




\section{Endliches Erzeugen und Nullstellensatz}
\subsection{Hilbert'scher Nullstellensatz}
\label{ZTOO} 
\begin{Bemerkungl}
Ich erinnere daran, da"s bei uns jeder Ring eine Eins hat und da"s von
jedem\label{RRM}
 Ringhomomorphismus gefordert wird, da"s er die Eins auf die Eins wirft.
Ein Ideal eines Rings ist nach \eref{DefI}{AL} 
eine Untergruppe seiner additiven Gruppe, die 
unter der Multiplikation mit beliebigen Elementen unseres Rings von links 
wie von rechts stabil ist.
Einen kommutativen Ring nenne ich auch 
einen {\bf Kring}.\index{Kring!kommutativer Ring} 
  Seien $k$ ein Kring und $k[T_{1}, \ldots, T_{n}]$ der Polynomring "uber $k$ in
  $n$ Variablen. Das Auswerten liefert eine Abbildung
$$ k[T_{1}, \ldots, T_{n}]\times k^n\ra k$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}\label{ZaTo}
Ist $k$ ein Kring und $E \subset k [T_{1}
\ldots, T_{n}]$ eine Teilmenge,
so erkl"aren wir die \defind{Nullstellenmenge} oder kurz die
\defind{Nullstellen}
{\bf von} $E$
als die Menge derjenigen Punkte des $k^{n}$, an denen alle Polynome aus
$E$ verschwinden. Wir notieren sie 
$$%\hspace{15mm}
{\mathcal Z}(E) \pdef \{x \in k^{n} \mid f(x) =0 \quad \forall f \in E\}$$ 
mit ${\mathcal Z}$ wie \glqq zeroes\grqq.\index{Z@${\mathcal Z}(E)$ Nullstellenmenge von $E$}
Im Fall $E=\{f_1,\ldots,f_r\}$ k"urzen wir 
${\mathcal Z}(\{f_1,\ldots,f_r\})$ ab zu ${\mathcal Z}(f_1,\ldots,f_r)$. 
Eine Teilmenge  $Z\subset k^n$ hei"st {\bf algebraisch},
wenn sie die Nullstellenmenge eines Systems von Polynomen ist, 
wenn es also in Formeln eine Teilmenge $E \subset k [T_{1}
\ldots, T_{n}]$
gibt mit  $Z={\mathcal Z}(E)$.\index{algebraisch!Teilmenge von $k^n$}
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Notationen}]
Eine andere in der Literatur g"angige Notation ist
$\op{V}(E)$ statt ${\mathcal Z}(E)$  mit $\op{V}$ wie \glqq Variet"at\grqq.\index{V@$\op{V}(E)$ Nullstellenmenge von $E$} Wir verwenden jedoch die Bezeichnung als Variet"at nur "uber
einem algebraisch abgeschlossenen Grundk"orper. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Im ersten Teil dieser Vorlesung geht es um die Untersuchung 
\glqq geometrischer\grqq\  Eigenschaften 
algebraischer Teilmengen von $k^n$ f"ur algebraisch abgeschlossene K"orper $k$
und die entsprechenden \glqq algebraischen\grqq\  
Aussagen der Theorie kommutativer Ringe.
Den tragenden 
Pfeiler der Br"ucke zwischen 
der \glqq geometrischen\grqq\  und der \glqq algebraischen\grqq\  Welt
bildet der folgende Satz, dessen Beweis mit den n"otigen Vorbereitungen uns
bis  \ref{MI1} besch"aftigen wird.
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Hilbert'scher 
Nullstellensatz}]\index{Nullstellensatz, Hilbert'scher}\index{Hilbert'scher Nullstellensatz}
Sei $k=\bar k$ ein algebraisch abgeschlossener K"or\-per. Ist $f \in k
[T_{1}, \ldots, T_{n}]$ ein Polynom in endlich vielen Variablen, das auf der Nullstellenmenge eines 
Ideals\label{HNb} 
$\mathfrak a \subset k [T_{1}, \ldots, T_{n}]$ verschwindet, so liegt eine Potenz unseres Polynoms bereits selbst in
besagtem Ideal. In
Formeln gilt 
%f"ur $f \in k
%[T_{1}, \ldots, T_{n}]$ ein Element und $I\subset k
%[T_{1}, \ldots, T_{n}]$ ein Ideal 
also
$${\mathcal Z}(f) \supset {\mathcal Z}(\mathfrak a)\;\RA\; f^{N} \in \mathfrak a\text{ f"ur }N \gg 0$$
\end{Satz}
\begin{Beispiel}
  Die gemeinsame Nullstellenmenge von $x^2,z^3\in k[x,y,z]$ ist die $y$-Achse.
  Das Polynom $f\pdef (x+z)y$ verschwindet auf der $y$-Achse und wie vom
  Nullstellensatz vorhergesagt geh"ort eine Potenz von $f$ zum Ideal
  $\langle x^2,z^3\rangle$, in unserem Fall genauer die vierte Potenz
  $$f^4=\big((x^2+4xz+6z^2)y^4\big)x^2 + \big((4x+z)y^4\big)z^3$$
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
F"ur $k$ nicht
algebraisch abgeschlossen ist unser Satz  falsch. 
Als Beispiel betrachte man f"ur
$k=\DR$ in $\DR[T]$ das Ideal $\mathfrak a=\langle T^2+1\rangle$. 
 Obwohl das konstante Polynom $f=1$
auf der Nullstellenmenge ${\mathcal Z}(\mathfrak a)=\emptyset$ unseres Ideals
verschwindet,
liegt keine seiner Potenzen $1^N=1$ in besagtem Ideal.
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}
  Wir werden den Hilbert'schen 
Nullstellensatz erst im Anschlu"s an Lemma \ref{MI1} zeigen k"onnen.
Manche Aussagen aus seinem Umfeld sind jedoch sehr einfach zu haben, 
wie ich im folgenden  ausf"uhren will.
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}
Ist  $k$ ein Kring
und  $X\subset k^{n}$ eine Teilmenge,
so bilden diejenigen Polynome,
die an allen Punkten von $X$ verschwinden,
offensichtlich  ein Ideal des Polynomrings $k[T_{1},\ldots, T_{n}]$. Es
hei"st das {\bf Verschwindungsideal von} $X$\index{Verschwindungsideal}
und wir notieren es\index{I@${\mathcal I}(X)$ Verschwindungsideal von $X$}
$${\mathcal I} (X) \pdef \{f \in k [T_{1}, \ldots, T_{n}] \mid f(x) =0 \quad
\forall x \in X\}$$
\end{Definition}
 \begin{Bild} 
 \includegraphics[height=0.7\textheight]{SkriptenBilder/BildZAE}\\[4mm]
 \noindent 
Die Kreislinie ist die Nullstellenmenge in $\DR^2$ des Polynoms
$X^2+Y^2-1\in\DR[X,Y]$.
Das ist also eine Zariski-abgeschlossene Teilmenge der Ebene $\DR^2$.
Jeder Punkt $(a,b)\in\DR^2$ ist die simultane Nullstellenmenge in $\DR^2$
der Polynome $X-a$ und $Y-b$ aus $ \DR[X,Y]$. Also ist auch jede
einpunktige Menge Zariski-abgeschlossen. Alle Zariski-abgeschlossenen 
Teilmengen von $\DR^2$ sind offensichtlich auch metrisch abgeschlossen,
also abgeschlossen in der nat"urlichen Topologie des $\DR^2$ aus 
\eref{RAVe}{AN1},
aber das Umgekehrte gilt nicht. Man zeige zur "Ubung, da"s 
eine echte Zariski-abgeschlossene
Teilmenge von $\DR^2$ keine nichtleere metrisch offene Teilmenge von
$\DR^2$ umfassen kann.
 \end{Bild}

 \begin{Bemerkungl}\label{OIU}
Sei $k$ ein Kring.
   Offensichtlich gilt f"ur ein beliebiges System $\cal{E}$ von Teilmengen
   von $k[T_{1}, \ldots, T_{n}]$ die Identit"at 
$ \bigcap_{E\in \cal{E}} {\mathcal Z}(E)={\mathcal Z}\left(\bigcup_{E\in
       \cal{E}} E\right)$ und insbesondere
auch $$E \subset F \;\Rightarrow  \; {\mathcal Z}(E)
  \supset {\mathcal Z}(F)$$
Ebenso offensichtlich gilt f"ur ein beliebiges System
$\cal{X}$ von Teilmengen des $k^{n}$ die Identit"at 
${\mathcal I}\left(\bigcup_{X\in \cal{X}}X\right)=
\bigcap_{X\in \cal{X}} {\mathcal I} (X)$ und insbesondere auch
$$Y \subset X \; \Rightarrow \; {\mathcal I}(Y) \supset {\mathcal I}(X)$$
Des weiteren gilt sicher
$E\subset {\mathcal I}({\mathcal Z}(E))$ f"ur jede  
Teilmenge $E\subset k[T_{1}, \ldots, T_{n}]$ und
$X\subset {\mathcal Z}({\mathcal I}(X))$ f"ur jede  
Teilmenge $X\subset k^n$.  
Es folgt ${\mathcal I}(X)
={\mathcal I}({\mathcal Z}({\mathcal I}(X)))$ f"ur jede Teilmenge 
$X\subset k^n$, indem wir einerseits ${\mathcal I}$ 
auf $X\subset {\mathcal Z}({\mathcal I}(X))$
anwenden und andererseits $E\subset {\mathcal I}({\mathcal Z}(E))$ auf $E={\mathcal I}(X)$. 
Ebenso folgt f"ur jede  
Teilmenge $E\subset k[T_{1}, \ldots, T_{n}]$  die Identit"at 
${\mathcal Z}(E)={\mathcal Z}({\mathcal I}({\mathcal Z}(E)))$. 
Insbesondere gilt f"ur jede algebraische Teilmenge $X\subset k^n$
 die Identit"at
$X={\mathcal Z}({\mathcal I}(X))$, 
die offensichtlich auch umgekehrt algebraische Teilmengen charakterisiert.
 \end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}\label{IZDS} 
Allgemeiner 
versteht man unter einer {\bf Inzidenzstruktur}\index{Inzidenzstruktur} 
ein Tripel $(A,B,R)$ bestehend aus zwei Mengen $A$ und $B$ mit
einer Teilmenge $R\subset A\times B$ alias einer Relation zwischen $A$ und
$B$ im Sinne von \eref{AlRep}{AN1}. Zum Beispiel k"onnen wir die Menge 
$A=k[T_1,\ldots,T_n]$ der Polynome und die Menge $B=k^n$ der Punkte zu
betrachten mit der Relation $(f,x)\in R$ genau dann, wenn gilt $f(x)=0$. 
F"ur eine beliebige Inzidenzstruktur k"onnen wir 
in derselben Weise wie in diesem Beispiel Abbildungen
${\mathcal Z}:\cal{P}(B)\ra \cal{P}(A)$ und
${\mathcal I}:\cal{P}(A)\ra \cal{P}(B)$ erkl"aren.
Auch in dieser Allgemeinheit 
verwandeln sich Vereinigungen in Schnitte, Inklusionen
kehren sich um und es
gilt stets $X\subset {\mathcal Z}({\mathcal I}(X))$ sowie ${\mathcal I}(X)={\mathcal I}({\mathcal Z}({\mathcal I}(X)))$ und symmetrisch
$E\subset {\mathcal I}({\mathcal Z}(E))$ sowie ${\mathcal Z}(E)={\mathcal Z}({\mathcal I}({\mathcal Z}(E)))$.
\end{Bemerkunge}







\begin{Bemerkungl}
Um Sie zu ermuntern, sich in Vorbereitung auf
sp"atere Kapitel  mit den Grundbegriffen 
der Topologie auseinanderzusetzen, beginne ich bereits hier 
mit der Diskussion
der sogenannten \glqq Zariski-Topologie\grqq.
  Ich erinnere zun"achst 
an einige grundlegende Definitionen
aus der  Begriffwelt der Topologie, wie sie in
\eref{DTRS}{AN1} ausf"uhrlicher eingef"uhrt werden. 
Eine {\bf Topologie\index{Topologie}
 ${\cal T}$ auf einer Menge $X$} ist ein System von
  Teilmengen ${\cal T} \subset {\cal P} (X)$, das stabil ist unter 
dem Bilden von endlichen
  Schnitten und beliebigen Vereinigungen. Ein Paar $(X, {\cal T})$ 
bestehend aus einer Menge mit einer Topologie hei"st ein
{\bf topologischer Raum}\index{topologischer Raum}. 
Die Teilmengen aus ${\cal T}$ hei"sen dann die
{\bf offenen Teilmengen}\index{offen}
 unseres topologischen Raums. Statt $U\in {\cal T}$
schreibe ich auch $U\co X$.\index{)c@$\co$ offen in!topologischem Raum}  
Die Komplemente der offenen Teilmengen 
hei"sen die {\bf abgeschlossenen Teilmengen}
 unseres topologischen Raums.  
F"ur $A\subset X$ schreiben wir statt $(X\backslash A)\in \cal T$ auch
$A\As X$. \index{abgeschlossen}
\index{)c@$\As$ abgeschlossen in!topologischem Raum} 
Das System der abgeschlossenen Teilmengen eines topologischen Raums
ist stabil unter endlichen Vereinigungen und beliebigen Schnitten.
Jedes Mengensystem in einer Menge $X$ 
mit diesen Eigenschaften ist auch umgekehrt das 
System der abgeschlossenen Teilmengen einer 
wohlbestimmten Topologie auf $X$. Gegeben eine Teilmenge $M\subset X$
eines topologischen Raums wird ihr {\bf Abschlu"s} $\bar M$ erkl"art
als die kleinste abgeschlossene Teilmenge von $X$, die $M$ umfa"st, alias
der Schnitt aller  abgeschlossenen Teilmengen von $X$, die $M$ umfassen.
\index{)6a@$\bar{M}$ Abschlu"s von $M$}
\index{Abschlu"s!topologischer} 
Eine Abbildung $f:X\ra Y$ von topologischen R"aumen hei"st 
{\bf stetig},\index{stetig!f"ur topologische R"aume} 
 wenn das Urbild jeder offenen 
Menge offen ist, oder
gleichbedeutend das Urbild jeder abgeschlossenen Menge abgeschlossen.
\end{Bemerkungl}
 \begin{Bemerkungl}
Ich erinnere \eref{IDT}{AN1}.
    Ist $X$ ein topologischer Raum und $Y\subset X$ eine Teilmenge, so
    erkl\"{a}rt man die {\bf induzierte
      Topologie}\index{induzierte Topologie}
\index{Topologie!induzierte} oder 
{\bf Spurtopologie}\index{Spurtopologie} auf
    $Y$ durch die Vorschrift\label{SpTo} 
$$U
\co Y \Leftrightarrow \exists V \co X\text{ mit }U = V \cap Y$$ 
In Worten ist
also eine Teilmenge von $Y$ offen f"ur die induzierte 
Topologie genau dann,
wenn sie der Schnitt mit $Y$  einer offenen Teilmenge von $X$ ist.
Ab jetzt fassen wir stillschweigend jede Teilmenge $Y$ 
eines topologischen
Raums $X$  als topologischen Raum mit der induzierten
Topologie auf.
\end{Bemerkungl}

\begin{Lemma}
Ist $k$ ein kommutativer 
Integrit"atsbereich, so bilden die algebraischen Teilmengen
von $k^n$ die abgeschlossenen Mengen einer Topologie,
der
\emph{\bf Zariski-Topologie}\index{Zariskitopologie!auf einem $k^n$} 
\emph{\bf auf dem} $k^{n}$.\label{ZaTo}   
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Da"s beliebige Schnitte algebraischer Teilmengen wieder algebraisch
sind, folgt sofort aus \ref{OIU}. Ist
$k$ nicht der Nullring, so gilt weiter ${\mathcal Z}(1)=\emptyset$,
und ist $k$ auch noch nullteilerfrei, so gilt zus"atzlich
${\mathcal Z}(E)\cup {\mathcal Z}(F)={\mathcal Z}(EF)$ mit der Notation
$EF=\{ef\mid e\in E,\;f\in F\}$.  
Folglich bilden die ${\mathcal Z}(E)$
das System der abgeschlossenen Mengen einer
Topologie auf dem $k^n$. 
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}\label{AbVa}
Ist $k$ ein kommutativer Integrit"atsbereich, so
folgt f"ur den Abschlu"s
einer beliebigen Teilmenge $X\subset k^n$
in Bezug auf die
eben erkl"arte Zariskitopologie
die Formel
$$\bar{X}={\mathcal Z}({\mathcal I}(X))$$  
In der Tat ist die rechte Seite eine algebraische alias
abgeschlossene Menge, die 
$X$ umfa"st, und f"ur jede algebraische  alias
abgeschlossene Teilmenge 
$Z\supset X$ gilt 
$Z={\mathcal Z}({\mathcal I}(Z))\supset {\mathcal Z}({\mathcal I}(X))$. 
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}
Ein  Element eines faktoriellen Rings  hei"st 
{\bf quadratfrei},\index{quadratfrei}\label{quf} wenn es 
von Null verschieden ist und wenn darin kein Primfaktor 
mehrfach auftritt.
Sei nun $k=\bar k$ ein algebraisch abgeschlossener K"orper.
Eine Teilmenge $Z\subset k^n$  hei"st eine
\begin{description}
  \item[Hyperebene,]\index{Hyperebene!affine} 
 wenn sie Nullstellenmenge
  eines linearen Polynoms  ist, also
  eines Polynoms vom Totalgrad $1$; 
 \item[Quadrik,]\index{Quadrik!affine}
 wenn sie Nullstellenmenge
  eines quadratfreien quadratischen Polynoms  ist; 
 \item[Kubik,]\index{Kubik!affine}
 wenn sie Nullstellenmenge
  eines quadratfreien kubischen Polynoms  ist; 
 \item[Quartik,]\index{Quartik!affine}
 wenn sie Nullstellenmenge
  eines quadratfreien Polynoms  vom Totalgrad $4$ ist; 
 \item[Quintik,]\index{Quintik!affine}
 wenn sie Nullstellenmenge
  eines quadratfreien Polynoms  vom Totalgrad $5$ ist; 
\end{description}

\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungw}
  Wir zeigen in  \ref{BMDnxa}, da"s f"ur $k=\bar k$ ein algebraisch
  abgeschlossener K"orper auf einer 
algebraischen Teilmenge $X\As k^n$ jedes Polynom 
$P\in k[T_1,\ldots, T_n]$, wenn wir es  als Abbildung
$P:X\ra k$ auffassen,  entweder nur endlich viele Werte
annimmt oder nur endlich viele Werte nicht annimmt. Unser Beweis dort
ist nicht ganz einfach. Ich w"u"ste gerne,
wie man das m"oglichst leicht einsehen kann. 
\end{Bemerkungw}

\begin{Bemerkunge}
  Man kann zeigen, da"s f"ur $k=\bar k$ ein algebraisch abgeschlossener 
K"orper und $n\geq 1$ jede algebraische Teilmenge von $k^n$ 
bereits als die Nullstellenmenge von $n$ Polynomen beschrieben werden kann,
vergleiche etwa \cite{Kunz}. Im Gegensatz dazu
 kann keineswegs jedes Ideal des
 Polynomrings in $n$ Variablen von $n$ Polynomen erzeugt werden.
 Zum Beispiel ist leicht zu sehen, da"s das Ideal $\langle X^2, XY, Y^2\rangle\subset \DC[X,Y]$ nicht von zwei Elementen erzeugt werden kann.
\end{Bemerkunge}

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
  Ist $k$ ein K"orper, ja ein beliebiger 
Kring, und $x \in k^{n}$ ein Punkt, so ist das Verschwindungsideal dieser 
einelementigen Menge das Ideal 
  ${\mathcal I}(x)= \langle T_{1}-x_{1}, \ldots , T_{n}-x_{n}\rangle \subset k
  [T_{1}, \ldots , T_{n}]$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
 Sei $k$ ein K"orper. Man zeige, da"s die von ganz $k$
verschiedenen algebraischen Teilmengen von $k$
genau die endlichen Teilmengen sind. 
Man zeige, da"s die algebraischen Teilmengen von $k^2$
genau die endlichen Teilmengen, die Vereinigungen der Nullstellenmengen
einzelner Polynome mit endlichen Teilmengen, sowie ganz $k^2$ sind. 
Hinweis: Nach \eref{ENu}{AL}
haben zwei teilerfremde Polynome in zwei Ver"anderlichen h"ochstens endlich
viele
gemeinsame Nullstellen.\label{JGD} 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Sei $k$ ein K"orper. Man zeige
f"ur jedes Ideal $\mathfrak a\subset k[T_1,\ldots, T_n]$ die Absch"atzung
$|\mathcal Z(\mathfrak a)|\leq \op{dim}_kk[T_1,\ldots, T_n]/\mathfrak a$. Insbesondere kann 
ein Ideal endlicher Kodimension nur h"ochstens endlich viele
simultane Nullstellen besitzen. Hinweis: Interpolation in mehreren Variablen
\eref{IP}{AL}.\label{EVNN} 
\end{Ubung}





\begin{Ubung}\label{KAHz}
Unter einem {\bf Hom"oomorphismus}\index{Hom"oomorphismus}
 versteht man eine bijektive 
stetige Abbildung
zwischen topologischen R"aumen, deren Umkehrung auch stetig ist.
Man zeige: 
Ist $\gamma : k \sira k$ ein K"orperautomorphismus, so induziert
$\gamma$ einen Hom"oomorphismus $\gamma : k^{n} \sira k^{n}$,
$(x_{1}, \ldots, x_{n}) \mapsto (\gamma (x_{1}), \ldots, \gamma
(x_{n}))$ von $k^{n}$ versehen mit der Zariskitopologie auf sich selbst.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Eine Teilmenge eines topologischen Raums hei"st 
{\bf dicht}\index{dicht!Teilmenge}  
 genau dann, wenn ihr Abschlu"s der ganze Raum ist. 
Sei $k$ ein kommutativer Integrit"atsbereich. Man zeige: 
Jede unendliche Teilmenge von $k$ ist Zariski-dicht.
Sind $A\subset k^m$ und \label{ZD}$B\subset k^n$
Zariski-dicht, so gilt dasselbe f"ur $A\times B\subset k^{m+n}$. 
Jede offene nichtleere Teilmenge von $k^n$ ist Zariski-dicht.
Je zwei offene nichtleere Teilmengen von $k^n$ haben nichtleeren Schnitt.
\end{Ubung}


 


\begin{Ubung}
  Man zeige, da"s jede unendliche Teilmenge der Kreislinie
in der reellen Ebene 
$\{(x,y)\in \DR^2\mid x^2+y^2=1\}$ Zariski-dicht liegt in der 
Kreislinie mit ihrer Spurtopologie
nach \ref{SpTo}. Hinweis: \eref{ENu}{AL}.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Man zeige: Verschwindet ein Polynom $P\in\DR[X,Y]$ auf der Kreislinie
$\{(x,y)\in \DR^2\mid x^2+y^2=1\}$, so wird es von
$X^2+Y^2-1$ geteilt.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
Man folgere aus dem Hilbertschen 
Nullstellensatz: Haben zwei irreduzible Polynome in $\DC[T_1,\ldots,T_n]$ 
dieselben Nullstellen, so ist das eine ein skalares Vielfaches des anderen.
Im Fall $n=1$ ist das klar.
In Fall $n=2$ folgt es bereits aus Korollar \eref{ENu}{AL},
nach dem zwei teilerfremde Polynome in $\DC[X,Y]$ 
h"ochstens endlich viele gemeinsame Nullstellen haben.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Gegeben eine endlichdimensionale Ringalgebra "uber einem K"orper
  bilden die Einheiten stets eine Zariski-offene Teilmenge.\label{EZO} 
\end{Ubung}

\subsection{Moduln "uber Ringen}\label{LMm}
\begin{Definition}\label{LM}
Sei $R$ ein Ring. Ein \defnoind{$R$-Modul}\index{Modul!eines Rings} 
ist Paar bestehend aus einer abelschen Gruppe
$(M,+)$ und einer Abbildung
$$\begin{array}{ccl}
R\times M &\ra & M\\
(r,m) & \mapsto & rm
\end{array}$$
derart, da"s f"ur alle $r, s \in R$ und $m,n \in M$ 
die folgenden Identit"aten gelten:
$$\begin{array}{ccc}
r(m+n) &=& (rm) +(rn)\\
(r+s)m &=& (rm)+(sm)\\
r(sm)&=&(rs)m\\
1m &=&m
\end{array}$$
\end{Definition}

\begin{Beispiel}
Ist $R$ ein K"orper, so nennt man einen $R$-Modul meist einen
$R$-Vektorraum.
Der Ring $R$ selbst ist in offensichtlicher Weise ein
$R$-Modul. Dasselbe gilt f"ur $R^n$, ja gegeben eine beliebige Menge $X$
f"ur
$\op{Ens}(X,R)$ und gegeben zus"atzlich ein beliebiger $R$-Modul $M$
auch f"ur die Menge  $\op{Ens}(X,M)$ aller Abbildungen von $X$ nach $M$. 
Weitere Beispiele kommen sp"ater.
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}
  Wir vereinbaren auch in diesem Kontext die Regel \glqq Punkt vor Strich\grqq.  Wie
  bei Vektorr"aumen zeigt man auch bei Moduln
$M$ "uber einem Ring $R$ 
f"ur alle $m\in M$ die Formel $0m=0$, genauer $0_R
  m=0_M$, und folgert $(-1)m=-m$. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}
Arbeitet man mit der alternativen Konvention, 
nach der Ringe nicht notwendig unit"ar zu sein brauchen, so ist
die dritte Bedingung nicht mehr sinnvoll und wird 
weggelassen. Unsere Moduln w"urde man in dieser
Konvention als
\glqq unit"are Moduln "uber einem unit"aren Ring\grqq\  bezeichnen.
\end{Bemerkunge}



\begin{Bemerkungl}
Gegeben eine abelsche Gruppe $M$ bilden wir
wie in \eref{KonsR}{LA1}  den Ring $\op{Ab} M=\op{End}M$
aller Gruppenhomomorphismen $\varphi : M \ra M$, den sogenannten
{\bf Endomorphismenring 
von $M$}.\index{Endomorphismenring!von abelscher Gruppe} 
Seine Addition
ist die Addition von Abbildungen, $(\varphi + \psi)(m)\pdef\varphi (m)
+ \psi (m)$, seine Multiplikation die Verkn"upfung von
Abbildungen, $\varphi \psi \pdef \varphi \circ \psi$, und sein Einselement
die Identit"at $\op{id} : M \ra M$.   
\end{Bemerkungl}

%% \begin{Lemma}\label{DZ}
%% Sei $M$ eine abelsche Gruppe und $R$ ein Ring.
%% \begin{enumerate}
%% \item
%% Ist $\varphi : R \ra \op{Ab} M$ ein Ringhomomorphismus, so macht die
%% Vorschrift $rm = (\varphi (r))(m)$ die abelsche Gruppe $M$ zu
%% einem $R$-Modul.
%% \item
%% Ist $M$ ein $R$-Modul, so induziert die Abbildung $\varphi : R \ra
%% \op{Ens} M$, $(\varphi (r))(m) =rm$ einen Ringhomomorphismus
%% $\varphi : R \ra \op{Ab} M$. 
%% \end{enumerate}
%% \end{Lemma}
%% \begin{proof}[Beweis]
%% Dem Leser "uberlassen.
%% \end{proof}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Abelsche Gruppen als $\DZ$-Moduln}] 
In obigem Sinne ist eine Struktur als $R$-Modul auf einer
abelschen Gruppe $M$  \glqq dasselbe\grqq\ 
wie ein Ringhomomorphismus $R \ra \op{Ab} M$. \label{AGZZ} 
F"ur jeden Ring $E$ gibt es nun genau einen Ringhomomorphismus $\DZ
\ra E$. 
Jede abelsche Gruppe $M$ tr"agt also genau eine
$\DZ$-Modulstruktur.
Wir k"onnen diese Modulstruktur auch explizit beschreiben:
F"ur $a \in \DN$ ist  notwendig $1m =m$, also $2m = (1+1)m = m+m$,
induktiv $(a+1) m = am +m$, und dann auch
$(-a)m = (-1)am= -(am)$.   
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkunge}
Sei $\Omega$ eine Menge.
Unter einem {\bf $\Omega$-Modul}\index{Modul!"uber Menge}
versteht man eine abelsche Gruppe $M$ mitsamt einer Abbildung
$\Omega\ra \op{Ab}(M)$ unserer Menge $\Omega$ in den\label{OmeM} 
Endomorphismenring der abelschen Gruppe $M$.  
Das ist nun allerdings nichts anderes als ein Modul in unserem
bisherigen Sinne "uber dem \glqq nichtkommutativen Polynomring "uber $\DZ$
in durch $\Omega$ indizierten Variablen\grqq, den wir in der Notation
aus \eref{FrO}{TF} etwa
$\op{Ring}^\ua\Omega$ notieren k"onnten. Insofern bringt uns
dieses Konzept nichts Neues und alles, was wir im folgenden zu Moduln 
"uber allgemeinen 
Ringen zeigen, gilt a forteriori auch f"ur Moduln "uber Mengen. 
\end{Bemerkunge}


\begin{Bemerkungl}
Ist $\varphi : R \ra S$ ein Ringhomomorphismus, so wird jeder
$S$-Modul und insbesondere auch $S$ selbst ein
$R$-Modul vermittels der Operation $rm = \varphi (r) m$. 
Dies Verfahren hei"st 
{\bf Restriktion der Skalare},\index{Restriktion!der Skalare} 
und zwar
selbst dann, wenn der Ringhomomorphismus 
$\varphi : R \ra S$ nicht die Inklusion eines
Teilrings ist.
Zum Beispiel ist f"ur jedes Ideal
$\frak{a} \subset R$ der Quotient
$R/\frak{a}$ aus \eref{RUE}{AL} ein $R$-Modul in nat"urlicher Weise.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}
  Unter dem \defnoind{Zentrum}\index{Zentrum!eines Rings} ${\op{Z}}(R)$ eines Rings
  $R$ verstehen wir die Menge derjenigen Elemente von $R$, die mit allen anderen
  Elementen kommutieren, in Formeln
$${\op{Z}}(R)=\{ z\in R\mid za=az\;\;\forall a\in R\}$$
Das Zentrum ist stets ein kommutativer Teilring von $R$.
\end{Bemerkunge}


\begin{Bemerkunge}\label{BLOCK}
  F"ur jede Zerlegung $A = A_1 \oplus \ldots \oplus A_n$ eines Rings in eine
  Summe zweiseitiger Ideale sind die Summanden $A_i$ unter der induzierten
  Multiplikation selber Ringe mit Eins-Element $1_r$ f"ur $1 = 1_1 + \ldots
  +1_n$ die unserer Zerlegung entsprechende Zerlegung der Eins des Rings $A$.
  Des weiteren liefert dann das Aufaddieren auch einen Ringisomorphismus
  \begin{equation*}
    A_1 \times \ldots\times A_n \overset{\sim}{\rightarrow} A
  \end{equation*}
  und die $1_i$ liegen im Zentrum von $A$ und haben die Eigenschaft $1_i 1_j =
  \delta_{ij} 1_i$.  Haben wir umgekehrt eine Darstellung $1 =1_1 + \ldots +
  1_n$ mit $1_i$ zentral und $1_i1_j = \delta_{ij} 1_i$, so zerf"allt $A$ in
  das Produkt der Ideale $A_i = \langle 1_i \rangle$.  Wir nennen eine solche
  Darstellung eine {\bf Zerlegung der Eins in paarweise orthogonale
    zentrale Idempotente}.  Fassen wir in einer derartigen 
Zerlegung  einige Summanden zusammen, so
  sprechen wir von einer {\bf Vergr"oberung} unserer Zerlegung.  Nat"urlich
  haben je zwei derartige Zerlegungen eine gemeinsame Verfeinerung, bestehend
  aus allen Produkten von einem Idempotenten der einen Zerlegung und
einem Idempotenten der anderen Zerlegung.  
Existiert eine feinste Zerlegung mit von Null
  verschiedenen Summanden, so ist sie demnach eindeutig.  Die zugeh"orige
  Zerlegung des Rings hei"st dann seine 
{\bf Block-Zerlegung}\index{Block-Zerlegung!eines Rings} $A = A_1 \times
  \ldots \times A_n$ und die zugeh"origen 
Faktoren $A_i$ 
hei"sen die {\bf Bl"ocke}\index{Block!eines Rings} des Rings $A$.
R"uckblickend k"onnen wir festhalten, da"s bei einem Ring, der eine
Zerlegung in eine endliche direkte Summe ihrerseits nicht
weiter zerlegbarer zweiseitiger Ideale  
besitzt, die Summanden wohlbestimmt sind und dann eben die Bl"ocke unseres
Rings hei"sen.
\end{Bemerkunge}

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}\label{DZ}
Gegeben eine abelsche Gruppe $M$ und ein Ring $R$ 
induziert das Exponentialgesetz
$\op{Ens}(R\times M,M)\sira \op{Ens}(R, \op{Ens}(M,M))$
aus \eref{ABBK}{GR} eine Bijektion
$$\left\{\begin{array}{c}\text{Strukturen als $R$-Modul}\\
\text{auf der abelschen Gruppe }M 
 \end{array}\right\}
\;\overset{\sim}{\ra} \; 
\left\{\begin{array}{c}\text{Ringhomomorphismen}\\
R\ra \op{Ab}M
 \end{array}\right\}
$$
Im Fall eines K"orpers war das bereits "Ubung \eref{DZk}{LA1}.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{$k[X]$-Moduln als $k$-Vektorr"aume mit Endomorphismus}] 
Gegeben eine abelsche Gruppe $M$ und ein K"orper $k$ 
haben wir  nat"urliche  Bijektionen\label{KX} 
$$
\begin{array}{ccc}
\left\{\begin{array}{c}\text{Strukturen als $k[X]$-Modul}\\
\text{auf der abelschen Gruppe }M 
 \end{array}\right\}
&\overset{\sim}{\ra} & 
\left\{\begin{array}{c}\text{Ringhomomorphismen}\\
k[X]\ra \op{Ab}M
 \end{array}\right\}\\[4mm]
&&\wr\!\da\\[2mm]
\left\{\begin{array}{c}\text{Paare $(\psi,A)$ 
bestehend aus}\\
\text{einer $k$-Vektorraumstruktur}\\ \psi: k\times M\ra M\\
\text{auf der abelschen Gruppe }M\\
\text{und einem Endomorphismus}\\ A\in \op{End}_k( M)
\end{array}\right\}
&\overset{\sim}{\ra}&
\left\{\begin{array}{c}\text{Paare $(\varphi,A)$ 
bestehend aus}\\
\text{einem Ringhomomorphismus}\\ \varphi: k\ra \op{Ab}M\\
\text{und einem mit seinem Bild}\\
\text{kommutierenden Element}\\
A\in \op{Ab}M \end{array}\right\}
\end{array}
$$
Genauer liefert \ref{DZ} die obere horizontale
Bijektion  und \eref{EiP}{LA1}
die vertikale Bijektion.
In diesem Sinne ist also ein $k[X]$-Modul \glqq dasselbe\grqq\  wie ein
$k$-Vektorraum mit einem $k$-linearen Endomorphismus.
F"ur einen beliebigen Ring $k$ gilt Analoges.   
\end{Ubung}




  \begin{Bemerkunge}
    Gegeben Ringe $R_1,\ldots,R_n$ mit Produkt $R=R_1\times\ldots\times R_n$
    erhalten wir f"ur jede abelsche Gruppe $M$ eine Bijektion
    \begin{displaymath}
      \begin{array}{ccc}
        \left\{ \begin{array}{c}
            \text{Strukturen auf $M$}\\
            \text{als $R$-Modul}
          \end{array} \right\} &
        \overset{\sim}{\rightarrow} & 
        \left\{
          \begin{array}{c}
            \text{Zerlegungen $M=M_1\oplus\ldots \oplus M_n$ mit}\\
            \text{jeweils einer $R_i$-Modulstruktur auf $M_i$} 
          \end{array} \right\}
      \end{array}
    \end{displaymath}
    indem wir in $R$ die Elemente $\op{e}_i=(0,\ldots,1, \ldots,0)$ mit einer
    $1$ an der $i$-ten Stelle und Nullen sonst betrachten und in $M$ die
    Untergruppen $M_i\pdef {\op{e}}_iM$ nehmen und sie mit der hoffentlich
    offensichtlichen von der $R$-Modulstruktur auf $M$ induzierten Struktur
    eines $R_i$-Moduls versehen.
  \end{Bemerkunge}
  \begin{Ubung}
    Gegeben ein Modul $M$ "uber einem Ring $R$ und ein Element
    $m\in M$ hei"st die Teilmenge $$\op{Ann}_R(m)\pdef \{r\in R\mid rm=0\}$$
    der {\bf Annullator von $m$}.\index{Annullator}\index{Ann@$\op{Ann}$ Annullator} Man zeige, da"s der jedes Elements ein Linksideal ist. 
    Weiter hei"st die Teilmenge  $$\op{Ann}_R(M)\pdef \{r\in R\mid rm=0 \;\forall m\in M\}$$
    der Annullator des Moduls  $M$.
    Man zeige, da"s der Annullator eines Moduls stets ein zweiseitiges
    Ideal ist.\label{Annu} 
  \end{Ubung}

