\section{Spiegelungsgruppen}
%Gelesen und f"ur gut befunden am 25.8.2005.
\subsection{Endliche Spiegelungsgruppen}\label{EnSp}
%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%
\begin{Bemerkung}
Unter einem \defind{euklidischen Vektorraum} verstehen wir
hier und im Folgenden stets einen endlichdimensionalen Vektorraum
"uber einem angeordneten K"orper im Sinne von
\ref{AKoo}, der mit einem Skalarprodukt versehen ist.
\end{Bemerkung}
\begin{Definition}\label{DS2}
Sei $V$ ein euklidischer Vektorraum.
Eine orthogonale lineare Abbildung $s:V \ra V$ hei"st eine
\defnoind{Spiegelung}\index{Spiegelung!orthogonale lineare} oder noch pr"aziser
eine {\bf orthogonale
lineare Spiegelung} 
genau dann, wenn  ihre 
Fixpunktmenge $V^s$
eine Hyperebene ist, in Formeln 
$\op{dim} (V/V^{s}) =1.$ 
Wir nennen $V^{s}$ die \defind{Spiegelhyperebene} oder abk"urzend
auch die \defind{Spiegelebene} der Spiegelung $s.$
\end{Definition}
\begin{Bemerkung}
Der Eigenraum zum Eigenwert $-1$ einer Spiegelung ist stets
eine Gerade, in Formeln $\op{dim} V^{-s}=1,$ und zwar
die Gerade aller auf der Spiegelebene $V^{s}$ senkrechten Vektoren.
Ist $\alpha\in V^{-s}$ ein Erzeuger dieser Gerade und notieren
wir das Skalarprodukt auf $V$ als $(v,w),$ so wird die Spiegelung
$s$ gegeben durch die Vorschrift
$$s(v) = v - \frac{2(v,\alpha)}{(\alpha,\alpha)}\alpha$$
In der Tat definiert diese Formel eine lineare Abbildung, die
die auf $\alpha$ senkrechte Hyperebene $\alpha^\perp$ 
punktweise festh"alt
und die $\alpha$ auf $-\alpha$ abbildet.
\end{Bemerkung}

\begin{Definition}\label{ESGg}%\label{ESG} 
Eine 
\defnoind{endliche euklidische 
Spiegelungs\-gruppe}\index{Spiegelungsgruppe, endliche euklidische}
ist eine endliche Gruppe von orthogonalen Automorphismen eines
euklidischen Vektorraums,
die von Spiegelungen erzeugt wird.
\end{Definition}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[height=0.4\textheight]{SkriptenBilder/BildDie}\\[4mm]
\noindent 
Die vier Spiegelebenen der Diedergruppe $D_4.$
Die acht \glqq Kuchenst"ucke\grqq, jeweils ohne ihren Rand,
sind die zugeh"origen \glqq Alkoven\grqq\  oder \glqq Weylkammern\grqq\  und
man "uberlegt sich leicht, da"s je zwei Alkoven durch genau ein
Element unserer Spiegelungsgruppe ineinander "uberf"uhrt werden.
\end{figure}

\begin{Beispiel}
Wir betrachten in der reellen euklidischen Ebene $r$ Geraden 
durch den Ursprung
derart, da"s \glqq je zwei benachbarte Geraden denselben Winkel
$\pi/r$ einschlie"sen\grqq.
Diese $r$ Geraden sind die Spiegelebenen einer
endlichen orthogonalen Spiegelungsgruppe,
der sogenannten \defind{Diedergruppe} $D_{r}.$
Sie besteht aus den $r$ Spiegelungen an unseren $r$ Geraden
sowie den $r$ Drehungen um die Winkel $2\pi\nu/r$ f"ur
$\nu = 0,1,\ldots, r-1.$
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
Wir betrachten im $\Bbb{R}^{n}$ f"ur $1\leq i < j \leq n$ die Hyperebenen
$H_{i,j} = \{(x_{1},\ldots, x_{n}) \mid x_{i} = x_{j}\}.$
Die orthogonale Spiegelung $s$ an der Hyperebene $H_{i,j}$ 
kann auch beschrieben werden als die
Vertauschung der $i$-ten und der $j$-ten Koordinate,
$s(\ldots,x_{i},\ldots, x_{j}, \ldots)=
( \ldots, x_{j}, \ldots, x_{i}, \ldots),$ denn 
besagte Vertauschung ist
orthogonal und $H_{i,j}$ ist die Menge ihrer Fixpunkte.
Diese Spiegelungen erzeugen 
eine endliche Spiegelungsgruppe, die in
offensichtlicher Weise isomorph
ist zur symmetrischen Gruppe $\cal{S}_n.$
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
Die orthogonalen Spiegelungen an denjenigen Ebenen 
des  $\DR^3,$ die senkrecht stehen auf 
den Kantenmitten der Kanten eines im Ursprung zentrierten 
Tetraeders, erzeugen eine endliche Spiegelungsgruppe,
die isomorph ist zur Gruppe aller 24 Permutationen
der vier Ecken unseres Tetraeders.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
Die orthogonalen Spiegelungen an den Koordinatenebenen 
des $\DR^n$ erzeugen eine endliche Spiegelungsgruppe mit $2^n$ 
Elementen. 
\end{Beispiel}

\begin{Definition}
Eine Teilmenge eines 
Vektorraums "uber einem angeordneten K"orper  
hei"st \defnoind{konvex}\index{konvex!in Vektorraum} genau dann, wenn sie 
mit je zwei Punkten  auch das ganze dazwischenliegende Geradensegment
enth"alt.
Ist $V$ unser Vektorraum
und notieren wir f"ur Punkte $x,y\in V$ das
dazwischenliegende Geradensegment mit
$[x,y]=\{tx+(1-t)y\mid 0\leq t\leq 1\},$ 
so ist also in Formeln $A\subset V$ konvex genau dann, wenn gilt
$x,y\in A\RA [x,y]\subset A.$
\end{Definition}
\begin{Definition}
Sei $V$ ein euklidischer Vektorraum  und $W\subset \op{GL}(V)$ eine
endliche orthogonale Spiegelungsgruppe.
Die maximalen konvexen Teilmengen im Komplement 
der Vereinigung aller Spiegelebenen $$V -
\bigcup_{\substack{s \in W \text{ ist }\\ \text{Spiegelung} }} V^s$$
hei"sen die
\defnoind{Weylkammern}\index{Weylkammer!einer Spiegelungsgruppe}
oder \defnoind{Alkoven}\index{Alkoven!zu endlicher Spiegelungsgruppe}
unserer Spiegelungsgruppe.
\end{Definition}
\begin{Bemerkung}
Im Fall $k=\Bbb{R}$  k"onnen wir die Alkoven auch als die
Zusammenhangskomponenten von besagtem Komplement beschreiben, wenn wir
$V$ mit seiner "ublichen Topologie versehen.
\end{Bemerkung}
\begin{Bemerkung}\label{SGuT}
Wir wollen als n"achstes zeigen, da"s
jede endliche Spiegelungsgruppe 
frei und transitiv auf der Menge ihrer Alkoven operiert.
Die Transitivit"at ist schnell bewiesen: 
Nehmen wir der Einfachkeit halber $\DR$ als Grundk"orper,
so finden wir f"ur beliebige Vektoren
$v,w\in V$ ein $x\in W$ derart, da"s 
der Abstand $\|v-xw\|$ kleinstm"oglich wird. Dann k"onnen
$v$ und $xw$ durch keine Spiegelebene mehr getrennt werden, da
ja sonst aus elementargeometrischen Gr"unden  $v$ und $sxw$ noch n"aher
aneinander w"aren, f"ur $s$ die Spiegelung
an besagter Spiegelebene.
Also liegen $v$ und $xw$ f"ur jede Spiegelebene in demselben
abgeschlossenen Halbraum und damit im Abschlu"s desselben Alkoven.
Die Freiheit der Operation scheint mir weniger offensichtlich.
Um beim Beweis inhaltsreichere Bilder malen zu k"onnen, werden wir sie
gleich
in der etwas allgemeineren Situation affiner Spiegelungsgruppen 
zeigen.
Wir f"uhren diesen Begriff im "ubern"achsten Abschnitt ein. Zun"achst m"ussen
wir jedoch geometrische Vorbereitungen treffen.  
\end{Bemerkung}


\subsection{Alkovengeometrie}

\begin{Definition}
Sei $E$ ein affiner Raum "uber
einem angeordneten K"orper.
Gegeben 
$x,y \in E$ setzen wir 
$$
\begin{array}{lll}
[x,y]&=&\{ x+t(y-x)\mid 0\leq t\leq 1\}\\[0mm] 
[x,y)&=&\{ x+t(y-x)\mid 0\leq t< 1\}\\ 
(x,y]&=&\{ x+t(y-x)\mid 0< t\leq 1\}\\ 
(x,y)&=&\{ x+t(y-x)\mid 0< t< 1\}\\ 
\end{array}
$$
Mengen dieser Gestalt mit $x\neq y$ nennen wir 
{\bf abgeschlossene} bzw.\, {\bf halboffene} 
bzw.\, {\bf offene} 
 \defind{Geradensegmente}.  
\end{Definition}
\begin{Definition}
Ein affiner Teilraum eines affinen Raums hei"st eine
\defind{Hyperebene} genau dann, wenn sein Richtungsraum 
die Kodimension Eins hat im Richtungsraum  
unseres urspr"unglichen affinen Raums.
\end{Definition}
\begin{Definition}
Ein System von Hyperebenen in einem affinen Raum "uber
einem angeordneten K"orper hei"st 
\defnoind{lokal endlich}\index{System von Hyperebenen}
genau dann, wenn  jedes Geradensegment in unserem Raum
h"ochstens endlich viele Hyperebenen 
unseres Systems trifft.
\end{Definition}
\begin{Lemma}\label{MMm}%\label{MM}
Ein affiner Raum "uber einem angeordneten K"orper 
kann nicht durch ein lokal endliches System  von
Hyperebenen "uberdeckt werden.
\end{Lemma}

\begin{proof}[Beweis]
Jeder Punkt $x$ unseres affinen Raums
liegt auf h"ochstens endlich vielen unserer  Hyperebenen.
Wenn wir nun mithilfe von \ref{EU} einen weiteren 
Punkt $y$ au"serhalb dieser endlich
vielen Hyperebenen w"ahlen, so ist das Segment $[x,y]$ in
keiner unserer  Hyperebenen enthalten. Da es unendlich
viele Punkte hat, aber nur endlich viele unserer Hyperebenen
trifft und zwar in jeweils nur einem Punkt, 
gibt es
auf $[x,y]$ notwendig Punkte, die
in keiner unserer Hyperebenen enthalten sind.
\end{proof}

