
\section{Mannigfaltigkeiten}
In diesem Abschnitt geht es um abstrakte, als da hei"st nicht notwendig eingebettete 
 differenzierbare Mannigfaltigkeiten.
 Ich definiere sie als spezielle
  geringte R"aume. Das hat den Vorteil, da"s man mit diesem Formalismus 
auch ihre algebraischen Verwandten,
die algebraischen Variet"aten,  effizient behandeln kann.
  Ich denke aber davon abgesehen auch, da"s dieser  Zugang nicht
  weniger anschaulich und technisch wenn nicht einfacher, so doch eleganter ist
  als die "ubliche Vorgehensweise: In der Tat sind in dieser Sprache
Untermannigfaltigkeiten gerade die Teilmengen, die mit der induzierten
Struktur eines geringten Raums zu Mannigfaltigkeiten werden, und
die finale Struktur eines geringten Raums auf 
Quotienten liefert  unmittelbar die 
 Struktur besagter Quotienten als Mannigfaltigkeit
 mitsamt der zugeh"origen universellen Eigenschaft.
 

%\include{GeringteRaume}\label{kGer}
\subsection{Geringte R"aume}\label{kGer}
% \begin{Bemerkungl}
%   Der folgende Abschnitt taucht als nahezu identische Kopie 
% in  \eref{kGer}{ML} und \eref{kGerA}{KAG}
%   bei der Einf"uhrung differenzierbarer Mannigfaltigkeiten
% und  bei der Einf"uhrung  algebraischer
% Variet"aten auf.
% \end{Bemerkungl}

  %\begin{Bemerkungl}
 %   Wir erinnern aus \eref{RAlg}{LA2}, da"s wir
 %   unter einer {\bf $k$-Ringalgebra}\index{Ringalgebra} "uber
%einem  K"orper $k$ ein Paar
 %   $(R,\varphi)$ verstehen bestehend aus einem Ring $R$ und einem
  %  Ringhomomorphismus $\varphi: k\ra R$, dessen Bild im Zentrum von
  %  $R$ liegt und der meist vom Leser erraten werden mu"s.  Von einer
 %   $k$-Teilringalgebra fordern wir, da"s sie das Bild dieses
 %   ausgezeichneten Ringhomomorphismus umfassen soll.
 % \end{Bemerkungl}

\begin{Definition}\label{VKBe}
Sei $k$ ein K"orper.
Ein 
{\bf $k$-geringter 
Raum}\index{geringter Raum@$k$-geringter Raum!durch Funktionen} 
$X=(X,\cal{O})$ ist ein topologischer Raum $X=(X,\mathcal T)$ 
mitsamt einer Vorschrift $\cal{O}$, die jeder offenen Teilmenge $U \co
X$ eine $k$-Teilringalgebra $\cal{O} (U) \subset \op{Ens} (U,k)$ in
der  $k$-Ringalgebra
aller
Abbildungen von $U$ nach $k$ zuordnet, deren Elemente
wir {\bf strukturierende Funktionen auf}\index{strukturierend!Funktion}
$U$\index{Funktion!strukturierende} 
nennen und von denen wir fordern:
\begin{quote}
  Ist $\mathcal U$ ein System offener Teilmengen von $X$ und $V \pdef
  \bigcup_{U\in \mathcal U}U$ seine
 Vereinigung, so ist eine Abbildung $f: V \ra k$
  strukturierend genau dann, wenn ihre Restriktionen $f|_U$ auf alle $U\in\mathcal U$ 
strukturierend sind.
\end{quote}
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Eine Teilringalgebra mu"s  nach unseren Definitionen stets das
Einselement der urspr"unglichen Ringalgebra enthalten.
Unter anderem impliziert unsere Definition damit, da"s
alle konstanten Funktionen strukturierend sind, da"s also
f"ur jedes $U\co X$
die konstanten
Abbildungen $c:U\ra k$ in $\cal{O} (U)$ liegen.
 \end{Bemerkungl}
 \begin{Bemerkungw}
  Im
   Zusammenhang mit Schemata und Supermannigfaltigkeiten wird eine noch
   allgemeinere Definition des Konzepts eines geringten Raums
   be\-n"o\-tigt. Wenn wir betonen wollen, da"s wir den hier erkl"arten
   einfacheren Begriff meinen, reden wir genauer von einem {\bf durch
     Funktionen $k$-geringten Raum}. 
 In der Sprache der Garbentheorie, die ich hier noch vermeiden will, k"onnte
   man unser $\cal{O}$ als eine \glqq $k$-Ringalgebren-Untergarbe der
   $k$-Ringalge\-bren-Garbe aller $k$-wertigen Funktionen auf $X$\grqq\  
charakterisieren. 
\end{Bemerkungw}


\begin{Beispiel}\label{BspR}
Fundamental f"ur uns sind die
$\DR$-geringten R"aume  $(\DR^n,\cal{C}^1)$, 
die entstehen, wenn
wir  $\DR^n$ mit seiner nat"urlichen Topologie versehen
und als strukturierende Funktionen auf einer offenen Teilmenge $U\co \DR^n$
alle stetig differenzierbaren Funktionen nehmen. Etwas allgemeiner k"onnen
wir  auch  die
$\DR$-geringten R"aume $(\DR^n,\cal{C}^p)$ betrachten,
bei denen wir als strukturierende Funktionen auf einer offenen Teilmenge $U\co \DR^n$
alle $p$-mal stetig differenzierbaren Funktionen nehmen f"ur festes
$p\in \DN\sqcup \{\infty\}$. 
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungw}\label{Bspf}
  Fundamental f"ur die algebraische Geometrie ist ein anderer Fall.
  Man geht dabei aus von einem algebraisch abgeschlossenen
  K"orper $k=\bar k$ und versieht $k^n$ mit der
  sogenannten \glqq Zariski-Topologie\grqq,
    deren abgeschlossene Mengen genau alle Schnitte von
    Nullstellenmengen von Polynomen sind.  Als strukturierende Funktionen
    nimmt man diejenigen Funktionen, die lokal als Quotienten von
    Polynomen dargestellt werden k"onnen.  Auch jede abgeschlossene
    alias algebraische Teilmenge $X\As k^n$ wird dann zu einem
    $k$-geringten Raum, indem man sie mit der induzierten Topologie
    versieht und als strukturierende Funktionen wieder diejenigen Funktionen
    nimmt, die lokal als Quotienten von Polynomen dargestellt werden
    k"onnen.  Unwesentlich allgemeiner wird jede affine $k$-Variet"at
    ein $k$-geringter Raum, wenn wir sie mit ihrer Zariski-Topologie
    versehen und strukturierende Funktionen auf offenen Teilmengen erkl"aren
    wie in \eref{lokrN}{KAG}.
\end{Bemerkungw}


\begin{Definition}\label{DkrR}
Seien  $k$-geringte R"aume $(X,\cal{O}_{X})$ und $(Y,\cal{O}_{Y})$ gegeben.
Eine Abbildung $\varphi : X \ra Y$ hei"st ein \defnoind{Morphismus von
$k$-geringten R"aumen}\index{Morphismus!von
geringten R"aumen}, wenn sie stetig ist und
wenn das  Vorschalten unserer 
Abbildung strukturierende Funktionen zu strukturierenden Funktionen
macht, wenn also in Formeln
aus $U \co Y$ und $f \in \cal{O}_{Y} (U)$ folgt $f\circ
\varphi \in \cal{O}_{X} (\varphi^{-1}(U))$.
 Die Menge aller Morphismen von $X$ 
nach $Y$ bezeichnen wir  mit 
$\op{Ger}_k(X,Y)$\index{Ger@$\op{Ger}_k$  Morphismen geringter R"aume} 
  oder auch kurz  $\op{Ger}(X,Y)$.
Ein \defnoind{Isomorphismus}\index{Isomorphismus!von
geringten R"aumen} {\bf von $k$-geringten R"aumen} ist ein 
bijektiver Morphismus, dessen Umkehrabbildung auch ein 
Morphismus ist.
\end{Definition}
\begin{Beispiel}\label{MGer}
Morphismen 
$\DR$-geringter R"aume von  $(\DR^m,\cal{C}^1)$ 
nach $(\DR^n, \cal{C}^1)$ 
sind genau alle $\cal{C}^1$-Abbildungen, in Formeln
$$\op{Ger}\big((\DR^m,\cal{C}^1),(\DR^n,\cal{C}^1)\big)=\cal{C}^1(\DR^m,\DR^n)$$
In der Tat ist jede $\cal{C}^1$-Abbildung $\varphi:\DR^m\ra \DR^n$
ein Morphismus von $\DR$-geringten R"aumen,
denn f"ur $f:\DR^n\lco U\ra \DR$ stetig differenzierbar und $\varphi:\DR^m\ra \DR^n$ stetig differenzierbar ist auch
$f\circ \varphi:\DR^m\lco \varphi^{-1}(U)\ra \DR$ stetig differenzierbar nach der Kettenregel.
Umgekehrt sind f"ur jeden Morphismus $\varphi$
von $\DR$-geringten R"aumen die $\varphi_j\pdef x_j\circ \varphi: \DR^m\ra\DR$ f"ur $1\leq j\leq n$
per definitionem $\cal{C}^1$-Funktionen und damit ist jeder Morphismus von
$\DR$-geringten R"aumen 
auch umgekehrt eine $\cal{C}^1$-Abbildung.
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Schnitt von Strukturen als $k$-geringter Raum}]
Sind auf ein
und derselben Menge $X$\label{SSKG} 
mehrere Strukturen als $k$-geringter Raum gegeben, so
bilden wir ihren Schnitt, indem wir diejenigen Mengen 
offen nennen, die in jeder
unserer Strukturen offen sind, und diejenigen Funktion 
strukturierend, die in jeder
unserer Strukturen strukturierend sind. Dieser Schnitt ist 
dann offensichtlich auch
eine Struktur als $k$-geringter Raum auf $X$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Strukturen als $k$-geringter Raum als teilgeordnete Menge}] 
Gegeben zwei Strukturen als $k$-geringter\label{gggR} 
Raum auf derselben Menge $X$ 
nennen wir die eine 
\defnoind{gr"o"sergleich}\index{gr"o"sergleich!Struktur als 
$k$-geringter Raum} 
als die andere,
wenn ihr Schnitt die andere Struktur ist. 
Salopp gesprochen sind also 
gr"o"sere Strukturen solche \glqq mit mehr offenen Mengen  
oder mehr strukturierenden Funktionen oder beidem\grqq. 
Auf diese Weise erhalten wir eine Teilordnung auf der 
Menge aller Strukturen als $k$-geringter Raum auf einer
vorgegebenen Menge $X$. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}
Eine Familie $(\varphi_{i} : X_{i} \ra Y)_{i\in I}$ von Morphismen 
$k$-geringter R\"{a}ume   hei"st
{\bf gesamthaft final}, wenn f"ur jeden weiteren $k$-geringten Raum $W$ und
jede Abbildung $\psi:Y\ra W$ gilt\label{QQHx} $$(\psi\varphi_i \text{ Morphismus }\forall i)\RA ( \psi\text{ Morphismus})$$
\end{Definition}
\begin{Lemma}
  Gegeben  $k$-geringte  R\"{a}ume $(X_{i})_{i\in I}$,
  eine Menge  $Y$ 
 und Abbildungen $\varphi_{i}:X_{i}\ra Y$ 
 gibt es genau eine Struktur als $k$-geringter Raum auf $Y$ derart, da"s unsere Familie gesamthaft\label{EFisu} 
 final wird. Sie hei"st die \emph{\bf finale Struktur}\index{finale Struktur}  
 zu unserer Familie.\label{FiSu} 
\end{Lemma}
\begin{proof}
  Wir beginnen mit der Eindeutigkeit. Sind $(\mathcal T_1, \mathcal O_1)$ und $(\mathcal S_2, \mathcal O_2)$ zwei
  derartige Strukturen auf $Y$, jeweils bestehend aus einer Topologie und einer Vorgabe strukturierender Funktionen, f"ur die unsere Familie gesamthaft final wird,
  so ist  $\op{id}:(Y,\mathcal T_i, \mathcal O_i)\ra (Y,\mathcal T_j, \mathcal O_j)$ f"ur beliebige $i,j\in\{1,2\}$ ein Morphisms. Das zeigt die Eindeutigkeit. 
Nun zeigen wir noch, da"s f"ur die gr"o"ste  Struktur auf $Y$,
f"ur die alle die $\varphi_i$ Morphismen werden,
die von einer gesamthaft finalen Struktur geforderte Eigenschaft erf"ullt ist.
Diese gr"o"ste  Struktur kann ja explizit dadurch beschrieben werden, da"s
ihre Topologie die Finaltopologie 
$\mathcal T=\{V\subset Y\mid \varphi_i^{-1}(V)\co X_i\; \forall i\}$
ist und die strukturierenden  Funktionen gegeben werden durch
$$\mathcal O(V)=\{f:V\ra k\mid f\circ \varphi_i\in\mathcal O(\varphi_i^{-1}(V)) \;\forall i\}$$
Damit ist klar, da"s  diese Struktur die von einer gesamthaft finalen Struktur geforderte Eigenschaft erf"ullt.
\end{proof}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Transitivit"at gesamthaft finaler Familien}]
 Seien $e_{ij} : W_{ij} \rightarrow X_i$ und 
$f_i : X_i \rightarrow Y$ Familien von\label{TFGrg} 
$k$-geringten R"aumen und Morphismen.
Ist die Familie der $f_i e_{ij}$
gesamthaft final, so auch die Familie der $f_i$.
Ist die Familie der  $e_{ij}$ gesamthaft final f"ur alle $i$ und  die
Familie der $f_i$ 
gesamthaft final, so ist auch  die Familie der $f_i e_{ij}$
gesamthaft final. Das alles folgt unmittelbar aus der Definition. 
\end{Bemerkungl}




 \begin{Bemerkungl}
   Ein Morphismus $f:X \ra Y$ von $k$-geringten R\"{a}umen hei"st
   {\bf final},\index{final!Morphismus!geringter R"aume} 
     wenn $Y$ die finale Struktur in Bezug auf die einelementige
    Familie $f$ tr"agt.  Zum Beispiel ist die Identit"at auf einem
    $k$-geringten Raum stets final.
  \end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Disjunkte Vereinigung $k$-geringter R"aume}]
Gegeben eine Familie $k$-geringter R"aume $(X_{i})$ versehen wir 
ihre disjunkte Vereinigung $\coprod X_i$ 
mit der finalen Struktur bez"uglich der Inklusionen, wenn nichts anderes 
gesagt wird. Wir erhalten so ein Koprodukt in der Kategorie $\op{Ger}_k$.
\end{Bemerkungl}



\begin{Definition}
Eine Familie $(\varphi_{i} : X \ra Y_{i})_{i\in I}$ von Morphismen 
$k$-geringter R\"{a}ume   hei"st
{\bf gesamthaft initial}, wenn f"ur jeden weiteren $k$-geringten Raum $W$ und
jede Abbildung $\psi:W\ra X$ gilt\label{QQHxy} $$(\varphi_i\psi \text{ Morphismus }\forall i)\RA ( \psi\text{ Morphismus})$$
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}
Ganz allgemein nennen wir einen Morphismus
$f:X \rightarrow Y$ {\bf initial},\index{initial!Morphismus}
 wenn er als einelementige Familie gesamthaft initial ist. Zum Beispiel ist die Identit"at auf einem
    $k$-geringten Raum stets initial. Ist $\psi: X\hra Y$ ein injektiver Morphismus von $k$-geringten R"aumen
und tr"agt $X$ die initiale
Struktur,\label{Einb} 
so nennen wir $\psi$
eine {\bf Einbettung}\index{Einbettung!$k$-geringter R"aume} 
von $k$-geringten R"aumen. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}]
  In der algebraischen Geometrie ist f"ur unsere 
Einbettungen  auch die Bezeichnung
  \defnoind{Immersion}\index{Immersion!in algebraischer Geometrie}
  gebr"auchlich. In der Differentialgeometrie versteht man jedoch
  unter einer Immersion stattdessen meist wie in \ref{ImmD} einen
  nicht notwendig injektiven Morphismus mit injektivem Differential an
  jedem Punkt.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
 Besonders oft werden uns 
\defnoind{offene 
Einbettungen}\index{Einbettung!offene, geringter R"aume} 
und
\defnoind{abgeschlossene 
Einbettungen}\index{abgeschlossen!Einbettung geringter R"aume} begegnen, 
bei denen zus"atzlich gefordert 
wird,\index{Einbettung!abgeschlossene, geringter R"aume} 
da"s sie als Abbildungen topologischer R"aume offen beziehungsweise abgeschlossen sind,
oder gleichbedeutend, da"s ihr Bild  offen beziehungsweise
abgeschlossen ist.  
\end{Bemerkungl}


\begin{Lemma}
  Gegeben  $k$-geringte  R\"{a}ume $(Y_{i})_{i\in I}$,
   eine Menge $X$ 
 und Abbildungen $\varphi_{i}:X\ra Y_{i}$ 
 gibt es genau eine Struktur als $k$-geringter Raum auf $X$ derart, da"s unsere Familie gesamthaft\label{Isu} 
 initial wird. Sie hei"st die \emph{\bf initiale Struktur}\index{initiale  Struktur}  
 zu unserer Familie.\label{UEII}
\end{Lemma}
\begin{proof}
  Die Eindeutigkeit zeigt man wie im Fall gesamthaft finaler Strukturen in
  \ref{FiSu}. F"ur den Nachweis der die Existenz zeigen wir genauer, 
da"s die kleinste Struktur $\mathcal I$ eines $k$-geringten Raums auf $X$,
f"ur die alle unsere $\varphi_{i}$ Morphismen werden, die geforderte
universelle Eigenschaft hat. Ist in der Tat $\psi:W\ra X$ eine Abbildung
mit der Eigenschaft, da"s alle $\varphi_i\psi$ Morphismen sind,
so mu"s ja die finale Struktur $\mathcal T$  auf $X$ in Bezug auf $\psi$
gr"o"sergleich unserer kleinsten Struktur $\mathcal I$ sein. Das zeigt, da"s $\psi$ auch in Bezug
auf $\mathcal I$ ein Morphismus ist. 
\end{proof}


\begin{Bemerkungl}\label{ExB}
Ist $X\subset Y$ eine Teilmenge eines $k$-geringten Raums, 
so nennen wir die initiale Struktur zur Inklusion 
die {\bf induzierte
Struktur}\index{induzierte Struktur!eines geringten Raums}  
eines $k$-geringten Raums auf $X$  
und  notieren sie 
$(X,\cal{O}_Y|_X)$.\index{O@$\cal{O}\hspace{-2pt}\mid_X$ induzierte Struktur} 
Explizit kann man die induzierte Struktur beschreiben wie folgt:
Als Topologie auf $X$ erh"alt man die von $Y$ induzierte Topologie
und eine Funktion $g$ auf $U \co X$  ist strukturierend  genau dann,
wenn es f"ur alle $x \in U$ eine offene Umgebung $V \co Y$ von $x$
in $Y$ gibt und eine Funktion $f \in \cal{O}_Y (V)$ mit $g|_{U\cap V} =
f|_{U\cap V}$. 
\end{Bemerkungl}
 
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Transitivit"at gesamthaft initialer Familien}]
 Seien $\varphi_i : X \rightarrow Y_i$ und 
$\psi_{ji} : Y_i \rightarrow Z_{ji}$ Familien von\label{TFGit} 
$k$-geringten  R"aumen und Morphismen.
Tr"agt $ X$ die initiale Struktur f"ur die $\varphi_i$
und tragen  die $Y_i$ die initialen Strukturen f"ur die 
$\psi_{ji}$,  so
tr"agt $ X$ auch die initiale Struktur f"ur die $\psi_{ji}\varphi_i $.
Tr"agt andererseits 
 $X$ die initiale Struktur f"ur die $\psi_{ji}\varphi_i $, so tr"agt $X$ auch 
die initiale Struktur bez"uglich der $\varphi_i$. All das folgt direkt
aus den Definitionen. 
\end{Bemerkungl}
 \begin{Bemerkungl}
Bemerkung \ref{TFGit} besagt unter anderem,
da"s die Verkn"upfung von zwei initialen Morphismen stets initial ist,
und da"s  Verkn\"{u}pfung $\psi\varphi$ von zwei Morphismen 
nur dann initial sein kann, wenn $\varphi$  initial ist. Insbesondere ist 
jeder Morphismus initial, zu dem es einen  
linksinversen Morphismus gibt. \label{lsS}
Weiter ist die Verkn"upfung von zwei Einbettungen stets wieder eine
Einbettung.
  \end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkunge}
  Diese Aussagen und ihr Beweis sind ebenso wie die Aussagen zur Transitivit"at
finaler Familien 
v"ollig analog zum Beweis der entsprechenden
  Aussagen \eref{TFGi}{TM}, \eref{TFG}{TM} im Kontext topologischer R"aume.
Sie w"aren noch allgemeiner sinnvoll und richtig f"ur eine
beliebige Kategorie mit einem treuen Funktor in die Kategorie der
Mengen, ja mit etwas mehr\label{ZUU}  
M"uhe bei der Formulierung sogar f"ur einen beliebigen treuen Funktor.
\end{Bemerkunge}


\subsubsection*{"Ubungen}

\begin{Ubung}
F"ur $m\leq n$ ist die Projektion auf die 
ersten Koordinaten $\DR^n\ra \DR^m$ final in Bezug auf
die in \ref{BspR} erkl"arten $\cal{C}^1$-Strukturen  $\DR$-geringter R"aume.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
Man folgere aus \ref{TFGrg}: Die Verkn"upfung von zwei finalen
Morphismen\label{QQHc} 
ist stets final. Ist die Verkn\"{u}pfung $\varphi\circ \psi$ von zwei Morphismen
final, so ist  $\varphi$ final.  
     Insbesondere ist jeder Morphismus final, der ein 
    Rechtsinverses alias einen  {\bf Schnitt}
    besitzt, f"ur den es also einen Morphismus $s$ gibt mit
    $fs=\op{id}$.   
\end{Ubung}




\begin{Ubung}[\textbf{Finalit"at offener "Uberdeckungen}]
Ist $(U_i)_{i\in I}$ eine offene "Uberdeckung eines
$k$-geringten Raums $X$, so tr"agt $X$ die finale Struktur
in Bezug auf die Einbettungen $U_i\hra X$.\label{FSOB} 
Eine Abbildung $X\ra Y$ in einen weiteren $k$-geringten Raum ist also
genau dann ein Morphismus, wenn ihre Restriktionen auf alle
$U_i$ Morphismen sind.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}[\textbf{Finalit"at ist lokal in der Basis}]
 Ist ein Morphismus
von $k$-ge\-ring\-ten R"aumen $\varphi :X\ra  Y$   final, so ist auch\label{Submc}  
  f"ur jede offene Teilmenge $V\co Y$  die induzierte Abbildung
  $\varphi ^{-1}(V)\ra V$ final f"ur die induzierten Strukturen.
 Ist umgekehrt
$\varphi : X\ra Y$ ein Morphismus von $k$-geringten R"aumen und besitzt $Y$
  eine offene "Uberdeckung $\mathcal V$ derart, da"s $\varphi :\varphi ^{-1}(V)\ra V$ f"ur
  alle $V\in \mathcal V$ final ist, so ist unser Morphismus bereits\label{lsSn}
  selbst  final.
\end{Ubung}



\subsection{Mannigfaltigkeiten und Eckfaltigkeiten}

\begin{Definition}
Sei $k$ ein Kring  und $\cal{M}$ eine Menge von $k$-geringten R"aumen.
Unter einem {\bf geringten Raum mit Modellen $\cal{M}$}  
verstehen wir einen $k$-ge\-ring\-ten\label{ADMa} 
Raum derart, da"s jeder Punkt eine offene 
Umgebung besitzt, die als $k$-geringter Raum mit der initialen Struktur
isomorph
ist zu einer offenen Teilmenge eines unserer Modelle aus $\cal{M}$.
Eine  {\bf $\cal{M}$-Mannig\-fal\-tig\-keit}\index{Mannigfaltigkeit!abstrakte}
ist ein geringter Raum mit Modellen $\cal{M}$, der zus"atzlich Hausdorff ist. Ein 
{\bf Morphismus von 
Mannigfaltigkeiten}\index{Morphismus!von 
Mannigfaltigkeiten} ist ein Morphismus der 
zugrundeliegenden $k$-geringten R"aume.
\end{Definition}



\begin{Bemerkungl} Die Forderung \glqq Hausdorff\grqq\ schlie"st Beispiele aus wie die \glqq Zahlengerade mit verdoppeltem
  Nullpunkt\grqq\ aus  \eref{RVN}{TM}. Sie ist zum Beispiel
  n"otig f"ur Satz \eref{KlED}{TM}, nach dem jede eindimensionale kompakte zusammenh"angende topologische Mannigfaltigkeit isomorph ist zur Kreislinie.
  Viele grundlegende Teile der Theorie funktionieren aber
  auch ohne diese Annahme.
  In diesen Vorlesungen ben"otigen wir die Hausdorff-Eigenschaft
  zum ersten Mal beim Beweis des
  Satzes von Picard-Lindel"of f"ur Mannigfaltigkeiten \ref{PiLiM},
  nach dem jedes glatte Vektorfeld  auf einer glatten Mannigfaltigkeit
  zu jedem Anfangswert einen eindeutig bestimmten gr"o"sten Flu"sweg hat.
  Dieser Satz ist ohne Annahme der Hausdorff-Eigenschaft offensichtlich falsch. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}] 
Die meisten Autoren fordern von einer Mannigfaltigkeit
zus"atzlich, da"s der zugrundeliegende topologische Raum 
\glqq parakompakt\grqq\  sein soll oder sogar
\glqq abz"ahlbar basiert\grqq\  im Sinne von \eref{sep}{AN3}. 
Alle diese Bedingungen sind jedoch 
erst sp"ater von Belang, 
ich fordere sie deshalb lieber im Bedarfsfall jeweils explizit.
Ein Beispiel f"ur eine nicht 
abz"ahlbar basierte Mannigfaltigkeit ist jede "uberabz"ahlbare Menge 
mit der diskreten Topologie, auf der alle Funktionen \glqq strukturierend\grqq\  sind.
Ein Beispiel f"ur eine nicht
parakompakte Mannigfaltigkeit
ist etwa die \glqq lange Gerade\grqq\ aus  \eref{AlHg}{AL}.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiele}\label{BspM}
Die folgende Tabelle liefert die gebr"auchlichsten Varianten
von Mannigfaltigkeiten.
Das Symbol $\cal{C}^{p}$ f"ur $p\in\DN\amalg\{\infty\}\amalg\{\omega\}$
steht im Fall $p\in\DN_{\geq 1}$  f"ur die Struktur 
von $\Bbb{R}$-geringtem Raum, in der genau die $p$-mal
stetig partiell differenzierbaren Funktionen 
strukturierend sind. 
Bei $p=0$ vereinbaren wir, da"s
das genau die stetigen Funktionen sein m"ogen, 
bei $p=\infty$ die glatten Funktionen und 
bei $p=\omega$ die analytischen Funktionen.
Dahingegen steht $(\Bbb{C},\cal{O}^{\op{an}})$ f"ur 
den $\Bbb{C}$-geringten Raum, f"ur den genau die 
holomorphen Funktionen strukturierend sind.
Bei $(\Bbb{C}^d,\cal{O}^{\op{an}})$ sind 
allgemeiner die komplex-analytischen 
Funktionen gemeint.\\[8mm]
%\begin{tabular}{l|\hspace{3mm}l}
\begin{tabular}{l|l}
Modelle $\cal{M}$ & "Ubliche Bezeichnung f"ur 
$\cal{M}$-Mannigfaltigkeiten\\[1mm] \hline
&\\
$(\Bbb{R}^{d}, \cal{C}^{0})$ & 
topologische $d$-Mannigfaltigkeiten\\[1mm]
$(\Bbb{R}^{d}, \cal{C}^{p})$ & $d$-dimensionale 
$\cal{C}^{p}$-Mannigfaltigkeiten\\[1mm]
$(\Bbb{C}, \cal{O}^{\op{an}})$ & eindimensionale holomorphe  Mannigfaltigkeiten\\[1mm]
$(\Bbb{C}^d, \cal{O}^{\op{an}})_{d \in \Bbb{N}}$ & 
komplex-analytische Mannigfaltigkeiten\\[1mm]
$(\Bbb{R}^{d}, \cal{C}^{p})_{d \in \Bbb{N}}$ & 
$\cal{C}^{p}$-Mannigfaltigkeiten variabler Dimension\\[1mm]
$(\Bbb{R}_{\leq 0} \times \Bbb{R}^{d},\cal{C}^{p})$&
$(d+1)$-dimensionale $\cal{C}^{p}$-Randfaltigkeiten\\[1mm]
$((\Bbb{R}_{\leq 0})^{d},\cal{C}^{p})$&
$d$-dimensionale $\cal{C}^{p}$-Eckfaltigkeiten
\end{tabular}
\vspace{5mm}

\noindent
F"ur Morphismen in den jeweiligen Kategorien schreiben wir auch
oft das Symbol f"ur den fraglichen  Typ von Funktionen.
Eine zusammenh"angende eindimensionale holomorphe
Mannigfaltigkeit hei"st eine {\bf Riemann'sche Fl"ache}.\index{Riemann!Riemann'sche Fl"ache}
F"ur die Menge aller Morphismen von einer
Riemann'schen Fl"ache $X$ in eine 
Riemann'sche Fl"ache $Y$ schreiben wir also etwa
$\cal{O}^{\op{an}}(X,Y)$.\index{O@$\cal{O}^{\op{an}}(X,Y)$}
\end{Beispiele}


\begin{Bemerkungl}
Eine offene Einbettung von einer offenen Teilmenge eines
Modells in eine entsprechende Mannigfaltigkeit nennen wir eine
\defind{Karte}.
Ein \defind{Atlas} einer Mannigfaltigkeit ist eine Familie von Karten, deren
Bilder die ganze Mannigfaltigkeit "uberdecken. Nach \ref{FSOB} tr"agt eine
Mannigfaltigkeit in Bezug auf jeden Atlas die finale Struktur.
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}[\textbf{Ursprung der Terminologie}]
Die auf den Seiten eines Atlanten
aus dem B"ucherschrank abgebildeten schmutzigen Karten  identifizieren
jeweils  einen Teil der 
Erdoberfl"ache mit einem Teil der entsprechenden Papierebene,  die 
hinwiederum mit etwas gutem Willen 
als Teilmenge eines $\DR^2$ aufgefa"st werden kann. 
Das motiviert die eben f"ur allgemeine
Mannigfaltigkeiten  eingef"uhrte Terminologie.
\end{Beispiel}
\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.55\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildWlm}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.35\textwidth}\centering
Eine Mannigfaltigkeit mit zwei Karten und dem zugeh"origen Kartenwechsel
\end{minipage}
\end{figure}

\begin{Bemerkungl}\label{glM}
Wir konzentrieren uns im folgenden auf den Fall von
$\cal{C}^\infty$-Man\-nig\-fal\-tig\-kei\-ten und nennen sie 
{\bf glatte Mannigfaltigkeiten}.\index{glatt!Mannigfaltigkeit}\index{Mannigfaltigkeit!glatte}
Soweit m"oglich gebe ich grundlegende Definitionen allgemeiner
f"ur glatte Eckfaltigkeiten. Das hat insbesondere den Vorteil, da"s alle kompakten
reellen Intervalle zu einem Teil des allgemeinen Formalismus werden. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}[\textbf{Affine R"aume als Mannigfaltigkeiten}]
  Jeden endlichdimensionalen reellen affinen Raum $X$ k"onnen wir mit
  der Struktur einer glatten Mannigfaltigkeit versehen, indem wir einen
  Isomorphismus von reellen affinen R"aumen $\varphi: \DR^n\sira X$ w"ahlen und
  die finale Struktur zur offensichtlichen Struktur auf $\DR^n$
  in Bezug auf diese Bijektion nehmen. Man sieht  leicht, da"s
  diese Struktur auf $X$ vom gew"ahlten Isomorphismus gar nicht abh"angt.
  Die so auf $X$ erkl"arte Struktur als glatte Mannigfaltigkeit nennen
  wir die {\bf nat"urliche glatte Struktur}.\label{ngS} 
  Die zugrundeliegende Topologie ist
  unsere nat"urliche Topologie aus \eref{natTop}{AN2}.
\end{Beispiel}



\begin{Bemerkungl}
  Die $\DR$-Kringalgebra der $\mathcal C^p$-Funktionen auf
  einer $\mathcal C^p$-Mannigfaltigkeit $M$ notieren wir
  $\mathcal C^p(M)$\index{C@$\mathcal C^p(M)$ reelle oder  komplexe
   $\mathcal C^p$-Funktionen}\index{C@$\mathcal C^p(M,\DR)$ reelle
    $\mathcal C^p$-Funktionen} oder ausf"uhrlicher
  $\mathcal C^p(M,\DR)$, wenn wir
  besonders betonen wollen, da"s reellwertige
 und nicht komplexwertige  Funktionen gemeint sind. %Manchmal verwenden  wir
% n"amlich die Notation 
 % $\mathcal C^p(M)$ auch f"ur die komplexwertigen $\mathcal C^p$-Funktionen
% auf $M$. Das gilt es jeweils aus dem Kontext zu erschlie"sen.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkunge}
Gegeben $p\geq q$ scheint es mir klar, da"s man jede
${\cal{C}}^p$-Mannig\-faltigkeit 
auf genau eine Weise so mit der Struktur  einer 
${\cal{C}}^q$-Mannigfaltigkeit versehen kann,
da"s alle Karten Karten bleiben. F"ur diejenigen Leser, die mit der
Sprache der Kategorien und Funktoren vertraut sind, will ich das auch 
noch in
voller Allgemeinheit formulieren:
Gegeben zwei Mengen von Modellen $\mathcal{M}$ und $\mathcal{M}^\prime$ und
ein Funktor $F$ von der Kategorie aller offenen Teilmengen von Modellen aus
$\mathcal{M}$ in die Kategorie der 
$\mathcal{M}^\prime$-Mannigfaltigkeiten, der auf den 
zugrundeliegenden Mengen die Identit"at ist und die Struktur als geringter Raum
h"ochstens vergr"o"sert im Sinne von \ref{gggR}, in Formel $F: (U,\mathcal O_U)
\mapsto (U,\mathcal O'_U)$ und  genauer
 $F: (U,\mathcal T_U,\mathcal O_U)
\mapsto (U,\mathcal T'_U,\mathcal O'_U)$, weil sich ja auch die Topologie
verfeinern darf, 
erhalten wir ganz allgemein einen
Funktor
\begin{displaymath}
  F : \left\{\begin{array}{cc}\text{Geringte R"aume}\\
      \text{mit Modellen  }\mathcal{M}
    \end{array}\right\}
\rightarrow \left\{\begin{array}{cc}\text{Geringte R"aume}\\
      \text{mit Modellen  }\mathcal{M}'
    \end{array}\right\}
\end{displaymath}
Er kann dadurch charakterisiert werden, 
da"s er die zugrundeliegende Menge
nicht "andert, also $F:(X,\mathcal T,\mathcal O_X)\mapsto
(X,\mathcal T',\mathcal O'_X)$, und da"s f"ur jede Karte 
$U \rightarrow X$ von $X$  die induzierte Abbildung 
$FU \rightarrow FX$ eine offene Einbettung in den neu konstruierten
geringten Raum $FX$ ist. 
Zum Beispiel k"onnen wir so  jede Riemann'sche
Fl"ache als eine zweidimensionale reelle
${\cal{C}}^\infty$-Mannigfaltigkeit auffassen und jede separierte
glatte komplexe algebraische Variet"at als eine
komplexanalytische Mannigfaltigkeit.
\end{Bemerkunge}