\subsection{Homomorphismen, Untermoduln, Quotienten}\label{HQU}
\begin{Definition}
Eine Abbildung $f: M \ra N$ von einem $R$-Modul in einen weiteren $R$-Modul 
hei"st {\bf $R$-linear}\index{linear} oder ein
{\bf $R$-Modulhomomorphismus},\index{Modulhomomorphismus}
 wenn gilt $f(m+m^{\prime})=f(m) + f(m^{\prime})$ und
$f(r m)= rf(m) \quad \forall m, m^{\prime} \in M$, $r \in R$. 
\end{Definition}

\begin{Bemerkunge}
  Die Gesamtheit aller $R$-Moduln "uber einem vorgegebenen Ring $R$
bildet mit den $R$-Modulhomomorphismen als Morphismen eine
Kategorie\index{Mod@$\op{Mod}_R=R\op{-Mod}$ Kategorie der $R$-Moduln}  
$$R\op{-Mod}$$ 
In der Sprache der Kategorientheorie 
ist das Vergessen der $\DZ$-Modulstruktur ein Isomorphismus von Kategorien
$\DZ\op{-Mod}\sira \op{Ab}$
zwischen der Kategorie der $\DZ$-Moduln und der Kategorie der abelschen Gruppen.
\end{Bemerkunge}


\begin{Definition}\label{EnZ}
Die Menge aller Homomorphismen von einem $R$-Modul $M$ in einen
$R$-Modul $N$ schreiben wir auch
$\op{Hom}_{R} (M,N)$.\index{Hom@$\op{Hom}_{R}$}  
Sie bildet eine Untergruppe und f"ur kommutatives $R$ 
sogar einen $R$-Untermodul von $\op{Ens} (M,N)$. 
Ein bijektiver Homomorphismus hei"st  ein 
{\bf Isomorphismus}\index{Isomorphismus!von Moduln}
von $R$-Moduln. Gibt es einen Isomorphismus zwischen zwei $R$-Moduln
$M$ und $N$, so schreiben wir auch $M\cong M$ und sagen,
$M$ und $N$ seien {\bf isomorph}.\index{isomorph!Moduln}  
Ein Homomorphismus von einem
Modul zu sich selbst hei"st ein
\defind{Endomorphismus} unseres Moduls. Die Menge aller Endomorphismen 
des $R$-Moduls $M$ notiert man $\op{End}_R(M)$.  Sie bildet  einen Ring 
unter der Verkn"upfung als Multiplikation.
\end{Definition}
\begin{Bemerkunge}
  Ich will das Symbol $\op{Hom}$\index{Hom@$\op{Hom}$ ohne Index} 
ohne Index reservieren f"ur 
Funktoren, die aus zwei Objekten einer Kategorie ein drittes Objekt derselben
Kategorie machen. Nur im Fall von Vektorr"aumen oder kommutativen Ringen 
darf man dann, wenn man dieser Konvention folgen will,
den Grundring aus der Notation weglassen. 
Die Morphismenmenge in einer beliebigen Kategorie $\mathcal C$ 
notiere ich $\mathcal C(X,Y)$. Wenn sie mit zus"atzlicher Struktur 
verstanden werden soll, benutze ich auch $\op{Hom}$, aber dann mit erg"anzenden
Indizes. 
\end{Bemerkunge}


\begin{Lemma}[\textbf{Modulhomomorphismen vom Grundring zu einem Modul}] 
Die $R$-Modulhomomorphismen von einem Ring $R$, aufgefa"st als $R$-Modul,
 zu einem beliebigen weiteren $R$-Modul werden parametrisiert 
durch die Elemente des besagten $R$-Moduls.\label{RHO} 
F"ur jeden  $R$-Modul $M$  liefert genauer die Abbildungsvorschrift
$m  \mapsto  (r \mapsto rm)$
einen Isomorphismus
$$\begin{array}{ccc}
M & \sira & \op{Hom}_{R} (R,M)\\
m & \mapsto & (r \mapsto rm)
\end{array}$$
von abelschen Gruppen mit Inversem $\varphi\mapsto
\varphi(1)$.  
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Dem Leser "uberlassen.
\end{proof}



\begin{Definition}
Sei $R$ ein Ring und $M$ ein $R$-Modul. Eine Teilmenge $N \subset M$ 
 hei"st ein 
\defind{Untermodul} genau dann, wenn $N$ eine Untergruppe ist und wenn
zus"atzlich  gilt
$m \in N$, $r \in R \RA r m \in N$.   
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Die Untermoduln eines kommutativen Rings sind genau seine Ideale.
Die Untermoduln eines allgemeinen Rings hei"sen seine {\bf Linksideale}.
\index{Linksideal} 
Jeder Schnitt von Untermoduln ist wieder ein Untermodul. Ist $T
\subset M$ eine Teilmenge eines Moduls $M$, 
so hei"st der kleinste Untermodul von
$M$, der $T$ enth"alt, auch 
der {\bf von $T$ erzeugte 
Untermodul}\index{Untermodul!erzeugt von Teilmenge}
und wir bezeichnen ihn mit $_R\langle T\rangle$\index{)5>@$_R\langle T\rangle$ Untermodul-Erzeugnis} oder 
wenn die genaue Bedeutung eh aus dem Kontext hervorgeht 
etwas nachl"assig mit $\langle T\rangle_R$ oder auch 
abk"urzend mit $\langle T\rangle$.\index{)5>@$\langle T\rangle_R$ Untermodul-Erzeugnis}\index{)5>@$\langle T\rangle$ Untermodul-Erzeugnis}
Man kann den von $T$ erzeugten
Untermodul  beschreiben als die Menge aller Linearkombinationen
$$\{r_{1}t_{1} + \ldots r_{s}t_{s} \mid s \geq 0,\; r_{i} \in R,\;
t_{i} \in T \}$$
Hierbei  steht
 die leere Linearkombination mit $s = 0$ f"ur die Null in $M$. 
Ein Modul, der von einer endlichen Teilmenge erzeugt wird,
hei"st  {\bf endlich erzeugt}.\index{endlich erzeugt!Modul}
Ein Modul, der von einem einzigen Element erzeugt wird,
hei"st {\bf zyklisch}.\index{zyklisch!Modul}
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Das Bild eines Untermoduls unter einem Modulhomomorphismus ist wieder ein
  Untermodul. Dasselbe gilt f"ur das Urbild eines Untermoduls.
Insbesondere sind Bild und Kern eines Modulhomomorphismus stets
Untermoduln.
\end{Bemerkungl}

\begin{Proposition}[\textbf{Quotientenmoduln}]
Seien $R$ ein Ring,
$M$ ein $R$-Modul und 
$N \subset M$ ein\label{QouM}  
Untermodul.\index{Quotientenmodul}
\begin{enumerate}
\item
Es gibt genau eine Struktur eines $R$-Moduls auf der Restklassengruppe
$M/N$ aus \eref{KdR}{LA2} 
derart, da"s die Projektion $\op{can} : M \twoheadrightarrow
M/N$ ein Homomorphismus von $R$-Moduln ist;
\item
Jeder Homomorphismus von $R$-Moduln $\varphi : M \ra M^{\prime}$
mit $ \varphi(N)=0$ faktorisiert in eindeutiger Weise "uber
$M/N$, es gibt also zu $\varphi$  genau einen $R$-Modul\-ho\-mo\-mor\-phis\-mus
$\tilde{\varphi} : M /N \ra M^{\prime} $ mit $ \varphi =
\tilde{\varphi} \circ \op{can}$. 
\end{enumerate}
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis]
Sehr "ahnlich zum Beweis der entsprechenden Aussagen 
im Fall von Vektorr"aumen \eref{QVV}{LA2}
und dem Leser "uberlassen.
\end{proof}
\begin{Definition}
Ein \defind{Subquotient} eines Moduls ist ein Quotient eines Untermoduls.
\end{Definition}

\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}\label{MER}
Gegeben ein $R$-Modul $M$ wird $M$ ein Modul "uber 
seinem Endomorphismenring $\op{End}_R(M)$ vermittels der 
Vorschrift $fm=f(m)$ f"ur alle $f\in \op{End}_R(M)$ und $m\in M$. 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{RII}
  Ist $R$ ein Ring und $e\in R$ ein idempotentes Element und
  $M$ ein $R$-Modul, so induziert das Auswerten bei $e$ eine Bijektion
  $\op{Hom}_R(Re,M)\sira eM$. 
\end{Ubung}

\begin{Ubunge}
In einem endlich erzeugten Modul umfa"st jedes
Erzeugendensystem ein endliches  Erzeugendensystem.
\end{Ubunge}

\begin{Ubung}\label{MQR}
Sei $R$ ein Ring und $\frak{a}\subset R$ ein Ideal und $M$ ein $R$-Modul.
Bezeichne $\frak{a}M\subset M$ den Untermodul, der von allen Elementen
$am$ mit $a\in \frak{a}$ und $m\in M$ erzeugt wird, und der bei
sorgf"altigerer Notation eigentlich $\langle \frak{a}M\rangle$
notiert werden m"u"ste.
Man zeige, da"s die Operation von $R$ auf $M/\frak{a}M$ in nat"urlicher Weise
faktorisiert "uber $R/\frak{a}$, so da"s also 
$M/\frak{a}M$ in nat"urlicher Weise
ein $R/\frak{a}$-Modul wird. 
\end{Ubung}
  \begin{Ubung}
   Man zeige, da"s gegeben ein Ring $R$ und ein $R$-Modul $M$ 
    f"ur jedes Linksideal $ I \subset R$ das Auswerten an 
der Nebenklasse $1_R +I$ eine
    Bijektion $\op{Hom}_R (R/I,M) \overset{\sim}{\rightarrow} \{ m \in M \mid
    I m = 0\}$ induziert.
  \end{Ubung}



\begin{Ubung}\label{PHRI}
Gegeben Moduln $M_i$ "uber Ringen $R_i$ kann man das
Produkt $M$ der $M_i$ in offensichtlicher Weise mit der Struktur
eines Moduls "uber dem Produkt $R$ der $R_i$ versehen. Ergibt sich 
in derselben Weise ein $R$-Modul $N$ als das Produkt gewisser
$R_i$-Moduln $N_i$, so haben wir einen kanonischen
Isomorphismus $$\op{Hom}_R(M,N)\sira \prod_i \op{Hom}_{R_i}(M_i,N_i)$$
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
Ich erinnere an exakte Sequenzen im Sinne von \eref{exSG}{LA2}.
Eine Sequenz von Gruppen $M'\ra M\ra M''  $ hei"st 
{\bf linksexakt}\index{linksexakt} genau dann, wenn die 
erweiterte Sequenz $1\ra M'\ra M\ra M''  $ exakt ist, wenn sie also
in anderen Worten bei $M$ exakt ist und $M'\ra M$ injektiv ist.
Wir schreiben linksexakte Sequenzen meist $M'\hra M\ra M''  $.
Man zeige: Eine Sequenz $M'\ra M\ra M''  $ von Moduln "uber einem Ring
$R$ ist linkssexakt genau dann, wenn f"ur jeden weiteren $R$-Modul $N$ die
induzierte Sequenz 
$$\op{Hom}_R(N,M')\ra \op{Hom}_R(N,M)\ra \op{Hom}_R(N,M'')$$
linksexakt ist.\label{les}
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
Ich erinnere an exakte Sequenzen im Sinne von \eref{exSG}{LA2}.
  Eine Sequenz von Gruppen $M'\ra M\ra M''  $ hei"st 
{\bf rechtsexakt}\index{rechtsexakt} genau dann, wenn die 
erweiterte Sequenz $M'\ra M\ra M''  \ra 1$ exakt ist, wenn sie also
in anderen Worten bei $M$ exakt ist und $M\ra M''  $ surjektiv ist.
Wir schreiben rechtsexakte Sequenzen meist $M'\ra M\sra M''  $. 
Man zeige: Eine Sequenz $M'\ra M\ra M''  $ von Moduln "uber einem Ring
$R$ ist rechtsexakt genau dann, wenn f"ur jeden weiteren $R$-Modul $N$ die
induzierte Sequenz 
$$\op{Hom}_R(M'',N)\ra \op{Hom}_R(M,N)\ra \op{Hom}_R(M',N)$$
linksexakt ist.\label{res} 
\end{Ubung}


\subsection{Summen und Produkte von Moduln}\label{SPM}
\begin{Bemerkungl}
  Die folgenden Konstruktionen verallgemeinern unsere Konstruktionen
im Fall von Vektorr"aumen aus \eref{SPV}{LA2}.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Gegeben eine Familie $(M_\lambda)_{\lambda\in \Lambda}$ 
von Moduln "uber einem Ring $R$
bilden wir zwei neue $R$-Moduln, das
{\bf Produkt}\index{Produkt!von Moduln} $\prod M_\lambda$ und die 
{\bf direkte Summe}\index{direkte Summe!von Moduln}  
oder  kurz \defind{Summe}  $\bigoplus M_\lambda$
durch die Regeln
$$
\begin{array}{ccl}
\prod_{\lambda\in \Lambda} M_\lambda&=&\{(m_\lambda)_{\lambda\in \Lambda}\mid m_\lambda\in
M_\lambda\}\\[2mm]
\bigoplus_{\lambda\in \Lambda} M_\lambda&=&\{(m_\lambda)_{\lambda\in \Lambda}\mid m_\lambda\in
M_\lambda,\text{ nur endlich viele $m_\lambda$ sind nicht null}\}
\end{array}$$
mit der offensichtlichen komponentenweisen Addition und
Multiplikation mit Skalaren aus $R$. 
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}
F"ur eine endliche Familie von Moduln $M_{1}, \ldots , M_{s}$
stimmen die direkte Summe und das Produkt "uberein. Wir benutzen dann
alternativ die Notationen $$M_{1}\times \ldots \times M_{s}=M_{1}\oplus \ldots
\oplus M_{s}$$  
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}\label{SPMM} 
Das Produkt beziehungsweise die Summe 
sind das Produkt beziehungsweise Koprodukt in der Kategorie der 
$R$-Moduln im Sinne unserer allgemeinen Definitionen
\eref{PrKao}{LA2} beziehungsweise \eref{KoPro}{LA2}. Ausformuliert bedeutet das: 
%haben sie mithin die folgenden Eigenschaften:
Die offensichtlichen Einbettungen und Projektionen sind Homomorphismen
$$
\op{in}_\lambda: M_\lambda \hra \bigoplus_{\lambda\in 
\Lambda} M_\lambda\qquad\text{ beziehungsweise }
\qquad\op{pr}_\lambda:\prod_{\lambda\in \Lambda} M_\lambda \sra  M_\lambda$$
und\index{in@$\op{in}$, Morphismus in Koprodukt}
ist\index{pr@$\op{pr}$, Projektion aus Produkt}
$M$ ein weiterer $R$-Modul, so induzieren  die
durch Vorschalten der $\op{in}_\lambda$ beziehungsweise Nachschalten der
$\op{pr}_\lambda$ gegebenen Abbildungen Bijektionen
$$\begin{array}{rcc}
\op{Hom}_R (\bigoplus_{\lambda\in \Lambda} M_\lambda, M) & \sira &
\prod_{\lambda\in\Lambda}\op{Hom}_R (M_{\lambda},M)\\[1mm]
f & \mapsto & (f\circ \op{in}_{\lambda})_{\lambda\in \Lambda}\\[4mm]
\op{Hom}_R (M, \prod_{\lambda\in \Lambda} M_\lambda) & \sira & 
\prod_{\lambda\in\Lambda}\op{Hom}_R
(M,M_{\lambda})\\[1mm]
f & \mapsto & (\op{pr}_{\lambda}\circ f)_{\lambda\in \Lambda}
\end{array}$$  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Gegeben eine Familie $(M_\lambda)_{\lambda\in \Lambda}$ von Untermoduln
eines Moduls $M$ bezeichnet man den von ihrer Vereinigung erzeugten 
Untermodul von $M$ auch als ihre {\bf Summe}\index{Summe!von Untermoduln}
und notiert ihn $\sum_{\lambda\in \Lambda} M_\lambda$.  Diese Summe
kann auch interpretiert werden als das Bild eines nat"urlichen
Homomorphismus $\bigoplus_{\lambda\in \Lambda} M_\lambda\ra M$ von
der direkten Summe nach $M$.  Ist dieser Homomorphismus injektiv,
so sagen wir, die \glqq Summe der Untermoduln $M_\lambda$ sei direkt\grqq\  
und schreiben
statt $\sum_{\lambda\in \Lambda} M_\lambda$ auch 
$\bigoplus_{\lambda\in \Lambda} M_\lambda$. 
Zwei Untermoduln $N_1,N_2\subset M$ hei"sen 
{\bf komplement"ar}\index{komplement"ar!Untermoduln} 
genau dann, wenn ihre Einbettungen einen Isomorphismus $N_1\oplus N_2\sira M$
induzieren. Ein Untermodul, der ein Komplement besitzt, hei"st ein
{\bf Summand}.\index{Summand!von Modul}  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}\label{BMoo}
Auch bei Moduln "uber Ringen nennt man eine 
Familie $(m_\lambda)_{\lambda\in\Lambda}$
\defind{linear unabh"angig} genau dann, wenn nur die triviale
endliche Linearkombination verschwindet, wenn also
f"ur eine Familie $(r_\lambda)_{\lambda\in\Lambda}$ 
von Elementen unseres Rings mit nur
endlich vielen von Null verschiedenen Mitgliedern gilt
$$\sum_{\lambda\in\Lambda} r_\lambda m_\lambda=0\;\;\RA \text{ alle }
r_{\lambda} \text{ sind null}$$ Ein linear unabh"angiges Erzeugendensystem
hei"st wie bei Vektorr"aumen eine {\bf Basis},\index{Basis!von Modul} 
und wie dort
erkl"aren wir die Begriffsvarianten einer 
{\bf Basis als Teilmenge},\index{Basis!als Teilmenge!von Modul} 
einer {\bf Basis als Familie},\index{Basis!als Familie!von Modul}  
und einer {\bf angeordneten Basis}.\index{Basis!angeordnete!von Modul}  
Allerdings besitzen
keineswegs alle Moduln eine Basis, wie man das von Vektorr"aumen
gewohnt ist.
Die Moduln, die eine Basis besitzen, nennt man 
{\bf freie Moduln}.\index{frei!Modul}\index{Modul!freier}  
Die Moduln, die eine Basis bestehend aus genau einem Element
besitzen, nenne ich 
{\bf frei zyklisch}.\index{frei zyklisch!Modul}\index{Modul!frei zyklischer}
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
  $\DZ/5\DZ$ ist kein freier $\DZ$-Modul, aber durchaus ein freier Modul
"uber dem Ring  $\DZ/5\DZ$. Jede Familie von Elementen eines Moduls "uber
dem Nullring, der notwendig aus genau einem Element besteht, ist eine Basis. 
\end{Beispiel}
  \begin{Beispiel}
    F"ur jede Menge $\Lambda$ ist der Modul $$R\Lambda\pdef
    \{f:\Lambda \ra R\mid f(\lambda)=0 \text{ f"ur fast alle }\lambda\}$$
    frei, denn die Abbildungen, die an einer Stelle den Wert $1$ annehmen und
    sonst den Wert Null, bilden eine Basis. 
Wir nennen $R\Lambda$ den {\bf freien $R$-Modul "uber der Menge $\Lambda$}.
\index{)8b@$R\Lambda$ freier $R$-Modul  "uber  $\Lambda$} 
Nach unseren Definitionen ist
    umgekehrt eine Familie $(m_\lambda)_{\lambda\in\Lambda}$ in einem Modul
    $M$ eine Basis genau dann, wenn die Abbildung $R\Lambda \ra M$ mit
    $(r_\lambda)\mapsto \sum r_\lambda m_\lambda$ ein Isomorphismus ist.
  \end{Beispiel}
  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Ungewohnte
        Isomorphismen zwischen freien Moduln}] 
  F"ur beliebige Ringe $R$ folgt aus $R^n\cong R^m$ im allgemeinen 
keineswegs $n=m$.\label{BRNN} 
  Das einfachste Gegenbeispiel ist der Nullring, und das ist
nach \ref{ABTR}  auch das einzige
  kommutative Gegenbeispiel.  Unter den 
nicht kommutativen Ringen gibt es jedoch
  auch interessantere Gegenbeispiele. Betrachten wir etwa 
 zu einem beliebigen K"orper
den freien  Vektorraum $V$ "uber der Menge $\DN$, 
so gibt es einen Isomorphismus $V\sira V\oplus V$, 
und f"ur den
Endomorphismenring $R=\op{End} V$ erhalten wir einen Isomorphismus von
  $R$-Moduln $R\cong R^2$ als die Verkn"upfung
 $R=\op{End} V \cong \op{Hom} (V\oplus V,V)\cong R\oplus R$. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}\label{TREm}
  Wir erhalten mit \ref{BRNN} 
 auch ein Paar $A\subsetneq B$ bestehend aus einem Ring
  mit einem echten Teilring und der Eigenschaft, da"s  dennoch
ein Isomorphismus
 $A\cong B$ von  $A$-Linksmoduln existiert: 
Betrachten wir $R$ wie in \ref{BRNN} 
und den Teilring $(R\times R)\subset
  {\op{Mat}}(2;R)$ der Diagonalmatrizen, haben wir einerseits
   einen Isomorphismus $(R\times R)^2\cong {\op{Mat}}(2;R)$
  von $(R\times R)$-Linksmoduln,  soviel gilt sogar f"ur
  jeden Ring $R$, und andererseits gibt es nach den vorherigen
  "Uberlegungen auch einen Isomorphismus $(R\times R)\cong (R\times R)^2$ von
  $(R\times R)$-Linksmoduln.
\end{Bemerkunge}\begin{Lemma}[\textbf{Kriterium f"ur die Direktheit einer Summe}] 
Gegeben eine Familie $(V_i)_{i\in  I }$ von Untergruppen
einer abelschen Gruppe $V$  ist der nat"urliche\label{Kds}  
Homomorphismus $\bigoplus_{i\in  I } V_i\ra V$ eine Injektion  
genau dann, wenn f"ur jede endliche Teilmenge $J\subset I$ 
und jedes $i\in I\backslash J$ gilt
$$V_i\cap \sum_{j\in J}V_j=0$$
\end{Lemma}

\begin{proof}
 Ist der  nat"urliche 
Homomorphismus eine Injektion, so folgt aus 
$i\in I\backslash J$ offensichtlich 
$V_i\cap \sum_{j\in J}V_j=0$, und das sogar f"ur beliebiges $J\subset I$. 
  Ist der  nat"urliche 
Homomorphismus keine Injektion, so liegt ein von Null verschiedenes 
Element $v=(v_i)_{i\in I}$ der direkten Summe
in seinem Kern. Dieses Element hat nur in endlich vielen Summanden eine
von Null verschiedene Komponente, 
die Menge $K\pdef\{i\mid v_i\neq 0\}$ ist also endlich und wegen $v\neq 0$
auch nicht leer.
Per definitionem gilt nun $\sum_{k\in K}v_k=0$.
W"ahlen wir $i\in K$ und nehmen $J=K\backslash i$, 
so folgt $0\neq -v_i=\sum_{j\in J}v_j$ und damit
$V_i\cap \sum_{j\in J}V_j\neq 0$.
\end{proof}
\begin{Satz}
  F"ur jede freie abelsche Gruppe $F$ ist die offensichtliche
  Abbildung in das Bidual ein Isomorphismus $F\sira F^{**}$.
\end{Satz}
\begin{proof}
  Wir zeigen das nur f"ur $F=\DZ[X]$, der allgemeine Fall geht genauso.  
Das Dual $F^*$ ist in diesem Fall  ein Produkt abz"ahlbar vieler Kopien von $\DZ$ und hei"st die
{\bf Baer-Specker-Gruppe}.\index{Baer-Specker-Gruppe} 
Wir verwenden  im folgenden die Inkarnation von $F^*$ 
als der Potenzreihenring.
In Formeln ausgedr"uckt haben wir eine bilineare Abbildung
$$\DZ\llbracket X\rrbracket\times \DZ[X]\ra\DZ$$
gegeben durch $(P,Q)\mapsto (\text{der Koeffizient von }X^0\text{ in }P\bar Q)$,
wobei $\bar Q$ aus $Q$ entstehe durch Substitution von $X^{-1}$ f"ur $X$. 
Diese Paarung liefert offensichtlich einen 
Isomorphismus
$\mathbb Z \llbracket X\rrbracket \sira
\op{Hom}_{\mathbb Z} (\mathbb Z [X], \mathbb Z)$.
Es gilt zu zeigen, da"s sie auch einen 
 Isomorphismus
$$\mathbb Z [X] \sira \op{Hom}_{\mathbb Z} (\mathbb Z
\llbracket X\rrbracket, \mathbb Z)$$ induziert.
Um das einzusehen, zeigt man zun"achst
$$  \op{Hom}_{\mathbb Z} (\mathbb Z
\llbracket X\rrbracket/\mathbb Z [X], \mathbb Z)=0$$
Jeder Homomorphismus
$f: \mathbb Z \llbracket X\rrbracket / \mathbb Z [X] \rightarrow \mathbb Z$ macht
jede Nebenklasse einer Reihe der Gestalt $\sum b_i 3^i X^i$ zu Null,
da seine Werte darauf durch jede Potenz von drei teilbar sein m"ussen.
Auf der Nebenklasse einer beliebigen Reihe $\sum a_i X^i$ kann $f$ also nur
gerade Zahlen als Werte annehmen,
da $\sum a_i X^i + \sum_{a_i \text{ ungerade}} 3^i X^i$
stets das Doppelte einer anderen Reihe ist. Das zeigt, da"s $f$  Null sein mu"s.
Jeder Gruppenhomomorphismus $\mathbb Z \llbracket X\rrbracket \rightarrow \mathbb Z$ ist also durch seine Restriktion auf
$\mathbb Z [X]$ bereits eindeutig festgelegt.
Es bleibt zu zeigen, da"s eine Linearform $f: \mathbb Z [X] \rightarrow \mathbb Z$, die nicht auf
fast allen $X^i$ Null ist, nicht auf $\mathbb Z \llbracket X\rrbracket$ fortgesetzt werden kann.
Ist aber $f$ auf unendlich vielen $X^i$ nicht Null, so finden wir eine monoton wachsende Folge
$\alpha (0) \leq \alpha (1) \leq \ldots$ von nat"urlichen Zahlen mit $c_n := | f(X^0) 2^{\alpha (0)}+
\ldots + f (X^n)2^{\alpha (n)}| \rightarrow \infty$ f"ur $n \rightarrow \infty$ und $2^{\alpha (n+1)}> 2c_n$
f"ur alle $n \in \mathbb N$. Werten wir dann unsere Linearform auf der Reihe 
$\sum_{i=0}^\infty 2^{\alpha(i)}X^i$ aus, so mu"s das Ergebnis im Betrag
mindestens $c_n$ sein f"ur alle $n$,
wie man durch Aufteilen in einen Anfang und einen Schwanz aus $2^{\alpha (n+1)}\DZ\llbracket X\rrbracket$ sieht, und das ist unm"oglich.
\end{proof}





\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}
Man zeige: 
Jeder endlich erzeugte Modul "uber einem Schiefk"orper $D$ ist isomorph
zu $D^n$ f"ur wohlbestimmtes $n\in\DN$. Hinweis: Man kopiere die
Argumentation aus der linearen Algebra.\label{dSKK}  
\end{Ubung}


\begin{Ubung}
 Sei $k$ ein von Null verschiedener Ring.
 Man gebe ein minimales  alias unverk"urzbares Erzeugendensystem des Rings 
$R\pdef(k\times k)$ als Linksmodul "uber sich selber an, das keine Basis ist.
Man gebe eine maximale linear unabh"angige Teilmenge  von
$\DZ$ als Linksmodul "uber sich selber an, die keine Basis ist.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{fmDZ} 
  Sei $k$ ein Ring und $k[\varepsilon]\pdef k[T]/\langle T^2\rangle$ 
mit $\varepsilon=\bar T$ der Ring der 
{\bf dualen Zahlen "uber $k$}.\index{duale Zahlen} 
Man zeige: Ein $k[\varepsilon]$-Modul ist frei genau dann, 
wenn gilt:  $M/\varepsilon M$ ist ein freier $k$-Modul  und die 
Multiplikation mit $\varepsilon$ induziert einen Isomorphismus
$$M/\varepsilon M\sira \varepsilon M$$
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{QFM}
Jeder Modul ist isomorph zu einem Quotient eines freien Moduls.
\end{Ubung}




\begin{Ubung}
Gegeben Moduln $M_1,\ldots,M_m$ und $N_1,\ldots,N_n$
"uber einem Ring $R$ haben wir eine nat"urliche Identifikation\label{SVK} 
$$\op{Hom}_R(M_1\oplus\ldots\oplus M_m,N_1\oplus\ldots\oplus N_n)\sira
\prod_{i,j} \op{Hom}_R(M_j,N_i)$$
Wir werden die Elemente einer endlichen direkten Summe oft als Spaltenvetoren
von Elementen der Summanden auffassen und die Homomorphismen zwischen direkten
Summen als Matrizen von Homomorphismen zwischen den Summanden. Das erlaubt uns,
die Komposition solcher Homomorphismen mit dem Formalismus der
Matrixmultiplikation zu berechnen.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}\label{PVDS}
Gegeben eine Familie von Moduln $M_{ij}$ mit $i\in I$, $j\in J$ 
haben wir stets eine kanonische Injektion
$\bigoplus_i(\prod_j M_{ji})\hra \prod_j(\bigoplus_i M_{ji})$,
die im allgemeinen aber kein Isomorphismus ist.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}\label{SpM}
Das folgende ist eine offensichtliche Verallgemeinerung
von \eref{Sp}{LA2}. Sei $R$ ein Ring.
Man nennt einen surjektiven Homomorphismus von $R$-Moduln 
$M\sra M^{\prime\prime} $ {\bf spaltend}, wenn
er ein Rechtsinverses besitzt, und nennt solch ein Rechts\-inverses
dann eine {\bf Spaltung}.\index{Spaltung!von Modulhomomorphismus} Man zeige:
Ist $\varphi : M \twoheadrightarrow M^{\prime\prime}$ 
ein surjektiver Homomorphismus, $M^{\prime} \subset M$ sein Kern und
$\psi : M^{\prime\prime} \ra M$ eine Spaltung von $\varphi$, so erhalten
wir vermittels
der Vorschrift $(a^{\prime},a^{\prime\prime}) 
\mapsto a^{\prime} + \psi (a^{\prime\prime})$
einen Isomorphismus $M^{\prime}\times 
M^{\prime\prime} \sira M$.
Man nennt einen injektiven Modulhomomorphismus
$M'\hra M$
{\bf spaltend},\index{spaltend!injektiver Gruppenhomomorphismus} wenn
er ein Linksinverses besitzt, und nennt solch ein Links\-inverses
auch  eine {\bf Spaltung} $\psi$.\index{Spaltung!bei abelschen Gruppen}
F"ur $s:M\sra M''$ die Surjektion auf den Kokern unserer Injektion zeige man,
da"s $(\psi,s)$ einen Isomorphismus $M\sira M'\times M''$ liefern.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{SchSp} 
Sei $R$ ein Ring.
  F"ur jeden surjektiven Homomorphismus $f:M\sra F$
von einem $R$-Modul $M$ auf einen freien $R$-Modul $F$ 
existiert eine Spaltung, als da hei"st ein Homomorphismus $s:F\ra M$
mit $fs=\op{id}_F$. 
\end{Ubung}


