\section{Einfache endlichdimensionale Darstellungen}



\subsection{Klassifikation durch das h"ochste Gewicht}

\begin{Bemerkungl} Ich erinnere an 
Terminologie aus \ref{GEZt}.
Sei  $\frak{h}$ eine 
abelsche  Liealgebra.
Die Elemente des Dualraums $\frak{h}^{\ast}$ 
hei"sen \defind{Gewichte}.
F"ur jede Darstellung $M$ von $\frak{h}$ und jedes 
Gewicht $\lambda\in\frak{h}^\ast$ erkl"art man
den {\bf Gewichtsraum $M_\lambda$ zum Gewicht 
$\lambda$}\index{Gewichtsraum} als den Untervektorraum
$$M_\lambda\pdef
\{ v\in M\mid Hv = \lambda (H) v \;\; \forall H \in \frak{h}\}$$
Gilt $M_\lambda\neq 0$, so hei"st $\lambda\in\mathfrak h^*$ 
ein {\bf Gewicht von} $M$. Die Menge aller
Gewichte einer Darstellung $M$ einer abelschen Liealgebra $\mathfrak h$  notieren wir\label{KHGe} 
$${\op{P}} (M)={\op{P}}_{\frak h} (M) \pdef\{ \lambda \in \frak{h}^{\ast}
\mid M_{\lambda} \neq 0\}$$
Der Buchstabe ${\op{P}} $ steht f"ur die franz"osische Bezeichnung \glqq poids\grqq.
\end{Bemerkungl}

\begin{figure}[htbp]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildRXP}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
 Ein Wurzelsystem $R$ aus sechs Wurzeln mit
 einer Weylkammer, ihrem System positiver Wurzeln $R^+=\{\alpha,\beta,\alpha+\beta\}$   und den Elementen 
der Menge $\mathfrak X\cap \bar C$ als fetten Punkten.
Dar"uber hinaus eingezeichnet sind
die zugeh"origen einfachen Wurzeln $\alpha,\beta$ sowie 
die beiden fundamentalen dominanten Gewichte $\varpi_\alpha,\varpi_\beta$ 
nach \ref{fdG}. \nichtfinal{Besseres Bild malen!} 
\end{minipage}
\end{figure}


%\begin{Bild} 
% \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildRXP}\\[4mm]
% \noindent Ein Wurzelsystem $R$ aus sechs Wurzeln mit
% einer Weylkammer, ihrem System positiver Wurzeln $R^+=\{\alpha,\beta,\alpha+\beta\}$   und den Elementen 
%der Menge $\mathfrak X\cap \bar C$ als fetten Punkten.
%Dar"uber hinaus eingezeichnet sind
%die zugeh"origen einfachen Wurzeln $\alpha,\beta$ sowie 
%die beiden fundamentalen dominanten Gewichte $\varpi_\alpha,\varpi_\beta$ 
%nach \ref{fdG}.
%\end{Bild}










\begin{Beispiel} 
 Seien  $\frak{g} \supset\frak{h}$ eine 
halbeinfache komplexe Liealgebra
mit einer
Cartan'schen Unteralgebra.
Fassen wir $\frak{g}$ auf als eine Darstellung von $\frak{h}$ vermittels  der adjungierten
Operation, so 
bilden die von Null verschiedenen Gewichte das Wurzelsystem
$R$ aus \ref{WrZ},
in Formeln 
$$R={\op{R}}(\frak{g},\frak{h})= {\op{P}}_{\frak h} (\frak{g})\backslash 0
$$
Der zu $\alpha\in{\op{R}}(\frak{g},\frak{h})$
 geh"orige Gewichtsraum ist der  Wurzelraum $\frak{g}_\al$.  
Des weiteren ist die Teilmenge 
$R\subset \mathfrak h^*$ 
nach \ref{2611}
ein abstraktes reduziertes Wurzelsystem im Sinne unserer Definition
\ref{Wusy} oder besser \eref{WSy}{SPW}. Wir erinnern  aus \ref{Wusy}
weiter die Kowurzel
$\alpha^\vee\in \mathfrak h$ zu einer Wurzel $\alpha\in R$.
\end{Beispiel}


\begin{Bemerkungl}
  Seien $R\subset V$ ein Wurzelsystem und $V_\DQ\pdef \langle R\rangle_\DQ$ seine
  rationale Form.  Die maximalen konvexen Teilmengen des
 Komplements $V_\DQ\backslash \bigcup_{\alpha\in R}\op{ker}\alpha^\vee$  der Vereinigung der Spiegel der Wurzelspiegelungen
nennen wir {\bf Weylkammern}\index{Weylkammer!rationale} oder
ausf"uhrlicher {\bf rationale Weylkammern},
wenn $V$ bereits ein Vektorraum "uber
einem angeordneten K"orper war und der Begriff \glqq Weylkammer\grqq\ auch einen Alkoven der endlichen Spiegelungsgruppe $W$ in $V$ selbst
bedeuten k"onnte. 
  Gegeben eine Weylkammer $C\subset V_\DQ$ setzen wir
 $$R^+(C)\pdef \{\alpha\in R\mid \langle \lambda,\alpha^\vee\rangle>0\;\;\forall\lambda\in C\}$$ und nennen die Elemente dieser Menge\label{pWC} 
 die {\bf positiven Wurzeln zu $C$}. Weiter setzen wir 
 $\bar C\pdef \{\lambda\in V_\DQ\mid \langle \lambda,\alpha^\vee\rangle\geq 0\;\;\forall\alpha\in R^+(C)\}$ und nennen
 diese Menge den {\bf Abschlu"s} unserer Weylkammer $C$.
 Schlie"slich setzen wir   $$\mathfrak X=\mathfrak X(R\subset V)\pdef\{\lambda\in V
\mid\langle\lambda,\al^\vee\rangle\in\DZ
\;\; \forall\al\in R\}$$ und nennen diese  Untergruppe von $V$  das 
     {\bf Gitter der ganzen Gewichte} unseres Wurzelsystems\index{Gewichte!ganze}
     und seine Elemente {\bf ganze Gewichte}. Nach \eref{IS3}{SPW} erzeugen die Kowurzeln
     den Dualraum $V^\ast$. Es folgt unschwer  
     $\mathfrak X\subset V_\DQ$, vergleiche \eref{WverK}{SPW}.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Ich zitiere aus \eref{SPW}{SPW} die Defintion eines Systems positiver Wurzeln. Eine Teilmenge $R^{+}\subset R$ eines Wurzelsystems $R\subset V$  
hei"st ein \defind{System positiver Wurzeln}, 
wenn sie die folgenden beiden\label{SoPy}  
Bedingungen erf"ullt:
\begin{enumerate}
\item
Das Wurzelsystem l"a"st sich schreiben als die disjunkte Vereinigung
$R=R^+\amalg (-R^+)$,
f"ur jede Wurzel $\al \in R$ gilt also $\al \in R^{+} \Leftrightarrow (-\al)
\not\in R^{+}$;
\item
Aus $\al_1,\ldots, \al_n \in R^{+}$ und $\al_1+\ldots+ \al_n  \in R$ 
folgt $\al_1+\ldots+ \al_n
\in R^{+}$.
\end{enumerate}
Wir zeigen in \eref{WBW}{SPW}, da"s die Vorschrift $C\mapsto R^+(C)$ eine
Bijektion zwischen der Menge der Weylkammern eines Wurzelsystems und der
Menge seiner Systeme positiver Wurzeln induziert. Die eine Beschreibung scheint mir anschaulicher, die andere ist f"ur die Diskussion in vielen expliziten
Beispielen geschickter. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\defnoind{Klassifikation durch das h"ochste Gewicht}]
  Seien $\frak{g}\supset \frak{h}$ eine halb\-einfache komplexe Liealgebra
  mit einer Cartan'schen und\label{KHG} 
$C\subset \langle R \rangle_\DQ$  eine Weylkammer.
So erhalten wir eine Bijektion
$$\begin{array}{ccc}
\left\{\begin{array}{c}
\text{irreduzible endlichdimensionale}\\
\text{Darstellungen von $\frak{g}$ bis auf Isomorphismus}\end{array}
\right\}&
{\sira} & 
\mathfrak X \cap  \bar     C
%\\[4mm]
%L & \mapsto &\begin{array}{c}
%\text{das Gewicht }\lambda\in \op{P}(L) \text{ mit}\\ 
%\lambda+\alpha\not\in \op{P}(L)\;\;\forall \alpha\in R^+(C)\\
%\end{array}
\end{array}$$
durch die Vorschrift, da"s wir jeder irreduziblen Darstellung $L$
das eindeutig bestimmte Gewicht $\lambda$ von $L$
zuordnen mit  $\lambda+\alpha\not\in \op{P}(L)\;\forall \alpha\in R^+(C)$. 
\end{Satz}

\begin{Bemerkungl}
  Wir zeigen in \ref{ALLh}, da"s jede einfache endlichdimensionale Darstellung genau ein  Gewicht mit der behaupteten Eigenschaft hat und da"s
  es in Bezug auf eine geeignete Teilordnung auf $\mathfrak h^*$ das gr"o"ste oder,
  wie man in diesem Kontext meist sagt, das \glqq h"ochste\grqq\ Gewicht unserer Darstellung ist.   Wir zeigen in \ref{ALLh} weiter, da"s je zwei einfache Darstellungen mit demselben h"ochsten Gewicht isomorph sind. Wir zeigen zus"atzlich in \ref{sWW}, da"s das h"ochste Gewicht einer einfachen endlichdimensionalen Darstellung  stets in
  $\mathfrak X\cap\bar C$ liegt. 
  Damit bleibt nur noch zu zeigen,
  da"s die im Satz behauptete Bijektion 
  surjektiv ist. Das 
ben"otigt st"arkere Hilfsmittel und wird sich im weiteren Verlauf
als Konsequenz aus \ref{RV} und \ref{KHg}
ergeben. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl} Gegeben ein Wurzelsystem $R\subset V$ mit
  einer ausgezeichneten Weylkammer $C$ 
  setzen wir $\mathfrak X^+=\mathfrak X^+(C)\pdef \mathfrak X\cap \bar C$ und nennen die
  Elemente dieser\label{DoGe} 
  Menge die {\bf dominanten ganzen Gewichte}.\index{dominant!ganzes Gewicht}
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkunge}
  Der vorstehende Satz ist eine algebraisierte Fassung 
der Klassifikation der einfachen Darstellungen 
zusammenh"angender kompakter Liegruppen, die wir in \eref{KeD}{ML} besprechen.
Diese Klassifikation hinwiederum ergibt sich in nat"urlicher Weise,
wenn man wei"s, da"s die irreduziblen Charaktere einer kompakten topologischen 
Gruppe eine Hilbertbasis des
Raums der quadratintegrierbaren Klassenfunktionen bilden m"ussen.
Das wissen wir 
im Fall endlicher Gruppen aus \eref{ZaI}{NAS} und im Allgemeinen aus
\eref{KkH}{TM}.  
\end{Bemerkunge}





\begin{Beispiel}
  Im Fall $\mathfrak g=\mathfrak{sl}(2;\DC)$ mit $R^+=\{\alpha\}$ 
ist $m\alpha/2$ das h"ochste Gewicht der $m$-dimensionalen einfachen
Darstellung ${\op{L}}(m)$ aus \ref{V01} und das Gitter der ganzen  Gewichte ist die von $\alpha/2$ erzeugte freie abelsche Gruppe. 
\end{Beispiel}



\begin{Bemerkungw}
Ist $\frak{g}$ eine einfache endlichdimensionale Liealgebra,
$\frak{h} \subset \frak{g}$ eine Cartan'sche 
und $R^{+} \subset {\op{R}} (\frak{g}, \frak{h})$
ein System positiver Wurzeln, so besitzt 
nach \ref{KHG} insbesondere 
die adjungierte Darstellung ein h"ochstes
Gewicht $\beta \in R^{+}$. Es hei"st die 
\defind{h"ochste Wurzel} und kann nach \ref{USV}  beschrieben
werden als die einzige Wurzel $\beta \in R^{+}$ derart, 
da"s f"ur alle $\alpha \in R^{+}$ die Summe
 $\alpha + \beta$ keine Wurzel mehr ist. Im Rahmen der abstrakten Theorie der
Wurzelsysteme wird sie in \eref{HoeW}{SPW} diskutiert. 
\end{Bemerkungw}

\begin{Bemerkunge}
  In einem Skript von Henning Haahr
  Andersen kann man eine Argumentation finden, die von da
  ausgehend zeigt, da"s eine halbeinfache Liealgebra schon durch ihr
  Wurzelsystem eindeutig bestimmt ist.
\end{Bemerkunge}






% \begin{Bemerkungl}
%   Dieser Abschnitt ist rein logisch betrachtet "uberfl"ussig,
% da die darin sozusagen \glqq zu Fu"s\grqq\  bewiesenen Teilresultate 
% zur Klassifikation sp"ater
% mit dem Auto der universellen Einh"ullenden 
% sehr viel m"uheloser erhalten
% und sogar  "uberholt werden k"onnen. Das aber illustriert dann auch wieder
% die N"utzlichkeit des besagten Fahrzeugs, dessen Konstruktion eben doch
% etwas m"uhsam ist. 
% \end{Bemerkungl}



\begin{Lemma}[\textbf{Gewichtsverschiebung durch Wurzelr"aume}] 
  Seien $\frak{g}\supset\frak{h}$ eine halbeinfache komplexe Liealgebra mit einer Cartan'schen. Gegeben eine Darstellung
  $M$ von $\frak{g}$\label{ERV}  gilt
$$\frak{g}_\al M_\lambda\subset M_{\lambda+\al}\;\;\forall\al\in \op{R}(\mathfrak g,\mathfrak h), \lambda\in\frak{h}^\ast$$
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Das folgt unmittelbar aus der Definition eines Gewichtsraums und der Formel
$HXv=[H,X]v + XHv\;\;\;\forall H\in\frak{h}$, $X\in\frak{g}$, $v\in M$.
\end{proof}
\begin{Lemma}\label{ALLa}
Sei eine Liealgebra $\frak{a}$ als Vektorraum
die  Summe von zwei Unteralgebren $\frak{a}=\frak{b}+ \frak{c}$.
Seien $V$ eine Darstellung von $\frak{a}$ und 
$U\subset V$ eine $\frak{b}$-Unterdarstellung. So ist die von $U$ erzeugte $\frak{c}$-Unterdarstellung von $V$
sogar eine $\frak{a}$-Unterdarstellung.
\end{Lemma}

\begin{Bemerkungw}
Im Rahmen unserer Untersuchung der universellen
Einh"ullenden werden wir dies Lemma nocheinmal 
vom h"oheren Standpunkt verstehen und beweisen k"onnen,
vergleiche \ref{ZPBWn}. 
\end{Bemerkungw}


\begin{proof}[Beweis]
Bezeichne $W$ die von $U$ erzeugte $\frak{c}$-Unterdarstellung von $V$.
Wir m"ussen zeigen, da"s gilt $X W \subset W$ f"ur alle $ X\in \frak{b}$.
Wir betrachten dazu f"ur festes $r\in\DN$ den Raum
$$W(r) = \langle Y_{1}\ldots Y_{i}v\mid i\leq r,\; Y_{\nu}\in \frak{c}\rangle$$
Sicher gilt $W= \bigcup W(r)$. 
Es reicht zu zeigen $X W(r) \subset W(r)$ f"ur alle $r$ und $X\in\mathfrak b$.
Dazu argumentieren wir mit Induktion "uber $r$.
Die Induktionsbasis bildet unsere Voraussetzung, da"s $W(0) =U$ eine $\frak{b}$-Unterdarstellung ist.
F"ur den Induktionsschritt benutzen
wir die Gleichung
$$
XY_{1}\ldots Y_{r} v  =  Y_{1}XY_{2} \ldots Y_{r}v+ [X,Y_{1}] Y_{2} \ldots Y_{r}v
$$
Auf den ersten Summanden wenden wir die Induktionsvoraussetzung an. Im zweiten
Summanden schreiben wir $[X,Y_{1}]=\tilde{X} + \tilde{Y}$ mit $\tilde{X} \in \frak{b}$,
$\tilde{Y} \in \frak{c}$ und benutzen nochmals die Induktionsvoraussetzung.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Konsequenzen aus der Theorie der Wurzelsysteme}]
Bei der Entwicklung der Theorie abstrakter Wurzelsysteme \eref{SPW}{SPW} 
haben wir vereinbart, welche
Teilmengen eines Wurzelsystems {\bf Systeme positiver Wurzeln} 
hei"sen. Nach  \eref{WBW}{SPW} 
 erhalten wir f"ur jedes Wurzelsystem $R$ 
eine Bijektion zwischen der Menge aller Systeme positiver Wurzeln
 und der Menge aller Weylkammern  durch die Vorschrift
$$R^+\mapsto  C(R^+)\pdef \{\lambda\in \langle R\rangle_\DQ\mid \langle
 \lambda,\alpha^\vee\rangle>0\;\;\forall\alpha\in R^+\}$$
Dar"ubrhinaus ist diese Bijektion  die Umkehrabbildung unserer Abbildung
 $C\mapsto R^+(C)$ aus \ref{pWC}.
Die Weylkammer $ C(R^+)$ hei"st die {\bf dominante Weylkammer} zu unserem
System von positiven Wurzeln $R^+$.
Der Buchstabe $C$ steht f"ur \glqq chambre\grqq.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}\label{geW}
Sei $R\subset V$ ein Wurzelsystem. 
F"ur jedes System positiver Wurzeln
$R^+\subset R$ erkl"aren wir  eine Teilordnung auf
$V$  durch die Vorschrift
$$\lambda \geq \mu \Leftrightarrow \lambda \in \mu + |R^+\rangle$$  
Hier bezeichnet $|R^+\rangle$ getreu unserer allgemeinen Konvention 
\eref{NfE}{AL} das von $R^+$ in $V$ erzeugte Untermonoid, also die Menge
aller endlichen Summen positiver Wurzeln einschlie"slich der leeren Summe
alias der Null. 
\end{Bemerkungl}










\begin{Proposition}\label{ALLh}
  Seien $\frak{g}\supset\frak{h}$ eine halbeinfache komplexe Liealgebra mit einer Cartan'schen und sei $R^+\subset {\op{R}}(\frak{g},\frak{h})$ ein System positiver Wurzeln. Bezeichne $\leq$ die zugeh"orige
  Teilordnung auf $\mathfrak h^*$. So gilt: 
\begin{enumerate}
\item
  Ist $M$ eine Darstellung von $\frak{g}$ und $\lambda\in\mathfrak h^*$ ein Gewicht
  und $v_\lambda\in M_\lambda$ ein Vektor mit  $\mathfrak g_\alpha v_\lambda= 0\;\forall\alpha\in R^+$, so gilt f"ur die von
  $v_\lambda$ erzeugte $\frak{g}$-Un\-ter\-dar\-stel\-lung $N\subset M$ stets 
  $N\subset \bigoplus_{\mu\leq  \lambda}M_\mu$ und  $N_\lambda=\DC v_\lambda$;
\item
Jede endlichdimensionale irreduzible Darstellung von
$\frak{g}$ hat ein $\leq$-gr"o"stes alias in der in diesem Kontext "ublichen Sprechweise 
\emph{\bf h"ochstes Gewicht};\index{Gewicht, h"ochstes}
\item
  Haben zwei irreduzible Darstellungen
von  $\mathfrak g$
 dasselbe h"och\-ste
Gewicht,
so sind sie isomorph.
\end{enumerate}
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungw}
  Der hier gegebene Beweis ist noch ziemlich \glqq zu Fu"s\grqq.
Mithilfe der universellen Einh"ullenden geben wir einen
besseren Beweis in \ref{RV}. 
\end{Bemerkungw}
\begin{Bemerkungl} 
Seien  $\frak{g} \supset\frak{h}$ eine 
halbeinfache komplexe Liealgebra mit einer
Cartan'schen Unteralgebra
und
$R^+\subset {\op{R}}(\frak{g},\frak{h})$ ein System positiver Wurzeln. 
 Es gibt durchaus von Null verschiedene 
unendlichdimensionale
Darstellungen von $\frak{g}$, die "uberhaupt keine $\frak{h}$-Gewichte 
haben, in Formeln
$M\neq 0$ aber ${\op{P}}_{\frak h}(M)=\emptyset$. Ein erstes Beispiel 
werden wir in Gestalt der \glqq Einh"ullenden Algebra\grqq\ kennenlernen.
Es gibt auch durchaus irreduzible Darstellungen mit dieser Eigenschaft.
Ebenso kann es auch bei irreduziblen Darstellungen vorkommen, da"s
${\op{P}}_{\frak h}(M)$ zwar nicht leer ist, aber kein gr"o"stes Element hat.
Irreduzible endlichdimensionale
Darstellungen  haben jedoch stets ein h"ochstes Gewicht werden sogar durch
dieses h"ochste Gewicht klassifiziert. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Wir beginnen mit Teil 1 und betrachten die Zerlegung
$\frak{g}=\frak{b}\oplus \frak{n}$
mit
$$\frak{b} \pdef \frak{h}\oplus \bigoplus_{\al \in R^{+}} \frak{g}_{\al} \;\;\;\text{ und }
\;\;\;\frak{n}\pdef \bigoplus_{\al \in R^{+}} \frak{g}_{-\al}$$
Offensichtlich sind $\frak{b}$ und $\frak{n}$ Unteralgebren.
Die Unteralgebra $\frak{b}$ wird sich sp"ater als eine
\glqq Borel'sche Unteralgebra\grqq\ erweisen und die Unteralgebra $\frak{n}$ ist nilpotent, daher die Bezeichnungen.
Unter unseren Annahmen ist $\DC v_\lambda$ eine $\frak b$-Unterdarstellung. Nach Lemma \ref{ALLa} ist dann die von $v_\lambda$ erzeugte
$\frak{n}$-Unterdarstellung $N\subset M$
schon eine $\frak{g}$-Unter\-darstellung. Teil 1 folgt so aus
Lemma \ref{ERV} zur Gewichtsverschiebung durch Wurzelr"aume.
Insbesondere mu"s jedes maximale Gewicht einer irreduziblen Darstellung $L$ alias
jedes in Bezug auf $\leq$ maximale Element von ${\op{P}}(L)$ 
bereits ihr h"ochstes Gewicht sein. Das zeigt Teil 2.
Seien schlie"slich $L$ und $L^{\prime}$  irreduzible Darstellungen mit demselben
  h"ochsten Gewicht $\lambda$.
Wir w"ahlen von Null verschiedene Vektoren
$ v \in L_{\lambda}$ und $v^{\prime} \in L^{\prime}_{\lambda}$,
betrachten in $L\oplus L^{\prime}$ die von $(v,v^{\prime})$ erzeugte
Unterdarstellung $N$. Wir zeigen zun"achst, da"s auch $N$ irreduzibel ist.
Nach Teil 1 ist $N$  die direkte
Summe seiner Gewichtsr"aume und der Gewichtsraum $N_\lambda$ ist
die Gerade  $N_\lambda=\DC (v,v^{\prime})$.
Jede Unterdarstellung von $N$ ist nat"urlich stabil unter 
der Cartan'schen und ist damit auch die direkte Summe
ihrer Gewichtsr"aume. F"ur jede echte Unterdarstellung von $A\subsetneq N$ 
gilt damit notwendig 
$$A\subset \bigoplus_{\mu\neq \lambda} N_{\mu}$$ Damit folgt 
 $\op{pr}_{1} (A)
\neq L$ und $\op{pr}_{2} (A) \neq L^{\prime}$.
Da aber $L$ und $L'$ irreduzibel sind, folgt $\op{pr}_{1} (A)=0$, $\op{pr}_{2} (A)=0$
und damit $A =0$.
Mithin
ist $N$  irreduzibel und die von Null verschiedenen Homomorphismen
$\op{pr}_{1} : N \ra L$ und $\op{pr}_{2}:N \ra L^{\prime}$ m"ussen Isomorphismen sein. Daraus folgt schlie"slich
$L\cong N\cong L'$ wie gew"unscht.
\end{proof}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Die Weylgruppe eines Wurzelsystems}]
 Gegeben $R\subset V$ ein Wurzelsystem in einem Vektorraum "uber einem
  K"orper der Charakteristik Null  im Sinne unserer Definition
\ref{Wusy} liefert uns 
\ref{2611} oder alternativ die 
Theorie abstrakter Wurzelsysteme 
\eref{EWey}{SPW} 
zu jeder Wurzel $\alpha$ eine 
Kowurzel $\alpha^\vee\in V^*$ sowie eine 
Wurzelspiegelung
$s_\alpha: 
V\ra V$ gegeben durch $\lambda\mapsto
\lambda-\langle\lambda,\alpha^\vee\rangle\alpha$. 
Die durch diese Spiegelungen $s_\alpha$ erzeugte  Gruppe hei"st die
{\bf Weylgruppe}\index{Weylgruppe!von halbeinfacher Liealgebra} 
\index{Weyl@${\op{Weyl}}(R)$ Weylgruppe von $R$} 
\index{W@${\op{W}}(R)$ Weylgruppe von $R$} 
$$W={\op{W}}(R)=\op{Weyl}(R)\subset\op{GL}(V)$$
Alle Wurzelspiegelungen stabilisieren nach \ref{2611}
unser Wurzelsystem $R$, und da die Wurzeln wieder nach  \ref{2611}
auch $V$ aufspannen, mu"s die Weylgruppe endlich sein.
Sie operiert mithin
 als endliche Spiegelungsgruppe 
im Sinne von \eref{ESG}{SPW} auf dem $\DQ$-Spann 
$\langle R\rangle_\DQ$ der Wurzeln.
Die Theorie der  Spiegelungsgruppen \eref{THG}{SPW} 
zeigt, da"s die Weylgruppe frei und transitiv auf der Menge der 
Weylkammern operiert. Offensichtlich stabilisiert die Weylgruppe auch das Gitter $\mathfrak X$ der ganzen Gewichte.
\end{Bemerkungl}



\begin{Lemma}[\textbf{Stabilit"at der Gewichte unter der 
Weylgruppe}]   Seien $\frak{g}\supset\frak{h}$ eine halbeinfache komplexe Liealgebra mit einer Cartan'schen.
Ist $E$ eine endlichdimensionale 
Darstellung von $\frak{g}$, so sind alle\label{sW} 
Gewichte von $E$ in $\frak{h}^\ast$ ganz
und die Menge der Gewichte ist stabil unter der Weylgruppe $W=W({\op{R}}(\frak{g},\frak{h}))$,
in Formeln 
$${\op{P}}(E) \subset \mathfrak X\;\;\text{ und }\;\;W{\op{P}}(E)
={\op{P}}(E)$$
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}
  Ist  ein Gewicht $\lambda \in {\op{P}}(E)$ nicht dominant, gibt es also 
eine positive Wurzel $\al \in
  R^+$ mit $\langle \lambda, \al^{\vee}\rangle < 0$, so liegt auch $s_{\al}
  (\lambda) = \lambda -\langle \lambda, \al^{\vee}\rangle \al$ in ${\op{P}}(E)$ und
  erf"ullt $s_{\al}(\lambda)> \lambda$. Die maximalen Gewichte einer
  endlichdimensionalen Darstellung $E$ sind mithin s"amtlich dominant.
  A forteriori gilt das f"ur das h"ochste Gewicht  einer
 einfachen  endlichdimensionalen Darstellung.\label{sWW}
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Wir erinnern f"ur $\al \in R$ die zu $\frak{sl} (2;k)$ isomorphe Unteralgebra
$\frak{g}^{\al}\pdef \frak{g}_{\al} \oplus k\al^{\vee} \oplus \frak{g}_{-\al}$ 
von $\frak{g}$.
Die Kowurzel $\alpha^\vee$ hat hierbei nach \ref{MTt} und \ref{KWw}  
die Eigenschaft, da"s ein Isomorphismus 
$\frak{sl} (2;k)\sira \frak{g}^{\al}$
 mit
 $h\mapsto \alpha^\vee$ existiert f"ur $h\pdef{(^{1}_{0}}\;
{^{\;\;0}_{-1})}$. Aus der 
in \ref{V01} entwickelten Darstellungstheorie
der $\frak{sl} (2;k)$ folgt, da"s die Eigenwerte von
$h$ auf endlichdimensionalen Darstellungen von $\frak{sl} (2;k)$
stets ganze Zahlen sind.
Damit folgt f"ur alle $\lambda \in {\op{P}} (E)$ sofort
$\langle \lambda, \al^{\vee}\rangle \in \DZ$.
Ist weiter $0\neq v \in E_{\lambda}$, $m=\langle \lambda, \al^{\vee}\rangle$ und
$kx_{\al}=\frak{g}_{\al}$, $ky_{\al}=\frak{g}_{-\al}$, so folgt aus der Darstellungstheorie
von $\frak{sl} (2;k)$ auch $y^{m}_{\al} v \neq 0$ falls $m\geq 0$ beziehungsweise
$x^{-m}_{\al} v\neq 0$ falls $m\leq 0$.
Insbesondere gilt in jedem Fall $E_{\lambda -m \al}\neq 0$ und damit $s_{\al} (\lambda)
=\lambda-\langle \lambda, \al^{\vee}\rangle\al
\in  {\op{P}}(E)$.
\end{proof}




\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}\label{HDa}
Gegeben eine Darstellung $M$ 
einer abelschen Liealgebra $\frak{h}$ und ein
Gewicht $\lambda\in\frak{h}^\ast$
liefert das Auswerten bei $1\in k_\lambda$ stets  einen Isomorphismus
$\op{Mod}_{k,\frak{h}}(k_\lambda, M)\sira M_\lambda$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Die bez"uglich Inklusion maximalen aufl"osbaren Unteralgebren
einer Liealgebra hei"sen ihre
\defnoind{Borel'schen Unteralgebren}\index{Borel'sche Unteralgebra}
oder {\bf Borel'schen}.\label{bor} 
Sei $\frak{g}$ eine halbeinfache komplexe Liealgebra und $\frak{h} \subset
\frak{g}$ eine Cartan'sche und ${\op{R}} (\frak{g},
\frak{h})$ das Wurzelsystem. Man zeige, da"s wir eine Bijektion 
$$
\left\{ \begin{array}{c}
\text{Systeme $R^{+} \subset {\op{R}} (\frak{g},
\frak{h})$ von}\\
\text{positiven Wurzeln}
 \end{array} \right\} 
\;\sira \;
\left\{ \begin{array}{c}
\text{Borelsche Unteralgebren,}\\
\text{die $\mathfrak h$ umfassen}
\end{array} \right\} $$
erhalten durch die Vorschrift  $R^{+} \mapsto \frak{b}
= \frak{h}\oplus \bigoplus_{\alpha \in R^{+}} \frak{g}_{\alpha}$.
\end{Ubung}
\subsection{Dominante ganze Gewichte}


\begin{Bemerkungl}
  Bei der Entwicklung der Theorie abstrakter Wurzelsysteme 
haben wir in \eref{BaWuu}{SPW} vereinbart, welche
Teilmengen eines Wurzelsystems {\bf Basen des Wurzelsystems} 
hei"sen. Nach  \eref{WBW}{SPW} und \eref{ww}{SPW}
 erhalten wir f"ur jedes Wurzelsystem $R$ 
eine Bijektion zwischen der Menge aller seiner Systeme positiver Wurzeln
 und der Menge aller seiner  Basen durch die Vorschrift
 $$R^+\mapsto  \Pi(R^+)\pdef \{\alpha \in R^+\mid \alpha\neq \beta+\gamma\;\;\forall \beta,\gamma\in R^+
\}$$
Die  Elemente von $\Pi(R^+)$ hei"sen die {\bf einfachen Wurzeln}
zu unserem System positiver Wurzeln und 
die Wurzelspiegelungen $s_\alpha$  zu den 
einfachen Wurzeln $\alpha\in \Pi(R^+)$ hei"sen  die {\bf einfachen Spiegelungen}.
Sie
sind anschaulich gesprochen
genau die Spiegelungen an den \glqq W"anden\grqq\ der dominanten Kammer
$C(R^+)$ und erzeugen  nach \eref{KEW}{SPW} die Weylgruppe.  
Die anschauliche geometrische Erkenntnis, da"s das Bild einer Kammer
unter einer Spiegelung an einer ihrer W"ande nur durch besagte Wand 
von ihrem Spiegelbild getrennt wird, "ubersetzt sich in die 
Erkenntnis \eref{VZ}{SPW},
da"s f"ur jede einfache Wurzel
$\alpha\in\Pi(R^+)$ gilt
$$s_\alpha(R^+)=(R^+\backslash\alpha)\cup\{-\alpha\} $$
Im Rahmen der Theorie der Spiegelungsgruppen \cite{SPW} werden diese
Anschauungen formalisiert und ausgearbeitet.
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}
  Wir betrachten
  das Wurzelsystem $R=\{\varepsilon_i-\varepsilon_j\mid i\neq j\}$
  von $\mathfrak{sl}(n;\DC)$ in Bezug auf die Cartan'sche
  $\mathfrak h$ der Diagonalmatrizen mit Spur Null mit der Notation
  $\varepsilon_i\in \mathfrak h^*$ f"ur die Linearform, die jeder Diagonalmatrix der Spur Null ihren $i$-ten Diagonaleintrag zuordnet.
Darin  ist $R^+=\{\varepsilon_i-\varepsilon_j\mid i< j\}$ ein System positiver
  Wurzeln und $\Pi(R^+)=\{\varepsilon_i-\varepsilon_{i+1}\mid 1\leq i< n\}$ das
  zugeh"orige System von einfachen Wurzeln. Die Wurzelspiegelung zu
  $\alpha=\varepsilon_i-\varepsilon_j$ vertauscht $\varepsilon_i$ mit $\varepsilon_j$ und h"alt alle anderen $\varepsilon_k$ fest. Die Weylgruppe
  stabilisiert die Menge der $\varepsilon_i$ und ihre Operation auf dieser
  Menge induziert einen Isomorphismus $W\sira \mathcal S_n$ der Weylgruppe
  mit der symmetrischen Gruppe.
\end{Beispiel}
  





  
\begin{Bemerkungl}
Ist $R^+\subset R\subset V$ ein Wurzelsystem mit einem System von positiven Wurzeln  und 
   $\Pi =\Pi(R^+)=\{\al_{1},\ldots ,\al_{r}\}$ die in $R^+$ enthaltene
Basis des Wurzelsystems $R$,
so bilden die Kowurzeln
$\al^{\vee}_{1},\ldots ,
\al^{\vee}_{r}$ eine Basis des Vektorraums $V^*$.
Die Elemente der zur Basis der Kowurzeln
dualen Basis von $V$ notiert man\label{fdG} 
$${\varpi_{1}},\ldots ,{\varpi_{r}}$$ 
mit $\varpi$ dem $\pi$ der griechischen Schreibschrift.
Sie hei"sen die
{\bf fundamentalen dominanten
Gewichte}\index{Gewicht!fundamentales dominantes}
und werden charakterisiert durch
$\langle\varpi_{i},\al^{\vee}_{j}\rangle=\delta_{ij}$.
Nat"urlich bilden die fundamentalen dominanten Gewichte   
${\varpi_{1}},\ldots,{\varpi_{r}}$
eine $\DZ$-Basis f"ur das Gitter $\mathfrak X$ der ganzen Gewichte und
die Menge der dominanten ganzen Gewichte hat die alternative Beschreibung
$$ \mathfrak X^+ = \DN {\varpi_{1}} + \ldots +\DN {\varpi_{r}}$$
Formeln f"ur die Darstellung der fundamentalen dominanten Gewichte
durch die einfachen Wurzeln findet man am Ende von \cite{Bou}.
\end{Bemerkungl}

