprodukt!von Darstellungen von Liealgebra}
sogenannten 
{\bf Tensor-Darstellung}.
Man pr"uft das durch stures Nachrechnen.   
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Die Motivation f"ur obige Definition
der Tensordarstellung kommt aus der Darstellungstheorie der
Liegruppen. 
In \eref{opT}{ML} finden wir, da"s gegeben zwei endlichdimensionale
stetige Darstellungen $V,W$ einer Liegruppe $G$ 
die abgeleitete Operation zur Ten\-sor\-darstellung von $G$ auf $V\otimes W$ mit $g(v\otimes w)\pdef gv\otimes gw$ 
gerade 
gegeben wird durch die Formel 
$x(v\otimes w)=xv\otimes w+v\otimes xw$ f"ur
alle $x\in\op{Lie} G$, so da"s also mit unserer obigen Definition 
die abgeleitete Darstellung zu einem Tensorprodukt
 genau das Tensorprodukt der
abgeleiteten Darstellungen ist. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Im folgenden besprechen 
 die zur Tensordarstellung geh"origen universellen
Eigenschaften.
Gegeben  $r\geq 0$ und Darstellungen $V_1,\ldots, V_r,W$
einer Lielgebra $\mathfrak g$ "uber einem K"orper
 $k$ verstehen wir
unter einer {\bf Verschmelzung von
Darstellungen}\index{Verschmelzung!von
Darstellungen} eine 
multilineare Abbildung\label{DarMKL} 
$f:V_1\times\ldots\times V_r\ra W$ mit 
$$f(xv_1,v_2,\ldots,v_r)+\ldots+f(v_1,v_2,\ldots,xv_r)
=xf(v_1,v_2,\ldots,v_r)\quad \forall \ldots$$
Im Fall $r=0$ verstehen wir das speziell als die Forderung
$xf(\ast)=0$ 
f"ur alle $x\in\mathfrak g$.
Wir verwenden f"ur die Gesamtheit aller derartigen Abbildungen 
wie in \eref{Mulin}{LA2} die beiden Notationen
$$\op{Mod}_{k,\mathfrak g}(V_1\curlyvee\ldots\curlyvee V_r,W)=
\op{Hom}_{k,\mathfrak g}^{(r)}(V_1\times\ldots\times V_r,W)$$
Unsere Multiverkn"upfung 
multilinearer Abbildungen \eref{MuliV}{LA2} 
induziert eine Multiverkn"upfung von 
Verschmelzungen von Darstellungen von $\mathfrak g$. 
Unsere universellen multilinearen Abbildungen
$$\tau: V_1\times\ldots\times V_r\ra V_1\otimes\ldots\otimes V_r$$
aus \eref{TeKorM}{LA2} sind Verschmelzungen
f"ur diejenige $\mathfrak g$-Operation auf dem Tensorprodukt,
die f"ur $x\in\mathfrak g$ gegeben wird durch 
$$x(v_1\otimes\ldots\otimes v_r)\pdef
xv_1\otimes\ldots\otimes v_r+\ldots +v_1\otimes\ldots\otimes xv_r$$ im Fall $r\geq 1$ und
durch die Nulloperation auf dem
leeren Tensorprodukt $k$ im Fall $r=0$. Es ist dann klar,
da"s unsere universellen multilinearen Abbildungen auch
universelle Verschmelzungen  von Darstellungen  sind,
da"s also das Vorschalten von $\tau$ 
f"ur jede weitere Darstellung $V$ eine Bijektion
 $$\op{Mod}_{k,\mathfrak g}(V_1\otimes\ldots\otimes V_r,W)
\sira \op{Mod}_{k,\mathfrak g}(V_1\curlyvee\ldots\curlyvee V_r,W)
$$ liefert. Im Fall $r=0$ ist die fragliche
 Bijektion 
 $$\op{Mod}_{k,\mathfrak g}(k,W)\sira  \op{Mod}_{k,\mathfrak g}(\curlyvee ,W)
 $$
 vertr"aglich mit der Bijektion von beiden Seiten nach $V^{\mathfrak g}$
 vermittels des Auswertens bei $1\in k$ beziehungsweise am einzigen
 Element $\ast$ des leeren Produkts.
Sind  $U,V,W$
Darstellungen von $\mathfrak g$ "uber $k$ und 
erkl"aren wir eine Operation von $\mathfrak g$ auf 
$\op{Hom}_k(V,W)$
durch die Vorschrift\label{ihDL}   $(xf)(v)\pdef x (f(v)) -
    f(xv)$, so  induziert die offensichtliche 
Bijektion $\op{Mod}_k(U\curlyvee V,W)
\sira \op{Mod}_k(U,\op{Hom}_k(V,W))$ eine Bijektion
 $$\op{Mod}_{k,\mathfrak g}(U\curlyvee V,W)
\sira \op{Mod}_{k,\mathfrak g}(U,\op{Hom}_k(V,W))$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungw}[\textbf{Darstellungen als Schmelzkategorie}] 
In der in  \eref{Multik}{TSK}
eingef"uhrten Terminologie kann man die vorhergehenden Bemerkungen
dahingehend zusammenfassen, da"s
die Darstellungen einer Liealgebra 
zusammen mit unseren Verschmelzungen von
Darstellungen und deren Multiverkn"upfungen
eine Schmelzkategorie 
$\op{Mod}_k^{\mathfrak g}$\index{Mod@$\op{Mod}_k^{\mathfrak g}$ Schmelzkategorie 
der Darstellungen}  bilden, 
die stabil universelle Verschmelzungen hat  
 im Sinne von
\eref{smkk}{TSK} und die im Sinne von \eref{Muhom}{TSK}
internes
Hom hat. Zusammen mit obiger Bijektion ist genauer $\op{Hom}_k(V,W)=(V{\Rrightarrow} W)$
 das interne Hom
nach \eref{Muhom}{TSK} 
der Schmelzkategorie der Darstellungen von $\mathfrak g$.
Die definitorische Gleichheit
$\op{Mod}_{k,\mathfrak g}(V,W)=\op{Hom}_k(V,W)^{\mathfrak g}$ 
von Homomorphismen\label{DaHn} 
von Darstellungen und $\mathfrak g$-Invarianten in der Darstellung
auf dem Raum aller linearen Abbildungen kann man dann auch verstehen als
Spezialfall der   nat"urlichen Bijektion
$\mathcal M(B,Z)\sira \mathcal M(\curlyvee,B{\Rrightarrow} Z)$
aus \eref{MorEk}{TSK} f"ur eine beliebige Schmelzkategorie mit Multihom $\mathcal M$.
\end{Bemerkungw}


\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}
Gegeben eine Darstellung  $V$ einer Liealgebra $\frak{g}$ ist die Operation
$\frak{g} \otimes
V \ra V$, $x \otimes v \mapsto x v$ ein Homomorphismus von
Darstellungen.
Weiter ist auch der Liealgebren-Homomorphismus 
$\frak{g} \ra \op{End}_{k} V$ ein
Homomorphismus von Darstellungen, f"ur die adjungierte Operation
auf $\frak{g}$ und die durch \ref{DaHn} erkl"arte Operation auf
$\op{End}_{k}V$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{TGG}
Diejenigen Vektoren einer Darstellung $V$ einer Liealgebra $\frak{a}$,
die in einem endlichdimensionalen $\frak{a}$-stabilen Teilraum
liegen, hei"sen auch die $\frak{a}$-{\bf endlichen
Vektoren} von $V$. Man zeige: Ist $V$ eine Darstellung einer
endlichdimensionalen Liealgebra $\frak{g}$ und $\frak{a} \subset
\frak{g}$ eine Unteralgebra, so bilden die $\frak{a}$-endlichen Vektoren
von $V$ einen $\frak{g}$-stabilen 
Teilraum $V_{\mathfrak a}\subset V$.\index{)8ba@$V_{\mathfrak a}$ Raum der $\mathfrak a$-endlichen Vektoren} 
Statt $\frak{g}$ endlichdimensional brauchen wir sogar
schw"acher nur annehmen, da"s $\frak{g}$  f"ur die adjungierte Darstellung
aus $\frak{a}$-endlichen
Vektoren besteht.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Sind $U,V,W$ Darstellungen einer Liealgebra 
$\frak{g}$, so sind die kanonischen Isomorphismen
von Vektorr"aumen
$$\begin{array}{rll}
\op{Hom} (U,\op{Hom} (V,W)) &\sira& \op{Hom}
(U\otimes V,W)\\[2mm]
 U\otimes (V\otimes W) &\sira& 
(U\otimes V) \otimes W
\end{array}$$
Isomorphismen von Darstellungen.
Nimmt man im ersten Isomorphismus auf
beiden Seiten die
$\frak{g}$-Invarianten, so folgen unmittelbar die
\glqq Adjunktionsisomorphismen\grqq\  
$\op{Mod}_{\frak{g}} (U,\op{Hom} (V,W)) \sira \op{Mod}_{\frak{g}}
(U\otimes V,W)$.
Aus diesen Isomorphismen folgert man 
die Vertr"aglichkeit der Liealgebrenoperation
mit vielen anderen kanonischen Abbildungen. 
Zum Beispiel sind f"ur $U,V,W,X$ Darstellungen einer Liealgebra 
$\frak{g}$  die kanonischen Abbildungen
\glqq Verkn"upfen von Abbildungen\grqq\  und \glqq Tensorieren von Abbildungen\grqq\ 
$$
\begin{array}{rll}
\op{Hom} (U,V) \otimes \op{Hom} (V,W) &\ra&
\op{Hom}(U,W)\\[2mm]
\op{Hom} (U,V)
\otimes \op{Hom} (W, X) &\ra& \op{Hom} (U\otimes
W, V \otimes X)
\end{array}$$
stets Homomorphismen von Darstellungen.%, vergleiche \ref{??}.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Clebsch-Gordan}]
Man zeige im Fall der Liealgebra $\frak{sl} (2;\Bbb{C})$, da"s die
Darstellungen ${\op{L}}(m)\otimes {\op{L}}(n)$ und\index{Clebsch-Gordan}
$\op{Hom}  ({\op{L}}(m),{\op{L}}(n))$
isomorph sind zu
$${\op{L}}(m+n) \oplus {\op{L}}(m+n-2) \oplus \ldots \oplus
{\op{L}}(|m-n|)$$
Hinweis: Man betrachte die Dimensionen der $h$-Eigenr"aume.
\end{Ubung}
\begin{Beispiel}
  Man kann ${\op{L}}(2)$ erhalten, indem man von der Standarddarstellung $E=\DR^3$
der Drehgruppe $\op{SO}(3)$ ausgeht und diese ableitet und
 komplexifiziert zu einer Darstellung $E_\DC$ der komplexifizierten Liealgebra
$\frak{so}(3;\DC)$, die ja bekanntlich isomorph ist zu $\frak{sl}(2;\DC)$. 
Die vorherige "Ubung zusammen mit \eref{Defr}{ML} 
sagt, da"s die R"aume von
$\op{SO}(3)$-Verflechtungsoperatoren $E_\DC\otimes E_\DC\ra E_\DC$ und 
$E_\DC\otimes E_\DC\ra \DC$ jeweils eindimensional sind.
Daraus folgt leicht, da"s auch die R"aume von
Verflechtungsoperatoren $E\otimes E\ra E$ und 
$E\otimes E\ra \DR$ jeweils eindimensional sein m"ussen.
In der Tat wissen wir aus \eref{KREEc}{LA2} und \eref{BewS}{LA2}, 
da"s das Kreuzprodukt
und das Skalarprodukt Erzeuger der jeweiligen R"aume 
von
Verflechtungsoperatoren
sind.
\end{Beispiel}
\begin{Ubung}\label{CASD}
Ist $\frak{g}$ eine Liealgebra und $\Omega \in \frak{g} \otimes
\frak{g}$ ein $\frak{g}$-invarianter Tensor, so definiert $\Omega$
f"ur beliebige Darstellungen $M,N$ von $\frak{g}$ einen
Endomorphismus $\Omega \in \op{End}_{\frak{g}} (M \otimes N)$.
\end{Ubung}

