\section{Spiegelungsgruppen}\label{EnSpG}
\label{SPWw} %Gelesen und f"ur gut befunden am 25.8.2005.
\subsection{Endliche euklidische Spiegelungsgruppen}\label{EnSp}
%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%
\begin{Bemerkungl}
Einen 
euklidischen 
Vektorraum haben wir in \eref{Eukl}{LA2} erkl"art als einen 
reellen Vektorraum mit einer ausgezeichneten $\DR_{>0}$-Bahn von Skalarprodukten, seiner \glqq euklidischen Struktur\grqq.
Einen 
euklidischen 
Raum haben wir erkl"art als einen reellen affinen Raum mit
einer euklidischen Struktur auf seinem Richtungsraum.
Einen orthogonalen Automorphismus eines euklidischen Vektorraums
haben wir erkl"art als einen Vektorraumautomorphismus, der 
ein und jedes Skalarprodukt der
euklidischen Struktur erh"alt.
Einen
orthogonalaffinen Automorphismus eines euklidischen 
Raums haben wir erkl"art als eine Affinit"at,
deren linearer Anteil orhogonal ist.
Im folgenden verwenden wir dieselben Bezeichnungen etwas allgemeiner 
auch  im Fall eines  beliebigen angeordneten
Grundk"orpers.\index{euklidisch!Raum!"uber angeordnetem K"orper} 
\end{Bemerkungl}

 \begin{Bemerkungl}
 Uner einer  {\bf
   Hyperebene}\index{Hyperebene!affine}  in einem affinen Raum
 verstehen wir 
wie in \eref{ahye}{LA1} einen echten affinen Teilraum, der 
    zusammen mit einem einzigen weiteren Punkt den ganzen Raum affin erzeugt.
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}\label{ESGg}
Unter einer {\bf Spiegelung} \index{Spiegelung!orthogonale} 
oder  {\bf orthogonalen Spiegelung}  verstehen wir einen 
orthogonalaffinen Automorphismus eines euklidischen Raums,
dessen
Fixpunktmenge
eine Hyperebene ist.
Wir nennen die Fixpunktmenge einer Spiegelung
 ihre {\bf Spiegelhyperebene}\index{Spiegelhyperebene} 
oder ihren {\bf Spiegel}.\index{Spiegel} 
\end{Definition}

\begin{Bild} 
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildOS}\\[4mm]
\noindent Eine orthogonale Spiegelung
\end{Bild}






\begin{Bemerkungl}[\textbf{Formelhafte Darstellung orthogonaler linearer Spiegelungen}]
Seien $V$ ein euklidischer Vektorraum 
und $(\;,\;)$ ein Skalarprodukt
 seiner euklidischen Struktur und\label{DS2ao} 
$s:V\ra V$ eine lineare orthogonale Spiegelung und 
 $V^s$ ihr Spiegel.
 Gegeben $v\in V\backslash V^s$ ist $v-sv\in V^{-s}=\op{Eig}(s;-1)$ von Null
 verschieden und wir haben offensichtlich $V=V^s\oplus V^{-s}$ sowie 
 $V^s\perp V^{-s}$.
F"ur jeden  
Erzeuger $\alpha$ von $V^{-s}$  
zeigen wir nun 
$$s(\lambda)= \lambda -\frac{2(\lambda,\al)}{(\al,\al)}
\quad\forall\lambda\in V$$
In der Tat sind beide Seiten linear und nehmen 
offensichtlich auf $\lambda=\al$ und auf jedem
$\lambda\in V^s$ denselben Wert an. 
Eine orthogonale Spiegelung in einem euklidischen Vektorraum 
wird insbesondere durch ihren Spiegel bereits eindeutig festgelegt. Dasselbe
folgt im Affinen.
\end{Bemerkungl}






\begin{Definition}
  Unter einer {\bf endlichen euklidischen
    Spiegelungs\-gruppe}\index{Spiegelungsgruppe!euklidische endliche}
  verstehen wir eine endliche Gruppe von  Automorphismen
  eines 
  euklidischen Raums, die von  Spiegelungen erzeugt wird.\label{ESG}
\end{Definition}


% \begin{Definition}
% Eine {\bf endliche orthogonale 
% Spiegelungsgruppe}\index{Spiegelungsgruppe!endliche orthogonale}
% ist eine endliche Gruppe von Automorphismen eines
% Skalarproduktraums "uber einem angeordneten K"orper,
% die von Spiegelungen erzeugt wird.\label{ESG}
% \end{Definition}

% \begin{Lemma}\label{SHH}
% Haben zwei Spiegelungen einer endlichen 
% Spiegelungsgruppe dieselbe Spiegelebene, so stimmen sie "uberein.
% \end{Lemma}
% \begin{proof}[Beweis]
% Sei $V$ ein Vektorraum "uber einem angeordneten K"orper und
% $W \subset \op{GL} (V)$ unsere endliche 
% Spiegelungsgruppe. Seien $s,t \in
% W$ zwei Spiegelungen und $H=V^s=V^t$ die gemeinsame Spiegelebene.
% Nach \ref{inv} gibt es ein $W$-invariantes Skalarprodukt auf $V$. 
% F"ur jedes $W$-invariante Skalarprodukt auf $V$ gilt 
% dann $V=H\oplus H^\perp$,
% und sowohl $s$ als auch $t$ operieren  als die Identit"at auf $H$
% und als $-1$ auf $H^\perp$.
% \end{proof}
% \begin{proof}[Zweiter Beweis]
% Sind $s,t$ unsere Spiegelungen, so haben wir 
% $s(\lambda)=\lambda-\langle \lambda,\alpha^\vee\rangle \alpha$ und
% $t(\lambda)=\lambda-\langle \lambda,\alpha^\vee\rangle \beta$ 
% mit $\langle \alpha,\alpha^\vee\rangle=2=\langle \beta,\alpha^\vee\rangle$.
% Es folgt mit kurzer Rechnung
% $t(s(\lambda))=\lambda
% +\langle \lambda,\alpha^\vee\rangle (\beta-\alpha) $ und 
% damit $(ts)^n:\lambda\mapsto \lambda
% +n\langle \lambda,\alpha^\vee\rangle (\beta-\alpha) $. 
% Hat der Grundk"orper Charakteristik Null,  kann also $(ts)$ nur dann
% von endlicher Ordnung sein, wenn gilt $t=s$. 
% \end{proof}


\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[height=0.4\textheight]{SkriptenBilder/BildDie}\\[4mm]
\noindent 
Die vier Spiegel der Diedergruppe $D_4$.
Die acht \glqq Kuchenst"ucke\grqq, jeweils ohne ihren Rand,
sind die zugeh"origen \glqq Alkoven\grqq\  oder \glqq Weylkammern\grqq, und
man "uberlegt sich leicht, da"s je zwei Alkoven durch genau ein
Element unserer Spiegelungsgruppe ineinander "uberf"uhrt werden.
\end{figure}


\begin{Beispiel}\label{DieG}
  Wir betrachten in der euklidischen Ebene
  $r$ Geraden 
durch einen festen Punkt
derart, da"s  je zwei von ihnen durch eine Drehung um einen Winkel
der Gestalt $n\pi/r$ mit $n\in\DZ$ auseinander hervorgehen.
Diese $r$ Geraden sind die Spiegel einer
endlichen euklidischen Spiegelungsgruppe,
der sogenannten \defind{Diedergruppe} $D_{r}$.
Sie besteht aus den $r$ Spiegelungen an unseren $r$ Geraden
sowie den $r$ Drehungen um die Winkel $2\pi\nu/r$ f"ur
$\nu = 0,1,\ldots, r-1$. Im Fall $r=4$ ist das die 
\glqq Bierdeckelgruppe\grqq\ aller acht Symmetrien eines
Bierdeckels. Im allgemeinen w"are es die Gruppe aller $2r$
Symmetrien eines
\glqq Bierdeckels mit $r$ Ecken\grqq. 
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Die symmetrische Gruppe als Spiegelungsgruppe}] 
Wir betrachten in $\Bbb{R}^{n}$ f"ur $1\leq i < j \leq n$ die Hyperebenen
$H_{i,j} \pdef \{(x_{1},\ldots, x_{n}) \mid x_{i} = x_{j}\}$.
Die Spiegelung $s$ an der Hyperebene $H_{i,j}$ 
kann auch beschrieben werden als die\label{Annn} 
Vertauschung der $i$-ten und der $j$-ten Koordinate,
$s(\ldots,x_{i},\ldots, x_{j}, \ldots)=
( \ldots, x_{j}, \ldots, x_{i}, \ldots)$, denn 
besagte Vertauschung ist
orthogonal und $H_{i,j}$ ist die Menge ihrer Fixpunkte.
Diese Spiegelungen erzeugen 
eine endliche Spiegelungsgruppe, die in
offensichtlicher Weise isomorph
ist zur symmetrischen Gruppe $\cal{S}_n$.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Die Tetraedergruppe als Spiegelungsgruppe}] 
Die Spiegelungen an denjenigen Ebenen 
des  Raums, die senkrecht stehen auf 
den Kantenmitten  eines 
Tetraeders, erzeugen eine endliche euklidische Spiegelungsgruppe,
die isomorph ist zur Gruppe aller $24$ Permutationen
der vier Ecken unseres Tetraeders. Im "ubrigen kann man dieses Beispiel
aus dem  vorhergehenden erhalten, indem man als Ecken des Tetraeders die
Standardbasisvektoren des $\DR^4$ nimmt und als \glqq Raum\grqq\  ihr
affines
Erzeugnis betrachtet.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
Die  Spiegelungen an den Koordinatenebenen 
des $\DR^n$ erzeugen eine endliche euklidische Spiegelungsgruppe mit $2^n$ 
Elementen. 
\end{Beispiel}


  \begin{Bemerkungl}
Ich erinnere daran, da"s nach \eref{DeKK}{LA1}
    eine Teilmenge eines Vektorraums oder auch affinen Raums 
"uber einem angeordneten K"orper 
    {\bf konvex} hei"st, wenn sie mit je
    zwei Punkten auch das ganze dazwischenliegende Geradensegment 
enth"alt. 
  \end{Bemerkungl}


\begin{Definition}
Seien $E$ ein euklidischer Raum 
und $W\subset \op{O}_{\op{aff}}(E)$ eine
endliche euklidische Spiegelungsgruppe.
Die maximalen konvexen Teilmengen im Komplement 
der Vereinigung aller Spiegel $$E \setminus
\bigcup_{\substack{s \in W \text{ ist }\\ \text{Spiegelung} }} E^s$$
hei"sen die
\defnoind{Weylkammern}\index{Weylkammer!einer Spiegelungsgruppe}
oder \defnoind{Alkoven}\index{Alkoven!zu endlicher Spiegelungsgruppe}
unserer Spiegelungsgruppe.
\end{Definition}
\begin{Bemerkunge}
Im Fall $k=\Bbb{R}$ und $\op{dim}_\DR(E)<\infty$  k"onnen wir 
die Alkoven, wenn wir unseren endlichdimensionalen reellen Raum 
 mit seiner nat"urlichen Topologie  versehen, auch als die
Zusammenhangskomponenten von besagtem Komplement beschreiben.
\end{Bemerkunge}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Operation auf den Alkoven}]
Wir wollen als n"achstes zeigen, da"s
jede endliche euklidische Spiegelungsgruppe\label{SGuT}  
frei und transitiv auf der Menge ihrer Alkoven operiert.
Die Transitivit"at ist schnell bewiesen: 
F"ur beliebige Punkte
$v,w\in E$ finden wir sicher ein $x\in W$ derart, da"s 
der Abstand $\|v-xw\|$ 
kleinstm"oglich wird. Dann k"onnen
$v$ und $xw$ durch keine Spiegel mehr getrennt sein, da
f"ur $s$ die Spiegelung
an besagtem Spiegel sonst aus elementargeometrischen 
Gr"unden  $v$ und $sxw$ noch n"aher
aneinander w"aren.
Also liegen $v$ und $xw$ in Bezug auf jeden Spiegel in demselben
abgeschlossenen Halbraum und damit im Abschlu"s desselben Alkoven.
Die Freiheit der Operation scheint mir weniger offensichtlich.
Um bei ihrem Beweis inhaltsreichere Bilder malen zu k"onnen, werden wir sie
gleich
in der etwas allgemeineren Situation affiner Spiegelungsgruppen 
zeigen.
Wir f"uhren diesen Begriff im "ubern"achsten Abschnitt ein. Zun"achst  treffen
wir jedoch geometrische Vorbereitungen.  
\end{Bemerkungl}
\subsubsection*{"Ubungen}

\begin{Ubung}[\textbf{Symmetriegruppe eines Hyperkubus}]
Man zeige:
Die von allen orthogonalen Spiegelungen
in $\DR^n$ an den Hyperebenen $x_i = x_j$ f"ur $i \neq j$
und den Hyperebenen $x_i =0$ erzeugte Gruppe 
ist eine endliche euklidische Spiegelungsgruppe.
Sie ist die Symmetriegruppe des Hyperkubus, in Formeln die Gruppe aller der
Automorphismen von $\mathbb R^n$, die die Menge
\begin{equation*}
 \left\{ \sum^n_{i =1} (-1)^{r(i)} {\op{e}}_i 
\mid r : \{1, \ldots , n\} \rightarrow \{0,1\}\right\}
\end{equation*}
der Ecken des Hyperkubus stabilisiert.
Diese Gruppe hat $n!2^n$ Elemente und kann 
als semidirektes Produkt $(\mathbb Z / 2 \mathbb Z)^n \rtimes \mathcal S_n$
im Sinne von 
\eref{Spn}{AL} alias als Kranzprodukt 
$\mathbb Z/ 2 \mathbb Z \wr \mathcal S_n$ im Sinne von 
\eref{KraP}{AL} realisiert werden.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Ein Schnitt von zwei endlichen euklidischen  Spiegelungsgruppen
  in der Automorphismengruppe ein- und desselben euklidischen Raums mu"s
  keineswegs wieder eine endliche euklidische Spiegelungsgruppe sein.
  Selbst im zweidimensionalen Fall findet man leicht Gegenbeispiele und
  selbst dann, wenn unsere beiden endlichen euklidischen  Spiegelungsgruppen
  in einer gemeinsamen endlichen euklidischen  Spiegelungsgruppe enthalten sind.
  Aus \ref{IGr} wird jedoch leicht folgen, da"s gegeben endliche euklidische Spiegelungsgruppen $W'\subset W\subset \op{O}_{\op{aff}}(E)$ und $\lambda\in E$ auch
  $W'_\lambda=W_\lambda\cap W'$ eine endliche euklidische  Spiegelungsgruppe ist. 
\end{Ubung}








\subsection{Endliche lineare Spiegelungsgruppen}\label{EnSp}

\begin{Bemerkungl}
  In den  Anwendungen trifft man 
 Spiegelungsgruppen oft
im Kontext nicht-euklidischer Vektorr"aume an. 
Im folgenden bauen wir f"ur diese Situation einen
begrifflichen Rahmen. Weil wir uns damit eh von der Anschauung
der euklidischen Ebene entfernen und weil der affine Fall sp"ater
eh noch ausf"uhrlich behandelt wird, beschr"anken uns dabei auf den Fall
von endlicher Spiegelungsgruppen in der Automorphismengruppe von
Vektorr"aumen.
\end{Bemerkungl}






\begin{Definition}\label{DS2a}
Eine lineare Abbildung von einem Vektorraum in sich selbst hei"st eine
\defnoind{Spiegelung} oder noch pr"aziser
eine {\bf lineare Spiegelung},\index{Spiegelung!lineare}  
 wenn ihr Quadrat die Identit"at ist und ihre 
Fixpunktmenge
eine Hyperebene und  wir uns nicht in Charakteristik Zwei befinden.
Wir nennen die Fixpunktmenge einer Spiegelung
auch ihre \defind{Spiegelhyperebene} oder abk"urzend ihren
\defind{Spiegel}.
\end{Definition}
\begin{Bild} 
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildSchS}\\[4mm]
\noindent 
Eine Spiegelung, die nicht orthogonal w"are f"ur ein
"ubliches Skalarprodukt auf der Papierebene. 
\end{Bild}
\begin{Bild} 
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildOS}\\[4mm]
\noindent Eine Spiegelung, die orthogonal ist f"ur jedes
"ubliche Skalarprodukt auf der Papierebene.
\end{Bild}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Formelhafte Darstellung von linearen Spiegelungen}] 
Seien $k$ ein K"orper einer
Charakteristik $\op{char} k\neq 2$ und $V$ ein $k$-Vektorraum 
und $s:V \ra V$  eine
lineare Spiegelung. Ihren Spiegel notieren wir $V^{s}$.
Wegen unserer Annahme
$\op{char} k\neq 2$ 
hat jedes $v\in V$ die Zerlegung $v=(v+sv)/2 \;+ (v-sv)/2$. 
Wir folgern die Zerlegung  $V=V^s\oplus V^{-s}$ von $V$ in Eigenr"aume
von $s$ zu den Eigenwerten $\pm 1$.
Insbesondere ist der Eigenraum 
zum Eigenwert $-1$ unserer Spiegelung stets
eine Gerade, in Formeln $\op{dim}_k V^{-s}=1$.
Ist $V$ ein Vektorraum und $V^{\ast}$ sein Dualraum, so schreiben wir f"ur
den Wert $f(\lambda)$ von $f\in V^\ast$ an einer Stelle $\lambda\in V$ 
im folgenden symmetrischer
 $\langle f,\lambda \rangle$ oder sogar $\langle \lambda,f\rangle$.
W"ahlen wir nun in $V$ erst einen Eigenvektor $\al$ unserer Spiegelung
$s$ zum
Eigenwert $-1$ und dann diejenige Linearform $\al^\vee \in V^{\ast}$ 
mit $\op{ker}\al^\vee=V^{s}$ und $\langle \al,
\al^\vee\rangle = 2$, so gilt
$$s(\lambda) = \lambda - \langle \lambda, \al^\vee \rangle \al$$ 
f"ur alle $\lambda$
in $V=k \al\oplus V^{s}$.
Umgekehrt erhalten wir f"ur beliebige
$\al \in V$, $ \al^\vee\in V^{\ast}$ mit $\langle \al, \al^\vee \rangle =2$
eine Spiegelung $s_{\al, \al^\vee}$ durch die Vorschrift 
$$\begin{array}{cccl}
s_{\al, \al^\vee} : & V&\ra &V\\
&\lambda& \mapsto &\lambda - \langle \lambda, \al^\vee
\rangle \al\end{array}$$ 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Orthogonale Spiegelungen}]
Ist $V$ ein  Vektorraum "uber einem angeordneten K"orper
und ist die Spiegelung
$s=s_{\al,\al^\vee}:\lambda \mapsto \lambda-
\langle\lambda,\al^\vee\rangle\al$ orthogonal 
bez"uglich eines Skalarprodukts $(\;,\;)$ auf $V$,  
also $(s\lambda,s\mu)=(\lambda,\mu)\quad\forall \lambda,\mu\in V$,
so gilt offensichtlich $V^s=\al^\perp=\{v\in V\mid (v,\al)=0\}$ und
wir haben
$$\langle \lambda, \al^\vee \rangle =\frac{2(\lambda,\al)}{(\al,\al)}
\quad\forall\lambda\in V$$
In der Tat nehmen beide Seiten offensichtlich auf $\lambda=\al$ und auf jedem
$\lambda\in\al^\perp$ denselben Wert an.
In anderen Worten bildet der zu unserem Skalarprodukt geh"orige
Isomorphismus $V\sira V^\ast$, $\lambda\mapsto (\lambda,\;)$ 
den Vektor $2\al/(\al,\al)$  auf $\al^\vee$ ab.  
Dasselbe gilt allgemeiner, wenn wir "uber einem beliebigen K"orper 
einer von Zwei verschiedenen Charakteristik arbeiten und $(\;,\;)$
eine unter $s_{\al,\al^\vee}$ invariante symmetrische Bilinearform ist mit
der Eigenschaft $(\al,\al)\neq 0$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Unter einer {\bf endlichen linearen Spiegelungsgruppe}\index{Spiegelungsgruppe!endliche lineare}
verstehen wir eine endliche Gruppe von Automorphismen eines
 Vektorraums "uber einem angeordneten K"orper,
die von Spiegelungen erzeugt wird.\label{ESG}
\end{Definition}
\begin{Lemma}\label{inv} Gegeben
eine endliche Gruppe von Automorphismen eines Vektorraums 
"uber einem angeordneten K"orper gibt es 
auf unserem Vektorraum stets ein
unter dieser Gruppe invariantes Skalarprodukt.
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}
  Wir sind also nie wirklich weit von unseren euklidischen Spiegelungsgruppen 
entfernt. Allerdings wird solch ein invariantes Skalarprodukt im allgemeinen 
keineswegs eindeutig sein. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Sei $k$ unser angeordneter K"orper und $V$ unser Vektorraum und
$G$ unsere endliche Gruppe von Automorphismen von $V$.
Sei $b:V\times V\ra k$ irgendein Skalarprodukt. Wir
erhalten ein $G$-invariantes Skalarprodukt durch die Vorschrift
$i(v,w)= \sum_{g\in G}
b (gv,gw)$.
\end{proof}
\begin{Lemma}\label{SHH}
Haben zwei Spiegelungen einer endlichen linearen 
Spiegelungsgruppe denselben Spiegel, so stimmen sie "uberein.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Erster Beweis]
Sei $V$ ein Vektorraum "uber einem angeordneten K"orper und
$W \subset \op{GL} (V)$ unsere endliche 
lineare Spiegelungsgruppe. Seien $s,t \in
W$ zwei Spiegelungen und $H=V^s=V^t$ der gemeinsame Spiegel.
Nach \ref{inv} gibt es ein $W$-invariantes Skalarprodukt auf $V$. 
F"ur jedes $W$-invariante Skalarprodukt auf $V$ gilt 
dann $V=H\oplus H^\perp$,
und sowohl $s$ als auch $t$ operieren  als die Identit"at auf $H$
und als $-1$ auf $H^\perp$.
\end{proof}
\begin{proof}[Zweiter Beweis]
Sind $s,t$ unsere Spiegelungen, so haben wir 
$s(\lambda)=\lambda-\langle \lambda,\alpha^\vee\rangle \alpha$ und
$t(\lambda)=\lambda-\langle \lambda,\alpha^\vee\rangle \beta$ 
mit $\langle \alpha,\alpha^\vee\rangle=2=\langle \beta,\alpha^\vee\rangle$.
Es folgt mit kurzer Rechnung
$t(s(\lambda))=\lambda
+\langle \lambda,\alpha^\vee\rangle (\beta-\alpha) $ und 
damit $(ts)^n:\lambda\mapsto \lambda
+n\langle \lambda,\alpha^\vee\rangle (\beta-\alpha) $. 
Hat der Grundk"orper Charakteristik Null,  kann also $(ts)$ nur dann
von endlicher Ordnung sein, wenn gilt $t=s$. 
\end{proof}





\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}[\textbf{Transponierte einer Spiegelung}]
Man zeige, da"s die transponierte Abbildung zu einer Spiegelung
$s=s_{\alpha,\alpha^\vee}:V\ra V$ die Spiegelung\label{TrSp} 
$s^\top=s_{\alpha^\vee,\alpha}:V^\ast\ra V^\ast$ ist, wobei
wir in der zweiten Identit"at unter  $\alpha$  das durch 
Auswerten an $\alpha$ definierte Element des Bidualraums $V^{\ast\ast}$ 
verstehen.
\end{Ubung} 

\subsection{Alkovengeometrie}
\begin{Bemerkungl}
Im folgenden arbeiten wir mit affinen R"aumen "uber
angeordneten K"orpern. Wir setzen nicht voraus, da"s  unsere
affinen R"aume von  endlicher Dimension
sein m"ussen. In Anwendungen  wird das jedoch meist der Fall sein.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Sei $E$ ein affiner Raum "uber
einem angeordneten K"orper.
Gegeben 
$x,y \in E$ setzen wir 
$$
\begin{array}{lll}
[x,y]&\pdef&\{ x+t(y-x)\mid 0\leq t\leq 1\}\\[0mm] 
[x,y)&\pdef&\{ x+t(y-x)\mid 0\leq t< 1\}\\ 
(x,y]&\pdef&\{ x+t(y-x)\mid 0< t\leq 1\}\\ 
(x,y)&\pdef&\{ x+t(y-x)\mid 0< t< 1\}\\ 
\end{array}
$$
Mengen dieser Gestalt mit $x\neq y$ nennen wir 
 {\bf Geradensegmente},\index{Geradensegment}\label{GeSe}  
und zwar  {\bf abgeschlossene Geradensegmente}, 
wenn beide {\bf Endpunkte} $x,y$ dazugeh"oren, und 
 {\bf offene Geradensegmente}, wenn keiner der beiden Endpunkte dazugeh"ort.
 Im Fall eines endlichdimensionalen reellen affinen Raums mit seiner nat"urlichen
 Topologie 
sind zwar abgeschlossene Geradensegmente abgeschlossene Teilmengen
des ganzen Raums,
offene Geradensegmente jedoch nur offene Teilmengen in der von ihnen erzeugten 
affinen Gerade.
\end{Definition}



\begin{Definition}
Ein System von Hyperebenen in einem affinen Raum "uber
einem angeordneten K"orper hei"st 
\defnoind{lokal endlich},\index{System von Hyperebenen}
 wenn  jedes Geradensegment in unserem Raum
h"ochstens endlich viele Hyperebenen 
unseres Systems trifft.
\end{Definition}
\begin{Lemma}
Ein affiner Raum "uber einem angeordneten K"orper 
kann nicht durch ein lokal endliches System  von
Hyperebenen "uberdeckt werden.\label{MMm}
\end{Lemma}

\begin{proof}[Beweis]
  In \eref{EU}{AL} hatten wir bereits gezeigt, da"s 
ein affiner Raum "uber einem unendlichen K"orper 
nicht von endlich vielen 
Hyperebenen "uberdeckt werden kann. 
  Jeder Punkt $x$ unseres affinen Raums hier
  liegt jedoch  auf h"ochstens endlich vielen Hyperebenen
  unseres lokal endlichen Systems. 
Wenn wir nun mithilfe von \eref{EU}{AL} einen weiteren 
Punkt $y$ au"serhalb dieser endlich
vielen Hyperebenen w"ahlen, so ist das Segment $[x,y]$ in
keiner unserer  Hyperebenen enthalten. Da es unendlich
viele Punkte hat, aber nur endlich viele unserer Hyperebenen
trifft und zwar in jeweils nur einem Punkt, 
gibt es
auf $[x,y]$ notwendig Punkte, die
auf keiner unserer Hyperebenen liegen.
\end{proof}

 \begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildHpA}\\[4mm]
 \noindent 
Der $H$-Halbraum $H^+_A$ einer nichtleeren konvexen 
Teilmenge  $A$, die die Hyperebene $H$ nicht trifft. Per definitionem
geh"ort $H$ selbst nicht zu $H^+_A$  dazu.
\end{figure}

\begin{Bemerkungl}
Ich erinnere daran, da"s eine Teilmenge eines affinen Raums
"uber
einem angeordneten K"orper  {\bf konvex} 
hei"st, wenn sie 
mit je zwei Punkten  auch das ganze dazwischenliegende Geradensegment
enth"alt. Ich erinnere daran, da"s jede Hyperebene in einem affinen Raum die 
Nullstellenmenge einer affinen Funktion ist. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Sei  $E$ ein affiner Raum "uber
einem angeordneten K"orper.
F"ur jede Hyperebene $H\subset E$ gibt es in  $E\backslash H$ 
genau zwei maximale\label{KHR} 
konvexe Teilmengen,
die wir die \defnoind{Halbr"aume}\index{Halbraum} zu $H$ oder
die \defnoind{$H$-Halbr"aume}\index{Halbraum} nennen. Ist $A\subset E$ eine 
nichtleere konvexe
Teilmenge und gilt $A \cap H = \emptyset$,
so liegt $A$ in genau einem Halbraum zu $H$.
Diesen Halbraum bezeichnen wir mit $H^{+}_{A}$ und nennen ihn den
\defnoind{$H$-Halbraum von} $A$. Seine Vereinigung mit der Hyperebene 
selbst notieren wir $\bar{H}^{+}_{A}={H}^{+}_{A}\cup H$
und nennen sie den 
\defnoind{abgeschlossenen $H$-Halbraum von}\index{abgeschlossen!Halbraum} 
$A$. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Definition}
F"ur jede Hyperebene in einem affinen Raum "uber einem angeordneten K"orper
betrachten wir die dreiteilige Partition unseres\label{DFH} 
Raums in die zwei 
Halbr"aume und die Hyperebene selbst und nennen sie
die zugeh"orige {\bf Hyperebenenpartition}.\index{Hyperebenenpartition} 
\end{Definition}
\begin{Definition}
Gegeben ein lokal endliches System von Hyperebenen 
in einem affinen Raum "uber einem angeordneten K"orper
betrachten wir die
gr"obste Partition unseres affinen Raums, 
die feiner ist als die Hyperebenenpartition f"ur
jede der Hyperebenen unseres Systems. Die St"ucke der so erkl"arten
Partition 
hei"sen die {\bf Facetten zu unserem lokal endlichen System von Hyperebenen}.\index{Facette!zu  System von Hyperebenen}   
Als Schnitte konvexer
Teilmengen sind sie konvex und nach der Definition
einer Partition sind sie nie
leer. 
\end{Definition} 
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Facetten als "Aquivalenzklassen}]
  Gegeben ein lokal endliches System von Hyperebenen $\mathcal H$ 
  in einem affinen Raum $E$
  "uber einem angeordneten K"orper k"onnen wir auch die
  "Aquivalenzrelation betrachten mit $x\sim y$ genau dann, wenn
  f"ur jede Hyperebene $H\in\mathcal H$ gilt  $[x,y]\cap H\neq \emptyset \RA
  [x,y]\subset H$. Die "Aquivalenzklassen sind dann die zugeh"origen
  Facetten.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Wollen wir das in algebraischer statt in geometrischer Sprechweise
formulieren, so m"ussen wir statt unserem System von Hyperebenen 
eine Menge $\Lambda$ von affinen Abbildungen $\lambda:E\ra k$ betrachten,
die jeweils eine Gleichung f"ur jede  unserer Hyperebenen enth"alt.
F"ur jede Dreiteilung dieses Systems $\Lambda=\Lambda^+\amalg
\Lambda^0\amalg
\Lambda^-$ ist dann die Menge 
$$\left\{v\in E\left|
    \begin{array}{ll}
 \lambda(v)=0 &\forall \lambda\in\Lambda^0\\
\lambda(v)>0 &\forall\lambda\in\Lambda^+\\
\lambda(v)<0 &\forall\lambda\in\Lambda^-
\end{array}
\right\}\right.$$
entweder leer oder eine Facette. Die \glqq lokale Endlichkeit\grqq\  unseres 
Systems von Hyperebenen "ubersetzt sich in dieser Formulierung
in die Bedingung, da"s auf
jedem Geradensegment h"ochstens endlich viele $\lambda\in\Lambda$ eine
Nullstelle haben d"urfen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition} 
Gegeben ein affiner Raum\label{Facet}
 $E$ "uber einem angeordneten K"orper nennen wir  eine 
Teilmenge $A\subset E$ ganz allgemein eine {\bf Facette},\index{Facette!Teilmenge von affinem Raum}
wenn es ein lokal endliches System von Hyperebenen gibt, zu dem
unser $A$ eine Facette im Sinne von \ref{DFH} ist.
Wir sagen dann auch, da"s besagtes System von Hyperebenen \glqq unsere Facette
  ausschneidet\grqq. 
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Die mathematische Terminologie ist, was den Begriff einer Facette angeht,  uneinheitlich. Vielfach hei"st das eine Facette, was bei uns 
  \glqq der Abschlu"s einer Wandfacette eines Alkoven\grqq\ hei"st, vergleiche
  \ref{DsTr}. 
\end{Bemerkungl}
  
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildFacc}\\[4mm]
 \noindent 
Die drei dargestellten Geraden liefern eine Partition der
Papierebene in $19$ Facetten, als da w"aren $3$ einpunktige Facetten,
$3$ offene Geradensegmente, von denen ich eines
versucht habe durch ein Klammerpaar anzudeuten,  
$6$ offene Halbgeraden, von denen ich eine
versucht habe durch eine Klammer anzudeuten, und $7$ sogenannte
Alkoven, von denen ich Zwei schraffiert habe.
Der Abschlu"s des dreieckigen Alkoven in der Mitte ist
die abgeschlossene Dreiecksfl"ache, er ist in unserem Fall
die Vereinigung von $7$ unserer Facetten, n"amlich von den $3$ Punkten, 
den $3$ offenen Geradensegmenten und der offenen Dreiecksfl"ache selber.
\end{figure}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Intrinsische Natur der Definition einer Facette}]
   Ein- und dieselbe Facette kann im allgemeinen 
durch  verschiedene lokal
  endliche Systeme von Hyperebenen ausgeschnitten werden. 
Insbesondere m"ussen verschiedene Facetten keineswegs disjunkt sein.
Eine Grundprinzip  des im folgenden  gegebenen 
Zugangs zur Alkovengeometrie ist die Erkenntnis, 
da"s sich gewisse  Aspekte der Geometrie unserer
Facetten  unabh"angig von einem sie ausschneidenden System 
von Hyperebenen   formulieren lassen.
\end{Bemerkungl}

  
\begin{Definition}
Seien $E$ ein affiner Raum "uber einem angeordneten K"orper und\label{AbFa}  
$A\subset E$ eine Facette. Wir
erkl"aren den \defnoind{Abschlu"s}\index{Abschlu"s!von Facette} $\bar A$ 
von $A$ als die Menge aller Punkte $x\in E$ derart, da"s 
 f"ur 
mindestens einen  
Punkt $y\in A$ die Menge $(x,y]$ ganz in $A$ enthalten ist.
\end{Definition}
\begin{Beispiele}
Wegen $(x,x]=\{x\}$ liegt jede Facette in ihrem Abschlu"s.
In einem eindimensionalen affinen Raum "uber einem
angeordneten K"orper sind die Facetten genau die Punkte, die
offenen Geradensegmente, die offenen Halbgeraden und der ganze Raum.
In $\DR$ sind die Facetten genau die nichtleeren offenen  Intervalle, aber in $\DQ$ ist das so nicht richtig.
In einem endlichdimensionalen affinen Raum "uber einem
angeordneten K"orper ist jeder nichtleere affine Teilraum
und insbesondere jede einelementige Teilmenge
eine Facette.
Im allgemeinen  ist jeder Halbraum eine Facette
und sein Abschlu"s als Halbraum im Sinne von \ref{KHR} f"allt mit seinem 
Abschlu"s als Facette zusammen.
\end{Beispiele}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Abschlu"s einer Facette, Hyperebenen-Beschreibung}]
Ist $E$ ein affiner Raum
"uber einem angeordneten K"orper und
 $A\subset E$ eine Facette und $\cal{H}$ 
ein lokal endliches System von Hyperebenen, das sie ausschneidet,
so haben wir
$$A=\bigcap_{A\subset H\in\mathcal H}H\cap 
\bigcap_{A\not\subset H\in\mathcal H}H^+_A$$
Der Abschlu"s unserer Facette wird dann gegeben durch die Formel 
$$\bar{A}=\bigcap_{A\subset H\in\mathcal H}H\cap 
\bigcap_{H\in\mathcal H,\;A\cap H=\emptyset}\bar{H}^+_A$$
Insbesondere gilt f"ur jeden Punkt $y\in A$ offensichtlich
$\bar{A}=\{x\in E\mid (x,y]\subset A\}$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}[\textbf{Abschlu"s einer Facette, topologische Beschreibung}]
Haben wir $k=\DR$ und ist unser affiner Raum endlichdimensional
und versehen wir ihn mit seiner nat"urlichen Topologie,
so stimmt der  Abschlu"s einer Facette
"uberein mit ihrem Abschlu"s im Sinne der Topologie.
\end{Bemerkunge}


  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Geradensegmente in Facetten}] 
    Umfa"st eine Facette ein abgeschlossenes Geradensegment, so
    umfa"st sie auch ein offenes Geradensegment, das seinerseits
    dieses abgeschlossene Geradensegment umfa"st.\label{FOG} 
    Das folgt direkt aus der Definition \ref{Facet}.
  \end{Bemerkungl}

  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Facetten in abgeschlossenen Halbr"aumen}] 
      Ist eine Facette in einem abgeschlossenen Halbraum zu einer
      Hyperebene enthalten,\label{L62} so liegt sie entweder bereits im
      entsprechenden offenen Halbraum oder aber in der fraglichen
      Hyperebene.
      Das folgt direkt aus unseren Erkenntnissen zu Geradensegmenten
in Facetten \ref{FOG} und der
      Konvexit"at.
  \end{Bemerkungl}

\begin{Definition} 
  Die bez"uglich der Inklusionsrelation
  maximalen Facetten im Abschlu"s einer gegebenen Facette
hei"sen ihre {\bf Randfacetten}.\index{Randfacette} 
Diejenigen Randfacetten,\label{eRf} die von der gegebenen Facette verschiedenen
sind, nennen wir ihre {\bf echten Randfacetten}.\index{Randfacette!echte}
\end{Definition}

\begin{Beispiel} In $\DR$ sind die Facetten genau die nichtleeren offenen
  Intervalle und ihr Abschlu"s f"allt mt dem topologischen Abschlu"s zusammen.
  Jede Facette in $\DR$ hat also nur einpunktige echte Randfacetten, und zwar
  h"ochstens zwei. Letzteres gilt allgemeiner "uber jedem angeordneten K"orper.
\end{Beispiel}
  

  
  \begin{Lemma}[\textbf{Hyperebenenbeschreibung von Randfacetten}]  
    Wird eine Facette $A$\label{RaFa}
 durch ein lokal endliches System von
    Hyperebenen $\cal{H}$ ausgeschnitten, so schneidet dieses System auch alle ihre
    Randfacetten aus, und diese sind genau alle nichtleeren 
Schnitte $B$ der Gestalt
    $$B=\bigcap_{ A
\subset H\in \cal{H}}H\cap \bigcap_{H\in \cal{R}}H\cap
    \bigcap_{A \not\subset H\not\in \cal{R}}H^+_A$$
    f"ur beliebige Teilmengen $\cal{R}\subset
    \{H\in\cal{H}\mid A\not\subset H\}$.
\end{Lemma}

\begin{proof}
  In der Tat ist jeder solche 
nichtleere Schnitt offensichtlich eine Facette im
  Abschlu"s von $A$. 
Ist umgekehrt eine Facette im Abschlu"s von $A$ gegeben, so 
liegt sie sicher auf allen Hyperebenen, auf denen $A$ liegt,
und nach unseren Erkenntnissen \ref{L62} 
zu Facetten in abgeschlossenen Halbr"aumen liegt sie in Bezug auf alle 
Hyperebenen aus einem $A$ ausschneidenden System 
entweder auf der Hyperebene selbst oder in demselben Halbraum wie $A$.
Folglich liegt jede im
  Abschlu"s von $A$ enthaltene Facette in einem unserer Schnitte.
\end{proof}



  
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Teilordnung auf der Menge der Randfacetten}]
  Auf der Menge $\cal{F}(A)$ aller Randfacetten einer Facette  
$A$ erhalten wir eine\label{FaCo} 
  Teilordnung durch die Vorschrift $B\leq C \IFF B\subset
  \bar{C}$
  und f"ur jede Facette $C\in \cal{F}(A)$ folgt aus der Hyperebenenbeschreibung von Randfacetten \ref{RaFa} unschwer $\cal{F}(C)\subset
  \cal{F}(A)$. In Worten ist also jede Randfacette einer Randfacette einer Facette $A$ auch bereits selbst eine Randfacette von $A$. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Abschlu"s als Vereinigung der Randfacetten}]
  Nach der Hyperebenenbeschreibung von Randfacetten
 \ref{RaFa} ist der Abschlu"s einer
  Facette stets die disjunkte Vereinigung "uber alle maximalen in
  besagtem Abschlu"s enthaltenen Facetten, in Formeln
  $$\bar{A}=\coprod_{B\in\cal{F}(A)}B$$
\end{Bemerkungl}






  \begin{Definition}\label{TrFa}
    Der von einer Facette erzeugte affine Teilraum hei"st der
    \defnoind{Tr"ager}\index{Tr"ager!einer Facette} unserer Facette.  Er kann
    auch beschrieben werden als der Schnitt aller derjenigen Hyperebenen eines
    sie ausschneidenden lokal endlichen Systems, die die fragliche Facette enthalten.
    Eine Facette, deren Tr"ager der ganze Raum ist, hei"st ein
    \defnoind{Alkoven}\index{Alkoven!zu System von Hyperebenen} oder auch eine
    \defind{Kammer}. 
\end{Definition}

\begin{Bemerkunge}
  Unter der {\bf Dimension}\index{Dimension!einer Facette} einer
  Facette versteht man die Dimension ihres Tr"agers. Sie kann bei uns auch
durchaus unendlich sein. Unter der {\bf Kodimension}\index{Kodimension!einer Facette} einer
  Facette versteht man die Kodimension ihres Tr"agers.
Sie ist nach unseren Definitionen stets endlich.
\end{Bemerkunge}



\begin{Lemma}[\textbf{"Uberdeckung  durch Alkovenabschl"usse}]
Gegeben  ein lokal endliches System von Hyperebenen $\cal{H}$ in
einem\label{AUe} 
affinen Raum $E$ "uber einem angeordneten K"orper "uberdecken die
Abschl"usse der zugeh"origen Alkoven ganz $E$. Bezeichnet $\cal{A}(\mathcal H)$
die Menge aller Alkoven zu $\cal{H}$, so gilt also in Formeln 
$$E=\bigcup_{A\in\cal{A}(\mathcal H)}\bar{A}$$
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit habe $E$ mehr als nur einen Punkt.
F"ur $p\in E$ finden
wir nach Lemma \ref{MMm} eine affine Gerade durch $p$, die in keiner unserer
Hyperebenen $H\in\cal{H}$ enthalten ist. Dann gibt es auch einen Punkt
$q$ auf unserer Gerade derart, da"s das halboffene Geradensegment
$(p,q]$
keine unserer Hyperebenen $H\in\cal{H}$ trifft. Damit liegt aber per
definitionem
der Punkt $p$ im Abschlu"s des Alkoven von $q$.
\end{proof}
\begin{Definition}
Unter einer {\bf Wand}\index{Wand!eines Alkoven} eines Alkoven 
verstehen wir eine Hyperebene, die der \hyperref[TrFa]{Tr\"ager} einer seiner Randfacetten
ist.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Nach der Hyperebenenbeschreibung von
  Randfacetten \ref{RaFa}  geh"ort jede Wand eines Alkoven zu jedem lokal
  endlichen System von Hyperebenen, das besagten Alkoven ausschneidet.
  Die Menge der W\"ande eines Alkoven $A$ notieren wir
  $\cal{H}_{A}$. Eine Randfacette der Kodimension Eins eines Alkoven
  nennen wir eine {\bf Wandfacette}\index{Wandfacette} unseres
  Alkoven.\label{WaFa} 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}]
  Mit der hier eingef"uhrten Terminologie halten wir uns an Bourbaki.
  F"ur deren Erweiterung in \ref{Facet} wei"s ich nicht, ob sie bereits
  in der Literatur verwendet wird.\label{DsTr} 
  Jeder Polyeder im Sinne von \eref{FacPO}{LA1} ist in unserer
  Terminologie der \hyperref[AbFa]{Abschlu\ss} einer
  wohlbestimmten Facette, die man sein \glqq Inneres\grqq\ nennen mag.
Die Bezeichnung \glqq Facette eines Polyeders\grqq\  wird aber oft
auch abweichend verwendet f"ur das, was wir
in der hier und im folgenden eingef"uhrten
Terminologie den \glqq \hyperref[AbFa]{Abschlu\ss} einer \hyperref[WaFa]{Wandfacette} des Inneren
eines Polyeders\grqq\ zu nennen h"atten.
\end{Bemerkungl}