\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildfdG}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Eine Basis eines Wurzelsystems vom Typ $A_2$
mit den
zugeh"origen fundamentalen dominanten Gewichten.
\nichtfinal{Bild verbessern!} 
\end{minipage}
\end{figure}







\begin{Lemma}[{\bf Geometrie der Weylkammer}] 
  Gegeben $R^+\subset R\subset V$ ein abstraktes Wurzelsystem mit einem
  ausgezeichneten System
  positiver Wurzeln ist der Abschlu"s der dominanten Weylkammer enthalten in dem 
von den positiven Wurzeln erzeugten\label{Wurz} 
Kegel $|\DQ_{\geq 0}R^+\rangle$.
\end{Lemma}

\begin{Bemerkungl}
  Hier bezeichnet $\DQ_{\geq 0}R^+$ 
  die Menge aller Produkte $a\alpha$ mit $a\in \DQ_{\geq 0}$ und einer positiven Wurzel $\alpha\in R^+$.
  Weiter bezeichnet 
  $|\DQ_{\geq 0}R^+\rangle$ nach der Konvention 
\eref{NfE}{AL} das davon in $V$ erzeugte additive Untermonoid. 
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}[Beweis]
Seien $\alpha_1, \ldots , \alpha_{r}$ die einfachen Wurzeln 
und $\varpi_1, \ldots , \varpi_r$
die zugeh"origen fundamentalen dominanten Gewichte.
Wir schreiben $\varpi_1 = a_1 \alpha_1 + \ldots + a_r \alpha_r$
mit $a_i\in\DQ$ 
und m"ussen zeigen $a_i \geq 0$ f"ur $i =1, \ldots , r$.
W"ahlen wir ein unter der Weylgruppe
invariantes Skalarprodukt $(\; , \; )$ auf dem rationalen Span $V_\DQ$ der
Wurzeln, so gilt
$\langle\lambda ,\alpha^\vee\rangle=2(\lambda,\alpha)/(\alpha,\alpha)$
f"ur $\lambda\in V_\DQ$ und folglich
$0 < (\varpi_1,\varpi_1) =(\varpi_1,a_1 \alpha_1) 
= a_1 (\alpha_1, \alpha_1)/2$ 
und damit erhalten wir bereits
$a_1 > 0$.
Bringen wir nun alle Summanden mit $a_i \geq 0$ auf die 
andere Seite, so ergibt sich
\begin{displaymath}
\varpi_1 - \sum_{a_i \geq 0} a_i \alpha_i = 
\sum_{a_j < 0} a_j \alpha_j
\end{displaymath}
und das Skalarprodukt der rechten Seite mit der linken 
Seite ist $\leq 0,$
da rechts das $\alpha_1$ nicht auftreten kann. Also sind beide Seiten
Null.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}
  Gegeben ein Gewicht $\lambda\in \langle R\rangle_\DQ$
  ist die Menge der Gewichte $\mu\in |\DQ_{\geq 0} R^+\rangle$
  aus dem von den positiven Wurzeln erzeugten Kegel\label{WSEn}  
   mit $\mu\leq \lambda$  offensichtlich endlich. Nach Lemma \ref{Wurz} gilt
   dasselbe a forteriori f"ur die Menge der Gewichte aus dem Abschlu"s der
   dominanten Weylkammer mit $\mu\leq \lambda$. \nichtfinal{Stimmt, aber wirkt
     irgendwie komisch.} 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}\label{KDW}
Zwei fundamentale dominante 
Gewichte schlie"sen in Bezug auf ein weylgruppeninvariantes
Skalarprodukt stets einen schwach spitzen Winkel ein.
In den Notationen des 
vorhergehenden Beweises unseres Lemmas \ref{Wurz} zur Geometrie der Weylkammer
gilt n"amlich
$$(\varpi_2,\varpi_1)=a_2(\varpi_2,\alpha_2)
=a_2(\alpha_2,\alpha_2)/2\geq 0$$ 
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Darstellungen mit fundamentalem H"ochstgewicht f"ur
$\frak{sl} (n+1; \Bbb{C})$}] 
  Zum Beweis der Klassifikation durch das h"ochste Gewicht
\ref{KHG} fehlt uns nun nur noch der Nachweis der
  Surjektivit"at, also der Nachweis, da"s es zu jedem dominanten
  Gewicht auch tats"achlich eine endlichdimensionale einfache Darstellung mit
  diesem h"ochsten Gewicht gibt.  Daf"ur ist mir im allgemeinen kein 
Argument eingefallen, das ohne die universelle Einh"ullende auskommt. 
Im Fall $\frak{g} = \frak{sl} (n+1; \Bbb{C})$ k"onnen wir die
Surjektivit"at jedoch auch hier schon zeigen: Dazu beachte man, da"s die
Darstellung $\bigwedge^{i} \Bbb{C}^{n+1}$ gerade das h"ochste
Gewicht $\varpi_{i} = \varepsilon_{1} + \ldots + \varepsilon_{i}$ hat,
mit zugeh"origem h"ochsten Gewichtsvektor $\op{e}_{1} \wedge \ldots
\wedge \op{e}_{i}$. Hier verstehen wir implizit die "ubliche Cartan'sche und
die  "ubliche Basis des Wurzelsystems gegeben durch die 
$\alpha_i\pdef\varepsilon_{i}-
\varepsilon_{i+1}$. 
Zu jedem dominanten ganzen  Gewicht $\lambda \in \mathfrak X^{+}$
konstruiert man nun eine Darstellung mit h"ochstem Gewicht
$\lambda$, indem man geeignete Tensorprodukte der $\bigwedge^{i}
\Bbb{C}^{n+1}$ bildet, und ein geeigneter einfacher Summand des
entsprechenden Tensorprodukts mu"s dann die gesuchte einfache Darstellung
mit  h"ochstem Gewicht
$\lambda$ sein.\end{Bemerkungl}


\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
  Im Fall des Wurzelsystems $G_2$ mit einer ausgeeichneten Basis
zeige man, da"s das Fundamentalgewicht zur kurzen einfachen Wurzel 
die h"ochste kurze Wurzel ist und das Fundamentalgewicht zur langen
 einfachen Wurzel 
die h"ochste Wurzel.\label{fdG2} 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Ganze Gewichte f"ur $D_n$}] 
  Wir erinnern f"ur $n\geq 2$ aus \ref{Rsog} das Wurzelsystem
  $R =\{\pm \varepsilon_{i} \pm \varepsilon_{j} \mid
  1 \leq i < j \leq n\}$ mit der Bezeichnung $D_n$ von $\mathfrak{so}(2n)$.
  Wir erinnern, da"s die Weylgruppe aus allen Permutationen der $\varepsilon_i$
gefolgt von der "Anderung einer geraden Zahl von Vorzeichen besteht. Wir erinnern\label{GewD} 
  aus  "Ubung \eref{Wyss}{SPW} seine
  Basis $\alpha_i=\varepsilon_i-\varepsilon_{i+1}$ f"ur $1\leq i<n$ zusammen mit
  $\alpha_n=\varepsilon_{n-1}+\varepsilon_{n}$.
 Man zeige f"ur das Gitter der ganzen Gewichte
  $$\mathfrak X=\langle \varepsilon_1,\ldots,\varepsilon_{n}\rangle_\DZ+\DZ (\varepsilon_1+\ldots+\varepsilon_{n})/2$$
 Man zeige, da"s  $\varepsilon_1+\ldots+\varepsilon_i$  f"ur
  $1\leq i<n-1$ die fundamentalen dominanten Gewichte $\varpi_i$ sind,
  wohingegen gilt $\varpi_{n-1}=(\varepsilon_1+\ldots+\varepsilon_n)/2$ und
  $\varpi_{n}=(\varepsilon_1+\ldots+\varepsilon_{n-1}-\varepsilon_n)/2$.
  Aus  \eref{aaOG}{ML} folgt,
  da"s  f"ur
  $1\leq i< n$ die "au"seren Potenzen
  irreduzible Darstellungen sind, und man erkennt unschwer  $\bigwedge^i(\DC^{2n})={\op{L}}(\varpi_{i})$
  f"ur $1\leq i<n-1$ und $\bigwedge^{n-1}(\DC^{2n})={\op{L}}(\varpi_{n-1}+\varpi_{n})$.
  Weiter folgt aus \eref{aaOG}{ML}, da"s $\bigwedge^{n}(\DC^{2n})$ eine Summe von zwei irreduziblen Darstellungen ist, und man zeigt unschwer  
$\bigwedge^{n}(\DC^{2n})\cong {\op{L}}(2\varpi_{n-1})\oplus {\op{L}}(2\varpi_{n})$.
  Irreduzible Darstellungen zu den h"ochsten Gewichten $\varpi_{n-1}$
  und $\varpi_{n}$ liefert
  die sogenannte Clifford-Algebra, vergleiche \ref{CliffSO2}.
\end{Ubung}




\begin{Ubung}[\textbf{Ganze Gewichte f"ur $B_n$}]
  Wir erinnern aus \ref{Rsou} das Wurzelsystem
  $R =\{\pm \varepsilon_{i} \pm \varepsilon_{j} \mid
  1 \leq i < j \leq n\}\cup\{\pm \varepsilon_{i} \mid
  1 \leq i\leq n\}$ mit der Bezeichnung $B_n$ von $\mathfrak{so}(2n+1)$, und da"s die Weylgruppe aus allen Permutationen der $\varepsilon_i$
  gefolgt von einer beliebigen "Anderung der Vorzeichen besteht.
  Wir erinnern\label{GewB} 
  aus  "Ubung \eref{Wyss}{SPW} seine
  Basis $\alpha_i=\varepsilon_i-\varepsilon_{i+1}$ f"ur $1\leq i<n$ zusammen mit
  $\alpha_n=\varepsilon_{n}$.
  Man zeige f"ur das Gitter der ganzen Gewichte
  $$\mathfrak X=\langle \varepsilon_1,\ldots,\varepsilon_{n}\rangle_\DZ+\DZ (\varepsilon_1+\ldots+\varepsilon_{n})/2$$
  Man zeige, da"s  die fundamentalen dominanten Gewichte gegeben werden durch $\varpi_i=\varepsilon_1+\ldots+\varepsilon_i$  f"ur
  $1\leq i<n$ und $\varpi_{n}=(\varepsilon_1+\ldots+\varepsilon_n)/2$. In diesem Fall folgt aus \eref{aaOG}{ML}, da"s alle "au"seren Potenzen der
  Standarddarstellung irreduzibel sind, und man pr"uft leicht  
  $\bigwedge^i\DC^{2n+1}={\op{L}}(\varpi_i)$ f"ur $1\leq i<n$ und $\bigwedge^n\DC^{2n+1}={\op{L}}(2\varpi_n)$.  Eine irreduzible Darstellung zum h"ochsten Gewicht $\varpi_{n}$
 liefert 
 die sogenannte Clifford-Algebra, vergleiche \ref{CliffSO2}. \end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Man erinnere die Daten zu $\mathfrak{so}(2n)$ aus \ref{GewD} und zeige,
  da"s  wir, wenn wir von einem der beiden letzten Fundamentalgewichte $\varpi_{n-1}$ oder $\varpi_{n}$ eine positive Wurzel abziehen, aus der abgeschlossenen dominanten Weylkammer herausfallen. Man folgere,
  da"s alle Gewichte von ${\op{L}}(\varpi_{n-1})$ und $ {\op{L}}(\varpi_{n})$ extreme Gewichte sein m"ussen, also die Punkte der Weylgruppenbahn des h"ochsten Gewichts. Man zeige, da"s diese  Weylgruppenbahn genau aus den $2^{n-1}$ Gewichten $(\pm\varepsilon_1\ldots\pm\varepsilon_n)/2$ besteht,
  bei denen die Vorzeichen beide mit einer geraden beziehungsweise ungeraden Vielfachheit auftreten.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Man erinnere die Daten zu $\mathfrak{so}(2n+1)$ aus \ref{GewB} und zeige,
  da"s  wir, wenn wir vom  letzten Fundamentalgewicht $\varpi_{n}$ eine positive Wurzel abziehen, aus der abgeschlossenen dominanten Weylkammer herausfallen. Man folgere,
  da"s alle Gewichte von  $ {\op{L}}(\varpi_{n})$ extreme Gewichte sein m"ussen, also die Punkte der Weylgruppenbahn des h"ochsten Gewichts. Man zeige, da"s diese  Weylgruppenbahn genau aus den $2^{n}$ Gewichten $(\pm\varepsilon_1\ldots\pm\varepsilon_n)/2$ besteht.
\end{Ubung}






\subsection{Die universelle einh"ullende Algebra}\label{UEA} 
\begin{Bemerkungl}
Ich erinnere an unsere Notation $A_{\op{L}}$ aus \ref{AAL}
 f"ur die aus
  einer assoziativen Algebra $A$ mit dem Kommutator als
  Verkn"upfung entstehende Liealgebra.  \end{Bemerkungl}

\begin{Definition}
Seien  $k$ ein K"orper und  $\frak{g}$ eine Liealgebra "uber $k$.
Eine {\bf universelle einh"ullende
Algebra  von} $\frak{g}$\index{universelle einh"ullende Algebra} 
oder kurz  \defind{Einh"ullende} ist ein Paar $(U,\eta)$
bestehend aus einer  $k$-Ringalgebra $U$ und einem 
Liealgebrenhomomorphismus
$\eta=\eta_{\op{U}} : \frak{g} \ra U_{\op{L}}$ derart,
da"s f"ur jede  $k$-Ringalgebra $A$ 
das Vorschalten von $\eta $ eine Bijektion
$$(\circ \eta ):\op{Ralg}_k(U,A)\sira \op{Lalg}_k(\mathfrak g,A_{\op{L}})$$ induziert.
Gegeben eine  $k$-Ringalgebra $A$ und
ein Homomorphismus $\varphi : \frak{g}\ra A_{\op{L}}$  von $k$-Liealgebren
 soll es anders ausgedr"uckt genau einen Homomorphismus von 
$k$-Ringalgebren geben $\tilde{\varphi}:U\ra A$ mit $\varphi = \tilde{\varphi} \circ
\eta $, als Diagramm geschrieben 
\begin{displaymath}
\xymatrix{
\mathfrak{g} \ar[dr]_-{{{\varphi}}}
\ar[r]^-{\eta }&U\ar@{-->}[d]^-{{{\exists!\;\tilde{\varphi}}}}\\
&A\\
}
\end{displaymath}
\end{Definition}




\begin{Bemerkungl}[\textbf{Einh"ullende als adjungierter Funktor}]
 In der Sprache der Kategorientheorie ist das Bilden der universellen 
Einh"ullenden, von der wir bald zeigen werden, da"s sie
immer existiert, der linksadjungierte Funktor zum Funktor
$A\mapsto A_{\op{L}}$ von der Kategorie der $k$-Ringalgebren in die
Kategorie der $k$-Liealgebren. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Beispiele}
Ist $\frak{g} =0$, so ist $U=k$ eine Einh"ullende.
Ist $\frak{g}$ eine eindimensionale Liealgebra mit 
Basis $X\in \frak{g}$, so ist der
Polynomring in einer Ver"anderlichen $U=k[X]$ eine Einh"ullende mit $\eta $
der offensichtlichen Abbildung
$$\begin{array}{lccl}
\eta  :& \frak{g} &\ra & k[X]\\
&aX& \mapsto & aX
\end{array}$$
\end{Beispiele}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Eindeutigkeit der Einh"ullenden}] 
Ist $(U_1,\eta _1)$ eine zweite Einh"ullende von $\frak{g}$, so mu"s
mit den "ublichen Argumenten die Abbildung $\tilde{\eta }_1 :
U \ra U_1$ ein Isomorphismus sein. Eine Liealgebra 
besitzt also bis auf eindeutigen Isomorphismus
h"ochstens eine Einh"ullende. Wir werden 
aus diesem Grund oft den bestimmten Artikel
verwenden und von der  Einh"ullenden reden.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Erzeugung der Einh"ullenden als Ringalgebra}] 
 Eine universelle Einh"ullende $U$ einer Liealgebra $\frak g$
"uber einem K"orper $k$ 
wird  als $k$-Ringalgebra stets vom Bild von $\frak g$ erzeugt. 
Von der vom Bild von $\frak g$ erzeugten 
Unterringalgebra
$k\lfloor \frak g\rfloor \subset U$  sieht man n"amlich leicht ein,
da"s sie auch bereits die von einer Einh"ullenden geforderte
universelle Eigenschaft  hat.
\end{Bemerkungl}
\begin{Lemma}[\textbf{Darstellungen als Moduln}]
Seien $V$ eine abelsche Gruppe,
$\frak{g}$ eine Liealgebra\label{DaM}
 "uber einem K"orper $k$ und
$\eta  : \frak{g} \ra U$ eine Einh"ullende von $\frak{g}$.
So gilt:
\begin{enumerate}
\item
Die Einschr"ankung vermittels $\eta $ zusammen mit
der Einschr"ankung vermittels der Einbettung $k\hra U$, $a\mapsto a1$
liefern eine Bijektion
$$\begin{array}{ccc}
\left\{\begin{array}{c} \text{Strukturen auf $V$ als}\\
\text{Modul "uber dem Ring $U$}
 \end{array}\right\} & \sira &
\left\{ \begin{array}{c} \text{Strukturen auf $V$ als Darstellung}\\
\text{der $k$-Liealgebra $\frak{g}$}
 \end{array}\right\} \end{array}$$
\item
Diese Konstruktion liefert einen Isomorphismus von Kategorien
$$U\op{-Mod}\sira \mathfrak g\op{-Mod}$$
\end{enumerate}
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Eine Struktur auf $V$ als   $U$-Modul ist ja per definitionem
ein  Ringhomomorphismus  $\varphi:U\ra\op{End} V$.
Die Einschr"ankung von $\varphi$ auf $k\subset U$ macht $V$ zu einem
$k$-Vektorraum, und f"ur diese Struktur induziert
$\varphi$ erst einen Homomorphismus von 
 $k$-Ringalgebren $\varphi:U\ra\op{End}_k V$, dann
einen Homomorphismus von Liealgebren $\varphi:U_{\op{L}}\ra\frak{gl}(V)$,
und schlie"slich einen Homomorphismus von Liealgebren
$\varphi\circ\eta :\frak{g}\ra\frak{gl}(V)$.
Die Einschr"ankungen liefern also auf $V$ die Struktur einer
Darstellung "uber $k$.
Um zu zeigen, da"s diese Zuordnung bijektiv ist,
geben wir die inverse Abbildung an.
Eine Darstellung der Liealgebra $\frak{g}$ "uber $k$ ist ja per definitionem
ein Paar $(V , \rho)$ bestehend aus einem
$k$-Vektorraum $V$ und einem Homomorphismus
$\rho :\frak{g} \ra (\op{End}_{k}V)_{\op{L}}$ von Liealgebren "uber $k$.
Diesen Homomorphismus k"onnen wir aber nach der Definition der universellen
Einh"ullenden auf genau eine Weise erweitern zu einem
Homomorphismus von  $k$-Ringalgebren
$\tilde{\rho}:U\ra \op{End}_{k}V$, und damit haben wir auf $V$ die
gesuchte $U$-Modulstruktur konstruiert. 
Wir "uberlassen dem Leser
den Nachweis, da"s diese beiden Konstruktionen zueinander invers sind.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
Im folgenden bezeichnen wir f"ur ein Element $X$ einer Liealgebra
$\frak{g}$ sein Bild $\eta  (X)$ in der universellen Einh"ullenden meist
kurz auch mit $X$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Unter einer \defind{Augmentation} einer $k$-Ringalgebra $A$ 
  versteht man ganz allgemein einen Ringalgebrenhomomorphismus
  $\varepsilon: A\ra k$. Die Bezeichnung kommt wohl daher,
da"s dabei die Ringstrukur durch ein zus"atzliches Datum 
erweitert wird. Eine $k$-Ringalgebra $A$ mit Augmentation hei"st eine
{\bf augmentierte $k$-Ring\-al\-ge\-bra}.\index{augmentiert!Ringalgebra}
Der Kern der Augmentation hei"st dann das {\bf Augmentationsideal}
unserer augmentierten $k$-Ringalgebra und wir oft $A^+$ notiert. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Einh"ullende als augmentierte Ringalgebra}] 
Jede $k$-Liealgebra $\frak{g}$ besitzt die Einsdarstellung $k$. Diese
f"uhrt nach dem Vorhergehenden zu einem Homomorphismus von 
$k$-Ring\-al\-ge\-bren $\varepsilon : {\op{U}}(\frak{g}) \ra k$ mit
$\varepsilon (X) = 0 \; \forall X\in \frak{g}$. 
So wird unsere Einh"ullende zu einer  augmentierten Ringalgebra.
\end{Bemerkungl}



\begin{Satz}[\defind{Poincar\'{e}-Birkhoff-Witt}]\label{PBW}
Jede Liealgebra  besitzt eine universelle 
Einh"ullende. Ist $\frak{g}$ eine Liealgebra "uber einem K"orper $k$
und $(X_{\lambda})_{\lambda\in\Lambda}$ eine Basis von $\frak{g}$ 
und $\leq$ eine totale Ordnung auf
$\Lambda$, so bilden die geordneten Monome als da hei"st die
Monome  $X_{\lambda(1)}\ldots X_{\lambda(r)}$ mit
$\lambda(1) \leq \lambda(2)\ldots \leq
\lambda(r)$ f"ur $r\geq 0$
eine Basis der Einh"ullenden ${\op{U}} (\frak{g})$
"uber $k$.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Der erste Aussage wird in einer pr"azisierten Form als \ref{PBW1} 
bewiesen, die Zweite im Anschlu"s daran. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
Bei der Formulierung haben wir die Konvention benutzt, nach der das
\glqq leere\grqq\  Monom, als da hei"st das Monom mit $r =0$, die 
Einheit $1\in {\op{U}}(\frak{g})$ darstellt.
Ist $X_{1}, \ldots , X_{d}$ eine Basis von 
$\frak{g}$, so bilden nach unserem
Satz insbesondere die Monome
$X^{n_{1}}_{1} \ldots X_{d}^{n_{d}}$ mit
$n_{i}\geq 0$ eine Basis von ${\op{U}}(\frak{g})$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkunge}
 Arbeiten wir nicht "uber einem K"orper $k$, sondern vielmehr
"uber einem Kring, so gilt der Satz von Poincar\'e-Birkhoff-Witt
\ref{PBW} analog immer noch und mit demselben Beweis.\label{LAPO}  
Allerdings kann er nur angewendet werden, wenn unsere Liealgebra 
auch eine Basis als $k$-Modul besitzt.  
\end{Bemerkunge}
















\begin{Definition}
Sei $V$ ein Vektorraum "uber
  einem K"orper $k$.
Eine {\bf freie Ringalgebra  "uber} $V$\index{frei!Ringalgebra}  
ist ein Paar $(T,\eta )$
bestehend aus einer  $k$-Ringalgebra $T$ und einer 
linearen Abbildung $\eta =\eta_{\op{T}}: V \ra
T$ derart, da"s folgende universelle Eigenschaft erf"ullt ist:
Gegeben eine  $k$-Ringalgebra $A$ und
eine lineare Abbildung
$\varphi : V\ra A$  gibt es genau einen Homomorphismus von 
$k$-Ringalgebren $\tilde{\varphi}:T\ra A$ mit $\varphi = \tilde{\varphi} \circ
\eta$, im Diagramm
\begin{displaymath}
\xymatrix{
V \ar[dr]_-{\displaystyle{{\varphi}}}
\ar[r]^-{\eta}&U\ar@{-->}[d]^-{\displaystyle{{\tilde{\varphi}}}}\\
&A\\
}
\end{displaymath}
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}
Hier noch eine Umformulierung der Definition.
Sei $V$ ein Vektorraum "uber
  einem K"orper $k$.
  Eine {\bf freie Ringalgebra  "uber} $V$\index{frei!Ringalgebra}
ist ein Paar $(T,\eta)$
bestehend aus einer  $k$-Ringalgebra $T$ und einer
linearen Abbildung $\eta : V \ra
T$ derart, da"s f"ur jede  $k$-Ringalgebra $A$ 
das Vorschalten von $\eta$ eine Bijektion
$$\op{Ralg}_k(T,A)\sira \op{Hom}_k(V,A)$$
zwischen Homomorphismen von Ringalgebren und Homomorphismen von
Vektorr"aumen induziert.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Mit denselben Argumenten wie im Fall der Einh"ullenden zeigt man,
da"s solch eine freie Ringalgebra im wesentlichen eindeutig ist, wenn sie
existiert. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkunge}
 In der Sprache der Kategorientheorie ist das Bilden der 
freien Ringalgebra, von der wir bald zeigen werden, da"s sie
immer existiert, der linksadjungierte Funktor zum 
verge"slichen Funktor
 von der Kategorie der $k$-Ringalgebren in die
Kategorie der $k$-Vektorr"aume. 
\end{Bemerkunge}


\begin{Lemma}
  Gegeben ein Vektorraum $V$ "uber einem K"orper $k$ existiert stets
eine freie Ringalgebra ${\op{T}}(V)= {\op{T}}_{k}V$ "uber $V$.\label{TeAll}  
\end{Lemma}

\begin{Bemerkungl}
  Ich gebe f"ur diese Behauptung zwei Beweise. 
Der erste Beweis
ist in gewisser Weise sauberer. Er gibt eine explizite Konstruktion,
die
vom vorgegebenen Vektorraum ausgeht und keine weiteren Wahlen ben"otigt.
Er ben"otigt jedoch das Tensorprodukt, das erfahrungsgem"a"s viele
Studenten sehr lange als ein sehr abstraktes Konstrukt empfinden.
Der zweite Beweis ben"otigt die Wahl einer Basis, hat aber den
Vorteil, eine  konkretere Konstruktion zu liefern.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis mit multilinearer Algebra]
  Ich erinnere  an die Konstruktion der
Tensoralgebra in \eref{TeAl}{LA2} und ihre universelle Eigenschaft.
Sei $V$ ein Vektorraum
  "uber einem K"orper $k$.  
Die Tensoralgebra "uber $V$\index{Tensoralgebra} ist die
 $k$-Ringalgebra $${\op{Ten}}(V)={\op{T}}(V)= {\op{T}}_{k}V = \bigoplus_{r\geq 0}
V^{\otimes r} = k \oplus V\oplus (V\otimes V) \oplus (V\otimes V\otimes V)
\oplus\ldots $$ mit\index{T@$\op{T}(V)$ Tensoralgebra} 
der\index{Ten@$\op{Ten}(V)$ Tensoralgebra} 
$k$-bilinearen Multiplikation,
die eindeutig festgelegt wird durch die Vorschrift
$(v_{1}\otimes \ldots \otimes v_{r}) \cdot
(w_{1}\otimes \ldots \otimes w_{t})= (v_{1}\otimes \ldots v_{r} \otimes
w_{1}\otimes \ldots w_{t})$. Die Einbettung \glqq als zweiter Summand\grqq\ 
$\eta:V\hra {\op{T}}(V)$ hat dann offensichtlich 
die gesuchte universelle Eigenschaft. % , 
% da"s ihr Vorschalten f"ur jede $k$-Ringalgebra $A$ 
% eine Bijektion 
% $$\op{Ralg}_k({\op{T}}(V),A)\stackrel{\circ \op{c}}{\sira}  \op{Hom}_k(V,A)$$
% liefert.
% Ist also $\varphi : V\ra A$
% eine $k$-lineare Abbildung, so gibt es genau einen 
% Homomorphismus von $k$-Ringalgebren $\hat{\varphi} : {\op{T}}_{k} V \ra A$ mit 
% $\varphi = \hat{\varphi}
% \circ c$, im Diagramm
% \begin{displaymath}
%  \xymatrix{
% V \ar[r]^-c \ar[dr]_-{\varphi}& {\op{T}}_k V \ar[d]^-{\hat{\varphi}}\\
% &A
% }
% \end{displaymath} 
\end{proof}

\begin{proof}[Beweis mit Polynomen in nichtkommutierenden Variablen]
Wir w"ahlen eine Basis  $B\subset V$
und das freie Monoid $\op{Mon}\frei B$ "uber $ B$ im Sinne von \eref{FrMo}{TF}
alias die \glqq Menge aller W"orter endlicher L"ange in Buchstaben $ B$,
einschlie"slich des leeren Wortes, mit dem Hintereinanderschreiben 
von W"ortern als 
Verkn"upfung\grqq. Dann bilden wir den freien $k$-Vektorraum
$T\pdef k\langle\op{Mon}\frei B\rangle$ "uber dieser Menge oder pr"aziser den
Monoidring "uber diesem Monoid im Sinne von \eref{MoiR}{NAS} alias den
 \glqq Polynomring "uber $k$ in den nichtkommutierenden Variablen $ B$\grqq,
vergleiche auch \eref{FRiA}{NAS}.
Die offensichtliche Einbettung \glqq als Variablen\grqq\ 
$ B\hra T$ besitzt genau eine Fortsetzung zu einer linearen Abbildung
$\eta:V\ra T$ und ich behaupte, da"s wir auf diese Weise auch eine freie
Ringalgebra "uber $V$ erhalten. 
In der Tat folgt das daraus, da"s wir f"ur jede $k$-Ringalgebra $A$ 
im kommutativen Diagramm 
\begin{displaymath}
 \xymatrix{
\op{Ralg}_k (k \langle \op{Mon}\frei  B \rangle, A ) \ar[r]\ar[d]_-\wr &\op{Hom}_k (V,A)\ar[d]_-\wr\\
\op{Mon} (\op{Mon}\frei  B , A) \ar[r]^-\sim & \op{Ens} ( B, A)
}
\end{displaymath}
mit den durch die offensichtlichen Vorschaltungen gegebenen 
Abbildungen aus den universellen Eigenschaften des freien Monoids 
und des Monoidrings bereits wissen, da"s die untere Horizontale und die
linke Vertikale Bijektionen sind. Ebenso wissen wir aus der
linearen Algebra, da"s die rechte  Vertikale eine Bijektion ist. 
Damit folgt dasselbe f"ur die obere Horizontale, was zu zeigen war. 
\end{proof}






\begin{Proposition}\label{PBW1}
Sei $\frak{g}$ eine Liealgebra "uber einem K"orper $k$ und  
 ${\op{I}}(\frak{g})\subset {\op{T}}(\frak{g})$ das Ideal der Tensoralgebra "uber dem Vektorraum $k$, das von allen
$(x\otimes y - y \otimes x - [x,y])$ mit $x,y\in \frak{g}$ erzeugt wird. 
So ist die Ringalgebra
${\op{U}}(\frak{g}) \pdef {\op{T}} (\frak{g}) / {\op{I}}(\frak{g})$
mit der Komposition 
$\frak{g} \ra {\op{T}}(\frak{g})
\twoheadrightarrow {\op{U}}(\frak{g})$ als $\eta=\eta_{\op{U}}$  eine 
Einh"ullende von $\frak{g}$.
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis]
F"ur diesen Beweis bezeichne $p : {\op{T}} (\frak{g}) \ra {\op{U}} (\frak{g})$ 
die Projektion und
$\eta_{\op{T}}: \frak{g} \ra {\op{T}}(\frak{g})$ die kanonische Abbildung der
Tensoralgebra, 
wir haben  also  $\eta = p \circ \eta_{\op{T}}$.
Sicher ist
$\eta $ ein Homomorphismus von Liealgebren, denn wir haben
$$\begin{array}{ccccc}
 \eta  [x,y] &  &(\eta  x) (\eta  y) - (\eta  y) (\eta  x)&= & [\eta  x, \eta  y]\\
\|&            &\;\;\;\;\;\;\| &&\\
p[x,y] & =& p (x \otimes y- y\otimes x) &&
\end{array}$$
da nach Konstruktion gilt $x \otimes y - y\otimes x - [x,y] \in \op{I}(\frak{g}) = \ker p$.
Nach Konstruktion wird ${\op{U}}(\frak{g})$ als  $k$-Ringalgebra
von $\frak{g}$ erzeugt, eine Abbildung von $\frak{g}$ in
eine $k$-Ringalgebra $A$ l"a"st sich also auf h"ochstens
eine Weise zu einem Homomorphismus von Ringalgebren ${\op{U}}(\frak{g})\ra A$
fortsetzen.
Um die folgende Argumentation "ubersichtlich zu machen,
 arbeiten wir mit dem Diagramm
\begin{displaymath}
\xymatrix{
\frak{g}\ar[r]\ar[dr]&{\op{T}}(\frak{g})\ar[r]\ar[d]& {\op{U}}(\frak{g})\ar[dl]\\
&A&
}
\end{displaymath}
Sei also $\varphi : \frak{g} \ra A_{\op{L}}$ ein Liealgebren-Homomorphismus von $\frak{g}$ in eine
 $k$-Ring\-al\-ge\-bra $A$.
Selbst wenn $\varphi$ nur linear ist, erweitert es auf genau eine Weise
zu einem Homomorphismus von Ringalgebren
$\hat{\varphi} : {\op{T}} (\frak{g}) \longrightarrow A$.
Ist $\varphi$ zus"atzlich ein Homomorphismus von  Liealgebren, 
so folgt sofort
$\hat{\varphi} (x \otimes y - y \otimes x - [x,y]) =0$, also $\hat{\varphi}
(\op{I}(\mathfrak g)) =0$. Damit faktorisiert dann $\hat{\varphi} $
wie gew"unscht "uber einen 
Homomorphismus von $k$-Ringalgebren $\tilde{\varphi} :
{\op{U}}(\frak{g}) \ra A$.
\end{proof}
\begin{proof}[Beweis, da"s die geordneten Monome aus \ref{PBW}
die Einh"ullende aufspannen]
Wir betrachten  in $U={\op{U}}(\frak{g})$ den Teilraum $U_{r}$, der von allen
Monomen der L"ange h"ochstens $r$ aufgespannt wird, also das Bild von
$\bigoplus_{0\leq s\leq r} \frak{g}^{\otimes s}$ in ${\op{U}}(\frak{g})$, und zeigen durch
Induktion, da"s $U_{r}$ schon von den geordneten Monomen der L"ange
$\leq r$ aufgespannt wird. Denn sei $ X_{\lambda(1)} \ldots X_{\lambda(r)}$ 
ein Monom.
Wir wissen ja, da"s gilt $$X_{\lambda(i)} X_{\lambda(i+1)} 
= X_{\lambda(i+1)} X_{\lambda(i)} + [X_{\lambda(i)},
X_{\lambda(i+1)}]$$
Hier k"onnen wir den Kommutator entwickeln als endliche Linearkombination
$\sum a_{j}X_{\kappa}$, mithin h"angt die Nebenklasse eines Monoms der L"ange
$r$ in $U_{r}/{U_{r-1}}$ nicht von der Reihenfolge der Faktoren ab.
Mit Induktion "uber $r$ sehen wir so, da"s $U_r$ von den
geordneten Monomen der L"ange $\leq r$ aufgespannt wird.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Poincar\'e-Birkhoff-Witt f"ur die Liealgebra einer Liegruppe}] 
Ist $\frak{g}$ die Liealgebra einer\label{LUu} %\label{LU}
Liegruppe, so kann man die
lineare Unabh"angigkeit "uber $\DR$ der aufsteigenden Monome
besonders leicht zeigen. 
Man w"ahlt dazu in einer offenen Umgebung $V$ des neutralen Elements $e$ von
$G$ lokale Koordinaten $u_{1}, \ldots, u_{r}$, die bei $e$
verschwinden, und so, da"s das Vektorfeld
$\frac{\partial}{\partial u_{i}}$ am
neutralen Element mit $X_{i}$ "ubereinstimmt, f"ur $1 \leq i\leq
r$.
Durch das Anwenden von linksinvarianten Vektorfeldern auf
Funktionen wird $\cal{C}^{\infty}(V)$  ein
${\op{U}}(\frak{g})$-Modul. Lassen wir die aufsteigenden Monome aus
${\op{U}}(\frak{g})$ operieren auf Monomen in den lokalen Koordinaten und
werten das Resultat am neutralen Element aus, so erhalten wir unter Verwendung
der "ublichen Multiindex-Schreibweise
$(X^{\al} u^{\al}) (e) \neq 0 $, aber
$(X^{\al} u^{\beta}) (e) =0$ falls gilt 
$\al \neq \beta $ und $ |\al| \leq |\beta|$.
Daraus folgt dann die lineare Unabh"angigkeit der $X^{\al}$.  
Im "Ubrigen kann man die universelle Einh"ullende 
der Liealgebra einer Liegruppe mit dem Raum der Distributionen mit
Tr"ager im neutralen Element verstehen, mit der \glqq Konvolution\grqq\  als
Multiplikation.
Dasselbe gilt f"ur die universelle Einh"ullende 
der Liealgebra einer algebraischen Gruppe in Charakteristik Null
und algebraische
Distributionen im Sinne von 
\eref{DKRA}{AAG}.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis, da"s die geordneten Monome aus \ref{PBW}
linear unabh"angig sind]
Wir be\-trachten 
den Vektorraum $S$ 
mit einer Basis indiziert durch
alle endlichen monoton wachsenden Folgen aus $\Lambda$ und versuchen,
ihn so zu einer Darstellung unserer Liealgebra zu machen, 
 als ob er schon
die Einh"ullende mit einer Poincar\'{e}-Birkhoff-Witt-Basis w"are.
Sei genauer $S =k[Z_\lambda]_{\lambda \in \Lambda}$ der 
Polynomring in  Variablen
$Z_\lambda$.
Nun behaupten wir:
\begin{Lemma}
Seien $k$ ein K"orper,  $\frak g$ eine Liealgebra "uber $k$,
$(X_{\lambda})_{\lambda\in\Lambda}$  eine Basis von $\frak g$ und
$\leq$ eine Anordnung von $\Lambda$.
Sei weiter $S=k[Z_\lambda]_{\lambda\in \Lambda}$ der 
Polynomring in Variablen $Z_\lambda$ f"ur $\lambda\in\Lambda$.
So gibt es gibt eine Operation\label{HiL} 
$\frak g\times S\ra S$
der Liealgebra $\frak g$ auf dem Vektorraum $S$ mit der Eigenschaft
$$X_\lambda Z_{\lambda(1)}Z_{\lambda(2)}\ldots Z_{\lambda(r)}=
Z_\lambda Z_{\lambda(1)}Z_{\lambda(2)}\ldots Z_{\lambda(r)}
 \quad\text{ falls }
\;\lambda\leq \lambda(1)\leq\ldots\leq\lambda(r).$$
\end{Lemma}