 \begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildHpA}\\[4mm]
 \noindent 
Der $H$-Halbraum von $A.$ Per definitionem
geh"ort $H$ selbst nicht dazu.
\end{figure}

\begin{Definition}\label{KHR}
Sei  $E$ ein affiner Raum "uber
einem angeordneten K"orper.
Eine Teilmenge unseres affinen Raums
hei"st  {\bf konvex}\index{konvex!in affinem Raum} 
genau dann, wenn sie 
mit je zwei Punkten  auch das ganze dazwischenliegende Geradensegment
enth"alt.
F"ur jede Hyperebene $H\subset E$ gibt es in  $E\setminus H$ 
genau zwei maximale
konvexe Teilmengen,
die wir die \defnoind{Halbr"aume}\index{Halbraum} zu $H$ oder
die \defnoind{$H$-Halbr"aume}\index{Halbraum} nennen. Ist $A\subset E$ eine 
nichtleere konvexe
Teilmenge und gilt $A \cap H = \emptyset,$
so liegt $A$ in genau einem Halbraum zu $H.$
Diesen Halbraum bezeichnen wir mit $H^{+}_{A}$ und nennen ihn den
\defnoind{$H$-Halbraum von} $A.$ Seine Vereinigung mit der Hyperebene 
selbst notieren wir $\bar{H}^{+}_{A}={H}^{+}_{A}\cup H$
und nennen sie den 
\defnoind{abgeschlossenen $H$-Halbraum von}\index{abgeschlossen!Halbraum} 
$A.$ 
\end{Definition}


\begin{Definition}
F"ur jede Hyperebene in einem affinen Raum "uber einem angeordneten K"orper
betrachten wir die dreiteilige Partition unseres 
Raums in die zwei 
Halbr"aume und die Hyperebene selbst und nennen sie
die zugeh"orige \glqq Hyperebenenpartition\grqq.
Gegeben ein lokal endliches System von Hyperebenen 
 betrachten wir die
gr"obste Partition unseres affinen Raums, 
die feiner ist als diese Hyperebenenpartition f"ur
jede der Hyperebenen unseres Systems. Die St"ucke der so erkl"arten
Partition 
hei"sen die \defnoind{Facetten
zu unserem lokal endlichen System von Hyperebenen}.  
Als Schnitte konvexer
Teilmengen sind sie konvex und per definitionem sind sie nie
leer.
\end{Definition} 
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildFacc}\\[4mm]
 \noindent 
Die drei dargestellten Geraden liefern eine Partition der
Papierebene in 19 Facetten, als da w"aren 3 einpunktige Facetten,
3 offene Geradensegmente, von denen ich eines
versucht habe durch ein Klammerpaar anzudeuten,  
6 offene Halbgeraden, von denen ich eine
versucht habe durch eine Klammer anzudeuten, und 7 sogenannte
Alkoven, von denen ich Zwei schraffiert habe.
Der Abschlu"s des dreieckigen Alkoven in der Mitte ist
die abgeschlossene Dreiecksfl"ache, er ist in unserem Fall
die Vereinigung von 7 unserer Facetten, n"amlich von den 3 Punkten, 
den 3 offenen Geradensegmenten und der offenen Dreiecksfl"ache selber.
\end{figure}
\begin{Bemerkung}
Wollten wir das in algebraischer statt in geometrischer Sprechweise
formulieren, so m"u"sten wir statt unserem System von Hyperebenen 
eine Menge $\Lambda$ von affinen Abbildungen $\lambda:E\ra k$ betrachten,
die  als Gleichungen unserer Hyperebenen  interpretiert werden k"onnten,
und f"ur jede Dreiteilung dieses Systems $\Lambda=\Lambda^+\amalg
\Lambda^0\amalg
\Lambda^-$ w"are die Menge 
$$\left\{v\in E\left|
    \begin{array}{ll}
 \lambda(v)=0 &\forall \lambda\in\Lambda^0\\
\lambda(v)>0 &\forall\lambda\in\Lambda^+\\
\lambda(v)<0 &\forall\lambda\in\Lambda^-
\end{array}
\right\}\right.$$
entweder leer oder eine Facette. Die \glqq lokale Endlichkeit\grqq\  unseres 
Systems von Hyperebenen "ubersetzt sich dann in die Bedingung, da"s auf
jedem Geradensegment h"ochstens endlich viele $\lambda\in\Lambda$ eine
Nullstelle haben d"urfen.
\end{Bemerkung}
\begin{Definition}\label{Facet}
Ist $E$ ein affiner Raum
"uber einem angeordneten K"orper, so nennen wir  eine 
Teilmenge $A\subset E$ ganz allgemein eine \defind{Facette} genau dann,
wenn es ein lokal endliches System von Hyperebenen gibt, zu dem
unser $A$ eine Facette ist.
Wir sagen dann auch, da"s besagtes System von Hyperebenen \glqq unsere Facette
  beschreibt\grqq. 
\end{Definition}
\begin{Bemerkung}
   Ein und dieselbe Facette kann durch sehr verschiedene lokal
  endliche Systeme von Hyperebenen beschrieben werden.
\end{Bemerkung}

  
\begin{Definition}
Ist $E$ ein affiner Raum und 
$A\subset E$ eine Facette, so definieren
wir ihren \defnoind{Abschlu"s}\index{Abschlu"s!von Facette} $\bar A$ 
als die Menge aller Punkte $x\in E$ derart, da"s 
 f"ur 
mindestens einen  
Punkt $y\in A$ die Menge $(x,y]$ ganz in $A$ enthalten ist.
\end{Definition}
\begin{Beispiele}
Wegen $(x,x]=\{x\}$ liegt jede Facette in ihrem Abschlu"s.
In einem eindimensionalen affinen Raum "uber einem
angeordneten K"orper sind die Facetten genau die Punkte, die
offenen Geradensegmente, die offenen Halbgeraden und der ganze Raum.
In einem endlichdimensionalen affinen Raum "uber einem
angeordneten K"orper ist jeder nichtleere affine Teilraum
und insbesondere jede einelementige Teilmenge
eine Facette. Im allgemeinen  ist jeder Halbraum eine Facette
und sein Abschlu"s im Sinne von \ref{KHR} f"allt mit seinem 
Abschlu"s als Facette zusammen.
\end{Beispiele}

\begin{Bemerkungl}
Ist $E$ ein affiner Raum
"uber einem angeordneten K"orper und
 $A\subset E$ eine Facette und $\cal{H}$ 
ein lokal endliches System von Hyperebenen, das sie beschreibt,
so haben wir
$$A=\bigcap_{A\subset H}H\cap 
\bigcap_{A\not\subset H}H^+_A$$
wobei bei beiden Schnitten 
jeweils nur die Hyperebenen $H\in\cal{H}$ in Betracht 
gezogen werden.
Der Abschlu"s unserer Facette wird dann gegeben durch 
$$\bar{A}=\bigcap_{A\subset H}H\cap 
\bigcap_{A\cap H=\emptyset}\bar{H}^+_A$$
Insbesondere gilt f"ur jeden Punkt $y\in A$ offensichtlich
$\bar{A}=\{x\mid [y,x)\subset A\}.$
Haben wir $k=\DR$ und ist unser affiner Raum endlichdimensional
und versehen wir ihn mit seiner nat"urlichen Topologie,
so stimmt der oben definierte Abschlu"s einer Facette
"uberein mit ihrem Abschlu"s im Sinne der Topologie.
\end{Bemerkungl}
\begin{Ubung}\label{ScAl}
Ist der Schnitt zweier Facetten nicht leer, so
ist er wieder eine Facette,
deren Abschlu"s als der Schnitt  der Abschl"usse
der urspr"unglichen Facetten beschrieben werden kann.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{HAB}
Trennt eine Hyperebene $H$ zwei Alkoven $A$ und $B,$ so gilt
$\bar{A}\cap\bar{B}\subset H.$
\end{Ubung}
\begin{Lemma}\label{FOG}
Umfa"st eine Facette ein abgeschlossenes Geradensegment, so umfa"st sie
auch ein offenes Geradensegment, das seinerseits 
dieses abgeschlossene Geradensegment umfa"st.
\end{Lemma}
\begin{proof}
Das folgt direkt aus der Definition \ref{Facet}.
\end{proof}
\begin{Lemma}\label{L62}
Ist eine Facette in einem abgeschlossenen Halbraum zu einer
Hyperebene enthalten, so liegt sie entweder bereits im 
entsprechenden offenen
Halbraum  oder aber  in der fraglichen Hyperebene.
\end{Lemma}
\begin{proof}
Das folgt direkt aus dem vorhergehenden Lemma \ref{FOG}.
\end{proof}
\begin{Definition}
Die maximalen Facetten im Abschlu"s einer gegebenen Facette
hei"sen ihre {\bf Randfacetten}.\index{Randfacette}
\end{Definition}
  \begin{Lemma}\label{RaFa}
    Wird eine Facette $A$ beschrieben durch ein lokal endliches System von
    Hyperebenen $\cal{H},$ so beschreibt dieses System auch alle ihre
    Randfacetten, und diese sind genau alle nichtleeren 
Schnitte $B$ der Gestalt
    $$B=\bigcap_{A\subset H\in \cal{H}}H\cap \bigcap_{H\in \cal{R}}H\cap
    \bigcap_{H\not\in \cal{R}}H^+_A$$
    f"ur beliebige Teilmengen $\cal{R}\subset
    \{H\in\cal{H}\mid A\not\subset H\}.$
\end{Lemma}

\begin{proof}
  In der Tat ist jeder solche 
nichtleere Schnitt offensichtlich eine Facette im
  Abschlu"s von $A.$ 
Ist umgekehrt eine Facette im Abschlu"s von $A$ gegeben, so 
liegt sie sicher auf allen Hyperebenen, auf denen $A$ liegt,
und nach \ref{L62} liegt sie in Bezug auf alle 
Hyperebenen aus einem $A$ beschreibenden System 
entweder auf der Hyperebene selbst oder in demselben Halbraum wie $A.$
Folglich liegt jede im
  Abschlu"s von $A$ enthaltene Facette in einem unserer Schnitte.
\end{proof}



  
\begin{Bemerkung}\label{FaCo}
  Auf der Menge $\cal{F}(A)$ aller Randfacetten einer Facette  
$A$ erhalten wir eine
  partielle Ordnung durch die Vorschrift $$B\leq C\;\;\; \IFF \;\;\;B\subset
  \bar{C}$$
  und f"ur jede Facette $C\in \cal{F}(A)$ haben wir $\cal{F}(C)\subset
  \cal{F}(A).$ Nach dem vorhergehenden Lemma
\ref{RaFa}  ist der Abschlu"s einer Facette stets die disjunkte
  Vereinigung "uber alle maximalen in besagtem Abschlu"s enthaltenen Facetten,
  in Formeln
  $$\bar{A}=\coprod_{B\in\cal{F}(A)}B$$
  Ist $E$ unser affiner Raum und $A\subset
  E$ eine Facette, so geh"oren zwei verschiedene Punkte aus ihrem Abschlu"s
  $x,y\in\bar{A}$ zu derselben maximalen Facette $B\subset \bar{A}$ genau dann,
  wenn es ein offenes ganz in $\bar{A}$ enthaltenes Geradensegment gibt, das
  unsere beiden Punkte enth"alt.
\end{Bemerkung}


  \begin{Definition}
    Der von einer Facette erzeugte affine Teilraum hei"st der
    \defnoind{Tr"ager}\index{Tr"ager!einer Facette} unserer Facette.  Er kann
    auch beschrieben werden als der Schnitt aller derjenigen Hyperebenen eines
    beschreibenden lokal endlichen Systems, die die fragliche Facette enthalten.
    Eine Facette, deren Tr"ager der ganze Raum ist, hei"st ein
    \defnoind{Alkoven}\index{Alkoven!zu System von Hyperebenen} oder auch eine
    \defind{Kammer}.
\end{Definition}





  \begin{Ubung}
   Gegeben  ein lokal endliches 
System von Hyperebenen in einem affinen Raum "uber einem
    angeordneten K"orper
sind die zugeh"origen 
Alkoven genau die maximalen konvexen Teilmengen des Komplements
    der Vereinigung aller Hyperebenen unseres Systems, und jede nichtleere
konvexe Teilmenge von $E\setminus\bigcup_{H\in \cal{H}} H$ liegt in
genau einem Alkoven. 
\end{Ubung}

