



\section{Schrotthalde}
\subsection{Alkovengeometrie}
\begin{Definition}
Sei  $E$ ein affiner Raum "uber
einem angeordneten K"orper.
Eine Teilmenge von $E$  
hei"st  \defind{konvex} genau dann, wenn sie 
mit je zwei Punkten  auch das ganze dazwischenliegende Geradensegment
enth"alt.
F"ur jede Hyperebene $H\subset E$ gibt es in  $E-H$ 
genau zwei maximale
konvexe Teilmengen,
die wir die \defnoind{Halbr"aume}\index{Halbraum} zu $H$ oder
die \defnoind{$H$-Halbr"aume}\index{Halbraum} nennen. Ist $A\subset E$ eine 
konvexe
Teilmenge und gilt $A \cap H = \emptyset,$
so liegt $A$ in genau einem Halbraum zu $H.$
Diesen Halbraum bezeichnen wir mit $H^{+}_{A}$ und nennen ihn den
\defind{$H$-Halbraum von} $A.$  
\end{Definition}

\begin{Definition}
Sei
$\cal{H}$ ein System von
Hyperebenen in einem affinen Raum $E$ "uber einem angeordneten K"orper.
Die maximalen konvexen Teilmengen
des Komplements 
$E-\bigcup_{H\in\cal{H}} H$ 
der Vereinigung aller Hyperebenen aus $\cal{H}$ 
nennen wir auch in diesem allgemeineren Zusammenhang
\defind{Alkoven} und bezeichnen die Menge aller Alkoven mit $\cal{A}.$
F"ur jeden Alkoven $A\in\cal{A}$ gilt nat"urlich
$$A = \bigcap_{H \in \cal{H}} H^{+}_{A}$$
denn die rechte Seite ist konvex und umfa"st $A.$
Wir betrachten auch die
\defnoind{abgeschlossenen Halbr"aume}\index{abgeschlossener Halbraum}
$\bar H^+_A=H^+_A\cup H$ und definieren den 
\defnoind{Abschlu"s}\index{Abschluss} $\bar A$
eines Alkoven $A$ durch die Vorschrift
$$\bar A = \bigcap_{H \in \cal{H}} \bar H^{+}_{A}$$  
\end{Definition}
\begin{Ubung}
Haben wir $k=\DR$ und ist unser affiner Raum endlichdimensional
und versehen wir ihn mit seiner nat"urlichen Topologie,
so stimmt der eben definierte Abschlu"s eines Alkoven
"uberein mit seinem Abschlu"s im Sinne der Topologie.
\end{Ubung}
\begin{Definition}
Sei $E$ ein affiner Raum "uber
einem angeordneten K"orper.
Gegeben zwei 
Punkte $x,y \in E$ definieren wir 
das \defind{abgeschlossene Geradensegment} durch 
$$[x,y]=\{ x+t(y-x)\mid 0\leq t\leq 1\}$$
und erkl"aren weiter das \defind{offene Geradensegment}  
$(x,y)=[x,y]\setminus \{x,y\}$
und die \defind{halboffenen 
Segmente} $[x,y)=[x,y]\setminus y$ 
und $(x,y]=[x,y]\setminus x.$ 
\end{Definition}
\begin{Bemerkung}\label{BaAa}
Der Abschlu"s eines Alkoven $A$ kann auch beschrieben werden
als die Menge aller Punkte $x$ derart, da"s f"ur einen und
gleichbedeutend jeden Punkt $y\in A$ das halboffene
Segment $(x,y]$ ganz in $A$ enthalten ist.
Bilden wir also zu jedem Alkoven
$A$ seinen \defind{Rand} $\partial A$ durch die Vorschrift
$\partial A=\bar{A}-A,$
so ist $A$ stets eine maximale konvexe Teilmenge
des Komplements $E- \partial A$ 
seines Randes  im umgebenden affinen Raum.
\end{Bemerkung}
\begin{Ubung}
Jede nichtleere
konvexe Teilmenge von $E-\bigcup_{H\in \cal{H}} H$ liegt in
genau einem Alkoven. Insbesondere sind die Alkoven
paarweise disjunkt.
\end{Ubung}

