




\section{Endliches Erzeugen und Nullstellensatz}
\subsection{Formulierung des Hilbert'schen Nullstellensatzes}
\label{ZTOO} 
\begin{Bemerkungl}
Ich erinnere daran, da"s bei uns jeder {\bf Ring} eine Eins hat und da"s von
jedem\label{RRM}
{\bf Ringhomomorphismus} gefordert wird, da"s er die Eins auf die Eins wirft.
Ein {\bf Ideal} eines Rings ist nach \eref{DefI}{AL} 
eine Untergruppe seiner additiven Gruppe, die 
unter der Multiplikation mit beliebigen Elementen unseres Rings von links 
wie von rechts stabil ist.
Einen kommutativen Ring nenne ich auch 
einen {\bf Kring}.\index{Kring!kommutativer Ring} 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Seien $k$ ein Kring und $k[T_{1}, \ldots, T_{n}]$ der Polynomring "uber $k$ in
  $n$ Variablen. Das Auswerten liefert eine Abbildung
$$ k[T_{1}, \ldots, T_{n}]\times k^n\ra k$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}\label{ZaTo}
Gegeben ein Kring  $k$ und  eine Teilmenge $E \subset k [T_{1}
\ldots, T_{n}]$ des Polynomrings 
 erkl"aren wir die \defind{Nullstellenmenge} oder kurz die
\defind{Nullstellen}
{\bf von} $E$
als die Menge derjenigen Punkte des $k^{n}$, an denen alle Polynome aus
$E$ verschwinden. Wir notieren diese Menge  
$$%\hspace{15mm}
{\mathcal Z}(E) \pdef \{x \in k^{n} \mid f(x) =0 \quad \forall f \in E\}$$ 
mit ${\mathcal Z}$ wie \glqq zeroes\grqq.\index{Z@${\mathcal Z}(E)$ Nullstellenmenge von $E$}
Im Fall $E=\{f_1,\ldots,f_r\}$ verwenden wir die abk"urzende Notation 
${\mathcal Z}(E)={\mathcal Z}(f_1,\ldots,f_r)$. 
Eine Teilmenge  $Z\subset k^n$ hei"st {\bf algebraisch},
wenn sie die Nullstellenmenge eines Systems von Polynomen ist, 
wenn es also  eine Teilmenge $E \subset k [T_{1}
\ldots, T_{n}]$
gibt mit  $Z={\mathcal Z}(E)$.\index{algebraisch!Teilmenge von $k^n$}
\end{Definition}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Alternative Notationen und Sprechweisen}]
Eine andere in der Literatur  g"angige Notation f"ur unser ${\mathcal Z}(E)$ ist
$\op{V}(E)$   mit $\op{V}$ wie \glqq Variet"at\grqq.\index{V@$\op{V}(E)$ {\it Nullstellenmenge von} $E$} Wir verwenden jedoch die Bezeichnung als Variet"at nur "uber
einem algebraisch abgeschlossenen Grundk"orper $k$ und verwenden die
Notation $\op{V}(E)$ "uberhaupt nicht. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungw}
  Im ersten Teil dieser Vorlesung geht es um die Untersuchung 
\glqq geometrischer\grqq\  Eigenschaften 
algebraischer Teilmengen von $k^n$ f"ur algebraisch abgeschlossene K"orper $k$
und die entsprechenden \glqq algebraischen\grqq\  
Aussagen aus der Theorie der kommutativen Ringe.
Den tragenden 
Pfeiler der Br"ucke zwischen 
der \glqq geometrischen\grqq\  und der \glqq algebraischen\grqq\  Welt
bildet der folgende Satz, dessen Beweis mit den n"otigen Vorbereitungen uns
bis  \ref{MI1} besch"aftigen wird.
\end{Bemerkungw}
\begin{Satz}[\textbf{Hilbert'scher 
Nullstellensatz}]\index{Nullstellensatz, Hilbert'scher}\index{Hilbert'scher Nullstellensatz}
Sei $k=\bar k$ ein algebraisch abgeschlossener K"or\-per. Ist $f \in k
[T_{1}, \ldots, T_{n}]$ ein Polynom, das auf der Nullstellenmenge eines 
Ideals\label{HNb} 
$\mathfrak a \subset k [T_{1}, \ldots, T_{n}]$ verschwindet, so liegt eine Potenz unseres Polynoms bereits selbst in
besagtem Ideal. In
Formeln gilt 
also
$${\mathcal Z}(f) \supset {\mathcal Z}(\mathfrak a)\;\RA\; f^{N} \in \mathfrak a\;\;\text{ f"ur }N \gg 0$$
\end{Satz}
\begin{Beispiel}
  Die gemeinsame Nullstellenmenge von $x^2,z^3\in k[x,y,z]$ ist die $y$-Achse.
  Das Polynom $f\pdef (x+z)y$ verschwindet auf der $y$-Achse und wie vom
  Nullstellensatz vorhergesagt geh"ort eine Potenz von $f$ zum Ideal
  $\langle x^2,z^3\rangle$, in unserem Fall etwa die vierte Potenz
  $$f^4=\big((x^2+4xz+6z^2)y^4\big)x^2 + \big((4x+z)y^4\big)z^3$$
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
F"ur $k$ nicht
algebraisch abgeschlossen gilt der Nullstellensatz nicht. 
Als Beispiel betrachte man f"ur
$k=\DR$ in $\DR[T]$ das Ideal $\mathfrak a=\langle T^2+1\rangle$. 
 Obwohl das konstante Polynom $f=1$
auf der Nullstellenmenge ${\mathcal Z}(\mathfrak a)=\emptyset$ unseres Ideals
verschwindet,
liegt keine seiner Potenzen $1^N=1$ in besagtem Ideal.
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}
  Wir werden den
Nullstellensatz erst im Anschlu"s an Lemma \ref{MI1} zeigen k"onnen.
Manche Aussagen aus seinem Umfeld sind jedoch sehr leicht zu haben, 
wie ich im folgenden  ausf"uhren will.
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}
Ist  $k$ ein Kring
und  $X\subset k^{n}$ eine Teilmenge,
so bilden diejenigen Polynome,
die an allen Punkten von $X$ verschwinden,
offensichtlich  ein Ideal des Polynomrings $k[T_{1},\ldots, T_{n}]$. Es
hei"st das {\bf Verschwindungsideal von} $X$.\index{Verschwindungsideal}
Wir notieren es\index{I@${\mathcal I}(X)$ Verschwindungsideal von $X$}
$${\mathcal I} (X) \pdef \{f \in k [T_{1}, \ldots, T_{n}] \mid f(x) =0 \quad
\forall x \in X\}$$
\end{Definition}
 \begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildZAE}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Die Kreislinie ist die Nullstellenmenge in $\DR^2$ des Polynoms
$x^2+y^2-1\in\DR[x,y]$,
eine Zariski-abgeschlossene Teilmenge der Ebene $\DR^2$.
Jeder Punkt $(a,b)\in\DR^2$ ist die simultane Nullstellenmenge in $\DR^2$
der Polynome $x-a$ und $y-b$  und auch
Zariski-abgeschlossen. Alle Zariski-abgeschlossenen 
Teilmengen von $\DR^2$ sind offensichtlich auch abgeschlossen in der nat"urlichen Topologie des $\DR^2$ aus 
\eref{RAVe}{AN2},
aber das Umgekehrte gilt nicht.
\end{minipage}
 \end{figure}


 \begin{Bemerkungl}\label{OIU}
Sei $k$ ein Kring.
   Offensichtlich gilt f"ur ein beliebiges System $\cal{E}$ von Teilmengen
   von $k[T_{1}, \ldots, T_{n}]$ die Identit"at 
$ \bigcap_{E\in \cal{E}} {\mathcal Z}(E)={\mathcal Z}\left(\bigcup_{E\in
       \cal{E}} E\right)$ und insbesondere
auch $$E \subset F \;\Rightarrow  \; {\mathcal Z}(E)
  \supset {\mathcal Z}(F)$$
Ebenso offensichtlich gilt f"ur ein beliebiges System
$\cal{X}$ von Teilmengen des $k^{n}$ die Identit"at 
${\mathcal I}\left(\bigcup_{X\in \cal{X}}X\right)=
\bigcap_{X\in \cal{X}} {\mathcal I} (X)$ und insbesondere auch
$$Y \subset X \; \Rightarrow \; {\mathcal I}(Y) \supset {\mathcal I}(X)$$
Des weiteren gilt sicher
$E\subset {\mathcal I}({\mathcal Z}(E))$ f"ur jede  
Teilmenge $E\subset k[T_{1}, \ldots, T_{n}]$ und
$X\subset {\mathcal Z}({\mathcal I}(X))$ f"ur jede  
Teilmenge $X\subset k^n$.  
Es folgt ${\mathcal I}(X)
={\mathcal I}({\mathcal Z}({\mathcal I}(X)))$ f"ur jede Teilmenge 
$X\subset k^n$, indem wir einerseits ${\mathcal I}$ 
auf $X\subset {\mathcal Z}({\mathcal I}(X))$
anwenden und andererseits $E\subset {\mathcal I}({\mathcal Z}(E))$ auf $E={\mathcal I}(X)$. 
Ebenso folgt f"ur jede  
Teilmenge $E\subset k[T_{1}, \ldots, T_{n}]$  die Identit"at 
${\mathcal Z}(E)={\mathcal Z}({\mathcal I}({\mathcal Z}(E)))$. 
Insbesondere gilt f"ur jede algebraische Teilmenge $X\subset k^n$
 die Identit"at
$X={\mathcal Z}({\mathcal I}(X))$.  
 Offensichtlich charakterisiert diese Identit"at
 auch umgekehrt algebraische Teilmengen. 
 \end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}\label{IZDS} 
Allgemeiner 
versteht man unter einer {\bf Inzidenzstruktur}\index{Inzidenzstruktur} 
ein Tripel $(A,B,R)$ bestehend aus zwei Mengen $A$ und $B$ mit
einer Teilmenge $R\subset A\times B$ alias einer {\bf Relation zwischen $A$ und
  $B$}. %im Sinne von \eref{AlRep}{AN1}.
Zum Beispiel k"onnen wir die Menge 
$A=k[T_1,\ldots,T_n]$ der Polynome und die Menge $B=k^n$ der Punkte 
betrachten und dazu eine Relation $R$ erkl"aren dadurch, da"s gilt
$(f,x)\in R$ genau dann, wenn $f(x)=0$. 
F"ur eine beliebige Inzidenzstruktur k"onnen wir 
in derselben Weise wie in diesem Beispiel Abbildungen
${\mathcal Z}:\cal{P}(B)\ra \cal{P}(A)$ und
${\mathcal I}:\cal{P}(A)\ra \cal{P}(B)$ erkl"aren.
Auch in dieser Allgemeinheit 
verwandeln sich Vereinigungen in Schnitte, Inklusionen
kehren sich um und es
gilt stets $X\subset {\mathcal Z}({\mathcal I}(X))$ sowie ${\mathcal I}(X)={\mathcal I}({\mathcal Z}({\mathcal I}(X)))$ und symmetrisch
$E\subset {\mathcal I}({\mathcal Z}(E))$ sowie ${\mathcal Z}(E)={\mathcal Z}({\mathcal I}({\mathcal Z}(E)))$.
\end{Bemerkunge}







\begin{Bemerkungl}
Um Sie zu ermuntern, sich in Vorbereitung auf
sp"atere Kapitel  mit den Grundbegriffen 
der Topologie auseinanderzusetzen, beginne ich bereits hier 
mit der Diskussion
der sogenannten \glqq Zariski-Topologie\grqq.
  Ich erinnere zun"achst 
an einige grundlegende Definitionen
aus der  Begriffwelt der Topologie, wie sie in
\eref{SSToRa}{AN2} ausf"uhrlicher eingef"uhrt werden. 
Eine {\bf Topologie\index{Topologie}
 ${\cal T}$ auf einer Menge $X$} ist ein System von
  Teilmengen ${\cal T} \subset {\cal P} (X)$, das stabil ist unter 
dem Bilden von endlichen
  Schnitten und beliebigen Vereinigungen. Ein Paar $(X, {\cal T})$ 
bestehend aus einer Menge mit einer Topologie hei"st ein
{\bf topologischer Raum}\index{topologischer Raum}. 
Die Teilmengen aus ${\cal T}$ hei"sen dann die
{\bf offenen Teilmengen}\index{offen}
 unseres topologischen Raums. Statt $U\in {\cal T}$
schreibe ich auch $U\co X$.\index{)c@$\co$ offen in!topologischem Raum}  
Die Komplemente der offenen Teilmengen 
hei"sen die {\bf abgeschlossenen Teilmengen}
 unseres topologischen Raums.  
F"ur $A\subset X$ schreiben wir statt $(X\backslash A)\in \cal T$ auch
$A\As X$. \index{abgeschlossen}
\index{)c@$\As$ abgeschlossen in!topologischem Raum} 
Das System der abgeschlossenen Teilmengen eines topologischen Raums
ist stabil unter endlichen Vereinigungen und beliebigen Schnitten.
Jedes Mengensystem in einer Menge $X$ 
mit diesen Eigenschaften ist auch umgekehrt das 
System der abgeschlossenen Teilmengen einer 
wohlbestimmten Topologie auf $X$. Gegeben eine Teilmenge $M\subset X$
eines topologischen Raums wird ihr {\bf Abschlu"s} $\bar M$ erkl"art
als die kleinste abgeschlossene Teilmenge von $X$, die $M$ umfa"st, alias
der Schnitt aller  abgeschlossenen Teilmengen von $X$, die $M$ umfassen.
\index{)6a@$\bar{M}$ Abschlu"s von $M$}
\index{Abschlu"s!topologischer} 
Eine Abbildung $f:X\ra Y$ von topologischen R"aumen hei"st 
{\bf stetig},\index{stetig!f"ur topologische R"aume} 
 wenn das Urbild jeder offenen 
Menge offen ist oder
gleichbedeutend das Urbild jeder abgeschlossenen Menge abgeschlossen.
\end{Bemerkungl}
 \begin{Bemerkungl}
Ich erinnere \eref{SSIDT}{AN2}.
    Ist $X$ ein topologischer Raum und $Y\subset X$ eine Teilmenge, so
    erkl\"{a}rt man die {\bf induzierte
      Topologie}\index{induzierte Topologie}
\index{Topologie!induzierte} oder 
{\bf Spurtopologie}\index{Spurtopologie} auf
    $Y$ durch die Vorschrift\label{SpTo} 
$$U
\co Y \quad\Leftrightarrow \quad\exists V \co X\text{ mit }U = V \cap Y$$ 
In Worten ist
also eine Teilmenge von $Y$ offen f"ur die induzierte 
Topologie genau dann,
wenn sie der Schnitt mit $Y$  einer offenen Teilmenge von $X$ ist.
Ab jetzt fassen wir stillschweigend jede Teilmenge $Y$ 
eines topologischen
Raums $X$  als topologischen Raum mit der induzierten
Topologie auf.
\end{Bemerkungl}
 \begin{Bemerkungl} Ich erinnere daran, da"s ein Ring ein
   {\bf Integrit"atsbereich} hei"st, wenn er genau ein nichtk"urzbares
   Element hat. Dies Element ist dann notwendig die Null unseres Rings.
 \end{Bemerkungl}
\begin{Lemma}
Ist $k$ ein kommutativer 
Integrit"atsbereich, so bilden die algebraischen Teilmengen
von $k^n$ die abgeschlossenen Mengen einer Topologie,
der
\emph{\bf Zariski-Topologie}\index{Zariskitopologie!auf einem $k^n$} 
\emph{\bf auf dem} $k^{n}$.\label{ZaTo}   
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Da"s beliebige Schnitte algebraischer Teilmengen wieder algebraisch
sind, ist eh klar, formal nach \ref{OIU}. Wir zeigen,
da"s auch endliche Vereinigungen wieder algebraisch sind. 
Ist
$k$ nicht der Nullring, so gilt ${\mathcal Z}(1)=\emptyset$. 
Die Vereinigung "uber die leere Familie algebraischer
Mengen ist damit also algebraisch.
Ist $k$ sogar ein Integrit"atsring, so gilt zus"atzlich
${\mathcal Z}(E)\cup {\mathcal Z}(F)={\mathcal Z}(EF)$ mit der Notation
$EF=\{ef\mid e\in E,\;f\in F\}$.  Die Vereinigung "uber jede endliche
nichtleere Familie algebraischer
Mengen ist damit auch algebraisch.
Folglich bilden die ${\mathcal Z}(E)$
das System der abgeschlossenen Mengen einer
Topologie auf dem $k^n$. 
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}\label{AbVa}
Ist $k$ ein kommutativer Integrit"atsbereich, so
folgt f"ur den Abschlu"s
einer beliebigen Teilmenge $X\subset k^n$
in Bezug auf die
eben erkl"arte Zariskitopologie
die Formel
$$\bar{X}={\mathcal Z}({\mathcal I}(X))$$  
In der Tat ist die rechte Seite eine algebraische alias
abgeschlossene Menge, die 
$X$ umfa"st. F"ur jede algebraische  alias
abgeschlossene Teilmenge 
$Z\supset X$ gilt andererseits 
$Z={\mathcal Z}({\mathcal I}(Z))\supset {\mathcal Z}({\mathcal I}(X))$. 
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}
Ein  Element eines faktoriellen Rings  hei"st 
{\bf quadratfrei},\index{quadratfrei}\label{quf} wenn es 
von Null verschieden ist und
sich in einer Darstellung als Produkt von Irreduziblen und einer Einheit
keine zwei Faktoren nur um eine Einheit unterscheiden. Zum Beispiel
ist $50$ keine quadratfreie ganze Zahl, $51$ aber schon. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}Sei  $k=\bar k$ ein algebraisch abgeschlossener K"orper.
Eine Teilmenge $Z\subset k^n$  hei"st eine
\begin{description}
  \item[Hyperebene,]\index{Hyperebene!affine} 
 wenn sie Nullstellenmenge
  eines linearen Polynoms  ist, also
  eines Polynoms vom Totalgrad $1$; 
 \item[Quadrik,]\index{Quadrik!affine}
 wenn sie Nullstellenmenge
  eines quadratfreien quadratischen Polynoms  ist; 
 \item[Kubik,]\index{Kubik!affine}
 wenn sie Nullstellenmenge
  eines quadratfreien kubischen Polynoms  ist; 
 \item[Quartik,]\index{Quartik!affine}
 wenn sie Nullstellenmenge
  eines quadratfreien Polynoms  vom Totalgrad $4$ ist; 
 \item[Quintik,]\index{Quintik!affine}
 wenn sie Nullstellenmenge
  eines quadratfreien Polynoms  vom Totalgrad $5$ ist; 
\end{description}

\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungw}
  Wir zeigen in  \ref{BMDnxa}, da"s f"ur $k=\bar k$ ein algebraisch
  abgeschlossener K"orper auf einer 
algebraischen Teilmenge $X\As k^n$ die durch ein  Polynom 
$P\in k[T_1,\ldots, T_n]$ gegebene Abbildung
$P:X\ra k$  entweder nur endlich viele Werte
annimmt oder nur endlich viele Werte aus $k$ nicht annimmt.
Unser Beweis in  \ref{BMDnxa} 
ist nicht ganz einfach. Ich w"u"ste gerne,
wie man diese Aussage m"oglichst leicht einsehen kann. 
\end{Bemerkungw}

\begin{Bemerkunge}
  Man kann zeigen, da"s f"ur $k=\bar k$ ein algebraisch abgeschlossener 
K"orper und $n\geq 1$ jede algebraische Teilmenge von $k^n$ 
bereits als die Nullstellenmenge von $n$ Polynomen beschrieben werden kann,
vergleiche etwa \cite{Kunz}. Im Gegensatz dazu
 kann keineswegs jedes Ideal des
 Polynomrings in $n$ Variablen von $n$ Polynomen erzeugt werden.
 Zum Beispiel ist leicht zu sehen, da"s das Ideal $\langle x^2, xy, y^2\rangle\subset \DC[x,y]$ nicht von zwei Elementen erzeugt werden kann.
\end{Bemerkunge}

\subsubsection*{"Ubungen}

\begin{Ubung} Man zeige zur "Ubung, da"s 
eine echte Zariski-abgeschlossene
Teilmenge von $\DR^2$ keine nichtleere metrisch offene Teilmenge von
$\DR^2$ umfassen kann.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Ist $k$ ein K"orper, ja ein beliebiger 
Kring, und $x \in k^{n}$ ein Punkt, so ist das Verschwindungsideal dieser 
einelementigen Menge das Ideal 
  ${\mathcal I}(x)= \langle T_{1}-x_{1}, \ldots , T_{n}-x_{n}\rangle \subset k
  [T_{1}, \ldots , T_{n}]$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
 Sei $k$ ein K"orper. Man zeige, da"s die von ganz $k$
verschiedenen algebraischen Teilmengen von $k$
genau die endlichen Teilmengen sind. 
Man zeige, da"s die algebraischen Teilmengen von $k^2$
genau die endlichen Teilmengen, die Vereinigungen der Nullstellenmengen
einzelner Polynome mit endlichen Teilmengen, sowie ganz $k^2$ sind. 
Hinweis: Nach \eref{ENu}{AL}
haben zwei teilerfremde Polynome in zwei Ver"anderlichen h"ochstens endlich
viele
gemeinsame Nullstellen.\label{JGD} 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Sei $k$ ein K"orper. Man zeige
f"ur jedes Ideal $\mathfrak a\subset k[T_1,\ldots, T_n]$ die Absch"atzung
$|\mathcal Z(\mathfrak a)|\leq \op{dim}_kk[T_1,\ldots, T_n]/\mathfrak a$. Insbesondere kann 
ein Ideal endlicher Kodimension nur h"ochstens endlich viele
simultane Nullstellen besitzen. Hinweis: Interpolation in mehreren Variablen
\eref{IP}{AL}.\label{EVNN} 
\end{Ubung}





\begin{Ubung}\label{KAHz}
Unter einem {\bf Hom"oomorphismus}\index{Hom"oomorphismus}
 versteht man eine bijektive 
stetige Abbildung
zwischen topologischen R"aumen, deren Umkehrung auch stetig ist.
Man zeige: 
Ist $\gamma : k \sira k$ ein K"orperautomorphismus, so induziert
$\gamma$ einen Hom"oomorphismus $\gamma : k^{n} \sira k^{n}$,
$(x_{1}, \ldots, x_{n}) \mapsto (\gamma (x_{1}), \ldots, \gamma
(x_{n}))$ von $k^{n}$ versehen mit der Zariskitopologie auf sich selbst.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Eine Teilmenge eines topologischen Raums hei"st 
{\bf dicht},\index{dicht!Teilmenge}  
  wenn ihr Abschlu"s der ganze Raum ist. 
Sei $k$ ein kommutativer Integrit"atsbereich. Man zeige: 
Jede unendliche Teilmenge von $k$ ist Zariski-dicht.
Sind $A\subset k^m$ und \label{ZD}$B\subset k^n$
Zariski-dicht, so gilt dasselbe f"ur $A\times B\subset k^{m+n}$. 
Ist zus"atzlich $k$ unendlich,
so ist jede offene nichtleere Teilmenge von $k^n$ Zariski-dicht und 
je zwei offene nichtleere Teilmengen von $k^n$ haben nichtleeren Schnitt.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Gegeben ein K"orper $k$ und  Matrizen $M,N\in \op{Mat}(n;k)$
  haben $MN$ und $NM$ dasselbe charakteristische Polynom. Hinweis: \ref{ZD}.
\end{Ubung}
 


\begin{Ubung}
  Man zeige, da"s jede unendliche Teilmenge der Kreislinie
in der reellen Ebene 
$\{(x,y)\in \DR^2\mid x^2+y^2=1\}$ Zariski-dicht liegt in der 
Kreislinie mit ihrer Spurtopologie
nach \ref{SpTo}. Hinweis: \eref{ENu}{AL}.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Man zeige: Verschwindet ein Polynom $P\in\DR[x,y]$ auf der Kreislinie
$\{(x,y)\in \DR^2\mid x^2+y^2=1\}$, so wird es von
$x^2+y^2-1$ geteilt.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
Man folgere aus dem Hilbert'schen 
Nullstellensatz: Haben zwei irreduzible Polynome in $\DC[T_1,\ldots,T_n]$ 
dieselben Nullstellen, so ist das eine ein skalares Vielfaches des anderen.
Im Fall $n=1$ ist das klar.
In Fall $n=2$ folgt es bereits aus Korollar \eref{ENu}{AL},
nach dem zwei teilerfremde Polynome in $\DC[x,y]$ 
h"ochstens endlich viele gemeinsame Nullstellen haben.
\end{Ubung}

\begin{Ubung} Man zeige, da"s jede lineare Abbildung $k^m\ra k^n$ stetig ist
  f"ur die Zariskitopologie.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Gegeben auf $A\pdef k^n$ eine $k$-bilineare Multiplikation $A\times A\ra A$,
   die $A$
   zu einem Ring macht, bilden die Einheiten unseres Rings
   eine Zariski-offene Teilmenge
    $A^\times\co A$. 
\end{Ubung}

\subsection{Allgemeines zu Moduln}\label{LMm}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Notation f"ur Mengen von Abbildungen}]
  Ich notiere $\op{Ens}$ die Kategorie der Mengen.
  Ihre Objekte sind Mengen, ihre Morphismen Abbildungen.
  Gegeben $M,N\in\op{Ens}$ alias Mengen $M,N$
  notiere ich $\op{Ens}(M,N)$ die
  Menge aller Abbildungen von $M$ nach $N$ und
  $\op{Ens}(M)\pdef \op{Ens}(M,M)$ die Menge aller
  Abbildungen von $M$ zu sich selbst. \nichtfinal{Neue Notation $\op{Ens}^\circ(N,M)=\op{Ens}(M,N)$? Und immer $\mathcal C^\circ$ f"ur die opponierte Kategorie?}
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Notation f"ur Mengen von Homomorphismen abelscher Gruppen}] Ich notiere $\op{Ab}$ die Kategorie der abelschen Gruppen.
  Ihre Objekte sind abelsche Gruppen, ihre Morphismen Gruppenhomomorphismen.
  Gegeben $M,N\in\op{Ab}$ alias abelsche Gruppen $M,N$
  notiere ich $\op{Ab}(M,N)\subset \op{Ens}(M,N)$ die
  Menge aller Gruppenhomomorphismen von $M$ nach $N$ und
  $\op{Ab}(M)\subset \op{Ens}(M)$ die Menge aller
  Gruppenhomomorphismen von $M$ zu sich selbst. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Isomorphismen abelscher Gruppen}]
  Gegeben ein bijektiver Homomorphismus von abelschen Gruppen ist auch seine
  Umkehrabbildung ein Homomorphismus von abelschen Gruppen.
  Die Isomorphismen in der Kategorie der abelschen Gruppen sind mithin genau
  die bijektiven Homomorphismen.
\end{Bemerkungl}
  

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der
      Homomorphismengruppen abelscher Gruppen}]
  Gegeben abelsche Gruppen $M,N$ ist $\op{Ab}(M,N)\subset \op{Ens}(M,N)$
   eine Untergruppe der abelschen Gruppe aller Abbildungen von
  der Menge $M$ in die abelsche Gruppe $N$.
  Die Menge $\op{Ab}(M,N)$ mit dieser Struktur als abelsche Gruppe
  notiere ich
  $$\op{Hom}(M,N)=(M{\Rrightarrow} N)=(M{\Rrightarrow}_{\op{Ab}} N)$$
  und setze $\op{End}(M)\pdef \op{Hom}(M,M)$. Die Verkn"upfung
  von Morphismen abelscher Gruppen
  $\op{Ab}(L,M)\times \op{Ab}(M,N)\ra \op{Ab}(L,N)$
  wird f"ur diese Strukturen eine biadditive Abbildung
  $\op{Hom}(L,M)\times \op{Hom}(M,N)\ra \op{Hom}(L,N)$, $ (\psi, \varphi)\mapsto  \varphi \circ \psi$. \nichtfinal{Sortieren! Opp-Notation?}  
  Die abelsche Gruppe $$\op{End}(M)$$
  der Endomorphismen von $M$
  wird mit dieser Verkn"upfung als Multiplikation ein Ring.
 Den 
{\bf Endomorphismenring 
  von $M$}\index{Endomorphismenring!von abelscher Gruppe}
erkl"aren wir als $\op{End}(M)$ mit der dazu opponierten 
 Multiplikation, in Formeln mit der
Verkn"upfung $\varphi \psi \pdef \varphi \circ \psi$. Sein Einselement ist 
die Identit"at $\op{id} : M \ra M$.   
\end{Bemerkungl}

\nichtfinal{Das meiste dar"uber vielleicht weglassen?}

\begin{Definition}
Sei $\Omega$ eine Menge.
Ein  {\bf $\Omega$-Mengenmodul}\index{Mengenmodul} oder kurz
{\bf $\Omega$-Modul}\index{Modul!"uber einer Menge}  ist ein Paar $(M,\sigma)$
bestehend aus einer abelschen Gruppe $M$ und
einer Abbildung
$\sigma:\Omega\ra \op{End}(M)$ unserer Menge $\Omega$ in den\label{OmeM} 
Endomorphismenring der abelschen Gruppe $M$. 
\end{Definition}
\begin{Definition}\label{LM}
  Sei $R$ ein Ring. Ein {\bf $R$-Ringmodul}\index{Ringmodul} oder kurz
   {\bf $R$-Modul}\index{Modul!"uber einem Ring} 
    ist
   ein Paar $(M,\sigma)$ bestehend aus einer abelschen Gruppe $M$ und
einem Ringhomomorphismus 
$\sigma:R\ra \op{End}(M)$ unseres Rings $R$ in den
Endomorphismenring der abelschen Gruppe $M$.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Nat"urlich ist jeder Ringmodul auch ein Mengenmodul f"ur die dem fraglichen
  Ring zugrundeliegenden Menge.
  Unter dem Exponentialgesetz, also der Bijektion
  $\op{Ens}(\Omega,\op{Ens}(M,M))\sila \op{Ens}(\Omega\times M,M)$
  aus \eref{ABBK}{GR}, entsprechen unsere Strukturen auf
  einer abelschen Gruppe $(M,+)$ als $\Omega$-Mengenmodul eineindeutig den 
  Abbildungen $\Omega\times M\ra M$, $(\omega,m)\mapsto \omega m$ derart,
  da"s f"ur alle $ \omega\in \Omega$ und $ m,n\in M$ gilt 
  $$\omega (m+n)=(\omega m)+(\omega n)$$
  Weiter entsprechen f"ur einen Ring $R$ unsere Strukturen auf
  einer abelschen Gruppe $(M,+)$ als $R$-Ringmodul unter dem Exponentialgesetz
  eineindeutig den 
  Abbildungen $R\times M\ra M$ derart, da"s f"ur alle $r, s \in R$ und $m,n \in M$  gilt\label{DZ} 
 $$\begin{array}{ccc}
r(m+n) &=& (rm) +(rn)\\
(r+s)m &=& (rm)+(sm)\\
r(sm)&=&(rs)m\\
1m &=&m
\end{array}$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion alternativer terminologischer Konventionen}] 
Arbeitet man mit der alternativen Konvention, 
nach der Ringe nicht notwendig unit"ar zu sein brauchen, so ist
hier die letzte Bedingung $1m =m$ nicht mehr sinnvoll und wird 
weggelassen. Moduln, wie wir sie in \ref{LM} definiert haben,
w"urde man in dieser alternativen 
Konvention als
\glqq unit"are Moduln "uber einem unit"aren Ring\grqq\  bezeichnen.
Wir nennen eine abelsche Gruppe $A$ mit einer assoziativen biadditiven
Verkn"upfung eine {\bf assoziative $\DZ$-Algebra} und eine abelsche Gruppe $M$
mit einer biadditiven Abbildung $A\times M\ra M$ derart, da"s gilt
$a(bm)=(ab)m\;\forall a,b\in A, m\in M$, einen {\bf $A$-Assoziativmodul}.\index{Assoziativmodul}
Bei Assoziativmoduln fordern wir also nichts f"ur die Operation eines
Einselements, selbst wenn es ein solches geben sollte. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Wir vereinbaren auch in diesem Kontext die Regel \glqq Punkt vor Strich\grqq.  Wie
  bei Vektorr"aumen zeigt man auch bei Ringmoduln
$M$ "uber einem Ring $R$ 
f"ur alle $m\in M$ die Formel $0m=0$, genauer $0_R
  m=0_M$, und folgert $(-1)m=-m$. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Vergleich von Ringmoduln und Mengenmoduln}]
  Moduln "uber Ringen k"onnen als spezielle Moduln "uber Mengen
  aufgefa"st werden. Es gibt offensichtlich im
  allgemeinen weniger Moduln "uber
  einem Ring als Mengenmoduln "uber der zugrundeliegenden Menge. Wir k"onnen
  f"ur Moduln "uber speziellen Ringen
  entsprechend st"arkere Aussagen erwarten. So sind zum
  Beispiel die Ringmoduln "uber einem K"orper genau unsere
  Vektorr"aume aus der linearen Algebra. Umgekehrt k"onnen
  Moduln "uber einer Menge $\Omega$ auch aufgefa"st werden als  
   Ringmoduln "uber dem \glqq nichtkommutativen Polynomring "uber $\DZ$
   in durch $\Omega$ indizierten Variablen\grqq\ alias dem
   \glqq freien Ring "uber  $\Omega$\grqq, den wir in der Notation
aus \eref{FrO}{TF} 
$\op{Ring}\frei\Omega$ notieren w"urden. Insofern sind unsere beiden
Begriffsbildungen im Prinzip austauschbar. Ich werde im folgenden
 allgemeine Aussagen vorzugsweise f"ur Mengenmoduln formulieren,
da deren Definition einfacher ist. 
\end{Bemerkungl}



\begin{Beispiele}
Jeder Ring $R$  ist in offensichtlicher Weise ein
$R$-Ringmodul. Dasselbe gilt f"ur $R^n$, ja gegeben eine beliebige Menge $X$
f"ur
$\op{Ens}(X,R)$ und gegeben zus"atzlich ein beliebiger $R$-Ringmodul $M$
auch f"ur die Menge  $\op{Ens}(X,M)$ aller Abbildungen von $X$ nach $M$. 
\end{Beispiele}







\begin{Bemerkungl}[\textbf{Abelsche Gruppen als $\DZ$-Ringmoduln}] 
 Jede abelsche Gruppe $M$ tr"agt  genau eine
Struktur als $\DZ$-Ringmodul, denn f"ur jeden Ring $E$ gibt es genau einen Ringhomomorphismus $\DZ
\ra E$ \label{AGZZ} und das gilt insbesondere auch f"ur $E\pdef\op{End}(M)$.
Explizit gelten f"ur diese Modulstruktur zum Beispiel die Identit"aten 
$0m=0$, $1m =m$, $2m = m+m$, $3m=m+m+m$ und $(-1)m=-m$,
$(-2)m=-m-m$.
Es mag eine gute "Ubung sein, sie aus den Axiomen herzuleiten.  
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungl}
Ist $\varphi : R \ra S$ ein Ringhomomorphismus, so wird jeder
$S$-Modul  ein
$R$-Modul vermittels der Operation $rm \pdef \varphi (r) m$. 
Dies Verfahren hei"st 
{\bf Restriktion der Skalare},\index{Restriktion!der Skalare} 
und zwar\label{resSK} 
selbst dann, wenn der Ringhomomorphismus 
$\varphi : R \ra S$ nicht die Inklusion eines
Teilrings ist. Wir notieren $$\op{res}_\varphi(M)=\op{res}_S^RM$$
den so aus einem
$S$-Modul konstruierten
$R$-Modul.\index{res@$\op{res}$ Restriktion der Skalare}  
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel} 
F"ur jedes Ideal eines Rings 
$\frak{a} \subset R$ ist der Quotient
$R/\frak{a}$ aus \eref{RUE}{AL} ein $R$-Modul
als Restriktion des $R/\frak{a}$-Moduls $R/\frak{a}$. 
\end{Beispiel}


\begin{Bemerkungl}
  Ist $X$ eine Menge und $x\in X$ ein Punkt und $k$ ein Ring, so liefert
das Auswerten an der Stelle $x$ einen Ringhomomorphismus
$\delta_x:\op{Ens}(X,k)\ra k$. Den zugeh"origen Modul "uber den Funktionenring
$\op{Ens}(X,k)$ nennen wir den {\bf Auswertungsmodul}\index{Auswertungsmodul}
und notieren ihn $k_x$.\index{)7@$k_x$ Auswertungsmodul}
\end{Bemerkungl}


\subsubsection*{"Ubungen}
%\begin{Ubung}\label{DZ}
%Gegeben eine abelsche Gruppe $M$ und ein Ring $R$ 
%induziert das Exponentialgesetz
%$\op{Ens}(R\times M,M)\sira \op{Ens}(R, \op{Ens}(M,M))$
%aus \eref{ABBK}{GR} eine Bijektion
%$$\left\{\begin{array}{c}\text{Strukturen als $R$-Modul}\\
%%\text{auf der abelschen Gruppe }M 
% \end{array}\right\}
%\;\overset{\sim}{\ra} \; 
%\left\{\begin{array}{c}\text{Ringhomomorphismen}\\
%R\ra \op{Ab}M
% \end{array}\right\}
%$$
%Im Fall eines K"orpers war das bereits "Ubung \eref{DZk}{LA1}.
%\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{$k[T]$-Moduln als $k$-Vektorr"aume mit Endomorphismus}] 
Gegeben eine abelsche Gruppe $M$ und ein K"orper $k$ 
geben wir  Bijektionen\label{KX} 
$$
\begin{array}{ccc}
\left\{\begin{array}{c}\text{Strukturen als $k[T]$-Modul}\\
\text{auf der abelschen Gruppe }M 
 \end{array}\right\}
&\overset{\sim}{\ra} & 
\left\{\begin{array}{c}\text{Ringhomomorphismen}\\
k[T]\ra \op{End}(M)
 \end{array}\right\}\\[4mm]
&&\wr\!\da\\[2mm]
\left\{\begin{array}{c}\text{Paare $(\psi,A)$ 
bestehend aus}\\
\text{einer $k$-Vektorraumstruktur}\\ \psi: k\times M\ra M\\
\text{auf der abelschen Gruppe }M\\
\text{und einem Endomorphismus}\\ A\in \op{End}_k( M)
\end{array}\right\}
&\overset{\sim}{\ra}&
\left\{\begin{array}{c}\text{Paare $(\varphi,A)$ 
bestehend aus}\\
\text{einem Ringhomomorphismus}\\ \varphi: k\ra \op{End}(M)\\
\text{und einem mit seinem Bild}\\
\text{kommutierenden Element}\\
A\in \op{End}(M) \end{array}\right\}
\end{array}
$$
an. Hier liefert \ref{DZ} die obere horizontale
Bijektion  und \eref{EiP}{LA1}
die vertikale Bijektion. Die untere horizontale Bijektion
ist die offensichtliche.  
In diesem Sinne ist also ein $k[T]$-Modul \glqq dasselbe\grqq\  wie ein
$k$-Vektorraum mit einem $k$-linearen Endomorphismus.
F"ur einen beliebigen Ring $k$ gilt Analoges.   
\end{Ubung}



\subsection{Homomorphismen, Untermoduln, Quotienten}\label{HQU}
\begin{Bemerkungl} In diesem Abschnitt bespreche ich einige sehr allgemeine
  Begriffsbildungen und  Aussagen, die f"ur beliebige Mengenmoduln
  sinnvoll und richtig sind. Speziellere Aussagen, die nur  f"ur Ringmoduln
  gelten, 
  besprechen wir im darauffolgenden Abschnitt. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Sei $\Omega$ eine Menge. Eine Abbildung $f: M \ra N$ von einem $\Omega$-Modul in einen weiteren $\Omega$-Modul
hei"st  ein
{\bf Modulhomomorphismus},\index{Modulhomomorphismus}
 wenn gilt $$f(m+m^{\prime})=f(m) + f(m^{\prime})\text{ und }
 f(r m)= rf(m) \quad \forall m, m^{\prime} \in M, r \in \Omega.$$
Die Menge aller Homomorphismen von einem $\Omega$-Modul $M$ in einen
$\Omega$-Modul $N$ notieren wir $\op{Mod}_\Omega(M,N)$. Diese Menge bildet
eine Untergruppe der abelschen Gruppe
$\op{Hom} (M,N)$ und mit dieser Struktur als
abelsche Gruppe notieren wir sie\index{Hom@$\op{Hom}_{\Omega}$} 
$$\op{Hom}_{\Omega} (M,N)\subset \op{Hom} (M,N)$$ 
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kategorie der Mengenmoduln}] 
  Die Gesamtheit aller Mengenmoduln "uber einer vorgegebenen Menge $\Omega$
bildet mit den Modulhomomorphismen als Morphismen eine
Kategorie\index{Mod@$\op{Mod}_\Omega$
  Kategorie der $\Omega$-Mengenmoduln}  
$$\op{Mod}_\Omega=\op{Mod}'_\Omega$$
Das \glqq Freiheitsstrichlein\grqq\ schreiben wir dazu, wenn besonders betont
werden soll, da"s
 Mengenmoduln gemeint sind. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Isomorphismen von Moduln}]
  Sei $\Omega$ eine Menge.
  Gegeben ein bijektiver Homomorphismus von
  $\Omega$-Moduln ist auch die Umkehrabbildung
  ein  Homomorphismus von
  $\Omega$-Moduln. Die bijektiven Homomorphismen
  sind mithin genau die 
  {\bf Isomorphismen}\index{Isomorphismus!von Moduln} in der
  Kategorie der $\Omega$-Moduln. \nichtfinal{Ab wann darf ich Kategorie sagen?}
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Endomorphismenringe}]%\label{EnZ}
 Sei $\Omega$ eine Menge. Die Menge aller Endomorphismen 
 eines $\Omega$-Moduls $M$ notiert man $\op{End}_\Omega(M)$.
 Sie ist offensichtlich
 ein Teilring $\op{End}_\Omega(M)\subset \op{End}(M)$
des Endomorphismenrings der abelschen Gruppe $M$.
\end{Bemerkungl}




\begin{Definition}
  Seien $\Omega$ eine Menge und $M$ ein $\Omega$-Modul.
  Eine Teilmenge $N \subset M$ 
 hei"st ein 
\defind{Untermodul}, wenn $N$ eine Untergruppe ist und wenn
zus"atzlich  gilt
$m \in N$, $r \in \Omega \RA r m \in N$.   
\end{Definition}

\begin{Beispiel}
  Die Untermoduln eines Krings mit seiner
  durch Linksmultiplikation gegebenen Struktur als $R$-Modul
  sind genau seine Ideale.
Die Untermoduln eines allgemeinen Rings  mit seiner
  durch Linksmultiplikation gegebenen Struktur als $R$-Modul hei"sen seine {\bf Linksideale}.
\index{Linksideal}
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Schnitte von Untermoduln und Erzeugung}]
  Sei $\Omega$ eine Menge. Jeder Schnitt von Untermoduln
  eines $\Omega$-Moduls $M$ ist wieder ein Untermodul.
  Ist $T\subset M$ eine Teilmenge eines $\Omega$-Moduls $M$, 
so hei"st der kleinste Untermodul von
$M$, der $T$ enth"alt, 
der {\bf von $T$ erzeugte 
Untermodul}\index{Untermodul!erzeugt von Teilmenge}
und wir bezeichnen ihn mit $$_\Omega\langle T\rangle\index{)5>@$_\Omega\langle T\rangle$ Untermodul-Erzeugnis}$$ oder, 
wenn die genaue Bedeutung eh aus dem Kontext hervorgeht, 
etwas nachl"assig mit $\langle T\rangle_\Omega$ oder auch 
abk"urzend mit $\langle T\rangle$.\index{)5>@$\langle T\rangle_\Omega$ Untermodul-Erzeugnis}\index{)5>@$\langle T\rangle$ Untermodul-Erzeugnis}
Man kann den von $T$ erzeugten
$\Omega$-Untermodul alternativ auch  als die von  
$\{r_{1}\ldots r_{s}t \mid s \geq 0,\; r_{i} \in \Omega,\;
t \in T \}$ erzeugte Untergruppe beschreiben. 
Ein Modul, der von einer endlichen Teilmenge erzeugt wird,
hei"st  {\bf endlich erzeugt}.\index{endlich erzeugt!Modul}
Ein Modul, der von einem einzigen Element erzeugt wird,
hei"st {\bf zyklisch}.\index{zyklisch!Modul}
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Das Bild eines Untermoduls unter einem Modulhomomorphismus ist wieder ein
  Untermodul. Das Urbild eines Untermoduls
  unter einem Modulhomomorphismus ist wieder ein
  Untermodul. 
Insbesondere sind Bild und Kern eines Modulhomomorphismus stets
Untermoduln.
\end{Bemerkungl}

\begin{Proposition}[\textbf{Quotientenmoduln}]
Seien $\Omega$ eine Menge,
$M$ ein $\Omega$-Modul und 
$L \subset M$ ein\label{QouM}  
Untermodul.\index{Quotientenmodul}
\begin{enumerate}
\item
Es gibt genau eine Struktur als $\Omega$-Modul auf der Restklassengruppe
$M/L$ %aus \eref{KdR}{LA2} 
derart, da"s die Projektion $\op{can} : M \twoheadrightarrow
M/L$ ein Homomorphismus von $\Omega$-Moduln ist;
\item
Jeder Homomorphismus von $\Omega$-Moduln $\varphi : M \ra N$
mit $ \varphi(L)=0$ faktorisiert in eindeutiger Weise "uber
$M/L$, es gibt also zu $\varphi$  genau einen $\Omega$-Modul\-ho\-mo\-mor\-phis\-mus
$\tilde{\varphi} : M /L \ra N $ mit $ \varphi =
\tilde{\varphi} \circ \op{can}$. 
\end{enumerate}
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis]
Sehr "ahnlich zum Beweis der entsprechenden Aussagen 
im Fall von Vektorr"aumen \eref{QVV}{LA2}
und dem Leser "uberlassen.
\end{proof}
\begin{Definition}
Ein \defind{Subquotient} eines Moduls ist ein Quotient eines Untermoduls.
\end{Definition}


