\section{Stetige Darstellungen}
\subsection{Topologische Algebra}
% \begin{Bemerkungl}
%   Ich beginne mit einigen  Definitionen, die auch in \eref{DTRx}{KAG}
% zu finden sind. 
% \end{Bemerkungl}
  \begin{Definition}\label{DTGg}
    Ein {\bf topologisches Monoid} ist ein
    Monoid $M$ mit einer Topologie derart, da"s die Verkn"upfung $M\times M\ra
    M$ stetig ist.
  \end{Definition}
  \begin{Definition}\label{DTGg}
    Eine {\bf topologische Gruppe} ist eine
    Gruppe $G$ mit einer Topologie derart, da"s die Verkn"upfung $G\times G\ra
    G$ und die Inversenabbildung $G\ra G$ stetig sind,
vergleiche \eref{DTG}{TM}.
  \end{Definition}

\begin{Definition}
  Ein 
{\bf topologischer Ring}\index{topologisch!Ring}\index{Ring!topologischer}  
ist ein 
Ring $k$ mit einer Topologie\label{DTR}
  derart, da"s die Addition und die Multiplikation 
als Abbildungen
  $k \times k \ra k$ stetig sind. 
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  In der vollen Allgemeinheit dieser Definition
  ist einiges nicht offensichtlich, was man aus konkreten
  Situationen gewohnt ist. Zum Beispiel
  w"u"ste ich nicht, warum 
 die invertierbaren Elemente  eines topologischen Monoids 
eine offene Teilmenge oder eine topologische Gruppe bilden sollten.
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}
Ein 
{\bf topologischer Modul}\index{topologisch!Modul}\index{Modul!topologischer} 
"uber einem
topologischen Ring $k$ ist ein 
$k$-Modul $M$  mit einer Topologie\label{DTM}
derart, da"s 
die Addition $M\times M\ra M$ und die Multiplikation
$k \times M \ra M$ stetig sind.
Die Kategorie aller topologischen $k$-Moduln
notieren wir $\op{Modto}_k$.\index{Modto@$\op{Modto}_k$}
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Sei $k$ ein topologischer Ring.
  Die Menge aller stetigen $k$-linearen Abbildungen 
zwischen zwei topologischen $k$-Moduln notieren 
wir unseren allgemeinen Konventionen folgend
$\op{Modto}_k(V,W)$. Solch eine Abbildung
$V\ra W$ nennen
wir eine {\bf Einbettung},\index{Einbettung!topologischer Vektorr"aume}
wenn sie injektiv ist und $V$ die induzierte Topologie tr"agt.
Ist zus"atzlich das Bild von $V$ abgeschlossen, so sprechen wir von einer
{\bf abgeschlossenen Einbettung}. Diese Terminologie ordnet sich unserer
allgemeinen 
Terminologie \eref{Einbb}{TM} unter.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  In der Kategorie  der topologischen Moduln
  "uber einem topologischen Ring  gibt
  es beliebige Produkte und endliche Koprodukte.
\end{Bemerkungl}



\begin{Definition}\label{DTK}
  Ein {\bf topologischer K"orper}\index{topologisch!K"orper}
ist ein 
K"orper $k$ mit einer Topologie
  derart, da"s die Addition und die Multiplikation 
stetige  Abbildungen
  $k \times k \ra k$ sind und da"s f"ur die auf $k^{\times}$ 
induzierte Topologie auch
  das Bilden des Inversen $k^{\times} \ra k^{\times}$ eine stetige Abbildung ist.
%vergleiche \ref{DTKn}.
\end{Definition}
\begin{Beispiele}
Die reellen und die komplexen Zahlen $\DR$ und $\DC$ werden
mit ihrer nat"urlichen Topologie topologische K"orper.
In der Zahlentheorie interessiert man sich allgemeiner f"ur
 lokal kompakte
Hausdorff'sche topologische K"orper, die
sogenannten \glqq lokalen K"orper\grqq. Wir diskutieren deren Klassifikation
in \ref{LoKo}. Typische Beispiele sind 
neben $\DR$ und $\DC$ die $p$-adischen Zahlen $\DQ_p$.
\end{Beispiele}
\begin{Definition}
Ein topologischer Modul "uber einem
topologischen K"orper $k$ hei"st
ein {\bf topologischer Vektorraum}\index{topologisch!Vektorraum}.
Die\index{Vektorraum!topologischer} Kategorie der komplexen topologischen 
Vektorr"aume bezeichnen wir  mit 
$\op{Modto}_\DC$ oder abk"urzend 
$\op{Modto}$.\index{Modto@$\op{Modto}$}
Ein topologischer $k$-Vektorraum hei"se
{\bf topologisch endlichdimensional},\index{topologisch endlichdimensional} 
\index{endlichdimensional!topologisch} wenn er als topologischer Vektorraum isomorph ist zu einem $k^n$ mit
der Produkttopologie und $n\in\DN$.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}] 
Es ist in der Funktionalanalysis "ublich, von einem
topologischen Vektorraum zus"atzlich  die Haus\-dorff-Ei\-gen\-schaft
zu fordern. Ich schlie"se mich dieser Konvention nicht an.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
  Jeder normierte Vektorraum "uber $\DR$ oder $\DC$ wird mit
seiner metrischen Topologie ein topologischer Vektorraum.
\end{Beispiel}

\begin{Bemerkungl}
Jeder topologische Modul und  jeder
topologische Ring sind topologische Gruppen f"ur ihre additive 
Struktur, da in diesen F"allen ja das Bilden des Inversen
gerade die Multiplikation mit $-1$ ist. Gegeben ein topologischer K"orper
ist seine multiplikative Gruppe eine topologische Gruppe.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}\label{QTPV}
Der Quotient eines topologischen Moduls nach einem Untermodul
ist mit seiner Quotiententopologie auch ein topologischer Modul.
Jeder Untermodul eines topologischen Moduls ist mit der 
induzierten Topologie auch ein topologischer Modul.
Das ist leicht zu sehen, wenn man erinnert, da"s
nach \eref{QGW}{TM} die Abbildung auf einen Bahnenraum zu einer 
Gruppenoperation offen ist  und somit final 
bleibt unter dem kartesischen Produkt mit einem
beliebigen weiteren Raum.
\end{Bemerkungl}


\begin{Satz}[\textbf{Endlich erzeugte Hausdorff'sche $\DR$-Vektorr"aume}] 
\begin{enumerate}
\item
Auf einem endlichdimensionalen reellen Vektorraum ist die nat"urliche
Topologie die einzige Topologie, 
die ihn zu einem Hausdorff'schen reellen topologischen
Vektorraum macht;
\item
Jeder endlichdimensionale Teilraum eines reellen Hausdorff'schen topologi\-schen
Vektorraums ist abgeschlossen.
\end{enumerate}\label{EDVU}
\end{Satz}
\begin{Bemerkungw}
  Ich werde mich in der Darstellungstheorie auf
  lokal konvexe topologische Vektorr"aume konzentrieren. F"ur diese ist der
  obige Satz noch leichter zu zeigen.
\end{Bemerkungw}
\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildVH}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Illustration zum Beweis von \ref{EDVU}. \nichtfinal{Notationen unpassend!}  
In der Papierebene $H$  ein endichdimensionaler Teilraum
$V$.  Mit 
gestricheltem Rand eine offene Umgebung $U$ des Ursprungs in $H$,
deren Schnitt mit $V$ beschr"ankt ist, sowie ein gestrecktes
$U$, das einen vorgegebenen Punkt $p$ aus dem Komplement von $V$ 
enth"alt. Entfernen wir aus  dem gestreckten $U$ das
Kompaktum $\overline{V\cap U}$, hier ein kompaktes Geradensegment,
so erhalten wir eine Umgebung von $p$, die $V$ vermeidet.
\end{minipage}
\end{figure}
\begin{proof}
Durch Induktion "uber die Dimension $n$ des fraglichen Vektorraums. 
Der nulldimensionale Fall $n=0$ bietet keine Schwierigkeiten. 
Bezeichne $(1)_n$ beziehungsweise $(2)_n$ die erste beziehungsweise zweite Aussage
des vorhergehenden Satzes im Fall eines $n$-dimensionalen Raums.
Insbesondere bezeichnet $(2)_n$ die Aussage, da"s jeder 
$n$-dimensionale 
Teilraum eines reellen Hausdorff'schen topologi\-schen
Vektorraums abgeschlossen ist. 
Wir zeigen im folgenden erst
$(1)_1$ und dann 
 $(1)_n \Rightarrow (2)_{n} \Rightarrow (1)_{n+1}$
f"ur alle $n\geq 1$. 
\\[3mm]
\noindent
$(1)_1:$ Daf"ur reicht es zu zeigen, 
da"s jede Topologie $\mathcal{T}$ auf $\mathbb{R}$, die diesen
$\mathbb{R}$-Vektorraum zu einem topologischen $\mathbb{R}$-Vektorraum
macht, entweder die Klumpentopologie oder die nat"urliche Topologie
$\mathcal{N}$ von $\mathbb{R}$ ist.
Wir nehmen an, da"s $\mathcal{T}$  
nicht die Klumpentopologie ist, und zeigen
zun"achst, da"s der Ursprung 
eine beschr"ankte  $\mathcal{T}$-Umgebung besitzt.
Gegeben eine $\mathcal{T}$-Umgebung $A$ des Ursprungs 
gibt es n"amlich eine $\mathcal{T}$-Umgebung
$B$ des Ursprungs und $\varepsilon > 0$ mit 
$(-\varepsilon, \varepsilon) B \subset A$.
W"are nun $B$ unbeschr"ankt, so w"are 
$(-\varepsilon, \varepsilon) B = \mathbb{R}$ 
und es folgte $A = \mathbb{R}$ und unsere
Topologie $\mathcal{T}$ w"are doch die Klumpentopologie gewesen.
Nun ist die Identit"at 
$(\mathbb{R},\mathcal{N}) \rightarrow (\mathbb{R},\mathcal{T})$ stetig,
da f"ur jeden reellen topologischen Vektorraum $V$ nach Annahme die
Multiplikation mit Skalaren $\DR\times V\ra V$ stetig ist, 
es gilt also $\mathcal{T} \subset \mathcal{N}$. Da es aber
sogar $\mathcal{T}$ in eine beschr"ankte 
Umgebung des Ursprungs gibt,
und da $\mathcal{T}$ stabil ist unter 
Streckungen und Verschiebungen, 
folgt sofort $\mathcal{T} = \mathcal{N}$.
\\[3mm]
\noindent
$(1)_{n} \Rightarrow (2)_{n}:$
Seien  $H$ ein Hausdorff'scher topologischer 
$\DR$-Vektorraum und 
$V \subset H$ ein $n$-dimensionaler
Teilraum.
Nach $(1)_{n}$ kommt die induzierte Topologie auf $V$ von 
einer Norm her. Es gibt
folglich eine offene Umgebung $B \co H$ des Ursprungs, deren 
Schnitt mit $V$ beschr"ankt ist.
Gegeben $p \in H \backslash V$ k"onnen wir durch geeignete 
Streckung von $B$ ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit 
zus"atzlich $p\in B$ annehmen.
Dann ist jedoch der Abschlu"s in $V$ von $B\cap V$ kompakt und 
damit auch abgeschlossen in
$H$ und $B\backslash \overline{B \cap V} $ ist die gesuchte 
offene Umgebung von $p$, die
$V$ nicht trifft.
\\[3mm]
\noindent
$(2)_n \Rightarrow (1)_{n+1}:$
Gegeben ein Hausdorff'scher topologischer Vektorraum 
$H$ der Dimension $\op{dim}_{\mathbb{R}}
H = n+1$ ist nach $(2)_n$ jede lineare Hyperebene $V$ 
abgeschlossen, der Quotientenraum $H/V$
ist nach \eref{QAU}{TM} 
also Hausdorff und tr"agt damit nach $(1)_1$ 
und "Ubung \ref{QTPV} die nat"urliche Topologie.
Dann sind aber alle Linearformen auf $H$ stetig. Jede 
Basis von $H$ liefert nun einen 
stetigen Isomorphismus $\mathbb{R}^{n+1} 
\sira H$, 
da nach Annahme die
Multiplikation mit Skalaren $\DR\times H\ra H$ stetig und die
Addition stetig sind, 
und nach dem eben
Bewiesenen ist die Umkehrung dieses Isomorphismus auch stetig.
\end{proof}

\begin{Korollar}
  Eine lineare Abbildung von einem
  reellen topologischen Vektorraum in einen endlichdimensionalen
  reellen  Vektorraum mit seiner nat"urlichen Topologie ist genau dann stetig,
  wenn ihr Kern abgeschlossen ist.\label{lasT} 
\end{Korollar}
\begin{proof}
Ist unsere Abbildung stetig, so ist ihr Kern abgeschlossen als Urbild der Null.
Ist umgekehrt $f:V\ra E$ unsere Abbildung
und $K$ ihr Kern, so faktorisiert sie "uber eine lineare
injektive Abbildung
$V/K\hra E$. Versehen wir $V/K$ mit der Quotiententopologie,
so ist die urspr"ungliche Abbildung genau dann stetig, wenn diese
Injektion stetig ist. Ist aber $K$ abgeschlossen in $V$, so ist
$V/K$ Hausdorff nach \eref{QAU}{TM} und tr"agt damit nach \ref{EDVU}
die nat"urliche Topologie. F"ur
lineare Abbildungen zwischen endlichdimensionalen
reellen Vektorr"aumen mit ihrer nat"urlichen Topologie wissen wir aber
aus der Analysis, da"s sie immer stetig sind.
\end{proof}


\begin{Satz*}
  Jeder lokal kompakte Hausdorff'sche reelle topologische
  Vektorraum ist endlichdimensional.\label{edlok} 
\end{Satz*}
\begin{proof}
  Seien $X$ unser Vektorraum und $V$ eine kompakte Umgebung des
  Ursprungs. Sicher gibt es $v_1,\ldots,v_n\in V$ mit
  $V\subset \bigcup_i v_i+(1/2)V$
  und damit $2^{-n}V\subset \bigcup_i 2^{-n}v_i+2^{-n-1}V$.
  Bezeichnet $Y\subset X$ den von
  den $v_i$ erzeugten Teilraum, so folgern wir induktiv
  $V\subset Y+2^{-n}V$ f"ur alle $n$.  Da
  f"ur jede Umgebung $U$ des Ursprungs die $rU$ f"ur $r>0$  unser
  $V$ "uberdecken,  gilt $2^{-n}V\subset U$ f"ur hinreichend gro"ses
  $n$. Nun wissen wir
  nach \ref{EDVU}, da"s $Y$ abgeschlossen ist, und folgern damit erst
  $Y=\bigcap_nY+2^{-n}V$ und dann $V\subset Y$ und damit $Y=X$.
\end{proof}

\begin{Definition}
Eine  \defind{stetige Darstellung}
eines topologischen Monoids $G$ "uber einem topologischen Ring $k$ 
ist ein 
topologischer $k$-Modul
$V$ mit einer
linearen $G$-Operation derart, da"s die durch die Operation 
gegebene Abbildung $G \times V \ra V$
stetig ist.
Erw"ahnen wir den topologischen Ring $k$ 
nicht explizit, so meinen wir in der Regel $k=\DC$.
Eine stetige Darstellung hei"st 
{\bf irreduzibel}\index{irreduzibel!topologische Darstellung} oder
pr"aziser {\bf topologisch irreduzibel},
wenn sie nicht Null ist und jeder abgeschlossene invariante
Untermodul entweder die ganze Darstellung oder der Nullmodul ist.
Eine {\bf unit"are Darstellung}\index{unit"ar!Darstellung}
ist eine stetige Darstellung durch unit"are
Automorphismen eines Hilbert\-raums.
\end{Definition}





\begin{Beispiele}
  Offensichtliche Beispiele f"ur stetige Darstellungen sind die Operation von
  $\op{GL}(n;\DC)$ auf $V=\DC^n$ und ihre Restriktionen auf Untergruppen
  $G\subset\op{GL}(n;\DC)$.   Besonders
  relevant f"ur Anwendungen in Physik und
Zahlentheorie ist die Frage nach einer Klassifikation der irreduziblen 
unit"aren Darstellungen einer gegebenen topologischen Gruppe.
Die Klassifikation der irreduziblen 
unit"aren Darstellungen der Gruppe $\op{SL}(2;\DR)$ diskutieren wir in 
\ref{??}.
\end{Beispiele}


\begin{Bemerkungl} Eine mengentheoretische\label{StNE} 
  Operation einer topologischen Gruppe $G$
  auf einem topologischen Raum $X$ ist stetig genau dann,
  wenn $G\times X\ra X$ stetig ist an allen Stelle $(e,x)$ f"ur $e\in G$ das
  neutrale Element.  A forteriori gilt das f"ur Darstellungen. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
  Gegeben eine topologische Gruppe $G$
  bezeichnen wir mit $\op{Modto}^G$\index{Modto@$\op{Modto}^G$}
  die Kategorie aller stetigen Darstellungen von $G$.
Gegeben stetige Darstellungen 
$V,W$ bezeichnen wir insbesondere mit\index{Modto@$\op{Modto}^G$}
$$\op{Modto}^G(V,W)$$
die Menge aller 
{\bf Verflechtungsoperatoren},\index{Verflechtungsoperator} 
als da hei"st aller stetigen linearen $G$-"aquivarianten Abbildungen 
$V\ra W$. 
\end{Bemerkungl}



\subsubsection*{"Ubungen}
%\begin{Ubung} FALSCH!
 % Gegeben ein topologischer Raum $X$ bezeichne $X^\delta$ die zugrundeliegende
%  Menge ohne Topologie.
\nichtfinal{\label{steN}} 
%  Gegeben eine topologische Gruppe $G$ und eine
%  abelsche topologische Gruppe $V$
%  und ein Gruppenhomomorphismus $\rho:G^\delta\ra \op{Aut}(V^\delta)$
%  ist die davon induzierte Abbildung $G\times V\ra V$ genau dann stetig, wenn
 % sie stetig ist an der Stelle $(e,0)$. 
%\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Gegeben ein Untervektorraum eines topologischen Vektor\-raums ist auch sein
Abschlu"s eine Untervektorraum.\label{ABUV}
 Allgemeiner mag man dasselbe auch f"ur
jeden Untermodul eines topologischen Moduls zeigen. Hinweis: \eref{ABUG}{TM}.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}\label{KTKI}
F"ur jede konvexe Teilmenge eines reellen topologischen 
Vektorraums bilden auch ihre inneren Punkte eine konvexe Teilmenge.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}
Man zeige, da"s alle einfachen unit"aren Darstellungen von $\DR$ 
 eindimensional sind.  Hinweis:
Man verwende den Satz \eref{UDzy}{AN3} "uber die lokale Struktur 
unit"arer Darstellungen von $\DR$ und
die Beschreibung \eref{VerTn}{AN3} von Borelma"sen auf $\DR$ durch ihre 
Verteilungsfunktionen.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Jede stetige lineare Surjektion von einem
reellen topologischen Vektorraum auf einen
endlichdimensionalen reellen Vektorraum mit seiner
Standardtopologie ist offen. Hinweis: F"ur endlichdimensionale 
R"aume folgt das aus \eref{HQTG}{TM} und \ref{EDVU}. Der allgemeine Fall
kann dann mithilfe einer linearen Spaltung gel"ost werden.\label{oBI}  
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Tensorieren mit $k^n$}]
  Die topologischen Moduln "uber einem topologischen Kring $k$
  bilden eine Schmelzkategorie im Sinne von \eref{MuC}{TS} mit
  stetigen multilinearen Abbildungen als Verschmelzungen.
  In dieser  Schmelzkategorie ist $(\ast\mapsto 1)$ ein stark universeller
  Nullmorphismus nach $k$ und f"ur ein beliebiges Objekt $V$ ist
  die stetige bilineare Abbildung $k^n\times V\ra k^n\otimes V$ stark universell, wenn wir  $k^n\otimes V$ mit der Topologie versehen, die
  vom offensichtlichen Isomorphismus $k^n\otimes V\sira V^n$
  herkommt.\label{TEED}  Des weiteren liefert
  die nat"urliche Adjunktion des Funktors $V\mapsto k^n\otimes V$
  mit sich selber im Fall ohne Topologie auch eine
  Adjunktion im topologischen Kontext. Es folgt, da"s wir auch f"ur jeden zu
  einem $k^n$
  isomorphen topologischen $k$-Modul $E$ eine Topologie auf 
  $E\otimes V$ so erkl"aren k"onnen, da"s $E\times V\ra E\otimes V$
  eine stark universelle bilineare Abbildung wird, und da"s  dann die offensichtliche Adjunktion im Fall ohne Topologie eine  nat"urliche Adjunktion 
  $(E\otimes, E^\ast\otimes)$ induziert.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Tensorieren mit endlichdimensionalen Darstellungen}]
  Die stetigen Darstellungen eines topologischen Monoids
  "uber einem topologischen Kring $k$
  bilden eine Schmelzkategorie im Sinne von \eref{MuC}{TS} mit
  "aquivarianten stetigen multilinearen Abbildungen als Verschmelzungen.
 In dieser  Schmelzkategorie ist $(\ast\mapsto 1)$ ein stark universeller
 Nullmorphismus nach $k$ mit der trivialen Operation.
 F"ur ein beliebiges Objekt $V$ und eine als topologischer $k$-Modul
 zu einem $k^n$ mit $n\in \DN$ isomorphe Darstellung $E$ ist
 weiter die Operation auf $E\otimes V$ stetig, verwende \ref{steN}, und
 die stetige bilineare Abbildung $E\times V\ra E\otimes V$ stark universell.\label{TEID}  Ist unser Monoid sogar eine Gruppe, so ist auch die kontragrediente Operation auf $E^\ast$ stetig und  $(E\otimes, E^\ast\otimes)$
 ist ein adjungiertes Paar in nat"urlicher Weise.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}[\textbf{Normierbare topologische Vektorr"aume}]
  Eine Teilmenge $T$ eines reellen topologischen Vektorraums $V$ hei"se
  {\bf streckungsbeschr"ankt},\index{streckungsbeschr"ankt} wenn
  es f"ur jede Umgebung $U\subset V$ der Null ein $t>0$ gibt mit
  $sU\supset T\;\forall s>t$. Man zeige, da"s die Topologie eines
  reellen oder komplexen topologischen Vektorraums genau dann die
  metrische Topologie zu einer Norm ist, wenn unser Raum Hausdorff ist und
  eine konvexe streckungsbeschr"ankte Umgebung der Null besitzt.
  Hinweis: Im reellen Fall versuche man $\|v\|\pdef\op{sup}\{t\mid tv\in T\cap(-T)\}$. Im komplexen Fall beachte man \eref{KRNo}{AN2}.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Sei $V$ ein topologischer $\DC$-Vektorraum
  und $U\subset V$ eine Umgebung des Nullpunkts.\label{bghf} 
  Man zeige, da"s dann auch der Schnitt $\bigcap_{|z|=1}zU$
  "uber alle komplexen Zahlen der L"ange Eins eine Umgebung des
  Nullpunkts ist. Hinweis: $\DC\times V\ra V$ ist stetig bei $(0,0)$. 
\end{Ubung}

\begin{Bemerkungl}
  Es scheint, da"s die lokal konvexen topologischen Vektorr"aume
  mit stetigen multilinearen Abbildungen eine Schmelzkategorie
  mit stark universellen Verschmelzungen bilden, mit dem
  sogenannten {\bf projektiven Tensorprodukt}\index{projektiv!Tensorprodukt}
  als Tensorprodukt. Die "ubliche Notation daf"ur scheint $\otimes_\pi$.
  \index{)8a@$\otimes$ Tensorprodukt!$\otimes_\pi$ projektives Tensorprodukt}
  Das mag ein besserer Formalismus sein als mein spezielles
  Tensorprodukt mit endlichdimensionalen R"aumen oben.
  Es scheint weiter, da"s wir
  f"ur abz"ahlbar basierte (?) glatte Mannigfaltigkeiten
  $X,Y$ einen Isomorphismus $\mathcal C(X)\otimes_\pi \mathcal C(Y)\sira
  \mathcal C(X\times Y)$ erhalten, neeee, mit dem komplettierten
  projektiven Tensorprodukt. Das sollte ja wohl f"ur die Schmelzkategorie der
  von-Neumann-R"aume richtig sein. [Sch] H. H. Schaefer and M. P. Wolff, Topological vector spaces, Second edition. Graduate
Texts in Mathematics, 3. Springer-Verlag, New York, 1999. xii+346 pp.
\end{Bemerkungl}


\subsection{Ein relatives Exponentialgesetz}
\begin{Bemerkungl}
 Gegeben eine stetige Abbildung 
 $f : X \rightarrow Y$  hat
das Vorschalten $(f\circ):\op{Top}_X\ra \op{Top}_Y$
als Rechtsadjungierten 
den Funktor $Z \mapsto X\times_Y Z$, der auch oft als
\glqq Basiswechsel\grqq\ angesprochen wird. 
Die Faser "uber $y\in Y$ notieren wir in
dieser Situation im
folgenden $X_y$ und setzen allgemeiner 
$X_V\pdef f^{-1}(V)$ f"ur $V\subset
Y$. Ich erinnere an den Begriff lokal eigentlicher Abbildungen aus 
\ref{LEAm}. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Proposition}[\textbf{Relatives Exponentialgesetz}] 
 F"ur jede lokal eigentliche Abbildung $f : X \rightarrow Y$ 
besitzt der  Basiswechsel\index{Exponentialgesetz!relatives}
$
 X\times_Y : \op{Top}_Y \rightarrow \op{Top}_X
$
einen
Rechtsadjungierten $Z \mapsto \mathcal C_f (X,Z)$, der wie folgt
konstruiert werden kann: 
Gegeben $\pi : Z \rightarrow X$ ein beliebiger Raum "uber $X$ setzt man
$Z_y\pdef (f\pi)^{-1}(y)$ und
\begin{equation*}
 \mathcal C_f (X,Z) \pdef \bigsqcup_{y \in Y} \op{Top}_{X_y} (X_y,Z_y)
\end{equation*}
und versieht diese Menge mit der Topologie, die erzeugt wird von den offenen
Mengen $\mathcal O (V, P, W)$, die wir f"ur alle
$V \co Y$ und
 $P \subset X_V$ mit $f: P \rightarrow V$ eigentlich und $W
\co Z$ wie folgt erkl"aren: Eine Abbildung 
$\varphi_y\in \op{Top}_{X_y} (X_y, Z_y)\subset
\mathcal C_f (X,Z)$ liegt genau dann  in
$\mathcal O (V, P, W) $, wenn gilt 
$ y \in V$ und $\varphi_y (P \cap X_y) \subset W$.
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
  Die Abbildung $\mathcal C_f (X, Z) \rightarrow Y$ ist dabei
hoffentlich
offensichtlich. Sie ist stetig und macht folglich
$\mathcal C_f (X, Z)$ zu einem Objekt von $\op{Top}_Y$,
da das Urbild von $U\co X$ 
offen ist als die Vereinigung aller $\mathcal O (V, P, Z)$
mit $V\co U$, und da"s das Urbild diese Vereinigung ist, 
folgt hinwiederum aus unserer Annahme $f$ lokal eigentlich. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
Die Allgemeinheit lokal eigentlicher Abbildungen scheint mir
f"ur den vorhergehenden Satz nat"urlich. Ich habe
jedoch keine Anwendungen im Sinn, die "uber
den Fall stetiger Abbildungen zwischen lokal kompakten Hausdorffr"aumen
hinausgehen w"urden. Derartige Abbildungen 
sind nach \ref{c:loc} stets lokal eigentlich. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Beziehung zum "ublichen Exponentialgesetz}]
  %Variante nach Gerhards
  Sei in einer an unsere Formulierung des
  gew"ohnlichen Exponentialgesetzes angepa"sten
  und von der Formulierung im Satz abweichenden
  Notation $f:Y\ra T$ eine lokal eigentliche Abbildung.
Wir betrachten das 
Diagramm von Funktoren
 \begin{displaymath}
    \xymatrix{
      \op{Top}_{T}\;\;\ar@<1ex>[r]^-{\times_T Y}&
      \;\;\op{Top}_{Y}\;\;
      \ar@<1ex>[l]^-{\mathcal C_f(Y,\;)}\ar@<1ex>[r]^-{f\circ}&
     \;\; \op{Top}_{T}\ar@<1ex>[l]^-{\times_T Y}}
 \end{displaymath}
 Oben steht dabei immer der Linksadjungierte, und indem wir
 oben und unten jeweils die Verkn"upfung nehmen und
 $\mathcal C_T(Y,Z)\pdef\mathcal C_f(Y,Z\times_TY)$ setzen,
 erhalten wir ein Paar von adjungierten Funktoren
 $(\times_T Y,\mathcal C_T(Y,\;))$ von $\op{Top}_T$ zu sich selbst,
 das im Fall des einpunktigen Raums $T$ zum Exponentialgesetz
 \eref{TKL}{TM} spezialisiert.
 Explizit ergibt sich dann eine nat"urliche Bijektion
 \begin{equation*}
 \mathcal C_T (Y,Z) \sira \bigsqcup_{t \in T} \op{Top} (Y_t,Z_t)
\end{equation*}
\end{Bemerkungl}







