\section{Kohomologie}
%\emph{Leider noch chaotisch!}
 F"ur eine orientierte kompakte $n$-Mannigfaltigkeit ohne Rand $M$ darf man
  erwarten, da"s sich der anschauliche Schnitt 
zweier Zykel formalisieren l"a"st
  zu einer bilinearen Paarung
  $${\op{H}}_{n-p} M \times {\op{H}}_{n-q} M \ra {\op{H}}_{n-(p+q)} M$$
  Das ist auch in der Tat der
  Fall, aber die Konstruktion dieses sogenannten \glqq Schnittprodukts\grqq\  
und insbesondere deren anschauliche Rechtfertigung ist nicht
  einfach und wird uns 
lange besch"aftigen. %erst in \ref{GiS} gelingen.  
Wir konstruieren 
zun"achst einmal den
  Kohomologiering, den man f"ur einen beliebigen topologischen Raum zwar recht
  m"uhelos definiert, f"ur den ich jedoch im allgemeinen 
keine Anschauung anbieten kann.  
F"ur kompakte orientierbare Mannigfaltigkeiten entspricht die Multiplikation
im Kohomologiering unter der \glqq Poincar\'{e}-Dualit"at\grqq\ 
dem oben anschaulich erkl"arten 
Schnittprodukt, aber diesen Zusammenhang kann ich 
vorerst nur im Fall von Zykeln komplement"arer Dimension 
klar machen und mu"s den allgemeinen Fall 
verschieben, bis wir die 
 Garbenkohomologie weit genug entwickelt haben.
Eine
  interessante Quelle zur Entwicklung der Theorie ist \cite{HTM}.  


\subsection{Singul"are Kohomologiegruppen}




\begin{Definition}
Gegeben ein topologischer
Raum $X$ und eine abelsche Gruppe $G$ setzen wir ganz allgemein
$${\op{S}}^{q}(X;G) \pdef \op{Hom}({\op{S}}_{q}X,G)\cong\op{Ens}(\op{Top}(\Delta_q,X),G)$$
f"ur ${\op{S}}_{q}X={\op{S}}_{q}(X;\DZ)$ 
und nennen die Elemente dieser Gruppe
\defnoind{singul"are Koketten von $X$ mit 
Koeffizienten in $G$}\index{singul"ar!Kokette mit Koeffizienten}.  
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Wir k"onnen ${\op{S}}^{q}(X;G)$ also auch
interpretieren als die Gruppe aller Abbildungen von der
Menge der $q$-Simplizes nach $G$.
Die Gruppe der  singul"aren Ketten
${\op{S}}_{q}(X;G)$ mit Koeffizienten in $G$
besteht im Gegensatz dazu nur aus allen auf fast
allen singul"aren Simplizes verschwindenden solchen Abbildungen. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}\label{KEE}
Per definitionem ist ${\op{S}}^{q}(X;G)$ gerade die homogene Komponente
vom Grad $(-q)$ im Komplex $\op{Hom}({\op{S}}X,G)=
\op{Hom}({\op{S}}X,G[0])$ wie er in \ref{HHKK}
definiert wird. Er hat  den
 Randoperator $\partial (f) =  - (-1)^{|f|} f \circ
\partial$.
Wir vereinbaren die Konvention, nach der obere Indizes
bei einem Komplex bedeuten sollen, 
da"s ein Differential in Richtung wachsender Indizes gemeint ist. 
Im allgemeinen kann man diese Regel  $C^q=C_{-q}$ schreiben,
aber in konkreten Situationen wie zum Beispiel hier
tr"agt die Stellung des Index
zus"atzliche Information.
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}
Eine Kokette $c\in {\op{S}}^{q}(X;G)$ nennen wir eine
\defind{Kokette vom Grad $q$} und schreiben $|c|=q$.
Den Wert einer Kokette $c\in {\op{S}}^{q}(X;G)$ 
auf einer Kette $z\in {\op{S}}_qX$
notieren wir $\langle c,z\rangle\in G$.
Sprechen wir ohne n"ahere Spezifikation von singul"aren Koketten,
so meinen wir Koeffizienten in $\Bbb{Z}$.
Den Randoperator des Komplexes ${\op{S}}^\ast( X;G)\pdef\op{Hom}({\op{S}}X,G)$  
nennen wir den \defind{Korandoperator}. 
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}\label{duKC} 
Gegeben eine abelsche Gruppe $G$ definieren wir ganz allgemein
einen Funktor
$
\op{Ab}
\ra  \op{Ab}^{{\op{opp}}}$, $
A\mapsto \op{Hom}(A,G)
$.
Das Bild eines Morphismus $f:A\ra B$ unter diesem Funktor 
nennen wir das
\glqq Vorschalten von $f$\grqq\  alias
die {\bf transponierte Abbildung}\index{transponiert!Abbildung!bei abelschen Gruppen} 
$f^\top:\op{Hom}(B,G)\ra
\op{Hom}(A,G)$.  
Explizit wird unser Korandoperator nach \ref{HHKK} 
also gegeben durch die Vorschrift
$\delta=-(-1)^q\partial^\top: {\op{S}}^{q}(X;G)\ra {\op{S}}^{q+1}(X;G)$
und noch expliziter durch die Vorschrift
$\langle \delta c, z\rangle=-(-1)^{|c|}\langle c,\partial z\rangle$. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
Wir haben nun kontravariante Funktoren konstruiert von
den topologischen R"aumen in die Komplexe abelscher Gruppen als die
Komposition
$$\op{Top}\ra\op{Ket}\ra\op{Ket}^{\op{opp}} $$
wo der erste Funktor gegeben ist durch $X\mapsto {\op{S}}X$ und der zweite
durch $C\mapsto \op{Hom}(C,G)$. Im Fall $G=\DZ$ 
notieren wir die Komposition ${\op{S}}^\ast$, also
$X\mapsto {\op{S}}^\ast X$
auf  Objekten und $f\mapsto {\op{S}}^\ast f$ auf  Morphismen.  
\end{Bemerkungl}


