




\section{Lokale noethersche Kringe}
\label{HPR} 


\subsection{Filtrierungen von
 Gruppen}\label{FuG}

\begin{Definition}\label{FAGr}
Eine {\bf 
Filtrierung}\index{Filtrierung!auf abelscher Gruppe} auf einer
abelschen Gruppe
$V$ ist eine Familie von Untergruppen
$V^{\leq r}$ f"ur $r \in \DZ$ derart, da"s gilt 
$V^{\leq r} \subset V^{\leq r+1}$ f"ur alle $r\in\DZ$.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Manchmal notieren wir eine  Filtrierung auf einer abelschen Gruppe $V$ auch
  als eine Familie von
  Untergruppen $V^{\geq r}$ f"ur $r \in \DZ$ derart, da"s gilt
  $V^{\geq r} \supset V^{\geq r+1}$ f"ur alle $r\in\DZ$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}\label{EigFI} 
  \begin{enumerate}
  \item Eine {\bf aussch"opfende
      Filtrierung}\index{aussch"opfend!Filtrierung}
ist eine Filtrierung, bei der die Vereinigung der filtrierenden Untergruppen
    die ganze  Gruppe ist, in Formeln $\bigcup_r V^{\leq r}=V$.
    \index{Filtrierung!aussch"opfende} 
\item
 Eine {\bf voll endende
      Filtrierung}\index{Filtrierung!voll endende}
    ist eine Filtrierung,
bei der  bereits eine der filtrierenden Untergruppen die ganze Gruppe ist,
   bei der also  in Formeln ein $ r$ existiert mit $V^{\leq r}=V$.
\item
Eine {\bf Hausdorff'sche} oder auch {\bf separierte
      Filtrierung}\index{Hausdorff'sch!Filtrierung}
    \index{Filtrierung!Hausdorff'sche}\index{separiert!Filtrierung}
    \index{Filtrierung!separierte} ist eine
    Filtrierung, bei der der Schnitt "uber alle filtrierenden Untergruppen
    Null ist, in Formeln $\bigcap_r V^{\leq r}=0$.
\item
Eine  {\bf von Null
      kommende Filtrierung}\index{Filtrierung!von Null kommende}
ist eine
    Filtrierung, bei der bereits eine der
    filtrierenden Untergruppen Null ist, 
    bei der also  in Formeln ein $ r$ existiert mit $V^{\leq r}=0$.
  \item
 Eine {\bf endliche Filtrierung}\index{Filtrierung!endliche}
   ist eine von Null kommende und
    voll endende Filtrierung.   
  \end{enumerate}
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}] 
  Manche Autoren fordern auch ganz allgemein 
von einer Filtrierung noch zus"atzlich implizit
eine oder mehrere der oben angegebenen Eigenschaften.
Au"serdem mag man statt durch $\DZ$ indizierte Filtrierungen auch noch
allgemeinere Filtrierungen betrachten. Unsere Filtrierungen hier nennen
wir dann pr"aziser {\bf $\DZ$-Filtrierungen}.\index{Filtrierung!$\DZ$-Filtrierung}
\end{Bemerkungl}

%\newpage

\begin{Bemerkungl}
  Eine letzte Eigenschaft von Filtrierungen,
die oft verwendet wird, ist die 
{\bf Vollst"andigkeit}.\index{vollst"andig!Filtrierung} 
Diese Bedingung besagt im Fall einer Hausdorff'schen Filtrierung,
da"s $V$ vollst"andig ist f"ur die Metrik 
$$d(v,w)\pdef\op{inf}\big(\{1\}\sqcup \{2^{r}\mid (v-w)\in V^{\leq r}\}\big)$$ Im
Fall einer beliebigen Filtrierung\label{vollF} erkl"art man sie dadurch, 
da"s der Quotient 
$V/\bigcap_r V^{\leq r}$ vollst"andig ist in der zuvor beschriebenen Weise.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}]
  Kennt man die Terminologie uniformer R"aume \eref{UNIf}{TM}
und versieht   $V$ mit der durch die Filtrierung
gegebenen Struktur als uniformer Raum nach \eref{UstAA}{TM}, so ist 
$V$ vollst"andig beziehungsweise Hausdorff als topologischer Raum genau dann, wenn unsere 
Filtrierung vollst"andig beziehungsweise Hausdorff ist im Sinne
der vorhergehenden Definitionen.
\end{Bemerkungl}
%\newpage
\begin{Bemerkungl}
Ein Homomorphismus $\phi: V\ra W$ von filtrierten 
abelschen Gruppen hei"st
{\bf filtrierungsvertr"aglich},\index{filtrierungsvertr"aglich} wenn gilt
$\phi(V^{\leq r})\subset W^{\leq r}$ f"ur alle $r\in\DZ$.
Die filtrierten abelschen Gruppen werden mit den filtrierungsvertr"aglichen
Homomorphismen als Morphismen zu einer Kategorie $\op{filAb}$.\index{filAb@$\op{filAb}$ filtrierte abelsche Gruppen} 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Finale  Filtrierung}] 
  Gegeben ein Homomorphismus von abelschen Gruppen
  $\varphi:V\ra W$ und eine Filtrierung
  auf $V$ erkl"aren wir die zugeh"orige
  {\bf finale Filtrierung}\index{Filtrierung!finale} auf $W$ durch
  $W^{\leq r}\pdef \varphi(V^{\leq r})$. Im Fall eines Quotienten nennen wir sie
  auch die {\bf Quotientenfiltrierung}.\index{Quotientenfiltrierung} 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Initiale Filtrierung}] 
  Gegeben ein Homomorphismus von abelschen Gruppen
  $\varphi:V\ra W$ und eine Filtrierung
  auf $W$ erkl"aren wir die zugeh"orige
  {\bf initiale Filtrierung}\index{Filtrierung!initiale} auf $V$ durch
  $V^{\leq r}\pdef \varphi^{-1}(W^{\leq r})$. Im Fall der Einbettung einer Untergruppe nennen wir sie
  auch die {\bf Untergruppenfiltrierung}.\index{Untergruppenfiltrierung} 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Gegeben Untergruppen $ U\subset V\subset W $ einer 
filtrierten abelschen Gruppe  $W$ stimmt  auf dem Subquotienten 
$V/U$ die Untergruppenfiltrierung zur  Quotientenfiltrierung auf $W/U$  "uberein mit der
Quotientenfiltrierung zur  Untergruppenfiltrierung auf $V$.
Wir nennen diese Filtrierung die
{\bf Subquotientenfiltrierung}.\index{Subquotientenfiltrierung}
In \eref{BWMa}{TF}
besprechen wir die dieser Erkenntnis zugrundeliegenden Tatsachen,
den \glqq Basiswechsel f"ur Untergruppen\grqq, in einem\label{VerFi} 
gr"o"seren Rahmen. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben eine Zerlegung $W= U\oplus V $ einer 
  filtrierten abelschen Gruppe  $W$ stimmt die Untergruppenfiltrierung auf $U$
  f"ur die offensichtliche Einbettung
  im allgemeinen keineswegs "uberein mit der Quotientenfiltrierung auf 
$U$ f"ur die offensichtliche Projektion.
\end{Bemerkungl}
%\newpage
\begin{Bemerkungw}
  Wir erkl"aren eine {\bf $r$-Verschmelzung} von filtrierten abelschen
  Gruppen als eine multilineare Abbildung $\varphi: V_1\times \ldots \times V_r\ra W$
  mit $$\varphi\left( V_1^{\leq n_1}\times \ldots \times V_r^{\leq n_r}\right)
  \subset W^{\leq (n_1+\ldots +n_r)}$$ und
  insbesondere eine $0$-Verschmelzung nach
  $W$ als ein Element von $W^{\leq 0}$. 
  Mit der offensichtlichen Multiverkn"upfung
  von Verschmelzungen werden die filtrierten abelschen Gruppen dann zu einer
  Schmelzkategorie im Sinne von \eref{MuC}{TSK}.
  In unserer Schmelzkategorie erhalten wir stark universelle Verschmelzungen,
  indem wir das Tensorprodukt mit der {\bf Tensorfiltrierung}\index{Tensorfiltrierung} versehen,   die im Fall von zwei Faktoren gegeben wird durch die Vorschrift
    \begin{equation*}
      (M \otimes N)^{\leq n} \pdef \langle 
      \op{ten} (M^{\leq i} \times N^{\leq j})\mid {i+j \leq n} \rangle_\DZ
    \end{equation*}
    f"ur  $\op{ten} : M \times N \rightarrow M \otimes N$
    die universelle bilineare Abbildung.\label{TfMM}
  \end{Bemerkungw}

%\newpage


\begin{Bemerkungl}
  Eine Graduierung $V= \bigoplus_r V^{r}$ auf einer abelschen Gruppe
  liefert eine Filtrierung durch 
die Vorschrift $V^{\leq r}\pdef
\bigoplus_{\nu \leq r} V^{\nu}$.
Zu jeder filtrierten abelschen Gruppe k"onnen wir umgekehrt
die {\bf assoziierte 
graduierte Gruppe}\index{assoziiert!graduierte Gruppe}
$$\op{gr} V = \bigoplus_{r\in \DZ} V^{\leq r} /V^{\leq r-1}$$ bilden.
Wir notieren ihren homogenen Teil vom Grad $r$ auch
$(\op{gr} V)^r=\op{gr}^r V=V^{\leq r} /V^{\leq r-1}$. 
Kommt die Filtrierung auf $V$ schon von einer
Graduierung her, so induzieren die Verkn"upfungen
$V^r\hra V^{\leq r}\sra V^{\leq r} /V^{\leq r-1}=\op{gr}^r V$
einen kanonischen Isomorphismus $V\sira \op{gr} V$.  
\end{Bemerkungl}
%\newpage
\begin{Bemerkungl}
  Jeder filtrierungsvertr"agliche Homomorphismus $V\ra W$
  von filtrierten abelschen Gruppen induziert  einen
Homomorphismus $\op{gr} \phi: \op{gr} V\ra\op{gr} W$ zwischen den assoziierten
graduierten  Gruppen. Analoges gilt f"ur multilineare Abbildungen.
Der "Ubergang zum assoziierten Graduierten ist in
der Terminolgie aus \eref{MulF}{TSK} genauer ein Schmelzfunktor, und
    in der analogen Situation von Vektorr"aumen "uber einem
    K"orper $k$ ist er sogar vertr"aglich mit universellen Verschmelzungen, die offensichtlichen
    Abbildungen sind also etwa im Fall von zwei zu verschmelzenden
    Objekten Isomorphismen
    \begin{equation*}
      (\op{gr} M) \otimes_k (\op{gr} N) \sira  
      \op{gr} (M \otimes_k N)
    \end{equation*}
    In der Tat 
    finden wir in dieser Situation an unsere Filtrierungen angepa"ste Basen,
    mit denen wir diese Behauptung leicht explizit pr"ufen k"onnen.
\end{Bemerkungl}
\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}\label{gr}
Ist $V$ eine filtrierte abelsche Gruppe und $U\subset V$ eine
Untergruppe
und betrachten wir auf $U$ und $V/U$ die  induzierten Filtrierungen,
so erhalten wir mit dem Neunerlemma eine
kurze exakte Sequenz $$\op{gr} U\hra \op{gr} V
\twoheadrightarrow \op{gr} (V/U)$$ 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{Igr}
Sei $\phi:V\ra W$ ein 
Homomorphismus filtrierter abelscher 
Gruppen, der mit den Filtrierungen vertr"aglich
ist. Man zeige:
\begin{enumerate}
\item Ist die Filtrierung auf $W$  bei Null beginnend und aussch"opfend
und ist die assoziierte graduierte Abbildung 
$\op{gr}\phi: \op{gr} V\ra\op{gr} W$
surjektiv, so ist $\phi$ bereits selbst surjektiv.
\item 
Ist die Filtrierung auf $V$ 
Hausdorff und aussch"opfend und ist die
assoziierte graduierte Abbildung 
$\op{gr}\phi: \op{gr} V\ra\op{gr} W$
injektiv, so ist $\phi$ bereits selbst injektiv.
\end{enumerate}
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{Igr}
  Sei $U\ra V\ra W$ eine Sequenz von filtrierten
  abelschen Gruppen und filtrierungsvertr"aglichen
  Homomorphismen mit Verkn"upfung Null.
  Sei die auf den assoziierten graduierten Gruppen induzierte Sequenz
  eine kurze exakte Sequenz $\op{gr}U\hra \op{gr}V \sra \op{gr}W$. 
  Man zeige, da"s unter jeder der beiden folgenden Annahmen auch
  die urspr"ungliche Sequenz eine kurze exakte Sequenz $U\hra V\sra W$
  von abelschen Gruppen ist:
\begin{enumerate}
\item
 Wenn unsere Filtrierungen von Null kommend und
  aussch"opfend sind;
\item
  Wenn unsere Filtrierungen voll endend, Hausdorff  und vollst"andig
  sind. Hier mag die Mittag-Leffler-Bedingung helfen. 
\end{enumerate}
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{FDGr}
Jede von Null kommende und aussch"opfende 
Filtrierung auf einem Vektorraum 
kommt von einer Graduierung her.
\end{Ubung}

%\newpage

\subsection{Filtrierungen  von Ringen}
\begin{Bemerkungl}
Benutzt man die oben eingef"uhrten Begriffe f"ur Ringe, so wird stets
implizit die Vertr"aglichkeit mit der Multiplikation gefordert.
Genauer treffen wir folgende Vereinbarungen.  
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}\label{AFR}
Eine {\bf Filtrierung}\index{Filtrierung!auf Ring} 
eines Rings $A$
ist eine Filtrierung
der additiven Gruppe $A$ derart, da"s gilt $A^{\leq r} A^{\leq s} \subset
A^{\leq r+s}$ f"ur alle $r,s$
und zus"atzlich $1 \in
A^{\leq 0}$.  Wenn wir besonders betonen wollen, da"s wir 
die Vertr"aglichkeit mit der Ringstruktur fordern, 
reden wir von einer {\bf Ringfiltrierung}.\index{Ringfiltrierung} 
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Die Bedingung $1 \in
A^{\leq 0}$ wird ben"otigt, um sicherzustellen, da"s der 
in \ref{FiRi} erkl"arte assoziierte graduierte Ring auch 
in der Tat wieder
ein Ring in unserem Sinne ist, also ein Einselement hat. 
Vom
kategoriellen Standpunkt aus liefert sie, was 
wir in \eref{StrS}{TS}
ein \glqq Ringobjekt  der Schmelzkategorie der filtrierten abelschen Gruppen\grqq\ 
nennen werden.
\end{Bemerkungl}
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\begin{Bemerkungl}
 Sicher ist bei einem filtrierten Ring $A^{\leq 0}$ ein Teilring und
 alle $A^{\leq n}$ f"ur $n\leq 0$ sind Ideale von $A^{\leq 0}$.
Allgemeiner definiert man 
{\bf filtrierte Moduln}\index{Modul!filtrierter}\index{filtriert!Modul} 
"uber filtrierten Ringen als Moduln $M$ mit Filtrierung derart, da"s gilt
$A^{\leq r}M^{\leq s}\subset M^{\leq r+s}$ f"ur alle $r,s$. Dann 
sind f"ur jeden filtrierten Modul $M$ alle $M^{\leq n}$ Untermoduln
f"ur die Restriktion unseres filtrierten Moduls 
auf den  Teilring $A^{\leq 0}$.
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}
Jeder Quotient eines filtrierten Rings
ist f"ur die Quotientenfiltrierung wieder ein filtrierter Ring.
Jeder Teilring eines  filtrierten Rings 
ist f"ur die induzierte Filtrierung wieder ein filtrierter Ring.
\end{Bemerkungl}

%\newpage

\begin{Bemerkungl}\label{FiRi}
Eine Graduierung $A= \bigoplus_r A^{r}$ eines Rings liefert eine Filtrierung
durch $A^{\leq r}=\bigoplus_{\nu \leq r} A^{\nu}$.
Zu jedem filtrierten Ring k"onnen wir umgekehrt
den {\bf assoziierten graduierten Ring}\index{assoziiert!graduierter Ring}
$$\op{gr} A = \bigoplus_{r\in \DZ} A^{\leq r} /A^{\leq r-1}$$ bilden,
die Multiplikation auf $\op{gr} A$ wird in der naheliegenden Weise definiert
und die Existenz eines Eins-Elements in $\op{gr} A$ folgt aus unserer
Bedingung $1\in A^{\leq 0}$ an einen filtrierten Ring.
Kommt die Filtrierung auf dem Ring $A$ schon von einer
Graduierung her, so haben
wir einen kanonischen Isomorphismus graduierter Ringe $A\sira \op{gr} A$.  
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Ein Ringhomomorphismus $\phi: A\ra B$ von einem
filtrierten Ring $A$ in einen filtrierten Ring $B,$ 
der mit den Filtrierungen vertr"aglich ist,
induziert nat"urlich einen
Homomorphismus $\op{gr} \phi: \op{gr} A\ra\op{gr} B$ zwischen den assoziierten
graduierten Ringen.  
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Analog definiert man {\bf filtrierte Vektorr"aume}\index{filtriert!Vektorraum}
und {\bf filtrierte Algebren}.\index{filtriert!Algebra}
 Bei der Definition einer
{\bf filtrierten Ringalgebra}\index{filtriert!Ringalgebra}
 fordert man zus"atzlich, da"s die Filtrierung
auch im Sinne von \ref{AFR} mit der zugrundeliegenden Ringstruktur vertr"aglich
sein soll,  da"s also die $1$
im Teilraum zu $\leq 0$ enthalten ist.
\end{Bemerkungl}


%\newpage

\begin{Lemma}
Ist  $A$ ein  Ring mit einer Hausdorff'schen aussch"opfenden Filtrierung,
so\label{NTGR}  gilt
$$({\op{gr}} A)\text{ ist Integrit"atsring }\quad\RA\quad A\text{ ist Integrit"atsring}$$  
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
In der Tat, seien $a,b\in A\backslash 0$ gegeben. 
Sind $r,s$ minimal mit $a\in A^{\leq r},$ $b\in A^{\leq s},$
so sind auch die Bilder $\bar{a}\in A^{\leq r}/A^{\leq r-1}$ 
und $\bar{b}\in A^{\leq s}/A^{\leq s-1}$
von Null verschieden. Ist $\op{gr} A$ ein Integrit"atsring, so folgt
$\bar{a}\bar{b}\neq 0$.
Dies Produkt ist aber die Nebenklasse von $ab$ in 
$A^{\leq r+s}/A^{\leq r+s-1},$
und wenn schon die Nebenklasse von $ab$ nicht verschwindet, so ist
erst recht $ab$ selbst von Null verschieden.
\end{proof}

%\newpage







\begin{Proposition*}\label{NoeG}
Ist  $A$ ein filtrierter Ring
und $M$ ein filtrierter $A$-Modul mit
 einer von Null kommenden und aussch"opfenden Filtrierung,  so ist
mit ${\op{gr}}M$ auch $M$ selbst endlich erzeugt und es
gilt sogar
$$({\op{gr}} M)\text{ noethersch "uber }({\op{gr}} A)
\quad\RA\quad M\text{ noethersch "uber }A$$  
\end{Proposition*}
\begin{Bemerkungl}
  Es reicht nicht, die Filtrierung auf $M$ Hausdorff anzunehmen,
wie das Beispiel des $\DC[X]$-Moduls $\DC\llbracket X\rrbracket$
zeigt, mit der Filtrierung beider Strukturen durch die
von den verschiedenen $X^r$ erzeugten Ideale. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Ist der assoziierte graduierte Modul
${\op{gr}} M$ endlich erzeugt, so finden wir daf"ur auch
ein endliches Erzeugendensystem aus homogenen Elementen.
W"ahlen wir Urbilder dieser Elemente in $M$, so erzeugen sie
"uber $A$ einen Untermodul $N\subset M$ mit
${\op{gr}} N\sira {\op{gr}} M$. 
Mit \ref{gr} folgt daraus hinwiederum $\op{gr} (M/N)=0$
und mit unseren Voraussetzungen an die Filtrierung dann $M/N=0,$
als da hei"st unsere Urbilder erzeugen bereits $M.$
Ist schlie"slich ${\op{gr}} M$ noethersch, so ist f"ur jeden Untermodul
$N\subset M$ mit der induzierten Filtrierung
der assoziierte Graduierte ${\op{gr}} N$ endlich
erzeugt als Untermodul von ${\op{gr}} M$, und dann ist auch
$N$ selbst endlich erzeugt nach dem, was wir bereits bewiesen haben.
\end{proof}

\begin{Korollar*}\label{NoeGv}
Ist  $A$ ein filtrierter Ring mit
 einer von Null kommenden und aussch"opfenden Filtrierung und ist
 ${\op{gr}}A$ noethersch, so ist $A$ noethersch.
\end{Korollar*}
\begin{proof} Noethersch bedeutet ja f"ur Ringe noethersch als
  Linksmodul und als Rechtsmodul "uber sich selbst. Das Korollar
  folgt damit
  offensichtlich aus der vorhergehenden Proposition \ref{NoeG}.
\end{proof}

\subsection{Durchschnittssatz von Krull}

\begin{Satz}[\textbf{Durchschnittssatz von Krull}] 
  \index{Durchschnittssatz von Krull}\index{Krull, Durchschnittssatz}
  Gegeben $(A,\mathfrak m)$ ein noetherscher lokaler Kring   und  $M$ 
  ein noetherscher $A$-Modul gilt\label{DSGe}   
$$\bigcap   \frak m^n
 M=0$$
\end{Satz}


\begin{Beispiel}
Um zu sehen, da"s  Durchschnittssatz f"ur nicht
noethersche Kringe im allgemeinen nicht mehr gilt,
mag man den  Ring  $A$ der Keime stetiger reeller Funktionen
um den Ursprung der reellen Zahlengeraden im Sinne von 
\ref{FKei} betrachten. Dieser Ring $A$ ist
lokal und  sein maximales Ideal $\mathfrak m$ ist nicht Null, aber
dennoch gilt $\mathfrak m^2=\mathfrak m$. 
\end{Beispiel}

\begin{proof}
  Seien
  zun"achst $R$ ein beliebiger Kring und $\frak a \subset R$ ein beliebiges
  Ideal.
Im Polynomring $R [X]$ bilden die Polynome $\sum r_n X^n$ 
mit $r_n \in  \frak a ^n
$ f"ur alle $n\geq 0$ einen Teilring, den 
{\bf Rees-Ring} $R_{\mathfrak a}[X]$.\index{Rees-Ring} Sind
$a_1, \ldots, a_r$ Erzeuger von $\frak a $, so erhalten wir
eine Surjektion
$$R[Y_1, \ldots, Y_r]\sra R_{\mathfrak a}[X]$$  des Polynomrings auf den Reesring
durch die Vorschrift 
$Y_\nu \mapsto a_\nu X$. Folglich ist mit $R$ auch der
Reesring  noethersch. Ist weiter $M$ ein $R$-Modul, so ist 
 ist in dem m in  offensichtlicher Weise
erkl"arten  $R [X]$-Modul  $M[X]$ die Teilmenge $M_{\mathfrak a}[X]$
aller $\sum m_n X^n$ mit $m_n \in  \frak a ^n
 M$ f"ur alle $n\geq 0$ ein $R_{\mathfrak a}[X]$-Untermodul.
 Dieser Untermodul $M_{\mathfrak a}[X]$
 ist offensichtlich endlich erzeugt "uber dem
Reesring, wenn  $M$ endlich erzeugt ist "uber $R$.
F"ur $$N \pdef \bigcap   \frak a ^n
 M  $$ 
 ist weiter  $N [X]\subset M_{\mathfrak a}[X]$
 auch ein  $R_{\mathfrak a}[X]$-Untermodul und ist
 folglich auch endlich erzeugt, also 
a forteriori erzeugt von einer Teilmenge 
der Gestalt $N + N X + \ldots + N X^n$, wenn $R$ nothersch ist und $M$ ein
noetherscher $R$-Modul.
Das hinwiederum zeigt $$  \frak a N = N$$
Spezialisieren wir $(R,\mathfrak a)$ zu unserem noetherschen lokalen Kring
$(A,\mathfrak m)$, so erhalten wir $  \frak m N = N$ und mit der
Quelle \ref{lvay} der Nakayama-Lemmata  $N=0$.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl} F"ur $\mathfrak a=\langle c\rangle$ ein Hauptideal w"are
  $\mathfrak a N=cN=N$ offensichtlich, aber im allgemeinen
  ist ja $\mathfrak a M$ eine Abk"urzung f"ur die
  Menge der
  $a_1 m_1+\ldots +a_r m_r$ mit $m_i\in M$ und $a_i\in \mathfrak a$
  und dann ist  $\mathfrak a N=N$
  nicht mehr offensichtlich.
\end{Bemerkungl}



\begin{Proposition}[\textbf{Durchschnittssatz von Krull, Variante}]
    Gegeben ein noetherscher  Kring $R$ mit Jacobsonradikal
$J\subset R$  und 
ein noetherscher $R$-Modul $M$ gilt\label{spMm}  
$$\bigcap_n  J^n M =0$$
\end{Proposition}

\begin{proof}
  Wir spezialisieren $(R,\mathfrak a)$ am Ende des
  vorhergehenden Beweises von \ref{DSGe} zu $(R,J)$  
   und erhalten $JN=N$ und  mit der 
  Variante \ref{NLJR} des Lemmas von Nakayama  $N = 0$.
\end{proof}
%


\begin{Proposition}[\textbf{Durchschnittssatz von Krull, Variante}]
  Gegeben $\frak a\subset R$ ein Ideal in einem noetherschen Kring   und  $M$\label{KDSS} 
  ein noetherscher $R$-Modul gilt
$$\bigcap   \frak a^n
 M=\{ m\in M\mid \exists a\in \frak a\text{ mit }am=m\}$$
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl} Aus dieser Variante folgen leicht
  die beiden  anderen Varianten. Da sie jedoch sowohl in ihrer
  Aussage wie in ihrem Beweis  komplizierter ist und 
   selten ben"otigt wird, habe ich sie dennoch hintangestellt.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
  Wir spezialisieren $(R,\mathfrak a)$ am Ende des vorhergehenden Beweises
  von \ref{DSGe} nicht weiter und folgern aus $\mathfrak a N=N$ 
mit der Variante \ref{LVNnc} des Lemmas von Nakayama
die Existenz eines Elements $a\in\frak a$ mit
$(1+a)N=0$ alias $am=m\;\forall m\in N$. 
Das zeigt die  Inklusion $\subset$.
Die andere Inklusion ist offensichtlich. 
\end{proof}


%

%

\subsection{Dimensionstheorie lokaler noetherscher Kringe}\label{DTln} 
\begin{Definition}
  Gegeben ein Ring  $A$ und ein Ideal $\frak a\subset A$ 
  bilden seine Potenzen $\frak a^n$ mit der Konvention $\frak a^n=A$
  f"ur $n\leq 0$ eine absteigende Filtrierung des Rings $A$.
Den assoziierten graduierten Ring notieren wir 
\index{gr@$\op{gr}_{\frak a}A$ 
graduierter Ring!zu Filtrierung durch $\frak a^n$}
$$\op{gr}_{\frak a}A\pdef\bigoplus_{i\geq 0} \frak a^i/\frak a^{i+1}
=A/\frak a\oplus \frak a/\frak a^2\oplus\frak a^2/\frak a^3\oplus\ldots $$
\end{Definition}
%\newpage
\begin{Bemerkungl}
Gegeben ein noetherscher Kring $A$ und ein Ideal $\frak q\subset A$ mit
$\sqrt{\frak q}$ maximal ist $A/\frak q$ von endlicher L"ange.
In der Tat ist  dann   $A/\frak q$ ein Kring der Krulldimension Null
und wir k"onnen \ref{NRKO} anwenden. Einfacher k"onnen wir
auch den hier einzig relevanten 
Teil des Beweises erinnern und das Bild von $\sqrt{\frak q}$
mit $\frak m\subset A/\frak q$
notieren und beachten, 
da"s die Subquotienten der Filtrierung $A/\frak q\supset \frak m\supset
\frak m^2\supset \ldots\supset \frak m^r$ als endlich erzeugte Vektorr"aume
"uber dem K"orper $A/\mathfrak m$ endliche L"ange haben und da"s gilt
$\frak m^r=0$ f"ur $r\gg 0$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Theorem}[\textbf{Hilbertpolynome lokaler noetherscher Kringe}]
Seien $(A,\mathfrak m)$ ein noetherscher lokaler Kring, $\frak q\subset A$ ein Ideal mit
$\sqrt{\frak q}=\mathfrak m$ dem maximalen Ideal und $M$ ein 
endlich erzeugter\label{HiNoe} 
$A$-Modul. So gilt:
\begin{enumerate}
\item\label{HiNoe1}
Es gibt genau ein Polynom $P={\op{P}}_M^{\frak q} \in \mathbb Q [t]$,
das f"ur gro"se $i$ die L"ange von  $M/ \frak q^{ i}  M$ berechnet,
in Formeln 
$
  \op{l}( M/ \frak q^{ i}  M) = P(i) $ f"ur $ i \gg 0
$;
\item
Der Grad $d_{\frak q}(M)$ 
dieses Polynoms ist  beschr"ankt durch die Kardinalit"at  jedes
Erzeugendensystems von $\frak q$; 
\item\label{HiNoe4}
Die Polynome 
${\op{P}}_M^{\frak q}$ und ${\op{P}}_M^{\frak m}$ haben denselben Grad.
Wir nennen ihn  die \emph{\bf Hilbert-Dimension von $M$}
\index{Hilbert-Dimension} und notieren ihn   $$\op{hdim}_AM=\op{hdim}M$$ 
 \end{enumerate}
\end{Theorem}
\begin{Bemerkunge}
  Die  Hilbertdimension eines endlich erzeugten
Moduls $M$ "uber einem lokalen noetherschen  Kring $(A,\frak m)$ 
im Sinne des vorhergehenden Satzes  und die
Hilbertdimension eines endlich erzeugten 
graduierten Moduls "uber einem
Polynomring im Sinne von \ref{HiPoo} sind mithin
verkn"upft durch die Beziehung $\op{hdim}(M)\pdef \op{hdim}(\op{gr}_{\frak m}M)$.
Hilbertdimension $-\infty$ hat nur der Nullmodul, in Formeln
$$\op{hdim}(M)=-\infty\quad\IFF\quad M=0$$ Hilbertdimension
Null haben genau alle von Null verschiedenen $A$-Moduln endlicher L"ange.
\end{Bemerkunge}

\begin{proof}
  F"ur $k\pdef A/\frak q$ und $x_1,\ldots ,x_n$ ein Erzeugendensystem von
$\frak q$ erhalten wir durch $X\mapsto \bar x_i$ eine Surjektion
$k[X_1,\ldots,X_n]\sra \op{gr}_{\frak q}A$. Die ersten beiden
 Behauptungen folgen damit
 aus dem Satz "uber das Hilbertpolynom \ref{HiPoo}, genauer seiner Erweiterung  \ref{HiPoob} angewandt auf den graduierten $\op{gr}_{\frak q}A$-Modul
 $\op{gr}_{\frak q}M\pdef \bigoplus_{i\geq 0} {\frak q}^iM/{\frak q}^{i+1}M$.  Die dritte
 Aussage folgt, da wegen $\mathfrak q\subset \mathfrak m$ gilt
  ${\op{P}}_M^{\frak q}(i)\geq {\op{P}}_M^{\frak
  m}(i)$ f"ur  $i\gg 0$ und da es $l$ gibt mit
 $\frak m^l\subset \frak q$ somit umgekehrt gilt 
 ${\op{P}}_M^{\frak m}(li)\geq {\op{P}}_M^{\frak
  q}(i)$ f"ur besagtes $l$ und $i\gg 0$. 
\end{proof}



\begin{Satz}[\textbf{Hilbertdimension der Kokerne injektiver Endomorphismen}]
  Seien $(A,\mathfrak m)$ ein lokaler noetherscher Kring und $M\neq 0$ ein endlich erzeugter 
  von Null verschiedener $A$-Modul.\label{hdcok}
 Gegeben $f:M\hra M$ ein injektiver Endomorphismus gilt dann 
$$\op{hdim}(\op{cok}f)<\op{hdim}M$$
\end{Satz}