  \begin{proof}
     F"ur jede beliebige stetige Abbildung $\kappa : T \rightarrow Y$
    und jede stetige Abbildung $g : T \times_Y X \rightarrow Z$ "uber $X$
    erhalten wir %in der Notation $\kappa^{-1}(y)=T_y$ 
Abbildungen
    \begin{equation*}
      \tilde g_y : T_y \rightarrow \op{Top}_{X_y} (X_y, Z_y)
    \end{equation*}
    mithilfe des Exponentialgesetzes \eref{TKL}{TM}, da jede Faser $X_y$ 
unserer lokal eigentlichen Abbildung $f$ lokal
    kompakt ist nach \ref{lepp} und \ref{LSB}. 
Zusammen liefern alle diese
    Abbildungen $\tilde g_y$ eine Abbildung $ \tilde g \in \op{Ens}_Y (T,
    \mathcal C_f (X,Z)) $ "uber $Y$.    Jetzt "uberlegen
    wir uns zun"achst, da"s mit $g : T\times_Y X \rightarrow Z$ auch $\tilde g : T
    \rightarrow \mathcal C_f (X,Z)$ stetig sein mu"s. Nun, das Urbild von
    $\mathcal O (V,P,W)$ unter $\tilde g$ besteht aus allen $t \in T_V$ mit
   $
      g (t, x) \in W $ f"ur alle $ x \in P \cap X_{\kappa (t)}
    $.
    Aus $\tilde g (t) \in \mathcal O (V,P,W)$ folgt also $y \pdef \kappa (t)
    \in V$ und $g^{-1} (W) \supset \{t\} \times (P \cap X_y)$.  Indem
    wir die Kompaktheit von $P \cap X_y$ und die Definition der
    Produkttopologie verwenden, finden wir eine offene Umgebung $S \co T$ von
    $t$ und $U \co X$ offen um $P \cap X_y$ mit $g^{-1} (W) \supset
    (T\times_Y X) \cap (S\times U)$.  Nach \ref{OfF} besitzt $y$ eine offene
    Umgebung $B \co V$ mit $ P_B \subset U$.
     Dann ist $S \cap T_B$ die
    gesuchte Umgebung von $t$ in $T$, die unter $\tilde g$ auch noch in
    $\mathcal O (V,P,W)$ landet.  Schlie"slich gilt es noch zu zeigen, da"s
    mit $\tilde g$ auch $g$ selbst stetig sein mu"s.  Wir zeigen Stetigkeit an
    jeder Stelle $(t, x) \in T\times_Y X$.  Sei $W \co Z$ offen um $g(t,x) =
    \tilde g (t) (x)$. Hierbei ist $\tilde g (t) : X_y \rightarrow
    Z_y$ ein stetiger Schnitt der Projektion $\pi:Z\ra X$ "uber
    $X_y \subset X$ f"ur $y = \kappa (t)=f(x)$.  Das Urbild von $W \co Z$
    unter $\tilde g (t)$ ist eine offene Umgebung von $x$ in der Faser
    $X_y$. Per definitionem ist 
sie der Schnitt einer offenen Teilmenge $A \co X$ mit der Faser.  
Da $f$ lokal
    eigentlich ist, finden wir Umgebungen $P \subset A$ von $x$ und $V \co
    Y$ von $y$ mit $f(P) \subset V$ und so, da"s $f: P \rightarrow V$
    eigentlich ist.  % Wir d"urfen dabei sogar ohne Beschr"ankung der
%     Allgemeinheit $V \co Y$ annehmen.
    Ist $\tilde g$ stetig, so gibt es eine
    offene Umgebung $S \co T$ von $t$ mit $\tilde g (S) \subset \mathcal O
    (V,P,W)$.  Dann aber landet $ (S \times P) \cap (T\times_Y X)$ unter $g$
    in $W$ und das zeigt die Stetigkeit von $g$ bei $(t,x)$.
  \end{proof}

  \begin{Bemerkunge}[\textbf{Bezug zu Garben}]
    Jede stetige Abbildung $f:X\ra Y$ liefert wie in \ref{AdIn}
    ein adjungiertes Paar $(f^*,f_*)$ von Funktoren zwischen den Kategorien
    der Garben auf $X$ und auf $Y$. Vermittels der "Aquivalenz \ref{GSc}
    zwischen Garben und ihren \'etalen R"aumen erhalten wir daraus
    ein adjungiertes Paar von Funktoren zwischen den Kategorien
    der \'etalen R"aume "uber $X$ und "uber $Y$. Der R"uckzug $f^*$
    entspricht dabei nach \ref{AbiB} dem Basiswechsel $X\times_Y$ und
    die Entsprechung des direkten Bildes notieren wir $\bar f_*$.
    Ist $f:X\ra Y$ sogar lokal eigentlich, so bilden die durchgezogenen
    Pfeile mit der Notation $i$ f"ur die Einbettungsfunktoren
    ein kommutatives 
    funktorielles Diagramm 
\begin{displaymath}
\xymatrix{&\op{\acute{e}tTop}_X\ar@<0.5ex>[rd]^-{i}\ar@{-->}@<0.5ex>[ld]^-{\bar f_*}&\\
    \op{\acute{e}tTop}_Y\ar@<0.5ex>[ru]^-{\times_Y X}\ar@<0.5ex>[rd]^-{i}&&\op{Top}_X\ar@{-->}@<0.5ex>[ld]^-{\mathcal C_f(X,\;)}\ar@{-->}@<0.5ex>[lu]^-{\op{\acute{e}ts}}\\
    &\op{Top}_Y\ar@<0.5ex>[ru]^-{\times_Y X}\ar@{-->}@<0.5ex>[lu]^-{\op{\acute{e}ts}}&
}
\end{displaymath}
Die zugeh"origen gestrichelt eingezeichneten
Rechtsadjungierten bilden mithin auch ein bis auf
eine wohlbestimmte Isotransformation kommutatives Diagramm
von Funktoren mit der Notation $\op{\acute{e}ts}$ f"ur unsere
\'Etalisierung aus \ref{etAk},
den Rechtsadjungierten des Einbettungsfunktors $i$.
Gegeben ein Raum $\pi:Z\ra X$ "uber $X$ erhalten wir so
einen nat"urlichen Isomorphismus
$\bar f_* \op{\acute{e}ts} Z\sira \op{\acute{e}ts} \mathcal C_f(X,Z)$
und speziell f"ur jede Garbe $\mathcal F\in \op{Ens}_{/X}$ einen
nat"urlichen Isomorphismus
$$\overline{f_*\mathcal F} \sira \op{\acute{e}ts} \mathcal C_f(X,\bar{\mathcal F})
$$
Die nat"urliche Abbildung $\overline{f_*\mathcal F} \ra  \mathcal C_f(X,\bar{\mathcal F})
$ ist im allgemeinen kein Isomorphismus,
denn der Halm des Bildes ist bei Garben im allgemeinen verschieden von
den Schnitten auf der Faser. Mir scheint jedoch, da"s sie f"ur eigentliches 
separiertes $f$ doch ein Isomorphismus sein mu"s 
aufgrund des eigentlichen Basiswechsels \ref{EBWA}. 
  \end{Bemerkunge}

  \begin{Bemerkungl}
    Ich denke fast, da"s in unserer Situation 
relativer topologischer R"aume der Basiswechselmorphismus 
zu kartesischen Quadraten stets ein Isomorphismus sein sollte.
Ich habe es aber nur f"ur Basiswechsel zu einem Punkt gepr"uft.
K"onnte das eine Bachelor-Arbeit sein? Maximilian Gerhards Diss!
  \end{Bemerkungl}


  \begin{Bemerkungl}
    Unser Rechtsadjungierter vertauscht wie jeder Rechtsadjungierte
mit Produkten und macht insbesondere Gruppenobjekte zu Gruppenobjekten und
abelsche Gruppenobjekte zu abelschen Gruppenobjekten.
Ich gehe davon aus, da"s man leicht zeigt, da"s er auch
relative topologische $\DC$-Vektorr"aume
 zu ebensolchen macht.
 \end{Bemerkungl}






\subsection{Beispiele f"ur stetige Darstellungen}




\begin{Lemma}[\textbf{Regul"are Darstellungen}]
Ist  $G$ eine lokal kompakte Gruppe,
so erhalten wir durch die
Formeln $(\acute{x}f)(z)\pdef f(x^{-1}z)$ beziehungsweise $ (\grave{x}f)(z)\pdef f(zx)
$ zwei stetige Operationen  von\label{StDa} 
$G$ auf dem Raum  $\cal{C}(G)$ aller stetigen komplexwertigen Funktionen
auf unserer Gruppe mit seiner kompakt-offenen Topologie. 
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}
Diese Darstellungen
hei"sen die \defind{stetige linksregul"are} beziehungsweise die \defind{stetige
rechtsregul"are
Darstellung} von $G$.  Eine weitreichende Verallgemeinerung 
dieses Lemmas werden wir als Satz \ref{DSe} beweisen.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Es gilt, die Stetigkeit zum Beispiel der Rechtsoperation
$ \cal{C}(G)\times G\ra \cal{C}(G) $,
$(f,x)\mapsto \grave{x}f$ zu zeigen.
Diese ist jedoch nach dem schwachen Exponentialgesetz \eref{TKL}{TM}  
gleichbedeutend zur Stetigkeit der Abbildung
 $\cal{C}(G)\times G\times G\ra \DC $, $(f,x,z)\mapsto f(xz)$,
und die Stetigkeit dieser Abbildung folgt aus der Stetigkeit
der Verkn"upfung in unserer Gruppe und der Stetigkeit der
Auswertungsabbildung \eref{LcA}{TM}.
\end{proof}
\begin{Lemma}[\textbf{Varianten der regul"aren Darstellung}]
  Gegeben seien eine lokal kompakte Gruppe  $G$
  und ein linksinvariantes Haarma"s $\mu$ auf $G$. So gilt:\label{FAaD}
  \begin{enumerate}
    \item 
  Die durch Linkstranslation gegebene Darstellung
  von $G$ auf  $\cal{C}_!(G)$ ist stetig in Bezug auf die $\|\;\|_p$-Norm f"ur
  $1\leq p<\infty$;
\item
  Diese Darstellung l"a"st sich auf genau eine Weise zu einer 
  stetigen Darstellung  auf ${\op{L}}^p(G;\mu)$ fortsetzen;
  \item
Im Fall $p=2$ erhalten wir  auf diese Weise
eine unit"are Darstellung 
$${\op{L}}^2(G;\mu)$$
  \end{enumerate}
\end{Lemma}
\begin{proof}
1. Gegeben eine Funktion $f\in \cal{C}_!(G)$ und $\varepsilon>0$
  w"ahlen wir  eine unter dem Invertieren stabile
  kompakte Umgebung $U\subset G$ des
  neutralen Elements
  und betrachten das Kompaktum $K\pdef U\op{supp}f$.
  Dann finden wir
  wegen der Stetigkeit in der kompakt-offenen Topologie
  $\eta>0$ mit $\eta\mu(K)<\varepsilon$
  und $V\subset U$ eine unter Invertieren stabile
  Umgebung des neutralen Elements mit
  $|(\acute{x}f)(y)-f(y)|<\eta$ f"ur alle $ y\in K$ und $x\in V$.
  Da beide Funktionen au"serhalb von $K$ eh verschwinden, folgt
  $\|\acute{x}f-f\|_p<\varepsilon$  f"ur alle  $x\in V$. F"ur eine
  weitere Funktion $g\in \cal{C}_!(G)$ folgt aus 
  $\|g-f\|_p<\varepsilon$ und $y\in V$ mit der Notation $x\pdef y^{-1}$  also
  $$\|\acute{y}g-f\|_p= \|g-\acute{x}f\|_p\leq \|g-f\|_p+\|f-\acute{x}f\|_p<2\varepsilon$$
Das zeigt die  Stetigkeit der Operation bei
  $(e,f)$ von $G$ auf $(\cal{C}_!(G),\|\;\|_p)$.
\\[2mm]\noindent 2.  
  Nach \eref{ckdi}{TM} ist $\cal{C}_!(G)$ dicht in ${\op{L}}^p(G;\mu)$.
  Da andererseits ${\op{L}}^p(G;\mu)$ vollst"andig ist, mu"s es
  eine Vervollst"andigung sein. 
  Jede stetige lineare Abbildung von normierten
  komplexen Vektorr"aumen  ist
  gleichm"a"sig stetig und l"a"st sich auf genau eine
  Weise zu einer stetigen Abbildung 
  auf die Vervollst"andigungen fortsetzen, die auch ihrerseits linear ist.
  Es gilt nun nur
  noch zu zeigen, da"s auch die vervollst"andigte Operation
  $G\times {\op{L}}^p(G;\mu)\ra  {\op{L}}^p(G;\mu)$
  stetig ist. Wieder reicht es, f"ur alle
  $h\in{\op{L}}^p(G;\mu)$ die Stetigkeit bei $(e,h)$ zu zeigen.
  Wir finden aber f"ur alle $\varepsilon >0$ ein $f\in \cal{C}_!(G)$
  mit $\|h-f\|_p<\varepsilon$ und eine unter dem Invertieren stabile
  Umgebung $V\subset G$ des neutralen Elements mit
  $\|f-\acute{x}f\|_p<\varepsilon\;\forall x\in V$.
  Aus $\|h-g\|_p<\varepsilon$ und $y\in V$ mit
  $x\pdef y^{-1}$ folgt dann
  $\|f-g\|_p<2\varepsilon$ und $\|f-\acute{y}g\|_p= \|\acute{x}f-g\|_p<3\varepsilon$ und $\|h-\acute{y}g\|_p<4\varepsilon$ und so die Stetigkeit bei $(e,h)$.
  \\[2mm]\noindent 3. Die Operation 
  erh"alt offensichtlich das Skalarprodukt. 
\end{proof}

\begin{Lemma} Ist $G$ eine %abz"ahlbar basierte
  lokal kompakte Hausdorffgruppe
  und $A\subset G$ eine Borelmenge
  von positivem endlichen Haarma"s,\label{AAem} 
  so ist $AA^{-1}$ eine Umgebung des neutralen Elements.
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}
  F"ur $A$ von unendlichem Ma"s  erh"alt man ein Gegenbeispiel,
  indem man f"ur eine "uberabz"ahlbare
  diskrete Gruppe $D$ die Teilmenge  $A\pdef D\times \{0\}\subset
  D\times\DR$ betrachtet.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
  F"ur die charakteristische Funktion von $A$ folgt
  $\chi_A\in {\op{L}}^2(G)$ und
  $$\varphi:x\mapsto \int_G  \chi_A(y) \chi_A(x^{-1}y)\mu\langle y\rangle=\mu(A\cap xA)$$
  ist eine stetige Funktion nach \ref{FAaD} 
  und positiv beim neutralen Element $x=e$. Also ist sie auch positiv in einer
  Umgebung $U$ des neutralen Elements und f"ur $x\in U$ gilt
  dann $\mu(A\cap xA)>0$ und insbesondere 
  $A\cap xA\neq \emptyset$.
\end{proof}
\begin{Lemma} Seien $G$ eine abz"ahlbar basierte
  lokal kompakte Hausdorffgruppe und $H$ eine abz"ahlbar basierte
  topologische Gruppe.
  So ist jeder me"sbare Gruppenhomomorphismus $\varphi:G\ra H$  stetig.
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}
  Es reicht sogar anzunehmen, da"s unser Gruppenhomomorphismus
  me"sbar ist in Bezug auf die Vervollst"andigung des Haarma"ses auf $G$.
  Der Beweis bleibt derselbe. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
  Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit sei $\varphi$ surjektiv.
  Gegeben eine Umgebung $U\co H$ des neutralen Elements finden
  wir eine offene Umgebung $V\co H$ des neutralen Elements mit
  $VV^{-1}\subset U$. Nach Annahme ist $\varphi^{-1}(V)$ me"sbar.
  Dann finden wir eine abz"ahlbare Familie
  $(h_i)_{i\in\DN}$ mit $H=\bigcup_{i\in \DN}h_iV$.
  F"ur Urbilder $g_i$ der $h_i$
  gilt dann $G=\bigcup_{i\in \DN}g_i\varphi^{-1}(V)$.
  So folgt $\mu(\varphi^{-1}(V))>0$. Ist $G$ abz"ahlbar basiert,
  so k"onnen wir $G$ als eine Vereinigung einer Folge von Kompakte scheiben
  und folgern, da"s der Schnitt $A$ von $\varphi^{-1}(V)$ mit einem
  hinreichend gro"sen Kompaktum positives endliches Ma"s haben mu"s.
  Nach \ref{AAem} 
  ist $AA^{-1}$ eine Umgebung des neutralen Elements von $G$ und nach 
  Konstruktion gilt $\varphi(AA^{-1})\subset U$. Also ist $\varphi$ stetig.
\end{proof}
\subsection{Weitere Beispiele stetiger Darstellungen}
\begin{Bemerkungl}
  Wir verallgemeinern nun die Argumentation aus \ref{StDa}, um zum Beispiel
  auch den Raum aller stetigen Vektorfelder auf einer glatten Mannigfaltigkeit
  mit einer glatten Operation einer Liegruppe als stetige Darstellung
  zu erkennen, und beginnen mit weiteren Notationen und Resultaten aus
  der Topologie.
\end{Bemerkungl}

% \begin{Definition}
% Sei $k$ ein topologischer K"orper und 
% $X$ ein topologischer Raum.
% \begin{enumerate}
% \item
% Ein {\bf topologisches $k$-Pr"ab"undel} oder kurz
%   {\bf Pr"ab"undel} $E = (E,p)=(p:E\ra X)$
% auf $X$  besteht aus
% einem topologischen Raum $E$, dem \defind{Totalraum}, einer stetigen Abbildung
% $p : E \ra X$, 
% der {\bf Projektion},\index{Projektion! von Vektorraumb"undel} 
% sowie
% einer $k$-Vektorraum\-struk\-tur auf jeder Faser $E_{x}
% = p^{-1}(x)$;
% \item
% Ein \defind{Morphismus} von einem Pr"ab"undel $(E,p)$ in ein weiteres $(F,q)$ 
% ist eine stetige Abbildung $h: E \ra F$ mit $qh=p$ derart, 
% da"s f"ur alle $x \in X$ die auf den Fasern induzierte Abbildung $h :
% E_{x} \ra F_{x}$ eine $k$-lineare Abbildung ist;
% \item
% Gegeben ein topologischer $k$-Vektorraum $V$ hei"st
% der Raum $X \times V$ mit seiner offensichtlichen
% Struktur als topologisches Pr"ab"undel  das \defnoind{konstante
% topologische $k$-B"undel auf $X$ mit 
% Faser $V$};\index{B"undel!topologisches}
% \item
% Ein \defnoind{topologisches
% $k$-B"undel auf $X$}\index{B"undel} ist ein
% Pr"ab"undel $(E,p)$, das
% im folgenden Sinne \glqq lokal trivial\grqq\  ist: Es gibt einen
% topologischen $k$-Vektorraum $V$, so da"s jeder
% Punkt
% $x \in X$ eine Umgebung $U$ besitzt mit der Eigenschaft, da"s das induzierte
% Pr"ab"undel $(p:p^{-1}(U)\ra U)$ auf $U$
% isomorph ist zum konstanten 
% $k$-B"undel $U\times V$
% auf $U$  mit Faser $V$. Wir reden in diesem Fall 
% auch genauer von einem \defnoind{topologischen
% $k$-B"undel auf $X$ mit Faser $V$}. 
% \end{enumerate}
% \end{Definition}


% % \emph{Sollte das alles viel besser machen: Gruppenobjekt in der Kategorie der
% % topologischen R"aume "uber $X$ etc.} 


% \begin{Bemerkunge}
% Au"serhalb der Darstellungstheorie
% versteht man meist unter einem topologischen Vektorraumb"undel
% ein B"undel im obigen Sinne mit Faser $k^n$.  
% \end{Bemerkunge}



\begin{Definition}
Gegeben ein topologischer Raum $X$ hei"st ein Paar $Y=(Y,p)$ bestehend
aus einem topologischen Raum $Y$ und einer stetigen Abbildung 
$p:Y\ra X$ auch ein \defind{topologischer Raum "uber $X$}.
Gegeben ein weiterer topologischer Raum $Z=(Z,q)$ "uber $X$ versteht man
unter einer \defind{stetigen Abbildung "uber $X$} eine 
stetige Abbildung $f:Y\ra Z$ mit $qf=p$. Wir notieren die Menge aller
dieser Abbildungen $\op{Top}_X(Y,Z)$. Wenn wir sie mit der von 
$\cal{C}(Y,Z)$ induzierten Topologie als
topologischen Raum auffassen, notieren wir diesen Raum $$\cal{C}_X(Y,Z)$$
\end{Definition}

\begin{Definition}
Gegeben topologische R"aume $Y=(Y,p)$ und $Z=(Z,q)$ "uber 
einem topologischen Raum $X$ definiert man ihr \glqq faserweises Produkt\grqq\  oder 
{\bf Faserprodukt},\index{Faserprodukt!von topologischen R"aumen} 
einen weiteren topologischen Raum
$Y\times_X Z$ "uber $X$,  durch die Vorschrift
$$Y\times_X Z\pdef \{(y,z)\in Y\times Z\mid p(y)=q(z)\}$$
versehen mit der von der Produkttopologie induzierten Topologie 
und der offensichtlichen Abbildung nach $X$. 
Dies Faserprodukt ist das Produkt
in der Kategorie $\op{Top}_X$, vergleiche \eref{KaPrr}{TF}. 
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}
Sei $X$ ein topologischer Raum.
  Ein Gruppenobjekt im Sinne von \eref{VkOO}{AAG} 
in der Kategorie $\op{Top}_X$ der topologischen R"aume
  "uber $X$ hei"st eine 
{\bf topologische Gruppe "uber $X$}.\index{topologiche Gruppe!relative} 
Das ist ausgeschrieben eine stetige Abbildung $\pi:Y\ra X$ nebst
einer stetigen Abbildung $m:Y\times_X Y\ra Y$ "uber $Y$, unter der alle Fasern
$Y_x$ zu Gruppen werden und so, da"s die 
Abbildung $e:X\ra Y$, die jedem $x\in X$ das neutrale Element von $Y_x$
zuordnet, stetig ist, und die faserweise Inversenabbildung
$i:Y\ra Y$ desgleichen. Der R"uckzug unter $f:Z\ra X$ liefert einen 
Funktor
$$f^\ast: \op{GrpTop}_X\ra \op{GrpTop}_Z$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiele}
  Der \'etale Raum einer Garbe von Gruppen auf $X$ ist dasselbe wie eine
  topologische Gruppe "uber $X$, deren Projektionsabbildung \'etale ist.
\end{Beispiele}

\begin{Bemerkungl}\label{KBDLn} 
Seien $X$ ein topologischer Raum und $k$ ein topologischer K"orper.
Ein {\bf topologischer 
$k$-Vektorraum "uber $X$}\index{topologicher Vektorraum!relativer} 
ist eine abelsche topologische Gruppe  $E\ra X$ "uber $X$
mitsamt einer stetigen Abbildung $k\times E\ra E$ "uber $X$ derart,
da"s alle Fasern $E_x$ mit den induzierten Strukturen $k$-Vektorr"aume
werden. Wir gehen meist von $k=\DC$ aus und notieren 
$\op{Modto}_X$ die Kategorie aller 
topologischen 
$\DC$-Vektorr"aume "uber $X$.
 Der R"uckzug unter $f:Z\ra X$ liefert einen 
Funktor
$$f^\ast: \op{Modto}_X\ra \op{Modto}_Z$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Sei $k$ ein topologischer K"orper und
$V$ ein  topologischer
  $k$-Vektorraum.
  Ein {\bf $k$-Vektorraumb"undel "uber $X$ mit Faser $V$} 
oder auch kurz {\bf
    Vektorb"undel}\index{Vektorb"undel!topologisches} ist ein topologischer
  $k$-Vektorraum "uber $X$, der 
 lokal isomorph ist zu $X\times V$ mit seiner
  offensichtlichen Struktur als topologischer 
$k$-Vektorraum "uber $X$.  Au"serhalb der
  Darstellungstheorie betrachtet man meist nur den 
Fall $V=k^n$ f"ur $n\in\DN$
  und erlaubt manchmal sogar variablen Rang $n$.
\end{Bemerkungl}


\begin{Beispiel}
Jedes glatte Vektorraumb"undel auf einer glatten Mannigfaltigkeit 
ist in nat"urlicher Weise auch ein topologisches Vektorraumb"undel.
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}
Ein quadratisches Diagramm von topologischen R"aumen der Gestalt
$$\begin{array}{rcl}
W& \overset{c}{\longrightarrow}& Y\\
{\scriptstyle{d}}\downarrow & &\downarrow \scriptstyle{a}\\
Z&\overset{b}{\longrightarrow} & X
\end{array}$$
hei"st {\bf kartesisch},\index{kartesisch!Diagramm!von topologischen R"aumen} 
 wenn es gegeben ein topologischer
Raum $T$ und stetige Abbildungen $f:T\ra Y$ und $g:T\ra Z$ mit
$af=bg$ genau eine Abbildung $h:T\ra W$ gibt mit $ch=f$ und $dh=g$.
Man sieht sofort, da"s das Quadrat
$$\begin{array}{ccl}
Y\times_X Z& \longrightarrow& Y\\
\downarrow & &\downarrow \scriptstyle{a}\\
Z&\overset{b}{\longrightarrow} & X
\end{array}$$
mit den entsprechenden Projektionen als unbeschrifteten Pfeilen
kartesisch ist. Die universelle Eigenschaft liefert umgekehrt auch
f"ur jedes kartesische Quadrat wie oben eine
eindeutig bestimmte stetige Abbildung 
$ i:Y\times_X Z\sira W$ mit $ci=\op{pr}_Y$ und $di=\op{pr}_Z$, 
und die "ublichen Argumente zeigen, da"s sie ein Hom"oomorphismus
sein mu"s. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Lemma}\label{KKT}
Gegeben ein topologische
R"aume $T,Y,Z$  "uber  einem topologischen Raum $X$ \nichtfinal{mit $T$ lokal kompakt, Verwendung pr"ufen!} 
liefert die offensichtliche Abbildung einen Hom"oomorphismus
$$\cal{C}_{X}(T,Y\times_X Z)\sira \cal{C}_{X}(T,Y)\times\cal{C}_{X}(T, Z)$$
\end{Lemma}

\begin{Bemerkunge}
Gegeben ein topologischer
Raum $T$ \nichtfinal{mit $T$ lokal kompakt, Verwendung pr"ufen!} "uber  einem topologischen Raum $X$ ist 
in kategorieller Terminologie ausgedr"uckt sogar st"arker der Funktor
$\cal{C}_{X}(T,\;) : \op{Top}_{X} \ra \op{Top}$
vertr"aglich mit beliebigen  Produkten.  
\end{Bemerkunge}
\begin{proof}[Beweis]
Das folgt sofort aus der Vertr"aglichkeit  \eref{KTt}{TM}
von $\cal{C}(T,\;)$ mit Produkten 
durch "Ubergang zu geeigneten Teilr"aumen mit ihren induzierten
Topologien.
\end{proof}


\begin{Proposition}
Gegeben ein topologischer Vektorraum
$E\ra X$ "uber einem topologischen Raum $X$ 
ist der Raum der Schnitte $\cal{S}(E)\pdef\cal{C}_{X}(X,E)$
mit der punktweisen
 Addition und
Multiplikation mit Skalaren ein topologischer Vektorraum.
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
Hier fassen wir implizit $X$ mit seiner durch die 
Identit"at gegebenen Struktur als topologischen Raum "uber sich selber auf.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Das folgt sofort aus dem vorhergehenden Lemma \ref{KKT} und der Tatsache,
da"s im Fall topologischer Vektorb"undel auf $X$ 
die Addition offensichtlich eine
stetige Abbildung $E\times_X E\ra E$ "uber $X$ liefert.
\end{proof}


\begin{Definition}
Sei
$G$ eine topologische Gruppe und $X$ ein $G$-Raum.
Unter einem 
\defnoind{$G$-"aquivarianten topologischen Vektorraum "uber 
$X$}\index{"aquivariant!topologischer Vektorraum} 
verstehen
wir einen topologischen Vektorraum $E$ "uber $X$
mitsamt einer stetigen Operation von $G$
auf $E$ derart,
da"s die Projektion $E\sra X$ eine $G$-"aquivariante Abbildung ist und
die Operation von $G$ auf jeder Faser linear.
\end{Definition}




\begin{Satz}[\textbf{Darstellungen auf  Schnitten "aquivarianter
B"undel}]
Gegeben $G \looparrowright X$ eine stetige Operation einer\label{DSe}
topologischen Gruppe  auf einem lokal kompakten Raum $X$ 
und $G \looparrowright E$ 
ein $G$-"aquivarianter topologischer Vektorraum  "uber $X$
ist der Raum $\cal{S}=\cal{S}(E)$ der stetigen Schnitte  in $E$ 
eine stetige Darstellung von $G$ 
unter der Operation durch Konjugation.
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis]
Die Operation wird in Formeln gegeben durch
$(gs)(x)\pdef g(s(g^{-1}x))$ f"ur alle $g\in G$, $x\in X$
und alle stetigen Schnitte $s:X\ra E$.
Das einzige Problem ist der Nachweis der Stetigkeit von
$G\times\cal{S}\ra \cal{S}$ oder, nach dem schwachen Exponentialgesetz
\eref{TKL}{TM}
gleichbedeutend, der Stetigkeit
der Abbildung
$
G\times\cal{S}\times X\ra E$, $
(g, s, x)\mapsto g(s(g^{-1}x))
$.
Diese folgt jedoch aus  der Stetigkeit des Auswertens
$\cal{S}\times X\ra E$ mit  Standardargumenten.
\end{proof}
\begin{Beispiel}
Operiert eine Liegruppe $G$ differenzierbar auf einer
Mannigfaltigkeit $X$, so ist das Tangentialb"undel
$E={\op{T}}X$ ein $G$-"aquivarianter topologischer Vektorraum
"uber $X$  in nat"urlicher Weise. Dasselbe gilt f"ur das Kotangentialb"undel, 
seine "au"seren Potenzen, ja alle nat"urlichen B"undel auf $X$ im Sinne von 
\eref{FeMg}{DIFF}.
Folglich bilden die stetigen Vektorfelder auf $X$ 
in nat"urlicher Weise eine stetige Darstellung von $G$, und dasselbe
gilt f"ur die stetigen Kovektorfelder, allgemeineren Differentialformen,
ja alle nat"urlichen Felder im Sinne von 
\eref{FeMg}{DIFF}.
\end{Beispiel}





\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
Man zeige, da"s wir f"ur  jedes lokal kompakte Monoid $G$
eine stetige Abbildung $G\times G\times\cal{C}(G)\ra\cal{C}(G)$ 
erhalten durch die Vorschrift $(x,y,f)\mapsto (yfx)$ mit
$(yfx)(z)\pdef f(xzy)$. Im "ubrigen definieren diese Formeln eine Operation
von  $G^{\op{opp}}\times G$ auf $\cal{C}(G)$, die 
{\bf biregul"are Darstellung}.\index{biregul"are Darstellung}  
\end{Ubung}