\begin{Ubunge}
   Sei $V$ ein endlichdimensionaler Vektorraum. Auf $\op{End}
  V$ haben wir die Spurform $(x,y) \mapsto \op{tr}(xy)$. Der 
in der vorherigen "Ubung \ref{CASD}
erkl"arte Operator
  $\Omega_{V} \in \op{End} V \otimes \op{End}V$
liefert als
  Endomorphismus von $V \otimes V$ gerade die Vertauschung der Tensorfaktoren.
\end{Ubunge}


\begin{Ubunge}
  Gegeben eine Darstellung $V$ einer Liealgebra und $r\geq 0$ 
gibt es genau eine
Operation der Liealgebra auf der "au"seren Potenz $\bigwedge^rV$ derart,
da"s die Projektion $V^{\otimes r}\sra \bigwedge^rV$ ein Homomorphismus 
von Darstellungen ist.  
 Gegeben eine Darstellung $V$ einer Liealgebra und $r\geq 0$ 
gibt es genau eine
Operation der Liealgebra auf der symmetrischen Potenz ${\op{S}}^rV$ derart,
da"s die Projektion $V^{\otimes r}\sra{\op{S}}^rV$ ein Homomorphismus 
von Darstellungen ist. 
\end{Ubunge}
\begin{Ubung}
  Gegeben $p,q\in\DN$ setze man 
  $\mathfrak{so}(p,q)\pdef \mathfrak{o}(\DR^{p+q},J_{p,q})$
  f"ur die durch die Diagonalmatrix mit $p$ Einsen und $q$
  Minus-Einsen gegebene Bilinearform $J_{p,q}$.
  Man konstruiere einen Isomorphismus
   $$\mathfrak{so}(3,1)\sira \mathfrak{sl}(2;\DC)$$
   von reellen Liealgebren.
   Hinweis: Man suche nicht nach einem Isomorphismus
  von reellen Vektorr"aumen $\DR^{3+1}\cong\DC^2$, der solch einen
  Isomorphismus von Liealgebren induzieren k"onnte, denn
  die Endomorphismenringe dieser Darstellungen sind verschieden.
  Stattdessen untersuche man  die 
  vierdimensionale reelle Darstellung
  ${\op{ker}}\left(\bigwedge^2_\DR(\DC^2)\sra \bigwedge^2_\DC(\DC^2)\right)$ von $\mathfrak{sl}(2;\DC)$
  und die darauf durch $\wedge$ und eine von
  Null verschiedene reelle Volumenform gegebene Bilinearform.  
\end{Ubung}
\subsection{Nilpotente und aufl"osbare Liealgebren}

\begin{Satz}[\textbf{Liealgebren  aus nilpotenten Endomorphismen}]
Seien $V$ ein Vektorraum\label{ET}
"uber einem beliebigen K"orper $k$
und $\frak{g} \subset \frak{g}\frak{l} (V)$ eine endlichdimensionale
Unteralgebra,
die aus nilpotenten Endomorphismen von $V$ besteht. So gilt:
\begin{enumerate}
\item 
Ist  $V\neq 0$, so  gibt es in $ V$ einen Vektor 
$v\neq 0$  mit  $\frak{g} v=0$;
\item
Es  gibt in $V$ eine  Fahne 
 $0=V^0 \subset V^1 \subset
\ldots \subset V^r =V$  von Unterr"aumen  mit
 $\frak{g} V^i \subset
V^{i-1}$ f"ur $i=1,\ldots, r$;
\item
Ist $V$ endlichdimensional, 
so gibt es in $V$ eine Fahne  von Unterr"aumen 
 $0=V_{0} \subset V_{1} \subset
\ldots \subset V_{d} =V$ mit
$\op{dim} V_{i}=i$ und $\frak{g} V_{i} \subset
V_{i-1}$ f"ur $i=1,\ldots, d$;
\item
Ist $V$ endlichdimensional, so besitzt $V$ eine
Basis, bez"uglich derer die Matrizen 
aller Elemente unserer Liealgebra 
$\frak{g}$  echte obere Dreiecksmatrizen sind.
\end{enumerate}
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl} Bei \cite{Rad} findet man ein sehr elegantes Argument
  f"ur eine allgemeinere Aussage unter der Annahme $\op{dim}V<\infty$.
  Ich w"u"ste gerne, inwieweit sie sich auf den hier behandelten Fall
  verallgemeinern l"a"st. Das k"onnte eine nettes Thema f"ur einen Studenten
  sein.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
1.
Wir beginnen mit einer Vorbemerkung. Ist $x \in \op{End}(V)
$ ein
nilpotenter Endomorphismus von $V$, so ist auch 
$\op{ad} x \in \op{End} ( \op{End}  (V)) =\op{End} (\frak{g}\frak{l} (V))$
nilpotent. In der Tat ist
$(\op{ad} x)^{n} (y) $ f"ur alle $y\in \frak{g}\frak{l} (V)$ 
eine Linearkombination  von Ausdr"ucken der
Gestalt $x^{i} y x^{n-i}$.
Aus $x^{n}=0$
folgt also $(\op{ad} x)^{2n}=0$.
Wir zeigen nun den ersten Teil durch Induktion "uber 
die Dimension von $ \frak{g}$.
Sei  $\op{dim} \frak{g} \geq 1$ und sei 
$L  \subsetneq \frak{g}$ maximal unter allen echten Unteralgebren.
Unter der adjungierten Operation von $L  $ 
auf $\frak{g}$ ist $L   \subset \frak{g}$ eine
Unterdarstellung. Wir bilden die Quotientendarstellung $\frak{g}/L  $ und
erhalten 
so  einen Liealgebren-Homomorphismus
$\overline{\op{ad}} : L   \ra
\frak{gl}
(\frak{g}/L  )$. Nach unserer Vorbemerkung 
besteht $\overline{\op{ad}} L  $ aus nilpotenten
Endomorphismen von $\frak{g}/L  $, es gibt also nach 
Induktionsannahme ein
$\bar{x} \in
\frak{g}/L  $, $\bar{x}\neq 0$ 
mit $(\overline{\op{ad}} L  ) (\bar{x}) =0$, oder in anderen Worten
ein $x\in \frak{g}\backslash L  $ mit $[L  ,x] \subset L  $. 
Das bedeutet hinwiederum, da"s $L  +kx$ eine
Unteralgebra von $\frak{g}$ ist, die $L  $ echt umfa"st.
Da $L  $ als maximal
angenommen war, gilt notwendig $L  +kx = \frak{g}$.
Nun betrachten wir $W\pdef\{v\in V \mid L   v=0\}$,
benutzen die Induktionsannahme ein zweites Mal und folgern
$W\neq 0$.
Aus $[L  ,x] \subset L  $ folgt weiter $xW \subset W$,
und da $x$ nach Annahme nilpotent ist, gibt es $v\in W$ mit $v\neq 0$
aber $xv=0$ und
damit $\frak{g} v =0$.
\\[2mm]\noindent
2. Nach dem Beweis des ersten Teils  k"onnen wir  $ \frak{g}=L  +kx $
schreiben f"ur eine Unterliealgebra $L\subset\mathfrak g$ der Kodimension Eins.
Mit Induktion "uber die Dimension von $\mathfrak g$ sehen wir, da"s die
Filtrierung durch die Teilr"aume $V(L,i)$ aller von Produkten der L"ange $i$
aus Elementen von $L$ anullierten Vektoren endlich ist, als da hei"st,
es gibt $s$ mit $V(L,s)=V$. Andererseits stabilisiert $x$ diese Filtrierung und ist nilpotent. Das zeigt, da"s wir unsere Filtrierung  verfeinern k"onnen zu einer Filtrierung mit der gew"unschten Eigenschaft.   
\\[2mm]\noindent
3. Sei allgemeiner $\rho : \frak{g} \ra \frak{gl}
(V)$ eine endlichdimensionale Darstellung einer beliebigen 
Liealgebra durch nilpotente Endomorphismen. Wir zeigen durch Induktion 
"uber die Dimension von $V$, da"s es eine Kette  $0=V_{0} \subset V_{1} \subset
\ldots \subset V_{d} =V$ von Unterr"aumen gibt  mit
$\op{dim} V_{i}=i$ und $\frak{g} V_{i} \subset
V_{i-1}$ f"ur $i=1,\ldots, d$.
Im Fall
$V =0$ ist nichts zu zeigen. Sonst
finden wir einen Vektor $v\in V$, $v\neq 0$ mit $\rho (\frak{g}) v=0$.
Wir setzen $V_{1}=kv$ und betrachten die Quotientendarstellung $V^{\prime}
=V/V_{1}$ und die kanonische Projektion
$\op{can}:V\sra V/V_{1}$.
Mit Induktion finden wir dort eine Kette $0=V_{0}^{\prime}
\subset V_{1}^{\prime}\subset \ldots \subset V^{\prime}_{d-1} =V^{\prime}$
wie gew"unscht. Dann setzen wir $V_{i}=\op{can}^{-1}(V^{\prime}_{i-1})$ 
f"ur $i\geq 1$ und $V_0=0$ und sind
fertig.
\\[2mm]\noindent
4. Das ist nur eine Formulierung von Teil 3 in Koordinaten.
\end{proof}