\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildWA}\\[4mm]
\noindent 
Ein System von Hyperebenen, ein zugeh"origer Alkoven als
schraffierte Dreiecksfl"ache, und seine drei W"ande als
fett eingezeichnete affine Geraden.
\end{figure}


 
\begin{Lemma}[\textbf{W"ande als eindeutige Ber"uhrende}] 
Gegeben ein Alkoven und ein ihn ausschneidendes System
von Hyperebenen $\cal{H}$ ist eine Hyperebene $H\in \cal{H}$
eine Wand unseres Alkoven  genau dann, wenn es\label{UeWa} 
 auf $H$   einen Punkt aus dem Abschlu"s unseres Alkoven gibt, der
auf keiner anderen Hyperebene aus 
$\cal{H}$\label{UeWaa} %War fr"uher was anderes
liegt.
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}
  Anschaulich gesprochen in also unsere Wand 
f"ur mindestens  einen Punkt aus dem Abschlu"s unseres
Alkoven die einzige Hyperebene,
die den Alkoven \glqq in diesem Punkt ber"uhrt\grqq.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Ist unsere Hyperebene die einzige Hyperebene aus $\cal{H}$
durch besagten Punkt, die den Alkoven nicht trifft, 
so mu"s besagter Punkt nach unserer Hyperebenenbeschreibung von
Randfacetten \ref{RaFa} zu einer Randfacette 
geh"oren, die unsere Hyperebene erzeugt. Folglich ist
dann unsere Hyperebene eine Wand des besagten Alkoven.
Ist umgekehrt unsere Hyperebene eine Wand des besagten Alkoven,
so ist sie Tr"ager einer Randfacette, und jeder Punkt dieser
Randfacette hat besagte Eigenschaft, wieder
nach unserer Hyperebenenbeschreibung von
Randfacetten \ref{RaFa}.
\end{proof}

\begin{Satz}[\textbf{Begrenzung eines Alkoven durch seine W"ande}]
Jeder Alkoven ist\label{Wand} der Schnitt "uber die ihn umfassenden
Halbr"aume zu seinen W"anden. In Formeln gilt f"ur jeden Alkoven $A$ also
$$A = \bigcap_{H \in \cal{H}_{A}} H^{+}_{A}$$
\end{Satz}

\begin{proof}
Es gilt zu zeigen, da"s jedes Segment $[x,y]$ mit $x\in A$ und $y\not\in A$
mindestens eine Wand von $A$ trifft.
Per definitionem gibt es  ein lokal endliches 
System $\cal{H}$ von Hyperebenen, das den Alkoven $A$ ausschneidet.
Lassen wir aus diesem System eine Hyperebene weg, die keine Wand
von $A$ ist, so erhalten wir nach 
der Beschreibung der W"ande als eindeutige Ber"uhrende \ref{UeWa} wieder ein
 lokal endliches System von Hyperebenen, das den Alkoven $A$ ausschneidet.
Trifft unser Segment also keine Wand von $A$, 
so k"onnen wir die endlich vielen 
Hyperebenen aus $\cal{H}$, die es trifft, 
aus $\cal{H}$
herausnehmen und erhalten   
wieder ein
System von Hyperebenen, das den Alkoven $A$ ausschneidet. 
Daraus  folgt jedoch $y\in A$ im Widerspruch zu unserer Annahme.
\end{proof}

 
\begin{Lemma}[\textbf{Jede Hyperebene ist  Wand eines Alkoven}] 
Ist $\cal{H}$ ein lokal endliches System von Hyperebenen in einem
affinen Raum "uber einem angeordneten K"orper, so\label{WAa} 
ist jede Hyperebene $H \in \cal{H}$  Wand mindestens eines
der durch dieses System definierten Alkoven,
in Formeln $$\cal{H}=\bigcup_{A\in\cal{A}}\cal{H}_A$$
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
F"ur $H\in\cal{H}$ finden wir nach \ref{MMm} 
einen Punkt $q\in H$, der auf keiner
anderen Hyperebene aus $\cal{H}$ liegt.
Er liegt nach der "Uberdeckung durch Alkovenabschl"usse
\ref{AUe} im Abschlu"s eines Alkoven,
und unsere Hyperebene ist dann nach der Beschreibung der
W"ande  als eindeutige Ber"uhrende \ref{UeWa}
eine Wand dieses Alkoven.
\end{proof}

\begin{Bemerkunge}[\textbf{Algebraische Beschreibung der W"ande eines Alkoven}]  
Sei $A$ ein Alkoven zu einem lokal endlichen System
von Hyperebenen $\cal{H}$.
W"ahlt man f"ur jede Hyperebene $H \in \cal{H}$ eine affine Abbildung
$\alpha_{H} : E \ra k$ mit $\alpha_{H}|_A > 0$, so sind die 
W"ande von $A$ genau diejenigen $H \in \cal{H}$ mit $\bar A\cap
H\neq\emptyset$, f"ur die sich $\alpha_{H}$
nicht als positive Linearkombination gewisser $\alpha_{L}$ 
mit $L \neq H$ schreiben
l"a"st. 
Da"s f"ur jede Wand $H$ von $A$  diese Bedingung
erf"ullt ist, ist eh klar.
Da"s nur W"ande unsere Bedingung erf"ullen, 
ergibt sich  als
eine Konsequenz des Hauptsatzes "uber lineare Ungleichungen \eref{HLU}{LA1}:
Ist n"amlich $H$ keine Wand und $x\in \bar A\cap H$,
so gibt es nach der Beschreibung der W"ande 
 als eindeutige Ber"uhrende \ref{UeWa} noch mindestens eine 
weitere Hyperebene aus $\mathcal H$ durch
$x$, aber auch h"ochstens endlich viele derartige Hyperebenen $L,\ldots, M\in\mathcal H$. 
Lie"se sich $\alpha_H$ nicht als positive Linearkombination 
aus ihnen schreiben, so g"abe es nach dem
 Hauptsatz "uber lineare Ungleichungen \eref{HLU}{LA1} 
einen Punkt $y$ 
mit $\alpha_H(y)<0$ aber $\alpha_L(y)\geq 0,\ldots,\alpha_M(y)\geq 0$.
Das Segment $[x,y]$ trifft nun h"ochstens endlich viele 
Hyperebenen aus $\mathcal H$. Indem wir $y$ notfalls durch einen geeigneten
anderen Punkt von $(x,y]$ ersetzen, d"urfen wir annehmen, da"s
$(x,y]$ au"ser $H$ selbst keine Hyperebene aus $\mathcal H$ trifft. 
F"ur beliebiges $z\in A$ trifft dann $(y,z)$ die
Hyperebene $H$ aber keine andere  unserer Hyperebenen aus $\mathcal H$. 
Damit w"are aber $H$ nach der Beschreibung der W"ande 
 als eindeutige Ber"uhrende \ref{UeWa} doch eine Wand gewesen.
\end{Bemerkunge}

\subsubsection*{"Ubungen}

\begin{Ubung}\label{ScAl}
Ist der Schnitt zweier Facetten nicht leer, so
ist er wieder eine Facette,
deren Abschlu"s als der Schnitt  der Abschl"usse
der urspr"unglichen Facetten beschrieben werden kann.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{HAB}
Trennt eine Hyperebene $H$ zwei Facetten $A$ und $B$, so gilt stets
$\bar{A}\cap\bar{B}\subset H$.
\end{Ubung}\begin{Ubung}\label{HyG}
 Sei $E$ ein affiner Raum "uber einem angeordneten
 K"orper $k$. Gegeben eine Facette $F \subset E$ und ein 
Richtungsvektor $\vec v \in E \backslash 0$
sind gleichbedeutend:
\begin{enumerate}
 \item $F$ umfa"st eine Gerade mit Richtungsvektor $\vec v$;
\item $F = \lambda \vec v + F \quad \forall \lambda \in k$;
\item Es gibt ein $F$ ausschneidendes System von Hyperebenen 
derart, da"s $\vec v$ zum
Richtungsraum jeder dieser Hyperebenen geh"ort;
\item F"ur jede Hyperebene in $E$, die $F$ nicht trifft, 
liegt $\vec v$ im Richtungsraum besagter Hyperebene.
\end{enumerate}
\end{Ubung}

  \begin{Ubung}
    Gegeben eine Facette $A$ geh"oren zwei verschiedene Punkte aus
    ihrem Abschlu"s $x,y\in\bar{A}$ zu derselben maximalen Facette
    $B\subset \bar{A}$ genau dann, wenn es ein offenes ganz in
    $\bar{A}$ enthaltenes Geradensegment gibt, das unsere beiden
    Punkte enth"alt.
  \end{Ubung}
\begin{Ubung}
   Gegeben  ein lokal endliches 
System von Hyperebenen in einem affinen Raum "uber einem
    angeordneten K"orper
sind die zugeh"origen 
Alkoven genau die maximalen konvexen Teilmengen des Komplements
    der Vereinigung aller Hyperebenen unseres Systems, und jede nichtleere
konvexe Teilmenge von $E\setminus\bigcup_{H\in \cal{H}} H$ liegt in
genau einem Alkoven. 
\end{Ubung}

 \begin{Ubung}\label{AOLE}
   Gegeben  ein beliebiges 
System von Hyperebenen $\cal{H}$ in einem affinen Raum $E$ "uber einem
    angeordneten K"orper ist das Komplement
    der Vereinigung aller Hyperebenen unseres Systems
$E\setminus\bigcup_{H\in \cal{H}} H$  die disjunkte
Vereinigung
seiner maximalen konvexen Teilmengen, und jede 
nichtleere konvexe Teilmenge ist in genau einer dieser 
maximalen konvexen Teilmengen enthalten. 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{yse} 
   Ein Alkoven  in einem affinen Raum "uber einem
    angeordneten K"orper kann nicht durch ein lokal endliches 
System von Hyperebenen "uberdeckt werden. 
\end{Ubung}

\subsection{Facettenabschlu"s als konvexe H"ulle*}

\begin{Satz}[\textbf{Facettenabschlu"s als H"ulle der einpunktigen Randfacetten}] 
Umfa"st eine Facette in einem endlichdimensionalen 
affinen Raum "uber einem angeordneten K"orper keine Halbgerade, so ist ihr
Abschlu"s die konvexe H"ulle der Vereinigung aller einpunktigen 
Randfacetten besagter Facette.\label{FKH} %doppeltes in \label{FKHh} verwandelt
\end{Satz} 
\begin{proof}
  Umfa"st  unsere Facette keine Halbgerade, so kann auch keine ihrer
  Randfacetten eine Halbgerade umfassen, denn so eine Halbgerade
  k"onnten wir parallel in unsere urspr"ungliche Facette hineinschieben.
Sei nun $A$ unsere Facette. 
Jeder Punkt $x\in\bar{A}$ 
geh"ort zu genau einer Randfacette $C\in\cal{F}(A)$ von $A$ und
diese enth"alt nach unserer Vor"uberlegung auch keine Halbgerade.
Im Fall $C\neq A$ beendet vollst"andige Induktion "uber die Dimension unserer
Facette den Beweis. Ist $A$ nur ein Punkt, ist die Behauptung eh klar.
Ist schlie"slich $C=A$ alias $x\in A$ aber $A\neq\{x\}$,
so umfa"st $A$ ein ganzes offenes Geradensegment um unseren
Punkt. Die zugeh"orige Gerade schneidet dann $\bar{A}$ in einem Segment $[y,z]$
mit $y,z\not\in A$, diese liegen in Randfacetten von $A$ echt kleinerer Dimension, und vollst"andige Induktion beendet wieder den Beweis. 
\end{proof}


\begin{Proposition}[\textbf{Facettenabschlu"s als H"ulle der echten
 Randfacetten}]
 Sei $E$ ein endlichdimensionaler affiner Raum "uber einem angeordneten
 K"orper $k$ und sei\label{RaKo} 
$F \subset E$ eine Facette der Dimension $\dim F \geq 2$.
 Umfa"st $F$ keine Gerade, so ist $\bar F$ die konvexe H"ulle
 von $\bar F \backslash F$.
\end{Proposition}
\begin{proof}
  Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit sei $F$ ein Alkoven.
  Wir argumentieren mit Induktion "uber die Dimension.
  Im ebenen Fall $\dim F = 2$ gibt es in einem $F$ ausschneidenden
  System nach \ref{HyG} zwei Hyperebenen alias
Geraden $H$ und $G$, die nicht parallel sind.
Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit sind das die beiden
Koordinatenachsen in $k^2$.
Es gibt folglich einen Richtungsvektor $\vec v \in \vec E\backslash 0$ 
derart, da"s f"ur alle $p \in F$ 
die Gerade $p+k\vec v$ die Facette $F$ nur in einem endlichen Segment trifft,
in Formeln 
$p + \lambda \vec v \not\in F$ f"ur $\lambda \gg 0$ 
und auch f"ur $\lambda \ll 0$.
Also gibt es auch $\mu, \nu > 0$ mit
$p + \mu \vec v, p - \nu \vec v \in \bar F \backslash F$ und der ebene
Fall ist erledigt.
Um im allgemeinen zu sehen, da"s jeder Punkt $p\in F$
in besagter konvexer H"ulle liegt, 
 m"ussen wir nur eine Hyperebene durch $p$ legen und die 
Induktionsannahme auf den Schnitt unserer Facette $ F$ 
mit besagter Hyperebene anwenden.
\end{proof}
\begin{Korollar}[\textbf{Facettenabschlu"s als H"ulle kleiner Randfacetten}]
  Seien $E$ ein endlichdimensionaler affiner Raum
  "uber einem angeordneten K"orper und $F \subset E$ eine Facette,\label{RKO} 
die keine Gerade umfa"st.
So ist $\bar F$ die konvexe H"ulle der Vereinigung 
aller Randfacetten  der Dimension $\leq 1$ von $F$.
\end{Korollar}
\begin{proof}
 Das folgt unmittelbar aus Proposition \ref{RaKo}.
\end{proof}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Konvexe H"ullen als Abschl"usse von Facetten}]
In einem endlichdimensionalen Vektorraum "uber einem angeordneten
      K"orper ist nach dem Hauptsatz "uber lineare Ungleichungen 
\eref{HLU}{LA1} jeder endlich erzeugte Kegel der Abschlu"s einer Facette.
Ebenso ist in einem endlichdimensionalen affinen Raum "uber einem angeordneten
      K"orper  nach dem Hauptsatz "uber affine Ungleichungen 
\eref{HLUa}{LA1} die konvexe H"ulle einer endlichen nichtleeren Teilmenge
      stets der Abschlu"s einer Facette.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkunge}
  Die {\bf Vermutung von Hirsch}\index{Hirsch!Vermutung von}
besagt, da"s man in einem beschr"ankten Alkoven aus $\DR^d$ mit
$n$ W"anden zwischen je zwei seiner Ecken einen Weg aus
h"ochstens  $n-d$ seiner Kanten  finden sollte.
Hier meinen Ecken nulldimensionale und  Kanten
eindimensionale Randfacetten unseres Alkoven. Einen
"Ubersichtsartikel zu dieser 
Vermutung findet man etwa 
in \cite{KiSa}, in der der Zweitautor als \glqq note added in press\grqq\  ein
Gegenbeispiel ank"undigt. 
Der Abschlu"s eines beschr"ankten Alkoven aus $\DR^d$
hei"st im "ubrigen auch ein {\bf Polytop}.\index{Polytop}
\end{Bemerkunge}
\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}
 Sei $E$ ein endlichdimensionaler Vektorraum "uber einem angeordneten K"orper.
Sei $A \subset E$ eine Facette und $m = \op{min} \{ \dim B \mid B \in \mathcal F (A)\}$
die kleinstm"ogliche Dimension f"ur eine Randfacette von $A$.
So ist $A$ die konvexe H"ulle der Vereinigung seiner Randfacetten der Dimension
$\leq d +1$.
\end{Ubung}
\begin{Ubunge}
 Sei $E$ ein endlichdimensionaler Vektorraum "uber einem angeordneten K"orper.
So ist die konvexe H"ulle einer endlichen Vereinigung von
Facettenabschl"ussen wieder ein Facettenabschlu"s. Ich habe mir die 
L"osung nicht "uberlegt und kann auf die Schnelle nicht absch"atzen,
wie schwer das zu zeigen ist. 
\end{Ubunge}
\begin{Ubung}
  Gegeben $\mathcal H$
  ein lokal endliches System von Hyperebenen in einem affinen Raum
  "uber einem angeordneten K"orper und
  Alkoven $A,B$ bezeichne $d(A,B)$
  die Zahl von Hyperebenen aus $\mathcal H$, die
  $A$ und $B$ trennen. Man zeige, da"s es stets eine Abbildung\label{Faer}  
  $\varphi:\mathcal A\ra \{0,1\}$ von der  Menge der 
  Alkoven in die zweielementige Menge $\{0,1\}$ gibt
  mit $d(A,B)\equiv \varphi(A)-\varphi(B)\pmod 2$
  f"ur beliebige Alkoven $A,B$. 
\end{Ubung}
\subsection{Affine Spiegelungsgruppen}
\nichtfinal{Eventuell umarbeiten auf geometrische Spiegelungsgruppen
  im Sinne von \ref{gSp}. Das hat den Vorteil, da"s man noch viel mehr
  Bildmaterial zeigen kann und verschiedene wunderbare
  Korollare f"ur allgemeine Coxetergruppen herauspurzeln.} 
\begin{Definition}
Eine affine Abbildung von einem affinen Raum in sich selbst hei"st eine
\defnoind{Spiegelung} oder noch pr"aziser
eine {\bf affine Spiegelung},\index{Spiegelung!affine}  
 wenn ihr Quadrat die Identit"at ist und ihre 
Fixpunktmenge\label{DS2aa}
eine Hyperebene.
Wir nennen diese Fixpunktmenge dann 
den \defind{Spiegel} oder genauer
die \defind{Spiegelhyperebene} unserer Spiegelung.
Wir werden Spiegelungen nur in  affinen R"aumen
 "uber  K"orpern einer von Zwei verschiedenen
Charakteristik betrachten.
\end{Definition}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=6cm]{SkriptenBilder/BildAA0002}
\includegraphics[width=6cm]{SkriptenBilder/BildA}\\[4mm]
\includegraphics[width=6cm]{SkriptenBilder/BildB}
\includegraphics[width=6cm]{SkriptenBilder/BildG}\\[4mm]
\noindent 
Dieses Bild zeigt die Spiegelhyperebenen von vier 
ebenen affinen reellen Spiegelungsgruppen. 
Das sind auch bis auf Konjugation mit Automorphismen der affinen 
Ebene alle M"oglichkeiten f"ur ebene affine  reelle Spiegelungsgruppen, die
\glqq essentiell\grqq\  sind in dem Sinne, da"s die darin enthaltenen 
Verschiebungen den Richtungsraum aufspannen. Die Bilder sind so gezeichnet,
da"s die Spiegelungen an einer Hyperebene in der jeweiligen 
affinen Spiegelungsgruppe  den Spiegelungen 
auf der Papierebene im
Sinne der Schulgeometrie entsprechen.
\end{figure}



\begin{Definition}
Eine {\bf affine Spiegelungsgruppe}
ist\index{Spiegelungsgruppe!affine}\index{affin!Spiegelungsgruppe} 
eine Gruppe von Automorphismen eines  affinen Raums
"uber einem angeordneten K"orper, die (1) von  Spiegelungen 
erzeugt wird, f"ur  die (2) die\label{ASG} 
Spiegel ihrer Spiegelungen 
ein lokal endliches System von Hyperebenen bilden, und
so da"s  (3) die linearen Anteile der Elemente unserer Gruppe eine endliche
Gruppe von Automorphismen des Richtungsraums 
bilden.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Wenn wir von einer affinen Spiegelungsgruppe $(W,E)$ reden, so
ist mit $E$ der zugrundeliegende 
affine  Raum gemeint und mit
$W$ die Gruppe selbst. Zwei affine Spiegelungsgruppen $(W,E)$ und $(W',E')$
"uber demselben K"orper hei"sen {\bf isomorph}, wenn es einen Isomorphismus
 von affinen R"aumen $\varphi:E\sira E'$ gibt mit $W=\varphi^{-1} W'\varphi$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungw}
  Der Rest dieses Abschnitts kann als eine 
vollst"andige Klassifikation der reellen
affinen 
Spiegelungsgruppen in endlichdimensionalen R"aumen 
gelesen werden, wie im folgenden
ausgef"uhrt werden soll.
Dieses Ziel ist auch der Grund, aus dem wir es bei
den Definitionen stets vermeiden, in der euklidischen Situation
zu arbeiten.
Die endlichen reellen Spiegelungsgruppen werden bereits 
in \ref{KES} im Verbund mit \ref{KESP}
durch ihre \glqq Coxeter-Graphen\grqq\  zusammen mit der Dimension 
des Raums ihrer Fixpunkte klassifiziert.
Nach \ref{AEFF} zerf"allt jede affine reelle Spiegelungsgruppe
in einen endlichen und einen
\glqq essentiellen\grqq\  Faktor und die 
Isomorphieklassen dieser Faktoren  sind eindeutig bestimmt. 
Satz \ref{AFSW} gibt dann eine Klassifikation der 
\glqq essentiellen\grqq\  affinen Spiegelungsgruppen durch 
sogenannte \glqq Wurzelsysteme\grqq, 
die hinwiederum nach \ref{ZerW} eindeutig in unzerlegbare 
Wurzelsysteme zerfallen. Die
unzerlegbaren 
Wurzelsysteme schlie"slich werden in
\ref{KlaWu} durch ihre \glqq Dynkin-Diagramme\grqq\  klassifiziert.
Der Fall unendlicher Dimension unterscheidet sich nur um einen trivialen
Faktor von dem hier beschriebenen endlichdimensionalen Fall. 
\end{Bemerkungw}


\begin{Beispiel}
Betrachten wir in einer reellen affinen  Ebene zwei verschiedene aber parallele
Geraden und w"ahlen zu jeder dieser Geraden eine Spiegelung, die sie festh"alt,
so erzeugen diese beiden Spiegelungen eine Gruppe von Automorphismen der
affinen Ebene. Diese Gruppe  ist jedoch nur dann eine affine 
Spiegelungsgruppe im Sinne unserer Definition \ref{ASG}, 
wenn die linearen Anteile der beiden erzeugenden
Spiegelungen "ubereinstimmen.
\end{Beispiel}

  \begin{Definition}
    Unter einem  
{\bf affinen euklidischen Raum}\index{euklidisch!affiner Raum!"uber
      angeordnetem K"orper} 
verstehen wir hier und im folgenden einen 
affinen\index{Raum!euklidischer!"uber
      angeordnetem K"orper} 
    Raum "uber einem angeordneten K"orper, dessen Raum von 
Richtungsvektoren mit
einer euklidischen Struktur alias einem
bis auf einen positiven Faktor wohlbestimmten
Skalarprodukt versehen ist.  Eine affine Abbildung zwischen affinen
    euklidischen R"aumen hei"st 
{\bf orthogonal}\index{orthogonal!affine Abbildung}, wenn ihr
    linearer Anteil orthogonal ist.  Eine \defnoind{Spiegelung} oder pr"aziser
    eine \defnoind{affine orthogonale Spiegelung}\index{Spiegelung!affine
      orthogonale} auf einem affinen euklidischen Raum ist eine orthogonale
    Abbildung, deren Fixpunktmenge eine Hyperebene ist. 
Unter einer\label{AESG} {\bf affinen
      euklidischen 
Spiegelungsgruppe}\index{Spiegelungsgruppe!affine euklidische}  
verstehen wir eine \hyperref[ASG]{affine Spiegelungsgruppe}, die aus
orthogonalen Automorphismen  eines 
 affinen euklidischen Raums besteht.
\end{Definition}



\begin{Bemerkunge}\label{AUEE}
Gegeben eine Gruppe von orthogonalen Automorphismen 
eines endlichdimensionalen
euklidischen affinen Raums, die die Bedingungen (1) und
(2) aus \ref{ASG} an eine affine Spiegelungsgruppe erf"ullt,
ist Bedingung (3) von ebendort automatisch erf"ullt,
als da hei"st, die Gruppe aller linearen Anteile ist endlich. 
Um das zu sehen, 
 reicht es zu zeigen, da"s die Menge aller 
Normalenvektoren auf Spiegeln endlich ist.
In der Tat operiert n"amlich unsere Gruppe 
linearer Anteile treu auf dieser
Menge, da sie ja deren orthogonales Komplement
punktweise festhalten mu"s. Im Reellen k"onnen wir nun argumentieren
wie folgt:
W"are unsere Menge von Normalenvektoren 
nicht endlich, so g"abe es wegen der
Kompaktheit der Einheitssph"are Spiegel, 
die beliebig kleine positive Winkel
einschlie"sen. Wir zeigen, da"s damit auch zwischen
den W"anden eines und jedes Alkoven beliebig kleine positive
Winkel vork"amen, im Widerspruch zu \ref{ZWA}.
In der Tat: F"ur zwei Spiegel, die sich treffen,
gibt es nur endlich viele Spiegel, die die Schnittgerade
umfassen. Auf dieser Schnittgeraden finden wir Punkte, die 
in keinem zus"atzlichen Spiegel enthalten sind.
Solch ein Punkt liegt dann im Abschlu"s eines Alkoven, 
und zwei W"ande dieses Alkoven, die den besagten Punkt
enthalten, schlie"sen dann h"ochstens denselben Winkel 
ein wie die beiden Spiegel, von denen wir
ausgegangen waren.
Sind wir nicht im Reellen, so k"onnen wir argumentieren wie folgt:
Unterteilen wir die Oberfl"ache eines Einheitsw"urfels um
den Nullpunkt in noch so kleine Schachfelder, so m"u"sten
doch zwei verschiedene Normalengeraden auf Spiegeln 
durch dasselbe Feld gehen. Der Rest des Arguments bleibt dem Leser 
"uberlassen.
\end{Bemerkunge}


\begin{Lemma}\label{AFVS}
In einer affinen Spiegelungsgruppe haben verschiedene Spiegelungen stets 
verschiedene Spiegel.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Erster Beweis]
Wir finden  nach \ref{inv} ein Skalarprodukt auf dem Richtungsraum, 
das unter den linearen Anteilen der Elemente 
unserer affinen Spiegelungsgruppe invariant ist. Bez"uglich eines jeden solchen
Skalarprodukts mu"s jede Spiegelung dann die orthogonale Spiegelung zu ihrem 
Spiegel sein.
\end{proof}
\begin{proof}[Zweiter Beweis]
Gegeben zwei Spiegelungen $s,t$ mit 
demselben Spiegel hat $st$ mindestens einen
Fixpunkt. Es reicht mithin zu zeigen, da"s der
lineare Anteil von $st$ die Identit"at ist. Man sieht jedoch unmittelbar,
da"s der
lineare Anteil von $(st)$ unipotent ist, und w"are er nicht die Identit"at,
so h"atte er folglich unendliche Ordnung. Das steht jedoch
 im Widerspruch zu unserer 
letzten Forderung an eine affine Spiegelungsgruppe.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Konjugierte einer Spiegelung}] 
Gegeben eine affine Spiegelungsgruppe 
$(W,E)$ und eine Spiegelung $s\in W$ mit Spiegel $E^s=H$ 
schreiben  wir die\label{KFo2} 
zugeh"orige Spiegelung auch
$$s=s_H:E\ra E$$ F"ur beliebiges $w\in W$ gilt dann 
$s_{wH}=ws_Hw^{-1}$, denn beide Seiten sind Spiegelungen aus $W$ 
mit demselben Spiegel. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}\label{KFo22}
Gegeben ein  affiner euklidischer Raum $E$
und eine affine Hyperebene  $H\subset E$ 
schreiben  wir die
orthogonale  Spiegelung an der Hyperebene $H$, wenn es sie denn gibt, auch
$s_H:E\ra E$. F"ur eine beliebige orthogonale Abbildung 
 $w:E\ra E$ gilt dann 
$s_{wH}=ws_Hw^{-1}$, denn beide Seiten sind orthogonale 
Spiegelungen
mit demselben Spiegel.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}
  Es kann  nur
  im Fall unendlicher Dimension Vorsicht 
  passieren, da"s das orthogonale Komplement
  einer linearen Hyperebene nur aus dem Nullvektor besteht und es somit
  dazu keine orthogonale Spiegelung gibt. Sogar das
  orthogonale Komplement des Raums aller differenzierbaren Funktionen
  $[0,1]\ra\DR$ im Raum aller stetigen Funktionen bez"uglich des "ublichen
  Skalarprodukts $\langle f,g\rangle=\int fg$ ist ja schon der Nullraum.
\end{Bemerkunge}



\begin{Beispiel}
Wir betrachten die Menge $\cal{H}$ aller derjenigen Geraden in $\Bbb{R}^{2}$,
die parallel sind zu einer der Koordinatenachsen und durch einen Punkt mit
ganzzahligen Koordinaten gehen. Offensichtlich 
ist $\cal{H}$ die Menge aller
Spiegel einer affinen euklidischen 
Spiegelungsgruppe und die Alkoven sind gerade die
\glqq Felder dieses Rechenpapiers\grqq.
Allgemeiner k"onnen wir nat"urlich auch die Menge $\cal{H}$ aller derjenigen
Hyperebenen in $\Bbb{R}^{n}$ betrachten, die parallel sind zu einer der
Koordinaten-Hyperebenen und die einen Punkt mit ganzzahligen Koordinaten
enthalten.
Im Fall $n=1$ sind die Alkoven die offenen Segmente $(i,i+1)$, im Fall
$n=3$ haben sie die Gestalt von  W"urfeln.
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}
  Eine endliche Gruppe von Bewegungen eines affinen Raums "uber einem
  K"orper der Charakteristik Null hat stets einen Fixpunkt, genauer
  ist der Schwerpunkt jeder Bahn ein Fixpunkt.
\end{Bemerkungl}

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
  Jede von Spiegelungen erzeugte Untergruppe einer\label{UGAS} 
affinen Spiegelungsgruppe ist auch selbst eine affine Spiegelungsgruppe. 
\end{Ubung}

\subsection{Transitivit"at  auf der Menge der Alkoven}
\begin{Satz}[\textbf{Geometrie affiner Spiegelungsgruppen}]
Sei $\cal{H}$ ein\label{THG}
lokal endliches System von Hyperebenen in
einem  euklidischen
affinen  Raum $E$ endlicher Dimension
"uber einem angeordneten K"orper, 
das unter allen orthogonalen Spiegelungen
an seinen Hyperebenen stabil
ist. 
So gilt:
\begin{enumerate}
\item\label{ESPi}
Unser System $\cal{H}$ ist das System aller Spiegel
einer \hyperref[AESG]{affinen euklidischen Spiegelungsgruppe}; 
\item\label{nojoo}
F"ur jeden festen Alkoven 
in Bezug auf  $\cal{H}$ 
erzeugen die Spiegelungen an seinen W\"anden
bereits die gesamte Spiegelungsgruppe;
\item\label{LWE}
Ist $A$ ein fester Alkoven und 
$w = s_{1} \ldots s_{r}$ eine k"urzestm"ogliche
Darstellung eines  Elements $w$ unserer
Spiegelungsgruppe als Produkt von Spiegelungen $s_i$ an den 
W\"anden von $A$,
so ist die L"ange $r$ dieser Darstellung
genau die Zahl der Spiegel $H\in \cal{H}$, die $wA$ von
$A$ trennen;
\item
Unsere Spiegelungsgruppe operiert frei und transitiv auf
der Menge ihrer Alkoven.
\end{enumerate}
\end{Satz}

\begin{proof}[Beweis]
Bezeichne $\cal{A}$ die Menge aller Alkoven
zu $\cal{H}$ und
$W$ die von den orthogonalen Spiegelungen $s_H$ 
mit $H\in\cal{H}$ 
erzeugte Gruppe von affinen Selbstabbildungen von $E$.
Da"s $\cal{H}$ in der Tat die Menge aller Spiegel 
zu Spiegelungen aus $W$ ist, wird sich erst am Ende
des Beweises herausstellen.
Wir w"ahlen einen festen Alkoven $A\in \cal{A}$ 
und bezeichnen mit
$$ W' \pdef \langle s_{H} \mid H \in \cal{H}_{A} \rangle$$
die von den Spiegelungen an seinen W"anden erzeugte Untergruppe $W'\subset W$.
Wir zeigen als erstes, da"s $W'$ transitiv auf $\cal{A}$ operiert.
Dazu benutzen wir:
\begin{Lemma}\label{LT}
Ist $A\in\cal{A}$ ein Alkoven  und $H$ eine Wand von $A$,
so ist $H$
die einzige Hyperebene, die $A$ von $s_{H}A$ trennt.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis des Lemmas]
Ist $H$ eine Wand von $A$, so gibt es 
nach \ref{UeWaa} einen Punkt $p\in \bar{A}\cap H$, 
der auf keiner anderen Hyperebene liegt, die $A$ vermeidet.
Eine Hyperebene,
die die zwei Facetten trennt, mu"s  jedoch nach \ref{HAB}
den Schnitt ihrer Abschl"usse
umfassen.
Jede Hyperebene, die $A$ von $s_{H}A$ trennt, mu"s also
$p$ enthalten und $A$ vermeiden und f"allt 
folglich mit $H$ zusammen.
\end{proof}\noindent
Sei nun $C\in\cal{A}$ ein Alkoven.
Wir w"ahlen $w\in W'$ derart,
da"s die Zahl der Hyperebenen $H\in\cal{H}$, 
die $A$ von $wC$ trennen, so klein wie
m"oglich wird.
G"alte nicht $A=wC$, so g"abe es nach \ref{Wand} eine Wand $H\in\cal{H}_A$
von $A$, die $A$ von $wC$ trennt. Dann w"urden aber $s_H A$ und $wC$ und ebenso
$A$ und $s_H w C$ von noch weniger Hyperebenen aus $\cal{H}$
getrennt als $A$ und $wC$,
im Widerspruch zur Wahl von $w$. Es gilt also
$A=wC$ und $W'$ operiert transitiv auf $\cal{A}$.
Nach dieser Vorbemerkung zeigen wir die Behauptungen des Satzes in
der Reihenfolge 2--3--4--1.
\\[2mm]\noindent
2.
Jede Hyperebene $H\in\cal{H}$ ist nach \ref{WAa}
Wand eines geeigneten
Alkoven $C\in\cal{A}$, in Formeln $H \in \cal{H}_{C}$.
Nach dem Vorhergehenden finden wir $w \in W' $ mit $wC=A$.
Offensichtlich gilt weiter $w\cal{H}_C=\cal{H}_A$ und
wir folgern  $s_{H} = w^{-1}
s_{wH} w \in W'$ und damit ${W} =  W' $. 
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildGAF}\\[4mm]
\noindent 
Wir h"atten hier die Darstellung $w=stsrtsts$ aber nur
sechs Hyperebenen trennen $A$ von $wA$. Die
Hyperebene $H$ wird auch von unserer Folge von Alkoven zweimal
gekreuzt, und das f"uhrt zur k"urzeren Darstellung
$w=st\hat{s}rtst\hat{s}=strtst$, die nun bereits aus der
kleinstm"oglichen Zahl von sechs Spiegelungen 
an W"anden von $A$ besteht, und die ich durch P"unktchen angedeutet habe.
\end{figure}
\\[2mm]
\noindent
3.
Sei $w = s_{1} \ldots s_{r}$ eine 
k"urzestm"ogliche Darstellung eines Elements  $w\in W$
als Produkt von Spiegelungen an W"anden $H_{1}, \ldots,
H_{r}$ von $A$. F"ur zwei Alkoven $B,C\in\cal{A}$ bezeichne $d(B,C)$ die
Zahl der Hyperebenen aus $\cal{H}$, die $B$ und $C$ trennen.
Es gilt zu zeigen $r=d(A,wA)$.
Wir betrachten dazu die Folge von
Alkoven
$ A, s_{1}A, s_{1}s_{2}A, \ldots, wA$ und notieren sie der Einfachkeit halber
$$A_{[i]}\pdef s_{1} \ldots s_{i}A$$
Zwei aufeinanderfolgende Alkoven 
$A_{[i-1]}$ und $A_{[i]}$
unserer Folge werden nach \ref{LT} nur durch die
Hyperebene $H_{[i]}\pdef s_{1} \ldots s_{i-1}H_{i}$ getrennt, die dann
auch die einzige gemeinsame Wand dieser beiden Alkoven ist.
Es folgt schon $r \geq d(A,wA)$.
W\"are $r > d(A,wA)$, so m\"u"ste unsere Folge von Alkoven eine Hyperebene
$H \in \cal{H}$ zweimal kreuzen, wir h\"atten also $ H_{[i]}
=H_{[j]}$ mit $r\geq j>i \geq 1$.
Daraus folgte aber $H_{i} =s_{i}\ldots s_{j-1}H_{j}$, mithin $s_{i} =s_{i}
\ldots s_{j-1} s_{j}s_{j-1}\ldots s_{i}$ oder $s_{i+1} \ldots s_{j-1} =
s_{i} \ldots s_{j}$ und unsere Darstellung w\"are nicht k\"urzestm\"oglich.
\\[2mm]\noindent
4. 
Wir haben
bereits gezeigt, da"s $W$ transitiv auf $\cal{A}$ operiert.
Nach 3  folgt aber aus 
$wA=A$ schon $w=\op{id}$, also operiert $W$ auch
frei.
\\[2mm]\noindent
1.
F"ur eine Spiegelung aus $W$,
deren Spiegel nicht zu $\cal{H}$ geh"orte, 
k"onnte ihr Spiegel nach \ref{MMm} nicht enthalten sein
in der Vereinigung der Hyperebenen aus $\cal{H}$ und m"u"ste deshalb
einen Alkoven aus $\cal{A}$ treffen. Dann m"u"ste unsere Spiegelung
diesen Alkoven
auf sich selbst abbilden. Nach 4 ist aber die 
Identit"at das einzige Element von $W$, das einen Alkoven festh"alt.
Also besteht $\cal{H}$ bereits aus allen Spiegeln zu Spiegelungen von $W$.
\end{proof}




\begin{Korollar}
Erzeugt eine Menge von affinen Spiegelungen eine 
affine Spiegelungsgruppe, so ist jede Spiegelung
dieser Spiegelungsgruppe konjugiert zu einer Spiegelung
aus besagter Menge.\label{ErzK} 
\end{Korollar}

\begin{proof}
Sei $S$ unsere Menge von Spiegelungen, $W$ die davon erzeugte
affine Spiegelungsgruppe, und $T\subset W$ die Menge 
aller Konjugierten zu Elementen von $S$. 
Wir m"ussen nur ein unter den linearen Anteilen der Elemente von
$W$ invariantes Skalarprodukt auf dem Richtungsraum w"ahlen
und \ref{THG} auf das System 
$\mathcal H$ der Spiegel zu Spiegelungen
aus $T$ anwenden, um zu sehen, da"s
 $T$ bereits die Menge aller
Spiegelungen aus der von $T$ erzeugten Untergruppe von $W$ sein mu"s.
\end{proof}

\begin{Definition}
Seien $W$ eine affine Spiegelungsgruppe, $A$ ein fester Alkoven
und $S\subset W$ die Menge aller Spiegelungen an W"anden von $A$.
Eine k"urzestm"ogliche Darstellung von $w \in W$ als Produkt
von Elementen von $S$ nennt man  
{\bf reduzierte Darstellung}\index{reduzierte Darstellung!in Spiegelungsgruppe} 
von $w$ durch Spiegelungen aus $S$, und die L"ange einer reduzierten
Darstellung hei"st die 
{\bf L"ange}\index{L"ange!in Spiegelungsgruppe}
$l(w) = l_{S} (w)=l_{A} (w)$ von
$w$.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
In diesen Notationen haben wir in \ref{THG}
also unter anderem gezeigt, da"s gilt
$l_{A}(w) = d(A, w A)$. Weiter\label{SAL}  
haben wir beim Beweis von \ref{THG} gezeigt,
da"s gegeben  $s_{1},\ldots,s_{r} \in {S}$
Spiegelungen an W"anden $H_i$ von $A$ mit Produkt $w=s_{1}\ldots s_{r}$
und
$L$ ein Spiegel von $W$, der $A$ und
$wA$ trennt, es notwendig
 ein $i$ gibt mit $L=s_{1} \ldots s_{i-1}\,H_{i}$ und folglich
$s_Ls_{1}\ldots s_{r}=s_{1} \ldots \hat{s}_{i} \ldots s_{r}$.
Ist unsere Darstellung von $w$ reduziert, in Formeln $r=l(w)$,
so sind immer nach dem Beweis von
\ref{THG} die $s_{1} \ldots s_{i-1}\,H_{i}$ 
sogar genau die $r$ Spiegel, die $A$ und $wA$ trennen.  
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Nach dem Vorhergehenden ist $d(A,wA)$ genau dann gerade,
  wenn $w$ ein orientierungserhaltender Automorphismus unseres
  endlichdimensionalen affinen Raums ist.\label{AFFS} Insbesondere gilt stets
  $d(A,s_{L}B)\neq d(A,B)$, ja beide Seiten k"onnen noch nicht einmal dieselbe Parit"at haben. Statt mit der Orientierung kann man hier auch mit der
  Schwarz-Wei"s-F"arbung der Alkoven nach \ref{Faer} argumentieren. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Proposition*}\label{prol}
Seien $A$, $B$ Alkoven und $L$ ein Spiegel
zu einer affinen Spiegelungsgruppe. 
Genau dann trennt $L$ unsere beiden Alkoven, wenn 
$A$ und $s_LB$ durch weniger Spiegel getrennt werden als
$A$ und $B$. In Formeln gilt also
$$(L\text{ trennt } A \text{ und }B)\;\;\IFF\;\; d(A,s_{L}B)<d(A,B)$$
\end{Proposition*}
\begin{proof}[Beweis]
Es reicht $\RA$ zu zeigen, die andere Implikation folgt dann durch
Anwenden der einen Implikation auf $s_L B$ statt auf $B$, da wir  $d(A,s_{L}B)\neq d(A,B)$  aus \ref{AFFS} wissen.
Wir finden nun Spiegelungen $s_{1},\ldots,s_{r}$ an W"anden von $A$
mit $r=d(A,B)$ und
$B=s_{1}\ldots s_{r}A$.
Da $L$ unsere beiden Alkoven trennt, gibt es nach der vorhergehenden
Bemerkung \ref{SAL} einen Index $i$ mit
$s_Ls_{1}\ldots s_{r}=s_{1} \ldots \hat{s}_{i} \ldots s_{r}$.
Damit folgt wie gew"unscht $d(A,s_LB)<r$.
\end{proof}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildATL}\\[4mm]
\noindent 
Illustration zum Austauschlemma. Die Spiegelung an der gezackelten
Spiegelhyperebene stellt $t$ dar,  $s_1\ldots s_iA$ ist der Alkoven mit der
Nummer $i$ und $s_1\ldots \hat{s}_6\ldots s_iA$ der Alkoven mit der 
Nummer $i'$. Im vorliegenden Fall h"atten wir 
$t s_1\ldots s_{11}=s_1\ldots 
%s_5
\hat{s}_6
%s_7
\ldots s_{11}$.
\end{figure}
\begin{Satz*}[\textbf{Austauschlemma}]
Seien $W$ eine affine Spiegelungsgruppe, $A$ ein Alkoven,\label{aus}
$S$ die Menge der Spiegelungen an W"anden von $A$ und $l=l_A$
die zugeh"orige L"ange.
Seien weiter 
$s_{1},\ldots,s_{r} \in {S}$. Ist $t$ eine Spiegelung aus ${W}$ mit
$l(ts_{1} \ldots s_{r}) < l(s_{1} \ldots s_{r})$, so gibt es 
einen Index $i \in
[1,r] $ mit $$t s_{1} \ldots s_{i}\ldots s_{r} 
= s_{1} \ldots \hat{s}_{i} \ldots s_{r}$$
Gilt hier $r=l(s_{1} \ldots s_{r})$, so ist dieser 
Index $i$ sogar eindeutig bestimmt.
\end{Satz*}
\begin{Bemerkungl}
Die letzte Gleichung kann auch   zu
 $s_{1} \ldots s_{i} \ldots s_{r} =
ts_{1}\ldots \hat{s}_{i} \ldots s_{r}$
umgeschrieben werden. Wir k"onnen also in Worten
eine einfache Spiegelung $s_{i}$ in der Mitte
austauschen 
gegen die Spiegelung $t$ ganz vorne ohne das Produkt zu "andern,
wenn (und im Fall einer reduzierten Darstellung genau dann, wenn)
die Multiplikation mit $t$ die L"ange
verkleinert.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Sei $t=s_{L}$ und $B=s_{1}s_{2} \ldots s_{r}A$.
Aus der Annahme folgt mit
\ref{prol}, da\ss\ der Spiegel
$L$ die Alkoven $A$ und $s_{1}s_{2} \ldots s_{r}A$ trennt.
Daraus folgt dann mit \ref{SAL} sofort $ts_{1}
\ldots s_{r} = s_{1} \ldots \hat{s}_{i} \ldots s_{r}$. Der Beweis der letzten
Aussage bleibe dem Leser zur "Ubung "uberlassen. 
\end{proof}