\subsection{Stetige Induktion}

\begin{Bemerkungl}
Gegeben $\varphi : H \rightarrow G$ ein stetiger 
Homomorphismus topologischer Gruppen bilden
wir zu jeder stetigen Darstellung $W$ von $G$ die 
{\bf restringierte Darstellung}
\begin{equation*}
\op{res}^\varphi W  =\op{res}^H_G W
\end{equation*}
von $H$, indem wir denselben topologischen Vektorraum
$\op{res}^H_G W = W$ betrachten und darauf $h \in H$ operieren lassen durch
die Vorschrift $h w \pdef \varphi (h) w$. Wir notieren  restringierte
Darstellungen auch oft mit demselben Symbol wie die urspr"ungliche Darstellung.
Im folgenden konstruieren wir einen Rechtsadjungierten der Restriktion,
die {\bf stetige Induktion} $\op{ind}^\varphi =\op{ind}^G_H$. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Definition}
Gegeben ein stetiger Homomorphismus\label{InuS}  
 $\varphi : H \ra G$ von einer topologischen Gruppe $H$ in eine
lokal kompakte  topologische Gruppe $G$ 
und eine stetige Darstellung von $H$ in einem topologischen 
Vektorraum $V$ erkl"aren wir eine stetige Darstellung 
von $G$, die \defnoind{induzierte Darstellung} oder genauer
\defnoind{stetig induzierte Darstellung},\index{Induktion!stetiger
  Darstellungen}
indem wir den Vektorraum
$$\op{ind}^\varphi V=\op{ind}_H^GV\pdef \{f:G\ra V\text{ stetig}\mid
f(\varphi(h)x)=h(f(x)) \;\forall h\in H, \;x\in G\}$$
aller $H$-"aquivarianten stetigen Abbildungen von $G$ nach $V$ 
mit der von $\cal{C}(G,V)$ induzierten
Topologie versehen und
darauf eine  $G$-Operation erkl"aren  durch die Vorschrift
$(gf)(x)\pdef f(xg) \;\forall g,x\in G$.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Diese induzierte Darstellung h"angt
 von $\varphi$ ab, auch wenn das in der Notation nicht
immer zum Ausdruck kommt. Die Stetigkeit der Operation folgt aus
der Stetigkeit der Operation auf $\cal{C}(G,V)$, die man  wie
in \ref{StDa} im Fall $V=\DC$ zeigt. Man kann sie  auch formal folgern,
indem man \ref{DSe} auf
das B"undel $G\times V$ anwendet.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
Wenn nichts anderes explizit gesagt ist, soll stets 
implizit gemeint sein, da"s $\varphi : H \ra G$ die Einbettung
einer Untergruppe ist. Die induzierte Darstellung der Einsdarstellung $\DC$ einer Untergruppe $H\subset G$ 
einer lokal kompakten Gruppe etwa
ist isomorph zur  offensichtlichen Darstellung auf dem 
Raum der stetigen Funktionen auf dem Quotienten $H\backslash G$. 
Genauer liefert das Zur"uckholen von Funktionen unter der Projektion
$G\sra H\backslash G$ einen Isomorphismus von stetigen Darstellungen
$$\cal{C}(H\backslash G)\sira \op{ind}_H^G\DC$$
F"ur einen allgemeinen stetigen Gruppenhomomorphismus 
$\varphi : H \ra G$
erhalten wir analog einen 
Isomorphismus $\cal{C}(\varphi(H)\backslash G)\sira \op{ind}_H^G\DC$.
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}
  Sei $\varphi : H \ra G$ ein Homomorphismus von
  topologischen Gruppen. Unter stetiger Induktion
  wird jeder injektive Verflechtungsoperator
   ein injektiver Verflechtungsoperator, jede\label{EigIN}  
   Einbettung von Darstellungen eine Einbettung, und jede abgeschlossene
    Einbettung von Darstellungen eine abgeschlossene Einbettung. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Satz}[\textbf{Frobenius-Reziprozit"at}]
Seien\index{Frobenius-Reziprozit"at!bei topologischen Gruppen} 
$H \rightarrow G$ ein stetiger Homomorphismus von topologischen Gruppen,
 $V$ eine stetige Darstellung von $H$ und $W$ eine stetige Darstellung von $G$.
Ist $G$ lokal kompakt, so liefert das Dahinterschalten des Auswertens beim
neutralen Element $a : \op{ind}^G_H V\rightarrow V$ eine Bijektion
\begin{equation*}
(a\circ):\op{Modto}^G (W, \op{ind}^G_H V) \sira
\op{Modto}^H (\op{res}^H_G W, V)
\end{equation*}
\end{Satz}



\begin{proof} Wir zeigen den Satz 
zun"achst  in dem Fall, da"s
 $H$ die triviale einelementige Gruppe ist. In dem Fall 
gilt es zu zeigen,
da"s gegeben 
$W$ eine stetige Darstellung einer lokal kompakten
topologischen Gruppe $G$ und $V$ ein topologischer Vektorraum 
das Verkn"upfen mit dem Auswerten 
am neutralen Element $a:\cal{C} (G,V)\ra V$ eine Bijektion
$$(a\circ): \op{Modto}^{G} (W,\cal{C} (G,V)) \sira \op{Modto} (W,V)$$
liefert.
Dazu reicht es, wenn wir zeigen, da"s wir eine 
 inverse Abbildung erhalten durch die Vorschrift 
$\varphi\mapsto \tilde{\varphi}$, wo f"ur 
 $\varphi : W \ra V$ stetig linear 
$\tilde{\varphi} : W \ra \cal{C} (G,V)$ definiert sei 
durch $(\tilde{\varphi}
(w) ) (x) = \varphi (xw)$.
Offensichtlich ist $\tilde{\varphi}$ dann $G$-"aquivariant, und
die Stetigkeit von $\tilde{\varphi}$ folgt  mit dem Exponentialgesetz
\eref{TKL}{TM} 
aus der Stetigkeit von
$W \times G \ra V$, $(w,x) \mapsto \varphi (xw)$.
Die Identit"at $a\circ \tilde{\varphi}=\varphi$ ist dann offensichtlich
und liefert die Surjektivit"at von $(a\circ)$.
Die Injektivit"at von $(a\circ)$ ist leicht einzusehen.
Damit haben wir die Frobenius-Reziprozit"at in diesem Spezialfall gezeigt.
Im Fall einer beliebigen Gruppe $H$ 
 gehen wir  aus vom eben im Fall der trivialen Gruppe 
hergeleiteten Isomorphismus.
Unter diesem
Isomorphismus entspricht nun die Operation von $H$ durch Konjugation auf
$\op{Modto} (W,V)$ der Operation von $H$ auf
$\op{Modto}^{G} (W,\cal{C} (G,V))$
durch $\tilde{\varphi}
\mapsto \tilde{h} \circ \tilde{\varphi}$, 
f"ur $\tilde{h}: \cal{C} (G,V) \ra \cal{C} (G,V)$ 
die Konjugation $(\tilde{h} f)(g) = h f
(h^{-1}g)$.
Gehen wir zu den Fixpunkten von $H$ "uber,
so erhalten wir demnach den gew"unschten 
Isomorphismus der Frobenius-Reziprozit"at.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Stetige Induktion als adjungierter Funktor}]
  Der allgemeine Formalismus adjungierter Funktoren
  besagt, da"s \glqq die induzierte Darstellung 
durch die Frobenius-Reziprozit"at schon
im wesentlichen eindeutig festgelegt wird\grqq. Um diese Aussage im gegebenen
Kontext auszubuchstabieren,
beachten wir zun"achst, da"s
das Auswerten beim neutralen Element offensichtlich eine stetige
$H$-"aqui\-va\-ri\-an\-te Abbildung
$a: \op{res}^H_G \op{ind}^G_H V \rightarrow V$ 
ist.
Ist andererseits $(I,c)$ ein Paar bestehend aus einer stetigen Darstellung 
$I$ von
$G$ und einem Verflechtungsoperator $c : \op{res}^H_G I \rightarrow V$ 
mit der Eigenschaft, da"s analog wie im Satz die Verkn"upfung mit $c$ 
f"ur jede stetige Darstellung $W$ von $G$ ein Bijektion
\begin{equation*}
\op{Modto}^G (W,I) \overset{\sim}{\rightarrow} \op{Modto}^H (\op{res}^H_G W,V)
\end{equation*}
liefert, so gibt es im Diagramm
\begin{displaymath}
\xymatrix{
I \ar[dr]_c\ar@{-->}[r] & \op{ind}^G_H V \ar@{-->}[r]\ar[d]_a &I\ar[dl]^c\\
&  V & 
}
\end{displaymath}
eindeutig bestimmte $G$-Verflechtungsoperatoren 
$\dashrightarrow$, die die
jeweiligen Dreiecke zum Kommutieren bringen, und diese sind 
zueinander invers wegen der
Eindeutigkeit der $G$-Verflechtungsoperatoren 
$\dashrightarrow$, die die beiden folgenden Dreiecke
zum Kommutieren bringen:
\begin{displaymath}
\begin{array}{ccc}
\xymatrix{
I \ar[dr]_c\ar@{-->}[rr] & &I \ar[dl]^c\\
&  V & 
}
&&
\xymatrix{
\op{ind}^G_H V \ar[dr]_a\ar@{-->}[rr] && \op{ind}^G_H V \ar[dl]^a\\
&  V & 
}
\end{array}
\end{displaymath}
In der Sprache der Kategorientheorie kann das Induzieren 
$\op{ind}^G_H : \op{Modto}^H \rightarrow
\op{Modto}^G$ beschrieben werden als der \glqq linksadjungierte Funktor\grqq\  zum 
Restringieren $\op{res}^H_G : \op{Modto}^G
\rightarrow \op{Modto}^H$, wo wir mit $\op{Modto}^G $ die 
Kategorie aller stetigen Darstellungen einer
topologischen Gruppe $G$ in topologischen Vektorr"aumen bezeichnen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Transitivit"at der Induktion}]
\index{Transitivit"at!der Induktion}
Sind $K\ra H\ra G$ stetige Homomorphismen
lokal kompakter Gruppen und ist $V$ eine stetige Darstellung von $K$,
so k"onnen wir einen Isomorphismus
$$\op{ind}^{G}_{H} (\op{ind}^{H}_{K}V)\sira \op{ind}^{G}_{K}V$$
erkl"aren als den eindeutig bestimmten $G$-Verflechtungsoperator, 
der mit den offensichtlichen Abbildungen beider Seiten nach $V$
vertr"aglich ist. In der Tat sieht man leicht ein, da"s hier die
linke Seite auch ein m"ogliches $(I,c)$ im Sinne der
vorhergehenden Bemerkung ist. In der Sprache der Kategorientheorie 
kann diese Erkenntnis dahingehend 
formuliert werden, da"s wir eine Isotransformation von Funktoren
$\op{ind}^{G}_{H}\circ \op{ind}^{H}_{K}\siRa \op{ind}^{G}_{K}$
per Adjunktion aus der Gleichheit 
$\op{res}_{H}^{K}\circ \op{res}_{G}^{H}= \op{res}_{G}^{K}$
der Restriktionsfunktoren erhalten.
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}
  Gegeben ein kommutatives Diagramm von lokal kompakten Gruppen
\label{BaWEE}   $$\begin{array}{ccc}
    M & \ra & K\\
    \downarrow & & \downarrow\\
    H & \ra &G
\end{array}$$
und eine stetige Darstellung $V$ von $H$ liefert das Zur"uckholen von
Abbildungen $G\ra V$ zu Abbildungen $K\ra V$ einen Verflechtungsoperator "uber
$K$, den sogenannten {\bf Basiswechsel}\index{Basiswechsel!bei Darstellungen}
$$\op{ind}^{G}_{H}V \ra \op{ind}^{K}_{M} V$$
\nichtfinal{Einbetten in allgemeinen Formalismus?} 
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Man kann diesen kanonischen Morphismus 
auch vermittels der Frobe\-nius-Reziprozi\-t"aten schreiben
als  das Bild der Identit"at auf $\op{ind}^{G}_{H} V$
unter den nat"urlichen Identifikationen und
Abbildungen
$$\begin{array}{ccc}
\op{Modto}^{G} (\op{ind}^{G}_{H}V, \op{ind}^{G}_{H}V) &= &
\op{Modto}^{H} (\op{ind}^{G}_{H}V,V)\\
 & & \da \\
\op{Modto}^{K} (\op{ind}^{G}_{H}V, \op{ind}^{K}_{M} V) & = &
\op{Modto}^{M} (\op{ind}^{G}_{H}V, V)
\end{array}$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}\label{BalPn}
Gegeben eine Gruppe $G$ und eine $G$-Rechtsmenge $X$ und eine $G$-Menge $Y$ 
notiert man $$X\times_{/G} Y$$ den Bahnenraum zu $X\times Y$ 
  unter der Operation $g(x,y)=(xg^{-1}, gy)$ alias den Raum 
der "Aquivalenzklassen in
  $X\times Y$  unter der "Aquivalenzrelation $(xg,y)\sim (x,gy)\;\forall g\in
  G$.  Man nennt $X\times_{/G} Y$
das \defnoind{balancierte 
Produkt}\index{balanciertes Produkt!topologisches}\index{Produkt!balanciertes}
von $X$ und $Y$ "uber $G$.
Sind $X$ und $Y$ topologische R"aume, so verstehen wir 
$X\times_{/G} Y$ mit der Quotiententopologie.
\end{Definition}

\begin{Satz}[\textbf{Eigenschaften der Induktion}]
Sei $G$ eine lokal kompakte Gruppe mit
abgeschlossenen Untergruppen $H,K \subset G$
und sei $M = K \cap H$ ihr Schnitt.\label{EigI}
\begin{enumerate}
\item
Ist  ${HK}$ dicht in $G$ und ist
$V\in\op{Modto}^H$ eine stetige Darstellung von
$H$ in einem hausdorffschen topologischen Vektorraum, 
so ist der Basiswechsel \ref{BaWEE} eine
Injektion
$\op{ind}^{G}_{H} V \hookrightarrow \op{ind}^{K}_{M} V$;
\item
Induziert die Multiplikation einen Hom"oomorphismus $H \times_{/M} K
\overset{\sim}{\ra} G$, so ist f"ur jede stetige Darstellung $V$
von $H$ der Basiswechsel  ein Isomorphismus von stetigen Darstellungen
$$\op{ind}^{G}_{H} V \sira \op{ind}^{K}_{M} V$$
\end{enumerate}
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Unsere Bedingung im zweiten Teil
ist zum Beispiel stets erf"ullt, wenn $K$ und $H$
abgeschlossene Untergruppen einer Lie-Gruppe $G$ sind mit $G=HK$,
wie man  aus der Surjektivit"at des Differentials der 
Multiplikation $H \times K
\ra G$ leicht folgert.
Besonders anschaulich wird der Satz im Lichte der geometrischen
Konstruktion induzierter Darstellungen als Schnitte in
B"undeln "uber dem Raum der Nebenklassen \ref{GII}.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
1.
Liegt eine Abbildung $G\ra V$ aus $\op{ind}^{G}_{H} V$
fest auf einer Teilmenge $K\subset G$, so liegt sie bereits fest auf
$HK$, und falls $V$ Hausdorff ist auch auf dem Abschlu"s von $HK$.
\\[2mm]\noindent
2.
Wir haben
$$\begin{array}{cccc}
\op{ind}^{G}_{H}V & =& \{ f \in \cal{C}(G,V)\mid f(hx) = hf (x)
& \forall x \in G, h \in H\}\\
\op{ind}^{K}_{M} V &=& \{ f \in \cal{C} (K,V) \mid f(hx)=hf(x)
& \forall x \in K, h \in M\}
\end{array}$$
und die nat"urliche Abbildung wird in diesem Bild schlicht das
Einschr"anken $f \mapsto f|_K$. Schon wenn wir nur $G =HK$
fordern, ist unsere nat"urliche Abbildung offensichtlich injektiv.
Gegeben $f \in \op{ind}^{K}_{M}V$ betrachten wir nun
$$\begin{array}{cccc}
\tilde{f} :& H \times K &\ra  &V \\
&(h,k) & \mapsto & h f (k)
\end{array}$$
und beachten $\tilde{f}(hm,k) = \tilde{f} (h, mk)$ f"ur alle $m
\in M$ derart, da"s $\tilde{f}$ eine stetige Abbildung $\tilde{f}
: H \times_{/M}K \ra V$ induziert, die wir aufgrund unserer Annahme
auch als stetige Abbildung $\tilde{f} : G \ra V$ auffassen
k"onnen. Unsere nat"urliche Abbildung ist mithin auch surjektiv
und wir m"ussen nur noch die Stetigkeit ihrer Inversen $f \mapsto
\tilde{f}$ zeigen. Nun ist diese Abbildung
$\op{ind}^{K}_{M} V \ra \op{ind}^{G}_{H} V$
nach dem Exponentialgesetz \eref{TKL}{TM}
stetig genau dann, wenn im kommutativen
Diagramm
$$\begin{array}{ccc}
\op{ind}^{K}_{M} V \times H \times K &\ra  &V \\[1mm]
\da   & &\|\\[2mm]
\op{ind}^{K}_{M} V \times G &\ra  &V
\end{array}$$
mit oberer Horizontale $(f,h,k)\mapsto hf(k)$ die
untere
Horizontale stetig ist. Da aber die obere Horizontale stetig ist
und die linke Vertikale als Produkt offener stetiger Surjektionen
offen stetig surjektiv und damit nach \eref{soSF}{TM}  final ist,
folgt die Stetigkeit der unteren Horizontale.
\end{proof}
\nichtfinal{Gibt es auch Koinduktion? Bourbaki scheint zu zeigen, da"s 
der Raum der Ma"se unter geeigneten Annahmen mit der Struktur eines
von-Neumann-Raums versehen werden kann. Das m"u"ste die 
Koinduktion der Einsdarstellung der 
trivialen Gruppe werden wollen...}

\subsubsection*{"Ubungen} 

\begin{Ubung}\label{ZIAt}
Wie in \ref{ZIA} erhalten wir auch im
stetigen Fall beim Zur"uckziehen einer Darstellung mit
einem inneren Automorphismus unserer Gruppe stets eine isomorphe Darstellung.
Dasselbe gilt dann auch beim Induzieren einer Darstellung mit
einem inneren Automorphismus.
Die Transitivit"at der Induktion liefert dann f"ur den Fall,
 da"s je zwei Darstellungen einer Untergruppe, die sich nur um einen
Twist mit der Konjugation durch ein Element der gro"sen Gruppe unterscheiden,
isomorphe induzierte Darstellungen liefern.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Man leite aus der Frobenius-Reziprozit"at ab, da"s im Raum der
stetigen Funktionen auf der Kugelschale jede einfache Darstellung
der Drehgruppe genau einmal als Unterdarstellung auftritt.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
Man zeige, da"s im Fall endlicher Gruppen $H\subset G$ die induzierte
Darstellung der komplexen Einsdarstellung von $H$ auch
beschrieben
werden kann als das im Gruppenring von $G$ von der Summe aller Elemente von
$H$ erzeugte Linksideal.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
Man diskutiere die von der eindimensionalen Darstellung $\DZ\ra\DC^\times$,
$n\mapsto a^n$ f"ur festes $a\in\DC^\times$ von der L"ange Eins stetig
induzierte Darstellung von $\DR$. Sie hat ein offensichtliches invariantes
Skalarprodukt
und kann zu einer unit"aren Darstellung von $\DR$ vervollst"andigt werden.
 Was ist die zugeh"orige Teilung der Identit"at?
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  F"ur jeden stetigen Homomorphismus  $\varphi:H\ra G$
von  topologischen Gruppen und
stetige  Darstellungen $V,E\in\op{Modto}^G$ mit $E$
topologisch endlichdimensional
   haben wir nat"urliche Isomorphismen
  $\op{res}^\varphi (E\otimes V)\sira \op{res}^\varphi (E)\otimes \op{res}^\varphi (V)$. Durch "Ubergang zu den adjungierten Funktoren erhalten wir
  f"ur stetige  Darstellungen $F\in\op{Modto}^G$ mit $F$ topologisch endlichdimensional
  und $W\in\op{Modto}^H$
  nat"urliche\label{TEDI}
  Isomorphismen, die {\bf Tensoridentit"aten}\index{Tensoridentit"at}
  $$\op{ind}^\varphi ((\op{res}^\varphi F)\otimes W)\sira F\otimes \op{ind}^\varphi (W)$$
\end{Ubung}


\subsection{Geometrische Interpretation der Induktion}


\begin{Definition}
Sei $G$ eine topologische Gruppe. Wie in  \ref{topf}
hei"st ein $G$-Raum $X$ 
{\bf topologisch 
frei},\index{topologisch!frei, Operation} 
 wenn 
jeder Punkt $x\in X$ eine offene $G$-stabile Umgebung $U$ besitzt,
die isomorph ist zu einem $G$-Raum der Gestalt $W\times G$ f"ur
irgendeinen topologischen Raum $W$.
\end{Definition}
\begin{Beispiel}
Die Operation einer abgeschlossenen Untergruppe einer
Liegruppe  durch 
Multiplikation von rechts oder links auf besagter Liegruppe
ist stets topologisch frei.
\end{Beispiel}

\begin{Bemerkungl}
  Sind $G \supset H$ topologische Gruppen und ist die Operation von $H$ auf
  $G$ topologisch frei, so ist f"ur jede stetige Darstellung von $H$ in einem
  topologischen Vektorraum $V$ das
  {\bf assoziierte B"undel}\index{assoziiert!B"undel} $$G \times_{/H}
  V$$ in nat"urlicher Weise ein $G$-"aquivariantes topologisches 
Vektorraumb"undel
  "uber dem homogenen Raum $G/H$. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}\label{koka}
Gegeben topologische Gruppen $G\supset H$ und
ein $H$-Raum $V$ betrachten wir die Projektion $G \times_{/H} V
\ra G/H$ und notieren
$$\cal{S} (G \times_{/H} V)=\cal{C}_{G/H}(G/H,G \times_{/H} V)$$
die Menge aller stetigen
Schnitte dieser Projektion.
Ist $f : G \ra V$ eine stetige Abbildung mit $f(hg) = hf(g)$ f"ur
alle $h\in H, g \in G$, so geht die Abbildung
$G\ra  G \times V$,
$g\mapsto  (g, f(g^{-1}))$
"uber zu den Quotienten und liefert so einen stetigen Schnitt
im assoziierten B"undel
$\tilde{f} \in \cal{S} (G \times_{/H} V)$.
Insbesondere erhalten wir f"ur 
jede stetige Darstellung $V$ einer Untergruppe
$H$ einer lokal kompakten Gruppe $ G$ vermittels der Vorschrift
$f\mapsto \tilde f$ eine  lineare Abbildung
$$\op{ind}^{G}_{H} V  \ra \cal{S} (G \times_{/H} V)$$  
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{Geometrische Interpretation der Induktion}]
Seien $G$ eine lokal kompakte Gruppe und
$H \subset G$ eine
Untergruppe, die topologisch frei auf $G$ operiert.
Gegeben eine stetige Darstellung  $V$ von\label{GII} 
$H$ ist dann die lineare Abbildung aus \ref{koka}
ein Isomorphismus von stetigen
Darstellungen
$$\op{ind}^{G}_{H} V \sira \cal{S} (G \times_{/H}V)$$
\end{Satz}
\begin{Beispiel}
Sind $H\As G$ Liegruppen mit Liealgebren $\frak{h}\subset \frak{g}$,
so liefert die Operation von $G$ auf
dem Tangentialb"undel des homogenen Raums $G/H$ einen
Isomorphismus von topologischen Vektorb"undeln
$G\times_{/H} (\frak{g}/\frak{h})\sira \op{T}(G/H)$.
Satz \ref{GII} liefert folglich einen Isomorphismus 
$$\op{ind}^{G}_{H} (\frak{g}/\frak{h})\sira \cal{C}_{G/H}(G/H, \op{T}(G/H))$$
zwischen der
Darstellung von $G$ durch Verschiebung von Vektorfeldern auf dem Raum der
stetigen Vektorfelder auf  $G/H$
und der stetig induzierten Darstellung $\op{ind}^{G}_{H} (\frak{g}/\frak{h})$
zur  adjungierten Darstellung von $H$ auf
$\frak{g}/\frak{h}$.
\end{Beispiel}
\begin{proof}[Beweis]
Wir bemerken zun"achst einmal, da"s unter unseren Voraussetzungen
das Diagramm
$$\begin{array}{ccc}
G\times V & \twoheadrightarrow & G \times_{/H}V\\
\downarrow & & \downarrow \\
G & \twoheadrightarrow & G/H
\end{array}$$
mit den offensichtlichen Abbildungen kartesisch ist.
Jeder stetige Schnitt $\sigma : G/H \ra G \times_{/H} V$ kommt
deshalb her von einer wohlbestimmten stetigen Abbildung $G \ra
G\times V$ von der Form $g \mapsto (g, \hat{\sigma}(g))$ f"ur $\hat{\sigma}: G \ra
V$ stetig derart, da"s kommutiert
$$\begin{array}{ccc}
G & \twoheadrightarrow & G/H \\
\downarrow & & \downarrow \sigma \\
G \times V & \overset{\pi}{\twoheadrightarrow} & G \times_{/H}V\\
\downarrow & & \downarrow \\
G &\overset{\pi}{\twoheadrightarrow} & G /H
\end{array}$$
Das impliziert
$\hat{\sigma}(gh) = h^{-1}\hat{\sigma}(g) \quad \forall h \in H, g\in G$.
Unsere kanonische Abbildung ist also in der Tat eine Bijektion.
Es bleibt nur zu zeigen, da"s sie auch ein Hom"oomorphismus
ist. Dazu verwenden wir das anschlie"sende Lemma. 
\begin{Lemma}
Seien $G$ eine lokal kompakte Gruppe und
$H \subset G$ eine
Untergruppe, die topologisch frei  auf $G$ operiert.\label{GY} 
So ist f"ur einen beliebigen topologischen
Raum $Y$ die offensichtliche Bijektion ein Hom"oomorphismus
$$\cal{C} (G/H, Y)\sira \cal{C} (G, Y)^H$$  
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}
Ist $Y$ mit einer stetigen Abbildung nach $G/H$ versehen, so induziert unser
Hom"oomorphismus einen Hom"oomorphismus
$$\cal{C}_{G/H} (G/H, Y)\sira \cal{C}_{G/H} (G, Y)^H$$  
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Die Stetigkeit folgt ohne Schwierigkeiten
aus der Stetigkeit des
Auswertens
$\cal{C} (G/H, Y)\times G\ra Y$ und der Erkenntnis, da"s mit
$G$ auch $G/H$ lokal kompakt sein mu"s.
F"ur die Stetigkeit der Umkehrabbildung betrachten wir das Diagramm
$$\begin{array}{lcc}
\cal{C} (G, Y)^H\times G&\ra&Y\\
\hspace{1.2cm}\da&&\|\\
\cal{C} (G, Y)^H\times G/H&\ra&Y
\end{array}$$
und beachten, da"s die linke Vertikale nach \eref{QGW}{TM}  final ist.
Folglich impliziert die Stetigkeit der oberen Horizontale die
Stetigkeit der unteren Horizontale, und daraus folgt  die
Stetigkeit der Umkehrabbildung $\cal{C} (G, Y)^H\sira \cal{C} (G/H, Y)$.  
\end{proof}\noindent
Jetzt behandeln wir unser kartesisches Diagramm vom Beginn des Beweises
mit $\cal{C}_{G/H}(G,\;)$ und erhalten mit \ref{KKT} einen Hom"oomorphismus
$$\cal{C}_{G/H}(G,G\times V)\sira
\cal{C}_{G/H}(G,G)\times \cal{C}_{G/H}(G,G\times_{/H} V)$$
Schalten wir hier die stetige Einbettung $\cal{C}(G, V)\ra
\cal{C}_{G/H}(G,G\times V)$, $f\mapsto (\op{id},f)$ davor
und die Projektion auf den zweiten Faktor dahinter und schr"anken ein auf
$\op{ind}^{G}_{H} V$, so landen wir in $\cal{C}_{G/H}(G,G\times_{/H} V)^H$,
das wir ja nach \ref{GY}
stetig identifizieren k"onnen mit 
$\cal{C}_{G/H}(G/H,G\times_{/H} V)$ und erkennen so die Stetigkeit
unserer kanonischen Abbildung.
Betten wir umgekehrt
$$\cal{C}_{G/H}(G/H,G\times_{/H} V)\cong\cal{C}_{G/H}(G,G\times_{/H} V)^H$$
in das Produkt ein mit der Identit"at auf dem ersten Faktor
und gehen zur"uck nach $\cal{C}_{G/H}(G,G\times V)$ und dann
weiter nach $\cal{C}(G, V)$, so erkennen wir auch die Stetigkeit der
Umkehrabbildung.
\end{proof}