 \begin{Ubung}\label{AOLE}
   Gegeben  ein beliebiges 
System von Hyperebenen $\cal{H}$ in einem affinen Raum $E$ "uber einem
    angeordneten K"orper ist das Komplement
    der Vereinigung aller Hyperebenen unseres Systems,
$E\setminus\bigcup_{H\in \cal{H}} H$  die disjunkte
Vereinigung
seiner maximalen konvexen Teilmengen, und jede 
nichtleere konvexe Teilmenge ist in genau einer dieser 
maximalen konvexen Teilmengen enthalten. 
\end{Ubung}








\begin{Lemma}\label{AUe}
Gegeben  ein lokal endliches System von Hyperebenen $\cal{H}$ in einem
affinen Raum $E$ "uber einem angeordneten K"orper "uberdecken die
Abschl"usse der zugeh"origen Alkoven ganz $E.$ Bezeichnet $\cal{A}$
diese Menge von Alkoven, so gilt also in Formeln 
$$E=\bigcup_{A\in\cal{A}}\bar{A}$$
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
F"ur $p\in E$ finden
wir nach Lemma \ref{MMm} eine affine Gerade durch $p,$ die in keiner unserer
Hyperebenen $H\in\cal{H}$ enthalten ist. Dann gibt es auch einen Punkt
$q$ auf unserer Gerade derart, da"s das halboffene Geradensegment
$(p,q]$
keine unserer Hyperebenen $H\in\cal{H}$ trifft. Damit liegt aber notwendig
der Punkt $p$ im Abschlu"s des Alkoven von $q.$
\end{proof}
\begin{Definition}
Gegeben ein Alkoven  
hei"st eine
Hyperebene 
eine \defind{Wand}  des Alkoven 
genau dann, wenn sie der Tr"ager einer Randfacette
unseres Alkoven ist. Insbesondere geh"ort nach \ref{RaFa} 
eine Wand eines Alkoven also zu 
jedem lokal endlichen System  von Hyperebenen,
das besagten Alkoven beschreibt.
Die Menge der W\"ande eines Alkoven  $A$
notieren wir $\cal{H}_{A}.$ 
\end{Definition}

\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildWA}\\[4mm]
\noindent 
Ein System von Hyperebenen, ein zugeh"origer Alkoven als
schraffierte Dreiecksfl"ache, und seine drei W"ande als
fett eingezeichnete affine Geraden.
\end{figure}


  \begin{Ubung}\label{UeWaa}
    Eine Hyperebene ist eine Wand eines vorgegebenen 
Alkoven genau dann, wenn es
    einen Punkt aus dem Abschlu"s unseres Alkoven gibt derart, da"s unsere
    Hyperebene die einzige Hyperebene durch besagten Punkt ist, die 
unseren Alkoven
    vermeidet.
\end{Ubung}


\begin{Satz}[\textbf{Begrenzung eines Alkoven durch seine W"ande}]
Jeder Alkoven ist\label{Wand} der Schnitt "uber alle ihn umfassenden
Halbr"aume zu seinen W"anden. In Formeln gilt f"ur jeden Alkoven $A$ also
$$A = \bigcap_{H \in \cal{H}_{A}} H^{+}_{A}$$
\end{Satz}

\begin{proof}
Es gilt zu zeigen, da"s jedes Segment $[x,y]$ mit $x\in A$ und $y\not\in A$
mindestens eine Wand von $A$ trifft.
Per definitionem gibt es  ein lokal endliches 
System $\cal{H}$ von Hyperebenen, das den Alkoven $A$ beschreibt.
Lassen wir aus diesem System eine Hyperebene weg, die keine Wand
von $A$ ist, so erhalten wir nach \ref{UeWa} wieder ein
 lokal endliches System von Hyperebenen, das den Alkoven $A$ beschreibt.
Trifft unser Segment also keine Wand von $A,$ 
so k"onnen wir die endlich vielen 
Hyperebenen aus $\cal{H},$ die es trifft, 
aus $\cal{H}$
herausnehmen und erhalten  nach unserer Vor"uberlegung 
wieder ein
System von Hyperebenen, das den Alkoven $A$ beschreibt. 
Daraus  folgt jedoch $y\in A$ im Widerspruch zu unserer Annahme.
\end{proof}

 \begin{Lemma}\label{UeWa}
Gegeben ein Alkoven und ein ihn beschreibendes System
von Hyperebenen $\cal{H}$ ist eine Hyperebene $H\in \cal{H}$
eine Wand unseres Alkoven  genau dann, wenn es
 auf $H$   einen Punkt aus dem Abschlu"s unseres Alkoven gibt, der
auf keiner anderen Hyperebene aus $\cal{H}$
liegt.
\end{Lemma}
\begin{proof}
Ist unsere Hyperebene die einzige Hyperebene aus $\cal{H}$
durch besagten Punkt, die den Alkoven nicht trifft, 
so mu"s besagter Punkt nach \ref{RaFa} zu einer Randfacette 
geh"oren, die unsere Hyperebene erzeugt. Folglich ist
dann unsere Hyperebene eine Wand des besagten Alkoven.
Die Umkehrung ist eh klar nach \ref{UeWaa}.
\end{proof}

\begin{Lemma}\label{WAa}
Ist $\cal{H}$ ein lokal endliches System von Hyperebenen in einem
affinen Raum "uber einem angeordneten K"orper, so
ist jede Hyperebene $H \in \cal{H}$  Wand mindestens eines
der durch dieses System definierten Alkoven,
in Formeln $$\cal{H}=\bigcup_{A\in\cal{A}}\cal{H}_A$$
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
F"ur $H\in\cal{H}$ finden wir nach \ref{MMm} 
einen Punkt $q\in H,$ der auf keiner
anderen Hyperebene aus $\cal{H}$ liegt.
Er liegt nach \ref{AUe} im Abschlu"s eines Alkoven,
und unsere Hyperebene ist dann nach \ref{UeWa}
eine Wand dieses Alkoven.
\end{proof}

\begin{Bemerkung} Sei $A$ ein Alkoven zu einem lokal endlichen System
von Hyperebenen $\cal{H}.$
W"ahlt man f"ur jede Hyperebene $H \in \cal{H}$ eine affine Gleichung
$\alpha_{H} : E \ra k$ mit $\alpha_{H}|_A > 0,$ so sind die 
W"ande von $A$ genau diejenigen $H \in \cal{H},$ f"ur die sich $\alpha_{H}$
nicht als positive Linearkombination gewisser $\alpha_{L}$ 
mit $L \neq H$ schreiben
l"a"st:
Da"s f"ur jede Wand $H$ von $A$ die Gleichung $\alpha_{H}$ diese Bedingung
erf"ullt, ist eh klar.
Da"s nur W"ande unsere Bedingung erf"ullen, ist vielleicht weniger klar,
ergibt sich jedoch als
eine Konsequenz des Hauptsatzes "uber lineare Ungleichungen \ref{HLU}.
\end{Bemerkung}



\subsection{Affine Spiegelungsgruppen}

\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=6cm]{SkriptenBilder/BildAA0002}
\includegraphics[width=6cm]{SkriptenBilder/BildA}\\[4mm]
\includegraphics[width=6cm]{SkriptenBilder/BildB}
\includegraphics[width=6cm]{SkriptenBilder/BildG}\\[4mm]
\noindent 
Dieses Bild zeigt die Spiegelhyperebenen von vier 
ebenen affinen Spiegelungsgruppen. 
Das sind auch bis auf Konjugation mit Automorphismen der affinen 
Ebene alle M"oglichkeiten f"ur ebene affine Spiegelungsgruppen, die
\glqq essentiell\grqq\  sind in dem Sinne, da"s die darin enthaltenen 
Verschiebungen den Richtungsraum aufspannen.
\end{figure}

\begin{Definition}
Ein
{\bf affiner euklidischer
Raum}  ist
ein endlichdimensionaler
affiner Raum "uber einem angeordneten K"orper, 
dessen Raum von Richtungsvektoren mit
einem Skalarprodukt versehen ist.
Eine affine Abbildung zwischen affinen euklidischen R"aumen hei"st
\defind{orthogonal} genau dann, wenn ihr linearer Anteil
orthogonal ist.
Eine \defnoind{Spiegelung} oder 
pr"aziser eine \defnoind{affine orthogonale Spiegelung}
\index{Spiegelung!affine orthogonale} auf einem
affinen  euklidischen Raum  ist eine orthogonale
Abbildung, deren Fixpunktmenge
eine Hyperebene ist.  
\end{Definition}
\begin{Bemerkung}\label{KFo2}%\label{KFo}
F"ur jede affine Hyperebene $H$ in einem affinen euklidischen 
Raum $E$ gibt es 
genau eine Spiegelung $s=s_H:E\ra E$ mit Fixpunktmenge
$E^{s}=H.$
Ist  $w:E\ra E$ orthogonal, so haben wir 
$s_{wH}=ws_Hw^{-1}.$  
\end{Bemerkung}

\begin{Definition}\label{ASG}
Eine Gruppe  von affinen orthogonalen Selbstabbildungen eines
affinen euklidischen Raums 
hei"st eine \defnoind{affine 
euklidische Spiegelungsgruppe}\index{Spiegelungsgruppe!affine euklidische} 
oder auch kurz eine
\defnoind{affine Spiegelungsgruppe}
\index{Spiegelungsgruppe!affine} 
genau dann, wenn
sie von  Spiegelungen erzeugt wird und die Menge aller
Spiegelebenen zu  Spiegelungen unserer 
Gruppe lokal endlich ist.
\end{Definition}
\begin{Bemerkung}
Wenn wir von einer affinen Spiegelungsgruppe $(W,E)$ reden, so
ist mit $E$ der zugrundeliegende affine euklidische Raum gemeint und mit
$W$ die Gruppe selber.
\end{Bemerkung}

\begin{Beispiel}
Wir betrachten die Menge $\cal{H}$ aller derjenigen Geraden in $\Bbb{R}^{2},$
die parallel sind zu einer der Koordinatenachsen und durch einen Punkt mit
ganzzahligen Koordinaten gehen. Offensichtlich 
ist $\cal{H}$ die Menge aller
Spiegelebenen einer affinen Spiegelungsgruppe und die Alkoven sind gerade die
\glqq Felder dieses Rechenpapiers\grqq.
Allgemeiner k"onnen wir nat"urlich auch die Menge $\cal{H}$ aller derjenigen
Hyperebenen in $\Bbb{R}^{n}$ betrachten, die parallel sind zu einer der
Koordinaten-Hyperebenen und die einen Punkt mit ganzzahligen Koordinaten
enthalten.
Im Fall $n=1$ sind die Alkoven die offenen Segmente $(i,i+1),$ im Fall
$n=3$ haben sie die Gestalt von  W"urfeln.
\end{Beispiel}

\begin{Ubung}
Eine endliche Gruppe von Bewegungen eines affinen Raums
"uber einem K"orper der Charakteristik Null hat stets einen
Fixpunkt, genauer ist der Schwerpunkt jeder Bahn ein Fixpunkt.
\end{Ubung}


