\section{Spektraltheorie in Hilbertr"aumen*}



\subsection{Unit"are Darstellungen von ${\Bbb{R}}$}
  \begin{Definition}
 Die unit"aren
    Automorphismen eines Hilbertraums $\cal{H}$ bilden eine Gruppe $\op{U}
    (\mathcal{H})$. Eine {\bf unit"are
 Darstellung}\index{Darstellung!unit"are!von $\DR$}\index{unit"ar!Darstellung!von $\DR$} 
    von  $\DR$  ist
    ein Paar $(\mathcal{H},\rho)$ bestehend aus einem Hilbertraum
    $\mathcal{H}$ und einem Gruppenhomomorphismus $\rho: \DR\ra \op{U}
    (\mathcal{H})$ derart, da"s die 
 zugeh"orige Operation $\DR\times \mathcal{H}\ra
    \mathcal{H}$, $(t,v)\mapsto (\rho(t))(v)$ stetig ist
f"ur die Produktmetrik auf $\DR\times \mathcal{H}$.  
Gleichbedeutend reden wir auch von einer {\bf unit"aren Operation}
von $\DR$ auf $\mathcal H$. 
 \end{Definition}
  \begin{Bemerkungw} Allgemeiner definiert man in derselben Weise
    unit"are Darstellungen einer beliebigen topologischen Gruppe.
  \end{Bemerkungw}
 \begin{Bemerkungl}
In Formeln fordern wir von unserer Abbildung $\rho$ also
$$\rho(s+t)=\rho(s)\circ\rho(t)\quad \forall s,t\in\DR$$
Unit"are Darstellungen von $\DR$ sind in der Quantenmechanik
von grundlegender Bedeutung, 
da die
  zeitliche Entwicklung  jedes
quantenmechanischen Systems  durch eine unit"are Operation 
 von $\DR$ oder noch pr"aziser von der dazu isomorphen
topologischen Gruppe $\vec{\mathbb T}$ der Zeitspannen auf dem Hilbertraum
$\mathcal{H}$  seiner Zust"ande modelliert wird.
Als erstes Beispiel 
betrachten wir auf $\DR$ das Lebesgue-Ma"s $\diff t$ und die unit"are
   Darstellung von $\DR$ auf $\cal{H}=\op{L}^2(\DR;\diff t)$ 
durch das Verschieben
   von Funktionen $\rho(t)f=\tau_t f$, deren Stetigkeit in \ref{StVer} gezeigt
   wurde. Der folgende Satz \ref{UDzy} 
soll als Leitbild f"ur die 
 Entwicklung der Spektraltheorie 
dienen, die wir anschlie"send in Angriff
nehmen werden.
Er stellt  eine gro"se Klasse von
Beispielen bereit und wirft zugleich Licht auf die allgemeine Struktur.
 \end{Bemerkungl}



  \begin{Bemerkungw}
    Man kann $\op{U} (\mathcal{H})$ so mit der Struktur einer topologischen
    Gruppe versehen, da"s unsere unit"aren Darstellungen gerade die
    Gruppenwege in 
$\op{U} (\mathcal{H})$ sind. Das leistet die sogenannte
\glqq starke Operatortopologie\grqq,\index{starke Operatortopologie}
 die definiert ist als die\index{Operatortopologie!starke}  
\glqq\hyperref[Ito]{Initialtopologie}\grqq\  
zu allen Auswertungen an Vektoren $\op{U} (\mathcal{H})\ra \mathcal{H}$, vergleiche \eref{SOPT}{TM}.
  \end{Bemerkungw}


\begin{Satz}[\textbf{Lokale Struktur unit"arer 
    Darstellungen von $\DR$}] Gegeben $\mathcal{H}$ ein 
  Hil\-bert\-raum, $\rho : \Bbb{R} \ra \op{U}
  (\mathcal{H})$\label{UDzy} eine unit"are Darstellung von $\DR$  
und $v \in \mathcal{H}$ ein Vektor gibt es genau ein Paar
  $(\mu, \varphi)$ bestehend aus
einem  endlichen nichtnegativen Borelma"s  $\mu=\mu_v$ auf
  $\Bbb{R}$ und einer unit"aren
  Einbettung $\varphi : \op{L}^2 (\Bbb{R};\mu) \hra \mathcal{H}$  
derart, da"s gilt $\varphi(1)=v$ und
$$\rho (t) \circ \varphi 
=  \varphi\circ (\op{e}^{{\op{i}}tx}\cdot)\quad\forall t\in\DR$$
\end{Satz}
\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildUD}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Illustration zur Operation von $\DR$ auf $\op{L}^2(\DR;\mu)$. 
Die eingezeichneten Kreise
sind jeweils als $S^1\subset \DC$ zu verstehen und die Multiplikation
mit $\op{e}^{{\op{i}}xt}$ f"ur festes $t$ bedeutet das Drehen 
um geeignet von $x$ abh"angende Winkel in den
jeweiligen  Ebenen $\{x\}\times \DC$, anschaulich  ein 
Verdrillen  des Graphen von $f\in \op{L}^2(\DR;\mu)$.
\end{minipage}
\end{figure}

\begin{Bemerkungl}
Das Symbol $x$ ist hier in dem Sinne zu verstehen, 
da"s  Elemente $f\in \op{L}^2(\DR;\mu)$ durch 
Funktionen $f(x)$ repr"asentiert werden.
F"ur jedes feste $t\in \DR$ ist also mit $(\op{e}^{{\op{i}}tx}\cdot)$ die
Abbildung
$(\op{e}^{{\op{i}}tx}\cdot):\op{L}^2(\DR;\mu)\ra \op{L}^2(\DR;\mu)$
gemeint ist, die ein $f\in \op{L}^2(\DR;\mu)$ auf
diejenige fast "uberall definierte Funktion abbildet, die an der
Stelle $x\in\DR$ den Wert ${\op{e}}^{{\op{i}}tx}f(x)$ annimmt.
Die $1$ meint die konstante Funktion $1$ auf $\DR$,  die ja 
in Bezug auf jedes endliche Borelma"s quadratintegrierbar ist.
Das W"ortchen \glqq lokal\grqq\  spielt darauf an, da"s 
die Darstellung in gewisser 
Weise nur \glqq lokal um den Vektor $v$\grqq\  beschrieben wird.
Eine globale Beschreibung werden wir als \glqq Spektralzerlegung\grqq\ 
in \ref{SUD} kennenlernen und aus dieser Spektralzerlegung leiten wir dann
auch
erst den obigen Satz "uber die lokale Struktur her.
Der besseren "Ubersichtlichkeit halber stelle
ich die Abbildungen dieses Satzes 
auch noch in einem kommutativen Diagramm dar: 
$$\begin{array}{cccc}
(x\mapsto f(x))\in&\op{L}^2 (\Bbb{R}; \mu)&\stackrel{\varphi}{\hra}& \cal{H}\\
\downmapsto\;\;\;\;\;\;&{\scriptstyle (\op{e}^{{\op{i}}tx}\cdot)}
\da\;\;\;\;\;\;&&\;\;\;\;\;\;
\da {\scriptstyle \rho (t) }\\
(x\mapsto \op{e}^{{\op{i}}tx}f(x))\in&\op{L}^2 (\Bbb{R}; \mu)&\stackrel{\varphi}{\hra}& \cal{H} \\[1mm]
&1&\mapsto& v 
\end{array}$$
\end{Bemerkungl}







 \begin{Bemerkungl}
Ich formuliere diesen Satz auch noch im unwesentlich allgemeineren 
 Fall einer \defind{Geradengruppe}, als da
hei"st der additiven Gruppe $G$
eines eindimensionalen reellen Vektorraums.
Diese Allgemeinheit scheint mir aus mehreren Gr"unden sinnvoll:
Erstens hoffe ich, da"s selbst im Fall $G=\DR$ 
die Aussage "ubersichtlicher wird, 
wenn in der Notation die drei verschiedenen Bedeutungen von $\DR$ als
(1) dargestellte Gruppe, (2) 
deren Charaktergruppe 
und (3) 
auf dem Hilbertraum als Unterk"orper von $\DC$ durch die Multiplikation mit Skalaren operierender K"orper 
getrennt werden.
Zweitens sind Operationen von  Geradengruppen
auf Hilbertr"aumen  in der Quantenmechanik  besonders nat"urlich,
da die
  zeitliche Entwicklung  jedes
quantenmechanischen Systems genau genommen durch eine unit"are
 Operation der 
Gruppe $G=\vec{\mathbb{T}}$ aller Zeitspannen auf dem Hilbertraum
$\mathcal{H}$  aller Zust"ande des  Systems modelliert wird.
Und drittens  gilt unser Satz in dieser Gestalt  unver"andert f"ur 
die additive Gruppe jedes endlichdimensionalen reellen Vektorraums $G$, 
 etwa auch f"ur die Gruppe $\vec{\mathbb E}$ 
der Translationen des Anschauungsraums, und mutatis mutandis f"ur $G$ 
eine beliebige Fouriergruppe oder sogar eine beliebige kommutative
\glqq lokal kompakte  Hausdorff'sche  topologische Gruppe\grqq.
Bezeichne $\hat{G}=\op{Grpto}(G,S^1)$ 
den Charakterraum unserer Geradengruppe im Sinne
von \ref{ChRR}, also die Menge aller stetigen Gruppenhomomorphismen 
von $G$ in die Kreislinie $S^1\subset\DC^\times$. 
Auf diesem  Charakterraum haben wir in \ref{ChRR}  die Struktur
eines  reellen Vektorraums erkl"art und haben gezeigt, da"s er 
im Fall einer Geradengruppe
die
Dimension Eins hat.
\end{Bemerkungl}





\begin{Satz}[\textbf{Lokale Struktur unit"arer Darstellungen von Geradengruppen}]
Gegeben $G$ eine Geradengruppe,
$\mathcal{H}$ ein Hilbertraum, $\rho : G \ra \op{U} (\mathcal{H})$
eine unit"are Darstellung und $v \in \mathcal{H}$ 
ein  Vektor gibt es genau ein Paar $(\mu, \varphi)$ bestehend aus
einem  endlichen Borelma"s  $\mu=\mu_v$ auf der Charaktergruppe 
$\hat{G}$
 und einer unit"aren
  Einbettung  $\varphi : \op{L}^2 (\hat{G};\mu) \hra \mathcal{H}$ 
derart, da"s gilt
$\varphi(1)=v$ und  
$$\rho (g) \circ \varphi 
=  \varphi\circ (g\cdot)\quad\forall g\in G$$
\end{Satz}


\nichtfinal{\begin{Satz}[\textbf{Lokale Struktur unit"arer Darstellungen von Geradengruppen}]
Gegeben $G$ eine Geradengruppe,
$\mathcal{H}$ ein Hilbertraum, $\rho : G \ra \op{U} (\mathcal{H})$
eine unit"are Darstellung, $v \in \mathcal{H}$ 
ein  Vektor
und $s:G\times H\ra S^1$ eine Charakterpaarung  
gibt es genau ein Paar $(\mu, \varphi)$ bestehend aus
einem  endlichen Borelma"s  $\mu=\mu_v$ auf 
$H$
 und einer unit"aren
  Einbettung  $\varphi : \op{L}^2 (H;\mu) \hra \mathcal{H}$ 
derart, da"s gilt
$\varphi(1)=v$ und  
$$\rho (g) \circ \varphi 
=  \varphi\circ (\llangle g,\;\rrangle_s\cdot) \quad\forall g\in G$$
\end{Satz}}




\nichtfinal{Umschreiben zu Charakterpaarung $s: G\times H\ra S^1$ wie in
  \ref{exPA}?
  $$\begin{array}{ccc}
 \op{L}^2 (H; \mu)&\stackrel{\varphi}{\hra}& \cal{H}\\
{\scriptstyle \llangle g,\;\rrangle_s\cdot}\da&&
\da {\scriptstyle \rho (g) }\\
\op{L}^2 (H; \mu)&\stackrel{\varphi}{\hra}& 
\cal{H} \\[1mm]
1&\mapsto& v 
  \end{array}$$}

\nichtfinal{\begin{Beispiel}
    Wir betrachten die Charakterpaarung $p:\DR\times\DR\ra S^1$ gegeben durch
    $p(x,y)\pdef {\op{e}}^{-2\pi{\op{i}}xy}$. Wir erinnern aus \ref{KoDF} in
    diesem Fall das kommutative Diagramm \begin{displaymath}
 \xymatrix{
\cal{S}(\DR) \ar[d]_-{\op{e}^{2\pi{\op{i}}a  x}} \ar[r]^-{\cal{F}_p}&\ar[d]^-{\tau_{ a }}
\cal{S}(\DR)\\
\cal{S}(\DR) \ar[r]^-{\cal{F}_p}& \cal{S}(\DR)
}
    \end{displaymath}
    Durch stetige Fortsetzung erhalten wir unschwer eine Erweiterung
    zu quadratintegrierbaren Funktionen \begin{displaymath}
 \xymatrix{
{\op{L}}^2(\DR) \ar[d]_-{\op{e}^{2\pi{\op{i}}a  x}} \ar[r]^-{\cal{F}_p}&\ar[d]^-{\tau_{ a }}
{\op{L}}^2(\DR)\\
{\op{L}}^2(\DR) \ar[r]^-{\cal{F}_p}& {\op{L}}^2(\DR)
}
    \end{displaymath}
    Gegeben $f\in {\op{L}}^2(\DR)$ bezeichne $f^\wedge=\cal{F}_{\bar p}(f)$
    sein Urbild unter $\cal{F}_p$. Mit $\mu\pdef  |f^\wedge(x)|^2\diff x$
    k"onnen wir unser Diagramm erg"anzen zu
     \begin{displaymath}
 \xymatrix{
{\op{L}}^2(\DR;\mu) \ar[d]_-{\op{e}^{2\pi{\op{i}}a  x}} \ar[r]^-{(f^\wedge\cdot)}&{\op{L}}^2(\DR) \ar[d]_-{\op{e}^{2\pi{\op{i}}a  x}} \ar[r]^-{\cal{F}_p}&\ar[d]^-{\tau_{ a }}
{\op{L}}^2(\DR)\\
{\op{L}}^2(\DR;\mu)  \ar[r]^-{(f^\wedge\cdot)}&{\op{L}}^2(\DR) \ar[r]^-{\cal{F}_p}& {\op{L}}^2(\DR)\\
1\ar[r]&f^\wedge\ar[r]& f
}
     \end{displaymath}
     
  \end{Beispiel}}











\begin{Bemerkungl}\label{KaEi}
Hier ist $(g\cdot)$ zu verstehen als die 
Multiplikation mit der durch das Auswerten an der
Stelle $g$ definierten Funktion $\hat{G}\ra \DC$ 
auf der Charaktergruppe.
Der besseren "Ubersichtlichkeit halber stellen 
wir die Abbildungen dieses Satzes auch  noch
in einem kommutativen Diagramm dar: 
$$\begin{array}{cccc}
(\chi\mapsto f(\chi)) &\op{L}^2 (\hat{G}; \mu)&\stackrel{\varphi}{\hra}& \cal{H}\\
\downmapsto\;\;\;\;\;\;&{\scriptstyle (g\cdot)}\da&&\;\;\;\;\;
\da {\scriptstyle \rho (g) }\\
(\chi\mapsto \chi(g)f(\chi)) &\op{L}^2 (\hat{G}; \mu)&\stackrel{\varphi}{\hra}& 
\cal{H} \\[1mm]
&1&\mapsto& v 
\end{array}$$
Hierbei meint $\chi\in \hat{G}$ einen variablen Charakter
und $f(\chi)$ sowie 
$\chi(g)$ sind nur
nur etwas ausf"uhrlichere Darstellungen einer Funktion
$f:\hat{G}\ra \DC$ beziehungsweise der durch das Auswerten bei $g\in G$
gegebenen Funktion $\hat{G}\ra \DC$.
Ich schlage vor, das Ma"s $\mu$ aus dem obigen Satz
das \defind{Frequenzma"s} des
Vektors $v$ zu nennen. Im Fall $G=\vec{\mathbb T}$ mi"st es in gewisser und im endlichdimensionalen
Fall in \ref{Fqa} pr"azisierter Weise, \glqq wie stark
verschiedene Frequenzanteile in $v$ vorkommen\grqq.
Die Abbildung $\varphi$ nenne ich die 
{\bf kanonische 
Einbettung}\index{Einbettung!kanonische unit"are}
zu unserem Vektor $v$.
\end{Bemerkungl}




%\begin{Ubung}
%Man zeige, da"s f"ur zwei Paare $(\mu,\varphi)$ und $(\mu,\varphi')$
%wie im Satz mit demselben Ma"s $\mu$ bereits
%$\varphi=\varphi'$ gelten  mu"s.
%\end{Ubung}

\begin{Bemerkungl}
Eine \defnoind{Unterdarstellung}\index{Unterdarstellung!unit"are} einer
unit"aren  Darstellung $(\cal{H},\rho)$ ist ein abgeschlossenener\label{UUD}
  Teilraum von $\cal{H}$, der unter allen
  $\rho(t)$ in sich selber "uberf"uhrt wird.
   Ein Vektor $v\in \mathcal{H}$ einer 
Darstellung hei"st ein 
\defnoind{zyklischer Vektor}\index{zyklisch!Vektor!in unit"arer Darstellung}
 unserer
  Darstellung, wenn es au"ser $\cal{H}$ selbst
keine Unterdarstellung gibt, 
die unseren Vektor enth"alt.
Ist im vorhergehenden Satz $v$ ein zyklischer Vektor, so ist
$\varphi$  ein Isomorphismus und liefert sogar eine 
explizite Beschreibung der \glqq globalen Struktur\grqq\  unserer Darstellung.
Umgekehrt ist in unserem Satz auch die Aussage enthalten,
da"s f"ur jedes Borelma"s $\mu$ 
auf $\DR$ die Funktion $1$ die unit"are Darstellung $\op{L}^2(\DR;\mu)$ nach \ref{USHT}
zyklische Vektoren besitzt, ja sogar, da"s f"ur jedes 
endliche Borelma"s $\mu$ 
auf $\DR$ die konstante Funktion  $1\in \op{L}^2(\DR;\mu)$
ein zyklischer Vektor ist, denn andernfalls l"age  $1$ in einer echten
Unterdarstellung $\cal{H}\subset \op{L}^2(\DR;\mu)$ und 
wir f"anden dazu neben dem Paar $(\mu,\op{id})$ noch ein weiteres 
m"ogliches Paar $(\nu,\varphi)$, bei dem $\varphi$ "uber $\cal{H}$ 
faktorisiert, im Widerspruch zur behaupteten Eindeutigkeit.
Im allgemeinen gibt es zwar keinen zyklischen Vektor, 
aber in jedem Fall ist unser 
Raum die  Hilbertsumme \ref{OSH}  von abgeschlossenen Unterdarstellungen, 
die jeweils einen zyklischen Vektor besitzen. 
Nat"urlich kann es viele verschiedene derartige Zerlegungen
geben und 
im Fall der Existenz eines zyklischen Vektors auch noch viele andere 
zyklische Vektoren. Die dadurch erzeugten Mehrdeutigkeiten werden wir in
sp"ateren Abschnitten noch sorgf"altig studieren. Jetzt diskutieren
wir zun"achst einmal beispielhaft den endlichdimensionalen Fall.
\end{Bemerkungl}


\begin{Proposition}[\textbf{Endlichdimensionale unit"are Darstellungen von
    $\DR$}] 
Ist $\rho : \Bbb{R} \rightarrow
\op{U} (\mathcal{H})$ eine unit"are Darstellung von $\DR$ durch
unit"are Endomorphismen\label{BED} 
eines Hilbertraums  $\cal{H}$ endlicher
Dimension, so gibt es
eine Orthonormalbasis $v_1, \ldots, v_n$ von $\mathcal{H}$
und reelle Zahlen $x_1,\ldots,x_n$ mit
$$\rho(t)v_\nu=\exp ({\op{i}}x_\nu t)v_\nu\quad\text{f"ur alle }
t\in\DR\text{ und } 1\leq \nu\leq n.$$
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
  In anderen Worten operiert also bez"uglich einer geeigneten
  angeordneten Orthonormalbasis
$\cal{B}$ jedes $t\in\DR$ durch die diagonale Matrix
$$_\cal{B}[\rho(t)]_\cal{B}=\op{diag}(\op{e}^{{\op{i}}x_1 t}, 
\ldots,\op{e}^{{\op{i}}x_n t} )$$
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
 Nach \eref{SUW}{LA2} ist jede unit"are Matrix diagonalisierbar und hat nur
Eigenwerte der L"ange Eins. Insbesondere gilt das f"ur alle
$\rho (t)$.
Nach \eref{GEZ}{LA2} ist weiter jede Familie von paarweise kommutierenden
diagonalisierbaren Matrizen simultan diagonalisierbar, wir finden also eine
Basis $e_1, \ldots, e_n$ von $\mathcal{H}$ aus simultanen 
Eigenvektoren aller $\rho(t)$.
In Bezug auf diese Basis werden alle $\rho(t)$ durch Diagonalmatrizen
dargestellt. Die diagonalen Matrixeintr"age sind dann stetige
Gruppenhomomorphismen $\rho_{\nu\nu} : \Bbb{R} \rightarrow S^1$ und damit
nach \ref{GHrc} von der Gestalt $\rho_{\nu\nu} (t) = \exp ({\op{i}}x_\nu t)$
f"ur wohlbestimmte $x_\nu \in \Bbb{R}$.
Da die Eigenr"aume der unit"aren Automorphismen $\rho(t)$ jeweils
paarweise aufeinander senkrecht stehen, gilt
\begin{equation*}
x_\nu \neq x_\mu \Rightarrow e_\nu \perp e_\mu
\end{equation*}
Indem wir jeweils im Erzeugnis der $e_\nu$ zu festem $x =x_\nu$ eine
Orthonormalbasis w"ahlen, erhalten wir die gesuchte Orthonormalbasis $v_1, \ldots,
v_n$ von $\mathcal{H}$ mit
$\rho (t) v_\nu = \exp ({\op{i}}x_\nu t) v_\nu$ f"ur alle $t \in \Bbb{R}$. 
\end{proof}
\begin{Bemerkungw}
Mit den Methoden der Lietheorie geht das  auch schneller.
 Nach \eref{EPU}{ML} und \eref{TUn}{ML} ist jeder stetige Gruppenhomomorphismus 
$\rho : \Bbb{R} \rightarrow
\op{U} (\mathcal{H})$ von der Gestalt $\rho : t\mapsto \op{exp}(tA)$ f"ur
genau ein schiefhermitisches alias schiefadjungiertes 
$A\in \op{End}_\DC (\mathcal{H})$, und damit
folgt die Behauptung unmittelbar aus dem Spektralsatz \eref{SSM}{LA2} f"ur 
selbstadjungierte Abbildungen, angewandt auf 
die selbstadjungierte Abbildung ${{\op{i}}}A$.
\end{Bemerkungw}


 \begin{Beispiel}[\textbf{Frequenzma"s 
im  Fall endlicher Dimension}]
   Gegeben ein  Vektor $v = \sum \alpha_\nu v_\nu $ mit seiner
 Zerlegung in simultane Eigenvektoren in unserer in\label{Fqa}
der obigen Proposition \ref{BED} diskutierten endlichdimensionalen Darstellung
       erhalten wir
       ein m"ogliches Paar $(\mu,\varphi)$ zu  Satz \ref{UDzy},
       also eine "aquivariante unit"are Einbettung $$\varphi: {\op{L}}^2(\DR;\mu)\hra \mathcal H$$
        mit $1\mapsto v$, 
      indem wir als 
    Borelma"s $\mu$ die Linearkombination von Diracma"sen
\begin{equation*}
\mu = |\alpha_1|^2 \delta_{x_{1}} + \ldots + |\alpha_n|^2 \delta_{x_{n}}
\end{equation*}
nehmen und als unit"are
Einbettung $\varphi : \op{L}^2 (\Bbb{R};\mu) 
\hra
\mathcal{H}$ die Abbildung
$\varphi :f\mapsto \sum f(x_\nu)
\alpha_\nu v_\nu$. Der Nachweis, da"s das in diesem Fall 
auch das einzige m"ogliche derartige
Paar ist, sei dem Leser zur "Ubung "uberlassen.
\end{Beispiel}




\begin{Beispiel}[\textbf{Frequenzma"s in einem Fall unendlicher Dimension}]
Wir betrachten auf $\DR$ das Lebesgue-Ma"s $\diff t$
und die unit"are Darstellung von $\DR$ auf $\cal{H}=\op{L}^2(\DR;\diff t)$ durch das
Verschieben von Funktionen, 
$\rho(t)f=\tau_t f$, deren Stetigkeit in \ref{StVer} gezeigt wurde.
Eine entsprechend normalisierte Variante der 
Fouriertransformation induziert in diesem Fall einen unit"aren 
Isomorphismus
von Hilbertr"aumen
$$\cal{F}:\op{L}^2(\DR;\diff x/2\pi)\sira \op{L}^2(\DR;\diff t)$$
Durch stetige Fortsetzung von \ref{EFou}.\ref{EFou2} erkennt man, da"s auch
f"ur quadratintegrierbare Funktionen $f$ gilt
$\cal{F}(\op{e}^{{\op{i}}tx}\cdot h)=\rho(t)(\cal{F}h). $
 Betrachten wir nun als $\varphi$
die Ver\-kn"up\-fung dieser Fouriertransformation mit
der unit"aren Einbettung
$$(f^\wedge\cdot) :
\op{L}^2(\DR;(|f^\wedge|^2/2\pi)\diff x)\hra \op{L}^2(\DR;\diff x/2\pi)$$
so ergibt sich zum Vektor
 $g=(f^\wedge)^\wedge$, 
also der Funktion $g:x\mapsto f(-x)$, ein m"ogliches Paar $(\mu,\varphi)$
 mit
 $\mu=(|f^\wedge(x)|^2/2\pi)\diff x$  als Frequenzma"s von $g$.
Da"s es auch das einzig m"ogliche Paar ist, mu"s jedoch erst 
noch gezeigt werden.
\end{Beispiel}