\newpage
\section{Gruppenringe und ihre Operation} 
 \subsection{Trennungss"atze von Hahn-Banach}
\begin{Satz}[\textbf{Trennungssatz von Hahn-Banach f"ur einen Punkt}]
Gegeben eine\index{Hahn-Banach!Trennungssatz!f"ur einen Punkt} 
nichtleere offene\index{Trennungssatz!von Hahn-Banach!f"ur einen Punkt} 
 konvexe Teilmenge 
eines  reellen topologischen 
Vektorraums\label{HaBa}  
und ein Punkt au"serhalb unserer Teilmenge existiert stets eine  abgeschlossene 
Hyperebene durch unseren Punkt, die besagte  Teilmenge
nicht trifft. 
\end{Satz}
\begin{figure}[htbp]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildHaBa}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
 Anschauung zum Trennungssatz von Hahn-Banach \ref{HaBa}.
Das Bild ist aber etwas irref"uhrend: Es k"onnte durchaus sein, 
da"s $v$ auf der Hyperebene zu liegen kommen mu"s.
\end{minipage}
\end{figure}

\begin{Bemerkungl}
  Dasselbe gilt, wenn wir der offenen Teilmenge erlauben, leer zu sein,
  und stattdessen von unserem Vektorraum fordern, da"s er nicht der Nullraum
  ist, so da"s es darin "uberhaupt eine Hyperebene geben kann.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Unsere offene konvexe Teilmenge mu"s notwendig ganz in einem Halbraum
zu unserer Hyperebene liegen, weshalb man auch sagen k"onnte, da"s unsere
Hyerebene unsere Teilmenge von unserem Punkt au"serhalb \glqq
schwach trennt\grqq.
Der Satz geht auf Hans Hahn und Stefan Banach zur"uck.
Es ist einigerma"sen verbl"uffend, da"s Banach, der seine Arbeit 
 mehr als ein Jahr nach dem Erscheinen von
Hahn's Ver"offentlichung in Crelles Journal
bei den Studia Mathematica eingereicht
hat, diesen nicht zitiert.
 \end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Ich erinnere aus \ref{lasT}, da"s in unserer Situation
  eine abgeschlossene Hyperebene
  dasselbe ist wie eine Niveaumenge einer von Null verschiedenen
  stetigen Linearform. 
In Formeln lautet der Trennungssatz:
Gegeben eine nichtleere offene konvexe Teilmenge $C$ 
eines reellen topologischen Vektorraums $V$
und ein Punkt $v \not\in C$ gibt es stets
eine stetige Linearform $F: V \ra\Bbb{R}$ mit
$F(v) \not\in F(C)$. 
Der Beweis wird nach einigen eher technischen Vorbereitungen 
im Anschlu"s an den Beweis von \ref{Hiii} gef"uhrt werden.
In \ref{AKT} werden Sie im Fall \glqq lokal konvexer\grqq\  
topologischer Vektorr"aume
die Folgerung des Satzes auch f"ur abgeschlossene 
konvexe Teilmengen herleiten. 
Eine Verallgemeinerung unseres Satzes liefert \ref{KHBa}:
Eine nichtleere offene konvexe Teilmenge kann sogar von jeder dazu disjunkten 
konvexen Teilmenge durch eine abgeschlossene 
Hyperebene schwach getrennt werden.
\end{Bemerkungl}


\begin{Beispiel}[\textbf{Der Trennungssatz von Hahn-Banach gilt nicht "uber $\DQ$}]
Gegeben eine Gerade in der Ebene $\Bbb{R}^{2}$, die die
Menge der Punkte mit rationalen Koordinaten 
$\Bbb{Q}^{2}$ nur im Nullpunkt trifft, 
betrachte man in $\Bbb{Q}^{2}$ einen der beiden zugeh"origen 
offenen Halb\-r"aume.
Er ist eine offene
konvexe Teilmenge $C\co \Bbb{Q}^{2}$, die von "uberhaupt
keinem Punkt aus ihrem Komplement durch eine 
Gerade des $\DQ$-Vektor\-raums  $\Bbb{Q}^{2}$ getrennt werden kann.
Das offensichtliche Analogon des Trennungssatzes von Hahn-Banach ist
also f"ur topologische $\DQ$-Vektorr"aume
 im allgemeinen nicht mehr richtig.
\end{Beispiel}


\begin{Definition}
Sei $V$ ein reeller Vektorraum. Eine Abbildung $p : V \ra \Bbb{R}$ hei"st
\defind{sublinear}, wenn gilt $p (\lambda v) = \lambda p (v) 
\quad \forall
\lambda \geq 0$, $v \in V$ und $p(v+w) \leq p (v) + p (w) \; \forall v,w 
\in V$.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Sublineare Funktionen auf $\DR$}]
Die sublinearen Funktionen $\Bbb{R} \ra \Bbb{R}$ sind genau alle Funktionen, 
deren Restriktionen
auf $\Bbb{R}_{\geq 0}$ und $\Bbb{R}_{\leq 0}$ beide linear sind 
und die dar"uber hinaus die Eigenschaft haben, da"s 
ihre 
Steigung auf $\Bbb{R}_{\geq 0}$
mindestens so gro"s ist wie auf $\Bbb{R}_{\leq 0}$.
\end{Bemerkungl}
\begin{figure}[htbp]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildSLA}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
 Der Graph einer sublinearen Funktion $\DR\ra\DR$
\end{minipage}
\end{figure}
\begin{Satz}[\textbf{von Hahn-Banach "uber dominierte 
Fortsetzung}]
Seien\index{Hahn-Banach!dominierte Fortsetzung}  
$ V\supset W$ ein\label{Hiii} reeller Vektorraum mit einem Teilraum.
Sei $f:W\ra\DR$ linear und $p:V\ra\DR$ sublinear.
Gilt $f\leq p$ an jeder Stelle von $W$,
so gibt es eine Erweiterung von $f$ zu einer
linearen Abbildung $F : V \ra \Bbb{R}$ mit $F \leq p$ an jeder Stelle von $V$.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Dieser Satz  kann auch dahingehend formuliert werden, da"s sich 
\glqq jede durch eine vorgegebene sublineare Abbildung $p$ dominierte Linearform 
auf einem Teilraum zu einer durch dieselbe 
sublineare Abbildung $p$ dominierte Linearform 
auf dem ganzen Raum fortsetzen l"a"st\grqq. Daher r"uhrt die Terminologie.
\end{Bemerkungl}






\begin{proof}
Unter Verwendung des Zorn'schen Lemmas ziehen wir uns leicht auf den Fall 
 zur"uck, da"s es einen Vektor $v\in V\backslash W$ gibt mit $V=W+v$.
Indem wir sonst $p$ durch $p-f$ ersetzen, d"urfen wir 
zus"atzlich $f =0$ annehmen und damit $p(w)\geq 0$ f"ur alle $w\in W$.  
F"ur alle $w \in W$ gilt dann $0 \leq p (w) \leq p (-v) + p (w +v)$ und
folglich
$
-p (-v) \leq p (w +v)
$.
Nun setzen wir 
\begin{equation*}
a \pdef \inf_{w \in W}p (w+v)
\qquad\text{und}\qquad
b \pdef \inf_{w \in W}p (w-v)
\end{equation*}
Die Sublinearit"at von $p
$ impliziert $0 \leq p (w_1 + w_2) \leq p(w_1+v) + p (w_2 - v)$
f"ur beliebige $w_1, w_2 \in W$ und damit $0\leq a +b$.
Die Vorschrift $F (w + \lambda v) := a \lambda$ liefert also die gesuchte Linearform mit
$F \leq p$ auf ganz $V$.
Etwas allgemeiner sind alle Linearformen der Gestalt $F (w + \lambda v) = c \lambda$ mit $c \leq a$ und
$-c \leq b$ m"ogliche Linearformen mit $F \leq p$ auf ganz $V$.
\end{proof}

\begin{proof}[Beweis des Trennungssatzes von Hahn-Banach \ref{HaBa}]
Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit d"urfen 
wir $0 \in C$ annehmen.
Dann betrachten wir das sogenannte \defind{Minkowski-Funktional} zu $C$,
als da hei"st 
die Funktion $p_C : V \ra \Bbb{R} $ gegeben durch
die Vorschrift 
\begin{displaymath}
p_C (x) \pdef
\inf \{\lambda \mid \lambda \geq 0,  x \in \lambda C\}
\end{displaymath}
Sie ist offensichtlich sublinear und 
bildet unsere offene konvexe Menge $C$ in das halboffene Intervall
$\left[0,1\right)$ ab. F"ur die lineare 
Funktion $f: \Bbb{R} v \ra \Bbb{R}$ mit $f(v) =1 $ gilt dann $f \leq
p_C |{\Bbb{R} v}$, wir k"onnen sie also 
ausdehnen zu einer Linearform $F: V \ra \Bbb{R}$ mit $F \leq
p_C$.
Diese Linearform ist stetig, weil sie 
eine offene Umgebung der Null auf eine beschr"ankte Menge
abbildet, genauer geht  $C$ nach 
$(-\infty, 1)$ und damit $C \cap (-C)$ nach $(-1,1)$.
Andererseits gilt $F (v) = 1$, also $F(v) \not\in F(C)$.
\end{proof}
\begin{figure}[htbp]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildSHB}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
 Illustration zum Trennungssatz \ref{KHBa}.
Beim Beweis des Fortsetzungssatzes  w"are $B$ ein offener Ball
um den Ursprung und $A$ ein diesen Ball ber"uhrender 
affiner Teilraum, was leider schwer bildlich darzustellen ist.
\end{minipage}
\end{figure}
 \begin{Korollar}[\textbf{Trennungssatz f"ur  konvexe Mengen}]
Gegeben
ein reller topologischer Vektorraum $V$ und 
disjunkte konvexe Teilmengen $A,B \subset V$\label{KHBa} 
mit  $B\co V$ offen  gibt es $F : V \rightarrow
\Bbb{R}$ stetig linear mit 
\begin{equation*}
F(A) \cap F (B) = \emptyset 
\end{equation*}
\end{Korollar}
\begin{Bemerkungl}
Sind $A$ und $B$ nicht leer, so mu"s $F$ surjektiv sein, und man "uberlegt
sich leicht, da"s $F(A)$ und $F(B)$ konvex sein m"ussen, also Intervalle,
und da"s $F(B)$ sogar offen sein mu"s, etwa nach \ref{oBI} oder einfacher einem
direkten Argument. So finden wir, indem wir notfalls noch $F$ durch $-F$ ersetzen,
ein
 $\lambda\in\DR$ mit $A\subset\{v\mid F(v)\leq \lambda\}$ und
$B\subset\{v\mid F(v)> \lambda\}$.
Eine nichtleere offene konvexe Teilmenge eines von Null
verschiedenen reellen topologischen Vektorraums
kann also salopp gesprochen von jeder dazu disjunkten nichtleeren konvexen
Teilmenge durch eine abgeschlossene Hyperebene schwach getrennt werden.
Auch dieser Satz wird oft als 
{\bf Trennungssatz von Hahn-Banach}\index{Hahn-Banach!Trennungssatz!f"ur konvexe Mengen}  zitiert. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Ein Gegenbeispiel im Fall zweier nicht offener konvexer Teilmengen 
w"aren im $\DR^2$ die offene obere Halbebene vereinigt mit der
positiven reellen Achse $A$ und ihr Komplement $B\pdef\DR^2\backslash A$. 
Ein Gegenbeispiel f"ur die entsprechende Aussage "uber dem Grundk"orper 
$\DQ$ der rationalen Zahlen w"are sogar schon in Dimension Eins zu finden:
Man nehme $A\pdef\{q\in\DQ\mid q>\sqrt{2}\}$ und
 $B\pdef\{q\in\DQ\mid q<\sqrt{2}\}$. Diese offenen konvexen Teilmengen 
von $\DQ$ k"onnen
nicht durch eine Hyperebene schwach getrennt werden. Allerdings gibt es
diesem Fall durchaus noch eine rationale Linearform $F$ mit
$F(A)\cap F(B)=\emptyset$, n"amlich die Identit"at.  
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Sicher ist $C \pdef \{ a-b \mid a \in A,\; b \in B\}$ offen und konvex und aus
$A \cap B = \emptyset$ folgt $0 \not\in C$.
Nach dem Trennungssatz f"ur einen Punkt
\ref{HaBa} finden wir so $F : V \rightarrow \Bbb{R}$ stetig linear
mit $0\not\in F(C)$. Es folgt $F (A) \cap F (B) = \emptyset$.
\end{proof}
 \begin{Korollar}[\textbf{Fortsetzungssatz f"ur normierte Vektorr"aume}]
Gegeben\index{Hahn-Banach!Fortsetzungssatz}\label{FHaBa}
ein normierter Vektorraum  l"a"st sich jede stetige Linearform
auf einem Teilraum zu einer stetigen Linearform  derselben Norm
auf dem ganzen Raum fortsetzen.
\end{Korollar}
\begin{Bemerkungl}
In  "Ubung \ref{FLKo} werden Sie einen Teil dieser Aussage
allgemeiner f"ur beliebige lokal konvexe topologische Vektorr"aume
 zeigen. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Wenn wir das f"ur reelle Vektorr"aume zeigen k"onnen, folgt es 
auch f"ur komplexe Vektorr"aume, denn
das Bilden des Realteils liefert 
f"ur jeden komplexen Vektorraum offensichtlich eine 
Bijektion zwischen komplexen Linearformen und
reellen Linearformen, unter der sich im Fall normierter Vektorr"aume 
die stetigen  Linearformen mit vorgegebener
Norm entsprechen. Nun geben wir zwei Argumente f"ur den reellen Fall. 
(1) Man wende den Satz von Hahn-Banach "uber dominierte 
Fortsetzung \ref{Hiii} an auf die durch ein geeignetes Vielfaches der
 Norm dominierte Linearform auf unserem Teilraum, und fertig.
(2)
Geometrischer kann man auch wie folgt argumentieren:
Die Null kann schlicht durch Null fortgesetzt werden.
F"ur 
eine von Null verschiedene stetige Linearform auf einem Teilraum 
wende man den Trennungssatz von Hahn-Banach \ref{KHBa} an und trenne
die Menge $A$ der Punkte, auf denen 
unsere Linearform den Wert Eins annimmt, schwach 
von dem gr"o"sten offenen Ball $B$,
der diese Menge nicht trifft.  
Die \glqq trennende Linearform\grqq\  mu"s auf $A$ konstant sein, da sie sonst
auf $A$ alle Werte annehmen w"urde, und ein geeignetes Vielfaches 
ist auf $A$ konstant Eins und ist damit die gesuchte Fortsetzung.
\end{proof}
\begin{Satz*}
Gegeben ein kompakter Operator
  $T : X \rightarrow X$ auf einem Banachraum hat
$(\op{id}-T)$ endlichdimensionalen Kern und abgeschlossenes Bild und es gilt $\op{dim}\op{ker} (\op{id}-T) = \op{dim} (X/\op{im}(\op{id}-T))$.
\end{Satz*}
\begin{proof}
W"are der Kern von $\op{id}-T$ nicht endlichdimensional, so w"are der abgeschlossene Einheitsball darin nach \ref{edlok}
nicht kompakt und wir f"anden in diesem Einheitsball eine Folge $x_0, x_1, \ldots$ ohne konvergente Teilfolge. Wegen $T(x_i) = x_i$ k"onnte
dann $T$ nicht kompakt sein. Indem wir mit \ref{FHaBa} stetige lineare Fortsetzungen der Linearformen einer Basis des Dualraums von $\op{ker} (\op{id}-T)$
w"ahlen und den Schnitt $Y$ der Kerne dieser Fortsetzungen betrachten, finden wir einen abgeschlossenen Teilraum $Y \As X$ mit
$Y \oplus \op{ker} (\op{id}-T) = X$.
Nun kann $(\op{id}-T) : Y \hookrightarrow X$ Vektoren der Norm Eins nicht beliebig verk"urzen, denn w"are sonst
$y_0, y_1, \ldots$ eine Folge von Vektoren in $Y$ mit $\| y_n \| = 1$ und $\|(\op{id}-T)(y_n)\| \rightarrow 0$,
so  k"onnten wir aufgrund der Kompaktheit von $T$ annehmen, da"s die Folge der $T(y_{n})$ konvergiert, und es folgte
\begin{equation*}
\lim_{n\ra\infty} T(y_{n}) = z = \lim_{n\ra\infty} y_n
\end{equation*}
Damit folgte $T(z) = z$ alias $z \in \op{ker} (\op{id}-T) \cap Y$ und  $\| z\|=0$,
aber andererseits $\| z\| =1$ wegen der Stetigkeit der Norm.
Also kann $(\op{id} - T) : Y \hookrightarrow X$ in der Tat Vektoren der Norm Eins nicht beliebig verk"urzen.
Damit ist sein Bild vollst"andig und dann auch abgeschlossen.
\end{proof}


\subsection{Integration vektorwertiger Funktionen}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Integration vektorwertiger Funktionen}]
  Seien $(X,\mathcal M,\mu)$ ein Ma"sraum und
  $V$ ein lokal konvexer hausdorffscher
  topologischer Vektorraum. Wir nennen eine Abbildung $f:X\ra V$ 
{\bf schwach me"sbar},\index{me"sbar!schwach!vektorwertige Abbildung}
  wenn f"ur jede stetige Linearform $L:V\ra\DR$ die Verkn"upfung
  $L\circ f$ me"sbar ist.
 Wir nennen
  $f$ {\bf integrierbar},\index{integrierbar!vektorwertige Abbildung}
 wenn $f$ schwach me"sbar ist und wenn
 f"ur jede stetige Linearform $L:V\ra\DR$ die Verkn"upfung
  $L\circ f$ integrierbar ist im Sinne von \eref{iIF}{AN3} und es einen
  Vektor $v\in V$ gibt mit $L(v)=\int L(f(x))\mu\langle x\rangle$ f"ur
  alle derartigen stetigen Linearformen $L$.
  Dieser Vektor  ist
  eindeutig bestimmt, wenn er existiert, da es nach
 nach \ref{KTKI} und dem Satz
von Hahn-Banach
\ref{HaBa} f"ur je zwei verschiedene 
Vektoren eines lokal konvexen Hausdorff'schen topologischen
Vektorraums eine stetige Linearform
gibt, die auf ihnen verschiedene Werte annimmt. Wir nennen diesen Vektor
dann das {\bf Integral von $f$} und notieren ihn\label{IVvF} 
$$\int f  =\int f \mu = \int_X f (x) \mu\langle x\rangle$$
Ist $V$ komplex und $\mu$ ein komplexes Ma"s,
so erkl"aren wir Integrabilit"at und Integral analog
"uber stetige Linearformen $L:V\ra \DC$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Bezug zu anderen Integralbegriffen}]
  In \ref{IVf} diskutieren wir Integrierbarkeit und Integral f"ur
me"sbare Abbildungen eines Ma"sraums in einen endlichdimensionalen 
reellen Vektorraum und in   \ref{IVf} erkl"aren wir ein Integral f"ur
stetige Abbildungen eines kompakten reellen Intervalls
 in einen Banachraum. Das hier definierte Integral verallgemeinert
diese beiden Integralbegriffe.
\end{Bemerkungl}
%\begin{Bemerkungl}
%Sicher  w"are es 
%nat"urlicher, allgemeiner beliebige me"sbare Abbildungen zu
%integrieren, aber dann mu"s die Frage der Integrierbarkeit 
%diskutiert werden und man st"o"st auch auf die Schwierigkeit, 
%da"s die Summe me"sbarer Abbildungen nicht me"sbar zu sein 
%braucht, wenn unser Vektorraum keine abz"ahlbare Basis der
%Topologie besitzt. Diese Bedingung ist zwar in typischen
%Anwendungen stets erf"ullt, aber das stets zu erw"ahnen
%und zu pr"ufen lenkt auch wieder von den eigentlich interessanten
%Fragestellungen ab.
%\end{Bemerkungl}





\begin{Bemerkungl}[\textbf{Eigenschaften des vektorwertigen Integrals}] 
   Seien $(X,\mathcal M,\mu)$ ein Ma"sraum und
  $V$ ein lokal konvexer hausdorffscher
   topologischer Vektorraum. Offensichtlich bilden
die
   integrierbaren Funktionen stets einen Untervektorraum
   $ \op{Ens}(X,V)$ und offensichtlich ist das
   Integral eine lineare Abbildung von diesem Untervektorraum nach $V$.
   Ist $A:V\ra W$ eine stetige lineare Abbildung
   in einen weiteren lokal konvexen Hausdorff'schen
   topologischen Vektorraum und ist $f:X\ra V$ integrierbar, so ist
   offensichtlich auch $A\circ f$  integrierbar mit
   $$\textstyle \int(A\circ f)=A(\int f)$$
   Ist $\varphi: X\ra Y$ eine me"sbare Abbildung in einen
Me"sraum  $Y$ und und
$g:Y\ra V$ schwach me"sbar, so ist $g\circ \varphi$ auch schwach me"sbar
und genau dann integrierbar, wenn $g$ interierbar ist f"ur das Bildma"s
$\varphi_*\mu$, und dann gilt
 $$\int_X(g\circ \varphi)
\;\mu=\int_Y g\;( \varphi_\ast \mu)$$
Sind $\mu,\nu$ Ma"se auf $X$ und ist eine schwach me"sbare Abbildung $f:X\ra V$ integrierbar f"ur $\mu$ und $\nu$,
so ist sie auch integrierbar  f"ur $\mu+\nu$ und es gilt\label{EiIn}  
$$\int f(\mu+\nu)=\int f\mu + \int f\nu$$
 Ist schlie"slich $f:X\ra V$ integrierbar
   und ist  $C\subset V$ eine offene oder  abgeschlossene konvexe
   Teilmenge und gilt $f(X)\subset C$ sowie $\mu(X)<\infty$, so folgt $\int f\mu \in \mu(X)C$.
Um das zu zeigen mu"s man nur bemerken, da"s nach \ref{HaBa} beziehungsweise \ref{AKT}
eine nichtleere  offene beziehungsweise abgeschlossene 
konvexe Menge von jedem Punkt au"serhalb 
durch eine stetige Linearform getrennt werden kann.\label{ACI}
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
  Ich erinnere an den Begriff eines Filters aus \ref{FIUF} und
an die Konvergenz von Filtern \ref{KoFi}. Ich erinnere auch daran,
da"s wir unter einem \glqq echten Filter\grqq\  einen Filter verstehen,
der nicht die ganze Potenzmenge ist. 
\end{Bemerkungl}



\begin{Definition}
 Sei $(X,\cal{A})$ ein uniformer Raum im Sinne von
 \ref{UNIf}. 
Ein Filter $\cal{F}$ auf  $X$ hei"st ein
{\bf Cauchy-Filter},\index{Cauchy-Filter} 
 wenn er ein echter Filter ist und es f"ur jeden Abstand
 $A\in \cal{A}$ ein $x \in X$ gibt mit $\op{B}(x;A) \in
\cal{F}$.
Ein uniformer Raum hei"st 
{\bf vollst"andig},\index{vollst"andig!uniformer Raum} 
wenn darin jeder Cauchy-Filter konvergiert. Man fordert hier 
nur die Existenz, nicht die Eindeutigkeit
des Grenzwerts.
\end{Definition}





\begin{Beispiel}
Ein echter Filter $\cal{F}$ auf einer abelschen
topologischen Gruppe $G$ ist ein
Cauchy-Filter genau dann, wenn es f"ur jede nichtleere
offene Teilmenge $U \co G$ ein $g \in G$ gibt mit $gU \in
\cal{F}$.
\end{Beispiel}



\begin{Definition}
  Ein reeller oder komplexer
  topologischer Vektorraum hei"st \defind{lokalkonvex},  wenn sich jede Umgebung eines beliebigen Punktes zu einer
konvexen Umgebung desselben Punkts verkleinern l"a"st.
Ein \defind{von-Neumann-Raum} ist ein lokalkonvexer vollst"andiger
Hausdorff'scher 
topologischer Vektorraum.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl} Nach \ref{bghf} l"a"st sich 
in einem komplexen lokalkonvexen Raum sogar jede Umgebung der Null
zu einer $S^1$-stabilen konvexen Umgebung der Null verkleinern. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}] 
Wenn wir nichts dazusagen, so denken wir uns einen von-Neumann-Raum meist 
"uber $\DC$.
Der Begriff des von-Neumann-Raums kommt meines Wissens 
in der Literatur noch nicht
vor. Mir schien es jedoch f"ur das Folgende
hilfreich, eine griffige Bezeichnung zur
Verf"ugung zu haben. Da die Vollst"andigkeit 
allgemeiner topologischer Vektorr"aume 
zuerst von John von Neumann in \cite{Neu} diskutiert wurde,
im "Ubrigen im Hinblick auf die Integration vektorwertiger Funktionen,
schlage ich diese Terminologie vor.
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{Existenz des vektorwertigen Integrals}]
Gegeben ein topologischer Raum $X$ und 
ein komplexes topologisches Ma"s $\mu\in \op{M}(X)$ auf $X$  
und ein von-Neumann-Raum $V$ ist jede eine stetige\label{IVF} 
Abbildung $f: X \ra V$, deren Bild $f(X)$ kompakten Abschlu"s hat, integrierbar.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Dasselbe gilt analog und mit einem analogen Beweis
  auch f"ur reelle Ma"se und reelle von-Neumann-R"aume. Bourbaki arbeitet noch allgemeiner mit lokal konvexen Hausdorff'schen topologischen Vektorr"aumen,
  die \glqq quasivollst"andig\grqq\ sind in dem Sinne, da"s jede
  abgeschlossene beschr"ankte Teilmenge vollst"andig ist. Hier meint beschr"ankt, da"s wir f"ur jede Umgebung des Ursprungs eine
  positive reelle Zahl finden, die unsere  Teilmenge in diese Umgebung
  hineinmultipliziert. Mir ist nicht klar, welche relevanten Beispiele man dadurch zus"atzlich erreichen will. 
\end{Bemerkungl}




\begin{proof}[Beweis]
Wir d"urfen  annehmen, 
da"s unser Ma"s reell und nichtnegativ ist.
Gegeben eine Umgebung $U$  der Null in $V$ sagen wir, eine Funktion
$g:X\ra V$ sei eine \glqq $U$-gute Approximation von $f$\grqq\  genau dann,
wenn gilt  $g(x) - f(x) \in U
\quad \forall x \in X$.
F"ur jede Umgebung der Null  $U\subset V$ betrachten wir nun alle me"sbaren
Stufenfunktionen $g: X \ra V$, die $U$-gute Approximationen von $f$ sind.
Da unter unseren Annahmen $f(X)$ in einem Kompaktum liegt,
gibt es f"ur alle $U$ derartige Approximationen.
Die Menge aller \glqq naiven\grqq\  Integrale $U$-guter Approximationen von $f$
durch me"sbare Stufenfunktionen $g$ bezeichnen
wir mit $\cal{I}_{U}=\cal{I}_{U}(f)$.
Ist $U$ konvex, so liegt offensichtlich die Differenz von je zwei
Elementen von $\cal{I}_{U}$
in $\mu (X)
(U +(-U))$.
Lassen wir $U$ "uber alle konvexen Umgebungen der Null in $V$
laufen, so erzeugen unsere Mengen $\cal{I}_{U}$ folglich einen Cauchy-Filter
in $V$. Wir finden unseren Vektor $\int f \mu$ als den Grenzwert
dieses Cauchy-Filters.
Die geforderte Vertr"aglichkeit mit jeder stetigen Linearform folgt, 
indem wir 
als $U$ speziell die Mengen aller der Vektoren nehmen, auf denen 
die gew"ahlte
Linearform betragsm"a"sig unter einer vorgegebenen Schranke bleibt.
\end{proof}

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}\label{VUG}
  Jede abgeschlossene Teilmenge eines 
vollst"andigen uniformen Raums ist vollst"andig.
\end{Ubung}


\begin{Ubunge}[\textbf{Vervollst"andigung}]
Sei $(X,\mathcal A)$ ein uniformer Raum
und $\tilde X$ die Menge aller Cauchy-Filter von $X$.
Gegeben ein Abstand $A\in\mathcal A$ definieren wir eine
Teilmenge $\tilde A\subset \tilde X\times \tilde X$
durch die Vorschrift
$$ (\mathcal F,\mathcal G)\in \tilde A \quad\IFF\quad \exists x\in X\text{ mit }
\op{B}(x;A)\in \mathcal F\cap\mathcal G$$
Man zeige, da"s der von diesen Teilmengen erzeugte Filter eine
uniforme Struktur $\tilde{\mathcal A}$ auf $\tilde X$ ist. 
\end{Ubunge}



\begin{Ubung}[\textbf{Trennungssatz f"ur abgeschlossene Teilmengen}]
In einem lokalkonvexen 
reellen topologischen Vektorraum\label{AKT} 
kann jede nichtleere abgeschlossene konvexe Teilmenge von jedem nicht darin 
liegenden Punkt durch eine abgeschlossene Hyperebene getrennt werden, ja
gegeben eine abgeschlossene konvexe Teilmenge $C$ 
eines lokalkonvexen reellen topologischen Vektorraums $V$
und ein Punkt $v \not\in C$ gibt es st"arker und  in Formeln 
sogar eine stetige Linearform $F: V \ra\Bbb{R}$ mit
$F(v)$ nicht im Abschlu"s von $F(C)$. Hinweis: \ref{KHBa} und Halbieren konvexer
Umgebungen. 
%\emph{Gucken: Kann \cite{Rudin} in Theorem 3.4 das besser?}
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Trennungssatz f"ur abgeschlossene Teilmengen, Variante}]
Seien in einem lokalkonvexen 
reellen topologischen Vektorraum\label{AKTv} 
eine abgeschlossene konvexe Teilmenge  $C$ 
und eine dazu disjunkte kompakte konvexe Teilmenge  $K$
gegeben. So gibt es eine stetige Linearform $F: V \ra\Bbb{R}$ derart, da"s 
$F(K)$ nicht den Abschlu"s von $F(C)$ trifft.
Hinweis: Nach \eref{QuoE}{TM} ist f"ur jedes Kompaktum
  $K\subset V$ auch $C-K$ abgeschlossen. Ist $K$ zus"atzlich konvex
  und disjunkt zu $C$, so ist $C-K$  konvex  und enth"alt den Ursprung nicht. Also gibt es nach \ref{AKT} eine stetige Linearform $F$ derart, da"s der Abschlu"s von
  $F(C-K)$ den Ursprung nicht enth"alt. Ich h"atte noch lieber ein Argument,
  da"s \eref{QuoE}{TM} vermeidet.
\end{Ubung}




\begin{Ubung}[\textbf{Fortsetzungssatz f"ur lokalkonvexe R"aume}] 
 Man zeige, da"s in einem lokalkonvexen 
topologischen Vektorraum jede stetige Linearform auf einem
Untervektorraum zu einer stetigen Linearform auf dem ganzen Vektorraum
fortgesetzt werden kann. Hinweis:\label{FLKo}  
Man kopiere den geometrischen Beweis des Fortsetzungssatzes
\ref{FHaBa} f"ur normierte Vektorr"aume.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Wir nennen eine Teilmenge $B$ eines komplexen Vektorraums $V$
  eine {\bf ballartige Teilmenge},\index{ballartig} wenn sie
  konvex und $S^1$-stabil
  ist und den Ursprung enth"alt und f"ur jeden Vektor $v\in V$ 
  die Menge
  $\{\lambda\in\DR\mid \lambda v\in B\}$ offen ist in $ \DR$. 
  Man zeige:
  Gegeben ein komplexer Vektorraum $V$ erhalten wir eine Bijektion
  $$
\{\text{Halbnormen auf $V$}\} 
\sira   
\{\text{Ballartige Teilmengen von $V$}\} 
$$
durch die Vorschrift $p\mapsto B_{p}\pdef \{v\in V\mid p(v)<1\}$
und $B\mapsto p_B$ mit
$p_B$ dem
Minkowski-Funktional
$
p_B (x) \pdef
\inf \{\lambda \mid \lambda \geq 0,  x \in \lambda B\}$.
Man zeige, da"s ein komplexer topologischer Vektorraum genau dann
lokal konvex ist, wenn es darin eine Umgebungsbasis des Ursprungs
aus ballartigen Mengen gibt. Man folgere, da"s ein komplexer topologischer Vektorraum genau dann lokal konvex ist, wenn seine
Topologie als die Initialtopologie eines Systems von Halbnormen beschrieben
werden kann. Umgekehrt zeige man, da"s
f"ur jedes System von Halbnormen auf einem
komplexen Vektorraum die Initialtopologie eine Vektorraumtopologie ist.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Ein lokalkonvexer topologischer Vektorraum hat genau dann
  eine abz"ahlbare Umgebungsbasis des Ursprungs, wenn
  seine Topologie als die Initialtopologie eines abz"ahlbaren
  Systems von Halbnormen beschrieben
werden kann.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Der Schwartzraum}]
  Der Schwartzraum $\mathcal S(\DR^n)$ wird ein lokalkonvexer
  topologischer Vektorraum durch das System
  von Halbnormen $p_{\alpha,\beta}(f)\pdef \|x^\alpha\partial^\beta f\|_\infty$
  f"ur $\alpha,\beta\in\DN^n$. Er wird damit sogar ein von-Neumann-Raum
  und die Fouriertransformation wird ein
  Isomorphismus von topologischen Vektorr"aumen
  $\mathcal F:\mathcal S(\DR^n)\sira \mathcal S(\DR^n)$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{flokS}
  Gegeben lineare Abbildungen $\varphi_i:V_i\ra V$ von lokalkonvexen topologischen
  Vektorr"aumen in einen komplexen Vektorraum erkl"art man die
  {\bf finale lokalkonvexe Struktur auf $V$}\index{final!lokalkonvexe Struktur} 
  als die Initialtopologie
  zur Familie aller  Halbnormen $p:V\ra \DR_{\geq 0}$ mit der
  Eigenschaft, da"s 
  $p\circ \varphi_i$ stetig ist f"ur alle $\varphi_i$. Man zeige, da"s
  sie eine zur Finaltopologie analoge universelle Eigenschaft hat.
  Man zeige, da"s
  man in der Kategorie der lokalkonvexen topologischen Vektorr"aume
  Kolimites erh"alt, indem man Kolimites der  zugrundeliegenden
  Vektorr"aume bildet und mit der finalen Struktur versieht.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Gegeben ein lokal konvexer Hausdorff'scher topologischer Vektorraum
  mit einem abgeschlossenen Teilraum ist auch der Quotient mit seiner
  Quotiententopologie ein lokal konvexer Hausdorff'scher topologischer Vektorraum.\label{QLKI} 
\end{Ubung}


\begin{Ubung}[\textbf{Vollst"andigkeit des Raums der Testfunktionen}]
  Man zeige: Eine abelsche topologische Gruppe, in der
  das neutrale Element eine 
  abz"ahlbare Umgebungsbasis besitzt, ist genau dann vollst"andig,
  wenn jede Cauchy-Folge konvergiert. Man folgere, da"s f"ur
  jede offene Teilmenge $U\co\DR^n$ der Raum der
  Testfunktionen $\mathcal C_!^\infty(U)$ vollst"andig ist. Hinweis: Wie in \ref{KFTv} zeigt man,
  da"s es f"ur jede Cauchyfolge ein Kompaktum gibt derart, da"s alle
  Funktionen unserer Folge Tr"ager darin haben. 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Testfunktionen und Schwartzfunktionen}]
  Die Einbettung  $\mathcal C_!^\infty(\DR^n)\hra \mathcal S(\DR^n)$
  ist stetig mit dichtem Bild. Hier ist der
  Raum $\mathcal C_!^\infty(\DR^n)$ versehen mit seiner finalen
  lokalkonvexen Struktur zu den Einbettungen $\mathcal C_K^\infty(\DR^n)$
  f"ur $K\subset \DR^n$ kompakt. 
\end{Ubung}



  \begin{Ubung}
  Gegeben lineare Abbildungen $\psi_i:V\ra V_i$ von einem komplexen Vektorraum in lokalkonvexe topologische
  Vektorr"aume erkl"art man die
  {\bf initiale lokalkonvexe Struktur auf $V$}\index{initial!lokalkonvexe Struktur} 
  als die Initialtopologie. Man zeige, da"s
  sie $V$ zu einem lokalkonvexen topologischen Vektorraum
  macht und eine zur Initialtopologie analoge universelle Eigenschaft hat.
  Man zeige, da"s
  man in der Kategorie der lokalkonvexen topologischen Vektorr"aume
  Limites erh"alt, indem man Limites der  zugrundeliegenden
  Vektorr"aume bildet und mit der initialen Struktur versieht.
  \end{Ubung}