\begin{Satz}[\bf{Geometrie affiner Spiegelungsgruppen}]
Sei $\cal{H}$ ein
lokal endliches System  von\label{THG}
Hyperebenen eines affinen euklidischen Raums, das
unter den Spiegelungen an allen seinen Hyperebenen in
sich selber "uberf"uhrt wird.  
So gilt:
\begin{enumerate}
\item\label{ESPi}
Unser System $\cal{H}$ ist das System aller Spiegelebenen 
einer affinen Spiegelungsgruppe. 
\item\label{nojoo}
F"ur jeden festen Alkoven erzeugen die Spiegelungen an seinen W\"anden
bereits die gesamte Spiegelungsgruppe.
\item\label{LWE}
Ist $A$ ein fester Alkoven und 
$w = s_{1} \ldots s_{r}$ eine k"urzestm"ogliche
Darstellung eines  Elements $w$ unserer
Spiegelungsgruppe als Produkt von Spiegelungen $s_i$ an den 
W\"anden von $A,$
so ist die L"ange $r$ dieser Darstellung
genau die Zahl der Spiegelebenen $H\in \cal{H},$ die $wA$ von
$A$ trennen.
\item
Unsere Spiegelungsgruppe operiert frei und transitiv auf
der Menge ihrer Alkoven.
\end{enumerate}
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis]
Bezeichne $\cal{A}$ die Menge aller  Alkoven
zu $\cal{H}$ und
$W$ die von den Spiegelungen an den Hyperebenen aus
$\cal{H}$ erzeugte Gruppe von affinen Selbstabbildungen von $E.$
Da"s $\cal{H}$ in der Tat die Menge aller Spiegelebenen 
zu Spiegelungen aus $W$ ist
und  $\cal{A}$ die Menge der zugeh"origen  Alkoven, wird sich erst am Ende
des Beweises herausstellen.
Wir w"ahlen einen festen Alkoven $A\in \cal{A}$ 
und bezeichnen mit
$$ W' = \langle s_{H} \mid H \in \cal{H}_{A} \rangle$$
die von den Spiegelungen an seinen W"anden erzeugte Untergruppe $W'\subset W.$
Wir zeigen als erstes, da"s $W'$ transitiv auf $\cal{A}$ operiert.
Dazu benutzen wir
\begin{Lemma}\label{LT}
Ist $A\in\cal{A}$ ein Alkoven  und $H$ eine Wand von $A,$
so ist $H$
die einzige Hyperebene, die $A$ von $s_{H}A$ trennt.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis des Lemmas]
Ist $H$ eine Wand von $A,$ so gibt es 
nach \ref{UeWaa} einen Punkt $p\in \bar{A}\cap H,$ 
der auf keiner anderen Hyperebene liegt, die $A$ vermeidet.
Eine Hyperebene,
die die zwei Facetten trennt, mu"s  jedoch nach \ref{HAB}
den Schnitt ihrer Abschl"usse
umfassen.
Jede Hyperebene, die $A$ von $s_{H}A$ trennt, mu"s also
$p$ enthalten und $A$ vermeiden und f"allt 
folglich mit $H$ zusammen.
\end{proof}\noindent
Sei nun $C\in\cal{A}$ ein Alkoven.
Wir w"ahlen $w\in W'$ derart,
da"s die Zahl der Hyperebenen $H\in\cal{H},$ 
die $A$ von $wC$ trennen, so klein wie
m"oglich wird.
G"alte nicht $A=wC,$ so g"abe es nach \ref{Wand} eine Wand $H\in\cal{H}_A$
von $A,$ die $A$ von $C$ trennt. Dann w"urden aber $s_H A$ und $wC$ und ebenso
$A$ und $s_H w C$ von noch weniger Hyperebenen aus $\cal{H}$
getrennt als $A$ und $wC,$
im Widerspruch zur Wahl von $w.$ Es gilt also
$A=wC$ und $W'$ operiert transitiv auf $\cal{A}.$
Nach dieser Vorbemerkung zeigen wir die Behauptungen des Satzes in
der Reihenfolge 2--3--4--1.
\\[2mm]\noindent
2.
Jede Hyperebene $H\in\cal{H}$ ist nach \ref{WAa}
Wand eines geeigneten
Alkoven $C\in\cal{A},$ in Formeln $H \in \cal{H}_{C}.$
Nach dem Vorhergehenden finden wir $w \in W' $ mit $wC=A.$
Offensichtlich gilt weiter $w\cal{H}_C=\cal{H}_A$ und
wir folgern  $s_{H} = w^{-1}
s_{wH} w \in W'$ und damit ${W} =  W' .$ 
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildGAF}\\[4mm]
\noindent 
Wir h"atten hier die Darstellung $w=stsrtsts$ aber nur
sechs Hyperebenen trennen $A$ von $wA.$ Die
Hyperebene $H$ wird auch von unserer Folge von Alkoven zweimal
gekreuzt, und das f"uhrt zur k"urzeren Darstellung
$w=st\hat{s}rtst\hat{s}=strtst,$ die nun bereits aus der
kleinstm"oglichen Zahl von sechs Spiegelungen 
an W"anden von $A$ besteht, und die ich durch P"unktchen angedeutet habe.
\end{figure}
\\[2mm]
\noindent
3.
Sei $w = s_{1} \ldots s_{r}$ eine 
k"urzestm"ogliche Darstellung eines Elements  $w\in W$
als Produkt von Spiegelungen an W"anden $H_{1}, \ldots,
H_{r}$ von $A.$ F"ur zwei Alkoven $A,C\in\cal{A}$ bezeichne $d(A,C)$ die
Zahl der Hyperebenen aus $\cal{H},$ die $A$ und $C$ trennen.
Es gilt zu zeigen $r=d(A,wA).$
Wir betrachten dazu die Folge von
Alkoven
$$ A, s_{1}A, s_{1}s_{2}A, \ldots, wA$$
Zwei aufeinanderfolgende Alkoven 
$s_{1} \ldots s_{i-1}A$ und $s_{1} \ldots s_{i}A$
unserer Folge werden nach \ref{LT} nur durch die
Hyperebene $s_{1} \ldots s_{i-1}H_{i}$ getrennt.
Es folgt schon $r \geq d(A,wA).$
W\"are $r > d(A,wA),$ so m\"u"ste unsere Folge von Alkoven eine Hyperebene
$H \in \cal{H}$ zweimal kreuzen, wir h\"atten also $s_{1} \ldots s_{i-1} H_{i}
= s_{1} \ldots s_{j-1}H_{j}$ mit $r\geq j>i \geq 1.$
Daraus folgte aber $H_{i} =s_{i}\ldots s_{j-1}H_{j},$ mithin $s_{i} =s_{i}
\ldots s_{j-1} s_{j}s_{j-1}\ldots s_{i}$ oder $s_{i+1} \ldots s_{j-1} =
s_{i} \ldots s_{j}$ und unsere Darstellung w\"are nicht k\"urzestm\"oglich.
\\[2mm]\noindent
4. 
Wir haben
bereits gezeigt, da"s $W$ transitiv auf $\cal{A}$ operiert.
Nach 3  folgt aber aus 
$wA=A$ schon $w=\op{id},$ also operiert $W$ auch
frei.
\\[2mm]\noindent
1.
F"ur eine Spiegelung aus $W,$
deren Spiegelebene nicht zu $\cal{H}$ geh"orte, 
k"onnte die Spiegelebene nach \ref{MMm} nicht enthalten sein
in der Vereinigung der Hyperebenen aus $\cal{H}$ und m"usste deshalb
einen Alkoven aus $\cal{A}$ treffen. Dann m"usste unsere Spiegelung
diesen Alkoven
auf sich selbst abbilden. Nach 4 ist aber die 
Identit"at das einzige Element von $W,$ das einen Alkoven festh"alt.
Also besteht $\cal{H}$ bereits aus allen Spiegelebenen zu Spiegelungen von $W.$
\end{proof}




\begin{Korollar}
Erzeugt eine Menge von affinen Spiegelungen eine 
affine Spiegelungsgruppe, so ist jede Spiegelung
dieser Spiegelungsgruppe konjugiert zu einer Spiegelung
aus besagter Menge.
\end{Korollar}

\begin{proof}
Sei $S$ unsere Menge von Spiegelungen, $W$ die davon erzeugte
affine Spiegelungsgruppe, und $\cal{S}$ die Menge aller Spiegelebenen zu
Spiegelungen aus $S.$ Die zu Elementen aus $S$ konjugierten Spiegelungen
sind per definitionem genau die Spiegelungen $\sigma=wsw^{-1}$ 
mit $s\in S$ und $w\in W$ alias die Spiegelungen an den 
Hyperebenen aus
 $\cal{H}'=W\cal{S},$ da ja gilt $ws_Hw^{-1}=s_{wH}$ nach \ref{KFo2}.
Nach \ref{THG} ist aber  $\cal{H}'$ selbst bereits 
die Menge der Spiegelebenen 
einer affinen Spiegelungsgruppe $W'\subset W,$ und aus
$S\subset W'$ folgt dann $W'=W$ und damit das Korollar.
\end{proof}

\begin{Definition}
Sei $W$ eine affine Spiegelungsgruppe, $A$ ein fester Alkoven
und $S\subset W$ die Menge aller Spiegelungen an W"anden von $A.$
Eine k"urzestm"ogliche Darstellung von $w \in W$ als Produkt
von Elementen von $S$ nennt man  eine (in Bezug auf $S$) 
\defind{reduzierte Darstellung} von $w,$ und die L"ange einer reduzierten
Darstellung hei"st die 
\defnoind{L"ange}\index{L"ange!in Spiegelungsgruppe}
$l(w) = l_{S} (w)=l_{A} (w)$ von
$w.$
\end{Definition}
\begin{Bemerkung}\label{SAL}
In diesen Notationen haben wir in \ref{THG}
also unter anderem gezeigt, da"s gilt
$l_{A}(w) = d(A, w A).$ Weiter 
haben wir beim Beweis von \ref{THG} gezeigt,
da"s gegeben  $s_{1},\ldots,s_{r} \in {S}$
Spiegelungen an W"anden $H_i$ von $A$ mit Produkt $w=s_{1}\ldots s_{r}$
und
$L$ eine Spiegelebene von $W,$ die $A$ und
$wA$ trennt, es notwendig
 ein $i$ gibt mit $L=s_{1} \ldots s_{i-1}\,H_{i}$ und folglich
$s_Ls_{1}\ldots s_{r}=s_{1} \ldots \hat{s}_{i} \ldots s_{r}.$
Ist unsere Darstellung von $w$ reduziert, in Formeln $r=l(w),$
so sind immer nach dem Beweis von
\ref{THG} die $s_{1} \ldots s_{i-1}\,H_{i}$ 
sogar genau die $r$ Spiegelebenen, die $A$ und $wA$ trennen.  
\end{Bemerkung}