\begin{Lemma}[\textbf{Projektive R"aume als  Mannigfaltigkeiten}]
Die   \hyperref[DTPRO]{projektiven 
R\"{a}ume}\index{projektiver Raum!als glatte Mannigfaltigkeit} 
$\DP^n \DK$ 
 f"ur $\DK=\DR,  \DC, \Bl{H}$\label{LPO}
werden  glatte
Mannigfaltigkeiten, wenn wir erst  $\DK^{n+1}$ mit der nat"urlichen glatten Struktur
nach \ref{ngS} versehen, dann $\DK^{n+1} \backslash 0$ mit der induzierten
Struktur und schlie"slich $\DP^n \DK$ mit der finalen Struktur.
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl} Ausformuliert bedeutet das:  Eine Teilmenge 
  $U\subset
  \DP^n \DK$ ist offen, wenn ihr Urbild in $\pi^{-1}(U)\subset \DK^{n+1} \backslash 0$
  unter einem und jedem Isomorphismus $\varphi: \DR^{m}\sira \DK^{n+1}$ von reellen
  Vektorr"aumen einer offenen Teilmenge  $\varphi^{-1}(\pi^{-1}(U))\co \DR^{m}$ entspricht.
  Eine reellwertige Funktion $f:U\ra \DR$ ist strukturierend alias glatt,
  wenn $f\circ\pi\circ\varphi: \varphi^{-1}(\pi^{-1}(U))\ra\DR$ glatt ist im
  Sinne der Analysis.
\end{Bemerkungl}

  
\begin{Bemerkungl}\label{P1C}
Dasselbe gilt f"ur die reell-analytischen und im Fall $\DK=\DC$ oder 
$\DK=\Bl{H}$
auch f"ur die komplex-analytischen Strukturen.
Im Fall $\mathbb P^1\DC$ kann man die Struktur als 
Riemann'sche Fl"ache alternativ erkl"aren als die finale Struktur zu den beiden
Abbildungen $\DC\hra \mathbb P^1\DC$ gegeben durch $z\mapsto \langle
z,1\rangle$
und $z\mapsto \langle
1,z\rangle$ mit $\langle
a,b\rangle=\langle(a,b)
\rangle$ dem vom Vektor $(a,b)$ erzeugten Teilraum. Das ist insofern einfacher, als diese Beschreibung 
ohne den Begriff
komplexanalytischer Funktionen in mehreren Ver"anderlichen auskommt.
\end{Bemerkungl}
\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildPrR}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Illustration zum Beweis von \ref{LPO}
\end{minipage}
\end{figure}
\begin{proof}
Wir wissen nach \eref{ToPr}{TM} bereits, da"s unsere R"aume Hausdorff sind.
  Somit m\"{u}ssen wir nur noch um jeden Punkt eine Karte 
finden. Sei dazu $v\in \DK^{n+1}\backslash 0$ ein
  Repr"asentant unseres Punktes, $H\subset \DK^{n+1}$ eine lineare
 $\DK$-Hyperebene 
mit $v\not\in H$ und $U\co \DP^{n}\DK$ die Menge aller nicht in
  $H$ enthaltenen Geraden.  Im kommutativen Diagramm
  $$\begin{array}{ccccc}
    w &\in&\DK^{n+1}\backslash H&\sra&U\\
    \da&&\da&&\parallel\\
    (w\DK)\cap (v+H) &\in&(v+H)&\ra&U
\end{array}$$
ist dann die obere Horizontale final nach der Lokalit"at von Finalit"at 
in der Basis \ref{Submc} und die linke Vertikale
glatt, wie man durch explizite Rechnung pr"uft.  Damit ist  auch die
untere Horizontale final nach \ref{QQHc} und als bijektive finale Abbildung
mu"s sie dann  ein Hom"oomorphismus sein.
\end{proof}





\begin{Proposition}[\textbf{Charakterisierungen von Untermannigfaltigkeiten}]
  F"ur eine Teilmenge des $\Bbb{R}^{n}$ oder allgemeiner eines
  endlichdimensionalen reellen affinen Raums sind gleichbedeutend:
\begin{enumerate}
\item
Unsere Teilmenge ist eine 
$d$-dimensionale $\cal{C}^{1}$-Untermannigfaltigkeit im Sinne der Definition
\eref{MFoR}{AN2}, ist also lokal $\cal{C}^{1}$-pl"attbar;
\item
Unsere Teilmenge ist mit ihrer von $(\Bbb{R}^{n}, \cal{C}^{1})$ 
induzierten Struktur eines $\Bbb{R}$-geringten
Raums  eine $d$-Mannigfaltigkeit im Sinne der 
vorstehenden Definition \ref{ADMa}, ist also lokal isomorph zu $(\DR^d,\mathcal C^1)$.
\end{enumerate}
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
  Analoges gilt mit demselben Beweis auch f"ur
  $\cal{C}^{p}$-Mannigfaltigkeiten
mit 
$1\leq p\leq \infty$ sowie f"ur Eckfaltigkeiten im Sinne von \eref{MFEm}{AN2}.
Man mu"s daf"ur allerdings nacharbeiten und die Ausdehnbarkeit
\eref{FC1}{AN2} stetig differenzierbarer Abbildungen
von Eckenbereichen verwenden. Im Fall von $\mathcal C^0$-Man\-nig\-fal\-tig\-kei\-ten
alias topologischen Mannigfaltigkeiten gilt die Proposition nicht mehr, wie
etwa Alexander's geh"ornte Sph"are zeigt. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Die einzige Richtung, die einen Beweis verdient, ist
2$\Rightarrow$1. Wir geben dazu unserer Teilmenge den Namen $M$. 
Ist $M$ mit seiner
induzierten Struktur eine $d$-Mannigfaltigkeit im 
Sinne von \ref{ADMa}, so gibt es insbesondere
f"ur jeden Punkt $p\in M$ einen Isomorphismus von geringten R"aumen
$$\varphi : \Bbb{R}^{k}\lco W \sira \varphi (W) \co M$$
mit $p \in \varphi (W)$.
Proposition \eref{KKR}{AN2} "uber Mannigfaltigkeiten als Bilder
zeigt dann, da"s $M$ eine eingebettete 
Mannigfaltigkeit ist, wenn
wir nur zeigen k"onnen, da"s $\varphi$ als Abbildung in den 
$\Bbb{R}^{n}$ stetig differenzierbar
ist mit injektivem Differential an jeder Stelle von $W$.
Da"s hier $\varphi$ stetig differenzierbar ist, folgt aus einer 
offensichtlichen Verallgemeinerung
von \ref{MGer}, denn
auch f"ur $W\co\DR^d$ sind die Morphismen von $\DR$-geringten
R"aumen $(W,\mathcal C^1)\ra(\DR^n,\mathcal C^1)$ genau die
stetig differenzierbaren Abbildungen $\varphi:W\ra\DR^n$. 
Da"s sein Differential "uberall injektiv ist, 
erkennt man, indem man die Koordinatenfunktionen $x_1,\ldots,x_d$ auf $W$ 
als Funktionen auf $\varphi(W)$ betrachtet. Nach Definition
der induzierten Struktur lassen sich alle diese 
Koordinatenfunktionen stetig differenzierbar auf eine offene
Umgebung von $p$ in $\DR^n$ ausdehnen. 
Ist $q\in W$ der Punkt mit $\varphi(q)=p$, so sind
die Bilder unter $\diff_q \varphi$ der Standardbasis des $\DR^d$
gewisse Vektoren in $\DR^n$ derart, da"s die Richtungsableitungen 
in Richtung dieser Vektoren unserer Ausdehnungen $f_1,\ldots, f_d$
jeweils Eins sind
auf der Ausdehnung der entsprechenden Koordinate  
und Null auf den Ausdehnungen aller anderen  Koordinaten,
in Formeln $$((\diff_q \varphi)\partial_i) (f_j)=
(\partial_i (f_j\circ \varphi))(q)=(\partial_i (x_j))(q)=\delta_{ij}$$ 
Das zeigt die Injektivit"at des Differentials.
\end{proof}
\begin{Proposition}[\textbf{Produkt von Mannigfaltigkeiten}]
Gegeben glatte Mannigfaltigkeiten $M,N$ 
kann ihr Produkt $$M\times N$$ auf genau eine
Weise mit der Struktur einer glatten Mannigfaltigkeit
versehen werden derart, da"s
eine 
Abbildung $f: X \ra M\times N$ von einer
glatten Mannigfaltigkeit in unser 
Produkt  glatt ist
genau dann, wenn $\op{pr}_1 \circ f $ 
und $\op{pr}_2 \circ f$ es sind.
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
Versehen mit dieser Struktur nennen wir $M\times N$ das 
\defnoind{Produkt}\index{Produkt!von Mannigfaltigkeiten}
der glatten Mannigfaltigkeiten $M$ und $N$. 
Das ist per definitionem dann auch das Produkt in der Kategorie der
glatten Mannigfaltigkeiten im Sinne der Kategorientheorie \eref{PrKao}{LA2}.
Der Beweis zeigt im
"ubrigen, da"s die Produktmannigfaltigkeit die
Produkttopologie tr"agt.
Das Produkt von $\DR^m$ mit $\DR^n$ ist 
offensichtlich $\DR^{m+n}$ mit seiner "ublichen Struktur
als glatte Mannigfaltigkeit. Die Proposition gilt analog auch f"ur
Mannigfaltigkeiten mit anderen Differenzierbarkeitsannahmen
und sogar f"ur solche mit Ecken, 
nicht aber f"ur \glqq Mannigfaltigkeiten mit Rand\grqq.
Betrachten wir speziell f"ur $f$ die Identit"at auf $M\times N$,
so erkennen wir, da"s die  Projektionen eines Produkts
auf seine Faktoren  glatt sind.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Die Eindeutigkeit ist klar. Die Existenz zeigen wir, indem wir
$M\times N$ mit der finalen
  Struktur in Bezug auf alle Abbildungen
\begin{displaymath}
(\varphi \times \psi): V \times W \ra M \times N
\end{displaymath}
versehen, f"ur $\varphi : V \ra M$ und $\psi : W \ra N$ 
Karten von $M$ beziehungsweise von
$N$.  Ist $M$ eine $m$-Mannigfaltigkeit und $N$ eine $n$-Mannigfaltigkeit, so
haben wir hier $V \co \Bbb{R}^m$ und $W \co \Bbb{R}^n$ und 
denken  uns $V \times
W \co \Bbb{R}^{m +n}$ versehen mit seiner 
von $(\Bbb{R}^{m +n},\mathcal{C}^{\infty} )$ induzierten
Struktur eines $\DR$-geringten Raums.  Aus der Beschreibung \ref{AKW} einer
Mannigfaltigkeit durch einen vertr"aglichen Atlas folgt, 
da"s $M \times N$ mit dieser Struktur eines 
$\Bbb{R}$-geringten Raums in der Tat eine
glatte Mannigfaltigkeit wird, die die gew"unschten 
Eigenschaften hat.
\end{proof}


\begin{Bemerkungl}\label{PrEb}
Jedes Produkt von Einbettungen ist wieder eine Einbettung. 
Sind also in Formeln
$X \hookrightarrow M$ und $Y \hookrightarrow N$ Einbettungen 
von glatten 
Mannigfaltigkeiten, so ist auch $X \times Y 
\hookrightarrow M \times N$ ein Einbettung.
Das folgert man m"uhelos aus den universellen Eigenschaften.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Eine {\bf Liegruppe}\index{Liegruppe|main} ist eine Gruppe $G$ mit einer 
Struktur als glatte Mannigfaltigkeit derart, 
da"s die Multiplikation\label{DefLL}  
$G \times G \ra G$ und die Inversenbildung
$G \ra G$ glatt sind. % und da"s der zugrundeliegende topologische
%Raum abz"ahlbar basiert ist.
\end{Definition}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}]
  In der Literatur wird von einer Liegruppe meist zus"atzlich gefordert,
  da"s sie eine abz"ahlbare Basis der Topologie besitzen soll.
  Wir werden diese Bedingung stets explizit erw"ahnen, wenn wir sie brauchen,
  und dann von einer {\bf abz"ahlbar basierten Liegruppe} reden.  
%  [\textbf{Warum wir Liegruppen als abz"ahlbar basiert annehmen}]
% Die Existenz einer abz"ahlbaren Basis der Topologie
%  wird insbesondere bei der Diskussion homogener 
% R"aume wichtig werden und vereinfacht auch 
% die Diskussion von Ma"s
% und Integral 
% auf unseren Gruppen ganz wesentlich.
% Diese Forderung schlie"st jedoch "uberabz"ahlbare diskrete Gruppen aus.
% Wenn wir nicht fordern, da"s der zugrundeliegende topologische
% Raum abz"ahlbar basiert ist, sprechen wir von
% {\bf mannigfaltigen Gruppen}.\index{mannigfaltig!Gruppe}\index{Gruppe!mannigfaltige}
% Man erkennt leicht, da"s jede kompakte Mannigfaltigkeit eine abz"ahlbare
% Basis der Topologie hat.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel} Die vorhergehende Bemerkung \ref{PrEb} zeigt, da"s 
unsere Ma\-trix\-lie\-grup\-pen aus
\ref{MLGr} tats"achlich Liegruppen in diesem abstrakten Sinne sind.
\end{Beispiel}
\begin{Satz*}[\textbf{Kompakte Liegruppen sind Matrixliegruppen}] 
 Jede kompakte Liegruppe besitzt eine 
endlichdimensionale treue Darstellung, ist also
 isomorph zu einer Matrixliegruppe.\label{KLTZ}
\end{Satz*}


\begin{proof}[Beweis] Gegeben zwei 
verschiedene Elemente unserer Gruppe 
gibt es nach dem Satz von Peter-Weyl \eref{PeWe}{TM}  
stets eine stetige darstellende Funktion, 
die an ihnen verschiedene 
Werte annimmt. F"ur jedes vom neutralen 
Element verschiedene Gruppenelement gibt es 
folglich eine stetige endlichdimensionale 
Darstellung, auf der besagtes Element nicht 
als die Identit"at operiert.
Ist nun $G$ unsere kompakte Liegruppe und 
$\rho: G \to \op{GL}(V)$ eine stetige 
endlichdimensionale Darstellung, die nicht 
treu ist, in Formeln $\op{ker}\rho\neq 1$, so 
finden wir ein Element $x \not= 1$ in 
$\op{ker}\rho$ und eine stetige 
endlichdimensionale Darstellung $W$, 
auf der $x$ nicht als Identit"at operiert. 
Die Summe $V_{1} = V \oplus W$ liefert 
dann eine Darstellung
$ \rho_{1}: G \to \op{GL}(V_{1})$
mit $\op{ker}\rho\supsetneq \op{ker}\rho_{1}$.
Bes"a"se $G$ keine treue endlichdimensionale 
Darstellung, so k"onnten wir auf diese Weise in 
$G$ eine unendliche echt absteigende Folge 
kompakter Untergruppen konstruieren. Das ist 
jedoch absurd, da in jedem Schritt entweder 
die Dimension abnehmen mu"s oder, wenn diese 
gleich bleibt, die Zahl der Zusammenhangskomponenten.
\end{proof}

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubunge}\label{ScE}
  Gegeben eine kompakte Liegruppe $K$ trifft der Abschlu"s ihrer derivierten
  Gruppe
$(K,K)$, also der von allen Kommutatoren 
$(a,b) := ab a^{-1}b^{-1}$ mit $a,b \in K$
    erzeugten Untergruppe, das Zentrum in einer endlichen Untergruppe,
in Formeln $$|\overline{(K,K)}\cap{\op{Z}}(K)|<\infty$$
Hinweis: Man findet eine treue endlichdimensionale  Darstellung
$V$, darauf ein invariantes Skalarprodukt und eine Zerlegung 
$V=L\oplus\ldots\oplus M$ in irreduzible Unterdarstellungen.
Dann landet das Zentrum in $\DC^\times\op{id}_L\times\ldots\times
\DC^\times\op{id}_M$ und der Abschlu"s der derivierten Gruppe in 
$\op{SU}(L)\times\ldots\times\op{SU}(M)$. In \ref{DeAbb} werden wir im "ubrigen
sehen, da"s die derivierte Gruppe $(K,K)$ bereits selbst  abgeschlossen 
sein mu"s.
\end{Ubunge}

%\subsection{Ein Kriterium f"ur Lie-Gruppen*}
%\begin{Satz}
%Jede lokal kompakte Hausdorff'sche topologische Gruppe, die von
%den Bildern ihrer Ein-Parameter-Untergruppen erzeugt wird, ist eine 
%Liegruppe.
%\end{Satz}
%\begin{proof}

%\end{proof}
\begin{Ubung}[\textbf{Kriterium f"ur Atlanten}] 
Gegeben Modelle $\mathcal{M}$ und eine Menge $X$ ist eine vorgegebene 
Familie $(W_{\lambda},\varphi_\lambda)_{\lambda \in \Lambda}$ mit
$W_\lambda$ offen\label{AKW} in Modellen aus $\mathcal{M}$ und $\varphi_\lambda :
W_\lambda \hookrightarrow X$ jeweils einer Injektion ein Atlas
f"ur die Struktur einer $\mathcal{M}$-Mannigfaltigkeit auf $X$ genau dann,
wenn (1)
die Finaltopologie auf $X$ 
in Bezug auf die $\varphi_\lambda$ Hausdorff ist,
wenn (2) f"ur alle $\lambda, \mu \in \Lambda$ die 
Mengen $W_{\lambda\mu}=\varphi^{-1}_\lambda (\varphi_\mu (W_\mu))$
offen sind in $W_\lambda$ und wenn (3) die
\defind{Kartenwechsel}
\begin{displaymath}
\varphi_{\mu\lambda}  :
W_{\lambda\mu} \rightarrow
W_{\mu\lambda} 
\end{displaymath}
Morphismen von geringten R"aumen sind.
  Wegen $\varphi_{\lambda \mu}\circ
\varphi_{\mu \lambda} = \op{id}$ sind sie dann sogar Isomorphismen.
\end{Ubung}
\begin{Ubunge}
  Man konstruiere einen Diffeomorphismus $\op{SO}(3)\cong \DP^3\DR$
von glatten Mannigfaltigkeiten. Hinweis:
Man betrachte geeignete finale Morphismen von $S^3$ auf beide Seiten.
Hierzu mag die  in \ref{SOUn} diskutierte Spingruppe helfen.
\end{Ubunge}


\begin{Ubung}
Gegeben zwei Liegruppen $G,H$ ist auch ihr 
Produkt $G \times H$ mit 
der komponentenweisen Verkn"upfung eine Liegruppe.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
Die Quotientengruppe $\DR^n/\DZ^n$ wird mit der finalen 
Struktur zur kanonischen Projektion  eine 
Liegruppe, die isomorph ist zu $(S^1)^n$.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{eiS} 
Eine stetige Abbildung $p:X\ra Y$ hei"st wie in \eref{etale}{TF}
{\bf \'etale},\index{etale@\'etale!stetige Abbildung} 
 wenn
jeder Punkt $x \in X$ eine offene Umgebung
$U \co X$ besitzt, die von $p$ hom"oomorph auf eine offene Teilmenge
$p (U) \co Y$ abgebildet wird.
  Sei $X\ra Y$ eine \'etale Abbildung von
Hausdorffr"aumen. Gegeben eine Struktur als $\mathcal M$-Mannigfaltigkeit auf
$Y$ betrachten wir die kleinste Struktur als geringter Raum auf $X$,
f"ur die $p$ ein Morphismus ist und f"ur die 
alle offenen Teilmengen von $X$ offen sind. Man zeige, da"s solch eine 
kleinste Struktur in der Tat 
existiert, da"s sie die Topologie auf $X$ zu einer  
Struktur als $\mathcal M$-Mannigfaltigkeit erweitert, und da"s
f"ur alle $U\co X$, f"ur die $p$ einen Hom"oomorphismus 
$p:U\sira p(U)$ induziert, dieser Hom"oomorphismus auch ein Isomorphismus von
Mannigfaltigkeiten ist. Ich nenne diese Struktur die {\bf \'etale induzierte
Struktur}.\index{etale@\'etale!induzierte Struktur}
\end{Ubung}

\begin{Ubungw}
  Jede zusammenh"angende "Uberlagerung einer Liegruppe 
wird mit der durch die Wahl eines Urbilds des neutralen Elements
gegebenen stetigen Verkn"upfung aus \eref{UTGr}{TF} und der \'etale induzierten 
$\mathcal C^\infty$-Struktur im Sinne von \ref{eiS} selbst
eine Liegruppe.\label{UbLie} 
\end{Ubungw}
\begin{Ubung}
  Jede zusammenh"angende Liegruppe ist abz"ahlbar basiert.
Hinweis: \eref{AFGR}{TF}.
\end{Ubung}
\nichtfinal{\begin{Ubungw}
  Sei $V$ ein komplexer Vektorraum endlicher Dimension.
  Wir erkl"aren auf $\op{Aut}_\DR(V)/\op{Aut}_\DC(V)$ die Struktur einer komplexanalytischen Mannigfaltigkeit. Dazu zeichnen wir eine angeordnete $\DC$-Basis
  von $\vec v_1, \ldots,\vec v_n$ von $V$ aus und betrachten die
  $\DR$-Basis $\vec v_1,{\op{i}}\vec v_1, \ldots,\vec v_n,{\op{i}}\vec v_n$
  und erhalten eine
  Injektion mit offenem Bild $\op{Aut}_\DR(V)\sira U\co V^{2n}$, indem wir
  jedem Automorphismus das Tupel der Bilder der Vektoren
  unserer $\DR$-Basis zuordnen. 
  Nun mu"s erkl"art werden, wie $V$ eine analytische Mannigfaltigkeit ist,
  wie $V^{2n}$ eine analytische Mannigfaltigkeit ist, wie $U\co V^{2n}$ die induzierte
  Struktur tr"agt und warum der Quotient $U/\op{Aut}_\DC(V)$ mit seiner finalen
  Struktur auch eine komplexanalytische Mannigfaltigkeit ist. Der Punkt ist,
  da"s wir f"ur jedes Tupel in $U$ ein Teiltupel finden k"onnen, das eine
  Basis ist, und die Erg"anzungen zu einer angeordneten $\DR$-Basis
  liefern eine offene Teilmenge $A\co V^n$ mit einer komplexanalytischen
  Abbildung $A\hra U$ derart, da"s $A\hra U\ra U/\op{Aut}_\DC(V)$ BLAHBLAH
\end{Ubungw}}



\subsection{Tangentialr"aume}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Keime von Mannigfaltigkeiten}]
  Seien $(M,p)$ und $(N,q)$ bepunktete Mannigfaltigkeiten. 
 Unter einem {\bf Morphismenkeim}  $\varphi :(M,p)\ra (N,q)$
  verstehen wir
  eine "Aquivalenzklasse von Paaren $(U,\varphi)$
  mit $p\in U\co M$  und $\varphi:(U,p)\ra (N,q)$
  einem Morphismus bepunkteter Mannigfaltigkeiten mit der
  Ma"sgabe, da"s $(U,\varphi)$ und $(U',\varphi')$ "aquivalent sind, wenn
  sie auf einer Umgebung $U''\co (U\cap U')$ von $p$ "ubereinstimmen.
  Es ist klar, wie wir Morphismenkeine zu verkn"upfen haben.
  Wir erhalten  so eine Kategorie und vereinbaren daf"ur die Notation 
  $$\mathcal C^1\op{-Mgf}^{\kappa}$$
  und nennen sie die Kategorie der
  {\bf Keime von Mannigfaltigkeiten},\label{kvm}
  obwohl nur die Morphismen Keime sind und die Objekte
  ganz gew"ohnliche bepunktete Mannigfaltigkeiten.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Keime affiner R"aume}]
  Seien $(X,p)$ und $(Y,q)$ bepunktete
   endlichdimensionale reelle affine R"aume. 
Unter einem {\bf Morphismenkeim}  $\varphi: (X,p)\ra (Y,q)$
  verstehen wir
  eine "Aquivalenzklasse von Paaren $(U,\varphi)$
  mit $p\in U\co X$  und $\varphi:(U,p)\ra (Y,q)$
  einer $\mathcal C^1$-Abbildung  mit der
  Ma"sgabe, da"s $(U,\varphi)$ und $(U',\varphi')$ "aquivalent sind, wenn
  sie auf einer Umgebung $U''\co (U\cap U')$ von $p$ "ubereinstimmen.
  Es ist klar, wie wir Morphismenkeine zu verkn"upfen haben.
  Wir erhalten  so die Kategorie der {\bf $\mathcal C^1$-Keime von affinen R"aumen}
  $$\mathcal C^1\op{-Aff}^{\kappa}$$ 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Tangentialraum}] 
  Der von dem \glqq Versehen eines endlichdimensionalen reellen
  affinen Raums mit seiner nat"urlichen Struktur als Mannigfaltigkeit\grqq\ induzierte   Funktor ist  offensichtlich eine "Aquivalenz von Kategorien
   $$j:\mathcal C^1\op{-Aff}^{\kappa}\sirra \mathcal C^1\op{-Mgf}^{\kappa}$$ 
Wir erkl"aren den
  \defind{Differential-Funktor}
$\op{Diff}:\mathcal C^1\op{-Aff}^{\kappa} \ra \mathbb R \op{-Mod}$
durch die Vorschrift, da"s er 
  jedem bepunkteten  affinen Raums $(X,p)$
seinen Richtungsraum\label{Taee}  $\vec X$ 
zuordnet und jedem Morphismenkeim $\varphi : (X,p) \rightarrow (Y,q)$
sein Differential 
$\diff_p\varphi:
\vec X \rightarrow \vec Y$ aus der Analysis \eref{DeDii}{AN2}.
Ein {\bf Tangentialraumfunktor}\index{Tangentialraumfunktor}\label{TRFu} ist ein Paar
$(T,\tau)$ aus einem Funktor
$$T: \mathcal C^1\op{-Mgf}^{\kappa}  \ra \mathbb R \op{-Mod} $$
und einer Isotransformation $\tau:T\circ j\siRa \op{Diff}$.  Da $j$ eine
"Aquivalenz ist, gibt es Tangentialraumfunktoren und sie sind
eindeutig bis auf eindeutige Isotransformation in der Weise,
da"s es f"ur jeden weiteren Tangentialraumfunktor $(T',\tau')$
 genau eine Transformation $\eta: T\RA T'$ gibt 
 mit $(\eta j)\circ \tau=\tau'$.
Der Tangentialraumfunktor verdient deshalb die Ansprache mit bestimmtem 
   Artikel 
   und eine Notation. Man verwendet meist die Notation $(M,p)\mapsto{\op{T}}_pM$
   f"ur seinen Effekt auf Objekten. Den Effekt auf
  Morphismen notiere ich vorerst  $\varphi\mapsto {\op{T}}_p\varphi$
  und erlaube mir die "ubliche Notation 
  $ \diff_p\varphi$ erst, wenn wir uns etwas an den neuen Formalismus
  gew"ohnt haben und klar ist, da"s das nicht zu Widerspr"uchen f"uhrt. Man nennt\label{UHZ} $${\op{T}}_pM$$ den
   {\bf Tangentialraum an $M$ bei $p$}\index{Tangentialraum}
   und  ${\op{T}}_p\varphi$ das {\bf Differential von $\varphi$ bei $p$}.\index{Differential!auf Tangentialraum}  Die Funktorialit"at
   ${\op{T}}_{\varphi(p)}\psi \circ {\op{T}}_p\varphi={\op{T}}_p(\psi\circ \varphi)$
   hei"st auch in dieser Allgemeinheit die {\bf Kettenregel}.
   Die Transformation $\tau$ wird selten notiert aber oft implizit
   verwendet. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Differential und Jacobimatrix}]
  Gegeben $x\in U\co \DR^n$ notieren wir
  $\partial_1,\ldots,\partial_n\in {\op{T}}_xU$
  diejenigen Vektoren des Tangentialraums, die unter $\tau$ und
  $\op{trans}$ der Standardbasis des $\DR^n$ entsprechen. Sie bilden
  eine Basis des besagten Tangentialraums. Im Fall $n=1$ verwenden wir
  auch die Abk"urzung $\partial=\partial_1$ und nennen dies Element den
  {\bf kanonischen Erzeuger von $\op{T}_x\DR$}.
  Ist $\varphi:U\hra M$ eine Karte einer Mannigfaltigkeit mit $\varphi(x)=p$,
  so notieren wir $\partial_i^\varphi\in {\op{T}}_pM$ die Bilder unserer
  $\partial_i$ unter dem Differential ${\op{T}}_x\varphi$ der Karte.
  Sie bilden eine Basis des Tangentialraums ${\op{T}}_pM$.
  Ist ebenso $\psi:V\hra N$ eine Karte und $y\in V$ und $\psi(y)=q$ und
  $f:M\ra N$ ein $\mathcal C^1$-Morphismus mit $f(p)=q$, so wird die
  lineare Abbildung
  $${\op{T}}_pf:{\op{T}}_pM\ra {\op{T}}_qN$$
  in den Basen $\partial_i^\varphi$ und $\partial_j^\psi$ gegeben durch
  die Jacobimatrix $[\diff_p (\psi^{-1}f\varphi)]$ f"ur die Verkn"upfung
  geeignet
  eingeschr"ankter Abbildungen, wie man unmittelbar aus den Definitionen. 
folgert. In Formeln gilt also 
  $$_{(\partial_j^\psi)}[{\op{T}}_pf]_{(\partial_i^\varphi)}=[\diff_p (\psi^{-1}f\varphi)]$$
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Tangentialr"aume eingebetteter Mannigfaltigkeiten}]
  Analog wie in \ref{kvm} erkl"aren  wir die Kategorie
  $\op{Mgf}^{\subset\kappa}$ der
  {\bf Keime eingebetteter Mannigfaltigkeiten} und erhalten
  "Aquivalenzen
  $$\mathcal C^1\op{-Aff}^\kappa\sirra \op{Mgf}^{\subset\kappa}\sirra \op{Mgf}^{\kappa}$$
 Wir notieren sie $j^\subset$ und $i$.  Die erste "Aquivalenz  $j^\subset$ ist hier sogar die Einbettung einer
  vollen Unterkategorie und
  in \ref{DeEM} hatten wir bereits einen Funktor\label{TRFn}
  $${\op{T}}^\subset: \op{Mgf}^{\subset\kappa}\ra \DR\op{-Mod}$$  konstruiert, der auf der vollen Unterkategorie $\mathcal C^1\op{-Aff}^\kappa$
  mit dem Differentialfunktor "ubereinstimmt, ${\op{T}}^\subset\circ j^\subset=\op{Diff}$. Aus dem
  vorhergehenden folgt, da"s es genau eine
  Isotransformation $\eta: \op{T}\circ i \siRa {\op{T}}^\subset$ 
  gibt mit $(\eta j^\subset)=\tau: \op{T}\siRa \op{Diff}$.  
  In diesem Sinne
  verallgemeinert unsere neue Konstruktion
  also unseren 
  Tangentialraum f"ur eingebettete Manigfaltigkeiten aus \ref{DeEM}.
  Speziell erhalten wir f"ur jede bepunktete offene Teilmenge eines
  affinen Raums $p\in U\co X$ einen ausgezeichneten Isomorphismus
  $$\eta: {\op{T}}_pU\sira \vec X$$
 und
 f"ur jede bepunktete offene Teilmenge eines
  Vektorraums $p\in U\co V$ durch Nachschalten von $\op{trans}^{-1}$  einen ausgezeichneten Isomorphismus
  $$\op{trans}^{-1}\circ \eta: {\op{T}}_pU\sira V$$
   Wir nennen beide {\bf kanonische Isomorphismen}. 
\end{Bemerkungl}