\subsection{Stetiger Dualraum}
\begin{Bemerkungl}
  Alles in diesem Abschnitt gilt in gleicher Weise auch f"ur
komplexe topologische Vektorr"aume.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Gegeben ein reeller 
topologischer Vektorraum $V$ bezeichnet man den Raum
aller stetigen Linearformen
\begin{equation*}
V^\ast = \op{Modto}_{\mathbb R} (V, \mathbb R)
\end{equation*}
als den {\bf stetigen Dualraum}\index{Dualraum!stetiger} 
von $V$\index{stetig!Dualraum} und verwendet
dasselbe Symbol wie f"ur den vollen algebraischen Dualraum $\op{Hom}_{\mathbb R}
(V,\mathbb R)=\op{Mod}_{\mathbb R}
(V,\mathbb R)$ in der Hoffnung, da"s der Leser aus dem Kontext
erschlie"sen kann, welche Bedeutung jeweils gemeint ist.
Dieser Raum ist erst einmal ein abstrakter Vektorraum, auf dem
wir im folgenden verschiedene Topologien diskutieren.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben ein topologischer Vektorraum $V$ mag man den stetigen Dualraum
  $V^*$ mit der Kofinaltopologie in Bezug auf die Auswertungsabbildungen $V^\ast
\rightarrow \mathbb R$ an allen Vektoren $v \in V$ versehen. Diese Topologie hei"st die 
{\bf schwach-$\ast$-Topologie auf $V^\ast$}\index{schwach-$\ast$-Topologie}  
und wird \glqq schwach-Stern-Topologie\grqq\ gesprochen.  Mit der schwach-$\ast$-Topologie wird der stetige Dualraum 
$V^\ast$ eines topologischen Vektorraums wieder ein topologischer Vektorraum,
ja sogar ein hausdorffscher lokalkonvexer topologischer Vektorraum,
wie der Leser zur "Ubung selbst zeigen mag. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Im Fall
  eines normierten Vektorraums $V$ ist die schwach-$\ast$-Topologie 
im allgemeinen schw"acher als die
  durch die Operatornorm auf $V^\ast$ definierte Topologie in dem Sinne, da"s
  sie weniger offene Mengen hat und folglich etwa die Konvergenz von
  Folgen bez"uglich dieser Topologie eine schw"achere 
Bedingung ist. Man spricht
  dann auch von 
{\bf schwacher 
Konvergenz}.\index{schwache Konvergenz}\index{Konvergenz!schwache}
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Umgekehrt k"onnen wir auf jedem reellen topologischen Vektorraum
$V$ die kofinale Topologie in Bezug auf die
Familie aller stetigen Linearformen $V \rightarrow \mathbb R$ betrachten.
Sie hei"st die
{\bf schwache 
  Topologie\index{schwache Topologie}\index{Topologie!schwache} auf $V$}.
Mit der schwachen Topologie ist $V$ stets lokal konvex. Ist bereits
$V$ selbst hausdorffsch und lokalkonvex, so bleibt $V$ hausdorffsch und
lokalkonvex in der schwachen Topologie, Ersteres nach der Variante \ref{AKT} des
Satzes von Hahn-Banach.
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}
  In einem Hilbertraum konvergiert  jede Folge von paarweise orthogonalen Einheitsvektoren schwach gegen den Nullvektor.
\end{Beispiel}


\begin{Ubung}
Jeder topologische Vektorraum ist auch mit der 
schwachen Topologie ein topologischer Vektorraum.
Diese Topologie ist im allgemeinen schw"acher
als die urspr"ungliche Topologie.
Der stetige Dualraum eines topologischen Vektorraums
ist mit der schwach-$\ast$-Topologie ein topologischer Vektorraum.
\end{Ubung}
\begin{Satz}[\textbf{Alaoglu-Bourbaki}]
Der abgeschlossene Einheitsball in Bezug auf die Operatornorm\index{Alaoglu-Bourbaki} 
im stetigen Dualraum eines normierten Vektorraums
ist stets schwach-$\ast$-kompakt, als da hei"st kompakt in der 
schwach-$\ast$-Topologie.\label{AlB} 
Ist allgemeiner $B$ eine Umgebung des Ursprungs 
in einem topologischen Vektorraum
$V $, so ist die Menge
$
K = \{ f \in V^\ast \mid |f(v)| \leq 1 \quad \forall v \in B\}
$
schwach-$\ast$-kompakt.
\end{Satz}
\begin{proof}
Man betrachte die offensichtliche Einbettung
$
V^\ast \hookrightarrow \prod_{v \in V} \mathbb R
$
gegeben durch $f \mapsto (f(v))_{v \in V}$.
Unsere schwach-$\ast$-Topologie ist per definitionem die von der 
Produkttopologie auf $V^\ast$  induzierte Topologie.
Der Raum $K$ ist das Urbild in $V^\ast$ eines Produkts von kompakten 
Intervallen, wir nehmen genauer die 
abgeschlossenen Intervalle $[-1,1]$
f"ur $v \in  B$ und geeignet gr"o"sere Intervalle 
f"ur $v \not\in  B$.
Nach Tychonoff ist dies Produkt  
kompakter Intervalle  und damit der Abschlu"s 
von $K$ in unserem Produkt $\prod$
kompakt und es bleibt zu zeigen, da"s $K$ abgeschlossen ist in $\prod$.
Diejenigen Tupel aus $\prod$, die lineare Abbildungen 
darstellen, bilden aber
eine abgeschlossene Teilmenge von $\prod$, 
als Schnitt der Urbilder der Null unter 
den stetigen $\DR$-wertigen 
Abbildungen $h_{x,y}:\prod\ra\DR$,  $(a_v)_{v\in V}\mapsto (a_x+a_y-a_{x+y})$
und $g_{\lambda,x}:\prod\ra\DR$,  $(a_v)_{v\in V}\mapsto (\lambda
a_x-a_{\lambda x})$ f"ur alle $x,y\in V$ und $\lambda\in\DR.$
Folglich 
besteht der Abschlu"s von $K$
aus linearen Abbildungen.
Weiter liegt der Abschlu"s von $K$ in unserem Produkt kompakter 
Intervalle, folglich
sind alle Abbildungen aus dem Abschlu"s 
von $K$ beschr"ankt
durch Eins auf $ B$ und damit stetig. 
Also ist $K$ sein eigener Abschlu"s.
\end{proof}

\begin{Beispiel}[\textbf{Ein kompakter nicht folgenkompakter Raum}]
Wir betrachten den Raum $\mathcal C_{\op{b}}(\DR,\DR)$ aller beschr"ankten
stetigen reellwertigen Funktionen auf der reellen Zahlengeraden
mit der Norm der gleichm"a"sigen Konvergenz. Der Einheitsball in
seinem Dualraum ist "uberdeckungskompakt\label{GFBV}  
in der schwach-$*$-Topologie 
nach dem Satz von Alaoglu-Bourbaki \ref{AlB}. Er ist jedoch nicht 
folgenkompakt, zum Beispiel bilden die Auswertungen an den nat"urlichen
Zahlen eine Folge ohne konvergente Teilfolge.
\end{Beispiel}


\begin{Lemma}
 Besitzt ein topologischer Vektorraum eine abz"ahlbare dichte
Teilmenge, so ist in seinem topologischen Dualraum\label{ADMe} 
mit der schwach-$\ast$-Topologie jedes Kompaktum $K$ metrisierbar.
\end{Lemma}
\begin{proof}
Sei $V$ unser topologischer Vektorraum.  Gegeben eine dichte Teilmenge $D \subset V$ zeigen wir zun"achst, da"s die Auswertungsabbildungen
an Vektoren $v \in D$ bereits die schwach-$\ast$-Topologie auf 
unserem Kompaktum $K$ erzeugen.
In der Tat landen besagte Auswertungsabbildungen $a_v$ in kompakten Teilmengen $B_v \subset \mathbb R$
und liefern zusammen eine stetige Abbildung
\begin{equation*}
 K \rightarrow \prod_{v \in D}  B_v
\end{equation*}
die f"ur dichtes $D$ sogar injektiv sein mu"s und die nach \eref{QHK}{TM} als stetige Injektion eines
kompakten Raums in einen Hausdorffraum einen Hom"oomorphismus auf ihr Bild induziert.
Ist $D$ abz"ahlbar, so ist $K$ dann metrisierbar als Unterraum eines abz"ahlbaren Produkts
metrischer R"aume nach "Ubung \eref{pkmR}{TM}.
\end{proof}

\begin{Lemma}\label{ADTe}
Ist $X$ ein kompakter metrischer Raum, so besitzt $\mathcal C (X,\mathbb R)$ eine abz"ahlbare
dichte Teilmenge.
\end{Lemma}
\begin{proof}
 Sicher reicht es zu zeigen, da"s 
f"ur jedes Kompaktum $B\subset\DR$ der Funktionenraum 
$\mathcal C (X, B)$ eine abz"ahlbare dichte
Teilmenge besitzt. Gegeben $p,q \in \mathbb Q_{>0}$ bezeichne nur f"ur diesen
Beweis $\mathcal C_{p,q} \subset \mathcal C (X, B)$
die Menge aller \glqq mit Parametern $(p,q)$ gleichm"a"sig stetigen Funktionen\grqq, in
Formeln $$\mathcal C_{p,q} =\{f: X \rightarrow B\mid d(x,y) \leq p
\Rightarrow | f(x) - f(y)| \leq q\}$$
Sicher reicht es zu zeigen, da"s jedes $\mathcal C_{p,q}$ eine abz"ahlbare dichte
Teilmenge hat, und das folgt hinwiederum aus dem Satz von Arzela-Ascoli \ref{ArAs},
denn $\mathcal C_{p,q}$ ist gleichgradig stetig und abgeschlossen in $\mathcal C(X, B)$
und mithin nach Arzela-Ascoli kompakt. Jeder kompakte metrische Raum besitzt
aber nach \ref{KMR} eine abz"ahlbare dichte Teilmenge.
\end{proof}

  \begin{Definition}
Sei $X$ ein topologischer Raum und $\op{M}(X;\DR)$ 
der Raum aller reellen Borelma"se auf $X$.
    Unter der 
{\bf schwachen Topologie auf $\op{M}(X;\DR)$}
 \index{schwache Topologie!auf $\op{M}(X;\DR)$}
 verstehen wir die gr"obste Topologie derart, da"s
    f"ur alle stetigen beschr"ankten reellen Funktionen $f:X\ra\DR$
die Abbildung $\op{M}(X;\DR)\ra\DR$ gegeben durch $\mu\mapsto \int f\mu$ 
stetig ist. Formal ist das zwar eigentlich eine schwach-$\ast$-Topologie,
aber so pedantisch ist man in diesem Zusammenhang bei der 
Terminologie meist  nicht.
  \end{Definition}


\begin{Korollar}\label{STRZ}
 Ist $X$ ein kompakter metrischer Raum, so ist 
der Raum der Wahrscheinlichkeitsma"se auf
$X$ mit seiner schwachen Topologie folgenkompakt.
\end{Korollar}

\begin{Bemerkungl}\label{FoKol}
  Dasselbe gilt allgemeiner mit demselben Beweis  f"ur den  Raum aller 
nichtnegativen Ma"se auf
$X$ mit Gesamtmasse h"ochstens Eins oder f"ur den  Raum aller 
signierten oder sogar komplexen Ma"se auf
$X$ mit Variationsnorm h"ochstens Eins.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
 Nach \ref{ADTe} besitzt $\mathcal C (X,\mathbb R)$ eine abz"ahlbare dichte Teilmenge.
Nach \ref{ADMe} ist also jedes Kompaktum in seinem topologischen Dualraum mit der 
schwach-$\ast$-Topologie metrisierbar.
Das gilt  nach Alaoglu-Bourbaki \ref{AlB} insbesondere f"ur die abgeschlossene Einheitskugel,
und mit dem Riesz'schen Darstellungssatz \ref{RiDa} k"onnen wir den Raum der Wahrscheinlichkeitsma"se
auf $X$ dahin als abgeschlossene Teilmenge einbetten.
\end{proof}
\begin{Beispiel}
  Jede Folge von Dirac-Ma"sen auf einem kompakten metrischen Raum
besitzt eine schwach konvergente 
Teilfolge, genauer konvergiert  die Folge der Dirac-Ma"se zu einer 
konvergierenden Folge von Punkten auf einem beliebigen 
topologischen Raum
schwach gegen das Dirac-Ma"s des
Grenzwerts unserer Punktfolge.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
  Betrachten wir auf $[0,1]$ die Folge der Wahrscheinlichkeitsma"se $P_n$,
die als Linearkombination der Dirac-Ma"se an allen Stellen 
$i/n$ mit $1\leq i\leq n$ mit gleichen Gewichten an allen
Stellen entsteht. Diese Folge konvergiert schwach gegen das Lebesgue-Ma"s.
\end{Beispiel}
\begin{Definition}
 Eine Menge von Wahrscheinlichkeitsma"sen auf einem topologischen Raum hei"st
\defind{straff} (englisch \defind{tight}) 
genau dann, wenn es f"ur jedes $\varepsilon > 0$
ein Kompaktum gibt, dessen 
Komplement unter allen Ma"sen besagter Menge ein Ma"s $\leq \varepsilon$ hat.
\end{Definition}
\begin{Satz}[\textbf{Prohorov}]\index{Prohorov, Satz von}
 Jede straffe Folge von Wahrscheinlichkeitsma"sen 
auf einem metrischen Raum besitzt eine
schwach konvergente Teilfolge.
\end{Satz}
\begin{proof}
 Im Fall eines kompakten metrischen Raums haben wir bereits in \ref{STRZ} 
gezeigt, da"s jede
Folge von Wahrscheinlichkeitsma"sen, ja nach \ref{FoKol}
sogar jede Folge von Ma"sen mit beschr"ankter Gesamtmasse
eine schwach konvergente Teilfolge besitzt. Im allgemeinen Fall w"ahlen wir eine Folge
$K_1 \subset K_2 \subset \ldots$ von Kompakta mit $\mu_n (K_i) \geq 1-1/i$ f"ur alle Glieder
$\mu_n $ unserer Folge von Wahrscheinlichkeitsma"sen.
Es gilt, 
$d:\DN\ra\DN$ streng monoton 
so zu finden, da"s $\int f \mu_{d (k)}$ f"ur alle 
$f \in \mathcal C (X, [-1,1])$ konvergiert.
Nach \ref{FoKol} finden wir $i_1 : \mathbb N \rightarrow \mathbb N$
streng monoton derart, da"s $\int_{K_1} f \mu_{i_{1}(k)}$ konvergiert f"ur alle $f \in \mathcal C (X, [-1,1])$.
Von dieser Folge finden wir hinwiederum eine Teilfolge oder formal $i_2 : \mathbb N \rightarrow \mathbb N$
streng monoton derart, da"s f"ur $v_2 \pdef i_1 \circ i_2$ die Folge
$\int_{K_2} f \mu_{v_2 (k)}$ konvergiert f"ur alle $f \in \mathcal
C(X,[-1,1])$.
Von dieser Folge finden wir hinwiederum eine Teilfolge oder formal $i_3 : \mathbb N \rightarrow \mathbb N$
streng monoton derart, da"s f"ur $v_3 \pdef v_2 \circ i_3$ die Folge
$\int_{K_3} f \mu_{v_3 (k)}$ konvergiert f"ur alle $f \in \mathcal C(X,[-1,1])$.
Indem wir so weitermachen und
zur Erh"ohung der Klarheit noch $v_1\pdef i_1$ vereinbaren,
finden wir f"ur die \glqq diagonale\grqq\  Teilfolge $d(i) \pdef v_i (i)$ schlie"slich,
da"s $\int_{K_a} f \mu_{d(i)}$ konvergiert f"ur alle $a\geq 1$ und alle $f\in
\mathcal C (X, [-1,1])$.

Die Grenzwerte dieser Folgen liefern mit dem Riesz'schen Darstellungssatz 
\ref{RiDa} Ma"se $\mu^a_{\infty}$ auf $K_a$,
die wir durch Null zu Ma"sen $\mu^a_{\infty}$ auf ganz $X$ fortsetzen k"onnen.
Ich behaupte nun $\mu^{a+1}_\infty \geq \mu^a_{\infty}$ in dem Sinne, da"s jeder Borelmenge durch
$\mu^{a+1}_{\infty}$ eine mindestens ebensogro"se Zahl zugeordnet wird wie durch $\mu^a_{\infty}$.
Nach dem Riesz'schen Darstellungssatz reicht es hierzu, wenn wir f"ur alle $f \in \mathcal C (K_{a+1}, [0,\infty))$
zeigen
\begin{equation*}
 \int_{K_{a+1}} f \mu^{a+1}_\infty \geq \int_{K_{a+1}} f \mu_\infty^a
\end{equation*}
Dazu beachten wir in anschlie"send erkl"arter Notation
$$\begin{array}{lllll}
\displaystyle \int_{K_{a+1}} f \mu^{a+1}_\infty &\geq &
% \displaystyle \int_{K_a} f\mu^{a+1}_\infty
% &=&
\displaystyle\lim_{n\rightarrow \infty} \int_{K_{a+1}} h_n f \mu^{a+1}_{\infty}
&=&\displaystyle\lim_{n\rightarrow \infty} \left( \lim_{i\rightarrow \infty} \int_{K_{a+1}}
  (h_n f) \mu_{d(i)}\right)\\[4mm]
&&&\geq&\displaystyle\lim_{i\rightarrow \infty} \left( \lim_{n\rightarrow \infty} \int_{K_{a+1}}
  (h_n f) \mu_{d(i)}\right)\\[4mm]
&&&=&\displaystyle\lim_{i\rightarrow \infty} \left(  \int_{K_{a}}
   f \mu_{d(i)}\right)\\[4mm]
&&&=& \displaystyle \int_{K_{a}}
   f \mu_{\infty}^a=\int_{K_{a+1}}
   f \mu_{\infty}^a
\end{array}$$
Hier meint $h_n : K_{a+1} \rightarrow [0,1]$ eine monoton fallende Folge stetiger Funktionen, die punktweise
gegen die charakteristische Funktion von $K_a$ konvergiert: So etwas gibt es, da $K_{a+1}$ ein metrischer 
Raum ist und $K_a\As K_{a+1}$ eine abgeschlossene Teilmenge.
Die entscheidende mittlere Ungleichung schlie"slich r"uhrt daher, da"s 
unsere Folge in $n$ monoton f"allt.
Haben wir aber ganz allgemein nichtnegative reelle $a_{n,i}$, so gilt stets 
\begin{equation*}
\inf_n \left( \lim_{i\rightarrow \infty}  a_{n,i}\right)  
\geq \lim_{i \rightarrow \infty} \left(\inf_n a_{n,i}\right)
\end{equation*}
falls die fraglichen Limites existieren, denn  offensichtlich gilt $ 
a_{\nu,i}\geq \inf_n (a_{n,i})$ f"ur
alle $i$ und alle $\nu$.
Damit folgt wie behauptet
$
  \mu^a_\infty \leq \mu_\infty^{a+1} \leq \ldots
$
und wir k"onnen nach "Ubung \eref{MGrM}{AN3} 
ein Ma"s $\mu^\infty_\infty$ auf $X$ erkl"aren durch die Vorschrift
\begin{equation*}
 \mu^\infty_\infty (A) \pdef \lim_{a \rightarrow \infty} \mu^a_\infty (A)
\end{equation*}
f"ur jede Borelmenge $A\subset X$.
Es bleibt nur noch 
zu zeigen, da"s die Folge der $\mu_{d(i)}$ schwach gegen 
$\mu^\infty_\infty$ konvergiert.
Ist $f \in \mathcal C (X,[0,1])$ gegeben, so gilt es daf"ur zu zeigen
\begin{equation*}
 \lim_{i\rightarrow \infty} \int_X f\mu_{d(i)} = \int_X f\mu^\infty_\infty
\end{equation*}
F"ur alle $\varepsilon > 0$ gibt es jedoch ein $a$ mit 
$\mu_{d(i)} (X\backslash K_a) \leq \varepsilon$
f"ur alle $i$ und mit $\mu^\infty_\infty (X) -\mu_\infty^a (X) < \varepsilon$.
Dann hat $\int_X 
f \mu^\infty_\infty$ einen Abstand $\leq \varepsilon$ zu
$\int_{X} 
f \mu^a_\infty=\int_{K_a} 
f \mu^a_\infty$ und
und jedes Glied der Folge $\int_X  f \mu_{d(i)}$ hat einen Abstand 
$\leq \varepsilon$ zu dem entsprechenden $\int_{K_a} f \mu_{d(i)}$ und aus
$\int_{K_a} f\mu_\infty^a = \lim_{i\rightarrow \infty} 
\int_{K_a} f\mu_{d(i)}$ folgt, da"s f"ur hinreichend gro"ses $i$ der Abstand
oben unter $3\varepsilon$ fallen mu"s.
\end{proof}








  
\subsection{Kompakt getragene Ma"se}
\begin{Definition}
Seien $X$ ein topologischer Raum und $K\subset X$ eine Teilmenge.
Die topologischen Ma"se auf $X$, 
die  auf allen 
zu $K$ disjunkten topologisch me"sbaren Mengen verschwinden, 
nennen wir die {\bf von $K$ getragenen Ma"se}.\index{getragen!Ma"s} 
Die von irgendeinem Kompaktum getragenen 
 Ma"se nennen wir {\bf kompakt getragene Ma"se}\index{kompakt getragen!Ma"s} 
und
notieren sie je nach ihrem Wertebereich 
$$
\op{M}_! (X)=\op{M}_! (X;\DC)\;\supset\; \op{M}_! (X;\DR)
\;\supset\; \op{M}_! (X; [0,\infty))
\;\subset\; \op{M}_! (X; [0,\infty])$$
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}
Jedes  kompakt getragene komplexe Ma"s l"a"st sich sogar darstellen 
als   eine endliche Linearkombination mit komplexen
Koeffizienten von endlichen positiven kompakt getragenen Ma"sen.
Um das zu sehen, stellen wir es 
dar als eine endliche Linearkombination
von endlichen positiven Ma"sen und schr"anken dann alle
diese Ma"se ein auf ein geeignetes Kompaktum.
Mit dieser Erkenntnis sieht man leicht, da"s sich
jede  Abbildung von $\op{M}(X;[0,\infty))$ in einen reellen
    Vektorraum $V$, die vertr"aglich ist mit der Addition von Ma"sen und der
    Multiplikation mit nichtnegativen reellen Skalaren,  auf genau
    eine Weise zu einer $\DR$-linearen Abbildung 
    $\op{M}(X;\DR)\ra V$ fortsetzen l"a"st. Das  kann auch als 
Spezialfall von "Ubung \eref{FoKe}{LA1} verstanden werden.
Jede $\DR$-lineare Abbildung von $\op{M}(X;\DR)$ in einen  komplexen
    Vektorraum $W$ l"a"st sich weiter offensichtlich auf genau
    eine Weise zu einer  $\DC$-linearen Abbildung
     $\op{M}(X)\ra W$ fortsetzen. 
\end{Bemerkungl}







\begin{Bemerkungl}
Sind $X$ und $Y$ abz"ahlbar basierte topologische R"aume, 
so liefert das Bilden des Produktma"ses  mithilfe der vorhergehenden Bemerkung
Abbildungen
$$\begin{array}{ccc}
\op{M}_!  (X) \otimes_{\Bbb{C}} \op{M}_! (Y) & \ra & \op{M}_! (X\times Y)
\end{array}$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Gegeben eine stetige Abbildung $f:X\ra Y$ ist das Bild eines
 kompakt getragenen Ma"ses  auch selbst kompakt getragen 
und wir erhalten so eine komplexlineare Abbildung
$$f_\ast:\op{M}_!(X)\ra \op{M}_!(Y)$$
\end{Bemerkungl}



  \begin{Definition}
    Gegeben eine abz"ahlbar basierte topologische Gruppe $G$ 
bilden unter  unserer Konvolution von Ma"sen 
aus \ref{FaMaG} die kompakt getragenen Ma"se einen Teilring,
so da"s wir insgesamt eine Kette von Ringen
$$\Bbb{C} G \subset \op{M}_! (G) \subset \op{M}(G)$$
erhalten. Hierbei  erkl"aren wir die erste
Einbettung dadurch, da"s sie
jedem $g\in G$ das Dirac-Ma"s bei $g$ zuordnet.
\end{Definition}