\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubunge}
Man zeige, da"s in einem endlich erzeugten Modul  jedes
Erzeugendensystem ein endliches  Erzeugendensystem umfa"st.
\end{Ubunge}
\begin{Ubung}
  Jeder Quotient eines endlich erzeugten Moduls ist endlich
  erzeugt.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Ein Untermodul eines endlich erzeugten Moduls mu"s keineswegs
  endlich
  erzeugt sein. Betrachten wir zum Beispiel im Polynomring in
  abz"ahlbar vielen Variablen $R\pdef \DZ[T_n\mid n\geq 1]$ das von
  den Variablen erzeugte Ideal $I\subset R$, so ist $I$ nicht endlich erzeugt
  als $R$-Modul. 
\end{Ubung}

\subsection{Ringmoduln}



\begin{Lemma}[\textbf{Modulhomomorphismen vom Grundring zu einem Modul}] 
Gegeben ein Ring $R$\label{RHO} 
 und ein $R$-Ringmodul $M$ liefert die Abbildungsvorschrift 
$m  \mapsto  (r \mapsto rm)$
einen Isomorphismus
$
M  \sira  \op{Hom}_{R} (R,M)
$
von abelschen Gruppen mit Umkehrabbildung $\varphi\mapsto
\varphi(1)$.  
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Dem Leser "uberlassen.
\end{proof}






\begin{Bemerkungl}
 Gegeben ein Ring $R$ 
 und ein $R$-Ringmodul $M$  kann man den von einer Teilmenge
 $T\subset M$ erzeugten
Untermodul  beschreiben als die Menge aller Linearkombinationen
$\{r_{1}t_{1} + \ldots +r_{s}t_{s} \mid s \geq 0,\; r_{i} \in R,\;
t_{i} \in T \}$. 
Hierbei  steht
 die leere Linearkombination mit $s = 0$ f"ur die Null in $M$. 
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl} Die Gesamtheit aller Ringmoduln "uber einem
  vorgegebenen Ring $R$
bildet mit den Modulhomomorphismen als Morphismen eine
Kategorie\index{Mod@$\op{Mod}_R=R\op{-Mod}$ Kategorie der $R$-Moduln}  
$$\op{Mod}_R$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  In der Sprache der Kategorientheorie 
ist das Vergessen der Modulstruktur ein Isomorphismus von Kategorien
$\op{Mod}_\DZ\sira \op{Ab}$
zwischen der Kategorie der $\DZ$-Moduln und der
Kategorie der abelschen Gruppen.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl} Jeder Untermodul und jeder
  Quotient eines Ringmoduls "uber einem Ring $R$
  ist wieder ein
  $R$-Ringmodul. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl} 
  Gegeben ein kommutativer Ring $R$ und $R$-Ringmoduln $M,N$
  ist die Untergruppe $\op{Hom}_R(M,N)\subset \op{Hom}(M,N)$ 
  sogar ein $R$-Untermodul in Bezug auf die durch Nachschalten
  oder gleichbedeutend durch Vorschalten der Multiplikation mit
  Elementen $r\in R$ gegebenen Struktur als $R$-Modul.
\end{Bemerkungl}





\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}\label{MER}
Gegeben ein $R$-Modul $M$ wird $M$ ein Modul "uber 
seinem Endomorphismenring $\op{End}_R(M)$ vermittels der 
Vorschrift $fm=f(m)$ f"ur alle $f\in \op{End}_R(M)$ und $m\in M$. 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{RII}
  Ist $R$ ein Ring und $e\in R$ ein idempotentes Element und
  $M$ ein $R$-Modul, so induziert das Auswerten bei $e$ eine Bijektion
  $\op{Hom}_R(Re,M)\sira eM$. 
\end{Ubung}



\begin{Ubung}
 Gegeben ein surjektiver Ringhomomorphismus $\varphi:R\sra S$
  und ein $R$-Modul $M$ 
 mit $(\op{ker}\varphi)M=0$ gibt es auf $M$ genau eine Struktur als
 $S$-Modul, die unter der Restriktion l"angs $\varphi$
 die urspr"ungliche Struktur
 als $R$-Modul liefert. Wir nennen sie die
 {\bf faktorisierte Operation}\label{MQR} von $S$ auf $M$. 
\end{Ubung}
\begin{Beispiel} Gegeben $R$ ein Ring und $\frak{a}\subset R$
  ein Ideal und $N$ ein $R$-Modul wird insbesondere $N/\frak{a}N$
  stets 
  ein $R/\frak{a}$-Modul mit der faktorisierten Operation.
  Hier verwenden wir die Abk"urzung $\frak{a}N=\langle \frak{a}N\rangle$
  f"ur die von allen $an$ mit $a\in \mathfrak a$ und $n\in N$ erzeugte
  Untergruppe. 
\end{Beispiel}


  \begin{Ubung}
   Man zeige, da"s gegeben ein Ring $R$ und ein $R$-Modul $M$ 
    f"ur jedes Linksideal $ I \subset R$ das Auswerten an 
der Nebenklasse $1_R +I$ eine
    Bijektion $\op{Hom}_R (R/I,M) \sira \{ m \in M \mid
    I m = 0\}$ induziert.
  \end{Ubung}



\begin{Ubung}\label{PHRI}
Gegeben Moduln $M_i$ "uber Ringen $R_i$ kann man das
Produkt $M$ der $M_i$ in offensichtlicher Weise mit der Struktur
eines Moduls "uber dem Produkt $R$ der $R_i$ versehen. Ergibt sich 
in derselben Weise ein $R$-Modul $N$ als das Produkt gewisser
$R_i$-Moduln $N_i$, so haben wir einen kanonischen
Isomorphismus $$\op{Hom}_R(M,N)\sira \prod_i \op{Hom}_{R_i}(M_i,N_i)$$
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
Ich erinnere an exakte Sequenzen im Sinne von \eref{exSG}{LA2}.
Eine Sequenz von Gruppen $M'\ra M\ra M''  $ hei"st 
{\bf linksexakt}\index{linksexakt}, wenn die 
erweiterte Sequenz $1\ra M'\ra M\ra M''  $ exakt ist, wenn sie also
in anderen Worten bei $M$ exakt ist und $M'\ra M$ injektiv ist.
Wir schreiben linksexakte Sequenzen meist $M'\hra M\ra M''  $.
Man zeige: Eine Sequenz $M'\ra M\ra M''  $ von Moduln "uber einem Ring
$R$ ist linkssexakt genau dann, wenn f"ur jeden weiteren $R$-Modul $N$ die
induzierte Sequenz 
$$\op{Hom}_R(N,M')\ra \op{Hom}_R(N,M)\ra \op{Hom}_R(N,M'')$$
linksexakt ist.\label{les} Analoges gilt f"ur Mengenmoduln. Die Aussage
ist etwas delikat vom Standpunkt der Logik, da wir darin "uber alle Moduln
quantifizieren. Um dem auszuweichen, mag man
dabei ein unter dem Bilden von Teilmengen
stabiles Mengensystem $\mathfrak U$ fest w"ahlen und nur solche Moduln betrachten, deren Grundmenge ein Element dieses Mengensystems ist. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
Ich erinnere an exakte Sequenzen im Sinne von \eref{exSG}{LA2}.
  Eine Sequenz von Gruppen $M'\ra M\ra M''  $ hei"st 
{\bf rechtsexakt}\index{rechtsexakt}, wenn die 
erweiterte Sequenz $M'\ra M\ra M''  \ra 1$ exakt ist, wenn sie also
in anderen Worten bei $M$ exakt ist und $M\ra M''  $ surjektiv ist.
Wir schreiben rechtsexakte Sequenzen meist $M'\ra M\sra M''  $. 
Man zeige: Eine Sequenz $M'\ra M\ra M''  $ von Moduln "uber einem Ring
$R$ ist rechtsexakt genau dann, wenn f"ur jeden weiteren $R$-Modul $N$ die
induzierte Sequenz 
$$\op{Hom}_R(M'',N)\ra \op{Hom}_R(M,N)\ra \op{Hom}_R(M',N)$$
linksexakt ist.\label{res} Analoges gilt f"ur Mengenmoduln und auch
die Probleme der Logik kann man wie in \ref{les} ausr"aumen. 
\end{Ubung}


\subsection{Noethersche Moduln und Ringe}\label{neomo}


% \begin{Bemerkungl}
%   Ich erinnere an den Begriff eines Moduls "uber einem Ring 
% aus \ref{LM} und an die Begriffsbildungen zu Untermoduln, Quotienten und 
% Homomorphismen aus \ref{HQU}. 
% \end{Bemerkungl}


\begin{Definition}
Ein Modul   hei"st 
{\bf noethersch},\index{noethersch!Modul} 
 wenn
alle seine Untermoduln endlich erzeugt sind. 
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Wir arbeiten hier wieder in der Allgemeinheit der Mengenmoduln.
  Mit gemeint ist 
die Forderung, da"s unser Modul selbst endlich erzeugt sein
  soll. Die Bezeichnung erinnert an die Mathematikerin Emmy Noether,
  eine Pionierin der abstrakten Algebra j"udischer Herkunft,
  die in G"ottingen arbeitete
bis sie in die Emigration gezwungen wurde.
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}
Ein Vektorraum "uber einem K"orper $k$ 
ist noethersch als $k$-Modul genau dann, wenn er
endlichdimensional ist.
%und jeder Quotient eines noetherschen Rings ist noethersch. 
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
Der Polynomring $R = \DZ [T_{1},T_{2},
\ldots]$ in abz"ahlbar vielen Variablen ist 
kein noetherscher $R$-Modul, denn das von allen $T_i$ erzeugte Ideal
ist nicht endlich erzeugt. In der Tat bilden die 
$\langle T_1\rangle\subsetneq \langle T_1, T_2\rangle\subsetneq\ldots$
eine unendliche echt aufsteigende Folge von Idealen und deren Vereinigung 
$ \langle T_1, T_2,\ldots\rangle$ kann offensichtlich nicht
endlich erzeugt sein.
\end{Beispiel}

\begin{Proposition}%\label{EN}
Jeder Quotient und jeder Untermodul eines noetherschen Moduls ist
noethersch.
Besitzt ein Modul $M$ einen noetherschen Untermodul $M'$ mit noetherschem Quotient $M/M'$, so ist $M$ bereits selbst
noe\-ther\-sch.\label{ENn}
\end{Proposition}
\begin{Bemerkunge}
  F"ur diejenigen  Leser, die mit exakten Sequenzen nach \eref{exSG}{LA2}
  %und \eref{keSS}{LA2} 
vertraut sind, k"onnen wir die Proposition auch wie folgt
formulieren: Ist $M^{\prime} \hookrightarrow M \twoheadrightarrow
M^{\prime\prime}$ eine kurze exakte Sequenz von Moduln "uber einem
Ring, so ist $M$ noethersch genau dann, wenn $M^{\prime}$ und
$M^{\prime\prime}$ noethersch sind. Leser, die noch 
nicht mit dieser Terminologie vertraut
sind,
werden ermuntert, sich damit vertraut zu machen. 
\end{Bemerkunge}
\begin{proof}[Beweis]
Der erste Teil bleibt dem Leser "uberlassen.
Wir m"ussen im zweiten Teil zeigen, da"s jeder Untermodul $U \subset M $
endlich erzeugt ist.
Nach Annahme ist aber sein Bild $\bar{U} \subset M/M'$ endlich erzeugt, wir
finden also Elemente $u_{1}, \ldots, u_{r} \in U$, deren Bilder $\bar{U}$
erzeugen.
Ganz genauso ist $U \cap M'$ endlich erzeugt, sagen wir
von $v_{1}, \ldots, v_{s} \in U$. Dann sieht man leicht, da"s
die $u_{1}, \ldots, u_{r}, v_{1}, \ldots , v_{s}$ 
zusammen ganz $U$ erzeugen.
\end{proof}

\begin{Definition}
Ein Ring hei"st  {\bf linksnoethersch}\index{linksnoethersch}
beziehungsweise
{\bf rechts\-noe\-thersch},\index{rechtsnoethersch} wenn er noethersch ist 
als Links- beziehungsweise Rechtsmodul "uber sich selbst, 
 und {\bf noethersch},\index{noethersch!Ring}
wenn er linksnoethersch und rechtsnoethersch ist.
\end{Definition}
\begin{Beispiel} Ein Ring ist linksnoethersch genau dann, wenn alle
seine Linksideale endlich erzeugt sind.
Jeder Hauptidealring ist noe\-thersch.
\end{Beispiel}
\begin{Satz}
Ein Modul "uber einem linksnoetherschen Ring ist noethersch
genau dann, wenn er endlich erzeugt ist.\label{NoUI}
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis]
Ein noetherscher Modul ist immer endlich erzeugt.
Ist umgekehrt $M$ ein endlich erzeugter $R$-Modul, so ist $M$ ein Quotient von
$R^{n}$. F"ur $R$ linksnoethersch ist aber $R^{n}$ noethersch
als Modul, wie
man induktiv  aus
\ref{ENn}  folgert.
\end{proof}
\begin{Beispiel}
Satz \ref{NoUI} zeigt insbesondere, da"s
jede Untergruppe einer endlich erzeugten abelschen Gruppe
endlich erzeugt ist.\label{BNAB} 
In der Tat ist ja
eine abelsche Gruppe dasselbe wie ein $\DZ$-Modul und
$\DZ$ ist ein Hauptidealring, also noethersch. Wir hatten 
in diesem Fall  in \eref{ee}{LA2} sogar gesehen, da"s man f"ur die 
Untergruppe nicht mehr Erzeuger ben"otigt als f"ur die ganze Gruppe. 
Das folgt mit demselben Argument 
sogar allgemeiner  f"ur Moduln "uber solchen
Ringen, in denen jedes Linksideal ein
Hauptideal ist. Im allgemeinen kann es aber 
durchaus vorkommen, da"s man f"ur
einen Untermodul mehr Erzeuger ben"otigt als f"ur den urspr"unglichen
Modul. Insbesondere kann es ja vorkommen, 
da"s man f"ur ein Ideal mehr als einen Erzeuger 
ben"otigt und damit mehr Erzeuger als f"ur den Ring, der ja als Modul
"uber sich selber stets zyklisch ist.
\end{Beispiel}
\begin{Satz}[\textbf{Hilbert'scher Basissatz}]
Ist\index{Basissatz, Hilbert'scher}\index{Hilbert!Basissatz} 
 $R$ ein linksnoetherscher Ring, so ist auch
der Polynomring $R[T]$ mit Koeffizienten in $R$ ein linksnoetherscher Ring.
Dasselbe gilt analog f"ur rechtsnoethersch und noethersch.\label{HiBaa} 
\end{Satz}

\begin{proof}[Beweis]
Sei $I \subset R [T]$ ein Linksideal.
Wir betrachten das Linksideal $\frak{a} \subset R$, das erzeugt wird
von den Leitkoeffizienten aller Polynome aus $I$. 
Da $R$ noethersch ist, gibt es endlich viele Polynome $f_{1},
\ldots , f_{t} \in I$, deren Leitkoeffizienten das 
Linksideal $\frak{a} \subset R$
erzeugen. Sei $m$ das Maximum der Grade der $f_i$. 
Gegeben $h \in I$ mit $\op{deg} h \geq m$  
finden wir offensichtlich $p_{i} \in R [T]$ derart,
da"s
$$ h - (p_{1} f_{1} + \ldots + p_{t}f_{t})$$
echt kleineren Grad hat als $h$. 
Induktiv finden wir dann sogar $p_{i}$ derart, da"s diese
Differenz echt kleineren Grad hat als $m$. 
Die Polynome aus $R [T]$ vom Grad $< m$ und, wieder da $R$ linksnoethersch ist, 
 dann auch
die Polynome aus $I$ vom Grad $< m$ bilden aber einen endlich
erzeugten $R$-Modul. W"ahlen wir Erzeuger $g_{1}, \ldots,
g_{r}$ dieses $R$-Moduls, so erzeugen offensichtlich $f_{1},
\ldots , f_{t}, g_{1}, \ldots , g_{r}$ unser Linksideal $I$ "uber
$R[T]$. 
\end{proof}
 

\begin{Bemerkungl}\label{KHB}
Aus dem Hilbert'schen Basissatz folgt induktiv, da"s
 ein Polynomring  in endlich vielen Variablen 
$k [T_{1}, \ldots , T_{n}]$ mit Koeffizienten in einem K"orper $k$,
ja mit Koeffizienten in einem beliebigen noetherschen Ring
ein noetherscher Ring ist.
Das zeigt insbesondere, da"s jede algebraische Teilmenge 
$X\As k^n$ bereits durch endlich viele Gleichungen beschrieben werden kann,
denn gegeben eine Teilmenge $T$ des Polynomrings mit $X=\mathcal Z(T)$
gilt auch $X=\mathcal Z(\langle T\rangle)$ f"ur das von $T$ erzeugte Ideal und
dann 
$X=\mathcal Z( f_1,\ldots, f_r)$ 
f"ur Erzeuger $f_1,\ldots, f_r$ des von $T$ erzeugten Ideals.
\end{Bemerkungl}
\begin{Lemma}[\textbf{Charakterisierungen noetherscher Moduln}] 
F"ur einen Modul sind gleichbedeutend:\label{KNoe}%\label{KaN}
\begin{enumerate}
\item 
Unser Modul ist noethersch, als da hei"st,  jeder Untermodul
ist endlich erzeugt;
\item
Jedes nichtleere System von Untermoduln unseres Moduls 
 besitzt ein maximales Element; 
\item
Jede
aufsteigende Folge $M_{0} \subset M_{1} \subset
\ldots $ von Untermoduln unseres Moduls wird station"ar alias stagniert.
\end{enumerate}
\end{Lemma}

\begin{Bemerkungl}\label{KaNL}
Ein Ring  ist insbesondere linksnoethersch genau dann, wenn jede
aufsteigende Folge  von Linksidealen stagniert.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Beim Nachweis der
Implikationen (2)$\RA$(3) und (1)$\RA$(3)  kommen wir 
noch ohne Auswahlaxiom aus.
Die Beweise der 
anderen Implikationen ben"otigen jedoch, soweit ich sehen kann,
das Auswahlaxiom. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
$(1)\RA (3):$ Sei $M$ unser Modul.
Ist jeder Untermodul von $M$ endlich erzeugt, so auch die Vereinigung
$\bigcup_{i=0}^{\infty} M_{i}$ "uber unsere 
aufsteigende Folge von Untermoduln.
W"ahlen wir ein endliches Erzeugendensystem f"ur diese Vereinigung, so gibt es
mithin ein $j$ derart, da"s alle fraglichen Erzeuger schon
in $M_{j}$ liegen, und dann gilt notwendig $M_{j}=M_{j+1} =
\ldots=\bigcup_{i=0}^{\infty} M_{i}$.  
\\[2mm]\noindent
$(3)\RA (1):$ 
Ist ein Untermodul $N \subset M$ nicht endlich erzeugt, so finden
wir induktiv eine Folge $m_0, m_1, \ldots$ in $ N$ derart, 
da"s f"ur jedes $i\geq 0$ das $i$-te Folgenglied $m_{i}$ nicht im Erzeugnis
der vorhergehenden $m_{0}, m_{1}, \ldots , m_{i-1}$ liegt. Die $M_{i} = \langle
m_{0}, m_{1}, \ldots, m_{i}\rangle$ bilden dann eine aufsteigende 
Folge von Untermoduln von $M$, die
nicht stagniert. 
\\[2mm]\noindent
$(2)\IFF (3):$ Offensichtlich
und auch
nach "Ubung \eref{noeT}{LA1} besitzt in einer teilgeordneten Menge 
jede nichtleere Teilmenge
ein maximales Element genau dann, wenn jede monoton wachsende
Folge in unserer Menge stagniert. Diese Erkenntnis gilt es anzuwenden
auf das System alias die Menge aller Untermoduln unseres Moduls.
\end{proof}



\begin{Bemerkunge} \nichtfinal{Wohin? Tensor gibt es ja hier noch nicht!} 
  Ein Tensorprodukt noe\-ther\-scher Ringe mu"s nicht wieder noe\-thersch sein.
Ist etwa $k$ ein K"orper und
$K=\op{Quot}k[X_1,X_2,\ldots]$ der Quotientenk"orper des
Polynomrings "uber $k$ in unendlich vielen Variablen, so ist
$K\otimes_k K$ nicht noethersch: Die Ideale 
$\langle(X_1-Y_1),(X_2-Y_2),\ldots,(X_n-Y_n)\rangle$ bilden eine unendliche
aufsteigende Idealkette, mit den Abk"urzungen $X_i=X_i\otimes 1$
und $Y_i=1\otimes Y_i$. Um das zu sehen,
mag man davon ausgehen, da"s $K\otimes_k K$ faktoriell ist
 als Lokalisierung des faktoriellen Rings $k[X_1,Y_1,X_2,Y_2,\ldots]$.
\end{Bemerkunge}


\subsubsection*{"Ubungen} 


  \begin{Ubung}
Jeder Quotient eines linksnoetherschen Rings ist linksnoethersch.
Jeder Quotient eines rechtsnoetherschen Rings ist rechtsnoethersch.
Jeder Quotient eines noetherschen Rings ist noethersch.\label{QN} 
\end{Ubung}
 \begin{Ubung} Man zeige: 
    Ist $R$ ein
    linksnoetherscher Ring, so ist auch der Potenzreihenring $R\llbracket
T\rrbracket$ mit
    Koeffizienten in $R$ ein linksnoetherscher Ring.  Dasselbe gilt analog
    f"ur rechtsnoethersch und noethersch.\label{HiBaaR}
Hinweis: Man argumentiere wie bei Beweis des Basissatzes,
aber betrachte diesmal das von den Koeffizienten der
\glqq Anfangsterme\grqq\  erzeugte Linksideal von $R$. Insbesondere sind auch 
 die Potenzreihenringe in mehreren Variablen $R\llbracket
T_1,\ldots, T_s\rrbracket$ linksnoethersch, wenn $R$ selbst linksnoethersch ist. 
  \end{Ubung}


\begin{Ubung}
Sei $k$ ein K"orper oder 
allgemeiner ein noetherscher Integrit"atsbereich.
  Gegeben 
$f\in k[T_1,\ldots, T_n]$  bezeichne
$U_f\pdef \{ x\in k^n\mid f(x)\neq 0\}$ das Komplement der 
Nullstellenmenge von $f$. Man zeige, da"s die offenen Teilmengen 
von $k^n$ genau alle endlichen Vereinigungen solcher $U_f$ sind. 
\end{Ubung}

\begin{Ubunge}
  Jede direkte Summe von injektiven Linksmoduln "uber einem linksnoetherschen
  Ring ist injektiv. Hinweis: Man verwende das Injektivit"atskriterium "uber Ideale \eref{MoIN}{TG}.
\end{Ubunge}
\begin{Ubung}[\textbf{Jedes Monoidideal von $(\DN^r,+)$ ist endlich erzeugt}]
  Sei $T\subset \DN^r$ eine Teilmenge, die unter der
  Addition mit beliebigen Elementen von $\DN^r$ stabil ist.
  Man zeige, da"s es endlich viele $t_1,\ldots, t_l\in T$ gibt mit
  \label{MoIN}
  $$T=\bigcup_{i=1}^l (t_i+\DN^r)$$
  Man nennt eine Teilmenge $T$ in einem Monoid $(M,\top)$ ein {\bf Monoidideal},\index{Monoidideal} wenn aus $t\in T$ und $m\in M$
  folgt $t\top m\in T$ und $m\top t\in T$. 
   In dieser Begrifflichkeit besagt unsere Erkenntnis, da"s 
  jedes Monoidideal von $(\DN^r,+)$ endlich erzeugt ist.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Man zeige:  Jeder surjektive Endomorphismus eines noetherschen Moduls
  ist ein Isomorphismus.
\end{Ubung}


\subsection{Ringendliche K"orpererweiterungen}

\begin{Definition}
  Unter einer {\bf Kringerweiterung}\index{Kringerweiterung}
 %eines Krings $A$ 
verstehen wir ein Paar 
$A\subset B$ bestehend aus einem Kring $B$ mit einem Teilring $A$. 
Je nach Kontext verstehen wir darunter auch allgemeiner
einen beliebigen injektiven Kringhomomorphismus.
\end{Definition}

\begin{Definition}\label{defg}
Sei 
$A\subset B$ eine Kringerweiterung.
\begin{enumerate}
\item Wir sagen, $B$ sei   {\bf
  ringendlich}\index{ringendlich!Kringerweiterung} {\bf "uber} $A$,
  wenn $B$ als Ring von $A$ zusammen mit endlich
  vielen weiteren Elementen erzeugt werden kann. \item  Wir sagen, $B$ {\bf
    modulendlich}\index{modulendlich!Kringerweiterung} {\bf "uber} $A$, wenn $B$ als $A$-Modul endlich erzeugt ist. \item  Ein Element $b\in B$
  hei"st {\bf ganz "uber $A$},\index{ganz!Element von Kringerweiterung} wenn es Nullstelle eines \emph{normierten} Polynoms mit Koeffizienten in $A$
  ist, wenn es also $n\geq 1$ und $a_{i} \in A$ gibt mit 
$$b^{n}+a_{n-1} b^{n-1} + \ldots + a_{1}b + a_{0}=0$$
\end{enumerate}
Analog verwenden wir diese Begriffe auch f"ur beliebige
Kringhomomorphismen $A\ra B$, die nicht  notwendig 
Einbettungen von Teilmengen, ja noch nicht einmal 
injektiv zu sein brauchen.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl} Statt ringendlich sagt man in der Literatur meist
  \glqq von endlichem Typ\grqq.\index{endlicher
    Typ!Kringerweiterung} Statt modulendlich sagt man
  in der Literatur meist
  \glqq endlich\grqq.\index{endlich!Kringerweiterung}
 Im Fall von
K"orpererweiterungen reicht in Teil 3 die Forderung, da"s wir ein von
Null verschiedenes Polynom finden, und sagt dann,
$b$ sei  algebraisch "uber $A$.
Im Fall von Kringerweiterungen jedoch ist
  die Forderung wesentlich, da"s das Polynom in Teil 3
normiert sein soll. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}\label{zui} 
Gegeben ein von  Null
verschiedener Kring $R$ und die Kringerweiterung $R[T]\subset R[T,T^{-1}]$ ist  $T^{-1}$ nicht ganz "uber $R[T]$.
\end{Beispiel}


  \begin{Bemerkungl}\label{HHKEh}
Ich erinnere die in \eref{HHKE}{AL} eingef"uhrten Begriffsbildungen
und Notationen. 
    Sei $A$ ein Kring. Unter einem {\bf $A$-Kring}\index{Kring!$k$-Kring|main}
    verstehen wir ein Paar $(B,\varphi)$ bestehend aus einem Kring $B$ und einem
    Kringhomomorphismus $\varphi:A\ra B$.  Ist $(C,\psi)$ 
ein weiterer $A$-Kring, so
    verstehen wir unter einem {\bf Homomorphismus von
      $A$-Kringen}\index{Homomorphismus!von $A$-Kringen} $B\ra C$ einen
    Kringhomomorphismus ${\eta}:B\ra C$ mit $\eta\circ {\varphi}=\psi$.  
Alternativ
    sprechen wir auch von einem {\bf Homomorphismus "uber
      $A$}.\index{Homomorphismus!"uber Grundkring} Die Menge aller solchen
    Homomorphismen notieren wir\index{Kring@$\op{Kring}^{A}$}
$$\op{Kring}^{A}(B,C)$$
Einen bijektiven Kringhomomorphismus "uber $A$ nennen wir auch einen
\defnoind{Isomorphismus von $A$-Kringen} oder einen \defnoind{Isomorphismus
  "uber $A$}.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkunge}
Unser  $\op{Kring}^{A}$ ist ebenso wie seine nichtkommutative Variante
$\op{Ring}^{A}$
ein  Speziallfall
der allgemeinen kategorischen Konstruktion \eref{KaUu}{TF}
der Kategorie $\mathcal C^X$ der \glqq Objekte unter $X$\grqq\  zu einer
Kategorie $\mathcal C$ mit einem ausgezeichneten Objekt $X$. 
% Wenn $A$ selbst durch einen gr"o"seren Ausdruck gegeben ist, verwende
% ich f"ur diese Kategorien auch die 
\end{Bemerkunge}
\begin{Bemerkungl} 
Gegeben ein Kring $k$ verstehe ich wie
in  \eref{RAlg}{LA2} unter einer\label{kALL} 
{\bf $k$-Algebra}\index{Algebra!"uber Kring} einen $k$-Modul
$A$ mitsamt einer $k$-bilinearen Abbildung $A\times A\ra A$. 
Hier bedeutet \glqq bilinear\grqq\  wie im Fall eines K"orpers $k$ die
Linearit"at in beiden Eintr"agen. 
"Ublich ist in diesem Zusammenhang die Konvention,
da"s man eine Algebra 
stets als assoziativ versteht, wenn aus dem Kontext nichts 
anderes hervorgeht.  
Ist die bilineare Verkn"upfung
assoziativ und besitzt $A$ dazu noch ein neutrales Element, so nenne ich
$A$  eine {\bf $k$-Ringalgebra},\index{Ringalgebra!"uber Kring}
und ist sie zus"atzlich auch noch kommutativ, 
eine {\bf $k$-Kringalgebra}.\index{Kringalgebra!"uber Kring}
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{$k$-Kringe und $k$-Kringalgebren}] 
  In der hier gew"ahlten Terminologie ist f"ur jeden Kring $k$  eine
  $k$-Kring\-algebra  dasselbe wie ein $k$-Kring. 
Die Multiplikation eines $k$-Krings $(B,\varphi)$ zusammen mit der 
von $\varphi$ induzierten $k$-Modulstruktur macht  ja jeden 
$k$-Kring zu einer $k$-Kringalgebra. 
Umgekehrt wird auch 
jede $k$-Kring\-algebra $B$ 
zu einem $k$-Kring durch den Kringhomomorphismus
$\varphi:k\ra B$, $\lambda\mapsto \lambda 1_B$.
Ich verwende die Bezeichnung als Kringalgebra insbesondere, wenn ich
den Grundring $k$ nicht explizit erw"ahnen will.
Viele Autoren, deren Fokus
  mehr auf der algebraischen Geometrie und kommutativen Algebra liegt, nennen
  eine  $k$-Kringalgebra kurzerhand
  eine \glqq $k$-Algebra\grqq. Ich verwende diese
  Terminologie nicht, da bei mir auch nicht-kommutative Algebren und
  nicht-unit"are Algebren eine wichtige
  Rolle spielen. Allerdings will ich der Konvention folgen,
da"s eine Algebra als assoziativ angenommen sei, wenn aus dem Kontext 
nichts anderes hervorgeht.
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungl}[\textbf{Ringendliche Erweiterungen noetherscher Kringe sind noethersch}]
Ist ein Kring $B$ ringendlich "uber einem noetherschen Kring $A$,
so  ist auch $B$  selbst noethersch. Man folgert das 
mit\label{KHIB} 
dem Hilbert'schen Basissatz \ref{HiBaa} zun"achst
f"ur einen Polynomring $A[T_1,\ldots, T_n]$ in endlich vielen
Variablen "uber $A$ und dann mit \ref{QN} f"ur Quotienten solcher Polynomringe.
Nach Annahme gibt es aber einen surjektiven Kringhomomorphismus
$A[T_1,\ldots, T_n]\sra B$. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Ringendliche K\"{o}rpererweiterungen}]
Jede ringendliche K"orper\-erweiterung  ist 
modulendlich.\label{KFa} 
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
In anderen Worten ist also jede K"orpererweiterung,
die endlich erzeugt ist als Ringerweiterung, bereits endlichdimensional
"uber dem Grundk"orper. Wegen seiner engen Verwandtschaft zum
 Nullstellensatz hei"st dieser Satz 
in vielen Quellen der  
{\bf k\"{o}rpertheoretische 
  Nullstellensatz}.\index{Nullstellensatz!k\"{o}rpertheoretischer}
Sein Beweis ist, soweit ich sehen kann, unabh"angig vom Auswahlaxiom. 
Einen alternativen Beweis, der auf dem Noether'schen Normalisierungslemma
und Eigenschaften ganzer Kringerweiterungen basiert,
diskutieren wir in \ref{AlBN}. 
\end{Bemerkungl}
\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildPRiT}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
 Sind $A\subset B\subset C$ Kringe mit $C$ ringendlich 
"uber $A$, so mu"s $B$ keineswegs  ringendlich "uber $A$ sein.
Als Gegenbeispiel betrachte man etwa $\DC\subset B\subset \DC[x,y]$ 
mit $B$ dem Ring aller Polynomfunktionen, deren 
Einschr"ankung auf die $y$-Achse konstant ist. 
 Dies Bild illustriert, wie ich mir diesen
Ring veranschauliche: Jedes ausgemalte K"astchen mit unterer
linker Ecke $(i,j)$ steht f"ur einen Basisvektor $x^iy^j$ von $B$.
\end{minipage}
 \end{figure}
\begin{proof}[Beweis 
im Fall eines  "uberabz"ahlbaren Grundk"orpers]
Sei $ k\subset L$ unsere K"orper\-erweiterung.
Ist $L$ ein endlich erzeugter $k$-Ring, so ist $L$ von
abz"ahlbarer Dimension "uber $k$.  G"abe es nun
ein $t\in L\backslash k$, das transzendent ist "uber $k$, so
h"atten wir mit $T\mapsto t$ eine Einbettung $k(T)\hra L$.  Der
Funktionenk"orper
$k(T)$ hat aber "uberabz"ahlbare Dimension "uber $k$, da die
Familie der Br"uche $(T-\lambda)^{-1}$ parametrisiert durch $\lambda\in k$
linear
unabh"angig ist "uber $k$, vergleiche \eref{pbzz}{AL}. Widerspruch!
\end{proof}


\begin{proof}[Beweis im Allgemeinen]
Sei $k\subset L$ unsere ringendliche K"orpererweiterung.
Seien $e_{1}, \ldots , e_{n}$ Erzeuger des $k$-Krings $L$, in Formeln
$L = k [e_{1}, \ldots , e_{n}]$ ohne Freiheitsstrichlein.
Wir argumentieren mit Induktion "uber $n$.
 Der Fall $n=1$ ist unproblematisch, der
Polynomring in einer Ver"anderlichen ist eben kein K"orper und jeder 
Quotient davon nach einem von Null verschiedenen Ideal ist endlichdimensional 
als $k$-Vektorraum. 
F"ur den Induktionsschritt d"urfen wir 
 annehmen, da"s wir bereits wissen, da"s $L$ mo\-dul\-end\-lich ist "uber
dem von $e_1$ und $k$ erzeugten Teilk"orper  $K \pdef k(e_1)\subset L$. 
Ist $e_1$ algebraisch "uber $k$, so sind wir wieder fertig.
Also d"urfen wir $e_1$ transzendent "uber $k$ annehmen,
in Formeln $K \cong k('T)$. 
Betrachten wir nun den Teilring $A \subset K $,
der von $k$ und $e_1$ und den 
Koeffizienten der
Minimalpolynome "uber $K $ von $e_2,\ldots, e_n$ erzeugt wird,
so ist
$A$  per definitionem ringendlich
"uber $k$.
Wir betten so unseren Funktionenk"orper 
$K$ ein in ein Sandwich von Kringen
$$  k\subset A \subset K\subset L$$
mit $L$ modulendlich "uber
$A$ als von endlich vielen ganzen Elementen erzeugte Kringerweiterung
nach "Ubung \ref{Zwei} und $A$ ringendlich
"uber $k$ und damit nach \ref{KHIB} insbesondere $A$  noethersch.  
Also  mu"s 
auch $K $ modulendlich sein "uber
$A$ und damit ringendlich "uber $k$. 
Das ist nun der gesuchte Widerspruch, denn
ein Funktionenk"orper $K  \cong k('T)$ kann niemals ringendlich "uber
dem Grundk"orper $k$ sein. Es gibt 
ja nach \eref{Uevi}{AL} unendlich viele irreduzible Polynome in
$k ['T]$ und nur endlich viele davon k"onnten in den
Nennern von endlich vielen hypothetischen Erzeugern
des $k$-Krings $k('T)$
vorkommen.
\end{proof}

\begin{Bemerkungw}
  Einen alternativen Beweis geben wir im Anschlu"s an \ref{FRE}.
\end{Bemerkungw}





\subsubsection*{"Ubungen}

\begin{Ubung}\label{TEZ}
Seien $A\subset B\subset C$ Kringerweiterungen. 
Man zeige: Ist $C$ modul\-endlich "uber $B$ und $B$ modulendlich "uber $A$, so ist 
$C$ bereits modul\-endlich "uber $A$.  
Ist $C$  ringendlich "uber $B$ und $B$  ringendlich "uber $A$, so ist 
$C$ bereits  ringendlich "uber $A$.  
\end{Ubung}


\begin{Ubung}\label{Zwei}
Wird ein $A$-Kring $B$ als $A$-Kring   erzeugt von endlich vielen
"uber $A$ ganzen Elementen, haben wir also in Formeln 
$B=A[x_1,\ldots ,x_n]$ mit $x_i$ ganz "uber $A$ f"ur 
$1\leq i\leq n$, 
so ist er bereits modulendlich "uber $A$. 
Hinweis: Man beginne mit dem Fall eines einzigen Erzeugers und verwende dann
\ref{TEZ}.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}
  Man bestimme alle Elemente von $\DQ$, die ganz sind "uber $\DZ$. Sei $k$ ein
  K"orper.  Man bestimme alle Elemente von $k(T_1,\ldots,T_n)$, die ganz sind
  "uber dem Polynomring $k[T_1,\ldots,T_n]$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Man zeige, da"s $\DC[x,y]/\langle y^2-x^3\rangle$ ein Integrit"atsbereich
  ist, und da"s die "uber diesem Ring ganzen Elemente seines
  Quotientenk"orpers selbst einen Ring bilden, der isomorph ist zum
  Polynomring in einer Ver"anderlichen.
\end{Ubung}



