
\section{Mehr zu Mannigfaltigkeiten}




\subsection{Reste zu Funktorfeldern, wohin?}
\begin{Bemerkunge}
Teile der in \ref{DiffMg} entwickelten Begrifflichkeit 
haben interessante Verallgemeinerungen f"ur gew"ohnliche Funktoren
oder Gruppoidfunktoren. 
Da jedoch die
Felder f"ur glatte Opfunktoren zur"uckgezogen werden k"onnen,
sind sie f"ur uns hier besonders wichtig. Im folgenden
konzentriere ich mich auf diesen Fall 
und erw"ahne die anderen F"alle nur in Nebenbemerkungen.
Sie werden in \ref{GFII} in gr"o"serer Allgemeinheit diskutiert.
Unter einem {\bf glatten Funktor}\index{glatt!Funktor} 
verstehen wir  einen  Funktor
$ A : \op{Modf}_\DR \rightarrow \op{Modf}_\DR$, 
 der glatte Abbildungen auf den Morphismenr"aumen
induziert. 
Mit $\op{Mod}_\DR(n)^\times$ bezeichnen wir die 
Kategorie der $n$-dimensionalen reellen Vektor"aume
mit Isomorphismen als Morphismen und verstehen 
unter einem 
{\bf glatten $n$-Gruppoid\-funk\-tor}\index{glatt!Gruppoidfunktor} 
einen  Funktor
$ A : \op{Mod}_\DR(n)^\times \rightarrow \op{Modf}_\DR$, 
 der glatte Abbildungen auf den Morphismenr"aumen
induziert. 
\end{Bemerkunge}

\begin{Beispiele}\label{GFDAR} 
Der Identit"atsfunktor ist ein glatter Funktor. 
Jeder glatte Opfunktor induziert durch Invertieren einen
$n$-Gruppoidfunktor f"ur alle $n$. 
Ein glatter $n$-Gruppoidfunktor ist etwa unsere Vorschrift
$\op{or}_\DR$, die jedem $n$-dimensionalen reellen Vektorraum 
seine Orientierungsgerade zuordnet. Gegeben glatte 
$n$-Grup\-poid\-funktoren
$A,B$ erkl"aren wir in der offensichtlichen Weise 
die glatten $n$-Grup\-poid\-funktoren $A\oplus B$ und $A\otimes B$.
Die Einbettung der Ein-Objekt-Kategorie zur Gruppe $\op{GL}(n;\DR)$
mit $ \ast\mapsto\DR^n$ 
ist eine "Aquivalenz 
$[\op{GL}(n;\DR)]\sirra \op{Mod}_\DR(n)^\times $ und 
die Restriktion folglich eine "Aquivalenz 
$$\op{Cat}(\op{Mod}_\DR(n)^\times , \op{Modf}_\DR)
\sirra \op{Cat}([\op{GL}(n;\DR)] , \op{Modf}_\DR)$$
von Funktorkategorien. Man erkennt leicht, da"s sie 
 eine "Aquivalenz
zwischen der Kategorie der glatten $n$-Gruppoidfunktoren
und der  Kategorie der glatten endlichdimensionalen 
Darstellungen der Liegruppe $\op{GL}(n;\DR)$ induziert, 
in hoffentlich offensichtlicher Notation also eine "Aquivalenz
\index{Cat@$\op{Cat}^\infty$ glatte Funktoren}
$$\op{Cat}^\infty(\op{Mod}_\DR(n)^\times , \op{Modf}_\DR)
\sirra \op{Cat}^\infty([\op{GL}(n;\DR)] , \op{Modf}_\DR)$$
\end{Beispiele}

\begin{Bemerkunge}[\textbf{Anwenden glatter 
Funktoren auf Vektorb"undel}]
  Jeder glatte Funktor liefert in derselben Weise wie in
  \ref{gfbd} erkl"art 
einen Funktor von der Kategorie der
glatten B"undel auf einer Mannigfaltigkeit zu sich selbst.
Jeder glatte $n$-Gruppoid\-funk\-tor liefert wieder in
 derselben Weise
einen Funktor von der Isomorphismenkategorie der
glatten $n$-B"undel auf einer Mannigfaltigkeit
in die \hyperref[IsoKa]{Isomorphismenkategorie} der
glatten Vektorb"undel.\label{AGFV}  
\end{Bemerkunge}

\begin{Bemerkunge}
Analog definieren wir {\bf Funktorfelder}.\index{Funktorfeld} 
Die Funktorfelder zum
Identit"atsfunktor sind genau unsere Vektorfelder. 
Unter einem {\bf nat"urlichen Feld}\index{Feld!nat"urliches} 
auf einer $n$-Mannigfaltigkeit verstehen wir ganz allgemein einen
Schnitt des B"undels $A({\op{T}}M)$ f"ur
einen glatten $n$-Gruppoidfunktor $A$. 
Gegeben glatte $n$-Grup\-poid\-funk\-toren $A, B$
und Schnitte $\alpha:M\ra A({\op{T}}M)$ und 
$\beta:M\ra B({\op{T}}M)$ erhalten wir Schnitte $(\alpha,\beta)$
von $(A\oplus B)({\op{T}}M)$ und $\alpha\otimes \beta$
von $(A\otimes B)({\op{T}}M)$.
\end{Bemerkunge}

