\section{Unfertiges zur Analysis}



\subsection{Schwartzraum als topologischer Vektorraum}

\nichtfinal{Definition topologischer Vektorraum. Differenzierbarkeit
  und Differential f"ur $f:X\supset A\ra Y$ mit $X$ normierter reeller
  affiner Raum
  und $Y$ topologischer hausdorffscher reeller affiner Raum. Geht alles
  wie in \eref{DeDii}{AN2} folgende. Brauche hier nur reelle Zahlengerade in
Schwartzraum.}







  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Topologie auf dem Schwartzraum}] 
 Sei $G$ eine Fouriergruppe. Gegeben Gruppenwege 
$\kappa_1, \ldots , \kappa_r :  \mathbb R \rightarrow G$
und Imagin"arkoordinaten   
$\xi_1, \ldots, \xi_s :  G\ra {\op{i}}\mathbb R $
erkl"aren wir die zugeh"orige Halbnorm auf dem Schwartzraum $\mathcal S(G)$
durch die Vorschrift
$$\|f\|\pdef \|\xi_1 \ldots \xi_s \partial_{\kappa_1} \ldots \partial_{\kappa_r} f\|_\infty$$
Wir versehen den Schwartzraum mit der von allen Topologien zu diesen
Halbnormen erzeugten Topologie.
  \end{Bemerkungl}

  \begin{Bemerkungl}
    Dann sind quasi per definitionem
die Addition $\mathcal S(G)\times \mathcal S(G)\ra \mathcal S(G)$ und
die Multiplikation mit Skalaren $\DC\times \mathcal S(G)\ra \mathcal S(G)$
stetig. Weiter sind quasi per definitionem auch
die Multiplikationsabbildungen und die partiellen Ableitungen 
$(\xi\cdot),\partial_\kappa: \mathcal S(G)\ra \mathcal S(G)$ stetig, 
f"ur $\xi$ und $\kappa$ wie oben. Wir erkl"aren 
eine Topologie auf dem
Raum $\mathcal M(G)$ der Schwartzma"se durch die Vorschrift, da"s das
Produkt mit einem und jedem Haarma"s ein Hom"oomorphismus
$\mathcal S(G)\sira \mathcal M(G)$ sein soll. 
  \end{Bemerkungl}

  \begin{Bemerkungl} Die Konvergenz einer Folge von
    Schwartzfunktionen impliziert
    insbesondere die gleichm"a"sige Konvergenz der Funktionen und aller ihrer
    partiellen Ableitungen. 
  \end{Bemerkungl}
  
  \begin{Proposition} Gegeben eine Fouriergruppe mit Haarma"s $(G,\lambda)$ induziert
    die Fouriertransformation auf dem Schwartzraum  einen
    Hom"oomorphismus  
$$\mathcal F\circ (\cdot\lambda): \mathcal S(G)\sira \mathcal S(\hat G)$$
  \end{Proposition}
  \begin{proof}
    Aufgrund der Inversionsformel \ref{IvFou} reicht es, die Stetigkeit zu zeigen. Wir konzentrieren uns auf den Fall $G=\DR$ mit der Charakterpaarung
    $a(x,y)\pdef {\op{e}}^{-{\op{i}}xy}$. In diesem Fall erzeugen bereits
    die Halbnormen 
    $$\|f\|_{s,r}\pdef \|x^s\partial^rf\|_\infty$$
    f"ur $s,r\in \DN$ die Topologie.
    Alternativ erzeugen auch die Halbnormen $$\|f\|_{(r,s)}\pdef \|\partial^r x^sf\|_\infty$$ unsere Topologie, wie der Leser leicht selbst einsehen kann. 
    Nun ist $1/(1+x^2)$ integrierbar und bezeichnet $C$ das Integral,
    so finden wir von der Mitte ausgehend
    $$\begin{array}{lll}
      \big( \|f\|_{0,0}\leq A/2 \text{ und } \|f\|_{2,0}\leq A/2\big)  &\RA&  \|(1+x^2)f\|_{\infty}\leq A \\ &\RA&  |f|\leq A/(1+x^2)\\
      &\RA& \|\mathcal F f\|_\infty=\|\mathcal F f\|_{0,0} \leq AC
    \end{array}
    $$
    und mit \ref{brevexi} und \ref{pAp} ebenso
    $$
      \big( \|f\|_{(r,s)}\leq A/2 \text{ und } \|f\|_{(r,s+2)}\leq A/2\big) \; \RA \; \|\mathcal F f\|_{s,r} \leq AC
      $$
      Im allgemeinen argumentiert man analog.
  \end{proof}
  \begin{Proposition} \nichtfinal{(Hier noch unn"otig!}
    Gegeben eine Fouriergruppe mit Haarma"s $(G,\lambda)$ und eine weitere Fouriergruppe $H$ induziert
    die partielle Fouriertransformation auf dem Schwartzraum  einen
    Hom"oomorphismus  
$$\mathcal F\circ (\cdot\lambda): \mathcal S(G\times H)\sira \mathcal S(\hat G\times H)$$
  \end{Proposition}

\subsection{Versuch zur Wellengleichung}
\begin{Beispiel} Wir betrachten  die Charakterpaarung $s:\DR^n\times \DR^n\ra S^1$ gegeben durch
 $s: (x,y)\mapsto  {\op{e}}^{-\op{i}x\cdot y}$  und die durch
$f\mapsto f(x)\diff^n x$  gegebene Einbettung
$ {\op{L}}^1(\DR^n)\hra \op{M}(\DR^n)$. Die Ver\-kn"up\-fung 
\begin{displaymath}
 \xymatrix{
{\op{L}}^1(\DR^n) \ar[r]^-{ \diff^n x}&  \op{M}(\DR^n)\ar[r]^-{\mathcal F_s}
 &\mathcal C^{\op{b}} ({\DR}^n) }
\end{displaymath}
der abstrakten Fouriertransformation zur Charakterpaarung $s$ 
mit der durch das Lebesguema"s gegebenen 
Einbettung  des Raums der integrierbaren Funktionen
in den Raum der komplexen Ma"se ist eine Variante der 
Fouriertransformation. Wir verwenden im folgenden
oft die Abk"urzung $\mathcal F(f)\pdef \mathcal F(f\diff^n x)$.
Damit gilt f"ur jede Funktion $f\in\mathcal S(\DR^n)$ des
Schwartzraums $\mathcal F(\partial_\nu f)
={\op{i}}y_\nu\mathcal F( f)$. 
\end{Beispiel}



\nichtfinal{Jetzt w"urde ich gerne dasselbe f"ur L"osungen
  $q:\DR\ra \mathcal S^{-\infty}(\DR)$  zeigen k"onnen.
  Meine Erwartung w"are, da"s so eine L"osung unter Konvolution
  mit immer spitzeren kompakt getragenen Dingern normale L"osungen liefert,
  die gegen die $\mathcal S^{-\infty}(\DR)$-L"osung konvergieren, und das
  w"are es dann. Es m"u"ste also gezeigt werden, da"s die Konvolution
  gewisse Stetigkeiten besitzt. Dann w"urde ich gerne
  die L"osungen in $\mathcal S^{-\infty}(\DR^2)$ verstehen und
  erkennen, da"s sie \glqq dieselben\grqq\ sind.} 
\begin{Bemerkungl}
  Jetzt versuchen wir dasselbe in $\DR^n$. Wir machen alles ganz genauso und finden 
  $$\hat u(y,t)= (\cos |y|t)\hat u(y,0) + \big((\sin |y|t)/|y|\big)\hat u_t(y,0)$$
  mit der Notation $|y|=\|y\|_2$ f"ur die euklidische Norm von
  $y\in\DR^n$. Unser einziges Problem ist, da"s wir Ma"se auf dem $\DR^n$ br"auchten, deren Fouriertransformierte eben die Funktionen $ (\cos |y|t)$
  beziehungsweise $(\sin |y|t)/|y|$ sind. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Wir diskutieren das nur im Fall $n=3$.  
  Wir betrachten die Einbettung $K:S^2\hra \DR^3$ der Einheitssph"are
  und das Bildma"s  $K_*\sigma\in \op{M}(\DR^3)$ ihres Oberfl"achenma"ses. Seine Fouriertransformierte $\mathcal F(K_*\sigma)$ ist offensichtlich und formal nach \ref{fOu} rotationssymmetrisch alias eine Funktion des Radius
  $r=r(y_1,y_2,y_3)$. Genauer finden wir  in Formeln
  $$(\mathcal FK_*\sigma)(r{\op{e}}_3)=\int_{S^2} {\op{e}}^{-{\op{i}}x_3r}\sigma= 2\pi\int_{-1}^1 {\op{e}}^{-{\op{i}}zr}\diff z= 2(\sin  r)/r$$
  Hier haben wir im vorletzten Schritt die Erkenntnis
  $p_*\sigma=2\pi\chi_{[-1,1]}\diff z$ aus \ref{OFRv} angewandt f"ur das Bildma"s des
  Oberfl"achenma"ses der Einheitskugel unter der Projektion auf eine
  Koordinatenachse. Im letzten Schritt verwenden wir die Formel
 f"ur die Fouriertransformierte
 einer Rechtecksfunktion aus \ref{Hakk} in derselben Variante
 wie in \ref{Haj}.  Betrachten wir stattdessen f"ur $t\in\DR$ die Einbettung
 gefolgt von der Multiplikation $tK: S^2\hra \DR^3$, so folgt aus der
 Nat"urlichkeit $$(\mathcal F(tK)_*\sigma)(r{\op{e}}_3)= 2(\sin t r)/tr\quad
 \text{alias} \quad \mathcal F\big( t(tK)_*\sigma\big)(y)= 2(\sin t |y|)/|y|$$
 und wir haben im Fall $n=3$ das zweite unserer gesuchten Ma"se gefunden. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl} Mit dem ersten Ma"s ist es schwieriger, genauer gesagt unm"oglich. Statt  einem Ma"s suchen wir deshalb allgemeiner eine
  sogenannte \glqq temperierte Distribution\grqq\ alias stetige Linearform
  auf $\mathcal S(\DR^3)$ mit der entsprechenden Eigenschaft.
  Wir versuchen unser Gl"uck f"ur $s\in\DR$ mit $D_s$ gegeben durch
  $$\langle D_s|\varphi\rangle \pdef \left.\frac{\diff }{\diff t}\right|_{t=s} \langle t(tK_*)\sigma|\varphi\rangle$$
  mit einer abgek"urzten Schreibweise f"ur das Integral "uber das angegebene
  Ma"s rechts. 
  Die Fouriertransformierte unserer Distribution wird dann
  definiert durch
  $$\langle \mathcal F D_s|\psi\rangle\pdef \langle  D_s|\hat{\mathcal F}\psi\rangle$$
  f"ur jedes Schwartzma"s $\psi$ in den $y$-Koordinaten. Das ist eine sinnvolle Definition, da sie f"ur komplexe Ma"se dasselbe liefert wie unsere
  eigentliche Definition. Nun rechnen
  wir tapfer
  $$\begin{array}{lll}
    \langle  D_s|\hat{\mathcal F}\psi\rangle &=&\left.\frac{\diff }{\diff t}\right|_{t=s} \langle t(tK_*)\sigma|\hat{\mathcal F}\psi\rangle\\[2mm]
     &=&\left.\frac{\diff }{\diff t}\right|_{t=s} \langle \mathcal F(t(tK_*)\sigma)|\psi\rangle\\[2mm]
    &=&\left.\frac{\diff }{\diff t}\right|_{t=s} \int \big((\sin |y|t)/|y|\big)\psi\langle y\rangle\\[2mm]
    &=& \int (\cos |y|s)\psi\langle y\rangle\\[2mm]
    &=& \langle (\cos |y|s)|\psi\rangle
  \end{array}
  $$
  \nichtfinal{Aber wird $D_s$ wirklich $\delta_0$ f"ur $s=0$?}
  Insbesondere bildet die Fouriertransformation in der Tat unsere
  Distribution $D_s$ auf die Funktion $\cos(|y|s)$ ab und wir finden
  f"ur unsere L"osungen die Beschreibung 
   $$ u(x,t)= D_t\ast u(x,0) +  t(tK_*)\sigma\ast u_t(x,0)$$
  Nun haben wir uns allerdings aus unserem begrifflichen Rahmen
  herausgerechnet und m"ussen zusehen, einerseits mit der Begrifflichkeit
  hinterherzukommen und andererseits eine Anschauung zu entwickeln.  
\end{Bemerkungl}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
  \nichtfinal{Net so klar!}
  Eine Abbildung $q:\DR\supset I\ra \mathcal S(\DR)$ von einem
  mehrpunktigen reellen Intervall $I$ in den Schwartzraum ist stetig
  differenzierbar
  genau dann, wenn die zugeh"orige Abbildung
  $\tilde q:I\times\DR\ra \DR, (t,x)\mapsto
  (q(t))(x)$ stetig partiell differenzierbar ist nach $t$ mit
  $(\partial_t\tilde q)|_{t=t_0}$ im Schwartzraum f"ur alle $t_0\in I$. 
\end{Ubung}
\newpage


\subsection{Versuch zur Fouriertheorie}


\begin{Bemerkunge}  Im Fall einer endlichen
      kommutativen Gruppe $G$ und einem Spaltungsk"orper nichtteilender
      Charakteristik $k$ erinnern wir \eref{SYF}{NAS}.
      Wir erkl"aren 
      eine {\bf Charakterpaarung} endlicher kommutativer Gruppen
      als einen Bimorphismus $a:G\times H\ra k^\times$
      notiert $\llangle g,h\rrangle_a$, der Bijektionen 
      $G\sira \op{Ab}(H,k^\times)$ und  $H\sira \op{Ab}(G,k^\times)$
      induziert.
      Dann erkl"aren wir die {\bf Fouriertransformation}
      $$\mathcal F_a:\op{Ma"s}_!(G;k)\ra \op{Ens}(H,k)$$
      durch die Vorschrift
      $(\mathcal F_a\mu)(h)=\int_G\llangle g,h\rrangle_a\mu[ g]
      =\sum_{g\in G} \llangle g,h\rrangle_a\mu[ g]$.
      Erkl"aren wir nun die 
      {\bf duale Charakterpaarung} $b:H\times G\ra k^\times$
      durch die Vorschrift 
      $b(h,g)\pdef a(g,h)^{-1}$, so 
      spezialisiert unser Diagramm zu einem 
      Diagramm der Gestalt 
\begin{displaymath}
\xymatrix{
\op{Ma"s}_!(G;k)\ar[r]^-{\mathcal F_a}_-\sim &\op{Ens}(H,k)\ar[d]^{\cdot \beta}_\wr\\
\op{Ens}(G,k)\ar[u]_{\cdot \alpha}^\wr & 
\op{Ma"s}_!(H;k)
\ar[l]_-{\mathcal F_b}^-\sim
}
\end{displaymath}
mit $\alpha\pdef |G|^{-1}\zeta_G$ und $\beta\pdef \zeta_H$
geeigneten Vielfachen der 
jeweiligen Z"ahlma"se $\zeta_G,\zeta_H$.
Auch hier ist
\glqq einmal im Kreis herumgehen\grqq\ an jeder Stelle die Identit"at.
Das Integrieren von Funktionen "uber Ma"se liefert eine
nichtausgeartete Paarung $\op{Ma"s}_!(G;k)\times \op{Ens}(G;k)\ra k$
und so Isomorphismen des einen Raums mit dem Dualraum des anderen.
Wenn wir in unserem Diagramm zu den Dualr"aumen und transponierten Abbildungen
"ubergehen und an der Horizontale spiegeln ergibt sich fast dasselbe Diagramm
und wir erhalten ein kommutatives Diagramm 
\begin{displaymath}
\xymatrix{\op{Ens}(G,k)^\ttop\ar[rrr]^{\op{inv}\circ\mathcal{F}_{b}^\top}_-\sim &&& 
\op{Ma"s}_!(H;k)^\ttop\ar[ddd]^{(\cdot 
\beta)^\top}_\wr\\
&\op{Ma"s}_!(G;k)\ar[r]^{\mathcal{F}_a}_-\sim\ar[ul]_\sim &\op{Ens}(H,k)\ar[d]^{\cdot 
\beta}_\wr\ar[ur]^\sim&\\
&\op{Ens}(G,k)\ar[dl]_\sim\ar[u]^{\cdot \alpha}_\wr & 
\op{Ma"s}_!(H;k)
\ar[l]_{{\mathcal{F}_{b}}}^-\sim\ar[dr]^\sim&\\
\op{Ma"s}_!(G;k)^\ttop\ar[uuu]^{(\cdot 
\alpha)^\top}_\wr &&& 
\op{Ens}(H,k)^\ttop\ar[lll]_{{\op{inv}\circ\mathcal{F}_{ a}^\top}}^-\sim}
\end{displaymath}
mit der Notation $\op{inv}$ f"ur die vom Invertieren in $G$ beziehungsweise $H$
auf den jeweiligen R"aumen induzierte Abbildung. \nichtfinal{Rest anpassen!} 
\end{Bemerkunge}


  \begin{Definition}
    Gegeben eine Fouriergruppe $G$ erkl"aren wir den Vektorraum der
    {\bf Fourierma"se auf $G$}\index{Fourierma"s}
    als den komplexen Vektorraum
    $$\mathcal M^{-\infty}(G)$$
    aller stetigen schieflinearen Abbildungen  $\mathcal S(G)\ra \DC$
    mit der durch Nachschalten erkl"arten Operation von komplexen Skalaren.
    \nichtfinal{Nicht besser lineare Abbildungen und davon komplex konjugierter
      Vektorraum? Ich denke doch! Nee, weiter unten komisch?
      Dann ist das Auswerten $\mathcal M^{-\infty}(G)\times \mathcal S(G)\ra \DC$ schieflinear in der ersten Variablen und linear in der zweiten
      und das kam mir alles sehr geschickt vor im Zusammenspiel mit der
      dualen Charakterpaarung! Jetzt ist dahingegen
      das Auswerten dahintergeschrieben $ \mathcal S(G)\times \mathcal M^{-\infty}(G)\ra \DC$ schieflinear in der ersten Variablen und linear in der zweiten.} 
  \end{Definition}
     \begin{Definition}
    Gegeben eine Fouriergruppe $G$ erkl"aren wir den Vektorraum der
    {\bf Fourierfunktionen auf $G$}\index{Fourierfunktion}
    als den komplexen Vektorraum
    $$\mathcal S^{-\infty}(G)$$
    aller stetigen schieflinearen Abbildungen  $\mathcal M(G)\ra \DC$
    mit der durch Nachschalten erkl"arten Operation von komplexen Skalaren.
  \end{Definition}
     \begin{Bemerkungl} In der Literatur ist es "ublich,
        von 
       \glqq temperierten Distributionen\grqq\ oder\index{Distribution!temperierte} 
       \glqq temperierten verallgemeinerten Funktionen\grqq\ zu\index{Funktion!verallgemeinerte temperierte} reden.
    Oft wird man auch mit einem festen Haarma"s zu arbeiten und    zwischen diesen beiden
       Begriffen nicht so genau  unterscheiden. 
     \end{Bemerkungl}

     \begin{Bemerkungw} Bis hier und auch noch
       etwas l"anger h"atten wir uns die Topologie auf dem
       Schwartzraum sparen k"onnen und statt stetiger Schieflinearformen
       beliebige Schieflinearformen betrachten k"onnen.
       Erst bei der Konstruktion "au"serer Produkte
       $f\boxtimes g\in \mathcal S^{-\infty}(G\times H)$ f"ur
       $f\in \mathcal S^{-\infty}(G)$
       und $g\in \mathcal S^{-\infty}( H)$ wird im hier verfolgten
       Aufbau der Theorie die Topologie und die Stetigkeit unserer
       Schieflinearformen ben"otigt.
     \end{Bemerkungw}
    \begin{Beispiel}[\textbf{Ma"se als Fourierma"se}]
       Gegeben eine Fouriergruppe $G$ erhalten wir eine Injektion von
       komplexen Vektorr"aumen\label{MfM} 
       ${\op{M}}(G)\hra \mathcal M^{-\infty}(G)$ durch die Vorschrift
       $\mu\mapsto (\varphi\mapsto \int\bar\varphi\mu)$. 
     \end{Beispiel}
 \begin{Beispiel}[\textbf{Funktionen  als Fourierfunktionen}]
   Gegeben eine Fouriergruppe 
   $G$ erhalten wir eine Injektion von
       komplexen Vektorr"aumen\label{SfS}  
       $\mathcal C^{\op{b}}(G)\hra \mathcal S^{-\infty}(G)$ durch die Vorschrift
       $f\mapsto (\tau\mapsto \int f\bar\tau)$. 
     \end{Beispiel}
 \begin{Bemerkungl} Gegeben eine Charakterpaarung $a:G\times \hat G\ra S^1$
   von Fouriergruppen und  ein Paar $(\lambda,\hat\lambda)$
   von dualen Haarma"sen und
$\hat a:\hat G\times  G\ra S^1$ die duale Charakterpaarung 
       liefert die Inversionsformel \ref{IvFou} das erste der folgenden zwei Diagramme von Isomorphismen 
\begin{displaymath}
\xymatrix{
\mathcal{M}(G)\ar[r]^{\mathcal{F}_a}_-\sim &\mathcal{S}(\hat G)\ar[d]^{\cdot 
\hat\lambda}_\wr\\
\mathcal{S}(G)\ar[u]^{\cdot \lambda}_\wr & 
\mathcal{M}(\hat G)
\ar[l]_{{\mathcal{F}_{\hat a}}}^-\sim}
\qquad
\xymatrix{
\mathcal{S}^{-\infty}(G) \ar[d]_{(\cdot \lambda)^\top}^\wr &\mathcal{M}^{-\infty}(\hat G)\ar[l]_{\mathcal{F}_a^\top}^-\sim\\
\mathcal{M}^{-\infty}(G)\ar[r]^{{\mathcal{F}_{\hat a}^\top}}_-\sim & 
\mathcal{S}^{-\infty}(\hat G)\ar[u]_{(\cdot 
\hat\lambda)^\top}^\wr}
\end{displaymath}
Das zweite Diagramm entsteht daraus durch stetiges Dualisieren, genauer
den "Ubergang zu den R"aumen stetiger Schieflinearformen. Nach der Inversionsformel liefert im ersten Diagramm das
\glqq einmal im Kreis herumgehen\grqq\ an jeder Stelle die Identit"at. 
Dieselbe Eigenschaft folgt unmittelbar f"ur das zweite Diagramm. Ein grundlegende Erkenntnis ist f"ur das folgende, da"s wir
das erste und das an der Horizontalen gespiegelte zweite Diagramm mit den zuvor erkl"arten Einbettungen
von Ma"sen in Fourierma"se und von Funktionen in Fourierfunktionen
zusammenf"ugen k"onnen zu einem kommutativen Diagramm\label{zut} 
\begin{displaymath}
\xymatrix{\mathcal{M}^{-\infty}(G)\ar[rrr]^{{\mathcal{F}_{\hat a}^\top}}_-\sim &&& 
\mathcal{S}^{-\infty}(\hat G)\ar[ddd]^{(\cdot 
\hat\lambda)^\top}_\wr\\
&\mathcal{M}(G)\ar[r]^{\mathcal{F}_a}_-\sim\ar@{_{(}->}[ul] &\mathcal{S}(\hat G)\ar[d]^{\cdot 
\hat\lambda}_\wr\ar@{_{(}->}[ur]&\\
&\mathcal{S}(G)\ar@{_{(}->}[dl]\ar[u]^{\cdot \lambda}_\wr & 
\mathcal{M}(\hat G)
\ar[l]_{{\mathcal{F}_{\hat a}}}^-\sim\ar@{_{(}->}[dr]&\\
\mathcal{S}^{-\infty}(G)\ar[uuu]^{(\cdot 
\lambda)^\top}_\wr &&& 
\mathcal{M}^{-\infty}(\hat G)\ar[lll]_{{\mathcal{F}_{ a}^\top}}^-\sim}
\end{displaymath}
Die Kommutativit"at im rechten und linken Trapez pr"ufen wir in Lemma
\ref{lkj},  
die Kommutativit"at im
oberen und unteren Trapez in
Lemma \ref{VNAT} und zeigen dabei sogar noch st"arker, da"s die durch
die hier gegebene Erweiterung der Fouriertransformation auf Fourierma"se unsere
bisherige Fouriertransformation nicht nur vom Raum der Schwartzma"se, sondern
sogar vom Raum aller komplexen Ma"se fortsetzt. So k"onnen wir unser Diagramm
dann noch erg"anzen zu dem in \ref{GDF} gegebenen Diagramm. 
     \end{Bemerkungl}
 \begin{Lemma}  Gegeben eine Charakterpaarung $a:G\times \hat G\ra S^1$
       von Fouriergruppen mit dualer Paarung $\hat a$  
  kommutiert das Diagramm\label{VNAT}
  \begin{displaymath}
       \xymatrix{ \cal{M}^{-\infty}(G) \ar[rrr]^-{\mathcal F^\top_{\hat a}}_-{\sim} &&&  \cal{S}^{-\infty}(\hat G)
\\
&\ar@{_{(}->}[ul]\op{M}(G) \ar[r]^-{\mathcal F_a} &  \cal{C}^{\op{b}}(\hat G)\ar@{_{(}->}[ur]& } \end{displaymath}
  mit den durch \ref{MfM} und \ref{SfS} gegebenen Vertikalen und
  der durch das Vorschalten von $\mathcal F_{\hat a}:\mathcal M(\hat G)\sira \mathcal S( G) $ gegebenen oberen Horizontale. 
 \end{Lemma}

 \begin{proof} Ein Ma"s $\mu\in\op{M}(G)$ wird obenherum erst auf
   $(\varphi\mapsto \int \bar\varphi\mu)$ abgebildet und dann auf
   $(\tau\mapsto \int (\overline{\mathcal F_{\hat a}\tau})\mu)$. Untenherum dahingegen geht es auf $(\tau\mapsto \int (\mathcal F_{ a}\mu)\bar\tau)$.
   Wir schreiben $\tau= \psi\hat\lambda $ f"ur ein Haarma"s $\hat\lambda $ auf $\hat G$
   und eine Schwartzfunktion $\psi$ auf $\hat G$ und
   m"ussen also pr"ufen, da"s  gilt
   $$\int (\overline{\mathcal F_{\hat a}\psi\hat\lambda })\mu\stackrel{?}{=}\int (\mathcal F_{ a}\mu)\bar\psi\hat\lambda $$
   Indem wir die Definition \ref{AFT} der Fouriertransformationen einsetzen, k"onnen wir  wir das auschreiben zur Behauptung 
   $$\int_{g\in  G}
\left(\overline{\int_{h\in \hat G}\hat a(h,g)\psi(h)\hat\lambda \langle h\rangle}\right)
\mu\langle g\rangle\stackrel{?}{=}\int_{h\in \hat G} \left(\int_{g\in  G}a(g,h)\mu\langle g\rangle\right)\bar\psi(h)\hat\lambda \langle h\rangle$$
Das aber ist offensichtlich nach Fubini und unseren Konventionen zu $\hat a$. 
\end{proof}

 \begin{Lemma} Gegeben eine Fouriergruppe mit Haarma"s $(G,\lambda)$
   kommutiert  mit den durch \ref{MfM} und \ref{SfS} gegebenen schr"agen Einbettungen\label{lkj}  das Diagramm
  \begin{displaymath}
\xymatrix{\mathcal{M}^{-\infty}(G) &\\
&\mathcal{M}(G)\ar@{_{(}->}[ul] \\
&\mathcal{S}(G)\ar@{_{(}->}[dl]\ar[u]^{\cdot \lambda}_\wr \\
\mathcal{S}^{-\infty}(G)\ar[uuu]^{(\cdot 
\lambda)^\top}_\wr &}
\end{displaymath} 
  \end{Lemma}
 \begin{Bemerkungl} Ich notiere die linke Vertikale in Zukunft vereinfacht
  $f\mapsto f\lambda$  wie die
   rechte Vertikale.
 \end{Bemerkungl}
 \begin{proof}
   Eine Schwarzfunktion $\varphi\in \cal{S}(G)$ geht obenrum erst auf $(\tau\mapsto \int\varphi\bar\tau)$
   und dann auf $(\psi\mapsto \int\varphi\bar\psi\lambda)$.
   Sie geht untenrum erst auf $\varphi\lambda$ und dann auf
   $(\psi\mapsto \int\bar\psi\varphi\lambda)$ und das ist dasselbe.
 \end{proof}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Erweiterung der Fouriertransformation auf Fourierma"se}] 
  Gegeben eine Charakterpaarung $a:G\times \hat G\ra S^1$
  von Fouriergruppen und ein Paar  $(\lambda,\hat\lambda)$
  von dualen Haarma"sen und
       $\hat a:\hat G\times  G\ra S^1$ die duale Charakterpaarung  l"a"st sich unser Diagramm der Inversionsformel \ref{IvFou} "uber das bereits in \ref{zut}
       diskutierte innere und "au"sere Quadrat hinaus 
   erweitern zu einem kommutativen Diagramm\label{GDF}  
   \begin{displaymath}
  \xymatrix{
\mathcal{M}^{-\infty}(G)\ar[rrrrr]^{\mathcal{F}_{\hat a}^\top}_-\sim &&&&&\mathcal{S}^{-\infty}(\hat G)\ar[ddddd]^{(\cdot 
    \hat\lambda)^\top}_\wr\\
&  \op{M}(G)\ar@{_{(}->}[ul]\ar[rrr]^{\mathcal{F}_a} &&&\mathcal{C}^{\op{b}}(\hat G)\ar@{_{(}->}[ur]&\\
&&\mathcal{M}(G)\ar@{_{(}->}[ul]\ar[r]^{\mathcal{F}_a}_-\sim &\mathcal{S}(\hat G)\ar@{_{(}->}[ur]\ar[d]^{\cdot 
\hat\lambda}_\wr&&\\
&&\mathcal{S}(G)\ar[u]^{\cdot \lambda}_\wr \ar@{_{(}->}[dl]& 
\mathcal{M}(\hat G)\ar@{_{(}->}[dr]
\ar[l]_{{\mathcal{F}_{\hat a}}}^-\sim&&\\
&\mathcal{C}^{\op{b}}(G)\ar@{_{(}->}[dl] &&& 
\op{M}(\hat G)\ar@{_{(}->}[dr]
\ar[lll]_{{\mathcal{F}_{\hat a}}}&\\
\mathcal{S}^{-\infty}(G)\ar[uuuuu]^{(\cdot \lambda)^\top}_\wr &&&&& 
\mathcal{M}^{-\infty}(\hat G)
\ar[lllll]_{{\mathcal{F}_{a}^\top}}^-\sim}
\end{displaymath}   Wie bereits in \ref{zut} bemerkt ist zus"atzlich
     das \glqq einmal im Kreis herumgehen\grqq\ 
     im "au"seren und inneren Quadrat an jeder Stelle die Identit"at.
     Dies Diagramm rechtfertigt die Bezeichnung der obersten und untersten
     Horizontale als Erweiterung der Fouriertransformation auf
     temperierte Distributionen alias  Fourierma"se. Wir benennen
     in diesem Sinne das "au"sere
     Quadrat um und schreiben suggestiver  
     \begin{displaymath}
\xymatrix{
\mathcal{M}^{-\infty}(G)\ar[r]^{\mathcal{F}_a}_-\sim &\mathcal{S}^{-\infty}(\hat G)\ar[d]^{\cdot 
\hat\lambda}_\wr\\
\mathcal{S}^{-\infty}(G)\ar[u]^{\cdot \lambda}_\wr & 
\mathcal{M}^{-\infty}(\hat G)
\ar[l]_{{\mathcal{F}_{\hat a}}}^-\sim}
     \end{displaymath}
\end{Bemerkungl}