\subsection{Beweis des Hilbert'schen Nullstellensatzes}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Maximale Ideale}] 
  In einem unvoreingenommenen Sprachgebrauch h"atte jeder Ring genau
  ein maximales Ideal, n"amlich das Ideal, das aus allen Elementen
  unseres Rings besteht.
  Ich erinnere jedoch daran, da"s wir in \eref{MaxI}{AL} vereinbart
  hatten, vielmehr die maximalen \emph{echten} Ideale eines Rings  seine
  \glqq maximalen  Ideale\grqq\ zu nennen.  
  Die Menge der maximalen 
Ideale eines Rings $A$ notieren wir\index{Max@$\op{Max}A$ Menge der maximalen
  Ideale von $A$}\label{mAX}  
$$\op{Max}A$$ 
Statt $\op{Max}A$ findet man f"ur die Menge der 
maximalen Ideale eines Rings $A$ auch  
Notationen wie 
$\op{Spec}_{\op{max}}A$\index{Specmax@$\op{Spec}_{\op{max}}A$ 
 {\it Menge der maximalen
  Ideale von $A$}}
oder $\op{Specm}A$\index{Specm@$\op{Specm}A$ {\it Menge der maximalen
  Ideale von $A$}}, die aber im hier verfolgten Aufbau der Theorie erst in
\ref{PrII} verst"andlich werden. 
\end{Bemerkungl}



\begin{Satz}[\defnoind{Existenz von maximalen Idealen}]\label{EMI}
In jedem von Null verschiedenen Ring gibt es mindestens ein maximales Ideal.
Allgemeiner l"a"st sich in einem beliebigen Ring jedes
Ideal, das nicht der ganze Ring ist, vergr"o"sern zu einem maximalen Ideal
unseres Rings.\index{maximal!Ideal}
\end{Satz}

\begin{proof}[Beweis]
Sei $R$ unser Ring und $\frak{a}\neq R$ unser Ideal.
Wir betrachten das System aller Ideale von $R$, die $\frak{a}$ umfassen
und nicht ganz $R$ sind oder, gleichbedeutend, nicht die $1$ von $R$
enthalten. Dieses System von Teilmengen ist offensichtlich stabil
unter aufsteigenden Vereinigungen. Jetzt folgt der Satz aus
dem Zorn'schen Lemma in der Gestalt \eref{KZL}{LA1}.
\end{proof}
\begin{Bemerkunge}
In der Logik wird gezeigt,
da"s die Annahme, jedes Ideal eines Krings m"oge sich zu einem maximalen
Ideal vergr"o"sern lassen, echt schw"acher ist als das Auswahlaxiom.
Der Beweis scheint allerdings nicht ganz einfach zu  sein.  Selbst im Fall
noetherscher Ringe scheint es mir im Rahmen der Mengenlehre ohne Auswahlaxiom 
nicht m"oglich, die Existenz maximaler Ideale zu zeigen. 
\end{Bemerkunge}


\begin{Bemerkungl}\label{ZHMa}
  Ist $\varphi : R \twoheadrightarrow S$ ein surjektiver Ringhomomorphismus,
  so erhalten wir eine Bijektion
$$
\left\{ \text{Ideale in } R\text{,  die } \ker \varphi \text{ umfassen}
\right\} \sira \{ \text{Ideale in } S \}
$$
vermittels der Abbildungen $I \mapsto \varphi (I)$ f"ur $I \subset R$ beziehungsweise in
der Gegenrichtung $J \mapsto \varphi^{-1} (J)$ f"ur $J \subset S$. 
Insbesondere liefert das Zur"uckholen mit einem surjektiven Ringhomomorphismus
eine Injektion $\op{Max}S\hra \op{Max}R$, 
$\frak m\mapsto \varphi^{-1} (\frak m)$. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Lemma}\label{NIi}
Ein Kring ist ein K"orper
genau dann, wenn in ihm das Nullideal ein maximales
Ideal ist. Ein Ideal in einem Kring  ist ein maximales Ideal genau dann,
wenn der Quotientenring nach besagtem Ideal ein K"orper ist.\label{RMI}
\end{Lemma}

\begin{proof}[Beweis]  Die zweite Aussage
  und damit implizit auch die Erste
  haben wir bereits als  \eref{RMIb}{AL} bewiesen.
  Hier geben wir noch eine Beweisalternative.
In einem K"orper ist nat"urlich das Nullideal maximal. Ist
umgekehrt das Nullideal ein maximales Ideal, so gilt $k=\langle 1\rangle  \neq
\langle 0\rangle $ und damit $1 \neq 0$.  Weiter gilt $\langle a\rangle  = k$ f"ur jedes $a
\neq 0$, also gibt es f"ur jedes $a \neq 0$ ein $b$ mit $ab =1$.
Ist also das Nullideal von $k$ ein maximales Ideal, so ist $k$ ein K"orper.
  Wenden wir nun die Erkenntnis \ref{ZHMa} an auf die Surjektion $R
\twoheadrightarrow R/\frak{m}$ f"ur irgendein Ideal 
$\frak{m}$ von $ R$, so folgt, da"s $\frak{m} \subset R$ ein
maximales Ideal ist genau dann, wenn $\langle 0\rangle\subset R/\frak{m}$ ein
maximales Ideal ist.
Das Nullideal in einem Kring ist aber, wie bereits gezeigt, 
 maximal genau
dann, wenn besagter Kring ein K"orper ist.
\end{proof}


\begin{Bemerkungl}
Die nun folgenden Lemmata \ref{MIi} und \ref{MI1}  formulieren 
einfache Konsequenzen
des Nullstellensatzes \ref{HNb}.
Da wir uns jedoch beim Beweis des Nullstellensatzes
auf diese Lemmata st"utzen wollen,
d"urfen 
wir sie in unserem Aufbau nicht aus dem Nullstellensatz herleiten. 
Stattdessen folgern wir sie aus dem bereits bewiesenen
Satz "uber ringendliche K"orpererweiterungen
 \ref{KFa}.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Lemma}[\textbf{Maximale Ideale in Polynomringen}] %\label{MI}
Ist $k=\bar k$ ein algebraisch abgeschlossener K"orper, so sind
die maximalen Ideale im Polynomring in $n$ Variablen
  $k [T_{1}, \ldots , T_{n}]$ genau
die Verschwindungsideale von Punkten des $k^{n}$.  In Formeln
liefert das Bilden des Verschwindungsideals also eine\label{MIi} Bijektion
$$\begin{array}{ccc}
k^{n} & \sira &\op{Max} k [T_{1}, \ldots , T_{n}]\\
x & \mapsto &\;{\mathcal I}(x)
\end{array}$$
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}
Da jeder Punkt des $k^n$ abgeschlossen ist, k"onnen wir
die inverse Abbildung beschreiben durch die Abbildungsvorschrift 
$\frak{m} \mapsto {\mathcal Z}(\frak{m})$. 
\end{Bemerkungl}


\begin{proof}[Beweis]
Ist $k$ ein K"orper und $x \in k^{n}$ ein Punkt, so ist ganz offensichtlich
 ${\mathcal I}(x)=
\langle T_{1}-x_{1}, \ldots , T_{n}-x_{n}\rangle \subset k [T_{1}, \ldots ,
T_{n}]$ 
ein maximales Ideal. 
In der Tat induziert das Auswerten $\delta_x$ bei $x$ einen Isomorphismus
$ k[T_{1}, \ldots, T_{n}]/{\mathcal I}(x) \sira k$.  
Ist umgekehrt ${\frak m} \subset k
[T_{1},\ldots , T_{n}]$ ein maximales Ideal, so betrachten wir den
K"orper $L\pdef k [T_{1}, \ldots, T_{n}]/{\frak m}$. 
Wir haben einen nat"urlichen Ringhomomorphismus $\varphi : k \ra
L$ und die Nebenklassen der
$T_{i}$ erzeugen $L$ als $k$-Kring.
Mit dem
Satz "uber ring\-end\-li\-che K"orpererweiterungen
\ref{KFa} folgt, da"s $\varphi:k\hra L$ eine algebraische, ja eine endliche 
K"orpererweiterung sein mu"s.
Aus unserer Annahme $k$ algebraisch abgeschlossen folgt dann weiter,
da"s $\varphi$ eine
Bijektion sein mu"s. Ist $x_{i}\in k$ das Urbild der Nebenklasse 
$\bar{T}_{i}\in L$ von $T_i$ unter dieser Bijektion, 
so folgt $T_{i}-x_{i} \in {\frak m}$. 
Bezeichnet $x = (x_{1}, \ldots , x_{n})$ den Punkt mit den
Koordinaten $x_{i}$, so folgt ${\mathcal I}(x) \subset {\frak m}$ und damit ${\mathcal I}(x) =
{\frak m}$, da beide Ideale maximal sind. 
\end{proof}

\begin{Lemma}[\textbf{Ideale ohne simultane Nullstellen}]
Hat ein Ideal in einem Polynomring in
endlich vielen Variablen "uber einem algebraisch abgeschlossenen K"orper
keine  Nullstelle, so ist besagtes Ideal schon der ganze\label{MI1} 
Polynomring. 
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Bezeichnet $k=\bar k$ unseren  K"orper und
$\mathfrak a\subset k [T_{1}, \ldots , T_{n}]$ unser Ideal, 
so behauptet unser Lemma in Formeln
$${\mathcal Z}(\mathfrak a)=\emptyset\;\;\RA\;\;
\mathfrak a=k [T_{1}, \ldots , T_{n}]$$
Das zeigen wir durch Widerspruch. 
Ist ein Ideal $\mathfrak a$ nicht der ganze Ring, so gibt es
ein maximales Ideal ${\frak m}$ "uber $\mathfrak a$ und wir folgern
aus
$\mathfrak a\subset{\frak m}$ erst
$ {\mathcal Z}(\mathfrak a)\supset {\mathcal Z}({\frak m})$ und
wegen $ {\mathcal Z}({\frak m})\neq\emptyset$ nach \ref{MIi} folgt
 $ {\mathcal Z}(\mathfrak a)\neq\emptyset$. 
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}
 Nun erinnern und beweisen wir den
 bereits in \ref{HNb} angek"undigten Hilbert'schen 
Nullstellensatz.
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{Hilbert'scher 
Nullstellensatz}]\index{Nullstellensatz, Hilbert'scher}\index{Hilbert'scher Nullstellensatz}
Seien $k=\bar k$ ein algebraisch abgeschlossener K"or\-per und\label{HN}
$\mathfrak a \subset k [T_{1}, \ldots, T_{n}]$ ein Ideal. Ist $f \in k
[T_{1}, \ldots, T_{n}]$ ein Polynom, das auf der Nullstellenmenge unseres 
Ideals verschwindet, so liegt eine Potenz unseres Polynoms bereits selbst in
besagtem Ideal, in
Formeln 
$${\mathcal Z}(f) \supset {\mathcal Z}(\mathfrak a)\;\RA\; f^{N} \in \mathfrak a\text{ f"ur }N \gg 0$$
\end{Satz}

\begin{proof}[Beweis]
Wir verwenden den sogenannten
{\bf Rabinovitch-Trick} und betrachten in dem
um eine Variable $T$ vergr"o"serten
Polynomring $k [T_{1},\ldots , T_{n}, T]$ das von $\mathfrak a$ und
$fT -1$ erzeugte Ideal $\mathfrak b$. 
Da wir ${\mathcal Z}(f) \supset {\mathcal Z}(\mathfrak a)$ angenommen hatten, 
besitzt dies Ideal $\mathfrak b$ "uberhaupt keine
simultanen Nullstellen. Anschaulich gesprochen
entweicht ${\mathcal Z}(fT -1)$ bei jeder Nullstelle von $f$ in Richtung 
der zus"atzlichen Koordinate $T$ ins Unendliche,  
die Nullstellenmenge  von $\mathfrak a$ im um eine Variable
 vergr"o"serten Polynomring dahingegen ist das kartesische 
 Produkt von ${\mathcal Z}(\mathfrak a)$ mit der
 zus"atzlichen Koordinatenachse und der  Schnitt dieser beiden Mengen ist
 offensichtlich  leer.
 Nach \ref{MI1} ist unter unseren Annahmen
 ein Ideal ohne Nullstelle bereits der ganze
vergr"o"serte Polynomring, also gilt in unserem um eine
Variable vergr"o"serten Polynomring 
eine Gleichung der Gestalt
$$r_0(fT-1)+r_1 f_1+\ldots +r_m f_m=1$$
mit $f_j\in \mathfrak a$ und $r_j\in k [T_{1},\ldots , T_{n}, T]$. 
Nun durften wir sicher von Anfang an
$f\neq 0$ annehmen. Setzen wir dann in unserer Gleichung 
f"ur $T$ das Element $f^{-1}$ 
des Funktionenk"orpers $k (T_{1},\ldots , T_{n})$
ein, wenden also 
den Ringhomomorphismus 
$k [T_{1},\ldots , T_{n}, T]\ra k (T_{1},\ldots , T_{n})$
mit $T\mapsto f^{-1}$ an, 
so ergibt sich in diesem Funktionenk"orper 
und sogar bereits in seinem Teilring 
$k [T_{1},\ldots , T_{n},f^{-1}]$ eine Gleichung 
der Gestalt 
$$s_1 f_1+\ldots+ s_m f_m=1$$
Dabei gehen die $s_j\in k [T_{1},\ldots , T_{n},f^{-1}]$ 
 aus den $r_j$ hervor durch Einsetzen von
$f^{-1}$ f"ur $T$. 
Nach Multiplikation mit einer geeigneten Potenz $f^N$ von $f$
erhalten wir schlie"slich
eine Gleichung in $k [T_{1},\ldots , T_{n}]$ 
der Gestalt
$$c_1 f_1+\ldots+ c_m f_m=f^N$$
mit $c_j=f^N s_j$ Elementen unseres urspr"unglichen 
Polynomrings $k [T_{1},\ldots , T_{n}]$. Diese Gleichung zeigt schlie"slich
wie gew"unscht $f^{N} \in \mathfrak a$. 
\end{proof}






\begin{Definition}
Gegeben ein Ideal $\mathfrak a$ in einem Kring $R$ ist sein
{\bf Radikal}\index{Radikal!eines Ideals} $\sqrt{\mathfrak a}$ erkl"art durch die Vorschrift
$\sqrt{\mathfrak a}\pdef\{ f\in R\mid f^N\in \mathfrak a\text{ f"ur }N\gg 0\}$. 
Ein Ideal hei"st ein \defind{Radikalideal}, wenn es sein
eigenes Radikal ist.\label{RaId} 
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}]
In  \eref{RaMo}{HL} f"uhren wir den Begriff des
\glqq Radikals eines Moduls\grqq\  ein. Das Radikal eines Ideals 
im obigen Sinne ist etwas 
v"ollig anderes als sein Radikal als Modul. 
Wenn es n"otig sein sollte, werde ich im Fall von Idealen
unterscheiden zwischen 
seinem {\bf Potenzradikal}\index{Radikal!Potenzradikal}\index{Potenzradikal} 
und seinem 
{\bf Modulradikal}.\index{Radikal!Modulradikal}\index{Modulradikal}
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Abgeschlossene Mengen und Radikalideale}]
Gegeben  ein algebraisch abgeschlossener K"orper $k=\bar k$  gilt f"ur jedes
Ideal  ${\frak a}\subset k[T_1,\ldots,T_n]$ nach dem Nullstellensatz \ref{HN} 
die Identit"at\label{BRI} 
${\mathcal I}({\mathcal Z}({\frak a}))=\sqrt{{\frak a}}$.
Andererseits wissen wir schon lange um die Identit"at
${\mathcal Z}({\mathcal I}(X))=\bar X$ f"ur Teilmengen $X\subset k^n$.
Die Vorschriften ${\mathcal Z}$ und ${\mathcal I}$ liefern
also zueinander inverse Bijektionen  zwischen der Menge aller  Zariski-abgeschlossenen
Teilmengen des $k^n$ und der Menge aller  Radikalideale in 
$k[T_1,\ldots,T_n]$, in Formeln 
$$\begin{array}{ccc}
\left\{ \!\!\begin{array}{c}
\text{Radikalideale}\\
\mathfrak b\subset k[T_1,\ldots, T_n]\end{array}\!\!\right\} & 
\begin{array}{c}
  \mathcal Z\\[-3mm]
\lra\\[-4.5mm]
{\scriptstyle \sim}\\[-3.5mm]
\longleftarrow\\[-2.5mm]
\mathcal I
\end{array}
 &
\left\{ \!\!\begin{array}{c}
\text{Algebraische Teilmengen}\\
Z\As k^n
\end{array} \!\! \right\} %^{\op{opp}} \\[5mm]
% X &   &\cal{O}(X) \\[1mm]
% \varphi \downarrow \;\;\;& \mapsto & \varphi^{\sharp} \uparrow \;\;\;\\[1mm]
% Y &   & \cal{O}(Y)
 \end{array}
$$
\end{Bemerkungl}



\subsubsection*{"Ubungen}

\begin{Ubung}
Ist $k$ algebraisch abgeschlossen und $\mathfrak a \subset k [T_{1}, \ldots,
T_{n}]$ ein Ideal,
so induziert die Bijektion $k^{n} \overset{\sim}{\ra} \op{Max} k
[T_{1}, \ldots , T_{n}]$ aus Lemma \ref{MIi} eine Bijektion
$\mathcal Z (\mathfrak a) \sira \op{Max} (k [T_{1}, \ldots , T_{n}]
/\mathfrak a)$. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
Warum kann man nicht mit demselben Argument wie in \ref{EMI} 
zeigen, da"s jede Gruppe
eine maximale echte Untergruppe besitzt? Man zeige auch, da"s
die additive Gruppe $\DQ$ keine maximale echte Untergruppe besitzt.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{NKR}
Gegeben ein kommutativer von Null verschiedener Ring $R$ folgt aus $R^n\cong
R^m$ schon $n=m$.  Hinweis: Man benutze 
\ref{MQR} und w"ahle mit \ref{EMI} ein maximales Ideal  $\frak{a}\subset
R$, so da"s $R/\frak{a}$ nach \ref{RMI} ein K"orper ist.
Ein alternativer Beweis, der ohne das Zorn'sche Lemma auskommt,
wird in \ref{ABTR} gegeben. Der hier skizzierte Beweis zeigt jedoch 
mit \eref{KaBa}{AL} allgemeiner
f"ur beliebige Mengen $I,J$, da"s aus 
der Isomorphie von freien Moduln $RI\cong RJ$ folgt, da"s 
$I$ und $J$ dieselbe Kardinalit"at haben.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{JacR}
Der Schnitt aller 
maximalen  Ideale eines Krings $R$ kann auch beschrieben werden als die
Menge aller Elemente unseres Rings mit der Eigenschaft, da"s 
die Summe der Eins mit  einem beliebigen Vielfachen unseres Elements 
stets  eine Einheit ist, in Formeln
$$\bigcap_{\frak{m}\in\op{Max}R}\frak{m}=\{a\in R\mid (ra+1)\in
R^\times\;\forall r\in R\}$$
Diese Menge hei"st das {\bf Jacobson-Radikal}\index{Jacobson-Radikal}
unseres Krings. Im Fall nichtkommutativer Ringe versteht man 
unter dem Jacobson-Radikal
feiner den Schnitt aller maximalen Links- oder gleichbedeutend aller
maximalen Rechtsideale.  
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
   $(k=\bar k)$. 
In Erweiterung von \ref{EVNN}  zeige man, da"s ein 
 Ideal $\mathfrak a\subset k[T_1,\ldots, T_n]$ genau dann\label{Evfg} 
von endlicher Kodimension ist, wenn es h"ochstens endlich viele
simultane Nullstellen besitzt, in Formeln
$$|\mathcal Z(\mathfrak a)|<\infty\;\;\IFF \;\; 
\op{codim}_k(\mathfrak a\subset k[T_1,\ldots, T_n])<\infty$$
Das verwenden wir bei der Diskussion des Satzes von B\'{e}zout. 
\end{Ubung}
\begin{Ubunge}
  Noch allgemeiner als in \ref{Evfg} zeige man f"ur einen beliebigen K"orper $
k$,
da"s ein 
 Ideal $\mathfrak a\subset k[T_1,\ldots, T_n]$ genau dann\label{Exvfg} 
von endlicher Kodimension ist, wenn es nur in endlich vielen
maximalen Idealen enthalten ist.  
\end{Ubunge}


\begin{Ubung}
Man zeige, da"s f"ur ein Ideal
$\mathfrak a$ eines Krings $R$ das Radikal $\sqrt{\mathfrak a}$ wieder ein Ideal von $R$ ist
und da"s $\sqrt{\mathfrak a}$ sein eigenes Radikal ist.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{HZUU}
$(k=\bar k)$. Gegeben ein ringendlicher  $k$-Kring $A$
liefert das Bilden des Kerns $\varphi\mapsto \op{ker}\varphi$ 
eine Bijektion
$\op{Kring}^k(A,k) \sira \op{Max}A$. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung} Seien $k$ ein K"orper und\label{rkee}  
 $A$ ein ringendlicher $k$-Kring. Man zeige:
 Ist der Quotient von $A$ nach seinem
Nilradikal $A/\sqrt{0}$ endlichdimensional "uber $k$,
so ist bereits $A$ selbst endlichdimensional "uber $k$.
\end{Ubung}

%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%


\newpage
\section{Mehr zu Moduln}
Die Resultate dieses Abschnitts werden erst nach und nach
gebraucht. Ich schlage vor, ihn hier zu "uberspringen und
dieses eher technische Material erst bei Bedarf nachzuholen.
\nichtfinal{Als Appendix?}
\subsection{Summen und Produkte von Moduln}\label{SPM}
\begin{Bemerkungl}
  Die folgenden Konstruktionen verallgemeinern unsere Konstruktionen
von Summen und Produkten im Fall von Vektorr"aumen aus \eref{SPV}{LA2}.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Gegeben eine Familie $(M_\lambda)_{\lambda\in \Lambda}$ 
von Moduln "uber einem Ring $R$
bilden wir zwei neue $R$-Moduln, das
{\bf Produkt}\index{Produkt!von Moduln} $\prod M_\lambda$ und die 
{\bf direkte Summe}\index{direkte Summe!von Moduln}  
oder  kurz \defind{Summe}  $\bigoplus M_\lambda$
durch die Regeln
$$
\begin{array}{ccl}
\prod_{\lambda\in \Lambda} M_\lambda&=&\{(m_\lambda)_{\lambda\in \Lambda}\mid m_\lambda\in
M_\lambda\}\\[2mm]
\bigoplus_{\lambda\in \Lambda} M_\lambda&=&\{(m_\lambda)_{\lambda\in \Lambda}\mid m_\lambda\in
M_\lambda,\text{ nur endlich viele $m_\lambda$ sind nicht null}\}
\end{array}$$
mit der offensichtlichen komponentenweisen Addition und
Multiplikation mit Skalaren aus $R$. 
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}
F"ur eine endliche Familie von Moduln $M_{1}, \ldots , M_{s}$
stimmen die direkte Summe und das Produkt "uberein. Wir benutzen dann
alternativ die Notationen $$M_{1}\times \ldots \times M_{s}=M_{1}\oplus \ldots
\oplus M_{s}$$  
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}\label{SPMM} 
Das Produkt beziehungsweise die Summe 
sind das Produkt beziehungsweise Koprodukt in der Kategorie der 
$R$-Moduln im Sinne unserer allgemeinen Definitionen
\eref{PrKao}{LA2} beziehungsweise \eref{KoPro}{LA2}. Ausformuliert bedeutet das: 
%haben sie mithin die folgenden Eigenschaften:
Die offensichtlichen Einbettungen und Projektionen sind Homomorphismen
$$
\op{in}_\lambda: M_\lambda \hra \bigoplus_{\lambda\in 
\Lambda} M_\lambda\qquad\text{ beziehungsweise }
\qquad\op{pr}_\lambda:\prod_{\lambda\in \Lambda} M_\lambda \sra  M_\lambda$$
und\index{in@$\op{in}$, Morphismus in Koprodukt}
ist\index{pr@$\op{pr}$, Projektion aus Produkt}
$M$ ein weiterer $R$-Modul, so induzieren  die
durch Vorschalten der $\op{in}_\lambda$ beziehungsweise Nachschalten der
$\op{pr}_\lambda$ gegebenen Abbildungen Bijektionen
$$\begin{array}{rcc}
\op{Hom}_R (\bigoplus_{\lambda\in \Lambda} M_\lambda, M) & \sira &
\prod_{\lambda\in\Lambda}\op{Hom}_R (M_{\lambda},M)\\[1mm]
f & \mapsto & (f\circ \op{in}_{\lambda})_{\lambda\in \Lambda}\\[4mm]
\op{Hom}_R (M, \prod_{\lambda\in \Lambda} M_\lambda) & \sira & 
\prod_{\lambda\in\Lambda}\op{Hom}_R
(M,M_{\lambda})\\[1mm]
f & \mapsto & (\op{pr}_{\lambda}\circ f)_{\lambda\in \Lambda}
\end{array}$$  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Gegeben eine Familie $(M_\lambda)_{\lambda\in \Lambda}$ von Untermoduln
eines Moduls $M$ bezeichnet man den von ihrer Vereinigung erzeugten 
Untermodul von $M$ auch als ihre {\bf Summe}\index{Summe!von Untermoduln}
und notiert ihn $\sum_{\lambda\in \Lambda} M_\lambda$.  Diese Summe
kann auch interpretiert werden als das Bild eines nat"urlichen
Homomorphismus $\bigoplus_{\lambda\in \Lambda} M_\lambda\ra M$ von
der direkten Summe nach $M$.  Ist dieser Homomorphismus injektiv,
so sagen wir, die \glqq Summe der Untermoduln $M_\lambda$ sei direkt\grqq\  
und schreiben
statt $\sum_{\lambda\in \Lambda} M_\lambda$ auch 
$\bigoplus_{\lambda\in \Lambda} M_\lambda$. 
Zwei Untermoduln $N_1,N_2\subset M$ hei"sen 
{\bf komplement"ar}\index{komplement"ar!Untermoduln} 
genau dann, wenn ihre Einbettungen einen Isomorphismus $N_1\oplus N_2\sira M$
induzieren. Ein Untermodul, der ein Komplement besitzt, hei"st ein
{\bf Summand}.\index{Summand!von Modul}  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}\label{BMoo}
Auch bei Moduln "uber Ringen nennt man eine 
Familie $(m_\lambda)_{\lambda\in\Lambda}$
\defind{linear unabh"angig} genau dann, wenn nur die triviale
endliche Linearkombination verschwindet, wenn also
f"ur eine Familie $(r_\lambda)_{\lambda\in\Lambda}$ 
von Elementen unseres Rings mit nur
endlich vielen von Null verschiedenen Mitgliedern gilt
$$\sum_{\lambda\in\Lambda} r_\lambda m_\lambda=0\;\;\RA \text{ alle }
r_{\lambda} \text{ sind null}$$ Ein linear unabh"angiges Erzeugendensystem
hei"st wie bei Vektorr"aumen eine {\bf Basis},\index{Basis!von Modul} 
und wie dort
erkl"aren wir die Begriffsvarianten einer 
{\bf Basis als Teilmenge},\index{Basis!als Teilmenge!von Modul} 
einer {\bf Basis als Familie},\index{Basis!als Familie!von Modul}  
und einer {\bf angeordneten Basis}.\index{Basis!angeordnete!von Modul}  
Allerdings besitzen
keineswegs alle Moduln eine Basis, wie man das von Vektorr"aumen
gewohnt ist.
Die Moduln, die eine Basis besitzen, nennt man 
{\bf freie Moduln}.\index{frei!Modul}\index{Modul!freier}  
Die Moduln, die eine Basis bestehend aus genau einem Element
besitzen, nenne ich 
{\bf frei zyklisch}.\index{frei zyklisch!Modul}\index{Modul!frei zyklischer}
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
  $\DZ/5\DZ$ ist kein freier $\DZ$-Modul, aber durchaus ein freier Modul
"uber dem Ring  $\DZ/5\DZ$. Jede Familie von Elementen eines Moduls "uber
dem Nullring, der notwendig aus genau einem Element besteht, ist eine Basis. 
\end{Beispiel}
  \begin{Beispiel}
    F"ur jede Menge $\Lambda$ ist der Modul $$R\Lambda\pdef
    \{f:\Lambda \ra R\mid f(\lambda)=0 \text{ f"ur fast alle }\lambda\}$$
    frei, denn die Abbildungen, die an einer Stelle den Wert $1$ annehmen und
    sonst den Wert Null, bilden eine Basis. 
Wir nennen $R\Lambda$ den {\bf freien $R$-Modul "uber der Menge $\Lambda$}.
\index{)8b@$R\Lambda$ freier $R$-Modul  "uber  $\Lambda$} 
Nach unseren Definitionen ist
    umgekehrt eine Familie $(m_\lambda)_{\lambda\in\Lambda}$ in einem Modul
    $M$ eine Basis genau dann, wenn die Abbildung $R\Lambda \ra M$ mit
    $(r_\lambda)\mapsto \sum r_\lambda m_\lambda$ ein Isomorphismus ist.
  \end{Beispiel}
  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Ungewohnte
        Isomorphismen zwischen freien Moduln}] 
  F"ur beliebige Ringe $R$ folgt aus $R^n\cong R^m$ im allgemeinen 
keineswegs $n=m$.\label{BRNN} 
  Das einfachste Gegenbeispiel ist der Nullring, und das ist
nach \ref{ABTR}  auch das einzige
  kommutative Gegenbeispiel.  Unter den 
nicht kommutativen Ringen gibt es jedoch
  auch interessantere Gegenbeispiele. Betrachten wir etwa 
 zu einem beliebigen K"orper
den freien  Vektorraum $V$ "uber der Menge $\DN$, 
so gibt es einen Isomorphismus $V\sira V\oplus V$, 
und f"ur den
Endomorphismenring $R=\op{End} V$ erhalten wir einen Isomorphismus von
  $R$-Moduln $R\cong R^2$ als die Verkn"upfung
 $R=\op{End} V \cong \op{Hom} (V\oplus V,V)\cong R\oplus R$. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}\label{TREm}
  Wir erhalten mit \ref{BRNN} 
 auch ein Paar $A\subsetneq B$ bestehend aus einem Ring
  mit einem echten Teilring und der Eigenschaft, da"s  dennoch
ein Isomorphismus
 $A\cong B$ von  $A$-Linksmoduln existiert: 
Betrachten wir $R$ wie in \ref{BRNN} 
und den Teilring $(R\times R)\subset
  {\op{Mat}}(2;R)$ der Diagonalmatrizen, haben wir einerseits
   einen Isomorphismus $(R\times R)^2\cong {\op{Mat}}(2;R)$
  von $(R\times R)$-Linksmoduln,  soviel gilt sogar f"ur
  jeden Ring $R$, und andererseits gibt es nach den vorherigen
  "Uberlegungen auch einen Isomorphismus $(R\times R)\cong (R\times R)^2$ von
  $(R\times R)$-Linksmoduln.
\end{Bemerkunge}\begin{Lemma}[\textbf{Kriterium f"ur die Direktheit einer Summe}] 
Gegeben eine Familie $(V_i)_{i\in  I }$ von Untergruppen
einer abelschen Gruppe $V$  ist der nat"urliche\label{Kds}  
Homomorphismus $\bigoplus_{i\in  I } V_i\ra V$ eine Injektion  
genau dann, wenn f"ur jedes $i\in I$ gilt
$$V_i\cap \sum_{j\neq i}V_j=0$$
\end{Lemma}

\begin{proof}
 Ist der  nat"urliche 
Homomorphismus eine Injektion, so  offensichtlich 
$V_i\cap \sum_{j\neq i}V_j=0$. 
  Ist der  nat"urliche 
Homomorphismus keine Injektion, so liegt ein von Null verschiedenes 
Element $v=(v_i)_{i\in I}$ der direkten Summe
in seinem Kern. Dieses Element hat  eine
von Null verschiedene Komponente, 
die Menge $K\pdef\{i\mid v_i\neq 0\}$ ist also endlich und  nicht leer.
Per definitionem gilt nun $\sum_{k\in K}v_k=0$.
W"ahlen wir $i\in K$, 
so folgt $0\neq -v_i=\sum_{j\neq i}v_j$ und damit
$V_i\cap \sum_{j\neq i}V_j\neq 0$.
\end{proof}
\begin{Satz*}
  F"ur jede freie abelsche Gruppe $F$ ist die offensichtliche
  Abbildung in das Bidual ein Isomorphismus $F\sira F^{**}$.
\end{Satz*}
\begin{proof}
  Wir zeigen das nur f"ur $F=\DZ[T]$, der allgemeine Fall geht genauso.  
Das Dual $F^*$ ist in diesem Fall  ein Produkt abz"ahlbar vieler Kopien von $\DZ$ und hei"st die
{\bf Baer-Specker-Gruppe}.\index{Baer-Specker-Gruppe} 
Wir verwenden  im folgenden die Inkarnation von $F^*$ 
als der Potenzreihenring.
In Formeln ausgedr"uckt haben wir eine bilineare Abbildung
$$\DZ\llbracket T\rrbracket\times \DZ[T]\ra\DZ$$
gegeben durch $(P,Q)\mapsto (\text{der Koeffizient von }T^0\text{ in }P\bar Q)$,
wobei $\bar Q$ aus $Q$ entstehe durch Substitution von $T^{-1}$ f"ur $T$. 
Diese Paarung liefert offensichtlich einen 
Isomorphismus
$\mathbb Z \llbracket T\rrbracket \sira
\op{Hom}_{\mathbb Z} (\mathbb Z [T], \mathbb Z)$.
Es gilt zu zeigen, da"s sie auch einen 
 Isomorphismus
$$\mathbb Z [T] \sira \op{Hom}_{\mathbb Z} (\mathbb Z
\llbracket T\rrbracket, \mathbb Z)$$ induziert.
Um das einzusehen, zeigt man zun"achst
$$  \op{Hom}_{\mathbb Z} (\mathbb Z
\llbracket T\rrbracket/\mathbb Z [T], \mathbb Z)=0$$
Jeder Homomorphismus
$f: \mathbb Z \llbracket T\rrbracket / \mathbb Z [T] \rightarrow \mathbb Z$ macht
jede Nebenklasse einer Reihe der Gestalt $\sum b_i 3^i T^i$ zu Null,
da seine Werte darauf durch jede Potenz von drei teilbar sein m"ussen.
Auf der Nebenklasse einer beliebigen Reihe $\sum a_i T^i$ kann $f$ also nur
gerade Zahlen als Werte annehmen,
da $\sum a_i T^i + \sum_{a_i \text{ ungerade}} 3^i T^i$
stets das Doppelte einer anderen Reihe ist. Das zeigt, da"s $f$  Null sein mu"s.
Jeder Gruppenhomomorphismus $\mathbb Z \llbracket T\rrbracket \rightarrow \mathbb Z$ ist also durch seine Restriktion auf
$\mathbb Z [T]$ bereits eindeutig festgelegt.
Es bleibt zu zeigen, da"s eine Linearform $f: \mathbb Z [T] \rightarrow \mathbb Z$, die nicht auf
fast allen $T^i$ Null ist, nicht auf $\mathbb Z \llbracket T\rrbracket$ fortgesetzt werden kann.
Ist aber $f$ auf unendlich vielen $T^i$ nicht Null, so finden wir eine monoton wachsende Folge
$\alpha (0) \leq \alpha (1) \leq \ldots$ von nat"urlichen Zahlen mit $c_n := | f(T^0) 2^{\alpha (0)}+
\ldots + f (T^n)2^{\alpha (n)}| \rightarrow \infty$ f"ur $n \rightarrow \infty$ und $2^{\alpha (n+1)}> 2c_n$
f"ur alle $n \in \mathbb N$. Werten wir dann unsere Linearform auf der Reihe 
$\sum_{i=0}^\infty 2^{\alpha(i)}T^i$ aus, so mu"s das Ergebnis im Betrag
mindestens $c_n$ sein f"ur alle $n$,
wie man durch Aufteilen in einen Anfang und einen Schwanz aus $2^{\alpha (n+1)}\DZ\llbracket T\rrbracket$ sieht, und das ist unm"oglich.
\end{proof}





\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}
Man zeige: 
Jeder endlich erzeugte Modul "uber einem Schiefk"orper $D$ ist isomorph
zu $D^n$ f"ur wohlbestimmtes $n\in\DN$. Hinweis: Man kopiere die
Argumentation aus der linearen Algebra.\label{dSKK}  
\end{Ubung}


\begin{Ubung}
 Sei $k$ ein von Null verschiedener Ring.
 Man gebe ein minimales  alias unverk"urzbares Erzeugendensystem des Rings 
$R\pdef(k\times k)$ als Linksmodul "uber sich selber an, das keine Basis ist.
Man gebe eine maximale linear unabh"angige Teilmenge  von
$\DZ$ als Linksmodul "uber sich selber an, die keine Basis ist.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{fmDZ} 
  Sei $k$ ein Ring und $k[\varepsilon]\pdef k[T]/\langle T^2\rangle$ 
mit $\varepsilon=\bar T$ der Ring der 
{\bf dualen Zahlen "uber $k$}.\index{duale Zahlen} 
Man zeige: Ein $k[\varepsilon]$-Modul ist frei genau dann, 
wenn gilt:  $M/\varepsilon M$ ist ein freier $k$-Modul  und die 
Multiplikation mit $\varepsilon$ induziert einen Isomorphismus
$$M/\varepsilon M\sira \varepsilon M$$
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{QFM}
Jeder Modul ist isomorph zu einem Quotient eines freien Moduls.
\end{Ubung}




\begin{Ubung}
Gegeben Moduln $M_1,\ldots,M_m$ und $N_1,\ldots,N_n$
"uber einem Ring $R$ haben wir eine nat"urliche Identifikation\label{SVK} 
$$\op{Hom}_R(M_1\oplus\ldots\oplus M_m,N_1\oplus\ldots\oplus N_n)\sira
\prod_{i,j} \op{Hom}_R(M_j,N_i)$$
Wir werden die Elemente einer endlichen direkten Summe oft als Spaltenvetoren
von Elementen der Summanden auffassen und die Homomorphismen zwischen direkten
Summen als Matrizen von Homomorphismen zwischen den Summanden. Das erlaubt uns,
die Komposition solcher Homomorphismen mit dem Formalismus der
Matrixmultiplikation zu berechnen.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}\label{PVDS}
Gegeben eine Familie von Moduln $M_{ij}$ mit $i\in I$, $j\in J$ 
haben wir stets eine kanonische Injektion
$\bigoplus_i(\prod_j M_{ji})\hra \prod_j(\bigoplus_i M_{ji})$,
die im allgemeinen aber kein Isomorphismus ist.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}\label{SpM}
Das folgende verallgemeinert 
\eref{Sp}{LA2}. Sei $R$ ein Ring.
Man nennt einen  Homomorphismus von $R$-Moduln 
$M\sra M^{\prime\prime} $ {\bf linksspaltend}, wenn
er ein Rechtsinverses besitzt, und nennt solch ein Rechts\-inverses
dann eine {\bf Spaltung}.\index{Spaltung!von Modulhomomorphismus} Man zeige:
Ist $\varphi : M \twoheadrightarrow M^{\prime\prime}$ 
ein  Homomorphismus, $M^{\prime} \subset M$ sein Kern und
$\psi : M^{\prime\prime} \ra M$ ein Rechtsinverses von $\varphi$, so erhalten
wir vermittels
der Vorschrift $(a^{\prime},a^{\prime\prime}) 
\mapsto a^{\prime} + \psi (a^{\prime\prime})$
einen Isomorphismus $M^{\prime}\times 
M^{\prime\prime} \sira M$.
Man nennt einen Modulhomomorphismus
$M'\hra M$
{\bf rechtsspaltend},\index{rechtsspaltend!Modulhomomorphismus} wenn
er ein Linksinverses besitzt, und nennt solch ein Links\-inverses $\psi$ 
auch  eine {\bf Spaltung}.\index{Spaltung!bei abelschen Gruppen}
F"ur $s:M\sra M''$ die Surjektion auf den Kokern eines rechtsspaltenden
Morphismus zeige man,
da"s $(\psi,s)$ einen Isomorphismus $M\sira M'\times M''$ liefern.
\end{Ubung}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben eine kurze exakte Sequenz von Moduln  $A\stackrel{r}{\hra}
  B\stackrel{s}{\sra} C$ sind gleichbedeutend: (1) $r$ besitzt ein
  Linksinverses, (2) $s$ besitzt ein Rechtsinverses und (3) es gibt einen
  Isomorphismus der Gestalt $(\op{id}_A,f,\op{id}_C)$ von unserer Sequenz mit der Sequenz  $$A\stackrel{\op{in}_1}{\hra}
  A\oplus C\stackrel{\op{pr}_2}{\sra} C$$ Das ist  eine Umformulierung
  der "Ubungen \ref{Sp} und \ref{Spi}. Eine kurze exakte Sequenzen mit diesen
  Eigenschaften hei"st eine  {\bf spaltende}\index{spaltend!kurze exakte Sequenz} kurze exakte Sequenz von abelschen Gruppen. 
Die kurze exakte Sequenz von abelschen Gruppen $\DZ\hra \DZ\sra \DZ/2\DZ$
mit der Multiplikation mit Zwei als erster Abbildung spaltet nicht.
Das ist eine offensichtliche Verallgemeinerung der entsprechenden Aussagen f"ur abelsche Gruppen \eref{pla}{LA2}.
\end{Bemerkungl}

\begin{Ubung}\label{SchSp} 
Sei $R$ ein Ring.
  F"ur jeden surjektiven Homomorphismus $f:M\sra F$
von einem $R$-Modul $M$ auf einen freien $R$-Modul $F$ 
existiert eine Spaltung, als da hei"st ein Homomorphismus $s:F\ra M$
mit $fs=\op{id}_F$. 
\end{Ubung}


\subsection{Endliche Produkte von Ringen}
\begin{Bemerkungl}
  Unter dem \defnoind{Zentrum}\index{Zentrum!eines Rings} ${\op{Z}}(R)$ eines Rings
  $R$ verstehen wir die Menge derjenigen Elemente von $R$, die mit allen anderen
  Elementen kommutieren, in Formeln
$${\op{Z}}(R)=\{ z\in R\mid za=az\;\;\forall a\in R\}$$
Das Zentrum ist stets ein kommutativer Teilring von $R$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben eine Familie von Ringen $(A_i)_{i\in I}$
  k"onnen wir den Produktring $A\pdef \prod_{i\in I}A_i$ bilden.
  Die Elemente ${\op{e}}_i$ mit einer $1$ an der $i$-ten Stelle
  und Nullen sonst liegen im Zentrum des Produktrings und die
  von den ${\op{e}}_i$ erzeugten zweiseitigen Ideale $A{\op{e}}_iA$
  werden unter den Projektionen $\op{pr}_j:A\ra A_j$ bijektiv auf $A_i$ abgebildet im Fall $i=j$ und auf Null sonst. Des weiteren gilt
  ${\op{e}}_i{\op{e}}_j=0$ f"ur $i\neq j$ und ${\op{e}}_i^2={\op{e}}_i$.
  Ist unsere Familie endlich, so gilt zus"atzlich $1=\sum_{i\in I}{\op{e}}_i$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Seien umgekehrt ein Ring $A$ gegeben und darin eine endliche Familie
  von zentralen Idempotenten ${\op{e}}_1,\ldots, {\op{e}}_n$ mit
  ${\op{e}}_i{\op{e}}_j=0$ falls $i\neq j$ und $$1={\op{e}}_1+\ldots+ {\op{e}}_n$$
  Wir nennen eine solche
  Darstellung eine {\bf Zerlegung der Eins in paarweise orthogonale
    zentrale Idempotente}.\label{BLOCK}
  Sie liefert eine Zerlegung $$A=A{\op{e}}_1\oplus\ldots\oplus A{\op{e}}_n$$
  in eine direkte Summe von Idealen, die jeweils
  selbst Ringe sind mit Einselement ${\op{e}}_i$, und sogar einen
  Ringisomorphismus 
   $$A{\op{e}}_1\times\ldots\times A{\op{e}}_n\sira A$$
  Fassen wir in einer derartigen 
Zerlegung der Eins einige Summanden zusammen, so
  sprechen wir von einer {\bf Vergr"oberung} unserer Zerlegung.  Nat"urlich
  haben je zwei derartige Zerlegungen eine gemeinsame Verfeinerung, bestehend
  aus allen Produkten von einem Idempotenten der einen Zerlegung und
einem Idempotenten der anderen Zerlegung.  
Existiert eine feinste Zerlegung mit von Null
  verschiedenen Summanden, so ist sie demnach eindeutig. Die zugeh"orige
  Zerlegung des Rings in eine direkte Summe von Idealen,
  die ihrerseits mit der induzierten Multiplikation Ringe werden,
  hei"st dann seine 
{\bf Block-Zerlegung}\index{Block-Zerlegung!eines Rings} $A = A_1 \oplus
  \ldots \oplus A_n$ und die zugeh"origen 
Ideale $A_i$ 
hei"sen die {\bf Bl"ocke}\index{Block!eines Rings} des Rings $A$.
\end{Bemerkungl}


  \begin{Bemerkunge}
    Gegeben Ringe $R_1,\ldots,R_n$ mit Produkt $R=R_1\times\ldots\times R_n$
    erhalten wir f"ur jede abelsche Gruppe $M$ eine Bijektion
    \begin{displaymath}
      \begin{array}{ccc}
        \left\{ \begin{array}{c}
            \text{Strukturen auf $M$}\\
            \text{als $R$-Modul}
          \end{array} \right\} &
        \overset{\sim}{\rightarrow} & 
        \left\{
          \begin{array}{c}
            \text{Zerlegungen $M=M_1\oplus\ldots \oplus M_n$ mit}\\
            \text{jeweils einer $R_i$-Modulstruktur auf $M_i$} 
          \end{array} \right\}
      \end{array}
    \end{displaymath}
    indem wir in $R$ die Elemente $\op{e}_i=(0,\ldots,1, \ldots,0)$ mit einer
    $1$ an der $i$-ten Stelle und Nullen sonst betrachten und in $M$ die
    Untergruppen $M_i\pdef {\op{e}}_iM$ nehmen und sie mit der hoffentlich
    offensichtlichen von der $R$-Modulstruktur auf $M$ induzierten Struktur
    eines $R_i$-Moduls versehen.
  \end{Bemerkunge}
  \begin{Ubung}
    Gegeben ein Modul $M$ "uber einem Ring $R$ und ein Element
    $m\in M$ hei"st die Teilmenge $$\op{Ann}_R(m)\pdef \{r\in R\mid rm=0\}$$
    der {\bf Annullator von $m$}.\index{Annullator}\index{Ann@$\op{Ann}$ Annullator} Man zeige, da"s der Annullator jedes Elements ein Linksideal ist. 
    Weiter hei"st die Teilmenge  $$\op{Ann}_R(M)\pdef \{r\in R\mid rm=0 \;\forall m\in M\}$$
    der Annullator des Moduls  $M$.
    Man zeige, da"s der Annullator eines Moduls stets ein zweiseitiges
    Ideal ist.\label{Annu} 
  \end{Ubung}




  