\subsection{Von-Neumann-Darstellungen}

\begin{Definition}
Eine \defind{von-Neumann-Darstellung} einer
topologischen Gruppe ist eine stetige Darstellung in einem
von-Neumann-Raum.\label{vNDa} 
\end{Definition}



\begin{Definition}[\textbf{Operationen von Ma"sen auf Darstellungen}]
Gegeben eine von-Neumann-Darstellung $V$ einer\label{OMDn} %\label{OMD}
topologischen Gruppe $G$, ein Vektor $v\in V$ sowie ein 
kompakt getragenes komplexes Ma"s 
$\mu\in \op{M}_!(G)$ 
definieren wir den Vektor $\mu v\in V$ als
das Integral
$$\mu v=\int_G gv\;\mu\langle g\rangle$$
oder genauer das Integral $\mu v=\int_K gv\;\mu\langle g\rangle$ im Sinne von \ref{IVF}
f"ur ein
und jedes Kompaktum $K\subset G$, das unser Ma"s tr"agt.
\end{Definition}



\begin{Bemerkungl}
 Ist $\mu$ ein fest gew"ahltes Haar'sches Borelma"s 
und $f\in \op{L}^1(G;\mu)$ eine
  integrierbare Funktion mit kompaktem Tr"ager, so setzen wir $$f\ast
  v=f\ast_\mu v=(f\mu) v$$
f"ur $f\mu$ das durch das Integrieren von $f$ bez"uglich $\mu$
erkl"arte Ma"s.
  Ist $G$ kompakt, so verstehen wir $f\ast v$ stets
  in Bezug auf das durch die Bedingung 
$\mu(G)=1$ normalisierte Haar'sche Ma"s.
Ist $\mu$ ein linksinvariantes Haar'sches Ma"s, so gilt 
per definitionem f"ur jedes Gruppenelement 
$g\in G$ die Verwandtschaft  $(g\cdot):\mu\leadsto \mu$ und 
f"ur jede Funktion $f$ auch $(g\cdot):f\leadsto \acute{g}f$ und
damit
f"ur $f\in \op{L}^1(G;\mu)$ notwendig
$(g\cdot):f\mu\leadsto (\acute{g}f)\mu$.
Daraus hinwiederum folgt f"ur $f$ integrierbar mit kompaktem Tr"ager die Formel
$$g(f\ast_\mu v)=(\acute{g}f)\ast_\mu v$$
Man kann das im Fall abz"ahlbar basierter Gruppen auch aus \ref{DMM} folgern,
indem man dort ein Ma"s zum Dirac-Ma"s bei $g$ spezialisiert, aber das
scheint mir auch wieder eine unn"otig komplizierte Argumentation. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Die beiden folgenden S"atze erkl"aren, warum es sinnvoll sein mag,
unter den vielen denkbaren Arten stetiger Darstellungen
topologischer Gruppen gerade 
die  von-Neumann-Darstellungen von abz"ahlbar basierten
lokal kompakten Haus\-dorff'schen Gruppen
zu betrachten.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}\label{AUG}
In einer topologischen Gruppe 
gilt f"ur jede Umgebung $U$ des neutralen Elements
die Inklusion $\bar{U}  \subset UU$.
In der Tat k"onnen wir folgern 
$x \not\in UU \Rightarrow xU^{-1} \cap U = \emptyset
\Rightarrow x \not\in \bar{U}$, da  $x
U^{-1}$ eine  Umgebung von $x$ ist, die $U$ nicht trifft.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
  Gegeben eine Darstellung $V$ einer Gruppe $K$ 
hei"st ein 
Vektor $v\in V$ ein {\bf $K$-endlicher Vektor},\index{Vektor!$K$-endlicher} 
 wenn er mit seinen Bildern unter allen $k\in K$ einen
endlichdimensionalen Teilraum von $V$ aufspannt. Die Menge aller 
$K$-endlichen Vektoren ist eine Unterdarstellung $V_K\subset V$. 
In Formeln wird sie gegeben durch 
$$V_K=\{ v \in V \mid \op{dim} \langle K v\rangle <
\infty\}$$
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Die Notation $V_K$ kann alternativ auch den Raum der \glqq Koinvarianten\grqq\ 
unter der Operation von $K$ auf $V$ bedeuten. Welche Bedeutung jeweils
gemeint ist, gilt es aus dem Kontext zu erschlie"sen.
In \ref{DarsF} hatten wir gezeigt, da"s die $K$-endlichen Vektoren der 
rechtsregul"aren Darstellung einer Gruppe $K$ mit den 
$K$-endlichen Vektoren der linksregul"aren Darstellung zusammenfallen
und hatten diese Funktionen auf unserer Gruppe die 
\glqq darstellenden Funktionen\grqq\  genannt. In  \ref{SarsF} hatten wir Analoges
f"ur die stetigen regul"aren Darstellungen einer topologischen Gruppe gezeigt.
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Dichtheit der $K$-endlichen Vektoren}]
In jeder
von-Neu\-mann\--Darstellung einer abz"ahlbar basierten
kompakten Hausdorffgruppe
$K$ liegen die $K$-endlichen Vektoren dicht.\label{DKE} 
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis]
Sei $V$  unsere
Darstellung 
und $w \in V$ ein 
Vektor und $U\subset V$ eine Umgebung der Null. Es
gilt zu zeigen $V_{K} \cap (w +U)\neq \emptyset$.
Wir w"ahlen dazu in $V$ mithilfe von
\ref{AUG} eine abgeschlossene konvexe Umgebung $C$ der Null 
mit $C + C \subset U$.
Sicher finden wir dann eine kompakte Umgebung $\Omega \subset K$ des
neutralen Elements mit $\Omega w \subset w + C$ und $f :K \ra
\left[ 0,\infty\right)$ stetig mit $\op{supp} f \subset \Omega$
und $\int f\mu =1$ f"ur $\mu$ das  normierte
Haar-Ma"s von $K$. Mit  \ref{ACI} 
folgt $f\ast w \in w + C$.
Nun ist $K w$ kompakt, folglich finden wir $\varepsilon >0$
mit $\varepsilon K  w \subset C$.
Nach dem Satz von Peter und Weyl \ref{PeWe} gibt es f"ur dieses $\varepsilon$ 
eine darstellende
Funktion $h: K \ra \Bbb{C}$ mit $\| h - f \|_{\infty} < \varepsilon$
und folglich $$h \ast w \in f \ast w + C \subset w +C +C \subset w
+U$$
Dies $h \ast w$ ist dann 
der gesuchte $K$-endliche Vektor in $w +U$. 
\end{proof}
\begin{Korollar}[\textbf{Irreduzible Darstellungen kompakter Gruppen}]
Jede irreduzible  von-Neumann-Darstellung einer
abz"ahlbar basierten kompakten Haus\-dorffgruppe ist
endlichdimensional.\label{iDkg} 
\end{Korollar}
\begin{proof}[Beweis]
Sei $K$ unsere Gruppe und $V$ unsere Darstellung.
Nach \ref{DKE} gibt es in $V$ einen von Null 
verschiedenen $K$-endlichen Vektor $v$ und 
$ \langle K v\rangle_\DC \subset V$ ist nach \ref{EDVU} abgeschlossen
als endlichdimensionaler
Teilraum eines Hausdorff'schen topologischen Vektorraums.
Aus der Irreduzibilit"at von $V$ folgt dann $\langle K v\rangle_\DC = V$.
\end{proof}



\begin{Satz}[\textbf{Induktion von von-Neumann-Darstellungen}]
Gegeben ein stetiger Homomorphismus von 
lokal kompakten Gruppen macht der zugeh"orige
Induktionsfunktor von-Neu\-mann-Darstellungen zu 
von-Neu\-mann-Darstellungen.\label{IvvN} 
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis]
Jeder abgeschlossene Untervektorraum eines von-Neumann-Raums ist 
nach \ref{VUG} 
ein von-Neumann-Raum. Der Satz folgt damit aus dem anschlie"senden
 Lemma \ref{KAB}.
\end{proof}
\begin{Lemma}[\textbf{Vollst"andigkeit von Funktionenr"aumen}]\label{KAB}
Ist $X$  lokal kompakt  und  $A$
eine vollst"andige abelsche topologische Gruppe,
so ist auch $\cal{C} (X,A)$ eine vollst"andige abelsche topologische Gruppe
f"ur die kompakt-offene Topologie
und die punktweise
Verkn"upfung.
\end{Lemma}

\begin{proof}[Beweis]
Gegeben $U\subset A$ schreiben wir f"ur das Bild von
$U^n\subset A^n$ unter der Verkn"upfung auch kurz $U^n\subset A$.
Sei $\cal{F}$ ein Cauchy-Filter in $\cal{C} (X,A)$. Gegeben
$x \in X$ erzeugen die $U \co A$ mit $\cal{O} (x,U) \in \cal{F}$
offensichtlich einen Cauchy-Filter $\cal{F}_{x}$ in $A$.
Da $A$ vollst"andig ist, konvergieren die
Filter $\cal{F}_{x}$ in $A$.
Wir betrachten nun die Abbildung $f: X \ra A$, die jedem $x \in X$
einen Grenzwert des Filters $\cal{F}_{x}$ zuordnet, und behaupten,
da"s $f$ stetig ist und da"s unser Filter $\cal{F}$ gegen $f$
konvergiert.
Gegeben ein Punkt $x \in X$, eine offene
unter Inversenbildung stabile Umgebung $U$ des neutralen Elements
in $A$ und eine kompakte Umgebung $K$ von $x$ gibt es  $h \in
\cal{C} (X,A)$ mit $h \cal{O} (K,U) \in \cal{F}$.
Nat"urlich gilt dann auch $\cal{O} (y, h (y)U) \in \cal{F}$ f"ur
alle $y \in K$ und wir folgern $f(y)U\cap h (y) U\neq \emptyset$
alias
$f(y) \in h (y) U^2$ f"ur alle $y
\in K$.
Verkleinern wir nun $K$ zu einer kompakten Umgebung von $x$ derart, 
da"s zus"atzlich auch noch gilt $h(K) \subset h(x) U$,
so folgt
$$
f(K) \subset h(x) U^3
  \subset  f(x) U^5
 $$
und $f$ ist in der Tat stetig.
Es gilt nun noch zu zeigen, da"s $\cal{F}$ gegen $f$ konvergiert.
Indem wir unseren Filter mit $f^{-1}$ verschieben,
d"urfen wir annehmen, da"s alle $\cal{F}_x$ gegen  das neutrale Element
unserer Gruppe $A$ konvergieren.
Es gilt dann zu zeigen,
da"s $\cal{F}$
gegen das neutrale Element
von $\cal{C} (X,A)$ konvergiert,
da"s also f"ur beliebige $K \subset X$ kompakt und $U \co A$ offen
um das neutrale Element
gilt $\cal{O} (K,U) \in \cal{F}$.
Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit d"urfen wir hierf"ur
$U$ stabil unter Inversenbildung annehmen.
Da $\cal{F}$ Cauchy ist, gibt es jedenfalls $h\in \cal{C} (X,A)$ mit
$h\cal{O} (K,U) \in \cal{F}$. F"ur alle $x\in K$ mu"s hier
$h(x)U$ jede Umgebung des neutralen Elements in $A$ treffen,
es folgt also erst $h(K)\subset U^2$ und dann
$\cal{O} (K,U^3) \in \cal{F}$.
\end{proof}

\subsection{Hauptseriendarstellungen von 
$\mathrm{SL}(2;{\Bbb{R}})$}

\begin{Bemerkungl}
  In der Gruppe $G=\op{SL} (2;\mathbb{R})$ betrachten wir die Untergruppe $B$
  der oberen Dreiecksmatrizen. Gegeben  $\lambda\in\DC$ und
  $\varepsilon\in \{0,1\}$ betrachten wir den stetigen Gruppenhomomorphismus
  $\rho_{\lambda, \varepsilon}:B\ra\DC^\times$ mit 
$$\rho_{\lambda, \varepsilon}(b)= |b_{11}|^\lambda
  (\op{sgn}(b_{11}))^\varepsilon$$ 
In Worten  entsteht er durch das Bilden des oberen linken Eintrags 
$b\mapsto b_{11}$ gefolgt von  einem beliebigen stetigen 
Gruppenhomomorphismus
$\DR^\times\ra \DC^\times$,
vergleiche \eref{MRMC}{AN3}.
Der Leser mag zur "Ubung pr"ufen, da"s wir
  so genau alle stetigen Gruppenhomomorphismen $B\ra \DC^\times$ erhalten.
  Indem wir $b\in B$ durch die Multiplikation mit dem Wert des entsprechenden
  Gruppenhomomorphismus auf $\DC$ operieren lassen, erhalten wir
  eindimensionale stetige Darstellungen $\DC_{\lambda, \varepsilon}$ von $B$.
  Die davon stetig induzierten Darstellungen
  $$\op{ind}_B^G\DC_{\lambda, \varepsilon}$$
  hei"sen die
  {\bf stetigen Hauptseriendarstellungen} oder kurz
   {\bf   Hauptserien} 
unserer Gruppe\index{Hauptserie!stetige, von $\op{SL}(2;\DR)$}  
$\op{SL}(2;\DR)$. Man spricht  im Fall
  $\varepsilon=0$ von der {\bf geraden Hauptserie}\index{Hauptserie!gerade}  
und im Fall $\varepsilon=1$ 
von der {\bf ungeraden Hauptserie}.\index{Hauptserie!ungerade}
Als stetig induzierte Darstellungen von von-Neumann-Darstellungen
sind unsere Hauptserien nach \ref{IvvN} auch ihrerseits von-Neumann-Darstellungen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Irreduzible Hauptseriendarstellungen von $\op{SL}(2;\DR)$}]
Gegeben ein Paar $(\lambda,\varepsilon)\in \DC\times \{0,1\}$ 
ist die zugeh"orige 
stetige Hauptseriendarstellung $\op{ind}_B^G\DC_{\lambda, \varepsilon}$
von $G=\op{SL} (2;\mathbb{R})$
 genau dann irreduzibel, wenn gilt
$\lambda\not\in \varepsilon+2\DZ $.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Salopp gesprochen sind also \glqq fast alle\grqq\  Hauptserien von $\op{SL}(2;\DR)$
irreduzibel. Als besonders interessant werden sich  die
"ubrigen F"alle erweisen. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Wir beginnen mit einer Vorbemerkung. Ist $V$ eine stetige
  Darstellung
  einer Liegruppe in einem Hausdorffraum
  und $v\in V$ ein Vektor und $A\in \op{Lie}G$ ein
  Element der Lie-Algebra, so existiert manchmal der
  Grenzwert
  \begin{equation*}
 \underset{t \rightarrow 0}{\lim} \frac{(\op{exp} t A) v - v}{t}
  \end{equation*}
  Wenn er existiert, so notieren wir ihn $Av$ und sagen, $v$ \glqq
  sei nach $A$ differenzierbar\grqq. Geh"ort zus"atzlich $v$ zu einer
  abgeschlossenen Unterdarstellung $U\subset V$, so nat"urlich auch $Av$.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Bezeichne $N \subset B$ die Gruppe der oberen Dreiecksmatrizen mit Einsen auf der Diagonale.
Unsere Definition der induzierten Darstellungen liefert offensichtliche abgeschlossene
Einbettungen
\begin{equation*}
 \op{ind}^G_B \mathbb C_{\lambda, \epsilon} \hookrightarrow \op{ind}^G_N \mathbb C
\end{equation*}
Die Rechtswirkung von $G = \op{SL} (2;\mathbb R)$ auf der Zeilenmatrix 
${\op{e}}_2 = (0,1)$ induziert
andererseits nach \ref{FKToS} einen Hom"oomorphismus
$
 N \backslash G \sira \mathbb R^2 \backslash\ 0
$ 
mit dem Raum der von Null verschiedenen Zeilenmatrizen
und damit einen Isomorphismus von Darstellungen
\begin{equation*}
 \kappa : \mathcal C (\mathbb R^2 \backslash 0) \overset{\sim}{\rightarrow}
\op{ind}^G_N \mathbb C
\end{equation*}
gegeben durch
$
 (\kappa f)(g) = f({\op{e}}_2g)
$.
Das Urbild unserer Hauptserie unter diesem Isomorphismus besteht gerade aus allen Funktionen
$f \in \mathcal C (\mathbb R^2 \backslash 0)$ mit $(\kappa f) (bg) = \rho_{\lambda, \epsilon} (b) ((\kappa f)(g))$
f"ur alle $b \in B$ alias
\begin{equation*}
 f \left((0,1) \begin{pmatrix}\beta & \ast\\ 0 & \beta^{-1} \end{pmatrix} g\right) = |\beta|^\lambda
(\op{sgn} \beta)^{\epsilon} f ((0,1)g)
\end{equation*}
f"ur alle $\beta \in \mathbb R^\times $ und $g \in \op{SL} (2;\mathbb R)$.
Auch wieder gleichbedeutend ist die Bedingung 
\begin{equation*}
 f(\beta^{-1}x, \beta^{-1}y) = |\beta|^\lambda (\op{sgn} \beta)^\epsilon f(x,y)
\end{equation*}
f"ur alle $(x,y) \in \mathbb R^2\backslash 0$ und $\beta \in \mathbb R^\times$.
Verwenden wir zus"atzlich die Identifikation 
$\mathbb R^2 \overset{\sim}{\rightarrow}
\mathbb C$, $(x,y) \mapsto x + iy$ und notieren wie "ublich $z$ die Identit"at
auf $\mathbb C$ und betrachten $K = \op{SO} (2)$,
so liefert die Restriktion auf 
den Einheitskreis $S^1 \subset \mathbb C$ auf den $K$-endlichen
Vektoren  offensichtlich f"ur alle $\lambda$ Isomorphismen
\begin{displaymath}
 \begin{array}{ccl}
  (\op{ind}^G_B \mathbb C_{\lambda,0})_K &\overset{\sim}{\rightarrow} & \mathbb C[z^2,z^{-2}]\\[1mm]
 (\op{ind}^G_B \mathbb C_{\lambda,1})_K &\overset{\sim}{\rightarrow} &z \mathbb C[z^2,z^{-2}]\\
 \end{array}
\end{displaymath}
mit den geraden beziehungsweise ungeraden trigonometrischen Polynomen,
aufgefa"st als Funktionen auf dem Einheitskreis.
Das Urbild der Funktion $z^n$ auf der Kreislinie ist dann offensichtlich die Funktionen
$v_{n,\lambda} :z \mapsto|z|^{-\lambda} (z/|z|)^n$ auf $\mathbb C \backslash 0$. %  und entspricht der Funktion
% $(x,y) \mapsto (\sqrt{x^2+y^2})^{-n-\lambda} (x+ iy)^n$ auf $\mathbb R^2 \backslash 0$
Die Wirkung eines Elements $A$ der Lie-Algebra auf einem  Vektor 
$f\in \mathcal C(\DR^2\backslash 0)$ ist nun per definitionem
erkl"art f"ur den
Fall, da"s der folgende Grenzwert existiert, und ist dann eben gegeben durch
den Grenzwert
\begin{equation*}
 Af \pdef \underset{t \rightarrow 0}{\lim} \frac{(\op{exp} t A) f - f}{t}
\end{equation*}
In unserem Fall haben wir f"ur jeden Punkt $(x,y) \in \mathbb R^2 \backslash 0$ auch
\begin{equation*}
 (Af){(x,y)} = \underset{t \rightarrow 0}{\lim} \frac{f (( x,y) (\op{exp} t A)) - f (x,y)}{t}
\end{equation*}
Nun hat der Weg $t \mapsto (x,y) ( \op{exp} t A)$ bei $t=0$ denselben
Geschwindigkeitsvektor wie der Weg
$t \mapsto (x,y) (I + t A)$ oder in Koordinaten ausgeschrieben der Weg
$t \mapsto (x + xta_{11} + y t a_{21}, y + xt a_{12} + y t a_{22})$
f"ur $a_{ij}$ die Eintr"age der Matrix $A \in \frak{sl} (2; \mathbb R)$. Unser
Geschwindigkeitsvektor bei $(x,y)$ ist also $(xa_{11} + ya_{21}) \partial_x + (xa_{12}+ ya_{22}) \partial_y$.
Nun gehen wir "uber zur Operation der  komplexifizierten
Lie-Algebra $\frak{sl} (2; \mathbb C)$ und w"ahlen darin die Basis
$$\begin{array}{rrl} H &\pdef& {(^{\;\;0}_{-\op{i}}}\;
  {^{\op{i}}_{0})} \\[2mm]
  X &\pdef& {\scriptstyle \frac{1}{2}}{(^{\;\op{i}}_{\;1}}\;
  {^{\;\;\op{1}}_{-\op{i}})}
  \\[2mm]
  Y &\pdef &{\scriptstyle \frac{1}{2}}{(^{-\op{i}}_{\;\;\;1}}\;\;
  {^{\op{1}}_{\op{i}})} 
\end{array}$$
mit der Eigenschaft, da"s $H$ eine Basis von $\op{Lie}_\DC K$ ist und
die Lie-Klammern durch $[H,X]=2X$, $[H,Y]=2Y$, $[X,Y]=H$ gegeben werden. 
Diese Elemente der komplexifizierten  Lie-Algebra operieren dann durch 
Differentialoperatoren
wie folgt:
\begin{displaymath}
 \begin{array}{lllll}
  H &\mapsto & -{\op{i}} (y \partial_x - x \partial_y) &=& \bar z  \frac{\partial}
{\partial \bar z} - z \frac{\partial}
{\partial z}\\[2mm]
X &\mapsto & \frac{1}{2} ({\op{i}}x \partial_x - {\op{i}}y \partial_y+ x \partial_y + y \partial_x)&=&  {\op{i}} \bar z \frac{\partial}
{\partial z}\\[2mm]
Y &\mapsto & \frac{1}{2} (-{\op{i}}x \partial_x - {\op{i}}y \partial_y+ x \partial_y + y \partial_x)&=&  -{\op{i}} z \frac{\partial}
{\partial \bar z}
 \end{array}
\end{displaymath}
Hier sind ganz links die Wirtinger-Ableitungen aus \eref{DWiAb}{FT1}
gemeint. 
Unsere Funktionen $v_{n,\lambda} : z \mapsto |z|^{-\lambda} (z /|z|)^n$ lassen sich nun
auf der l"angs der negativen reellen Achse geschlitzten komplexen Zahlenebene schreiben als
\begin{equation*}
 v_{n,\lambda} : z \mapsto z^{- n/2-\lambda / 2 } \bar z^{\;\!n/2-\lambda/2 }
\end{equation*}
mit $a^\mu = \op{exp} (\mu \log a) $ f"ur $\log$ den Hauptzweig des Logarithmus.
Mit dem Wirtingerkalk"ul \eref{RWIA}{FT1}
 erhalten wir dann recht "ubersichtlich
\begin{displaymath}
 \begin{array}{lll}
  H v_{n,\lambda} &=&n v_{n,\lambda}\\
X v_{n,\lambda} &=& -(\op{i}/2) (n+\lambda ) v_{n +2,\lambda}\\
Y v_{n, \lambda}  &=& - (\op{i}/2) (n-\lambda ) v_{n-2, \lambda}
 \end{array}
\end{displaymath}
Der Wirtinger-Kalk"ul ist hier nicht eigentlich n"otig. Die Rechnung
wird aber vergleichsweise m"uhsam und un"ubersichtlich, wenn man ihn vermeiden
will. 
Den Faktor $\op{i}$ k"onnen wir noch wegnormalisieren, indem wir 
bei festem $\lambda$ zu den
Vektoren $w_{2n}=(-\op{i})^n v_{2n, \lambda}$ und $w_{2n+1}=(-\op{i})^n v_{2n+1, \lambda}$ "ubergehen.
Damit ergeben sich dann schlie"slich die besonders "ubersichtlichen
Formeln
\begin{displaymath}
\begin{array}{rcl}
H w_n&=& n w_n\\
X w_n&=& (1/2)(\lambda+n)w_{n+2}\\
Y w_n&=& (1/2)(\lambda-n)w_{n-2}
\end{array}
\end{displaymath}
Sie sind es, die der nebenstehenden Abbildung zugrunde liegen.
Ist nun $V\pdef \op{ind}_B^G\DC_{\lambda, \varepsilon}$ eine unserer stetigen Hauptseriendarstellungen
und $U\As V$ ein abgeschlossener $K$-stabiler Teilraum,
 so m"ussen nach
 \ref{DKE} die $K$-endlichen Vektoren von $U$ in $U$ dicht liegen,
 in Formeln $\bar{U}_K=U$. Nat"urlich ist $U_K$ weiter das Erzeugnis derjenigen
 $w_n$, die in $U_K$ liegen. Ist $U$ sogar
 $G$-stabil, so ist $U_K$ zus"atzlich stabil unter der Operation der Liealgebra
 $\mathfrak{sl}(2;\DC)$, also unter $H,X,Y$.  Wenn gilt
 $\lambda\not\in \varepsilon+2\DZ $, so
 kommen f"ur solch einen Teilraum $U_K\subset V_K$
 offensichtlich nur die beiden M"oglichkeiten $U_K=0$ und $U_K=V_K$ in
 Frage und $V$ ist folglich irreduzibel. 
Mit Ausnahme von
$\op{ind}_B^G\DC_{1, 1}$   ist es umgekehrt auch 
nicht schwer zu sehen, da"s die  Hauptseriendarstellungen
$\op{ind}_B^G\DC_{\lambda, \varepsilon}$ mit  $\lambda\in \varepsilon+2\DZ $
in der Tat nicht irreduzibel sind:
Gilt etwa $-\lambda=m\in\DN$ und ist $\varepsilon$ von
derselben Parit"at wie $m$, so erkennt man 
f"ur die einfache endlichdimensionale
Darstellung $L(m)$ von $\op{SL}(2;\DR)$ 
$$0\neq \op{Modto}^B(L(m), \DC_{\lambda, \varepsilon}) \sira\op{Modto}^G(L(m),
\op{ind}_B^G\DC_{\lambda, \varepsilon})$$  mit expliziter Rechnung und
Frobenius-Reziprozit"at,
so da"s unsere Hauptserie eine nach \ref{EDVU} 
abgeschlossene Unterdarstellung hat.
Der einfachste Fall ist hier der Fall $\op{ind}_B^G\DC_{0, 0}$ des Raums 
aller $B$-linksinvarianten stetigen Funktionen $G\ra\DC$, in dem
offensichtlich die konstanten Funktionen einen unter
allen Rechts\-translationen
invarianten Teilraum bilden.
Dual mag man sich "uberlegen, da"s $\op{ind}_B^G\DC_{2, 0}$
gerade aus den stetigen Volumenformen auf dem
Quotienten $B\backslash G$ besteht, und da"s 
f"ur jede Wahl der Orientierung das
Integrieren einen von Null verschiedenen Homomorphismus von 
Darstellungen $\op{ind}_B^G\DC_{2, 0}\ra\DC$ liefert.
"Ahnlich liefert das Multiplizieren zu einer Volumenform gefolgt vom
Integrieren dieser Form auch allgemeiner $G$-"aquivariante Paarungen
$$\op{ind}_B^G\DC_{\lambda, \varepsilon}\times 
\op{ind}_B^G\DC_{2-\lambda, \varepsilon}\ra\DC$$
und alles, was unter Paarung mit allen Vektoren 
aus unseren endlichdimensionalen
Unterdarstellungen nach Null geht, ist selbst eine abgeschlossene 
Unterdarstellung, diesmal von endlicher Kodimension. 
Damit ist nur noch offen, ob
$\op{ind}_B^G\DC_{1, 1}$ irreduzibel ist. Um das einzusehen, untersuchen wir erst einmal $\op{ind}^G_B \mathbb C_{0,0} = \mathcal C (G/B)$ noch genauer.
Sicher ist $B$ die Standgruppe der Geraden $\langle {\op{e}}_1\rangle \in \mathbb P^1\mathbb R$ und wir erhalten
so einen $G$-"aquivarianten Hom"oomorphismus $G / B \sira \mathbb P^1 \mathbb R$.
Die Komplexifizierung liefert weiter eine Einbettung $\mathbb P^1 \mathbb R \hookrightarrow \mathbb P^1 \mathbb C$ als
"Aquator der Riemann'schen Zahlenkugel, und auch diese ist "aquivariant f"ur
$\op{SL} (2;\mathbb R)$.
Die Operation von $\op{SL} (2; \mathbb R)$, ja von $\op{SL} (2; \mathbb C)$ auf $\mathbb P^1 \mathbb C$ geschieht durch
biholomorphe Abbildungen.
Unter einer geeigneten holomorphen Karte $\varphi : \mathbb C \hookrightarrow \mathbb P^1 \mathbb C$ ist
$\mathbb P^1 \mathbb R$ das Bild des Einheitskreises $S^1 \subset \mathbb C$ und die Wirkung von $\op{exp} (t {\op{i}} H)  
\in \op{SO} (2)$ entspricht unter $\varphi$ der Multiplikation mit
${\op{e}}^{2t{\op{i}}} \in S^1$. Unter der so kontruierten Identifikation $\mathcal C (G/B) \sira \mathcal {C}
(S^1)$ bilden nun alle Funktionen, deren stetige harmonische Fortsetzung \ref{PoTr} auf die Einheitskreisscheibe holomorph ist,
eine abgeschlossene Unterdarstellung $\mathcal C (S^1)^+$.
In der Tat impliziert nach dem Maximumsprinzip die gleichm"a"sige Konvergenz von stetigen Funktionen auf dem
Einheitskreis die gleichm"a"sige Konvergenz ihrer harmonischen Fortsetzungen auf die Einheitskreisscheibe,
und ein gleichm"a"siger Grenzwert holomorpher Funktionen ist
nach \ref{GKoc} wieder holomorph.
Ebenso bilden alle Funktionen in $\mathcal C (S^1)$, deren stetige harmonische Fortsetzung antiholomorph ist, eine abgeschlossene
Unterdarstellung $\mathcal C (S^1)^-$.
Der Schnitt dieser beiden Unterdarstellungen besteht offensichtlich genau
aus den konstanten Funktionen
\begin{equation*}
\mathcal C (S^1)^+ \cap \mathcal C (S^1)^- = \mathbb C
\end{equation*}
Die jeweiligen R"aume der $K$-endlichen Vektoren sind dann $\mathcal C (S^1)^+_K = \DC [z]$ und $\mathcal C (S^1)^-_K = \mathbb C [z^{-1}]$,
wobei genau genommen rechts jeweils die R"aume aller
Restriktionen von Elementen der fraglichen Polynomringe
auf den Einheitskreis $S^1$ gemeint sind.
Man beachte, da"s in dieser Realisierung unserer Darstellung
anders als zuvor gilt $v_{2n,0} = z^n$.
Jetzt betrachten wir die Standarddarstellung $\op{SL} (2; \mathbb R) \hookrightarrow \op{GL} (2; \mathbb C)$.
F"ur ihre  Einschr"ankung auf $B$ existiert eine $B$-"aquivariante Einbettung
$\mathbb C_{1,1} \hookrightarrow \mathbb C^2$.
Wir folgern eine Sequenz von Verflechtungsoperatoren 
\begin{equation*}
\op{ind}^G_B \mathbb C_{1,1} \hookrightarrow \op{ind}^G_B \mathbb C^2 \sira \mathbb C^2
\otimes \op{ind}^G_B \mathbb C_{0,0} \sira \mathbb C^2 \otimes \mathcal C (S^1)
\end{equation*}
mit einer abgeschlossenen Einbettung
im ersten Morphismus und dem Isomorphismus  der Tensoridentit"at \ref{TEDI}
in der Mitte.
Aus der Betrachtung der $K$-endlichen Vektoren folgt, da"s sowohl das Urbild von $\mathbb C^2 \otimes \mathcal C^+ (S^1)$ als
auch das Urbild von $\mathbb C^2 \otimes \mathcal C^- (S^1)$ von Null verschiedene echte Unterdarstellungen von $\op{ind}^G_B \mathbb C_{1,1}$
sind.
Folglich ist diese Hauptseriendarstellung auch nicht irreduzibel.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
  Um schnell einzusehen, da"s unsere Formeln wirklich eine Darstellung
  der Liealgebra liefern, mag es das Einfachste sein,  direkt die Kommutatoren unserer Differentialoperatoren im Wirtinger-Kalk"ul berechnen. 
\end{Bemerkungl}