%\nichtfinal{
 






\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}\label{MaL}
Seien $W$ eine endliche Spiegelungsgruppe, $A$ ein fester Alkoven
und $l = l_{A}$ die zugeh"orige L"ange. So gibt es in $W$ genau ein
Element $w_{A}$ maximaler L"ange, und diese
L"ange  ist die Zahl der Spiegelungen in $W$.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{Rr}
Jede nichtreduzierte Darstellung eines Elements 
einer affinen Spiegelungsgruppe in Bezug auf einen festen Alkoven kann durch
Streichen von Faktoren zu einer reduzierten Darstellung desselben
Elements gemacht werden.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{SLESu} 
 Sei $V$ ein endlichdimensionaler $\DQ$-Vektorraum 
und $Q \subset V$ ein Gitter alias der
$\DZ$-Spann einer Basis und $(\;, \;)$ ein Skalarprodukt auf $V$ mit
und $(\;, \;) : Q \times Q \rightarrow \mathbb Z$.
Man zeige, da"s die  orthogonalen Spiegelungen an 
den orthogonalen Komplementen aller
Vektoren $v \in Q$ mit $(v,v)=2$ die Spiegelungen 
einer endlichen Spiegelungsgruppe sind.
\end{Ubung}
\subsection{Fundamentalbereiche}\label{AKF}
\begin{Notation}
  Seien f"ur  diesen Abschnitts $E$ ein affiner Raum "uber einem
  angeordneten K"orper, $W\subset \op{Aut} E$ eine affine Spiegelungsgruppe,
  $\cal{H}$ die Menge ihrer Spiegel und $\cal{A}$ die Menge der
  zugeh"origen Alkoven.
\end{Notation}


\begin{Definition}
Es operiere eine Gruppe $G$ auf einer Menge $X$. 
Eine Teilmenge $Y\subset X$ hei"st
 ein 
{\bf Fundamentalbereich} oder genauer 
{\bf mengentheoretischer Fundamentalbereich},\index{Fundamentalbereich!mengentheoretischer} 
 wenn $Y$ die Bahn $Gp$ jedes Punktes $p\in X$ in genau einem Punkt trifft, in Formeln $|Gp\cap Y|=1\;\forall p\in X$.  
\end{Definition}
\begin{Bemerkungw} Operiert eine Gruppe $G$ auf einem topologischen Raum $X$,
  so mag man unter einem
  {\bf topologischen Fundamentalbereich}\index{Fundamentalbereich!topolologischer}
  eine abgeschlossene Teilmenge $Y\As X$ verstehen derart,
  da"s die $gY^\circ$ f"ur $g\in G$ paarweise disjunkt sind
   und da"s die $g Y$ unser $X$ "uberdecken. 
   Operiert eine Gruppe $G$ auf einer Mannigfaltigkeit
   oder allgemeiner Eckfaltigkeit $X$, so  mag man
   einen topologischen Fundamentalbereich,
   der mit der von $X$ induzierten Struktur eines $\DR$-geringten
   Raums eine Eckfaltigkeit ist, einen
   {\bf eckfaltigen Fundamentalbereich}\index{Fundamentalbereich!eckfaltiger}
   nennen. Im Fall einer affinen Spiegelungsgruppe in einem endlichdimensionalen reellen Raum sind unsere
   Alkovenabschl"usse auch eckfaltige Fundamentalbereiche. 
\end{Bemerkungw}
  
\begin{Satz}[\textbf{Alkovenabschl"usse als Fundamentalbereiche}]
F"ur die na\-t"ur\-liche Operation einer affinen Spiegelungsgruppe auf
ihrem affinen Raum ist der Abschlu"s eines jeden Alkoven ein\label{AaF}
Fundamentalbereich.
\end{Satz}
\begin{proof}
Wir beginnen den Beweis des Satzes mit einer Proposition.
\begin{Proposition}[\textbf{Standgruppen in affinen Spiegelungsgruppen}]
Sei $A \subset E$ ein fester Alkoven und $p \in \bar{A} $ ein Punkt aus dem
Abschlu\ss\ von $A$.\label{IGr}
So gilt:
\begin{enumerate}
\item Die Standgruppe $W_p$ von $p$ wird erzeugt von den Spiegelungen an
allen W"anden von $A$, die $p$ enthalten. In Formeln gilt also
$${W}_{p} = \langle s_{H} \mid H \in \cal{H}_{A},\; p \in H \rangle$$
\item
Die Standgruppe $W_p$ von $p$ operiert frei und transitiv auf der Menge
$\cal{A}_{p}$ aller Alkoven,
deren Abschlu"s $p$ enth"alt. In Formeln liefert also $w\mapsto wA$ eine
Bijektion $$W_p\sira \cal{A}_{p} \pdef \{B \in \cal{A} \mid p \in \bar{B}\}$$
\end{enumerate}
\end{Proposition}
\begin{Bild} 
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildDB}\\[4mm]
\noindent 
Drei Bahnen unter einer affinen Spiegelungsgruppe.
Jede hat, wie Satz \ref{AaF} ganz allgemein behauptet,
genau einen Vertreter in dem schraffiert eingezeichneten Alkoven.
\end{Bild}
\begin{Bemerkungl}\label{IPSS}
  Insbesondere wird also bei einer affinen 
Spiegelungsgruppe auch die Standgruppe jedes Punktes 
 von Spiegelungen erzeugt.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis der Proposition]
Wir setzen $ W'_{p} 
= \langle s_{H} \mid H \in \cal{H}_{A},\; p \in H \rangle$
und zeigen zun\"achst, da\ss\ ${W}^{\prime}_{p}$ 
transitiv auf $\cal{A}_{p}$ operiert,
in Formeln ${W}^{\prime}_{p}A = \cal{A}_{p}$.
F\"ur $C \in \cal{A}_{p}$ m\"ussen wir dazu
$w \in {W}^{\prime}_{p}$ finden derart, da\ss\ gilt
$C =wA$.
Wieder machen wir eine Induktion \"uber die Zahl $d(A,C)$ der Spiegel,
die $A$ und $C$ trennen. Ist $A \neq C$, so gibt es nach Satz \ref{Wand} eine
Wand $H$ von $A$, die $A$ von $C$ trennt.
Aus $p \in \bar{A} \cap \bar{C}$ folgt $p \in H$.
Jetzt ist wieder $d(A,s_{H}C)=d(s_{H}A,C)=d(A,C)-1$ und mit Induktion finden
wir $w \in {W}^{\prime}_{p}$ so da\ss\ gilt $wA=s_{H}C$, also $s_{H}wA=C$.
Es folgt wie behauptet ${W}^{\prime}_{p}A=\cal{A}_{p}$.
Nun ist unsere Abbildung ${W}_{p} \ra \cal{A}$, $w \mapsto wA$ 
injektiv nach Satz
\ref{THG} und offensichtlich liegt ihr Bild in $\cal{A}_{p}$.
Wir haben aber eben bewiesen, da\ss\ die Verkn\"upfung der beiden Injektionen
${W}^{\prime}_{p} \hookrightarrow {W}_{p} \hookrightarrow \cal{A}_{p}$ eine
Surjektion ist. Also sind diese Injektionen beide Bijektionen und die 
Proposition folgt.
\end{proof}\noindent
Jetzt k"onnen  wir den Beweis des Satzes zu Ende f"uhren. Sei
$A \subset E$ ein Alkoven und $p \in E$ ein Punkt unseres affinen Raums.
Es gilt zu zeigen, da"s die Bahn ${W} p$ von $p$
den Abschlu\ss\ $\bar{A}$ von $A$ in genau einem Punkt trifft, in Formeln
$$|W{p} \cap \bar{A}| =1$$
Jeder Punkt $p$ liegt nach \ref{AUe}
im Abschlu\ss\ mindestens eines Alkoven, und nach \ref{THG}
trifft die Bahn von $p$ den Abschlu"s $\bar{A}$ jedes Alkoven
$A$, in Formeln ${W} p \cap \bar{A} \neq \emptyset$.
Wir m\"ussen nur noch zeigen, da\ss\ f\"ur $A \in \cal{A}$, $p \in \bar{A}$ und
$x \in {W}$ aus $x p \in \bar{A}$ folgt $xp =p$.
Sicher folgt schon mal 
$xp\in \overline{xA}$, also
$A$, $xA\in \cal{A}_{xp}$, und nach der vorhergehenden
Proposition 
gilt dann $x \in {W}_{xp}$, also
$xxp = xp$, also $xp =p$.
\end{proof}


\begin{Bemerkungl}\label{AAb}
Gegeben eine affine euklidische Spiegelungsgruppe 
$W$ auf einem affinen
euklidischen Raum $E$  wird f"ur
beliebige $v, w \in E$ der Abstand $\| v - z w \|$ 
minimal genau f"ur die $z
\in W$, f"ur die $v$ und $z w$ im Abschlu"s 
desselben Alkoven liegen:
Werden $v$ und $z w$ n"amlich durch eine Wand getrennt, so gilt f"ur die
Spiegelung $s$ an dieser Wand notwendig $\|v - z w\| > \| v - s z w \|$.
\end{Bemerkungl}


  \begin{Bemerkunge}\label{KoDNK}
    Hier scheint es sinnvoll zu zeigen,
da"s f"ur die durch $A$ definierte L"ange $l$  und 
$S_p$ die Menge der 
Spiegelungen an W"anden von $A$ durch den Punkt $p$ 
und $W^p$ die Menge aller $w\in W$ mit $l(sw)>l(w)$ f"ur
alle $s\in S_p$ die Multiplikation
eine Bijektion $W_p\times W^p\sira W$ definiert und
$l(uv)=l(u)+l(v)$ gilt f"ur $u\in W_p$, $v\in W^p$.
Man sollte sogar zeigen, da"s wir stets
genau einen Doppelnebenklassenrepr"asentanten kleinster L"ange
und bei zwei endlichen \glqq parabolischen\grqq\  Untergruppen auch
genau einen  Doppelnebenklassenrepr"asentanten gr"o"ster L"ange haben.
  \end{Bemerkunge}

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
Diejenigen Elemente einer affinen Spiegelungsgruppe, die eine
vorgegebene Teilmenge des zugrundeliegenden affinen Raums 
punktweise festhalten, bilden selber eine Spiegelungsgruppe.
\end{Ubung}





\subsection{Alkoven einer endlichen Spiegelungsgruppe}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben zwei von Null verschiedene
  Vektoren eines euklidischen Vektorraums sagen wir,
sie schlie"sen einen  {\bf schwach stumpfen Winkel}\index{schwach stumpfer
Winkel}\index{Winkel!schwach stumpfer} beziehungsweise einen {\bf schwach spitzen Winkel}\index{schwach spitzer
Winkel}\index{Winkel!schwach spitzer}  ein, 
wenn ihr Skalarprodukt f"ur jedes Skalarprodukt der euklidischen Struktur nichtpositiv beziehungsweise nichtnegativ ist.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}
  Sind $v,w$ unsere Vektoren, so bedeutet in unserer Terminologie aus
  \eref{UZTnn}{LA2} schwach stumpfer Winkel gerade $\pi/2\leq \op{Rad}(\angle(v,w))\leq \pi$ und schwach spitzer Winkel 
  $0\leq \op{Rad}(\angle(v,w))\leq \pi/2$.
 Die Terminologie \glqq schwach stumpf\grqq\  und 
\glqq schwach spitz\grqq\  ist nicht gebr"auchlich.
Ich habe sie gew"ahlt, um nicht in Widerspruch zur Terminologie aus der
  Elementargeometrie zu geraten,
in der man einen rechten Winkel weder spitz noch stumpf nennen w"urde.
Wenn ich betonen will, da"s das Konzept aus der Elementargeometrie gemeint
ist, rede ich von  {\bf echt stumpfen}\index{stumpf!echt, 
Winkel}\index{Winkel!echt stumpfer} beziehungsweise  {\bf echt spitzen
Winkeln}.\index{spitz!echt, 
Winkel}\index{Winkel!echt spitzer}
Das bedeutet dann in Formeln, da"s das Skalarprodukt negativ beziehungsweise positiv ist alias
 $\pi/2 < \op{Rad}(\angle(v,w))\leq \pi$ beziehungsweise
  $0\leq \op{Rad}(\angle(v,w))< \pi/2$.
\end{Bemerkunge}



\begin{Lemma}[\textbf{Winkel zwischen W"anden eines Alkoven}] 
Gegeben %zwei 
verschiedene W"ande eines
Alkoven einer affinen euklidischen Spiegelungsgruppe 
schlie"sen  auf diesen W"anden jeweils\label{NJ}  
senkrecht stehende Vektoren, die in Richtung
unseres Alkoven zeigen, stets schwach stumpfe Winkel ein.
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}
Anschaulich gesprochen 
schlie"sen also je zwei W"ande eines Alkoven einer affinen euklidischen 
Spiegelungsgruppe 
  besagten Alkoven \glqq in einem schwach spitzen Winkel ein\grqq.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bild} 
\includegraphics[ width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildBeWi}\\[4mm]
\noindent 
Illustration zum Beweis von Lemma \ref{NJ}.
Schraffiert eingezeichnet ein Alkoven 
mit zwei ihn nicht in 
einem schwach spitzen Winkel einschlie"senden W"anden $H$ und $L$. 
Gestrichelt eingezeichnet 
die Gerade $s_LH$, die zeigt, da"s es sich nicht um den
Alkoven eines Systems von Hyperebenen handeln kann, das 
aus allen Spiegeln einer affinen euklidischen 
Spiegelungsgruppe besteht.
\end{Bild}
\begin{proof}[Beweis]
Sei ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit unsere 
Spiegelungsgruppe erzeugt von den orthogonalen Spiegelungen
an  besagten W"anden $H$ und $L$ 
und seien
$\alpha$ und $\beta$ von Null verschiedene
Vektoren, die auf diesen W"anden senkrecht
stehen und in Richtung unseres Alkoven zeigen. 
In Formeln  behauptet unser Lemma 
dann $(\alpha,\beta) \leq 0$.
Sind unsere W"ande parallel, so ist die Behauptung eh klar.
Sonst k"onnen wir ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit annehmen,
da"s unser affiner euklidischer 
Raum ein euklidischer Vektorraum ist und beide Spiegelungen linear.
Sicher 
finden wir nun $v\in H$ mit
$(\beta,v)<0$, also $ (\beta,s_Lv)>0$. Aus
$(\alpha,\beta) > 0$
folgte 
$$(\alpha,s_Lv)=(s_L \alpha, v)
=\left(\alpha-\frac{2(\alpha,\beta)}{(\beta,\beta)}\beta,v\right)>0$$
 und damit l"age $s_L v$ gleichzeitig auf dem Spiegel $s_L H$ 
und in unserem Alkoven. 
Das kann aber nicht sein, also gilt 
$ (\alpha,\beta)\leq 0$.  
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
Dieses Lemma w"are auch ein nat"urlicher erster Schritt zur
Klassifikation derjenigen Spiegelungsgruppen, die von
zwei Spiegelungen erzeugt werden.
\end{Bemerkungl}
\begin{Proposition}\label{NJ2}
W"ahlen wir f"ur jede Wand eines festen Alkoven einer endlichen linearen
Spiegelungsgruppe eine lineare Gleichung, so sind diese Gleichungen 
linear unabh"angig als Elemente des Dualraums.
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis]
Wir w"ahlen zun"achst einmal ein invariantes Skalarprodukt.
Seien nun $H_{1},\ldots, H_{n}$ die W"ande
unseres Alkoven und seien 
$\al_i\in V$ auf $H_{i}$ senkrechte Vektoren, die jeweils
auf derselben Seite der Hyperebene $H_i$ liegen wie unser Alkoven.
Es reicht zu zeigen, da"s die $\al_i$  linear unabh"angig sind.
Nach \ref{NJ} schlie"sen diese Vektoren jedoch paarweise
schwach stumpfe Winkel ein, in Formeln
$( \al_i,\al_j)
\leq 0$ falls $i\neq j$,
und w"ahlen wir 
$\gamma \in A$, so gilt  $(\al_{i},\gamma)>0$ f"ur alle $ i$.
Die lineare Unabh"angigkeit
der $\alpha_i$  folgt damit aus dem anschlie"senden Lemma \ref{SWG}.
\end{proof}
\begin{Lemma}[\textbf{Lineare Unabh"angigkeit bei schwach stumpfen Winkeln}] 
Liegen Vektoren  eines Skalarproduktraums
alle in demselben offenen Halbraum zu einer Hyperebene durch den Nullpunkt
und schlie"sen sie paarweise schwach stumpfe Winkel ein, 
so sind sie linear unabh"angig.\label{SWG} 
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}
  Schlie"sen insbesondere $(n+1)$ Vektoren  eines 
$n$-dimensionalen euklidischen Vektorraums
 paarweise schwach stumpfe Winkel ein, 
so k"onnen sie 
nicht alle in demselben offenen Halbraum zu einer Hyperebene durch den Nullpunkt
liegen. Eine etwas st"arkere Aussage zeigen wir in \ref{SWA}. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bild} 
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildVSW}\\[4mm]
Liegen Vektoren  eines euklidischen Vektorraums
alle in demselben offenen Halbraum zu einer Hyperebene durch den Nullpunkt
und schlie"sen sie nicht paarweise schwach stumpfe Winkel ein, 
so brauchen  sie keineswegs linear unabh"angig zu sein.
Schlie"sen Vektoren  eines euklidischen Vektorraums
 paarweise schwach stumpfe Winkel ein, 
liegen aber nicht 
alle in demselben offenen Halbraum zu einer Hyperebene durch den Nullpunkt,
so brauchen  sie ebensowenig linear unabh"angig zu sein.
\noindent 
\end{Bild}
\begin{proof}[Beweis]
Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit d"urfen wir von
einer endlichen Familie von Vektoren
$\al_{1},\ldots , \al_{n}$  ausgehen.
Unsere Forderungen sagen in Formeln, da"s es 
einen Vektor $\gamma$ gibt mit $(\al_{i},\gamma)>0 $ 
f"ur alle $i$
und da"s gilt
$(\al_{i},\al_{j})\leq 0$ 
f"ur $i\neq
j$.
Sei nun $\sum^{n}_{i=1}c_{i}\al_{i} =0$ eine
verschwindende Linearkombination der $\al_{i}$.
Es folgt
$$ \sum_{i\in I} c_{i}\al_{i} = \sum_{i\in J} -c_{i}\al_{i}$$
mit $I = \{ i\mid c_{i} \geq 0\}$ und $J =\{i\mid c_{i}<0\}$.
Das Skalarprodukt der linken mit der rechten Seite der Gleichung ist
nichtpositiv, da unsere Vektoren paarweise schwach stumpfe 
Winkel einschlie"sen. Also steht auf
beiden Seiten der Gleichung der Nullvektor.
Wir bilden nun unabh"angig 
das Skalarprodukt beider Seiten mit $\gamma$ und folgern, da"s alle $c_{i}$
verschwinden.
\end{proof}


\subsection{Coxetergraphen und Klassifikation}
\begin{Definition}
Seien $E$ ein  affiner  Raum "uber einem
angeordneten K"orper $k$ und $W \subset {\op{Aut}} E$ eine \hyperref[ASG]{affine
Spiegelungsgruppe}.
Seien $A$ ein Alkoven und $S \subset W$ die Menge der Spiegelungen
an den W"anden von $A$.
Wir definieren zu diesen Daten
 eine symmetrische $S\times S$-Matrix $m: S\times S \ra \DN
\cup \{\infty\}$, die 
{\bf Coxetermatrix unserer Spiegelungsgruppe},\index{Coxetermatrix} 
durch die Vorschrift, 
da"s der Ma\-trix\-eintrag in Zeile $s$
und Spalte $t$ die Ordnung von $st$ sein soll, in Formeln
$$m_{s,t} = m(s,t)\pdef \op{ord} (st)$$
\end{Definition}
\begin{Bemerkunge}\label{CoxM}
Auf
der Diagonalen unserer Matrix 
stehen nat"urlich nur Einsen und au"serhalb sind alle
Eintr"age $\geq 2$.
Unsere Matrix ist unabh"angig von der Wahl des Alkoven $A$. Etwas formaler
k"onnten wir in $\cal{A} \times \cal{H}$ die Teilmenge $\cal{S}$ aller Paare
$(A,H)$ betrachten, bei denen der Spiegel $H$ eine Wand des
Alkoven $A$ ist, f"ur $S$ den Bahnenraum $S \pdef  \cal{S}/W$
nehmen, und in offensichtlicher Weise eine Matrix $m: S \times S
\ra \DN \cup \{\infty\}$ erkl"aren, die dann in der Tat
von keinerlei Wahlen mehr abh"angt. 
Gegeben eine endliche Menge $S$ verstehen wir ganz allgemein unter einer 
{\bf Coxetermatrix mit durch $S$  indizierten Zeilen und Spalten} 
eine Abbildung $m: S\times S \ra \DN
\cup \{\infty\}$ mit $ m(s,t) = m(t,s) \;\forall s,t\in S$ und
$ m(s,s) =1\;\forall s\in S$ und $ m(s,t) \geq 2$ falls $ s\neq t$.
\end{Bemerkunge}

\begin{Bemerkungl}
Die Coxetermatrizen der affinen Spiegelungsgruppen  
haben "ublicherweise nur
sehr wenige von Zwei verschiedene Eintr"age und fast keine
Eintr"age $>3$. Weiter sind die Eintr"age auf der Diagonalen eh bekannt.
Besonders "ubersichtlich kann man die in diesen Coxetermatrizen  
enthaltene Information deshalb in der Form des 
sogenannten \defnoind{Coxetergraphen}\index{Coxetergraph} darstellen:
Man malt einen dicken Punkt, genannt 
{\bf Knoten},\index{Knoten!von Coxetergraph}
f"ur jedes Element von $S$, sowie einen Strich, genannt  
{\bf Kante},\index{Kante!von Coxetergraph} zwischen
je zwei Knoten $s,t \in S$ mit $m (s,t)\geq 3$, und schreibt an
diese Kante zus"atzlich noch die Zahl $m(s,t)$ im Fall $m(s,t) > 3$.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
Die affine Spiegelungsgruppe, deren Alkoven ein Schachbrettmuster bilden,
hat  den Coxetergraphen
$$\begin{array}{cc}
{\scriptstyle\bullet} \overset{\infty}{\overline{\quad\quad\quad}}
{\scriptstyle\bullet} &\hspace{1cm}
{\scriptstyle{\bullet}}
\overset{\infty}{\overline{\quad\quad\quad}}{\scriptstyle\bullet}
\end{array}$$
Nehmen wir f"ur jedes Schachfeld noch seine beiden Diagonalen
als Spiegel hinzu, so hat der Coxetergraph dieser
gr"o"seren Spiegelungsgruppe die Gestalt
$$\begin{array}{c}
{\scriptstyle\bullet} \overset{4}{\overline{\quad\quad\quad}}
{\scriptstyle\bullet}
\overset{4}{\overline{\quad\quad\quad}}{\scriptstyle\bullet}
\end{array}$$  
\end{Beispiel}

\begin{Proposition}[\textbf{Charakterisierung durch Coxetergraphen}] 
Seien $V_{1},V_{2}$ reelle euklidische Vektorr"aume und seien 
 $W_{1} \subset
\op{GL} (V_{1})$, $W_{2} \subset \op{GL} (V_{2})$ endliche orthogonale
Spiegelungsgruppen ohne Fixpunkte au"serhalb des Nullpunkts.\label{KESP} 
Genau dann haben $W_{1}$ und $W_{2}$ denselben
Coxetergraphen, wenn es eine lineare Isometrie $\varphi : V_{1} \sira
V_{2}$ gibt mit $W_{2} = \varphi W_{1} \varphi^{-1}$.
\end{Proposition}

\begin{Bemerkungl}
Noch pr"aziser formuliert zeigen wir: Ist $A_i\subset V_i$ jeweils ein Alkoven
und $S_i\subset W_i$  jeweils die Menge von Spiegelungen an den W"anden
des Alkoven $A_i$ und ist eine Bijektion $\xi:S_1\sira S_2$ gegeben 
mit $\op{ord}(st)= \op{ord}(\xi(s)\xi(t))$ f"ur alle $s,t\in S_1$, 
so gibt es eine lineare Isometrie $\varphi : V_{1} \sira
V_{2}$  mit $\varphi(A_1)=A_2$ 
und $\xi(s) = \varphi s \varphi^{-1}$ f"ur alle $s\in S_1$. 
\end{Bemerkungl}



\begin{proof}[Beweis] 
Wir w"ahlen in $V=V_i$ jeweils  einen festen
Alkoven $A=A_i$ und 
betrachten zu jeder Wand von $A$ den Normalenvektor, der 
in Richtung von $A$ zeigt. Wir erhalten
so eine Familie $(\op{e}_{s})_{s \in S}$ von Einheitsvektoren in $V$.
Offensichtlich schlie"sen $\op{e}_{s}$ und $\op{e}_{t}$ gerade den Winkel
$\pi - \pi/{\op{ord}(st)}$ ein, folglich haben wir
$$(\op{e}_{s},\op{e}_{t}) = -\op{cos} (\pi/{\op{ord}(st)})$$
Nach \ref{NJ2} sind unsere $\op{e}_{s}$ linear unabh"angig, und
da die Spiegelungen an ihren orthogonalen Komplementen nach \ref{THG}
die fraglichen Gruppen erzeugen und diese fixpunktfrei 
operieren, besteht  der Schnitt der fraglichen orthogonalen Komplemente
nur aus dem Nullvektor und unsere $\op{e}_{s}$ bilden sogar eine Basis.
Jede Identifikation unserer beiden Coxetergraphen 
zusammen mit der Wahl eines Alkoven in beiden R"aumen
liefert 
folglich eine Isometrie $\varphi$ zwischen unseren Vektorr"aumen, unter 
der die W"ande des in $V_1$ gew"ahlten Alkoven in die W"ande des 
in $V_2$ gew"ahlten
 Alkoven "ubergehen. Da die orthogonalen Spiegelungen an diesen
W"anden aber nach \ref{THG} bereits die fraglichen Gruppen erzeugen, folgt
$W_{2} = \varphi W_{1} \varphi^{-1}$.
 \end{proof}
\begin{Satz}[\textbf{Klassifikation der endlichen Spiegelungsgruppen}]
Genau dann geh"ort ein vorgegebener Coxetergraph zu einer endlichen reellen
Spiegelungsgruppe, wenn\label{KES} alle seine Zusammenhangskomponenten in der
nebenstehenden Liste zu finden sind.
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis]
Das folgt sofort aus den beiden anschlie"senden Propositionen,
die wir in diesem und dem darauffolgenden Abschnitt  beweisen.
\end{proof}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildPDG}\\[4mm]
\noindent 
Dieses Bild zeigt alle zusammenh"angenden Coxetergraphen, 
die zu endlichen reellen Spiegelungsgruppen geh"oren, als da hei"st,
f"ur die die Matrix  $(-\op{cos}(\pi/m_{s,t}))_{s,t
\in S}$ positiv definit ist. 
Hier meint $n$ jeweils die Zahl der Knoten, und die
unteren Schranken an $n$ dienen nur dazu,
Verdopplungen zu vermeiden. So w"are etwa 
$I_2(3)=A_2$, $I_2(4)=B_2$, und $I_2(5)=H_2$. 
Die Auslassungen im Alphabet r"uhren daher, da"s 
die in \ref{KlaWu} gegebene Klassifikation 
der Wurzelsysteme alias der einfachen komplexen Liealgebren 
zuerst gefunden wurde und manche dieser Wurzelsysteme dieselbe
endliche Spiegelungsgruppe als Weylgruppe haben.
Es ist eine nette "Ubung, sich zu "uberlegen, da"s $H_3$ 
 realisiert werden kann als die
Gruppe aller $120$ nicht notwendig orientierungserhaltenden Isometrien
des $\DR^3$, die einen Ikosaeder in sich "uberf"uhren.
\end{figure}
\begin{Bemerkunge}[\textbf{Bezug zur Klassifikation kompakter Liegruppen}] 
Weylgruppen kompakter Liegruppen 
operieren nach \eref{OPWW}{ML} als endliche reelle Spiegelungsgruppen 
auf der Liealgebra eines maximalen Torus. Der zugeh"orige 
Coxetergraph entsteht nach \ref{PaWi} aus dem\label{MDyD} 
Dynkindiagramm, indem man Doppelkanten durch Kanten
der Wertigkeit $4$ und Dreifachkanten durch Kanten
der Wertigkeit $6$ ersetzt. Unser Satz \ref{KES}
zeigt somit unter anderem auch, da"s 
s"amtliche Zusammenhangskomponenten des Dynkindiagramms einer
kompakten Liegruppe bereits unter den dort 
aufgelisteten Diagrammen zu finden sein m"ussen. 
Da"s sich allerdings alle diese Diagramme auch tats"achlich als  
Dynkindiagramme kompakter Liegruppen realisieren lassen, 
haben wir damit noch nicht gezeigt, und inwieweit eine kompakte Liegruppe 
durch ihr Dynkindiagramm charakterisiert wird, 
werden wir noch ausf"uhrlich diskutieren m"ussen.
\end{Bemerkunge}



\begin{Bemerkungl} Gegeben eine Coxetermatrix
  $(m_{s,t})_{s,t\in S}$ erkl"aren wir ihre {\bf Cosinusmatrix}\index{Cosinusmatrix} als die
  reelle Matrix $(-\op{cos}(\pi/m_{s,t}))_{s,t\in S}$. 
 F"ur den Fall $m_{s,t}=\infty$  vereinbaren wir dabei die
Interpretation  $\pi/\infty=0$, aber das ist vorerst noch nicht von Belang.\label{Cosm}  
\end{Bemerkungl}

\begin{Proposition}[\textbf{Coxetermatrizen endlicher Spiegelungsgruppen}]
Genau dann geh"ort eine Coxetermatrix $(m_{s,t})_{s,t
\in S}$ zu einer endlichen reellen\label{EPra} 
Spiegelungsgruppe, wenn ihre  Cosinusmatrix 
$(-\op{cos}(\pi/m_{s,t}))_{s,t
\in S}$ positiv definit ist.
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
Wir verwenden im folgenden eine abk"urzende Terminologie
und nennen einen Coxetergraphen 
{\bf positiv definit},\index{positiv definit!Coxetergraph}
wenn er endlich ist und seine Cosinusmatrix 
 $(-\op{cos} (\pi/m_{s,t}))_{s,t \in S}$ positiv definit ist.
Nach der vorhergehenden Proposition \ref{EPra} sind das genau die 
Coxetergraphen zu endlichen Spiegelungsgruppen. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Proposition}[\textbf{Positiv definite Coxetergraphen}]
Die zusammenh"angenden Coxetergraphen, deren Cosinusmatrix
$(-\op{cos} (\pi/m_{s,t}))_{s,t \in S}$ positiv definit ist,
sind genau die Graphen der nebenstehenden Liste.\label{EPraC} 
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
Diese Aussage wird erst sp"ater als Proposition \ref{EPraCc}
bewiesen. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis von \ref{EPra}]
Wir zeigen zun"achst, da"s der Coxetergraph einer endlichen 
Spiegelungsgruppe stets
positiv definit ist.
Wir w"ahlen dazu einen
Alkoven $A$ und ein invariantes Skalarprodukt $(\;, \;)$ und
betrachten zu jeder Wand von $A$ den Normalenvektor, der 
in Richtung von $A$ zeigt. Wir erhalten
so eine Familie $(\op{e}_{s})_{s \in S}$ von Einheitsvektoren und nach
\ref{NJ} sind sie linear unabh"angig.
Offensichtlich schlie"sen $\op{e}_{s}$ und $\op{e}_{t}$ gerade den Winkel
$\pi - \pi/m_{s,t}$ ein, folglich haben wir
$$(\op{e}_{s},\op{e}_{t}) = -\op{cos} (\pi/m_{s,t})$$
Mithin kann ein Coxetergraph nur dann zu einer endlichen
reellen Spiegelungsgruppe geh"oren, wenn seine Cosinusmatrix
$(-\op{cos} (\pi/m_{s,t}))_{s,t \in S}$
positiv definit ist. 
Wir zeigen nun umgekehrt, da"s jeder Coxetergraph mit 
 positiv definiter   Cosinusmatrix
auch in der Tat zu einer endlichen Spiegelungsgruppe geh"ort.
"Uber unserer Menge $S$ von Knoten  
bilden wir dazu 
den freien Vektorraum $E\pdef\Bbb{R} S$ 
mit seiner kanonischen Basis
$(\op{e}_{s})_{s\in S}$ 
und erkl"aren darauf eine
symmetrische Bilinearform $(\;, \;)$ durch die
Vorschrift $(\op{e}_{s},\op{e}_{t}) = -\op{cos} (\pi/m_{s,t})$.
Nach Annahme ist sie positiv definit alias ein Skalarprodukt.
Nun betrachten wir die
Untergruppe $W\subset \op{GL} (E)$, die erzeugt wird von den 
orthogonalen Spiegelungen an den auf unseren Basisvektoren senkrechten
Hyperebenen $H_s\pdef {\op{e}}_s^\perp$.
Wir bezeichnen diese Spiegelungen
kurzerhand mit demselben Buchstaben $s$ wie den entsprechenden Knoten
unseres Coxetergraphen und erkl"aren die {\bf L"ange}
 $l(w)$ eines Elements von $W$
als die L"ange einer k"urzestm"oglichen Darstellung von $w$ als Produkt solcher
Spiegelungen $s$. Dann gilt sicher $\op{det}w=(-1)^{l(w)}$
und folglich $l(w)\neq l(ws)$ f"ur jede Spiegelung $s$. 
Weiter setzen wir 
$H_s^+\pdef \{p\in E\mid (p,{\op{e}}_s)>0\}$
und $A^+\pdef\bigcap_{s\in S}H_s^+$ und
behaupten
$$l(ws) > l(w) \;\Leftrightarrow \; wH_s^+\supset A^+$$
Kennen wir  die Implikation $\Rightarrow$ und
setzen darin $w=vs$, 
erhalten wir $l(v) > l(vs) \;\Rightarrow \; vsH_s^+\supset A^+$
und wegen  $vsH_s^+\supset A^+\;\Leftrightarrow \;vH_s^+\cap A^+=\emptyset $
die "Aquivalenz. Hier verwenden wir, da"s $A^+$ offensichtlich
keine Hyperebene treffen kann, ohne auch beide
Halbebenen zu dieser Hyperebene zu treffen. 
Die Implikation $\Rightarrow$  zeigen 
wir durch  Induktion "uber $l(w)$ gleichzeitig f"ur alle $s$.
Der Fall $l(w) =0$ ist offensichtlich.
Gilt $l(w) > 0$, so finden wir $t \in S$ mit $l(wt) < l
(w)$ und haben unter unserer Annahme $l(ws) > l
(w)$ notwendig $t \neq s$.
Indem wir so lange $s$ oder $t$ von rechts 
an $w$ dranmultiplizieren, wie wir
die L"ange damit kleiner kriegen, finden wir eine Darstellung
$w = v u$ mit $u \in \langle s,t \rangle$, $ l(vs)
> l(v)$, $ l(vt) > l(v)$ und $l(w) =
l(v)+l(u)$ und $u=tst\ldots(s/t)$ einem Produkt
mit abwechselnden Faktoren und insgesamt $l(u)$ Faktoren.
Mit
Induktionsannahme  erhalten wir
$v H^+_{s} \supset A^+
$ und $ v H^+_{t} \supset A^+$ alias $ H^+_{s} \cap H^+_t\supset v^{-1}A^+$.
Andererseits folgt aus unseren Annahmen auch 
$l(us)>l(u)$.
In unserer Situation sind  $s$ und $t$ schlicht orthogonale Spiegelungen
an Hyperebenen $H_s,H_t$, die einen Winkel $\pi/m_{s,t}$ einschlie"sen
f"ur $m_{s,t}\in \DN_{\geq 2}$. In dieser Situation einer endlichen
Diedergruppe ist
explizit klar, da"s gilt $$us>u \RA uH^+_s\supset H^+_{s}\cap  H^+_{t}$$ 
Zusammen mit der vorhergehenden "Uberlegung  folgt 
$uH^+_{s} \supset
( H^+_{s}\cap   H^+_{t})\supset v^{-1} A^+
$
alias 
$wH^+_{s} \supset A^+
$.
Damit ist unsere Behauptung 
$l(ws) > l(w) \;\Leftrightarrow \; wH_s^+\supset A^+$
gezeigt.  Wir 
folgern nun die Proposition. 
Die Ebenen $wH_s$ f"ur $w\in W$ und $s\in S$ 
 bilden ein $W$-stabiles System von Hyperebenen $\cal{H}$
in $E$, und unsere Behauptung zeigt insbesondere, da"s keine dieser Hyperebenen
unser $A^+$
 trifft. Insbesondere $A^+$
eine maximale konvexe Teilmenge im Komplement der
Vereinigung aller Hyperebenen aus $\cal{H}$.
Je zwei verschiedene derartige maximale konvexe Teilmengen sind disjunkt 
nach \ref{AOLE} und mit $A^+$ ist auch $wA^+$ solch eine
maximale konvexe Teilmenge f"ur alle $w\in W$.
Schlie"slich folgt aus $wA^+=A^+$  mit unserer Behauptung
sofort $l(ws)>l(w)$ f"ur alle $s\in S$
alias
$w = \op{id}$. Folglich sind die $wA^+$ mit $w\in W$ 
paarweise disjunkt.
Nun k"onnen wir aber in unserem 
endlichdimensionalen reellen euklidischen Vektorraum $E$
jeder offenen Teilmenge $U\co E$ ein Volumen
$\op{vol}U\in [0,\infty]$ zuordnen, und jede nichtleere
offene Teilmenge hat positives Volumen.
Ist $K\subset E$ die offene Einheitskugel,
so ist sicher $K\cap A^+$ offen und nicht leer.
Insbesondere ist $\op{vol}(K)/\op{vol}(K\cap A^+)$ 
eine obere Schranke f"ur die Kardinalit"at
von $W$ und wir folgern  $|W| < \infty$.
Damit ist wiederum $\cal{H}$ endlich und wir folgern mit \ref{THG},
da"s $A^+$ ein Alkoven ist f"ur die 
endliche Spiegelungsgruppe  $W\subset \op{GL}(E)$.
Aus den Definitionen folgt dann schlie"slich, da"s der Coxetergraph
von $W$ genau der Coxetergraph ist, von dem wir ausgegangen waren.
\end{proof}

\begin{Bemerkunge}[\textbf{Allgemeinere angeordnete Grundk"orper}] 
  Im vorhergehenden Beweis k"onnten wir auch "uber einem
beliebigen angeordneten K"orper arbeiten, 
solange wir dar"uber einen euklidischen  Vektorraum der Dimension 
$|S|$ und ein System von Hyperebenen $(H_s)_{s\in S}$ mit
 ausgezeichneten Halbr"aumen
$H_s^+$ finden k"onnen derart, da"s f"ur $s\neq t$ die orthogonalen 
Spiegelungen an $H_s$ und $H_t$ 
jeweils eine Diedergruppe der Ordnung $2m_{s,t}$ erzeugen,
f"ur die $H_s^+\cap H_t^+$ ein Alkoven ist. 
Ganz am Schlu"s des Beweises k"onnen wir dann nat"urlich nicht mehr
mit dem Volumen argumentieren, aber der Einsatz von Lebesguema"s und
Transformationsformel  ist an dieser Stelle eh ein Stilbruch
und man kann auch einfacher mit der Erkenntnis argumentieren, da"s in 
einem euklidischen  Vektorraum "uber einem angeordneten K"orper 
in einen Ball mit ganzzahligem Radius h"ochstens endlich viele B"alle
vom Radius Eins in paarweise disjunkter Weise hineingepackt werden k"onnen.
\end{Bemerkunge}
  \begin{Bemerkunge}[\textbf{Existenz der Ikosaedergruppe}] 
 Betrachten wir f"ur die dreielementige Menge $S=\{r,s,t\}$ die
Coxetermatrix mit $m_{r,s}=3$, $m_{s,t}=5$ und $m_{r,t}=2$,
so erhalten wir nach \ref{EPra} eine endliche\label{Ikoe} 
orthogonale Spiegelungsgruppe im dreidimensionalen Raum.
Die Untergruppe der darin enthaltenen Drehungen enth"alt
Elemente der Ordnungen $5$ und $3$ und wir folgern 
damit auf andere Weise
die in \eref{KED}{LA2} besprochene
Existenz einer endlichen Drehgruppe 
mit Elementen dieser Ordnungen.
\end{Bemerkunge}
\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubunge}[\textbf{Die Symmetrien des Ikosaeders}] 
    Wir erhalten eine Surjektion der nichtorientierten Ikosaedergruppe alias
    Coxetergruppe vom Typ $H_3$\label{NOI} 
mit Erzeugern $r,s,t$ und Relationen $r^2 = s^2 =t^2 =
    (rs)^2 = (st)^3 = (rt)^5 =1$ auf die alternierende Gruppe $A_5 \subset
    \mathcal S_5$ vermittels der Vorschrift $r \mapsto (13)(24), s \mapsto
    (12) (34)$ und $ t \mapsto (12) (45)$.  Diese Surjektion induziert einen
    Isomorphismus $ I \overset{\sim}{\rightarrow} A_5$ zwischen 
der Ikosaedergruppe
und der f"unften alternierenden Gruppe. 
  \end{Ubunge}

\subsection{Erg"anzungen zu Skalarprodukten} 
\label{EGSP} 
\begin{Satz}[\textbf{"uber Familien von Vektoren mit schwach stumpfen Winkeln}]
Sei in einem\label{SWA} 
Skalarproduktraum eine Familie von
Vektoren gegeben, von denen je Zwei mit verschiedenem Index
nichtpositives Skalarprodukt haben.
Es gebe  keine Zerlegung unserer Familie in zwei echte Teilfamilien,
die zwei zueinander orthogonale Teilr"aume erzeugen. So gilt:
\begin{enumerate}
\item Jede echte Teilfamilie unserer Familie von Vektoren ist linear
  unabh"angig;
\item
Bei jeder nichttrivialen linearen Relation unserer Vektoren 
sind die Koeffizienten entweder alle positiv oder alle negativ.
\end{enumerate}