\subsection{Rechtsmoduln und Matrizenrechnung}
\begin{Definition}\label{ReMo}
Sei $R$ ein Ring.
Ein \defnoind{$R$-Rechtsmodul}\index{Rechtsmodul} ist 
ein Paar bestehend aus einer abelschen Gruppe $(M,+)$
mitsamt einer Abbildung $M \times R\ra M$, $(m, r) \mapsto mr$
derart,
da"s gilt f"ur alle $m, n \in M$ und $ r, s \in R:$
$$\begin{array}{ccc}
(m+n) r &=& mr+nr\\
m(r+s) &=&  mr + ms\\
m(rs)&=& (mr)s\\
m 1 &=&  m
\end{array}$$
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}
  Unsere $R$-Moduln aus Definition \ref{LM} 
nennt man manchmal auch genauer {\bf
    Linksmoduln}. Um den Unterschied klar zu machen, definieren wir f"ur jeden
  Ring $R =(R, +, \cdot)$ den {\bf opponierten 
Ring}\index{opponiert!Ring}\index{Ring!opponierter}
 $R^{\op{opp}} = (R, + , \cdot)$ als  die abelsche Gruppe $R$ mit der
  \glqq vertauschten\grqq\  Multiplikation $r^\circ  s^\circ = sr$ f"ur $r, s \in R$.
Wir verwenden dabei die Notation \eref{oppoGR}{GR}, insbesondere meint
$r^\circ$ das Element $r$ aufgefa"st als Element des opponierten Rings.  
Man pr"uft
  ohne Schwierigkeiten, da"s ein $R$-Rechtsmodul dasselbe ist wie ein
  $R^{\op{opp}}$-Linksmodul, alias eine abelsche Gruppe $M$ mitsamt einem
  Ringhomomorphimus $R^{\op{opp}} \ra \op{End} M$.  Insbesondere braucht man bei
  kommutativen Ringen zwischen Rechtsmoduln und Linksmoduln keinen Unterschied
  zu machen.
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}
Sei $R$ ein Ring und $M$ ein $R$-Rechtsmodul. Eine Teilmenge $N \subset M$ 
 hei"st ein Untermodul oder ganz pedantisch  
\defind{Unterrechtsmodul} genau dann, wenn $N$ eine Untergruppe ist und wenn
zus"atzlich  gilt
$m \in N$, $r \in R \RA  mr \in N$.   
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}\label{URMo} 
Die Unterrechtsmoduln eines Rings  hei"sen seine {\bf Rechtsideale}.
\index{Rechtsideal} 
Jeder Schnitt von Untermoduln ist wieder ein Untermodul. Ist $T
\subset M$ eine Teilmenge eines Moduls $M$, 
so hei"st der kleinste Untermodul von
$M$, der $T$ enth"alt, auch 
der \defnoind{von $T$ erzeugte 
Untermodul}\index{Untermodul!erzeugt von Teilmenge}
und wir bezeichnen ihn mit $\langle T\rangle_R$ oder 
 auch 
abk"urzend mit $\langle T\rangle$. 
\index{)5>@$\langle T\rangle_R$ Unterrechtsmodul-Erzeugnis}
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}\label{HMRR}
  F"ur $R$-Rechtsmoduln $M,N$ nennen wir einen Homomorphismus von abelschen
  Gruppen $f:M\ra N$
  mit $f(mr)=f(m)r$ $\forall m\in M,r\in R$ auch einen \defnoind{Homomorphismus
    von $R$-Rechtsmoduln} und bezeichnen die Menge aller Homomorphimen von
  $R$-Rechtsmoduln\index{Hom@$\op{Hom}_{-R}$} mit $$\op{Hom}_{-R} (M,N)$$
  Genau
  wie bei K"orpern haben wir auch bei Ringen $R$ eine nat"urliche Bijektion
  $$\begin{array}{ccc}
    \op{Hom}_{-R} (R^{p},R^{q}) & \sira & {\op{Mat}}(q\times p; R)\\
    f\;\;\;\; & \mapsto & [f]
\end{array}$$
wo die Spalten der Matrix $[f]= (a_{ij})$ 
die Bilder unter $f$ der Vektoren
$\op{e}_{1} , \ldots , \op{e}_{p}$ der Standardbasis des $R^{p}$ sind, in Formeln
$f(\op{e}_{j}) = (a_{1j},\ldots , a_{mj})$ f"ur $1 \leq j\leq p$.  Die inverse
Abbildung ordnet jeder Matrix $A$ die $R$-rechtslineare 
Abbildung $x \mapsto Ax$
zu, wo wir die Elemente $x \in R^{p}$ beziehungsweise $A x \in R^{q}$ als Spaltenmatrizen
auffassen.  Wie bei K"orpern entspricht die Matrixmultiplikation der
Verkn"upfung von Abbildungen, in Formeln $[f\circ g]= [f]\circ [g]$, und $f$ ist
ein Isomorphismus genau dann, wenn seine Matrix $[f]$ invertierbar ist.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
F"ur die Kategorie der Rechtsmoduln "uber einem Ring $R$ verwenden
 wir die beiden Notationen\index{Mod@$\op{Mod}_{-R}=\op{Mod-}R$ Rechtsmoduln} 
$$\op{Mod-}R=\op{Mod}_{-R}$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Gegeben
  $R$-Rechtsmoduln $M,N$ 
mit endlichen angeordneten\label{HMRRb} Basen $\mathcal A, \mathcal B$ 
der Kardinalit"aten $p,q$
erhalten wir genau
  wie bei K"orpern  auch bei Ringen $R$ eine nat"urliche Bijektion
  $$\begin{array}{ccc}
    \op{Hom}_{-R} (M,N) & \sira & {\op{Mat}}(q\times p; R)\\
    f\;\;\;\; & \mapsto & _{\mathcal B}[f]_{\mathcal A}
\end{array}$$
und nennen wieder $_{\mathcal B}[f]_{\mathcal A}$ die {\bf darstellende Matrix der
Abbildung $f$ in Bezug auf die Basen $\mathcal A$ und $\mathcal B$}.
\index{darstellende Matrix!bei Moduln} 
Die Formel ${}_{\mathcal C} [g\circ f]_{\mathcal A} 
= {}_{\mathcal C}[g]_{\mathcal B} \circ
{}_{\mathcal B}[f]_{\mathcal A}$ gilt entsprechend.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
  Ich erinnere an die Definition der Determinante quadratischer
Matrizen mit Eintr"agen in einem Kring 
durch die Leibnizformel  \eref{DefD}{LA1}, an  die Multiplikationsformel
$\det (AB)=(\det A)( \det B)$ aus \eref{MuDet}{LA1} und
daran, da"s eine quadratische Matrix nach
\eref{InvD}{LA1} genau dann invertierbar ist, wenn ihre Determinante
eine Einheit in fraglichen kommutativen Ring ist. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}
Die Leibnizformel
  ist zwar auch f"ur nichtkommutative Ringe noch sinnvoll, aber die Formel
  $\det (AB)=(\det A)( \det B)$ ist dann nicht mehr richtig, und deshalb 
sind Determinanten in der Allgemeinheit 
nichtkommutativer Ringe nicht mehr von Nutzen. 
\end{Bemerkunge}

%   \begin{Definition}
%     Ist $R$ ein kommutativer Ring, 
% so bilden wir f"ur quadratische Matrizen $A =
%     (a_{ij})^{n}_{i,j=1} \in {\op{Mat}}(n\times n; R)$ die {\bf
%       Determinante}\index{Determinante} durch die Vorschrift
%     $$\det A = \sum_{\sigma \in \cal{S}_{n}} (\op{sgn} \sigma) a_{1\sigma (1)}
%     \ldots a_{n\sigma (n)}$$
%     falls $n\neq 0$ und $\det A =1$ im Fall $n = 0$. 
% \end{Definition}

% \begin{Proposition}[\defnoind{Multiplikativit"at 
% der Determinante}\index{Multiplikativit"at!der Determinante}]
% Sei $R$ ein kommutativer Ring.
% \begin{enumerate}
% \item
% F"ur je zwei quadratische $n \times n$-Matrizen $A, B \in {\op{Mat}} (n
% \times n;R)$ gilt
% $$\det (AB) = (\det A) (\det B)$$
% \item
% Genau dann ist eine quadratische Matrix $A$ invertierbar in ${\op{Mat}} (n\times n;
% R)$, wenn
% ihre
% Determinante eine Einheit von $R$ ist, wenn also in Formeln 
% gilt $(\det A) \in R^{\times}$. 
% \end{enumerate}
% \end{Proposition}
% \begin{proof}[Beweis]
% 1.
% Die Multiplikativit"at 
% der Determinante 
% ist f"ur Matrizen mit Eintr"agen in einem K"orper \ref{MuDet}
% bekannt aus der
% linearen
% Algebra und der erste unserer beiden Beweise
% funktioniert ohne "Anderungen auch in unserer Situation hier. 
% Alternativ kann man auch wie folgt argumentieren:
% Die Multiplikativit"at 
% der Determinante folgt sicher f"ur Matrizen mit Eintr"agen 
% im Integrit"atsbereich
% $$\DZ [X_{ij}, Y_{ij}]_{1\leq i,j\leq n}$$
% denn der ist ein Teilring seines Quotientenk"orpers. In diese
% abstrakte Identit"at k"onnen wir dann f"ur die $X_{ij}$
% und  $Y_{ij}$ Elemente
% eines beliebigen kommutativen Rings einsetzen, und die Behauptung
% folgt.
% \\[2mm]
% \noindent
% 2.
% Aus der Multiplikativit"at 
% der Determinante  folgt, da"s die Determinante jeder invertierbaren Matrix eine
% Einheit ist.
% Um die Umkehrung zu zeigen, erinnern wir uns an feinere Aussagen
% des Determinantenkalk"uls.
% F"ur eine quadratische Matrix $A \in {\op{Mat}} (n \times n; R)$ bildet man
% dort
% die adjungierte Matrix
% $A^{\#} \in {\op{Mat}} (n \times n; R)$ mit Eintr"agen
% $$A^{\#}_{ij} = (-1)^{i+j} \det A^{ji}$$
% wo $A^{ji}$ die $(n -1) \times (n-1)$-Matrix bezeichnet, die aus
% $A$ entsteht durch Streichen der $j$-ten Zeile und der $i$-ten
% Spalte.
% F"ur Koeffizienten in einem K"orper zeigt man in der linearen
% Algebra
% $$A^{\#} A = (\det A) I$$
% mit $I$ der $(n \times n)$-Einheitsmatrix.
% "Ahnlich wie im ersten Teil des Beweises "ubertr"agt man diese
% Formel dann auf beliebige kommutative Ringe $R$. 
% \end{proof}

\begin{Proposition}[\textbf{Wohlbestimmtheit des Rangs}]
Ist $R$ ein kommutativer Ring und nicht der Nullring,
so folgt f"ur $m,n\in\DN$ aus der Existenz eines Isomorphismus von Moduln 
$R^n\cong R^m$ bereits $n=m$. \label{ABTR}
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
Ein alternativer Beweis wird in "Ubung 
\ref{NKR} skizziert. Ein Gegenbeispiel f"ur nichtkommutative Ringe
erkl"art \ref{BRNN}.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Ein Isomorphismus $R^n\cong R^m$ wird notwendig
beschrieben durch Matrizen $A$ und $B$.  W"are $n\neq m$, so
w"aren unsere Matrizen nicht quadratisch.
Hat ohne Beschr"ankung der
Allgemeinheit $A$ mehr Zeilen  als Spalten und erg"anzen wir
unsere Matrizen
durch Nullen zu quadratischen Matrizen $\tilde{A}$ und $\tilde{B}$,
so gilt immer noch
$\tilde{A}\tilde{B}=I$ mit $I$ der Einheitsmatrix, im Widerspruch
zu $\det\tilde{A}=0$. 
\end{proof}

  \begin{Bemerkungl}
    Ist $M$ ein endlich erzeugter freier Modul "uber einem kommutativen Ring
    $R\neq 0$, so hei"st die Zahl $n\in\DN$ mit $M\cong R^n$ der
    \defnoind{Rang}\index{Rang!von Modul} von $M$. 
Das Beispiel \ref{BRNN} zeigt, da"s man "uber nichtkommutativen
Ringen im allgemeinen nicht mehr sinnvoll vom Rang eines freien Moduls
reden kann.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}\label{AP}
Es gibt Schiefk"orper $K\subset L$ derart,
da"s $L$ "uber $K$ endlich
  erzeugt ist als Linksmodul, nicht aber als Rechtsmodul.
Die Frage nach einem solchen Beispiel war lange als
{\bf Artin's Problem}\index{Artin's Problem} bekannt. 
Eine explizite Konstruktion kann man in  \cite{CohnSKF}
finden.
\end{Bemerkunge}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}\label{ENRj}
 Gegeben ein Ring $R$ liefert die durch Rechtsmultiplikation 
gegebene Abbildung aus  \ref{RHO} einen Ringisomorphismus 
$R^{\op{opp}}\sira \op{End}_R(R)$ und die durch Linksmultiplikation
gegebene Abbildung einen Ringisomorphismus 
$R\sira \op{End}_{-R}(R)$. Hier ist es wichtig zu erinnern, 
da"s in unseren Konventionen
Ringe stets ein Einselement haben.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Man zeige:  Gegeben ein
  Kring $R$ und $n\in\DN$
ist jeder surjektive Homomorphismus 
$R^n\sra R^n$  bereits ein Isomorphismus.\label{FreRU} 
Hinweis: Man finde ein Halbinverses und rechne mit Matrizen.
Weiter zeige man: Ist $S\subset R$ ein Teilring und der $R$-Modul
$M$ sowohl "uber $R$ als auch "uber $S$ frei vom Rang $n$, so gilt
$S=R$.
\end{Ubung}

\begin{Ubunge}\label{UbMo}
F"ur jeden Ring $R$ und jede nat"urliche Zahl $n\geq 1$ liefert 
die Zuordnung $M\mapsto M^n$ 
eine  "Aquivalenz von Kategorien
$$R\op{-Mod} \;\;\sirra\;\; {\op{Mat}} (n; R) \op{-Mod}$$
In anderen Worten ist  jeder Modul "uber $S\pdef{\op{Mat}} (n; R)$ 
isomorph  zu
einem Modul der Gestalt $M^n$ mit $M\in R\op{-Mod}$ und 
unsere Zuordnung  induziert  Bijektionen 
$\op{Hom}_R(M,N)\sira \op{Hom}_S(M^n,N^n)$.
%Etwas allgemeiner ist f"ur jeden freien $R$-Rechtsmodul 
%$V$  mit Endomorphismenring $E\pdef\op{End}_{-R}(V)$
%die Zuordnung $M\mapsto V\otimes_R M$
%eine  "Aquivalenz von Kategorien
%$R\op{-Mod} \sirra E \op{-Mod}$. 
Diese Aussagen sind
im "ubrigen  Spezialf"alle
unserer allgemeinen "Uberlegungen \eref{BMA}{TS} zur
Tensor-Hom-Adjunktion und erste Beispiele der sogenannten {\bf Morita-"Aquivalenz}.\index{Morita-"Aquivalenz!Erste Beispiele}
\end{Ubunge}

\begin{Ubung}
  Man zeige, da"s jeder endlich erzeugte freie Modul "uber
  eine endliche Basis besitzt.\label{EBA} 
\end{Ubung}


\subsection{Ganzzahlige symplektische Formen**}
\begin{Satz}[\textbf{Symplektische Formen "uber $\mathbb Z$}]
 Gegeben eine endlich erzeugte freie abelsche Gruppe $\Gamma$ 
mit einer nichtausgearteten\index{symplektische Form!ganzzahlige} 
alternierenden Bilinearform\label{GSY}  
$\omega : \Gamma \times \Gamma \rightarrow \mathbb Z$ 
existiert stets eine Basis
von $\Gamma$, bez"uglich derer 
die Matrix unserer Form eine Blockmatrix der Gestalt
\begin{displaymath}
 \begin{pmatrix}
  0 & D\\
-D &0
 \end{pmatrix}
\end{displaymath}
ist mit $D = \op{diag}(d_1, \ldots, d_r)$
und $d_i > 0$ und $d_i | d_{i+1} $ f"ur alle $ i$.
Die $d_i$ sind dabei  durch die Form $\omega$ eindeutig bestimmt.
\end{Satz}
\begin{proof}
 Wir w"ahlen $\lambda, \mu \in \Gamma$ derart, da"s 
$\omega (\lambda, \mu)=d$ die kleinstm"ogliche positive Zahl 
ist, die so dargestellt werden kann. Dann behaupten wir
$ \Gamma = \langle \lambda, \mu \rangle \oplus 
\langle \lambda, \mu \rangle^{\perp}.
$
Aus Dimensionsgr"unden gilt das "uber $\mathbb Q$. F"ur 
jedes $\gamma \in \Gamma$ finden
wir also $m \in \mathbb Z_{>0}$ derart, da"s $m \gamma$ eine Darstellung
\begin{equation*}
 m\gamma = a \lambda + b\mu + \kappa
\end{equation*}
besitzt mit $\kappa \in \langle \lambda, \mu \rangle^\perp.$
Es folgt sofort
$
 m \omega (\gamma, \mu) = da.
$
W"are $m$ kein Teiler von $a$, so w"are $d$ kein Teiler
von $\omega (\gamma, \mu)$ und wir k"onnten $x,y \in \mathbb Z$ 
finden mit $0 < x \omega (\gamma, \mu)
+\gamma \omega (\lambda, \mu) = \omega (x \gamma +\gamma \lambda, \mu)<d$,
 im Widerspruch zur
Wahl von $\lambda, \mu$.
Das kann nicht sein, folglich teilt $m$ unser  $a$ und ebenso auch $b$.
Dann aber teilt $m$ auch $\kappa$ und wir finden wie gew"unscht
\begin{equation*}
 \Gamma = \langle \lambda , \mu \rangle \oplus 
\langle \lambda, \mu \rangle^\perp
\end{equation*}
Vollst"andige Induktion beendet den Beweis der 
Existenz von $D$, wenn auch zun"achst noch ohne die
Zusatzbedingung $d_i | d_{i+1}$. Es ist 
jedoch leicht zu sehen, da"s im Fall, da"s $d_1$ nicht $ d_2$ teilt,
unser $d_1$ nicht das
Kleinstm"ogliche gewesen sein kann, und 
induktiv folgt so auch $d_i | d_{i+1}$.
Die Eindeutigkeit der $d_i$ schlie"slich folgt, indem  
wir die Eindeutigkeit im Elementarteilersatz 
\eref{ETS}{LA2} auf den Fall der von $\omega$ induzierten
Abbildung $\Gamma\hra \Gamma^\ast$ anwenden.
\end{proof}

\subsection{Noethersche Moduln und Ringe}\label{neomo}
\begin{Bemerkungl}
  Dieser Abschnitt betrifft 
kommutative und nichtkommutative Ringe
gleicherma"sen.
\end{Bemerkungl}

% \begin{Bemerkungl}
%   Ich erinnere an den Begriff eines Moduls "uber einem Ring 
% aus \ref{LM} und an die Begriffsbildungen zu Untermoduln, Quotienten und 
% Homomorphismen aus \ref{HQU}. 
% \end{Bemerkungl}


\begin{Definition}
Ein Modul  "uber einem Ring  hei"st 
{\bf noethersch},\index{noethersch!Modul} 
 wenn
alle seine Untermoduln endlich erzeugt sind. 
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Mit gemeint ist dabei
die Forderung, da"s unser Modul selbst endlich erzeugt sein
  soll. Die Bezeichnung erinnert an die Mathematikerin Emmy Noether,
eine Pionierin der abstrakten Algebra j"udischen Ursprungs, die in G"ottingen arbeitete,
bis sie in die Emigration gezwungen wurde.
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}
Ein Ring hei"st  {\bf linksnoethersch}\index{linksnoethersch}
beziehungsweise
{\bf rechts\-noe\-thersch},\index{rechtsnoethersch} wenn er noethersch ist 
als Links- beziehungsweise Rechtsmodul "uber sich selbst, 
 und {\bf noethersch},\index{noethersch!Ring}
wenn er linksnoethersch und rechtsnoethersch ist.
In anderen Worten ist also etwa ein Ring linksnoethersch genau dann, wenn alle
seine Linksideale endlich erzeugt sind.
\end{Definition}

\begin{Beispiel}
Ein Vektorraum "uber einem K"orper $k$ 
ist noethersch als $k$-Modul genau dann, wenn er
endlichdimensional ist. Jeder Hauptidealring ist noe\-thersch.
%und jeder Quotient eines noetherschen Rings ist noethersch. 
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
Der Polynomring $R = \DZ [T_{1},T_{2},
\ldots]$ in abz"ahlbar vielen Variablen ist nicht
noethersch, denn das von allen $T_i$ erzeugte Ideal
ist nicht endlich erzeugt: In der Tat bilden die 
$\langle T_1\rangle\subsetneq \langle T_1, T_2\rangle\subsetneq\ldots$
eine unendliche echt aufsteigende Folge von Idealen, deren Vereinigung 
$ \langle T_1, T_2,\ldots\rangle$ nicht
endlich erzeugt sein kann.
\end{Beispiel}

\begin{Proposition}%\label{EN}
Jeder Quotient und jeder Untermodul eines noetherschen Moduls ist
noethersch.
Besitzt ein Modul $M$ einen noetherschen Untermodul $M'$ mit noetherschem Quotient $M/M'$, so ist $M$ bereits selbst
noe\-ther\-sch.\label{ENn}
\end{Proposition}
\begin{Bemerkunge}
  F"ur diejenigen  Leser, die mit exakten Sequenzen nach \eref{exSG}{LA2}
  %und \eref{keSS}{LA2} 
vertraut sind, k"onnen wir die Proposition auch wie folgt
formulieren: Ist $M^{\prime} \hookrightarrow M \twoheadrightarrow
M^{\prime\prime}$ eine kurze exakte Sequenz von Moduln "uber einem
Ring, so ist $M$ noethersch genau dann, wenn $M^{\prime}$ und
$M^{\prime\prime}$ noethersch sind. Leser, die noch 
nicht mit dieser Terminologie vertraut
sind,
werden ermuntert, sich damit vertraut zu machen. 
\end{Bemerkunge}
\begin{proof}[Beweis]
Der erste Teil bleibt dem Leser "uberlassen.
Wir m"ussen im zweiten Teil zeigen, da"s jeder Untermodul $U \subset M $
endlich erzeugt ist.
Nach Annahme ist aber sein Bild $\bar{U} \subset M/M'$ endlich erzeugt, wir
finden also Elemente $u_{1}, \ldots, u_{r} \in U$, deren Bilder $\bar{U}$
erzeugen.
Ganz genauso ist $U \cap M'$ endlich erzeugt, sagen wir
von $v_{1}, \ldots, v_{s} \in U$, und dann sieht man leicht, da"s
die $u_{1}, \ldots, u_{r}, v_{1}, \ldots , v_{s}$ 
zusammen ganz $U$ erzeugen.
\end{proof}

\begin{Satz}
Ein Modul "uber einem linksnoetherschen Ring ist noethersch
genau dann, wenn er endlich erzeugt ist.\label{NoUI}
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis]
Ein noetherscher Modul ist immer endlich erzeugt.
Ist umgekehrt $M$ endlich erzeugt, so ist $M$ ein Quotient von
$R^{n}$, und f"ur $R$ linksnoethersch ist auch $R^{n}$ noethersch
als Modul, wie
man  induktiv aus
\ref{ENn} folgert.
\end{proof}
\begin{Beispiel}
Dieser Satz zeigt insbesondere, da"s
jede Untergruppe einer endlich erzeugten abelschen Gruppe
endlich erzeugt ist.\label{BNAB} 
In der Tat ist ja
eine abelsche Gruppe dasselbe wie ein $\DZ$-Modul, und
$\DZ$ ist ein Hauptidealring, also noethersch. Wir hatten 
in diesem Fall  in \eref{ee}{LA2} sogar gesehen, da"s man f"ur die 
Untergruppe nicht mehr Erzeuger ben"otigt als f"ur die ganze Gruppe. 
Das folgt mit demselben Argument 
allgemein f"ur Moduln "uber Ringen, in denen jedes Linksideal ein
Hauptideal ist. Im allgemeinen kann es aber 
durchaus vorkommen, da"s man f"ur
einen Untermodul mehr Erzeuger ben"otigt als f"ur den urspr"unglichen
Modul. Insbesondere kann es ja vorkommen, 
da"s man f"ur ein Ideal mehr als einen Erzeuger 
ben"otigt und damit mehr Erzeuger als f"ur den Ring, der ja als Modul
"uber sich selber stets zyklisch ist.
\end{Beispiel}
\begin{Satz}[\textbf{Hilbert'scher Basissatz}]
Ist\index{Basissatz, Hilbert'scher}\index{Hilbert!Basissatz} 
 $R$ ein linksnoetherscher Ring, so ist auch
der Polynomring $R[T]$ mit Koeffizienten in $R$ ein linksnoetherscher Ring.
Dasselbe gilt analog f"ur rechtsnoethersch und noethersch.\label{HiBaa} 
\end{Satz}

\begin{proof}[Beweis]
Sei $I \subset R [T]$ ein Linksideal.
Wir betrachten das Linksideal $\frak{a} \subset R$, das erzeugt wird
von den Leitkoeffizienten aller Polynome aus $I$. 
Da $R$ noethersch ist, gibt es endlich viele Polynome $f_{1},
\ldots , f_{t} \in I$, deren Leitkoeffizienten das 
Linksideal $\frak{a} \subset R$
erzeugen. Sei $m$ das Maximum der Grade der $f_i$. 
Gegeben $h \in I$ mit $\op{deg} h \geq m$  
finden wir offensichtlich $p_{i} \in R [T]$ derart,
da"s
$$ h - (p_{1} f_{1} + \ldots + p_{t}f_{t})$$
echt kleineren Grad hat als $h$. 
Induktiv finden wir dann sogar $p_{i}$ derart, da"s diese
Differenz echt kleineren Grad hat als $m$. 
Die Polynome aus $R [T]$ vom Grad $< m$ und, wieder da $R$ linksnoethersch ist, 
 dann auch
die Polynome aus $I$ vom Grad $< m$ bilden aber einen endlich
erzeugten $R$-Modul. W"ahlen wir Erzeuger $g_{1}, \ldots,
g_{r}$ dieses $R$-Moduls, so erzeugen offensichtlich $f_{1},
\ldots , f_{t}, g_{1}, \ldots , g_{r}$ unser Linksideal $I$ "uber
$R[T]$. 
\end{proof}
 

\begin{Bemerkungl}\label{KHB}
Man erkennt induktiv, da"s
 ein Polynomring  in endlich vielen Variablen 
$k [T_{1}, \ldots , T_{n}]$ mit Koeffizienten in einem K"orper $k$,
ja mit Koeffizienten in einem beliebigen noetherschen Ring
ein noetherscher Ring ist.
Das zeigt insbesondere, da"s jede algebraische Teilmenge 
$X\As k^n$ bereits durch endlich viele Gleichungen beschrieben werden kann,
denn ihr Verschwindungsideal 
$\mathcal I(X)\subset k [T_{1}, \ldots , T_{n}]$ mu"s endlich erzeugt
sein, und
f"ur Erzeuger $f_1,\ldots, f_r$ gilt dann sicher
$\mathcal Z( f_1,\ldots, f_r)=\mathcal Z(\mathcal I(X))=X$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Lemma}[\textbf{Charakterisierungen noetherscher Moduln}] 
F"ur einen Modul sind gleichbedeutend:\label{KNoe}%\label{KaN}
\begin{enumerate}
\item 
Unser Modul ist noethersch, als da hei"st,  jeder Untermodul
ist endlich erzeugt;
\item
Jedes nichtleere System von Untermoduln unseres Moduls 
 besitzt ein maximales Element; 
\item
Jede
aufsteigende Folge $M_{0} \subset M_{1} \subset
\ldots $ von Untermoduln unseres Moduls wird station"ar alias stagniert.
\end{enumerate}
\end{Lemma}

\begin{Bemerkungl}\label{KaNL}
Ein Ring  ist insbesondere linksnoethersch genau dann, wenn jede
aufsteigende Folge  von Linksidealen stagniert.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Beim Nachweis der
Implikationen (2)$\RA$(3) und (1)$\RA$(3)  kommen wir 
noch ohne Auswahlaxiom aus.
Die Beweise der 
anderen Implikationen ben"otigen jedoch, soweit ich sehen kann,
das Auswahlaxiom. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
$(1)\RA (3):$ Sei $M$ unser Modul.
Ist jeder Untermodul von $M$ endlich erzeugt, so auch die Vereinigung
$\bigcup_{i=0}^{\infty} M_{i}$ "uber unsere 
aufsteigende Folge von Untermoduln. Es gibt
also ein $j$ derart, da"s alle Erzeuger dieser Vereinigung schon
in $M_{j}$ liegen, und dann gilt notwendig $M_{j}=M_{j+1} =
\ldots=\bigcup_{i=0}^{\infty} M_{i}$.  
\\[2mm]\noindent
$(3)\RA (1):$ 
Ist ein Untermodul $N \subset M$ nicht endlich erzeugt, so finden
wir induktiv eine Folge $m_0, m_1, \ldots$ in $ N$ derart, 
da"s f"ur jedes $i\geq 0$ das $i$-te Folgenglied $m_{i}$ nicht im Erzeugnis
der vorhergehenden $m_{0}, m_{1}, \ldots , m_{i-1}$ liegt. Die $M_{i} = \langle
m_{0}, m_{1}, \ldots, m_{i}\rangle$ bilden dann eine aufsteigende 
Folge von Untermoduln von $M$, die
nicht stagniert. 
\\[2mm]\noindent
$(2)\IFF (3):$ Offensichtlich
und auch
nach "Ubung \eref{noeT}{LA1} besitzt in einer teilgeordneten Menge 
jede nichtleere Teilmenge
ein maximales Element genau dann, wenn jede monoton wachsende
Folge in unserer Menge stagniert. Diese Erkenntnis gilt es anzuwenden
auf das System alias die Menge aller Untermoduln unseres Moduls.
\end{proof}



\begin{Bemerkunge}
  Ein Tensorprodukt noe\-ther\-scher Ringe mu"s nicht wieder noe\-thersch sein.
Ist etwa $k$ ein K"orper und
$K=\op{Quot}k[X_1,X_2,\ldots]$ der Quotientenk"orper des
Polynomrings "uber $k$ in unendlich vielen Variablen, so ist
$K\otimes_k K$ nicht noethersch: Die Ideale 
$\langle(X_1-Y_1),(X_2-Y_2),\ldots,(X_n-Y_n)\rangle$ bilden eine unendliche
aufsteigende Idealkette, mit den Abk"urzungen $X_i=X_i\otimes 1$
und $Y_i=1\otimes Y_i$. Um das zu sehen,
mag man davon ausgehen, da"s $K\otimes_k K$ faktoriell ist
 als Lokalisierung des faktoriellen Rings $k[X_1,Y_1,X_2,Y_2,\ldots]$.
\end{Bemerkunge}


\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}
Jeder Quotient eines linksnoetherschen Rings ist linksnoethersch.
Jeder Quotient eines rechtsnoetherschen Rings ist rechtsnoethersch.
Jeder Quotient eines noetherschen Rings ist noethersch.\label{QN} 
\end{Ubung}
 \begin{Ubung} Man zeige: 
    Ist $R$ ein
    linksnoetherscher Ring, so ist auch der Potenzreihenring $R\llbracket
T\rrbracket$ mit
    Koeffizienten in $R$ ein linksnoetherscher Ring.  Dasselbe gilt analog
    f"ur rechtsnoethersch und noethersch.\label{HiBaaR}
Hinweis: Man argumentiere wie bei Beweis des Basissatzes,
aber betrachte diesmal das von den Koeffizienten der
\glqq Anfangsterme\grqq\  erzeugte Linksideal von $R$. Insbesondere sind auch 
 die Potenzreihenringe in mehreren Variablen $R\llbracket
T_1,\ldots, T_s\rrbracket$ linksnoethersch, wenn $R$ selbst linksnoethersch ist. 
  \end{Ubung}


\begin{Ubung}
Sei $k$ ein K"orper oder 
allgemeiner ein noetherscher Integrit"atsbereich.
  Gegeben 
$f\in k[T_1,\ldots, T_n]$  bezeichne
$U_f\pdef \{ x\in k^n\mid f(x)\neq 0\}$ das Komplement der 
Nullstellenmenge von $f$. Man zeige, da"s die offenen Teilmengen 
von $k^n$ genau alle endlichen Vereinigungen solcher $U_f$ sind. 
\end{Ubung}

\begin{Ubunge}
  Jede direkte Summe von injektiven Linksmoduln "uber einem linksnoetherschen
  Ring ist injektiv. Hinweis: Man verwende das Injektivit"atskriterium "uber Ideale \eref{MoIN}{TG}.
\end{Ubunge}
\begin{Ubung}
  Sei $T\subset \DN^r$ eine Teilmenge, die unter der
  Addition mit beliebigen Elementen von $\DN^r$ stabil ist.
  Man nennt solch eine Teilmenge in einem Kmonoid auch ein {\bf Monoidideal}.\index{Monoidideal}
  Man zeige, da"s es endlich viele $t_1,\ldots, t_l\in T$ gibt mit
  \label{MoIN}
  $$T=\bigcup_{i=1}^l (t_i+\DN^r)$$
  In einer geeigneten Terminologie ausgedr"uckt ist also
  \glqq jedes Monoidideal von $\DN^r$ endlich erzeugt\grqq.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Jeder surjetive Endomorphismus eines noetherschen Moduls
  ist ein Isomorphismus.
\end{Ubung}

\subsection{Moduln "uber Hauptidealringen*}\label{NFS}



\begin{Satz}[\textbf{Elementarteilersatz}]
Sei\index{Elementarteilersatz!"uber Hauptidealringen} 
$f$ ein Homomorphismus 
zwischen zwei endlich erzeugten freien Moduln  
"uber einem Hauptidealring.\label{ES}  
So gilt:
\begin{enumerate}
\item Es gibt angeordnete Basen $\mathcal A, \mathcal B$ 
unserer Moduln
  derart, da"s die darstellende Matrix $D\pdef {_{\mathcal B}[f]_{\mathcal A}}$
 unseres Homomorphismus  eine  Diagomalmatrix ist, deren vordere
  Diagonaleintr"age jeweils die hinteren teilen, in Formeln $(i\neq j\RA
  d_{ij}=0)$
und
  $d_{11}|d_{22}|\ldots |d_{rr}$ f"ur $r$ das Minimum der Kardinalit"aten
  beider Basen. 
\item 
  Die Diagonaleintr"age $d_{ii}$ einer 
derartigen darstellenden Matrix
   durch die Abbildung $f$ wohlbestimmt bis auf Multiplikation mit
  Einheiten.
\end{enumerate}
\end{Satz}
% \begin{Satz}[\textbf{Elementarteilersatz}]\label{ES}
% Sei\index{Elementarteilersatz!"uber Hauptidealringen} 
% $f: E \ra F$ ein Homomorphismus 
% zwischen zwei freien Moduln von endlichen R"angen $m,n$
% "uber einem Kring $R$, in dem jedes Ideal ein Hauptideal ist. 
% So gibt es eine diagonale Matrix $D \in {\op{Mat}} (n \times m; R)$, deren
% Diagonaleintr"age jeweils die folgenden Diagonaleintr"age teilen,
% in Formeln $d_{11}|d_{22}|\ldots |d_{rr}$ f"ur $r = \min (n,m)$, und
% Isomorphismen
% $E \sira R^{m}$, $ F \sira R^{n}$ derart, da"s das folgende
% Diagramm kommutiert:
% $$\begin{array}{ccc}
% E & \overset{f}{\longrightarrow} & F\\
% \da\wr & &\da\wr\\
% R^{m} & \overset{D}{\longrightarrow} & R^{n}
% \end{array}$$
% Ist unser Kring $R$ zus"atzlich ein Integrit"atsbereich,
% so sind Diagonaleintr"age $d_{ii}$ von $D$  durch die
% Abbildung $f$ wohlbestimmt bis auf 
% Multiplikation mit Einheiten des Rings $R$. 
% \end{Satz}
\begin{Beispiele}
Die analoge Aussage im Fall eines K"orpers kennen wir bereits aus \eref{ETSS}{LA1} als 
Smith-Nor\-mal\-form, den Fall
des Hauptidealrings $\DZ$ aus \eref{ETS}{LA2}, den Fall eines
Polynomrings aus \eref{SmZe}{LA2} als Smith-Zerlegung. 
%% Unser Satz gilt nat"urlich 
%% f"ur Hauptidealringe, er gilt aber etwa auch f"ur Quotienten
%% von Hauptidealringen, die ja keine Integrit"atsbereiche mehr sein 
%% m"ussen und damit keine Hauptidealringe im Sinne unserer 
%% strengen Definition
%% \ref{HIRi}.
\end{Beispiele}
\begin{Bemerkungl}\label{ESW}
Nach unserer  Definition \eref{HIRi}{AL} ist ein 
Hauptidealring ein kommutativer Integrit"atsbereich,
der kein K"orper ist und in dem jedes Ideal ein Hauptideal ist.
Wir k"onnen unseren Satz auch verstehen als die Beschreibung
eines Systems von Repr"asentanten f"ur die Bahnen 
der offensichtlichen Wirkung der Gruppe $\op{GL}(n;R)\times \op{GL}(m;R)$
auf der Menge ${\op{Mat}}(n\times m;R)$ im Fall eines Hauptidealrings $R$. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Wir d"urfen $E = R^{m}$ und $F = R^{n}$ annehmen.
Die Abbildung $f$ wird beschrieben durch eine Matrix $A \in {\op{Mat}} (n
\times m; R)$ und es gilt, invertierbare Matrizen $P \in {\op{Mat}} (n
\times n; R)$ und $Q \in {\op{Mat}} (m \times m; R)$ zu finden derart,
da"s $P AQ =
D$ diagonal ist von der gew"unschten Form.
F"ur eine Matrix $A$ bezeichne $\langle A\rangle  \subset R$ das von den
Eintr"agen von $A$ erzeugte Ideal. 
Sicher gilt $\langle XA\rangle  \subset \langle A\rangle $
f"ur jede Matrix $X$, also $\langle XA\rangle  
= \langle A\rangle $ f"ur $X$ invertierbar.
Ebenso gilt $\langle AY\rangle  \subset \langle A\rangle $ 
f"ur jede Matrix $Y$ und $\langle AY\rangle  =
\langle A\rangle $ f"ur $Y$ invertierbar.
Wir geben im folgenden ein Verfahren an, 
das im Fall $\langle a_{11}\rangle  \neq
\langle A\rangle $ invertierbare Matrizen $X$ und $Y$ liefert
derart, da"s der obere linke Eintrag von $X A Y$ ein echt
gr"o"seres Ideal erzeugt als $a_{11}$. 
Da unser Kring noethersch ist, oder auch mit einer
 elementaren Argumentation wie beim Beweis
von \eref{HIRF}{AL}
 finden wir dann sogar $\tilde{X}$ und $\tilde{Y}$
invertierbar derart, da"s der obere linke Eintrag von
$\tilde{X}A\tilde{Y}$ das Ideal 
$\langle \tilde{X}A \tilde{Y}\rangle =\langle A\rangle $ erzeugt,
als da hei"st, da"s er alle Eintr"age von $\tilde{X}A \tilde{Y}$ teilt.
Da nun Zeilen- und Spaltenoperationen auch durch Multiplikation
mit invertierbaren Matrizen von links beziehungsweise rechts gegeben werden,
finden wir dann sogar invertierbare Matrizen $\hat{X}, \hat{Y}$
derart, da"s $\hat{X} A \hat{Y}$ au"ser einem Eintrag $a_{11}=d_{11}$
in der oberen linken Ecke nur Nullen in der ersten Zeile
und erste Spalte stehen hat und da"s zus"atzlich gilt 
$\langle d_{11}\rangle =\langle A\rangle $. 
Dann k"onnen wir aber den Beweis beenden mit einer
offensichtlichen Induktion.
Es bleibt, das versprochene Verfahren anzugeben.
Wir unterscheiden drei F"alle.
\begin{enumerate}
\item[(i)]
Falls $a_{11}$ nicht alle Elemente der ersten Zeile teilt, sagen
wir $a_{11}$ teilt nicht $a_{12}$, so betrachten wir das Ideal
$\langle a_{11}, a_{12}\rangle $ und w"ahlen daf"ur einen Erzeuger $d$. 
Wir k"onnen nun schreiben $d = x a_{11} + y a_{12}$ sowie zus"atzlich $a_{11}
= d \lambda, a_{12} = d\mu$ und folgern $1 = x \lambda + y \mu$. 
Jetzt beachten wir
$$\left(\begin{array}{c|c}
\begin{array}{cc}
a_{11} & a_{12} \\
\ast   &  \ast  \end{array} &\ast  \\ \hline
\ast&\ast\end{array}\right)
\left(\begin{array}{c|c}
\begin{array}{cc}
x & -\mu \\
y   &  \lambda  \end{array} &0  \\ \hline
0&I\end{array}\right)=
\left(\begin{array}{c|c}
\begin{array}{cc}
d & \ast \\
\ast   &  \ast  \end{array} &\ast  \\ \hline
\ast&\ast\end{array}\right)$$
mit $I$ der Einheitsmatrix und haben schon gewonnen.