\begin{Definition}
Sei $E$ ein affiner Raum "uber
einem angeordneten K"orper.
Ein System $\cal{H}$ von Hyperebenen von $E$ hei"st \defind{lokal endlich}
genau dann, wenn  jedes Geradensegment $[x,y]$ 
h"ochstens endlich viele Hyperebenen aus
$\cal{H}$ trifft.
\end{Definition}
\begin{Lemma}\label{MM}
Ein affiner Raum "uber einem angeordneten K"orper 
kann nicht durch ein lokal endliches System  von
Hyperebenen "uberdeckt werden.
\end{Lemma}

\begin{proof}[Beweis]
Jeder Punkt $x$ unseres affinen Raums
liegt auf h"ochstens endlich vielen unserer  Hyperebenen.
Wenn wir nun mithilfe von \ref{EU} einen weiteren 
Punkt $y$ au"serhalb dieser endlich
vielen Hyperebenen w"ahlen, so ist das Segment $[x,y]$ in
keiner unserer  Hyperebenen enthalten. Da es unendlich
viele Punkte hat aber nur endlich viele unserer Hyperebenen
trifft und zwar in jeweils nur einem Punkt, 
gibt es
auf $[x,y]$ notwendig Punkte, die
in keiner unserer Hyperebenen enthalten sind.
\end{proof}

\begin{Lemma}\label{AUe}
Gegeben  eine lokal endliche Menge von Hyperebenen $\cal{H}$ in einem
affinen Raum $E$ "uber einem angeordneten K"orper "uberdecken die
Abschl"usse der zugeh"origen Alkoven ganz $E.$ In Formeln gilt also
$$E=\bigcup_{A\in\cal{A}}\bar{A}$$
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
F"ur $p\in E$ finden
wir nach Lemma \ref{MM} eine affine Gerade durch $p,$ die in keiner unserer
Hyperebenen $H\in\cal{H}$ enthalten ist. Dann gibt es auch einen Punkt
$q$ auf unserer Gerade derart, da"s das halboffene Geradensegment
$(p,q]$
keine unserer Hyperebenen $H\in\cal{H}$ trifft. Damit liegt aber notwendig
$p$ im Abschlu"s des Alkoven von $q.$
\end{proof}
\begin{Definition}
Sei $\cal{H}$ ein lokal endliches System von Hyperebenen in einem
affinen Raum $E$ "uber einem angeordneten K"orper und sei
$A\subset E$ ein Alkoven. Eine Hyperebene $H \in \cal{H}$ hei\ss t 
eine \defind{Wand} von $A$
genau dann, wenn es einen Punkt  $p\in \bar{A}$ aus dem Abschlu"s
unseres Alkoven gibt, 
der zwar auf $H$ liegt, aber auf  keiner anderen Hyperebene aus $\cal{H}.$
Wir schreiben $\cal{H}_{A} \subset \cal{H}$ f\"ur 
die Menge der W\"ande von $A.$
\end{Definition}
\begin{Lemma}\label{WAa}
Sei $\cal{H}$ ein lokal endliches System von Hyperebenen in einem
affinen Raum "uber einem angeordneten K"orper.
Jede Hyperebene $H \in \cal{H}$ ist Wand von mindestens einem Alkoven,
in Formeln $$\cal{H}=\bigcup_{A\in\cal{A}}\cal{H}_A$$
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
F"ur $H\in\cal{H}$ finden wir nach \ref{MM} 
einen Punkt $q\in H,$ der auf keiner
anderen Hyperebene aus $\cal{H}$ liegt.
Er liegt nach \ref{AUe} im Abschlu"s eines Alkoven,
und unsere Hyperebene ist dann eine Wand dieses Alkoven.
\end{proof}