\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Das verallgemeinert Lemma \ref{SWG} "uber die 
  lineare Unabh"angigkeit von Vektoren mit schwach stumpfen Winkeln,
  die alle  in demselben offenen Halbraum zu einer linearen Hyperebene liegen.
  Genauer k"onnen wir unser Lemma \ref{SWG}
  ableiten, indem wir zu unseren Vektoren
  noch einen von Null verschiedenen
  Vektor mit hinzunehmen, der auf der fraglichen Hyperebene
  senkrecht steht und nicht im fraglichen offenen Halbraum liegt.
Die Familie mit nur einem Index, die nur aus dem Nullvektor besteht,
erf"ullt unsere Bedingungen und ist in unserem Satz erlaubt. 
Familien mit mehr als einem Index, die unsere Bedingungen erf"ullen,
k"onnen jedoch nie den Nullvektor enthalten.
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}
Jede lineare Relation $\sum_{i \in I} a_i v_i = 0$ unserer Vektoren 
k"onnen wir umschreiben zu einer Identit"at der Gestalt
\begin{equation*}
 \sum_{a_i > 0} a_i v_i= \sum_{a_j < 0} (-a_j) v_j
\end{equation*}
Da das Skalarprodukt dieses Vektors mit sich selbst nichtpositiv ist, 
mu"s es Null sein.
Auf beiden Seiten unserer Gleichung steht also der Nullvektor.
Nun setzen wir $I_{> 0} = \{ i \in I \mid a_i > 0\}$.
Gibt es $j \in I \backslash I_{>0}$ mit $\langle v_j , v_i\rangle \neq 0$ f"ur ein $i \in I_{>0}$, so
folgt aus
\begin{equation*}
 0 =\left\langle v_j, \sum_{a_i > 0} a_i v_i\right\rangle = \sum_{a_i > 0} a_i \langle v_j, v_i\rangle
\end{equation*}
sofort ein Widerspruch.
Also gilt entweder $I_{>0} = I$ oder $I_{>0} = \emptyset$.
Bei jeder nichttrivialen Relation $\sum_{i \in I} a_i v_i = 0$ sind 
mithin entweder
alle $a_i$ positiv oder alle $a_i$ nichtpositiv und dann folgt durch 
Multiplikation mit $(-1)$, da"s sie sogar alle negativ sein m"ussen.
Insbesondere ist dabei kein Koeffizient Null, 
und das zeigt die lineare Unabh"angigkeit jeder echten
Teilfamilie.
\end{proof}



\begin{Definition}
Eine Matrix $(a_{ij})_{i,j=1}^n$ hei"st 
\defnoind{unzerlegbar},\index{unzerlegbar!Matrix}\label{uzba} 
wenn gilt $n\geq 1$ und 
es keine Zerlegung $\{1,\ldots,n\}=I\amalg J$ gibt mit
$I\neq\emptyset \neq J$ und $a_{ij}=a_{ji}=0\;\forall i\in I, j\in J$.
\end{Definition}


\begin{Proposition}[\textbf{Definitheitskriterium f"ur Bilinearformen}]
Sei $V$ ein  Vektorraum\label{vWsE}  "uber einem angeordneten K"orper
mit einer symmetrischen Bilinearform $\langle\;,\;\rangle$
und seien Erzeuger  $v_{1}, \ldots , v_{n}$ 
von $V$ gegeben mit $v_{1}+ \ldots + v_{n}=0$. So gilt:
\begin{enumerate}
\item Hat die Matrix der
  $\langle v_{i},v_{j}\rangle$ nichtpositive Eintr"age au"serhalb der Diagonalen,
in Formeln $i\neq j \RA \langle v_{i},v_{j} \rangle \leq 0$, so ist unsere
  Bilinearform positiv semidefinit;
\item Ist die Matrix der
  $\langle v_{i},v_{j}\rangle$ zus"atzlich unzerlegbar, so ist unsere Bilinearform
  positiv definit.
\end{enumerate}
\end{Proposition}

 \begin{proof}
 Wir finden unter der Annahme der Symmetrie und der Annahme, da"s unsere
Erzeuger sich zu Null summieren, ohne weitere Schwierigkeiten
\begin{displaymath}
 \begin{array}[b]{ccl}
  \langle\sum \alpha_i v_i , \sum \alpha_j v_j\rangle & =& \underset{i \neq
    j}{\sum} \alpha_i \alpha_j \langle v_i, v_j\rangle + \underset{i}{\sum}\alpha^2_i
\langle v_i, v_i\rangle\\
&=& \underset{i \neq j}{\sum} (\alpha_i \alpha_j - \alpha_i^2) \langle v_i,
v_j\rangle \\
&=& -\underset{i<j}{\sum} (\alpha_i -\alpha_j)^2 \langle v_i, v_j\rangle
 \end{array}
\end{displaymath}
Die Proposition folgt unmittelbar. 
\end{proof} 





\begin{Korollar*}[\textbf{Vektoren mit vorgegebenen Skalarprodukten}]
    Gegeben  eine reelle symmetrische
    \hyperref[uzba]{unzerlegbare} $(n\times n)$-Matrix $(a_{ij})$ 
mit nichtpositiven Eintr"agen au"serhalb
    der Diagonalen  gibt es stets einen Skalarproduktraum $V$ 
 und ein Erzeugendensystem aus Vektoren $v_1,\ldots, v_n\in V$  mit 
$v_1+\ldots +v_n=0$ und
  mit den Skalarprodukten $$\langle v_i,v_j\rangle=a_{ij}\;\text{ f"ur }
\;i\neq j.$$
  \end{Korollar*}
 
  \begin{Bemerkunge}
Die Aussage und ihr Beweis gelten ebenso "uber jedem angeordneten
K"orper. 
 Ist $ v_1',\ldots, v_n'\in V'$   eine zweite L"osung,
so gibt es im "ubrigen genau einen orthogonalen Isomorphismus
 $B:V\sira V'$ mit
$Bv_i=v_i'$. Das folgt, da nach 
dem Satz "uber Familien von Vektoren mit 
schwach stumpfen Winkeln \ref{SWA} 
in unseren beiden Familien jede echte 
Teilfamilie linear unabh"angig ist. 
  \end{Bemerkunge}

 


  \begin{proof}
    Wir d"urfen, indem wir die Diagonaleintr"age anpassen,
 ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit 
annehmen, da"s in unserer Matrix alle Spaltensummen Null sind.
Dann liefert unsere Matrix eine symmetrische Bilinearform auf 
$\DR^n$ und, da der Vektor $(1,\ldots,1)$ in deren Radikal liegt, auch
eine symmetrische Bilinearform
auf $V\pdef \DR^n/\DR (1,\ldots,1)$. Bezeichnet $v_i\in V$
das Bild des $i$-ten Vektors der Standardbasis, so zeigt 
das Definitheitskriterium  \ref{vWsE},
da"s  diese symmetrische Bilinearform
auf $V$ ein Skalarprodukt sein mu"s.
 \end{proof}



\begin{Korollar}[\textbf{Definitheit durch Ausartung}]
Sei $A$ eine reelle symmetrische
 unzerlegbare  $(n\times n)$-Matrix mit nichtpositiven
Eintr"agen au"serhalb der Diagonalen.\label{skaa} 
 So sind gleichbedeutend:
\begin{enumerate}
\item  Es gibt  einen 
von Null verschiedenen Vektor
$x\in (\DR_{\geq 0})^{n}$
mit $Ax=0$;
\item
Der Kern von $A$ wird von einem 
Vektor $x\in (\DR_{> 0})^{n}$ aufgespannt;
\item
  Die Matrix $A$ ist positiv semidefinit aber ausgeartet;
  \item
Es gibt einen 
Vektor $x\in (\DR_{> 0})^{n}$ mit $Ax=0$.
\end{enumerate}
F"ur Matrizen $A$ mit diesen "aquivalenten Eigenschaften 
 ist weiter jede Untermatrix, die durch das Streichen
je einer Zeile und Spalte zum selben Index entsteht,
 positiv definit.  Dasselbe  gilt "uber jedem angeordneten Grundk"orper.
\end{Korollar}



\begin{proof}[Beweis]
$(3\RA 2)$ Wir fassen $A$ auf als eine Bilinearform auf dem $\Bbb{R}^{n}$, 
bilden ihr Radikal $K \pdef\{x \in \Bbb{R}^{n} \mid
 A x = 0 \}$ und betrachten den Quotientenraum
$V \pdef \Bbb{R}^{n} /K$ mit dem darauf induzierten Skalarprodukt.
Die Bilder $\bar{\op{e}}_{i} \in V$ 
der Vektoren der Standardbasis schlie"sen 
nach Annahme paarweise
schwach stumpfe Winkel ein  und wir folgern aus dem Satz
"uber Familien von Vektoren mit schwach stumpfen Winkeln \ref{SWA}, 
da"s je $(n-1)$ dieser Vektoren linear unabh"angig sein m"ussen.
Es folgt $\op{dim} K =1$, und ist 
$\sum x_{i}\op{e}_{i}$ ein Erzeuger von $K$, so folgt 
aus demselben Satz, da"s die Koeffizienten $x_i$ entweder alle
positiv oder alle negativ sein m"ussen.
\\[2mm]\noindent
$(2\RA 3)$
In $V\pdef \DR^n/\DR x$ betrachten wir die Vektoren
$v_i\pdef x_i\op{e}_i +\DR x$. Die symmetrische
Bilinearform $\langle v,w\rangle=v^\top A w$ auf $\DR^n$ induziert dann eine
symmetrische
Bilinearform auf $V$, die
 nach dem Definitheitskriterium \ref{vWsE} positiv definit sein mu"s.
\\[2mm]\noindent
$(1\RA 2)$
Haben wir $a_{ij}\neq 0$, so folgt mit
$\sum a_{i\nu}x_\nu=0$ und allen $x_\nu\geq 0$ 
bereits $(x_j\neq 0\RA x_i\neq 0)$.
In der Tat kann im einzig relevanten Fall $i\neq j$ 
ein negativer Beitrag $a_{ij}x_j$ zur Summe nur durch einen
positiven Beitrag $a_{ii}x_i$ ausgeglichen werden. 
\\[2mm]\noindent
$(2\RA 4\RA 1)$ Das ist klar.
\\[2mm]\noindent
Die letzte Aussage schlie"slich folgt wieder aus Satz \ref{SWA}
"uber Familien von Vektoren mit schwach stumpfen Winkeln: Lassen wir 
aus der Familie unserer
$\bar{\op{e}}_{i} \in V$ einen Vektor weg, so wird sie
eine Basis, und die
entsprechende Streichmatrix ist die Matrix unseres Skalarprodukts
auf $V$, ausgedr"uckt in dieser Basis.
\end{proof}
\subsection{Positiv definite Coxetergraphen} 

\begin{Proposition}[\textbf{Positiv definite Coxetergraphen}]
Die zusammenh"angenden Coxetergraphen, deren Cosinusmatrix
$(-\op{cos} (\pi/m_{s,t}))_{s,t \in S}$\label{IDC} positiv definit ist,
sind genau die Graphen der  Liste nach \ref{KES}.
\label{EPraCc} 
\end{Proposition}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=0.7\textwidth]{SkriptenBilder/BildPSD}\\[4mm]
\noindent 
Eine Liste zusammenh"angender Coxetergraphen
mit jeweils einem Vektor im Kern der 
Cosinusmatrix des entsprechenden Coxetergraphen, dargestellt 
durch die Zahlen an den Punkten. Das  zu pr"ufen, ist jeweils
eine leichte Rechnung: F"ur den Graphen $\tilde{E}_6$ etwa 
l"auft es hinaus auf die Identit"at $$3\cdot 1^2+3\cdot 2^2 +3^2-
3\cdot(1\cdot 2) - 3\cdot(2\cdot 3)=0$$
Nach unserem Korollar \ref{skaa} "uber Definitheit durch Ausartung 
erhalten wir stets positiv definite Diagramme, wenn wir in einem
Diagramm dieser Liste einen Knoten mit allen zu ihm f"uhrenden Kanten 
streichen.

In \ref{??} wird erkl"art, warum das auch genau die 
 Liste aller zusammenh"angenden Coxetergraphen zu
essentiellen reellen affinen Spiegelungsgruppen im Sinne von \ref{essA} ist.
Die Notation kommt daher, da"s der Graph der \glqq dualen affinen Weylgruppe 
eines Wurzelsystems vom Typ $Z$\grqq\ stets $\tilde{Z}$ notiert wird.
Der Index ist insbesondere  jeweils um
eins kleiner als die Knotenzahl.
\end{figure}
\begin{proof}
Zun"achst gilt es zu zeigen, da"s alle Coxetergraphen der 
Liste nach \ref{KES} in der Tat positiv definit sind.
In den meisten F"allen folgt das aus unseren Erkenntnissen zur
 Definitheit durch Ausartung
 \ref{skaa} und der gleich folgenden  Liste:
 Diese Liste von Coxetergraphen mit
Zahlen an ihren Punkten besteht n"amlich aus zusammenh"angenden
Coxetergraphen nebst einem von Null verschiedenen Element
des Kerns der zugeh"origen Cosinusmatrix, dargestellt durch
besagte Zahlen an den Punkten, wie der
Leser leicht nachpr"ufen kann. Wie man auf diese Zahlen kommt, wird in
\ref{dedd} erkl"art, man kann sie aber auch einfach vom Himmel fallen lassen.
Da unsere Cosinusmatrizen stets nichtpositive
Eintr"age au"serhalb der Diagonalen haben und im Fall eines
zusammenh"angenden
Coxetergraphen auch unzerlegbar sind, mu"s nach unseren Erkenntnissen zur
 Definitheit durch Ausartung \ref{skaa} jeder echte
Teilgraph eine positiv definite Cosinusmatrix haben.
Das erledigt alle F"alle mit Ausnahme der F"alle $H_n$ und $I_2(m)$. 
Dort hilft das Hauptminoren-Kriterium \eref{HuKr}{LA2} und Induktion: So sehen wir, 
da"s wir in diesen F"allen 
nur zu zeigen brauchen, da"s die zugeh"origen Cosinusmatrizen
positive Determinante haben, was wieder leicht nachzurechnen ist. 
Also sind in der Tat alle Coxetergraphen der 
Liste nach \ref{KES}  positiv definit. 
Anschlie"send gilt es zu zeigen, da"s es keine anderen 
positiv definiten zusammenh"angenden Coxetergraphen gibt. 
F"ur die Coxetergraphen
in der Liste nach \ref{IDC} wissen wir bereits nach dem Vorhergehenden, 
da"s die zugeh"origen Cosinusmatrizen
Determinante Null haben. F"ur die Coxetergraphen
der Liste nach \ref{HIC} kann der Leser leicht pr"ufen, 
da"s die zugeh"origen Cosinusmatrizen
negative Determinante  haben. 
Nun 
unterbrechen wir den Beweis durch  zwei Lemmata.
\begin{Lemma} Lassen wir bei einem positiv definiten 
Coxetergraphen einen Knoten mit allen dahin f"uhrenden 
Kanten weg, so bleibt er positiv definit.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis] Das ist klar, da die Einschr"ankung eines 
Skalarprodukts auf einen Teilraum stets auch ein Skalarprodukt ist.
\end{proof}
\begin{Lemma} Verringern wir bei einem positiv definiten 
  Coxetergraphen den Koeffizienten\label{HIC}
  einer Kante, so bleibt er positiv definit.
\end{Lemma}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildID}\\[4mm]
\noindent 
Zwei indefinite Graphen, die  in der Diskussion auch
eine Rolle spielen.
\end{figure}
\begin{proof}[Beweis] Die Cosinusmatrix $A$ der
$(-\cos(\pi/m_{s,t})_{s,t}$ 
hat Einsen auf der Diagonale, aber sonst nur Eintr"age $\le 0$. 
Verringern wir den Koeffizienten einer Kante, so erhalten wir 
eine Matrix $A'$ mit Eintr"agen $a_{ii} = a'_{ii} = 1$ und 
$a_{ij} \le a'_{ij} \le 0$ falls $i \not= j$. W"are sie nicht 
positiv definit, so f"anden wir einen Vektor $x \not= 0$ mit 
$0\geq x^{\top}A'\;x$. Ausgeschrieben f"uhrt das zu 
$0\geq \sum a'_{ij}x_{i}x_{j}  $. Ersetzen wir die 
Eintr"age von $x$ durch ihre Betr"age, so gilt das erst recht und wir folgern
\[ 0 \ge \sum a'_{ij}|x_{i}||x_{j}| \ge \sum a_{ij}|x_{i}||x_{j}| \]
im Widerspruch zu unserer Annahme, $A$ sei positiv definit.
\end{proof}




\noindent
Wir erhalten sofort, da"s ein positiv definiter Coxetergraph keinen
Zykel enthalten darf, weil wir ja sonst von ihm aus durch das Weglassen
von Knoten und Verringern von Koeffizienten zu einem Graph der
Gestalt $\tilde{A}_n$ mit $n\geq 2$ gelangen k"onnten, der nun einmal nicht
positiv definit ist. 
Weiter verbieten $\tilde{C}_n$ beziehungsweise $\tilde{B}_2$
den Fall von zwei oder mehr 
Kanten  \glqq h"oherer Wertigkeit\grqq, womit hier und im  
Folgenden eine Wertigkeit $\geq 4$ gemeint sei.
Wir gehen nun erst einmal die M"oglichkeiten
f"ur zusammenh"angende 
positiv definite Coxetergraphen ohne Verzweigungspunkt durch.
Im Fall von einem Knoten ist eh nur $A_1$ m"oglich.
Im Fall von zwei Knoten verbietet  $\tilde{A}_1$ den Koeffizienten $\infty$ 
und alle anderen F"alle sind bereits in unserer Liste positiv definiter
Graphen zu finden.
Weiter sagt uns  $\tilde{F}_4$, da"s bei f"unf oder mehr Knoten
eine Kante h"oherer Wertigkeit  nur am Ende vorkommen kann.
Wegen $Z_5$ kommen deshalb
als unverzweigte zusammenh"angende Graphen mit f"unf oder mehr Knoten 
nur $A_n$ und $B_n$  in Betracht.
Im Fall von drei oder vier Knoten kommen bei einer h"oheren  Wertigkeit  einer 
Randkante wegen $\tilde{G}_2$ zus"atzlich nur $H_3$ und $H_4$ in Betracht,
und bei einer h"oheren Wertigkeit einer Mittelkante wegen $Z_4$ nur $F_4$.
Damit ist gezeigt, da"s wir in unserer Liste 
der positiv definiten zusammenh"angenden Coxetergraphen
keine unverzweigten Graphen vergessen haben.
Was die verzweigten Graphen angeht, zeigt 
 $\tilde{D}_n$ mit $n\geq 5$,
 da"s ein positiv definiter Coxetergraph h"ochstens einen 
Verzweigungspunkt
haben kann. Dann zeigt $\tilde{D}_4$, 
da"s er sich daselbst nicht in mehr als drei 
"Aste verzweigen kann.
Dann zeigt $\tilde{B}_n$, da"s darin "uberhaupt keine Kante 
h"oherer Wertigkeit vorkommen kann. 
Dann zeigt $\tilde{E}_6$, da"s notwendig einer
der drei "Aste nur aus einer Kante besteht, und  $\tilde{E}_7$,
da"s ein zweiter der drei "Aste aus h"ochstens zwei  
Kanten besteht,
und $\tilde{E}_8$, da"s im Fall eines Astes mit einer 
und eines Astes mit
zwei Kanten der dritte Ast h"ochstens aus vier Kanten 
bestehen darf.
Damit kommen im verzweigten Fall in der Tat nur
$D_n$ und $E_6$, $E_7$, $E_8$ in Frage, und wir haben gezeigt, 
da"s wir in unserer Liste 
der positiv definiten zusammenh"angenden Coxetergraphen auch 
keine verzweigten Graphen vergessen haben.
\end{proof}

% \begin{proof}[Zweiter Beweis von \ref{EPraC}]
% Kennt man \ref{skaa}, das auch hier bewiesen werden k"onnte,
% so mu"s man zu Anfang des Beweises 
% nur f"ur die zu den Graphen auf Seite \pageref{IDC} 
% geh"origen Cosinusmatrizen Vektoren des Kerns mit positiven Eintr"agen
% angeben, um zu erkennen, da"s die zugeh"origen Cosinusmatrizen 
% positiv semidefinit sind, alle ihre echten
% Untermatrizen jedoch positiv definit. Dann geht der Beweis so weiter wie 
%  gehabt. 
% \end{proof}

\begin{Bemerkungl}
Ich finde an diesem Beweis "au"serst bemerkenswert,
in welchem Ma"se   er durch die Verwendung 
unmathematischer Sprache 
an Klarheit gewinnt, ja recht eigentlich erst verst"andlich wird.
Stellen Sie sich blo"s einmal vor,  die
Coxetergraphen w"aren noch nicht
erfunden und Sie sollten denselben Beweis in der 
"aquivalenten und a priori deutlich pr"aziseren 
Sprache der Coxetermatrizen f"uhren, ja noch schlimmer, verstehen!
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkunge}\label{kSGG}
  Unter einer {\bf komplexen Spiegelung}\index{komplex!Spiegelung}
 versteht man einen Automorphismus\index{Spiegelung!komplexe}
  eines komplexen Vektorraums, dessen Fixpunktmenge eine Hyperebene ist.
  Eine {\bf komplexe Spiegelungsgruppe}\index{Spiegelungsgruppe!komplexe} 
  ist eine endliche Untergruppe der\index{komplex!Spiegelungsgruppe} 
  Automorphismengruppe eines komplexen Vektorraums, die von komplexen
  Spiegelungen erzeugt wird.  Typische Beispiele sind die Gruppen $G (a,b,n)
  \subset \op{GL} (n;\mathbb C)$ f"ur $a,b \in \mathbb N_{\geq 1}$ mit $b|
  a$ aller Matrizen mit genau einem von Null verschiedenen Eintrag in jeder
  Zeile und Spalte und der Eigenschaft, da"s alle Eintr"age $a$-te
  Einheitswurzeln sind und ihr Produkt eine $b$-te Einheitswurzel.  In allen
  diesen Beispielen mit den einzigen Ausnahmen $G(1,1,n)$ f"ur $n \geq 2$ ist
  $\mathbb C^n$ eine irreduzible Darstellung von $G(a,b,n)$, und in 
besagten
  Ausnahmef"allen ist $\{(x_1, \ldots, x_n) \in \mathbb C^n \mid x_1 + \ldots
  + x_n =0\}$ eine irreduzible treue Unterdarstellung von $G(1,1,n) \cong
  \mathcal S_n$.  Bis auf Isomorphismus und die $34$ exzeptionellen komplexen
  Spiegelungsgruppen $G_4,\ldots, G_{37}$ erhalten wir so alle komplexen
  Spiegelungsgruppen mit irreduzibler definierender Darstellung.
\end{Bemerkunge}

\begin{Bemerkunge}
  Nat"urlich ist es terminologisch  ungl"ucklich,
da"s nun der Begriff einer komplexen Spiegelung auf zwei
Arten verstanden werden kann: Einerseits im Sinne von \ref{kSGG},
und andererseits im Sinne von \ref{DS2a} f"ur den
 Spezialfall des Grundk"orpers
$\DC$. Was im Einzelfall gemeint ist, gilt es aus dem Kontext zu erschlie"sen.
\end{Bemerkunge}







\subsection{Struktur affiner Spiegelungsgruppen*}



\begin{Definition}
Eine affine Spiegelungsgruppe 
hei"st {\bf essentiell},\index{essentiell!affine Spiegelungsgruppe} 
 wenn ihre Translationen  den  Raum
aller Richtungsvektoren  aufspannen.\label{essA} 
\end{Definition}\begin{Bild} 
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildNeAS}\\[4mm]
\noindent Die Spiegel einer nicht essentiellen
affinen Spiegelungsgruppe
\end{Bild}
\begin{Bild} 
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildIASp}\\[4mm]
\noindent Die Spiegel von  zwei isomorphen
affinen Spiegelungsgruppen
\end{Bild}
\begin{Definition}
Zwei affine Spiegelungsgruppen $(W,E)$ und $(W',E')$ hei"sen
\defnoind{isomorph},\index{isomorph!affine Spiegelungsgruppen} 
 wenn es einen affinen
Isomorphismus
$\varphi: E\sira E'$ gibt, unter dem sich $W$ und $W'$ entsprechen,
in Formeln $W'=\varphi\circ W\circ \varphi^{-1}$.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Gegeben affine Spiegelungsgruppen $(W_1,E_1)$ und $(W_2,E_2)$ ist auch
ihr Produkt $(W_1,E_1)\times(W_2,E_2)\pdef (W_1\times W_2,E_1\times E_2)$ eine affine Spiegelungsgruppe in
offensichtlicher Weise.
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Abspalten eines maximalen endlichen Faktors}]
Jede affine Spiegelungsgruppe $(W,E)$ ist isomorph zu einem Produkt
$$(W,E) \cong (W_{a},E_{a}) \times (W_{f}, E_{f})$$
einer essentiellen affinen Spiegelungsgruppe $(W_{a},E_{a})$ mit
einer endlichen Spiegelungsgruppe $(W_{f},E_{f})$.\label{AEFF}
Dar"uber hinaus sind die Isomorphieklassen derartiger 
 Faktoren  durch $(W,E)$ bereits eindeutig 
bestimmt. 
\end{Satz}
\begin{Bemerkungw}
    In \ref{KES} haben wir
    bereits die endlichen Spiegelungsgruppen
    in endlichdimensionalen  reellen Vektorr"aumen 
    klassifiziert. 
Um eine Klassifikation aller
   affinen Spiegelungsgruppen in endlichdimensionalen  reellen R"aumen  zu erreichen, 
  d"urfen wir uns nach dem Satz also auf die Klassifikation der
  essentiellen reellen affinen Spiegelungsgruppen beschr"anken. 
Diese Klassifikation wird im
n"achste Abschnitt besprochen. Mehr dazu findet man
in seiner Vorrede \ref{WrzS}.
\end{Bemerkungw}

\begin{proof}[Beweis]
Wir d"urfen nach \ref{inv} annehmen, da"s unsere  affine Spiegelungsgruppe
orthogonal ist f"ur ein geeignetes Skalarprodukt.
Bezeichnet $T \subset W$ die Untergruppe aller Translationen aus $W$, 
so bildet der lineare Anteil
jeder Spiegelung das Vektorraumerzeugnis $L\pdef\langle T\rangle$ 
von $T$ auf sich selbst ab.
Folglich liegt der $(-1)$-Eigenraum
jeder linearisierten Spiegelung entweder in $L$ oder in $L^{\perp}$.
Nennen wir $W_{a}$ das Erzeugnis der ersteren 
Spiegelungen und $W_{f}$ das Erzeugnis der
letzteren, so liefert die Multiplikation offensichtlich einen Isomorphismus
$$W_{a} \times W_{f} \sira  W$$
W"ahlen wir $e \in E$ beliebig und setzen $E_{a} = e + L$ 
und $E_{f} = e + L^{\perp}$,
so operiert $W_{f}$ als translationsfreie affine 
Spiegelungsgruppe auf $E_{f}$ und ist mithin endlich. Der Satz ist bewiesen.
\end{proof}

\begin{Lemma}[\textbf{Mengen von Vektoren mit schwach stumpfen Winkeln}] 
In einem endlichdimensionalen Skalarproduktraum 
ist eine Menge von\label{SSW} 
Vektoren, die paarweise schwach stumpfe Winkel einschlie"sen, 
stets endlich.
\end{Lemma}

\begin{proof}[Beweis]
 Induktion "uber die Dimension.
Ist unser Raum $n$-dimensional und $v$ ein von Null
verschiedener Vektor unserer Teilmenge, so schlie"sen 
nach \ref{SWG} h"ochstens $n$ unserer Vektoren
einen echt  stumpfen Winkel mit $v$  ein. Nach der 
Induktionsvoraussetzung stehen 
weiter h"ochstens
endlich viele Vektoren unserer Teilmenge auf $v$ senkrecht.
\end{proof}

\begin{Bemerkunge}
Aus \ref{SWA}
folgt genauer, 
da"s  in einem $n$-dimensio\-na\-len euklidischen Raum eine Menge von
Vektoren, die paarweise schwach stumpfe Winkel einschlie"sen, 
h"ochstens aus  $2n +1$ Vektoren bestehen kann.
Diese Schranke wird auch wirklich erreicht, 
zum Beispiel wenn man 
die Vektoren einer Orthonormalbasis sowie ihre Negativen betrachtet
und dann  noch den Nullvektor hinzunimmt.
\end{Bemerkunge}
\begin{Lemma}\label{ZWA}
Jeder Alkoven einer affinen Spiegelungsgruppe 
hat nur endlich viele W"ande.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Zun"achst einmal finden wir nach \ref{inv} ein invariantes 
Skalarprodukt auf dem Richtungsraum.
Gegeben ein Alkoven w"ahlen wir dann zu jeder seiner W"ande einen 
darauf senkrechten Richtungsvektor, der in Richtung des Alkoven zeigt.
Nach  \ref{NJ} schlie"sen diese Vektoren paarweise schwach stumpfe Winkel ein.
Nach \ref{AEFF} d"urfen wir auch ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit
annehmen, da"s der fragliche Raum endlichdimensional ist.
Nach  \ref{SSW} bilden unsere Richtungsvektoren
folglich eine endliche Menge.
\end{proof}


\newpage
\section{Wurzelsysteme}
\subsection{Wurzelsysteme und ihre Weylgruppen}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Vorrede}]
Wurzelsysteme spielen in der Lietheorie eine wichtige Rolle.
In diesem Skript erkl"are ich nur, wie sie zu einer vollst"andigen
Klassifikation  der 
 affinen reellen Spiegelungsgruppen f"uhren.
 Das geschieht in den folgenden Abschnitten und ich will es hier
 als Vorschau kurz zusammenfassen.
 In \ref{KES} hatten wir bereits die endlichen reellen 
Spiegelungsgruppen klassifiziert.
Nach \ref{AEFF} d"urfen wir uns damit
auf die Klassifikation der\label{WrzS}  
essentiellen affinen reellen Spiegelungsgruppen beschr"anken.
In \ref{AFSW} konstruieren wir "uber jedem angeordneten K"orper
eine Bijektion  zwischen 
der Menge aller Isomorphieklassen essentieller affiner Spiegelungsgruppen  und der Menge aller Isomorphieklassen  von
sogenannten \glqq Wurzelsystemen\grqq,
wie sie in der folgenden Definition 
eingef"uhrt werden. 
Nach einigen weiteren Vorarbeiten gelingt dann
schlie"slich in \ref{KlaWu} die
vollst"andige Klassifikation der 
Wurzelsysteme und wird zeigen, da"s diese
Klassifikation vom Grundk"orper  im wesentlichen unabh"angig ist.
\end{Bemerkungl}

 \begin{Definition}
   Ein {\bf Wurzelsystem}\index{Wurzelsystem!abstraktes}
   oder genauer
   {\bf reduziertes Wurzelsystem}\index{Wurzelsystem!abstraktes reduziertes} ist ein Paar
  $(R, V)$\label{WSy}  
  bestehend aus  einem Vektorraum  $V$ "uber einem K"orper der Charakteristik Null und einer Teilmenge $R\subset V$, deren  Elemente
wir in diesem Kontext als  {\bf Wurzeln}\index{Wurzel!von Wurzelsystem}  ansprechen, derart, da"s
die folgenden Bedingungen erf"ullt sind:
\begin{enumerate}
\item Unsere Menge $R$ von  Wurzeln 
ist  endlich, erzeugt  $V$ und enth"alt
nicht den Nullvektor;
\item F"ur jede Wurzel $\al \in R$ gibt es eine lineare Abbildung  $s:V\ra V$
mit $s(\al)=-\al$, $s(R)\subset R$
und $s(\beta)-\beta\in\DZ\al\;\;\forall\beta\in R$;
\item
 Au"ser dem Negativen ist kein Vielfaches einer
Wurzel wieder eine Wurzel.
\end{enumerate}
Lassen wir die letzte Bedingung fallen, so sprechen wir von einem
{\bf nicht notwendig reduzierten Wurzelsystem}.\index{Wurzelsystem!nicht notwendig reduziertes}  
\end{Definition}


\begin{Definition}
Ein {\bf Morphismus von Wurzelsystemen} "uber ein- und demselben K"orper
ist eine lineare Abbildung zwischen den jeweiligen Vektorr"aumen, 
die jede Wurzel auf eine Wurzel oder auf
Null abbildet.
\end{Definition}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildLW}\\[4mm]
\noindent 
Das Bild zeigt eine Liste von Wurzelsystemen im Raum der
Richtungsvektoren der Papierebene derart,
da"s jedes Wurzelsystem in einem reellen zweidimensionalen
Raum zu genau einem der vier Systeme dieser Liste 
isomorph ist. Die Bilder sind dar"uber hinaus so gew"ahlt, da"s die
Spiegelung zu jeder Wurzel in der Sprache der Schulgeometrie 
gerade die orthogonale Spiegelung 
an der auf besagter Wurzel senkrechten Geraden durch den Ursprung ist.
Wir werden die Vollst"andigkeit 
dieser Liste zum
Schlu"s dieses Abschnitts rechtfertigen. Im oben links dargestellten Fall
d"urften die beiden horizontalen Wurzeln auch eine andere L"ange haben als die
beiden vertikalen Wurzeln. 
\end{figure}
\begin{Bemerkungl}
Die Dimension des von einem Wurzelsystem aufgespannten 
Vektorraums hei"st der {\bf Rang}\index{Rang!eines Wurzelsystems} des
Wurzelsystems. Die leere Menge ist  ein
Wurzelsystem im Nullvektorraum.
\end{Bemerkungl}





\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}] 
  In der Lie-Theorie konstruiert man zu den
  verschiedensten Ausgangsdaten von  kompakten Liegruppen
  bis zu halbeinfachen Liealgebren 
das zugeh"orige \glqq Wurzelsystem\grqq, das oft  ein Wurzelsystem im 
 Sinne der obigen Definition ist. 
In solchen Zusammenh"angen  nennen wir ein Wurzelsystem im
Sinne der obigen Definition auch  ein 
{\bf abstraktes Wurzelsystem}.\index{Wurzelsystem!abstraktes}
Ein Wurzelsystem in einem Vektorraum
"uber $\DQ,\DR$ oder $\DC$ nennen wir ein
{\bf rationales},\index{Wurzelsystem!rationales} 
{\bf reelles} beziehungsweise {\bf komplexes Wurzelsystem}.\index{Wurzelsystem!komplexes}\index{Wurzelsystem!reelles} 
Wir werden in \ref{WverK} zeigen, da"s die Erweiterung der Skalare $k\otimes_\DQ$ eine
"Aquivalenz von Kategorien induziert zwischen der Kategorie der rationalen Wurzelsysteme und der Kategorie der Wurzelsysteme "uber einem beliebigen fest vorgegebenen K"orper $k$ der Charakteristik Null.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion von verwandter Begrifflichkeiten}] 
Ich habe mich in der vorhergehenden Definition 
an die Terminologie von Bourbaki \cite{Bou} gehalten.
In  anderen Quellen  fordert man von einem Wurzelsystem
schw"acher als in \ref{WSy} formuliert nicht $s(\beta)-\beta\in\DZ\al$
und bezeichnet diejenigen Wurzelsysteme,
die diese Bedingung doch erf"ullen,
als {\bf kristallographisch}.\index{kristallographisch!Wurzelsystem} 
Oft bezeichnet man 
in der Literatur, insbesondere der angels"achsischen,  als
\glqq Wurzelsysteme\grqq\ auch Teilmengen von reellen 
Skalarproduktr"aumen, die Teile unserer Bedingungen aus \ref{WSy} erf"ullen
und die Eigenschaft haben, da"s die orthogonale Spiegelung an 
der auf einer Wurzel senkrechten Hyperebene stets unser
System in sich selber "uberf"uhrt.
Wir werden derartige Systeme,
jedenfalls wenn sie zus"atzlich im eben erw"ahnten Sinne
kristallographisch sind, 
{\bf euklidische Wurzelsysteme}\index{euklidisch!Wurzelsystem} 
nennen.\index{Wurzelsystem!euklidisches} 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bild} 
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildWdW}\\[4mm]
\noindent %Wird auch bei \ref{2611} verwendet!
Beispiel f"ur das Auswerten einer Kowurzel auf einer Wurzel
\end{Bild}
\begin{Bemerkungw}[\textbf{Beziehung zu Liegruppen}] 
In \eref{wasD}{ML} konstruieren wir  
eine Bijektion auf Isomorphieklassen
$$
\left\{ \begin{array}{c}
\text{zusammenh"angende kompakte}\\
\text{Liegruppen mit trivialem Zentrum}
 \end{array} \right\} 
\;\sira\;
\left\{ \begin{array}{c}
\text{rationale}\\
\text{\hyperref[WSy]{Wurzelsysteme}}
\end{array} \right\} $$
Unter einer kompakten Liegruppe d"urfen wir dabei eine  mit
einer Topologie versehene kompakte Gruppe verstehen,
die als abgeschlossene Untergruppe in
eine $\op{GL}(n;\DR)$ eingebettet werden kann, und unter einem
Isomorphismus von kompakten Liegruppen einen Gruppenisomorphismus,
der stetig ist mit stetiger Umkehrabbildung.  
\end{Bemerkungw}
\begin{Bemerkungw}[\textbf{Beziehung zu Liealgebren}] 
In \eref{KKLLi}{HL} konstruieren wir  
eine Bijektion auf Isomorphieklassen
$$
\left\{ \begin{array}{c}
\text{halbeinfache komplexe}\\
\text{Liealgebren}
 \end{array} \right\} 
\;\sira\;
\left\{ \begin{array}{c}
\text{komplexe}\\
\text{\hyperref[WSy]{Wurzelsysteme}}
\end{array} \right\} $$
Die vier sogenannten \glqq klassischen\grqq\  
Beispiele f"ur Wurzelsysteme
werden etwa in \eref{Rsl}{HL}, \eref{Rsp}{HL}, \eref{Rsog}{HL} und
\eref{Rsou}{HL} beschrieben. Sehr viel ausf"uhrlichere Informationen
und "ubersichtliche Tafeln findet man bei Bourbaki \cite{Bou}.
\end{Bemerkungw}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Wurzelspiegelungen und Kowurzeln}] 
Sei $R\subset V$ ein  Wurzelsystem.  F"ur die lineare Abbildung $s$ aus dem zweiten Teil der Definition \ref{WSy} 
hat 
$(s-\op{id})$ als Bild die Gerade $\langle \alpha\rangle$. Mithin ist der
Kern von $(s-\op{id})$ alias die Fixpunktmenge von $s$ eine Hyperebene.
Zusammen mit der Bedingung $s(\alpha)=-\alpha$ zeigt das, da"s unser
$s$ stets eine Spiegelung im Sinne von \ref{DS2a} sein mu"s.\label{WSK}  
Weiter ist unser $s$ durch die Wurzel $\alpha$
 eindeutig bestimmt, denn w"are $t$ eine zweite
Abbildung mit den im zweiten Teil geforderten Eigenschaften, so m"u"ste 
$st$ sowohl auf $\langle \alpha\rangle$ als auch auf $V/\langle \alpha\rangle$ die Identit"at induzieren
und
w"are folglich unipotent. W"are nun $st$ nicht die Identit"at,
so h"atte es nach \eref{PUEn}{LA2}
 unendliche Ordnung im Widerspruch zur Tatsache, da"s es 
das endliche Erzeugendensystem $R$ von $V$ stabilisiert.
Also ist $s$ durch $\alpha$ eindeutig bestimmt.
Wir schreiben von nun an $s=s_\alpha$ und nennen diese lineare Abbildung
eine {\bf Wurzelspiegelung}\index{Wurzelspiegelung} und genauer die
{\bf Spiegelung zur Wurzel $\alpha$}. 
Dann erkl"aren wir zu jeder Wurzel $\alpha$ 
die Linearform $\alpha^\vee\in V^\ast$ durch die Eigenschaft
$$s_\alpha(v)=v-\langle v,\alpha^\vee\rangle\alpha \quad \text{f"ur alle } v\in V.$$
Diese Linearform hei"st die {\bf Kowurzel zur Wurzel $\alpha$}.\index{Kowurzel}  Das Symbol $\alpha^\vee$  wird
 \glqq alfa tscheck\grqq\ gesprochen.
Per definitionem nehmen Kowurzeln auf Wurzeln stets ganzzahlige Werte an,
in Formeln $\langle \beta,\alpha^\vee\rangle\in\DZ$ f"ur 
alle $\alpha,\beta\in R$.
\end{Bemerkungl}







\begin{Bemerkungl}[\textbf{Rationale Form eines Wurzelsystems}]
  Gegeben ein  Wurzelsystem $R\subset V$ in einem Vektorraum "uber einem K"orper
  $k$ der Charakteristik Null setzen wir $$V_\DQ\pdef \langle R\rangle_\DQ$$
  Offensichtlich ist dann auch $R\subset V_\DQ$ ein Wurzelsystem,
  die Spiegelung $s_\alpha:V\ra V$ stabilisiert $V_\DQ$ und induziert die
  Spiegelung $s_\alpha:V_\DQ\ra V_\DQ$ des Wurzelsystems $R\subset V_\DQ$ und die
  Kowurzeln $\alpha^\vee$ von $R\subset V$ nehmen auf $V_\DQ$
  nur Werte aus $\DQ$ an und restringieren so zu den Kowurzeln $\alpha^\vee_\DQ\in V_\DQ^*$ des Wurzelsystems $R\subset V_\DQ$.
  Wir nennen $R\subset V_\DQ$ die {\bf rationale Form} unseres Wurzelsystems
  $R\subset V$. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Lemma}
  Gegeben ein
  Wurzelsystem $R\subset V$ "uber einem K"orper $k$
  spannen die Kowurzeln den Dualraum auf und 
  die rationale Form hat denselben Rang\label{IS3} 
  wie das urspr"ungliche Wurzelsystem, in Formeln $\op{dim}_\DQ V_\DQ=\op{dim}_kV$.
\end{Lemma}
\begin{proof} Auf $V_\DQ$
 finden wir mithilfe von \ref{inv}  
ein unter
der endlichen Gruppe $ \{g \in \op{GL} (V_\DQ)  \mid
g(R) \subset R\}$  invariantes Skalarprodukt $(\;,\;)$.
In Bezug auf so ein Skalarprodukt
mu"s $s_{\alpha}$ auf $V_\DQ$ die
orthogonale Spiegelung an der zu $\alpha$ orthogonalen Hyperebene
sein und wird damit nach \ref{DS2ao} gegeben durch die Abbildungsvorschrift
$s_\alpha(v)= v-2((v,\alpha)/\alpha,\alpha))\alpha$. Das hinwiederum
zeigt $\alpha^\vee(v)=(v,\alpha)/(\alpha,\alpha)$ f"ur alle $v\in V_\DQ$
und insbesondere $\langle \alpha^\vee_\DQ\mid\alpha\in R\rangle=V_\DQ^*$.
W"ahlen wir eine Basis $\alpha_{1}, \ldots , \alpha_{n}$ von
$V_\DQ $ aus Wurzeln und eine Basis $\beta^{\vee}_{1,\DQ},
\ldots, \beta^{\vee}_{n,\DQ}$ von $V_\DQ ^{\ast} $ aus
restringierten Kowurzeln, so ist folglich die Matrix der $$\langle
\alpha_{i}, \beta^{\vee}_{j,\DQ} \rangle$$ invertierbar.
Das ist aber auch die Matrix der $\langle
\alpha_{i}, \beta^{\vee}_{j} \rangle$ und damit 
sind
$\alpha_{1}, \ldots , \alpha_{n}$ beziehungsweise $\beta^{\vee}_{1}, \ldots,
\beta^{\vee}_{n}$ auch $k$-linear unabh"angig in $V$ beziehungsweise
$V^{\ast}$. Der offensichtliche Dimensionsvergleich
$\op{dim}_\DQ V_\DQ\geq \op{dim}_k V$ 
zeigt so, da"s jede $\DQ$-Basis  $\alpha_{1}, \ldots , \alpha_{n}$ von $V_\DQ$ aus Wurzeln 
auch eine $k$-Basis von $V$ sein mu"s. Das hinwiederum zeigt $\op{dim}_\DQ V_\DQ= \op{dim}_kV$ und $\langle R^\vee\rangle=V^*$. 
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kowurzeln als Vielfache von Wurzeln}] 
  Gegeben ein Wurzelsystem $R\subset V$  gibt es Isomorphismen
$V\sira V^\ast$ des\label{KVW} 
  zugrundeliegenden Vektorraums mit seinem Dualraum, unter denen alle
  Wurzeln positiven Vielfachen ihrer Kowurzeln entsprechen.
Um das zu sehen, d"urfen wir uns 
ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit auf rationale Wurzelsysteme
beschr"anken. F"ur diese hatten wir das jedoch bereits beim Beweis von Lemma
\ref{IS3} gesehen. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Gegeben ein Wurzelsystem $R\subset V$ 
hei"st die von  
den\index{W@${\op{W}}(R)$ Weylgruppe!von abstraktem Wurzelsystem}   
Wurzelspiegelungen\label{EWey} 
erzeugte Untergruppe $W={\op{W}}(R\subset V)\subset\op{GL}(V)$ seine  
{\bf Weylgruppe}.\index{Weylgruppe!von abstraktem Wurzelsystem}
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}\label{FiWe}
Gegeben ein Wurzelsystem $R\subset V$ ist der Nullvektor  
der einzige Vektor von $V$, der von
der Weylgruppe festgehalten wird. In der Tat erzeugen
die Kowurzeln den Dualraum, folglich ist der Schnitt
ihrer Kerne Null.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Gegeben ein Wurzelsystem $R\subset V$ liefert Einschr"ankung von Elementen der Weylgruppe auf den $\Bbb{Q}$-Spann der Wurzeln
$V_\DQ $  eine nat"urliche Einbettung $W
\subset \op{Aut} V_\DQ $.
Diese Einbettung identifiziert die Weylgruppe mit der Weylgruppe der rationalen Form $R\subset V_\DQ$, einer endlichen
Spiegelungsgruppe im Sinne von \ref{ESG}. Die Alkoven
in $V_\DQ $ hei"sen in diesem Zusammenhang meist
\defnoind{Weylkammern}.\index{Weylkammer!eines Wurzelsystems}
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Wurzelsysteme "uber verschiedenen K"orpern}]
  Gegeben ein Wurzelsystem $R\subset V$ "uber einem K"orper $k$ ist
  die offensichtliche Abbildung nach \ref{IS3} ein Isomorphismus  $V_\DQ\otimes_\DQ k\sira V$ und das $k$-lineare Fortsetzen $\DQ$-linearer
  Abbildungen induziert eine Bijektion auf den Kowurzeln sowie
  einen Isomorphimus
  ${\op{W}}(R\subset V_\DQ)\sira {\op{W}}(R\subset V)$ auf den Weylgruppen. 
 Im weiteren Verlauf werden wir jedem Wurzelsystem $R\subset V$ das \glqq Gitter der ganzen Gewichte\grqq\ $$\mathfrak X(R\subset V)\pdef \{v\in V\mid \langle v,\alpha^\vee\rangle\in\DZ\;\forall \alpha\in R\}$$
 zuordnen und eben gezeigten Vertr"aglichkeiten zeigen,
 da"s\label{WverK} 
dann die Einbettung $V_\DQ\hra V$ auch eine Bijektion
$\mathfrak X(R\subset V_\DQ)\sira \mathfrak X(R\subset V)$ induziert. Das Gitter der ganzen Gewichte spielt in der Lietheorie eine wichtige Rolle, vergleiche \eref{pWC}{HL}. Der Funktor, der jedem Wurzelsystem "uber einem festen K"orper $k$ seine rationale Form zuordnet, ist auch offensichtlich eine
"Aquivalenz von Kategorien zwischen Wurzelsystemen "uber $k$ und rationalen
Wurzelsystemen. Beim Studium von Wurzelsystemen
d"urfen
wir uns deshalb weitestgehend auf den Fall rationaler Wurzelsysteme
beschr"anken. 
\end{Bemerkungl}


