




\section{Endliches Erzeugen und Nullstellensatz}
\subsection{Hilbert'scher Nullstellensatz}
\label{ZTOO} 
\begin{Bemerkungl}
Ich erinnere daran, da"s bei uns jeder Ring eine Eins hat und da"s von
jedem\label{RRM}
 Ringhomomorphismus gefordert wird, da"s er die Eins auf die Eins wirft.
Ein Ideal eines Rings ist nach \eref{DefI}{AL} 
eine Untergruppe seiner additiven Gruppe, die 
unter der Multiplikation mit beliebigen Elementen unseres Rings von links 
wie von rechts stabil ist.
Einen kommutativen Ring nenne ich auch 
einen {\bf Kring}.\index{Kring!kommutativer Ring} 
  Seien $k$ ein Kring und $k[T_{1}, \ldots, T_{n}]$ der Polynomring "uber $k$ in
  $n$ Variablen. Das Auswerten liefert eine Abbildung
$$ k[T_{1}, \ldots, T_{n}]\times k^n\ra k$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}\label{ZaTo}
Ist $k$ ein Kring und $I \subset k [T_{1}
\ldots, T_{n}]$ eine Teilmenge,
so erkl"aren wir die \defind{Nullstellenmenge} oder kurz die
\defind{Nullstellen}
{\bf von} $I$
als die Menge derjenigen Punkte des $k^{n}$, an denen alle Polynome aus
$I$ verschwinden. Wir notieren sie 
$$%\hspace{15mm}
{\mathcal Z}(I) \pdef \{x \in k^{n} \mid f(x) =0 \quad \forall f \in I\}$$ 
mit ${\mathcal Z}$ wie \glqq zeroes\grqq.\index{Z@${\mathcal Z}(I)$ Nullstellenmenge von $I$}
Im Fall $I=\{f_1,\ldots,f_r\}$ k"urzen wir 
${\mathcal Z}(\{f_1,\ldots,f_r\})$ ab zu ${\mathcal Z}(f_1,\ldots,f_r)$. 
Eine Teilmenge  $Z\subset k^n$ hei"st {\bf algebraisch},
wenn sie die Nullstellenmenge eines Systems von Polynomen ist, 
wenn es also in Formeln eine Teilmenge $I \subset k [T_{1}
\ldots, T_{n}]$
gibt mit  $Z={\mathcal Z}(I)$.\index{algebraisch!Teilmenge von $k^n$}
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Notationen}]
Eine andere in der Literatur g"angige Notation ist
$\op{V}(I)$ statt ${\mathcal Z}(I)$  mit $\op{V}$ wie \glqq Variet"at\grqq.\index{V@$\op{V}(I)$ Nullstellenmenge von $I$} Wir verwenden jedoch die Bezeichnung als Variet"at nur "uber
einem algebraisch abgeschlossenen Grundk"orper. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Im ersten Teil dieser Vorlesung geht es um die Untersuchung 
\glqq geometrischer\grqq\  Eigenschaften 
algebraischer Teilmengen von $k^n$ f"ur algebraisch abgeschlossene K"orper $k$
und die entsprechenden \glqq algebraischen\grqq\  
Aussagen der Theorie kommutativer Ringe.
Den tragenden 
Pfeiler der Br"ucke zwischen 
der \glqq geometrischen\grqq\  und der \glqq algebraischen\grqq\  Welt
bildet der folgende Satz, dessen Beweis mit den n"otigen Vorbereitungen uns
bis  \ref{MI1} besch"aftigen wird.
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Hilbert'scher 
Nullstellensatz}]\index{Nullstellensatz, Hilbert'scher}\index{Hilbert'scher Nullstellensatz}
Sei $k=\bar k$ ein algebraisch abgeschlossener K"or\-per. Ist $f \in k
[T_{1}, \ldots, T_{n}]$ ein Polynom in endlich vielen Variablen, das auf der Nullstellenmenge eines 
Ideals\label{HNb} 
$I \subset k [T_{1}, \ldots, T_{n}]$ verschwindet, so liegt eine Potenz unseres Polynoms bereits selbst in
besagtem Ideal. In
Formeln gilt 
%f"ur $f \in k
%[T_{1}, \ldots, T_{n}]$ ein Element und $I\subset k
%[T_{1}, \ldots, T_{n}]$ ein Ideal 
also
$${\mathcal Z}(f) \supset {\mathcal Z}(I)\;\RA\; f^{N} \in I\text{ f"ur }N \gg 0$$
\end{Satz}
\begin{Beispiel}
  Die gemeinsame Nullstellenmenge von $x^2,z^3\in k[x,y,z]$ ist die $y$-Achse.
  Das Polynom $f\pdef (x+z)y$ verschwindet auf der $y$-Achse und wie vom
  Nullstellensatz vorhergesagt geh"ort eine Potenz von $f$ zum Ideal
  $\langle x^2,z^3\rangle$, in unserem Fall genauer die vierte Potenz
  $$f^4=\big((x^2+4xz+6z^2)y^4\big)x^2 + \big((4x+z)y^4\big)z^3$$
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
F"ur $k$ nicht
algebraisch abgeschlossen ist unser Satz  falsch. 
Als Beispiel betrachte man f"ur
$k=\DR$ in $\DR[T]$ das Ideal $I=\langle T^2+1\rangle$. 
 Obwohl das konstante Polynom $f=1$
auf der Nullstellenmenge ${\mathcal Z}(I)=\emptyset$ unseres Ideals
verschwindet,
liegt keine seiner Potenzen $1^N=1$ in besagtem Ideal.
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}
  Wir werden den Hilbert'schen 
Nullstellensatz erst im Anschlu"s an Lemma \ref{MI1} zeigen k"onnen.
Manche Aussagen aus seinem Umfeld sind jedoch sehr einfach zu haben, 
wie ich im folgenden  ausf"uhren will.
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}
Ist  $k$ ein Kring
und  $X\subset k^{n}$ eine Teilmenge,
so bilden diejenigen Polynome,
die an allen Punkten von $X$ verschwinden,
offensichtlich  ein Ideal des Polynomrings $k[T_{1},\ldots, T_{n}]$. Es
hei"st das {\bf Verschwindungsideal von} $X$.\index{Verschwindungsideal}
Wir notieren es\index{I@${\mathcal I}(X)$ Verschwindungsideal von $X$}
$${\mathcal I} (X) \pdef \{f \in k [T_{1}, \ldots, T_{n}] \mid f(x) =0 \quad
\forall x \in X\}$$
\end{Definition}
 \begin{Bild} 
 \includegraphics[height=0.7\textheight]{SkriptenBilder/BildZAE}\\[4mm]
 \noindent 
Die Kreislinie ist die Nullstellenmenge in $\DR^2$ des Polynoms
$X^2+Y^2-1\in\DR[X,Y]$.
Das ist also eine Zariski-abgeschlossene Teilmenge der Ebene $\DR^2$.
Jeder Punkt $(a,b)\in\DR^2$ ist die simultane Nullstellenmenge in $\DR^2$
der Polynome $X-a$ und $Y-b$ aus $ \DR[X,Y]$. Also ist auch jede
einpunktige Menge Zariski-abgeschlossen. Alle Zariski-abgeschlossenen 
Teilmengen von $\DR^2$ sind offensichtlich auch metrisch abgeschlossen,
also abgeschlossen in der nat"urlichen Topologie des $\DR^2$ aus 
\eref{RAVe}{AN1},
aber das Umgekehrte gilt nicht. Man zeige zur "Ubung, da"s 
eine echte Zariski-abgeschlossene
Teilmenge von $\DR^2$ keine nichtleere metrisch offene Teilmenge von
$\DR^2$ umfassen kann.
 \end{Bild}

 \begin{Bemerkungl}\label{OIU}
Sei $k$ ein beliebiger Kring.
   Offensichtlich gilt f"ur ein beliebiges System $\cal{J}$ von Teilmengen
   von $k[T_{1}, \ldots, T_{n}]$ die Identit"at 
$ \bigcap_{J\in \cal{J}} {\mathcal Z}(J)={\mathcal Z}\left(\bigcup_{J\in
       \cal{J}} J\right)$ und insbesondere
auch $$I \subset J \;\Rightarrow  \; {\mathcal Z}(I)
  \supset {\mathcal Z}(J)$$
Ebenso offensichtlich gilt f"ur ein beliebiges System
$\cal{X}$ von Teilmengen des $k^{n}$ die Identit"at 
${\mathcal I}\left(\bigcup_{X\in \cal{X}}X\right)=
\bigcap_{X\in \cal{X}} {\mathcal I} (X)$ und insbesondere auch
$$Y \subset X \; \Rightarrow \; {\mathcal I}(Y) \supset {\mathcal I}(X)$$
Des weiteren gilt sicher
$J\subset {\mathcal I}({\mathcal Z}(J))$ f"ur jede  
Teilmenge $J\subset k[T_{1}, \ldots, T_{n}]$ und
$X\subset {\mathcal Z}({\mathcal I}(X))$ f"ur jede  
Teilmenge $X\subset k^n$.  
Es folgt ${\mathcal I}(X)
={\mathcal I}({\mathcal Z}({\mathcal I}(X)))$ f"ur jede Teilmenge 
$X\subset k^n$, indem wir einerseits ${\mathcal I}$ 
auf $X\subset {\mathcal Z}({\mathcal I}(X))$
anwenden und andererseits $J\subset {\mathcal I}({\mathcal Z}(J))$ auf $J={\mathcal I}(X)$. 
Ebenso folgt f"ur jede  
Teilmenge $J\subset k[T_{1}, \ldots, T_{n}]$  die Identit"at 
${\mathcal Z}(J)={\mathcal Z}({\mathcal I}({\mathcal Z}(J)))$. 
Insbesondere gilt f"ur jede algebraische Teilmenge $X\subset k^n$
 die Identit"at
$X={\mathcal Z}({\mathcal I}(X))$, 
die offensichtlich auch umgekehrt algebraische Teilmengen charakterisiert.
 \end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}\label{IZDS} 
Allgemeiner 
versteht man unter einer {\bf Inzidenzstruktur}\index{Inzidenzstruktur} 
ein Tripel $(A,B,R)$ bestehend aus zwei Mengen $A$ und $B$ mit
einer Teilmenge $R\subset A\times B$ alias einer Relation zwischen $A$ und
$B$ im Sinne von \eref{AlRep}{AN1}. Zum Beispiel k"onnen wir die Menge 
$A=k[T_1,\ldots,T_n]$ der Polynome und die Menge $B=k^n$ der Punkte zu
betrachten mit der Relation $(f,x)\in R$ genau dann, wenn gilt $f(x)=0$. 
F"ur eine beliebige Inzidenzstruktur k"onnen wir 
in derselben Weise wie in diesem Beispiel Abbildungen
${\mathcal Z}:\cal{P}(B)\ra \cal{P}(A)$ und
${\mathcal I}:\cal{P}(A)\ra \cal{P}(B)$ erkl"aren.
Auch in dieser Allgemeinheit 
verwandeln sich Vereinigungen in Schnitte, Inklusionen
kehren sich um und es
gilt stets $X\subset {\mathcal Z}({\mathcal I}(X))$ sowie ${\mathcal I}(X)={\mathcal I}({\mathcal Z}({\mathcal I}(X)))$ und symmetrisch
$J\subset {\mathcal I}({\mathcal Z}(J))$ sowie ${\mathcal Z}(J)={\mathcal Z}({\mathcal I}({\mathcal Z}(J)))$.
\end{Bemerkunge}







\begin{Bemerkungl}
Um Sie zu ermuntern, sich in Vorbereitung auf
sp"atere Kapitel  mit den Grundbegriffen 
der Topologie auseinanderzusetzen, beginne ich bereits hier 
mit der Diskussion
der sogenannten \glqq Zariski-Topologie\grqq.
  Ich erinnere zun"achst 
an einige grundlegende Definitionen
aus der  Begriffwelt der Topologie, wie sie in
\eref{DTRS}{AN1} ausf"uhrlicher eingef"uhrt werden. 
Eine {\bf Topologie\index{Topologie}
 ${\cal T}$ auf einer Menge $X$} ist ein System von
  Teilmengen ${\cal T} \subset {\cal P} (X)$, das stabil ist unter 
dem Bilden von endlichen
  Schnitten und beliebigen Vereinigungen. Ein Paar $(X, {\cal T})$ 
bestehend aus einer Menge mit einer Topologie hei"st ein
{\bf topologischer Raum}\index{topologischer Raum}. 
Die Teilmengen aus ${\cal T}$ hei"sen dann die
{\bf offenen Teilmengen}\index{offen}
 unseres topologischen Raums. Statt $U\in {\cal T}$
schreibe ich auch $U\co X$.\index{)c@$\co$ offen in!topologischem Raum}  
Die Komplemente der offenen Teilmengen 
hei"sen die {\bf abgeschlossenen Teilmengen}
 unseres topologischen Raums.  
F"ur $A\subset X$ schreiben wir statt $(X\backslash A)\in \cal T$ auch
$A\As X$. \index{abgeschlossen}
\index{)c@$\As$ abgeschlossen in!topologischem Raum} 
Das System der abgeschlossenen Teilmengen eines topologischen Raums
ist stabil unter endlichen Vereinigungen und beliebigen Schnitten.
Jedes Mengensystem in einer Menge $X$ 
mit diesen Eigenschaften ist auch umgekehrt das 
System der abgeschlossenen Teilmengen einer 
wohlbestimmten Topologie auf $X$. Gegeben eine Teilmenge $M\subset X$
eines topologischen Raums wird ihr {\bf Abschlu"s} $\bar M$ erkl"art
als die kleinste abgeschlossene Teilmenge von $X$, die $M$ umfa"st, alias
der Schnitt aller  abgeschlossenen Teilmengen von $X$, die $M$ umfassen.
\index{)6a@$\bar{M}$ Abschlu"s von $M$}
\index{Abschlu"s!topologischer} 
Eine Abbildung $f:X\ra Y$ von topologischen R"aumen hei"st 
{\bf stetig},\index{stetig!f"ur topologische R"aume} 
 wenn das Urbild jeder offenen 
Menge offen ist, oder
gleichbedeutend das Urbild jeder abgeschlossenen Menge abgeschlossen.
\end{Bemerkungl}
 \begin{Bemerkungl}
Ich erinnere \eref{IDT}{AN1}.
    Ist $X$ ein topologischer Raum und $Y\subset X$ eine Teilmenge, so
    erkl\"{a}rt man die {\bf induzierte
      Topologie}\index{induzierte Topologie}
\index{Topologie!induzierte} oder 
{\bf Spurtopologie}\index{Spurtopologie} auf
    $Y$ durch die Vorschrift\label{SpTo} 
$$U
\co Y \Leftrightarrow \exists V \co X\text{ mit }U = V \cap Y$$ 
In Worten ist
also eine Teilmenge von $Y$ offen f"ur die induzierte 
Topologie genau dann,
wenn sie der Schnitt mit $Y$  einer offenen Teilmenge von $X$ ist.
Ab jetzt fassen wir stillschweigend jede Teilmenge $Y$ 
eines topologischen
Raums $X$  als topologischen Raum mit der induzierten
Topologie auf.
\end{Bemerkungl}

\begin{Lemma}
Ist $k$ ein kommutativer 
Integrit"atsbereich, so bilden die algebraischen Teilmengen
von $k^n$ die abgeschlossenen Mengen einer Topologie,
der
\emph{\bf Zariski-Topologie}\index{Zariskitopologie!auf einem $k^n$} 
\emph{\bf auf dem} $k^{n}$.\label{ZaTo}   
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Da"s beliebige Schnitte algebraischer Teilmengen wieder algebraisch
sind, folgt sofort aus \ref{OIU}. Ist
$k$ nicht der Nullring, so gilt weiter ${\mathcal Z}(1)=\emptyset$,
und ist $k$ auch noch nullteilerfrei, so gilt zus"atzlich
${\mathcal Z}(I)\cup {\mathcal Z}(J)={\mathcal Z}(I J)$ mit der Notation
$I J=\{fg\mid f\in I,\;g\in J\}$.  
Folglich bilden die ${\mathcal Z}(I)$
das System der abgeschlossenen Mengen einer
Topologie auf dem $k^n$. 
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}\label{AbVa}
Ist $k$ ein kommutativer Integrit"atsbereich, so
folgt f"ur den Abschlu"s
einer beliebigen Teilmenge $X\subset k^n$
in Bezug auf die
eben erkl"arte Zariskitopologie
die Formel
$$\bar{X}={\mathcal Z}({\mathcal I}(X))$$  
In der Tat ist die rechte Seite eine algebraische alias
abgeschlossene Menge, die 
$X$ umfa"st, und f"ur jede algebraische  alias
abgeschlossene Teilmenge 
$A\supset X$ gilt 
$A={\mathcal Z}({\mathcal I}(A))\supset {\mathcal Z}({\mathcal I}(X))$. 
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}
Ein  Element eines faktoriellen Rings  hei"st 
{\bf quadratfrei},\index{quadratfrei}\label{quf} wenn es 
von Null verschieden ist und wenn darin kein Primfaktor 
mehrfach auftritt.
Sei nun $k=\bar k$ ein algebraisch abgeschlossener K"orper.
Eine Teilmenge $Z\subset k^n$  hei"st eine
\begin{description}
  \item[Hyperebene,]\index{Hyperebene!affine} 
 wenn sie Nullstellenmenge
  eines linearen Polynoms  ist, also
  eines Polynoms vom Totalgrad $1$; 
 \item[Quadrik,]\index{Quadrik!affine}
 wenn sie Nullstellenmenge
  eines quadratfreien quadratischen Polynoms  ist; 
 \item[Kubik,]\index{Kubik!affine}
 wenn sie Nullstellenmenge
  eines quadratfreien kubischen Polynoms  ist; 
 \item[Quartik,]\index{Quartik!affine}
 wenn sie Nullstellenmenge
  eines quadratfreien Polynoms  vom Totalgrad $4$ ist; 
 \item[Quintik,]\index{Quintik!affine}
 wenn sie Nullstellenmenge
  eines quadratfreien Polynoms  vom Totalgrad $5$ ist; 
\end{description}

\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungw}
  Wir zeigen in  \ref{BMDnxa}, da"s f"ur $k=\bar k$ ein algebraisch
  abgeschlossener K"orper auf einer 
algebraischen Teilmenge $X\As k^n$ jedes Polynom 
$P\in k[T_1,\ldots, T_n]$, wenn wir es  als Abbildung
$P:X\ra k$ auffassen,  entweder nur endlich viele Werte
annimmt oder nur endlich viele Werte nicht annimmt. Unser Beweis dort
ist nicht ganz einfach. Ich w"u"ste gerne,
wie man das m"oglichst leicht einsehen kann. 
\end{Bemerkungw}

\begin{Bemerkunge}
  Man kann zeigen, da"s f"ur $k=\bar k$ ein algebraisch abgeschlossener 
K"orper und $n\geq 1$ jede algebraische Teilmenge von $k^n$ 
bereits als die Nullstellenmenge von $n$ Polynomen beschrieben werden kann,
vergleiche etwa \cite{Kunz}. Im Gegensatz dazu
 kann keineswegs jedes Ideal des
 Polynomrings in $n$ Variablen von $n$ Polynomen erzeugt werden.
 Zum Beispiel ist leicht zu sehen, da"s das Ideal $\langle X^2, XY, Y^2\rangle\subset \DC[X,Y]$ nicht von zwei Elementen erzeugt werden kann.
\end{Bemerkunge}

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
  Ist $k$ ein K"orper, ja ein beliebiger 
Kring, und $x \in k^{n}$ ein Punkt, so ist das Verschwindungsideal dieser 
einelementigen Menge das Ideal 
  ${\mathcal I}(x)= \langle T_{1}-x_{1}, \ldots , T_{n}-x_{n}\rangle \subset k
  [T_{1}, \ldots , T_{n}]$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
 Sei $k$ ein K"orper. Man zeige, da"s die von ganz $k$
verschiedenen algebraischen Teilmengen von $k$
genau die endlichen Teilmengen sind. 
Man zeige, da"s die algebraischen Teilmengen von $k^2$
genau die endlichen Teilmengen, die Vereinigungen der Nullstellenmengen
einzelner Polynome mit endlichen Teilmengen, sowie ganz $k^2$ sind. 
Hinweis: Nach \eref{ENu}{AL}
haben zwei teilerfremde Polynome in zwei Ver"anderlichen h"ochstens endlich
viele
gemeinsame Nullstellen.\label{JGD} 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Sei $k$ ein K"orper. Man zeige
f"ur jedes Ideal $I\subset k[T_1,\ldots, T_n]$ die Absch"atzung
$|\mathcal Z(I)|\leq \op{dim}_kk[T_1,\ldots, T_n]/I$. Insbesondere kann 
ein Ideal endlicher Kodimension nur h"ochstens endlich viele
simultane Nullstellen besitzen. Hinweis: Interpolation in mehreren Variablen
\eref{IP}{AL}.\label{EVNN} 
\end{Ubung}





\begin{Ubung}\label{KAHz}
Unter einem {\bf Hom"oomorphismus}\index{Hom"oomorphismus}
 versteht man eine bijektive 
stetige Abbildung
zwischen topologischen R"aumen, deren Umkehrung auch stetig ist.
Man zeige: 
Ist $\gamma : k \sira k$ ein K"orperautomorphismus, so induziert
$\gamma$ einen Hom"oomorphismus $\gamma : k^{n} \sira k^{n}$,
$(x_{1}, \ldots, x_{n}) \mapsto (\gamma (x_{1}), \ldots, \gamma
(x_{n}))$ von $k^{n}$ versehen mit der Zariskitopologie auf sich selbst.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Eine Teilmenge eines topologischen Raums hei"st 
{\bf dicht}\index{dicht!Teilmenge}  
 genau dann, wenn ihr Abschlu"s der ganze Raum ist. 
Sei $k$ ein kommutativer Integrit"atsbereich. Man zeige: 
Jede unendliche Teilmenge von $k$ ist Zariski-dicht.
Sind $A\subset k^m$ und \label{ZD}$B\subset k^n$
Zariski-dicht, so gilt dasselbe f"ur $A\times B\subset k^{m+n}$. 
Jede offene nichtleere Teilmenge von $k^n$ ist Zariski-dicht.
Je zwei offene nichtleere Teilmengen von $k^n$ haben nichtleeren Schnitt.
\end{Ubung}