  \begin{Bemerkungl}
    Im Kontext von Morphismen in Richtung wachsender Indizes bezeichnet man
    die R"ander, Zykel und Homologiegruppen meist als
    \defnoind{Kor"ander}\index{Korand} $\cal{B}^qC$, \defind{Kozykel}
    $\cal{Z}^qC$ und \defind{Kohomologiegruppen} $\cal{H}^qC$.
  \end{Bemerkungl}

\begin{Definition}\label{RzS}
Die Kohomologiegruppen unseres Komplexes ${\op{S}}^{\ast}(X;G)$ der
singul"aren Koketten von $X$ mit Koeffizienten in $G$ hei"sen
die 
{\bf singul"aren Kohomologiegruppen 
von $X$ mit Koeffizienten in $G$}\index{Kohomologie!singul"are} und
werden bezeichnet mit
$$\cal{H}^{q}({\op{S}}^\ast(X;G))\pdef{\op{H}}^{q}_{\op{sing}}(X;G) 
= {\op{H}}^{q} (X;G)$$
Die\index{H@$\op{H}^{q}_{\op{sing}}$ singul"are Kohomologie} 
Notation ${\op{H}}^{q}(X;G)$  kann sp"ater
auch Garbenkohomologie bedeuten und der Leser  mu"s die genaue 
Bedeutung jeweils aus dem Kontext  erschlie"sen.
Offensichtlich erhalten wir so kontravariante Funktoren
von den topologischen R"aumen in die abelschen Gruppen
$
{\op{H}}^q(\;;G):\op{Top}
\ra \op{Ab}^{{\op{opp}}}
$.
Das Bild einer stetigen Abbildung $f:X\ra Y$ unter einem derartigen Funktor
notieren wir 
${\op{H}}^qf=f^\ast: 
{\op{H}}^qY\ra {\op{H}}^qX$\index{$f^\ast$ R"uckzug!f"ur singul"are Kohomologie}
 und haben also
$(f\circ g)^{\ast} = g^{\ast}\circ f^{\ast}$.  
Man bezeichnet die Abbildung $f^\ast$ auch als den
{\bf R"uckzug unter $f$}.\index{R"uckzug!f"ur singul"are Kohomologie}
\end{Definition}