\item[(ii)]
Falls $a_{11}$ nicht alle Elemente der ersten Spalte teilt, gehen
wir analog vor.

\item[(iii)]
Teilt $a_{11}$ alle Elemente der ersten Zeile und der ersten
Spalte, so finden wir schon mal invertierbare $X,Y$ derart,
da"s
$XAY$
au"ser einem Eintrag $a_{11}$
in der oberen linken Ecke nur Nullen in der ersten Zeile
und der ersten Spalte stehen hat.
Unter der Annahme 
$\langle a_{11}\rangle  \neq \langle A\rangle $ kann aber $a_{11}$ nicht
alle Eintr"age von $A$ teilen. Addieren wir nun eine geeignete
Zeile zur ersten Zeile, so landen wir im Fall (i) und haben wieder
gewonnen.
\end{enumerate}
Damit haben wir das versprochene Verfahren angegeben und
Teil 1 ist gezeigt.
\\[2mm]\noindent
2. Wir zeigen nun die Eindeutigkeit der Diagonaleintr"age
bis auf Einheiten. Dazu betrachten
wir f"ur $i \geq 1$ das von allen Determinanten von 
$(i\times i)$-Untermatrizen von $A$ 
erzeugte Ideal $J_{i} (A) $.  Ist $X$ eine weitere
Matrix, so gilt $J_{i} (XA) \subset J_{i}(A)$,
denn die Zeilen von $XA$ sind Linearkombinationen von Zeilen von
$A$. 
Insbesondere gilt also $J_{i} (XA) = J_{i} (A)$ f"ur invertierbares $X$
und ebenso $J_{i} (AY) = J_{i}(A)$ f"ur invertierbares $Y$. 
Es folgt sofort, da"s $J_{i} (A)$ das vom Produkt $d_{11}d_{22} \cdots d_{ii}$
erzeugte Ideal ist, in Formeln 
$J_{i} (A) = \langle d_{11}d_{22} \cdots d_{ii}\rangle$.
Daraus folgt %daraus 
dann die
Eindeutigkeit der $d_{ii}$ bis auf Einheiten.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
Wir geben nun zwei Formen der Klassifikation endlich erzeugter
Moduln "uber Hauptidealringen an.  
  Wenden wir diese Klassifikationen 
an auf den Hauptidealring $\DZ$, so erhalten wir die
  Klassifikation der endlich erzeugten abelschen Gruppen 
\eref{ek}{LA2} und \eref{zk}{LA2} vom Beginn der
  Vorlesung.  Wenden wir unsere S"atze an 
auf einen Polynomring "uber einem algebraisch
  abgeschlossenen K"orper, so ergibt sich die Jordan'sche Normalform
\eref{JNFa}{LA2}, wie als Korollar \ref{JNF} ausgef"uhrt wird.
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\defnoind{Klassifikation 
durch Idealketten}\index{Klassifikation!Moduln "uber Hauptidealringen}]
Ist $M$ ein endlich erzeugter\label{KIK} Modul "uber einem Hauptidealring
$R$,
so gibt es genau eine aufsteigende Kette $\frak{a}_{1} \subset
\frak{a}_{2} \subset \ldots\subset \frak{a}_{s} \subset R$
von Idealen von $R$ mit $\frak{a}_s\neq R$ und
$$M \cong R/\frak{a}_{1} \times \ldots \times R/\frak{a}_{s}$$
Der Nullmodul wird abgedeckt durch den Fall $s=0$.  \end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Ist $R$ ein faktorieller Ring, so nennen wir die Potenzen irreduzibler
  Elemente von $R$ auch die 
\defnoind{Primpotenzen}\index{Primpotenz!in faktoriellem Ring}
von $R$.  Jede Primpotenz $q$
  hat also die Form $q = p^{e}$ mit $p$ irreduzibel 
und $e\geq 1$.  Wir verwenden diesen Begriff bei der 
Darstellung einer zweiten Klassifikation derselben Objekte.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}
Die Existenz ist mir auch klar f"ur Kringe, in denen jedes
Ideal ein Hauptideal ist. Wie steht es in dieser Allgemeinheit
mit der Eindeutigkeit?
\end{Bemerkunge}
\begin{Satz}[\defnoind{Klassifikation durch Multimengen von
Primpotenzen}]
Ist $M$ ein endlich erzeugter Modul "uber einem Hauptidealring
$R$, so gibt es $r \in \DN$ und\label{NFF} Primpotenzen $q_{1}, \ldots,
q_{t} \in R$ derart, da"s gilt
$$M \cong R^{r} \times R/q_{1}R \times \ldots \times R/q_{t}R$$
Hier ist $r$ wohlbestimmt und die $q_{i}$ sind wohlbestimmt bis
auf Einheiten und Reihenfolge. Der Nullmodul wird abgedeckt durch den
Fall $r=t=0$. 
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Der Beweis beider S"atze ist mutatis mutandis derselbe wie 
der Beweis ihrer als \eref{ek}{LA2} und \eref{zk}{LA2} diskutierten 
Spezialisierungen f"ur den Hauptidealring $\DZ$ der ganzen Zahlen.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Ein Modul hei"st {\bf torsionsfrei}\index{torsionsfrei!Modul} genau dann,
wenn die Multiplikation mit jedem von Null verchiedenen Ringelement eine
injektive Abbildung von unserem Modul in sich selber liefert.
Nach dem Satz ist insbesondere jeder endlich erzeugte torsionsfreie Modul 
"uber einem Hauptidealring frei.\label{tfF} 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis von \ref{KIK}]
Gegeben ein Erzeugendensystem $g_1 , \ldots , g_n$ 
von  $M$ 
erkl"aren wir
durch die Vorschrift $(a_1,\ldots,a_n)\mapsto a_1g_1+\ldots+a_ng_n$
einen surjektiven Modulhomomorphismus
$$R^n \twoheadrightarrow M$$
Dessen Kern ist nach \ref{NoUI} ein endlich erzeugter $R$-Modul
$K$, f"ur den wir wieder einen surjektiven Homomorphismus 
$R^{m} \twoheadrightarrow K$ finden k"onnen. 
Der Formalismus noetherscher Ringe wird aber an dieser Stelle 
eigentlich noch nicht gebraucht, man kann ebenso wie in
\eref{ee}{LA2} sogar st"arker und unabh"angig zeigen, da"s 
man f"ur jeden Untermodul eines endlich erzeugten Moduls 
"uber einem Hauptidealring h"ochstens soviele Erzeuger ben"otigt wie f"ur den
gro"sen Modul.
Mit der Komposition
$R^{m} \sra K\hra  R^{n}$ als erster Abbildung entsteht 
so eine im Sinne von \eref{exSG}{LA2}
exakte Sequenz
von $R$-Moduln
$$R^{m} \ra  R^{n} \ra M \ra 0$$ 
Nach \ref{HMRR} sind die Homomorphismen
$R^{m} \ra  R^{n}$ genau die Multiplikationen 
von links mit 
$(n\times m)$-Matrizen mit Eintr"agen in $R$.
Weiter "uberlegt man sich, da"s auch in dieser 
Situation die Verkn"upfung von Homomorphismen der
Multiplikation von Matrizen entspricht.
Bezeichnet nun $A$ die Matrix unserer Abbildung 
$R^{m} \ra  R^{n}$ und w"ahlen wir $P$ und $Q$ 
wie im Elementarteilersatz oder vielmehr dem Beginn seines
Beweises, so ergibt sich ein
kommutatives Diagramm von $R$-Moduln
$$
\xymatrix{
R^m \ar[r]^{A\circ} 
&R^n \ar[d]_{P\circ}^{\wr}\\
R^m \ar[u]_{\wr}^{Q\circ}  \ar[r]^{D\circ}&  R^n 
}$$
f"ur eine nicht notwendigerweise quadratische Diagonalmatrix 
$D$
mit  Eintr"agen $d_1| d_2| \ldots | d_r$ 
f"ur $r = \op{min} (m,n)$.
Bilden wir nun andererseits das Produkt der 
exakten Sequenzen $R \stackrel{d_i}{\ra}R \ra R /\langle d_i\rangle  \ra 0$
f"ur $1\leq i\leq r$ mit $m-r$ Kopien der 
exakten Sequenzen $R \ra 0\ra 0 \ra 0$ im Fall $m>n$ beziehungsweise 
$n-r$ Kopien der 
exakten Sequenzen
$0\ra R \stackrel{\op{id}}{\ra}R  \ra 0$ im Fall $n>m$,
so erhalten wir mit \eref{PexA}{LA2} die untere Horizontale
in einem kommutativen Diagramm mit exakten Zeilen
$$
\xymatrix{
 R ^m \ar[r]^{A\circ} 
& R ^n \ar[d]_{P\circ}^{\wr}\ar[r] & M\ar[r]&0\ar[d]\\
 R ^m \ar[u]_{\wr}^{Q\circ}  \ar[r]^{D\circ}&   R ^n 
\ar[r] &  R /\langle d_1  \rangle  \times \ldots 
\times  R /\langle d_r  \rangle  \times 
 R ^{n-r}
\ar[r]&0
}$$
Damit liefert  \eref{QRET}{LA2} oder vielmehr eine offensichtliche Variante 
dieses Resultats f"ur Moduln einen Isomorphismus 
$M\sira  R /\langle d_1  \rangle  \times \ldots 
\times  R /\langle d_r  \rangle  \times 
 R ^{n-r}$.  
% Dieses Diagramm liefert einen 
% Isomorphismus zwischen $G$ und dem Quotienten von $\Bbb{Z}^n$ nach dem
% Bild der unteren Horizontalen: In der Tat ist ja nach Konstruktion und
% \ref{ISa} die Gruppe $G$ isomorph zum Quotienten 
% von $\Bbb{Z}^n$ nach dem
% Bild der oberen Horizontalen, und einen Isomorphismus zwischen
% diesen beiden Quotienten liefert etwa \ref{unin}.
% Der Quotient nach dem
% Bild der unteren Horizontalen
% ist nun aber offensichtlich isomorph zu
% $$\Bbb{Z}/d_1 \Bbb{Z} \times \ldots \times \Bbb{Z}/d_r \Bbb{Z} \times 
% \Bbb{Z}^{n-r}$$
Lassen wir von unserer Folge 
$d_1 | d_2 | \ldots | d_r$ alle Einheiten vorne weg
und erg"anzen am Ende $(n-r)$ Nullen und drehen die Nummerierung um, 
so erhalten wir eine Folge $a_{s}| \ldots| a_{1}$ 
derart, da"s die von ihren Gliedern erzeugten Ideale 
eine Kette 
bilden wie im Satz \ref{KIK} 
gefordert, und
die Existenz dort ist gezeigt.
Um die Eindeutigkeit zu zeigen bemerken wir, 
da"s f"ur jeden endlich erzeugten $R$-Modul $M$ und jedes
irreduzible Element
$p$ und alle $n \geq 1$ 
der  Quotient
$p^{n-1}M/p^{n} M$ 
nach \ref{MQR} % und \ref{ee} 
ein
endlichdimensionaler Vektorraum "uber 
dem Restklassenring $R/\langle p\rangle$ ist, 
der hinwiederum nach \eref{Ubb}{AL} ein
K"orper sein mu"s.
Wir notieren seine Dimension
$$D^n_p (M)\pdef \op{dim}_{R/\langle p\rangle}(p^{n-1}M/p^{n} M)$$
Man folgert  unmittelbar
$D^n_p (M\times N)=D^n_p (M)+D^n_p (N)$ f"ur je zwei endlich erzeugte 
$R$-Moduln $M$ und $N$. 
F"ur zyklische $R$-Moduln  $M \cong  R /aR $ 
behaupten wir nun
$$\begin{array}{ccc}
D^n_p ( R /a R ) &=& \left\{ \begin{array}{cl}
1 & p^{n} \text{ teilt } a;\\
0 & \text{sonst}.
 \end{array}\right.
\end{array}$$
In der Tat ist das klar f"ur $a=p^m$, 
 f"ur $a$ teilerfremd zu $p$ ist es eh klar,
und mit dem 
chinesischen Restsatz  \eref{ACR}{AL} folgt es im allgemeinen.
F"ur eine Zerlegung 
$M \cong R/\langle d_{1}\rangle \times \ldots 
\times R/\langle d_{s}\rangle$
wie in \ref{KIK} finden wir also  
$$D^n_p ( M )=|\{i\mid p^{n}\text{ teilt }d_i\}|$$
Die Zahl der Nullen unter unseren $d_i$ wird damit
f"ur jedes $p$  gegeben durch die Formel 
$|\{i\mid d_i=0\}|=\lim_{n\ra\infty} D^n_p ( M )$, 
und welche Potenz von jedem irreduziblen Element $p$
 in jedem von Null verschiedenen
$d_i$ stecken mu"s, kann man  an den Zahlen $D^n_p(M)$
 auch ablesen. Folglich h"angen die Ideale 
$\langle d_i\rangle$ nur von  $M$ und nicht von der
gew"ahlten Zerlegung ab. 
\end{proof}


% \begin{proof}[Beweis von \ref{zk}]
% Die Existenz folgt aus \ref{ek} mit  dem Chinesischen Restsatz \ref{CR}. 
% Die Eindeutigkeit erkennt man, indem man sich "uberlegt, da"s 
% verschiedene Folgen $a_1 |a_2|\ldots| a_s$ auch zu verschiedenen 
% Produkten wie in \ref{zk} f"uhren. Genauer kann man $a_1$ beschreiben
% als das Produkt der jeweils h"ochsten Primzahlpotenzen f"ur alle
% vorkommenden Primzahlen,   $a_2$ 
% als das Produkt der jeweils zweith"ochsten und so weiter,
% bis am Ende die Zahl der Nullen gerade die Zahl der Faktoren
% $\DZ$ in der Zerlegung \ref{zk} sein mu"s.
% \end{proof}
\begin{proof}
  Aus \ref{KIK}
folgt sofort die Existenzaussage in Satz \ref{NFF}, indem wir im Fall
  $\frak{a}_{i} \neq 0$ einen Erzeuger $d_i$ von $\frak{a}_{i}$ als Produkt von
  paarweise teilerfremden Primpotenzen $d_i = q_{1} \ldots q_{k}$ schreiben und
  mit dem chinesischen Restsatz zerlegen
$$R/\frak{a}_{i} \cong R/q_{1}R \times \ldots \times R/q_{k}R$$
F"ur die Eindeutigkeit argumentieren wir wie im vorhergehenden Beweis:
F"ur $M \cong R^{r} \times R/q_{1}R \times \ldots \times R/q_{t}R$
wie in \ref{NFF} finden wir diesmal
$$D^n_p ( M )=r+ |\{i\mid p^{n}\text{ teilt }q_i\}|$$
Wenden wir diese Erkenntnis an auf alle 
irreduziblen Elemente  $p$, 
so folgt die im Satz behauptete
Eindeutigkeit ohne weitere Schwierigkeiten:
Die Zahl der Primpotenzen $q_i$, die bis auf eine Einheit $p^n$ sind,
mu"s n"amlich bei jeder Zerlegung gerade $D^{n}_p ( M )-D^{n+1}_p ( M )$
sein,  und den Rang $r$ des freien Anteils k"onnen wir
als 
die auch von allen Wahlen unabh"angige Zahl $r=\lim_{n\ra\infty} D^n_p ( M )$ 
beschreiben, f"ur jedes irreduzible Element $p$.
\end{proof}


% \begin{proof}[Beweis der beiden S"atze]
% Wir beginnen mit dem Beweis der Eindeutigkeit im zweiten Satz
% und zeigen zun"achst die Eindeutigkeit von $s$. 
% Sei $Q=\op{Quot} R$ der Quotientenk"orper von $R$. 
% Wir behaupten
% $$ s = \dim_{Q} \op{Hom}_{R} (M,Q),$$
% wo wir f"ur jeden $R$-Modul $M$ den Raum $\op{Hom}_{R} (M,Q)$
% als Untervektorraum auffassen im Raum aller Abbildungen von $M$ nach $Q$. 
% Nach den allgemeinen Eigenschaften der direkten Summe gilt in der Tat
% $$\op{Hom}_{R} (M,Q)=\op{Hom}_{R} (R/q_{1}R,Q)
% \times \ldots \times \op{Hom}_{R}(R/q_{t}R,Q) \times
% \op{Hom}_{R}(R,Q)^{s}$$
% Nach \ref{RHO} gilt $\op{Hom}_{R}(R,Q)\cong Q$ 
% und wir m"ussen nur noch zeigen,
% da"s gilt
% $\op{Hom}_{R} (R/\frak{a}, Q)=0$  f"ur jedes
% von Null verschiedene Ideal $\frak{a} \subset R$. 
% In der Tat k"onnen wir aber diesen Raum identifizieren als
% $$\op{Hom}_{R} (R/\frak{a}, Q)=\{ f \in \op{Hom}_{R} (R,Q) 
% \mid f|_\frak{a} =0\}$$
% und da jeder von Null verschiedene $R$-Modulhomomorphismus $f: R
% \ra Q$ injektiv ist, kann nur Nullabildung auf einem von Null
% verschiedenen Ideal verschwinden. Das zeigt die Eindeutigkeit von $s$. 
% Um auch die Eindeutigkeit der auftauchenden Primpotenzen zu zeigen,
% betrachten wir f"ur $n\geq 1$ und jeden endlich erzeugten $R$-Modul $M$ und
% jedes irreduzible Element $p\in R$ den K"orper $R/pR$ und die nat"urlichen 
% Zahlen
% $$d^n_p(M)=\dim_{R/pR} (p^{n-1}M/p^{n}M)$$
% Sie haben die folgenden Eigenschaften:
% \begin{enumerate}
% \item
% $d^n_p(M\oplus N)=d^n_p(M)+d^n_p(N)$ f"ur alle $p$ und $n$
% und $N$ auch endlich erzeugt.
% \item
% $d^n_p(R)=1$ f"ur alle $p$ und $n$. 
% \item
% Ist $\pi$ ein weiteres irreduzibles Element von $R$, so gilt
% $$d^n_p(R/\pi^mR)=\left\{\begin{array}{ll}
% 1&\pi\in R^\times p,\;m\leq n;\\
% 0&\text{sonst.}\end{array}\right$. $
% \end{enumerate}
% Hier ist die erste Eigenschaft offensichtlich.
% F"ur $\pi=p$ induziert die Multiplikation mit $p^{n-1}$
% Isomorphismen $R/pR\sira p^{n-1}R/p^{n}R$, und das
% zeigt 2 sowie in 3 alle F"alle mit $\pi\in R^\times p$. 
% Im verbleibenden Fall  $\pi\not\in R^\times p$
% ist die Restklasse von $p$ eine Einheit in $R/\pi^m R$
% und das zeigt $d^n_p(R/\pi^m R)=0$ f"ur alle $m$. 
% Damit erhalten wir f"ur jedes irreduzible $p \in R$ und $n \geq 1$
% die Formel
% $$d^n_p(M) = s +\# \{ i \mid p^{n} \text{
% teilt } q_{i}\},$$
% und das zeigt die Eindeutigkeit der $q_{i}$ bis auf
% Reihenfolge und Einheiten.






% Als n"achstes zeigen wir die Existenz im ersten Satz.
% Sei also $M$ ein endlich erzeugter $R$-Modul. Sicher finden wir
% eine Surjektion
% $p:R^{m} {\twoheadrightarrow} M$.  Da $R$ noethersch ist,
% ist $\ker p$ auch endlich erzeugt und wir finden eine Surjektion
% $f:R^{n} {\twoheadrightarrow} \ker p$. 
% Jetzt fassen wir $f$ auf als eine Abbildung $f: R^{n} \ra R^{m}$
% und haben $M \cong R^{m} / \op{im} f$. 
% Nach Satz \ref{ES} finden wir aber $X,Y$ invertierbar und $D$
% diagonal derart, da"s das Diagramm
% $$\begin{array}{ccc}
% R^{n} & \overset{f}{\longrightarrow} & R^{m}\\
% X \uparrow \;\;\;\;& & \;\;\downarrow Y\\
% R^{n} & \overset{D}{\longrightarrow} & R^{m}
% \end{array}$$
% kommutiert, und k"onnen f"ur die Diagonaleintr"age von $D$ sogar
% $d_{11}|d_{22}|\ldots | d_{rr}$ erreichen mit $r = \min (m,n)$. 
% Es folgt
% $$\begin{array}{ccl}
% M & \cong & R^{m}/\op{im} D\\
%  & \cong & R/d_{11}R \times \ldots \times R/d_{rr}R \times R^{m-r}
%  \end{array}$$
% In dieser Darstellung d"urfen wir die Terme mit $d_{ii} \in R^{\times}$
% weglassen und erhalten so die Existenzaussage in Satz \ref{KIK}.
% Daraus folgt sofort die Existenzaussage in Satz \ref{NFF}, indem
% wir im Fall $\frak{a}_{i} \neq 0$ einen Erzeuger $d$ von $\frak{a}_{i}$
% als Produkt von paarweise teilerfremden Primpotenzen $d =
% q_{1} \ldots q_{k}$ schreiben und mit dem chinesischen Restsatz
% zerlegen
% $$R/\frak{a}_{i} \cong R/q_{1}R \times \ldots \times R/q_{k}R$$
% Umgekehrt zeigt die bereits bewiesene Eindeutigkeit in Satz
% \ref{NFF} auch die behauptete Eindeutigkeit in Satz \ref{KIK}, wir
% haben notwendig $\frak{a}_{1} = \ldots = \frak{a}_{s} =0$, dann ist
% $\frak{a}_{s+1}$ erzeugt vom Produkt der jeweils gr"o"sten unter den $q_{i}$
% vorkommenden Potenzen der verschiedenen Primelemente, und so
% weiter.
% \end{proof}

\begin{Korollar}[\defind{Jordan'sche Normalform}]
Seien 
$k$ ein algebraisch abgeschlossenen K"orper,
$V$ ein
endlichdimensionaler $k$-Vektorraum und\label{JNF} 
$A : V \ra V$ eine lineare Abbildung.
So gibt es eine Basis von $V$ derart, da"s die Matrix von $A$
bez"uglich dieser Basis blockdiagonal ist, wobei die Bl"ocke
konstant sind auf der Diagonale, konstant Eins auf der ersten oberen
Nebendiagonale, und Null an allen anderen
Stellen.
\end{Korollar} 
\begin{Bemerkungl}
 Das ist genau unser Satz \eref{JNFa}{LA2} aus der linearen Algebra, der
hier also ein weiteres Mal bewiesen wird.
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}[Beweis]
Mithilfe von  \ref{KX} fassen wir
$V$  als Modul "uber dem Polynomring $k[X]$ auf und mit \ref{NFF} finden  wir
einen Isomorphismus
von $k[X]$-Moduln
$$V \cong k [X]/\langle(X-\lambda_{1})^{n_{1}}\rangle 
\times \ldots \times 
k[X]/\langle(X-\lambda_{t})^{n_{t}}\rangle$$
W"ahlen wir auf der rechten Seite im Summanden 
$k [X]/\langle(X-\lambda)^{n}\rangle$ als angeordnete Basis die
Nebenklassen von  $
{(X-\lambda)}^{n-1}, \ldots, {(X-\lambda)}$ und $1$, so
erh"alt man die Matrix der Multiplikation mit $X$, indem man 
zun"achst die Matrix der Multiplikation mit $(X-\lambda)$ berechnet und dann
die Diagonalmatrix $\lambda I$ addiert. So erkennt man dann leicht, da"s die
Matrix der Multiplikation mit $X$
die gew"unschte Form hat.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
 Auf "ahnliche Weise erh"alt man auch Normalformen f"ur die Matrizen von
 Endomorphismen "uber nicht notwendig algebraisch abgeschlossenen K"orpern,
wie in den folgenden "Ubungen ausgef"uhrt wird.
\end{Bemerkungl}


\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildMNWF}\\[4mm]
\noindent 
Illustration zu \ref{WNF}
\end{figure}
\subsubsection*{"Ubungen}

\begin{Ubung}\label{WNF}
Jedes normierte Polynom $P\in k[X]$ ist bis auf Vorzeichen das
charakteristische Polynom der $k$-linearen Abbildung
$$(X\cdot):k[X]/\langle P\rangle\ra k[X]/\langle P\rangle$$
Hat unser Polynom die Gestalt 
$P=X^n+a_{n-1}X^{n-1}+\ldots+a_{1}X+a_0$, so bilden die Nebenklassen
von $1,X,\ldots,X^{n-1}$ eine angeordnete Basis des Quotienten, 
und in Bezug auf diese Basis hat die durch Multiplikation mit 
$X$ gegebene $k$-lineare  Abbildung die in nebenstehender Abbildung
angegebene Matrix. Hinweis: Eine Methode ist die explizite Berechnung mithilfe
der Determinante. Alternativ mag man $k$ algebraisch abgeschlossen annehmen
und sich mithilfe des chinesischen Restsatzes auf den Fall
zur"uckziehen, da"s $P$ eine Potenz eines linearen Polynoms ist.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Charakteristisches Polynom eines $K[X]$-Moduls}] 
  Sei $A:V\ra V$ ein Endomorphismus\label{KEC}
 eines endlichdimensionalen Vektorraums
"uber einem K"orper $k$. Man zeige: Genau dann hat $A$ das charakteristische
Polynom $P$, wenn es eine Faktorisierung $P=Q_1\ldots Q_r$ gibt derart,
da"s der  $(V,A)$ entsprechende $k[X]$-Modul isomorph ist zu 
$$k[X]/\langle Q_1\rangle\times\ldots\times k[X]/\langle Q_r\rangle$$
Man nutze diese Erkenntnis, um einen alternativen Beweis des Satzes von
Cayley-Hamilton \eref{CaHa}{LA1} zu geben. Hinweis: Man verwende 
\ref{WNF} und \ref{KIK}
oder \ref{NFF}.
In anderen Worten kann das Aufmultiplizieren einer endlichen Multimenge 
von  Null verschiedener Polynome bis auf eine multiplikative
Konstante aus $k^\times$ demnach geschrieben werden als die Verkn"upfung 
\begin{displaymath}
\begin{array}{ccc}
 _\mu\{ Q_1, \ldots , Q_r\} &\in 
&\left\{ \begin{array}{c}\text{endliche Multimengen}\\
\text{von Polynomen aus } k [X]\backslash 0
\end{array} \right\}\\
\da&&\da\\
k [X]/ \langle Q_1\rangle \times \ldots \times  k [X]/ \langle Q_r
\rangle
 & \in
& \left\{\begin{array}{c}\text{endlichdimensionale}\\
k[X]\text{-Moduln}
\end{array} \right\}\\
& & \downarrow\\
(V,A)&\in&\left\{\begin{array}{c}\text{endlichdimensionale}\\
k\text{-Vektorr"aume }V\\
\text{mit Endomorphismus}
\end{array} \right\}
\\
\da&&\da\\
\chi_A & \in & k [X] 
\end{array}
\end{displaymath}
mit unserer Entsprechung $M\mapsto (M,(X\cdot))$ aus \ref{KX} als mittlerem
Pfeil.
\end{Ubung}
\begin{Ubunge}
  Sei $A:V\ra V$ ein Endomorphismus eines Vektorraums
"uber einem K"orper $k$. Man zeige: Genau dann 
liefert $(V,A)$ einen  $ k[X]$-Modul, der isomorph ist zu
 $k[X]/\langle P\rangle$
f"ur ein Polynom $P\in k[X]$, wenn es einen Vektor $v\in V$
gibt
derart, da"s die $A^iv$ den Vektorraum $V$ erzeugen. 
Ein derartiger Vektor
hei"st auch 
ein {\bf zyklischer Vektor}.\index{zyklisch!Vektor!eines Endomorphismus}
\end{Ubunge}
\begin{Ubunge}
  Sei $A:V\ra V$ ein Endomorphismus eines 
endlichdimensionalen Vektorraums
"uber einem K"orper $k$. Man zeige: 
Kommen im  charakteristischen Polynom $\chi_A$ von $A$ keine
$k$-irreduziblen Faktoren mehrfach vor, so 
liefert $(V,A)$ einen  $ k[X]$-Modul, der
isomorph ist zu   $k[X]/\langle \chi_A\rangle$.
\end{Ubunge}