\begin{Bemerkungl}[\textbf{Tangentialraum von Produkten}]
  Der
  Tangentialraumfunktor ist ver\-tr"ag\-lich mit endlichen Produkten.
  Der Beweis kann dem Leser "uberlassen bleiben. Gegeben $\mathcal C^1$-Mannigfaltigkeiten $X,Y$ 
und Punkte $x\in X$ sowie 
$y\in Y$ induzieren\label{PTR} mithin die Differentiale der 
Projektionen einen 
Vektorraumisomorphismus
$$({\op{T}}_{(x,y)}\op{pr}_1,{\op{T}}_{(x,y)}\op{pr}_2)^\top: \;
{\op{T}}_{(x,y)}(X\times Y)\sira {\op{T}}_{x}X\times {\op{T}}_{y} Y$$
In der Notation lehne ich
mich hier an die in \eref{SVK}{KAG} vereinbarten Konventionen an:
Vektoren aus direkten Summen werden als Spalten mit Eintr"agen
in den Summanden aufgefa"st und der obere Index $\top$ in obiger Formel
transponiert die gegebene 
Zeilenmatrix von Homomorphismen zu einer Spaltenmatrix.
Der behauptete Isomorphismus  
folgt sofort aus der expliziten Beschreibung der Produktmannigfaltigkeit
durch Karten. Die inverse Abbildung kann entsprechend geschrieben
werden als $({\op{T}}_{x}(\op{id}_X,y), {\op{T}}_{y}(x,\op{id}_Y))$,
wobei das erste $y$ beziehungsweise das zweite $x$  jeweils die entsprechende
konstante Abbildung meinen.  Formal ist weiter der
  Tangentialraum des einpunktigen Raums der Nullraum, aber das
  ist auch direkt klar. Aus der Kettenregel folgt, da"s jede konstante Abbildung das Differential Null hat. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Tangentialraum f"ur Eckfaltigkeiten}]
  In derselben Weise erkl"aren wir auch den 
  Tangentialraumfunktor f"ur Keime von Eckfaltigkeiten
  $${\op{T}}:\mathcal C^1\op{-Eckf}^\kappa\ra \DR{\op{-Mod}}$$
  und verwenden daf"ur dieselbe Notation. Die Rolle von
  $\mathcal C^1\op{-Aff}^\kappa$
  lassen wir in diesem Fall der Einfachkeit halber von  
  der Kategorie $\mathcal C^1{\op{-}}(\DR_{\leq 0}^n)^\kappa$\label{tgec} aller Keime von bepunkteten Kopien irgendwelcher
  $\DR_{\leq 0}^n$  spielen, auf der uns
  ein offensichtliches  Analogon des Differentialfunktors zur Verf"ugung steht.  
  Auch im Fall von Eckfaltigkeiten ist der Tangentialraumfunktor vertr"aglich mit endlichen Produkten.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  In der Literatur ist es "ublich, die  Begrifflichkeit
  der Kategorientheorie bei der Diskussion des Tangentialraums zu
  vermeiden und stattdessen explizite Konstruktionen
  f"ur  Tangentialraumfunktoren
  $\mathcal C^1\op{-Mgf}^\kappa\ra \DR{\op{-Mod}}$ anzugeben. Ich beschreibe
  nun zwei besonders g"angige  Konstruktionen dieser Art.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Tangentialraum durch Wegekeime}]
 Besonders
 beliebt ist eine Konstruktion, bei der man
eine Variante  ${\op{T}}_p^{\op{geom}} M$ des Tangentialraums  
erkl"art als die  Menge 
  aller "Aquivalenzklassen von $\mathcal C^1$-Wegen 
$\gamma : (I,0) \rightarrow (M,p)$  mit
  $ I \co \mathbb R$ einer offenen Umgebung des Ursprungs unter der
  "Aquivalenzrelation, da"s $\gamma \sim \kappa$ gleichbedeutend sein soll zu
  $(\varphi^{-1}  \gamma)^\prime (0) = (\varphi^{-1}  \kappa)^\prime
  (0)$ f"ur jede Karte $\varphi$ um $p$.
  Diese Konstruktion funktioniert allerdings nur f"ur Mannigfaltigkeiten
  und nicht f"ur Eckfaltigkeiten und es ist auch nicht unmittelbar klar,
  wie die fragliche Menge mit der Struktur  eines reellen Vektorraums 
  zu versehen ist.
  Die  Isotransformation $\tau$ zu unserem Differentialfunktor auf punktierten
  affinen R"aumen $(X,p)$ wird gegeben durch die Abbildungen $\tau_X:{\op{T}}_p^{\op{geom}} X\sira \vec X$
mit  $[\gamma]\mapsto \gamma'(0)$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Ableitung eines Weges}]
  Gegeben $\gamma:I\ra M$ eine $\mathcal C^1$-Abbildung von einem
  mehrpunktigen reellen Intervall in eine  $\mathcal C^1$-Mannigfaltigkeit oder
  sogar eine $\mathcal C^1$-Eckfaltigkeit und $t\in I$ setzen wir
  $$\gamma'(t)=({\op{T}}_t\gamma)(\partial)\in {\op{T}}_{\gamma(t)}M$$
  Der Leser wird leicht einsehen, da"s wir so im Fall
  von eingebetteten Mannigfaltigkeiten unseren Geschwindigkeitsvektor
  erhalten, wie er fr"uher als Grenzwert von Differentialquotienten
  eingef"uhrt wurde.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Tangentialraum durch Derivationen}]
Seien $(X,\mathcal{O}_X)$ ein $k$-geringter Raum und
$x \in X$ ein Punkt. Die $k$-Ring\-al\-ge\-bra $\mathcal{O}_{X,x}$ der 
\defind{Keime strukturierender Funktionen} {\bf bei} $x$ ist definiert durch die
Vorschrift\label{KReF} 
\begin{displaymath}
\mathcal{O}_{X,x} \pdef \left\{
 (U,f) \mid 
 U  \text{ offene Umgebung von } x 
  \text{ und } f\in\cal{O}( U ) \text{ strukturierend}
\right\}{ / \sim}
\end{displaymath}
mit der "Aquivalenzrelation $\sim$ erkl"art durch die Vorschrift, da"s gilt
$(U,f) \sim (V,g)$ genau dann, wenn die Funktionen $f$ und $g$ auf einer 
hinreichend kleinen in $U\cap V$ enthaltenen Umgebung 
$W$ von $x$ "ubereinstimmen.
F"ur jeden Homomorphismus $k$-geringter R"aume $\varphi : X \ra Y$ induziert
das Zur"uckholen von Funktionen $k$-lineare Ringhomomorphismen
$$(\circ\varphi) : \mathcal{O}_{Y,\varphi (x)} \ra \mathcal{O}_{X,x}$$ 
auf den Funktionskeimen in der Gegenrichtung. 
F"ur offene Einbettungen sind diese Homomorphismen 
offensichtlich Isomorphismen. Jetzt mag man
f"ur $(M,p)$ eine reelle bepunkete $\mathcal C^1$-Mannigfaltigkeit ${\op{T}}_p^{\op{alg}}M\subset \mathcal{O}_{M,p}^\ast$ erkl"aren als den Raum derjenigen
Linearformen auf $\mathcal{O}_{M,p}$, die unter einer und jeder
Karte einer Richtungsableitung entsprechen. Im Fall
einer glatten, ja einer $\mathcal C^2$-Mannigfaltigkeit kann man
besagte Linearformen $D:\mathcal{O}_{M,p}\ra \DR$
auch alternativ dadurch charakterisieren,
da"s sie die Leibnizregel $D(fg)=D(f)g(p)+f(p)D(g)$
erf"ullen.
  Die  Isotransformation $\tau$ zu unserem Differentialfunktor auf punktierten
  affinen R"aumen $(X,p)$ wird gegeben durch Umkehrung der
  Isomorphismen  $\vec X \sira {\op{T}}_p^{\op{alg}}X$, die jedem Richtungsvektor $\vec v\in\vec X$
  die Richtungsableitung ${\op{D}}_{\vec v}$ bei $p$ zuordnen.
\end{Bemerkungl}





\begin{Bemerkungl}[\textbf{Richtungsableitung nach Tangentialvektor}]
  Gegeben $(M,p)$ eine bepunktete $\mathcal C^1$-Mannigfaltigkeit
  und $v\in  {\op{T}}_pM$ ein Tangentialvektor und $f:M\ra \DR$ eine
  $\mathcal C^1$-Funktion alias regul"are Funktion erkl"aren wir
  ihre {\bf Richtungsableitung bei $p$ in Richtung $v$} als die reelle Zahl 
  $${\op{D}}_{ v}(f)\pdef (({\op{T}}_pf)( v))/\partial$$
  Wir wenden also das Differential ${\op{T}}_pf:{\op{T}}_p M\ra{\op{T}}_{f(p)}\DR$ an auf $v$ und erhalten ein Vielfaches des
  kanonischen Erzeugers $\partial\in {\op{T}}_{f(p)}\DR$ und der
  Vorfaktor ist unsere Richtungsableitung.  
  Allgemeiner erkl"aren wir  die 
{\bf Richtungsableitung}\index{Richtungsableitung!vektorwertig, auf Mgf}
${\op{D}}_{ v}f$ einer $\mathcal C^1$-Funktion 
$f:M\ra X$ mit Werten
 in einem endlichdimensionalen reellen affinen Raum
$X$ durch 
$${\op{D}}_{v}f\pdef \tau_X(({\op{T}}_pf)( v))\in \vec X$$
 Ist $X=W$ bereits selbst ein Vektorraum, so halten wir oft noch implizit
  $\op{trans}^{-1}$ dahinter und haben so  ${\op{D}}_{v}f\in W$.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Im weiteren gebe ich nun die Notation ${\op{T}}_p\varphi$ wieder auf
  und verwende stattdessen die "ubliche Notation $\diff_p\varphi$
  auch f"ur das Differential einer Abbildung von Mannigfaltigkeiten.
\end{Bemerkungl}

\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildUMFf}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Zwei glatte injektive Immersionen mit demselben Bild, die besagtes Bild
in  zwei verschiedenen Weisen mit der Struktur einer Untermannigfaltigkeit
im Sinne von Warner versehen.
\end{minipage}
\end{figure}


\begin{Definition}
Eine $\mathcal C^1$-Abbildung von
$\mathcal C^1$- Mannigfaltigkeiten hei"se  
{\bf differentialinjektiv},\index{differentialinjektiv}
wenn ihr Differential an jeder Stelle injektiv ist.\label{ImmD}
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}] 
  In der Differentialgeometrie nennt man eine
  differentialinjektive Abbildung auch eine 
  \defnoind{Immersion}.\index{Immersion!in der Differentialgeometrie}
  Ich m"ochte jedoch den Begriff der Immersion wie in der
  algebraischen Geometrie reservieren f"ur Morphismen in Kategorien
  mit einem ausgezeichneten Mengenfunktor,
  die unter besagtem Mengenfunktor zu Injektionen werden.
  Manche Quellen, zum Beispiel
\cite{Warner}, verwenden den Begriff einer Untermannigfaltigkeit 
\index{Untermannigfaltigkeit} 
als Synonym f"ur das, was wir eine \glqq differentialinjektive Injektion\grqq\ 
nennen w"urden. 
Ich mag die in
\cite{Warner} verwendete
 Terminologie nicht, da in dieser  Terminologie ein- und dieselbe
Teilmenge
einer Mannigfaltigkeit
verschiedene Strukturen als Untermannigfaltigkeit
tragen kann. 
\end{Bemerkungl}





\begin{Beispiel}[\textbf{Differential einer Verkn"upfung beim neutralen Element}]  
Gegeben eine Liegruppe $G$ mit\label{DSu} neutralem Element $e \in G$ 
und Verkn"upfung $m:G \times  G\ra G$ kommutiert  
das Diagramm
\begin{displaymath}
\xymatrix{
{\op{T}}_{(e,e)} (G \times  G) \ar[rr]^-{\diff_{(e,e)}m}
\ar[d]_{\op{can}}^-{\wr} &&{\op{T}}_e G \ar@{=}[d]\\
{\op{T}}_eG \times  {\op{T}}_e G \ar[rr]^-{+}  &&{\op{T}}_e G
}
\end{displaymath}
Salopp gesprochen ist also \glqq das Differential der 
Verkn"upfung die Summe\grqq.
Um das zu sehen mu"s man nur bemerken, da"s 
$\diff_{(e,e)} m$ linear ist und da"s
die Inverse der Vertikale links
$(A,0)$ abbildet auf $\op{can}^{-1} (A,0)= (\diff_e (\op{id},e)) (A)$.
Nun ist die Verkn"upfung $$G \overset{(\op{id},e)}{\rightarrow}
G \times  G \overset{m}{\rightarrow} G$$ 
die Identit"at. Daraus  folgt
$
(\diff_{(e,e)} m) \op{can}^{-1} (A,0) =A
$ durch "Ubergang zu 
den Differentialen.
Ebenso zeigen wir $(\diff_{(e,e)} m) \op{can}^{-1} (0,B) = B$ 
und vermittels der Linearit"at
folgt dann wie behauptet
\begin{equation*}
(\diff_{(e,e)} m) \op{can}^{-1} (A,B) = A+B
\end{equation*}
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Differential des Invertierens}] 
Das Differential beim neutralen Element\label{DInv} der Inversenabbildung auf 
einer Liegruppe  ist die Multiplikation mit $(-1)$, in Formeln
\begin{equation*}
(\diff_e \op{inv} )(A) = -A
\end{equation*}
In der Tat ist die Verkn"upfung
$
G \overset{(\op{id}, \op{inv})}{\longrightarrow} 
G \times  G \overset{m}{\longrightarrow} G
$
konstant und ihr Differential  folglich Null. 
Andereseits l"a"st es sich mit der Kettenregel \ref{UHZ} und 
unter Verwendung  
des vorhergehenden Beispiels \ref{DSu} auch 
darstellen  als die Verkn"upfung
$$
\begin{array}{ccccc}
{\op{T}}_eG &\overset{\diff_{e}(\op{id}, \op{inv})}{\longrightarrow} &
{\op{T}}_e (G \times   G)& \overset{\diff_{e}m}{\longrightarrow}& {\op{T}}_e G\\
\|&&{\scriptstyle \op{can}}\da\;\;\;\;\;\;&&\|\\
{\op{T}}_eG &\overset{(\op{id},\diff_{e}\! \op{inv})}{\longrightarrow} &
{\op{T}}_e G \times  {\op{T}}_e G& \overset{+}{\longrightarrow}& {\op{T}}_e G
\end{array}
$$
Aus der Tatsache, 
da"s diese Verkn"upfung Null ist, folgt sofort unsere Behauptung.
\end{Beispiel}
\begin{Satz}[\textbf{Gruppenwege in Liegruppen}]
Stetige 
Gruppenhomomorphismen\index{Gruppenwege!in Liegruppe}
 $\gamma : \Bbb{R} \ra G$
von der additiven Gruppe der reellen Zahlen in eine   Liegruppe $G$
sind notwendig glatt, und ordnen wir  
jedem stetigen Gruppenhomomorphismus $\gamma : \Bbb{R} \ra G$ 
seine Geschwindigkeit $\gamma' (0)$ bei Null zu, so
erhalten  wir  eine Bijektion\label{EPGG}
$$\begin{array}{rcc}
\left\{  \mbox{Stetige Gruppenhomomorphismen }
\gamma :\Bbb{R} \ra G  \right\}  &\sira&
       {\op{T}}_{e}G\\[2mm]
       \gamma\;\;\;\;\;\;&\mapsto&\gamma' (0)
\end{array}
$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Der Beweis des Satzes braucht einige
Vorbereitungen, genauer wird er  sich als Konsequenz
der pr"aziseren Aussage \ref{InKu} ergeben. 
Zun"achst diskutieren wir nun Tangentialb"undel und
Vektorfelder sowie deren Fl"usse auf Mannigfaltigkeiten.
Dann konstruieren wir im Satz die Umkehrabbildung, indem wir
jeden Tangentialvektor am neutralen Element unserer Liegruppe
durch Verschiebung 
vermittels der Linksmultiplikation mit Gruppenelementen zu
einem glatten Vektorfeld auf der ganzen Gruppe ausdehnen und
diejenigen 
Integralkurven dieser Vektorfelder betrachten, die zum Zeitpunkt Null
durchs neutrale Element laufen.
Wir werden in diesem Zusammenhang auch sehen, da"s stetige
Gruppenhomomorphismen zwischen Liegruppen immer
glatt sind. 
\end{Bemerkungl}

\subsubsection*{"Ubungen} 


\begin{Ubung}
Man bestimme f"ur $p\in\DK^{n+1}\backslash 0$ den Kern des
Differentials bei $p$ der kanonischen Projektion auf den 
projektiven Raum $\DP^n\DK$.
\end{Ubung}


% \begin{Ubung}\label{SOIm}
% \emph{Besser aufpassen!}
% Die Projektionen eines  Produkts von nichtleeren Mannigfaltigkeiten auf seine
%    Faktoren sind  surjektive Submersionen %im Sinne von \ref{Subm},
% alias final, offen und surjektiv.  
% Jedes Produkt von Submersionen ist eine Submersion.
% Besitzt eine glatte Abbildung einen glatten Schnitt,
% so ist sie final, offen und surjektiv. %eine Submersion.
% \end{Ubung}


\begin{Ubung}
  Eine stetige Abbildung $p:X\ra Y$ hei"st eine 
{\bf "Uberlagerung},\index{"Uberlagerung}\label{DeUe} 
wenn es f"ur jeden Punkt $y\in Y$ eine offene Umgebung $U$ gibt 
und eine Zerlegung $p^{-1}(U)=\coprod_{i\in I} V_i$ ihres Urbilds in paarweise
disjunkte offene Teilmengen von $X$ derart, da"s $p$ f"ur alle $i$ einen
Hom"oomorphismus $p:V_i\sira U$ induziert. Man zeige, da"s jeder
Homomorphismus von Liegruppen mit bijektivem Differential beim neutralen
Element eine "Uberlagerung ist.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{Submdg}
Eine glatte Abbildung von
glatten Mannigfaltigkeiten hei"st  eine  
{\bf Submersion},\index{Submersion!in der Differentialgeometrie}
 wenn ihr Differential an jeder Stelle surjektiv ist.
Man zeige, da"s 
jede surjektive Submersion
 final ist. Man zeige, da"s das Produkt von Submersionen  eine Submersion ist.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Faserprodukt mit Submersion}] 
 Seien $X,Y,Z$ Mannigfaltigkeiten.\label{FpS} 
  Sei $f:X\ra Y$ eine Submersion und $g:Z\ra Y$ eine glatte Abbildung.
Man zeige, da"s dann $X\times_YZ\pdef\{(x,z)\in Y\times Z\mid f(x)=g(z)\}$
eine Untermannigfaltigkeit von $X\times Z$ ist. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
Gegeben Abbildungen $f:Z\ra X$ und $g:Z\ra Y$ von differenzierbaren
Mannigfaltigkeiten und $z\in Z$ haben wir $$\op{can}\circ \diff_z(f,g)=
(\diff_zf,\diff_zg): {\op{T}}_zZ\ra {\op{T}}_{x}X\times {\op{T}}_{y} Y$$
\end{Ubung}


\begin{Ubung}
Sei $G$ eine Liegruppe.
Man bestimme das Differential am neutralen Element der Abbildung 
$G\ra G$, $g\mapsto g^n$ f"ur $n\in\DZ$.
\end{Ubung}

%{AlHg}




\subsection{Tangentialb"undel}

\begin{Lemma}[\textbf{Das Tangentialb"undel als Mannigfaltigkeit}]
Gegeben eine glatte $n$-Mannigfaltigkeit $X$ 
gibt es auf der\label{DTXx}
disjunkten Vereinigung
\begin{displaymath}
{\op{T}}X \pdef \coprod_{x \in X} {\op{T}}_x X
\end{displaymath}
ihrer \hyperref[UHZ]{Tangentialr\"aume} genau eine Struktur 
als glatte $2n$-Mannigfaltigkeit derart, da"s 
wir f"ur jede Karte $\varphi :W \hookrightarrow X$ von $X$ 
eine Karte von ${\op{T}}X$ erhalten, 
indem wir auf
$\hat{W} \pdef W \times \Bbb{R}^n\co \DR^{2n}$ 
die Abbildung 
$
\hat{\varphi}:
\hat{W}  \rightarrow  {\op{T}}X $ erkl"aren durch die Vorschrift
$$
\hat{\varphi}:\;(p,  v) \mapsto  (\diff_p\varphi)(v)
\in {\op{T}}_pX\subset {\op{T}}X$$
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}\label{DTX}
Die so definierte glatte Mannigfaltigkeit ${\op{T}}X$ wird in der Folge 
sogar mit der noch feineren Struktur
eines \glqq glatten Vektorraumb"undels auf $X$\grqq\  versehen.
Mit dieser Struktur hei"st sie dann das
\defind{Tangentialb"undel} von $X$. Ist $X$ eine $\mathcal C^k$-Mannigfaltigkeit f"ur $k\geq 1$, so wird
${\op{T}}X$ in derselben Weise eine $\mathcal C^{k-1}$-Man\-nig\-fal\-tig\-keit.
Analoges gilt f"ur Eckfaltigkeiten.

\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Nach \ref{AKW} m"ussen wir nur zeigen, da"s
(1) die Finaltopologie 
in Bezug auf alle unsere $
\hat{\varphi}$ Hausdorff ist und da"s (2) 
die
zugeh"origen Kartenwechsel glatt sind.
(1) sei dem Leser "uberlassen, (2) erkennt man wie folgt:
Sind  $(W_\lambda, \varphi_\lambda )$ 
und  $(W_\mu ,\varphi_\mu)$ Karten von $X$, 
so ist 
$\hat{\varphi}_\lambda^{-1}(\hat{\varphi}_\mu(\hat{W}_\mu))=
W_{\lambda\mu}\times\DR^n$ offen in $\hat{W}_\lambda$ und die
zugeh"origen Kartenwechsel 
lassen sich 
in den Notationen von \ref{AKW} 
mithilfe der
Kartenwechsel $\varphi_{\mu\lambda}$ von $X$ beschreiben durch die Vorschrift
$\hat{\varphi}_{\mu\lambda}:(p,v)\mapsto (\varphi_{\mu\lambda}(p), 
(\diff_p\varphi_{\mu\lambda})(v))$ und sind in der Tat
Morphismen von geringten R"aumen.
\end{proof}





\begin{Definition}\label{DVB}
Sei 
$X$ eine glatte Eckfaltigkeit.
\begin{enumerate}
\item
Ein {\bf glattes Pr"ab"undel von  reellen Vektorr"aumen}
oder kurz ein {\bf Pr"ab"undel} $E = (E,p)=(p:E\ra X)$
auf $X$ ist ein Datum bestehend aus
einer glatten Eckfaltigkeit $E$, seinem \defind{Totalraum},
einer glatten Abbildung  $p : E \ra X$, 
seiner {\bf Fu"spunktprojektion},\index{Fu"spunktprojektion} sowie
einer $\Bbb{R}$-Vektorraumstruktur auf jeder Faser $E_{x}
\pdef p^{-1}(x)$ der Fu"spunktprojektion;
\item\label{DVBM}
Ein \defind{Morphismus} von einem Pr"ab"undel
$(E,p)$ in ein weiteres $(F,q)$
ist eine glatte Abbildung $h: E \ra F$ mit $qh=p$ derart, 
da"s f"ur alle $x \in X$ die auf den Fasern der Fu"spunktprojektionen induzierte Abbildung $h :
E_{x} \ra F_{x}$ linear ist;
\item
%Der Raum $X \times \Bbb{R}^{n}$ mit seiner offensichtlichen
%Struktur als M"ochtegern-$\Bbb{R}$-B"undel hei"st das \defnoind{triviale
%$n$-dimensionale $\Bbb{R}$-B"undel auf $X$}.
Gegeben ein endlichdimensionaler reeller Vektorraum $V$ hei"st
der Raum $X \times V$ mit seiner offensichtlichen
Struktur als Pr"ab"undel  das {\bf triviale
 B"undel auf $X$ mit Faser $V$};\index{B"undel!triviales}
\item
Ein {\bf $n$-dimensionales
reelles Vektorraumb"undel auf $X$}\index{B"undel}\index{Vektorraumb"undel} 
ist ein
Pr"ab"undel $(E,p)$, bei dem jeder
Punkt\label{DVBe} 
$x \in X$ eine offene Umgebung $U\co X$ besitzt derart, da"s das 
davon auf $U$ induzierte
Pr"ab"undel $(p:p^{-1}(U)\ra U)$ 
isomorph ist zum trivialen 
$\Bbb{R}$-B"undel $U\times \Bbb{R}^n$
auf $U$. Ein solcher Isomorphismus oder etwas allgemeiner 
auch ein Isomorphismus mit einem 
B"undel der Gestalt $U\times V$ f"ur  einen
beliebigen  $n$-dimensionalen
reellen Vektorraum $V$ hei"st dann 
eine \defind{B"undelkarte}. 
\end{enumerate}
Eine Abbildung $U\times V\ra E$, die in obigem Sinne 
eine B"undelkarte auf ihr Bild liefert,
nennen wir kurzerhand auch eine B"undelkarte.
Statt von reellen glatten
Vektorraumb"undeln reden wir oft k"urzer
von {\bf Vektorraumb"undeln} 
oder  {\bf Vektorb"undeln}\index{Vektorb"undel} 
oder ganz kurz  {\bf B"undeln}\index{B"undel} 
und machen deren Dimension nicht notwendig explizit.
\end{Definition}

\begin{Beispiel}[\textbf{Das Tangentialb"undel}] 
 Unser Tangentialb"undel  besitzt
offensichtlich genau eine Struktur als glattes
 Vektorb"undel derart, da"s 
wir f"ur jede Karte $\varphi :W \hookrightarrow X$
mit $\hat\varphi$ wie in \ref{DTXx}
eine B"undelkarte erhalten durch das Bilden der 
Komposition\label{Tgfd} 
 $$\varphi (W)\times\DR^n
\stackrel{\varphi^{-1}\times\op{id}}{\lra} W\times \DR^n
\stackrel{\hat{\varphi}}{\lra}  {\op{T}}X$$ 
\end{Beispiel}

\begin{Bemerkunge}[\textbf{Kategorielle Charakterisierung des Tangentialb"undels}] 
Wie f"ur den Tangentialraum gibt es auch f"ur das
Tangentialb"undel alternative Konstruktionen. Ich will 
im folgenden analog zu \ref{TRFu} in der Sprache der
Kategorientheorie formulieren, worauf es wirklich ankommt.
Zun"achst einmal definieren wir dazu eine Kategorie\index{Vekb@$\op{Vekb}$ Vektorb"undel auf Mannigfaltigkeiten}\label{Vekb}  
$$\op{Vekb}$$ von \glqq Vektorb"undeln auf Mannigfaltigkeiten\grqq.
Objekte sind Paare $(X,E)$ mit $X$ einer glatten Mannigfaltigkeit und
$E$ einem endlichdimensionalen glatten reellen Vektorb"undel auf $X$,
Morphismen $(X,E)\ra (Y,F)$ sind Paare $(g, \tilde{g})$ mit 
$g:X\ra Y$ glatt und $\tilde{g}:E\ra F$ einer glatten Abbildung,
 mit
$\pi_F\circ\tilde{g}=g\circ  \pi_E$, die lineare Abbildungen
$\tilde{g}:E_x\ra F_{g(x)}$ 
 zwischen den Fasern der B"undelprojektionen induziert.
 Ein Morphismus $(g,\tilde g)$
 in $\op{Vekb}$ wie oben hei"se {\bf kartesisch},\index{kartesisch!bei Vektorb"undeln} wenn er f"ur alle $x\in X$ einen Isomorphismus $\tilde{g}:E_x\ra F_{g(x)}$
 induziert.  Das Vergessen des B"undels liefert einen Funktor
$$B:\op{Vekb}\ra\op{Mgf}$$
 in die Kategorie der glatten Mannigfaltigkeiten. Unsere
 kartesischen Morpismen sind auch die \glqq kategorisch kartesischen\grqq\
 Morphismen in Bezug diesen Funktor, aber das diskutieren wir sp"ater.
 Nun erkl"aren
wir die Kategorie $\op{Aff}_{\infty}^{\lco}$ aller
offenen Teilmengen von endlichdimensionalen  reellen affinen
R"aumen mit glatten Abbildungen als Morphismen 
und erkl"aren den {\bf Differentialfunktor}  
$$\op{Diff}: \op{Aff}_{\infty}^{\lco}\ra \op{Vekb}$$
dadurch, da"s er jeder offenen Teilmenge $U\co X$ das Vektorb"undel
$U\times \vec X$ auf $U$ zuordnet und jeder glatten Abbildung
$\varphi:U\ra V$ mit $V\co Y$ den Morphismus
$$
\begin{array}{ccc}
U\times\vec X&\ra &V\times\vec Y\\
(x,\vec{v})&\mapsto&(\varphi(x),\diff_x\varphi(\vec{v}))
\end{array}
$$
Unter einem {\bf Tangentialb"undelfunktor}\index{Tangentialb"undelfunktor} 
verstehen wir dann  ein Paar $({\op{T}},\tau)$
bestehend aus einem Funktor $ {\op{T}}: \op{Mgf}\ra \op{Vekb}$
mit $B\circ {\op{T}}=\op{id}$, der offene Einbettungen zu kartesischen
Morphismen macht,  und einer
Isotransformation $$\tau:{\op{T}}\circ j\siRa\op{Diff}$$
zwischen der Restriktion unseres Funktors unter
$j:  \op{Aff}_\infty^{\lco}\ra \op{Mgf}$ 
und unserem Differentialfunktor.
Solch ein Paar ist wieder im wesentlichen eindeutig bestimmt in derselben Weise,
wie wir das f"ur den Tangentialraumfunktor in \ref{TRFu} 
ausformuliert hatten. Die vorhergehenden Teile dieses Abschnitts 
haben in diesem Licht betrachtet 
im wesentlichen den Inhalt, ein m"ogliches Paar 
$({\op{T}},\tau)$ explizit anzugeben.
%Diese Konstruktion ist
%eine algebraische
%
%unserer Beschreibung des Tangential
\end{Bemerkunge}











\begin{Definition}\label{Schn}
Gegeben eine Abbildung $p:Y\ra X$ von Mengen versteht man unter 
einem 
{\bf Schnitt}\index{Schnitt!von Abbildung}
\index{Schnitt!in Vektorraumb"undel} von $p$ eine Abbildung
$s:X\ra Y$ mit $p\circ s=\op{id}_X$. Ein glatter Schnitt 
eines glatten Vektorb"undels $p:E\ra X$ 
ist insbesondere 
eine glatte Abbildung $s:X\ra E$ mit $p\circ s=\op{id}_X$.
Wir notieren die Menge aller derartigen glatten Schnitte
$$\cal{C}_X^\infty(X,E)$$
Ein\index{C@$\cal{C}_X^\infty(X,E)$ glatte Schnitte von $E$} 
Schnitt des Tangentialb"undels einer Mannigfaltigkeit
hei"st ein \defnoind{Vektorfeld}\index{Vektorfeld!auf Mannigfaltigkeit}
auf besagter Mannigfaltigkeit.
\end{Definition}
\begin{Beispiel}
  Gegeben ein glattes Vektorraumb"undel $E\ra X$ erhalten wir stets eine
  glatten Schnitt in Gestalt des  \defind{Nullschnitts},
der jedem Punkt $x\in X$ die Null $0\in E_x$ in der
 Faser "uber $x$
zuordnet. Mithilfe von \ref{VFAR}
identifiziert man die Vektorfelder auf offenen Teilmengen affiner R"aume
im Sinne von \eref{VFKF}{AN2} mit den Vektorfeldern  
im hier erkl"arten Sinn.
\end{Beispiel}

\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildMoeb}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Versuch der graphischen Darstellung eines \glqq m"obiusbandartig 
verdrehten\grqq\  Geradenb"undels auf der Kreislinie. Das entsprechend
\glqq doppelt verdrehte\grqq\  Geradenb"undel w"are "ubrigends isomorph zum
trivialen B"undel.
\end{minipage}
\end{figure}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Nichttriviale Vektorb"undel}] 
Ein Vektorraumb"undel mu"s keineswegs global, als da hei"st als B"undel
auf ganz $X$, 
isomorph sein zu einem trivialen B"undel, es kann vielmehr 
\glqq verdrillt\grqq\  sein:
Man stelle sich etwa auf der Kreislinie $S^1$ das 
\glqq m"obiusbandartige\grqq\  Geradenb"undel vor, dessen Totalraum man 
erh"alt als den Bahnenraum $\mathbb{R}^2/\Bbb{Z}$ 
f"ur die Operation 
von $\DZ$ auf $\mathbb{R}^2$ vermittels der
Vorschrift $$n \ast (x,y) = (x +n, (-1)^n y)$$ 
Auch Tangentialb"undel werden im
allgemeinen \glqq verdrillt\grqq\  sein. So besagt etwa der Satz von 
Igel \eref{SavI}{TF}, da"s es auf der Kugelschale $S^2$ kein stetiges 
Vektorfeld ohne Nullstelle gibt. Das scheint mir auch anschaulich zumindest 
einleuchtend  und impliziert insbesondere, da"s das 
Tangentialb"undel ${\op{T}}S^2$ an die Kugelschale nicht isomorph sein kann
zum trivialen B"undel $S^2 \times  \Bbb{R}^2$.
Ist das Tangentialb"undel einer Mannigfaltigkeit isomorph zum 
trivialen B"undel der entsprechenden Dimension,
gilt also in Formeln ${\op{T}}X \cong X \times  \Bbb{R}^d$ 
mit $d = \dim X$, so hei"st unsere Mannigfaltigkeit 
\defind{parallelisierbar}.
\end{Bemerkungl}






\begin{Satz}[\textbf{Parallelisierung des Tangentialb"undels von Liegruppen}]
F"ur jede Liegruppe $G$ liefert das Verschieben von Tangentialvektoren 
am neutralen Element mit Linksmultiplikationen
einen Isomorphismus von Vektorraumb"undeln\label{PTL} 
$$\begin{array}{ccl}
G \times  {\op{T}}_e G & \sira & {\op{T}}G\\
(g \;,\; B) & \mapsto & (\diff_e (g\cdot))(B)
\end{array}$$
Analoges gilt f"ur das Verschieben mit Rechtsmultiplikationen.
\end{Satz}

\begin{Bemerkungl}
Insbesondere ist also jede Liegruppe parallelisierbar
und damit auch die dreidimensionale Sph"are 
$S^3 \cong \op{SU}(2)$. Au"ser  $S^0, S^1, S^3$ gibt es 
nebenbei 
bemerkt nur noch eine 
einzige weitere parallelisierbare Sph"are,
n"amlich die $S^7$. Deren Parallelisierbakeit h"angt eng mit der
Existenz der sogenannten \glqq Oktaven\grqq\  zusammen,
einer reell achtdimensionalen sogenannten \glqq Kompositionsalgebra\grqq,
vergleiche \eref{KoAl}{AL}. \nichtfinal{Ausf"uhren!} 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Unsere Abbildung aus dem Satz ist glatt als Einschr"ankung 
der Ver\-kn"up\-fung 
 ${\op{T}}G \times  {\op{T}}G \sira 
{\op{T}}(G \times  G) \rightarrow {\op{T}}G$
der kanonischen Identifikation mit dem Differential
der Multiplikation unserer Gruppe.
In der Tat bildet die erste dieser Abbildungen nach \ref{PTR} ja 
$(0,B)\in {\op{T}}_gG \times  {\op{T}}_eG$ ab auf
$\diff_e(g,\op{id})(B)$, und unter $\diff m$ wird das weiter
abbgebildet auf $(\diff_{(g,e)} m\circ \diff_e(g,\op{id}))(B)$.
Wegen $m\circ (g,\op{id})=(g\cdot)$ ist das aber nichts anderes als
$\diff_e(g\cdot)(B)$.
Bezeichnet $\pi : {\op{T}}G \rightarrow G$ die Fu"spunktprojektion unseres 
B"undels, so erhalten wir "ahnlich 
eine inverse Abbildung, indem wir die Komposition
\begin{equation*}
{\op{T}}G \overset{(\pi, \op{id})}{\longrightarrow} G \times  {\op{T}}G \hookrightarrow 
{\op{T}}G \times  {\op{T}}G \rightarrow {\op{T}}(G\times G) \overset{\diff 
\varphi}{\longrightarrow} {\op{T}}G
\end{equation*}
betrachten mit $\varphi : G \times  G \rightarrow G, 
(g,h)\mapsto g^{-1} h$.
Unter ihr geht n"amlich $A \in {\op{T}}_g G$ auf 
$(\diff_g (g^{-1}\cdot))(A) \in {\op{T}}_e G$.
\end{proof}