%\nichtfinal{Teilraumwertige Ma"se \ref{TWM}.}

\begin{Bemerkungl}\label{BKZV}
Um die eben vorgestellten
S"atze zu beweisen gilt es, die Theorie weiter zu entwickeln.
Ist $(\rho,\cal{H})$ eine unit"are Darstellung von $\DR$,
so nennen wir einen Vektor $v \in \mathcal{H}$
\defnoind{differenzierbar}\index{differenzierbar!Vektor},  
wenn der Grenzwert
\begin{equation*}
Sv=\lim_{t\rightarrow 0} \frac{\rho (t)v -v }{t}
\end{equation*}
existiert. 
Sicher  bilden die differenzierbaren Vektoren einen Teilraum 
 $\mathcal{H}^1\subset \cal{H}$ und
$S=S_\rho : \mathcal{H}^1 \rightarrow \mathcal{H}$ ist
eine $\Bbb{C}$-lineare Abbildung. Ich
will bereits verraten, da"s diese lineare Abbildung
 der {\bf infinitesimale Erzeuger}\index{infinitesimaler Erzeuger}
unserer\index{Erzeuger!infinitesimaler} Darstellung hei"st, 
obwohl wir noch nicht wissen, 
in welcher Weise diese Abbildung denn nun unsere Darstellung erzeugt.
Man beachte jedoch, da"s weder der Teilraum der 
differenzierbaren Vektoren
abgeschlossen zu sein braucht noch unser infinitesimaler Erzeuger
stetig.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Eine lineare Selbstabbildung eines Hilbertraums hei"st
\defind{selbstadjungiert}, wenn sie ihre eigene 
Adjungierte ist. Ist in Formeln $\cal{H}$ unser Hil\-bert\-raum
und
$A:\cal{H}\ra \cal{H}$ unsere lineare Abbildung, so hei"st in Formeln
ausgedr"uckt $A$ 
selbstadjungiert, wenn gilt $$\langle Av,w\rangle=\langle v,Aw\rangle\quad \forall v,w\in
\cal{H}$$
\end{Definition} 
\begin{Bemerkungl}
Eine lineare Selbstabbildung eines Hilbertraums hei"st
\defind{schiefadjungiert}, wenn sie das Negative ihrer
Adjungierten ist.
Eine lineare Abbildung $S$ ist demnach schiefadjungiert 
genau dann, wenn 
${\op{i}}S$   selbstadjungiert ist.
\end{Bemerkungl}
\begin{Proposition}\label{UDEF}
Ist $(\rho,\cal{H})$ eine unit"are Darstellung von $\DR$, 
in der s"amtliche Vektoren differenzierbar sind, 
so ist ihr infinitesimaler Erzeuger $S$ schiefadjungiert und stetig
und f"ur alle $t\in\DR$ gilt 
$$\rho (t) = \exp (tS)$$
 mit der Exponentialfunktion von
Operatoren aus \eref{ExBR}{AN2}.
\end{Proposition}
\begin{proof}
  Sicher gilt ganz allgemein f"ur alle differenzierbaren Vektoren
$v,w $ unserer Darstellung die Formel
\begin{equation*}
\langle Sv, w \rangle = \lim_{t \rightarrow 0} 
\left\langle \frac{\rho (t) v -v}{t},
w \right\rangle = \lim_{t \rightarrow 0} 
\left\langle v, \frac{\rho (-t) w -w}{t}
\right\rangle = - 
\langle v, S w \rangle
\end{equation*}
Sind alle Vektoren von $\cal{H}$ differenzierbar, in Formeln
$\mathcal{H}^1 =\mathcal{H}$, so ist demnach 
$S : \mathcal{H}\rightarrow \mathcal{H}$
eine schiefadjungierte lineare Abbildung.
Die Stetigkeit von $S$ folgt damit aus 
der im Anschlu"s bewiesenen Proposition \ref{SadS}, 
nach der schlicht alle selbstadjungierten und damit nat"urlich auch 
alle schiefadjungierten  Selbstabbildungen eines Hilbertraums stetig sind.
Damit folgt dann, da"s
f"ur alle $v\in \cal{H}$ die Abbildung $t \mapsto \exp (-tS) \rho (t) v$
differenzierbar ist und die Ableitung Null hat, wie
 der Leser in der 
anschlie"senden  "Ubung \ref{DBV} selbst ausarbeiten mag.
Nach \eref{MWS}{AN2} ist diese Abbildung also
konstant und die Proposition ist bewiesen.
\end{proof}


\begin{Bemerkungl}
Um unit"are Darstellungen von Geradengruppen zu verstehen,
 gilt es also, schiefadjungierte oder "aquivalent selbstadjungierte
Operatoren zu studieren. Damit werden wir uns nun zun"achst  besch"aftigen.
\end{Bemerkungl}

\subsubsection*{"Ubungen}

  \begin{Ubung}
Besitzt jede endlichdimensionale unit"are Darstellung
von $\DR$ einen zyklischen Vektor? Man finde eine dreidimensionale
unit"are Darstellung
von $\DR$ mit zyklischem Vektor.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{DBV} 
Gegeben ein Hilbertraum $\cal{H}$, eine stetige lineare Abbildung 
$S:\cal{H}\ra\cal{H}$ und
eine differenzierbare Abbildung $f:\DR\ra \cal{H}$ zeige man,
da"s auch die Abbildung $t\mapsto \exp(tS)f(t)$ differenzierbar ist
mit der Ableitung $S\exp(tS)f(t) +\exp(tS)f'(t)$.
Hinweis: Man beachte dazu die Differenzierbarkeit von $\Bbb{R} \rightarrow
  \mathcal{B}(\mathcal{H})$, $t \mapsto tS$, von $\exp :
  \mathcal{B}(\mathcal{H}) \rightarrow \mathcal{B} (\mathcal{H})$ bei Null
  nach \eref{DEX}{AN2} und von der
  Operation $\mathcal{B} (\mathcal{H}) \times \mathcal{H} \rightarrow
  \mathcal{H}$ nach \eref{PRm}{AN2}.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
Man zeige, da"s f"ur jedes Kompaktum $K\subset\DR$
der transla\-tions\-invariante Teilraum 
$\cal{H}=\op{L}^2(K;\diff x)^\wedge\subset \op{L}^2(\DR;\diff t)$ 
aller Fouriertransformierten quadratintegrierbarer Funktionen mit Tr"ager
in $K$ in Bezug auf die Darstellung
von $\DR$ durch Translationen
vollst"andig aus differenzierbaren Vektoren  
besteht und da"s der infinitesimale
Erzeuger $S$ in diesem Fall schlicht das negative Ableiten $-\partial$ ist.
Welcher Zusammenhang besteht zwischen der Gleichung
$\exp(-t\partial)f=\tau_tf$ und der Taylorentwicklung?
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{USHT}
Gegeben ein Borelma"s $\mu$ auf $\DR$ zeige man, da"s
die Abbildung $\rho: \DR\ra \op{U}(\op{L}^2(\DR;\mu))$ 
mit $(\rho(t)f)(x)=\op{e}^{{\op{i}}tx} f(x)$ f"ur $f\in \op{L}^2(\DR;\mu)$
eine unit"are Darstellung ist, da"s jedoch $\rho$ als Abbildung
von $\DR$ in den Raum der Operatoren auf unserem Hilbertraum
mit seiner Operatornorm im allgemeinen nicht stetig ist:
Ist $\mu$ das Lebesguema"s, so gilt sogar 
$s\neq t \RA \; \|\rho(t)-\rho(s)\|=2$. 
\end{Ubung}


\begin{Ubung}\label{FMf}
Man zeige  unter der Annahme der G"ultigkeit von \ref{UDzy}:
Betrachten wir 
zu einem Borelma"s $\mu$ auf $\DR$ 
den Raum $\op{L}^2(\DR;\mu)$ als unit"are Darstellung von $\DR$ wie
in \ref{USHT},
so wird f"ur $f\in \op{L}^2(\DR;\mu)$ das zugeh"orige 
Ma"s $\mu_f$ gegeben durch die Formel $\mu_f=|f|^2\mu$. 
\end{Ubung}




\begin{Ubung}\label{DbV}
Man zeige: Ein Vektor aus einer unit"aren Darstellung 
von $\Bbb{R}$ ist differenzierbar
im Sinne von \ref{BKZV} genau dann, wenn die Funktion $x$ in Bezug
auf sein Frequenzma"s quadratintegrierbar ist.
Ist weiter $\varphi : \op{L}^2 (\Bbb{R}; \mu) \hookrightarrow \mathcal{H}$ 
die kanonische Einbettung im Sinne von \ref{KaEi} zu solch einem Vektor $v$,
so gilt
\begin{equation*}
S v = \varphi ({\op{i}}x)
\end{equation*}

\end{Ubung}




\subsection{Selbstadjungierte Operatoren}
\begin{Proposition}[\textbf{Hellinger-Toeplitz}]
Jede lineare Abbildung\index{Hellinger-Toeplitz} 
von einem Hil\-bert\-raum in einen weiteren 
Hil\-bert\-raum, die eine Adjungierte besitzt, ist  stetig.\label{SadS}
\end{Proposition}

\begin{proof}[Beweis]
Sei $A : \mathcal{H} \rightarrow \mathcal{H}'$ unsere 
lineare Abbildung und $B : \mathcal{H}' \rightarrow \mathcal{H}$ 
ihre Adjungierte,
es gelte also $\langle Av, w\rangle = \langle v, B w\rangle$
f"ur alle $v \in \mathcal{H}$ und $w \in \mathcal{H}'$.
Die schieflinearen Abbildungen 
$$T_{w} : v \mapsto \langle Av, w\rangle$$
sind stetig, da sie auch als $v \mapsto \langle v, Bw\rangle$
geschrieben werden k"onnen.
Die Werte der stetigen linearen Abbildungen 
$T_{w}$ mit
$\| w\| =1$ sind auf 
jedem Vektor $v\in\cal{H}$  beschr"ankt durch
$c (v) = \| A (v)\|$.
Nach dem Prinzip der gleichm"a"sigen Beschr"anktheit \ref{PGB},
das wir gleich im Anschlu"s diskutieren,
gibt es also $C$ mit $\| T_{w}\| \leq C$ f"ur alle $w$ der L"ange Eins
alias mit
\begin{equation*}
\langle Av, w\rangle \leq C \| v\|  \| w \|
\end{equation*}
f"ur alle $v\in \mathcal{H}$ und $w \in \mathcal{H}'$.
Das hinwiederum zeigt
$\| Av\|^2 \leq C \| v\| \|Av\| $ und damit $\|Av\| \leq C \|v\|$
f"ur alle $v \in \mathcal{H}$. Als auf dem Einheitsball 
beschr"ankte lineare Abbildung 
ist damit $A$ stetig nach \eref{SLA}{AN2}.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}
Wir beginnen die anschlie"sende Diskussion des \glqq Prinzips der 
gleichm"a"sigen Beschr"anktheit\grqq\ mit einem etwas schw"acheren,
aber allgemeineren und anschaulicheren Lemma.
\end{Bemerkungl}
\begin{Lemma}[\textbf{Prinzip der lokalen
    Beschr"anktheit}\index{lokale Beschr"anktheit, Prinzip der}]
Gegeben ein vollst"andiger nichtleerer metrischer Raum $X$
und eine Menge $\mathcal F\subset \mathcal C(X,\DR)$ 
stetiger reellwertiger Funktionen auf $X$,
deren Werte an jedem Punkt nach oben beschr"ankt sind,
 gibt es eine
nichtleere offene Teilmenge, auf der unsere Funktionen
gleichm"a"sig
nach oben beschr"ankt sind.
\end{Lemma}

% $U\co X$, in Formeln
%$$\op{sup}\{f(x)\mid f\in\mathcal F, x\in U\}<\infty$$
\begin{proof}
Unsere Annahme bedeutet  $\op{sup}\{f(x)\mid f\in\mathcal F\}<\infty\;\forall x\in X$. Wir  betrachten nun  in $X$ die abgeschlossenen Teilmengen
\begin{equation*}
X_n \pdef \{ x \in X \mid  f(x) \leq n \; \forall f \in \mathcal{F}\}
\end{equation*}
Nach Voraussetzung ist $X$ die Vereinigung der abgeschlossenen Teilmengen
$X_n$ und nach 
dem Satz von Baire \ref{Baire},
den wir im Anschlu"s beweisen,  
besitzt folglich  mindestens eines der $X_n$ einen inneren Punkt.
\end{proof}

\begin{Definition}
Seien $X$ ein metrischer Raum und $A\subset X$ eine Teilmenge.
Ein Element $x\in A$ hei"st ein 
\defnoind{innerer Punkt}\index{Punkt!innerer}\index{innerer Punkt einer Teilmenge!eines metrischen Raums}
{\bf von} $A$ oder genauer ein {\bf  innerer Punkt von $A$ in Bezug auf $X$}, wenn $A$ eine Umgebung von $x$ in $X$ ist.
\end{Definition}
\begin{Satz}[\textbf{Baire'scher Kategoriensatz}]\index{Baire'scher Kategoriensatz}
In  vollst"andigen metrischen R"aumen hat jede abz"ahlbare\label{Baire}
Vereinigung von abgeschlossenen
Teilmengen ohne innere Punkte auch selbst keine inneren Punkte.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Die Bezeichnung \glqq Baire'scher Kategoriensatz\grqq\ 
 kommt daher, da"s Baire eine Teilmenge \glqq von erster Kategorie\grqq\  nennt,
wenn sie eine abz"ahlbare Vereinigung ist von Mengen, deren Abschl"usse 
jeweils 
keinen inneren Punkt enthalten. 
Mit dieser Terminologie kann man den Satz 
umformulieren zu der Aussage, da"s \glqq in jedem vollst"andigen metrischen Raum  eine Menge  erster Kategorie keine inneren Punkte hat\grqq.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}
 Der Baire'sche Kategoriensatz 
gilt mit fast demselben Beweis auch f"ur jeden
lokal kompakten Hausdorffraum. Statt der Vollst"andigkeit benutzt man 
beim Beweis dann "Ubung\label{Bailk}  
\eref{Skoa}{AN2} "uber nichtleere Schnitte in Kompakta.  
\end{Bemerkunge}

\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildBair}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Die Bild soll illustrieren, wie mit der Methode aus dem Beweis 
des Satzes von Baire \ref{Baire}
die Annahme,
die Papierebene sei eine abz"ahlbare
Vereinigung abgeschlossener Teilmengen ohne innere Punkte,
zum  Widerspruch gef"uhrt werden kann. Die abgeschlossenen 
B"alle $B_i$ sollen
hier die Kreisscheiben sein, von denen ich nur die 
R"ander gezeichnet habe.
\end{minipage}
\end{figure}

\begin{proof}[Beweis]
Sei $X$ unser vollst"andiger Raum und seien $A_{1}, A_2, \ldots$ 
abgeschlossene Teilmengen.
Wir argumentieren durch Widerspruch.
Unter einem Ball verstehen wir stets einen Ball mit positivem Radius.
H"atte die Vereinigung $A = \bigcup A_i$ einen inneren Punkt, so 
enthielte sie einen abgeschlossenen Ball $B_0$.
Da $A_1$ keinen inneren Punkt hat, kann der zugeh"orige offene Ball nicht
in $A_1$ enthalten sein, und 
 es gibt folglich einen
abgeschlossenen Ball $B_1 \subset B_0$ mit $B_1 \cap A_1 = \emptyset$. 
Wir d"urfen
dabei sogar annehmen, da"s der Radius von $B_1$ kleiner als $1$ ist.
Da auch $A_2$ keinen inneren Punkt hat, gibt es weiter einen 
abgeschlossenen Ball
$B_2 \subset B_1$ mit $B_2 \cap A_2 = \emptyset$ und wir d"urfen 
sogar annehmen, da"s
der Radius von $B_2$ kleiner als $1/2$ ist.
Indem wir immer so weitermachen, finden wir eine absteigende Folge 
von abgeschlossenen
B"allen $B_0 \supset B_1 \supset B_2 \supset \ldots $,
deren Radien gegen Null streben und deren Schnitt die 
Menge $A$ nicht trifft.
Wegen $A\supset B_0 $ mu"s der Schnitt dann leer sein.
Die Zentren unserer B"alle bilden jedoch eine Cauchy-Folge, und deren 
Grenzwert liegt
notwendig im Schnitt aller unserer B"alle.
Dieser Widerspruch beendet den Beweis.
\end{proof}






\begin{Definition}
Wir nennen eine Menge von stetigen Operatoren zwischen normierten
Vektorr"aumen 
{\bf gleichm"a"sig 
beschr"ankt}\index{gleichm"a"sig beschr"ankt}\index{beschr"ankt!gleichm"a"sig} 
oder lateinisierend
{\bf uniform 
beschr"ankt},\index{uniform!beschr"ankt}\index{beschr"ankt!uniform} 
 wenn die Menge  ihrer Operatornormen
eine reelle obere Schranke besitzt.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Es wird hierbei nicht vorausgesetzt, da"s unsere Operatoren 
alle von demselben Raum ausgehen oder in demselben Raum landen.
Wir denken also in Formeln an eine Menge von stetigen Operatoren
$T_i:V_i\ra W_i$. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{Prinzip der gleichm"a"sigen
    Beschr"anktheit}\index{gleichm"a"sige Beschr"anktheit, Prinzip der}]
Eine Familie stetiger Operatoren\index{Banach-Steinhaus} 
von einem festen Banachraum\label{PGB} in weitere
normierte Vektorr"aume ist gleichm"a"sig beschr"ankt genau dann, wenn f"ur
jeden Vektor des Ausgangsraums die Normen 
seiner Bilder unter  unseren Operatoren  eine 
beschr"ankte Menge bilden.
\end{Satz}

\begin{Bemerkungl}
  Dieses Resultat wird auch als 
{\bf Satz von Banach-Steinhaus}\index{Banach-Steinhaus}
zitiert. Eine alternative "aquivalente 
Formulierung lautet: 
Eine Menge stetiger Operatoren
von einem festen Banachraum in weitere
normierte Vektorr"aume ist gleichm"a"sig beschr"ankt genau dann, wenn
f"ur jede Gerade in unserem Ausgangsraum 
die Menge der Restriktionen unserer Operatoren auf diese Gerade 
gleichm"a"sig beschr"ankt ist.
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}[Beweis]
Wir zeigen nur die nichttriviale Implikation.
Sei $V$ unser Ausgangsraum und $\mathcal{T}$ 
unsere Menge von
stetigen Operatoren.
Es gilt also, die Implikation
$$\left(\sup_{T\in \cal{T}}\| Tv\|<\infty \;\;\forall v\in V\right)
\RA \; \sup_{T\in \cal{T}}\| T\|<\infty$$
zu zeigen. Dazu  betrachten wir in $V$ die abgeschlossenen Teilmengen
\begin{equation*}
V_n = \{ v \in V \mid \| Tv\| \leq n \quad \forall T \in \mathcal{T}\}
\end{equation*}
Nach Voraussetzung ist $V$ die Vereinigung aller $V_n$ und nach 
dem Satz von Baire \ref{Baire} 
besitzt folglich  mindestens eines der $V_n$ einen inneren Punkt.
Nat"urlich gilt $V_n = n V_1$, also hat dann 
auch $V_1$ einen inneren Punkt
und wegen 
$V_1 + V_1 \subset V_2$ ist damit der Ursprung ein innerer Punkt von $V_2$.
Folglich gibt es $\varepsilon > 0$ mit $\op{B} (0;\varepsilon) \subset V_2$
und das zeigt $\|v\| < \varepsilon \Rightarrow \| T v\| \leq 2 \; \forall
 T \in \mathcal{T}$ alias $\| T\| \leq 2/\varepsilon \; \forall T \in
\mathcal{T}$.
\end{proof}



\begin{Bemerkunge}
Hier noch eine witzige wenn auch 
unwesentliche Anwendung. Es gibt ja eine Funktion
$f : \mathbb R \rightarrow \mathbb R$, die an allen irrationalen Stellen
stetig ist und an  allen rationalen Stellen unstetig, zum Beispiel
\begin{equation*}
f(x) = \left\{ \begin{array}{ll}
0 & x \not\in \mathbb Q;\\
{1}/{q}  & x = {p}/{q} \text{ unk"urzbarer Bruch mit }  q \geq 1.
\end{array}\right.
\end{equation*}
Es gibt jedoch keine Funktion $f : \mathbb R \rightarrow \mathbb R$, 
die an allen rationalen Stellen
stetig ist und an  allen irrationalen Stellen unstetig: 
F"ur jede Funktion $f :\mathbb R
\rightarrow \mathbb R$ ist n"amlich
\begin{equation*}
U_n = \left\{ x \in \mathbb R \left|
    \begin{array}{c}
      \text{es gibt eine Umgebung 
$V$ von $x$ mit}\\
  |f(y) - f(z)| \leq
{1}/{n}\;\; \forall y,z \in V    \end{array}
\right\}\right.
\end{equation*}
offen in $\mathbb R$, und $\bigcap^\infty_{n =1} U_n$ 
ist genau die Menge der Stetigkeitsstellen von $f$. Also
sind die Komplemente  $A_n = \mathbb R \backslash U_n$ 
abgeschlossen und $\bigcup^\infty_{n=1} A_n$ ist
die Menge der Unstetigkeitsstellen. W"are 
diese Vereinigung $\mathbb R \backslash \mathbb Q$,
so w"are die Vereinigung $\bigcup^\infty_{n=1} A_n 
\cup \bigcup_{q \in \mathbb Q} \{q\}$
ganz $\mathbb R$ und nach dem Baire'schen 
Kategoriensatz \ref{Baire} m"u"ste dann ein $A_n$ oder ein $\{q\}$ einen
inneren Punkt haben, im Widerspruch zu 
$A_n \subset \mathbb R \backslash \mathbb Q$.
\end{Bemerkunge}





\begin{Bemerkungl}
Ist  $\mu$ ein kompakt getragenes Borelma"s
 auf $\Bbb{R}$ und $T$ die
Multiplikation $(x\cdot):\op{L}^2(\DR;\mu)\ra \op{L}^2(\DR;\mu)$
mit der Identit"at auf $\DR$, so ist $T$ selbstadjungiert.
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{Lokale Struktur selbstadjungierter Operatoren}]
Ist $\cal{H}$ ein Hil\-bert\-raum, $T : \cal{H} \ra \cal{H}$ 
ein selbstadjungierter Operator
und $v \in \cal{H}$ ein  Vektor, so gibt es genau ein\label{sazv} 
Paar $(\mu,\varphi)=(\mu_v,\varphi_v)$ 
bestehend aus einem kompakt getragenen Borelma"s
$\mu$ auf $\Bbb{R}$ und 
einer unit"aren Einbettung
$\varphi:\op{L}^2 (\Bbb{R}; \mu)\hra \cal{H}$
mit $\varphi(1)= v$ und $\varphi (xf)=T( \varphi(f))
\;\forall f\in \op{L}^2 (\Bbb{R}; \mu)$. 
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}\label{sazvf}
Der Beweis wird im Anschlu"s an \ref{SABBB} gegeben.
Wir stellen die Aussage dieses Satzes graphisch dar im Diagramm 
$$\begin{array}{ccc}
\op{L}^2 (\Bbb{R}; \mu)&\stackrel{\varphi}{\hra}& \cal{H}\\
{\scriptstyle (x\cdot)}\da&&\;\;\;
\da {\scriptstyle T }\\
\op{L}^2 (\Bbb{R}; \mu)&\stackrel{\varphi}{\hra}& \cal{H} \\[1mm]
1&\mapsto& v 
\end{array}$$
Hier meint $1\in \op{L}^2 (\Bbb{R}; \mu)$ die konstante Funktion Eins und
$(x\cdot)$  das Multiplizieren mit der Funktion
$\DR\ra\DR$, $x\mapsto x$. 
Ich nenne $\varphi_v$ im folgenden die 
\defind{kanonische Einbettung} {\bf zu}
$v$ und $\mu_v$ das 
\defnoind{Spektralma"s von $v$}.\index{Spektralma"s!eines Vektors}
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Bezug zur Quantenmechanik}] 
  In der Quantenmechanik modelliert man ein \glqq physikalisches System\grqq\  als einen
  Hilbertraum, einen \glqq Zustand\grqq\  des Systems 
als einen von Null verschiedenen Vektor
  und die Messung eines reellen Parameters als einen m"oglicherweise
  unbeschr"ankten selbstadjungierten Operator mit der Ma"sgabe, da"s die
  Wahrscheinlichkeitsverteilung f"ur das Me"sergebnis bei einem gegebenen
  Zustand gerade das auf Gesamtmasse Eins normierte Spektralma"s unseres
  Zustands sein soll.  Den Fall 
unbeschr"ankter selbstadjungierter Operatoren besprechen
  wir allerdings erst in \ref{usab}.  Messungen mit Werten in allgemeineren
  Me"sr"aumen werden modelliert als Teilungen $\Phi$ 
der Identit"at im Sinne von
  \ref{TeiI} und die Wahrscheinlichkeitsverteilung f"ur das Me"sergebnis bei
  einem gegebenen Zustand $v$ ist dann das auf Gesamtmasse Eins normierte Ma"s
  $\langle v,\Phi v\rangle$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}[\textbf{Spektralma"s im endlichdimensionalen Fall}]
   Gegeben ein endlichdimensionaler Hilbertraum $\cal{H}$ mit einem
   selbstadjungierten Operator $T$ und ein Vektor $v\in\cal{H}$ k"onnen wir
wir sein  Spektralma"s $\mu=\mu_v$ und die kanonische Einbettung $\varphi=
\varphi_v$ nach 
\ref{sazv}  wie folgt erhalten: 
Wir schreiben $v=v_1+\ldots+v_n$ als Summe von
   paarweise orthogonalen Eigenvektoren zu Eigenwerten $x_1,\ldots,x_n$ und
   nehmen als Spektralma"s von $v$ das Ma"s
\begin{equation*}
\mu = \|v_1\|^2 \delta_{x_{1}} + \ldots + \|v_n\|^2 \delta_{x_{n}}
\end{equation*}
und als Einbettung $\varphi : \op{L}^2 (\Bbb{R};\mu) \hra \mathcal{H}$ die
Abbildung $\varphi :f\mapsto \sum f(x_\nu) v_\nu$. Der Nachweis, da"s das in
diesem Fall auch das einzige m"ogliche derartige Paar ist, sei dem Leser zur
"Ubung "uberlassen. Hinweis: Nach \ref{EDR}  kann unser
Raum von quadratintegrierbaren Funktionen nur endlichdimensional
sein, wenn das Ma"s $\mu$ eine endliche Linearkombination von
Diracma"sen ist.
\end{Beispiel}

\begin{Bemerkungl}
  Eine Abbildung von topologischen R"aumen hei"st {\bf
    offen}\index{offen!Abbildung}, wenn das Bild jeder 
offenen Menge offen ist.
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz*}[\textbf{Satz vom offenen Bild}]
 Jede stetige surjektive lineare Abbildung von 
Banachr"aumen ist offen.\label{SOB}\index{offenes Bild, Satz von}   
Gegeben eine stetige bijektive lineare Abbildung von Banachr"aumen ist
    insbesondere auch die Umkehrabbildungen stetig.\label{BSU} 
\end{Satz*}
\begin{proof}
 Sei $f : V \sra W$ unsere surjektive lineare 
Abbildung und $A \subset V$ der abgeschlossene Einheitsball. Sicher gilt
\begin{equation*}
 W = \bigcup^\infty_{n =1} \overline{f (nA)}
\end{equation*}
Nach dem Baire'schen Kategoriensatz \ref{Baire} 
mu"s dann ein $\overline{f (nA)}$ und damit auch
$\overline{f (A)}$ selber mindestens einen inneren Punkt besitzen.
Da $\overline {f (A)}$ konvex ist und stabil unter der Multiplikation mit $(-1)$, folgt leicht,
da"s auch der Nullpunkt ein innerer Punkt von $\overline{f (A)}$ sein mu"s.
Sei also $U \co W$ ein offener Ball um den Ursprung mit $U \subset \overline{f (A)}$.
Offensichtlich gilt
\begin{equation*}
 \overline{f (A)} \subset f (A) + \frac{1}{2} U
\end{equation*}
Wegen $U \subset \overline{f (A)}$ finden wir f"ur jedes $w \in \overline{f (A)}$ induktiv eine Folge von Elementen
$w_n \in f(A)$ mit 
$ w = \sum^\infty_{n=0} 2^{-n} w_n$ im Sinne der Konvergenz der Par\-tial\-summen.
W"ahlen wir nun Urbilder $v_n \in A$ unserer $w_n$, so gilt offensichtlich
$v = \sum^\infty_{n =0} 2^{-n} v_n \in 2 A$ und $f (v) = w$.
Es folgt $f (2A) \supset \overline{f (A)} \supset U$, mithin umfa"st $f(2A)$ eine offene Umgebung des Ursprungs.
Da"s dann $f$ eine offene Abbildung sein mu"s, folgt ohne weitere Schwierigkeiten.
\end{proof}
\begin{Satz*}[\textbf{Satz vom abgeschlossenen Graphen}]
 Eine lineare Abbildung von Banachr"aumen ist genau dann stetig, wenn ihr Graph abgeschlossen ist.
\end{Satz*}
\begin{proof}
 Ganz allgemein hat jede stetige Abbildung von metrischen R"aumen
nach "Ubung \eref{GAbg}{AN2} einen abgeschlossenen Graphen.
Ist umgekehrt $f : V \rightarrow W$ unsere lineare Abbildung und ist $\Gamma (f) \subset V \times W$ abgeschlossen, so
ist $\Gamma (f)$ selbst ein Banachraum mit der von der Produktnorm induzierten Norm und die Projektionen auf beide Faktoren
sind stetig. Die Projektion auf den ersten Faktor ist aber sogar eine Bijektion $\Gamma (f) \overset{\sim}{\rightarrow}
V$ und hat damit nach \ref{BSU} eine stetige Umkehrung. So erhalten wir $f$ als Verkn"upfung stetiger Abbildungen $V \overset{\sim}
{\rightarrow} \Gamma (f) \rightarrow W$.
\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}\label{SDT}
  In einem vollst"andigen 
metrischen Raum ist der Schnitt einer abz"ahlbaren
  Familie offener dichter Teilmengen zumindest  noch dicht.
\end{Ubung}
\subsection{Spektren in Banach-Ringalgebren}

\begin{Definition}
Eine \defind{Banach-Ringalgebra}\label{BRA} 
ist ein Banachraum $A$ mit einer stetigen
bilinearen Verkn"upfung $A \times A \ra A$, die $A$  zu einem Ring macht.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Wird nicht explizit das Gegenteil  gesagt,
 nehmen wir  $\DC$ als Grundk"orper an. Meinen
wir ausnahmsweise den  Grundk"orper $\DR$, so sprechen wir von einer
\defind{reellen Banachringalgebra}. Wir verwenden in Formeln oft die
Abk"urzung $\lambda 1_A=\lambda$ f"ur $\lambda$ aus dem 
jeweiligen Grundk"orper. In der Literatur wird diese Struktur meist
als \defind{Banach-Algebra} bezeichnet.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kanonische Norm}] 
Auf jeder  Banachringalgebra  
 $A$ 
  erh"alt man eine Norm $\|\; \|$, die {\bf kanonische Norm},\index{kanonische Norm!auf Banachringalgebra}
  indem man den durch Multiplikation gegebenen Ringhomomorphismus $A\hra
  \cal{B}(A)$, $a\mapsto (a\cdot)$ betrachtet und die Einschr"ankung der
  Operatornorm bez"uglich der Ursprungsnorm $\| \;\|_{\op{u}}$ nimmt. 
Die kanonische Norm ist  "aquivalent zur Ursprungsnorm, denn es 
gilt  $\| a\|_{\op{u}}\leq \| a\|\|1_A\|_{\op{u}}$ und 
$\| a\|\leq C\|a\|_{\op{u}}$ falls $\| a b \| _{\op{u}}\leq C \| a \|_{\op{u}} \|b\|_{\op{u}} $.
Weiter haben wir f"ur die kanonische Norm
offensichtlich $\| ab\|\leq\| a\|\| b\|$
und $\|1_A\|\leq 1$ mit  $\|1_A\| =1$ falls $A\neq 0$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Ist $A$  eine Banachringalgebra und gelten f"ur ihr Ursprungsnorm
  $\|\;\|_{\op{u}}$ die Absch"atzungen $\|1_A\|_{\op{u}}\leq 1$ und
  $\| a b \| _{\op{u}}\leq \| a \|_{\op{u}} \|b\|_{\op{u}} $
  f"ur alle $ a,b \in A$, so ist
  $\|\;\|_{\op{u}}$ offensichtlich bereits die kanonische Norm. Wenn nichts
  anderes explizit gesagt ist, nehmen wir meist implizit an, da"s
  eine Banachringalgebra bereits mit ihrer kanonischen Norm
  versehen ist.
\end{Bemerkungl}