\begin{Definition}
Seien $k$ ein K"orper und 
$A$ eine $k$-Algebra unter einer $(x,y) \mapsto x\cdot y$ 
notierten Verkn"upfung.\label{DefIIn} 
Ein {\bf Ideal\index{Ideal!von Algebra} von $A$} ist ein 
Untervektorraum $I\subset A$ mit $A\cdot I \subset I$ und $ I\cdot A\subset I$.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Jedes Ideal ist eine Unteralgebra.
Null und $A$ sind stets Ideale von $A$. Die Summe von Idealen ist ein Ideal.
Der Schnitt von Idealen ist ein Ideal. Das von einer Teilmenge $T \subset A$
{\bf erzeugte Ideal}\index{erzeugt!Ideal}
ist definiert als das kleinste Ideal, das $T$ enth"alt, also als der
Schnitt aller Ideale, die $T$ enthalten.
Die Ideale in einem Produkt $A_1\times\ldots\times A_n$ von Algebren
sind genau die Produkte $I_1\times\ldots\times I_n$ von Idealen der Faktoren.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Ein Ideal
$I\subset A$ einer Ringalgebra mit $I\neq A$ 
ist keine Unterringalgebra, da in ihm das neutrale Element der
Multiplikation, wenn es "uberhaupt eines geben sollte, jedenfalls nicht
dasselbe ist wie in $A$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Lemma}[\textbf{Quotienten von Algebren nach einem Ideal}]
\begin{enumerate}
\item
Ist $I\subset A$ ein Ideal in einer Algebra, 
so gibt es auf dem Quotientenvektorraum $A/I$
genau eine bilineare Verkn"upfung derart, 
da"s die kanonische Projektion $\op{can} : A\ra A/I$ ein
Homomorphismus von Algebren ist;
\item
Der Kern eines Algebrenhomomorphismus ist stets ein Ideal;
\item
Ist $\varphi :A \ra B$ ein Algebrenhomomorphismus und $I\subset A$ ein Ideal
mit $\varphi (I)=0$, so gibt es genau einen Algebrenhomomorphismus
$\tilde{\varphi} : A/I \ra B$ mit $\tilde{\varphi} \circ \op{can} = \varphi$.
\end{enumerate}\label{Q} 
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Standard.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}
Die Ideale einer Liealgebra $\frak{g}$ sind genau die Unterdarstellungen der
adjungierten Darstellung.
Eine Liealgebra ist also irreduzibel genau dann, wenn 
 ihre adjungierte Darstellung irreduzibel ist.
Beim Begriff \glqq einfach\grqq\  passen die Definitionen leider nicht so
gut zusammen.
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}
Der Kern von $\op{ad}_{\frak{g}}$ ist 
$\frak{z}(\frak{g})=\{x\in \frak{g}\mid [x,y] =0 \quad
\forall y\in \frak{g}\}$ und hei"st das 
\defnoind{Zentrum}\index{Zentrum!einer Liealgebra}
 von $\frak{g}$.
Nat"urlich ist $\frak{z}(\frak{g})$  ein Ideal
von $\frak{g}$.  
\end{Bemerkungl}






\begin{Definition}
F"ur zwei Untervektorr"aume $U,V$ einer Liealgebra $\frak{g}$ bezeichne $[U,V]
\subset \frak{g}$ den Untervektorraum, der von allen Kommutatoren $[x,y]$ mit
$x\in U$, $y\in V$ aufgespannt wird. 
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}] 
Diese Notation verletzt unsere allgemeinen Konventionen \eref{Verk}{GR},
nach denen $[U,V]$ eigentlich die Menge aller Kommutatoren $[x,y]$ mit
$x\in U$, $y\in V$ bezeichnen m"u"ste. F"ur diese Menge brauchen
wir jedoch in der Lietheorie keine eigene Notation, weshalb wir
die allgemein vereinbarte Schreibweise
$\langle [U,V]\rangle_k$ zu $[U,V]$ abk"urzen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Sind $I,J$ Ideale  einer Liealgebra, so ist auch $[I,J]$ ein
Ideal, wie man nachrechnet   unter Verwendung der Jacobi-Identit"at. 
F"ur jede Liealgebra $\frak{g}$ ist insbesondere
$[\frak{g},\frak{g}] \subset \frak{g}$ stets ein Ideal. Es hei"st die
\defnoind{derivierte Liealgebra}\index{Liealgebra!derivierte}
und\index{deriviert!Liealgebra} 
ist das kleinste Ideal $I\subset\frak{g}$ derart, 
da"s der Quotient $\frak{g}/I$ abelsch ist.
\end{Bemerkungl}


\begin{Definition}
Man erkl"art f"ur jede Liealgebra $\frak{g}$ 
induktiv zwei Folgen von Idealen wie folgt:
\begin{enumerate}
\item
die \defnoind{absteigende Zentralreihe}\index{Zentralreihe, absteigende}
$\frak{g}^{0} = \frak{g}, \frak{g}^{1}=[\frak{g},\frak{g}],\ldots, 
\frak{g}^{i+1}=[\frak{g},\frak{g}^{i}];$
\item die \defind{abgeleitete Reihe}
$\frak{g}^{(0)} = \frak{g}, \frak{g}^{(1)} = [\frak{g},\frak{g}],\ldots, 
\frak{g}^{(i+1)}=
[\frak{g}^{(i)},\frak{g}^{(i)}]$.
\end{enumerate}  
\end{Definition}

\begin{Definition}\label{nila}
Sei $\frak{g}$ eine Liealgebra.
\begin{enumerate}
\item
$\frak{g}$ hei"st \defind{nilpotent}, 
wenn gilt $\frak{g}^{i}=0$ f"ur
$i\gg 0$;
\item
$\frak{g}$ hei"st \defind{aufl"osbar}, 
wenn gilt $\frak{g}^{(i)}=0$ f"ur
$i\gg 0$.
\end{enumerate}
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Nat"urlich gilt $\frak{g}^{(i)} \subset \frak{g}^{i}$, 
jede nilpotente Liealgebra ist
also aufl"osbar. Jede Unteralgebra und jeder Quotient einer nilpotenten
beziehungsweise aufl"osbaren
Liealgebra ist nilpotent beziehungsweise aufl"osbar.  
Ist genauer $\varphi:\frak{g}\ra \frak{g}'$ ein 
Homomorphismus von Liealgebren, so erkennt man induktiv
$\varphi(\frak{g}^{i})= (\varphi(\frak{g}))^{i}$ und 
$\varphi(\frak{g}^{(i)})= (\varphi(\frak{g}))^{(i)}$ f"ur alle $i$.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}\label{Nn}
Gegeben ein endlichdimensionaler Vektorraum $V$ ist jede
Unteralgebra $\frak{g}\subset \frak{gl}(V)$, die aus
nilpotenten Endomorphismen von $V$ besteht, bereits nilpotent
als Liealgebra, da sie sich n"amlich nach \ref{ET} 
identifizieren l"a"st mit einer Unteralgebra der Liealgebra 
der echten oberen $(d\times d)$-Dreiecksmatrizen f"ur $d=\op{dim}V$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Herkunft der Terminologie}] 
Der Begriff \glqq aufl"osbar\grqq\  kommt her von einem analogen Begriff
f"ur Gruppen, der hinwiederum seinen Ursprung in der Galoistheorie
hat, genauer in der Frage nach der Aufl"osbarkeit von polynomialen
Gleichungen durch \glqq Ausdr"ucke in h"oheren Wurzeln\grqq.
\end{Bemerkungl}