\noindent Im Anschlu"s beweisen wir sogar die noch genauere  Aussage
\ref{HiLp}, aber deren Genauigkeit wird nur f"ur ihren Beweis
durch Induktion ben"otigt und ist f"ur ihre Anwendung beim Beweis des Satzes von
Poincar\'e-Birkhoff-Witt irrelevant.
Um aus dem vorhergehenden  Lemma die lineare Unabh"angigkeit der
geordneten Monome in \ref{PBW} abzuleiten, betrachten wir $S$
als Modul "uber $U = {\op{U}}(\frak{g})$ wie in \ref{DaM}.
Ist $X_{\lambda(1)}X_{\lambda(2)}\ldots X_{\lambda(r)}$ 
ein aufsteigendes Monom in ${\op{U}}(\frak{g})$, so gilt
$$X_{\lambda(1)}X_{\lambda(2)}\ldots X_{\lambda(r)} 1_S 
= Z_{\lambda(1)}Z_{\lambda(2)}\ldots Z_{\lambda(r)}$$
f"ur $1_S\in S$ das neutrale Element. Da nun aber 
die aufsteigenden Monome linear unabh"angig sind in $S$, m"ussen sie auch
in $U$ linear unabh"angig gewesen sein.
\end{proof}




\begin{Bemerkungl}
Um schlie"slich  Lemma \ref{HiL} zu beweisen, 
f"uhren wir zus"atzliche Notationen ein.
  F"ur einen Multiindex $\sigma = (\lambda(1),\ldots, \lambda(r)) \in \Lambda^{r}$
  bezeichne $Z_\sigma$ das Monom $Z_\sigma\pdef   Z_{\lambda(1)}Z_{\lambda(2)}\ldots Z_{\lambda(r)}$.  F"ur $\lambda \in \Lambda$ soll $\lambda \leq' \sigma= (\lambda(1),\ldots, \lambda(r))$ bedeuten $\lambda \leq \lambda(i)$ f"ur $1\leq i\leq
  r$.  Wir nennen einen Multiindex \defind{monoton}, wenn gilt
  $\lambda(1)\leq\ldots\leq\lambda(r)$. Die L"ange $r$ von $\sigma$ bezeichnen
  wir mit $|\sigma |$.  Nach Konvention gibt es genau einen Multiindex $o\in \Lambda ^0$ der
  L"ange Null, er ist monoton, f"ur jedes $\lambda\in \Lambda$ gilt $\lambda \leq' o$ und das
  zugeh"orige Monom ist das Einselement $Z_o=1_S\in S$.  Die $Z_{\sigma}$ f"ur
  monotone $\sigma$ bilden eine Basis von $S$.
 Der von den Monomen der L"ange
  $r$ aufgespannte Teilraum hei"se $S_{r}$, es ist also $S_{0} =k$,
  $S=\bigoplus^{\infty}_{r=0} S_{r}$, und $S_{r} S_{s} \subset S_{r+s} \;
  \forall r,s \in \DN$.  Wir schreiben $S_{\leq r} \pdef\bigoplus_{0\leq i\leq
    r} S_{i}$ und setzen $S_{\leq r}=0$ f"ur $r<0$. Mit diesen Notationen
  zeigen wir die folgende genauere Aussage.
\end{Bemerkungl}


% \begin{proof}[Beweis, da"s die geordneten Monome aus \ref{PBW}
% linear unabh"angig sind]
% Im Fall der Liealgebra einer Lie-Gruppe
% skizzieren wir in \ref{LUu} ein elementares
% Argument. 
% Im allgemeinen betrachten wir zum Beweis
% einen Vektorraum $S$ 
% mit einer Basis indiziert durch
% alle endlichen monoton wachsenden Folgen aus $\Lambda$ und versuchen,
% ihn zu einer Darstellung unserer Liealgebra zu machen, 
% und zwar so, als ob er schon
% die Einh"ullende mit einer Poincar\'{e}-Birkhoff-Witt-Basis w"are.
% Das gelingt und erledigt  den allgemeinen Fall.
% Sei also $S =k[\hat{\chi}]_{\chi \in \Lambda}$ der 
% Polynomring in den Variablen
% $\hat{\chi}$, die ich  deshalb nicht wie 
% zuvor
% $\hat{X}_{\chi}$ schreibe, damit  nicht alles
% Wesentliche in Indizes verschwindet, und wo ich deshalb
% $\chi$ statt $\lambda$ schreibe, damit der Akzent besser 
% dar"uberpa"st.
% Mit demselben Hintergedanken schreiben wir von nun an auch
% $\acute{\chi}=X_\chi$ f"ur das durch $\chi\in \Lambda$ indizierte 
% Basiselement von $\frak{g}$.
% F"ur einen Multiindex $\sigma = (\chi_{1},\ldots, \chi_{r})
% \in \Lambda^{r}$ bezeichne $\hat{\sigma}$ das Monom $\hat{\sigma}=
% \hat{\chi}_{1} \ldots \hat{\chi}_{r}$.
% F"ur $\chi \in \Lambda$ soll $\chi \leq \sigma$ 
% bedeuten $\chi \leq \chi_{i}$
% f"ur $1\leq i\leq r$.
% Wir nennen einen Multiindex \defind{monoton} genau 
% dann, wenn gilt $\chi_{1} \leq
% \ldots \leq \chi_{r}$. Die L"ange $r$
% von $\sigma$ bezeichnen wir mit $|\sigma |$.
% Nach Konvention gibt es genau einen Multiindex der L"ange Null,
% er ist monoton, gr"o"ser als jedes $\chi\in \Lambda$, und das 
% zugeh"orige Monom ist
% das Eins-Element $1\in S$.
% Die $\hat{\sigma}$ f"ur monotone $\sigma$ bilden eine Basis von $S$.
% Der von den Monomen der L"ange $r$ aufgespannte Teilraum hei"se $S_{r}$,
% es ist also $S_{0} =k$, $S=\bigoplus^{\infty}_{r=0} S_{r}$, und $S_{r}
% S_{s} \subset S_{r+s} \quad \forall r,s \in \DN$.
% Wir schreiben $S_{\leq r} \pdef\bigoplus_{0\leq i\leq r} S_{i}$ und
% setzen $S_{\leq r}=0$ f"ur $r<0$.
\begin{Lemma}
Es gibt genau eine durch $r\in\DZ$ indizierte 
Familie von bilinearen Abbildungen\label{HiLp}  
$\varphi_r : \frak{g} \times
S_{\leq r} \rightarrow S_{\leq r +1} $, wir notieren sie $(x,p)\mapsto xp$,
mit den folgenden Eigenschaften:
\begin{enumerate}
\item
$\varphi_{r}$ setzt $\varphi_{r-1}$ fort;
\item
$X_\lambda Z_\sigma = Z_\lambda Z_\sigma$
f"ur $\lambda\in \Lambda$ und $ \sigma\in \Lambda^r$ mit $\lambda \leq' \sigma$;
\item
$X_\lambda Z_\sigma \in  Z_\lambda Z_\sigma +
S_{\leq r} $ f"ur alle $ \lambda\in \Lambda$ und $ \sigma\in \Lambda^r$;
\item
$X_\lambda(X_\nu p) - X_\nu (X_\lambda p)
 = [X_\lambda,X_\nu]
p $ f"ur alle $ \lambda,\nu\in \Lambda$ und $p\in S_{\leq r-1}$.
\end{enumerate}
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Sicher haben wir solche Abbildungen $\varphi_r$ f"ur $r<0$.
Es reicht also, wenn wir zeigen: Ist $\varphi_{r}$ bereits konstruiert
mit besagten Eigenschaften, so gibt es genau eine M"oglichkeit,
$\varphi_{r}$ zu einer Abbildung $\varphi_{r+1}$ mit besagten Eigenschaften
 auszudehnen.
Sei also $\varphi_{r}$ gegeben.
Es gilt, f"ur alle $\lambda \in \Lambda$ und monotones $\sigma$ der L"ange
$|\sigma |= r+1$
das Bild $\varphi_{r+1} (X_\lambda,Z_{\sigma})
=X_\lambda Z_{\sigma}\in S$ anzugeben.
Im Fall $\lambda \leq' \sigma$ m"ussen wir
$X_\lambda Z_{\sigma} = Z_\lambda Z_{\sigma}$ setzen, 
damit die zweite Eigenschaft  erf"ullt ist.
Im Fall $\lambda\not\leq' \sigma$ schreiben wir
$\sigma = (\nu,\tau)$ mit $\nu\in \Lambda$, $\tau\in \Lambda^r$
und haben nach Annahme $\lambda>\nu$.
Wenn die Eigenschaften erf"ullt sein sollen, so mu"s gelten
$$\begin{array}{ccll}
X_\lambda Z_\sigma &= & X_\lambda X_\nu Z_{\tau}
&\text{ da }\nu\leq'\tau,\\
&=&X_\nu X_\lambda Z_{\tau}   + [ X_\lambda, X_\nu]Z_{\tau}&
\text{ nach der vierten Eigenschaft},\\
&=&X_\nu Z_\lambda Z_{\tau} 
+X_\nu q   +  [ X_\lambda, X_\nu]Z_{\tau}&
 \text{ f"ur }q=X_\lambda Z_{\tau}-Z_\lambda Z_{\tau},\\
&=&Z_\nu Z_\lambda Z_{\tau} 
+X_\nu q   +  [ X_\lambda, X_\nu]Z_{\tau}&
\text{ da }\nu\leq\lambda,\; \nu\leq'\tau.
\end{array}$$
Nach Induktion gilt  $q\in S_{\leq r}$, also
sind rechts unten alle Terme schon induktiv definiert und wir
k"onnen und werden unsere Gleichung als
eine induktive Definition
von $X_\lambda Z_\sigma=\varphi_{r+1}(X_\lambda , Z_\sigma)$
im Fall $\lambda\not\leq' \sigma$ auffassen.
Die von $\varphi_{r+1}$ geforderten Eigenschaften sind
offensichtlich mit Ausnahme der vierten.
Nach Induktionsannahme gilt es noch zu zeigen
$$X_\lambda  X_\nu  Z_\tau - X_\nu X_\lambda  Z_\tau =
[X_\lambda , X_\nu ] Z_\tau$$
f"ur alle $\lambda, \nu \in \Lambda$ und $\tau \in \Lambda^{r}$.
Wir geben dieser Aussage den Namen $(\lambda,\nu, \tau)$.
Offensichtlich gilt $(\lambda, \nu ,\tau)$ f"ur $\lambda =\nu$, nach
Definitionen von $\varphi_{r+1}$ gilt $(\lambda,\nu, \tau)$ unter der
Voraussetzung $\lambda > \nu \leq' \tau$, und da die Lieklammer
schiefsymmetrisch ist, folgt die G"ultigkeit von $(\lambda, \nu,
\tau)$ auch f"ur den Fall $\nu > \lambda\leq' \tau$.
Es bleibt also nur noch, $(\lambda,\nu,\tau)$ zu zeigen im Fall
$\lambda
\not\leq'\tau$, $\nu \not\leq' \tau$.
In diesem Fall schreiben wir $\tau = (\mu,\omega)$ mit $\mu \in
\Lambda$, $\omega \in \Lambda^{r-1}$ und haben also $\mu < \lambda$, $\mu < \nu$
und $\mu \leq' \omega$.
Jetzt entwickeln wir
$$\begin{array}{lcl}
X_\lambda X_\nu Z_\tau &=& X_\lambda  X_\nu  X_{\mu}
Z_{\omega}\\
&=&
X_\lambda [X_\nu ,X_{\mu}]Z_{\omega}
+X_\lambda X_{\mu}X_\nu Z_{\omega}\\
&=& X_\lambda [X_\nu ,X_{\mu}]Z_{\omega}
+[X_\lambda ,X_{\mu}]X_\nu Z_{\omega}
+X_{\mu}X_\lambda X_\nu Z_{\omega}
\end{array}$$
Hier folgt die zweite Gleichung per Induktion  und die dritte
aus schon bekannten F"allen, indem wir schreiben
$X_\nu Z_{\omega} =
Z_{\nu}Z_{\omega} + q$ mit $q \in
S_{\leq r-2}$ und beachten, da"s gilt $\mu < \nu$ und $\mu \leq' \omega$.
Dasselbe gilt, wenn wir $\lambda$ und $\nu$ vertauschen.
Indem wir auch noch $Z_\tau =
X_{\mu}Z_{\omega}$ entwickeln, erhalten
wir die drei Gleichungen
$$\begin{array}{rcl}
X_\lambda X_\nu Z_\tau& =&
X_\lambda [X_\nu ,X_{\mu}]Z_{\omega} 
+ X_{\mu}X_\lambda X_\nu 
Z_{\omega} + [X_\lambda ,X_{\mu}]X_\nu Z_{\omega}\\
X_\nu X_\lambda Z_\tau &=&
X_\nu [X_\lambda ,X_{\mu}]Z_{\omega}
+X_{\mu}X_\nu X_\lambda Z_{\omega} +
[X_\nu ,X_{\mu}]X_\lambda Z_{\omega}\\
{[X_\lambda ,X_\nu ]}Z_\tau &=&
[X_\lambda ,X_\nu ]X_{\mu}Z_{\omega}
\end{array}$$
Unser Ziel ist, noch in unserem speziellen Fall die Formel
$$X_\lambda  X_\nu  Z_\tau - X_\nu X_\lambda  Z_\tau =
[X_\lambda , X_\nu ] Z_\tau$$ zu zeigen.
Aber ziehen wir bei unseren drei Gleichungen von eben 
die beiden unteren von der oberen ab,
so ergibt sich f"ur $ X_\lambda  X_\nu  Z_\tau - X_\nu X_\lambda  Z_\tau -
 [X_\lambda , X_\nu ] Z_\tau$ nach kurzer Rechnung mit Hilfe der
 Jacobi-Identit"at
 \begin{displaymath}
\begin{array}[b]{r} [X_\lambda , [X_\nu ,X_{\mu}]]Z_{\omega}  +
[ [X_\lambda ,X_{\mu}], X_\nu ]Z_{\omega}  + X_{\mu}
[X_\lambda ,X_\nu ]Z_{\omega}  -
[X_\lambda ,X_\nu ]X_{\mu}Z_{\omega} =\\[2mm]
=( [ [X_\lambda ,
[X_\nu ,X_{\mu}]] + [X_\nu ,[X_{\mu},X_\lambda ]]+
[X_{\mu},[X_\lambda ,X_\nu ]]) Z_{\omega}
=0\end{array}
\end{displaymath}
 wie gew"unscht.
\end{proof}






\begin{Definition}
Die {\bf opponierte Algebra}\index{opponiert!Algebra}
$A^{{\op{opp}}}$ zu einer $k$-Algebra $A$ wird
erkl"art dadurch, da"s man auf dem Vektorraum $A$ die opponierte
 Verkn"upfung 
 betrachtet, die gegeben wird durch $a^\circ \ast b^\circ\pdef (b\cdot a)^\circ$.
 Wir schreiben dabei $a^\circ$ f"ur das Element $a\in A$ aufgefa"st als Element
 von $A^{\op{opp}}$. Das w"are eigentlich nicht n"otig,
 denn es handelt sich um dasselbe Element der zugrundeliegenden Menge.
 Oft ist es jedoch praktisch, kein eigenes Symbol f"ur die Verkn"upfung der
 opponierten Algebra einzuf"uhren, und dann bleibt
 $a^\circ b^\circ\pdef (b a)^\circ$  noch einigerma"sen verst"andlich. 
\end{Definition}

  \begin{Bemerkungl}
    Ist $\frak{g}$ eine Liealgebra, so ist auch
    $\frak{g}^{{\op{opp}}}$ eine Liealgebra und die Multiplikation
    mit $(-1)$ ist ein Algebrenhomomorphismus $\frak{g}
    \sira  \frak{g}^{{\op{opp}}}$. Wir notieren die Lieklammer der
    opponierten Liealgebra $\llbracket \;,\;\rrbracket$ und haben also
    $$\llbracket {X^\circ} , Y^\circ \rrbracket= [Y,X]^\circ$$
  \end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Ist $ \frak{g} \ra U$ eine 
Einh"ullende, so auch
dieselbe Abbildung 
$ \frak{g}^{{\op{opp}}}
\ra U^{{\op{opp}}}$.
Insbesondere setzt sich  die 
Multiplikation mit $(-1) : \frak{g} \sira  \frak{g}^{{\op{opp}}}$
fort zu einem Isomorphismus assoziativer 
Algebren $S: U \sira  U^{{\op{opp}}}$, den wir den
{\bf prinzipalen Antiautomorphismus von}\index{prinzipal!Antiautomorphismus} 
$U$ nennen und $u \mapsto u^{\ttop}$ notieren.\label{paU}
Notieren wir $\ast$ die Multiplikation in $U^{\op{opp}}$,
so haben wir also $S(uv)=S(u)\ast S(v)=S(v) S(u)=v^\ttop u^\ttop$
und f"ur $X,Y,Z\in \mathfrak g$
erhalten wir $$S(XYZ)=(-X)^\circ\ast(-Y)^\circ\ast(-Z)^\circ=\big((-Z)(-Y)(-X)\big)^\circ$$ 
Ist $V$ eine Darstellung von $\frak{g}$ und $u \in U$, 
so haben wir f"ur die kontragrediente
Darstellung $V^{\ast}$ die Formel $(u f) (v) = f(u^{\ttop} v)$ 
f"ur alle $f \in V^{\ast}$,
$v \in V$ und $u \in U$.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}\label{StFi}
Im folgenden verwende ich Grundlagen der Theorie der
filtrierten und graduierten Ringe, wie sie etwa in 
\eref{FuG}{KAG} entwickelt werden.
Die Tensoralgebra ${\op{T}}(V)$ "uber einem Vektorraum $V$
tr"agt eine offensichtliche Graduierung.
Definieren wir wie in \eref{SyAl}{KAG} 
die {\bf symmetrische Algebra}\index{symmetrisch!Algebra} 
$${\op{Sym}}(V) \pdef{\op{S}}(V) \pdef {\op{T}}(V)/\langle x\otimes y-y\otimes x\rangle$$ 
als\index{Sym@${\op{Sym}}(V)$ symmetrische Algebra} 
 die\index{S@${\op{S}}(V)$ symmetrische Algebra}  
Einh"ullende der abelschen Liealgebra $V$, so erbt ${\op{S}}(V)$ eine
Graduierung von ${\op{T}}(V)$.
Ist $\frak{g}$ eine Liealgebra,
so erbt $U\pdef {\op{U}}(\frak{g})$ zumindest noch
 die Filtrierung von ${\op{T}}(\frak{g})$
und wird so eine filtrierte Ringalgebra
$
0= U^{\leq -1} \subset U^{\leq 0}\subset U^{\leq 1} 
\subset U^{\leq 2} \subset \ldots$ mit
$U^{\leq 0} =k$, $U^{\leq 1}=k \oplus \frak{g}$. 
\end{Bemerkungl}



\begin{Satz*}[\textbf{Poincar\'{e}-Birkhoff-Witt ohne Koordinaten}]
Gegeben  eine Liealgebra $\frak{g}$\label{PBWK}
haben die beiden Surjektionen ${\op{T}}(\frak{g})\sra {\op{S}}(\frak{g})$ und 
${\op{T}}(\frak{g}) \sira
 \op{gr} {\op{T}}(\frak{g})\sra \op{gr} U (\frak{g})$ 
denselben Kern und definieren folglich
einen Isomorphismus von graduierten $k$-Ringalgebren
$$\op{gr} {\op{U}}(\frak{g}) \sira {\op{S}}(\frak{g})$$
\end{Satz*}
\begin{proof}[Beweis]
Das mag der Leser zur "Ubung selbst aus dem Satz
von Poincar\'{e}, Birkhoff und Witt \ref{PBW} folgern.
\end{proof}
\begin{Korollar}\label{EANo} 
  Die Einh"ullende einer Liealgebra  ist stets ein
  Integrit"atsring.
Die Einh"ullende einer endlichdimensionalen
Liealgebra  ist stets noethersch.
\end{Korollar}
\begin{proof}
Das folgt sofort aus den  Lemmata \eref{NTGR}{KAG} 
und \eref{NoeG}{KAG}, nach denen ein Ring mit einer bei Null beginnenden 
ausch"opfenden Filtrierung ein Integrit"atsring beziehungsweise noethersch sein mu"s,
wenn das f"ur den assoziierten graduierten Ring gilt.
Da nun aber  "uber K"orpern Polynomringe Integrit"atsringe sind 
und Polynomringe in endlich vielen Variablen  noethersch
nach dem Hilbert'schen Basissatz, folgt das Korollar.
\end{proof}




\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
Sei $e,f,h$ die "ubliche Basis von $\frak{sl}(2;\DC)$ 
mit $[h,e]=2e$, $[h,f] = -2f$, $[e,f]=h$.
  Man schreibe $f^2he$ in der Einh"ullenden von $\frak{sl}(2;\DC)$ als
  Linearkombination geordneter Monome f"ur die Ordnung $e,h,f$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Gegeben eine bilineare Verkn"upfung $b$ auf einem Vektorraum $\frak{g}$
 "uber einem K"orper $k$ kann man stets in der Tensoralgebra $ {\op{T}}(\frak{g})$
das von 
 allen
$x\otimes y - y \otimes x - b(x,y)$ mit 
$x,y\in \frak{g}$ erzeugte Ideal 
 $I=I(\frak{g})\subset {\op{T}}(\frak{g})$ 
betrachten und den Quotientenring $U \pdef {\op{T}} (\frak{g}) / I$
bilden. 
Man zeige, da"s die Verkn"upfung $\frak{g} \hookrightarrow {\op{T}}(\frak{g})
\twoheadrightarrow U$ genau dann injektiv ist, wenn 
$b$ antisymmetrisch ist und die Jacobi-Identit"at erf"ullt.
\end{Ubung}



\begin{Ubung}
Jeder Homomorphismus von Liealgebren l"a"st sich auf genau eine Weise
ausdehnen zu einem Homomorphismus zwischen ihren Einh"ul\-lenden.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{ZPBWn} 
Ist eine Liealgebra $\frak{a}$ "uber einem K"orper $k$ 
 als $k$-Vektorraum
die Summe von zwei Unteralgebren $\frak{a}=\frak{b}+\frak{c}$, 
so induziert die
Multiplikation eine Surjektion
$${\op{U}}(\frak{c})\otimes_k {\op{U}}(\frak{b})\sra {\op{U}}(\frak{a})$$
Man leite aus dieser Erkenntnis einen neuen Beweis von
Lemma \ref{ALLa} ab. 
 Diejenigen Leser, die mit allgemeinen
Tensorprodukten vertraut sind, m"ogen gleich zeigen,
da"s die Multiplikation einen Isomorphismus
${\op{U}}(\frak{c})\otimes_{{\op{U}}(\frak{c}\cap \frak{b})}
{\op{U}}(\frak{b})\sra {\op{U}}(\frak{a})$ induziert, und damit 
bereits eine Verallgemeinerung der anschlie"senden "Ubung.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{ZPBW} 
Ist $\frak{a}=\frak{b}\oplus\frak{c}$ 
eine Zerlegung als $k$-Vektorraum
einer
Liealgebra "uber einem K"orper $k$ 
in die direkte Summe von zwei Unteralgebren, so induziert die
Multiplikation einen Isomorphismus 
von Vektorr"aumen
$${\op{U}}(\frak{c})\otimes_k {\op{U}}(\frak{b})\sira {\op{U}}(\frak{a})$$
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Casimir-Operator in der Einh"ullenden}] 
Sei  $\frak{g}$ eine endlichdimensionale 
Liealgebra und $b : \frak{g} \times \frak{g} \ra
k$ eine nichtausgeartete invariante Bilinearform.\label{defCk} 
Wir w"ahlen eine Basis $x_{1}, \ldots , x_{\op{n}}$ von $\frak{g}$,
bezeichnen mit $x^{1}, \ldots , x^{n}$ die bez"uglich $b$ duale Basis,
charakterisiert durch
$b (x_{i},x^{j}) = \delta_{ij}$, und setzen
$$C=C_{b} \pdef \sum_{i=1}^{n} x_{i}x^{i} $$  
So h"angt $C_{b}\in{\op{U}}(\frak g)$ 
nicht von der Wahl der Basis unserer
Liealgebra $\frak{g}$ ab und liegt im Zentrum der Einh"ullenden,
in Formeln $uC=Cu\;\forall u\in {\op{U}}(\frak g)$. 
\end{Ubung}
\begin{Ubunge}[\textbf{Die Einh"ullende als Hopf-Algebra}] 
 Gegeben eine Liealgebra $\mathfrak g$ "uber einem K"orper
 $k$\label{EihH}  
mit Einh"ullender $U$ l"a"st sich die Abbildung
$\mathfrak g\ra U\otimes_k U$ gegeben durch $x\mapsto x\otimes 1+1\otimes x$
auf genau eine Weise zu einem Homomorphismus von
Ringalgebren $$\Delta:U\ra U\otimes_k U$$
fortsetzen und wir erhalten so eine Hopfalgebra im Sinne von
\eref{agkh}{AAG} mit dem prinzipalen Antiautomorphismus als
Antipode.   
\end{Ubunge}
\begin{Ubunge}[\textbf{Satz von Friedrichs}]
  Gegeben eine Liealgebra  "uber einem K"orper
 $k$\label{EihHb} der Charakteristik Null  
 sind die  primitiven Elemente ihrer Einh"ullenden,
als da hei"st die Elemente $a$ mit $\Delta a=a\otimes 1 + 1\otimes a$,
 genau die Bilder der Elemente der Liealgebra.
Hinweis: Die Komultiplikation ist mit der Filtrierung vertr"aglich
und die auf der assoziierten Graduierten induzierte  Komultiplikation  
ist die Komultiplikation der symmetrischen Algebra nach \eref{aghk}{AAG}.
Deren primitive Elemente aber kennen wir aus \eref{priE}{AAG}.
\end{Ubunge}

\begin{Ubunge}
  Ist $V$ ein Vektorraum "uber einem K"orper einer
Charakteristik $p>0$ und bezeichnet 
$A^{[p]}\in\op{End}V$ die $p$-te Potenz eines Endomorphismus 
$A\in \op{End}V$ und $A^p\in{\op{U}}(\mathfrak{gl}(V))$
die $p$-te Potenz von $A$ in  ${\op{U}}(\mathfrak{gl}(V))$,
so geh"oren die Elemente
$A^p-A^{[p]}$ zum Zentrum von ${\op{U}}(\mathfrak{gl}(V))$.
Hinweis: Man bemerke $A^{(\cdot p)}\cdot X-X\cdot A^{(\cdot p)}
=((A\cdot)-(\cdot A))^p (X)$ 
f"ur Elemente $A,X$ einer beliebigen assoziativen
 $k$-Algebra mit Multiplikation $\cdot$, was hinwiederum
aus der binomischen Formel folgt.
\end{Ubunge}



\begin{Ubunge}
  Gegeben ein K"orper oder allgemeiner ein Kring 
$k$ und eine Menge $I$ zeige man,
da"s die kanonische Abbildung
$\op{Lalg}_k\frei I\ra \op{Ralg}_k\frei I$ der freien
Liealgebra in die freie Ringalgebra die von einer\label{PTZm} 
universellen  Einh"ullenden geforderte universelle Eigenschaft hat. 
Insbesondere ist sie als Abbildung von $k$-Moduln nach
dem Satz von Poincar\'e-Birkhoff-Witt \ref{LAPO} eine spaltende Injektion.
Hat unser K"orper $k$ die Charakteristik Null, so kann insbesondere
nach dem Satz von Friedrichs \ref{EihHb} das Bild dieser Abbildung
beschrieben werden als die Menge aller $x\in R\pdef \op{Ralg}_k\frei I$ mit
$\Delta(x)=x\otimes 1+1\otimes x$ f"ur den
Ringalgebrenhomomorphismus $\Delta:R\ra R\otimes_k R$ 
gegeben durch $\Delta(i)=i\otimes 1+1\otimes i$ f"ur alle $i\in I$.   
\end{Ubunge}