\subsection{Rechtsmoduln und Matrizenrechnung}
\begin{Definition}\label{ReMo}
Sei $R$ ein Ring.
Ein \defnoind{$R$-Rechtsmodul}\index{Rechtsmodul} ist 
ein Paar bestehend aus einer abelschen Gruppe $(M,+)$
mitsamt einer Abbildung $M \times R\ra M$, $(m, r) \mapsto mr$
derart,
da"s gilt f"ur alle $m, n \in M$ und $ r, s \in R:$
$$\begin{array}{ccc}
(m+n) r &=& mr+nr\\
m(r+s) &=&  mr + ms\\
m(rs)&=& (mr)s\\
m 1 &=&  m
\end{array}$$
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}
  Unsere $R$-Moduln aus Definition \ref{LM} 
nennt man manchmal auch genauer {\bf
    Linksmoduln}. Um den Unterschied klar zu machen, definieren wir f"ur jeden
  Ring $R =(R, +, \cdot)$ den {\bf opponierten 
Ring}\index{opponiert!Ring}\index{Ring!opponierter}
 $R^{\op{opp}} = (R, + , \cdot)$ als  die abelsche Gruppe $R$ mit der
  \glqq vertauschten\grqq\  Multiplikation $r^\circ  s^\circ = sr$ f"ur $r, s \in R$.
Wir verwenden dabei die Notation \eref{oppoGR}{GR}, insbesondere meint
$r^\circ$ das Element $r$ aufgefa"st als Element des opponierten Rings.  
Man pr"uft
  ohne Schwierigkeiten, da"s ein $R$-Rechtsmodul dasselbe ist wie ein
  $R^{\op{opp}}$-Linksmodul, alias eine abelsche Gruppe $M$ mitsamt einem
  Ringhomomorphimus $R^{\op{opp}} \ra \op{End} M$.  Insbesondere braucht man bei
  kommutativen Ringen zwischen Rechtsmoduln und Linksmoduln keinen Unterschied
  zu machen.
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}
Sei $R$ ein Ring und $M$ ein $R$-Rechtsmodul. Eine Teilmenge $N \subset M$ 
 hei"st ein Untermodul oder ganz pedantisch  
\defind{Unterrechtsmodul} genau dann, wenn $N$ eine Untergruppe ist und wenn
zus"atzlich  gilt
$m \in N$, $r \in R \RA  mr \in N$.   
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Die Unterrechtsmoduln eines Rings  hei"sen seine {\bf Rechtsideale}.
\index{Rechtsideal} 
Jeder Schnitt von Untermoduln\label{URMo}  ist wieder ein Untermodul. Ist $T
\subset M$ eine Teilmenge eines Moduls $M$, 
so hei"st der kleinste Untermodul von
$M$, der $T$ enth"alt, auch 
der \defnoind{von $T$ erzeugte 
Untermodul}\index{Untermodul!erzeugt von Teilmenge}
und wir bezeichnen ihn mit $\langle T\rangle_R$ oder 
 auch 
abk"urzend mit $\langle T\rangle$. 
\index{)5>@$\langle T\rangle_R$ Unterrechtsmodul-Erzeugnis}
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}\label{HMRR}
  F"ur $R$-Rechtsmoduln $M,N$ nennen wir einen Homomorphismus von abelschen
  Gruppen $f:M\ra N$
  mit $f(mr)=f(m)r$ $\forall m\in M,r\in R$ auch einen \defnoind{Homomorphismus
    von $R$-Rechtsmoduln} und bezeichnen die Menge aller Homomorphimen von
  $R$-Rechtsmoduln\index{Hom@$\op{Hom}_{-R}$} mit $$\op{Hom}_{-R} (M,N)$$
  Genau
  wie bei K"orpern haben wir auch bei Ringen $R$ eine nat"urliche Bijektion
  $$\begin{array}{ccc}
    \op{Hom}_{-R} (R^{p},R^{q}) & \sira & {\op{Mat}}(q\times p; R)\\
    f\;\;\;\; & \mapsto & [f]
\end{array}$$
wo die Spalten der Matrix $[f]= (a_{ij})$ 
die Bilder unter $f$ der Vektoren
$\op{e}_{1} , \ldots , \op{e}_{p}$ der Standardbasis des $R^{p}$ sind, in Formeln
$f(\op{e}_{j}) = (a_{1j},\ldots , a_{mj})$ f"ur $1 \leq j\leq p$.  Die inverse
Abbildung ordnet jeder Matrix $A$ die $R$-rechtslineare 
Abbildung $x \mapsto Ax$
zu, wo wir die Elemente $x \in R^{p}$ beziehungsweise $A x \in R^{q}$ als Spaltenmatrizen
auffassen.  Wie bei K"orpern entspricht die Matrixmultiplikation der
Verkn"upfung von Abbildungen, in Formeln $[f\circ g]= [f]\circ [g]$, und $f$ ist
ein Isomorphismus genau dann, wenn seine Matrix $[f]$ invertierbar ist.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
F"ur die Kategorie der Rechtsmoduln "uber einem Ring $R$ verwenden
 wir die beiden Notationen\index{Mod@$\op{Mod}_{-R}=\op{Mod-}R$ Rechtsmoduln} 
$$\op{Mod-}R=\op{Mod}_{-R}$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Gegeben
  $R$-Rechtsmoduln $M,N$ 
mit endlichen angeordneten\label{HMRRb} Basen $\mathcal A, \mathcal B$ 
der Kardinalit"aten $p,q$
erhalten wir genau
  wie bei K"orpern  auch bei Ringen $R$ eine nat"urliche Bijektion
  $$\begin{array}{ccc}
    \op{Hom}_{-R} (M,N) & \sira & {\op{Mat}}(q\times p; R)\\
    f\;\;\;\; & \mapsto & _{\mathcal B}[f]_{\mathcal A}
\end{array}$$
und nennen wieder $_{\mathcal B}[f]_{\mathcal A}$ die {\bf darstellende Matrix der
Abbildung $f$ in Bezug auf die Basen $\mathcal A$ und $\mathcal B$}.
\index{darstellende Matrix!bei Moduln} 
Die Formel ${}_{\mathcal C} [g\circ f]_{\mathcal A} 
= {}_{\mathcal C}[g]_{\mathcal B} \circ
{}_{\mathcal B}[f]_{\mathcal A}$ gilt entsprechend.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
  Ich erinnere an die Definition der Determinante quadratischer
Matrizen mit Eintr"agen in einem Kring 
durch die Leibnizformel  \eref{DefD}{LA1}, an  die Multiplikationsformel
$\det (AB)=(\det A)( \det B)$ aus \eref{MuDet}{LA1} und
daran, da"s eine quadratische Matrix nach
\eref{InvD}{LA1} genau dann invertierbar ist, wenn ihre Determinante
eine Einheit in fraglichen kommutativen Ring ist. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}
Die Leibnizformel
  ist zwar auch f"ur nichtkommutative Ringe noch sinnvoll, aber die Formel
  $\det (AB)=(\det A)( \det B)$ ist dann nicht mehr richtig, und deshalb 
sind Determinanten in der Allgemeinheit 
nichtkommutativer Ringe nicht mehr von Nutzen. 
\end{Bemerkunge}

%   \begin{Definition}
%     Ist $R$ ein kommutativer Ring, 
% so bilden wir f"ur quadratische Matrizen $A =
%     (a_{ij})^{n}_{i,j=1} \in {\op{Mat}}(n\times n; R)$ die {\bf
%       Determinante}\index{Determinante} durch die Vorschrift
%     $$\det A = \sum_{\sigma \in \cal{S}_{n}} (\op{sgn} \sigma) a_{1\sigma (1)}
%     \ldots a_{n\sigma (n)}$$
%     falls $n\neq 0$ und $\det A =1$ im Fall $n = 0$. 
% \end{Definition}

% \begin{Proposition}[\defnoind{Multiplikativit"at 
% der Determinante}\index{Multiplikativit"at!der Determinante}]
% Sei $R$ ein kommutativer Ring.
% \begin{enumerate}
% \item
% F"ur je zwei quadratische $n \times n$-Matrizen $A, B \in {\op{Mat}} (n
% \times n;R)$ gilt
% $$\det (AB) = (\det A) (\det B)$$
% \item
% Genau dann ist eine quadratische Matrix $A$ invertierbar in ${\op{Mat}} (n\times n;
% R)$, wenn
% ihre
% Determinante eine Einheit von $R$ ist, wenn also in Formeln 
% gilt $(\det A) \in R^{\times}$. 
% \end{enumerate}
% \end{Proposition}
% \begin{proof}[Beweis]
% 1.
% Die Multiplikativit"at 
% der Determinante 
% ist f"ur Matrizen mit Eintr"agen in einem K"orper \ref{MuDet}
% bekannt aus der
% linearen
% Algebra und der erste unserer beiden Beweise
% funktioniert ohne "Anderungen auch in unserer Situation hier. 
% Alternativ kann man auch wie folgt argumentieren:
% Die Multiplikativit"at 
% der Determinante folgt sicher f"ur Matrizen mit Eintr"agen 
% im Integrit"atsbereich
% $$\DZ [X_{ij}, Y_{ij}]_{1\leq i,j\leq n}$$
% denn der ist ein Teilring seines Quotientenk"orpers. In diese
% abstrakte Identit"at k"onnen wir dann f"ur die $X_{ij}$
% und  $Y_{ij}$ Elemente
% eines beliebigen kommutativen Rings einsetzen, und die Behauptung
% folgt.
% \\[2mm]
% \noindent
% 2.
% Aus der Multiplikativit"at 
% der Determinante  folgt, da"s die Determinante jeder invertierbaren Matrix eine
% Einheit ist.
% Um die Umkehrung zu zeigen, erinnern wir uns an feinere Aussagen
% des Determinantenkalk"uls.
% F"ur eine quadratische Matrix $A \in {\op{Mat}} (n \times n; R)$ bildet man
% dort
% die adjungierte Matrix
% $A^{\#} \in {\op{Mat}} (n \times n; R)$ mit Eintr"agen
% $$A^{\#}_{ij} = (-1)^{i+j} \det A^{ji}$$
% wo $A^{ji}$ die $(n -1) \times (n-1)$-Matrix bezeichnet, die aus
% $A$ entsteht durch Streichen der $j$-ten Zeile und der $i$-ten
% Spalte.
% F"ur Koeffizienten in einem K"orper zeigt man in der linearen
% Algebra
% $$A^{\#} A = (\det A) I$$
% mit $I$ der $(n \times n)$-Einheitsmatrix.
% "Ahnlich wie im ersten Teil des Beweises "ubertr"agt man diese
% Formel dann auf beliebige kommutative Ringe $R$. 
% \end{proof}

\begin{Proposition}[\textbf{Wohlbestimmtheit des Rangs}]
Ist $R$ ein kommutativer Ring und nicht der Nullring,
so folgt f"ur $m,n\in\DN$ aus der Existenz eines Isomorphismus von Moduln 
$R^n\cong R^m$ bereits $n=m$. \label{ABTR}
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
Ein alternativer Beweis wird in "Ubung 
\ref{NKR} skizziert. Ein Gegenbeispiel f"ur nichtkommutative Ringe
erkl"art \ref{BRNN}.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Ein Isomorphismus $R^n\cong R^m$ wird notwendig
beschrieben durch Matrizen $A$ und $B$.  W"are hier $n\neq m$, so
w"aren unsere Matrizen nicht quadratisch.
Hat ohne Beschr"ankung der
Allgemeinheit $A$ mehr Zeilen  als Spalten und erg"anzen wir
unsere Matrizen
durch Nullen zu quadratischen Matrizen $\tilde{A}$ und $\tilde{B}$,
so gilt immer noch
$\tilde{A}\tilde{B}=I$ mit $I$ der Einheitsmatrix, im Widerspruch
zu $\det\tilde{A}=0$. 
\end{proof}

  \begin{Bemerkungl}
    Ist $M$ ein endlich erzeugter freier Modul "uber einem kommutativen und vom Nullring verschiedenen Ring
    $R$, so hei"st die Zahl $n\in\DN$ mit $M\cong R^n$ der
    \defnoind{Rang}\index{Rang!von Modul} von $M$. Wir nennen diese Zahl
    etwas un"ublich wie im K"orperfall die {\bf Dimension}\index{Dimension!von Modul} unseres Moduls und verwenden daf"ur die Notation\index{dim@$\op{dim}$ Dimension alias Rang eines freien Moduls}
    $$n=\op{dim}_RM=\op{dim}M$$
Das Beispiel \ref{BRNN} zeigt, da"s man "uber nichtkommutativen
Ringen im allgemeinen nicht mehr sinnvoll vom Rang eines freien Moduls
reden kann.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}\label{AP}
Es gibt Schiefk"orper $K\subset L$ derart,
da"s $L$ "uber $K$ endlich
  erzeugt ist als Linksmodul, nicht aber als Rechtsmodul.
Die Frage nach einem solchen Beispiel war lange als
{\bf Artin's Problem}\index{Artin's Problem} bekannt. 
Eine explizite Konstruktion kann man in  \cite{CohnSKF}
finden.
\end{Bemerkunge}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}\label{ENRj}
 Gegeben ein Ring $R$ liefert die durch Rechtsmultiplikation 
gegebene Abbildung aus  \ref{RHO} einen Ringisomorphismus 
$R^{\op{opp}}\sira \op{End}_R(R)$ und die durch Linksmultiplikation
gegebene Abbildung einen Ringisomorphismus 
$R\sira \op{End}_{-R}(R)$. Hier ist es wichtig zu erinnern, 
da"s in unseren Konventionen
Ringe stets ein Einselement haben.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Ein Element eines Rings $r\in R$ ist genau dann eine Einheit,
  wenn sowohl die Rechtsmultiplikation als auch die Linksmultiplikation mit $r$
  eine Bijektion von $R$ mit sich selbst liefert.\label{EiHe} 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Man zeige:  Gegeben ein
  Kring $R$ und $n\in\DN$
ist jeder surjektive Homomorphismus 
$R^n\sra R^n$  bereits ein Isomorphismus.\label{FreRU} 
Hinweis: Man finde ein Halbinverses und rechne mit Matrizen.
Weiter zeige man: Ist $S\subset R$ ein Teilring und der $R$-Modul
$M$ sowohl "uber $R$ als auch "uber $S$ frei vom Rang $n$, so gilt
$S=R$.
\end{Ubung}

\begin{Ubunge}\label{UbMo}
F"ur jeden Ring $R$ und jede nat"urliche Zahl $n\geq 1$ liefert 
die Zuordnung $M\mapsto M^n$ 
eine  "Aquivalenz von Kategorien
$$R\op{-Mod} \;\;\sirra\;\; {\op{Mat}} (n; R) \op{-Mod}$$
In anderen Worten ist  jeder Modul "uber $S\pdef{\op{Mat}} (n; R)$ 
isomorph  zu
einem Modul der Gestalt $M^n$ mit $M\in R\op{-Mod}$ und 
unsere Zuordnung  induziert  Bijektionen 
$\op{Hom}_R(M,N)\sira \op{Hom}_S(M^n,N^n)$.
%Etwas allgemeiner ist f"ur jeden freien $R$-Rechtsmodul 
%$V$  mit Endomorphismenring $E\pdef\op{End}_{-R}(V)$
%die Zuordnung $M\mapsto V\otimes_R M$
%eine  "Aquivalenz von Kategorien
%$R\op{-Mod} \sirra E \op{-Mod}$. 
Diese Aussagen sind
im "ubrigen  Spezialf"alle
unserer allgemeinen "Uberlegungen \eref{BMA}{TS} zur
Tensor-Hom-Adjunktion und erste Beispiele der sogenannten {\bf Morita-"Aquivalenz}.\index{Morita-"Aquivalenz!Erste Beispiele}
\end{Ubunge}

\begin{Ubung}
  Man zeige, da"s jeder endlich erzeugte freie Modul "uber
  eine endliche Basis besitzt.\label{EBA} 
\end{Ubung}


\subsection{Moduln "uber Hauptidealringen}\label{NFS}



\begin{Satz}[\textbf{Elementarteilersatz}]
Sei\index{Elementarteilersatz!"uber Hauptidealringen} 
$f$ ein Homomorphismus 
zwischen zwei endlich erzeugten freien Moduln  
"uber einem Hauptidealring.\label{ES}  
So gilt:
\begin{enumerate}
\item Es gibt angeordnete Basen $\mathcal A, \mathcal B$ 
unserer Moduln
  derart, da"s die darstellende Matrix $D\pdef {_{\mathcal B}[f]_{\mathcal A}}$
 unseres Homomorphismus  eine  Diagomalmatrix ist, deren vordere
  Diagonaleintr"age jeweils die hinteren teilen, in Formeln $(i\neq j\RA
  d_{ij}=0)$
und
  $d_{11}|d_{22}|\ldots |d_{rr}$ f"ur $r$ das Minimum der Kardinalit"aten
  beider Basen; 
\item 
  Die Diagonaleintr"age $d_{ii}$ einer 
derartigen darstellenden Matrix
   durch die Abbildung $f$ wohlbestimmt bis auf Multiplikation mit
  Einheiten.
\end{enumerate}
\end{Satz}
% \begin{Satz}[\textbf{Elementarteilersatz}]\label{ES}
% Sei\index{Elementarteilersatz!"uber Hauptidealringen} 
% $f: E \ra F$ ein Homomorphismus 
% zwischen zwei freien Moduln von endlichen R"angen $m,n$
% "uber einem Kring $R$, in dem jedes Ideal ein Hauptideal ist. 
% So gibt es eine diagonale Matrix $D \in {\op{Mat}} (n \times m; R)$, deren
% Diagonaleintr"age jeweils die folgenden Diagonaleintr"age teilen,
% in Formeln $d_{11}|d_{22}|\ldots |d_{rr}$ f"ur $r = \min (n,m)$, und
% Isomorphismen
% $E \sira R^{m}$, $ F \sira R^{n}$ derart, da"s das folgende
% Diagramm kommutiert:
% $$\begin{array}{ccc}
% E & \overset{f}{\longrightarrow} & F\\
% \da\wr & &\da\wr\\
% R^{m} & \overset{D}{\longrightarrow} & R^{n}
% \end{array}$$
% Ist unser Kring $R$ zus"atzlich ein Integrit"atsbereich,
% so sind Diagonaleintr"age $d_{ii}$ von $D$  durch die
% Abbildung $f$ wohlbestimmt bis auf 
% Multiplikation mit Einheiten des Rings $R$. 
% \end{Satz}
\begin{Beispiele}
Die analoge Aussage im Fall eines K"orpers kennen wir bereits aus \eref{ETSS}{LA1} als 
Smith-Nor\-mal\-form, den Fall
des Hauptidealrings $\DZ$ aus \eref{ETS}{LA2}, den Fall eines
Polynomrings aus \eref{SmZe}{LA2} als Smith-Zerlegung. 
%% Unser Satz gilt nat"urlich 
%% f"ur Hauptidealringe, er gilt aber etwa auch f"ur Quotienten
%% von Hauptidealringen, die ja keine Integrit"atsbereiche mehr sein 
%% m"ussen und damit keine Hauptidealringe im Sinne unserer 
%% strengen Definition
%% \ref{HIRi}.
\end{Beispiele}
\begin{Bemerkungl}\label{ESW}
Nach unserer  Definition \eref{HIRi}{AL} ist ein 
Hauptidealring ein kommutativer Integrit"atsbereich,
der kein K"orper ist und in dem jedes Ideal ein Hauptideal ist.
Wir k"onnen unseren Satz auch verstehen als die Beschreibung
eines Systems von Repr"asentanten f"ur die Bahnen 
der offensichtlichen Wirkung der Gruppe $\op{GL}(n;R)\times \op{GL}(m;R)$
auf der Menge ${\op{Mat}}(n\times m;R)$ im Fall eines Hauptidealrings $R$. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Wir d"urfen $E = R^{m}$ und $F = R^{n}$ annehmen.
Die Abbildung $f$ wird beschrieben durch eine Matrix $A \in {\op{Mat}} (n
\times m; R)$ und es gilt, invertierbare Matrizen $P \in {\op{Mat}} (n
\times n; R)$ und $Q \in {\op{Mat}} (m \times m; R)$ zu finden derart,
da"s $P AQ =
D$ diagonal ist von der gew"unschten Form.
F"ur eine Matrix $A$ bezeichne $\langle A\rangle  \subset R$ das von den
Eintr"agen von $A$ erzeugte Ideal. 
Sicher gilt $\langle XA\rangle  \subset \langle A\rangle $
f"ur jede Matrix $X$, also $\langle XA\rangle  
= \langle A\rangle $ f"ur $X$ invertierbar.
Ebenso gilt $\langle AY\rangle  \subset \langle A\rangle $ 
f"ur jede Matrix $Y$ und $\langle AY\rangle  =
\langle A\rangle $ f"ur $Y$ invertierbar.
Wir geben im folgenden ein Verfahren an, 
das im Fall $\langle a_{11}\rangle  \neq
\langle A\rangle $ invertierbare Matrizen $X$ und $Y$ liefert
derart, da"s der obere linke Eintrag von $X A Y$ ein echt
gr"o"seres Ideal erzeugt als $a_{11}$. 
Da unser Kring noethersch ist, oder auch mit einer
 elementaren Argumentation wie beim Beweis
von \eref{HIRF}{AL}
 finden wir dann sogar $\tilde{X}$ und $\tilde{Y}$
invertierbar derart, da"s der obere linke Eintrag von
$\tilde{X}A\tilde{Y}$ das Ideal 
$\langle \tilde{X}A \tilde{Y}\rangle =\langle A\rangle $ erzeugt,
als da hei"st, da"s er alle Eintr"age von $\tilde{X}A \tilde{Y}$ teilt.
Da nun Zeilen- und Spaltenoperationen auch durch Multiplikation
mit invertierbaren Matrizen von links beziehungsweise rechts gegeben werden,
finden wir dann sogar invertierbare Matrizen $\hat{X}, \hat{Y}$
derart, da"s $\hat{X} A \hat{Y}$ au"ser einem Eintrag $a_{11}=d_{11}$
in der oberen linken Ecke nur Nullen in der ersten Zeile
und erste Spalte stehen hat und da"s zus"atzlich gilt 
$\langle d_{11}\rangle =\langle A\rangle $. 
Dann k"onnen wir aber den Beweis beenden mit einer
offensichtlichen Induktion.
Es bleibt, das versprochene Verfahren anzugeben.
Wir unterscheiden drei F"alle.
\begin{enumerate}
\item[(i)]
Falls $a_{11}$ nicht alle Elemente der ersten Zeile teilt, sagen
wir $a_{11}$ teilt nicht $a_{12}$, so betrachten wir das Ideal
$\langle a_{11}, a_{12}\rangle $ und w"ahlen daf"ur einen Erzeuger $d$. 
Wir k"onnen nun schreiben $d = x a_{11} + y a_{12}$ sowie zus"atzlich $a_{11}
= d \lambda, a_{12} = d\mu$ und folgern $1 = x \lambda + y \mu$. 
Jetzt beachten wir
$$\left(\begin{array}{c|c}
\begin{array}{cc}
a_{11} & a_{12} \\
\ast   &  \ast  \end{array} &\ast  \\ \hline
\ast&\ast\end{array}\right)
\left(\begin{array}{c|c}
\begin{array}{cc}
x & -\mu \\
y   &  \lambda  \end{array} &0  \\ \hline
0&I\end{array}\right)=
\left(\begin{array}{c|c}
\begin{array}{cc}
d & \ast \\
\ast   &  \ast  \end{array} &\ast  \\ \hline
\ast&\ast\end{array}\right)$$
mit $I$ der Einheitsmatrix und haben schon gewonnen.

\item[(ii)]
Falls $a_{11}$ nicht alle Elemente der ersten Spalte teilt, gehen
wir analog vor.

\item[(iii)]
Teilt $a_{11}$ alle Elemente der ersten Zeile und der ersten
Spalte, so finden wir schon mal invertierbare $X,Y$ derart,
da"s
$XAY$
au"ser einem Eintrag $a_{11}$
in der oberen linken Ecke nur Nullen in der ersten Zeile
und der ersten Spalte stehen hat.
Unter der Annahme 
$\langle a_{11}\rangle  \neq \langle A\rangle $ kann aber $a_{11}$ nicht
alle Eintr"age von $A$ teilen. Addieren wir nun eine geeignete
Zeile zur ersten Zeile, so landen wir im Fall (i) und haben wieder
gewonnen.
\end{enumerate}
Damit haben wir das versprochene Verfahren angegeben und
Teil 1 ist gezeigt.
\\[2mm]\noindent
2. Wir zeigen nun die Eindeutigkeit der Diagonaleintr"age
bis auf Einheiten. Dazu betrachten
wir f"ur $i \geq 1$ das von allen Determinanten von 
$(i\times i)$-Untermatrizen von $A$ 
erzeugte Ideal $J_{i} (A) $.  Ist $X$ eine weitere
Matrix, so gilt $J_{i} (XA) \subset J_{i}(A)$,
denn die Zeilen von $XA$ sind Linearkombinationen von Zeilen von
$A$. 
Insbesondere gilt also $J_{i} (XA) = J_{i} (A)$ f"ur invertierbares $X$
und ebenso $J_{i} (AY) = J_{i}(A)$ f"ur invertierbares $Y$. 
Es folgt sofort, da"s $J_{i} (A)$ das vom Produkt $d_{11}d_{22} \cdots d_{ii}$
erzeugte Ideal ist, in Formeln 
$J_{i} (A) = \langle d_{11}d_{22} \cdots d_{ii}\rangle$.
Daraus folgt %daraus 
dann die
Eindeutigkeit der $d_{ii}$ bis auf Einheiten.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
Wir geben nun zwei Formen der Klassifikation endlich erzeugter
Moduln "uber Hauptidealringen an.  
  Wenden wir diese Klassifikationen 
an auf den Hauptidealring $\DZ$, so erhalten wir die
  Klassifikation der endlich erzeugten abelschen Gruppen 
\eref{ek}{LA2} und \eref{zk}{LA2} vom Beginn der
  Vorlesung.  Wenden wir unsere S"atze an 
auf einen Polynomring "uber einem algebraisch
  abgeschlossenen K"orper, so ergibt sich die Jordan'sche Normalform
\eref{JNFa}{LA2}, wie als Korollar \ref{JNF} ausgef"uhrt wird.
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\defnoind{Klassifikation 
durch Idealketten}\index{Klassifikation!Moduln "uber Hauptidealringen}]
Ist $M$ ein endlich erzeugter\label{KIK} Modul "uber einem Hauptidealring
$R$,
so gibt es genau eine aufsteigende Kette $\frak{a}_{1} \subset
\frak{a}_{2} \subset \ldots\subset \frak{a}_{s} \subset R$
von Idealen von $R$ mit $\frak{a}_s\neq R$ und
$$M \cong R/\frak{a}_{1} \times \ldots \times R/\frak{a}_{s}$$
Der Nullmodul wird abgedeckt durch den Fall $s=0$.  \end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Ist $R$ ein faktorieller Ring, so nennen wir die Potenzen irreduzibler
  Elemente von $R$ auch die 
{\bf Primpotenzen}\index{Primpotenz!in faktoriellem Ring}
von $R$ und die von Eins verschiedenen Potenzen die
{\bf echten Primpotenzen}
von $R$.  Jede echte Primpotenz $q$
  hat also die Form $q = p^{e}$ mit $p$ irreduzibel 
und $e\geq 1$.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}
Die Existenz ist mir auch klar f"ur Kringe, in denen jedes
Ideal ein Hauptideal ist. Wie steht es in dieser Allgemeinheit
mit der Eindeutigkeit?
\end{Bemerkunge}
\begin{Satz}[\defnoind{Klassifikation durch Multimengen von
Primpotenzen}]
Gegeben ein endlich erzeugter Modul  $M$ "uber einem Hauptidealring
$R$ gibt es $r \in \DN$ und\label{NFF} echte Primpotenzen $q_{1}, \ldots,
q_{t} \in R$ derart, da"s gilt
$$M \cong R^{r} \times R/q_{1}R \times \ldots \times R/q_{t}R$$
Hier ist $r$ wohlbestimmt und die $q_{i}$ sind wohlbestimmt bis
auf Einheiten und Reihenfolge. Der Nullmodul wird abgedeckt durch den
Fall $r=t=0$. 
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Der Beweis beider S"atze ist mutatis mutandis derselbe wie 
der Beweis ihrer als \eref{ek}{LA2} und \eref{zk}{LA2} diskutierten 
Spezialisierungen f"ur den Hauptidealring $\DZ$ der ganzen Zahlen.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Ein Modul hei"st {\bf torsionsfrei}\index{torsionsfrei!Modul} genau dann,
wenn die Multiplikation mit jedem von Null verchiedenen Ringelement eine
injektive Abbildung von unserem Modul in sich selber liefert.
Nach dem Satz ist insbesondere jeder endlich erzeugte torsionsfreie Modul 
"uber einem Hauptidealring frei.\label{tfF} 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis von \ref{KIK}]
Gegeben ein Erzeugendensystem $g_1 , \ldots , g_n$ 
von  $M$ 
erkl"aren wir
durch die Vorschrift $(a_1,\ldots,a_n)\mapsto a_1g_1+\ldots+a_ng_n$
einen surjektiven Modulhomomorphismus
$$R^n \twoheadrightarrow M$$
Dessen Kern ist nach \ref{NoUI} ein endlich erzeugter $R$-Modul
$K$, f"ur den wir wieder einen surjektiven Homomorphismus 
$R^{m} \twoheadrightarrow K$ finden k"onnen. 
Der Formalismus noetherscher Ringe kann an dieser Stelle 
noch vermieden werden, man kann ebenso wie in
\eref{ee}{LA2} sogar st"arker und unabh"angig zeigen, da"s 
man f"ur jeden Untermodul eines endlich erzeugten Moduls 
"uber einem Hauptidealring h"ochstens soviele Erzeuger ben"otigt wie f"ur den
gro"sen Modul.
Mit der Komposition
$R^{m} \sra K\hra  R^{n}$ als erster Abbildung entsteht 
so eine im Sinne von \eref{exSG}{LA2}
exakte Sequenz
von $R$-Moduln
$$R^{m} \ra  R^{n} \ra M \ra 0$$ 
Nach \ref{HMRR} sind die Homomorphismen
$R^{m} \ra  R^{n}$ genau die Multiplikationen 
von links mit 
$(n\times m)$-Matrizen mit Eintr"agen in $R$.
Weiter "uberlegt man sich, da"s auch in dieser 
Situation die Verkn"upfung von Homomorphismen der
Multiplikation von Matrizen entspricht.
Bezeichnet nun $A$ die Matrix unserer Abbildung 
$R^{m} \ra  R^{n}$ und w"ahlen wir $P$ und $Q$ 
wie im Elementarteilersatz oder vielmehr dem Beginn seines
Beweises, so ergibt sich ein
kommutatives Diagramm von $R$-Moduln
$$
\xymatrix{
R^m \ar[r]^{A\circ} 
&R^n \ar[d]_{P\circ}^{\wr}\\
R^m \ar[u]_{\wr}^{Q\circ}  \ar[r]^{D\circ}&  R^n 
}$$
f"ur eine nicht notwendigerweise quadratische Diagonalmatrix 
$D$
mit  Eintr"agen $d_1| d_2| \ldots | d_r$ 
f"ur $r = \op{min} (m,n)$.
Bilden wir nun andererseits das Produkt der 
exakten Sequenzen $R \stackrel{d_i}{\ra}R \ra R /\langle d_i\rangle  \ra 0$
f"ur $1\leq i\leq r$ mit $m-r$ Kopien der 
exakten Sequenzen $R \ra 0\ra 0 \ra 0$ im Fall $m>n$ beziehungsweise 
$n-r$ Kopien der 
exakten Sequenzen
$0\ra R \stackrel{\op{id}}{\ra}R  \ra 0$ im Fall $n>m$,
so erhalten wir mit \eref{PexA}{LA2} die untere Horizontale
in einem kommutativen Diagramm mit exakten Zeilen
$$
\xymatrix{
 R ^m \ar[r]^{A\circ} 
& R ^n \ar[d]_{P\circ}^{\wr}\ar[r] & M\ar[r]&0\ar[d]\\
 R ^m \ar[u]_{\wr}^{Q\circ}  \ar[r]^{D\circ}&   R ^n 
\ar[r] &  R /\langle d_1  \rangle  \times \ldots 
\times  R /\langle d_r  \rangle  \times 
 R ^{n-r}
\ar[r]&0
}$$
Damit liefert  \eref{QRET}{LA2} oder vielmehr eine offensichtliche Variante 
dieses Resultats f"ur Moduln einen Isomorphismus 
$M\sira  R /\langle d_1  \rangle  \times \ldots 
\times  R /\langle d_r  \rangle  \times 
 R ^{n-r}$.  
% Dieses Diagramm liefert einen 
% Isomorphismus zwischen $G$ und dem Quotienten von $\Bbb{Z}^n$ nach dem
% Bild der unteren Horizontalen: In der Tat ist ja nach Konstruktion und
% \ref{ISa} die Gruppe $G$ isomorph zum Quotienten 
% von $\Bbb{Z}^n$ nach dem
% Bild der oberen Horizontalen, und einen Isomorphismus zwischen
% diesen beiden Quotienten liefert etwa \ref{unin}.
% Der Quotient nach dem
% Bild der unteren Horizontalen
% ist nun aber offensichtlich isomorph zu
% $$\Bbb{Z}/d_1 \Bbb{Z} \times \ldots \times \Bbb{Z}/d_r \Bbb{Z} \times 
% \Bbb{Z}^{n-r}$$
Lassen wir von unserer Folge 
$d_1 | d_2 | \ldots | d_r$ alle Einheiten vorne weg
und erg"anzen am Ende $(n-r)$ Nullen und drehen die Nummerierung um, 
so erhalten wir eine Folge $a_{s}| \ldots| a_{1}$ 
derart, da"s die von ihren Gliedern erzeugten Ideale 
eine Kette 
bilden wie im Satz \ref{KIK} 
gefordert, und
die Existenz dort ist gezeigt.
Um die Eindeutigkeit zu zeigen bemerken wir, 
da"s f"ur jeden endlich erzeugten $R$-Modul $M$ und jedes
irreduzible Element
$p$ und alle $n \geq 1$ 
der  Quotient
$p^{n-1}M/p^{n} M$ 
nach \ref{MQR} % und \ref{ee} 
ein
endlichdimensionaler Vektorraum "uber 
dem Restklassenring $R/\langle p\rangle$ ist, 
der hinwiederum nach \eref{Ubb}{AL} ein
K"orper sein mu"s.
Wir notieren seine Dimension
$$D^n_p (M)\pdef \op{dim}_{R/\langle p\rangle}(p^{n-1}M/p^{n} M)$$
Man folgert  unmittelbar
$D^n_p (M\times N)=D^n_p (M)+D^n_p (N)$ f"ur je zwei endlich erzeugte 
$R$-Moduln $M$ und $N$. 
F"ur zyklische $R$-Moduln  $M \cong  R /aR $ 
behaupten wir nun
$$\begin{array}{ccc}
D^n_p ( R /a R ) &=& \left\{ \begin{array}{cl}
1 & p^{n} \text{ teilt } a;\\
0 & \text{sonst}.
 \end{array}\right.
\end{array}$$
In der Tat ist das klar f"ur $a=p^m$, 
 f"ur $a$ teilerfremd zu $p$ ist es eh klar,
und mit dem 
chinesischen Restsatz  \eref{ACR}{AL} folgt es im allgemeinen.
F"ur eine Zerlegung 
$M \cong R/\langle d_{1}\rangle \times \ldots 
\times R/\langle d_{s}\rangle$
wie in \ref{KIK} finden wir also  
$$D^n_p ( M )=|\{i\mid p^{n}\text{ teilt }d_i\}|$$
Die Zahl der Nullen unter unseren $d_i$ wird damit
f"ur jedes $p$  gegeben durch die Formel 
$|\{i\mid d_i=0\}|=\lim_{n\ra\infty} D^n_p ( M )$, 
und welche Potenz von jedem irreduziblen Element $p$
 in jedem von Null verschiedenen
$d_i$ stecken mu"s, kann man  an den Zahlen $D^n_p(M)$
 auch ablesen. Folglich h"angen die Ideale 
$\langle d_i\rangle$ nur von  $M$ und nicht von der
gew"ahlten Zerlegung ab. 
\end{proof}


% \begin{proof}[Beweis von \ref{zk}]
% Die Existenz folgt aus \ref{ek} mit  dem Chinesischen Restsatz \ref{CR}. 
% Die Eindeutigkeit erkennt man, indem man sich "uberlegt, da"s 
% verschiedene Folgen $a_1 |a_2|\ldots| a_s$ auch zu verschiedenen 
% Produkten wie in \ref{zk} f"uhren. Genauer kann man $a_1$ beschreiben
% als das Produkt der jeweils h"ochsten Primzahlpotenzen f"ur alle
% vorkommenden Primzahlen,   $a_2$ 
% als das Produkt der jeweils zweith"ochsten und so weiter,
% bis am Ende die Zahl der Nullen gerade die Zahl der Faktoren
% $\DZ$ in der Zerlegung \ref{zk} sein mu"s.
% \end{proof}
\begin{proof}[Beweis von \ref{NFF}]
  Aus \ref{KIK}
folgt sofort die Existenzaussage in Satz \ref{NFF}, indem wir im Fall
  $\frak{a}_{i} \neq 0$ einen Erzeuger $d_i$ von $\frak{a}_{i}$ als Produkt von
  paarweise teilerfremden Primpotenzen $d_i = q_{1} \ldots q_{k}$ schreiben und
  mit dem chinesischen Restsatz zerlegen
$$R/\frak{a}_{i} \cong R/q_{1}R \times \ldots \times R/q_{k}R$$
F"ur die Eindeutigkeit argumentieren wir wie im vorhergehenden Beweis:
F"ur $M \cong R^{r} \times R/q_{1}R \times \ldots \times R/q_{t}R$
wie in \ref{NFF} finden wir diesmal
$$D^n_p ( M )=r+ |\{i\mid p^{n}\text{ teilt }q_i\}|$$
Wenden wir diese Erkenntnis an auf alle 
irreduziblen Elemente  $p$, 
so folgt die im Satz behauptete
Eindeutigkeit ohne weitere Schwierigkeiten:
Die Zahl der Primpotenzen $q_i$, die bis auf eine Einheit $p^n$ sind,
mu"s n"amlich bei jeder Zerlegung gerade $D^{n}_p ( M )-D^{n+1}_p ( M )$
sein,  und den Rang $r$ des freien Anteils k"onnen wir
als 
die auch von allen Wahlen unabh"angige Zahl $r=\lim_{n\ra\infty} D^n_p ( M )$ 
beschreiben, f"ur jedes irreduzible Element $p$.
\end{proof}


% \begin{proof}[Beweis der beiden S"atze]
% Wir beginnen mit dem Beweis der Eindeutigkeit im zweiten Satz
% und zeigen zun"achst die Eindeutigkeit von $s$. 
% Sei $Q=\op{Quot} R$ der Quotientenk"orper von $R$. 
% Wir behaupten
% $$ s = \dim_{Q} \op{Hom}_{R} (M,Q),$$
% wo wir f"ur jeden $R$-Modul $M$ den Raum $\op{Hom}_{R} (M,Q)$
% als Untervektorraum auffassen im Raum aller Abbildungen von $M$ nach $Q$. 
% Nach den allgemeinen Eigenschaften der direkten Summe gilt in der Tat
% $$\op{Hom}_{R} (M,Q)=\op{Hom}_{R} (R/q_{1}R,Q)
% \times \ldots \times \op{Hom}_{R}(R/q_{t}R,Q) \times
% \op{Hom}_{R}(R,Q)^{s}$$
% Nach \ref{RHO} gilt $\op{Hom}_{R}(R,Q)\cong Q$ 
% und wir m"ussen nur noch zeigen,
% da"s gilt
% $\op{Hom}_{R} (R/\frak{a}, Q)=0$  f"ur jedes
% von Null verschiedene Ideal $\frak{a} \subset R$. 
% In der Tat k"onnen wir aber diesen Raum identifizieren als
% $$\op{Hom}_{R} (R/\frak{a}, Q)=\{ f \in \op{Hom}_{R} (R,Q) 
% \mid f|_\frak{a} =0\}$$
% und da jeder von Null verschiedene $R$-Modulhomomorphismus $f: R
% \ra Q$ injektiv ist, kann nur Nullabildung auf einem von Null
% verschiedenen Ideal verschwinden. Das zeigt die Eindeutigkeit von $s$. 
% Um auch die Eindeutigkeit der auftauchenden Primpotenzen zu zeigen,
% betrachten wir f"ur $n\geq 1$ und jeden endlich erzeugten $R$-Modul $M$ und
% jedes irreduzible Element $p\in R$ den K"orper $R/pR$ und die nat"urlichen 
% Zahlen
% $$d^n_p(M)=\dim_{R/pR} (p^{n-1}M/p^{n}M)$$
% Sie haben die folgenden Eigenschaften:
% \begin{enumerate}
% \item
% $d^n_p(M\oplus N)=d^n_p(M)+d^n_p(N)$ f"ur alle $p$ und $n$
% und $N$ auch endlich erzeugt.
% \item
% $d^n_p(R)=1$ f"ur alle $p$ und $n$. 
% \item
% Ist $\pi$ ein weiteres irreduzibles Element von $R$, so gilt
% $$d^n_p(R/\pi^mR)=\left\{\begin{array}{ll}
% 1&\pi\in R^\times p,\;m\leq n;\\
% 0&\text{sonst.}\end{array}\right$. $
% \end{enumerate}
% Hier ist die erste Eigenschaft offensichtlich.
% F"ur $\pi=p$ induziert die Multiplikation mit $p^{n-1}$
% Isomorphismen $R/pR\sira p^{n-1}R/p^{n}R$, und das
% zeigt 2 sowie in 3 alle F"alle mit $\pi\in R^\times p$. 
% Im verbleibenden Fall  $\pi\not\in R^\times p$
% ist die Restklasse von $p$ eine Einheit in $R/\pi^m R$
% und das zeigt $d^n_p(R/\pi^m R)=0$ f"ur alle $m$. 
% Damit erhalten wir f"ur jedes irreduzible $p \in R$ und $n \geq 1$
% die Formel
% $$d^n_p(M) = s +\# \{ i \mid p^{n} \text{
% teilt } q_{i}\},$$
% und das zeigt die Eindeutigkeit der $q_{i}$ bis auf
% Reihenfolge und Einheiten.