 


\begin{Ubung}
  Man zeige, da"s jede unendliche Teilmenge der Kreislinie
in der reellen Ebene 
$\{(x,y)\in \DR^2\mid x^2+y^2=1\}$ Zariski-dicht liegt in der 
Kreislinie mit ihrer Spurtopologie
nach \ref{SpTo}. Hinweis: \eref{ENu}{AL}.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Man zeige: Verschwindet ein Polynom $P\in\DR[X,Y]$ auf der Kreislinie
$\{(x,y)\in \DR^2\mid x^2+y^2=1\}$, so wird es von
$X^2+Y^2-1$ geteilt.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
Man folgere aus dem Hilbertschen 
Nullstellensatz: Haben zwei irreduzible Polynome in $\DC[T_1,\ldots,T_n]$ 
dieselben Nullstellen, so ist das eine ein skalares Vielfaches des anderen.
Im Fall $n=1$ ist das klar.
In Fall $n=2$ folgt es bereits aus Korollar \eref{ENu}{AL},
nach dem zwei teilerfremde Polynome in $\DC[X,Y]$ 
h"ochstens endlich viele gemeinsame Nullstellen haben.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Gegeben eine endlichdimensionale Ringalgebra "uber einem K"orper
  bilden die Einheiten stets eine Zariski-offene Teilmenge.\label{EZO} 
\end{Ubung}

\subsection{Moduln "uber Ringen}\label{LMm}
\begin{Definition}\label{LM}
Sei $R$ ein Ring. Ein \defnoind{$R$-Modul}\index{Modul!eines Rings} 
ist Paar bestehend aus einer abelschen Gruppe
$(M,+)$ und einer Abbildung
$$\begin{array}{ccl}
R\times M &\ra & M\\
(r,m) & \mapsto & rm
\end{array}$$
derart, da"s f"ur alle $r, s \in R$ und $m,n \in M$ 
die folgenden Identit"aten gelten:
$$\begin{array}{ccc}
r(m+n) &=& (rm) +(rn)\\
(r+s)m &=& (rm)+(sm)\\
r(sm)&=&(rs)m\\
1m &=&m
\end{array}$$
\end{Definition}

\begin{Beispiel}
Ist $R$ ein K"orper, so nennt man einen $R$-Modul meist einen
$R$-Vektorraum.
Der Ring $R$ selbst ist in offensichtlicher Weise ein
$R$-Modul. Dasselbe gilt f"ur $R^n$, ja gegeben eine beliebige Menge $X$
f"ur
$\op{Ens}(X,R)$ und gegeben zus"atzlich ein beliebiger $R$-Modul $M$
auch f"ur die Menge  $\op{Ens}(X,M)$ aller Abbildungen von $X$ nach $M$. 
Weitere Beispiele kommen sp"ater.
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}
  Wir vereinbaren auch in diesem Kontext die Regel \glqq Punkt vor Strich\grqq.  Wie
  bei Vektorr"aumen zeigt man auch bei Moduln
$M$ "uber einem Ring $R$ 
f"ur alle $m\in M$ die Formel $0m=0$, genauer $0_R
  m=0_M$, und folgert $(-1)m=-m$. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}
Arbeitet man mit der alternativen Konvention, 
nach der Ringe nicht notwendig unit"ar zu sein brauchen, so ist
die dritte Bedingung nicht mehr sinnvoll und wird 
weggelassen. Unsere Moduln w"urde man in dieser
Konvention als
\glqq unit"are Moduln "uber einem unit"aren Ring\grqq\  bezeichnen.
\end{Bemerkunge}



\begin{Bemerkungl}
Gegeben eine abelsche Gruppe $M$ bilden wir
wie in \eref{KonsR}{LA1}  den Ring $\op{Ab} M=\op{End}M$
aller Gruppenhomomorphismen $\varphi : M \ra M$, den sogenannten
{\bf Endomorphismenring 
von $M$}.\index{Endomorphismenring!von abelscher Gruppe} 
Seine Addition
ist die Addition von Abbildungen, $(\varphi + \psi)(m)\pdef\varphi (m)
+ \psi (m)$, seine Multiplikation die Verkn"upfung von
Abbildungen, $\varphi \psi \pdef \varphi \circ \psi$, und sein Einselement
die Identit"at $\op{id} : M \ra M$.   
\end{Bemerkungl}

%% \begin{Lemma}\label{DZ}
%% Sei $M$ eine abelsche Gruppe und $R$ ein Ring.
%% \begin{enumerate}
%% \item
%% Ist $\varphi : R \ra \op{Ab} M$ ein Ringhomomorphismus, so macht die
%% Vorschrift $rm = (\varphi (r))(m)$ die abelsche Gruppe $M$ zu
%% einem $R$-Modul.
%% \item
%% Ist $M$ ein $R$-Modul, so induziert die Abbildung $\varphi : R \ra
%% \op{Ens} M$, $(\varphi (r))(m) =rm$ einen Ringhomomorphismus
%% $\varphi : R \ra \op{Ab} M$. 
%% \end{enumerate}
%% \end{Lemma}
%% \begin{proof}[Beweis]
%% Dem Leser "uberlassen.
%% \end{proof}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Abelsche Gruppen als $\DZ$-Moduln}] 
In obigem Sinne ist eine Struktur als $R$-Modul auf einer
abelschen Gruppe $M$  \glqq dasselbe\grqq\ 
wie ein Ringhomomorphismus $R \ra \op{Ab} M$. \label{AGZZ} 
F"ur jeden Ring $E$ gibt es nun genau einen Ringhomomorphismus $\DZ
\ra E$. 
Jede abelsche Gruppe $M$ tr"agt also genau eine
$\DZ$-Modulstruktur.
Wir k"onnen diese Modulstruktur auch explizit beschreiben:
F"ur $a \in \DN$ ist  notwendig $1m =m$, also $2m = (1+1)m = m+m$,
induktiv $(a+1) m = am +m$, und dann auch
$(-a)m = (-1)am= -(am)$.   
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkunge}
Sei $\Omega$ eine Menge.
Unter einem {\bf $\Omega$-Modul}\index{Modul!"uber Menge}
versteht man eine abelsche Gruppe $M$ mitsamt einer Abbildung
$\Omega\ra \op{Ab}(M)$ unserer Menge $\Omega$ in den\label{OmeM} 
Endomorphismenring der abelschen Gruppe $M$.  
Das ist nun allerdings nichts anderes als ein Modul in unserem
bisherigen Sinne "uber dem \glqq nichtkommutativen Polynomring "uber $\DZ$
in durch $\Omega$ indizierten Variablen\grqq, den wir in der Notation
aus \eref{FrO}{TF} etwa
$\op{Ring}^\ua\Omega$ notieren k"onnten. Insofern bringt uns
dieses Konzept nichts Neues und alles, was wir im folgenden zu Moduln 
"uber allgemeinen 
Ringen zeigen, gilt a forteriori auch f"ur Moduln "uber Mengen. 
\end{Bemerkunge}


\begin{Bemerkungl}
Ist $\varphi : R \ra S$ ein Ringhomomorphismus, so wird jeder
$S$-Modul und insbesondere auch $S$ selbst ein
$R$-Modul vermittels der Operation $rm = \varphi (r) m$. 
Dies Verfahren hei"st 
{\bf Restriktion der Skalare},\index{Restriktion!der Skalare} 
und zwar
selbst dann, wenn der Ringhomomorphismus 
$\varphi : R \ra S$ nicht die Inklusion eines
Teilrings ist.
Zum Beispiel ist f"ur jedes Ideal
$\frak{a} \subset R$ der Quotient
$R/\frak{a}$ aus \eref{RUE}{AL} ein $R$-Modul in nat"urlicher Weise.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}
  Unter dem \defnoind{Zentrum}\index{Zentrum!eines Rings} ${\op{Z}}(R)$ eines Rings
  $R$ verstehen wir die Menge derjenigen Elemente von $R$, die mit allen anderen
  Elementen kommutieren, in Formeln
$${\op{Z}}(R)=\{ z\in R\mid za=az\;\;\forall a\in R\}$$
Das Zentrum ist stets ein kommutativer Teilring von $R$.
\end{Bemerkunge}


\begin{Bemerkunge}\label{BLOCK}
  F"ur jede Zerlegung $A = A_1 \oplus \ldots \oplus A_n$ eines Rings in eine
  Summe zweiseitiger Ideale sind die Summanden $A_i$ unter der induzierten
  Multiplikation selber Ringe mit Eins-Element $1_r$ f"ur $1 = 1_1 + \ldots
  +1_n$ die unserer Zerlegung entsprechende Zerlegung der Eins des Rings $A$.
  Des weiteren liefert dann das Aufaddieren auch einen Ringisomorphismus
  \begin{equation*}
    A_1 \times \ldots\times A_n \overset{\sim}{\rightarrow} A
  \end{equation*}
  und die $1_i$ liegen im Zentrum von $A$ und haben die Eigenschaft $1_i 1_j =
  \delta_{ij} 1_i$.  Haben wir umgekehrt eine Darstellung $1 =1_1 + \ldots +
  1_n$ mit $1_i$ zentral und $1_i1_j = \delta_{ij} 1_i$, so zerf"allt $A$ in
  das Produkt der Ideale $A_i = \langle 1_i \rangle$.  Wir nennen eine solche
  Darstellung eine {\bf Zerlegung der Eins in paarweise orthogonale
    zentrale Idempotente}.  Fassen wir in einer derartigen 
Zerlegung  einige Summanden zusammen, so
  sprechen wir von einer {\bf Vergr"oberung} unserer Zerlegung.  Nat"urlich
  haben je zwei derartige Zerlegungen eine gemeinsame Verfeinerung, bestehend
  aus allen Produkten von einem Idempotenten der einen Zerlegung und
einem Idempotenten der anderen Zerlegung.  
Existiert eine feinste Zerlegung mit von Null
  verschiedenen Summanden, so ist sie demnach eindeutig.  Die zugeh"orige
  Zerlegung des Rings hei"st dann seine 
{\bf Block-Zerlegung}\index{Block-Zerlegung!eines Rings} $A = A_1 \times
  \ldots \times A_n$ und die zugeh"origen 
Faktoren $A_i$ 
hei"sen die {\bf Bl"ocke}\index{Block!eines Rings} des Rings $A$.
R"uckblickend k"onnen wir festhalten, da"s bei einem Ring, der eine
Zerlegung in eine endliche direkte Summe ihrerseits nicht
weiter zerlegbarer zweiseitiger Ideale  
besitzt, die Summanden wohlbestimmt sind und dann eben die Bl"ocke unseres
Rings hei"sen.
\end{Bemerkunge}

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}\label{DZ}
Gegeben eine abelsche Gruppe $M$ und ein Ring $R$ 
induziert das Exponentialgesetz
$\op{Ens}(R\times M,M)\sira \op{Ens}(R, \op{Ens}(M,M))$
aus \eref{ABBK}{GR} eine Bijektion
$$\left\{\begin{array}{c}\text{Strukturen als $R$-Modul}\\
\text{auf der abelschen Gruppe }M 
 \end{array}\right\}
\;\overset{\sim}{\ra} \; 
\left\{\begin{array}{c}\text{Ringhomomorphismen}\\
R\ra \op{Ab}M
 \end{array}\right\}
$$
Im Fall eines K"orpers war das bereits "Ubung \eref{DZk}{LA1}.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{$k[X]$-Moduln als $k$-Vektorr"aume mit Endomorphismus}] 
Gegeben eine abelsche Gruppe $M$ und ein K"orper $k$ 
haben wir  nat"urliche  Bijektionen\label{KX} 
$$
\begin{array}{ccc}
\left\{\begin{array}{c}\text{Strukturen als $k[X]$-Modul}\\
\text{auf der abelschen Gruppe }M 
 \end{array}\right\}
&\overset{\sim}{\ra} & 
\left\{\begin{array}{c}\text{Ringhomomorphismen}\\
k[X]\ra \op{Ab}M
 \end{array}\right\}\\[4mm]
&&\wr\!\da\\[2mm]
\left\{\begin{array}{c}\text{Paare $(\psi,A)$ 
bestehend aus}\\
\text{einer $k$-Vektorraumstruktur}\\ \psi: k\times M\ra M\\
\text{auf der abelschen Gruppe }M\\
\text{und einem Endomorphismus}\\ A\in \op{End}_k( M)
\end{array}\right\}
&\overset{\sim}{\ra}&
\left\{\begin{array}{c}\text{Paare $(\varphi,A)$ 
bestehend aus}\\
\text{einem Ringhomomorphismus}\\ \varphi: k\ra \op{Ab}M\\
\text{und einem mit seinem Bild}\\
\text{kommutierenden Element}\\
A\in \op{Ab}M \end{array}\right\}
\end{array}
$$
Genauer liefert \ref{DZ} die obere horizontale
Bijektion  und \eref{EiP}{LA1}
die vertikale Bijektion.
In diesem Sinne ist also ein $k[X]$-Modul \glqq dasselbe\grqq\  wie ein
$k$-Vektorraum mit einem $k$-linearen Endomorphismus.
F"ur einen beliebigen Ring $k$ gilt Analoges.   
\end{Ubung}




  \begin{Bemerkunge}
    Gegeben Ringe $R_1,\ldots,R_n$ mit Produkt $R=R_1\times\ldots\times R_n$
    erhalten wir f"ur jede abelsche Gruppe $M$ eine Bijektion
    \begin{displaymath}
      \begin{array}{ccc}
        \left\{ \begin{array}{c}
            \text{Strukturen auf $M$}\\
            \text{als $R$-Modul}
          \end{array} \right\} &
        \overset{\sim}{\rightarrow} & 
        \left\{
          \begin{array}{c}
            \text{Zerlegungen $M=M_1\oplus\ldots \oplus M_n$ mit}\\
            \text{jeweils einer $R_i$-Modulstruktur auf $M_i$} 
          \end{array} \right\}
      \end{array}
    \end{displaymath}
    indem wir in $R$ die Elemente $\op{e}_i=(0,\ldots,1, \ldots,0)$ mit einer
    $1$ an der $i$-ten Stelle und Nullen sonst betrachten und in $M$ die
    Untergruppen $M_i\pdef {\op{e}}_iM$ nehmen und sie mit der hoffentlich
    offensichtlichen von der $R$-Modulstruktur auf $M$ induzierten Struktur
    eines $R_i$-Moduls versehen.
  \end{Bemerkunge}
  \begin{Ubung}
    Gegeben ein Modul $M$ "uber einem Ring $R$ und ein Element
    $m\in M$ hei"st die Teilmenge $$\op{Ann}_R(m)\pdef \{r\in R\mid rm=0\}$$
    der {\bf Annullator von $m$}.\index{Annullator}\index{Ann@$\op{Ann}$ Annullator} Man zeige, da"s der jedes Elements ein Linksideal ist. 
    Weiter hei"st die Teilmenge  $$\op{Ann}_R(M)\pdef \{r\in R\mid rm=0 \;\forall m\in M\}$$
    der Annullator des Moduls  $M$.
    Man zeige, da"s der Annullator eines Moduls stets ein zweiseitiges
    Ideal ist.\label{Annu} 
  \end{Ubung}

\subsection{Homomorphismen, Untermoduln, Quotienten}\label{HQU}
\begin{Definition}
Eine Abbildung $f: M \ra N$ von einem $R$-Modul in einen weiteren $R$-Modul 
hei"st {\bf $R$-linear}\index{linear} oder ein
{\bf $R$-Modulhomomorphismus},\index{Modulhomomorphismus}
 wenn gilt $f(m+m^{\prime})=f(m) + f(m^{\prime})$ und
$f(r m)= rf(m) \quad \forall m, m^{\prime} \in M$, $r \in R$. 
\end{Definition}

\begin{Bemerkunge}
  Die Gesamtheit aller $R$-Moduln "uber einem vorgegebenen Ring $R$
bildet mit den $R$-Modulhomomorphismen als Morphismen eine
Kategorie\index{Mod@$\op{Mod}_R=R\op{-Mod}$ Kategorie der $R$-Moduln}  
$$R\op{-Mod}$$ 
In der Sprache der Kategorientheorie 
ist das Vergessen der $\DZ$-Modulstruktur ein Isomorphismus von Kategorien
$\DZ\op{-Mod}\sira \op{Ab}$
zwischen der Kategorie der $\DZ$-Moduln und der Kategorie der abelschen Gruppen.
\end{Bemerkunge}


\begin{Definition}\label{EnZ}
Die Menge aller Homomorphismen von einem $R$-Modul $M$ in einen
$R$-Modul $N$ schreiben wir auch
$\op{Hom}_{R} (M,N)$.\index{Hom@$\op{Hom}_{R}$}  
Sie bildet eine Untergruppe und f"ur kommutatives $R$ 
sogar einen $R$-Untermodul von $\op{Ens} (M,N)$. 
Ein bijektiver Homomorphismus hei"st  ein 
{\bf Isomorphismus}\index{Isomorphismus!von Moduln}
von $R$-Moduln. Gibt es einen Isomorphismus zwischen zwei $R$-Moduln
$M$ und $N$, so schreiben wir auch $M\cong M$ und sagen,
$M$ und $N$ seien {\bf isomorph}.\index{isomorph!Moduln}  
Ein Homomorphismus von einem
Modul zu sich selbst hei"st ein
\defind{Endomorphismus} unseres Moduls. Die Menge aller Endomorphismen 
des $R$-Moduls $M$ notiert man $\op{End}_R(M)$.  Sie bildet  einen Ring 
unter der Verkn"upfung als Multiplikation.
\end{Definition}
\begin{Bemerkunge}
  Ich will das Symbol $\op{Hom}$\index{Hom@$\op{Hom}$ ohne Index} 
ohne Index reservieren f"ur 
Funktoren, die aus zwei Objekten einer Kategorie ein drittes Objekt derselben
Kategorie machen. Nur im Fall von Vektorr"aumen oder kommutativen Ringen 
darf man dann, wenn man dieser Konvention folgen will,
den Grundring aus der Notation weglassen. 
Die Morphismenmenge in einer beliebigen Kategorie $\mathcal C$ 
notiere ich $\mathcal C(X,Y)$. Wenn sie mit zus"atzlicher Struktur 
verstanden werden soll, benutze ich auch $\op{Hom}$, aber dann mit erg"anzenden
Indizes. 
\end{Bemerkunge}


\begin{Lemma}[\textbf{Modulhomomorphismen vom Grundring zu einem Modul}] 
Die $R$-Modulhomomorphismen von einem Ring $R$, aufgefa"st als $R$-Modul,
 zu einem beliebigen weiteren $R$-Modul werden parametrisiert 
durch die Elemente des besagten $R$-Moduls.\label{RHO} 
F"ur jeden  $R$-Modul $M$  liefert genauer die Abbildungsvorschrift
$m  \mapsto  (r \mapsto rm)$
einen Isomorphismus
$$\begin{array}{ccc}
M & \sira & \op{Hom}_{R} (R,M)\\
m & \mapsto & (r \mapsto rm)
\end{array}$$
von abelschen Gruppen mit Inversem $\varphi\mapsto
\varphi(1)$.  
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Dem Leser "uberlassen.
\end{proof}



\begin{Definition}
Sei $R$ ein Ring und $M$ ein $R$-Modul. Eine Teilmenge $N \subset M$ 
 hei"st ein 
\defind{Untermodul} genau dann, wenn $N$ eine Untergruppe ist und wenn
zus"atzlich  gilt
$m \in N$, $r \in R \RA r m \in N$.   
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Die Untermoduln eines kommutativen Rings sind genau seine Ideale.
Die Untermoduln eines allgemeinen Rings hei"sen seine {\bf Linksideale}.
\index{Linksideal} 
Jeder Schnitt von Untermoduln ist wieder ein Untermodul. Ist $T
\subset M$ eine Teilmenge eines Moduls $M$, 
so hei"st der kleinste Untermodul von
$M$, der $T$ enth"alt, auch 
der {\bf von $T$ erzeugte 
Untermodul}\index{Untermodul!erzeugt von Teilmenge}
und wir bezeichnen ihn mit $_R\langle T\rangle$\index{)5>@$_R\langle T\rangle$ Untermodul-Erzeugnis} oder 
wenn die genaue Bedeutung eh aus dem Kontext hervorgeht 
etwas nachl"assig mit $\langle T\rangle_R$ oder auch 
abk"urzend mit $\langle T\rangle$.\index{)5>@$\langle T\rangle_R$ Untermodul-Erzeugnis}\index{)5>@$\langle T\rangle$ Untermodul-Erzeugnis}
Man kann den von $T$ erzeugten
Untermodul  beschreiben als die Menge aller Linearkombinationen
$$\{r_{1}t_{1} + \ldots r_{s}t_{s} \mid s \geq 0,\; r_{i} \in R,\;
t_{i} \in T \}$$
Hierbei  steht
 die leere Linearkombination mit $s = 0$ f"ur die Null in $M$. 
Ein Modul, der von einer endlichen Teilmenge erzeugt wird,
hei"st  {\bf endlich erzeugt}.\index{endlich erzeugt!Modul}
Ein Modul, der von einem einzigen Element erzeugt wird,
hei"st {\bf zyklisch}.\index{zyklisch!Modul}
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Das Bild eines Untermoduls unter einem Modulhomomorphismus ist wieder ein
  Untermodul. Dasselbe gilt f"ur das Urbild eines Untermoduls.
Insbesondere sind Bild und Kern eines Modulhomomorphismus stets
Untermoduln.
\end{Bemerkungl}

\begin{Proposition}[\textbf{Quotientenmoduln}]
Seien $R$ ein Ring,
$M$ ein $R$-Modul und 
$N \subset M$ ein\label{QouM}  
Untermodul.\index{Quotientenmodul}
\begin{enumerate}
\item
Es gibt genau eine Struktur eines $R$-Moduls auf der Restklassengruppe
$M/N$ aus \eref{KdR}{LA2} 
derart, da"s die Projektion $\op{can} : M \twoheadrightarrow
M/N$ ein Homomorphismus von $R$-Moduln ist;
\item
Jeder Homomorphismus von $R$-Moduln $\varphi : M \ra M^{\prime}$
mit $ \varphi(N)=0$ faktorisiert in eindeutiger Weise "uber
$M/N$, es gibt also zu $\varphi$  genau einen $R$-Modul\-ho\-mo\-mor\-phis\-mus
$\tilde{\varphi} : M /N \ra M^{\prime} $ mit $ \varphi =
\tilde{\varphi} \circ \op{can}$. 
\end{enumerate}
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis]
Sehr "ahnlich zum Beweis der entsprechenden Aussagen 
im Fall von Vektorr"aumen \eref{QVV}{LA2}
und dem Leser "uberlassen.
\end{proof}
\begin{Definition}
Ein \defind{Subquotient} eines Moduls ist ein Quotient eines Untermoduls.
\end{Definition}