\subsection{Konstruktion von Moduln mit h"ochstem Gewicht}

\begin{Bemerkungl}
  Bei der Untersuchung der einfachen endlichdimensionalen Darstellungen einer
  halbeinfachen Liealgebra $\frak{g}$ mu"sten wir die Frage offenlassen, ob
  jedes dominante ganze Gewicht in der Tat das h"ochste Gewicht einer
  einfachen endlichdimensionalen Darstellung ist. Unter Zuhilfenahme der
universellen Einh"ullenden
  k"onnen wir diese Frage nun beantworten.
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}
Seien  $(\frak{g}\supset \frak{h},R^+)$ eine komplexe 
\hyperref[heLi]{halbeinfache Liealgebra}
mit einer \hyperref[DCA]{Cartan'schen} und  
einem \hyperref[SPW]{System positiver Wurzeln}.
F"ur jedes Gewicht 
$\lambda\in \frak{h}^{\ast}$ betrachten wir in
 $ {\op{U}}(\frak{g})$ das Linksideal $I_{\lambda}$,
das erzeugt wird
von allen $X \in \frak{g}_{\al}$ mit $\al \in R^{+}$ und allen $H-\lambda(H)$\label{DeVM} 
mit $H\in \frak{h}$. Der Quotient
$$\Delta(\lambda) =\Delta(\lambda, R^+) \pdef  {\op{U}}(\frak{g})/I_{\lambda}$$
nach diesem Linksideal
hei"st der {\bf Verma-Modul zum h"ochsten Gewicht} 
$\lambda$.\index{Verma-Modul} 
Die Nebenklasse
von $1\in  {\op{U}}(\frak{g})$ bezeichnen 
wir mit $v_{\lambda} \in \Delta(\lambda)$
und nennen sie den {\bf kanonischen Erzeuger\index{kanonischer Erzeuger}
des  Vermamoduls} $\Delta(\lambda)$.
\end{Definition}
\begin{figure}[htbp]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildKoParV}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Dieses Bild 
zeigt die Struktur des Vermamoduls $\Delta(\lambda)$ f"ur 
die Liealgebra $\frak{sl}(3)$ 
mit h"ochstem Gewicht $\lambda$.
 %Die Papierebene ist dazu in geeigneter Weise mit 
%dem reell-affinen Teilraum $\lambda+\langle R\rangle_\DR$ 
%im Dualraum der Cartan'schen zu identifizieren.
Fette Punkte sind  die Gewichte,
 Kringel deuten die Dimension der
Gewichtsr"aume an.
\end{minipage}
\end{figure}
\begin{Proposition}[\textbf{Struktur von Vermamoduln}]
Seien  $(\frak{g}\supset \frak{h},R^+)$ eine komplexe 
\hyperref[heLi]{halbeinfache Liealgebra}
mit einer \hyperref[DCA]{Cartan'schen} und  
einem \hyperref[SPW]{System positiver Wurzeln}.
F"ur 
jedes\label{SV} Gewicht
$\lambda\in \frak{h}^\ast$ gilt:
\begin{enumerate}
\item
Sind $\alpha, \ldots,
\beta\in R^+$ die positiven Wurzeln in einer fest gew"ahlten 
Reihenfolge und  $y_\alpha \in \mathfrak g_{-\alpha}$ Erzeuger der
Wurzelr"aume der
negativen Wurzeln, so bilden die 
Vektoren $y_\alpha^{m (\alpha)} \ldots y_\beta^{m (\beta)}v_\lambda$
mit
$m \in\op{Ens}(R^+, \mathbb N)$ eine 
$\DC$-Basis des Vermamoduls $\Delta (\lambda)$;
\item
Der Verma-Modul
$\Delta(\lambda)$ besitzt eine
Gewichtsraumzerlegung der Gestalt
$$\Delta(\lambda)=\bigoplus_{\mu\leq\lambda} \Delta(\lambda)_\mu$$
und sein h"ochster Gewichtsraum $\Delta(\lambda)_\lambda$ ist eindimensional
mit
Basis $v_\lambda$;
\item
Bezeichnet
$\cal{P} :\frak{h}^{\ast} \ra \DN$ die
{\bf\em Kostant'sche Partitionsfunktion}\index{Partitionsfunktion, Kostant'sche},
die z"ahlt, auf wieviele verschiedene Weisen sich ein Gewicht zerlegen l"a"st in eine Summe
positiver Wurzeln, so erhalten wir f"ur
die Dimensionen der Gewichtsr"aume unserer Vermamoduln feiner die Formel
$$
\op{dim}_{k} \Delta(\lambda)_{\mu}=\cal{P} (\lambda- \mu)$$
\end{enumerate}
\end{Proposition}
\begin{Bemerkunge}
  Betrachten wir in $\frak{g}$ die Unteralgebra $\frak{n} \pdef \bigoplus_{\al
    \in R^{+}} \frak{g}_{-\al}$, so ist $\Delta(\lambda)$ in anderen Worten
 ein freier
  ${\op{U}}(\frak{n})$-Modul vom Rang Eins mit Basis $v_{\lambda}$.
 In Formeln
  ausgedr"uckt liefert also die Multiplikation eine Bijektion
$
  {\op{U}}(\frak{n})\sira\Delta(\lambda)$, $ 
  u\mapsto uv_\lambda$.
All das sind Umformulierungen der ersten Aussage der Proposition.
In dieser Form aber gelten sie in gr"o"serer Allgemeinheit, vergleiche etwa
\ref{prfr}. 
% $$\begin{array}{ccc}
%   {\op{U}}(\frak{n})&\sira&\Delta(\lambda)\\
%   u&\mapsto& uv_\lambda
% \end{array}$$
\end{Bemerkunge}
\begin{figure}[htbp]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildKoPar}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Dieses Bild zeigt ein Wurzelsystem mit 
System positiver Wurzeln. Die zugeh"orige Kostant'sche Partitionsfunktion
nimmt nur an den fett eingezeichneten Punkten von Null
verschiedene Werte an, und die Zahl der Kringel deutet den Wert an. 
Zum Beispiel h"atten wir $\cal{P}(2\alpha+3\beta)=3$.
\end{minipage}
\end{figure}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kostant'sche Partitionsfunktion}] 
Bei der Definition der Kostant'schen Partitionsfunktion
werden Zerlegungen, die sich nur in der Reihenfolge
unterscheiden, als gleich betrachtet.
Im Extremfall $\mu=0$ vereinbaren wir
$\cal{P}(0)=1$, in der Tat l"a"st sich ja die Null auf genau eine Weise als
Summe positiver Wurzeln schreiben, indem wir n"amlich die Summe
von "uberhaupt keiner positiven Wurzel nehmen.
In Formeln k"onnen wir die Kostant'sche Partitionsfunktion
schreiben als 
$$\textstyle\mathcal P(\lambda)\pdef\op{card}\left\{m\in \op{Ens}(R^+,\DN)\mid 
\lambda=\sum_{\alpha\in R^+}m(\alpha)\alpha\right\}$$
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Wir betrachten den Polynomring $\DC [H_1, \ldots , H_r]$ in $r$ 
Ver"anderlichen.
Gegeben Skalare 
$\lambda_1, \ldots , \lambda_r \in k$ sieht man leicht ein, da"s  
die Familie aller
Polynome der Gestalt 
$(H_1 - \lambda_1)^{n(1)} \ldots (H_r - \lambda_r)^{n (r)} $ f"ur 
Multiindizes
$n : \{1, \ldots, r \}\rightarrow \mathbb N$ eine $\DC$-Basis unseres Polynomrings 
bildet.
Bilden speziell $H_1, \ldots , H_r$ eine Basis unserer Cartan'schen $\mathfrak h$ und sind $\alpha, \ldots,
\beta\in R^+$ unsere positiven Wurzeln in einer fest gew"ahlten Reihenfolge
 und $x_\alpha \in \mathfrak g_\alpha$
sowie $y_\alpha \in \mathfrak g_{-\alpha}$ Basisvektoren, so folgt
 aus Satz von Poincar\'e-Birkhoff-Witt \ref{PBW} zusammen mit dieser Erkenntnis,
 da"s  auch die Produkte
\begin{equation*}
 y_\alpha^{m(\alpha)} \ldots y^{m (\beta)}_\beta (H_1 - \lambda_1)^{n(1)} \ldots (H_r - \lambda_r)^{n(r)}
x_\alpha^{l(\alpha)} \ldots x_\beta^{l(\beta)}
\end{equation*}
f"ur $m, l : R^+ \rightarrow \mathbb N$ und $n: \{1, \ldots, r\} \rightarrow \mathbb N$ eine $\DC$-Basis der
Einh"ullenden ${\op{U}} (\mathfrak g)$ bilden.
Bezeichnet $\frak{b}\subset\frak{g}$ die Unteralgebra 
$\mathfrak h\oplus\bigoplus_{\alpha\in R^+}\mathfrak g_\alpha$ aus
\ref{ALLh}, so gilt  
Analoges  f"ur ${\op{U}} (\mathfrak b)$, wenn wir  die 
Faktoren $y_\alpha$ weglassen. Nun haben wir Homomorphismen
$\mathfrak b\sra \mathfrak h\ra\DC$ von Liealgebren, wo der
Erste die Injektion $\mathfrak h\hra \mathfrak b$ spaltet und
alle Wurzelvektoren zu Null macht und der Zweite unsere
Linearform $\lambda$ ist. Sie induzieren einen 
Ringalgebrenhomomorphismus
 ${\op{U}} (\mathfrak b)\ra\DC$, dessen Kern genau aus allen nichttrivialen
Monomen unserer Basis besteht. Diese bilden folglich ein
Ideal in ${\op{U}} (\mathfrak b)$. Multiplizieren wir 
noch beliebige Elemente unserer Basis von ${\op{U}} (\mathfrak g)$ davor, 
so erhalten wir ein Erzeugendensystem "uber $\DC$ eines Linksideals von
${\op{U}} (\mathfrak g)$.
Damit ist offensichtlich, da"s  unser Linksideal $I_\lambda$ beschrieben werden
kann, indem wir obige Basis  der
Einh"ullenden ${\op{U}} (\mathfrak g)$
bilden mit $\lambda_i := \lambda (H_i)$ und dann darin
 das Erzeugnis der Basisvektoren mit $n \neq 0$ oder $l \neq 0$
betrachten.
Folglich bilden die Nebenklassen der 
$y_\alpha^{m (\alpha)} \ldots y_\beta^{m (\beta)}$ f"ur
$m :R^+\ra  \mathbb N$ eine $\DC$-Basis des Vermamoduls $\Delta (\lambda)$.
 Per definitionem gilt
$Hv_\lambda=\lambda(H)v_\lambda$ f"ur alle $H\in\mathfrak h$. 
In anderen Worten ist
$v_{\lambda}$ ein Gewichtsvektor zum Gewicht $ \lambda$ ist. Daraus
 folgen 
die beiden anderen Teile der Proposition unmittelbar.
\end{proof}
% \begin{Lemma}\label{ERV}
% Sei $\frak{g}$ eine halbeinfache komplexe Liealgebra,
% $\frak{h}\subset\frak{g}$ eine Cartan'sche Unteralgebra und
% $R=R(\frak{g},\frak{h})$ das Wurzelsystem.
% Sei $V$ eine Darstellung von $\frak{g}$. So gilt
% $$\frak{g}_\al V_\lambda\subset V_{\lambda+\al}\;\;\;\forall\al\in R,\; 
% \lambda\in\frak{h}^\ast$$
% \end{Lemma}
% \begin{proof}[Beweis]
% Das folgt aus der Definition eines Gewichtsraums und der Formel
% $HXv=[H,X]v + XHv\;\;\;\forall H\in\frak{h}$, $X\in\frak{g}$, $v\in V$.
% \end{proof}
% \begin{Lemma}[\textbf{Universelle Eigenschaft von Verma-Moduln}]
% Sei $L$ eine Darstellung von $\frak{g}$ und $\lambda\in\frak{h}^\ast$ ein
% Gewicht 
% und $v\in L_\lambda$ ein Gewichtsvektor mit $\frak g_\alpha v=0$ f"ur alle
% $\alpha\in R^+$.\label{UVM} 
% mit   $L_{\lambda+\alpha}=0$ f"ur alle $\alpha\in R^+$.\label{UVM} 
% So liefert das Auswerten auf dem kanonischen Erzeuger eine Bijektion
% $$\begin{array}{ccc}
% \op{Hom}_{\frak{g}} (\Delta(\lambda),L) & \sira &L_{\lambda}\\
% \varphi &\mapsto& \varphi (v_{\lambda})
% \end{array}$$
% \end{Lemma}
\begin{Lemma}[\textbf{Universelle Eigenschaft von Verma-Moduln}]
Seien  $(\frak{g}\supset \frak{h},R^+)$ eine komplexe 
\hyperref[heLi]{halbeinfache Liealgebra}
mit einer \hyperref[DCA]{Cartan'schen} und  
einem \hyperref[SPW]{System positiver Wurzeln}.  
So liefert f"ur jede Darstellung $M$  von $\frak{g}$ 
und jedes
Gewicht $\lambda\in\frak{h}^\ast$
das Auswerten $\varphi\mapsto\varphi(v_\lambda)$ 
am kanonischen Erzeuger $v_\lambda\in\Delta(\lambda)$ 
eine Bijektion\label{UVM}  
$$\op{Hom}_{\mathfrak g}(\Delta(\lambda),M)\sira 
\{v\in M_\lambda\mid \frak g_\alpha v=0\;\forall\alpha\in R^+\}$$
\end{Lemma}

\begin{proof}[Beweis]
 Wir erinnern, 
da"s f"ur jeden Modul $M$ "uber einem Ring $R$
  das Auswerten beim neutralen Element $1_R$ eine Bijektion $\op{Hom}_R
  (R,M) \overset{\sim}{\rightarrow} M$ induziert.  Die universelle
  Eigenschaft von Quotienten \eref{QouM}{KAG}
 zeigt dann, da"s  f"ur jedes Linksideal
  $ I \subset R$ das Auswerten an $1_R +I$ eine Bijektion $$\op{Hom}_R
  (R/I,M) \overset{\sim}{\rightarrow} \{ m \in M \mid I m = 0\}$$
  induziert. Da in unserer Situation  nach Annahme
gilt $I_{\lambda} v = 0 $, folgt die Behauptung.
\end{proof}



\begin{Satz}[\textbf{Klassifikation einfacher H"ochstgewichtsmoduln}]
Seien  $(\frak{g}\supset \frak{h},R^+)$ eine komplexe 
\hyperref[heLi]{halbeinfache Liealgebra}
mit einer \hyperref[DCA]{Cartan'schen} und  
einem \hyperref[SPW]{System positiver Wurzeln}.
 So gilt:
\begin{enumerate}
\item
F"ur jedes Gewicht $\lambda\in\frak{h}^\ast$ besitzt der Vermamodul
$\Delta(\lambda)=\Delta(\lambda,R^+)$ einen gr"o"sten echten Untermodul $\op{rad} \Delta(\lambda)$;
\item
Der Quotient  ${\op{L}}(\lambda,R^+)={\op{L}}(\lambda)\pdef\Delta(\lambda)/\op{rad} \Delta(\lambda)$
ist eine einfache Darstellung
und wir erhalten so eine Bijektion
$$\begin{array}{ccl}
\frak{h}^\ast&\sira&
\left\{\begin{array}{c}\text{Einfache Darstellungen von $\mathfrak g$ mit einem}\\
\text{ $R^+$-h"ochsten Gewicht, bis auf Isomorphismus}\end{array}\right\}\\[4mm]
\lambda&\mapsto& \hspace{1cm}{\op{L}}(\lambda)\end{array}$$
\item
Besitzt eine einfache Darstellung ein maximales Gewicht,
so ist dies Gewicht bereits ihr h"ochstes Gewicht.\label{RV3}
\end{enumerate}\label{RV}
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Terminologisches zu Radikalen}]
  Gegeben ein Modul $M$ "uber 
einem Ring $R$ erkl"art man ganz allgemein\label{RaMo}  
das {\bf Radikal $\op{rad}M$ von}\index{Radikal!von Modul}
 $M$ als den Schnitt aller Homomorphismen von
$M$  zu einfachen $R$-Moduln. Im Fall des Ringes selbst,
betrachtet als $R$-Linksmodul, ist das genau unser 
Jacobson-Radikal aus \eref{JacRn}{NAS}. Dahingegen 
versteht man unter dem Radikal eines Ideals im allgemeinen 
wie in \eref{RaId}{KAG} etwas 
v"ollig anderes als sein Radikal als Modul. 
Wenn es n"otig sein sollte, werde ich unterscheiden zwischen 
dem {\bf Modulradikal}\index{Radikal!Modulradikal}\index{Modulradikal} 
und dem {\bf
  Potenzradikal}\index{Radikal!Potenzradikal}\index{Potenzradikal}
eines Ideals in einem Ring. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
  Im allgemeinen bezeichnet meist $\rho$ die Halbsumme der positiven Wurzeln.
   Im Fall $\mathfrak g=\mathfrak{sl}(2;\DC)$ und $R^+=\{\alpha\}$ 
setzen wir dieser Konvention vorgreifend bereits hier $\rho\pdef
  \alpha/2$. Damit ist also unsere einfache Darstellung ${\op{L}}(m)$ der
Dimension $(m+1)$ aus \ref{V01} in unserer Notation
hier die einfache Darstellung 
${\op{L}}(m\rho)$ mit h"ochstem Gewicht $m\rho$.
\end{Beispiel}



\begin{proof}[Beweis]
Mit $\Delta(\lambda)$ zerf"allt nach \eref{diage}{LA1} 
jeder $\frak{h}$-Untermodul $N\subset \Delta(\lambda)$
auch in Gewichtsr"aume $N=\bigoplus _{\mu\in\frak{h}^\ast} N_\mu$.
Ist $N$ ein $\frak{g}$-Untermodul, so folgt aus $N_\lambda\neq 0$ schon
$N=\Delta(\lambda)$. Ist $N$ ein echter
$\frak{g}$-Untermodul, so gilt mithin
$N\subset \bigoplus_{\mu \neq
\lambda} \Delta(\lambda)_{\mu}$.
Die Summe von allen echten Untermoduln ist also selbst immer noch ein echter
Untermodul.
Der Quotient ${\op{L}}(\lambda)= \Delta(\lambda)/\op{rad} \Delta(\lambda)$ ist nat"urlich
eine einfache Darstellung mit h"ochstem Gewicht $\lambda$.
Umgekehrt ist nach der universellen Eigenschaft von Vermamoduln \ref{UVM} jede einfache Darstellung mit h"ochstem Gewicht $\lambda$   ein
Quotient von $\Delta(\lambda)$, und der Kern einer solchen
Surjektion mu"s der gr"o"ste Untermodul von $\Delta(\lambda)$ sein.
Damit ist der Satz bewiesen.
\end{proof}

\begin{Proposition}
Seien  $(\frak{g}\supset \frak{h},R^+)$ eine komplexe 
\hyperref[heLi]{halbeinfache Liealgebra}
mit einer \hyperref[DCA]{Cartan'schen} und  
einem \hyperref[SPW]{System positiver Wurzeln}.
 F"ur ein Gewicht $\lambda\in \frak{h}^{\ast}$ sind gleichbedeutend:\label{KHg}
\begin{enumerate}
\item Der einfache Modul ${\op{L}}(\lambda)$ mit h"ochstem Gewicht
$\lambda$ ist endlichdimensional, in Formeln $\op{dim} {\op{L}}(\lambda) < \infty$;
\item Das Gewicht $\lambda$ ist ganz und dominant, in Formeln $\lambda\in \mathfrak X^{+}$.
\end{enumerate}
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
  (1) $\Rightarrow$ (2) hatten wir schon als \ref{sW} bewiesen.  Zum Beweis
  der anderen Richtung holen wir im Hinblick auf sp"atere Anwendungen etwas
  weiter aus. Wir erinnern an die Halbsumme $\rho$ der positiven Wurzeln und
  die Formel $s_\al\rho=\rho-\al$ f"ur $\alpha$ eine einfache positive Wurzel,
  siehe \eref{HSP}{SPW}.
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}
Bezeichne wie "ublich $\rho$ die Halbsumme der
positiven Wurzeln.
Wir definieren die \glqq zum Fixpunkt $-\rho$ verschobene\grqq\  Operation
von $W$ auf $\frak{h}^{\ast}$, die sogenannte \defind{dot-Operation},
durch die Formel $$x \cdot \lambda\pdef x (\lambda+ \rho)-\rho$$
\end{Definition}
\begin{Lemma}\label{EIV}
Seien  $(\frak{g}\supset \frak{h},R^+)$ eine komplexe 
\hyperref[heLi]{halbeinfache Liealgebra}
mit einer \hyperref[DCA]{Cartan'schen} und  
einem \hyperref[SPW]{System positiver Wurzeln}. F"ur jede einfache Wurzel $\al$ und jedes Gewicht $\lambda\in \frak{h}^\ast$ mit
$\langle\lambda+\rho,\al^\vee\rangle\in\DN$ gibt es eine
Injektion von $\frak{g}$-Moduln
$$\Delta(s_\al\cdot\lambda)\hra\Delta(\lambda)$$
\end{Lemma}
\begin{figure}[htbp]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildUMV}\\[4mm]
\noindent 
Illustration f"ur Lemma \ref{EIV}. 
Sie ist nur insofern unzutreffend, als darin $\beta$ 
die Rolle der einfachen Wurzel spielt, die im Lemma 
$\alpha$ hei"st.
\end{figure}
\begin{Bemerkunge}
Wir werden sp"ater zeigen, da"s dieselbe Aussage allgemeiner
f"ur jede positive Wurzel $\al\in R^+$ gilt.
\end{Bemerkunge}

%$s_\al\cdot\lambda= \lambda-(\langle\lambda,\al^\vee\rangle+1)\al$
%und $s_\al\cdot\lambda\leq \lambda$ ist gleichbedeutend zu 
%$\langle\lambda,\al^\vee\rangle\in\DZ_{\geq -1}$.

\begin{proof}[Beweis]
F"ur eine einfache Wurzel $\al$ gilt 
$\langle\rho,\alpha^\vee\rangle=1$ nach  \eref{HSP}{SPW}, folglich
ist $\langle\lambda +\rho,\alpha^\vee\rangle\in\DN$
gleichbedeutend zu 
$n\pdef \langle\lambda,\alpha^\vee\rangle\in\DZ_{\geq -1}$ und wir haben
$s_\al\cdot\lambda=\lambda-(n+1)\alpha$.
Sei nun zun"achst $\al \in R^{+}$ beliebig mit
$n= \langle \lambda, \al^{\vee}\rangle \in \DZ_{\geq -1}$.
F"ur 
$ x_\al\in\frak{g}_\al$ und 
$y_\al\in\frak{g}_{-\al}$ behaupten wir dann
$$x_{\al}y_{\al}^{n+1}
v_{\lambda}= 0$$
Im Fall $n=-1$ ist das eh klar. Im Fall $n\in\DN$ 
kann man das entweder durch Rechnung pr"ufen, indem man
unter der Zusatzvoraussetzung $[x_\al,y_\al]=\al^{\vee}$
induktiv f"ur alle $i\geq 1$ die Formel
$x_\al y_\al^{i}v_\lambda=i(n- i+1) y_\al^{i-1} v_\lambda$
herleitet ganz analog dazu, wie wir es 
aus im Beweis von \ref{V01} bereits kennen.
Man kann sich aber einfacher auch "uberlegen, da"s die
$y_\al^{i}v_\lambda$ 
eine Basis eines Vermamoduls von 
$\frak{g}^{\alpha}=\frak{g}_{-\al} \oplus
k \al^{\vee} \oplus \frak{g}_{\al}\cong \frak{sl}_{2}$
mit h"ochstem Gewichtsvektor $v_\lambda$ bilden, und
operiert $\al^{\vee}$ alias $h$ auf diesem
h"ochsten Gewichtsvektor durch einen nichtnegativen
ganzzahligen Eigenwert, 
so gibt es auch eine einfache $(n+1)$-dimensionale 
Darstellung von $\frak{sl}_{2}$ mit diesem
h"ochsten Gewicht, 
die nach \ref{RV} notwendig ein Quotient 
unseres $\frak{sl}_{2}$-Vermamoduls 
sein mu"s. Der Kern der Quotientenabbildung ist offensichtlich
gerade das Erzeugnis der $y_\al^{i}v_\lambda$ mit $i>n$, 
folglich bilden diese einen Untermodul, und damit erkennen wir
$x_{\al}y_{\al}^{n+1}
v_{\lambda}= 0$, ohne die Rechnung 
aus dem Beweis von \ref{V01}
wiederholen zu m"ussen.
Ist nun zus"atzlich $\al$ eine einfache Wurzel, so gilt 
sogar $x_{\beta} y_{\al}^{i}
v_{\lambda} = 0$ f"ur alle $\beta \in R^{+}\backslash\alpha$ und $i \in \DN$,
denn $i\al-\beta$ ist dann nie eine Summe positiver Wurzeln.
Da aber gilt $s_\al\cdot\lambda= \lambda-(n+1)\al$,
folgern wir
$0\neq 
y_{\al}^{n+1}v_{\lambda} \in \Delta(\lambda)_{s_\al\cdot\lambda}$ und erhalten
nach der Definition unserer Verma-Moduln
wie im Beweis von \ref{RV}.\ref{RV3} aus ihrer universellen
Eigenschaft als koinduzierte Darstellungen
einen von Null verschiedenen Homomorphismus
$\Delta(s_\al\cdot\lambda) \ra \Delta(\lambda)$,
der den kanonischen Erzeuger von $\Delta (s_{\alpha}\cdot
\lambda)$ auf $y^{n+1}_{\alpha} v_{\lambda}$ abbildet.
Da alle Vermamoduln frei sind vom Rang Eins "uber dem 
Integrit"atsring
${\op{U}}(\frak{n})$ nach \ref{EANo}, mu"s dieser Homomorphismus sogar eine Injektion sein.
\end{proof}

\begin{proof}[Beweis von (2)$\Leftarrow $(1) in \ref{KHg}]
Das Lemma zeigt, da"s
f"ur $\lambda\in\frak{h}^{\ast}$ und $\al\in R^+$ einfach mit
$\langle\lambda, \al^{\vee}\rangle $ ganz und nichtnegativ
ein h"ochster Gewichtsvektor von ${\op{L}}(\lambda)$
stets eine endlichdimensionale $\frak{g}^{\alpha}$-Unterdarstellung
erzeugt.
Nun ist in jeder Darstellung $V$ von $\frak{g}$
die Summe $W$ aller endlichdimensionalen
$\frak{g}^{\alpha}$-Unterdarstellungen f"ur beliebiges 
festes $\al\in R$ eine $\frak{g}$-Unterdar\-stel\-lung von $V$,
wie man zum Beispiel aus "Ubung \ref{TGG} folgert.
Gilt nun $\langle \lambda, \al^{\vee} \rangle \in \DN $
f"ur jede einfache Wurzel $ \al $,
so ist also ${\op{L}}(\lambda)$ f"ur jede einfache Wurzel $ \al $ die Summe 
seiner endlichdimensionalen
$\frak{g}^{\alpha}$-Unterdarstellungen. Aus deren 
expliziter Beschreibung in \ref{V01} und \ref{ERV} folgt 
dann $s_{\al} {\op{P}}({\op{L}}(\lambda)) = {\op{P}}({\op{L}}(\lambda))$ f"ur
jede einfache Spiegelung $s_{\al}\in W$.
Dann ist aber notwendig ${\op{P}}({\op{L}}(\lambda))$ stabil unter der 
Weylgruppe, nach \ref{WSEn} also endlich, und da auch alle
Gewichtsr"aume von ${\op{L}}(\lambda)$ endlichdimensional sind, folgt
$\op{dim}_\DC {\op{L}}(\lambda) < \infty$.
\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}
  Man zeige, da"s im Fall $\mathfrak g=\mathfrak{sl}(2;\DC)$  ein
Vermamodul $\Delta(\lambda)$ genau dann einfach ist, 
wenn er keinen endlichdimensionalen
Quotienten hat, 
wenn also sein h"ochstes Gewicht auf der positiven Wurzel 
als Wert keine nat"urliche Zahl annimmt,
in Formeln $\langle \lambda,\alpha^\vee\rangle\not\in\DN$
f"ur $\alpha$ die positive Wurzel.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Gegeben $\lambda$ dominant 
ist die Summe "uber alle einfachen Wurzeln $\alpha$ der Bilder der Inklusionen
$\Delta(s_\al\cdot\lambda)\hra\Delta(\lambda)$ 
nach \ref{EIV} der gr"o"ste echte Untermodul von
des Vermamoduls $\Delta(\lambda)$. Hinweis: Man variiere den Beweis der
R"uckrichtung von \ref{KHg}. Man zeige auch die Variante,
nach der f"ur $\lambda$ dominant
die Vektoren $y^{\langle\lambda,\alpha^\vee\rangle+1}_\alpha v_\lambda$ 
f"ur $\alpha\in\Pi$  einfache Wurzeln 
den gr"o"sten Untermodul des Vermamoduls $\Delta(\lambda)$ erzeugen,
ja sogar bereits als ${\op{U}}(\mathfrak n)$-Untermodul erzeugen. 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{USV}
Gibt es in einer einfachen Darstellung einer halbeinfachen
Liealgebra einen von Null verschiedenen Vektor, der von
allen Wurzelvektoren zu einem System positiver Wurzeln aus
dem Wurzelsystem zu einer Cartan'schen anulliert wird, so
ist der fragliche Vektor bereits ein h"ochster Gewichtsvektor
unserer Darstellung.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
Man zeige: Die
Darstellung $\bigwedge^{i} \Bbb{C}^{n+1}$ 
von $\frak{sl}(n+1;\DC)$ ist  einfach f"ur $1\leq i\leq n+1$
und hat das h"ochste
Gewicht $\varpi_{i} = \varepsilon_{1} + \ldots + \varepsilon_{i}$. 
\end{Ubung}

% \begin{proof}[Beweis]
% Sei zun"achst $\al \in R^{+}$ beliebig und es gelte
% $n= \langle \lambda, \al^{\vee}\rangle \in \DN$.
% So erzeugt $v_{\lambda}\in\Delta(\lambda)$ unter der Operation von 
% $\frak{g}^{\alpha}=\frak{g}_{-\al} \oplus
% k \al^{\vee} \oplus \frak{g}_{\al}$ einen Modul $M$ mit h"ochstem Gewicht
% $ \lambda|_{k\al^\vee}$ f"ur
% $\frak{g}^{\alpha}\cong \frak{sl}_{2}$.
% Seien $0\neq X_\al\in\frak{g}_\al$ und $0\neq Y_\al\in\frak{g}_{-\al}$ gew"ahlt.
% Nach \ref{V01} gibt es
% eine $(n+1)$-dimensionale Darstellung von $\frak{g}^{\alpha}$
% mit demselben h"ochsten Gewicht $ \lambda|_{k\al^\vee}$ und
% die $Y_{\al}^{n+1} v_{\lambda}$, $Y_{\al}^{n+2}v_{\lambda}, \ldots$ spannen einen
% $\frak{g}^{\alpha}$-Untermodul von $M$ auf. Es folgt $X_{\al}Y_{\al}^{n+1}
% v_{\lambda}= 0$.
% Ist zus"atzlich $\al$ eine einfache Wurzel, so gilt zus"atzlich $X_{\beta} Y_{\al}^{i}
% v_{\lambda} = 0$ f"ur alle $\beta \in R^{+}\alpha$ und $i \in \DN$,
% denn $i\al-\beta$ ist dann nie eine Summe positiver Wurzeln.
% Da aber gilt $s_\al\cdot\lambda= \lambda-(n+1)\al$ nach den Definitionen,
% folgern wir
% $Y_{\al}^{n+1}v_{\lambda} \in \Delta(\lambda)_{s_\al\cdot\lambda}$ und erhalten
% nach der Definition unserer Verma-Moduln
% einen von Null verschiedenen Homomorphismus
% $\Delta(s_\al\cdot\lambda) \ra \Delta(\lambda)$,
% der den kanonischen Erzeuger von $\Delta (s_{\alpha}\cdot
% \lambda)$ auf $Y^{n+1}_{\alpha} v_{\lambda}$ abbildet.
% Da alle Verma-Moduln frei sind vom Rang $1$ "uber dem nullteilerfreien Ring
% ${\op{U}}(\frak{n})$, mu"s dieser Homomorphismus sogar eine Injektion sein.
% \end{proof}
% \noindent
% Dies Lemma zeigt, da"s
% f"ur $\lambda\in\frak{h}^{\ast}$ und $\al$ einfach mit
% $\langle\lambda, \al^{\vee}\rangle  \in \DN$
% ein h"ochster Gewichtsvektor von ${\op{L}}(\lambda)$
% stets eine endlichdimensionale $\frak{g}^{\alpha}$-Unterdarstellung
% erzeugt.
% Nun ist in jeder Darstellung $V$ von $\frak{g}$
% die Summe $W$ aller endlichdimensionalen
% $\frak{g}^{\alpha}$-Unterdarstellungen f"ur beliebiges festes $\al\in R$ eine $\frak{g}$-Unterdarstellung von $V$,
% wie man  aus "Ubung \ref{TGG} folgert.
% Gilt nun $\langle \lambda, \al^{\vee} \rangle \in \DN \quad \forall \al \in \Pi$,
% so ist also ${\op{L}}(\lambda)$ f"ur jedes $\al\in\Pi$ die Summe seiner endlichdimensionalen
% $\frak{g}^{\alpha}$-Unterdarstellungen,
% folglich gilt $s_{\al} {\op{P}}({\op{L}}(\lambda)) = {\op{P}}({\op{L}}(\lambda))$ f"ur
% jede einfache Spiegelung $s_{\al}\in W$.
% Dann ist aber notwendig ${\op{P}}({\op{L}}(\lambda))$ stabil unter der Weylgruppe, also endlich, also
% $\op{dim} {\op{L}}(\lambda) < \infty$.
% \end{proof}
\subsection{Induktion und Koinduktion bei Liealgebren*}\label{InL}


\begin{Bemerkungl}
  Viele Konstruktionen und Resultate des vorhergehenden Abschnitts sind
 Spezialf"alle sehr allgemeiner Konstruktionen und Prinzipien,
die in \eref{BMA}{KAG} erl"autert werden und eine gewisse
Erfahrung im Umgang mit allgemeinen Tensorprodukten und
der Sprache der Kategorien voraussetzen.
Das soll im folgenden f"ur Leser,
die mit diesen Konzepten vertraut sind,  beleuchtet werden.
\end{Bemerkungl}


\begin{Definition}
Jeder Liealgebren-Homomorphismus $\frak{b} \ra \frak{g}$
induziert  einen Ringhomomorphismus 
${\op{U}}(\frak{b}) \ra {\op{U}}(\frak{g})$ und unsere Kategorien von Darstellungen 
identifizieren sich mit den Kategorien aller Moduln "uber diesen
Ringen.
Der Restriktionsfunktor
$$\op{res}_\frak{g}^\frak{b}:\frak{g}\op{-Mod}\ra \frak{b}\op{-Mod}$$
hat nach \eref{F1}{KAG} folglich einen Rechtsadjungierten $\op{ind}^\frak{g}_\frak{b}$
und nach \eref{F2}{KAG} einen Linksadjungierten $\op{prod}^\frak{g}_\frak{b}$, 
die {\bf Induktion}\index{Induktion!bei Liealgebrendarstellungen} und 
die {\bf Koinduktion}\index{Koinduktion!bei Liealgebrendarstellungen}
oder {\bf Produktion}\index{Produktion!bei Liealgebrendarstellungen}
von Darstellungen von Liealgebren,
die
explizit beschrieben werden k"onnen durch die Formeln
$$\op{ind}^\frak{g}_\frak{b}M\pdef\op{Hom}_{{\op{U}}(\frak{b})}({\op{U}}(\frak{g}),M)
\qquad\qquad \op{prod}^\frak{g}_\frak{b}M
\pdef {\op{U}}(\frak{g})\otimes_{{\op{U}}(\frak{b})}M$$
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}] 
Beim Studium der Literatur ist 
Vorsicht geboten: Bei Darstellungen von Lie-Gruppen 
und algebraischen Gruppen bezeichnet Induktion in der Literatur
stets wie in dieser Darstellung der Theorie
den Rechtsadjungierten der Restriktion.
Bei Darstellungen von Liealgebren jedoch wird in der Literatur
als Induktion meist abweichend
der Linksadjungierte der Restriktion bezeichnet, den wir
hier Produktion genannt haben.
Die Idee zu dieser Terminologie kommt aus \cite{V}, wo allerdings die Begriffe 
Induktion und Produktion im Vergleich zu unseren Begriffen hier vertauscht 
definiert werden. Bei Darstellungen endlicher Gruppen  
bezeichnet man als Induzieren
zwar meist die  Erweiterung der
Skalare, also den Linksadjungierten
der Restriktion,
aber dieser ist gl"ucklicherweise
kanonisch isomorph zum Rechtsadjungierten der Restriktion.
Der Begriff der \glqq Produktion\grqq\ 
ist "uberhaupt nicht gebr"auchlich.  
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Induktion und Produktion l"angs Injektionen von Liealgebren}]
Ist $\frak{b} \subset \frak{g}$ sogar eine Unteralgebra, 
so ist ${\op{U}}(\frak{g}) $ nach 
Poincar\'e-Birkhoff-Witt frei als Rechtsmodul und als
Linksmodul "uber $ {\op{U}}(\frak{b})$, so da"s die Induktion und Koinduktion
nach 
\eref{SPMM}{KAG} und\label{prfr}  
\eref{TPFr}{KAG} beide exakte Funktoren werden. Ist zus"atzlich $\frak{n}\subset\frak{g}$
eine Unteralgebra mit $\frak{n}\oplus \frak{b}=\frak{g}$ als 
Vektorr"aume "uber unserem Grundk"orper $k$, so liefert 
nach \ref{ZPBW} die Multiplikation
einen Isomorphismus ${\op{U}}(\frak{n})\otimes_k {\op{U}}(\frak{b})\sira {\op{U}}(\frak{g})$
von $ {\op{U}}(\frak{n})$-${\op{U}}(\frak{b})$-Bimoduln und 
wir erhalten mit \eref{ETT}{KAG} 
einen kanonischen Isomorphismus von ${\op{U}}(\frak{n})$-Moduln
$${\op{U}}(\frak{n})\otimes_k M\sira \op{prod}^\frak{g}_\frak{b}M$$
Ebenso liefert die Multiplikation
auch einen Isomorphismus ${\op{U}}(\frak{b})\otimes_k {\op{U}}(\frak{n})\sira {\op{U}}(\frak{g})$
von ${\op{U}}(\frak{b})$-$ {\op{U}}(\frak{n})$-Bimoduln 
und wir erhalten einen kanonischen Isomorphismus von ${\op{U}}(\frak{n})$-Moduln
$$\op{Hom}_k({\op{U}}(\frak{n}),M)\sira \op{ind}^\frak{g}_\frak{b}M$$  
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Induktion und Produktion l"angs Surjektionen von Liealgebren}]
Ist $\frak{b}\sra \frak{g}$ eine Surjektion und
bezeichnet $\frak{c}$ ihren Kern, so 
ist $\op{ind}_\frak{b}^\frak{g}M=M^\frak{c}$ der 
Teilraum der $\frak{c}${\bf -Invarianten}\index{Invarianten!von Liealgebra}
aus \ref{inVn} und $\op{prod}_\frak{b}^\frak{g}M$ hei"st  der Raum der
{\bf $\frak{c}$-Ko\-in\-va\-ri\-an\-ten}\index{Koinvarianten!von Liealgebra}
und wird  $M_\frak{c}\pdef \op{prod}_\frak{b}^\frak{g}M$ notiert.
Diese beiden Funktoren sind im allgemeinen
alles andere als exakt.
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Vermamoduln als produzierte
    Darstellungen}] %\label{DefV}  
Seien $\frak{g}$ eine halb\-einfache komplexe Liealgebra,
  $\frak{h}\subset\frak{g}$ eine Cartan'sche Unteralgebra,
  $R=R(\frak{g},\frak{h})$ das Wurzelsystem, $R^+\subset R$ ein System von
  positiven Wurzeln, und $\leq$ die 
zugeh"orige Teilordnung auf $\frak{h}^\ast$.
Wir betrachten in $\frak{g}$ die Unteralgebra\label{VMpr}
$$\frak{b} \pdef \frak{h}\oplus \bigoplus_{\al \in R^{+}} \frak{g}_{\al}$$
Dehnen wir unser Gewicht $\lambda$ aus zu einer Linearform auf $\frak{b}$
durch die Vorschrift $\lambda (\frak{g}_{\alpha}) =0 \quad \forall
\alpha \in R^{+}$, so erhalten wir
offensichtlich einen Charakter $\lambda:\frak{b}\ra \DC$, d.h.\
eine eindimensionale Darstellung $\DC_\lambda$ der Liealgebra $\frak{b}$.
Diese Darstellung k"onnen wir auffassen als
einen Homomorphismus von Ringalgebren $\tilde{\lambda}:{\op{U}}(\frak{b})\ra \DC$.
Bezeichnen wir seinen Kern mit $J_\lambda\pdef 
\op{ker} \tilde{\lambda} $, 
so erhalten wir eine kurze exakte Sequenz
$$J_\lambda\hra {\op{U}}(\frak{b})\sra \DC$$
Per definitionem liegen alle
$X \in \frak{g}_{\al}$ mit $\al \in R^{+}$ und alle $H-\lambda(H)$
mit $H\in \frak{h}$ in $J_\lambda$, ja unser Kern ist genau das von
diesen Elementen in ${\op{U}}(\frak{b})$ erzeugte Linksideal, denn modulo
diesem Linksideal ist offensichtlich jedes Element von ${\op{U}}(\frak{b})$
kongruent zu einem Skalar aus $\DC$. Wir k"onnen unsere kurze exakte Sequenz 
auch lesen als eine  kurze exakte Sequenz 
$J_\lambda\hra {\op{U}}(\frak{b})\sra \DC_\lambda$
von Darstellungen von $\mathfrak b$. 
Anwenden von $\op{prod}_{\mathfrak b}^{\mathfrak g}
={\op{U}}(\mathfrak g)\otimes_{{\op{U}}(\mathfrak b)}$ liefert eine
rechtsexakte Sequenz 
$${\op{U}}(\mathfrak g)\otimes_{{\op{U}}(\mathfrak b)} J_\lambda\ra {\op{U}}(\frak{g})\sra
{\op{U}}(\mathfrak g)\otimes_{{\op{U}}(\mathfrak b)}\DC_\lambda$$
Hier ist die linke Abbildung die Multiplikationsabbildung, 
ihr Bild also das von $J_\lambda$ in ${\op{U}}(\mathfrak g)$ erzeugte
Linksideal $I_\lambda$, und wir erhalten so einen Isomorphismus von
Darstellungen
$$\Delta(\lambda)={\op{U}}(\mathfrak g)/I_\lambda\quad \sira\quad
 \op{prod}_{\mathfrak
  b}^{\mathfrak g}\DC_\lambda=
{\op{U}}(\mathfrak
g)\otimes_{{\op{U}}(\mathfrak b)}\DC_\lambda$$
mit $v_\lambda\mapsto 1\otimes 1$. 
Die universelle Eigenschaft \ref{UVM} von  Verma-Moduln 
folgt dann aus der universellen Eigenschaft  der Koinduktion. 
F"ur jede Darstellung $L$ von $\mathfrak g$ liefert die Restriktion auf 
$\DC_\lambda$ danach eine Bijektion
$$\op{Hom}_{\mathfrak g}(\Delta(\lambda), L)\sira 
\op{Hom}_{\mathfrak b}(\DC_\lambda, L)$$
Falls $\lambda$ maximal ist unter den Gewichten von $L$, 
identifiziert das Auswerten bei $1$ hier zus"atzlich die rechte 
Seite mit dem Gewichtsraum $L_\lambda$. 
\end{Bemerkungl}