\begin{Bemerkungl}
Wir k"onnen auch die Zuordnung
$G\mapsto {\op{H}}^q(X;G)$ f"ur festes $X$ auffassen als einen 
Funktor von den abelschen Gruppen in sich selber.
Ist insbesondere $G$ ein Modul "uber einem Ring $R$, so
erbt ${\op{H}}^q(X;G)$ diese Struktur.  
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}\label{KPI}
Wenden wir die  Identifikation 
${\cal{H}}\op{Hom}(C,D)\ra \op{Hom}({\cal{H}}C,{\cal{H}}D)$
aus \ref{HHKK} an mit $C={\op{S}}X$ und $D$ dem Komplex, der nur
im Grad Null lebt und dort $G$ ist, so erhalten wir eine Abbildung
${\op{H}}^{q}(X;G)\ra \op{Hom}({\op{H}}_{q}X,G)$ alias
eine $\DZ$-bilineare Abbildung, die
\defind{Kronecker-Paarung}
$$\begin{array}{ccc}
{\op{H}}^{q}(X;G)\times {\op{H}}_{q}X &\ra& G\\
(c \; , \; z) & \mapsto & \langle c,z\rangle
\end{array}$$
Ist $G$ ein Modul "uber einem Ring $k$, so
erhalten wir analog 
einen nat"urlichen Homomorphismus
${\op{H}}^{q}(X;G)\ra\op{Hom}_k( {\op{H}}_{q}(X;k), G)$
von Linksmoduln "uber $k$, wobei die $k$-Operation auf dem
$\op{Hom}$-Raum herkommt von der Rechtsoperation von $k$ auf
${\op{H}}_{q}(X;k)$.
Arbeiten wir mit Koeffizienten in einem 
K"orper $k$, so ist nach \ref{HHC} die Kohomologie schlicht der
Dualraum der Homologie, die Kronecker-Paarung definiert genauer Isomorphismen
$${\op{H}}^q(X;k)\sira \op{Hom}({\op{H}}_q(X;k), k)$$
Ich kann mir die h"oheren Kohomologiegruppen ab $q\geq 2$ nur vorstellen als
den Dualraum in diesem Sinne der
f"ur mich vergleichsweise 
anschaulichen Homologiegruppen. Im Fall $q=1$ erkl"are ich eine
weitere m"ogliche Anschauung in der anschlie"senden Bemerkung \ref{AKO}.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Anschauung f"ur die nullte Kohomologiegruppe}]
  Die nullte Kohomologiegruppe eines Raums $X$ 
mit Koeffizienten in einer abelschen
Gruppe $G$ kann man in nat"urlicher Weise identifizieren mit der Menge
aller Abbildungen $X\ra G$, die auf jeder Wegzusammenhangskomponente 
konstant sind. Im Fall eines \glqq lokal zusammenziehbaren\grqq\  Raums sind das 
schlicht alle stetigen Abbildungen f"ur die diskrete Topologie auf $G$. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Anschauung f"ur die erste Kohomologiegruppe}]
Die erste Kohomologiegruppe mit Koeffizienten in einer abelschen
Gruppe $G$ kann man sich 
im Fall eines \glqq lokal zusammenziehbaren\grqq\  Raums als die Menge aller
Isomorphieklassen von \glqq $G$-Hauptfaserb"undeln\grqq\  veranschaulichen, wobei
$G$ mit der diskreten Topologie zu verstehen ist, so da"s unsere
Hauptfaserb"undel "Uberlagerungen sind. Der Wert\label{AKO}  
einer Isomorphieklasse von Hauptfaserb"undeln
auf einem durch einen geschlossenen Weg dargestellten 
Zykel wird dann berechnet, indem man \glqq den Weg liftet und 
ihm das Gruppenelement zuordnet, das den
Anfangspunkt auf den 
Endpunkt schiebt\grqq. F"ur allgemeine topologische R"aume werden wir 
die Menge aller
Isomorphieklassen von $G$-Hauptfaserb"undeln 
in \eref{ECK}{TG} und \eref{CGa}{TG} mit der 
\glqq ersten Garbenkohomologiegruppe unseres Raums mit Koeffizienten in $G$\grqq\  
 identifizieren.
\end{Bemerkungl}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
Gegeben eine kurze exakte Sequenz $G'\hra G\sra G''$ von abelschen Gruppen
und ein topologischer Raum $X$ zeige man, 
wie analog zu \ref{BoH}\label{BoHK} 
in nat"urlicher Weise Randoperatoren definiert werden k"onnen so,
da"s eine lange exakte Sequenz
$$\ldots\ra {\op{H}}^q(X;G')\ra {\op{H}}^q(X;G)\ra {\op{H}}^q(X;G\grqq)\ra {\op{H}}^{q+1}(X;G')\ra\ldots$$
entsteht. Diese Randoperatoren hei"sen 
\defind{Bockstein-Homomorphismen}.
\end{Ubung}
\subsection{Der Kohomologiering}
\begin{Definition}\label{TeVo}
Gegeben ein Komplex von abelschen Gruppen $A \in \op{Ket}$
erkl"aren wir den \defind{dualen Komplex} als den Komplex
$A^\ast \pdef \op{Hom} (A, \mathbb{Z}) \in \op{Ket}$ der
Homomorphismen in den im Grad Null konzentrierten Komplex
$\mathbb{Z}$ wie er in \ref{HHKK}
definiert wird. Er hat insbesondere den
 Randoperator $\partial (f) =  - (-1)^{|f|} f \circ
\partial$.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Das Dualisieren ist in offensichtlicher Weise ein Funktor $\op{Ket}
  \rightarrow \op{Ket}^{\op{opp}}$ und wir erhalten nat"urliche
  Kettenabbildungen
  \begin{equation*}
    t = t_{A,B}: A^\ast \otimes B^\ast \rightarrow (A \otimes B)^\ast
  \end{equation*}
  durch die Vorschrift $(t (f \otimes g))(a \otimes b)= (-1)^{|g||a|}
  f (a)g (b)$ f"ur homogene Elemente $f \in A^\ast, g \in B^\ast, a
  \in A$ und $b \in B$. Ich werde in \ref{TeHo1} kurz diskutieren,
  warum wir bei der Konstruktion dieser Kettenabbildungen $t$ in
  Wirklichkeit gar keine Vorzeichenwahl treffen und sie vielmehr durch
  die Daten in \ref{GKTT} bereits festgelegt werden.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkunge}
Ist $k$ ein beliebiger kommutativer Ring und lesen
  wir im Vorhergehenden wie im 
Folgenden $  {\op{H}}^\ast X={\op{H}}^\ast (X;k)$ 
und $\otimes = \otimes_k$ und
  $\op{Hom} = \op{Hom}_k$ und $A^\ast=\op{Hom} (A,k) $, so behalten alle
  Aussagen bis \ref{EigHO} weiter ihre G"ultigkeit.
\end{Bemerkunge}