\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}\label{MER}
Gegeben ein $R$-Modul $M$ wird $M$ ein Modul "uber 
seinem Endomorphismenring $\op{End}_R(M)$ vermittels der 
Vorschrift $fm=f(m)$ f"ur alle $f\in \op{End}_R(M)$ und $m\in M$. 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{RII}
  Ist $R$ ein Ring und $e\in R$ ein idempotentes Element und
  $M$ ein $R$-Modul, so induziert das Auswerten bei $e$ eine Bijektion
  $\op{Hom}_R(Re,M)\sira eM$. 
\end{Ubung}

\begin{Ubunge}
In einem endlich erzeugten Modul umfa"st jedes
Erzeugendensystem ein endliches  Erzeugendensystem.
\end{Ubunge}

\begin{Ubung}\label{MQR}
Sei $R$ ein Ring und $\frak{a}\subset R$ ein Ideal und $M$ ein $R$-Modul.
Bezeichne $\frak{a}M\subset M$ den Untermodul, der von allen Elementen
$am$ mit $a\in \frak{a}$ und $m\in M$ erzeugt wird, und der bei
sorgf"altigerer Notation eigentlich $\langle \frak{a}M\rangle$
notiert werden m"u"ste.
Man zeige, da"s die Operation von $R$ auf $M/\frak{a}M$ in nat"urlicher Weise
faktorisiert "uber $R/\frak{a}$, so da"s also 
$M/\frak{a}M$ in nat"urlicher Weise
ein $R/\frak{a}$-Modul wird. 
\end{Ubung}
  \begin{Ubung}
   Man zeige, da"s gegeben ein Ring $R$ und ein $R$-Modul $M$ 
    f"ur jedes Linksideal $ I \subset R$ das Auswerten an 
der Nebenklasse $1_R +I$ eine
    Bijektion $\op{Hom}_R (R/I,M) \overset{\sim}{\rightarrow} \{ m \in M \mid
    I m = 0\}$ induziert.
  \end{Ubung}



\begin{Ubung}\label{PHRI}
Gegeben Moduln $M_i$ "uber Ringen $R_i$ kann man das
Produkt $M$ der $M_i$ in offensichtlicher Weise mit der Struktur
eines Moduls "uber dem Produkt $R$ der $R_i$ versehen. Ergibt sich 
in derselben Weise ein $R$-Modul $N$ als das Produkt gewisser
$R_i$-Moduln $N_i$, so haben wir einen kanonischen
Isomorphismus $$\op{Hom}_R(M,N)\sira \prod_i \op{Hom}_{R_i}(M_i,N_i)$$
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
Ich erinnere an exakte Sequenzen im Sinne von \eref{exSG}{LA2}.
Eine Sequenz von Gruppen $M'\ra M\ra M''  $ hei"st 
{\bf linksexakt}\index{linksexakt} genau dann, wenn die 
erweiterte Sequenz $1\ra M'\ra M\ra M''  $ exakt ist, wenn sie also
in anderen Worten bei $M$ exakt ist und $M'\ra M$ injektiv ist.
Wir schreiben linksexakte Sequenzen meist $M'\hra M\ra M''  $.
Man zeige: Eine Sequenz $M'\ra M\ra M''  $ von Moduln "uber einem Ring
$R$ ist linkssexakt genau dann, wenn f"ur jeden weiteren $R$-Modul $N$ die
induzierte Sequenz 
$$\op{Hom}_R(N,M')\ra \op{Hom}_R(N,M)\ra \op{Hom}_R(N,M'')$$
linksexakt ist.\label{les}
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
Ich erinnere an exakte Sequenzen im Sinne von \eref{exSG}{LA2}.
  Eine Sequenz von Gruppen $M'\ra M\ra M''  $ hei"st 
{\bf rechtsexakt}\index{rechtsexakt} genau dann, wenn die 
erweiterte Sequenz $M'\ra M\ra M''  \ra 1$ exakt ist, wenn sie also
in anderen Worten bei $M$ exakt ist und $M\ra M''  $ surjektiv ist.
Wir schreiben rechtsexakte Sequenzen meist $M'\ra M\sra M''  $. 
Man zeige: Eine Sequenz $M'\ra M\ra M''  $ von Moduln "uber einem Ring
$R$ ist rechtsexakt genau dann, wenn f"ur jeden weiteren $R$-Modul $N$ die
induzierte Sequenz 
$$\op{Hom}_R(M'',N)\ra \op{Hom}_R(M,N)\ra \op{Hom}_R(M',N)$$
linksexakt ist.\label{res} 
\end{Ubung}


\subsection{Summen und Produkte von Moduln}\label{SPM}
\begin{Bemerkungl}
  Die folgenden Konstruktionen verallgemeinern unsere Konstruktionen
im Fall von Vektorr"aumen aus \eref{SPV}{LA2}.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Gegeben eine Familie $(M_\lambda)_{\lambda\in \Lambda}$ 
von Moduln "uber einem Ring $R$
bilden wir zwei neue $R$-Moduln, das
{\bf Produkt}\index{Produkt!von Moduln} $\prod M_\lambda$ und die 
{\bf direkte Summe}\index{direkte Summe!von Moduln}  
oder  kurz \defind{Summe}  $\bigoplus M_\lambda$
durch die Regeln
$$
\begin{array}{ccl}
\prod_{\lambda\in \Lambda} M_\lambda&=&\{(m_\lambda)_{\lambda\in \Lambda}\mid m_\lambda\in
M_\lambda\}\\[2mm]
\bigoplus_{\lambda\in \Lambda} M_\lambda&=&\{(m_\lambda)_{\lambda\in \Lambda}\mid m_\lambda\in
M_\lambda,\text{ nur endlich viele $m_\lambda$ sind nicht null}\}
\end{array}$$
mit der offensichtlichen komponentenweisen Addition und
Multiplikation mit Skalaren aus $R$. 
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}
F"ur eine endliche Familie von Moduln $M_{1}, \ldots , M_{s}$
stimmen die direkte Summe und das Produkt "uberein. Wir benutzen dann
alternativ die Notationen $$M_{1}\times \ldots \times M_{s}=M_{1}\oplus \ldots
\oplus M_{s}$$  
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}\label{SPMM} 
Das Produkt beziehungsweise die Summe 
sind das Produkt beziehungsweise Koprodukt in der Kategorie der 
$R$-Moduln im Sinne unserer allgemeinen Definitionen
\eref{PrKao}{LA2} beziehungsweise \eref{KoPro}{LA2}. Ausformuliert bedeutet das: 
%haben sie mithin die folgenden Eigenschaften:
Die offensichtlichen Einbettungen und Projektionen sind Homomorphismen
$$
\op{in}_\lambda: M_\lambda \hra \bigoplus_{\lambda\in 
\Lambda} M_\lambda\qquad\text{ beziehungsweise }
\qquad\op{pr}_\lambda:\prod_{\lambda\in \Lambda} M_\lambda \sra  M_\lambda$$
und\index{in@$\op{in}$, Morphismus in Koprodukt}
ist\index{pr@$\op{pr}$, Projektion aus Produkt}
$M$ ein weiterer $R$-Modul, so induzieren  die
durch Vorschalten der $\op{in}_\lambda$ beziehungsweise Nachschalten der
$\op{pr}_\lambda$ gegebenen Abbildungen Bijektionen
$$\begin{array}{rcc}
\op{Hom}_R (\bigoplus_{\lambda\in \Lambda} M_\lambda, M) & \sira &
\prod_{\lambda\in\Lambda}\op{Hom}_R (M_{\lambda},M)\\[1mm]
f & \mapsto & (f\circ \op{in}_{\lambda})_{\lambda\in \Lambda}\\[4mm]
\op{Hom}_R (M, \prod_{\lambda\in \Lambda} M_\lambda) & \sira & 
\prod_{\lambda\in\Lambda}\op{Hom}_R
(M,M_{\lambda})\\[1mm]
f & \mapsto & (\op{pr}_{\lambda}\circ f)_{\lambda\in \Lambda}
\end{array}$$  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Gegeben eine Familie $(M_\lambda)_{\lambda\in \Lambda}$ von Untermoduln
eines Moduls $M$ bezeichnet man den von ihrer Vereinigung erzeugten 
Untermodul von $M$ auch als ihre {\bf Summe}\index{Summe!von Untermoduln}
und notiert ihn $\sum_{\lambda\in \Lambda} M_\lambda$.  Diese Summe
kann auch interpretiert werden als das Bild eines nat"urlichen
Homomorphismus $\bigoplus_{\lambda\in \Lambda} M_\lambda\ra M$ von
der direkten Summe nach $M$.  Ist dieser Homomorphismus injektiv,
so sagen wir, die \glqq Summe der Untermoduln $M_\lambda$ sei direkt\grqq\  
und schreiben
statt $\sum_{\lambda\in \Lambda} M_\lambda$ auch 
$\bigoplus_{\lambda\in \Lambda} M_\lambda$. 
Zwei Untermoduln $N_1,N_2\subset M$ hei"sen 
{\bf komplement"ar}\index{komplement"ar!Untermoduln} 
genau dann, wenn ihre Einbettungen einen Isomorphismus $N_1\oplus N_2\sira M$
induzieren. Ein Untermodul, der ein Komplement besitzt, hei"st ein
{\bf Summand}.\index{Summand!von Modul}  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}\label{BMoo}
Auch bei Moduln "uber Ringen nennt man eine 
Familie $(m_\lambda)_{\lambda\in\Lambda}$
\defind{linear unabh"angig} genau dann, wenn nur die triviale
endliche Linearkombination verschwindet, wenn also
f"ur eine Familie $(r_\lambda)_{\lambda\in\Lambda}$ 
von Elementen unseres Rings mit nur
endlich vielen von Null verschiedenen Mitgliedern gilt
$$\sum_{\lambda\in\Lambda} r_\lambda m_\lambda=0\;\;\RA \text{ alle }
r_{\lambda} \text{ sind null}$$ Ein linear unabh"angiges Erzeugendensystem
hei"st wie bei Vektorr"aumen eine {\bf Basis},\index{Basis!von Modul} 
und wie dort
erkl"aren wir die Begriffsvarianten einer 
{\bf Basis als Teilmenge},\index{Basis!als Teilmenge!von Modul} 
einer {\bf Basis als Familie},\index{Basis!als Familie!von Modul}  
und einer {\bf angeordneten Basis}.\index{Basis!angeordnete!von Modul}  
Allerdings besitzen
keineswegs alle Moduln eine Basis, wie man das von Vektorr"aumen
gewohnt ist.
Die Moduln, die eine Basis besitzen, nennt man 
{\bf freie Moduln}.\index{frei!Modul}\index{Modul!freier}  
Die Moduln, die eine Basis bestehend aus genau einem Element
besitzen, nenne ich 
{\bf frei zyklisch}.\index{frei zyklisch!Modul}\index{Modul!frei zyklischer}
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
  $\DZ/5\DZ$ ist kein freier $\DZ$-Modul, aber durchaus ein freier Modul
"uber dem Ring  $\DZ/5\DZ$. Jede Familie von Elementen eines Moduls "uber
dem Nullring, der notwendig aus genau einem Element besteht, ist eine Basis. 
\end{Beispiel}
  \begin{Beispiel}
    F"ur jede Menge $\Lambda$ ist der Modul $$R\Lambda\pdef
    \{f:\Lambda \ra R\mid f(\lambda)=0 \text{ f"ur fast alle }\lambda\}$$
    frei, denn die Abbildungen, die an einer Stelle den Wert $1$ annehmen und
    sonst den Wert Null, bilden eine Basis. 
Wir nennen $R\Lambda$ den {\bf freien $R$-Modul "uber der Menge $\Lambda$}.
\index{)8b@$R\Lambda$ freier $R$-Modul  "uber  $\Lambda$} 
Nach unseren Definitionen ist
    umgekehrt eine Familie $(m_\lambda)_{\lambda\in\Lambda}$ in einem Modul
    $M$ eine Basis genau dann, wenn die Abbildung $R\Lambda \ra M$ mit
    $(r_\lambda)\mapsto \sum r_\lambda m_\lambda$ ein Isomorphismus ist.
  \end{Beispiel}
  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Ungewohnte
        Isomorphismen zwischen freien Moduln}] 
  F"ur beliebige Ringe $R$ folgt aus $R^n\cong R^m$ im allgemeinen 
keineswegs $n=m$.\label{BRNN} 
  Das einfachste Gegenbeispiel ist der Nullring, und das ist
nach \ref{ABTR}  auch das einzige
  kommutative Gegenbeispiel.  Unter den 
nicht kommutativen Ringen gibt es jedoch
  auch interessantere Gegenbeispiele. Betrachten wir etwa 
 zu einem beliebigen K"orper
den freien  Vektorraum $V$ "uber der Menge $\DN$, 
so gibt es einen Isomorphismus $V\sira V\oplus V$, 
und f"ur den
Endomorphismenring $R=\op{End} V$ erhalten wir einen Isomorphismus von
  $R$-Moduln $R\cong R^2$ als die Verkn"upfung
 $R=\op{End} V \cong \op{Hom} (V\oplus V,V)\cong R\oplus R$. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}\label{TREm}
  Wir erhalten mit \ref{BRNN} 
 auch ein Paar $A\subsetneq B$ bestehend aus einem Ring
  mit einem echten Teilring und der Eigenschaft, da"s  dennoch
ein Isomorphismus
 $A\cong B$ von  $A$-Linksmoduln existiert: 
Betrachten wir $R$ wie in \ref{BRNN} 
und den Teilring $(R\times R)\subset
  {\op{Mat}}(2;R)$ der Diagonalmatrizen, haben wir einerseits
   einen Isomorphismus $(R\times R)^2\cong {\op{Mat}}(2;R)$
  von $(R\times R)$-Linksmoduln,  soviel gilt sogar f"ur
  jeden Ring $R$, und andererseits gibt es nach den vorherigen
  "Uberlegungen auch einen Isomorphismus $(R\times R)\cong (R\times R)^2$ von
  $(R\times R)$-Linksmoduln.
\end{Bemerkunge}\begin{Lemma}[\textbf{Kriterium f"ur die Direktheit einer Summe}] 
Gegeben eine Familie $(V_i)_{i\in  I }$ von Untergruppen
einer abelschen Gruppe $V$  ist der nat"urliche\label{Kds}  
Homomorphismus $\bigoplus_{i\in  I } V_i\ra V$ eine Injektion  
genau dann, wenn f"ur jede endliche Teilmenge $J\subset I$ 
und jedes $i\in I\backslash J$ gilt
$$V_i\cap \sum_{j\in J}V_j=0$$
\end{Lemma}

\begin{proof}
 Ist der  nat"urliche 
Homomorphismus eine Injektion, so folgt aus 
$i\in I\backslash J$ offensichtlich 
$V_i\cap \sum_{j\in J}V_j=0$, und das sogar f"ur beliebiges $J\subset I$. 
  Ist der  nat"urliche 
Homomorphismus keine Injektion, so liegt ein von Null verschiedenes 
Element $v=(v_i)_{i\in I}$ der direkten Summe
in seinem Kern. Dieses Element hat nur in endlich vielen Summanden eine
von Null verschiedene Komponente, 
die Menge $K\pdef\{i\mid v_i\neq 0\}$ ist also endlich und wegen $v\neq 0$
auch nicht leer.
Per definitionem gilt nun $\sum_{k\in K}v_k=0$.
W"ahlen wir $i\in K$ und nehmen $J=K\backslash i$, 
so folgt $0\neq -v_i=\sum_{j\in J}v_j$ und damit
$V_i\cap \sum_{j\in J}V_j\neq 0$.
\end{proof}
\begin{Satz}
  F"ur jede freie abelsche Gruppe $F$ ist die offensichtliche
  Abbildung in das Bidual ein Isomorphismus $F\sira F^{**}$.
\end{Satz}
\begin{proof}
  Wir zeigen das nur f"ur $F=\DZ[X]$, der allgemeine Fall geht genauso.  
Das Dual $F^*$ ist in diesem Fall  ein Produkt abz"ahlbar vieler Kopien von $\DZ$ und hei"st die
{\bf Baer-Specker-Gruppe}.\index{Baer-Specker-Gruppe} 
Wir verwenden  im folgenden die Inkarnation von $F^*$ 
als der Potenzreihenring.
In Formeln ausgedr"uckt haben wir eine bilineare Abbildung
$$\DZ\llbracket X\rrbracket\times \DZ[X]\ra\DZ$$
gegeben durch $(P,Q)\mapsto (\text{der Koeffizient von }X^0\text{ in }P\bar Q)$,
wobei $\bar Q$ aus $Q$ entstehe durch Substitution von $X^{-1}$ f"ur $X$. 
Diese Paarung liefert offensichtlich einen 
Isomorphismus
$\mathbb Z \llbracket X\rrbracket \sira
\op{Hom}_{\mathbb Z} (\mathbb Z [X], \mathbb Z)$.
Es gilt zu zeigen, da"s sie auch einen 
 Isomorphismus
$$\mathbb Z [X] \sira \op{Hom}_{\mathbb Z} (\mathbb Z
\llbracket X\rrbracket, \mathbb Z)$$ induziert.
Um das einzusehen, zeigt man zun"achst
$$  \op{Hom}_{\mathbb Z} (\mathbb Z
\llbracket X\rrbracket/\mathbb Z [X], \mathbb Z)=0$$
Jeder Homomorphismus
$f: \mathbb Z \llbracket X\rrbracket / \mathbb Z [X] \rightarrow \mathbb Z$ macht
jede Nebenklasse einer Reihe der Gestalt $\sum b_i 3^i X^i$ zu Null,
da seine Werte darauf durch jede Potenz von drei teilbar sein m"ussen.
Auf der Nebenklasse einer beliebigen Reihe $\sum a_i X^i$ kann $f$ also nur
gerade Zahlen als Werte annehmen,
da $\sum a_i X^i + \sum_{a_i \text{ ungerade}} 3^i X^i$
stets das Doppelte einer anderen Reihe ist. Das zeigt, da"s $f$  Null sein mu"s.
Jeder Gruppenhomomorphismus $\mathbb Z \llbracket X\rrbracket \rightarrow \mathbb Z$ ist also durch seine Restriktion auf
$\mathbb Z [X]$ bereits eindeutig festgelegt.
Es bleibt zu zeigen, da"s eine Linearform $f: \mathbb Z [X] \rightarrow \mathbb Z$, die nicht auf
fast allen $X^i$ Null ist, nicht auf $\mathbb Z \llbracket X\rrbracket$ fortgesetzt werden kann.
Ist aber $f$ auf unendlich vielen $X^i$ nicht Null, so finden wir eine monoton wachsende Folge
$\alpha (0) \leq \alpha (1) \leq \ldots$ von nat"urlichen Zahlen mit $c_n := | f(X^0) 2^{\alpha (0)}+
\ldots + f (X^n)2^{\alpha (n)}| \rightarrow \infty$ f"ur $n \rightarrow \infty$ und $2^{\alpha (n+1)}> 2c_n$
f"ur alle $n \in \mathbb N$. Werten wir dann unsere Linearform auf der Reihe 
$\sum_{i=0}^\infty 2^{\alpha(i)}X^i$ aus, so mu"s das Ergebnis im Betrag
mindestens $c_n$ sein f"ur alle $n$,
wie man durch Aufteilen in einen Anfang und einen Schwanz aus $2^{\alpha (n+1)}\DZ\llbracket X\rrbracket$ sieht, und das ist unm"oglich.
\end{proof}