\begin{Proposition}\label{prol}
Seien $A, B$ Alkoven und $L$ eine Spiegelebene 
zu einer affinen Spiegelungsgruppe. 
Genau dann trennt $L$ unsere beiden Alkoven, wenn 
$A$ und $s_LB$ durch weniger Spiegelebenen getrennt werden als
$A$ und $B.$ In Formeln gilt also
$$(L\text{ trennt } A \text{ und }B)\;\;\IFF\;\; d(A,s_{L}B)<d(A,B)$$
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis]
Es reicht $\RA$ zu zeigen, die andere Implikation folgt dann durch
Anwenden der einen Implikation auf $s_L B$ statt auf $B.$
Wir finden Spiegelungen $s_{1},\ldots,s_{r}$ an W"anden von $A$
mit $r=d(A,B)$ und
$B=s_{1}\ldots s_{r}A.$
Da $L$ unsere beiden Alkoven trennt, gibt es nach der vorhergehenden
Bemerkung \ref{SAL} einen Index $i$ mit
$s_Ls_{1}\ldots s_{r}=s_{1} \ldots \hat{s}_{i} \ldots s_{r}.$
Damit folgt wie gew"unscht $d(A,s_LB)<r.$
\end{proof}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[height=0.4\textheight]{SkriptenBilder/BildATL}\\[4mm]
\noindent 
Illustration zum Austauschlemma. Die Spiegelung an der gezackelten
Spiegelhyperebene stellt $t$ dar,  $s_1\ldots s_iA$ ist der Alkoven mit der
Nummer $i$ und $s_1\ldots \hat{s_6}\ldots s_iA$ der Alkoven mit der 
Nummer $i'.$ Im vorliegenden Fall h"atten wir 
$t s_1\ldots s_{11}=s_1\ldots s_5s_7\ldots s_{11}.$
\end{figure}
\begin{Satz}[\textbf{Austauschlemma}]
Seien $W$ eine affine Spiegelungsgruppe, $A$ ein Alkoven,\label{aus}
$S$ die Menge der Spiegelungen an W"anden von $A$ und $l=l_A$
die zugeh"orige L"ange.
Seien weiter 
$s_{1},\ldots,s_{r} \in {S}.$ Ist $t$ eine Spiegelung aus ${W}$ mit
$l(ts_{1} \ldots s_{r}) < l(s_{1} \ldots s_{r}),$ so gibt es 
einen Index $i \in
[1,r], $ f"ur den gilt $$t s_{1} \ldots s_{i}\ldots s_{r} 
= s_{1} \ldots \hat{s}_{i} \ldots s_{r}$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkung}
Die letzte Gleichung kann umgeschrieben werden  zur Gleichung
 $s_{1} \ldots s_{i} \ldots s_{r} =
ts_{1}\ldots \hat{s}_{i} \ldots s_{r}.$ Wir k"onnen also in Worten
die einfache Spiegelung $s_{i}$ in der Mitte
austauschen 
gegen die Spiegelung $t$ ganz vorne ohne das Produkt zu "andern,
wenn (und im Fall einer reduzierten Darstellung genau dann, wenn)
die Multiplikation mit $t$ die L"ange
verkleinert.
\end{Bemerkung}
\begin{proof}[Beweis]
Sei $t=s_{L}$ und $B=s_{1}s_{2} \ldots s_{r}A.$
Aus der Annahme folgt mit
\ref{prol}, da\ss\ die Spiegelebene
$L$ die Alkoven $A$ und $s_{1} \ldots s_{r}A$ trennt.
Daraus folgt dann mit \ref{SAL} sofort $ts_{1}
\ldots s_{r} = s_{1} \ldots \hat{s}_{i} \ldots s_{r}.$
\end{proof}

\begin{Ubung}\label{MaL}
Sei $W$ eine endliche Spiegelungsgruppe, $A$ ein fester Alkoven
und $l = l_{A}$ die zugeh"orige L"ange. So gibt es in $W$ genau ein
Element $w_{A}$ maximaler L"ange, und diese
L"ange  ist die Zahl der Spiegelungen in $W.$
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{Rr}
Jede nichtreduzierte Darstellung eines Elements 
einer affinen Spiegelungsgruppe in Bezug auf einen festen Alkoven kann durch
Streichen von Faktoren zu einer reduzierten Darstellung desselben
Elements gemacht werden.
\end{Ubung}

\subsection{Fundamentalbereiche}\label{AKF}

\begin{Definition}
Operiert eine Gruppe $G$ auf einer Menge $X$ und ist
$Y\subset X$ eine Teilmenge,
die die Bahn $Gp$ jedes Punktes $p\in X$ in genau einem Punkt trifft, so hei"st
$Y$  ein (mengentheoretischer) 
\defind{Fundamentalbereich} f"ur die Operation von $G$ auf $X.$  
\end{Definition}

\begin{Satz}[\textbf{Alkovenabschl"usse als Fundamentalbereiche}]
F"ur die na\-t"ur\-liche Operation einer affinen Spiegelungsgruppe auf
ihrem affinen Raum ist der Abschlu"s eines jeden Alkoven ein\label{AaF}
Fundamentalbereich.
\end{Satz}
\begin{proof}
Seien f"ur den Rest dieses Abschnitts
$E$ ein affiner euklidischer Raum "uber einem
angeordneten K"orper, $W\subset \op{Aut} E$ eine affine Spiegelungsgruppe,
$\cal{H}$ die Menge ihrer Spiegelebenen und $\cal{A}$ die Menge der
zugeh"origen Alkoven.  
Wir beginnen den Beweis des Satzes mit einer Proposition.
\begin{Proposition}\label{IGr}
Sei $A \subset E$ ein fester Alkoven und $p \in \bar{A} $ ein Punkt aus dem
Abschlu\ss\ von $A.$
So gilt
\begin{enumerate}
\item Der Stabilisator $W_p$ von $p$ wird erzeugt von den Spiegelungen an
allen W"anden von $A,$ die $p$ enthalten. In Formeln gilt also
$${W}_{p} = \langle s_{H} \mid H \in \cal{H}_{A},\; p \in H \rangle$$
\item
Der Stabilisator $W_p$ von $p$ operiert frei und transitiv auf der Menge
$\cal{A}_{p}$ aller Alkoven,
deren Abschlu"s $p$ enth"alt. In Formeln liefert also $w\mapsto wA$ eine
Bijektion $$W_p\sira \cal{A}_{p} = \{B \in \cal{A} \mid p \in \bar{B}\}$$
\end{enumerate}
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis der Proposition]
Wir setzen $ W'_{p} 
= \langle s_{H} \mid H \in \cal{H}_{A},\; p \in H \rangle$
und zeigen zun\"achst, da\ss\ ${W}^{\prime}_{p}$ 
transitiv auf $\cal{A}_{p}$ operiert,
in Formeln ${W}^{\prime}_{p}A = \cal{A}_{p}.$
F\"ur $C \in \cal{A}_{p}$ m\"ussen wir dazu
$w \in {W}^{\prime}_{p}$ finden derart, da\ss\ gilt
$C =wA.$
Wieder machen wir eine Induktion \"uber die Zahl $d(A,C)$ der Spiegelebenen,
die $A$ und $C$ trennen. Ist $A \neq C,$ so gibt es nach Lemma \ref{Wand} eine
Wand $H$ von $A,$ die $A$ von $C$ trennt.
Aus $p \in \bar{A} \cap \bar{C}$ folgt $p \in H.$
Jetzt ist wieder $d(A,s_{H}C)=d(s_{H}A,C)=d(A,C)-1$ und mit Induktion finden
wir $w \in {W}^{\prime}_{p}$ so da\ss\ gilt $wA=s_{H}C,$ also $s_{H}wA=C.$
Es folgt wie behauptet ${W}^{\prime}_{p}A=\cal{A}_{p}.$
Nun ist unsere Abbildung ${W}_{p} \ra \cal{A},$ $w \mapsto wA$ 
injektiv nach Satz
\ref{THG} und offensichtlich liegt ihr Bild in $\cal{A}_{p}.$
Wir haben aber eben bewiesen, da\ss\ die Verkn\"upfung der beiden Injektionen
${W}^{\prime}_{p} \hookrightarrow {W}_{p} \hookrightarrow \cal{A}_{p}$ eine
Surjektion ist. Also sind diese Injektionen beide Bijektionen und die 
Proposition folgt.
\end{proof}\noindent
Jetzt k"onnen  wir den Beweis des Satzes zu Ende f"uhren. Sei
$A \subset E$ ein Alkoven und $p \in E$ ein Punkt unseres affinen Raums.
Es gilt zu zeigen, da"s die Bahn ${W} p$ von $p$
den Abschlu\ss\ $\bar{A}$ von $A$ in genau einem Punkt trifft, in Formeln
$$|W{p} \cap \bar{A}| =1$$
Jeder Punkt $p$ liegt nach \ref{AUe}
im Abschlu\ss\ mindestens eines Alkoven, und nach \ref{THG}
trifft die Bahn von $p$ den Abschlu"s $\bar{A}$ jedes Alkoven
$A,$ in Formeln ${W} p \cap \bar{A} \neq \emptyset.$
Wir m\"ussen nur noch zeigen, da\ss\ f\"ur $A \in \cal{A},$ $p \in \bar{A}$ und
$x \in {W}$ aus $x p \in \bar{A}$ folgt $xp =p.$
Sicher folgt schon mal $A,\; xA\in \cal{A}_{xp},$ und nach dem vorhergehenden
Satz
gilt dann $x \in {W}_{xp},$ also
$xxp = xp,$ also $xp =p.$
\end{proof}
\begin{Ubung}
Diejenigen Elemente einer affinen Spiegelungsgruppe, die eine
vorgegebene Teilmenge des zugrundeliegenden affinen Raums 
punktweise festhalten, bilden selber eine Spiegelungsgruppe.
\end{Ubung}

\begin{Bemerkung}\label{AAb}
Gegeben eine affine Spiegelungsgruppe 
$\cal{W}$ auf einem affinen
euklidischen Raum $E$ "uber einem angeordneten 
K"orper wird f"ur
beliebige $v, w \in E$ der Abstand $\| v - z w \|$ 
minimal genau f"ur die $z
\in \cal{W},$ f"ur die $v$ und $z w$ im Abschlu"s 
desselben Alkoven liegen:
Werden $v$ und $z w$ n"amlich durch eine Wand getrennt, so gilt f"ur die
Spiegelung $s$ an dieser Wand notwendig $\|v - z w\| > \| v - s z w \|.$
\end{Bemerkung}

\begin{comment}
  \begin{Kommentar}\label{KoDNK}
    Hier scheint es sinnvoll zu zeigen,
da"s f"ur die durch $A$ definierte L"ange $l$  und 
$S_p$ die Menge der 
Spiegelungen an W"anden von $A$ durch den Punkt $p$ 
und $W^p$ die Menge aller $w\in W$ mit $l(sw)>l(w)$ f"ur
alle $s\in S_p$ die Multiplikation
eine Bijektion $W_p\times W^p\sira W$ definiert und
$l(uv)=l(u)+l(v)$ gilt f"ur $u\in W_p,$ $v\in W^p.$
Man sollte sogar zeigen, da"s wir stets
Bruhat-kleinste Doppelnebenklassenrepr"asentanten
und bei zwei endlichen \glqq parabolischen\grqq\  Untergruppen auch
Bruhat-gr"o"ste Doppelnebenklassenrepr"asentanten haben.
  \end{Kommentar}
\end{comment}