 % \begin{Bemerkungl}
 %   Gegeben eine von Null verschiedene Banachringalgebra $A \neq 0$ gilt stets
%    $\|1_A\| =1$, denn in diesem
%Fall haben wir $\|1_A\| >0$ und
%$\|1_A\|\leq \|1_A\|\|1_A\|$. 
%\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}
Alle stetigen linearen Selbstabbildungen eines 
vorgegebenen Banachraums bilden mit der
Operatornorm eine Banachringalgebra, vergleiche \eref{BRH}{AN1} und \eref{SMu}{AN1}, und diese Norm ist auch bereits ihre kanonische Norm.
\end{Beispiel} 


\begin{Definition}
Das {\bf Spektrum}\index{Spektrum!bei Banachalgebren} eines 
Elements $x$ einer Banachringalgebra $A$ ist
die Menge
$$
\sigma (x) = \sigma_A (x) \pdef \left\{ \lambda \in \Bbb{C} 
\mid (\lambda -x) \text{ ist nicht
invertierbar in  } A\right\}$$ Reden wir vom Spektrum eines 
Operators auf einem Banachraum 
alias einer stetigen linearen Abbildung $T:E\ra E$ von besagtem 
Banachraum in sich selbst, so meinen wir sein Spektrum in Bezug auf
die Banachringalgebra aller stetigen linearen Selbstabbildungen
unseres Banachraums als da hei"st die Menge aller $\lambda\in \Bbb{C}$, f"ur 
die $(T-\lambda\op{id}):E\ra E$ nicht stetig invertierbar ist.
\end{Definition}


\begin{Beispiel}
Jede Norm auf $\DC^n$ liefert eine Operatornorm auf dem 
Matrizenring $\op{Mat}(n;\DC)$, der diesen Ring zu einer
Banachringalgebra macht. Das Spektrum einer Matrix ist in
diesem Fall genau die 
Menge ihrer Eigenwerte.
\end{Beispiel}

\begin{Bemerkunge}
  In \ref{SpR} zeigen wir, da"s im Komplexen das Spektrum eines Elements einer
von Null verschiedenen Banachringalgebra nie leer sein kann. 
\end{Bemerkunge}


\begin{Bemerkunge}
Das Spektrum des Schr"odinger-Operators, der 
ein  quantenmechanisches
Elektron im elektrischen Potential eines Protons beschreibt, 
besitzt viele isolierte Punkte. Sie  entsprechen genau den Frequenzen,
in die das Licht eines angeregten Wasserstoffgases beim
Durchgang durch ein Prisma zerf"allt. Unter diesem
Blickwinkel ist  die von Hilbert gew"ahlte Bezeichnung als
\glqq Spektrum\grqq\  besonders passend.
\end{Bemerkunge}
\begin{Proposition}[\textbf{Spektrum eines Multiplikationsoperators}]
Gegeben ein Ma"sraum $(X,\mu)$ und darauf eine\label{SpMM}
$\op{L}^\infty$-Funktion $f:X\ra\DC$ im Sinne von  \ref{LpLi} 
und $p\in [0,\infty]$ ist der durch Multiplikation mit 
unserer Funktion  erkl"arte Operator
$$(f\cdot): \op{L}^p(X;\mu)\ra \op{L}^p(X;\mu)$$
stetig. Ist unser Ma"sraum $\sigma$-endlich, so ist weiter
 die Operatornorm unseres
Multiplikationsoperators das essentielle Supremum 
$\|f\|_\infty$ von $f$  aus \ref{Lpaa}
und sein Spektrum ist die Menge
$$\sigma(f\cdot)=\{\lambda\in \DC\mid \mu(f^{-1}(U))>0\text{ f"ur jede
  Umgebung }U\text{ von }\lambda\}$$
\end{Proposition}
\begin{Bild} 
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildAEW}\\[4mm]
\noindent 
Eine beschr"ankte stetige Funktion $f:\DR\ra\DR$ 
und eine me"sbare Funktion alias ein Vektor $g\in \op{L}^p(\DR;\lambda)$,
der vom Multiplikationsoperator $(f\cdot)$ sehr viel k"urzer
gemacht wird. Indem wir eine geeignete Folge derartiger 
Vektoren $g_n$ nehmen, die 
alle dieselbe Norm haben aber immer kleineren Tr"ager, 
erkennen wir, da"s der Multiplikationsoperator $(f\cdot)$
nicht stetig invertierbar sein kann, als da hei"st, da"s 
sein Spektrum den Nullpunkt enth"alt.
\end{Bild}

\begin{proof}
 Hat $f$ einen Repr"asentanten mit $|f(x)|\leq C$ f"ur alle $x\in X$, 
so folgt  $|f(x)g(x)|\leq C|g(x)|$  f"ur alle $x\in X$. 
Diese Ungleichung bleibt erhalten beim Potenzieren mit $p$, Integrieren
"uber $X$ und Ziehen der $p$-ten Wurzel. Das zeigt 
$\|(f\cdot)\|\leq \|f\|_\infty$  f"ur
$p<\infty$. 
Ist andererseits $0<a<\|f\|_\infty$, 
so gibt es $A\subset X$ me"sbar von positivem Ma"s mit
$|f(x)|\geq a\;\forall x\in A$. Ist $X$ sogar $\sigma$-endlich,
so k"onnen wir zus"atzlich sogar $\mu(A)$ endlich annehmen.
Dann liegt  die charakteristische Funktion
$[A]$ in $\op{L}^p(X;\mu)$ und ist dort nicht Null, 
und wir erkennen unschwer,
da"s gilt $\| f\cdot [A]\|\geq a\|  [A]\|$. Es folgt umgekehrt
$\| (f\cdot)\|\geq a$ und damit $\| (f\cdot)\|\geq\|f\|_\infty$.
Damit ist die erste Aussage gezeigt im Fall $p<\infty$.
Der Fall $p=\infty$ bleibe dem Leser "uberlassen. 
F"ur die Beschreibung des Spektrums reicht es, indem wir 
$f$ durch $f-\lambda$ ersetzen, den Fall $\lambda=0$ zu betrachten.
Gibt es  f"ur $\lambda=0$ eine Umgebung $U$ mit
$\mu(f^{-1}(U))=0$, so k"onnen wir f"ur unsere fast "uberall
definierte Funktion $f$ auch einen Repr"asentanten $f$ w"ahlen, der
keine Werte in $U$ annimmt, und dann ist $f^{-1}$
beschr"ankt und der zugeh"orige Multiplikationsoperator stetig und
invers zu $(f\cdot)$. Also geh"ort in diesem Fall  $\lambda=0$ 
 nicht zum Spektrum. 
Gibt es dahingegen  f"ur $\lambda=0$ keine Umgebung $U$ mit
$\mu(f^{-1}(U))=0$,
so finden wir in jeder $\varepsilon$-Umgebung eine Teilmenge $A_\varepsilon$
endlichen positiven Ma"ses, und deren charakteristische Funktion 
 $[A_\varepsilon]$ ist ein von Null verschiedener Vektor in 
$\op{L}^p(X;\mu)$ mit der Eigenschaft
$\|f[A_\varepsilon]\|_p\leq \varepsilon\|[A_\varepsilon]\|_p$.
Da also unser Multiplikationsoperator von Null verschiedene Vektoren 
um beliebig gro"se Faktoren verk"urzt, kann er unm"oglich eine stetige 
Umkehrung besitzen: Selbst wenn er bijektiv w"are, m"u"ste seine
Umkehrabbildung von Null verschiedene Vektoren 
um beliebig gro"se Faktoren verl"angern und w"are mithin nie und nimmer stetig.
\end{proof}






\begin{Lemma}\label{UEe}
  Gegeben eine Banachringalgebra $A$ ist f"ur jedes Element $x \in A$ einer
  kanonischen Norm
$\|x \| < 1$ die Differenz $(1-x)$ invertierbar in $A$.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Die absolut konvergente Reihe $1+x+ x^2  \ldots $ liefert nach
\eref{BRak}{AN1} ein Inverses.
\end{proof}
\begin{Lemma}\label{IvO}
Die invertierbaren Elemente einer Banachringalgebra bilden eine offene Teilmenge
 $A^\times \co A$.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Nach \ref{UEe} besitzt das Einselement eine Umgebung aus 
invertierbaren Elementen.
Andererseits ist die Multiplikation mit jeder Einheit 
ein Hom"oomorphismus von $A$ auf sich selbst,
der Einheiten zu Einheiten macht. Das Lemma folgt.
\end{proof}
\begin{Lemma}\label{SPRR}
Das Spektrum eines Elements einer Banachringalgebra 
ist stets eine kompakte Teilmenge
der komplexen Zahlenebene und ist enthalten in der abgeschlossenen Kreisscheibe
mit der kanonischen Norm unseres Elements als Radius.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Das Spektrum ist abgeschlossen, 
da sein Komplement offen ist nach \ref{IvO}. Es ist
beschr"ankt, da f"ur $|\lambda| > \| x \|$ die Differenz $\lambda -x = \lambda
(1-\lambda^{-1}x)$ stets invertierbar ist nach \ref{UEe}, und dies 
Argument liefert auch gleichzeitig die behauptete Schranke.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}\label{AbSp}
Der \defind{Spektralradius} eines Elements $x$ einer 
Banachringalgebra $A$ ist definiert
als
\begin{displaymath}
\rho (x) =\rho_A (x) \pdef \sup \{ |\lambda 
| \mid  \lambda \in
\sigma_A (x)\}
\end{displaymath}
Ist das Spektrum leer, so erhalten wir folglich 
$-\infty$ als Spektralradius. Wir zeigen in \ref{SpR}, da"s dieser Fall 
nur bei der Banachringalgebra $A=0$ auftritt.
Das vorhergehende Lemma \ref{SPRR} liefert die Absch"atzung
$
\rho (x)\leq \| x \| $ f"ur $\|x\|$ die kanonische Norm.
Das Beispiel einer von Null verschiedenen 
nilpotenten Matrix zeigt, da"s hier im Allgemeinen
keine Gleichheit gilt.
\end{Bemerkungl}

\begin{Lemma}[\textbf{Polynomialer spektraler Abbildungssatz}]
Gegeben ein Element $x$ einer Banachringalgebra $A$ und ein Polynom\label{BiSp}
$P \in \Bbb{C} [X]$ ist das Spektrum des Bildes von $x$ unter $P$ das
Bild  des Spektrums von $x$ unter $P$, in Formeln
\begin{displaymath}
\sigma_A (P (x)) = P (\sigma_A (x))
\end{displaymath}
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit sei $P$ nicht das Nullpolynom.
Gegeben $\lambda \in \Bbb{C}$ schreiben wir $P(X) - \lambda$ 
als Produkt von Linearfaktoren  $P(X) - \lambda= \gamma(X - \mu_1)
\ldots (X-\mu_r)$. 
Dann sind die $\mu_i$ genau die Stellen, an denen unser 
Polynom den Wert $\lambda$ annimmt, in Formeln 
$
 P^{-1} (\lambda) =\{\mu_1, \ldots, \mu_r\}
$.
Setzen wir nun $x $ ein, so folgt
$
P(x) - \lambda = \gamma(x -\mu_1) \ldots (x-\mu_r)
$.
Hier ist nun die linke Seite nicht invertierbar
alias $\lambda  \in \sigma_A (P (x))$
genau dann, wenn einer der Faktoren auf der rechten 
Seite nicht invertierbar ist, wenn also $ \mu
\in \sigma_A (x)$ existiert mit $P (\mu) =\lambda$.
\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}\label{SpMMv}
Gegeben eine
 beschr"ankte stetige Funktion $f:\DR\ra\DC$ 
zeige  man, da"s das Spektrum des durch Multiplikation mit 
$f$ erkl"arten Operators auf $\op{L}^p(\DR;\diff x)$ genau der
Abschlu"s des Bildes $\overline{f(\DR)}$ ist.
Was ist die Operatornorm dieses Operators? Hinweis: \ref{SpMM}.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Man zeige, da"s f"ur $a\in \DR$ der durch $(\tau_ a  f)(x)=f(x- a )$
 gegebene Verschiebungsoperator 
$\tau_ a:\op{L}^2(\DR;\diff x)\ra \op{L}^2(\DR;\diff x)$ 
 als Spektrum die Einheitskreislinie hat
im Fall $a\neq 0$ und die einpunktige Menge $\{1\}$ im Fall $a=0$.
Hinweis: \ref{KoDF} und \ref{SpMMv}.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Man gebe einen Operator mit Spektrum $\{0\}\cup[1,2]$ an.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Versehen wir $\DN$ mit dem Z"ahlma"s und betrachten den Operator
$T$ auf $\op{L}^2(\DN)$ mit $(Tf)(n)=f(n+1)$, so geh"ort die Null zum
Spektrum von $T$, ist aber kein Eigenwert von $T$. Genauer zeige man,
da"s das Spektrum von $T$ genau die abgeschlossene Einheitskreisscheibe ist.
Andererseits zeige man, etwa mit Fouriertheorie, da"s das Spektrum des
in derselben Weise auf $\op{L}^2(\DZ)$ erkl"arten Operators der
Einheitskreis ist. Anders als im endlichdimensionalen Fall 
kann das Spektrum eines Operator also gr"o"ser werden, wenn wir ihn
auf einen unter unserem Operator stabilen Teilraum einschr"anken.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}\label{SpII}
Man zeige: Ist $x$ ein invertierbares Element einer Banachringalgebra, 
so gilt $\sigma(x^{-1})=\{\lambda^{-1}\mid \lambda\in \sigma(x)\}$.
Hinweis: $(x-\lambda)(\lambda x)^{-1}=(\lambda^{-1}- x^{-1})$.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{SUOP}
F"ur jeden  unit"aren Automorphismus $x$ eines Hilbertraums $\cal{H}$ 
ist das Spektrum von $x$ als Element der Banachringalgebra $\cal{B}(\cal{H})$ 
enthalten in der Kreislinie $S^1\subset\DC$. 
Hinweis: Aus \ref{UEe} folgt leicht, da"s besagtes Spektrum in der 
abgeschlossenen Einheitskreisscheibe enthalten sein mu"s. 
Dann beachte man, da"s dasselbe f"ur das  Spektrum von $x^{-1}$
gelten mu"s und wende \ref{SpII} an.
\end{Ubung}

\subsection{Weitere Eigenschaften des Spektrums*}
\begin{Bemerkungl}
 Mit  Funktionentheorie vertraute Leser k"onnen auch noch einige
weitere fundamentale Eigenschaften des Spektrums unschwer einsehen. 
Sie werden jedoch im weiteren Verlauf dieser Vorlesung nicht ben"otigt. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Funktionentheorie f"ur banachwertige Funktionen}] 
  Gro"se Teile der Funktionentheorie lassen sich ohne wesentliche
"Anderungen auf Funktionen auf offenen Teilmengen der 
komplexen Zahlenebene mit Werten in komplexen Ba\-nach\-r"au\-men
verallgemeinern. Die komplex differenzierbaren Funktionen 
nennen wir wieder {\bf holomorph}.\index{holomorph!banachwertige Funktion} 
F"ur stetige banachwertige Funktionen erkl"aren wir Weg\-in\-te\-gra\-le
durch die "ubliche  Formel \eref{DCWe}{FT1} mithilfe 
unseres banachwertigen Integrals \eref{IV}{AN2}. 
Mutatis mutandis zeigt man auch f"ur holomorphe banachwertige Funktionen
den Integralsatz von Cauchy \eref{ISC}{FT1}, die Integralformel von
Cauchy  \eref{CaIF}{FT1}, den Satz von Liouville \eref{Liou}{FT1}, 
sowie die S"atze "uber die Potenzreihenentwicklung 
\eref{CHFu}{FT1} und  Laurententwicklung \eref{ELR}{FT1}, bei denen 
dann eben die Koeffizienten  Vektoren unseres Banachraums
werden.
Vielfach hei"sen unsere holomorphen banachwertigen Funktionen auch 
{\bf analytisch} oder genauer 
{\bf komplex-analytisch},\index{analytisch!banachwertige Funktion} da
sie sich eben lokal in  Potenzreihen entwickeln lassen.  
Umgekehrt liefern auch alle Potenzreihen auf ihren Konvergenzbereich
holomorphe Funktionen. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Beispiel}\label{BPRRv} 
Sei $A$ eine  komplexe Banachringalgebra und $x\in A$ ein Element.
So ist die Abbildung $\DC\backslash\sigma(A)\ra A$ gegeben durch
$\lambda\mapsto (\lambda-x)^{-1}$ holomorph. 
Halten wir in der Tat ein $\lambda$ fest und setzen 
$a\pdef \lambda-x$, so gilt
$$(a-z)^{-1}=(a(1-a^{-1}z))^{-1}=a^{-1}(1+a^{-1}z+a^{-2}z^2+\ldots)$$
f"ur $|z|<\|a^{-1}\|^{-1}$ und das ist eine Entwicklung in eine
Potenzreihe.
\end{Beispiel}

\begin{Satz}[\textbf{Operatornorm und Spektralradius}] 
In einer von Null verschiedenen komplexen Banachringalgebra $A$
hat jedes Element $x\in A$ nichtleeres Spektrum\label{SpR} 
und sein Spektralradius  kann durch die kanonischen Normen seiner
Potenzen  ausgedr"uckt werden als 
\begin{displaymath}
\rho (x) = \lim_{n \ra \infty} \sqrt[n]{\|x^n\|}
\end{displaymath}
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis]
F"ur alle $n \geq 1$ gilt $\rho (x)^n =\rho (x^n)\leq \|x^n\|$ nach 
dem polynomialen spektralen Abbildungssatz 
\ref{BiSp} %\eref{BiSp}{AN3} 
und der allgemeinen Absch"atzung \ref{AbSp}, %\eref{AbSp}{AN3}
also $\rho (x) \leq \sqrt[n]{\|x^n\|} $ f"ur alle $n \geq 1$.
Andererseits ist $\lambda \mapsto
(\lambda -x)^{-1}$ nach \ref{BPRRv} 
eine holomorphe $A$-wertige Funktion
$\mathbb{C} \backslash \sigma (x) \ra A$.
Diese Funk\-tion l"a"st sich sogar  holomorph 
\glqq durch Null nach $\infty$ fortsetzen\grqq.
Konkreter und in Formeln l"a"st sich die Abbildung
\begin{displaymath}
\begin{array}{ccc}
\Bbb{C}^\times \backslash \{ \mu \mid \mu^{-1} \in \sigma(x) \} & \ra & A\\
\mu & \mapsto & (\mu^{-1} -x)^{-1}
\end{array}
\end{displaymath}
holomorph auf den Ursprung fortsetzen, indem man $\mu =0$ die Null aus
$A$ zuordnet:
F"ur hinreichend kleines $\mu$, 
genauer $|\mu | \cdot \|x \| < 1$ wird diese Abbildung
n"amlich dargestellt durch die Potenzreihe
\begin{displaymath}
\begin{array}{ccl}
(\mu^{-1} - x)^{-1} &=& \mu (1-\mu x)^{-1}\\
& =& \mu + \mu^2 x + \mu^3 x^2 +\mu^4 x^3 + \ldots
\end{array}
\end{displaymath}
Da diese Potenzreihe auf jeder Kreisscheibe 
um den Ursprung konvergieren mu"s, auf der
unsere Funktion holomorph ist, ist f"ur alle $\lambda > \rho (x)$ die Folge
$\lambda^{-n} \|x^n\|$ beschr"ankt und wir folgern
$\lambda\geq  \sqrt[n]{\|x^n\|}$ f"ur fast alle $n\in\DN$. 
Das zeigt die noch fehlende Absch"atzung. 
Da"s das Spektrum nicht leer ist, folgt mit der 
banachwertigen Variante des Satzes von Liouville: Da $(\lambda -x)^{-1}$
beschr"ankt ist, mu"s diese Funktion, wenn sie denn f"ur alle $\lambda$
definiert ist, bereits konstant sein. Eine Konstante hat aber
unter der Annahme $A\neq 0$ stets
nichtleeres Spektrum. 
\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}
  Gegeben ein Banachraum $V$ und ein abgeschlossener Teilraum
  $N\As V$ wird $V/N$ ein Banachraum mit der
  {\bf Quotientennorm}\index{Quotientennorm}
  $$\|v+N\|\pdef\op{inf}\{\|v+n\|\mid n\in N\}$$
  Gegeben eine  Banachringalgebra $A$ und ein abgeschlossenes Ideal
  $I\As A$ ist auch $A/I$ mit der Quotientennorm eine Banachringalgebra.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Jedes maximale Ideal einer Banachringalgebra ist abgeschlossen.
  Hinweis: Die Einheitengruppe einer Banachringalgebra ist offen.\label{miA}  
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Gelfand-Mazur}]
  Ist eine Banachringalgebra ein Schiefk"orper, so
  ist die Einbettung von $\DC$ ein Isomorphismus.
  Hinweis: Jedes Element hat  nichtleeres Spektrum.\label{GeMa}
  Insbesondere induziert f"ur den Quotienten einer
  Banachkringalgebra nach einem
  maximalen Ideal stets die Einbettung von $\DC$ einen Isomorphismus mit $\DC$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Sei $A$ eine Banachkringalgebra und $a\in A$ ein Element.
  Genau dann geh"ort $\lambda\in\DC$ zu Spektrum von $a$, wenn
  es einen Ringalgebrenhomomorphismus $\varphi:A\ra\DC$ gibt mit
  $\varphi(a)=\lambda$. Hinweis: Man konstruiert $\varphi$, indem man
  ein maximales Ideal $\mathfrak m$ "uber $(a-\lambda 1)$ w"ahlt,
  das nach \ref{miA} abgeschlossen sein mu"s, und dann folgert, da"s nach
  Gelfand-Mazur \ref{GeMa} die offensichtlich Einbettung ein Isomorphismus
  $\DC\sira A/\mathfrak m$ sein mu"s.\label{GMKio} 
\end{Ubung}
\subsection{Spektren selbstadjungierter Operatoren}
\begin{Proposition}[\textbf{Spektralradius
und Operatornorm}]
F"ur jeden selbstadjungierten\label{SRSA} Operator $T$ auf einem 
von Null verschiedenen Hilbertraum stimmen Spektralradius
und Operatornorm "uberein, in Formeln  
\begin{displaymath}
\rho (T) = \|T\|
\end{displaymath}
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
Unsere Formel zeigt zumindest f"ur jeden
selbstadjungierten Operator  auf einem 
von Null verschiedenen Hilbertraum, da"s sein Spektrum nicht leer sein kann.
Sp"ater werden wir unsere Formel 
allgemeiner f"ur \glqq normale\grqq\  Operatoren zeigen.
\end{Bemerkungl}