\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}
Man zeige: 
Jeder endlich erzeugte Modul "uber einem Schiefk"orper $D$ ist isomorph
zu $D^n$ f"ur wohlbestimmtes $n\in\DN$. Hinweis: Man kopiere die
Argumentation aus der linearen Algebra.\label{dSKK}  
\end{Ubung}


\begin{Ubung}
 Sei $k$ ein von Null verschiedener Ring.
 Man gebe ein minimales  alias unverk"urzbares Erzeugendensystem des Rings 
$R\pdef(k\times k)$ als Linksmodul "uber sich selber an, das keine Basis ist.
Man gebe eine maximale linear unabh"angige Teilmenge  von
$\DZ$ als Linksmodul "uber sich selber an, die keine Basis ist.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{fmDZ} 
  Sei $k$ ein Ring und $k[\varepsilon]\pdef k[T]/\langle T^2\rangle$ 
mit $\varepsilon=\bar T$ der Ring der 
{\bf dualen Zahlen "uber $k$}.\index{duale Zahlen} 
Man zeige: Ein $k[\varepsilon]$-Modul ist frei genau dann, 
wenn gilt:  $M/\varepsilon M$ ist ein freier $k$-Modul  und die 
Multiplikation mit $\varepsilon$ induziert einen Isomorphismus
$$M/\varepsilon M\sira \varepsilon M$$
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{QFM}
Jeder Modul ist isomorph zu einem Quotient eines freien Moduls.
\end{Ubung}




\begin{Ubung}
Gegeben Moduln $M_1,\ldots,M_m$ und $N_1,\ldots,N_n$
"uber einem Ring $R$ haben wir eine nat"urliche Identifikation\label{SVK} 
$$\op{Hom}_R(M_1\oplus\ldots\oplus M_m,N_1\oplus\ldots\oplus N_n)\sira
\prod_{i,j} \op{Hom}_R(M_j,N_i)$$
Wir werden die Elemente einer endlichen direkten Summe oft als Spaltenvetoren
von Elementen der Summanden auffassen und die Homomorphismen zwischen direkten
Summen als Matrizen von Homomorphismen zwischen den Summanden. Das erlaubt uns,
die Komposition solcher Homomorphismen mit dem Formalismus der
Matrixmultiplikation zu berechnen.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}\label{PVDS}
Gegeben eine Familie von Moduln $M_{ij}$ mit $i\in I$, $j\in J$ 
haben wir stets eine kanonische Injektion
$\bigoplus_i(\prod_j M_{ji})\hra \prod_j(\bigoplus_i M_{ji})$,
die im allgemeinen aber kein Isomorphismus ist.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}\label{SpM}
Das folgende ist eine offensichtliche Verallgemeinerung
von \eref{Sp}{LA2}. Sei $R$ ein Ring.
Man nennt einen surjektiven Homomorphismus von $R$-Moduln 
$M\sra M^{\prime\prime} $ {\bf spaltend}, wenn
er ein Rechtsinverses besitzt, und nennt solch ein Rechts\-inverses
dann eine {\bf Spaltung}.\index{Spaltung!von Modulhomomorphismus} Man zeige:
Ist $\varphi : M \twoheadrightarrow M^{\prime\prime}$ 
ein surjektiver Homomorphismus, $M^{\prime} \subset M$ sein Kern und
$\psi : M^{\prime\prime} \ra M$ eine Spaltung von $\varphi$, so erhalten
wir vermittels
der Vorschrift $(a^{\prime},a^{\prime\prime}) 
\mapsto a^{\prime} + \psi (a^{\prime\prime})$
einen Isomorphismus $M^{\prime}\times 
M^{\prime\prime} \sira M$.
Man nennt einen injektiven Modulhomomorphismus
$M'\hra M$
{\bf spaltend},\index{spaltend!injektiver Gruppenhomomorphismus} wenn
er ein Linksinverses besitzt, und nennt solch ein Links\-inverses
auch  eine {\bf Spaltung} $\psi$.\index{Spaltung!bei abelschen Gruppen}
F"ur $s:M\sra M''$ die Surjektion auf den Kokern unserer Injektion zeige man,
da"s $(\psi,s)$ einen Isomorphismus $M\sira M'\times M''$ liefern.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{SchSp} 
Sei $R$ ein Ring.
  F"ur jeden surjektiven Homomorphismus $f:M\sra F$
von einem $R$-Modul $M$ auf einen freien $R$-Modul $F$ 
existiert eine Spaltung, als da hei"st ein Homomorphismus $s:F\ra M$
mit $fs=\op{id}_F$. 
\end{Ubung}


\subsection{Rechtsmoduln und Matrizenrechnung}
\begin{Definition}\label{ReMo}
Sei $R$ ein Ring.
Ein \defnoind{$R$-Rechtsmodul}\index{Rechtsmodul} ist 
ein Paar bestehend aus einer abelschen Gruppe $(M,+)$
mitsamt einer Abbildung $M \times R\ra M$, $(m, r) \mapsto mr$
derart,
da"s gilt f"ur alle $m, n \in M$ und $ r, s \in R:$
$$\begin{array}{ccc}
(m+n) r &=& mr+nr\\
m(r+s) &=&  mr + ms\\
m(rs)&=& (mr)s\\
m 1 &=&  m
\end{array}$$
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}
  Unsere $R$-Moduln aus Definition \ref{LM} 
nennt man manchmal auch genauer {\bf
    Linksmoduln}. Um den Unterschied klar zu machen, definieren wir f"ur jeden
  Ring $R =(R, +, \cdot)$ den {\bf opponierten 
Ring}\index{opponiert!Ring}\index{Ring!opponierter}
 $R^{\op{opp}} = (R, + , \cdot)$ als  die abelsche Gruppe $R$ mit der
  \glqq vertauschten\grqq\  Multiplikation $r^\circ  s^\circ = sr$ f"ur $r, s \in R$.
Wir verwenden dabei die Notation \eref{oppoGR}{GR}, insbesondere meint
$r^\circ$ das Element $r$ aufgefa"st als Element des opponierten Rings.  
Man pr"uft
  ohne Schwierigkeiten, da"s ein $R$-Rechtsmodul dasselbe ist wie ein
  $R^{\op{opp}}$-Linksmodul, alias eine abelsche Gruppe $M$ mitsamt einem
  Ringhomomorphimus $R^{\op{opp}} \ra \op{End} M$.  Insbesondere braucht man bei
  kommutativen Ringen zwischen Rechtsmoduln und Linksmoduln keinen Unterschied
  zu machen.
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}
Sei $R$ ein Ring und $M$ ein $R$-Rechtsmodul. Eine Teilmenge $N \subset M$ 
 hei"st ein Untermodul oder ganz pedantisch  
\defind{Unterrechtsmodul} genau dann, wenn $N$ eine Untergruppe ist und wenn
zus"atzlich  gilt
$m \in N$, $r \in R \RA  mr \in N$.   
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}\label{URMo} 
Die Unterrechtsmoduln eines Rings  hei"sen seine {\bf Rechtsideale}.
\index{Rechtsideal} 
Jeder Schnitt von Untermoduln ist wieder ein Untermodul. Ist $T
\subset M$ eine Teilmenge eines Moduls $M$, 
so hei"st der kleinste Untermodul von
$M$, der $T$ enth"alt, auch 
der \defnoind{von $T$ erzeugte 
Untermodul}\index{Untermodul!erzeugt von Teilmenge}
und wir bezeichnen ihn mit $\langle T\rangle_R$ oder 
 auch 
abk"urzend mit $\langle T\rangle$. 
\index{)5>@$\langle T\rangle_R$ Unterrechtsmodul-Erzeugnis}
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}\label{HMRR}
  F"ur $R$-Rechtsmoduln $M,N$ nennen wir einen Homomorphismus von abelschen
  Gruppen $f:M\ra N$
  mit $f(mr)=f(m)r$ $\forall m\in M,r\in R$ auch einen \defnoind{Homomorphismus
    von $R$-Rechtsmoduln} und bezeichnen die Menge aller Homomorphimen von
  $R$-Rechtsmoduln\index{Hom@$\op{Hom}_{-R}$} mit $$\op{Hom}_{-R} (M,N)$$
  Genau
  wie bei K"orpern haben wir auch bei Ringen $R$ eine nat"urliche Bijektion
  $$\begin{array}{ccc}
    \op{Hom}_{-R} (R^{p},R^{q}) & \sira & {\op{Mat}}(q\times p; R)\\
    f\;\;\;\; & \mapsto & [f]
\end{array}$$
wo die Spalten der Matrix $[f]= (a_{ij})$ 
die Bilder unter $f$ der Vektoren
$\op{e}_{1} , \ldots , \op{e}_{p}$ der Standardbasis des $R^{p}$ sind, in Formeln
$f(\op{e}_{j}) = (a_{1j},\ldots , a_{mj})$ f"ur $1 \leq j\leq p$.  Die inverse
Abbildung ordnet jeder Matrix $A$ die $R$-rechtslineare 
Abbildung $x \mapsto Ax$
zu, wo wir die Elemente $x \in R^{p}$ beziehungsweise $A x \in R^{q}$ als Spaltenmatrizen
auffassen.  Wie bei K"orpern entspricht die Matrixmultiplikation der
Verkn"upfung von Abbildungen, in Formeln $[f\circ g]= [f]\circ [g]$, und $f$ ist
ein Isomorphismus genau dann, wenn seine Matrix $[f]$ invertierbar ist.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
F"ur die Kategorie der Rechtsmoduln "uber einem Ring $R$ verwenden
 wir die beiden Notationen\index{Mod@$\op{Mod}_{-R}=\op{Mod-}R$ Rechtsmoduln} 
$$\op{Mod-}R=\op{Mod}_{-R}$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Gegeben
  $R$-Rechtsmoduln $M,N$ 
mit endlichen angeordneten\label{HMRRb} Basen $\mathcal A, \mathcal B$ 
der Kardinalit"aten $p,q$
erhalten wir genau
  wie bei K"orpern  auch bei Ringen $R$ eine nat"urliche Bijektion
  $$\begin{array}{ccc}
    \op{Hom}_{-R} (M,N) & \sira & {\op{Mat}}(q\times p; R)\\
    f\;\;\;\; & \mapsto & _{\mathcal B}[f]_{\mathcal A}
\end{array}$$
und nennen wieder $_{\mathcal B}[f]_{\mathcal A}$ die {\bf darstellende Matrix der
Abbildung $f$ in Bezug auf die Basen $\mathcal A$ und $\mathcal B$}.
\index{darstellende Matrix!bei Moduln} 
Die Formel ${}_{\mathcal C} [g\circ f]_{\mathcal A} 
= {}_{\mathcal C}[g]_{\mathcal B} \circ
{}_{\mathcal B}[f]_{\mathcal A}$ gilt entsprechend.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
  Ich erinnere an die Definition der Determinante quadratischer
Matrizen mit Eintr"agen in einem Kring 
durch die Leibnizformel  \eref{DefD}{LA1}, an  die Multiplikationsformel
$\det (AB)=(\det A)( \det B)$ aus \eref{MuDet}{LA1} und
daran, da"s eine quadratische Matrix nach
\eref{InvD}{LA1} genau dann invertierbar ist, wenn ihre Determinante
eine Einheit in fraglichen kommutativen Ring ist. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}
Die Leibnizformel
  ist zwar auch f"ur nichtkommutative Ringe noch sinnvoll, aber die Formel
  $\det (AB)=(\det A)( \det B)$ ist dann nicht mehr richtig, und deshalb 
sind Determinanten in der Allgemeinheit 
nichtkommutativer Ringe nicht mehr von Nutzen. 
\end{Bemerkunge}

%   \begin{Definition}
%     Ist $R$ ein kommutativer Ring, 
% so bilden wir f"ur quadratische Matrizen $A =
%     (a_{ij})^{n}_{i,j=1} \in {\op{Mat}}(n\times n; R)$ die {\bf
%       Determinante}\index{Determinante} durch die Vorschrift
%     $$\det A = \sum_{\sigma \in \cal{S}_{n}} (\op{sgn} \sigma) a_{1\sigma (1)}
%     \ldots a_{n\sigma (n)}$$
%     falls $n\neq 0$ und $\det A =1$ im Fall $n = 0$. 
% \end{Definition}

% \begin{Proposition}[\defnoind{Multiplikativit"at 
% der Determinante}\index{Multiplikativit"at!der Determinante}]
% Sei $R$ ein kommutativer Ring.
% \begin{enumerate}
% \item
% F"ur je zwei quadratische $n \times n$-Matrizen $A, B \in {\op{Mat}} (n
% \times n;R)$ gilt
% $$\det (AB) = (\det A) (\det B)$$
% \item
% Genau dann ist eine quadratische Matrix $A$ invertierbar in ${\op{Mat}} (n\times n;
% R)$, wenn
% ihre
% Determinante eine Einheit von $R$ ist, wenn also in Formeln 
% gilt $(\det A) \in R^{\times}$. 
% \end{enumerate}
% \end{Proposition}
% \begin{proof}[Beweis]
% 1.
% Die Multiplikativit"at 
% der Determinante 
% ist f"ur Matrizen mit Eintr"agen in einem K"orper \ref{MuDet}
% bekannt aus der
% linearen
% Algebra und der erste unserer beiden Beweise
% funktioniert ohne "Anderungen auch in unserer Situation hier. 
% Alternativ kann man auch wie folgt argumentieren:
% Die Multiplikativit"at 
% der Determinante folgt sicher f"ur Matrizen mit Eintr"agen 
% im Integrit"atsbereich
% $$\DZ [X_{ij}, Y_{ij}]_{1\leq i,j\leq n}$$
% denn der ist ein Teilring seines Quotientenk"orpers. In diese
% abstrakte Identit"at k"onnen wir dann f"ur die $X_{ij}$
% und  $Y_{ij}$ Elemente
% eines beliebigen kommutativen Rings einsetzen, und die Behauptung
% folgt.
% \\[2mm]
% \noindent
% 2.
% Aus der Multiplikativit"at 
% der Determinante  folgt, da"s die Determinante jeder invertierbaren Matrix eine
% Einheit ist.
% Um die Umkehrung zu zeigen, erinnern wir uns an feinere Aussagen
% des Determinantenkalk"uls.
% F"ur eine quadratische Matrix $A \in {\op{Mat}} (n \times n; R)$ bildet man
% dort
% die adjungierte Matrix
% $A^{\#} \in {\op{Mat}} (n \times n; R)$ mit Eintr"agen
% $$A^{\#}_{ij} = (-1)^{i+j} \det A^{ji}$$
% wo $A^{ji}$ die $(n -1) \times (n-1)$-Matrix bezeichnet, die aus
% $A$ entsteht durch Streichen der $j$-ten Zeile und der $i$-ten
% Spalte.
% F"ur Koeffizienten in einem K"orper zeigt man in der linearen
% Algebra
% $$A^{\#} A = (\det A) I$$
% mit $I$ der $(n \times n)$-Einheitsmatrix.
% "Ahnlich wie im ersten Teil des Beweises "ubertr"agt man diese
% Formel dann auf beliebige kommutative Ringe $R$. 
% \end{proof}

\begin{Proposition}[\textbf{Wohlbestimmtheit des Rangs}]
Ist $R$ ein kommutativer Ring und nicht der Nullring,
so folgt f"ur $m,n\in\DN$ aus der Existenz eines Isomorphismus von Moduln 
$R^n\cong R^m$ bereits $n=m$. \label{ABTR}
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
Ein alternativer Beweis wird in "Ubung 
\ref{NKR} skizziert. Ein Gegenbeispiel f"ur nichtkommutative Ringe
erkl"art \ref{BRNN}.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Ein Isomorphismus $R^n\cong R^m$ wird notwendig
beschrieben durch Matrizen $A$ und $B$.  W"are $n\neq m$, so
w"aren unsere Matrizen nicht quadratisch.
Hat ohne Beschr"ankung der
Allgemeinheit $A$ mehr Zeilen  als Spalten und erg"anzen wir
unsere Matrizen
durch Nullen zu quadratischen Matrizen $\tilde{A}$ und $\tilde{B}$,
so gilt immer noch
$\tilde{A}\tilde{B}=I$ mit $I$ der Einheitsmatrix, im Widerspruch
zu $\det\tilde{A}=0$. 
\end{proof}

  \begin{Bemerkungl}
    Ist $M$ ein endlich erzeugter freier Modul "uber einem kommutativen Ring
    $R\neq 0$, so hei"st die Zahl $n\in\DN$ mit $M\cong R^n$ der
    \defnoind{Rang}\index{Rang!von Modul} von $M$. 
Das Beispiel \ref{BRNN} zeigt, da"s man "uber nichtkommutativen
Ringen im allgemeinen nicht mehr sinnvoll vom Rang eines freien Moduls
reden kann.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}\label{AP}
Es gibt Schiefk"orper $K\subset L$ derart,
da"s $L$ "uber $K$ endlich
  erzeugt ist als Linksmodul, nicht aber als Rechtsmodul.
Die Frage nach einem solchen Beispiel war lange als
{\bf Artin's Problem}\index{Artin's Problem} bekannt. 
Eine explizite Konstruktion kann man in  \cite{CohnSKF}
finden.
\end{Bemerkunge}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}\label{ENRj}
 Gegeben ein Ring $R$ liefert die durch Rechtsmultiplikation 
gegebene Abbildung aus  \ref{RHO} einen Ringisomorphismus 
$R^{\op{opp}}\sira \op{End}_R(R)$ und die durch Linksmultiplikation
gegebene Abbildung einen Ringisomorphismus 
$R\sira \op{End}_{-R}(R)$. Hier ist es wichtig zu erinnern, 
da"s in unseren Konventionen
Ringe stets ein Einselement haben.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Man zeige:  Gegeben ein
  Kring $R$ und $n\in\DN$
ist jeder surjektive Homomorphismus 
$R^n\sra R^n$  bereits ein Isomorphismus.\label{FreRU} 
Hinweis: Man finde ein Halbinverses und rechne mit Matrizen.
Weiter zeige man: Ist $S\subset R$ ein Teilring und der $R$-Modul
$M$ sowohl "uber $R$ als auch "uber $S$ frei vom Rang $n$, so gilt
$S=R$.
\end{Ubung}

\begin{Ubunge}\label{UbMo}
F"ur jeden Ring $R$ und jede nat"urliche Zahl $n\geq 1$ liefert 
die Zuordnung $M\mapsto M^n$ 
eine  "Aquivalenz von Kategorien
$$R\op{-Mod} \;\;\sirra\;\; {\op{Mat}} (n; R) \op{-Mod}$$
In anderen Worten ist  jeder Modul "uber $S\pdef{\op{Mat}} (n; R)$ 
isomorph  zu
einem Modul der Gestalt $M^n$ mit $M\in R\op{-Mod}$ und 
unsere Zuordnung  induziert  Bijektionen 
$\op{Hom}_R(M,N)\sira \op{Hom}_S(M^n,N^n)$.
%Etwas allgemeiner ist f"ur jeden freien $R$-Rechtsmodul 
%$V$  mit Endomorphismenring $E\pdef\op{End}_{-R}(V)$
%die Zuordnung $M\mapsto V\otimes_R M$
%eine  "Aquivalenz von Kategorien
%$R\op{-Mod} \sirra E \op{-Mod}$. 
Diese Aussagen sind
im "ubrigen  Spezialf"alle
unserer allgemeinen "Uberlegungen \eref{BMA}{TS} zur
Tensor-Hom-Adjunktion und erste Beispiele der sogenannten {\bf Morita-"Aquivalenz}.\index{Morita-"Aquivalenz!Erste Beispiele}
\end{Ubunge}

\begin{Ubung}
  Man zeige, da"s jeder endlich erzeugte freie Modul "uber
  eine endliche Basis besitzt.\label{EBA} 
\end{Ubung}


\subsection{Ganzzahlige symplektische Formen**}
\begin{Satz}[\textbf{Symplektische Formen "uber $\mathbb Z$}]
 Gegeben eine endlich erzeugte freie abelsche Gruppe $\Gamma$ 
mit einer nichtausgearteten\index{symplektische Form!ganzzahlige} 
alternierenden Bilinearform\label{GSY}  
$\omega : \Gamma \times \Gamma \rightarrow \mathbb Z$ 
existiert stets eine Basis
von $\Gamma$, bez"uglich derer 
die Matrix unserer Form eine Blockmatrix der Gestalt
\begin{displaymath}
 \begin{pmatrix}
  0 & D\\
-D &0
 \end{pmatrix}
\end{displaymath}
ist mit $D = \op{diag}(d_1, \ldots, d_r)$
und $d_i > 0$ und $d_i | d_{i+1} $ f"ur alle $ i$.
Die $d_i$ sind dabei  durch die Form $\omega$ eindeutig bestimmt.
\end{Satz}
\begin{proof}
 Wir w"ahlen $\lambda, \mu \in \Gamma$ derart, da"s 
$\omega (\lambda, \mu)=d$ die kleinstm"ogliche positive Zahl 
ist, die so dargestellt werden kann. Dann behaupten wir
$ \Gamma = \langle \lambda, \mu \rangle \oplus 
\langle \lambda, \mu \rangle^{\perp}.
$
Aus Dimensionsgr"unden gilt das "uber $\mathbb Q$. F"ur 
jedes $\gamma \in \Gamma$ finden
wir also $m \in \mathbb Z_{>0}$ derart, da"s $m \gamma$ eine Darstellung
\begin{equation*}
 m\gamma = a \lambda + b\mu + \kappa
\end{equation*}
besitzt mit $\kappa \in \langle \lambda, \mu \rangle^\perp.$
Es folgt sofort
$
 m \omega (\gamma, \mu) = da.
$
W"are $m$ kein Teiler von $a$, so w"are $d$ kein Teiler
von $\omega (\gamma, \mu)$ und wir k"onnten $x,y \in \mathbb Z$ 
finden mit $0 < x \omega (\gamma, \mu)
+\gamma \omega (\lambda, \mu) = \omega (x \gamma +\gamma \lambda, \mu)<d$,
 im Widerspruch zur
Wahl von $\lambda, \mu$.
Das kann nicht sein, folglich teilt $m$ unser  $a$ und ebenso auch $b$.
Dann aber teilt $m$ auch $\kappa$ und wir finden wie gew"unscht
\begin{equation*}
 \Gamma = \langle \lambda , \mu \rangle \oplus 
\langle \lambda, \mu \rangle^\perp
\end{equation*}
Vollst"andige Induktion beendet den Beweis der 
Existenz von $D$, wenn auch zun"achst noch ohne die
Zusatzbedingung $d_i | d_{i+1}$. Es ist 
jedoch leicht zu sehen, da"s im Fall, da"s $d_1$ nicht $ d_2$ teilt,
unser $d_1$ nicht das
Kleinstm"ogliche gewesen sein kann, und 
induktiv folgt so auch $d_i | d_{i+1}$.
Die Eindeutigkeit der $d_i$ schlie"slich folgt, indem  
wir die Eindeutigkeit im Elementarteilersatz 
\eref{ETS}{LA2} auf den Fall der von $\omega$ induzierten
Abbildung $\Gamma\hra \Gamma^\ast$ anwenden.
\end{proof}