\subsection{Alkoven einer endlichen Spiegelungsgruppe}
\begin{Bemerkung}
Gegeben zwei Vektoren eines euklidischen Vektorraums sagen wir,
sie schlie"sen einen  {\bf stumpfen Winkel}\index{stumpfer
Winkel}\index{Winkel!stumpfer} bzw.\ einen {\bf spitzen Winkel}\index{spitzer
Winkel}\index{Winkel!spitzer}  ein genau dann, 
wenn ihr Skalarprodukt nichtpositiv bzw.\ nichtnegativ ist.
\end{Bemerkung}
\begin{Lemma}\label{NJ}
Gegeben zwei verschiedene W"ande eines
Alkoven einer affinen Spiegelungsgruppe 
schlie"sen zwei  auf diesen W"anden jeweils 
senkrecht stehende Vektoren, die in Richtung
unseres Alkoven zeigen, stets stumpfe Winkel ein.
\end{Lemma}
\begin{Bemerkung}
Anschaulich gesprochen 
\glqq schlie"sen also je zwei W"ande eines Alkoven einer affinen Spiegelungsgruppe 
  besagten Alkoven in einem spitzen Winkel ein\grqq.  
\end{Bemerkung}

\begin{proof}[Beweis]
Sei ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit unsere 
Spiegelungsgruppe erzeugt von den Spiegelungen
an  besagten W"anden $H$ und $L$ 
und seien
$\alpha$ und $\beta$ Vektoren, die auf diesen W"anden senkrecht
stehen und in Richtung unseres Alkoven zeigen. 
In Formeln  behauptet unser Lemma 
dann $(\alpha,\beta) \leq 0.$
Sind unsere W"ande parallel, so ist die Behauptung eh klar.
Sonst k"onnen wir ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit annehmen,
da"s unser affiner euklidischer 
Raum ein euklidischer Vektorraum ist und beide Spiegelungen linear.
Sicher 
finden wir nun $v\in H$ mit
$(\beta,v)<0,$ also $ (\beta,s_Lv)>0.$ Aus
$(\alpha,\beta) > 0$
folgte 
$$(\alpha,s_Lv)=(s_L \alpha, v)
=\left(\alpha-\frac{2(\alpha,\beta)}{(\beta,\beta)}\beta,v\right)>0$$
 und damit l"age $s_L v$ gleichzeitig auf der Spiegelebene $s_L H$ 
und in unserem Alkoven. 
Das kann aber nicht sein, also gilt 
$ (\alpha,\beta)\leq 0.$  
\end{proof}
\begin{Bemerkung}
Dieses Lemma w"are auch ein nat"urlicher erster Schritt zur
Klassifikation derjenigen Spiegelungsgruppen, die von
zwei Spiegelungen erzeugt werden.
\end{Bemerkung}
\begin{Proposition}\label{NJ2}
W"ahlen wir f"ur jede Wand eines festen Alkoven einer endlichen linearen
Spiegelungsgruppe eine lineare Gleichung, so sind diese Gleichungen 
linear unabh"angig als Elemente des Dualraums.
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis]
Seien $H_{1},\ldots, H_{n}$ die W"ande
unseres Alkoven und seien 
$\al_i\in V$ auf $H_{i}$ senkrechte Vektoren, die jeweils
auf derselben Seite der Hyperebene $H_i$ liegen wie unser Alkoven.
Es reicht zu zeigen, da"s die $\al_i$  linear unabh"angig sind.
Nach \ref{NJ} schlie"sen diese Vektoren jedoch paarweise
stumpfe Winkel ein, in Formeln
$( \al_i,\al_j)
\leq 0$ falls $i\neq j,$
und w"ahlen wir 
$\gamma \in A,$ so gilt  $(\al_{i},\gamma)>0$ f"ur alle $ i$.
Die lineare Unabh"angigkeit
der $\alpha_i$  folgt damit aus dem anschlie"senden Lemma \ref{SWG}.
\end{proof}
\begin{Lemma}\label{SWG}
Liegen Vektoren  eines euklidischen Vektorraums
alle auf derselben Seite einer Hyperebene durch den Nullpunkt
und schlie"sen sie paarweise stumpfe Winkel ein, 
so sind sie linear unabh"angig.
\end{Lemma}

\begin{proof}[Beweis]
Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit d"urfen wir von
einer endlichen Familie von Vektoren
$\al_{1},\ldots , \al_{n}$  ausgehen.
Unsere Forderungen sagen in Formeln, da"s es 
einen Vektor $\gamma$ gibt mit $(\al_{i},\gamma)>0 $ 
f"ur alle $i$
und da"s gilt
$(\al_{i},\al_{j})\leq 0$ 
f"ur $i\neq
j.$
Sei nun $\sum^{n}_{i=1}c_{i}\al_{i} =0$ eine
verschwindende Linearkombination der $\al_{i}$.
Es folgt
$$ \sum_{i\in I} c_{i}\al_{i} = \sum_{i\in J} -c_{i}\al_{i}$$
mit $I = \{ i\mid c_{i} \geq 0\}$ und $J =\{i\mid c_{i}<0\}.$
Das Skalarprodukt der linken mit der rechten Seite der Gleichung ist
nichtpositiv, da unsere Vektoren paarweise stumpfe 
Winkel einschlie"sen. Also steht auf
beiden Seiten der Gleichung der Nullvektor.
Wir bilden nun unabh"angig 
das Skalarprodukt beider Seiten mit $\gamma$ und folgern, da"s alle $c_{i}$
verschwinden.
\end{proof}


\subsection{Coxetergraphen und Klassifikation}
\begin{Definition}
Sei $E$ ein  affiner euklidischer Raum "uber einem
angeordneten K"orper $k$ und $W \subset \op{Aut} E$ eine affine
Spiegelungsgruppe.
Sei $A$ ein Alkoven und $S \subset W$ die Menge der Spiegelungen
an den W"anden von $A.$
Wir definieren zu diesen Daten
 eine symmetrische $S\times S$-Matrix $m: S\times S \ra \DN
\cup \{\infty\},$ die sogenannte
\defind{Coxetermatrix} unserer Spiegelungsgruppe, durch die Vorschrift, 
da"s der Matrixeintrag in Zeile $s$
und Spalte $t$ die Ordnung von $st$ sein soll, in Formeln
$$m_{s,t} = m(s,t)= \op{ord} (st)$$
\end{Definition}
\begin{Bemerkung}
Auf
der Diagonalen unserer Matrix 
stehen nat"urlich nur Einsen und au"serhalb sind alle
Eintr"age $\geq 2.$
Unsere Matrix ist unabh"anig von der Wahl von $A.$ Etwas formaler
k"onnten wir in $\cal{A} \times \cal{H}$ die Teilmenge $\cal{S}$ aller Paare
$(A,H)$ betrachten, bei denen die Spiegelebene $H$ eine Wand des
Alkoven $A$ ist, f"ur $S$ den Bahnenraum $S = W \backslash \cal{S}$
nehmen, und in offensichtlicher Weise eine Matrix $m: S \times S
\ra \DN \cup \{\infty\}$ erkl"aren, die dann in der Tat
von keinerlei Wahlen mehr abh"angt. 
Gegeben eine Menge $S$ verstehen wir ganz allgemein unter einer 
\glqq Coxetermatrix mit durch $S$  indizierten Zeilen und Spalten\grqq\ 
eine Abbildung $m: S\times S \ra \DN
\cup \{\infty\}$ mit $ m(s,t) = m(t,s) \;\forall s,t\in S$ und
$ m(s,s) =1\;\forall s\in S.$
\end{Bemerkung}

\begin{Bemerkung}
Die Coxetermatrizen der affinen Spiegelungsgruppen  
haben typisch nur
sehr wenige von Zwei verschiedene Eintr"age und fast keine
Eintr"age $>3.$ Weiter sind die Eintr"age auf der Diagonalen eh bekannt.
Besonders "ubersichtlich stellt  man die in einer Coxetermatrix 
enthaltene Information deshalb oft in der Form des 
sogenannten \defnoind{Coxetergraphen}\index{Coxetergraph} dar:
Man malt eine Ecke f"ur jedes Element von $S,$ eine Kante zwischen
je zwei Ecken $s,t \in S$ mit $m (s,t)\geq 3,$ und schreibt an
diese Kante noch die Zahl $m(s,t)$ im Fall $m(s,t) > 3.$  
\end{Bemerkung}
\begin{Beispiel}
Die affine Spiegelungsgruppe, deren Alkoven ein Schachbrettmuster bilden,
hat also den Coxetergraphen
$$\begin{array}{cc}
{\scriptstyle\bullet} \overset{\infty}{\overline{\quad\quad\quad}}
{\scriptstyle\bullet} &\hspace{1cm}
{\scriptstyle{\bullet}}
\overset{\infty}{\overline{\quad\quad\quad}}{\scriptstyle\bullet}
\end{array}$$
und nehmen wir f"ur jedes Schachfeld noch seine beiden Diagonalen
als Spiegelhyperebenen hinzu, so hat der Coxetergraph dieser
gr"o"seren Spiegelungsgruppe die Gestalt
$$\begin{array}{c}
{\scriptstyle\bullet} \overset{4}{\overline{\quad\quad\quad}}
{\scriptstyle\bullet}
\overset{4}{\overline{\quad\quad\quad}}{\scriptstyle\bullet}
\end{array}$$  
\end{Beispiel}

\begin{Proposition}
Seien $V_{1},V_{2}$ reelle euklidische Vektorr"aume und seien 
darin $W_{1} \subset
\op{GL} (V_{1}),$ $W_{2} \subset \op{GL} (V_{2})$ endliche orthogonale
Spiegelungsgruppen ohne Fixpunkte au"serhalb des Nullpunkts.
Genau dann haben $W_{1}$ und $W_{2}$ dieselbe Coxetermatrix 
alias denselben
Coxetergraphen, wenn es eine Isometrie $\varphi : V_{1} \sira
V_{2}$ gibt mit $W_{2} = \varphi W_{1} \varphi^{-1}.$
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis] 
Wir w"ahlen in $V=V_i$ jeweils  einen festen
Alkoven $A$ und 
betrachten zu jeder Wand von $A$ den Normalenvektor, der 
in Richtung von $A$ zeigt. Wir erhalten
so eine Familie $(\op{e}_{s})_{s \in S}$ von Einheitsvektoren in $V.$
Offensichtlich schlie"sen $\op{e}_{s}$ und $\op{e}_{t}$ gerade den Winkel
$\pi - \pi/m_{s,t}$ ein, folglich haben wir
$$(\op{e}_{s},\op{e}_{t}) = -\op{cos} (\pi/m_{s,t})$$
Nach \ref{NJ2} sind unsere $\op{e}_{s}$ linear unabh"angig, und
da die Spiegelungen an ihren orthogonalen Komplementen nach \ref{THG}
die fraglichen Gruppen erzeugen und diese fixpunktfrei 
operieren, besteht  der Schnitt der fraglichen orthogonalen Komplemente
nur aus dem Nullvektor und unsere $\op{e}_{s}$ bilden sogar eine Basis.
Jede Identifikation unserer beiden Coxetergraphen 
zusammen mit der Wahl eines Alkoven in beiden R"aumen
liefert 
folglich eine Isometrie $\varphi$ zwischen unseren Vektorr"aumen, unter 
der die W"ande des in $V_1$ gew"ahlten Alkoven in die W"ande des 
in $V_2$ gew"ahlten
 Alkoven "ubergehen. Da die orthogonalen Spiegelungen an diesen
W"anden aber nach \ref{THG} bereits die fraglichen Gruppen erzeugen, folgt
$W_{2} = \varphi W_{1} \varphi^{-1}.$
 \end{proof}
%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%
%%%%%%%%%  vor 5.2
\begin{Satz}[\textbf{Klassifikation der endlichen Spiegelungsgruppen}]
Genau dann geh"ort ein Coxetergraph zu einer endlichen reellen
Spiegelungsgruppe, wenn alle seine Zusammenhangskomponenten in der
nebenstehenden Liste zu finden sind.
\end{Satz}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildPDG}\\[4mm]
\noindent 
Dieses Bild zeigt alle zusammenh"angenden Coxetergraphen, 
die zu endlichen reellen Spiegelungsgruppen geh"oren, als da hei"st,
f"ur die die Matrix  $(-\op{cos}(\pi/m_{s,t}))_{s,t
\in S}$ positiv definit ist. 
Hier meint $n$ jeweils die Zahl der Knoten, und die
unteren Schranken an $n$ dienen nur dazu,
Verdopplungen zu vermeiden. So w"are etwa 
$I_2(3)=A_2,$ $I_2(4)=B_2,$ und $I_2(5)=H_2.$ 
Die Auslassungen im Alphabet r"uhren daher, da"s 
die in \pageref{Dyd} gegebene Klassifikation 
der Wurzelsysteme alias der einfachen komplexen Liealgebren 
zuerst da war und mache dieser Wurzelsysteme dieselbe
endliche Spiegelungsgruppe als Weylgruppe haben.\label{CoGr}
\end{figure}
\begin{Bemerkung}\label{MDyD}
Die Weylgruppen kompakter Liegruppen 
operieren nach \ref{OPWW} als endliche reelle Spiegelungsgruppen 
auf der Liealgebra eines maximalen Torus und der zugeh"orige 
Coxetergraph entsteht nach \ref{PvW} aus dem
Dynkindiagramm, indem man Doppelkanten durch Kanten
der Wertigkeit 4 und Dreifachkanten durch Kanten
der Wertigkeit 6 ersetzt. Unser Satz zeigt somit unter anderem auch, da"s 
da"s s"amtliche Zusammenhangskomponenten des Dynkindiagramms einer
kompakten Liegruppe bereits unter den auf Seite \pageref{Dyd} 
aufgelisteten Diagrammen sein m"ussen. 
Da"s sich allerdings auch alle diese Diagramme tats"achlich als  
Dynkindiagramme kompakter Liegruppen realisieren lassen, ist 
noch nicht  klar, und inwieweit eine kompakte Liegruppe 
durch ihr Dynkindiagramm charakterisiert wird noch weniger.
\end{Bemerkung}
\begin{proof}[Beweis]
Das folgt sofort aus den beiden anschlie"senden Propositionen.
\end{proof}
\begin{Proposition}\label{EPra}%vorher EPr
Genau dann geh"ort eine Coxetermatrix $(m_{s,t})_{s,t
\in S}$ zu einer endlichen reellen
Spiegelungsgruppe, wenn die Matrix
$(-\op{cos}(\pi/m_{s,t}))_{s,t
\in S}$ positiv definit ist.
\end{Proposition}
\begin{Proposition}
Die zusammenh"angenden Coxetergraphen, f"ur die die Matrix
$(-\op{cos} (\pi/m_{s,t}))_{s,t \in S}$ positiv definit ist,
sind genau die Graphen der nebenstehenden  Liste.
\end{Proposition}