\begin{Definition}
Ein Element $x$ einer Liealgebra 
 hei"st \defind{ad-nilpotent},
 wenn $\op{ad} x$  als Endomorphismus 
unserer Liealgebra nilpotent ist.
\end{Definition}
\begin{Satz}[\defnoind{von Engel}\index{Engel, Satz von}]
Eine endlichdimensionale Liealgebra  ist nilpotent genau dann, 
wenn jedes ihrer Elemente ad-nilpotent ist.\label{SvE}
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis]
 $\Rightarrow$  bleibt dem Leser "uberlassen. Wir zeigen 
$\Leftarrow$. Bezeichne $\frak{g}$ unsere Liealgebra. 
Bemerkung \ref{Nn}  sagt uns schon mal, da"s $\op{ad} \frak{g}\subset
\frak{gl}(\frak{g})$ eine nilpotente
Liealgebra ist. 
Dann folgern wir
$0=(\op{ad} \frak{g})^{i} =\op{ad} (\frak{g}^{i})\;\Rightarrow \; 
\frak{g}^{i} \subset \op{ker}(\op{ad})= \frak{z} (\frak{g})
\;\Rightarrow \;\frak{g}^{i+1}=0$.
\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}
Das Urbild eines Ideals unter einem Algebrenhomomorphismus ist  wieder
ein
Ideal.
Das Bild  eines Ideal unter einem surjektiven Algebrenhomomorphismus 
ist wieder ein
Ideal.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Sei $\frak g$ eine Liealgebra "uber einem K"orper $k$.
  Eine Linearform auf $\frak{g}$, die ein Homomorphismus in
die Liealgebra $\frak{gl}(1;k)$ ist, hei"st auch ein
{\bf Charakter von $\frak g$}.\index{Charakter!von Liealgebra}
Man zeige, da"s genau die Linearformen Charaktere sind, die auf der
derivierten Liealgebra $ [\frak g,\frak g]$ verschwinden.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Die echten oberen Dreiecksmatrizen bilden eine nilpotente Liealgebra, die
  oberen Dreiecksmatrizen eine aufl"osbare Liealgebra.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{zdD} 
Seien $V$ eine zweidimensionale Darstellung einer nilpotenten 
Liealgebra und $U\subset V$ eine eindimensionale Unterdarstellung.
Man zeige: Sind $U$ und $V/U$ als Darstellungen nicht isomorph, so ist
$V$ isomorph zu $U\oplus V/U$. Hinweis: Man "uberlege sich,
da"s eine nilpotente Liealgebra
von oberen $(2\times 2)$-Dreiecksmatrizen  bereits abelsch sein mu"s. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
Sei $A$ eine assoziative Algebra. Man zeige f"ur alle $x,y \in A$
und $n \in \Bbb{N}$ die Formel $(\op{ad} x)^{n} (y) = \sum_i {n
\choose i} (-1)^{n-i} x^{i}y x^{n-i}$.\label{BiFoL} 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{AH}
(1)
Gegeben ein Homomorphismus $\varphi:\frak{g}\ra \frak{g}'$ von Liealgebren
ist $\frak{g}$ aufl"osbar genau dann,
wenn  $\op{ker} \varphi$ und $\op{im} \varphi$  aufl"osbar sind.
(2)
Sind $I,J$ zwei aufl"osbare Ideale in einer Liealgebra $\frak{g}$, so ist auch
ihre Summe $I+J \subset \frak{g}$ ein aufl"osbares Ideal.
Man betrachte dazu zum Beispiel die Surjektion $ I + J 
\twoheadrightarrow (I + J)/J$.
(3)
Ist $\frak{g}$ eine endlichdimensionale 
Liealgebra, so gibt es in $\frak{g}$ ein gr"o"stes
aufl"osbares Ideal, das {\bf Radikal}\index{Radikal!einer Liealgebra} 
$\op{rad} \frak{g}$ von $\frak{g}$.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}$(\op{char}k=0)$. 
Man zeige, da"s die Liealgebra $\frak{sl} (n;k)$ einfach ist.
Hinweis: Besteht ein Ideal von $\frak{gl} (n;k)$ nicht  aus 
Diagonalmatrizen, so umfa"st es $\frak{sl} (n;k )$. In der Tat mu"s
es sicher
ein $E_{ij}$ mit $i\neq j$ enthalten, wie man erkennt durch 
Anwenden der $\op{ad}(E_{kk})$.
Dann enth"alt es auch $ [E_{ij}, E_{ji}]=E_{ii}-E_{jj} $
und dann alle $E_{ik} =[E_{ii}-E_{jj}, E_{ik}]$ f"ur $k\neq i,j$
sowie alle $E_{kj}$ f"ur $k \neq i,j$. Dann  enth"alt es
aber in derselben 
Weise auch alle $E_{kl}$  f"ur $k\neq l$ und alle
$E_{kk} - E_{ll}$. Man zeige, da"s die Liealgebra $\frak{sl} (2;k)$ 
in Charakteristik $2$ dahingegen nicht einfach ist.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{DeAd}
F"ur jede Liealgebra $L$ und jedes Element 
$x\in L$ ist $\op{ad} x$ eine Derivation von $L$
und die Menge
$\op{ad} (L) \subset \op{Der}_{k} L$ ist ein Lie-Ideal.
Genauer 
gilt sogar $[\delta,\op{ad} x]=\op{ad} (\delta x) \; \forall \delta \in
\op{Der}_{k} L$, $x\in L$. 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Satz von Jacobson-Engel}]
  Gegeben eine assoziative Algebra $A$ mit einer endlichdimensionalen Lie-Unteralgebra $\mathfrak g\subset A_{\op{L}}$, die aus nilpotenten Elementen
  von $A$ besteht, gibt es ein $r$ derart, da"s in $A$ alle Produkte
  von $r$ Faktoren aus $\mathfrak g$ verschwinden. Hinweis: Man wende den Satz \ref{ET} "uber Liealgebren aus nilpotenten Endomorphismen auf $V=A$ an. 
\end{Ubung}

\subsection{Satz von Lie}

\begin{Satz}[\textbf{von Lie, abstrakte Form}]
Jede einfache endlichdimensionale Darstellung einer  
komplexen aufl"osbaren Liealgebra ist eindimensional.
\end{Satz}
\begin{Satz}[\defnoind{von Lie, konkrete Form}\index{Lie, Satz von}]\label{D}
Ist $V$ ein von Null verschiedener
endlichdimensionaler komplexer Vektorraum
und $\frak{g} \subset \frak{g}\frak{l} (V)$ eine aufl"osbare Unteralgebra,
so  gibt es  einen simultanen Eigenvektor 
$v$ f"ur alle Endomorphismen aus
$\frak{g}$, in Formeln  ein $v \in V$ mit $v\neq 0$ und
$\frak{g} v \subset \Bbb{C} v$.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Beide  S"atze gelten  mit demselben Beweis "uber
jedem algebraisch abgeschlossenen Grundk"orper der Charakteristik Null.
In von Null verschiedener Charakteristik sind sie jedoch im allgemeinen
falsch. Zum Beispiel ist die Liealgebra $\frak{sl}(2)$ in
Charakteristik Zwei aufl"osbar, ja sogar nilpotent, und dennoch ist ihre
Standarddarstellung  $k^2$ einfach.
Des weiteren ist die Bedingung endlicher Dimension wichtig:
So bilden etwa das Ableiten $\partial$, der Multiplikationsoperator $(X\cdot)$
 und die Identit"at $\op{id}$ eine Basis einer
aufl"osbaren Unter-Liealgebra von $\frak{gl}(\DC[X])$ und
der Polynomring $\DC[X]$ ist eine einfache Darstellung dieser 
dreidimensionalen aufl"osbaren Liealgebra. F"ur eine
endlichdimensionale komplexe abelsche Liealgebra dahingegen ist jede
einfache Darstellung bereits endlichdimensional und damit
eindimensional: Diese Aussage  ist eng verwandt zum  
Hilbert'schen Nullstellensatz
und folgt  etwa aus
\eref{MIi}{KAG}.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Die beiden S"atze sind sicher "aquivalent. 
Wir zeigen hier die konkrete Form und  f"uhren den 
Beweis durch Induktion "uber $\op{dim} \frak{g}$. 
Der Fall $\op{dim} \frak{g}=0$ ist klar.
Gilt $\op{dim} \frak{g} >0$, so
 gibt es in $\frak{g}$ ein Ideal $I  \subset \frak{g}$ 
der Kodimension $1$:
In der Tat ist $\frak{g}/[\frak{g},\frak{g}]$  eine 
abelsche Liealgebra, jeder Teilraum darin ist
also ein Ideal. Aus $\op{dim} \frak{g} >0$ und $\frak{g}$ aufl"osbar folgt 
aber $\frak{g}
\neq [\frak{g},\frak{g}]$, folglich gibt es
 in $\frak{g}/[\frak{g},\frak{g}]$ einen Teilraum der Kodimension $1$
und das Urbild in $\frak{g}$ eines solchen Teilraums
ist dann unser gesuchtes Ideal $I $. 
Nach Induktionsnahme finden wir $ v\in V$ 
mit $v\neq 0$ und $I  v \subset \Bbb{C} v$.
Man sieht leicht, da"s die Funktion $\lambda: I   \ra \Bbb{C} $ gegeben
durch
 $xv =\lambda(x)v $
linear sein mu"s.
Wir betrachten den zugeh"origen simultanen Eigenraum
$V_{\lambda} = \{w\in V \mid xw = \lambda(x) w 
\quad \forall x \in I  \}$,
der $v$ enth"alt und deshalb von Null verschieden ist.
Nach dem anschlie"senden allgemeinen
Lemma \ref{STri} gilt  $\frak{g} V_{\lambda} \subset V_{\lambda}$.
Jetzt w"ahlen wir   $y\in \frak{g}$ mit 
$\frak{g} = I   +\Bbb{C} y$.
Jeder Eigenvektor $v$ von $y$ in $V_{\lambda}$ mu"s dann
simultaner Eigenvektor 
aller Endomorphismen aus $\frak{g}$ sein.
\end{proof}