\nichtfinal{Ich brauche auch so ein Diagramm mit $L^2$-Funktionen.
  Dann folgt f"ur $f$ quadratintegrierbar
  mit $xf$ quadratintegrierbar
  erst mal im Unendlichen $(1/x) (xf)=f$ integrierbar als Produkt
  von zwei quadratintegrierbaren Funktionen, und das quadratintegrierbar lokal
  die st"arkere Bedingung ist folgt $f$ integrierbar.
  Also ist $\hat f$ stetig und beschr"ankt. 
  Gilt nun zus"atzlich  $y\hat f$ quadratintegrierbar,
  so ist wie zuvor argumentiert auf $\hat f$ integrierbar. 
  Jetzt hoffentlich Fourier r"uckw"arts m"oglich und liefert dieselbe
  Funktion zur"uck (warum?) und dann was wei"s ich. 
}
\begin{Beispiel}[\textbf{Fouriertransformierte eines Haarma"ses}] 
  Das Diracma"s
  am neutralen Element $\delta_0\in {\op{M}}(\hat G)$ geht  auf die
  konstante Funktion $1\in {\mathcal{C}}^{\op{b}}(G)$ unten links
  und weiter auf das Haarma"s $\lambda$ oben links, aufgefa"st
  als die Schieflinearform $(\varphi\mapsto\int\bar\varphi\lambda)\in \mathcal M^{-\infty}( G)$. Unter der oberen Horizontale finden wir so $$\lambda\mapsto \delta_0/\hat\lambda$$
  Salopp gesprochen ist mithin die Fouriertransformierte eines Haarma"ses
   der Quotient des Diracma"ses am neutralen Element nach dem dualen Haarma"s.
\end{Beispiel}

\begin{Beispiel} [\textbf{Fouriertransformierte des Lebesguema"ses}]
Gegeben die Charakterpaarung $a:\DR\times \DR\ra S^1, (x,y)\mapsto {\op{e}}^{-{\op{i}}xy}$ ist $(\diff x,\diff y/2\pi)$ ein Paar dualer Haarma"se. 
   Salopp gesprochen erwarten wir also, wenn denn beide Seiten sinnvoll definiert w"aren, eine Identit"at von Funktionen von $y$ der Gestalt  
  $$\int {\op{e}}^{-{\op{i}xy}}\diff x=\frac{\delta_0}{2\pi\diff y}(y)$$
  Sie sind nun zwar erst in  $\mathcal S^{-\infty}(\DR)$ sinnvoll definiert. Wenn wir jedoch auf beiden Seiten
  noch eine Schwartzfunktion $\psi(y)$ daranmultiplizieren und
  das $\diff y$ hochmultiplizieren und zus"atzlich  "uber $y$ integrieren, so verwandelt sich unsere Formel in die immer noch sinnlose Formel\label{FLeM} 
  $$\int\int \psi(y){\op{e}}^{-{\op{i}xy}}\diff x\diff y=\frac{\psi(0)}{2\pi}$$
  Wenn wir aber nun auf der linken Seite zuerst das Integral "uber $y$ auswerten und dann das Integral "uber $x$, so sind unsere Integrale
  sinnvoll definiert und wir erhalten nach der
  Inversionsformel eine Gleichheit in $\DC$. Unsere  Formel in 
  $\mathcal S^{-\infty}(\DR)$ kann in diesem Fall
  verstanden werden als eine abgek"urzte Schreibweise f"ur die Aussage,
  da"s diese Identit"at f"ur alle Schwartzfunktionen $\psi(y)$ gilt.
\end{Beispiel}

\begin{Bemerkungl} Wie bereits in \ref{kouJ}
  diskutiert liefern die Propositionen \ref{brevexi} und \ref{pAp}
   f"ur  $a:G\times \hat G\ra S^1$ eine Charakterpaarung von Fouriergruppen, $\lambda$ ein Haarma"s auf $G$,
   $\kappa : \mathbb R \rightarrow G$ ein Gruppenweg und $\xi:G\ra {\op{i}}\DR$ eine Imagin"arkoordinate jeweils ein kommutatives Diagramm mit dem rechten und
   mit dem linken vertikalen Pfeil 
\begin{displaymath}
\xymatrix{\mathcal{M}(G)\ar[d]_{\partial_{\kappa}}^{\xi\cdot}\ar[r]^-{\mathcal{F}_{ a}}_-\sim &\mathcal{S}(\hat G)
  \ar[d]_{\hat\kappa\cdot }^{\partial_{\hat\xi}}\\
\mathcal{M}(G)\ar[r]^-{{\mathcal{F}_{ a}}}_-\sim & 
\mathcal{S}(\hat G)
}
\end{displaymath}
Durch "Ubergang zu den R"aumen stetiger Schieflinearformen erhalten wir
die beiden kommutativen Diagramme
\begin{displaymath}
\xymatrix{\mathcal{S}^{-\infty}(G) &\mathcal{M}^{-\infty}(\hat G)\ar[l]_-{\mathcal{F}_{ a}^\top}^-\sim
 \\
\mathcal{S}^{-\infty}(G)\ar[u]^{\partial_{\kappa}^\top}_{(\xi\cdot)^\top} & 
\mathcal{M}^{-\infty}(\hat G) \ar[u]^{(\hat\kappa\cdot)^\top }_{\partial_{\hat\xi}^\top}\ar[l]_-{{\mathcal{F}_{ a}^\top}}^-\sim
}
\end{displaymath}
Drehen wir sie um $180^\circ$, gehen zur dualen Charakterpaarung
"uber und nehmen statt $\kappa$ den Gruppenweg $\hat\xi$ und statt
$\xi$ die Imagin"arkoordinate  $\hat\kappa$, so erhalten wir die beiden kommutativen Diagramme
\begin{displaymath}
  \xymatrix{\mathcal{M}^{-\infty}(G)\ar[d]^{(\xi\cdot)^\top}_{\partial_{\kappa}^\top}
    \ar[r]^-{\mathcal{F}_{\hat a}^\top}_-\sim &\mathcal{S}^{-\infty}(\hat G)
  \ar[d]^{\partial_{\hat\xi}^\top }_{(\hat\kappa\cdot)^\top}\\
\mathcal{M}^{-\infty}(G)\ar[r]^-{{\mathcal{F}_{\hat  a}^\top}}_-\sim & 
\mathcal{S}^{-\infty}(\hat G)
  }
\end{displaymath}
Wir zeigen nun, da"s wir die obersten Diagramme mit den untersten
Diagrammen, nachdem  wir in letzteren die
Vertikalen durch ihre Negativen ersetzt  haben,
zusammensetzen k"onnen zu kommutativen Diagrammen  der Gestalt
\begin{displaymath}\xymatrix{\mathcal{M}^{-\infty}(G)\ar[d]^{(-\xi\cdot)^\top}_{-\partial_{\kappa}^\top}\ar@/^1cm/[rrr]^-{\mathcal{F}_{ \hat a}^\top}_-\sim &\mathcal{M}(G)\ar@{_{(}->}[l]\ar[d]^{(\xi\cdot)}_{\partial_{\kappa}}\ar[r]^-{\mathcal{F}_{ a}}_-\sim &\mathcal{S}(\hat G)\ar@{^{(}->}[r]
  \ar[d]_{\hat\kappa\cdot }^{\partial_{\hat\xi}}&\mathcal{S}^{-\infty}(\hat G)
  \ar[d]_{(-\hat\kappa\cdot)^\top}^{-\partial_{\hat\xi}^\top}\\
\mathcal{M}^{-\infty}(G)\ar@/_1cm/[rrr]^-{{\mathcal{F}_{ \hat a}^\top}}_-\sim&\mathcal{M}(G)\ar@{_{(}->}[l]\ar[r]^-{{\mathcal{F}_{ a}}}_-\sim & 
\mathcal{S}(\hat G)\ar@{^{(}->}[r]& 
\mathcal{S}^{-\infty}(\hat G)
}
\end{displaymath}
mit den Einbettungen aus
\ref{MfM} und \ref{SfS} als zus"atzlichen Pfeilen. Hier mu"s nur das
Kommutieren des linken und rechten Quadrats noch gezeigt werden und zwar
in beiden Varianten. Sie unterscheiden sich nur um Produkte mit Haarma"sen,
die an der Kommutativit"at nichts "andern. Es reicht also, die Kommutativit"at
der beiden Diagramme \begin{displaymath}\xymatrix{\mathcal{M}^{-\infty}(G)\ar[d]^{(-\xi\cdot)^\top}_{-\partial_{\kappa}^\top} &\mathcal{M}(G)\ar@{_{(}->}[l]\ar[d]^{(\xi\cdot)}_{\partial_{\kappa}}\\
\mathcal{M}^{-\infty}(G)&\mathcal{M}(G)\ar@{_{(}->}[l]
}
\end{displaymath}
zu zeigen. Verfolgen wir also $\tau\in\mathcal M(G)$ auf seinem Weg nach links unten. Untenrum geht es auf $(\varphi\mapsto \int_G\bar\varphi \xi \;\tau)$.
Obenrum geht es auf $(\varphi\mapsto \int_G\overline{(-\xi)\varphi} \;\tau)$ und das ist dasselbe, da in unseren Konventionen die Imagin"arkoordinate $\xi$ nur rein
imagin"are Werte annimmt. Jetzt  nochmal dasselbe f"ur das zweite Diagramm.
Dazu schreiben wir  $\tau=\psi\lambda$ f"ur ein Haarma"s $\lambda$.
Diesmal geht das untenrum auf $(\varphi\mapsto \int_G\bar\varphi (\partial_\kappa\psi) \lambda)$ und obenrum aus
$(\varphi\mapsto \int_G -\overline{\partial_\kappa\varphi} \psi \lambda)$.
Nun haben wir aber $0=\int_G\partial_\kappa(\bar\varphi\psi)\lambda$, weil das
Haarma"s $\lambda$ verschiebungsinvariant ist. Die Produktregel
zeigt dann unsere Behauptung.
Die Morphismen der "au"seren Vertikalen sind also Erweiterungen
der partiellen Ableitungen beziehungsweise Produkte mit Imagin"arkoordinaten
auf Fourierma"se beziehungsweise Fourierfunktionen und wir benennen sie entsprechend um und schreiben unsere kommutativen Quadrate  
\begin{displaymath}
\xymatrix{\mathcal{M}^{-\infty}(G)\ar[d]_{\partial_{\kappa}}^{\xi\cdot}\ar[r]^-{\mathcal{F}_{ a}}_-\sim &\mathcal{S}^{-\infty}(\hat G)
  \ar[d]_{\hat\kappa\cdot }^{\partial_{\hat\xi}}\\
\mathcal{M}^{-\infty}(G)\ar[r]^-{{\mathcal{F}_{ a}}}_-\sim & 
\mathcal{S}^{-\infty}(\hat G)
}
\end{displaymath}
\end{Bemerkungl}




\begin{Beispiel} [\textbf{Fouriertransformierte des Ma"ses $x\diff x$}]
Gegeben die Charakterpaarung $a:\DR\times \DR\ra S^1, (x,y)\mapsto {\op{e}}^{-{\op{i}}xy}$ ist $(\diff x,\diff y/2\pi)$ ein Paar dualer Haarma"se. 
Nach \ref{FLeM} haben wir
$\mathcal F_a: \diff x\mapsto \delta_0/2\pi\diff y$. 


Salopp gesprochen erwarten wir also, wenn denn beide Seiten sinnvoll definiert w"aren, eine Identit"at von Funktionen von $y$ der Gestalt  
  $$\int {\op{e}}^{-{\op{i}xy}}\diff x=\frac{\delta_0}{2\pi\diff y}(y)$$
  Sie sind nun zwar erst in  $\mathcal S^{-\infty}(\DR)$ sinnvoll definiert. Wenn wir jedoch auf beiden Seiten
  noch eine Schwartzfunktion $\psi(y)$ daranmultiplizieren und
  das $\diff y$ hochmultiplizieren und zus"atzlich  "uber $y$ integrieren, so verwandelt sich unsere Formel in die immer noch sinnlose Formel
  $$\int\int \psi(y){\op{e}}^{-{\op{i}xy}}\diff x\diff y=\frac{\psi(0)}{2\pi}$$
  Wenn wir aber nun auf der linken Seite zuerst das Integral "uber $y$ auswerten und dann das Integral "uber $x$, so sind unsere Integrale
  sinnvoll definiert und wir erhalten nach der
  Inversionsformel eine Gleichheit in $\DC$. Unsere  Formel in 
  $\mathcal S^{-\infty}(\DR)$ kann in diesem Fall
  verstanden werden als eine abgek"urzte Schreibweise f"ur die Aussage,
  da"s diese Identit"at f"ur alle Schwartzfunktionen $\psi(y)$ gilt.
\end{Beispiel}









\begin{Beispiel}
  Wir versuchen uns nocheinmal an einer L"osung der Wellengleichung
  $\partial_t^2u=\partial_x^2u$ und suchen L"osungen $u\in \mathcal S^{-\infty}(\DR^2)$ f"ur $x,t$ die Koordinaten von $\DR^2$. Sei $\lambda$ das
  Lebesguema"s auf $\DR^2$. Unsere Gleichung ist "aquivalent zu
  $\partial_t^2u\lambda=\partial_x^2u\lambda$. Wir nehmen einen zweiten $\DR^2$
  mit Koordinaten $(s,y)$ 
\end{Beispiel}



\begin{Proposition} Gegeben eine Fouriergruppe $G$ mit einem Gruppenweg $\xi:\DR\ra G$ und der zugeh"origen Imagin"arkoordinate $\breve\xi:\hat G\ra\DR$ nach \ref{KgW}
l"a"st sich das kommutative Diagramm aus \ref{brevexi}
mit der Notation $\op{M}^{\xi}(G)$ f"ur die Menge aller Ma"se
der Gestalt $f\mu$ mit $\mu$ einem Haarma"s und
$f\in\mathcal L^1(G,\mu)$ partiell stetig differenzierbar nach $\xi$ mit
$\partial_\xi f\in\mathcal L^1(G,\mu)$ erweitern zu einem kommutativen Diagramm 
\begin{displaymath}
\xymatrix{
  \mathcal{M}^{-\infty}(G)\ar[ddddd]^{-\partial_\xi^\top}
  \ar[rrrrr]^-{\mathcal F_{\bar a}^\top}_-\sim &&&&&\mathcal{S}^{-\infty}(\hat G)\ar[ddddd]^{
({\op{i}}\breve\xi\cdot)^\top}\\
&  \op{M}^{\xi}(G)\ar@{_{(}->}[ul]\ar[rrr]^{\mathcal{F}}\ar[ddd]^{\partial_\xi} &&&\mathcal{C}^{\op{b},\breve\xi}(\hat G)\ar@{^{(}->}[ur]\ar[ddd]^{-{\op{i}}\breve\xi\cdot }&\\
  &&\mathcal{M}(G)\ar[d]^{\partial_\xi}\ar@{_{(}->}[ul]\ar[r]^-{\mathcal{F}}_-\sim &\mathcal{S}(\hat G)\ar@{^{(}->}[ur]
  \ar[d]^{-{\op{i}}\breve\xi\cdot }&&\\
&&\mathcal{M}(G)\ar[r]^-{{\mathcal{F}}}_-\sim \ar@{^{(}->}[dl]& 
\mathcal{S}(\hat G)\ar@{_{(}->}[dr]
&&\\
&\op{M}(G)\ar@{^{(}->}[dl]\ar[rrr]^{{\mathcal{F}}} &&& 
\mathcal{C}^{\op{b}}(\hat G)\ar@{_{(}->}[dr]
&\\
\mathcal{M}^{-\infty}(G)\ar[rrrrr]^-{\mathcal F_{\bar a}^\top}_-{\sim} &&&&& 
\mathcal{S}^{-\infty}(\hat G)}
\end{displaymath}
mit der Notation $\mathcal C^{{\op{b}}}_{\breve \xi}(\hat G)$ f"ur die Menge
aller $h\in \mathcal C^{{\op{b}}}(\hat G)$ mit $|\breve \xi\cdot h|$ beschr"ankt. 
\end{Proposition}

\begin{proof}
Wir wissen bereits aus \ref{brevexi},  da"s die Fouriertransformation $\op{M}^{\xi}(G)$ nach $\mathcal C^{{\op{b}},\breve \xi}(\hat G)$ abbildet und da"s das Diagramm ohne das
  "au"sere Quadrat kommutiert.
Auch das Kommutieren des obersten und untersten Trapezes haben wir
bereits gepr"uft. Es geht also nur noch um die Trapeze ganz links und ganz rechts und das "au"sere Quadrat. Wir beginnen mit dem Trapez links und betrachten $f\in \mathcal L^1(G,\mu)$ stetig partiell differenzierbar nach $\xi$ mit
$\partial_\xi f\in\mathcal L^1(G,\mu)$ und vergleichen die Bilder von $f\mu$ in
$\mathcal M^{-\infty}(G)$ unter beiden Wegen nach unten links.
Der innere Weg bildet $f\mu$ ab auf $\varphi\mapsto \int_G \bar\varphi (\partial_\xi f) \mu$. Der "au"sere Weg bildet $f\mu$ ab auf $\varphi\mapsto \int_G (-\partial_\xi\bar\varphi)  f \mu$. Es gilt zu zeigen
$$0=\int_G \left((\partial_\xi\bar\varphi)  f + \bar\varphi (\partial_\xi f)\right) \mu$$
Nun haben wir $\left((\partial_\xi\bar\varphi)  f + \bar\varphi (\partial_\xi f)\right)=\partial_\xi(\bar\varphi f)$ und finden
$$\int_0^a\left(\partial_\xi(\bar\varphi f)\right)(\xi(t)+g)\diff t=  
(\bar\varphi f)(\xi(a)+g)-(\bar\varphi f)(g)$$
$$\int_G\int_0^a\left(\partial_\xi(\bar\varphi f)\right)(\xi(t)+g)\diff t\boxtimes \mu=  
\int_G\big((\bar\varphi f)(\xi(a)+g)-(\bar\varphi f)(g)\big)\mu\langle g\rangle$$
Da aber $\mu$ ein Haarma"s ist, verschwindet die rechte  Seite, und da wir links die Integrationsreihenfolge vertauschen d"urfen und da $\mu$
auch dort ein Haarma"s ist,
erhalten wir $$\int_0^a\left(\int_G\left(\partial_\xi(\bar\varphi f)\right)(g) \mu\langle g\rangle\right)\diff t= 0$$
und damit verschwindet das innere Integral wie gew"unscht. Das Kommutieren des rechten "au"seren Trapezes ist offensichtlich und so bleibt uns nur noch, das
Kommutieren des "au"seren Quadrats zu zeigen.  Es entsteht  aus
dem kommutativen Diagramm
\begin{displaymath}
\xymatrix{
 \mathcal{M}(\hat G)\ar[d]^{\breve\xi\cdot}\ar[r]^-{\mathcal{F}_{\bar a}}_-\sim &\mathcal{S}( G)
  \ar[d]^{{\op{i}}\partial_{\xi} }\\
\mathcal{M}(\hat G)\ar[r]^-{{\mathcal{F}}_{\bar a}}_-\sim & 
\mathcal{S}(G)
}
\end{displaymath} nach \ref{pAp} und \ref{Grko},  wenn wir darin beide Vertikalen mit
$\op{i}$ multiplizieren und zu den
R"aumen stetiger Schieflinearformen "ubergehen.
\end{proof}






\begin{Proposition} \nichtfinal{Hier ist was ungeputzt.} Gegeben eine Fouriergruppe $G$ mit einer Imagin"arkoordinate $\psi:G\ra {\op{i}}\DR$ und dem zugeh"origen Gruppenweg $\breve\psi:\DR\ra\hat G$ nach 
\ref{KgWW} l"a"st sich das kommutative Diagramm aus \ref{pAp}
mit der Notation $\op{M}_\psi(G)$ f"ur die Menge aller Ma"se
 $\mu\in\op{M}(G)$ mit $\psi\in \mathcal L^1(G,\mu)$  erweitern zu einem kommutativen Diagramm 
\begin{displaymath}
\xymatrix{
  \mathcal{M}^{-\infty}(G)\ar[ddddd]^{(\psi\cdot)^\top}
  \ar[rrrrr]^-{\mathcal F_{\bar a}^\top}_-\sim &&&&&\mathcal{S}^{-\infty}(\hat G)\ar[ddddd]^{
(-{\op{i}}\partial_{\breve\psi})^\top}\\
&  \op{M}_{\psi}(G)\ar@{_{(}->}[ul]\ar[rrr]^{\mathcal{F}}\ar[ddd]^{\psi\cdot} &&&\mathcal{C}^{\op{b},\breve\psi}(\hat G)\ar@{^{(}->}[ur]\ar[ddd]^{-{\op{i}}\partial_{\breve\psi }}&\\
  &&\mathcal{M}(G)\ar[d]^{\psi\cdot}\ar@{_{(}->}[ul]\ar[r]^-{\mathcal{F}}_-\sim &\mathcal{S}(\hat G)\ar@{^{(}->}[ur]
  \ar[d]^{-{\op{i}}\partial_{\breve\psi} }&&\\
&&\mathcal{M}(G)\ar[r]^-{{\mathcal{F}}}_-\sim \ar@{^{(}->}[dl]& 
\mathcal{S}(\hat G)\ar@{_{(}->}[dr]
&&\\
&\op{M}(G)\ar@{^{(}->}[dl]\ar[rrr]^{{\mathcal{F}}} &&& 
\mathcal{C}^{\op{b}}(\hat G)\ar@{_{(}->}[dr]
&\\
\mathcal{M}^{-\infty}(G)\ar[rrrrr]^-{\mathcal F_{\bar a}^\top}_-{\sim} &&&&& 
\mathcal{S}^{-\infty}(\hat G)}
\end{displaymath}
mit der Notation $\mathcal C^{{\op{b}},\breve \psi}(\hat G)$ f"ur die Menge
aller $h\in \mathcal C^{{\op{b}}}(\hat G)$, die partiell nach $\breve\psi$ differenzierbar sind  mit $\partial_{\breve \psi} h\in \mathcal C^{{\op{b}}}(\hat G)$.  
\end{Proposition}
\begin{proof}
  Wieder sind nur die Kommutativit"at der beiden  Trapeze ganz links und
  ganz rechts sowie des "au"seren Quadrats noch zu zeigen.
  Die Kommutativit"at im linken Trapez ist offensichtlich. F"ur die Kommutativit"at im rechten Trapez gehen wir aus von 
  $f\in  \mathcal{C}^{\op{b},\breve\psi}(\hat G)$. Auf dem unteren Weg wird es abgebildet auf $\varphi\lambda\mapsto \int_{\hat G} -{\op{i}}\bar\varphi \partial_{\breve \psi}f\lambda$ f"ur irgendein Haarma"s $\lambda$ auf $\hat G$.
  Auf dem oberen Weg wird es abgebildet erst
  auf $\theta\lambda\mapsto \int_{\hat G} \bar\theta f\lambda$
  und dann auf $\varphi\lambda\mapsto \int_{\hat G} (\overline{-{\op{i}}\partial_{\breve \psi}\varphi}) f\lambda$.
  Es gilt also zu zeigen
  $$0=\int_{\hat G} \big((\partial_{\breve \psi}\bar{\varphi}) f   + \bar\varphi (\partial_{\breve \psi}f)\big)\lambda$$
  Hier integrieren wir aber die Ableitung $\partial_{\breve \psi}(\bar{\varphi}f)$
  einer stetig partiell differenzierbaren Funktion und integrierbaren Funktion
  nach einem Haarma"s und das verschwindet mit derselben Argumentation wie
  beim vorhergehenden Beweis. So bleibt uns nur noch, das
  Kommutieren des "au"seren Quadrats zu zeigen.
 Es entsteht  aus
dem kommutativen Diagramm
\begin{displaymath}
\xymatrix{  \mathcal{M}(\hat G)\ar[d]^{\partial_{\breve \psi}}\ar[r]^-{\mathcal{F}_{\bar a}}_-\sim &\mathcal{S}(G)
  \ar[d]^{{\op{i}}\psi\cdot }&&\\
\mathcal{M}(\hat G)\ar[r]^-{{\mathcal{F}_{\bar a}}}_-\sim & 
\mathcal{S}(G)
}
\end{displaymath}
nach \ref{brevexi} und \ref{Grko},  wenn wir darin beide Vertikalen mit
$(-\op{i})$ multiplizieren und zu den
R"aumen stetiger Schieflinearformen "ubergehen.
\end{proof}
\nichtfinal{Jetzt partielles Vordr"ucken f"ur $G$ beliebig!} 

\begin{Bemerkungl}
 Sei $\pi: V\ra W$ eine lineare
  Abbildung von endlichdimensionalen reellen Vektorr"aumen.
  Eine temperierte Distribution $\mu\in \mathcal M^{-\infty}(V)=\mathcal S'(V)$, also
  ein Element des stetigen Dualraums des Raums der Schwartzfunktionen auf $V$,
  hei"se {\bf vorschiebbar unter $\pi$},
wenn f"ur alle $\varphi\in \mathcal S(W)$ der
  Grenzwert $$\langle \varphi|\pi_*\mu \rangle \pdef \lim_{q\ra 0}\langle  {\op{e}}^{-q}\cdot(\pi^*\varphi)|\mu \rangle$$
  "uber alle positiv definiten quadratischen Formen $q$ auf $W$ existiert
  und als Linearform eine temperierte Distribution $\pi_*\mu\in \mathcal M^{-\infty}(W)$ ist.
  Die Funktionen ${\op{e}}^{-q}: x\mapsto {\op{e}}^{-q(x)}$ sind hier Gau"s'sche Glockenkurven mit Wert Eins am Ursprung,
  die f"ur $q\ra 0$ immer breiter werden.  Die Funktionen $\pi^*\varphi=\varphi\circ\pi$ m"ussen keineswegs Schwartzfunktionen sein,
  aber ihre Produkte mit den Gau"s'schen Glockenkurven sind notwendig Schwartzfunktionen, auf die wir dann $\mu$ anwenden k"onnen.  
\end{Bemerkungl}

\nichtfinal{\begin{Bemerkungl} Ich sollte das f"ur jede Fouriergruppe machen.
  Produkt von immer breiter werdenden Glockenkurven, eingeschr"anken Glockenkurven und der konstanten Funktion $1$ auf den kompakten Faktoren.
  Zeige, da"s es nicht genauer drauf ankommt. Umgekehrt zum Einschr"anken.
Hier surjektive Homomorphismen nach $\DR^n$ mit kompaktem Kern 
  und Standard-Glockenkurve zur"uckziehen. 
\end{Bemerkungl}}


\begin{Beispiele}
  Jedes komplexe Ma"s auf $V$ sollte vorschiebbar sein mit dem Bildma"s als
  Vorschub. Jede  Distribution mit kompaktem Tr"ager sollte
  vorschiebbar sein mit dem "ublichen Vorschub.
  F"ur $\pi$  injektiv sollte insbesondere jede temperierte Distribution vorschiebbar sein.
  Jede temperierte
  Distribution $\mu$ mit  $\pi:\op{supp}\mu\ra W$ eigentlich oder vielleicht
  st"arker mit faserweise beschr"anktem Ma"s oder sowas 
  sollte vorschiebbar sein.  
   Ein Haarma"s sollte nur dann vorschiebbar sein, wenn $\pi$ injektiv ist.
\end{Beispiele}