%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%


%  \begin{Bemerkungl}
%     Sei allgemeiner $R$ ein beliebiger 
% kommutativer Koeffizientenring.
%     Der "Ubersichtlichkeit halber 
%k"urzen wir ${\op{H}}^\ast(X;R)={\op{H}}^\ast
%     X$ und $\otimes_R=\otimes$ und $\op{Hom}_R=\op{Hom}$ 
% und $\op{Hom}(A,R)=A^\ast$ ab.
% \end{Bemerkungl} 

\begin{Definition}\label{DCP}
Gegeben ein topologischer Raum $X$ betrachten wir die
bis auf Homotopie wohlbestimmte Komposition von Kettenabbildungen 
$${\op{S}}X\ra {\op{S}}(X\times X)\ra {\op{S}}X\otimes{\op{S}}X$$
mit der von der 
diagonalen Einbettung $\Delta:X\hra X\times X$ induzierten Abbildung vorne
und 
einer Homotopieinversen 
einer Eilenberg-Zilber-Abbildung \ref{EZAA} hinten. 
Durch Dualisieren 
und Vorschalten der kanonischen Abbildung vom Tensorprodukt der 
dualen Komplexe in das Duale des Tensorprodukts 
aus \ref{TeVo}  erhalten wir daraus 
eine
bis auf Homotopie wohlbestimmte Komposition von Kettenabbildungen 
$${\op{S}}^\ast X\leftarrow  ({\op{S}}X\otimes{\op{S}}X)^\ast
\leftarrow 
{\op{S}}^\ast X\otimes {\op{S}}^\ast X$$
Durch Bilden der Kohomologie und Vorschalten der kanonischen 
Abbildung vom Tensorprodukt der 
Kohomologien in die Kohomologie des Tensorprodukts aus
\ref{TeKon}  erhalten wir weiter 
eine wohlbestimmte Abbildung
$${\op{H}}^\ast X\leftarrow  
\cal{H}^\ast({\op{S}}^\ast X\otimes {\op{S}}^\ast X)
\leftarrow {\op{H}}^\ast X\otimes {\op{H}}^\ast X$$
Sie  beinhaltet lauter bilineare Abbildungen
${\op{H}}^p X\times {\op{H}}^q X\ra {\op{H}}^{p+q} X$.
Man notiert diese Abbildungen $(a,b)\mapsto
a\cup b$ und bezeichnet sie 
nach der tassenf"ormigen  Gestalt des Verkn"upfungssymbols
 als  {\bf cup-Produkt}.\index{cup-Produkt}
Wie bereits erw"ahnt kann ich f"ur dieses Produkt in der 
Allgemeinheit beliebiger topologischer R"aume 
zu meinem Leidwesen keinerlei Anschauung bereitstellen.
\end{Definition}
\begin{Bemerkunge}[\textbf{Diskussion der Notation}]
  Die Notation $\cup$ f"ur die Multiplikation im
Kohomologiering scheint auf Whitney zur"uckzugehen.
Seine Motivation war vermutlich,
da"s diese Multiplikation
 f"ur jede kompakte orientierte 
Mannigfaltigkeit unter dem Isomorphismus der Poincar\'e-Dualit"at 
dem \glqq Schnittprodukt\grqq\  auf der Homologie entspricht,
f"ur das die Notation $\cap$ nahe liegt. Wir 
werden das in \ref{SPP} noch ausf"uhren.
Allerdings hat sich mittlerweile f"ur das Schnittprodukt die Notation 
$\cdot$ durchgesetzt, und zu allem "Uberflu"s hat man dem