\begin{Lemma}($\op{char}k=0$)
Gegeben eine endlichdimensionale Darstellung
 $V$ einer $k$-Liealgebra $\frak{g}$ 
und  $I\subset \frak{g}$ ein Ideal\label{STri} 
ist f"ur alle Linearformen $\lambda\in I^\ast$ 
der simultane Eigenraum
$V_{\lambda} \pdef \{w\in V \mid xw = \lambda(x) w 
\; \forall x \in I  \}$ eine Unterdarstellung.
\end{Lemma}
\begin{Bemerkunge}
  Das gilt mit demselben Beweis auch "uber einem beliebigen Grundk"orper
$k$  einer Charakteristik $\op{char}k>\op{dim}V$.
Ein Gegenbeispiel  ist die Standarddarstellung  $k^2$
der Liealgebra $\frak{sl}(2;k)$ in
Charakteristik Zwei mit dem Ideal der oberen Dreiecksmatrizen.
\end{Bemerkunge}


% \begin{Ubung}
% eien $V$ eine endlichdimensionale Darstellung
% einer komplexen Liealgebra $\frak{g}$ 
% und  $I\subset \frak{g}$ ein aufl"osbares Ideal. 
% So ist f"ur alle Linearformen $\lambda\in I^\ast$ der simultane Hauptraum 
% $$V_{\lambda}^\infty \pdef \{w\in V \mid \forall x \in I 
% \exists n \text{ so da"s }(x- \lambda(x))^nw = 0 
%  \}$$   eine Unterdarstellung.
% Hinweis: 
% Da $\mathfrak 
% Man betrachte die Darstellung $V/V_\lambda$. 
% \end{Ubung}


\begin{proof}[Beweis]
In Formeln gilt es zu zeigen, da"s gilt $x yw = \lambda(x) (y w) \quad
\forall x \in I  $, $y\in \frak{g}$, $ w\in V_{\lambda}$.
Sicher gilt stets
$$\begin{array}{ccl}
x y w & = & y x w + [x,y] w\\
      & =& y (\lambda(x)w) + \lambda([x,y]) w\\
      & = & \lambda(x) (yw) + \lambda([x,y]) w
\end{array}$$
Die Behauptung folgt, wenn wir aus $V_\lambda\neq 0$ folgern
k"onnen, da"s gilt $\lambda([x,y])=0 \; \forall x \in I  $, $y\in \frak{g}$.
Gegeben $y\in \frak{g}$ und $w \in V_{\lambda}$ nicht Null
sei dazu $n \geq 0$ die gr"o"ste Zahl derart, da"s die Vektoren
$w, y w, y^{2}w, \ldots , y^{n}w$
linear unabh"angig sind.
Sei $W$ der von $w,yw, \ldots , y^{n}w$ aufgespannte Teilraum von $V$.
Sicher ist $W$ stabil unter $y$.
Au"serdem ist $W$ auch stabil unter $I  $, genauer zeigt
man durch Induktion
"uber $i$ aus 
$xy^{i}w = y(xy^{i-1} w)  +  [x,y] y^{i-1}w$
f"ur $x\in I$, da"s alle $W_{i} = \op{span} (w,y w, \ldots , y^{i} w)$ 
unter $I  $
stabil sind. Dann folgert man aus 
derselben Formel mit einer nochmaligen Induktion f"ur $x\in I$ sogar
$$xy^iw\in y^ixw+ W_{i-1}$$
F"ur alle $x\in I$ ist also die Matrix von $x:W\ra W$
in der Basis der $y^{i}w$  eine obere 
Dreiecksmatrix mit lauter Eintr"agen
$\lambda(x)$ auf
der Diagonalen und hat folglich die Spur 
$\op{tr} (x|_{W} ) = (\op{dim} W) \lambda(x)$.
Wenden wir diese Erkenntnis an auf $[x,y]$ und erinnern, da"s
die Spur des Kommutators von zwei linearen Selbstabbildungen eines
endlichdimensionalen Raums wie etwa unseres Raums $W$ stets verschwindet, 
so folgt  $(\op{dim} W) \lambda([x,y])= \op{tr} ([x,y]|_{W} ) = 0$.
Da nach unseren Annahmen $W$ nicht der Nullraum ist, folgt
$\lambda([x,y]) =0$ f"ur alle
$x\in I  $. 
\end{proof}



\begin{Korollar}[\textbf{Darstellungen aufl"osbarer Liealgebren}]
Sei $V$ eine endlichdimensionale Darstellung
einer komplexen aufl"osbaren Liealgebra\label{DDDd}%\label{DDD} 
$\frak{g}$.
So gilt:
\begin{enumerate}
\item
Es gibt in $V$ eine Kette 
$0=V_{0} \subset V_{1} \subset
\ldots \subset V_{d} =V$ von Unterdarstellungen mit
$\op{dim} V_{i}=i$;
\item
Es gibt  eine
Basis von $V$, bez"uglich derer die Matrizen von
Elementen aus $\frak{g}$ alle obere Dreiecksmatrizen sind.
\end{enumerate}
\end{Korollar}
\begin{Bemerkunge}
  Das gilt mit demselben Beweis "uber jedem algebraisch abgeschlossenen 
Grundk"orper der Charakteristik Null.
\end{Bemerkunge}
\begin{proof}[Beweis]
Man argumentiert ausgehend vom
Satz von Lie \ref{D} analog wie f"ur die Aussagen 2 und 3 von Satz \ref{ET}
"uber Liealgebren aus nilpotenten Endomorphismen.
\end{proof}


\begin{Korollar}
Die derivierte Liealgebra  einer endlichdimensionalen
auf\-l"os\-ba\-ren komplexen Liealgebra ist nilpotent.
\end{Korollar}
\begin{Bemerkunge}
  Das gilt allgemeiner "uber jedem  
Grundk"orper der Charakteristik Null, von dem man sich durch 
Erweiterung der Skalare leicht in den Fall eines 
algebraisch abgeschlossenen 
Grundk"orpers retten kann, in dem dann wieder der hier  gegebene Beweis 
funktioniert.
\end{Bemerkunge}
\begin{proof}[Beweis]
Sei $\frak{g}$ unsere aufl"osbare Liealgebra.
Nach dem vorhergehenden Korollar besteht bez"uglich einer geeigneten Basis von $\frak{g}$ die Unteralgebra
$\op{ad} \frak{g} \subset \frak{g}\frak{l} (\frak{g})$ aus oberen Dreiecksmatrizen, mithin besteht
$[\op{ad} \frak{g}, \op{ad} \frak{g}] = \op{ad} ([\frak{g},\frak{g}])$ aus echten oberen Dreiecksmatrizen und
ist nilpotent. Da der Kern von $\op{ad} : [\frak{g},\frak{g}] \ra \frak{g}\frak{l} (\frak{g})$ im Zentrum von
$[\frak{g},\frak{g}]$ liegt, ist damit
auch $[\frak{g},\frak{g}]$ selbst nilpotent.
\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}[\textbf{Darstellungen von nilpotenten Liealgebren}]  
Sei $k=\bar k$ ein algebraisch abgeschlossener K"orper
der Charakteristik $\op{char}k=0$. Man zeige:
 Jede endlichdimensionale Darstellung\label{DNLi} 
 einer  nilpotenten Liealgebra "uber $k$ 
zerf"allt in eine direkte Summe von Unterdarstellungen, die Hauptr"aume f"ur alle
von der Operation herkommenden Endomorphismen sind. Hinweis: Man kombiniere
das Korollar \ref{DDDd} zum Satz von Lie 
und \ref{zdD}, um durch Umarrangieren einer Kompositionsreihe
jeden simultanen Hauptraum als
Unterdarstellung zu entlarven und zu zeigen, da"s deren Dimensionen
sich zur Dimension der ganzen Darstellung aufaddieren.
Alternative: Man zeige mit Induktion "uber $n$,
da"s jedes Element $y$ mit $(\op{ad}x)^n(y)=0$ den Nullhauptraum von $x$,
ja jeden Hauptraum von $x$ stabilisiert. 
Die fraglichen
simultanen Eigenwerte sind dann Linearformen auf unserer Liealgebra und
hei"sen die {\bf Gewichte}\index{Gewicht!Darstellung} unserer Darstellung,
die zugeh"origen simultanen Eigenr"aume nennen wir die {\bf 
  Gewichtsr"aume}, und die zugeh"origen simultanen Hauptr"aume die
 {\bf verallgemeinerten 
  Gewichtsr"aume}.\index{Gewichtsraum!verallgemeinerter}  
\end{Ubung}

\begin{Ubunge}
  Eine Darstellung einer Liealgebra hei"st 
{\bf lokal endlich},\index{lokal endlich!Darstellung} 
 wenn jeder Vektor in einer
  endlichdimensionalen Unterdarstellung liegt. Man zeige, da"s 
auch jede lokal endliche Darstellung einer nilpotenten Liealgebra 
"uber einem algebraisch abgeschlossenen K"orper $k=\bar k$
der Charakteristik $\op{char}k=0$ in die direkte Summe ihrer verallgemeinerten
Gewichtsr"aume zerf"allt.
\end{Ubunge}