\nichtfinal{\begin{Bemerkungl} Hier injektive Homomorphismen von $\DR^n$ mit diskretem Kokern 
  und vom Standard-Glockenkurvenma"s Bild nehmen. 
\end{Bemerkungl}}


\begin{Bemerkungl}
 Sei $\psi: A\ra B$ eine lineare
  Abbildung von endlichdimensionalen reellen Vektorr"aumen.
  Eine temperierte verallgemeinerte Funktion $f\in \mathcal S^{-\infty}(B)=\mathcal M'(B)$, also
  ein Element des stetigen Dualraums des Raums der Schwartzma"se auf $B$,
  hei"se {\bf zur"uckziehbar unter $\psi$},
  wenn f"ur alle $\tau\in \mathcal M(A)$ der
  Grenzwert $$\langle \tau|  \psi^*f\rangle \pdef \lim_{p\ra \infty}\langle G_p\ast \psi_*\tau|  f\rangle$$
  "uber alle positiv definiten quadratischen Formen $p$ auf $V$ existiert
  und eine temperierte verallgemeinerte Funktion $\psi^*f\in \mathcal S^{-\infty}(A)$ liefert. Die
  Schwartzma"se $G_p$ sind dabei definiert als
  $G_p\pdef {\op{e}}^{-p(y)}\mu_p$ mit einem Haarma"s $\mu_p$, das normalisiert
  wird durch die
  Bedingung, da"s die Gesamtmasse von $B$ unter dem Ma"s $G_p$ Eins sein soll.
  Die $G_p$ sind also Standardnormalverteilungen, die sich
  f"ur $p\ra \infty$ immer st"arker am Ursprung konzentrieren.
  Gro"s ist eine Form dabei, wenn sie gr"o"ser ist als ein gro"ses Vielfaches
  einer festen Form. Welche feste Form wir dabei nehmen, ist unerheblich. 
  Die Bildma"se $\psi_*\tau$ m"ussen keine Schwartzma"se sein, aber
  die Konvolutionen $G_p\ast \psi_*\tau$ sind notwendig wieder
  Schwartzma"se, etwa da sie durch Fouriertransformation zu Schwarzfunktionen
  werden, und wir k"onnen sie folglich 
  mit unserer verallgemeinerten Funktion $f$ paaren.
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel} Zu  einem Haarma"s $\mu$ auf $B$ k"onnen wir
  die verallgemeinerte Funktion $f\pdef \delta_0/\mu$ bilden,
  die gegeben wird durch $\langle \varphi\mu| f\rangle= \overline{\varphi(0)}$
  f"ur jede
  Schwartzfunktion $\varphi$. Wir wollen sie zur"uckziehen unter der
  Einbettung des Nullvektorraums $A=0$. In diesem Fall gibt es nur
  einen eindimensionalen Raum von Testma"sen mit Basis $\tau=\delta$ das
  Diracma"s auf dem einpunktigen Raum. Wir wollen also setzen 
  $$\langle \tau| \psi^*f\rangle=\lim_{p\ra 0} \langle G_p| f\rangle$$
  Speziell f"ur $f=\delta_0/\mu$ finden wir 
  $\langle G_p| \delta_0/\mu\rangle=\langle  {\op{e}}^{-p(y)}\mu C_p| \delta_0/\mu\rangle= C_p$ mit einer Konstante $C_p$, die
  f"ur $p\ra \infty$ ihrerseits gegen Unendlich strebt.
  Die verallgemeinerte Funktion  $f\pdef \delta_0/\mu$ kann mithin nicht auf
  den Ursprung zur"uckgezogen werden.
  Jede stetige  Funktion $f$ auf $B$ von h"ochstens polynomialem Wachstum  
   kann jedoch auf
   den Ursprung zur"uckgezogen werden und liefert dann die konstante Funktion
   mit dem Wert $f(0)$. 
\end{Beispiel}

\begin{Satz}[\textbf{Erweiterte Nat"urlichkeit der Fouriertransformation}]
\nichtfinal{F"ur Fouriergruppen machen!}   Gegeben eine lineare Abbildung  $\pi:V\ra W$ von endlichdimensionalen reellen
  Vektorr"aumen ist $\mu\in \mathcal M^{-\infty}(V)$ vorschiebbar unter $\pi$
  genau dann, wenn $\mathcal F\mu \in \mathcal S^{-\infty}(\hat V)$
  zur"uckziehbar ist unter $\hat\pi$, und unter diesen Annahmen\label{ENF} 
  gilt in $\mathcal S^{-\infty}(\hat W)$
  die Gleichheit 
  $$\mathcal F\pi_*\mu=  \hat\pi^* \mathcal F\mu$$
\end{Satz}
\begin{proof}
  Wir f"uhren eine Hilfsterminologie ein und sagen \glqq schwach vorschiebbar\grqq\ beziehungsweise \glqq schwach zur"uckziehbar\grqq,
  wenn die fraglichen Limites f"ur alle $\varphi$ beziehungsweise alle $\tau$
  existieren, wir jedoch nicht die Stetigkeit der dadurch gegebenen
  Schieflinearform auf $\varphi\in \mathcal S(W)$ beziehungsweise
  $\tau \in \mathcal M(\hat W)$ forden. Nun gehen wir in mehreren Schritten vor.
  \\[2mm]\noindent 1. 
  Genau dann ist $\mathcal F\mu$  schwach zur"uckziehbar unter $\hat\pi$,
  wenn es eine Schieflinearform $P$ auf $\mathcal M(\hat W)$ gibt derart,
  da"s f"ur alle 
$\tau\in \mathcal M(\hat W)$ gilt 
 $$
    \langle \tau| P\rangle= \lim_{p\ra \infty}\langle G_p\ast \hat\pi_*\tau|\mathcal F \mu\rangle
    $$
 Genau dann ist $\mathcal F\mu$  zur"uckziehbar unter $\hat\pi$, wenn $P$ au"serdem stetig ist, und dann haben wir per definitionem $\hat\pi^*\mathcal F\mu\pdef P$. 
  \\[2mm]\noindent 2. 
  Genau dann ist $\mu$ schwach vorschiebbar ist unter $\pi$, wenn es eine Schieflinearform $Q$ auf $\mathcal S(W)$  gibt derart,
  da"s f"ur alle 
$\varphi\in \mathcal S( W)$ gilt 
     $$\begin{array}{lll}
      \langle \varphi| Q\rangle  &=& \lim_{q\ra 0}\langle {\op{e}}^{-q}\cdot \pi^*\varphi| \mu\rangle
    \end{array}
    $$
   Genau dann ist $\mu$ vorschiebbar, wenn $Q$ au"serdem stetig ist,
    und dann haben wir per definitionem $\pi_*\mu\pdef Q$.
    \\[2mm]\noindent 3. F"ur $\hat{\mathcal F}(G_p)={\op{e}}^{-q}$ beachten wir,
    da"s die gro"sen $p$ den kleinen $q$ entsprechen und da"s gilt 
$$
 \langle G_p\ast \hat\pi_*\tau|\mathcal F \mu\rangle = \langle \hat{\mathcal F}(G_p\ast \hat\pi_*\tau)| \mu\rangle= \langle {\op{e}}^{-q}\cdot \hat{\mathcal F}\hat\pi_*\tau| \mu\rangle= \langle {\op{e}}^{-q}\cdot \pi^*\hat{\mathcal F}\tau| \mu\rangle
 $$
 Da $\hat{\mathcal F}$ einen Isomorphismus $\hat{\mathcal F} : \mathcal M(\hat W)\sira \mathcal S( W)$ liefert, ist $\mu$ schwach vorschiebbar genau dann, wenn $\mathcal F\mu$ schwach zur"uckziehbar ist, und dann gilt zus"atzlich 
 $\langle \hat{\mathcal F}\tau|Q\rangle=\langle\tau|P\rangle$. 
 Da $\hat{\mathcal F}$ sogar ein Isomorphismus von topologischen
 Vektorr"aumen ist, ist weiter $P$ stetig genau dann wenn $Q$ stetig ist und
 die Behauptung folgt aus der Definition von $\mathcal F: \mathcal M^{-\infty}(W)\ra \mathcal S^{-\infty}(\hat W)$.  
\end{proof}


\nichtfinal{\begin{Proposition} Gegeben $\psi:U\ra V$ und $\pi:V\ra W$
  und $\mu\in \mathcal M^{-\infty}(U)$ vorschiebbar unter $\psi$ sowie
  $\psi_*\mu$ vorschiebbar unter $\pi$ ist $\mu$ auch vorschiebbar unnter
  $\pi\circ\psi$ und es gilt
  $$(\pi\circ\psi)_*\mu=\pi_*(\psi_*\mu)$$
  Analog mit Zur"uckziehen. Habe noch nicht "uberlegt, ob es wirklich stimmt.
  Soll Assoziativit"at der Faltung liefern. Die stimmt aber gar nicht nach Rudin $(1*\delta')*H =0\neq 1=1*(\delta'* H)$ f"ur $H$ die Heavyside-Funktion, also ist da irgendwo ein ernstes Problem und vielleicht wenn
  es alle Vorschiebereien gibt, sind sie gleich, aber sonst nicht notwendig. 
\end{Proposition}} 
  


\begin{Beispiel} \nichtfinal{(Geraten!)} Ist $\mu$ ein Haarma"s auf
  $V$, so finden wir $\mathcal F\mu=\delta_0/\hat\mu$ mit $\hat\mu$ dem
  Plancherelma"s zu $\mu$.  Ist $\pi:V\hra W$ eine Injektion, so finden wir $\mathcal F\pi_*\mu=\pi^*(\delta_0/\hat\mu)$ und das ist ja wohl ein Ding, das jedem Schwartzma"s $\tau\in\mathcal M(\hat W)$
  alias $\tau= f\nu$ f"ur $\nu$ ein Haarma"s von $\hat W$ und $f\in \mathcal S(\hat W)$ das Integral von $\bar f$ "uber den Kern von  $\hat\pi: \hat W\sra \hat V$
  zuordnet "uber dasjenige Haarma"s auf dem Kern,
  das $\hat \mu$ zu $\nu$ erg"anzt in noch
  genauer auszuschreibender Weise. 
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Vertr"aglichkeit mit "au"seren Produkten}] 
  Gegeben $(G,\lambda)$ und $(H,\mu)$ Fouriergruppen mit Haarma"s
  erhalten wir eine offensichtliche Charakterpaarung
  $G\times H\times \hat G\times \hat H\ra S^1$ und darunter  ist $\hat\lambda\boxtimes\hat\mu$ das Plancherelma"s zu
  $\lambda\boxtimes\mu$ und wir haben bilineare Abbildungen
  $\boxtimes: \mathcal{M}^{-\infty}( G)\times \mathcal{M}^{-\infty}( H)\ra
  \mathcal{M}^{-\infty}( G\times H)$ und analog an allen anderen Ecken unseres
  Diagramms, die vertr"aglich sind mit allen Pfeilen, also
  $\mathcal F(\alpha\boxtimes\beta)=\mathcal F(\alpha)\boxtimes\mathcal F(\beta)
  \;\forall \alpha \in \mathcal{M}^{-\infty}( G),\beta \in \mathcal{M}^{-\infty}( H)$ et cetera.
  Des weiteren: Sind $\phi:G\ra G'$ und $\psi:H\ra H'$ setige Gruppenhomomorphismen und sind $\alpha$ und $\beta$ vorschiebbar, so ist auch
  $\alpha\boxtimes\beta$ vorschiebbar und es gilt
  $$(\phi\times\psi)_*(\alpha\boxtimes\beta)
  =(\phi_*\alpha)\boxtimes(\psi_*\beta)$$
   et cetera.
  \nichtfinal{Die Konstruktion der "au"seren Produkte ist nichttrivial und Arbeit, wie bei gew"ohnlichen Distributionen auch.} 
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}[\textbf{Erweiterte Faltung und Multiplikation}]
  Sei  $V$ ein endlichdimensionaler reeller Vektorraum.
 \begin{enumerate}\item Temperierte Distributionen $\mu,\nu\in \mathcal M^{-\infty}(V)$  hei"sen {\bf faltbar},
  \index{faltbar!Distributionen} wenn $\mu\boxtimes\nu$ vorschiebbar ist
  unter der Addition. Dann schreiben wir
  $$\mu\ast \nu\pdef \op{add}_*(\mu\boxtimes\nu)$$
  \item Temperierte verallgemeinerte Funktionen $f,g\in \mathcal S^{-\infty}(V)$  hei"sen {\bf multiplizierbar},
  \index{multiplizierbar!verallgemeinerte Funktionen} wenn $f\boxtimes g$ zur"uckziehbar ist
  unter der diagonalen Einbettung. Dann schreiben wir $$f\cdot g\pdef \Delta^*(f\boxtimes g)$$ 
 \end{enumerate}
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}
  Falten mit einem kompakt getragenen Fourierma"s geht immer.
  Falten mit Schwartzma"s sollte auch immer gehen. Produkt mit Schwartzfunktion
  sollte immer gehen. Produkt mit unseren $\breve \xi$ sollte immer gehen,
  da das ja Konvolution mit kompakt getragenem Fourierma"s entspricht.
  Vielleicht ein Teil dieser Aussagen sp"ater.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Fouriertransformation und Faltung}] 
 Sei  $V$ ein endlichdimensionaler reeller Vektorraum. Genau dann sind $\mu,\nu\in \mathcal M^{-\infty}(V)$ faltbar, wenn $\mathcal F\mu,\mathcal F\nu\in \mathcal S^{-\infty}(\hat V)$ multiplizierbar sind, und dann gilt in $\mathcal S^{-\infty}(\hat V)$ die Identit"at 
 $$\mathcal F(\mu\ast \nu)=(\mathcal F \mu)\cdot (\mathcal F \nu)$$
 Das folgt unmittelbar aus der Nat"urlichkeit der erweiterten
 Fouriertransformation \ref{ENF} und den Definitionen. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel} \nichtfinal{(Geraten!)}
  Gegeben ein endlichdimensionaler reeller
  Vektorraum $V$ und ein Vektor $v\in V$ gibt es
  $\delta_0{\op{D}}_v\in \mathcal M^{-\infty}(V)$ gegeben durch
  $(\delta_0{\op{D}}_v)(f)= \delta_0({\op{D}}_v f)$ der Richtungsableitung
  der Schwartzfunktion $f$ im Ursprung. Die Konvolution mit $(\delta_0{\op{D}}_v)$ ist dann immer definiert und
  wirkt als eine partielle Ableitung. Die Fouriertransformierte von $(\delta_0{\op{D}}_v)$ ist die Funktion $\breve v$, die jedem Charakter aus $\hat V$
  seine Richtungsableitung im Ursprung zuordnet. \nichtfinal{(Da hatte ich doch eine sch"one Notation? $\breve \xi$ aus \ref{brevexi}?)}
  Also finden wir recht allgemein, da"s Richtungsableitungen unter
  der Fouriertransformation der Multiplikation mit linearen Funktionen
  entsprechen. 
\end{Beispiel}


\begin{Bemerkungl}
  Tapfer rechnen: Kann doch wohl Ma"s mit Funktion falten, jedenfalls
  manchmal, indem eben mit Haarma"s verwandelt wird und wieder zur"uck.
  Das sollte die Funktion ableiten, indem man das abgeleitete Diracma"s
  drankonvolutiert. Wie vetr"agt sich dieses Ableiten mit dem Produkt mit
  Funktionen? Da gibt es vielleicht Konstanten zu beachten, aber nachher
  operiert die Weylalgebra wie "ublich. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Tapfer rechnen: Kann doch wohl  Funktion vorschieben, jedenfalls
  manchmal, indem eben mit Haarma"s verwandelt wird und wieder zur"uck.
  Zum Beispiel kann Funktion stets ausdehnen durch Null. Dehne ich Funktion
  auf Punkt so aus, erhalte ich so ungef"ahr das Diracma"s am Ursprung
  geteilt durch das Haarma"s. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel} 
  Fourierma"se $\kappa\in \mathcal M^{-\infty}(\DR^2)$ mit
  $(\partial_x^2-\partial_t^2)\kappa=0$ sind in Bijektion zu
  Fourierfunktionen $f\in \mathcal S^{-\infty}(\DR^2)$ mit
  $(\xi^2 -\tau^2)f=0$.
  Ich gehe hier aus von der Charakterpaarung $\DR^2\times \DR^2\ra S^1$ gegeben durch $((x,t),(\xi,\tau))\mapsto \exp(-{\op{i}}(x\xi +t\tau))$.
  Unsere Bedingung bedeutet $(\xi -\tau)(\xi +\tau)f=0$. 
\end{Beispiel}

\begin{Beispiel} Jetzt erst mal auf einer Gerade zeigen, da"s
  $x\cdot f=0$ bedeutet $f\in \DC \delta_0/\lambda$ f"ur Haarma"s $\lambda$.
  Dann liefert Produktvertr"aglichkeit und Koordinatenwechsel,
  da"s $(\xi +\tau)f=0$ bedeutet, da"s $f$ der Vorschub einer Fourierfunktion
  auf der Gerade mit der Gleichung $\xi+\tau=0$ ist.
  Dann "uberlegen, da"s $(\xi -\tau)(\xi +\tau)f=0$ bedeutet, da"s
   da"s $f$ Summe von  Vorsch"uben von zwei Fourierfunktionen
   ist, eine weitere auf der Gerade mit der Gleichung $\xi-\tau=0$,
   und da"s nur die Vielfachen der Deltafunktion am
   Ursprung in beiden Bildern ist. Das sollte eine Art Koszulkomplex sein.
   Jetzt k"onnen wir in verschiedenen Weisen alle L"osungen angeben.
   \begin{enumerate}
     \item Entweder wir nehmen die konstante Funktion Eins auf der einen
   Geraden, ausgedehnt durch Null. Multipliziert mit irgendeiner
   Fourierfunktion in $\xi$ kriegen wir alle Fourierfunktionen auf der
   einen Geraden. Zur"ucktransformiert ist das ein Punktteilchen,
   das sich in eine Richtung bewegt. Gefaltet mit irgendeinem Fourierma"s
   kriegen wir eine Welle, die sich in eine Richtung bewegt.
   Dasselbe mit der anderen Geraden gibt eine Welle in die andere
   Richtung. Die konstanten Funktionen kriegen wir doppelt.
 \item Alternativ k"onnen wir die Summe der konstanten Funktionen Eins auf
   den beiden Achsen nehmen und die Differenz der konstanten Funktionen Eins auf
   den beiden Achsen. Zur"ucktransformiert sind das zwei Punktteilchen,
   die von rechts und links kommen und sich zum Zeitpunkt Null im Ursprung
   treffen und dann wieder auseinanderlaufen, wobei im zweiten Fall das
   eine Teilchen formal das Negative des anderen ist.
   Konvolutiert mit einer r"aumlichen Fourierfunktion, so gibt
   das eine alle Wellen, die gleich aussehen, wenn man die Zeit r"uckw"arts
   laufen l"a"st, und das andere alle Wellen, die wie das Negative  aussehen, wenn man die Zeit r"uckw"arts
   laufen l"a"st.  Zusammen kriegt man  also jede Welle genau
   einmal. 
   \end{enumerate}
\end{Beispiel}


\nichtfinal{Es ist eigentlich sinnvoller, L"osungen zu suchen, die
  in r"aumlicher Richtung kompakten Tr"ager haben und so, da"s sie
  eine Basis sind f"ur den Raum
  aller in r"aumlicher Richtung kompakten L"osungen unter der
  r"aumlichen Konvolution mit kompakt getragenen Fourierfunktionen.  
  Insbesondere k"onnen wir dann alle L"osungen,
  die in r"aumlicher Richtung Schwartzfunktionen sind,
  eindeutig schreiben als Summe r"aumlicher Konvolutionen
  mit Schwartzfunktionen unserer Basisl"osungen.
  F"ur die eindimensionale  Wellengleichung sind solche Basisl"osungen
  die beiden Teilchen, die von rechts und links kommend sich zum Zeitpunkt
  Null im Ursprung kreuzen, sowie eine weitere L"osung, die beschrieben werden kann als eine lokal integrierbare Funktion, die
   konstant Eins ist auf dem kausalen Teil des Zeitkegels,
   konstant $-1$ auf dem antikausalen Teil des Zeitkegels und die Nullfunktion auf dem Rest unserer zweidimensionalen Raumzeit. Anschaulich bedeutet sie
   eine Rechteckfunktion alias ein Plateau mit senkrecht zu Null abfallenden R"andern, das sich mit der Zeit
   nach beiden Seiten immer mehr verbreitert, das aber in Richtung negativer
   Zeiten im Zeitpunkt Null in eine Vertiefung umschl"agt, die sich dann ebenfalls immer weiter ausdehnt.} 


\begin{Bemerkungl}
  Bei H"ormander lernt man, da"s es eine analytische Abbildung $\DC\ra \mathcal S^{-\infty}(\DR)$ notiert $a\mapsto \chi_+^{a}$ gibt mit  $$\chi_+^{a}(\varphi)=\frac{1}{\Gamma(a+1)}\int_{0}^\infty x^a \varphi(x)\diff x$$ f"ur $\op{Re}(a)>-1$.
  \nichtfinal{Ich mu"s noch sehen, ob das vielleicht
    besser in $\mathcal M^{-\infty}(\DR)$ leben sollte.}
  Man beachte dabei, da"s die Gammafunktion nach  \eref{ga12}{FT1}
  keine Nullstellen hat. Insbesondere ist $\chi_+^{0}$ die Heavyside-Funktion.
  Weiter zeigt er, da"s das Ableiten $\chi_+^{a}$ zu $\chi_+^{a-1}$ macht, so
  da"s $\chi_+^{-1}=\delta_0$  Dirac am Ursprung ist. Schlie"slich zeigt er,
  da"s das $\chi_+^{a}$ unter Fouriertransformation in ein Vielfaches von
  $(\xi-{\op{i}}0)^{-a-1}$ "ubergeht, so einen Grenzwert von Integralen.
\end{Bemerkungl}
  
\begin{Beispiel} \nichtfinal{(Superdoll geraten!)} 
  Verallgemeinerte Funktionen, die die Differentialgleichung
  $\partial_x^2+\partial_y^2+\partial_z^2-\partial_t^2$ l"osen,
  entsprechen also mehr oder weniger allgemeinen Funktionen mit
  $(x^2 +y^2 + z^2-t^2) f=0$.
  Wenn unsere Funktionen auch noch eingeschr"ankt auf eine geeignete
  Hyperebene ein Diracdelta sein sollen, m"u"ste die Fouriertransformierte
  vorgeschoben auf den Quotienten nach einer geeigneten Gerade konstant sein.
  Also sollten wir so in etwa konstante Funktionen auf dem Kegel kriegen,
  ausgedehnt durch Null. 
\end{Beispiel}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Riemann'sche $\zeta$-Funktion}]
  Wir haben $1/n^s= \op{e}^{-2\pi{\op{i}}(\log n)y}$ f"ur $s=2\pi{\op{i}}y$
  alias $y=-{\op{i}}s/2\pi$ und f"ur die
  Distribution $D\pdef \sum_{n\geq 1}\delta_{\log n}$ gilt zumindest formal
  $$\zeta(s)=D^\wedge(-{\op{i}}s/2\pi)$$
  Ich w"u"ste gerne, ob $D$ temperiert ist oder zumindest eine
  temperierte Hyperfunktion, so da"s die Fouriertransformierte
  sinnvoll definiert ist. Sollte mal A.Weil
  \glqq Fonctions zeta et distributions\grqq\ zu Tate's thesis
  angucken, S\'eminaire
  Bourbaki 312, Juin 1966, Benjamin N.Y. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Gammafunktion}]
  Die Gammafunktion $\Gamma(z)\pdef \int_0^\infty{\op{e}}^{-t}t^{z-1}\diff t$ aus \eref{GaF}{FT1} scheint die Fouriertransformierte
  des Ma"ses ${\op{e}}^{-t}t^{-1}\diff t$
  unter der
  Charakterpaarung $p:\DR_{>0}\times \DR\ra S^1, (t,y)\mapsto {t}^{{\op{i}}y}$
  aus \ref{BsCH}, genauer gilt bis auf Konvergenzprobleme
  $$\Gamma({\op{i}}y)=\int_0^\infty t^{{\op{i}}y}{\op{e}}^{-t}t^{-1}\diff t=\mathcal F_p({\op{e}}^{-t}t^{-1}\diff t)$$
  Zus"atzlich mag man bemerken, da"s $t^{-1}\diff t$ ein Haarma"s auf $\DR_{>0}$
  ist. Die Funktion $t\mapsto {\op{e}}^{-t}$ auf der multiplikativen Gruppe
  zu betrachten ist allerdings absonderlich, denn a priori ist das ein
  Isomorphismus von der additiven Gruppe zur Einskomponente der multiplikativen
  Gruppe, und diese Funktion hinwiederum auf die Einskomponente
  der multiplikativen Gruppe als Teilmenge der additiven Gruppe
  einzuschr"anken ist erst einmal merkw"urdig. Wir haben weiter
  $1=\mathcal F_p(\delta_1)$, weil das Diracma"s beim neutralen Element stets
  in die konstante Funktion Eins transformiert wird. Nach \ref{brevexi}
  ist $\hat\kappa\pdef {\op{i}}y$
  die adjungierte Imagin"arkoordinate zum Gruppenweg
  $\kappa:s\mapsto {\op{e}}^{\pm s}$ (oder jedenfalls fast) und mit
  \ref{brevexi} finden
  wir  ${\op{i}}y=\mathcal F_p(\delta'_1)$ f"ur die Ableitung des
  Diracma"ses beim neutralen Element. 
  \end{Bemerkungl}



\subsection{Kompakte R\"{a}ume, hier n"otig?}\label{aKoR}
\begin{Bemerkungl} \nichtfinal{Nicht mehr zutreffend!} 
  In diesen Vorlesungen haben  wir bis hierher
  vom Begriff der Kompaktheit allgemeiner
topologischer R"aume wenig mehr als die Definition 
\eref{koTO}{AN1} kennengelernt. Um aber im folgenden den Satz "uber die
Regularit"at von Borelma"sen \ref{ReBor} in der ihm angemessenen
Allgemeinheit zeigen zu k"onnen,  m"ussen 
wir nun etwas mehr "uber dieses Konzept lernen. Der Begriff der
Kompaktheit mit seinen Eigenschaften ist ein zentrales
Konzept der Mathematik. Er wird
Ihnen  im
weiteren Verlauf des Studiums  noch oft begegnen.
Ich beginne mit einer Wiederholung der Definition.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Ein topologischer Raum  hei\ss t 
{\bf kompakt},\index{kompakt!topologischer Raum}
wenn jede offene \"{U}berdeckung unseres Raums\label{aDeKom}
eine endliche Teil\"{u}berdeckung besitzt.
\end{Definition}


\begin{Bemerkungl}
Ist $X$ unser topologischer Raum, so 
fordern wir also in Formeln ausgedr"uckt, da"s
es f\"{u}r jedes System $\cal{U}\subset\cal{P}(X)$ von
offenen Teilmengen von $X$ mit $X=\bigcup_{U\in\cal{U}}U$
ein endliches Teilsystem $\cal{E}\subset \cal{U}$ gibt  mit
$X= \bigcup_{U\in \cal{E}}U$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}] 
  Die Konventionen sind, was den Begriff 
der Kompaktheit angeht, nicht ganz einheitlich. 
Die hier gew"ahlte Konvention ist im englischen
Sprachraum weit verbreitet.
Bourbaki 
und mit ihm  die meisten franz"osischen und auch viele andere Autoren
nennen die in unserem Sinne kompakten R\"{a}ume nur
{\bf quasikompakt}\index{quasikompakt}
und fordern von kompakten R"aumen zus"atzlich die Hausdorff-Eigenschaft.
Eine Teilmenge eines topologischen Raums, deren Abschlu"s kompakt ist,
nennt man
{\bf relativ kompakt}.\index{relativ!kompakt}\index{kompakt!relativ}
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}[\textbf{Kompaktheit metrischer R"aume}] 
Nach \eref{KO}{AN2} ist ein metrischer Raum \glqq folgenkompakt\grqq, als
da hei"st kompakt im
Sinne von \eref{DMK}{AN2} genau dann, wenn er f"ur seine
metrische Topologie kompakt ist im Sinne unserer abstrakten
Definition \ref{aDeKom}.
\end{Beispiel}


\begin{Beispiele}\label{aKODI}
Eine Menge mit der diskreten Topologie ist kompakt genau dann, wenn sie
endlich
ist. Eine Menge mit der Klumpentopologie ist stets kompakt.
\end{Beispiele}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Ausformulierung der Kompaktheit
      f"ur die Spurtopologie}]
Sei $X$ ein topologischer Raum und $A\subset X$ eine Teilmenge.
So sind gleichbedeutend nach unseren Definitionen
(1) $A$ ist kompakt mit der induzierten Topologie und (2)
f"ur jedes System $\cal{U}\subset\cal{P}(X)$ von
offenen Teilmengen von $X$ mit  $A \subset \bigcup_{U\in\cal{U}}U$
finden wir
ein endliches Teilsystem $\cal{E}\subset \cal{U}$ mit
$A\subset \bigcup_{U\in \cal{E}}U$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Lemma}\label{aKAb}
Eine kompakte Teilmenge eines Hausdorffraums ist stets abgeschlossen.
\nichtfinal{War schon \eref{HKA}{AN2}!}\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Durch Widerspruch. Sei $X$ unser 
Hausdorffraum und $A\subset X$ eine kompakte Teilmenge.
Ist $A$ nicht abgeschlossen, so gibt es $x\in \bar{A}\backslash A$.
F\"{u}r jedes $a \in A$ finden wir dann in $X$ disjunkte 
offene Umgebungen $U_{a}$ und
$V_{a}$
von $a$ und $x$. Nat\"{u}rlich gilt $A\subset \bigcup_{a\in
A}U_{a}$,
also gibt es auch endlich viele $a,\ldots, b \in A$ mit
$A\subset U_{a} \cup \ldots
\cup U_{b}$. 
Als endlicher Schnitt offener Mengen ist dann jedoch auch
$ V_{a}\cap \ldots \cap V_{b}$ offen und nach Konstruktion gilt
$A \cap V_{a}\cap \ldots \cap V_{b} = \emptyset$
im Widerspruch zu unserer Annahme $x\in
\bar{A}$.
\end{proof}





\begin{Satz}\label{aBKo}
Das Bild eines kompakten Raums unter einer stetigen Abbildung ist
stets kompakt.
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis]
Sei $f: X\ra Y$ stetig und $X$ kompakt.
Es gilt zu zeigen, da"s auch $f(X)$ kompakt ist.
Sei dazu $\cal{U}$ ein System von offenen Teilmengen von
$Y$. So gilt
$$\begin{array}{lcl}
f(X) \subset \bigcup_{U \in \cal{U}} U&\Rightarrow &X =\bigcup_{U \in \cal{U}
}f^{-1}(U)\\
 &\Rightarrow& X= f^{-1}(U_{{1}}) \cup \ldots \cup f^{-1}(U_{{k}})
 \\
 &\Rightarrow & f(X) \subset U_{{1}} \cup \ldots \cup U_{{k}}
 \end{array}$$
f\"{u}r
geeignete $U_1, \ldots ,U_k\in \cal{U}$.
 \end{proof}
\begin{Definition}
Eine nicht notwendig stetige Abbildung  von topologischen R"aumen
hei"st {\bf abgeschlossen}\index{abgeschlossen!Abbildung}, wenn das Bild
 jeder  abgeschlossenen Menge 
wieder  abgeschlossen ist.   
 \end{Definition}
\begin{Satz}\label{aQHK}
Eine stetige  Abbildung von einem kompakten
Raum in einen Hausdorffraum ist stets abgeschlossen.
Eine stetige surjektive Abbildung von einem kompakten
Raum auf einen Hausdorffraum ist stets \hyperref[final]{final}.
Eine stetige bijektive Abbildung von einem kompakten
Raum auf einen Hausdorffraum ist stets ein Hom\"{o}omorphismus.
\end{Satz}\begin{proof}[Beweis] 
Sei $X$ kompakt, $Y$
Hausdorff und $f:X \ra Y$ stetig und bijektiv.
Es reicht zu zeigen, da"s $f$ abgeschlossene Mengen auf
abgeschlossene Mengen abbildet. Aber in der Tat gilt ja
$A \As X \Rightarrow A$ kompakt $\Rightarrow f(A)$ kompakt
$\Rightarrow f(A) \As Y$
nach \ref{aAKo} und \ref{aBKo} und \ref{aKAb}.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Hausdorff-Eigenschaft versus  Kompaktheit}] 
Die Haus\-dorff\-ei\-gen\-schaft  und die Kompaktheit
sind  
An\-ta\-gonisten: Die Hausdorff-Ei\-gen\-schaft 
verlangt nach vielen
offenen Mengen und die Kompaktheit nach wenigen. 
Ist beides gleichzeitig erf"ullt, so kann man nach dem
vorhergehenden Satz \ref{aQHK} keine
zus"atzlichen Mengen als offen deklarieren, ohne die 
Kompaktheit zu verlieren, und nicht weniger Mengen als offen deklarieren,
ohne die Hausdorff-Eigenschaft zu verlieren.
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Extrema auf Kompakta}]
Eine stetige reellwertige Funktion auf einem nichtleeren kompakten
Raum ist beschr\"{a}nkt und nimmt ihr Maximum\label{aMaM} 
und ihr Minimum an.
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis]
Ist $X$ kompakt und $f:X\ra \DR$ stetig, so
ist $f(X)\subset \DR$ auch kompakt, also beschr\"{a}nkt und abgeschlossen.
Haben wir zus"atzlich $X\neq\emptyset$, so 
folgt $\sup f(X)$, $\inf f(X)\in f(X)$.
\end{proof}








\begin{Bemerkungw}
Aus der Analysis vertraute Kriterien f\"{u}r Abgeschlossenheit, Stetigkeit,
Kompaktheit und dergleichen 
\"{u}ber Eigenschaften von Folgen \"{u}bertragen sich erst
auf
beliebige topologische R\"{a}ume, wenn man den Begriff der Folge zu dem des
Filters verallgemeinert. 
Wir stellen die Diskussion dieses Begriffs zur\"{u}ck bis zum Beweis des
Satzes von Tychonoff \eref{ST}{TM}. Da"s \glqq folgenabgeschlossen\grqq\  keineswegs
\glqq abgeschlossen\grqq\  impliziert, zeigt das Beispiel
\eref{FANA}{TM}.
\end{Bemerkungw}