\begin{Satz}[Begrenzung eines Alkoven durch seine W"ande]\label{Wand}
Ist $\cal{H}$ ein lokal endliches System von Hyperebenen in einem
affinen Raum "uber einem angeordneten K"orper,
so ist jeder Alkoven $A$ schon der Schnitt aller $A$ umfassenden
Halbr"aume zu W"anden von $A,$ in Formeln
$$A = \bigcap_{H \in \cal{H}_{A}} H^{+}_{A}$$
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis]
Es gilt zu zeigen, da"s jedes Segment $[x,y]$ mit $x\in A$ und $y\not\in A$
mindestens eine Wand von $A$ trifft.
Indem wir $y$ ersetzen durch den von $x$ aus ersten Schnittpunkt
unseres Segments mit einer Hyperebene $H \in \cal{H}$ d"urfen wir
ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit sogar $\left[
x,y\right) \subset A$ annehmen. 
Jetzt betrachten wir das System
$$\cal{H}_{y} =\{H \in \cal{H} \mid y \in H \}$$
aller Hyperebenen aus $\cal{H}$ durch $y.$
Es reicht zu zeigen, da"s mindestens ein $H \in \cal{H}_{y}$ eine
Wand von $A$ ist. Nach dem anschlie"senden Lemma \ref{HLi} d"urfen wir 
ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit sogar 
$\cal{H} = \cal{H}_{y}$
annehmen.
Jetzt argumentieren wir durch Induktion "uber die Zahl 
$|\cal{H}|$ von Hyperebenen.
Im Fall $|\cal{H}|=1$ ist eh nichts zu zeigen.
Sonst betrachten wir den zu einer
Hyperebene aus $\cal{H}$ parallelen affinen Teilraum $E^{\prime} \subset E$ 
durch $x$  und  darin das System von Hyperebenen
$\cal{H}^{\prime} =
\{ E^{\prime} \cap H\mid H \in \cal{H}\text{ mit }
E^{\prime} \cap H\neq\emptyset \}.$
Nach Induk\-tionsvoraussetzung 
ist eine der Hyperebenen $E^{\prime} \cap H$ eine Wand des Alkoven
$E^{\prime} \cap A$ bez"uglich $\cal{H}^{\prime},$ und man erkennt sofort, da"s
dann $H$ eine Wand von $A$ sein mu"s.
\end{proof}
\begin{Beispiel}
Ist unsere Menge von Hyperebenen nicht lokal endlich,
so kann alles m"ogliche passieren. Betrachten wir zum Beispiel in
$k^2$ alle Geraden durch den Ursprung, die nicht vertikal sind,
so gibt es zwei Alkoven, die beiden offenen vertikalen Halbgeraden,
aber keine Hyperebene ist eine Wand irgendeines Alkoven. 
\end{Beispiel}
\begin{Lemma}\label{HLi}
Sei $\cal{H}$ eine lokal endliches System von Hyperebenen in einem
affinen Raum "uber einem angeordneten K"orper.
Sei $y \in \bar{A} $ ein Punkt aus dem Abschlu"s eines Alkoven $A$ und
$\cal{H}_{y} = \{ H \in \cal{H} \mid y \in H\}$
das System der Hyperebenen durch $y$.
Sei $A^{\prime}$ der Alkoven bez"uglich $\cal{H}_{y},$ der $A$ umfa"st.
So ist jede Wand von $A^{\prime}$ auch eine Wand von $A$.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Ist $H \in \cal{H}_{y}$ eine Wand von $A^{\prime},$ 
so gibt es $z^{\prime} \in {H} \cap
\bar{A^{\prime}}$ derart, da"s $z^{\prime}$ auf 
keiner anderen Hyperebene durch $y$
liegt.
Im halboffenen Segment $\left[z^{\prime},y\right)$ 
finden wir dann weiter $z$ derart, da"s
$\left[ z,y\right)$ au"ser $H$ "uberhaupt keine 
Hyperebene aus $\cal{H}$ trifft.
Gegeben $x \in A$ trifft $\left[ x,y\right)$ keine 
Hyperebene aus $\cal{H}$ und folglich
trifft $[x,z]$ nur die Hyperebene $H,$ 
d.h.\ wir haben $z \in \bar{A}$ und
$H$ ist Wand von $A.$
\end{proof}

\begin{Bemerkung}
W"ahlt man f"ur jede Hyperebene $H \in \cal{H}$ eine affine Gleichung
$\alpha_{H} : E \ra k$ mit $\alpha_{H}|_A > 0,$ so sind die 
W"ande von $A$ genau diejenigen $H \in \cal{H},$ f"ur die sich $\alpha_{H}$
nicht als positive Linearkombination gewisser $\alpha_{L}$ 
mit $L \neq H$ schreiben
l"a"st:
Da"s f"ur jede Wand $H$ von $A$ die Gleichung $\alpha_{H}$ diese Bedingung
erf"ullt, ist klar,
da"s nur W"ande unsere Bedingung erf"ullen, ist vielleicht weniger klar,
ergibt sich jedoch als
eine Konsequenz des Hauptsatzes "uber lineare Ungleichungen \ref{HLU}.
\end{Bemerkung}