\begin{Ubung}
Diese "Ubung dient nur der Auffrischung Ihrer Kenntnisse in linearer Algebra. 
  Sei $V$ ein endlichdimensionaler Vektorraum "uber einem algebraisch
  abgeschlossenen K"orper $k$. Sei $f:V\ra V$ ein Endomorphismus
und seien $\lambda,\mu,\ldots,\nu$ dessen Eigenwerte.
Man zeige, da"s f"ur jeden Untervektorraum $W\subset V$ mit
$f(W)\subset W$ gilt 
$$W=(W\cap\op{Hau}(f|V;\lambda))
\oplus (W\cap\op{Hau}(f|V;\mu))\oplus\ldots\oplus (W\cap\op{Hau}(f|V;\nu))$$
Man formuliere auch die Verallgemeinerung
 auf den Fall eines lokal endlichen Endomorphismus
$f$ eines beliebigen Vektorraums $V$. 
\end{Ubung}
\subsection{Aufl"osbarkeitskriterium von Cartan}
\begin{Satz}[\defind{Aufl"osbarkeitskriterium 
von Cartan}]
Seien $V$ ein endlichdimensionaler komplexer Vektorraum und
$\frak{g} \subset \frak{g}\frak{l} (V)$ eine Unteralgebra. 
Genau dann ist $\frak{g}$ aufl"osbar, wenn gilt\label{AKk} 
$\op{tr} (xy) = 0 \;\; \forall x \in [\frak{g},\frak{g}], y \in \frak{g}$.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Ist $\frak{g}$ aufl"osbar, so liegt es nach Korollar \ref{DDDd}
zum Satz von Lie 
bei geeigneter Basiswahl  bereits in
den oberen Dreiecksmatrizen. Das zeigt die eine Richtung.
Der Beweis der anderen Richtung braucht einige Vorbereitungen und wird erst
am Ende dieses Abschnitts direkt vor \ref{Kiln} gegeben.    
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}
  Das  Aufl"osbarkeitskriterium gilt allgemeiner auch "uber jedem  
Grundk"orper der Charakteristik Null: Durch 
Erweiterung der Skalare rettet man sich  in den Fall eines 
algebraisch abgeschlossenen 
Grundk"orpers der Charakteristik Null,
in dem dann wieder der hier  gegebene Beweis 
funktioniert.\label{AKkx}
\end{Bemerkunge}


\begin{Lemma}\label{BBB} Sei $V$ ein endlichdimensionaler 
komplexer Vektorraum. 
Ist $x=x_{\op{s}} + x_{\op{n}}$ die Jordan-Zerlegung 
von $x\in \op{End}  V$, so ist
$\op{ad} x = \op{ad} (x_{\op{s}}) + \op{ad}( x_{\op{n}})$ 
die Jordan-Zerlegung von $\op{ad} x \in \op{End}
(\frak{g}\frak{l}(V))$. In Formeln gilt 
also $$\op{ad} (x_{\op{s}})= (\op{ad} x)_{\op{s}}
\;\;\text{ und }\;\;
\op{ad} (x_{\op{n}})= (\op{ad} x)_{\op{n}}$$
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Sicher gilt $[\op{ad} x_{\op{s}}, \op{ad} x_{\op{n}}] = \op{ad} [x_{\op{s}},x_{\op{n}}]=0$. 
Au"serdem ist $\op{ad} x_{\op{n}}$  nilpotent nach
dem Beginn des
Beweises von \ref{ET}. Wir m"ussen damit 
nur noch zeigen, da"s $\op{ad} x_{\op{s}}$
diagonalisierbar ist.
Aber identifizieren wir $\op{End} V$ mit einer Algebra von
quadratischen Matrizen vermittels einer Basis $v_{1}, \ldots,
v_{n}$ aus Eigenvektoren von $x_{\op{s}}$, sagen wir $x_{\op{s}}v_{i} =
\lambda_{i} v_{i}$, so werden die Standardmatrizen $E_{ij}$ mit
einer Eins in der $i$-ten Zeile und $j$-ten Spalte Eigenvektoren
zu $\op{ad} x_{\op{s}}$, genauer gilt $(\op{ad} x_{\op{s}})(E_{ij}) =
(\lambda_{j} -\lambda_{i}) E_{ij}$.
Folglich ist mit $x_{\op{s}}$ auch $\op{ad} x_{\op{s}}$ diagonalisierbar.
\end{proof}


\begin{Lemma}
Sei $V$ ein endlichdimensionaler komplexer Vektorraum.
Seien zwei Teilr"aume seines\label{TL}  
Endomorphismenraums $\op{End}  V\supset B\supset A$
gegeben und sei $T\pdef\{x\in \op{End}  V\mid (\op{ad}x)(B)\subset A\}$.
Erf"ullt ein $x\in T$ die Bedingung
$\op{tr} (xz)=0$ f"ur alle $z\in T$, 
so ist
$x$ nilpotent.
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}
Der Beweis des Aufl"osbarkeitskriteriums beruht auf diesem
technischen Lemma.  Ich gebe f"ur dies Lemma zwei Beweise.
Der erste ist zwar etwas schneller, 
hinterl"a"st  aber bei mir einen schalen
Nachgeschmack, da er nicht f"ur einen
beliebigen algebraisch abgeschlossenen Grundk"orper $k$ der
Charakteristik Null funktioniert. Deshalb die Alternative.  
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Sei $x = x_{\op{s}}+x_{\op{n}}$ die Jordan-Zerlegung von $x$. So ist $\op{ad} x =\op{ad} x_{\op{s}} +\op{ad} x_{\op{n}}$ die
Jordan-Zerlegung von $\op{ad} x$ und aus $(\op{ad} x) (B) \subset A$
folgt mit %der Funktorialit"at der Jordanzerlegung \eref{fJ}{LA2},
"Ubung  \eref{IUn}{LA2} zum Bild des halbeinfachen Anteils die Inklusion 
$(\op{ad} x_{\op{s}})B \subset A$. In anderen Worten liegen 
alle Eigenr"aume von $(\op{ad} x_{\op{s}}) : B \ra B$ zu von Null
verschiedenen Eigenwerten  bereits in $A$.
\\[2mm]\noindent
\emph{Rest des Beweises im komplexen Fall.}
W"ahlen wir in $V$ eine Basis aus Eigenvektoren von $x_{\op{s}}$ und definieren
$z\in\op{End} V$ durch die Bedingung, da"s seine Matrix in dieser Basis komplex
konjugiert ist zur Matrix von $x_{\op{s}}$, so haben wir
$\op{Eig} (\op{ad} z;\lambda)=\op{Eig} (\op{ad} x_{\op{s}};\bar{\lambda})$ f"ur alle $\lambda\in\Bbb{C}$
und mithin auch $(\op{ad} z) (B) \subset A$.
Aus $\op{tr}(x z)=0$ folgt dann aber sofort $x_{\op{s}}=0$.
\end{proof}

\begin{proof}[Rest des Beweises im Allgemeinen]
Sei $v_{1},\ldots , v_{n}$ eine Basis von $V$ aus Eigenvektoren
von $x_{\op{s}}$, sagen wir
$x_{\op{s}}v_{i}=\lambda_{i}v_{i}$ f"ur geeignete 
$\lambda_{i} \in k$. Sei $E\subset k$ der von den
$\lambda_{i}$ aufgespannte 
$\DQ$-Untervektorraum. Es gilt zu zeigen $E=0$.
Sei
sonst $f:E \ra \DQ$ eine nicht-verschwindende $\DQ$-lineare Abbildung.
Wir betrachten den Endomorphismus $z$ von $V$, der definiert wird
durch $z v_{i} =
f (\lambda_{i}) v_{i}$ f"ur $i=1, \ldots, n$. 
Zun"achst zeigen wir $z\in T$.
Nat"urlich haben wir
$$\begin{array}{ccl}
(\op{ad} z) (E_{ij}) & =& (f(\lambda_{i}) - f(\lambda_{j})) E_{ij}\\
 &=& f(\lambda_{i} -\lambda_{j}) E_{ij}
 \end{array}$$
f"ur alle $i$ und $j$, also $\op{Eig} (\op{ad} z ; \mu) =
\bigoplus_{f(\lambda) =\mu} \op{Eig} (\op{ad} x_{\op{s}};\lambda)$ und
insbesondere $(\op{ad} z)(B)\subset A$.
Nun ist offensichtlich $\op{tr} (xz)= 
\sum_{i=1}^{n} \lambda_{i} f (\lambda_{i})$.
Aus der Annahme $\op{tr} (xz)=0$ folgt mithin 
$f (\op{tr} (xz)) = \sum^{n}_{i=0} f(\lambda_{i})^{2}
=0$ und damit $ f(\lambda_{i})=0 \quad \forall i$ im Widerspruch zu unserer
Annahme $f\neq 0$.
\end{proof}