\subsubsection*{"Ubungen}




\begin{Ubung}
Sind $A$ und $B$ disjunkte kompakte Teilmengen eines  Hausdorff\-raums $X$,
so gibt es disjunkte offene Mengen $U,V\co X$ mit $A\subset U $ und 
 $B\subset V$.
Hinweis:\label{aFS}
 Man beginne mit dem Fall, da"s $A$ nur aus einem Punkt besteht.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{aKLK}
In einem kompakten Hausdorffraum l"a"st sich jede Umgebung eines 
Punktes zu einer abgeschlossenen Umgebung desselben Punktes verkleinern. 
Hinweis: \ref{aFS}.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{aExpH}
Die Abbildung $(0,2\pi)\ra \DC$, $t\mapsto \exp({\op{i}}t)$ ist ein
Hom"oomorphismus auf ihr Bild.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{PKR}
Man zeige, da"s das Produkt von zwei kompakten R"aumen
stets wieder kompakt ist.
\end{Ubung}


\begin{Bemerkungl}
    Gegeben beliebige, nicht notwendig $\sigma$-endliche
    Ma"sr"aume $(X,\mathcal M,\mu)$ und $(Y,\mathcal N,\nu)$
    erkl"aren wir das 
{\bf Produktma"s}\index{Produktma"s}  $\mu \boxtimes \nu$\index{)xbox@$\boxtimes$ "au"seres Produkt!von Ma"sen}  als
das gr"o"ste Ma"s auf der Produkt-$\sigma$-Algebra mit $(\mu \boxtimes \nu)(A \times B) = \mu (A) \nu (B)$ f"ur alle me"sbaren Mengen $A,B$ endlichen Ma"ses.
Solch ein gr"o"stes Ma"s existiert\label{gMPo}  
 als die 
gr"o"ste Ma"sfortsetzung nach \ref{KaEw} 
des eindeutig bestimmten  Pr"ama"ses $\mu\times\nu$ auf dem Mengenring $[\mathcal M\times \mathcal N]^{<\infty}$  aller endlichen
disjunkten Vereinigungen von Quadern $A \times B$ mit $A \in
\cal{M}$ und  $B \in \cal{N}$ jeweils von endlichem Ma"s
mit $(\mu\times\nu):(A\times B)\mapsto \mu(A)\nu(B)$.
Da"s es genau ein derartiges Pr"ama"s gibt, zeigt man wie  
 im $\sigma$-endlichen Fall beim Beweis von \ref{PrMa}. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Bezeichnet  $\tau:X\times Y\ra Y\times X$
das Vertauschen der Komponenten in einem Produkt, so haben wir 
auch in dieser Allgemeinheit offensichtlich eine
Verwandschaft von Ma"sen
$\tau:\mu\boxtimes\nu\leadsto \nu\boxtimes\mu$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Der positive Fubini \ref{pF} gilt auch f"ur nicht notwenig $\sigma$-endliche
Ma"sr"aume, wenn wir von unserer me"sbaren Funktion
zus"atzlich fordern, da"s sie au"serhalb einer $\sigma$-endlichen Teilmenge
 des Produkts  verschwindet. Jede $\sigma$-endliche Teilmenge f"ur unser neues Produktma"s
  liegt n"amlich bereits in einem Produkt von $\sigma$-endlichen Teilmengen der
  Faktoren.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Korollar \ref{IFG} zum Integral als Fl"ache unter einem Graphen
    gilt weiter, auch wenn $X$ nicht $\sigma$-endlich ist. Wenn
    $f$ au"serhalb einer $\sigma$-endlichen Menge verschwindet, bleibt der
    Beweis derselbe.\label{flug} 
  Sonst betrachten wir die Mengen $f^{-1}\big((1/(n+1), 1/n]\big)$ mit $n\geq 1$
und $f^{-1}((1, \infty])$ und sehen, da"s mindestens eine von ihnen
unendliches Ma"s haben mu"s. Damit sind dann beide Seiten unendlich.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Der Satz von Fubini \ref{Fuba}  gilt  auch ohne die Annahme irgendwelcher  $\sigma$-Endlichkeiten.
Hat $f$ n"amlich nicht $\sigma$-endlichen Tr"ager, so kann $f$ nicht integrierbar sein mit demselben
Argument wie f"ur die Erweiterung der Diskussion der
Fl"ache unter einem Graphen \ref{flug}.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
  Eine injektive Abbildung $i:X\ra Y$ von Me"sr"aumen
  nennen wir {\bf vorw"artsme"sbar},\index{vorw"artsme"sbar} wenn
  das Bild jeder me"sbaren Menge me"sbar ist,\label{vwmI} 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben eine vorw"artsme"sbare injektive Abbildung $i:X\ra Y$ von Me"sr"aumen
   k"onnen wir
  zu jedem Ma"s $\nu$ auf $Y$ seine {\bf Einschr"ankung}
  $i^!\nu$ zu einem Ma"s auf $X$ erkl"aren durch\label{EiMa} 
  $$(i^!\nu)(A)\pdef \nu(i(A))$$
  Jede Verkn"upfung vorw"artsme"sbarer Injektionen $i,j$ ist eine vorw"artsme"sbare Injektion $i\circ j$ und es gilt $j^!\circ i^!=(i\circ j)^!$.
  Weiter gilt f"ur die Identit"at auf einem Me"sraum offensichtlich $\op{id}^!\nu=\nu$ f"ur jedes Ma"s $\nu$. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben eine me"sbare und vorw"artsme"sbare injektive Abbildung $i:X\ra Y$ von Me"sr"aumen
  gilt f"ur jedes Ma"s $\mu$ auf $X$ die Identit"at
  $$i^!(i_*\mu)=\mu$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Vertauschen von Einschr"ankung und Vorschub}] 
  Gegeben ein kommutatives Diagramm
$$\xymatrix{ 
  W\ar[r]^{q}\ar[d]_{g} & X\ar[d]^{f}\\
  Z \ar[r]^{p} & Y }$$
  von Me"sr"aumen mit $p,q$ me"sbar und  $f,g$ vorw"artsme"sbaren
  Injektionen, bei dem das zugrundeliegenden Diagramm von Mengen
  kartesisch ist, gilt  offensichtlich die Identit"at 
  $q_*g^!=f^!p_*$.  
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Einschr"ankung von Produktma"sen}] 
  Gegeben vorw"artsme"sbare Injektionen $f_i:X_i\ra Y_i$ und Ma"se $\nu_i$
  auf $Y_i$ f"ur $1\leq i\leq r$ und $r\geq 0$ gilt
  $$(f_1\times\ldots\times f_r)^!(\nu_1\boxtimes\ldots\boxtimes \nu_r)=
  (f_1^!\nu_1)\boxtimes\ldots\boxtimes (f_r^!\nu_r)$$
  In der Tat nehmen beide Seiten auf den Erzeugern $A_1\times\ldots\times A_r$
  mit $A_i\subset X_i$ me"sbar der Produkt-$\sigma$-Algebra dieselben
  Werte an und ordnen jeder me"sbaren Menge das Ma"s $\infty$ zu, die
  keine abz"ahlbare "Uberdeckung
  durch derartige Quader endlichen Ma"ses besitzt, sind also beide
  die gr"o"ste
  Ausdehnung nach \ref{KaEw} desselben Pr"ama"ses.  STOPP: DAS IST KEINESWEGS KLAR. F"UR EINBETTUNG MESSBARER TEILMENGEN SCHON, ABER SONST NETTE. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben eine Abbildung $f:X\ra Y$ und eine Funktion $a:X\ra [0,\infty]$
  setzen wir $$(f_!a)(y)\pdef \sum_{f(x)=y}a(x)$$
  und nennen diese Konstruktion die {\bf Summation "uber die Fasern}.
  Wir vereinbaren f"ur unsere Summe dabei
  die Interpretation nach \eref{BAKo}{AN1}.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Eigenschaften der Summation "uber die Fasern}] 
  Es gilt stets $\op{id}_!a=a$. Gegeben Abbildungen $f:X\ra Y$ und
  $g:Y\ra Z$ haben wir  $g_!(f_!a)=(g\circ f)_!a$.
  Weiter gilt stets $f_!(a+b)=(f_!a)+ (f_!b)$
  und $f_!(\lambda a)=\lambda (f_! a)\;\forall \lambda\in [0,\infty]$ mit der
  "ublichen Konvention $0\cdot\infty=0=\infty\cdot 0$.
  Wir haben auch $a\leq b\RA (f_!a)\leq (f_!b)$. 
  Schlie"slich vertauscht die Summation "uber die Fasern mit 
  monotoner Approximation, gilt also genauer
  $a_0\leq a_1\leq\ldots$ und
  $\lim a_n(x)=a(x)\;\forall x\in X$, so folgt
  $\lim (f_!a_n)(y)=(f_!a)(y)\;\forall y\in Y$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Wir nennen eine Abbildung $f:X\ra Y$ von Me"sr"aumen ganz allgemein 
  {\bf vorw"artsme"sbar},\index{vorw"artsme"sbar} wenn f"ur jede me"sbare
  Teilmenge $A\subset X$ die Summation "uber die Fasern
  $f_![A]$ ihrer charakteristischen Funktion $[A]$  wieder me"sbar ist.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben eine vorw"artsme"sbare Abbildung $f:X\ra Y$ von Me"sr"aumen und ein Ma"s $\nu$ auf $Y$ erkl"aren wir das {\bf zur"uckgezogene Ma"s}\index{Ma"s!zur"uckgezogenes} $f^!\nu$ auf $X$ durch
  $$(f^!\nu)(A)\pdef \int_Y f_![A]\;\nu$$
  Die $\sigma$-Additivit"at des zur"uckgezogenen Ma"ses folgt hierbei
  aus dem Satz "uber monotone Konvergenz.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}[\textbf{R"uckw"artskompatibilit"at}]
  Eine injektive Abbildung von Me"sr"aumen ist genau dann 
  vorw"artsme"sbar, wenn sie eine vorw"artsme"sbare Injektion im Sinne von \ref{vwmI} ist, wenn also das Bild jeder me"sbaren Menge wieder
  me"sbar ist. Unser zur"uckgezogenes Ma"s hier verallgemeinert das
  eingeschr"ankte Ma"s aus \ref{EiMa}. 
\end{Beispiel}
\begin{Proposition}
  Eine Abbildung $f:X\ra Y$ von Me"sr"aumen ist genau dann
  vorw"artsme"sbar,\index{vorw"artsme"sbar} wenn f"ur jede me"sbare
  Funktion $a: X\ra [0,\infty]$ die Summation "uber die Fasern
  $f_!a$  wieder me"sbar ist, und dann gilt f"ur jedes Ma"s $\nu$ auf $Y$ die Identit"at\label{vztu} 
  $$\int_X a\;f^!\nu=\int_Y f_!a\;\nu$$
\end{Proposition}
\begin{proof}
  Wir zeigen nur die nichttriviale Implikation.
  Ist $f:X\ra Y$ vorw"artsme"sbar, so ist
  offensichtlich f"ur jede me"sbare Stufenfunktion $s:X\ra [0,\infty]$ auch
  $f_!s$ me"sbar. Da aber jede me"sbare Funktion $a:X\ra [0,\infty]$ nach
  \ref{MM} eine monotone Approximation durch me"sbare Stufenfunktionen
  besitzt und da Summation "uber die Fasern mit monotoner Approximation vertauscht und punktweise Grenzwerte me"sbarer Funktionen nach \ref{MG3}
  wieder me"sbar sind, folgt die Me"sbarkeit von $f_!a$. Die Gleichheit von
  Integralen folgt erst f"ur me"sbare Stufenfunktionen und dann mit dem Satz
  "uber monotone Konvergenz im allgemeinen.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl} Gegeben vorw"artsme"sbare Abbildungen $f:X\ra Y$ und
  $g:Y\ra Z$ ist nach \ref{vztu} auch $g\circ f$ vorw"artsme"sbar und  f"ur jedes Ma"s $\rho$ auf $Z$ gilt
  $$f^! (g^! \rho)=(g\circ f)^!\rho$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Proposition}[\textbf{Pr"ufen der Vorw"artsme"sbarkeit auf Erzeugern}] 
  Sei $f:(X,\mathcal M)\ra (Y,\mathcal N)$
  eine Abbildung von Me"sr"aumen mit endlichen Fasern.
  Wir nehmen an, da"s $f_![X]$ me"sbar ist und da"s es ein zweischnittstabiles
  Erzeugendensystem $\mathcal E$ der $\sigma$-Algebra $\mathcal M$ gibt
  mit $f_![E]$ me"sbar f"ur alle $E\in \mathcal E$. So ist
  $f$ vorw"artsme"sbar.\label{pVwm} 
\end{Proposition}
\begin{proof}
  Das System aller $A\subset X$ mit $f_![A]$ me"sbar ist
offensichtlich stabil unter Komplementmengenbildung, wenn
$f$ endliche Fasern hat und  $f_![X]$ me"sbar ist.
Es ist dann sogar offensichtlich monoton im Sinne von \ref{MOSY}.
Umfa"st es ein unter endlichen Schnitten stabiles
Erzeugendensystem, so mithin auch
die davon erzeugte Mengenalgebra und dann nach \ref{Mosy} auch die
davon erzeugte $\sigma$-Algebra.
\end{proof}


\begin{Beispiel}[\textbf{Endliche "Uberlagerungen sind vorw"artsme"sbar}]
  Jede  "Uberlagerung von abz"ahlbar basierten
  topologischen R"aumen mit endlichen Fasern ist
  vorw"artsme"sbar in Bezug auf die Borelmengen. In der Tat bilden die
  Bilder von Schnitten auf offenen Teilmengen der Basis ein
  zweischnittstabiles Erzeugendensystem der borelschen $\sigma$-Algebra
   und nach
  Proposition \ref{pVwm} reicht es, die  Vorw"artsme"sbarkeit auf diesem
  Erzeugendensystem zu pr"ufen.
\end{Beispiel}

\begin{Proposition}[\textbf{Produkte vorw"artsme"sbarer Abbildungen}]
  Gegeben vorw"artsme"sbare Abbildungen $f:X\ra Y$ und $g:W\ra Z$  mit endlichen Fasern ist auch $(f\times g): X\times W\ra Y\times Z$ vorw"artsme"sbar und
  f"ur $\sigma$-endliche Ma"se $\mu,\nu$ gilt
  $$(f\times g)^!(\mu\boxtimes\nu)=(f^!\mu)\boxtimes(g^!\nu)$$
\end{Proposition}
\begin{proof} Sicher gilt f"ur beliebige Abbildungen $a:X\ra [0,\infty]$
  und $b:W\ra[0,\infty]$ die Identit"at $(f\times g)_!(a\boxtimes b)=(f_! a)\boxtimes(g_! b)$. Sie zeigt, da"s f"ur $A\subset X$ me"sbar und $B\subset Y$
  me"sbar auch $(f\times g)_![A\times B]=(f_! [A])\boxtimes(g_! [B])$ me"sbar ist. Nach
  Proposition \ref{pVwm} reicht es jedoch, die  Vorw"artsme"sbarkeit auf diesem
  Erzeugendensystem zu pr"ufen, und damit ist $f\times g$ schon mal vorw"artsme"sbar. Nun sind nach "Ubung \ref{rzSE} die zu vergleichenden
  Ma"se beide $\sigma$-endlich. Es reicht also zu zeigen, da"s
  sie auf dem zweischnittstabilen Erzeugendensystem aller $A\times B$
  mit $A,B$ me"sbar "ubereinstimmen. Das aber folgt aus dem positiven Fubini
  mit der Rechnung
  \begin{displaymath}\begin{array}[b]{lll}
    \big((f\times g)^!(\mu\boxtimes\nu)\big)(A\times B)&=&
    \int (f\times g)_![A\times B]\;\mu\boxtimes\nu\\[2mm]
    &=&
    \int(f_! [A]\boxtimes g_! [B]) \;\mu\boxtimes\nu\\[2mm] &=&
    \left(\int(f_! [A])\;\mu\right)\left(\int(g_! [B]) \nu\right)\\[2mm]
  &=&
    \big((f^!\mu)(A)\big)\big((g^!\nu)(B)\big)\\[2mm]
    &=&
    \big((f^!\mu)\boxtimes(g^!\nu)\big)(A\times B)\end{array}\qedhere
  \end{displaymath}
\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
  Gegeben $f:X\ra Y$ vorw"artsme"sbar mit endlichen Fasern und ein
  $\sigma$-endliches Ma"s  $\nu$ auf $Y$ liefert der R"uckzug 
  ein $\sigma$-endliches Ma"s  $f^!\nu$ auf $X$.\label{rzSE} 
\end{Ubung}


\subsection{Lipschitzstetigkeit des Flusses}

\begin{Proposition}\label{FLLSA}
Gegeben ein lokal lipschitzstetiges Vektorfeld 
auf einer offenen Teilmenge eines endlichdimensionalen
reellen Raums hat sein Flu"s offenen Definitionsbereich und ist 
lokal lipschitzstetig. 
\end{Proposition}



\begin{proof} 
Sei $X$ unser endlichdimensionaler
reeller Raum,  
$U \co X$ unsere offene Teilmenge und $A : U \rightarrow \vec{X}$ 
unser lokal lipschitzstetiges
  Vektorfeld. 
Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit d"urfen wir annehmen, 
unser Vektorfeld sei 
lipschitzstetig mit Lipschitz-Konstante $L$ und 
die L"angen seiner Vektoren seien beschr"ankt durch eine Konstante $M.$
Sind $\gamma_p, \gamma_q :[0,\varepsilon] \rightarrow U$
Integralkurven zu Anfangswerten $p, q \in U$, so finden wir f"ur
alle $t \in [0,\varepsilon]$ die Absch"atzung
\begin{eqnarray*}
\| \gamma_p (t) - \gamma_q (t) \| &=& \left\| p+ 
\int^t_0 A (\gamma_p (\tau) ) \diff  \tau
\;-q - \int^t_0 A (\gamma_q (\tau)) \diff \tau \right\|\\
&\leq & \| p-q\| + L \int^t_0 \| \gamma_p (\tau)- 
\gamma_q (\tau)\| \diff \tau
\end{eqnarray*}
und das Lemma von Gronwall \eref{Gronwall}{AN2} 
liefert f"ur alle $t \in [0,\varepsilon]$
die Absch"atzung
\begin{equation*}
\| \gamma_p (t) - \gamma_q (t)\| \leq \| p-q\| \op{e}^{Lt} \leq \| p-q\|
\op{e}^{L\varepsilon}
\end{equation*}
Dasselbe Argument liefert dieselbe Absch"atzung in Richtung negativer Zeiten,
und  zusammen mit der Absch"atzung $\|\gamma (s) - \gamma (t)\|
\leq M \cdot |s-t|$,  
die f"ur jede Integralkurve sofort aus dem Mittelwertsatz
\eref{MWS}{AN1} folgt,  erkennen wir, da"s unser Flu"s lokal 
lipschitzstetig sein mu"s.
Um schlie"slich nachzuweisen, da"s sein Definitionsbereich 
$\tilde{U}$ offen ist, gehen wir aus
von einer Integralkurve $\gamma_p : [0,\varepsilon] \rightarrow U$ 
zum Anfangswert
$p$.
Sicher gibt es $r > 0$ derart, da"s alle Punkte mit Abstand h"ochstens $r$ vom
Bild dieser Integralkurve ein in $U$ enthaltenes Kompaktum $K\subset U$ bilden.
F"ur $q \in U$ mit $\|p-q\| \op{e}^{L\varepsilon} \leq r$
mu"s nach unserer Absch"atzung die maximale Integralkurve $\gamma_q$ 
zum Anfangswert $q$ das
Intervall $I_q \cap [0,\varepsilon]$ nach $K$ abbilden.
Mit \eref{PiLi}{AN2} folgt $[0,\varepsilon] \subset I_q$
f"ur alle $q \in U$ mit $\| p-q\| \op{e}^{L\varepsilon} \leq r$.
Dasselbe Argument funktioniert auch f"ur negative Zeiten und zeigt, da"s
$\tilde{U}$ offen ist in $\Bbb{R} \times U$.
\end{proof}




\begin{Bemerkungl}
Salopp gesprochen besagt unsere Absch"atzung 
aus  dem vorhergehenden Beweis, da"s zwei Integralkurven in einem
lipschitzstetigen Vektorfeld \glqq h"ochstens exponentiell 
auseinanderlaufen k"onnen\grqq.
Man mag das Argument vom Schlu"s des  Beweises des Satzes 
"uber homogene lineare Differentialgleichungen 
etwas vergr"obernd 
dahingehend zusammenfassen, da"s sich eine beliebige L"osung 
h"ochstens exponentiell von der Null-L"osung entfernt und 
folglich nicht in endlicher Zeit ins Unendliche entweichen kann.
\end{Bemerkungl}







\begin{Definition}
Gegeben $p\in\DN$ verstehen wir unter 
einer Abbildung 
{\bf der Klasse $\cal{L}\cal{C}^p$} zwischen offenen Teilmengen 
endlichdimensionaler reeller R"aume 
 eine $\cal{C}^p$-Abbildung  mit 
lokal lipschitzstetiger $p$-ter Ableitung. 
\end{Definition}
\begin{Ubung}
Die Verkn"upfung von Abbildungen der Klasse 
$\cal{L}\cal{C}^p$ hat stets wieder
diese Eigenschaft. Eine Abbildung in einen $\DR^n$ ist von der Klasse 
$\cal{L}\cal{C}^p$ genau dann, wenn das f"ur alle ihre Komponenten zutrifft.
Eine Abbildung  $\DR^m\ra\DR $ ist von der Klasse 
$\cal{L}\cal{C}^p$ genau dann, wenn alle ihre partiellen Ableitungen bis zur Ordnung
$p$ existieren und lokal lipschitzstetig sind. 
Dasselbe gilt, wenn unsere Abbildung nur auf einer offenen Teilmenge
eines $\DR^m$ definiert ist.
\end{Ubung}
\begin{Bemerkungl}
  F"ur das weitere f"uhren wir eine spezielle Notation ein, um die Darstellung
  einigerma"sen transparent zu halten: Gegeben 
ein endlichdimensionaler reeller Raum $X$ und eine differenzierbare Abbildung
  $f: X \rightarrow X$ bezeichnen wir mit 
$f' :X \rightarrow \op{End} (\vec{X})$
  die Abbildung $p \mapsto \diff_p f$, und das auch dann, wenn $f$ noch von
  weiteren Parametern abh"angt und nur auf einer offenen Teilmenge von $X$
  definiert ist.
\end{Bemerkungl}

\begin{Lemma}\label{EXEDCA}
 Gegeben ein endlichdimensionaler reeller
  Raum $X$,  eine offene Teilmenge $U\co  X$ und
ein Vektorfeld $A : U \rightarrow \vec{X}$ 
der Klasse $\cal{L}\cal{C}^1$ ist auch sein Flu"s 
$\Phi$ von der Klasse $\cal{L}\cal{C}^1$
und die Ableitung $\Phi'$ des Flusses nach dem Ort erf"ullt die  
Differentialgleichung 
\begin{equation*}
\frac{\partial (\Phi')}{\partial t} (t,x) =
A' (\Phi (t,x))\Phi^\prime (t,x)
\end{equation*}
mit der Anfangsbedingung $\Phi^\prime (0,x)=\op{id}.$  
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}
Die Gleichung aus dem Lemma hei"st auch die \defind{Variationsgleichung}.
Sie ist 
f"ur feste $t$ und $x$ als eine Gleichung in $\op{End}(\vec{X})$ zu verstehen.
Insbesondere ist
rechts das Produkt zweier Endomorphismen gemeint.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Wir d"urfen und werden unser Vektorfeld als
lipschitzstetig mit Lipschitzkonstante $L$ annehmen.
Ist der Flu"s $\Phi$ unseres Feldes f"ur jedes feste $t$ 
stetig differenzierbar nach
$x$, so folgt aus der definierenden Gleichung 
$$\frac{\partial\Phi}{\partial t} (t,x) = A (\Phi (t,x))$$ 
durch Festhalten
von $t$ die Differenzierbarkeit 
der $t$-Ableitung des Flusses nach $x$ 
und durch Bilden des Differentials erhalten wir die 
zweite H"alfte der Gleichungskette
\begin{equation*}
\frac{\partial (\Phi')}{\partial t} (t,x) =
\left( \frac{\partial \Phi}{\partial t}
\right)^\prime (t,x) = A' (\Phi (t,x))\Phi^\prime (t,x)
\end{equation*}
Die Differenzierbarkeit von $\Phi^\prime$ nach $t$ und die erste Gleichung
folgt dann aus \eref{VPAb}{AN2}, da wir ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit
$X = \Bbb{R}^n$ annehmen d"urfen und uns dann $\Phi^\prime$ schlicht als eine
Matrix von partiellen Ableitungen denken k"onnen.
Um nun umgekehrt zu zeigen, da"s unser Flu"s f"ur 
jedes $t$ differenzierbar ist nach
$x$ an einer Stelle $p$,  nehmen wir an, 
da"s unser Flu"s etwa auf $[0,b]\times W$
definiert sei mit $W \co U$ einer Umgebung von $p \in U$ und $b >0$ und
gehen wir aus von einer L"osung 
$\Lambda : [0,b] \rightarrow \op{End}
\vec{X}$ der linearen Differentialgleichung 
\begin{equation*}
\frac{\partial \Lambda}{\partial t} (t) = A' (\Phi (t,p)) \Lambda (t)
\end{equation*}
mit Anfangswert $\Lambda (0) =\op{id}$, die ja nach \eref{LLD}{AN2}
und \ref{FLLS} existiert und
eindeutig bestimmt ist. F"ur diese L"osung zeigen wir 
\begin{equation*}
\Phi (t,p+h)-\Phi (t,p) -\Lambda (t)h = \| h\| \cdot \eta_t (h)
\end{equation*}
mit $\lim_{h\rightarrow 0} \eta_t (h)=0$ f"ur alle $t$, 
und das zeigt dann, da"s f"ur alle $t$  die Abbildung $x\mapsto 
\Phi (t,x)$ bei $x=p$ 
differenzierbar ist. Um nun die behauptete Absch"atzung f"ur die L"osung
zu erhalten, 
setzen wir $\Delta(t,h) = \Phi (t,p+h)-\Phi (t,p)$ und 
bezeichnen die linke Seite der eben einzeln geschriebenen Gleichung mit
$D (t,h) = \Delta
(t,h) -\Lambda (t)h$ und finden 
\begin{eqnarray*}
\frac{\partial D}{\partial t} (t,h)&=& A(\Phi (t,p+h)) 
- A (\Phi (t,p)) -A'(\Phi (t,p)) 
\Lambda(t)h\\[1mm]
&=&A'(\Phi (t,p)) \Delta(t,h)+\|\Delta(t,h)\| 
R (\Delta(t,h))-A'(\Phi(t,p)) \Lambda (t)h\\[2mm]
&=& A'(\Phi (t,p)) D(t,h) + \| \Delta(t,h)\| R (\Delta(t,h))
\end{eqnarray*}
f"ur stetiges $R$ mit $R (0) =0$.
Beachten wir $D(0,h) =0$, so folgt mit Integration
\begin{equation*}
D (t,h) = \int^t_{0} A' (\Phi (\tau,p)) D (\tau,h) +
 \|\Delta (\tau,h)\| R (\Delta (\tau,h)) \diff \tau
\end{equation*}
Aus dem Beweis von \ref{FLLS} wissen wir bereits, da"s Integralkurven 
in lipschitzstetigen
Vektorfeldern h"ochstens exponentiell auseinanderlaufen und da"s 
genauer in Formeln gilt $\| \Delta(t,h) \| \leq
\| h\| \op{e}^{Lt}$.
Weiter gibt es f"ur alle $\varepsilon >0$ ein $r_\varepsilon > 0$ mit
$\|v\| <r_{\varepsilon} \Rightarrow \|R(v) \| <\varepsilon$.
Aus $\| h\| < r _\varepsilon \op{e}^{-Lb} $ folgt also 
$R (\Delta (\tau,h))< \varepsilon$
f"ur $\tau \in [0,b]$ und damit 
$\| \Delta (\tau,h)\| R (\Delta (\tau,h)) <
\varepsilon \|h\| \op{e}^{Lb}$.
F"ur alle $t \in [0,b]$ folgt aus 
$\| h\| < r_\varepsilon\op{e}^{-Lb}$ also
\begin{equation*}
\| D (t,h)\| \leq \int^t_{0} C\; \| D (\tau,h)\| \diff \tau\; + \varepsilon \cdot
\| h\|\cdot \op{e}^{Lb} \cdot b
\end{equation*}
f"ur $C$ eine obere Schranke von $\| A' (\Phi (\tau,p))\| .$ Mit
Gronwalls Lemma ergibt sich dann schlie"slich, da"s aus 
$\| h\| < r_\varepsilon\op{e}^{-Lb}$ folgt
\begin{equation*}
\| D (t,h)\| \leq \varepsilon 
\cdot \| h\| \cdot \op{e}^{Lb} \cdot b 
\cdot \op{e}^{tC}
\end{equation*}
und das ist eine Absch"atzung der gew"unschten Art.
\end{proof}


\begin{Lemma}\label{DFBFA}
 Gegeben ein endlichdimensionaler reeller
  Raum $X$,  eine offene Teilmenge $U\co  X$ und
ein Vektorfeld $A : U \rightarrow \vec{X}$ 
der Klasse $\cal{L}\cal{C}^p$ f"ur ein $p\in\DN$ ist auch sein Flu"s 
$\Phi$ von der Klasse $\cal{L}\cal{C}^p.$ 
\end{Lemma}


\begin{proof}[Beweis]
Durch vollst"andige Induktion "uber $p$.
Den Fall $p=0$ haben wir bereits in \ref{FLLS}
behandelt, den Fall $p =1$ in \ref{EXEDC}. Sei
also $p\geq 2$,  sei $A$ unser $\cal{L}\cal{C}^p$-Vektorfeld
und $\Phi(t,x)$ sein Flu"s. Per Induktion wissen wir, da"s dieser
Flu"s zumindest von der Klasse $\cal{L}\cal{C}^{p-1}$ ist, und die
definierende Gleichung zeigt dann, da"s auch seine zeitliche Ableitung 
$\dot{\Phi}$ von der Klasse $\cal{L}\cal{C}^{p-1}$ sein mu"s. Es bleibt also
nur zu zeigen, da"s auch die r"aumliche Ableitung $\Phi'$ unseres 
Flusses von der
Klasse $\cal{L}\cal{C}^{p-1}$ ist.
Nach \ref{EXEDC} ist diese r"aumliche Ableitung 
nun die eindeutig bestimmte Abbildung
$\Lambda:\tilde{U}\ra \op{End}\vec{X}$ mit $\Lambda(0,x)=\op{id}$ f"ur
alle $x\in U$ und 
\begin{equation*}
\dot{\Lambda} (t,x) = A' (\Phi (t,x)) \Lambda (t,x)
\end{equation*}
Wir schreiben diese Differentialgleichung um als Flu"s eines
Vektorfelds und betrachten dazu auf $\tilde{U} \times \op{End} \vec{X}$
das Vektorfeld
\begin{equation*}
B :(t,x,v) \mapsto (1,0,A' (\Phi (t,x))v)
\end{equation*}
Per Induktion wissen wir, da"s $\Phi$ und damit $B$ von
der Klasse $\cal{L}\cal{C}^{p-1}$ sind.
Andererseits liefert f"ur jedes $x \in U$ die Vorschrift 
\begin{equation*}
\gamma_x (\tau)= (\tau, x, \Lambda (\tau,x))
\end{equation*}
eine Integralkurve von $B$, und zwar die eindeutig bestimmte Integralkurve
mit Anfangswert $(0,x,\op{id})$,  so da"s unsere Induktionsannahme zeigt,
da"s $\Lambda$ von der Klasse $\cal{L}\cal{C}^{p-1}$ sein mu"s.
\end{proof}