% Als n"achstes zeigen wir die Existenz im ersten Satz.
% Sei also $M$ ein endlich erzeugter $R$-Modul. Sicher finden wir
% eine Surjektion
% $p:R^{m} {\twoheadrightarrow} M$.  Da $R$ noethersch ist,
% ist $\ker p$ auch endlich erzeugt und wir finden eine Surjektion
% $f:R^{n} {\twoheadrightarrow} \ker p$. 
% Jetzt fassen wir $f$ auf als eine Abbildung $f: R^{n} \ra R^{m}$
% und haben $M \cong R^{m} / \op{im} f$. 
% Nach Satz \ref{ES} finden wir aber $X,Y$ invertierbar und $D$
% diagonal derart, da"s das Diagramm
% $$\begin{array}{ccc}
% R^{n} & \overset{f}{\longrightarrow} & R^{m}\\
% X \uparrow \;\;\;\;& & \;\;\downarrow Y\\
% R^{n} & \overset{D}{\longrightarrow} & R^{m}
% \end{array}$$
% kommutiert, und k"onnen f"ur die Diagonaleintr"age von $D$ sogar
% $d_{11}|d_{22}|\ldots | d_{rr}$ erreichen mit $r = \min (m,n)$. 
% Es folgt
% $$\begin{array}{ccl}
% M & \cong & R^{m}/\op{im} D\\
%  & \cong & R/d_{11}R \times \ldots \times R/d_{rr}R \times R^{m-r}
%  \end{array}$$
% In dieser Darstellung d"urfen wir die Terme mit $d_{ii} \in R^{\times}$
% weglassen und erhalten so die Existenzaussage in Satz \ref{KIK}.
% Daraus folgt sofort die Existenzaussage in Satz \ref{NFF}, indem
% wir im Fall $\frak{a}_{i} \neq 0$ einen Erzeuger $d$ von $\frak{a}_{i}$
% als Produkt von paarweise teilerfremden Primpotenzen $d =
% q_{1} \ldots q_{k}$ schreiben und mit dem chinesischen Restsatz
% zerlegen
% $$R/\frak{a}_{i} \cong R/q_{1}R \times \ldots \times R/q_{k}R$$
% Umgekehrt zeigt die bereits bewiesene Eindeutigkeit in Satz
% \ref{NFF} auch die behauptete Eindeutigkeit in Satz \ref{KIK}, wir
% haben notwendig $\frak{a}_{1} = \ldots = \frak{a}_{s} =0$, dann ist
% $\frak{a}_{s+1}$ erzeugt vom Produkt der jeweils gr"o"sten unter den $q_{i}$
% vorkommenden Potenzen der verschiedenen Primelemente, und so
% weiter.
% \end{proof}

\begin{Korollar}[\defind{Jordan'sche Normalform}]
Seien 
$k$ ein algebraisch abgeschlossenen K"orper,
$V$ ein
endlichdimensionaler $k$-Vektorraum und\label{JNF} 
$A : V \ra V$ eine lineare Abbildung.
So gibt es eine Basis von $V$ derart, da"s die Matrix von $A$
bez"uglich dieser Basis blockdiagonal ist, wobei die Bl"ocke
konstant sind auf der Diagonale, konstant Eins auf der ersten oberen
Nebendiagonale, und Null an allen anderen
Stellen.
\end{Korollar} 
\begin{Bemerkungl}
 Das ist genau unser Satz \eref{JNFa}{LA2} aus der linearen Algebra, der
hier also ein weiteres Mal bewiesen wird.
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}[Beweis]
Mithilfe von  \ref{KX} fassen wir
$V$  als Modul "uber dem Polynomring $k[T]$ auf und mit \ref{NFF} finden  wir
einen Isomorphismus
von $k[T]$-Moduln
$$V \cong k [T]/\langle(T-\lambda_{1})^{n_{1}}\rangle 
\times \ldots \times 
k[T]/\langle(T-\lambda_{t})^{n_{t}}\rangle$$
W"ahlen wir auf der rechten Seite im Summanden 
$k [T]/\langle(T-\lambda)^{n}\rangle$ als angeordnete Basis die
Nebenklassen von  $
{(T-\lambda)}^{n-1}, \ldots, {(T-\lambda)}$ und $1$, so
erh"alt man die Matrix der Multiplikation mit $T$, indem man 
zun"achst die Matrix der Multiplikation mit $(T-\lambda)$ berechnet und dann
die Diagonalmatrix $\lambda I$ addiert. So erkennt man dann leicht, da"s die
Matrix der Multiplikation mit $T$
die gew"unschte Form hat.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
 Auf "ahnliche Weise erh"alt man auch Normalformen f"ur die Matrizen von
 Endomorphismen "uber nicht notwendig algebraisch abgeschlossenen K"orpern,
wie in den folgenden "Ubungen ausgef"uhrt wird.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Konjugationsklassen quadratischer Matrizen}]
  Sei $k$ ein K"orper.
  Offensichtlich liefert das Einsetzen von Matrizen in Polynome
  eine Bijektion\label{KqM} 
  \begin{displaymath}
\begin{array}{ccc}
\left\{ \begin{array}{c}\text{Konjugationsklassen}\\
\text{in } \op{Mat}(n;k)
\end{array} \right\}  &\sira
&\left\{ \begin{array}{c}\text{Isomorphieklassen}\\
\text{$n$-dimensionaler $ k [T]$-Moduln} 
\end{array} \right\}
\end{array}
  \end{displaymath}
  Nach der Klassifikation endlich erzeugter Moduln
  "uber Hauptidealringen \ref{NFF} werden weiter die Isomorphieklassen
  endlichdimensionaler $k[T]$-Moduln klassifiziert durch
  endliche Multimengen von echten
  Potenzen normierter irreduzibler
  Polynome in $k[T]$. 
\end{Bemerkungl}

\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildMNWF}\\[4mm]
\noindent 
Illustration zu \ref{WNF}
\end{figure}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung} Man gebe ein Vertretersystem f"ur die Konjugationsklassen
  in der Menge der quadratischen reellen Matrizen
  $\op{Mat}(2;\DR)$ an. Man gebe ein
  Vertretersystem f"ur die Konjugationsklassen
  in der Gruppe $\op{SL}(2;\DR)$ an.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{WNF}
Jedes normierte Polynom $P\in k[T]$ ist bis auf Vorzeichen das
charakteristische Polynom der $k$-linearen Abbildung
$$(T\cdot):k[T]/\langle P\rangle\ra k[T]/\langle P\rangle$$
Hat unser Polynom die Gestalt 
$P=T^n+a_{n-1}T^{n-1}+\ldots+a_{1}T+a_0$, so bilden die Nebenklassen
von $1,T,\ldots,T^{n-1}$ eine angeordnete Basis des Quotienten, 
und in Bezug auf diese Basis hat die durch Multiplikation mit 
$T$ gegebene $k$-lineare  Abbildung die in nebenstehender Abbildung
angegebene Matrix. Hinweis: Eine Methode ist die explizite Berechnung mithilfe
der Determinante. Alternativ mag man $k$ algebraisch abgeschlossen annehmen
und sich mithilfe des chinesischen Restsatzes auf den Fall
zur"uckziehen, da"s $P$ eine Potenz eines linearen Polynoms ist.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Charakteristisches Polynom eines $k[T]$-Moduls}] 
  Sei  ein Endomorphismus\label{KEC}
$A:V\ra V$ eines endlichdimensionalen Vektorraums
"uber einem K"orper $k$ gegeben. Man zeige: Genau dann hat $A$ das charakteristische
Polynom $P$, wenn es eine Faktorisierung $P=Q_1\ldots Q_r$ gibt derart,
da"s der  $(V,A)$ entsprechende $k[T]$-Modul isomorph ist zu 
$$k[T]/\langle Q_1\rangle\times\ldots\times k[T]/\langle Q_r\rangle$$
Man nutze diese Erkenntnis, um einen alternativen Beweis des Satzes von
Cayley-Hamilton \eref{CaHa}{LA1} zu geben. Hinweis: Man verwende 
\ref{WNF} und \ref{KIK}
oder \ref{NFF}.
In anderen Worten kann das Aufmultiplizieren einer endlichen Multimenge 
von normierten Polynomen  demnach geschrieben werden als die Verkn"upfung 
\begin{displaymath}
\begin{array}{ccc}
 _\mu\{ Q_1, \ldots , Q_r\} &\in 
&\left\{ \begin{array}{c}\text{endliche Multimengen}\\
\text{von Polynomen aus } k [T]\backslash 0
\end{array} \right\}\\
\da&&\da\\
k [T]/ \langle Q_1\rangle \times \ldots \times  k [T]/ \langle Q_r
\rangle
 & \in
& \left\{\begin{array}{c}\text{endlichdimensionale}\\
k[T]\text{-Moduln}
\end{array} \right\}\\
& & \downarrow\\
(V,A)&\in&\left\{\begin{array}{c}\text{endlichdimensionale}\\
k\text{-Vektorr"aume }V\\
\text{mit Endomorphismus}
\end{array} \right\}
\\
\da&&\da\\
(-1)^{\op{dim}V}\chi_A & \in & k [T] 
\end{array}
\end{displaymath}
mit unserer Entsprechung $M\mapsto (M,(T\cdot))$ aus \ref{KX} als mittlerem
Pfeil.
\end{Ubung}
\begin{Ubunge}
  Sei $A:V\ra V$ ein Endomorphismus eines Vektorraums
"uber einem K"orper $k$. Man zeige: Genau dann 
liefert $(V,A)$ einen  $ k[T]$-Modul, der isomorph ist zu
 $k[T]/\langle P\rangle$
f"ur ein Polynom $P\in k[T]$, wenn es einen Vektor $v\in V$
gibt
derart, da"s die $A^iv$ den Vektorraum $V$ erzeugen. 
Ein derartiger Vektor
hei"st auch 
ein {\bf zyklischer Vektor}.\index{zyklisch!Vektor!eines Endomorphismus}
\end{Ubunge}
\begin{Ubunge}
  Sei $A:V\ra V$ ein Endomorphismus eines 
endlichdimensionalen Vektorraums
"uber einem K"orper $k$. Man zeige: 
Kommen im  charakteristischen Polynom $\chi_A$ von $A$ keine
$k$-irreduziblen Faktoren mehrfach vor, so 
liefert $(V,A)$ einen  $ k[T]$-Modul, der
isomorph ist zu   $k[T]/\langle \chi_A\rangle$.
\end{Ubunge}

\begin{Ubung}[\textbf{Mit dem Elementarteilersatz zur Jordan'schen Normalform}] 
  Sei $A\in\op{Mat}(n\times n;k)$ eine quadratische Matrix mit Koeffizienten
  in einem Ring. So liefert die offensichtliche Einbettung $k^n\hra k[T]^n$
  gefolgt von der Projektion auf den Kokern von $(A-T{\op{I}})$ 
  einen Isomorphismus von $k$-Rechtsmoduln
  $$k^n \sira \op{cok}\big((A-T{\op{I}}): k[T]^n\ra k[T]^n\big)$$ und der durch
  Multiplikation von rechts mit $T$ gegebene $k$-lineare Endomorphismus des
  Kokerns entspricht unter diesem Isomorphismus dem Morphismus
  $(A\cdot): k^n\ra k^n$ links. Ist speziell $k$ ein K"orper,
  so liefern die Elementarteiler der Matrix von Polynomen $(A-T{\op{I}})$
  eine Beschreibung des $k[T]$-Moduls $k^n$,
  der durch Einsetzen von $A$ f"ur $T$ entsteht. Die Bestimmung der Elementarteiler ist algorithmisch gut machbar. Zum Erreichen der
  Jordan'schen Normalform oder verwandter Normalformen w"are jedoch
  zus"atzlich die
  Zerlegung der Elementarteiler in irreduzible Faktoren zu leisten, die
  im allgemeinen algorithmisch schwierig ist. 
\end{Ubung}




\begin{Ubung}
  Gegeben $F\supset U$ ein endlich erzeugter freier Modul "uber einem Hauptidealring $R$ mit einem Untermodul\label{UMH} gibt es stets eine
  Basis $f_1,\ldots,f_n$ von $F$ und $0\leq r\leq n$ und $d_1|d_2|\ldots |d_r$
  in $R$ derart, da"s die $d_if_i$ eine Basis von $U$ bilden.
  In Worten gibt es also insbesondere eine Basis von $F$ derart, da"s geeignete Vielfache
  der Basisvektoren unseren Untermodul erzeugen. Ist $F$ nicht endlich erzeugt,
  so ist das nicht mehr richtig. Zwar ist jeder Untermodul von $F$ frei nach
  \eref{UFF}{TS}, aber wenn wir eine kurze exakte Sequenz von abelschen Gruppen $U\hra F\sra \DQ$ betrachten mit $F$ und dann auch $U$ frei, so ist klar, da"s $F$ keine derartige Basis haben kann.
\end{Ubung}



\subsection{Tensorprodukte "uber Kringen}
\begin{Bemerkungl}
  So wie wir es bei Vektorr"aumen alias Moduln
  "uber K"orpern in \eref{DefT}{LA2} im zweiten Beweis
  gesehen hatten, erkl"art man auch
  f"ur Moduln $M_1,\ldots,M_r$ "uber einem Kring $K$  multilineare Abbildungen und universelle
  multilineare Abbildungen und zeigt, da"s sie im wesentlichen eindeutig sind
  und existieren. Man verwendet f"ur universelle multilineare Abbildungen
  die Notation
  $$\begin{array}{ccc}
    M_1\times \ldots\times M_r&\ra& M_1\otimes \ldots\otimes M_r\\
   (m_1, \ldots, m_r)&\mapsto & m_1\otimes \ldots\otimes m_r
  \end{array}$$
  beziehungsweise im Fall $r=0$ "ublicherweise $\op{ens}\ra K$,
  $\ast\mapsto 1$. Wenn man den Grundring pr"azisieren will,
  schreibt man $\otimes_K$.\label{tpK} Wie in \eref{HaII}{LA2} konstruiert man
  auch einen  Isomorphismus von $K$-Moduln 
$$\op{Hom}(M,\op{Hom}(N,L))\sira \op{Hom}(M\otimes N,L)$$
In der Tat sind  beide Seiten  in offensichtlicher Weise in Bijektion zur
Menge $\op{Hom}^{(2)}(M\times N,L)$
aller $K$-bilinearen Abbildungen $M\times N\ra L$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
 Es gilt $(\DZ/5\DZ)\otimes_\DZ\DQ=0$, denn wir haben
f"ur jeden Tensor $a\otimes q=a\otimes 5(q/5)=5a\otimes(q/5) =0\otimes(q/5)=0$. 
\end{Beispiel}

\begin{Bemerkungl}
  Um pr"azise zu formulieren, was man salopp
  die \glqq Asoziativit"at, Kommutativit"at und Unitarit"at des
  Tensorprodukts "uber einem Kring\grqq\ nennen man, erinnere ich
  an die Multiverkn"upfung multilinearer Abbildungen, wie wir sie in
  \eref{MMA}{LA2} im Fall von K"orpern formuliert hatten.
  Die pr"azise Aussage ist dann, da"s jede Multiverkn"upfung
  universeller multilinearer Abbildungen auch selbst wieder universell ist.
  Das hinwiederum folgt leicht, wenn man nachweist,
  da"s das entsprechende Vorschalten stets eine Bijektion
  $$\begin{array}{c}\op{Hom}_K^{(1+s)}((M_1\otimes\ldots\otimes M_r)\times N_1\times \ldots\times N_s,L)\\
    \da\wr\\
   \op{Hom}_K^{(r+s)}(M_1\times\ldots\times M_r\times N_1\times \ldots\times N_s,L)
  \end{array}
  $$
  induziert. Das aber sehen wir unschwer, indem wir beide Seiten "ahnlich wie zuvor mit
  $\op{Hom}_K^{(r)}(M_1\times\ldots\times M_r, \op{Hom}_K^{(s)}( N_1\times \ldots\times N_s,L))$ identifizieren.
  Zum Beispiel entsteht durch Multiverkn"upfung der universellen bilinearen
  Abbildung $M\times N\ra M\otimes N$ mit der  universellen bilinearen
  Abbildung $(M\otimes N)\times L\ra (M\otimes N)\otimes L$ die
  trilineare Abbildung $M\times N\times L\ra (M\otimes N)\otimes L$ mit
  $(m,n,l)\mapsto (m\otimes n)\otimes l$, die nach unseren Erkenntnissen
  auch wieder universell sein mu"s, so da"s wir einen eindeutig bestimmten
  Isomorphismus
  $$M\otimes N\otimes L\sira (M\otimes N)\otimes L$$
  erhalten mit der
  Eigenschaft $m\otimes n\otimes l\mapsto (m\otimes n)\otimes l$.
Oder als zweites Beispiel entsteht durch Multiverkn"upfung der universellen bilinearen Abbildung $M\times K\ra M\otimes K$ mit der universellen nulllinearen Abbildung $\op{ens}\ra K$ gegeben durch $\ast\mapsto 1$ die lineare Abbildung $M\ra M\otimes K$ mit $m\mapsto m\otimes 1$. Sie ist folglich auch universell alias ein Isomorphismus\label{TGR} 
$$M\sira M\otimes K$$
In derselben Weise folgt bei einem etwas sorgf"altigeren Ausformulieren des
Konzepts einer Multiverkn"upfung wie in \eref{MuliV}{LA2} oder auch direkt,
da"s es genau einen Morphismus $M\otimes N\ra N\otimes M$ gibt mit $m\otimes n\mapsto n\otimes m$ f"ur alle $m\in M, n\in N$ und da"s wir so einen
Isomorphismus  $$M\otimes N\sira N\otimes M$$ erhalten. Er hei"st der
{\bf Vertauschungsisomorphismus}.\index{Vertauschungsisomorphismus} 
\end{Bemerkungl}
  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Funktorialit"at des Tensorprodukts}] 
Sei $K$ ein Kring. Aufgrund der universellen Eigenschaft
liefern je zwei $K$-lineare Abbildungen $f : M \ra M^{\prime}$ und 
$g : N \ra N^{\prime}$ von $K$-Moduln eine $K$-lineare Abbildung
$f\otimes g: M\otimes_{K}
N \ra M^{\prime}\otimes_{K}N^{\prime}$, $m\otimes n \mapsto f(m) \otimes
g(n)$, und wir erhalten so einen Funktor
$$\begin{array}{ccc}
\op{Mod}_K\times \op{Mod}_K & \ra & \op{Mod}_K\\
(M \quad , \quad N) &\mapsto & M\otimes_{K} N
\end{array}$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Lemma}[\textbf{Tensorprodukte vertauschen mit Summen}]
Gegeben ein Kring $K$ liefert die 
offensichtliche Abbildung\label{DST}
f"ur jeden $K$-Modul $M$ und
eine beliebige Familie von $K$-Moduln $(N_i)$ einen Isomorphismus
$$M \otimes_{K} \left(\bigoplus N_{i}\right) \sira \bigoplus (M\otimes_{K}
N_{i})$$
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
In der Tat haben wir sowohl f"ur die linke als auch f"ur
die rechte Seite $S$ offensichtliche
bilineare Abbildungen $\op{can}_{i}: M\times N_{i} \ra S$ und diese
sind universell: Ist irgendeine abelsche Gruppe $A$ gegeben und eine
Familie von bilinearen Abbildungen $b_{i}: M\times N_{i}\ra A$, so gibt
es jeweils genau einen Gruppenhomomorphismus $\tilde{b} : S \ra A$ mit
$b_{i} = \tilde{b} \circ \op{can}_{i}$. 
\end{proof}
\begin{Beispiel}
Wir haben $(\DZ/5\DZ)\otimes\DZ^7\cong (\DZ/5\DZ)^7$. 
\end{Beispiel}

\begin{Definition}
Eine Sequenz $A^{\prime} \ra A \ra A^{\prime\prime}$ von abelschen
Gruppen hei"st \defind{rechtsexakt}, wenn sie exakt ist
bei $A$ und wenn zus"atzlich $A\ra A^{\prime\prime}$ eine Surjektion
ist. Wir schreiben rechtsexakte Sequenzen meist 
$A^{\prime} \ra A \sra A^{\prime\prime}$. 
\end{Definition}
\begin{Lemma}[\textbf{Rechtsexaktheit des Tensorprodukts}] 
Ist  $K$ ein Kring, 
$M$ ein \label{RAT}
$K$-Modul und  $N^{\prime} \ra N
\twoheadrightarrow N^{\prime\prime}$ eine 
rechtsexakte Sequenz von $K$-Mo\-duln, so 
entsteht durch Darantensorieren von $M$  eine 
rechtsexakte Sequenz von $K$-Moduln
$M \otimes_K N^{\prime} \ra M\otimes_K N \twoheadrightarrow
M\otimes_K N^{\prime\prime}$.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Da"s hier die Surjektivit"at erhalten bleibt
und da"s die Verkn"upfung auch nach dem Tensorieren verschwindet, ist
offensichtlich.  Wir k"urzen f"ur den weiteren Beweis $\otimes_K=\otimes$ ab
und haben also  eine Surjektion
 $$\op{cok} (M\otimes N^{\prime} \ra
M \otimes N)\twoheadrightarrow M\otimes N^{\prime\prime}$$ Wir m"ussen
zeigen, da"s sie eine Injektion ist.
Nun gibt es aber offensichtlich eine wohldefinierte $K$-bilineare Abbildung
$M\times N^{\prime\prime}
\ra \op{cok}$ mit  $(m,\bar{n})\mapsto \overline{m\otimes n} $ f"ur 
alle $n\in N$. Sie induziert folglich eine
Abbildung
$M\otimes N^{\prime\prime}\ra \op{cok}$. 
Man sieht, da"s wir so eine inverse Abbildung zu unserer Surjektion
$\op{cok}
\twoheadrightarrow M \otimes N^{\prime\prime}$ erhalten.
\end{proof}
\begin{proof}[Zweiter Beweis]
  Aufgrund der Tensor-Hom-Adjunktion \ref{UE0} ist
  $M\otimes_K$ linksadjungiert zu einem Funktor $\op{Ab}\ra\op{Mod}_K$.
  Mit \ref{res} folgt die Rechtsexaktheit. 
\end{proof}

\begin{Beispiel}
Wir erhalten $(\DZ/2\DZ)\otimes(\DZ/4\DZ) \cong \DZ/2\DZ$,
indem wir die Sequenz $\DZ\hra \DZ\sra \DZ/2\DZ$ 
mit der Multiplikation $(2\cdot)$
als erster Abbildung tensorieren mit $\DZ/4\DZ$ und die Rechtsexaktheit des
Tensorprodukts ausnutzen.
\end{Beispiel}

\begin{Beispiel}
Das Tensorprodukt ist im allgemeinen nicht
linksexakt: Wendet man auf die Multiplikation $(2\cdot):\Bbb{Z} \hookrightarrow
\Bbb{Z}$ den
Funktor $\otimes_{\Bbb{Z}} \Bbb{Z}/2\Bbb{Z}$ an,
so erh"alt man die Nullabbildung $\Bbb{Z}/2\Bbb{Z} \ra \Bbb{Z}/2\Bbb{Z}$. 
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}\label{TPFr} 
  Tensorprodukte mit freien Moduln sind sogar exakt,
machen also kurze exakte Sequenzen zu kurzen exakten Sequenzen.
Das folgt leicht aus dem Vertauschen mir direkten Summen
\ref{DST} und den Erkenntnissen zum Tensorieren mit dem Grundring \ref{TGR}.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Ein Modul "uber einem Kring  hei"st 
{\bf flach}\index{flach!Modul}\label{flach}, wenn das Tensorieren mit besagtem
  Modul "uber besagtem Kring ein exakter Funktor ist, und {\bf
    treuflach}\index{treuflach!Modul}, wenn dar"uberhinaus das
  Darantensorieren von besagtem Modul keinen von Null verschiedenen Modul zu
  Null macht. Jeder freie Modul ist flach und jeder von Null verschiedene freie
Modul ist treuflach. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}
  Diese Definition ist ungew"ohnlich, weil \glqq alle Moduln\grqq\ gar keine
  Menge zu bilden brauchen. Da jedoch das Tensorprodukt mit filtierenden
  Kolimites vertauscht, kann man gleichbedeutend fordern, da"s f"ur jeden
  Untermodul eines endlich erzeugten Moduls die Einbettung unter dem Darantensorieren eine Injektion bleibt. F"ur diese Bedingung reicht es
  dann offensichtlich aus, sie auf einer Menge von Paaren aus Modul und
  Untermodul zu pr"ufen.\label{flnoe} 
 \nichtfinal{(Achtung, hier gibt es noch keine filtrierenden Kolimites!)} 
\end{Bemerkunge}




\begin{Bemerkungl}[\textbf{Tensorprodukt und Restklassenbildung}]
    Ist $K$ ein Kring, $M$ ein $K$-Modul, $\frak{m} \subset K$ ein Ideal
    alias ein Untermodul des $K$-Moduls $K$, und betrachten wir in $M$
    den Untermodul $\frak{m} M \pdef\{\sum a_{i} m_{i} \mid a_{i} \in \frak{m},
    m_{i}\in M\}$, so induziert die Multiplikation einen 
    Isomorphismus
$$(K/\frak{m}) \otimes_{K} M \sira M/\frak{m} M$$
In der Tat folgt das sofort, wenn
 wir auf die exakte Sequenz $\frak{m} \hookrightarrow K
 \twoheadrightarrow K/\frak{m}$ den Funktor $\otimes_{K} M$
 anwenden.\label{TuR}
\end{Bemerkungl}



\begin{Definition}
Eine abelsche Gruppe hei"st 
{\bf torsionsfrei},\index{torsionsfrei!abelsche Gruppe}
wenn die Multiplikation mit jeder von Null verschiedenen ganzen Zahl
auf unserer Gruppe eine Injektion induziert.
Allgemeiner hei"st ein Modul "uber einem Ring 
{\bf torsionsfrei},\index{torsionsfrei!Modul} 
wenn die Multiplikation mit jedem von Null verschiedenen Ringelement
auf unserem Modul eine Injektion induziert.
\end{Definition}


\begin{Lemma}\label{Tex}
Aus einer Injektion 
$N^{\prime} \hookrightarrow N$ von abelschen Gruppen
entsteht durch Darantensorieren einer torsionsfreien abelschen Gruppe  $M$ 
eine Injektion $M\otimes_{\Bbb{Z}}N^{\prime} \hra M\otimes_{\Bbb{Z}}N $.
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}
 Einen \hyperref[flach]{flachen} $\DZ$-Modul nenne ich auch 
eine {\bf flache abelsche Gruppe}.\index{flach!abelsche Gruppe} 
Jede torsionsfreie abelsche Gruppe ist nach Lemma \ref{Tex} also flach. 
Eine abelsche Gruppe ist sogar
genau dann torsionsfrei, wenn sie flach ist.
Ist in der Tat eine abelsche Gruppe $M$ nicht torsionsfrei,
gibt es also $m\in M\backslash 0$  und $t\in\DZ$ mit $t\neq 0$ aber $tm=0$,
so ist $ (t\cdot):
\DZ \ra \DZ $ injektiv aber $(\op{id}_M\otimes (t\cdot)):
M\otimes_{\Bbb{Z}}\DZ \ra M\otimes_{\Bbb{Z}}\DZ $ nicht injektiv und 
folglich ist $M$ nicht flach. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Ist $M$ endlich erzeugt, so ist $M$ frei nach  \eref{tt}{LA2} und das
Lemma folgt aus \ref{DST}.
Wir f"uhren nun den allgemeinen Fall darauf zur"uck.
Jedes
Element $t\in M\otimes_{\Bbb{Z}}N^{\prime}$ ist ja Bild
eines  $t_1\in M_1\otimes_{\Bbb{Z}}N^{\prime}$ f"ur eine geeignete
endlich erzeugte Untergruppe $M_1\subset M$. 
Geht $t$ nach Null in  $M\otimes_{\Bbb{Z}}N$, so auch in
$M_2\otimes_{\Bbb{Z}}N$ f"ur eine geeignete
endlich erzeugte Untergruppe $M_2\subset M$ mit $M_1\subset M_2$. 
Nach dem bereits behandelten Fall
verschwindet damit $t_1$ schon in $M_2\otimes_{\Bbb{Z}}N'$ und 
erst recht in $M\otimes_{\Bbb{Z}}N'$ und es folgt $t=0$. 
\end{proof}
\begin{Bemerkungw}
In einer Sprache, die wir  sp"ater einf"uhren werden,
h"ort  sich dieser Beweis so an:  
F"ur endlich erzeugte torsionsfreie Gruppen gilt das Lemma, da sie frei sind.
Eine beliebige torsionsfreie  Gruppe 
ist  der filtrierende Kolimes ihrer
endlich erzeugten Untergruppen, 
das Tensorprodukt kommutiert nach \eref{KLT}{TS} 
mit Kolimites, und filtrierende
Kolimites exakter Sequenzen 
sind  exakt nach \eref{EDL}{TS}.
\end{Bemerkungw}

\begin{Bemerkungl}\nichtfinal{Wohin?} 
  Gegeben drei 
  Kategorien $\mathcal A,\mathcal B,\mathcal C$
mit \hyperref[additiv]{additiver Struktur} nennt man einen Funktor
$F:\mathcal A\times \mathcal B\ra \mathcal C$
{\bf biadditiv},\index{biadditiv!Funktor} wenn er
bilineare Abbildungen 
$$\mathcal A(A,A')\times \mathcal B(B,B')\ra \mathcal C(F(A,B),F(A',B'))$$
induziert. Unser Tensorfunktor ist ein typisches Beispiel.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}\label{TBI}\nichtfinal{Wohin?} 
Sind $S,R$ Ringe, so versteht man unter einem $S$-$R$-\defind{Bimodul} 
eine abelsche
Gruppe $M$ mit einer Struktur als $S$-Linksmodul und
einer Struktur als $R$-Rechtsmodul derart, da"s gilt
$$(sm)r = s(mr) \quad
\forall s \in S, m \in M, r \in R$$
Wir notieren die Kategorie aller $S$-$R$-Bimoduln als $S\op{-Mod-} R$.  
Aufgrund seiner Funktorialit"at und Biadditivit"at ist das Tensorprodukt automatisch auch ein
Funktor
$$(S\op{-Mod-} R)\times (R\op{-Mod-} T) \ra (S \op{-Mod-} T)$$
f"ur beliebige Ringe $S,R,T$.
Die Operation von $S$ beziehungsweise von $T$ geschieht dabei durch
$s(m\otimes n) = (sm)\otimes n$,
$(m\otimes n)t= m\otimes (nt)$. 
Ist speziell $R$ ein kommutativer Ring, so fallen die beiden $R$-Operationen
auf dem Tensorprodukt, die von den Operationen von $R$ auf den beiden
Tensorfaktoren herkommen, zusammen und das Tensorprodukt
von zwei $R$-Moduln ist in nat"urlicher Weise wieder ein $R$-Modul.
Diesen Fall lernt man oft zuerst kennen, wir haben ihn auch bereits in
\ref{tpK} besprochen.
\end{Bemerkungl}









\subsection{Allgemeine Tensorprodukte*}\label{TPro}


  
\begin{Definition}
Seien $\Omega$ eine Menge und $M, N$ Mengenmoduln "uber $\Omega$ und
$L$ eine abelsche Gruppe.
Eine Abbildung $b: M\times N \ra L$ hei"se
{\bf $\Omega$-balanciert},\index{balanciert!bei Moduln}
wenn sie biadditiv  ist und
wenn  gilt
$$
b(\omega m ,n)= b(m, \omega n)\quad \forall  m \in M, n
\in N,\omega \in \Omega$$
F"ur die Menge aller  biadditiven $\Omega$-balancierten Abbildungen 
$M\times N\ra L$ verwenden  wir\label{bala} 
die Notation  $\op{Bab}_\Omega(M\times N, L)$.
\end{Definition}
\begin{Satz}[\textbf{Tensorprodukt von Mengenmoduln}]
  \begin{enumerate}
  \item Gegeben eine Menge $\Omega$ und  $\Omega$-Moduln $M,N$ 
existiert ein Paar $(T,\tau)$ bestehend aus einer 
abelschen Gruppe $T$
und einer biadditiven $\Omega$-balancierten Abbildung $\tau:M\times N\ra T$
derart, da"s f"ur jede weitere
abelsche Gruppe $L$  das Vorschalten von
 $\tau$ eine
    Bijektion\label{TeKor1R}
$$\op{Ab}(T,L) 
\;\stackrel{\op{\circ\tau}}{\sira}\;
\op{Bab}_\Omega(M\times N, L)$$
zwischen der Menge aller Gruppenhomomorphismen
 $T\ra L$ und der Menge aller biadditiven 
$\Omega$-balancierten Abbildungen $M\times N\ra L$ induziert.
 Wir nennen 
$\tau$ eine \emph{\bf universelle biadditive $\Omega$-balancierte Abbildung};
\item
Gegeben zwei universelle biadditive $\Omega$-balancierte Abbildungen\label{TeKor2R}
 $\tau:M\times N\ra T$ und  $\sigma:M\times N\ra S$ existiert genau ein Gruppenhomomorphismus $c:T\ra S$ mit $c\circ\tau=\sigma $ und genau ein Gruppenhomomorphismus $d:S\ra T$ mit $ d\circ\sigma=\tau$. Des weiteren sind diese
Homomorphismen $c$ und $d$ zueinander inverse Isomorphismen zwischen $T$ und $S$.
\end{enumerate}
\label{UET} 
\end{Satz}
\begin{proof} 
Die Existenz 
und Eindeutigkeit des Homomorphismus 
$c$ in Teil 2 folgt sofort aus der universellen Eigenschaft von $(T,\tau)$,
in der Notation von eben h"atten wir genauer $c=\hat\sigma$, und
die Existenz 
und Eindeutigkeit von
$d$ folgt ebenso aus der universellen Eigenschaft von $(S,\sigma)$.
Schlie"slich gilt $(d\circ c)\circ\tau=\tau =\op{id}_T\circ \tau$ und damit
folgt  $d\circ c=\op{id}_T$ wieder nach der universellen Eigenschaft von $\tau$.
Die Identit"at 
$c\circ d=\op{id}_S$ zeigt man genauso.
Um die Existenz universeller balancierter Abbildungen zu zeigen,
gehen wir von der universellen biadditiven Abbildung $M\times N\ra M\otimes_\DZ N$ aus, die wir  bereits aus \ref{tpK} kennen, und
erkl"aren $M\otimes_\Omega N$ als den Quotienten dieser abelschen Gruppe
nach der von allen $\omega m\otimes n-m\otimes \omega n$ erzeugten Untergruppe. 
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}\label{DefTR} 
  Unsere Paare 
sind nach Teil 2  
\glqq eindeutig bestimmt bis auf eindeutigen Isomorphismus\grqq,
wenn sie existieren.
Insbesondere kommt es auf die genaue Konstruktion ebensowenig an wie auf
die genaue Konstruktion der nat"urlichen oder der reellen Zahlen. 
Solch eine universelle biadditive $\Omega$-balancierte Abbildung 
 $\tau: M\times N\ra T$ 
verdient damit den bestimmten Artikel. Man nennt $T$ das
{\bf Tensorprodukt von $M$ und $N$ "uber $\Omega$} und
notiert es\index{)8a@$\otimes$ Tensorprodukt!von Mengenmoduln}
$$T=M\otimes_\Omega N$$ Die
universelle biadditive balancierte Abbildung notieren wir $\tau: (m,n)\mapsto m\otimes n$.
 Aufgrund der universellen Eigenschaft
erhalten wir auf diese Weise sogar einen Funktor
$$\begin{array}{ccc}
\op{Mod}_\Omega\times \op{Mod}_\Omega & \ra & \op{Ab}\\
(M \quad , \quad N) &\mapsto & M\otimes_{\Omega} N
\end{array}$$
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Tensor-Hom-Adjunktion}] 
  Gegeben $\Omega$-Mengenmoduln $M,N$ und eine abelsche Gruppe $L$
  erhalten wir offensichtliche Bijektionen\label{THAa} 
  $$\op{Ab}(M\otimes_\Omega N,L)\sira \op{Bab}_\Omega (M\times N,L)\sila
  \op{Hom}_\Omega(M,\op{Hom}_\DZ(N,L))$$
  mit der Ma"sgabe, da"s die Operation von $\Omega$ auf
  der abelschen Gruppe $\op{Hom}_\DZ(N,L)$ die von der Operation auf $N$
  induzierte sein soll. Die durch die Verkn"upfung unserer Bijektionen
  gegebenen Bijektionen bilden  eine Adjunktion $$(\otimes_\Omega N, \op{Hom}_\DZ(N,\;))$$ von Funktoren zwischen $\op{Mod}_\Omega$ und $\op{Ab}$. 
\end{Bemerkungl}


\nichtfinal{Aufr"aumen. Sollte $\op{Ab}_\Omega$ die Kategorie der
  $\Omega$-Mengenmoduln bezeichnen? } 

\begin{Bemerkungl}
  Als Linksadjungierter vertauscht $\otimes_\Omega N$ mit Koprodukten 
  und ist rechts\-exakt, ja vertauscht mit beliebigen Kolimites.
  Insbesondere ist er ein additiver Funktor nach \eref{addiF}{TG}. 
  Man kann Beweise f"ur diese Behauptungen in diesem Fall aber
  auch leicht elementar ausschreiben wie 
  in \ref{DST} und \ref{RAT}. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Jede spaltende kurze exakte Sequenz von $\Omega$-Moduln
  $M'\hra M\sra M''$ induziert, da $\otimes_{\Omega}N$ ein additiver Funktor ist,
  eine spaltende kurze exakte Sequenz\label{spkt} 
  $M'\otimes_{\Omega}N\hra M\otimes_{\Omega}N\sra M''\otimes_{\Omega}N$. Ist
  speziell $e$ ein idempotenter Endomorphismus des
  $\Omega$-Moduls $M$, so induziert die offensichtliche Abbildung
  $(eM)\otimes_\Omega N\ra M\otimes_\Omega N$ einen Isomorphismus
  $$(eM)\otimes_\Omega N\sira e(M\otimes_\Omega N)$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}[\textbf{Tensorieren eines Ringmoduls mit seinem Ring}]
 Ist $R$ ein Ring und $M\in R\op{-Mod}$ ein $R$-Modul,
  so ist die Multiplikation $\op{mult}: R\times M\ra M$ eine universelle
  $R$-balancierte Abbildung f"ur die Operation von $R$ auf sich selbst
  durch Multiplikation von rechts. Ist in der Tat $\varphi:R\times M\ra A$
  irgendeine $R$-balancierte Abbildung, so faktorisiert sie als
  $\varphi=\hat\varphi\circ\op{mult}$ mit $\hat\varphi(m)=\psi(1,m)$ und das
  ist auch offensichtlich die einzig m"ogliche derartige Faktorisierung.
  Die Abbildung $m\mapsto 1\otimes m$ induziert also einen Isomorphismus\label{TMG} 
  $$M\sira R\otimes_RM$$
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Tensorieren bei vielen Idempotenten}] 
  Seien $R$ eine $\DZ$-Algebra und $J\subset R$ eine Menge von paarweise
  kommutierenden Idempotenten derart, da"s
  es  f"ur jedes $r\in R$ ein $e\in J$ gibt mit $er=r$ und  
f"ur je zwei $e,f\in J$ ein $g\in J$ gibt mit $e=eg$ und $f=fg$.
 Ist nun $M$ ein $R$-Assoziativmodul und gibt es f"ur alle $m\in M$ ein
  $e\in J$ mit $em=m$, so ist die Multiplikation eine
  universelle balancierte Abbildung $\op{mult}:R\times M\ra M$ in Bezug auf die
  Rechtsoperation von $R$ auf sich selber und induziert mithin einen
  Isomorphismus
  $$R\otimes_R M\sira M$$
  Ist in der Tat $\varphi: R\times M\ra A$ eine balancierte Abbildung in
  eine abelsche Gruppe und ist $m\in M$ gegeben, so folgt f"ur je zwei
  $e,f\in J$ mit $em=m$ und $fm=m$ durch Wahl eines $g\in J$ mit
  $eg=e$ und $fg=f$ wegen $m=em=egm=gem=gm$ und analog f"ur $f$ bereits
  $$\varphi(e, m)=  \varphi(g, m)=\varphi(f, m)$$
  Diesen gemeinsamen Wert nehmen wir als $\hat\varphi(m)$ und erhalten so
  $\hat\varphi:M\ra A$. Gegeben $r\in R$ und
  $m\in M$ finden wir $e\in J$ mit $er=r$ und folgern 
  $$\varphi(r,m)= \varphi(er,m)=\varphi(e,rm)=\hat\varphi(rm)$$ wegen $erm=rm$.
  Es gilt also $\hat\varphi\circ\op{mult}=\varphi$. Da"s es kein anderes
  $\hat\varphi$ mit dieser Eigenschaft geben kann, ist eh klar.
  Mithin ist die Multiplikation $R\times M\ra M$ in die abelsche Gruppe $M$
  unter den getroffenen Annahmen 
   in der Tat eine universelle balancierte Abbildung.
  Nach \ref{spkt}
  liefert dann die Multiplikation auch f"ur jedes idempotente Element
  $h\in R$ einen Isomorphismus\label{TvI} 
  $$(hR)\otimes_RM\sira hM$$
  Ist $R$ ein Ring, so ist offensichlich $J=\{1\}$ eine Menge von Idempotenten
  mit den fraglichen Eigenschaften in Bezug auf jeden Modul und wir erhalten
  das Tensorieren eines Moduls mit seinem Ring \ref{TMG} als Spezialfall.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Tensorieren graduierter Moduln "uber
      graduierten Ringen}] 
  Seien $\Gamma$ eine abelsche Gruppe und $R$ eine $\Gamma$-graduierte
  $\DZ$-Algebra und 
  $M, N$ jeweils ein $\Gamma$-graduierter $R$-Assoziativmodul
  von rechts beziehungsweise von links.\label{TgM} 
  So besitzt das Tensorprodukt $M\otimes_R N$ genau eine $\Gamma$-Graduierung
  derart, da"s die universelle $R$-balancierte biadditive Abbildung
  $M\times N\ra M\otimes_R N$ graduierungsvertr"aglich ist. In der Tat
  ist eine biadditive Abbildung $R$-balanciert genau dann, wenn sie
  $\Omega$-balanciert ist f"ur $\Omega\subset R$ die Menge der
  homogenen Elemente von $R$. Die Konstruktion von $M\otimes_{\Omega}N$
  zeigt dann, da"s der Kern der Surjektion $M\otimes_\DZ N\sra M\otimes_{\Omega}N$
  eine homogene Untergruppe ist. 
\end{Beispiel}