\begin{proof}[Beweis]
Sei $T: \mathcal{H} \ra \mathcal{H}$ unser Operator. 
Gegeben ein Vektor $v$ der L"ange Eins gilt 
$\|Tv\|^2 = \langle Tv, Tv \rangle =
\langle v, T^2v\rangle \leq \| v \| \| T^2 v\|= \| T^2 v\| $. 
Das zeigt $\| T \|^2 \leq \|T^2\|$.
Die andere Ungleichung gilt eh, womit wir f"ur jeden 
selbstadjungierten Operator $T$ folgern
$$\| T\|^2 = \| T^2\|$$ 
Da unser Raum $\mathcal{H}$ nicht Null ist, finden wir in $\mathcal{H}$ 
eine Folge von Einheitsvektoren $v_n$ 
mit
$
\lim_{n\ra \infty} \| T^2 v_n\| = \| T^2\|.
$
Wegen $\| T^2 v_n\|\leq\| T\| \|Tv_n\|\leq\| T\|^2 = \| T^2\|$ 
folgt
$
\lim_{n \ra \infty} \|Tv_n\| = \| T\|
$ zumindest falls $\| T\|\neq 0$, und im Fall $\| T\|= 0$ ist das 
eh klar.
Wir setzen nun $c =\|T\|$ und behaupten, da"s $c^2$ zum Spektrum
von $T^2$ geh"ort.
In der Tat gilt ja
\begin{displaymath}
\|(T^2 - c^2) v_n \|^2 = \langle v_n, (T^4 - 2 c^2 T^2 + c^4) v_n\rangle=
  \|T^2v_n\|^2 - 2c^2 \|Tv_n\|^2 + c^4
\end{displaymath}
und das strebt f"ur $n \ra \infty$ offensichtlich gegen Null.
Damit haben wir per definitionem $c^2 \in \sigma (T^2)$ und es folgt 
$\| T^2\| \leq \rho (T^2)$ und, da
wir die andere Absch"atzung nach \ref{AbSp} 
bereits kennen, $\|T^2\| = \rho (T^2)$.
Der spektrale Abbildungssatz \ref{BiSp} zeigt 
jedoch $\rho (T^2) = \rho (T)^2$ und
wegen $\| T^2\| = \|T\|^2$ folgt die Behauptung.
\end{proof}










\begin{Proposition}[\textbf{Spektren selbstadjungierter Operatoren}]
Jeder selbstadjungierte Operator $T$ \label{SsO}
auf einem Hilbertraum $\mathcal{H}$ hat ein rein
reelles Spektrum, in Formeln  $\sigma (T) \subset \Bbb{R}$.
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis]
Ist $T$ selbstadjungiert, so gilt
$\langle v,Tv\rangle = \langle Tv,v\rangle 
= \overline{\langle v, Tv \rangle } $ f"ur
alle $v \in \mathcal{H}$, mithin ist $\langle v,Tv\rangle$ stets reell.
F"ur $\lambda \in \Bbb{C}$ erhalten wir so 
wegen der offensichtlichen
Absch"atzung $|\op{Im}z|\leq |z|\;\forall z\in\DC$ 
von der Mitte ausgehend die Ungleichungen
\begin{displaymath}
|\op{Im} \lambda| \; \|v\|^2 \leq |\langle (T-\lambda)v,v\rangle|
\leq \|(T-\lambda) v \| \; \|v\|
\end{displaymath}
und damit
$|\op{Im} \lambda|\; \|v\| \leq \|(T-\lambda) v \|$. 
Unter der Annahme $\lambda \not\in \Bbb{R}$ 
ist demnach die Abbildung $(T-\lambda)$ injektiv und 
nach \ref{SDBi} hat sie sogar abgeschlossenes Bild und ihre
auf diesem Bild definierte Umkehrabbildung ist stetig. 
Andererseits ist mit demselben Argument 
auch $(T-\lambda)^\ast=(T-\bar{\lambda})$
injektiv und damit hat $(T-\lambda)$ nach \ref{BIKA} dichtes Bild.
Zusammen folgt, da"s $(T-\lambda)$ invertierbar sein mu"s, so da"s
 $\lambda$ nicht zum Spektrum von $T$ geh"oren kann.
\end{proof}



\begin{Lemma}\label{SDBia}
Eine stetige lineare Abbildung von einem 
Banachraum in einen normierten Vektorraum,
die keinen Vektor verk"urzt, hat abgeschlossenes Bild und ihre auf diesem
Bild definierte Umkehrabbildung ist stetig.
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}\label{SDBi}
Dieselbe Aussage folgt offensichtlich auch, 
wenn es eine positive reelle Zahl gibt derart,
da"s unsere Abbildung jeden Vektor h"ochstens um diesen Faktor verk"urzt.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Ist allgemeiner $f: V \rightarrow W$ eine stetige lineare 
Abbildung von einem Banachraum in einen normierten 
Vektorraum und existiert eine Konstante $c > 0$ mit $\| f (v)\| \geq
c \| v\| \quad \forall v \in V$, so ist das Bild 
von $f$ abgeschlossen, denn jede
konvergente Folge $f(v_0), f(v_1), \ldots$ im Bild $f(V)$ ist Cauchy, also ist
auch $v_0, v_1, \ldots$ Cauchy in $V$ und 
konvergiert gegen ein $v \in V$, und dann
mu"s $f(v)$ der Grenzwert der $f(v_i)$ sein, der damit auch in $f(V)$ liegt.
\end{proof}






\begin{Lemma}[\textbf{Anwenden stetiger Funktionen auf Operatoren}]
Gegeben ein\label{ASFO} 
selbstadjungierter Operator $T$ auf einem Hilbertraum $\mathcal{H}$
gibt es genau einen stetigen $\Bbb{C}$-linearen Ringhomomorphismus
\begin{displaymath}
\begin{array}{ccc}
\mathcal{C} (\sigma (T)) & \rightarrow &\mathcal{B} (\mathcal{H})\\
f & \mapsto & f(T)
\end{array}
\end{displaymath}
vom Ring aller stetigen komplexwertigen Funktionen 
auf dem Spektrum von $T$ in den
Ring aller beschr"ankten Operatoren unseres Hilbertraums, der die Einbettung
$\sigma (T) \hra \Bbb{R}$ auf den Operator $T$ wirft, und 
dieser Ringhomomorphismus wirft konjugierte Funktionen auf adjungierte 
Operatoren, in Formeln $\bar{f}(T)=f(T)^\ast$.
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}
Die Stetigkeit ist hier gemeint in Bezug auf die Norm der
gleichm"a"sigen Konvergenz auf $\mathcal{C} (\sigma (T))$ 
und die
Operatornorm auf $\mathcal{B} (\mathcal{H})$. 
Schreiben wir im folgenden $f(T)$ f"ur
eine stetige auf ganz $\DR$ definierte Funktion, so meinen wir, da"s der
Operator $T$ im Sinne des vorhergehenden Lemmas in ihre Einschr"ankung
$f|_{\sigma(T)}$ eingesetzt werden soll. Ich habe dieser Aussage nur den 
Status eines Lemmas gegeben, da sie sich als eine direkte Konsequenz 
aus dem Spektralsatz \ref{SSS} ergeben wird und unter diesem 
Blickwinkel nur
ein Schritt zum Beweis dieses zentralen Resultats ist.  
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Der Teilring $\Bbb{C} [t] \subset \mathcal{C} (\sigma (T))$ 
aller Einschr"ankungen von Polynomfunktionen
liegt nach Weierstra"s \eref{SWC}{AN1} dicht im Raum aller stetigen Funktionen
bez"uglich der Norm der gleichm"a"sigen
Konvergenz. Gegeben ein Polynom $P \in \Bbb{C} [X]$
haben wir nach dem polynomialen
spektralen Abbildungssatz $\sigma (P (T))= P (\sigma (T))$,
und hat $P$ reelle Koeffizienten, so 
ist auch $P(T)$ selbstadjungiert und es
folgt
$\| P (T) \| = \|P|_{\sigma (T)} \|_{\infty}$ wegen der
Gleichheit von Norm und Spektralradius bei selbstadjungierten Operatoren
\ref{SRSA} auf einem von Null verschiedenen Hilbertraum.
Ist $P$ komplex, so k"onnen wir immer noch
$P=A+{\op{i}}B$ schreiben mit reellen Polynomen $A,B$ und folgern
$$\| P (T) \|\leq \| A (T) \| + \| B (T) \|\leq 
 \|A|_{\sigma (T)} \|_{\infty} +  \|B|_{\sigma (T)} \|_{\infty}
\leq 2\|P|_{\sigma (T)} \|_{\infty}$$
Der offensichtliche Ringhomomorphismus 
$\Bbb{C} [X] \ra \mathcal{B}(\mathcal{H})$,
$P \mapsto P(T)$ faktorisiert also "uber einen stetigen Ringhomomorphismus
$\Bbb{C} [t] \ra \mathcal{B}(\mathcal{H})$, 
und dessen eindeutig bestimmte stetige
Ausdehnung auf $\mathcal{C}(\sigma (T))$ nach \ref{ADVM} 
ist die gesuchte Abbildung und ist wieder ein
Ringhomomorphismus
aufgrund der Stetigkeit der Multiplikationen.
Ist $P \in \Bbb{C}[X]$ ein Polynom,
so ist $P(T)$ offensichtlich adjungiert zu $\bar{P}(T)$.
Im allgemeinen ist $f(T)$ Grenzwert in Bezug auf
die Operatornorm gewisser $P(T)$ und 
die Behauptung $\bar{f}(T)=f(T)^\ast$ folgt ohne weitere Schwierigkeiten.
\end{proof}




\begin{Proposition}[\textbf{Spektraler Abbildungssatz}]
Ist $T$ ein selbstadjungierter Operator auf einem
Hilbertraum  und\label{SABBB} 
$f: \sigma (T) \ra \Bbb{C}$ stetig, so hat $f(T)$
das Spektrum
\begin{displaymath}
\sigma (f(T)) = f(\sigma (T))
\end{displaymath}
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis]
Geh"ort $\lambda \in \Bbb{C}$ nicht zum Bild von $f$, 
so ist $f-\lambda $ invertierbar
in ${\cal{C}}(\sigma (T))$ und damit $ f (T)-\lambda\op{id}$ 
invertierbar in $\mathcal{B}(\mathcal{H})$
und wir haben $\lambda \not\in \sigma (f(T))$.
Das zeigt von der behaupteten Gleichheit die Inklusion $\subset$.
Geh"ort $\lambda \in \Bbb{C}$ zum Bild von $f$, 
sagen wir $  \lambda=f(x)$ f"ur $x \in \sigma
(T)$, so ist $f$ der gleichm"a"sige Grenzwert einer Folge 
$P_0, P_1, \ldots $ von
Polynomen mit $P_n (x) = \lambda $.
Also ist $P_n (T)-\lambda \op{id} $ nicht invertierbar 
f"ur alle $n$ und damit auch
$f (T)-\lambda \op{id} $ nicht invertierbar 
nach \ref{IvO}. Das zeigt die andere Inklusion $\supset$.
\end{proof}
\begin{proof}[Beweis von \ref{sazv}]
Gegeben ein Vektor $v \in \mathcal{H}$ betrachten wir 
die $\Bbb{C}$-lineare Abbildung
\begin{displaymath}
\begin{array}{ccc}
\mathcal{C}_{!} (\Bbb{R}) & \rightarrow & \Bbb{C}\\
f & \mapsto & \langle v,  f(T)v \rangle
\end{array}
\end{displaymath}
Um den Riesz'schen Darstellungssatz \ref{RiDan} anwenden zu k"onnen,
gilt es zu zeigen, da"s unter dieser Abbildung
nichtnegative reelle Funktionen nichtnegative reelle Zahlen liefern.
Das ist aber klar, da jede nichtnegative reelle Funktion ein 
Quadrat ist, so da"s wir haben
$\langle  v,  f (T)v\rangle = \| \sqrt{f} (T) v\|^{2}$.
Es gibt nach dem
Darstellungssatz von Riesz \ref{RiDan} 
also ein und sogar genau ein  Borelma"s $\mu$ auf $\Bbb{R}$ mit
\begin{displaymath}
\int f (t) \;\mu \langle t\rangle = \langle v,f (T) v\rangle
\end{displaymath}
f"ur alle stetigen $f: \Bbb{R} \ra \Bbb{C}$ mit kompaktem Tr"ager.
F"ur dieses Ma"s $\mu$ hat die Abbildung
\begin{displaymath}
\begin{array}{cccc}
\varphi:&\mathcal{C}_{!} (\Bbb{R}) & \rightarrow & \mathcal{H}\\
&f & \mapsto & f(T)v
\end{array}
\end{displaymath}
dann die Eigenschaft 
$\|\varphi(f)\|^2=\int |f|^2\mu$.
Damit faktorisiert sie erstens "uber das Bild der offensichtlichen
Abbildung $\mathcal{C}_{!} (\Bbb{R})\ra \op{L}^2 (\Bbb{R};\mu)$ und 
l"a"st sich nach \ref{ADM} zweitens 
von diesem Bild   
zu einer unit"aren 
Einbettung
$
\varphi: \op{L}^2 (\Bbb{R};\mu) \hookrightarrow \mathcal{H}
$
 erweitern und wir haben  ein m"ogliches Paar $(\mu,\varphi)$ gefunden.
Um zu sehen, da"s es auch das einzig m"ogliche Paar ist, m"ussen
wir nur im Beweis einige Schritte r"uckw"arts gehen: Gegeben 
ein Paar $(\mu,\varphi)$ haben wir ja 
f"ur jedes Polynom $P\in\DC[X]$ 
offensichtlich $\varphi(P)=P(T)v$ und folglich
$\int P\mu=\langle v, P(T)v\rangle$. Ein kompakt getragenes Borelma"s
auf $\DR$ wird jedoch nach %\ref{SRLF} und 
dem Riesz'schen Darstellungssatz \ref{RiDan} und 
dem Approximationssatz von Weierstra"s \eref{AvW}{AN2} durch
die Kenntnis der 
Integrale aller Polynome nach diesem Ma"s bereits eindeutig festgelegt.
\end{proof}




\begin{Bemerkungl}\label{ffzy}
Wir k"onnen nun 
den Satz "uber die lokale Struktur unit"arer Darstellungen
der reellen Zahlengeraden 
\ref{UDzy} zeigen im Fall, da"s 
alle Vektoren unserer 
Darstellung $(\cal{H},\rho)$ differenzierbar sind. In der Tat ist dann 
 der infinitesimale Erzeuger $S$ unserer Darstellung schiefadjungiert und
folglich
${\op{i}}S$  selbstadjungiert.
Dann aber finden wir nach \ref{sazv} genau ein 
Paar $(\mu,\varphi)$ bestehend aus einem kompakt getragenen Borelma"s
$\mu$ auf $\Bbb{R}$  und 
einer unit"aren Einbettung $\varphi:\op{L}^2 (\Bbb{R}; \mu)\hra \cal{H}$
mit $\varphi(1)=v$, die das Diagramm
$$\begin{array}{ccc}
\op{L}^2 (\Bbb{R}; \mu)&\hra& \cal{H}\\
{\scriptstyle (x\cdot)}\da&&\;\;\;
\da {\scriptstyle {\op{i}}S }\\
\op{L}^2 (\Bbb{R}; \mu)&\hra& \cal{H} 
\end{array}$$
zum Kommutieren bringt. Damit kommutiert das Diagramm auch,
wenn wir beide Vertikalen mit $-{\op{i}}t$ multiplizieren 
und darauf $\op{exp}$ anwenden, und das zeigt die in
\ref{UDzy} behauptete Existenz von
$(\mu,\varphi)$ in diesem Fall. Der Nachweis der 
Eindeutigkeit im vorliegenden Fall,
also immer noch unter der Annahme, da"s
alle Vektoren unserer 
Darstellung differenzierbar sind, mag dem Leser "uberlassen bleiben.
\end{Bemerkungl}




\begin{Definition}\label{sqrT}
Gegeben ein positiv semidefiniter selbstadjungierter Operator $T$ auf
einem Hilbertraum erkl"aren wir
\begin{equation*}
\sqrt{T}
\end{equation*}
als den positiv semidefiniten Operator, der daraus durch Anwenden der Funktion
$\mathbb R_{\geq 0} \rightarrow \mathbb R_{\geq 0}$, 
$ x \mapsto \sqrt{x}$ entsteht.
Das ist erlaubt, da nach \ref{pos} f"ur das Spektrum 
gilt $\sigma (T) \subset \mathbb R_{\geq 0}$.
\end{Definition}


\begin{Definition}
Gegeben ein beschr"ankter Operator $A$ auf einem Hilbertraum ist
$A^\ast A$ selbstadjungiert und positiv semidefinit und wir setzen
\begin{equation*}
|A| := \sqrt{A^\ast A}
\end{equation*}
\end{Definition}


\subsubsection*{"Ubungen} 


\begin{Ubung}
Eine stetige Abbildung von einem vollst"andigen metrischen Raum in einen
weiteren metrischen Raum, die keinen Abstand verkleinert, ist injektiv mit
abgeschlossenem Bild, und die auf dem Bild definierte 
Umkehrabbildung ist gleichm"a"sig stetig.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{pos}
Ein beschr"ankter selbstadjungierter Operator $T$ auf einem Hilbertraum
$\mathcal H$ hei"st 
{\bf positiv semidefinit},\index{positiv semidefinit!Operator} 
 wenn gilt
\begin{equation*}
\langle T v, v\rangle \geq 0 \quad \quad \forall v \in \mathcal H
\end{equation*}
Man zeige, da"s das Spektrum eines positiv semidefiniten Operators stets 
in der
nichtnegativen reellen Zahlengeraden enthalten ist. Hinweis: Man orientiere
sich am Beweis von \ref{SsO}.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{SpPu}
Genau dann besteht das Spektrum eines selbstadjungierten 
Operators aus einem einzigen
Punkt $\lambda$, wenn unser Operator die Multiplikation 
mit dem Skalar $\lambda$ auf einem von
Null verschiedenen Hilbertraum ist. Hinweis: \ref{SRSA}.
\end{Ubung}




\begin{Ubung}\label{PoZZ}
Jeder beschr"ankte Operator $A$ auf einem Hilbert\-raum besitzt eine eindeutige
Darstellung als Produkt
\begin{equation*}
A = DP
\end{equation*}
mit $P$ positiv semidefinit und $D$ einer 
partiellen Isometrie im Sinne von \eref{ParI}{LA2}
mit $\op{ker} D = (\op{im} P)^\perp$. 
In einer solchen Darstellung gilt stets
$P = |A|$.
Man nennt diese Darstellung auch die 
{\bf Polarzerlegung}\index{Polarzerlegung!in Hilbertraum} von $A$.
Ebenso besitzt er auch eine eindeutige
Darstellung als Produkt $A = P'D'$ mit  $P'$ selbstadjungiert
positiv semidefinit und $D'$ einer partiellen Isometrie
derart, da"s gilt  $\op{im}D'=(\op{ker}P')^\perp$.
Hinweis: \eref{UNGn}{LA2}.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{VANN}
Gegeben ein Ma"sraum $(X,\mu)$ und eine beschr"ankte me"sbare
Funktion $g:X\ra\DR$ ist das Multiplizieren mit $g$ ein 
selbstadjungierter Operator $T$ auf $\op{L}^2(X;\mu)$. 
Gegeben $f:\DR\ra\DR$ stetig ist 
$f(T)$ ist dann das Multiplizieren mit der Funktion $f\circ g$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{kSO}
Gegeben ein kommutatives Diagramm von Hilbertr"aumen und stetigen
linearen Abbildungen
\begin{displaymath}
\xymatrix{
\mathcal{H} \ar[r]^A \ar[d]_T &\mathcal{H}' \ar[d]^{T'}\\
\mathcal{H} \ar[r]^A &\mathcal{H}'
}
\end{displaymath}
mit $T,T'$ selbstadjungiert kommutiert f"ur jede stetige Abbildung
$f:\Bbb{R} \rightarrow \Bbb{C}$ auch das entsprechende Diagramm
mit $f(T)$, $f(T')$ statt $T,T'$, in Formeln $AT=T'A \;\RA\; Af(T)=f(T')A$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Wird ein selbstadjungierter  Operator $T:\cal{H}\ra \cal{H}$
auf einem endlichdimensionalen Hilbertraum in einer geeigneten
Basis gegeben durch eine Diagonalmatrix 
$\op{diag}(x_1,\ldots, x_n)$, so wird $f(T)$ in derselben Basis
gegeben durch die Diagonalmatrix 
$\op{diag}(f(x_1),\ldots, f(x_n))$.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{SPSs}
Gegeben ein selbstadjungierter Operator $T$ auf einem Hilbert\-raum
$\cal{H}$ verschwindet das Spektralma"s $\mu$ jedes Vektors auf
dem Komplement des Spektrums unseres Operators, 
in Formeln $\mu(\DR\backslash \sigma(T))=0$. In anderen Worten 
pa"st also unsere kanonische Einbettung in ein kommutatives Diagramm
$$\begin{array}{ccccc}
\cal{C}_!(\DR)&\ra& \cal{C}(\sigma(T))&\ra&\cal{H}\\
\da&&\da&&\|\\
\op{L}^2(\DR;\mu)&\sira& \op{L}^2(\sigma(T);\mu)&\hra&\cal{H}
\end{array}$$
Die obere Horizontale  wird dabei durch $f\mapsto f(T)v$ gegeben.
\end{Ubung}
\subsection{Riesz'scher Darstellungssatz}

\begin{Definition}\label{NNL}
Seien $X$ ein topologischer Raum und $\cal{C}_{!} (X,\Bbb{R})$ der
reelle Vektorraum aller stetigen Abbildungen $f: X \ra \Bbb{R}$ mit
kompaktem Tr"ager. 
Eine 
Linearform $\Lambda:
\cal{C}_{!}(X,\Bbb{R}) \ra \Bbb{R}$ 
 hei"st \defind{nichtnegativ}, wenn sie jeder
nichtnegativen Funktion eine nichtnegative reelle Zahl zuordnet.
\end{Definition}


\begin{Satz}[\textbf{Darstellungssatz von 
Riesz}]
Ist $X$ ein endlichdimensionaler reeller affiner 
Raum, so liefert das Bilden des
Integrals\label{RiDan} 
eine\index{Riesz'scher Darstellungssatz!Ma"stheorie!auf affinem Raum} 
Bijektion
$$\begin{array}{ccc}

\{ \text{Borelma"se auf } X\} &\overset{\sim}{\rightarrow} &
\{ \text{Nichtnegative Linearformen auf } \mathcal{C}_! (X,\Bbb{R})\}\\[2mm]
\mu&\mapsto&\left( f\mapsto \int f\mu\right)

\end{array}$$

\end{Satz}
\begin{Bemerkungw}
Dieser Satz gilt allgemeiner f"ur jeden lokal kompakten 
abz"ahlbar basierten 
Hausdorffraum $X$, vergleiche \eref{RiDa}{TM}. 
\end{Bemerkungw}
\begin{Bemerkungl}
Auf der linken Seite sind nichtnegative Borelma"se gemeint, die also durchaus
auch den Wert $\infty$ annehmen d"urfen, nur eben nicht auf Kompakta.
Statt nichtnegativen reell-linearen Abbildungen $\Lambda:
\cal{C}_{!}(X,\Bbb{R}) \ra \Bbb{R}$ mag man gleichbedeutend
komplexlineare Abbildungen $\Lambda:
\cal{C}_{!}(X) \ra \Bbb{C}$ betrachten, die nichtnegativ sind in dem
Sinne, da"s sie jeder
nichtnegativen reellen Funktion eine nichtnegative reelle Zahl zuordnen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}\label{SRLF}
F"ur jedes Kompaktum $K\subset X$ in unserem endlichdimensionalen
reellen Raum $X$ ist die Einschr"ankung
einer 
nichtnegativen Linearform
$\Lambda:\cal{C}_{!}(X,\Bbb{R}) \ra \Bbb{R}$  
auf den Raum $\cal{C}_{K}(X,\Bbb{R})$
aller stetigen Funktionen mit Tr"ager in $K$ stetig f"ur die 
Norm der gleichm"a"sigen Konvergenz.
In der Tat gibt es offensichtlich
eine stetige nichtnegative Funktion $h\in \cal{C}_{!}(X,\Bbb{R})$,
die auf unserem Kompaktum 
$K$ konstant Eins ist. F"ur $f\in \cal{C}_{K} (X,\Bbb{R})$
gilt dann $-\|f\|_\infty \;h\leq f\leq \|f\|_\infty \;h$ und Anwenden
von $\Lambda$ liefert $|\Lambda(f)|\leq \Lambda(h)\; \|f\|_\infty$.  
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit sei $X = \Bbb{R}^n$. Wir konstruieren
zun"achst eine Abbildung in die Gegenrichtung.
Sicher wird die $\sigma$-Algebra der Borelmengen von $\Bbb{R}^n \times
\Bbb{R}$ erzeugt durch den Mengenring aller endlichen Vereinigungen
von Produkten endlicher Intervalle.
Sicher wird sie auch 
erzeugt durch den Mengenring $\mathcal{D}$, der
daraus durch Anwenden eines beliebigen Vektorraumautomorphismus
von $\Bbb{R}^n \times
\Bbb{R}$   entsteht.
W"ahlen wir nun unseren Automorphismus so, da"s er keine der
Koordinatenhyperebenen von $\Bbb{R}^n \times
\Bbb{R}$ auf eine Koordinatenhyperebene abbildet,
dann ist f"ur $D \in \mathcal{D}$ offensichtlich das Integral
seiner charakteristischen Funktion $[D]$ nach der letzten Koordinate
$\int [D] \diff y$ stetig mit kompaktem Tr"ager auf $\Bbb{R}^n$ und wir
k"onnen f"ur jede nichtnegative Linearform $\Lambda$ wie oben die Abbildung
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildDSA}\\[4mm]
\noindent Eine Menge des Mengenrings $\cal{D}$ von
Teilmengen von $\DR\times\DR$, der durch Drehung um $45^\circ$ 
aus dem Mengenring aller endlichen Vereinigungen von
Produkten endlicher Intervalle entsteht.
\end{figure}
$$
\begin{array}{cccc}
\tilde{\mu}=\tilde{\mu}_{\Lambda} :& \mathcal{D} & \rightarrow & [0,\infty)\\[2mm]
&D &\mapsto & \Lambda \left(\int [D] \diff y\right)
\end{array}$$
betrachten.
Nun zeigt der Satz von Dini \eref{Dini}{AN1} zusammen mit 
\ref{SRLF}, da"s $\tilde{\mu}$ ein
Pr"ama"s auf $\mathcal{D}$ ist. 
Nach dem Ma"serweiterungssatz \ref{MHa}
besitzt dies Pr"ama"s genau
eine Fortsetzung zu einem Borelma"s $\tilde{\mu}$ auf $X \times
\Bbb{R}$.
Schlie"slich erkl"aren wir ein Borelma"s $\mu=\mu_{\Lambda}$ auf $X$, indem
wir f"ur jede Borelmenge $B \subset X$ setzen
\begin{equation*}
\mu (B) = \tilde{\mu}(B \times [0,1])
\end{equation*}
Damit haben wie eine Abbildung 
$\Lambda\mapsto \mu$
in die Gegenrichtung konstruiert und m"ussen
nur noch zeigen, da"s unsere beiden Abbildungen zueinander invers sind.
Wir beginnen mit der Situation
$\nu\mapsto \Lambda\mapsto \tilde{\mu}\mapsto \mu$ und zeigen die Gleichheit 
von Ma"sen $\mu=\nu$.
Nach Fubini stimmen die Ma"se $\tilde{\mu}$ und $\nu \boxtimes \diff y $
auf $\cal{D}$ "uberein und nach dem Ma"serweiterungssatz   \ref{MHa} sind
sie folglich gleich. Damit folgt dann f"ur jede Borelmenge 
$B\subset X$ sofort $\nu(B)=\tilde{\mu}(B\times [0,1])=\mu(B)$.
Nun gehen wir umgekehrt
von $\Lambda$ aus, betrachten also die Situation
$\Lambda\mapsto \tilde{\mu}
\mapsto\mu\mapsto \Gamma$ und zeigen die Gleichheit 
von Linearformen $\Gamma=\Lambda$.
Es reicht zu zeigen, da"s beide Seiten auf allen nichtnegativen Funktionen
$f \in \mathcal{C}_! (X,\Bbb{R})$ denselben Wert $\Gamma(f)=\Lambda(f)$
annehmen.
Nun l"a"st sich jedoch das offene durch $X \times \{0\}$ und den Graphen
von $f$ begrenzte Gebiet
\begin{equation*}
G = \{ (x,y) \mid 0< y < f (x) \}
\end{equation*}
als die Vereinigung einer aufsteigenden Folge $D_0 \subset D_1 \subset
\ldots $ von Mengen aus $\mathcal{D}$ darstellen. Nach 
dem Satz von Dini \eref{Dini}{AN2} gilt dann
$\int [D_r] \diff y \rightarrow f$ gleichm"a"sig und folglich $\Lambda
(\int [D_r] \diff y) \rightarrow \Lambda (f)$ f"ur $r \rightarrow \infty$.
Da $\tilde{\mu}$ per definitionem invariant ist unter
Verschiebung in der letzten Koordinate, haben wir nach \ref{TIBM} notwendig
$\tilde{\mu} = \mu \boxtimes \diff y$.
Also strebt $\Lambda
(\int [D_r] \diff y)$ auch gegen
\begin{equation*}
\tilde{\mu}(G)=(\mu \boxtimes \diff y)(G) = \int
f(x) \;\mu \langle x \rangle=\Gamma(f)
\qedhere
\end{equation*}
\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}\label{SRmA}
Sei $X$ ein endlichdimensionaler reeller Raum und sei weiter 
$\Lambda : \mathcal C_! (X, \mathbb R) \rightarrow \mathbb R$ eine 
Linearform mit der Eigenschaft, da"s f"ur alle Kompakta $K \subset X$ ihre
Restriktion auf $\mathcal C_K (X, \mathbb R)$ stetig ist f"ur die Norm
der gleichm"a"sigen Konvergenz. So ist $\Lambda$ die 
Differenz zweier nichtnegativer
Linearformen.
Hinweis: F"ur $f \in \mathcal C_! (X)$ mit $f \geq 0$ setze man
$$
\Lambda_+ (f) = \sup \{ \Lambda (g) \mid 0 \leq g \leq f\}
$$
und zeige, da"s das endlich ist
mit $\Lambda_+ (f+h)= \Lambda_+ (f)+\Lambda_+ (h)$ f"ur
$f, h\geq 0$ und $\Lambda_+ (af)=a\Lambda_+ (f)$ f"ur $a\in\DR_{\geq 0}$.
Gegeben $f \in \mathcal C_! (X)$ setze man $\Lambda_+ (f) 
= \Lambda_+ (f_+) - \Lambda_+
(f_{-})$ f"ur $f = f_+ - f_{-}$ die Zerlegung in einen 
positiven und einen negativen Teil
wie in \ref{iIF} und zeige, da"s 
$\Lambda_+ : \mathcal C_! (X) \rightarrow \mathbb R$
nichtnegativ und linear ist.
Schlie"slich zeige man, da"s auch $\Lambda_+ - \Lambda$ nichtnegativ ist.
\end{Ubung}