\subsubsection*{"Ubungen}


\begin{Ubung}\label{DiTa}
  F"ur jede glatte Abbildung $\phi: X \rightarrow Y$ 
von glatten Mannigfaltigkeiten liefern die Differentiale
  eine glatte Abbildung $$\diff \phi : {\op{T}}X \rightarrow {\op{T}}Y$$
Ist $\phi$ eine Einbettung im Sinne von \ref{Einb}, so auch $\diff \phi$.
\end{Ubung}



\begin{Ubung}[\textbf{Tangentialb"undel eines Produkts}] 
Gegeben glatte Mannigfaltigkeiten $X,Y$ liefern
die Differentiale der Projektionen des Produkts $X\times  Y$ auf 
die Faktoren   einen Diffeomorphismus
$
{\op{T}}(X \times Y) \overset{\sim}{\rightarrow} {\op{T}}X \times {\op{T}}Y
$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Tangentialb"undel eines affinen Raums}]
Gegeben $E$ ein endlichdimensionaler reller Raum und $X\co E$ eine
offene Teilmenge erhalten wir einen Diffeomorphismus\label{VFAR}  
$$\op{can}:X\times\vec{E}\sira {\op{T}}X$$ 
durch die Vorschrift, da"s jedem
Paar $(x,v)$ dasjenige Element von ${\op{T}}_xX$ zugeordnet wird,
das durch die Richtungsableitung bei $x$ in Richtung $v$ gegeben wird,
also durch $f\mapsto ({\op{D}}_v f)(x)$ f"ur alle Funktionskeime $f\in \cal{O}_{X,x}$.
Ist $F$ ein weiterer endlichdimensionaler reller Raum und $Y\co F$ eine
offene Teilmenge und $\phi:X\ra Y$ glatt, so kommutiert 
mit den eben erkl"arten kanonischen Isomorphismen in den Vertikalen
das Diagramm
\begin{displaymath}
\xymatrix{
{\op{T}} X \ar[r]^{\diff\phi} \ar[d]&{\op{T}}Y \ar[d]\\
X\times\vec{E}\ar[r]& Y\times\vec{F}}
\end{displaymath}
mit der durch $
(p,v)\mapsto (\phi(p),(\diff_p\phi)(v))$
gegebenen unteren Horizontalen. Dabei verwenden wir sowohl das Differential 
$\diff_p\psi:\vec{E}\ra\vec{F}$ im Sinne der Analysis \eref{DeDii}{AN2}
f"ur $\psi:U\ra V$ eine Abbildung von offenen Teilmengen
reeller R"aume
$U\co E$ und $V\co F$, als auch das Differential
$\diff_x\varphi:{\op{T}}_xX\ra {\op{T}}_{\varphi(x)}Y$
nach \ref{UHZ}. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Tangentialb"undel eingebetteter Mannigfaltigkeiten}] 
  Ist $E$ ein endlichdimensionaler reeller Raum und $X\subset E$ eine
  Untermannigfaltigkeit und bezeichnet ${\op{T}}^\subset X\subset X\times
  \vec{E}$ das Tangentialb"undel, wie es speziell f"ur Untermannigfaltigkeiten
  in \eref{DTBE}{AN2} erkl"art wurde, so liefern unsere Identifikationen
  ${\op{T}}^\subset_x X\sira {\op{T}}_x X$ aus \ref{NTBb} auch
  einen\label{TBUMc} 
  Diffeomorphismus $${\op{T}}^\subset X\sira {\op{T}} X$$ mit dem hier in
  voller Allgemeinheit f"ur abstrakte Mannigfaltigkeiten erkl"arten
  Tangentialb"undel ${\op{T}} X$.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{KUBB} 
  Sei $U\co\DR^n$ eine offene Teilmenge und
$V$ ein endlichdimensionaler $\DR$-Vektorraum und 
$\varphi:U\ra \op{End}(V)$ eine glatte Abbildung derart,
da"s der Rang von $\varphi(x)$ unabh"angig ist von $x\in U$.
Man zeige, da"s $\bigcup_{x\in U}\{x\}\times\op{ker}\varphi(x)$ eine
Untermannigfaltigkeit von $U\times V$ ist. 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{VRBk}
Sei $n\in\DN$ fest gew"ahlt. 
Sei $X$ eine glatte Mannigfaltigkeit und $p:E\ra X$ eine Abbildung.
Sei weiter eine Familie von Tripeln $(V_\alpha,U_\alpha,\varphi_\alpha)$ 
gegeben mit $V_\alpha$ einem $n$-dimensionalen reellen Vektorraum,
$U_\alpha\co X$ einer offenen Teilmenge 
und $\varphi_\alpha:U_\alpha\times V_\alpha\sira p^{-1}(U_\alpha)$
einer Bijektion, die mit den offensichtlichen 
Projektionen beider Seiten auf $U_\alpha$ 
vertr"aglich ist. Nehmen wir zus"atzlich an,
da"s (1) f"ur alle $\alpha,\beta$ die Verkn"upfung 
$$\varphi_\beta^{-1}\varphi_\alpha: (U_\alpha\cap U_\beta)\times V_\alpha\sira
(U_\alpha\cap U_\beta)\times V_\beta$$
ein Isomorphismus von Vektorb"undeln ist und da"s (2) die
$U_\alpha$ unsere Mannigfaltigkeit $X$ "uberdecken, so gibt es 
auf $(E,p)$ genau
eine Struktur als Vektorb"undel, f"ur die alle unsere
$\varphi_\alpha$ B"undelkarten sind.
\end{Ubung}

\subsection{Vektorfelder auf Mannigfaltigkeiten}
\begin{Bemerkungl}
Ein Vektorfeld $A$ auf einer glatten Mannigfaltigkeit $X$ 
hatten wir bereits in \ref{Schn} erkl"art als
einen Schnitt des Tangentialb"undels. In Formeln ist 
ein Vektorfeld also
 eine Abbildung\label{glV}  
$A :X \rightarrow {\op{T}}X$ mit
$\pi \circ A= \op{id}_{X} $ f"ur $\pi : {\op{T}} X \rightarrow X$ die 
Fu"spunktprojektion.
Meist betrachten wir \defnoind{glatte Vektorfelder},
\index{Vektorfeld!glattes} f"ur die also 
$A$ eine glatte Abbildung ist. Wir schreiben oft  $A_x$ f"ur 
den Wert des Vektorfelds $A$ an der Stelle
$x \in X$, so da"s  stets gilt  $A_x \in {\op{T}}_x X$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Gegeben ein Vektorfeld $A$ auf einer Mannigfaltigkeit $X$ und eine 
glatte Funktion $f: X \rightarrow \Bbb{R}$ erkl"aren wir eine 
weitere Funktion $(Af): X \rightarrow \Bbb{R}$ durch die Vorschrift
\begin{equation*}
(Af) (x) \pdef A_x (f_x)
\end{equation*}
Hier meint $f_x \in \mathcal{O}_{X,x}$ den Funktionskeim von $f$ an der 
Stelle $x \in X$. Wir sagen dann, 
die Funktion $Af$ entstehe durch {\bf Ableiten der 
Funktion $f$ in Richtung des Vektorfelds $A$}. Des weiteren 
k"onnen wir auch das Vektorfeld $fA$ bilden, das durch Multiplikation
des Vektorfelds $A$ mit der Funktion $f$ entsteht. % Hierzu mu"s $f$ noch nicht
% einmal
% differenzierbar sein.
\end{Definition}

  \begin{Definition}
    Gegeben eine glatte Abbildung $\phi : X \rightarrow Y$ von
    Mannigfaltigkeiten und Vektorfelder $A$ auf $X$ und $B$ auf $Y$ sagen wir,
    unsere Vektorfelder seien
    \defnoind{$\phi$-verwandt}\index{verwandt!Vektorfelder}
und schreiben\index{)4@$\leadsto$ verwandt!Vektorfelder} 
\begin{equation*}
\phi : A \leadsto B
\end{equation*}
 wenn $(\diff_x \phi)(A_x) =B_{\phi(x)}\;\forall x \in X$.
Ebenso sagen wir, Funktionen $g: X \rightarrow \Bbb{R}$ und $f : Y \rightarrow
\Bbb{R}$ seien \defnoind{$\phi$-verwandt}\index{verwandt!Funktionen} und
schreiben auch schon mal 
$\phi : g\leadsto f$\index{)4@$\leadsto$ verwandt!Funktionen}
 wenn gilt $g = f
\circ \phi$.
In diagrammatischer Schreibweise ist  die Verwandtschaft 
$\phi:A\leadsto B$ von Vektorfeldern  gleichbedeutend zur 
Kommutativit"at des Diagramms
$$\xymatrix{
X \ar[r]^{\phi}
\ar[d]_{A} &Y\ar[d]^B\\
{\op{T}}X \ar[r]^{\diff\phi} & {\op{T}}Y
}$$
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Anwenden verwandter Vektorfelder 
auf verwandte Funktionen}] 
Verwandte glatte Funktionen haben in Bezug auf verwandte 
Vektorfelder verwandte Ableitungen. Ist also in Formeln 
$\phi : X \rightarrow Y$ glatt und gilt
$\phi : A \rightsquigarrow B$ f"ur Vektorfelder 
und $\phi : g\leadsto f$ f"ur Funktionen, so folgt 
$\phi : Ag\leadsto Bf$. Anders formuliert 
gilt f"ur jede glatte Funktion $f : Y \rightarrow \Bbb{R}$ die 
Identit"at
\begin{equation*}
A (f \circ \phi) = (Bf) \circ \phi
\end{equation*}
Ebenso haben wir unter denselben Vorausetzungen auch 
die Verwandtschaft von Vektorfeldern $\phi : gA\leadsto fB$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Vektorfelder in Koordinaten}] 
Will man ein Vektorfeld $A$ auf einer Mannigfaltigkeit 
$X$ explizit angeben, so wird man einen Atlas w"ahlen und 
f"ur jede Karte $\varphi_{\lambda} : W_\lambda \rightarrow X$ 
 dasjenige Vektorfeld\label{lVF}  
$\sum^d_{i=1} a_i \partial_i$ auf  $W_ \lambda \co \Bbb{R}^d$ 
hinschreiben, 
das $\varphi_{\lambda}$-verwandt ist zu $A$.
Hier sind die $a_i$ dann Funktionen $a_i : W_\lambda \rightarrow \Bbb{R}$.
Sind umgekehrt Vektorfelder auf den Definitionsbereichen der 
Karten eines Atlas gegeben, so kommen sie in dieser Weise von 
einem Vektorfeld auf unserer Mannigfaltigkeit her genau dann, 
wenn f"ur je zwei Karten ihre entsprechenden
Einschr"ankungen unter dem Kartenwechsel verwandt sind.
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}[\textbf{Vektorfelder auf der Kreislinie}]
 Die Kreislinie $S^1 = \{ p \in \mathbb R^2 \mid \| p \|_2 =1\}$
kann "uberdeckt werden durch die beiden Karten $\varphi_{\pm} : \mathbb R
\rightarrow S^1$, deren Inverse man durch stereographische Projektion
\eref{stPr}{EL} von den Polen $(0,\pm 1)$ erkl"art.
Nach \eref{PRr}{AN1} werden sie gegeben durch
\begin{equation*}
 \varphi_\pm (x) = \left( \frac{2x}{1+x^2}, \pm
\frac{1-x^2}{1+x^2}\right)
\end{equation*}
Der "Ubersichtlichkeit halber schreiben wir die Koordinaten zur Karte
$\varphi_+$ nun $u$.
Als Kartenwechsel ergibt sich mit direkter Rechnung oder 
allgemeinen Erkenntnissen zu M"obiustransformationen \eref{KIUL}{EL} und
\eref{MTEE}{EL}  das Invertieren
\begin{equation*}
 \varphi_{+-} : x \mapsto u^{-1}
\end{equation*}
Ein Vektorfeld auf der Kreislinie anzugeben bedeutet damit, 
Funktionen $a_-(x)$ und $a_+(u)$ auf ganz $\DR$  hinzuschreiben,
f"ur die gilt
$\varphi_{+-} : a_-(x) \partial_x  \leadsto
a_+ (u) \partial_u $.
Erinnern wir \eref{VWER}{AN2}, so l"auft das hinaus auf die
Identit"at
\begin{displaymath}
\begin{array}{lll}
 a_- (u^{-1}) (-u^2) \partial_u 
=
a_+ (u) \partial_u\end{array}
\end{displaymath}
alias
$
 a_+ (u) = -u^2 a_- (u^{-1})$
f"ur alle $u\in \mathbb R\backslash 0$.
Ein stetiges Vektorfeld auf der Kreislinie anzugeben meint also, eine
stetige Funktion
$a_- : \mathbb R \rightarrow \mathbb R$ hinzuschreiben mit
der Eigenschaft, da"s 
$-u^2 a_- (u^{-1})$
 einen Grenzwert
hat f"ur $u \rightarrow 0$, da"s also vage gesprochen $a_-$
nicht gar zu schlimm w"achst f"ur $u\ra\infty$.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Vektorfelder auf der Kugelschale}]
Zur Abschreckung hier auch noch das Beispiel der Kugelschale oder Sph"are
 $S^2 = \{ p \in \mathbb R^3 \mid \| p \|_2 =1\}$. Sie
kann "uberdeckt werden durch die beiden Karten $\varphi_{\pm} : \mathbb R^2
\rightarrow S^2$, deren Inverse man durch stereographische Projektion
\eref{stPr}{EL} von den Polen $(0,0,\pm 1)$ erkl"art.
Nach \eref{PRr}{AN1} werden sie gegeben durch
\begin{equation*}
 \varphi_\pm (x,y) = \left( \frac{2x}{1+x^2+y^2}, \frac{2y}{1+x^2+y^2}, \pm
\frac{1-x^2-y^2}{1+x^2+y^2}\right)
\end{equation*}
Als Kartenwechsel ergibt sich mit direkter Rechnung oder 
allgemeinen Erkenntnissen zu M"obiustransformationen \eref{KIUL}{EL} und
\eref{MTEE}{EL} die Inversion am Einheitskreis
\begin{equation*}
 \varphi_{+-} : (x,y) \mapsto (x^2+y^2)^{-1} (x,y)
\end{equation*}
Der "Ubersichtlichkeit halber schreiben wir die Koordinaten zur Karte
$\varphi_+$ nun $(u,v)$.
Ein Vektorfeld auf der Sph"are anzugeben bedeutet in diesen Koordinaten also, 
Funktionen 
$e(u,v)$, $f(u,v)$ auf $\mathbb R^2$ hinzuschreiben, f"ur die gilt
$\varphi_{+-} : a(x,y) \partial_x + b (x,y)\partial_y \rightsquigarrow
e (u,v) \partial_u + f(u,v) \partial_v $.
Erinnern wir schlie"slich \eref{VWER}{AN2}, so l"auft das hinaus auf die
Identit"at
\begin{displaymath}
\begin{array}{l}
 \;\;\;a (u/(u^2+v^2), v/(u^2+v^2)) ((v^2-u^2) \partial_u - 2 uv\partial_v)\\
+ b (u/(u^2 + v^2), v/ (u^2+v^2)) ((u^2-v^2)\partial_v - 2uv\partial_u)=
e (u,v) \partial_u + f (u,v) \partial_v\end{array}
\end{displaymath}
alias mit der Abk"urzung $r^2=u^2+v^2$ die Gleichungen
\begin{displaymath}
\begin{array}{l}
 e (u,v) = (v^2-u^2) a (u/ r^2, v/ r^2) -2 u v b (u/ r^2, v/ r^2)\\
f(u,v) = (u^2-v^2)b (u/r^2, v/r^2) - 2 u v a (u/r^2, v/r^2)
\end{array}
\end{displaymath}
f"ur alle $(u,v)\in \mathbb R^2\backslash (0,0)$.
Ein stetiges Vektorfeld auf der Sph"are anzugeben meint also, stetige Funktionen
$a,b : \mathbb R^2 \rightarrow \mathbb R$ so hinzuschreiben, 
da"s die rechte Seite
der Ausdr"ucke in den beiden vorhergehenden Gleichungen jeweils einen Grenzwert
hat f"ur $(u,v) \rightarrow (0,0)$.
\end{Beispiel}

\begin{Definition}
Ein Vektorfeld auf einer Liegruppe hei"st 
{\bf linksinvariant},\index{linksinvariant!Vektorfeld} 
 wenn es unter allen Linksmultiplikationen 
 zu sich selbst verwandt ist.\label{livf}  Analog erkl"art man
{\bf rechtsinvariante}\index{rechtsinvariant!Vektorfeld}
Vektorfelder.
Ist  $G$ unsere Liegruppe, so ist also in Formeln ein
Vektorfeld $A:G\ra {\op{T}}G$ linksinvariant genau dann, wenn gilt
$(g\cdot):A\leadsto A$ f"ur alle $g\in G$,
und rechtsinvariant genau dann, wenn gilt
$(\cdot g):A\leadsto A$ f"ur alle $g\in G$.
\end{Definition}


\begin{Beispiel}
Die linksinvarianten Vektorfelder auf der additiven Gruppe eines 
endlichdimensionalen reellen Vektorraums $V$ sind genau diejenigen
Vektorfelder, die wir in unserer urspr"unglichen Begrifflichkeit 
konstant genannt h"atten, die also konstanten Abbildungen $V\ra V$ 
entsprechen.
Ein Vektorfeld auf der Liegruppe $\Bbb{C}^\times$ 
ist linksinvariant genau dann,
wenn es anschaulich betrachtet invariant ist unter 
allen Drehstreckungen der komplexen 
Zahlenebene. Die linksinvarianten Vektorfelder auf $\Bbb{R}^\times$ 
sind genau die Vektorfelder
$c x \partial_x$ mit $c \in \Bbb{R}$.
\end{Beispiel}



\begin{Satz}[\textbf{Invariante Vektorfelder auf Liegruppen}]
Alle linksinvarianten 
Vektorfelder auf einer 
Liegruppe $G$ sind glatt und das Auswerten beim neutralen 
Element liefert eine Bijektion\label{IVgla}   
$$
\left\{ \begin{array}{c}\text{linksinvariante Vektorfelder}\\ \text{$G\ra {\op{T}}G$}
\end{array}\right\} \sira {\op{T}}_eG$$
Dasselbe gilt analog auch f"ur rechtsinvariante Vektorfelder.
\end{Satz}

\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildiVF}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Ein linksinvariantes Vektorfeld auf der Kreislinie. 
Alle Pfeile sind gleich lang gemeint. Da die Kreislinie eine kommutative
Liegruppe  ist,
stimmen hier links- und rechtsinvariante Vektorfelder "uberein.
\end{minipage}
\end{figure}


\begin{Bemerkungl}
  Wir vereinbaren die Notation $X\mapsto\grave{X}$ f"ur die Fortsetzung
von $X\in {\op{T}}_eG$ zu einem linksinvarianten Vektorfeld. 
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}
Wir geben die inverse Abbildung explizit an, indem wir zu
$A_e\in {\op{T}}_eG$ das Vektorfeld $A:G\ra {\op{T}}G$ bilden, das 
jedem $g\in G$ den
Wert des Differentials an die Multiplikation 
${\op{T}}G\times {\op{T}}G\sira {\op{T}}(G\times G)\ra {\op{T}}G$ auf $(g,A_e)$ zuordnet.
\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
F"ur welche Funktionen $f(x,y)$ und $g(x,y)$ ist
$f\partial_x+g\partial_y$ ein linksinvariantes Vektorfeld auf 
$\DC^\times$, wo $x$ den Realteil und $y$ den Imagin"arteil 
einer komplexen Zahl bedeuten m"ogen?
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
F"ur welche Funktionen $f(a,b)$ und $g(a,b)$ ist
$f\partial_a+g\partial_b$ ein linksinvariantes Vektorfeld auf 
der Gruppe aller oberen Dreiecksmatrizen mit zwei Zeilen und Spalten und
Determinante Eins, wo $a$ und $b$ 
die beiden Eintr"age der ersten Zeile bedeuten
m"ogen?
\end{Ubung}

\subsection{Flu"swege und Fl"usse}

\begin{Definition}\label{InKkk}
Sei  $X$ eine glatte Mannigfaltigkeit 
und $A:X \rightarrow {\op{T}}X$ ein Vektorfeld.
Ein \defind{Flu"sweg} unseres Vektorfelds ist eine
differenzierbare Abbildung $\gamma:I \rightarrow X$ von einem 
 mehrpunktigen
Intervall $I \subset \Bbb{R}$ nach $X$ mit
\begin{equation*}
\dot{\gamma} (t) = A (\gamma (t)) \quad \forall t \in I
\end{equation*}
Ein \defnoind{maximaler 
Flu"sweg}\index{maximal!Flu"sweg}\index{Flu"sweg!maximaler} 
ist ein Flu"sweg, 
die nicht zu einem auf einem
echt gr"o"seren reellen  Intervall definierten 
Flu"sweg
erweitert werden kann.
Ist $p \in X$ gegeben, so verstehen wir unter einem 
\defnoind{Flu"sweg mit 
Anfangswert $p$}\index{Anfangswert!von Flu"sweg} oder kurz einem
\defnoind{Flu"sweg zu $p$} einen
Flu"sweg $(\gamma, I)$ mit
 $0\in I$  und  $\gamma (0) =p$.
\end{Definition}

\begin{Satz}[\textbf{Picard-Lindel"of auf Mannigfaltigkeiten}]
Gegeben ein glattes  Vektorfeld auf einer glatten\label{PiLiM} 
Mannigfaltigkeit gibt es zu jedem Anfangswert
einen gr"o"ste Flu"sweg, und dieser hat als
Defini\-tions\-bereich ein offenes Intervall. Verl"auft unser gr"o"ster  Flu"sweg
in einem Kompaktum, so ist sein Definitionsbereich die ganze
Zahlengerade. 
\end{Satz}
\begin{Bemerkunge}
Die weitergehenden Aussagen von \eref{PiLin}{AN2} "ubertragen sich
entsprechend, aber die "Ubertragung ihres  Beweises 
ben"otigt Hilfsmittel, die uns 
hier noch nicht zur Verf"ugung stehen.
\end{Bemerkunge}
\begin{proof}
Das folgt ohne Schwierigkeiten 
in derselben Weise wie bei der Herleitung 
des Satzes "uber die globale Existenz und Eindeutigkeit von L"osungen 
 \eref{PiLin}{AN2} aus der lokalen Existenz und Eindeutigkeit
\eref{HlLll}{AN2},
wenn man beachtet, da"s jeder Punkt unserer Mannigfaltigkeit ja im
Bild einer Karte liegt. Beim Nachweis der Eindeutigkeit eines maximalen
Flu"swegs mit vorgegebenem Anfangswert ben"otigen wir im "Ubrigen zum
ersten Mal die Hausdorff-Eigenschaft unserer Mannigfaltigkeiten, 
und zwar an der Stelle, an der wir bemerken, da"s 
die Menge der Parameter, an denen zwei vorgegebene Flu"swege mit
demselben Definitionsbereich "ubereinstimmen, abgeschlossen ist in dem
fraglichen Definitionsbereich.
\end{proof}


\begin{Satz}[\textbf{Flu"swege linksinvarianter Vektorfelder}]
Gegeben eine Liegruppe $G$ und darauf ein linksinvariantes\label{InKu}
Vektorfeld $A$ ist der maximale Flu"sweg $\gamma=\gamma_A$ 
unseres Vektorfelds 
 mit Anfangswert $\gamma(0)=e$ f"ur alle Zeiten definiert und
kann charakterisiert werden als der eindeutig bestimmte 
glatte Gruppenhomomorphismus 
$\gamma:\DR\ra G$ mit $\dot{\gamma}(0)=A_e$.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Dieser Satz liefert die in  \ref{EPGG} behauptete Klassifikation
der glatten Gruppenwege in einer Liegruppe.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Mit $\gamma$ ist auch $t\mapsto g\gamma(t)$ ein Flu"sweg 
unseres linksinvarianten
Vektorfelds  $A$, f"ur alle $g\in G$. Ebenso sind auch alle
\glqq zeitverschobenen\grqq\   Flu"swege wieder Flu"swege, das gilt
ja bei jedem zeitunabh"angigen Vektorfeld. W"are nun $\gamma:(a,b)\ra G$ der 
maximale Flu"sweg 
mit Anfangswert $\gamma(0)=e$ und w"are etwa $b\neq \infty$, 
so w"are $t\mapsto \gamma(b/2)\gamma(t-b/2)$ ebenfalls ein
Flu"sweg, der auf $(a+b/2, b+b/2)$ definiert w"are und
auf dem gemeinsamen Definitionsbereich mit $\gamma$ "ubereinstimmte.
Also k"onnte $\gamma$ doch nicht maximal gewesen sein, und 
dieser Widerspruch zeigt, da"s die maximalen Flu"swege linksinvarianter 
Vektorfelder f"ur alle Zeiten definiert sein m"ussen.
Dasselbe Argument zeigt dann $ \gamma(t)=\gamma(s)\gamma(t-s)$ 
f"ur alle reellen $s,t$ und damit sind unsere maximalen Flu"swege
Gruppenhomomorphismen. 
Umgekehrt gilt f"ur jeden glatten Gruppenhomomorphismus 
$\gamma:\DR\ra G$ die Identit"at $\gamma(t+s)=\gamma(t)\gamma(s)$ 
und damit $\dot{\gamma}(t)=\diff_e(\gamma(t)\cdot)\dot{\gamma}(0)$,
was ja gerade bedeutet, da"s $\gamma$ ein Flu"sweg des
linksinvarianten Vektorfelds $A$ ist, der den Ursprung mit 
der Geschwindigkeit $\dot{\gamma}(0)=A_e$ durchl"auft.
\end{proof}


\begin{Definition}
Wir definieren f"ur jede Liegruppe $G$ ihre  
\defind{Exponentialabbildung} $\exp : {\op{T}}_{e}G\ra  G $
durch die Vorschrift
$$\begin{array}{cccc}
\exp : &{\op{T}}_{e}G&\ra & G\\
    &A&\mapsto & \gamma_{A} (1)
\end{array}$$ 
f"ur  $\gamma_{A}:\Bbb{R} \ra G$ den 
glatten Gruppenweg
mit $\dot{\gamma}_{A} (0) =A$. 
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Das $s$-fache eines Vektorfelds hat offensichtlich als
Flu"swege die mit $s$-facher Geschwindigkeit durchlaufenen 
Flu"swege des urspr"unglichen Vektorfelds.
In Formeln  gilt  f"ur alle $s\in\DR$  also
 $\gamma_{sA}(t) =\gamma_{A}(st)$ 
und damit
$\exp (sA)=\gamma_{A}(s) $
f"ur alle $s\in \Bbb{R}$, $A\in {\op{T}}_{e}G$.  
\end{Bemerkungl}


\begin{Satz}[\textbf{Eigenschaften der Exponentialabbildung f"ur Liegruppen}]
F"ur jede Liegruppe $G$ ist die Exponentialabbildung\label{ExPA}
$\op{exp}:{\op{T}}_eG\ra G$ glatt und ihr Differential am Ursprung 
entspricht unter den "ublichen Identifikationen der Identit"at auf
${\op{T}}_eG$. 
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Ganz pr"azise formuliert  behauptet also unser Satz, da"s die Komposition
${\op{T}}_eG\sira {\op{T}}_0({\op{T}}_eG)\ra {\op{T}}_eG$ 
der kanonischen Abbildung aus
\ref{CaId} mit $\diff_0(\op{exp})$ die Identit"at ist.
Der Beweis braucht einige Vorbereitungen und wird im Anschlu"s an
\ref{ALAWM} gegeben. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Da das Differential der Exponentialabbildung bei Null bijektiv ist, 
liefert 
$\op{exp}:{\op{T}}_eG\ra G$   einen
Diffeomorphismus 
zwischen einer offenen Umgebung der Null im
Tangentialraum ${\op{T}}_eG$
und einer offenen Umgebung des neutralen Elements  $e$ in unserer 
Gruppe $ G$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Mit \ref{EPU} folgt, da"s die hier definierte Exponentialabbildung im
Fall von Matrixliegruppen unter den
entsprechenden Identifikationen mit der Exponentialabbildung f"ur Matrizen
zusammenf"allt.
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}\label{DFluM}
Ein glattes Vektorfeld 
auf einer glatten Mannigfaltigkeit $X$
besitzt nach \ref{PiLiM} zu jedem Anfangswert $q\in X$ einen 
gr"o"sten Flu"sweg $\gamma_q:I_q\ra X$. Wir erkl"aren 
seinen {\bf Flu"s}\index{Flu"s!von Vektorfeld!auf Mannigfaltigkeit} als die Abbildung 
$$\Phi:(t,q)\mapsto \gamma_q(t)$$ von der Menge
$\tilde{X}=\{(t,q)\in \DR\times X\mid t\in I_q\}$, dem sogenannten 
{\bf Defini\-tionsbereich des Flusses}, in unsere Mannigfaltigkeit.
\end{Definition}

\begin{Satz}[\textbf{Fl"usse von Vektorfeldern auf Mannigfaltigkeiten}]
Gegeben ein glattes Vektorfeld\label{ALAWM}
auf einer glatten Mannigfaltigkeit 
hat sein Flu"s einen offenen Definitionsbereich und ist 
ebenfalls glatt. 
\end{Satz}
\begin{proof}
Das folgt ohne Schwierigkeiten
aus dem in \eref{ALAW}{AN2} behandelten Fall, da"s unsere glatte 
Mannigfaltigkeit eine offene Teilmenge eines reellen affinen Raums ist.  
\end{proof}
\begin{proof}[Beweis von Satz \ref{ExPA} zu Eigenschaften der 
Exponentialabbildung]
Wir betrachten die Abbildung
$\DR\times  {\op{T}}_eG\ra G$ gegeben durch 
$(t,A)\mapsto \gamma_A(t)$ und zeigen, da"s sie glatt ist.
Dazu reicht es sicher zu zeigen, da"s die Abbildung
$\DR\times G\times  {\op{T}}_eG\ra G\times  {\op{T}}_eG$
gegeben durch $(t,g,A)\mapsto (g\gamma_A(t),A)$ glatt ist.
Diese Abbildung ist jedoch glatt als der  Flu"s 
eines glatten Vektorfelds
 auf $X=G\times {\op{T}}_eG$, n"amlich des Vektorfelds
$(g,A)\mapsto (\diff_e(g\cdot)A, 0)$, wobei rechts die Null von 
${\op{T}}_A({\op{T}}_eG)$
gemeint ist und wir 
genau genommen eigentlich die Verkn"upfung 
unseres Vektorfelds mit den kanonischen 
Identifikationen ${\op{T}}_{(g,A)}X\sira {\op{T}}_gG\times 
{\op{T}}_A({\op{T}}_eG)$
beschrieben haben. Damit wissen wir schon mal, da"s unsere Exponentialabbildung
glatt ist. Ihr Differential beim Ursprung von ${\op{T}}_eG$ mu"s bis auf
die "ublichen Identifikationen die Identit"at sein, da ja 
f"ur alle $A\in {\op{T}}_eG$ der Weg
$t\mapsto tA$ in ${\op{T}}_eG$ mit Geschwindigkeitsvektor $A$ bei $t=0$
unter $\exp$ zum Weg $t\mapsto \exp(tA)=\gamma_A(t)$ wird, der 
per definitionem auch den Geschwindigkeitsvektor $A$ bei $t=0$ hat.
\end{proof}
\begin{Satz}[\textbf{Homomorphismen von  Liegruppen}]
Jeder stetige Homomorphismus  $\varphi : G \ra H$ 
von Liegruppen ist  glatt\label{HeLcl} und f"ur
sein Differential $\diff\varphi$ beim neutralen Element
gilt $\op{exp}\circ \diff \varphi=\varphi\circ\op{exp}$.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}\label{KODL}
Etwas ausf"uhrlicher geschrieben behauptet die Formel aus dem
Satz ein kommutatives 
Diagramm 
$$\xymatrix{
{\op{T}}_eG \ar[r]^{\diff\varphi}
\ar[d]_{\op{exp}} &{\op{T}}_eH\ar[d]^{\op{exp}}\\
G \ar[r]^{\varphi} & H
}$$
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Das wurde im Fall von Matrixliegruppen bereits
in \ref{HeL} gezeigt. Der Beweis im allgemeinen ist derselbe.
\end{proof}



\begin{Korollar}
Auf einer topologischen Gruppe gibt es h"ochstens eine Struktur als
glatte Mannigfaltigkeit,\label{EDDI} die sie zu einer Liegruppe macht.
\end{Korollar}
\begin{proof}
Gegeben zwei derartige Strukturen ist die Identit"at nach \ref{HeLcl} ein
Diffeomorphismus zwischen unserer Gruppe mit der einen Struktur und
unserer Gruppe mit der anderen Struktur.
\end{proof}

\begin{Korollar}
Ein stetiger Gruppenhomomorphismus von einer zu\-sam\-men\-h"ang\-en\-den Liegruppe
in eine weitere Liegruppe wird bereits durch sein Differential beim
neutralen Element eindeutig festgelegt.\label{DEHO}  
\end{Korollar}
\begin{proof}
Nach \ref{HeLcl} und \ref{ExPA} wird unser Gruppenhomomorphismus durch sein
Differential zumindest in einer Umgebung des neutralen Elements eindeutig 
festgelegt. Eine zusammenh"angende Liegruppe
wird aber nach \eref{EXTO}{TM} bereits von jeder Umgebung 
ihres neutralen Elements erzeugt.
\end{proof}