% \subsection{Induktion und Koinduktion*}
% \begin{Bemerkungl}
%   Ist $\frak{b} \ra \frak{g}$ ein Homomorphismus von Liealgebren, 
% so k"onnen wir
%   jede Darstellung von $\frak{g}$ auch als eine Darstellung von $\frak{b}$
%   auffassen.  Haben wir umgekehrt eine 
% Darstellung $M$ von $\frak{b}$, so bilden
%   wir die zugeh"orige \defind{koinduzierte Darstellung} 
% von $\frak{g}$ vermittels allgemeiner Tensorprodukte wie in
% \ref{TPro} und \ref{TBI} durch die
%   Vorschrift
%   $$\op{prod}^{\frak{g}}_{\frak{b}} M = {\op{U}} (\frak{g}) \otimes_{{\op{U}}(\frak{b})} M$$
%   Zusammen mit dem sogenannten \glqq kanonischen\grqq\  Homomorphismus $M \ra
%   \op{prod}_{\frak{b}}^{\frak{g}}M$, $m \mapsto 1 \otimes m$ von Darstellungen
%   von $\frak{b}$ hat sie die folgende universelle Eigenschaft: Ist $N$
%   irgendeine Darstellung von $\frak{g}$ und $\varphi : M \ra N$ ein
%   $\frak{b}$-Homomorphismus, so gibt es genau einen $\frak{g}$-Homomorphismus
%   $\tilde{\varphi} : \op{prod}^{\frak{g}}_{\frak{b}} M \ra N$ mit $\varphi =
%   \tilde{\varphi} \circ \op{can}$.  All das folgt aus allgemeinen
%   Eigenschaften des Tensorprodukts und wird in \ref{InK} 
% und \ref{InL} in gro"ser
%   Allgemeinheit diskutiert.
% \end{Bemerkungl}



% \begin{Definition}\label{DefVn}%\label{DefV}
% Sei $\frak{g}$ eine halbeinfache komplexe Liealgebra,
% $\frak{h}\subset\frak{g}$ eine Cartan'sche Unteralgebra,
% $R=R(\frak{g},\frak{h})$ das Wurzelsystem und $R^+\subset R$
% ein System von positiven Wurzeln.
% Wir betrachten in $\frak{g}$ die Unteralgebra
% $\frak{b} = \frak{h}\oplus \bigoplus_{\al \in R^{+}} \frak{g}_{\al}$.
% Dehnen wir ein  Gewicht $\lambda\in \frak{h}^{\ast}$ 
% aus zu einer Linearform auf $\frak{b}$
% durch die Vorschrift $\lambda (\frak{g}_{\alpha}) =0 \quad \forall
% \alpha \in R^{+}$, so erhalten wir
% offensichtlich einen Charakter $\lambda:\frak{b}\ra \DC$, d.h.\
% eine eindimensionale Darstellung $\DC_\lambda$ der Liealgebra $\frak{b}$.
% Die koinduzierte Darstellung
% $$\Delta(\lambda)=\Delta(\lambda, R^+)=\op{prod}_\frak{b}^\frak{g}\DC_\lambda
% ={\op{U}}(\frak{g})\otimes_{{\op{U}}(\frak{b})}\DC_\lambda$$
% hei"st der \defind{Verma-Modul} zum h"ochsten Gewicht $\lambda$.
% Den Tensor $1\otimes 1$ 
% in diesem Modul 
% bezeichnen wir mit $v_{\lambda} \in \Delta(\lambda)$
% und nennen ihn den {\bf kanonischen Erzeuger}\index{kanonischer Erzeuger}
% des  Verma-Moduls $\Delta(\lambda)$.
% \end{Definition}
% \emph{Diskutiere hier ausf"uhrlich den Fall $\frak{sl}(2)$!
% W"are es nicht viel besser, ohne Tensorprodukte zu arbeiten und
% den entsprechenden Quotienten der Einh"ullenden zu nehmen?}
% \begin{Proposition}[\textbf{Struktur von Vermamoduln}]\label{SV}
% Sei $\frak{g}$ eine halbeinfache komplexe Liealgebra,
% $\frak{h}\subset\frak{g}$ eine Cartan'sche Unteralgebra,
% $R^+$\label{SVV1}
% ein System von positiven Wurzeln,
% $\leq$ die zugeh"orige partielle Ordnung auf $\frak{h}^\ast$
% und $\lambda\in \frak{h}^\ast$ ein Gewicht.
% \begin{enumerate}
% \item
% Betrachten wir in $\frak{g}$ die Unteralgebra
% $\frak{n} = \bigoplus_{\al \in R^{+}} \frak{g}_{-\al}$, so ist
% $\Delta(\lambda)$ ein freier ${\op{U}}(\frak{n})$-Modul vom Rang Eins mit
% dem kanonischen Erzeuger 
% $v_{\lambda}$ Basis. In Formeln ausgedr"uckt liefert also die
% Multiplikation eine Bijektion
% $$\begin{array}{ccc}
% {\op{U}}(\frak{n})&\sira&\Delta(\lambda)\\
% u&\mapsto& uv_\lambda
% \end{array}$$
% \item
% Der Verma-Modul
% $\Delta(\lambda)$ besitzt eine
% Gewichtsraumzerlegung der Gestalt
% $$\Delta(\lambda)=\bigoplus_{\mu\leq\lambda} \Delta(\lambda)_\mu$$
% \item
% Bezeichnet
% $\cal{P} :\frak{h}^{\ast} \ra \DN$ die
% {\bf\em Kostant'sche 
% Partitionsfunktion}\index{Partitionsfunktion, Kostant'sche},
% die z"ahlt, auf wieviele verschiedene 
% Weisen sich ein Gewicht zerlegen l"a"st in eine Summe
% von positiven Wurzeln, so erhalten wir f"ur
% die Dimensionen der Gewichtsr"aume unserer Verma-Moduln die Formel
% $$
% \op{dim}_{k} \Delta(\lambda)_{\mu}=\cal{P} (\lambda- \mu)$$
% \item
% Der Vermamodul $\Delta(\lambda)$ hat das h"ochste Gewicht $\lambda$
% und der zugeh"orige 
% Gewichtsraum $\Delta(\lambda)_{\lambda}$  ist erzeugt
% von $v_{\lambda}$, in Formeln $\Delta(\lambda)_{\lambda}
% =\DC v_{\lambda}$.
% \end{enumerate}
% \end{Proposition}
% \begin{figure}[p]\centering
% \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildKoPar}\\[4mm]
% \noindent 
% Dieses Bild zeigt ein Wurzelsystem in der Papierebene, 
% aufgefa"st als Vektorraum mit Ursprung im Ausgangspunkt
% aller Pfeile. Die drei Wurzeln innerhalb des nierenf"ormigen Bereichs
% bilden darin ein 
% System positiver Wurzeln. Die zugeh"orige Kostant'sche Partitionsfunktion
% nimmt nur an den fett eingezeichneten Punkten von Null
% verschiedene Werte an, und zwar den Wert Eins bei einfachen Punkten,
% den Wert Eins bei einfachen fetten Punkten,
% den Wert Zwei bei einmal umkringelten fetten Punkten etc. 
% Zum Beispiel h"atten wir $\cal{P}(2\alpha+3\beta)=3$.
% \end{figure}
% \begin{figure}[p]\centering
% \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildKoParV}\\[4mm]
% \noindent 
% Dieses Bild 
% soll die Struktur des Vermamoduls $\Delta(\lambda)$ f"ur 
% die Liealgebra $\frak{sl}(3)$ 
% mit h"ochstem Gewicht $\lambda$
% veranschaulichen. Die Papierebene ist dazu in geeigneter Weise mit 
% dem reell-affinen Teilraum $\lambda+\langle R\rangle_\DR$ 
% im Dualraum der Cartan'schen zu identifizieren. Die 
% fetten Punkte sind dann  die Gewichte der von Null 
% verschiedenen Gewichtsr"aume,
% $n$ Kringel deuten an, da"s der entsprechende 
% Gewichtsraum die Dimension $n+1$ hat. 
% \end{figure}
% \begin{Bemerkungl}
% Bei der Definition der Kostant'schen Partitionsfunktion
% werden Zerlegungen, die sich nur in der Reihenfolge
% unterscheiden, als gleich betrachtet.
% Im Extremfall $\mu=0$ vereinbaren wir
% $\cal{P}(0)=1$, in der Tat l"a"st sich ja die Null auf genau eine Weise als
% Summe von positiven Wurzeln schreiben, indem wir n"amlich die Summe
% von "uberhaupt keiner positiven Wurzel nehmen.
% \end{Bemerkungl}
% \begin{proof}[Beweis]
% Die erste Behauptung folgt aus  \ref{ZPBW} und der 
% Assoziativit"at von Tensorprodukten \ref{ETT}.
% Sind nun 
% weiter $\al_{1},\ldots , \al_{n}$ die positiven Wurzeln und w"ahlen wir
% Vektoren $0\neq Y_{i} \in \frak{g}_{-\al_{i}}$, 
% so bilden  nach Poincar\'e-Birkhoff-Witt die
% $$Y_{1}^{a(1)}\ldots Y^{a(n)}_{n} v_\lambda$$
% mit $a(i)\geq 0$ eine Basis von $\Delta (\lambda)$,
% und da per definitionem
% $v_{\lambda}$ ein Gewichtsvektor zum Gewicht $ \lambda$ ist, folgen daraus
% mit \ref{ERV} die anderen Teile der Proposition.
% \end{proof}

% \begin{Satz}[\textbf{Klassifikation einfacher H"ochstgewichtsmoduln}]
% Seien $\frak{g}$ eine halbeinfache komplexe Liealgebra,
% $\frak{h}\subset\frak{g}$ eine Cartan'sche Unteralgebra\label{RV} 
% und $R^+\subset R=R(\frak{g},\frak{h})$
% ein System von positiven Wurzeln.
% \begin{enumerate}
% \item
% F"ur jedes Gewicht $\lambda\in\frak{h}^\ast$ besitzt der Vermamodul
% $\Delta(\lambda)$ einen gr"o"sten echten Untermodul $\op{rad} \Delta(\lambda)$.
% \item
% Der Quotient nach diesem Untermodul ${\op{L}}(\lambda)=\Delta(\lambda)/\op{rad} \Delta(\lambda)$
% ist eine einfache Darstellung
% und wir erhalten so eine Bijektion
% $$\begin{array}{ccl}
% \frak{h}^\ast&\sira&
% \left\{\begin{array}{c}\text{Einfache Darstellungen mit einem}\\
% \text{ h"ochsten Gewicht, bis auf Isomorphismus}\end{array}\right\}\\[4mm]
% \lambda&\mapsto& \hspace{1cm}{\op{L}}(\lambda)\end{array}$$
% \item\label{UVM}
% Ist $\lambda$ maximal unter den Gewichten einer Darstellung $M$,
% so induziert das Auswerten auf dem kanonischen Erzeuger 
% $v_\lambda$ unseres Vermamoduls einen Isomorphismus
% $\op{Mod}^\frak{g}(\Delta(\lambda),M)\sira M_\lambda$.
% \item\label{RV3}
% Besitzt eine einfache Darstellung ein maximales Gewicht,
% so ist dies Gewicht schon ihr h"ochstes Gewicht.
% \end{enumerate}
% \end{Satz}
% \begin{proof}[Beweis]
% 1. Jeder $\frak{h}$-Untermodul $N\subset \Delta(\lambda)$
% zerf"allt 
% etwa nach \eref{diage}{LA1}  
% auch in Gewichtsr"aume $N=\bigoplus _{\mu\in\frak{h}^\ast} N_\mu$.
% Ist $N$ ein $\frak{g}$-Untermodul, so folgt wegen
% \ref{SVV1} aus $N_\lambda\neq 0$ schon
% $N=\Delta(\lambda)$. Ist $N$ ein echter
% $\frak{g}$-Untermodul, so gilt also
% $N\subset \bigoplus_{\mu \neq
% \lambda} \Delta(\lambda)_{\mu}$.
% Die Summe von allen echten Untermoduln ist mithin selbst immer noch ein echter
% Untermodul und die erste Behauptung ist bewiesen.
% \\[2mm]\noindent
% 2--4. Der Quotient ${\op{L}}(\lambda)= \Delta(\lambda)/\op{rad} \Delta(\lambda)$ 
% ist insbesondere
% eine einfache Darstellung mit h"ochstem Gewicht $\lambda$.
% Ist umgekehrt $M$ irgendeine Darstellung,
% so liefert nach \ref{HDa} das Auswerten 
% bei $1$ einen Isomorphismus $\op{Mod}^\frak{h}(\DC_\lambda, M)\sira M_\lambda$.
% Ist hier
% $\lambda$ ein maximales Gewicht, 
% so finden wir f"ur alle positiven
% Wurzeln $\alpha$ mit \ref{ERV} bereits 
% $\frak{g}_\alpha M_\lambda\subset M_{\lambda+\alpha}=0$
% und folgern $\op{Mod}^\frak{b}(\DC_\lambda, M)=
% \op{Mod}^\frak{h}(\DC_\lambda, M)\sira M_\lambda$.
% Mit Frobenius-Reziprozit"at \emph{(Hier noch nicht erkl"art!)}
% liefert dann Auswerten an $v_\lambda$
% in der Tat einen Isomorphismus
% $\op{Mod}^\frak{g}(\Delta(\lambda), M)\sira M_\lambda$. 
% Ist $M$ auch noch einfach, so mu"s $M$ damit isomorph sein zum
% einzigen einfachen Quotienten unseres Vermamoduls. 
% \end{proof}










% \begin{Lemma}\label{ERV}
% Sei $\frak{g}$ eine halbeinfache komplexe Liealgebra,
% $\frak{h}\subset\frak{g}$ eine Cartan'sche Unteralgebra und
% $R=R(\frak{g},\frak{h})$ das Wurzelsystem.
% Sei $V$ eine Darstellung von $\frak{g}$. So gilt
% $$\frak{g}_\al V_\lambda\subset V_{\lambda+\al}\;\;\;\forall\al\in R,\; \lambda\in\frak{h}^\ast$$
% \end{Lemma}
% \begin{proof}[Beweis]
% Das folgt aus der Definition eines Gewichtsraums und der Formel
% $HXv=[H,X]v + XHv\;\;\;\forall H\in\frak{h}$, $X\in\frak{g}$, $v\in V$.
% \end{proof}

























% \begin{Lemma}\label{KHg}
% Gegeben $\lambda\in \frak{h}^{\ast}$ ist 
% der einfache Modul ${\op{L}}(\lambda)$ mit h"ochstem Gewicht
% $\lambda$  endlichdimensional genau dann,
% wenn das  Gewicht $\lambda$ ganz und dominant ist, 
% in Formeln $\lambda\in X^{+}$.
% \end{Lemma}
% \begin{proof}
% Wir beginnen mit dem Nachweis,
% da"s  ${\op{L}}(\lambda)$ nur dann endlichdimensional sein kann,
% wenn das  Gewicht $\lambda$ ganz und dominant ist.
% Sei ganz allgemein $V$ 
% eine endlichdimensionale  Darstellung.
% Betrachten wir f"ur $\al \in R$ die zu $\frak{sl} (2,k)$ 
% isomorphe Unteralgebra
% $\frak{g}_{\al} \oplus k\al^{\vee} \oplus \frak{g}_{-\al}$ 
% von $\frak{g}$, so folgt aus
% der Darstellungstheorie von $\frak{sl} (2,k)$ nach \ref{DSL2}
% f"ur alle 
% $\lambda \in {\op{P}}(V)$ sofort
% $\langle \lambda, \al^{\vee}\rangle \in \DZ$.
% Also kann eine endlichdimensionale 
% nur ganze Gewichte haben.
% Ist weiter ein Gewicht einer
% endlichdimensionalen Darstellung nicht dominant,
% sagen wir $n=\langle \lambda, \al^{\vee}\rangle<0$, 
% und ist $0\neq v\in V_\lambda $ ein Gewichtsvektor, so 
% folgt aus der Darstellungstheorie von $\frak{sl} (2,k)$ 
% weiter $\frak{g}_{\al}v\neq 0$ und damit $V_{\lambda+ \alpha}\neq 0$
% und $\lambda$ kann kein maximales Gewicht gewesen sein.
% Den Beweis der anderen Richtung im Lemma  geben wir im Anschlu"s
% an den Beweis von \ref{EIVv}. 
% \end{proof}



% \begin{Definition}\label{dotO}
% Wir erinnern an die
% Halbsumme $\rho$ der positiven Wurzeln und 
% definieren die \glqq zum Fixpunkt $-\rho$ verschobene\grqq\  Operation
% von $W$ auf $\frak{h}^{\ast}$, die sogenannte \defind{dot-Operation},
% durch die Formel $$x \cdot \lambda= x (\lambda+ \rho)-\rho$$
% \end{Definition}




% \begin{Lemma}\label{EIVv}
% F"ur jede einfache Wurzel $\al\in\Pi$ und jedes 
% Gewicht $\lambda\in \frak{h}^\ast$ mit
% $s_\al\cdot\lambda\leq  \lambda$ gibt es eine
% Injektion von $\frak{g}$-Moduln
% $$\Delta(s_\al\cdot\lambda)\hra\Delta(\lambda)$$
% \end{Lemma}
% \begin{figure}[p]\centering
% \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildUMV}\\[4mm]
% \noindent 
% Illustration f"ur Lemma \ref{EIV}. 
% Sie ist nur insofern unzutreffend, als darin $\beta$ 
% die Rolle der einfachen Wurzel spielt, die im Lemma 
% $\alpha$ hei"st.
% Der Vermamodul mit
% h"ochstem Gewicht $s_\beta\cdot\lambda$ umfa"st nur
% in der obersten Zeile 
% die vollen Gewichtsr"aumen zu den fetten Punkten im kleinen  gestrichelt 
% umrandeten Bereich.
% \end{figure}
% \begin{Bemerkungl}
% Wir werden sp"ater zeigen, da"s dieselbe Aussage allgemeiner
% f"ur jede positive Wurzel $\al\in R^+$ gilt.
% \end{Bemerkungl}
% \begin{proof}[Beweis]
% F"ur eine einfache Wurzel $\al$ ist 
% $s_\al\cdot\lambda< \lambda$ gleichbedeutend zu 
% $\langle\lambda,\al^\vee\rangle\in\DN$.
% Sei nun zun"achst $\al \in R^{+}$ beliebig mit
% $n= \langle \lambda, \al^{\vee}\rangle \in \DN$.
% F"ur 
% $ x_\al\in\frak{g}_\al$ und 
% $y_\al\in\frak{g}_{-\al}$ behaupten wir dann
% $$x_{\al}y_{\al}^{n+1}
% v_{\lambda}= 0$$
% Man kann das entweder durch Rechnung pr"ufen, indem man
% unter der Zusatzvoraussetzung $[x_\al,y_\al]=\al^{\vee}$
% induktiv f"ur alle $i\geq 1$ die Formel
% $x_\al y_\al^{i}v_\lambda=i(n- i+1) y_\al^{i-1} v_\lambda$
% herleitet ganz analog dazu, wie wir es 
% aus im Beweis von \ref{DSL2} bereits kennen.
% Man kann sich aber auch auf den Standpunkt stellen, da"s die
% $y_\al^{i}v_\lambda$ 
% ja eine Basis eines Vermamoduls von 
% $\frak{g}^{\alpha}=\frak{g}_{-\al} \oplus
% k \al^{\vee} \oplus \frak{g}_{\al}\cong \frak{sl}_{2}$
% mit h"ochstem Gewichtsvektor $v_\lambda$ bilden, und
% operiert $\al^{\vee}$ alias $h$ auf diesem
% h"ochsten Gewichtsvektor durch einen nichtnegativen
% ganzzahligen Eigenwert, 
% so gibt es auch eine einfache $(n+1)$-dimensionale 
% Darstellung von $\frak{sl}_{2}$ mit diesem
% h"ochsten Gewicht, 
% die nach \ref{RV} notwendig ein Quotient unseres $\frak{sl}_{2}$-Vermamoduls 
% sein mu"s. Der Kern der Quotientenabbildung ist offensichtlich
% gerade das Erzeugnis der $y_\al^{i}v_\lambda$ mit $i>n$, 
% folglich bilden diese einen Untermodul, und damit erkennen wir
% $x_{\al}y_{\al}^{n+1}
% v_{\lambda}= 0$, ohne die Rechnung aus dem Beweis von \ref{DSL2}
% wiederholen zu m"ussen.
% Ist nun zus"atzlich $\al$ eine einfache Wurzel, so gilt 
% sogar $x_{\beta} y_{\al}^{i}
% v_{\lambda} = 0$ f"ur alle $\beta \in R^{+}\setminus\alpha$ und $i \in \DN$,
% denn $i\al-\beta$ ist dann nie eine Summe positiver Wurzeln.
% Da aber gilt $s_\al\cdot\lambda= \lambda-(n+1)\al$ nach  \ref{HSP}
% und den Definitionen,
% folgern wir
% $0\neq 
% y_{\al}^{n+1}v_{\lambda} \in \Delta(\lambda)_{s_\al\cdot\lambda}$ und erhalten
% nach der Definition unserer Verma-Moduln
% wie im Beweis von \ref{RV}.\ref{RV3} aus ihrer universellen
% Eigenschaft als koinduzierte Darstellungen
% einen von Null verschiedenen Homomorphismus
% $\Delta(s_\al\cdot\lambda) \ra \Delta(\lambda)$,
% der den kanonischen Erzeuger von $\Delta (s_{\alpha}\cdot
% \lambda)$ auf $y^{n+1}_{\alpha} v_{\lambda}$ abbildet.
% Da alle Vermamoduln frei sind vom Rang 1 "uber dem nullteilerfreien Ring
% ${\op{U}}(\frak{n})$, mu"s dieser Homomorphismus sogar eine Injektion sein.
% \end{proof}

% \begin{proof}[Beweis von $\Leftarrow $ in \ref{KHg}]
% Das Lemma zeigt, da"s
% f"ur $\lambda\in\frak{h}^{\ast}$ und $\al$ einfach mit
% $\langle\lambda, \al^{\vee}\rangle $ ganz und nichtnegativ
% ein h"ochster Gewichtsvektor von ${\op{L}}(\lambda)$
% stets eine endlichdimensionale $\frak{g}^{\alpha}$-Unterdarstellung
% erzeugt.
% Nun ist in jeder Darstellung $V$ von $\frak{g}$
% die Summe $W$ aller endlichdimensionalen
% $\frak{g}^{\alpha}$-Unterdarstellungen f"ur beliebiges 
% festes $\al\in R$ eine $\frak{g}$-Unterdar\-stel\-lung von $V$,
% wie man zum Beispiel aus "Ubung \ref{TGG} folgert.
% Gilt nun $\langle \lambda, \al^{\vee} \rangle \in \DN $
% f"ur jede einfache Wurzel $ \al $,
% so ist also ${\op{L}}(\lambda)$ f"ur jede einfache Wurzel $ \al $ die Summe 
% seiner endlichdimensionalen
% $\frak{g}^{\alpha}$-Unterdarstellungen, und aus der 
% expliziten Beschreibung in \ref{DSL2} und \ref{ERV} folgt 
% $s_{\al} {\op{P}}({\op{L}}(\lambda)) = {\op{P}}({\op{L}}(\lambda))$ f"ur
% jede einfache Spiegelung $s_{\al}\in W$.
% Dann ist aber notwendig ${\op{P}}({\op{L}}(\lambda))$ stabil unter der 
% Weylgruppe, also endlich, also
% $\op{dim} {\op{L}}(\lambda) < \infty$.
% \end{proof}
% \begin{Ubung}
% Gegeben $\lambda$ ganz und dominant 
% ist die Summe "uber alle einfachen Wurzeln $\alpha$ der Bilder der Inklusionen
% $\Delta(s_\al\cdot\lambda)\hra\Delta(\lambda)$ 
% nach \ref{EIV} der gr"o"ste echte Untermodul von
% des Vermamoduls $\Delta(\lambda)$. Hinweis: Man variiere den Beweis der
% R"uckrichtung von \ref{KHg}.
% \end{Ubung}
% \begin{Ubung}\label{USV}
% Gibt es in einer einfachen Darstellung einer halbeinfachen
% Liealgebra einen von Null verschiedenen Vektor, der von
% allen Wurzelvektoren zu einem System positiver Wurzeln aus
% dem Wurzelsystem zu einer Cartan'schen anulliert wird, so
% ist der fragliche Vektor bereits ein h"ochster Gewichtsvektor
% unserer Darstellung.
% \end{Ubung}

% \begin{Ubung}
% Die
% Darstellung $\bigwedge^{i} \Bbb{C}^{n+1}$ 
% von $\frak{sl}(n+1;\DC)$ ist  einfach f"ur $1\leq i\leq n+1$
% und hat das h"ochste
% Gewicht $\varpi_{i} = \epsilon_{1} + \ldots + \epsilon_{i}$. 
% \end{Ubung}


\nichtfinal{
\subsection{Automorphismen der Oktaven*}
\begin{Bemerkungl}
  Eine \defind{Kompositionsalgebra} ist wie in \eref{KoAl}{AL}
  erw"ahnt ein reeller 
endlichdimensionaler Skalarproduktraum
$V$  mit einer bilinearen Verkn"upfung 
$\mu : V \times V \ra V$ derart, da"s gilt $\|\mu (v,w)\| = \|v\|\cdot \|w\|
\; \forall v,w \in V$. Topologische Methoden zeigen, da"s
die Dimension eine Bijektion 
$$\left\{
\begin{array}[c]{c}
\text{Kompositionsalgebren mit Einselement,}\\
\text{bis auf Isomorphismus}
\end{array}
\right\} \sira
\{0,1,2,4,8\}$$
liefert. Genauer ist $\mu_v:w\ra \mu(v,w)$ f"ur jeden festen Vektor $v\in V$ der L"ange Eins
orthogonal und induziert folglich eine Permutation der Einheitssph"are von $V$.
F"ur jedes $w\in V$ gibt es also genau ein $\rho(w)=\rho_v(w)\in V$ mit
$\mu(v,\rho(w))=w$.
Die fraglichen Kompositionsalgebren sind 
$0$, $\DR$, $\DC$, $\Bbb{H}$ und die sehr merkw"urdige 
Struktur der sogenannten \defind{Oktaven} $\Bbb{O}$,
auch genannt \defind{Oktonionen} oder 
{\bf Cayley'sche Zahlen},\index{Cayley'sche Zahlen}
bei denen die Multiplikation nicht mehr assoziativ ist.  
Zur Konstruktion dieser Struktur 
 erinnern wir  aus  
\eref{KQua}{LA1} den dort ausgezeichneten Isomorphismus
$\mathbb H\sira \mathbb H^{\op{opp}}$, $q\mapsto \bar q$ 
  und setzen 
$\mathbb O\pdef\mathbb H \times \mathbb H$ mit
der nicht assoziativen Multiplikation\label{Okta} 
$
\mu( (a,b), (x,y)) \pdef (ax - \bar y b, b \bar x + ya)
$. Das Skalarprodukt ist jeweils das \glqq offensichtliche\grqq. 
Mehr dazu findet man etwa bei \cite{Zahlen}.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Automorphismen von Kompositionsalgebren}] 
  Jeder Automorphismus $\varphi$ einer Kompositionsalgebra
  ist orthogonal. In der Tat gilt f"ur jedes Element 
  $$\|\varphi(v)\|^2=\|\mu(\varphi(v), \varphi(v))\|=\|\varphi(\mu(v,v))\|$$
  Bezeichnet nun $S$ die Einheitssph"are
  in unserer Kompositionsalgebra und
  betrachten wir die Abbildung
  $\|\varphi\|: S\ra \DR_{>0}$
  gegeben durch $v\mapsto \|\varphi(v)\|$, so nimmt diese Abbildung
  mit jedem Wert auch dessen Quadrat an. Andererseits nimmt sie als stetige Funktion auf einem
  Kompaktum ihr Minimum und Maximum an. Damit mu"s sie konstant Eins
  sein. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Automorphismen der Quaternionenalgebra}] 
  Die einzigen Idempotenten der Quaternionenalgebra sind $0$ und $1$.
  In der Tat erzeugt jedes  $x\in\mathbb H$ "uber $\DR$ einen
  kommutativen Teilring\label{AutQq} 
  $\DR(x)$, von dem man leicht einsieht, da"s er ein K"orper sein mu"s und somit
  au"ser $0$ und $1$ keine Idempotenten haben kann.
  Jeder Automorphismus $\varphi$ der Quaternionenalgebra stabilisiert folglich
  $\DR=\langle 1\rangle_\DR$ und damit auch
  das orthogonale Komplement von $\DR$ alias den Teilraum
  der rein imagin"aren Quaternionen. Das zeigt, da"s $\varphi$
  mit der Konjugation vertauscht.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Heuristik zu Automorphismen der Oktavenalgebra}] 
  Die einzigen Oktaven $(a,b)$ mit 
  $\mu((a,b),(x,0))=\mu((x,0),(a,b))\;\forall x\in\mathbb H$ sind offensichtlich
  die Oktaven der Gestalt $(a,0)$ mit $a\in \DR$. Diese sind auch genau die
  Oktaven $(a,b)$ mit $$\mu((a,b),(x,y))=\mu((x,y),(a,b))\;\forall x,y\in\mathbb H$$
  Jeder Automorphismus der Oktavenalgebra stabilisiert also $\DR\times 0$.
  Wir sehen leicht, da"s er diese Gerade sogar punktweise festhalten mu"s.
  Au"serdem stabilisiert er damit auch deren orthogonales Komplement $\op{I}(\mathbb O)$, einen
  reellen euklidischen Vektorraum der Dimension $\op{dim}_\DR \op{I}(\mathbb O)=7$. 
  Nun wissen wir nach \ref{??}, da"s eine kompakte Liegruppe
  vom Typ $G_2$, wenn es sie denn
  geben sollte, eine irreduzible Darstellung der Dimension sieben haben mu"s.
  Damit liegt die Vermutung nahe, da"s die Einskomponente der Automorphismengruppe der Oktaven,
  die ja recht offensichtlich  eine echte Untergruppe der $\op{SO}(\op{I}(\mathbb O))\cong \op{SO}(7)$ ist, eine kompakte Liegruppe vom
  Typ $G_2$ sein k"onnte. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Erste Automorphismen der Oktavenalgebra}] 
Nach \ref{AutQq} kommutiert jeder Automorphismus $\varphi$ der
  Quaterionenalgebra mit der quaternionalen Konjugation,
  $\varphi(\bar q)=\overline{\varphi(q)}\;\forall q\in\mathbb H$.
    So sehen wir,  da"s  $\varphi\times\varphi$ f"ur alle $\varphi\in\op{Aut}\mathbb H$ ein Automorphismus der
    Oktavenalgebra sein mu"s. Wir erhalten so einen
    injektiven Gruppenhomomorphismus 
    $$\op{Aut}\mathbb H\hra \op{Aut}\mathbb O$$
    Der erste Test unserer Vermutung besteht darin, zu pr"ufen, ob
    sich das Bild eines maximalen Torus von $\op{Aut}\mathbb H$,
    etwa des Torus der Konjugationen mit Elementen von $S^1\subset\DC^\times\subset \mathbb H^\times$, zu einem zweidimensionalen Torus
    in $\op{Aut}\mathbb O$ vergr"o"sern l"a"st. Genauer suggeriert die
    Gewichtsstruktur der erwarteten
    siebendimensionalen Darstellung ${\op{I}}(\mathbb O)$ von $G_2$,
    da"s das Bild von $\op{Aut}\mathbb H$ die Wurzelgruppe zu einem Paar
    kurzer Wurzeln ist und da"s die gesuchte neue Kreisgruppe von Automorphismen
    mit den Gewichten $2,0,-2$ auf der Fixpunktmenge der alten
    Kreisgruppe operiert und jeweils mit den beiden Gewichten $1,-1$ auf
    den beiden anderen Gewichtsr"aumen der alten Kreisgruppe. Und jetzt?
????????????????  Die Automorphismen der Quaterionenalgebra kennen
  wir bereits, ihre Einskomponente besteht aus der $\op{SO}(3)$
  aller orthogonalen Automorphismen des Raums der rein imagin"aren Quaternionen.
  Wenn die Automorphismengruppe der Oktaven einen zweidimensionalen
  maximalen Torus hat, mu"s es darin eine Kreisgruppe von
  Automorphismen geben, die mit einer Kreisgruppe der
  $\op{SO}(3)$ kommutiert,
  etwa mit allen durch Konjugation mit $z\in S^1\subset \DC\subset \mathbb H$ gegebenen
  Automorphismen.
  Unter dieser Operation von $S^1$ sind
  $\DC\times\DC\subset  \mathbb H\times \mathbb H$ die Invarianten und
  $\DC {\op{j}}\times 0$ und $ 0\times\DC {\op{j}}$ zwei irreduzible
  zweidimensionale Unterdarstellungen, die im "ubrigen zueinander
  isomorph sind vermittels des Vertauschens der Eintr"age. 
????????????????????   Schreiben
  wir also die m"oglichen
  Operationen der Kreisgruppe auf dem dreidimensionalen Raum der Fixpunkte unserer $S^1$  und die mit $S^1$ kommutierenden Operationen auf dem
  vierdimensionaln Komplement aus und suchen Paramter derart,
  da"s der infinitesimale Erzeuger eine Derivation der Oktaven ist.
  Tapfer rechnen! Man mu"s auch mit pr"ufen, da"s der maximale Torus nicht
  noch gr"o"ser sein kann! Der so entstehende maximale Torus sollte bereits
  die Gewichte der siebendimensionalen Darstellung von $G_2$ zeigen.
  Eine Darstellung einer kompakten Liegruppe vom Rang zwei mit dieser
  Gewichtstruktur kann aber nichts anderes sein: W"are es $A_2$, m"u"ste
  der Nullgewichtsraum zweidimensional sein, und $B_2$ und $A_1\times A_1$
  sind schnell ausgeschlossen. 
\end{Bemerkungl}}