\subsection{Spektralsatz f"ur selbstadjungierte Operatoren}
\begin{Definition}
Seien $(X,\cal{M})$ ein Me"sraum und $\cal{H}$ ein Hilbertraum.
Ein  auf $X$ definiertes
{\bf $\cal{H}$-teilraumwertiges Ma"s}\index{Ma"s!teilraumwertiges}
 ist eine Abbildung $E$,\label{TWM} 
die jeder me"sbaren Menge $M\in\cal{M}$ einen abgeschlossenen Teilraum 
$E (M)\As \cal{H}$ zuordnet derart, da"s gilt:
\begin{enumerate}
\item
F"ur je zwei disjunkte  Mengen $M, M'$ aus $\cal{M}$ sind die zugeh"origen
Teilr"aume orthogonal, in Formeln
$M\cap M'=\emptyset\;\RA\; E (M) \perp E (M')$;
\item
F"ur jede abz"ahlbare Familie $(M_\nu)_{\nu\in N}$ von 
me"sbaren Mengen mit Vereinigung $M$ ist das Erzeugnis der
$E (M_\nu)$ ein dichter Teilraum von $E (M)$.
\end{enumerate}
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Aus der ersten Bedingung folgt "uber den Fall $M=M'=\emptyset$ 
insbesondere $E (\emptyset)=0$. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}Das Konzept eines teilraumwertigen Ma"ses scheint mir 
besonders 
gut verst"andlich. Bei der expliziten Arbeit erweist sich  jedoch das 
gleichwertige Konzept eines projektorwertigen Ma"ses als
praktischer, das wir als n"achstes diskutieren. Die "Aquivalenz beider 
Konzepte d"urfen sie  als 
"Ubung \ref{AQTP} selbst ausarbeiten.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Seien $(X,\cal{M})$ ein Me"sraum und $\cal{H}$ ein Hilbertraum.
Eine Abbildung $\Phi:\cal{M}\ra\cal{B}(\cal{H})$
hei"st ein 
  auf $X$ definiertes
{\bf projektorwertiges Ma"s},\index{Ma"s!projektorwertiges} 
 wenn die Operatoren $\Phi(M)$ alle selbstadjungiert und
idempotent sind, also nach \ref{PrTr} orthogonale Projektoren 
auf abgeschlossene Teilr"aume,
und wenn dar"uber hinaus gilt:
\begin{enumerate}
\item
Aus $M\cap M'=\emptyset$ folgt 
$\Phi(M)\circ \Phi(M')=0$;
\item
  F"ur jede abz"ahlbare Familie $(M_\nu)_{\nu\in N}$ paarweise
  disjunkter me"sbarer Mengen mit Vereinigung $M$  
und alle $v\in \cal{H}$ gilt
$\sum_{\nu\in N}\Phi(M_\nu)v= \Phi(M)v$. 
\end{enumerate}
Ein projektorwertiges Ma"s mit der zus"atzlichen 
Eigenschaft $\Phi(X)=\op{id}_{\cal{H}}$
nennen wir eine \defind{Teilung der Identit"at}\label{TeiI}
{\bf von} $\cal{H}$.
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}\label{SDM}
  Gegeben ein Me"sraum $(X,\cal{M})$ bezeichne $\cal{L}^{\infty}(X)$ den
  Vektorraum aller beschr"ankten me"sbaren Abbildungen $X\ra \DC$ mit der
  Supremumsnorm. Man erkennt leicht, da"s die me"sbaren Stufenfunktionen darin
einen dichten Teilraum bilden.
\end{Bemerkungl}
\begin{Lemma}[\textbf{Integration nach projektorwertigen Ma"sen}]
Gegeben ein Me"sraum\label{InMa} $(X,\cal{M})$,
ein Hilbertraum $\cal{H}$ und ein projektorwertiges Ma"s 
$\Phi:\cal{M}\ra\cal{B}(\cal{H})$ gibt es 
genau eine stetige lineare Abbildung
$$\begin{array}{ccl}
\cal{L}^{\infty}(X)&\ra&\cal{B}(\cal{H})\\[2mm]
f &\mapsto& \int f \Phi = \int f (x) \Phi \langle x \rangle
\end{array}$$
vom Raum der beschr"ankten me"sbaren Funktionen auf $X$ in den Raum 
der beschr"ankten Operatoren auf unserem Hilbertraum mit der 
Eigenschaft, da"s der charakteristischen Funktion jeder me"sbaren Menge 
der entsprechende Projektor zugeordnet wird, in Formeln
 $ \int [M] \Phi= \Phi (M)\;\forall M\in \cal{M}$. 
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl} In diesem Beweis verwenden wir
  nur die endliche Additivit"at unseres projektorwertigen Ma"ses alias 
  die zweite Eigenschaft f"ur endliche Familien.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Auf me"sbaren Stufenfunktionen $s:X\ra\DC$ mu"s unsere Abbildung, wenn es
sie denn "uberhaupt gibt, gegeben sein durch die Formel
$$\int s \Phi = \sum_{z \in \Bbb{C}} z \cdot\Phi (s^{-1} (z))$$
Aus der endlichen Additivit"at folgt, da"s diese Vorschrift eine lineare
Abbildung vom Vektorraum der me"sbaren Stufenfunktionen in den Vektorraum der
beschr"ankten Operatoren $\mathcal B(\mathcal H)$ liefert. 
Wir haben gewonnen, sobald wir zeigen k"onnen, da"s mit dieser Regel f"ur jede
Stufenfunktion $s$ die Absch"atzung 
$\|\int s \Phi\|\leq \|s\|_{\infty}$ gilt,
da sich unsere Abbildung dann nach der Fortsetzbarkeit
\ref{ADM} und deren Linearit"at \ref{ADVM} basierend auf der Dichtheit
\ref{SDM} des Raums der me"sbaren Stufenfunktionen
auf genau eine Weise stetig und linear vom Raum aller Stufenfunktionen 
auf den  Raum aller
beschr"ankten me"sbaren Funktionen fortsetzen l"a"st.
Sei also $s$ eine me"sbare Stufenfunktion, die wir 
$s=c_1[M_1]+ \ldots+ c_n [M_n]$ schreiben k"onnen mit
$ M_1 ,\ldots, M_n$ paarweise  disjunkt und me"sbar.
Es gilt, f"ur alle $v \in \mathcal{H}$ zu zeigen
\begin{equation*}\textstyle
\left\| \left(\int s \Phi\right)  v \right\| \leq \|s\|_{\infty} \| v\|
\end{equation*}
oder ausgeschrieben 
\begin{equation*}
\| c_1 \Phi (M_1) v + \ldots + c_n \Phi (M_n) v \| \leq \|s\|_{\infty} \| v\|
\end{equation*}
Nun
bilden jedoch f"ur $M\pdef M_1\cup\ldots \cup M_n$
die $v_i \pdef \Phi (M_i) v$  eine 
Zerlegung $\Phi (M) v=v_1+\ldots+ v_n$ 
in eine Summe von paarweise orthogonalen Vektoren
und es folgt $\|v_1\|^2 + \ldots + \| v_n\|^2=\|\Phi (M) v\|^2\leq \| v\|^2$.
Damit
 finden wir 
\begin{equation*}
\|c_1 v_1\|^2 + \ldots + \|c_n v_n\|^2 
\leq \|s\|_{\infty}^2(\|v_1\|^2 + \ldots + \| v_n\|^2)\leq  \|s\|_{\infty}^2\| v\|^2
\end{equation*}
Nehmen wir auf beiden Seiten die Quadratwurzel, so erhalten wir die gew"unschte
Ungleichung. 
\end{proof}

%\nichtfinal{Unit"are Darstellungen \ref{SUD}.} 

%\begin{Bemerkungl}
%Beim Beweis dieses Lemmas haben wir noch nicht 
%einmal die $\sigma$-Additivit"at von
%$\Phi$ verwendet: Es reicht  aus,  
%die einfache Additivit"at $\Phi (M\cup M') = \Phi (M)
%+ \Phi (M') $ f"ur $M, M'$ disjunkt und me"sbar vorauszusetzen.
%\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}
Ein projektorwertiges Ma"s auf den Borelmengen eines topologischen Raums hei"st
{\bf kompakt getragen},\index{kompakt getragen!projektorwertiges Ma"s} 
 wenn es 
Kompakta gibt, deren 
Komplement der
Nulloperator zugeordnet wird.
\end{Definition}
\begin{Satz}[\textbf{Spektralsatz f"ur selbstadjungierte Operatoren}]
%$\;$
\begin{enumerate}
  \item Gegeben ein Hilbertraum $\mathcal{H}$ erhalten wir eine Bijektion
\begin{displaymath}
\begin{array}{ccc}
\left\{ \begin{array}{c}
\text{Auf $\DR$ definierte kompakt getragene}\\
\text{Teilungen der Identit"at von $\cal{H}$}
\end{array} \right\} &
\sira& 
\left\{
\begin{array}{c}
\text{Selbstadjungierte}\\
\text{Operatoren auf } \mathcal{H}
\end{array} \right\}\\[5mm]
\Phi & \mapsto & \int x\Phi\langle x\rangle
\end{array}
\end{displaymath}
\item
F"ur die dem selbstadjungierten Operator $T$ 
entsprechende Teilung  der Identit"at $\Phi_T$ 
ist das Spektrum  $\sigma(T)$ von $T$ das kleinste Kompaktum 
$K\subset \DR$ mit $\Phi_T(K)=\op{id}_{\cal{H}}$.
\item\label{SSS3}
Gegeben eine stetige lineare Abbildung von Hilbertr"aumen $A :\mathcal{H}
\rightarrow \mathcal{H}'$ und selbstadjungierte Operatoren $T \in
\mathcal{B}(\mathcal{H})$, $T' \in \mathcal{B} (\mathcal{H}')$ mit $AT = T'A$
gilt f"ur die zugeh"origen projektorwertigen Ma"se $\Phi, \Phi'$ und jede
Borelmenge $M\subset\DR$ die Identit"at
$$A\circ \Phi(M) = \Phi'(M)\circ A$$
\end{enumerate}\label{SSS}
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
In diesem Satz  ist  $\DR$ mit seiner durch die Borelmengen 
gegebenen Struktur eines Me"sraums zu verstehen.
Die folgende "Ubung \ref{HiBE} zeigt, da"s die  durch einen selbstadjungierten 
Operator definierte Teilung der Identit"at die Zerlegung in
Eigenr"aume \eref{SSMu}{LA2} verallgemeinert. 
Die letzte Aussage \ref{SSS}.\ref{SSS3} verallgemeinert dann unsere 
Erkenntnis \eref{UHRR}{LA2}, nach der $A$  Eigenr"aume 
von $T$ in
Eigenr"aume von $T'$ zum selben Eigenwert abbilden mu"s.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
  Sei $\mathcal{H}={\op{L}}^2([0,1];\lambda)$ und 
$T=(x\cdot)$ der Operator $f\mapsto Tf$ mit $(Tf)(x)=xf(x)$. 
So kann die zugeh"orige Teilung der Identit"at $\Phi=\Phi_T$ 
beschrieben werden 
durch die Vorschrift, da"s  $\Phi(M)$ die Multiplikation mit der
charakteristischen Funktion von $M$ oder besser von
$(M\cap [0,1])$ ist, in Formeln $\Phi(M)=(([M]\cap [0,1]) \cdot):
{\op{L}}^2([0,1];\lambda)\ra {\op{L}}^2([0,1];\lambda)$.
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungw}
  Wir werden sp"ater auch zeigen, da"s dieser Satz immer noch gilt, wenn wir
  darin \glqq selbstadjungiert\grqq\  durch \glqq unit"ar\grqq\  und $\DR$ durch $S^1$ ersetzen.
  Noch allgemeiner werden wir \glqq normale\grqq\  Operatoren auf einem Hilbertraum
  definieren als Operatoren, die mit ihrem Adjungierten kommutieren, und
  zeigen, da"s der obige Satz auch dann noch gilt, wenn wir darin "uberall
  \glqq selbstadjungiert\grqq\  durch \glqq normal\grqq\  und $\DR$ durch $\DC$ ersetzen. Und
  schlie"slich will ich auch noch erw"ahnen, da"s der erste Teil immer noch
  gilt, wenn man oben links die Forderung \glqq kompakt getragen\grqq\  fallen l"a"st
  und oben rechts auch sogenannte \glqq unbeschr"ankte Operatoren\grqq\  im Sinne von
  \ref{usab} zul"a"st.
\end{Bemerkungw}

\begin{Bemerkunge}
  Der besonders einfache Fall kompakter selbstadjungierter Operatoren 
wird in \eref{SksO}{TM} unabh"angig behandelt.  
\end{Bemerkunge}
  \begin{Bemerkungl}
    Der Beweis des Spektralsatzes f"ur selbstadjungierte Operatoren
wird uns bis zum Ende des anschlie"senden Abschnitts besch"aftigen.
Zun"achst einmal zeigt
    \ref{EigPI} unter anderem, da"s die im Satz erkl"arte Abbildung in der Tat
    jedem kompakt getragenen projektorwertigen Ma"s 
auf $\DR$ einen selbstadjungierten
    Operator zuordnet.  Dann konstruieren wir in \ref{KoEn} eine Abbildung
$T\mapsto \Phi_T$ in die Gegenrichtung 
und  zeigen in \ref{SS11} und
\ref{SS22}, da"s unsere
    beiden Konstruktionen zueinander invers sind.
Der zweite Teil  des Satzes folgt aus \ref{SSTT} und 
der letzte Teil aus \ref{kSOm} mit der
in \ref{KoEn} gegebenen Beschreibung von $\Phi_T$.
\end{Bemerkungl}



\begin{Lemma}[\textbf{Integration nach projektorwertigem
    Ma"s, Eigenschaften}] 
Gegeben $(X,\mathcal{M})$ ein Me"sraum, $f, g\in\cal{L}^{\infty}(X)$ 
beschr"ankt und me"sbar, $\mathcal{H}$ ein Hilbertraum  und 
$\Phi:\cal{M}\ra \cal{B}(\cal{H})$ ein\label{EigPI} 
projektorwertiges Ma"s gilt
\begin{enumerate}
\item
$\int \bar{f} \Phi = (\int f \Phi)^\ast$
\item\label{LTT3}
$\int f  g \;\Phi = (\int f \Phi)\circ (\int g \Phi)$
\item
$\| \int f \Phi \| \leq \| f \|_{\infty}$
\end{enumerate}
\end{Lemma}
\begin{proof}
Das alles ist
 f"ur Stufenfunktionen leicht explizit zu sehen und
folgt dann durch Grenz"ubergang im allgemeinen.
Die Details k"onnen 
dem Leser "uberlassen bleiben. Man beachte, da"s in Teil 
\ref{LTT3} das Produkt der Funktionen $f$ und $g$ gemeint ist,
nicht etwa ihre Verkn"upfung.
\end{proof}

  \begin{Lemma}[\textbf{Spektrum eines Integrals}] 
Ist  $\Phi$ eine 
auf $\DC$ definierte kompakt\label{SSTT}  
getragene Teilung der Identit"at eines Hilbertraums $\cal{H}$ 
und  $T=\int x\Phi\langle x\rangle$, so ist  $\sigma(T)$
das kleinste Kompaktum $K\subset\DC$ mit   $\Phi(K)=\op{id}_{\cal{H}}$.
  \end{Lemma}
  \begin{proof}
    Ist $K\subset \DC$ ein Kompaktum mit $\Phi(K)=\op{id}_{\cal{H}}$, 
so ist nach \ref{EigPI} f"ur
    $\lambda\not\in K$ der Operator $\int_K (x-\lambda)^{-1}\Phi\langle
    x\rangle$ invers zu $\int_K (x-\lambda)
\Phi\langle x\rangle= T -\lambda$ und
    es folgt $\lambda\not\in \sigma(T)$. Das zeigt $\sigma(T)\subset K$.
Andererseits ist f"ur $\lambda\not\in \sigma(T)$ der 
Operator $T-\lambda$ invertierbar, 
folglich existiert  $c>0$ derart, da"s $T-\lambda$
von
Null verschiedene Vektoren h"ochstens um den Faktor $c$ verk"urzt.
Alle von
Null verschiedenen Vektoren aus dem Bild von $\Phi(\op{B}(\lambda;c/2))$ 
werden jedoch von $T-\lambda$ nach \ref{EigPI} 
mindestens um den Faktor $c/2$ verk"urzt, 
da die Funktion $(x-\lambda)$ auf $\op{B}(\lambda;c/2)$ eben
beschr"ankt ist durch $c/2$,
woraus wir
sofort $\Phi(\op{B}(\lambda;c/2))=0$  folgern. Damit erhalten wir
dann auch leicht $\Phi(H)=0$ f"ur jedes Kompaktum aus dem
Komplement von $\sigma(T)$. Da nun dies 
Komplement wie jede offene Teilmenge der 
komplexen Zahleneben als eine abz"ahlbare Vereinigung von Kompakta 
dargestellt werden kann, folgt  
$\Phi(\DC\backslash \sigma(T))=0$ aus der 
abz"ahlbaren Additivit"at projektorwertiger Ma"se.
\end{proof}



\begin{Lemma}[\textbf{Integral und Grenz"ubergang vertauschen}]
Seien $(X,\mathcal{M})$ ein Me"sraum, $\mathcal{H}$ ein Hilbertraum und
$\Phi:\cal{M}\ra \cal{B}(\cal{H})$  ein
projektorwertiges Ma"s.\label{WWWW} 
Konvergiert eine Folge $f_n$ me"sbarer und simultan beschr"ankter
Funktionen punktweise gegen eine Funktion $f$, so gilt 
$\left(\int f_n\Phi\right)v\ra \left(\int f\Phi\right)v$ 
f"ur alle $v\in \cal{H}$.
\end{Lemma}
\begin{proof}
Wir d"urfen 
ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit $f=0$ annehmen.
Gegeben $\varepsilon >0$  bilden dann 
die  
$$X_n=X_n^\varepsilon=\{x\in X\mid |f_\nu(x)|\leq \varepsilon
\;\;\;\forall \nu\geq n\}$$ eine aufsteigende Folge 
me"sbarer Mengen mit Vereinigung $X$. 
Aus der abz"ahlbaren Additivit"at projektorwertiger Ma"se folgt 
$\Phi(X_n)v\ra \Phi(X)v$ f"ur alle $v\in\cal{H}$.
Nun schreiben wir 
$$\int_X f_n \Phi=\int_{X_n} f_n \Phi+\int_{X\setminus X_n} f_n \Phi$$
Das erste Integral rechts liefert einen Operator der Operatornorm
$\leq \varepsilon$. F"ur $C$ eine simultane Schranke
der $\|f_n\|_\infty$  liefert das zweite Integral einen
Operator der Operatornorm $\leq C$,  der 
mit $v$ dasselbe tut wie mit $ \Phi(X)v-\Phi(X_n)v$, das ja mit wachsendem $n$ gegen Null strebt.
Gegeben $v$ sinkt der Betrag von 
$(\int_X f_n \Phi)v$ also f"ur hinreichend gro"ses 
$n$ unter $\varepsilon+\varepsilon\|v\|$.  
Da das 
f"ur jedes  $\varepsilon>0$ gilt, folgt die Behauptung.
\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}\label{MMnn}
Seien $(X,\cal{M})$ ein Me"sraum, $\cal{H}$ ein Hilbertraum
und $\Phi:\cal{M}\ra\cal{B}(\cal{H})$ ein  projektorwertiges Ma"s. 
Gegeben $v\in \cal{H}$  und $f\in \cal{L}^\infty(X)$ gilt 
$$\left\langle v,\left(\int f\Phi\right)v\right\rangle=
\int f\langle v,\Phi v\rangle$$
f"ur das in
\ref{BMPM} definierte Ma"s 
 $\langle v,\Phi  v\rangle$ auf $(X,\cal{M})$.
\end{Ubung} 
\begin{Ubung}[\textbf{Funktorialit"at des Integrals}]
Ist $A : \mathcal{H} \rightarrow \mathcal{H}'$ eine stetige lineare Abbildung
von Hilbertr"aumen und sind auf einem Me"sraum 
$(X,\mathcal{M})$ projektorwertige
Ma"se $\Phi$ in $\mathcal{H}$ und $\Phi'$ in $\mathcal{H}'$ gegeben mit
der Eigenschaft 
$A \circ \Phi (M) = \Phi' (M)\circ A \quad \forall M \in \mathcal{M}$
oder in Kurzschreibweise $A \circ \Phi  = \Phi' \circ A $, 
so gilt f"ur jede
beschr"ankte me"sbare Funktion $f : X \rightarrow \Bbb{C}$ die Identit"at
\begin{equation*}
A \circ \left( \int f \Phi \right) = \left( \int f \Phi'\right) \circ A
\end{equation*}
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{AQTP}
Sei $(X,\cal{M})$ ein Me"sraum und $\cal{H}$ ein Hilbertraum.
Wir erhalten zueinander inverse Bijektionen zwischen
teilraumwertigen Ma"sen und projektorwertigen Ma"sen
vermittels der Zuordnungen $E\mapsto \Phi_E$ mit
$\Phi_E(M)$ der orthogonalen Projektion auf $E(M)$ und
$\Phi\mapsto E_\Phi$ mit $E_\Phi(M)=\op{im}\Phi(M)$
dem Bild des Projektors $\Phi(M)$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{BMPM}
Ist $(X,\cal{M})$ ein Me"sraum, $\cal{H}$ ein Hilbertraum
und $\Phi:\cal{M}\ra\cal{B}(\cal{H})$ ein  projektorwertiges Ma"s,
so ist f"ur jeden Vektor $v\in \cal{H}$ die Zuordnung
$M\mapsto \langle v,\Phi(M) v\rangle$ ein  nichtnegatives endliches
Ma"s $\langle  v,\Phi v\rangle$ auf $(X,\cal{M})$,
und stimmen bei zwei projektorwertigen Ma"sen f"ur alle Vektoren $v$ 
diese nichtnegativen Ma"se "uberein, so stimmen  die besagten
projektorwertigen Ma"se bereits selbst "uberein. Hinweis: Gegeben
ein orthogonaler Projektor alias selbstadjungierter 
Idempotenter $P$ auf einem Hilbertraum gilt 
$\op{ker}P=\{v\mid \langle v,Pv\rangle=0\}$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{APDA}
Man folgere aus dem Spektralsatz:
Ist $T: \mathcal{H} \rightarrow \mathcal{H}$ ein 
selbstadjungierter Operator auf einem
Hilbertraum und $\Phi=\Phi_T$ die zugeh"orige Teilung
der Identit"at, so gilt f"ur jede stetige Funktion
$f:\DR\ra\DC$ die Formel
$f(T)=\int f\Phi$. Hinweis: Man beginne mit dem polynomialen Fall.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
Man folgere aus dem Spektralsatz:
Ist $\mu$ ein kompakt getragenes Borelma"s auf $\DR$ und 
$T$ die Multiplikation mit $x$ auf $\op{L}^2(\DR;\mu)$, so ist
der Projektor $\Phi(M)$ der zugeh"origen Teilung $\Phi$ der Identit"at 
f"ur eine Borelmenge $M\subset \DR$ gerade die Multiplikation
mit der charakteristischen Funktion $[M]$ von $M$ 
und der Operator $\int f\Phi$ f"ur $f\in\cal{L}^\infty(\DR)$ 
ist schlicht die Multiplikation  
$(f\cdot):\op{L}^2(\DR;\mu)\ra \op{L}^2(\DR;\mu)$.
Hinweis: Man berechne $(\int x\Phi\langle x\rangle)(h)$
f"ur $h$ quadratintegrierbar vermittels einer 
Approximation der Identit"at auf einem geeigneten 
Kompaktum von $\DR$ durch immer feinere Stufenfunktionen.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{Pof}
Gegeben ein Hilbertraum $\mathcal{H}$ mit einer 
Teilung $\Phi$ der Identit"at und $f$ beschr"ankt und me"sbar
und $P \in \Bbb{C} [X]$ ein Polynom haben wir
\begin{equation*}
P \left(\int f \Phi\right) = \int (P \circ f) \Phi
\end{equation*}
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Seien $(X,\mathcal{M})$ ein Me"sraum, $f\in\cal{L}^{\infty}(X)$ 
beschr"ankt und me"sbar, $\mathcal{H}$ ein Hilbertraum 
 und $\Phi:\cal{M}\ra \cal{B}(\cal{H})$ eine
Teilung der Identit"at. So gilt  f"ur alle $v\in \cal{H}$ die
Absch"atzung
$$\left\|\left(\int f \Phi\right)v\right\|\geq 
\left(\op{inf}_{x\in X}|f(x)|\right)\|v\|$$
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{HiBE}
Man folgere aus dem Spektralsatz:
Ist $T: \mathcal{H} \rightarrow \mathcal{H}$ ein 
selbstadjungierter Operator auf einem
Hilbertraum und $(e_i)_{i \in I}$ eine Hilbertbasis 
von $\mathcal{H}$ aus Eigenvektoren
von $T$, sagen wir mit $T{e_{i}} = \lambda_i e_i$, 
so hat f"ur die im Sinne von \ref{SSS} zugeh"orige Zerlegung
$\Phi=\Phi_T$ der Identit"at und jede Borelmenge $M \subset \Bbb{R}$ 
der zugeh"orige Projektor $\Phi (M)$ als Bild den Abschlu"s der Summe aller 
Eigenr"aume zu Eigenwerten aus $M$, in Formeln
\begin{equation*}
\op{im}(\Phi (M)) = \overline{\langle e_i \mid \lambda_i \in M \rangle }
\end{equation*}
\end{Ubung}