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
Verwandte Vektorfelder haben verwandte Flu"swege.
Ist genauer $\phi:X\ra Y$ eine glatte Abbildung glatter Mannigfaltigkeiten 
und ist $A$ ein Vektorfeld auf $X$ und $B$ ein dazu unter $\phi$ verwandtes 
Vektorfeld auf $Y$, so ist f"ur jeden Flu"sweg $\gamma$ von
$A$ auch $\phi\circ\gamma$ ein Flu"sweg von $B$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Man beschreibe die Exponentialabbildung der Liegruppe $(\DR,+)$.
Man beschreibe die Exponentialabbildung f"ur einen endlichdimensionalen
reellen Vektorraum, aufgefa"st als Liegruppe.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
In jeder Liegruppe gibt es eine Umgebung des neutralen Elements,
die keine Untergruppe  au"ser der einpunktigen Untergruppe 
umfa"st.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{LGLA}
Zwei abgeschlossene zusammenh"angende Untergruppen einer Liegruppe,
die dieselbe Liealgebra haben,
stimmen "uberein.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Flu"s eines linksinvarianten Vektorfelds}] 
Man zeige, da"s der Flu"s eines linksinvarianten Vektorfelds $X$ auf einer 
Liegruppe $G$ durch die Formel\label{FLV} 
$X^t g=g\op{exp}(tX_e)$ beschrieben werden kann.
Man beschreibe in 
"ahnlicher Weise auch den Flu"s eines rechts\-invarianten Vektorfelds.
\end{Ubung}




\begin{Ubung}[\textbf{Liealgebren von Schnitten}]
Gegeben eine Liegruppe $G$ mit einer abgeschlossenen Untergruppe $H$ 
gilt $\op{Lie}H=\{X\in\op{Lie}G\mid \op{exp}(\DR X)\subset H\}$.\label{Pelia}
Gegeben abgeschlossene Untergruppen
 einer Liegruppe $ H,K \As G$ folgere man  
die Formel\label{LaLgca} 
$$\op{Lie}(H\cap K)=(\op{Lie}H)\cap (\op{Lie}K)$$
In derselben Weise folgt sogar f"ur eine beliebige Familie $(G_i)_{i\in I}$ 
von abgeschlossenen Untergruppen einer Liegruppe\label{LaLgc} %\label{LaLg} 
$$\op{Lie}\bigcap_{i\in I} G_i=\bigcap_{i\in I}\op{Lie}G_i$$
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Liealgebra einer Standgruppe}]
Gegeben eine glatte Operation $G\times X\ra X$ 
einer Liegruppe $G$  auf einer\label{UIGG}  
Mannigfaltigkeit $X$ und  $x\in X$ ein Punkt und
$G_x$ seine Standgruppe gilt
${\op{T}}_eG_x=\op{ker}\diff_e(\cdot x)$ f"ur
$(\cdot x)$ die Abbildung $G\ra X$, $g\mapsto gx$.
Hinweis: Man "uberlege sich, da"s gegeben $A\in{\op{T}}_eG$ die Kurve
$t\mapsto \op{exp}(tA)x$ entweder f"ur alle $t$ 
 die Geschwindigkeit Null hat
oder f"ur kein $t$.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Liealgebra einer Gruppe von Fixpunkten}]
Gegeben $ G$  eine Liegruppe und $
\varphi:G\sira G$ ein glatter Automorphismus  von $G$  ist
die Liealgebra der Gruppe der Fixpunkte $G^\varphi=\{g\in G\mid \varphi(g)=g\}$ 
von $\varphi $ genau die Menge der Fixpunkte\label{LiZe} 
des Differentials $\diff_e \varphi$ in der Liealgebra, 
in Formeln 
$$\op{Lie}(G^\varphi)=(\op{Lie}G)^{\diff_e \varphi} $$
\end{Ubung}


\nichtfinal{\begin{Bemerkungw}[\textbf{F"ur Stefan}]
  Sei $\varphi:G\ra H$ eine differenzierbare Abbildung von
  Liegruppen derart, da"s der R"uckzug jedes linksinvarianten
  Kovektorfelds linksinvariant ist. Das bedeutet, da"s auf den Kotangentialr"aumen und opponiert auf den Tangentialr"aumen
  f"ur alle $x,g\in G$ das Diagramm
$$\xymatrix{
{\op{T}}_xG \ar[rr]^{\diff_x(g\cdot)}
\ar[d]_{\diff_x \varphi} &&{\op{T}}_{gx}G\ar[d]^{\diff_{gx} \varphi}\\
{\op{T}}_{\varphi(x)}H \ar[rr]^{\diff_{\varphi(x)}(h\cdot)} && {\op{T}}_{\varphi(gx)}H
}$$
  kommutiert f"ur $h\in H$ gegeben durch $h \varphi(x)=\varphi(gx)$.
  Das bedeutet, da"s jedes linksinvariante Vektorfeld auf $G$
  unter $\varphi$ verwandt ist zu einem linksinvarianten Vektorfeld  auf
  $H$. Haben wir also $\varphi(e_G)=e_H$ und $\diff_e\varphi:X\mapsto Y$,
  so folgt in Formeln $\varphi:\grave{X}\leadsto \grave{Y}$. Aus der
  Verwandtschaft von Vektorfeldern folgt aber die Verwandtschaft ihrer
  Integralkurven, also $\varphi(g\exp{tX})=\varphi(g)\exp{tY}$ f"ur alle $g\in G$ und $t\in\DR$. Das zeigt induktiv $\varphi(\exp(t_1X_1)\ldots \exp(t_nX_n))=\exp(t_1Y_1)\ldots \exp(t_nY_n)$
 unter der Annahme $\diff_e\varphi:X_i\mapsto Y_i$.
 Ist $G$ zusammenh"angend, so
 erzeugen die $\exp(tX)$ unsere
 Gruppe $G$. F"ur beliebige Elemente  $a=\exp(t_1X_1)\ldots \exp(t_nX_n)$ und $b=\exp(s_1X_1)\ldots \exp(s_nX_n)$ folgt
 $$\begin{array}{lll}
   \varphi(ab)&=&\varphi\big(\exp(t_1X_1)\ldots \exp(t_nX_n)\exp(s_1X_1)\ldots \exp(s_nX_n)\big)\\[2mm]
   &=&\exp(t_1Y_1)\ldots \exp(t_nY_n)\exp(s_1Y_1)\ldots \exp(s_nY_n)\\[2mm]
   &=&\varphi\big(\exp(t_1X_1)\ldots \exp(t_nX_n)\big)\varphi\big(\exp(s_1X_1)\ldots \exp(s_nX_n)\big)\\[2mm]
 &=&\varphi(a)\varphi(b)\end{array}
 $$
\end{Bemerkungw}}

\subsection{Lieklammer von Vektorfeldern}

\begin{Lemma}\label{LiKl}
Gegeben differenzierbare  Vektorfelder $A,B : U \rightarrow
\vec{X}$ auf einer offenen Teilmenge $U\co X$ 
eines endlichdimensionalen reellen
Raums $X$ gibt es genau ein   Vektorfeld 
$[A,B] : U \rightarrow \vec{X}$ mit
der Eigenschaft 
\begin{equation*}
[A,B]f = A(Bf) - B(Af) \quad \forall f \in \mathcal{C}^\infty
(U,\Bbb{R})
\end{equation*}
\end{Lemma}


  \begin{Bemerkungl}
    Dieses Feld $[A,B]$ hei"st die 
{\bf Lie-Klammer}\index{Lie-Klammer!von Vektorfeldern!auf affinen R"aumen}
oder  der 
{\bf Kommutator}\index{Kommutator!von Vektorfeldern!auf affinen R"aumen} 
der Felder $A$ und $B$.
Seine anschauliche Bedeutung wird in \ref{AKVe} und
\ref{BLK} diskutiert. 
Differenzierbarkeit ist im Sinne von \eref{DeDi}{AN2} gemeint.
Der folgende Beweis wird zeigen, da"s die fragliche Gleichung 
sogar f"ur alle $\mathcal C^2$-Funktionen $f$ gilt.
  \end{Bemerkungl}



\begin{proof}[Beweis]
Ohne Beschr"ankung der Allgemeineit d"urfen wir $X = \Bbb{R}^n$ annehmen.
Unsere beiden Felder haben dann die Gestalt
\begin{eqnarray*}
A &=& a_1 \partial_1 + \ldots +a_n \partial_n\\
B &=& b_1 \partial_1 + \ldots + b_n \partial_n
\end{eqnarray*}
mit $a_i, b_i : U \rightarrow \Bbb{R}$  differenzierbar und wir
finden
\begin{eqnarray*}
ABf &=& \sum a_i \partial_i \sum b_j \partial_j f = \sum a_i (\partial_i b_j)
\partial_j f + a_i b_j \partial_i \partial_j f\\
BA f &=& \sum b_j \partial_j \sum a_i \partial_i f = \sum b_j (\partial_j a_i)
\partial_i f + b_j a_i \partial_j \partial_i f
\end{eqnarray*}
und damit schlie"slich
$
AB f - BAf = Cf
$
f"ur $$C = \sum_j \left(\sum_i a_i (\partial_i b_j) 
- b_i (\partial_i a_j)\right)
\partial_j$$
Damit haben wir gleichzeitig sogar eine explizite Formel f"ur den
Kommutator zweier Vektorfelder auf $U\co\DR^n$ erhalten.
\end{proof}





\begin{Lemma}\label{LiKlm}
Gegeben glatte Vektorfelder $A,B : X \rightarrow
{\op{T}}X$ auf einer glatten Mannigfaltigkeit $X$ gibt es genau ein glattes 
Vektorfeld 
$[A,B] : X \rightarrow {\op{T}}X$ mit
der Eigenschaft 
\begin{equation*}
[A,B]f = A(Bf) - B(Af) \quad \forall f \in \mathcal{C}^\infty
(X,\Bbb{R})
\end{equation*}
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Das folgt leicht aus 
dem in
\ref{LiKl} 
behandelten Fall von Vektorfeldern auf offenen Teilmengen affiner 
R"aume 
und der in 
\ref{lVF} besprochenen Darstellung von Vektorfeldern in Karten.
\end{proof}
\begin{Definition}
  Das
Feld $[A,B]$ aus Lemma \ref{LiKlm} hei"st die 
{\bf Lieklammer}\index{Lieklammer!von Vektorfeldern!auf Mannigfaltigkeiten} 
oder der
{\bf Kommutator}\index{Kommutator!von Vektorfeldern!auf Mannigfaltigkeiten}   
der Felder $A$ und $B$.
Die anschauliche Bedeutung dieser Konstruktion wird
 in \ref{AKVe} erkl"art.
\end{Definition}



\begin{Bemerkungl}
Der reelle Vektorraum aller glatten Vektorfelder auf einer 
glatten Mannigfaltigkeit wird mit der Lieklammer
aus der vorhergehenden Definition zu einer 
Liealgebra im Sinne von \ref{LiAl}, genauer zu einer Unter-Liealgebra
der Liealgebra aller Endomorphismen des Vektorraums der glatten
Funktionen auf unserer Mannigfaltigkeit.
\end{Bemerkungl}
% \begin{Ubung}
% [\textbf{Verwandte  Vektorfelder haben verwandte Lieklammern}] Hinweis:
% Wir wissen bereits, da"s das Anwenden von Vektorfeldern auf Funktionen
% mit Verwandtschaft vertr"aglich ist.\label{VVLK}
% \end{Ubung}







 


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Spezielle h"ohere Ableitungen}]  
  Gegeben eine Mannigfaltigkeit $X$, ein\label{gHO} 
mehrpunktiges Intervall $I\subset \DR$, eine $\mathcal C^2$-Abbildung
$\gamma:I\ra X$ und ein Punkt $t\in I$ mit $\gamma'(t)=0$ 
und $\gamma(t)=x$ k"onnen wir
einen Tangentialvektor 
$$\gamma''(t)\in {\op{T}}_{x}X$$
erkl"aren durch die Vorschrift 
$f\mapsto (f\circ \gamma)''(t)$
f"ur alle Funktionskeime $f\in \mathcal O_{X,x}$. 
Diese Linearform entspricht in der Tat
unter jeder Karte einer Richtungsableitung,
wie man aus Satz \eref{RApp}{AN2} "uber das Rechnen mit
Approximationen unschwer folgert.
Ist zus"atzlich $\varphi:X\ra Y$ glatt, so gilt offensichtlich 
$$\diff_{x}\varphi:\gamma''(t)\mapsto (\varphi\circ \gamma)''(t)$$
Im Fall einer eingebetteten Mannigfaltigkeit $X\subset E$
in einem endlichdimensionalen affinen Raum $E$ 
entspricht unsere Linearform schlicht der
Richtungsableitung in Richtung $\gamma''(t)$
und $\gamma''(t)$ kann  berechnet werden als der Grenzwert
$$\lim_{h\ra 0}\frac{2}{h^2}\left(\gamma(t+h)-\gamma(t)\right)$$
% war mal
% $$\lim_{h\ra 0}\frac{1}{2h^2}\left(\gamma(t+h)-\gamma(t)\right)$$
% Hoffentlich hat sich der Fehler nicht durchgezogen!
Wir erlauben uns diese Notation manchmal auch auf
abstrakten Mannigfaltigkeiten, obwohl sie dort 
eigentlich sinnlos ist, denn die Differenz zweier Punkte 
kann man in dieser Allgemeinheit partout nicht  bilden. 
\end{Bemerkungl}
 \begin{Bemerkungl}\label{FlNo}
    Gegeben ein glattes Vektorfeld $A$ auf einer 
Mannigfaltigkeit $M$ schreiben wir im folgenden $$A^t q$$
    f"ur die Stelle $A^t q\in M$, 
an der der Punkt $q$ landet, wenn er sich f"ur die
    Zeitspanne $t$ mit dem Flu"s des Vektorfeldes $A$ treiben l"a"st.
\end{Bemerkungl}
\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildKoFu}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
F"ur das Winkelfeld $\partial_\vartheta$  finden wir  $[\partial_x,\partial_\vartheta]=
[\partial_x,-y\partial_x + x\partial_y]=\partial_y$.
Der  Flu"s von $\partial_x$ verschiebt in $x$-Richtung,
der  Flu"s von $\partial_\vartheta$ dreht 
um den Ursprung. 
\end{minipage}
\end{figure}
\begin{Proposition}[\textbf{Anschauliche Bedeutung der Lieklammer}]
Gegeben  glatte Vektorfelder  $A,B$ auf einer 
Mannigfaltigkeit
$M$ kann  ihre Lieklammer an jeder Stelle
$p \in M$
mithilfe einer h"oheren Ableitung im Sinne von \ref{gHO}
beschrieben werden durch die Gleichung\label{AKVe}
\begin{equation*}
[A,B]_p = \lim_{t \rightarrow 0} \frac{1}{t^{2}} (B^{-t} A^{-t} B^t A^t p - p)
\end{equation*}
\end{Proposition}


\begin{Bemerkungl}
Anschaulich gesprochen mi"st\label{BLKA}  
die Lieklammer zweier Vektorfelder im Lichte dieser Proposition,
inwieweit die zugeh"origen 
Fl"usse vertauschen oder lateinisierend 
\glqq kommutieren\grqq, als da hei"st, welchen Unterschied es
macht, ob sich ein gegebener Punkt f"ur ein festes
kleines Zeitintervall erst mit dem einen und dann mit dem anderen 
Vektorfeld treiben l"a"st oder umgekehrt.
Ein alternativer Beweis der Proposition 
unter Verwendung der Lie-Ableitung wird in 
\ref{UAR} diskutiert.
\end{Bemerkungl}






\begin{proof}
 Wir setzen $\Phi (x,y,z,w) = B^{-x} A^{-y} B^z A^w p$ 
und betrachten erst mal
den Fall einer offenen Teilmenge $M \co \mathbb R^n$. 
Die partiellen Ableitungen von $\Phi$ am Ursprung 
ergeben sich dann zu
$
 \Phi_x = -B_p, \Phi_y = -A_p, \Phi_z = B_p, \Phi_w = A_p
$. Ich kann nur hoffen, 
da"s die Bedeutung des unteren Index mal als partielle Ableitung
und dann wieder als Auswerten eines Vektorfeldes an einer Stelle den Leser
nicht allzusehr verwirrt. 
Jetzt folgt f"ur $\gamma (t) \pdef \Phi (t,t,t,t)$ 
sofort $\gamma' (0) = 0$.
Durch Rechnung in einer Karte um $p$ folgt dasselbe auch f"ur eine
beliebige Mannigfaltigkeit.
Damit ist insbesondere die h"ohere Ableitung $\gamma''(0)$ 
nach \ref{gHO} auch  f"ur eine
beliebige Mannigfaltigkeit wohldefiniert.
Um sie zu berechnen, d"urfen wir 
ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit wieder annehmen, da"s wir 
eine offene Teilmenge $M \co \mathbb R^n$ vor uns haben.
Wir k"onnen also unsere Erkenntnisse \eref{RApp}{AN2}
"uber das Rechnen mit Approximationen verwenden.
F"ur die partiellen Ableitungen zweiter Ordnung von $\Phi$ 
am Ursprung erhalten wir wegen
$\Phi (x,0,z,0) = \Phi (x-z, 0,0,0)= \Phi (0,0,z-x,0)$ sofort
$\Phi_{xx} = - \Phi_{xz} = - \Phi_{zx} = \Phi_{zz}$ 
und ebenso $\Phi_{yy} = - \Phi_{yw} = - \Phi_{wy} = \Phi_{ww}$. 
Damit k"urzt sich der Einflu"s dieser Terme auf $\gamma'' (0)$ weg.
Weiter haben wir per definitionem $\Phi_z (0,0,0,w) = B (A^w p)$,
wobei wir den Auswertungspunkt des Vektorfelds $B$ 
diesmal in Klammern dahinterschreiben, um Subindizes zu vermeiden.
Nun ist $w \mapsto A^wp$ ein Weg durch $p$ mit Geschwindigkeit $A_p$ bei 
$w = 0$.
Setzen wir $B = \sum b_i \partial_i $ und $A = \sum a_j \partial_j$ 
mit glatten reellwertigen Funktionen $b_i, a_j$, so ergibt
sich f"ur $\Phi=(\Phi^1,\ldots,\Phi^n)$ folglich
\begin{equation*}
  \Phi^i_{xy} = -\Phi^i_{xw} =\Phi^i_{zw} = A_p (b_i)=
\sum_j a_j (p)\cdot (\partial_j b_i) (p)
\end{equation*}
und mit einer "ahnlichen Rechnung 
\begin{equation*}
  \Phi^i_{yz} = -B_p (a_i)=
\sum_j b_j (p)\cdot (\partial_j a_i) (p)
\end{equation*}
Hier mu"s ich wieder hoffen, da"s  die inkonsistente 
Notation $\Phi=(\Phi^1,\ldots,\Phi^n)$ mit
oberen Indizes f"ur die Koordinaten den Leser nicht allzusehr verwirrt. 
Die unteren
Indexpl"atze sind leider bereits f"ur die Notation  partieller
Ableitungen vergeben.   
Nach unseren Formeln f"ur das Rechnen mit Approximationen \eref{RApp}{AN2}
ist also  $\gamma''(0)/2$ der Vektor des $\DR^n$ mit den
Eintr"agen $A_p(b_i)-B_p(a_i)$, und diese Beschreibung 
 stimmt 
mit unserer Beschreibung der Lieklammer in Koordinaten aus
dem Beweis von \ref{LiKl} "uberein.
\end{proof}



\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildKVF}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Illustration zur Formel  $[\partial_y,y\partial_x]=
\partial_x$.
Gezeichnet ist das Bild von $(0,1/2)$ unter den Fl"ussen
dieser Felder f"ur  Zeiten $1,1/2$ und $1/4$,
und zwar \glqq erst mit $\partial_y$, dann mit $y\partial_x$,
dann mit $-\partial_y$, dann mit $-y\partial_x$\grqq. Man sieht
zumindest qualitativ, wie  der
Abstand des Endpunkts vom Ausgangspunkt mit der Zeit von 
zweiter Ordnung klein wird, und da"s der Differenzvektor 
geteilt durch das Quadrat der \glqq Zeit\grqq\  gegen 
den Kommutator alias die Lie-Klammer $\partial_x$ strebt.
\end{minipage}
\end{figure}













\begin{Proposition}[\textbf{"uber kommutierende Vektorfelder}]
Zwei glatte
Vektorfelder\label{KoVez}  $A,B$ auf einer Mannigfaltigkeit
 kommutieren genau dann, wenn ihre
Fl"usse lokal kommutieren, 
wenn es also in Formeln f"ur jeden Punkt $p\in U$ ein
$\varepsilon >0$ gibt mit 
$$A^t B^s p= B^s A^t p\qquad \forall s,t\in (-\varepsilon,\varepsilon)$$
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
Diese Proposition sagt insbesondere: Wenn
 die Fl"usse zweier glatter Vektorfelder an jeder Stelle
\glqq kommutieren bis auf einen Fehler von  mindestens dritter Ordnung\grqq\
in dem Sinne, da"s der Grenzwert in \ref{AKVe} verschwindet,
so kommutieren sie bereits ohne jeglichen Fehler.
 \end{Bemerkungl}

\begin{proof}[Beweis]
Kommutieren die Fl"usse, so auch die Vektorfelder nach \ref{AKVe}.
Kommutieren umgekehrt die Vektorfelder und 
hat das erste Feld bei $p$ keine Nullstelle,
so w"ahlen wir mit \eref{SFVV}{AN2} lokale Koordinaten derart, da"s
das erste Vektorfeld gerade $\frac{\partial}{\partial x_{1}}$ wird.
Dann hat
das zweite Vektorfeld die Gestalt $$a_{2} \frac{\partial}
{\partial x_{2}} + \ldots
+ a_{n} \frac{\partial}{\partial x_{n}}$$ wobei $a_{2}, \ldots , a_{n}$
konstant sind in $x_{1}$.
Der Flu"s des zweiten Feldes ist also invariant unter 
Verschiebung in die $x_{1}$-Richtung,
d.h.\ unter dem Fluss des ersten Feldes,
und die Behauptung folgt.
Verschwinden beide Felder bei $p$, ist die Behauptung eh klar.
\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}[\textbf{Vertr"aglichkeit von Verwandtschaft und Lieklammer}]
Verwandte Vektorfelder haben verwandte Lieklammern.
Sind\label{LKV} 
 genauer und 
in Formeln $ X$ und $ Y$ Mannigfaltigkeiten
 und ist $\phi :U \rightarrow V$ eine\label{VVLK} 
glatte Abbildung 
und sind $A,B$ glatte Vektorfelder auf $U$
und $\tilde{A},\tilde{B}$ 
glatte Vektorfelder auf $V$, so gilt 
\begin{equation*}
(\phi:A\leadsto \tilde{A} \text{ und }\phi:B\leadsto \tilde{B})
\quad \RA \quad \phi:[A,B]\leadsto [\tilde{A},\tilde{B}]
\end{equation*}
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Lieklammer durch Vergleich von Fl"ussen}]
    Sind $A,B$ glatte Vektorfelder\label{BLK} auf einer offenen Teilmenge $U$
    eines endlichdimensionalen reellen Raums $X$, so gelten im Richtungsraum
    $\vec{X}$ f"ur alle $p \in U$ die Gleichungen
$$[A,B]_{p}= \lim_{t \ra 0} \frac{1}{t^{2}}
\left({B}^t {A}^t p - {A}^t {B}^t p\right)= \lim_{t \ra 0} \frac{1}{t^{2}}
\left( {A}^{-t} {B}^t {A}^t p -{B}^t p\right)$$
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{KKV} 
Gegeben glatte paarweise kommutierende Vektorfelder, 
die  an einer gegebenen
Stelle
linear unabh"angig sind, finden wir stets lokale Koordinaten 
$x_1,\ldots, x_n$ um diese 
Stelle, in der unsere Vektorfelder die
Gestalt $\frac{\partial}{\partial x_{1}}, \ldots , 
\frac{\partial}{\partial x_{r}}$
haben.
\end{Ubung}



\newpage
\section{Liegruppen und Liealgebren}

\subsection{Lieklammer und adjungierte Darstellung}\label{ADJn}



\begin{Bemerkungl}
Die linksinvarianten Vektorfelder auf einer
Liegruppe  bilden wegen der Vertr"aglichkeit von Lieklammern mit
Verwandtschaft  \ref{VVLK} einen
unter der Lieklammer stabilen Teilraum im 
Raum aller glatten Vektorfelder.
Dasselbe gilt f"ur die rechtsinvarianten Vektorfelder.
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}
Gegeben eine Liegruppe $G$ versehen  wir den Tangentialraum im 
neutralen Element ${\op{T}}_eG$ mit 
derjenigen Struktur einer Liealgebra, 
f"ur die das Fortsetzen zu einem linksinvarianten Vektorfeld ein
Liealgebrenhomomorphismus in die Liealgebra der 
glatten Vektorfelder auf $G$ ist. Den Raum ${\op{T}}_eG$ mit dieser
Struktur einer Liealgebra nennen 
wir die {\bf Liealgebra der Liegruppe} $G$
\index{Lie-Algebra!einer Liegruppe} und notieren ihn\label{TGlV} 
$$\op{Lie}G$$
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Da"s wir hier die linksinvarianten Vektorfelder bevorzugen,
h"angt damit zusammen, da"s wir auch die allgemeinen linearen Gruppen 
$\op{GL}(V)$ und die Endomorphismenringe $\op{End}V$ 
stets in der Weise definieren, da"s sie von links auf
$V$ operieren. Unsere Konventionen passen dann in der in
\ref{LiGLc} erkl"arten Weise so zusammen, da"s dem Kommutator von
linksinvarianten Vektorfeldern der Kommutator von Endomorphismen
entspricht.  
Die Beziehung zur entsprechenden Konstruktion mit
rechtsinvarianten Vektorfeldern kl"art \ref{RLVF}.
\end{Bemerkungl}

 \begin{Satz}[\textbf{Die 
Lieklammer der allgemeinen linearen Gruppe}]
    Gegeben ein endlichdimensionaler reeller
Vektorraum $V$\label{LiGLc} 
    ist die durch $\op{trans}^{-1}$ gegebene 
    kanonische Identifikation ${\op{T}}_e\op{GL}(V)\sira \op{End}V$
    ein Isomorphismus von Liealgebren
$$ \op{Lie}(\op{GL}(V))\sira \frak{gl}(V)$$
f"ur die Liealgebrenstruktur \glqq durch den
Kommutator der linksinvariant fortge\-setzten Vektorfelder\grqq\ 
links und die
Liealgebrenstruktur \glqq durch den Kommutator im Matrizenring\grqq\   rechts.
\end{Satz}


\begin{proof}
F"ur die  Einheitsmatrix verwenden wir die beiden Notationen
 $e=I$ je nachdem,
ob wir sie eher als einen Punkt oder eher als eine Matrix
auffassen. 
  F"ur jede von Null verschiedene Linearform $\mu:V\ra k$ 
liefert die sogenannte Matrixkoeffizientenabbildung eine Einbettung
$c=c_\mu:V\hra \mathcal C^\infty(\op{GL}(V),\DR)$ durch
$c_\mu(v)\pdef c_{\mu,v}$ mit $c_{\mu,v}(x)\pdef\mu(xv)$.
Die Vorschrift $(v,\mu)\mapsto c_{\mu,v}$ ist
dann ein Homomorphismus
$$V\boxtimes V^\ast\ra C^\infty(\op{GL}(V),\DR)$$
von Darstellungen  von $G\times G^{\op{opp}}$ f"ur $G=\op{GL}(V)$. 
Gegeben $X\in {\op{T}}_e\op{GL}(V)$
notieren wir  $\bar X\in \frak{gl}(V)$ sein
Urbild 
 unter der kanonischen Identifikation \nichtfinal{(erkl"aren!)} 
$\op{trans}:\frak{gl}(V)\sira {\op{T}}_e\op{GL}(V)$ und $\grave X$
seine linksinvariante Fortsetzung. 
Gegeben $f\in \mathcal C^\infty(\op{GL}(V),\DR)$ haben 
wir einerseits per definitionem
$$X(f)=\left.\frac{\op{d}}{\diff t}\right|_{t=0}f(I+t\bar X)$$
Speziell ergibt sich f"ur unsere Matrixkoeffizienten 
$X(c_{\mu, v})=\mu(\bar X v)$. 
Andererseits gilt f"ur die linksregul"are Darstellung 
alias die Wirkung von $G^{\op{opp}}$ die Formel
$ g^\circ c_{\mu, v}=c_{g^\circ\mu, v}$ und wir folgern 
$$(\grave X c_{\mu, v})(g)=( g^{\circ} (\grave X c_{\mu, v}))(e)=
(\grave X (g^{\circ} c_{\mu,
  v}))(e)=X(c_{g^{\circ}\mu,v})=
c_{\mu, \bar Xv}(g)$$
%Andererseits gilt f"ur die linksregul"are Darstellung 
%$\acute g c_{\mu, v}=c_{g\mu, v}$ und wir folgern 
%$$(\grave X c_{\mu, v})(g)=(\acute g^{-1} (\grave X c_{\mu, v}))(e)=
%(\grave X (\acute g^{-1} c_{\mu,
%  v}))(e)=X(c_{g^{-1}\mu,v})=
%c_{\mu, \bar Xv}(g)$$
alias $\grave X c_{\mu, v}=c_{\mu, \bar Xv}$ alias 
$\grave X c(v)=c(\bar Xv)$
alias $\grave X c=c\bar X$. 
Es folgt $[\grave X,\grave Y]c=c[\bar X,\bar Y]$ und f"ur das
$Z\in {\op{T}}_e\op{GL}(V)$ mit $\grave Z=[\grave X,\grave Y]$ gilt
folglich 
$$c\bar Z=\grave Z c=[\grave X,\grave Y]c=c[\bar X,\bar Y]$$
Wegen der Injektivit"at von $c$ folgt schlie"slich  $\bar Z=[\bar X,\bar Y]$
in $\frak{gl}(V)$. 
\end{proof}




\begin{Satz}
Das Differential beim neutralen Element eines stetigen Homomorphismus
von Liegruppen   $\varphi : G \ra H$ 
ist  
ein Homomorphismus von Liealgebren\label{HeLc}  
$$\diff_e\varphi:\op{Lie}G\ra \op{Lie}H$$ 
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Wir k"urzen diesen Homomorphismus oft zu $\diff_e\varphi=\diff\varphi$ ab.
\end{Bemerkungl}


\begin{proof}
Der gr"o"ste Teil dieses Satzes wurde  bereits
in \ref{HeLcl} gezeigt. Offen ist nur noch, da"s das fragliche Differential
mit dem Kommutator vertr"aglich ist.
Man sieht jedoch leicht ein, da"s das linksinvariante Vektorfeld zu 
$A\in {\op{T}}_eG$ unter 
$\varphi$ verwandt ist zum linksinvarianten Vektorfeld zu 
$(\diff_e\varphi)(A)\in {\op{T}}_eH$ auf $H$. Die Behauptung folgt nun, da
das Bilden des Kommutators nach \ref{VVLK} Verwandtschaft respektiert.
\end{proof}