\subsection{Noethersche Moduln und Ringe}\label{neomo}
\begin{Bemerkungl}
  Dieser Abschnitt betrifft 
kommutative und nichtkommutative Ringe
gleicherma"sen.
\end{Bemerkungl}

% \begin{Bemerkungl}
%   Ich erinnere an den Begriff eines Moduls "uber einem Ring 
% aus \ref{LM} und an die Begriffsbildungen zu Untermoduln, Quotienten und 
% Homomorphismen aus \ref{HQU}. 
% \end{Bemerkungl}


\begin{Definition}
Ein Modul  "uber einem Ring  hei"st 
{\bf noethersch},\index{noethersch!Modul} 
 wenn
alle seine Untermoduln endlich erzeugt sind. 
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Mit gemeint ist dabei
die Forderung, da"s unser Modul selbst endlich erzeugt sein
  soll. Die Bezeichnung erinnert an die Mathematikerin Emmy Noether,
eine Pionierin der abstrakten Algebra j"udischen Ursprungs, die in G"ottingen arbeitete,
bis sie in die Emigration gezwungen wurde.
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}
Ein Ring hei"st  {\bf linksnoethersch}\index{linksnoethersch}
beziehungsweise
{\bf rechts\-noe\-thersch},\index{rechtsnoethersch} wenn er noethersch ist 
als Links- beziehungsweise Rechtsmodul "uber sich selbst, 
 und {\bf noethersch},\index{noethersch!Ring}
wenn er linksnoethersch und rechtsnoethersch ist.
In anderen Worten ist also etwa ein Ring linksnoethersch genau dann, wenn alle
seine Linksideale endlich erzeugt sind.
\end{Definition}

\begin{Beispiel}
Ein Vektorraum "uber einem K"orper $k$ 
ist noethersch als $k$-Modul genau dann, wenn er
endlichdimensional ist. Jeder Hauptidealring ist noe\-thersch.
%und jeder Quotient eines noetherschen Rings ist noethersch. 
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
Der Polynomring $R = \DZ [T_{1},T_{2},
\ldots]$ in abz"ahlbar vielen Variablen ist nicht
noethersch, denn das von allen $T_i$ erzeugte Ideal
ist nicht endlich erzeugt: In der Tat bilden die 
$\langle T_1\rangle\subsetneq \langle T_1, T_2\rangle\subsetneq\ldots$
eine unendliche echt aufsteigende Folge von Idealen, deren Vereinigung 
$ \langle T_1, T_2,\ldots\rangle$ nicht
endlich erzeugt sein kann.
\end{Beispiel}

\begin{Proposition}%\label{EN}
Jeder Quotient und jeder Untermodul eines noetherschen Moduls ist
noethersch.
Besitzt ein Modul $M$ einen noetherschen Untermodul $M'$ mit noetherschem Quotient $M/M'$, so ist $M$ bereits selbst
noe\-ther\-sch.\label{ENn}
\end{Proposition}
\begin{Bemerkunge}
  F"ur diejenigen  Leser, die mit exakten Sequenzen nach \eref{exSG}{LA2}
  %und \eref{keSS}{LA2} 
vertraut sind, k"onnen wir die Proposition auch wie folgt
formulieren: Ist $M^{\prime} \hookrightarrow M \twoheadrightarrow
M^{\prime\prime}$ eine kurze exakte Sequenz von Moduln "uber einem
Ring, so ist $M$ noethersch genau dann, wenn $M^{\prime}$ und
$M^{\prime\prime}$ noethersch sind. Leser, die noch 
nicht mit dieser Terminologie vertraut
sind,
werden ermuntert, sich damit vertraut zu machen. 
\end{Bemerkunge}
\begin{proof}[Beweis]
Der erste Teil bleibt dem Leser "uberlassen.
Wir m"ussen im zweiten Teil zeigen, da"s jeder Untermodul $U \subset M $
endlich erzeugt ist.
Nach Annahme ist aber sein Bild $\bar{U} \subset M/M'$ endlich erzeugt, wir
finden also Elemente $u_{1}, \ldots, u_{r} \in U$, deren Bilder $\bar{U}$
erzeugen.
Ganz genauso ist $U \cap M'$ endlich erzeugt, sagen wir
von $v_{1}, \ldots, v_{s} \in U$, und dann sieht man leicht, da"s
die $u_{1}, \ldots, u_{r}, v_{1}, \ldots , v_{s}$ 
zusammen ganz $U$ erzeugen.
\end{proof}

\begin{Satz}
Ein Modul "uber einem linksnoetherschen Ring ist noethersch
genau dann, wenn er endlich erzeugt ist.\label{NoUI}
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis]
Ein noetherscher Modul ist immer endlich erzeugt.
Ist umgekehrt $M$ endlich erzeugt, so ist $M$ ein Quotient von
$R^{n}$, und f"ur $R$ linksnoethersch ist auch $R^{n}$ noethersch
als Modul, wie
man  induktiv aus
\ref{ENn} folgert.
\end{proof}
\begin{Beispiel}
Dieser Satz zeigt insbesondere, da"s
jede Untergruppe einer endlich erzeugten abelschen Gruppe
endlich erzeugt ist.\label{BNAB} 
In der Tat ist ja
eine abelsche Gruppe dasselbe wie ein $\DZ$-Modul, und
$\DZ$ ist ein Hauptidealring, also noethersch. Wir hatten 
in diesem Fall  in \eref{ee}{LA2} sogar gesehen, da"s man f"ur die 
Untergruppe nicht mehr Erzeuger ben"otigt als f"ur die ganze Gruppe. 
Das folgt mit demselben Argument 
allgemein f"ur Moduln "uber Ringen, in denen jedes Linksideal ein
Hauptideal ist. Im allgemeinen kann es aber 
durchaus vorkommen, da"s man f"ur
einen Untermodul mehr Erzeuger ben"otigt als f"ur den urspr"unglichen
Modul. Insbesondere kann es ja vorkommen, 
da"s man f"ur ein Ideal mehr als einen Erzeuger 
ben"otigt und damit mehr Erzeuger als f"ur den Ring, der ja als Modul
"uber sich selber stets zyklisch ist.
\end{Beispiel}
\begin{Satz}[\textbf{Hilbert'scher Basissatz}]
Ist\index{Basissatz, Hilbert'scher}\index{Hilbert!Basissatz} 
 $R$ ein linksnoetherscher Ring, so ist auch
der Polynomring $R[T]$ mit Koeffizienten in $R$ ein linksnoetherscher Ring.
Dasselbe gilt analog f"ur rechtsnoethersch und noethersch.\label{HiBaa} 
\end{Satz}

\begin{proof}[Beweis]
Sei $I \subset R [T]$ ein Linksideal.
Wir betrachten das Linksideal $\frak{a} \subset R$, das erzeugt wird
von den Leitkoeffizienten aller Polynome aus $I$. 
Da $R$ noethersch ist, gibt es endlich viele Polynome $f_{1},
\ldots , f_{t} \in I$, deren Leitkoeffizienten das 
Linksideal $\frak{a} \subset R$
erzeugen. Sei $m$ das Maximum der Grade der $f_i$. 
Gegeben $h \in I$ mit $\op{deg} h \geq m$  
finden wir offensichtlich $p_{i} \in R [T]$ derart,
da"s
$$ h - (p_{1} f_{1} + \ldots + p_{t}f_{t})$$
echt kleineren Grad hat als $h$. 
Induktiv finden wir dann sogar $p_{i}$ derart, da"s diese
Differenz echt kleineren Grad hat als $m$. 
Die Polynome aus $R [T]$ vom Grad $< m$ und, wieder da $R$ linksnoethersch ist, 
 dann auch
die Polynome aus $I$ vom Grad $< m$ bilden aber einen endlich
erzeugten $R$-Modul. W"ahlen wir Erzeuger $g_{1}, \ldots,
g_{r}$ dieses $R$-Moduls, so erzeugen offensichtlich $f_{1},
\ldots , f_{t}, g_{1}, \ldots , g_{r}$ unser Linksideal $I$ "uber
$R[T]$. 
\end{proof}
 

\begin{Bemerkungl}\label{KHB}
Man erkennt induktiv, da"s
 ein Polynomring  in endlich vielen Variablen 
$k [T_{1}, \ldots , T_{n}]$ mit Koeffizienten in einem K"orper $k$,
ja mit Koeffizienten in einem beliebigen noetherschen Ring
ein noetherscher Ring ist.
Das zeigt insbesondere, da"s jede algebraische Teilmenge 
$X\As k^n$ bereits durch endlich viele Gleichungen beschrieben werden kann,
denn ihr Verschwindungsideal 
$\mathcal I(X)\subset k [T_{1}, \ldots , T_{n}]$ mu"s endlich erzeugt
sein, und
f"ur Erzeuger $f_1,\ldots, f_r$ gilt dann sicher
$\mathcal Z( f_1,\ldots, f_r)=\mathcal Z(\mathcal I(X))=X$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Lemma}[\textbf{Charakterisierungen noetherscher Moduln}] 
F"ur einen Modul sind gleichbedeutend:\label{KNoe}%\label{KaN}
\begin{enumerate}
\item 
Unser Modul ist noethersch, als da hei"st,  jeder Untermodul
ist endlich erzeugt;
\item
Jedes nichtleere System von Untermoduln unseres Moduls 
 besitzt ein maximales Element; 
\item
Jede
aufsteigende Folge $M_{0} \subset M_{1} \subset
\ldots $ von Untermoduln unseres Moduls wird station"ar alias stagniert.
\end{enumerate}
\end{Lemma}

\begin{Bemerkungl}\label{KaNL}
Ein Ring  ist insbesondere linksnoethersch genau dann, wenn jede
aufsteigende Folge  von Linksidealen stagniert.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Beim Nachweis der
Implikationen (2)$\RA$(3) und (1)$\RA$(3)  kommen wir 
noch ohne Auswahlaxiom aus.
Die Beweise der 
anderen Implikationen ben"otigen jedoch, soweit ich sehen kann,
das Auswahlaxiom. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
$(1)\RA (3):$ Sei $M$ unser Modul.
Ist jeder Untermodul von $M$ endlich erzeugt, so auch die Vereinigung
$\bigcup_{i=0}^{\infty} M_{i}$ "uber unsere 
aufsteigende Folge von Untermoduln. Es gibt
also ein $j$ derart, da"s alle Erzeuger dieser Vereinigung schon
in $M_{j}$ liegen, und dann gilt notwendig $M_{j}=M_{j+1} =
\ldots=\bigcup_{i=0}^{\infty} M_{i}$.  
\\[2mm]\noindent
$(3)\RA (1):$ 
Ist ein Untermodul $N \subset M$ nicht endlich erzeugt, so finden
wir induktiv eine Folge $m_0, m_1, \ldots$ in $ N$ derart, 
da"s f"ur jedes $i\geq 0$ das $i$-te Folgenglied $m_{i}$ nicht im Erzeugnis
der vorhergehenden $m_{0}, m_{1}, \ldots , m_{i-1}$ liegt. Die $M_{i} = \langle
m_{0}, m_{1}, \ldots, m_{i}\rangle$ bilden dann eine aufsteigende 
Folge von Untermoduln von $M$, die
nicht stagniert. 
\\[2mm]\noindent
$(2)\IFF (3):$ Offensichtlich
und auch
nach "Ubung \eref{noeT}{LA1} besitzt in einer teilgeordneten Menge 
jede nichtleere Teilmenge
ein maximales Element genau dann, wenn jede monoton wachsende
Folge in unserer Menge stagniert. Diese Erkenntnis gilt es anzuwenden
auf das System alias die Menge aller Untermoduln unseres Moduls.
\end{proof}



\begin{Bemerkunge}
  Ein Tensorprodukt noe\-ther\-scher Ringe mu"s nicht wieder noe\-thersch sein.
Ist etwa $k$ ein K"orper und
$K=\op{Quot}k[X_1,X_2,\ldots]$ der Quotientenk"orper des
Polynomrings "uber $k$ in unendlich vielen Variablen, so ist
$K\otimes_k K$ nicht noethersch: Die Ideale 
$\langle(X_1-Y_1),(X_2-Y_2),\ldots,(X_n-Y_n)\rangle$ bilden eine unendliche
aufsteigende Idealkette, mit den Abk"urzungen $X_i=X_i\otimes 1$
und $Y_i=1\otimes Y_i$. Um das zu sehen,
mag man davon ausgehen, da"s $K\otimes_k K$ faktoriell ist
 als Lokalisierung des faktoriellen Rings $k[X_1,Y_1,X_2,Y_2,\ldots]$.
\end{Bemerkunge}


\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}
Jeder Quotient eines linksnoetherschen Rings ist linksnoethersch.
Jeder Quotient eines rechtsnoetherschen Rings ist rechtsnoethersch.
Jeder Quotient eines noetherschen Rings ist noethersch.\label{QN} 
\end{Ubung}
 \begin{Ubung} Man zeige: 
    Ist $R$ ein
    linksnoetherscher Ring, so ist auch der Potenzreihenring $R\llbracket
T\rrbracket$ mit
    Koeffizienten in $R$ ein linksnoetherscher Ring.  Dasselbe gilt analog
    f"ur rechtsnoethersch und noethersch.\label{HiBaaR}
Hinweis: Man argumentiere wie bei Beweis des Basissatzes,
aber betrachte diesmal das von den Koeffizienten der
\glqq Anfangsterme\grqq\  erzeugte Linksideal von $R$. Insbesondere sind auch 
 die Potenzreihenringe in mehreren Variablen $R\llbracket
T_1,\ldots, T_s\rrbracket$ linksnoethersch, wenn $R$ selbst linksnoethersch ist. 
  \end{Ubung}


\begin{Ubung}
Sei $k$ ein K"orper oder 
allgemeiner ein noetherscher Integrit"atsbereich.
  Gegeben 
$f\in k[T_1,\ldots, T_n]$  bezeichne
$U_f\pdef \{ x\in k^n\mid f(x)\neq 0\}$ das Komplement der 
Nullstellenmenge von $f$. Man zeige, da"s die offenen Teilmengen 
von $k^n$ genau alle endlichen Vereinigungen solcher $U_f$ sind. 
\end{Ubung}

\begin{Ubunge}
  Jede direkte Summe von injektiven Linksmoduln "uber einem linksnoetherschen
  Ring ist injektiv. Hinweis: Man verwende das Injektivit"atskriterium "uber Ideale \eref{MoIN}{TG}.
\end{Ubunge}
\begin{Ubung}
  Sei $T\subset \DN^r$ eine Teilmenge, die unter der
  Addition mit beliebigen Elementen von $\DN^r$ stabil ist.
  Man nennt solch eine Teilmenge in einem Kmonoid auch ein {\bf Monoidideal}.\index{Monoidideal}
  Man zeige, da"s es endlich viele $t_1,\ldots, t_l\in T$ gibt mit
  \label{MoIN}
  $$T=\bigcup_{i=1}^l (t_i+\DN^r)$$
  In einer geeigneten Terminologie ausgedr"uckt ist also
  \glqq jedes Monoidideal von $\DN^r$ endlich erzeugt\grqq.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Jeder surjetive Endomorphismus eines noetherschen Moduls
  ist ein Isomorphismus.
\end{Ubung}

\subsection{Moduln "uber Hauptidealringen*}\label{NFS}



\begin{Satz}[\textbf{Elementarteilersatz}]
Sei\index{Elementarteilersatz!"uber Hauptidealringen} 
$f$ ein Homomorphismus 
zwischen zwei endlich erzeugten freien Moduln  
"uber einem Hauptidealring.\label{ES}  
So gilt:
\begin{enumerate}
\item Es gibt angeordnete Basen $\mathcal A, \mathcal B$ 
unserer Moduln
  derart, da"s die darstellende Matrix $D\pdef {_{\mathcal B}[f]_{\mathcal A}}$
 unseres Homomorphismus  eine  Diagomalmatrix ist, deren vordere
  Diagonaleintr"age jeweils die hinteren teilen, in Formeln $(i\neq j\RA
  d_{ij}=0)$
und
  $d_{11}|d_{22}|\ldots |d_{rr}$ f"ur $r$ das Minimum der Kardinalit"aten
  beider Basen. 
\item 
  Die Diagonaleintr"age $d_{ii}$ einer 
derartigen darstellenden Matrix
   durch die Abbildung $f$ wohlbestimmt bis auf Multiplikation mit
  Einheiten.
\end{enumerate}
\end{Satz}
% \begin{Satz}[\textbf{Elementarteilersatz}]\label{ES}
% Sei\index{Elementarteilersatz!"uber Hauptidealringen} 
% $f: E \ra F$ ein Homomorphismus 
% zwischen zwei freien Moduln von endlichen R"angen $m,n$
% "uber einem Kring $R$, in dem jedes Ideal ein Hauptideal ist. 
% So gibt es eine diagonale Matrix $D \in {\op{Mat}} (n \times m; R)$, deren
% Diagonaleintr"age jeweils die folgenden Diagonaleintr"age teilen,
% in Formeln $d_{11}|d_{22}|\ldots |d_{rr}$ f"ur $r = \min (n,m)$, und
% Isomorphismen
% $E \sira R^{m}$, $ F \sira R^{n}$ derart, da"s das folgende
% Diagramm kommutiert:
% $$\begin{array}{ccc}
% E & \overset{f}{\longrightarrow} & F\\
% \da\wr & &\da\wr\\
% R^{m} & \overset{D}{\longrightarrow} & R^{n}
% \end{array}$$
% Ist unser Kring $R$ zus"atzlich ein Integrit"atsbereich,
% so sind Diagonaleintr"age $d_{ii}$ von $D$  durch die
% Abbildung $f$ wohlbestimmt bis auf 
% Multiplikation mit Einheiten des Rings $R$. 
% \end{Satz}
\begin{Beispiele}
Die analoge Aussage im Fall eines K"orpers kennen wir bereits aus \eref{ETSS}{LA1} als 
Smith-Nor\-mal\-form, den Fall
des Hauptidealrings $\DZ$ aus \eref{ETS}{LA2}, den Fall eines
Polynomrings aus \eref{SmZe}{LA2} als Smith-Zerlegung. 
%% Unser Satz gilt nat"urlich 
%% f"ur Hauptidealringe, er gilt aber etwa auch f"ur Quotienten
%% von Hauptidealringen, die ja keine Integrit"atsbereiche mehr sein 
%% m"ussen und damit keine Hauptidealringe im Sinne unserer 
%% strengen Definition
%% \ref{HIRi}.
\end{Beispiele}
\begin{Bemerkungl}\label{ESW}
Nach unserer  Definition \eref{HIRi}{AL} ist ein 
Hauptidealring ein kommutativer Integrit"atsbereich,
der kein K"orper ist und in dem jedes Ideal ein Hauptideal ist.
Wir k"onnen unseren Satz auch verstehen als die Beschreibung
eines Systems von Repr"asentanten f"ur die Bahnen 
der offensichtlichen Wirkung der Gruppe $\op{GL}(n;R)\times \op{GL}(m;R)$
auf der Menge ${\op{Mat}}(n\times m;R)$ im Fall eines Hauptidealrings $R$. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Wir d"urfen $E = R^{m}$ und $F = R^{n}$ annehmen.
Die Abbildung $f$ wird beschrieben durch eine Matrix $A \in {\op{Mat}} (n
\times m; R)$ und es gilt, invertierbare Matrizen $P \in {\op{Mat}} (n
\times n; R)$ und $Q \in {\op{Mat}} (m \times m; R)$ zu finden derart,
da"s $P AQ =
D$ diagonal ist von der gew"unschten Form.
F"ur eine Matrix $A$ bezeichne $\langle A\rangle  \subset R$ das von den
Eintr"agen von $A$ erzeugte Ideal. 
Sicher gilt $\langle XA\rangle  \subset \langle A\rangle $
f"ur jede Matrix $X$, also $\langle XA\rangle  
= \langle A\rangle $ f"ur $X$ invertierbar.
Ebenso gilt $\langle AY\rangle  \subset \langle A\rangle $ 
f"ur jede Matrix $Y$ und $\langle AY\rangle  =
\langle A\rangle $ f"ur $Y$ invertierbar.
Wir geben im folgenden ein Verfahren an, 
das im Fall $\langle a_{11}\rangle  \neq
\langle A\rangle $ invertierbare Matrizen $X$ und $Y$ liefert
derart, da"s der obere linke Eintrag von $X A Y$ ein echt
gr"o"seres Ideal erzeugt als $a_{11}$. 
Da unser Kring noethersch ist, oder auch mit einer
 elementaren Argumentation wie beim Beweis
von \eref{HIRF}{AL}
 finden wir dann sogar $\tilde{X}$ und $\tilde{Y}$
invertierbar derart, da"s der obere linke Eintrag von
$\tilde{X}A\tilde{Y}$ das Ideal 
$\langle \tilde{X}A \tilde{Y}\rangle =\langle A\rangle $ erzeugt,
als da hei"st, da"s er alle Eintr"age von $\tilde{X}A \tilde{Y}$ teilt.
Da nun Zeilen- und Spaltenoperationen auch durch Multiplikation
mit invertierbaren Matrizen von links beziehungsweise rechts gegeben werden,
finden wir dann sogar invertierbare Matrizen $\hat{X}, \hat{Y}$
derart, da"s $\hat{X} A \hat{Y}$ au"ser einem Eintrag $a_{11}=d_{11}$
in der oberen linken Ecke nur Nullen in der ersten Zeile
und erste Spalte stehen hat und da"s zus"atzlich gilt 
$\langle d_{11}\rangle =\langle A\rangle $. 
Dann k"onnen wir aber den Beweis beenden mit einer
offensichtlichen Induktion.
Es bleibt, das versprochene Verfahren anzugeben.
Wir unterscheiden drei F"alle.
\begin{enumerate}
\item[(i)]
Falls $a_{11}$ nicht alle Elemente der ersten Zeile teilt, sagen
wir $a_{11}$ teilt nicht $a_{12}$, so betrachten wir das Ideal
$\langle a_{11}, a_{12}\rangle $ und w"ahlen daf"ur einen Erzeuger $d$. 
Wir k"onnen nun schreiben $d = x a_{11} + y a_{12}$ sowie zus"atzlich $a_{11}
= d \lambda, a_{12} = d\mu$ und folgern $1 = x \lambda + y \mu$. 
Jetzt beachten wir
$$\left(\begin{array}{c|c}
\begin{array}{cc}
a_{11} & a_{12} \\
\ast   &  \ast  \end{array} &\ast  \\ \hline
\ast&\ast\end{array}\right)
\left(\begin{array}{c|c}
\begin{array}{cc}
x & -\mu \\
y   &  \lambda  \end{array} &0  \\ \hline
0&I\end{array}\right)=
\left(\begin{array}{c|c}
\begin{array}{cc}
d & \ast \\
\ast   &  \ast  \end{array} &\ast  \\ \hline
\ast&\ast\end{array}\right)$$
mit $I$ der Einheitsmatrix und haben schon gewonnen.