\subsection{Existenz und Eindeutigkeit von L"osungen}



\begin{Bemerkungl}
 Das folgende Lemma wird auch oft als 
\glqq lokaler Existenz- und Eindeutigkeitssatz\grqq\  zitiert
und unter der noch schw"acheren Voraussetzung der 
\glqq Lipschitz-Stetigkeit\grqq\  gezeigt. Diese Feinheiten will
ich hier jedoch nicht diskutieren. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Lemma}\label{HlLlA}
Ist $X$ ein endlichdimensionaler reeller
Raum, $U \co X$ offen und $A: U \rightarrow \vec{X}$ 
ein stetig differenzierbares  Vektorfeld,
 so gibt es zu jedem Punkt $p\in U$ Integralkurven 
mit offenem Definitionsbereich, und je zwei
Integralkurven $\gamma : I \rightarrow U$ und 
$\phi : J \ra U$ mit demselben Anfangswert
stimmen f"ur hinreichend kleines $\eta>0$ auf  $I \cap J\cap [-\eta,\eta]$ 
"uberein.
\end{Lemma}

\begin{proof}
Wir betrachten f"ur ein halboffenes kompaktes reelles Intervall $K \subset
\Bbb{R}$ mit $0\in K$ den Raum $$\mathcal{C}^1_p (K,X)$$ aller
stetig differenzierbaren Wege $\gamma : K \rightarrow X$ mit
$\gamma (0) =p$ und versehen seinen Richtungsraum 
$\mathcal{C}^1_0 (K,\vec{X})$ mit der Norm
$ \|\varphi \|_\infty + \| \dot{\varphi}\|_\infty$
der gleichm"a"sigen Konvergenz von Funktion und erster Ableitung.
Nach \eref{VSWnn}{AN1} erhalten wir so einen vollst"andigen normierten
Vektorraum.
Nun betrachten wir in unserem affinen Raum 
die offene Teilmenge $\mathcal{C}^1_p (K,U)$ aller
 in $U$ verlaufenden Wege und die Abbildung
$$\begin{array}{cccc}
F:& \Bbb{R}\times \mathcal{C}^1_p (K,U) & \rightarrow &\mathcal{C}(K,\vec{X})\\
&(\tau\;,\; \gamma) \;\;\;&\mapsto & \dot{\gamma} - \tau  (A\circ \gamma)
\end{array}$$
Unter dieser Abbildung 
geht offensichtlich $(\tau, \gamma)$ nach Null genau dann, 
wenn $\gamma : K\rightarrow
U$ eine Integralkurve des reskalierten Feldes $\tau A$ ist.
Bezeichnet $\kappa$ den konstanten Weg bei $p$, so gilt 
insbesondere $(0,\kappa) \mapsto 0$. Wir wenden nun den Satz "uber implizite
Funktionen \eref{IFBR}{AN2} an. Das Differential von $F$ ergibt sich mit
Summenregel \eref{SuRe}{AN2}, %\ref{ALLA}????????
Produktregel
 \eref{PRm}{AN2} und der anschlie"senden "Ubung \ref{DBRa} zu
\begin{equation*}
(\diff_{(\tau, \gamma)} F) (h,\alpha) = \dot{\alpha} - h  (A \circ \gamma)
-\tau  (\diff A \circ (\gamma, \alpha))
\end{equation*}
wo wir $\diff A : U \times \vec{X} \rightarrow \vec{X}$, $(x,v) 
\mapsto (\diff_x A)
(v)$ meinen.
Insbesondere haben wir $(\diff_{(0,\kappa)} F) (0,\alpha) =\dot{\alpha}$.
Nun ist  $\mathcal{C}^1_0 (K, \vec{X})\rightarrow \mathcal{C}
(K,\vec{X})$, $\alpha \mapsto \dot{\alpha}$ eine stetige lineare Bijektion
mit stetiger Umkehrung, eben dem Integrieren.
Die Bedingungen des Satzes "uber implizite Funktionen \eref{IFBR}{AN2}
sind also erf"ullt und
liefern uns die Existenz eines Paars $(A_1, B_1)$ mit $0 \in A_1 \co \Bbb{R}$ 
und
$\kappa \in B_1 \co \mathcal{C}^1_p (K,U)$ derart, da"s es f"ur alle $\tau
\in A_1$ genau ein $\gamma_\tau \in B_1$ gibt mit $F (\tau,\gamma_\tau) =0$
alias mit $\gamma_\tau$ einer Integralkurve des reskalierten
Vektorfelds $\tau  A.$
Gehen wir nun etwa von $K=[-1,1]$ aus und w"ahlen
$\tau\neq 0$ in $A_1$,  so ist $\gamma(t)=\gamma_\tau(\tau^{-1}t)$ 
eine auf $(-\tau,\tau)$ definierte Integralkurve des Vektorfelds $A$ zu 
$p$ und die Existenzaussage des Lemmas ist gezeigt.
Seien andererseits $\gamma : I \rightarrow U$ und 
$\phi : J \ra U$ Integralkurven mit demselben Anfangswert.
Besteht $I\cap J$ nur aus dem Nullpunkt ist 
die Behauptung eh klar.
Sonst ist  $I\cap J$ auch halboffen und f"ur alle $\tau\in[0,1]$
sind die Abbildungen $t\mapsto \gamma(\tau t)$ und $t\mapsto \phi(\tau t)$
auf $I\cap J$ 
definierte Integralkurven
zu $p$ des reskalierten Vektorfeld $\tau A.$ F"ur hinreichend kleines 
$\tau>0$ gibt es aber nach dem, was wir gezeigt haben, nur eine
derartige Integralkurve und damit folgt auch die zweite Behauptung
des Lemmas.
\end{proof}



\begin{Lemma}\label{HlLlaA}
Ist $X$ ein endlichdimensionaler reeller
Raum, $U \co X$ offen und $A: U \rightarrow \vec{X}$ 
ein lipschitzstetiges Vektorfeld,
 so gibt es zu jedem Punkt $p\in U$ Integralkurven 
mit offenem Definitionsbereich, und je zwei
Integralkurven $\gamma_1 : I_1 \rightarrow U$ und 
$\gamma_2 : I_2 \ra U$ mit demselben Anfangswert
stimmen f"ur hinreichend kleines $\eta>0$ auf  $I_1 \cap I_2\cap [-\eta,\eta]$ 
"uberein.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Erster Beweis]
F"ur jedes halboffene Intervall $I$ mit $0\in I$ 
und jeden Weg $\gamma : I
\rightarrow U$ bilden wir den \glqq korrigierten\grqq\  Weg
$\hat{\gamma} : I\rightarrow X$ durch die Vorschrift
\begin{equation*}
\hat{\gamma}(t) = p + \int^t_0 A (\gamma (\tau)) \diff\tau
\end{equation*}
so da"s also gilt $\dot{\hat{\gamma}}(t)=A (\gamma (t))$ f"ur alle Zeiten
$t\in I.$
Bezeichnet $\cal{C} (I, Y)$ die Menge aller
stetigen Abbildungen von $I$ in einen metrischen Raum $Y$, 
 so ist das Korrigieren eine Abbildung
$$\begin{array}{cccc}
k_p :& \cal{C} (I, U) &\rightarrow &\cal{C}
(I,X)\\
&\gamma & \mapsto & \hat{\gamma}
\end{array}$$
Von hier an nehmen wir zus"atzlich $I$ kompakt an. Dann
k"onnen wir 
unseren Wegeraum $\cal{C}(I,X)$ 
mit der Metrik $d$ der gleichm"a"sigen 
Konvergenz versehen und erhalten die Absch"atzung
\begin{eqnarray*}
\| \hat{\gamma} (t) - \hat{\psi} (t)\| &
=& \left\|\int^t_0 A (\gamma (\tau)) - A
(\psi (\tau)) \diff \tau \right\|\\[2mm]
& \leq & \left| \int^t_0 \| A (\gamma (\tau)) - A (\psi (\tau))\| \diff\tau
\right| \\[2mm]
& \leq & |t| \cdot L \cdot d (\gamma, \psi) 
\end{eqnarray*}
falls $A$ lipschitzstetig ist auf $U$ mit Lipschitz-Konstante
$L.$ 
Bezeichnet $\|I\|$ das Supremum der
Betr"age der Elemente von $I$,  
so folgt  sofort
$$
d (\hat{\gamma},\hat{\psi}) \leq \|I\|\cdot L\cdot d (\gamma, \psi)
$$
Nun w"ahlen wir erst $R > 0$ mit $\bar{\op{B}}(p;R) \subset U$ und dann
dazu $I$ so klein, da"s 
f"ur den konstant bei $p$ verweilenden Weg 
$\kappa: I\rightarrow
U$ das Bild von $\hat{\kappa}$ in $\bar{\op{B}} (p;R/2)$ liegt,
da"s also gilt $d (\hat{\kappa}, \kappa) \leq R/2$,  und 
dar"uber hinaus auch noch so kurz, da"s gilt
$\|I\|\cdot L \leq 1/2.$
F"ur derartige $R$ und $I$ behaupten wir nun, da"s das Korrigieren
von Wegen $\gamma \mapsto \hat{\gamma}$ eine 
kontrahierende Selbstabbildung
auf
\begin{equation*}
\cal{C} (I, \bar{\op{B}} (p;R)) 
= \bar{\op{B}} (\kappa;R)
\end{equation*}
induziert, wo die rechte Seite den abgeschlossenen Ball mit Radius $R$ im 
Wegeraum meint, der sein
 Zentrum im konstant bei $p$ verweilenden Weg $\kappa$ hat. 
In der Tat folgt ja aus unserer zweiten Annahme an $I$
sofort $d(\hat{\gamma}, \hat{\psi}) \leq  d(\gamma, \psi)/2$
und f"ur einen Weg $\gamma \in \bar{\op{B}} (\kappa; R)$ folgt insbesondere 
$d (\hat{\gamma},\hat{\kappa}) \leq  d (\gamma, \kappa) /2
\leq R/2.$ Wegen $d (\hat{\kappa},\kappa  ) \leq R/2$ folgt mit
der Dreiecksungleichung dann aber auch $d (\hat{\gamma}, \kappa) \leq R$ alias
$\hat{\gamma} \in \bar{\op{B}} (\kappa; R)$.
Nun ist unser Wegeraum $\bar{\op{B}} (\kappa; R)$ jedoch nach
\eref{VSW}{AN1}
vollst"andig f"ur die
Metrik der gleichm"a"sigen Konvergenz.
Nach dem Banach'schen Fixpunktsatz \eref{BFS}{AN2} gibt es also genau ein
$\gamma \in \bar{\op{B}}(\kappa; R)$ alias genau eine stetige Abbildung
$\gamma : I \rightarrow \bar{\op{B}} (p;R)$
mit $\hat{\gamma} = \gamma$,  als da hei"st mit
\begin{equation*}
\gamma (t) = p + \int^t_0 A (\gamma (\tau)) \diff\tau\qquad \forall t\in I
\end{equation*}
Insbesondere gibt es also f"ur hinreichend kleines 
$\varepsilon$  eine 
auf $[-\varepsilon,\varepsilon]$ definierte 
Integralkurve unseres Vektorfelds mit Anfangswert $p$, 
und die Existenz ist gezeigt.
Seien nun  $\gamma_1 : I_1 \rightarrow U$ und $\gamma_2 : I_2 \rightarrow U$
 zwei Integralkurven zu $p.$
Wir wollen zeigen, da"s sie f"ur hinreichend kleines $\eta>0$ auf
$I_1\cap I_2\cap[-\eta,\eta]$ "ubereinstimmen.
Nur im Fall $I_1\cap I_2\neq 0$ ist  noch etwas zu zeigen.
F"ur hinreichend kleines $\eta>0$ ist aber dann sicher 
$I_1\cap I_2\cap[-\eta,\eta]$
ein halboffenes kompaktes Intervall, das unter beiden Integralkurven
nach 
$ \bar{\op{B}} (p;R)$ abgebildet wird, 
und nehmen wir zus"atzlich $\eta>0$ so klein, da"s gilt 
$\eta \cdot L \leq 1/2$,  so zeigt die Eindeutigkeitsaussage 
aus dem
Banach'schen Fixpunktsatz, da"s unsere beiden Integralkurven auf  
$I_1\cap I_2\cap[-\eta,\eta]$
"ubereinstimmen m"ussen.
\end{proof}
\begin{proof}[Zweiter Beweis]
Wir betrachten f"ur ein halboffenes kompaktes reelles Intervall $I \subset
\Bbb{R}$ mit $0\in I$ den Raum $$\mathcal{C}^1_p (I,X)$$ aller
stetig differenzierbaren Wege $\gamma : I \rightarrow X$ mit
$\gamma (0) =p$ und versehen seinen Richtungsraum 
$\mathcal{C}^1_0 (I,\vec{X})$ mit der Norm
$\| \varphi \|_1 = \|\varphi \|_\infty + \| \dot{\varphi}\|_\infty$
der gleichm"a"sigen Konvergenz von Funktion und erster Ableitung.
Nach \eref{VSWnn}{AN1} erhalten wir so einen vollst"andigen normierten
Vektorraum.
Nun betrachten wir in unserem affinen Raum 
die offene Teilmenge $\mathcal{C}^1_p (I,U)$ aller
 in $U$ verlaufenden Wege und die Abbildung
$$\begin{array}{cccc}
F:& \Bbb{R}\times \mathcal{C}^1_p (I,U) & \rightarrow &\mathcal{C}(I,\vec{X})\\
&(\tau\;,\; \gamma) \;\;\;&\mapsto & \dot{\gamma} - \tau  (A\circ \gamma)
\end{array}$$
Unter dieser Abbildung 
geht offensichtlich $(\tau, \gamma)$ nach Null genau dann, 
wenn $\gamma : I\rightarrow
U$ eine Integralkurve des reskalierten Feldes $\tau A$ ist.
Bezeichnet $\kappa$ den konstanten Weg bei $p$, so gilt 
insbesondere $(0,\kappa) \mapsto 0$. Wir wenden nun den Satz "uber implizite
Funktionen \eref{IFBR}{AN2} an. Das Differential von $F$ ergibt sich mit
Summenregel \eref{SuRe}{AN2}, %\ref{ALLA}????????
Produktregel
 \eref{PRm}{AN2} und der anschlie"senden "Ubung \ref{DBRa} zu
\begin{equation*}
(\diff_{(\tau, \gamma)} F) (h,\alpha) = \dot{\alpha} - h  (A \circ \gamma)
-\tau  (\diff A \circ (\gamma, \alpha))
\end{equation*}
wo wir $\diff A : U \times \vec{X} \rightarrow \vec{X}$, $(x,v) 
\mapsto (\diff_x A)
(v)$ meinen.
Insbesondere haben wir $(\diff_{(0,\kappa)} F) (0,\alpha) =\dot{\alpha}$.
Nun ist  $\mathcal{C}^1_0 (I, \vec{X})\rightarrow \mathcal{C}
(I,\vec{X})$, $\alpha \mapsto \dot{\alpha}$ eine stetige lineare Bijektion
mit stetiger Umkehrung, eben dem Integrieren.
Die Bedingungen des Satzes "uber implizite Funktionen sind also erf"ullt und
liefern uns die Existenz eines Paars $(A_1, B_1)$ mit $0 \in A_1 \co \Bbb{R}$,
$\kappa \in B_1 \co \mathcal{C}^1_p (I,U)$ derart, da"s es f"ur alle $\tau
\in A_1$ genau ein $\gamma_\tau \in B_1$ gibt mit $F (\tau,\gamma_\tau) =0$
alias mit $\gamma_\tau$ einer Integralkurve des reskalierten
Vektorfelds $\tau  A.$
Daraus folgert man leicht die Aussage des Lemmas.
\end{proof}
\begin{Ubung}\label{DBRaA}
Gegeben reelle normierte R"aume $X,Y$ und eine offene Teilmenge $U \co X$
und eine stetig differenzierbare Abbildung $A:U \rightarrow Y$ ist f"ur jeden
kompakten Raum $I$ auch die induzierte Abbildung 
$(A\circ) : \mathcal{C}
(I,U) \rightarrow \mathcal{C}(I,Y)$ stetig differenzierbar und ihr Differential
an einer Stelle $\gamma \in \mathcal{C}(I,U)$ wird gegeben durch
$$
  \begin{array}{cccc}
\diff_\gamma (A\circ) : &\mathcal{C} (I,\vec{X}) & \rightarrow & \mathcal{C}
(I,\vec{Y})\\
&\alpha &\mapsto & (\diff A)\circ (\gamma,\alpha)
\end{array}
$$
Hier meint $\diff A$ 
die Abbildung  $(x,v)\mapsto (\diff_x A)(v)$ von $U\times\vec{X}$ 
nach $ \vec{Y}$
und 
wir verwenden die offensichtliche Identifikation des Raums $\mathcal{C}
(I,\vec{X})$ mit dem Richtungsraum  des affinen Raums
$\mathcal{C} (I,X).$ Des weiteren verwenden wir auf unseren R"aumen von
Abbildungen
die Norm der gleichm"a"sigen Konvergenz.
\end{Ubung}
\begin{Satz}[\textbf{Picard-Lindel"of, lokal lipschitzstetiger Fall}]
  Gegeben ein lokal lipschitzstetiges Vektorfeld\label{PiLinA} 
auf einer offenen Teilmenge
  eines endlichdimensionalen reellen Raums gibt es zu jedem Anfangswert eine
  gr"o"ste Integralkurve. Sie hat als Definitionsbereich ein offenes Intervall,
  und ist dieses Intervall nach oben beschr"ankt, so verl"a"st die fragliche
  Integralkurve f"ur positive Zeiten 
jedes Kompaktum aus unserer offenen
  Teilmenge irgendwann einmal endg"ultig.
\end{Satz}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildIK}\\[4mm]
\noindent 
Eine maximale Integralkurve, deren Definitionsbereich nach oben beschr"ankt
ist und die so jedes Kompaktum wie etwa $K$ oder $L$ 
irgendwann einmal eng"ultig verl"a"st. In diesem Fall w"are der
Definitionsbereich nach unten unbeschr"ankt und unsere Integralkurve
w"urde f"ur negative Zeiten gegen eine Nullstelle unseres Vektorfeldes
konvergieren, die im Zentrum der Spirale liegt.
\end{figure}

\begin{proof}
Zun"achst zeigen wir, da"s je
zwei Integralkurven $\gamma,\psi$ zu demselben
Punkt $p$ mit demselben Definitionsintervall $I$ "ubereinstimmen.
Wir zeigen dazu, da"s sie auf $I\cap [0,\infty)$ "ubereinstimmen,
f"ur $I\cap (-\infty,0]$ argumentiert man analog.
Stimmen aber unsere Wege auf $I\cap [0,\infty)$ 
nicht "uberein, so w"are das Supremum $s$ "uber alle $t\in I$ 
mit $\gamma|[0,t]=\psi|[0,t]$ nicht das Supremum von $I.$ 
Wegen der Stetigkeit g"alte $\gamma(s)=\psi(s)$,  
und nach der Eindeutigkeitsaussage im Lemma mu"s dann 
auch gelten $\gamma|[0,t+\eta]=\psi|[0,t+\eta]$ f"ur ein positives $\eta$
im Widerspruch zur Wahl von $s.$ 
Folglich stimmen je zwei Integralkurven zu $p$ auf
dem Schnitt ihrer Definitionsbereiche "uberein 
und es gibt genau eine gr"o"ste Integralkurve zu $p$, 
deren Definitionsbereich 
eben die Vereinigung der Definitionsbereiche aller Integralkurven zu $p$
ist. W"are dieser Definitionsbereich nicht offen, so enthielte er sein 
Supremum oder sein Infimum. Dann k"onnten wir jedoch um die Bilder
dieser Grenzpunkte auch wieder Integralkurven mit offenem 
Definitionsbereich finden und ankleben und unsere Integralkurve w"are nicht
maximal gewesen. 
Bezeichne schlie"slich $A$ unser Vektorfeld und $U$ seinen Definitionsbereich.
Ist $\gamma : [0,b) \rightarrow U$
w"are eine Integralkurve von $A$, deren Bild in einem Kompaktum
$K \subset U$ landet, so ist 
wegen $\dot{\gamma} (t) = A(\gamma (t))$ ihre Geschwindigkeit 
$\| \dot{\gamma} (t)\|$
beschr"ankt auf $[0,b)$, mithin w"are $\gamma$ lipschitzstetig und bes"a"se
nach \eref{GSFo}{AN1} oder 
\eref{ADM}{AN3} eine stetige Fortsetzung $\widetilde{\gamma} : [0,b]
\rightarrow K$.
Die Integralform unserer Differentialgleichung zeigt dann sofort, da"s
 auch $\tilde{\gamma}$ eine Integralkurve von $A$ sein mu"s, 
mithin kann eine Integralkurve, die ganz in einem Kompaktum  $K\subset U$ 
verl"auft, schon einmal nicht maximal sein.
Wir zeigen nun noch, da"s 
eine maximale Integralkurve 
ab einem gewissen Zeitpunkt auch nicht mehr  in besagtes Kompaktum 
zur"uckkehren wird. Dazu w"ahlen wir 
$\varepsilon>0$ 
derart, da"s die Menge $L$ aller Punkte von $X$ mit Abstand 
$\leq \varepsilon$ zu einem Punkt von $K$ auch noch in $U$ enthalten ist.
Da auch $L$ kompakt ist, hat
unsere Integralkurve dann auch an allen Stellen aus $L$,  
die sie durchl"auft, eine gleichm"a"sig beschr"ankte Geschwindigkeit.
Wann immer unsere maximale Integralkurve einen Punkt aus $K$ 
durchl"auft, mu"s sie also noch f"ur eine gewisse von diesem Punkt
unabh"angige Zeitspanne innerhalb von $L$ weiterlaufen,
da sie ja auch $L$ irgendwann einmal verl"assen mu"s 
und das nicht beliebig schnell
tun kann. 
Sind wir n"aher als diese Zeitspanne am oberen Ende des 
Definitionsbereichs unserer maximalen Integralkurve, so kann 
unsere Integralkurve
 demnach keine
Punkte aus $K$ mehr durchlaufen.
\end{proof}


\begin{Korollar}[\textbf{Homogene
lineare Differentialgleichungen}]\label{LLDaA}
Sei $I\subset \Bbb{R}$ ein halboffenes Intervall, $ V $ ein endlichdimensionaler
reeller Vektorraum und $M: I \rightarrow \op{End}  V $ lokal lipschitzstetig.
So bilden die differenzierbaren Abbildungen $\gamma : I \rightarrow
 V $ mit 
\begin{equation*}
\dot{\gamma} (t) = M(t) \gamma (t) \quad \forall t \in I
\end{equation*}
einen Untervektorraum $\mathcal{L} \subset \op{Ens} (I,  V )$,
den \emph{\bf L"osungsraum}\index{L"osungsraum} unserer 
Differentialgleichung, und f"ur
jedes $t_0 \in I$ definiert das Auswerten einen Isomorphismus $\mathcal{L}
\overset{\sim} {\rightarrow}  V $,  $ \gamma \mapsto \gamma (t_0)$,
den \emph{\bf Anfangswertisomorphismus}.\index{Anfangswertisomorphismus}
\end{Korollar}
\begin{Bemerkungl}
Diese Aussage gilt sogar unter der schw"acheren Bedingung $M$
stetig, aber dann wird der Beweis technischer.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Da"s unser L"osungsraum $\mathcal{L} \subset \op{Ens} (I,  V )$
ein Untervektorraum ist und da"s das Auswerten bei
$t_0$  linear ist, scheint mir beides offensichtlich.
Es bleibt nur, Injektivit"at und Surjektivit"at des
Auswertens zu zeigen.
Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit d"urfen wir dazu $t_0 =0$ annehmen.
Falls $I$ nicht offen ist, w"ahlen  wir 
eine lokal lipschitzstetige Fortsetzung von $M$ auf eine offenes Intervall
$J\supset I.$ 
Nun erf"ullt $\gamma : I\rightarrow  V $ 
nach \eref{DGSF}{AN2} unsere Differentialgleichung
genau dann, wenn 
$(\op{id}, \gamma) : I \rightarrow J \times  V $ eine
Integralkurve des Vektorfelds $(z,v) \mapsto (1, M(z) v)$ auf $J \times
 V $ ist.
Dies Vektorfeld ist lokal lipschitzstetig, also besitzt es 
nach \eref{PiLin}{AN2} zu jedem
Anfangswert h"ochstens eine auf $I$ definierte Integralkurve,
und das zeigt die Injektivit"at.
F"ur den Beweis der Surjektivit"at 
reicht es
zu zeigen, da"s jede maximale Integralkurve des Vektorfelds $(z,v)\mapsto
(1, M (z) v)$ mit Anfangswert $(0,v_0)$ auf ganz $J$ definiert ist.
Sicher reicht es zu zeigen, da"s sie bis zum oberen Ende von $J$ definiert
ist. Sonst g"abe es aber $b \in J$ derart, da"s die L"osung nicht 
in positiver Richtung "uber $[0,b)$
hinaus definiert werden k"onnte, und mit \eref{PiLin}{AN2} folgt, da"s
$\gamma : [0,b) \rightarrow  V $ unbeschr"ankt w"are.
Nun gibt es jedoch $L$ mit $\| M(t)\| \leq L$ f"ur alle $t \in
[0,b]$ und es folgt 
\begin{equation*}
\| \gamma (t)\| = \left\| v_0 + \int_0^t M (\tau) \gamma (\tau) \diff \tau
\right\| \leq \| v_0\| + L \int^t_0 \|\gamma (\tau)\| \diff\tau
\end{equation*}
und dann dem Lemma von Gronwall \eref{Gronwall}{AN2} sofort
$\| \gamma (t)\| \leq \| v_0\| \op{e}^{Lt}$
und das w"are doch beschr"ankt, n"amlich durch $\|v_0\| \op{e}^{Lb}.$
\end{proof}



\begin{Lemma}[\textbf{Gronwall}]\label{GronwallA}
Ist $b \in \Bbb{R}_{\geq 0}$ und $f :[0,b]\rightarrow [0,\infty)$ stetig
und gibt es nichtnegative Konstanten $L,C$ mit
\begin{equation*}
f(t) \leq L \int^t_0 f(\tau) \diff \tau + C
\end{equation*}
f"ur alle $t \geq 0$, so erf"ullt $f$ die Absch"atzung
$
f(t) \leq C \op{e}^{Lt}
.$
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}
Es scheint mir von der Anschauung her 
ziemlich klar, da"s eine differenzierbare Funktion 
$f$ mit der Eigenschaft $f'\leq f$ h"ochstens exponentiell wachsen kann.
Das Lemma von Gronwall pr"azisiert und verallgemeinert diese Intuition.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit d"urfen wir
 $L$ und $C$ positiv annehmen.
Bezeichnet $F (t)$ den Wert des obigen Integrals, so folgern wir erst
\begin{equation*}
\frac{F'(t)}{LF(t) +C} \leq 1
\end{equation*}
und dann durch Integrieren von $0$ bis $t$ mithilfe der Substitutionsregel
weiter $
L^{-1}\log (LF (t) +C) - L^{-1} \log C \leq t
$
alias $
\log (LF (t)+C) \leq Lt + \log C
$
und durch Exponentieren und das Erinnern unserer Voraussetzungen schlie"slich
\begin{equation*}
f (t) \leq LF (t) + C \leq C\op{e}^{Lt}
\qedhere\end{equation*}
\end{proof}




\begin{Korollar}[\textbf{Der inhomogene
lineare Fall}]\label{LLDA}
Sei $I\subset \Bbb{R}$ ein halboffenes Intervall, $ V $ ein endlichdimensionaler
reeller Vektorraum, $M: I \rightarrow \op{End}  V $ lokal lipschitzstetig
und $f:I\ra V$ stetig.
So bilden die differenzierbaren Abbildungen $\gamma : I \rightarrow
 V $ mit 
\begin{equation*}
\dot{\gamma} (t) = M(t) \gamma (t) +f(t)\quad \forall t \in I
\end{equation*}
einen affinen Teilraum $\mathcal{L}_{\op{i}}\subset \op{Ens} (I,  V )$  
mit dem  L"osungsraum
der zugeh"origen linearen Gleichung als Raum von Richtungsvektoren
und f"ur
jedes $t_0 \in I$ definiert das Auswerten eine Bijektion 
$\mathcal{L}_{\op{i}}
\overset{\sim}{\rightarrow}  V $,  $ \gamma \mapsto \gamma (t_0)$,
den \emph{\bf Anfangswertisomorphismus}.\index{Anfangswertisomorphismus}
\end{Korollar}