\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildLWV}\\[4mm]
\noindent 
In diesem Bild habe ich f"ur verschiedene  Wurzelsysteme 
des Richtungsraums $\vec P$ der Papierebene auch noch
die Bilder der  dualen Wurzeln unter dem durch ein jeweils willk"urlich
gew"ahltes
weylgruppeninvariantes Skalarprodukt vermittelten Isomorphismus 
 $\vec P^\ast\sira \vec P$ eingezeichnet. 
 Wie in \ref{KVW} diskutiert sind diese Bilder positive Vielfache
der entsprechenden Wurzeln. Ich Fall oben links habe ich dabei ein
weylgruppeninvariantes Skalarprodukt gew"ahlt, das nicht unter allen
anschaulichen Bewegungen der Papierebene invariant ist.
\end{figure}



\begin{Satz}[\textbf{Duales Wurzelsystem}]
Gegeben ein  \hyperref[WSy]{Wurzelsystem}  $R \subset V$ ist 
die Menge $R^\vee\pdef\{\al^\vee\mid \al\in R\}$ aller Kowurzeln 
ein   Wurzelsystem im Dualraum $V^\ast$
und f"ur die\label{IS} 
Auswertungsabbildung $V\ra (V^{\ast})^{\ast}$ 
gilt
$\al
\mapsto(\al^\vee)^\vee$.
Ist unser Wurzelsystem reduziert, so ist auch das duale Wurzelsystem reduziert.
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis]
Nach \ref{IS3} ist $R^{\vee}$
ein endliches Erzeugendensystem von $V^{\ast}$.
Haben wir nun irgendeinen Isomorphismus von Vektorr"aumen
$\varphi : V \sira  U$ und ist $R
\subset V$ ein Wurzelsystem, so ist nat"urlich auch $\varphi (R) \subset
U$ ein Wurzelsystem und 
gegeben $\beta\in R$  gilt $\varphi (\beta)^{\vee} =
(\varphi^{\top})^{-1}(\beta^{\vee})$ 
f"ur $\varphi^{\top}: U^{\ast}\ra V^{\ast}$
 die zu $\varphi$ transponierte Abbildung.
Gegeben $\alpha \in R$ ist schlie"slich die transponierte
Abbildung zur Spiegelung $s_{\alpha} = s_{\alpha, \alpha^{\vee}} :
V \ra V$ nach "Ubung \ref{TrSp} 
stets die Spiegelung $s^{\top}_{\alpha} = s_{\alpha^{\vee},\alpha}
: V^{\ast} \ra V^{\ast}$.
F"ur $\varphi=s_{\alpha}$  erhalten wir insbesondere
$$(s_{\alpha}\beta)^{\vee} = s^{\top}_{\alpha} (\beta^{\vee}) =
\beta^{\vee} - \langle \alpha, \beta^{\vee} \rangle
\alpha^{\vee}$$
Wir erkennen so, da"s $s^{\top}_{\alpha}$ die
Bedingungen
erf"ullt, die von einer
Spiegelung zu $\alpha^{\vee}$ als Element des
Wurzelsystems in spe $R^\vee$ gefordert werden,
und das zeigt auch gleich noch $\alpha\mapsto (\alpha^{\vee})^{\vee}$.
Liegen schlie"slich zwei Wurzeln auf derselben Gerade, so haben sie
offensichtlich dieselbe Wurzelspiegelung und damit liegen auch ihre
Kowurzeln auf derselben Gerade. Da jede Wurzel mit ihrer Kowurzel zu Zwei
paart, folgt die letzte Aussage. 
\end{proof}











\begin{Beispiel}[\textbf{Wurzelsysteme vom Typ $A$}]
Die Menge 
aller Differenzen $R \pdef \{\op{e}_{i}-\op{e}_{j}\mid i\neq j\}$ 
zwischen zwei verschiedenen Vektoren\label{AnW}  
der Standardbasis des $\DQ^n$ ist
ein Wurzelsystem in $V \pdef \{ (a_{1},\ldots, a_{n})
\in \Bbb{Q}^{n} \mid a_{1} + \ldots + a_{n} =0\}$.
Wegen $\op{dim}V=n-1$ hei"st dies Wurzelsystem  $A_{n-1}$.
Wir bezeichnen mit $\varepsilon_{i}\in V^{\ast}$ die durch
$\varepsilon_{i}(a_{1}, \ldots, a_{n}) = a_{i}$ gegebene Linearform.
F"ur $\al = \op{e}_{i} - \op{e}_{j}$ ist
dann die Kowurzel $\al^{\vee}= \varepsilon_{i}-\varepsilon_{j}$ und
die Spiegelung
$s_{\al}$ vertauscht die $i$-te mit der $j$-ten Koordinate.
Insbesondere besteht $\op{W}(R) \cong \cal{S}_{n}$ aus den Permutationen der
Koordinaten.
\end{Beispiel}
%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%




\begin{Lemma}
Jede Spiegelung in der Weylgruppe eines Wurzelsystems ist
eine Spiegelung zu einer Wurzel.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Sei ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit $R$ ein Wurzelsystem in
einem Vektorraum "uber $\Bbb{Q}$. Nach
 \ref{ErzK} ist jede Spiegelung 
einer endlichen von Spiegelungen erzeugten Untergruppe der
Automorphismengruppe eines endlichdimensionalen Vektorraums "uber einem
angeordneten K"orper bereits konjugiert zu einer der erzeugenden Spiegelungen.
Insbesondere ist jede Spiegelung $s$ aus der Weylgruppe 
schon mal konjugiert zu einer Spiegelung zu einer Wurzel $\beta\in R$.
Wir folgern  $s=w s_\beta w^{-1}=s_{w\beta}=s_\al$ mit
$\al=w\beta\in R$.
\end{proof}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildLW}\\[4mm]
\noindent 
Dies Bild illustriert alle m"oglichen Lagen f"ur Paare von
Wurzeln in einem Wurzelsystem. 
\end{figure}

\begin{Lemma}[\textbf{Paare von Wurzeln}]
F"ur je zwei nichtproportionale Wurzeln $\al,\beta $ eines Wurzelsystems gilt
$0 \leq \langle \al,
\beta^{\vee} \rangle\langle \beta ,\al^{\vee} \rangle <4$
und je zwei nichtorthogonale Wurzeln\label{PaWu} haben das L"angenverh"altnis
 $$\frac{\|\al\|^{2}}{\|\beta\|^{2}}
=\frac{\langle \al, \beta^{\vee}\rangle}{\langle \beta,\al^{\vee}\rangle}$$
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl} Im Fall eines reellen Wurzelsystems 
 wird genauer der Winkel
zwischen je zwei Wurzeln $\al$ und $\beta$
bez"uglich jedes weylgruppeninvarianten
Skalarprodukts $(\;,\;)$ auf $\langle R\rangle_\DR$ gegeben durch
$4 \cos^{2}( \angle(\al,\beta)) = 
\langle \al, \beta^{\vee}
\rangle \langle \beta, \al^{\vee}\rangle
\in\{0,1,2,3\}
$.\label{PaWi} 
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}[Beweis]
Beides folgt sofort aus unserer Formel
$\langle \al , \beta^{\vee}\rangle =
2(\al,\beta)/(\beta,\beta)$.
\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen}



\begin{Ubung}
Wie in \ref{SLESu} sei  $V$ 
 ein endlichdimensionaler $\DQ$-Vektorraum 
und $Q \subset V$ ein Gitter alias der
$\DZ$-Spann einer Basis und $\langle \;, \;\rangle$ ein Skalarprodukt auf $V$ mit
 $\langle\;, \;\rangle : Q \times Q \rightarrow \mathbb Z$.
Man zeige, da"s 
die Vektoren $v \in Q$ mit $\langle v,v\rangle=2$ 
ein Wurzelsystem in dem von ihnen
erzeugten Untervektorraum von\label{lzw}
$V$ bilden.
\end{Ubung}
% \begin{Ubung}[\textbf{Das Wurzelsystem $E_8$}]
% Die Menge $R$ aller Vektoren aus $\Bbb{Z}^8$ mit euklidischer
% L"ange $a^2_1 + a^2_2 + \ldots + a^2_8 = 8$, 
% durch vier teilbarer Summe $a_1 + a_2 + \ldots + a_8 \in 4\DZ$ 
% und allen Eintr"agen von derselben Parit"at $a_i-a_j\in 2\DZ \;\forall i,j$ 
% ist ein Wurzelsystem in
% $\DQ^8$ mit $240$ Wurzeln. Dieses Wurzelsystem tr"agt  den Namen
% $E_8$.\index{E@$E_8$} Betrachtet man darin nur diejenigen Elemente,
% bei denen alle Eintr"age gerade Parit"at haben, so erh"alt man 
% auch ein Wurzelsystem, das den Namen %$B_8$ 
% $D_8$ tr"agt und zur kompakten
% Liegruppe $\op{SO}(16)$ geh"ort.
% \end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Das Wurzelsystem $E_8$}]
Im Vektorraum $\DQ^8$ ist die Menge $Q$ 
 aller Vektoren $a=(a_1,\ldots,a_8)\in \Bbb{Z}^8\sqcup ((\frac{1}{2},\frac{1}{2},\ldots,\frac{1}{2})+\Bbb{Z}^8)$ mit
 Koordinatensumme $a_1 + a_2 + \ldots + a_8 \in 2\DZ$
 eine Untergruppe, die den Vektorraum $\DQ^8$ erzeugt. Das Standardskalarprodukt 
auf $\DQ^8$ induziert eine bilineare Abbildung $Q\times Q\ra\DZ$.
Mit dieser bilinearen Abbildung hei"st $Q$ das
{\bf $E_8$-Gitter}.\index{E@$E_8$-Gitter} Es gilt
$\langle q,q\rangle\in 2\DZ$ f"ur alle $q\in Q$ 
und die  $240$ Elemente $q\in Q$ mit
$\langle q,q\rangle= 2$ bilden ein 
Wurzelsystem, das unser Gitter $Q$ aufspannt und auch  den Namen
$E_8$ tr"agt.\index{E@$E_8$ Wurzelsystem} Sein Schnitt mit $\DZ^8$ ist
auch ein Wurzelsystem, das den Namen %$B_8$ 
$D_8$ tr"agt und zur kompakten
Liegruppe $\op{SO}(16)$ geh"ort.
\end{Ubung}



\begin{Ubung} 
  Gegeben ein Wurzelsystem $R$ und darin nichtproportionale 
Wurzeln $\alpha,\beta\in R$\label{WuzS}  
gilt $\langle\beta,\alpha^\vee\rangle>0\RA \beta-\alpha\in R$ und
dann nat"urlich auch $\langle\beta,\alpha^\vee\rangle<0\RA \beta+\alpha\in R$.
Hinweis: Aus $\langle\alpha,\beta^\vee\rangle>0$ folgt mit
Lemma \ref{PaWu}, da"s gilt
$\langle\beta,\alpha^\vee\rangle=1$ oder $\langle\alpha,\beta^\vee\rangle=1$.
\end{Ubung}
% \begin{Ubung}\label{WuSt} 
%   Gegeben zwei nichtproportionale  Wurzeln $\alpha,\beta$
% eines Wurzelsystems $R$ bilden die ganzen Zahlen $n\in\DZ$ mit
% $\beta+n\alpha\in R$ ein Intervall in $\DZ$. Hinweis: Inspektion 
% der Wurzelsysteme vom Rang Zwei.   
% \end{Ubung}

  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Wurzelketten}] 
    Gegeben ein Wurzelsystem $R$ und darin nichtproportionale Wurzeln
    $\alpha,\beta\in R$ ist $I\pdef \{i\in\DZ\mid \beta+i\alpha\in R\}$ ein
    Intervall in $\DZ$. Das erkennt man unschwer durch Inspektion der F"alle
    vom Rang Zwei. Alternativ kann man durch Widerspruch argumentieren:
W"aren $s<r$ Zahlen aus $I$ mit Abstand Zwei oder mehr, zwischen denen kein
Element von $I$ l"age, so folgte aus \ref{WuzS}
leicht $\langle\beta+s\alpha,\alpha^\vee\rangle\geq 0$
und $\langle\beta+r\alpha,\alpha^\vee\rangle\leq 0$\label{WuSt}  
und zusammen $\langle(r-s)\alpha,\alpha^\vee\rangle\leq 0$
im Widerspruch zu $r<s$.
  \end{Bemerkungl}



\subsection{Basen von Wurzelsystemen}
\begin{Definition}
Eine Teilmenge $\Pi\subset R$ eines Wurzelsystems
$R\subset V$ hei"st eine 
{\bf Basis des Wurzelsystems}\index{Basis!eines Wurzelsystems},\label{BaWuu} 
wenn sie die folgenden beiden
Bedingungen erf"ullt:
\begin{enumerate}
\item
$\Pi$ ist eine Basis des zugrundeliegenden Vektorraums $V$;
\item
Schreiben wir eine Wurzel $\beta \in R$ als Linearkombination 
$\beta = \sum_{\al \in \Pi} n_{\al}
\al$ der Elemente von $\Pi$, so liegen die Koeffizienten $n_{\al}$
entweder alle  in $\DZ_{\geq 0}$ oder 
alle  in $\DZ_{\leq 0}$.
\end{enumerate}
\end{Definition}

\begin{Definition}
Eine Teilmenge $R^{+}\subset R$ eines Wurzelsystems 
hei"st ein \defind{System positiver Wurzeln}, 
wenn sie die folgenden beiden\label{SPW} 
Bedingungen erf"ullt:
\begin{enumerate}
\item
Das Wurzelsystem l"a"st sich schreiben als die disjunkte Vereinigung
$R=R^+\amalg (-R^+)$,
f"ur jede Wurzel $\al \in R$ gilt also $\al \in R^{+} \Leftrightarrow (-\al)
\not\in R^{+}$;
\item
Aus $\al_1,\ldots, \al_n \in R^{+}$ und $\al_1+\ldots+ \al_n  \in R$ 
folgt $\al_1+\ldots+ \al_n
\in R^{+}$.
\end{enumerate}
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}
  Jedes Wurzelsystem $R$ besitzt ein System positiver Wurzeln.
In der Tat, w"ahlen wir einen Isomorphismus $\langle R\rangle_\DQ\sira \DQ^n$
von $\DQ$-Vektorr"aumen, so bilden offensichtlich 
alle Wurzeln, deren Bild in $\DQ^n$ in
der lexikographischen Ordnung gr"o"ser ist als Null, 
ein System positiver Wurzeln. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben ein Wurzelsystem $R$ geh"ort jede Wurzel $\alpha$
zu mindestens einer Basis\label{WBnm} 
des Wurzelsystems. 
In der Tat, w"ahlen wir einen Isomorphismus $\langle R\rangle_\DQ\sira \DQ^n$
von $\DQ$-Vektorr"aumen mit $\alpha\mapsto(0,\ldots,0,1)$ und betrachten das 
positive System 
alle Wurzeln, deren Bild in $\DQ^n$ in
der lexikographischen Ordnung gr"o"ser ist als Null, 
so geh"ort $\alpha$ offensichtlich zur zugeh"origen Basis.
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}[\textbf{Das Wurzelsystem $A_n$}]
Wir erinnern aus \ref{AnW}
das Wurzelsystem $R \pdef \{\op{e}_{i}-\op{e}_{j}\mid i\neq j\}$ 
aller Differenzen zwischen zwei verschiedenen Vektoren  
der Standardbasis des $\DQ^n$  im Vektorraum $V \pdef \{ (a_{1},\ldots a_{n})
\in \Bbb{Q}^{n} \mid a_{1} + \ldots + a_{n} =0\}$.
Ein System positiver Wurzeln w"are $R^+ \pdef\{\op{e}_{i}-\op{e}_{j}\mid i<j\}$
 und die zugeh"orige Basis  $\Pi(R^+ )
=\{\op{e}_{i}-\op{e}_{i+1}\}$.\label{AnWb}
\end{Beispiel}






\begin{Bild}
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildWBS}\\[4mm]
\noindent 
Ein Wurzelsystem mit einer Weylkammer, dem zugeh"origen
System positiver Wurzeln, bestehend aus den drei Wurzeln
\glqq in der Niere\grqq\  und der zugeh"origen Basis, bestehend aus den
beiden Wurzeln $\alpha$ und $\beta$. 
\end{Bild}

\begin{Satz}[\textbf{Weylkammern, Basen, Systeme positiver Wurzeln}]
Gegeben ein Wurzelsystem $R\subset V$
erhalten wir ein kommutatives Diagramm\label{WBW}
von Bijektionen
$$\begin{array}{ccc}
\{\text{Weylkammern in }\langle R\rangle_\DQ^\ast\}&
\stackrel{6}{\rightarrow}&\{\text{Weylkammern in }\langle R\rangle_\DQ\}\\
{\scriptstyle 4^\vee} \uparrow\downarrow {\scriptstyle 3^\vee}&
&{\scriptstyle 4} \uparrow\downarrow {\scriptstyle 3}\\
\{\text{Basen von }R\}&\stackrel{5}{\rightarrow}
&\{\text{Basen von }R^\vee\}\\
{\scriptstyle 2}\uparrow\downarrow {\scriptstyle 1}&
&{\scriptstyle 2^\vee}\uparrow\downarrow {\scriptstyle 1^\vee}\\
\{\text{Systeme positiver Wurzeln in }R\}
&\stackrel{5}{\rightarrow}&\{\text{Systeme positiver
  Wurzeln in }R^\vee\}\\
\end{array}$$
vermittels der Abbildungen, die wir im folgenden genauer beschreiben:
\begin{enumerate}
\item 
Jeder Basis $\Pi\subset R$ ordnet man als positives System 
die Menge $R^+(\Pi)$ aller Wurzeln zu, die sich schreiben lassen
als nichtnegative Linearkombination der Basiselemente;
\item
Jedem System positiver Wurzeln $R^+\subset R$ ordnet man als
Basis $\Pi(R^+)$ die Menge aller derjenigen Elemente des Systems zu, 
die sich nicht als Summe "uber eine Multimenge 
von zwei oder mehr Elementen des besagten Systems schreiben lassen;
\item
Jeder Weylkammer im rationalen Spann der Wurzeln ordnet
man als Basis des dualen Wurzelsystems die Menge derjenigen 
Kowurzeln zu, die Gleichungen von W"anden unserer Kammer sind
und die auf der Kammer positive Werte annehmen;
\item
Jeder Basis des dualen Wurzelsystems
 ordnet man als Kammer
den Schnitt derjenigen Halbr"aume zu, auf denen alle Elemente 
besagter Basis
positive Werte annehmen;
\item
Jeder Menge von Wurzeln ordnen die beiden unteren
horizontalen Pfeile die Menge der zugeh"origen Kowurzeln zu;
\item
Jeder Kammer in $\langle R\rangle_\DQ^\ast$ ordnet die obere Horizontale
ihr Bild unter  einem und jedem Isomorphismus 
$\langle R\rangle_\DQ^\ast\sira \langle R\rangle_\DQ$ zu, 
der von einem weylgruppeninvarianten Skalarprodukt
induziert wird.
\end{enumerate}
\end{Satz}
\begin{proof}
Nur bei den Abbildungen 1 und 6 scheint mir a priori klar,
da"s sie "uberhaupt im behaupteten Wertebereich landen.
Als n"achstes "uberlegen wir uns das f"ur die in 3 gegebene Abbildung und
zeigen dabei insbesondere, da"s jedes Wurzelsystem "uberhaupt Basen
besitzt.
Wir geben unserer Abbildung den Namen
$\Phi$,  in Formeln gilt f"ur jede
Weylkammer $A\subset \langle R\rangle_\DQ$ also 
$$\Phi (A)= \left\{\al^\vee\in R^\vee \mid (\ker
      \alpha^{\vee})\in \cal{H}_{A},\; 
\langle A, \alpha^{\vee} \rangle \subset
      \DQ_{>0} \right\}$$
Nach  \ref{NJ2} ist $\Phi (A)$ 
eine linear unabh"angige
Teilmenge von $\langle R\rangle_\DQ^\ast$ 
und dann nach \ref{IS}.\ref{IS3} auch von $V^\ast$.  
Nach \ref{THG} erzeugen weiter die
Spiegelungen $s_{\alpha}$ an den W"anden einer Kammer die gesamte
Weylgruppe, nach \ref{FiWe} ist demnach der Schnitt
dieser W"ande alias der Schnitt der Kerne der zugeh"origen
Kowurzeln der Nullraum, folglich bilden die fraglichen Kowurzeln 
sogar eine Basis von $V^\ast$ und $\Phi (A)$ erf"ullt
die erste Bedingung an
eine Basis eines Wurzelsystems.
Stellen wir nun $\beta^{\vee} \in R^{\vee}$ dar als Linearkombination
$$\beta^{\vee} = \sum_{\alpha \in \Phi(A)}n_{\alpha\beta}\alpha^{\vee}$$
so liegen sicher alle $ n_{\alpha\beta}$ in $ \Bbb{Q}$ und haben
sogar alle 
dasselbe Vorzeichen, da unsere Kowurzel 
$\beta^{\vee}$   auf  dem Abschlu"s der Kammer
$\bar{A}$ und insbesondere auf den Vektoren 
der zu $\Phi(A)$ dualen Basis des
Vektorraums 
$\langle R\rangle_\DQ$ keine Werte mit verschiedenen Vorzeichen annehmen darf.
Es bleibt damit nur noch zu zeigen, da"s hier alle $n_{\alpha \beta}$
in $\Bbb{Z}$ liegen. Da aber alle Alkoven in $\langle R\rangle_\DQ $
konjugiert sind zu $A$ unter $W$, ist auch jeder Spiegel
konjugiert zu einer Wand von $A$ und damit jede Kowurzel zu einer
Kowurzel aus $\Phi(A)$, in Formeln $R^\vee=W\Phi(A)$.
Die von $\Phi(A)$ in $\langle R^\vee\rangle_\DQ $ erzeugte Untergruppe
$\langle\Phi(A)\rangle_\DZ$
ist aber offensichtlich stabil unter $W$
und wir folgern $R^\vee \subset \langle\Phi(A)\rangle_\DZ$.
Unser $\Phi (A)$ ist also tats"achlich eine Basis von $R^\vee$.
Wir geben nun der  Abbildung 4 in die andere
Richtung den Namen $C$,  in Formeln gilt f"ur eine Basis $\Pi^\vee$ von
$R^\vee$ also
$$
C(\Pi^\vee)= \{\lambda \in \langle R\rangle_\DQ  \mid \langle
\lambda, \alpha^{\vee} \rangle > 0 \quad \forall \alpha^\vee \in \Pi^\vee\}
$$
Hier ist $C(\Pi^\vee)$ eine Weylkammer als ein
Schnitt von Halbr"aumen zu Spiegeln, der
von keinem Spiegel getroffen wird, 
und das hinwiederum folgt,
da $\Pi^\vee$ eine Basis von $R^\vee$ ist.
Wir zeigen schlie"slich, da"s unsere beiden Abbildungen 
$C$ und $\Phi$ zueinander invers sind.
F"ur jede Kammer $A$ folgt aus  Satz  \ref{Wand} "uber die
Begrenzung eines Alkoven durch sein W"ande sofort $C(\Phi(A))= A$.
Ist umgekehrt $\Pi^\vee\subset R^\vee$ eine Basis,
so sind die bez"uglich $\Pi^\vee$ positiven Kowurzeln
genau die Kowurzeln, die auf 
der Kammer $C(\Pi^\vee)$ positive Werte annehmen,
und alle Wurzeln aus $\Phi(C(\Pi^\vee))$ sind insbesondere
positive Wurzeln f"ur $\Pi^\vee$.
Nun ist aber
 $\Pi^\vee$ offensichtlich die einzige
Basis von $R^\vee$, die aus bez"uglich $\Pi^\vee$ positiven Kowurzeln besteht.
Also haben wir auch $\Phi(C(\Pi^\vee))=\Pi^\vee$.
Damit ist gezeigt, da"s die in 3 und  4 angegebenen Abbildungen 
in der Tat zueinander inverse Bijektionen liefern. 
Weiter ist offensichtlich, da"s 
wir eine Basis aus ihrem System von positiven Wurzeln
zur"uckgewinnen k"onnen durch die in 2 beschriebene Konstruktion. 
Es ist also klar, da"s 1 und 2 zueinander inverse
Isomorphismen sind, sobald wir zeigen, da"s 1 surjektiv ist, da"s also
jedes System positiver Wurzeln von einer Basis herkommt.
Um das zu zeigen beachten wir:
\begin{Lemma}
Ist $R$ ein Wurzelsystem, $\Pi\subset R$ eine Basis von $R$
und $R^+=R^+(\Pi)$ das zugeh"orige System positiver Wurzeln, so gilt
f"ur alle Wurzeln aus unserer\label{VZ}
 Basis $\al\in\Pi$ die Formel
$$s_\al R^+=(R^+ \backslash \al)\cup\{-\al\}$$
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Formal sieht man dies Lemma leicht ein,
denn aus der Definition folgt f"ur $\al$ eine
Wurzel von $\Pi$ schon $(R^+ + \DZ\al) \cap R= R^+\cup\{-\al\}$.
Anschaulich bedeutet das Lemma, da"s das Bild einer Weylkammer
unter der Spiegelung an einer ihrer W"ande nur durch diesen Spiegel
von der urspr"unglichen Weylkammer getrennt wird.
\end{proof}\noindent
Sei nun $P^+$ ein System positiver Wurzeln und
$\Pi$ eine Basis von $R$ derart,
da"s $P^{+}\cap R^{+}(\Pi)$ soviel Elemente hat wie m"oglich. W"are
$P^{+}\neq R^{+}(\Pi)$, so g"abe es $\al \in \Pi $ mit $\al \not\in
P^{+}$. Aber dann h"atte $P^{+}\cap R^{+} (s_{\al} \Pi)$ noch mehr
Elemente als $P^{+}\cap R^{+} (\Pi)$, im Widerspruch zur Wahl von
$\Pi$. Also kommt jedes System positiver Wurzeln in der Tat von
einer Basis her und 
die in 1 und  2 angegebenen Abbildungen 
 liefern zueinander inverse Bijektionen. 
Wir w"ahlen schlie"slich 
ein weylgruppeninvariantes Skalarprodukt auf 
$\langle R\rangle_\DQ$ und betrachten
den zugeh"origen Isomorphismus $\op{can}:\langle R\rangle_\DQ^\ast
\ra \langle R\rangle_\DQ$.
Geh"ort eine Basis
$\Pi$ von $R$ zum Alkoven $A\subset \langle R\rangle_\DQ^\ast$, so geh"ort 
offensichtlich $\Pi^\vee$ zum
Alkoven $\op{can}(A)\subset \langle R\rangle_\DQ$.
Damit ist der Satz  bewiesen bis auf die Kommutativit"at des 
Diagramms, deren Nachweis wir dem Leser "uberlassen. 
\end{proof}


\begin{Bemerkungl}
  Unsere  in \ref{WBnm} gezeigte
  Aussage, da"s jede Wurzel eines Wurzelsystems  zu mindestens einer Basis  geh"ort\label{WB}
 folgt nun auch mit \ref{WBW} aus der Erkenntnis \ref{WAa}, da"s 
jeder Spiegel Wand von mindestens
einer Weylkammer ist. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Korollar}
  \begin{enumerate}
  \item
    Gegeben zwei Basen eines Wurzelsystems gibt es genau
ein Element der Weylgruppe, das die %frueher auch \label{WB}
eine Basis in die andere Basis "uberf"uhrt;
\item Gegeben zwei Systeme
positiver Wurzeln eines Wurzelsystems gibt es genau
ein Element der Weylgruppe, das das %frueher auch \label{WB}
 eine System in das andere  "uberf"uhrt.
  \end{enumerate}\label{WBn} 
\end{Korollar}
\begin{proof}[Beweis]
Das folgt aus der eineindeutigen Entsprechung zwischen
Basen, Systemen positiver Wurzeln und Weylkammern nach \ref{WBW}, da jede endliche Spiegelungsgruppe
nach \ref{THG} frei und transitiv auf der Menge ihrer Weylkammern operiert.
\end{proof}

\begin{Definition}
Ein Wurzelsystem mit einer ausgezeichneten Basis
nennen wir ein \defind{basiertes Wurzelsystem}.
In einem basierten Wurzelsystem 
nennt man die Elemente der Basis
\defnoind{einfache Wurzeln}\index{Wurzel!einfache}, 
die zugeh"origen Kowurzeln
\defnoind{einfache Kowurzeln}\index{Kowurzel!einfache}, 
die zugeh"origen
Spiegelungen \defnoind{einfache Spiegelungen}\index{Spiegelung!einfache} 
und die zugeh"orige
Weylkammer  die \defnoind{dominante Weylkammer}\index{Weylkammer!dominante}.  
\end{Definition}
\begin{Bemerkunge}
Jedes basierte Wurzelsystem besitzt eine 
kanonische Involution, die gegeben wird durch die Vorschrift
$v\mapsto -w_\circ v$ f"ur $w_\circ$ das in Bezug auf
die ausgezeichnete Basis l"angste Element der
Weylgruppe nach \ref{MaL}.
Diese Involution macht einfache Wurzeln zu einfachen Wurzeln.
Wir nennen sie den \defind{prinzipalen Automorphismus}
unseres basierten Wurzelsystems.\label{pian} 
\end{Bemerkunge}

\begin{Bemerkungl}\label{KEW}
Gegeben ein basiertes Wurzelsystem
erzeugen die einfachen Spiegelungen  die Weylgruppe,
jede Spiegelung ist 
in der Weylgruppe konjugiert 
zu einer einfachen Spiegelung,
und jede Wurzel ist konjugiert unter der Weylgruppe zu einer
einfachen Wurzel.
Das alles sind Spezialisierungen  von Aussagen aus
der allgemeinen Theorie von Spiegelungsgruppen 
\ref{THG}: Jede endliche Spiegelungsgruppe wird von den Spiegelungen an
einem festen Alkoven erzeugt und jede ihrer Spiegelungen ist konjugiert zu einer
Spiegelung an unserem festen Alkoven. 
\end{Bemerkungl}




\begin{Definition}
Gegeben $R_{1} \subset V_{1}$ und $R_{2}\subset V_{2}$ 
Wurzelsysteme "uber demselben
K"orper
erkl"aren wir ihre \defnoind{Summe}\index{Summe!von Wurzelsystemen} 
$R_{1} \oplus R_{2} 
\subset V_{1} \oplus V_{2}$ als $$R_{1} \oplus R_{2} \pdef (R_{1} \times
\{0\}) \cup (\{0\} \times R_{2})$$
Die Summe zweier Wurzelsysteme ist nat"urlich wieder ein Wurzelsystem.
Ein Wurzelsystem hei"st \defnoind{unzerlegbar},\index{unzerlegbar!Wurzelsystem}
falls es weder leer ist noch
isomorph  zu einer
Summe von zwei nichtleeren Wurzelsystemen.
\end{Definition}
\begin{Proposition}\label{ZerW}
Gegeben ein Wurzelsystem $R\subset V$ gibt es genau eine Partition
$R = R_{1}  \sqcup  \ldots \sqcup  R_{n}$ derart, da"s
$R_{i}$ jeweils ein unzerlegbares Wurzelsystem in dem
von ihm erzeugten Untervektorraum $V_i\subset V$ ist 
und da"s die Addition einen Isomorphismus 
$V_{1} \oplus \ldots \oplus V_{n}\sira V$ liefert mit
$$R_{1} \oplus \ldots \oplus R_{n}\sira R  $$
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis]
Sei $\simeq$ die kleinste "Aquivalenzrelation auf der Menge 
$R$ mit der Eigenschaft
$\langle \al,\beta^{\vee} \rangle \neq 0 \Rightarrow \al \simeq \beta$.
Unter dieser 
"Aquivalenzrelation 
zerlegt man nun 
$R$ in "Aquivalenzklassen $R = R_{1}\sqcup \ldots \sqcup R_{n}$.
Der Rest des Beweises bleibt dem Leser "uberlassen.
\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}\label{LWu}
Ist $R^+$ ein System positiver Wurzeln eines Wurzelsystems
und $l:W\ra\DN$ die zu den
zugeh"origen einfachen Spiegelungen gebildete L"ange, so 
stimmt die L"ange eines Elements $w\in W$ "uberein mit der
Zahl der positiven Wurzeln, die es zu negativen Wurzeln macht. 
In Formeln
gilt also
$l(w)=|w(R^+)\backslash R^+|$. Hinweis: \ref{THG}.\ref{LWE}.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{HSP}
Sei $\Pi\subset R \subset V$ ein basiertes Wurzelsystem.
Bezeichne $\rho\in V$ die Halbsumme der positiven Wurzeln, in Formeln
$$\rho=\frac{1}{2}\sum_{\al\in R^+} \al$$
Man zeige mit \ref{VZ} 
f"ur alle einfachen Wurzeln $\al$ die Formel
$s_\al\rho=\rho-\al$ und folgere $\langle\rho,\al^\vee\rangle=1$
f"ur alle einfachen Wurzeln $\al$.
Man zeige weiter, da"s  $x\rho - \rho$ f"ur alle $x$ aus der Weylgruppe 
im Wurzelgitter liegt,
in Formeln  gilt also $x\rho - \rho \in \langle R \rangle\; \forall x \in
W$.
\end{Ubung}



\begin{Ubung}[\textbf{Wurzelsysteme der Typen $B_n, C_n, D_n$}] 
Bezeichne $\varepsilon_1,\ldots, \varepsilon_n$ die Vektoren der
Standardbasis von $\DQ^n$, die\label{Wyss}  
in anderen Zusammenh"angen meist $\op{e}_i$ notiert werden. Man zeige: 
\begin{description}
\item[\textbf{Typ $C_n$:}] 
Die Menge
$R \pdef \{\pm \varepsilon_{i} \pm \varepsilon_{j} \mid
1 \leq i , j \leq n\}\backslash 0$ ist ein Wurzelsystem in $\DQ^n$. Man
bestimme eine Basis sowie die Weylgruppe.
\item[\textbf{Typ $D_n$:}]
Die Menge $R \pdef\{\pm \varepsilon_{i} \pm \varepsilon_{j} \mid
1 \leq i < j \leq n\}$ ist ein Wurzelsystem in $\DQ^n$ f"ur $n\geq 2$. 
Man bestimme eine Basis sowie die Weylgruppe.  Man bestimme das l"angste Element
der Weylgruppe und zeige, da"s der prinzipale Automorphismus \ref{pian} trivial ist f"ur gerades $n$ und nichttrivial f"ur ungerades $n$. Aufl"osung in \eref{GewD}{HL}.
\item[\textbf{Typ $B_n$:}]
Die Menge
$R \pdef\{\pm \varepsilon_{i} \pm \varepsilon_{j} \mid
1 \leq i < j \leq n\}\cup\{\pm \varepsilon_{i} \mid 1 \leq i\leq n\}$ ist ein
Wurzelsystem in $\DQ^n$. Man bestimme  eine Basis sowie die
Weylgruppe. Aufl"osung in \eref{GewB}{HL}.
\item[Duale Systeme:] 
Man zeige, da"s die Wurzelsysteme $B_n$ und $C_n$ zueinander dual sind,
wohingegen die Wurzelsysteme $A_n$ und $D_n$ jeweils zu 
ihren dualen
Systemen isomorph sind. 
\end{description}
Als Systeme positiver Wurzeln w"ahle man stets alle Wurzeln, 
bei denen 
der erste von Null verschiedene Koeffizient bei der Darstellung
durch die angeordnete Basis der $\varepsilon_i$ positiv ist. 
Das Standardskalarprodukt ist in diesen F"allen
 jeweils invariant unter der
Weylgruppe. 
\end{Ubung}







\subsection{Klassifikation von Wurzelsystemen}

\begin{Bemerkungl}
  Will man  diesen Abschnitt vom vorhergehenden unabh"angig machen,
  so reicht es, eine andere unserer "aquivalenten Bedingungen zur Definition
  der Basis eines Wurzelsystems zu machen. Genauer hei"se dazu im
  folgenden eine Teilmenge $\Pi\subset R$ eines Wurzelsystems $R\subset V$
  in einem Vektorraum "uber einem angeordneten K"orper\label{ADBm} 
  eine {\bf Basis},\index{Basis!eines Wurzelsystems}
  wenn sie linear unabh"angig ist und die Menge 
  $\{v\in V\mid \langle v,\alpha^\vee\rangle >0\;\forall \alpha\in \Pi\}$
  eine Weylkammer von $R$ ist.
\end{Bemerkungl}


\begin{Definition}
Gegeben ein Wurzelsystem $R$ mit Basis $\Pi$ definiert man seine
\defind{Cartan-Matrix} als die $(\Pi \times \Pi)$-Matrix mit ganzzahligen
Eintr"agen alias die Abbildung $(\Pi \times \Pi)\ra \DZ$ gegeben durch
$$C(R)=(\langle\alpha, \beta^{\vee}\rangle)_{\alpha, \beta \in \Pi}$$
Diese Matrix h"angt, da  nach \ref{WB} oder \ref{ADBm}, \ref{SGuT} je zwei Basen durch genau ein Element der Weylgruppe ineinander "uberf"uhrt werden,
im wesentlichen 
nicht von der Wahl unserer Basis
ab.\end{Definition}
\begin{Bemerkunge}
  Genauer kann man die Menge $\cal{B}$ aller Basen des Wurzelsystems $R$
  betrachten, dann im Produkt $\cal{B} \times R$ 
die Teilmenge $\cal{T}$ aller Paare
  $(\Pi,\alpha)$  bestehend aus einer Basis $\Pi$ 
und einer Wurzel $\alpha\in \Pi $, und schlie"slich die Menge $$\Pi (R) \pdef
  W\backslash \cal{T}$$ der Bahnen der Weylgruppe auf $\cal{T}$.  Diese Menge
  $\Pi (R)$ h"angt dann von keinerlei Wahlen mehr ab, man mag sie die
{\bf universelle Basis}\index{Basis!universelle} des Wurzelsystems $R$
nennen,  und wir k"onnen damit die Cartan-Matrix $C (R)$
  auffassen als eine von keinerlei Wahlen mehr abh"angige $(\Pi (R) \times \Pi
  (R))$-Matrix.
\end{Bemerkunge}



\begin{Bemerkungl}
Die Cartan-Matrizen zu Wurzelsystemen haben typischerweise nur
sehr wenige von Null verschiedene Eintr"age.\label{DyWu} Dar"uber hinaus stehen
 auf der Diagonalen
nur Zweier, au"serhalb der Diagonalen sind alle Eintr"age
nichtpositiv, und es gilt
$$0 \leq \langle \alpha, \beta^{\vee} \rangle \langle \beta,
\alpha^{\vee} \rangle <4 $$
sowie $\langle \alpha, \beta^{\vee}\rangle = 0 \Leftrightarrow
\langle\beta , \alpha^{\vee}\rangle =0$.
Es ist deshalb m"oglich, die in der Cartan-Matrix eines Wurzelsystems
enthaltene Information  sehr "ubersichtlich
graphisch darzustellen durch das
sogenannte {\bf Dynkin-Diagramm},\index{Dynkin-Diagramm} das wie folgt gebildet wird:
Man malt zun"achst 
f"ur jede einfache 
Wurzel $\alpha \in \Pi$ einen dicken Punkt; dann verbindet man
je zwei Punkte $\alpha \neq \beta$ durch einen
$(\langle\alpha, \beta^{\vee}\rangle \langle\beta,
\alpha^{\vee}\rangle)$-fachen Strich beziehungsweise gar nicht, falls gilt $(\langle
\alpha, \beta^{\vee} \rangle  \langle \beta, \alpha^{\vee}\rangle)
=0$; und schlie"slich versieht man die $2$-fachen und $3$-fachen 
Striche mit einem
Pfeil in
Richtung der Wurzel $\alpha$ mit $\langle \alpha,
\beta^{\vee}\rangle = -1$, als da hei"st in Richtung der k"urzeren 
Wurzel bez"uglich eines und damit jedes
 weylgruppeninvarianten Skalarprodukts. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Lemma}
  Ein Wurzelsystem "uber einem gegebenen K"orper wird durch sein 
Dynkindiagramm  eindeutig festgelegt bis auf Isomorphismus.\label{idy}
\end{Lemma}
\begin{proof}
  Man kann ein Wurzelsystem bis auf Isomorphismus  aus seinem Dynkindiagramm 
 rekonstruieren wie folgt: Man bildet den freien Vektorraum $V$ 
"uber den Knoten des
  Diagramms, nennt die zu den Knoten geh"origen
 Vektoren \glqq einfache Wurzeln\grqq,
  erkl"art dann zu jeder einfachen Wurzel $\alpha$ eine \glqq einfache Spiegelung\grqq\ 
  mithilfe der in unserem Diagramm enthaltenen Information gewisser ganzer 
Zahlen
$\langle \beta,\alpha^\vee\rangle$ auf den einfachen Wurzeln durch 
$$s_\alpha: \beta\mapsto\beta- \langle \beta,\alpha^\vee\rangle\alpha$$
und durch lineare Fortsetzung auf ganz $V$, und erh"alt das
  Wurzelsystem zur"uck als die Vereinigung der Bahnen der einfachen Wurzeln
  unter der von den einfachen Spiegelungen erzeugten \glqq Weylgruppe\grqq.
\end{proof}
\begin{Lemma}
  Ein Wurzelsystem ist unzerlegbar genau dann, wenn sein 
Dynkindiagramm zusammenh"angend ist.\label{zudy}
\end{Lemma}
\begin{proof}
Da"s jede Zerlegung eines  Wurzelsystems eine Zerlegung seines
Dynkindiagramms induziert, scheint mir offensichtlich. 
Zerf"allt umgekehrt das Dynkindiagramm eines Wurzelsystems in zwei
untereinander unverbundene Teile, so kommutieren alle 
einfachen Spiegelungen zum einen Teil mit allen 
einfachen Spiegelungen zum anderen Teil, und wir erhalten erst eine 
Zerlegung der Weylgruppe in ein Produkt zweier miteinander 
kommutierender Untergruppen und daraus dann auch eine 
Zerlegung unseres Wurzelsystems. 
\end{proof}