\begin{Bemerkungl}
Die Exponentialabbildung einer Lieguppe $G$ schreiben wir von nun an meist
$\op{exp}:\op{Lie}G\ra G$ und unser  kommutatives Diagramm aus \ref{KODL}
erh"alt damit die Gestalt
$$\xymatrix{
\op{Lie}G \ar[r]^{\diff\varphi}
\ar[d]_{\op{exp}} &\op{Lie}H\ar[d]^{\op{exp}}\\
G \ar[r]^{\varphi} & H
}$$
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
  Gegeben ein endlichdimensionaler $\DR$-Vektorraum $V$ 
und eine Liegruppe $G$ und ein stetiger Gruppenhomomorphismus 
$\rho:G\ra \op{GL}(V)$ notieren wir die Verkn"upfung
${\op{d}}_e\rho:{\op{T}}_eG\ra {\op{T}}_e\op{GL}(V)$ mit der kanonischen
Identifikation ${\op{T}}_e\op{GL}(V)\sira \op{End}V=\frak{gl}(V)$ auch 
$${\op{d}}\rho= {\op{d}}_e\rho:\op{Lie}G\ra \frak{gl}(V)$$ 
Nach \ref{HeLc}  und \ref{LiGLc}
 ist diese Abbildung auch ein Homomorphismus von
Liealgebren. Wir nennen ihn das {\bf Differential der Darstellung $\rho$}.
\index{Differential!einer Darstellung}\label{DiffDa}  
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
Gegeben eine Gruppe $G$ definiert jedes Element $x \in G$ 
einen Gruppenhomomorphismus
$$
\begin{array}{cccc}
\op{int} x:& G&\rightarrow &G\\
&  y& \mapsto &xyx^{-1}
\end{array}
$$
Er hei"st die \defind{Konjugation mit $x$} oder auch der durch $x$ definierte
\defnoind{innere Automorphismus},\index{innerer Automorphismus!einer Gruppe}
auf Englisch \defind{interior automorphism}, 
daher die Notation. Mehr dazu findet man in 
\eref{OpKo}{LA2}. Ist $G$ eine Liegruppe, so ist $\op{int} x$ f"ur
jedes $x\in G$ eine glatte Abbildung $G\ra G$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Lemma}[\textbf{Adjungierte Darstellung}]
Ist $G$ eine Liegruppe und ordnen wir jedem Gruppenelement $x \in G$ das
Differential am neutralen\label{AdLi} 
Element der Konjugation mit $x$ 
zu\index{Ad@$\op{Ad}$ adjungierte Darstellung!von Liegruppe} und setzen
$
\op{Ad} (x)\pdef \diff_e (\op{int} x) : {\op{T}}_e G \rightarrow {\op{T}}_e G,
$
so erhalten wir einen Homomorphismus von Liegruppen
$$\begin{array}{cccc}
\op{Ad} :& G & \mapsto &\op{Aut} ({\op{T}}_e G)\\
&x & \mapsto & \op{Ad} x
\end{array}$$
Ist weiter $\varphi : G \rightarrow H$ ein Homomorphismus von Liegruppen,
so kommutiert f"ur alle $x \in G$ das Diagramm
\begin{displaymath}
\xymatrix{
{\op{T}}_e G \ar[d]_{\op{Ad} x} \ar[r]^-{\diff_e \varphi} & 
{\op{T}}_e H \ar[d]^{\op{Ad} \varphi(x)}\\
{\op{T}}_e G \ar[r]^-{\diff_e \varphi} & {\op{T}}_e H
}
\end{displaymath}
\end{Lemma}
\begin{Beispiel}
F"ur $G = \op{GL} (n; \Bbb{K})$ oder allgemeiner 
$G= \op{Aut} V$ mit $V$ einem
endlichdimensionalen $\Bbb{K}$-Vektorraum ist 
$\op{int} x$ die Einschr"ankung einer linearen 
Abbildung auf $\op{Mat} (n ; \Bbb{K})$ beziehungsweise
$\op{End} V$, die durch dieselbe
Formel gegeben wird. Das Differential einer 
linearen Abbildung ist aber an jeder Stelle 
schlicht die Abbildung selber, unter der kanonischen 
Identifikation des Tangentialraums mit dem Raum selber, 
so da"s wir erhalten
\begin{equation*}
(\op{Ad} x)(A) = x A x^{-1}
\end{equation*}
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}\label{AdjD}
Vermittels des Differentials der Konjugation 
$\op{Ad}$  wird nach \ref{AdLi} also der Tangentialraum 
einer Liegruppe beim neutralen Element eine Darstellung 
unserer Liegruppe. Diese Darstellung hei"st die 
\defnoind{adjungierte 
Darstellung}\index{adjungiert!Darstellung!von Liegruppe} unserer Liegruppe, 
und diese Terminologie motiviert auch erst recht 
eigentlich die Notation $\op{Ad}$.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Zun"achst einmal zeigen wir, da"s $\op{Ad}$ ein 
Gruppenhomomorphismus ist.
Nun gilt aber offensichtlich $\op{int} (xz) = 
\op{int} (x) \circ \op{int} (z)$ und nach der 
Kettenregel folgt daraus $\diff_e \op{int} (xz)= 
\diff_e (\op{int} x) \circ \diff_e
(\op{int} z)$ alias in unserer Notation  $\op{Ad} (xz) = \op{Ad} (x) 
\circ \op{Ad} (z)$ f"ur alle $x,z \in G$.
Dann zeigen wir, da"s $\op{Ad}$ eine glatte 
Abbildung ist. Dazu gehen wir aus von der glatten Abbildung
$
G \times G \rightarrow G, (x,y) \mapsto xyx^{-1},
$
die nach \ref{DiTa} eine glatte Abbildung auf 
den Tangentialb"undeln
${\op{T}} (G\times G) \rightarrow {\op{T}}G$ liefert. Mit 
einigen kanonischen Identifikationen und 
Einbettungen liefert das ein kommutatives Diagramm
\begin{displaymath}
\xymatrix{
G \times {\op{T}}G \ar@{^{(}->}[r] & {\op{T}}G \times 
{\op{T}}G \ar[r]^{\sim} & {\op{T}}(G\times G)
\ar[r] & {\op{T}}G \\
%\bigcup & & &\bigcup\\
G\times {\op{T}}_e G \ar[rrr]\ar@{^{(}->}[u]  &&&{\op{T}}_e G\ar@{^{(}->}[u]
} 
\end{displaymath}
dessen untere Zeile $(x,v) \mapsto (\op{Ad}x) (v)$ 
dann auch eine glatte Abbildung sein mu"s. Das zeigt, 
da"s $\op{Ad}: G \rightarrow \op{Aut} {\op{T}}_e G$ glatt ist.
Das kommutative Diagramm im letzten Teil unseres Lemmas 
ergibt sich schlie"slich, indem man im kommutativen Diagramm
\begin{displaymath}
\xymatrix{
G \ar[r]^{\varphi}\ar[d]_{\op{int} x} &H \ar[d]^{\op{int}\varphi(x)}\\
G \ar[r]^{\varphi} & H
}
\end{displaymath}
zu den Differentialen an den neutralen Elementen "ubergeht.
\end{proof}
\begin{Definition}
Das Differential im Sinne von \ref{DiffDa}
der adjungierten Darstellung
$\op{Ad}:G \rightarrow \op{Aut} ({\op{T}}_e G)$ 
 wird notiert als
\begin{equation*}
\op{ad} \pdef \diff_e \op{Ad} : \op{Lie} G \rightarrow \frak{gl} ({\op{T}}_e G)
\end{equation*}
\end{Definition}
\begin{Beispiel}[\textbf{Adjungierte Darstellung der $\op{GL} (n;\Bbb{K})$}] 
Im Fall der Gruppen $G= \op{GL} (n; \Bbb{K})$ oder allgemeiner der Automorphismengruppen
$G = \op{Aut} V$ endlichdimensionaler reeller Vektorr"aume
 haben wir\label{KaD} 
$
(\op{ad} A) (B) = AB-BA.
$
In der Tat ist das Auswerten an $B \in \op{End} V$ eine lineare Abbildung 
$\op{aus}_B : \op{End} (\op{End} V) \rightarrow \op{End} V$, es gilt also
$\diff_e  (\op{aus}_B \circ \op{Ad}) = \op{aus}_B \circ \op{ad}$.
Nun gilt offensichtlich weiter auch  
$(\op{aus}_B \circ \op{Ad} )(x) = (\op{Ad} x) (B) = x B x^{-1}$.
Um das Differential dieser Abbildung zu berechnen, schreiben 
wir sie als Verkn"upfung
$$
\begin{array}{ccccc}
\op{Aut}V &\rightarrow& 
\op{End} V \times \op{End} V & \rightarrow &\op{End} V\\
x&\mapsto&(x, x^{-1})\;\;\;\;\;(y, z)\;\; & \mapsto & y Bz
\end{array}
$$
Hier ist nun das Differential der ersten Abbildung beim neutralen Element nach
\ref{DInv} gegeben durch $A \mapsto (A,-A)$ und das Differential 
der Zweiten beim Bild des neutralen Elements nach \eref{PRm}{AN2} 
durch $(C,D) \mapsto (CB + BD)$ und das Differential der 
Verkn"upfung ist folglich gegeben durch $A \mapsto AB -BA$.
Damit erhalten wir schlie"slich $(\op{ad} A)(B) = AB -BA = [A,B]$ 
wie gew"unscht.
\end{Beispiel}





\begin{Proposition}[\textbf{Differential der adjungierten Darstellung}]
Gegeben eine Liegruppe $G$ gilt f"ur alle $X,Y \in \op{Lie} G$ die Formel
\begin{equation*}
(\op{ad} X)(Y) = [X,Y]
\end{equation*}
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
Rechts steht hier der Kommutator der beiden Vektorfelder,
die durch linksinvariante Fortsetzung zweier Tangentialvektoren 
am neutralen Element entstehen, oder vielmehr der Wert dieses 
Kommutatorfeldes am neutralen Element. Links dahingegegen steht salopp 
gesprochen das Differential der von der Operation durch Konjugation 
unserer Liegruppe auf sich selbst induzierten Operation auf dem
Tangentialraum beim neutralen Element. Wir geben 
f"ur die Proposition zwei Beweise. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Erster Beweis]
Wir verwenden im folgenden meist dieselbe 
Notation f"ur linksinvariante Vektorfelder und ihre 
Werte beim neutralen Element, und deuten nur in 
Ausnahmef"allen den Unterschied durch einen Index $e$ an. Der Flu"s 
eines linksinvarianten Feldes $X$ wird nach \ref{FLV}  gegeben durch
\begin{equation*}
X^t g = g \op{exp} (tX)
\end{equation*}
f"ur alle $g \in G$ und $t \in \Bbb{R}$.
Bezeichne $\op{log}$ die Umkehrung von $\op{exp}$ in einer kleinen Umgebung des
neutralen Elements.
Da die Lieklammer Verwandschaft respektiert und da
das Differential des Logarithmus 
bis auf kanonische Identifikationen die
Identit"at ist,  liefert die Darstellung \ref{BLK} des
Kommutators zweier Vektorfelder die Relation
\begin{displaymath}
\begin{array}[b]{lcl}
[X,Y]_e &=& \lim_{t \rightarrow 0} 
\frac{1}{t^{2}}\left(\log(X^{-t} Y^t X^te) 
-\log (Y^te)\right)\\[2mm]
&=& \lim_{t \rightarrow 0} \frac{1}{t^{2}}\left(\log 
( \op{e}^{tX} \op{e}^{tY} \op{e}^{-tX})
 - \log (\op{e}^{tY})\right) \\[2mm]
&=& \lim_{t\rightarrow 0} \frac{1}{t^{2}} (\op{Ad} (\op{e}^{tX}) (tY) - tY)\\[2mm]
&=& \lim_{t \rightarrow 0} \frac{1}{t} (\op{Ad} (\op{e}^{tX})(Y) - Y)\\[2mm]
&=& (\op{ad} X)(Y)
\end{array}
\qedhere\end{displaymath}
\end{proof}



\begin{proof}[Zweiter Beweis]
Dieser Beweis ist zwar etwas l"anger,
daf"ur aber unabh"angig von unseren Erkenntnissen \ref{BLK} "uber
den Zusammenhang zwischen der Lieklammer von Vektorfeldern und
dem Kommutieren der zugeh"origen Fl"usse.
Um Klammern zu sparen, k"urzen wir $\op{ad}(X)=\op{ad}_X$ ab.
Es reicht, f"ur jede glatte Funktion $f:G\ra\DR$ zu zeigen
\begin{equation*}
[X,Y] f = (\op{ad}_XY) f
\end{equation*}
Dazu beachten wir zun"achst $\op{ad}_ XY = \partial_t
(\op{Ad} \op{e}^{tX})(Y)$, wobei wir hier und
im Rest des  Beweises 
alle partiellen  Ableitungen als ausgewertet bei Null
verstehen.
Das Anwenden auf eine glatte Funktion $f$ 
gefolgt vom Auswerten  $\delta_g$ 
an einem Gruppenelement $g$ ist eine 
Linearform auf dem Raum aller glatten Vektorfelder und damit auch
auf dem Raum aller linksinvarianten Vektorfelder, wir haben 
demnach auch
\begin{equation*}
\delta_g( \op{ad}_ XY) f =\partial_t\;\delta_g
(( \op{Ad}\op{e}^{tX})(Y))f
\end{equation*}
Jetzt beachten wir die Verwandtschaften
$$\begin{array}{cccc}
(\op{int} h) :& Y &\rightsquigarrow &(\op{Ad} h)(Y)\\
(\op{int} h):& f\circ (\op{int} h) &\rightsquigarrow& f
\end{array}$$
woraus sofort folgt
$(\op{int} h) : Y (f \circ \op{int} h) \rightsquigarrow 
((\op{Ad} h)(Y) ) (f)$
 alias \begin{eqnarray*} (Y(f\circ \op{int} h)) \circ (\op{int} h)^{-1} 
&=& ((\op{Ad} h)(Y))(f)
\end{eqnarray*}
und  damit
\begin{eqnarray*}
\delta_g(\op{ad}_XY)f &=& \partial_t\;\delta_g
(( \op{Ad}\op{e}^{tX})(Y))f\\
&=& \partial_t \;
(Y(f\circ \op{int} \op{e}^{tX})(\op{e}^{-tX} g \op{e}^{tX})\\
& =&\partial_t\partial_s \;(f\circ \op{int} 
\op{e}^{tX})(\op{e}^{-tX} g \op{e}^{tX}\op{e}^{-sY})\\
&=& \partial_t\partial_s\;
f( g \op{e}^{tX}\op{e}^{sY}\op{e}^{-tX} )\\
&=& \partial_t\partial_s \;f( g \op{e}^{tX}\op{e}^{sY})
- \partial_t\partial_s \;f( g \op{e}^{sY}\op{e}^{tX} )\\
&=& (X(Yf))(g)  - (Y(Xf))(g)
\end{eqnarray*}
Dieser Beweis verwendet die Exponentialabbildung nicht wirklich: 
Statt $\op{e}^{tX}$ und  $\op{e}^{sY}$
k"onnten wir darin ebenso irgendwelche anderen glatten 
Wege verwenden, die zum Zeitpunkt $t=0$ beziehungsweise $s=0$ mit der Geschwindigkeit 
$X$  beziehungsweise $Y$ durch das neutrale Element fahren.
\end{proof}


\begin{Bemerkungl}
  \label{ZLAA}
    Gegeben eine Liegruppe $G$ folgt aus der Beschreibung
\ref{LiKe} der Liealgebra des Kerns eines
Liegruppenhomomorphismus unmittelbar die Identit"at
 $\op{Lie}(\op{ker}\op{Ad})= \{X\in
    \frak{g}\mid [X,Y]=0\;\forall Y\in \frak{g}\}$. Dieser Teilraum hei"st im
    "ubrigen f"ur eine beliebige Liealgebra $\frak{g}$ das {\bf
      Zentrum}\index{Zentrum!einer Liealgebra} der Liealgebra $\frak{g}$.
\end{Bemerkungl}


\subsubsection*{"Ubungen}


\begin{Ubunge}\label{RLVF}
  Sei $G$ eine Liegruppe. 
Wir %% erinnern an den Raum $\cal{C}_G^\infty(G,{\op{T}}G)$ aller 
%% glatten Vektorfelder auf $G$ und an den Tangentialraum ${\op{T}}_eG$
%% beim neutralen Element $e\in G$ und 
betrachten das Diagramm
$$\begin{array}{c}  \left\{ \begin{array}{c} \text{glatte Vektorfelder auf
           $G$}
 \end{array}\right\}
 \\
\nearrow \hspace{3cm} \nwarrow\\[4mm]
\left\{ \begin{array}{c}\text{glatte linksinvariante}\\ 
\text{Vektorfelder auf $G$}
\end{array}\right\} \hspace{2cm}
\left\{ \begin{array}{c} \text{glatte rechtsinvariante}\\
\text{Vektorfelder auf $G$}\end{array}\right\}\\[4mm]
 \searrow \hspace{3cm}\swarrow  \\
  \left\{ \begin{array}{c}\text{Tangentialraum von $G$}\\ 
\text{am neutralen Element}
\end{array}\right\}  
\end{array}$$
%% $$\begin{array}{rcl} & \cal{C}_G^\infty(G,{\op{T}}G)
%% % \left\{ \begin{array}{c} \text{glatte Vektorfelder auf
%% %           $G$}
%% % \end{array}\right\}
%% & \\
%% \nearrow & & \nwarrow\\[4mm]
%% \left\{ \begin{array}{c}\text{glatte linksinvariante}\\ 
%% \text{Vektorfelder auf $G$}
%% \end{array}\right\} & &
%% \left\{ \begin{array}{c} \text{glatte rechtsinvariante}\\
%% \text{Vektorfelder auf $G$}\end{array}\right\}\\[4mm]
%%  \searrow & &\swarrow  \\
%% & {\op{T}}_eG &
%% %  & \left\{ \begin{array}{c}\text{Tangentialraum von $G$}\\ 
%% % \text{am neutralen Element}
%% % \end{array}\right\}  &
%% \end{array}$$
wo die beiden unteren Pfeile durch das Auswerten am neutralen Element definiert
werden.  Die obere H"alfte unseres Diagramms besteht aus Lie-Algebren und
Lie-Algebren-Homomorphismen.  Die beiden unteren Pfeile sind Isomorphismen und
versehen den Tangentialraum am neutralen Element ${\op{T}}_{e}G$ mit zwei
Lie-Algebra-Strukturen. Der Leser m"oge als "Ubung zeigen, da"s hier die
Lieklammer f"ur die eine Struktur auf ${\op{T}}_eG$ 
gerade das Negative der Lieklammer
f"ur die andere Struktur ist. Hinweis: Man fasse die Inversenabbildung 
$G\sira G^{\op{opp}}$ auf als Homomorphismus in die Gruppe mit
der opponierten Multiplikation.
\end{Ubunge}


\begin{Ubung}
Das linksinvariante Vektorfeld auf der
Gruppe $G=\op{GL}(2;\DR)$, dessen Wert beim neutralen Element 
durch die Matrix $A\in \op{Mat}(2;\DR)$ gegeben wird, 
mu"s sich als
 Linearkombination der partiellen Ableitungen
nach den
Matrixeintr"agen  $\sum f_{ij}\partial_{ij}$ mit gewissen 
glatten Funktionen $f_{ij}$ als Koeffizienten schreiben lassen.
Man berechne diese Funktionen und pr"ufe explizit, da"s die
linksinvariante Fortsetzung in diesem Fall ein Homomorphismus
von Lie-Algebren ist, wenn wir $\op{Mat}(2;\DR)$ mit der durch den 
"ublichen Kommtator gegebenen Struktur einer Liealgebra versehen. 
Mutige rechnen dasselbe allgemeiner f"ur 
 $G=\op{GL}(n;\DR)$ und auch f"ur rechtsinvariante Felder, 
beachten dabei jedoch die vorhergehende "Ubung \ref{RLVF}.
\end{Ubung}




\begin{Ubung}[\textbf{Derivierte Liegruppen und Liealgebren}]   
  Gegeben eine Gruppe $G$ bezeichne $(G,G)$ die von allen Kommutatoren
$aba^{-1}b^{-1}$ erzeugte Untergruppe, die sogenannte 
{\bf derivierte Gruppe}.   Gegeben eine Liealgebra $\mathfrak g$ 
bezeichne $[\mathfrak g,\mathfrak g]$ den von allen Kommutatoren
$[X,Y]$ erzeugten Untervektorraum. Er ist, wie man leicht einsieht, wieder
eine Liealgebra, die sogenannte\label{DeAb}  
{\bf derivierte Liealgebra}. Gegeben eine zusammenh"angende Liegruppe $G$
mit Liealgebra $\mathfrak g$ zeige man nun, da"s aus 
$[\mathfrak g,\mathfrak g]=\mathfrak g$ bereits folgt $(G,G)=G$.
Hinweis: Zun"achst zeige man, da"s die $(\op{Ad}g)(X)-X$
f"ur $g\in G$ und $X\in\mathfrak g$ bereits ganz $\mathfrak g$ als
Vektorraum erzeugen. Dann verwende man den Umkehrsatz um zu zeigen, da"s 
$(G,G)$ eine Umgebung des neutralen Elements umfa"st.
% Man zeige $G=(G,G)$ f"ur
% $G=\op{SU}(2)$ und $G=\op{SO}(3)$. Man folgere $K=(K,K)$ f"ur
% jede zusammenh"angende kompakte Liegruppe $K$ mit endlichem Zentrum. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Liealgebra einer Gruppe von Fixpunkten, Variante}]
Gegeben $ G$ eine Liegruppe   und $ \Phi\subset 
\op{GrpTop}^\times G$ eine Menge von Automorphismen von $G$ ist
die Liealgebra der abgeschlossenen Untergruppe 
$G^\Phi=\{g\in G\mid \varphi(g)=g\;\forall \varphi\in
\Phi\}$ 
der Fixpunkte von $ \Phi$ genau die Menge der Fixpunkte
in der Liealgebra, in Formeln\label{LiZea} 
$$\op{Lie}(G^\Phi)=(\op{Lie}G)^\Phi$$
Hier ist rechts die abgeleitete Operation gemeint, 
ausgeschrieben h"atten wir also
$\op{Lie}(G^\Phi)=\{X\in \op{Lie}G\mid (\diff_e \varphi)(X)=X
\;\forall \varphi\in
\Phi\}$. Hinweis: Man kombiniere \ref{LiZe} und 
\ref{LaLgca}.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Liealgebra eines Zentralisators}]
Gegeben eine Liegruppe  $ G$ und ein Element $h\in G$ gilt stets 
$\op{Lie}{\op{Z}}_G(h)=\{X\in \op{Lie}G\mid (\op{Ad}h)(X)=X\}$.\label{LIEZ}  
Gegeben eine Liegruppe  $ G$ und eine Teilmenge $H\subset G$ gilt stets 
$\op{Lie}Z_G(H)=\{X\in \op{Lie}G\mid (\op{Ad}h)(X)=X\;\forall h\in H\}$. 
Hinweis: Man wende \ref{LiZe} an auf $\phi=\op{int}h$
beziehungsweise  \ref{LiZea} auf $\Phi=\{\op{int}h\mid h\in H\}$.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
Gegeben eine endlichdimensionale stetige Darstellung 
$G\ra \op{GL}(V)$ einer Liegruppe mit der abgleiteten Darstellung 
ihrer Liealgebra zeige man die Formel
$$g(X(g^{-1}v))=((\op{Ad}g)(X))v
\quad\forall g\in G, \;X\in \op{Lie}G,\; v\in V$$
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
Man zeige, da"s gegeben eine Liegruppe $G$ 
f"ur jedes Gruppenelement $g\in G$ die Abbildung
$\op{Ad}(g)$ ein Liealgebrenhomomorphismus ist.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{ZkAd} 
  Gegeben eine zusammenh"angende Liegruppe $G$ f"allt ihr Zentrum 
stets zusammen mit dem
Kern der adjungierten Darstellung, in Formeln ${\op{Z}}(G)=\op{ker}(\op{Ad})$.  
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{ZkAdv} 
Man zeige: Gegeben eine Liegruppe $G$ 
und eine abelsche Unteralgebra $\mathfrak h\subset \op{Lie}G$
ist $\op{exp}:\mathfrak h\ra G$ ein Gruppenhomomorphismus von der
additiven Gruppe des Vektorraums $\mathfrak h$ in unsere Liegruppe $G$.
Hinweis: Kommutierende Vektorfelder haben kommutierende Fl"usse.     
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Auf einer Liegruppe ist die Lieklammer eines linksinvarianten
  Vektorfeldes mit einem rechtinvarianten Vektorfeld stets das Nullfeld.
\end{Ubung}

\subsection{Kompakte Liealgebren} 
\begin{Definition}
Sei $\frak{g}$ eine endlichdimensionale Liealgebra "uber einem K"orper $k$.
Die {\bf Killingform von}\index{Killingform} $\frak{g}$ ist die Bilinearform 
$\kappa=\kappa_{\frak{g}}:\frak{g} \times \frak{g}\ra  k$\label{Kil} 
auf unserer Liealgebra, die gegeben wird durch die Vorschrift
\index{k@$\kappa=\kappa_{\frak{g}}$ Killing-Form}
$$\kappa (X,Y) \pdef\op{tr} ((\op{ad} X)(\op{ad} Y))$$
\end{Definition}  



\begin{Definition}
  Eine reelle Liealgebra hei"st {\bf
    kompakt},\index{kompakt!Lie-Algebra} wenn 
sie endlichdimensional ist mit negativ definiter Killing-Form.\label{KoLii}
 \end{Definition}
\begin{Proposition}
Jede zusammenh"angende kompakte Liegruppe mit endlichem Zentrum 
hat eine kompakte Liealgebra.\label{KoLII}
\end{Proposition}
\begin{proof}
      Sei $K$ unsere
     kompakte Liegruppe und $\mathfrak k=\op{Lie}K$ ihre Liealgebra.  Das Bild
     der adjungierten Darstellung ist eine kompakte Matrixliegruppe und  nach
     \ref{IsPr} gibt es damit 
auf $\mathfrak k$  ein $(\op{Ad}K)$-invariantes
     Skalarprodukt.  Bez"uglich einer Orthonormalbasis werden mithin alle
     $\op{Ad} g$ f"ur $g\in K$ durch orthogonale Matrizen dargestellt und alle
     $\op{ad} X$ f"ur $X \in \mathfrak k$ dementsprechend
 durch schiefsymmetrische
     Matrizen.  Alle Eigenwerte dieser $\op{ad} X$ sind insbesondere
 rein imagin"ar,
     und das zeigt
     \begin{equation*}
       \op{tr} ((\op{ad} X)( \op{ad} X)) < 0
     \end{equation*}
     falls $\op{ad} X \neq 0$. Hat unsere Gruppe zus"atzlich 
endliches Zentrum und ist zusammenh"angend,
     so gilt auch $\mathfrak z (\mathfrak k) = 0$, mithin $(\op{ad}
     X = 0 )\Rightarrow (X = 0)$, und ihre Liealgebra ist in der Tat kompakt.
\end{proof}
  \begin{Satz}[\textbf{Kompakte Liegruppen mit trivalem Zentrum}] 
    Das Bilden der Liealgebra und das Bilden der Einskomponente der
    Automorphismengruppe liefern zueinander inverse Bijektionen
auf Isomorphieklassen\label{TKLI}  
$$\begin{array}{ccc}
  \left\{\begin{array}{c}
      \text{zusammenh"angende kompakte}\\
      \text{ Liegruppen mit trivialem Zentrum}\\
       \end{array}\right\} &
  \overset{\sim}{\ra} & \left\{\begin{array}{c} \text{kompakte}\\
      \text{Liealgebren}
    \end{array}\right\}\\[5mm]
  K & \mapsto & \op{Lie} K\\
 (\op{Aut} \mathfrak k)^\circ&\leftmapsto & \mathfrak k
\end{array}$$
\end{Satz}







   
\begin{proof}
Es gilt zu zeigen, da"s die im Satz gegebene 
Abbidungsvorschrift in der Gegenrichtung eine Umkehrabbildung liefert.   
Ist $\mathfrak k$ eine kompakte
     Liealgebra, so ist  $A\pdef (\op{Aut} \mathfrak k)^\circ$ 
als abgeschlossene
     Untergruppe der orthogonalen Gruppe zur Killingform eine kompakte
     Liegruppe und wir erhalten Isomorphismen $ \mathfrak k \sira
     \op{Der}_{\mathbb R} \mathfrak k \overset{\sim}{\leftarrow} \op{Lie} A$
     mit \ref{DerLL} und \ref{FGTR} oder \ref{GHZy}. 
Die Komposition dieser Isomorphismen ist sogar ein
Isomorphismus von Darstellungen von $A$, wenn man auf $\mathfrak k$ die
offensichtliche Darstellung betrachtet und auf $\op{Lie} A $ die
adjungierte Darstellung. Damit zeigt \ref{ZkAd}, da"s 
unser $A$ triviales Zentrum hat und wir haben eine Abbildung
$\mathfrak k\mapsto K_{\mathfrak k}\pdef A= (\op{Aut} \mathfrak k)^\circ$
in die Gegenrichtung 
konstruiert und auch schon einen Isomorphismus
$\mathfrak k\sira \op{Lie}K_{\mathfrak k}$
angegeben. Ist andererseits $K$ eine zusammenh"angende kompakte Liegruppe
mit trivialem Zentrum, so liefert die adjungierte Darstellung nach \ref{ZkAd}
eine Injektion $\op{Ad}:K\hra (\op{Aut} \mathfrak k)^\circ$ und 
damit einen Hom"oomorphismus auf das Bild dieser Injektion, das 
eine abgeschlossene zusammenh"angende Untergruppe mit
 Liealgebra  $\op{ad}\mathfrak k$ sein mu"s. Nach \ref{DerLL} und \ref{GHZy}
hat dies Bild damit dieselbe  Liealgebra wie
$(\op{Aut} \mathfrak k)^\circ$ und nach \ref{LaLg}
ist unsere Injektion damit erst ein
Isomorphismus von abstrakten Gruppen, dann aber nach \ref{QHK}
auch ein Isomorphismus von topologischen Gruppen, und dann nach \ref{EDDI}
sogar ein Isomorphismus von Liegruppen.
   \end{proof}
   \begin{Lemma}\label{DerLL}
     F"ur jede kompakte Liealgebra $\mathfrak k$ liefert $\op{ad}$ einen
     Isomorphismus von Liealgebren $\op{ad}: \mathfrak k\sira
     \op{Der}_{\mathbb R} \mathfrak k$.
   \end{Lemma}
   \begin{Bemerkungl}
     Dieser Beweis verwendet zwei Aussagen aus der allgemeinen Theorie der
Liealgebren, die der Leser aber auch ohne alle Theorie  leicht 
pr"ufen kann: Nach \eref{224}{HL} ist die Restriktion der Killingform einer
endlichdimensionalen Liealgebra auf ein Ideal die 
Killingform des besagten Ideals. Nach
\eref{OKKi}{HL} ist weiter das orthogonale
Komplement eines Ideals unter der Killingform stets wieder ein Ideal. 
   \end{Bemerkungl}
   
     \begin{proof}
       In der Tat ist $\op{ad}$ im Fall einer kompakten Liealgebra sicher
       injektiv. Das einzige Problem ist nachzuweisen, da"s diese Abbildung
       surjektiv ist.  Da $\mathfrak k\cong \op{ad} \mathfrak k$ kompakt ist,
       kann die Restriktion der Killingform $\kappa_{D}$ von $ D
       \pdef\op{Der}_{\DR} \mathfrak k$ auf $\op{ad} \mathfrak k$ nicht
       entarten. Ist also $I \subset D$ das orthogonale Komplement von
       $\op{ad} \mathfrak k$ unter der Killingform $\kappa_{D}$, so gilt $I
       \cap \op{ad} \mathfrak k=0$ und folglich $D = I \oplus \op{ad}
       \mathfrak k$ mit Dimensionsbetrachtungen.  Da nach \ref{DeAdM} beide
       Ideale sind, folgt $[I, \op{ad} \mathfrak k] =0$, also $[\delta,
       \op{ad} x] = \op{ad} (\delta x) =0 \; \forall \delta \in I$, $ x\in
       \mathfrak k$, also $\delta x = 0 \; \forall \delta \in I, x\in
       \mathfrak k$ und damit $I = 0$ wie gew"unscht.
     \end{proof}

\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}\label{inKI} 
Man zeige:  Gegeben eine Liegruppe ist die Killingform auf ihrer Lie-Algebra
invariant unter der adjungierten Darstellung.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Man erkl"are, wie die adjungierte Darstellung von $\op{SL}(2;\DR)$ 
zu einem Isomorphismus $\op{SL}(2;\DR)/(\pm \op{id})\sira \op{SO}(2,1)^+$
f"uhrt. 
\end{Ubung}

     \begin{Ubung} Man zeige:\label{kored}  
       Gegeben eine kompakte Liegruppe $K$ zerf"allt ihre Liealgebra
       $\mathfrak k$ in die direkte Summe $\mathfrak k=[\mathfrak k,\mathfrak k] \oplus
       \mathfrak z(\mathfrak k)$ der derivierten Liealgebra mit dem Zentrum.
Hinweis:
Unter der adjungierten Darstellung zerf"allt $\mathfrak k$ nach \ref{VolR} in
       eine direkte Summe einfacher Unterdarstellungen. %  Ist $K$
%        zusammenh"angend, so sind diese auch einfache Unterdarstellungen der
%        adjungierten Darstellung unserer Liealgebra.  Diese Erkenntnis
%        impliziert eine Zerlegung $\mathfrak k=[\mathfrak k,\mathfrak k] \oplus
%        \mathfrak z(\mathfrak k)$ mit $\mathfrak z(\mathfrak k)$ der Summe der
%        eindimensionalen und damit notwendig trivialen Unterdarstellungen aus
%        solch einer Zerlegung.
     \end{Ubung}