\begin{proof}
Die Differenz von je zwei L"osungen der 
inhomogenen Gleichung ist offensichtlich
eine L"osung der zugeh"origen homogenen Gleichung,
und die Summe einer L"osungen der homogenen und einer L"osung der
inhomogenen Gleichung
ist offensichtlich
eine L"osung der inhomogenen Gleichung.
Damit bleibt nur zu zeigen, da"s die inhomogene Gleichung "uberhaupt 
eine L"osung besitzt. Ist $f$ lipschitzstetig, so folgt das "ahnlich wie
zuvor aus unseren allgemeinen Prinzipien. 
Wir geben nun aber sogar eine L"osungsmethode an,
die Methode der \defind{Variation der Konstanten}.
Dazu w"ahlen wir eine Basis $ \gamma_1,\ldots ,\gamma_n$ des
L"osungsraums der homogenen Gleichung und fassen sie zusammen zu
einer L"osung $X: I\ra V^n=\op{Hom}(\DR^n,V)$ der homogenen linearen 
Differentialgleichung 
$$\dot{X} (t) = M(t) X (t)$$
f"ur Funktionen $I\ra \op{Hom}(\DR^n,V).$
Da die Werte von $ \gamma_1,\ldots ,\gamma_n$ an jeder Stelle
eine Basis von $V$ bilden, ist $X (t)$ an jeder Stelle
ein Vektorraumisomorphismus. Nun machen wir f"ur die L"osung
unserer inhomogenen Gleichung den Ansatz
$\gamma(t)=X (t)c(t)$ mit $c:I\ra \DR^n$ differenzierbar und finden
$$
\begin{array}{lll}
\dot{\gamma} (t) &= &\dot{X} (t)c(t)+X (t)\dot{c}(t)\\[2mm]
&= &
M(t) X (t)c(t) +X (t)\dot{c}(t)\\[2mm]
&= &M(t)\gamma (t) +X (t)\dot{c}(t)
\end{array}
$$
Unser Ansatz f"uhrt also zu einer L"osung der inhomogenen Gleichung genau
dann, wenn gilt $X (t)\dot{c}(t)=f(t)$ alias 
$\dot{c}(t)=X^{-1} (t)f(t).$ Ein $c$ mit dieser Eigenschaft 
existiert aber ganz offensichtlich, eben das Integral der rechten Seite.
\end{proof}
\begin{Ubung}
Man berechne die Entwicklung um den Nullpunkt bis zu
den Termen dritten Grades einschlie"slich f"ur die L"osung 
mit Anfangswert ?? der Differentialgleichung ??.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{AuCCA}\emph{Scheint unn"otig.}
Gegeben $I\subset\DR$ ein halboffenes kompaktes reelles Intervall,
$X$ ein normierter Raum und $\cal{C}^k(I,X)$ der Raum
aller Abbildungen von der Klasse $\cal{C}^k$ mit der 
Norm der gleichm"a"sigen Konvergenz der Funktionen und
aller Ableitungen bis zur $k$-ten einschlie"slich
ist das Auswerten eine $\cal{C}^k$-Abbildung
$$I\times \cal{C}^k(I,X)\ra X$$
\end{Ubung}
\subsection{Alter Beweis Umkehrsatz}
\begin{proof}[Alter Beweis]
Wir w"ahlen je eine Norm $\|\;\|$ auf den zugeh"origen Richtungsr"aumen.
Bezeichne $L=\diff_pf : \vec{X} \sira \vec{Y}$ die lineare Approximation
an $f$ in $p.$
F"ur $y\in Y$ betrachten wir die Abbildung
$$\begin{array}{cccl}
k_{y} :& U &\ra &X\\
&x & \mapsto & x + L^{-1} (y-f(x))
\end{array}$$
Es sollte anschaulich klar sein, da"s f"ur 
$x \in U$ mit $f(x)$ nahe bei $y$ das Bild
$f(k_y(x))$ von $k_y(x)$ sogar noch n"aher bei $y$ liegen mu"s.
Zun"achst gilt es  aber zu diskutieren, unter 
welchen Annahmen $k_{y}(x)$ wieder in
$U$ liegt. Um das zu kl"aren
beachten wir, da"s das Differential von $k_y$ gar nicht von
$y$ abh"angt und bei $x=p$ verschwindet.
Da $\diff _u k_y$ stetig von $u\in U$ abh"angt,
gibt es
$\delta >0$ so da"s gilt
$\|u-p\|\leq\delta\RA\|\diff _u k_y\|\leq (1/2).$
Indem wir $\delta$ eventuell noch weiter verkleinern
d"urfen wir zus"atzlich annehmen, da"s f"ur den abgeschlossenen Ball
um $p$ mit Radius $\delta$ gilt
$\bar{\op{B}}(p;\delta)\subset U.$
Insbesondere folgt dann mit \eref{Asc}{AN2} aus $x,z \in \bar{\op{B}}(p;\delta)$ 
f"ur alle $y\in Y$ schon
$$\|k_y(x) - k_y(z)\| \leq (1/2) \|x-z\|$$
Weiter haben wir $k_{y}(p) = p+ L^{-1}(y-f(p))$,  und da
$L^{-1}$ stetig ist, finden wir $\eta >0$ derart, da"s gilt
$\|y-f(p)\| < \eta\RA\|k_{y}(p)-
p\| < ( \delta/2).$
F"ur $\|y-f(p)\| < \eta$ haben wir also
$$\|x-p\|  \leq \delta\;\RA\;\|k_{y}(x) - k_{y}(p)\|
\leq (\delta/2)\;\RA \;\|k_{y}(x)-p\|
< {\delta}$$ und folglich bildet f"ur $\| y\|<\eta$ unser 
$k_{y}$ den abgeschlossenen Ball $\bar{\op{B}}(p;\delta)$
in sich selber, ja sogar in den offenen Ball $\op{B}(p;\delta)$ ab.
Wir wissen zus"atzlich schon, da"s $k_{y}$ kontrahierend ist.
F"ur $\|y-f(p)\| < \eta$ hat also $k_{y}$ in $\bar{\op{B}}(p;\delta)$ 
genau einen Fixpunkt, und  dieser Fixpunkt liegt bereits im offenen Ball 
$\op{B}(p;\delta).$ 
Die Fixpunkte von $k_{y}:U\ra X$ sind aber genau die $x\in U$ mit $f(x) =y.$
Zusammenfassend haben wir also  $\delta>0$ und $\eta >0$ gefunden derart,
da"s $\op{B} (p;\delta)$ in $U$ enthalten ist und da"s
es f"ur jedes $y \in \op{B}(f(p);\eta)$ genau ein
$x \in \op{B} (p;\delta)$ gibt mit $f(x) =y.$
Setzen wir nun $B = \op{B} (f(p);\eta)$ und $A = f^{-1} (B) \cap
\op{B} (p;\delta)$,  so liefert $f$ in der Tat eine Bijektion
$A\sira B.$
\end{proof} 
\begin{Lemma}\label{HPP2A}
  Seien $X$ und $Y$ endlichdimensionale reelle R"au\-me, $A \co X$  
offen
und $f: A \hra Y$ eine stetig differenzierbare Injektion,
  deren Differential an jeder Stelle ein Isomorphismus ist. So ist 
$f(A)$ offen in $Y$ und die
  Umkehrabbildung $f^{-1}$ ist differenzierbar und hat bei $f(p)$ das
  Differential $(\diff _p f)^{-1}.$
\end{Lemma}
\begin{proof}
Als erstes zeigen wir, da"s $f(A)$ offen 
und  $f^{-1}:f(A)\ra A$ stetig ist.
Dazu m"ussen wir nach \eref{SATR}{AN1} nur nachweisen, da"s $f:A\hra Y$ 
offene Mengen zu offenen Mengen macht. Sei dazu $D\co A$ offen in $A.$
F"ur jedes $p\in D$ finden wir  nach \ref{HPP} 
eine offene Teilmenge $A_p\co D$ mit $p\in A_p$ und $f(A_p)$ offen. 
Dann mu"s auch
$f(D)$ offen sein als Vereinigung solcher $f(A_p)$ und $f^{-1}:f(A)
\ra A$ ist in
der Tat stetig.
Um die Differenzierbarkeit von $f^{-1}$ an einer Stelle $f(p)$
zu zeigen, d"urfen wir ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit 
annehmen, da"s unsere R"aume Vektorr"aume sind und da"s gilt
$p=0$ und $f(p)=0$ annehmen.
Wir setzen  $L=\diff_0 f$ 
und schreiben
$$f(x) = L(x) + \|x\| \varepsilon (x) $$
f"ur eine geeignete Abbildung $\varepsilon:A\ra Y$,  die stetig ist bei $0$ und
die dort den Wert Null annimmt.
Setzen wir hier $x = f^{-1} (y)$ ein mit $y\in f(A)$ 
und wenden auf beiden Seiten $L^{-1}$ an,
so ergibt sich
$$L^{-1}(y) = f^{-1} (y) + \| f^{-1}(y)\| \;L^{-1}(\varepsilon (f^{-1}(y)))$$
Nun betrachten  
die Abbildung $k: A\ra X$,  
$g(x) = x - L^{-1} (f(x))$ mit $\diff _0 k =0$,  
und da $\diff _u k$ stetig von $u\in U$ abh"angt,
finden wir wieder
$\delta >0$ mit $\op{B}(0;\delta)\subset A$ und
$\|\diff _u k\|\leq (1/2)$ f"ur alle $u\in \op{B}(0;\delta).$
Mit \eref{Asc}{AN2} folgt 
f"ur $x\in \op{B}(0;\delta)$
die Absch"atzung
$$\|x\|/2\; \geq
\; \|k(x)\| \;= \;\|x-L^{-1}(f(x))\| \;\geq \;\|x\|
-\|L^{-1}f(x)\|$$
Daraus folgt $\|L^{-1}\| \cdot \|f(x)\| 
\geq  \|x\|/2$,  
und w"ahlen wir nun 
 $\eta>0$ mit $\op{B}(0;\eta)\subset f(A)$ und
$f^{-1}(\op{B}(0;\eta))\subset \op{B}(0;\delta)$, 
so 
 ergibt sich f"ur $y\in\op{B}(0;\eta)$ die Absch"atzung
$$ 2 \|L^{-1}\| \|y\|\geq \|f^{-1}(y)\| $$
Damit folgt,
da"s oben auch der Quotient 
$\| f^{-1}(y)\| \;L^{-1}(\varepsilon (f^{-1}(y)))/\|y\|$
des zweiten Summanden durch $\|y\|$ mit
$y$ gegen Null strebt, 
da"s also die Umkehrabbildung $f^{-1}:f(A)\ra A$ differenzierbar ist 
beim Ursprung von $Y$ mit Differential
$\diff _0(f^{-1})=L^{-1}.$ 
\end{proof}

\subsection{Landau-Symbole}
\begin{Bemerkung}
Gegeben ein metrischer Raum $X$, ein Punkt $p \in X$, und eine
Abbildung in einen normierten Vektorraum $f ; X \rightarrow V$ und
eine reellwertige Abbildung $g: X \rightarrow \Bbb{R}$ sagt man,
$f$ sei \glqq ein gro"ses O von $g$ f"ur $x \rightarrow p$\grqq\  und
schreibt
\begin{equation*}
f = O (g) \text{ f"ur } x \rightarrow p
\end{equation*}
falls es eine Umgebung $U$ von $p$ und eine Konstante $C$
gibt mit
\begin{equation*}
\| f(x)\| \leq C \cdot | g(x)| \text{ f"ur alle } x \in U.
\end{equation*}
Weiter sagt man, $\frak{h} $ sei ein \glqq kleines o von $g$ f"ur
$x \rightarrow p$\grqq\  und schreibt
\begin{equation*}
f = o (g) \text{ f"ur } x \rightarrow p
\end{equation*}
falls es eine Umbebung $U$ von $p$ und eine Abbildung $\eta :U \rightarrow
\Bbb{R}$ gibt mit $\eta$ stetig bei $p$, $\eta (p) =0$ und
\begin{equation*}
\| f (x) \\ = \eta (x) \cdot |g (x)| \quad \forall x \in U
\end{equation*}
Diese Symbole O und o hei"sen die \defind{Landau-Symbole}.
\end{Bemerkung}







\subsection{Konvergenzbegriffe f"ur Zufallsvariablen}
\begin{Definition}
Seien $(X, \mathcal{M}, \mu)$ ein Ma"sraum, 
$(f_n)_{n \in \Bbb{N}}$ eine Folge me"sbarer reeller Funktionen
auf $X$ und $f$ eine me"sbare  reelle Funktion auf $X$.
\begin{enumerate}
\item
Man sagt, die Folge der $f_n$ 
{\bf konvergiere stochastisch}\index{Konvergenz!stochastische} 
gegen\index{stochastisch!Konvergenz} 
$f$, wenn f"ur alle $\varepsilon >0$ gilt
$
\lim_{n \rightarrow \infty} \mu(|f_n - f|>\varepsilon ) = 0
.$
\item
Man sagt, die Folge der $f_n$ 
{\bf konvergiere fast "uberall}\index{Konvergenz!fast "uberall}  
gegen $f$, wenn gilt $f_n (x) \rightarrow f (x)$ f"ur fast alle
$x \in X$. Im Fall eines Wahrscheinlichkeitsraums nennt man das auch
{\bf fast sichere Konvergenz}.\index{Konvergenz!fast sichere} 
\item
Man sagt, die Folge der $f_n$ 
{\bf konvergiere im Mittel}\index{Konvergenz!im Mittel}   
gegen $f$, wenn alle Differenzen $f_n-f$ integrierbar sind
und es gilt $\int |f_n-f|\ra 0$. 
\end{enumerate}
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Die Beziehung zwischen diesen Begriffen fa"st folgendes Diagramm zusammen:
$$\text{im Mittel}\;\;\RA \;\;\text{stochastisch}\;\;\Leftarrow \;\;
\text{fast "uberall}$$
Hier sei $\RA$ eine "Ubung, und um
$\Leftarrow$  zu zeigen betrachten wir f"ur $\varepsilon >0$ die Mengen
$
X_n (\varepsilon)= \{ x \in X \mid |f_m (x) - f(x)|
\leq \varepsilon \text{ f"ur alle  } m \geq n\}
$
und folgern aus  Konvergenz fast "uberall, da"s das Komplement von 
$\bigcup X_n(\varepsilon)$ in $X$ eine Nullmenge ist.
Andere Implikationen zwischen unseren Begriffen existieren nicht.
Um das zu zeigen m"ussen wir nur Beispiele angeben, in denen eine
der "au"seren Eigenschaften erf"ullt ist aber nicht die andere.
Ein Beispiel f"ur eine im Mittel aber nicht fast "uberall
konvergierende Folge gibt \eref{IMnf}{AN3}.
Ein Beispiel f"ur eine fast "uberall aber nicht im Mittel
konvergierende Folge auf
$(X, \mathcal{M}, \mu)=([0,1], \mathcal{B}, \lambda)$ bildet
die Folge der Produkte mit $n$ der charakteristischen Funktionen
der Intervalle $[0,1/n].$ 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Bei allen drei Arten von Grenzwerten  sind 
die Grenzwerte wohlbestimmt als fast "uberall definierte Funktionen,
wenn sie denn existieren. Das ist nur im Fall stochastischer Konvergenz
nicht offensichtlich.
Konvergiert jedoch eine Folge  stochastisch
sowohl gegen $f$ als auch gegen $g$,  
so stimmen $f$ und $g$ fast "uberall "uberein, da ja
gilt $$\mu (|f-g| > 2\varepsilon) \;\leq\; \mu (|f-f_n| > \varepsilon) +
\mu(|g-f_n| >\varepsilon)$$
f"ur alle $n \in \Bbb{N}$ und  $\varepsilon >0$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Lemma}\label{stoko}
Sei $(X, \mathcal{M}, \mu)$ ein Ma"sraum. Konvergiert  
eine Folge me"sbarer  reeller Funktionen $(f_n)_{n \in \Bbb{N}}$ 
auf $X$ stochastisch gegen eine me"sbare  reelle Funktion  $f$,  
so konvergiert eine geeignete Teilfolge fast "uberall 
gegen $f.$
\end{Lemma}
\begin{proof}
Wir finden %sicher 
nat"urliche Zahlen $n(1) <n(2)<\ldots$ mit der Eigenschaft
$ \mu(|f_{n(i)} - f|> 1/i)<2^{-i}.$ 
Setzen wir $$A_i=\{x\in X\mid |f_{n(i)}(x) - f(x)|> 1/i\}$$ 
so gilt also $\mu(A_i)<2^{-i}$ und die Vereinigung
$A_{> i}=A_{i+1}\cup A_{i+2}\cup\ldots$ hat ein Ma"s 
$\mu(A_{> i})<2^{-i}.$ 
Die Folge der $f_{n(i)}$ konvergiert nun aber offensichtlich
punktweise au"serhalb des Schnittes aller $\mu(A_{> i})$ 
und damit au"serhalb einer Nullmenge.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Satz "uber stochastische dominierte Konvergenz}]
Der\index{dominierte Konvergenz!stochastische} 
Satz "uber dominierte Konvergenz \eref{DoKo}{AN3} bleibt g"ultig,
wenn wir statt punktweiser Konvergenz\label{stod}
allgemeiner nur stochastische Konvergenz fordern.
Haben wir etwa 
$f_n\ra f$ stochastisch und ist
$g$ eine
dominierende Funktion und  $\varepsilon>0$ gegeben, 
so finden wir mit \eref{UAII}{AN3} ein $\alpha=\alpha_\varepsilon>0$ mit der
Eigenschaft $\mu(A)<\alpha\;\RA \;\int_Ag\mu<\varepsilon$
f"ur me"sbares $A.$
Weiter finden wir mit \eref{UAIy}{AN3} ein $\beta=\beta_\varepsilon>0$ mit der
Eigenschaft $\int\inf(g,\beta)\mu<\varepsilon.$
Ist $n$ so gro"s, da"s gilt $\mu(|f_n-f|>\beta)<\alpha$,  
und bezeichnen wir diese \glqq Ausnahmemenge\grqq\  mit $A$,  so folgt
$$\int_X|f_n-f|\;\mu\leq \int_{X\setminus A}|f_n-f|\;\mu+2\int_Ag\mu 
\leq 3\varepsilon$$
\end{Bemerkungl}



  

\subsection{Grundlagen der Wahrscheinlichkeitsrechnung}
\begin{Bemerkungl}
  Ich beginne mit einigen Erinnerungen. Unter einem
  \hyperref[WahR]{Wahrscheinlichkeitsraum}
  ein Tripel $(\Omega,\mathcal A,P)$ versteht aus einer
  Menge $\Omega$, einer $\sigma$-Algebra von Teilmengen von $\Omega$ und
  einem Wahrscheinlichkeitsma"s $P$ auf dem Me"sraum $(\Omega,\mathcal A)$.
 Eine me"sbare Teilmenge eines Wahrscheinlichkeitsraums nennt man
ein \hyperref[WahR]{Ereignis}.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
Sei unser Wahrscheinlichkeitsraum die Menge $\{1,\ldots, 6\}^{10}$ mit dem
auf Gesamtmasse Eins normierten Z"ahlma"s.
Er modelliert das zehnmalige W"urfeln mit einem gerechten W"urfel.
Ein Ereignis w"are etwa, da"s man beim dritten und vierten Wurf jeweils
eine Eins w"urfelt, oder auch, da"s bei unseren zehn W"urfen der Durchschnitt
der Augenzahlen $3\frac{1}{2}$ ist.
\end{Beispiel}
\begin{Definition}[\textbf{Unabh"angigkeit von Ereignissen}]
Sei $(\Omega,\cal{A},P)$ ein Wahrscheinlichkeitsraum. Eine Familie von
Ereignissen $(A_i)_{i \in I}$ hei"st {\bf stochastisch unabh"angig},
\index{stochastisch!unabh"angig!Ereignisse}
 wenn f"ur jede endliche Teilmenge $E \subset I$ gilt\label{sto} 
\begin{equation*}
P\left(\bigcap_{i\in E} A_i\right) = \prod_{i \in E} P(A_i)
\end{equation*}
\end{Definition}
\begin{Beispiel}
Wir betrachten im Fall des sechsmaligen W"urfelns mit einem gerechten
W"urfel die drei Ereignisse
\begin{description}
\item[$A_1:$] Beim ersten Wurf erhalten wir eine Eins;
\item[$A_2:$] Beim zweiten Wurf erhalten wir eine Eins;
\item[$A_3:$] Jede Augenzahl kommt bei unseren W"urfen einmal vor.
\end{description}
Diese Ereignisse sind zwar paarweise unabh"angig, die Familie
aller dieser drei Ereignisse ist jedoch nicht unabh"angig.
\end{Beispiel}
\begin{Definition}
Eine me"sbare Abbildung von einem Wahrscheinlichkeitsraum in einen Me"sraum
hei"st eine {\bf "uberall definierte Zufallsvariable}\index{Zufallsvariable!"uberall definierte} auf unserem Wahrscheinlichkeitsraum mit Werten in unserem Me"sraum. Eine
fast "uberall definierte me"sbare Abbildung von einem Wahrscheinlichkeitsraum in einen Me"sraum
hei"st eine {\bf fast "uberall definierte Zufallsvariable}.\index{Zufallsvariable!fast "uberall definierte} 
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Wenn man einfach nur von Zufallsvariablen spricht,
  sind meist fast "uberall definierte Zufallsvariablen gemeint, und meist
  kommt es darauf auch gar nicht an.
Wenn man keinen  Wertebereich spezifiziert,  sind meist reellwertige Zufallsvariablen gemeint, also
Zufallsvariablen mit Werten in der reellen Zahlengeraden, versehen mit ihrer
Borel'schen $\sigma$-Algebra.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
  Sei unser
  Wahrscheinlichkeitsraum das Einheitsquadrat $[0,1]^2$ mit dem Lebesguema"s. Er modelliert die \glqq zuf"allige Wahl eines
Punktes aus dem Einheitsquadrat\grqq.
Eine Zufallsvariable auf diesem Wahrscheinlichkeitsraum w"are
etwa die Zuordnung, die jedem Punkt seine $x$-Koordinate zuordnet.
\end{Beispiel}
\begin{Definition}[\textbf{Unabh"angigkeit von Zufallsvariablen}]
Eine Familie $(X_i)_{i\in I}$ von Zufallsvariablen
$X_i :\Omega \dashrightarrow \Omega_i$
auf einem Wahrscheinlichkeitsraum $\Omega$
hei"st {\bf stochastisch unabh"angig}, 
wenn\index{stochastisch unabh"angig!Zufallsvariablen} 
  f"ur jede Wahl  me"sbarer Teilmengen $A_i \subset \Omega_i$ die Familie
von Ereignissen $X_i^{-1} (A_i)$  stochastisch unabh"angig ist im Sinne von 
\ref{sto}. Insbesondere ist unsere Familie genau dann stochastisch
unabh"angig,
wenn das f"ur jede endliche Teilfamilie gilt.
\end{Definition}
\begin{Beispiel}
Auf dem Wahrscheinlichkeitsraum des sechsmaligen W"urfelns 
oder irgendeiner Verfeinerung desselben betrachten
wir die drei Zufallsvariablen
\begin{description}
\item[$X_1:$] Ausgang des ersten Wurfs;
\item[$X_2:$] Ausgang des zweiten Wurfs;
\item[$X_3:$] Wieviele Zahlen wurden mindestens zweimal gew"urfelt?
\end{description}
Die ersten beiden Zufallsvariablen nehmen Werte in $\{1,\ldots, 6\}$
an, die dritte Werte in $\{0,1,2,3\}$.
Je zwei dieser Zufallsvariablen sind stochastisch unabh"angig, als
Gesamtheit sind sie jedoch nicht stochastisch unabh"angig.
\end{Beispiel}




\begin{Definition}
Gegeben ein Wahrscheinlichkeitsraum $(\Omega, \mathcal{A},P)$ und
eine Zufallsvariable 
$X : \Omega \rightarrow  \Lambda$
hei"st das Bildma"s\index{P@$P^{X}$ Verteilung der Zufallsvariable $X$}
 $$P^{X}\pdef X_\ast P $$ von $P$ unter $X$ die 
{\bf Verteilung der Zufallsvariable}.
\index{Verteilung!einer Zufallsvariable}
 Diese Verteilung ist also ein
Wahrscheinlichkeitsma"s auf dem Me"sraum $\Lambda$.
\end{Definition}
\begin{Beispiel}
Gegeben der Wahrscheinlichkeitsraum $[0,1]^2$ eines zuf"alligen
Punktes aus dem Einheitsquadrat und die reellwertige Zufallsvariable
\begin{equation*}
X : (a,b) \mapsto a+b
\end{equation*}
ist ihre Verteilung das Produkt des Lebesguema"ses mit der
\glqq D"achle-Funktion\grqq, die Tr"ager $[0,2]$ hat,
bei $1$ den Wert Eins annimmt,
an den Intervallgrenzen verschwindet, und linear verl"auft 
auf jedem der  beiden Teilintervalle $[0,1]$ und $[1,2]$. 
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}
Gegeben "uberall definierte
Zufallsvariablen $X_i : \Omega \rightarrow \Omega_i$ auf einem
Wahrscheinlichkeitsraum $\Omega$ mag man die
{\bf zusammengefa"ste Zufallsvariable}\index{Zufallsvariable!zusammengefa"ste}
\begin{equation*}
X = (X_i)_{i\in I} : \Omega \rightarrow \prod_{i \in I} \Omega_i
\end{equation*}
bilden, wobei der Produktraum rechts mit der Produkt-$\sigma$-Algebra
zu verstehen ist. Die Me"sbarkeit dieser Abbildung folgt aus \ref{UEPS}.
Der Leser mu"s dabei aus dem Zusammenhang erschlie"sen, ob die Notation
$(X_i)_{i\in I}$ im Einzelfall eine Familie von Zufallsvariablen oder vielmehr
deren Zusammenfassung meint.
\end{Bemerkungl}

\begin{Ubung}
  Gegeben eine stochastisch unabh"angige Familie 
von Zufallsvariablen $(X_i)_{i\in I}$
und eine Partition $I=\coprod_{k\in K} I(k)$ ist auch die 
durch $k\in K$ indizierte Familie der entsprechend zusammengefa"sten Zufallsvariablen
$Y_k\pdef(X_i)_{i\in I(k)}$ stochastisch unabh"angig.
\end{Ubung}



\begin{Proposition}[\textbf{Verteilung unabh"angiger Zufallsvariablen}]
Eine endliche 
Familie $(X_i)_{1\leq i \leq n}$ von Zufallsvariablen ist stochastisch
unabh"angig genau dann, wenn  die\label{VuZ} 
Verteilung ihrer Zusammenfassung $X\pdef(X_i)_{1\leq i \leq n}$ das
Produkt der Verteilungen der einzelnen Komponenten ist,
in Formeln $$P^{X} =  P^{X_1}\boxtimes \ldots \boxtimes P^{X_n}$$
\end{Proposition}

\begin{proof}
  Es bezeichne $\mathcal A_i$ die jeweilige $\sigma$-Algebra der
  me"sbaren Teilmengen von $\Omega_i$. Gegeben $A_i\in \mathcal{A}_i$ gilt per definitionem
$X_1^{-1}(A_1)\cap\ldots\cap X_n^{-1}(A_n)
=X^{-1}(A_1\times\ldots\times A_n)$.
Ist die Verteilung der Zusammenfassung das Produkt
der Verteilungen, so gilt 
$$
\begin{array}{ccc}
P^{X}(A_1\times\ldots\times A_n) &=&
P^{X_1}(A_1)\ldots P^{X_n}(A_n)\\ 
\|&&\|\\
P(X^{-1}(A_1\times\ldots\times A_n))&&
P(X_1^{-1}(A_1))\ldots P(X_n^{-1}(A_n))
\\ 
\|&&\\
P(X_1^{-1}(A_1)\cap\ldots\cap X_n^{-1}(A_n))
\end{array}
$$
und damit steht schon die stochastische
Unabh"angigkeit da. Umgekehrt folgt aus der stochastischen
Unabh"angigkeit die Gleichheit der untersten Terme in unseren
beiden Gleichungst"urmen
und damit die Gleichheit in der Mitte, f"ur alle $A_i\in \mathcal{A}_i$.
Unsere beiden Ma"se im Lemma stimmen also auf allen 
me"sbaren Quadern "uberein. Mit dem Ma"sfortsetzungssatz 
\ref{MHa} folgt daraus unmittelbar, da"s sie 
gleich sind.
\end{proof}

\begin{Definition}
  Sei $(\Omega, \mathcal A, P)$ ein Wahrscheinlichkeitsraum. Gegeben eine
 reelle integrierbare Zufallsvariable $X$ alias ein Element
 $X \in {\mathcal{L}}^1_{\mathbb R} (\Omega)$  ist ihr
  \defind{Erwartungswert} $\op{E}(X) \in \mathbb R$ definiert als das Integral
  \begin{equation*}
    \op{E}(X) \pdef \int X 
  \end{equation*}
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Mithilfe der Verteilung $P^X$ unserer Zufallsvariable k"onnen wir den Erwartungswert 
 auch schreiben als
$\op{E}(X)=\int_\DR xP^X$, denn unter $X:\Omega\ra\DR$ ist die Funktion 
$X$ per definitionem verwandt zur Funktion $x=\op{id}:\DR\ra\DR$. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Proposition}
  Gegeben %stochastisch unabh"angige 
integrierbare Zufallsvariablen
$X_1,\ldots, X_n$ ist der Erwartungswert ihrer Summe die Summe ihrer 
Erwartungswerte, in Formeln
$$\op{E}(X_1+\ldots+ X_n)=\op{E}(X_1)+\ldots+ \op{E}(X_n)$$
\end{Proposition}
\begin{proof}
Das ist klar.
%   Unter unserer zusammengefa"sten Zufallsvariable 
% $(X_1,\ldots,X_n):\Omega\ra\DR^n$ gilt nach \ref{VuZ} die Verwandtschaft
% von Ma"sen $(X_1,\ldots,X_n):P\leadsto P^{X_1}\boxtimes \ldots \boxtimes
% P^{X_n}$.
% Wir folgern 
% $$
% \begin{array}{lll}
% \int_\Omega (X_1+\ldots+ X_n)P&=&
% \int_{\DR^n} (x_1+\ldots+ x_n)P^{X_1}\boxtimes \ldots \boxtimes
% P^{X_n}\\
% % &=&\int_{\DR^n} (x_1+\ldots+ x_n)P^{X_1}\boxtimes \ldots \boxtimes
% % P^{X_n}\\
% &=&\int_{\DR} x_1P^{X_1} + \ldots 
% +\int_{\DR} x_nP^{X_n}=\int_\Omega (X_1+\ldots+ X_n)P
% \end{array}
% $$
\end{proof}
  
\begin{Definition}
Sei $(\Omega, \mathcal A, P)$ ein Wahrscheinlichkeitsraum. 
  Gegeben eine quadratintegrierbare Zufallsvariable $X$ alias ein Element 
$X \in {\mathcal{L}}^2_{\mathbb R} (\Omega)$  ist ihre
  \defind{Varianz} $\op{Var} (X) \in \mathbb R_{\geq 0}$ erkl"art als das
  Integral
  \begin{equation*}
    \op{Var} (X) \pdef \int (X - \op{E}(X))^2
  \end{equation*}
  Weiter erkl"art man die \defind{Standardabweichung} 
$\sigma (X)\in \mathbb R_{\geq 0}$
einer 
quadratintegrierbaren Zufallsvariablen $X \in {\mathcal{L}}^2_{\mathbb R}
  (\Omega)$ als die Wurzel aus der Varianz
  \begin{equation*}
    \sigma (X) \pdef \sqrt{\op{Var}(X)}
  \end{equation*}
 