\begin{Bemerkungl}
  Der Beweis dieses zentralen Resultats braucht einige Vorbereitungen und wird
erst im Anschlu"s an den Beweis von \ref{HiNoen} gegeben. 
Man bemerke den Kontrast in der Schwierigkeit 
zwischen dieser Aussage und ihrem ziemlich elementaren graduierten 
Analogon \ref{DREF}.  
\end{Bemerkungl}



\begin{Definition} Seien $A$ ein Ring  und $\frak a\subset A$  ein Ideal. 
  Eine  Filtrierung  eines
  $A$-Moduls $M$ hei"st
  {\bf $\mathfrak a$-stabil},\label{astab}\index{stabil!$\mathfrak a$-stabil, Filtrierung} 
  wenn sie (1) bei
  $M$ endet, wenn sie (2) 
mit der Filtrierung von $A$ durch die $\frak a^n$ vertr"aglich ist,
in Formeln $\frak a M^{\geq i}\subset M^{\geq i+1}$ f"ur alle $i$,
und
  wenn es (3) ein $d$ gibt derart, da"s 
  f"ur alle $i\geq d$ sogar  gilt
$\frak a M^{\geq i}=M^{\geq i+1}$.
\end{Definition}
\begin{Lemma}[\textbf{Vergleich stabiler Filtrierungen}]
 Gegeben ein Ring  $A$ und ein Ideal $\frak a\subset A$
und ein $A$-Modul $M$ 
sind je zwei \hyperref[astab]{$\mathfrak a$-stabile} Filtrierungen $\Omega$ und $\Gamma$
 auf $M$  in der Weise vergleichbar, da"s es
 $c$ gibt mit\label{VSTF1} 
$\Gamma ^{\geq i +c} M \subset \Omega^{\geq i} M$ 
f"ur alle $i$. 
\end{Lemma}
\begin{proof}
 Es reicht, das unter der Annahme zu zeigen, da"s eine unserer Filtrierungen
die offensichtliche Filtrierung durch die $\frak a^i M$ ist.
Wir k"onnen also unsere Notation vereinfachen und die andere Filtrierung
$M^{\geq i}$ notieren.
Nach Annahme  gibt es  ein $c$ mit $M=M^{\geq -c}$  
und dann haben wir notwendig 
 $\frak a^i M\subset M^{\geq -c+i}$ f"ur alle $i$. Nach Annahme
gibt es aber auch ein $d$ mit $M^{\geq i+d}=\frak a^iM^{\geq d}$ f"ur alle
$i\geq 0$ und somit
$M^{\geq i+d}
\subset \frak a^i M$ f"ur alle $i$.  
\end{proof}


\begin{Proposition}[\textbf{Von  stabilen Filtrierungen induzierte Filtrierungen}]
   Seien  $A$ ein noetherscher  Kring, $\frak a\subset A$  ein Ideal
und $M$ ein endlich erzeugter $A$-Modul. So ist die\label{VSTF2}
von einer \hyperref[astab]{$\mathfrak a$-stabilen} Filtrierung von $M$ auf einem Untermodul
$N\subset M$ induzierte Filtrierung  auch selbst wieder 
$\mathfrak a$-stabil.
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungw} Dasselbe gilt mit demselben Beweis f"ur nicht notwendig
  kommutative Ringe $A$, wenn wir zus"atzlich annehmen,
  da"s der Reesring  $\bigoplus_{n\geq 0} \frak a^n$ noethersch ist.
  Insbesondere gilt es f"ur $A\pdef {\op{U}}(\mathfrak n)$ die Einh"ullende
  einer endlichdimensionalen Liealgebra\label{EalC}
  "uber einem K"orper $k$
  und $\mathfrak a\pdef \op{ker}\tilde \chi$
  der Kern des von einem Charakter $\chi:\mathfrak n\ra k$ induzierten
  Ringalgebrenhomomorphismus $\tilde \chi:{\op{U}}(\mathfrak n)\ra k$.
\end{Bemerkungw}
\begin{proof}
 Wir erinnern aus dem Beweis von \ref{KDSS} die Konstruktion des 
Reesrings $\bigoplus_{n\geq 0} \frak a^n$ und den Nachweis, 
da"s dieser Ring im Fall eines Ideals $\frak a$ eines noetherschen 
Krings wieder 
noethersch 
ist.
Es ist leicht zu sehen, wie $\bigoplus_{n\in\DZ}  M^{\geq n}$
im Fall einer mit der Filtrierung von $A$ durch die $\frak a^i$ vertr"aglichen
Filtrierung von $M$ 
ein Modul "uber dem Reesring wird, und da"s dieser Modul
im Fall einer $\frak a$-stabilen Filtrierung von $M$ 
sogar endlich erzeugt alias noethersch sein mu"s. 
Dasselbe folgt f"ur den zu
seinem Untermodul mit der 
induzierten Filtrierung $N^{\geq n}\pdef N\cap M^{\geq n}$
gebildeten Modul 
$\bigoplus_{n\in\DZ}  N^{\geq n}$ "uber dem Reesring. Daraus, da"s dieser Modul 
%f"ur ein $d$
endlich erzeugt ist, folgt  dann,
da"s die induzierte Filtrierung auch $\mathfrak a$-stabil ist: Ist genauer
$g$ der gr"o"ste Grad f"ur ein Element eines homogenen Erzeugendensystems
von $\bigoplus_{n\in\DZ}  N^{\geq n}$ "uber dem Reesring, so folgt
$\frak a N^{\geq i}=N^{\geq i+1}$ f"ur alle $i\geq g$. 
\end{proof}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Multiplizit"aten im Fall lokaler noetherscher Kringe}]
  Seien $(A,\mathfrak m)$ ein
  lokaler noetherscher Kring, $\frak q\subset A$ ein Ideal mit
$\sqrt{\frak q}=\mathfrak m$  und $M$ ein 
endlich erzeugter\label{HiNoen} 
$A$-Modul. F"ur alle $d\in\DN\sqcup\{-\infty\}$
  erkl"aren wir im folgenden einen Wert $\op{mult}^d_{\mathfrak q}(M)\in\DN\sqcup\{\infty\}$. F"ur $d\in\DN$  setzen wir
$$\op{mult}^d_{\mathfrak q,A}(M)=\op{mult}^d_{\mathfrak q}(M)\pdef \lim_{i\ra\infty}\op{l}(M/\mathfrak q^{i}M)d!/i^d$$
und folgern aus der entsprechenden Aussage im graduierten Fall
\ref{HiPoob}, da"s dieser Grenzwert stets in $\DN\sqcup\{\infty\}$
existiert.
F"ur $d=-\infty$  vereinbaren wir erg"anzend
$\op{mult}^{-\infty}_{\mathfrak q}(M)=0$
falls $M=0$ und $\op{mult}^{-\infty}_{\mathfrak q}(M)=\infty$ sonst.
F"ur $M$ von der Hilbertdimension
$h=\op{hdim}M$ mit $a_h$ dem Leitkoeffizienten des Hilbertpolynoms ${\op{P}}_M^{\mathfrak q}$ von $M$ finden wir dann
$$\op{mult}^d_{\mathfrak q}(M)=\left\{\begin{array}{ll}0&d>h;\\
h!a_h&d=h\geq 0;\\
0&d=h=-\infty;\\
\infty&d<h.
\end{array}\right.
$$
Wir nennen unser $\op{mult}^d_{\mathfrak q}(M)\in \DN\sqcup\{\infty\}$
die {\bf $d$-$\mathfrak q$-Multiplizit"at von $M$}.\index{mult@$\op{mult}^d_{\mathfrak q}$ Multiplizit"at}
Mit diesen Konventionen haben wir stets $$\op{mult}^0_{\mathfrak q}(M)=\op{L"ange}(M)$$
Lassen wir in unserer Notation $\mathfrak q$ weg, so meinen
wir $\mathfrak q=\mathfrak m$. Lassen wir den oberen Index $d$
weg, so  meinen wir $d=\op{hdim}(M)$.\index{mult@$\op{mult}$ Multiplizit"at}
Die {\bf Multiplizit"at von $M$}\index{Multiplizit"at!von Modul} erkl"aren wir insbesondere als 
$$\op{mult}(M)\pdef\op{mult}^d_{\mathfrak m}(M)$$
f"ur $d=\op{hdim}(M)$. Die
  Multiplizit"at eines lokalen noetherschen Krings  $A$ als $A$-Modul
  hei"st   die
  {\bf Multiplizit"at von $A$}.\index{Multiplizit"at!von lokalem Kring}
    Ist speziell $(X,x)$ eine bepunktete  Variet"at, so
  setzen wir\index{mult@$\op {mult}_x(X)$ lokale Multiplizit"at}\label{loMU} 
  $$\op {mult}_x(X)\pdef \op {mult}\mathcal O_{X,x}$$
    und nennen diese Zahl die {\bf Multiplizit"at von $X$ an der Stelle $x$}.\index{Multiplizit"at!von Variet"at an Punkt}  
 \end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Permanenzen von Multiplizit"at und Hilbertdimension}] 
Ist $A$ ein lokaler noetherscher Kring
 und $B$ ein von Null
  verschiedener Quotient von $A$ und $M$ ein  $B$-Modul,
  so stimmen die Multiplizit"aten von\label{muln} 
  $M$ als $B$-Modul und die Hilbertdimension offensichtlich "uberein mit
  den Multiplizit"aten und der Hilbertdimension von
  $M$ als $A$-Modul, in Bezug auf die maximalen Ideale ebenso wie
  in Bezug auf ein allgemeines Ideal in $B$ mit maximalem Radikal und dessen Urbild, in Formeln $\op{mult}^d_{\mathfrak q,A}(M)=\op{mult}^d_{\bar{\mathfrak q},B}(M)$ und $\op{hdim}_{A}(M)=\op{hdim}_{B}(M)$.
\end{Bemerkungl}


\begin{Proposition}[\textbf{Additivit"at der Multiplizit"aten im Fall lokaler Kringe}]
Seien $(A,\mathfrak m)$ ein  lokaler noetherscher Kring, $\frak q\subset A$ ein Ideal mit
$\sqrt{\frak q}=\mathfrak m$ maximal und $N\hra M\sra Q$ eine kurze exakte Sequenz  von endlich
erzeugten $A$-Moduln. So\label{HiNoe2} gilt 
$\op{hdim}(M)=\op{max}(\op{hdim}(N),\op{hdim}(Q))$
f"ur die Hilbertdimensionen
 und f"ur alle $d\in\DN\sqcup\{-\infty\}$ haben wir 
$$\op{mult}^d_{\mathfrak q}(M)=\op{mult}_{\mathfrak q}^d(N)+\op{mult}_{\mathfrak q}^d(Q)$$
\end{Proposition}



  
\begin{proof}[Beweis]
Wir betrachten das Diagramm mit exakten Spalten
$$\begin{array}{ccccc}
 N\cap \frak{q}^iM & \hookrightarrow &  \frak{q}^i M & \twoheadrightarrow &
\frak{q}^iQ\\
\downarrow & & \downarrow & & \downarrow \\
N & \hookrightarrow & M & \twoheadrightarrow &Q\\
\downarrow & &\downarrow & & \downarrow\\
N/ (N\cap \frak{q}^iM) & \hookrightarrow & M / \frak{q}^i M &
\twoheadrightarrow & Q/\frak{q}^iQ
\end{array}$$
Seine beiden oberen Zeilen sind exakt, also nach dem Neunerlemma 
auch die untere Zeile. Sie liefert die Relation
$$  \op{l}( M / \frak{q}^i M )
= \op{l}(N/ (N\cap \frak{q}^iM))+  \op{l}(Q/\frak{q}^iQ)$$
Nun bilden jedoch  die $N\cap \frak{q}^iM$ nach
\ref{VSTF2}
  auch eine $\frak q$-stabile Filtrierung von $N$,
folglich gibt es ein Polynom $\tilde {\op{P}}_N(t)$ mit
$ \op{l}(N/ (N\cap \frak{q}^iM))=\tilde {\op{P}}_N(i)$ f"ur $i\gg 0$.
Hier und im folgenden lassen wir der "Ubersichtlichkeit halber das $\mathfrak q$ aus der Notation weg.
Es folgt  die Identit"at von Polynomen
$${\op{P}}_M(t)=\tilde {\op{P}}_N(t)+{\op{P}}_Q(t)$$
 Nach \ref{VSTF1} 
gibt es jedoch $c$ mit ${\op{P}}_N(i+c)\geq \tilde {\op{P}}_N(i)\geq {\op{P}}_N(i-c)$ f"ur $i\gg 0$, 
 folglich haben ${\op{P}}_N$ und $\tilde {\op{P}}_N$ denselben Grad und, wenn sie nicht
Null sind, denselben Leitkoeffizienten.
Daraus folgt unsere Behauptung dann unmittelbar.
\end{proof}

\begin{proof}[Beweis von Satz \ref{hdcok}]
Seien $A$ ein lokaler noetherscher Ring und $M\neq 0$ ein endlich erzeugter 
von Null verschiedener $A$-Modul. 
Gegeben ein injektiver Homomorphismus  $f:M\hra M$ behauptet
unser Satz \ref{hdcok} die strikte Ungleichung
$\op{hdim}(\op{cok}f)<\op{hdim}M$.
Um sie zu zeigen,  betrachten wir die kurze exakte Sequenz 
$M\hra M\sra \op{cok}f$. Wegen $M\neq 0$ haben wir $d= \op{hdim}M\geq 0$. 
So folgt aus \ref{HiNoe2} 
sofort $\op{mult}_{\frak m}^d(\op{cok}f)=0$
und damit die Behauptung.
\end{proof}


\begin{Satz*}[\textbf{Multiplizit"aten der Kokerne von Multiplikationen}]
  Seien  ein lokaler noetherscher Kring $(A,\mathfrak m)$ und  ein endlich erzeugter 
  $A$-Modul $M$ gegeben.\label{mulcok}
 F"ur $d\geq 1$ und $\mathfrak q\subset A$ ein Ideal mit $\sqrt{\mathfrak q}=\mathfrak m$
  und $x\in \mathfrak q^r$ gilt  dann
  $$\op{mult}_{\mathfrak q}^{d-1}(M/xM)\geq r\op{mult}_{\mathfrak q}^{d}(M)$$
\end{Satz*}
\begin{Bemerkungl}  Wir verwenden hier unsere allgemeine  Konvention $0\cdot\infty=0$. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Unser Satz liefert insbesondere f"ur alle $x\in\mathfrak m$
  und $M$ von positiver Hilbertdimension die Absch"atzung
  $\op{hdim}(M/xM)\geq \op{hdim}(M)-1$. Wissen wir zus"atzlich,
  da"s die Multiplikation mit $x$ eine Injektion $(x\cdot):M\hra M$ induziert,
  so erhalten wir zusammen mit der umgekehrten Absch"atzung
  \ref{hdcok} sogar die Identit"at
  $$\op{hdim}(M/xM)= \op{hdim}(M)-1$$
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
  F"ur den Untermodul $N\pdef xM$ finden wir
  $ \mathfrak q^ixM \subset  xM\cap \mathfrak q^{i+r}M$ und
  folglich die zweite Unleichung der Kette
  $$\op{l}(M/\mathfrak q^i M)\geq \op{l}(xM/\mathfrak q^i  xM)\geq \op{l}(xM/(xM\cap \mathfrak q^{i+r}M))$$
  Die erste dieser Ungleichungen ist klar, weil die Multiplikation mit $x$ eine
  Surjektion des ersten Quotienten auf den zweiten induziert.
  In den Notationen des Beweises von \ref{HiNoe2}
  haben wir f"ur $i\geq 0$ also ${\op{P}}_{M}(i)\geq \tilde {\op{P}}_{xM}(i+r)$
  und aus unserer Identit"at von Polynomen
  ${\op{P}}_M(t)=\tilde {\op{P}}_{xM}(t)+{\op{P}}_{M/xM}(t)$ folgt
  $${\op{P}}_{M/xM}(i)={\op{P}}_M(i)-\tilde {\op{P}}_{xM}(i)\geq 
 {\op{P}}_{M}(i)-{\op{P}}_{M}(i-r)$$
 f"ur $i\geq r$.
 Jetzt unterscheiden wir den Fall $M=0$, in dem unsere Behauptung eh klar ist,
 und den Fall $M\neq 0$, was wir hinfort annehmen.
  Ist dann $a_dt^d$ der Leitterm von ${\op{P}}_{M}(t)$,
  so ergibt sich der Leitterm von ${\op{P}}_{M}(t)-{\op{P}}_{M}(t-r)$
  zu $rda_dt^{d-1}$   und unsere Behauptung folgt leicht im Fall $r\neq 0$.
  Der Fall $r=0$ ist aber in unseren Konventionen eh unproblematisch,
  da alle unsere Multiplizit"aten $\geq 0$ sind.
\end{proof}

%\newpage

\begin{Definition}
  Gegeben ein lokaler noetherscher Kring 
hei"st die kleinstm"ogliche Anzahl von Elementen
unseres Krings, deren Idealerzeugnis  das maximale Ideal unseres Krings
zum Radikal hat, seine
{\bf Einbettungsdimension}\index{Einbettungsdimension}.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Geometrische Bedeutung der Einbettungsdimension}] 
  Im geometrischen Fall des lokalen Rings $\mathcal O_{X,x}$ einer
affinen $k$-Variet"at  ist die Einbettungsdimension das
kleinste $n$ derart, da"s es eine offene Umgebung $U$ von $x$ und einen Morphismus $U\ra k^n$ gibt, f"ur
den $x$ ein isolierter Punkt seiner Faser ist. 
\end{Bemerkungl}
%\newpage
\begin{Satz}[\textbf{Hauptsatz zur Dimension lokaler noetherscher Kringe}]
Gegeben ein lokaler noetherscher Kring stimmen \label{HDiT}
seine Hilbertdimen\-sion, 
seine Krulldimension
und seine Einbettungsdimension "uberein.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Speziell hat jeder lokale noethersche Kring
endliche Krulldimension, ja die Zahl der f"ur sein maximales 
Ideal ben"otigten Erzeuger ist eine obere Schranke f"ur seine
Krulldimension.
\end{Bemerkungl}


\begin{proof}
Sei $A$ unser lokaler noetherscher Kring.
Wir notieren $\delta(A)$
\index{d@$\delta(A)$ f"ur lokalen noetherschen Kring $A$}
 die Einbettungsdimension. 
Zum Beweis zeigen wir 
$\delta (A)\leq\op{kdim} (A) \leq\op{hdim} (A) \leq \delta (A)$. 
 Die Absch"atzung $\op{hdim} (A) \leq \delta (A)$ folgt unmittelbar aus unserem
Satz \ref{HiNoe} 
"uber Hilbertpolynome lokaler noetherscher Kringe.
Die Absch"atzung $\op{kdim} (A) \leq \op{hdim} (A)$ zeigen wir durch Induktion
"uber $\op{hdim} (A)$.
Im Fall $\op{hdim} (A) = 0$ stagniert die Folge 
der Ideale $\frak m^n$ und nach dem Lemma von Nakayama \ref{LKLo}
stagniert sie bei Null. Folglich umfa"st jedes Primideal unser $\mathfrak m$ und
damit ist $\mathfrak m$ das einzige Primideal und die Krulldimension ist Null.
F"ur den Induk\-tions\-schritt sei
\begin{equation*}
\frak p_0 \subsetneq \frak p_1  \subsetneq \ldots \subsetneq \frak p_l
\end{equation*}
eine Primidealkette in $A$.
Im Integrit"atsbereich $\bar A := A/\frak p_0$ betrachten wir 
das Bild $\bar{\frak p}_1 \subset \bar A$
von $\frak p_1$ und w"ahlen $x \in \bar{\frak p}_1 \backslash 0$.
Die kurze exakte Sequenz
\begin{equation*}
 \bar A \overset{x\cdot}{\hookrightarrow} \bar A 
\twoheadrightarrow \bar A / \bar A x
\end{equation*}
zeigt mit \ref{hdcok} sofort $\op{hdim} (\bar A / \bar A x) <  \op{hdim} 
\bar A$, und $ \op{hdim} 
\bar A\leq \op{hdim} A$ ist eh klar.
Aus der Induktionsannahme folgt so, dass die Primidealkette 
${\bar{\frak p}}_1 \subsetneq
\ldots \subsetneq {\bar{\frak p}}_l$ in $\bar A / \bar A x$ 
der Bilder der $\frak p_i$ in $\bar A / \bar A x$
h"ochstens die L"ange
$l-1 \leq \op{hdim} A -1$ haben kann.
%\newpage
Es bleibt $\delta(A)\leq \op{kdim} A$ zu zeigen.
Wir argumentieren mit Induktion "uber $\delta(A)$.
Im Fall $\delta(A)=0$ ist $\mathfrak m=\sqrt{0}$ das Nilradikal
und wir finden $\op{kdim} A=0$.
Gilt sonst $\delta(A)>0$, so 
ist $\mathfrak m$ kein minimales Primideal von $A$ und nach
\ref{MPRI} gibt es nur  endlich viele minimale Primideale in $A$ 
 und nach \ref{PiAAn} k"onnen sie $\frak m$ nicht
"uberdecken. Es gibt also ein Element $x\in \frak m$, das in keinem
 minimalen Primideal enthalten ist.
 Wir setzen $\bar A\pdef A/Ax$ und finden $\delta (\bar A)=\delta(A)-1$
 und, da nach \ref{MiPri} jedes Primideal stets  ein
 minimales Primideal umfa"st, auch $\op{kdim}\bar A\leq \op{kdim} A-1$.
Die Behauptung folgt mit vollst"andiger Induktion.
\end{proof}



\begin{Korollar}[\textbf{Absch"atzung f"ur die Krulldimension lokaler Kringe}] 
  Gegeben ein  lokaler noetherscher Kring $A$ mit maximalem Ideal
  $\frak m$ gilt stets\label{abcd}
  $$\op{dim}_{A/\frak m}(\frak m/\frak m^2)\geq 
\op{kdim}A$$
\end{Korollar}
\begin{proof}
  Jedes Repr"asentantensystem eines
 Erzeugendensystem des $A/\frak m$-Vektor\-raums $\frak m/\frak m^2$
erzeugt nach Nakayama bereits das Ideal $\frak m$ als Ideal von $A$.
Damit erweist sich unsere Behauptung als Konsequenz der 
Aussage $\delta(A)=\op{kdim}A$ aus dem Hauptsatz 
der Dimensionstheorie \ref{HDiT}.
\end{proof}
%\newpage
\begin{Korollar}[\textbf{Verallgemeinerter Krull'scher Hauptidealsatz}]
Gegeben ein noetherscher Kring  $R$ 
 gilt f"ur die H"ohe jedes Primideals $\frak p\subset R$, das 
vorgegebene Elemente 
$f_1,\ldots, f_s$ von $R$ enth"alt und minimal ist 
unter allen Primidealen mit dieser Eigenschaft,
 die Absch"atzung\label{VKHSS} 
$\op{ht}(\frak p)\leq s$.
\end{Korollar}
\begin{proof}
  Im lokalen Kring $R_{\frak p}$ mu"s $\frak p_{\frak p}$ das Radikal
des von $ f_1,\ldots, f_s$ erzeugten Ideals sein. 
Damit erweist sich unsere Behauptung als Konsequenz der 
Aussage $\delta(A)=\op{kdim}A$ aus dem Hauptsatz 
der Dimensionstheorie \ref{HDiT}.
\end{proof}
%\newpage
\begin{Definition}
  Gegeben ein lokaler noetherscher Kring $(A,\mathfrak m)$
 versteht man unter einem {\bf Parametersystem von $A$}
eine Familie $x_1,\ldots,x_d$ von $d=\op{kdim}A$ Elementen
des maximalen\label{ParS}  
Ideals $\frak m$ mit der Eigenschaft, da"s das 
 Radikal des von ihnen erzeugten Ideals gerade das maximale Ideal 
$\frak m$ selbst ist.\index{Parametersystem von lokalem Ring}
Die Existenz solcher Parametersysteme folgt aus dem 
Hauptsatz der Dimensionstheorie \ref{HDiT}.
\end{Definition}




\begin{Proposition}[\textbf{Parametersysteme sind algebraisch unabh"angig}]
  Besitzt ein lokaler noetherscher Kring $(A,\frak m)$  einen Unterk"orper $k\subset A$ mit
$k\sira A/\frak m$ unter der nat"urlichen Abbildung und ist
$x_1,\ldots,x_d$ ein Parametersystem von $A$, so sind die $x_i$ algebraisch
unabh"angig "uber $k$.\label{PAUU}
\end{Proposition}
\begin{proof}
  Ist $\frak q$ das Erzeugnis der $x_i$, so liefern die offensichtlichen 
Abbildungen  Homomorphismen 
$$k[X_1,\ldots,X_d]\hra (A/\frak q)[X_1,\ldots,X_d]\sra \op{gr}_{\frak
  q}A$$ von graduierten Ringen. 
W"are die Komposition nicht injektiv, so g"abe es ein 
von Null verschiedenes homogenes 
Polynom in ihrem Kern. Dies Element m"u"ste auch in der Mitte
k"urzbar sein, da die erste Abbildung offensichtlich von Null verschiedene Polynome auf k"urzbare Elemente abbildet,
 und mit Satz \ref{DREF} "uber Kokerne homogener
Selbstinjektionen folgte $\op{hdim}A<d$ im
Widerspruch zu unseren Annahmen. Also liefert die Komposition
eine Injektion
$k[X_1,\ldots,X_d]\hra  \op{gr}_{\frak q}A$.
Mit "Ubung \ref{Igr} folgt, da"s die offensichtliche Abbildung
bereits eine Injektion $k[X_1,\ldots,X_d]\hra  A$ gewesen
sein mu"s. 
\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}$(k=\bar k)$. 
 Man zeige: Gegeben $I\subset k[T_0,\ldots, T_n ]$ ein homogenes Ideal
mit nichtleerer 
projektiver Nullstellenmenge
$\mathcal Z^\ast(I)\neq \emptyset$ 
alias unendlicher Kodimension ist die Hilbertdimension des Restklassenrings
genau um Eins gr"o"ser als die Krulldimension der projektiven 
Nullstellenmenge, in Formeln 
$$\op{hdim}(k[T_0,\ldots, T_n ]/I)=\op{kdim}\mathcal Z^\ast(I)+1$$ 
Hinweis: Hauptsatz \ref{HDiT} zur Dimension
lokaler noetherscher Kringe.  \nichtfinal{F"ur Radikalideale  war das
  in \ref{hdKd}
  auch bereits anders bewiesen
  worden.}
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Gegeben $(A,\mathfrak m)$ ein lokaler noetherscher Kring der Dimension $d$
  und Elemente $f_1,\ldots, f_d\in A$ mit $f_i\in\mathfrak m^{r(i)}$ gilt die Absch"atzung
  $$\op{l}(A/\langle f_1,\ldots, f_d\rangle)\geq r(1)\ldots r(d)\op{mult}(A)$$
  Hinweis: \ref{mulcok} und vollst"andige Induktion und Interpretation
  der L"ange als Multiplizit"at.\label{muAR} 
\end{Ubung}


\begin{Ubung}
    Gegeben ein lokaler noetherscher Kring $A$
 und ein  Parametersystem
 $x_1,\ldots,x_d\in \frak m$ zeige man f"ur jedes $s$ mit $0\leq s\leq d$ 
f"ur die Krulldimension des Quotienten nach einem Teil der Parameter die Identit"at\label{kdimQ} 
$$\op{kdim}(A/\langle x_1,\ldots,x_s\rangle)=d-s$$
Hinweis: F"ur jeden lokalen noetherschen Kring $B$  gilt $\op{kdim}B
=\delta (B)$. 
\end{Ubung}

%\newpage



\subsection{Glattheit und Regularit"at}

\begin{Definition}$(k=\bar k)$.
  Eine \hyperref[ZaTo]{algebraische Teilmenge}
  $X\As k^n$ hei"st 
{\bf glatt an einer Stelle $x\in X$},\index{glatt!algebraische Teilmenge bei Punkt} 
 wenn es
 $f_1,\ldots f_r\in k[T_1,\ldots,T_n]$ und eine Umgebung $U\co k^n$ von $x$
gibt derart,
 da"s
$X\cap U= \cal Z(f_1, \ldots f_r)\cap U$ die
simultane  Nullstellenmenge der
$f_i$ in $U$ ist und da"s
die Gradienten der $f_i$ bei $x$ linear unabh"angig sind.\label{extrg} 
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Mit {\bf Gradienten} meinen wir hier wie in der Analysis 
 die Vektoren
$$(\op{grad}f)(x)\pdef((\partial f/\partial T_\nu)(x))\in k^n$$
 Es wird erst sp"ater klar werden, da"s die obige Bedingung
 nur von der bepunkteten affinen Variet"at $(X,x)$ und nicht von
 ihrer Einbettung in einen $k^n$ abh"angt. Wenn ich im Verlauf der folgenden Argumentation besonders betonen will,
 da"s die Bedingung wie oben in Bezug auf eine explizit vorgegebene Einbettung 
verstanden werden soll, so nenne ich $X$ {\bf extrinsisch glatt an der
  Stelle $x$}. Es ist klar und die Aussage von "Ubung \ref{glof}, da"s die extrinsisch glatten Punkte von $X\As k^n$ eine
offene Teilmenge von $X$ bilden. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungw}[\textbf{Jede Variet"at ist generisch glatt}]
  Was an dieser Stelle fehlt, ist der Nachweis, da"s die glatten Stellen
     sogar eine dichte offene Teilmenge bilden.  Das wird erst in \ref{gSod}
       bewiesen, wobei wir im Fall eines
       Grundk"orpers positiver Charakteristik zus"atzlich Resultate aus
       \cite{AAG} ben"otigen.
\end{Bemerkungw}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Generische Glattheit von Hyperfl"achen}]
  $(k=\bar k)$.
  F"ur ebene Kurven $C\As k^2$ k"onnen wir auch hier schon
  einsehen, da"s ihre glatten Punkte eine offene dichte Teilmenge
  bilden. Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit d"urfen wir sie dazu 
  irreduzibel annehmen, also $C=\mathcal Z(f)$ f"ur ein
  irreduzibles Polynom $f\in k[X,Y]$. F"ur so ein Polynom k"onnen auch in
  positiver Charakteristik $p>0$ die
  partiellen Ableitungen $\partial_xf$ und  $\partial_yf$ nicht beide identisch
  verschwinden, sonst g"abe es ein Polynom $g$ mit $f(X,Y)=g(X^p,Y^p)$
  und mit Ziehen der $p$-ten Wurzeln aus den Koeffizienten von $g$  auch ein 
  $h$ mit $h^p=f$ im Widerspruch zur Irreduzibilit"at.
  Gilt ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit $\partial_xf\neq 0$,
  so sind $f$ und $\partial_xf$ teilerfremd und haben folglich h"ochstens
  endlich viele gemeinsame Nullstellen. In derselben Weise zeigt man, da"s
  in jeder Hyperfl"ache $X\As k^n$ die glatten Punkte dicht liegen. 
\end{Bemerkungl}
  

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Glatte Variet"aten versus Mannigfaltigkeiten}] 
  $(k=\bar k)$.  Die Motivation f"ur die Begiffsbildung \glqq glatter\grqq\ 
  algebraischer Teilmengen kommt von 
der Beschreibung \eref{MN}{AN2} von Untermannigfaltigkeiten des $\DR^n$ als
Urbilder her. Die verschiedenen "aquivalenten Beschreibungen 
von Untermannigfaltigkeiten des $\DR^n$ als Bilder \eref{KKR}{AN2} sowie
als \glqq lokal pl"attbare
Teilmengen\grqq\  \eref{MFoR}{AN2}  haben  in
der algebraischen Geometrie keine  unmittelbaren Analoga, da der
Satz "uber implizite Funktionen \eref{igg}{AN2}
im Fall der Zariskitopologie f"ur Morphismen von Variet"aten nicht mehr gilt.
Bereits in einer Variablen gilt
ja der Satz "uber die Umkehrabbildung in dieser Situation 
nicht mehr, wie   das Beispiel der Abbildung
$k\ra k$, $x\mapsto x^2$ zeigt. Sp"ater m"ogen Sie lernen, wie es
gelingt, diese
Schwierigkeiten durch die Einf"uhrung der sogenannten \glqq \'etalen Topologie\grqq,
die allerdings  im engeren Sinne unserer Definition   
gar keine Topologie
ist, sozusagen \glqq wegzudefinieren\grqq.
\end{Bemerkungl}