\begin{Proposition}[\textbf{Klassifikation unzerlegbarer Wurzelsysteme}]
Das Bilden des Dynkindiagramms liefert eine Bijektion\label{KlaWu}
$$\begin{array}{ccc}
\left\{\begin{array}{c}
\text{Unzerlegbare abstrakte}\\
\text{Wurzelsysteme,}\\
\text{bis auf Isomorphismus} \end{array}\right\} & \sira 
& \left\{ \begin{array}{c}
\text{Endliche Diagramme,}\\
\text{die in nebenstehender Liste}\\
\text{aufgef"uhrt sind}
\end{array} \right\}
\end{array}$$
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
Ich verzichte darauf, genauer  zu  pr"azisieren, was unter so einem
Diagramm  genau zu verstehen sein soll, und wann zwei Diagramme
als gleich anzusehen sind.
\end{Bemerkungl}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildDy}\\[4mm]
\noindent 
Dieses Bild %\label{DyW}
zeigt alle Dynkindiagramme unzerlegbarer Wurzelsysteme.
%Wir kennen es bereits von Seite \pageref{Dyd}, wo 
%wir  kompakten Liegruppen derartige Bilder zugeordnet hatten. 
 Die Zahl $n$ meint wie dort jeweils die Zahl der Knoten.
\end{figure}
\begin{proof}
Das Dynkin-Diagramm 
jedes unzerlegbaren Wurzelsystems mu"s nach \ref{zudy} zusammenh"angend sein.
Weiter mu"s die Weylgruppe eines Wurzelsystems 
auf dem $\DQ$-Spann der Wurzeln als 
endliche Spiegelungsgruppe operieren. 
Damit landet die Abbildung aus unserer Proposition 
zumindest in zusammenh"angenden Diagrammen.
Der zu einem Dynkindiagramm geh"orige Coxetergraph 
entsteht nach \ref{PaWu} aus dem Dynkindiagramm, indem man Doppelkanten
als Kanten der Wertigkeit $4$ interpretiert und   
Dreifachkanten
als Kanten der Wertigkeit $6$.
Ein kurzer Blick auf  die Liste nach  \ref{KES}
zeigt dann, da"s nur die Diagramme 
unserer nebenstehenden Liste als Dynkin-Diagramme 
unzerlegbarer Wurzelsysteme in Frage kommen,
so da"s die Abbildung aus der Propsition wirklich in der 
angegebenen Menge landet.
Ihre Injektivit"at 
haben wir bereits als Lemma \ref{idy} gezeigt.
Es bleibt, ihre Surjektivit"at nachzuweisen.
Das kann  man zeigen, indem man das Argument
aus dem Beweis von diesem Lemma umkehrt.
Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit d"urfen wir als
Grundk"orper $\DR$ annehmen. 
Gehen wir von einem der Diagramm unserer Liste aus und bilden
dazu den zugeh"origen Coxetergraphen, so geh"ort dazu 
nach der Klassifikation  endlicher Spiegelungsgruppen eine
endliche Spiegelungsgruppe $W$ mit einem ausgezeichneten Alkoven,
dessen W"ande in nat"urlicher Bijektion zu den Knoten unseres Diagramms
stehen. Nun w"ahlen wir zu jeder Wand einen von Null verschiedenen Vektor,
der darauf senkrecht steht und in Richtung unseres Alkoven zeigt, und
k"onnen diese Wahlen so treffen, da"s die L"angenverh"altnisse zwischen unseren
Vektoren  $1$ oder $\sqrt{2}$ oder $\sqrt{3}$ sind je nachdem,
wie es unser Dynkindiagramm im Lichte von \ref{PaWu} vorschreibt.
F"ur die Gesamtheit $\Pi$ dieser Vektoren und jede Spiegelung $s$ an einer der W"ande unseres Alkoven gilt dann $s\Pi\subset \langle \Pi\rangle_\DZ$
und es folgt $W\Pi\subset \langle \Pi\rangle_\DZ$.
 Damit ist klar, da"s 
$W\Pi$
alle Eigenschaften eines Wurzelsystems erf"ullt mit  Ausnahme der Letzten:
Unklar bleibt, warum auf jeder Ursprungsgerade nicht mehr als zwei 
Elemente dieser Vereinigung
liegen k"onnen sollten. Wegen unserer Ganzheitseigenschaften 
m"u"ste dann jedoch in dieser Vereinigung ein Vektor und sein Doppeltes liegen.
Unter unserem invarianten Skalarprodukt
ist aber das L"angenverh"altnis zwischen zwei Elementen von $\Pi$,
das man ja am Dynkindiagramm ablesen kann, nie
Eins zu Zwei, und dieser Widerspruch beendet den Beweis.
\end{proof}

\begin{Korollar}[\textbf{Klassifikation beliebiger Wurzelsysteme}]
Das Bilden des Dynkindiagramms liefert eine Bijektion\label{KlaWuZ}
$$\begin{array}{ccc}
\left\{\begin{array}{c}
\text{Abstrakte Wurzelsysteme,}\\
\text{bis auf Isomorphismus} \end{array}\right\} & \sira 
& \left\{ \begin{array}{c}
\text{Endliche Diagramme, deren}\\
\text{Zusammenhangskomponenten }\\
\text{alle in nebenstehender Liste}\\
\text{aufgef"uhrt sind}
\end{array} \right\}
\end{array}$$
\end{Korollar}
\begin{proof}
Das folgt leicht aus dem Vorhergehenden. Ich verzichte darauf, 
genauer zu  pr"azisieren, was auf der 
rechten Seite mit  einer Zusammenhangskomponente
eines Diagramms gemeint sein soll und wann zwei Diagramme
als gleich anzusehen sind.
\end{proof}

\begin{Proposition}[\textbf{Wurzelwege zu einer positiven Wurzel}] 
  Sei $R\supset R^+\supset \Pi$ ein Wurzelsystem mit einem System
  positiver Wurzeln und der zugeh"origen Basis.\label{ww} 
 Gegeben eine positive Wurzel
  $\beta\in R^+$ gibt es eine Folge
  von einfachen Wurzeln $\alpha_1,\ldots,\alpha_n$ mit
  $\beta=\alpha_1+\ldots+\alpha_n$ derart, da"s jede Teilsumme
  $\alpha_1+\ldots+\alpha_i$ 
auch eine Wurzel ist.
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
  Eine feinere Aussage macht die anschlie"sende Proposition 
\ref{wpww}. Wir nennen eine Folge von Teilsummen wie in der Proposition,
die in jedem Schritt nur um eine einfache Wurzel weitergeht, einen
{\bf Wurzelweg}\index{Wurzelweg} zu unserer positiven Wurzel.  
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
  Gibt es eine einfache Wurzel
$\alpha\neq\beta$ mit  $\langle\beta,\alpha^\vee \rangle>0$, 
so ist auch $s_\alpha\beta=\beta-\langle\beta,\alpha^\vee \rangle\alpha$
eine positive Wurzel und wir haben gewonnen mit Induktion und unseren
Erkenntnissen zu Wurzelketten \ref{WuSt}. 
Ist $\beta$ einfach, so ist nichts zu zeigen. 
Ist sonst $\beta$ nicht einfach und gilt  
$\langle\beta,\alpha^\vee \rangle\leq 0$ f"ur alle einfachen Wurzeln,
so m"u"sten die einfachen Wurzeln zusammen mit $\beta$ linear 
unabh"angig sein nach unserem Lemma \ref{SWG} "uber Vektoren mit schwach stumpfen
Winkeln. Das aber ist unm"oglich. 
\end{proof}

\begin{Proposition*}[\textbf{Wurzelwege zwischen positiven Wurzeln}]
  Gegeben  ein Wurzelsystem mit einem System
  positiver Wurzeln und der zugeh"origen Basis\label{wpww} 
$\Pi\subset R^+\subset R$ und positive Wurzeln
  $\alpha,\beta\in R^+$ mit $\beta\in \alpha+|R^+\rangle$ gibt es eine Folge
  von einfachen Wurzeln $\alpha_1,\ldots,\alpha_n$ mit
  $\beta=\alpha+\alpha_1+\ldots+\alpha_n$ derart, da"s jede Teilsumme
  $\alpha+\alpha_1+\ldots+\alpha_i$ 
auch eine Wurzel ist.
\end{Proposition*}


  \begin{proof}
    In der Tat, seien die $s_i$ die Spiegelungen zu den einfachen Wurzeln  $\alpha_i$, die man ben"otigt, um $\beta-\alpha$ als
    Summe einfacher Wurzeln zu schreiben.  
Sie erzeugen eine Untergruppe der Weylgruppe, und da die Kerne der
$\alpha_i^\vee$ bereits W"ande zu einer Kammer der ganzen Weylgruppe sind,
m"ussen sie erst recht W"ande zu einer Kammer dieser von Spiegelungen
erzeugten
Untergruppe sein.
Gibt es ein $s_i$
    mit $s_i\beta\in \beta +\DZ_{<0}\alpha_i$, so k"onnen wir mit unseren Erkenntnissen \ref{WuSt} zu Wurzelketten 
    und Induktion "uber $n$ argumentieren.  Sonst liegt $\beta$ im \glqq Abschlu"s
    der antidominanten Kammer zu den $s_i$\grqq, ausgeschrieben also
in der Menge 
$\{\lambda\in \langle R\rangle_\DQ\mid 
\langle\lambda,\alpha_i^\vee\rangle\leq 0\}$. 
 "Ahnlich k"onnen wir ohne
    Beschr"ankung der Allgemeinheit auch annehmen, da"s $\alpha$ im
    \glqq Abschlu"s der dominanten Kammer zu den $s_i$\grqq\  liegt. Dann aber m"u"sten
    beide Wurzeln im Schnitt dieser Kammerabschl"usse liegen, also von allen
    $s_i$ festgehalten werden, und das kann nur sein, wenn sie gleich sind.
  \end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}\label{UZIR}
  Gegeben ein unzerlegbares Wurzelsystem $R\subset V$ ist 
$V$ eine irreduzible Darstellung der Weylgruppe, besitzt also
  au"ser $0$ und $V$ keine unter der Weylgruppe stabilen Teilr"aume.
  Hinweis:   Gegeben ein invarianter Teilraum gibt es einen
  invarianten komplement"aren Teilraum  und jede Spiegelung der Weylgruppe h"alt einen von beiden punktweise fest.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}[\textbf{Lange und kurze Wurzeln}]
 Gegeben ein unzerlegbares Wurzelsystem 
gibt es unter der Weylgruppe\label{LkW} 
h"ochstens zwei Bahnen von Wurzeln, und diese sind auch 
jeweils selbst  Wurzelsysteme.
Genauer sind in einem unzerlegbaren Wurzelsystem "uber
einem angeordneten K"orper je
zwei\index{Wurzel!lange}\index{Wurzel!kurze} 
Wurzeln, die unter einem und gleichbedeutend jedem weylgruppeninvarianten Skalarprodukt 
dieselbe L"ange haben, konjugiert unter der Weylgruppe.
Des weiteren h"angt das L"angenverh"altnis nicht von der Wahl eines weylgruppeninvarianten Skalarprodukts ab. 
Hinweis: Man beachte die Irreduzibilit"at der Standarddarstellung \ref{UZIR} und unsere Erkenntnisse zu nichtorthogonalen Wurzeln
gleicher L"ange \ref{PaWu}. 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Ein Wurzelsystem, in dessen 
Dynkindiagramm keine mehrfachen Striche auftauchen,
hei"st {\bf einfach geschn"urt}\index{einfach!geschn"urt}
oder englisch {\bf simply laced}.\index{simply laced} Man zeige:
Gleichbedeutend ist, da"s es ein weylgruppeninvariantes Skalarprodukt gibt,
unter dem alle Wurzeln dieselbe L"ange haben, und gleichbedeutend ist
weiter, da"s gilt $|\langle \alpha,\beta^\vee\rangle|\leq 1$ 
f"ur alle Wurzeln $\alpha,\beta$ mit $\alpha\neq \pm\beta$. 
\end{Ubung}

\subsection{Affine Spiegelungsgruppen und  Wurzelsysteme*}
\begin{Bemerkungl}
Gegeben ein Wurzelsystem in einem Vektorraum
"uber einem K"orper der Charakteristik Null
nennen wir die von
seiner Weylgruppe und den Verschiebungen 
um Wurzeln erzeugte Gruppe von Affinit"aten die 
{\bf affine Weylgruppe}\index{affin!Weylgruppe}\index{Weylgruppe!affine} 
unseres Wurzelsystems. Wir sprechen von\label{AWWS} 
der {\bf endlichen Weylgruppe},\index{endlich!Weylgruppe}\index{Weylgruppe!endliche}  wenn wir besonders 
betonen wollen, da"s nicht diese affine Weylgruppe gemeint ist.
 Ist $R \subset V$ unser Wurzelsystem, so bezeichnen
wir seine affine Weylgruppe mit
$$\cal{W}=\cal{W}(R)\subset \op{Aff}^\times(V)$$  
Bezeichnet $W$ die endliche Weylgruppe 
und $\langle R\rangle \subset V$ das Wurzelgitter,
so haben wir demnach eine kurze exakte Sequenz
$\langle R\rangle  \hookrightarrow \cal{W} \twoheadrightarrow W$,
wobei die Surjektion jeder affinen Bewegung aus $\cal{W}$ ihren linearen
Anteil zuordnet.  
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Terminologie bei affinen Weylgruppen}] 
Diese Terminologie weicht von der in der Literatur "ublichen
Terminologie ab. 
Bourbaki etwa definiert die {\it affine Weylgruppe} eines Wurzelsystems $R\subset V$ 
als diejenige affine Spiegelungsgruppe $W_{\op{a}}(R)\subset \op{Aff}^\times(V^\ast)$,
die wir die affine Spiegelungsgruppe des dualen Wurzelsystems nennen und
$\mathcal W(R^\vee)$ notieren. Ich will  Bourbaki's Konventionen
nicht folgen, weil im folgenden
  bei der Darstellung einer
halbeinfachen Gruppe oder Liealgebra mit Wurzelsystem $R$ 
die Gruppe $\mathcal W(R)$ die gr"o"sere Rolle spielen wird. 
Ich  nenne $\mathcal
W(R^\vee)$
die {\bf duale affine Weylgruppe von $R$}.  
\index{affin!Weylgruppe, duale}\index{Weylgruppe!duale affine}
\end{Bemerkungl}



\begin{Satz}[\textbf{Affine Spiegelungsgruppen und Wurzelsysteme}]
Das Bilden der  affinen\label{AFSW}
Weylgruppe liefert   "uber jedem
angeordneten K"orper eine Bijektion auf Isomorphieklassen
$$\begin{array}{ccc}
\left\{
\text{Wurzelsysteme}\right\}
&\sira&
\left\{\text{essentielle 
affine Spiegelungsgruppen}\right\}\end{array}$$
\end{Satz}

\begin{Bemerkungl}
Ich breche den Beweis  in eine Reihe von
Lemmata auf. Genauer zeigen wir in \ref{AWS}, da"s die
affine Weylgruppe eines  Wurzelsystems in der
Tat eine essentielle affine Spiegelungsgruppe ist, und
konstruieren in \ref{SuA} und seinem Beweis eine 
inverse Abbildung.
Die Wurzelsysteme selbst wurden 
bereits in \ref{KlaWu}  klassifiziert.
\end{Bemerkungl}

\begin{Lemma}[\textbf{Affine Weylgruppen als affine Spiegelungsgruppen}] 
Die affine Weylgruppe eines  Wurzelsystems $R$ "uber einem
angeordneten K"orper ist eine\label{AWS} 
affine Spiegelungsgruppe mit den affinen Ebenen
$H_{\al,n}\pdef \{v\mid \langle v, \alpha^\vee\rangle=n\}
$ 
f"ur $\alpha\in R$ und $ n\in\DZ$ als Spiegel.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Wir betrachten die Menge $\cal{H}\pdef \{ H_{\al,n} \mid
\al \in R,\; n \in \DZ \}$ von Hyperebenen.
Die Spiegelungen $s_{\al,n}$ mit Fixpunktmenge 
$H_{\al,n}$ und linearem Anteil 
$s_\alpha$ stabilisieren $\cal{H}$, und da $\cal{H}$ auch lokal
endlich ist, mu"s $\cal{H}$ nach \ref{THG} gerade die 
Menge aller Spiegel der
von den $s_{\al, n}$ erzeugten affinen Spiegelungsgruppe
$\cal{W}^{\prime}$ sein.
Offensichtlich gilt $\cal{W}^{\prime} \subset \cal{W}$, aber da $s_{\al,1}
s_{\al, 0} $ gerade die Verschiebung $\lambda\mapsto \lambda+\al$ um die
Wurzel $\al \in R$ ist, gilt auch  
umgekehrt $\cal{W} \subset \cal{W}^{\prime}$ und
mithin $\cal{W} = \cal{W}^{\prime}$.
\end{proof}
\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildB2aff}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Die acht Vektoren eines  Wurzelsystems vom Typ $B_2$ in der
Papierebene und die Spiegel seiner affinen Weylgruppe.
\end{minipage}
\end{figure}


\begin{Definition}
Gegeben  eine affine Spiegelungsgruppe 
hei"st ein Punkt des zugrundeliegenden affinen Raums ein
\defind{spezieller Punkt}, wenn es
f"ur jeden Spiegel unserer Gruppe einen
parallelen Spiegel unserer Gruppe
gibt, die durch besagten Punkt 
geht.
\end{Definition}
\begin{Beispiel}
Die speziellen Punkte der affinen Weylgruppe eines Wurzelsystems $R\subset V$ 
"uber einem angeordneten K"orper sind genau die Punkte,
an denen alle Kowurzeln ganzzahlige Werte annehmen. 
Sie hei"sen  
die {\bf ganzen Gewichte} unseres Wurzelsystems. Die Menge aller ganzen Gewichte von $R$ notieren wir
$$\mathfrak X=\mathfrak X(R\subset V)\pdef \{v\in V\mid \langle v,\alpha^\vee\rangle\in\DZ \;\forall\alpha\in R\}$$
\end{Beispiel}
\begin{Lemma}[\textbf{Existenz spezieller Punkte}] 
F"ur jede affine Spiegelungsgruppe 
gibt es mindestens einen speziellen Punkt.
\end{Lemma}

\begin{proof}
Betrachten wir einen Alkoven der 
Spiegelungsgruppe aller 
linearen Anteile unserer affinen Spiegelungsgruppe und w"ahlen f"ur jede
Wand dieses Alkoven einen darauf senkrechten Vektor, so
sind besagte Vektoren linear unabh"angig 
nach \ref{NJ2}. W"ahlen wir zu jeder Spiegelung an einer dieser W"ande 
ein Urbild in der affinen Spiegelungsgruppe, so haben die zugeh"origen
Spiegel folglich nichtleeren Schnitt.
Wir behaupten, da"s jeder Punkt aus diesem Schnitt 
ein spezieller Punkt ist.
In der Tat erzeugen ja unsere Urbilder eine Untergruppe unserer affinen
Spiegelungsgruppe, die besagten Punkt festh"alt und die surjektiv auf
die Gruppe aller linearen Anteile unserer affinen Gruppe geht.
\end{proof}






\begin{Lemma}[\textbf{Essentielle affine Spiegelungsgruppen}]
Jede essentielle affine Spiegelungsgruppe ist isomorph zur affinen
Weylgruppe eines  Wurzelsystems.\label{SuA}
\end{Lemma}

\begin{proof}[Beweis]
Sei $(W,E)$ unsere Spiegelungsgruppe. Wir w"ahlen ein invariantes 
Skalarprodukt auf dem Richtungsraum.
Die Parallelit"at ist eine "Aquivalenzrelation auf der Menge aller
ihrer Spiegel, und 
jede Parallelenklasse von
Spiegeln ist offensichtlich von der Gestalt
\begin{Bild}
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildeaGr}\\[4mm]
\noindent 
Eine affine Spiegelungsgruppe, die genau genommen nicht 
orthogonal ist f"ur die Standardmetrik der 
Papierebene. Eingezeichnet ein spezieller Punkt $e$,
doppelt schraffiert ein Alkoven mit $e$ im Abschlu"s.
Das Sechseck darum besteht aus zw"olf Alkoven, die 
die Bahn des doppelt schraffierten
Alkoven unter der Standgruppe $W_e$ bilden.
Durch Verschieben dieses Sechsecks mit den Vektoren des Wurzelgitters
erhalten wir \glqq eine "uberlappungsfreie "Uberdeckung der Ebene\grqq.
Das illustriert unsere Erkenntnis 
$$W_{e} \times \langle R\rangle  \;\sira \; W$$
aus dem Beweis von Lemma \ref{SuA}.
\end{Bild}
$$\{H + n v\}_{n \in \Bbb{Z}}$$
f"ur einen Spiegel $H$
und einen darauf senkrechten Richtungsvektor $v$. Die Verschiebung
um $\alpha = 2v$ geh"ort notwendig 
zu $W$ als die Verkn"upfung $s_{H +v}\circ s_{H}$.
Bezeichnet nun $R$ die Menge aller so konstruierten Vektoren $\alpha$ und
ist $e \in E$ ein spezieller Punkt und $W_{e}$ seine Standgruppe, so
schr"ankt die Verkn"upfung in unserer Gruppe ein zu  einer Bijektion
$$W_{e} \times \langle R\rangle  \;\sira \; W$$
In der Tat liegen n"amlich alle Spiegelungen  bereits im Bild
dieser Abbildung und die Injektivit"at ist eh klar.
Ist $W$ essentiell, so spannt folglich $R$ den Raum der Richtungsvektoren auf.
Weiter ist mit $e$ auch $\alpha +e$ ein spezieller Punkt f"ur alle $\alpha
\in R$, und das zeigt umgehend, da"s $R$ ein 
Wurzelsystem ist und $W$ seine
affine Weylgruppe.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kristallographische endliche Spiegelungsgruppen}] 
Ist eine endliche lineare reelle Spiegelungsgruppe kristallographisch
und ist der Ursprung ihr einziger Fixpunkt,
so ist sie die Standgruppe des Ursprungs in einer 
essentiellen affinen Spiegelungsgruppe. In der Tat besitzt 
jeder Spiegel dann eine Gleichung, die auf dem Gitter nur
ganzzahlige Werte annimmt. Alle Parallelen durch
Gitterpunkte zu Spiegeln bilden deshalb ein lokal
endliches System von Hyperebenen und nach \ref{THG} ist dieses
System das Sytem aller Spiegel einer affinen Spiegelungsgruppe,
von der man leicht sieht, da"s sie essentiell sein mu"s.
\end{Bemerkungl}








\begin{Bemerkungl}[\textbf{Klassifikation der affinen reellen Spiegelungsgruppen}]
  Wir haben damit die affinen reellen Spiegelungsgruppen
vollst"andig klassifiziert:\label{KlaAA} 
Nach \ref{AEFF} zerf"allt jede affine reelle Spiegelungsgruppe
in einen endlichen und einen
essentiellen Faktor, deren 
Isomorphieklassen  eindeutig bestimmt sind. 
Nun gibt 
\ref{KES} im Verbund mit \ref{KESP} eine Klassifikation der 
endlichen Spiegelungsgruppen
durch ihre Coxeter-Graphen zusammen mit der Dimension 
ihrer Fixpunktmenge, und
\ref{AFSW} gibt eine Klassifikation der 
essentiellen affinen Spiegelungsgruppen durch Wurzelsysteme,
die hinwiederum nach \ref{ZerW} eindeutig in unzerlegbare 
Wurzelsysteme zerfallen.
Diese unzerlegbaren 
Wurzelsysteme schlie"slich haben wir  in
\ref{KlaWu} durch ihre Dynkin-Diagramme klassifiziert.
\end{Bemerkungl}

\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}\label{fdA}
  Gegeben ein Wurzelsystem $R$ %"uber einem angeordneten K"orper
  mit einem
  System positiver Wurzeln $R^+$ gibt es f"ur seine affine Weylgruppe genau
  einen Alkoven, der in der dominanten Kammer enthalten ist und in dessen
  Abschlu"s der Ursprung liegt. 
Er hei"st der {\bf fundamentale dominante 
Alkoven}.\index{Alkoven!fundamentaler dominanter}
Alle W"ande der dominanten Weylkammer sind
  auch W"ande des fundamentalen dominanten Alkoven.
\end{Ubung}




\subsection{H"ochste Wurzel und fundamentaler Alkoven*}
\begin{Lemma} Seien $(V,s)$ ein Skalarproduktraum
  und $v_1,\ldots,v_n$ eine
  Basis von $V$ aus Vektoren, die paarweise schwach stumpfe Winkel
  einschlie"sen. Sei $A$ der von den $v_\nu$ erzeugte Kegel.
  So gilt % umfa"st das Bild von $A$ unter dem
  %Paarmorphismus $\op{paar}:V\ra V^\top$, $\op{paar}(v)=s(v,\;)$ das
  %Negative des dualen Kegels \eref{duKE}{LA1}, in Formeln
  %$-A^\circ\subset \op{paar}(A)$ alias
  $$\{w\in V\mid s(v,w)\geq 0\;\forall v\in A\}\subset A$$
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Geometrie von Wurzeln und Weylkammern}]
  Gegeben $V \supset R \supset R^+$ ein Vektorraum "uber einem angeordneten K"orper mit einem Wurzelsystem
  und einem System positiver Wurzeln k"onnen wir ein weylgruppeninvariantes
  Skalarprodukt $s$
  w"ahlen und die einfachen Wurzeln $\alpha_\nu\in V$ betrachten
  sowie die Urbilder $v_\nu \pdef 2\alpha_\nu/s(\alpha_\nu,\alpha_\nu)$ ihrer
  Kowurzeln unter dem zugeh"origen Paarmorphismus $\op{paar}_s:V\sira V^*$.
  In dieser Situation
  besagt unser Lemma, da"s der von den positiven Wurzeln erzeugte
  Kegel die dominante Weylkammer umfa"st.\label{Wurz2} \nichtfinal{Kl"are Bezug zu \eref{Wurz}{DHL}.}
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
%  Sei $v_1^\top,\ldots,v_n^\top$ die duale Basis von $V^\top$.
 % Quasi per definitionem Ist $-A^\circ$ der von den $v_\nu^\top$ erzeugte
 % Kegel im Dualraum $V^\top$.
 % Wir setzen 
 % $\varpi_\nu\pdef \op{paar}^{-1}(v_\nu^\top)$ alias
Wir erkl"aren $w_\nu\in V$ durch 
  $s(w_\nu, v_\mu)=\delta_{\nu\mu}$ und zeigen $w_\nu\in A \;\forall\nu$. Wir beschr"anken uns auf  $\nu=1$ und schreiben 
  $w_1= a_1 v_1 + \ldots + a_n v_n$ und m"ussen
  zeigen $a_\nu\geq 0$ f"ur alle $\nu$. 
Als Erstes bemerken wir  $ a_1= s(w_1,w_1)>0$. 
Bringen wir nun alle Summanden mit $a_i \geq 0$ auf die 
andere Seite, so ergibt sich
\begin{displaymath}
w_1 - \sum_{a_i \geq 0} a_i v_i = 
\sum_{a_j < 0} a_j v_j
\end{displaymath}
Das Skalarprodukt der rechten Seite mit der linken 
Seite ist $\leq 0$, 
da wie bereits gezeigt gilt $a_1\geq 0$. Also sind beide Seiten
Null.
\end{proof}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Alkovenabschl"usse
       endlicher Spiegelungsgruppen}]
  Gegeben ein endlichdimensionaler Vektorraum $V$ "uber einem angeordneten K"orper und eine \hyperref[ESG]{endliche Spiegelungsgruppe} $W\subset \op{GL}(V)$\label{Aes} und ein Alkoven $C\subset V$ hat nach \ref{AaF} die Bahn
  $Wv$ jedes Vektors $v\in V$ genau einen Repr"asentanten $\hat v$ im
  Abschlu"s $\bar C$ unseres Alkoven. W"ahlen wir ein $W$-invariantes
  Skalarprodukt auf $V$ und Vektoren $\alpha_1,\ldots,\alpha_r$,
  die senkrecht auf den W"anden $H_1, \ldots, H_r$ von $C$ stehen und
  jeweils auf derselben Seite von $H_i$ liegen wie $C$, und bezeichnen mit  $K\pdef k_{\geq 0}\alpha_1 +
  \ldots +k_{\geq 0}\alpha_r$ den von den $\alpha_i$ erzeugten Kegel, so kann
  $\hat v$ charakterisiert werden als das einzige Element der
  Bahn $Wv$ mit $$\left(\hat v + K\right)\cap Wv=\{\hat v\}$$
  In der Tat ist quasi per definitionem das Skalarprodukt von einem Vektor
  aus $\bar C$ mit einem Vektor aus dem Kegel $K$ nie negativ, so da"s die Addition eines
  von Null verschiedenen Vektors $w$ aus diesem Kegel unser $\hat v$
  l"anger machen mu"s und die Summe $\hat v +w$ nicht in derselben Bahn
  liegen kann wie
  $\hat v$. Liegt andererseits $v$ nicht in $\bar C$, so
  wird es durch einen der Spiegel $H_i$ von $C$ getrennt und dann
  gilt $s_iv\in v+k_{>0}\alpha_i$ und folglich $v\neq s_iv\in v+K$. so erkennen wir zus"atzlich, da"s $\hat v$ auch charakterisiert werden kann  als das einzige Element der
  Bahn $Wv$ mit $$\left(\hat v + k_{>0}\alpha_i\right)\cap Wv=\{\hat v\}\quad\forall i$$
\end{Bemerkungl}
  











\begin{Definition}\label{poW}
  Gegeben $V \supset R \supset \Pi$
  ein Vektorraum mit einem basierten Wurzelsystem
 erkl"aren wir eine Teilordnung
$\geq$ auf $V$ durch die Vorschrift
$\mu \geq \lambda$ wenn gilt $\mu \in \lambda + |\Pi\rangle $
f"ur $| \Pi \rangle $ das von $\Pi$ erzeugte Untermonoid von $V$.
  Es ist "ublich, gr"o"ste Elemente von Teilmengen von $V$ in
  Bezug auf diese Ordnung als deren
  {\bf h"ochste Elemente}\index{h"ochstes Element}
  zu bezeichnen.
\end{Definition}


\begin{Bild} 
 \includegraphics[height=0.8\textheight]{SkriptenBilder/BildHoWu}\\[4mm]
 \noindent Die Koeffizienten an jedem Knoten in diesem Bild sind die
Koeffizienten der entsprechenden einfachen Wurzel bei einer\label{KoefHW}
Darstellung der h"ochsten Wurzel als Linearkombination der einfachen
Wurzeln. Es mag eine gute "Ubung sein, diese Tafel zu "uberpr"ufen.  
\end{Bild}
\begin{Proposition}[\textbf{H"ochste Elemente ganzer Weylbahnen}]
  Gegeben $R \supset \Pi$ ein unzerlegbares basiertes
  Wurzelsystem und $W\lambda\subset  \mathfrak X$ eine ganze Weylgruppenbahn 
ist ihr Repr"asentant $\hat \lambda\in W\lambda\cap\bar C$ im Abschlu"s der
dominanten Weylkammer stets das h"ochste Element von $W\lambda$.\label{HbW} 
\end{Proposition}

\begin{proof}
Der eindeutig bestimmte Repr"asentant $\hat\lambda\in W\lambda\cap \bar C$
unserer Bahn im Abschlu"s der dominanten Weylkammer  mu"s nach unseren Erkenntnissen \ref{Aes} "uber Alkovenabschl"usse
endlicher Spiegelungsgruppen maximal sein in Bezug auf die in \ref{poW} erkl"arte Teilordnung. F"ur jeden anderen Repr"asentanten $\mu\in W\lambda$
gibt es dahingegen einen Spiegel und sogar eine Wand von $C$, die ihn von $C$ trennt, und damit  eine einfache Wurzel $\alpha\in\Pi$
mit $\langle\mu,\alpha^\vee\rangle <0$. Dieser Wert ist dann eine ganze
Zahl $n$ mit $s_\alpha(\mu)=\mu +n\alpha$ und zeigt, da"s $\mu$ nicht
maximal sein kann in seiner $W$-Bahn in Bezug auf die in \ref{poW} erkl"arte Teilordnung.
\end{proof}
\begin{Proposition}
  In jedem unzerlegbaren basierten Wurzelsystem $R \supset \Pi$
  gibt es eine \emph{\bf h"ochste Wurzel}.\index{h"ochste Wurzel}\label{HoeW}
  Sie ist die einzige positive Wurzel $\gamma \in R^+$ mit 
  $\gamma+\alpha\not\in R$ f"ur jede einfache Wurzel $\alpha\in\Pi$. Gibt es in unserem System Wurzeln verschiedener L"ange, so ist die h"ochste Wurzel eine
  lange Wurzel. 
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kowurzel der h"ochsten Wurzel}]
  Nach \ref{HbW} und dem anschlie"senden Beweis sind im Fall eines
  unzerlegbaren basierten Wurzelsystems 
  die h"ochste Wurzel beziehungsweise die
  h"ochste Wurzel und die h"ochste kurze Wurzel die
  einzigen Wurzeln im Abschlu"s der dominanten Weylkammer. Mit \ref{KVW} folgt,
  da"s die Kowurzel der h"ochsten  Wurzel  im Fall eines einfach geschn"urten Systems die h"ochste Kowurzel ist und 
   sonst die h"ochste kurze Kowurzel. Die Kowurzel der h"ochsten kurzen Wurzel dahingegen ist dann die h"ochste 
  Kowurzel.\label{kuzt}  
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
In jedem basierten  Wurzelsystem
besitzt nach \ref{HbW} jede Weylgruppenbahn  von Wurzeln
$W\beta\subset R$ ein h"ochstes Element
  $\hat\beta$. Ist unser Wurzelsystem $R$ unzerlegbar, so
  gibt es nach \ref{LkW}  in $R$ entweder nur eine Weylgruppenbahn oder
  Wurzeln von verschiedener L"ange und zwei Weylgruppenbahnen, die Bahn der
  langen Wurzeln und die Bahn der kurzen Wurzeln.
  Im letzteren Fall  gibt es
  wieder nach \ref{LkW} in $R$ eine  {\bf h"ochste kurze Wurzel}\index{h"ochste kurze Wurzel} sowie
  eine h"ochste lange Wurzel. Ein kurzer Blick auf die m"oglichen Lagen von Wurzelpaaren \ref{PaWu}
  zeigt dann,
  da"s eine kurze Wurzel nie in $R$ maximal sein kann in Bezug auf unsere
  Teilordnung \ref{poW}, so da"s die h"ochste lange Wurzel stets auch die
  h"ochste Wurzel "uberhaupt sein mu"s.
  Die alternative Charakterisierung der h"ochsten Wurzel folgt
  damit unmittelbar aus unseren Erkenntnissen zu Wurzelketten \ref{WuSt}. 
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Weiteres zur h"ochsten kurzen Wurzel}]
  Sprechen wir im Fall eines einfach geschn"urten unzerlegbaren basierten
  Wurzelsystems
  von der {\bf h"ochsten kurzen Wurzel},\index{h"ochste kurze Wurzel!einfach geschn"urter Fall} so meinen wir schlicht die h"ochste
  Wurzel. Diese Konvention erlaubt im folgenden einfachere Formulierungen.
  Schreiben wir die h"ochste Wurzel eines unzerlegbaren basierten
  Wurzelsystems als Summe
  einfacher Wurzeln, so mu"s dabei  jede einfache Wurzel mit positivem
  Koeffizienten auftauchen. In der Tat k"onnen wir ja nach \ref{HoeW}
  sogar von jeder positiven Wurzel durch Addition einfacher Wurzeln zur
  h"ochsten Wurzel kommen. 
  Schreiben wir die h"ochste kurze Wurzel eines unzerlegbaren basierten
  Wurzelsystems als Summe
  einfacher Wurzeln, so mu"s immer noch  jede einfache Wurzel mit positivem
  Koeffizienten auftauchen. Das folgt durch "Ubergang zum dualen System.\label{hkww}  
\end{Bemerkungl}


\begin{Satz}[\textbf{W"ande des fundamentalen dominanten Alkoven}]
Gegeben ein unzerlegbares basiertes Wurzelsystem
hat der fundamentale dominante Alkoven
seiner affinen Weylgruppe 
au"ser den W"anden\label{FRGT}  
der dominanten Weylkammer nur noch eine weitere Wand. Sie besteht
   aus den Punkten, auf denen die h"ochste Kowurzel
den Wert Eins annimmt.
\end{Satz}

\begin{proof}
Die Spiegel der affinen Weylgruppe sind ja gerade die Hyperebenen,
auf denen eine Kowurzel einen ganzzahligen Wert annimmt. 
Nehmen an einer Stelle alle einfachen Kowurzeln positive Werte an 
und die h"ochste Kowurzel einen Wert kleiner als Eins,
so nehmen dort alle Kowurzeln einen Wert zwischen Null und Eins  an.
Diese Bedingung beschreibt mithin einen Alkoven in der dominanten
Weylkammer, und es ist klar, da"s der Ursprung in ihrem Abschlu"s liegt und
es sich folglich um den fundamentalen dominanten Alkoven handeln mu"s.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
Die Bilder auf der Liste nach \ref{IDC} zeigen die Coxetergraphen
der affinen Weylgruppen aller unzerlegbaren Wurzelsysteme.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkunge}
  Gegeben eine nichttriviale endliche Spiegelungsgruppe bezeichnet man den
  Quotienten 
$$2\text{(Zahl der Spiegelungen)}/\text{(Zahl der W"ande eines Alkoven)}$$ 
als die
  \defind{Coxeterzahl} unserer endlichen Spiegelungsgruppe.  Sie ist eine
  nat"urliche Zahl, genauer kann sie auch beschrieben als
die Ordnung des Produkts aller Spiegelungen an den 
W"anden eines festen Alkoven: Alle derartigen Produkte, in beliebiger 
Reihenfolge und f"ur beliebige Alkoven, bilden eine
Konjugationsklasse, so da"s es hier auf Wahlen nicht ankommt.
\end{Bemerkunge}
\begin{Bemerkunge}
Gegeben ein unzerlegbares Wurzelsystem $R$ erkl"art man seine 
 {\bf duale Coxeterzahl}\index{Coxeterzahl!duale} als 
$\langle \rho,\gamma^\vee\rangle +1$ f"ur 
$\rho$ die Halbsumme der Wurzeln aus einem System positiver 
Wurzeln und $\gamma$ die h"ochste Wurzel dieses Systems. 
\end{Bemerkunge}
\begin{Bild} 
 \includegraphics[height=\textheight]{SkriptenBilder/BildDykiv}
 \end{Bild}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Klassifikation von Wurzelsystemen nach Vogan}]
Sei $R$ ein unzerlegbares Wurzelsystem und $\alpha_1 , \ldots , \alpha_r$ eine Basis
und $\alpha_0\pdef-\kappa$ das Negative  der h"ochsten
kurzen Wurzel $\kappa$.
So gilt eine Relation der Gestalt
\begin{equation*}
 \alpha_0 + n_1 \alpha_1 + \ldots + n_r \alpha_r = 0
\end{equation*}
und alle $n_i$ sind darin nach \ref{hkww}
positive nat"urliche Zahlen $n_i\geq 1$
und es gilt $\langle \alpha_0, \alpha^\vee_i \rangle \leq 0$ 
f"ur $1 \leq i \leq r$.
Sicher gilt  f"ur $0 \leq j \leq r$ die Identit"at 
$$\langle \alpha_0 , \alpha^\vee_j \rangle 
+ n_1 \langle \alpha_1 , \alpha^\vee_j \rangle + \ldots
+ n_r \langle \alpha_r , \alpha^\vee_j \rangle = 0$$
Nun nehmen wir erst einmal zus"atzlich an, unser 
Wurzelsystem sei einfach geschn"urt, also
$|\langle \alpha , \beta^\vee \rangle | \leq 1 
$ f"ur alle $ \alpha , \beta \in R$ mit
$\alpha \neq \pm \beta$, und es habe mehr als 
zwei Wurzeln, also $\alpha_0 \neq - \alpha_i$ f"ur $1\leq i\leq r$.
Es folgt $\langle \alpha_i , \alpha_j^\vee \rangle\in\{0,-1\}$ falls $i\neq j$.
Malen wir dann das sogenannte \glqq erweiterte Dynkindiagramm\grqq, 
also je einen fetten Punkt alias Knoten f"ur
das Negative der h"ochsten kurzen Wurzel und jede der einfachen Wurzeln $\alpha_0, \alpha_1, \ldots , \alpha_r$ 
und dazwischen jeweils einen Verbindungsstrich
falls $\langle \alpha_i , \alpha^\vee_j \rangle =-1$, 
und schreiben den Wert $n_i$ an den Knoten $\alpha_i$ und den
Wert $1$ an den Knoten $\alpha_0$, so bedeutet 
obige Relation in Worten: An jedem Knoten ist 
 die Summe der Werte der Nachbarknoten das Doppelte des 
Wertes unseres Knotens selber.
Malen wir im folgenden der besseren "Ubersichtlichkeit halber
f"ur $\alpha_0$ einen Stern statt einem fetten Punkt, so
k"onnen wir leicht sehen, welche M"oglichkeiten das l"a"st.
Der geneigte Leser sollte die Argumentation anhand des
nebenstehenden Bildes unschwer nachvollziehen k"onnen.
Als Endresultate bleiben nur die Diagramme 
$\tilde A_n$ f"ur $n\geq 2$ und $\tilde D_n$  f"ur $n\geq 4$ sowie
$\tilde E_n$  f"ur $n= 6,7,8$ aus nebenstehendem Diagramm mit jeweils $n+1$
Knoten und $n$ einfachen Wurzeln. Nun gehen wir noch die
Klassifikation der nicht einfach geschn"urten unzerlegbaren Systeme an.
Wir  wissen bereits aus \ref{LkW}, da"s es darin
genau zwei Wurzell"angen gibt.
Mithin gibt es au"ser Kanten h"ochstens eine Sorte von mehrfachen Pfeilen.
Es ist klar, da"s wir bei einem einfach geschn"urten 
Diagramm mit einem Automorphismus der Ordnung Zwei oder Drei landen,
wenn wir der Teil unseres Diagramms aus
 langen Wurzeln je nach dem L"angenverh"altnis der
langen und kurzen Wurzeln durch zwei  oder drei disjunkte Kopien
ersetzen und unsere mehrfachen bepfeilten Kanten von langen zu  kurzen Wurzeln 
durch je eine einfache Kante von jeder
der Kopien.
So erhalten wir eine eineindeutige Entsprechung 
zwischen bewerteten erweiterten Dynkindiagrammen mit mehrfachen Pfeilen und
einfach geschn"urten bewerteten erweiterten Dynkindiagrammen mit einem
Automorphismus der Ordnung Zwei oder Drei, bei dem es keine Kanten zwischen
verschiedenen Punkten ein- und derselben Bahn 
gibt und unter dem der ausgezeichnete Punkt fest bleibt.
So erhalten wir die zus"atzlichen M"oglichkeiten, die
in nebenstehendem Bild dargestellt sind.
Ich habe mir nicht "uberlegt, ob man beim Nachweis der Existenz
von Wurzelsystemen mit diesen erweiterten Dynkindiagrammen  noch
Teile der Argumentation weiter vereinfachen kann. 
Die ihrerseits 
leicht zu zeigende Proposition \ref{vWsE} zeigt sofort, da"s
unsere erweiterten Dynkindiagramme alle durch Vektoren
in Skalarproduktr"aumen
realisiert werden k"onnen. 
Dann mu"s man nur verwenden, da"s das Gruppenerzeugnis der 
einfachen Wurzeln weylgruppenstabil ist und jeweils nur endlich viele
Vektoren gegebener L"ange enth"alt, 
so da"s die Weylgruppe selber endlich sein mu"s.
\end{Bemerkungl}
 \begin{Bild} 
 \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildDykiu}
 \end{Bild}














\begin{Bild} 
 \includegraphics[height=0.8\textheight]{SkriptenBilder/BildDHW}\\[4mm]
 \noindent 
Die erweiterten Dynkindiagramme.
Die Koeffizienten an jedem Knoten in diesem Bild sind die
Koeffizienten der entsprechenden einfachen Wurzel bei einer
Darstellung der Wurzel mit der h"ochsten Kowurzel 
als Linearkombination der einfachen
Wurzeln. Es mag eine gute "Ubung sein, diese Tafel zu "uberpr"ufen.  
Ich schlage die Notation $\hat Z$ f"ur das erweiterte Dynkindiagramm 
zu einem Dynkindiagramm $Z$ vor, da die Notation $\tilde Z$
bereits f"ur das dual erweiterte Diagramm vergeben ist. 
\end{Bild}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Coxetergrapen affiner Spiegelungsgruppen}] 
  Wir bestimmen nun die Coxetergraphen der affinen Weylgruppen unserer
  Wurzelsysteme.  Es reicht, das f"ur unzerlegbare Wurzelsysteme zu leisten.
  Der Weg ist durch \ref{FRGT} vorgezeichnet. Gegeben ein unzerlegbares
  Wurzelsystem $R$ mit Basis $\Pi \subset R$ bestimmen wir zun"achst die
  h"ochste kurze Wurzel $\kappa
  \in R$.
Dann  bilden wir
 die Matrix der $\langle \alpha,
  \beta^\vee \rangle$ mit $\alpha, \beta \in \Pi \sqcup \{- \kappa \}$ und
  stellen diese Information wie in \ref{DyWu} in Form eines Diagramms dar, das wir
 in diesem
  Fall das {\bf erweiterte
  Dynkindiagramm}\index{Dynkindiagramm!erweitertes} 
 unseres Wurzelsystems nennen.  Wir\label{dedd} 
  notieren dabei den einzigen zus"atzlich m"oglichen Fall $\langle \alpha,
  \beta^\vee \rangle = - 2 = \langle \beta, \alpha^\vee \rangle$ durch einen
  Doppelstrich mit Pfeilen in beide Richtungen.  Au"serdem schreiben wir an
  jeden Knoten $\alpha \in \Pi$ seinen Koeffizienten $n_\alpha$ in der
  Darstellung
  \begin{equation*}
    \kappa = \sum_{\alpha \in \Pi} n_\alpha \alpha
  \end{equation*}
  unserer Wurzel $\kappa$, so da"s nur
der zus"atzliche Knoten keinen Koeffizienten hat.  
Die so entstehenden  erweiterten
  Dynkindiagramme 
 sind in nebenstehendem Bild aufgelistet.  Die
  Coxeterdiagramme der affinen Weylgruppen liest man daraus ab, indem man wie
  bei den normalen Dynkindiagrammen vorgeht und zus"atzlich etwaige doppelt
  bepfeilte Doppelkanten in mit $\infty$ bezeichnete Kanten umwandelt.
Die zugeh"origen Cosinusmatrizen haben nach \ref{PaWu} die Eintr"age
$$\|\alpha\|^{-1}\|\beta\|\langle \alpha,\beta^\vee \rangle/2$$
und entstehen also aus der \glqq erweiterten Cartanmatrix\grqq\ 
der $\langle \alpha,\beta^\vee \rangle$ bis auf den Faktor $2$ durch
Konjugation mit der Diagonalmatrix der L"angen unserer Wurzeln.
Nat"urlich gilt 
$$0=\langle -\kappa,\beta^\vee \rangle +\sum n_\alpha\langle \alpha,\beta^\vee
\rangle$$ f"ur alle $\beta$ und wir erhalten so einen 
von Null verschiedenen Vektor mit nichtnegativen Eintr"agen im
Kern der \glqq erweiterten Cartanmatrix\grqq\  und dann durch Multiplikation mit
unserer Diagonalmatrix auch einen 
von Null verschiedenen Vektor mit nichtnegativen Eintr"agen im Kern
der Cosinusmatrix der affinen Weylgruppe. 
Das ist genau der Vektor, den wir beim Beweis
von \ref{EPraCc} haben vom Himmel fallen lassen.
\end{Bemerkungl}