\subsection{Von Liealgebren zu Liegruppen}

\begin{Definition}\label{invD}
Seien  $X$ ein endlichdimensionaler reeller 
affiner Raum und $U \co X$ eine offene Teilmenge. Eine 
{\bf $d$-dimensionale Distribution\index{Distribution!$d$-dimensionale} 
$D$ auf $U$}
ist eine Zuordnung, die jedem Punkt $p \in U$ einen $d$-dimensionalen
Teilraum $$D (p) \subset \vec{X}$$ zuordnet. Eine derartige Distribution
hei"st {\bf glatt},\index{glatt!Distribution} 
 wenn es um jeden Punkt $q\in U$ eine offene Umgebung
$V\co U$ und glatte Vektorfelder auf $V$ gibt,
deren Werte an jedem Punkt $p \in V$ den Raum $D (p)$ aufspannen.
Eine glatte Distribution hei"st \defind{involutiv}, 
wenn diejenigen glatten Vektorfelder auf $U$, die an jeder Stelle $p$ Werte in
unserem Teilraum $D (p)$ annehmen,  im Raum 
aller glatten Vektorfelder auf $U$
eine Unter-Liealgebra bilden, 
wenn also in Formeln f"ur
je zwei glatte Vektorfelder
$
A, B : U \rightarrow \vec X $ mit $ A_p, B_p \in D(p) 
\;\forall p \in U$
gilt $[A,B]_p \in D(p) \; \forall p \in U$.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}] 
Die Bezeichnung \glqq Distribution\grqq\ wird auch
f"ur gewisse verallgemeinerte Funktionen oder genauer 
verallgemeinerte Ma"se verwendet. Man lasse sich hierdurch nicht verwirren. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{von Frobenius}]
Seien  $X$ ein endlichdimensionaler reeller 
affiner Raum, $U \co X$ eine offene Teilmenge und $D$ eine glatte
d-dimensionale Distribution auf $U$.\label{FroT}\index{Frobenius!Satz von} 
Genau dann ist $D$ involutiv, wenn man f"ur jeden Punkt $q \in U$ eine offene
Umgebung $V\co U$ 
und darauf Koordinaten $y_1, \ldots , y_n$ so finden kann, da"s
f"ur alle $p \in V$ gilt $$D (p) = \langle (\partial /\partial y_1)_p, 
\ldots, (\partial/\partial y_d)_p \rangle_\DR$$
\end{Satz}
\begin{proof}
Die einzige Schwierigkeit besteht darin, aus der 
Involutivit"at der Distribution
die Existenz der fraglichen lokalen Koordinatensysteme zu folgern.
Indem wir $U$ notfalls 
verkleinern, d"urfen wir ohne
Beschr"ankung der Allgemeinheit annehmen, da"s es 
glatte Vektorfelder $A^1, \ldots , A^d : U \rightarrow
\vec X$ gibt, deren Werte an jeder 
Stelle $p \in U$ den Raum $D (p)$ aufspannen.
Insbesondere hat dann $A^1$ keine 
Nullstelle und wir finden nach  Satz \eref{SFVV}{AN2}
"uber die Normalform eines Vektorfelds ohne Nullstelle, wenn wir
$U$ notfalls noch weiter verkleinern, 
Koordinaten $x_1, \ldots , x_n$ auf $U$ mit $A^1 = 
{\partial}/{\partial x_1}$.
Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit 
d"urfen wir weiter annehmen, da"s unsere Vektorfelder
$A^i$ f"ur $i \geq 2$ keinen 
${\partial}/{\partial x_1}$-Anteil haben alias in der Gestalt
\begin{equation*}
A^i = a^i_2 {\partial}/{\partial x_2}
+ \ldots +a^i_n {\partial}/{\partial x_n}
\end{equation*}
geschrieben werden k"onnen mit $a^i_j \in \mathcal C^\infty (U, \mathbb R)$.
Zu den Feldern $A^i$ f"ur $2 \leq i \leq n$ 
gibt es unter dieser Annahme jeweils genau ein verwandtes Feld
$B^i$ auf der Hyperfl"ache 
$W := \{ p \in U \mid x_1 (p) 
= x_1 (q)\}$. Da nach \ref{LKV}
verwandte Felder verwandte Lieklammern 
haben, erzeugen die $B^i$ eine involutive
$(d-1)$-Distribution auf $W$. 
Wenn wir
$W$ noch etwas  verkleinern, so  gibt es nach 
Induk\-tionsannahme auf $W$ Koordinaten $y_2, \ldots,
y_n$ mit $$\langle B_p^2, \ldots , 
B_p^d \rangle = \langle ({\partial}/{\partial y_2})_p
,\ldots , ({\partial}/{\partial y_d})_p \rangle \qquad \forall p\in W$$
Verkleinern wir   $U$ hinreichend weiter, 
so liefert das Vergessen der ersten Koordinate
eine glatte Abbildung $\pi: U \rightarrow W$, 
vermittels derer wir die Koordinaten $y_2, \ldots,
y_n$ zu Funktionen auf $U$ zur"uckziehen k"onnen, die 
dann zusammen mit $y_1 \pdef x_1$  ein Koordinatensystem
einer Umgebung von $q$ in $U$ bilden. 
Das Vektorfeld 
$A^1 = (\partial/\partial x_1)$ bez"uglich
$(x_1, \ldots , x_n)$ ist dann auch das Vektorfeld 
$({\partial}/{\partial y_1})$
bez"uglich $(y_1, \ldots , y_n)$.
Es reicht nun zu zeigen, da"s auf einer Umgebung von $q$
das Anwenden jedes unserer Felder $A^i$ auf jede der
Funktionen $y_j$ mit $d + 1 \leq j \leq n$ die Nullfunktion 
liefert, denn dann tauchen  in der Darstellung
\begin{equation*}
A^i = b^i_1 ({\partial}/{\partial y_1}) +b^i_2 ({\partial}/{\partial y_2}) 
+ \ldots +b^i_n ({\partial}/{\partial y_n})
\end{equation*}
nur die ${\partial}/{\partial y_j}$ f"ur $1\leq j\leq d$ mit
von Null verschiedenen Koeffizienten auf.
Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit zeigen wir das nur f"ur $j=n$
und nehmen $d<n$ an.
F"ur $i =1$ ist die Aussage eh klar, aber dieser Fall kann auch 
 ohne Schaden im folgenden Argument noch mitlaufen.
Aus der Involutivit"at unserer Distribution 
folgt $[A^1, A^i]=\sum c^i_k A^k$ 
f"ur geeignete glatte Funktionen $c^i_k$, und das liefert hinwiederum
f"ur die $(A^i (y_n))$ das  
System von Differentialgleichungen 
\begin{equation*}
\frac{\partial}{\partial y_1} (A^i (y_n)) = \sum^d_{k=1} c^i_k A^k (y_n)
\end{equation*}
Schr"anken wir diese Identit"aten von glatten Funktionen 
ein auf die Fasern von
$\pi : U \rightarrow W$, so bedeuten sie homogene lineare 
Systeme von Differentialgleichungen
von Funktionen in  $y_1$.
W"ahlen wir $U$ so klein, da"s alle Fasern von $\pi$ 
zusammenh"angend sind, so gibt es zu
jedem Anfangswert 
nach \eref{LLDa}{AN2}  
genau eine L"osung auf jeder Faser. 
Bei Punkten  $p\in W$  ist aber nach
Konstruktion
der Koordinaten $y_i$
 der fragliche Wert $(A^i (y_n))(p)=(B^i (y_n))(p)=0$,
folglich bilden
unsere Funktionen $A^i (y_n)$ auf jeder Faser die Null-L"osung
und verschwinden also auf ganz $U$.
\end{proof}
\begin{Bemerkunge}
Unter einer 
{\bf partiellen 
Unter-Liegruppe}\index{partiell!Unter-Liegruppe}\index{Unter-Liegruppe!partielle}
einer Liegruppe\label{pLG} 
verstehen wir wie in \ref{pMLG} eine
Untermannigfaltigkeit $M\subset G$  derart, da"s (1) die Identit"at
zu $M$ geh"ort und da"s es (2) eine  Umgebung $U$ der Identit"at gibt
mit den Eigenschaften 
$(U\cap M)(U\cap M)\subset M$ und $(U\cap M)^{-1}\subset M$.
\end{Bemerkunge}
\begin{Lemma}[\textbf{Unter-Liealgebren und partielle Unter-Liegruppen}]
  Ist $G$ eine Liegruppe
und $\frak h \subset \op{Lie} G$ eine Lie-Unteralgebra, so ist f"ur
eine hinreichend kleine Umgebung $V \co \frak h$ des 
Ursprungs das Bild $M = \op{exp} (V) \subset
G$  eine partielle Unter-Liegruppe.\label{UaUl}
\end{Lemma}
\begin{proof}
   Ist 
$\frak h \subset {\op{T}}_e G$ ein Untervektorraum, so ist f"ur
eine hinreichend kleine Umgebung $V \co \frak h$ des 
Ursprungs das Bild $M = \op{exp} (V) \subset
G$ nach \ref{ExPA} schon mal eine Untermannigfaltigkeit und
die linksinvarianten
Vektorfelder auf $G$ zu Elementen von $\frak h$ 
erzeugen eine $(\op{dim} \frak h)$-dimensionale
linksinvariante Distribution $D_{\frak h}$ auf $G$. 
Ist $\frak h \subset {\op{T}}_e G$ eine Lie-Unteralgebra,
so erkennt man leicht, da"s diese Distribution
auch involutiv und  rechtsinvariant sein mu"s.
Nun finden wir mithilfe des Frobenius-Theorems \ref{FroT} 
eine offene Umgebung $W\co G$ des
neutralen Elements und darauf
ein Koordinatensystem $(x_1, \ldots, x_n):
W \overset{\sim}{\rightarrow} (-1,1)^n$ 
derart, da"s das neutrale Element dem Nullvektor entspricht und da"s 
f"ur $d = \op{dim} \frak h$ gilt
\begin{equation*}
D_{\frak h} (p) = \langle (\partial/\partial x_1)_p , 
\ldots, (\partial / \partial x_d) \rangle
\quad \forall p \in W
\end{equation*}
Ist dann  $V\co \frak h$ eine konvexe Umgebung des neutralen Elements mit
der Eigenschaft $\op{exp} (V) \exp (V) \subset W$, so behaupte ich
\begin{equation*}
\exp (V) \exp(V) \subset \{ p \in W \mid x_{d+1} (p) =  \ldots=
x_n (p) = 0\}
\end{equation*}
In der Tat, gehen wir f"ur $X,Y \in V$ erst mit dem 
Weg $t \mapsto \op{exp} (t X)$
vom neutralen Element nach $\op{exp} X $ und dann mit dem Weg
$s \mapsto \op{exp} (X) \op{exp} (sY)$ 
weiter nach $\op{exp} (X) \op{exp} (Y)$, so liegen die 
Geschwindigkeitsvektoren beider Wege
an jeder Stelle in unserer Distribution $D_{\frak h}$, 
was die Behauptung zeigt.
Andererseits gibt es eine offene Umgebung $A\co W$ des neutralen
Elements mit $\exp(V)\cap A=\{ p \in A \mid x_{d+1} (p) =  \ldots=
x_n (p) = 0\}$. W"ahlen wir $U\co A$ hinreichend klein, so
k"onnen wir sicher erreichen, da"s gilt
$(\exp(V)\cap U)(\exp(V)\cap U)\subset  A$ und damit nach
dem vorhergehenden $(\exp(V)\cap U)(\exp(V)\cap U)\subset  \exp(V)$.
Man erkennt damit, da"s $\op{exp} (V) \subset G$ in der 
Tat eine partielle Lie-Untergruppe
ist.
\end{proof}


\begin{Satz}[\textbf{Unter-Liegruppen zu Unter-Liealgebren}]
Gegeben eine Liegruppe $G$ und eine Unter-Liealgebra 
$\frak h  \subset \op{Lie} G$ gibt es auf
der von $(\op{exp} \frak h) $ erzeugten Untergruppe 
$H = \langle \op{exp} \frak h  \rangle \subset G$ 
genau eine Struktur als Liegruppe derart, da"s\label{UlUl}  
die Injektion $H \hookrightarrow G$ ein glatter Gruppenhomomorphismus 
 ist und 
ihr Differential beim neutralen Element einen 
Isomorphismus von Lie-Algebren $\op{Lie} H \overset{\sim}
{\rightarrow} \frak h $ induziert.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Man beachte, da"s wir keineswegs fordern, da"s $H$ die von $G$ induzierte
Topologie tr"agt. Das typische Gegenbeispiel in eine
Gerade, die sich mit dichtem Bild und injektiv 
 um einen zweidimensionalen Torus
windet. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Wir finden eine offene konvexe Umgebung des 
Ursprungs $V \co \frak h $ wie in \ref{UaUl}, so da"s also
$\op{exp} (V) \op{exp} (V)$ in einer 
Umgebung $W$ des neutralen Elements mit der
Distribution $D_\frak h $ angepa"sten 
Koordinaten $(x_1, \ldots, x_n) : W \overset{\sim}{\rightarrow}
(-1,1)^n$ landet.
Dann versehen wir $H$ mit der finalen 
Struktur eines $\mathbb R$-geringten Raums zur Familie
der Abbildungen
\begin{equation*}
(h \cdot) \circ \op{exp} : V \rightarrow H
\end{equation*}
f"ur $h\in H$.
Der Rest des Arguments kann dem Leser 
"uberlassen bleiben.
\end{proof}



\begin{Bemerkungl}
Ein topologischer Raum hei"st 
{\bf einfach zusam\-men\-h\"{a}ng\-end},
wenn\index{einfach!zusammenh"angend}
 er nicht leer ist und jede zusammenh"angende 
"Uberlagerung\label{EfZn} 
unseres Raums im Sinne von \ref{DeUe} bereits ein Hom"oomorphismus  ist.
In \eref{zwsz}{TF} wird gezeigt, da"s eine Mannigfaltigkeit
genau dann einfach zusammenh"angend ist, wenn sie wegweise einfach
zusammenh"angend ist im Sinne von \eref{zzhk}{AN2}. 
\end{Bemerkungl}




\begin{Satz}[\textbf{Integration von Liealgebrenhomomorphismen}]
Sind $G,H$ Liegruppen und ist $G$ einfach 
zusammenh"angend, so liefert das Differenzieren eine
Bijektion\label{LGLAn} %\label{LGLA}
$$\begin{array}{ccc}
\op{GrpTop} (G,H) & \sira & 
\op{Lalg}_{\Bbb{R}} (\op{Lie} G, \op{Lie} H)$$
\end{array}$$
zwischen der Menge aller stetigen Gruppenhomomorphismen von $G$ nach $H$
und der  Menge aller Homomorphismen von reellen Liealgebren von
$\op{Lie} G$ nach $ \op{Lie} H$.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Die inverse Abbildung zur Bijektion in unserem Satz nennt man auch 
das \defnoind{Integrieren}.\index{Integrieren!von Liealgebrenhomomorphismen}
Man w"urde etwa sagen, da"s unter gewissen
Umst"anden ein Homomorphismus von Liealgebren zu einem
Homomorphismus von Liegruppen integriert werden kann.
Den Spezialfall der Gruppe $G=\DR$ haben wir bereits in 
\ref{EPGG} kennengelernt. Der Fall $G=S^1$, $H=\DR$ zeigt, da"s die Bedingung 
$G$ einfach zusammenh"angend f"ur die Surjektivit"at 
im zweiten Teil unseres Satzes 
notwendig ist. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Der Satz impliziert insbesondere, da"s zwei  einfach zusammenh"angende
Liegruppen mit isomorphen Liealgebren bereits  isomorph sein m"ussen.
Genauer l"a"st sich sogar jeder Isomorphismus ihrer Liealgebren zu
einem Isomorphismus der Liegruppen selber integrieren.
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}
Da"s das Differenzieren im Fall einer zusammenh"angenden Liegruppe 
$G$  stets eine
Injektion liefert, haben wir bereits als Korollar  \ref{DEHO} gezeigt.
Es bleibt, die Surjektivit"at zu zeigen. 
 Der Graph 
unseres Liealgebrenhomomorphismus ist offensichtlich eine Unterlieagebra
$\mathfrak l \subset \op{Lie} G\times \op{Lie} H$.
Nach \ref{UlUl}  gilt es auf der Untergruppe 
$L\pdef \langle\op{exp}\mathfrak l\rangle\subset G\times H$  eine
Struktur als Liegruppe derart, da"s die die Injektion $L\hra G\times H$ ein
glatter Gruppenhomomorphismus ist und da"s ihr Differential am neutralen
Element einen Isomorphismus 
$\op{Lie}L\sira\mathfrak l$ induziert. Die Projektion
$L\ra G$ ist also auch glatt und  ihr Differential am neutralen
Element induziert einen Isomorphismus 
$\op{Lie}L\sira\op{Lie}G$. Damit aber mu"s $L\ra G$
nach \ref{DeUe} 
eine "Uberlagerung sein und, wenn $G$ bereits einfach zusammenh"angend ist,
ein Hom"oomorphismus von topologischen R"aumen und dann auch sofort 
ein Isomorphismus von
Liegruppen. Das Inverse dieses Isomorphismus gefolgt von der Projektion von
$L$ auf $H$ ist dann der gesuchte Homomorphismus von Liegruppen
$G\ra H$ mit vorgegebenem Differential beim neutralen Element.  
\end{proof}



\begin{Bemerkunge}
  Ich sollte diskutieren, unter welchen Umst"anden sich ein
Liealgebrenhomomorphismus von der Liealgebra einer Liegruppe in die 
glatten Vektorfelder einer Mannigfaltigkeit zu einer Gruppenoperation
integrieren
l"a"st. Das sollte doch wohl m"oglich sein, wenn alle Integralkurven der
Vektorfelder aus dem Bild auf ganz $\DR$ definiert sind und au"serdem
unsere Liegruppe einfach zusammenh"angend ist.
\end{Bemerkunge}


\begin{Bemerkunge}[\textbf{Liegruppen mit vorgegebener Liealgebra}]
Man kann zeigen, da"s  sogar 
jede endlichdimen\-siona\-le reelle Liealgebra
 zur Liealgebra einer einfach zusammenh"angenden\label{LGVL} 
Liegruppe isomorph  ist, vergleiche etwa \cite{HiNe}. 
Dieser Satz ist f"ur uns jedoch im folgenden nicht relevant.
Der Beweis geht aus von Satz \eref{??}{??}, der besagt, da"s jede
endlichdimen\-siona\-le reelle Liealgebra zu einer Unteralgebra einer
Liealgebra $\mathfrak{gl}(n;\DR)$ isomorph ist. Dann nimmt man schlicht die 
nach \ref{UlUl} zugeh"orige Untergruppe mit ihrer Struktur einer Liegruppe von
ebendort und deren universelle "Uberlagerung \eref{EUUU}{TF} 
 und macht sie mit \ref{UbLie} wieder zu einer Liegruppe.  
\end{Bemerkunge}



\begin{Bemerkunge}[\textbf{Integration als Linksadjungierter der Differentiation}] 
Leser, die mit der Begrifflichkeit adjungierter Funktoren vertraut sind,
m"ogen  Satz \ref{LGLAn} "uber die Beziehung von
Liegruppen zu endlichdimensionalen Liealgebren zusammen mit
Bemerkung \ref{LGVL} auffassen 
als die Beschreibung eines Linksadjungierten desjenigen Funktors,
der jeder Liegruppe ihre Liealgebra zuordnet: Dieser Linksadjungierte
ordnet  jeder endlichdimensionalen Liealgebra $\frak{g}$ 
 die einfach
zusammenh"angende Liegruppe $G$ mit $\op{Lie}G=\frak{g}$ zu. 
\end{Bemerkunge}











% \begin{Ubung}\label{LiKea} 
% Gegeben ein stetiger Homomorphismus von 
% Liegruppen $\varphi : G \ra H$  zeige man mit \ref{Pelia}
% die Formel $\op{Lie}(\op{ker}\varphi)=\op{ker}(\diff_e\varphi)$
% und allgemeiner f"ur $K\subset H$ eine abgeschlossene
% Untergruppe 
% $$\op{Lie}(\varphi^{-1}(K))=
% \{x\in \op{Lie}G\mid (\diff_e\varphi)(x)\in\op{Lie}K\}$$
% \end{Ubung}
% \begin{Ubung}\label{LiZeae} 
% Gegeben   ein Automorphismus $ \phi:
% G\ra G$ einer Liegruppe  $ G$  ist
% die Liealgebra der abgeschlossenen Untergruppe $G^ \phi\subset G$ 
% der Fixpunkte von $ \phi$ genau die Menge der Fixpunkte
% in der Liealgebra, in Formeln
% $$\op{Lie}(G^\phi)=(\op{Lie}G)^\phi$$
% Hier ist rechts die abgeleitete Operation gemeint, 
% ausgeschrieben lautet unsere Behauptung also
% $\op{Lie}(G^\phi)=\{X\in \op{Lie}G\mid (\diff_e \varphi)(X)=X
% \}$.
% \end{Ubung}



% \begin{Ubung}\label{LaLgca}
% F"ur beliebige abgeschlossene Untergruppen
%  $ H,K \As G$ einer Liegruppe $G$ zeige man mit  \ref{Pelia}
% die Formel $\op{Lie}(H\cap K)=(\op{Lie}H)\cap (\op{Lie}K)$.
% Allgemeiner zeige man f"ur eine beliebige Menge 
% $\cal{K}$ von abgeschlossenen 
% Untergruppen einer Liegruppe 
% $G$, da"s die Liealgebra ihres Schnitts der Schnitt ihrer 
% Liealgebren ist, in Formeln
% $$\op{Lie}\left(\bigcap_{K\in \cal{K}} K\right)=
% \bigcap_{K\in \cal{K}} \op{Lie} K$$
% \end{Ubung}


\subsection{Quotienten und homogene R"aume}
\begin{Satz}
Jede abgeschlossene Untergruppe einer Liegruppe ist  eine 
Untermannigfaltigkeit und damit selbst eine Liegruppe.
\end{Satz}
\begin{proof}
Mutatis mutandis  wie im Fall \ref{UGM} von Matrixliegruppen.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}
Die Liealgebra einer abgeschlossenen Untergruppe einer Liegruppe
$H\As G$ besteht nach \ref{Pelia}  
genau aus allen Tangentialvektoren am neutralen
  Element der urspr"unglichen Liegruppe derart, da"s der zugeh"orige
 Gruppenweg ganz in unserer Untergruppe verl"auft.
In Formeln gilt also
$$\op{Lie}H=\{X\in\op{Lie}G\mid \op{exp}(\DR X)\subset H\}$$
\end{Bemerkungl}


\begin{Satz}[\textbf{Quotientenkonstruktion}]
Seien $G$ eine Liegruppe und $H \As G$ eine 
abgeschlossene Untergruppe.\label{QuKo} So gilt:
\begin{enumerate}
\item
Versehen mit der \hyperref[FiSu]{finalen Struktur} 
eines $\Bbb{R}$-geringten Raums bez"uglich der
Projektion $\pi : G \twoheadrightarrow G/H$
ist $G/H$ eine glatte Mannigfaltigkeit;
\item
Jeder Punkt von $G/H$ besitzt eine 
offene Umgebung $U\co G/H$ derart, da"s $\pi$ "uber $U$ einen
glatten Schnitt besitzt, und  f"ur jeden solchen glatten Schnitt $s:U\ra G$
ist die Abbildung
$U \times H \ra G$, $ (x,h)\mapsto s (x) h$ 
eine offene Einbettung von glatten Mannigfaltigkeiten.
\end{enumerate}
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Die zweite Eigenschaft des Quotienten besagt
insbesondere, 
da"s die Projektion $G\sra G/H$ eine glatte
Submersion im Sinne von \ref{Submdg} sein mu"s. In der Terminologie der
Hauptfaserb"undel, die wir  in
\ref{gHFB} einf"uhren, besagt die zweite Eigenschaft genauer,
da"s  $G$ mit seiner $H$-Rechtsoperation
und der offensichtlichen Projektion auf 
den Quotienten ein glattes $H$-Hauptfaser\-b"un\-del auf $ G/H$ ist.
Wir erinnern Teil zwei auch in der Sprechweise, die
{\bf Quotientenabbildung sei lokal trivial}.
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkunge}[\textbf{Motivation f"ur abstrakte Mannigfaltigkeiten}] 
  In meinen Augen ist eine der wesentlichen Motivationen
f"ur die Entwicklung der Begrifflichkeit   abstrakter
Mannigfaltigkeiten, da"s es diese Sprache erlaubt,  die Methoden der 
Analysis auf Quotientenr"aume der hier betrachteten Art\label{Quott} 
 auszudehnen. Stetigkeitsbetrachtungen 
f"ur Quotienten gelingen
bereits mit dem Formalismus der topologischen R"aume, 
Differenzierbarkeitsbetrachtungen aber erst mit dem
 Formalismus der differenzierbaren Mannigfaltigkeiten. In diesem Sinne 
beginnt also
hier die Belohnung f"ur die  Arbeit, die wir seit dem Beginn
dieses Abschnitts in die Entwicklung der Theorie der 
differenzierbaren Mannigfaltigkeiten gesteckt haben. Sie kulminiert
im Beweis der Weyl'schen Charakterformel, bei dem Analysis
auf Quotientenr"aumen  ma"sgeblich eingeht. 
\end{Bemerkunge}

 \begin{Bild} 
 \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildQMfg}\\[4mm]
 \noindent Illustration zum Beweis des Satzes
"uber Quotientenmannigfaltigkeiten. 
Hier ist etwa $G\cong \DR^2$ die Papierebene, das neutrale
Element ist als fetter Punkt eingezeichnet und $H\cong\DR\times\DZ$
best"unde aus lauter horizontalen Linien.
\end{Bild}
\begin{proof}[Beweis]
Nach \eref{QAU}{TM} ist der Quotient mit seiner Quotiententopologie
schon einmal Hausdorff.
Wir w"ahlen nun ein Vektorraumkomplement 
$V \subset \op{Lie} G$ von $\op{Lie} H$ und betrachten
die Abbildung
$$\begin{array}{rccc}
\varphi :& V \times H & \ra & G\\
&(X,h) &\mapsto & (\op{exp} X)h
\end{array}$$
Nach Wahl von $V$ ist ihr Differential in $(0,1)$ bijektiv, 
folglich gibt es offene Umgebungen $A \co V$ von Null
und $B \co H$ von $1$ derart, da"s $\varphi$ eine offene 
Einbettung von glatten Mannigfaltigkeiten
$$\varphi : A \times B \hra G$$
induziert.
Ich will nun zeigen, da"s $A$ so zu einer offenen Umgebung 
$D \co V$ von Null verkleinert werden kann, da"s $\varphi$ sogar
eine Injektion 
$$\varphi : D \times H \hra G$$
induziert.
Ganz   allgemein ist $\varphi (X,h) = \varphi (Y,k)$ 
gleichbedeutend zur Identit"at
$\op{exp} (Y)^{-1} \op{exp}(X) = kh^{-1}$.
Da $H$ eine Mannigfaltigkeit ist f"ur die
induzierte Topologie, gibt es $U\co G$ mit $U\cap H=B$.
Sicher k"onnen wir  $A$ so verkleinern zu $D$, 
da"s f"ur $X,Y \in D$ 
stets gilt $\op{exp} (Y)^{-1}\op{exp}
(X)\in U$.
Dann folgt aus
$\varphi (X,h) = \varphi (Y,k)$ 
mit $X,Y \in D$
jedoch erst 
$$\op{exp} (Y)^{-1}\op{exp}
(X)= kh^{-1} \in U\cap H= B$$ und dann
$ \op{exp}(X) = \op{exp} (Y) kh^{-1}$ und daraus
wegen der Injektivit"at von $\varphi$ restringiert auf $A\times B$  wieder
$(X,1) =  (Y,kh^{-1})$ alias $(X,h) =  (Y,k)$.
% Da $H$ eine Mannigfaltigkeit ist f"ur die
% induzierte Topologie, gibt es $B'\co G$ mit $B'\cap H=B$.
% Sicher k"onnen wir  $A$ so verkleinern, da"s f"ur $X_{1},X_{2} \in A$ 
% stets gilt $\op{exp} (X_{2})^{-1}\op{exp}
% (X_{1})\in B'$ und  folglich
%  $$\op{exp} (X_{2})^{-1}\op{exp}
% (X_{1}) \in H\;\;\RA\;\; \op{exp}(X_{2})^{-1}\op{exp}(X_{1}) \in B$$
% Nun ist ganz allgemein $\varphi (X_{1},h_{1}) = \varphi (X_{2},h_{2})$ 
% gleichbedeutend zur Identit"at
% $\op{exp} (X_{2})^{-1} \op{exp}(X_{1}) = h_{2}h^{-1}_{1}$.
% Damit folgt aber f"ur $X_{1},X_{2} \in A$ und 
% beliebige $h_{1},h_{2} \in H$ aus 
% $\varphi (X_{1},h_{1}) = \varphi (X_{2},h_{2})$ 
% erst $h=h_{2}h^{-1}_{1}\in B$ und dann wegen
% $\op{exp}(X_{1}) =\op{exp} (X_{2}) h$ weiter $h=h_{2}h^{-1}_{1} =1$ 
% und $X_{1} =X_{2}$.
Mithin induziert $\varphi$ f"ur unser so verkleinertes $D$ eine Injektion
$\varphi : D \times H \hookrightarrow G$.
Mit Rechtsverschiebung durch $h \in H$ erkennen wir, 
da"s ihr Differential an jeder Stelle
bijektiv ist. Folglich ist diese Injektion eine offene 
Einbettung von glatten Mannigfaltigkeiten
und liefert wegen \ref{Submc} auch eine offene Einbettung 
von $\Bbb{R}$-geringten R"aumen
$D \hookrightarrow G/H$.
Verkn"upfen wir diese Einbettung mit den Automorphismen 
$(g \cdot) : G/H \ra G/H$,
so erkennen wir, da"s $G/H$ in der Tat eine 
glatte Mannigfaltigkeit ist, und folgern
auch die zweite Aussage des Satzes sofort.
\end{proof}

  \begin{Bemerkungl}
    Gegeben ein homogener Raum $X$
einer Liegruppe $G$ alias eine transitive $G$-Menge derart, da"s
    die Standgruppe eines Punktes abgeschlossen ist, gibt es 
nach unserer Quotientenkonstruktion \ref{QuKo} genau
    eine Struktur als Mannigfaltigkeit auf $X$ derart, da"s f"ur jeden
    Punkt $x\in X$ das Anwenden $G\ra X$, $g\mapsto gx$ eine finale
    Abbildung ist.
  \end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungl}
  Wichtige Mannigfaltigkeiten dieser Bauart 
sind die reellen und die komplexen
{\bf Gra"smann-Mannigfaltigkeiten}\index{Gra"smann-Mannigfaltigkeit}
$$\op{Gr} (m;V)\pdef \{ W \subset V \mid \op{dim} W =m\}$$
f"ur einen endlichdimensionalen reellen oder komplexen
Vektorraum $V$ sowie die reellen und die komplexen 
{\bf Stiefel-Mannigfaltigkeiten}\index{Stiefel-Mannigfaltigkeit} 
$\op{V}_q(W)$ aller angeordneten 
Orthonormalsysteme mit $q$
Vektoren in einem vorgegebenen reellen Skalarproduktraum $W$.
Auf allen diesen Mannigfaltigkeiten,
sofern sie nicht leer sind, operiert eine kompakte Gruppe transitiv.
Mithin sind sie alle auch selbst kompakt.
\end{Bemerkungl}


\begin{Proposition}
Ist $G$ eine Liegruppe und $H\subset G$ eine abgeschlossene Untergruppe,
so ist die Operation $G\times G/H\ra G/H$ glatt.\label{QLGg}
\end{Proposition}
\begin{proof}[Erster Beweis]
Das Produkt von Submersionen ist eine Submersion, das 
Produkt von Surjektionen ist eine Surjektion, und surjektive 
Submersionen sind  final nach \ref{Submdg}.
Mithin ist $G\times G\sra G\times G/H$ final und damit ist
die Multiplikation $ G\times G/H\ra  G/H$ glatt.
\end{proof}
\begin{proof}[Zweiter Beweis]
Da Finalit"at lokal ist in der Basis nach 
\ref{lsSn}, und da die Projektionen eines Produkts von Mannigfaltigkeiten
auf seine Faktoren final sind, folgt
aus der lokalen Trivialit"at des Quotientenmorphismus nach 
\ref{QuKo}
unmittelbar, da"s auch 
$G\times G\sra G\times G/H$ final  und damit 
die Multiplikation $ G\times G/H\ra  G/H$ glatt ist.
\end{proof}


  \begin{Definition}
    Eine Mannigfaltigkeit $X$ mit einer transitiven Operation einer Liegruppe
    $G$ derart, da"s 
f"ur jeden Punkt $x\in X$ die Operation einen Diffeomorphismus
    $G/G_x\sira X$ induziert, 
hei"st auch ein \defind{homogener Raum} f"ur unsere Liegruppe $G$. Zum
    Beispiel ist die Kugelschale ein homogener Raum f"ur die Drehgruppe.
\end{Definition}
\begin{Proposition}\label{HRLi}    
Eine Mannigfaltigkeit 
mit einer transitiven Operation einer  Liegruppe
ist  stets ein homogener Raum f"ur besagte Liegruppe.
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
  Beim Beweis dieser Proposition geht wesentlich ein, da"s wir
bei unserer Definition einer Liegruppe in \ref{DefLL}  mit
gefordert hatten, da"s ihre Topologie abz"ahlbar basiert sein soll.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Sei $G\times X\ra X$ unser homogener Raum.
Gegeben $x\in X$ liefert das Anwenden auf $x$ wegen der
universellen Eigenschaft des Quotienten eine
glatte bijektive Abbildung $G/G_x\ra X$ vom Quotienten nach
der Standgruppe von $x$ in unseren homogenen Raum.
Nach "Ubung  \ref{UIGG} ist deren Differential injektiv beim
Bild des neutralen Elements in $G/G_x$, und mit Verschieben folgt,
da"s es "uberall injektiv sein mu"s. Wir sind fertig, wenn wir zeigen k"onnen,
da"s es "uberall bijektiv sein mu"s.
In allen Anwendungen, die mir einfallen, ist 
nun die Identit"at $$\op{dim}G=\op{dim}X+\op{dim}G_x$$ eh 
klar und der Rest des Beweises damit "uberfl"ussig.
Auch diese Identit"at kann man jedoch aus unseren Annahmen folgern,
wenn  man sich erinnert, da"s wir ja
von unseren Liegruppen fordern, da"s ihre
Topologie abz"ahlbar basiert ist.
G"alte nun unsere Identit"at nicht,
so h"atten ja die Tangentialr"aume von $G/G_x$ eine Dimension
$k<\op{dim}X\pdef n$ und nach
"Ubergang zu Karten w"urde folgen,
da"s es eine offene Teilmenge $W\co \DR^n$ 
g"abe und eine abz"ahlbare Familie $(U_\nu,\varphi_\nu)$ 
mit $U_\nu\co \DR^k$ und $\varphi_\nu:U_\nu\ra W$ stetig 
differenzierbar derart, da"s die Bilder $\varphi_\nu(U_\nu)$ bereits
ganz $W$ "uberdecken. Das ist jedoch unm"oglich, da diese Bilder
nach \eref{NML}{AN3} alle Lebesgue-Nullmengen sind.  
\end{proof}
\begin{Bemerkunge}
  Mit etwas mehr M"uhe kann man im vorhergehenden Beweis 
von \ref{HRLi} 
die Argumentation  mit dem Lebesgue-Integral
auch durch eine Argumentation
 mit dem
dem
  Baire'schen Kategoriensatz \eref{Baire}{AN3} ersetzen.
\end{Bemerkunge}

\begin{Beispiel}
  Versieht man  $\DR$ mit der diskreten Topologie, so
  erh"alt man eine \glqq nicht abz"ahlbar basierte
nulldimensionale Liegruppe\grqq\  $\DR_{\delta}$.
  Die Identit"at $\DR_{\delta}\ra \DR$ ist dann 
ein bijektiver stetiger
  Gruppenhomomorphismus, aber kein Isomorphismus von 
Mannigfaltigkeiten.
\end{Beispiel}



\begin{Bemerkungw}
  Die offensichtliche Operation von $\op{SO}(n+1)$ auf
  der Sph"are $S^n$ ist transitiv f"ur $n\geq 1$ und
  die Standgruppe des ersten Vektors der Standardbasis
  ist offensichtlich die Gruppe von Blockmatrizen
  $\op{diag}(1,\op{SO}(n))$. Wir identifizieren sie kurzerhand
  mit $\op{SO}(n)$ und erhalten dann  nach \ref{HRLi} einen Isomorphismus 
  $$\op{SO}(n+1)/\op{SO}(n)\sira S^n$$
  Die lange exakte Homotopiesequenz \eref{??}{??} dieses Faserb"undels
  liefert uns dann f"ur $n\geq 3$ Isomorphismen
  $\pi_1(\op{SO}(n))\sira \pi_1(\op{SO}(n+1))$. Nach \ref{SOUn} wissen
  wir bereits, da"s $\op{SO}(3)$ durch die Sph"are $S^3$ zweifach
  "uberlagert wird. Da diese Sph"are einfach zusammenh"angend ist,
  folgt mit \eref{GF}{TF} unmittelbar
  $\pi_1(\op{SO}(3))=\DZ/2\DZ$ und  induktiv
  $\pi_1(\op{SO}(n))=\DZ/2\DZ$ f"ur $n\geq 3$.\label{Fugr}
  Nach \eref{wtrG}{TF}
  besitzt die universelle "Uberlagerung von $\op{SO}(n)$
  zu vorgegebenem Urbild des neutralen Elements 
  genau eine stetige Verkn"upfung
mit diesem Element als neutralem Element,
 f"ur die die "Uberlagerungsabbildung ein Homomorphismus
 von Magmas ist, und die universelle "Uberlagerung wird so selbst eine
 topologische Gruppe. Man sieht leicht, da"s diese Struktur
 zur Struktur einer Liegruppe erweitert werden kann, und da"s es nur genau
 eine derartige Erweiterung gibt, f"ur die die "Uberlagerungsabbildung
 glatt ist. F"ur $n\geq 3$ hei"st die universelle "Uberlagerung
 von $\op{SO}(n)$ mit dieser Struktur einer Liegruppe die
 {\bf Spin-Gruppe}\index{Spin-Gruppe}
 $\op{Spin}(n)$.\index{Spin@$\op{Spin}(n)$ Spin-Gruppe}
 Wir geben eine konkrete Konstruktion dieser Gruppe in \eref{KoSp}{HL}. 
\end{Bemerkungw}


\begin{Bemerkungw}
  Die offensichtliche Operation von $\op{SU}(n+1)$ auf
  der Sph"are $S^{2n+1}$ ist transitiv f"ur $n\geq 1$ und
  die Standgruppe des ersten Vektors der Standardbasis
  ist offensichtlich die Gruppe von Blockmatrizen
  $\op{diag}(1,\op{SU}(n))$. Wir identifizieren sie kurzerhand
  mit $\op{SU}(n)$ und erhalten  nach \ref{HRLi} einen Isomorphismus 
  $$\op{SU}(n+1)/\op{SU}(n)\sira S^{2n+1}$$
  Die lange exakte Homotopiesequenz \eref{??}{??} dieses Faserb"undels
  liefert uns dann f"ur $n\geq 1$ Isomorphismen
  $\pi_1(\op{SU}(n))\sira \pi_1(\op{SU}(n+1))$. Das zeigt induktiv, da"s die Gruppen $\op{SU}(n)$ alle einfach
  zusammenh"angend sind. Mit der
  Iwasawa-Zerlegung \eref{IWZlC}{LA2} folgt, da"s auch
  die Gruppen $\op{SL}(n;\DC)$ einfach zusammenh"angend sind. 
\end{Bemerkungw}

\begin{Bemerkungw}[\textbf{Ebene Geometrien}]
  Unter einer {\bf ebenen Geometrie} verstehen wir eine
  zusammenh"angende zweidimensionale Mannigfaltigkeit $E$ 
  mit einer ausgezeichneten Gruppe von
  Automorphismen $K$ genannt {\bf Kongruenzen}
  derart, da"s es f"ur je zwei Paare
  $(x,S)$ und $(y,T)$ bestehend aus einem
  Punkt und einem Strahl seines Tangentialraums
  genau zwei Kongruenzen gibt, die das eine Paar in das andere
  Paar "uberf"uhren.\label{EbGe} 
  Wir zeigen, da"s es bis auf Isomorphismus genau drei
  ebene Geometrien gibt: Die {\bf euklidische Ebene}, die
  Kugelschale alias {\bf shp"arische Geometrie} $S^2=\op{O}(3)/{\op{O}}(2)$,
  und das Hyperboloid alias die {\bf hyperbolische Geometrie} 
  $\op{O}(2,1)^+/{\op{O}}(2)$.
  Dazu betrachten wir das Strahlb"undel ${\op{T}}_1E$ von
  $E$ alias den Quotient des Komplements des Nullschnitts
  im Tangentialb"undel nach $\DR_{>0}$. Offensichtlich ist
  es eine Mannigfaltigkeit, auf der
  die Untergruppe $K^+\subset K$ der orientierungserhaltenden
Kongruenzen frei und transitiv operiert. 
  Man kann nun zeigen, da"s die so von
  $K^+$ geerbte Struktur einer Mannigfaltigkeit
  unser $K^+$ zu einer Liegruppe macht. Dann ist also
  $G\pdef K^+$ eine dreidimensionale zusammenh"angende Liegruppe
  mit $\op{SO}(2)$ als abgeschlossener Unterguppe und
  wir erhalten $E\cong G/{\op{SO}}(2)$.
  Die Liealgebra $\mathfrak g\pdef \op{Lie}G$ ist dann eine
  dreidimensionale reelle Liealgebra mit einer
  Operation von $S^1\cong {\op{SO}}(2)$,
  die als reelle Darstellung von $S^1$ isomorph ist
  zur Summe $\DR\oplus\DC$  der Einsdarstellung mit
  der offensichtlichen Darstellung.
  Wir finden also eine Basis $h,x,y$ von $\mathfrak g$ mit $[h,x]=y$ und $[h,y]=-x$
  und dann notwendig $[x,y]=\alpha h$ mit $\alpha\in\DR$.
  Durch Umskalieren k"onnen wir $\alpha\in\{1,0,-1\}$
  erreichen. Dann erhalten wir
  $\mathfrak g\cong \mathfrak{sl}(2;\DR)$,
  $\mathfrak g\cong \DR\ltimes\DR^2$ beziehungsweise
  $\mathfrak g\cong \mathfrak{so}(3;\DR)$ und
  landen nach einiger weiterer Argumentation bei unseren drei
  ebenen Geometrien.
\end{Bemerkungw}