%\newpage

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion von Varianten der Definition}]
$(k=\bar k)$.  In der Literatur ist auch eine  andere Definition
des Begriffs einer extrinsisch glatten Stelle gebr"auchlich.
Gegeben $X\As k^n$ hei"st  danach eine Stelle
$x\in X$ 
glatt, wenn der von den
 Gradienten  bei $x$ der Funktionen $f\in \mathcal I(X)$,
als da hei"st von den Vektoren
$(\op{grad}f)(x)\pdef((\partial f/\partial T_i)(x))\in k^n$
f"ur $f\in \mathcal I(X)$ aufgespannte Teilraum die Dimension $n-\op{kdim}\mathcal O_{X,x}$ hat. 
Die "Aquivalenz zu  Definition \ref{extrg} zeigen wir in \ref{IBGl}.
Ich ziehe Definition \ref{extrg} vor, weil ich sie
anschaulicher finde.\label{Litd} 
Insbesondere zeigt  Definition \ref{extrg} unmittelbar, da"s
die glatten Punkte einer
"aqui-$d$-dimensionalen algebraischen Teilmenge von $\DC^n$ eine
glatte reell $2d$-dimensionale Untermannigfaltigkeit von $\DC^n$ bilden.
\end{Bemerkungl}
%\newpage
  


% \begin{Ubunge}\label{UVUM} 
%   Man zeige: Ist $X\As \DC^n$ eine algebraische Teilmenge und $x\in X$ ein
% regul"arer Punkt, so gibt es eine Zariski-offene Umgebung
% $U\co \DC^n$ von $x$ derart, da"s $U\cap X$ eine
% Untermannigfaltigkeit der Dimension $d=2\op{kdim}\cal O(X)_{x}$ von
% $\DC^n$ ist im Sinne von \eref{MFoR}{AN2}, 
% ja 
% sogar eine $\mathcal C^\infty$-Untermannigfaltigkeit 
% ohne Rand im Sinne von \eref{MFR}{AN3}. Hinweis: \eref{MN}{AN2}.
% \end{Ubunge}

\begin{Bemerkungw}[\textbf{Intrinsische Natur der Glattheit}]$(k=\bar k)$. 
  Unser n"achstes Ziel ist zu zeigen, da"s gegeben 
ein Isomorphismus $\varphi:X\sira Y$ in der Kategorie \ref{RaR} 
der algebraischen
Teilmengen irgendwelcher $k^n$ eine algebraische Teilmenge  $X$ glatt ist bei $x\in X$ genau
dann, wenn  die algebraische Teilmenge $Y$ glatt ist bei $\varphi(x)\in Y$.
\end{Bemerkungw}


%\newpage







\begin{Definition}
 Ein lokaler Kring $(A,\mathfrak m)$ hei"st {\bf regul"ar},\index{regul"ar!lokaler Kring} 
 wenn er noe\-thersch ist und wenn
f"ur sein maximales Ideal $\frak m$ gilt\label{lrl} 
\begin{equation*}
 \dim_{A/\frak m} (\frak m /\frak m^2) = \op{kdim} A
\end{equation*}
Eine Familie von Elementen
$x_1, \ldots, x_d\in \frak m$, deren Nebenklassen 
eine Basis von $\frak m /\frak m^2$ bilden, hei"st dann ein
{\bf regul"ares Parametersystem von $A$}.\index{regul"ar!Parametersystem}
\end{Definition}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}]
  Der Begriff \glqq regul"ar\grqq\ wird in mindestens drei verschiedenen
  Bedeutungen verwendet. Einmal haben wir
  f"ur jede $k$-Variet"at $X$ erkl"art,
  welche Funktionen $X\ra k$ \glqq regul"ar\grqq\ hei"sen.
  Dann haben wir hier erkl"art, welche lokalen Kringe
  \glqq regul"ar\grqq\ hei"sen. Und schlie"slich vereinbaren wir
  irgendwo anders, was ein \glqq G-regul"arer Punkt\grqq\ einer
  Variet"at mit der Operation einer algebraischen Gruppe sein soll.
  Der Leser mu"s aus dem Kontext erschlie"sen, was jeweils gemeint ist.
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}
 F"ur alle Primzahlen $p$ ist die Lokalisierung 
$\mathbb Z _{\langle p \rangle}$ an dem von $p$ erzeugten Primideal
ein regul"arer
lokaler Kring.
 F"ur jeden K"orper $k$ und jeden Punkt $x \in k^n$ 
ist der lokalisierte Polynomring $k[T_1, \ldots,
T_n]_{\mathcal I (x)}$ regul"ar.
\end{Beispiel}
%\newpage
\begin{Satz}[\textbf{Eigenschaften regul"arer lokaler Kringe}] 
  Jeder regul"are lokale Kring ist ein Integrit"atsring
und der assoziierte graduierte Ring zu seiner Filtrierung durch
die Potenzen  des maximalen Ideals 
ist ein Polynomring mit Koeffizienten im Restklassenk"orper.\label{RRIB}
\end{Satz}

% \begin{Bemerkunge}
%   Ein Kring $R$ hei"st \defind{regul"ar} genau dann, wenn f"ur jedes Primideal
%   $\frak p \in \op{Spec} R$ seine Lokalisierung $R_{\frak p}$ ein regul"arer
%   lokaler Ring ist.  Der Ring $\mathbb Z$ der ganzen Zahlen etwa ist regul"ar,
% und jeder K"orper ist regul"ar.
% Mehr Beispiele k"onnen wir hier noch nicht geben, und ich werde diese
% Terminologie
% auch vorerst nicht verwenden.
% \end{Bemerkunge}
\begin{proof}
  F"ur jeden regul"aren lokalen Kring
$(A,\frak m)$ der Dimension $d$ und jedes regul"are Parametersystem
$x_1,\ldots, x_d$ mu"s die offensichtliche durch $X_i\mapsto \bar x_i$ 
gegebene Surjektion
ein Isomorphismus 
$$(A/\frak m)[X_1,\ldots, X_d]\sira \op{gr}_{\frak m} A$$
sein, denn sonst folgte wie beim
Beweis von \ref{PAUU} aus Satz \ref{DREF} 
zu Kokernen homogener Selbstinjektionen bereits die Absch"atzung 
$\op{hdim}A<d$.
Die Filtrierung
durch die $\frak m^i$ ist jedoch Hausdorff nach dem Durchschnittssatz
 \ref{spMm}.
Da  der assoziierte graduierte Ring ein Integrit"atsring ist,
folgt dasselbe  mit \ref{NTGR}  f"ur $A$ selber. 
\end{proof}


\begin{Satz}[\textbf{Regul"are Quotienten regul"arer lokaler Kringe}]
 Seien $(A, \mathfrak m)$ ein regul"arer 
lokaler Kring und $I \subset A$ ein Ideal.
So sind gleichbedeutend:\label{RLRH}
\begin{enumerate}
 \item Der Quotient $A/I$ nach unserem Ideal 
ist  ein regul"arer lokaler Kring;
\item Unser Ideal $I$ wird von einer Teilmenge eines regul"aren
 Parametersystems des regul"aren lokalen Krings $A$ erzeugt. 
\end{enumerate}
\end{Satz}
% Es gibt ein Parametersystem $f_1, \ldots, f_d$ von $A$ und
% $s$ mit $0\leq s\leq d$ derart,
%  da"s gilt $I = \langle f_1, \ldots, f_s \rangle$.
\begin{proof}
 $1 \Rightarrow 2$. Ist $A/I$ lokal, so folgt $A\neq I$ und mithin
$I\subset  \frak m$. Wir vereinbaren die Abk"urzungen 
$\bar A\pdef A/I$  und $ {\bar{\mathfrak m}}\pdef \mathfrak m/I$ und betrachten das Diagramm
\begin{displaymath}
 \xymatrix{
I \cap \mathfrak m^2 \ar@{^{(}->}[r]\ar@{_{(}->}[d]& 
\mathfrak m^2 \ar@{->>}[r] \ar@{_{(}->}[d]
& {\bar{\mathfrak m}}^2 \ar@{_{(}->}[d]\\ 
I\ar@{->>}[d] \ar@{^{(}->}[r]& \mathfrak m \ar@{->>}[d] \ar@{->>}[r] 
&  {\bar{\mathfrak m}}\ar@{->>}[d]\\
I/(I\cap \mathfrak m^2) \ar@{^{(}->}[r]
& \mathfrak m/\mathfrak m^2 \ar@{->>}[r]&  {\bar{\mathfrak m}}/
 {\bar{\mathfrak m}}^2
}
\end{displaymath}
mit exakten Zeilen und Spalten, bei dem die Exaktheit 
der unteren Zeile aus dem Neunerlemma folgt.
Sei $ { d}$ die Krulldimension von $ { A}$ und
 $ {\bar d}$ die Krulldimension von $ {\bar A}$ 
und $s = d-  {\bar d}$.
Wir finden sicher Elemente $f_1, \ldots, f_s \in I$, deren Bilder den 
Kern in der unteren Zeile erzeugen.
F"ur den Quotienten 
 $\tilde A := A/\langle f_1, \ldots, f_s\rangle$ 
nach dem von ihnen erzeugten Ideal mit seinem maximalen Ideal 
$\tilde{\mathfrak m}\pdef\mathfrak m/\langle f_1, \ldots, f_s\rangle$ 
erhalten wir dann ${\mathfrak m}/{{\mathfrak m}}^2\sra\tilde{\mathfrak m}/{\tilde{\mathfrak m}}^2\sra \bar{\mathfrak m}/{\bar{\mathfrak m}}^2$
und nach Wahl der $f_i$ ist die Zweite dieser Abbildungen ein Isomorphismus und
wir erhalten 
\begin{equation*}
 \op{kdim} \tilde A \leq \dim_{\tilde A/\tilde{\mathfrak m}} 
\tilde{\mathfrak m}/{\tilde{\mathfrak m}}^2
= \dim_{\bar A/{\bar{\mathfrak m}}}  {\bar{\mathfrak m}}/{ {\bar {\mathfrak m}}}^2
= \op{kdim}  {\bar A} \leq \op{kdim} \tilde A
\end{equation*}
mit  ersten Absch"atzung nach Korollar \ref{abcd}
des Hauptsatzes der Dimensionstheorie und
der letzten  aufgrund der Surjektion
 $\tilde A \twoheadrightarrow  {\bar A}$. 
Zusammen folgt, da"s auch $\tilde A$ regul"ar ist und mithin nach \ref{RRIB}
ein Integrit"atsbereich. W"are der Kern 
von $\tilde A \twoheadrightarrow  {\bar A}$ 
nicht Null, so m"u"ste er ein Primideal 
ungleich Null sein und unsere Kringe k"onnten nicht 
dieselbe Krulldimension haben. Das zeigt 
$\tilde A \sira   {\bar A}$
und damit $I =  \langle f_1, \ldots, f_s \rangle$.
\\[2mm]\noindent
$2 \Rightarrow 1$.  Sei
$f_1,\ldots, f_d\in\frak m$ ein regul"ares Parametersystem.
Es gilt zu zeigen, da"s f"ur 
alle $s$  auch $\bar A\pdef A/\langle f_1,\ldots, f_s\rangle $ 
ein regul"arer lokaler Kring ist. Nun liefert "Ubung \ref{kdimQ} 
uns die Identit"at $\op{kdim}(\bar A)=\op{kdim}( A)-s$ und die
Identit"at
$\dim_{\bar A/\bar{\frak m}} (\bar{\frak m} /\bar{\frak m}^2) = 
\dim_{A/\frak m} (\frak m /\frak m^2)-s$ ist leicht zu sehen.
\end{proof}

%\newpage

\begin{Definition}
Ein Punkt $x$ einer   algebraischen Variet"at $X$ hei"st 
ein 
{\bf regul"arer Punkt von $X$},\index{regul"ar!Punkt von Variet"at}
 wenn 
der Ring 
$\mathcal O_{X,x} $ der  Funk\-tions\-keime bei $x$
ein regul"arer lokaler Kring ist. Ein Punkt, der nicht regul"ar ist, hei"st
{\bf singul"ar}.\index{singul"ar!Punkt!von algebraischer Variet"at}
\end{Definition}



 
\begin{Korollar}[\textbf{Regularit"at und Glattheit}]
 $(k = \bar k)$. Eine  algebraische
Teilmenge
$ X \As k^n$   ist genau dann extrinsisch glatt an einer Stelle  $p\in X$,
wenn 
 der lokale  Kring 
$\mathcal O_{X,p} $ 
 regul"ar  ist.\label{IBGl}  
\end{Korollar}
\begin{Bemerkungl}
Ich erinnere daran, da"s in unserer Terminologie Variet"aten
stets "uber einem algebraisch abgeschlossenen K"orper definiert sind.
In dieser Situation sind nach dem Korollar regul"are Punkte dasselbe wie glatte
Punkte. 
  Verallgemeinert man die Definitionen auf den Fall beliebiger Grundk"orper,
  so ist das Analogon der extrinsischen Glattheit st"arker als
  die lokale Regularit"at, vergleiche
  \ref{RGA}.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Mit der in der Literatur "ublichen Definition glatter Stellen,
wie sie in \ref{Litd} erkl"art wird, ist dieses Korollar fast 
eine Tautologie. Wie in \ref{Litd} ausgef"uhrt wird, macht es
die in der Literatur "ubliche Definition aber schwerer,
die Br"ucke zur Analysis und damit
zur Anschauung zu schlagen.
\end{Bemerkungl}


%\newpage

\begin{proof}
 Wir wenden Satz \ref{RLRH} 
"uber regul"are Quotienten regul"arer lokaler Kringe 
an auf die Lokalisierung $A=\mathcal O_{k^n,p}=\mathcal O(k^n)_{\mathcal I(p)}$ 
des Polynomrings nach allen  bei $p$ nicht verschwindenden Polynomen und
seinen Quotienten $\mathcal O_{X,p}$
nach der Lokalisierung $I\pdef \mathcal I(X)_{\mathcal I(p)}$ des Verschwindungsideals von $X$.
Das maximale Ideal von $\mathcal O_{k^n,p}$ notieren wir $\mathfrak m\subset A=\mathcal O_{k^n,p}$.
Das Auswerten  $f \mapsto (\op{grad} f) (p)$ des Gradienten an der Stelle $p$ 
liefert einen Vektorraumisomorphismus $$\mathfrak m/
\mathfrak m^2 \sira  k^n$$ 
Ein regul"ares Parametersystem von $\mathcal O_{k^n,p}$ ist folglich
dasselbe wie ein 
System  von Funktionskeimen $f_1, \ldots, f_n \in \mathcal O_{k^n,p}$
mit $f_1 (p) = \ldots = f_n (p) =0$ derart, da"s 
ihre Gradienten bei $p$ eine Basis des $k^n$ bilden. 
Ist $\mathcal O_{X,p}=A/I$ regul"ar, so kann 
$I$ nach \ref{RLRH} erzeugt werden von einem Teil eines regul"aren Parametersystems, also von bei $p$ verschwindenden Funktionskeimen mit linear
unabh"angigen Gradienten bei $p$. Beliebig gew"ahlte
Repr"asentanten dieser Funktionskeime erzeugen
dann auch $\mathcal I(X)_g$ f"ur eine geeignet dazu gew"ahlte Funktion $g\in  k[T_1, \ldots, T_n]$
mit $g(p)\neq 0$. Damit ist $X$ extrinsisch glatt bei $p$. %\newpage
Ist umgekehrt $X$ extrinsisch glatt bei $p$, so gibt es Funktionen $f_1,\ldots,f_s\in \mathcal O(k^n)$ mit bei $p$
linear unabh"angigen Gradienten und eine weitere regul"are Funktion $g\in \mathcal O(k^n)$
mit $g(p)\neq 0$ und
 $$X\cap \{g\neq 0\}\;\;=\;\; \mathcal Z(f_1,\ldots, f_s)\cap\{g\neq 0\}$$
Die $f_i$ m"ussen  im lokalen Ring $A$ bei $p$ ein Primideal
erzeugen, da der Quotient $A/\langle f_1,\ldots,f_s\rangle$
 nach \ref{RLRH} ein regul"arer lokaler Ring und folglich nach \ref{RRIB} 
 ein Integrit"atsring ist.
 Andererseits folgt aus unseren Annahmen 
 $\mathcal I(X)_g=\sqrt{\langle f_1,\ldots, f_s\rangle_g}$ in der
 Lokalisierung $\mathcal O(k^n)_g$.
 Da das Bilden des Radikals nach "Ubung \ref{Lnrf} mit
 Lokalisierung vertauscht
 und da jedes Primideal sein eigenes Radikal ist, folgt
 $$ I=\sqrt{\langle f_1,\ldots, f_s\rangle}= \langle f_1,\ldots, f_s\rangle$$
 Der Quotient von $A/I$  ist nun isomorph zum lokalen Ring $\mathcal O_{X,p}$ und
 damit ist dieser lokale Ring nach \ref{RLRH} regul"ar. 
 \end{proof}



\begin{Definition}
  Eine Variet"at hei"st {\bf glatt},\index{glatt!Variet"at}
  wenn sie  an jeder Stelle glatt ist.\label{dglV} 
\end{Definition}



%\newpage

\begin{Korollar}[\textbf{Lokale Irreduzibilit"at bei glatten Stellen}] 
  Ist der lokale Ring $\mathcal O_{X,x}$ einer bepunkteten affinen Variet"at
  $(X,x)$ regul"ar, 
so geht  durch den Punkt $x$ nur genau  eine
irreduzible Komponente von $X$.\label{lIrr}
\end{Korollar}
\begin{Bemerkungl}
  Insbesondere ist jede glatte Variet"at die disjunkte Vereinigung ihrer irreduziblen Komponenten.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Ginge mehr als nur eine irreduzible Komponente von $X$ durch den Punkt $x$,
so h"atte der lokale Ring $\mathcal O_{X,x}$ mehr als nur ein
minimales Primideal. Dann w"are er aber kein
Integrit"atsbereich und mithin nach \ref{RRIB} auch nicht regul"ar.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Schwierigkeiten mit lokalen Koordinaten}]
  Gegeben eine glatte Stelle $x$ einer affinen $k$-Variet"at $X $
  und ein regul"ares
 Parametersystem $f_1,\ldots, f_d$ ihres
lokalen Rings 
$\mathcal O_{X,x} $ werden die Funktionen $f_i$ bereits alle
in einer offenen Umgebung $U\co X$ von $x$ definiert sein
und folglich einen Morphismus $\varphi:U\ra k^d$ liefern.
Im Gegensatz zur
analogen Situation im Fall differenzierbarer Mannigfaltigkeiten
wird diese Abbildung jedoch im allgemeinen auf keiner 
Zariski-offenen Umgebung $U$ von $x$ injektiv sein,
und das f"ur jedes System lokaler Parameter. 
Es ist also im allgemeinen
nicht m"oglich,  im algebraischen Fall in der Zariskitopologie so etwas 
wie \glqq lokale Koordinatensysteme\grqq\  zu finden. Salopp gesprochen liegt
die Schwierigkeit darin, da"s Zariski-offene Mengen einfach zu gro"s sind. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben eine Variet"at
  verstehen wir unter einem {\bf System von Pseudokoordinaten}\index{Pseudokoordinaten} eine
  Familie von regul"aren Funktionen $f_1, \ldots, f_d$ mit der
  Eigenschaft, da"s an jeder Stelle
  $x\in X$ die Funktionen $f_i-f_i(x)$ ein regul"ares
  Parametersystem bilden. Mit den bis hierher erzielten "aquivalenten
  extrinsischen und intrinsischen Beschreibungen glatter Punkte sieht man leicht ein, da"s jedes regul"are Parametersystem an einem Punkt durch Restriktion\label{PseK} 
  von einem System von Pseudokoordinaten
  auf einer irreduziblen offenen affinen Umgebung von besagtem Punkt herkommt.
  Weiter ist klar, da"s gegeben ein System von Pseudokoordinaten die Nullstellenmenge einer beliebigen Auswahl von $d$ unserer
  Pseudokoordinaten stets glatt  ist und jede irreduzible Komponente 
  eine um $d$ kleinere Dimension hat.
\end{Bemerkungl}

%\newpage

\begin{Satz}[\textbf{Kodimension von Schnittkomponenten in glatten Variet"aten}] 
Gegeben
 irreduzible abgeschlossene Teilmengen\label{KDSg} $X,Y\As W$ 
einer glatten "aquidimensionalen Variet"at $W$  gilt  f"ur jede irreduzible Komponente $Z$ ihres Schnitts $X\cap Y$ die
Absch"atzung\label{kfsg}  $${\op{kdim}}( Z\subset W)\leq {\op{kdim}} (X\subset W) +
{\op{kdim}} (Y\subset W)$$
\end{Satz}

\begin{Beispiel}[\textbf{Schnittkomponenten  
      in singul"aren Variet"aten}] Ist $W$ glatt, so hat etwa jede Komponente
  des Schnitts zweier verschiedener irreduzibler Hyperfl"achen in $W$
  die Kodimension zwei.  Betrachten wir zum Beispiel zwei verschiedene
  affine  Hyperebenen in $k^3$, so ist der Schnitt leer oder eine Gerade.
  Betrachten wir jedoch zwei disjunkte affine Hyperebenen in $k^3$
  und w"ahlen aus jeder von ihren einen Punkt und konstruieren $W$ aus
  $k^3$ durch Verkleben dieser beiden Punkte, so treffen sich die Bilder
  unserer Hyperebenen nur in diesem einen verklebten Punkt. Das ist ein
  Gegenbeispiel f"ur $W$ nicht glatt.
\end{Beispiel}
  

\begin{proof}
  Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit d"urfen wir annehmen, da"s 
  $W$ irreduzibel und affin ist und da"s es darauf ein System
  $f_1,\ldots, f_n$ von \hyperref[PseK]{Pseudokoordinaten} gibt.
  Offensichtlich bilden dann die Funktionen $f_i\boxtimes 1-1\boxtimes f_i$ und $f_i\boxtimes 1$
  ein System von Pseudokoordinaten auf $W\times W$. 
  Betrachten wir den durch unsere Pseudokoordinaten gegebenen Morphismus
  $\varphi:W\ra k^n$, so ist das  Urbild der Diagonale unter
  $\varphi\times \varphi:W\times W\ra k^n\times k^n$ glatt und
  "aqui-$n$-dimensional  als Nullstellenmenge der ersten
  $n$ unserer Pseudokoordinaten.
   Mithin ist das Urbild der Diagonale die disjunkte
  Vereinigung seiner irreduziblen Komponenten und
  die Diagonale $\Delta_W\As W\times W$
   ist notwendig eine dieser
   Komponenten. Nun ist aber
  $X\cap Y$ isomorph zu $(X\times Y)\cap\Delta_W$  und damit  isomorph zu einer
   irreduziblen Komponente der Nullstellenmenge der $n$ Funktionen
$f_i\boxtimes 1-1\boxtimes f_i$
   auf
   $X\times Y$. So folgt die Behauptung aus unserer Absch"atzung
   \ref{KKHSn}.
\end{proof}

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\begin{Satz}\label{glno} 
 Jeder regul"are lokale Kring ist ganz abgeschlossen.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungw}
  Man kann sogar zeigen, da"s jeder regul"are lokale Kring faktoriell ist.
Beweise findet man  etwa in 
\cite{Eis}, \cite{Stacks}. F"ur die lokalen Ringe von Variet"aten schreibe
ich in \ref{lrvf} einen Beweis aus.
\end{Bemerkungw}
\begin{proof}
 Sei $(A, \mathfrak m)$ unser regul"arer lokaler Kring.
Sei $x \in {\op{Frac}} A$ ganz "uber $A$.
Es gilt zu zeigen $x \in A$. Dazu schreiben wir $x = r/s$ mit $r, s \in A$ und $s \neq 0$.
Da $x$ ganz ist "uber $A$, gibt es $n \in \mathbb N$ mit
\begin{equation*}
 A [x] = A + Ax + \ldots + A x^n
\end{equation*}
Wir folgern $s^n x^m \in A$ f"ur alle $m \in \mathbb N$ und damit $r^m \in s^{m-n} A$
f"ur alle $m \in \mathbb N$.
Nehmen wir zus"atzlich $r \neq 0$ an, so gibt es $i$ maximal mit $r \in \mathfrak m^i$
und wir haben $0 \neq \bar r \in \mathfrak m^i/ \mathfrak m^{i+1}$.
Ebenso gibt es $j$ maximal mit $s \in \mathfrak m^j$
und wir haben $0 \neq \bar s \in \mathfrak m^j/ \mathfrak m^{j+1}$
und folgern, da"s  $\bar s^{m-n}$ f"ur $m \geq n$ stets
ein Teiler von $\bar r^m$ ist in
$\op{gr}_{\mathfrak m} A$.
Da dieser Ring jedoch nach  \ref{RRIB}
 faktoriell ist, mu"s sogar $\bar s$ ein Teiler
 von $\bar r$ sein.
 Wir haben also $i\geq j$ und es gibt $a_1\in\mathfrak m^{i-j}\subset A$ und $r_1\in \mathfrak m^{i+1}$ mit
 $$r=a_1s+r_1$$
 und das gilt sogar ohne die Annahme $r\neq 0$. 
 Dann ist aber $r_1/s$ auch wieder ganz "uber $A$ und wir finden genauso
  $r_1=a_2s+r_2$ mit $a_2\in A$ und $r_2\in \mathfrak m^{i+2}$
 und 
induktiv folgt 
\begin{equation*}
 r \;\in \; \bigcap^\infty_{\nu=1} (As + \mathfrak m^{i+\nu})
\end{equation*}
Nach dem Durchschnittssatz von Krull \ref{spMm}, 
angewandt auf den Restklassenring $A/As$, folgt daraus aber
sofort $r \in A s$ alias $x \in A$.
\end{proof}







\begin{Satz*}[\textbf{Differentielles Dominanzkriterium f"ur affine R"aume}] 
 Seien $k=\bar k$ ein algebraisch abgeschlossener K"orper und 
$f\in k[T_1,\ldots, T_n]$ ein Polynom 
und $X\pdef k^n\backslash \mathcal Z(f)$
das Komplement seiner Nullstellenmenge und
$\varphi :X\ra k^m$ ein Morphismus.\label{DiDoel} 
Induziert f"ur einen Punkt $x\in X$ der Komorphismus eine
Injektion $\mathfrak m_{\varphi(x)} / \mathfrak m_{\varphi(x)}^2 \hookrightarrow
\mathfrak m_x / \mathfrak m^2_x$, so umfa"st $\varphi(X)$ 
eine offene Teilmenge von $k^m$. 
\end{Satz*}
\begin{Bemerkungw}
Dieses Kriterium ist insbesondere in der Theorie der Liealgebren 
hilfreich. Im weiteren Verlauf dieser 
Vorlesung spielt es dahingegen keine Rolle.
In der Sprache der Differentiale aus
\eref{klDe}{AAG}  besagt unserer Bedingung, da"s 
  das Differential bei $x$ 
eine Surjektion
${\op{d}}_x \varphi : {\op{T}}_x X \twoheadrightarrow {\op{T}}_{y} Y$
sein soll.   
Eine Variante  in dieser Sprache und in  gr"o"serer Allgemeinheit 
zeigen wir in \eref{DiDo}{AAG}.
\end{Bemerkungw}
\begin{proof} 
Wir setzen $y\pdef \varphi(x)$.
Offensichtlich folgt aus unserer Annahme, da"s unser Morphismus 
$\varphi$ eine Injektion
$
 {\op{gr}}_{\mathfrak m_{y}} \mathcal O_{Y,y} 
\hookrightarrow {\op{gr}}_{\mathfrak m_{x}} \mathcal O_{X,x}
$
der assozierten graduierten Ringe induziert. Da unsere Filtrierungen
 aussch"opfend und  Hausdorff sind, folgt mit 
\ref{Igr} die Injektivit"at 
$\mathcal O_{Y,y} \hookrightarrow \mathcal O_{X,x}$
des Komorphismus und unser Morphismus $\varphi$ ist  dominant.
Unser Satz folgt damit aus Korollar \ref{BMDnxa} "uber Bilder von Morphismen. 
\end{proof}


\begin{Bemerkungw}[\textbf{Regularit"at und Glattheit in gr"o"serer Allgemeinheit}] 
  Arbeitet man nicht mehr "uber einem algebraisch abgeschlossenen K"orper,
  so ist das Analogon von Glattheit st"arker als Regularit"at.
  Sei genauer $k$ ein Kring.\label{RGA} 
  Ein Kringhomomorphismus $k\ra A$ hei"st
  {\bf standardglatt}\index{standardglatt!Kringhomomorphismus}, wenn
nat"urliche Zahlen   $n\geq r\geq 0$ und  Polynome $f_1,\ldots f_r\in k[T_1,\ldots,T_n]$ und ein
  Isomorphismus von $k$-Kringen
  $$k[T_1,\ldots,T_n]/\langle f_1,\ldots f_r\rangle
  \sira A$$
 existieren derart,
 da"s das Bild von $\op{det}((\partial_j f_i)_{i,j=1}^r)$
 in $A$ eine Einheit ist. Ein Kringhomomorphismus $k\ra A$ hei"st
 {\bf glatt}\index{glatt!Kringhomomorphismus}, wenn es
 Erzeuger $s,\ldots,t$ des Einsideals von $A$ gibt derart, da"s
 die Lokalisierungen $A_s,\ldots, A_t$ jeweils standardglatt sind "uber $k$.
  Ist $k=\bar k$ ein algebraisch abgeschlossener K"orper
  und $X\As k^n$ eine abgeschlossene Teilmenge, so sind
  nach unserem Korollar \ref{IBGl} "uber Regularit"at und Glattheit gleichbedeutend:
  \begin{enumerate}
    \item
      Unsere Teilmenge  $X\As k^n$
      ist extrinsisch glatt an jeder Stelle $x\in X$;
    \item
Alle lokalen Ringe $\mathcal O_{X,x}$ von $X$ 
 sind  regul"ar;
      \item
        Der Ring  $\mathcal O(X)$ der regul"aren Funktionen auf $X$ ist
        ein glatter $k$-Kring.
  \end{enumerate}
  Arbeiten wir 
  "uber nicht vollkommenen K"orpern $k$, so ist jedoch lokale
 Regularit"at schw"acher als Glattheit. 
Ist etwa $L/k$ eine endliche inseparable K"orpererweiterung,
so ist $L$ ein regul"arer lokaler $k$-Kring, 
aber der Ringhomomorphismus $k\hra L$ ist nicht glatt.
\end{Bemerkungw}