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
 Genau dann besteht eine abelsche Gruppe $M$ nur aus Elementen endlicher
 Ordnung,
 wenn gilt $M\otimes_\DZ\DQ=0$.  Im Rahmen der kommutativen Algebra
 erweist sich das im Lichte der Beschreibung \ref{TenL} der Lokalisierung eines Moduls
 als Tensorprodukt mit dem lokalisierten Kring als ein Spezialfall der Beschreibung des Kerns \ref{kerLo} der Abbildung eines Moduls in seine Lokalisierung.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Sei $\varphi:A\ra B$ ein Kringhomomorphismus und seien
 $B$-Moduln   $M,N$ gegeben. 
Wird\label{ETT} 
$B$ als Ring erzeugt vom Bild $\varphi(A)$ von $A$ mitsamt den 
Inversen der Elemente aus $\varphi(A)\cap B^\times$, so ist  der offensichtliche Morphismus %ist in vereinfachter Notation\label{ruTE}   
ein Isomorphismus $$ M\otimes_{A}  N\sira  M \otimes_{B} N$$
\end{Ubung}






\begin{Ubung}
  In der Kategorie der Kringe ist\label{TPRR} 
\begin{displaymath}
\xymatrix{
C\ar[d]\ar[r] &A\ar[d]\\
B \ar[r]& A\otimes_CB
}
\end{displaymath}
f"ur beliebige Kringhomomorphismen $C\ra A$ und $C\ra B$ und
die offensichtlichen weiteren Kringhomomorphismen stets ein Pushout.
Ist die linke Vertikale flach, so  auch die rechte Vertikale in den Pushout.
\end{Ubung}




\begin{Ubung}
Ist  $N^{\prime} \hookrightarrow N \twoheadrightarrow
N^{\prime\prime}$ eine spaltende kurze exakte Sequenz von $\Omega$-Moduln, so
bleibt die Sequenz exakt unter $M\otimes_{\Omega}$.
Insbesondere ist also das Tensorieren "uber einem K"orper stets
exakt.
\end{Ubung}

\begin{Ubunge}\label{eMj} 
  Seien $\varphi:R\ra S$ ein Ringhomomorphismus und
  $e\in \op{Z}(R)$ ein Element des Zentrums von $R$  mit $\varphi(e)=1$.
  So liefern f"ur jeden $R$-Modul $M$ die Einbettung $eM\hra M$
  und die Multiplikation $(e\cdot):M\sra eM$  zueinander inverse
  Isomorphismen $S\otimes_ReM\sira S\otimes_RM\sira S\otimes_ReM$.
\end{Ubunge}



\begin{Ubung}[\textbf{Ringwechsel unter Tensorprodukten}]
Gegeben Ringe  $A,B$ und 
$M \in \op{Mod-} A$ und $X \in A \op{-Mod-} B$ und $N \in B \op{-Mod}$
Moduln beziehungsweise Bimoduln.\label{ETT} %\label{ET} 
So liefert die offensichtliche Abbildung einen Isomorphismus
$$ M\otimes_{A} (X\otimes_{B} N) \sira(M\otimes_{A} X) \otimes_{B} N$$
Ist insbesondere $\varphi:A\ra B$ ein Ringhomomorphismus, so induziert die offensichtliche
Abbildung einen Isomorphismus $M\otimes_{A} N \sira (M \otimes_{A} B)\otimes_{B}N$ alias $$ M\otimes_{A} \op{res}^A_{B} N \sira\op{prod}_A^B M \otimes_{B} N$$
in den Notationen aus \ref{F1} und \ref{F2}.
Ist etwa $\mathfrak a\subset A$ ein Ideal und $N$ ein $(A/\mathfrak a)$-Modul,
so liefert nach \ref{TuR} die offensichtliche Abbildung einen Isomorphismus
$M\otimes_{A}  N \sira ( M/M\mathfrak a) \otimes_{A/\mathfrak a} N$.
Wird zus"atzlich
$B$ als Ring erzeugt vom Bild $\varphi(A)$ von $A$ mitsamt den 
Inversen der Elemente aus $\varphi(A)\cap B^\times$, so ist die Einheit der Adjunktion ein Isomorphismus $M\sira \op{prod}_A^B M$ und der offensichtliche Morphismus ist in vereinfachter Notation\label{ruTE}   
ein Isomorphismus $$ M\otimes_{A}  N\sira  M \otimes_{B} N$$
Speziell liefert f"ur ein  Ideal
$ \frak{a}\subset A$ und $M\in \op{Mod-}A/\frak{a}$ sowie
$N\in A/\frak{a}\op{-Mod}$
die offensichtliche Abbildung einen Isomorphismus
$M \otimes_{A} N \sira M\otimes_{A/\frak{a}} N$
und f"ur je zwei $\DQ$-Vektorr"aume $M,N$ liefert 
die offensichtliche Abbildung einen Isomorphismus
$M\otimes_\Bbb{Z} N\sira  M\otimes_\DQ N$. 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Sei $S\ra R$ ein Ringhomomorphismus.
Ist $M$ ein $S$-Modul und $(m_i)_{i\in I}$ eine Basis
von $M$, so bilden die $1\otimes m_i$ eine Basis des $R$-Moduls $R\otimes_S M$. 
\end{Ubung}






\begin{Ubung}[\textbf{Variante zur Rechtsexaktheit des
Tensorprodukts}]
Gegeben $M^{\prime} \ra M
\twoheadrightarrow M^{\prime\prime}$ und $N^{\prime} \ra N
\twoheadrightarrow N^{\prime\prime}$\label{ReTe} rechtsexakte Sequenzen von
Rechts- beziehungsweise Linksmoduln "uber einem Ring $R$, 
so ist auch die Sequenz
$$(M^{\prime}\otimes_R N )\oplus (M\otimes_R N')\ra M\otimes_R N
\twoheadrightarrow M^{\prime\prime}\otimes_R N'' $$
wie durch die Notation bereits angedeutet eine rechtsexakte Sequenz.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}[\textbf{Rechtsadjungierter eines Tensorprodukts}]
Gegeben ein Ring und ein $R$-Rechtsmodul $M$  erhalten wir
aus der universellen Eigenschaft des Tensorprodukts\label{UE0} 
ein adjungiertes Paar von Funktoren 
$(M\otimes_R, \op{Ab}(M,\;))$ zwischen den Kategorien $R\op{-Mod}$   
und $\op{Ab}$.  In  gr"o"serer Allgemeinheit
wird das in \ref{BMA} diskutiert.
\end{Ubung}


 \begin{Ubunge}
   Gegeben ein Ring $R$ und $M\in \op{Mod-}R$ und $N\in R\op{-Mod}$ 
gibt es genau einen Isomorphismus von abelschen Gruppen
$M\otimes_R N\sira N\otimes_{R^{\op{opp}}}M$ mit $m\otimes n\mapsto n\otimes m$.
 \end{Ubunge}

 \begin{Ubunge}
Man zeige:   Gegeben ein Ring $A$ und ein Idempotentes $e \in A$ liefert die
   Multiplikation einen Isomorphismus $eA \otimes_{A} M
\overset{\sim}{\ra} eM$.\label{TEII}
\end{Ubunge}



\begin{Ubunge}\label{TenTe} 
  In dieser "Ubung meint $\otimes$ ohne unteren Index stets $\otimes_\DZ$. 
  Gegeben Ringe $R$ und $S$ wird das Tensorprodukt
  $R\otimes S$ ein Ring mit der
  Multiplikation $(r\otimes s)(a\otimes b)\pdef ra\otimes sb$.
  F"ur den Ringhomomorphismus $R\ra R\otimes S$ mit $r\mapsto r\otimes 1$
  und einen $R$-Rechtsmodul $M$ haben wir
  $\op{prod}_R^{R\otimes S}M\sira M\otimes S$ unter der offensichtlichen Abbildung.
  Speziell liefert \ref{ETT} f"ur jeden $(R\otimes S)$-Modul $N$
  einen Isomorphismus
  $$M\otimes_R N\sira (M\otimes S)\otimes_{R\otimes S} N$$
   Ist insbesondere $N$ flach als $(R\otimes S)$-Modul und
  $S$ flach als $\DZ$-Modul, so ist $N$ auch flach als $R$-Modul. 
\end{Ubunge}
\begin{Ubung}
  Ein Kringhomomorphismus $\varphi:A\ra B$ hei"st {\bf flach},\index{flach!Kringhomomorphismus} wenn darunter $B$ ein flacher
  $A$-Modul wird.\label{flRH}  
 Man zeige, da"s die Verkn"upfung zweier flacher Kringhomomorphismen auch wieder flach ist.
\end{Ubung}



\begin{Ubung} 
  Gegeben ein noetherscher Ring $R$ ist jedes Produkt von Kopien von $R$ ein
  flacher $R$-Modul. Hinweis:
  %Man zeige gleichbedeutend, da"s es ein freier
  %$R$-Rechtsmodul ist. BLOEDSINN!
  Man zeige zun"achst, da"s f"ur jeden endlich pr"asentierten
  $R$-Modul $M$ die offensichtliche Abbildung ein Isomorphismus
  $(\prod_IR)\otimes_RM\sira \prod_IM$ ist. Allgemeiner reicht es, statt
  \glqq $R$ noethersch\grqq\  anzunehmen,
  da"s jedes endlich erzeugte Ideal von $R$ ein endlich pr"asentierter
  $R$-Modul ist.
\end{Ubung}

\begin{Ubunge}
  Gegeben ein Ring $R$ und ein endlich pr"asentierter
  $R$-Modul $M$ und eine beliebige\label{tpep}
  Menge $I$ ist die offensichtliche Abbildung ein Isomorphismus
  $$\textstyle\big(\prod_IR\big)\otimes_RM\sira \prod_IM$$ 
\end{Ubunge}



\subsection{Merkw"urdigkeiten bei Tensorprodukten*}
  \begin{Beispielg}
Ist $R$ ein linksnoetherscher Ring, so ist f"ur je zwei Mengen
$X,Y$ die offensichtliche Abbildung\label{GMZ} eine Injektion
\begin{equation*}
 \op{Ens} (X, R) \otimes_R \op{Ens} (Y, R) \hra \op{Ens} (X \times Y, R)
\end{equation*}
In der Tat gehe $a_1 \otimes b_1 + \ldots + a_n \otimes b_n$ nach Null.
Die Menge aller $(r_1, \ldots, r_n) 
\in R^n$ mit $r_1b_1 + \ldots + r_n b_n =0$ in $\op{Ens}
(Y,R) $ ist ein Untermodul von $R^n$. Ist $R$ linksnoethersch, 
so ist dieser Untermodul endlich
erzeugt, etwa von $c_1, \ldots, c_k \in R^n$.
F"ur alle $x \in X$ gibt es also $r_1(x), \ldots, r_k (x) \in R$ derart, da"s
f"ur alle $i$ mit $1\leq i\leq n$ gilt 
$a_i (x) = r_1 (x) c_{1i} + \ldots + r_k (x) c_{ki}$. Es folgt
\begin{equation*}
 a_1 \otimes b_1 + \ldots + a_n \otimes b_n = \sum_{i,j} r_j c_{ji} \otimes b_i =
\sum_{i,j} r_j \otimes c_{ji} b_i = 0
\end{equation*}
  \end{Beispielg}
  
\begin{Bemerkunge}[\textbf{Tensorprodukte von Funktionenr"aumen}]
Heike Mildenberger und Martin Ziegler haben mir ein Beispiel konstruiert,
das zeigt, da"s\label{GMZc} 
     die kanonische Abbildung
    \begin{equation*}
      \op{Ens} (\mathbb N, R) \otimes_R \op{Ens} (\mathbb N, R) 
      \rightarrow \op{Ens} (\mathbb N \times  \mathbb N, R)
    \end{equation*}
  nicht f"ur jeden  Ring $R$  injektiv ist. 
Der Ring $R$ ist dabei der Polynomring in abz"ahlbar vielen
    Variablen $x_0, x_1, x_2, \ldots, y_0, y_1, y_2, \ldots$ modulo der
    quadratischen 
Relationen $x_i y_j = 0 \; \forall i,j$ und $x_i x_j = y_i y_j =0$ falls 
$|i-j|\neq 1$. 
   %  mit Ausnahme der F"alle $i-j|=1$ alias 
%  $\{i,j\} = \{2n, 2n +1\}$ f"ur ein $n \in \mathbb N$.
 Man
    betrachte nun die Elemente $a : i \mapsto x_i$ und $b: j \mapsto y_j$ von
    $\op{Ens} (\mathbb N, R)$.  Nat"urlich hat $a \otimes b$ in $\op{Ens}
    (\mathbb N \times \mathbb N, R)$ das Bild Null.  Es reicht zu zeigen, da"s
    $a \otimes b$ nicht bereits selbst Null ist.  Dazu betrachte man % den
% sogenannten {\bf Fr\'echet-Filter}\index{Fr\'echet-Filter}
%     Filter $\mathcal F \subset \mathcal P (\mathbb N)$ der koendlichen Mengen.
%     Die Menge
  das Ideal  $I \subset \op{Ens} (\mathbb N, R)$ aller Abbildungen
mit endlichem Tr"ager und setze $R^\ast\pdef \op{Ens} (\mathbb N, R) / I$. 
    Die Komposition
    \begin{equation*}
      R \hookrightarrow \op{Ens} (\mathbb N, R) 
\twoheadrightarrow  R^\ast
    \end{equation*}
    mit der Einbettung als konstante Funktionen links ist ein 
    Ringhomomorphismus. Seien $a^\ast, b^\ast \in R^\ast$ die Bilder von
    $a,b\in\op{Ens} (\mathbb N, R)$.  
Man zeigt nun, da"s $R^\ast$ einen $R$-linearen 
Ringautomorphismus $f$ besitzt
    mit der Eigenschaft $f(a^\ast) b^\ast \neq 0$.  Wir betrachten dazu die
    involutiven Automorphismen $f_{2n} = f_{2n +1} : R
    \overset{\sim}{\rightarrow} R$ des Rings $R$ mit $f_{2n} (x_{2n}) =
    y_{2n+1}$ und $f_{2n} (y_{2n}) = x_{2n+1}$.  Jedes Element von $R$ wird
    nur von endlich vielen dieser Automorphismen "uberhaupt bewegt.  
Zusammen liefern die $f_i$ 
     einen Ringautomorphismus $f: \op{Ens} (\mathbb N, R)
    \rightarrow \op{Ens} (\mathbb N, R)$ gegeben durch 
$ (u_i)_{i \in \mathbb N} \mapsto (f_i
    (u_i))_{i \in \mathbb N}$. Dieser Automorphismus ist nicht $R$-linear,
h"alt jedoch das Ideal $I$ fest und  der davon induzierte 
Automorphismus $f : R^\ast \overset{\sim}{\rightarrow}
    R^\ast$ des Quotienten ist sogar
    $R$-linear, da eben jedes Element von $R$ 
    nur von endlich vielen unserer Automorphismen $f_i$ 
"uberhaupt bewegt wird und folglich jede konstante Folge nur an endlich
vielen Stellen ver"andert wird.  
Damit 
 ist  $f(a^\ast) b^\ast $ das
    Bild der Folge
    $
      (y_2 y_1, y_1 y_2, y_4 y_3, y_3 y_4, \ldots)
    $
    in $R^\ast$, und das ist nicht Null.
\end{Bemerkunge}

\begin{Bemerkungl}
  Gibt es einen Kring $R$ und $R$-Moduln
  $M,N$ und linear unabh"angige  $K\subset M$ und $L\subset N$
  derart, da"s die $k\otimes l$ mit $k\in K$ und $l\in L$  in $M\otimes_R N$
  nicht
  linear unabh"angig sind "uber $R$?
Ich denke schon, kenne aber kein Gegenbeispiel.
\end{Bemerkungl}



\subsection{Induktion und Koinduktion f"ur Ringe*}\label{InK}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Tensor-Hom-Adjunktion}]
 In diesem Abschnitt fasse\label{BMA}\index{Tensorhomadjunktion@Tensor-Hom-Adjunktion}   
ich einige Allgemeinheiten
"uber Tensorprodukte zusammen.
F"ur den Fortgang der Vorlesung werden sie erst viel sp"ater 
ben"otigt werden.
Wir setzen neben der Kenntnis 
allgemeiner Tensorprodukte im Umfang von  \ref{TPro} 
die Begrifflichkeit adjungierter
Funktoren im Umfang von \eref{AdFu}{TF} voraus.
Seien $\Omega,\Theta$  Mengen und $X$ ein 
$\Omega$-$\Theta$-{\bf Modul}, als da hei"st eine abelsche
Gruppe mit einer Operation von $\Omega$ und einer Operation von $\Theta$,
die kommutieren. Ich notiere im folgenden die Operation von $\Omega$ durch davorschreiben und
die Operation von $\Theta$ durch dahinterschreiben, so da"s die Bedingung
des Kommutierens ausgeschrieben werden kann zu  $(\omega x)\theta=\omega(x\theta)\;\forall \omega, x, \theta$. 
Wir erhalten Funktoren
$$\begin{array}{rcc}
X \otimes_{\Theta} : \Theta\op{-Mod} &\ra& \Omega\op{-Mod} \\
\op{Hom}_{\Omega}(X, \; ) : \Omega\op{-Mod}&\ra& \Theta\op{-Mod}
\end{array}$$
Die 
Adjunktionsisomorphismen $\op{Ab}(X\otimes_{\Theta}M,N)\sira
\op{Hom}_{\Theta}(M,\op{Hom}_\DZ(X,N))$ aus \ref{THAa} induzieren 
Isomorphismen
$$\op{Hom}_{\Omega}(X\otimes_{\Theta}M,N)\sira
\op{Hom}_{\Theta}(M,\op{Hom}_{\Omega}(X,N))$$
Diese hinwiederum bilden eine Adjunktion zwischen unseren Funktoren.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkunge}\label{BDDS} 
  Gegeben Ringe $A,B$ versteht man unter einem {\bf $A$-$B$-Bimodul} $X$
  eine abelsche Gruppe mit einer Struktur als $A$-Modul und einer
  Struktur als $B$-Rechtsmodul derart, da"s gilt $(ax)b=a(xb)\;\forall a,x,b$.
  Dann ist 
$X^\ast\pdef \op{Hom}_A(X,A)$ stets ein $B$-$A$-Bimodul 
vermittels der Rechtsoperation von
$a\in A$ durch Nachschalten der Rechtsmultiplikation,
$fa\pdef (\cdot a)\circ f$ f"ur jeden Homomorphismus $f$.
Wir erhalten dann nat"urliche Homomorphismen
$X^\ast \otimes_A N\ra  \op{Hom}_{A}(X,N)$.
Unter der zus"atzlichen Annahme, da"s $X$ als $A$-Modul 
ein Summand von $A^n$ ist f"ur $n<\infty$ alias endlich erzeugt 
und projektiv, sind
das sogar  Isomorphismen 
$$X^\ast \otimes_A N\sira  \op{Hom}_{A}(X,N)$$
\end{Bemerkunge}


\begin{Beispiel}[\textbf{Eine Morita-"Aquivalenz}]
Ist $R$ ein Ring und $X=R^n$ f"ur $n\geq 1$ mit der nat"urlichen
Linksoperation von $A=\op{Mat}(n;R)$ und Rechtsoperation 
von $B=R,$ so liefert unser adjungiertes Paar eine
"Aquivalenz von Kategorien\label{MorBs} 
$$R\op{-Mod} \;\;\sirra\;\; \op{Mat} (n; R) \op{-Mod}$$
\end{Beispiel}

\begin{Beispiel}[\textbf{Eine weitere Morita-"Aquivalenz}]
  Seien $M_1,\ldots, M_n$ Moduln "uber einem Ring
  und $r_1,\ldots, r_n$ positive nat"urliche Zahlen. Wir setzen
  $$\begin{array}{lll}
    A&\pdef&\op{End}(M_1\oplus\ldots\oplus M_n)\\
 B&\pdef&\op{End}(M_1^{\oplus r_1}\oplus\ldots\oplus M_n^{\oplus r_n})\\
  X&\pdef& \op{Hom}(M_1\oplus\ldots\oplus M_n, M_1^{\oplus r_1}\oplus\ldots\oplus M_n^{\oplus r_n})
  \end{array}$$
  So liefert unser adjungiertes Paar eine\label{Morr} 
"Aquivalenz von Kategorien
  $$A\op{-Mod} \;\;\sirra\;\; B \op{-Mod}$$
  Statt Moduln "uber einem Ring h"atten wir dabei auch Objekte einer
  beliebigen additiven Kategorie nehmen k"onnen. 
  Das alles ist ein Spezialfall der sogenannten {\bf Morita-"Aquivalenz}.\index{Morita-"Aquivalenz!Spezialfall} 
\end{Beispiel}






\begin{Bemerkungl}\label{F1}
Gegeben $\varphi : A \ra B$ ein 
Ringhomomorphismus
 k"onnen wir speziell
$B$ vermittels $\varphi$ auffassen als einen $A$-$B$-Bimodul.
Dann wird der erste Funktor nach \ref{TGR} die 
{\bf Restriktion der Skalare}
\index{Restriktion!der Skalare}\index{res@$\op{res}$ Restriktion der Skalare} 
$\op{res}_{\varphi}=\op{res}^{A}_{B}: B \op{-Mod}\ra A\op{-Mod}$
und der zweite Funktor
die sogenannte {\bf Induktion}\index{Induktion!von Moduln} 
$$\op{ind}_{\varphi}=\op{ind}_{A}^{B}\pdef\op{Hom}_{A}(B,\;):
A\op{-Mod}\ra B\op{-Mod}$$ und wir erhalten eine Adjunktion
$(\op{res}^{A}_{B}, \op{ind}^{B}_{A})$.\index{ind@$\op{ind}$ Induktion}   
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Notation}]
Viele Autoren schreiben statt unserem
$\op{res}^{A}_{B}$ auch $\op{res}^{B}_{A}$. Ich vermute, da"s dem die
Vorstellung zugrundeliegt, da"s Induktion 
aus Objekten niederer Komplexit"at solche h"oherer  Komplexit"at
macht und Restriktion umgekehrt
aus Objekten h"oherer Komplexit"at solche niederer  Komplexit"at.
Das ist in den "ublichen Anwendungen sicher richtig, aber 
in der hier vorgeschlagenen Allgemeinheit gilt es nicht mehr.
Ich verfolge stattdessen die Konvention,
die \glqq Ausgangskategorie\grqq\  durch einen unteren 
Index anzudeuten und die 
\glqq Zielkategorie\grqq\  durch einen oberen Index.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}\label{F2}
Umgekehrt k"onnen wir nat"urlich vermittels unseres Ringhomomorphismus
$B$ auch
auffassen als einen $B$-$A$-Bimodul. Dann wird der zweite Funktor die
Restriktion der Skalare
und der erste Funktor die sogenannte 
{\bf Erweiterung der 
Skalare}\index{Erweiterung der Skalare!bei Moduln}
oder {\bf Koinduktion}.\index{Koinduktion!von Moduln}
Wir nennen ihn der Symmetrie der Begrifflichkeit
halber manchmal auch die \defnoind{Produktion}\index{Produktion} und
notieren ihn 
$$\op{prod}^{B}_{A} \pdef B\otimes_{A} : A\op{-Mod}\ra B\op{-Mod}$$
Damit  erhalten wir eine Adjunktion
$(\op{prod}_{A}^{B}, \op{res}_{B}^{A})$. F"ur jeden $A$-Modul $M$ und jeden
$B$-Modul $N$ liefert  insbesondere das Vorschalten von
$m\mapsto 1\otimes m$ einen 
Isomorphismus
$$\op{Hom}_B(B\otimes_A M,N)\sira \op{Hom}_A( M,N)$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Die Adjunktionen $(\op{res}, \op{ind})$
und $(\op{prod}, \op{res})$
werden "ublicherweise 
als\index{Frobenius-Reziprozit"at!allgemeine}  
{\bf Fro\-be\-nius-Rezi\-pro\-zit"aten}
bezeichnet.
Gegeben des weiteren 
Ringhomomorphismen $A\ra B\ra C$ liefert die Gleichheit
$\op{res}_{B}^{A}\circ\op{res}_{C}^{B}=\op{res}_{C}^{A}$
vermittels dieser Adjunktionen nach \eref{Kompa}{TF} 
Isotransformationen
$$\op{ind}^{C}_{B}\circ\op{ind}^{B}_{A}\siRa\op{ind}^{C}_{A}\qquad
\text{ und }\qquad\op{prod}^{C}_{B}\circ\op{prod}^{B}_{A}
\siRa\op{prod}^{C}_{A}.$$
Sie sind gemeint, wenn von  der 
{\bf Transitivit"at}\index{Transitivit"at!der Induktion} der
Induktion beziehungsweise Koinduktion die Rede ist.
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}
F"ur die
in \eref{EwSk}{LA2} besprochene Komplexifizierung $V_\DC$ 
eines reellen Vektorraums $V$ induziert die dort erkl"arte 
kanonische Einbettung $V\hra V_\DC$  einen Isomorphismus von 
komplexen Vektorr"aumen
 $\DC\otimes_\DR V\sira V_\DC$. 
\end{Beispiel}

\begin{Bemerkunge}[\textbf{Hom-Hom-Adjunktion}]
  Gegeben Ringe~$A,B$ und ein~$A$-$B$-Bimodul~$X$ liefern 
die\index{Hom-Hom-Adjunktion} 
  offensichtlichen Identifikationen aus
dem Exponentialgesetz  \eref{ABBK}{GR} Identifikationen\label{HoHoA} 
$$
\begin{array}{c}\op{Bil}_{A-\DZ-B}(M\times N,X)\\
\wr\da\hspace{2cm}\da\wr\\
\op{Hom}_A(M,\op{Hom}_{-B}(N,X)) \qquad
\op{Hom}_{-B}(N,\op{Hom}_A(M,X))
\end{array}
$$
Hier bezeichnet in der Mitte $\op{Bil}_{A-\DZ-B}(M\times N,X)$ die
Menge aller~$\mathbb Z$-bilinearen Abbildungen~$\varphi \colon M \times N \to
X$ mit
$ \varphi(am,n) = a\varphi(m,n)$ und $
 \varphi(m,nb) = \varphi(m,n)b$
f"ur alle~$m \in M$, $n \in N$, $a \in A$, $b \in B$. Wir k"onnen diese
Identifikationen auch als die Adjunktionen eines adjungierten Paars von
Funktoren
\begin{displaymath}
\xymatrix{
A  \op{-Mod}^{\op{opp}} \ar@<1ex>[rr]^{\op{Hom}_A(\;,X) }&&
\op{Mod-}  B\ar@<1ex>[ll]^{ \op{Hom}_{-B}(\;,X) }
}
\end{displaymath}
auffassen. Der obere Funktor ist dabei rechtsadjungiert zum unteren Funktor.
\end{Bemerkunge}
\begin{Bemerkunge}[\textbf{Tensorprodukte mit allgemeineren Objekten}]
  Ist $\mathcal A$ eine abelsche Kategorie und $X\in \mathcal A$ ein
Objekt und $B$ ein Ring und $B^{\op{opp}}\ra {\mathcal A}(X)$ ein
Homomorphismus\label{TAO} 
in den Endomorphismenring von $X$,
so erhalten wir in derselben Weise auch einen Funktor
$$
{\mathcal A}(X, \; ) : \mathcal A\ra B\op{-Mod}
$$ Er besitzt im allgemeinen keinen Linksadjungierten, aber nat"urlich
wie jeder Funktor einen partiellen Linksadjungierten, der eben  auf den
Objekten $M\in B\op{-Mod}$ erkl"art ist, f"ur die 
$N\mapsto \op{Hom}_{B}(M,{\mathcal A}(X,N))$ ein 
darstellbarer Funktor ist. Wir notieren das darstellende Objekt dann
wieder\index{)8a@$\otimes$ Tensorprodukt!kategorielles} 
$$ X\otimes_B M$$
Zur "Ubung mag der Leser zeigen, da"s f"ur jeden 
endlich pr"asentierten $B$-Modul
alias jeden $B$-Modul $M$, der in eine rechtsexakte Sequenz 
$B^n\ra B^m\sra M$ von $B$-Moduln pa"st mit $n,m\in\DN$, 
solch ein darstellendes Objekt $X\otimes_B M\in \mathcal A$ 
tats"achlich existiert
und beschrieben werden kann als der Kokern des hoffentlich 
offensichtlichen Morphismus $X^n\ra X^m$. 
Unser $ X\otimes_B M$ ist im "ubrigen auch funktoriell in $X$
in der hoffentlich offensichtlichen Weise.
\end{Bemerkunge}
\begin{Bemerkunge}[\textbf{Hom-Funktoren in allgemeinere Objekte}]
  Ist $\mathcal A$ eine abelsche Kategorie und $X\in \mathcal A$ ein Objekt
  und $B$ ein Ring und $B^{\op{opp}}\ra {\mathcal A}(X)$ ein Homomorphismus in
  seinen Endomorphismenring, so hat in derselben Weise 
wie in \ref{TAO} der  Funktor 
$$ {\mathcal A}(\;,X):{\mathcal A^{\op{opp}} \rightarrow} 
\op{Mod-} B$$ zumindest einen partiellen Rechtsadjungierten.  Ist dieser
auf~$N \in \op{Mod-} B$ definiert, so notieren wir sein Bild wieder
$$\op{Hom}_{-B}(N,X)$$ und erhalten damit ein Objekt von~$\mathcal A$.
Ist hier unser $N$ 
endlich pr"asentierbar, etwa durch~$B^n \to B^m \to N$, so erhalten wir
ein m"ogliches solches Objekt als Kern eines Morphismus~$X^m \to X^n$, dessen
genaue Definition dem Leser "uberlassen bleiben m"oge.
Unser $ \op{Hom}_{-B}(N,X)$ ist sogar auch noch funktoriell in $X$,
aber das soll an dieser Stelle nicht weiter ausgef"uhrt werden.
\end{Bemerkunge}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}\label{TDFl}
Gegeben ein Kring $k$ und $k$-Moduln $M,N$ 
konstruiere man nat"urliche 
Isomorphismen 
$$\op{Hom}_k(M,\op{Hom}_{k}(N,k))\sila
\op{Hom}_k(M\otimes_k N,k)\sira\op{Hom}_k(N,\op{Hom}_{k}(M,k))$$
Im Rahmen unserer Diskussion von \glqq Schmelzkategorien\grqq\ werden wir
diese Isomorphismen in einem allgemeineren Kontext wiedersehen.
\end{Ubung}






\subsection{Ganzzahlige symplektische Formen*}
\begin{Satz}[\textbf{Symplektische Formen "uber $\mathbb Z$}]
 Gegeben eine endlich erzeugte freie abelsche Gruppe $\Gamma$ 
mit einer nichtausgearteten\index{symplektische Form!ganzzahlige} 
alternierenden Bilinearform\label{GSY}  
$\omega : \Gamma \times \Gamma \rightarrow \mathbb Z$ 
existiert stets eine Basis
von $\Gamma$, bez"uglich derer 
die Matrix unserer Form eine Blockmatrix der Gestalt
\begin{displaymath}
 \begin{pmatrix}
  0 & D\\
-D &0
 \end{pmatrix}
\end{displaymath}
ist mit $D = \op{diag}(d_1, \ldots, d_r)$
und $d_i > 0$ und $d_i | d_{i+1} $ f"ur alle $ i$.
Die $d_i$ sind dabei  durch die Form $\omega$ eindeutig bestimmt.
\end{Satz}
\begin{proof}
 Wir w"ahlen $\lambda, \mu \in \Gamma$ derart, da"s 
$\omega (\lambda, \mu)=d$ die kleinstm"ogliche positive Zahl 
ist, die so dargestellt werden kann. Dann behaupten wir
$ \Gamma = \langle \lambda, \mu \rangle \oplus 
\langle \lambda, \mu \rangle^{\perp}.
$
Aus Dimensionsgr"unden gilt das "uber $\mathbb Q$. F"ur 
jedes $\gamma \in \Gamma$ finden
wir also $m \in \mathbb Z_{>0}$ derart, da"s $m \gamma$ eine Darstellung
\begin{equation*}
 m\gamma = a \lambda + b\mu + \kappa
\end{equation*}
besitzt mit $\kappa \in \langle \lambda, \mu \rangle^\perp.$
Es folgt sofort
$
 m \omega (\gamma, \mu) = da.
$
W"are $m$ kein Teiler von $a$, so w"are $d$ kein Teiler
von $\omega (\gamma, \mu)$ und wir k"onnten $x,y \in \mathbb Z$ 
finden mit $0 < x \omega (\gamma, \mu)
+\gamma \omega (\lambda, \mu) = \omega (x \gamma +\gamma \lambda, \mu)<d$,
 im Widerspruch zur
Wahl von $\lambda, \mu$.
Das kann nicht sein, folglich teilt $m$ unser  $a$ und ebenso auch $b$.
Dann aber teilt $m$ auch $\kappa$ und wir finden wie gew"unscht
\begin{equation*}
 \Gamma = \langle \lambda , \mu \rangle \oplus 
\langle \lambda, \mu \rangle^\perp
\end{equation*}
Vollst"andige Induktion beendet den Beweis der 
Existenz von $D$, wenn auch zun"achst noch ohne die
Zusatzbedingung $d_i | d_{i+1}$. Es ist 
jedoch leicht zu sehen, da"s im Fall, da"s $d_1$ nicht $ d_2$ teilt,
unser $d_1$ nicht das
Kleinstm"ogliche gewesen sein kann, und 
induktiv folgt so auch $d_i | d_{i+1}$.
Die Eindeutigkeit der $d_i$ schlie"slich folgt, indem  
wir die Eindeutigkeit im Elementarteilersatz 
\eref{ETS}{LA2} auf den Fall der von $\omega$ induzierten
Abbildung $\Gamma\hra \Gamma^\ast$ anwenden.
\end{proof}








\newpage

\section{Affine algebraische Variet"aten}

\subsection{Polynomiale  Funktionen}


\label{PF} 

\begin{Definition}
  Seien
  $k$ ein K"orper und $X \subset k^{n}$ eine Teilmenge.
  Eine Funktion  $f:X\ra k$  hei"st
  {\bf polynomial},\index{polynomial!Funktion}
  wenn es ein Polynom $P\in k[T_1,\ldots, T_n]$
  gibt\index{Funktion!polynomiale} mit
  $$f(x)=P(x)\;\forall x\in X$$
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Notation
      f"ur Ringe polynomialer Funktionen}] 
 Sei
 $k$ ein K"orper.
 Im Fall einer algebraischen Teilmenge $X\As k^n$ notieren
 wir den Ring\index{O@$\cal{O}$ polynomiale Funktionen} der
 polynomialen Funktionen auf $X$ als 
$$\cal{O}(X)\subset \op{Ens}(X,k)$$
 Rechts ist   $\op{Ens}(X,k)$ unsere allgemeine Notation f"ur die Menge
 aller Abbildung der Menge $X$ in die Menge $k$.
 Nach dem Isomorphiesatz f"ur Ringe 
  \eref{FRII}{AL} induziert das Auswerten  von Polynomen einen
  Isomorphismus von $k$-Kringen $$k [T_{1}, \ldots , T_{n}] / {\mathcal I}(X)
  \sira \cal{O}(X)$$ zwischen dem Restklassenring des
  Polynomrings nach dem Verschwindungsideal von $X$ und dem Ring der
  polynomialen Funktionen auf $X$. Das gilt sogar f"ur beliebige Teilmengen
  $X\subset k^n$, nur wollen wir uns 
  in diesen allgemeineren F"allen die Notation $\mathcal O(X)$
  f"ur andere Ringe von Funktionen vorbehalten.
 \end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Andere Notationen f"ur Ringe von polynomialen Funktionen}]
 Viele Autoren verwenden 
statt $\cal{O}(X)$ die alternative Notation
$k[X]$\index{)5]@$k[X]$ {\it Polynomfunktionen auf $X$}}
  f"ur den $k$-Kring der
  polynomialen Funktionen auf $X$.  Die Aussage, da"s f"ur einen unendlichen Kring $k$ die polynomialen Funktionen
  auf $X=k$  durch
  obigen Isomorphismus mit dem Polynomring in einer Ver"anderlichen $T$
  identifiziert werden, schreibt sich in dieser Notation $k[T]\sira k[k]$ und
  in unserer Notation $k[T]\sira \cal{O}(k)$.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Polynomiale Funktionen auf Produkten}]
    Gegeben ein K"orper $k$ und 
algebraische Teilmengen $X\As k^n$ und $Y\As k^m$
ist die durch $f\otimes g\mapsto f\boxtimes g$ mit der Regel
$(f\boxtimes g)(x,y)\pdef f(x)g(y)$ erkl"arte Abbildung
ein Isomorphismus von
    $k$-Kringen\label{PAf}
$$\cal{O}(X) \otimes_{k} \cal{O}(Y) \sira
\cal{O}(X\times Y)$$  
 Die Multiplikation
 auf der linken Seite ist dabei $(a\otimes b)(a'\otimes b')\pdef
 aa'\otimes bb'$ 
wie in \eref{KoPR}{LA2}.
  Die Surjektivit"at folgt 
leicht aus der offensichtlichen Surjektivit"at im Fall $X=k^m$,
  $Y=k^n$.  Die Injektivit"at folgt aus der Injektivit"at der 
  Abbildung $\op{Ens}(X,k) \otimes_{k} \op{Ens}(Y,k) \ra \op{Ens}(X\times
  Y,k)$, $f\otimes g\mapsto f\boxtimes g$, die f"ur beliebige Mengen $X,Y$  in
  \eref{TeIn}{LA2} diskutiert wird. 
  Unseren Isomorphismus gibt es sogar genauso f"ur nicht notwendig algebraische
  Teilmengen. F"ur diese haben wir jedoch keine Notation f"ur
  Ringe polynomialer Funktionen bereitgestellt.
\end{Bemerkungl}



\subsubsection*{"Ubungen}


\begin{Ubung}
  Man zeige: Gegeben  nilpotentfreie $k$-Kringe $A,B$ "uber einem
  algebraisch abgeschlossenen K"orper $k=\bar k$ ist
auch ihr Tensorprodukt $A\otimes_k B$ nilpotentfrei. 
Hinweis: Realisierung durch polynomiale Funktionen \ref{PAf}.\label{TPNF}  
\end{Ubung}
\begin{Bemerkunge}
  Ist $k$ nicht algebraisch abgeschlossen, so ist die Aussage 
der vorhergehenden "Ubung im allgemeinen
falsch. Ein Gegenbeispiel steht in \eref{PSKe}{AL},
das Tensorprodukt 
$K(T)\otimes_{K(T^p)}K(T)$ f"ur einen K"orper $K$ positiver Charakteristik $p>0$
hat nilpotente Elemente. Ist jedoch $\bar k/k$
  separabel, so stimmt unsere Aussage doch wieder. 
Allgemeiner ist f"ur jede Galoiserweiterung $K/k$ 
und jeden $k$-Kring $A$ seine Erweiterung  $A\otimes_kK$
  nilpotentfrei genau dann, wenn $A$ nilpotentfrei ist.
In der Tat ist das Nilradikal von
  $A\otimes_k K$  stabil unter der Galoisgruppe, und w"are es nicht
  Null, so w"are nach \eref{HS90}{AL} auch sein Schnitt mit $A$ nicht Null.
\end{Bemerkunge}

% \begin{proof}
% Sei $f: k^{n} \backslash 0 \rightarrow k$ eine regul"are Funktion.
% Per definitionem gibt es $U \co k^{n} \backslash 0$ nichtleer und Polynome
% $g, h \in k [T_1, \ldots, T_n]$ derart, da"s $h$ keine Nullstelle hat auf
% $U$ und da"s gilt $f (x) = g (x) / h(x)$ f"ur alle $x \in U$.
% Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit d"urfen wir $g$ und $h$ 
% teilerfremd annehmen.
%  Ist nun $p \in k^{n} \backslash 0$ beliebig, so finden wir auf einer offenen
% Umgebung $U_p $ von $p$ auch eine Darstellung von $f$ 
% als Quotient von Polynomen
% $f(x) = g_p (x)/ h_p (x) \quad \forall x \in U_p$, wo wieder $h_p$ keine
% Nullstelle hat auf $U_p$ und wir wieder $g_p, h_p$ teilerfremd annehmen d"urfen.
% Es folgt $g(x) h_p(x) = g_p (x) h(x)$
% f"ur alle $x \in U \cap U_p$ und damit die Identit"at 
% $gh_p = g_p h$ im Polynomring
% $k [T_1, \ldots, T_n]$.
% Da dieser Ring nach \eref{KPFj}{AL} faktoriell ist, folgen die 
% Teilbarkeitsbeziehungen 
% $g|g_p, h|h_p$ sowie $g_p|g, h|h_p$
% und es gibt mithin eine Konstante $c_p \in k^\times$ mit $g_p = c_p g$ und
% $h_p = c_p h$.
% Das hinwiederum zeigt, da"s $h$ auf $k^{n} \backslash 0$ 
% keine Nullstelle haben
% kann. Dann ist jedoch  $h$ nach \eref{uev}{LA1} konstant 
% und
% der Leser mag selber folgern, da"s  gilt 
%  $f(x) = g(x) /h (x)$ f"ur alle $x \in k^{n} \backslash 0$.  
% Mithin l"a"st sich $f$  in der Tat zu einer 
% regul"aren Funktion auf ganz
% $k^{n}$ fortsetzen.  
% \end{proof} 


\begin{Ubung}[\textbf{Disjunktes Verkleben polynomialer Funktionen}]
$(k=\bar k)$.
Seien disjunkte und Zariski-abgeschlossene Teilmengen $X,Y\As k^n$ 
gegeben, in Formeln
$X\cap Y=\emptyset$, sowie polynomiale Funktionen $f:X\ra k$ und $g:Y\ra k$. 
Man zeige, da"s die Abbildung\label{ABF}  $$h:X\cup Y\ra k$$
mit $h|_X=f$ und $h|_Y=g$ dann auch polynomial ist.   Hinweis:
Nach dem Nullstellensatz ist die Summe der Verschwindungsideale der 
ganze Polynomring. Nun verwende man den abstrakten chinesischen Restsatz
\eref{ACR}{AL}.  Insbesondere kann man eine Vorgabe von endlich vielen
Funktionswerten an endlich vielen Punkten stets durch eine polynomiale Funktion
interpolieren, was wir  in diesem Fall auch schon aus
\eref{IP}{AL} wissen. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Kein abgeschlossenes Verkleben polynomialer Funktionen}] 
Gegeben ein algebraisch abgeschlossener K"orper $k=\bar k$ und
algebraische Teilmengen $X,Y\As k^n$ 
sowie polynomiale Funktionen $f:X\ra k$ und $g:Y\ra k$
mit $f|_{X\cap Y}=g|_{X\cap Y}$ mu"s die eindeutig bestimmte Abbildung
$$h: X\cup Y\ra k$$
 mit
$h|_X=f$ und $h|_Y=g$ keineswegs polynomial sein.
Als Beispiel untersuche man den $k^2$ mit $X$ dem Achsenkreuz und $Y$ einer
weiteren Ursprungsgeraden. Mutige zeigen, da"s das Verkleben im allgemeinen
genau dann gelingt, wenn $\mathcal I(X)+\mathcal I(Y)$ ein Radikalideal ist. 
\end{Ubung}


\subsection{R"aume als Ringe}
\begin{Bemerkungl}\label{ABb}%\label{AB}
Seien $k$ ein K"orper und  $X \As k^{m}$ sowie $Y \As k^{n}$
algebraische Teilmengen. Eine Abbildung $\varphi : X \ra Y$ hei"st
 \defnoind{polynomial},\index{polynomial!Abbildung}   wenn es Polynome
$P_{1}, \ldots , P_{n} \in k[T_{1}, \ldots ,T_{m}]$ gibt mit
$$\varphi (x) = (P_{1}(x), \ldots, P_{n}(x)) \quad \forall x \in
X$$
Ist zus"atzlich eine algebraische Teilmenge 
$Z \As k^{l}$ gegeben sowie polynomiale Abbildungen  $
\varphi : X \ra Y$  und $\psi
: Y \ra Z$, so ist offensichtlich auch deren Verkn"upfung
$\psi \circ \varphi : X \ra Z$
polynomial.
\end{Bemerkungl}


\begin{Definition}
Sei $k$ ein K"orper. 
Jede polynomiale Abbildung $\varphi : X \ra Y$
zwischen algebraischen Teilmengen $X\As k^n$ und  $Y\As k^m$ liefert 
auf den polynomialen Funktionen einen
Ringhomomorphismus $$\varphi^{\sharp} :  \cal{O}(Y)
\ra \cal{O}(X)$$ in die Gegenrichtung, das {\bf Vorschalten von
$\varphi$} alias {\bf Zur"uckholen von Funktionen}
$f  \mapsto  f\circ \varphi$.\index{)6sharp@$\varphi^\sharp$ Komorphismus}
Wir nennen $\varphi^\sharp$
den zu $\varphi$ geh"origen {\bf Komorphismus}.\index{Komorphismus} 
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl} Das Zur"uckholen polynomialer Funktionen
  bleibt sinnvoll 
  f"ur einen beliebigen Kring $k$ und
  beliebige Teilmengen $X\subset k^m$ und $Y\subset k^n$,
  nur erlauben wir uns dann nicht die Notation $\mathcal O(X)$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Ein Ring hei"st
\defind{nilpotentfrei} oder gleichbedeutend 
{\bf reduziert}\index{reduziert!Kring}, wenn er au"ser der Null
keine nilpotenten Elemente hat.
%Ein nilpotentfreier ring\-end\-li\-cher 
%$k$-Kring zu einem K"orper $k$ 
% hei"st
%ein \defnoind{affiner $k$-Kring}.\index{affin!$k$-Kring}
\end{Definition}


\begin{Bemerkungl}
  F"ur die weitere Entwicklung der algebraischen Geometrie
 verwenden wir die Sprache der 
Kategorientheorie in dem Umfang, wie sie etwa
in \eref{KFu}{LA2} folgende entwickelt wird,
und insbesondere den Begriff einer 
"Aquivalenz von Kategorien  \eref{Eif}{LA2}. 
In dieser Sprache ausgedr"uckt haben wir in \ref{HHKEh} die Kategorie der 
$k$-Kringe eingef"uhrt. \nichtfinal{In Appendix?} 
\end{Bemerkungl}






\begin{Theorem}[\textbf{R"aume als Ringe}]
$(k=\bar k)$. Betrachten wir die algebraischen Mengen in irgendwelchen $k^n$ als
die Objekte einer Kategorie mit den \hyperref[ABb]{polynomialen
Abbildungen} \ref{ABb} als Morphismen, so 
liefert das
Bilden des $k$-Krings  der polynomialen Funktionen\label{RaR}  
eine "Aquivalenz von Kategorien
$$\begin{array}{ccc}
\left\{ \!\!\begin{array}{c}
\text{Algebraische Mengen}\\
\text{ in irgendwelchen $k^{n}$}
\end{array}\!\!\right\} & \sirra &
\left\{ \!\!\begin{array}{c}
\text{Nilpotentfreie}\\
\text{ringendliche $k$-Kringe}
\end{array}\!\!\right\}^{\op{opp}} \\[5mm]
X &   &\cal{O}(X) \\[1mm]
\varphi \downarrow \;\;\;& \mapsto & \varphi^{\sharp} \uparrow \;\;\;\\[1mm]
Y &   & \cal{O}(Y)
\end{array}$$
\end{Theorem}

\begin{Beispiel}$(k=\bar k)$.
  Eine algebraische Teilmenge $X\As k^n$ ist endlich
  genau dann, wenn $\mathcal O(X)$ endlichdimensional ist als $k$-Vektorraum.
  Die nichttriviale Implikation folgt etwa aus "Ubung \ref{EVNN}. 
  Das Bilden des $k$-Krings der polynomialen Funktionen
  liefert mithin nach Satz  \ref{RaR} 
eine "Aquivalenz von Kategorien
$$\begin{array}{ccc}
\left\{ \!\!\begin{array}{c}
\text{Endliche Teilmengen}\\
\text{in irgendwelchen $k^{n}$}
\end{array}\!\!\right\} & \sirra &
\left\{ \!\!\begin{array}{c}
\text{Nilpotentfreie $k$-Kringe $A$}\\
\text{mit }\op{dim}_kA<\infty
\end{array}\!\!\right\}^{\op{opp}}\end{array}$$
In diesem Fall haben wir $\mathcal O(X)=\op{Ens}(X,k)$. 
Unwesentlich allgemeiner zeigen wir nun explizit,
da"s das Bilden des $k$-Krings aller $k$-wertigen Funktionen 
    eine "Aquivalenz von Kategorien\label{edRR} 
$$\begin{array}{ccc}
  \left\{ 
      \text{Endliche Mengen}
    \right\} & \sirra &
  \left\{ \!\!\begin{array}{c}
\text{Nilpotentfreie $k$-Kringe $A$}\\
\text{mit }\op{dim}_kA<\infty
\end{array}\!\!\right\}^{\op{opp}} \\[4mm]%[5mm]
  X &  \mapsto &\op{Ens}(X,k) 
    \end{array}$$
    liefert. 
Gegeben ein $k$-Kring $A$
liefert ja die Linksmultiplikation eine Einbettung $A\hra\op{End}A$,
$a\mapsto (a\cdot)$, deren Bild nach \ref{ENRj} genau aus allen
Endomorphismen besteht, die mit allen Rechtsmultiplikationen $(\cdot b)$
f"ur $b\in A$ kommutieren. Aufgrund der Funktorialit"at der Jordanzerlegung
\eref{fJ}{LA2} geh"ort im Fall $\op{dim}_kA<\infty$
mit $(a\cdot)$  auch sein nilpotenter Anteil zum
Bild unserer Einbettung. Ist $A$ nilpotentfrei, so mu"s der nilpotente Anteil
Null und
$(a\cdot)$ diagonalisierbar sein. Dann gibt es aber nach \eref{GEZ}{LA2}
in $A$ eine Basis, bez"uglich derer alle $(a\cdot)$ durch Diagonalmatrizen
dargestellt werden. Aus Dimensionsgr"unden liefert dann
unsere Einbettung $A\hra\op{End}A$ einen Isomorphismus von
$A$ mit dem Ring der Diagonalmatrizen, also mit $k\times\ldots\times k$. 
Das zeigt, da"s unser Funktor surjektiv ist auf Isomorphieklassen.
Der Rest des Beweises bleibe dem Leser "uberlassen.
\end{Beispiel}