\subsection{Beweis des Spektralsatzes}\label{BSSS}
\begin{Bemerkungl}
Das folgende Diagramm fa"st den Aufbau des
sogenannten 
\glqq Funktionalkalk"uls\grqq\  in der hier gegebenen Darstellung 
zusammen: 
\begin{displaymath}
\xymatrix{
& &\mathcal{C} (\Bbb{R})\ar[dd] &&\mathcal{C}_!(\Bbb{R})\ar[d] 
\ar@{_{(}->}[ll] \ar@{^{(}->}[r] &\mathcal{L}^\infty (\Bbb{R})\ar[dd]\ar[dl]\\
&&& &\op{L}^2(\Bbb{R};\mu_v)\ar[dd]&\\
\Bbb{C}[X]\ar@{^{(}->}[uurr] \ar@{->>}[r]\ar@/_1pc/[dddrrr]& 
\Bbb{C}[t] \ar@/_1pc/[dddrr]\ar@{^{(}->}[r] &\mathcal{C}(\sigma (T))\ar[dddr]
\ar@{^{(}->}[rrr]\ar[drr] &&
  & \mathcal{L}^\infty (\sigma (T))\ar[dl]\ar@/^3pc/[dddll]\\
  &&& &\op{L}^2(\sigma (T);\mu_v)\ar[d]^{\varphi_v} & \\
  &&&& \mathcal{H} &\\
  && &\mathcal{B}(\mathcal{H})\ar[ur]_-{\cdot v} & &\\
}
\end{displaymath}
Wir gehen aus von der Vertikale links 
au"sen, dem Einsetzen unseres selbstadjungierten Operators $T$ in Polynome
aus $\DC[X]$.
Nach dem polynomialen spektralen Abbildungssatz 
und der Gleichheit von Norm und Spektralradius 
faktorisiert 
sie 
"uber den Ring $\DC[t]$ aller polynomialen Funktionen auf dem Spektrum,
und zwar durch eine
in Bezug auf die sup-Norm stetige Abbildung,
die sich von dort mithilfe des Approximationssatzes von
Weierstra"s stetig auf den Ring $\cal{C}(\sigma(T))$ aller stetigen
Funktionen auf dem Spektrum fortsetzen l"a"st. Gegeben ein Vektor $v\in\cal{H}$ 
f"uhrt diese Fortsetzung zu einer nichtnegativen Linearform 
$f\mapsto \langle v,f(T)v\rangle$ auf 
$\cal{C}_!(\DR)$ und mit dem Riesz'schen Darstellungssatz zum
sogenannten Spektralma"s $\mu_v$ unseres Vektors und wieder durch stetige
Fortsetzung zur kanonischen Einbettung 
$\varphi:\op{L}^2(\Bbb{R};\mu_v)\hra \cal{H}$, die im Diagramm durch
die Verkn"upfung des mit $\varphi_v$ bezeichneten Pfeils
mit dem dar"uberstehenden Pfeil dargestellt ist, der eh einen
Isomorphismus darstellt. Diese kanonischen 
Einbettungen schlie"slich verwenden wir dann, um auch das 
Einsetzen unseres Operators in 
me"sbare beschr"ankte Funktionen $f$ zu erkl"aren
durch die Vorschrift $f(T)v\pdef\varphi_v(f)$,  wie wir im folgenden
genauer ausf"uhren werden.
\end{Bemerkungl}
%\begin{figure}[p]\centering
%\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildFuKa}\\[4mm]
%\noindent 
%\end{figure}
\begin{Definition}[\textbf{Anwenden me"sbarer 
Funktionen auf Operatoren}]
 Gegeben ein\label{AWMO} selbstadjungierter Operator  $T$
auf einem Hilbert\-raum $\mathcal{H}$
  und eine beschr"ankte  me"sbare Funktion
$f: \sigma(T) \rightarrow \Bbb{C}$ auf seinem Spektrum  
 erkl"aren
wir eine Abbildung
\begin{equation*}
f(T) : \mathcal{H} \rightarrow \mathcal{H}
\end{equation*}
durch die Vorschrift $f(T) v \pdef \varphi_v (f)$ f"ur $\varphi_v : \op{L}^2
(\Bbb{R};\mu_v)\hookrightarrow \mathcal{H}$ die kanonische Einbettung zu $v$ 
im Sinne von \ref{sazvf}.
Diese Abbildung
ist wohldefiniert, da nach \ref{SPSs}
das Spektralma"s $\mu_v$ jedes Vektors $v\in\cal{H}$ 
auf dem
Komplement des Spektrums von $T$ verschwindet. Schreiben wir $f(T)$ f"ur
eine me"sbare Abbildung $f:\DR\ra\DC$, so setzen wir implizit 
voraus, da"s $f|_{\sigma(T)}$ beschr"ankt sein soll, und meinen das 
Anwenden dieser Einschr"ankung auf  $T$.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Sobald wir den Spektralsatz zur Verf"ugung haben, k"onnen wir 
$f(T)$ auch als
$f(T)=\int f(x)\Phi_T\langle x\rangle$
schreiben, wie in \ref{SS11} ausgef"uhrt wird, und dann die Aussagen
des anschlie"senden Lemmas \ref{AMFO} aus \ref{APDA},
\ref{EigPI} und \ref{WWWW} folgern. Das anschlie"sende Lemma ist also nur
f"ur den Beweis des Spektralsatzes von Bedeutung.
Das Anwenden geeigneter Funktionen auf Operatoren ist auch
als {\bf Funktionalkalk"ul} bekannt.\index{Funktionalkalk"ul} 
\end{Bemerkungl}

\begin{Lemma}[\textbf{Eigenschaften des Funktionalkalk"uls}] 
Sei $T$ ein selbstadjungierter Operator auf einem Hilbert\-raum
$\mathcal{H}$\label{AMFO} 
und sei $f:\sigma(T)\ra\DC$ me"sbar und beschr"ankt. So gilt:
  \begin{enumerate}
  \item 
Ist $f$ stetig, so stimmt unser
eben 
in \ref{AWMO} definiertes $f(T)$ mit unserem 
in \ref{ASFO} durch polynomiale Approximation
definierten $f(T)$ "uberein;
\item
Die Abbildung $f(T)$ ist linear und stetig und f"ur ihre Operatornorm
gilt $\|f(T)\|\leq \|f\|_\infty$;
\item
Die adjungierte Abbildung zu $f(T)$ ist $  f(T)^\ast=\bar{f} (T)$; 
\item
Ist 
$g: \sigma(T) \rightarrow \Bbb{C}$ eine weitere me"sbare
und beschr"ankte Abbildung, so haben wir
$(f \cdot g)(T) = f(T) \circ g(T) $;   
\item\label{AMFO5}
Konvergiert eine Folge $f_n$ me"sbarer und simultan beschr"ankter
Funktionen punktweise gegen $f$, so gilt 
$f_n(T)v\ra f(T)v$ f"ur alle $v\in \cal{H}$.
\end{enumerate}
\end{Lemma}
\begin{proof}
1. Das folgt sofort aus den Definitionen, wir hatten ja 
unsere kanonische Einbettung $\varphi$ gerade
konstruiert als die stetige Fortsetzung der 
Abbildung $\cal{C}_!(\DR)\ra \cal{H}$ mit $f\mapsto f(T)v$.\\[2mm]\noindent
2. Die Absch"atzung $\|f(T)v\|\leq \|f\|_{\infty}\|v\|$ folgt auch sofort
aus den Definitionen, aber die Linearit"at unserer Abbildung $f(T)$
mu"s noch gezeigt werden. 
Klar ist immerhin, da"s gegeben eine Folge $f_n$ 
beschr"ankter me"sbarer Funktionen 
auf $\sigma (T)$, die 
f"ur das Spektralma"s $\mu$ eines Vektors $v$
im Hilbertraum $\op{L}^2(\sigma (T);\mu)$ gegen eine weitere
beschr"ankte me"sbare Funktion
auf $\sigma (T)$ konvergiert,
notwendig gilt $$f_n (T) v \rightarrow f(T) v$$ 
Um nun die Additivit"at $f(T)(v+w)=f(T)v+f(T)w$ zu zeigen,  
suchen wir eine Folge $f_n \in
\mathcal{C} (\sigma (T))$ stetiger Funktionen 
mit $\|f_n\|_\infty \leq \| f\|_\infty$, die fast "uberall
punktweise gegen $f$ konvergiert, und zwar fast "uberall
bez"uglich der Summe 
der Spektralma"se der Vektoren
$v,w$ und $v+w$.
Die Behauptung folgt dann im Grenzwert aus der Linearit"at der $f_n (T)$
f"ur die stetigen Funktionen $f_n$.
In derselben Weise zeigen wir $f(T)(\lambda v)=\lambda f(T)( v)$ 
und damit die Linearit"at von $f(T)$.\\[2mm]\noindent
3. Es gilt f"ur je zwei Vektoren $v,w$ zu zeigen
$\langle f(T)v,w\rangle= \langle v,\bar{f}(T)w\rangle$.
F"ur stetige $f$ wissen wir das bereits aus \ref{ASFO}.
Um es im allgemeinen zu zeigen,  
suchen wir eine Folge $f_n \in
\mathcal{C} (\sigma (T))$ stetiger Funktionen 
mit $\|f_n\|_\infty \leq \| f\|_\infty$, die fast "uberall
punktweise gegen $f$ konvergiert, und zwar bez"uglich der Summe 
der Spektralma"se von
$v$ und $w$. Es folgt 
$\langle f_n(T)v,w\rangle= \langle v,\bar{f}_n(T)w\rangle$
f"ur alle $n$ und $f_n (T) v \rightarrow f(T) v$ sowie
$\bar{f}_n (T) w \rightarrow \bar{f}(T) w$ und damit die Behauptung.
\\[2mm]\noindent
4. Es reicht, f"ur alle $v,w\in\cal{H}$ die Formel
$\langle (f\cdot g)(T)v,w\rangle= \langle g(T) v,\bar{f}(T)w\rangle$
zu zeigen. F"ur stetige $f,g$ folgt das aus \ref{ASFO}.
Um es im allgemeinen zu zeigen,  
suchen wir  Folgen $f_n, g_n \in
\mathcal{C} (\sigma (T))$ von stetigen Funktionen 
mit $\|f_n\|_\infty \leq \| f\|_\infty$ und 
$\|g_n\|_\infty \leq \| g\|_\infty$, die fast "uberall
punktweise gegen $f$ beziehungsweise $g$ konvergiert, und zwar bez"uglich der Summe 
der Spektralma"se von
$v$ und $w$, und gehen zum Grenzwert "uber.
\\[2mm]\noindent
5. Das folgt mit dem Satz "uber dominierte 
Konvergenz aus den Definitionen.
\end{proof}

\begin{Lemma}[\textbf{Identit"atsteilung zu einem selbstadjungierten 
Operator}] Gegeben ein Hilbertraum $\mathcal{H}$ mit einem 
selbstadjungierten Operator $T$ sind die
Operatoren $[M] (T)$ f"ur Borelmengen\label{KoEn}  
$M\subset \Bbb{R}$  die Projektoren einer
kompakt getragenen Teilung $\Phi_T$ der Identit"at  von $\cal{H}$.
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}
Hier meint $[M]:\DR\ra\DC$ die charakteristische
Funktion der Borelmenge $M\subset\DR$ und $[M](T)$ den
Operator auf $\cal{H}$, der daraus im Rahmen unseres Funktionalkalk"uls 
durch Anwenden auf $T$ entsteht.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Die charakteristische Funktion $[M]$ von $M$ ist reellwertig und idempotent, in
Formeln $[M]^2 = [M]$, folglich ist $[M](T)$ selbstadjungiert und idempotent. 
Aus $M \cap M' = \emptyset$ folgt weiter $[M] \cdot [M'] =0$ und 
nach \ref{AMFO} damit 
$[M](T)\circ [M'] (T) = 0$. 
Als n"achstes bemerken wir, da"s nach \ref{AMFO}.\ref{AMFO5}
f"ur jede aufsteigende Folge $M_0 \subset M_1 \subset \ldots $ 
von me"sbaren Mengen mit Vereinigung
$M$ und  f"ur alle $v \in 
\mathcal{H}$ die Folge der $[M_n] (T) v$
gegen $[M] (T) v$ konvergiert. Schlie"slich bemerken wir noch,
da"s die Definition \ref{AWMO} f"ur die konstante Funktion
1 auf dem Spektrum die Gleichung
$[\sigma(T)](T)=\op{id}$ liefert und sind fertig.
\end{proof}

\begin{Lemma}[\textbf{Rekonstruktion eines 
Operators aus seiner Identit"atsteilung}]  
Gegeben ein Hilbertraum $\mathcal{H}$ mit einem 
selbstadjungierten Operator $T$ und\label{SS11} 
zugeh"origer Teilung der Identit"at $\Phi_T$ im Sinne 
von \ref{KoEn}  haben wir stets
$$T=\int x\Phi_T\langle x\rangle$$
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}
Der Beweis zeigt sogar allgemeiner f"ur jede me"sbare
 beschr"ankte Funktion $f:\sigma(T)\ra\DC$ die Identit"at
$$f(T)=\int f(x)\Phi_T\langle x\rangle$$
Sobald der
Spektralsatz also einmal bewiesen ist, wird das Anwenden 
me"sbarer Funktionen auf selbstadjungierte Operatoren 
sehr einfach.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Es reicht zu zeigen, da"s beide Seiten auf jedem Vektor 
$v\in \mathcal{H}$ denselben Wert annehmen. 
Ist $\varphi:\op{L}^2(\DR;\mu)\hra \cal{H}$ die kanonische 
Einbettung zu $v$, so folgt aus den Definitionen die Gleichung
$$\varphi(s)=\left(\int s(x)\Phi_T\langle x\rangle\right)(v)$$ 
erst f"ur die  charakteristische Funktion $s$ jeder Borelmenge, 
dann f"ur jede me"sbare Stufenfunktion und dann 
wegen der Stetigkeit beider Seiten in Bezug auf die
Supremumsnorm f"ur jede beschr"ankte me"sbare 
Funktion auf $\sigma(T)$,  insbesondere auch f"ur die Funktion 
$s(x)=x$.
\end{proof}
\begin{Lemma}
Gegeben ein Hilbertraum $\mathcal{H}$ mit einer 
kompakt getragenen auf $\DR$ definierten\label{SS22} 
Teilung $\Phi$ der Identit"at und zugeh"origem
selbstadjungierten Operator $T=\int x\Phi\langle x\rangle$
 haben wir stets
$$\Phi=\Phi_T$$
\end{Lemma}
\begin{proof}
Es gilt zu
  zeigen $[M] (T) = \Phi (M)$ f"ur jede Borelmenge 
$M \subset \Bbb{R}$. Da hier 
beide Seiten orthogonale Projektionen sind,
  reicht es zu zeigen
\begin{equation*}
\langle v, [M] (T) v \rangle = \langle  v, \Phi (M)v \rangle
\end{equation*}
f"ur alle $v \in \mathcal{H}$.
Hier sind nun aber beide Seiten kompakt getragene 
Borelma"se, weshalb wir nach \ref{RiDan} 
und \ref{SRLF} und
\eref{AvW}{AN1} nur zeigen m"ussen, da"s sie f"ur jede Polynomfunktion
$P$ dasselbe Integral liefern. Die linke Seite ist per definitionem das
Spektralma"s $\mu$ des Vektors $v$ f"ur den Operator $T$, 
f"ur $\mu$ das Ma"s auf der linken Seite haben
 wir also
\begin{equation*}
\int P(t) \mu \langle t \rangle = \langle v,  P(T) v\rangle
\end{equation*}
Das Ma"s $\nu$ auf der rechten Seite
hinwiederum hat die Eigenschaft
\begin{equation*}
\int P(t) \nu \langle t \rangle = 
\left\langle  v,\left(\int P \Phi \right) v \right\rangle
\end{equation*}
erst einmal f"ur jede me"sbare Stufenfunktion 
$P$ aber dann wegen der Stetigkeit
beider Seiten unter der Norm gleichm"a"siger Konvergenz in $P$ sogar f"ur jede
beschr"ankte me"sbare Funktion $P$
und damit auch f"ur jede Polynomfunktion $P$.  
Damit folgt die Behauptung dann aus 
\ref{Pof}.
\end{proof}




\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}[\textbf{Funktorialit"at des Funktionalkalk"uls}] 
Gegeben ein kommutatives Diagramm von Hilbertr"aumen und stetigen
linearen Abbildungen\label{kSOm} 
\begin{displaymath}
\xymatrix{
\mathcal{H} \ar[r]^A \ar[d]_T &\mathcal{H}' \ar[d]^{T'}\\
\mathcal{H} \ar[r]^A &\mathcal{H}'
}
\end{displaymath}
mit $T,T'$ selbstadjungiert kommutiert f"ur jede 
beschr"ankte me"sbare Abbildung
$f:\Bbb{R} \rightarrow \Bbb{C}$ auch das entsprechende Diagramm
mit $f(T)$, $f(T')$ statt $T,T'$, in Formeln $AT=T'A \;\RA\; Af(T)=f(T')A$.
Hinweis: Man erinnere sich an \ref{kSO} und finde f"ur $v\in\cal{H}$ eine
Folge stetiger durch $\|f\|_\infty $ beschr"ankter Funktionen, 
die bez"uglich der Summe der Spektralma"se von $v$ und $Av$  fast "uberall
gegen $f$ strebt. 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{BSST}
(Vorbereitung f"ur \ref{PFRr}.)  
Gegeben ein selbstadjungierter Operator $T$ auf einem Hilbert\-raum 
$\cal{H}$ mit zugeh"origer Teilung der Identit"at $\Phi_T$ kann f"ur
jede abgeschlossene Teilmenge $C\As \DR$ das Bild des 
zugeh"origen Projektors beschrieben werden als
$$
\begin{array}{lll}
\op{im}\Phi_T(C)&=&\{v\in\cal{H}\mid \inf_{\lambda\in C}\|(T-\lambda)v\|=0\}\\
&=&\{v\in\cal{H}\mid \mu_v(\DR\setminus C)=0\text{ f"ur $\mu_v$ 
das Spektralma"s
von }v\}
\end{array}$$
\end{Ubung}











\subsection{Spektralzerlegung unit"arer Darstellungen}
\begin{Satz}[\textbf{Spektralzerlegung unit"arer Darstellungen}]
Gegeben ein Hilbertraum\label{SUD} $\mathcal{H}$  haben wir eine Bijektion
\begin{displaymath}
\begin{array}{ccc}
\left\{ \begin{array}{c}
\text{Auf $\DR$ definierte Teilungen}\\
\text{der Identit"at von $\cal{H}$}
\end{array} \right\} &
\overset{\sim}{\rightarrow} & 
\left\{
\begin{array}{c}
\text{Unit"are Darstellungen}\\
\text{von $\DR$ in  $\cal{H}$} 
\end{array} \right\}\\[5mm]
\Phi & \mapsto & \left(\rho :t\mapsto \int
\op{e}^{{\op{i}}tx } \Phi \langle x \rangle\right)
\end{array}
\end{displaymath}
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben eine unit"are Darstellung $(\mathcal{H},\rho )$ von $\Bbb{R}$ gibt es
also
 genau eine Teilung $\Phi=\Phi_\rho$ der Identit"at von $\mathcal{H}$ auf
  $\Bbb{R}$ mit
\begin{equation*}
\rho (t) = \int_{x \in \Bbb{R}} \op{e}^{{\op{i}}tx } \Phi \langle x \rangle
\qquad\forall t\in\DR
\end{equation*}
Diese Teilung der Identit"at nennen wir das {\bf zu unserer Darstellung
geh"orige projektorwertige Ma"s} und die zugeh"origen 
$\Phi(M)$ nennen wir 
{\bf Spektralprojektoren}\index{Spektralprojektor!einer unit"aren Darstellung}.
In der Hoffnung, dadurch die zugrundeliegende Struktur deutlicher zu 
machen, formuliere ich auch noch eine koordinatenfreie
Variante des Satzes, deren Beweis dem Leser
"uberlassen sei:
Gegeben eine Geradengruppe $G$ mit Charaktergruppe 
$\hat{G}$ und ein Hilbertraum  $\mathcal{H}$ haben wir eine Bijektion
\begin{displaymath}
\begin{array}{ccc}
\left\{ \begin{array}{c}
\text{Auf $\hat{G}$ definierte Teilungen}\\
\text{der Identit"at von $\cal{H}$}
\end{array} \right\} &
\overset{\sim}{\rightarrow} & 
\left\{
\begin{array}{c}
\text{Unit"are Darstellungen}\\
\text{von $G$ in  $\cal{H}$} 
\end{array} \right\}\\[5mm]
\Phi & \mapsto & \left(\rho :g\mapsto 
\int \chi (g) \Phi \langle \chi \rangle\right)
\end{array}
\end{displaymath}
Diese Aussage gilt auch  f"ur 
die additive Gruppe 
eines beliebigen endlichdimensionalen reellen Vektorraums, 
ja sogar f"ur die Gruppen $S^1$, $\DZ$ und in voller Allgemeinheit f"ur
jede 
\glqq abz"ahlbar basierte lokal
kompakte Hausdorff'sche kommutative topologische Gruppe\grqq, aber
in dieser Allgemeinheit werden wir sie nicht beweisen.
\end{Bemerkungl}


\begin{proof}
Wir beginnen mit dem Nachweis der Surjektivit"at.
Sind alle Vektoren unserer Darstellung differenzierbar,
so existiert nach \ref{UDEF} ein selbstadjungierter Operator
$T:\cal{H}\ra \cal{H}$ mit $\rho(t)=\op{exp}(t{\op{i}}T)$ f"ur alle $t\in\DR$.
Ist $\Phi=\Phi_T$ die nach \ref{SSS} zu $T$ geh"orige Teilung
der Identit"at, in Formeln $T=\int x\Phi\langle x\rangle$,
so folgt mit \ref{APDA} angewandt auf $f(x)= \op{exp}({\op{i}}tx)$ sofort
$$\rho(t)=\op{exp}(t{\op{i}}T)=\int \op{e}^{{\op{i}}tx}\Phi\langle x\rangle$$
und wir haben bereits ein m"ogliches $\Phi$ gefunden.
Im allgemeinen finden wir mit
 \ref{ABZF} und dem Bilden sukzessiver 
orthogonaler Komplemente in unserer Darstellung eine Familie
$(\mathcal{H}_{\iota},\rho_\iota)_{\iota \in I}$ von
paarweise orthogonalen Unterdarstellungen,
deren Summe dicht liegt und in denen
jeweils jeder Vektor differenzierbar ist.
F"ur jedes $\iota \in I$ finden wir dann 
nach dem bereits Bewiesenen eine auf $\Bbb{R}$
definierte Teilung $\Phi_\iota$ der Identit"at
von $\mathcal{H}_\iota$  mit
\begin{equation*}
\rho_\iota (t) = \int 
\op{e}^{{\op{i}}tx } \Phi_\iota \langle x \rangle
\end{equation*}
Die Summe dieser teilraumwertigen Ma"se im Sinne von \ref{STRM} ist dann eine
Teilung $\Phi$ der Identit"at von $\mathcal{H}$ mit
\begin{equation*}
\rho (t) v = \left(\int \op{e}^{{\op{i}}tx } \Phi \langle x \rangle
\right) v
\end{equation*}
erst f"ur alle $v$ aus einem der 
$\mathcal{H}_\iota$, aber dann wegen der Linearit"at
und Stetigkeit beider Seiten sogar 
f"ur alle $v \in \mathcal{H}$. Das zeigt 
die Surjektivit"at. Um die Eindeutigkeit von $\Phi$ zu zeigen, 
beachten wir zun"achst, da"s die in  \ref{BMPM} erkl"arten
Ma"se  $\langle \Phi v,v\rangle$ f"ur $v\in\cal{H}$  unser
$\Phi$ bereits  eindeutig festlegen.
Nach \ref{MMnn} entspricht aber
die Fouriertransformierte des Ma"ses 
$\langle \Phi v,v \rangle$ unter der Identifikation 
$\DR\sira \hat{\DR}$, $t\mapsto (x\mapsto \op{e}^{{\op{i}}tx})$ 
gerade der Funktion $t\mapsto \langle \rho (t) v, w \rangle$, 
und nach \ref{InFo} wird
ein reelles  Ma"s durch seine Fouriertransformierte bereits 
eindeutig festgelegt.
\end{proof}
\begin{Lemma}\label{STRM}
Gegeben ein Hilbertraum $\mathcal{H}$, eine 
Familie $(\mathcal{H}_\iota)_{\iota \in I}$
von paarweise orthogonalen Teilr"aumen mit dichter Summe und Teilungen 
$\Phi_\iota$ der 
Identit"at 
auf jedem $\mathcal{H}_\iota$ erhalten wir eine Teilung der Identit"at auf
$\mathcal{H}$ durch die Vorschrift
\begin{equation*}
\op{im}\Phi (M) = \overline{\sum_{\iota \in I} \op{im}\Phi_\iota (M)}
\end{equation*}
\end{Lemma}
\begin{proof}
Dem Leser "uberlassen. Man nutze \ref{AQTP}.
\end{proof}




\begin{Definition}
Ein Homomorphismus zwischen Darstellungen 
$(\mathcal{H},\rho)$ und $(\mathcal{H}',\rho')$, 
auch genannt ein
\defind{Verflechtungsoperator},
ist eine stetige lineare Abbildung 
$A:\mathcal{H}\ra \mathcal{H}'$ mit $A\rho(t) = \rho'(t)A$  f"ur alle
Elemente $t$ der dargestellten Gruppe.
\end{Definition}
\begin{Satz}[\textbf{Funktorialit"at der Spektralzerlegung}]
Gegeben  unit"are Darstellungen von $\DR$ in Hilbertr"aumen\label{FsZ}
$\mathcal{H}$ beziehungsweise $ \mathcal{H}'$  sind die Verflechtungsoperatoren 
$A :\mathcal{H} \rightarrow \mathcal{H}'$ 
genau die stetigen linearen Abbildungen 
mit der Eigenschaft, 
da"s f"ur die zugeh"origen
projektorwertigen Ma"se $\Phi, \Phi'$ und jede Borelmenge $M\subset\DR$
 gilt
$$A\circ \Phi(M) = \Phi'(M)\circ A$$
\end{Satz}

\begin{proof}
Da"s alle stetigen linearen Abbildungen mit dieser
Eigenschaft Verflechtungsoperatoren sind, scheint mir
offensichtlich.
Sei nun umgekehrt $A$ ein Verflechtungsoperator
und $M\subset\DR$ eine Borelmenge.
Nat"urlich reicht es,
$A\circ \Phi(M) = \Phi'(M)\circ A$
auf einem dichten Teilraum von $\cal{H}$ zu zeigen.
Mithilfe von
 \ref{ABZF} k"onnen wir uns also auf
den Fall beschr"anken, da"s unsere beiden
Darstellungen jeweils ganz 
aus differenzierbaren Vektoren bestehen.
Dann gilt jedoch f"ur die infinitesimalen
Erzeuger $S,S'$ offensichtlich
$A\circ S=S'\circ A$ und die Behauptung folgt aus 
der Funktorialit"at des Spektralma"ses im Fall
selbstadjungierter Operatoren
\ref{SSS}.\ref{SSS3}.
\end{proof}



\begin{proof}[Beweis von Satz \ref{UDzy} zur lokalen Struktur unit"arer 
Darstellungen]
  Ge\-ge\-ben eine unit"are Darstellung $(\rho, \mathcal{H})$ von $\DR$ 
betrachten wir die
  zugeh"orige Teilung $\Phi$ der Identit"at und zu jedem Vektor $v
  \in \mathcal{H}$ das Ma"s $\mu = \langle \Phi v, v \rangle$ 
nach \ref{BMPM}
und die Abbildung
$$\begin{array}{cccc}
\varphi: &\cal{L}^\infty (\Bbb{R}) & \rightarrow & \mathcal{H}\\
&f &\mapsto & \left( \int f \Phi  \right) v
\end{array}$$
Nach \ref{MMnn} gilt hier $\| \varphi (f)\|^2 =
\int |f|^2 \mu$.  Folglich faktorisiert $\varphi$ "uber das Bild von
$\cal{L}^\infty (\Bbb{R}) \rightarrow \op{L}^2 (\Bbb{R}; \mu)$ und l"a"st sich nach
\ref{ADVM} von diesem Bild stetig zu einer unit"aren Einbettung $\varphi : \op{L}^2
(\Bbb{R}; \mu) \hookrightarrow \mathcal{H}$ ausdehnen.  
Die Formel $\varphi
(\op{e}^{{\op{i}}tx}\cdot f) = \rho (t) ( \varphi(f))$ 
folgt
f"ur alle Funktionen $f$ mit beschr"anktem me"sbaren 
Repr"asentanten aus
\ref{EigPI}.\ref{LTT3}
 und
dann auf ganz $\op{L}^2 (\Bbb{R}; \mu)$ durch stetige Fortsetzung.
Damit haben wir die Existenz eines
Paars $(\mu,\varphi)$ mit den in  \ref{UDzy} 
behaupteten Eigenschaften
nachgewiesen. 
Um die Eindeutigkeit zu zeigen, 
gehen wir von einem m"oglichen Paar 
$(\mu,\varphi)$ aus.
Aus \ref{FsZ} und \ref{BpM} folgt 
$$\Phi(M)\circ \varphi=\varphi\circ ([M]\cdot)$$
und durch Anwenden beider Seiten auf die konstante Funktion
$1$ und Bilden des Skalarprodukts mit $v$ weiter
$\langle v,\Phi(M)v\rangle=\mu(M)$, womit die Eindeutigkeit von $\mu$ 
bereits gezeigt w"are. 
Andererseits zeigt die vorige Gleichung auch 
$\varphi ([M])=\Phi(M)v$, und das legt $\varphi$ 
wegen der Linearit"at auf 
me"sbaren Stufenfunktionen und dann wegen der 
Stetigkeit auf allen quadratintegrierbaren Funktionen fest.
\end{proof}