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}$(k=\bar k)$.\label{glof} 
  Man zeige, da"s die glatten Stellen einer algebraischen Teilmenge $X\As k^n$
  stets eine offene Teilmenge bilden.
\end{Ubung}

 \begin{Ubung}$(k=\bar k)$.
  Gegeben $p\in X\As k^n$ eine glatte Stelle einer algebraischen Teilmenge
  zeige man, da"s f"ur jedes System $x_1,\ldots, x_d$
  von lokalen Parametern um $p$ der Ringhomomorphismus $k[T_1,\ldots,T_d]\ra \mathcal O_{X,p}$ zum lokalen Ring bei $p$ gegeben durch $T_i\mapsto x_i$
  einen Isomorphismus\label{komPl} 
  $$k\llbracket T_1,\ldots,T_d\rrbracket \ra \mathcal O_{X,p}^\wedge$$
  zwischen dem Ring der formalen Potenzreihen und der Vervollst"andung des
  lokalen Rings von  $X$ bei $p$ an seinem maximalen Ideal induziert.
\end{Ubung}

 \begin{Ubung}[\textbf{Algebraische Teilmengen in $\DC^n$ 
als Mannigfaltigkeiten}]
Man zeige, da"s die glatten Stellen einer irreduziblen 
algebraischen Teilmenge
$X\As \DC^n$  eine orientierbare Untermannigfaltigkeit des $\DC^n$ 
 der Dimension $d=2\op{kdim}X$ von
im Sinne von \eref{MFoR}{AN2} und \eref{rPFf}{AN2}  bilden, 
genauer sogar eine glatte Untermannigfaltigkeit\label{UVUM}   
im Sinne von \eref{glM}{ML}. Hinweis: \eref{MN}{AN2}. 
   \end{Ubung}


\begin{Ubung}[\textbf{Verschwindungsideale glatter
    Variet"aten}]$(k=\bar k)$. 
  Sei $X\As k^n$ glatt in jedem Punkt und seien Polynome 
$f_1,\ldots, f_r\in \mathcal I(X)$ gegeben derart, da"s 
f"ur alle $x\in X$ gilt\label{KIU} 
$$\op{dim}_k\langle (\op{grad}f_1)(x),\ldots, (\op{grad}f_r)(x) \rangle_k+
\op{kdim}\mathcal O_{X,x}=n$$
So erzeugen die $f_i$ bereits das Verschwindungsideal von $X$,
in Formeln ausgedr"uckt gilt also $\langle f_1,\ldots, f_r\rangle=\cal I(X)$.
\end{Ubung}



 \begin{Ubung}$(k=\bar k)$.
 Man zeige, da"s die  Matrizen 
 $M\in{\op{Mat}}(3;k)$ vom Rang $\leq 1$ eine irreduzible 
 algebraische Teilmenge des $k^{9}$ der Dimension
 $5$ bilden. Man bestimme Erzeuger
 ihres Verschwindungsideals. Hinweis: \ref{KIU}. 
 \end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Lokale Multiplizit"aten}] 
  Sei $(A,\mathfrak m)$ ein regul"arer lokaler Kring einer
  Krulldimension $d\geq 1$.\label{multth} 
  Gegeben $f\in A\backslash 0$ und $r$  maximal mit $f\in\mathfrak m^{r}$
  zeige man $\op{hdim}(A/Af)<d$ und $$r=\op{mult}_{\mathfrak m}^{d-1}(A/Af)$$
  und damit auch $f\in\mathfrak  m\RA \op{hdim}(A/Af)=d-1$.
  Man schreibt dann abk"urzend
  $r=\op{mult}(f)$\index{mult@$\op{mult}$ Vielfachheit einer
    Nullstelle} und im Fall einer  affinen Variet"at $X$
  mit $A\pdef \mathcal O_{X,x}$ dem lokalen Ring an einer regul"aren
  Stelle $x\in X$
  alternativ $r=\op{mult}_{x}(f)$. Da der assoziierte graduierte Ring
  ein Polynomring "uber einem K"orper ist, gilt 
   $$\op{mult}(fg)=\op{mult}(f)+ \op{mult}(g)$$
  Hinweis: Man gehe den Beweis von \ref{HiNoe2}
  nocheinmal durch und erkenne  in diesem Fall
  $\tilde {\op{P}}_{Af}(t)=t^r{\op{P}}_A(t)$. Die nun folgende Rechnung finde ich in der
  Variante \ref{MhV} besonders transparent: Die rationale Funktion
  $1/(1-u)^{d}-u^{r}/(1-u)^{d}$ hat um $u=1$ eine Laurent-Entwicklung,
  die mit dem Term $r/(1-u)^{d-1}$ beginnt.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Glattheit und lokale Multiplizit"at}] 
  Gegeben $y\in Y\As X$ eine bepunktete
  abgeschlossene \hyperref[codim]{Hyperfl\"ache} in einer glatten irreduziblen
  affinen Variet"at zeige man, da"s $Y$ genau dann glatt ist bei $y$, wenn
  gilt $\op{mult}_yY=1$. Hinweis: \ref{RLRH} und \ref{multth}.
\end{Ubung}
  \begin{Bemerkunge}
    In \cite{BouAC89},  exercice 25 zu \S7
  wird ein Argument daf"ur skizziert, da"s aus $\op {mult}_x(X)=1$
  schon folgt, da"s $x\in X$ ein glatter Punkt der Variet"at $X$ sein mu"s.
In  \cite{BouAC89},  exercice 24 zu \S7 wird ein Argument daf"ur skizziert,
  da"s ein lokaler noetherscher Kring  $A$ genau dann
  regul"ar ist, wenn er die Multiplizit"at Eins hat und seine
  Vervollst"andigung $\hat A$ ein Integrit"atsbereich ist. 
  In der entsprechenden Arbeit \cite{Nag} von Nagata findet man auch
  ein Beispiel daf"ur, da"s in diesem Zusammenhang  die
  zus"atzliche Bedingung an $\hat A$ notwendig ist.
  \end{Bemerkunge}
  \begin{Ubung}[\textbf{Schnittmultiplizit"at an singul"aren Stellen}]
    Seien $X$ eine glatte Variet"at der Dimension $\op{kdim}X=2$ und $C,D\As X$
    Kurven mit Schnittpunkt $x\in C\cap D$. Sind $C$ oder $D$ nicht glatt
    bei $x$, so gilt f"ur die Schnittmultiplizit"at\label{SM2} 
    $${\op{s}}_x(C,D)\geq 2$$
  \end{Ubung}
  \begin{Ubung}[\textbf{Maximalzahl singul"arer Stellen ebener Kurven}]$(k=\bar k)$.
    Eine Kurve $C=\mathcal Z(f)\As k^2$ f"ur ein quadratfreies
    Polynom $f\in k[X,Y]$ hat h"ochstens $d(d-1)/2$ singul"are Punkte f"ur
    $d=\op{grad}(f)$. Hinweis: Man "uberlege sich zun"achst, da"s es eine
    Richtung $v\in k^2\backslash 0$ gibt derart, da"s die Richtungsableitung
    ${\op{D}}_vf$ nur h"ochstens endlich viele gemeinsame Nullstellen mit $f$ hat. Dann verwende man \ref{SM2}.
    \end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Vorbereitung feinerer Aussagen zur Schnittmultiplizit"at}] 
  Sei $(A,\mathfrak m)$ ein regul"arer lokaler Kring der
  Krulldimension Zwei. Gegeben $f\in\mathfrak m^{r}$ und $g\in\mathfrak m^{s}$ liefert \ref{muAR}
  die Absch"atzung\label{ScMu}  
  $$\op{l}(A/\langle f,g\rangle)\geq rs$$
 Bezeichne nun
  $\bar f\in \mathfrak m^{r}/\mathfrak m^{r+1}$ und
  $\bar g\in \mathfrak m^{s}/\mathfrak m^{s+1}$ die Nebenklassen.
  Sind $\bar f$ und $\bar g$ teilerfremd in $\op{gr}_{\mathfrak m}A$,
  so folgere man $\mathfrak m^{r+s}\subset \langle f,g\rangle$
  aus dem Nakayama-Lemma und "Ubung \eref{hirGg}{AL}, nach der 
 sich jedes
  homogene Polynom $\bar h$ vom Grad $r+s-1$  schreiben l"a"st als
  $\bar h=\bar a\bar f+\bar b\bar g$ mit $\bar a$  homogen vom Grad $s-1$ und $\bar b$  homogen vom Grad $r-1$.
  Dann folgere man aus
  "Ubung \eref{hirGg}{AL}, da"s wir 
  kurze exakte Sequenzen
   $A/\mathfrak m^{s}\oplus A/\mathfrak m^{r}\hra A/\mathfrak m^{r+s}
  \sra A/\langle f,g\rangle$
  erhalten mit $(a,b)\mapsto af+bg$ als erster Abbildung 
  und daraus, immer unter der Annahme $\bar f,\bar g$ teilerfremd, 
   da"s sogar gilt  $$\op{l}(A/\langle f,g\rangle)= rs$$
   Sind dahingegen $\bar f,\bar g$ nicht teilerfremd, so
   ist die erste Abbildung unserer Sequenz nicht injektiv und es folgt
   sogar   $\op{l}(A/(\langle f,g\rangle + \mathfrak m^{r+s}))> rs$ und
   a forteriori $\op{l}(A/\langle f,g\rangle)> rs$.
\end{Ubung}
\begin{Beispiel}[\textbf{Feinere Aussagen zur Schnittmultiplizit"at}] $(k=\bar k)$. Ist speziell
  $X=k^2$ die Ebene und $x=0$ der Ursprung
  und sind $f,g\in k[T,S]\backslash 0$ teilerfremde Polynome
  und $\bar f,\bar g$ deren von Null verschiedene
  homogene Komponenten kleinstm"oglichen Grades und\label{fASb} 
  $r$ sowie $s$ deren Grade, so gilt
  $\op{dim}_k(\mathcal O_{X,x}/\langle f,g\rangle) \geq rs$ mit Gleichheit genau dann, wenn $\bar f$ und $\bar g$
  auch ihrerseits teilerfremd sind. 
\end{Beispiel}

\subsection{Birationale "Aquivalenz} 

  \begin{Definition}
    Zwei irreduzible $k$-Variet"aten, deren Funktionenk"orper als
    K"or\-per\-er\-wei\-te\-rung\-en von $k$ isomorph sind, hei"sen {\bf
      birational "aquivalent}.\index{birational!"aquivalent}
  \end{Definition}
 
  \begin{Definition}
    Ein Morphismus $\varphi:X\ra Y$ von  irreduziblen $k$-Variet"aten
    hei"st {\bf birational},\index{birational!Morphismus} 
    wenn er dominant ist und einen
    Isomorphismus $\mathcal M(Y)\sira \mathcal M(X)$ induziert. 
  \end{Definition}

  \begin{Bemerkungl}
   Gegeben irreduzible $k$-Variet"aten $X,Y$ und zwischen ihren Funktionenk"orpern ein
    K"orperisomorphismus $\mathcal M(X)\sira \mathcal M(Y)$ "uber $k$
    gibt es nichtleere offene affine Teilmengen $U\co X$ und $V\co Y$
    sowie einen Isomorphismus von $k$-Variet"aten $V\sira U$ derart,
    da"s die zugeh"origen Ringhomomorphismen unseren
    K"orperisomorphismus erg"anzen zu einem kommutativen Diagramm
    \begin{displaymath}
      \xymatrix{
        \mathcal O(U)\ar[r]^{\sim}\ar[d] 
        &\mathcal{O}(V)\ar[d]
        \\
        \mathcal M(X)\ar[r]^{\sim} &\mathcal M(Y)
      }
    \end{displaymath}
In der Tat d"urfen wir $X$ und $Y$ affin annehmen.
Bezeichne $A,B\subset \mathcal M\pdef \mathcal M(Y)$ die Bilder von
  von $\mathcal O(X)$  und $\mathcal O(Y)$.
Alle Lokalisierungen dieser Integrit"atsbereiche
 nach von Null verschiedenen Elementen identifizieren wir stillschweigend mit
ihren Bildern in $\mathcal M$. 
Da $B$ ringendlich ist "uber $k$, 
gibt es  $f\in A\backslash 0$ mit 
$A[f^{-1}]\supset B$. Ebenso gibt es 
$g\in B\backslash 0$
mit $B[g^{-1}]\supset A$. Wir haben also
$A[f^{-1},g^{-1}]=B[f^{-1},g^{-1}]$ und k"onnen $U=(X_f)_g$ 
und $V=(Y_g)_f$ nehmen.
\end{Bemerkungl}







\begin{Proposition}
  Jede irreduzible  $k$-Variet"at ist birational "aquivalent zu einer
irreduziblen Hyperfl"ache, also zur Nullstellenmenge eines einzigen
irreduziblen Polynoms  in einem $k^s$.\label{IVHF}  
\end{Proposition}

  

\begin{proof}[Beweis unter der Annahme $\op{char}k=0$]
Sei $X$ unsere Variet"at.
Ohne Be\-schr"an\-kung der Allgemeinheit sei $X$ affin.
Wir setzen $\mathcal O(X)\pdef A$. 
Sicher finden wir eine Noether-Normali\-sie\-rung
 $k['x_1,\ldots, x_n]\subset A$, so da"s also $A$ ganz ist 
"uber diesem Polynomring.
Gehen wir zu den Bruchk"orpern "uber,
so erhalten wir eine modulendliche K"orpererweiterung, und diese mu"s
nach \eref{PE}{AL} und wegen unserer Annahme der Charakteristik Null
ein primitives Element $r\in\op{Frac}\!A$ besitzen.
Der Ring $B\pdef k[x_1,\ldots, x_n, r]\subset \op{Frac}\!A$
hat also denselben Bruchk"orper wie $A$.
Andererseits ist $B$ ein Integrit"atsbereich und ein
Quotient des
Polynomrings in $n+1$ Variablen von der Krulldimension $n$,
mithin nach \ref{KKHSsds} der Quotient nach 
dem von einem irreduziblen Polynom erzeugten  Hauptideal.
\end{proof}

\begin{proof}[Beweis im Allgemeinen]
Sei $X$ unsere Variet"at. Sei $\mathcal M(X)$
ihr Funktionenk"orper.
Da  $\mathcal M(X)/k$ k"orperendlich ist und 
$k$ vollkommen, gibt es
nach \eref{DkK}{AAG}  algebraisch 
unabh"angige $x_1,\ldots,x_n\in \mathcal M(X)$
derart, da"s $\mathcal M(X)$  separabel ist "uber
$k(x_1,\ldots,x_n)$. 
Nun kann der Beweis wie zuvor zu Ende gef"uhrt werden. 
\end{proof}


\begin{Proposition}
  Die glatten Stellen einer algebraischen Teilmenge $X\As k^n$ bilden
stets eine offene dichte Teilmenge.\label{gSod} 
Dasselbe gilt f"ur die glatten Stellen einer beliebigen Variet"at. 
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
Der Beweis basiert  auf \ref{IVHF}. 
Das Argument ist deshalb vorerst nur f"ur $\op{char}k=0$ vollst"andig
und ben"otigt im allgemeinen \eref{DkK}{AAG}.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit sei $X\As k^n$ irreduzibel.
Da"s die Teilmenge der glatten Stellen offen ist, wissen wir schon aus
"Ubung \ref{glof}. Es bleibt zu zeigen, da"s sie nicht leer ist. 
Nach \ref{IVHF} d"urfen wir ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit
annehmen, da"s $X$ die Nullstellenmenge eines einzigen irreduziblen Polynoms
$P$ ist. Verschwindet eine partielle Ableitung $\partial_iP$
unseres Polynoms auf
ganz $X$, so mu"s von $P$ geteilt werden und folglich
das Nullpolynom sein. Es ist jedoch unm"oglich, da"s alle partiellen $\partial_iP$ Ableitungen Null sind:
In Charakteristik Null, da unser Polynom ja nicht 
konstant sein kann; In Charakteristik $p$,
da unser Polynom dann,
wenn es nicht konstant w"are, eine $p$-te Potenz eines anderen Polynoms
sein m"u"ste und wieder nicht irreduzibel sein k"onnte.  
\end{proof}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Komplex-algebraische Mengen als verklebte Mannigfaltigkeiten}]
  Zusammen mit \ref{glof} liefert \ref{gSod} induktiv,
 da"s jede algebraische Teilmenge
$X\As \DC^n$ eine Folge von Zariski-abgeschlossenen Teilmengen
$$X=X_d\supset X_{d-1}\supset\ldots\supset X_0$$
besitzt derart, da"s $X_i\backslash X_{i-1}$ jeweils eine
Untermannigfaltigkeit des $\DC^n$ der reellen Dimension $2i$ im Sinne von
\eref{MFoR}{AN2} ist. Genauer k"onnen wir derartige Mengen 
induktiv finden, indem wir
als  $X_{i-1}$ die
Menge aller
nicht regul"aren Stellen von $X_i$ vereinigt mit
  allen irreduziblen Komponenten von $X_i$ einer Krulldimension $<i$ nehmen.
\end{Bemerkungl}

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
  Ist $X$ eine beliebige Variet"at, so ist f"ur jede dichte offene
  affine Teilmenge $U\co X$ die von der universellen Eigenschaft
  induzierte Abbildung ein Ring\-isomorphimus $S^{-1}\cal O(U)\sira
  \cal M(X)$ f"ur $S\subset \cal O(U)$ die Menge der k"urzbaren Elemente.
\end{Ubung}

\begin{Ubung} 
      Ein Morphismus von Variet"aten 
mit dichtem Bild hei"st ein {\bf dominanter
        Morphismus}.\index{dominant!Morphismus von Variet"aten}
      \index{Morphismus!dominanter} 
Man zeige: Gegeben irreduzible  $k$-Variet"aten $X,Y$ und ein
K"orperhomomorphismus $\mathcal M(Y)\ra \mathcal M(X)$ "uber $k$
  gibt es nichtleere offene affine Teilmengen 
$U\co X$ und $V\co Y$ sowie einen dominanten Morphismus  von
$k$-Variet"aten $U\ra V$ derart,
da"s die zugeh"origen Ringhomomorphismen unseren K"orperhomomorphismus
erg"anzen zu einem kommutativen Diagramm
\begin{displaymath}
\xymatrix{
\mathcal O(V)\ar[r]\ar[d] 
&\mathcal{O}(U)\ar[d]
\\
\mathcal M(Y)\ar[r] &\mathcal M(X)
}
\end{displaymath}
Gibt es f"ur eine irreduzible $k$-Variet"at $X$ der Dimension $n$ einen
 K"orperisomorphismus $\mathcal M(X)\sira \mathcal M(k^n)$ "uber $k$, so hei"st
$X$ eine {\bf rationale Variet"at}.\index{rational!Variet"at} Gibt es f"ur eine irreduzible $k$-Variet"at $X$ der Dimension $n$ eine
 endliche K"orpererweiterung $\mathcal M(X)\hra \mathcal M(k^n)$
 "uber $k$, so hei"st
$X$ eine {\bf unirationale Variet"at}.\index{unirational!Variet"at} 
\end{Ubung}





\subsection{Beispiele f"ur faktorielle lokale  Ringe*}
\begin{Bemerkungl}
  Unser Ziel in diesem Abschnitt ist Korollar \ref{lrvf}, nach dem die
  lokalen Ringe affiner Variet"aten an glatten Punkten stets faktoriell
  sind. Nach \ref{gllo} bedeutet das geometrisch, da"s in einer irreduziblen
  affinen Variet"at die irreduziblen
  Untervariet"aten der Kodimension Eins, die
  durch einen festen glatten Punkt laufen, in einer\label{NRFh} 
  hinreichend kleinen Umgebung dieses Punktes stets als die Nullstellenmenge
  einer einzigen regul"aren Funktion geschrieben werden k"onnen.
  Sehr viel allgemeiner besagt der Satz von Alexander-Buchsbaum, da"s regul"are lokale Kringe stets faktoriell sind.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Ein lokaler Ring $(A,\mathfrak m)$ hei"se
  {\bf Hausdorff},\index{Hausdorff!lokaler Ring} wenn die
  Filtrierung durch die Potenzen seines maximalen Ideals
  Hausdorff ist, wenn also gilt $\bigcap_{r\in\DN}\mathfrak m^r=0$.
  Nach dem Krull'schen Durchschnittssatz \ref{spMm} ist jeder noethersche
  lokale Kring Hausdorff.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Ein lokaler Ring $(A,\mathfrak m)$ hei"se
  {\bf vollst"andig},\index{vollst"andig!lokaler Ring} wenn die
  Filtrierung durch die Potenzen seines maximalen Ideals
  \hyperref[vollF]{vollst\"andig} ist, wenn also anders gesagt
  die nat"urliche Abbildung eine Surjektion
  $A\sra \op{lim}_r A/\mathfrak m^r$ ist.
\end{Bemerkungl}

\begin{Lemma}[\textbf{Teilen mit Rest bei Potenzreihen}]
  Seien $(R,\mathfrak m)$ ein vollst"andiger Hausdorffscher lokaler Kring
  und $n\in\DN$ und
$P,Q\in R\llbracket X\rrbracket$  formale Potenzreihen\label{tmR}  
mit $Q\in X^n+\mathfrak m\llbracket X\rrbracket$.
So gibt es eindeutig bestimmte $A\in R\llbracket X\rrbracket$ und
$B\in  R[ X]$ mit
$P=AQ+B$ und $\op{grad} B <n$.
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}
  Dieselbe Aussage folgt, wenn wir  nur
  $Q\in  R\llbracket X\rrbracket^\times X^n + \mathfrak m\llbracket X\rrbracket$
  fordern. Das ist gleichbedeutend zu $\bar Q\in \bar R\llbracket X\rrbracket^\times X^n$ f"ur $\bar R\pdef R/\mathfrak m$ den Restklassenring
  und $\bar Q$ das Bild von $Q$ unter der Quotientenabbildung.
  Formale Potenzreihen "uber einem lokalen Kring
 $R$
  mit dieser Eigenschaft hei"sen {\bf regul"ar vom Grad $n$}.
  Explizit sind das Potenzreihen, bei denen der Koeffizient von $X^n$ eine
  Einheit von $R$ ist und alle Koeffizienten von kleineren Potenzen keine
  Einheiten von $R$.\label{PrFr}  
  Ist ein Produkt von zwei Potenzreihen regul"ar, so 
  offensichtlich auch die Faktoren.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Ist $R$ selber ein Ring von formalen Potenzreihen
  in mehreren Variablen "uber einem
  K"orper, so erh"alt man ein formales Analogon des sogenannten
  Weierstra"s'schen
  Teilersatzes.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
F"ur die Eindeutigkeit reicht es, den Fall $P=0$ zu
betrachten. Wegen der Hausdorffeigenschaft  reicht weiter zu zeigen, da"s dann das Bild von $A$ in $(R/\mathfrak m^s)\llbracket X\rrbracket$ verschwindet f"ur alle $s$.  Das
  schlie"slich folgert man leicht mit vollst"andiger Induktion "uber $s$.
  Die Existenz zeigt man mit einer Induktion derselben Art, diesmal
  unter Verwendung der Vollst"andigkeit.  
\end{proof}


\begin{Lemma}
  Gegeben $(R,\mathfrak m)$ ein vollst"andiger
  Hausdorffscher lokaler Kring\label{tmU}  
  und $n\in\DN$ induziert die Multiplikation eine Bijektion 
  $$
   R\llbracket X\rrbracket^\times \times (X^n + \mathfrak m[ X]^{<n})\sira R\llbracket X\rrbracket^\times X^n + \mathfrak m\llbracket X\rrbracket$$
  mit der Notation $\mathfrak m[ X]^{<n}$ f"ur die Menge aller Polynome mit
  Koeffizienten in $\mathfrak m$ von einem Grad, der echt kleiner ist als $n$.
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}
  Sei $(R,\mathfrak m)$ ein lokaler Ring.
  Ein Element von $X^n + \mathfrak m[ X]^{<n}$ nennen wir ein
  {\bf Weierstra"s-Polynom vom Grad $n$}.
  Gegeben ein vollst"andiger Hausdorff'scher lokaler Kring l"a"st sich also jede regul"are Potenzreihe vom Grad $n$ mit Koeffizienten in unserem Kring  eindeutig schreiben als Produkt eines Weierstra"spolynoms vom Grad $n$ mit einer Einheit des Potenzreihenrings.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Gegeben ein Element $Q$ der
rechten Seite alias eine regul"are Potenzreihe
suchen wir zun"achst ein Element
$A$ des Potenzreihenrings mit 
$AQ=X^n-B$
f"ur $B\in \mathfrak m[ X]^{<n}$. 
Diese Gleichung k"onnen wir umschreiben
zu $X^n=AQ+B$. Das Teilen mit Rest von
  $X^n$ durch $Q$ im Sinne von \ref{tmR}
  besitzt nun genau eine L"osung und das zeigt bereits die Injektivit"at unserer Abbildung. Unsere Annahmen an $Q$ zeigen dann, da"s f"ur diese L"osung
  gilt $B\in \mathfrak m[ X]^{<n}$ und $A\in R\llbracket X\rrbracket^\times$ und
  das Lemma ist bewiesen.
\end{proof}
 
  \begin{Lemma}
  Sei $(R,\mathfrak m)$ ein vollst"andiger
  Hausdorffscher lokaler Kring und seien  
   $A,B,C\in R\llbracket X\rrbracket$ gegeben
  mit $AB=C$. Sind $A$ und $C$ Weierstra"spolynome,\label{tmT} 
  so ist auch $B$ ein Weierstra"spolynom.
\end{Lemma}
  \begin{proof}
    Sicher ist $B$ regul"ar, also besitzt es nach \ref{tmU} eine
    eindeutige Darstellung $B=DU$ als Produkt  eines Weierstra"spolynoms $D$ mit
    einer Einheit $U$ des Potenzreihenrings.
    Es folgt $ADU=C$ und $AD$ ist
    offensichtlich seinerseits
    ein Weierstra"spolynom. Aus der Eindeutigkeit der Zerlegung
    der regul"aren Potenzreihe $C$ als Produkt eines Weierstra"spolynoms mit einer Einheit des Potenzreihenrings \ref{tmU} folgt dann $U=1$ wie gew"unscht.
  \end{proof}
  \begin{Lemma}
    Gegeben ein K"orper $k$ gibt es f"ur jedes von Null verschiedene 
    Element  $P\in k\llbracket X_1,\ldots,X_n\rrbracket$
    einen Automorphismus $\varphi$  unseres Potenzreihenrings derart,
    da"s in $\varphi(P)$ eines der Monome $(X_n)^a$ mit einem von
    Null verschiedenen Koeffizienten auftritt.\label{AutPR} 
  \end{Lemma}
  \begin{proof}
    Wir schreiben in Multiindexschreibweise $P=\sum_{\alpha\in\DN^n}c_\alpha X^\alpha$. Sei $\beta$ der lexikographisch kleinste Multiindex
    mit $c_\beta\neq 0$. Wir betrachten nun  Automorphismen $\varphi$ der
    Gestalt $X_i\mapsto X_i+X_n^{r(i)}$ f"ur $1\leq i<n$ und
    $X_n\mapsto X_n$. Dann kommt in $\varphi(X^\beta)$ unser $X_n$ zur Potenz  $\beta_1r(1)+\ldots +\beta_{n-1}r(n-1)+\beta_n$ vor.
    Wir m"ussen nun unsere $r(i)$ nur noch so w"ahlen, da"s f"ur jeden
    lexikographisch gr"o"seren Multiindex $\alpha$ unser $X_n$  in $\varphi(X^\alpha)$  zu
    einer echt h"oheren Potenz
    vorkommt, da"s also gilt
    $$\beta_1r(1)+\ldots +(\beta_{i}+1)r(i)>\beta_1r(1)+\ldots +\beta_{n-1}r(n-1)+\beta_n$$
    f"ur $1\leq i<n$ alias $r(i)>\beta_{i+1}r(i+1)+\ldots +\beta_{n-1}r(n-1)+\beta_n$. Das k"onnen wir aber leicht erreichen,
    indem wir zuerst $r(n-1)$ w"ahlen, dann $r(n-2)$ und so weiter.
  \end{proof}
 \begin{Satz}
   Potenzreihenringe in endlich vielen Variablen "uber einem
   K"orper sind stets faktoriell.\label{tmV}  
 \end{Satz}
 \begin{proof}
   Nach \ref{HiBaaR} sind unsere Ringe noethersch, also besitzt
   mit demselben Argument, wie wir es in \eref{HIRF}{AL}
   im Fall von Hauptidealringen gegeben haben,
   jedes Element eine
   Darstellung als Produkt irreduzibler Elemente.
   Sei nun $k$ unser Grundk"orper. Mit Induktion
   d"urfen wir annehmen, da"s wir bereits wissen, da"s der
   Potenzreihenring $R$ "uber $k$ in allen Variablen au"ser der letzten
   faktoriell ist.
   Es bleibt zu zeigen, da"s jede irreduzible %regul"are
   Potenzreihe $P\in R\llbracket X\rrbracket$
   ein Primelement ist. Teile also $P$ ein Produkt $AB$, sagen wir $PQ=AB$.
   Es gilt zu zeigen, da"s $P$ einen der Faktoren teilt.
   Wir d"urfen $AB\neq 0$ annehmen und nach \ref{AutPR}  d"urfen wir
   auch annehmen, da"s $AB$ regul"ar ist. 
   Dann sind nach \ref{PrFr} notwendig  $P,Q,A,B$ alle regul"ar. Indem wir
   unsere Potenzreihen um Einheiten ab"andern,
   d"urfen wir mit \ref{tmU} annehmen, da"s  $A,B$ und $P$ 
   Weierstra"spolynome  sind.
   Dann ist aber nach \ref{tmT} auch $Q$ ein Weierstra"spolynom und
   wir finden $PQ=AB$ mit $P,Q,A,B\in R[X]$.
   Mit $R$ ist aber nach \eref{PFR}{AL} auch der Polynomring $R[X]$
   faktoriell, folglich teilt $P$ entweder $A$ oder $B$.  
 \end{proof}

 \begin{Proposition}
   Seien $A\subset \hat A$ noethersche lokale Kringe.
   F"ur die maximalen Ideale
   $\mathfrak m , \hat{\mathfrak m}$
   gelte $\langle\mathfrak m\hat A\rangle=\hat{\mathfrak m}$
   sowie $\hat{\mathfrak m}^n\cap A={\mathfrak m}^n$
   und $\hat{\mathfrak m}^n+ A=\hat A$ jeweils f"ur alle $n\in\DN$.
   Ist unter diesen Annahmen $\hat A$ faktoriell, so auch $A$.\label{vvF}
 \end{Proposition}
 \begin{Bemerkungl}
   Hier und im folgenden meint $\langle \;\rangle$ stets das Erzeugnis als
   additive Untergruppe und Verkn"upfungssymbole zwischen Teilmengen
   einer Menge mit Verkn"upfung meinen die auf der Potenzmenge induzierte Verkn"upfung. Nur bei Potenzen von Idealen erlauben wir uns die
   abk"urzende Schreibweise ${\mathfrak b}^n$ f"ur das Ideal, das
   wir nach obigen Konventionen eigentlich $\langle {\mathfrak b}^n\rangle$
   notieren m"u"sten. Produkte von Idealen schreiben wir dahingegen aus
   als die von allen Produkten $ab$ mit $a\in\mathfrak a$ und $b\in\mathfrak b$ erzeugte
   additive Untergruppe $\langle\mathfrak a\;\!\mathfrak b\rangle$.
 \end{Bemerkungl}
 
 \begin{proof} Aus unseren Annahmen folgt
     insbesondere $A/\mathfrak m^n\sira 
   \hat A/\hat {\mathfrak m}^n$. Als erstes zeigen wir nun  f"ur jedes Ideal $\mathfrak a\subset A$ die
   Identit"at 
   $$\langle \mathfrak a \hat A\rangle\cap A=\mathfrak a$$
   Nur die Inklusion $\langle \mathfrak a \hat A\rangle\cap A\subset
   \mathfrak a$ ist nicht a priori klar. Aus unseren Annahmen folgt 
   erst $\langle \mathfrak a \hat A\rangle\subset
   \mathfrak a +\hat{\mathfrak m}^n$
   f"ur alle $n$ und dann $\langle \mathfrak a \hat A\rangle\cap A\subset\mathfrak a +\mathfrak m^n$ f"ur alle $n$. Mit dem Krull'schen Durchschnittssatz oder vielmehr seinem Korollar \ref{spMm} folgt dann auch die a priori nicht offensichtliche Inklusion. Insbesondere folgt aus
   $a=\gamma b$ mit $a,b\in A\backslash 0$ und $\gamma\in \hat A$ bereits $\gamma\in A$. Jetzt m"ussen wir nur noch zeigen, da"s je zwei
   in $A$ teilerfremde Elemente $a,b\in A\backslash 0$ auch in $\hat A$ teilerfremd bleiben. Daraus zusammen mit der Faktorialit"at von $\hat A$
   k"onnen wir n"amlich unschwer ableiten, da"s
   ein irreduzibles Element von $A$ nur dann ein Produkt teilen kann, wenn
   es einen der Faktoren teilt.
   Wir f"uhren dazu die umgekehrte Annahme zum Widerspruch, es gebe
   $\alpha,\beta,\gamma\in\hat A$ mit $a=\alpha\gamma$ und $b=\beta\gamma$ und
   $\gamma\not\in \hat A^\times$ und $\alpha,\beta$ teilerfremd. Zun"achst einmal haben wir
   $\alpha\not\in \hat A^\times$, sonst h"atten wir ja $a|b$ in $\hat A$ und damit auch in $A$. Nach dem
   dem Krull'schen Durchschnittssatz oder vielmehr seinem Korollar \ref{spMm}
   finden wir nun $n\geq 1$ mit $\alpha\in \hat{\mathfrak m}^{n-1}\backslash\hat{\mathfrak m}^{n}$.
   Jetzt finden wir $x, y\in A$ und $\varepsilon,\eta\in  \hat{\mathfrak m}^{n}$
   mit $\alpha=x+\varepsilon$ und $\beta=y+\eta$. Die Identit"at
   $a\beta=b\alpha$ liefert $a(y+\eta)=b(x+\varepsilon)$ und damit
   f"ur $\mathfrak a\pdef \langle a,b\rangle_A$ das von $a$ und $b$ in $A$ erzeugte Ideal 
   $$ay-bx\in \langle\mathfrak a\;\!\hat{\mathfrak m}^n\rangle\cap A= \langle\langle\mathfrak a\;\!{\mathfrak m}^n\rangle\hat A\rangle\cap A=\langle\mathfrak a\;\!{\mathfrak m}^n\rangle$$
   Wir finden mithin $s,t\in\mathfrak m^n$ mit $ay-bx=bt-as$
   alias $a(y+s)=b(x+t)$ und damit auch $\alpha(y+s)=\beta(x+t)$.
   Da wir $\alpha,\beta$ teilfremd angenommen hatten,
   gibt es $\lambda\in\hat A$ mit $\lambda\alpha=(x+t)$.
   Wir wissen aber aus unseren Konstruktionen, da"s 
   $\alpha$ und $(x+t)$ zu $\hat{\mathfrak m}^{n-1}\backslash\hat{\mathfrak m}^{n}$ geh"oren. Es folgt $\lambda\not\in \hat{\mathfrak m}$ alias
   $\lambda\in \hat{A}^\times$. Damit aber k"onnen wir unsere Ausgangsgleichung
   umschreiben zu $a=(\alpha\lambda)(\lambda^{-1}\gamma)$ mit
   $\alpha\lambda=(x+t)\in A$ und folglich $\lambda^{-1}\gamma\in A$. Dann aber
   ist $\lambda^{-1}\gamma$ ein gemeinsamer Teiler von $a$ und $b$ in $A$ im
   Widerspruch zu unserer Annahme.
 \end{proof}


 \begin{Korollar}
   Der lokale Ring einer affinen Variet"at an einem glatten Punkt ist stets faktoriell.\label{lrvf} 
 \end{Korollar}
 \begin{proof}
   Nach \ref{IBGl} sind unsere lokalen Ringe regul"ar.
   Aus \ref{RRIB} und  folgt, da"s 
   ihre Vervollst"andigungen  Ringe von
   Potenzreihen in endlich vielen Variablen sind
 und da"s die Einbettungen unserer lokalen Ringe in ihre
   Vervollst"andigungen  die Annahmen in unserer Proposition \ref{vvF}
   erf"ullen. Nach \ref{tmV} sind diese Potenzreihenringe  faktoriell
   und nach \ref{vvF} erben unsere lokalen Ringe  diese Eigenschaft
   von den Potenzreihenringen. 
 \end{proof}
 \nichtfinal{Jetzt w"are eine gute Anwendung, "uber Divisoren und Geradenb"undel auf glatten  Variet"aten (Pr"avariet"aten?) zu sprechen.} 
\subsubsection*{"Ubungen}
   \begin{Ubunge}%\nichtfinal{Wohl unn"otig.}
  Gegeben $(R,\mathfrak m)$ ein vollst"andiger
  Hausdorffscher lokaler Kring\label{tmL}  
  bleibt ein Weierstra"spolynom, das in $R[X]$ irreduzibel ist,
  irreduzibel
  in $R\llbracket X\rrbracket$.
   % \begin{proof}
   %   Sei $P$ ein Weierstra"spolynom. Gegeben eine Faktorisierung
   %   $P=AB$ in $R\llbracket X\rrbracket$ m"ussen $A$ und $B$ zumindest
   %   regul"ar sein. Nun finden wir eine
   %   Einheit $U\in R\llbracket X\rrbracket^\times$
   %   derart, da"s $AU$ ein Weierstra"spolynom ist. Dann mu"s aber auch 
   %  $U^{-1}B$ ein Polynom sein.
  %  \end{proof}
  \end{Ubunge}
\begin{Ubunge}%\nichtfinal{Wohl unn"otig.} 
    Gegeben $(R,\mathfrak m)$ ein
    kommutativer  lokaler Integrit"atsbereich\label{tmN}  
 ist jedes Weierstra"spolynom ein Produkt von
  irreduziblen Weierstra"spolynomen.
% \begin{proof}
%    Jedes normierte Polynom mit Koeffizienten in einem
%    kommutativen Integrit"atsbereich ist ein Produkt von
%    irreduziblen normierten Polynomen.
%    Wird weiter unser Polynom unter der Reduktion der Koeffizienten
%    mit $R\ra R/\mathfrak m$ zu einem Polynom der Gestalt $X^n$, so
%    gilt dasselbe f"ur seine Faktoren.
% \end{proof}
\end{Ubunge}
 