\subsection{K"orpertheoretischer Nullstellensatz}

\begin{Definition}
  Unter einer {\bf Kringerweiterung}\index{Kringerweiterung}
 %eines Krings $A$ 
verstehen wir ein Paar 
$A\subset B$ bestehend aus einem Kring $B$ mit einem Teilring $A$. 
Sp"ater verstehen wir darunter auch allgemeiner
einen beliebigen injektiven Kringhomomorphismus.
\end{Definition}

\begin{Definition}\label{defg}
Sei 
$A\subset B$ eine Kringerweiterung.
\begin{enumerate}
\item Wir sagen, $B$ sei {\bf von endlichem Typ}\index{endlicher
    Typ!Kringerweiterung} {\bf "uber} $A$ oder  {\bf
  ringendlich}\index{ringendlich!Kringerweiterung} {\bf "uber} $A$,
  wenn $B$ als Ring von $A$ zusammen mit endlich
  vielen weiteren Elementen erzeugt werden kann. \item  Wir sagen, $B$ sei {\bf
    endlich}\index{endlich!Kringerweiterung} {\bf "uber} $A$ oder genauer {\bf
    modulendlich}\index{modulendlich!Kringerweiterung} {\bf "uber} $A$, wenn $B$ als $A$-Modul endlich erzeugt ist. \item  Ein Element $b\in B$
  hei"st {\bf ganz "uber $A$},\index{ganz!Element von Kringerweiterung} wenn es Nullstelle eines normierten Polynoms mit Koeffizienten in $A$
  ist, wenn also eine Gleichung der Gestalt
$$b^{n}+a_{n-1} b^{n-1} + \ldots + a_{1}b + a_{0}=0$$
gilt mit $n\geq 1$ und $a_{i} \in A$.  Im Fall einer K"orpererweiterung
$A\subset B$ sagt man stattdessen auch, $b$ sei {\bf algebraisch "uber $A$}.
\end{enumerate}
Analog verwenden wir diese Begriffe auch f"ur beliebige
Kringhomomorphismen $A\ra B$, die nicht  notwendig 
Einbettungen von Teilmengen, ja noch nicht einmal 
injektiv zu sein brauchen.
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}
Im Fall von
K"orpererweiterungen reicht in Teil 3 die Forderung, da"s wir ein von
Null verschiedenes Polynom finden.
Im Fall von Kringerweiterungen jedoch ist
  die Forderung wesentlich, da"s das Polynom in Teil 3
normiert sein soll. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}\label{zui} 
Gegeben ein von  Null
verschiedener Kring $R$ und die Kringerweiterung $R[T]\subset R[T,T^{-1}]$ ist  $T^{-1}$ nicht ganz "uber $R[T]$.
\end{Beispiel}


  \begin{Bemerkungl}\label{HHKEh}
Ich erinnere die in \eref{HHKE}{AL} eingef"uhrten Begriffsbildungen
und Notationen. 
    Sei $A$ ein Kring. Unter einem {\bf $A$-Kring}\index{Kring!$k$-Kring|main}
    verstehen wir ein Paar $(B,\varphi)$ bestehend aus einem Kring $B$ und einem
    Kringhomomorphismus $\varphi:A\ra B$.  Ist $(C,\psi)$ 
ein weiterer $A$-Kring, so
    verstehen wir unter einem {\bf Homomorphismus von
      $A$-Kringen}\index{Homomorphismus!von $A$-Kringen} $B\ra C$ einen
    Kringhomomorphismus ${\eta}:B\ra C$ mit $\eta\circ {\varphi}=\psi$.  
Alternativ
    sprechen wir auch von einem {\bf Homomorphismus "uber
      $A$}.\index{Homomorphismus!"uber Grundkring} Die Menge aller solchen
    Homomorphismen notieren wir\index{Kring@$\op{Kring}^{A}$}
$$\op{Kring}^{A}(B,C)$$
Einen bijektiven Kringhomomorphismus "uber $A$ nennen wir auch einen
\defnoind{Isomorphismus von $A$-Kringen} oder einen \defnoind{Isomorphismus
  "uber $A$}.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkunge}
Unser  $\op{Kring}^{A}$ ist ebenso wie seine nichtkommutative Variante
$\op{Ring}^{A}$
ein  Speziallfall
der allgemeinen kategorientheoretischen Konstruktion \eref{KaUu}{TF}
der Kategorie $\mathcal C^X$ der \glqq Objekte unter $X$\grqq\  zu einer
Kategorie $\mathcal C$ mit einem ausgezeichneten Objekt $X$. 
% Wenn $A$ selbst durch einen gr"o"seren Ausdruck gegeben ist, verwende
% ich f"ur diese Kategorien auch die 
\end{Bemerkunge}
\begin{Bemerkungl} 
Gegeben ein Kring $k$ verstehe ich wie
in  \eref{RAlg}{LA2} unter einer\label{kALL} 
{\bf $k$-Algebra}\index{Algebra!"uber Kring} einen $k$-Modul
$M$ mitsamt einer $k$-bilinearen Abbildung $M\times M\ra M$. 
Hier bedeutet \glqq bilinear\grqq\  wie im Fall eines K"orpers $k$ die
Linearit"at in beiden Eintr"agen. 
"Ublich ist in diesem Zusammenhang die Konvention,
da"s man eine Algebra 
stets als assoziativ versteht, wenn aus dem Kontext nichts 
anderes hervorgeht.  
Ist die bilineare Verkn"upfung
assoziativ und besitzt $M$ dazu noch ein neutrales Element, so nenne ich
$M$  eine {\bf $k$-Ringalgebra},\index{Ringalgebra!"uber Kring}
und ist sie zus"atzlich auch noch kommutativ, 
eine {\bf $k$-Kringalgebra}.\index{Kringalgebra!"uber Kring}
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{$k$-Kringe und $k$-Kringalgebren}] 
  In der hier gew"ahlten Terminologie ist f"ur jeden Kring $k$  eine
  $k$-Kring\-algebra  dasselbe wie ein $k$-Kring:
Die Multiplikation eines $k$-Krings $(B,\varphi)$ zusammen mit der 
von $\varphi$ induzierten $k$-Modulstruktur macht jeden 
$k$-Kring zu einer $k$-Kringalgebra,
und umgekehrt wird
jede $k$-Kring\-algebra $M$ 
zu einem $k$-Kring durch den Kringhomomorphismus
$\varphi:k\ra M$, $\lambda\mapsto \lambda 1_M$.
Ich verwende die Bezeichnung als Kringalgebra insbesondere, wenn ich
den Grundring $k$ nicht explizit erw"ahnen will.
Viele Autoren, deren Fokus
  mehr auf der algebraischen Geometrie und kommutativen Algebra liegt, nennen
  letztere Struktur kurzerhand eine \glqq $k$-Algebra\grqq. Ich verwende diese
  Terminologie nicht, da bei mir auch nicht-kommutative Algebren und
  nicht-unit"are Algebren eine wichtige
  Rolle spielen. Allerdings will ich der Konvention folgen,
da"s eine Algebra als assoziativ angenommen sei, wenn aus dem Kontext 
nichts anderes hervorgeht.
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungl}[\textbf{Ringendliche Erweiterungen noetherscher Kringe sind noethersch}]
Ist ein Kring $B$ ringendlich "uber einem noetherschen Kring $A$,
so  ist auch $B$  selbst noethersch. Man folgert das 
mit\label{KHIB} 
dem Hilbert'schen Basissatz \ref{HiBaa} zun"achst
f"ur einen Polynomring in endlich vielen
Variablen "uber $A$ und dann mit \ref{QN} f"ur Quotienten solcher Polynomringe.
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Ringendliche K\"{o}rpererweiterungen}]
Jede ringendliche K"orper\-erweiterung  ist 
modulendlich.\label{KFa} In anderen Worten ist also jede K"orpererweiterung,
die endlich erzeugt ist als Ringerweiterung, bereits endlichdimensional
"uber dem Grundk"orper. 
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Wegen seiner engen Verwandtschaft zum
 Nullstellensatz hei"st dieser Satz 
in vielen Quellen der  
{\bf k\"{o}rpertheoretische 
Nullstellensatz}.\index{Nullstellensatz!k\"{o}rpertheoretischer}
Einen alternativen Beweis, der auf dem Noether'schen Normalisierungslemma
und Eigenschaften ganzer Ringerweiterungen basiert,
diskutieren wir in \ref{AlBN}. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bild} 
 \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildPRiT}\\[4mm]
 \noindent Sind $A\subset B\subset C$ Kringe und ist $C$ ringendlich 
"uber $A$, so mu"s $B$ keineswegs  ringendlich "uber $A$ sein.
Als Gegenbeispiel betrachte man etwa $\DC\subset B\subset \DC[X,Y]$ 
mit $B$ dem Ring aller Polynomfunktionen, deren 
Einschr"ankung auf die $y$-Achse konstant ist. 
Eine $\DC$-Basis von $B$ bildet dann etwa die Eins
und alle Monome $X^iY^j$ mit $i>0$, und man sieht leicht,
da"s kein  Teilring von  $B$ von endlichem Typ "uber $\DC$ alle
$XY^j$ enthalten kann. Dies Bild illustriert, wie ich mir diesen
Ring veranschauliche: Jedes ausgemalte K"astchen mit unterer
linker Ecke $(i,j)$ steht f"ur einen Basisvektor $X^iY^j$ von $B$.
\end{Bild}
\begin{proof}[Beweis 
im Fall eines  "uberabz"ahlbaren Grundk"orpers]
Sei $ k\subset L$ unsere K"orper\-erweiterung.
Ist $L$ ein endlich erzeugter $k$-Ring, so ist $L$ von
abz"ahlbarer Dimension "uber $k$.  G"abe es nun
ein $t\in L\backslash k$, das transzendent ist "uber $k$, so
h"atten wir mit $T\mapsto t$ eine Einbettung $k(T)\hra L$.  Der
Funktionenk"orper
$k(T)$ hat aber "uberabz"ahlbare Dimension "uber $k$, da die
Familie der Br"uche $(T-\lambda)^{-1}$ parametrisiert durch $\lambda\in k$
linear
unabh"angig ist "uber $k$, vergleiche \eref{pbzz}{AL}. Widerspruch!
\end{proof}


\begin{proof}[Beweis im Allgemeinen]
Sei $k\subset L$ unsere ringendliche K"orpererweiterung.
Seien $e_{1}, \ldots , e_{n}$ Erzeuger des $k$-Krings $L$, in Formeln
$L = k [e_{1}, \ldots , e_{n}]$. Wir argumentieren mit Induktion "uber $n$.
 Der Fall $n=1$ ist unproblematisch, der
Polynomring in einer Ver"anderlichen ist eben kein K"orper, und jeder 
Quotient davon nach einem von Null verschiedenen Ideal ist endlichdimensional 
als $k$-Vektorraum. 
F"ur den Induktionsschritt d"urfen wir 
 annehmen, da"s wir bereits wissen, da"s $L$ mo\-dul\-end\-lich ist "uber
$K \pdef k(e_1)$. 
Ist $e_1$ algebraisch "uber $k$, so sind wir wieder fertig.
Also d"urfen wir $e_1$ transzendent "uber $k$ annehmen,
in Formeln $K \cong k('T)$. 
Betrachten wir nun den Teilring $A \subset K $,
der "uber $k$ von $e_1$ und den 
Koeffizienten der
Minimalpolynome "uber $K $ von $e_2,\ldots, e_n$ erzeugt wird,
so ist
$A$  per definitionem ringendlich
"uber $k$.
Wir haben also unseren Funktionenk"orper 
$K$ eingebettet in ein Sandwich von Kringen
$$  k\subset A \subset K\subset L$$
mit $L$ modulendlich "uber
$A$ und $A$ ringendlich
"uber $k$ und damit nach \ref{KHIB} insbesondere $A$  noethersch.  
Also  mu"s 
auch $K $ modulendlich sein "uber
$A$ und damit ringendlich "uber $k$. 
Das ist nun der gesuchte Widerspruch, denn
ein Funktionenk"orper $K  \cong k('T)$ kann nie ringendlich "uber
seinem Grundk"orper $k$ sein: Es gibt 
ja nach \eref{Uevi}{AL} unendlich viele irreduzible Polynome in
$k ['T]$, und nur endlich viele davon k"onnten in den
Nennern von endlich vielen hypothetischen Erzeugern
des $k$-Krings $k('T)$
vorkommen.
\end{proof}

\begin{Bemerkungw}
  Einen alternativen Beweis geben wir im Anschlu"s an \ref{FRE}.
\end{Bemerkungw}





\subsubsection*{"Ubungen}

\begin{Ubung}\label{TEZ}
Seien $A\subset B\subset C$ Kringerweiterungen. 
Man zeige: Ist $C$ modul\-endlich "uber $B$ und $B$ modulendlich "uber $A$, so ist 
$C$ bereits modul\-endlich "uber $A$.  
Ist $C$  ringendlich "uber $B$ und $B$  ringendlich "uber $A$, so ist 
$C$ bereits  ringendlich "uber $A$.  
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Man bestimme alle Elemente von $\DQ$, die ganz sind "uber $\DZ$. Sei $k$ ein
  K"orper.  Man bestimme alle Elemente von $k(T_1,\ldots,T_n)$, die ganz sind
  "uber dem Polynomring $k[T_1,\ldots,T_n]$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Man zeige, da"s $\DC[X,Y]/\langle Y^2-X^3\rangle$ ein Integrit"atsbereich
  ist, und da"s die "uber diesem Ring ganzen Elemente seines
  Quotientenk"orpers selbst einen Ring bilden, der isomorph ist zum
  Polynomring in einer Ver"anderlichen.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{Zwei}
Wird ein $A$-Kring $B$ als $A$-Kring   erzeugt von endlich vielen
"uber $A$ ganzen Elementen, haben wir also in Formeln 
$B=A[x_1,\ldots ,x_n]$ mit $x_i$ ganz "uber $A$ f"ur 
$1\leq i\leq n$, 
so ist er bereits modulendlich "uber $A$. 
Hinweis: Man beginne mit dem Fall eines einzigen Erzeugers und verwende dann
\ref{TEZ}.
\end{Ubung}


\subsection{Beweis des Hilbert'schen Nullstellensatzes}
\begin{Bemerkungl}
  In einem unvoreingenommenen Sprachgebrauch hat jeder Ring genau
  ein maximales Ideal, n"amlich das Ideal, das aus allen Elementen
  unseres Rings besteht.
  Ich erinnere jedoch daran, da"s wir in \eref{MaxI}{AL} vereinbart
  hatten, vielmehr die maximalen echten Ideale eines Rings  seine
  \glqq maximalen  Ideale\grqq\ zu nennen.  
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Die Menge der maximalen 
Ideale eines Rings $A$ notieren wir\index{Max@$\op{Max}A$ Menge der maximalen
  Ideale von $A$} 
$$\op{Max}A$$ 
Statt $\op{Max}A$ findet man f"ur die Menge der 
maximalen Ideale eines Rings $A$ auch oft 
Notationen wie 
$\op{Spec}_{\op{max}}A$\index{Specmax@$\op{Spec}_{\op{max}}A$ 
 {\it Menge der maximalen
  Ideale von $A$}}
oder $\op{Specm}A$\index{Specm@$\op{Specm}A$ {\it Menge der maximalen
  Ideale von $A$}}, die aber im hier verfolgten Aufbau der Theorie erst in
\ref{PrII} verst"andlich werden. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
  In vom Nullring verschiedenen
  noetherschen Ringen ist es offensichtlich, da"s sich jedes Ideal zu 
  einem maximalen Ideal vergr"o"sern l"a"st: Das System aller echten Ideale
  ist dann nicht leer und besitzt folglich mindestens ein maximales Element.
  In allgemeinen Ringen folgt das 
aus dem Zorn'schen Lemma, wie nun gleich gezeigt werden soll.
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\defnoind{Existenz von maximalen Idealen}]\label{EMI}
In jedem von Null verschiedenen Ring gibt es mindestens ein maximales Ideal.
Allgemeiner l"a"st sich in einem beliebigen Ring jedes
Ideal, das nicht der ganze Ring ist, vergr"o"sern zu einem maximalen Ideal
unseres Rings.\index{maximal!Ideal}
\end{Satz} 
\begin{proof}[Beweis]
Sei $R$ unser Ring und $\frak{a}\neq R$ unser Ideal.
Wir betrachten das System aller Ideale von $R$, die $\frak{a}$ umfassen
und nicht ganz $R$ sind oder, gleichbedeutend, nicht die $1$ von $R$
enthalten. Dieses System von Teilmengen ist offensichtlich stabil
unter aufsteigenden Vereinigungen. Jetzt folgt der Satz aus
dem Zorn'schen Lemma in der Gestalt \eref{KZL}{LA1}.
\end{proof}
\begin{Bemerkunge}
In der Logik wird gezeigt,
da"s die Annahme, jedes Ideal eines Krings m"oge sich zu einem maximalen
Ideal vergr"o"sern lassen, echt schw"acher ist als das Auswahlaxiom.
Der Beweis scheint allerdings nicht ganz einfach zu  sein.  
\end{Bemerkunge}


\begin{Bemerkungl}\label{ZHMa}
  Ist $\varphi : R \twoheadrightarrow S$ ein surjektiver Ringhomomorphismus,
  so erhalten wir eine Bijektion
$$
\left\{ \text{Ideale in } R, \text{ die } \ker \varphi \text{ umfassen}
\right\} \sira \{ \text{Ideale in } S \}
$$
vermittels der Abbildungen $I \mapsto \varphi (I)$ f"ur $I \subset R$ beziehungsweise in
der Gegenrichtung $J \mapsto \varphi^{-1} (J)$ f"ur $J \subset S$. 
Insbesondere liefert das Zur"uckholen mit einem surjektiven Ringhomomorphismus
eine Injektion $\op{Max}S\hra \op{Max}R$, 
$\frak m\mapsto \varphi^{-1} (\frak m)$. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Lemma}\label{NIi}
Ein Kring ist ein K"orper
genau dann, wenn in ihm das Nullideal ein maximales
Ideal ist. Ein Ideal in einem Kring  ist maximal genau dann,
wenn der Quotientenring nach besagtem Ideal ein K"orper ist.\label{RMI}
\end{Lemma}

\begin{proof}[Beweis]  Die zweite Aussage
  und damit implizit auch die Erste
  haben wir bereits als  \eref{RMIb}{AL} bewiesen.
  Hier geben wir noch eine Beweisalternative.
In einem K"orper ist nat"urlich das Nullideal maximal. Ist
umgekehrt das Nullideal ein maximales Ideal, so gilt $k=\langle 1\rangle  \neq
\langle 0\rangle $ und damit $1 \neq 0$.  Weiter gilt $\langle a\rangle  = k$ f"ur jedes $a
\neq 0$, also gibt es f"ur jedes $a \neq 0$ ein $b$ mit $ab =1$. 
  Wenden wir nun die Erkenntnis \ref{ZHMa} an auf die Surjektion $R
\twoheadrightarrow R/\frak{m}$ f"ur irgendein Ideal 
$\frak{m}$ von $ R$, so folgt, da"s $\frak{m} \subset R$ ein
maximales Ideal ist genau dann, wenn $\langle 0\rangle\subset R/\frak{m}$ ein
maximales Ideal ist.
Das Nullideal in einem Kring ist aber, wie bereits gezeigt, 
 maximal genau
dann, wenn besagter Kring ein K"orper ist.
\end{proof}


\begin{Bemerkungl}
Die nun folgenden Lemmata \ref{MIi} und \ref{MI1}  formulieren 
einfache Konsequenzen
des Nullstellensatzes \ref{HNb}.
Da wir uns jedoch beim Beweis des Nullstellensatzes
auf diese Lemmata st"utzen wollen,
d"urfen 
wir sie hier nicht aus dem Nullstellensatz herleiten. 
Stattdessen folgern wir sie aus dem bereits bewiesenen
Satz "uber ringendliche K"orpererweiterungen
 \ref{KFa}.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Lemma}[\textbf{Maximale Ideale in Polynomringen}] %\label{MI}
Ist $k=\bar k$ ein algebraisch abgeschlossener K"orper, so sind
die maximalen Ideale im Polynomring in $n$ Variablen
  $k [T_{1}, \ldots , T_{n}]$ genau
die Verschwindungsideale von Punkten des $k^{n}$.  In Formeln
liefert das Bilden des Verschwindungsideals also eine\label{MIi} Bijektion
$$\begin{array}{ccc}
k^{n} & \sira &\op{Max} k [T_{1}, \ldots , T_{n}]\\
x & \mapsto &\;{\mathcal I}(x)
\end{array}$$
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}
Da jeder Punkt des $k^n$ abgeschlossen ist, k"onnen wir
die inverse Abbildung beschreiben durch die Abbildungsvorschrift 
$\frak{m} \mapsto {\mathcal Z}(\frak{m})$. 
\end{Bemerkungl}


\begin{proof}[Beweis]
Ist $k$ ein K"orper und $x \in k^{n}$ ein Punkt, so ist ganz offensichtlich
 ${\mathcal I}(x)=
\langle T_{1}-x_{1}, \ldots , T_{n}-x_{n}\rangle \subset k [T_{1}, \ldots ,
T_{n}]$ 
ein maximales Ideal:
In der Tat induziert das Auswerten bei $x$ einen Isomorphismus
$k[T_{1}, \ldots, T_{n}]/{\mathcal I}(x) \sira k$.  
Ist umgekehrt ${\frak m} \subset k
[T_{1},\ldots , T_{n}]$ ein maximales Ideal, so betrachten wir den
K"orper $L\pdef k [T_{1}, \ldots, T_{n}]/{\frak m}$. 
Wir haben nat"urlich einen Ringhomomorphismus $\varphi : k \ra
L$ und die Nebenklassen der
$T_{i}$ erzeugen $L$ als $k$-Algebra.
Mit dem
Satz "uber ring\-endliche K"orpererweiterungen
\ref{KFa} folgt, da"s $\varphi:k\hra L$ eine algebraische
K"orpererweiterung sein mu"s.
Aus unserer Annahme $k$ algebraisch abgeschlossen folgt dann weiter,
da"s $\varphi$ eine
Bijektion sein mu"s. Ist $x_{i}\in k$ das Urbild der Nebenklasse 
$\bar{T}_{i}\in L$ von $T_i$ unter dieser Bijektion, 
so folgt $T_{i}-x_{i} \in {\frak m}$. 
Bezeichnet $x = (x_{1}, \ldots , x_{n})$ den Punkt mit den
Koordinaten $x_{i}$, so folgt ${\mathcal I}(x) \subset {\frak m}$ und damit ${\mathcal I}(x) =
{\frak m}$. 
\end{proof}

\begin{Lemma}[\textbf{Ideale ohne simultane Nullstellen}]
Hat ein Ideal in einem Polynomring in
endlich vielen Variablen "uber einem algebraisch abgeschlossenen K"orper
keine  Nullstelle, so ist besagtes Ideal schon der ganze\label{MI1} 
Polynomring. 
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Bezeichnet $k=\bar k$ unseren  K"orper und
$\mathfrak a\subset k [T_{1}, \ldots , T_{n}]$ unser Ideal, 
so behauptet unser Lemma in Formeln
$${\mathcal Z}(\mathfrak a)=\emptyset\;\;\RA\;\; \mathfrak a=k [T_{1}, \ldots , T_{n}]$$
Das zeigen wir durch Widerspruch: 
Ist ein Ideal $\mathfrak a$ nicht der ganze Ring, so gibt es
ein maximales Ideal ${\frak m}$ "uber $\mathfrak a$ und wir folgern
aus
$\mathfrak a\subset{\frak m}$ erst $ {\mathcal Z}(\mathfrak a)\supset {\mathcal Z}({\frak m})$ und
dann mit \ref{MIi} weiter $ {\mathcal Z}(\mathfrak a)\neq\emptyset$. 
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
 Nun erinnern und beweisen wir den
 bereits in \ref{HNb} angek"undigten Hilbert'schen 
Nullstellensatz.
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{Hilbert'scher 
Nullstellensatz}]\index{Nullstellensatz, Hilbert'scher}\index{Hilbert'scher Nullstellensatz}
Seien $k=\bar k$ ein algebraisch abgeschlossener K"or\-per und\label{HN}
$\mathfrak a \subset k [T_{1}, \ldots, T_{n}]$ ein Ideal. Ist $f \in k
[T_{1}, \ldots, T_{n}]$ ein Polynom, das auf der Nullstellenmenge unseres 
Ideals verschwindet, so liegt eine Potenz unseres Polynoms bereits selbst in
besagtem Ideal, in
Formeln 
$${\mathcal Z}(f) \supset {\mathcal Z}(\mathfrak a)\;\RA\; f^{N} \in \mathfrak a\text{ f"ur }N \gg 0$$
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis]
Wir verwenden den sogenannten
{\bf Rabinovitch-Trick} und betrachten in dem
um eine Variable $T$ vergr"o"serten
Polynomring $k [T_{1},\ldots , T_{n}, T]$ das von $\mathfrak a$ und
$fT -1$ erzeugte Ideal $\mathfrak b$. 
Da wir ${\mathcal Z}(f) \supset {\mathcal Z}(\mathfrak a)$ angenommen hatten, 
besitzt dies Ideal $\mathfrak b$ "uberhaupt keine
simultanen Nullstellen. Anschaulich gesprochen
entweicht ${\mathcal Z}(fT -1)$ bei jeder Nullstelle von $f$ in Richtung 
der zus"atzlichen Koordinate $T$ ins Unendliche und 
die Nullstellenmenge  von $\mathfrak a$ im um eine Variable
 gr"o"seren Polynomring ist das kartesische 
 Produkt von ${\mathcal Z}(\mathfrak a)$ mit der
 zus"atzlichen Koordinatenachse: Der  Schnitt dieser beiden Mengen ist
dann offensichtlich  leer.
Nach \ref{MI1} gilt also in unserem um eine
Variable vergr"o"serten Polynomring 
eine Gleichung der Gestalt
$$r_0(fT-1)+r_1 f_1+\ldots +r_m f_m=1$$
mit $f_j\in \mathfrak a$ und $r_j$ Elementen unseres um eine
Variable vergr"o"serten Polynomrings. 
Nun durften wir sicher von Anfang an
$f\neq 0$ annehmen. Setzen wir dann in unserer Gleichung 
f"ur $T$ das Element $f^{-1}$ 
des Funktionenk"orpers $k (T_{1},\ldots , T_{n})$
ein, wenden also 
den Ringhomomorphismus 
$k [T_{1},\ldots , T_{n}, T]\ra k (T_{1},\ldots , T_{n})$
mit $T\mapsto f^{-1}$ an, 
so ergibt sich in diesem Funktionenk"orper 
und sogar bereits in seinem Teilring 
$k [T_{1},\ldots , T_{n},f^{-1}]$ eine Gleichung 
der Gestalt 
$$s_1 f_1+\ldots+ s_m f_m=1$$
wo die $s_j\in k [T_{1},\ldots , T_{n},f^{-1}]$ 
eben aus den $r_j$ hervorgehen durch Einsetzen von
$f^{-1}$ f"ur $T$. 
Nach Multiplikation mit einer geeigneten Potenz $f^N$ von $f$
erhalten wir schlie"slich
eine Gleichung in $k [T_{1},\ldots , T_{n}]$ 
der Gestalt
$$c_1 f_1+\ldots+ c_m f_m=f^N$$
mit $c_j=f^N s_j$ Elementen unseres urspr"unglichen 
Polynomrings $k [T_{1},\ldots , T_{n}]$. Diese Gleichung zeigt dann
$f^{N} \in \mathfrak a$. 
\end{proof}






\begin{Definition}
Gegeben ein Ideal $\mathfrak a$ in einem Kring $R$ definiert man sein
{\bf Radikal}\index{Radikal!eines Ideals} $\sqrt{\mathfrak a}$ durch die Vorschrift
$\sqrt{\mathfrak a}\pdef\{ f\in R\mid f^N\in \mathfrak a\text{ f"ur }N\gg 0\}$. 
Ein Ideal hei"st ein \defind{Radikalideal}, wenn es sein
eigenes Radikal ist.\label{RaId} 
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}]
In  \eref{RaMo}{LieA} f"uhren wir den Begriff des
\glqq Radikals eines Moduls\grqq\  ein. Das Radikal eines Ideals 
im obigen Sinne ist etwas 
v"ollig anderes als sein Radikal als Modul. 
Wenn es n"otig sein sollte, werde ich unterscheiden zwischen 
dem {\bf Potenzradikal}\index{Radikal!Potenzradikal}\index{Potenzradikal} 
und dem 
{\bf Modulradikal}\index{Radikal!Modulradikal}\index{Modulradikal}
eines Ideals. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Abgeschlossene Mengen und Radikalideale}]
Ist $k=\bar k$ ein algebraisch abgeschlossener K"orper, so gilt f"ur jedes
Ideal  ${\frak a}\subset k[T_1,\ldots,T_n]$ nach dem Nullstellensatz
die Formel\label{BRI} 
${\mathcal I}({\mathcal Z}({\frak a}))=\sqrt{{\frak a}}$.
Andererseits wissen wir schon lange um die Formel
${\mathcal Z}({\mathcal I}(X))=\bar X$ f"ur Teilmengen $X\subset k^n$.
Die Vorschriften ${\mathcal Z}$ und ${\mathcal I}$ liefern
also zueinander inverse Bijektionen  zwischen der Menge aller  Zariski-abgeschlossenen
Teilmengen des $k^n$ und der Menge aller  Radikalideale in 
$k[T_1,\ldots,T_n]$, in Formeln 
$$\begin{array}{ccc}
\left\{ \!\!\begin{array}{c}
\text{Radikalideale}\\
\mathfrak b\subset k[T_1,\ldots, T_n]\end{array}\!\!\right\} & 
\begin{array}{c}
  \mathcal Z\\[-3mm]
\lra\\[-4.5mm]
{\scriptstyle \sim}\\[-3.5mm]
\longleftarrow\\[-2.5mm]
\mathcal I
\end{array}
 &
\left\{ \!\!\begin{array}{c}
\text{Algebraische Teilmengen}\\
Z\As k^n
\end{array} \!\! \right\} %^{\op{opp}} \\[5mm]
% X &   &\cal{O}(X) \\[1mm]
% \varphi \downarrow \;\;\;& \mapsto & \varphi^{\sharp} \uparrow \;\;\;\\[1mm]
% Y &   & \cal{O}(Y)
 \end{array}
$$
\end{Bemerkungl}



\subsubsection*{"Ubungen}

\begin{Ubung}
Ist $k$ algebraisch abgeschlossen und $\mathfrak a \subset k [T_{1}, \ldots,
T_{n}]$ ein Ideal,
so induziert die Bijektion $k^{n} \overset{\sim}{\ra} \op{Max} k
[T_{1}, \ldots , T_{n}]$ aus Lemma \ref{MIi} eine Bijektion
$\mathcal Z (\mathfrak a) \sira \op{Max} (k [T_{1}, \ldots , T_{n}]
/\mathfrak a)$. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
Warum kann man nicht mit demselben Argument wie in \ref{EMI} 
zeigen, da"s jede Gruppe
eine maximale echte Untergruppe besitzt? Man zeige auch, da"s
die additive Gruppe $\DQ$ keine maximale echte Untergruppe besitzt.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{NKR}
Gegeben ein kommutativer von Null verschiedener Ring $R$ folgt aus $R^n\cong
R^m$ schon $n=m$.  Hinweis: Man benutze 
\ref{MQR} und w"ahle mit \ref{EMI} ein maximales Ideal  $\frak{a}\subset
R$, so da"s $R/\frak{a}$ nach \ref{RMI} ein K"orper ist.
Ein alternativer Beweis, der ohne das Zorn'sche Lemma auskommt,
wird in \ref{ABTR} gegeben. Der hier skizzierte Beweis zeigt jedoch 
mit \eref{KaBa}{AL} allgemeiner
f"ur beliebige Mengen $I,J$, da"s aus 
der Isomorphie von freien Moduln $RI\cong RJ$ folgt, da"s 
$I$ und $J$ dieselbe Kardinalit"at haben.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{JacR}
Der Schnitt aller 
maximalen  Ideale eines Krings $R$ kann auch beschrieben werden als die
Menge aller Elemente unseres Rings mit der Eigenschaft, da"s die
 Summe eines beliebigen Vielfachen unseres Elements mit der Eins
stets  eine Einheit ist, in Formeln
$$\bigcap_{\frak{m}\in\op{Max}R}\frak{m}=\{a\in R\mid (ra+1)\in
R^\times\;\forall r\in R\}$$
Diese Menge hei"st das {\bf Jacobson-Radikal}\index{Jacobson-Radikal}
unseres Krings. Im Fall nichtkommutativer Ringe versteht man 
unter dem Jacobson-Radikal
feiner den Schnitt aller maximalen Links- oder gleichbedeutend aller
maximalen Rechtsideale.  
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
   $(k=\bar k)$. 
In Erweiterung von \ref{EVNN}  zeige man, da"s ein 
 Ideal $\mathfrak a\subset k[T_1,\ldots, T_n]$ genau dann\label{Evfg} 
von endlicher Kodimension ist, wenn es h"ochstens endlich viele
simultane Nullstellen besitzt, in Formeln
$$|\mathcal Z(\mathfrak a)|<\infty\;\;\IFF \;\; 
\op{codim}_k(\mathfrak a\subset k[T_1,\ldots, T_n])<\infty$$
\end{Ubung}
\begin{Ubunge}
  Noch allgemeiner als in \ref{Evfg} zeige man f"ur einen beliebigen K"orper $
k$,
da"s ein 
 Ideal $\mathfrak a\subset k[T_1,\ldots, T_n]$ genau dann\label{Exvfg} 
von endlicher Kodimension ist, wenn es nur in endlich vielen
maximalen Idealen enthalten ist.  
\end{Ubunge}


\begin{Ubung}
Man zeige, da"s f"ur ein Ideal
$\mathfrak a$ eines Krings $R$ das Radikal $\sqrt{\mathfrak a}$ wieder ein Ideal von $R$ ist
und da"s $\sqrt{\mathfrak a}$ sein eigenes Radikal ist.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{HZUU}
$(k=\bar k)$. Ist $A$ ein ringendlicher  $k$-Kring, so
liefert das Bilden des Kerns $\varphi\mapsto \op{ker}\varphi$ 
eine Bijektion
$\op{Kring}^k(A,k) \sira \op{Max}A$. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung} Seien $k$ ein K"orper und\label{rkee}  
 $A$ ein ringendlicher $k$-Kring. Man zeige:
 Ist der Quotient von $A$ nach seinem
Nilradikal $A/\sqrt{0}$ endlichdimensional "uber $k$,
so ist bereits $A$ selbst endlichdimensional "uber $k$.
\end{Ubung}

%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%

\newpage

\section{Affine Variet"aten}

\subsection{Polynomiale und regul"are Funktionen}




\begin{Bemerkungl}
  Seien
  $k$ ein Kring und $X \subset k^{n}$ eine Teilmenge.
  Eine $k$-wertige Funktion  $f:X\ra k$ auf $X$ hei"st eine
  {\bf polynomiale Funktion},\index{polynomial!Funktion} wenn es ein Polynom $P\in k[T_1,\ldots, T_n]$ gibt mit
  $f(x)=P(x)\;\forall x\in X$.\index{Funktion!polynomiale}
Die polynomialen Funktionen  bilden einen Teilring 
$$\cal{O}^{\op{pol}}(X)\subset \op{Ens}(X,k)$$ im Ring aller
$k$-wertigen Funktionen auf 
$X$.\index{O@$\cal{O}^{\op{pol}}$ polynomiale Funktionen} 
 Nach dem Isomorphiesatz
  \eref{ISa}{LA2} liefert die Einschr"ankung von Funktionen einen
  Isomorphismus von $k$-Kringen $$k [T_{1}, \ldots , T_{n}] / {\mathcal I}(X)
  \sira \cal{O}^{\op{pol}}(X)$$ zwischen dem Restklassenring des
  Polynomrings nach dem Verschwindungsideal von $X$ und dem Ring der
  polynomialen Funktionen auf $X$.
\end{Bemerkungl}