\nichtfinal{Vielleicht elliptische, parabolische und hyperbolische
  Elemente von $\op{SL}(2;\DR)$ diskutieren wie in \eref{EPH}{AAG}.
  Die Bahnen von Einparameteruntergruppen aus derartigen Elementen
  in $\DR^2\backslash 0$ sind
  Ellipsen, Hyperbeln und ??.  Die Bahnen von
  Einparameteruntergruppen aus derartigen Elementen im Kreisscheibenmodell von
  Poincar\'e der hyperbolischen
  Ebene sind
  Kreise oder Punkte f"ur elliptische Elemente, den Rand ber"uhrende Kreislinien
  mit einem fehlenden Punkt f"ur parabolische Elemente,
  und hyperbolische Geraden
  f"ur hyperbolische Elemente.} 

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
Ist $G$ eine Liegruppe und $N\subset G$ ein abgeschlossener Normalteiler,
so ist auch $G/N$ eine Liegruppe. Hinweis: Man orientiere sich an
\ref{QLGg}.  
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Sind $G\supset H\supset K$ eine Liegruppe mit abgeschlossenen Untergruppen,
so ist die offensichtliche Abbildung $G/K\sra G/H$
eine glatte Submersion. Ist $K$ ein Normalteiler in $H$,
so tr"agt $G/K$ zus"atzlich eine glatte Rechtsoperation von $H/K$.
Sp"ater wird klar sein, da"s wir so ein $(H/K)$-Hauptfaserb"undel erhalten.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Man zeige f"ur einen $\DR$-Vektorraum 
$V$ der Dimension $n$, da"s die Dimension der Gra"smann'schen seiner
$m$-dimensionalen Teilr"aume gegeben wird durch die Formel 
$$\op{dim}( \op{Gr} (m;V))=m(n-m)$$
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{NIS}
Ist $\varphi:G\ra H$ ein stetiger Homomorphismus von
Liegruppen mit abgeschlossenem Bild, 
so induziert $\varphi$ einen
Isomorphismus von Liegruppen $(G/\op{ker}\varphi)\sira \op{im}\varphi$.
Hinweis: \ref{HRLi}. Auch hier ist  wesentlich, da"s $G$
abz"ahlbar basiert ist.
\end{Ubung}




\begin{Ubunge}\label{eigQ} 
 Gegeben $G\supset K$ eine Liegruppe mit einer kompakten Untergruppe zeige man,
da"s die Abbildung $G\sra G/K$ eigentlich ist.
\end{Ubunge}

\begin{Ubung}
  Gegeben ein endlichdimensionaler komplexer Vektorraum
  $V$ und ein Liegruppenhomomorphismus $G\ra \op{PGL}(V)$
  erhalten wir durch Bilden des Faserprodukts mit $\op{SL}(V)\ra \op{PGL}(V)$
  eine Hochhebung zu einem  Liegruppenhomomorphismus $\tilde G\ra \op{SL}(V)$
  f"ur eine "Uberlagerung $\tilde G\sra G$.\label{HoHe} 
\end{Ubung}






\subsection{Abelsche Liegruppen}
\begin{Lemma}[\textbf{Charakterisierungen abelscher Liegruppen}]
F"ur eine zusammenh"angende Liegruppe  sind gleichbedeutend:\label{AbEl}
\begin{enumerate}
\item Unsere Liegruppe  ist abelsch;
\item Ihre Liealgebra  ist
  abelsch; 
\item Die Exponentialabbildung definiert einen
  Gruppenhomomorphismus von der additiven
Gruppe der Liealgebra in unsere Liegruppe;
\item Die Exponentialabbildung definiert einen surjektiven
  Gruppenhomomorphismus von der additiven
Gruppe der Liealgebra in unsere Liegruppe.
\end{enumerate}
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Sei $G$ unsere Liegruppe.
Wir erinnern  das Korollar \ref{DEHO}, wonach ein Homomorphismus 
von einer zusammenh"angenden Liegruppe in eine
weitere Liegruppe bereits durch sein Differential beim 
neutralen Element eindeutig festgelegt wird.
Wir beginnen mit $(1) \Leftrightarrow (2)$ und bemerken dazu, da"s 
f"ur jede zusammenh"angende Liegruppe gilt
$$\begin{array}{ccll}
G \text{ abelsch} & \Leftrightarrow & 
\op{Int}g = \op{id} : G \ra G & \forall \quad g \in G\\
 & \Leftrightarrow & \op{Ad} g= \op{id}: 
\op{Lie} G \ra \op{Lie}G & \forall \quad g \in G\\
 &\Leftrightarrow & \op{ad} X =0 : \op{Lie} G 
\ra \op{Lie} G &\forall \quad X \in \op{Lie} G\\
 &\Leftrightarrow&[X,Y] =0  &\forall\quad X,Y \in \op{Lie} G 
 \end{array}$$
Hier haben wir zweimal das Korollar \ref{DEHO} angewendet.
Zum Nachweis der Implikation
 $(1) \Rightarrow (3) $ bemerken wir, da"s f"ur 
abelsches $G$ und $X,Y \in \op{Lie} G$ beliebig ja
auch $t \mapsto \op{exp}(tX) \exp(tY)$ ein 
Gruppenhomomorphismus $\Bbb{R} \ra G$ ist. Berechnen
wir seine Geschwindigkeit bei $t =0$, so folgt
$\op{exp} (tX) \op{exp}(tY) = \op{exp}(t(X + Y))$ 
f"ur alle $t\in\DR$ und damit
$\op{exp}(X+Y)= \exp (X) \op{exp}(Y)$.
Die Exponentialabbildung ist also ein Gruppenhomomorphismus.
Ihr Bild $\op{exp} (\op{Lie}G)$ 
ist dann eine Untergruppe von $G$, die offen ist, da sie eine offene 
Umgebung des neutralen Elements umfa"st.
Wegen $G$ zusammenh"angend
folgt daraus $\op{exp}$ surjektiv, und das zeigt $(3) \Rightarrow (4)$.
Schlie"slich ist $(4) \Rightarrow (1)$  offensichtlich.
\end{proof}
\begin{Proposition}[\textbf{Abelsche Liegruppen}]
Jede zusammenh"angende abelsche Liegruppe\label{ABLL} 
ist isomorph zu genau einer Gruppe
der Gestalt $$S^{1}\times \ldots \times S^1 \times 
\Bbb{R} \times \ldots \times \Bbb{R}$$
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis]
Sei $G$ unsere Liegruppe. Nach \ref{NIS} und \ref{AbEl} induziert die 
Exponentialabbildung einen Diffeomorphismus
$\op{Lie} G / \op{ker} (\op{exp}) \overset{\sim}{\ra} G$
und der Kern $\op{ker} (\op{exp}) \subset \op{Lie} G$ ist eine diskrete 
Untergruppe. Nun kann man die Klassifikation \ref{GiRV} 
diskreter Untergruppen endlichdimensionaler reeller Vektorr"aume anwenden,
die im Anschlu"s diskutiert wird.
\end{proof}
\begin{Bemerkunge}
Wir h"atten diesen Satz  auch 
f"ur Matrixliegruppen bereits formulieren und beweisen k"onnen.
Dennoch sind dieser Satz und sein Beweis in meinen Augen 
eine gute Illustration f"ur die Kraft unserer
neuen abstrakteren Methoden.
\end{Bemerkunge}
\begin{Bemerkungl}
Eine Untergruppe einer topologischen Gruppe ist diskret  genau
dann, wenn es eine Umgebung des neutralen Elements gibt, die 
unsere Untergruppe nur im neutralen Element trifft.
Eine diskrete Untergruppe der additiven Gruppe eines endlichdimensionalen
reellen Vektorraums ist abgeschlossen, da 
f"ur eine beliebig vorgegebene Norm jede Cauchy-Folge in unserer
diskreten Untergruppe bis auf endlich viele Glieder konstant sein
mu"s.
\end{Bemerkungl}


\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildGE}\\[4mm]
\noindent 
Die fetten Punkte stellen Elemente einer 
diskreten Untergruppe der Verschiebungsgruppe der
Papierebene dar, bez"uglich des durch einen Kringel markierten Ursprungs.
Die Kreuzchen stellen Elemente der Projektion
 $p(L)$ unseres Gitters $L$ auf den als gestrichelte
Linie eingezeichneten Teilraum $v^{\perp}$.
\end{figure}
\begin{Satz}[\textbf{Diskrete Untergruppen reeller Vektorr"aume}]
Eine Untergruppe der additiven Gruppe eines 
endlichdimensionalen reellen Vektorraums\label{GiRV}
ist diskret genau dann, wenn sie  als Untergruppe von 
einer linear unabh"angigen Teilmenge unseres Vektorraums 
erzeugt wird.
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis]
Das Gruppenerzeugnis einer linear unabh"angigen Teilmenge ist offensichtlich
diskret. Um auch die andere Implikation zu zeigen,
versehen wir unseren endlichdimensionalen reellen Vektorraum $V$
mit einem Skalarprodukt
$(\;, \;)$
und argumentieren durch Induktion "uber die Dimension.
Nach \ref{KODI} trifft unsere diskrete Untergruppe $L \subset V$ 
jedes Kompaktum in einer endlichen Menge.
Ist $L$  trivial, so ist 
der Satz klar.
Sonst finden wir in
$L \backslash 0$ einen Vektor $v$ k"urzester L"ange.
Wir bezeichnen dann mit $p:V\sra v^\perp$
die orthogonale Projektion auf das orthogonale Komplement von $v$ 
und behaupten, 
da"s auch $p(L)$  diskret ist.
Sonst finden wir n"amlich in $p(L) \backslash 0$ 
Vektoren beliebig kleiner L"ange.
Gegeben $a \in p(L)$ hat jedoch sein Urbild in $L$ 
 die Gestalt
$$p^{-1}(a)\cap L={a} + cv + \Bbb{Z} v\qquad\text{mit }|c|\leq 1/2$$ 
Insbesondere hat ${a} + cv$ die quadrierte  L"ange 
$\| {a} + cv\|^{2} \leq\| {a} \|^{2} +
\frac{1}{4} \|v\|^{2}$,
und f"ur $0< \| a \|  < \frac{1}{2}$ 
erhielten wir Vektoren in $L \backslash 0$,
die noch k"urzer w"aren als $v$.
Dieser Widerspruch zeigt, da"s $p(L)$ diskret liegen mu"s.
Nach Induktionsannahme finden wir also linear 
unabh"angige $\bar{v}_{1}, \ldots , \bar{v}_{r} \in
v^\perp$, die $p(L)$ erzeugen. Sind dann $v_{i} \in L$ 
Urbilder der $\bar{v}_{i}$,
so sind $v, v_{1} , \ldots , v_{r}$ linear 
unabh"angig in $V$ und erzeugen $L$.
\end{proof}

\begin{Definition}\label{DTOR}
    Eine topologische Gruppe hei"st ein {\bf Torus}\index{Torus!kompakter}
    oder pr"aziser ein {\bf kompakter Torus} 
genau dann, wenn sie isomorph ist
    zu einem Produkt von endlich vielen Kopien der Kreislinie $S^1$. 
Die Zahl der ben"otigten Kopien ist  nach \ref{EDDI} wohlbestimmt
und hei"st der {\bf Rang}\index{Rang!eines kompakten Torus} 
unseres Torus.
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}\label{KKZL}
Nach der Klassifikation in \ref{ABLL} zusammenh"angender abelscher Liegruppen 
kann man Tori charakterisieren als abelsche kompakte
zusammenh"angende Liegruppen.
\end{Bemerkungl}



\begin{Definition}
Eine topologische Gruppe hei"st 
{\bf topologisch zyklisch}\index{topologisch!zyklisch!topologische Gruppe} 
genau 
dann, wenn es ein Element darin gibt, dessen
Erzeugnis dicht liegt.
Solch ein Element hei"st dann 
ein {\bf topologischer Erzeuger}\index{topologisch!Erzeuger}.
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}
Nach \eref{tozya}{TM} ist jede topologisch zyklische topologische Gruppe
kommutativ, da sie eben eine dichte kommutative Untergruppe hat.
\end{Bemerkungl}
\begin{Proposition}\label{TTZ}
Jeder kompakte Torus ist topologisch zyklisch.
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
In \ref{TZL} geben wir sogar die vollst"andige Klassifikation aller
topologisch zyklischen Liegruppen, aber f"ur den weiteren Fortgang der 
Theorie ist das  nicht mehr von Belang.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Wir zeigen genauer, da"s f"ur 
$a = (a_{1}, \ldots, a_{k}) \in \Bbb{R}^{k}$ gleichbedeutend sind:
\begin{enumerate}
\item[(1)]
$\bar{a} \in \Bbb{R}^{k}/\Bbb{Z}^{k}$ ist kein topologischer Erzeuger;
\item[(2)]
Die Elemente $1,a_1, \ldots , a_k$ sind linear abh"angig "uber $\Bbb{Q}$;
\item[(3)]
Es gibt  einen surjektiven stetigen Homomorphismus von Liegruppen
$\varphi : \Bbb{R}^k/\Bbb{Z}^k \twoheadrightarrow
\Bbb{R}/\Bbb{Z}$
mit $\varphi (\bar{a}) = \bar{0}$.
\end{enumerate}
Hier ist $(3) \Rightarrow (1)$ offensichtlich und 
$(1) \Rightarrow (3)$ ergibt sich,
da der Quotient nach dem Abschlu"s des Erzeugnisses 
von $\bar{a}$ ja nach \ref{ABLL}
ein nichttrivialer Torus sein mu"s.
Weiter mu"s jeder Morphismus wie in $(3)$ die Gestalt
$$\overline{(b_1, \ldots , b_k)} 
\mapsto \overline{n_1 b_1 + \ldots + n_k b_k}$$
haben f"ur geeignete $n_1, \ldots , n_k \in \Bbb{Z}$, 
nicht alle Null wegen der Surjektivit"at,
und $\varphi (\bar{a}) = \bar{0}$ bedeutet dann
$n_1a_1 + \ldots + n_ka_k = n_0$ f"ur ein $n_0 \in \Bbb{Z}$ und damit $(2)$.
Dasselbe Argument zeigt aber auch $(2) \Rightarrow (3)$.
Folglich ist in der Tat jeder kompakte Torus topologisch zyklisch.  
\end{proof}
\begin{Bemerkunge}
  Im Verlauf des vorhergehenden Beweises haben wir unter anderem gezeigt,
da"s f"ur $a=(a_1, \ldots , a_k)\in\DR^k$ genau dann
$\DZ a+\DZ^k$ in $\DR^k$ dicht liegt, wenn 
$1,a_1, \ldots , a_k$ linear unabh"angig sind "uber $\DQ$. 
Der Beweis dieser Aussage  im Rahmen der Lie-Theorie scheint mir
besonders transparent. 
\end{Bemerkunge}


  \begin{Lemma}[\textbf{Topologisch zyklische kompakte Liegruppen}]
    Eine kompakte Liegruppe ist\label{TZL}
    topologisch zyklisch genau dann, wenn sie abelsch ist mit zyklischer
    Komponentengruppe. 
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}
Das Lemma wird in \ref{ZTZ} noch gebraucht, wo wir zeigen,
da"s der Zentralisator eines
 Torus in einer zusammenh"angenden kompakten Liegruppe 
stets zusammenh"angend ist. 
St"arkere Aussagen, die im folgenden nicht mehr gebraucht werden, 
fa"st dann der anschlie"sende Satz \ref{KtzL} zusammen.
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}
Jede topologisch zyklische Gruppe ist abelsch nach \eref{tozya}{TM} und 
jeder Quotient einer topologisch zyklischen Gruppe ist 
offensichtlich auch topologisch zyklisch.
Es bleibt zu zeigen, da"s jede kompakte abelsche Liegruppe
 mit zyklischer
    Komponentengruppe topologisch zyklisch ist.
Sei dazu $G$ unsere Gruppe und $g\in G$ ein Repr"asentant eines Erzeugers
der Komponentengruppe $G/G^\circ$. Diese Komponentengruppe ist endlich,
sagen wir von der Ordnung $|G/G^\circ|=m$. Es folgt $g^m\in G^\circ$, und 
da $G^\circ$ ein Torus ist, finden wir $a\in T$ mit $a^m=g^m$. 
Indem wir $g$ durch $a^{-1}g$ ersetzen, d"urfen wir also 
$g^m=1$ annehmen, und dann erhalten wir einen Isomorphismus 
$G^\circ \times (G/G^\circ)\sira G$ vermittels der Abbildungsvorschrift
$(b, \bar{g}^n)\mapsto bg^n$.
Ein topologischer Erzeuger dieses Produkts ist aber offensichtlich
jedes Paar $(c,\bar{g})$, bei dem wir $c$ so 
w"ahlen, da"s $c^m$ ein topologischer Erzeuger von $G^\circ$ wird.
Das schlie"slich ist nach \ref{TTZ} stets m"oglich.
\end{proof}


  \begin{Satz}[\textbf{Klassifikation topologisch zyklischer Liegruppen}]
    Jede topologisch zyklische Liegruppe ist entweder isomorph zu
$\DZ$ oder aber isomorph zu $S^1\times\ldots \times S^1\times \DZ/m\DZ$ 
f"ur eine wohlbestimmte Zahl $r\geq 0$ von Kopien von $S^1$ und 
ein wohlbestimmtes\label{KtzL} 
$m\geq 1$. 
\end{Satz}

\begin{proof}
Der kompakte Fall wurde bereits im Beweis von Lemma
\ref{TZL} vollst"andig gekl"art. Es bleibt zu zeigen, da"s
jede nichtkompakte 
 topologisch zyklische Liegruppe  isomorph ist zu $\Bbb{Z}$.
Nach "Ubung \ref{ABKL} 
ist unsere Gruppe ja isomorph zum
 Produkt ihrer Komponentengruppe mit ihrer 
Einskomponente. Die Einskomponente mu"s ein
kompakter Torus sein, da unsere Gruppe sonst einen surjektiven
Gruppenhomomorphismus auf die nicht topologisch
zyklische Gruppe $\DR$ h"atte. Desgleichen mu"s die Komponentengruppe zyklisch
sein,
und im nichtkompakten Fall mu"s die Komponentengruppe 
dann nat"urlich unendlich zyklisch sein. Es ist jedoch leicht zu sehen,
da"s das Produkt eines nichttrivialen kompakten Torus mit $\DZ$ nicht
topologisch zyklisch sein kann.
\end{proof}


\subsubsection*{"Ubungen}

\begin{Ubung}
Eine  diskrete
Untergruppe einer Hausdorffgruppe ist stets 
abgeschlossen. Hinweis: Sonst g"abe es einen Punkt au"serhalb 
unserer Untergruppe derart, da"s jede seiner Umgebungen
Punkte aus besagter Untergruppe enth"alt.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Man bestimme alle stetigen Gruppenhomomorphismen zwischen 
zwei beliebigen zusammenh"angenden  abelschen Liegruppen.
\end{Ubung}
\begin{Ubunge}[\textbf{Untergruppen reeller 
Vektorr"aume}]
Eine Untergruppe $L$ der additiven Gruppe eines 
endlichdimensionalen reellen Vektorraums $V$\label{GiRVa}  
ist abgeschlossen genau dann, wenn es in $V$  eine linear unabh"angige 
Familie von Vektoren $v_1,
\ldots, v_n$ gibt und ein $k$ mit $0\leq k\leq n$ und
$$L=\DR v_1+\ldots+ \DR v_k + \DZ v_{k+1}+\ldots+ \DZ v_n$$
Hinweis: Eine abgeschlossene Untergruppe ist stets glatt
und ihre Einskomponente $L^\circ$ ist abgeschlossen.
Da $V/L^\circ$ die Quotiententopologie tr"agt, ist das Bild von
$L$ darin auch abgeschlossen. Man mag  auch elementar ohne alle Lietheorie
mit \ref{AURV} und \ref{GiRV} argumentieren.
\end{Ubunge}
\begin{Ubunge}\label{dsCT}
 Die diskreten Untergruppen von $\DC^\times$ sind genau die Gruppen, die
von einer Einheitswurzel oder einer invertierbaren komplexen Zahl 
au"serhalb des Einheitskreises oder je einem Element dieser beiden Arten
erzeugt werden.
\end{Ubunge}
\begin{Ubung}[\textbf{Struktur abelscher Liegruppen}] 
Man zeige, da"s jede abelsche Liegruppe $G$  
isomorph ist zum\label{ABKL}  
Produkt ihrer Einskomponente $G^\circ$ 
 mit ihrer Komponentengruppe  $G/G^\circ$,
einer diskreten Gruppe. Hinweis: 
Man beschr"anke sich der Einfachkeit halber auf den Fall, 
da"s die Komponentengruppe endlich erzeugt ist.
Wenn die entsprechenden Vorkenntnisse vorhanden
sind, kann man sehr elegant mit \eref{IAG}{TS} und \eref{EeXt}{TS} 
argumentieren: Die exakte Sequenz
 $G^\circ\hra G\sra G/G^\circ$ mu"s spalten, da 
$G^\circ$ divisibel und mithin eine injektive abelsche 
Gruppe ist.
\end{Ubung}




 %  \begin{Bemerkunge}
% Das folgende Korollar des Beweises von \ref{TTZ} 
% spielt eine wesentliche Rolle in der Zahlentheorie.
% F"ur 
% $a = (a_{1}, \ldots, a_{k}) \in \Bbb{R}^{k}$  sind gleichbedeutend:
% \begin{enumerate}
% \item[(1)]
% $\DZ a + \Bbb{Z}^{k} $ ist nicht dicht in $ \Bbb{R}^{k}$;
% \item[(2)]
% Die Elemente $1,a_1, \ldots , a_k$ sind linear abh"angig "uber $\Bbb{Q}$;
% % \item[(3)]
% % Es gibt  eine von Null verschiedene Linearform
% % $\varphi : \Bbb{R}^k/\Bbb{Z}^k \twoheadrightarrow
% % \Bbb{R}/\Bbb{Z}$
% % mit $\varphi (\bar{a}) = \bar{0}$.
% \end{enumerate}
% Elementar mag man beim Beweis wie folgt argumentieren:
% Um (1)$\RA$(2)  zu zeigen, gehe  man
% von der Klassifikation \ref{GiRVa} abgeschlossener 
% Untergruppen von $\Bbb{R}^{k}$ aus. 



% Hier ist $(3) \Rightarrow (1)$ offensichtlich und 
% $(1) \Rightarrow (3)$ ergibt sich,
% da der Quotient nach dem Abschlu"s des Erzeugnisses 
% von $\bar{a}$ ja nach \ref{ABLL}
% ein nichttrivialer Torus sein mu"s.
% Weiter mu"s jeder Morphismus wie in $(3)$ die Gestalt
% $$\overline{(b_1, \ldots , b_k)} 
% \mapsto \overline{n_1 b_1 + \ldots + n_k b_k}$$
% haben f"ur geeignete $n_1, \ldots , n_k \in \Bbb{Z}$, 
% nicht alle Null wegen der Surjektivit"at,
% und $\varphi (\bar{a}) = \bar{0}$ bedeutet dann
% $n_1a_1 + \ldots + n_ka_k = n_0$ f"ur ein $n_0 \in \Bbb{Z}$ und damit $(2)$.
% Dasselbe Argument zeigt aber auch $(2) \Rightarrow (3)$.
% Folglich ist in der Tat jeder kompakte Torus topologisch zyklisch.  
%  \end{Bemerkunge}



\subsection{Morphismen von Tori}
\begin{Bemerkungl}
Die Menge der stetigen Gruppenhomomorphismen von
einer topologischen Gruppe $G$ nach $S^1$ notieren wir 
$$\frak{X}(G)\pdef\op{GrpTop} (G,S^1) $$
und versehen sie wie in \eref{ToCha}{AN3} mit der kompakt-offenen 
Topologie. 
Offensichtlich bildet $\frak{X}(G)$ eine Untergruppe 
der Einheitengruppe des Rings
$\cal{C} (G)$ mit seiner 
punktweisen Verkn"upfung. Wir notieren jedoch
die Verkn"upfung in $\frak{X}(G)$ additiv in der Hoffnung, 
da"s das  anschaulicher wirkt. 
Elemente $\lambda\in \frak{X}(G)$  schreiben wir in der
Form $\op{e}^\lambda$, wenn wir sie als komplexwertige Funktionen
auffassen und insbesondere, wenn wir sie
als komplexwertige Funktionen addieren wollen, 
so da"s also im Ring $\cal{C} (G)$
gilt
$\op{e}^{\lambda+\mu}=\op{e}^{\lambda}\op{e}^{\mu}$.
Gegeben ein stetiger Homomorphismus topologischer Gruppen $\varphi : G \ra H$
induziert das Vorschalten von $\varphi$ in der Gegenrichtung
einen stetigen Homomorphismus  abelscher topologischer Gruppen
$$(\circ\varphi):\frak{X}(H) \ra \frak{X}(G)$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}\label{huj}
Ist $G$ eine Liegruppe, so liefert f"ur jeden stetigen 
Gruppenhomomorphismus $\chi:G\ra S^1$, ja sogar
f"ur jeden stetigen 
Gruppenhomomorphismus $\chi:G\ra \DC^\times$, das Differential
gefolgt von der offensichtlichen Identifikation ${\op{T}}_1\DC^\times\sira \DC$
eine $\DR$-lineare Abbildung $\diff_e\chi:\op{Lie}G\ra \DC$.
Dann liefert er mit der universellen Eigenschaft der Komplexifizierung
auch eine $\DC$-lineare Abbildung $\diff_e\chi:\op{Lie}_\DC G\ra \DC$, also
 ein Element  $\diff_e\chi\in (\op{Lie}_\DC G)^\ast$ des Dualraums.
Nach der Produktregel ist $\chi \mapsto \diff_e\chi$ 
ein Gruppenhomomorphismus $\frak{X}(G)\ra (\op{Lie}_\DC G)^\ast$,
und man sieht auch leicht, da"s er nat"urlich ist in $G$, da"s also f"ur
jeden Homomorphismus von Liegruppen $\varphi:G\ra H$
das Diagramm
$$\begin{array}{ccc}
  \frak{X}(H)&\ra &(\op{Lie}_\DC H)^\ast\\
\da&&\da\\
\frak{X}(G)&\ra &(\op{Lie}_\DC G)^\ast
\end{array}$$
 kommutiert, mit $(\circ \varphi)$ und dem Transponierten des
komplexifizierten Differentials $(\diff\varphi)^\top$ 
in den Vertikalen.
Ist $G$ zusammenh"angend, so liefert die Vorschrift
$\chi \mapsto \diff_e\chi$ sogar eine Injektion
$$\frak{X}(G)\hra (\op{Lie}_\DC G)^\ast$$
Es ist dann "ublich, diese Injektion schlicht als
Einbettung einer Teilmenge zu denken und zu schreiben
und insbesondere  $\diff_e\chi$ auch schlicht  $\chi$ zu notieren.
\end{Bemerkungl}
  \begin{Bemerkunge}
  In der Fouriertheorie hatten wir f"ur verschiedene 
kommutative topologische Gruppen auch die Notation 
$\op{GrpTop} (G,S^1)=\hat{G}$ eingef"uhrt und diese Menge als die
Menge der unit"aren Charaktere von $G$ bezeichnet. Im nichtkommutativen
Fall meint $ \hat{G}$ jedoch meist die Menge der Isomorphieklassen 
irreduzibler unit"arer Darstellungen, und im Fall nichtkommutativer 
Gruppen sind diese keineswegs alle eindimensional.
  \end{Bemerkunge}
\begin{Lemma}\label{HomTO}
Ist $G$ eine topologische Gruppe und $T$ ein Torus, 
so induziert die offensichtliche Abbildung  eine Bijektion
zwischen den stetigen Gruppenhomomorphismen von $G\ra T$ und den
Morphismen abelscher Gruppen $\frak{X}(T)\ra \frak{X}(G)$ in die Gegenrichtung,
in Formeln eine Bijektion 
$$\frak{X}:\op{GrpTop} (G,T) \overset{\sim}{\rightarrow} 
\op{Ab} (\frak{X}(T), \frak{X}(G))$$
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Gilt die Aussage f"ur zwei Tori $T_1$ und $T_2$, 
so auch f"ur ihr Produkt $T\pdef T_1\times T_2$.
Es reicht also, den Fall $T = S^1$ zu pr"ufen, und der ist evident.
\end{proof}



\begin{Bemerkunge}
Sind $G$ und $H$ abelsche lokal kompakte Hausdorff'sche topologische  
Gruppen, so erhalten wir in derselben Weise eine Bijektion
 $$\op{GrpTop} (G,H) \overset{\sim}{\rightarrow} 
\op{GrpTop} (\hat{H}, \hat{G})$$
mit $\hat{G}=\frak{X}(G)$ der \glqq Pontrjagin-dualen\grqq\ Gruppe.
\end{Bemerkunge}

\subsubsection*{"Ubungen} 
  \begin{Ubung}[\textbf{Kompakte abelsche Liegruppen}]
    Der Funktor $\frak{X}$ liefert sogar eine "Aquivalenz\label{EQKc}
 von Kategorien
    \begin{displaymath}
      \begin{array}{ccc}
        \left\{ \begin{array}{c}
            \text{Kompakte abelsche}\\
            \text{Liegruppen} 
          \end{array} \right\} & \overset{\sim}{\rightarrow} &\left\{
          \begin{array}{c} \text{Endlich erzeugte abelsche}\\
            \text{diskrete Gruppen} \end{array} \right\}^{\op{opp}}\\[4mm]
        Z & \mapsto & \frak{X} (Z)
      \end{array}
    \end{displaymath}
Um das zu sehen,  zeige man  die Aussage des Lemmas 
\ref{HomTO}
allgemeiner f"ur $H$ eine nicht notwendig 
zusammenh"angende kompakte abelsche Liegruppe. Hinweis: \ref{ABKL}.
Des weiteren pr"ufe man f"ur jede zyklische, ja f"ur jede 
endliche kommutative Gruppe $E$, da"s es 
Isomorphismen $E\cong\frak{X} (E)$ gibt. Diese sind jedoch
im allgemeinen unkanonisch.
  \end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{CHEX}
Man zeige, da"s eine Sequenz von kompakten abelschen Gruppen
$T'\ra T\ra T'' $  exakt ist
genau dann, wenn die auf den Charaktergruppen induzierte Sequenz 
$\frak{X}(T'')\ra \frak{X}(T)\ra\frak{X}( T')$  exakt ist.
Hinweis: \ref{EQKc}.
\end{Ubung}

%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "XXML"
%%% End: 