\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}\label{BpM}
Gegeben ein Borelma"s $\mu$ auf $\DR$ und die unit"are Darstellung
von $\DR$ durch Automorphismen von $\op{L}^2(\DR;\mu)$, bei der
$t\in\DR$ durch Multiplikation mit $\op{e}^{{\op{i}}tx}$ operiert,
ist f"ur das zugeh"orige projektorwertige Ma"s $\Phi$ 
der einer Borelmenge $M\subset \DR$ zugeordnete 
Projektor $\Phi(M)$ gerade
die Multiplikation mit der charakteristischen Funktion
$[M]$ von $M$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Betrachten wir auf $\DR$ das Lebesguema"s $\diff t$ und die unit"are
   Darstellung von $\DR$ auf $\cal{H}=\op{L}^2(\DR;\diff t)$ 
durch das Verschieben
   von Funktionen, $\rho(t)f=\tau_t f$, 
deren Stetigkeit in \ref{StVer} gezeigt
   wurde, so
hat f"ur das zugeh"orige projektorwertige Ma"s $\Phi$ 
der einer Borelmenge $M\subset \DR$ zugeordnete 
Projektor $\Phi(M)$ die Gestalt 
$\cal{F}\circ ([M]\cdot)\circ \cal{F}^{-1}$
f"ur $\cal{F}$ die wie in 
\ref{FouD} normalisierte Fouriertransformation. 
\end{Ubung}

\subsection{Operationen von Ma"sen auf Darstellungen}
\begin{Bemerkungl}
Sei  $\mathcal{H}$ ein Hilbertraum und $\Phi$
eine auf $\DR$ definierte Teilung
der Identit"at von $\cal{H}$
und $\rho :t\mapsto \int
\op{e}^{{\op{i}}tx } \Phi \langle x \rangle$ 
die dazu wie in \ref{SUD} gebildete unit"are Darstellung
von $\DR$ in  $\cal{H}$.
Wenn wir einmal von unserem Satz \ref{SUD}
ausgehen, so kann man leicht sehen, da"s f"ur
$M \subset \Bbb{R}$ beschr"ankt und me"sbar das Bild des 
zugeh"origen Projektors $(\op{im}\Phi (M)) \subset \mathcal{H}$ 
jeweils ganz aus differenzierbaren Funktionen besteht und da"s 
der infinitesimale Erzeuger dort durch das Integral
$\int {\op{i}} t\Phi \langle t \rangle$ beschrieben werden kann.
Wir werden nun f"ur jede unit"are Darstellung der Gruppe $\DR$ oder 
allgemeiner einer Geradengruppe $G$ in einem Hilbertraum $\cal{H}$ 
und jedes komplexe Ma"s $\mu \in \op{M}(\Bbb{R})$ beziehungsweise $\mu \in \op{M}(G)$ 
einen beschr"ankten Operator  
$$\mu\ast: \cal{H}\ra\cal{H}$$
 einf"uhren, 
die \glqq Operation durch Konvolution\grqq, von der wir sp"ater die Formel 
$
\mu \ast = \int \mu^{\wedge} (x) \Phi \langle x \rangle
$
zeigen werden. Die Konvolution mit $\mu$ wird also mit dem Integral seiner
Fouriertransformierten $\mu^\wedge \in \mathcal{C}^{\op{b}} (\Bbb{R})$
nach dem zu unserer Darstellung geh"origen 
projektorwertigen Ma"s "ubereinstimmen. 
Obwohl das alles noch nicht
bewiesen ist, zeigt es uns doch schon eine M"oglichkeit, 
auch ohne die Existenz von $\Phi$ zu kennen, gewisse Teilr"aume 
\glqq mit Frequenzbeschr"ankungen\grqq\  zu definieren. 
Beim  Beweis des folgenden technischen
Lemmas, das wir bei unserer Herleitung der Spektralzerlegung unit"arer
Darstellungen von $\DR$ gebraucht und bereits im Vorgriff  verwendet haben, 
ist dann der wesentliche Punkte der Nachweis, da"s diese 
Teilr"aume aus differenzierbaren Vektoren 
bestehen und da"s ihre Vereinigung dicht liegt.
\end{Bemerkungl}
\begin{Lemma}\label{ABZF}
Es ist m"oglich, simultan
in jeder unit"aren Darstellung $\cal{H}$ von $\DR$
eine aufsteigende Folge von unit"aren Unterdarstellungen
$\cal{H}_0\subset \cal{H}_1\subset\ldots$ so zu w"ahlen, 
da"s  (1) in jedem  $\cal{H}_i$  
 jeder Vektor differenzierbar ist, da"s 
(2) deren Vereinigung dicht liegt,
 und da"s (3) jeder
Verflechtungsoperator $\cal{H}\ra \cal{H}'$ auch
$\cal{H}_i$ nach $\cal{H}'_i$ abbildet. 
\end{Lemma}
 \begin{proof}
In \ref{SpRa} werden wir zu jeder abgeschlossenen Teilmenge
$C\As\DR$ eine unit"are Unterdarstellung $\cal{H}_C\subset \cal{H}$
erkl"aren und zwar derart, da"s aus $C\subset D$
folgt $\cal{H}_C\subset \cal{H}_D$ und da"s 
jeder
Verflechtungsoperator $\cal{H}\ra \cal{H}'$ auch
$\cal{H}_C$ in $\cal{H}'_C$ abbildet. 
In \ref{CDD} zeigen wir, da"s f"ur $C$
kompakt $\cal{H}_C$ aus differenzierbaren
Vektoren besteht. Aus \ref{DiDi} folgt schlie"slich, 
da"s die Vereinigung der besagten
Unterdarstellungen zu den kompakten Intervallen $[-n,n]$ dicht liegt
in unserer urspr"unglichen Darstellung.
\end{proof}


\begin{Definition}[\textbf{Operationen von Ma"sen auf Darstellungen}]
Gegeben eine unit"are Darstellung $(\mathcal{H},\rho)$ einer Geradengruppe
$G$ erkl"aren wir f"ur jedes komplexe Ma"s $\mu \in
\op{M}(G) $ eine lineare Abbildung\label{OMD}
$\mu \ast:\mathcal{H} \rightarrow \mathcal{H}, $ $
v  \mapsto  \mu \ast v$
durch die Vorschrift 
$$\mu\ast v = \int
 \rho(t)  v \;\mu \langle t \rangle $$
wobei das Integral im Sinne von \ref{IWH} zu verstehen ist,
also charakterisiert wird durch 
$\langle  w,\mu\ast v\rangle = \int
\langle  w,\rho(t)  v\rangle \;\mu \langle t \rangle 
\quad\text{ f"ur alle }
w \in \mathcal{H}$.
\end{Definition}
\nichtfinal{\begin{Bemerkungw}
Wir werden in \ref{IVF} sogar die 
Integration von Funktionen mit Werten in Banachr"aumen und 
in noch allgemeineren R"aumen diskutieren und dann erkennen, da"s die 
Faltung von Ma"sen mit Funktionen aus 
\ref{FMSF} und \ref{FMSFp} jedenfalls f"ur kompakt getragene Ma"se
gerade die analoge Operation von Ma"sen auf den
nun nicht mehr unit"aren Darstellungen von $\DR$ durch Verschiebung auf 
den Funktionenr"aumen $\cal{C}(\DR)$ beziehungsweise $\op{L}^p(\DR)$ ist.
\end{Bemerkungw}}
\begin{Beispiele}
Ist $\mu = \delta_t$ ein Diracma"s, so gilt $\mu \ast v = \rho(t) (v)$.
Durch diese Gleichheit motiviert vereinfachen wir unsere Notation und
schreiben kurz
$$\rho(t)(v)=t\ast v$$
Ist $\mu = a_1 \delta_{t(1)} + \ldots +a_n \delta_{t(n)}$ eine
Linearkombination von Diracma"sen, so gilt mit dieser Notation 
$\mu \ast v = a_1
t(1)\ast v + \ldots + a_n t(n) \ast v$.
In der Tat ist unsere Operation von Ma"sen sicher eine bilineare
Abbildung $\op{M}(G) \times \mathcal{H} \rightarrow \mathcal{H}$.
\end{Beispiele}

\begin{Lemma}[\textbf{Stetigkeit der Konvolution}]\label{KL1S}
Gegeben eine unit"are Darstellung $\cal{H}$ einer Geradengruppe $G$
gilt f"ur jedes komplexe Ma"s $\mu \in \op{M}(G)$  und 
jeden Vektor $v \in \mathcal{H}$ 
die
Absch"atzung
\begin{equation*}
\| \mu \ast v\| \leq \|\mu\| \cdot \|v\|
\end{equation*}
mit $\|\mu\|$ der Variationsnorm unseres Ma"ses aus \ref{DCMaa}.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
F"ur alle $w \in \mathcal{H}$ haben wir 
$$
| \langle  w,\mu \ast v\rangle | = 
 \left| \int \langle w,t \ast v\rangle
 \; \mu \langle t \rangle \right| 
\leq  \int | \langle w ,t \ast v\rangle  | \;|\mu| \langle t \rangle
 \leq  \|\mu\|  \cdot\|v\| \cdot \|w\| 
$$
Setzen wir hier $w =  \mu \ast v$, so ergibt sich die Behauptung sofort.
\end{proof}
\begin{Lemma}[\textbf{Assoziativit"at der Konvolution}]
Gegeben eine unit"are Darstellung $\cal{H}$ einer Geradengruppe $G$ und
Ma"se $\mu, \nu \in \op{M}(G)$ und ein Vektor
$v \in \mathcal{H}$ gilt stets
\begin{equation*}
\mu\ast (\nu \ast v) = (\mu \ast \nu) \ast v
\end{equation*}
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Es reicht zu zeigen, da"s beide Seiten mit jedem Vektor $w \in \mathcal{H}$
dasselbe Skalarprodukt haben.
Wir finden nun nach den Definitionen
\begin{eqnarray*}
\langle  w,\mu \ast (\nu\ast v)\rangle & =& \int \langle w,t \ast (\nu\ast v)
\rangle \;\mu \langle t \rangle \\
&=&\int \langle  (-t) \ast w,\nu \ast v\rangle \;\mu \langle t \rangle\\
&=& \int \left( \int \langle  (-t)\ast w,s \ast v\rangle \;\nu \langle
s \rangle \right) \;\mu \langle t \rangle\\
\langle w,(\mu \ast \nu) \ast v \rangle &=& \int \langle  w ,x \ast v\rangle
(\mu \ast \nu) \langle x \rangle \\
&=& \int \langle w,(s +t)\ast v \rangle
(\mu \boxtimes \nu) \langle s,t \rangle
\end{eqnarray*}
und die Behauptung folgt so aus dem  Satz von
Fubini.
\end{proof}
\begin{Lemma}\label{KKKn}
Sei $\cal{H}$ eine unit"are Darstellung einer Geradengruppe $G$ und
$\mu_n \in \op{M}(G)$ eine Folge von nichtnegativen Ma"sen 
mit $\mu_n(G)=1$ und der Eigenschaft, da"s f"ur jede offene Umgebung 
$U$ des neutralen Elements $0\in G$ fast alle unserer Ma"se
auf $G\setminus U$ verschwinden. So gilt f"ur jeden Vektor $
v \in \mathcal{H}$ die Formel
$$\lim_{n\rightarrow \infty} \mu_n\ast v = v$$
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
F"ur alle $\varepsilon > 0$ 
gibt es eine offene Umgebung $U$ 
des neutralen Elements mit $\| t \ast v - v\| \leq \varepsilon$
f"ur alle $t \in U$. Falls $n$ so gro"s ist, da"s gilt 
$\mu_n(G\setminus U)$, so haben wir demnach
$$
\left| \langle  w ,\mu_n \ast v - v\rangle \right| = \left|
\int \langle  w ,t \ast v - v\rangle  \; \mu_n
\langle t \rangle \right| 
\leq \int | \langle  w ,t \ast v -v\rangle | \; 
\mu_n \langle t \rangle \leq \varepsilon\|w\|
\qedhere$$
\end{proof}


\begin{Definition}\label{SpRa}
Gegeben eine Geradengruppe $G$ notieren wir die Inverse der 
abstrakten Fouriertransformation $\cal{M}(G)\sira \cal{S}(\hat{G})$ 
von den Schwartzma"sen in die Schwartzfunktionen aus
\ref{AFT} als $h\mapsto h^\vee$.
Gegeben eine unit"are Darstellung $\mathcal{H} $ von $G$ und eine
abgeschlossene Teilmenge $C\As \hat{G}$ setzen wir
\begin{equation*}
\mathcal{H}_C = \{ v \in \mathcal{H} \mid h^\vee \ast v =0 
\text{ f"ur alle }
h \in \cal{S}(\hat{G}) \text{ mit } h|_C =0\}
\end{equation*}
Nach \ref{KL1S} ist das ein abgeschlossener Teilraum 
und wegen der Kommutativit"at
der Konvolution ist er sogar eine Unterdarstellung.
Offensichtlich folgt aus $C \subset D$ auch 
$\mathcal{H}_C \subset \mathcal{H}_D$.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Im folgenden will ich versuchen klar zu machen,
da"s man sich diesen Raum denken 
kann als die Menge aller Vektoren, die \glqq keine spektralen Anteile
zu Charakteren au"serhalb von $C$ besitzen\grqq. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
Gegeben  $f\in \cal{S}(\hat{G})$ mit 
Tr"ager in $C$ gilt $f^\vee\ast \mathcal{H}\subset \mathcal{H}_C$.
In der Tat haben wir ja 
$h^\vee \ast(f^\vee\ast v)=(h^\vee \ast f^\vee)\ast v=(h\cdot f)^\vee\ast v
=0$ f"ur alle $h\in \cal{S}(\hat{G})$ mit $h\cdot f=0$.
\end{Beispiel}

\begin{Lemma}\label{CDD}
F"ur jede unit"are Darstellung $\mathcal{H}$ einer Geradengruppe $G$ und jedes
Kompaktum $C \subset \hat{G}$ besteht $\mathcal{H}_C$ aus
differenzierbaren Vektoren.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Wir behaupten zun"achst f"ur alle $v\in \cal{H}_C$ und $\varphi\in
\cal{S}(\hat{G})$ mit $\varphi|_C=1$ die Formel
$$\varphi^\vee\ast v=v$$
Aus den Definitionen folgt schon mal, da"s 
f"ur jede weitere derartige Funktion $\phi$ gilt
$\phi^\vee\ast v=\varphi^\vee\ast v$.
Es reicht demnach, unsere Formel f"ur
ein derartiges $\varphi$ zu zeigen, das wir konstant Eins auf einem 
$C$ und den Ursprung umfassenden Intervall annehmen d"urfen, so da"s
insbesondere 
f"ur $r\geq 1$ auch $\varphi_r=\varphi\circ (r^{-1}\cdot)$ auf $C$ 
konstant Eins ist. 
Damit h"angt also $\varphi_r^\vee\ast v$ gar nicht von $r\geq 1$ ab. 
Unsere Formel ist mithin gezeigt, sobald wir nachweisen, da"s 
$\langle\varphi_r^\vee\ast v,w\rangle$  f"ur alle $w$  bei
$r\ra\infty$ gegen $\langle v,w\rangle$ strebt. 
Ist nun $\lambda$ ein Haarma"s auf $G$
und $\varphi^\vee=\psi\lambda$, so haben 
wir  $\varphi_r^\vee=r(\psi\circ (r\cdot))\lambda$ und
$$\langle w,\varphi_r^\vee\ast v\rangle=
\int \langle w,t\ast v\rangle r\psi(rt)\;\lambda \langle t\rangle=
\int \langle w,(u/r)\ast v\rangle \psi(u)\;\lambda \langle u\rangle
$$
und das strebt 
nach dem Satz "uber dominierte Konvergenz bei $r\ra\infty$ gegen 
$ \langle  v,w\rangle$.
Damit ist die oben behauptete Formel bewiesen.
Um nun zu zeigen, da"s $v \in \mathcal{H}$ differenzierbar ist, 
beschr"anken wir uns auf den Fall $G=\DR$. 
F"ur jede Funktion $\psi$ aus dem Schwartzraum 
strebt dann
$(\tau_t  \psi - \psi)/t$ f"ur $t \ra 0$ 
in der $\op{L}^1$-Norm gegen
$\psi'$ und
damit ist $\psi\lambda\ast v$ differenzierbar nach \ref{KL1S}
mit Ableitung $ \psi'\lambda\ast v$.
\end{proof}
%\begin{Bemerkungl}
%Im Fall einer endlichdimensionalen Darstellung
%ist $\mathcal{H}_C$ die Summe aller Eigenr"aume des
%infinitesimalen Erzeugers mit Eigenwerten aus ${\op{i}}C$. 
%\end{Bemerkungl}
\begin{Lemma}\label{DiDi}
Gegeben eine unit"are Darstellung $\mathcal{H}$ einer 
Geradengruppe $G$ liegt die 
Vereinigung der $ \mathcal{H}_{C}$ "uber alle Kompakta $C\subset \hat{G}$ 
dicht in
$\mathcal{H}$.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Nach \ref{KKKn} liegt $\cal{M}(G)\ast \cal{H}$ dicht in $\cal{H}$.
Nach \ref{FTL1} liegt $\mathcal{C}^\infty_{!} (\hat{G})^\vee$
dicht in $\cal{M}(G)$ f"ur die Variationsnorm.
Nach \ref{KL1S} liegt dann auch $\mathcal{C}^\infty_{!} (\hat{G})^\vee
\ast \cal{H}$ dicht in $\cal{H}$.
\end{proof}


\begin{Lemma}\label{FTL1}
Die Fouriertransformierten glatter Funktionen
mit kompaktem Tr"ager auf der reellen Zahlengeraden
bilden einen dichten Teilraum im Raum 
aller integrierbaren Funktionen auf der reellen Zahlengeraden.
\end{Lemma}

\begin{proof}[Beweis]
Zun"achst einmal liegt der Schwartzraum dicht im Raum aller
integrierbaren Funktionen, es reicht also f"ur jede
Funktion des Schwartzraums $f \in \mathcal{S}$ eine Folge
$g_n \in \mathcal{C}^\infty_! (\Bbb{R})$ anzugeben mit
$\lim_{n\rightarrow \infty} \|g^\wedge_n - f\|_1 =0$.
Dazu schreiben wir $f = g^\wedge$ mit $g \in \mathcal{S}$ und
w"ahlen $h \in \mathcal{C}_!^\infty (\Bbb{R})$ mit $h |_{[-1,1]} =1$
und betrachten die Funktionen $h_n$ mit $h_n (x) = h(x/n)$ 
und setzen $g_n=h_ng$.
Jetzt behaupte ich
\begin{equation*}
(g_n )^{(i)} \rightarrow g^{(i)}
\end{equation*}
in der $\op{L}^2$-Norm f"ur $i =0,1,2$, 
also f"ur die Funktionen selbst und f"ur ihre 
erste und zweite Ableitung. Sobald das gezeigt ist, 
folgern wir $y^i g_n^\wedge \rightarrow y^i g^\wedge$
in der $\op{L}^2$-Norm f"ur $i =0,1,2$ und damit $(1+y^2) g^\wedge_n
\rightarrow (1+y^2) g^\wedge$ in der $\op{L}^2$-Norm. Da aber $(1+y^2)^{-1}$
selbst quadratintegrierbar ist, folgt mit \ref{qIq} sofort
$g^\wedge_n \rightarrow g^\wedge$ in der $\op{L}^1$-Norm.
Warum aber gilt $(h_n g)^{(i)} \rightarrow g^{(i)}$ in der
$\op{L}^2$-Norm?
Nun, wir finden eine Schranke $C $ f"ur $|h-1|$ und eine 
Schranke $M$ mit $|g(x)| \leq M x^{-2}$ f"ur $x \geq 1$ und
folgern $|h_n g-g| =|h_n -1| \cdot |g| \leq MCx^{-2}$
f"ur $x \geq 1$. F"ur $|x| \leq n$ verschwindet andererseits diese
Differenz identisch, und so folgt
\begin{equation*}
\| h_n g - g\|_2 \leq 2MC \int^\infty_n x^{-2} \diff x
\end{equation*}
und das strebt f"ur $n \rightarrow \infty$ gegen Null.
Die Behauptung f"ur die h"oheren Ableitungen zeigt man "ahnlich.
\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen}

\begin{Ubung}\label{qIq}
Gegeben ein Ma"sraum $X$ definiert f"ur jede quadratintegrierbare Funktion
$g \in \op{L}^2(X)$ das Multiplizieren mit $g$ eine stetige lineare
Abbildung $(g\cdot): \op{L}^2 (X) \rightarrow \op{L}^1 (X)$
mit der Operatornorm $\| g\|_2$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{VVMK}
Gegeben unit"are Darstellungen $(\cal{H},\rho)$ und
$(\cal{H}',\rho')$ einer Geradengruppe $G$ und ein
Verflechtungsoperator $A:\cal{H}\ra \cal{H}'$ zeige man 
f"ur jedes komplexe Ma"s $\mu\in \op{M}(G)$ und alle $v\in\cal{H}$
die Formel
$\mu\ast (Av)=A(\mu\ast v)$.
\end{Ubung}
\subsection{Variationen zum Spektralsatz}



\begin{Satz}[\textbf{Simultane Spektralzerlegung}]
Gegeben ein Hilbertraum $\mathcal{H}$ haben\label{SSZ} wir eine Bijektion
$$\begin{array}{ccc}
\left\{
\begin{array}{c}
\text{Kompakt getragene auf}\\
\text{$\Bbb{R}^n$ definierte Teilungen}\\
\text{$\Phi$ der Identit"at von } \mathcal{H}
\end{array}\right\}
& \sira & \left\{ \begin{array}{c}
\text{$n$-Tupel } (T_1, \ldots, T_n) \text{ von }\\
\text{paarweise kommutierenden}\\
\text{selbstadjungierten Operatoren auf } \mathcal{H} \end{array} 
\right\} \\[7mm]
\Phi & \mapsto & \left(\int x_1 \Phi,\ldots,\int x_n \Phi\right)
\end{array}$$
Gegeben 
eine stetige lineare Abbildung  $A :\mathcal{H}
\rightarrow \mathcal{H}'$ von Hilbertr"aumen und 
paarweise kommutierende selbstadjungierte Operatoren  
$T_1,\ldots, T_n \in \mathcal{B} (\mathcal{H})$
sowie $T'_1,\ldots, T'_n \in \mathcal{B} (\mathcal{H}')$ mit 
$AT_\nu = T'_\nu A$ f"ur $1\leq \nu\leq n$
haben wir f"ur die zugeh"origen projektorwertigen Ma"se $\Phi, \Phi'$ und jede
Borelmenge $M\subset\DR^n$ weiter die Identit"at
$$A\circ \Phi(M) = \Phi'(M)\circ A$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Der Beweis variiert den Beweis des Spektralsatzes \ref{SSS} und
wird uns bis zum Ende dieses Abschnitts besch"aftigen.
Wir beginnen mit einer sehr groben Absch"atzung f"ur die 
Operatornorm eines polynomialen Ausdrucks in 
paarweise kommutierenden selbstadjungierten Operatoren.
\end{Bemerkungl}
\begin{Lemma}\label{KNNn}
Gegeben ein Hilbertraum $\mathcal{H}$, darauf 
paarweise kommutierende selbstadjungierte Operatoren 
$T_1, \ldots, T_n$ und 
ein kompaktes Intervall $[a,b] \subset \Bbb{R}$ mit 
$\sigma (T_\nu) \subset (a,b) $ f"ur $1\leq  \nu\leq n$ 
gilt f"ur jedes Polynom $P \in \Bbb{C} [X_1, \ldots, X_n]$ die Absch"atzung
\begin{equation*}
\| P (T_1, \ldots, T_n) \| \leq \sup \{ P(\lambda_1 , \ldots, \lambda_n)\mid
\lambda_\nu \in [a,b]\;\forall \nu\}
\end{equation*}
\end{Lemma}
\begin{proof}
Bezeichne $\Phi_\nu$ die nach dem Spektralsatz 
\ref{SSS} durch $T_\nu$ definierte Teilung der Identit"at von
$\mathcal{H}$.  Wir bilden f"ur jedes $r$ die "aquidistante Unterteilung
$a = a_0 \leq a_1 \leq 
\ldots \leq a_r = b$ und betrachten die Intervalle 
$I_i = (a_{i-1}, a_i]$ und die Operatoren
\begin{equation*}
S^r_\nu = \sum_{i=1}^r a_i \Phi_\nu (I_i)
\end{equation*}
Nach dem Spektralsatz
gilt in der Operatornorm $S^r_\nu \rightarrow T_\nu$
f"ur $r \rightarrow \infty$ und daraus ergibt sich sofort
ebenfalls in der Operatornorm 
\begin{equation*}
P(S_1^r , \ldots , S^r_n) \rightarrow P(T_1, \ldots, T_n)\quad \text{ f"ur }r
\ra\infty
\end{equation*}
Der Operator $P (S_1^r, \ldots , S^r_n)$ kann hinwiederum wie folgt beschrieben
werden: Man betrachte f"ur jedes $n$-Tupel $(i{(1)}, i{(2)}, \ldots i{(n)})$ 
von Indizes aus $\{1, \ldots ,r\}$ den Projektor $\Phi_1 (I_{i(1)}) \circ 
\ldots \circ \Phi_n (I_{i(n)})$.
Die Bilder dieser $r^n$ Projektoren bilden eine Zerlegung unseres 
Hilbertraums $\mathcal{H}$ in $r^n$ paarweise orthogonale 
abgeschlossene Teilr"aume und unser
Operator $P (S^r_1, \ldots , S^r_n)$ operiert auf dem entsprechenden Teilraum
als der Skalar 
$P(a_{i(1)},a_{i(2)}, \ldots , a_{i(n)})$. Im Fall $n=2$ etwa ist
das genau der Wert, den unser Polynom  an der
oberen linken Ecke des Rechtecks $I_{i(1)}\times I_{i(2)}$
annimmt.
Damit ist klar, da"s die Norm von $P(S^r_1, \ldots , S^r_n)$ in der behaupteten
Weise abgesch"atzt werden kann, und dasselbe ergibt sich 
im Grenzwert auch f"ur die Norm von
$P(T_1, \ldots, T_n)$.
\end{proof}