Symbol $\cap$ in der algebraischen Topologie daraufhin eine
andere Bedeutung zugewiesen, wodurch der Ursprung der Notation
$\cup$ v"ollig  versch"uttet worden ist.
\end{Bemerkunge}
% \begin{Bemerkungl}
% Unser n"achstes Ziel ist zu zeigen, da"s 
% f"ur jeden topologischen Raum $X$
% die totale Kohomologie ${\op{H}}^\ast X=\bigoplus_q{\op{H}}^q X$
% mit dem cup-Produkt als Multiplikation zu einem Ring wird,
% und da"s in diesem Ring zus"atzlich gilt
%  $$a\cup b=(-1)^{|a||b|}b\cup a$$ 
% f"ur \glqq homogene\grqq\  Elemente $a,b$ der Grade $|a|,|b|$, 
% also 
% $a\in {\op{H}}^p X$ 
% und 
% $b\in {\op{H}}^q X$ 
% f"ur geeignete $p,q$, die wir 
% $|a|=p$ und $|b|=q$ notieren.
% Ich werde sogar zwei verschiedene Wege 
% aufzeigen, die zu diesem
% Resultat f"uhren: Zun"achst erkl"are ich einen mehr  
% rechnerischen Zugang, der allerdings die letzte Formel
% nicht liefert. Anschlie"send einen mehr konzeptionellen Zugang.
% \end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Schierigkeiten 
mit Koprodukten auf der Homologie}] 
Wenn man mit Koeffizienten in einem K"orper $k$ arbeitet,
kann man gleich zu Beginn der  Argumentationskette aus \ref{DCP}
zur Homologie "ubergehen und so eine nat"urliche Abbildung
${\op{H}}(X;k)\ra {\op{H}}(X;k)\otimes_k{\op{H}}(X;k) $  
erhalten, aus der dann das cup-Produkt auf der Kohomologie
mit Koeffizienten in $k$ durch Dualisieren entsteht.
Bei der Arbeit mit ganzzahligen Koeffizienten erhalten wir jedoch 
auf diese Weise
nur kanonische Abbildungen
$${\op{H}}X\ra
\cal{H}({\op{S}}X\otimes{\op{S}}X)
\leftarrow{\op{H}}X\otimes{\op{H}}X $$
Eine \glqq Komultiplikation\grqq\  
auf der ganzzahligen Homologie ergibt sich  nur unter der 
zus"atzlichen Annahme, da"s der rechte Pfeil ein Isomorphismus ist, 
also etwa f"ur R"aume mit torsionsfreier Homologie.
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{Kohomologiering}]
F"ur jeden topologischen Raum $X$ wird die totale Kohomologie
    ${\op{H}}^\ast X = \bigoplus_q {\op{H}}^q X$ mit dem 
cup-Produkt als Multiplikation zu
    einem Ring, dem \emph{\bf singul"aren Kohomologiering} 
von\index{singul"ar!Kohomologiering}\index{Kohomologiering!singul"arer} 
$X$,  und in diesem Ring gilt
    \begin{equation*}
      a \cup b = (-1)^{|a||b|} b \cup a
    \end{equation*}
     F"ur jede stetige Abbildung 
$f : X \rightarrow Y$ ist weiter das Zur"uckholen
    ein Ringhomomorphismus $f^\ast : {\op{H}}^\ast Y 
\rightarrow {\op{H}}^\ast X$.\label{KoRi}
\end{Satz}