\subsection{Charakterformeln}
\begin{Notation}
Seien  $(\frak{g}\supset \frak{h},R^+)$ eine komplexe 
\hyperref[heLi]{halbeinfache Liealgebra}
mit einer \hyperref[DCA]{Cartan'schen} und  
einem \hyperref[SPW]{System positiver Wurzeln}. Sei $\rho\in\frak{h}^{\ast}$
die Halbsumme der positiven Wurzeln, $\mathfrak X$ das Gitter der ganzen Gewichte
und $\mathfrak X^+\subset \mathfrak X$ die Menge der in Bezug auf $R^+$ dominanten ganzen Gewichte. 
\end{Notation}
\begin{Satz}[\textbf{Weyl'sche\index{Weyl!Dimensionsformel} 
Dimensionsformel}\index{Dimensionsformel!Weyl'sche, f"ur Darstellungen}]
F"ur jedes  dominante Gewicht $\lambda\in \mathfrak X^{+}$\label{WDD}  
wird die Dimension der einfachen Darstellung ${\op{L}}(\lambda)$ mit 
h"ochstem Gewicht $\lambda$ gegeben durch die Formel
$$\op{dim} {\op{L}}(\lambda) = \frac{\prod_{\al\in R^{+}} \langle \lambda+
\rho,\al^{\vee}\rangle}{\prod_{\al \in R^{+}} \langle\rho,
\al^{\vee}\rangle}$$
\end{Satz}
\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildISL}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
 Einige  dominante Gewichte zur $\frak{sl}(3;\DC)$ 
mit den zugeh"origen irreduziblen Darstellungen. Die Kanten werden in \eref{OPDInn}{ML} gerechtfertigt. Der Nenner in der 
Weyl'schen Dimensionsformel ist 
$2$.
Setzen wir $\lambda = \lambda_1 \varpi_1 + \lambda_2 \varpi_2$, 
so ergibt sich f"ur $\dim {\op{L}}(\lambda)$ die Formel
$(\lambda_1 + 1) (\lambda_2 +1) (\lambda_1 + \lambda_2 +2)/2$. 
\end{minipage}
\end{figure}

\begin{Bemerkungl}
Der Beweis wird im Anschlu"s an \ref{WNFn}  gegeben.  
Auf dem Weg dahin werden  wir sogar  Formeln f"ur die Dimensionen 
$\op{dim}_{k} {\op{L}}(\lambda)_{\mu}$
aller Gewichtsr"aume von 
endlichdimensionalen einfachen Darstellungen
angeben. Obiger Formel kann ich mit blo"sem Auge noch nicht einmal
ansehen, warum sie immer nat"urliche Zahlen liefern sollte. 
Im Spezialfall $\lambda=n\rho$ ergibt sich $\op{dim}{\op{L}}(n\rho)=(n+1)^{|R|/2}$. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
    Wir betrachten den Gruppenring $\DZ \frak{h}^{\ast}$ der additiven Gruppe
    $\frak{h}^{\ast}$. Fassen wir $\lambda\in \frak{h}^{\ast}$ als ein Element
    dieses Gruppenrings auf, so schreiben wir $\op{e}^{\lambda}$ statt
    $\lambda$, da sonst $\lambda+ \mu$ zweideutig w"are.  Die
    $\op{e}^{\lambda}$ f"ur $\lambda\in \frak{h}^{\ast}$ bilden damit eine
    $\DZ$-Basis von $\DZ \frak{h}^{\ast}$ und es gilt $\op{e}^{\lambda}
    \op{e}^{\mu} = \op{e}^{\lambda+\mu}$.
  \end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Der Ring $\DZ \frak{h}^{\ast}$ ist ein Integrit"atsring.
In der Tat liegen je zwei Elemente stets in einem Teilring der Gestalt
$\DZ E$ f"ur $E\subset \frak{h}^{\ast}$ eine endlich erzeugte Untergruppe.
Da $E$ notwendig eine freie abelsche Gruppe ist, 
mu"s $\DZ E$ isomorph sein zu einem
Ring von Laurentpolynomen in mehreren Ver"anderlichen, und von diesen Ringen wissen wir, da"s sie Integrit"atsringe sind.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
F"ur jede endlichdimensionale Darstellung $V$ von $\frak{g}$
erkl"aren wir 
ihren {\bf Charakter}\index{Charakter!Darstellung von Liealgebra} 
$\op{ch} V \in \DZ \frak{h}^{\ast}$ 
durch die Vorschrift\index{ch@$\op{ch} V$ Charakter!bei Liealgebra} 
$$\op{ch} V\pdef \sum_{\mu} (\op{dim} V_{\mu})   \op{e}^{\mu}$$  
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}\label{sWn}
Der Charakter einer endlichdimensionalen Darstellung ist
stabil unter der Weylgruppe. In der Tat folgt aus der Darstellungstheorie
der $\frak{sl}(2;k)$ nach \ref{V01}, da"s geeignete Potenzen
von Erzeugern von $\frak{g}_\alpha$ und $\frak{g}_{-\alpha}$
Isomorphismen zwischen den Gewichtsr"aumen zu $\lambda$ und 
$s_\alpha\lambda$ liefern.
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Weyl'sche Charakterformel}]\index{Charakterformel, 
Weyl'sche}
F"ur jedes dominante Gewicht $\lambda\in \mathfrak X^{+}$ gilt in
$\op{Quot} (\DZ\frak{h}^\ast)$ f"ur den Charakter der 
endlichdimensionalen einfachen Darstellung 
mit h"ochstem Gewicht $\lambda$ die Formel\label{WCC}
$$ \op{ch} {\op{L}}(\lambda) = \frac{\sum_{w \in W} 
(-1)^{l(w)} \op{e}^{w(\lambda+ \rho)}}
{\sum_{w \in W} (-1)^{l(w)} \op{e}^{w\rho}}$$
\end{Satz}


\begin{Bemerkungl}
Der Beweis  wird  im Anschlu"s an den Beweis von \ref{BBW} gegeben. 
Die Formel selbst ist insbesondere f"ur theoretische "Uberlegungen
n"utzlich, f"ur praktische Berechnungen scheint mir \ref{KC} sehr
viel besser, und es gibt sogar noch bessere Verfahren. 
Das Vorzeichen $(-1)^{l(w)}$ ist "ubrigends gerade die Determinante
von $w$. In \eref{WCFo}{ML} erkl"aren wir, inwiefern diese Formel
die Charaktere der Darstellungen kompakter Liegruppen liefert.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
Man pr"uft sofort, da"s sich korrekt $\op{ch} {\op{L}}(0) = \op{e}^{0}$ ergibt.
Im Fall $\frak{g} = \frak{sl} (2;k)$ haben wir
$\rho = \al / 2$ und  $\mathfrak X^{+} = \DN{\rho}$ und es ergibt sich
f"ur alle $n\in\DN$ korrekt
$$\op{ch} {\op{L}}(n\rho) = \frac{ \op{e}^{(n+1)\rho} - \op{e}^{-(n+1)\rho}}
{\op{e}^{\rho}- \op{e}^{-\rho}}
= \op{e}^{n\rho} + \op{e}^{(n-2)\rho} + \ldots + \op{e}^{-n\rho}$$
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}
Ist $\frak{g}$ einfach und
 $\beta\in R^+$ die h"ochste Wurzel, so ist ${\op{L}}(\beta)$ die adjungierte 
Darstellung und die Weyl'sche Charakterformel spezialisiert zu einer 
bemerkenswerten kombinatorischen Identit"at, die der Leser selbst
ausschreiben mag.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Wir erweitern nun unseren Charakterring so, da"s wir auch mit
  Charakteren von Verma-Moduln rechnen k"onnen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Ganz allgemein k"onnen wir  die Menge 
$\op{Ens}(\frak{h}^\ast,\DZ)$
aller Abbildungen von $\frak{h}^\ast$ nach $\DZ$ 
betrachten. Wir schreiben
solche Abbildungen $f:\frak{h}^\ast\ra\DZ$ als unendliche
formale Ausdr"ucke $f = \sum f (\lambda)  \op{e}^{\lambda}$
und ordnen jeder
Darstellung $V$ von $\frak{g}$ oder sogar von $\frak{h}$
mit endlichdimensionalen Gewichtsr"aumen ihren
{\bf Charakter}\index{Charakter!bei Liealgebra}
 $\op{ch} V\in \op{Ens}(\frak{h}^\ast,\DZ)$
zu vermittels der Vorschrift
\index{ch@$\op{ch} V$ Charakter!bei Liealgebra}
$$\op{ch}
V= \sum (\op{dim} V_{\mu}) \op{e}^{\mu}$$
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Offensichtlich bilden die Charaktere aller Vermamoduln 
eine linear unabh"angige Familie in $\op{Ens}(\frak{h}^\ast,\DZ)$
und dasselbe gilt f"ur die Charaktere aller einfachen h"ochsten Gewichtsmoduln.
Ich w"u"ste aber nicht,
wie man die Multiplikation in $\DZ\frak{h}^\ast$ sinnvoll auf ganz
$\op{Ens}(\frak{h}^\ast,\DZ)$ ausdehnen k"onnte. Um dennoch
mit Charakteren von Vermamoduln rechnen zu k"onnen, 
arbeiten wir mit einer geeigneten Untergruppe.
\end{Bemerkungl}
\begin{figure}[htbp]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildG27}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
   Die Gewichte der $7$-dimensionalen irreduziblen Darstellung von $G_2$
   als eingekringelte fette Punkte. Alle Gewichtsr"aume sind in diesem Fall
   eindimensional. 
\end{minipage}
\end{figure}

\begin{Definition}[\textbf{Erweiterter Charakterring}] 
 Bezeichne
$$\DZ^\urcorner \frak{h}^{\ast}\subset \op{Ens}(\frak{h}^\ast,\DZ)$$
die Menge aller Abbildungen von $\frak{h}^\ast$ nach $\DZ$,
deren Tr"ager in einer Vereinigung von endlich vielen Mengen der Form
$\lambda- |R^{+} \rangle$ enthalten ist, in anderen Formeln
also Mengen der Form
$\{\lambda-\sum n_\alpha\alpha\mid n\in\op{Ens}(R^+,\DN)\}$.  
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Wir fassen $\DZ \frak{h}^{\ast}
\subset \DZ^\urcorner  \frak{h}^{\ast} $
als die Teilmenge aller Funktionen mit endlichem Tr"ager auf
und k"onnen die Multiplikation in 
$\DZ \frak{h}^{\ast}$ zu einer assoziativen
kommutativen Multiplikation auf $\DZ^\urcorner \frak{h}^{\ast}$
fortsetzen durch die Vorschrift $(f  g)(\nu) = 
\sum_{\lambda+ \mu = \nu} f (\lambda)
g(\mu)$. Unsere Tr"agerbedingung stellt dabei
sicher, da"s in diesen Summen nur endlich viele
Terme nicht verschwinden.
Man kann sich "uberlegen, da"s dieser 
{\bf erweiterte Charakterring}\index{Erweiterter Charakterring} 
auch\index{Charakterring!erweiterter} ein Integrit"atsring ist,
aber wir werden das  nicht ben"otigen.
Als Beispiel f"ur die N"utzlichkeit unseres erweiterten Charakterrings
zeigen wir 
gleich ein  Lemma. 
\end{Bemerkungl}
 \begin{Bemerkungl}
    Sind $M,N$ zwei $\frak{h}$-Moduln mit endlichdimensionalen Gewichtsr"aumen
    derart, da"s beide die Summe ihrer Gewichtsr"aume sind und da"s ihre
    Charaktere beide zu $\DZ^\urcorner \frak{h}^{\ast} $ geh"oren, so gilt
    $\op{ch}(M\otimes N)=(\op{ch}M)(\op{ch} N)$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Lemma}
Der Charakter eines Vermamoduls\label{chVV}
  wird gegeben durch die Formel
$\op{ch} \Delta (\lambda) =
\op{e}^{\lambda} \prod_{\al \in R^{+}} (1 +\op{e}^{-\al}+ \op{e}^{-2\al} + \ldots)$.
Insbesondere gilt in $\DZ^\urcorner \frak{h}^{\ast}$ die Identit"at 
$$\left(\prod_{\al \in R^{+}} (1-\op{e}^{-\al})\right) \op{ch} \Delta(\lambda) = \op{e}^{\lambda}$$
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Die zweite Aussage folgt
sofort aus der ersten. Die erste Aussage  
dr"uckt unsere Erkenntnisse 
"uber Vermamoduln aus
\ref{SV} in unserem neuen Formalismus aus, da ja offensichtlich gilt
$\prod_{\al \in R^{+}} (1 +\op{e}^{-\al}+ \op{e}^{-2\al} + \ldots)
=\sum_{\mu} \cal{P}(\mu)\op{e}^{-\mu}$.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}\label{BXV}
Wir bestimmen nun den Eigenwert des Casimiroperators auf
einem Vermamodul.\index{k@$\bar{\kappa}$ Isomorphismus zu Killingform} 
Bezeichne $\bar{\kappa} : \frak{h} \ra \frak{h}^{\ast}$ 
den von der Killingform $\kappa$ induzierten Isomorphismus, 
charakterisiert durch
$\langle \bar{\kappa}(h), h^{\prime}\rangle = \kappa (h,h^{\prime}) 
\; \forall h,h^{\prime}
\in \frak{h}$.
Bezeichne $$(\; ,\;)$$ die Bilinarform auf $\frak{h}^{\ast}$, die unter
dem Isomorphismus $\bar{\kappa}$ der Killingform
auf $\frak{h}$ entspricht.
Haben wir $\bar{\kappa}:h\mapsto\lambda$, so folgt f"ur alle
$\mu\in\frak{h}^\ast$ auch $\mu(h)=(\lambda, \mu)$ mit \ref{genBF}. 
Nach \ref{PDd} ist unsere Bilinearform positiv definit auf dem
von den Wurzeln aufgespannten $\DQ$-Untervektorraum $\langle R\rangle_\DQ$.  
Nach dem anschlie"senden Lemma ist unsere Bilinearform invariant unter der
Weylgruppe.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Allgemeinheiten zu Bilinearformen}] 
  Seien $k$ ein K"orper und
  $b:V\times V\ra k$ eine nichtausgeartete symmetrische Bilinearform
  auf einem endlichdimensionalen $k$-Vektorraum. Sei $\bar b:V\sira V^*$ der
  durch $v\mapsto b(v,\;)$ gegebene Isomorphismus. Gegeben $\lambda,\mu\in V^*$
  gilt dann\label{genBF} 
  $$s(\bar b^{-1}(\lambda),\bar b^{-1}(\mu))=\lambda(\bar b^{-1}(\mu))$$
  In der Tat ist das gleichbedeutend zu $s(\bar b^{-1}(\lambda),w)=\lambda(w)$
  und dann weiter zu $s(v,w)=(\bar b(v))(w)$ und damit klar. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Lemma}
Die Restriktion der Killingform einer komplexen halbeinfachen Liealgebra
auf eine Cartan'sche ist invariant unter der Weylgruppe.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Erster Beweis]
F"ur $x,y\in \frak{h}$ und $w\in W$ rechnen wir
\begin{equation*}
\begin{array}[b]{lllll}
\kappa(x,y)&=&\op{tr}(\op{ad}x \op{ad}y)
&=& \sum_{\al\in R}\langle \al, x\rangle\langle \al, y\rangle\\[2mm]
\kappa(wx,wy)
&=&\sum_{\alpha\in R}\langle \alpha, wx\rangle\langle \alpha, wy\rangle
&=&\sum_{\alpha\in R}\langle w^{-1}\alpha, x\rangle\langle w^{-1}\alpha, y\rangle
\end{array}\qedhere
\end{equation*}
% \begin{equation*}
% \begin{array}[b]{cll}
% \kappa(x,y)&=&\op{tr}(\op{ad}x \op{ad}y)\\[2mm]
% &=& \sum_{\al\in R}\langle \al, x\rangle\langle \al, y\rangle\\[2mm]
% \kappa(wx,wy)
% &=&\sum_{\beta\in R}\langle \beta, wx\rangle\langle \beta, wy\rangle\\[2mm]
% &=&\sum_{\beta\in R}\langle w^{-1}\beta, x\rangle\langle w^{-1}\beta, y\rangle
% \end{array}\qedhere
% \end{equation*}
\end{proof}
\begin{proof}[Zweiter Beweis]
Nat"urlich 
ist die Killingform einer endlichdimensionalen Liealgebra invariant 
unter jedem Automorphismus 
$\tau$ unserer   Liealgebra, in Formeln 
$\kappa(\tau x,\tau y)=\kappa(x,y)$ f"ur alle $x,y$.
Die Elemente der Weylgruppe operieren aber  nach \ref{AWEE}
auf der Cartan'schen 
wie die Elemente des Normalisators unserer Cartan'schen 
in der
adjungierten Gruppe, wenn man denn wei"s, was alle diese Begriffe bedeuten.
\end{proof}
\begin{Lemma}[\textbf{Endomorphismen von Vermamoduln}]
Jeder Endomorphismus eines Vermamoduls ist 
die Multiplikation mit einem Skalar.\label{Caa}
\end{Lemma}
\begin{proof}
Wir betrachten die Abbildungen
$k \hookrightarrow \op{End}_{\frak{g}} 
\Delta(\lambda) \hookrightarrow \op{End}_{k} (\Delta(\lambda)_{\lambda})$.
Die Zweite ist injektiv, da $\Delta(\lambda)_{\lambda}$ 
 nach \ref{SV} schon $\Delta(\lambda)$ erzeugt. Die Verkn"upfung
ist eine Bijektion, 
da ja nach \ref{SV} der h"ochste Gewichtsraum eines
Vemamoduls eindimensional ist. Also sind unsere Abbildungen 
alle drei Bijektionen.  
\end{proof}
\begin{Lemma}[\textbf{Eigenwert des Casimir auf Vermamoduln}] 
Der Casimiroperator $C = C_{\kappa}$ aus \ref{DeCa}
operiert auf dem Verma-Modul $\Delta(\lambda)$\label{Ca}  
durch den Skalar $c_{\lambda} = (\lambda+ \rho, \lambda+ \rho) - (\rho,\rho)$
in den Notationen aus \ref{BXV}.
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}\label{IKi}
Dies Lemma gilt unver"andert, wenn wir die Killingform ersetzen durch eine
beliebige invariante nichtausgeartete symmetrische Bilinearform auf unserer
halbeinfachen Liealgebra.
Es zeigt im "Ubrigen in Verbindung mit \ref{EIV} auch
$(\lambda, \lambda)=(w\lambda, w\lambda)$ zumindest f"ur alle
ganzen Gewichte $\lambda$ und alle $w\in W$.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Nach \ref{defCk} k"onnen wir den Casimiroperator $C$ 
als Element des Zentrums der universellen Einh"ullenden
auffassen. Wir m"ussen nach \ref{Caa}
nur ausrechnen, durch welchen Skalar 
er auf dem h"ochsten Gewichtsraum
$\Delta(\lambda)_{\lambda}$
operiert.
Dazu w"ahlen wir f"ur $\al \in R^+$ 
Wurzelvektoren $x_{\al} \in \frak{g}_{\al}$
und $y_{\al} \in \frak{g}_{-\al}$ mit $\kappa (x_{\al},y_{\al})=1$, w"ahlen
des weiteren eine Orthonormalbasis $h_{1},\ldots , h_{n}$ von $\frak{h}$ unter
der Killing-Form $\kappa$ und erhalten
$$\begin{array}{ccll}
C&  =&\sum_{\al \in R^{+}} y_{\al}x_{\al} + x_{\al}y_{\al}&+\sum^{n}_{i=1}
h^{2}_{i}\\[2mm]
& =&\sum_{\al\in R^{+}} 2y_{\al}x_{\al} +[x_{\al},y_{\al}]&+ \sum^{n}_{i=1}
h^{2}_{i}
\end{array}$$
Dieser Ausdruck operiert auf $\Delta(\lambda)_{\lambda}$ 
wegen $x_\alpha\Delta(\lambda)_{\lambda}=0$ durch den Skalar
$$c_{\lambda}= \sum_{\al\in R^{+}} \lambda([x_{\al},y_{\al}]) 
+ \sum^{n}_{i=1} \lambda
(h_{i})^{2}$$
Schreiben wir $\lambda= \bar{\kappa} (h)$, so liest sich unser Skalar als
$$c_{\lambda}=\sum_{\al \in R^{+}} \kappa (h,[x_{\al},y_{\al}])+
\sum^{n}_{i=1} \kappa (h,h_{i})^{2}$$
Wegen $\kappa (h,[x_{\al},y_{\al}])=
\kappa ([h,x_{\al}],y_{\al})=
\al (h)\kappa(x_\al,y_\al)=\al (h)$
ergibt sich schlie"slich f"ur unseren Skalar die Formel
\begin{equation*}
\begin{array}[b]{ccl}
c_{\lambda} &=& 2 \rho (h) + \kappa (h,h)\\
&=& (2 \rho, \lambda) + (\lambda,\lambda)\\
&=& (\lambda+\rho, \lambda+\rho) - (\rho,\rho)\end{array}\qedhere
\end{equation*}
\end{proof}
 


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Formel von Freudenthal}]
Der Beweis von \ref{Ca} liefert bereits eine 
Formel zur induktiven Berechnung irreduzibler Charaktere.
Ist $L = {\op{L}}(m \rho)$ die $(m+1)$-dimensionale 
einfache Darstellung von $\frak{sl} (2;\Bbb{C})$ und ist $e,h,f$
die Standardbasis von $\frak{sl} (2;\Bbb{C})$ wie in \ref{V01}, so liefern 
die Formeln aus dem Beweis dort, da"s die Operation
von $fe$ auf jedem von Null verschiedenen Gewichtsraum
${\op{L}}(m\rho)_{m\rho -  i\alpha}$ geschieht durch den Skalar 
$(m-i+1)i$, den wir mit $\mu \pdef m\rho - i \alpha$
auch schreiben k"onnen
als
\begin{displaymath}
(m-i+1)i = \sum_{j\geq 1} (\dim {\op{L}}(m\rho)_{\mu + j \alpha} )
\langle \mu + j \alpha, \alpha^{\vee}
\rangle
\end{displaymath}
Die rechte Seite wird nun zus"atzlich Null f"ur alle 
Gewichte $\mu$ mit ${\op{L}}(m\rho)_{\mu} =0$ und
das zeigt, da"s f"ur alle endlichdimensionalen 
Darstellungen $V$ der Liealgebra $\frak{sl}(2;\Bbb{C})$ und alle
Gewichte $\mu$ gilt
\begin{displaymath}
\op{tr} (fe | V_{\mu}) 
=\sum_{j\geq 1} (\dim V_{\mu + j \alpha})
\langle \mu + j \alpha,\alpha^{\vee}\rangle
\end{displaymath}
Gegeben $x \in \frak{g}_{\alpha}$ 
und $y \in \frak{g}_{-\alpha}$ mit $[x,y] =
\alpha^{\vee}$
folgt aus der Formel $\kappa (h,[x,y])=
 \al (h) \kappa (x,y)$ vom Beginn des Beweises von \ref{OKk} sofort
\begin{displaymath}
\kappa (\alpha^{\vee}, \alpha^{\vee}) = 2 \kappa (x,y)
\end{displaymath}
Gegeben $x_{\alpha} \in \frak{g}_{\alpha}$ 
und $ y_{\alpha} \in \frak{g}_{-\alpha}$
mit $\kappa (x_{\alpha}, y_{\alpha})=1$
folgt umgekehrt dann auch, da"s $x_{\alpha}, \alpha^{\vee}$ und 
$(\kappa (\alpha^{\vee}, \alpha^{\vee})/2) y_{\alpha}$
ein $\frak{sl}_2$-Tripel $(e, h,f)$ bilden.
F"ur $\lambda\in \langle R \rangle_\DQ $ k"urzen 
wir nun $\sqrt{(\lambda,\lambda)} = |\lambda|$ ab.
F"ur die Spur des Casimir auf dem Gewichtsraum 
${\op{L}}(\lambda)_{\mu}$ ergeben sich mit \ref{Ca} und 
den Formeln aus dem Beweis dieses Lemmas die beiden Gleichungen
\begin{displaymath}
\begin{array}{lcl}
\op{tr} (C| {\op{L}}(\lambda)_{\mu} )&= 
&(\dim {\op{L}}(\lambda)_{\mu})\; (|\lambda+\rho|^2
-|\rho|^2)\\[2mm]
\op{tr} (C| {\op{L}}(\lambda)_{\mu} ) & =
& \sum_{\alpha \in R^+} ({2}/{\kappa (\alpha^{\vee},\alpha^{\vee})})
\sum_{j \geq 1} (\dim {\op{L}}(\lambda)_{\mu+j \alpha})
\;\langle \mu + j\alpha, \alpha^{\vee}\rangle\\[1mm]
 && + \;(\dim {\op{L}}(\lambda)_{\mu})\;(|\mu+\rho|^2
-|\rho|^2)
 \end{array}
 \end{displaymath}
Aus dem Vergleich dieser beiden Formeln zusammen 
mit der Erkenntnis $\bar{\kappa} (\alpha^{\vee}) = 2 \alpha/
(\alpha,\alpha)$ ergibt sich dann schlie"slich \defind{Freudenthal's Formel}
\begin{displaymath}
(\dim {\op{L}}(\lambda)_{\mu})\;(|\lambda+\rho|^2
-|\mu+\rho|^2) =2
\sum_{\alpha \in R^+} \sum_{j\geq 1} 
(\dim {\op{L}}(\lambda)_{\mu + j \alpha})\;(\mu + j \alpha, \alpha)
\end{displaymath}
Sie erlaubt es, induktiv die Dimension eines Gewichtsraums in
einer einfachen Darstellung
aus den Dimensionen der Gewichtsr"aume zu h"oheren Gewichten
 zu berechnen.
\end{Bemerkungl}





\begin{Lemma}[\textbf{Kompositionsreihen von Vermamoduln}] 
Jeder Vermamodul $\Delta(\lambda)$ hat endliche L"ange
und jeder einfache Subquotient\label{LV} 
von $\Delta(\lambda)$ ist ein einfacher h"ochster Gewichtsmodul 
${\op{L}}(\mu)$ mit $\mu \leq \lambda$ und $(\mu + \rho,
\mu + \rho)= (\lambda+\rho, \lambda+\rho)$.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Die zweite Aussage folgt aus \ref{RV}.\ref{RV3} 
und  \ref{Ca}, da der Casimir-Operator auf jedem
Subquotienten von $\Delta(\lambda)$ auch durch den 
Skalar $c_{\lambda}$ operieren mu"s.
Wir folgern daraus zun"achst einmal, da"s es "uberhaupt nur
endlich viele $\mu$ gibt, die als h"ochste Gewichte einfacher
Subquotienten unseres Vermamoduls in Frage kommen.
Aus $\mu \leq \lambda$ folgt ja unter anderem $\mu = \lambda+\nu$
mit $\nu\in\langle R\rangle$.
Nun gibt es aber nur endlich viele Elemente des 
Wurzelgitters $\nu\in\langle R\rangle$
mit $(\lambda+\rho, \lambda+\rho)= (\lambda+\nu +\rho, \lambda+\nu +\rho)$.
F"ur $\lambda\in \langle R\rangle_\DR$  ist das leicht zu sehen,
denn unsere Bilinearform $(\;,\;)$  ist nach \ref{PDd} positiv definit
auf $\langle R \rangle_\DR$ und jede diskrete kompakte Menge ist endlich.
F"ur $\lambda$ beliebig mag man bemerken, da"s
unsere Gleichung gleichbedeutend ist zu $(\nu,\nu)+2(\lambda+\rho,\nu)=0$
und da"s alle L"osungen damit bereits im Teilraum $A\pdef \{\nu\in \langle R\rangle_\DQ\mid (\lambda,\nu)\in\DQ\}$ liegen m"ussen.
Nun finden wir  $\lambda'\in \langle R \rangle_\DQ$
mit $(\lambda',\nu)=(\lambda,\nu)\;\forall\nu\in A$ und indem wir
$\lambda$ durch $\lambda$ ersetzen, k"onnen wir uns
auf den bereits behandelten Fall zur"uckziehen. Das zeigt,
da"s es "uberhaupt nur
endlich viele $\mu$ gibt, die als h"ochste Gewichte einfacher
Subquotienten unseres Vermamoduls in Frage kommen.
Weiter hat jeder von Null verschiedene
Subquotient $S$ von $\Delta(\lambda)$
selbst einen einfachen Subquotienten,
ganz allgemein besitzt ja nach  
\eref{EnSu}{KAG} jeder von Null verschiedene Modul "uber
einem Ring  einen einfachen Subquotienten.
Damit gibt es also f"ur jeden von Null verschiedenen Subquotienten
$S$ von $\Delta(\lambda)$ ein Gewicht $\mu$ mit
$(\mu + \rho,
\mu + \rho)= (\lambda+\rho, \lambda+\rho)$ und $S_\mu\neq 0$.
Wir k"onnen dann die L"ange $l(\Delta(\lambda))$
einer in jedem Schritt echt absteigenden Filtrierung der
Darstellung $\Delta(\lambda)$ absch"atzen durch
\begin{equation*}
l (\Delta(\lambda)) \leq \sum
%_{\substack{\mu \leq \lambda\\
%(\mu +\rho, \mu + \rho)=\\
%=(\lambda+\rho, \lambda+\rho)}}
\op{dim}_{k} \Delta(\lambda)_{\mu}
\end{equation*}
mit der Summe "uber alle $\mu \leq \lambda$ mit 
$(\mu +\rho, \mu + \rho)=(\lambda+\rho, \lambda+\rho)$.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}
Wir erinnern an die  \glqq zum Fixpunkt $-\rho$ verschobene\grqq\  Operation
von $W$ auf $\frak{h}^{\ast}$, gegeben
durch die Formel $w \cdot \lambda= w (\lambda+ \rho)-\rho$.  
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\defind{Kostant'sche Charakterformel}]\label{KC}
Gegeben $\lambda\in \mathfrak X^{+}$ ein dominantes Gewicht
ist  der Charakter der einfachen 
Darstellung mit h"ochstem Gewicht $\lambda$ die alternierende
Summe "uber die Charaktere der Vermamoduln mit h"ochstem Gewicht
in der Bahn von $\lambda$ unter der dot-Operation der Weylgruppe,
in Formeln
$$\op{ch} {\op{L}}(\lambda)= \sum_{w \in W} (-1)^{l(w)} \op{ch} 
\Delta (w\cdot \lambda)$$
\end{Satz}
\begin{Beispiel}
Im Fall der Liealgebra $\frak{sl}(2)$ liefert die Einbettung von Vermamoduln
aus \ref{EIV} offensichtlich f"ur alle $m\in\DN$ eine kurze exakte 
Sequenz 
$\Delta((-m-2)\rho)\hra \Delta(m\rho)\sra {\op{L}}(m\rho)$, die
die obige Formel direkt liefert.
\end{Beispiel}
\begin{proof}[Beweis]
F"ur $\lambda\in \langle R \rangle_\DQ $ k"urzen 
wir $\sqrt{(\lambda,\lambda)} = |\lambda|$ ab.
Lemma \ref{LV} sagt uns, da"s wir 
den Charakter von $\Delta(\lambda)$ schreiben
k"onnen in der Form
$$
\op{ch} \Delta(\lambda)  = \sum_{\substack{\mu \leq 
\lambda\\ |\mu + \rho | = |\lambda+ \rho |
}} a^{\mu}_{\lambda} \op{ch} {\op{L}}(\mu)$$
f"ur geeignete $a^{\mu}_{\lambda} \in \DN$ mit $a^{\lambda}_{\lambda} =1$.
Da sich eine obere Dreiecksmatrix mit Einsen auf der
Diagonalen stets invertieren l"a"st,
k"onnen wir umgekehrt auch  
den Charakter von ${\op{L}}(\lambda)$ schreiben in der Form
$$
\op{ch} {\op{L}}(\lambda) = \sum_{\substack{\mu 
\leq \lambda\\ |\mu +\rho | = |\lambda+ \rho |
}} b^{\mu}_{\lambda} \op{ch} \Delta(\mu)$$
f"ur geeignete $b^{\mu}_{\lambda}\in\DZ$ mit $b^{\lambda}_{\lambda} =1$.
Insoweit gilt alles f"ur beliebige $\lambda\in \frak{h}^{\ast}_{\DQ}$
und wenn wir die Notation $|\mu |$ vermeiden sogar 
f"ur beliebige $\lambda\in \frak{h}^{\ast}$.
Ist $\lambda$ nun  dominant, 
so hat  ${\op{L}}(\lambda)$ endliche Dimension nach \ref{KHg} und
$\op{ch} {\op{L}}(\lambda)$ ist  nach \ref{sW} invariant unter der Weylgruppe
$W$. Wir multiplizieren dann beide Seiten unserer Gleichung mit
$$\prod_{\substack{\al \in R^{+}}} (\op{e}^{\al/2} -\op{e}^{-\al/2} ) 
= \op{e}^{\rho}
\prod_{\substack{\al \in
R^{+}}} (1-\op{e}^{-\al})$$
und erhalten mit der Abk"urzung $d_{\nu} = b^{\nu -\rho}_{\lambda}$ 
und \ref{chVV} die Formel
$$
\left(\prod_{\al \in R^{+}}\op{e}^{\al/2} - \op{e}^{-\al/2}\right) 
\op{ch} {\op{L}}(\lambda) =
\sum_\mu
b^{\mu}_{\lambda} \op{e}^{\mu+\rho}\\
 =\sum_\nu
d_{\nu} \op{e}^{\nu}$$
mit der zus"atzlichen Information $d_{\lambda+\rho}=1$ und
$d_\nu=0$ falls  $|\nu|\neq |\lambda+\rho|$ oder $\nu\not\leq\lambda+\rho$.
Nach \eref{VZ}{SPW} "andert die linke Seite ihr Vorzeichen, wenn man darauf eine
einfache Spiegelung $s_{\beta}$ anwendet. Dasselbe mu"s
dann auch f"ur die rechte Seite gelten und wir folgern 
$d_{\nu} = (-1)^{l(w)} d_{w\nu}$
f"ur alle $w \in W$. Insbesondere haben wir damit sogar
$d_\nu=0$ falls nicht  $|\nu|=|\lambda+\rho|$ und 
$w\nu\leq\lambda+\rho$ f"ur alle $w\in W$.
Mit dem anschlie"senden Lemma \ref{BBW} folgt $d_\nu=0$ falls 
nicht gilt $\nu\in W(\lambda+\rho)$, und
mit unserer zus"atzlichen Information $d_{\lambda+\rho}=1$ 
und Zur"uckparametrisieren folgt
die Kostant'sche Charakterformel.
\end{proof}
\begin{figure}[htbp]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildWCF}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Illustration zu Lemma \ref{BBW}.
Fett eingezeichnet sind die 
$\nu\in \mathfrak X^+$ mit  $\nu\leq\mu$. 
Die Grenzen des Bereichs, in dem Gewichte $\leq\mu$ zu finden sind,
stehen senkrecht auf den W"anden des dominanten Alkoven. 
Man erkennt, da"s alle von $\mu$ verschiedenen fetten Punkte n"aher am
Ursprung liegen als $\mu$ selbst.
\end{minipage}
\end{figure}