\subsection{Endlich erzeugte abelsche Gruppen, ALT}


\begin{Definition}
Unter einer \defind{Primzahlpotenz} verstehen wir im folgenden eine nat"urliche
Zahl der Gestalt $q=p^r$ f"ur $p$ prim und $r\geq 1.$  
\end{Definition}
\begin{Bemerkung}
Gegeben eine Primzahl $p$ werden wir 
sp"ater eine
\glqq $p$-Potenz\grqq\  erkl"aren als eine nat"urliche Zahl 
der Gestalt $q=p^r$ f"ur $p$ prim und $r\geq 0.$ 
Man m"oge mir nachsehen, da"s in dieser
Terminologie damit nicht alle $p$-Potenzen  Primzahlpotenzen sind.
Die beiden folgenden S"atze geben zwei {\bf Klassifikationen
der endlich erzeugten abelschen Gruppen}.  
\end{Bemerkung}

\begin{Satz}\label{ek}
Sei $G$ eine endlich erzeugte abelsche Gruppe.
So gibt es genau eine endliche Folge von von $1$ verschiedenen nat"urlichen
Zahlen $d_{1}, \ldots, d_{s} \in\{0,2,3,\ldots\}$ mit
$d_{i}|d_{i+1}$ f"ur $1\leq i<s$ derart, da"s gilt
$$G \cong
\DZ / d_{1} \DZ \times \ldots \times \DZ/ d_{s} \DZ$$
\end{Satz}
\begin{Satz}\label{zk}
Sei $G$ eine endliche erzeugte abelsche Gruppe.
\begin{enumerate}
\item\label{zk1}
Es gibt Primzahlpotenzen $q_{1}, \ldots , q_{t}$ und
eine nat"urliche Zahl $r \in \DN$
mit $$G \cong \DZ /q_{1} \DZ \times \ldots \times \DZ/q_{t} \DZ \times
\DZ^{r}$$
\item\label{zk2}
Die Zahl $r$ wird durch $G$ eindeutig festgelegt.
Sie hei"st der \emph{\bf Rang}\index{Rang} von $G.$ Die
Primzahlpotenzen $q_{\tau}$ sind eindeutig bis auf Reihenfolge.
\end{enumerate}
\end{Satz}
\begin{Bemerkung}
Man beachte in beiden F"allen, da"s die Faktoren keineswegs eindeutig sind
\glqq als Untergruppen unserer abelschen Gruppe\grqq.
Der Beweis der beiden S"atze wird uns bis zum Ende des Abschnitts
besch"aftigen.
\end{Bemerkung}

\begin{Definition}
Ein Element endlicher Ordnung in einer Gruppe hei"st ein {\bf
Torsionselement}.
Eine Gruppe, in der alle Elemente au"ser dem neutralen 
Element unendliche
Ordnung haben, hei"st \defind{torsionsfrei}.
Zum Beispiel sind die abelschen Gruppen $\DZ,$ $\DQ$ und $\DR$
torsionsfrei.
\end{Definition}