\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildNei}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Ein reelles Bild der sogenannten
{\bf Neil'schen Parabel}\index{Neil'sche Parabel|main},
der Nullstellenmenge von $X^3-Y^2$ in der Ebene.
\end{minipage}
\end{figure}
\begin{Beispiele}[\textbf{Neil'sche Parabel und nodale Kubik}]$(k=\bar k)$. 
F"ur $m\geq n$  entspricht 
der Projektion $k^m\sra k^n$ durch Weglassen der letzten 
 Koordinaten of den polynomialen Funktionen die Einbettung von Polynomringen durch Hinzuf"ugen von Variablen 
$k[T_1,\ldots, T_n]\hra k[T_1,\ldots, T_n, T_{n+1},\ldots, T_m]$.
Der Einbettung $X\hra k^n$ einer algebraischen Teilmenge entspricht
in der Gegenrichtung die Surjektion 
$$k[T_1,\ldots,  T_n]\sra k[T_1,\ldots,  T_n]/\mathcal
I(X)\sira \mathcal O(X)$$ 
Umgekehrt, und jetzt schreiben wir zur Abwechslung und zum
Vermeiden von Indizes mal $X,Y$ f"ur die
Variablen eines Polynomrings statt f"ur unsere algebraischen Teilmengen,
 entspricht die Komposition
$$k[X,Y]\sra k[X,Y]/\langle X^3-Y^2\rangle \sira 
\langle 1, T^2, T^3, \ldots \rangle_k=k+\langle T^2\rangle\subset k[T]$$
mit dem mittleren Isomorphismus gegeben durch
$X\mapsto T^2$, $Y\mapsto T^3$ der Abbildung, die die Gerade 
\glqq geknifft\grqq\  in die Ebene legt vermittels $k\ra k^2$,
$t\mapsto (t^2,t^3)$. Weiter entspricht die Komposition
$$k[X,Y]\sra k[X,Y]/\langle X^3+X^2-Y^2\rangle \sira 
1+ \langle T^2-1 \rangle\subset k[T]$$
mit dem mittleren Isomorphismus gegeben durch
die Vorschrift\label{BNKK}  
$X\mapsto (T^2-1)$, $Y\mapsto T(T^2-1)$ der Abbildung, die die Gerade  
\glqq mit Selbst"uberschneidung\grqq\  in die Ebene legt vermittels $k\ra k^2$,
$t\mapsto (t^2-1,t(t^2-1))$. 
Hier haben alle Fasern h"ochstens einen Punkt mit Ausnahme der
Faser "uber dem Ursprung, die aus den beiden Punkten 
$\pm 1\in k$ besteht und im Fall einer von $2$ verschiedenen Charakteristik
zwei Punkte hat. Man beachte, da"s 
$1+ \langle T^2-1 \rangle\subset k[T]$ der Teilring aller Polynome ist,
die bei $T=-1$ und $T=1$ jeweils denselben Wert annehmen. 
Die mittleren Isomorphismen in den letzten beiden Beispielen 
sind nicht ganz offensichtlich
und sollten vom Leser zur "Ubung bewiesen werden. 
Die fraglichen Abbildungen $k\ra k^2$ gehen sogar surjektiv auf die
Nullstellenmengen der fraglichen Polynome, aber zumindest im letzten
Beispiel scheint mir das mit der uns bis jetzt zur Verf"ugung
stehenden Theorie gar nicht so leicht einzusehen. Warum sollte sich auch 
jede L"osung der Gleichung $x^3+x^2 =y^2$ in der Form
$(x,y)= (t^2-1,t(t^2-1))$ mit $t\in k$ schreiben lassen?
Na gut, mit etwas Rechnen kann man das schon nachpr"ufen. 
In \ref{Goup} werden Sie es auch ohne weitere M"uhen aus dem Going-up-Theorem
folgern k"onnen. Mehr dazu diskutieren wir in \ref{NKNPw}.  
\end{Beispiele}
 \begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildNoKu}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Ein reelles Bild der sogenannten
{\bf nodalen Kubik}\index{nodale Kubik},
der Nullstellenmenge von $x^3+x^2=y^2$ in der Ebene.
\end{minipage}
\end{figure}


\begin{proof}[Beweis]
  Zun"achst einmal zeigen wir, da"s es f"ur jeden nilpotentfreien ringendlichen
  $k$-Kring
$A$ eine algebraische Teilmenge $X \As k^{n}$ gibt mitsamt
einem Isomorphismus von $k$-Kringen $\cal{O}(X) \sira A$. 
Sind in der Tat $t_{1}, \ldots , t_{n} \in A$ Erzeuger
unseres $k$-Krings, so erhalten wir durch die Vorschrift $T_{i}
\mapsto t_{i}$ eine Surjektion
$$k[T_{1}, \ldots , T_{n}] \twoheadrightarrow A$$
Bezeichne $\frak{a}$ ihren Kern.
Besitzt $A$ au"ser der Null keine nilpotenten Elemente, so ist
$\frak{a}$ ein Radikalideal, und ist $k$ algebraisch
abgeschlossen, so ist ein Radikalideal im Polynomring das
Verschwindungsideal seiner Nullstellenmenge, in Formeln $\frak{a}
= {\mathcal I} ({\mathcal Z} (\frak{a}))$. 
Wir erhalten damit Isomorphismen von $k$-Kringen
$$
\cal{O}({\mathcal Z}(\frak{a})) \sila k[T_{1}, \ldots , T_{n}]/
\frak{a} \sira A
$$
und haben gezeigt, da"s $A$ isomorph ist zum $k$-Kring der
polynomialen Funktionen  der algebraischen Menge ${\mathcal Z}(\frak{a})
\subset k^n$. Unser Funktor ist also essentiell surjektiv.
Jetzt m"ussen wir noch zeigen, da"s er auch volltreu ist, da"s also
unsere Vorschrift $\varphi
\mapsto \varphi^{\sharp}$ Bijektionen zwischen den Morphismenr"aumen
liefert. Das gilt sogar ohne die Annahme $k=\bar k$. 
Wir notieren dazu die Menge der polynomialen Abbildungen zwischen zwei
algebraischen Mengen mit $\op{Pol} (X,Y)$.  
Homomorphismen von $k$-Kringen notieren wir  $\op{Kring}^{k}
(A,B)$.  Dann erinnern wir uns an die Formel 
$Y = {\mathcal Z} ({\mathcal I}(Y)) \subset k^{m}$ f"ur $Y\As k^m$
und bilden das
kommutative Diagramm
$$\begin{array}{ccccc}
\op{Pol}(X,Y) && \ra &&\op{Kring}^{k} (\cal{O}(Y), \cal{O}(X))\\
\downarrow & &&&\downarrow \\
\op{Pol} (X,k^{m}) & \sira &\mathcal O(X)^m&\sira& \op{Kring}^{k} (k[T_{1}, \ldots, T_{m}],
\cal{O}(X))
\end{array}$$
Darin seien die Horizontalen durch $\varphi \mapsto \varphi^{\sharp}$
gegeben und die
Vertikalen durch das Nachschalten von $Y \hra k^{m}$ beziehungsweise
das Vorschalten von $k[T_{1}, \ldots, T_{m}]
\twoheadrightarrow \cal{O}(Y)$ und die beiden einzelnen
Abbildungen in der  unteren Horizontale
durch das Nachschalten der Projektionen auf die Koordinaten und das
Einsetzen von polynomialen Funktionen f"ur die Variablen.
Diese beiden Abbildungen sind sicher Bijektionen, folglich ist auch
die untere Horizontale insgesamt eine Bijektion.
Die obere Horizontale ist dann ebenfalls eine Bijektion, denn sie faktorisiert 
in eine  Bijektion nach und eine Bijektion aus 
$$\{ (\varphi_{1}, \ldots, \varphi_{m}) \in \cal{O}(X)^{m} \mid
f(\varphi_{1}, \ldots, \varphi_{m})=0 \quad \forall f \in
{\mathcal I}(Y)\}$$
Um das zu sehen,  verwenden wir die universelle Eigenschaft der
Quotientenabbildung $k[T_{1}, \ldots, T_{m}] / {\mathcal I}(Y) \sira \cal{O}(Y)$ auf der
rechten Seite und die Definition des Verschwindungsideals 
${\mathcal I} (Y)$ auf der
linken Seite.
\end{proof}

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}[\textbf{Stetigkeit polynomialer Abbildungen}]
  Ich erinnere daran, da"s  
eine Abbildung zwischen topologischen
R"aumen stetig hei"st, wenn das Urbild jeder
offenen Menge wieder offen ist. Man zeige: 
Gegeben ein K"orper $k$  sind polynomiale Abbildungen
$X\ra Y$ mit $X\As k^m$ und $Y\As k^n$ stetig f"ur die von der Zariskitopologie 
auf unseren Teilmengen
induzierte Topologie.
\end{Ubung}

\subsection{Naive affine Variet"aten}

\begin{Definition}
  Gegeben ein K"orper $k$ verstehen wir unter einer
  {\bf $k$-geringten Menge}\label{kgM} 
  ein Paar $$(X,\mathcal O(X))$$ bestehend aus einer Menge $X$ und einem
  $k$-Unterring $\mathcal O (X) \subset \op{Ens} (X,k)$ 
  im $k$-Ring aller $k$-wertigen Funktionen auf $X$. Die Elemente
  von $\mathcal O(X)$ nennen wir
  die {\bf strukturierenden Funktionen}\index{strukturierend!Funktion}\index{Funktion!strukturierende}
  unserer $k$-geringten Menge $X$. Ein {\bf Morphismus}
    von  $(X,\mathcal O(X))$
  in eine weitere $k$-geringte Menge $(Y,\mathcal O(Y))$
  ist eine Abbildung
  $\varphi:X\ra Y$
  derart, da"s gilt  $f\in\mathcal O(Y)\RA f\circ\varphi\in\mathcal O(X)$.
  Mit diesen Morphismen bilden die $k$-geringten Mengen eine Kategorie
  $$\op{Ensr}_k$$
  Den durch Vorschalten von $\varphi$ erkl"arten Homomorphismus
  von $k$-Kringen nennen wir auch in dieser Allgemeinheit
  den {\bf Komorphismus zu $\varphi$} und
  notieren ihn weiter 
  $\varphi^\sharp: \mathcal O(Y)\ra\mathcal O(X)$.
\end{Definition}

  
\begin{Definition} Sei $k=\bar k$ ein algebraisch abgeschlossener K"orper. 
    Eine {\bf naive affine $k$-Variet"at}\index{affin!Variet"at!naive} 
    oder {\bf affine $k$-Variet"at} ist eine \hyperref[kgM]{$k$-geringte Menge} 
    $(X,
    \mathcal O (X))$\label{nAV}  
derart, da"s ihr Ring von strukturierenden Funktionen 
    $\mathcal O (X)$ ringendlich ist "uber $k$ und da"s wir eine Bijektion
    $$\begin{array}{ccc}
       X &\sira& \op{Kring}^k (\mathcal O (X), k)\\[2mm]
   x&\mapsto& \delta_x
  \end{array}$$
   von $X$ mit der Menge der $k$-linearen Ringhomomorphismen $\mathcal O (X)
    \rightarrow k$ erhalten, wenn wir jedem
    Punkt $x \in X$ den durch das Auswerten bei $x$ gegebenen
    Ringhomomorphismus $\delta_x : \mathcal O (X) \rightarrow k$, $f \mapsto f (x)$
    zuordnen.\index{d@$\delta_x$ Auswerten bei $x$}
    Die strukturierenden Funktionen einer affinen Variet"at nennen wir auch
    ihre {\bf regul"aren Funktionen}.\index{Funktion!regul"are!auf affiner Variet"at}\index{regul"ar!Funktion!auf affiner Variet"at}  
\end{Definition}

 

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}]
  Es wird sich bald erweisen, da"s unsere naiven affinen Variet"aten
  bis auf Isomorphismus genau unsere $k$-geringten Mengen $(X,\mathcal O(X))$
  zu algebraischen Teilmengen $X\As k^n$ sind. 
  Das Adjektiv \glqq affin\grqq\ dient dazu, in der Terminologie
  Platz zu lassen f"ur  allgemeinere Variet"aten wie 
  wir sie in \ref{DeVah} kennenlernen.
  Das Adjektiv \glqq naiv\grqq\ bringt zum Ausdruck,
  da"s wir unsere naiven
  affinen Variet"aten als 
  spezielle $k$-geringte Mengen betrachten und noch nicht, wie im Fall
  allgemeiner Variet"aten, als spezielle \glqq $k$-geringte R"aume\grqq.
  Dieser Unterschied wird sich jedoch als unwesentlich erweisen, weshalb wir
  auf das Adjektiv \glqq naiv\grqq\ im folgenden meist verzichten.
\end{Bemerkungl}


  \begin{Bemerkungl}
Unter einem {\bf Morphismus\index{Morphismus!von affinen
    Variet"aten} von affinen
$k$-Variet"aten} verstehen wir einen Morphismus von $k$-geringten Mengen. Die
affinen  $k$-Variet"aten bilden damit\index{Varaff@$\op{Varaff}_k$ affine $k$-Variet"aten} eine volle Unterkategorie\label{varaff} 
$$\op{Varaff}_k\subset \op{Ensr}_k$$
der Kategorie aller $k$-geringten Mengen.
Gegeben affine Variet"aten $X,Y$ notieren wir die Menge aller
Morphismen von $X$ nach 
$Y$ statt $\op{Varaff}_k(X,Y)$ meist k"urzer
$\op{Var}_k(X,Y)$\index{Var@$\op{Var}$ Morphismen von Variet"aten} und greifen damit der volltreuen Einbettung $\op{Varaff}_k\vra \op{Var}_k$ in die
Kategorie aller $k$-Variet"aten vor, die wir
zusammen mit der Definition allgemeiner $k$-Variet"aten in \ref{DeVah}  kennenlernen werden. Wenn wir hoffen, da"s der Grundk"orper
aus dem Kontext hervorgeht, schreiben wir auch kurz $\op{Var}$. 
\end{Bemerkungl}
%Genauer wird sich erweisen, da"s der Funktor, der jeder affinen $k$-Variet"at
%$(X,\mathcal O_X)$ im dortigen Sinne das Paar $(X,\mathcal O_X(X))$  zuordnet,
%das  aus der Menge $X$
%mit
%dem Ring der \glqq globalen regul"aren Funktionen\grqq\  besteht, ein
%Isomorphismus zwischen der dort erkl"arten Kategorie der 
%\glqq affinen $k$-Variet"aten\grqq\ 
%und der hier erkl"arten Kategorie der naiven affinen $k$-Variet"aten ist.
%Deshalb ist es unverf"anglich, die Spezifikation \glqq naiv\grqq\ 
%im folgenden f"ur gew"ohnlich wegzulassen.

\begin{Bemerkungl} Ich verwende das Wort {\bf Variet"at}
nur f"ur  $k$-Variet"aten "uber  algebraisch abgeschlossenen K"orpern
$k=\bar k$. Wenn das Wort \glqq Variet"at\grqq\ f"allt,
ist also implizit zu verstehen, da"s der zugeh"orige Grundk"orper
algebraisch abgeschlossen ist. Ich werde  das nicht immer 
extra erw"ahnen. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Beispiele}$(k=\bar k)$.\label{BAVV} 
  \begin{enumerate}
  \item Jede endliche Menge $X$ wird mit $\mathcal O (X) \pdef \op{Ens} (X,k)$
    eine affine Variet"at.  
\item Die Menge $X = k^n$ wird mit $\mathcal O (X) \cong
    k [T_1, \ldots, T_n]$ den polynomialen Funktionen eine affine Variet"at. 
 \item(\textbf{Nullstellenmengen}). Gegeben  eine affine Variet"at $X$ und
    eine Teilmenge  $ E \subset \mathcal O (X)$ des Rings der regul"aren Funktionen wird die Menge der gemeinsamen Nullstellen
    \begin{equation*}
      Y = \mathcal Z (E) \pdef \{ x \in X \mid f (x) = 0 \quad \forall f \in E\}
    \end{equation*}
    mit den Einschr"ankungen $\mathcal O (Y) \pdef \{ f|_Y \mid f \in \mathcal O
    (X)\}$ regul"arer Funktionen von $X$  als
    den regul"aren Funktionen  von $Y$  eine affine Variet"at.  In der Tat kommt jeder $k$-lineare Ringhomomorphismus $\mathcal O
    (Y) \rightarrow k$ von einem $k$-linearen Ringhomomorphismus $\mathcal O (X)
    \rightarrow k$ her, der durch Auswerten $\delta_x$ 
an einem Punkt $x \in X$ gegeben
wird, der dann notwendig bereits zu $Y$ geh"ort haben mu"s.  Weiter
ist $\mathcal O(Y)$ als Quotient des "uber $k$ ringendlichen $k$-Krings
$\mathcal O(X)$ auch ringendlich "uber $k$.
\item(\textbf{Nichtnullstellenmengen einzelner Funktionen}). Gegeben eine affine Variet"at
    $(X, \mathcal O (X))$ und eine regul"are  Funktion $f \in \mathcal O (X)$
    wird   ihre Nichtnullstellenmenge
$$X_f \pdef X \backslash \mathcal Z (f)= \{ x \in X \mid f (x) \neq 0\} $$
    eine affine Variet"at mit
    $ \mathcal O(X_f)\pdef \overline{\mathcal O(X)} [\bar f^{-1}]
    \subset\op{Ens} (X_f,k)$
    dem Teilring, der von den Restriktionen der regul"aren 
    Funktionen aus $\mathcal O (X)$ zusammen mit der Funktion $1/\bar f$
    erzeugt wird, f"ur $\bar f$ die Restriktion von $f$.
    In der Tat liefern die Homomorphismen von $k$-Kringen
    $\mathcal O(X)\sra \overline{\mathcal O(X)}\hra \mathcal O(X_f)$
    Injektionen
    $$\op{Kring}^k(\mathcal O(X),k)\hla  \op{Kring}^k(\overline{\mathcal O(X)}, k)\hla \op{Kring}^k(\mathcal O(X_f),k)$$
    und das Bild der Komposition kann nur solche Homomorphismen
    enthalten, die $f$ auf eine Einheit abbilden, die also
    eine Auswertung $\delta_x$ an einer Stelle $x\in X_f$ sind.   
    Da umgekehrt alle diese Auswertungen auch im Bild liegen, ist
    $(X_f,\mathcal O(X_f))$ in der Tat eine affine Variet"at.
\end{enumerate}
\end{Beispiele}

\begin{Bemerkungw}
  Seien $X$ eine affine Variet"at und $f,g\in\mathcal O(X)$.
  In \ref{UEAAo} zeigen wir, da"s unter der Annahme 
  $X_f\subset X_g$ die Einbettung $X_f\hra X_g$  ein Morphismus von affinen
  Variet"aten ist.\label{Vorss}
  Insbesondere haben wir $X_f=X_g\RA \mathcal O(X_f)=\mathcal O(X_g)$.
\end{Bemerkungw}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Gegenbeispiele}]
  Die Menge $X\pdef \DC^\times$ geringt durch $\mathcal O(X)\cong \DC[T]$ den Ring der
  polynomialen Funktionen ist
  keine affine Variet"at, da
  es f"ur den Ringalgebrenhomomorphismus $\DC[T]\ra \DC$ \glqq nimm den konstanten Term\grqq\ keinen Punkt $x\in X$ gibt, f"ur den er der Auswertungshomomorphismus w"are.  Die Zahlenebene $X\pdef \DC\sqcup\{\tilde 0\}$
  \glqq mit verdoppeltem Nullpunkt\grqq\ geringt durch erweiterte polynomiale Funktionen
  $\mathcal O(X)\cong \DC[T]$ mit der Ma"sgabe
  $P(\tilde 0)=P(0)\;\forall P\in \DC[T]$ ist auch keine
  affine Variet"at, da hier die beiden Punkte $0\neq\tilde 0$ denselben
  Auswertungshomomorphismus $\delta_0=\delta_{\tilde 0}$ liefern. Die
  Kreislinie $X\pdef S^1$ geringt durch alle stetigen komplexwertigen Funktionen $\mathcal O(X)\pdef \mathcal C(X)$ ist keine
  affine Variet"at, da  $\mathcal C(X)$ nicht ringendlich ist "uber $\DC$.
  Man kann das etwa daran sehen, da"s $\mathcal C(X)$ nicht noethersch ist,
  denn es gibt in der Kreislinie eine absteigende Folge von abgeschlossenen
  Mengen, die nicht stagniert, und deren Verschwindungsideale  bilden dann eine aufsteigende Folge von
  Idealen von $\mathcal C(X)$, die ebenfalls  nicht stagniert.
  Man beachte in diesem letzten Beispiel,
  da"s unsere Bedingung
  $X\sira \op{Kring}^{\DC} (\mathcal O (X), \DC)$ durchaus erf"ullt ist,
  da ja  allgemein f"ur jeden kompakten Hausdorffraum $X$ die
  Abbildungsvorschrift $x\mapsto \delta_x$ eine Bijektion
  $X\sira \op{Kring}^{\DC} (\mathcal C (X), \DC)$ liefert, vergleiche \eref{KRS}{TM}.
\end{Bemerkungl}




\begin{Beispiel}[\textbf{Affine R"aume  als affine Variet"aten}]
  Jeder endlichdimensionale affine Raum $A$ "uber einem
  algebraisch abgeschlossenen K"orper $k$ wird
eine affine $k$-Variet"at, wenn wir $\mathcal O(A)\subset
\op{Ens}(A,k)$ erkl"aren als die von allen affinen Abbildungen 
$A\ra k$ erzeugte $k$-Unterringalgebra.  Jede affine Abbildung 
von endlichdimensionalen affinen R"aumen  ist in Bezug 
auf diese Strukturen ein Morphismus von affinen Variet"aten\label{akV} und
im Fall $A=k^n$ erhalten wir wieder unsere aus \ref{BAVV} 
bekannte affine Variet"at mit $ k[T_1,\ldots, T_n]\sira \mathcal O(k^n)$ zur"uck. 
\end{Beispiel}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Verschiedene Bedeutungen von \glqq affin\grqq}]
  Ungl"ucklich ist in diesem Zusammenhang die Verwendung des Wortes
  \glqq affin\grqq\  in zwei verschiedenen Bedeutungen: Jeder endlichdimensionale
  affine Raum tr"agt zwar in dieser Weise eine nat"urliche Struktur als affine
  Variet"at, aber es gibt durchaus auch noch andere affine Variet"aten, ja
  \glqq die meisten\grqq\  affinen Variet"aten sind keineswegs isomorph zu affinen
  R"aumen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
Alle Definitionen und S"atze vom Beginn dieses Abschnitts 
bis hierher w"urden auch  f"ur einen
beliebigen unendlichen Grundk"orper $k$ funktionieren,
mit etwas mehr Vorsicht sogar f"ur einen
beliebigen Grundk"orper $k$. 
Allerdings m"u"ste man dann in Kauf nehmen,
da"s etwa die reelle Gerade $X=\DR$ mit dem Ring von regul"aren Funktionen 
$\mathcal O(X)=\DR[T,(T^2+1)^{-1}]$ auch eine 
naive affine $\DR$-Variet"at w"are, und das st"unde
im Widerspruch zur allgemein
"ublichen Terminologie. Dies Beispiel zeigt auch, da"s
die in unserer Vorschau \ref{Vorss} aufgestellten Behauptungen
dieser Allgemeinheit nicht mehr richtig w"aren. 
\end{Beispiel}
 
\begin{Satz}[\textbf{"uber affine Variet"aten}]
$(k=\bar{k})$. 
Unsere "Aquivalenz von Kategorien 
aus \ref{RaR} l"a"st sich einbetten in ein kommutatives Diagramm
von "Aquivalenzen\label{GAQK} 
$$\begin{array}{rcl}
\left\{ \!\!\begin{array}{c}
\text{Algebraische Mengen}\\
\text{ in irgendwelchen $k^{n}$}
\end{array}\!\!\right\} & \stackrel{\approx}{\longrightarrow} &
\left\{ \!\!\begin{array}{c}
\text{Nilpotentfreie ring-}\\
\text{-endliche $k$-Kringe}
\end{array}\!\!\right\}^{\op{opp}} \\[5mm]
\scriptstyle{\approx}\searrow&&\nearrow\scriptstyle{\approx}\\
&\left\{ \!\!\begin{array}{c}
 \text{Affine $k$-Variet"aten}
\end{array}\!\! \right\}
\end{array}$$
Der Funktor $\searrow$ ordnet dabei jeder algebraische Menge $X\As k^n$
die affine Variet"at $(X,\mathcal O(X))$ zu 
und der Funktor $\nearrow$ jeder affinen $k$-Variet"at $(X,\mathcal O(X))$ 
den $k$-Kring  $\mathcal O(X)$ ihrer regul"aren Funktionen.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  In meinen Augen ist dieser Satz zentral f"ur das Verst"andnis
sowohl der kommutativen Algebra als auch der algebraischen Geometrie.
Er stellt in einem besonders einfachen Kontext 
die Beziehung zwischen eingebetteter 
Geometrie, koordinatenfreier
Geometrie und abstrakter Algebra her, die das Gebiet pr"agt.
Motiviert durch diesen Satz hei"sen ringendliche
nilpotentfreie $k$-Kringe "uber algebraisch abgeschlossenen K"orpern auch
{\bf affine $k$-Kringe}.\index{affin!$k$-Kring} 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungw}[\textbf{Verkleben von Punkten in affinen Variet"aten}] 
  In \ref{VeKKn} werden wir lernen, da"s gegeben eine affine
  Variet"at $(X,\mathcal O(X))$ und eine surjektive Abbildung
  $\varphi:X\ra Y$ auf eine
  Menge $Y$ mit endlichen Fasern und h"ochstens endlich
  vielen Fasern mit mehr als einem Punkt\label{NKNPw} 
  unsere Menge  $Y$ mit dem Funktionenring
  $\mathcal O(Y)\pdef \{f:Y\ra k\mid f\circ \varphi\in\mathcal O(X)\}$
  zu einer affinen Variet"at wird. Weiter werden wir in \ref{NKV} sehen, da"s
  man die nodale Kubik in dieser Weise durch das Verkleben von zwei
  verschiedenen Punkten einer
  Gerade erhalten kann, und werden  in \ref{NeiP} auch sehen,
  inwiefern man beim Verkleben von zwei \glqq infinitesimal
  benachbarten Punkten\grqq\  die Neil'sche Parabel erh"alt.
\end{Bemerkungw}
  
\begin{proof}
Gegeben $X\As k^n$ ist $\mathcal O(X)$ ringendlich "uber $k$ und
die $k$-linearen Ringhomomorphismen $\mathcal O(X)\ra k$
sind etwa nach \ref{RaR} genau die Auswertungsabbildungen an 
Punkten von $X$. Unser Funktor  $\searrow$ landet also in der 
Tat in der Kategorie der affinen Variet"aten. 
Da"s unser funktorielles Diagramm kommutiert, ist offensichtlich.
  Jede affine Variet"at $X$ ist isomorph zu einer 
affinen Variet"at vom Typ $\mathcal Z(I)\As k^n$.
In der Tat ist nach Annahme $\mathcal O(X) $ ringendlich "uber
$k$. Bilden etwa die Funktionen $f_1,\ldots, f_n$ ein Erzeugendensystem, 
so erhalten wir eine Surjektion 
$k[T_1,\ldots ,T_n]\sra \mathcal O(X)$ mit $T_i\mapsto f_i$.
Die Abbildung $(f_1,\ldots,f_n):X\ra k^n$ induziert dann einen 
Isomorphismus $X\sira \mathcal Z(I)$ f"ur $I$  den Kern obiger Surjektion. 
Das zeigt, da"s $\searrow$ eine
Surjektion auf Isomorphieklassen
von Objekten induziert. Nach \ref{RaR}  induzieren demnach
alle drei Funktoren Bijektionen auf Isomorphieklassen
von Objekten. 
Um den Satz aus \ref{RaR} zu folgern, m"ussen wir nur noch zeigen,
da"s 
$\nearrow$ Injektionen
auf den Morphismenr"aumen induziert.
Das ist aber klar. 
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Universelle Eigenschaft von Nullstelleneinbettungen}] 
    Gegeben $X$ eine affine Variet"at und $E\subset \mathcal O(X)$
    eine Menge regul"arer Funktionen und $Y\pdef \mathcal Z(E)$
 deren simultane Nullstellenmenge  ist die Einbettung $Y\hra X$
offensichtlich ein Morphismus.\label{UEAAoa}   
Ist weiter $\varphi:Z\ra X$ ein Morphismus von affinen Variet"aten mit
$\varphi(Z)\subset Y$, so ist  auch die induzierte Abbildung 
$\varphi:Z\ra Y$ offensichtlich ein Morphismus von affinen Variet"aten. 
\end{Bemerkungl}




  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Regularit"at der Kehrwerte nullstellenfreier regul"arer Funktionen}]
     Gegeben eine affine  Variet"at $X$ und
     eine regul"are Funktion $f\in \mathcal O(X)$ ohne Nullstelle
     ist auch $1/f$ regul"ar. Das zeigen wir, indem wir die gegenteilige Annahme zum Widerspruch f"uhren.
     Ist $f\in\mathcal O(X)$ keine Einheit, so ist das von $f$
     erzeugte Ideal nicht der ganze Ring und kann mithin zu einem
     maximalen Ideal $\mathfrak m$ vergr"o"sert werden. 
     Jetzt sagt der Hilbert'sche Nullstellensatz in seiner k"orpertheoretischen
     Form \ref{KFa}, da"s die Komposition $k\ra \mathcal O(X)\ra
     \mathcal O(X)/\mathfrak m$ eine endliche K"orpererweiterung sein mu"s,
     also wegen $k=\bar k$ ein Isomorphismus. So erhalten wir einen
     Homomorphismus $\mathcal O(X)\ra k$ von $k$-Kringen mit
     $f\mapsto 0$. Das aber bedeutet im Lichte unserer Definition
     \ref{nAV} einer
      affinen Variet"at, da"s $f$ eine Nullstelle auf $X$ gehabt haben
     mu"s.\label{Nsdfg} 
   \end{Bemerkungl}\begin{Bemerkungl}[\textbf{Universelle Eigenschaft von Nichtnullstelleneinbettungen}] 
    Gegeben $X$ eine affine Variet"at und $f\in \mathcal O(X)$
    eine regul"are Funktion ist die Einbettung $X_f\hra X$
offensichtlich ein Morphismus.\label{UEAAo}   
Ist weiter $\varphi:Z\ra X$ ein Morphismus von affinen Variet"aten mit
$\varphi(Z)\subset X_f$, so ist  auch die induzierte Abbildung 
$\varphi:Z\ra X_f$ ein Morphismus von affinen Variet"aten. 
In der Tat ist $ (1/f)\circ \varphi =1/\varphi^\sharp(f)$ nach \ref{Nsdfg}  eine 
regul"are Funktion auf $Z$. Speziell folgt f"ur $f,g\in\mathcal O(X)$
mit $X_g\subset X_f$ sofort $\op{res}(\mathcal O(X_f))\subset \mathcal O(X_g)$. Noch spezieller folgt aus $X_f= X_g$ bereits $\mathcal O(X_g)= \mathcal O(X_f)$.
\end{Bemerkungl}

\subsubsection*{"Ubungen} 
 \begin{Ubung}
    Die regul"aren Funktionen einer affinen $k$-Variet"at $X$
sind genau die Morphismen von Variet"aten $X\ra k$, in Formeln
 $\mathcal O(X)=\op{Var}(X,k)$. 
  \end{Ubung}



  
\begin{Ubung}[\textbf{Automorphismen offener Teilmengen der Gerade}]
  Jeder Isomorphismus von Variet"aten $k\sira k$ hat
die Gestalt $t\mapsto at + b$ f"ur $a\in k^\times$ und $b\in k$. 
 Jeder Isomorphismus von Variet"aten $k^\times\sira k^\times$ hat
die Gestalt $t\mapsto at^\varepsilon$ f"ur $a\in k^\times$ und 
$\varepsilon\in \{1,-1\}$. 
Die Variet"aten   $k\backslash E$ f"ur $E\subset k$
endlich mit zwei oder mehr Elementen haben nur endlich viele 
Automorphismen. Hinweis: \eref{FRFFm}{AL}.\label{AutoV}  
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Bijektive Morphismen m"ussen keine Isomorphismen sein}]
Es gibt durchaus bijektive Morphismen zwischen  
affinen Variet"aten,\label{BNIa} 
die keine Isomorphismen von Variet"aten sind. Als Beispiele
betrachte man im Fall einer Charakteristik 
$\op{char}k=p>0$ die Abbildung $k\ra k$, $t\mapsto t^p$
und  im Fall $\op{char}k$ beliebig die Abbildung 
$k\ra {\mathcal Z}(X^3-Y^2)$, $t\mapsto (t^2,t^3)$. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Frobeniustwist}]
  Gegeben eine affine Variet"at $(X,\mathcal O(X))$ "uber einem algebraisch abgeschlossenen
  K"orper $k$ positiver Charakteristik $p>0$ erhalten wir eine
  weitere affine $k$-Variet"at $X^{[1]}=(X^{[1]},\mathcal O(X^{[1]}))$
  durch die Vorschrift $X^{[1]}\pdef X$ und\label{FroTA}
  $\mathcal O(X^{[1]})\pdef \{f^p\mid f\in \mathcal O(X)\}$.
  Die Identit"at auf den zugrundeliegenden Mengen ist dann stets  ein
  Morphismus von Variet"aten,
 der {\bf Frobenius-Morphismus}\index{Frobenius-Morphismus!von affiner Variet"at} 
 $$\op{Fr}:X\ra X^{[1]}$$ Er ist im allgemeinen kein
  Isomorphismus, ja die Variet"aten $X$ und $ X^{[1]}$ sind im allgemeinen
  nicht isomorph. Die Variet"at $X^{[1]}$ hei"st der
  {\bf Frobenius-Twist von $X$}.\index{Frobenius-Twist!von naiver
    affiner Variet"at} F"ur jeden Morphismus
  $X\ra Y$ ist die zugrundeliegende Abbildung von Mengen auch ein  Morphismus
  $X^{[1]}\ra Y^{[1]}$. 
\end{Ubung}
\begin{Bemerkungw} Sobald wir Variet"aten und allgemeiner Schemata
  "uber beliebigen K"orpern
  eingef"uhrt haben, k"onnen  wir zu jeder
  $\mathbb F_p$-Variet"at $X_\circ$ eine $k$-Variet"at
  $X\pdef X_\circ\times_{\mathbb F_p}k$ "uber dem algebraischen
  Abschlu"s von $k$ erkl"aren zusammen mit
  einem Isomorphismus $\alpha:X\sira X^{[1]}$
  und so den \glqq geometrischen
  Frobenius\grqq\
  $${\op{F}}_{\op{g}}\pdef \alpha^{-1}\op{Fr}: X\ra X$$ bilden, einen veritablen
  Endomorphismus der $k$-Variet"at $X\pdef X_\circ\times_{\mathbb F_p}k$. Genaueres
  wird in \ref{gaF} erkl"art.
\end{Bemerkungw}
\begin{Ubung}[\textbf{Frobeniustwist in Koordinaten}] 
Sei $k$ ein algebraisch abgeschlossener 
K"orper $k$ positiver Charakteristik $p>0$.
Der Morphismus $F: k^n\ra k^n$ gegeben durch
  $F:(x_{1},\ldots, x_{n}) \mapsto
(x^{p}_{1}, \ldots , x^{p}_{n})$ ist als Abbildung von Mengen
eine Bijektion und faktorisiert "uber einen Isomorphismus
$(k^n)^{[1]}\sira k^n$. Dieser Isomorphismus
induziert f"ur jede abgeschlossene Untervariet"at
  $X\As k^n$ einen Isomorphismus
$$X^{[1]}\sira F(X)$$ Definierende Gleichungen in $k[T_1,\ldots, T_n]$
f"ur $F(X)$ kann man erhalten, indem man in definierenden Gleichungen
f"ur $X$ alle Koeffizienten zur $p$-ten
  Potenz erhebt. In der Sprache der affinen $k$-Kringe entspricht $X\ra X^{[1]}$
  dem Frobeniushomomorphismus $A\ra A$ aus \eref{Frob}{LA1}, den wir
  als einen Homomorphismus von $k$-Kringen $A^{[1]}\ra A$ lesen.
  Hierzu definieren wir den $k$-Kring $A^{[1]}$, indem wir als
  zugrundeliegenden Kring $A^{[1]}=A$  setzen, aber den strukturellen
  Homomorphismus $k\ra A^{[1]}$ definieren
  als die Komposition $k\ra k\ra A$ des strukturellen Homomorphismus $k\ra A$
  mit dem Inversen des Frobenius $k\sira k$. Schlie"slich zeige man, da"s der
  Funktor $X\mapsto X^{[1]}$ eine "Aquivalenz von Kategorien ist von der
  Kategorie der affinen $k$-Variet"aten zu sich selber.
Vielleicht noch nat"urlicher wird diese Konstruktion in
der Sprache der Schemata, vergleiche  \ref{FrobTS}.
\end{Ubung}
  


\subsection{Nullstellensatz f"ur affine Variet"aten} 


\begin{Bemerkungl}[\textbf{R"aume und Ringe als "ubergreifendes Thema}] 
Ein gro"ser Teil der
sogenannten \glqq kommutativen Algebra\grqq\  besteht aus
geometrischen Erkenntnissen, die man unter Zuhilfenahme des vorhergehenden
Satzes \ref{GAQK} 
in die Sprache der affinen $k$-Kringe 
"ubersetzt und von dort 
auf
m"oglichst gro"se Klassen von kommutativen Ringen verallgemeinert.
Zu jedem  topologischen Raum k"onnen wir auch den
Ring der stetigen reellwertigen Funktionen auf unserem
Raum bilden, zu jeder
$\cal{C}^\infty$-Mannigfaltigkeit den Ring der $\cal{C}^\infty$-Funktionen
und zu jeder 
Riemann'schen Fl"ache den Ring der holomorphen Funktionen. Es 
zeigt sich, da"s diese Ringe wieder die urspr"unglichen \glqq strukturierten 
R"aume\grqq\  sehr weitgehend kodieren. F"ur kompakte Hausdorff-R"aume
ist das die Aussage des Satzes \eref{SHD}{TM} und in den anderen und vielen
weiteren F"allen gelten "ahnliche Aussagen. Man kann sich deshalb
durchaus auf den Standpunkt stellen, da"s \glqq Ringe die besseren R"aume\grqq\ 
sind. Mein Ziel ist  im folgenden, 
diese geometrische
Intuition offenzulegen, die 
gro"sen Teilen der kommutativen Algebra  zugrunde liegt.
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungw}
Der \glqq Hauptsatz von Zariski\grqq\  \eref{ZHSSS}{AAG} %\index{Zariski!Hauptsatz von}
 besagt, da"s in 
Charakteristik Null die Umkehrabbildung eines bijektiven 
Morphismus von einer affinen Variet"at in eine \glqq glatte\grqq\  affine Variet"at 
stets wieder ein Morphismus ist. In positiver Charakteristik mu"s man
zus"atzlich voraussetzen, da"s der fragliche bijektive
Morphismus auch in jedem Punkt bijektives \glqq Differential\grqq\  hat.
\end{Bemerkungw}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Nullstellenmengen und Verschwindungsideale f"ur affine Variet"aten}]
Unsere bis jetzt entwickelten Notationen und Resultate lassen sich
ohne gro"se Schwierigkeiten\label{ZaTo2}  
von $k^n$ 
auf beliebige affine Variet"aten $X$ verallgemeinern.
 Das Auswerten liefert 
wieder  eine Paarung
$$X \times \cal{O}(X) \ra k$$
und wir k"onnen f"ur $Y \subset X$ beziehungsweise $E \subset \cal{O}(X)$
das Verschwindungsideal beziehungsweise die Nullstellenmenge
$$\begin{array}{ccccc}
{\mathcal I}(Y) ={\mathcal I}_X(Y) &
\pdef&\{f \in  \cal{O}(X)&\mid f(x) =0 & \forall x \in
Y\}\\
{\mathcal Z}(E)={\mathcal Z}_X(E) 
&\pdef&\{x \in X &\mid f(x)=0 &\forall f \in E \}
\end{array}$$
bilden. Wieder kehren $\mathcal I$ beziehungsweise $\mathcal Z$ 
die Inklusionen um und die ${\mathcal Z}(E)$ bilden 
eine Topologie auf $X$,
 die 
{\bf Zariski-Topologie}.\index{Zariskitopologie!auf affiner Variet"at}
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}
Gegeben  eine affine Variet"at $X$  wird nach \ref{BAVV} jede 
abgeschlossene Teilmenge 
    $ Y\As X$ 
  mit $\mathcal O (Y) \pdef \{ f|_Y \mid f \in \mathcal O
    (X)\}$ selbst eine affine Variet"at.  
Wir nennen diese Struktur die {\bf induzierte Struktur}
 auf $Y$.
\index{induzierte Struktur!einer affinen Variet"at}
Nat"urlich induziert die Restriktion dann einen
Isomorphismus\label{UEAAa}  
$$\cal{O}(X)/{\mathcal I}(Y)\sira \cal{O}(Y)$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Abgeschlossene Einbettungen}] 
  F"ur einen Morphismus $\varphi:Y\ra X$ von affinen Variet"aten sind
gleichbedeutend:\label{AbIM} 
\begin{enumerate}
\item 
Der Morphismus 
$\varphi$ ist injektiv mit abgeschlossenem Bild und induziert einen
Isomorphismus $Y\sira\varphi(Y)$ auf sein Bild mit der induzierten
Struktur;
\item
Der Komorphismus ist eine Surjektion $\varphi^\sharp:\mathcal O(X)\sra
\mathcal O(Y)$.
\end{enumerate}
Der Nachweis dieser "Aquivalenz bleibe dem Leser zur "Ubung. 
Einen Morphismus mit diesen Eigenschaften nennen wir eine 
{\bf abgeschlossene Einbettung}.\index{Einbettung!abgeschlossene!f"ur naive
  affine Variet"aten} 
\end{Bemerkungl}