\newpage
\section{Eindimensionale Variet"aten}
\subsection{Diskrete Bewertungsringe}
\begin{Bemerkungl}
  Ich erinnere daran, da"s wir noethersche Kringe der Krulldimension
  Null bereits in \ref{NRKO} untersucht hatten und insbesondere wissen,
  da"s nilpotentfreie derartige Ring endliche Produkte von K"orpern sind
  und da"s alle Variet"aten der Krulldimension Null endliche Mengen sind mit
  der diskreten Topologie und allen Funktionen als regul"aren Funktionen.
  Der Fall von noetherschen Kringen der  Krulldimension  Eins und  Variet"aten der Krulldimension  Eins ist schon sehr viel reichhaltiger, wie im folgenden
  ausgef"uhrt werden soll. Wir beginnen mit regul"aren
  lokalen Kringen der
  Krulldimension Eins. Satz \ref{dBr} wird uns sagen, da"s
  sie genau die diskreten Bewertungsringe sind, wie sie  in \ref{ddBB} 
  eingef"uhrt werden. Aber jetzt f"uhren wir erst einmal die diskreten
  Bewertungen selber ein.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Eine {\bf diskrete 
Bewertung}\index{diskret!Bewertung}\index{Bewertung!diskrete}
%englisch {\bf discrete 
%valuation},\index{discrete!valuation}\index{valuation!discrete} 
auf einem K"orper $K$ ist ein surjektiver\label{diBe} 
Gruppenhomomorphismus
$
v : K^\times  \sra \mathbb Z
$
mit der Eigenschaft, da"s f"ur seine Ausdehnung durch $v (0) \pdef \infty$  zu 
einer Abbildung $v : K \sra \mathbb Z
\amalg \{\infty\}$ gilt
\begin{equation*}
v (x + y) \geq \op{min} (v (x), v(y))\quad\text{ f"ur alle } x,y \in K.
\end{equation*}
Ein {\bf diskret bewerteter K"orper $(K,v)$} ist ein K"orper $K$ 
mit einer ausgezeichneten diskreten Bewertung $v$. 
\end{Definition}
\begin{Bemerkunge}[\textbf{Indiskrete Bewertungen}] 
  Allgemein 
versteht man
unter einer 
{\bf Anordnung einer abelschen Gruppe}\index{Anordnung!einer abelschen Gruppe} 
$\Gamma$   eine 
Anordnung der zugrundeliegenden Menge mit der Eigenschaft $a\leq b\RA
(a+c)\leq (b+c)$ f"ur alle $a,b,c\in\Gamma$.
Dann erkl"art man eine {\bf Bewertung}\index{Bewertung} 
auf einem K"orper $K$ als einen surjektiven
Gruppenhomomorphismus
$
v : K^\times  \sra \Gamma
$
in eine angeordnete abelsche Gruppe
mit der Eigenschaft, da"s f"ur seine Ausdehnung durch $v (0) \pdef \infty$  zu 
einer Abbildung $v : K \sra \Gamma
\amalg \{\infty\}$ gilt
$v (x + y) \geq \op{min} (v (x), v(y))$ f"ur alle $ x,y \in K$.
\end{Bemerkunge}
%\newpage
\begin{Beispiel}[\textbf{Bewertung von Laurentreihen}]
Auf dem K"orper der formalen 
Laurent\-reihen $ k (\!(t)\!)$
"uber einem beliebigen K"orper $k$ erhalten wir eine diskrete Bewertung
durch die Vorschrift\label{BewL} 
\begin{equation*}
v \left(\sum a_n t^n \right) = \inf \{ n \mid a_n \neq 0\}
\end{equation*}
\end{Beispiel}
%\newpage
\begin{Beispiel}[\textbf{Bewertungen rationaler Funktionen}]
Auf dem K"orper der rationalen Funktionen
 $ k (T)$
"uber einem beliebigen K"orper $k$
liefert jedes Element $p\in k$ eine diskrete Bewertung
$v_p$ vermittels der Vorschrift
\begin{equation*}
v_p (f) = \op{sup} \{ n\in \mathbb Z \mid (T -p)^{-n} f 
\text{ hat bei } p \text{ keine Polstelle}\}
\end{equation*}
Eine positive Bewertung $v_p (f)>0$ bedeutet in diesem Fall also, 
da"s $f$ bei $p$ eine Nullstelle hat;
eine negative Bewertung $v_p (f)<0$, da"s $f$ bei $p$ 
eine Polstelle hat; und die Bewertung $v_p (f)=\infty$
hat nur die Nullfunktion.
F"ur die durch die Entwicklung in eine Laurentreihe um $p$ gegebene Einbettung
$\mathbb C (T) \hookrightarrow \mathbb C (\!(t)\!)$ ist diese
Bewertung $v_p$ offensichtlich gerade die Einschr"ankung
unserer Bewertung $v$ von oben.
  Auf dem K"orper der rationalen Funktionen
 $ k (T)$
"uber einem beliebigen K"orper $k$ k"onnen wir zus"atzlich die diskrete
Bewertung $v_\infty$ erkl"aren durch die Vorschrift\label{GrB}
$$v_\infty(P/Q)=(\op{grad} Q)-(\op{grad} P)$$
f"ur beliebige von Null verschiedene Polynome $P,Q\in k[T]$
und $v_\infty(0)=\infty$. Im Rahmen der algebraischen Geometrie mag man sich 
 $ k (T)$ als Funktionen auf der projektiven Gerade denken, und diese 
Bewertung $v_\infty$ beschreibt dann die Null- beziehungsweise Polstellenordnung am
unendlich fernen Punkt.
\end{Beispiel}
%\newpage
\begin{Bemerkunge}[\textbf{Bewertungen meromorpher Funktionen}]
    Typisch ist auch das Beispiel \eref{Bew}{FT1} des K"orpers $ \mathcal
    M^{\op{an}} (X)$ der meromorphen Funktionen auf einer zusammenh"angenden
    offenen Teilmenge $X \co \mathbb C$ oder allgemeiner einer
    zusammenh"angenden Riemann'schen Fl"ache $X$.  In diesem Fall liefert
    jeder Punkt $p \in X$ eine diskrete Bewertung $ v_p : \mathcal M^{\op{an}}
    (X) \rightarrow \mathbb Z $ durch die Vorschrift
    \begin{equation*}
      v_p (f) = \op{sup} \{ n\in \mathbb Z \mid (z -p)^{-n} f 
      \text{ ist holomorph bei } p \}
    \end{equation*}
    Eine positive Bewertung $v_p (f)>0$ bedeutet in diesem Fall also, da"s $f$
    bei $p$ eine Nullstelle hat; eine negative Bewertung $v_p (f)<0$, da"s $f$
    bei $p$ eine Polstelle hat; und die Bewertung $v_p (f)=\infty$ hat nur die
    Nullfunktion.  F"ur die durch die Entwicklung in eine Laurentreihe um $p$
    gegebene Einbettung $\mathcal M^{\op{an}} (X) \hookrightarrow \mathbb C
    (\!(t)\!)$ ist diese Bewertung $v_p$ die Einschr"ankung unserer Bewertung
    $v$ aus dem vorhergehenden Beispiel \ref{BewL}.  
Unter unserem K"orperisomorphismus $
    \mathcal M^{\op{an}} (\DP^1\DC) \sira\mathbb C (T) $ aus \eref{MP1}{FT1} 
    entspricht dann die Bewertung $v_\infty$ links, die die Pol-
   beziehungsweise Nullstellenordnung einer meromorphen Funktion an der Stelle
    $\infty\in\DP^1\DC$ angibt,  der \glqq Grad-Bewertung\grqq\  $v_\infty$ aus
    \ref{GrB} auf $\DC(T)$. Im "ubrigen kann man zeigen, da"s f"ur jede
    zusammenh"angende kompakte Riemann'sche Fl"ache $X$ die Zuordnung
    $p\mapsto v_p$ eine Bijektion zwischen der Menge aller Punkte von $X$ und
    der Menge aller diskreten Bewertungen des K"orpers $\mathcal M^{\op{an}}
    (X)$ liefert, vergleiche etwa \ref{??}.
 \end{Bemerkunge}
%\newpage
\begin{Beispiel}[\textbf{Bewertungen rationaler Zahlen}]
Typisch ist schlie"slich  das Beispiel des K"orpers der 
rationalen Zahlen $\DQ$. In diesem Fall liefert jede Primzahl
$p$ eine diskrete Bewertung $v_p$ auf $\DQ$ durch die Vorschrift,
da"s f"ur $a,b\in\DZ\backslash 0$ teilerfremd zu $p$ gilt 
\begin{equation*}
v_p(p^n a/b) = n 
\end{equation*}
In derselben Weise definiert jedes irreduzible Element eines 
faktoriellen Ringes eine diskrete Bewertung seines Bruchk"orpers.
Im Spezialfall des Polynomrings $\DC[T]$ "uber $\DC$ erhalten wir so  genau
die in \ref{GrB} betrachteten diskreten Bewertungen auf
$\DC(T)$. 
\end{Beispiel}


\begin{Definition}
  Ein {\bf diskreter Bewertungsring}\index{diskret!Bewertungsring} 
ist ein kommutativer 
Integrit"atsring mit der Eigenschaft, da"s es auf seinem
Bruchk"orper eine diskrete Bewertung \ref{diBe}
gibt, f"ur die unser\label{ddBB}  
Integrit"atsring gerade aus allen Elementen mit nichtnegativer
Bewertung besteht.  
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Wir werden gleich sehen, da"s die fragliche 
diskrete Bewertung auf dem
  Bruchk"orper in  Definition \ref{ddBB} 
 durch den besagten Integrit"atsring bereits eindeutig
  bestimmt ist.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiele}
  Der Ring der formalen Potenzreihen mit Koeffizienten in einem K"orper ist
  ein diskreter Bewertungsring. Der Ring der 
Potenzreihen mit komplexen oder auch reellen 
Koeffizienten und positivem Kovergenzradius  ist
  ein diskreter Bewertungsring. 
\end{Beispiele}

\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildDBW}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Der lokale Ring einer affinen
Variet"at an einem Punkt ist genau dann
ein diskreter Bewertungsring,
wenn durch ihn nur eine Komponente der Variet"at
 geht, wenn diese Komponente dar"uber hinaus 
die Dimension Eins hat und wenn schlie"slich unser Punkt darin  
eine glatte Stelle ist. 
\end{minipage}
\end{figure}

\begin{Bemerkungl} Wir erinnern aus \ref{lrl}, da"s  ein lokaler Kring $(A,\mathfrak m)$
  regul"ar
  hei"st, 
 wenn er noe\-thersch ist und wenn
 gilt 
 $\dim_{A/\frak m} (\frak m /\frak m^2) = \op{kdim} A$.
\end{Bemerkungl}



\begin{Satz}[\textbf{Charakterisierungen diskreter Bewertungsringe}]
Gegeben ein Kring sind gleichbedeutend:\label{dBr}
\begin{enumerate}
 \item Unser Kring ist ein diskreter Bewertungsring; 
\item Unser Kring  ist ein 
Hauptidealring mit 
genau zwei  Primidealen;
\item Unser Kring ist   lokal und regul"ar von
   der Krulldimension Eins;
\item Unser Kring ist ein ganz abgeschlossener noetherscher lokaler  Integrit"atsring   der Krulldimension Eins.\label{dBr4} 
\end{enumerate} 
\end{Satz}



\begin{Beispiele}
  Der lokale Ring beim verklebten Punkt derjenigen
 komplexen algebraischen 
Variet"at, die aus $\DC$ entsteht durch das 
Verkleben zweier verschiedener
Punkte, ist ein lokaler noetherscher kommutativer 
Integrit"atsbereich der Krulldimension Eins, ist aber eben nicht 
ganz abgeschlossen und mithin auch kein diskreter Bewertungsring.
Dasselbe gilt f"ur den lokalen Ring  der Neil'schen Parabel an ihrer 
Spitze.
\end{Beispiele}

\begin{proof}
 $1 \Rightarrow 2$. 
Sei $A$ unser Bewertungsring und 
$v : {\op{Frac}} A
\twoheadrightarrow \DZ\sqcup \{\infty\}$  eine diskrete Bewertung 
mit $A = \{ q \in {\op{Frac}} A \mid v (q) \geq 0\}$.
Offensichtlich sind dann die Einheiten 
$A^\times = \{a \in A \mid v (a) = 0 \}$ genau die Elemente mit der Bewertung Null und das Komplement
$\mathfrak m := A \backslash A^\times =\{ a \in A \mid v (a) > 0\}$ 
ist ein Ideal von $A$, notwendig
das einzige maximale Ideal. Da wir $v$ surjektiv annehmen, 
gibt es $t \in \mathfrak m$ mit 
$v (t) =1$. F"ur jedes solche $t$ folgt sofort $\mathfrak m = At$.
Jedes derartige
 Element $t$ hei"st im "ubrigen eine 
{\bf Uniformisierende}\index{Uniformisierende} 
unseres diskreten Bewertungsrings.
Gegeben ein Ideal $\mathfrak a \subset A$ ungleich Null sei $a \in \mathfrak a$ gegeben
mit $i = v (a)$ kleinstm"oglich. Es folgt sofort $\mathfrak a = A t^i = \mathfrak m^i$
und $A$ ist in der Tat ein Hauptidealring mit genau einem Primideal ungleich
Null. Nebenbei sehen wir auch, da"s f"ur $a \in A$ gilt $v(a) = \sup \{i \mid a \in \mathfrak m^i\}$
und da"s so die Bewertung $v$ schon durch den Teilring
$A\subset \op{Frac}A$ eindeutig festgelegt wird.
\\[2mm]\noindent
$2 \Rightarrow 1$.
Nach \eref{HIRF}{AL} ist unser Hauptidealring $A$ faktoriell 
und hat bis auf Einheiten genau ein
irreduzibles Element $t$. Jede Wahl von $t$ 
liefert also eine Bijektion $A^\times \times 
\mathbb N \sira 
A \backslash 0,$ $(u,i) \mapsto ut^i$ und dann auch
eine Bijektion $A^\times \times \mathbb Z \sira 
({\op{Frac}} A)^\times$, gegeben 
durch dieselben Formel $(u,i) \mapsto u t^i$.
Eine m"ogliche Bewertung wird dann 
gegeben durch $v (ut^i) =i$ und $v (0) = \infty$.
\\[2mm]\noindent
$2 \Rightarrow 3$. Das folgt unmittelbar aus den Definitionen.
\\[2mm]\noindent
$3 \Rightarrow 2$. Gegeben ein regul"arer lokaler Ring $(A,\mathfrak m)$
der Krulldimension Eins wissen
wir aus \ref{RRIB} um die Existenz einer Fortsetzung
der Identit"at
auf $A/\mathfrak m$ zu einem
Isomorphismus von graduierten Ringen
$$(A/\mathfrak m)[X]\sira \op{gr}_{\mathfrak m}A$$
Insbesondere sind die Subquotienten $\mathfrak m^i/ \mathfrak m^{i+1}$
f"ur alle $i\geq 0$ einfach und es folgt, da"s jeder echte Untermodul von
$\mathfrak m^i$ bereits in $\mathfrak m^{i+1}$ enthalten sein mu"s.
Nach dem Krull'schen Durchschnittssatz \ref{spMm} sind also die $\mathfrak m^i$ alle
von Null verschiedenen Ideale und mit Nakayama sieht mal leicht
$\mathfrak m^i=\langle t^i\rangle$ f"ur jeden Erzeuger $t$ von $\mathfrak m$.
\\[2mm]\noindent
$ 2 \Rightarrow 4$. Das folgt, da  jeder Hauptidealring faktoriell und damit
ganz abgeschlossen ist.
\\[2mm]\noindent
$4 \Rightarrow 3$.
Es gilt zu zeigen, da"s das  das maximale Ideal $\mathfrak m \subset A$ ein Hauptideal ist. 
Da die Krulldimension Eins ist, kann $\mathfrak m$ nicht das Nullideal sein.
Sei nun
$a \in \mathfrak m$ mit $a \neq 0$ gew"ahlt.
Nach der Beschreibung \ref{SPI}%\ref{PMP}
 des Radikals eines Ideals als Schnitt der dar"uberliegenden Primideale
und da die Krulldimension Eins ist,
gilt $\sqrt{\langle a \rangle} = \mathfrak m$. Da $\mathfrak m$ endlich
erzeugt ist, folgt $ \mathfrak m^n  \subset \langle a \rangle$
f"ur $n \gg 0$.
Sei $n \geq 1$ minimal mit 
$ \mathfrak m^n \subset \langle a \rangle$ und sei 
$b \in  \mathfrak m^{n-1}  \backslash \langle a \rangle$.
So haben wir $y \pdef b/a \in ({\op{Frac}}A)\backslash A$ und folglich 
$y \mathfrak m \not\subset \mathfrak m$,
da sonst $A[y]$ und damit $y$ nach
\ref{EADF} angewandt auf den treuen $A[y]$-Modul $\mathfrak m$
ganz sein m"u"ste "uber $A$.
Andererseits gilt nach Konstruktion
$b\mathfrak m\subset \mathfrak m^n\subset \langle a\rangle$ und mithin 
$y \mathfrak m \subset A$, 
also $y\mathfrak m = A$ als einziges 
Ideal von $A$, das nicht in $\mathfrak m$ enthalten ist.
Damit ist $\mathfrak m $
das Hauptideal erzeugt von $x \pdef y^{-1}$.
\end{proof}



\begin{Korollar}[\textbf{Bewertungen zu glatten Stellen von Kurven}] 
  Gegeben $X$ eine Kurve "uber $k=\bar k$ und  $x\in X$ ein
  glatter Punkt ist der Ring $\mathcal O_{X,x}$ der regul"aren Funktionskeime 
  ein diskreter Bewertungsring und
  f"ur die zugeh"orige Bewertung $v=v_x$  gilt 
  $$v_x(f)= \op{dim}_k\mathcal O_{X,x}/\langle f\rangle\quad\forall f\in \mathcal O_{X,x} $$
 \end{Korollar}
\begin{proof}
  Das folgt sofort aus unserer Charakterisierung \ref{dBr} diskreter
  Bewertungsringe und der "Aquivalenz \ref{IBGl} von Glattheit
  und Regularit"at f"ur Variet"aten, die ja bei uns stets
  "uber einem algebraisch
  abgeschlossenen K"orper definiert sind.
  Diese "Aquivalenz
  h"atten wir noch nicht einmal gebraucht, wenn wir im Korollar 
  gefordert h"atten, da"s $x$ ein regul"arer Punkt ist,
  aber diese in unserem Kontext "aquivalente
  Forderung wirkt weniger geometrisch.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben $(X,x)$ ein Kurve mit einem glatten Punkt und
  $f\in\mathcal O_{X,x}$  nennen wir $v_x(f)$ die {\bf Nullstellenordnung
   von $f$ an der Stelle $x$}.\index{Nullstellenordnung!an glattem Punkt von Kurve} Ist  $X$  irreduzibel, so nennen wir f"ur
 $f\in\mathcal M(X)\backslash \mathcal O_{X,x}$ das Negative  $-v_x(f)$
 seiner Bewertung die
   {\bf Polstellenordnung
     von $f$ an der Stelle $x$}.\index{Polstellenordnung!an glattem Punkt von Kurve} Es ist klar, da"s im Fall der Gerade $X=k$ die  in
   \eref{Nsto}{LA1} beziehungsweise \eref{DRFn}{LA1} erkl"arte Nullstellenordnung beziehungsweise Polstellenordnung mit den
   hier erkl"arten Begriffen zusammenf"allt. 
\end{Bemerkungl}






 \begin{Proposition*}[\textbf{Definitionsl"ucken durch Polstellen}]
 Seien
$X$ eine irreduzible $k$-Variet"at,\label{DefLL}  
$x \in X$ ein Punkt mit ganz abgeschlossenem lokalen Ring $\mathcal{O}_{X,x}$
 und 
$f \in \mathcal{M} (X) \backslash \mathcal{O}_{X,x}$
eine am Punkt $x$ nicht definierte rationale Funktion auf $X$.
So liegt $x$ im Abschlu"s der
Menge aller Punkte, an denen $f^{-1}$  definiert ist und den Wert Null
annimmt.
\end{Proposition*}

\begin{Bemerkungl}
In gewisser Weise ist also im Fall eines ganz abgeschlossenen lokalen Krings
\glqq die Nicht-Definiertheit einer rationalen Funktion stets durch das 
Vorliegen einer Polstelle bedingt\grqq.
Um zu sehen, was im Fall eines nicht ganz abgeschlossenen lokalen Rings
passieren kann, 
verklebe man zwei verschiedene Punkte von $\DC^\times$. So entsteht 
eine $\DC$-Variet"at $X$,  bei der am verklebten Punkt $x\in X$ 
der lokale Ring $\mathcal{O}_{X,x}$ nicht ganz abgeschlossen ist. 
Die regul"are Funktion $f$ auf $\DC^\times$ gegeben durch $f(z)=z$ 
liegt dann nicht in $\mathcal{O}_{X,x}$,  obwohl $f^{-1}$   au"serhalb von $x$ 
"uberall definiert ist und keine Nullstelle hat. 
Dies Beispiel zeigt, da"s man im Lemma auf die Bedingung \glqq ganz abgeschlossen\grqq\ 
nicht verzichten kann.
Salopp gesprochen
ist in unserem Gegenbeispiel 
die Nicht-Definiertheit von $f$ am Verklebepunkt $x$ nicht
durch eine \glqq Polstelle\grqq\  bedingt, sondern durch \glqq schlechtes
Zusammenpassen\grqq.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Wir setzen $A\pdef \mathcal O_{X,x}$. 
Nach \ref{Schnit} gibt es ein Primideal $\frak{q}\subset A$
der H"ohe Eins mit $f\not\in A_{\frak{q}}$.
Nach \ref{dBr}.\ref{dBr4} ist $A_{\frak{q}}$ ein diskreter Bewertungsring.
Es folgt unmittelbar $f^{-1}\in \frak{q}_{\frak{q}}$, also 
$f^{-1}=g/h$ mit $g\in \frak{q}$ und $h\in A\backslash \frak{q}$. 
Nun d"urfen wir ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit annehmen, da"s $X$ affin
ist
und da"s $g$ und $h$ beide auf ganz $X$ definiert sind. 
Dann gibt es aber auch ein maximales Ideal $\frak m\supset \frak q\cap
\mathcal O(X)$
mit $h\in \mathcal O(X)\backslash \frak{m}$. Das ist dann 
das Verschwindungsideal eines Punktes $z\in X$,
an dem $f^{-1}$ definiert ist und den Wert Null annimmt.
L"age $x$ nicht im Abschlu"s der Menge aller derartigen Punkte $z\in X$,
so k"onnten wir den fraglichen Abschlu"s aus $X$ entfernen und
die so entstehende Variet"at als unser $X$ nehmen und erhielten
unmittelbar einen Widerspruch.  
\end{proof}


\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}\label{Rbw} 
    Gegeben eine algebraische K"orpererweiterung $K\subset L$ und eine diskrete
    Bewertung $v$ auf $L$ gilt $v(K^\times)\neq 0$. 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Man zeige, da"s es auf einem algebraisch abgeschlossenen K"orper keine
diskrete Bewertung geben kann. Man zeige, da"s es auf einem vollkommenen K"orper
positiver Charakteristik keine diskrete Bewertung geben kann. Man zeige, da"s es
auf dem K"orper der konstruierbaren Zahlen keine diskrete Bewertung 
gibt.\label{EdiBv} 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Maximalit"at diskreter Bewertungsringe}] 
  Seien $K$ ein K"orper und $A\subset K$ ein diskreter Bewertungsring.
Man zeige, da"s $K$ nur genau zwei Teilringe besitzt, die $A$ umfassen,
n"amlich $A$ und $K$.\label{MBEW}  
\end{Ubung}



\begin{Ubung}
 Sei $R$ ein noetherscher kommutativer Integrit"atsbereich.
Man zeige:
\begin{enumerate}
 \item F"ur jedes Primideal $\frak p \subset R$ 
der H"ohe Eins und jedes $f \in R\backslash 0$
hat der Quotient $R_{\frak p} / \langle f \rangle$ der Lokalisierung 
$R_{\frak p}$ endliche L"ange.
\item F"ur jedes Primideal $\frak p \subset R$ der H"ohe 
Eins gibt es genau einen Gruppenhomomorphismus
$
 v_{\frak p} : ({\op{Frac}} R)^\times \rightarrow \mathbb Z
$
mit der Eigenschaft, da"s sein Wert auf allen $f \in R \backslash 0$
die L"ange des Quotienten $R_{\frak p} / \langle f\rangle$
angibt, in Formeln
$v_{\frak p} (f) = l (R_{\frak p} / \langle f\rangle)$. 
\item Ist $R_{\frak p}$ regul"ar, so ist dies $v_{\frak p}$ gerade 
die Restriktion der diskreten Bewertung auf ${\op{Frac}} R$
mit Bewertungsring $R_{\frak p}$. 
\end{enumerate}
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Bewertung als lokale Multiplizit"at}]
  Gegeben ein diskreter Bewertungsring $R$ mit seiner Bewertung $v$
  und ein Element $f\in R$
  haben wir $v(f)=\op{mult}(f)$ f"ur die in \ref{multth} erkl"arte
  Multiplizit"at.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}
  Sei $A\subset B$ eine modulendliche Kringerweiterung.
  Ist $A$ ein diskreter Bewertungsring und $B$ ein Integrit"atsbereich,
   so spaltet
  die Einbettung $A\hra B$ als Homomorphismus von $A$-Moduln.\label{frdB} 
  Hinweis: \ref{efs}.
\end{Ubung}

%\newpage

\subsection{Dedekindringe}

\begin{Definition}
 Ein \defind{Dedekind-Ring} ist ein noetherscher ganz abgeschlossener 
Integrit"atskring der Krulldimension Eins.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}]
  Manche Quellen fordern statt der letzten Bedingung von
  Dedekindringen nur Krulldimension kleinergleich Eins.
  Damit werden zus"atzlich auch alle K"orper als Dedekindringe
  zugelassen und viele der im folgenden getroffenen Aussagen
  m"ussen in komplizierterer Weise formuliert werden.
\end{Bemerkungl}