\begin{Lemma}\label{BBW}
Sei $\mu\in \mathfrak X^+$ ein dominantes Gewicht und $\nu\in \mathfrak X$ ein ganzes
Gewicht. Aus $|\nu|=|\mu|$ und
$w\nu\leq\mu$ f"ur alle $w\in W$ folgt $\nu\in W\mu$.
\end{Lemma}
\begin{proof}
Jedes ganze Gewicht l"a"st sich mit $W$ nach $\mathfrak X^{+}$
konjugieren, und sein \glqq Betrag\grqq\  "andert sich
nach \ref{IKi} dabei nicht. Wir d"urfen also ohne Beschr"ankung der
Allgemeinheit $\nu \in \mathfrak X^{+}$ annehmen und m"ussen 
nur f"ur $\mu,\nu\in \mathfrak X^+$ 
aus $\nu\leq\mu$ und $|\nu|=|\mu|$ folgern
$\nu=\mu$. 
Nun ist ja per definitionem das Skalarprodukt eines
Vektors aus der dominanten Weylkammer mit einer positiven Wurzel
stets nichtnegativ, als da hei"st,
unter unseren Voraussetzungen schlie"sen
$\mu-\nu$ und $\nu$ einen stumpfen Winkel ein.
Dann aber mu"s die Summe mindestens genauso lang sein wie
jeder der beiden Summanden, und Gleichheit der L"angen ist nur m"oglich, wenn
der entsprechende Summand mit der Summe "ubereinstimmt.
\end{proof}


\begin{proof}[Beweis der Weyl'schen Charakterformel \ref{WCC}]
Wir teilen die Formel
$$\left(\prod_{\substack{\al \in R^{+}}} \op{e}^{\al/2} 
- \op{e}^{-\al/2}\right)
\op{ch} {\op{L}}(\lambda) = \sum_{w \in W}
(-1)^{l(w)} \op{e}^{w(\lambda+\rho)}$$
aus dem Beweis der Kostant'schen Charakterformel
\ref{KC}  durch ihre Spezialisierung an $\lambda= 0$.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}\label{WNFn} %\label{WNF}
Die Spezialisierung obiger Formel bei $\lambda=0$ ist auch f"ur sich
genommen eine bemerkenswerte kombinatorische Identit"at, die
sogenannte {\bf Weyl'sche Nennerformel}\index{Nennerformel, Weyl'sche}
$$ 
\op{e}^{\rho}\prod_{\al \in R^{+}} (1-\op{e}^{-\al}) =
\prod_{\al \in R^{+}} (\op{e}^{\al/2}-\op{e}^{-\al/2}) = \sum_{w\in W}
(-1)^{l(w)} \op{e}^{w\rho}
$$
Einen direkten Beweis der Weyl'schen Nennerformel geben wir
in \eref{WNFo}{ML}.
\end{Bemerkungl}



\begin{proof}[Beweis der Weyl'schen Dimensionsformel \ref{WDD}]
Es liegt nahe, den Ringhomomorphismus 
$a : \DZ 
\frak{h}^{\ast}\ra \DZ$ zu
betrachten mit $a (\op{e}^{\lambda}) = 1 
\quad \forall \lambda\in \frak{h}^{\ast}$.
Wir bezeichnen ihn mit $a$, da 
seine Einschr"ankung auf $\DZ \mathfrak X$ entspricht unter dem Isomorphismus
$\DC \mathfrak X\sira\mathcal O(T_\DC)$ unseres Gruppenrings mit
dem Ring der regul"aren Funktionen auf einem geeigneten 
algebraischen Torus $T_\DC$ dem Auswerten am neutralen
Element entspricht. 
Nun gilt nat"urlich $\op{dim} {\op{L}}(\lambda) = 
a (\op{ch} {\op{L}}(\lambda))$, nur f"uhrt 
uns die Weyl'sche Charakterformel zun"achst auf die
wenig hilfreiche Relation $0 \cdot \op{dim}
{\op{L}}(\lambda) = 0$.
Um hier weiterzukommen benutzen wir
eine abstrakte Version der Regel von de l'Hospital.
Dazu bilden wir in unserem Gruppenring $\DZ\frak{h}^{\ast}$
den Teilring $\DZ \mathfrak X$ und betrachten
f"ur $\al \in
R^{+}$ den Gruppenhomomorphismus
$\partial_\al : \DZ \mathfrak X \ra \DZ \mathfrak X$ mit
$\partial_{\al} (\op{e}^{\mu}) =
\langle \mu, \al^{\vee}\rangle \op{e}^{\mu}$. Man pr"uft m"uhelos, da"s
$\partial_{\al}$ eine Derivation ist und da"s die $\partial_{\al}$ 
f"ur verschiedene
$\al$ kommutieren. Unter unserem Isomorphismus
$\DC \mathfrak X\sira\mathcal O(T_\DC)$ entspricht $\partial_{\al}$ 
im "ubrigen dem Anwenden des
invarianten Vektorfeldes zu $\alpha^\vee\in \op{Lie}T_\DC$. 
Ist $D = \prod_{\al \in R^{+}}\partial_{\al} \in \op{End} \DZ \mathfrak X$ das Produkt
der $\partial_{\al}$, so gilt offensichtlich $a D \op{e}^{\mu} =
\prod_{\al \in R^{+}} \langle \mu, \al^{\vee}\rangle$.
Mit \eref{VZ}{SPW} folgt daraus $a
D \op{e}^{w\mu} = (-1)^{l(w)} a D \op{e}^{\mu}$ 
zuerst f"ur $w$ eine
einfache Spiegelung und dann f"ur beliebige $w\in W$.
Unter der "Ubersetzung in $\mathcal O(T_\DC)$ ist diese Formel
im "ubrigen auch ohne
weitere Rechnung evident.
Betrachten wir nun die aus der Kombination
der Weyl'schen Charakterformel und der 
Weyl'schen Nennerformel entstehende Gleichung
$$\left(\op{e}^{\rho}\prod_{\substack{\al \in R^{+}}} 
(1 - \op{e}^{-\al})\right)
\op{ch} {\op{L}}(\lambda) = \sum_{w \in W}
(-1)^{l(w)} \op{e}^{w(\lambda+\rho)}$$ 
und 
wenden auf beide Seiten $a D$ an,
so ergibt sich
$$ a D \left(\op{e}^{\rho}
\prod_{\substack{\al \in R^{+}}}( 1 - \op{e}^{-\al})\right)
a (\op{ch} {\op{L}}(\lambda)) =
|W| \prod_{\al \in R^{+}} \langle \lambda+ \rho, \al^{\vee}\rangle$$
denn \glqq kriegt einer der Faktoren $1 - \op{e}^{-\al}$ keine Derivation ab,
so verschwindet er unter $a$\grqq.
Setzen wir hier $a (\op{ch} {\op{L}}(\lambda))=\op{dim}_\DC {\op{L}}(\lambda)$ 
ein und
teilen unsere
Gleichung durch ihre Spezialisierung an $\lambda=0$, 
so ergibt sich die Weyl'sche Dimensionsformel \ref{WDD}.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}\label{EGe}
Die Gewichte maximaler L"ange in einer einfachen endlichdimensionalen
Darstellung nennen wir ihre \defind{extremen Gewichte}. Die extremen Gewichte
von ${\op{L}}(\nu)$ sind nach \ref{BBW} gerade die 
Weylgruppenkonjugierten des h"ochsten Gewichts, als da hei"st, die
Elemente von $W\nu$. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz*}[\textbf{Formel von Klimyk}]\index{Klimyk, Formel von}%\cite{Klimyk}
Gegeben $\lambda, \mu, \nu \in \mathfrak X^{+}$ dominante Gewichte
gelten f"ur  die Vielfachheit\label{FvvK}  
$[{\op{L}}(\mu)
\otimes {\op{L}}(\nu):{\op{L}}(\lambda)]$ von
${\op{L}}(\lambda)$ als Summand der Tensordarstellung  die Formeln
$$
\begin{array}{lll}
[{\op{L}}(\mu)
\otimes {\op{L}}(\nu):{\op{L}}(\lambda)]= \sum_{y \in W} (-1)^{l(y)} 
\op{dim} {\op{L}}(\mu)_{\lambda - y \cdot \nu}\leq \op{dim} {\op{L}}(\mu)_{\lambda -  \nu}
\end{array}
$$
\end{Satz*}
\begin{Bemerkungl}
Ist $\mu$ klein im Vergleich zu $\nu$ in dem Sinne, da"s 
f"ur alle
einfachen Wurzeln $\alpha$ und alle $z\in W$ 
gilt $\langle \nu + z\mu, \alpha^\vee\rangle\geq -1$,  
so haben wir in der obigen Formel sogar ganz rechts
 Gleichheit f"ur alle $\lambda$.  Auch im allgemeinen
zeigt unsere Formel
$[{\op{L}}(\mu) \otimes {\op{L}}(\nu) : {\op{L}}(\lambda) ] \neq 0\RA
|\lambda - \nu|\leq |\mu|$ bez"uglich jedes unter der
Weylgruppe invarianten Skalarprodukts auf $\langle R\rangle_\DQ$.
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}[Beweis]
Ist $E$ irgendeine endlichdimensionale Darstellung 
und ${\op{P\!_\mu}}(E)$\index{P@${\op{P\hspace{-1mm}_\mu}}(E)$ Multimenge  der Gewichte von $E$} die
Multimenge  ihrer Gewichte im Sinne von \eref{MuMe}{GR}, wobei jedes Gewicht
mit
der Dimension des zugeh"origen Gewichtsraums 
gewichtet wird und der 
\glqq Multimengenanzeiger\grqq\  $\mu$ nicht mit dem Gewicht $\mu$ zu verwechseln ist,  
so liefert die Kostant'sche
Charakterformel \ref{KC}
$$\op{ch} (E \otimes {\op{L}}(\nu)) 
= \sum_{y\in W ,\; \tau \in {\op{P\!_\mu}}(E)}
(-1)^{l(y)} \op{ch} \Delta (y \cdot \nu + \tau)$$
Um  die Vielfachheit von ${\op{L}}(\lambda)$ 
in $E \otimes {\op{L}}(\nu)$
zu bestimmen, m"ussen wir 
nur auf der rechten Seite die Summanden 
$\Delta(\lambda)$ z"ahlen und erhalten
die 
Gleichung aus der  Formel von Klimyk  in der Gestalt
$$
[E \otimes {\op{L}}(\nu):{\op{L}}(\lambda)] =
\sum_{y \in W, \tau \in {\op{P\!_\mu}}(E) \atop y \cdot \nu + \tau = \lambda }
(-1)^{l(y)}\\
= \sum_{y \in W} (-1)^{l(y)} \op{dim} E_{\lambda - y \cdot \nu}
$$
Ebenso 
finden wir auch 
$\op{ch} (E \otimes \Delta (\nu)) = \sum_{\tau \in {\op{P\!_\mu}}(E)}
 \op{ch} \Delta ( \nu + \tau)$
und damit sofort $[E \otimes \Delta (\nu):{\op{L}}(\lambda)]=
\op{dim} E_{\lambda -  \nu}$. Das  liefert 
dann auch die Ungleichung in
obigem Satz.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}
Haben wir nun wieder $E = {\op{L}}(\mu)$, 
so k"onnen wir die Kostant'sche
Charakterformel auch mit der Kostant'schen
Partitionsfunktion aus \ref{SV} schreiben in der Gestalt
$$\op{dim} {\op{L}}(\mu)_{\eta} 
= \sum_{x\in W} (-1)^{l(x)} \cal{P} (x
\cdot \mu - \eta)$$
Setzen wir das in die Formel von Klimyk 
\ref{FvvK} ein, so ergibt sich 
die  {\bf Formel von Steinberg\index{Steinberg, Formel von}}
$$
[{\op{L}}(\mu)
\otimes {\op{L}}(\nu):{\op{L}}(\lambda)] 
=\sum_{x,y \in W} (-1)^{l (xy)} \cal{P} (x \cdot
\mu + y \cdot \nu - \lambda)
$$\end{Bemerkungl}





\begin{Bemerkungl}
Sei $T \subset \op{GL} (n,\Bbb{C})$ die Gruppe der invertierbaren
Diagonalmatrizen und $\varepsilon_{i} : T \ra \Bbb{C}^{\times}$ die
Projektion auf den $i$-ten Diagonaleintrag. Die Charaktergruppe
$\mathfrak{X} (T)$ ist die freie abelsche Gruppe 
"uber den $\varepsilon_{i}$
und ihr Gruppenring ist der Ring $\Bbb{Z} [X_{i}, X^{-1}_{i}]$ der
Laurentpolynome in Ver"anderlichen 
$X_{1}, \ldots, X_{n}$, wo wir $\op{e}^{\varepsilon_{i}}=X_{i} 
$ abgek"urzt haben, d.h.\ $X_{i}$ ist
$\varepsilon_{i}$ aufgefa"st als Element des Gruppenrings.
Der Charakter definiert einen Ringisomorphismus
$$\begin{array}{ccc}
\left\{\begin{array}{c}
\text{Grothendieckgruppe der}\\
\text{endlichdimensionalen polynomialen}\\
\text{Darstellungen von $\op{GL}(n;\Bbb{C})$}\\
\end{array}\right\} & \sira  & \Bbb{Z} [X_{1},\ldots,
X_{n}]^{\cal{S}_{n}}
\end{array}$$
des Darstellungsrings der polynomialen Darstellungen mit dem Ring
der symmetrischen Polynome.
Die irreduziblen Darstellungen entsprechen hierbei den sogenannten
\defnoind{Schur-Polynomen}.\index{Schurpolynom}
Gegeben 
nat"urliche Zahlen $\lambda_{1}\geq \ldots \geq \lambda_{n} \geq
0$ geh"ort genauer zur irreduziblen Darstellung ${\op{L}}(\lambda)$ mit
h"ochstem Gewicht $\lambda_{1} \varepsilon_{1} + \ldots + \lambda_{n}
\varepsilon_{n}$ das Schurpolynom $S_{\lambda}$ mit der
kombinatorischen Definition
$$S_{\lambda} = \op{det} (X_{j}^{\lambda_{i} + n -i}) / \op{det}
(X_{j}^{n-i})$$
In der Tat folgt das aus der Weyl'schen Charakterformel und der
Erkenntnis, da"s wir eine Identit"at haben der Gestalt
$$X^{n-1}_{1}  X^{n-2}_{2} \ldots X^{2}_{n-2}X_{n-1}^1 X_n^0= \op{e}^{\rho
+\kappa}$$
mit $\kappa$ einem Gewicht, das invariant ist unter der Weylgruppe.
Etwas Vorsicht ist jedoch geboten, denn 
weder $\rho$ noch $\kappa$ geh"oren  zu $\mathfrak{X} (T)$.
\end{Bemerkungl}

 \begin{Proposition*}[\textbf{Konvexit"at von Gewichtsmengen}]
Die Menge der  Gewichte einer einfachen 
endlichdimensionalen Darstellung 
einer komplexen reduktiven Liealgebra ist der
Schnitt des um das\label{KGH} 
h"ochste Gewicht verschobenen Wurzelgitters mit der konvexen 
H"ulle der Bahn des h"ochsten
Gewichts unter der Weylgruppe, in Formeln
$${\op{P}}({\op{L}}(\lambda)) = \op{Conv} (W\lambda)\; \cap \;(\lambda + \langle R \rangle)$$
\end{Proposition*}

\nichtfinal{Frage: Gibt es zu jeder Multiplizit"at ein h"ochstes
  Gewicht mit mindestens dieser Multiplizit"at? Bilden die
  Gewichte mit vorgegebener Mindestmultiplizit"at auch eine konvexe Menge
  geschnitten mit dem verschobenen Wurzelgitter? Sollte doch derselbe Bewis funktionieren!}  
\begin{proof}[Beweis]
Es reicht zu zeigen, da"s beide Seiten mit dem Abschlu"s $\bar{C}^{+}$ der
dominanten Weylkammer denselben Schnitt haben.
Aber sei $K^{-}$ der von den negativen Wurzeln erzeugte Kegel. Man sieht leicht
\begin{displaymath}\op{Conv} (W\lambda) \subset \lambda + K^{-}
\end{displaymath}
und wir behaupten zun"achst, da"s hier beide Seiten denselben Schnitt mit
$\bar{C}^{+}$ haben.
Man kann  ja wohl zeigen, da"s f"ur zwei endlich erzeugte 
Kegel, die durch eine
Hyperebene getrennt werden in dem Sinne, da"s sie abgesehen vom 
Ursprung ganz im einen beziehungsweise
im anderen offenen Halbraum liegen, der Schnitt des Einen mit dem 
verschobenen Anderen die
konvexe H"ulle der Menge aller einelementigen Schnitte von 
Facetten unserer beiden
Kegel ist.
Unser Schnitt $\bar{C}^{+} \cap (\lambda + K^{-})$ hat nun 
als extreme Punkte gerade
die Punkte, die man erh"alt, wenn man $\lambda$ senkrecht 
bez"uglich eines unter der Weylgruppe invarianten
Skalarprodukts auf den Tr"ager einer Facette von $\bar{C}^{+}$ projiziert.
Diese Punkte liegen aber auch in $\op{Conv}(W\lambda)$ als die 
Schwerpunkte der Bahnen
$W_{F} \lambda$ f"ur $W_{F}$ die Standgruppe der fraglichen Facette.
Damit folgt schon mal
\begin{displaymath}
\op{Conv} (W\lambda) \cap \bar{C}^{+} = (\lambda + K^{-}) \cap
\bar{C}^{+}
\end{displaymath}
Schneiden wir aber die rechte Seite mit dem um $\lambda$ 
verschobenen Wurzelgitter
$\lambda + \langle R \rangle$, so sollte $\frak{sl}_{2}$-Theorie 
zeigen, da"s wir gerade
${\op{P}}({\op{L}}(\lambda)) \cap \bar{C}^{+}$ erhalten.
\end{proof}
\begin{figure}[htbp]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildGID}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Illustration von Proposition \ref{KGH} "uber die Gewichte einer
irreduziblen Darstellung. Im Bild stellen die fetten Punkte ganze
Gewichte dar und die eingekreisten fetten Punkte die Gewichte einer
speziellen irreduziblen Darstellung. 
\end{minipage}
\end{figure}
\begin{Bemerkunge}
 Jetzt betrachten wir die Menge
\begin{displaymath}
D \pdef \left.\left\{\rho-\sum_{\alpha \in R^{+}} t_{\alpha} \alpha \;
\right| \;0 \leq t_{\alpha} \leq 1 \right\}
\end{displaymath}
Sie kann auch beschrieben
werden als die konvexe H"ulle $D = \op{Conv} (W\rho)$,
denn beide Seiten dieser
Gleichung sind invariant unter der
Weylgruppe und haben denselben Schnitt mit dem
Abschlu"s der dominanten Weylkammer.  
Nun zeigen wir f"ur alle Gewichte $\mu, \nu$ aus dem
Abschlu"s der dominanten Weylkammer die Inklusion 
\begin{displaymath}
\mu + \op{Conv} (W\nu) \subset \op{Conv} (W(\mu+\nu))
\end{displaymath}
Um das zu sehen, brauchen wir ja nur 
$\mu + W\nu\subset \op{Conv} (W(\mu+\nu))$ zu zeigen.
Wir behaupten sogar allgemeiner $W\mu + W\nu\subset \op{Conv} (W(\mu+\nu))$.
%was klar ist wegen $??$
 Das hinwiederum scheint mir klar, da
man die Punkte aus $W\nu$ beziehungsweise $W\mu$ alle durch geeignete
Spiegelfolgen \glqq immer "uber eine Wand\grqq\  kriegen kann und das Ende einer solchen
Spiegelfolge f"ur einen Punkt aus $\mu + W \nu$ jeweils in der konvexen
H"ulle der entsprechenden
Spiegelfolge aus $W \mu$ liegen mu"s.
Daraus folgt, wenn wir $\mu=\lambda-m\rho$ und $\nu=m\rho$ 
nehmen, was mich Steen gefragt hatte:
Gegeben $\lambda$ dominant und $m$ das Minimum 
der Werte aller
positiven Kowurzeln darauf geh"oren die
$\lambda-\sum_{\alpha\in R^+} n_\alpha \alpha$ f"ur $0\leq n_\alpha\leq m$
alle zur Menge der Gewichte von ${\op{L}}(\lambda)$.
\end{Bemerkunge}



\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
Man zeige mithilfe einer Streckung
der Nennerformel \ref{WNFn} 
f"ur eine beliebige halbeinfache Liealgebra
die Formel $$\op{ch} {\op{L}}(n\rho) = \op{e}^{n\rho} \prod_{\al \in R^{+}} ( 1
+\op{e}^{-\al}+\ldots +\op{e}^{-n\al})$$
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Man folgere aus der Dimensionsformel, da"s die 
symmetrischen Potenzen
${\op{S}}^r\DC^{n+1}$ stets irreduzible Darstellungen von
$\frak{sl}(n+1;\DC)$ sind. Sie haben im "ubrigen 
das h"ochste Gewicht 
$r\varpi_1$. Wer Rechenzeit sparen will, sollte sich zumindest den
Fall $n=2$ "uberlegen. Alternativ und vielleicht 
einfacher kann man die
Irreduzibilit"at auch wie in \ref{OPDIla}  
begr"unden.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Ich sollte wohl einmal als "Ubung die fundamentale Darstellung
der Dimension $27$ der Liealgebra vom Typ $E_6$ diskutieren lassen.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Wir erinnern aus \ref{fdG2}, da"s  die fundamentalen Gewichte zu
$G_2$ die h"ochste Wurzel und die h"ochste kurze Wurzel sind. 
Die  Darstellung zur h"ochsten Wurzel ist nat"urlich die 
adjungierte Darstellung.\label{so7}  
Man zeige, da"s die Darstellungen 
zur h"ochsten kurzen Wurzel
 eine irreduzible Darstellung $L$ der Dimension
$7$ ist mit 
den kurzen Wurzeln sowie der Null als Gewichten
und eindimensionalen Gewichtsr"aumen. 
Gegeben ein Gewicht $\lambda$ 
und eine Wurzel $\alpha$ mit $L_\lambda\neq 0\neq L_{\lambda +\alpha}$
zeige man $x_\alpha:L_\lambda\sira L_{\lambda +\alpha}$ f"ur
jeden von Null verschiedenen Wurzelvektor $x_\alpha$.
Jede von Null verschiedene invariante Bilinearform auf $L$
ist symmetrisch und liefert so eine Einbettung 
unserer Liealgebra vom Typ $\op{G}_2$ in die $\mathfrak{so}(7)$. 
%Oktonionen... 
\end{Ubung}
 \begin{Ubung}
  Betrachtet man die Abbildung $\chi: \DZ[\mathfrak X]\ra \DZ[\mathfrak X]^W$, die
jedem $\op{e}^\lambda$ den Ausdruck $\sum_{w \in W}
(-1)^{l(w)} \op{e}^{w(\lambda+\rho)}$  zuordnet, so gilt
$\chi(BA)=B\chi(A)$ f"ur alle $B\in \DZ[\mathfrak X]^W$ und $A\in \DZ[\mathfrak X]$.
Das ist recht nahe an der Tensoridentit"at \ref{TI} und der Steinberg'schen
Formel, man sieht es auch durch explizite Rechnung.  
  \end{Ubung}

   

 \subsection{Cliffordalgebra und Spingruppe}\label{ClifF}




\begin{Bemerkungl}
  Sei $n\geq 3$. Nach \eref{Fugr}{ML} gilt dann $|\pi_1(\op{SO}(n))|=2$.
  Nach \eref{wtrG}{TF} gibt es also ein
  bis auf eindeutigen Isomorphismus eindeutig bestimmtes
  Paar $(K,\varphi)$ bestehend aus einer
  wegetrivialen kompakten Liegruppe
  $K$ und einem stetigen Gruppenhomomorphismus $\varphi:K\ra \op{SO}(n)$
  mit zweielementigem Kern. Wir nennen diese wegetriviale
  "Uberlagerung $K$ der speziellen unit"aren Gruppe  $\op{SO}(n)$ die
  {\bf $n$-te Spin-Gruppe}\index{Spin-Gruppe} und notieren sie $$\op{Spin}(n)$$
  Im folgenden wollen wir eine alternative Konstruktion
  dieser Gruppe angeben und gleichzeitig diejenigen ihrer
  irreduziblen Darstellungen 
  konstruieren,  die in der in \ref{GewD} und \ref{GewB}
  besprochenen allgemeinen Theorie zu fundamentalen h"ochsten Gewichten geh"oren und sich nicht als
  "au"sere Potenzen der Standarddarstellung beschreiben lassen,
  also in der dortigen Notation die Darstellung zum h"ochsten
  Gewicht $\varpi_n$ f"ur $n$ ungerade und 
  die Darstellungen  zu den h"ochsten Gewichten $\varpi_n,\varpi_{n-1}$
  f"ur $n$ gerade. 
  Das Grundprinzip dieser Konstruktionen ist in der folgenden Bemerkung
  \ref{POPl} enthalten. Wir werden sie auf den Fall der Cliffordalgebra
  mit ihrer Operation von $\op{SO}(n)$ anwenden und m"ussen daf"ur
  im weiteren Verlauf erst einmal die
  Clif\-ford\-al\-ge\-bra selbst besprechen. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Automorphismen von Endomorphismenringen}]
  Gegeben ein Ring $A$ liefert die Operation
  durch Konjugation einen\label{POPl} 
  Gruppenhomomorphismus $$\op{int}:A^\times\ra \op{Ring}^\times(A)$$ von seiner
  Einheitengruppe zu seiner Automorphismengruppe. Der Kern dieses
  Gruppenhomomorphismus 
  ist die Gruppe aller Einheiten aus dem Zentrum von $A$,
  in Formeln $\op{ker}(\op{int})=\op{Z}(A)^\times$. Ist $k$ ein K"orper
  und $A$ isomorph zu $\op{Mat}(n;k)$ oder zu einem endlichen Produkt
  derartiger Matrixringe, 
  so induziert diese Abbildung nach \eref{AutM}{NAS} einen
  Gruppenisomorphismus
  $$A^\times/\op{Z}(A)^\times\sira \op{Ralg}^\times_k(A)$$
  Weiter gilt unter der Annahme $|k|>2$ nach \eref{DlAA}{AL} 
  f"ur die derivierten Gruppen der allgemeinen linearen Gruppen
  $\mathcal D(\op{GL}(n;k))=\op{SL}(n;k)$.
  Folglich induziert unsere Abbildung unter der Annahme $|k|>2$
  einen surjektiven Gruppenhomomorphismus mit endlichen Fasern
  $$\mathcal D(A^\times)\sra \op{Ralg}^\times_k(A)$$
  Im Fall $k=\DR$ oder $k=\DC$ sehen wir zus"atzlich, da"s auch 
  $\mathcal D(A^\times)\As A^\times$ eine Liegruppe ist. Operiert mithin eine
  zusammenh"angende Liegruppe $G$
  stetig auf unserer Algebra $A$, so erhalten wir auf
  jedem endlichdimensionalen $A$-Modul $M$ genau eine stetige
  Operation ihrer universellen "Uberlagerung $\tilde G$ 
  mit den beiden Eigenschaften,  
  da"s jedes $g\in \tilde G$ durch die Multiplikation mit einem Element
  von $\mathcal D(A^\times)$ operiert und da"s die Konjugation mit
  diesem Element gerade der zu $g$ geh"orige Automorphismus von $A$ ist. 
\end{Bemerkungl}
  
  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Derivationen von Endomorphismenringen}] 
    Gegeben K"orper $k$ und eine $k$-Ringalgebra $A$
    ist die Abbildung $a\mapsto \op{ad}a\pdef \big((a\cdot)-(\cdot a)\big)$
    ein Homomorphismus von Liealgebren 
    $$A_{\op{L}}\ra \op{Der}_k(A)$$  mit Kern $\op{Z}(A)$.
    Unter der zus"atzlichen Annahme $\op{char}k=0$ zeigen wir in  \ref{derLL},
  da"s sie f"ur jeden endlichdimensionalen $k$-Vektorraum $S$
  einen Isomorphismus von Liealgebren 
  $\mathfrak{sl}(S)\sira \op{Der}_k(\op{End}_kS)$ induziert und allgemeiner
  f"ur jede endlichdimensionale $k$-Ringalgebra $A$, die isomorph ist zu
  einem endlichen Produkt von Matrixringen, einen Isomorphismus
  $$A_{\op{L}}^{(1)}\sira \op{Der}_k(A)$$
  mit der Notation $A_{\op{L}}^{(1)}$ f"ur die derivierte Liealgebra.
  Gegeben ein Liealgebrenhomomorphismus
  $\mathfrak g\ra \op{Der}_k(A)$ macht dieser Isomorphismus
  jeden $A$-Modul zu einer
  Darstellung von $\mathfrak g$. 
  \end{Bemerkungl}
 

\begin{Bemerkunge} Noch allgemeiner
  liefert nach \ref{DeEn} f"ur $k$ ein beliebiger K"orper
  und $S$ ein endlichdimensionaler $k$-Vektorraum
  die Abbildung  $X\mapsto {\op{ad}}X$
  stets einen Isomorphismus
  $\mathfrak{gl}(S)/k\op{id}_S \sira \op{Der}_k(\op{End}_kS)$.
 Gegeben ein K"orper $k$ 
  und eine $k$-Ringalgebra $A$, die isomorph ist zum
  Endomorphismenring eines endlichdimensionalen $k$-Vektorraums,
  induziert damit  $\op{ad}$ einen
  Liealgebrenisomorphismus
  $$A_{\op{L}}/{\op{Z}}(A)\sira \op{Der}_k(A)$$
  A forteriori gilt dasselbe auch, wenn $A$ isomorph ist
  zu einem endlichen Produkt von derartigen $k$-Ringalgebren. 
  A forteriori gilt dasselbe auch noch, wenn es eine K"orpererweiterung
  $K/k$ gibt derart, da"s $A_K\pdef A\otimes_kK$ die fraglichen Bedingungen
  erf"ullt. Das alles ist hier jedoch nicht relevant. 
\end{Bemerkunge}


\begin{Bemerkungl}
  Gegeben ein K"orper $k$ und ein $k$-Vektorraum $V$ versteht man unter einer
  {\bf quadratischen Form auf $V$} eine Abbildung $q: V \rightarrow k$
  derart, da"s es eine Bilinearform $b:V\times V\ra k$ gibt mit $q(v)=b(v,v)$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}\index{Cliffordalgebra}
 Gegeben ein K"orper $k$ und ein $k$-Vektorraum $V$ mit einer 
quadratischen Form $q: V \rightarrow k$ erkl"art man
die {\bf Clifford-Algebra}\index{Cliff@$\op{Cliff}$ Cliffordalgebra} 
$$\op{Cliff} (V)=\op{Cliff}_q (V)$$ 
als den Quotienten der Tensoralgebra ${\op{T}}V$ nach dem Ideal, das
von den Relationen $v \otimes v = q (v)$ mit $v \in V$ erzeugt wird.
Da dies Ideal homogen ist f"ur die 
von der offensichtlichen  $\DZ$-Graduierung abgeleitete $\DZ/2\DZ$-Graduierung der Tensoralgebra,
besitzt die Cliffordalgebra eine nat"urliche $\DZ/2\DZ$-Graduierung  
$$\op{Cliff} (V)=\op{Cliff}_{\bar 0} (V)\oplus \op{Cliff}_{\bar 1} (V)$$
Wir nennen die homogenen Elemente vom Grad $\bar 0$
{\bf gerade} und die  homogenen Elemente vom Grad $\bar 1$  {\bf ungerade}.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben ein Vektorraum $V$ mit einer Bilinearform $b$
  vereinbaren wir die Notation $\op{Cliff}_{b} (V)\pdef
  \op{Cliff}_{q} (V)$ f"ur
  die Clifford-Algebra zur quadratischen
  Form $q=q_b$ mit $q(v)\pdef b(v,v)$. In der Literatur findet
  man oft auch eine alternative Konvention, bei der man stattdessen
  mit  $q(v)\pdef -b(v,v)$ arbeitet.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Die Cliffordalgebra
      durch Erzeuger und Relationen}]
  Gegeben ein Vektorraum $V$ mit einer Bilinearform $b$ 
  und eine Basis $(v_i)_{i\in I}$ von $V$ mag man die Cliffordalgebra $\op{Cliff}_{b} (V)$ auch 
  beschreiben als die Ringalgebra, die von den
  Symbolen $v_i$ mit den Relationen $v_i^2=b(v_i,v_i)$ sowie
  $v_iv_j+v_jv_i=b(v_i,v_j)+b(v_j,v_i)$ f"ur alle $i,j\in I$ erzeugt wird. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Gegeben  Vektorr"aume mit quadratischen Formen $(V,q)$ und $(W,p)$
  ist die Abbildung
  $(v,w)\mapsto q(v)+p(w)$ eine quadratische Form auf $V\oplus W$.
  Wir  notieren sie $q\oplus p$. Die Vorschrift $(v,w)\mapsto v\bar{\otimes} w$
  liefert\label{DSST}  einen Isomorphismus
  $$\op{Cliff}_{q\oplus p}(V\oplus W)\sira \op{Cliff}_q(V)\bar{\otimes}\op{Cliff}_p(W)$$
  f"ur $\bar{\otimes}$ das Supertensorprodukt 
  von $\DZ/2\DZ$-graduierten Algebren
  aus \eref{stMMxb}{TSK}, also das "ubliche Tensorprodukt von Vektorr"aumen
  mit einer
  um das "ubliche Vorzeichen abge"anderten Multiplikation.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Die Cliffordalgebra zur Standardform}]
  Gegeben ein K"orper $k$ hei"se die quadratische Form 
  $q:k^n\ra k$ gegeben durch $q(x_1,\ldots,x_n)=x_1^2+\ldots+x_n^2$ die
  {\bf Standardform}\index{Standardform} $q=\op{std}$. Die
  zugeh"orige Cliffordalgebra k"urzen wir ab mit 
  $$\op{Cliff}_n\pdef \op{Cliff}_{\op{std}}(k^n)$$
 Man pr"uft explizit $\op{Cliff}_{1}\cong k[\tau ]$ mit $\tau^2=1$ und
  mit der Graduierung, die $\tau$ den Grad Eins gibt.  Unter der Annahme $\op{char}(k)\neq 2$
  und der Annahme der Existenz einer Wurzel $\op{i}$ aus $(-1)$
  erhalten wir einen Isomorphismus
  $\op{Cliff}_2\sira \op{End}(k^{1|1})$
  von Superringalgebren im Sinne von \eref{dgRing}{TSK} und \eref{EndX}{TSK} 
  mit der Notation $k^{a|b}$ f"ur Supervektorr"aume aus \eref{spgr}{TSK}  
  durch ${\op{e}}_1\mapsto {(^{0}_{1}}\; {^1_0)}$ und ${\op{e}}_2\mapsto {(^{0}_{-{\op{i}}}}\; {^{{\op{i}}}_0)}$.  Wegen der  Identit"at 
  $\op{End}(k^{a|b})\bar\otimes\op{End}(k^{c|d})\cong \op{End}(k^{ac+bd|ad+bc})$
  aus \eref{EndX}{TSK}  folgt  mit \ref{DSST}  induktiv die Beschreibung  $\op{Cliff}_{2m}\cong \op{End}(k^{2^{m-1}|2^{m-1}})$ der Clif\-ford\-al\-ge\-bra als Superalgebra und nach Vergessen der Graduierung erhalten wir einen
  Isomorphismus von Ringalgebren\label{hleC} 
  $$\op{Cliff}_{2m}\cong \op{Mat}(2^{m};k)$$
  Weiter erhalten wir, immer noch
  unter der Annahme $\op{char}(k)\neq 2$
  und der Annahme der Existenz einer Wurzel $\op{i}$ aus $(-1)$,
  einen Isomorphismen von Superalgebren 
  $$\op{Cliff}_{2m+1}\cong \op{End}(k^{2^{m-1}|2^{m-1}})\bar\otimes k[\tau]$$
  f"ur $\tau^2=1$. Nun kann jede Superalgebra $A$ als
  Algebra mit Operation der zweielementigen Gruppe verstanden werden,
  deren nichttriviales Element durch $1$ auf den geraden  Elementen operiert und durch $(-1)$ auf den ungeraden Elementen. Weiter kann 
   $A\bar\otimes k[\tau]$ verstanden werden  als
  der vertwistete Gruppenring, dessen 
  Modulkategorie "aquivalent ist zur Kategorie der
  "aquivarianten alias graduierten $A$-Moduln.
  Die irreduziblen $\op{Cliff}_{2m+1}$-Moduln entsprechen so den
  graduiert irreduziblen graduierten  $\op{Cliff}_{2m}$-Moduln. 
  Von denen gibt es offensichtlich genau zwei,
  n"amlich den Modul $k^{2^{m-1}|2^{m-1}}$ und denselben Modul mit der
  vertauschten Graduierung. Damit besitzt $\op{Cliff}_{2m+1}$
  bis auf Isomorphismus genau zwei irreduzible Moduln,
  die beide die Dimension $2^m$ haben. Mithilfe eines Dimensionsvergleichs
  liefert die Operation einen Isomorphismus
  von $k$-Ringalgebren\label{Clhe}  
  $$\op{Cliff}_{2m+1}\cong \op{Mat}(2^{m};k)\times \op{Mat}(2^{m};k)$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}
  Im Fall $\op{char}(k)\neq 2$ ist folglich die Cliffordalgebra zu
  einer nichtausgearteten Bilinearform auf einem endlichdimensionalen
  Vektorraum stets halbeinfach, da sie unter
  einer  K"orpererweiterung halbeinfach wird, vergleiche
  \eref{JzT}{NAS}. Noch st"arker wird sie sogar halbeinfach unter 
 der  K"orpererweiterung zum algebraischen Abschlu"s.  
\end{Bemerkunge}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Operation der orthogonalen Gruppe auf der Cliffordalgebra}] 
  Ist  $V$ ein  Vektorraum
  "uber einem K"orper $k$ und $q:V\ra k$ eine quadratische Form,
  so operiert die Standgruppe
  $\op{O}(V,q)$ unserer quadratischen Form
  offensichtlich durch Ringalgebrenautomorphismen
  auf der zugeh"origen Cliffordalgebra
  und wir erhalten einen Gruppenhomomorphismus
  $$\op{O}(V,q)\ra \op{RAlg}_k^\times({\op{Cliff}}_q(V))$$
    Genauso offensichtlich l"a"st sich, wenn wir zur Vereinfachung
    $\op{char}k\neq 2$ annehmen und die eindeutig bestimmte
    symmetrische Bilinearform
    $b$ mit  $b(v,v)=q(v)$ betrachten, die
    offensichtliche Operation der Stand-Liealgebra
    $\mathfrak{o}(V,b)$ unserer Bilinearform 
    zu einer Operation durch Derivationen auf der Cliffordalgebra
    fortsetzen und wir erhalten einen\label{OoC} Liealgebrenhomomorphismus
  $$\mathfrak{o}(V,b)\ra \op{Der}_k({\op{Cliff}}_b(V))$$
\end{Bemerkungl}