\begin{Lemma}\label{tt}
Jede endlich erzeugte torsionsfreie abelsche Gruppe ist
isomorph zu $\DZ^r$ f"ur geeignetes $r\in\DN.$
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis (in additiver Notation)]
Sei $G$ unsere Gruppe.
Um die Existenz eines Isomorphismus $\DZ^r\cong G$ f"ur irgendein $r$
zu zeigen reicht es, ein endliches Erzeugendensystem $ x_{1}, \ldots , x_{r}$
zu finden,
das \glqq linear unabh"angig\grqq\  ist in dem Sinne, da"s
es keine
nichttriviale Relation
$$0= a_1 x_{1} + \ldots + a_r x_{r}$$
gibt mit $a_i\in\DZ.$
Aber
w"aren alle endlichen Erzeugendenysteme linear ab\-h"angig,
so k"onnten wir unter allen Erzeugendensystemen
mit kleinstm"oglicher Kardinalit"at eines ausw"ahlen, bei dem
es eine nichttriviale Relation wie oben gibt
mit $\sum_i|a_i|> 0$ minimal m"oglich.
W"aren in so einer \glqq minimalen\grqq\  Relation mindestens
zwei Koeffizienten
verschieden von Null, ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit
$0< a_1 \leq a_2,$ so
k"onnten wir  zu einem neuen Erzeugendensystem "ubergehen
mit $x'_1 =x_1 + x_2$ und $x'_i=x_i$ f"ur $i\geq 2$
und h"atten eine nichttriviale Relation
$$0= a_1 x'_{1} + (a_2 - a_1)x'_{2} \ldots + a_r x_{r}$$
im Widerspruch zur Minimalit"at von $\sum_i|a_i|.$
W"are nur ein Koeffizient verschieden von Null, sagen wir $a_1\neq 0$
so folgt mit Torsionsfreiheit
$x_1=0,$ und unser Erzeugendensystem hatte doch nicht
die kleinstm"ogliche Kardinalit"at.
Dieser Widerspruch zeigt das Lemma.
\end{proof}
\begin{Lemma}\label{ZT}
Sei $G$ eine abelsche Gruppe.
\begin{enumerate}
\item
Die Menge $T=G_{\op{tor}}$ aller Elemente endlicher Ordnung 
aus $G$ ist eine Untergruppe von $G,$ und
der Quotient $G/T$ ist torsionsfrei.
\item
Ist $G$ zus"atzlich endlich erzeugt, so ist die Untergruppe
$T$ aller Elemente endlicher Ordnung endlich, in Formeln $|T|<\infty,$ 
und wir haben
$G/T\cong \DZ^r$ f"ur geeignetes $r\in\DN.$ Des weiteren
spaltet die
Surjektion $G\sra G/T,$ es gibt also insbesondere einen
Isomorphismus $$G\cong T\times \DZ^r$$ 
\end{enumerate}
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Teil 1 bleibt dem Leser "uberlassen. Die Endlichkeit von 
$T$ folgt daraus, da"s f"ur eine endlich erzeugte abelsche Gruppe
$G$ auch jede ihrer Untergruppen endlich erzeugt ist, siehe "Ubung
\ref{EO}.\ref{ee}. Der Isomorphismus $G/T\cong \DZ^r$ folgt
aus \ref{tt}.
Die Produktzerlegung in Teil 2 folgt dann
aus "Ubung \ref{Sp}.\ref{FSp}. 
\end{proof}
\begin{Lemma}\label{EA}
\begin{enumerate}
\item
Sei $T$ eine abelsche Gruppe und $p$ eine Primzahl.
Alle Elemente von $T,$ deren Ordnung eine Potenz von $p$
ist, bilden eine Untergruppe $T(p)$ von $T,$ deren Ordnung eine
$p$-Potenz ist.
\item
Ist $T$ eine endliche abelsche Gruppe und sind
$p_1,\ldots, p_u$ die Primfaktoren der Gruppenordnung $|T|,$
so definiert die Verkn"upfung einen Isomorphismus
$$T(p_1)\times\ldots\times T(p_u)\sira T$$
\end{enumerate}
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis (in multiplikativer Notation)]
1. Die Elemente von $p$-Potenzordnung bilden
eine Untergruppe, da in einer kommutativen Gruppe
die Ordnung des Produkts zweier Elemente das Produkt ihrer 
Ordnungen teilt, siehe "Ubung \ref{EO4}.
Um zu sehen,  da"s eine endliche abelsche Gruppe,
deren Elemente s"amtlich  $p$-Potenzordnung haben,
auch selbst $p$-Potenzordnung hat, bildet man 