%\newpage
\begin{Proposition}[\textbf{Dedekindringe im geometrischen Fall}]
  Eine affine Variet"at $X $ ist genau dann 
glatt, irreduzibel  und eindimensional, wenn ihr Ring $\mathcal O (X)$ 
von regul"aren Funktionen  ein Dedekindring
ist.\label{DKG} 
\end{Proposition}
\begin{proof}
 Das folgt daraus, da"s nach \ref{dBr} ein lokaler noetherscher Kring 
der Krulldimension Eins genau dann
ganz abgeschlossen ist, wenn er regul"ar ist.
Ist also $\mathcal O _{X,x}$ regul"ar f"ur alle $x \in X$, 
so ist es auch 
ganz abgeschlossen  f"ur alle $x \in X$. Dasselbe folgt 
f"ur den Schnitt $\mathcal O (X) = \bigcap_{x \in X} \mathcal O _{X,x}$ in $\op{Frac}( \mathcal O (X))$.
Ist umgekehrt $\mathcal O (X)$ ganz abgeschlossen, so nach \ref{GALL} auch seine 
Lokalisierungen $\mathcal O _{X,x} $ f"ur alle $x \in X$.
\end{proof}



\begin{Beispiele}
 Der Ring $\mathbb Z$ der ganzen Zahlen ist ein Dedekindring.
Jeder diskrete Bewertungsring ist ein Dedekindring, ja die
diskreten Bewertungsringe sind nach \ref{dBr} genau die lokalen Dedekindringe. 
Jede Lokalisierung
eines De\-de\-kind\-rings an einer Teilmenge, die mindestens ein maximales
Ideal nicht trifft, ist wieder ein Dedekindring.
Insbesondere ist jede Lokalisierung
eines Dedekindrings an einem maximalen
Ideal ein diskreter Bewertungsring.\label{ldmd} 
Jeder Hauptidealring ist ein Dedekindring. 
\end{Beispiele}


\begin{Proposition}[\textbf{Lokale Charakterisierung von Dedekindringen}]
 Ein  kommutativer noetherscher
 Integrit"atsbereich ist genau dann ein
 Dedekindring, wenn seine lokalen Ringe an maximalen Idealen
 s"amtlich diskrete Bewertungsringe sind.
\end{Proposition}
\begin{proof}
  Dieser Beweis ist vollst"andig analog zu unserer Diskussion von
  Dedekindringen im geometrischen Fall.
  Ist $A$ ein Dedekindring und $\mathfrak m\subset A$ ein maximales
  Ideal, so ist $A_{\mathfrak m}$ normal, noethersch und von der Krulldimension Eins und nach \ref{dBr} folglich ein diskreter Bewertungsring. 
  Sind umgekehrt die lokalen Ringe an maximalen Idealen $\mathfrak m\subset A$
  s"amtlich diskrete Bewertungsringe, so haben nach \ref{dBr} alle $A_{\mathfrak m}$ und damit auch 
  $A$ die Krulldimension
  Eins. Weiter sind nach \ref{dBr} auch alle $A_{\mathfrak m}$ ganz abgeschlossen
  und damit nach \ref{SMLO} auch $A=\bigcap A_{\mathfrak m}$.
\end{proof}


\begin{Bemerkungw}[\textbf{Ganzheitsringe sind Dedekindringe}] 
 Ein \defind{Zahlk"orper} ist ein
 K"orper $K$ der Charakteristik Null, 
der endlich ist
"uber seinem Primk"orper, in Formeln $[K : \mathbb Q]< \infty$.
Der \defind{Ring der ganzen Zahlen} 
oder auch {\bf Ganzheitsring} $\mathfrak o_K \subset K$ 
unseres Zahlk"orpers $K$ ist per definitionem der ganze
Abschlu"s von $\mathbb Z$ in $K$. Nach dem Endlichkeitsresultat
 \ref{EGAv} f"ur ganze Abschl"usse, das wir im
n"achsten Abschnitt beweisen, ist $\mathfrak o_K$ 
ein endlich erzeugter $\mathbb Z$-Modul,
und nach der Stabilit"at der Krulldimension bei
ganzen Kringerweiterungen
\ref{KDRE} hat $\mathfrak o_K$ wie $\DZ$  die Krulldimension Eins.
Ganz abgeschlossen ist $\mathfrak o_K$ als ganzer Abschlu"s eh, also mu"s unser Ganzheitsring
$\mathfrak o_K$ ein Dedekindring sein.
\end{Bemerkungw}

%\newpage


\begin{Satz}[\textbf{Bewertungen und maximale Ideale}]
 Gegeben ein Dedekindring $B$ liefert die Vorschrift,
die jedem maximalen Ideal $\mathfrak m$ die 
durch den diskreten Bewertungsring $B_{\mathfrak m}$
nach \ref{ldmd} gegebene
Bewertung auf $ {\op{Frac}} B$ zuweist, eine Bijektion\label{BDeR}
\begin{displaymath}
 \begin{array}{ccc}
  \op{Max} B & \sira  &\left\{
\begin{array}{c}
\text{Diskrete Bewertungen auf } {\op{Frac}} B,\\
\text{deren Bewertungsring $B$ umfa"st} \end{array}\right\}\\
\mathfrak m & \mapsto & v_{\mathfrak m}
\end{array}
\end{displaymath}
\end{Satz}
\begin{proof}
 Die Injektivit"at unserer Abbildung ist klar, es bleibt 
die Surjektivit"at zu zeigen.
Sei dazu $v : {\op{Frac}} B \twoheadrightarrow \mathbb Z \sqcup \{\infty\}$
eine diskrete Bewertung mit Bewertungsring $A \supset B$.
Der Schnitt des maximalen Ideals $\mathfrak m_A \subset A$ mit 
$B$ kann nicht das Nullideal sein,
da sonst die Bewertung $v$ auf $({\op{Frac}} B)^\times$ 
identisch verschwinden m"u"ste. Also ist
der Schnitt ein maximales Ideal $\mathfrak m \subset B$.
Nat"urlich gilt $B_{\mathfrak m} \subset A$ und aus 
der Maximalit"at diskreter Bewertungsringe 
\ref{MBEW} folgt $B_{\mathfrak m} = A$.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}
  Wir  bestimmen nun die Ganzheitsringe der Kreisteilungsk"orper
  und beginnen mit einer allgemeinen Vor"uberlegung. Seien
 $\frak{a}_{1}, \ldots, \frak{a}_{s} $
Ideale eines Krings $R$. 
Gilt $\frak{a}_{i} + \frak{a}_{j} =R$ f"ur $i \neq j$, so ist mit einer zweifachen Anwendung des chinesischen Restsatzes \eref{ACR}{AL}  die
offensichtliche Abbildung\label{ACRi} f"ur alle $n\geq 1$ ein Isomorphismus 
$$ \langle\frak{a}_{1} \ldots
\frak{a}_{s}\rangle/\langle(\frak{a}_{1} \ldots
\frak{a}_{s})^n\rangle\sira  \frak{a}_{1}/\langle\frak{a}_{1} ^n\rangle\times \ldots \times \frak{a}_{s}/\langle\frak{a}_{s} ^n\rangle$$
Wird die linke Seite von einem einzigen Element erzeugt, so auch jeder
der Faktoren auf der rechten Seite.
Im Fall $R\pdef \DZ[X]/\langle P\rangle$ f"ur ein normiertes Polynom $P$
gilt f"ur  $a\in \DZ$ stets $P(a)\in \langle \bar X-a\rangle\subset R$.
Haben wir speziell $P(a)\neq 0$ und ist $P(a)=q_1\ldots q_r$
eine Zerlegung in ein
Produkt paarweise teilerfremder Faktoren, so folgern wir in $R$
die Darstellung als Produktideal
$$\langle \bar X-a\rangle=\langle \bar X-a, q_1\rangle \ldots\langle \bar X-a, q_r\rangle$$ Hier gilt $\subset$, weil das Produkt nach \eref{ACR}{AL}
mit dem Schnitt zusammenf"allt, und $\supset$ wegen $q_1\ldots q_r\in\langle \bar X-a\rangle$.
So sehen wir, da"s f"ur $\mathfrak a_i\pdef \langle \bar X-a, q_i\rangle$
die Quotienten $\mathfrak a_i/\mathfrak a_i^2$ jeweils von einem Element erzeugt werden. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Proposition}[\textbf{Ganzheitsringe von Kreisteilungsk"orpern}] 
  F"ur jede  Einheitswurzel $\zeta\in \DC$ ist $\DZ[\zeta]$ ein
  Dedekindring und damit der Ganzheitsring des Kreisteilungsk"orpers  $\DQ(\zeta)$.\label{EWDe} 
\end{Proposition}


\begin{proof}
 Nach \ref{EKG} ist $\DZ\subset \DZ[\zeta]$ eine ganze und
  modulendliche Ringerweiterung. Nach \ref{KDRE} haben damit beide
  Ringe dieselbe Krulldimension und es folgt $\op{kdim}\DZ[\zeta]=1$.
  Es bleibt also nur zu zeigen, da"s f"ur jedes maximale Ideal $\mathfrak m\subset \DZ[\zeta]$
  der Quotient $\mathfrak m/\mathfrak m^2$ von einem einzigen Element
  erzeugt wird. Wir behandeln zun"achst den Fall einer
  primitiven $p^r$-ten Einheitswurzel f"ur $p$ prim. 
   Wir kennen das zugeh"orige Kreisteilungspolynom  $\Phi_{p^r}(X)=\Phi_{p}(X^{p^{r-1}})$ aus \eref{KTP}{AL}
  und folgern insbesondere $\Phi_{p^r}(1)=p$. F"ur den
  Ring $R\pdef \DZ[X]/\langle \Phi_{p^r}(X)\rangle$  bedeutet das die Beziehung
  $p\in \langle \bar X-1\rangle$. Das liefert die linke Vertikale eines kommutativen Diagramms
\begin{displaymath}
  \xymatrix{R/pR\ar[r]^-\sim\ar@{->>}[d]&\mathbb F_p[X]/\langle \bar\Phi_{p^r}(X)\rangle\ar@{=}[r]&\mathbb F_p[X]/\langle (X-1)^{(p-1)p^{r-1}}\rangle\ar@{->>}[d]&\\
  R/\langle \bar X-1\rangle\ar[rr]^-\sim&&\mathbb F_p[X]/\langle X-1\rangle\ar[r]^-\sim& \mathbb F_p}
\end{displaymath}
  "Uber $pR$ liegt also genau ein maximales Ideal von $R$, und das wird von einem
  einzigen Element erzeugt, n"amlich dem Element 
  $\bar X-1$.
  Ist andererseits $l$ eine von $p$ verschiedene Primzahl,
  so ist f"ur $n\geq 1$ teilerfremd zu $l$ 
   das Polynom $X^n-1$ separabel in $\mathbb F_l[X]$
 und folglich
   zerf"allt auch das Bild $\bar\Phi_n$ von $\Phi_n$  in $\mathbb F_l[X]$
   in ein Produkt von paarweise teilerfremden irreduziblen Faktoren
   $\bar\Phi_n=Q_1\ldots Q_s$.
   F"ur $R\pdef \DZ[X]/\langle \Phi_n(X)\rangle$ gilt demnach 
   $$R/lR\cong \mathbb F_l[X]/\langle \bar\Phi_n(X)\rangle\cong  R/\mathfrak m_1\times \ldots \times R/\mathfrak m_s$$
   f"ur die paarweise verschiedenen maximalen
   Ideale $\mathfrak m_i\subset R$, die $l$ enthalten.
   Es folgt $lR=\langle\mathfrak m_1 \ldots \mathfrak m_s\rangle$ und nach
   \ref{ACRi} werden dann
   auch alle $\mathfrak m_i/\langle\mathfrak m_i^2\rangle$
   vom jeweiligen Bild von $l$ erzeugt. Das erledigt den Fall einer
   primitiven $p^r$-ten Einheitswurzel. Es bleibt zu zeigen, da"s auch f"ur
   $m\geq 1$ teilfremd zu $p$ und eine 
   primitive $mp^r$-te Einheitswurzel $\zeta$ f"ur alle maximalen
   Ideale $\mathfrak m$ von $\DZ[\zeta]$, die $p$ enthalten, der Quotient
   $\mathfrak m/\mathfrak m^2$ von einem einzigen Element erzeugt wird.
   Da wir bereits wissen, da"s $\DZ[\zeta^m]$ ganz abgeschlossen ist,
   mu"s das Minimalpolynom $P$ von $\zeta$ "uber $\DQ(\zeta^m)$ Koeffizienten
   in $R\pdef \DZ[\zeta^m]$ haben und wir finden
   $$R[Y]/\langle P(Y)\rangle\sira \DZ[\zeta]$$
   Als Teiler von $Y^m-\zeta$ bleibt nun  $P$  separabel
   bei Reduktion modulo dem maximalen Ideal
   $\langle \zeta^m-1\rangle$ von $R$ "uber $p$, denn
   darunter wird es ein Teiler des Polynoms $Y^m-1\in\mathbb F_p[Y]$. 
   Dasselbe Argument wie zuvor zeigt nun, da"s f"ur alle maximalen Ideale
   $\mathfrak m$ 
   von $\DZ[\zeta]$ "uber $p$ oder gleichbedeutend "uber $\langle \zeta^m-1\rangle$ der Quotient $\mathfrak m/\langle \mathfrak m^2\rangle$ von  $\zeta^m-1$ erzeugt wird. 
\end{proof}

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}[\textbf{Ganzheitsringe quadratischer Zahlk"orper}] 
 Eine K"orpererweiterung $K/ \DQ$ vom Grad Zwei hei"st 
ein {\bf quadratischer Zahlk"orper}.\index{quadratisch!Zahlk"orper}
\index{Zahlk"orper!quadratischer}
Offensichtlich hat jeder quadratische Zahlk"orper die Gestalt
$K=\DQ(\sqrt{d})$ f"ur genau ein $d \in \DZ\backslash\{0 ,1\}$ 
ohne mehrfachen Primfaktor.  Gegeben solch ein $d$ 
  kann der Ring  der ganzen Zahlen in der quadratischen Erweiterung
  $\DQ(\sqrt d)$ beschrieben werden als\label{GQZ}  
  $$\mathfrak o_{\DQ(\sqrt d)}=\left\{\begin{array}{ll}
  \DZ+\DZ\sqrt d& d\not\in 1+4\DZ,\\
  \DZ+\DZ\big((1+\sqrt d)/2\big)&d\in 1+4\DZ.
  \end{array}\right.$$
  Es ist damit klar, da"s $A\pdef \DZ[X]/\langle X^2-5\rangle$ nicht an allen
  maximalen Idealen einen regul"aren lokalen Ring haben kann.
  Man zeige speziell, da"s f"ur das maximale Ideal
  $\mathfrak m\pdef \langle 2, X-1\rangle$ gilt
  $\op{dim}_{A/\mathfrak m}\mathfrak m/\mathfrak m^2=2$. 
\end{Ubung}

 


\begin{Ubung}
Sei $B$ ein Dedekindring. Ein von Null verschiedener
endlich erzeugter
$B$-Untermodul
von $ {\op{Frac}} B$ hei"st ein 
{\bf gebrochenes Ideal\index{gebrochenes Ideal}\index{Ideal!gebrochenes} 
von $B$}.
Wir erhalten  eine Bijektion
\begin{displaymath}
 \begin{array}{ccc}
  \left\{ \text{gebrochene Ideale von }B\right\} 
& \sira  & \mathbb Z  \op{Max} B 
\end{array}
\end{displaymath}
mit dem freien $\DZ$-Modul "uber $\op{Max} B$, indem wir jedem 
gebrochenen Ideal $I$ die Funktion $f_I$ zuordnen mit $f_I (\mathfrak m) =
\op{inf} \{v_{\mathfrak m} (b) \mid b \in I\}$ f"ur $\mathfrak m\in\op{Max}B$.
Erkl"aren wir das Produkt $IJ$ zweier gebrochener Ideale $I,J$ als das
von allen Produkten $ab$ von Elementen $a\in I,$ $b\in J$ erzeugte
gebrochene Ideal, so wird diese Bijektion sogar ein
Gruppenisomorphismus. Nat"urlich induziert sie auch eine 
Bijektion\label{Ifrg} 
\begin{displaymath}
 \begin{array}{ccc}
  \left\{ \text{Ideale von }B\right\} 
& \sira  & \mathbb N  \op{Max} B 
\end{array}
\end{displaymath}
mit der Menge aller endlichen Multimengen von maximalen Idealen.
Ist spe\-ziell $k = \bar  k$ und $X$ eine irreduzible glatte affine Kurve
"uber $k$, 
so entsprechen die gebrochenen Ideale
des Rings der regul"aren Funktionen
  $\mathcal O (X)$ eineindeutig formalen endlichen
$\mathbb Z$-Linearkombinationen von Punkten aus $X$, 
und zwar entspricht $\sum n_x x$ gerade der Menge
der rationalen Funktionen 
$f \in \mathcal M (X)$, die an allen Stellen $x$ mit $n_x \geq 0$ 
definiert sind, 
an allen Stellen $x$ mit $n_x > 0$ 
eine $n_x$-fache Nullstelle haben, und an allen
Stellen mit $n_x < 0$ entweder definiert sind oder einen Pol der 
Ordnung h"ochstens $n_x$ haben.
In Formeln ausgedr"uckt haben wir also 
\begin{equation*}
\begin{array}{ccc}
\left\{ \text{gebrochene Ideale von }\mathcal O (X)\right\} 
& \sila %\overset{\sim}{\leftarrow}
& \mathbb Z  X \\[2mm]
 \{ f \in \mathcal M (X) \mid v_x (f) \geq n_x \; \forall x \in X\}
&\leftmapsto& \sum n_x x
\end{array}
\end{equation*}
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Moduln "uber Dedekindringen}]
  Jeder endlich erzeugte Modul "uber einem Dedekindring ist isomorph zur
  direkten Summe eines projektiven Moduls mit einem Torsionsmodul.
  Hinweis: \ref{loQMO} und die Klassifikation endlich erzeugter Moduln
  "uber Hauptidealringen.\label{MueD} 
\end{Ubung}
\begin{Bemerkunge} Es ist bekannt, da"s jeder von Null verschiedene 
  endlich erzeugte projektive
  Modul "uber einem Dedekindring isomorph ist zur
  direkten Summe eines gebrochenen Ideals mit einem freien Modul und da"s
  die Klasse des gebrochenen Ideals in der Idealklassengruppe
  hierbei eindeutig bestimmt ist.
\end{Bemerkunge}

\begin{Ubung}
  Sei $A\subset B$ eine modulendliche Kringerweiterung.
  Ist $A$ ein Dedekindring und  $B$ ein Integrit"atsbereich,
  so induziert unsere Einbettung f"ur jedes Ideal $\mathfrak a\subset A$
  eine Einbettung $A/\mathfrak a\hra B/\mathfrak a B$.\label{DEMO} 
  Hinweis: Man ziehe sich auf den Fall eines lokalen Dekekindrings $A$ zur"uck und verwende \ref{frdB}. 
\end{Ubung}

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\subsection{Norm, Spur, Endlichkeit ganzer Abschl"usse*}
\begin{Definition}\label{Dns}
Gegeben eine endliche K"orpererweiterung $L/K$ erkl"aren wir zwei
Abbildungen ${\op{N}},{\op{S}}: L \ra K$, 
die {\bf Norm}\index{Norm!einer K"orpererweiterung} und die 
{\bf Spur},\index{Spur!einer K"orpererweiterung}
indem wir  f"ur
$a \in L$ die $K$-lineare Abbildung
$(a\cdot): L\ra L$ betrachten und setzen
$$\begin{array}{ccccccr}
{\op{Norm}} (a) &=&{\op{N}} (a) &=& {\op{N}}^{K}_{L}(a) &\pdef& \op{det}_K((a\cdot)|L)\\
{\op{Spur}}(a) &=&{\op{S}}(a) &=&{\op{S}}^{K}_{L} (a)&\pdef&\op{tr}_K ((a \cdot)|L )
\end{array}$$
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  F"ur $a\in K$ haben wir offensichtlich ${\op{N}}^{K}_{L}(a)=a^{[L:K]}$ und
${\op{S}}^{K}_{L}(a)=[L:K]a$. F"ur $\sigma:L\sira M$ ein Isomorphismus 
von endlichen 
 K"orpererweiterungen von $K$ gilt offensichtlich ${\op{N}}^{K}_{L}(a) =
{\op{N}}^{K}_{M}(\sigma(a))$ und ${\op{S}}^{K}_{L}(a) =
{\op{S}}^{K}_{M}(\sigma(a))$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}] 
Im Fall der K"orpererweiterung
$\DC/\DR$ erhalten wir
so die Abbildung ${\op{N}}^{\DR}_{\DC}:\DC\ra\DR,$ $z\mapsto z\bar{z}$
und damit gerade das Quadrat der Norm einer komplexen Zahl, wie
wir sie in  \eref{DNcc}{LA1} erkl"art hatten.
Mit dieser terminologischen Kollision m"ussen wir nun weiterleben.  
Was im Einzelfall genau gemeint ist, 
mu"s der Leser aus dem Kontext erschlie"sen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Verallgemeinerungen aus Schiefk"orper}] 
Ist allgemeiner $D$ eine endlichdimensionale 
Ringalgebra "uber einem K"orper $K$, so findet man auch in dieser Allgemeinheit 
manchmal die Notation ${\op{N}}_{D}^{K}(a) = \op{det}((a\cdot)|D)$.
Im Fall eines Schiefk"orpers $D$ wird aber die Notation ${\op{N}}(a)$
alternativ auch 
verwendet als Abk"urzung f"ur ${\op{N}}_{K(a)}^{K}(a)$. 
\end{Bemerkungl}
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\begin{Lemma}[\textbf{Transitivit"at von Norm und Spur}]
Gegeben $K \subset L \subset M$ endliche K"orpererweiterungen
gelten die Formeln\label{TNS}
$$\begin{array}{ccc}
{\op{N}}^{K}_{M} &=&{\op{N}}^{K}_{L}\circ {\op{N}}^{L}_{M}\\
{\op{S}}^{K}_{M} &=&{\op{S}}^{K}_{L} \circ {\op{S}}^{L}_{M}
\end{array}$$
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Die zweite Formel folgt daraus, da"s sich 
f"ur eine $(m\times m)$-Matrix von $(n\times n)$-Matrizen
die Gesamtspur auch berechnen l"a"st, 
indem man zun"achst alle $(n\times n)$-Bl"ocke auf der
Diagonalen aufaddiert und dann von dieser Summe die Spur nimmt.
Die erste Formel folgt daraus, da"s man nach \eref{FBD}{LA1} ganz 
analog auch die Determinante  einer Blockmatrix mit
paarweise kommutierenden Bl"ocken
berechnen kann als die Determinante 
der $(n\times n)$-Matrix, 
die sich als \glqq Blockdeterminante\grqq\  ergibt.
Ist etwas genauer $m_{1}, \ldots , m_{r}$ eine $L$-Basis von $M$, so wird
die Multiplikation mit $b \in M$ gegeben durch eine $(r \times r)$-Matrix
$(a_{ij} ) \in \op{Mat}(r; L)$.
Ist weiter $l_{1}, \ldots , l_{s}$ eine $K$-Basis von $L$, so werden die
Multiplikationen mit $a_{ij}$ dargestellt durch gewisse $(s \times s)$-Matrizen
$$A_{ij} \in \op{Mat}(s ; K)$$
Die Multiplikation mit $b\in M$ wird dann in der $K$-Basis von $M$,
die aus den $m_{i}l_{\nu}$ besteht, durch die Blockmatrix
$B =(A_{ij})$ dargestellt.
\end{proof}



\begin{Satz}[\textbf{Norm und Spur "uber Galoistheorie}]
Gegeben $L/K$ eine endliche separable K"orpererweiterung
und $M$ eine Vergr"o"serung von $L$ zu einer normalen\label{SGT}
Erweiterung von $K$ gilt
$${\op{S}}^{K}_{L} (a) = \sum_{\sigma \in \op{Kring}^{K} (L,M)}
\sigma (a) \quad\text{ und }\quad 
{\op{N}}^{K}_{L} (a) = \prod_{\sigma \in \op{Kring}^{K}
(L,M)} \sigma (a)$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Ist also speziell $L/K$ eine endliche 
Galoiserweiterung mit Galoisgruppe $\Gamma$, so 
gilt  ${\op{S}}(a) = \sum_{\gamma \in \Gamma} \gamma (a)$ und
${\op{N}} (a) = \prod_{\gamma \in \Gamma} \gamma (a)$.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Ist $L^{\prime} \subset L$ ein Unterk"orper, der $a$ enth"alt, so gilt 
wegen der Transitivit"at von Norm und Spur
\ref{TNS} und unseren Erkenntnissen \ref{Dns} 
f"ur Norm und Spur von Elementen des Grundk"orpers 
offensichtlich
${\op{S}}^{K}_{L} (a) = [L:L^{\prime}]{\op{S}}^{K}_{L^{\prime}}(a)$ 
und ${\op{N}}^{K}_{L}(a)
=({\op{N}}^{K}_{L^{\prime}}(a))^{[L:L^{\prime}]}$.
Die rechten Seiten der behaupteten 
Formeln verhalten sich nun in  derselben
Weise beim "Ubergang von $L^{\prime}$ zu $L$, so da"s wir  ohne
Beschr"ankung der Allgemeinheit $L= K(a)$ annehmen d"urfen.
Dann definiert jedoch $X \mapsto a$ einen K"orper\-isomorphismus
$$K[X]/ \langle\op{Irr}(a,K)\rangle \sira L$$
Das charakteristische Polynom der $K$-linearen Abbildung
$(a\cdot) : L \ra L$ ist mit \eref{cPP}{AL} folglich
$\op{det}(X{\op{id}}-(a\cdot)) = \op{Irr}(a,K)
=\prod (X-\sigma (a))$.
Setzen wir hier $X =0$, so ergibt sich die Formel f"ur die Norm.
Vergleichen wir dahingegen die Koeffizienten der zweith"ochsten Potenzen
von $X$ auf beiden Seiten, so ergibt sich die Formel f"ur die Spur.
\end{proof}
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\begin{Korollar}[\textbf{Spur und Separabilit"at}] 
Eine endliche K"orpererweiterung ist genau dann separabel, wenn die
zugeh"orige Spurabbildung  nicht identisch verschwindet.\label{SEN}
\end{Korollar}
\begin{proof}[Beweis]
Ist unsere Erweiterung separabel, so kann ihre 
Spurabbildung nicht identisch verschwinden
nach ihrer Darstellung als Summe von Galoiskonjugierten aus \ref{SGT} 
und dem Satz  "uber die lineare Unabh"angigkeit von Charakteren
\eref{LUC}{AL}.
Ist unsere Erweiterung nicht separabel, so "uberlassen wir das Argument
dem Leser mit dem Hinweis, sich vom Beweis von \ref{SGT} inspirieren
zu lassen.
\end{proof}

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\begin{Bemerkungl}
  F"ur jede endliche K"orpererweiterung $L/K$ liefert die Spur eine
  $K$-bi\-li\-ne\-are Paarung,
die {\bf Spurform}\index{Spurform!bei K"orpern}\label{SpurP} 
$$\begin{array}{ccc}
  L \times L & \ra & K\\
  (x,y) &\mapsto & {\op{S}}^{K}_{L} (xy)
\end{array}$$
Sie ist offensichtlich invariant unter der Galoisgruppe.
F"ur $L/K$ endlich separabel ist diese Paarung nach \ref{SEN} 
nicht ausgeartet.
\end{Bemerkungl}

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\begin{Satz}[\textbf{Endlichkeit ganzer Abschl"usse}]
Seien  $A$ ein ganz abgeschlossener 
noetherscher\label{EGAv}  Integrit"atskring und   $L/{\op{Frac}} A $ 
eine endliche separable K"orpererweiterung seines Bruchk"orpers.
So ist der ganze Abschlu"s $B$ von $A$ in $L$ mo\-dul\-end\-lich "uber $A$.
\end{Satz}
\begin{proof}
Nach \ref{SEN} liefert f"ur jede endliche separable Erweiterung die Spur
${\op{S}}^K_L:L\ra K$ eine symmetrische nichtausgeartete Bilinearform
$$
  \begin{array}{ccl}
L\times L & \rightarrow & K\\[2mm]
(x,y) &\mapsto & {\op{S}}^K_L (xy)
\end{array}
$$
Aus der Beschreibung der Spur als Summe von Galoiskonjugierten \ref{SGT}
folgt, da"s ${\op{S}}^K_L (b)$ ganz ist "uber $A$ f"ur alle $b \in B$.
Also gilt nach unseren Annahmen ${\op{S}}^K_L (B) \subset A$.
Nun finden wir nach \ref{gazL} sicher $b_1, \ldots, b_n \in B$, die eine Basis von $L$ "uber
$K$ bilden.
Sie spannen in $L$ einen freien $A$-Modul $V$ vom Rang $n$ auf. Die duale
Basis $b_1^\ast, \ldots, b_n^\ast$  
in Bezug auf unsere Bilinearform spannt dann
in $L$ einen weiteren freien $A$-Modul
$V^\ast$ vom Rang $n$ auf, der auch beschrieben werden kann durch die Formel
\begin{equation*}
V^\ast =\{x \in L \mid {\op{S}}^K_L (xy) \in A \quad \forall y\in V\}
\end{equation*}
Insbesondere gilt $B \subset V^\ast$. Aus $A$ noethersch folgt dann sofort,
da"s $B$ endlich erzeugt ist als $A$-Modul.
\end{proof}

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\begin{Satz}[\textbf{Endlichkeit ganzer Abschl"usse im geometrischen Fall}]
Seien $A$ ein  "uber einem K"orper
$k$ ringendlicher Integrit"atskring  und $L / {\op{Frac}} A$ eine endliche K"orpererweiterung
seines Bruchk"orpers.\label{EgaA} 
So ist auch der ganze Abschlu"s von $A$ in $L$  ringendlich "uber $k$
und a forteriori modulendlich "uber $A$.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
 Insbesondere ist auch der 
ganze Abschlu"s von $A$ in ${\op{Frac}} A$ ring\-endlich
"uber $k$. Im Gegensatz zum vorhergehenden Satz \ref{EGAv} 
brauchen wir in diesem 
\glqq geometrischen\grqq\  Fall
weder $A$  ganz abgeschlossen noch die Separabilit"at unserer
K"orpererweiterung.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
 Noether's Normalisierungslemma \ref{NoeNo} liefert uns einen Teilring
\begin{equation*}
 k [{}^\prime x_1, \ldots, x_n] \subset A
\end{equation*}
mit $A$  modulendlich "uber diesem Teilring. Der ganze Abschlu"s von $A$ in $L$ ist also
auch der ganze Abschlu"s von $k[{}^\prime x_1, \ldots, x_n]$ in $L$. Ist
$L/k({}^\prime x_1, \ldots, x_n)$ separabel, 
so sind wir fertig mit dem Satz "uber
die Endlichkeit ganzer Abschl"usse im Fall 
ganz abgeschlossener Kringe \ref{EGAv}, da  Polynomringe ganz abgeschlossen sind.
Sonst vergr"o"sern wir $L$ mit \eref{VNE}{AL} zu einer endlichen 
normalen Erweiterung $N/k ({}^\prime x_1,\ldots,
x_n)$ mit Galoisgruppe $G$ und betrachten die K"orperkette
\begin{equation*}
 k({}^\prime x_1, \ldots, x_n) \subset N^G \subset N
\end{equation*}
Sie besteht nach \eref{NGre}{AL} aus einer rein inseparablen Erweiterung gefolgt von einer separablen
Erweiterung. Nach \eref{reii}{AL} gibt es mithin 
eine $p$-Potenz $q$, f"ur $p > 0$ die
Charakteristik von $k$, mit $f^q \in k ({}^\prime x_1, \dots, x_n)$ f"ur alle $f \in N^G$.
Nehmen wir Erzeuger $f_1, \ldots, f_r \in N^G$ der ersten K"orpererweiterung und notieren 
$h$ eine endliche K"orpererweiterung von $k$, die f"ur alle Koeffizienten der Z"ahler und
Nenner der $f^q_i$ geschrieben  als Quotienten von Polynomen
in $k [{}^\prime x_1, \dots, x_n]$
jeweils $q$-te Wurzeln enth"alt, so erhalten wir eine Einbettung
$N^G \subset h ('x_1^{1/q}, \ldots, x^{1/q}_n)$ und f"ur $M$ der Zerf"allungsk"orper dar"uber der Minimalpolynome von Erzeugern von $N$ "uber $N^G$
erhalten wir ein Diagramm 
\begin{displaymath}
 \begin{array}{ccccc}
 k({}^\prime x_1, \ldots, x_n) &\subset& N^G& \subset&N\\
&& \cap  & &\cap\\
&& h ({}^\prime x_1^{1/q}, \ldots, x_n^{1/q})  &\subset & M
\end{array}
\end{displaymath}
von endlichen K"orpererweiterungen, in dem
die untere rechte Inklusion auch separabel ist.
Der ganze Abschlu"s des Teilrings 
$k[{}^\prime x_1, \ldots, x_n]$ in
$h ({}^\prime x_1^{1/q},\ldots, x_n^{1/q})$ ist aber offensichtlich
$h [{}^\prime x_1^{1/q}, \ldots, x_n^{1/q}]$
und modulendlich "uber $k[{}^\prime x_1, \ldots, x_n]$.
Der ganze Abschlu"s
in $M$ ist dann mo\-dul\-end\-lich "uber
$h [{}^\prime x_1^{1/q},\ldots, x_n^{1/q}]$ nach \ref{EGAv} und die Behauptung
folgt.
\end{proof}