\begin{Beispiel}
Wenden wir den $r$-Gruppoidfunktor 
$V\mapsto \op{Alt}^r(V)\otimes_\DR \op{or}_\DR(V)$ auf der
Tangentialb"undel einer glatten 
Mannigfaltigkeit $M$ an, so erhalten wir das sogenannte 
{\bf Dichteb"undel} von $M$.\index{Dichteb"undel}  
Seine Schnitte hei"sen {\bf Dichten}.\index{Dichte} 
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
Wenden wir den $n$-Gruppoidfunktor 
$V\mapsto  \op{or}_\DR(V)$ auf das
Tangentialb"undel einer glatten 
$n$-Mannigfaltigkeit $M$ an, so erhalten wir das sogenannte 
{\bf Orientierungsvektorb"undel} 
von $M$.\index{Orientierungsvektorb"undel}  
Ist $W\co\DR^n$ eine offene Teilmenge, so liefert die
Standardorientierung des $\DR^n$ einen ausgezeichneten Schnitt
$\sigma$ des Orientierungsb"undels $\op{or}_\DR({\op{T}}W)$. 
Ich nenne ihn den 
{\bf Standardschnitt}.\index{Standardschnitt}  
\end{Beispiel}

\begin{Definition}[\textbf{Verwandtschaft von Funktorfeldern}]
  Seien $\phi:M\ra N$ eine glatte Abbildung von Mannigfaltigkeiten
und $A$ ein glatter Funktor.\index{verwandt!Funktorfelder} 
Zwei $A$-Felder  $\sigma:M\ra A({\op{T}}M)$ und 
$\tau:N\ra A({\op{T}}N)$ hei"sen {\bf verwandt unter $\phi$} und
wir schreiben $\phi:\sigma\leadsto\tau$, wenn
f"ur alle $ x\in M$ in $A({\op{T}}_{\phi(x)}M$ 
gilt
$$(A(\diff_x\phi))\sigma_x=\tau_{\phi(x)}$$
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Gegeben eine   surjektive glatte Abbildung von Mannigfaltigkeiten
 hat ein gegebenes Funktorfeld 
h"ochstens einen Vorw"artsverwandten.\label{VerwfFn} 
Sind bei einer glatten Abbildung von 
Mannigfaltigkeiten alle Differentiale  Isomorphismen, 
so hat jedes Funktorfeld 
genau einen R"uckw"artsverwandten. Ich nenne derartige Abbildungen 
{\bf glatt-\'etale}.\index{glatt-\'etale} 
Auch die Verwandtschaft von Funktorfeldern ist 
transitiv im Sinne von \eref{VerT}{AN2}.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}[\textbf{Verwandtschaft von 
allgemeinen Feldern}] 
Im Fall allgemeiner Felder ist der Begriff der Verwandtschaft  "uberhaupt nur
f"ur glatt-\'etale Abbildungen sinnvoll definiert.
F"ur diese Abbildungen hat dann jedes Feld genau einen 
R"uckw"artsverwandten und
im Fall einer surjektiven Abbildung 
h"ochstens einen Vorw"artsverwandten.
\end{Bemerkunge}

\begin{Bemerkungl}
Um allgemeiner ein beliebiges nat"urliches Feld
 auf einer Mannigfaltigkeit anzugeben, 
reicht es aus, einen Atlas zu w"ahlen und den R"uckzug unseres
Feldes unter jeder Karte anzugeben. 
Haben wir umgekehrt  Felder zum vorgebenen glatten Gruppoidfunktor 
auf den Definitionsbereichen aller Karten gegeben 
und passen diese zusammen
unter dem R"uckzug l"angs Kartenwechseln, so kommen 
sie von einer wohlbestimmten
Feld auf unserer Mannigfaltigkeit her. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Integration von Dichten}]
Gegeben
eine  Mannig\-fal\-tig\-keit $M$  
existiert genau eine Linearform\label{DiItM}  
$\int$ auf dem Vektorraum der kompakt getragenen stetigen
Dichten auf $M$ 
mit der Eigenschaft, da"s f"ur jede 
Karte $\varphi:W\ra M$ und 
und jede kompakt getragene Dichte 
der Gestalt $\omega\otimes \sigma$ 
mit  $\op{supp}\omega\subset \varphi(W)$  
und $\sigma$ dem $\varphi$-Verwandten des 
Standardschnitts von $\op{or}_\DR({\op{T}}W)$ 
gilt 
$$\int_{M}\omega=
\int_W(\varphi^\ast\omega)(\op{e}_1,\ldots,\op{e}_k)$$
\end{Satz}
\begin{proof}
Das geht genau wie der 
einfache Teil des Beweises von \eref{IiIt}{AN2}, den wir
eben als Beweisskizze f"ur \ref{IiItM} bereits erinnert hatten.
\end{proof}

%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "XXML"
%%% End: 