\newpage
\pagecolor{aliceblue}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Notationen f"ur Ringe von polynomialen Funktionen}]
 Viele Autoren verwenden 
statt $\cal{O}^{\op{pol}}(X)$ die alternative Notation
$k[X]$\index{)5]@$k[X]$ {\it Polynomfunktionen auf $X$}}
  f"ur den $k$-Kring der
  polynomialen Funktionen auf $X$.  Die Aussage, da"s f"ur einen unendlichen Kring $k$ die polynomialen Funktionen
  auf $X=k$  durch
  obigen Isomorphismus mit dem Polynomring in einer Ver"anderlichen $T$
  identifiziert werden, schreibt sich in dieser Notation $k[T]\sira k[k]$ und
  in unserer Notation $k[T]\sira \cal{O}^{\op{pol}}(k)$.
\end{Bemerkungl}
\newpage
\pagecolor{white}
\begin{Bemerkungl}
 Sei $k$ ein K"orper. 
  Gegeben eine Teilmenge $X\subset k^n$ 
hei"st eine  Abbildung
$f:X\ra k$ eine
{\bf regul"are Funktion},\index{Funktion!regul"are}\index{regul"ar!Funktion} 
 wenn 
sie sich lokal als Quotient von zwei polynomialen 
Funktionen schreiben l"a"st.
In Formeln ausgedr"uckt soll das bedeuten, da"s es f"ur alle $x \in X$ 
eine offene Umgebung $U \co k^n$ von $x$ gibt  und Polynome $g,
      h \in k [T_{1}, \ldots , T_{n}]$ mit $h(y) \neq 0 \; \forall y \in U$
      derart, da"s f"ur alle $ y \in U\cap X$ gilt $f(y) = g(y)/ h(y)$.
      Offensichtlich sind alle polynomialen Funktionen auch regul"ar und
      offensichtlich bilden 
auch die regul"aren Funktionen  einen\label{regf}  
Teilring
im Ring aller Funktionen. Wir notieren den Ring der regul"aren Funktionen $\mathcal O(X)$\index{O@$\cal{O}$ regul"are Funktionen!auf Teilmenge eines $k^n$} und erhalten also in Formeln im Ring aller $k$-wertigen Funktionen die Teilringe
$$\cal{O}^{\op{pol}}(X)\subset\cal{O}(X)\subset \op{Ens}(X,k)$$ 
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{Regul"are Funktionen auf algebraischen Mengen}]
Gegeben $k=\bar k$ ein algebraisch abgeschlossener K"orper und
$X\As k^n$ eine algebraische Teilmenge sind alle regul"aren
Funktionen auf $X$ bereits polynomial,
in Formeln\label{rfa}
$$\cal{O}^{\op{pol}} (X)=\cal{O}(X)  $$
\end{Satz}
\newpage
\pagecolor{aliceblue}
\begin{Bemerkungl}
F"ur $k=\bar k$ sind auf
algebraischen Teilmengen $X\As k^n$ insbesondere  
\glqq lokal polynomiale Funktionen bereits global polynomial\grqq, aber
die Aussage ist noch viel st"arker: Sogar Funktionen, die sich lokal als
Quotienten polyomialer Funktionen schreiben lassen, k"onnen bereits global
durch ein einziges Polynom realisiert werden. Die Bedingung $X\As k^n$ ist
hier wesentlich. Zum Beispiel w"are auf $K^\times \subset k$ die Funktion
$T^{-1}$ regul"ar, aber nicht polynomial. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiele}[\textbf{Polynomialit"at von Kehrwertfunktionen}] 
Sei $k$ ein K"orper.
 Gegeben $X\subset k^n$ und 
eine regul"are Funktion $f:X\ra k$ ohne Nullstelle ist auch die
Funktion $(1/f):X\ra k$ regul"ar.
Gegeben $X\subset k^n$ und\label{pRe} 
 $f:X\ra k$ und eine offene "Uberdeckung $X=\bigcup_{U\in \mathcal U} U$
 von $X$ ist des weiteren $f$ genau dann regul"ar, wenn alle 
 seine Restriktionen
 $f|_U$ regul"ar sind.
Unter der Annahme $k=\bar k$ gilt das nach unserem Satz \ref{rfa} 
dann auch f"ur polynomiale Funtionen auf 
algebraischen Teilmengen $X\As k^n$. Ist insbesondere
$k=\bar k$ und $X\As k^n$ und $f:X\ra k$ polynomial ohne 
Nullstelle, so ist auch $1/f $ polynomial auf $X$.
\end{Beispiele}
\begin{proof}[Beweis]
Offensichtlich gilt $\cal{O}^{\op{pol}}(X) \subset \cal{O}(X)  $. 
Zu zeigen ist die andere Inklusion.
Eine Funktion $f\in\cal{O} (X )$ ist per definitionem
eine Abbildung $f:X\ra k$, die sich lokal als
Quotient von Polynomen $f(x) =  {g_{i}(x)}/{h_{i}(x)}$ schreiben l"a"st
f"ur geeignete $g_{i},h_{i}\in k[T_{1}, \ldots, T_{n}]$. 
Indem wir notfalls
die Nenner vergr"o"sern, d"urfen wir sogar annehmen, da"s 
f"ur alle $i$ gilt
$$f(x) = g_{i}(x)/h_{i}(x) \quad \forall x \in X\text{ mit }h_{i}
(x) \neq 0.$$ 
Endlich viele Komplemente von Nullstellenmengen solcher $h_{i}$
"uberdecken aber $X$, sagen wir $\cal Z(h_{1}) \cap \ldots \cap \cal Z(h_{r})
\cap X = \emptyset$. 
Weiter gilt  $\cal Z(h_{i})=\cal Z(h_{i}^{2})$ und $\cal Z(\cal I(X))=X$
und aus dem
Nullstellensatz folgt
$\langle h^{2}_{1}, \ldots, h^{2}_{r}, \cal I(X)\rangle = \langle 1\rangle$, 
also eine Relation
in $k[T_{1}, \ldots, T_{n}]$ der Gestalt
$$c_{1}h_{1}^{2} + \ldots + c_{r}h^{2}_{r} + b =1$$
mit $b\in \cal I(X)$.  
Es reicht nun zu zeigen, da"s
$f$ und $ c_{1}h_{1}g_{1}+ \ldots + c_{r}h_{r}g_{r}$ an jedem Punkt $x
\in X$ denselben Wert annehmen.
F"ur beliebiges $x\in X$
haben wir mit $S=S(x)=\{ i\mid h_{i}(x)\neq 0\}$  in der Tat
\begin{displaymath}
  \begin{array}[b]{ccl}
f(x)&=& \sum^{r}_{i=1} c_{i}(x)h^{2}_{i}(x)f(x)\\[2mm]
&=& \sum_{i\in S}
c_{i}(x)h^{2}_{i}(x)f(x)  \\[2mm]
&=&\sum_{i\in S}
c_{i}(x)h_{i}(x)g_{i}(x)\\[2mm]
&=& \sum^{r}_{i=1} c_{i}(x)h_{i}(x)g_{i}(x)
\end{array}\qedhere
\end{displaymath}
%Der Satz ist bewiesen.
\end{proof}

\begin{Proposition}
$(k=\bar k)$. 
 F"ur $n\geq 2$ liefert  die Restriktion von regul"aren Funktionen eine
Bijektion zwischen regul"aren Funktionen auf ganz $k^n$ und 
regul"aren Funktionen auf dem Komplement des Ursprungs\label{FoRF}  
$$\cal{O}( k^n)\sira \cal{O}( k^n\backslash 0)$$
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungw}
Diese Proposition  wird sich sp"ater  als unmittelbare 
Konsequenz von Satz \ref{Schnit} "uber Definitionsl"ucken rationaler
Funktionen erweisen. 
\end{Bemerkungw}



\begin{proof}
Ist $f: k^{n} \backslash 0 \rightarrow k$ eine regul"are Funktion, so ist auch
ihre Restriktion auf das Komplement der $i$-ten
Koordinatenhyperebene regul"ar und
wird 
nach \ref{ROFF} gegeben durch ein Element der Lokalisierung 
$k [T_1, \ldots, T_n, T_i^{-1}]$.
Die weiteren Restriktionen auf die Komplemente aller Koordinatenhyperebenen
stimmen aber "uberein, folglich liegt $f$ im Schnitt der Bilder dieser 
Lokalisierungen im Ring $k [T_1^{\pm 1}, \ldots, T_n^{\pm 1}]$
der Laurentpolynome.
Da der Polynomring $k [T_1, \ldots, T_n]$  aber
nach \eref{KPFj}{AL} faktoriell ist, folgt durch das Betrachten 
einer maximal gek"urzten Darstellung bereits $f\in k [T_1, \ldots, T_n]$.  
\end{proof} 




\subsubsection*{"Ubungen}

\begin{Ubung}[\textbf{Regul"are Funktionen auf  Nullstellenkomplement}]
    $(k=\bar k)$. Ist $X\As k^n$ eine algebraische Teilmenge
und $h\in\mathcal O(X)$ eine regul"are Funktion auf $X$, 
so wird der Ring\label{ROFF} 
   der regul"aren Funktionen auf $X_h\pdef\{x\in X\mid h(x)\neq 0\}$
als Ring erzeugt von den Restriktionen der regul"aren Funktionen auf $X$ und der
Funktion $1/h$, in Formeln
$$\cal{O} (X_h)=\cal{O}(X)[h^{-1}]  $$
Hinweis: Man wiederholt den obigen Beweis von Satz \ref{rfa}
und landet in der Mitte
bei der Erkenntnis $\cal Z(h_{1}) \cap \ldots \cap \cal Z(h_{r})
\cap X \subset \mathcal Z(h)$. 
\end{Ubung}




\begin{Ubung}[\textbf{Verkleben regul"arer Funktionen}]
$(k=\bar k)$.
Seien disjunkte und Zariski-abgeschlossene Teilmengen $A,B\As k^n$ 
gegeben sowie polynomiale Funktionen $f:A\ra k$ und $g:B\ra k$. 
Man zeige, da"s es eine polynomiale Funktion auf $k^n$ gibt,\label{ABF} 
die auf $A$ mit $f$ "ubereinstimmt und auf $B$ mit $g$.  Hinweis:
Man verwende den vorhergehenden Satz \ref{rfa}.
Alternative: 
Nach dem Nullstellensatz ist die Summe der Verschwindungsideale der 
ganze Polynomring. Nun verwende man den abstrakten chinesischen Restsatz
\eref{ACR}{AL}.  Insbesondere kann man eine Vorgabe von endlich vielen
Funktionswerten an endlich vielen Punkten stets durch eine regul"are Funktion
interpolieren, was wir aber eigentlich in diesem Fall schon aus
\eref{IP}{AL} wissen. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Schwierigkeiten beim Verkleben regul"arer Funktionen}] 
Gegeben ein algebraisch abgeschlossener K"orper $k=\bar k$ und
algebraische Teilmengen $A,B\As k^n$ 
sowie polynomiale Funktionen $f:A\ra k$ und $g:B\ra k$
mit $f|_{A\cap B}=g|_{A\cap B}$ mu"s es anders als bei stetigen Funktionen
keineswegs eine polynomiale Funktion $h: A\cup B\ra k$ geben mit
$h|_A=f$ und $h|_B=g$.
Als Beispiel untersuche man den $k^2$ mit $A$ dem Achsenkreuz und $B$ einer
weiteren Ursprungsgeraden.
\end{Ubung}







\begin{Bemerkunge}[\textbf{Polynomiale Funktionen auf Produkten}]
    Gegeben ein K"orper $k$ und 
Teilmengen $X\subset k^n$ und $Y\subset k^m$
    ist die durch $f\otimes g\mapsto f\boxtimes g$ erkl"arte Abbildung
ein Isomorphismus von
    $k$-Kringen\label{PAf}
$$\cal{O}^{\op{pol}}(X) \otimes_{k} \cal{O}^{\op{pol}}(Y) \sira
\cal{O}^{\op{pol}}(X\times Y)$$  
 Die Multiplikation
auf der linken Seite ist dabei 
die offensichtliche  aus \eref{KoPR}{LA2}.
  Die Surjektivit"at folgt 
leicht aus der offensichtlichen Surjektivit"at im Fall $X=k^m$,
  $Y=k^n$.  Die Injektivit"at folgt aus der Injektivit"at der 
  Abbildung $\op{Ens}(X,k) \otimes_{k} \op{Ens}(Y,k) \ra \op{Ens}(X\times
  Y,k)$, $f\otimes g\mapsto f\boxtimes g$, die f"ur beliebige Mengen $X,Y$  in
  \eref{TeIn}{LA2} diskutiert wird. 
Im Fall algebraischer Teilmengen
und unter der Voraussetzung $k=\bar k$ 
erhalten wir mit \ref{rfa} insbesondere  einen Isomorphismus
$$\cal{O}(X) \otimes_{k} \cal{O}(Y) \sira
\cal{O}(X\times Y)$$
\end{Bemerkunge}

\begin{Ubung}$(k=\bar k)$.
  Man zeige: Gegeben  nilpotentfreie $k$-Kringe $A,B$ ist
auch ihr Tensorprodukt $A\otimes_k B$ nilpotentfrei. 
Hinweis: \ref{PAf}.\label{TPNF}  
\end{Ubung}
\begin{Bemerkunge}
  Ist $k$ nicht algebraisch abgeschlossen, so ist die Aussage 
der vorhergehenden "Ubung im allgemeinen
  falsch. Ein Gegenbeispiel steht in \eref{PSKe}{AL}. Ist jedoch $\bar k/k$
  separabel, so stimmt unsere Aussage doch wieder. 
Allgemeiner ist f"ur jede Galoiserweiterung $K/k$ 
und jeden $k$-Kring $A$ seine Erweiterung  $A\otimes_kK$
  nilpotentfrei genau dann, wenn $A$ nilpotentfrei ist.
In der Tat ist das Nilradikal von
  $A\otimes_k K$  stabil unter der Galoisgruppe, und w"are es nicht
  Null, so w"are nach \eref{HS90}{AL} auch sein Schnitt mit $A$ nicht Null.
\end{Bemerkunge}

% \begin{proof}
% Sei $f: k^{n} \backslash 0 \rightarrow k$ eine regul"are Funktion.
% Per definitionem gibt es $U \co k^{n} \backslash 0$ nichtleer und Polynome
% $g, h \in k [T_1, \ldots, T_n]$ derart, da"s $h$ keine Nullstelle hat auf
% $U$ und da"s gilt $f (x) = g (x) / h(x)$ f"ur alle $x \in U$.
% Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit d"urfen wir $g$ und $h$ 
% teilerfremd annehmen.
%  Ist nun $p \in k^{n} \backslash 0$ beliebig, so finden wir auf einer offenen
% Umgebung $U_p $ von $p$ auch eine Darstellung von $f$ 
% als Quotient von Polynomen
% $f(x) = g_p (x)/ h_p (x) \quad \forall x \in U_p$, wo wieder $h_p$ keine
% Nullstelle hat auf $U_p$ und wir wieder $g_p, h_p$ teilerfremd annehmen d"urfen.
% Es folgt $g(x) h_p(x) = g_p (x) h(x)$
% f"ur alle $x \in U \cap U_p$ und damit die Identit"at 
% $gh_p = g_p h$ im Polynomring
% $k [T_1, \ldots, T_n]$.
% Da dieser Ring nach \eref{KPFj}{AL} faktoriell ist, folgen die 
% Teilbarkeitsbeziehungen 
% $g|g_p, h|h_p$ sowie $g_p|g, h|h_p$
% und es gibt mithin eine Konstante $c_p \in k^\times$ mit $g_p = c_p g$ und
% $h_p = c_p h$.
% Das hinwiederum zeigt, da"s $h$ auf $k^{n} \backslash 0$ 
% keine Nullstelle haben
% kann. Dann ist jedoch  $h$ nach \eref{uev}{LA1} konstant 
% und
% der Leser mag selber folgern, da"s  gilt 
%  $f(x) = g(x) /h (x)$ f"ur alle $x \in k^{n} \backslash 0$.  
% Mithin l"a"st sich $f$  in der Tat zu einer 
% regul"aren Funktion auf ganz
% $k^{n}$ fortsetzen.  
% \end{proof} 

\begin{Ubung}
$(k=\bar k)$.   Man zeige, da"s
sich f"ur $n\geq 2$ und 
und $E\subset k^n$ endlich jede regul"are Funktion 
auf $k^n\backslash E$  zu einer
regul"aren Funktion auf ganz $k^n$ fortsetzen l"a"st.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  $(k=\bar k)$.   Man zeige, da"s
f"ur jede offene Teilmenge $X\co k^n$ der Ring $\mathcal O(X)$
der  regul"aren Funktionen auf $X$  
ringendlich ist "uber $k$.
\end{Ubung}
\newpage
\pagecolor{white}
\subsection{R"aume als Ringe}
\begin{Bemerkungl}\label{ABb}%\label{AB}
Seien $k$ ein Kring und  $X \subset k^{n}$ sowie $Y \subset k^{m}$
Teilmengen. Eine Abbildung $\varphi : X \ra Y$ hei"st
 \defnoind{polynomial},\index{polynomial!Abbildung}   wenn es Polynome
$P_{1}, \ldots , P_{m} \in k[T_{1}, \ldots ,T_{n}]$ gibt mit
$$\varphi (x) = (P_{1}(x), \ldots, P_{m}(x)) \quad \forall x \in
X$$
Ist weiter eine Teilmenge 
$Z \subset k^{l}$ gegeben und sind $\varphi : X \ra Y$  sowie $\psi
: Y \ra Z$ polynomial, so ist offensichtlich auch die Verkn"upfung
$\psi \circ \varphi : X \ra Z$
polynomial.
\end{Bemerkungl}


\begin{Definition}
Sei $k$ ein Kring. 
Jede polynomiale Abbildung $\varphi : X \ra Y$
zwischen Teilmengen $X\subset k^n$ und  $Y\subset k^m$ liefert 
auf den polynomialen Funktionen einen
Ringhomomorphismus $\varphi^{\sharp} :  \cal{O}^{\op{pol}}(Y)
\ra \cal{O}^{\op{pol}}(X)$ in die Gegenrichtung, das {\bf Vorschalten von
$\varphi$} alias {\bf Zur"uckholen von Funktionen}
$f  \mapsto  f\circ \varphi$.
Ist\index{)6sharp@$\varphi^\sharp$ Komorphismus}
$k=\bar k$ ein algebraisch abgeschlossener K"orper und sind
$X\As k^n$ und  $Y\As k^m$ algebraische Teilmengen, so stimmen polynomiale
und regul"are Funktionen "uberein und die besagte Abbildung 
hei"st der zu $\varphi$ geh"orige  {\bf Komorphismus}\index{Komorphismus} 
$$\varphi^{\sharp} :  \cal{O}(Y)\ra \cal{O}(X)$$
\end{Definition}
\newpage
\begin{Definition}
Ein Ring hei"st
\defind{nilpotentfrei} oder gleichbedeutend 
{\bf reduziert}\index{reduziert!Kring}, wenn er au"ser der Null
keine nilpotenten Elemente hat.
Ein nilpotentfreier ring\-end\-li\-cher 
$k$-Kring zu einem K"orper $k$ 
 hei"st
ein \defnoind{affiner $k$-Kring}.\index{affin!$k$-Kring}
\end{Definition}


\begin{Bemerkungl}
  F"ur die weitere Entwicklung der algebraischen Geometrie
 verwenden wir die Sprache der 
Kategorientheorie in dem Umfang, wie sie etwa
in \eref{KFu}{LA2} folgende entwickelt wird,
und insbesondere den Begriff einer 
"Aquivalenz von Kategorien  \eref{Eif}{LA2}. 
In dieser Sprache ausgedr"uckt haben wir in \ref{HHKEh} die Kategorie der 
$k$-Kringe eingef"uhrt. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Theorem}[\textbf{R"aume als Ringe}]
$(k=\bar k)$. Betrachten wir die algebraischen Mengen in irgendwelchen $k^n$ als
Objekte einer Kategorie mit den polynomialen
Abbildungen als Morphismen, so 
liefert das
Bilden des $k$-Krings  der regul"aren alias 
polynomialen Funktionen\label{RaR}  
eine "Aquivalenz von Kategorien
$$\begin{array}{ccc}
\left\{ \!\!\begin{array}{c}
\text{Algebraische Mengen}\\
\text{ in irgendwelchen $k^{n}$}
\end{array}\!\!\right\} & \sirra &
\left\{ \!\!\begin{array}{c}
 \text{Affine $k$-Kringe}
\end{array}\!\! \right\}^{\op{opp}} \\[5mm]
X &   &\cal{O}(X) \\[1mm]
\varphi \downarrow \;\;\;& \mapsto & \varphi^{\sharp} \uparrow \;\;\;\\[1mm]
Y &   & \cal{O}(Y)
\end{array}$$
\end{Theorem}

 \begin{Bild} 
 \includegraphics[height=7cm]{SkriptenBilder/BildNei}\\[4mm]
 \noindent Ein reelles Bild der sogenannten
{\bf Neil'schen Parabel}\index{Neil'sche Parabel|main},
der Nullstellenmenge von $x^3=y^2$ in der Ebene.\\[4mm] 

\includegraphics[height=7cm]{SkriptenBilder/BildNoKu}\\[4mm]
 \noindent Ein reelles Bild der sogenannten
{\bf nodalen Kubik}\index{nodale Kubik},
der Nullstellenmenge von $x^3+x^2=y^2$ in der Ebene.
\end{Bild}
 \newpage
 \pagecolor{aliceblue}
  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Endlichdimensionale 
nilpotentfreie $k$-Kringe}]$(k=\bar k)$. Insbesondere
 liefert das Bilden des $k$-Krings aller $k$-wertigen Funktionen 
    eine "Aquivalenz von Kategorien\label{edRR} 
$$\begin{array}{ccc}
  \left\{ 
      \text{Endliche Mengen}
    \right\} & \sirra &
  \left\{ 
      \text{Nilpotentfreie $k$-Kringe $A$ mit $\op{dim}_kA<\infty$}
     \right\}^{\op{opp}} \\[2mm]%[5mm]
  X &  \mapsto &\op{Ens}(X,k) % \\[1mm]
%   \varphi \downarrow \;\;\;& \mapsto & (\circ \varphi) \uparrow \;\;\;\\[1mm]
%   Y &   & \op{Ens}(Y,k)
\end{array}$$
In diesem Fall k"onnen wir aber auch einfacher argumentieren.
Gegeben ein endlichdimensionaler nilpotentfreier $k$-Kring $A$
liefert ja die Linksmultiplikation eine Einbettung $A\hra\op{End}A$,
$a\mapsto (a\cdot)$, deren Bild nach \ref{ENRj} genau aus allen
Endomorphismen besteht, die mit allen Rechtsmultiplikationen $(\cdot b)$
f"ur $b\in A$ kommutieren. Aufgrund der Funktorialit"at der Jordanzerlegung
\eref{fJ}{LA2} geh"ort mit $(a\cdot)$ dann auch sein nilpotenter Anteil zum
Bild unserer Einbettung, und ist $A$ nilpotentfrei, mu"s der nilpotente Anteil
Null und
$(a\cdot)$ diagonalisierbar sein. Dann gibt es aber nach \eref{GEZ}{LA2}
in $A$ eine Basis, bez"uglich derer alle $(a\cdot)$ durch Diagonalmatrizen
dargestellt werden, und aus Dimensionsgr"unden liefert dann
unsere Einbettung $A\hra\op{End}A$ einen Isomorphismus von
$A$ mit dem Ring der Diagonalmatrizen, also mit $k\times\ldots\times k$. 
Das zeigt, da"s unser Funktor surjektiv ist auf Isomorphieklassen.
Der Rest des Beweises bleibe dem Leser "uberlassen.
\end{Bemerkungl}



 %  \begin{Ubunge}
%     Sei $k$ ein algebraisch abgeschlossener K"orper und $A$ ein
%     endlichdimensionaler $k$-Vektorraum mit einer $k$-bilinearen
%     Multiplikation $A\times A\ra A$, die ihn zu einem kommutativen Ring macht.
% Wir nehmen an, da"s $A$ au"ser der Null keine nilpotenten Elemente besitzt.
%     Man zeige, da"s dann $A$ eine $k$-Basis $a_1,\ldots, a_n$ besitzt mit
%     $a_ia_j=\delta_{ij}a_i$.  Man zeige dazu der Reihe nach:
% (1) Die Linksmultiplikation liefert eine Einbettung $A\hra\op{End}A$,
% $a\mapsto (a\cdot)$, deren Bild nach \ref{ENRj} genau aus allen
% Endomorphismen besteht, die mit allen Rechtsmultiplikationen $(\cdot b)$
% f"ur $b\in A$ kommutieren. 

%   \end{Ubunge}




  \newpage
  \pagecolor{white}


\begin{Beispiele}$(k=\bar k)$. 
F"ur $n\geq m$  entspricht 
der Projektion $k^n\sra k^m$ durch Weglassen der letzten 
 Koordinaten hier die Einbettung von Polynomringen durch Hinzuf"ugen von Variablen 
$k[T_1,\ldots, T_m]\hra k[T_1,\ldots, T_m, T_{m+1},\ldots, T_n]$.
Der Einbettung $X\hra k^n$ einer algebraischen Teilmenge entspricht
in der Gegenrichtung die Surjektion 
$k[T_1,\ldots,  T_n]\sra k[T_1,\ldots,  T_n]/\mathcal
I(X)\sira \mathcal O(X)$. 
Umgekehrt, und jetzt schreiben wir zur Abwechslung und zum
Vermeiden von Indizes mal $X,Y$ f"ur
Variablen eines Polynomrings,
 entspricht die Komposition
$$k[X,Y]\sra k[X,Y]/\langle X^3-Y^2\rangle \sira 
\langle 1, T^2, T^3, \ldots \rangle_k=k+\langle T^2\rangle\subset k[T]$$
mit dem mittleren Isomorphismus gegeben durch
$X\mapsto T^2$, $Y\mapsto T^3$ der Abbildung, die die Gerade 
\glqq geknifft\grqq\  in die Ebene legt vermittels $k\ra k^2$,
$t\mapsto (t^2,t^3)$. Weiter entspricht die Komposition
$$k[X,Y]\sra k[X,Y]/\langle X^3+X^2-Y^2\rangle \sira 
1+ \langle T^2-1 \rangle\subset k[T]$$
mit dem mittleren Isomorphismus gegeben durch
die Vorschrift\label{BNKK}  
$X\mapsto (T^2-1)$, $Y\mapsto T(T^2-1)$ der Abbildung, die die Gerade  
\glqq mit Selbst"uberschneidung\grqq\  in die Ebene legt vermittels $k\ra k^2$,
$t\mapsto (t^2-1,t(t^2-1))$. 
Hier haben alle Fasern h"ochstens einen Punkt mit Ausnahme der
Faser "uber dem Ursprung, die aus den beiden Punkten 
$\pm 1\in k$ besteht und im Fall einer von $2$ verschiedenen Charakteristik
zwei Punkte hat. Man beachte, da"s 
$1+ \langle T^2-1 \rangle\subset k[T]$ der Teilring aller Polynome ist,
die bei $T=-1$ und $T=1$ jeweils denselben Wert annehmen. 
Die mittleren Isomorphismen in den letzten beiden Beispielen 
sind nicht ganz offensichtlich
und sollten vom Leser zur "Ubung bewiesen werden. 
Die fraglichen Abbildungen $k\ra k^2$ gehen sogar surjektiv auf die
Nullstellenmengen der fraglichen Polynome, aber zumindest im letzten
Beispiel scheint mir das mit der uns bis jetzt zur Verf"ugung
stehenden Theorie gar nicht so leicht einzusehen: Warum sollte sich denn
jede L"osung der Gleichung $x^3+x^2 =y^2$ in der Form
$(x,y)= (t^2-1,t(t^2-1))$ mit $t\in k$ schreiben lassen?
Na gut, mit etwas Rechnen geht das dann schon. 
In \ref{Goup} werden Sie es auch ohne weitere M"uhen aus dem Going-up-Theorem
folgern k"onnen. 
\end{Beispiele}

\newpage

\begin{proof}[Beweis]
Zun"achst einmal zeigen wir, da"s es f"ur jeden affinen $k$-Kring
$A$ eine algebraische Teilmenge $X \subset k^{n}$ gibt mitsamt
einem Isomorphismus von $k$-Kringen $\cal{O}(X) \sira A$. 
Sind in der Tat $t_{1}, \ldots , t_{n} \in A$ Erzeuger
unseres $k$-Krings, so erhalten wir durch die Vorschrift $T_{i}
\mapsto t_{i}$ eine Surjektion
$$k[T_{1}, \ldots , T_{n}] \twoheadrightarrow A$$
Bezeichne $\frak{a}$ ihren Kern.
Besitzt $A$ au"ser der Null keine nilpotenten Elemente, so ist
$\frak{a}$ ein Radikalideal, und ist $k$ algebraisch
abgeschlossen, so ist ein Radikalideal im Polynomring das
Verschwindungsideal seiner Nullstellenmenge, in Formeln $\frak{a}
= {\mathcal I} ({\mathcal Z} (\frak{a}))$. 
Wir erhalten damit Isomorphismen von $k$-Kringen
$$
\cal{O}({\mathcal Z}(\frak{a})) \overset{\sim}{\leftarrow}k[T_{1}, \ldots , T_{n}]/
\frak{a} \overset{\sim}{\ra} A
$$
und haben gezeigt, da"s $A$ isomorph ist zum $k$-Kring der
polynomialen Funktionen  der algebraischen Menge ${\mathcal Z}(\frak{a})
\subset k^n$.
\newpage
Jetzt m"ussen wir noch zeigen, da"s unsere Vorschrift $\varphi
\mapsto \varphi^{\sharp}$ Bijektionen zwischen den Morphismenr"aumen
liefert.
Wir notieren dazu die Menge der polynomialen Abbildungen zwischen zwei
algebraischen Mengen mit $\op{Pol} (X,Y)$.  
Homomorphismen von $k$-Kringen notieren wir  $\op{Kring}^{k}
(A,B)$.  Dann erinnern wir uns an die Formel 
$Y = {\mathcal Z} ({\mathcal I}(Y)) \subset k^{m}$ und bilden das
kommutative Diagramm
$$\begin{array}{ccc}
\op{Pol}(X,Y) & \ra &\op{Kring}^{k} (\cal{O}(Y), \cal{O}(X))\\
\downarrow & &\downarrow \\
\op{Pol} (X,k^{m}) & \ra & \op{Kring}^{k} (k[T_{1}, \ldots, T_{m}],
\cal{O}(X))
\end{array}$$
Darin seien die Horizontalen durch $\varphi \mapsto \varphi^{\sharp}$
gegeben und die
Vertikalen durch $Y \subset k^{m}$ beziehungsweise $k[T_{1}, \ldots, T_{m}]
\twoheadrightarrow \cal{O}(Y)$. 
Nun ist die untere Horizontale offensichtlich eine Bijektion, sind
doch beide Seiten in nat"urlicher Bijektion zur Menge $\cal{O}(X)^{m}$
aller $m$-Tupel $(\varphi_{1}, \ldots , \varphi_{m})$ von
polynomialen Funktionen auf $X$. 
Die obere Horizontale ist dann ebenso ein Bijektion, denn dort
sind nun beide Seiten in nat"urlicher Bijektion zu
$$\{ (\varphi_{1}, \ldots, \varphi_{m}) \in \cal{O}(X)^{m} \mid
f(\varphi_{1}, \ldots, \varphi_{m})=0 \quad \forall f \in
{\mathcal I}(Y)\}$$
Hier verwenden wir die Definition des Verschwindungsideals 
${\mathcal I} (Y)$ auf der
linken Seite und die universelle Eigenschaft des
Quotienten $k[T_{1}, \ldots, T_{m}] / {\mathcal I}(Y) \sira \cal{O}(Y)$ auf der
rechten Seite.
\end{proof}
\newpage
\pagecolor{aliceblue}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}[\textbf{Zur"uckholen regul"arer Funktionen}] 
 Seien $k$ ein K"orper,  $X\subset k^n$ und $Y\subset k^m$  Teilmengen
und $\varphi:X\ra Y$ eine polynomiale Abbildung.
Man zeige: 
Gegeben  eine regul"are Funktion
$f\in\mathcal O(Y)$ ist auch die zur"uckgeholte Funktion regul"ar, 
in Formeln
$(f\circ \varphi)\in  \mathcal O(X)$.\label{zFRR}
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Stetigkeit polynomialer Abbildungen}]
Ich erinnere, da"s nach \eref{SVW}{AN1} 
eine Abbildung zwischen topologischen
R"aumen stetig hei"st genau dann, wenn das Urbild jeder
offenen Menge wieder offen ist. Man zeige: 
Ist $k$ ein Integrit"atsbereich, so sind polynomiale Abbildungen
stetig f"ur die von der Zariskitopologie des $k^n$
auf unseren Teilmengen
induzierte Topologie.
\end{Ubung}
\newpage
\pagecolor{white}
\subsection{Naive affine Variet"aten}
\begin{Definition}
  Gegeben ein Kring $k$ verstehen wir unter einer {\bf $k$-geringten Menge}
  ein Paar $(X,\mathcal O(X))$ bestehend aus einer Menge $X$ und einem
  $k$-Unterring $\mathcal O (X) \subset \op{Ens} (X,k)$ 
  im $k$-Kring aller $k$-wertigen Funktionen auf $X$. Einen {\bf Morphismus
    von $k$-geringten Mengen}
  in eine weitere $k$-geringte Menge $(Y,\mathcal O(Y))$
  erkl"aren wir als eine Abbildung
  $$\varphi:X\ra Y$$
  mit der Eigenschaft $f\in\mathcal O(Y)\RA f\circ\varphi\in\mathcal O(X)$.
  Mit diesen Morphismen bilden die $k$-geringten Mengen eine Kategorie
  $$\op{Ensr}_k$$
  Den durch Vorschalten von $\varphi$ erkl"arten Homomorphismus von $k$-Kringen nennen wir den {\bf Komorphismus zu $\varphi$} und
  notieren ihn
  $\varphi^\sharp: \mathcal O(Y)\ra\mathcal O(X)$.
\end{Definition}

  
\begin{Definition} Sei $k=\bar k$ ein algebraisch abgeschlossener K"orper. 
    Eine {\bf naive affine $k$-Variet"at}\index{affin!Variet"at!naive} 
    oder k"urzer  {\bf affine $k$-Variet"at} ist eine $k$-geringte Menge
    $(X,
    \mathcal O (X))$\label{nAV}  
derart, da"s
    $\mathcal O (X)$ ringendlich ist "uber $k$ und da"s wir eine Bijektion
    $$\begin{array}{ccc}
       X &\sira& \op{Kring}^k (\mathcal O (X), k)\\[2mm]
   x&\mapsto& \delta_x
  \end{array}$$
   von $X$ mit der Menge der $k$-linearen Ringhomomorphismen $\mathcal O (X)
    \rightarrow k$ erhalten, indem wir jedem
    Punkt $x \in X$ den durch das Auswerten bei $x$ gegebenen
    Ringhomomorphismus $\delta_x : \mathcal O (X) \rightarrow k$, $f \mapsto f (x)$
    zuordnen.\index{d@$\delta_x$ Auswerten bei $x$}  Die Elemente von $\mathcal O (X)$ hei"sen die 
{\bf regul"aren
      Funktionen\index{regul"ar!Funktion!auf naiver affiner Variet"at|main} 
auf $X$}.  
Ein {\bf Morphismus}\index{Morphismus!von affinen
    Variet"aten} von affinen
$k$-Variet"aten ist ein Morphismus von $k$-geringten Mengen. Die
affinen  $k$-Variet"aten bilden damit\index{Varaff@$\op{Varaff}_k$ affine $k$-Variet"aten} eine volle Unterkategorie
$$\op{Varaff}_k\subset \op{Ensr}_k$$
in der Kategorie aller $k$-geringten Mengen.
Gegeben affine Variet"aten $X,Y$ notieren wir die Menge aller
Morphismen von $X$ nach 
$Y$ statt $\op{Varaff}_k(X,Y)$ meist k"urzer
$\op{Var}_k(X,Y)$\index{Var@$\op{Var}$ Morphismen von Variet"aten} und greifen damit der volltreuen Einbettung $\op{Varaff}_k\vra \op{Var}_k$ in die
Kategorie aller $k$-Variet"aten vor, die wir
sp"ater kennenlernen werden. Wenn wir hoffen, da"s der Grundk"orper
aus dem Kontext hervorgeht, schreiben wir auch kurz $\op{Var}$. 
  \end{Definition}
 
\begin{Bemerkungw}[\textbf{Affine Variet"aten als Spezialfall allgemeiner Variet"aten}]
    In \ref{DeVah} f"uhren wir in voller Allgemeinheit
 den Begriff einer \glqq  $k$-Variet"at\grqq\  ein
und erkl"aren affine $k$-Variet"aten als spezielle Variet"aten. 
Es wird sich dann erweisen, da"s der Funktor, der jeder affinen $k$-Variet"at
$(X,\mathcal O_X)$ im dortigen Sinne das Paar $(X,\mathcal O_X(X))$  zuordnet,
das  aus der Menge $X$
mit
dem Ring der \glqq globalen regul"aren Funktionen\grqq\  besteht, ein
Isomorphismus zwischen der dort erkl"arten Kategorie der 
\glqq affinen $k$-Variet"aten\grqq\ 
und der hier erkl"arten Kategorie der naiven affinen $k$-Variet"aten ist.
Deshalb ist es unverf"anglich, die Spezifikation \glqq naiv\grqq\ 
im folgenden f"ur gew"ohnlich wegzulassen.
\end{Bemerkungw}
\begin{Bemerkungl} Ich verwende das Wort {\bf Variet"at}
nur f"ur eine $k$-Variet"at "uber einem  algebraisch abgeschlossenen K"orper
$k=\bar k$. Wenn das Wort \glqq Variet"at\grqq\ f"allt,
ist also implizit zu verstehen, da"s der zugeh"orige Grundk"orper
algebraisch abgeschlossen ist und ich werde  das nicht in jedem Fall 
noch extra erw"ahnen.
\end{Bemerkungl}