\end{Definition}
 \begin{Bemerkungl}[\textbf{Geometrische Bedeutung der Standardabweichung}]
    Der Begriff der Standardabweichung 
hat den Vorteil, da"s f"ur reelles $\lambda\geq 0$ gilt
    $\sigma (\lambda X)=\lambda\sigma ( X)$. So hat etwa die verdoppelte
    Zufallsvariable die vierfache Varianz aber die doppelte
    Standardabweichung.  Geometrisch mag man die durch
    $X - \op{E}(X)$ gegebene fast "uberall definierte Funktion interpretieren
    als das Bild von $X \in {\op{L}}^2_{\mathbb R} (\Omega)$ unter der
    orthogonalen Projektion auf die Hyperebene aller quadratintegrierbaren
    Zufallsvariablen mit Erwartungswert Null: In der Tat steht die Gerade der
    konstanten reellen Zufallsvariablen n"amlich auf dieser Hyperebene
    senkrecht und der Erwartungswert einer quadratintegrierbaren
    Zufallsvariablen ist nichts anderes als ihr Skalarprodukt mit der
    konstanten Zufallsvariablen Eins. Damit bedeutet die Standardabweichung
    einer quadratintegrierbaren Zufallsvariablen  geometrisch die L"ange
    ihrer orthogonalen Projektion auf die Hyperebene aller
    quadratintegrierbaren Zufallsvariablen mit Erwartungswert Null.
 \end{Bemerkungl}  
 \begin{Definition}
   Gegeben zwei quadratintegrierbare Zufallsvariablen $X, Y \in
   {\op{L}}^2_{\mathbb R} (\Omega)$ bezeichnet man schlie"slich das
   Skalarprodukt der besagten Projektionen unserer Zufallsvariablen als ihre
   \defind{Kovarianz}
   \begin{equation*}
     \op{Kov} (X,Y) \pdef \langle X - \op{E}(X), Y- \op{E}(Y)\rangle = \op{E}(XY) - \op{E}(X) \op{E}(Y)
   \end{equation*}
   F"ur von Null verschiedene Varianzen
bezeichnet man schlie"slich  den Cosinus des von unseren
   Projektionen eingeschlossenen Winkels als den
   \defind{Korrelationskoeffizienten} $\rho$ unserer beiden Zufallsvariablen,
   in Formeln
   \begin{equation*}
     \rho (X,Y) \pdef \frac{\op{Kov} (X,Y)}{\sigma (X) \sigma(Y)}
   \end{equation*}
   Ist besagter Korrelationskoeffizient oder sogar noch etwas allgemeiner die
   Kovarianz Null, so hei"sen unsere Zufallsvariablen {\bf
     unkorreliert}.\index{unkorreliert!Zufallsvariablen}
 \end{Definition}

 



\begin{Korollar}[\textbf{Unabh"angige Zufallsvariablen sind unkorreliert}]
 Sind zwei quadratintegrierbare relle Zufallsvariablen stochastisch unabh"angig,
so sind sie unkorreliert.
\end{Korollar}
\begin{proof}
 Seien $X,Y$ unsere beiden Zufallsvariablen.
Unter der zusammengefa"sten Zufallsvariablen $(X,Y) : \Omega \rightarrow
\mathbb R^2$ haben wir
die Verwandtschaft von Funktionen $XY \rightsquigarrow xy$ und
 nach \ref{VuZ} die Verwandtschaft von Ma"sen $P \rightsquigarrow P^X \boxtimes P^Y$.
Es folgt mit Fubini
\begin{displaymath}
\begin{array}[b]{lllll}
 \op{E}(XY) &= &\int_\Omega XY P& = &\int_{\mathbb R^2} xy (P^X \boxtimes P^Y)
\\[2mm]
  & && =& \left( \int_{\mathbb R} x P^X \right)
\left(\int_{\mathbb R} y P^Y  \right) = \op{E}(X) \op{E}(Y)
\end{array}
\qedhere\end{displaymath}
\end{proof}

\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}
  Gegeben eine stochastisch unabh"angige Familie 
von Zufallsvariablen $X_i:\Omega \rightarrow \Omega_i$ und me"sbare Abbildungen
$f_i:\Omega_i\ra \Lambda_i$ ist auch die 
 Familie der Zufallsvaribalen
$f_i\circ X_i$ stochastisch unabh"angig.
\end{Ubung}

\subsection{Brown'sche Bewegung}



  \begin{Bemerkungl}
    Wir modellieren die Erfolgsaussichten einer Handelsstrategie an der B"orse
    durch ein einfaches Spiel: Es werde wiederholt eine M"unze geworfen. Vor
    jedem Wurf darf unser Spieler einen Einsatz wagen.  Kommt Wappen, so
    verliert er seinen Einsatz.  Kommt Zahl dahingegen, so erh"alt er das
    Doppelte seines Einsatzes ausgezahlt.  Nun mag unser Spieler verschiedene
    Strategien verfolgen.  Naheliegend w"are es etwa, zun"achst einmal mit
    einem Einsatz von einem Euro zu beginnen und dann bei jedem Verlust den
    Einsatz zu verdoppeln, bei jedem Gewinn jedoch wieder mit einem Einsatz
    von einem Euro zu beginnen.  Auch andere Strategien w"aren denkbar. Die
    Frage ist nun, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein gegebene Strategie nach
    einer gegebenen Zahl von W"urfen zu einem gegebenen Gewinn oder Verlust
    f"uhrt.
     Formal betrachten wir dazu den Raum $\Omega = \op{Ens} (\Bbb{N}, \{W,Z\})$
    aller Folgen von Buchstaben $W$ f"ur Wappen und $Z$ f"ur Zahl und darauf
    die die Gleichverteilung im Sinne von \ref{GVF}.  F"ur $\omega \in \Omega$
    meint also $\omega (0)$ das Resultat des ersten Wurfes, $\omega (1)$ das
    Resultat des zweiten Wurfes etc.  Auf diesem Raum betrachten wir die
    aufsteigende Folge von $\sigma$-Algebren $\mathcal{F}_0 \subset
    \mathcal{F}_1 \subset \mathcal{F}_2 \subset \ldots$ mit $\mathcal{F}_n =
    \varphi^\ast_n \mathcal{P} (\{W,Z\}^n)$ f"ur $\varphi_n : \Omega
    \rightarrow \{ W,Z\}^n$ die Projektion, die jeder Folge ihre $n$ ersten
    Werte zuordnet.  Eine Strategie $H$ ist nun eine Abbildung
\begin{equation*}
H: \Bbb{N} \times \Omega \rightarrow \Bbb{R}
\end{equation*}
mit der Eigenschaft, da"s $H_n : \Omega \rightarrow \Bbb{R}$, $\omega \mapsto
H(n,\omega)$ jeweils me"sbar ist bez"uglich $\mathcal{F}_n$. Anschaulich
bedeutet die Me"sbarkeit hier, da"s unsere Strategie f"ur die Wahl des
Einsatzes $H (n,\omega)$ vor dem $(n+1)$-ten M"unzwurf nur von den Ausg"angen
$(\omega (0),\ldots,\omega (n-1))$ der vorhergehenden $n$ W"urfe abh"angen
darf. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl} 
Wir denken uns nun weiter die zuf"allige Wanderung in $\Bbb{Z}$, die
bei Null beginnt und die bei \glqq Zahl\grqq\  einen Schritt in die positive Richtung
geht, bei \glqq Wappen\grqq\  jedoch einen Schritt in die negative Richtung. Da das ein
diskretes Analogon der Brown'schen Bewegung ist, verwenden wir daf"ur die
Notation
$$
\begin{array}{cccc}
B :& \Bbb{N} \times \Omega &\rightarrow &\Bbb{Z}\\
&(n \;,\; \omega) & \mapsto & \sum^{n-1}_{i=0} w (\omega (i))
\end{array}
$$
mit $w (W) =-1$ und $w (Z) =1$.  Nat"urlich k"onnen wir auch $B$ auffassen
als eine Abbildung $ B : \Bbb{N} \times \Omega \rightarrow \Bbb{R} $ und
wieder ist $B_n$ jeweils me"sbar bez"uglich $\mathcal{F}_n$.  Der Gewinn beziehungsweise
Verlust bei einer Handelsstrategie $H$ nach dem $n$-ten Wurf ist nun
\begin{equation*}
G_n (\omega) = \sum^{n-1}_{i=0} H_i (\omega)(B_{i+1} (\omega) - B_i (\omega))
\end{equation*}
als Funktion der Folge $\omega$ und ist nat"urlich me"sbar in Bezug auf
$\mathcal{F}_n$.  Das Bildma"s unseres Wahrscheinlichkeitsma"ses auf $\Omega$
unter $G_n$ alias die Verteilung der Zufallsvariable $G_n$ ist dann ein
Wahrscheinlichkeitsma"s auf $\Bbb{R}$, das uns die Wahrscheinlichkeit
gegebener Gewinne oder Verluste f"ur unsere Handelstrategie $H$ angibt.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl} 
Im Fall unserer vorne erw"ahnten Strategie, also: 
verdopple Einsatz bei Verlust,
beginne wieder mit einem Euro Einsatz bei Gewinn, w"urden wir etwa mit gro"ser
Wahrscheinlichkeit kleine Gewinne machen und mit kleiner Wahrscheinlichkeit
gro"se Verluste.  F"ur B"orsenh"andler, die von Gewinnen anteilig profitieren
und gro"se Verluste eh nicht selber tragen k"onnen, mag  eine solche
Strategie durchaus sinnvoll sein, insbesondere wenn die vergleichsweise
kleinen Gewinne doch so gro"s sind, da"s ihre Gewinnbeteiligung ein bequemes
Leben garantiert: Wenn ich mit 99\% Wahrscheinlichkeit ein sch"ones Haus
kaufen kann, und mit 1\% ins Gef"angnis komme, so liegt doch von moralischen
Bedenken abgesehen die Entscheidung recht nahe.
\end{Bemerkungl}







\begin{Definition}
Sei $\Omega$ ein Wahrscheinlichkeitsraum und $Y$ ein Me"sraum.
Ein \defind{stochastischer Prozess} auf $\Omega$ mit Werten in $Y$ ist eine 
me"sbare Abbildung
\begin{equation*}
X : \Bbb{R}_{\geq 0} \times \Omega \rightarrow Y
\end{equation*}
F"ur jedes $\omega \in \Omega$ hei"st die Abbildung $\Bbb{R}_{\geq 0}
\rightarrow Y$,  $ t\mapsto X (t, \omega)$ ein \defind{Pfad} unseres Prozesses.
F"ur jedes $t \geq 0$ ist $X_t : \Omega \rightarrow Y$, 
$\omega \mapsto X (t,\omega)$ eine Zufallsvariable.
\end{Definition}
\begin{Satz}[\textbf{Brown'sche Bewegung}]\index{Brown'sche Bewegung}
Auf der Menge aller vom Ursprung ausgehenden Pfade 
$\Omega = \{ \gamma: \Bbb{R}_{\geq 0} \rightarrow
\Bbb{R} \mid \gamma \text{ stetig, } \gamma (0) =0\}$ 
mit ihrer kompakt-offenen Topologie und
der zugeh"origen Borel'schen $\sigma$-Algebra gibt es genau
ein 
Wahrscheinlichkeitsma"s, das \emph{\bf Wiener-Ma"s},\index{Wiener-Ma"s} 
derart 
da"s f"ur den stochastischen Prozess 
$
B : \Bbb{R}_{\geq 0} \times \Omega \rightarrow \Bbb{R}, $ $
(t, \gamma) \mapsto  \gamma (t)
$
gilt:
\begin{enumerate}
\item
F"ur alle $t>s\geq 0$ ist $B_t - B_s$ 
eine normalverteilte Zufallsvariable auf dem Pfadraum $\Omega$ mit
Erwartungswert Null und Varianz $t-s$;
\item
Gegeben Zeitpunkte $0\leq t(0) < t(1) < t(2) < \ldots < t(n)$ 
ist die Familie von 
Zufallsvariablen $(B_{t(i)} - B_{t(i-1)})_{1 \leq i \leq n}$ 
stochastisch unabh"angig.
\end{enumerate}
%Lerche sagt, das stimmt so.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Die Borel'sche $\sigma$-Algebra zur kompakt-offenen Topologie
auf dem Pfadraum $\Omega$ 
kann auch beschrieben werden als die kleinste $\sigma$-Algebra,
f"ur  die alle Auswertungen $B_t:\Omega\ra\DR$ me"sbar sind.
In der Tat sind alle Auswertungen in der kompakt-offenen Topologie sogar
stetig.
Andererseits wird die $\sigma$-Algebra zur kompakt-offenen Topologie
auch erzeugt von dem Mengen 
$$\Omega(K,A)\pdef \{\gamma\mid \gamma(K)\subset A\}$$
f"ur $K\subset \DR_{\geq 0}$ kompakt und $A\As \DR$
abgeschlossen. W"ahlen wir nun aber in $K$ eine abz"ahlbare dichte Teilmenge
$N$, so gilt  $\Omega(K,A)=\bigcap_{t\in N} B_t^{-1}(A)$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
 Gegeben $E\subset \DR_{\geq 0}$ eine endliche Menge von Zeitpunkten 
und eine  Teilmenge $A\subset \op{Ens}(E,\DR)$ 
aus dem von allen Produkten von $|E|$ Intervallen erzeugten Mengenring
betrachten wir die 
Menge aller Pfade 
$$\Omega(E;A)\pdef \{\gamma\in\Omega\mid \gamma|_E\in A\}$$
mit durch $A$ vorgeschriebenem Verhalten auf $E$.
Die $\Omega(E;A)$ bilden in $\Omega$ einen Mengenring und 
es ist nicht schwer zu sehen, welchen Wert jedes Wienerma"s jedem
$\Omega(E;A)$
 zuordnen mu"s. Da fraglicher Mengenring bereits die Borel'sche
 $\sigma$-Algebra
auf dem Pfadraum erzeugt, zeigt der Ma"sfortsetzungssatz von Caratheodory 
\eref{MHa}{AN3} damit bereits die Eindeutigkeitsaussage aus unserem Satz,
und um auch die Existenz eines Wienerma"ses zu zeigen, reicht es 
nachzuweisen, da"s unsere Formeln bereits  ein Pr"ama"s liefern.
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}
Die Eindeutigkeit 
  Noch zu schreiben.
\end{proof}


Von hier ab isses unausgegoren.
\begin{Definition}
Sei $(\Omega, \mathcal A, P)$ ein Wahrscheinlichkeitsraum,
$I \subset \mathbb{R}$ ein Intervall und $\mathcal F = (\mathcal F_t)_{t \in I}$
eine durch $I$ induzierte Familie von $\sigma$-Algebren $\mathcal F_t \subset \mathcal A$
mit $t \leq s \Rightarrow \mathcal F_t \subset \mathcal F_s$.
Bezeichne $\mathcal L^2 (\Omega \times  I; \mathcal F) \subset \mathcal L^2 (\Omega \times  I)$
die Menge aller quadratintegrierbaren Funktionen $f$ mit der Eigenschaft, da"s $f_t : \omega
\mapsto f (\omega, t)$ me"sbar ist bez"uglich $\mathcal F_t$ f"ur alle $t \in I$.
\end{Definition}
\begin{Beispiel}\label{SFuu}
Gegeben $c \in I$ und $f_c \in \mathcal L^2 (\Omega; \mathcal F_c)$ eine
quadratintegrierbare $\mathcal F_c$-me"sbare Funktion geh"ort f"ur jedes $d \in I$
mit $d \geq c$ die Funktion $(\omega, t) \mapsto f_c (\omega) \chi_{[c,d)} (t)$
zu $\mathcal L^2 (\Omega \times  I; \mathcal F)$.
\end{Beispiel}
\begin{Lemma}
Das Bild ${\op{L}}^2 (\Omega \times  I; \mathcal F)$ von $\mathcal L^2 (\Omega \times  I; \mathcal F)$ in
${\op{L}}^2 (\Omega \times  I)$ ist ein abgeschlossener Teilraum, und die Funktionen der im vorhergehenden
Beispiel \ref{SFuu} erkl"arten Art erzeugen darin einen dichten Teilraum.
\end{Lemma}
\begin{proof}
  ??
\end{proof}
\subsection{Bedingte Erwartung}
\begin{Definition}
Seien $\Omega=(\Omega,\cal{A},P)$ ein Wahrscheinlichkeitsraum 
und $\cal{F}\subset \cal{A}$ eine Unter-$\sigma$-Algebra.
Gegeben eine Zufallsvariable $X\in  \op{L}_\DR^1(\Omega;\cal{A},P)$ 
erkl"aren wir ihre 
{\bf durch $\cal{F}$ bedingte Erwartung}\index{Erwartung!bedingte}
als diejenige $\cal{F}$-me"sbare $\op{L}^1$-Funktion
$Y\in  \op{L}_\DR^1(\Omega;\cal{F},P)$, die der 
Bedingung
$$\int_F Y=\int_F X\qquad\text{ f"ur alle }F\in \cal{F}$$
gen"ugt. 
Beide Integrale sind hier in Bezug auf das Wahrscheinlichkeitsma"s $P$ 
zu verstehen. 
Da die rechte Seite dieser Gleichung ein zu $P$ stetiges 
signiertes Ma"s auf $\cal{F}$ definiert, folgt die Existenz 
und Eindeutigkeit unserer bedingten Erwartung aus dem Satz von
Radon-Nikodym \ref{RaNi}.
Man notiert sie $$Y=\op{E}(X|\cal{F})$$
\end{Definition}

\begin{Beispiel}
Sei $\Omega$ die Menge aller 
Menschen und $P$ die Gleichverteilung
und $X:\Omega\ra\DR$ die Abbildung, die jedem
Menschen seine Gr"o"se in Zentimetern zuordnet.
Bezeichnet $\cal{F}$ die von den Teilmengen aller 
Menschen eines beliebigen aber 
festen  Jahrgangs erzeugte Unter-$\sigma$-Algebra,
so ist die bedingte Erwartung $\op{E}(X|\cal{F})$ diejenige Funktion,
die jedem Menschen die durchschnittliche Gr"o"se aller Menschen seines 
Jahrgangs zuordnet.
\end{Beispiel}
\begin{Ubung}\label{DBEB}
Ist $\Omega=(\Omega,\cal{A},P)$ ein Wahrscheinlichkeitsraum 
und sind  darauf Unter-$\sigma$-Algebren $\cal{G}\subset\cal{F}\subset
\cal{A}$
gegeben,
so gilt f"ur jede Zufallsvariable $X\in  \op{L}_\DR^1(\Omega;\cal{A},P)$ 
die Identit"at
 $$ \op{E}(X|\cal{G})=\op{E}(\op{E}(X|\cal{F})|\cal{G})$$
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{BDEW}
Ist $\Omega=(\Omega,\cal{A},P)$ ein Wahrscheinlichkeitsraum 
und  $\cal{F}\subset
\cal{A}$ eine  Unter-$\sigma$-Algebra, so ist f"ur jede 
Zufallsvariable $X\in  \op{L}_\DR^1(\Omega;\cal{A},P)$ 
die bedingte Erwartung ihres Betrages mindestens so gro"s wie
der Betrag ihrer bedingten Erwartung, in Formeln
$$\op{E}(|X|\;|\cal{F})\geq |\op{E}(X|\cal{F})\;|$$
\end{Ubung}
\begin{Definition}
Sei  ein Wahrscheinlichkeitsraum $\Omega=(\Omega,\cal{A},P)$ gegeben.
Ein {\bf diskretes 
Martingal}\index{diskret!Martingal}\index{Martingal!diskretes}  
auf $\Omega$ ist eine Folge $(\cal{F}_n,X_n)$ 
von Paaren bestehend aus  einer
$\sigma$-Algebra $\cal{F}_n\subset  \cal{A}$
und einer integrierbaren 
reellen Zufallsvariable $X_n\in \op{L}_\DR^1(\Omega;\cal{F}_n,P)$  derart,
da"s unsere $\sigma$-Algebren 
eine aufsteigende Folge 
$\cal{F}_0\subset\cal{F}_1\subset \ldots\subset \cal{A}$ 
bilden und da"s f"ur die jeweils durch die kleinere 
$\sigma$-Algebra bedingten Erwartungen gilt
$$X_n=\op{E}(X_{n+1}|\cal{F}_n)\qquad\forall n\geq 0$$
\end{Definition}
\begin{Bemerkung}
Die Herkunft der Bezeichnung als \glqq Martingal\grqq\  scheint nicht
gekl"art zu sein. Urspr"unglich bezeichnet dieses Wort einen Teil des
Zaumzeugs beim Springreiten.
\end{Bemerkung}
\begin{Beispiel}\label{BMKo}
  Ist $\Omega=(\Omega,\cal{A},P)$ ein Wahrscheinlichkeitsraum und
darauf  $\cal{F}_0\subset\cal{F}_1\subset \ldots\subset \cal{A}$ 
eine aufsteigende
  Folge von $\sigma$-Algebren und $X\in \op{L}_\DR^1(\Omega)$ eine
  integrierbare Zufallsvariable und bilden wir die zugeh"origen bedingten
  Erwartungen $X_n=\op{E}(X|\cal{F}_n)$,  so bildet die Folge der $(\cal{F}_n,
  X_n)$ wegen \ref{DBEB} ein diskretes Martingal.
Die Zufallsvariablen $X_n$ derartiger Martingale 
sind stets gleichgradig integrierbar im Sinne der folgenden Definition
\ref{ggi},
und umgekehrt ist auch jedes gleichgradig integrierbare 
Martingal von dieser Gestalt, wie
der bald folgende \glqq Konvergenzsatz f"ur Martingale\grqq\ 
\ref{KOm} ausf"uhrt. Der anschlie"sende Satz zeigt uns bereits,
in welcher Weise unser $X$ in dieser Situation der Grenzwert der
$X_n$ sein mu"s.
\end{Beispiel}

 \begin{Satz}[\textbf{von Levy}]
    Ist   $\Omega=(\Omega,\cal{A},P)$ ein
 Wahrscheinlichkeitsraum,\index{Levy!Satz von}
$\cal{F}_0\subset\cal{F}_1\subset\ldots\subset \cal{A} $ eine
Folge von $\sigma$-Algebren,
$\cal{F}_\infty=\sigma\left(\bigcup \cal{F}_n\right)$
das $\sigma$-Erzeugnis ihrer Vereinigung und $X
\in\op{L}_\DR^1(\Omega;\cal{F}_\infty,P)$ eine integrierbare
$\cal{F}_\infty$-me"sbare Funktion,
so streben deren durch $\cal{F}_n$ bedingte Erwartungen sowohl 
im Mittel als auch punktweise fast "uberall gegen die urspr"ungliche Funktion, 
in Formeln
$$\op{E}(X|\cal{F}_n)\ra X$$
 \end{Satz}
\begin{proof}
Sicher ist die Menge aller $X \in {\op{L}}^1$, f"ur die die Aussage des Satzes
gilt, ein Untervektorraum $U \subset {\op{L}}^1$.
Sicher enth"alt dieser Untervektorraum die charakteristischen Funktionen 
$[A]$ von allen $A \in 
\mathcal F_n$ f"ur alle $n\geq 0$.
Nach \ref{dSF} erzeugen diese Funktionen einen dichten Teilraum im
Raum aller $\mathcal F_\infty$-me"sbaren integrierbaren Funktionen.
Wir m"ussen also nur noch zeigen, da"s unser Untervektorraum $U$ abgeschlossen ist.
Sei dazu $X^0, X^1, \ldots$ eine Folge in $U$ mit
\begin{equation*}
X^i \rightarrow X
\end{equation*}
im ${\op{L}}^1$-Sinne f"ur eine Grenzfunktion $X \in {\op{L}}^1$.
F"ur jedes $\varepsilon > 0$ gibt es insbesondere ein $i$ mit
$\|X^i -X \|_1 \leq \varepsilon$.
Wir setzen
$\op{E}(X^i|\cal{F}_n)= X^i_n.$
Aus \ref{BDEW} folgt sofort
$
\| X^i_n - X_n\|_1 \leq \varepsilon$ f"ur alle $n \geq 0.
$
F"ur alle hinreichend gro"sen $n$ gilt wegen $X^i \in U$ aber
$\| X^i_n - X^i\|_1 \leq \varepsilon$ und f"ur dieselben $n$ gilt dann auch
$\|X_n - X\|_1 \leq 3 \varepsilon$.
Das zeigt bereits die Konvergenz im Mittel. 
Um punktweise Konvergenz fast "uberall zu
zeigen, bemerken wir zun"achst, da"s nach \eref{VoLp}{AN3} unsere Folge $X^i$
sogar so gew"ahlt werden kann, da"s sie fast "uberall gegen $X$ konvergiert.
Gegeben $\alpha > 0$ und $\varepsilon > 0$ finden wir also ein
$i =i(\alpha, \varepsilon)\geq 0$ und 
$\Omega=\Omega (\alpha, \varepsilon)$ me"sbar vom Ma"s $P \Omega (\alpha, 
\varepsilon) \geq 1- \alpha$ derart, da"s gilt
\begin{equation*}
|X^i (\omega)- X (\omega) | \leq \varepsilon \qquad \forall \omega \in \Omega
\end{equation*}
Wegen $X^i_n \rightarrow X^i$ punktweise f"ur unser festes $i$ finden wir
dann weiter $N = N (\alpha, \varepsilon,i)$ und 
$\Omega'=\Omega^\prime (\alpha, \varepsilon,i)$
vom Ma"s $P \Omega^\prime  \geq 1 -\alpha$ derart, da"s gilt
\begin{equation*}
|X^i_n (\omega) - X^i (\omega) | 
\leq \varepsilon \qquad \forall \omega \in \Omega^\prime
(\alpha, \varepsilon,i)\text{ und } n \geq N (\alpha, \varepsilon,i).
\end{equation*}
In $\Omega (\alpha,\varepsilon)$ 
finden wir auch ein $\Omega^{\prime\prime} (\alpha,
\varepsilon)$ aus 
$\bigcup \mathcal F_k$ mit 
$ P \Omega^{\prime\prime}(\alpha, \varepsilon) \geq
1-2 \alpha$.
Gilt hier etwa 
$\Omega^{\prime\prime} (\alpha,\varepsilon) \in \mathcal F_k$ f"ur
ein spezielles $k$, so folgt
\begin{equation*}
|X_n (\omega) - X_n^i (\omega) | \leq \varepsilon \qquad \forall \omega \in 
\Omega^{\prime\prime} (\alpha, \varepsilon,i) \text{ und } n \geq k.
\end{equation*}
Zusammenfassend haben wir also
\begin{equation*}
|X_n (\omega) - X (\omega) | \leq 3\varepsilon \qquad \forall \omega \in 
\Omega^{\prime}\cap \Omega^{\prime\prime}  \text{ und } n \geq \op{sup} (N (\alpha,\varepsilon,i),k).
\end{equation*}
F"ur alle $\varepsilon > 0$ und alle $\alpha > 0$ gibt es demnach $\Omega^{\prime\prime\prime}
(\alpha, \varepsilon)$ vom Ma"s $\geq 1-3 \alpha$ und $N^{\prime\prime\prime} (\alpha,\varepsilon)
\geq 0$ mit 
\begin{equation*}
|X_n (\omega) - X (\omega) | \leq \varepsilon \qquad \forall \omega \in 
\Omega^{\prime\prime\prime}  \text{ und } n \geq N^{\prime\prime\prime}.
\end{equation*}
Daraus folgt unschwer punktweise Konvergenz $X_n \rightarrow X$ fast "uberall.
\end{proof}