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\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubunge}
Sei $L/K$ eine endliche K"orpererweiterung, $V$ ein
endlichdimensionaler $L$-Vektorraum und $\varphi:V\ra V$ eine lineare
Abbildung.
So gilt die Identit"at\label{detNS} 
$\op{det}_{K}\varphi = {\op{N}}^{K}_{L} (\op{det}_{L} \varphi)$.
Hinweis: \eref{FBD}{LA1}. Alternative: Man ziehe sich durch geeignete
K"orpererweiterung
von $L$ auf den Fall zur"uck, da"s f"ur eine Basis von $V$ die Matrix von
$\varphi$ obere Dreiecksgestalt hat, und argumentiere dann mit 
der Formel f"ur die Determinante block-oberer 
Dreiecksmatrizen \eref{DOD}{LA1}.
\end{Ubunge}



\subsection{Bewertungen und K"orpererweiterungen*}

\begin{Definition}
  Ein Homomorphismus von diskret bewerteten K"orpern 
hei"st {\bf bewertungsvertr"aglich},\index{bewertungsvertr"aglich}
 wenn seine Verkn"upfung mit der 
Bewertung des Bildk"orpers ein positives Vielfaches der Bewertung 
auf dem Ausgangsk"orper ist.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  F"ur einen bewertungsvertr"aglichen Homomorphismus 
$\varphi : K \rightarrow L$ von diskret bewerteten K"orpern
gibt es  demnach per definitionem 
genau eine positive nat"urliche Zahl  $d\in \mathbb N_{> 0}$ derart, da"s das 
Diagramm
\begin{displaymath}
\xymatrix{
K \ar@{->>}[r]^-{v_{K}} \ar[d]_-{\varphi}&\mathbb Z\ar[d]^-{(d\cdot)}\\
L \ar@{->>}[r]^-{v_{L}} &\mathbb Z
}
\end{displaymath}
kommutiert. Diese nat"urliche Zahl $d$ hei"st  der 
{\bf Verzweigungsgrad}\index{Verzweigungsgrad}
unserer bewertungsvertr"aglichen 
K"orpererweiterung. Auf Englisch sagt man dazu
{\bf ramification index},\index{ramification index}
auf Franz"osisch {\bf indice de ramification}. Ein 
bewertungsvertr"aglicher Homomorphismus vom Verzweigungsgrad Eins hei"st
{\bf unverzweigt}.\index{unverzweigt!K"orperhomomorphismus}
Ein Unterk"orper eines diskret bewerteten 
K"orpers besitzt genau dann eine
vertr"agliche Bewertung, wenn die 
Bewertung des gro"sen K"orpers auf dem Unterk"orper 
auch Werte au"serhalb von $\{0,\infty\}$ annimmt.
\end{Bemerkungl}

\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[height=0.5\textheight]{SkriptenBilder/BildQCo}\\[4mm]
\noindent 
Dies Bild erinnert
unsere Anschauung f"ur die Abbildung $z\mapsto z^2$ 
der Einheitskreisscheibe auf sich selbst.
Es stellt diese Abbildung dar als die Komposition
einer Abbildung der Einheitskreisscheibe auf eine r"aumliche
sich selbst durchdringende Fl"ache, 
gegeben in etwa durch eine Formel der Gestalt
 $z\mapsto (z^2,\varepsilon(\op{Im}z))$ in $\DC\times \DR\cong
\DR^3$ f"ur geeignetes monotones und in einer Umgebung von Null streng
monotones $\varepsilon,$ 
gefolgt von einer
senkrechten Projektion auf die ersten beiden Koordinaten. 
 Das Zur"uckholen meromorpher 
Funktionen unter dieser Abbildung induziert f"ur die Bewertungen nach der
Nullstellen- beziehungsweise Polordnung am Ursprung einen Homomorphismus diskret 
bewerteter K"orper vom Verzweigungsgrad Zwei.
\end{figure}
 
\begin{Beispiel} Dieses Beispiel ist f"ur Leser mit Grundkenntnissen in
  Funktionentheorie gedacht.
 Die Abbildung $\DC\ra\DC,$ $z\mapsto z^n$ induziert durch Vorschalten  
eine Einbettung in der
Gegenrichtung auf dem K"orper der meromorphen Funktionen  
$  \mathcal M^{\op{an}} (\DC)\hra\mathcal M^{\op{an}} (\DC) $.
Gegeben $p\in\DC$ mit $p^n=q$ ist 
das zum Beispiel  ein bewertungsvertr"aglicher  K"orperhomomorphismus
$( \mathcal M^{\op{an}} (\DC),v_p)\hra ( \mathcal M^{\op{an}} (\DC),v_q)$
mit Verzweigungsgrad 
Eins f"ur $p\neq 0\neq q$ und Verzweigungsgrad $n$ f"ur $p=q=0$.
Ist allgemeiner $f:X\ra Y$ ein nichtkonstanter Homomorphismus von
zusammenh"angenden Riemann'schen Fl"achen und 
$p\in X$ ein Punkt mit Bild $f(p)=q\in Y,$ so liefert das Zur"uckholen
von meromorphen Funktionen einen Homomorphismus
von diskret bewerteten K"orpern
$$(\mathcal M^{\op{an}} (Y),v_q)\hra(\mathcal M^{\op{an}} (X),v_p)$$
und der zugeh"orige Verzweigungsgrad ist genau der \glqq topologische\grqq\ 
Verzweigungsgrad im Sinne von \ref{VZGG}.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
  Die Einbettung  $\DC(\!(T)\!)\hra \DC(\!(Y)\!)$
des K"orpers der Laurent\-reihen "uber $\DC$ in sich selber 
vermittels $T\mapsto Y^n$ f"ur ein fest vorgegebenes $n>0$ 
ist ein bewertungsvertr"aglicher 
Morphismus diskret bewerteter K"orper vom Verzweigungsgrad $n$.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
  Die Einbettung  $\DQ(\!(T)\!)\hra \DC(\!(T)\!)$
  des K"orpers der Lau\-rent\-rei\-hen "uber $\DQ$ in den K"orper
  der Lau\-rent\-rei\-hen "uber $\DC$ ist ein bewertungsvertr"aglicher 
Morphismus diskret bewerteter K"orper vom Verzweigungsgrad Eins.
\end{Beispiel}
\begin{Definition}
  Ein Homomorphismus von lokalen Ringen hei"st {\bf lokal},
\index{lokal!Ringhomomorphismus} wenn das Urbild
des gr"o"sten echten Ideals das gr"o"ste echte Ideal ist.\label{lokH} 
\end{Definition}
\begin{Proposition}[\textbf{Verzweigung bei K"orpern und Ringen}] 
Das Bilden des Teilrings aller Elemente mit 
nichtnegativer Bewertung liefert eine "Aquivalenz von
Kategorien
\begin{displaymath}
\begin{array}{ccc}
\left\{
\begin{array}{c}
\text{diskret bewertete K"orper,}\\
\text{bewertungsvertr"agliche}
\\
\text{K"orperhomomorphismen}
\end{array}
\right\}
&\sirra &
\left\{
\begin{array}{c}
\text{diskrete Bewertungsringe,}\\
\text{lokale Ringhomomorphismen}
\end{array} 
\right\}\\[7mm]
(K,v) & \mapsto & {\frak o}_K \pdef \{ x \in K \mid v(x) \geq 0\}
\end{array}
\end{displaymath}
 Die Uniformisierenden des diskreten Bewertungsrings ${\frak o}_K$ sind 
dabei genau die Elemente unseres diskret
bewerteten K"orpers mit Bewertung Eins.
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
  Man verwendet diese Entsprechung, um die Begriffe 
 {\bf Verzweigungsgrad}\index{Verzweigungsgrad} und 
{\bf unverzweigt}\index{unverzweigt} auf den Fall lokaler
Ringhomomorphismen diskreter Bewertungsringe zu
"ubertragen.\label{VZFG}  Im Fall eines
lokalen Ringhomomorphismus 
diskreter Bewertungsringe $(A,\frak m)\ra (B,\frak n)$
ist der Verzweigungsgrad mithin das 
$d\geq 1$ mit $B\mathfrak m =\mathfrak n^d$.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
Sei $X$ eine zusammenh"angende Riemann'sche Fl"ache und $x\in X$ ein
Punkt. Dem diskret bewerteten K"orper $\cal M^{\op{an}}_x$ der
\glqq meromorphen Funktionskeime bei $x$\grqq\  entspricht unter unserer
"Aquivalenz der Ring $\cal O^{\op{an}}_x$ der
\glqq holomorphen Funktionskeime bei $x$\grqq. Eine Uniformisierende w"are
in diesem Fall ein holomorpher Funktionskeim
 $u$ bei $x$ mit einer
einfachen Nullstelle bei $x$. 
Per definitionem besitzt $x$ eine zusammenh"angende offene Umgebung $U\co X$,
auf der sich unser Funktionskeim $u$ realisieren l"a"st
und auf der $u$ sogar  einen
Isomorphismus von bepunkteten Riemann'schen Fl"achen 
$$u:(U,x)\sira (W,0)$$ mit $W=u(U)\co \DC$ induziert. 
Man sagt dann auch, die Funktion $u$ liefere eine
\glqq Uniformisierung der Riemann'schen Fl"ache $X$ in einer Umgebung von $x$\grqq\ 
und daher r"uhrt die Bezeichnung \glqq Uniformisierende\grqq\  im Beweis von
\ref{dBr}.  
\end{Beispiel}

\begin{proof}
  Sei $(K,v)$ ein diskret bewerteter K"orper.
  Offensichtlich ist ${\frak o}_K \subset K$ ein Teilring und seine
 Einheitengruppe ist
$
{\frak o}^\times _K =\{x \in K \mid v(x) =0\}.
$
Die Nichteinheiten von ${\frak o}_K$ bilden also ein Ideal 
$
\mathfrak m_K =\{x \in K \mid v (x) \geq 1\}
$,
das notwendig das einzige maximale Ideal sein mu"s.
Jedes $\pi \in K$ mit $v(\pi) =1$ liefert einen Gruppenisomorphismus
$$
  \begin{array}{ccc}
{\frak o}^\times _K \times \mathbb Z &\sira  &
K^\times \\ (u,n) &\mapsto &u \pi^n
\end{array}
$$
Dieselbe Abbildung induziert auch eine Bijektion 
${\frak o}^\times_K \times \mathbb N \sira 
{\frak o}_K \backslash 0$.
Die Ideale von ${\frak o}_K$ sind also genau das 
Nullideal und die Ideale $\langle \pi^n \rangle $ f"ur $n \in 
\mathbb N$.
Das zeigt, da"s unser Ring ${\frak o}_K$ ein Hauptidealring 
ist und $\pi$ bis auf Einheiten sein einziges irreduzibles
Element.
Weiter liefert jeder K"orperhomomorphismus 
$\varphi : K \rightarrow L$ von diskret bewerteten K"orpern
mit $v_L (\varphi (x)) \in \mathbb N_{> 0} v_K (x) \; \forall x \in K$
einen
Ringhomomorphismus 
$\varphi :{\frak o}_K\ra {\frak o}_L$ mit 
$\varphi^{-1}({\frak m}_L)={\frak m}_K$. Damit liefert die Vorschrift aus
unserem Lemma in der Tat einen
Funktor der beschriebenen Art.
Der Rest des Beweises kann dem Leser "uberlassen bleiben.
\end{proof}


\begin{Satz}[\textbf{Gradformel\index{Gradformel}}] 
  Gegeben eine modulendliche Erweiterung  $A\subset B$ von Dedekindringen
  gilt f"ur jedes maximale Ideal
$\frak m\in \op{Max} A$ die Identit"at\label{GrFr} 
$$[{\op{Frac}}B:{\op{Frac}}A]
=\sum_{ \frak n\cap A=\frak m}d(B_{\frak n}/A_{\frak m})\cdot[B/\frak n:A/\frak
m] $$
mit der Summe  "uber alle 
$\frak n\in \op{Max}B$ mit $\frak n\cap A=\frak m$ und
$d(B_{\frak n}/A_{\frak m})$  dem Verzweigungsgrad im Sinne von
 \ref{VZFG}.   
\end{Satz}

\begin{Bemerkunge}
  In der Zahlentheorie schreibt man diese Identit"at meist mit
anderen Symbolen. Ist genauer $L/K$ eine Erweiterung von Zahlk"orpern
und $\mathfrak p\subset \mathfrak o_K$ ein maximales Ideal 
des Ganzheitsrings von
$K$, so liest sich unsere Formel in der dort "ublichen Notation
$$[L:K]
=\sum_{ \mathfrak p|\mathfrak P}e(\mathfrak P/\mathfrak p)
f(\mathfrak P/\mathfrak p) $$
Im Fall einer primitiven $p^r$-ten Einheitswurzel $\zeta\in\DC$
und der Erweiterung $\DQ(\zeta)/\DQ$ finden wir mit \ref{EWDe} die Ganzheitsringe
$\DZ[\zeta]\supset \DZ$ und "uber dem maximalen Ideal $\langle p\rangle\subset \DZ$ liegt, nun nach dem Beweis von  \ref{EWDe}, genau ein maximales Ideal $\langle \zeta-1\rangle\subset\DZ[\zeta]$
und der Verzweigungsgrad ist $e=p^{r-1}(p-1)$ und der Grad der Erweiterung der
Restklassenk"orper ist $f=1$.
Dahingegen entsprechen f"ur eine Primzahl $l$ und jedes zu $l$ teilerfremde $n\geq 1$ und jede primitive $n$-te Einheitswurzel $\zeta\in \DC$ 
die "uber dem maximalen Ideal
$\mathfrak p=\langle l\rangle\subset \DZ$ liegenden
maximalen Ideale von $\DZ[\zeta]$ eineindeutig den irreduziblen Faktoren
des Bildes $\bar \Phi_n\in\mathbb F_l[X]$ des $n$-ten Kreisteilungspolynoms
$\Phi_n\in\DZ[X]$, und ist genauer $\bar \Phi_n=Q_1\ldots Q_s$ die
Zerlegung in irreduzible Faktoren und sind $\mathfrak P_i=\langle l, Q_i\rangle\subset \DZ[\zeta]$ die zugeh"origen
maximalen Ideale, so haben wir $e(\mathfrak P_i/\mathfrak p)=1$ und
$f(\mathfrak P_i/\mathfrak p)=\op{grad}Q_i$, alles nach dem Beweis von \ref{EWDe}. 
\end{Bemerkunge}



\begin{Bemerkungl}
  Unsere Endlichkeitss"atze von eben liefern zwei typische 
Situationen, in denen dieser Satz anwendbar ist:
Einerseits nach \ref{EGAv}
f"ur einen Dedekindring $A$, eine endliche separable Erweiterung
$L/{\op{Frac}}A$ und $B$ den ganzen Abschlu"s von $A$ in $L$.
Diese Situation trifft man oft in der Zahlentheorie an.
Oder nach \ref{EgaA}
 f"ur einen Dedekindring $A$, der ringendlich ist "uber einem 
vorgegebenen Grundk"orper,
eine beliebige endliche K"orpererweiterung
$L/{\op{Frac}}A$ und $B$ den ganzen Abschlu"s von $A$ in $L$.
Das ist der \glqq geometrische\grqq\  Fall einer \glqq verzweigten "Uberlagerung 
von algebraischen Kurven\grqq, der f"ur mich insbesondere im Fall
des Grundk"orpers $\DC$ der Anschauung gut zug"anglich ist.
Allerdings wird man im Fall eines algebraisch abgeschlossenen Grundk"orpers
in der Situation des Satzes stets  $[B/\frak n:A/\frak
m]=1$ finden, weshalb dieser Faktor  meiner Anschauung schlechter
zug"anglich ist. Man sieht ihn aber deutlich im Fall 
der Erweiterung $\DR[T]\subset\DC[T]$. 
\end{Bemerkungl}


\begin{proof}
  Nach \ref{UBIE} ist unsere Summe endlich. Die Lokalisierung 
$B_{\frak m}$ von $B$ nach $A\backslash \frak m$ 
ist modulendlich und torsionsfrei "uber dem Hauptidealring 
$A_{\frak m}$,  also frei vom Rang $[{\op{Frac}}B:{\op{Frac}}A]$. 
Damit ist auch $\bar B\pdef B/\frak m B$ frei von demselben Rang "uber 
dem K"orper $\bar A\pdef A/\frak m$
und nach \ref{ZMEL} liefern die Abbildungen in die Lokalisierungen
f"ur unseren Kring endlicher L"ange $\bar B$ einen Isomorphismus 
$$\bar B\sira \prod_{ \frak n\cap A=\frak m}\bar B_{\bar{\frak n}}$$
mit $\bar{\frak n}$ dem Bild von  ${\frak n}$ in $\bar B$.  
Da Lokalisierung nach \ref{LQ} mit Restklassenbildung vertauscht,
ist die nat"urliche Abbildung ein Isomorphismus
$B_{\frak n}/\frak m B_{\frak n}\sira \bar B_{\bar{\frak n}}$.
Per definitionem haben wir $\frak m B_{\frak n}=\frak n_{\frak n}^d$
f"ur $d$ der zugeh"orige Verzweigungsgrad, folglich 
hat $B_{\frak n}/\frak m B_{\frak n}$ die L"ange alias Dimension $d$ als 
Modul "uber $B/{\frak n}$ und dann eine entsprechend vervielfachte
Dimension als Vektorraum "uber $A/\frak m$. 
\end{proof}


 \begin{Bemerkungl}
   Ist $A\subset B$ eine modulendliche Erweiterung von Dedekindringen,
   so ist  notwendig $B$ der ganze Abschlu"s
von $A$ in ${\op{Frac}}(B)$.
 \end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Galoistheorie f"ur lokale und globale Erweiterungen}] 
  Sei eine modulendliche Erweiterung $A\subset B$  von Dedekindringen gegeben,
die eine normale Erweiterung der Bruchk"orper induziert.
Sei $G$ deren Galoisgruppe und sei $\mathfrak n\subset B$ ein maximales Ideal
mit Bild $\mathfrak m\pdef\mathfrak n\cap A$. So ist die 
auf den Restklassenk"orpern induzierte Abbildung 
$\bar A\ra \bar B$ eine normale K"orpererweiterung und die
offensichtliche Abbildung  eine Surjektion 
$$G_{\mathfrak n}\sra \op{Gal}(\bar B/\bar A)$$
der Standgruppe $G_{\mathfrak n}$ von $\mathfrak n$, 
der sogenannten 
\emph{\bf Zerlegungsgruppe von 
$\mathfrak n$},\index{Zerlegungsgruppe} 
auf die
Galoisgruppe der Erweiterung der Restklassenk"orper.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Der Kern des Homomorphismus aus dem Satz hei"st die
{\bf Tr"agheitsgruppe von $\mathfrak n$}.\index{Tr"agheitsgruppe}
Sind die beteiligten K"orpererweiterungen der Bruchk"orper sowie der
Restklassenk"orper auch noch separabel, 
wie zum Beispiel nach \eref{bser}{AL} im Fall von
Zahlk"orpern, so zeigt die Gradformel 
zusammen mit dem folgenden Beweis,
da"s die Kardinalit"at der Tr"agheitsgruppe 
mit dem Verzweigungsindex
"ubereinstimmen mu"s. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
 Das Minimalpolynom von 
$b\in B$ zerf"allt mit Nullstellen in $B$
und folglich mit Koeffizienten in $A$ und kann folglich 
modulo  $\mathfrak m$ reduziert werden. Das zeigt die Normalit"at.
Betrachten  wir nun 
den Invariantenring der Standgruppe $C\pdef B^{G_{\mathfrak n}}$,
so bilden nach \ref{SpvI} die maximalen Ideale in $B$
"uber $\mathfrak l\pdef C\cap\mathfrak n$ eine  $G_{\mathfrak n}$-Bahn, 
die folglich nur aus dem einzigen Punkt $\mathfrak n$ bestehen kann. 
Ein Vergleich der Gradformeln \ref{GrFr} f"ur $C\subset B$ und $A\subset B$ 
 zeigt $d(B_{\frak n}/A_{\frak m})=d(B_{\frak n}/C_{\frak l})$
und $ [B/\frak n:C/\frak
l]= [B/\frak n:A/\frak
m] $. Daraus hinwiederum folgt mit der Notation 
$\bar C\pdef C/\mathfrak l$, da"s die Einbettung einen Isomorphismus
$\bar A\sira\bar C$ liefert. Es reicht also zu zeigen,
da"s die offensichtliche Abbildung eine 
Surjektion
$$G_{\mathfrak n}\sra \op{Gal}(\bar B/\bar C)$$
induziert. Nun ist nach \eref{NGre}{AL} der Fixk"orper 
der Galoisgruppe
von  $F\subset \bar B$ rein inseparabel "uber $\bar C$.
Andererseits gibt es nach dem Satz vom
primitiven Element ein $\bar b\in \bar B$ mit $\bar B=F[\bar b]$.
Ist $b\in B$ ein Urbild von $\bar b$,
so hat das  Minimalpolynom von $b$ wie zu Anfang des Beweises
besprochen  Koeffizienten in
$C$ und kann folglich modulo $\mathfrak l$ reduziert werden. 
Die Operation von $G_{\mathfrak n}$ auf den
Nullstellen des Minimalpolynoms von $\bar b$ ist folglich transitiv.  
Das aber zeigt die behauptete Surjektivit"at.
\end{proof}
  
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
  Man zeige, da"s f"ur $p\in\DN$ eine Primzahl 
  das Ideal $\langle p\rangle$ in $\DZ[\sqrt{-5}]$
  zerf"allt als das Produkt der beiden Ideale $\langle p, 1+\sqrt{-5}\rangle$
  und  $\langle p, 1-\sqrt{-5}\rangle$, wenn $(-5)$ ein Quadrat ist modulo $p$,
  und da"s andernfalls das Hauptideal $\langle p\rangle$ auch in  $\DZ[\sqrt{-5}]$ maximal ist. Im Spezialfall $p=2$ und nur in diesem
  gilt zus"atzlich
  $\langle p, 1+\sqrt{-5}\rangle=\langle p, 1-\sqrt{-5}\rangle$.
\end{Ubung}

\subsection{Spur und Diskriminante*}
\begin{Bemerkungl}
Gegeben ein Kring  $k$ und ein freier endlich erzeugter $k$-Modul $M$ ist die {\bf Spur}\index{Spur!auf freiem Modul} 
$\op{tr}=\op{tr}_k : \op{End}_k M \rightarrow k$ definiert als die 
Verkn"upfung von kanonischen Homomorphismen\label{SPPa}  
\begin{equation*}
 \op{End}_k M \sila M \otimes_k \op{Hom}_k (M, k) \rightarrow k
\end{equation*}
Wir k"onnen diese 
Spur berechnen als die Summe der Diagonaleintr"age einer
darstellenden Matrix in Bezug auf eine und jede Basis von $M$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Spur auf projektivem Modul}]
 Die vorhergehende
 Definition bleibt sinnvoll f"ur einen Kring $k$ und
 einen projektiven
endlich\index{Spur!auf projektivem Modul} 
 erzeugten $k$-Modul $M$ und liefert auch
dann eine Spurabbildung $\op{tr} : \op{End}_k M \rightarrow k$.
\end{Bemerkungl}





\begin{Bemerkungl}[\textbf{Spur und Erweiterung der Skalare}] 
Die Spur ist vertr"aglich mit der Erweiterung von Skalaren. 
Ist genauer $\varphi : k\ra K$ ein Kringhomomorphismus
 und $M$ ein freier oder allgemeiner projektiver endlich erzeugter $k$-Modul
und $f\in\op{End}_kM$ ein Endomorphismus und
$\op{id}\otimes_k f\in\op{End}_K(K\otimes_kM)$ der 
entsprechend erweiterte  Endomorphismus, 
so gilt die Identit"at
$$\varphi(\op{tr}_k(f))=\op{tr}_K(\op{id}\otimes_k f)$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Spur nilpotenter Endomorphismen}] 
Jeder nilpotente Endomorphismus hat nilpotente Spur. 
Um das einzusehen, mag man beachten, da"s wir nach \ref{SPI}  
nur zu zeigen brauchen, da"s die Spur eines 
nilpotenten Endomorphismus in jedem Primideal liegt. 
Mit Erweiterung der Skalare k"onnen wir uns so erst 
auf den Fall eines Integrit"atsbereichs und dann auf\label{SnE}  
den Fall eines K"orpers zur"uckziehen, und in letzterem Fall folgt 
es aus "Ubung \eref{niOD}{LA1}. 
Ich h"atte gerne ein vergleichbar elementares Argument, 
das nicht via \ref{SPI} auf dem Zorn'schen Lemma beruht.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Spur eines Kommutators}] 
 Gegeben freie oder allgemeiner projektive endlich erzeugte Moduln $M,N$ "uber einem Kring $k$ und
Homomorphismen $f: M \rightarrow N$ und $ g: N \rightarrow M$ gilt
\begin{equation*}
 \op{tr} (fg) = \op{tr} (gf)
\end{equation*}
Im Fall freier Moduln pr"uft man das leicht in Matrizen.
Im allgemeinen verwenden wir dazu die Notation  $M^\ast \pdef \op{Hom}_k (M,k)$
und die Behauptung folgt aus der Kommutativit"at des Diagramms
\begin{displaymath}
 \xymatrix{
&N \otimes N^\ast \ar[dr] &\\
M \otimes M^\ast \otimes N \otimes N^\ast \ar[dr]\ar[ur]&  & k\\
&M\otimes M^\ast \ar[ur] &
}
\end{displaymath}
mit den durch Evalutionen gegebenen Morphismen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
 Gegeben ein Kring $k$ und eine modulendliche $k$-Algebra $A$, die frei oder allgemeiner projektiv ist
als $k$-Modul, erhalten wir wie in \eref{SpFFO}{NAS} mit \ref{SPPa} eine $k$-lineare Abbildung
\begin{eqnarray*}
 \op{Tr}= \op{Tr}_k : A & \rightarrow & k\\
a & \mapsto & \op{tr} ((a\cdot) : A \rightarrow A)
\end{eqnarray*}
und k"onnen 
so die $k$-bilineare Abbildung $A \times A \rightarrow k$, $(a,b) \mapsto \op{Tr} (ab) = \op{tr} ((ab) \cdot)$
betrachten. Sie  hei"st auch in dieser Allgemeinheit
 die \defind{Spurform}. Wieder gilt $(a,b) = (b,a)$ und $(ax ,b) = (a, xb)$ f"ur
alle $a,b,x \in A$.
\end{Definition}
\begin{Satz}[\textbf{Endliche \'etale "Uberlangerungen eines K"orpers}] 
  Seien $k$ ein K"orper und $A$ eine modulendliche
  $k$-Kringalgebra. Genau dann ist $A$ ein Produkt von separablen
  K"orpererweiterungen von $k$, wenn die Spurform nicht ausgeartet ist.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungw}
Ein Kringhomomorphismus $k\ra A$ hei"st allgemein 
{\bf modulendlich \'{e}tale}\index{etale@\'etale!modulendlich}  
oder auch eine {\bf endliche \'{e}tale "Uberlagerung},
 wenn\index{etale "Uberlagerung@\'etale "Uberlagerung} 
 $A$ ein endlich erzeugter projektiver
$k$-Modul ist und die Spurform $(a,b)\mapsto \op{Tr}_k(ab)$ 
einen Isomorphismus $A\sira\op{Hom}_k(A,k)$ induziert. 
\end{Bemerkungw}
\begin{proof}
  Jedes nilpotente Element von $A$ liegt nach \ref{SnE} im Radikal der Spurform.
  Wenn sie nicht ausgeartet ist, besitzt demnach $A$ keine nilpotenten
  Elemente und mit \ref{NRKO} folgt, da"s $A$ ein Produkt von K"orpern
  ist, die nach dem Separabilit"atskriterium \ref{SEN} alle  "uber $k$ separabel sind.
Die andere Implikation folgt sofort aus der anderen Implikation in \ref{SEN}.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
  In Charakteristik Null ist unser Satz  auch eine direkte Konsequenz 
  des Spurkriteriums f"ur Halbeinfachkeit \eref{SpuK}{NAS},
  das sogar f"ur nicht notwendig kommutative 
 $k$-Ringalgebren gilt.
\end{Bemerkungl}



\begin{Definition}\label{DisEE} 
  Gegeben ein Kring $k$ und eine $k$-Kringalgebra
  $A$, die frei  von endlichem
 Rang  oder zumindest endlich erzeugt und projektiv ist
 als $k$-Modul, vereinbaren wir
f"ur  $a_1, \ldots, a_n\in A$ die Notation\index{Dis@$\op{Dis}$ Diskriminante}
\begin{equation*}
 \op{Dis}_{A/k} (a_1, \ldots, a_n)=\op{Dis} (a_1, \ldots, a_n)\pdef\op{det} (\op{Tr} (a_i a_j)^n_{i,j =1})
\end{equation*}
Wir nennen dieses Element die
{\bf Diskriminante der Elemente $a_1,\ldots,a_n$}.
\index{Diskriminante!von Elementen} 
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben ein K"orper $k$ und eine modulendliche $k$-Kringalgebra $A$
  ist offensichtlich die Spurform von $A$ genau dann nicht ausgeartet,
  wenn f"ur eine und jede $k$-Basis $a_1,\ldots, a_n$ von $A$ gilt
  $$\op{Dis}(a_1,\ldots, a_n)\neq 0$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Seien $k$ ein Kring und $A$ eine freie modulendliche $k$-Kringalgebra.
Liegen Elemente $b_1,\ldots,b_n\in A$ im $k$-Spann von
weiteren Elementen $a_1,\ldots,a_n\in A$,
so gilt offensichtlich  $\op{Dis} (b_1, \ldots, b_n)=c^2 \op{Dis} (a_1, \ldots, a_n)$
f"ur ein $c\in k$.
F"ur je zwei $k$-Basen von $A$ 
unterscheiden sich insbesondere diese Elemente h"ochstens um die
Multiplikation 
mit dem Quadrat einer Einheit $c \in k^\times$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Seien $k$ ein Kring und $A$ eine freie oder zumindest
  projektive mo\-dul\-end\-li\-che $k$-Kringalgebra.
  Gegeben ein Kringhomomorphismus $\varphi:k\ra K$
  und $a_1,\ldots, a_n\in A$ gilt offensichtlich
$$\varphi:\op{Dis}_{A/k}(a_1,\ldots, a_n)\mapsto\op{Dis}_{A\otimes_kK/K}(a_1\otimes 1,\ldots, a_n\otimes 1)$$
\end{Bemerkungl}
  

\begin{Bemerkungl}
Gegeben ein Kring $k$ und eine $k$-Algebra  $A$, die frei ist von endlichem
 Rang $n$ oder modulendlich  und projektiv
 als $k$-Modul mit demselben Rang $n$ nach Lokalisierung an jedem
 Primideal von $k$ 
 nennen wir das von allen
 $\op{Dis}(a_1,\ldots,a_n)$ mit $a_1,\ldots, a_n\in A$
 erzeugte Ideal von $k$ das 
 \defind{Diskriminantenideal} $\op{Dis}_{A/k}$ von $A$. Nach dem Vorhergehenden
 gilt f"ur ein maximales Ideal $\mathfrak m\in\op{Max}A$ genau dann
 $\mathfrak m\supset \op{Dis}_{A/k}$, wenn die Spurform
 der $A/\mathfrak m$-Kringalgebra $A/\mathfrak m A$ ausgeartet ist.
\end{Bemerkungl}




\begin{Satz}[\textbf{Diskriminantenideal und Diskriminante}]
Gegeben $k$ ein Kring und $P\in k[T]$ ein normiertes Polynom\label{DisA} 
 stimmt f"ur $A \pdef k [T] / \langle P \rangle$ unser
Element $
 \op{Dis} (1, \bar{T}, \ldots , \bar{T}^{n-1})
$  aus 
\ref{DisEE} bis auf ein Vorzeichen "uberein mit der
Diskriminante des Polynoms $P$ im Sinne von \eref{DeDia}{AL}. 
Insbesondere wird das Dis\-kri\-mi\-nan\-ten\-ide\-al von $A/k$ erzeugt von
der Diskriminante des Polynoms $P$. 
\end{Satz}