\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildgHs}\\[4mm]
\noindent 
Schematische Darstellung der geraden Hauptseriendarstellungen.
Jeder fette Punkt steht f"ur ein $w_n$, die oberen und nach rechts weisenden
Pfeile deuten die Wirkung von  $2X$ an, die unteren und nach links 
weisenden
Pfeile die Wirkung von  $2Y$, und die auf ihren eigenen 
Ausganspunkt weisenden Pfeile die Operation von $H$.
Wir erkennen, da"s diese Formeln eine Darstellung der Liealgebra
liefern, die irreduzibel ist f"ur $\lambda\not\in \varepsilon+2\DZ$.
Im Fall $\lambda\in \varepsilon+2\DZ$ und $\lambda\leq 0$ besitzt unsere
Darstellung die einfache Darstellung der Dimension $-\lambda+1$ als
Untermodul und der Quotient nach diesem Untermodul ist eine
direkte Summe von zwei irreduziblen Darstellungen, den sogenannten diskreten
Serien.
Im Fall $\lambda\in \varepsilon+2\DZ$ und $\lambda=1$ zerf"allt unsere 
Darstellung in die
direkte Summe von zwei irreduziblen Darstellungen, den sogenannten 
Grenzwerten von diskreten
Serien.
Im Fall $\lambda\in \varepsilon+2\DZ$ und $\lambda\geq 2$ schlie"slich
finden wir die einfache Darstellung der Dimension $\lambda-1$ als
Quotient und der Kern der Surjektion darauf zerf"allt in eine direkte 
Summe von zwei irreduziblen Darstellungen, von denen der 
Leser leicht zeigen kann, da"s sie isomorph sind zu 
uns bereits bekannten diskrete
Serien.
\end{figure}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildgHSu}\\[4mm]
\noindent 
Zwei diskrete Serien als Untermoduln der geraden Hauptserie
im Fall $\lambda=4$
\end{figure}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildgHSa}\\[4mm]
\noindent 
Ein f"unfdimensionaler irreduzibler Untermodul der geraden Hauptserie
im Fall $\lambda=-4$
\end{figure}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildgHSd}\\[4mm]
\noindent 
Zerfallen der ungeraden Hauptserie 
in zwei Grenzwerte diskreter Serien im Fall $\lambda=1$
\end{figure}
%\begin{Bemerkungl}
%Um die Irreduzibilit"at zu zeigen, sollten \ref{CHT} 
%und \ref{DiSUU} hilfreich sein.
%\end{Bemerkungl}
%\begin{Bemerkungl}
%Man pr"uft ohne Schwierigkeiten, da"s der sogenannte Casimir-Operator
%$4YX+H(H+2)$ auf den Hauptserien mit Parameter $\lambda$\label{ZHS} 
%wie die Multiplikation mit dem Skalar  $\lambda(\lambda-2)$ wirkt.
%\end{Bemerkungl}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildIHS}\\[4mm]
\noindent 
Darstellung der Parameter $\lambda\in\DC$, bei denen 
die geraden beziehungsweise ungeraden Hauptseriendarstellungen 
$\op{ind}_B^G\DC_{\lambda,\varepsilon}$
einfach und unitarisierbar sind. 
\end{figure}
\begin{Bemerkungw}
Die diskreten Serien sollten als \glqq abgeschlossener Teilraum der 
holomorphen Schnitte\grqq\  in unit"ar von $K$ induzierten Darstellungen
realisiert werden.
\end{Bemerkungw}


\subsection{Einfache $\frak{g}$-$K$-Moduln f"ur $\op{SL}(2;\DR)$}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Motivation}] 
  Im vorhergehenden Abschnitt hatten wir gesehen,
  da"s alle $K$-endlichen Vektoren einer stetigen Hauptserie
  von $G\pdef\op{SL}(2;\DR)$ mit $K\pdef\op{SO}(2)$
  eine Wirkung von beliebigen Elementen
  der Lie-Algebra $\op{Lie}G$ und
  dann nat"urlich auch ihrer Komplexifizierung
  $\mathfrak g\pdef \op{Lie}_\DC G$ zulassen,
  und da"s diese Wirkung  $K$-endliche Vektoren
  zu $K$-endlichen Vektoren macht. Unsere expliziten Formeln zeigen, da"s
  diese Wirkung den Raum der $K$-endlichen Vektoren
  sogar zu einer Darstellung der Lie-Algebra macht. Sp"ater werden wir zeigen,
  da"s all das auch in sehr viel gr"o"serer Allgemeinheit gilt.
  Insbesondere werden wir zeigen, da"s es f"ur alle irreduziblen
  unit"aren Darstellungen von $\op{SL}(2;\DR)$ gilt und da"s die
  zugeh"orige Darstellung der Liealgebra $\mathfrak g$ auf den $K$-endlichen Vektoren dann
  sogar irreduzibel ist und unsere irreduzible
  unit"are Darstellung festlegt bis auf eindeutigen Isomorphismus.
  Das Element $ H \pdef {{\;0 \;\;\op{i}}\choose{-\op{i}\; 0}}
  \in \mathfrak g$  
  operiert nun auf jeder $K$-stabilen Geraden durch einen ganzzahligen Eigenwert.
  Wir  definieren  nun ad hoc im Fall von $\op{SL}(2;\DR)$ einen
  {\bf $\mathfrak g$-$K$-Modul} als eine Darstellung von $\mathfrak g$,
  die unter $H$ in eine direkte Summe von Eigenr"aumen zu ganzzahligen Eigenwerten zerf"allt.
  Hierbei ist eine rein algebraische Darstellung ohne jegliche Topologie gemeint. 
  Mit dieser Konvention liefert dann also, wie wir noch zeigen werden,
  das Bilden der $K$-endlichen Vektoren
   eine Inklusion
auf Isomorphieklassen
$$\begin{array}{ccc}
\left\{ \begin{array}{c}
\text{irreduzible unit"are}\\
\text{Darstellungen von $G$} \end{array}\right\} &
\hookrightarrow &
\left\{ \begin{array}{c}
\text{irreduzible $\frak{g}$-$K$-Moduln} \end{array} \right\}
\end{array} $$
Das soll das Studium der irreduziblen $\frak{g}$-$K$-Moduln motivieren,
die wir in diesem Abschnitt klassifizieren werden. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Irreduzible $\mathfrak g$-$K$-Moduln f"ur
      $\op{SL}(2;\DR)$}] 
Seien  $\mathfrak g\pdef \mathfrak{sl}(2;\DC)$ und  $ H \pdef {{\;0 \;\;\op{i}}\choose{-\op{i}\; 0}}$.\label{IGKj}  
Wir k"onnen unser  $H$ nach den Erkenntnissen im vorhergehenden
Abschnitt so zu einer Basis $X,Y,H$ von $\mathfrak g$ erg"anzen, da"s f"ur
die Lie-Klammern gilt $[H,X]=2X$, $[H,Y]=2Y$, $[X,Y]=H$. 
Wir wollen nun diejenigen irreduziblen Darstellungen $V$ der Liealgebra $\frak{sl} (2;\mathbb{C})$
klassifizieren, die unter $H$
in eine direkte Summe von Eigenr"aumen zu ganzzahligen Eigenwerten
$V_n\pdef\op{Eig}(H;n)$ zerfallen.
Nach \ref{BSSL} operiert der Casimir-Operator aus \ref{GCA}
auf $V$ als Skalar, es gibt also
$c \in \mathbb{C}$ mit
$
4 Y X v = c v - H (H+2)v \quad \forall v \in V
$
alias
\begin{eqnarray*}
4 Y X v &=& (c + 4) v - (H+2)^2 v\\
4XYv  &=& (c+4)v - (H -2)^2 v
\end{eqnarray*}
Sowohl $YX$ als auch $XY$ operieren also auf jedem $H$-Eigenraum $V_n$ als
Skalar. Weiter sind die Kompositionen der beiden Abbildungen
$X: V_n \ra V_{n+2}$ und $Y:V_{n+2}\ra V_n$ 
entweder beide Null oder es ist keine von beiden Null, und wir haben
genauer
\begin{equation*}
YX = 0 \; \;\Leftrightarrow \; \;c + 4 = (n +2)^2  \;\;\Leftrightarrow  \;\;XY =0
\end{equation*}
Wir erkennen so, da"s gegeben eine einfache Darstellung von $\frak{sl} (2;\mathbb{C})$,
die unter $H$ in Eigenr"aume zu ganzzahligen Eigenwerten zerf"allt,
die $H$-Eigenr"aume $V_n$ h"ochstens eindimensional sein k"onnen.
Wir erkennen weiter, da"s
die Angabe des Skalars $c$ und eines $n \in \mathbb{Z}$ mit $V_n \neq 0$ 
den irreduziblen $\frak{g}$-$K$-Modul $V$  bereits
bis auf Isomorphismus festlegt. Genauer finden wir, da"s es nur die folgenden
M"oglichkeiten gibt:
\begin{enumerate}
\item
$(c+4) \neq m^2 $ f"ur alle $ m \in 2\mathbb{Z}$ und
$ V_m \neq 0 \Leftrightarrow m \in 2 \DZ;$
\item
$(c+4) \neq m^2 $ f"ur alle $ m \in 2 \mathbb{Z} +1 $ und
$V_m \neq 0 \Leftrightarrow m \in 2 \mathbb{Z} +1;$
\item
$(c+4) = n^2$ f"ur $n \in \mathbb{Z}$ und wir sind in einem der 
folgenden drei F"alle:
\begin{enumerate}
\item $V_m \neq 0 \Leftrightarrow m \in \{ n +2, n+4, \ldots\}$;
\item $V_m \neq 0 \Leftrightarrow m \in \{ n, n-2, \ldots, -n\}$;
\item $V_m \neq 0 \Leftrightarrow m \in \{ -n-2, -n-4, \ldots\}$.
\end{enumerate}
\end{enumerate}
Da"s es alle diese Darstellungen auch tats"achlich gibt, haben wir bereits
im vorherigen Abschnitt gesehen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
 Unsere Klassifikation der irreduziblen $\frak{g}$-$K$-Moduln
 f"ur $\op{SL} (2; \mathbb{R})$
 im vorhergehenden Abschnitt \ref{IGKj} zeigt insbesondere,
  da"s sich in diesem Fall alle irreduziblen $\frak{g}$-$K$-Moduln  als 
 Unterdarstellungen
des $\frak{g}$-$K$-Moduls der $K$-endlichen Vektoren
einer unserer Hauptseriendarstellungen realisieren lassen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}\emph{(Wohin? Unerkl"arte Terminologie!)} 
Zu jeder irreduziblen Darstellung $\lambda$ von $K$ und jedem $c \in \mathbb{C}$ gibt es
bis auf Isomorphismus genau einen irreduziblen $\frak{g}$-$K$-Modul $V$ mit zentralem Charakter
$c$, in dem $\lambda$ als $K$-isotypische Komponente vorkommt;
\end{Bemerkungl}
% \subsubsection*{"Ubungen}
% \begin{Ubung}
%   Jede nichtkonstante stetige Funktion
%   auf $\mathbb P^1\DC$ erzeugt mit ihren Bildern unter
%   $\op{GL}(2;\DC)$ bereits einen dichten Teilraum
%   im Raum aller stetigen Funktionen auf $\mathbb P^1\DC$.
%   Hinweis: Es reicht, das f"ur reelle Funktionen
%   zu zeigen. Wir k"onnen mit reellen Diagonalmatrizen
%   unsere Funktion \glqq vom Nordpol Richtung S"udpol
%   blasen\grqq, wobei der Funktionswert am Nordpol erhalten bleibt.
%   So kriegen wir Funktionen, die fast konstant sind und
%   nur am S"udpol wesentlich wackeln.
%   Durchmitteln mit der Drehgruppe
%   liefert konstante Funktionen. Nochmal dasselbe Argument liefert
%   nichtnegative Funktionen, die fern vom S"udpol fast Null sind
%   und nah am S"udpol Eins. 
% \end{Ubung}
\subsection{Darstellungen als Moduln "uber der Ma"s-Algebra}
%\emph{Scheint mir zwar nett und nat"urlich, aber hier noch unn"utz.
%Wird n"otig bei unit"aren Darstellungen.}
\begin{Lemma}
Sei $V$ eine von-Neumann-Darstellung einer topologischen Gruppe $G$.
F"ur jedes kompakt getragene Borelma"s $\mu \in \op{M}_{!}(G)$ ist die  
Operation $v \mapsto \mu v$ ein stetiger\label{SMMM} 
Endomorphismus von  $V$.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit sei $\mu$ ein endliches 
positives Ma"s mit Tr"ager im Kompaktum $K\subset G$.
Da wir gleichm"a"sige Stetigkeit im Zusammenhang 
mit uniformen Strukturen nicht diskutieren
wollen, zeigen wir die wesentliche Aussage hier explizit.
Gegeben eine Umgebung $U$ der Null in $V$ und $g \in G$ und
$v\in V$ gibt es Umgebungen
$W_{g}$ von $g$ und $U_{g}$ von $v$ mit $$W_{g} U_{g} \subset gv +U$$
Endlich viele $W_{g}$ "uberdecken $K$. 
Bezeichnet $U_{K}$ den Schnitt der
zugeh"origen $U_{g}$, so folgt aus $w \in U_{K}$ und 
$k \in K$ schon $k v - kw \in U + (-U)$.
Ist nun $C$ eine abgeschlossene konvexe Umgebung der Null von $V$, 
so finden wir zun"achst eine
Umgebung $U$ der Null mit $U + (-U) \subset C$ 
und dann eine Umgebung $U_{K}$ von $v$
mit $kv - kw \in C$ f"ur alle $k \in K$ und $w \in U_{K}$. Damit folgt dann
$$\mu v - \mu w\in \mu (G) C$$
f"ur alle $w \in U_{K}$. 
Da nach \ref{AUG} jede Umgebung der Null eine
abgeschlossene konvexe Umgebung der Null enth"alt, ergibt sich das Lemma.
\end{proof}


\begin{Satz}[\textbf{Darstellungen als Moduln "uber der Ma"s-Algebra}]
Jede von-Neumann-Darstellung  einer abz"ahlbar basierten 
topologischen\label{DMM} 
Gruppe wird mit der Operation \ref{OMD}
zu einem Modul "uber der Algebra der
kompakt getragenen komplexen Ma"se auf besagter Gruppe.
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis]
Sei $V$ unsere von-Neumann-Darstellung und $G$ unsere topologische Gruppe.
Die einzige Schwierigkeit liegt im Nachweis des Assoziativgesetzes
$$(\mu  \nu) v = \mu (\nu v)$$
f"ur alle $v \in V$ und $\mu ,\nu \in \op{M}_{!} (G)$. 
Es gilt dazu, die Gleichheit
$$ \int_{G \times G} gh v\; (\mu \boxtimes \nu)\langle g,h \rangle 
= \int_{G} g \left(
\int_{G} h v\; \nu \langle h\rangle \right) \mu \langle g\rangle$$
nachzuweisen. Da $g$ einen stetigen Endomorphismus von
$V$ liefert, d"urfen wir nach \ref{EiIn} rechts auch noch $g$
unter das Integral ziehen.
Die Gleichheit der Integrale folgt damit aus der
vektorwertigen Version des Satzes von Fubini
\ref{VeFu}.
\end{proof}



\begin{Lemma}[\textbf{Vektorwertige Integrale mit Parametern}]
Sei $X$ ein topologischer
Raum und $(Y,\nu)$ ein kompakter Raum\label{VIPa}
mit einem komplexen topologischen Ma"s. 
Ist $f: X \times Y \ra V$ eine stetige Abbildung in einen von-Neumann-Raum,
so ist  $x \mapsto \int_{Y} f(x,y) \nu \langle y\rangle$ eine stetige 
Abbildung $X \ra V$. 
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Nach \ref{TKL} ist die von $f$ induzierte Abbildung
$X\ra\cal{C}(Y,V)$ stetig und es mu"s nur gezeigt werden,
da"s das Integrieren eine stetige Abbildung 
$\cal{C}(Y,V)\ra V$ liefert. 
Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit d"urfen wir unser
Ma"s nichtnegativ annehmen.
Nach \ref{AUG} l"a"st sich  aber 
jede Umgebung des Ursprungs von $V$ 
zu einer abgeschlossenen konvexen Umgebung $C$ verkleinern,
und nach \ref{ACI} landet die Umgebung $\cal{O}(Y,C)$ 
der Null von $\cal{C}(Y,V)$ unter dem Integrieren bereits in $\nu(Y)C$.
\end{proof}
\begin{Lemma}[\textbf{Eine vektorwertige Version des Satzes von Fubini}]
Seien $X$ und $Y$ abz"ahlbar basierte topologische\label{VeFu} 
R"aume und $\mu\in \op{M}_!(X)$,  $\nu\in \op{M}_!(Y)$ kompakt
getragene komplexe Ma"se.
Ist $f: X \times Y \ra V$ eine stetige Abbildung in einen von-Neumann-Raum,
so gilt
$$ \int_{X\times Y} f(x,y) \;(\mu \boxtimes \nu) \langle x,y\rangle
=\int_{X}\left(\int_{Y} f(x,y) \nu\langle y\rangle \right) 
\mu \langle x\rangle$$
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Das Doppelintegral auf der rechten Seite ist sinnvoll,
da nach  \ref{VIPa} das innere Integral stetig von $x\in X$ abh"angt.
Um die Gleichheit der beiden Integrale zu zeigen, 
d"urfen wir ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit unsere Ma"se
als nichtnegativ annehmen und
m"ussen nur pr"ufen,
da"s jede stetige $\DR$-lineare Abbildung $V\ra\DR$ auf beiden 
Seiten dieselben Werte annimmt.
Das folgt jedoch aus dem gew"ohnlichen Satz von Fubini.
\end{proof}




\subsection{Irreduzible unit"are Darstellungen von
$\mathrm{SL}(2;\mathbb{R})$}
\begin{Satz}
Die  isotypischen Komponenten unter $K=\op{SO}(2)$   
einer irreduziblen unit"aren Darstellung von $G=\op{SL}(2;\DR)$ 
sind h"ochstens eindimensional.\label{ISL}
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Der Beweis braucht einige Vorbereitungen und wird erst gegen Ende dieses
Abschnitts gegeben.
\end{Bemerkungl}



\begin{Satz}[\textbf{Schur'sches Lemma f"ur
unit"are Darstellungen}]\index{Schur, Lemma von!unit"are Darstellungen}
Alle
Endomorphismen einer irreduziblen unit"aren Darstellung 
sind   Skalare.\label{USc}
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  F"ur diesen Satz  ebenso wie f"ur sein Korollar \ref{DuD}
  werden keinerlei Voraussetzungen
an die dargestellte Gruppe ben"otigt, die man dabei schlicht als diskret
annehmen kann. Er gilt sogar f"ur Darstellungen von Mengen. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Sei $G$ die dargestellte 
Gruppe und $\cal{H}$ unsere irreduzible unit"are Darstellung.
Mit einem Endomorphismus 
$B : \cal{H} \ra \cal{H}$ 
unserer Darstellung 
sind auch die mit seinem Adjungierten $B^\ast$ 
gebildeten  Operatoren $({B+B^{\ast}})/{2}$
und $(B-B^{\ast})/{2\op{i}}$ 
Endomorphismen unserer Darstellung $\cal{H}$. 
Sie sind dar"uberhinaus selbstadjungiert.
Besteht das Spektrum von $(B +B^{\ast})/{2}$ nicht
nur aus einem Punkt, so liefern nach dem Spektralsatz \eref{SSS}{AN3}.\ref{SSS3}
die Projektoren zu $(-\infty, a]$ und zu $(a,\infty)$ f"ur geeignetes 
$a\in\DR$ 
eine \glqq verallgemeinerte
Eigenraumzerlegung\grqq\  von $\cal{H}$ in zwei von Null verschiedene
orthogonale und  $G$-invariante Teilr"aume.
Dasselbe gilt f"ur $({B-B^{\ast}})/{2\op{i}}$.
Da wir unsere Darstellung irreduzibel angenommen hatten, 
m"ussen diese selbstadjungierten Operatoren beide ein einpunktiges 
Spektrum haben. Nach \eref{SpPu}{AN3} werden sie dann gegeben durch die
Multiplikation mit reellen Skalaren, und damit ist  $B$ selbst notwendig
ein komplexer Skalar.
\end{proof}
\begin{Korollar}[\textbf{Dichtesatz f"ur unit"are Darstellungen}]
Sei $\cal{H}$ eine irreduzible unit"are Darstellung\label{DuD}
einer Gruppe $G$. Gegeben $v_{1}, \ldots, v_{r}
\in \cal{H}$ linear unabh"angig und $v^{\prime}_{1}, \ldots ,
v^{\prime}_{r} \in \cal{H}$ beliebig gibt es f"ur alle $\varepsilon >0$ ein
Element des Gruppenrings
$\mu \in \DC G$ mit
$$\| \mu  v_{i} - v^{\prime}_{i} \| < \varepsilon \;\;\;\text{ f"ur }
1\leq i\leq r$$
\end{Korollar}

\begin{proof}[Beweis]
Es gilt, f"ur die unit"are Darstellung von $G$ auf $\cal{H}^{\oplus r}\pdef \cal{H} \oplus
\ldots \oplus \cal{H} $ zu zeigen, da"s 
das Erzeugnis $\DC G (v_{1}, \ldots
, v_{r})$ der $G$-Bahn des $r$-Tupels 
 $(v_{1}, \ldots
, v_{r})$ dicht liegt.
Sicher ist der Abschlu"s dieses Erzeugnisses 
ein %echter 
$G$-invarianter Teilraum
und der Projektor $P$ auf besagten Teilraum geh"ort zum Endomorphismenring
$\op{Modto}^{G} (\cal{H}^{\oplus r})$, den wir aufgrund des 
Schur'schen Lemmas \ref{USc} mit dem Matrizenring 
$ \op{Mat} (r; \Bbb{C})$
identifizieren k"onnen. Dessen Operation kann dabei als eine Art 
\glqq Matrixmultiplikation\grqq\  aufgefa"st werden,
wenn wir unsere $r$-Tupel als  Spalten schreiben,
was wir von nun an durch einen hochgestelltes 
$\top$ andeuten werden.
Da jedoch auch das Tupel 
$(v_{1}, \ldots , v_{r})^\top$ selbst zu unserem
Teilraum geh"ort, haben wir notwendig $P(v_{1}, \ldots ,
v_{r})^\top = (v_{1}, \ldots , v_{r})^\top$.
Setzen wir nun $P$ als Matrix an und beachten die lineare
Unabh"angigkeit der $v_{i}$, so folgt $P=\op{id}$ 
in $\op{Modto}^{G} (\cal{H}^{\oplus r})$.
\end{proof}
\begin{Korollar}\label{FGHh}
Sei $G$ eine lokal kompakte abz"ahlbar basierte 
topologische Gruppe und $K \subset G$ eine
kompakte Untergruppe. Sei $\cal{H}$ eine irreduzible unit"are Darstellung
von $G$.
Gegeben $\lambda \in \hat{K}$ und $v_{1}, \ldots , v_{r} \in
e_{\lambda} \cal{H}$ linear unabh"angig und $v^{\prime}_{1}, \ldots ,
v^{\prime}_{r} \in e_{\lambda} \cal{H}$ beliebig und $\varepsilon >0$ gibt
es ein Ma"s $\mu \in e_{\lambda} \op{M}_{!} (G) e_{\lambda}$ mit
$$\| \mu v_{i} - v^{\prime}_{i} \| < \varepsilon  \quad\text{f"ur }
1\leq i\leq r.$$
\end{Korollar}
\begin{proof}
Zun"achst finden wir $\tilde{\mu} \in \DC G$ wie im
Dichtesatz \ref{DuD}, dann nehmen wir $\mu = e_{\lambda}
\tilde{\mu} e_{\lambda}$.
\end{proof}



\begin{Lemma}\label{OMa}
Ein kompakt getragenes Ma"s auf $G=\op{SL} (2;\mathbb{R})$,
das auf jeder stetigen einfachen endlichdimensionalen Darstellung
durch Null operiert, ist bereits selbst Null.
\end{Lemma}
\begin{proof}
Es reicht, den Fall reeller Ma"se zu betrachten. 
Sei also $\mu \in \op{M}_! (G;\mathbb{R})$
gegeben. Aus unseren Annahmen folgt mithilfe von \ref{KRS}, da"s f"ur jede
Funktion $f: G \rightarrow \mathbb{R}$, die sich als Polynom in den
Matrixkoeffizienten darstellen l"a"st, bereits gilt
$\mu f =0$ und damit 
$$
(\mu f)(e)=\int f (g^{-1}) \mu \langle g \rangle =0
$$
Da aber unser Ma"s kompakten Tr"ager hat und sich auf einem
Kompaktum nach Stone-Weierstra"s jede stetige Funktion beliebig gut
durch polynomiale Funktionen approximieren l"a"st, folgt 
f"ur alle stetigen Funktionen  $f:G\ra\DR$ sofort $\mu f =0
$ und insbesondere 
$
\int f (g^{-1}) \mu \langle g \rangle =0
$.
\end{proof}

\begin{Lemma}\label{PKMM}
F"ur die Gruppen 
$G= \op{SL} (2;\mathbb{R}) \supset K = \op{SO} (2)$ gilt:
Gegeben $\lambda \in \hat{K}$ eine irreduzible endlichdimensionale 
Darstellung und
$e_{\lambda} \in \op{M}(K)$ der zugeh"orige Projektor besteht 
der Teilraum $e_\lambda \op{M}_! (G) e_\lambda \subset \op{M}(G)$
aus paarweise kommutierenden Ma"sen.
\end{Lemma}
\begin{proof}
Gegeben $\mu, \nu \in e_\lambda \op{M}_! (G) e_\lambda$
gilt es zu zeigen $\mu \nu - \nu \mu =0$.
Nach \ref{OMa} reicht  es zu zeigen,
da"s $\mu \nu - \nu \mu$ auf jeder stetigen 
einfachen endlichdimensionalen Darstellung
$E$ von $G$ durch Null operiert. Das ist jedoch klar, 
da f"ur diese Darstellungen die $K$-isotypischen Komponenten
$e_\lambda E$ eindimensional sind.
\end{proof}




\begin{proof}[Beweis von Satz \ref{ISL}]
Gibt es in der isotypischen Komponente $e_\lambda \cal{H}$ ein Paar linear
unabh"angiger Vektoren, so finden wir beschr"ankte Operatoren
$F, G : e_\lambda \cal{H} \rightarrow e_\lambda \cal{H}$ mit $FG \neq GF$ 
und damit
notgedrungen auch einen Vektor $v \in e_\lambda \cal{H}$ mit $FGv \neq GFv$.
Nach \ref{FGHh} finden wir dann f"ur alle $\varepsilon > 0$ ein
Ma"s $\mu \in e_\lambda \op{M}_! (G) e_\lambda$ mit
\begin{equation*}
\| \mu w - F w \| \leq \varepsilon \| w \|
\end{equation*}
f"ur alle $w \in \langle v, G v\rangle$.
Des weiteren finden wir f"ur alle $\eta > 0$ ein Ma"s 
$\nu \in e_\lambda \op{M}_!
(G) e_\lambda$ mit
\begin{equation*}
\| \nu w - G w \| \leq \eta \| w\|
\end{equation*}
f"ur alle $w$ im Vektorraumerzeugnis $ \langle v, \mu v\rangle$.
Zusammen ergibt sich also das folgende Bild, an dem an den senkrechten
Strichen jeweils obere Schranken f"ur die Abst"ande der durch sie verbundenen
Vektoren stehen:
\begin{displaymath}
\xymatrix{
F G v \ar@{-}[d]^{\leq \varepsilon\cdot  \|G\|\cdot  \|v\|} 
\\
\mu G v \ar@{-}[d]^{\leq \|\mu\|\cdot  \eta\cdot  \| v\|}  \\
\mu \nu v 
}\hspace{2cm}\xymatrix{
 G F v \ar@{-}[d]^{\leq \|G\| \cdot \varepsilon\cdot  \|v\|}
\\
 G \mu v\ar@{-}[d]^{\leq \eta\cdot  \|\mu\| \cdot \|v\|} \\
 \nu \mu v
}
\end{displaymath}
und wo $\|G\|$ und $\| \mu \|$ die Normen der entsprechenden Operatoren auf der
isotypischen Komponente meinen.
W"ahlen wir erst $\varepsilon$ hinreichend klein f"ur $\| G \|$ und $\|v\|$ und dazu
unser $\mu$ und dann wieder $\eta$ hinreichend klein f"ur $\| \mu \|$ und $\| v\|$, so finden
wir $\mu, \nu$ derart, da"s die Abst"ande in den Vertikalen kleiner werden als
jede vorgegebene positive
Schranke. Damit steht aber $FG v \neq G F v$ im Widerspruch zur Identit"at $\mu \nu v = 
\nu \mu v$, die wir bereits aus \ref{PKMM} kennen.
\end{proof}