\begin{Bemerkungl}
Wir verwenden im folgenden eine abk"urzende Terminologie
und nennen einen Coxetergraphen 
{\bf positiv definit},\index{positiv definit!Coxetergraph}
wenn er endlich ist und  die  Matrix 
 $(-\op{cos} (\pi/m_{s,t}))_{s,t \in S}$ positiv definit ist.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis von \ref{EPra}]
Wir zeigen zun"achst, da"s die Coxetermatrix einer endlichen 
Spiegelungsgruppe stets
positiv definit ist.
Wir w"ahlen dazu einen
Alkoven $A$ und ein invariantes Skalarprodukt $(\;, \;)$ und
betrachten zu jeder Wand von $A$ den Normalenvektor, der 
in Richtung von $A$ zeigt. Wir erhalten
so eine Familie $(\op{e}_{s})_{s \in S}$ von Einheitsvektoren.
Offensichtlich schlie"sen $\op{e}_{s}$ und $\op{e}_{t}$ gerade den Winkel
$\pi - \pi/m_{s,t}$ ein, folglich haben wir
$$(\op{e}_{s},\op{e}_{t}) = -\op{cos} (\pi/m_{s,t})$$
und mithin kann eine Coxetermatrix nur dann zu einer endlichen
reellen Spiegelungsgruppe geh"oren, wenn die Matrix
$(-\op{cos} (\pi/m_{s,t}))_{s,t \in S}$
positiv definit ist. 
Wir zeigen nun, da"s die positive Definitheit  unserer Matrix
auch hinreichend ist.
F"ur eine beliebige Menge $S$ und
eine beliebige 
$S\times S$-Matrix $m:S\times S\ra \DN\cup\{\infty\}$ 
mit Eintr"agen $1$ auf der Diagonalen und Eintr"agen
$\geq 2$ au"serhalb der Diagonalen
k"onnen wir nat"urlich 
den freien Vektorraum $V=\Bbb{R} S$ "uber  $S$ bilden
mit seiner kanonischen Basis
$(\op{e}_{s})_{s\in S}$ 
und darauf eine
symmetrische Bilinearform $(\;, \;)$ erkl"aren durch die
Vorschrift $(\op{e}_{s},\op{e}_{t}) = -\op{cos} (\pi/m_{s,t}).$
Weiter k"onnen wir in $\op{GL} (V)$ die
Untergruppe $W$ betrachten, die erzeugt wird von den 
linearen Abbildungen mit Fixpunktmenge  
$\{v\in V\mid (\op{e}_{s},v)=0\}$ und $(-1)$-Eigenraum
$\Bbb{R}\!\op{e}_{s}$. Wir bezeichnen diese \glqq Spiegelungen\grqq\ 
kurzerhand mit demselben Buchstaben $s$ wie die entsprechende Zeile
unserer Matrix, erkl"aren die L"ange $l(w)$ eines Elements von $W$
als die L"ange einer k"urzestm"oglichen Darstellung als Produkt solcher
Spiegelungen $s$ 
und behaupten in dieser Situation ganz allgemein:
\begin{Lemma}\label{GLe}
F"ur alle $w \in W$ und $s \in S$ gilt
$$l(ws) > l(w) \;\Leftrightarrow \;w \op{e}_{s} \in \sum_{r\in S}
\Bbb{R}_{\geq 0} \op{e}_{r}$$
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}\label{TiKe}
Ich kann mir die Bedeutung dieses Lemmas sehr viel besser 
anhand der kontragredienten Operation von $W$ auf dem Dualraum $V^\ast$ 
klar machen. Dort ist die Fixpunktmenge von $s$ die
Hyperebene $H_s$ aller Linearformen, die auf $\op{e}_{s}$ verschwinden, 
und $s$ vertauscht beide Halbr"aume zu dieser Hyperebene.
Bezeichnen wir mit $\bar{H}_s^+$ den abgeschlossenen 
Halbraum, in dem das Auswerten auf
 $\op{e}_{s}$ nichtnegative Werte annimmt, 
und mit $\bar{A}^+\subset V^\ast$ \glqq positiven Quadranten\grqq\  alias dem Schnitt
$$\bar{A}^+=\bigcap_{r\in S}\bar{H}_r^+$$
so ist die rechte Seite im Lemma gleichbedeutend zur
Bedingung $w\bar{H}_s^+\supset \bar{A}^+.$ 
Mit dem Lemma zeigen wir also, da"s die Operation
von $W$ auf $V^\ast$ gro"se "Ahnlichkeit hat mit der Operation einer affinen
Spiegelungsgruppe mit abgeschlossenem Alkoven $\bar{A}^+.$ 
Zwar liegen in dieser Allgemeinheit die Spiegelebenen im allgemeinen 
nicht mehr lokal endlich, aber dennoch kann die Theorie 
in analoger Weise entwickelt werden.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Kennen wir im Lemma die Implikation $\Rightarrow,$ so erhalten wir
automatisch
$$l(ws)< l(w) \;\Rightarrow \;w s \op{e}_{s} =- w\op{e}_{s} \in \sum_{r\in S}
\Bbb{R}_{\geq0} \op{e}_{r}$$
und damit die "Aquivalenz.
Die Implikation $\Rightarrow$ im Lemma zeigen 
wir durch  Induktion "uber $l(w).$
Der Fall $l(w) =0$ ist offensichtlich.
Gilt $l(w) > 0,$ so finden wir nat"urlich $t \in S$ mit $l(wt) < l
(w)$ und haben notwendig $t \neq s.$
Indem wir so lange $s$ oder $t$ von rechts 
an $w$ dranmultiplizieren, wie wir
die L"ange damit kleiner kriegen, finden wir eine Darstellung
$w = w^{\prime} u$ mit $u \in \langle s,t \rangle,$ $ l(w^{\prime}s)
> l(w^{\prime}),$ $ l(w^{\prime}t) > l(w^{\prime})$ und $l(w) =
l(w^{\prime})+l(u).$
Nat"urlich gilt dann auch $l(us)>l(u).$
Falls nun gilt $u \neq w,$ k"onnen wir die Induktionsannahme auf $u$
anwenden und sogar folgern 
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildUeD}\\[4mm]
\noindent 
Im Fall der unendlichen Diedergruppe haben wir $(\op{e}_s,\op{e}_t)=-1$
und folglich $t\op{e}_s=\op{e}_s +2\op{e}_t$ und entsprechend
$s\op{e}_t=\op{e}_t +2\op{e}_s.$ Die Fixpunktmengen beider
erzeugenden Spiegelungen fallen zusammen und bilden eine Gerade
mit Richtungsvektor $\op{e}_t +\op{e}_s,$ die ich gestrichelt
eingezeichnet habe und die  
unter allen Elementen von $W$ punktweise fest bleibt.
Die Gruppe $W$ besteht aus allen
W"ortern in $s$ und $t,$ bei denen sich die Buchstaben abwechseln,
und je zwei derartige W"orter liefern auch verschiedene Gruppenelemente.
\end{figure}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildUeDD}\\[4mm]
\noindent 
Die duale Darstellung. Eingezeichnet sind die Vektoren
der dualen Basis und die Fixpunktmengen der \glqq Spiegelungen\grqq\  $s,t, sts$ 
und $tst$
als gestrichelte Geraden. Die Wirkung von $s$ und $t$ ist
durch gepunktelte Doppelpfeile angedeutet, die jeweils Paare von Punkten
verbinden, die vertauscht werden.
Vereinigen wir den abgeschlossenen positiven Quadranten
mit allen seinen Bildern unter der $W$-Operation, so erhalten wir
die offene Halbebene $\{a\op{e}_s^*+b\op{e}_t^*\mid a+b>0\}$ vereinigt mit
dem Ursprung. Zeichnen wir alle Spiegelebenen ein, so entsteht 
in dieser offenen Halbebene so etwas wie ein \glqq ge"offnetes Buch von
der Seite betrachtet\grqq, aber nat"urlich mit unendlich vielen Bl"attern.
\end{figure}
$$u \op{e}_{s} \in \Bbb{R}_{\geq 0} \op{e}_{s} + \Bbb{R}_{\geq 0} \op{e}_{t}$$
da n"amlich $\Bbb{R}\op{e}_{s} + \Bbb{R}\op{e}_{t}$ 
stabil ist unter $\langle s,t \rangle.$
Da in jedem Falle gilt $u\neq 1,$ k"onnen wir dann weiter die
Induktionsannahme auf $w^{\prime}$ anwenden und erhalten
$$w^{\prime} \op{e}_{s} \in \sum_{r\in S}\Bbb{R}_{\geq 0} \op{e}_{r}
\text{ und } w^{\prime} \op{e}_{t} \in \sum_{r\in S}\Bbb{R}_{\geq 0} 
\op{e}_{r}$$
Zusammen folgt so in der Tat
$$w\op{e}_{s} = w^{\prime} u \op{e}_{s} \in \sum_{r\in S} \Bbb{R}_{\geq 0}
\op{e}_{r}$$
Es bleibt nur noch, den Fall $u =w$ zu behandeln, also den Fall
von Diedergruppen. Hier wird der Fall der unendlichen Diedergruppe
durch Inspektion geregelt, der Fall endlicher Diedergruppen folgt
schon aus \ref{THG} und kann alternativ auch 
leicht durch Inspektion geregelt
werden.
\end{proof}\noindent
Wir folgern die Proposition und betrachten dazu die Operation
von $W$ auf $V^\ast$ wie in Bemerkung \ref{TiKe}. 
Die Nullstellenmengen  des
$W$-stabilen Systems von Vektoren $\{ w \op{e}_{s} \mid w \in W, s \in S\}
\subset V$ bilden ein $W$-stabiles System von Hyperebenen $\cal{H}$
in $V^\ast,$ und unser Lemma besagt, da"s keine dieser Hyperebenen
den \glqq offenen positiven Quadranten\grqq\  
$$A^+=\bigcap_{r\in S}H_r^+$$
 trifft. Insbesondere ist dieser offene positive Quadrant
eine maximale konvexe Teilmenge im Komplement der
Vereinigung aller Hyperebenen aus $\cal{H}.$
Je zwei verschiedene derartige maximale konvexe Teilmengen sind disjunkt 
nach \ref{AOLE} und mit $A^+$ ist auch $wA^+$ solch eine
maximale konvexe Teilmenge f"ur alle $w\in W.$
Schlie"slich folgt aus $wA^+=A^+$ wieder mit  Lemma \ref{GLe}
sofort $l(ws)>l(w)$ f"ur alle $s\in S$
alias
$w = \op{id}.$ Folglich sind die $wA^+$ mit $w\in W$ 
paarweise disjunkt.
Ist nun $S$ endlich und unsere  Bilinearform auf $V$  ein Skalarprodukt,
so induziert sie ein Skalarprodukt auf $V^\ast$ und dieses
ist unter $W$ invariant.
Nun k"onnen wir aber in unserem 
endlichdimensionalen euklidischen Vektorraum $V^\ast$
jeder offenen Teilmenge $U\co V$ ein Volumen
$\op{vol}U\in [0,\infty]$ zuordnen und jede nichtleere
offene Teilmenge hat positives Volumen.
Ist $K\subset V^\ast$ die offene Einheitskugel,
so ist sicher $K\cap A^+$ offen und nicht leer und
insbesondere $\op{vol}(K)/\op{vol}(K\cap A^+)$ 
eine obere Schranke f"ur die Kardinalit"at
von $W$ und wir folgern  $|W| < \infty.$
Dann ist wiederum $\cal{H}$ endlich und wir folgern mit \ref{THG},
da"s $A^+$ ein Alkoven ist f"ur die 
endliche Spiegelungsgruppe  $W\subset \op{GL}(V^\ast).$
Aus den Definitionen folgt dann schlie"slich, da"s der Coxetergraph
von $W$ genau der Coxetergraph ist, von dem wir ausgegangen waren.
\end{proof}