\begin{Beispiele}$(k=\bar k)$.\label{BAVV} 
  \begin{enumerate}
  \item Jede endliche Menge $X$ wird mit $\mathcal O (X) \pdef \op{Ens} (X,k)$
    eine affine Variet"at.  
\item Die Menge $X = k^n$ wird mit $\mathcal O (X) \pdef
    k [T_1, \ldots, T_n]$ eine affine Variet"at. 
 \item Gegeben  eine affine Variet"at $X$ und
    $ I \subset \mathcal O (X)$ wird
    \begin{equation*}
      Y = \mathcal Z (I) \pdef \{ x \in X \mid f (x) = 0 \quad \forall f \in I\}
    \end{equation*}
  mit $\mathcal O (Y) \pdef \{ f|_Y \mid f \in \mathcal O
    (X)\}$  eine affine Variet"at.  In der Tat kommt jeder $k$-lineare Ringhomomorphismus $\mathcal O
    (Y) \rightarrow k$ von einem $k$-linearen Ringhomomorphismus $\mathcal O (X)
    \rightarrow k$ her, der durch Auswerten $\delta_x$ 
an einem Punkt $x \in X$ gegeben
    wird, der dann notwendig bereits zu $Y$ geh"ort haben mu"s.  
\item Gegeben eine affine Variet"at
    $(X, \mathcal O (X))$ und eine regul"are Funktion $f \in \mathcal O (X)$
    wird  das Komplement ihrer Nullstellenmenge
$$X_f \pdef X \backslash \mathcal Z (f)= \{ x \in X \mid f (x) \neq 0\} $$
eine affine Variet"at mit $ \mathcal O(X_f)\pdef \mathcal O(X) [f^{-1}]\subset\op{Ens} (X_f,
k)$ dem von den Restriktionen der regul"aren
Funktionen aus $\mathcal O (X)$ zusammen mit der Funktion $1/f$ erzeugten
 Teilring. In der Tat liefert dann jeder Ringalgebrenhomomorphismus
$\mathcal O(X) [f^{-1}]\ra k$  einen Ringalgebrenhomomorphismus
$\mathcal O(X) \ra k$, der von der Auswertung an einem Punkt 
$x\in X$ herkommt, und von diesem Punkt hinwiederm
sieht man leicht ein, da"s er 
bereits zu
$X_f$ geh"ort haben mu"s. 
\end{enumerate}
\end{Beispiele}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Aufl"osung der Doppeldeutigkeit der Notation $
    \mathcal O(X_f)$}] 
F"ur $X\As k^n$ und $f\in\mathcal O(X)$ kann nun $ \mathcal O(X_f)$
sowohl den eben erkl"arten 
von den Restriktionen der Elemente von $\mathcal O(X)$ und
$f^{-1}$ erzeugten Unterring von $\op{Ens} (X_f,k)$ bedeuten 
als auch den in
\ref{regf} erkl"arten Ring der 
regul"aren, also lokal als Quotienten von polynomialen Funktionen
darstellbaren Funktionen auf $X_f$. Zum Gl"uck stimmen diese beiden Ringe 
nach \ref{ROFF} "uberein.\label{OUVV} 
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}[\textbf{Affine R"aume  als affine Variet"aten}]
 Jeder endlichdimensionale affine Raum $E$ "uber einem algebraisch abgeschlossenen K"orper $k$ wird
offensichtlich eine affine $k$-Variet"at, wenn wir $\mathcal O(E)\subset
\op{Ens}(E,k)$ erkl"aren als die von allen affinen Abbildungen 
$E\ra k$ erzeugte $k$-Unterringalgebra.  Jede affine Abbildung 
von endlichdimensionalen affinen R"aumen  ist in Bezug 
auf diese Strukturen ein Morphismus von affinen Variet"aten.\label{akV}
\end{Beispiel}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Verschiedene Bedeutungen des Wortes \glqq affin\grqq}]
  Ungl"ucklich ist in diesem Zusammenhang die Verwendung des Wortes
  \glqq affin\grqq\  in zwei verschiedenen Bedeutungen: Jeder endlichdimensionale
  affine Raum tr"agt zwar in dieser Weise eine nat"urliche Struktur als affine
  Variet"at, aber es gibt durchaus auch noch andere affine Variet"aten, ja
  \glqq die meisten\grqq\  affinen Variet"aten sind keineswegs isomorph zu affinen
  R"aumen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
Alle Definitionen und S"atze vom Beginn dieses Abschnitts 
bis hierher w"urden auch  f"ur einen
beliebigen Grundk"orper $k$ funktionieren. 
Allerdings m"u"ste man dann in Kauf nehmen,
da"s etwa die reelle Gerade $X=\DR$ mit dem Ring von regul"aren Funktionen 
$\mathcal O(X)=\DR[T,(T^2+1)^{-1}]$ auch eine 
naive affine $\DR$-Variet"at w"are, und das st"unde
im Widerspruch zur allgemein
"ublichen Terminologie.
\end{Beispiel}
  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Kehrwerte nullstellenfreier regul"arer Funktionen}]
     Gegeben eine affine algebraische Variet"at $X$ und
     eine regul"are Funktion $f\in \mathcal O(X)$ ohne Nullstelle
     ist auch $1/f$ eine regul"are Funktion. Das  wird
     bewiesen, indem man die gegenteilige Annahme zum Widerspruch f"uhrt.
     Ist genauer $f\in\mathcal O(X)$ keine Einheit, so ist das von $f$
     erzeugte Ideal nicht der ganze Ring und kann mithin zu einem
     maximalen Ideal $\mathfrak m$ vergr"o"sert werden. 
     Jetzt sagt der Hilbert'sche Nullstellensatz in seiner k"orpertheoretischen
     Form \ref{KFa}, da"s die Komposition $k\ra \mathcal O(X)\ra
     \mathcal O(X)/\mathfrak m$ eine endliche K"orpererweiterung sein mu"s,
     also wegen $k=\bar k$ ein Isomorphismus. So erhalten wir dann einen
     Homomorphismus $\mathcal O(X)\ra k$ von $k$-Kringen mit
     $f\mapsto 0$, und das bedeutet im Lichte unserer Definition
     \ref{nAV} einer
      affinen Variet"at, da"s $f$ ein Nullstelle auf $X$ gehabt haben
     mu"s.\label{Nsdfg} 
   \end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{"uber affine Variet"aten}]
$(k=\bar{k})$. 
Unsere "Aquivalenz von Kategorien 
aus \ref{RaR} l"a"st sich einbetten in ein kommutatives Diagramm
von "Aquivalenzen\label{GAQK} 
$$\begin{array}{rcl}
\left\{ \!\!\begin{array}{c}
\text{Algebraische Mengen}\\
\text{ in irgendwelchen $k^{n}$}
\end{array}\!\!\right\} & \stackrel{\approx}{\longrightarrow} &
\left\{ \!\!\begin{array}{c}
 \text{Affine $k$-Kringe}
\end{array}\!\! \right\}^{\op{opp}} \\[5mm]
\scriptstyle{\approx}\searrow&&\nearrow\scriptstyle{\approx}\\
&\left\{ \!\!\begin{array}{c}
 \text{Affine $k$-Variet"aten}
\end{array}\!\! \right\}
\end{array}$$
Der Funktor $\searrow$ ordnet dabei jeder algebraische Menge $X\As k^n$
die affine Variet"at $(X,\mathcal O(X))$ zu 
und der Funktor $\nearrow$ jeder affinen $k$-Variet"at $(X,\mathcal O(X))$ 
den $k$-Kring  $\mathcal O(X)$ ihrer globalen regul"aren Funktionen.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  In meinen Augen ist dieser Satz zentral f"ur das Verst"andnis
sowohl der kommutativen Algebra als auch der algebraischen Geometrie.
Er stellt in einem besonders einfachen Kontext 
die Beziehung zwischen eingebetteter 
Geometrie, koordinatenfreier
Geometrie und abstrakter Algebra her, die das ganze Gebiet pr"agt. 
\end{Bemerkungl}


\begin{proof}
Gegeben $X\As k^n$ ist $\mathcal O(X)$ ringendlich "uber $k$ und
die $k$-linearen Ringhomomorphismen $\mathcal O(X)\ra k$
sind etwa nach \ref{RaR} genau die Auswertungsabbildungen an 
Punkten von $X$. Unser Funktor  $\searrow$ landet also in der 
Tat in unserer Kategorie von affinen Variet"aten. 
Da"s unser funktorielles Diagramm kommutiert, ist offensichtlich.
  Jede affine Variet"at $X$ ist isomorph zu einer 
affinen Variet"at vom Typ $\mathcal Z(I)\As k^n$.
In der Tat ist nach Annahme $\mathcal O(X) $ ringendlich "uber
$k$. Bilden etwa die Funktionen $f_1,\ldots, f_n$ ein Erzeugendensystem, 
so erhalten wir eine Surjektion 
$k[T_1,\ldots ,T_n]\sra \mathcal O(X)$ mit $T_i\mapsto f_i$.
Die Abbildung $(f_1,\ldots,f_n):X\ra k^n$ induziert dann einen 
Isomorphismus $X\sira \mathcal Z(I)$ f"ur $I$  den Kern obiger Surjektion. 
Das zeigt, da"s $\searrow$ eine
Surjektion auf Isomorphieklassen
von Objekten induziert. Nach \ref{RaR}  induzieren demnach
alle drei Funktoren Bijektionen auf Isomorphieklassen
von Objekten. 
Um den Satz zu folgern, m"ussen wir nur noch zeigen,
da"s 
$\nearrow$ Injektionen
auf den Morphismenr"aumen induziert.
Das ist aber klar. 
\end{proof}
 
\subsubsection*{"Ubungen} 
 \begin{Ubung}
    Die regul"aren Funktionen auf einer affinen $k$-Variet"at $X$
sind genau die Morphismen von Variet"aten $X\ra k$, in Formeln
haben wir also $\mathcal O(X)=\op{Var}(X,k)$. 
  \end{Ubung}


  
\begin{Ubung}[\textbf{Automorphismen offener Teilmengen der Gerade}]
  Jeder Isomorphismus von Variet"aten $k\sira k$ hat
die Gestalt $t\mapsto at + b$ f"ur $a\in k^\times$ und $b\in k$. 
 Jeder Isomorphismus von Variet"aten $k^\times\sira k^\times$ hat
die Gestalt $t\mapsto at^\varepsilon$ f"ur $a\in k^\times$ und 
$\varepsilon\in \{1,-1\}$. 
Die Variet"aten   $k\backslash E$ f"ur $E\subset k$
endlich mit zwei oder mehr Elementen haben nur endlich viele 
Automorphismen. Hinweis: \eref{FRFFm}{LA1}.\label{AutoV}  
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Bijektive Morphismen m"ussen keine Isomorphismen sein}]
Es gibt durchaus bijektive Morphismen zwischen  
affinen Variet"aten,\label{BNIa} 
deren Umkehrabbildungen nicht  polynomial sind. Als Beispiele
betrachte man im Fall einer Charakteristik 
$\op{char}k=p>0$ die Abbildung $k\ra k$, $t\mapsto t^p$
und  im Fall $\op{char}k$ beliebig die Abbildung 
$k\ra {\mathcal Z}(X^3-Y^2)$, $t\mapsto (t^2,t^3)$. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Frobenius-Twist}]
  Gegeben eine affine Variet"at $(X,\mathcal O(X))$ "uber einem algebraisch abgeschlossenen
  K"orper $k$ positiver Charakteristik $p>0$ erhalten wir eine
  weitere affine $k$-Variet"at $X^{[1]}=(X^{[1]},\mathcal O(X^{[1]}))$
  durch die Vorschrift $X^{[1]}\pdef X$ und\label{FroTA}
  $\mathcal O(X^{[1]})\pdef \{f^p\mid f\in \mathcal O(X)\}$.
  Die Identit"at auf den zugrundeliegenden Mengen ist dann stets  ein
  Morphismus von Variet"aten,
 der {\bf Frobenius-Morphismus}\index{Frobenius-Morphismus!von affiner Variet"at} 
 $$X\ra X^{[1]}$$ Er ist im allgemeinen kein
  Isomorphismus, ja die Variet"aten $X$ und $ X^{[1]}$ sind im allgemeinen
  nicht isomorph. Die Variet"at $X^{[1]}$ hei"st der {\bf Frobenius-Twist von $X$}.\index{Frobenius-Twist!von naiver affiner Variet"at} Jeder Morphismus
  $X\ra Y$ ist auch ein  Morphismus
  $X^{[1]}\ra Y^{[1]}$. Der Morphismus $F: k^n\ra k^n$ gegeben durch
  $F:(x_{1},\ldots, x_{n}) \mapsto
  (x^{p}_{1}, \ldots , x^{p}_{n})$ induziert einen Isomorphismus
  $(k^n)^{[1]}\sira k^n$ und induziert f"ur jede abgeschlossene Untervariet"at
  $X\As k^n$ einen Isomorphismus
  $X^{[1]}\sira F(X)$. Definierende Gleichungen in $k[T_1,\ldots, T_n]$ f"ur $F(X)$ kann man erhalten, indem man in definierenden Gleichungen f"ur $X$ alle Koeffizienten zur $p$-ten
  Potenz erhebt. In der Sprache der affinen $k$-Kringe entspricht $X\ra X^{[1]}$
  dem Frobeniushomomorphismus $A\ra A$ aus \eref{Frob}{LA1}, den wir
  als einen Homomorphismus von $k$-Kringen $A^{[1]}\ra A$ lesen,
  indem wir als Ringe $A^{[1]}= A$ setzen, aber den strukturellen Homomorphismus $k\ra A^{[1]}$ definieren
  als die Komposition $k\ra k\ra A$ des strukturellen Homomorphismus $k\ra A$
  mit dem Inversen des Frobenius $k\sira k$. Schlie"slich zeige man, da"s der
  Funktor $X\mapsto X^{[1]}$ eine "Aquivalenz von Kategorien ist.
Vielleicht noch nat"urlicher wird diese Konstruktion in
der Sprache der Schemata, vergleiche  \ref{FrobTS}.
\end{Ubung}
  


\subsection{Erweiterung des Nullstellensatzes} 


\begin{Bemerkungl}[\textbf{R"aume und Ringe als "ubergreifendes Thema}] 
Ein gro"ser Teil der
sogenannten \glqq kommutativen Algebra\grqq\  besteht aus
geometrischen Erkenntnissen, die man unter Zuhilfenahme des vorhergehenden
Satzes \ref{GAQK} 
in die Sprache der affinen $k$-Kringe 
"ubersetzt und von dort 
auf
m"oglichst gro"se Klassen von kommutativen Ringen verallgemeinert.
Zu jedem  topologischen Raum k"onnen wir auch den
Ring der stetigen reellwertigen Funktionen auf unserem
Raum bilden, zu jeder
$\cal{C}^\infty$-Mannigfaltigkeit den Ring der $\cal{C}^\infty$-Funktionen
und zu jeder 
Riemann'schen Fl"ache den Ring der holomorphen Funktionen. Es 
zeigt sich, da"s diese Ringe wieder die urspr"unglichen \glqq strukturierten 
R"aume\grqq\  sehr weitgehend kodieren. F"ur kompakte Hausdorff-R"aume
ist das die Aussage des Satzes \eref{SHD}{TM} und in den anderen und vielen
weiteren F"allen gelten "ahnliche Aussagen. Man kann sich deshalb
durchaus auf den Standpunkt stellen, da"s \glqq Ringe die besseren R"aume\grqq\ 
sind. Mein Ziel ist  im folgenden, 
diese geometrische
Intuition offenzulegen, die 
gro"sen Teilen der kommutativen Algebra  zugrunde liegt.
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungw}
Der \glqq Hauptsatz von Zariski\grqq\  \eref{ZHSSS}{AAG} %\index{Zariski!Hauptsatz von}
 besagt, da"s in 
Charakteristik Null die Umkehrabbildung eines bijektiven 
Morphismus von einer affinen Variet"at in eine \glqq glatte\grqq\  affine Variet"at 
stets wieder polynomial ist. In positiver Charakteristik mu"s man
zus"atzlich voraussetzen, da"s der fragliche bijektive
Morphismus auch in jedem Punkt bijektives Differential hat.
\end{Bemerkungw}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Nullstellenmengen und Verschwindungsideale f"ur affine Variet"aten}]
Unsere bis jetzt entwickelten Notationen und Resultate lassen sich
ohne gro"se Schwierigkeiten\label{ZaTo2}  
von $k^n$ 
auf beliebige affine Variet"aten $X$ verallgemeinern.
 Das Auswerten liefert 
 f"ur eine beliebige Teilmenge  eine Paarung
$$X \times \cal{O}(X) \ra k$$
und wir bilden f"ur $Y \subset X$ beziehungsweise $E \subset \cal{O}(X)$
das Verschwindungsideal beziehungsweise die Nullstellenmenge
$$\begin{array}{ccccc}
{\mathcal I}(Y) ={\mathcal I}_X(Y) &
\pdef&\{f \in  \cal{O}(X)&\mid f(x) =0 & \forall x \in
Y\}\\
{\mathcal Z}(E)={\mathcal Z}_X(E) 
&\pdef&\{x \in X &\mid f(x)=0 &\forall f \in E \}
\end{array}$$
Wieder kehren $\mathcal I$ beziehungsweise $\mathcal Z$ 
die Inklusionen um und die ${\mathcal Z}(E)$ bilden 
eine Topologie auf $X$,
 die wir die 
{\bf Zariski-Topologie auf $X$} nennen.\index{Zariskitopologie!auf affiner Variet"at}
Jeder Morphismus ist stetig f"ur die Zariskitopologie. 
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}
Gegeben  eine affine Variet"at $X$ und wird nach \ref{BAVV} jede 
abgeschlossene Teilmenge 
    $ Y\As X$ 
  mit $\mathcal O (Y) \pdef \{ f|_Y \mid f \in \mathcal O
    (X)\}$  eine affine Variet"at.  
Wir nennen diese Struktur die {\bf induzierte Struktur}
 auf $Y$.
\index{induzierte Struktur!einer naiven affinen Variet"at}
Nat"urlich induziert die Restriktion dann einen
Isomorphismus 
$$\cal{O}(X)/{\mathcal I}(Y)\sira \cal{O}(Y)$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Universelle Eigenschaft der induzierten Struktur}] 
  Gegeben $Y\As X$ eine abgeschlossene Teilmenge einer affinen Variet"at
mit ihrer induzierten 
Struktur einer affinen Variet"at aus \ref{BAVV} ist die Einbettung
offensichtlich ein Morphismus.\label{UEAAa} 
Ist weiter $\varphi:Z\ra X$ ein Morphismus von affinen Variet"aten mit
$\varphi(Z)\subset Y$, so ist offensichtlich auch die induzierte Abbildung 
$\varphi:Z\ra Y$ ein Morphismus von affinen Variet"aten. 
\end{Bemerkungl}




% \begin{Ubung}\label{FYX}
% Sei $k$ ein Kring. 
% Gegeben $Y\subset X\subset k^n$ induziert die Einschr"ankung einen
% Isomorphismus 
% $\cal{O}^{\op{pol}}(X)/{\mathcal I}(Y)\sira \cal{O}^{\op{pol}}(Y)$.
% Ist $k=\bar k$ ein algebraisch abgeschlossener K"orper und sind
% $Y\As X\As k^n$ algebraische Teilmengen, so finden wir insbesondere

% \end{Ubung}

\begin{Satz}[\textbf{Nullstellensatz f"ur affine Variet"aten}]
F"ur jede 
affine Variet"at $X$ gilt:\label{NstV}
\begin{enumerate}
\item
Ist $\mathfrak a  \subset \cal{O}(X)$ ein Ideal und verschwindet $f \in \cal{O}(X)$ auf
der Nullstellenmenge von $\mathfrak a $, so liegt eine Potenz von $f$ bereits 
in $\mathfrak a $. In Formeln ausgedr"uckt gilt also
$\mathcal Z(f)\supset \mathcal Z(\mathfrak a ) \;\RA \; f^N\in \mathfrak a  \text{ f"ur }N\gg 0$;
\item
Die Zuordnungen $\mathfrak b \mapsto {\mathcal Z}(\mathfrak b )$ und $Z\mapsto {\mathcal I}(Z)$
liefern zueinander inverse
Bijektionen zwischen der Menge aller Radikalideale
von $\cal{O}(X)$ und der Menge aller abgeschlossenen Teilmengen von $X$; 
\item
F"ur jede Teilmenge $Y\subset X$ ist 
die Nullstellenmenge ihres Verschwindungsideals
der Abschlu"s von $Y$ in
$X$, in Formeln ${\mathcal Z}( {\mathcal I}(Y))=\bar Y$, 
und f"ur  
jede Teilmenge $E\subset \mathcal O(X)$ ist das Verschwindungsideal
ihrer Nullstellenmenge das Radikal des von $E$ erzeugten Ideals,
in Formeln
${\mathcal I}( {\mathcal Z}(E))=\sqrt{\langle E\rangle}$;
\item\label{NstV3}
Die Zuordnung $\frak m\mapsto {\mathcal Z}(\frak m)$ 
ist eine Bijektion  $\op{Max} \cal{O}(X) \sira
X$. Die Zuordnung $x\mapsto {\mathcal I}(x)$
beschreibt ihre Umkehrabbildung. 
\end{enumerate}
\end{Satz}
\begin{proof}
Das folgt ohne Schwierigkeiten aus den entsprechenden
Aussagen im Fall $X=k^n$, die wir als \ref{HN}, \ref{BRI}
und \ref{MIi} bereits besprochen haben.
Die Details "uberlasse ich dem Leser zur "Ubung.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Das Maximalspektrum}]
Sei $k=\bar k$  algebraisch abgeschlossen. 
 Wir notieren $\op{Kring}^k_{\op{re}}$ die Kategorie der
ringendlichen $k$-Kringe und konstruieren einen  Funktor\label{MaxS} 
$$\op{Max}:\op{Kring}^k_{\op{re}}\ra \op{Ensr}_k^{\op{opp}}$$
durch die Vorschrift, da"s $\op{Max}(A)$ die Menge der maximalen Ideale
von $A$ sein m"oge $\mathcal O(\op{Max}(A))\subset \op{Ens}(\op{Max}A,k)$ das  Bild des Homomorphismus von $k$-Kringen
$\tau=\tau_A:A\ra \op{Ens}(\op{Max}A,k)$,
der dadurch gegeben wird, da"s $(\tau(a))(\mathfrak m)$ und $a$ dasselbe
Bild in $A/\mathfrak m$ haben.
Diese Definition ist sinnvoll, da ja unter unseren Annahmen
die Komposition $k\ra A\sra A/\frak m$ ein Isomorphismus ist. Wir nennen 
$\op{Max}(A)$ das {\bf Maximalspektrum von $A$}.
\index{Maximalspektrum}\index{Max@$\op{Max}$ Maximalspektrum} Ist
$\mathfrak n\subset A$ ein aus nilpotenten Elementen bestehendes Ideal,
so induziert die Surjektion $A\sra A/\mathfrak n$ offensichtlich
einen Isomorphismus $$\op{Max}(A/\mathfrak n)\sira \op{Max}(A)$$ 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Sei $k=\bar k$  algebraisch abgeschlossen.
  Ist $(X,\mathcal O(X))$ eine affine $k$-Variet"at,
  so ist unsere Bijektion $\eta_X:\op{Max}(\mathcal O(X))\sira X$ aus
  dem Nullstellensatz \ref{NstV} f"ur Variet"aten offensichtlich
  sogar ein Isomorphismus von $k$-geringten Mengen f"ur die in
  \ref{MaxS} auf $\op{Max}(\mathcal O(X))$ erkl"arte Struktur als
  $k$-geringte Menge. Da jeder affine $k$-Kring $A$ isomorph ist zum
  Ring der regul"aren Funktionen einer affinen $k$-Variet"at und da jeder
  ringendliche $k$-Kring ein affiner $k$-Kring wird, wenn wir darin  das
  Ideal aller nilpotenten Elemente herausteilen, ist unser Maximalspektrum sogar ein Funktor
  $$\op{Max}:\op{Kring}^k_{\op{re}}\ra \op{Varaff}_k^{\op{opp}}$$
Wir zeigen nun, da"s die Einschr"ankung unseres Funktors 
auf die volle Unterkategorie der affinen alias ringendlichen
nilpotentfreien $k$-Kringe $\op{Kring}^k_{\op{renf}}$ eine
"Aquivalenz\label{Maxs} von Kategorien
$$\op{Max}:\op{Kring}^k_{\op{renf}}\sirra \op{Varaff}_k^{\op{opp}}$$
ist. In der Tat zeigen unsere Isomorphismen
$\eta_X:\op{Max}\mathcal O(X)\sira X$, da"s jede affine
Variet"at isomorph ist zu einem Objekt im Bild unseres Funktors.
Man sieht weiter leicht ein, da"s f"ur jeden Morphismus
$\varphi:X\ra Y$ von affinen Variet"aten das Diagramm
$$\begin{array}{ccc}
  \op{Max}\mathcal O(X)&\sira&X\\
 {\scriptstyle \op{Max}(\varphi^\sharp)}\da\;\; &
  &{\scriptstyle \varphi}\da\;\; \\
  \op{Max}\mathcal O(Y) &\sira&Y
\end{array}$$
mit diesen Isomorphismen in den Horizontalen kommutiert.
Mithin ist f"ur beliebige affine Variet"aten $X,Y$ die
Verkn"upfung
$$\op{Var}(X,Y)\ra \op{Kring}^k(\mathcal O(Y),\mathcal O(X))\ra 
\op{Var}(\op{Max}\mathcal O(X),\op{Max}\mathcal O(Y))$$
eine Bijektion. Da wir aber bereits wissen, da"s auch die erste
Abbildung $\varphi\mapsto\varphi^\sharp$ dieser Verkn"upfung bijektiv ist,
mu"s auch die zweite Abbildung $\psi\mapsto \op{Max}\psi$
bijektiv sein. Dann aber mu"s auch  $\op{Max}:\op{Kring}^k(B,A)\ra 
\op{Var}(\op{Max}A,\op{Max}B)$ bijektiv sein f"ur alle
$A,B\in \op{Kring}^k_{\op{renf}}$ und wir sind fertig.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Das Argument des vorherigen Beweises geh"ort eigentlich zur
  Kategorientheorie. Ist genauer $F:\mathcal A\sirra\mathcal B$
  eine "Aquivalenz von Kategorien und $G:\mathcal B\ra  \mathcal A$ ein
  Funktor und sind Isomorphismen
  $\eta_X: GFX\sira X$ f"ur alle $X\in\mathcal A$ gegeben derart, da"s
  f"ur alle $\varphi:X\ra Y$ das Diagramm
  $$\begin{array}{ccc}
  GFX&\sira&X\\
  {\scriptstyle GF\varphi}\da\;\;&&{\scriptstyle \varphi}\da\;\; \\
   GFY&\sira&Y
\end{array}$$
mit $\eta_X$ und $\eta_Y$ in den Horizontalen kommutiert, 
so ist auch $G$ eine "Aquivalenz von Kategorien.
Meist liegt so einer Situation eine \glqq Adjunktion\grqq\ zugrunde, so auch in
unserem speziellen Fall, aber das soll hier nicht weiter ausgef"uhrt werden.
\end{Bemerkungl}









\begin{Bemerkungl}[\textbf{Produkt affiner Variet"aten}]
Gegeben affine Variet"aten $X,Y$ wird ihr Produkt $X \times Y$ zu
  einer affinen Variet"at durch die 
Vorschrift\index{Produkt!von affinen Variet"aten} 
  \begin{equation*}
    \mathcal O (X \times Y) \pdef[f \boxtimes g\mid f \in \mathcal O (X), g \in \mathcal O (Y)]
  \end{equation*}
  Hier ist
 $f \boxtimes g$ erkl"art durch $(f \boxtimes g)(x,y) \pdef
 f (x) g (y)$  und die
 eckigen Klammern meinen den
  von all diesen Funktionen in $\op{Ens} (X \times Y, k)$ erzeugten Teilring.
 In der Tat ist er sicher ringendlich "uber $k$. Nach \eref{TeIn}{LA2}
 induziert die Abbildung
  $f \otimes g \mapsto f \boxtimes g$ weiter
eine Injektion $\op{Ens} (X, k) \otimes_k
  \op{Ens} (Y,k) \hookrightarrow \op{Ens} (X \times Y, k)$, und das liefert uns
  unmittelbar einen Ringisomorphismus $$\mathcal O (X) \otimes_k \mathcal O (Y)
  \overset{\sim}{\rightarrow} \mathcal O (X \times Y)$$  Da aber nun nach
  \eref{KoPR}{LA2} f"ur zwei beliebige $k$-Kringe $A,B$ jeder
  Homomorphismus von $k$-Kringen $A \otimes_k B \rightarrow k$ die Form $a
  \otimes b \mapsto \phi (a) \psi (b)$ hat f"ur wohlbestimmte
  Homomorphismen $\phi : A \rightarrow k$, $\psi : B
  \rightarrow k$, folgt auch die Zweite unserer Bedingungen an eine affine
  Variet"at.
Die beiden Projektionen $\op{pr}_X : X\times Y \sra X $ und
  $\op{pr}_Y : X\times Y \sra Y $ sind dann Morphismen von affinen
  Variet"aten und $(X \times Y, \op{pr}_X, \op{pr}_Y)$ ist ein Produkt in
  der Kategorie der affinen Variet"aten im Sinne von \eref{PrKao}{LA2}.
Die einpunktige Variet"at ist 
 ein finales Objekt in dieser Kategorie.\label{PnaV}  
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}\label{AbIM} 
  F"ur einen Morphismus $\varphi:Y\ra X$ von affinen Variet"aten sind
gleichbedeutend:
\begin{enumerate}
\item 
Der Morphismus 
$\varphi$ ist injektiv mit abgeschlossenem Bild und induziert einen
Isomorphismus $Y\sira\varphi(Y)$ auf sein Bild mit der induzierten
Struktur;
\item
Der Komorphismus ist eine Surjektion $\varphi^\sharp:\mathcal O(X)\sra
\mathcal O(Y)$.
\end{enumerate}
Der Nachweis dieser "Aquivalenz bleibe dem Leser zur "Ubung. 
Einen Morphismus mit diesen Eigenschaften nennen wir eine 
{\bf abgeschlossene Einbettung}.\index{Einbettung!abgeschlossene!f"ur naive
  affine Variet"aten} 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Ich will  auch noch den Begriff der regul"aren Funktionen
auf beliebige Teilmengen beliebiger affiner Variet"aten verallgemeinern.
   Gegeben eine Teilmenge $V\subset X$ einer affinen Variet"at  
hei"se eine  Abbildung
$f:V\ra k$ eine
{\bf regul"are Funktion}\index{Funktion!regul"are}\index{regul"ar!Funktion} 
genau dann, wenn 
sie sich lokal als Quotient von zwei globalen regul"aren 
Funktionen schreiben l"a"st.
In Formeln ausgedr"uckt hei"st das: F"ur alle $x \in V$ gibt 
es eine offene Umgebung $U \co X$  und  $g,
      h \in \mathcal O(X)$ mit $h(y) \neq 0 \; \forall y \in U$
      derart, da"s f"ur alle $ y \in U\cap V$ gilt $f(y) = g(y)/ h(y)$.
Die regul"aren Funktionen bilden auch einen\label{regfa}  
Teilring\index{O@$\cal{O}$ regul"are Funktionen!auf Teilmenge
  von affiner Variet"at} 
$$\cal{O}(V)\subset \op{Ens}(V,k)$$ 
  F"ur gewisse Teilmengen affiner Variet"aten
 $X$ hatten wir schon zuvor erkl"art, was
regul"are Funktionen darauf sein sollen, n"amlich f"ur ganz $X$, f"ur
abgeschlossene Teilmengen von $X$, und f"ur das Komplement der Nullstellenmenge 
einer regul"aren Funktion auf ganz $X$. 
In den ersten beiden F"allen zeigt \ref{rfa}, da"s unsere
eben Erkl"arten regul"aren Funktionen mit den zuvor erkl"arten 
"ubereinstimmen, im Letzten folgt es aus \ref{ROFF}.  
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Zur"uckholen regul"arer Funktionen}] 
Seien   $X$ und $Y$  affine Variet"aten 
und $\varphi:X\ra Y$ ein Morphismus.
Gegeben $U\subset X$ und  eine regul"are Funktion
$f$ auf $\varphi(U)$ ist offensichtlich auch die zur"uckgeholte Funktion
$f\circ \varphi$ 
eine regul"are Funktion auf $U$.\label{zFRRn}
Das verallgemeinert \ref{zFRR}.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Universelle Eigenschaft der Nichtnullstelleneinbettung $X_f\hra X$}] 
  Gegeben $X$ eine affine Variet"at und $f\in \mathcal O(X)$ eine regul"are 
Funktion ist die Einbettung $X_f\hra X$
offensichtlich ein Morphismus.\label{UEAAo}   
Ist weiter $\varphi:Z\ra X$ ein Morphismus von affinen Variet"aten mit
$\varphi(Z)\subset X_f$, so ist  auch die induzierte Abbildung 
$\varphi:Z\ra X_f$ ein Morphismus von affinen Variet"aten. 
In der Tat ist $(f^{-1})\circ \varphi$ nach \ref{zFRRn} auch eine 
regul"are Funktion auf $Z$.
\end{Bemerkungl}

  \begin{table}[p]
  \begin{tabular}{c|c|l}
    Affine $k$-Variet"aten $X,Y$&Affine $k$-Kringe $A,B$&Quelle
\\[1mm]\hline
    Produkt&Tensorprodukt&\ref{PnaV}\\
    $X\times Y$&$A\otimes_k B$&\\[3mm]
    Koprodukt&Produkt&\ref{Lopp}\\
    $X\amalg Y$&$A\times B$&\\[3mm]
    abgeschlossene Einbettung&surjektiver Homomorphismus&\ref{AbIM}\\
    $X\hra Y$&$B\sra A$&\\[3mm]
    Einbettung $X_f\hra X$&kanonischer Homomorphismus&\ref{OUVV}\\
    f"ur $f\in\mathcal O(X)$ regul"ar& $A\ra A[f^{-1}]$ f"ur   $f\in A$\\[3mm]
    Morphismus $X\ra Y$&injektiver Homomorphismus&\ref{dOO}\\
    mit dichtem Bild&$B\hra A$&\\[3mm]
    Zusammenhangskomponente&Block&\ref{blo}\\[3mm]
 abgeschlossene&Radikalideal&\ref{NstV}\\ 
    Teilmenge& &\\[3mm]
   Punkt
    &maximales Ideal&\ref{NstV}.\ref{NstV3}\\[3mm]
  irreduzible&Primideal&\ref{PuI}\\ 
    Teilmenge& &\\[3mm]
  irreduzible& minimales Primideal &\ref{PuI}\\ 
    Komponente& &\\[1mm]\hline
  \end{tabular}
  \caption*{
    Diese Tabelle fa"st einige Entsprechungen zwischen
    R"aumen und Ringen zusammen.  Ganz rechts ist jeweils die Quelle
    angegeben, und einige Entsprechungen sind auch noch
    Zukunftsmusik.  Das Tensorprodukt  ist dabei im Sinne von
    \eref{KoPR}{LA2} zu verstehen.
  }
\end{table}

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}\label{dOO} 
Seien $X$ und $Y$ affine Variet"aten.
  Man zeige, da"s ein Morphismus $\varphi:X\ra Y$
dichtes Bild hat genau dann, wenn der zugeh"orige Komorphismus
eine 
Injektion\index{dominant!Morphismus von affinen Variet"aten}
 $\varphi^\sharp:\mathcal O(Y)
\ra \mathcal O(X)$ induziert. Einen Morphismus mit dichtem Bild
von irreduziblen Variet"aten nennt man einen {\bf dominanten} Morphismus.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{IDBM} 
Sei
$\varphi:X\ra Y$ ein Morphismus von affinen Variet"aten.
  Gegeben eine Teilmenge $I \subset \cal{O}(X)$  ist  
die Nullstellenmenge 
ihres Urbilds  $(\varphi^{\sharp})^{-1}(I)\subset \cal{O}(Y)$ der Abschlu"s  des
  Bildes ihrer Nullstellenmenge, in Formeln
$$\overline{\varphi (\cal Z(I))}=\cal Z((\varphi^{\sharp})^{-1}(I))$$
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{IDBX} 
Sei
$\varphi:X\ra Y$ ein Morphismus von affinen Variet"aten.
  Gegeben eine Teilmenge $J \subset \cal{O}(Y)$  ist  
das Urbild 
ihrer Nullstellenmenge 
die Nullstellenmenge ihres Bildes,
 in Formeln
$${\varphi^{-1} (\cal Z(J))}=\cal Z(\varphi^{\sharp}(J))$$
\end{Ubung}



 
\begin{Ubung}
  Gegeben ein Morphismus $X\ra Y$ von
affinen Variet"aten 
zeige man: Ist unter dem  Komorphismus
$\mathcal O(Y)\ra \mathcal O(X)$ der Ring $\mathcal O(X)$
modulendlich "uber $\mathcal O(Y)$, 
so hat unser Morphismus endliche
Fasern.\label{meR} Hinweis: \ref{EVNN} und \ref{IDBX}. 
\end{Ubung}