\begin{proof}[Beweis von \ref{SSZ}]
Wir konstruieren zun"achst eine Abbildung in die Gegenrichtung.
Seien $T_1, \ldots, T_n$
paarweise kommutierende selbstadjungierte Operatoren 
auf einem Hilbertraum $\cal{H}$.
Lemma \ref{KNNn} 
zeigt, da"s es ein Kompaktum $K\subset \DR^n$ gibt derart,
da"s f"ur jedes Polynom $P\in \Bbb{C} [X_1, \ldots, X_n]$ gilt
\begin{equation*}
\| P (T_1, \ldots, T_n) \| \leq \| P|_K \|_\infty
\end{equation*}
Daraus folgern wir  die Existenz und Eindeutigkeit 
der durch gestrichelte Pfeile
angedeuteten stetigen Ringhomomorphismen im Diagramm
\begin{displaymath}
\xymatrix{
\Bbb{C} [X_1, \ldots, X_n]\ar[dr] \ar@{->>}[r] 
&\Bbb{C} [x_1,\ldots, x_n] \ar@{^{(}->}[r] 
\ar@{-->}[d]&\mathcal{C} (K)\ar@{-->}[dl]\\
& \mathcal{B} (\mathcal{H}) &
}
\end{displaymath}
und haben so bereits das Anwenden einer 
stetigen Funktion auf einen selbstadjungierten
Operator verallgemeinert zum Anwenden einer stetigen Funktion 
$\DR^n\ra \DC$ auf ein $n$-Tupel von paarweise kommutierenden
selbstadjungierten
Operatoren.
Wie beim Beweis von \ref{sazv} im Anschlu"s an
\ref{SABBB} folgern wir, da"s es f"ur 
jeden Vektor $v\in \mathcal{H}$ genau ein Paar
$(\mu, \varphi)$ gibt bestehend aus einem kompakt getragenen
Borelma"s $\mu$ auf $\Bbb{R}^n$ und einer unit"aren Einbettung
$\varphi : \op{L}^2 (\Bbb{R}^n;\mu)\hookrightarrow 
\mathcal{H}$ mit $\varphi (1) =v$ und
$\varphi \circ (x_i \cdot) = T_i \circ \varphi$ f"ur $1 \leq i \leq n$.
Wie in \ref{AWMO} folgende zeigen wir dann, da"s es f"ur 
$f: \Bbb{R}^n \rightarrow \Bbb{C}$ me"sbar und
beschr"ankt genau einen Operator $f (T_1, \ldots, T_n)$ 
gibt mit $f (T_1, \ldots, T_n)v=\varphi(f)$ f"ur 
$\varphi$ die kanonische Einbettung zu $v$ wie eben, 
und da"s wir so eine Teilung der Identit"at mit den gew"unschten 
Eigenschaften erhalten. Der Rest des Beweises ist 
vollst"andig analog zum Beweis des Spektralsatzes aus
\ref{BSSS} und mag dem Leser "uberlassen bleiben.
\end{proof}
\begin{Korollar}[\textbf{Spektralsatz f"ur unit"are Operatoren}]
Gegeben ein Hilbert\-raum $\mathcal{H}$ haben wir eine Bijektion
\begin{displaymath}
\begin{array}{ccc}
\left\{
\begin{array}{c} \text{Auf der Kreislinie } S^1 \text{ definierte }\\
\text{Teilungen $\Phi$ der Identit"at von } \mathcal{H}
 \end{array} \right\} & \sira
&\left\{ \begin{array}{c} \text{Unit"are Automorphismen} \\
\text{des Hilbertraums }\mathcal{H}\end{array}\right\}\\[2ex]
\Phi & \mapsto &\int_{S^{1}} z \Phi \langle z \rangle
\end{array}
\end{displaymath}
\end{Korollar}
  \begin{proof}
Nach \ref{EigPI} liefert f"ur jede Teilung der Identit"at auf der 
Kreislinie besagtes Integral einen unit"aren Automorphismus 
unseres Hilbertraums. 
Da"s diese Konstruktion eine Bijektion liefert,
folgt mit 
mit \ref{SUOP} 
aus dem etwas allgemeineren Fall \ref{SSN} sogenannter \glqq normaler\grqq\ 
    Operatoren.  
\end{proof}
\begin{Definition}
  Ein Operator auf einem Hilbertraum hei"st 
{\bf normal},\index{normal!Operator} 
 wenn
  er mit seinem Adjungierten vertauscht.  In Formeln ist also 
ein Operator $N \in
  \mathcal{B} (\mathcal{H})$ normal, wenn gilt $NN^\ast = N^\ast
  N$. Insbesondere ist jeder selbstadjungierte und jeder unit"are Operator
  normal.
Ein Endomorphismus eines endlichdimensionalen Hilbertraums ist normal 
genau dann, wenn er diagonalisierbar ist mit paarweise aufeinander 
senkrecht stehenden Eigenr"aumen,
 und f"ur jedes projektorwertige Ma"s $\Phi$ 
auf einem Me"sraum und jede 
beschr"ankte me"sbare komplexwertige Funktion $f$ auf besagtem Raum ist
$\int f\Phi$ normal.
  \end{Definition}
\begin{Korollar}[\textbf{Spektralsatz f"ur normale Operatoren}]\label{SSN}
$\;$
\begin{enumerate}
  \item Gegeben ein Hilbertraum $\mathcal{H}$ erhalten wir eine Bijektion
\begin{displaymath}
\begin{array}{ccc}
\left\{ \begin{array}{c}
\text{Auf $\DC$ definierte kompakt getragene}\\
\text{Teilungen der Identit"at von $\cal{H}$}
\end{array} \right\} &
\overset{\sim}{\rightarrow} & 
\left\{
\begin{array}{c}
\text{Normale}\\
\text{Operatoren auf } \mathcal{H}
\end{array} \right\}\\[5mm]
\Phi & \mapsto & \int z\Phi\langle z\rangle
\end{array}
\end{displaymath}
\item
F"ur die einem normalen Operator $N$ 
entsprechende Teilung  der Identit"at $\Phi_N$ 
ist das Spektrum  $\sigma(N)$ von $N$ das kleinste Kompaktum 
$K\subset \DC$ mit $\Phi_N(K)=\op{id}_{\cal{H}}$
und der adjungierte Operator wird gegeben durch das Integral 
$$N^\ast=\int \bar{z}\Phi_N\langle z\rangle$$
\item\label{SSS3n}
Gegeben eine stetige lineare Abbildung von Hilbertr"aumen $A :\mathcal{H}
\rightarrow \mathcal{H}'$ und normale Operatoren $N \in
\mathcal{B}(\mathcal{H})$, $N' \in \mathcal{B} (\mathcal{H}')$ mit $AN = N'A$
gilt f"ur die zugeh"origen projektorwertigen Ma"se $\Phi, \Phi'$ und 
$M\subset\DC$ eine beliebige 
Borelmenge  
$$A\circ \Phi(M) = \Phi'(M)\circ A$$
\end{enumerate}
\end{Korollar}

  \begin{proof}
    Jeder normale Operator $N$ l"a"st sich in eindeutiger Weise darstellen als
\begin{displaymath}
N = R + {\op{i}} I
\end{displaymath}
mit kommutierenden selbstadjungierten Operatoren 
$R$ und $ I$, n"amlich mit $R =
(N + N^\ast)/2$ und $I = (N-N^\ast)/2{\op{i}}$.  Betrachten wir zu $R$ und $ I$
die simultane Spektralzerlegung, d.h. die auf $\DR^2$ definierte kompakt
getragene Teilung $\Phi$ der Identit"at von $\mathcal{H}$ mit
\begin{displaymath}
R =\int x \Phi \langle x,y \rangle 
\quad\text{ und }\quad I = \int y \Phi \langle x,y \rangle
\end{displaymath}
Wir erhalten  unter der Identifikation $\Bbb{R}^2 \overset{\sim}{\rightarrow}
\Bbb{C}$, $ (x,y) \mapsto x + {\op{i}}y$ eine Teilung $\Phi$ der Identit"at auf
$\Bbb{C}$ mit
\begin{displaymath}
N = \int z \Phi \langle z \rangle
\end{displaymath}
Der Rest des Beweises kann dem Leser "uberlassen bleiben, f"ur 
Teil \ref{SSS3} benutze man das anschlie"sende Lemma \ref{PFRr}.
\end{proof}




\begin{Lemma}\label{PFRr}
Gegeben $N :\mathcal{H} \rightarrow \mathcal{H}$ und 
$N' :\mathcal{H}' \rightarrow \mathcal{H}'$ normale Operatoren auf 
Hilbertr"aumen und $A: \mathcal{H} \rightarrow 
\mathcal{H}'$ eine stetige lineare 
Abbildung mit $AN = N' A$ gilt auch 
f"ur ihre Adjungierten $A N^\ast = N'^{ \ast} A$.
\end{Lemma}
\begin{proof}
Seien $\Phi_N,\Phi_{N'}$ die zugeh"origen Teilungen der Identit"at auf $\DC$.
Zun"achst einmal gilt es, \ref{BSST} auf den Fall normaler Operatoren zu
verallgemeinern. Das zeigt dann $A \Phi_N (C) = \Phi_{N'} (C) A$ erst f"ur
$C \As \Bbb{C}$ und dann durch die Betrachtung geeigneter Differenzmengen
auch allgemeiner 
f"ur halboffene Rechtecke der Gestalt $C = (a,b] \times {\op{i}}(c,d]$.
Jetzt schreiben wir $N^\ast$ und $N'^\ast$ als Grenzwert von Riemannsummen
wie im Beweis von \ref{KNNn} und das Lemma folgt.
\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen} 

\begin{Ubung}\label{Poff}
Gegeben ein Hilbertraum $\mathcal{H}$ mit einer 
Teilung $\Phi$ der Identit"at und $f$ beschr"ankt und me"sbar
und $P \in \Bbb{C} [X]$ ein Polynom haben wir nach \ref{Pof}
die Identit"at
\begin{equation*}
P \left(\int f \Phi\right) = \int (P \circ f) \Phi
\end{equation*}
Man zeige diese Identit"at nun
f"ur beliebige beschr"ankte me"sbare Funktionen $P:\DC\ra\DC$.
\end{Ubung}


\subsection{Unbeschr"ankte Operatoren}
\begin{Bemerkungl}
In der Literatur trifft man unit"are Darstellungen von
$\DR$ meist in einer mehr traditionellen Tracht als
sogenannte \glqq unbeschr"ankte selbstadjungierte Operatoren\grqq\  an.
Ich stelle hier dieses Konzept vor und erkl"are in Satz \ref{UDUO}
seine Beziehung zu unit"aren Darstellungen, 
beweise von diesem Satz jedoch nur noch einen Teil.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Unter einer {\bf partiell definierten linearen Abbildung}
\index{partiell!definiert, lineare Abbildung} von einem
Vektorraum $V$ in einen Vektorraum $W$ verstehen wir ein 
Paar $(\mathcal{D},T)$ bestehend aus
einem Untervektorraum  $\mathcal{D} \subset V$ 
und 
einer linearen Abbildung $T: \mathcal{D} \rightarrow W$. 
Wir notieren solch eine partiell definierte\index{)4@$\dashrightarrow$ partiell definierte lineare Abbildung} 
lineare Abbildung auch $$T:V \dashrightarrow W$$
  und schreiben $\mathcal{D} 
=  \mathcal{D}(T)$ und nennen 
diesen Untervektorraum den {\bf Definitionsbereich von $T$}. 
Ist $V$ ein normierter Vektorraum und ist $\mathcal{D} \subset V$ 
dicht, so sprechen wir  von einer 
{\bf dicht definierten}\index{dicht!definiert} 
linearen Abbildung  $V \dashrightarrow W$. 
\end{Definition}
\begin{Beispiel}\label{AbT}
Ein typisches Beispiel f"ur eine dicht definierte lineare Abbildung w"are 
$V = W = \op{L}^2 (\Bbb{R}; \diff x)$ mit dem Teilraum $ \mathcal{D} 
= \{ f \in \op{L}^2 (\Bbb{R}; \diff x) \cap \mathcal{C}^1 (\Bbb{R}) 
\mid f' \in \op{L}^2 (\Bbb{R}; \diff x)\}$
als Definitions\-bereich und
dem Ableiten $T f = f'$ als linearer Abbildung.
\end{Beispiel}
\begin{Definition}
Gegeben $T: \mathcal{H} \dashrightarrow \mathcal{H}'$  eine dicht 
definierte lineare Abbildung
von Hilbertr"aumen   erkl"aren wir eine weitere 
partiell definierte lineare Abbildung 
$T^* : \mathcal{H}' \dashrightarrow \mathcal{H}$, 
ihre \defnoind{adjungierte 
Abbildung},\index{adjungiert!partiell definierte Abbildung} 
indem wir den Teilraum $\mathcal{D}(T^*) 
\pdef \{v' \in \mathcal{H}' \mid v \mapsto \langle  v',T v
\rangle \text{ ist stetig auf } \mathcal{D} (T)\}$
als ihren Definitionsbereich 
w"ahlen und dann $T^* : \mathcal{D} (T^*)\rightarrow \mathcal{H}$ 
unter Verwendung des Satzes von
Riesz \ref{DRH}
erkl"aren durch die Vorschrift $$\langle T^* v',v\rangle = 
\langle v',Tv\rangle \quad \forall v \in \mathcal{D} (T), v' \in
\mathcal{D} (T^*)$$
\end{Definition}
\begin{Definition}\label{usab}
Ein {\bf unbeschr"ankter selbstadjungierter Operator}
auf einem 
Hilbertraum\index{unbeschr"ankt!Operator}\index{Operator!unbeschr"ankter} 
ist eine dicht definierte lineare Abbildung
von unserem Hilbertraum in sich selber,
die mit ihrer Adjungierten zusammenf"allt, 
in Formeln $T:\mathcal{H} \dashrightarrow \mathcal{H}$ mit $T^* =T$.
Mit gefordert wird hier implizit insbesondere auch die Gleichheit der
Definitionsbereiche $\mathcal{D} (T)=
\mathcal{D} (T^*)$.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Mich befriedigt diese 
Terminologie nicht vollst"andig, da nat"urlich auch 
alle beschr"ankten selbstadjungierten Operatoren Beispiele f"ur 
unbeschr"ankte selbstadjungierte Operatoren sind.
Stattdessen stets von \glqq nicht notwendig beschr"ankten\grqq\  
selbstadjungierten Operatoren zu reden w"are aber 
auch wieder umst"andlich.
\end{Bemerkungl}


\begin{Lemma}\label{Bssa}
F"ur jedes nichtnegative Borelma"s $\mu$ auf $\Bbb{R}$
ist das Paar $(\mathcal{D},T)$ bestehend aus dem Teilraum
$\mathcal{D}\pdef \{f \in \op{L}^2 (\Bbb{R};\mu) \mid
x f \in \op{L}^2 (\Bbb{R};\mu)\}$ und der Abbildung $T : \mathcal{D} 
\rightarrow \op{L}^2 (\Bbb{R};\mu)$, $
f \mapsto xf$ ein unbeschr"ankter selbstadjungierter Operator auf $\op{L}^2
(\Bbb{R}; \mu)$. Hierbei meint $x$ die Identit"at auf $\DR$.
\end{Lemma}
\begin{proof}
Per definitionem besteht $\mathcal{D}(T^\ast) $ aus allen
$ g \in \op{L}^2 (\Bbb{R};\mu)$ derart, da"s sich die Abbildung 
$ f\mapsto \int \bar{g} x f  \mu$ 
 stetig von $\mathcal{D}$ auf
ganz $\op{L}^2 (\Bbb{R};\mu)$  fortsetzen l"a"st.
Die Inklusion $\mathcal{D}(T^\ast) \supset \mathcal{D}$ 
scheint mir damit
offensichtlich.
L"a"st sich andererseits f"ur vorgegebenes $g \in \op{L}^2$ 
unsere Abbildung stetig von $\cal{D}$ nach $\op{L}^2$ 
fortsetzen, so wird diese Fortsetzung nach \ref{DRH} 
gegeben durch das Integrieren gegen eine Funktion 
$h \in \op{L}^2 (\Bbb{R}; \mu)$ als $f \mapsto \int \bar{h} f \mu$.
Insbesondere gilt also f"ur jede glatte Funktion 
$f$ mit kompaktem Tr"ager $\int
\bar{g}xf   \mu = \int \bar{h}f  \mu$ und daraus folgt  mit \ref{lID}
dann $ \bar{g}x = \bar{h}$ fast "uberall, 
also $xg \in \op{L}^2 (\Bbb{R};\mu)$
und damit $\mathcal{D}(T^\ast) = \mathcal{D}$.
\end{proof}


\begin{Beispiel}
Ich komme nocheinmal auf das Beispiel \ref{AbT} zur"uck. 
Gegeben $f,g \in \mathcal{D}$ gilt ja sicher
\begin{equation*}
\int^b_a \bar{g} f'  = \bar{g}f\mid^{b}_{a}  -\int^b_a \bar{g}'f
\end{equation*}
und wegen
$\bar{g} f \in \op{L}^1$ finden wir Folgen $a_n, b_n$ mit $a_n
\rightarrow -\infty$, $ b_n \rightarrow \infty$ und 
$(\bar{g}f)(a_n) \rightarrow 0$,
$(\bar{g}f) (b_n) \rightarrow 0$. Daraus folgern wir 
\begin{equation*}
\langle g,T f \rangle = -\langle Tg,f\rangle \quad \forall f,g \in \mathcal{D}
\end{equation*}
Mithin unterscheidet sich in diesem Fall der Operator $({\op{i}}T)^*$ 
vom Operator  
${\op{i}}T$ h"ochstens dadurch, da"s er eventuell 
einen gr"o"seren Definitionsbereich hat. Und den hat er in unserem
Fall in der Tat, zum Beispiel geh"ort zu besagtem Definitionsbereich
auch noch jede stetige Funktion, die auf $(-\infty, a]$ und
$[a,\infty)$ stetig differenzierbar ist und deren Ableitung dort
jeweils quadratintegrierbar ist. Genauer erhalten wir eine
Erweiterung unseres Operators zu einem selbstadjungierten Operator,
wenn wir $t$ statt $x$ schreiben und 
den folgenden Satz \ref{UDUO} auf die unit"are 
Darstellung von $\DR$ auf $\op{L}^2(\DR;\diff t)$ anwenden, 
bei der $t\in \DR$ durch Verschiebung um $t$ operiert, in Formeln
$\rho(t)=\tau_t$.
\end{Beispiel}
\begin{Satz}\label{UDUO}
Gegeben ein Hilbertraum $\mathcal{H}$ liefert das Bilden des infinitesimalen
Erzeugers $S_\rho$ 
zu einer unit"aren Darstellung $\rho$ im Sinne von \ref{BKZV} 
eine Bijektion
$$\begin{array}{ccc}
\left\{ \begin{array}{c}
\text{Unit"are Darstellungen}\\
\text{von $\Bbb{R}$ in $\mathcal{H}$}\\ \end{array}\right\}
& \overset{\sim}{\rightarrow} &
\left\{ \begin{array}{c}
\text{Unbeschr"ankte selbstadjungierte}\\
\text{Operatoren auf $\mathcal{H}$}
\end{array}\right\}\\[5mm]
\rho & \mapsto &(\mathcal{H}^1, -{\op{i}}S_{\rho})
\end{array}$$
\end{Satz}

\begin{proof}
Wir zeigen hier nur, da"s wir so eine Abbildung erhalten.
Das einzige Problem dabei ist  zu zeigen, da"s der adjungierte Operator zu
${\op{i}} S_{\rho}$ auch keinen gr"o"seren Definitionsbereich hat als
$\mathcal{H}^1$. Das folgt jedoch sofort aus der lokalen Darstellung \ref{UDzy}
in Verbindung mit \ref{Bssa}. Da"s die so konstruierte Abbildung eine 
Bijektion ist, wird erst sp"ater gezeigt werden.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
Gegeben ein Hilbertraum $\mathcal{H}$ 
folgern wir aus dem vorhergehenden Satz \ref{UDUO} in
Verbindung mit dem Satz "uber die Spektralzerlegung unit"arer
Darstellungen \ref{SUD} sogar ein kommutatives Dreieck von
Bijektionen
$$\begin{array}{c}\left\{ \begin{array}{c}
\text{Unit"are Darstellungen}\\
\text{von $\Bbb{R}$ in $\mathcal{H}$}\\ \end{array}\right\}\\[5mm]
\nearrow\sim\qquad\qquad \sim\searrow\end{array}\qquad$$
\begin{displaymath}
\begin{array}{ccc}
\left\{ \begin{array}{c}
\text{Auf $\DR$ definierte Teilungen}\\
\text{der Identit"at von $\cal{H}$}
\end{array} \right\} &
\sira & 
\left\{
\begin{array}{c}
\text{Unbeschr"ankte selbstadjun-}\\
\text{-gierte Operatoren auf $\mathcal{H}$}
\end{array} \right\}\\[5mm]
\Phi & \mapsto &  \int
x \Phi \langle x \rangle
\end{array}
\end{displaymath}
Hier ist der fragliche Operator nur auf den $v\in\cal{H}$ mit
$\int
|x| \langle v ,\Phi v \rangle<\infty$ definiert,
f"ur $\langle v ,\Phi v \rangle$ das in \ref{BMPM} erkl"arte
Ma"s, und f"ur diese $v$ ist er definiert durch die Bedingung
$$\left\langle w,\left(\int
x \Phi \langle x \rangle\right)v\right\rangle=\int
x \langle w ,\Phi v\rangle\qquad \forall w\in\cal{H}$$
Weiter meint $\nearrow$ unsere Bijektion aus dem
Satz "uber die Spektralzerlegung unit"arer
Darstellungen \ref{SUD} und $\searrow$ unsere Bijektion aus dem
vorhergehenden Satz  \ref{UDUO} und das a priori
v"ollig unmotivierte Vorzeichen in \ref{UDUO} 
habe ich nur eingef"uhrt, damit  ein 
kommutatives Dreieck entsteht, ohne da"s wir irgendwo anders 
ein noch unnat"urlicheres Vorzeichen einf"uhren m"u"sten.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Bezug zur Quantenmechanik}]
  In der Quantenmechanik modelliert man die Menge aller m"oglichen Zust"ande
  eines vorgegebenen physikalischen Systems als die Menge $\Bbb{P} \mathcal{H}$
  aller eindimensionalen Teilr"aume eines Hilbertraums $\mathcal{H}$. 
  Messungen mit zwei m"oglichen 
Resultaten, Ja oder Nein, modelliert man als abgeschlossene
  Teilr"aume  $T\As \mathcal{H}$. 
Wenden wir auf einen Zustand $\Bbb{C} v \in
  \Bbb{P} \mathcal{H}$ eine Messung $T$ an, 
so gilt es, den Vektor $v$ auf den vorgegebenen
  Teilraum $T \subset \mathcal{H}$ zu projizieren vermittels des zugeh"origen
  orthogonalen Projektors $\op{pr}_T$.
  Das Verh"altnis von $\|\op{pr}_T (v)\|^2$
  zu $\| v\|^2$ wird  dann interpretiert als
 die Wahrscheinlichkeit $P (v)$ f"ur das
  Me"sergebnis \glqq Ja\grqq, in Formeln
\begin{equation*}
P (v) = \frac{\|\op{pr}_T (v)\|^{2}}{\|v\|^{2}}
\end{equation*}
Feinere Messungen, die als Me"sergebnisse etwa beliebige reelle Zahlen liefern
k"onnen, modelliert man als Teilungen $\Phi$ der Identit"at von $\mathcal{H}$,
die etwa auf der reellen Zahlengeraden definiert sind, und interpretiert dann
f"ur jede Borelmenge $M \subset \Bbb{R}$ den Projektor $\Phi (M)$ in der Weise,
da"s $\| \Phi (M) v\|^2 / \|v\|^2$ die Wahrscheinlichkeit daf"ur angibt, da"s
der Zustand $\Bbb{C}v$ bei unserer Messung ein Resultat aus $M$ liefert.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
Eine partiell definierte lineare Abbildung von Banachr"aumen hei"st ein
{\bf abgeschlossener Operator},\index{abgeschlossen!Operator, unbeschr"ankter}
 wenn ihr Graph abgeschlossen ist im Produktraum. 
Das ist nicht zu verwechseln mit dem Begriff der
Abgeschlossenheit f"ur Abbildungen zwischen topologischen R"aumen.
Gleichbedeutend ist die
Forderung,
da"s f"ur eine konvergente Folge $v_n$ im Definitionsbereich unseres 
Operators, f"ur die auch die Folge der Bilder $Tv_n$ konvergiert, 
der Grenzwert $v$ auch im Definitionsbereich unseres 
Operators liegt und zus"atzlich gilt $Tv_n\ra Tv$.
Man kann zeigen, da"s jeder unbeschr"ankte selbstadjungierte Operator 
abgeschlossen ist.
\end{Bemerkungl}

\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}
Ist $\Phi$ eine kompakte getragene auf $\Bbb{R}$ 
definierte Teilung der Identit"at eines 
Hilbertraums $\mathcal{H}$ und $T$ der zugeh"orige selbstadjungierte Operator,
so ist $\langle Tv, v\rangle /\|v\|^2$ der 
Erwartungswert f"ur das Ergebnis, das man erh"alt,
wenn man die  durch $\Phi$ beschriebene Messung 
auf den Zustand $\Bbb{C} v$ anwendet. 
Das ist im "ubrigen genau die Zahl, f"ur die wir im Beweis von
\eref{SSM}{LA2} die Bezeichnung als \glqq Raleigh-Quotient\grqq\  eingef"uhrt hatten.
\end{Ubung}





%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "XXAN3"
%%% End: 