\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=0.8\textwidth]{SkriptenBilder/BildPSD}\\[4mm]
\noindent 
Eine Liste aller zusammenh"angenden Coxetergraphen zu
essentiellen reellen affinen Spiegelungsgruppen.
Die Notation kommt daher, da"s der Graph der dualen affinen Weylgruppe 
eines Wurzelsystems vom Typ $Z$ stets $\tilde{Z}$ notiert wird.
Der Index ist insbesondere  jeweils um
eins kleiner als die Knotenzahl. 
Die Zahlen an den Punkten bilden jeweils einen Vektor im Kern der 
Cosinusmatrix des entsprechenden Coxetergraphen. 
\end{figure}

\begin{Bemerkunge}[\textbf{Terminologisches zu erweiterten Dynkindiagrammen}] 
  Der {\bf graphe de Dynkin compl\'et\'e} alias
das \glqq vervollst"andigte Dynkindiagramm\grqq\  
im Sinne von Bourbaki ist zu unserem erweiterten Dynkindiagramm dual 
in dem Sinne,
da"s die Konstruktion unseres erweiterten Dynkindiagramms beschrieben werden
kann als die Verkettung \glqq drehe alle Pfeile um, bilde dann das
vervollst"andigte Dynkindiagramm  und  drehe wieder alle Pfeile um\grqq. 
Man erh"alt in anderen Worten das vervollst"andigte Diagramm, indem man dieselbe Konstruktion mit $\Pi\sqcup \{-\gamma\}$
f"ur $\gamma$ die h"ochste Wurzel durchf"uhrt, die mit
$\Pi\sqcup \{-\kappa\}$ f"ur $\kappa$ die h"ochste kurze
Wurzel unser erweitertes Dynkindiagramm geliefert hat. 
Ich nenne es das
\glqq
vervollst"andigte Dynkindiagramm\grqq\
auch das {\bf dual 
erweiterte Dynkindiagramm}.\index{Dynkindiagramm!dual erweitertes}
\end{Bemerkunge}

\begin{Bemerkungl}
  Ein ganzes Gewicht $\lambda$ eines Wurzelsystems hei"st
  {\bf minuscul},\index{minuscul!Gewicht} wenn gilt  $0\leq \langle \lambda,\alpha^\vee\rangle\leq 1\;\forall\alpha\in R^+$.
  Manche Autoren nennen abweichend nur die von Null verschiedenen
  derartigen Gewichte minuscul.\label{miuc} 
  Geometrisch bedeutet unsere Bedingung, da"s das Gewicht $\lambda$ im Abschlu"s des fundamentalen dominanten Alkoven zur affinen Weylgruppe liegt.
Offensichtlich ist jedes minuscule Gewicht  $\lambda$ 
das kleinste Element seiner Nebenklasse
$\lambda + \langle R\rangle$ im Abschlu"s der
dominanten Weylkammer, f"ur die "ubliche Teilordnung der Gewichte.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Irreduzible
      Darstellungen mit minusculem h"ochsten Gewicht}]
Die Vereinigung der Bilder des Abschlusses des fundamentalen dominanten
Alkoven unter der Weylgruppe 
kann aufgrund der Transitivit"at der Weylgruppe auf den
Weylkammern beschrieben werden als $$W{\op{Cl}}({A^+})=\{\lambda\mid -1\leq \langle \lambda,\alpha^\vee\rangle \leq 1\;\forall \alpha\in R\}$$
Insbesondere ist diese Menge konvex. Das bedeutet, da"s
f"ur $\lambda$ minuscul die konvexe H"ulle seiner Weylgruppenbahn $W\lambda$
seine Nebenklasse
$\lambda + \langle R\rangle$ genau in $W\lambda$ schneidet, in Formeln
$W\lambda=\op{konv}(W\lambda)\cap (\lambda + \langle R\rangle)$.
Insbesondere folgt damit f"ur jede einfache Darstellung
mit minusculem h"ochsten Gewicht $\lambda$ die Beschreibung  $${\op{P}}({\op{L}}(\lambda))=W\lambda$$ der Menge seiner Gewichte.
Diese Eigenschaft charakterisiert auch die minusculen Gewichte, denn
gibt es eine positive Wurzel $\alpha\in R^+$ mit 
$ r=\langle \lambda,\alpha^\vee\rangle\geq 2$, so zeigt die
Darstellungstheorie der $\mathfrak{sl}(2)$, da"s auch alle
$\lambda, \lambda-\alpha,\ldots, \lambda-r\alpha$ Gewichte von
${\op{L}}(\lambda)$ sein m"ussen, und von diesen geh"oren nur
$\lambda$  und $\lambda-r\alpha=s_\alpha\lambda$ zu $W\lambda$.  
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkunge}
  Eine irreduzible Darstellung einer halbeinfachen Liealgebra
  hei"st {\bf quasiminuscul},\index{quasiminuscul} wenn
  sie nicht minuscul ist, aber alle Gewichte
  au"ser dem Nullgewicht eine Bahn unter der Weylgruppe bilden.
  Offensichtlich ist f"ur jede einfache Liealgebra die einfache
  Darstellung mit
  der h"ochsten kurzen Wurzel als h"ochstem Gewicht 
  quasiminuscul. Weiter ist das
  im Fall einer einfachen Liealgebra auch die einzige quasiminuscule
  Darstellung. In der Tat m"us auf dem h"ochsten Gewicht jede 
  Kowurzel einen Wert in $\{0,1\}$ annehmen, es sei denn, unser Gewicht ist
  selbst eine Wurzel und die fragliche Kowurzel seine Kowurzel. 
\end{Bemerkunge}

\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}[\textbf{H"ochste Wurzeln und Kowurzeln}] 
Wir "ubernehmen die Notationen aus \ref{Wyss}.  
Man zeige: 
\begin{description}
\item[\textbf{Typ $B_n$:}] 
Die h"ochste Wurzel ist $\varepsilon_1+\varepsilon_2$,
die h"ochste Kowurzel die Kowurzel zur Wurzel $\varepsilon_1$;  
\item[\textbf{Typ $D_n$:}]
Die h"ochste Wurzel ist $\varepsilon_1+\varepsilon_2$;
\item[\textbf{Typ $C_n$:}]
Die h"ochste Wurzel ist $2\varepsilon_1$,
die h"ochste Kowurzel die Kowurzel zur Wurzel $\varepsilon_1+\varepsilon_2$.
\end{description}
\end{Ubung}


\nichtfinal{\begin{Bemerkungl}
  Gegeben eine endliche Gitterspiegelungsgruppe $W\subset \op{Aut}(X)$
  mag man das duale Gitter $X^\vee$ betrachten und auf $V\pdef X\oplus X^\vee$ die 
 alternierende bilineare Abbildung  $\omega:V\times V\ra \DZ$  analog zu \eref{BSEO}{AN2} gegeben durch 
$$\omega((\lambda,v),(\mu,w))\pdef
 \langle w,\lambda\rangle-\langle v,\mu\rangle$$
 operiert $W$ in nat"urlicher Weise auf der Heisenberggruppe $\op{Heis}(X\oplus X^\vee,\omega)$ aus \ref{??} und wir k"onnen das semidirekte Produkt
 $$W\ltimes \op{Heis}(X\oplus X^\vee,\omega)$$
 bilden. Es hei"st mancherorts die {\bf doppelt affine Weylgruppe}.\index{Weylgruppe!doppelt affine} 
\end{Bemerkungl}}

\newpage

\section{Coxetergruppen als Spiegelungsgruppen}


%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%
\subsection{Spiegelungsgruppen zu Coxetermatrizen}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben eine endliche \nichtfinal{(unendlich geht vielleicht auch)}
  Menge $S$ verstehen wir wie in \ref{CoxM}
unter einer {\bf
    Coxetermatrix mit durch $S$ indizierten Zeilen und Spalten} eine
  Abbildung $m: S\times S \ra \DN \sqcup \{\infty\}$ mit $ m(s,t) =
  m(t,s) \;\forall s,t\in S$ und $ m(s,s) =1\;\forall s\in S$ und $
  m(s,t) \geq 2$ falls $ s\neq t$.
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}
 F"ur eine  endliche Menge $S$ und
eine symmetrische
$(S\times S)$-Matrix $m:S\times S\ra \{1,2,\ldots,\infty\}$ 
bilden wir 
den freien Vektorraum $V\pdef\Bbb{R} S$ "uber  $S$
mit seiner kanonischen Basis
$(\op{e}_{s})_{s\in S}$ 
und  erkl"aren darauf eine
symmetrische Bilinearform $(\;, \;)$ durch die
Vorschrift $(\op{e}_{s},\op{e}_{t}) \pdef -\op{cos} (\pi/m(s,t))$ mit der
Konvention $\pi/\infty=0$.
Die Fundamentalmatrix unserer Bilinearform in Bezug auf die kanonische
Basis ist also die Cosinusmatrix zu unserer Coxetermatrix.
Wegen $m(s,s)=1\neq 2$ k"onnen wir weiter in $\op{GL} (V)$ die
lineare Abbildung mit Fixpunktmenge  
$\{v\in V\mid (\op{e}_{s},v)=0\}$ und $(-1)$-Eigenraum
$\Bbb{R}\!\op{e}_{s}$ betrachten. Diese lineare Abbildung notieren wir
$\hat s$ oder 
$s$ und nennen sie die {\bf einfache Spiegelung
zum Index $s\in S$} oder k"urzer  die {\bf einfache Spiegelung}
 $s\in S$.
Die von den einfachen Spiegelungen erzeugte 
Untergruppe $$ W\subset \op{GL} (V)$$  nenne ich die
{\bf Spiegelungsgruppe zur Coxetermatrix 
  $m$}.\index{Spiegelungsgruppe!zu Coxetermatrix}\label{SPCM}
 Die {\bf
   L"ange} $l(w)$ eines Elements von $ W$  erkl"aren wir
 als die L"ange einer
  k"urzestm"oglichen Darstellung von $w$ als Produkt einfacher
  Spiegelungen. Dann gilt sicher $\op{det}w=(-1)^{l(w)}$ und
  folglich $l(w)\neq l(ws)$ f"ur jede einfache Spiegelung $s$.
  Eine k"urzestm"ogliche Darstellung eines Elements $w\in W$
  als Produkt einfacher
  Spiegelungen hei"st eine 
{\bf reduzierte Darstellung}\index{reduzierte Darstellung} von $w$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl} Explizit haben wir
  $({\op{e}}_s,{\op{e}}_s)=1\;\forall s\in S$ und
  $({\op{e}}_s,{\op{e}}_t)\in [-1,0]$ f"ur $s\neq t$.
  Wegen $s(v)=v-2(v, {\op{e}}_s){\op{e}}_s$ und speziell
  $s({\op{e}}_t)={\op{e}}_t-2({\op{e}}_t, {\op{e}}_s){\op{e}}_s$
  "andert salopp gesprochen eine einfache Spiegelung\label{VAV} 
  $s$ nur die $s$-Koordinate. Wenn die $s$-Koordinate zus"atzlich 
  Null war, ist sie nach der Spiegelung $s$ gr"o"sergleich Null. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Ich schlage f"ur die so entstehende Darstellung unserer
  Spiegelungsgruppe $ W$ die Bezeichnung als {\bf wurzlige
    Darstellung}\index{wurzlige Darstellung} vor, da in ihr alle
  einfachen  Spiegelungen verschiedene $(-1)$-Eigenr"aume
  haben und da  diese $(-1)$-Eigenr"aume  im 
  Fall der Weylgruppe eines
Wurzelsystems gerade die durch die  Wurzeln erzeugten
  Geraden sind.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
  Im Fall $S\pdef\{s,t\}$ zweier erzeugender einfacher Spiegelungen
  mit $m(s,t)\pdef\infty$ nennen wir die zugeh"orige Spiegelungsgruppe die
  {\bf unendliche Diedergruppe}.\label{ueD}
\end{Beispiel}
\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildUeD}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Die wurzlige Darstellung 
im Fall der unendlichen Diedergruppe mit $(\op{e}_s,\op{e}_t)=-1$
und  $t\op{e}_s=\op{e}_s +2\op{e}_t$ sowie
$s\op{e}_t=\op{e}_t +2\op{e}_s$. Die gestrichelte  Gerade
$\langle\op{e}_t +\op{e}_s\rangle$ ist die Fixpunktmenge
aller $w\in W\backslash e$.
Jedes  $w\in W$ hat genau eine Darstellung als alternierendes Wort wie
etwa $tstst$.
\end{minipage}
\end{figure}
\begin{Bemerkungl} Gegeben eine Teilmenge $S_\iota\subset S$
  ist der von den $\op{e}_s$ mit $s\in S_\iota$ erzeugte Teilraum
  $V_\iota\subset V$ stabil unter der von den entsprechenden einfachen
  Spiegelungen erzeugten Untergruppe
  $W_\iota\pdef\langle S_\iota\rangle \subset W$. Wir werden
  in \ref{??} allgemein zeigen,  da"s $W_\iota$ treu auf $V_\iota$
  operiert. Hier zeigen wir es nur im Spezialfall $|S_\iota|\leq 2$.
  Im Fall $S_\iota=\emptyset$ ist nichts zu zeigen, im Fall
  $S_\iota=\{s\}$ gilt es nur zu bemerken, da"s $s$ nichttrivial auf
  $\langle {\op{e}}_s\rangle$ operiert, nehmen  wir also 
  $S_\iota=\{s,t\}$ an mit $s\neq t$. Im Fall $m_{s,t}<\infty$ ist
  die Restriktion unserer Bilinearform auf $V_\iota$ positiv definit und
  aus Dimensionsgr"unden  folgt
  $V=V_\iota\oplus V_\iota^\perp$. Da nun $W_\iota$ trivial auf
  $V_\iota^\perp$ operiert,  folgt die Behauptung.
  Im Fall $m_{s,t}=\infty$ wissen wir aus der Diskussion der
  wurzligen Darstellung der unendlichen Diedergruppe, da"s die
  Restriktionen auf $V_\iota$
  der alternierenden Produkte von $s$ und $t$ 
  paarweise verschieden sind. Da in $W$ gilt $s^2=t^2=e$, 
  sind andererseits diese alternierenden Produkte 
  genau die Elemente von $W_\iota\subset W$.
\end{Bemerkungl}

\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildUeDD}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
   Die alkovische Darstellung  der unendlichen Diedergruppe
   mit den Spiegeln zu  $s,t, sts$ 
und $tst$
als gestrichelten Geraden. Die 
Vereinigung des abgeschlossenen positiven Quadranten
mit seinen Bildern unter der $W$-Operation ist 
eine offene Halbebene vereinigt mit
dem Ursprung. 
\end{minipage}
\end{figure}

\begin{Bemerkungl}\label{TiKe}
Gegeben eine Coxetermatrix betrachten wir  zu
ihrer  Spiegelungsgruppe $ W\subset \op{GL}(V)$ 
auch die kontragrediente Operation von $ W$ auf dem Dualraum $V^\ast$, 
f"ur die ich die Bezeichnung als
{\bf alkovische Darstellung}\index{alkovische Darstellung} 
vorschlage. 
In $V^\ast$ ist die Fixpunktmenge einer erzeugenden Spiegelung  $s$ die
Hyperebene $H_s$ aller Linearformen, die auf $\op{e}_{s}$ verschwinden, 
und $s$ vertauscht beide Halbr"aume zu dieser Hyperebene.
Negativ gemacht wird jede lineare Gleichung der Fixpunktmenge von $s$ in der
wurzligen Darstellung.
Gemeinsame Verallgemeinerungen dieser beiden Typen
von Darstellungen, die insbesondere in der Darstellungstheorie der sogenannten \glqq Kac-Moody-Algebren\grqq\ von Bedeutung sind, diskutieren wir in \ref{VDKM}.
\end{Bemerkungl}







\begin{figure}[htb]
  \begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[angle=-90,width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildOBu}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
   Die alkovische Darstellung der unendlichen Diedergruppe,
   anders dargestellt. 
Es entsteht  
eine Art {\bf ge"offnetes Buch}
mit unendlich vielen Seiten.
\end{minipage}
\end{figure}
\begin{Bemerkungl}
  In Formeln finden wir f"ur die Operation einer einfachen Spiegelung $s$
  auf den Koordinatenfunktionen
  $t{\op{e}}_s^*={\op{e}}_s^*$ f"ur $s\neq t$ und
  $$(s{\op{e}}_s^*)({\op{e}}_t)={\op{e}}_s^*(s{\op{e}}_t)
  ={\op{e}}_s^*({\op{e}}_t)-2({\op{e}}_t,{\op{e}}_s){\op{e}}_s= -2({\op{e}}_t,{\op{e}}_s)\geq 0\quad\text{ falls }t\neq s$$
  und $(s{\op{e}}_s^*)({\op{e}}_s)=-1$. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl} 
  Die $W_\iota$-Unterdarstellung $V_\iota\subset V$ liefert eine
  $W_\iota$-"aquivariante surjektive lineare Abbildung\label{SuDU} 
  $V^*\sra V_\iota^*$. Im Spezialfall von zwei einfachen Spiegelungen
  $S_\iota=\{s,t\}$ erhalten wir eine "aquivariante Surjektion auf
  die Standarddarstellung einer endlichen Diedergruppe beziehungsweise
  im Fall $m_{s,t}=\infty$ auf das ge"offnete Buch aus obigem Bild.
\end{Bemerkungl}


\begin{Beispiel}[\textbf{Alkovische Darstellung affiner Spiegelungsgruppen}] 
Im Fall der affinen Spiegelungsgruppe $(W,E)$  zu einem
unzerlegbaren Wurzelsystem ist die alkovische Darstellung 
der Spiegelungsgruppe zu ihrer Coxetermatrix isomorph zur 
Linearisierung $V\pdef \op{Lin}(E)$ des affinen Raums $E$ im Sinne von
\eref{PVA}{EL} mit der durch die universelle Eigenschaft der
Linearisierung gegebenen Fortsetzung\label{AFTK} 
der Operation von $W$ durch Affinit"aten des affinen Raums $E$ zu einer
Operation durch Vektorraumautomorphismen auf seiner Linearisierung
$V$.
\end{Beispiel}






\begin{Beispiel}\label{AFTKn} 
Eine allgemeine affine Spiegelungsgruppe 
k"onnen wir 
aus der alkovischen Darstellung 
der Spiegelungsgruppe  ihrer Coxetermatrix zur"uckgewinnen, indem wir
darin den affinen Teilraum betrachten, der nur aus Linearformen besteht,
die auf dem Radikal unserer Bilinearform $(\;,\;)$ zu einer
geeignet vorgegebenen festen Linearform einschr"anken.
Im Fall einer affinen Spiegelungsgruppe $(W,E)$ zu einem
unzerlegbaren Wurzelsystem reicht es zu fordern, da"s 
diese feste Linearform nicht Null sein soll. Im allgemeinen mu"s
das \glqq f"ur jeden unzerlegbaren essentiellen affinen 
Summanden\grqq\ gefordert werden. 
\end{Beispiel}

\begin{Beispiel}[\textbf{Modulare Gruppe in hyperbolischer Spiegelungsgruppe}] 
  Hat unsere Bilinearform alias Cosinusmatrix im Sinne von \eref{Typ}{LA2}
  den Typ $(n,1,0)$, so gilt dasselbe f"ur die auf der alkovischen Darstellung  induzierte
  Bilinearform. Die Vektoren, die darunter mit sich selbst zu $(-1)$ paaren,
  bilden dann in der in \eref{hypR}{DIFF} erkl"arten Weise eine riemannsche Mannigfaltigkeit, den  $n$-dimensionalen hyperbolischen Raum, und unsere
  Spiegelungen operieren dort als \glqq hyperbolische Spiegelungen\grqq.
  Im Spezialfall der hyperbolischen Ebene alias oberen Halbebene
  $\mathbb H$ aus \eref{SLPo}{EL} operiert die von der \glqq modularen Gruppe\grqq\ und der Spiegelung $\tau\gamma$ an der imagin"aren Achse erzeugt Gruppe $\op{SL}(2;\DZ)\langle \tau\gamma\rangle$ 
  als hyperbolische Spiegelungsgruppe auf der hyperbolischen Ebene. Der zugeh"orige Coxetergraph hat drei Punkte in einer Reihe, der erste verbunden mit
  dem zweiten durch eine $\infty$-Kante, der zweite mit dem dritten durch eine
  $3$-Kante alias eine Kante ohne Zahl. 
\end{Beispiel}

\nichtfinal{Das folgende gilt allgemeiner f"ur einen endlichdimensonalen
 reellen  Vektorraum $L$  und eine endliche Menge
  $S\subset \op{GL}(L)$ von Spiegelungen und eine maximale konvexe Teilmenge $A^+$ des Komplements der zugeh"origen Spiegel $H_s=L^s$ 
 $$L\backslash \bigcup_{s\in S}H_s$$
unter den folgenden Annahmen:  Wir vereinbaren die  Notation  $H_s^+$ f"ur die Halbebene zum Spiegel $H_s$,  die $A^+$ enth"alt. F"ur je zwei $s\neq t$ aus $S$ 
 und alle $u\in \langle s,t\rangle$ mit $l(us)>l(u)$ soll dann gelten 
 $$u H^+_{s} \supset H^+_{s}\cap  H^+_{t}$$
 Die L"ange ist dabei zu verstehen   etc. 
} 
  




\begin{Satz}[\textbf{Geometrie der alkovischen Darstellung}] 
In der alkovischen Darstellung $V^\ast$\label{GaD}
der Spiegelungsgruppe $ W$ zu einer Coxetermatrix 
mit Indexmenge $S$  betrachten  wir die Halbr"aume
  $H_s^+\pdef \{p\in V^\ast\mid \langle p,{\op{e}}_s\rangle>0\}$ und
den Alkoven  $A^+\pdef\bigcap_{s\in S}H_s^+$. \nichtfinal{(Ist $S$ unendlich,
  so ist das kein Alkoven im Sinne unserer Definition vorne, denn
  das fragliche System von Hyperebenen ist nicht endlich, alle
  erhalten genauer den Ursprung. Aber gut, eine Teilmenge
  ist es immer noch.} So gilt:
  \begin{enumerate}
  \item Die Bilder $wA^+$ des Alkoven $A^+$ unter
Elementen unserer Spiegelungsgruppe $w\in W$  sind paarweise disjunkt.
Wir nennen sie die \emph{\bf Alkoven} unserer alkovischen
Darstellung;\index{Alkoven!in alkovischer Darstellung}
\item
Die Vereinigung $C\pdef\bigcup_{w\in  W} w\bar A^+$ der Bilder des 
Abschlusses von $A^+$ \nichtfinal{(Zu verstehen in der offensichtlichen Weise falls $S$ unendlich ist!)} 
ist eine konvexe und unter der Multiplikation mit\label{tkk}  
nichtnegativen Skalaren stabile Teilmenge von $V^\ast$, der sogenannte 
\emph{\bf Tits-Kegel};\index{Titskegel}
\item
Die Elemente unserer Spiegelungsgruppe $ W$, die auf der alkovischen Darstellung
als Spiegelungen operieren, haben paarweise verschiedene Spiegel,
und die Menge aller dieser Spiegel ist 
die Menge von Hyperebenen $\cal{H}\pdef\{wH_s\mid w\in  W,s\in S\}$;
\item
Die Alkoven $wA^+$ sind die maximalen konvexen Teilmengen des Komplements
$C\backslash \bigcup_{H\in\mathcal H}H$ der Vereinigung aller 
Spiegel im Titskegel;
\item
 F"ur alle $(w,s)\in W\times S$ mit  
$l(ws) > l(w)$ gilt $wH_s^+\supset A^+$.
  \end{enumerate}
\end{Satz}
\begin{Beispiel}
  Im Fall \ref{ueD} der unendlichen Diedergruppe ist
  der Titskegel  eine offene Halbebene
  vereinigt mit dem Ursprung. Im Fall \ref{AFTK} der Linearisierung
  einer affinen Spiegelungsgruppe zu einem unzerlegbaren Wurzelsystem 
ist  der Titskegel  ein offener Halbraum
vereinigt mit dem Ursprung. 
\end{Beispiel}




\begin{proof}
    5.  Wir argumentieren  wie beim Beweis von \ref{EPra}
  durch  Induktion "uber $l(w)$. 
  Der Fall $l(w) =0$ ist offensichtlich.
  Sei also $(w,s)$ gegeben mit $l(ws)>l(w)\geq 1$ und sei
  die Aussage bewiesen f"ur alle $(v,t)$ mit $l(v)<l(w)$. 
Wir finden  $t \in S$ mit $l(wt) < l(w)$ und haben notwendig $t \neq s$.
Indem wir so lange $s$ oder $t$ von rechts 
an $w$ dranmultiplizieren, wie wir
die L"ange damit kleiner kriegen, finden wir eine Darstellung
$w = v u$ mit $u \in \langle s,t \rangle$, $ l(vs)
> l(v)$, $ l(vt) > l(v)$ und $l(w) =
l(v)+l(u)$ und $l(us)>l(u)$ und $u$ einem Produkt  
von $l(u)$ sich abwechselnden Faktoren $s$ und $t$, in Formeln
$l(u)=l_{\{s,t\}}(u)$ f"ur die L"ange
bez"uglich des Erzeugendensystems $S$ von $W$ beziehungsweise
bez"uglich des Erzeugendensystems $\{s,t\}$ von $\langle s,t \rangle$.
Mit
Induktionsannahme  erhalten wir wegen $l(vs)>l(v)<l(w)$ 
die Inklusion $v H^+_{s} \supset A^+
$ und ebenso $ v H^+_{t} \supset A^+$
und zusammen $$v( H^+_{s} \cap H^+_t)\supset A^+$$
Andererseits folgt f"ur $u \in \langle s,t \rangle$ aus 
$l(us)>l(u)$ bereits $uH^+_s\supset H^+_{s}\cap  H^+_{t}$ zun"achst durch
explizite Inspektion im Diederfall $S=\{s,t\}$, dann aber durch unsere
"aquivariante Surjektion \ref{SuDU} der allgemeinen Situation auf diesen
Fall  auch im allgemeinen. \nichtfinal{Wenn man in der richtigen Allgemeinheit
  arbeitet, sollte das einfach ein Spezialfall sein und fertig.}   
Anwenden von $v$ liefert 
$wH^+_s\supset v(H^+_{s}\cap  H^+_{t})$ und wir erhalten eine Kette von
Inklusionen  
$$wH^+_s\supset v(H^+_{s}\cap  H^+_{t})\supset A^+$$
Damit ist unsere Behauptung auch f"ur das Paar $(w,s)$ gezeigt.
\nichtfinal{(Das scheint auch f"ur $S$ unendlich zu funktionieren.)} 
\\[2mm]\noindent
1.
Die Ebenen $wH_s$ f"ur $w\in W$ und $s\in S$ 
 bilden  ein $W$-stabiles System von Hyperebenen $\cal{H}$
in $V^\ast$. Teil 5 zeigt insbesondere, 
da"s keine dieser Hyperebenen $A^+$
 trifft. Insbesondere ist $A^+$
eine maximale konvexe Teilmenge im Komplement der
Vereinigung aller Hyperebenen aus $\cal{H}$.
Je zwei verschiedene derartige maximale konvexe Teilmengen sind disjunkt 
nach \ref{AOLE} und mit $A^+$ ist auch $wA^+$ solch eine
maximale konvexe Teilmenge f"ur alle $w\in W$.
Schlie"slich folgt aus $wA^+=A^+$   mit unserer Behauptung
sofort $l(ws)>l(w)$ f"ur alle $s\in S$
alias
$w = \op{id}$. Mithin sind die $wA^+$ mit $w\in W$ 
paarweise disjunkt.
\\[2mm]\noindent
2. \nichtfinal{Mehr Sorgfalt! Wackeln an $p$ wichtig.}
Wir zeigen durch Induktion "uber die L"ange von $w\in W$,
da"s f"ur $p\in A^+$ und $q\in wA^+$ das Segment $[p,q]$ genau
$l(w)$ Hyperebenen aus $\mathcal H$ trifft und ganz in $C$ verl"auft
und nur Alkovenabschl"usse $x\bar A^+$ mit $l(x)\leq l(w)$ trifft.
Im Fall $l(w)=0$ ist das klar.
F"ur den Fall $l(w)=1$ alias $w=s\in S$ setzen wir
$H_s^{\circ}\pdef H_s\cap \bigcap_{t\neq s}H_t^+$ und
bemerken  $$A^+\cup H_s^{\circ}\cup sA^+=\bigcap_{t\neq s}H_t^+\cap \bigcap_{t\neq s}sH_t^+$$
\nichtfinal{Ist die Konvexit"at auch f"ur $S$ unendlich klar?
  In diesem Fall besteht
  $sA^+$ aus Tupeln mit negativem $s$-Eintrag
  aber positiven sonstigen Eintr"agen.
  Jedes Segment mit einem Ende in $A^+$ und einem
  Ende in $sA^+$ liegt also ganz in unserer Vereinigung.
  Jedes Segment mit einem Ende in $A^+$ und einem
  Ende in $H_s^\circ$ liegt ebenso offensichtlich in 
  $A^+\cup H_s^{\circ}$ und durch Spiegeln folgt, da"s
  auch jedes Segment mit einem Ende in $sA^+$ und einem
  Ende in $H_s^\circ$  in 
  $sA^+\cup H_s^{\circ}$ liegt.
  Damit ist $A^+\cup H_s^{\circ}\cup sA^+$ konvex.}  
Insbesondere ist die linke Seite konvex und die Aussage
folgt im Fall $l(w)=1$.
Jetzt betrachten wir den allgemeinen Fall.
Seien also $p\in A^+$ und $q\in wA^+$ mit $l(w)\geq 2$.
Ich skizziere nur. Sicher trifft $[q,p]$ eine echte
Randfacette von $wA^+$. Verwackeln wir $p$ ein bi"schen zu $p_1$,
so trifft $[q,p_1]$ sogar eine  echte
Randfacette von $wA^+$ der Kodimension Eins. Sie ist
notwendig von der Gestalt
$wH_s^\circ$ mit $l(w)> l(ws)$ und es gibt $q_1\in [q,p_1]$ mit $q_1\in  wsA^+$.
Dann ist $wH_s$ der einzige von $[q,q_1]$ getroffene Spiegel und auf
$[q_1,p_1]$ k"onnen wir die Induktionsannahme anwenden. 
Irgendwo wurde auch 
Aussage 5 verwendet. 
Wenn wir nun $\bar p\in \bar A^+$ und $\bar q\in  w\bar A^+$ nehmen,
so mu"s folglich  das Segment $[\bar p,\bar q]$ in der Vereinigung der
$x\bar A^+$ mit $l(x)\leq l(w)$ enthalten sein.
\nichtfinal{Na, noch besser sortieren!} 
\\[2mm]\noindent
3. Der Titskegel $C$ kann nie ganz in einem abgeschlossenen Halbraum
zu einem Spiegel $H$ einer Spiegelung aus $W$ liegen. 
Dann aber finden wir auch Punkte aus dem Inneren von Alkoven auf beiden
Seiten unseres Spiegels $H$, sagen wir  Punkte aus den Alkoven $A$ und $B$. 
Wir k"onnen sie verbinden durch eine endliche Folge von Alkoven
$A=A_0,A_1,\ldots, A_r=B$, die sich jeweils l"angs einer Wand ber"uhren.
  Ist $H$ keine dieser W"ande, so mu"s $H$ einen dieser Alkoven treffen, 
der dann unter der entsprechenden Spiegelung auf sich selber ginge: 
Widerspruch!
\\[2mm]\noindent
4. Beim Beweis von Teil 1 wurde
bereits gezeigt, da"s die $wA^+$ maximale konvexe Teilmengen im
Komplement $V^\ast\backslash \bigcup_{H\in\mathcal H}H$ der Vereinigung aller 
Spiegel sind.  Da"s sie genau die maximalen konvexen Teilmengen
von $C\backslash \bigcup_{H\in\mathcal H}H$ sind, ist damit auch klar. 
\end{proof}
 
  
\nichtfinal{Also, ich habe "uber den unendlichen Fall nachgedacht.
Der Dualraum best"unde ja aus allen Abbildungen, die
jedem $\op{e}_s$ alias jedem $\in S$ eine
    reelle Zahl zuordnen.
Der fundamentale dominante Alkoven best"unde aus allen
Tupeln mit nur positiven Eintr"agen und erzeugte
den ganzen Raum, da sich jedes Tupel als Differenz
zweier Tupel mit nur positiven Eintr"agen schreiben l"a"st.
Seine Wandfacetten best"unden aus allen Tupeln mit
einer 0 an der s-ten Stelle und positiven Eintr"agen sonst.
Sie erzeugen eine Hyperebene, die Hyperebene aller
Tupel mit einer 0 an der s-ten Stelle.
Ich denke \ref{VAV}, daß jede einfache Spiegelung nur \glqq ihr\grqq\
Vorzeichen
"andert, so daß der Titskegel enthalten ist in der Teilmenge aller
Tupel mit h"ochstens endlich vielen negativen Eintr"agen. NEE, QUATSCH, NUR BEI
WURZLIGER DARSTELLUNG!
Das k"onnte bedeuten, daß die lokale Endlichkeit
im Titskegel weiter besteht. Ich habe das nicht ganz bis zu Ende
durchdacht, aber im einfachsten Fall (alle einfachen Spiegelungen
kommutieren) scheint es mir gut sichtbar.}

\nichtfinal{Also, ich habe "uber den unendlichen Fall nachgedacht.
  In der Tat gibt es im Abbildungsraum $\op{Ens}(S,\DR)$ f"ur unendliches
  $S$  durchaus affine Geraden, die
  den \glqq positiven Quadranten\grqq\ nur in einem einzigen Punkt treffen,
  zum Beispiel im Fall $S=\DZ$ die Gerade mit Richtungsvektor
  $\sgn:\DZ\ra \{-1,0,1\}\subset \DR$ durch den Punkt $n\mapsto 2^{-|n|}$. 
Das war mir nicht so bewu"st. Schlimm!
Ob es lineare Hyperebenen $H$ gibt, die den
\glqq positiven Quadranten\grqq\ treffen ohne ihn zu zerschneiden,
konnte ich auch nicht sehen. Noch schlimmer!}
  
\nichtfinal{In unserer speziellen Situation haben wir aber den Vorteil,
da"s Gleichungen aller Spiegel bereits von der wurzligen
Darstellung herkommen unter der Evaluationsabbildung der
wurzligen Darstellung in ihren Bidualraum. F"ur derartige
Spiegel ist die Lage besser. Wenn so ein Spiegel, gegeben als
endliche Linearkombination der $(\op{e}_t)_{t\in S}$, unser $H_s^\circ$ trifft,
so sind nur endlich viele Koordinaten beteiligt und so sieht man, da"s
unser Spiegel $H_s^\circ$ in zwei Teile schneiden mu"s und das
f"uhrt zu einem Widerspruch, da"s ich jeden Punkt von $A^+$ mit jedem
Punkt von $H_s^\circ$ durch ein Segment verbinden kann, dessen Punkte
mit einer Ausnahme alle in $A^+$ liegen.} 



%   Unser System von Hyperebenen $\mathcal H$ ist im Fall
% einer allgemeinen Coxetermatrix nicht mehr notwendig lokal
% endlich. Die Mengen $wA^+$ sind zwar noch Alkoven, aber
% ihre Abschl"usse "uberdecken im allgemeinen nicht ganz $E^\ast$.
% Die Vereinigung aller Alkovenabschl"usse
% $$C\pdef \bigcup_{w\in W}w\bar A^+$$
%  ist jedoch stets eine
% konvexe $W$-stabile und unter Multiplikation 
% mit nichtnegativen Skalaren stabile 
% Teilmenge von $E^\ast$, der sogenannte 
% {\bf Tits-Kegel}.\index{Tits-Kegel} 


\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildHCo}\\[4mm]
\noindent 
Die alkovische Darstellung zur Coxetermatrix mit drei Indizes
$r,s,t$ und Eintr"agen $m(r,s)=m(s,t)=3$ und $m(r,t)=4$.
Genauer haben wir hier den Schnitt des Titskegels mit einer affinen
Ebene $H$ im dreidimensionalen Raum mit der Basis 
${\op{e}}_r^*,{\op{e}}_s^*,{\op{e}}_t^*$ eingezeichnet.
Die Schnitte der Koordinatenebenen mit unserer   affinen
Ebene sind die drei W"ande eines festen Dreiecks. 
Die Alkoven schneiden unsere Ebene $H$ in den offenen Dreiecksfl"achen,
von denen es unendlich viele gibt, die ich nicht alle einzeichnen konnte.
Der Titskegel selbst 
schneidet in diesem Fall unsere affine Ebene $H$ in einer offenen Kreisscheibe.
\end{figure}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildHCou}\\[4mm]
\noindent 
Die alkovische Darstellung zur Coxetermatrix mit drei Indizes
$r,s,t$ und Eintr"agen $m(r,s)=m(s,t)=\infty$ und $m(r,t)=2$.
Genauer haben wir hier den Schnitt des Titskegels mit einer affinen
Ebene $H$ im dreidimensionalen Raum mit der Basis 
${\op{e}}_r^*,{\op{e}}_s^*,{\op{e}}_t^*$ eingezeichnet.
Die Schnitte der Koordinatenebenen mit unserer   affinen
Ebene sind die drei W"ande eines festen Dreiecks. 
Die Alkoven schneiden unsere Ebene $H$ in den offenen Dreiecksfl"achen,
von denen es unendlich viele gibt, die ich nicht alle einzeichnen konnte.
Der Titskegel selbst 
schneidet in diesem Fall unsere affine Ebene $H$ in einer  Kreisscheibe
mit zus"atzlichen Punkten auf dem Rand. In unserem Fall handelt  es 
sich dabei genau um die Punkte
$\op{exp}(2\pi{\op{i}}(\frac{1}{8}+ \frac{1}{4\cdot 3^n})$ mit $n\in\DN$.
Um jeden dieser Punkte \glqq sieht unser Bild aus wie ein ge"offnetes 
Buch mit unendlich vielen Seiten\grqq.  
\end{figure}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Trennende Spiegel und Austauschlemma}] 
  Auch f"ur die Spiegelungsgruppe einer beliebigen Coxetermatrix 
 gilt $$d(A^+,wA^+)=l(w)$$ 
f"ur $d(A,B)$ die Zahl der Hyperebenen aus $\mathcal H$, die gegebene Alkoven
$A$ und $B$  
trennen, wie wir bereits beim Beweis von Teil \ref{tkk}
aus \ref{GaD} bemerkt hatten.
Auch in dieser Allgemeinheit  gilt f"ur Alkoven $A,B$ und einen
Spiegel $L\in\mathcal H$ die "Aquivalenz
$$(L\text{ trennt } A \text{ und }B)\;\;\IFF\;\; d(A,s_{L}B)<d(A,B)$$
mit demselben Beweis wie \ref{prol}. Auch in dieser
Allgemeinheit folgt wie in \ref{aus}
das {\bf Austauschlemma}\index{Austauschlemma}:\label{ausV} 
Gegeben
$s_{1},\ldots,s_{r} \in {S}$ und eine Spiegelung  $t\in W$ mit
$l(ts_{1} \ldots s_{r}) < l(s_{1} \ldots s_{r})$ gibt es 
einen Index $i \in
[1,r] $ mit $$t s_{1} \ldots s_{i}\ldots s_{r} 
= s_{1} \ldots \hat{s}_{i} \ldots s_{r}$$
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungl}[\textbf{Fundamentalbereiche und Standgruppen}] 
   Auch f"ur die Spiegelungsgruppe einer beliebigen Coxetermatrix 
 ist\label{FIVV}  
die Standgruppe jedes Punktes aus dem Titskegel erzeugt von den 
Spiegelungen an allen W"anden eines festen Alkoven, 
der unseren Punkt in seinem Abschlu"s hat; 
die fragliche Standgruppe operiert frei und 
transitiv auf der Menge aller Alkoven, 
die unseren Punkt in ihrem Abschlu"s haben; 
und jeder Alkovenabschlu"s
 ein Fundamentalbereich 
f"ur die Operation unserer Spiegelungsgruppe 
auf dem Titskegel. Die Beweise sind identisch 
zu den Beweisen im affinen Fall \ref{AaF} und \ref{IGr}.
\end{Bemerkungl}


\noindent\nichtfinal{Gegeben ein Punkt aus dem Titskegel
  ist nach \ref{FIVV}
  sein Stabilisator erzeugt von allen Spiegelungen
  an Spiegeln, die unseren Punkt enthalten und W"ande
  eines festen Alkoven sind, der unseren Punkt in seinem
  Abschlu"s enth"alt. Von den Alkoven, die unseren Punkt
  in ihrem Abschlu"s enthalten, gibt es einen, der zu einem
  Gruppenelement kleinstm"oglicher L"ange geh"ort.
  Er wird also von der kleinstm"oglichen Zahl von Spiegeln
 vom fundamentalen Alkoven $A^+$ getrennt. Jetzt mu"s etwas argumentiert werden, da"s besagter Alkoven eindeutig bestimmt ist.}



\begin{Bemerkungl}
 Auch f"ur die Spiegelungsgruppe $W$ einer beliebigen Coxetermatrix 
 \label{SpIg} operieren genau  diejenigen Elemente als Spiegelungen in der wurzligen oder gleichbedeutend in der
 alkovischen Darstellung,
 die in $W$ konjugiert sind zu einfachen Spiegelungen. Das ist im wesentlichen 
 die Aussage des dritten Teils unseres Satzes \ref{GaD} "uber die
 Geometrie der alkovischen Darstellung. 
\end{Bemerkungl}