% \begin{Ubung}[\textbf{Ort aller Punkte mit endlicher Faser}]
%   Gegeben ein Morphismus $X\ra Y$ von
% affinen Variet"aten 
% zeige man: Die Menge aller Punkte von $Y$ mit endlicher Faser ist offen.
% Hinweis: Zun"achst zeige man, da"s die Faser genau f"ur die $y\in Y$ 
%  endlich ist, f"ur die
% gilt $\op{dim}_k(\mathcal O(X)/\mathcal I(y)\mathcal O(X))<\infty$. 
% \end{Ubung}








\begin{Ubung}[\textbf{Koprodukt affiner Variet"aten}]
 Man zeige: Gegeben
affine Variet"aten $X,Y$ wird ihre disjunkte Vereinigung $X \sqcup
  Y$ zu einer affinen Variet"at durch die 
Vorschrift\index{Koprodukt!von affinen Variet"aten} 
  \begin{equation*}
    \mathcal O (X \sqcup Y) \pdef \{ f: X \sqcup Y \rightarrow k  \mid f|_X
    \in \mathcal O (X)\text{ und } f|_Y \in \mathcal O (Y)\}
  \end{equation*}
  Die beiden Einbettungen $\op{in}_X : X \hookrightarrow X \sqcup Y$ und
  $\op{in}_Y : Y \hookrightarrow X \sqcup Y$ sind dann Morphismen von affinen
  Variet"aten und $(X \sqcup Y, \op{in}_X, \op{in}_Y)$ ist ein Koprodukt in
  der Kategorie der affinen Variet"aten im Sinne von \eref{KoPro}{LA2}.
Die leere Variet"at ist ein initiales Objekt in dieser Kategorie.\label{Lopp} 
\end{Ubung}


\begin{Ubung}[\textbf{Produkt mit $k^n$}]
 % $(k=\bar k)$.
  Gegeben eine affine Variet"at $X$ zeige man,
da"s  wir einen Isomorphismus
$\mathcal O(X)[T_1,\ldots, T_n]\sira \mathcal O(X\times k^n)$
erhalten, wenn wir den Kringhomomorphismus betrachten,
der auf $\mathcal O(X)$ durch das Zur"uckholen gegeben ist und unter dem
der Variablen $T_i$ die Projektion auf $k^n$ gefolgt von der
Projektion  auf den $i$-ten Eintrag zugeordnet wird.\label{WADn}   
Dieser Morphismus ist so nat"urlich, da"s wir ihn oft in Sprache und 
Notation als Gleichheit behandeln werden.    
\end{Ubung}



\begin{Ubung}
  Ein {\bf Block}\index{Block!von Kring} eines Krings
  kann charakterisiert werden als ein unzerlegbarer direkter Summand unseres
  Krings, betrachtet als Modul "uber sich selber. Mehr zur Blockzerlegung wird
  in \ref{BLOCK} erkl"art. Man konstruiere eine Bijektion zwischen der
Menge der Zusammenhangskomponenten einer affinen Variet"at $X$ und der Menge 
der Bl"ocke ihres Rings von regul"aren Funktionen $\mathcal O(X)$.\label{blo} 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Gegeben eine affine Variet"at liefert
  das Bilden des Maximalspektrums  einen Funktor
  $$\op{Max}:\op{Kring}_{\op{re}}^{\mathcal O(X)}\ra \op{Varaff}_X^{\op{opp}}$$
  mit Rechtsadjungiertem $\mathcal O$. Insbesondere ist
  $\op{Max}$ vertr"aglich mit endlichen Koprodukten und
  macht Kogruppenobjekte zu Kogruppenobjekten sowie
  abelsche Kogruppenobjekte zu  abelschen Kogruppenobjekten. Die Einschr"ankung
  auf affine
  Kringalgebren ist eine "Aquivalenz von Kategorien
  $$\op{Max}:\op{Kring}_{\op{renf}}^{\mathcal O(X)}\sirra \op{Varaff}_X^{\op{opp}}$$
\end{Ubung}


\subsection{Die symmetrische Algebra}
\begin{Definition}\label{SyAl}
Gegeben ein Vektorraum  $V$ "uber einem K"orper $k$ erkl"art man die 
{\bf symmetrische Algebra "uber $V$}\index{symmetrisch!Algebra|main}
als den\index{Sym@${\op{Sym}}_kV$ symmetrische Algebra|main} 
Quotienten\index{S@${\op{S}}_kV$ symmetrische Algebra|main}
$${\op{S}}_kV={\op{Sym}}_kV\pdef 
{\op{T}}_kV/\langle v\otimes w-w\otimes v\rangle $$
der  Tensoralgebra aus \eref{TeAl}{LA2}
nach dem von allen $v\otimes w-w\otimes v$ mit $v,w\in V$ erzeugten
Ideal. Wenn sich der Grundk"orper von selbst versteht, schreiben wir
auch k"urzer ${\op{S}}V$.
\end{Definition}


\begin{Bemerkungl} Gegeben ein Vektorraum  $V$ "uber einem K"orper $k$ hat
die  offensichtliche $k$-lineare Abbildung
$\op{can}:V\hra{\op{S}}_kV$  die zu \eref{TeAl}{LA2} analoge
{\bf universelle Eigenschaft} f"ur Kringalgebrenhomomorphismen.  Ist genauer $A$ ein 
  $k$-Kring und $\varphi : V\ra A$ eine $k$-lineare Abbildung, so gibt
  es genau einen Homomorphismus von $k$-Kringen 
$\hat{\varphi} : {\op{S}}_{k} V
  \ra A$ mit $\varphi = \hat{\varphi} \circ \op{can}$, im Diagramm
  \begin{displaymath}
    \xymatrix{
      V \ar[r]^-{\op{can}} \ar[dr]_-{\varphi}
& {\op{S}}_k V \ar@{-->}[d]^-{\hat{\varphi}}\\
      &A
    }
  \end{displaymath}
  Wieder anders gesagt liefert das Vorschalten von $\op{can}$ f"ur jeden $k$-Kring $A$ eine Bijektion
  $(\circ\op{can}):\op{Kring}^k({\op{S}}V,A)\sira \op{Hom}_k(V,A)$.
  Ist $B\subset V$ eine Basis von $V$, so erhalten wir mithin durch sukzessives
  Einschr"anken Bijektionen 
$$\op{Kring}^k({\op{S}}V,A)\sira \op{Hom}_k(V,A)\sira \op{Ens}(B,A)$$
  Daraus folgt mit dem Yoneda-Lemma, da"s die Einbettung
  $B\hra {\op{S}}V$ einen Isomorphismus von $k$-Kringen
    $k[_!'B]\sira {\op{S}}V$ zwischen dem Polynomring in der
    Variablenmenge $B$ und unserer symmetrischen Algebra induziert.
Ist insbesondere $v_1,\ldots,v_n$ eine Basis von $V$,
so erhalten wir einen Isomorphismus von Kringalgebren 
$$k[' T_1,\ldots,T_n]\sira {\op{S}}_kV$$
durch die Vorschrift $T_i\mapsto v_i$.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Regul"are Funktionen auf Vektorr"aumen}]
Gegeben ein K"orper $k$ und ein $k$-Vektorraum $V$ liefert die
universelle Eigenschaft   einen Homomorphismus
${\op{S}}_{k} V\ra \op{Ens}(V^*,k)$ von Kringalgebren
in die Kringalgebra aller $k$-wertigen  Funktionen auf dem Dualraum von $V$. 
Ist $k$ ein unendlicher K"orper, so ist dieser Homomorphismus injektiv
und induziert einen Isomorphismus zwischen ${\op{S}}_{k} V$ und derjenigen
Unterringalgebra von $\op{Ens}(V^*,k)$, die von allen
Auswertungen an Vektoren $v\in V$ erzeugt wird.
Ist zus"atzlich $V$ endlichdimensional, 
so erhalten wir auf diese
Weise einen Isomorphismus von ${\op{S}}_{k} (V^*)$ mit der
von allen Linearformen erzeugten Unterringalgebra von $\op{Ens}(V,k)$.
Arbeiten wir  "uber einem algebraisch abgeschossenen K"orper $k=\bar k$,
so liefert mithin f"ur jeden endlichdimensionalen $k$-Vektorraum $V$
 die 
 Einbettung $V^\ast\hra \op{Ens}(V,k)$ einen Ringalgebrenisomorphismus  $${\op{S}}(V^\ast)\sira \cal O(V)$$ von der
symmetrischen Algebra  "uber dem Dualraum $V^\ast$ mit der
Algebra  der regul"aren Funktionen auf $V$ in Bezug auf seine Struktur als
$k$-Variet"at nach \ref{akV}.\label{SWER} 
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkunge}[\textbf{Symmetrische Algebra und symmetrische Tensoren}] 
Ich finde die allgemein "ubliche\label{SyA} 
Bezeichnung von ${\op{S}}V$ als \glqq symmetrische Algebra\grqq\ 
nicht besonders gl"ucklich und w"urde dazu lieber 
die  \glqq universelle Kring\-al\-ge\-bra "uber $V$\grqq\  sagen.
Ich will kurz die Herkunft der allgemein "ublichen Bezeichnung
erkl"aren.
 Die symmetrische Gruppe
${\cal{S}_{r}}$  operiert durch Vertauschung der Tensorfaktoren 
auf $V^{\otimes r}$. Die Invarianten 
unter dieser Operation, also die Elemente von
 $(V^{\otimes r})^{\cal{S}_{r}}$, hei"sen die  
{\bf symmetrischen 
Tensoren}\index{symmetrischer Tensor}\index{Tensor!symmetrischer} 
der Stufe $r$.
In Charakteristik Null liefert nun 
f"ur jedes $r \geq 0$ die Projektion 
$$\op{proj}:V^{\otimes r} \twoheadrightarrow {\op{S}}^{r}V$$ einen Isomorphismus
$(V^{\otimes r})^{\cal{S}_{r}}\sira {\op{S}}^{r}V$ 
zwischen dem Raum der symmetrischen Tensoren der Stufe $r$
und der homogenen Komponente ${\op{S}}^{r}V$ der 
Algebra ${\op{S}}V$. Daher kommt die Bezeichnung als
\glqq symmetrische Algebra\grqq.
Das Inverse dieses Isomorphismus 
hei"st die \defind{Symmetrisierung} und kann auf Monomen 
beschrieben werden 
durch die Formel
$v_{1} \ldots v_{r} \mapsto \frac{1}{r!} 
\sum_{\sigma \in \cal{S}_{r}} v_{\sigma (1)} \otimes
\ldots \otimes v_{\sigma (r)}$.
Um das alles einzusehen f"uhren wir
 den
{\bf Symmetrisator}\index{Symmetrisator}
$$\op{sym}:V^{\otimes r}\ra (V^{\otimes r})^{\mathcal S_r}$$ ein durch
die Abbildungsvorschrift
$\op{sym}:t\mapsto \frac{1}{r!}\sum_{\sigma\in \cal{S}_r}t^\sigma$.
Wir haben offensichtlich
$\op{sym}(t)=t$ f"ur jeden symmetrischen Tensor $t$ der Stufe $r$. 
F"ur die Inklusion $$\op{inkl}: (V^{\otimes r})^{\mathcal S_r}\hra V^{\otimes r}$$
des Raums der symmetrischen Tensoren gilt in anderen Worten  
$$ \op{sym}\circ\op{inkl}=\op{id}$$ und $\op{sym}$ ist insbesondere surjektiv. 
Weiter verschwindet 
$ \op{sym}$ auf $\op{ker}(\op{proj})= \langle v\otimes w-w\otimes v\rangle\cap V^{\otimes r}$,
in Formeln $\op{ker}(\op{proj})\subset \op{ker}(\op{sym})$. 
% und  faktorisiert  folglich
% "uber eine wohlbestimmte Abbildung
%$\overline{\op{sym}}:{\op{S}}^r V\ra (V^{\otimes r})^{\mathcal S_r} $,
%in Formeln $\op{sym}=\overline{\op{sym}}\circ\op{proj}$. 
Andererseits faktorisiert auch die kanonische Projektion
$\op{proj}: V^{\otimes r}\sra  {\op{S}}^r V$ "uber $\op{sym}$
als $$\op{proj}=\op{proj}\circ \op{inkl}\circ\op{sym}$$
Also gilt auch umgekehrt 
$\op{ker}(\op{sym})\subset \op{ker}(\op{proj})$.
Zusammen folgt $\op{ker}(\op{sym})=\op{ker}(\op{proj})$ und 
damit mu"s $\op{proj}\circ \op{inkl}$ surjektiv und injektiv sein
und damit in der Tat, immer im Fall eines Grundk"orpers der Charakteristik Null, ein Isomorpismus 
$$(V^{\otimes r})^{\mathcal S_r}\sira {\op{S}}^r V$$
% wir
% k"onnen die Identit"at auf $(V^{\otimes r})^{\mathcal S_r} $
% darstellen als eine Verkn"upfung
% $$(V^{\otimes r})^{\mathcal S_r}\;\;\hra\;\; V^{\otimes r}\;\;\sra \;\;
% {\op{S}}^r V\;\;\sira \;\;(V^{\otimes r})^{\mathcal S_r}$$
% wobei die mittlere Abbildung die kanonische Projektion ist und
% die Komposition der mittleren mit der rechten Abbildung
% unser Symmetrisator $\op{sym}$.
% Das zeigt dann,
% da"s im Fall eines Grundk"orpers der Charakteristik Null
% die kanonische Projektion $V^{\otimes r}\sra {\op{S}}^r V$ in der Tat einen 
% Isomorphismus $(V^{\otimes r})^{\mathcal S_r}\sira {\op{S}}^r V$
% induziert.
\end{Bemerkunge}


\begin{Bemerkunge}
  "Uber K"orpern positiver Charakteristik
  sind die beiden Funktoren $V\mapsto {\op{S}}^rV$ und 
$V\mapsto (V^{\otimes r})^{\mathcal S_r}$ im allgemeinen nicht mehr
isomorph. Man nennt  sie die $r$-te 
{\bf symmetrische Potenz}\index{symmetrische Potenz}\index{Potenz!symmetrische}
\label{syPOZ} und   die $r$-te  
{\bf dividierte Potenz}.\index{dividierte Potenz}\index{Potenz!dividierte}
Im endlichdimensionalen Fall ist der eine dieser Funktoren 
 konjugiert zum
 Anderen unter dem Dualraumfunktor, wie wir gleich
 in \ref{guht} sehen werden. Die Situation ist im Fall symmetrischer Algebren
 also 
delikater als bei den "au"seren Potenzen, die
 im endlichdimensionalen
Fall schlicht 
mit dem Dualraumfunktor kommutieren.  
\end{Bemerkunge}


\begin{Bemerkunge}[\textbf{Symmetrische Multilinearformen}] 
  Gegeben ein Vektorraum $V$ "uber einem K"orper $k$ 
und $r\geq 0$ bezeichnen wir\label{guht}  
mit\index{Symu@$\op{Symu}$ symmetrische Multilinearformen}
$$\op{Symu}^{r} V \pdef \{s : V \times \ldots \times V \ra k 
\mid s \text{ ist
multilinear und symmetrisch}\}$$
die Menge aller symmetrischen $r$-Multilinearformen, als da  hei"st
aller  Multilinearformen, die 
ihren Wert nicht "andern, wenn man die Eintr"age permutiert.
Unter der Identifikation des Raums aller $r$-Multilinearformen
mit $(V^{\otimes r})^*$ entspricht $\op{Symu}^{r} V$ dem Bild von
$({\op{S}}^rV)^*$ in $(V^{\otimes r})^*$, wir haben also einen
kanonischen Isomorphismus $$({\op{S}}^rV)^*\sira \op{Symu}^{r} V$$
Andererseits ist die offensichtliche Einbettung
$(V^*)^{\otimes r}\hra (V^{\otimes r})^*$ vertr"aglich mit der 
Operation der symmetrischen Gruppe und induziert eine kanonische 
Einbettung $((V^*)^{\otimes r})^{\cal S_r}\hra \op{Symu}^{r} V$,
die im endlichdimensionalen Fall sogar ein Isomorphismus ist.
Zusammen erhalten wir eine kanonische Einbettung
$$((V^*)^{\otimes r})^{\cal S_r}\hra ({\op{S}}^rV)^*$$
und auch diese ist dann  im endlichdimensionalen Fall ein Isomorpismus. 
\end{Bemerkunge}




\subsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubunge}\label{KAA} 
Man zeige:  Ist $V$ ein Vektorraum "uber einem K"orper $k$,
so induziert der durch unsere 
 Konstruktion der "au"seren Algebra in \eref{LaV}{LA2} gegebene 
Ringalgebrenhomomorphismus   ${\op{T}}_kV\sra \bigwedge V$ 
von der Tensoralgebra aus \eref{TeAl}{LA2} auf die "au"sere Algebra
einen Isomorphismus
$$\textstyle
{\op{T}}_kV/\langle v\otimes  v\mid v\in V\rangle \sira \bigwedge V$$
der "au"seren Algebra mit dem Quotienten der Tensoralgebra
nach dem von allen $v\otimes  v$ mit $v\in V$ erzeugten
Ideal. 
\end{Ubunge}

\begin{Ubunge}
  Bezeichnet  ${\op{S}}^r V\subset {\op{S}} V$ das Bild von $V^{\otimes r}\subset {\op{T}}V$, so haben wir eine Zerlegung 
$${\op{S}} V=\bigoplus_{r\geq 0} {\op{S}}^r V$$
und das Produkt eines Elements von  ${\op{S}}^r V$ mit
einem Element von  ${\op{S}}^p V$ liegt in ${\op{S}}^{r+p} V$.
Hier hei"st ${\op{S}}^r V$ die {\bf homogene Komponente vom Grad $r$}
der symmetrischen Algebra ${\op{S}} V$.
\end{Ubunge}


\begin{Ubung}\label{S2QF} 
  Gegeben ein Vektorraum $V$ "uber einem K"orper $k$
erhalten wir eine Bijektion der zweiten symmetrischen Potenz seines
Dualraums ${\op{S}}^2(V^*)$ mit dem Raum der quadratischen Formen auf
$V$ nach \eref{QuFo}{LA2}, indem wir
der Nebenklasse des Tensors $f_1\otimes g_1+\ldots+f_n\otimes g_n$ die  
quadratische Form $v\mapsto f_1(v) g_1(v)+\ldots+f_n(v)g_n(v)$ zuordnen. 
\end{Ubung}

\subsection{Symmetrische Algebren "uber Kringen*}
\begin{Bemerkungl}
  Im folgenden wird vorausgesetzt, da"s Sie mit Tensorprodukten "uber
  Kringen vertraut sind, wie sie etwa in \eref{TPro}{TS} und
 f"ur iterierte Tensorprodukte in \eref{itKR}{TS} besprochen werden.  
 Weiter wird der Formalismus der adjungierten
 Funktoren verwendet, wie er etwa in \eref{AdFu}{TF} diskutiert wird. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Unter einem {\bf geometrischen Modul}\index{Modul!geometrischer}
  "uber einer affinen Variet"at $X$ verstehen wir ein
  abelsches Gruppenobjekt $E\ra X$ in der Kategorie $\op{Varaff}_X$ der
  affinen Variet"aten "uber $X$ mit einem Morphismus
  $k\times E\ra E$ "uber $X$ derart, da"s jede Faser $E_x$ mit der induzierten
  Addition und  Operation $k\times E_x\ra E_x$ isomorph ist zu einer
  Variet"at mit Addition und $k$-Operation, die ihrerseits von einem endlichdimensionalen
  $k$-Vektorraum herkommt. Die geometrischen Moduln "uber $X$  bilden in offensichtlicher
  Weise eine Kategorie $$\op{Gmod}_X$$ 
\end{Bemerkungl}





  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Symmetrische Algebra eines Moduls}]
  Gegeben ein Kring $A$ hat der verge"sliche
Funktor $\op{Ralg}_A\ra \op{Mod}_A$ einen Linksadjungierten, den Funktor 
$ {\op{Ten}}_A$,\index{T@${\op{Ten}}_AM$ Tensoralgebra} 
der\index{Ten@${\op{Ten}}_AM$ Tensoralgebra} jedem $A$-Modul
die {\bf freie Tensoralgebra}\index{Tensoralgebra}
  wie in
\eref{TeAl}{LA2} zuordnet. Gegeben ein Kring $A$  hat weiter auch der verge"sliche
Funktor
  $\op{Kralg}_A\ra \op{Mod}_A$ einen Linksadjungierten, den Funktor ${\op{Sym}}_A$,
der\index{S@${\op{S}}_AM$ symmetrische Algebra}\label{SymA}
jedem $A$-Modul\index{Sym@${\op{Sym}}_AM$ symmetrische Algebra} die {\bf symmetrische Algebra}\index{symmetrisch!Algebra}
$${\op{S}}_AM={\op{Sym}}_AM$$ wie in
\ref{SyAl} zuordnet.
Man konstruiert auch unschwer einen Linksadjungierten
 zum verge"slichen
 Funktor $\op{Komm}:\op{Kralg}_A\ra \op{Ralg}_A$ und
 findet eine ausgezeichnete Isotransformation $\op{Komm}\circ \op{Ten}\siRa\op{Sym}$.
 Gegeben ein Kringhomomorphismus $A\ra B$ liefern
 die Identit"aten $\op{verg}_A\circ\op{res}_B^A=\op{res}_B^A\circ\op{verg}_B$
 f"ur die entsprechenden Vergi"sfunktoren
 Isotransformationen
 $$\op{prod}_A^B\circ\op{Sym}_A\siRa\op{Sym}_B\circ\op{prod}_A^B$$
 alias nat"urliche Isomorphismen
 $B\otimes_A(\op{Sym}_AM)\sira \op{Sym}_B(B\otimes_AM)$
 zwischen $B$-Kringalgebren und "ahnlich f"ur Tensoralgebren.
  \end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Moduln und Vektorb"undel}] 
  Gegeben eine affine $k$-Variet"at $X$ und ein
  endlich erzeugter  $\mathcal O(X)$-Modul $M$ 
  versehen wir nun die affine $k$-Variet"at  $$\op{V}(M)\pdef \op{Max}(\op{Sym}_{\mathcal O(X)}(M))$$
  mit der Struktur eines geometrischen Moduls "uber $X$.
  Als Morphismus $\op{V}(M)\ra X$ nehmen wir den von\label{vbMO} 
  $\mathcal O(X)\ra \op{Sym}_{\mathcal O(X)}(M)$ unter $\op{Max}$ induzierten.
  F"ur die restlichen Zutaten holen wir weiter aus.
\end{Bemerkungl}

  \begin{Bemerkungl}
  Nach \eref{adAGR}{TG} ist in einer additiven Kategorie jedes
  Objekt auf nat"urliche Weise sowohl ein abelsches Gruppenobjekt
  als auch a forteriori ein  abelsches Kogruppenobjekt.
  Insbesondere hat f"ur einen Ring $R$ jeder $R$-Modul $M$
  eine nat"urliche Struktur als abelsches Kogruppenobjekt.
  Dessen Verkn"upfung  erweist sich als
  die
  diagonale Einbettung $\Delta:M\hra M\times M$.\label{akgf}  
  Nach  \eref{AdjPO}{TF} vertauschen Linksadjungierte mit Koprodukten. 
  Im Fall eines Krings $A$ macht folglich unser
  mit Koprodukten vertr"aglicher  Funktor $\op{Sym}=\op{Sym}_A$ 
  aus $M\in\op{Mod}_A$
  ein abelsches Kogruppenobjekt $\op{Sym}_A(M)$ in 
  $\op{Kralg}_A$.
  \end{Bemerkungl}
  \begin{Beispiel}
    Ist $A=k$ ein algebraisch abgeschlossener
  K"orper und $M$ ein endlichdimensionaler $k$-Vektorraum, so
  entspricht dies Kogruppenobjekt von $\op{Kralg}_k$ vermittels
  $\op{Sym}_k(M)\sira \mathcal O(M^*)$ dem Kogruppenobjekt der
  regul"aren Funktionen auf der
  algebraischen Gruppe $M^*$ mit der Addition als Verkn"upfung.
  \end{Beispiel}




  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Additive Struktur auf $\op{V}(M)$}]
    Gegeben eine affine Variet"at $X$ und ein endlich erzeugter
    $\mathcal O(X)$-Modul $M$ erhalten wir mit \ref{akgf} auf 
    $\op{Sym}_{\mathcal O(X)}(M)$ eine Struktur als
    Kogruppenobjekt von $\op{Kralg}_{\mathcal O(X)}^{\op{re}}$.
    Da $\op{Max}:\op{Kralg}_{\mathcal O(X)}^{\op{re}}\ra \op{Varaff}^{\op{opp}}_X$ als Rechtsadjungierter mit
  Push\-out vertauscht, erbt
  $\op{V}(M)$
  die Struktur eines abelschen Gruppenobjekts in der
  Kategorie der affinen Variet"aten "uber $X$.
  \end{Bemerkungl}
    \begin{Bemerkungl}
Gegeben ein Kring $A$ und ein $A$-Modul $M$
tr"agt die symmetrische Algebra nach Konstruktion eine
nat"urlich $\DN$-Graduierung
$$\op{Sym}_A(M)=\bigoplus_{r\in \DN}\op{Sym}^r_A(M)$$
Sie liefert einen Kringhomomorphismus
$\op{Sym}_A(M)\ra A[T]\otimes_A\op{Sym}_A(M)$ durch
$s\mapsto T^r\otimes s$ f"ur $s$ homogen vom Grad $r$. Nun macht
die Komultiplikation $A[T]\ra A[T]\otimes_AA[T]$ gegeben durch
$T\mapsto T\otimes T$ den Polynomring $A[T]$ zu einem
Komonoid in 
$\op{Kralg}_A$.  Unser Homomorphismus ist dann offensichtlich eine
Kooperation dieses Komonoids.\label{amgf}
  \end{Bemerkungl}
 
 \begin{Bemerkungl}[\textbf{Operation von $(k,\cdot)$ auf $\op{V}(M)$}]
    Gegeben eine affine Variet"at $X$ und ein endlich erzeugter
    $\mathcal O(X)$-Modul $M$ erhalten wir mit \ref{amgf} auf 
    $\op{Sym}_{\mathcal O(X)}(M)$ eine Kooperation
    des Komoidobjekts $\mathcal O(X)[T]$.
    Da $\op{Max}:\op{Kralg}_{\mathcal O(X)}^{\op{re}}\ra \op{Varaff}^{\op{opp}}_X$ als Rechtsadjungierter mit
  Push\-out vertauscht, erbt
  $\op{V}(M)$
  die Operation des \glqq multiplikativen\grqq\ Monoidobjekts  $\op{Max}(\mathcal O(X)[T])=X\times k$
  in der
  Kategorie der affinen Variet"aten "uber $X$.
  \end{Bemerkungl}

 \begin{Bemerkungl}
   Sei $X$ eine affine Variet"at.
   Der Leser mag zur "Ubung pr"ufen, da"s wir, indem wir f"ur jeden
   endlich erzeugten $\mathcal O(X)$-Modul $M$ unser $\op{V}(M)$ mit den
   in \ref{akgf} und \ref{amgf} erkl"arten Strukturen versehen, einen
   Funktor
   $${\op{V}}:\mathcal O(X)\op{-Modfg}\ra \op{Gmod}_X^{\op{opp}}$$
   erhalten, da"s dieser Funktor mit endlichen Koprodukten vertr"aglich ist,  
   und da"s wir in der offensichtlichen Weise  einen Isomorphismus
   von geometrischen Moduln
   $\op{V}(\mathcal O(X))\sira X\times k$ erhalten. Wir nennen $\op{V}$ den
   {\bf B"undelfunktor}.\index{B"undelfunktor}
 \end{Bemerkungl}

 \begin{Bemerkungl}
   Ich erkl"are nun f"ur jeden geometrischen Modul $E$
   "uber einer affinen Variet"at $X$ den  $\mathcal O(X)$-Modul
    $\mathcal D(E)$ seiner {\bf dualen Schnitte} als die  Menge der faserweise $k$-linearen
   regul"aren Funktionen auf $E$, in Formeln 
   $$\mathcal D(E)\pdef \{f\in\mathcal O(E)\mid f|E_x
   \text{ ist $k$-linear }\forall x\in X\}$$
   mit der von $\mathcal O(E)$ induzierten Struktur als $\mathcal O(X)$-Modul.
   Das f"allt nach unseren Annahmen zusammen mit dem
   homogenen Anteil $\mathcal D(E)=\mathcal O(E)^1$ vom Grad Eins f"ur die auf
   $\mathcal O(E)$ durch die Wirkung des multiplikativen  Monoids
   $k$ nach \ref{opMK} gegebenen $\DN$-Graduierung. Da $\mathcal O(E)$ ringendlich ist
   "uber seinem homogenen Anteil $\mathcal O(X)=\mathcal O(E)^0$  vom Grad Null,
   mu"s der homogene Anteil vom Grad Eins endlich erzeugt sein als Modul. Wir erhalten so einen Funktor
   $$\mathcal D: \op{Gmod}_X^{\op{opp}}\ra \mathcal O(X)\op{-Modfg}$$
   Die Bezeichnung als \glqq duale Schnitte\grqq\ kommt her von der
   nat"urlichen Bijektion $\mathcal D(E) \sira \op{Gmod}_X(E,X\times k)$,
   die im folgenden keine Rolle mehr spielen wird.
 \end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Adjunktion von B"undelfunktor und dualen Schnitten}] Wir erhalten  eine Adjunktion $(V,\mathcal D)$
 zwischen unserem B"undelfunktor 
  und dem Funktor der dualen Schnitte, indem wir bemerken,
  da"s die nat"urlichen 
   Abbildungen
   $$\op{Gmod}_X^{\op{opp}}(\op{Max}{\op{S}}_kM,E)
   \hra \op{Kralg}_{\mathcal O(X)}({\op{S}}_kM,\mathcal O(E))\sira \op{Mod}_{\mathcal O(X)}(M,\mathcal O(E))$$
   eine Bijektion der linken Seite mit $\op{Mod}_{\mathcal O(X)}(M,\mathcal D(E))$ induzieren. 
   Zur "Ubung pr"ufe man, da"s f"ur $M$ mit nilpotentfreier symmetrischer
   Algebra die Einheit der Adjunktion ein Isomorphismus $M\sira \mathcal D{\op{V}}M$
   von $\mathcal O(X)$-Moduln ist. Wir diskutieren nicht weiter,
   f"ur welche geometrischen Moduln $E$ die Koeinheit der Adjunktion
   oder genauer deren opponierter Morphismus
   ein Isomorphismus $E\sira {\op{V}}\mathcal DE$
   von geometrischen Moduln ist. Mehr dazu findet man in
   \cite{EGA2}, wo man auch nachlesen kann, warum das alles
   f"ur Schemata  noch viel besser geht als f"ur Variet"aten.
 \end{Bemerkungl}




 
\begin{Bemerkungl}
 Im Fall eines endlich erzeugten \glqq projektiven\grqq\
  $\mathcal O(X)$-Moduls $M$ 
 k"onnen wir uns  unser  ${\op{V}}M$ 
als Vektorb"undel vorstellen, wie im folgenden ausgef"uhrt werden soll.  
  Ein Modul $P$ "uber einem Ring $R$ hei"st {\bf projektiv},\index{projektiv!Modul}\label{proM} 
  wenn jeder surjektive Homomorphismus $M\sra P$ von einem weiteren $R$-Modul
  nach $P$ spaltet. Mehr dazu wird in \eref{proMo}{TS}
  folgende besprochen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Lemma}\label{plFF} 
  Gegeben ein endlich erzeugter projektiver Modul $P$ "uber einem Kring $R$
  und ein maximales Ideal $\mathfrak m\subset R$ gibt es $f\in R\backslash \mathfrak m$ derart, da"s die Lokalisierung $P_f$ frei ist "uber $R_f$.
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}
  Ist $P$ ein endlich erzeugter projektiver Modul
  "uber einem Intergrit"atsbereich $R$, so hat die
  Lokalisierung $P_f$ offensichtlich f"ur jedes
  von Null verschiedene $f\in R$, f"ur das $P_f$ frei ist,
  denselben Rang. Wir nennen ihn dann den {\bf Rang}\index{Rang!von projektivem Modul} unseres projektiven Moduls
  und notieren ihn $\op{rang}(P)$.\label{raPM}  
  Allgemeiner zeigt man dasselbe unschwer f"ur jeden Kring $R$ mit
  zusammenh"angendem Spektrum, wenn dieser Begriff einmal zur Verf"ugung steht.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
  Per definitionem finden wir einen weiteren $R$-Modul $Q$ und
  einen Isomorphismus $P\oplus Q\sira R^n$. 
  Seien $p_1,\ldots,p_r\in P$ Elemente, deren Nebenklassen eine Basis
  von $P/\mathfrak m P$ bilden, und $q_1,\ldots,q_s\in Q$ Elemente, deren Nebenklassen eine Basis
  von $Q/\mathfrak m Q$ bilden. Indem wir diese Elemente als Bilder der Vektoren der Standardbasis nehmen, k"onnen wir unseren Isomorphismus  
 verl"angern zu einer Sequenz
  $$R^{r+s}\ra P\oplus Q\sira R^n$$ mit $R^r\times 0\ra P$  sowie 
  $0\times R^s \ra Q$.
 Nach Konstruktion wird die Komposition ein Isomorphismus, wenn wir
 "uberall die von allen $\mathfrak m$-fachen erzeugten Untermoduln wegteilen.
 Es folgt $r+s=n$ und wird unsere Abbildung beschrieben durch die Matrix
  $M\in \op{Mat}(n\times n;R)$, so ist  
  das Bild $\bar M$ unserer Matrix in $\op{Mat}(n\times(r+s);R/\mathfrak m)$
  invertierbar. Folglich geh"ort  die Determinante $f\pdef \op{det}M$ unserer
  Matrix nicht zu $\mathfrak m$, und wenn wir nach $f$ lokalisieren,
  wird unsere Matrix invertierbar.
  Dann aber mu"s unser Morphismus $R^r\times 0\ra P$
  unter der Lokalisierung nach $f$ auch
  zu einem Isomorphismus werden.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}
  Sei $X$ eine affine Variet"at. Ein
  {\bf Vektorb"undel auf $X$}\index{Vektorb"undel!algebraisches} ist
  ein geometrischer Modul $p:E\ra X$ "uber $X$ mit der Eigenschaft,
  da"s jeder Punkt von $X$ eine
  offene affine Umgebung $U$ hat, auf der $p^{-1}(U)$
  mit seiner induzierten Struktur als geometrischer Modul isomorph
  ist zu $U\times k^n$ f"ur ein $n=n(U)$.
  Wie aus dem Vorhergehenden folgt, induziert unser B"undelfunktor eine
  "Aquivalenz von Kategorien\label{VeBue}  
  $$\op{V}:\{\text{endlich erzeugte projektive $\mathcal O(X)$-Moduln}\}\sirra \{\text{Vektorb"undel auf $X$}\}^{\op{opp}}$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben ein geometrischer Modul $E\ra X$ "uber einer affinen Variet"at
  ist die Menge seiner algebraischen Schnitte $\sigma:X\ra E$ in offensichtlicher Weise ein
  $\mathcal O(X)$-Modul $\mathcal S(E)=\mathcal S_X(E)$. Im allgemeinen
  wei"s ich nicht, ob er endlich erzeugt sein mu"s. Im Fall eines Vektorb"undels
  bilden die algebraischen Schnitte jedoch offensichtlich einen endlich
  erzeugten projektiven $\mathcal O(X)$-Modul, der in nat"urlicher Weise
  dual ist zum $\mathcal O(X)$-Modul der dualen Schnitte. Insbesondere
  liefert der Funktor der algebraischen Schnitte eine "Aquivalenz von Kategorien
    $$\mathcal S:\{\text{Vektorb"undel auf $X$}\}\sirra \{\text{endlich erzeugte projektive $\mathcal O(X)$-Moduln}\}$$
 \end{Bemerkungl}

%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "XXKAG"
%%% End: 