\item[(ii)]
Falls $a_{11}$ nicht alle Elemente der ersten Spalte teilt, gehen
wir analog vor.

\item[(iii)]
Teilt $a_{11}$ alle Elemente der ersten Zeile und der ersten
Spalte, so finden wir schon mal invertierbare $X,Y$ derart,
da"s
$XAY$
au"ser einem Eintrag $a_{11}$
in der oberen linken Ecke nur Nullen in der ersten Zeile
und der ersten Spalte stehen hat.
Unter der Annahme 
$\langle a_{11}\rangle  \neq \langle A\rangle $ kann aber $a_{11}$ nicht
alle Eintr"age von $A$ teilen. Addieren wir nun eine geeignete
Zeile zur ersten Zeile, so landen wir im Fall (i) und haben wieder
gewonnen.
\end{enumerate}
Damit haben wir das versprochene Verfahren angegeben und
Teil 1 ist gezeigt.
\\[2mm]\noindent
2. Wir zeigen nun die Eindeutigkeit der Diagonaleintr"age
bis auf Einheiten. Dazu betrachten
wir f"ur $i \geq 1$ das von allen Determinanten von 
$(i\times i)$-Untermatrizen von $A$ 
erzeugte Ideal $J_{i} (A) $.  Ist $X$ eine weitere
Matrix, so gilt $J_{i} (XA) \subset J_{i}(A)$,
denn die Zeilen von $XA$ sind Linearkombinationen von Zeilen von
$A$. 
Insbesondere gilt also $J_{i} (XA) = J_{i} (A)$ f"ur invertierbares $X$
und ebenso $J_{i} (AY) = J_{i}(A)$ f"ur invertierbares $Y$. 
Es folgt sofort, da"s $J_{i} (A)$ das vom Produkt $d_{11}d_{22} \cdots d_{ii}$
erzeugte Ideal ist, in Formeln 
$J_{i} (A) = \langle d_{11}d_{22} \cdots d_{ii}\rangle$.
Daraus folgt %daraus 
dann die
Eindeutigkeit der $d_{ii}$ bis auf Einheiten.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
Wir geben nun zwei Formen der Klassifikation endlich erzeugter
Moduln "uber Hauptidealringen an.  
  Wenden wir diese Klassifikationen 
an auf den Hauptidealring $\DZ$, so erhalten wir die
  Klassifikation der endlich erzeugten abelschen Gruppen 
\eref{ek}{LA2} und \eref{zk}{LA2} vom Beginn der
  Vorlesung.  Wenden wir unsere S"atze an 
auf einen Polynomring "uber einem algebraisch
  abgeschlossenen K"orper, so ergibt sich die Jordan'sche Normalform
\eref{JNFa}{LA2}, wie als Korollar \ref{JNF} ausgef"uhrt wird.
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\defnoind{Klassifikation 
durch Idealketten}\index{Klassifikation!Moduln "uber Hauptidealringen}]
Ist $M$ ein endlich erzeugter\label{KIK} Modul "uber einem Hauptidealring
$R$,
so gibt es genau eine aufsteigende Kette $\frak{a}_{1} \subset
\frak{a}_{2} \subset \ldots\subset \frak{a}_{s} \subset R$
von Idealen von $R$ mit $\frak{a}_s\neq R$ und
$$M \cong R/\frak{a}_{1} \times \ldots \times R/\frak{a}_{s}$$
Der Nullmodul wird abgedeckt durch den Fall $s=0$.  \end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Ist $R$ ein faktorieller Ring, so nennen wir die Potenzen irreduzibler
  Elemente von $R$ auch die 
\defnoind{Primpotenzen}\index{Primpotenz!in faktoriellem Ring}
von $R$.  Jede Primpotenz $q$
  hat also die Form $q = p^{e}$ mit $p$ irreduzibel 
und $e\geq 1$.  Wir verwenden diesen Begriff bei der 
Darstellung einer zweiten Klassifikation derselben Objekte.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}
Die Existenz ist mir auch klar f"ur Kringe, in denen jedes
Ideal ein Hauptideal ist. Wie steht es in dieser Allgemeinheit
mit der Eindeutigkeit?
\end{Bemerkunge}
\begin{Satz}[\defnoind{Klassifikation durch Multimengen von
Primpotenzen}]
Ist $M$ ein endlich erzeugter Modul "uber einem Hauptidealring
$R$, so gibt es $r \in \DN$ und\label{NFF} Primpotenzen $q_{1}, \ldots,
q_{t} \in R$ derart, da"s gilt
$$M \cong R^{r} \times R/q_{1}R \times \ldots \times R/q_{t}R$$
Hier ist $r$ wohlbestimmt und die $q_{i}$ sind wohlbestimmt bis
auf Einheiten und Reihenfolge. Der Nullmodul wird abgedeckt durch den
Fall $r=t=0$. 
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Der Beweis beider S"atze ist mutatis mutandis derselbe wie 
der Beweis ihrer als \eref{ek}{LA2} und \eref{zk}{LA2} diskutierten 
Spezialisierungen f"ur den Hauptidealring $\DZ$ der ganzen Zahlen.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Ein Modul hei"st {\bf torsionsfrei}\index{torsionsfrei!Modul} genau dann,
wenn die Multiplikation mit jedem von Null verchiedenen Ringelement eine
injektive Abbildung von unserem Modul in sich selber liefert.
Nach dem Satz ist insbesondere jeder endlich erzeugte torsionsfreie Modul 
"uber einem Hauptidealring frei.\label{tfF} 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis von \ref{KIK}]
Gegeben ein Erzeugendensystem $g_1 , \ldots , g_n$ 
von  $M$ 
erkl"aren wir
durch die Vorschrift $(a_1,\ldots,a_n)\mapsto a_1g_1+\ldots+a_ng_n$
einen surjektiven Modulhomomorphismus
$$R^n \twoheadrightarrow M$$
Dessen Kern ist nach \ref{NoUI} ein endlich erzeugter $R$-Modul
$K$, f"ur den wir wieder einen surjektiven Homomorphismus 
$R^{m} \twoheadrightarrow K$ finden k"onnen. 
Der Formalismus noetherscher Ringe wird aber an dieser Stelle 
eigentlich noch nicht gebraucht, man kann ebenso wie in
\eref{ee}{LA2} sogar st"arker und unabh"angig zeigen, da"s 
man f"ur jeden Untermodul eines endlich erzeugten Moduls 
"uber einem Hauptidealring h"ochstens soviele Erzeuger ben"otigt wie f"ur den
gro"sen Modul.
Mit der Komposition
$R^{m} \sra K\hra  R^{n}$ als erster Abbildung entsteht 
so eine im Sinne von \eref{exSG}{LA2}
exakte Sequenz
von $R$-Moduln
$$R^{m} \ra  R^{n} \ra M \ra 0$$ 
Nach \ref{HMRR} sind die Homomorphismen
$R^{m} \ra  R^{n}$ genau die Multiplikationen 
von links mit 
$(n\times m)$-Matrizen mit Eintr"agen in $R$.
Weiter "uberlegt man sich, da"s auch in dieser 
Situation die Verkn"upfung von Homomorphismen der
Multiplikation von Matrizen entspricht.
Bezeichnet nun $A$ die Matrix unserer Abbildung 
$R^{m} \ra  R^{n}$ und w"ahlen wir $P$ und $Q$ 
wie im Elementarteilersatz oder vielmehr dem Beginn seines
Beweises, so ergibt sich ein
kommutatives Diagramm von $R$-Moduln
$$
\xymatrix{
R^m \ar[r]^{A\circ} 
&R^n \ar[d]_{P\circ}^{\wr}\\
R^m \ar[u]_{\wr}^{Q\circ}  \ar[r]^{D\circ}&  R^n 
}$$
f"ur eine nicht notwendigerweise quadratische Diagonalmatrix 
$D$
mit  Eintr"agen $d_1| d_2| \ldots | d_r$ 
f"ur $r = \op{min} (m,n)$.
Bilden wir nun andererseits das Produkt der 
exakten Sequenzen $R \stackrel{d_i}{\ra}R \ra R /\langle d_i\rangle  \ra 0$
f"ur $1\leq i\leq r$ mit $m-r$ Kopien der 
exakten Sequenzen $R \ra 0\ra 0 \ra 0$ im Fall $m>n$ beziehungsweise 
$n-r$ Kopien der 
exakten Sequenzen
$0\ra R \stackrel{\op{id}}{\ra}R  \ra 0$ im Fall $n>m$,
so erhalten wir mit \eref{PexA}{LA2} die untere Horizontale
in einem kommutativen Diagramm mit exakten Zeilen
$$
\xymatrix{
 R ^m \ar[r]^{A\circ} 
& R ^n \ar[d]_{P\circ}^{\wr}\ar[r] & M\ar[r]&0\ar[d]\\
 R ^m \ar[u]_{\wr}^{Q\circ}  \ar[r]^{D\circ}&   R ^n 
\ar[r] &  R /\langle d_1  \rangle  \times \ldots 
\times  R /\langle d_r  \rangle  \times 
 R ^{n-r}
\ar[r]&0
}$$
Damit liefert  \eref{QRET}{LA2} oder vielmehr eine offensichtliche Variante 
dieses Resultats f"ur Moduln einen Isomorphismus 
$M\sira  R /\langle d_1  \rangle  \times \ldots 
\times  R /\langle d_r  \rangle  \times 
 R ^{n-r}$.  
% Dieses Diagramm liefert einen 
% Isomorphismus zwischen $G$ und dem Quotienten von $\Bbb{Z}^n$ nach dem
% Bild der unteren Horizontalen: In der Tat ist ja nach Konstruktion und
% \ref{ISa} die Gruppe $G$ isomorph zum Quotienten 
% von $\Bbb{Z}^n$ nach dem
% Bild der oberen Horizontalen, und einen Isomorphismus zwischen
% diesen beiden Quotienten liefert etwa \ref{unin}.
% Der Quotient nach dem
% Bild der unteren Horizontalen
% ist nun aber offensichtlich isomorph zu
% $$\Bbb{Z}/d_1 \Bbb{Z} \times \ldots \times \Bbb{Z}/d_r \Bbb{Z} \times 
% \Bbb{Z}^{n-r}$$
Lassen wir von unserer Folge 
$d_1 | d_2 | \ldots | d_r$ alle Einheiten vorne weg
und erg"anzen am Ende $(n-r)$ Nullen und drehen die Nummerierung um, 
so erhalten wir eine Folge $a_{s}| \ldots| a_{1}$ 
derart, da"s die von ihren Gliedern erzeugten Ideale 
eine Kette 
bilden wie im Satz \ref{KIK} 
gefordert, und
die Existenz dort ist gezeigt.
Um die Eindeutigkeit zu zeigen bemerken wir, 
da"s f"ur jeden endlich erzeugten $R$-Modul $M$ und jedes
irreduzible Element
$p$ und alle $n \geq 1$ 
der  Quotient
$p^{n-1}M/p^{n} M$ 
nach \ref{MQR} % und \ref{ee} 
ein
endlichdimensionaler Vektorraum "uber 
dem Restklassenring $R/\langle p\rangle$ ist, 
der hinwiederum nach \eref{Ubb}{AL} ein
K"orper sein mu"s.
Wir notieren seine Dimension
$$D^n_p (M)\pdef \op{dim}_{R/\langle p\rangle}(p^{n-1}M/p^{n} M)$$
Man folgert  unmittelbar
$D^n_p (M\times N)=D^n_p (M)+D^n_p (N)$ f"ur je zwei endlich erzeugte 
$R$-Moduln $M$ und $N$. 
F"ur zyklische $R$-Moduln  $M \cong  R /aR $ 
behaupten wir nun
$$\begin{array}{ccc}
D^n_p ( R /a R ) &=& \left\{ \begin{array}{cl}
1 & p^{n} \text{ teilt } a;\\
0 & \text{sonst}.
 \end{array}\right.
\end{array}$$
In der Tat ist das klar f"ur $a=p^m$, 
 f"ur $a$ teilerfremd zu $p$ ist es eh klar,
und mit dem 
chinesischen Restsatz  \eref{ACR}{AL} folgt es im allgemeinen.
F"ur eine Zerlegung 
$M \cong R/\langle d_{1}\rangle \times \ldots 
\times R/\langle d_{s}\rangle$
wie in \ref{KIK} finden wir also  
$$D^n_p ( M )=|\{i\mid p^{n}\text{ teilt }d_i\}|$$
Die Zahl der Nullen unter unseren $d_i$ wird damit
f"ur jedes $p$  gegeben durch die Formel 
$|\{i\mid d_i=0\}|=\lim_{n\ra\infty} D^n_p ( M )$, 
und welche Potenz von jedem irreduziblen Element $p$
 in jedem von Null verschiedenen
$d_i$ stecken mu"s, kann man  an den Zahlen $D^n_p(M)$
 auch ablesen. Folglich h"angen die Ideale 
$\langle d_i\rangle$ nur von  $M$ und nicht von der
gew"ahlten Zerlegung ab. 
\end{proof}


% \begin{proof}[Beweis von \ref{zk}]
% Die Existenz folgt aus \ref{ek} mit  dem Chinesischen Restsatz \ref{CR}. 
% Die Eindeutigkeit erkennt man, indem man sich "uberlegt, da"s 
% verschiedene Folgen $a_1 |a_2|\ldots| a_s$ auch zu verschiedenen 
% Produkten wie in \ref{zk} f"uhren. Genauer kann man $a_1$ beschreiben
% als das Produkt der jeweils h"ochsten Primzahlpotenzen f"ur alle
% vorkommenden Primzahlen,   $a_2$ 
% als das Produkt der jeweils zweith"ochsten und so weiter,
% bis am Ende die Zahl der Nullen gerade die Zahl der Faktoren
% $\DZ$ in der Zerlegung \ref{zk} sein mu"s.
% \end{proof}
\begin{proof}
  Aus \ref{KIK}
folgt sofort die Existenzaussage in Satz \ref{NFF}, indem wir im Fall
  $\frak{a}_{i} \neq 0$ einen Erzeuger $d_i$ von $\frak{a}_{i}$ als Produkt von
  paarweise teilerfremden Primpotenzen $d_i = q_{1} \ldots q_{k}$ schreiben und
  mit dem chinesischen Restsatz zerlegen
$$R/\frak{a}_{i} \cong R/q_{1}R \times \ldots \times R/q_{k}R$$
F"ur die Eindeutigkeit argumentieren wir wie im vorhergehenden Beweis:
F"ur $M \cong R^{r} \times R/q_{1}R \times \ldots \times R/q_{t}R$
wie in \ref{NFF} finden wir diesmal
$$D^n_p ( M )=r+ |\{i\mid p^{n}\text{ teilt }q_i\}|$$
Wenden wir diese Erkenntnis an auf alle 
irreduziblen Elemente  $p$, 
so folgt die im Satz behauptete
Eindeutigkeit ohne weitere Schwierigkeiten:
Die Zahl der Primpotenzen $q_i$, die bis auf eine Einheit $p^n$ sind,
mu"s n"amlich bei jeder Zerlegung gerade $D^{n}_p ( M )-D^{n+1}_p ( M )$
sein,  und den Rang $r$ des freien Anteils k"onnen wir
als 
die auch von allen Wahlen unabh"angige Zahl $r=\lim_{n\ra\infty} D^n_p ( M )$ 
beschreiben, f"ur jedes irreduzible Element $p$.
\end{proof}


% \begin{proof}[Beweis der beiden S"atze]
% Wir beginnen mit dem Beweis der Eindeutigkeit im zweiten Satz
% und zeigen zun"achst die Eindeutigkeit von $s$. 
% Sei $Q=\op{Quot} R$ der Quotientenk"orper von $R$. 
% Wir behaupten
% $$ s = \dim_{Q} \op{Hom}_{R} (M,Q),$$
% wo wir f"ur jeden $R$-Modul $M$ den Raum $\op{Hom}_{R} (M,Q)$
% als Untervektorraum auffassen im Raum aller Abbildungen von $M$ nach $Q$. 
% Nach den allgemeinen Eigenschaften der direkten Summe gilt in der Tat
% $$\op{Hom}_{R} (M,Q)=\op{Hom}_{R} (R/q_{1}R,Q)
% \times \ldots \times \op{Hom}_{R}(R/q_{t}R,Q) \times
% \op{Hom}_{R}(R,Q)^{s}$$
% Nach \ref{RHO} gilt $\op{Hom}_{R}(R,Q)\cong Q$ 
% und wir m"ussen nur noch zeigen,
% da"s gilt
% $\op{Hom}_{R} (R/\frak{a}, Q)=0$  f"ur jedes
% von Null verschiedene Ideal $\frak{a} \subset R$. 
% In der Tat k"onnen wir aber diesen Raum identifizieren als
% $$\op{Hom}_{R} (R/\frak{a}, Q)=\{ f \in \op{Hom}_{R} (R,Q) 
% \mid f|_\frak{a} =0\}$$
% und da jeder von Null verschiedene $R$-Modulhomomorphismus $f: R
% \ra Q$ injektiv ist, kann nur Nullabildung auf einem von Null
% verschiedenen Ideal verschwinden. Das zeigt die Eindeutigkeit von $s$. 
% Um auch die Eindeutigkeit der auftauchenden Primpotenzen zu zeigen,
% betrachten wir f"ur $n\geq 1$ und jeden endlich erzeugten $R$-Modul $M$ und
% jedes irreduzible Element $p\in R$ den K"orper $R/pR$ und die nat"urlichen 
% Zahlen
% $$d^n_p(M)=\dim_{R/pR} (p^{n-1}M/p^{n}M)$$
% Sie haben die folgenden Eigenschaften:
% \begin{enumerate}
% \item
% $d^n_p(M\oplus N)=d^n_p(M)+d^n_p(N)$ f"ur alle $p$ und $n$
% und $N$ auch endlich erzeugt.
% \item
% $d^n_p(R)=1$ f"ur alle $p$ und $n$. 
% \item
% Ist $\pi$ ein weiteres irreduzibles Element von $R$, so gilt
% $$d^n_p(R/\pi^mR)=\left\{\begin{array}{ll}
% 1&\pi\in R^\times p,\;m\leq n;\\
% 0&\text{sonst.}\end{array}\right$. $
% \end{enumerate}
% Hier ist die erste Eigenschaft offensichtlich.
% F"ur $\pi=p$ induziert die Multiplikation mit $p^{n-1}$
% Isomorphismen $R/pR\sira p^{n-1}R/p^{n}R$, und das
% zeigt 2 sowie in 3 alle F"alle mit $\pi\in R^\times p$. 
% Im verbleibenden Fall  $\pi\not\in R^\times p$
% ist die Restklasse von $p$ eine Einheit in $R/\pi^m R$
% und das zeigt $d^n_p(R/\pi^m R)=0$ f"ur alle $m$. 
% Damit erhalten wir f"ur jedes irreduzible $p \in R$ und $n \geq 1$
% die Formel
% $$d^n_p(M) = s +\# \{ i \mid p^{n} \text{
% teilt } q_{i}\},$$
% und das zeigt die Eindeutigkeit der $q_{i}$ bis auf
% Reihenfolge und Einheiten.