\begin{proof}[Beweis des Cartan'schen Aufl"osbarkeitskriteriums]
Wir zeigen nun die schwierige Implikation  aus dem
Cartan'schen Aufl"osbarkeitskriterium \ref{AKk}.
Es reicht zu zeigen, da"s $[\frak{g},\frak{g}]$ nilpotent ist. Mit \ref{ET}
reicht es sogar 
zu zeigen, da"s alle Elemente $x \in [\frak{g},\frak{g}]$ nilpotent
sind als Endomorphismen von $V$.
Nach Lemma \ref{TL} m"ussen wir dazu nur zeigen, 
da"s gilt $\op{tr} (xz) =0$ f"ur
alle $z \in \op{End}  V$ mit $[z,\frak{g}] \subset [\frak{g},\frak{g}]$.
Schreiben wir aber $x = \sum [c_{i},d_{i}] $,
so ist
$$\op{tr} (xz)= \sum \op{tr} ([c_{i},d_{i}]z)= \sum \op{tr} (c_{i}[d_{i},z])
=0$$
nach Annahme,
da ja gilt 
$c_{i}\in \frak{g}$ und $[d_{i},z] \in [\frak{g},\frak{g}]$ f"ur alle $i$.
Hier haben wir verwendet,
da"s f"ur drei Endomorphismen $x,y,z$ eines endlichdimensionalen
Vektorraums stets gilt $\op{tr} (xyz) = \op{tr} (zxy) =\op{tr} (yzx)$, 
also $\op{tr} ([x,y]z)=
\op{tr} (x[y,z])$.
\end{proof}

\begin{Definition}\label{Kiln}
Sei $\frak{g}$ eine endlichdimensionale Liealgebra "uber einem K"orper $k$.
Die {\bf Killingform von}\index{Killingform} $\frak{g}$ ist die Bilinearform 
$\kappa=\kappa_{\frak{g}}:\frak{g} \times \frak{g}\ra  k$
auf unserer Liealgebra, die gegeben wird durch die Vorschrift
\index{k@$\kappa=\kappa_{\frak{g}}$ Killing-Form|main}
$$\kappa (x,y) \pdef\op{tr} ((\op{ad} x)(\op{ad} y))$$
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Die Killingform ist ein Spezialfall unserer Spurform, wie wir sie in  \eref{SpFFO}{NAS} f"ur eine beliebige endlichdimensionale Algebra erkl"art hatten.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Sicher ist $\kappa$ symmetrisch, $\kappa (x,y) = \kappa (y,x)$.
Weiter gilt offensichtlich $\kappa ([x,y],z) = \kappa (x,[y,z])
\; \forall x, y, z \in \frak{g}$. Letztere Eigenschaft ist so wichtig,
da"s sie einen eigenen Namen hat.  
\end{Bemerkungl}


\begin{Definition}\label{OKKi} 
Eine Bilinearform $b:\frak{g}\times \frak{g}\ra k$ auf 
einer Liealgebra $\frak{g}$ hei"st
{\bf invariant}\index{invariant!Bilinearform}, wenn gilt
$b ([x,y],z) = b (x,[y,z])
\; \forall x, y, z \in \frak{g}$.
\end{Definition}
\begin{Bemerkunge}
Man nennt diese Eigenschaft manchmal
auch die \glqq Assoziativit"at\grqq\  von $b$.
Sie hat jedoch nur oberfl"achlich mit Assoziativit"at im
"ublichen Sinne zu tun. Vielmehr werden wir sp"ater sehen, da"s unsere
Eigenschaft bedeutet, da"s das Element 
$b\in (\frak{g}\otimes \frak{g})^\ast$
invariant ist unter der nat"urlichen Operation der Liealgebra 
$\frak{g}$ auf diesem Raum.
\end{Bemerkunge}

\begin{Korollar}[\textbf{Aufl"osbarkeitskriterium}]
Eine endlichdimensionale 
Liealgebra $\frak{g}$ "uber einem K"orper der Charakteristik Null
ist aufl"osbar\label{KLA} %\label{KAu} 
genau dann, wenn f"ur   die Killing-Form gilt 
$\frak{g}\perp [\frak{g},\frak{g}]$ alias 
$\kappa(x,[y,z])=0\;\forall x,y,z\in\frak{g}$.
\end{Korollar}
\begin{proof}[Beweis]
Das Cartan-Kriterium \ref{AKk} zeigt,
da"s unsere Bedingung gleichbedeutend ist zur Aufl"osbarkeit 
von $\op{ad} \frak{g}$.
Die kurze exakte Sequenz 
$\frak z (\frak{g}) \hookrightarrow \frak{g} \twoheadrightarrow \op{ad}
\frak{g}$ zeigt dann, da"s sie auch gleichbedeutend ist zur 
Aufl"osbarkeit 
von $\frak{g}$.
\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}
Man zeige: Die Killingform einer endlichdimensionalen nilpotenten Liealgebra
ist Null.
\end{Ubung}

\subsection{Reduktive und halbeinfache Liealgebren}
\begin{Bemerkungl}
 Ich erinnere daran, da"s nach \ref{irrab} eine Liealgebra 
irreduzibel hei"st, wenn sie genau zwei
Ideale besitzt, n"amlich sich selber und Null, 
und einfach, wenn sie au"serdem nicht abelsch ist.
\end{Bemerkungl}



\begin{Definition}
Eine Liealgebra 
hei"st {\bf halbeinfach},\index{halbeinfach!Liealgebra} 
 wenn
sie isomorph ist zu einem endlichen Produkt von 
endlichdimensionalen \hyperref[irrab]{einfachen}
 Liealgebren.\label{heLi} 
Eine Liealgebra  hei"st
{\bf reduktiv},\index{reduktiv!Liealgebra}  wenn
sie isomorph ist zu einem  endlichen Produkt von
endlichdimensionalen \hyperref[irrab]{irreduziblen}
 Liealgebren.
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}]
  In diesem Text wie im "uberwiegenden Teil 
der Literatur werden   halbeinfache oder reduktive Liealgebren
nur "uber K"orpern
  der Charakteristik Null betrachtet.  Wenn Sie  diese Bedingung
 irgendwo
vermissen, habe ich vermutlich nur vers"aumt, sie explizit 
dazuzuschreiben. Da wir bei einer halbeinfachen Liealgebra 
zus"atzlich fordern, da"s sie endlichdimensional sein soll,
ist in unserer Terminologie nicht jede einfache Liealgebra
halbeinfach. In diesem Licht ist die Terminologie
unsch"on, aber so hat sie sich nun einmal eingeb"urgert.
\end{Bemerkungl}


\begin{Beispiele}
Die Liealgebra $\frak{g}=0$ ist halbeinfach.
Eine von Null verschiedene abelsche Liealgebra
ist jedoch nicht halbeinfach, sondern nur reduktiv.
Erste substanzielle Beispiele liefert \ref{KrHe}.
\end{Beispiele}

\begin{Definition}
Eine Darstellung hei"st wie in \eref{MRHE}{NAS}
 {\bf halbeinfach},\index{halbeinfach!Darstellung}  
 wenn sie eine direkte
Summe einfacher Unterdarstellungen ist, wenn also f"ur besagte Darstellung $V$ 
in Formeln gilt $V= \bigoplus_{i \in I} V_{i}$ mit
$V_{i}\subset V$ einfachen Unterdarstellungen.\label{heD} 
Die Nulldarstellung $V=0$ ist 
halbeinfach als die \glqq leere Summe\grqq.
\end{Definition}

\begin{Bemerkunge}
Ganz genauso wie in \eref{HeM}{NAS} f"ur
Moduln "uber Ringen 
 zeigt man, da"s f"ur eine Darstellung $V$ gleichbedeutend sind:
(1)
$V$ ist halbeinfach,
(2)
$V$ ist eine nicht notwendig direkte Summe von einfachen Unterdarstellungen,
und
(3)
jede Unterdarstellung von $V$ besitzt ein Komplement.
Ebenso zeigt man auch, da"s jede
Unterdarstellung und jeder Quotient einer halbeinfachen Darstellung
 halbeinfach sind. All das wird der Leser  im endlichdimensionalen Fall 
unschwer als "Ubung selbst zeigen k"onnen. Im allgemeinen Fall ben"otigt man
jedoch zus"atzliche Ideen und kommt nicht ohne das Zorn'sche Lemma aus.  
\end{Bemerkunge}
\begin{Beispiel}
Die Darstellung $\Bbb{C}\ra \frak{g}\frak{l}  (\Bbb{C}^{2})$,
 $1 \mapsto {(^0_0 }\; {^1_0)}$ der abelschen Liealgebra
$\Bbb{C}$
ist nicht halbeinfach. Ganz allgemein ist f"ur einen $k$-Vektorraum
$V$ und $a\in \op{End}(V)$ die Darstellung 
$k\ra\frak{g}\frak{l} (V)$, $1\mapsto a$ der
abelschen Liealgebra $k$ halbeinfach genau dann, wenn $a$ diagonalisierbar ist
"uber dem algebraischen Abschlu"s
 $\bar k$, wenn also $a$ halbeinfach ist im Sinne von \eref{hef}{LA2}.
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}\label{kLr}
  Per definitionem ist eine Liealgebra reduktiv genau dann, wenn
ihre adjungierte Darstellung halbeinfach ist im Sinne von  \ref{heD}
alias die Summe ihrer einfachen Unterdarstellungen. Insbesondere ist die
Liealgebra einer kompakten Liegruppe stets 
reduktiv nach \eref{VolR}{ML} und \eref{IGA}{ML}. 
\end{Bemerkungl}