%\subsection{Gleichgradige Integrierbarkeit}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/Bildglit}\\[4mm]
\noindent 
Darstellung einer Funktion $f$,  einer hier
st"uckweise linearen Funktion $g=g_\varepsilon\geq 0$ 
und der Funktion $-g$ sowie als fett durchgezogene Linie 
der Funktion $f^\varepsilon =\sup(-g,\inf(g,f)).$ 
Die schraffiert eingezeichnete Fl"ache soll h"ochstens $\varepsilon$
sein f"ur alle Funktionen $f$ unserer gleichgradig stetigen Familie.
\end{figure}
\begin{Definition}\label{ggi}
Sei $X$ ein Ma"sraum. Eine Teilmenge 
$\mathcal F \subset \mathcal {\op{L}}^1 (X)$
hei"st 
\defind{gleichgradig integrierbar}\index{integrierbar!gleichgradig integrierbar}
oder auch {\bf uniform integrierbar}
\index{uniform integrierbar}\index{integrierbar!uniform integrierbar} 
genau dann, wenn es f"ur jedes
$\varepsilon > 0$ eine integrierbare Funktion $g_\varepsilon \geq 0$
gibt mit 
\begin{equation*}
\int (|f| - g_\varepsilon)^+ \leq \varepsilon \quad \forall f \in \mathcal F
\end{equation*}
Hier meint $h^+$ wie in \eref{iIF}{AN3} 
den positiven Teil einer Funktion $h.$ 
\end{Definition}
\begin{Proposition}\label{glgrd}
Ist $X$ ein Ma"sraum und $f_0, f_1, \ldots$ eine gleichgradig integrierbare
Folge integrierbarer reeller Funktionen, 
die stochastisch konvergiert, so konvergiert
unsere Folge auch im Mittel alias in $\op{L}^1$.
\end{Proposition}
\begin{Bemerkung}
Stochastische Konvergenz ist eine schw"achere Forderung als 
punktweise Konvergenz fast "uberall, und gleichgradige Integrierbarkeit
eine schw"achere Forderung als  betragsm"a"sig 
durch eine integrierbare Funktion beschr"ankt zu sein.
Unter diesen abgeschw"achten Voraussetzungen 
erhalten wir also immer noch $\int f_n \rightarrow
\int f$, die Proposition beinhaltet demnach
insbesondere eine noch "uber \ref{stod} hinausgehende 
Verst"arkung des Satzes
"uber dominierte Konvergenz.
\end{Bemerkung}

\begin{proof}
Gegeben $\varepsilon > 0$ w"ahlen wir $g_\varepsilon$ wie in der Definition 
\ref{ggi} der
gleichgradigen Integrierbarkeit und schreiben $f_n = f_n^\varepsilon + r^\varepsilon_n$ f"ur
\begin{equation*}
f^\varepsilon_n = \sup (-g_\varepsilon, \inf (g_\varepsilon, f_n))
\end{equation*}
und einen Rest $r^\varepsilon_n$.
Nach Konstruktion gilt $|f^\varepsilon_n| \leq g_\varepsilon$
und nach Annahme $\| r^\varepsilon_n \|_1 \leq \varepsilon$,  jeweils
f"ur alle $n$. Sicher gilt 
$f^\varepsilon_n \rightarrow f^\varepsilon$ stochastisch f"ur
$f$ den stochastischen Grenzwert der $f_n$ und ein
 analog zu $f_n^\varepsilon$ gebildetes $f^\varepsilon$. Aus dem Satz
"uber dominierte Konvergenz
oder vielmehr seiner stochastischen Variante \ref{stod}
 folgt  $f^\varepsilon_n \rightarrow f^\varepsilon$ in $\op{L}^1$.
Damit erkennen wir  m"uhelos, da"s die $f_n$ in $\op{L}^1$ 
ein Cauchyfolge bilden,
und daraus folgt dann die Proposition mit \eref{VoLp}{AN3}.
\end{proof}
\begin{Bemerkung}
Umgekehrt ist jede Cauchyfolge $f_n$ aus $\op{L}^1$ auch 
gleichgradig integrierbar:
Zum Beispiel k"onnen wir $g_\varepsilon = |f_0| + |f_1| + \ldots + |f_N|$ nehmen,
falls gilt $\| f_n - f_m\|_1 \leq \varepsilon$ f"ur alle $n,m \geq N$.
\end{Bemerkung}



  \begin{Satz}[\textbf{Martingal-Konvergenzsatz}]
    Ist  $(\cal{F}_n,X_n)$ ein Martingal auf 
einem Wahrscheinlichkeitsraum $\Omega=(\Omega,\cal{A},P)$ und sind die $X_n$
    gleichgradig integrierbar\label{KOm}, so gibt es genau eine
    Zufallsvariable $X\in\op{L}_\DR^1(\Omega;\cal{F}_\infty,P)$,  
die me"sbar ist in Bezug auf die von den $\cal{F}_n$ erzeugte $\sigma$-Algebra
    $\cal{F}_\infty$ und
    f"ur die gilt $X_n\ra X$ in $\op{L}^1.$
  \end{Satz}

  \begin{Bemerkungl}
  Gegeben $A\in\cal{F}_n$ haben wir dann 
nat"urlich $\int_A X_n=\int_A X_{n+1}=\ldots =\int_A X$ und folglich
gilt f"ur alle $n$ die Identit"at $$\op{E}(X|\cal{F}_n)=X_n$$
Gilt umgekehrt f"ur ein $X\in\op{L}_\DR^1(\Omega;\cal{F}_\infty,P)$
und alle $n$ die fragliche Identit"at, so ist das Ma"s $XP$ auf 
$\cal{F}_\infty$ nach \eref{MHa}{AN3} bereits eindeutig festgelegt,
und dasselbe gilt nach Radon-Nikodym \ref{RaNi} f"ur die
$\op{L}^1$-Funktion $X.$ 
H"atten wir dann nicht $X_n\ra X$ in $\op{L}^1$,  so g"alte auch nicht
$X_n\ra X$ stochastisch. Es g"abe also $\varepsilon>0$ derart,
da"s $P(|X_n-X|\geq \varepsilon)$ nicht gegen Null strebte
alias nach "Ubergang zu einer Teilfolge stets oberhalb einer
Schranke $\alpha>0$ bliebe. \emph{Na und dann? Da fehlt ja wohl noch was!}
  \end{Bemerkungl}
\begin{proof}\emph{Nicht ganz vollst"andig.}
  Gegeben ein Martingal $(X_n, \mathcal{F}_n)$ erf"ullt sein positiver Teil
  $X^+_n$ die Absch"atzung
  \begin{equation*}
    \op{E}(X^+_{n+1} | \mathcal{F}_n) \geq X^+_n
  \end{equation*}
  In der Tat reicht es dazu nach \ref{RaNp} zu zeigen, da"s f"ur alle $A\in
  \mathcal{F}_n$ gilt $\int_AX^+_{n+1}\geq \int_AX^+_{n}$,  
und das erkennen wir,
  indem wir $A$ zerlegen in einen Teil mit $X^+_{n}=X_n$ und einen Teil mit
  $X^+_{n}=0.$ 
  % Man sagt auch, $X^+_N$ sei ein \defind{Submartingal}.
  Jetzt betrachten wir die Mengenalgebra $\bigcup \mathcal F_n$ und darauf die
  Funktion
  \begin{equation*}
    \mu^+ : A \mapsto \lim_{n \rightarrow \infty} \int_A X^+_n
  \end{equation*}
  Dieser Grenzwert existiert, da unsere Folge ab dem $n$ mit $A \in \mathcal
  F_n$ wie gerade gezeigt monoton w"achst, und er ist endlich, da die $X^+_n$
  gleichgradig integrierbar sind.  Ich behaupte, da"s $\mu^+$ ein Pr"ama"s auf
  $\bigcup \mathcal F_n$ ist.  Gegeben eine disjunkte Zerlegung in eine Folge
  $A = A_0 \cup A_1 \cup \ldots$ m"ussen wir dazu zeigen
  \begin{equation*}
    \mu^+ (A) = \sum \mu^+ (A_i)
  \end{equation*}
  F"ur die Ungleichung $\geq$ reicht es zu zeigen, da"s $\mu^+ (A)$ eine obere
  Schranke f"ur alle endlichen Teilsummen ist, und das scheint mir
  offensichtlich. F"ur die Ungleichung $\leq$ reicht es, wenn wir f"ur alle
  $\varepsilon > 0$ die Absch"atzung
  \begin{equation*}
    \mu^+ (A) \leq \varepsilon + \sum^\infty_{i=0} \mu^+(A_i)
  \end{equation*}
  zeigen. Dazu verwenden wir die gleichgradige Integrierbarkeit der $X^+_n$
  und w"ahlen zun"achst eine integrierbare Funktion $g_\varepsilon \geq 0$ mit
  $X^+_n \leq g_\varepsilon + r_n$ f"ur geeignetes $r_n$ mit $\| r_n\|_1 \leq
  \varepsilon$.  Nach dem Satz "uber monotone Konvergenz haben wir
  \begin{equation*}
    \int_A g_\varepsilon = \sum^\infty_{i=0} \int_{A_{i}} g_\varepsilon
  \end{equation*}
  und es gibt folglich ein $n$ mit $\sum^\infty_{i=n+1} \int_{A_{i}}
  g_\varepsilon \leq \varepsilon $ alias $ \int_{A _{> n}} g_\varepsilon \leq
  \varepsilon$ f"ur die Vereinigung $A_{> n} = A_{n+1} \cup A_{n+2} \cup
  \ldots$ Damit finden wir $\mu^+ (A_{>n}) \leq 2 \varepsilon$ und $\mu^+ (A)
  \leq \mu^+ (A_0) + \ldots + \mu^+ (A_{n}) + 2 \varepsilon$ und das zeigt die
  andere Absch"atzung, zwar nur mit $2\varepsilon$ statt mit $\varepsilon$, 
  aber darauf kommt es nicht an.  Der Ma"serweiterungssatz von Caratheodory
  \eref{MHa}{AN3} liefert uns eine Fortsetzung von $\mu^+$ zu einem Ma"s $\mu^+$ auf
  der von $\bigcup \mathcal F_n$ erzeugten $\sigma$-Algebra $\mathcal
  F_\infty$.  Wir zeigen als n"achstes, 
da"s es stetig ist zum Wahrscheinlichkeitsma"s $P.$
  Gegeben $A\in \mathcal F_\infty$ mit $P(A)=0$ zeigen wir dazu
  $\mu^+(A)<\varepsilon$ f"ur alle $\varepsilon>0.$ Gegeben $\varepsilon>0$
  finden wir ja zun"achst $g_\varepsilon$ wie in der Definition der
  gleichgradigen Integrierbarkeit.  Dann finden wir nach \ref{UAII} ein
  $\alpha>0$ mit $P(B)<\alpha\;\RA\; \int_B g_\varepsilon<\varepsilon.$
  Schlie"slich finden wir nach \eref{MHa}{AN3} f"ur dies $\alpha$ eine Folge
  paarweise disjunkter Mengen $A_i\in \bigcup \mathcal F_n$ mit $A\subset
  \bigcup A_i$ und $ \sum P(A_i)<\alpha.$ Zusammen
  folgt $$\mu^+(A)\leq\sum_i\mu^+(A_i)\leq\sum_{i=0}^N\mu^+(A_i)+\varepsilon=
  \mu^+(B)+\varepsilon\leq \int_B g_\varepsilon +2\varepsilon\leq
  3\varepsilon$$ f"ur hinreichend gro"ses $N$ und $B=\bigcup_{i=0}^N A_i.$
  Nach Radon-Nikodym \ref{RaNi} haben wir also $\mu^+ = X^+ P$ f"ur eine
  integrierbare Funktion $X^+.$ F"ur alle $A \in \mathcal F_n$ gilt nat"urlich
  $\int_A X^+ \geq \int_A X^+_n$ und nach \ref{BMKo}  bilden folglich die
  Differenzen $Y_n=\op{E}(X^+ | \mathcal F_n) - X_n$ 
ein Martingal bez"uglich der
  $\mathcal F_n$, das aus gleichgradig integrierbaren nichtnegativen
  $\op{L}^1$-Funktionen besteht.  F"uhren wir nun dieselbe Konstruktion 
  nocheinmal mit den $Y_n=Y_n^+$ 
durch, so erhalten wir eine
integrierbare und $\cal{F}_\infty$-me"sbare Funktion $Y$ mit
$\int_AY=\int_AY_n=\int_A(X^+  - X_n)$ f"ur alle $A\in \cal{F}_n$ und alle 
$n.$ 
Insbesondere ist $X=X^+-Y$ eine Funktion derart,
wie sie der Konvergenzsatz f"ur Martingale fordert.
\end{proof}

\begin{Ubung}\label{dSF}
Gegeben eine Menge $X$, ein Mengenring $\mathcal A \subset \mathcal P (X)$
und ein $\sigma$-endliches Pr"ama"s $\mu : \mathcal A \rightarrow
[0,\infty]$ erzeugen die charakteristischen Funktionen $[A]$ der Mengen
$A \in \mathcal A$ von endlichem Pr"ama"s einen dichten Teilraum im
Raum der integrierbaren Funktionen
\begin{equation*}
{\op{L}}^1 (X; \sigma (\mathcal A), \mu)
\end{equation*}
auf dem durch Ma"serweiterung nach \eref{MHa}{AN3} definierten Ma"sraum. Dasselbe
gilt allgemeiner f"ur ${\op{L}}^p$-R"aume mit $1\leq p <\infty$.
Hinweis: Nach \eref{USs}{AN3} liegen die integrierbaren Stufenfunktionen dicht. Man
verwendet nun die explizite Beschreibung der Ma"serweiterung nach \eref{KaEw}{AN3}.
\end{Ubung}

\subsection{Borel-Cantelli}


\begin{Satz}[\textbf{Borel-Cantelli}]
  Gegeben eine abz"ahlbare Familie von stochastisch unabh"angigen Ereignissen
  ist die Wahrscheinlichkeit daf"ur, da"s unendlich
  viele dieser Ereignisse eintreten, stets entweder Null oder Eins. 
  Seien genauer  $(\Omega, \mathcal A, P)$ ein Wahrscheinlichkeitsraum,
$A_0, A_1, \ldots \in \mathcal A$ eine Folge me"sbarer Mengen und
$A^\ast$ ihr \hyperref[lss]{Limes superior}, in Formeln
$$
A^\ast \pdef \{ x \in \Omega \mid x \text{ liegt in } A_i 
\text{ f"ur unendlich viele Indizes } i\}$$
So ist $A^*$ auch me"sbar alias ein Ereignis  und wir haben die Alternative 
\begin{enumerate}
\item 
  Gilt $\sum P (A_i) < \infty$, so folgt $P (A^\ast)=0$ sogar ohne die
  Forderung der stochastischen Unabh"angigkeit;
\item
Gilt $\sum P (A_i) = \infty$ und ist 
die Familie von Ereignissen $(A_i)_{i\in\DN}$ 
stochastisch unabh"angig, so folgt $P (A^\ast) =1$.
\end{enumerate}
\end{Satz}

\begin{Beispiel}
Nehmen wir  als Grundraum $\Omega$ die Menge aller m"oglichen 
Resultate beim abz"ahlbar unendlich oft  W"urfeln.
Sei $A_i\subset \Omega$ die Teilmenge aller
Elementarereignisse, bei denen im $i$-ten Wurf eine Sechs herauskommt.
So gilt $P(A_i)=1/6$ und und wir sind im zweiten Fall und 
die Wahrscheinlichkeit, mit einem W"urfel bei unendlich vielen W"urfen 
unendlich oft die
Sechs zu W"urfeln, ist Eins.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
Nehmen wir  als Grundraum $\Omega$ die Menge aller m"oglichen 
Resultate bei einem einmaligen  W"urfeln.
Sei $A\subset \Omega$ die Teilmenge aller
Elementarereignisse, bei denen in diesem Wurf eine Sechs herauskommt.
So gilt $P(A)=1/6$ und betrachten wir die konstante Folge $A_i=A\;\forall i$,
so sind wir weder im ersten Fall wegen $\sum P(A_i)=\infty$ noch
im zweiten Fall, da die $A_i$ nicht stochastisch unabh"angig sind.
Wir finden $A^*=A$ 
und $P(A^*)=P(A)=1/6$. 
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
  Nehmen wir als Grundraum das Intervall $[0,1)$ und als
    Wahrscheinlichkeitsma"s die Gleichverteilung.
    Bezeichne $\op{Nachkomma}: \DR_{\geq 0}\ra [0,1)$ die Abbildung,
      die jeder nichtnegativen reellen Zahl $x$ die
      Differenz $x-\lfloor x\rfloor$ zuordnet, f"ur
      $\lfloor x\rfloor$ die gr"o"ste nat"urliche Zahl $\leq x$. 
    Bezeichne $S_i$ die $i$-te Partialsumme der harmonischen Reihe
    und $A_i\pdef \op{Nachkomma}[S_i,S_{i+1})\subset [0,1)$.
        Dann ist offensichtlich $A^*=[0,1)$ und $P(A^*)=1$.
          Das zeigt, da"s es in der ersten Aussage nicht
          ausreicht zu fordern, da"s die $P(A_i)$ eine Nullfolge bilden. 
\end{Beispiel}





\begin{proof}
1. Wir schreiben 
\begin{equation*}
A^\ast = \bigcap^\infty_{m =0} \left( \bigcup^\infty_{n=m} A_n \right)
\end{equation*}
und folgern $P (A^\ast) \leq \sum^\infty_{n = m} P(A_n)$ f"ur alle $m$.
Die rechte Seite strebt aber gegen Null f"ur $m \rightarrow \infty$.
\\[2mm]\noindent 2.
Wir schreiben $\Omega \backslash A^\ast 
= \bigcup^\infty_{m =0} \left( \bigcap^\infty_{n=m}
\Omega \backslash A_n \right)$
und 
\begin{displaymath}
\begin{array}{lll}
P(\Omega \backslash A^\ast) &\leq
& \lim_{n \rightarrow \infty} \prod^\infty_{n = m} (1-P(A_n))\\[2mm]
&=& \lim_{m \ra \infty} \exp \big(\sum^\infty_{n=m} \log (1- P(A_n))\big)\\[2mm]
&\leq& \lim_{m \ra \infty} \exp \big( \sum^\infty_{n =m} - P(A_n)\big) =0
\end{array}
\end{displaymath}
Die letzte Absch"atzung folgt dabei aus
der Absch"atzung $\log (1-x) \leq -x$ f"ur $x \in [0,1]$ 
mit der Konvention $\log (0) = - \infty$.
\end{proof}

\subsection{Altes Beispiel Integral 2-Form}
\begin{Beispiel}\label{BI2F}
Wir integrieren die 2-Form $\omega = y \diff x \wedge \diff z$ "uber die
Hemisph"are $H = \{(x,y,z)\in \Bbb{R}^3\mid x^2+y^2+z^2=1 , z > 0\}$
mit einer noch festzulegenden Orientierung.
In \eref{VFDF}{AN3} werden wir erkl"aren, warum dies Integral auch als der 
Flu"s des Vektorfelds $(x,y,z)\mapsto (0,-y,0)$ durch 
unsere Hemisph"are verstanden werden kann.
Als Karte nehmen wir  $(W,\varphi)$
 mit $W$ der offenen Einheitskreisscheibe 
$W=\{(x,y) \mid x^2+y^2 < 1\}$ 
und
$\varphi (x,y) = (x,y,\sqrt{1-x^2-y^2})$
und erkl"aren die Orientierung durch die Bedingung, da"s $(W,\varphi)$
 eine positiv orientierte
Karte sein m"oge.
Wir finden $\varphi^\ast (\diff x) = \op{d} (x \circ \varphi) = \diff x$ 
und $$\varphi^\ast (\diff z) = \op{d}(z \circ \varphi)
=\op{d}(\sqrt{1-x^2-y^2})=
\frac{-x\diff x}{\sqrt{1-x^2-y^2}}  + \frac{-y\diff y}{\sqrt{1-x^2-y^2}} $$ 
Zusammen ergibt sich also $\varphi^\ast
\omega = \frac{-y^2}{\sqrt{1-x^2-y^2}} \diff x \wedge \diff y$ und
mit  \eref{I2F}{AN3} weiter
\begin{equation*}
\int_{\vec{H}} \omega = \int_W \frac{-y^2}{\sqrt{1-x^2-y^2}} \diff x \diff y
\end{equation*}
Um dieses Integral auszuwerten gehen wir zu Polarkoordinaten "uber und
erhalten
$$
\int_{\vec{H}} \omega =\int^{2\pi}_0 \int_0^1 
\frac{-r^2\sin^2\vartheta}
{\sqrt{1-r^2}} r \diff r \diff\vartheta=
 \left( \int^{2\pi}_0 \sin^2 \vartheta \diff\vartheta \right)
\left(\int^1_0 \frac{-r^3}{\sqrt{1-r^2}} \diff r\right)
$$
Das erste Integral in diesem Produkt l"osen wir mithilfe der Formel
$\sin^2 (\vartheta) = \frac{1}{2} - \frac{1}{2}
\cos (2\vartheta)$
und erhalten
\begin{equation*}
\int_0^{2\pi} \sin^2 (\vartheta) \diff\vartheta = \left.\frac{1}{2} 
\vartheta - \frac{1}{4} \sin (2\vartheta)
\right|^{2\pi}_0 = \pi
\end{equation*}
Um das zweite Integral zu l"osen erinnern wir uns daran, 
da"s die Ableitung
von $\sqrt{1-r^2}$ gerade $-r/\sqrt{1-r^2}$ liefert, und 
erhalten mit partieller Integration
\begin{eqnarray*}
\int^1_0 r^2 \cdot \frac{-r}{\sqrt{1-r^2}}  \diff r = \left. 
r^2 \sqrt{1-r^2} \right|^1_0
-\int^1_0 2r \sqrt{1-r^2}  \diff r\\[2mm]
= - \int^1_0 \sqrt{1-u} \diff u = -\int^1_0 \sqrt{v} \diff v = -\frac{2}{3}
\end{eqnarray*}
so da"s sich unser Integral insgesamt ergibt zu 
$$\int_{\vec{H}} \omega
= - \frac{2}{3} \pi$$
Alternativ h"atten wir auch aus der oberen Hemisph"are 
einen L"angengrad samt Nordpol
herausnehmen k"onnen und f"ur den Rest die Karte
$\psi : (0,1) \times (0,2\pi) \rightarrow H$
mit $\psi (r,\vartheta) = (r \cos \vartheta, r \sin \vartheta, \sqrt{1-r^2})$
w"ahlen k"onnen.
Der Kartenwechsel $\varphi^{-1} \circ \psi$ ist genau die 
Polarkoordinatenabbildung und hat positive
Funktionaldeterminante, also ist $\psi$ auch
eine positiv orientierte Karte von $\vec{H}$.
Wir finden $\psi^* \diff x = \op{d}  (r \cos \vartheta) = 
\cos \vartheta  \diff r - r \sin \vartheta  \diff \vartheta$,
$\psi^* \diff z =  \op{d} 
(\sqrt{1-r^2}) = \frac{-r}{\sqrt{1-r^2}}  \diff r$,  
$$\psi^* \omega = (r \sin \vartheta) \cdot \frac{r}{\sqrt{1-r^2}} \cdot
(-r \sin \vartheta)\diff r\wedge  \diff \vartheta$$
und landen auf einem anderen Weg bei demselben Integral wie zuvor.
\end{Beispiel}

\newpage
\subsection{Versuch zur Statistik}
\begin{Bemerkungl}
  Ein {\bf statistisches Modell} ist ein\label{StM} 
  Datum $(\mathcal X, ({\op{P}}_\theta)_{\theta\in \Theta})$ bestehend 
  aus einem Me"sraum $\mathcal X$, dem {\bf Stichprobenraum} unseres
  Modells, und einer Familie $({\op{P}}_\theta)_{\theta\in \Theta}$
  von Wahrscheinlichkeitsma"sen auf $\mathcal X$
  indiziert durch eine Menge $\Theta$ von  {\bf Parametern}.
  Die Menge  $\Theta$ hei"st der  {\bf Parameterraum} unseres Modells.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}[\textbf{Siebenfacher M"unzwurf}] Wir denken uns eine m"oglicherweise unfaire M"unze.
  Eine Stichprobe sei das Resultat eines siebenmaligen Werfens der M"unze.
  Der Stichprobenraum ist $\mathcal X\pdef\{W,Z\}^7$ mit $W$ f"ur
  \glqq Wappen\grqq\
  und $Z$ f"ur \glqq Zahl\grqq. Er ist in diesem Fall endlich.
  Ein Wahrscheinlichkeitsma"s ${\op{P}}$ darauf anzugeben bedeutet,
  eine Abbildung ${\op{P}}:\mathcal X\ra [0,1]$ anzugeben derart, da"s die Summe
  der Funktionswerte alias Wahrscheinlichkeiten der einzelnen
  Elemente Eins ist, in Formeln $\sum_{x\in\mathcal X}{\op{P}}(x)=1$.
  Wir nehmen $\Theta\pdef [0,1]$ und erkl"aren ${\op{P}}_\theta$ dadurch, da"s
  ${\op{P}}_\theta(x)$ die Wahrscheinlichkeit f"ur den Ausgang  $x$
  unseres siebenfachen M"unzwurfs ist unter
  der Annahme, da"s $\theta$ die Wahrscheinlichkeit ist,\label{Muzw}
  bei einmal Werfen eine
  Zahl zu erhalten. F"ur das Element $x=(W,W,Z,W,W,Z,Z)$ unseres
  Stichprobenraums haben wir damit etwa
  $${\op{P}}_\theta(x)=\theta^3(1-\theta)^4$$
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}
  Mich verwirrt im folgenden
  immer die Notation $\hat\theta$ f"ur Sch"atzer,
  weil ein Sch"atzer
  ja etwas v"ollig anderes ist als ein Element des Parameterraums.
  Ich will mal die Notation $S=\hat\theta$ probieren.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl} Ein {\bf Sch"atzer} f"ur ein statistisches Modell
  mit diskretem Stichprobenraum $\mathcal X$
  ist eine  Abbildung $S=\hat\theta: \mathcal X\ra\Theta$
  vom Stichprobenraum in den Parameterraum unseres Modells. 
  Ein {\bf Maximum-Likelihood-Sch"atzer} ist ein Sch"atzer  $S=\hat\theta$, 
  der jeder Stichprobe $x\in \mathcal X$ einen Parameter
  $S(x)=\hat\theta(x)\in \Theta$ so zuordnet,
  da"s die Wahrscheinlichkeit ${\op{P}}_\theta(x)$ als Funktion von $\theta$
  ihren maximalen Wert bei $\theta=\hat\theta(x)=S(x)$ annimmt,  in Formeln 
  $${\op{P}}_{S(x)}(x)={\op{P}}_{\hat\theta(x)}(x)\geq {\op{P}}_\theta(x)\quad\forall \theta\in \Theta, x\in \mathcal X$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Wenn der Stichprobenraum $\mathcal X$
  nicht diskret ist, macht ${\op{P}}_\theta(x)$
  wenig Sinn. Ich wei"s nicht, wie man es dann formulieren mu"s und
  wei"s selbst nicht so recht,
  ob dann der Begriff eines Sch"atzers wie oben sinnvoll ist. Zumindest mu"s
  man ja dann wohl $\Theta$ ein Me"sraum und $S$ me"sbar annehmen.
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}[\textbf{Maximum-Likelihood-Sch"atzer f"ur siebenfachen M"unzwurf}]  Wir f"uhren unser Beispiel \ref{Muzw} fort und
  untersuchen, was gegeben ein Ma\-xi\-mum-Like\-li\-hood-Sch"atzer $\hat\theta$
  sein Wert $\hat\theta(x)$ sein k"onnte an der Stelle der Stichprobe $x=(W,W,Z,W,W,Z,Z)$.
  Es gilt also, die Stellen zu bestimmen, an denen die Funktion
  $\theta\mapsto {\op{P}}_{\theta}(x)=\theta^3(1-\theta)^4$
  auf dem Parameterraum $\Theta=[0,1]$ ihr Maximum annimmt.
  Die Ableitung ist $$  3\theta^2(1-\theta)^4-\theta^34(1-\theta)^3 =
  \theta^2(1-\theta)^3 (3 -7\theta)$$ und
  verschwindet bei $\theta\in \{0,1,3/7\}$.
  Unsere Funktion nimmt bei $\theta\in \{0,1\}$ den Wert Null an
  und bei $\theta=3/7$ ihr Maximum und wir finden, da"s es nur einen m"oglichen
  Wert f"ur einen Maximum-Likelihood-Sch"atzer $\hat\theta$ auf unserer
  Stichprobe $x$ gibt, n"amlich den Wert 
  $\hat\theta(x)=3/7$. Unsere obige
  Stichprobe legt mithin salopp gesprochen nahe,
  da"s unsere M"unze nicht fair ist, sondern vielmehr
  etwas seltener Zahl als Wappen
  zeigt. Analog "uberlegt man sich, da"s es f"ur den siebenfachen M"unzwurf nur
  einen Maximum-Likelihood-Sch"atzer $\hat \theta$ gibt und da"s dieser gegeben wird durch
  $$\hat\theta(x)=(\text{Anzahl der $Z$ in $x$})/7$$
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben ein statistisches Modell mit Parameterraum $\DR$ oder allgemeiner
  einem Me"sraum als Parameterraum nennen wir einen
  Sch"atzer $S=\hat\theta$ {\bf me"sbar}, wenn er eine me"sbare Abbildung 
  $S=\hat\theta:\mathcal X\ra \DR$
  beziehungsweise $S=\hat\theta:\mathcal X\ra \Theta$ ist.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben ein statistisches Modell mit Parameterraum $\DR$ oder allgemeiner
  $\DR^n$  nennen wir einen
  Sch"atzer $S=\hat\theta$ {\bf integrierbar}, wenn me"sbar ist und wenn
  f"ur alle Parameter $\theta\in \DR$ die Funktion 
  $S=\hat\theta:\mathcal X\ra \DR$ integrierbar ist.
  Gegeben ein integrierbarer Sch"atzer nennen wir
  $${\mathbf E}_\theta(\hat\theta)\pdef \int_{\mathcal X}\hat\theta(x){\op{P}}_\theta\langle x\rangle \quad\text{neu}\quad {\mathbf E}_\theta(S)\pdef \int_{\mathcal X}S(x){\op{P}}_\theta\langle x\rangle$$
  seinen {\bf Erwartungswert bei $\theta$}. Salopp gesprochen ist
  das der Wert, der im Grenzwert  herauskommen sollte, wenn man ganz viele
  Stichproben $x_1,\ldots,x_n\in \mathcal X$ zieht
  und den Durchschnitt der $S(x_i)=\hat\theta(x_i)$
  nimmt unter der Annahme, unser
  Wahrscheinlichkeitsma"s sei ${\op{P}}_\theta$. Ein Sch"atzer $\hat\theta=S$
  hei"st
  {\bf erwartungstreu}, wenn gilt
  $${\mathbf E}_\theta(S)={\mathbf E}_\theta(\hat\theta)=\theta\quad\forall\theta\in \DR$$
  Allgemein hei"st $|{\mathbf E}_\theta(S)-\theta|$ die
  {\bf Verzerrung} oder der
  {\bf Bias} des Sch"atzers $S$ bei $\vartheta$. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben ein statistisches Modell mit Parameterraum $\DR$
  erkl"art  man den {\bf quadratischen Fehler} oder die {\bf Varianz (?)}
  eines me"sbaren Sch"atzers $S$ bei einem Parameter $\theta\in \Theta=\DR$ als
  $${\op{Var}}_\theta(S)\pdef \int_{\mathcal X}(S(x)-\theta)^2{\op{P}}_\theta\langle x\rangle$$
Wenn diese Funktion nicht integrierbar ist, kommt eben $\infty$ heraus.
Salopp gesprochen ist bedeutet kleine Varianz bei $\theta$, da"s
schon f"ur wenige Stichproben $x_1,\ldots,x_n$ die Werte
$S(x_1),\ldots,S(x_n)$ nur ganz wenig um $\vartheta$ streuen, wenn
denn $\vartheta$ der richtige Parameter ist. Es k"onnte aber sein,
da"s sie zwar tendenziell nur ganz wenig streuen, aber tendenziell
eher kleiner sind als der richtige Parameter $\theta$.
Dann haben wir zwar kleinen
quadratischen Fehler aber Verzerrung bein $\theta$. 
\end{Bemerkungl}

\newpage

\subsection{Versuch f"ur Dorian}
Ich versuche, Abschnitt 2 "uber Point spread functions zu interpretieren.
Ich stelle mir dazu die Menge $M$ der m"oglichen Modelle und
die Menge $D$ der m"oglichen Daten jeweils als endlichdimensionale
reelle Vektorr"aume vor sowie
 eine Abbildung $S:M\ra D$, die aus einem Modell synthetisch
 zur"uckrechnet, was f"ur Daten es h"atte liefern sollen.
 Ich lasse das eigentlich gew"unschte $I:D\ra M$ dabei au"sen vor und nehme an
 da"s die Parametrisierungen so gew"ahlt sind, da"s das Nullmodell
 die Nulldaten liefert, also $S(\mathbf{ 0})=\mathbf{ 0}$.
 Gegeben ein Satz $\mathbf{ a}_0\in D$ von Ausgangsdaten h"atte man gerne ein
 m"oglichst gut dazu passendes Modell $\mathbf{ m}_0\in M$.
 Gegeben ein beliebiges Modell $\mathbf{ m}$ k"onnte man dazu
 $$\mathbf{ d}=\mathbf{ d}(\mathbf{ m})\pdef \mathbf{ a}_0-S(\mathbf{ m})$$ betrachten,
 also die Differenz zwischen den aus dem Modell synthetisch
 berechneten Daten und den Ausgangsdaten. In dieser Interpretation
 st"unde also ${\mathbf d}$ f"ur \glqq Differenz\grqq\ und
 Gleichung (1) macht f"ur mich  Sinn.
 Die Matrix $C_d$ enth"alt etwa Informationen dar"uber,
 wie ernst wir einzelne Messungen nehmen wollen, und die
 Matrix $C_m$ Informationen dar"uber, als wie vern"unftig
 wir verschiedene Modelle ansehen, 
 und das Modell $\mathbf{m}_0$ mit dem  kleinsten Mi"sfit $\chi(\mathbf{m}_0)$
 ist das, was dann am besten zu den Ausgangsdaten $\mathbf{ a}_0$ und der Vernunft pa"st.

 Jetzt benennen wir unser
 bestes Modell $\mathbf{m}_0$ um in $\mathbf{m}$ und untersuchen
 das Wackeln der Mi"sfits bei kleinem Wackeln am Modell
 durch Taylorentwicklung, die ja mit quadratischen Termen beginnen
 mu"s, da wir um ein Minimum entwickeln, also Gleichung (2). 
 Nichtinvertierbares $\mathbf{H}$ bedeutet dann, da"s wir
 in zweiter Ordnung gar kein isoliertes Minimum bei $\mathbf{m}$ haben
 und manche benachbarte Modelle genausogut w"aren wie $\mathbf{m}$ selber.
 Nicht verstehe ich die Bemerkung nach (3), da"s $\mathbf{H}$ abh"angig
 von $\mathbf{m}$ sein k"onnte: Gehen wir nicht schon
 von einem festen besten Modell $\mathbf{m}$ aus?
 

%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "XXAN3"
%%% End: 