% Als n"achstes zeigen wir die Existenz im ersten Satz.
% Sei also $M$ ein endlich erzeugter $R$-Modul. Sicher finden wir
% eine Surjektion
% $p:R^{m} {\twoheadrightarrow} M$.  Da $R$ noethersch ist,
% ist $\ker p$ auch endlich erzeugt und wir finden eine Surjektion
% $f:R^{n} {\twoheadrightarrow} \ker p$. 
% Jetzt fassen wir $f$ auf als eine Abbildung $f: R^{n} \ra R^{m}$
% und haben $M \cong R^{m} / \op{im} f$. 
% Nach Satz \ref{ES} finden wir aber $X,Y$ invertierbar und $D$
% diagonal derart, da"s das Diagramm
% $$\begin{array}{ccc}
% R^{n} & \overset{f}{\longrightarrow} & R^{m}\\
% X \uparrow \;\;\;\;& & \;\;\downarrow Y\\
% R^{n} & \overset{D}{\longrightarrow} & R^{m}
% \end{array}$$
% kommutiert, und k"onnen f"ur die Diagonaleintr"age von $D$ sogar
% $d_{11}|d_{22}|\ldots | d_{rr}$ erreichen mit $r = \min (m,n)$. 
% Es folgt
% $$\begin{array}{ccl}
% M & \cong & R^{m}/\op{im} D\\
%  & \cong & R/d_{11}R \times \ldots \times R/d_{rr}R \times R^{m-r}
%  \end{array}$$
% In dieser Darstellung d"urfen wir die Terme mit $d_{ii} \in R^{\times}$
% weglassen und erhalten so die Existenzaussage in Satz \ref{KIK}.
% Daraus folgt sofort die Existenzaussage in Satz \ref{NFF}, indem
% wir im Fall $\frak{a}_{i} \neq 0$ einen Erzeuger $d$ von $\frak{a}_{i}$
% als Produkt von paarweise teilerfremden Primpotenzen $d =
% q_{1} \ldots q_{k}$ schreiben und mit dem chinesischen Restsatz
% zerlegen
% $$R/\frak{a}_{i} \cong R/q_{1}R \times \ldots \times R/q_{k}R$$
% Umgekehrt zeigt die bereits bewiesene Eindeutigkeit in Satz
% \ref{NFF} auch die behauptete Eindeutigkeit in Satz \ref{KIK}, wir
% haben notwendig $\frak{a}_{1} = \ldots = \frak{a}_{s} =0$, dann ist
% $\frak{a}_{s+1}$ erzeugt vom Produkt der jeweils gr"o"sten unter den $q_{i}$
% vorkommenden Potenzen der verschiedenen Primelemente, und so
% weiter.
% \end{proof}

\begin{Korollar}[\defind{Jordan'sche Normalform}]
Seien 
$k$ ein algebraisch abgeschlossenen K"orper,
$V$ ein
endlichdimensionaler $k$-Vektorraum und\label{JNF} 
$A : V \ra V$ eine lineare Abbildung.
So gibt es eine Basis von $V$ derart, da"s die Matrix von $A$
bez"uglich dieser Basis blockdiagonal ist, wobei die Bl"ocke
konstant sind auf der Diagonale, konstant Eins auf der ersten oberen
Nebendiagonale, und Null an allen anderen
Stellen.
\end{Korollar} 
\begin{Bemerkungl}
 Das ist genau unser Satz \eref{JNFa}{LA2} aus der linearen Algebra, der
hier also ein weiteres Mal bewiesen wird.
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}[Beweis]
Mithilfe von  \ref{KX} fassen wir
$V$  als Modul "uber dem Polynomring $k[X]$ auf und mit \ref{NFF} finden  wir
einen Isomorphismus
von $k[X]$-Moduln
$$V \cong k [X]/\langle(X-\lambda_{1})^{n_{1}}\rangle 
\times \ldots \times 
k[X]/\langle(X-\lambda_{t})^{n_{t}}\rangle$$
W"ahlen wir auf der rechten Seite im Summanden 
$k [X]/\langle(X-\lambda)^{n}\rangle$ als angeordnete Basis die
Nebenklassen von  $
{(X-\lambda)}^{n-1}, \ldots, {(X-\lambda)}$ und $1$, so
erh"alt man die Matrix der Multiplikation mit $X$, indem man 
zun"achst die Matrix der Multiplikation mit $(X-\lambda)$ berechnet und dann
die Diagonalmatrix $\lambda I$ addiert. So erkennt man dann leicht, da"s die
Matrix der Multiplikation mit $X$
die gew"unschte Form hat.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
 Auf "ahnliche Weise erh"alt man auch Normalformen f"ur die Matrizen von
 Endomorphismen "uber nicht notwendig algebraisch abgeschlossenen K"orpern,
wie in den folgenden "Ubungen ausgef"uhrt wird.
\end{Bemerkungl}


\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildMNWF}\\[4mm]
\noindent 
Illustration zu \ref{WNF}
\end{figure}
\subsubsection*{"Ubungen}

\begin{Ubung}\label{WNF}
Jedes normierte Polynom $P\in k[X]$ ist bis auf Vorzeichen das
charakteristische Polynom der $k$-linearen Abbildung
$$(X\cdot):k[X]/\langle P\rangle\ra k[X]/\langle P\rangle$$
Hat unser Polynom die Gestalt 
$P=X^n+a_{n-1}X^{n-1}+\ldots+a_{1}X+a_0$, so bilden die Nebenklassen
von $1,X,\ldots,X^{n-1}$ eine angeordnete Basis des Quotienten, 
und in Bezug auf diese Basis hat die durch Multiplikation mit 
$X$ gegebene $k$-lineare  Abbildung die in nebenstehender Abbildung
angegebene Matrix. Hinweis: Eine Methode ist die explizite Berechnung mithilfe
der Determinante. Alternativ mag man $k$ algebraisch abgeschlossen annehmen
und sich mithilfe des chinesischen Restsatzes auf den Fall
zur"uckziehen, da"s $P$ eine Potenz eines linearen Polynoms ist.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Charakteristisches Polynom eines $K[X]$-Moduls}] 
  Sei $A:V\ra V$ ein Endomorphismus\label{KEC}
 eines endlichdimensionalen Vektorraums
"uber einem K"orper $k$. Man zeige: Genau dann hat $A$ das charakteristische
Polynom $P$, wenn es eine Faktorisierung $P=Q_1\ldots Q_r$ gibt derart,
da"s der  $(V,A)$ entsprechende $k[X]$-Modul isomorph ist zu 
$$k[X]/\langle Q_1\rangle\times\ldots\times k[X]/\langle Q_r\rangle$$
Man nutze diese Erkenntnis, um einen alternativen Beweis des Satzes von
Cayley-Hamilton \eref{CaHa}{LA1} zu geben. Hinweis: Man verwende 
\ref{WNF} und \ref{KIK}
oder \ref{NFF}.
In anderen Worten kann das Aufmultiplizieren einer endlichen Multimenge 
von  Null verschiedener Polynome bis auf eine multiplikative
Konstante aus $k^\times$ demnach geschrieben werden als die Verkn"upfung 
\begin{displaymath}
\begin{array}{ccc}
 _\mu\{ Q_1, \ldots , Q_r\} &\in 
&\left\{ \begin{array}{c}\text{endliche Multimengen}\\
\text{von Polynomen aus } k [X]\backslash 0
\end{array} \right\}\\
\da&&\da\\
k [X]/ \langle Q_1\rangle \times \ldots \times  k [X]/ \langle Q_r
\rangle
 & \in
& \left\{\begin{array}{c}\text{endlichdimensionale}\\
k[X]\text{-Moduln}
\end{array} \right\}\\
& & \downarrow\\
(V,A)&\in&\left\{\begin{array}{c}\text{endlichdimensionale}\\
k\text{-Vektorr"aume }V\\
\text{mit Endomorphismus}
\end{array} \right\}
\\
\da&&\da\\
\chi_A & \in & k [X] 
\end{array}
\end{displaymath}
mit unserer Entsprechung $M\mapsto (M,(X\cdot))$ aus \ref{KX} als mittlerem
Pfeil.
\end{Ubung}
\begin{Ubunge}
  Sei $A:V\ra V$ ein Endomorphismus eines Vektorraums
"uber einem K"orper $k$. Man zeige: Genau dann 
liefert $(V,A)$ einen  $ k[X]$-Modul, der isomorph ist zu
 $k[X]/\langle P\rangle$
f"ur ein Polynom $P\in k[X]$, wenn es einen Vektor $v\in V$
gibt
derart, da"s die $A^iv$ den Vektorraum $V$ erzeugen. 
Ein derartiger Vektor
hei"st auch 
ein {\bf zyklischer Vektor}.\index{zyklisch!Vektor!eines Endomorphismus}
\end{Ubunge}
\begin{Ubunge}
  Sei $A:V\ra V$ ein Endomorphismus eines 
endlichdimensionalen Vektorraums
"uber einem K"orper $k$. Man zeige: 
Kommen im  charakteristischen Polynom $\chi_A$ von $A$ keine
$k$-irreduziblen Faktoren mehrfach vor, so 
liefert $(V,A)$ einen  $ k[X]$-Modul, der
isomorph ist zu   $k[X]/\langle \chi_A\rangle$.
\end{Ubunge}









\subsection{K"orpertheoretischer Nullstellensatz}

\begin{Definition}
  Unter einer {\bf Kringerweiterung}\index{Kringerweiterung}
 %eines Krings $A$ 
verstehen wir ein Paar 
$A\subset B$ bestehend aus einem Kring $B$ mit einem Teilring $A$. 
Sp"ater verstehen wir darunter auch allgemeiner
einen beliebigen injektiven Kringhomomorphismus.
\end{Definition}

\begin{Definition}\label{defg}
Sei 
$A\subset B$ eine Kringerweiterung.
\begin{enumerate}
\item Wir sagen, $B$ sei {\bf von endlichem Typ}\index{endlicher
    Typ!Kringerweiterung} {\bf "uber} $A$ oder  {\bf
  ringendlich}\index{ringendlich!Kringerweiterung} {\bf "uber} $A$,
  wenn $B$ als Ring von $A$ zusammen mit endlich
  vielen weiteren Elementen erzeugt werden kann. \item  Wir sagen, $B$ sei {\bf
    endlich}\index{endlich!Kringerweiterung} {\bf "uber} $A$ oder genauer {\bf
    modulendlich}\index{modulendlich!Kringerweiterung} {\bf "uber} $A$, wenn $B$ als $A$-Modul endlich erzeugt ist. \item  Ein Element $b\in B$
  hei"st {\bf ganz "uber $A$},\index{ganz!Element von Kringerweiterung} wenn es Nullstelle eines normierten Polynoms mit Koeffizienten in $A$
  ist, wenn also eine Gleichung der Gestalt
$$b^{n}+a_{n-1} b^{n-1} + \ldots + a_{1}b + a_{0}=0$$
gilt mit $n\geq 1$ und $a_{i} \in A$.  Im Fall einer K"orpererweiterung
$A\subset B$ sagt man stattdessen auch, $b$ sei {\bf algebraisch "uber $A$}.
\end{enumerate}
Analog verwenden wir diese Begriffe auch f"ur beliebige
Kringhomomorphismen $A\ra B$, die nicht  notwendig 
Einbettungen von Teilmengen, ja noch nicht einmal 
injektiv zu sein brauchen.
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}
Im Fall von
K"orpererweiterungen reicht in Teil 3 die Forderung, da"s wir ein von
Null verschiedenes Polynom finden.
Im Fall von Kringerweiterungen jedoch ist
  die Forderung wesentlich, da"s das Polynom in Teil 3
normiert sein soll. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}\label{zui} 
Gegeben ein von  Null
verschiedener Kring $R$ und die Kringerweiterung $R[T]\subset R[T,T^{-1}]$ ist  $T^{-1}$ nicht ganz "uber $R[T]$.
\end{Beispiel}


  \begin{Bemerkungl}\label{HHKEh}
Ich erinnere die in \eref{HHKE}{AL} eingef"uhrten Begriffsbildungen
und Notationen. 
    Sei $A$ ein Kring. Unter einem {\bf $A$-Kring}\index{Kring!$k$-Kring|main}
    verstehen wir ein Paar $(B,\varphi)$ bestehend aus einem Kring $B$ und einem
    Kringhomomorphismus $\varphi:A\ra B$.  Ist $(C,\psi)$ 
ein weiterer $A$-Kring, so
    verstehen wir unter einem {\bf Homomorphismus von
      $A$-Kringen}\index{Homomorphismus!von $A$-Kringen} $B\ra C$ einen
    Kringhomomorphismus ${\eta}:B\ra C$ mit $\eta\circ {\varphi}=\psi$.  
Alternativ
    sprechen wir auch von einem {\bf Homomorphismus "uber
      $A$}.\index{Homomorphismus!"uber Grundkring} Die Menge aller solchen
    Homomorphismen notieren wir\index{Kring@$\op{Kring}^{A}$}
$$\op{Kring}^{A}(B,C)$$
Einen bijektiven Kringhomomorphismus "uber $A$ nennen wir auch einen
\defnoind{Isomorphismus von $A$-Kringen} oder einen \defnoind{Isomorphismus
  "uber $A$}.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkunge}
Unser  $\op{Kring}^{A}$ ist ebenso wie seine nichtkommutative Variante
$\op{Ring}^{A}$
ein  Speziallfall
der allgemeinen kategorientheoretischen Konstruktion \eref{KaUu}{TF}
der Kategorie $\mathcal C^X$ der \glqq Objekte unter $X$\grqq\  zu einer
Kategorie $\mathcal C$ mit einem ausgezeichneten Objekt $X$. 
% Wenn $A$ selbst durch einen gr"o"seren Ausdruck gegeben ist, verwende
% ich f"ur diese Kategorien auch die 
\end{Bemerkunge}
\begin{Bemerkungl} 
Gegeben ein Kring $k$ verstehe ich wie
in  \eref{RAlg}{LA2} unter einer\label{kALL} 
{\bf $k$-Algebra}\index{Algebra!"uber Kring} einen $k$-Modul
$M$ mitsamt einer $k$-bilinearen Abbildung $M\times M\ra M$. 
Hier bedeutet \glqq bilinear\grqq\  wie im Fall eines K"orpers $k$ die
Linearit"at in beiden Eintr"agen. 
"Ublich ist in diesem Zusammenhang die Konvention,
da"s man eine Algebra 
stets als assoziativ versteht, wenn aus dem Kontext nichts 
anderes hervorgeht.  
Ist die bilineare Verkn"upfung
assoziativ und besitzt $M$ dazu noch ein neutrales Element, so nenne ich
$M$  eine {\bf $k$-Ringalgebra},\index{Ringalgebra!"uber Kring}
und ist sie zus"atzlich auch noch kommutativ, 
eine {\bf $k$-Kringalgebra}.\index{Kringalgebra!"uber Kring}
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}] 
  In der hier gew"ahlten Terminologie ist f"ur jeden Kring $k$  eine
  $k$-Kring\-algebra \glqq dasselbe\grqq\  wie ein $k$-Kring:
Die Multiplikation eines $k$-Krings $(B,\varphi)$ zusammen mit der 
von $\varphi$ induzierten $k$-Modulstruktur macht jeden 
$k$-Kring zu einer $k$-Kringalgebra,
und umgekehrt wird
jede $k$-Kring\-algebra $M$ 
zu einem $k$-Kring durch den Kringhomomorphismus
$\varphi:k\ra M$, $\lambda\mapsto \lambda 1_M$.  
Viele Autoren, deren Fokus
  mehr auf der algebraischen Geometrie und kommutativen Algebra liegt, nennen
  letztere Struktur kurzerhand eine \glqq $k$-Algebra\grqq. Ich verwende diese
  Terminologie nicht, da bei mir auch nicht-kommutative Algebren und
  nicht-unit"are Algebren eine wichtige
  Rolle spielen. Allerdings will ich der Konvention folgen,
da"s eine Algebra als assoziativ angenommen sei, wenn aus dem Kontext 
nichts anderes hervorgeht.
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungl}[\textbf{Ringendliche Erweiterungen noetherscher Kringe sind noethersch}]
Ist ein Kring $B$ ringendlich "uber einem noetherschen Kring $A$,
so  ist auch $B$  selbst noethersch. Man folgert das 
mit\label{KHIB} 
dem Hilbert'schen Basissatz \ref{HiBaa} zun"achst
f"ur einen Polynomring in endlich vielen
Variablen "uber $A$ und dann mit \ref{QN} f"ur Quotienten solcher Polynomringe.
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Ringendliche K\"{o}rpererweiterungen}]
Jede ringendliche K"orper\-erweiterung  ist 
modulendlich.\label{KFa} In anderen Worten ist also jede K"orpererweiterung,
die endlich erzeugt ist als Ringerweiterung, bereits endlichdimensional
"uber dem Grundk"orper. 
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Wegen seiner engen Verwandtschaft zum
 Nullstellensatz hei"st dieser Satz 
in vielen Quellen der  
{\bf k\"{o}rpertheoretische 
Nullstellensatz}.\index{Nullstellensatz!k\"{o}rpertheoretischer}
Einen alternativen Beweis, der auf dem Noether'schen Normalisierungslemma
und Eigenschaften ganzer Ringerweiterungen basiert,
diskutieren wir in \ref{AlBN}. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bild} 
 \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildPRiT}\\[4mm]
 \noindent Sind $A\subset B\subset C$ Kringe und ist $C$ ringendlich 
"uber $A$, so mu"s $B$ keineswegs von ringendlich "uber $A$ sein.
Als Gegenbeispiel betrachte man etwa $\DC\subset B\subset \DC[X,Y]$ 
mit $B$ dem Ring aller Polynomfunktionen, deren 
Einschr"ankung auf die $y$-Achse konstant ist. 
Eine $\DC$-Basis von $B$ bildet dann etwa die Eins
und alle Monome $X^iY^j$ mit $i>0$, und man sieht leicht,
da"s kein  Teilring von  $B$ von endlichem Typ "uber $\DC$ alle
$XY^j$ enthalten kann. Dies Bild illustriert, wie ich mir diesen
Ring veranschauliche: Jedes ausgemalte K"astchen mit unterer
linker Ecke $(i,j)$ steht f"ur einen Basisvektor $X^iY^j$ von $B$.
\end{Bild}
\begin{proof}[Beweis 
im Fall eines  "uberabz"ahlbaren Grundk"orpers]
Sei $ k\subset L$ unsere K"orper\-erweiterung.
Ist $L$ ein endlich erzeugter $k$-Ring, so ist $L$ von
abz"ahlbarer Dimension "uber $k$.  G"abe es nun
ein $t\in L\backslash k$, das transzendent ist "uber $k$, so
h"atten wir mit $T\mapsto t$ eine Einbettung $k(T)\hra L$.  Der
Funktionenk"orper
$k(T)$ hat aber "uberabz"ahlbare Dimension "uber $k$, da die
Familie der Br"uche $(T-\lambda)^{-1}$ parametrisiert durch $\lambda\in k$
linear
unabh"angig ist "uber $k$, vergleiche \eref{pbzz}{AL}. Widerspruch!
\end{proof}


\begin{proof}[Beweis im Allgemeinen]
Sei $k\subset L$ unsere ringendliche K"orpererweiterung.
Seien $e_{1}, \ldots , e_{n}$ Erzeuger des $k$-Krings $L$, in Formeln
$L = k [e_{1}, \ldots , e_{n}]$. Wir argumentieren mit Induktion "uber $n$.
 Der Fall $n=1$ ist unproblematisch, der
Polynomring in einer Ver"anderlichen ist eben kein K"orper, und jeder 
Quotient davon nach einem von Null verschiedenen Ideal ist endlichdimensional 
als $k$-Vektorraum. 
F"ur den Induktionsschritt d"urfen wir 
 annehmen, da"s wir bereits wissen, da"s $L$ mo\-dul\-end\-lich ist "uber
$K \pdef k(e_1)$. 
Ist $e_1$ algebraisch "uber $k$, so sind wir wieder fertig.
Also d"urfen wir $e_1$ transzendent "uber $k$ annehmen,
in Formeln $K \cong k('T)$. 
Betrachten wir nun den Teilring $A \subset K $,
der "uber $k$ von $e_1$ und den 
Koeffizienten der
Minimalpolynome "uber $K $ von $e_2,\ldots, e_n$ erzeugt wird,
so ist
$A$  per definitionem ringendlich
"uber $k$.
Wir haben also unseren Funktionenk"orper 
$K$ eingebettet in ein Sandwich von Kringen
$$  k\subset A \subset K\subset L$$
mit $L$ modulendlich "uber
$A$ und $A$ ringendlich
"uber $k$ und damit nach \ref{KHIB} insbesondere $A$  noethersch.  
Also  mu"s 
auch $K $ modulendlich sein "uber
$A$ und damit ringendlich "uber $k$. 
Das ist nun der gesuchte Widerspruch, denn
ein Funktionenk"orper $K  \cong k('T)$ kann nie ringendlich "uber
seinem Grundk"orper $k$ sein: Es gibt 
ja nach \eref{Uevi}{AL} unendlich viele irreduzible Polynome in
$k ['T]$, und nur endlich viele davon k"onnten in den
Nennern von endlich vielen hypothetischen Erzeugern
des $k$-Krings $k('T)$
vorkommen.
\end{proof}

\begin{Bemerkungw}
  Einen alternativen Beweis geben wir im Anschlu"s an \ref{FRE}.
\end{Bemerkungw}