\nichtfinal{\begin{Bemerkungl}Versuch: Sei $L$ ein endlichdimensionaler reeller
    Vektorraum und sei $W\subset \op{GL}(L)$ eine von Spiegelungen erzeugte
    Untergruppe derart, da"s je zwei verschiedene Spiegelungen aus $W$
    verschiedene Spiegel haben, und im Komplement der Vereinigung
    aller Spiegel gebe es eine maximale konvexe Teilmenge $A$,
    die offen ist in $L$.
    So etc im wesentlichen alkovische Darstellung Blah Blah (?)
 Betrachte $\bigcup_{x\in W}xA$ und davon die konvexe H"ulle $K$. Die ist
    offen in $L$ und stabil unter $W$. F"ur das Bild von $A$ unter $x\in W$
    gilt entweder $xA=A$ oder $xA\cap A=\emptyset$. Mu"s im ersten Fall
    gelten $x=\op{id}$? 
  \end{Bemerkungl}}


\subsection{Erzeuger und Relationen f"ur Spiegelungsgruppen}
\begin{Definition}
Ein \defind{Coxetersystem} ist ein Paar $(W,S)$ bestehend aus einer
Gruppe $W$ und einer Teilmenge $S \subset W$ von $W$ derart, da"s
$W$ erzeugt wird von $S$ mit den Relationen $s^{2} = e \;
\forall s \in S$ und $(st)^{\op{ord} (st)} =e$ f"ur alle $s,t \in S$
mit $st$ von endlicher Ordnung $\op{ord} (st) < \infty$.\label{DeCox} Die  Elemente von
$S$ hei"sen die 
{\bf einfachen Spiegelungen\index{Spiegelung!einfache!in Coxetersystem} 
von $W$}. Wir erkl"aren die {\bf
    L"ange} $l(w)$ eines Elements von $W$ als die L"ange einer
  k"urzestm"oglichen Darstellung von $w$ als Produkt einfacher
  Spiegelungen $s\in S$.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Die Relation $(st)^{\op{ord} (st)} =e$ kann unter der Bedingung $s^2=t^2=e$ auch
geschrieben werden in einer der Formen
$$sts\ldots t=tst\ldots s\quad\text{ beziehungsweise }\quad st\ldots 
s=ts\ldots t$$
f"ur $\op{ord} (st)$ gerade beziehungsweise ungerade, mit jeweils 
$\op{ord} (st)$ sich abwechselnden Faktoren auf beiden Seiten. Diese Relationen
hinwiederum hei"sen, auch wenn die Bedingung $s^2=t^2=e$
nicht erf"ullt ist, die {\bf Zopfrelationen}\index{Zopfrelationen} 
nach der Darstellung der sogenannten  \glqq Zopfgruppe\grqq\
durch Erzeuger und Relationen in \eref{ERZo}{TF}.
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{Spiegelungsgruppen und Coxetersysteme}]
Ist $W$ die \hyperref[SPCM]{Spiegelungsgruppe zu einer Coxetermatrix}\label{ZRH}  
$m:S\times S\ra \DN \sqcup \{\infty\}$ und $S \subset W$ die Menge
ihrer einfachen Spiegelungen, so ist $(W,S)$ ein Coxetersystem mit
den Relationen
$\op{ord}(st)=m(s,t)\;\forall s,t\in S$.
\end{Satz}

\begin{proof}
  Das folgt sofort aus der pr"aziseren Proposition \ref{lrtC}, die wir
  im Anschlu"s beweisen.
\end{proof}
\begin{Korollar}[\textbf{Affine Spiegelungsgruppen und Coxetersysteme}]
    Ist $W$ eine affine Spiegelungsgruppe und $S \subset W$ die Menge
    der Spiegelungen an den W"anden eines festen Alkoven, so ist
    $(W,S)$ ein Coxetersystem.\label{SaC}
\end{Korollar}

\begin{proof}
  Das kann man als Korollar des vorhergehenden Satzes zeigen
mithilfe von \ref{AFTKn}. Alternativ kann man auch den Beweis
der anschlie"senden Proposition \ref{lrtC} unschwer auf diesen Fall
"ubertragen. 
\end{proof}

\begin{Proposition}[\textbf{"Ubergang zu reduzierter Darstellung}] 
  Sei $ W$ die \hyperref[SPCM]{Spiegelungsgruppe zu einer Coxetermatrix} 
  $m:S\times S\ra \DN \sqcup \{\infty\}$
und seien zwei Darstellungen desselben Elements $w\in  W$
 als Produkt von einfachen Spiegelungen\label{lrtC}
 $$s_1s_2\ldots s_n=w=t_1t_2\ldots t_l$$ 
 gegeben. Ist die zweite Darstellung reduziert, in Formeln $l(w)=l$,
so k"onnen wir von der ersten Darstellung zur zweiten gelangen 
 in endlich vielen Schritten, von denen jeder einzelne entweder im Anwenden
 einer Zopfrelation zu unserer Coxetermatrix
 besteht oder im Weglassen zweier gleicher 
aufeinanderfolgender Faktoren.
\end{Proposition}


 
\begin{Bild} 
 \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildRCox}\\[4mm]
 \noindent Alkoven und Subalkoven bei einem
"Ubergang zu einer reduzierten Darstellung
 \end{Bild}


\begin{Bemerkungl}
  Beim ersten unserer Schritte bleibt die
  Zahl der Faktoren gleich, beim zweiten nimmt sie um Zwei ab.
  Insbesondere kann man also zwischen je zwei reduzierten Darstellungen
ein- und desselben Elements
\glqq mit Zopfrelationen hin- und hergehen\grqq.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Veranschaulichung des folgenden Beweises}]
 Eine graphische Darstellung gelingt besonders gut im Fall von drei
  einfachen Spiegelungen und eindimensionalem Radikal unserer Bilinearform,
  indem wir von der alkovischen Darstellung nur den zweidimensionalen $W$-stabilen affinen
  Teilraum derjenigen Linearformen zeichnen, die auf dem Radikal zu einer
  fest vorgegebenen von Null verschiedenen Linearform einschr"anken.
  Auf diesem affinen Teilraum operiert $W$ dann durch Affinit"aten und man
  mu"s zur Linearisierung "ubergehen, um in der Situation des anschlie"senden
  Beweises zu landen. Daf"ur kann man 
  aussagekr"aftige Bilder zeichnen.  
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}
  Gegeben $x\in W$ und $p\in A^+$ und $q\in xA^+$ derart, da"s das Segment
  $[p,q]$ keine zwei Spiegel in ein- und demselben Punkt trifft,
  erhalten wir offensichtlich eine reduzierte Darstellung $\op{red}(p,q)$ von
  $x$ durch die Vorschrift $x=r_1r_2\ldots r_{l(x)}$ mit 
  $$A^+, r_1 A^+, r_1r_2 A^+,\ldots,xA^+$$ 
  der Folge von Alkoven im Titskegel,
  die unser Segment $[p,q]$ der Reihe nach trifft. Wir sagen dann, $\op{red}(p,q)$ sei {\bf sinnvoll definiert}. 
  So einen Punkt $q$ k"onnen wir zu vorgegebenem $p$ stets finden, denn
  gegeben zwei verschiedene Spiegel, die $A^+$ von $xA^+$ trennen, ist ihr
  Schnitt ein Untervektorraum der Kodimension Zwei und zusammen
  mit $p$ erzeugt er eine lineare Hyperebene und endlich viele lineare
  Hyperebenen k"onnen nicht ganz $xA^+$ "uberdecken.
 Nun k"onnen wir $p\in A^+$ sogar so w"ahlen, da"s die von $p$ und einem
  Schnitt trennender Spiegel erzeugten linearen Hyperebenen
  f"ur paarweise verschiedene Spiegelschnitte paarweise verschieden sind.
  In der Tat umfa"st so eine lineare Hyperebene einen anderen
  Spiegelschnitt nur dann, wenn das Vektorraumerzeugnis unserer beiden
  Spiegelschnitte Kodimension Eins hat und $p$
  enth"alt und um das zu vermeiden,
  m"ussen wir mit $p$ nur endlich viele Hyperebenen vermeiden. Wir nennen ein $p\in A^+$ au"serhalb dieser endlich vielen Hyperebenen {\bf gut f"ur $xA^+$}.
  F"ur das weitere w"ahlen wir ein $p\in A^+$, das gut ist f"ur alle
  $s_1A^+, s_1s_2 A^+,\ldots, wA^+, t_1A^+, \ldots, t_1t_2 A^+,\ldots, wA^+$.
  Dann betrachten wir alle Hyperebenen, die W"ande von einem dieser Alkoven sind, sowie alle Hyperebenen, die von $p$ und einem Schnitt von zwei verschiedenen Spiegeln erzeugt werden, die $A^+$ von einer dieser Alkoven trennen. Die Alkoven zum Komplement der Vereinigung all dieser Hyperebenen,
  die in einer der Alkoven unserer Liste enthalten sind, nennen wir
  {\bf verfeinerte Alkoven}. Gegeben ein verfeinerter Alkoven $B$ und
  $q\in B$ ist $\op{red}(p,q)$ sinnvoll definiert und unabh"angig von $q\in B$.
  Wir vereinbaren die Notation $\op{red}(p,B)$ f"ur dieses Wort.
  Es ist eine reduzierte Darstellung f"ur das $x\in W$ mit $B\subset xA^+$.  
  Nun finden  wir sicher eine Folge verfeinerter
  Alkoven $B_1,\ldots ,B_m$ mit $B_1\subset s_1A^+$ und $B_m\subset wA^+$ derart,
  da"s je zwei benachbarte verallgemeinerte Alkoven
  genau eine gemeinsame Wand haben und da"s es eine monoton wachsende Funktion $h$ gibt mit $B_i\subset s_1\ldots s_{h(i)} A^+$.
  Dann ist $\op{red}(p,B_i)$ eine reduzierte Darstellung
  von $s_1\ldots s_{h(i)}$ und $\op{red}(p,B_{i+1})$ unterscheidet sich
  im Fall $h(i)=h(i+1)$ h"ochstens um eine Zopfrelation von $\op{red}(p,B_i)$.
  Im Fall $h(i)<h(i+1)$ schlie"slich haben wir
  $$\begin{array}{lll}\op{red}(p,B_{i+1})&=
  \op{red}(p,B_i)s_{h(i+1)}& \text{falls }
  l(s_1\ldots s_{h(i)})<l(s_1\ldots s_{h(i+1)});\\
  \op{red}(p,B_{i+1})s_{h(i+1)}&=\op{red}(p,B_i)
  & \text{andernfalls.}
  \end{array}$$
  Alle Worte $\op{red}(p,B_i)s_{h(i)+1}\ldots s_{n-1}s_n$ sind dann
  Darstellungen von  $w$,
  je zwei benachbarte Worte dieser Folge unterscheiden sich h"ochstens um eine
  Zopfrelation oder um das Anwenden einer Relation $s^2=1$ f"ur eine einfache
  Spiegelung $s$ und unsere Folge beginnt mit dem Wort
  $s_1s_2\ldots s_n$ und endet
  mit der reduzierten Darstellung $\op{red}(p,B_m)$ von $w$.
  Konstruieren wir  in derselben Weise eine Folge verfeinerter
  Alkoven $C_1,\ldots,C_r$ f"ur $t_1\ldots t_l$ mit $C_r=B_m$, so sind
  die entsprechenden Worte der analog gebildeten
  Folge $\op{red}(p,C_j)t_{k(j)+1}\ldots t_{l-1}t_l$
  s"amtlich reduzierte Darstellungen von $w$,
  je zwei benachbarte Worte dieser Folge unterscheiden sich h"ochstens um eine
  Zopfrelation und unsere Folge beginnt mit $t_1\ldots t_l$
   und endet
   mit derselben 
   reduzierten Darstellung $\op{red}(p,C_r)=\op{red}(p,B_m)$ von $w$ wie die zuvor konstruierte Folge.
  Das zeigt die Behauptung.
\end{proof}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{L"angen in Teilsystemen}]
  Genau wie f"ur affine Spiegelungsgruppen in \ref{Rr}
  folgt f"ur jede nichtreduzierte Darstellung eines Elements 
  der Coxetergruppe eines beliebigen Coxetersystems $(W,S)$ mit
  dem Austauschlemma \ref{ausV}, da"s sie durch\label{Rrn}
Streichen von Faktoren zu einer reduzierten Darstellung desselben
Elements gemacht werden kann. Ist insbesondere $S_p\subset S$ eine Teilmenge
und $W_p\subset W$ ihr Gruppenerzeugnis und $l_p:W_p\ra\DN$ die
L"angenfunktion des Coxetersystems $(W_p,S_p)$, so gilt $l_p(w)=l(w)\;\forall w\in W_p$ und jede reduzierte Darstellung von $w\in W_p$ in Bezug auf $(W,S)$
besteht bereits aus Spiegelungen aus $S_p$.
\end{Bemerkungl}


\nichtfinal{
  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Spiegelungen in Teilsystemen}]
    Man mu"s sich "uberlegen, da"s die Spiegelungen eines Teilsystems genau die
    Elemente der Teil-Spiegelungsgruppe sind, die Spiegelungen in der gro"sen
    Spiegelungsgruppe werden, die also konjugiert sind zu erzeugenden Spiegelungen. St"arker:  Sei $(W,S)$ ein Coxetersystem. Wird eine Untergruppe $U\subset W$  
  erzeugt von Spiegelungen von $W$, so (??) gibt es k"urzeste
  Nebenklassenrepr"asentanten f"ur $U{\backslash}W$, n"amlich $W$-Alkoven im
  kleinsten $U$-Alkoven "uber $A^+$;
  Alle Spiegelungen von $W$, die so einen  k"urzesten
  Nebenklassenrepr"asentanten um Eins verl"angern und aus den 
 k"urzesten
  Nebenklassenrepr"asentanten herausschieben, bilden 
  ein System erzeugender Spiegelungen $T\subset U$ derart, da"s $(U,T)$ selbst ein Coxetersystem
  ist; Spiegelungen von $(U,T)$ sind genau die Elemente von $U$, die Spiegelungen von $(W,S)$ sind. Relevant: \ref{SpIg}.  
SOLLTE EVENTUELL \glqq GEOMETRISCHE SPIEGELUNGSGRUPPE\grqq\  DEFINIEREN.\end{Bemerkungl}}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}[\textbf{Weitere nat"urliche Darstellungen von Coxetergruppen}]
Gegeben sei eine endliche Menge $S$ und eine 
Coxetermatrix mit Indexmenge $S$ der Gestalt 
$(m_{s,t})_{s,t \in S}$ und ein endlichdimensionaler 
reeller Vektorraum $V$. Gegeben seien weiter\label{VDKM} 
Vektoren  $(e_{s})_{s\in S}$ in $V$
und Linearformen
$(e_{s}^{\vee})_{s\in S}$ auf $V$ derart, da"s gilt
$$\langle e_{t},e_{s}^{\vee}\rangle 
= -2 \cos (\pi/m_{s,t}) \quad \forall s,t \in S$$
So liefert die Vorschrift $\rho (s) (v) 
\pdef v - \langle v,e_{s}^{\vee}\rangle e_{s}$ eine 
Darstellung $\rho:W\ra\op{GL}(V)$ unserer Coxetergruppe.
Sind die $(e_{s})_{s\in S}$ eine Basis von $V$, so ist das
unsere wurzlige Darstellung. Sind die $(e_{s}^{\vee})_{s\in S}$ eine Basis des Dualraums $V^\ast$, so ist das
unsere alkovische Darstellung. Sind die Vektoren $(e_{s})_{s\in S}$
linear unabh"angig, so erzeugen sie eine zur wurzligen Darstellung
isomorphe Unterdarstellung.  Sind die Linearformen $(e_{s}^{\vee})_{s\in S}$
linear unabh"angig, so ist der Schnitt ihrer Kerne
eine  Unterdarstellung und der Quotient danach ist
isomorph zur alkovischen Darstellung.\end{Ubung}
\begin{figure}[hbt]
  \begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildSKM}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Die wurzlige Darstellung der Diedergruppe
 im Sinne von \ref{VDKM}
 anzureichert. Wir denken uns dazu
 dort einen zus"atzlichen Basisvektor
$\delta$, der senkrecht auch der Papierebene kommt,
indem wir in der dortigen Notation zum Beispiel $\langle \delta, \op{e}_t^\vee\rangle=\langle \delta, \op{e}_t^\vee\rangle=1$ setzen. 
Auf der affinen Ebene $\delta+\DR \op{e}_s+\DR \op{e}_t$
operiert unsere Coxetergruppe in der Weise, da"s die Spiegel
paarweise parallele Geraden sind, ihre Eigenvektoren aber
\glqq nach au"sen zu immer steiler werden\grqq, wie in
obigem Bild angedeutet.
\end{minipage}
\end{figure}

\subsection{Bruhat-Teilordnung}\label{BOr}
\begin{Bemerkungl}
Sei $(W,S)$ ein Coxetersystem.
Die zu einfachen Spiegelungen konjugierten Elemente von
$W$ hei"sen die {\bf Spiegelungen}\index{Spiegelung!in Coxetersystem} 
von $W$. Die Menge aller Spiegelungen notieren wir $T$.  Nach \ref{GaD}
sind das genau die Elemente, die in der Spiegelungsgruppe
der zugeh"origen Coxetermatrix zu Spiegelungen werden.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Sei $(W,S)$ ein Coxetersystem.\label{DBru} 
Die \defind{Bruhat-Teilordnung} 
ist die kleinste reflexive transitive Relation
$\leq$ auf $W$ derart, da"s gilt
$$x\leq xt\;\text{ f"ur alle $x\in W$ und alle 
Spiegelungen $t\in W$
mit $l(x)<l(xt)$.}$$\end{Definition}
\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildDiBr}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Die Bruhat-Teilordnung auf einer Diedergruppe
\end{minipage}
\end{figure}
\begin{Bemerkungl}
Wir fordern, das sei hier nocheinmal besonders betont,
 in der Definition der Bruhat-Teilordnung 
\ref{DBru} nicht $t \in {S}$. 
In der Tat w"urde diese Forderung im allgemeinen zu einer echt st"arkeren
Teilordnung f"uhren. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
Sei $(W,S)$ ein Coxetersystem.
Offensichtlich gilt $x < y\RA l(x) < l(y)$. Insbesondere ist $\leq$
tats"achlich eine Teilordnung auf ${W}$.
Offensichtlich ist das neutrale Element $e \in {W}$ das kleinste Element.
Unschwer erkennt man weiter $x \leq y \Leftrightarrow x^{-1} \leq y^{-1}$.
Eine explizitere Beschreibung der
Bruhat-Teilordnung gibt uns \ref{BTA}.  
\end{Bemerkungl}





\begin{Bemerkungl}[\textbf{Bruhat-Teilordnung im affinen Fall}] 
Seien $W$ eine affine Spiegelungsgruppe und $A$ ein ausgezeichneter Alkoven.
Nach \ref{SaC} ist dann f"ur $S=S_A\subset W$ die Menge der Spiegelungen an den
W"anden von $A$ das Paar $(W,S)$ ein Coxetersystem.
Betrachten wir dann die Bijektion $W \sira  \cal{A}$, $w \mapsto
wA$, so induziert die durch $A$ gegebene Bruhat-Teilordnung auf $W$ eine Ordnung
auf $\cal{A}$. Diese Teilordnung ist nach \ref{prol} die kleinste reflexive
transitive Relation
auf $\cal{A}$ derart, da"s gilt
$B \leq s_{L} B$ wann immer $B \in \cal{A}$ ein Alkoven ist und $L$ ein
Spiegel, der $B$ nicht von $A$ trennt. \nichtfinal{(Das gilt analog immer.)}
Ist insbesondere $W$ endlich und operiert zur Vereinfachung der Notation
durch lineare Automorphismen auf einem Vektorraum
"uber einem angeordneten K"orper, so induziert die Multiplikation mit
$(-1)$ eine $W$-"aquivariante Bijektion $\op{neg}: \cal{A}\sira \cal{A}$. Da
$-A$ und $A$ durch alle Spiegel getrennt werden, kehrt die davon
auf $\mathcal W$ induzierte Operation $\op{neg}: W\sira W$ die Bruhatordnung um. Gegeben ein Coxetersystem $(W,S)$ mit $|W|<\infty$ gibt
es also genau ein bruhatmaximales Element $w_\circ \in W$ und
f"ur beliebige $x,y\in W$  gilt dann\label{BTA}  
$$x\leq y\; \IFF \; xw_\circ \geq yw_\circ$$
\end{Bemerkungl}
%Wie bereits in \ref{EuBo} und \ref{AOR} angerissen wurde,

\begin{Satz}[\textbf{Bruhat-Teilordnung "uber Teilausdr"ucke}]
Sei $(W,S)$ ein Coxetersystem.
Ist $w = s_{1} \ldots s_{l(w)}$ eine reduzierte Darstellung von $w \in
{W}$, so gilt\label{BTA} 
$$\{x \in {W} \mid x \leq w \}=\{ s_{i_{1}} \ldots s_{i_{k}} \mid 1 \leq i_{1}
< \ldots < i_{k} \leq l(w)\}$$
Insbesondere h\"angt die rechte Seite nicht von der Wahl der reduzierten
Darstellung von $w$ ab.
\end{Satz}
%\begin{Bemerkungl}[\textbf{L"angenfunktion von Teilsystemen}] 
%  Ist $(W,S)$ ein Coxetersystem und $S_p\subset S$
 % eine Teilmenge und $W_p\subset W$ ihr Gruppenerzeugnis\label{LT} 
 % und $l_p:W_p\ra \DN$ die L"angenfunktion des Coxetersystems $(W_p,S_p)$,
%  so gilt insbesondere $$l_p(w)=l(w)\;\forall w\in W_p$$
%\end{Bemerkungl}

\begin{proof}[Beweis]
Wir erinnern daran, da"s wir $W$ nach \ref{ZRH} stets als 
Spiegelungsgruppe
seiner Coxetermatrix treu darstellen  k"onnen.
Die Inklusion $\subset$ folgt m"uhelos aus dem
Austauschlemma \ref{ausV}. F"ur die andere Inklusion
$\supset$ m"ussen wir wieder nach dem
Austauschlemma \ref{ausV} nur f"ur reduzierte 
Teilausdr"ucke zeigen, da"s sie Elemente $\leq w$ liefern.
Mit Induktion "uber die L"ange von $w$ brauchen wir sogar nur 
Teilausdr"ucke zu untersuchen mit $i_1=1$. Dann folgt die Behauptung jedoch mit
Induktion aus dem anschlie"senden Lemma.
\end{proof}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildDeoZ}\\[4mm]
\noindent 
Graphische Darstellung der Eigenschaft $Z$ von Deodhar im Sinne
von \ref{DEZ}. Der geschw"arzte Alkoven stellt das neutrale 
Element dar, die nummerierten Alkoven gehen jeweils
durch eine verl"angernde Spiegelung auseinander hervor. 
Die \glqq Dominos\grqq\  bestehen jeweils aus einem Paar $(B,Bs)$ mit
$s$ einer festen einfachen Spiegelung.
\end{figure}
\begin{Lemma}[\textbf{Eigenschaft Z von 
Deodhar}]\index{Z, Eigenschaft von Deodhar}
\index{Deodhar!Eigenschaft Z von} 
Sei $(W,S)$ ein Coxetersystem.
Gegeben $x,y \in W$ und $s \in S$ eine erzeugende Spiegelung\label{ZDeo} 
gelten entweder mindestens drei oder keine der vier Ungleichungen
$$\begin{array}{rr}
x \leq y & x \leq s y\\
sx \leq y & sx \leq sy
\end{array}$$
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}
Stellen wir
Ungleichungen durch Pfeile zum gr"o"seren Element dar, 
so impliziert also unter der Annahme der beiden horizontalen
Ungleichungen $y<sy$ und $x<sx$ jede der drei weiteren Ungleichungen 
im Diagramm 
 $$\begin{array}{ccc}
y & \ra & sy\\
\ua& \nearrow &\ua \\
x & \ra & sx
\end{array}$$ 
die beiden anderen. Wegen dieser graphischen Interpretation, 
und weil der Schlu"s von der
Diagonale auf die beiden Vertikalen die eigentliche Aussage
darstellt, wird die
Aussage unseres Lemmas  als die
\glqq Eigenschaft Z von 
Deodhar\grqq\  zitiert.
Man kann diese Eigenschaft ohne Schwierigkeiten aus Satz \ref{BTA}
zur Bruhat-Ordnung durch Teilausdr"ucke folgern,
sie geht  jedoch bei uns   in den Beweis dieses Satzes  bereits ein.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Ich gebe noch eine andere Formulierung der Eigenschaft Z,
die  f"ur induktive Argumente besonders geschickt ist.
Seien $(W,S)$ ein Coxetersystem und $x,y\in W$ sowie $s\in S$ gegeben. 
Wir setzen $\{x_1,x_2\}\pdef \{x,sx\}$ und 
 $\{y_1,y_2\}\pdef \{y,sy\}$. Gibt es in dieser Situation 
$i,j$ mit $x_i\leq y_j$,
 so gilt entweder\label{AltZ}  
$x_1\leq y_1$ und $x_2\leq y_2$ oder $x_1\leq y_2$ und $x_2\leq y_1$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Anschauliche Bedeutung der Eigenschaft Z}]
Sei eine affine Spiegelungsgruppe mit einem ausgezeichneten
Alkoven gegeben, der der fundamentale Alkoven hei"sen m"oge.
Steigt ein Alkoven $B$ durch eine Folge von
Spiegelungen zu einem anderen Alkoven $C$ auf in dem Sinne,
da"s die zugeh"origen Elemente der Spiegelungsgruppe dabei 
immer l"anger werden, 
so steigt mit derselben Folge\label{DEZ}  
 auch das ungeordnete Paar von benachbarten Alkoven $\{B,Bs\}$ 
zum ungeordneten Paar von benachbarten Alkoven
$\{C,Cs\}$ auf. Das tut es sogar 
mit der Folge von Spiegelungen, die wir erhalten, wenn
wir aus unserer urspr"unglichen Folge von Spiegelungen alle 
diejenigen weglassen,
die nur die Bilder des Paares $(B,Bs)$ untereinander vertauschen.
Mit dieser Folge von Spiegelungen 
steigt dann
entweder $B$ zu $C$ auf und $Bs$ zu $Cs$ oder aber 
$B$ zu $Cs$  und $Bs$ zu $C$.
Die \glqq Eigenschaft Z\grqq\  formalisiert diese Anschauung.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}[\textbf{Bedeutung der Eigenschaft Z f"ur Weylgruppen}]
 Haben wir die Weylgruppe einer algebraischen Gruppe vor uns,
so folgt das Lemma leicht aus der Tatsache, da"s der Abschlu"s der
Bahn einer parabolischen Untergruppe auf der
Fahnenmannigfaltigkeit eine Vereinigung von Bahnen besagter
parabolischer Untergruppe ist.
\end{Bemerkunge}
\begin{proof}[Beweis]
  Wenn wir mal von der Formulierung
  \ref{AltZ} ausgehen, d"urfen wir ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit  $x < y = x t$ annehmen
f"ur eine Spiegelung $t$.
Dann sind wir in einem von vier F"allen, die wir jetzt gleich der
Reihe nach abhandeln.
$$\begin{array}{ll}
sx < x,\; sy>y : & \text{Dann gelten sogar alle vier Ungleichungen;}\\
sx < x,\; sy <y: & \text{Dann haben wir } l(sx) < l(sy) \text{ und }
sxt = sy \text{ und  }\\
&\text{damit notwendig } sx<sy\text{ und a forteriori }sx<y;\\
sx>x,\; sy > y: & \text{Dann k"onnen wir dasselbe Argument anwenden}\\
&\text{wie beim
vorhergehenden Fall;}\\
sx > x,\; sy<y: & \text{Dann haben wir } sxt <xt \text{ und 
argumentieren so:}
\end{array}$$
Wir sind fertig, wenn wir $sx\leq  sy$ alias
$l(sx)\leq l(sy)$ zeigen k"onnen.
Gilt aber sonst $l(sx)> l(sy)$ alias $l(sx)> l(sxt)$ und ist 
 $s_1\ldots s_r$ eine reduzierte Darstellung von $x$, so
ist $ss_1\ldots s_r$ eine reduzierte Darstellung von $sx$
und nach dem Austauschlemma \ref{ausV} k"onnen wir  in $sxt$ 
den Faktor $t$ k"urzen gegen eine einfache Spiegelung in
der reduzierten Darstellung von $sx$, ohne das Produkt
zu "andern. Wegen $x<xt$ mu"s diese einfache Spiegelung die Erste
sein und wir haben $x=sxt=sy$. In diesem Fall gilt zwar nicht $sx\leq  sy$,
aber eben $x\leq sy$ sowie $sx\leq y$ und das tut es auch. In der Anschauung entspricht dieser
Fall im "ubrigen der Spiegelung eines \glqq Dominos an einem Spiegel, die
unser Domino halbiert\grqq.
\end{proof}
\begin{Proposition} Sei $(W,S)$ ein Coxetersystem.\label{BruV} 
Die Bruhat-Teilordnung kann auch beschrieben werden als 
 die kleinste reflexive transitive Relation
$\leq$ auf $W$ derart, da"s gilt
$$x\leq xt\;\text{ f"ur alle $x\in W$ und alle 
Spiegelungen $t\in W$
mit $l(x)+1=l(xt)$.}$$
\end{Proposition}
\begin{proof} \nichtfinal{Noch sehr neu, nochmal pr"ufen, Literatur lesen!}
  Wir zeigen durch Induktion "uber $l(x)$, da"s
  es gegeben $y\leq x$ auch eine Folge der L"ange $r\pdef l(x)-l(y)$
  von Spiegelungen $t_1,\ldots,t_r$ gibt mit $y\leq t_1y\leq\ldots\leq t_r\ldots t_1y=x$. Sei in der Tat $s$ eine einfache Spiegelung mit $xs<x$.
  Gilt $y<ys$, so folgt mit der Eigenschaft Z bereits $y<xs$ und wir haben gewonnen per Induktion. Gilt dahingegen $ys<y$, so finden wir per Induktion eine
  Folge von Spiegelungen der gew"unschten Art, die $ys$ zu $xs$ macht, und
  wie beim Beweis der Eigenschaft Z macht sie dann auch $y$ zu $x$. 
\end{proof}

 \begin{Proposition}[\textbf{Obere Schranken endlicher Teilmengen}]
    Gegeben ein Coxetersystem $(W,S)$ und  Elemente $x,y\in W$
    gibt es  $w\in W$ mit $w\geq x$ und $w\geq y$.
 \end{Proposition}
  \begin{proof}
    Seien $x=t_1\ldots t_a$ und $y=s_1\ldots s_b$ reduzierte
    Darstellungen. Wir setzen $x=x_0$ und konstruieren induktiv
    eine Folge $x_0\leq x_1\leq \ldots\leq x_b$ durch die
    Vorschrift
    $x_{j}=x_{j-1}s_j$ falls $x_{j-1}\leq x_{j-1}s_j$ und $x_{j}=x_{j-1}$ sonst.
    Wir zeigen induktiv, da"s $x_j$ eine reduzierte Darstellung
    $$x_j= t_{(j)}s_1\ldots s_j$$
    besitzt mit $t_{(j)}$ einem Teilausdruck von $t_{(j-1)}$ und
    $t_{(0)}$ der urspr"unglichen reduzierten Darstellung von $x_0$.
    F"ur $x_0$ ist das klar. F"ur $x_1$ ist es klar
    im Fall $x_{0}\leq x_{0}s_1$. Im Fall $x_{0}\geq x_{0}s_1$ sagt uns das
    Austauschlemma, da"s es einen Index $i$ gibt mit
    $x_{0}s_1= t_1\ldots \hat t_i\ldots  t_a$ und
    das ist dann  sogar ein reduzierter Teilausdruck mit
    $x_{0}s_1= t_{(1)}$ und dann ist
    $x_{0}= t_{(1)}s_1$ die gesuchte
    reduzierte Darstellung. Allgemeiner gehen wir von
    $$x_{j-1}=t_{(j-1)}s_1\ldots s_{j-1}$$ aus.
    Wird das l"anger unter $(\cdot s_j)$, nehmen wir $t_{(j)}=t_{(j-1)}$. Wird das k"urzer unter $(\cdot s_j)$, so k"onnen wir eine Spiegelung unseres
    reduzierten Ausdrucks $x_{j-1}=t_{(j-1)}s_1\ldots s_{j-1}$ finden, deren
    Weglassen denselben Effekt hat wie $(\cdot s_j)$. Diese kann keine
    der $s$-Spiegelungen sein, da wir unsere Darstellung von $y$ reduziert
    angenommen hatten. Sie mu"s also eine der $t$-Spiegelungen sein und unsere Induktion l"auft. 
  \end{proof}%}






\begin{Proposition}[\textbf{Kleinste Nebenklassenrepr"asentanten}]
 Seien $(W,S)$ ein Coxtersystem und $S_p\subset S$ eine
 Teilmenge und $W_p\subset W$ ihr Gruppenerzeugnis. Ist $x\in W$
minimal in seiner Nebenklasse\label{KNK}  
$W_px$, so gilt f"ur alle $w\in W_p$ die Formel
$$l(wx)=l(w)+ l(x)$$
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl} In einer spezielleren  Situation hatten wir
  das bereits in \eref{knf}{DHL} gezeigt. Da"s es im Fall $|W_p|<\infty$
  dann auch in jeder Nebenklasse genau ein maximales Element gibt, folgt
  unmittelbar aus \ref{BTA}. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
  Wir argumentieren mit Induktion "uber die L"ange von $w$
  und erinnern aus \ref{Rrn}, da"s es unerheblich ist, ob wir diese
  L"ange in Bezug auf $(W,S)$ oder in Bezug auf $(W_p,S_p)$ betrachten.
  Sei nun $w\in W_p$ ein Gegenbeispiel kleinster L"ange f"ur die behauptete
  Identit"at. Da $w$ nicht trivial sein kann, k"onnen
  wir $w=sv$ schreiben mit $v<w$ und $s\in W_p$.
  Per Induktionsannahme gilt $l(vx)=l(v)+ l(x)$ und nach
  Annahme gilt $l(svx)=l(wx)<l(vx)$. Wir erhalten nach dem Austauschlemma
  also $svx$, indem wir aus
  einer beliebigen reduzierten Darstellung von $vx$ einen Faktor weglassen.
  So eine Darstellung erhalten wir nach Induktionsannahme, indem wir
  eine reduzierte Darstellung von $v$ und eine reduzierte Darstellung von $x$
  hintereinanderschreiben. Wird der fragliche Faktor in $v$ weggelassen, so
  haben wir $sv=w<v$ im Widerspruch zu unseren Annahmen. Wird der
  fragliche Faktor in $x$ weggelassen, so
  war $x$ nicht minimal in seiner Nebenklasse im Widerspruch zu unseren Annahmen. 
 \end{proof}
\begin{Proposition}[\textbf{Bruhatordnung und Nebenklassen}]
 Seien $(W,S)$ ein Coxtersystem und $S_p\subset S$ eine
 Teilmenge und $W_p\subset W$ ihr Gruppenerzeugnis. Gegeben $x,y\in W$
 und  $\bar x,\bar y$ die  kleinsten Repr"asentanten ihrer
 $W_p$-Ne\-ben\-klas\-sen nach \ref{KNK} gilt\label{BONK} 
 $$x\geq y \;\RA\; \bar x\geq \bar y$$
und f"ur alle $v,w\in W_p$ haben wir 
$v\bar x\geq w\bar x\;\IFF\; v\geq w$.
\end{Proposition}









\begin{Bemerkungl} In einer spezielleren  Situation hatten wir
  das bereits in \eref{knf}{DHL} gezeigt. Sind
  $\bar x,\bar y$ die  kleinsten Repr"asentanten ihrer
 $W_p$-Nebenklassen und gilt $\bar x\geq \bar y$, so folgt 
  f"ur beliebige $v,w\in W_p$ mit $v\geq w$ aus
  der Beschreibung \ref{BTA} der Bruhatteilordnung durch Teilausdr"ucke auch
  umgekehrt 
  $v\bar x\geq w\bar y$. Ist insbesondere $W_p$ endlich und $w_p\in W_p$ das
  \hyperref[BTA]{gr\"o\ss te Element}, so folgt aus $\bar x\geq \bar y$ auch 
  $w_p\bar x\geq w_p\bar y$ f"ur die gr"o"sten Nebenklassenrepr"asentanten $w_p\bar x$ beziehungsweise $w_p\bar y$.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
  Wir schreiben $x=w\bar x$ mit $w\in W_p$. Aus $x\geq y$
  folgt $x=w\bar x\geq \bar y$. W"ahlen wir reduzierte Darstellungen von $w$
  und von $\bar x$ und schreiben sie hintereinander, so erhalten wir nach
  \ref{KNK} eine reduzierte Darstellung von $w\bar x$.
  Davon mu"s $\bar y$ ein Teilausdruck sein. Da aber gilt $s\bar y>\bar y$
  f"ur alle $s\in S_p$, d"urfen bei diesem Teilausdruck keine
  Faktoren von $w$ stehengeblieben sein und es folgt $\bar x\geq\bar y$.
  In dieser Situation gilt $v\geq w\;\RA\;v\bar x\geq w\bar x$
  aufgrund der Erkenntnis $l(v\bar x)=l(v)+l(\bar x)$ nach \ref{KNK}.
  W"ahlen wir umgekehrt reduzierte Darstellungen von $v$ und von $\bar x$
  und  betrachten die durch Verkettung daraus entstehende reduzierte Darstellung
  von $v\bar x$ und davon einen Teilausdruck, so wird er entweder
  zu einer Nebenklasse $W_p\bar y$ mit minimalem Repr"asenanten
  $\bar y<\bar x$ geh"oren, wenn wir n"amlich auch von den Faktoren von
  $\bar x$ welche weglassen, oder aber die Gestalt $w\bar x$ haben mit
  $v\geq w$. Das zeigt die zweite Aussage.
\end{proof}
\begin{Proposition}[\textbf{Bruhatordnung und Doppelnebenklassen}]
 Seien $(W,S)$ ein Coxetersystem und $S_p\subset S\supset S_q$ zwei
 Teilmengen mit Erzeugnissen $W_p$ und $W_q$.
 Betrachten wir zu $x\in W$  das kleinste Element  $\bar x$ seiner
 Linksnebenklasse $W_px$ und dann  das kleinste Element
 $\bar{\bar{x}}$ von dessen Rechtsnebenklasse $\bar{x}W_q$, so erhalten wir
 das kleinste Element\label{Bodn} 
  $\bar{\bar{x}}$
 der Doppelnebenklasse $W_pxW_q$.
\end{Proposition}

\begin{Bemerkungl}
 Insbesondere folgt
 $x\geq y \;\RA\;\bar{x}\geq \bar{y} \;\RA\;\bar{\bar x}\geq \bar{\bar y}$.
 Gegeben zwei Elemente aus derselben Doppelnebenklasse liegt also auch jedes
 Element zwischen den beiden in dieser Doppelnebenklasse. 
 Weiter folgt, da"s ein Element $x$, das sowohl  minimal in $W_px$ als
 auch minimal in $xW_q$ ist, bereits minimal in $W_pxW_q$ sein mu"s.
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}
  Zun"achst zeigen wir, da"s $\bar{\bar x}$ zumindest das kleinste Element
  von $W_p\bar{\bar x}$ ist. Dazu reicht es, $s\bar{\bar x}>\bar{\bar x}$
  zu zeigen f"ur alle $s\in S_p$. Ist aber $v\in W_q$ gegeben durch $\bar x=\bar{\bar x}v$, so gilt nach \ref{BONK}
  notwendig $l(\bar x)=l(\bar{\bar x})+l(v)$ und dann impliziert $s\bar{\bar x}<\bar{\bar x}$   bereits
  $s{\bar x}=s\bar{\bar x}v<\bar{\bar x}v=\bar x$ im Widerspruch zu
  unseren Annahmen.  Ein beliebiges Element $y\in W_p x W_q$ schreiben wir nun
  als $y=w\bar{y}$ mit $w\in W_p$ und finden $u\in W_q$
  %von kleinstm"oglicher L"ange
  mit $\bar{\bar x}u\in W_p\bar y$ alias $\bar{\bar x}u=v\bar y$
      f"ur $v\in W_p$. Es folgt $\bar{\bar x}\leq v\bar y$ und
        reduzierte Darstellungen von $v$ und  $\bar y$ verketten
        nach \ref{BONK} zu
        einer reduzierten Darstellung von $v\bar y$. Von dieser mu"s
        $\bar{\bar x}$ nach \ref{BTA} ein Teilausdruck sein.
          Nach unseren Erkenntnissen vom Beginn des Beweises
          mu"s dann aber
          $\bar{\bar x}$ sogar ein Teilausdruck von $\bar y$ sein
            und es folgt $\bar{\bar x}\leq \bar{y}\leq y$.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Struktur der Doppelnebenklassen zu parabolischen Untergruppen}]
  Ist  $x\in W_pxW_q$ das kleinste Element seiner Doppelnebenklasse,
  so gilt f"ur $t\in S_q$  notwendig $l(xt)=l(x)+1=l(xtx^{-1}x)$. Wir
  folgern $xS_qx^{-1}\cap W_p\subset S_p$. Nennen wir diesen Schnitt
  $S_{p,x}$, so ist f"ur $w\in W_p$ das Element $wx$ minimal in 
  $wxW_q$ genau dann, wenn $w$ minimal ist in $w\langle S_{p,x}\rangle$. 
  Jedes Element von $W_pxW_q$ besitzt also eine eindeutige Darstellung
  $wxv$ mit $w\in W_p$ minimal in
  $w\langle S_{p,x}\rangle$ und $v\in W_q$ beliebig und dann  gilt 
  $l(wxv)=l(w)+l(x)+l(v)$. 
 Sind insbesondere $W_p$ und $W_q$ endlich, so besitzt jede Doppelnebenklasse $W_pxW_q$
 auch genau ein gr"o"stes Element. Diese Aussage scheint auf Masato Kobayashi
 zur"uckzugehen. Im Fall von Weylgruppen ist sie  ziemlich offensichtlich, da ja jede Doppelnebenklasse unter zwei parabolischen Untergruppen in einer zusammenh"angenden  reduktiven algebraischen Gruppe
 "uber einem algebraisch abgeschlossenen K"orper offensichtlich
 irreduzibel ist. Ich habe gelesen, da"s es im Fall der symmetrischen Gruppe
 $\mathcal S_5$ Doppelnebenklassen gibt, die als teilgeordnete Menge nicht
 zu ihrer eigenen opponierten teilgeordneten Menge isomorph sind. 
\end{Bemerkungl}



\subsubsection*{"Ubungen}

\begin{Ubung}
 Seien $(W,S)$ ein Coxtersystem und $S_p\subset S$ eine
 Teilmenge und $W_p\subset W$ ihr Gruppenerzeugnis.
 Gegeben eine Spiegelung $t\in  W\backslash W_p$ und $x\in W_p$
 gilt $tx>x$. Hinweis: Bruhat-Ordnung "uber Teilausdr"ucke \ref{BTA}. 
\end{Ubung}


\begin{Ubung}
Gegeben $x<y$ in der Bruhatteilordnung gibt es
$z$ mit $x<z\leq y$ in der Bruhat-Teilordnung und $l(z)=l(x)+1$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Seien $(W,S)$ ein Coxetersystem und $x\in W$ ein Element
  und $x=s_1\ldots s_r$ eine reduzierte Darstellung.
  So liefern die um eins k"urzeren Teilausdr"ucke paarweise
  verschiedene Elemente von $W$. Hinweis: Man mag  im Alkovenbild argumentieren.\label{kTA}
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Gegeben $x<y$ in der Bruhatteilordnung mit $l(y)=l(x)+2$ gibt es genau zwei
Elemente $z$ mit
$x<z< y$. Hinweis: \ref{kTA}.
\end{Ubung}




%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "XXSPW"
%%% End: 