% \begin{Ubung}\label{FYX}
% Sei $k$ ein Kring. 
% Gegeben $Y\subset X\subset k^n$ induziert die Einschr"ankung einen
% Isomorphismus 
% $\cal{O}^{\op{pol}}(X)/{\mathcal I}(Y)\sira \cal{O}^{\op{pol}}(Y)$.
% Ist $k=\bar k$ ein algebraisch abgeschlossener K"orper und sind
% $Y\As X\As k^n$ algebraische Teilmengen, so finden wir insbesondere

% \end{Ubung}

\begin{Satz}[\textbf{Nullstellensatz im Kontext affiner Variet"aten}]
F"ur jede 
affine Variet"at $X$ gilt:\label{NstV}
\begin{enumerate}
\item
Ist $\mathfrak a  \subset \cal{O}(X)$ ein Ideal und verschwindet $f \in \cal{O}(X)$ auf
der Nullstellenmenge von $\mathfrak a $, so liegt eine Potenz von $f$ bereits 
in $\mathfrak a $. In Formeln ausgedr"uckt gilt also
$\mathcal Z(f)\supset \mathcal Z(\mathfrak a ) \;\RA \; f^N\in \mathfrak a  \text{ f"ur }N\gg 0$;
\item
Die Zuordnungen $\mathfrak b \mapsto {\mathcal Z}(\mathfrak b )$ und $Z\mapsto {\mathcal I}(Z)$
liefern zueinander inverse
Bijektionen zwischen der Menge aller Radikalideale
von $\cal{O}(X)$ und der Menge aller abgeschlossenen Teilmengen von $X$; 
\item
F"ur jede Teilmenge $Y\subset X$ ist 
die Nullstellenmenge ihres Verschwindungsideals
der Abschlu"s von $Y$ in
$X$, in Formeln ${\mathcal Z}( {\mathcal I}(Y))=\bar Y$; 
\item F"ur  
jede Teilmenge $E\subset \mathcal O(X)$ ist das Verschwindungsideal
ihrer Nullstellenmenge das Radikal des von $E$ erzeugten Ideals,
in Formeln gilt also 
${\mathcal I}( {\mathcal Z}(E))=\sqrt{\langle E\rangle}$;
\item\label{NstV3}
Die Zuordnung $\frak m\mapsto {\mathcal Z}(\frak m)$ 
ist eine Bijektion  $\op{Max} \cal{O}(X) \sira
X$. Die Zuordnung $x\mapsto {\mathcal I}(x)$
beschreibt ihre Umkehrabbildung. 
\end{enumerate}
\end{Satz}
\begin{proof}
Das folgt ohne Schwierigkeiten aus den entsprechenden
Aussagen im Fall $X=k^n$, die wir als \ref{HN}, \ref{BRI}
und \ref{MIi} bereits besprochen haben.
Die Details "uberlasse ich dem Leser zur "Ubung.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Maximalspektrum}]
Sei $k=\bar k$  algebraisch abgeschlossen. 
 Wir notieren $\op{Kring}^k_{\op{re}}$ die Kategorie der
 ringendlichen $k$-Kringe und $\op{Kringo}_k^{\op{re}}$ ihre
 opponierte Kategorie.
Wir konstruieren einen  Funktor\label{MaxS} 
$$\op{Max}:\op{Kringo}_k^{\op{re}}\ra \op{Ensr}_k$$
in die  Kategorie der $k$-geringten Mengen durch die Vorschrift, da"s wir einem Kring $A$ die Menge
$$\op{Max}(A)$$ der maximalen Ideale
von $A$ zuordnen und als Ring der strukturierenden Funktionen $\mathcal O(\op{Max}(A))\subset \op{Ens}(\op{Max}A,k)$ das  Bild des Homomorphismus von $k$-Kringen
$\tau=\tau_A:A\ra \op{Ens}(\op{Max}A,k)$,
der dadurch gegeben wird, da"s $(\tau(a))(\mathfrak m)$ und $a$ dasselbe
Bild in $A/\mathfrak m$ haben.
Diese Definition ist sinnvoll, da unter unseren Endlichkeitsannahmen
die Komposition $k\ra A\sra A/\frak m$ ein Isomorphismus ist. Wir nennen 
$\op{Max}(A)$ das {\bf Maximalspektrum von $A$}.
\index{Maximalspektrum}\index{Max@$\op{Max}$ Maximalspektrum} Ist
$\mathfrak n\subset A$ ein aus nilpotenten Elementen bestehendes Ideal,
so induziert die Surjektion $A\sra A/\mathfrak n$ offensichtlich
einen Isomorphismus $$\op{Max}(A/\mathfrak n)\sira \op{Max}(A)$$
Insbesondere ist f"ur $A\in \op{Kring}^k_{\op{re}}$ nicht nur der Schnitt
aller Primideale, sondern auch der Schnitt aller
maximalen Ideale das Nilradikal. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Sei $k=\bar k$  algebraisch abgeschlossen.
  Ist $(X,\mathcal O(X))$ eine affine $k$-Variet"at,
  so ist unsere Bijektion $\eta_X:\op{Max}(\mathcal O(X))\sira X$ aus
  dem Nullstellensatz  f"ur Variet"aten \ref{NstV} offensichtlich
  sogar ein Isomorphismus von $k$-geringten Mengen f"ur die in
  \ref{MaxS} auf $\op{Max}(\mathcal O(X))$ erkl"arte Struktur als
  $k$-geringte Menge. Da jeder affine $k$-Kring $A$ isomorph ist zum
  Ring der regul"aren Funktionen einer affinen $k$-Variet"at und da jeder
  ringendliche $k$-Kring ein affiner $k$-Kring wird, wenn wir darin  das
  Ideal aller nilpotenten Elemente herausteilen, ist unser Maximalspektrum sogar ein Funktor\label{MaxSS} 
  $$\op{Max}:\op{Kringo}_k^{\op{re}}\ra \op{Varaff}_k$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}$(k=\bar k)$.
Die Einschr"ankung unseres Funktors $\op{Max}$ 
auf die volle Unterkategorie der affinen alias ringendlichen
nilpotentfreien $k$-Kringe $\op{Kring}^k_{\op{renf}}$ und genauer ihre
opponierte Kategorie ist eine
"Aquivalenz\label{Maxs} von Kategorien
$$\op{Max}:\op{Kringo}_k^{\op{renf}}\sirra \op{Varaff}_k$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkunge}
  In der Sprache der Kategorientheorie ist $\op{Max}$ zusammen mit
  weiteren Daten ein
  \glqq quasiinverser Funktor\grqq\ zur "Aquivalenz
  $\mathcal O$ aus \ref{GAQK}. Das wird in der
  weiterf"uhrenden "Ubung \ref{AdOMa} ausgef"uhrt, in der wir eine Adjunktion
  $(\mathcal O,\op{Max})$ angeben. Salopp gesprochen ist \glqq Max\grqq\  der
  Name eines Geistes, den man anrufen mag, um von der Algebra in die
  Geometrie versetzt zu werden. Ein noch st"arkerer solcher Geist h"ort auf den Namen \glqq Spec\grqq, wir lernen ihn sp"ater kennen. 
\end{Bemerkunge}
\begin{proof}
  In der Tat zeigen unsere Isomorphismen
$\eta_X:\op{Max}\mathcal O(X)\sira X$, da"s jede affine
Variet"at isomorph ist zu einem Objekt im Bild unseres Funktors.
Man sieht weiter leicht ein, da"s f"ur jeden Morphismus
$\varphi:X\ra Y$ von affinen Variet"aten das Diagramm
$$\begin{array}{ccc}
  \op{Max}\mathcal O(X)&\sira&X\\
 {\scriptstyle \op{Max}(\varphi^\sharp)}\da\;\; &
  &{\scriptstyle \varphi}\da\;\; \\
  \op{Max}\mathcal O(Y) &\sira&Y
\end{array}$$
mit diesen Isomorphismen in den Horizontalen kommutiert.
Mithin ist f"ur beliebige affine Variet"aten $X,Y$ die
Verkn"upfung
$$\op{Var}(X,Y)\ra \op{Kring}^k(\mathcal O(Y),\mathcal O(X))\ra 
\op{Var}(\op{Max}\mathcal O(X),\op{Max}\mathcal O(Y))$$
eine Bijektion. Da wir aber bereits wissen, da"s auch die erste
Abbildung $\varphi\mapsto\varphi^\sharp$ dieser Verkn"upfung bijektiv ist,
mu"s auch die zweite Abbildung $\psi\mapsto \op{Max}\psi$
bijektiv sein. Dann aber mu"s auch  $\op{Max}:\op{Kring}^k(B,A)\ra 
\op{Var}(\op{Max}A,\op{Max}B)$ bijektiv sein f"ur alle
$A,B\in \op{Kring}^k_{\op{renf}}$ und wir sind fertig.
\end{proof}




  \begin{table}[p]
  \begin{tabular}{c|c|l}
    Affine $k$-Variet"aten $X,Y$&Affine $k$-Kringe $A,B$&Quelle
\\[1mm]\hline
    Produkt&Tensorprodukt&\ref{PnaV}\\
    $X\times Y$&$A\otimes_k B$&\\[3mm]
    Koprodukt&Produkt&\ref{Lopp}\\
    $X\amalg Y$&$A\times B$&\\[3mm]
    abgeschlossene Einbettung&surjektiver Homomorphismus&\ref{AbIM}\\
    $X\hra Y$&$B\sra A$&\\[3mm]
    Einbettung $X_f\hra X$&kanonischer Homomorphismus&\ref{LoGOO}\\
    f"ur $f\in\mathcal O(X)$ regul"ar& $A\ra A[f^{-1}]$ f"ur   $f\in A$\\[3mm]
    Morphismus $X\ra Y$&injektiver Homomorphismus&\ref{dOO}\\
    mit dichtem Bild&$B\hra A$&\\[3mm]
    Zusammenhangskomponente&Block&\ref{blo}\\[3mm]
 abgeschlossene&Radikalideal&\ref{NstV}\\ 
    Teilmenge& &\\[3mm]
   Punkt
    &maximales Ideal&\ref{NstV}.\ref{NstV3}\\[3mm]
  irreduzible&Primideal&\ref{PuI}\\ 
    Teilmenge& &\\[3mm]
  irreduzible& minimales Primideal &\ref{PuI}\\ 
    Komponente& &\\[1mm]\hline
  \end{tabular}
  \caption*{
    Diese Tabelle fa"st einige Entsprechungen zwischen
    R"aumen und Ringen zusammen.  Ganz rechts ist jeweils die Quelle
    angegeben und einige Entsprechungen sind  noch
    Zukunftsmusik.  Das Tensorprodukt  ist  im Sinne von
    \eref{KoPR}{LA2} zu verstehen.
  }
\end{table}






\begin{Bemerkungw}
  Das Argument des vorherigen Beweises folgt einem Muster, das man
  h"aufig antrifft und dem eine allgemeine Erkenntnis der
  Kategorientheorie zugrundeliegt. Ist genauer $F:\mathcal A\sirra\mathcal B$
  eine "Aquivalenz von Kategorien und $G:\mathcal B\ra  \mathcal A$ ein
  Funktor und sind Isomorphismen
  $\eta_X: GFX\sira X$ f"ur alle $X\in\mathcal A$ gegeben derart, da"s
  f"ur alle $\varphi:X\ra Y$ das Diagramm
  $$\begin{array}{ccc}
  GFX&\sira&X\\
  {\scriptstyle GF\varphi}\da\;\;&&{\scriptstyle \varphi}\da\;\; \\
   GFY&\sira&Y
\end{array}$$
mit $\eta_X$ und $\eta_Y$ in den Horizontalen kommutiert, 
so ist auch $G$ eine "Aquivalenz von Kategorien.
Meist liegt einer derartigen Situation eine \glqq Adjunktion\grqq\ zugrunde, so auch in
unserem speziellen Fall, vergleiche \ref{AdOMa}.
\end{Bemerkungw}









\begin{Bemerkungl}[\textbf{Produkt affiner Variet"aten}]
Gegeben affine Variet"aten $X,Y$ wird ihr Produkt $X \times Y$ zu
  einer affinen Variet"at durch die 
Vorschrift\index{Produkt!von affinen Variet"aten} 
  \begin{equation*}
    \mathcal O (X \times Y) \pdef[f \boxtimes g\mid f \in \mathcal O (X), g \in \mathcal O (Y)]
  \end{equation*}
  Hier ist
 $f \boxtimes g$ erkl"art durch $(f \boxtimes g)(x,y) \pdef
 f (x) g (y)$  und die
 eckigen Klammern meinen den
  von all diesen Funktionen in $\op{Ens} (X \times Y, k)$ erzeugten Teilring.
  In der Tat ist der so erkl"arte Ring $\mathcal O (X \times Y)$
  sicher ringendlich "uber $k$. Nach \eref{TeIn}{LA2}
 induziert die Abbildung
  $f \otimes g \mapsto f \boxtimes g$ weiter
eine Injektion $\op{Ens} (X, k) \otimes_k
  \op{Ens} (Y,k) \hookrightarrow \op{Ens} (X \times Y, k)$, und das liefert uns
  unmittelbar einen Ringisomorphismus $$\mathcal O (X) \otimes_k \mathcal O (Y)
  \overset{\sim}{\rightarrow} \mathcal O (X \times Y)$$  Da aber nun nach
  \eref{KoPR}{LA2} f"ur zwei beliebige $k$-Kringe $A,B$ jeder
  Homomorphismus von $k$-Kringen $A \otimes_k B \rightarrow k$ die Form $a
  \otimes b \mapsto \phi (a) \psi (b)$ hat f"ur wohlbestimmte
  Homomorphismen $\phi : A \rightarrow k$, $\psi : B
  \rightarrow k$, folgt auch die Zweite unserer Bedingungen an eine affine
  Variet"at.
Die beiden Projektionen $\op{pr}_X : X\times Y \sra X $ und
  $\op{pr}_Y : X\times Y \sra Y $ sind dann Morphismen von affinen
  Variet"aten und $(X \times Y, \op{pr}_X, \op{pr}_Y)$ ist ein Produkt in
  der Kategorie der affinen Variet"aten im Sinne von \eref{PrKao}{LA2}.
Die einpunktige Variet"at ist 
 ein finales Objekt in dieser Kategorie.\label{PnaV}  
\end{Bemerkungl}







  
\begin{Satz}[\textbf{Offenes Verkleben von regul"aren Funktionen}]
  Seien $X$ eine affine Variet"at und  $H\subset\mathcal O(X)$
  eine Menge regul"arer Funktionen, deren Nichtnullstellenmengen unsere Variet"at
  "uberdecken, in Formeln 
 $X=\bigcup_{h\in H}X_h$.\label{vksf} 
  Gegeben eine Funktion $f:X\ra k$ gilt dann $$f\in\mathcal O(X)\quad\IFF\quad f|X_h \in\mathcal O(X_h)\;\forall h\in H$$
\end{Satz}
\begin{proof}
  Da"s die Einbettung $X_h\hra X$ f"ur alle $h\in\mathcal O(X)$
  ein Morphismus ist, da"s also regul"are Funktionen zu
  regul"aren Funktionen auf Nichtnullstellenmengen einschr"anken, das 
  ist Teil unserer Definition  in \ref{BAVV} des Rings der regul"aren
  Funktionen auf Nichtnullstellenmengen. 
  Wenn umgekehrt die Nichtnullstellenmengen $X_h$ f"ur $h\in H$ unser $X$ "uberdecken, so gilt $\mathcal Z(H)=\emptyset$ und aus dem Nullstellensatz f"ur
  affine Variet"aten \ref{NstV} folgt 
$\langle  H\rangle_{\mathcal O(X)}=\mathcal O(X)$.
Wir finden also  $a_i\in \mathcal O(X)$ mit
$$a_{1}h_{1} + \ldots + a_{r}h_{r}  =1$$
Es folgt, da"s bereits gilt $\mathcal Z(h_{1})\cap\ldots \cap \mathcal Z(h_{r})=\emptyset$. 
Nach Annahme gibt es nun $g_1,\ldots,g_r\in\mathcal O(X)$ und $n\in \DN$ mit
$f(x)=g_i(x)/h_i(x)^n\;\forall x\in X\backslash \mathcal Z(h_i)$. 
Indem wir die $h_i$ durch ihre $n$-ten Potenzen ersetzen, d"urfen wir
$n=1$ annehmen. Wir finden, nun f"ur diese neuen $h_i$,
auch mit demselben Argument wir zuvor Funktionen  
$c_i\in \mathcal O(X)$ mit
$$c_{1}h_{1}^2 + \ldots + c_{r}h_{r}^2  =1$$
Es reicht  zu zeigen, da"s
$f$ und $ c_{1}h_{1}g_{1}+ \ldots + c_{r}h_{r}g_{r}$ an jedem Punkt $x
\in X$ denselben Wert annehmen, denn die rechte Seite ist
offensichtlich eine regul"are Funktion auf $X$.
F"ur beliebiges $x\in X$
haben wir jedoch mit $$S=S(x)\pdef\{ i\mid h_{i}(x)\neq 0\}$$  in der Tat
\begin{displaymath}
  \begin{array}[b]{ccl}
f(x)&=& \sum^{r}_{i=1} c_{i}(x)h^{2}_{i}(x)f(x)\\[2mm]
&=& \sum_{i\in S}
c_{i}(x)h^{2}_{i}(x)f(x)  \\[2mm]
&=&\sum_{i\in S}
c_{i}(x)h_{i}(x)g_{i}(x)\\[2mm]
&=& \sum^{r}_{i=1} c_{i}(x)h_{i}(x)g_{i}(x)
\end{array}\qedhere
\end{displaymath}
\end{proof}











  \subsubsection*{"Ubungen}

 \begin{Ubung} Jeder Morphismus von affinen Variet"aten
  ist stetig f"ur die Zariskitopologie. 
 \end{Ubung}
  
\begin{Ubung}\label{dOO} 
Seien $X$ und $Y$ affine Variet"aten.
  Man zeige, da"s ein Morphismus $\varphi:X\ra Y$
dichtes Bild hat genau dann, wenn der zugeh"orige Komorphismus
eine 
Injektion\index{dominant!Morphismus von affinen Variet"aten}
 $\varphi^\sharp:\mathcal O(Y)
\ra \mathcal O(X)$ induziert. 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{IDBM} 
Sei
$\varphi:X\ra Y$ ein Morphismus von affinen Variet"aten.
  Gegeben eine Teilmenge $H \subset \cal{O}(X)$  ist  
die Nullstellenmenge 
ihres Urbilds  $(\varphi^{\sharp})^{-1}(H)\subset \cal{O}(Y)$ der Abschlu"s  des
  Bildes ihrer Nullstellenmenge, in Formeln
$$\overline{\varphi (\cal Z(H))}=\cal Z\big((\varphi^{\sharp})^{-1}(H)\big)$$
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{IDBX} 
Sei
$\varphi:X\ra Y$ ein Morphismus von affinen Variet"aten.
  Gegeben eine Teilmenge $J \subset \cal{O}(Y)$  ist  
das Urbild 
ihrer Nullstellenmenge 
die Nullstellenmenge ihres Bildes,
 in Formeln
$${\varphi^{-1} (\cal Z(J))}=\cal Z\big(\varphi^{\sharp}(J)\big)$$
\end{Ubung}



 
\begin{Ubung}
  Gegeben ein Morphismus $X\ra Y$ von
affinen Variet"aten 
zeige man: Ist unter dem  Komorphismus
$\mathcal O(Y)\ra \mathcal O(X)$ der Ring $\mathcal O(X)$
modulendlich "uber $\mathcal O(Y)$, 
so hat unser Morphismus endliche
Fasern.\label{meR} Hinweis: \ref{EVNN} und \ref{IDBX}. 
\end{Ubung}

% \begin{Ubung}[\textbf{Ort aller Punkte mit endlicher Faser}]
%   Gegeben ein Morphismus $X\ra Y$ von
% affinen Variet"aten 
% zeige man: Die Menge aller Punkte von $Y$ mit endlicher Faser ist offen.
% Hinweis: Zun"achst zeige man, da"s die Faser genau f"ur die $y\in Y$ 
%  endlich ist, f"ur die
% gilt $\op{dim}_k(\mathcal O(X)/\mathcal I(y)\mathcal O(X))<\infty$. 
% \end{Ubung}








\begin{Ubung}[\textbf{Koprodukt affiner Variet"aten}]
 Gegeben
affine Variet"aten $X,Y$ wird ihre disjunkte Vereinigung $X \sqcup
  Y$ zu einer affinen Variet"at durch die 
Vorschrift\index{Koprodukt!von affinen Variet"aten} 
  \begin{equation*}
    \mathcal O (X \sqcup Y) \pdef \{ f: X \sqcup Y \rightarrow k  \mid f|_X
    \in \mathcal O (X)\text{ und } f|_Y \in \mathcal O (Y)\}
  \end{equation*}
  Die beiden Einbettungen $\op{in}_X : X \hookrightarrow X \sqcup Y$ und
  $\op{in}_Y : Y \hookrightarrow X \sqcup Y$ sind dann Morphismen von affinen
  Variet"aten und $(X \sqcup Y, \op{in}_X, \op{in}_Y)$ ist ein Koprodukt in
  der Kategorie der affinen Variet"aten im Sinne von \eref{KoPro}{LA2}.
Die leere Variet"at ist ein initiales Objekt in dieser Kategorie.\label{Lopp} 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Faserprodukt affiner Variet"aten}]
 Gegeben
 affine Variet"aten $X,Y,T$ mit Morphismen $a:X\ra T$ und $b:Y\ra T$
 ist auch\index{Faserprodukt!affiner Variet"aten}\index{)x@$\times_B$ Faserprodukt!affiner Variet"aten}\label{FPAV} 
 $$X\times_T Y\pdef \{(x,y)\in X\times Y\mid a(x)=b(y)\}$$
 eine affine Variet"at mit der als abgeschlossene
 Teilmenge von $X\times Y$ induzierten Struktur.
 Wir erhalten so ein Faserprodukt im Sinne der Kategorientheorie
 von affinen Variet"aten. Die offensichtliche Abbilddung
 $$\mathcal O(X)\otimes_{\mathcal O(T)} \mathcal O(Y)\ra \mathcal O(X\times_TY)$$
 ist eine Surjektion mit dem Nilradikal des Ausgangsrings als Kern. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Produkt mit $k^n$}]
 % $(k=\bar k)$.
  Gegeben eine affine Variet"at $X$ zeige man,
da"s  wir einen Isomorphismus
$\mathcal O(X)[T_1,\ldots, T_n]\sira \mathcal O(X\times k^n)$
erhalten, wenn wir den Kringhomomorphismus betrachten,
der auf $\mathcal O(X)$ durch das Zur"uckholen gegeben ist und unter dem
der Variablen $T_i$ die Projektion auf $k^n$ gefolgt von der
Projektion  auf den $i$-ten Eintrag zugeordnet wird.\label{WADn}   
Dieser Morphismus ist so nat"urlich, da"s wir ihn oft in Sprache und 
Notation als Gleichheit behandeln werden.    
\end{Ubung}



\begin{Ubung}
  Ein {\bf Block}\index{Block!von Kring} eines Krings
  kann charakterisiert werden als ein unzerlegbarer direkter Summand unseres
  Krings, betrachtet als Modul "uber sich selber. Mehr zur Blockzerlegung wird
  in \ref{BLOCK} erkl"art. Man konstruiere eine Bijektion zwischen der
Menge der Zusammenhangskomponenten einer affinen Variet"at $X$ und der Menge 
der Bl"ocke ihres Rings von strukturierenden Funktionen $\mathcal O(X)$.\label{blo} 
\end{Ubung}


\begin{Ubung}[\textbf{Adjunktion von Maximalspektrum und Funktionenring}] 
  Wir notieren $\op{Kringo}\pdef \op{Kring}^{\op{opp}}$ die opponierte
  Kategorie zur Kategorie der Kringe und $\op{Kringo}^{\op{re}}_{k}$  die opponierte
  Kategorie zur Kategorie zur Kategorie der ringendlichen $k$-Kringe.  
  Gegeben ein algebraisch abgeschlossener K"orper $k=\bar k$ erinnern wir aus
  \ref{MaxS} den Funktor
  $$\op{Max}:\op{Kringo}^{\op{re}}_{k}\ra \op{Varaff}_k$$
  von der Opponierten der Kategorie der ringendlichen $k$-Kringe
  zur Kategorie der affinen $k$-Variet"aten.
  Gegeben ein ringendlicher $k$-Kring $A$ und eine affine $k$-Variet"at $X$
  betrachten wir nun  die Menge
  $\op{AH}=\op{AH}(A,X)$ aller Abbildungen $A\times X\ra k$, die f"ur jedes
  feste $a\in A$ eine regul"are Funktion $X\ra k$
  liefern und f"ur jedes feste $x\in X$ einen Homomorphismus
  von $k$-Kringen $A\ra k$. Das K"urzel meint \glqq Adjunktionshelfer\grqq. 
  Das Exponentialgesetz f"ur Mengen induziert dann
  Bijektionen
  $$\op{Varaff}_k(X,\op{Max}A)\;\sila \; \op{AH}\;\sira\; \op{Kring}^k_{\op{re}}(A,\mathcal O(X))=\op{Kringo}_k^{\op{re}}(\mathcal O(X),A)$$
  Genauer betrachten wir 
  $\op{AH}\hra \op{Ens}(X,\op{Kring}^k(A,k))\sira \op{Ens}(X,\op{Max}A)$
  mit der ersten Abbildung nach dem Exponentialgesetz und der zweiten
  durch Nachschalten der Bijektion  $\op{Kring}^k(A,k)\sira \op{Max}A$
  und pr"ufen, da"s sie die behauptete Bijektion induziert.
  So erhalten wir eine Adjunktion\label{AdOMa} $$(\mathcal O,\op{Max})$$
  Insbesondere ist
  $\op{Max}$ vertr"aglich mit endlichen Produkten, ja mit beliebigen Limites soweit sie existieren,  und
  macht Gruppenobjekte zu Gruppenobjekten sowie
  abelsche Gruppenobjekte zu  abelschen Gruppenobjekten.
\end{Ubung}
\begin{Ubungw}
  Gegeben eine affine Variet"at $X$ liefert
  das Bilden des Maximalspektrums  einen Funktor
  $$\op{Max}:\op{Kringo}^{\op{re}}_{\mathcal O(X)}\ra \op{Varaff}_X$$
  von der zur Kategorie  ringendlichen $\mathcal O(X)$-Kringe opponierten
  Kategorie 
  zur Kategorie der  affinen Variet"aten "uber $X$ 
   mit Linksadjungiertem Funktor $\mathcal O$. Insbesondere ist
  $\op{Max}$ vertr"aglich mit endlichen Produkten und
  macht Gruppenobjekte zu Gruppenobjekten sowie
  abelsche Gruppenobjekte zu  abelschen Gruppenobjekten. Die Einschr"ankung
  auf nilpotentfreie Objekte links liefert eine "Aquivalenz von Kategorien
  $$\op{Max}:\op{Kringo}^{\op{renf}}_{\mathcal O(X)}\sirra \op{Varaff}_X$$
\end{Ubungw}



\subsection{Die symmetrische Algebra*} \nichtfinal{Als Appendix?} 
\begin{Definition}\label{SyAl}
Gegeben ein Vektorraum  $V$ "uber einem K"orper $k$ erkl"art man die 
{\bf symmetrische Algebra "uber $V$}\index{symmetrisch!Algebra|main}
als den\index{Sym@${\op{Sym}}_kV$ symmetrische Algebra|main} 
Quotienten\index{S@${\op{S}}_kV$ symmetrische Algebra|main}
$${\op{S}}_kV={\op{Sym}}_kV\pdef 
{\op{T}}_kV/\langle v\otimes w-w\otimes v\rangle $$
der  Tensoralgebra \eref{TeAl}{LA2}
nach dem von allen $v\otimes w-w\otimes v$ mit $v,w\in V$ erzeugten
Ideal. Die $k$-lineare Abbildung $\eta:V\ra {\op{T}}_k V$ aus \eref{TeAl}{LA2}
liefert durch Nachschalten der Projektion auf den
Quotienten eine $k$-lineare Abbildung $\eta:V\ra {\op{S}}_k V$.
Wenn sich der Grundk"orper von selbst versteht, schreiben wir
auch k"urzer ${\op{S}}_kV={\op{S}}V$.
\end{Definition}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Universelle Eigenschaft der symmetrischen Algebra}] Gegeben ein Vektorraum  $V$ "uber einem K"orper $k$ hat
die $k$-lineare Abbildung
$\eta:V\hra{\op{S}}_kV$ 
die zur universellen Eigenschaft
\eref{TeAl}{LA2} der Tensoralgebra  analoge
 universelle Eigenschaft f"ur Kringalgebrenhomomorphismen.  Ist genauer $A$ ein 
  $k$-Kring und $\varphi : V\ra A$ eine $k$-lineare Abbildung, so gibt
  es genau einen Homomorphismus von $k$-Kringen 
$\hat{\varphi} : {\op{S}}_{k} V
  \ra A$ mit $\varphi = \hat{\varphi} \circ \eta$, im Diagramm
  \begin{displaymath}
    \xymatrix{
      V \ar[r]^-{\eta} \ar[dr]_-{\varphi}
& {\op{S}}_k V \ar@{-->}[d]^-{\hat{\varphi}}\\
      &A
    }
  \end{displaymath}
  Wieder anders gesagt liefert das Vorschalten von $\eta$ f"ur jeden $k$-Kring $A$ eine Bijektion
  $(\circ\eta):\op{Kring}^k({\op{S}}V,A)\sira \op{Hom}_k(V,A)$.
  Ist $B\subset V$ eine Basis von $V$, so erhalten wir mithin durch sukzessives
  Einschr"anken Bijektionen 
$$\op{Kring}^k({\op{S}}V,A)\sira \op{Hom}_k(V,A)\sira \op{Ens}(B,A)$$
  Daraus folgt mit dem Yonedalemma, da"s die Einbettung
  $B\hra {\op{S}}V$ einen Isomorphismus von $k$-Kringen
    $k[_!'B]\sira {\op{S}}V$ zwischen dem Polynomring in der
    Variablenmenge $B$ und unserer symmetrischen Algebra induziert.
Ist insbesondere $v_1,\ldots,v_n$ eine Basis von $V$,
so erhalten wir durch die Vorschrift $T_i\mapsto v_i$
einen Isomorphismus von Kringalgebren 
$$k[' T_1,\ldots,T_n]\sira {\op{S}}_kV$$
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Regul"are Funktionen auf Vektorr"aumen}]
Gegeben ein K"orper $k$ und ein $k$-Vektorraum $V$ liefert die
universelle Eigenschaft   einen Homomorphismus
von Kringalgebren ${\op{S}}_{k} V\ra \op{Ens}(V^*,k)$ 
in die Kringalgebra aller $k$-wertigen  Funktionen auf dem Dualraum von $V$. 
Ist $k$ ein unendlicher K"orper, so ist dieser Homomorphismus injektiv
und induziert einen Isomorphismus zwischen ${\op{S}}_{k} V$ und der
Unterringalgebra von $\op{Ens}(V^*,k)$, die von allen
Auswertungen an Vektoren $v\in V$ erzeugt wird.
Ist zus"atzlich $V$ endlichdimensional, 
so erhalten wir auf diese
Weise einen Isomorphismus von ${\op{S}}_{k} (V^*)$ mit der
von allen Linearformen erzeugten Unterringalgebra von $\op{Ens}(V,k)$.
Arbeiten wir  "uber einem algebraisch abgeschossenen K"orper $k=\bar k$,
so induziert mithin f"ur jeden endlichdimensionalen $k$-Vektorraum $V$
 die 
 Einbettung $V^\ast\hra \op{Ens}(V,k)$ einen Ringalgebrenisomorphismus  $${\op{S}}(V^\ast)\sira \cal O(V)$$ zwischen der
symmetrischen Algebra  "uber dem Dualraum $V^\ast$ und der
Algebra  der regul"aren Funktionen auf $V$ in Bezug auf seine Struktur als
$k$-Variet"at nach \ref{akV}.\label{SWER} 
\end{Bemerkungl}


\begin{Proposition}[\textbf{Symmetrische Tensoren und symmetrische Algebra}]
  Gegeben ein Vektorraum $V$ "uber einem K"orper $k$ der Charakteristik
  $\op{char}k=0$ induziert die Komposition $(V^{\otimes r})^{\cal{S}_{r}}\hra
  V^{\otimes r}\sra  {\op{S}}^{r}V$ von Inklusion und Projektion
  einen Isomorphismus\label{SyA} 
   $$(V^{\otimes r})^{\cal{S}_{r}}\sira  {\op{S}}^{r}V$$
\end{Proposition}

\begin{Bemerkungl}  Die symmetrische Gruppe
${\cal{S}_{r}}$  operiert durch Vertauschung der Tensorfaktoren 
auf $V^{\otimes r}$. Die Invarianten 
unter dieser Operation, also die Elemente von
 $(V^{\otimes r})^{\cal{S}_{r}}$, hei"sen die  
{\bf symmetrischen 
Tensoren\index{symmetrischer Tensor}\index{Tensor!symmetrischer} 
der Stufe $r$}. Das erkl"art die  
allgemein "ubliche
Bezeichnung von ${\op{S}}V$ als \glqq symmetrische Algebra "uber $V$\grqq.  
Ich halte diese Bezeichnung nicht f"ur gl"ucklich und w"urde sie lieber 
die  \glqq universelle Kring\-al\-ge\-bra "uber $V$\grqq\  nennen.
\end{Bemerkungl}

\begin{proof} 
Wir f"uhren wir
 den
{\bf Symmetrisator}\index{Symmetrisator}
$$\op{sym}:V^{\otimes r}\ra (V^{\otimes r})^{\mathcal S_r}$$ ein durch
die Abbildungsvorschrift
$\op{sym}:t\mapsto \frac{1}{r!}\sum_{\sigma\in \cal{S}_r}t^\sigma$. Ausgeschrieben 
wird er gegeben durch 
$v_{1} \ldots v_{r} \mapsto \frac{1}{r!} 
\sum_{\sigma \in \cal{S}_{r}} v_{\sigma (1)} \otimes
\ldots \otimes v_{\sigma (r)}$.
Damit erg"anzen wir das Diagramm aus  Proposition \ref{SyA} zu einem Diagramm
$$\xymatrix{(V^{\otimes r})^{\cal{S}_{r}}\;\ar@{^{(}->}[r]^-{\op{inkl}}&
  V^{\otimes r}\ar@{->>}[r]^{\op{proj}}\ar@<1ex>[l]^-{\op{sym}}&  {\op{S}}^{r}V}$$
Offensichtlich gilt 
$ \op{sym}\circ\op{inkl}=\op{id}$ und $\op{sym}$ ist insbesondere surjektiv.
Es reicht also, wenn wir zeigen $\op{ker}(\op{sym})=\op{ker}(\op{proj})$. 
Die Inklusion $\op{ker}(\op{proj})\subset \op{ker}(\op{sym})$ folgt daraus,
da"s 
$ \op{sym}$ auf $\op{ker}(\op{proj})=
\langle v\otimes w-w\otimes v\rangle\cap V^{\otimes r}$ verschwindet. 
Andererseits gilt auch $\op{proj}=\op{proj}\circ \op{inkl}\circ\op{sym}$
und damit  umgekehrt 
$\op{ker}(\op{sym})\subset \op{ker}(\op{proj})$.
\end{proof}



\begin{Bemerkunge}
  "Uber K"orpern positiver Charakteristik
  sind die beiden Funktoren $V\mapsto {\op{S}}^rV$ und 
$V\mapsto (V^{\otimes r})^{\mathcal S_r}$ im allgemeinen nicht mehr
isomorph. Man nennt  sie dann die $r$-te 
{\bf symmetrische Potenz}\index{symmetrische Potenz}\index{Potenz!symmetrische}
\label{syPOZ} und   die $r$-te  
      {\bf dividierte Potenz von $V$}.\index{dividierte Potenz}\index{Potenz!dividierte}
     Im endlichdimensionalen Fall ist der eine dieser Funktoren 
 konjugiert zum
 anderen unter dem Dualraumfunktor, wie wir gleich
 in \ref{guht} sehen werden. Die Situation ist im Fall symmetrischer Algebren
 also 
delikater als bei den "au"seren Potenzen, die
 im endlichdimensionalen
Fall schlicht 
mit dem Dualraumfunktor kommutieren.  
\end{Bemerkunge}
\begin{Beispiel}  Ist  $v,w$ eine Basis von $V$, so gibt es im
      vierdimensionalenRaum $V^{\otimes 2}$ einen
      dreidimensionalen Teilraum von unter der Vertauschung
      invarianten Vektoren, der aufgespannt wird von $v\otimes v, w\otimes w$
      und $v\otimes w + w\otimes v$. Die von der Projektion induzierte
      Abbildung
       $$(V^{\otimes 2})^{\mathcal{S}_2}\ra {\op{S}}^2V$$
      ist in Charakteristik $\op{char}k=2$  nicht injektiv,
      denn der Vektor $v\otimes w + w\otimes v$ geht darunter
      nach Null. Es kann sogar "uberhaupt keinen
      nat"urlichen Isomorphismus zwischen diesen R"aumen
      geben, denn sie sind  als Darstellungen
      von $\op{GL}(V)$ in diesem Fall nicht isomorph. Genauer pr"uft man,
      da"s der Kern unseres Homomorphismus die einzige einfache Unterdarstellung
      links ist und das Bild die einzige einfache Unterdarstellung rechts
      und diese beiden einzigen einfachen Unterdarstellungen haben nicht
      dieselbe Dimension.
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkunge}[\textbf{Symmetrische Multilinearformen}] 
  Gegeben ein Vektorraum $V$ "uber einem K"orper $k$ 
und $r\geq 0$ bezeichnen wir\label{guht}  
mit\index{Symu@$\op{Symu}$ symmetrische Multilinearformen}
$$\op{Symu}^{r} V \pdef \{s : V \times \ldots \times V \ra k 
\mid s \text{ ist
multilinear und symmetrisch}\}$$
den $k$-Vektorraum aller symmetrischen $r$-Multilinearformen, als da  hei"st
aller  Multilinearformen, die 
ihren Wert nicht "andern, wenn man die Eintr"age permutiert.
Wir konstruieren nun die Abbildungen eines Diagramms
$$\xymatrix{&\op{Symu}^{r} V\ar[d]^\wr&\\
 ({\op{S}}^rV)^*\ar[r]^-\sim& \big((V^{\otimes r})^*\big)^{{\mathcal S}_r}&\big((V^*)^{\otimes r} \big)^{\cal S_r}\ar@{_{(}->}[l]}
$$
mit der zus"atzlichen Eigenschaft, da"s im Fall $\op{dim}V<\infty$
auch die rechte Inklusion ein Isomorphismus ist.
Zun"achst ist die offensichtliche Einbettung
$(V^*)^{\otimes r}\hra (V^{\otimes r})^*$ vertr"aglich mit der 
Operation der symmetrischen Gruppe und ein Isomorphismus im endlichdimensionalen Fall und das liefert die rechte Einbettung.
Die "ubliche Identifikation des Raums aller $r$-Multilinearformen
mit $(V^{\otimes r})^*$ ist vertr"aglich mit der
Operation der symmetrischen Gruppe 
induziert den vertikalen Isomorphismus.
Die Projektion $V^{\otimes r}\sra {\op{S}}^rV$ schlie"slich induziert eine
Injektion 
$({\op{S}}^rV)^*\hra (V^{\otimes r})^*$ und diese den linken 
Isomorphismus.
\end{Bemerkunge}




\subsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubunge}\label{KAA} 
   Gegeben ein Vektorraum  $V$
  "uber einem K"orper $k$
induziert der durch unsere 
 Konstruktion der "au"seren Algebra in \eref{LaV}{LA2} gegebene 
Ringalgebrenhomomorphismus   ${\op{T}}_kV\sra \bigwedge V$ 
von der Tensoralgebra aus \eref{TeAl}{LA2} auf die "au"sere Algebra
einen Isomorphismus
$$\textstyle
{\op{T}}_kV/\langle v\otimes  v\mid v\in V\rangle \sira \bigwedge V$$
zwischen der "au"seren Algebra und dem Quotienten der Tensoralgebra
nach dem von allen $v\otimes  v$ mit $v\in V$ erzeugten
Ideal. 
\end{Ubunge}

\begin{Ubunge}
  Bezeichnet  ${\op{S}}^r V\subset {\op{S}} V$ das Bild von $V^{\otimes r}\subset {\op{T}}V$, so haben wir eine Zerlegung 
$${\op{S}} V=\bigoplus_{r\geq 0} {\op{S}}^r V$$
und das Produkt eines Elements von  ${\op{S}}^r V$ mit
einem Element von  ${\op{S}}^p V$ liegt in ${\op{S}}^{r+p} V$.
Der Teilraum ${\op{S}}^r V$ hei"st die {\bf homogene Komponente vom Grad $r$}
der symmetrischen Algebra ${\op{S}} V$.
\end{Ubunge}


\begin{Ubung}\label{S2QF} 
  Gegeben ein Vektorraum $V$ "uber einem K"orper $k$
erhalten wir eine Bijektion der zweiten symmetrischen Potenz seines
Dualraums ${\op{S}}^2(V^*)$ mit dem Raum der quadratischen Formen auf
$V$ nach \eref{QuFo}{LA2}, indem wir
der Nebenklasse des Tensors $f_1\otimes g_1+\ldots+f_n\otimes g_n$ die  
quadratische Form $v\mapsto f_1(v) g_1(v)+\ldots+f_n(v)g_n(v)$ zuordnen. 
\end{Ubung}

%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "XXKAG"
%%% End: 


%xdvi -q -linkstyle 2 -editor 'emacsclient --no-wait' XXKAG.dvi &

%makeindex -g -s german.ist XXKAG

%pdflatex "\PassOptionsToPackage{final}{showkeys}\PassOptionsToPackage{final}{ifdraft}\input{XXKAG}"

%scp XXKAG.pdf soergel@tux00:/webserver/home/soergel/Skripten/XXKAG.pdf

%scp /home/soergel/Dokumente/Skripten/Skripten/XXKAG.pdf soergel@tux00.mathematik.uni-freiburg.de:/webserver/home/soergel/Skripten/XXKAG.pdf