Quotienten nach zyklischen Untergruppen und argumentiert mit
vollst"andiger Induktion.
\\[2mm]\noindent
2. Hier folgt die Injektivit"at daraus,
da"s die beiden Untergruppen $T(p_1)$ und $T(p_2)\ldots T(p_u)$ von $T$ 
teilerfremde Ordnung haben und damit nach  
\ref{EOO2} ihr Schnitt nur das neutrale Element enth"alt.
Gegeben Elemente $t_i\in T(p_i)$ mit $t_1 t_2\ldots t_u=1$ folgt also $t_1=1$
und genauso allgemeiner $t_i=1$ f"ur alle $i.$ Um in 2 die Surjektivit"at
zu zeigen, d"urfen wir uns auf den Fall einer zyklischen Gruppe einschr"anken.
In diesem Fall ist die Aussage jedoch klar nach dem
Chinesischen Restsatz.
\end{proof}
\begin{proof}[Beweis von \ref{zk}.\ref{zk1}]
Es gilt zu zeigen, da"s sich jede
endlich erzeugte abelsche Gruppe zerlegen l"a"st in ein Produkt aus 
Kopien von $\DZ$ und zyklischen Gruppen von Primpotenzordnung.
Nach  Lemma \ref{ZT} k"onnen wir
jede endlich erzeugte abelsche Gruppe $G$ schreiben als ein Produkt $G\cong
T\times\DZ^r$ f"ur eine geeignete endliche abelsche Gruppe $T=G_{\op{tor}}$
und $r\in\DN.$ Nach Lemma \ref{EA} zerf"allt weiter $T$ in ein Produkt von
$p$-Gruppen $T(p),$ wo $p$ die Primteiler der Gruppenordnung $|T|$ durchl"auft.
Das anschlie"sende Lemma \ref{kn} zeigt dann, da"s sich diese abelschen
$p$-Gruppen jeweils als ein Produkt von zyklischen Gruppen von
Primpotenzordnung schreiben lassen, und das beendet den Beweis der Existenz
unserer Zerlegung. \end{proof}
\begin{Lemma}\label{kn}
Sei $p$ eine Primzahl,
$A$ eine endliche abelsche $p$-Gruppe, $a\in A$ ein Element
maximaler Ordnung, $\langle a\rangle $ die von $a$ erzeugte Untergruppe und
$B\subset A$ maximal unter allen Untergruppen von $A,$ die $\langle a\rangle $
nicht treffen. So definiert die Multiplikation
einen Isomorphismus $$B\times \langle a\rangle \sira A$$
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis (in additiver Notation)]
Es reicht zu zeigen, da"s unsere Multiplikation eine Surjektion liefert.
Wir argumentieren durch Widerspruch.
Ist der Quotient $\bar{A}=A/B$ nicht erzeugt vom Bild $\bar{a}$ von $a,$
so finden wir ein Element
${c}\in \bar{A}$ au"serhalb von $\langle \bar{a} \rangle$ mit $p{c}\in \langle \bar{a} \rangle.$ 
Da auch die Ordnung von $\bar{a}$ maximal m"oglich
ist, haben wir
notwendig $\op{ord} p {c} < \op{ord} \bar{a}.$ Nach \ref{EO9} finden
wir dann ${d}\in \langle \bar{a} \rangle$
mit $p{c}=p{d}.$ 
Da nun gilt ${c}-{d}\not\in \langle \bar{a} \rangle$ und da $\langle {c}-{d}\rangle\cong
\DZ/p\DZ$
au"ser sich selbst und $0$ keine
Untergruppen hat, folgt $\langle {c}-{d}\rangle\cap\langle \bar{a} \rangle=0.$ 
Das Urbild von  $\langle {c}-{d}\rangle$ in $A$ ist dann aber eine Untergruppe von $A,$
die $\langle a\rangle $
nicht trifft und die gr"o"ser ist als $B.$ Das ist der gew"unschte Widerspruch.
\end{proof}
\begin{proof}[Beweis von \ref{zk}.\ref{zk2} (in additiver Notation)]
Es gilt zu zeigen, da"s unsere Zerlegung von geeigneten Gruppen
in ein Produkt aus
Kopien von $\DZ$ und zyklischen Gruppen von Primpotenzordnung
bis zu einem gewissen Grad eindeutig ist.
Der Rang ist wohlbestimmt
als die Dimension des $\DQ$-Vektor\-raums $r=\dim_\DQ\op{Hom}(G,\DQ)$ aller Gruppenhomomorphismen
von $G$ nach $\Bbb{Q}.$ In der Tat haben wir n"amlich f"ur jedes Produkt von
Gruppen einen Isomorphismus von $\DQ$-Vektorr"aumen
$$\op{Hom}(G_1\times \cdots \times G_n,\DQ)=\op{Hom}(G_1,\DQ)\times