\begin{Bemerkungl}[\textbf{Die Spindarstellung}] \nichtfinal{Ab hier nochmal putzen!}
  Gegeben $(V,b)$ ein endlichdimensionaler Vektorraum mit einer
  symmetrischen und nichtausgearteten Bilinearform und $q(v)=b(v,v)$
  betrachen wir den
  Isomorphismus $\varphi:V\otimes V\sira \op{End}(V)$
  gegeben durch $(\varphi(v\otimes w))(u)=b(w,u)v$. Au"serdem betrachten wir
  das Aufmultiplizieren $\psi:V\otimes V\ra \op{Cliff}_q(V)$ und finden f"ur
  jeden Tensor $T\in V\otimes V$ und alle $u\in V$ in der Cliffordalgebra
  mit der Notation $\tau: V\otimes V\sira V\otimes V$ f"ur die Vertauschung
  die Identit"at
  $$\psi(T)u-u\psi(T)=\varphi(T-\tau T)(u)$$
  Weiter ist $\varphi(T)\in\mathfrak o(V,b)$ alias $b(\varphi(T)x,u)+b(x,\varphi(T)u)=0$ offensichtlich gleichbedeutend zu
  $\tau T=-T$.
  Erkl"aren wir also $\alpha:\mathfrak o(V,b)\ra  \op{Cliff}_q(V)$
  durch $\alpha(X)\pdef \psi(\varphi^{-1}(X))$, so gilt
  in der Cliffordalgebra f"ur alle $u\in V$ die Identit"at 
  $\alpha(X)u-u\alpha(X)= 2X(u)$ und wir haben
  $$\op{ad}(\alpha(X))=\op{can}(2X)\in\op{Der}(\op{Cliff}_q(V))$$
  Andererseits geh"ort $\psi(T-\tau T)$ offensichtlich stets zur derivierten
  Liealgebra $\op{Cliff}_q(V)^{(1)}_{\op{L}}$ alias dem von den Kommutatoren
  aufgespannten Teilraum. Nehmen wir also zus"atzlich an, da"s wir "uber einem
  K"orper der Charakteristik $\op{char}(k)=0$  arbeiten, und setzen
  $\beta(X)\pdef \alpha(X)/2$, so folgt aus der
  Kommutativit"at des Diagramms\label{spind} 
   \begin{displaymath}
     \xymatrix{
&\mathfrak o(V,b)\ar[d]_-{\op{can}}\ar[dl]_-{\beta}\\
\op{Cliff}_q(V)^{(1)}_{\op{L}}\ar@{^{(}->}[r]&\op{Der}_k(\op{Cliff}_q(V))
    }
   \end{displaymath}
   zusammen mit der Erkenntnis \ref{Clhe},
   da"s die Cliffordalgebra halbeinfach ist und folglich die untere Horizontale
    nach \ref{POPli} wie im Diagramm bereits angedeutet injektiv
    sein mu"s, da"s auch $\beta$ ein Homomorphismus von Liealgebren ist.
    Jeder Modul "uber der Cliffordalgebra wird damit eine Darstellung der
    orthogonalen Liealgebra. Die direkte Summe aller einfachen Moduln bis auf Isomorphismus
    der Cliffordalgebra hei"st die
    {\bf Spin-Darstellung}\index{Spin-Darstellung} der
    entsprechenden orthogonalen Liealgebra. Im folgenden besprechen wir,
    welche expliziten Formeln sich hinter
    dieser allgemeinen Theorie verstecken.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Seien $k$ ein K"orper und $V$ ein $k$-Vektorraum.  Wir erinnern aus \eref{inser}{LA2}
  f"ur $\lambda\in V^*$ das partielle Auswerten
  $i_\lambda:\bigwedge^nV\ra \bigwedge^{n-1}V$ und die
  Identit"aten $i_\lambda^2=0$ sowie  im Ring der Endomorphismen
  der "au"seren Algebra die f"ur uns im folgenden besonders bedeutsame Identit"at\label{AFLA} 
  $$\big((v\wedge)+i_\lambda\big)^2=(v\wedge)\circ i_\lambda+i_\lambda\circ (v\wedge)=(\lambda(v)\cdot)$$ 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Die Spindarstellung zur Evaluationsform}] 
  Seien $k$ ein K"orper und $P,Q$ zwei
  $k$-Vektorr"aume.
  Jede bilineare Abbildung $b:P\times Q\ra k$ kann als eine
  quadratische Form $b:P\oplus Q\ra k$ aufgefa"st werden.
  Wir erhalten in diesem Fall  nach \ref{AFLA}
sogar  einen Algebrenhomomorphismus
  $$\textstyle j:\op{Cliff}_b(P\oplus Q)\ra \op{End}_k(\bigwedge P)$$ durch
  $j(p,q)=(p\wedge)+i_{b(\;,q)}$.
  Ist unsere Paarung eine nichtausgeartete Paarung endlichdimensionaler
  Vektorr"aume, so k"onnen wir gleich von der Evaluationspaarung $\op{ev}$ 
  mit dem Dualraum ausgehen.\label{SpMod} 
  Auf diese Weise wird  $\bigwedge P$ offensichtlich sogar ein
  einfacher Modul "uber $\op{Cliff}_{\op{ev}}(P\oplus P^*)$.
  Dieser Modul bleibt einfach bei jeder Erweiterung der Skalare
  zu einer K"orpererweiterung von $k$ und nach dem Satz von Burnside
  \eref{WBu}{NAS} 
   induziert die Operation damit einen surjektiven und 
  dann aus Dimensionsgr"unden sogar  bijektiven
  Ringalgebrenhomomorphismus $$\textstyle\op{Cliff}_{\op{ev}}(P\oplus P^*)\sira \op{End}_k\left(\bigwedge P\right)$$
  Insbesondere besitzt auch f"ur die Evaluationsform die Cliffordalgebra
  nur einen  einzigen einfachen Modul.
  Er f"allt nat"urlich mit dem einzigen einfachen Modul aus 
  \ref{hleC} zusammen, wenn die Evaluationsform isomorph ist zu einer
  Standardform und die Voraussetzungen aus \ref{hleC} erf"ullt sind.
\end{Bemerkungl}











\begin{Satz}[\textbf{Basis der Cliffordalgebra}]
Seien $k$ ein K"orper und $(V,q)$ ein $k$-Vek\-tor\-raum 
mit einer quadratischen Form
und $(v_i)_{i \in I}$ eine $k$-Basis von $V$ und $\leq$ 
eine Anordnung von $I$. So bilden die streng
monotonen Monome $v_{i(1)} v_{i(2)} \ldots v_{i(r)}$ 
mit $i(1) < i (2) < \ldots < i (r)$ und $r \geq 0$
eine $k$-Basis der Cliffordalgebra.\label{BCA} 
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis in speziellen F"allen]
  Ist unser Raum endlichdimensional und die Charakteristik nicht Zwei,
  so folgt der Satz unmittelbar aus der vorhergehenden Bemerkung \ref{DSST},
  aus Satz \eref{ExO}{LA2} "uber die Existenz einer Orthogonalbasis und aus
  der Darstellbarkeit  quadratischer Formen durch  symmetrische
  Bilinearformen.
\end{proof}

\begin{proof}[Beweis im Allgemeinen]
  Gegeben $v, w \in V$ gilt in der Cliffordalgebra
  die Identit"at $(v + w)^2 = v^2 + vw + wv+ w^2$ und folglich
$v w \in  k1-w v$.
Das zeigt schon mal, da"s unsere streng monotonen Monome ein Erzeugendensystem bilden. Betrachten wir genauer eine Bilinearform $b : V \times V \rightarrow k$
mit $b (v,v) = q (v) \; \forall v \in V$, so finden wir in der Cliffordalgebra 
$$vw+wv=b(v,w)+b(w,v)$$
Um die lineare Unabh"angigkeit zu zeigen, konstruieren wir auf $\bigwedge V$ eine Struktur als Modul
"uber der Cliffordalgebra.
Dazu betrachten wir f"ur jeden Vektor 
$v \in V$ die Linearform $b(v,\;)$ und den Endomorphismus
\begin{equation*}
 J (v) \pdef (v \wedge\;) + i_{b(v,\;)}
\end{equation*}
der "au"seren Algebra und folgern mit unserer Vor"uberlegung \ref{AFLA}
sofort
 $
  J(v)^2 = b(v, v)$.
Das zeigt, da"s die Vorschrift $v \mapsto J (v)$ zu einem Ringalgebrenhomomorphismus
\begin{equation*}
\textstyle J:\op{Cliff}_q (V) \rightarrow \op{End} \left(\bigwedge V\right)
\end{equation*}
ausgedehnt werden kann.
So wird $\bigwedge V$ ein $\op{Cliff}_q (V)$-Modul.
Lassen wir ein Monom $v_1 v_2 \ldots v_r$ der Cliffordalgebra 
auf $1 \in \bigwedge V$ operieren, so erhalten
wir einen Vektor in
$
 v_1 \wedge \ldots \wedge v_r + \bigwedge^{<r} V
$.
Die lineare Unabh"angigkeit unserer streng monotonen Monome folgt damit aus der Tatsache \eref{APDn}{LA2}, da"s die entsprechenden
Monome $v_{i(1)} \wedge \ldots \wedge v_{i(r)}$ linear unabh"angig sind in der "au"seren Algebra.
Sie bilden nach \eref{APDn}{LA2} sogar eine Basis der "au"seren Algebra, mithin induziert das Anwenden auf $1 \in \bigwedge V$ eine Bijektion
\begin{equation*}
\textstyle \op{Cliff}_q (V) \overset{\sim}{\rightarrow} \bigwedge V
\end{equation*}
In anderen Worten ist unser Modul frei vom Rang 
Eins "uber der Cliffordalgebra mit Erzeuger $1\in \bigwedge V$.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Gewichte f"ur $D_n$}] 
  Wir erinnern f"ur $n\geq 2$ aus \ref{Rsog} das Wurzelsystem
  $R =\{\pm \varepsilon_{i} \pm \varepsilon_{j} \mid
  1 \leq i < j \leq n\}$ mit der Bezeichnung $D_n$ von $\mathfrak{so}(2n)$.
  Wir erinnern, da"s die Weylgruppe aus allen Permutationen der $\varepsilon_i$
gefolgt von der "Anderung einer geraden Zahl von Vorzeichen besteht. Wir erinnern
  aus  "Ubung \eref{Wyss}{SPW} seine
  Basis $\alpha_i=\varepsilon_i-\varepsilon_{i+1}$ f"ur $1\leq i<n$ zusammen mit
  $\alpha_n=\varepsilon_{n-1}+\varepsilon_{n}$.
  Wir erinnern aus "Ubung \ref{GewD} 
  die zu dieser Basis geh"origen fundamentalen dominanten Gewichte\label{EriD} 
  $$\begin{array}{lll}
    \varpi_i&=&\varepsilon_1+\ldots+\varepsilon_i \quad\text{ f"ur } 1\leq i<n-1,\\ \varpi_{n-1}&=&(\varepsilon_1+\ldots+\varepsilon_n)/2,\\
  \varpi_{n}&=&(\varepsilon_1+\ldots+\varepsilon_{n-1}-\varepsilon_n)/2.
  \end{array}$$
  Aus  \eref{aaOG}{ML} folgt,
  da"s  f"ur
  $1\leq i< n$ die "au"seren Potenzen
  irreduzible Darstellungen sind. Man erkennt unschwer  $\bigwedge^i(\DC^{2n})={\op{L}}(\varpi_{i})$
  f"ur $1\leq i<n-1$ und $\bigwedge^{n-1}(\DC^{2n})={\op{L}}(\varpi_{n-1}+\varpi_{n})$.
  Weiter folgt aus \eref{aaOG}{ML}, da"s $\bigwedge^{n}(\DC^{2n})$ eine Summe von zwei irreduziblen Darstellungen ist. Man zeigt auch unschwer  
$\bigwedge^{n}(\DC^{2n})\cong {\op{L}}(2\varpi_{n-1})\oplus {\op{L}}(2\varpi_{n})$.
  Irreduzible Darstellungen zu den h"ochsten Gewichten $\varpi_{n-1}$
  und $\varpi_{n}$ liefert
  die sogenannte Clifford-Algebra, wie wir im Anschlu"s besprechen.
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Konstruktion der Spindarstellung im geraden Fall}]
Wir betrachten  die komplexifizierte Cliffordalgebra $\op{Cliff}_{2n}$ des
$\DR^{2n}$ mit seinem Standardskalarprodukt.\label{CliffSO2} 
Sie tr"agt eine offensichtliche Operation der orthogonalen Gruppe  $\op{O}(2n)$. Nach
\ref{BCA} hat diese Cliffordalgebra
in unseren Konventionen aus
\ref{GewD} als Gewichte
alle Summen "uber Teilmengen der
$2n$-elementigen Menge $$\{\varepsilon_1,\ldots,\varepsilon_n,-\varepsilon_1,\ldots,-\varepsilon_n \}$$
%Folglich sind nach
%\ref{EriD} die Gewichte $\varpi_{n-1}+\varpi_{n-1},\varpi_{n-1}+\varpi_{n}$ und
%%\varpi_{n}+\varpi_{n}$  Gewichte der Cliffordalgebra. 
Nun besitzt sie nach \ref{SpMod}
bis auf Isomorphismus genau einen einfachen
Cliffordmodul $S$ und ist isomorph zur Ringalgebra $\op{End}_\DC(S)$
der linearen Endomorphismen
dieses Moduls. Halten wir einen solchen einfachen Modul
$S$ fest, so erhalten wir erst mit \ref{POPl} einen Liegruppenhomomorphismus
$\op{SO}(2n)\ra \op{PGL}(S)$ und dann 
mit
\eref{HoHe}{ML} f"ur $n\geq 2$, was wir ab jetzt stets annehmen wollen,  einen Liegruppenhomomorphismus
$$\op{Spin}(2n)\ra \op{SL}(S)$$ In anderen Worten
kann demnach $S$ so zu einer Darstellung der
universellen "Uberlagerung von $\op{SO}(2n)$ gemacht werden,
da"s die induzierte Operation auf $\op{End}_\DC(S)$
von der bereits bekannten Operation von $\op{SO}(2n)$
herkommt.
Der prinzipale Automorphismus unseres Wurzelsystems operiert auf dem
Charaktergitter als die Identit"at bei geradem $n$ und als
die Vertauschung der beiden letzten fundamentalen Gewichte
$\varpi_{n-1}$ und $\varpi_n$ bei ungeradem $n$.
Ist $$ b\varpi_{n-1} +c\varpi_{n}+\sum_{i\leq n-2} a_i\varpi_i$$ H"ochstgewicht einer irreduziblen Komponente der $\mathfrak{so}(2n)$-Darstellung  $S$,
so ist $c\varpi_{n-1} +b\varpi_{n} +\sum_{i\leq n-2} a_i\varpi_i$ H"ochstgewicht einer irreduziblen Komponente von $S^*$ und die Summe dieser beiden H"ochstgewichte mu"s ein Gewicht
von $\op{End}_\DC(S)$ sein. Wir folgern, da"s alle $a_i$ Null sein m"ussen, da
$\varepsilon_1$ in keinem Gewicht von $\op{End}_\DC(S)$ mit einem Koeffizienten $>1$ auftritt.
In derselben Weise folgern wir $b+c\leq 1$.
Als H"ochstgewichte der irreduziblen Komponenten von $S$ kommen also nur $\varpi_{n-1},\varpi_{n}$ und $0$
in Frage. Es kann aber nicht nur die Null als H"ochstgewicht vorkommen. 
Also ist auch die Null ausgeschlossen, da
kein
$\varepsilon_i$ in einem Gewicht von $\op{End}_\DC(S)$ mit einem Koeffizienten
au"serhalb von $\DZ$ auftritt,
und als H"ochstgewichte  kommen 
nur $\varpi_{n-1}$ und $\varpi_{n}$ in Frage. Beide m"ussen dann genauer
genau einmal
vorkommen, sonst w"urden uns Gewichte von $\op{End}_k(S)$ fehlen oder
h"atten eine zu hohe Multiplizit"at.
 F"ur die Darstellung $S$ von $\op{Spin}(2n)$ folgern
wir einen Isomorphismus  $$S\cong {\op{L}}(\varpi_{n})\oplus {\op{L}}(\varpi_{n-1})$$
\end{Bemerkungl}


  







\begin{Bemerkungl}[\textbf{Konstruktion der Spindarstellung im ungeraden Fall}]
  Jetzt betrachten wir die komplexifizierte Cliffordalgebra
  $\op{Cliff}_{2n+1}$ des
  $\DR^{2n+1}$ mit seinem Standard-Skalarprodukt.\label{CliffSO1} 
  Sie tr"agt eine offensichtliche Operation von $\op{O}(2n+1)$.
Nach \ref{Clhe} besitzt $\op{Cliff}_{2n+1}$
  bis auf Isomorphismus genau zwei irreduzible Moduln $V$ und $W$,
  die beide die Dimension $2^n$ haben, und  die Operation
  liefert einen Isomorphismus von $\DC$-Ringalgebren 
  $$\op{Cliff}_{2n+1}\;\sira \;\op{End}_\DC(V)\times \op{End}_\DC(W)$$
  Die beiden Faktoren sind eindeutig bestimmt und unsere Operation
der orthogonalen Gruppe  $\op{O}(2n+1)$ induziert eine Operation von 
$\op{SO}(2n+1)$ auf jedem von ihnen.
  Wie zuvor
  in \ref{CliffSO2} versehen wir dann $V$ und $W$ mit der Struktur einer
  Darstellung der Spin-Gruppe $\op{Spin}(2n+1)$.
  Nun sind die Gewichte der Standarddarstellung der $\op{SO}(2n+1)$ nach
  \ref{Rsou} in der dortigen Notation
  die Null und $\pm\varepsilon_i$ f"ur $1\leq i\leq n$.
  Die Cliffordalgebra hat also $\varepsilon_1+\ldots +\varepsilon_n$ als
  h"ochstes Gewicht und der zugeh"orige Gewichtsraum ist zweidimensional.
  Nach \ref{GewB} ist das gerade das Doppelte $2\varpi_n$ des Fundamentalgewichts zur kurzen einfachen Wurzel. Sowohl $V$ als auch $W$
  m"ussen also h"ochstes Gewicht $\varpi_n=(\varepsilon_1+\ldots +\varepsilon_n)/2$ haben. Nun hat ${\op{L}}(\varpi_n)$ offensichtlich
  $2^n$ extreme  Gewichte $(\pm\varepsilon_1\pm\ldots \pm\varepsilon_n)/2$. Ein Vergleich der Dimensionen zeigt, da"s
  das auch schon alle  Gewichte von ${\op{L}}(\varpi_n)$ sein m"ussen
  und da"s gilt $V\cong W\cong {\op{L}}(\varpi_n)$ als Darstellungen von
  $\op{Spin}(2n+1)$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Die Operation der jeweiligen Liealgebren
  auf den Spindarstellungen kann man nun
  an den allgemeinen "Uberlegungen aus \ref{spind} ablesen.
  Jedem Element der Liealgebra ordnet man dabei einen Kommutator in der
  Cliffordalgebra zu, und die Multiplikation mit diesem Kommutator ist
  dann die Operation des jeweiligen Elements. Ich schreibe die Formeln
  nicht weiter aus.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkunge}
  Wir pr"ufen hier durch explizite Rechnung, da"s
  unsere Abbildung $\beta$ aus \ref{spind} sogar unter der schw"acheren Annahme,
  da"s wir "uber einem K"orper einer Charakteristik $\op{char}(k)\neq 2$
  arbeiten, ein Homomorphismus von Liealgebren ist. 
Die von $\op{End} V$ unter $\varphi$ auf $V \otimes V$ induzierte Lieklammer ist
$[w \otimes z, y \otimes x] = w \otimes b( z,y ) x - y \otimes b( x,w ) z$.
F"ur die antisymmetrischen Ausdr"ucke finden wir dann
wegen $2(w\wedge z)=w\otimes z-z\otimes w$ die Formel 
\begin{eqnarray*}
 4 [w\wedge z, y \wedge x] &=& [w \otimes z - z 
\otimes w, y \otimes x - x \otimes y]\\
&=& w \otimes b( z,y ) x - w \otimes b( z,x ) y\\
& &-z \otimes b( w,y) x + z \otimes b( w,x ) y\\
& & - y \otimes b( x,w ) z + y \otimes b( x,z ) w\\
& & + x \otimes b( y,w ) z - x \otimes b( y,z ) w\\
% &=& 2 ( b( z,y ) w \wedge x - b( z,x ) w \wedge y 
% + b( y,w ) x \wedge z - b( x,w ) y \wedge z)\\
&=&  \langle  z,y \rangle  w \wedge x - 
\langle  z,x \rangle  w \wedge y + \langle  y,w \rangle  x 
\wedge z - \langle  x,w \rangle  y \wedge z
\end{eqnarray*}
mit $\langle \; , \; \rangle  = 2b$. Andererseits gilt hinwiederum in unserer
Cliffordalgebra die Identit"at $(v + w)^2 = v^2 + vw + wv+ w^2$ alias
$v w + w v =\langle  v,w\rangle$ und wir
erhalten durch Umformen in angeordnete Monome
f"ur die alphabetische Reihung 
\begin{eqnarray*}
 [wz, yx] & =& wz y x - y x w z\\
&=& w \langle y,z\rangle x - w yzx - y \langle x,w \rangle z + yw x z\\
&=& \langle y,z\rangle wx - w y \langle z,x \rangle + wy x z 
- \langle x,w \rangle y z + \langle y,w \rangle x z - w y x z\\
&=& \langle y, z\rangle w x - 
\langle z ,x \rangle w y + \langle y,x \rangle w z - w xy z\\
& & - \langle x,w \rangle y z + \langle y 
, w \rangle x z - \langle y, x \rangle w vz + w x y z\\
&=& \langle y , z \rangle w x - \langle z, x \rangle wy
 - \langle x,w \rangle y z + \langle y,w \rangle x z
\end{eqnarray*}
Dann ist
$
 [wz - z w, y x - x y] = [ 2 w z - 
\langle w,z\rangle , 2 y x - \langle y,x \rangle ]
$
eben das Vierfache und wir erhalten 
$$
\begin{array}{lll}
 [wz - z w, y x - x y] &=&
2\langle y , z \rangle 2w x - 2\langle z, x \rangle 2 wy
 - 2\langle x,w \rangle 2 y z + 2\langle y,w \rangle 2x z\\
&=& 2\langle y , z \rangle (w x-xw) - 2\langle z, x \rangle ( wy-yw)\\
 &&- 2\langle x,w \rangle ( y z-zy) + 2\langle y,w \rangle (x z-zx)
\end{array}
$$
Es folgt, da"s die durch $8(y \wedge x) \mapsto y x - x y$ 
gegebene Abbildung in der Tat mit der Lieklammer vertr"aglich ist.
\end{Bemerkunge}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Explizite Konstruktion einer "Uberlagerung von $\op{SO}(n)$}]
   Ist $V$ ein reeller Skalarproduktraum, so
pr"uft man leicht f"ur alle $v,w\in V$ mit $\|v\|= 1$ in der Cliffordalgebra
die Formel $$-vwv^{-1}=w-2\langle v,w\rangle v$$
In Worten stabilisiert also die Konjugation mit $v$
den Teilraum $V\subset\op{Cliff}(V)$ der Cliffordalgebra und ihr Negatives 
operiert dort als die Spiegelung an der zu $v$ orthogonalen Hyperebene,
so da"s die Konjugation mit $v$ selbst als eine Art\label{KoSp}  
\glqq Spiegelung an der von $v$ erzeugten
Gerade\grqq\ operiert.
Nun setzt sich die Multiplikation mit $(-1)$ auf $V$ offensichtlich
fort zu einem wohlbestimmten
Automorphismus $\op{sgn}$ der Clifford\-algebra, 
der die Identit"at ist auf geraden Elementen und $(-1)$ auf ungeraden Elementen. Die Vektoren
der L"ange Eins von $V$ geh"oren damit 
zur Untergruppe $U\subset \op{Cliff}^\times$ 
derjenigen Einheiten $c$ der Clifford\-algebra 
mit $\op{sgn}(c)wc^{-1}\in V \;\forall w\in V$
und $w\mapsto \op{sgn}(c)wc^{-1}$ orthogonal.
Sind weiter $u,v\in V$ orthogonal von der L"ange Eins, so geh"oren alle
$\cos t + (\sin t) uv=((\cos t)v + (\sin t) u)v$ auch zu dieser  Untergruppe 
$U$. Unter dem durch $c\mapsto (w\mapsto (\op{sgn}c)wc^{-1}))$
gegebenen Gruppenhomomorphismus 
$$\varphi:U\ra \op{O}(V)$$ wird unser Element operieren durch
eine Spiegelung an der von $v$ erzeugten
Gerade gefolgt von einer Spiegelung an der von $(\cos t)v + (\sin t) u$ 
erzeugten
Gerade, mithin  
als eine Drehung um den Winkel $2t$ mit $v\mapsto (\cos 2t)v + (\sin 2t) u$
und $u\mapsto (\cos 2t)u - (\sin 2t) v$ in der Ebene $\DR u+\DR v$ und
als Identit"at auf deren orthogonalem Komplement.
Wegen $uv=-vu$ ist andererseits $t\mapsto \cos t + (\sin t) uv$ eine
Einparameteruntergruppe von $U$. 
Da die orthogonale Gruppe nach \eref{OEHE}{LA2} durch Spiegelungen an 
Hyperebenen erzeugt wird, ist 
unsere Abbildung eine Surjektion
$\varphi:U\sra \op{O}(V)$.
Um ihren Kern auszurechnen, bestimmen wir alle
$c\in \op{Cliff}$ mit $\op{sgn}(c)v=vc\;\forall v\in V$.
Gegeben eine Orthonormalbasis $v_1,\ldots, v_n$ und 
$c$ ein streng monotones Monom in den $v_i$ finden
wir nach kurzer Rechnung 
$$\op{sgn}(c)v_j-v_jc=
\left\{\begin{array}{ll}
  0& v_j \text{ kommt in unserem Monom nicht vor;}\\
-2v_jc&v_j \text{ kommt in unserem Monom vor.}
\end{array}\right.$$
Weiter ist im zweiten Fall  $v_j c$ 
bis auf Vorzeichen gerade 
unser um  den Faktor $v_j$ erleichtertes Monom.
Das zeigt $\op{ker}\varphi=\DR^\times$. 
Nun besitzt unsere Cliffordalgebra offensichtlich auch genau einen 
Antiautomorphismus $\alpha$, der auf $V$ die Identit"at ist, und
dieser Antiautomorphismus kommutiert mit dem
Automorphismus $\op{sgn}$. Insbesondere k"onnen wir
in $U$ die Untergruppe\index{Pin@$\op{Pin}(V)$} 
$$\op{Pin}(V)\pdef\{c\in U\mid \alpha(c)c=1\}$$
betrachten. Sie umfa"st immer noch $V$ und wir erhalten eine
kurze exakte Sequenz
$$\{\pm 1\}\hra \op{Pin}(V)\sra \op{O}(V)$$
Andererseits liegt nach obiger Rechnung $(-1)$ 
im Fall $\op{dim}V\geq 2$ in der 
Einskomponente von $\op{Pin}(V)$. Sie hei"st auch die
{\bf Spin-Guppe}\index{Spin-Guppe} $\op{Spin}(V)$\index{Spin@$\op{Spin}(V)$} 
und $\varphi$ 
induziert eine zusammenh"angende
 zweibl"attrige "Uberlagerung
$$\{\pm 1\}\hra \op{Spin}(V)\sra \op{SO}(V)$$
\end{Bemerkungl}





\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}[\textbf{Ausreduzieren der "au"seren Algebra unter $\mathfrak{so}(2n+1)$}]
 Bezeichne $S= {\op{L}}(\varpi_{n})$ die Spindarstellung von $\mathfrak{so}(2n+1)$. Man sch"atze mit der
  Formel von Klimyk \ref{FvvK} die 
  Multiplizit"aten der irreduziblen Summanden
  in $S\otimes S$ ab und folgere aus $S\otimes S\cong \bigwedge \DC^{2n+1}$ ein weiteres Mal die Irreduzibilit"at der $\bigwedge^i \DC^{2n}$.\label{irSOO}
%  Wir erhalten so unschwer die erste Absch"atzung der Ungleichungskette
 %  $$
%     [{\op{L}}(\varpi_{n})\otimes {\op{L}}(\varpi_{n})]\;\leq\;[{\op{L}}(0)]+ \sum_{0< i < n} [{\op{L}}(\varpi_{i})] +[{\op{L}}(2\varpi_{n})]
%   \;\leq\; \sum_{0\leq i \leq n}[{\textstyle \bigwedge^i}\DC^{2n+1}] $$
%   Die Ungleichungen sollen bedeuten, da"s man zur linken Seite eventuell noch
%   einige irreduzible Darstellungen hinzuaddieren mu"s, um die rechte Seite
%   zu erhalten. Die zweite Ungleichung folgt aus der
%   Betrachtung der maximalen Gewichte. 
%   Wegen $[S\otimes S]=[\bigwedge\DC^{2n+1}]$ und $[\bigwedge^i}\DC^{2n+1}]=
%   [\bigwedge^{2n+1-i}\DC^{2n+1}]$  m"ussen jedoch hier  alle Ungleichungen Gleichungen sein.
 %  Insbesondere ist $\bigwedge^i\DC^{2n+1}$ stets irreduzibel oder Null
%   und wir haben genauer $\bigwedge^0\DC^{2n+1}={\op{L}}(0)$ und
%   $\bigwedge^i\DC^{2n+1}={\op{L}}(\varpi_i)$ f"ur $1\leq i<n$ und $\bigwedge^n\DC^{2n+1}={\op{L}}(2\varpi_n)$.
  \end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Ausreduzieren der "au"seren Algebra unter $\mathfrak{so}(2n)$}] 
 Bezeichne $S= {\op{L}}(\varpi_{n-1})\oplus {\op{L}}(\varpi_{n})$ die Spindarstellung von $\mathfrak{so}(2n)$. Man sch"atze mit der
  Formel von Klimyk \ref{FvvK} die 
  Multiplizit"aten der irreduziblen Summanden
  in $S\otimes S$ ab und folgere aus $S\otimes S\cong \bigwedge \DC^{2n}$ ein weiteres Mal die Irreduzibilit"at der $\bigwedge^i \DC^{2n}$
  f"ur $i\neq n$ sowie die Zerlegung $\bigwedge^n \DC^{2n}\cong {\op{L}}(2\varpi_{n})\oplus {\op{L}}(2\varpi_{n-1})$.\label{irrSOO}
%  Wir erhalten so unschwer die Absch"atzungen
 %  $$\begin{array}{lll}
%     [{\op{L}}(\varpi_{n})\otimes {\op{L}}(\varpi_{n})]&\leq& \sum_{1\leq r \leq n/2} [{\op{L}}(\varpi_{n-2r})] \;\;+[{\op{L}}(2\varpi_{n})]\\[2mm] 
%   [{\op{L}}(\varpi_{n-1})\otimes {\op{L}}(\varpi_{n-1})]&\leq& \sum_{1\leq r \leq n/2} [{\op{L}}(\varpi_{n-2r})] \;\;+[{\op{L}}(2\varpi_{n-1})]\\[2mm] 
%   [{\op{L}}(\varpi_{n})\otimes {\op{L}}(\varpi_{n-1})]&\leq& \sum_{1\leq r \leq (n-1)/2} [{\op{L}}(\varpi_{n-1-2r})] \;\;+[{\op{L}}(\varpi_{n-1}+\varpi_{n})]
%   \end{array}$$
%   Hier verwenden wir ausnahmsweise die Kovention $\varpi_{0}=0$ und
%   die Ungleichungen sollen bedeuten, da"s man zur linken Seite eventuell noch
%   einige irreduzible Darstellungen hinzuaddieren mu"s, um die rechte Seite
%   zu erhalten. Andererseits wissen wir $[{\op{L}}(\varpi_{i})]\leq [\bigwedge^i\DC^{2n}]=[\bigwedge^{2n-i}\DC^{2n}]$ f"ur $1\leq i\leq n-2$ und $[{\op{L}}(\varpi_{n-1}+\varpi_{n})]\leq[\bigwedge^{n-1}\DC^{2n}]$  und 
%   $[{\op{L}}(2\varpi_{n})]+[{\op{L}}(2\varpi_{n-1})]\leq [\bigwedge^{n}\DC^{2n}]$
%   aus der Betrachtung der maximalen Gewichte. Wegen $[S\otimes S]=[\bigwedge\DC^{2n}]$ m"ussen hier  alle Ungleichungen Gleichungen sein.
%   Insbesondere ist $\bigwedge^i\DC^{2n}$ irreduzibel f"ur $i<n$, wohingegen  
%   $\bigwedge^{n}\DC^{2n}$ in zwei nichtisomorphe irreduzible Darstellungen zerf"allt.
\end{Ubung}



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%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "XXHL"
%%% End: 