\begin{proof}
Da beide Seiten mit Erweiterungen von $k$ vertauschen, d"urfen wir 
ohne Beschr"ankung annehmen, 
$k$ sei der Ring der symmetrischen Funktionen
$k\pdef \mathbb Z [{}^\prime\zeta_1 , \ldots , \zeta_n]^{\mathcal S_n}$.
Bekanntlich gilt
$k= \mathbb Z [{}^\prime s_1 , \ldots , s_n]$ 
  f"ur die
$s_i \in k$, 
die
durch die Identit"at
$P (T) := T^n + s_1 T^{n-1} + \ldots + s_n 
= (T + \zeta_1) \ldots (T + \zeta_n)$ in
$\mathbb Z [{}^\prime\zeta_1 , \ldots , \zeta_n][T]$
gegeben werden. Ich behaupte, 
da"s f"ur $A \pdef k [T] / \langle P \rangle$ in der Notation aus 
\ref{DisEE} gilt
\begin{equation*}
 \op{Dis} (1, \bar{T}, \ldots , \bar{T}^{n-1}) = (-1)^{n(n-1)/2} \prod_{i \neq j} (\zeta_i - \zeta_j)
\end{equation*}
Man zeigt das wie \eref{FoDis}{AL}.
Die linke Seite ist per definitionem ein Element von $k$. 
Unter der Skalarerweiterung $\otimes_\DZ\DQ$ 
wird die linke Seite ein symmetrisches Polynom in den $\zeta_i$
mit rationalen Koeffizienten.
Dies Polynom hat dort Nullstellen, wo $P$ mehrfache Nullstellen
hat, da dort $A = k [T] / \langle P \rangle$ 
zu einem Ring von Null verschiedenen nilpotenten Elementen
spezialisiert. Wie in \eref{FoDis}{AL} folgt, da"s
die rechte Seite nach "Ubergang zu $\DQ$-Koeffizienten 
die linke Seite teilt. Mit 
Gradbetrachtungen und dem Vergleich von Leitkoeffizienten 
zeigen wir nun auch noch die Gleichheit bis auf Vorzeichen.
Die $\DZ$-Graduierung auf
$\mathbb Z [{}^\prime\zeta_1 , \ldots , \zeta_n][T]$, 
in der alle $\zeta_i$ ebenso wie $T$ den Grad Eins haben,
induziert eine $\DZ$-Graduierung auf
$k[T]$, in der $P$ homogen ist vom Grad $n$ und die Multiplikation mit
$\bar T$ homogen vom Grad Eins. Die Leibnizformel zeigt dann,
da"s  $\op{Dis} (1, \bar{T}, \ldots , \bar{T}^{n-1})$ homogen ist vom Grad 
$n(n-1)$, so da"s unsere Behauptung bis auf einen Faktor aus $\DQ$ schon mal
richtig sein mu"s. Um besagten Faktor zu bestimmen, 
w"ahlen wir eine primitive $n$-te Einheitswurzel $\zeta$ und spezialisieren
zu $\zeta_i=-\zeta^i$. 
Dann spezialisiert die rechte Seite nach einer bereits in \eref{FoDis}{AL}
ausgef"uhrten Rechnung 
zu $(-1)^{n-1} n^n$,
auf der linken Seite dahingegen ergibt sich $P=T^n-1$ sowie 
$\op{Tr}(\bar T^a)=n$ falls $n|a$ und Null sonst. Damit
folgt durch elementare Rechnung 
 $\op{Dis} (1, \bar{T}, \ldots , \bar{T}^{n-1}) =n^n (-1)^{n-1}(-1)^{n(n-1)/2}$.
Der Vergleich dieser Resultate zeigt die Behauptung.
\end{proof}
\begin{Bemerkunge}
Gegeben ein Kringhomomorphismus $k\ra A$ erinnere ich an den
Modul der relativen Differentiale $\Omega_{A/k}$.
 Nach  \eref{Daffo}{AAG}  liefert 
f"ur $k$ einen Kring und $P\in k[T]$ ein Polynom 
und $A = k [T] / \langle P \rangle$ den Quotienten nach $P$  
das Multiplizieren mit ${\op{d}}T$ einen Isomorphismus von $A$-Moduln
\begin{eqnarray*}
k [T] / \langle P, P^\prime \rangle\;\; \sira \;\;
 \Omega_{A/k} 
\end{eqnarray*}
Es scheint recht klar, da"s das Diskriminantenideal eng mit diesem Modul verwandt ist.
Ich erwarte, da"s es genau das Quadrat des Annullatorideals von $\Omega_{A/k}$ ist.
\end{Bemerkunge}


\begin{Korollar}[\textbf{Diskriminatenideal und Verzweigung}]
  Sei $A\subset B$ eine modulendliche Erweiterung von
  Dedekindringen. Die maximalen Ideale  $\mathfrak m\in \op{Max}A$
  mit $\mathfrak m\supset \op{Dis}_{B/A}$ sind genau
  die Stellen, "uber denen  es ein $\mathfrak n\in \op{Max}B$
  gibt, das entweder echt verzweigt, in Formeln  $d(B_{\frak n}/A_{\frak m})>1$,
  oder
  f"ur das $B/\frak n$ inseparabel ist "uber
  $A/\frak m$.
\end{Korollar}
\begin{Bemerkungl}
  Sowohl im Fall von Ganzheitsringen von Zahlk"orpern als auch im
  geometrischen Fall sind also die maximalen Ideale "uber dem Diskriminatenideal
  genau die Verzweigungsstellen, da in beiden F"allen $A/\frak m$
  vollkommen ist und keine inseparablen Erweiterungen besitzt.
\end{Bemerkungl}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
  Sei $d\in\DZ\backslash\{0,1\}$ ohne mehrfache Primfaktoren. 
 Aus  \ref{GQZ} erinnern wir die Beschreibung der Ganzheitsringe  
  $$\mathfrak o_{\DQ(\sqrt d)}=\left\{\begin{array}{ll}
  \DZ+\DZ\sqrt d& d\not\in 1+4\DZ,\\
  \DZ+\DZ\big((1+\sqrt d)/2\big)&d\in 1+4\DZ.
 \end{array}\right.$$
 Die Minimalpolynome von $\sqrt d$ bezihungsweise
$(1+\sqrt d)/2$ 
 sind $T^2-d$ beziehungsweise
 $T^2-T+ (1-d)/4$. Die Diskriminante dieser Polynome
 erzeugt das Diskriminantenideal und ergibt sich mit \eref{DQUA}{AL}
 zu $4d$ beziehungsweise $d$. Im ersten Fall verzweigen also die Zwei und alle
 Primteiler von $d$, im zweiten Fall nur die Primteiler von $d$. 
\end{Ubung}
%\newpage
\subsection{Glatte projektive Kurven*}
\label{gPk} 
\begin{Bemerkungl}
Eine  "aqui-eindimensionale 
$k$-Variet"at hei"st  eine 
{\bf Kurve}\index{Kurve!algebraische Variet"at} und eine
  "aqui-ein\-di\-men\-sio\-na\-le 
$k$-Pr"avariet"at   eine 
{\bf Pr"akurve}\index{Pr"akurve} 
Insbesondere verstehen wir eine Kurve stets "uber einem algebraisch abgeschlossenen Grundk"orper.
Eine
{\bf projektive Kurve}\index{projektive Kurve}\index{Kurve!projektive} 
ist eine Kurve, 
f"ur die eine abgeschlossene Einbettung in einen projektiven
Raum $\mathbb P^n k$  existiert. Ich betone, da"s wir die Einbettung
hier nicht als Teil des Datums sehen, da"s
projektive Kurven also durchaus
auch dann isomorph sein k"onnen, wenn sie in verschiedenen $\mathbb P^n k$
und $\mathbb P^m k$ liegen. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{K"orper und ihre Kurven}] 
  Gegeben $k=\bar k$ ein algebraisch abgeschlossener K"orper
  liefert das Bilden des K"orpers der
rationalen Funktionen  eine "Aquivalenz von Kategorien
\label{FKKn}\begin{displaymath}
\begin{array}{ccc}
 \left\{ \begin{array}{c}
          \text{Glatte irreduzible}\\
\text{projektive Kurven "uber }k, \\
\text{ nichtkonstante Morphismen} 
         \end{array}\right\} & \overset{\approx}{\rightarrow} &
\left\{ \begin{array}{c}
         \text{K"orperendliche}\\
\text{K"orpererweiterungen von }
k \\
\text{vom Transzendenzgrad Eins}   \end{array}\right\}^{\op{opp}}\\[8mm]
X & \mapsto & \mathcal M (X)\;\;\;\;
\end{array}
\end{displaymath}
\end{Satz}


\begin{Bemerkunge}
 Mir gef"allt die alternative Formulierung noch besser, bei der 
 links die Kategorie aller glatten irreduziblen %separierten
 \glqq vollst"andigen\grqq\ 
Kurven steht.
Eine Variet"at ist per definitionem  \glqq vollst"andig\grqq,
 wenn ihre Projektion auf einen Punkt eigentlich ist im 
Sinne von \ref{eiMO}. Der Beweis bleibt fast derselbe, man mu"s nur
am Ende statt mit \ref{FosK} mit \eref{FVv}{AAG} argumentieren. 
\end{Bemerkunge}

\begin{proof}
Wir 
bezeichnen die Kategorie aller k"orperendlichen K"orpererweiterungen
von $k$ vom Transzendenzgrad Eins  mit
$\mathscr T$.
Wir 
bezeichnen die Kategorie aller glatten irreduziblen projektiven
Kurven  "uber $k$ mit $\mathscr{E}\!\mathscr{P}$
und die Kategorie aller glatten eindimensionalen
irreduziblen Pr"avariet"aten "uber $k$ mit $\mathscr E$,
jeweils mit nichtkonstanten Morphismen von
Pr"avariet"aten als Morphismen.
Der Satz behauptet, da"s der Funktor
$\mathcal M:\mathscr E\ra \mathscr T^{\op{opp}}$ eine "Aquivalenz 
von Kategorien $$\mathcal M:\mathscr{E}\!\mathscr{P}\sirra \mathscr T^{\op{opp}}$$ 
induziert. Um das zu zeigen, konstruieren wir einen
 quasiinversen Funktor $\mathcal{B}$. 
 Das hinwiederum geschieht in mehreren Schritten.

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Konstruktion der M"ochte-Gern-Kurve $\mathcal{B}(K)$ als Menge}]
Ich erinnere an den Begriff einer diskreten Bewertung 
\ref{diBe} eines K"orpers.  Gegeben eine endlich
  erzeugte K"orpererweiterung $K/k$ vom Transzendenzgrad Eins betrachten wir
  die Menge
  \begin{equation*}
    \mathcal{B}=\mathcal{B}(K)  \pdef \{v: K \rightarrow \mathbb Z 
\sqcup \{\infty\} \mid v \text{ ist diskrete Bewertung}\}
  \end{equation*}
   Gegeben ein Homomorphismus
$K\hra L$ von endlich
  erzeugten K"orpererweiterungen von $k$ vom Transzendenzgrad Eins 
und eine diskrete Bewertung $v:L\sra \DZ\sqcup\{\infty\}$ 
gilt $v(K^\times)\neq 0$ nach \ref{Rbw}. Folglich 
existieren eine wohlbestimmte diskrete Bewertung $w:K\sra
\DZ\sqcup\{\infty\}$
und ein wohlbestimmtes $d\in\DN_{>0}$ mit $v|_K=dw$ und die Vorschrift
$v\mapsto w$ liefert eine Abbildung
  $
    \mathcal{B}(L)\ra \mathcal{B}(K)  
  $. Man erkennt ohne weitere Schwierigkeiten, da"s wir so einen Mengenfunktor
konstruiert haben.
  \end{Bemerkungl}
%\newpage
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Konstruktion einer 
Transformation $\op{can}:\op{Vergi"s}\RA \mathcal{B}\circ\mathcal M$}]
Bezeichne $\op{Vergi"s}:\mathscr E\ra \op{Ens}$ den offensichtlichen Funktor,
der jeder Pr"avariet"at die zugrundeliegende Menge zuordnet. 
  Ist $X$ eine irreduzible glatte eindimensionale Pr"avariet"at 
"uber $k$, so erhalten wir nach \ref{dBr} eine
kanonische\label{oaX} 
  Abbildung $\op{can}_X : X \rightarrow \mathcal{B}(\mathcal M(X))$, indem wir jedem
  Punkt $x \in X$ die durch die Null- beziehungsweise  Polstellenordnung bei $x$ gegebene
  Bewertung $v_x : \mathcal M (X) \rightarrow \mathbb Z \sqcup \{\infty\}$
  zuordnen. Es ist leicht zu sehen, da"s diese kanonischen Abbildungen eine
Transformation von Funktoren $\op{can}:\op{Vergi"s}\RA \mathcal{B}\circ\mathcal M$ bilden.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{"Uberdeckung von $\mathcal{B}(K)$ durch Maximalspektren}] 
Wir zeigen, 
da"s f"ur jede K"orpererweiterung $K\in\mathscr T$ und jede
Bewertung $v\in \mathcal{B}(K)$ ein
"uber $k$ ring\-end\-li\-cher De\-de\-kind\-ring $A\subset K$\label{UeAff} 
 mit $K=\{a/b\mid a,b\in A, b\neq 0\}$ 
 existiert derart, da"s $v$ im Bild der kanonischen Injektion
 $$\op{can}:\op{Max}A\hra \mathcal{B}(K)$$
 aus \ref{BDeR} liegt und
da"s das Komplement des Bildes dieser Einbettung endlich ist.
Machen wir uns an die Arbeit.
Wir finden sicher $f\in K\backslash k$ mit $v(f)\geq 0$.
  Nach \ref{EdiBv} gibt es auf
einem algebraisch abgeschlossenen K"orper keine diskrete Bewertung, folglich 
haben wir 
$v(k^\times)=0$.
Der Bewertungsring $\frak o_v$ unserer Bewertung $v$ mu"s demnach
  $k[f]$ und dann auch seinen ganzen Abschlu"s
  $ A\subset K$ umfassen.  
Der Bruchk"orper $\op{Frac}A$
dieses ganzen Abschlusses mu"s nach \ref{GALL}
aber als Teilk"orper von $K$ mit dem ganzen Abschlu"s
des Bruchk"orpers von $k[f]$  in $K$  zusammenfallen und folglich 
gilt $K=\{a/b\mid a,b\in A, b\neq 0\}$.
Nach \ref{EgaA} ist $A$ ringendlich "uber $k$, also noethersch, und nach \ref{TGFH} gilt
$\op{kdim}A=\op{trgr}_k(\op{Frac}A)=1$.  Ganz abgeschlossen
ist $A$ nach Konstruktion eh,
  folglich ist $A$ ein Dedekindring und unsere kanonische Abbildung ist
nach \ref{BDeR} eine Inklusion
 $
    \op{can}:\op{Max} A \hookrightarrow \mathcal{B}(K)
  $ 
 und  ihr Bild besteht aus allen Bewertungen $v$ mit $v (f) \geq 0 $. 
Wir folgern, da"s es nur endlich viele Bewertungen $v$ mit $v(f)>0$ geben
kann, denn wegen $f\neq 0$ gibt es 
nur endlich viele maximale Ideale in $A$ "uber $f$ alias
Nullstellen von $f$ auf $\op{Max} A$. Das gilt nun aber
mit derselben Argumentation f"ur jedes Element $f\in K\backslash k$. 
Insbesondere ist das Komplement des Bildes unserer Einbettung
 endlich, besteht es doch aus
 allen Bewertungen $v$ mit $v (f) < 0 $ alias $v(f^{-1})>0$.
 Im "ubrigen zeigen unsere Argumente auch, da"s $\mathcal B(K)$ unendlich ist,
 denn die eindimensionale irreduzible Variet"at $\op{Max}A$ ist bereits unendlich. 
\end{Bemerkungl}


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\begin{Bemerkungl}[\textbf{Die M"ochte-Gern-Kurve $\mathcal{B}(K)$ als topologischer Raum}]
  Gegeben $K\in\mathscr T$ versehen wir $\mathcal{B}(K)$ mit der 
koendlichen Topologie. Abgeschlossen sind also nur ganz $\mathcal{B}(K)$ und 
seine endlichen Teilmengen.
Da $\mathcal B(K)$ unendlich ist, ist es dann irreduzibel als
topologischer Raum. F"ur jedes $X\in \mathscr E$ ist weiter
$\op{can}:X\ra \mathcal{B}(\mathcal M(X))$ stetig, denn diese Abbildung hat endliche
Fasern, sie ist\label{MgTR} 
ja f"ur $X$ affin sogar eine Injektion nach \ref{BDeR}. 
Ist weiter $K\hra L$ ein Homomorphismus von K"orpererweiterungen, so hat die
induzierte Abbildung $\mathcal{B}(L)\ra \mathcal{B}(K)$ endliche Fasern und ist mithin stetig:
In der Tat gibt es f"ur $v\in \mathcal{B}(K)$ nach dem vorhergehenden Punkt 
\ref{UeAff} einen "uber $k$ ringendlichen Dedekindring $A\subset K$  mit $K$ als
Bruchk"orper und mit $v$ im
Bild von $\op{Max}A\hra \mathcal{B}(K)$. Der ganze Abschlu"s $B$ von $A$ in $L$ ist
dann nach \ref{EgaA} auch ein  "uber $k$ ringendlicher Dedekindring  mit
$B\subset L$ mit $L$ als Bruchk"orper, und  jede Bewertung von $L$, 
die auf $A$ nichtnegativ ist, ist auch auf
$B$ nichtnegativ, weil $B$ ganz ist "uber $A$.
Im kommutativen Diagramm
$$
\begin{array}{ccc}
  \op{Max}B&\hra &\mathcal{B}(L)\\
\da&&\da\\
 \op{Max}A&\hra &\mathcal{B}(K)
\end{array}
$$ 
induziert also die obere Horizontale Bijektionen 
zwischen der Faser "uber einem Punkt und der Faser "uber seinem Bild.
 Die Fasern links sind aber endlich nach \ref{UBIE}. 
\end{Bemerkungl}


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\begin{Bemerkungl}[\textbf{Die M"ochte-Gern-Kurve $\mathcal{B}(K)$ als Pr"avariet"at "uber 
$k$}]
  Gegeben $K\in\mathscr T$ und $v \in X=X_K\pdef \mathcal{B}(K)$ 
eine diskrete Bewertung und  $ K\supset \mathfrak o_v \supset\mathfrak m_v$ 
der zugeh"orige diskrete Bewertungsring
  mit seinem maximalem Ideal liefert nach \ref{UeAff}  die
  Einbettung des Grundk"orpers 
einen Isomorphismus $k \overset{\sim}{\rightarrow} \mathfrak
  o_v /\mathfrak m_v$.  
 Gegeben $U \co X$ erkl"aren wir nun den Teilring $$\mathcal O_X (U) \subset
  \op{Ens} (U,k)$$ als die Menge aller Abbildungen $f : U \rightarrow k$, f"ur
  die ein $a \in K$ existiert derart, da"s f"ur alle $v \in U$ gilt $v (a)
  \geq 0$ und $f (v) \mapsto \bar a$ unter unserem Isomorphismus $k
  \sira \mathfrak o_v/\mathfrak m_v$.
Gegeben ein  "uber $k$ ringendlicher Dedekindring $A\subset K$ mit
${\op{Frac}}A= K$ und $\op{Max} A\sira U$ unter der kanonischen Einbettung induziert dann das Zur"uckholen
von Funktionen vermittels der  kanonischen Einbettung
$$\op{Max} A\sira U\co X$$
einen Isomorphismus $\mathcal O_X (U)\sira A$, wie man
aus  der Beschreibung \ref{Dfff}
von Definitionsbereichen rationaler Funktionen in Termen lokaler Ringe
 folgert. F"ur $U\neq\emptyset$ kommt also jedes
$f\in \mathcal O_X(U)$ von genau einem Element $a\in K$ her.
Wir sehen so, da"s die $O_X(U)$ unser $X$ zu
 einem $k$-geringten Raum machen. Weiter sehen wir, da"s unsere
Einbettungen $\op{Max} A\hra  X$ offene Einbettungen von $k$-geringten
R"aumen sind, so da"s $X$ sogar eine Pr"avariet"at "uber $k$ ist. 
Das Diagramm am Ende von \ref{MgTR} zeigt, da"s f"ur jeden Homomorphismus
von K"orpererweiterungen $K\ra L$ die induzierte Abbildung
$\mathcal{B}(L)\ra \mathcal{B}(K)$ ein Morphismus von $k$-geringten R"aumen ist,
und aus dem affinen Fall leitet man leicht ab, da"s f"ur alle 
$X\in \mathscr E$ unsere kanonische Abbildung ein  Morphismus 
$\op{can}:X\ra \mathcal{B}(\mathcal M(X))$ von $k$-geringten R"aumen
ist. Umgekehrt erhalten wir nat"urliche Isomorphismen
$ \mathcal M(\mathcal{B}(K))\sira K$, indem wir f"ur $U\co \mathcal{B}(K)=X$ nichtleer
jedem $f\in \mathcal O_X(U)$ das eindeutig bestimmte $a\in K$ zuordnen,
von dem es herkommt. 
\end{Bemerkungl}

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\begin{Bemerkungl}[\textbf{Die Kurve $\mathcal{B}(K)$ ist eine projektive $k$-Variet"at}]
Wir finden nach dem Vorhergehenden eine endliche offene "Uberdeckung $X\pdef\mathcal{B}(K) = \bigcup^n_{i=1} Y_i$ durch irreduzible  affine glatte Kurven.
Seien $\bar{Y}_i$ deren projektive Abschl"usse. Nach \ref{FosK} l"a"st sich $Y_i \hookrightarrow
\bar{Y}_i$ eindeutig zu $\bar{\varphi}_i : X \rightarrow \bar Y_i$
fortsetzen. Nun betrachte man den durch die $\bar{\varphi}_i$
gegebenen Morphismus
\begin{equation*}
 \bar \varphi : X \rightarrow \prod_{i=1}^n \bar Y_i
\end{equation*}
und setze $Y := \overline{\bar{\varphi}(X)}$.
Wenn wir zeigen k"onnen, da"s unser 
$\bar\varphi$ einen Isomorphismus $X \sira
Y$ induziert, sind wir fertig, denn Produkte projektiver Variet"aten sind projektiv nach \ref{Segre}.
Mit $X$  ist auch $Y$ irreduzibel. Weiter ist $\bar \varphi$ birational, induziert also
einen Isomorphismus $
 \mathcal M (Y) \sira \mathcal M (X)
$. 
Ich behaupte, da"s dieser Isomorphismus f"ur alle 
$x \in X$ Isomorphismen $\mathcal O_{Y, \bar{\varphi} (x)}
\sira \mathcal O_{X,x}$ induziert.
In der Tat liegt jedes $x\in X$ in einem der $Y_i$ und wir  haben 
ein kommutatives Diagramm
\begin{displaymath}
\xymatrix{
&X \ar[dr]^-{\bar{\varphi}} & \\
Y_i\ar@{^{(}->}[ur] \ar@{^{(}->}[dr]& &Y\ar@{->>}[dl]^{\op{pr}_i}\\
&\bar Y_i &
}
\end{displaymath}
Da darin das Zur"uckholen l"angs aller Pfeile Injektionen auf den lokalen
Ringen bei $x$ induziert und das Zur"uckholen l"angs $Y_i \hra \bar Y_i$ eine Bijektion,
mu"s das Zur"uckholen l"angs aller Pfeile Bijektionen auf den lokalen Ringen 
bei $x$ liefern.
Jetzt zeigen wir, da"s $\bar \varphi$ surjektiv ist. Jedes $y \in Y$ hat ja eine offene affine Umgebung
$V \co Y$.
Die Einbettung $\mathcal O (V) \hookrightarrow \mathcal O (V)^\sim$ von $\mathcal O (V)$ in seinen
ganzen Abschlu"s entspricht einer Surjektion $\op{Max} \mathcal O (V)^\sim \twoheadrightarrow \op{Max}
\mathcal O (V)$, unter der unser $y \in Y$ ein Urbild haben mu"s.
Wir sehen mit \ref{BDeR}, 
da"s dies Urbild  einer Bewertung $v \in X=\mathcal B(K)$ entspricht mit $v (\mathcal O_{Y,y}) \subset [0,\infty]$.
Wir h"atten dann aber nach Konstruktion 
\begin{displaymath}
 \mathcal O_{Y, \bar{\varphi} (v)} \supset \mathcal O_{Y,y}
\end{displaymath}
und daraus folgt $y = \bar\varphi (v) $: In der Tat folgt ja f"ur je zwei
Punkte $p,q$ einer irreduziblen Variet"at $Y$, die in einer gemeinsamen offenen affinen
Teilmenge liegen, aus der Inklusion $\mathcal O_{Y,p} \supset \mathcal O_{Y,q}$
von Teilmengen von $\mathcal M(Y)$ bereits
$p = q$. Je zwei Punkte, ja endlich viele beliebig vorgegebene
Punkte einer projektiven Variet"at liegen stets in einer gemeinsamen offenen
affinen Teilmenge, da wir ja zu endlich vielen Ursprungsgeraden in einem
Vektoraum  "uber einem unendlichen K"orper
stets eine Hyperebene finden, die keine von ihnen umfa"st. 
Da $\bar\varphi$ eh injektiv ist, mu"s  
$\bar\varphi : X \rightarrow Y$ bijektiv sein.
Da aber $\bar\varphi$ Isomorphismen auf den 
lokalen Ringen induziert, und da stets gilt
$\mathcal O (U) = \bigcap_{x \in U} \mathcal O_{X,x}$, mu"s damit 
$\bar\varphi$ schon ein Isomorphismus
sein.
\end{Bemerkungl}

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\begin{Bemerkungl}[\textbf{F"ur $X\in\mathscr{E}\!\mathscr{P}$ haben wir
 $\op{can}:X\sira \mathcal{B}(\mathcal M(X))$}]
  Es bleibt zu zeigen, da"s  f"ur 
jede glatte projektive Kurve $X$ die kanonische Abbildung einen 
Isomorphismus $X\sira \mathcal{B}(\mathcal M(X))$ liefert. Wir wissen bereits, da"s 
f"ur jede nichtleere offene affine Teilmenge $V\co X$ die kanonische
Abbildung eine offene Einbettung $V\sira U\co \mathcal{B}(\mathcal M(X))$ liefert.
Deren Inverse $U\sira V$ l"a"st sich nun aber nach \ref{FosK}
auf genau eine Weise  zu einem
Morphismus $\mathcal{B}(\mathcal M(X))\ra X$ fortsetzen, der 
dann offensichtlich invers sein mu"s zu unserer kanonischen Abbildung.
\end{Bemerkungl}\noindent
Bis auf die Aussage \ref{FosK}, deren Beweis gleich 
nachgeholt wird, beendet das den Beweis von Satz \ref{FKKn} "uber
K"orper und ihre Kurven.
\end{proof}


%\newpage








\begin{Satz}[\textbf{Morphismen glatter Kurven in projektive R"aume}]
 Sei $X$ eine Kurve oder allgemeiner Pr"akurve 
und $p\in X$ ein regul"arer Punkt.
So l"a"st sich jeder Morphismus\label{FosK} 
$\varphi : X \backslash  p \rightarrow \mathbb P^n k$
zu einem Morphismus $\bar  \varphi : X \rightarrow \mathbb P^n k$ fortsetzen.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
 Das gilt mit demselben Beweis genauso, wenn $X$ eine eindimensionale 
und "aquidimensionale Variet"at ist mit
$\mathcal O_{X,p}$ regul"ar.
Die Eindeutigkeit der Fortsetzung folgt hierbei
ohne alle Voraussetzungen aus \ref{HEPP}.
Da"s die Definitionsl"ucke $p$ ein regul"arer  Punkt von $X$ ist, 
ist wesentlich f"ur die Existenz: Sonst k"onnte man ja eine Einbettung einer
affinen
Kurve $Z \subset \mathbb P^n k$ betrachten und $X$ konstruieren, 
indem man zwei Punkte
von $Z$ wie in \ref{VeKK} verklebt zu einem Punkt $p$ von $X$.
Dann kann das mit dem Fortsetzen nat"urlich nicht mehr funktionieren. 
In \eref{FVv}{AAG} zeigen wir dieselbe Aussage allgemeiner f"ur
Morphismen in eine \glqq vollst"andige\grqq\  Variet"at. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}
 F"ur h"oherdimensionales $X$ stimmt die 
analoge Aussage nicht mehr: Man betrachte etwa die Abbildung
$\mathbb C^2 \backslash 0 \rightarrow 
\mathbb C^2 \times \mathbb P^1 \mathbb C$ gegeben durch
$v \mapsto (v, \langle v \rangle)$.
Sie kann nicht "uber den Ursprung zu 
einem Morphismus $\mathbb P^2 \mathbb C \times \mathbb P^1 \mathbb C$
fortgesetzt werden.
\end{Bemerkunge}

%\newpage

\begin{proof}
Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit sei $X$ irreduzibel.
 Ohne Be\-schr"an\-kung der Allgemeinheit d"urfen wir annehmen, da"s das Bild von $\varphi$
in keiner der Hyperfl"achen $x_i =0$ enthalten ist, f"ur $0 \leq i \leq n$, da wir sonst
mit Induktion "uber $n$ argumentieren k"onnten.
Die Funktionen $(x_i/x_j) \circ \varphi \in \mathcal O (\varphi^{-1} \{ x_j \neq 0\})$
definieren also rationale Funktionen $\varphi_{ij} \in \mathcal M (X)$ auf $X$.
Setzen wir $v_p (\varphi_{i0}) = r_i$, so gilt $v_p (\varphi_{ij}) = r_i - r_j$ f"ur alle
$i,j$. Ist $r_0$ minimal unter den $r_i$, was wir ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit annehmen
d"urfen, so gilt $v_p (\varphi_{i0}) \geq 0$ f"ur alle $i$.
Jetzt erkl"aren wir $\bar {\varphi} (p)$ als den Punkt $\bar  \varphi (p) =
\langle \varphi_{00} (p), \ldots, \varphi_{n0} (p)\rangle$.
Nach Konstruktion
 ist klar, da"s diese Abbildung $\bar  \varphi : X \rightarrow \mathbb P^n k$
ein Morphismus ist.
\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen}

\begin{Ubung}
 Man zeige, da"s f"ur jede glatte eindimensionale
irreduzible Variet"at $X$ "uber $k$, in der Notation von eben also
jedes Objekt  $X\in \mathscr E$, und jede k"orperendliche 
K"orpererweiterung   $K/k$ vom Transzendenzgrad Eins,
in der Notation von eben also
jedes Objekt  $K\in\mathscr T$,  
das Bilden der rationalen Funktionen 
im Verein mit unserer kanonischen Bijektion $K\sira \mathcal M(\mathcal{B}(K))$ 
eine Bijektion
$$\op{Var}^{\op{nk}}(X,\mathcal{B}(K))\sira \op{Kring}^k(K,\mathcal M(X))$$
zwischen nichtkonstanten Morphismen und Morphismen von
K"orpererweiterungen induziert. In kategorientheoretischer Sprache ist
der Funktor $\mathcal M:\mathscr E\ra \mathscr T^{\op{opp}}$ also
\glqq linksadjungiert\grqq\  zu unserem Funktor $\mathcal{B}:\mathscr T^{\op{opp}}\ra \mathscr E$. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
 Man zeige, da"s f"ur jede glatte eindimensionale
irreduzible separierte Variet"at $X$ "uber $k$ die nat"urliche Abbildung
aus \ref{oaX} eine
offene Einbettung $\op{can}_X : X \hra \mathcal{B}(\mathcal M(X))$ von
Variet"aten ist. Man nennt  $\mathcal{B}(\mathcal M(X))$ die 
{\bf Komplettierung}\index{Komplettierung!von glatter Kurve} 
oder 
{\bf Vervollst"andigung von $X$}.\index{Vervollst"andigung!von glatter Kurve} 
Jede   glatte eindimensionale
irreduzible separierte Variet"at $X$ "uber $k$ entsteht also aus ihrer 
Vervollst"andigung durch das Weglassen von endlich vielen
Punkten.
\end{Ubung}







%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "XXKAG"
%%% End: 