\cdots \times \op{Hom}(G_n,\DQ)$$
Um die
Eindeutigkeit der Vielfachheiten der endlichen zyklischen Faktoren zu zeigen
d"urfen wir uns auf den Fall einer abelschen $p$-Gruppe $A$ zur"uckziehen.
Bezeichne $A_p$ die Untergruppe $A_p=\{x\in A\mid px=0\}$ aller Elemente der
Ordnung $p.$ 
"Ahnliche Argumente wie eben zeigen, da"s
die Zahl $z$ der zyklischen Faktoren von $A$ wohlbestimmt ist
durch die Formel
$p^z=|A_p|.$ 
Weiter beachte man, da"s f"ur eine Zerlegung 
$A=A^1\times\cdots\times A^n$ von $A$ in ein Produkt gilt
$A_p=A^1_p\times\cdots\times A^n_p$ und 
$$A/A_p=A^1/A^1_p\times\cdots\times A^n/A^n_p$$
Wir erhalten somit die
Eindeutigkeit der Zerlegung von $A$ in zyklische Faktoren induktiv aus der
Eindeutigkeit der Zerlegung von $A/A_p.$ 
\end{proof}
\subsection{Beweisrest Charaktere}
\begin{proof}[Beweis von \ref{ek}]
Um die Existenz nachzuweisen, m"ussen nur die Faktoren aus \ref{zk} geeignet
zusammengefa"st werden mithilfe des Chinesischen Restsatzes
\ref{CR}.
Der Einfachheit der Notation halber zeigen wir nicht genau die
Existenz einer Folge $d_{i}$ wie im Satz, sondern vielmehr die
Existenz einer analogen Folge mit $d_{i+1}|d_{i} \quad \forall i$
(statt $d_{i}|d_{i+1}$ wie im Satz formuliert).
Dazu nehmen wir $d_1=\ldots=d_r=0,$
dann als $d_{r+1}$ das Produkt "uber die jeweils
h"ochsten unter den $q_\tau$ auftauchenden
Potenzen "uber alle in \ref{zk} vorkommenden Primzahlen,
als $d_{r+2}$ das Produkt "uber die jeweils
zweith"ochsten Potenzen, etc.
Die Herleitung der Eindeutigkeit in \ref{ek} aus der Eindeutigkeit in \ref{zk}
bleibt dem Leser "uberlassen.
\end{proof}
\begin{proof}[Alternativer Beweis, alt]
Die folgende Argumentation f"uhrt direkter zum Charakter,
l"a"st sich aber nicht auf stetige Darstellungen kompakter 
Gruppen verallgemeinern.
Offensichtlich
gilt f"ur die Spur der Konvolution mit $g$
von links auf dem Gruppenring  die Formel
$$\begin{array}{ccl}
\op{tr} \{g {\ast}: k G \circlearrowleft\} &=& \left\{ \begin{array}{cl}
|G| & g=e;\\ 0 & \text{sonst}. \end{array} \right.
\end{array}$$
Ist also $f \in k G$ gegeben und bezeichnet $(f \ast): k G \ra k  G$
die Multiplikation, so haben wir
$$f(g) = \frac{1}{|G|} \op{tr} 
\left\{(g^{-1}{\ast}) \circ (f\ast):k G \circlearrowleft\right\}$$
Die rechte Seite dieser Gleichung kann nun auch auf der rechten Seite
unseres Fourier-Isomorphismus aus \ref{HSD} ausgewertet werden.
In der Tat zerf"allt ja der Gruppenring $kG$ unter der Operation 
von $G$ durch Linkstranslation in eine direkte Summe, in der jede 
einfache Darstellung mit der Vielfachheit ihrer Dimension auftaucht.
Sind also $L_{1}, \ldots, L_{r}$ die irreduziblen Darstellungen
von $G,$ bis auf Isomorphismus,
so  folgt
$$f(g) = \sum^{r}_{i=1} \frac{\dim L_{i}}{|G|} \op{tr}
\left\{g^{-1}\circ (f\cdot) : L_{i}\circlearrowleft\right\}$$
f"ur alle $f \in k  G$ und wir erhalten so die inverse Abbildung zu
unserem Isomorphismus aus \ref{HSD}, 
die \defind{inverse Fouriertransformation}.
Um sie mit der Matrixkoeffizientenabbildung zu identifizieren,
gilt es jetzt nur noch zu pr"ufen, da"s f"ur beliebige 
$\varphi\in L^\ast, $ $v\in L$ und 
$g:L\ra L$ linear gilt $\varphi(gv)=\op{tr}(g|v\rangle
 \langle \varphi|),$ und das "uberlassen wir dem Leser.
\end{proof}

%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "AATOTAL"
%%% TeX-master: "AATOTAL"
%%% End: 