\newpage

\subsection{Kolloquiumsvortrag Wien}
\begin{Bemerkungl}
  Einen Vortrag, der st"arker die Beziehung zur
  Physik betont und weniger weit kommt,  habe
  ich in Bochum \ref{Bochum} gehalten.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Translationsinvariante
      Teilr"aume von ${\op{L}}^2(\DR)$}]
  Wir betrachten den Hilbertraum ${\op{L}}^{2} (\DR)$.
  F"ur alle $a\in\DR$ induziert die Translation 
  $\tau_a:\DR\ra\DR$, $x\mapsto x+a$
  einen Automorphismus $\tau_a:{\op{L}}^{2} (\DR)\sira {\op{L}}^{2}(\DR)$.
  Frage: Gibt es abgeschlossene Untervektorr"aume $U\As {\op{L}}^{2} (\DR)$,
  die unter allen Translationen stabil sind, $\tau_a(U)\subset U\;\forall a\in \DR$? Antwort: Ja, sogar ziemlich viele, die durch die Vorgabe
  \glqq erlaubter Frequenzen\grqq\ charakerisiert werden k"onnen.
Genauer ist jeder translationsinvariante abgeschlossene Teilraum $U\As
  {\op{L}}^{2} (\DR)$ von der Form $$U = {\op{L}}^{2} (E)^{\wedge}$$ f"ur
eine Borelmenge
  $E\subset \DR$ und gegeben eine weitere  Borelmenge
  $F\subset \DR$ gilt ${\op{L}}^{2} (E)^{\wedge} = {\op{L}}^{2}
  (F)^{\wedge}$ genau dann, wenn $E\backslash F$ und 
$F\backslash E$ beide Nullmengen sind. Das $\wedge$ meint hier das Anwenden
der Fouriertransformation
$$f^\wedge(y)\pdef \int {\op{e}}^{{{\op{i}}xy}}f(x)\diff x$$
\end{Bemerkungl}






\begin{Bemerkungl}[\textbf{Abstrakte Fassung $G\acts X$}]
  Nocheinmal dasselbe in anderen Worten: Wir betrachten  die Operation der Gruppe $G=\DR$ auf dem Raum $X=\DR$
  durch Translation.  Sie induziert eine Operation auf dem
  Raum der quadratintegrierbaren Funktionen ${\op{L}}^{2} (X)$
  und es gibt darin  jede Menge invariante abgeschlossene Teilr"aume.
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungl}[\textbf{Fall $\op{SL}(2;\DR)\acts 
  \mathbb P^1\DR$}]
  Wir betrachten die Operation $\op{SL}(2;\DR)\acts
  \mathbb P^1\DR$. Sie induziert eine Operation auf
  dem Raum der stetigen komplexwertigen Funktionen mit der Supremumsnorm $\op{SL}(2;\DR)\acts
  \mathcal C(\mathbb P^1\DR)$.
 Welche abgeschlossenen
  $\op{SL}(2;\DR)$-stabilen Untervektorr"aume gibt es
  in $\mathcal C(\mathbb P^1\DR)$? Die Antwort hat die Gestalt
 \begin{displaymath}
\xymatrix{
& &H^+
 \ar@{^{(}->}[dr] & \\
0 \ar@{^{(}->}[r] &\DC
\ar@{^{(}->}[ur] \ar@{^{(}->}[dr] && \mathcal C(\mathbb P^1\DR)\\
& &H^- \ar@{^{(}->}[ur]&
}
 \end{displaymath}
 mit $H^\pm\pdef\{f\mid f$ erweitert stetig zu einer holomorphen Funktion auf der offenen oberen/unteren Hemisph"are$\}$ unter der Einbettung
 $\mathbb P^1\DR\subset\mathbb P^1\DC$ als \glqq "Aquator\grqq.
 Um das zu sehen, betrachte man die maximal kompakte Untergruppe
 $K\pdef \op{SO}(2)$ und
 den Raum $$\mathcal C(\mathbb P^1\DR)_K\pdef\{f\mid \op{dim}(\op{span}_\DC( Kf))<\infty\}$$ der sogenannten
 $K$-endlichen Vektoren.
 Unter einer Identifikation $\mathbb P^1\DR\sira S^1$
 erhalten wir $\mathcal C(\mathbb P^1\DR)_K\sira \DC[z,z^{-1}]$
  und $H^+=\op{Cl}(\DC[z])$ entspricht den Funktionen, deren Poisson-Transformation zu einer harmonischen
  Funktion auf der Kreischeibe holomorph ist.
  Dann "uberlegt man sich, da"s geeignete Elemente
  der komplexifizierten Liealgebra $\mathfrak{sl}(2;\DC)$ auf $\DC[z,z^{-1}]$
  operieren wie
  $\partial_z, z\partial_z, z^2\partial_z$, so da"s
  \begin{displaymath}
\xymatrix{
& &\DC[z]
 \ar@{^{(}->}[dr] & \\
0 \ar@{^{(}->}[r] &\DC
\ar@{^{(}->}[ur] \ar@{^{(}->}[dr] && \DC[z,z^{-1}]\\
& &\DC[z^{-1}] \ar@{^{(}->}[ur]&
}
  \end{displaymath}  die einzigen unter
  der Liealgebra stabilen Untervektorr"aume von $ \DC[z,z^{-1}]$
  sind. Formal verwenden wir, da"s die $K$-endlichen Vektoren in jeder
  komplexen 
  Banachdarstellung dicht liegen und, wenn darin alle isotypischen Komponenten endlichdimensional sind,  eine nat"urliche Wirkung
  der komplexifizierten Liealgebra tragen. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Fall $\op{SL}(2;\DC)\acts 
  \mathbb P^1\DC$}]
   Wir betrachten die Operation $\op{SL}(2;\DC)\acts
   \mathcal C(\mathbb P^1\DC)$. Man zeigt "ahnlich, da"s
   $$0\subset\DC\subset \mathcal C(\mathbb P^1\DC)$$
   die einzigen abgeschlossenen $\op{SL}(2;\DC)$-stabilen Teilr"aume sind.
   F"ur die maximal kompakte Untergruppe
   $K={\op{SU}}(2)$ sind die $K$-endlichen Vektoren  hier die
   sph"arischen Funktionen auf der Riemann'schen
   Zahlenkugel $\mathbb P^1\DC\cong S^2$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Fall $\op{SL}(n;\DC)\acts 
  \op{Flagg}_n$}]
   Wir betrachten die Operation $\op{SL}(n;\DC)\acts
   \mathcal C(\op{Flagg})$ auf dem Banachraum der stetigen Funktionen auf der   Flaggenvariet"at 
   $$\op{Flagg}=\op{Flagg}_n\pdef \{\DC^n=F_n\supsetneq F_{n-1}\supsetneq\ldots\supsetneq
   F_0=0\}$$
   Wie lang kann in diesem Fall eine Fahne von
   abgeschlossenen stabilen Teilr"aumen
   $\mathcal C(\op{Flagg}_n)=\mathcal C_l\supsetneq \ldots
   \supsetneq \mathcal C_0=0$ werden?
 \end{Bemerkungl}

  \begin{Theorem}
     Es gibt eine maximale L"ange $l_{\op{max}}(n)$
     und wir haben $l=l_{\op{max}}(2)=2$, $l_{\op{max}}(3)=6$ und
     $l_{\op{max}}(n)>n!$ f"ur $n\geq 4$.
   \end{Theorem}
 
  \begin{Bemerkungl}\label{Wien} 
    Die Bestimmung von $l_{\op{max}}(n)$ ist eine Aufgabe,
    die {\bf Kazhdan-Lusztig-Theorie}  l"osen kann.
    Etwas betrachte  die Operation
    $\op{SL}(n;\DC)\acts
    \mathcal C^\infty(\op{Flagg})$. Dann gilt
    $l_{\op{max}}(n)= l_{\op{max}}^\infty(n)$ und in  einer maximalen Filtrierung kommen genau
    $n!$  Isomorphietypen von Subquotienten vor, die man in nat"urlicher Weise
    durch die Elemente der symmetrischen Gruppe $W\pdef \mathcal S_n$ parametrisieren kann als $(L_x)_{x\in W}$. Die
    Vielfachheit ihres Auftretens als Subquotienten
    $$[\mathcal C^\infty(\op{Flagg}):L_x]$$
    ist dar"uber hinaus von der gew"ahlten maximalen Filtrierung unabh"angig.
    Diese Vielfachheiten berechnet Kazhdan-Lusztig-Theorie. Sie berechnet auch analoge Multiplizit"aten f"ur die Schnittr"aume von
    nichttrivialen  "aquivarianten Geradenb"undeln
    auf der Fahnenmannigfaltigkeit, die sogenannten
    \glqq Hauptseriendarstellungen\grqq, und damit
    Charakterformeln f"ur alle \glqq irreduziblen zul"assigen
    Darstellungen\grqq.
  \end{Bemerkungl}
  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Die Kombinatorik der L"osung}]
    Wir betrachten die Zahl der Fehlst"ande (englisch inversion number)
    $l:W=\mathcal S_n\ra\DN$. Statt $l(x)<l(y)$ schreiben wir
    abk"urzend $x<y$, man darf diese Ungleichung auch in der \glqq Bruhat-Teilordnung\grqq\ verstehen. Wir bezeichnen mit
    $$S\pdef \{w\in W\mid l(w)=1\}=\{(i,i+1)\mid 1\leq i<n\}$$
    die Menge der sogenannten {\bf einfachen Spiegelungen}.
    Wir erkl"aren "uber dem Ring der Laurentpolynome den Buchhaltungsmodul
    $$\mathcal H\pdef \bigoplus_{x\in W}\DZ[v,v^{-1}]H_x$$
    und definieren f"ur jede einfache Spiegelung $s\in S$ eine Abbildung $C_s:\mathcal H\ra 
    \mathcal H$ durch
    $$C_s:H_x\mapsto\left\{
    \begin{array}{ll}
      H_{sx}+vH_x&sx>x\\
       H_{sx}+v^{-1}H_x&sx<x
    \end{array}\right.$$
  \end{Bemerkungl}
  \begin{Theorem}[\textbf{Kazhdan-Lusztig}]
    Es gibt in $\mathcal H$ genau eine Familie
    $(\underline H_x)_{x\in W}$ mit $\underline H_x\in H_x+\sum_{y<x}v\DZ[v]H_y$ und so, da"s f"ur alle $s\in S$ und $x\in W$ mit $sx>x$ gilt 
    $$\underline H_{sx}\in C_s\underline H_x +\sum_{y<x}\DZ\underline H_y$$
  \end{Theorem}
  \begin{Beispiel}[\textbf{Beispiel $\mathcal S_3$}]
    Im Fall $n=3$ k"onnen wir $\underline H_x$ graphisch
    darstellen, indem wir eine
    fundamentale Kammer ausw"ahlen und
    den Koeffizienten von $x$ in die Kammer
    $xC$ schreiben. Das will ich ausf"uhren.
  \end{Beispiel}
  \begin{Theorem}[\textbf{Beilinson-Bernstein, Brylinski-Kashiwara, $\sim$1980}]
    F"ur $\underline H_x=\sum_y h_{y,x}H_y$ habe
     $$[\mathcal C^\infty(\op{Flagg}):L_x]=h_{e,x}(1{\scriptstyle =v})$$
  \end{Theorem}
  \begin{Bemerkungl}
    Insbesondere zeigt unsere Rechnung $l_{\op{max}}(3)=6$.
    "Ahnliche Formeln gelten f"ur alle Hauptserien aller
    reellen reduktiven Gruppen nach Arbeiten von Beilinson-Bernstein
    und Lusztig-Vogan. 
  \end{Bemerkungl}
  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Was ist neu?}]
    Ein einfacherer Beweis, dank Arbeiten von Bernstein-Gelfand-Gelfand, mir, und Williamson-Elias.
    Man betrachte den Polynomring
    $$R\pdef \DC[T_1,\ldots,T_n]$$ mit seiner
    Operation von $W=\mathcal S_n$. F"ur jede
    Sequenz $(s,\ldots,t)$ von einfachen
    Spiegelungen betrachten wir den $R$-Modul
    $$D(s,\ldots,t)\pdef R\otimes_{R^s}\ldots \otimes_{R^t}\DC$$
    mit $R^s$ den Invarianten von $s\in S$
    und $\DC=R/\langle T_1,\ldots, T_n\rangle$. Wegen $R=R^s\oplus R^s\alpha$
    mit $\alpha$ einer Gleichung der Spiegelebene zu $s$ gilt $\op{dim}_\DC D(s_1,\ldots,s_l)=2^l$.
  \end{Bemerkungl}
    \begin{Theorem}[\textbf{Einfacherer Beweis durch Elias-Williamson $\sim$2012}]
      \begin{enumerate}
      \item
        Die unzerlegbaren direkten Summanden der
        $R$-Moduln $D(s,\ldots,t)$ sind gewisse $(D_x)_{x\in W}$;
      \item
        Gilt $C_s\ldots C_tH_e=\sum a_x\underline H_x$ mit $a_x\in \DZ[v,v^{-1}]$, so hat $D(s,\ldots,t)$ die Krull-Schmid-Zerlegung
        $$D(s,\ldots,t)\cong \bigoplus_{x\in W}D_x^{\oplus a_x(v=1)}$$
      \end{enumerate}
    \end{Theorem}
    \begin{Bemerkungl}
      Von da aus ist es dann reine Algebra\dots
    \end{Bemerkungl}

    \begin{Bemerkungl}[\textbf{Geometrische Interpretation}] 
      $\op{Flagg}=G/B$ f"ur $G=\op{GL}(n;\DC)\supset B$
      mit $B$ obere Dreiecksmatrizen.
      Bruhatzerlegung $\op{GL}(n;\DC)=\bigsqcup_{x\in W}BxB$.
      $$D_x=\op{IC}(\overline{BxB/B})\in \op{H}^*(G/B)\op{-Mod}$$
      Hier
      $R=\DC[T_1, \ldots, T_n]=\op{H}_T^\ast(\op{pt})
      =\op{H}_B^\ast(\op{pt})\ra \op{H}_B^\ast(G)=\op{H}^\ast(G/B)$
      mit $\op{grad}T_i=2$.
    \end{Bemerkungl}

    \begin{Bemerkungl}[\textbf{Verbesserte geometrische Interpretation}] 
      $$B_x=\op{IC}_{B\times B}(\overline{BxB})\in R\op{-Mod-}R$$
      Hier $B_x$ wie $D_x$ aber mit $R$ am Schlu"s. Gewisse
      $\DZ$-graduierte Bimoduln "uber dem Polynomring $R$.
      \end{Bemerkungl}
 \begin{Bemerkungl}[\textbf{Weiter verbesserte geometrische Interpretation}] 
   Betrache $\mathcal B\pdef \langle B_x[n]\rangle_{\oplus}\subset
   R\op{-Mod}^\DZ\op{-} R$ additive Unterkategorie erzeugt von diesen $B_x$
   und ihren im Grad verschobenen Kopien.
   So erhalte "Aquivalenz
   $$\op{Hot}^{\op{b}}(\mathcal B)\sirra \op{MTDer}_{B\times B}(G)$$
   derivierte Kategorie gewisser "aquivarianter Motive. Kategorifizierung
   der Hecke-Algebra $\mathcal H_q\pdef {^B}\DZ[\op{GL}(n;\mathbb F_q)]^B$.
   Diese hat $\DZ$-Basis die charakteristischen Funktionen $T_x\pdef [BxB]$
   der $B$-Doppelnebenklassen. Jetzt stattdessen bi"aquivariante Garben. 
      \end{Bemerkungl}
    \begin{Bemerkungl}
      Bedeutung der $D_x$ als Schnittkohomologiegarben. Bedeutung der
      $B_x$ als Schnittkohomologiegarben. Homotopiekategorie und
      neue motivische derivierte Kategorie. Zusammenhang mit
      Khovanov-Homologie. Koszul-Dualit"at?
    \end{Bemerkungl}




    
\newpage
\section{Unit"are Darstellungen}



\subsection{Unit"are g-K-Moduln}
Ist $V$ eine unit"are Darstellung einer 
Liegruppe $G$, so gilt f"ur je zwei glatte
Vektoren $v, w \in V^\infty$ und jedes $A \in \op{Lie} G$ die Identit"at
\begin{equation*}
\langle \exp (tA) v,w \rangle = \langle v, \exp (-t A)w \rangle
\end{equation*}
und daraus folgt sofort
\begin{equation*}
\langle Av, w \rangle = - \langle v, A w \rangle
\end{equation*}
und f"ur Elemente der komplexifizierten 
Liealgebra $D \in \op{Lie}_{\mathbb{C}} G$
folgt
\begin{equation*}
\langle D v, w \rangle = - \langle v, \overline{D} w\rangle
\end{equation*}
Insbesonder haben wir in unserem Fall
\begin{equation*}
\langle X v, w \rangle =- \langle v, Yw\rangle
\end{equation*}
und damit 
\begin{equation*}
\langle X v, X v \rangle =- \langle v, YX v \rangle
\end{equation*}
Wir erkennen so, da"s es auf einer irreduziblen 
Hauptseriendarstellung $\op{ind}^G_B
\mathbb{C}_{\lambda, \epsilon}$ nur dann ein invariantes Skalarprodukt geben kann,
wenn gilt
\begin{equation*}
0 > (\lambda +n)(\lambda - n -2) = \lambda (\lambda -3) - n (n+2)
\end{equation*}
f"ur alle $n \in \epsilon + 2 \mathbb{Z}$.
Das ist f"ur $\epsilon = 0$ gleichbedeutend zu $0 > \lambda (\lambda -2)$ 
alias $1 > (\lambda -1)^2$ und das gilt f"ur $\lambda \in 1 + i \mathbb{R}$
sowie $\lambda \in (2,0)$.
F"ur $\epsilon =1$ ist es hinwiederum gleichbedeutend zu
\begin{equation*}
0 > \lambda (\lambda -2) +1
\end{equation*}
alias $0 > (\lambda -1)^2$ und hier kommt nur $\lambda \in 1 + i \mathbb{R}^\times$
in Frage.

Dieselben Argumente zeigen, da"s von den endlichdimensionalen einfachen Darstellungen
nur die Einsdarstellung unitarisierbar sein kann, da"s aber die diskreten
Serien und ihre Grenzwerte auch infinitesimal unitarisierbar sind.




\subsection{Unitarisierbarkeit}
Gegeben ein $\mathbb{C}$-Vektorraum $V$ erinnern wir seinen komplex-konjugierten
Vektorraum $\overline{V}$ aus \ref{KKV} an seinen Dualraum $V^\ast$.
Wir erhalten eine Bijektion 
\begin{equation*}
\op{Hom}_{\mathbb{C}} (\overline{V}, V^\ast) \overset{\sim}{\longrightarrow}
\{\text{ Sesquilinearformen auf } V\}
\end{equation*}
indem wir jedem Homomorphismus $\varphi$ die Sesqulinearform $s_\varphi$ zuordnen,
die gegeben wird durch $s_\varphi (v,w0 = (\varphi (v)) (w)$.
Um zu verstehen, welche Homomorphismen hermiteschen Sesquilinearformen
entspechen, beachten wir den kanonischen Isomorphismus $\overline{V^\ast}
\overset{\sim}{\longrightarrow} \overline{V^{\ast}}$ gegeben durch $f \mapsto c \circ
f$ f"ur $c :\mathbb{C} \rightarrow \mathbb{C}$ die komplexe Konjugation.
Zu $\varphi : \overline{V} \rightarrow V^\ast$ betrachten wir nun die transponierte
Abbildung $\varphi^T : V^{\ast\ast} \rightarrow \overline{V}^\ast$, schalten die
kanonischen Einbettungen $b:V \hookrightarrow V^{\ast\ast}$ davor und die
Identifikation $(c \circ) : \overline{V}^\ast \rightarrow \overline{V^\ast}$
dahinter. Die so entstehende lineare Abbildung
\begin{equation*}
c \circ \varphi^T \circ b :V \rightarrow \overline{V^\ast}
\end{equation*}
ist nat"urlich auch eine lineare Abbildung $\overline{V} \rightarrow V^\ast$,
und unsere obige Bijektion induziert nun eine Bijektion
\begin{equation*}
\left\{ \varphi \in \op{Hom}_{\mathbb{C}} (\overline{V}, V^\ast \mid \varphi = c \circ
\varphi^T \circ b \right\}
\overset{\sim}{\longrightarrow} \{ \text{ hermitesche Sequilinearformen auf } V \}
\end{equation*}

\subsection{Unit"are Induktion, NEU}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben $G\supset H$ ein lokal kompakte Hausdorffgruppe mit
  einer abgeschlossenen Untergruppe, die topologisch frei operiert,
  betrachten wir das $H$-Hauptfaserb"undel $G\sra G/H$ mit
  dem Quotienten nach der Rechtsoperation. 
\end{Bemerkungl}




\subsection{Unit"are Induktion, Mgf}
\begin{Bemerkungl}
  Ist $X$ eine $n$-Mannigfaltigkeit, so liefert jede endlichdimensionale
  $\cal{C}^{\infty}$-Darstellung $E$ der Gruppe $\op{GL} (n, \Bbb{R})$ ein
  Vektorraumb"undel $E_{X}$ auf $X$ in kanonischer Weise, und ist $\varphi : U
  \hookrightarrow X$ eine offene Einbettung oder allgemeiner eine \'etale
  $\cal{C}^{\infty}$-Abbildung, so haben wir einen kanonischen 
Isomorphismus 
$\varphi^{\ast} E_{X} \sira
  E_{U}$, der es uns insbesondere erlaubt, Schnitte zur"uckzuziehen.
Zur nat"urlichen Darstellung auf $\Bbb{R}^{n}$ geh"ort das
  Tangentialb"undel $TX$, zu ihrer Dualen das Kotangentialb"undel $T^*X$, zu
  $\op{det}^{-1} : \op{GL} (n,\Bbb{R}) \ra \Bbb{R}^{\times}$ das sogenannte
  {\bf kanonische B"undel}\index{kanonisches B"undel} 
$\omega_X$ und zu $|\op{det}^{-1}| : 
\op{GL} (n,\Bbb{R})\ra
  \Bbb{R}^{\times}$ das \defind{B"undel der lokalen Dichten} $$D_{X}$$
Die Schnitte in diesem B"undel nennen wir \defind{Dichten auf $X$}
und notieren die stetigen Dichten beziehungsweise die stetigen Dichten mit
kompaktem Tr"ager $\cal{D} (X) \supset \cal{D}_{!} (X)$.
Auf $U \co \Bbb{R}^{n}$ definieren wir eine ausgezeichnete Dichte
$\diff^{n} x$, und eine beliebige stetige Dichte hat die Gestalt $a \diff^n  x$ mit
$a: U \ra \Bbb{R}$ stetig.
Ist weiter $V \co \Bbb{R}^{n}$ gegeben und $\varphi : V \ra U$
\'etale, so haben wir $\varphi^{\ast} (a \diff^{n} x) = (a \circ
\varphi) |\op{det} \diff  \varphi| \diff^{n} x$.
\end{Bemerkungl}


\begin{Satz}[\textbf{Integration von Dichten}]
Gegeben eine $n$-Mannigfaltigkeit $X$ gibt es genau eine
$\Bbb{R}$-lineare Abbildung
$
\cal{D}_{!} (X) \ra \Bbb{R}$, 
$\omega \mapsto  \int_{X}\omega
$
derart, da"s f"ur jede Karte $\varphi : U\ra X$ und jedes $\omega$
mit Tr"ager in $U$ gilt
$\int_{X} \omega = \int_{U} \varphi^{\ast}\omega$.
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis]
Dem Leser "uberlassen.
\end{proof}
\begin{Definition}\label{HaDi}
  Das Geradenb"undel zur Darstellung
  $$\sqrt{|\op{det}^{-1}|} : \op{GL} (n,\Bbb{R})\ra \Bbb{R}^{\times}$$
  nennen wir  das \defnoind{B"undel der lokalen Halbdichten auf
  $X$}\index{Halbdichte} und notieren es $D^{1/2}_{X}. $ 
  Die R"aume der stetigen Schnitte beziehungsweise der  stetigen
  Schnitte mit kompaktem
  Tr"ager in diesem B"undel 
bezeichnen wir  mit $$\cal{D}^{1/2} (X) \supset \cal{D}^{1/2}_{!}
(X)$$
  und nennen solche Schnitte \defnoind{Halbdichten auf $X$}.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}\label{qHaDi}
  Sei $X$ eine Mannigfaltigkeit.
  Ganz offensichtlich ist das Produkt zweier Halbdichten auf $X$
  eine Dichte und wir
  erhalten ein Skalarprodukt auf dem $\Bbb{R}$-Vektorraum $\cal{D}^{1/2}_{!}
  (X)$ der stetigen Halbdichten mit kompaktem Tr"ager auf $X$ durch die
  Vorschrift
  $$\langle s,t \rangle \pdef \int_{X} st$$
  Die Vervollst"andigung dieses Raums
  notieren wir ${\op{L}}^{2}_\DR (X) $ und haben somit jeder Mannigfaltigkeit $X$
  einen reellen Hilbertraum zugeordnet, den
  \defind{Hilbertraum der quadratintegrierbaren Halbdichten auf $X$}.  Operiert
  eine diskrete Gruppe $G$ auf $X$ durch Diffeomorphismen, so wird
  offensichtlich ${\op{L}}^{2}_\DR(X)$ eine reelle
  unit"are Darstellung von $G$. Ist $G$
  eine Liegruppe und $G \times X \ra X$ eine $\cal{C}^{\infty}$-Operation, so
  zeige man zur "Ubung, da"s ${\op{L}}^{2}_\DR(X)$ sogar eine reelle unit"are Darstellung der
  topologischen Gruppe $G$ wird. Die Komplexifizierung dieser Darstellung
  notieren wir $${\op{L}}^{2}(X)$$ 
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Gegeben $G \supset H$ eine Liegruppe mit einer abgeschlossenen
Untergruppe und $E$ eine unit"are Darstellung von $H$
erkl"aren wir eine unit"are Darstellung 
$$\op{uind}^{G}_{H}E$$ von $G$, 
die {\bf unit"ar induzierte Darstellung},\index{unit"ar!Induktion}
als die\index{Induktion!unit"are} 
Vervollst"andigung des Raums der stetigen Schnitte mit kompaktem
Tr"ager im B"undel
$D^{1/2}_{G/H} \otimes_{\Bbb{R}} (G \times_{/H} E)$
"uber $G/H$.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Seien $G \supset H$ eine Liegruppe mit einer abgeschlossenen
Untergruppe. 
Wir betrachten den Charakter $\delta : H \ra \Bbb{R}^{\times}$ gegeben durch 
$$\delta
(h) \pdef |\op{det} (\op{Ad}  h: \frak{g}/\frak{h} \ra \frak{g}
/\frak{h})|^{-1/2}$$ Jede Wahl einer von Null
verschiedenen Halbdichte an der Stelle $\overline{1} \in G/H$ liefert dann
einen
$G$-"aquivarianten B"undelisomorphismus
$$G\times_{/H} \Bbb{R}_{\delta} \sira D^{1/2}_{G/H}$$
und damit $G$-"aquivariante Einbettungen
$$\op{uind}^{G}_{H} E \hookleftarrow \cal{S}_{!}
(D^{1/2}_{G/H} \otimes_{\Bbb{R}} (G \times_{/H}E)) \hookrightarrow
\op{ind}^{G}_{H} (E \otimes_{\Bbb{R}} \Bbb{R}_{\delta})$$
Ist speziell $G/H$ kompakt, so erhalten wir eine stetige
Einbettung mit dichtem Bild $\op{ind}^{G}_{H}
(E\otimes_{\Bbb{R}}\Bbb{R}_{\delta})\hookrightarrow
\op{uind}^{G}_{H} E$.

Sei nun $K \subset G$ kompakt.
Das Bild der $K$-endlichen Vektoren aus $\op{ind}$ ist also ein
dichter Teilraum von $\op{uind}$, und ist $\op{ind}$ in Bezug auf $K$
zul"assig,
so induziert unsere Einbettung eine Bijektion zwischen den
$K$-endlichen Vektoren.
\end{Bemerkungl}



{\em Wo????????}
Um auch einmal eine unit"are Darstellungen anzugeben,
greifen wir der Entwicklung der Theorie etwas vor,
setzen die in \ref{??} ausgef"uhrte Definition eines 
Radon-Ma"ses als bekannt voraus und
zeigen
\begin{Lemma}
Es operiere eine lokal kompakte topologische Gruppe $G$ stetig auf einem lokal
kompakten Hausdorff-Raum $X$ und es
sei $\mu$ ein $G$-invariantes Radon-Ma"s auf $X$.
So ist $L^2(X,\mu)$ unter der Operation durch Translation
eine unit"are Darstellung von $G$.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Sicher operiert $G$ als abstrakte Gruppe durch unit"are Automorphismen auf
$L^2(X,\mu)$. Um die Stetigkeit von $G\times L^2(X,\mu)\ra L^2(X,\mu)$
zu zeigen reicht es deshalb, f"ur alle $f$ aus einer dichten Teilmenge von
$L^2(X,\mu)$ die Stetigkeit von $G\ra L^2(X,\mu)$, $g\mapsto gf$
nachzuweisen.

Da $\mu$ ein Radon-Ma"s ist, liegen
die stetigen $f:X\ra\DC$ mit kompaktem Tr"ager dicht in $L^2(X,\mu)$.
Gegeben $K\subset X$ kompakt stimmt auf dem Raum $\cal{C}_K(X)$ der
stetigen Funktionen mit Tr"ager in $K$ die Sup-Norm-Topologie "uberein mit der
von $\cal{C}(X,\DC)$
induzierten Topologie. Gegeben $L\subset G$ kompakt
ist nach \ref{AbN} also  die Operation
$L^{-1}\times\cal{C}_K(X)\ra \cal{C}_{LK}(X)$ stetig.
F"ur beliebige $f\in \cal{C}_!(X)$ ist mithin die Abbildung
$G\ra {\op{L}}^2(X,\mu)$, $g\mapsto gf$ stetig.
\end{proof}
Ist insbesondere $G$ lokal kompakt Hausdorff'sch und
w"ahlen wir ein linksinvariantes Haar-Ma"s $\op{d}\!g$ auf $G$
wie es in \ref{??} definiert wird,
so wird ${\op{L}}^2(G,{\op{d}} g)$ mit der
linksregul"aren Operation eine unit"are Darstellung von $G$.

\begin{Bemerkungl} Gegeben $G\supset H$
  eine lokal kompakte Hausdorffgruppe  mit einer lokal abgeschlossenen
  Untergruppe, die topologisch frei operiert, betrachten wir
  den stetigen Gruppenhomomorphismus
  $$\delta=\delta_{G/H}:H\ra \DR_{>0}$$
  gegeben durch den Quotienten
  $\delta(h)\pdef (\Delta_H(h)/\Delta_G(h))^{1/2}$ 
  der modularen Funktionen aus \eref{moFL}{TM} und erwarten in Verallgemeinerung
  der vorhergehenden "Uberlegungen f"ur Liegruppen, da"s die stetigen Schnitte
  mit kompaktem Tr"ager des B"undels $G\times_{/H}\DR_\delta$ 
  ein nat"urliches Skalarprodukt tragen und zu einem Hil\-bert\-raum
  vervollst"andigt werden k"onnen. Ich mu"s mal gucken, ob und wenn ja
  wo das nachgelesen werden kann.
\end{Bemerkungl}

\subsection{Weitere Beispiele stetiger Darstellungen mit Kategorien, ALT}

\begin{Definition}
Sei $X$ ein topologischer Raum. 
\begin{enumerate}
\item 
 Eine {\bf topologische
Gruppe "uber  $X$}\index{topologisch!Gruppe!"uber topologischem Raum} 
ist ein Gruppenobjekt in der Kategorie
$\op{Top}_{X}$ der topologischen R"aume "uber $X$.
\item 
Ein {\bf topologischer Vektorraum $E$ "uber $X$} 
ist\index{topologisch!Vektorraum !"uber topologischem Raum}  eine
topologische Gruppe $E$ "uber $X$ mitsamt einer stetigen Abbildung
$\Bbb{C} \times E \ra E$, die kommutiert mit der Projektion beider
Seiten auf $X$ und die jede Faser der Projektion $E
\twoheadrightarrow X$ zu einem topologischen Vektorraum macht.
\end{enumerate}
\end{Definition}
\begin{Beispiel}
Jedes 
Vektorraumb"undel "uber $X$ ist ein topologischer Vektorraum
"uber $X$.
Ist speziell  $X$ ein topologischer Raum und $V$ ein topologischer
Vektorraum, so ist $X \times V$
ein topologischer Vektorraum "uber
$X$ in nat"urlicher Weise.
\end{Beispiel}

\begin{Proposition}
Sei $X$ ein  topologischer Raum.
\begin{enumerate}
\item
Gegeben eine topologische
Gruppe $E$ "uber $X$
ist der Raum der Schnitte $\cal{S}(E)=\op{Top}_{X}(X,E)$
mit der punktweisen
Verkn"upfung eine topologische Gruppe.
\item
Gegeben ein topologischer
Vektorraum "uber $X$ ist der Raum der Schnitte 
mit der punktweisen Addition und
Skalarmultiplikation ein topologischer Vektorraum.
\end{enumerate}
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis]
Das folgt sofort aus dem vorhergehenden Korollar \ref{KKT}.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}
  Olaf bemerkt richtig, da"s der Raum der Schnitte sogar ein topologischer
  $\cal{C}(X)$-Modul ist. Dann mu"s jedoch dieser Begriff auch zur
  Verf"ugung stehen.
\end{Bemerkungl}










%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "XXDNK"
%%% End: 