\begin{Satz}[\textbf{Charakterisierung halbeinfacher Liealgebren}]
F"ur eine endlichdimensionale  Liealgebra "uber einem K"orper der
Charakteristik Null  
sind gleichbedeutend:\label{KNA}
\begin{enumerate}
\item
Unsere Liealgebra besitzt kein von Null verschiedenes abelsches Ideal;
\item
Unsere Liealgebra besitzt kein von Null verschiedenes aufl"osbares Ideal;
\item
Unsere Liealgebra ist halbeinfach;
\item
Unsere Liealgebra  ist die direkte Summe ihrer 
einfachen Ideale;
\item
Unsere Liealgebra 
hat eine nicht ausgeartete Killingform.
\end{enumerate}
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Gegeben eine Liealgebra $\frak{g}$ und Unteralgebren 
$\frak{g}_1,\ldots,\frak{g}_n$ sagen wir, die Liealgebra $\frak{g}$ {\bf zerfalle 
in das Produkt der $\frak{g}_i$} und schreiben 
$\frak{g}=\frak{g}_1\times\ldots\times\frak{g}_n$,
wenn die durch die Addition gegebene Abbildung von der rechten  Seite in die 
linke  Seite ein Isomorphismus von Liealgebren ist. Gleichbedeutend dazu
ist, da"s alle $\frak{g}_i$ Ideale von $\frak{g}$ sind und 
unsere Abbildung von der rechten  Seite in die 
linke  Seite ein Isomorphismus von Vektorr"aumen ist. 
Bezeichnen etwa $\frak{b}\subset \frak{gl}(n)$ die oberen Dreiecksmatrizen und 
$\frak{n}\subset \frak{gl}(n)$ die echten unteren Dreiecksmatrizen, 
so h"atten wir eine Zerlegung $\frak{gl}(n)=\frak{b}\oplus \frak{n}$ als
Vektorr"aume, aber das w"are keine Zerlegung in ein Produkt
von Liealgebren.
Wir schicken dem Beweis des Satzes eine Erg"anzung zur Killingform voraus. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Lemma}[\textbf{Restriktion der Killingform auf ein Ideal}] 
Die Killingform eines Ideals einer endlichdimensionalen Liealgebra 
stimmt stets "uberein mit der Einschr"ankung\label{224}  
der Killingform der ganzen Liealgebra auf besagtes Ideal.
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}
  Dasselbe gilt f"ur die Spurform
  jeder endlichdimensionalen Algebra,
vergleiche "Ubung \eref{ResSP}{NAS}. Der Beweis bleibt derselbe.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Ist $\frak{g}$ unsere Liealgebra und
$I \subset \frak{g}$ unser Ideal, so behauptet dies Lemma die Formel
$$\kappa_{I} =\kappa_{\frak{g}}|_{I}$$
Sind ganz allgemein $I\subset \frak{g}$ Vektorr"aume 
und ist $a : \frak{g}\ra \frak{g}$ eine lineare
Abbildung mit $a (\frak{g}) \subset I$, so gilt 
$\op{tr} (a )= \op{tr} (a |_{I})$ f"ur
$a|_I$ die
Einschr"ankung $a |_{I} : I \ra I$ von $a$ auf $I$.
Das Lemma ergibt sich mit $a= (\op{ad} x) (\op{ad} y)$ f"ur $x,y \in I$.
\end{proof}

\begin{proof}[Beweis von \ref{KNA}]
4 $\Rightarrow$ 3 $\Rightarrow$ 2 $\IFF$ 1 
bieten keine Schwierigkeiten.
\\[2mm]\noindent
2 $\RA$ 5.
Sei $\frak{g}$ eine endlichdimensionale Liealgebra.
Das Radikal der Killingform $\kappa=\kappa_\frak{g}$ bezeichnen wir mit
$$\op{rad} \kappa = \{ x\in \frak{g} \mid \kappa (x,y) =0 
\; \forall y\in \frak{g}\}$$
Da $\kappa$ invariant ist, mu"s
$\op{rad} \kappa \subset \frak{g}$ ein Ideal sein.
Offensichtlich verschwindet $\kappa$ auf $\op{rad}\kappa$.
Mit \ref{224} folgt, da"s die Killingform von $\op{rad}\kappa$ verschwindet,
nach dem Aufl"osbarkeitskriterium \ref{KLA} ist damit $\op{rad}\kappa$ 
aufl"osbar.  Gibt es also
kein von Null verschiedenes aufl"osbares Ideal, 
so folgt $\op{rad}\kappa=0$ und die Killingform ist nicht ausgeartet.
\\[2mm]\noindent
5 $\RA$ 1.
Sei $\frak{g}$ eine endlichdimensionale Liealgebra.
Gegeben ein abelsches Ideal $I\subset \frak{g}$
gilt $((\op{ad} x)( \op{ad} y))^{2} =0$ 
f"ur alle $x\in \frak{g}$ und $y\in I$. Folglich ist
$((\op{ad} x)( \op{ad} y))$ nilpotent, also 
$\kappa (x,y)=\op{tr} ((\op{ad} x)( \op{ad} y))  =0$ f"ur alle
$x \in \frak{g}$ und $y\in I$. Damit gilt 
$ I \subset \op{rad} \kappa$.
\\[2mm]\noindent
2 $\Rightarrow$ 4.
Sei $\frak{g}$ eine endlichdimensionale Liealgebra
ohne von Null verschiedene aufl"osbare Ideale.
Ist $I \subset \frak{g}$ ein Ideal, 
so ist auch $I^{\perp } = \{y\in \frak{g} \mid \kappa (y,I) =0\}$
ein Ideal, da die Killingform invariant ist.
Auf dem Ideal $I \cap I^{\perp}$ verschwindet nun die Killingform,
mithin ist dies Ideal nach dem Aufl"osbarkeitskriterium \ref{KLA}
aufl"osbar. Aus unserer Annahme
folgt so $I \cap I^{\perp} = 0$ und erst recht  $[I,I^{\perp}] = 0$.
Mit Dimensionsbetrachtungen
folgt dann sogar 
$I \oplus I^{\perp} =\frak{g}$.
Jedes Ideal von $I$ beziehungsweise $I^{\perp}$ ist damit 
ein Ideal von $\frak{g}$, also besitzen
auch $I$ und $I^{\perp}$ keine von Null verschiedenen aufl"osbaren Ideale.
Mit Induktion sehen wir so, da"s sich  $\frak{g}$  schreiben
l"a"st als $\frak{g}=I_{1} \oplus \ldots \oplus I_{r}$,  
wobei die $I_{\nu}$ einfache Ideale
von $\frak{g}$ sind.
Ist nun $I\subset \frak{g}$ ein weiteres einfaches 
Ideal, so folgt $I = [I,\frak{g}] =
[I,I_{1}] \oplus \ldots \oplus [I,I_{r}]$ und damit 
$I = [I,I_{\nu}] = I_{\nu}$
f"ur ein $\nu$.
\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen} 


\begin{Ubung}
Gegeben eine reduktive Liealgebra  sind 
die isotypischen Komponenten im Sinne von
  \eref{ITY}{NAS} ihrer adjungierten Darstellung 
genau die einfachen Ideale sowie, als isotypische
  Komponente zur Einsdarstellung, das Zentrum. Jede
  reduktive Liealgebra zerf"allt mithin in 
die Summe ihrer einfachen Ideale
  und ihres Zentrums. Des weiteren ist 
jedes Ideal einer reduktiven Liealgebra
  die direkte Summe eines Teils der einfachen 
Ideale mit einem Untervektorraum
  des Zentrums.  Im endlichdimensionalen Fall 
k"onnen diese Aussagen auch ohne
  R"uckgriff auf die allgemeine Theorie leicht 
bewiesen werden, wie in der 
folgenden "Ubung angedeutet wird.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Gegeben paarweise verschiedene einfache Ideale 
$ I_1,\ldots, I_r$ einer 
Liealgebra $\mathfrak g$ 
 sowie ein abelsches Ideal $A\subset\mathfrak g $ 
zeige man, da"s die Addition eine
Injektion $I_1\oplus\ldots\oplus I_r\oplus A\hra \mathfrak g$ induziert. 
Des weiteren zeige man unter der zus"atzlichen Annahme
$I_1\oplus\ldots\oplus I_r\oplus A\sira \mathfrak g$, da"s jedes
Ideal von $\mathfrak g$ die Summe eines Teils der $I_\nu$ mit einem
Untervektorraum von $A$ ist. 
\end{Ubung}
%\begin{Ubung}\label{heaa}  
%Eine endlichdimensionale 
%Liealgebra "uber einem K"orper der Charakteristik Null
%ist halbeinfach genau dann, wenn
%sie kein von Null 
%verschiedenes aufl"osbares Ideal besitzt.
%\end{Ubung}
\begin{Bemerkungw}
Eine endlichdimensionale
Liealgebra "uber einem K"orper der
Charakteristik Null ist reduktiv genau dann, wenn
jedes aufl"osbare Ideal bereits in ihrem Zentrum liegt. Das 
werden wir in \ref{Cred} aus dem Satz von Weyl folgern.  
\end{Bemerkungw}
\begin{Ubung}\label{QEH}
Jedes Ideal einer  halbeinfachen 
Liealgebra 
ist eine Summe von einfachen Idealen.
Jeder Quotient einer halbeinfachen 
Liealgebra  
ist eine halbeinfache Liealgebra.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{hed}
Jede halbeinfache Liealgebra $\frak{g}$ 
ist ihre eigene derivierte 
Liealgebra, in Formeln $\frak{g}=[\frak{g},\frak{g}]. $ 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{kZR} 
Jede reduktive Liealgebra 
l"a"st sich auf genau eine Weise
zerlegen in das Produkt einer halbeinfachen Liealgebra und einer
abelschen Liealgebra, n"amlich als 
$\frak{g}=[\frak{g},\frak{g}]\times \frak{z}$
mit $\frak{z}$ dem Zentrum von $\frak{g}$.
\end{Ubung}
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