  \begin{Bemerkung}\label{Ikoe}
 Betrachten wir f"ur die dreielementige Menge $S=\{r,s,t\}$ die
Coxetermatrix mit $m_{r,s}=3,$ $m_{s,t}=5$ und $m_{r,t}=2,$
so erhalten wir nach \ref{EPr} eine endliche 
orthogonale Spiegelungsgruppe im dreidimensionalen Raum.
Die Untergruppe der darin enthaltenen Drehungen enth"alt
Elemente der Ordnungen $5$ und $3$ und wir folgern 
damit erst recht eigentlich
die in \ref{KED} versprochene
Existenz einer endlichen Drehgruppe 
mit Elemementen dieser Ordnungen,
die wir dort nur durch das Evozieren der Vorstellung
eines Ikosaeders plausibel gemacht haben ohne sie recht eigentlich 
zu beweisen. \emph{Inzwischen eigentlich schon direkt bewiesen!}
\end{Bemerkung}
\begin{proof}[Beweis von \ref{EPra}]
Zun"achst gilt es zu zeigen, da"s alle Coxetergraphen der 
Liste auf Seite \pageref{CoGr} in der Tat positiv definit sind.
Mit dem Hurwitz-Kriterium \ref{HuKr} und Induktion sehen wir, 
da"s wir nur zeigen brauchen, da"s die zugeh"origen Coxetermatrizen
positive Determinante haben. Diese Rechnungen "uberlasse ich dem
Leser. 
Im "ubrigen sind sie eh "uberfl"ussig in den F"allen, in denen 
wir bereits eine endliche reelle Spiegelungsgruppe mit dem
entsprechenden Coxetergraphen explizit angegeben haben,
also in den F"allen ??.
Anschlie"send gilt es zu zeigen, da"s es keine anderen 
positiv definiten zusammenh"angenden Coxetergraphen gibt. 
Dazu pr"ufe man zun"achst f"ur die Coxetergraphen
auf Seite \pageref{IDC}, da"s die zugeh"origen Coxetermatrizen
Determinante Null haben, und f"ur die Coxetergraphen
auf Seite \pageref{HIC}, da"s die zugeh"origen Coxetermatrizen
negative Determinante  haben. 
Diese Rechnungen "uberlasse ich wieder dem
Leser. 
Im R"uckblick werden auch sie sich zumindest im Fall der
Coxetergraphen
auf Seite \pageref{IDC}
als "uberfl"ussig erweisen, wenn wir n"amlich 
zeigen, da"s man diese Coxetergraphen gerade 
als die Coxetergraphen 
aller affinen \glqq essentiellen\grqq\  Spiegelungsgruppen erh"alt.
Nun 
zeigen wir zwei Lemmata.
\begin{Lemma} Lassen wir bei einem positiv definiten 
Coxetergraphen einen Knoten mit allen dahin f"uhrenden 
Kanten weg, so bleibt er positiv definit.
\end{Lemma}

\begin{proof}[Beweis] Das ist klar, da die Einschr"ankung eines 
Skalarprodukts auf einen Teilraum stets auch ein Skalarprodukt ist.
\end{proof}

\begin{Lemma} Verringern wir bei einem positiv definiten 
Coxetergraphen den Koeffizienten einer Kante, so bleibt er positiv definit.
\end{Lemma}

\begin{proof}[Beweis] Die Matrix $A$ der $(-\cos(\pi/m_{s,t})$ 
hat Einsen auf der Diagonale aber sonst nur Eintr"age $\le 0$. 
Verringern wir den Koeffizienten einer Kante, so erhalten wir 
eine Matrix $A'$ mit Eintr"agen $a'_{ii} = a_{ii} = 1$ und 
$a_{ij} \le a'_{ij} \le 0$ falls $i \not= j$. W"are sie nicht 
positiv definit, so f"anden wir einen Vektor $x \not= 0$ mit 
$0\geq x^{\top}A'x$. Ausgeschrieben f"uhrt das zu 
$0\geq \sum a'_{ij}x_{i}x_{j}  $. Ersetzen wir die 
Eintr"age von $x$ durch ihre Betr"age, so gilt das erst recht und wir folgern
\[ 0 \ge \sum a'_{ij}|x_{i}||x_{j}| \ge \sum a_{ij}|x_{i}||x_{j}| \]
im Widerspruch zu unserer Annahme, $A$ sei positiv definit.
\end{proof}
\noindent
Wir erhalten sofort, da"s ein positiv definiter Coxetergraph keinen
Zykel enthalten darf, weil wir ja sonst von ihm aus durch das Weglassen
von Knoten und Verringern von Koeffizienten zu einem Graph der
Gestalt $\tilde{A}_n$ mit $n\geq 2$ gelangen k"onnten, der nun einmal nicht
positiv definit ist. 
Weiter verbieten $\tilde{C}_n$ bzw. $\tilde{B}_2$
den Fall von zwei oder mehr 
Kanten  \glqq h"oherer Wertigkeit\grqq, womit hier und im  
Folgenden eine Wertigkeit $\geq 4$ gemeint sei.
Wir gehen nun erst einmal die M"oglichkeiten
f"ur zusammenh"angende 
positiv definite Coxetergraphen ohne Verzweigungspunkt durch.
Im Fall von einem Knoten ist eh nur $A_1$ m"oglich.
Im Fall von zwei Knoten verbietet  $\tilde{A}_1$ den Koeffizienten $\infty$ 
und alle anderen F"alle sind bereits in unserer Liste positiv definiter
Graphen zu finden.
Weiter sagt uns  $\tilde{F}_4$, da"s bei f"unf oder mehr Knoten
eine Kante h"oherer Wertigkeit  nur am Ende vorkommen kann.
Wegen $Z_5$ kommen deshalb
als unverzweigte zusammenh"angende Graphen mit f"unf oder mehr Knoten 
nur $A_n$ und $B_n$  in Betracht.
Im Fall von drei oder vier Knoten kommen bei einer h"oheren  Wertigkeit  einer 
Randkante wegen $\tilde{G}_2$ zus"atzlich nur $H_3$ und $H_4$ in Betracht,
und bei einer h"oheren Wertigkeit einer Mittelkante wegen $Z_4$ nur $F_4.$
Damit ist gezeigt, da"s wir in unserer Liste 
der positiv definiten zusammenh"angenden Coxetergraphen
keine unverzweigten Graphen vergessen haben.
Was die verzweigten Graphen angeht, zeigt 
 $\tilde{D}_n$ mit $n\geq 5,$
 da"s ein positiv definiter Coxetergraph h"ochstens einen 
Verzweigungspunkt
haben kann. Dann zeigt $\tilde{D}_4,$ 
da"s er sich daselbst nicht in mehr als drei 
"Aste verzweigen kann.
Dann zeigt $\tilde{B}_n,$ da"s darin "uberhaupt keine Kante 
h"oherer Wertigkeit vorkommen kann. 
Dann zeigt $\tilde{E}_6,$ da"s einer
der drei "Aste nur aus einer Kante besteht, und  $\tilde{E}_7,$
da"s ein zweiter der drei "Aste aus h"ochstens zwei  
Kanten besteht,
und $\tilde{E}_8,$ da"s im Fall eines Asts mit einer 
und eines Asts mit
zwei Kanten der dritte Ast h"ochstens aus vier Kanten 
bestehen darf.
Damit kommen im verzweigten Fall in der Tat nur
$D_n$ und $E_6,$ $E_7,$ $E_8$ in Frage, und wir haben gezeigt, 
da"s wir in unserer Liste 
der positiv definiten zusammenh"angenden Coxetergraphen auch 
keine verzweigten Graphen vergessen haben.
\end{proof}
\begin{Bemerkung}
Ich finde an diesem Beweis "au"serst bemerkenswert,
in welchem Ma"se   er durch die Verwendung 
unmathematischer Sprache 
an Klarheit gewinnt, ja recht eigentlich erst verst"andlich wird.
Stellen Sie sich blo"s einmal vor,  die
Coxetergraphen w"aren noch nicht
erfunden und Sie sollten denselben Beweis in der 
"aquivalenten und a priori deutlich pr"aziseren 
Sprache der Coxetermatrizen f"uhren oder verstehen!
\end{Bemerkung}


\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildPSD}\\[4mm]
\noindent 
Eine Liste aller zusammenh"angenden Coxetergraphen zu
essentiellen reellen affinen Spiegelungsgruppen.
Die Notation kommt daher, da"s der Graph der affinen Weylgruppe 
eines Wurzelsystems vom Typ $Z$ stets $\tilde{Z}$ notiert wird.
Der Index ist insbesondere in jedem Fall 
eins kleiner als die Knotenzahl.\label{IDC}
\end{figure}

\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildID}\\[4mm]
\noindent 
Zwei indefinite Graphen, die  in der Diskussion auch
eine Rolle spielen.\label{HIC}
\end{figure}



%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "AATOTAL"
%%% TeX-master: t
%%% End: 