\subsubsection*{"Ubungen}

\begin{Ubung}\label{TEZ}
Seien $A\subset B\subset C$ Kringerweiterungen. 
Man zeige: Ist $C$ modul\-endlich "uber $B$ und $B$ modulendlich "uber $A$, so ist 
$C$ bereits modul\-endlich "uber $A$.  
Ist $C$  ringendlich "uber $B$ und $B$  ringendlich "uber $A$, so ist 
$C$ bereits  ringendlich "uber $A$.  
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Man bestimme alle Elemente von $\DQ$, die ganz sind "uber $\DZ$. Sei $k$ ein
  K"orper.  Man bestimme alle Elemente von $k(T_1,\ldots,T_n)$, die ganz sind
  "uber dem Polynomring $k[T_1,\ldots,T_n]$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Man zeige, da"s $\DC[X,Y]/\langle Y^2-X^3\rangle$ ein Integrit"atsbereich
  ist, und da"s die "uber diesem Ring ganzen Elemente seines
  Quotientenk"orpers selbst einen Ring bilden, der isomorph ist zum
  Polynomring in einer Ver"anderlichen.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{Zwei}
Wird ein $A$-Kring $B$ als $A$-Kring   erzeugt von endlich vielen
"uber $A$ ganzen Elementen, haben wir also in Formeln 
$B=A[x_1,\ldots ,x_n]$ mit $x_i$ ganz "uber $A$ f"ur 
$1\leq i\leq n$, 
so ist er bereits modulendlich "uber $A$. 
Hinweis: Man beginne mit dem Fall eines einzigen Erzeugers und verwende dann
\ref{TEZ}.
\end{Ubung}


\subsection{Beweis des Hilbert'schen Nullstellensatzes}
\begin{Bemerkungl}
  In einem unvoreingenommenen Sprachgebrauch hat jeder Ring genau
  ein maximales Ideal, n"amlich das Ideal, das aus allen Elementen
  unseres Rings besteht.
  Ich erinnere jedoch daran, da"s wir in \eref{MaxI}{AL} vereinbart
  hatten, vielmehr die maximalen echten Ideale eines Rings  seine
  \glqq maximalen  Ideale\grqq\ zu nennen.  
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Die Menge der maximalen 
Ideale eines Rings $A$ notieren wir\index{Max@$\op{Max}A$ Menge der maximalen
  Ideale von $A$} 
$$\op{Max}A$$ 
Statt $\op{Max}A$ findet man f"ur die Menge der 
maximalen Ideale eines Rings $A$ auch oft 
Notationen wie 
$\op{Spec}_{\op{max}}A$\index{Specmax@$\op{Spec}_{\op{max}}A$ 
 {\it Menge der maximalen
  Ideale von $A$}}
oder $\op{Specm}A$\index{Specm@$\op{Specm}A$ {\it Menge der maximalen
  Ideale von $A$}}, die aber im hier verfolgten Aufbau der Theorie erst in
\ref{PrII} verst"andlich werden. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
  In vom Nullring verschiedenen
  noetherschen Ringen ist es offensichtlich, da"s sich jedes Ideal zu 
  einem maximalen Ideal vergr"o"sern l"a"st: Das System aller echten Ideale
  ist dann nicht leer und besitzt folglich mindestens ein maximales Element.
  In allgemeinen Ringen folgt das 
aus dem Zorn'schen Lemma, wie nun gleich gezeigt werden soll.
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\defnoind{Existenz von maximalen Idealen}]\label{EMI}
In jedem von Null verschiedenen Ring gibt es mindestens ein maximales Ideal.
Allgemeiner l"a"st sich in einem beliebigen Ring jedes
Ideal, das nicht der ganze Ring ist, vergr"o"sern zu einem maximalen Ideal
unseres Rings.\index{maximal!Ideal}
\end{Satz} 
\begin{proof}[Beweis]
Sei $R$ unser Ring und $\frak{a}\neq R$ unser Ideal.
Wir betrachten das System aller Ideale von $R$, die $\frak{a}$ umfassen
und nicht ganz $R$ sind oder, gleichbedeutend, nicht die $1$ von $R$
enthalten. Dieses System von Teilmengen ist offensichtlich stabil
unter aufsteigenden Vereinigungen. Jetzt folgt der Satz aus
dem Zorn'schen Lemma in der Gestalt \eref{KZL}{LA1}.
\end{proof}
\begin{Bemerkunge}
In der Logik wird gezeigt,
da"s die Annahme, jedes Ideal eines Krings m"oge sich zu einem maximalen
Ideal vergr"o"sern lassen, echt schw"acher ist als das Auswahlaxiom.
Der Beweis scheint allerdings nicht ganz einfach zu  sein.  
\end{Bemerkunge}


\begin{Bemerkungl}\label{ZHMa}
  Ist $\varphi : R \twoheadrightarrow S$ ein surjektiver Ringhomomorphismus,
  so erhalten wir eine Bijektion
$$
\left\{ \text{Ideale in } R, \text{ die } \ker \varphi \text{ umfassen}
\right\} \sira \{ \text{Ideale in } S \}
$$
vermittels der Abbildungen $I \mapsto \varphi (I)$ f"ur $I \subset R$ beziehungsweise in
der Gegenrichtung $J \mapsto \varphi^{-1} (J)$ f"ur $J \subset S$. 
Insbesondere liefert das Zur"uckholen mit einem surjektiven Ringhomomorphismus
eine Injektion $\op{Max}S\hra \op{Max}R$, 
$\frak m\mapsto \varphi^{-1} (\frak m)$. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Lemma}\label{NIi}
Ein Kring ist ein K"orper
genau dann, wenn in ihm das Nullideal ein maximales
Ideal ist. Ein Ideal in einem Kring  ist maximal genau dann,
wenn der Quotientenring nach besagtem Ideal ein K"orper ist.\label{RMI}
\end{Lemma}

\begin{proof}[Beweis]  Die zweite Aussage
  und damit implizit auch die Erste
  haben wir bereits als  \eref{RMIb}{AL} bewiesen.
  Hier geben wir noch eine Beweisalternative.
In einem K"orper ist nat"urlich das Nullideal maximal. Ist
umgekehrt das Nullideal ein maximales Ideal, so gilt $k=\langle 1\rangle  \neq
\langle 0\rangle $ und damit $1 \neq 0$.  Weiter gilt $\langle a\rangle  = k$ f"ur jedes $a
\neq 0$, also gibt es f"ur jedes $a \neq 0$ ein $b$ mit $ab =1$. 
  Wenden wir nun die Erkenntnis \ref{ZHMa} an auf die Surjektion $R
\twoheadrightarrow R/\frak{m}$ f"ur irgendein Ideal 
$\frak{m}$ von $ R$, so folgt, da"s $\frak{m} \subset R$ ein
maximales Ideal ist genau dann, wenn $\langle 0\rangle\subset R/\frak{m}$ ein
maximales Ideal ist.
Das Nullideal in einem Kring ist aber, wie bereits gezeigt, 
 maximal genau
dann, wenn besagter Kring ein K"orper ist.
\end{proof}


\begin{Bemerkungl}
Die nun folgenden Lemmata \ref{MIi} und \ref{MI1}  formulieren 
einfache Konsequenzen
des Nullstellensatzes \ref{HNb}.
Da wir uns jedoch beim Beweis des Nullstellensatzes
auf diese Lemmata st"utzen wollen,
d"urfen 
wir sie hier nicht aus dem Nullstellensatz herleiten. 
Stattdessen folgern wir sie aus dem bereits bewiesenen
Satz "uber ringendliche K"orpererweiterungen
 \ref{KFa}.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Lemma}[\textbf{Maximale Ideale in Polynomringen}] %\label{MI}
Ist $k=\bar k$ ein algebraisch abgeschlossener K"orper, so sind
die maximalen Ideale im Polynomring in $n$ Variablen
  $k [T_{1}, \ldots , T_{n}]$ genau
die Verschwindungsideale von Punkten des $k^{n}$.  In Formeln
liefert das Bilden des Verschwindungsideals also eine\label{MIi} Bijektion
$$\begin{array}{ccc}
k^{n} & \sira &\op{Max} k [T_{1}, \ldots , T_{n}]\\
x & \mapsto &\;{\mathcal I}(x)
\end{array}$$
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}
Da jeder Punkt des $k^n$ abgeschlossen ist, k"onnen wir
die inverse Abbildung beschreiben durch die Abbildungsvorschrift 
$\frak{m} \mapsto {\mathcal Z}(\frak{m})$. 
\end{Bemerkungl}


\begin{proof}[Beweis]
Ist $k$ ein K"orper und $x \in k^{n}$ ein Punkt, so ist ganz offensichtlich
 ${\mathcal I}(x)=
\langle T_{1}-x_{1}, \ldots , T_{n}-x_{n}\rangle \subset k [T_{1}, \ldots ,
T_{n}]$ 
ein maximales Ideal:
In der Tat induziert das Auswerten bei $x$ einen Isomorphismus
$k[T_{1}, \ldots, T_{n}]/{\mathcal I}(x) \sira k$.  
Ist umgekehrt ${\frak m} \subset k
[T_{1},\ldots , T_{n}]$ ein maximales Ideal, so betrachten wir den
K"orper $L\pdef k [T_{1}, \ldots, T_{n}]/{\frak m}$. 
Wir haben nat"urlich einen Ringhomomorphismus $\varphi : k \ra
L$ und die Nebenklassen der
$T_{i}$ erzeugen $L$ als $k$-Algebra.
Mit dem
Satz "uber ring\-endliche K"orpererweiterungen
\ref{KFa} folgt, da"s $\varphi:k\hra L$ eine algebraische
K"orpererweiterung sein mu"s.
Aus unserer Annahme $k$ algebraisch abgeschlossen folgt dann weiter,
da"s $\varphi$ eine
Bijektion sein mu"s. Ist $x_{i}\in k$ das Urbild der Nebenklasse 
$\bar{T}_{i}\in L$ von $T_i$ unter dieser Bijektion, 
so folgt $T_{i}-x_{i} \in {\frak m}$. 
Bezeichnet $x = (x_{1}, \ldots , x_{n})$ den Punkt mit den
Koordinaten $x_{i}$, so folgt ${\mathcal I}(x) \subset {\frak m}$ und damit ${\mathcal I}(x) =
{\frak m}$. 
\end{proof}

\begin{Lemma}[\textbf{Ideale ohne simultane Nullstellen}]
Hat ein Ideal in einem Polynomring in
endlich vielen Variablen "uber einem algebraisch abgeschlossenen K"orper
keine  Nullstelle, so ist besagtes Ideal schon der ganze\label{MI1} 
Polynomring. 
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Bezeichnet $k=\bar k$ unseren  K"orper und
$I\subset k [T_{1}, \ldots , T_{n}]$ unser Ideal, 
so behauptet unser Lemma in Formeln
$${\mathcal Z}(I)=\emptyset\;\;\RA\;\; I=k [T_{1}, \ldots , T_{n}]$$
Das zeigen wir durch Widerspruch: 
Ist ein Ideal $I$ nicht der ganze Ring, so gibt es
ein maximales Ideal ${\frak m}$ "uber $I$ und wir folgern
aus
$I\subset{\frak m}$ erst $ {\mathcal Z}(I)\supset {\mathcal Z}({\frak m})$ und
dann mit \ref{MIi} weiter $ {\mathcal Z}(I)\neq\emptyset$. 
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
 Nun erinnern und beweisen wir den
 bereits in \ref{HNb} angek"undigten Hilbert'schen 
Nullstellensatz.
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{Hilbert'scher 
Nullstellensatz}]\index{Nullstellensatz, Hilbert'scher}\index{Hilbert'scher Nullstellensatz}
Seien $k=\bar k$ ein algebraisch abgeschlossener K"or\-per und\label{HN}
$I \subset k [T_{1}, \ldots, T_{n}]$ ein Ideal. Ist $f \in k
[T_{1}, \ldots, T_{n}]$ ein Polynom, das auf der Nullstellenmenge unseres 
Ideals verschwindet, so liegt eine Potenz unseres Polynoms bereits selbst in
besagtem Ideal, in
Formeln 
$${\mathcal Z}(f) \supset {\mathcal Z}(I)\;\RA\; f^{N} \in I\text{ f"ur }N \gg 0$$
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis]
Wir verwenden den sogenannten
{\bf Rabinovitch-Trick} und betrachten in dem
um eine Variable $T$ vergr"o"serten
Polynomring $k [T_{1},\ldots , T_{n}, T]$ das von $I$ und
$fT -1$ erzeugte Ideal $J$. 
Da wir ${\mathcal Z}(f) \supset {\mathcal Z}(I)$ angenommen hatten, 
besitzt dies Ideal $J$ "uberhaupt keine
simultanen Nullstellen. Anschaulich gesprochen
entweicht ${\mathcal Z}(fT -1)$ bei jeder Nullstelle von $f$ in Richtung 
der zus"atzlichen Koordinate $T$ ins Unendliche und 
die Nullstellenmenge  von $I$ im um eine Variable
 gr"o"seren Polynomring ist das kartesische 
 Produkt von ${\mathcal Z}(I)$ mit der
 zus"atzlichen Koordinatenachse: Der  Schnitt dieser beiden Mengen ist
dann offensichtlich  leer.
Nach \ref{MI1} gilt also in unserem um eine
Variable vergr"o"serten Polynomring 
eine Gleichung der Gestalt
$$a_0(fT-1)+a_1 f_1+\ldots +a_m f_m=1$$
mit $f_j\in I$ und $a_j$ Elementen unseres um eine
Variable vergr"o"serten Polynomrings. 
Nun durften wir sicher von Anfang an
$f\neq 0$ annehmen. Setzen wir dann in unserer Gleichung 
f"ur $T$ das Element $f^{-1}$ 
des Funktionenk"orpers $k (T_{1},\ldots , T_{n})$
ein, wenden also 
den Ringhomomorphismus 
$k [T_{1},\ldots , T_{n}, T]\ra k (T_{1},\ldots , T_{n})$
mit $T\mapsto f^{-1}$ an, 
so ergibt sich in diesem Funktionenk"orper 
und sogar bereits in seinem Teilring 
$k [T_{1},\ldots , T_{n},f^{-1}]$ eine Gleichung 
der Gestalt 
$$b_1 f_1+\ldots+ b_m f_m=1$$
wo die $b_j\in k [T_{1},\ldots , T_{n},f^{-1}]$ 
eben aus den $a_j$ hervorgehen durch Einsetzen von
$f^{-1}$ f"ur $T$. 
Nach Multiplikation mit einer geeigneten Potenz $f^N$ von $f$
erhalten wir schlie"slich
eine Gleichung in $k [T_{1},\ldots , T_{n}]$ 
der Gestalt
$$c_1 f_1+\ldots+ c_m f_m=f^N$$
mit $c_j=f^N b_j$ Elementen unseres urspr"unglichen 
Polynomrings $k [T_{1},\ldots , T_{n}]$. Diese Gleichung zeigt dann
$f^{N} \in I$. 
\end{proof}






\begin{Definition}
Gegeben ein Ideal $I$ in einem Ring $R$ definiert man sein
{\bf Radikal}\index{Radikal!eines Ideals} $\sqrt{I}$ durch die Vorschrift
$\sqrt{I}\pdef\{ f\in R\mid f^N\in I\text{ f"ur }N\gg 0\}$. 
Ein Ideal hei"st ein \defind{Radikalideal} genau dann, wenn es sein
eigenes Radikal ist.\label{RaId} 
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
In  \eref{RaMo}{LieA} f"uhren wir den Begriff des
\glqq Radikals eines Moduls\grqq\  ein, und das Radikal eines Ideals 
im obigen Sinne ist etwas 
v"ollig anderes als sein Radikal als Modul. 
Wenn es n"otig sein sollte, werde ich unterscheiden zwischen 
dem {\bf Modulradikal}\index{Radikal!Modulradikal}\index{Modulradikal} 
und dem 
{\bf Potenzradikal}\index{Radikal!Potenzradikal}\index{Potenzradikal}
eines Ideals. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Abgeschlossene Mengen und Radikalideale}]
Ist $k=\bar k$ ein algebraisch abgeschlossener K"orper, so gilt f"ur jedes
Ideal  ${\frak a}\subset k[T_1,\ldots,T_n]$ nach dem Nullstellensatz
die Formel\label{BRI} 
${\mathcal I}({\mathcal Z}({\frak a}))=\sqrt{{\frak a}}$ und
die Vorschriften ${\mathcal Z}$ und ${\mathcal I}$ liefern
inverse Bijektionen  zwischen der Menge aller  Zariski-abgeschlossenen
Teilmengen des $k^n$ und der Menge aller  Radikalideale in 
$k[T_1,\ldots,T_n]$, in Formeln 
$$\begin{array}{ccc}
\left\{ \!\!\begin{array}{c}
\text{Radikalideale}\\
I\subset k[T_1,\ldots, T_n]\end{array}\!\!\right\} & 
\begin{array}{c}
  \mathcal Z\\[-3mm]
\lra\\[-4.5mm]
{\scriptstyle \sim}\\[-3.5mm]
\longleftarrow\\[-2.5mm]
\mathcal I
\end{array}
 &
\left\{ \!\!\begin{array}{c}
\text{Algebraische Teilmengen}\\
Y\As k^n
\end{array} \!\! \right\} %^{\op{opp}} \\[5mm]
% X &   &\cal{O}(X) \\[1mm]
% \varphi \downarrow \;\;\;& \mapsto & \varphi^{\sharp} \uparrow \;\;\;\\[1mm]
% Y &   & \cal{O}(Y)
 \end{array}
$$
\end{Bemerkungl}



\subsubsection*{"Ubungen}

\begin{Ubung}
Ist $k$ algebraisch abgeschlossen und $I \subset k [T_{1}, \ldots,
T_{n}]$ ein Ideal,
so induziert die Bijektion $k^{n} \overset{\sim}{\ra} \op{Max} k
[T_{1}, \ldots , T_{n}]$ aus Lemma \ref{MIi} eine Bijektion
$\mathcal Z (I) \overset{\sim}{\ra} \op{Max} (k [T_{1}, \ldots , T_{n}]
/I)$. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
Warum kann man nicht mit demselben Argument wie in \ref{EMI} 
zeigen, da"s jede Gruppe
eine maximale echte Untergruppe besitzt? Man zeige auch, da"s
die additive Gruppe $\DQ$ keine maximale echte Untergruppe besitzt.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{NKR}
Gegeben ein kommutativer von Null verschiedener Ring $R$ folgt aus $R^n\cong
R^m$ schon $n=m$.  Hinweis: Man benutze 
\ref{MQR} und w"ahle mit \ref{EMI} ein maximales Ideal  $\frak{a}\subset
R$, so da"s $R/\frak{a}$ nach \ref{RMI} ein K"orper ist.
Ein alternativer Beweis, der ohne das Zorn'sche Lemma auskommt,
wird in \ref{ABTR} gegeben. Der hier skizzierte Beweis zeigt jedoch 
mit \eref{KaBa}{AL} allgemeiner
f"ur beliebige Mengen $I,J$, da"s aus 
der Isomorphie von freien Moduln $RI\cong RJ$ folgt, da"s 
$I$ und $J$ dieselbe Kardinalit"at haben.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{JacR}
Der Schnitt aller 
maximalen  Ideale eines Krings $R$ kann auch beschrieben werden als die
Menge aller Elemente unseres Rings mit der Eigenschaft, da"s die
 Summe eines beliebigen Vielfachen unseres Elements mit der Eins
stets  eine Einheit ist, in Formeln
$$\bigcap_{\frak{m}\in\op{Max}R}\frak{m}=\{a\in R\mid (ra+1)\in
R^\times\;\forall r\in R\}$$
Diese Menge hei"st das {\bf Jacobson-Radikal}\index{Jacobson-Radikal}
unseres Krings. Im Fall nichtkommutativer Ringe versteht man 
unter dem Jacobson-Radikal
feiner den Schnitt aller maximalen Links- oder gleichbedeutend aller
maximalen Rechtsideale.  
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
   $(k=\bar k)$. 
In Erweiterung von \ref{EVNN}  zeige man, da"s ein 
 Ideal $I\subset k[T_1,\ldots, T_n]$ genau dann\label{Evfg} 
von endlicher Kodimension ist, wenn es h"ochstens endlich viele
simultane Nullstellen besitzt, in Formeln
$$|\mathcal Z(I)|<\infty\;\;\IFF \;\; 
\op{codim}_k(I\subset k[T_1,\ldots, T_n])<\infty$$
\end{Ubung}
\begin{Ubunge}
  Noch allgemeiner als in \ref{Evfg} zeige man f"ur einen beliebigen K"orper $
k$,
da"s ein 
 Ideal $I\subset k[T_1,\ldots, T_n]$ genau dann\label{Exvfg} 
von endlicher Kodimension ist, wenn es nur in endlich vielen
maximalen Idealen enthalten ist.  
\end{Ubunge}


\begin{Ubung}
Man zeige, da"s f"ur ein Ideal
$I$ eines Krings $R$ das Radikal $\sqrt{I}$ wieder ein Ideal von $R$ ist,
und da"s $\sqrt{I}$ sein eigenes Radikal ist.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{HZUU}
$(k=\bar k)$. Ist $A$ ein ringendlicher  $k$-Kring, so
liefert das Bilden des Kerns $\varphi\mapsto \op{ker}\varphi$ 
eine Bijektion
$\op{Kring}^k(A,k) \sira \op{Max}A$. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung} Seien $k$ ein K"orper und\label{rkee}  
 $A$ eine ringendliche $k$-Kringalgebra. Man zeige:
 Ist der Quotient von $A$ nach seinem
Nilradikal $A/\sqrt{0}$ endlichdimensional "uber $k$,
so ist bereits $A$ selbst endlichdimensional "uber $k$.
\end{Ubung}