\begin{Bemerkungl} 
  Wir st"utzen uns beim Beweis  auf das \glqq Kreuzprodukt der
  Kohomologie\grqq\  und seine Eigenschaften, die wir dazu erst einmal diskutieren
m"ussen.
  Der eigentliche Beweis unseres Satzes folgt dann im Anschlu"s an den Beweis
  der Proposition \ref{EgK} zu den Eigenschaften des Kreuzprodukts.
\end{Bemerkungl}




\begin{Definition}
Gegeben
topologische R"aume $X,Y$ definieren wir das
{\bf Kreuzprodukt der 
Kohomologie}\index{Kreuzprodukt!der Kohomologie}\index{$\times$ Kreuzprodukt!der Kohomologie}
$$\begin{array}{ccc}
{\op{H}}^{p}X \otimes {\op{H}}^{q}Y& \ra &{\op{H}}^{p+q}(X\times Y)\\
a \otimes b &\mapsto & a\times b
\end{array}$$
wie folgt: Wir betrachten  den Effekt der Komposition
$${\op{S}}^{\ast}X \otimes {\op{S}}^{\ast}Y 
\ra ({\op{S}}X \otimes {\op{S}}Y)^{\ast} \ra
{\op{S}}^{\ast}(X\times Y)$$
auf der Kohomologie, mit der Transponierten einer
Eilenberg-Zilber-Ab\-bildung als Abbildung rechts und 
der in \ref{TeVo} erkl"arten
Kettenabbildung links,  und schalten dann noch die Abbildung
${\op{H}}^{\ast} X \otimes {\op{H}}^{\ast}Y 
\ra \cal{H}^{\ast}({\op{S}}^{\ast}X \otimes
{\op{S}}^{\ast} Y)$ aus \ref{TKH} von dem Tensorprodukt der 
Homologie zweier Komplexe zur Homologie ihres Tensorprodukts davor.  
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}\label{ck}
Ist $X$ ein topologischer Raum und $\Delta:X\ra X\times X$, $x\mapsto (x,x)$ 
die Diagonale, so gilt nach unserer Definition \ref{DCP} 
f"ur beliebige $a,b\in {\op{H}}^\ast
X$ die Formel
$$a\cup b=\Delta^{\ast}(a\times b)$$
\end{Bemerkungl}



\begin{Proposition}[\textbf{Eigenschaften des Kreuzprodukts}]\label{EgK}
\
\begin{description}
\item[\defind{Nat"urlichkeit}:]
Gegeben stetige Abbildungen  $f : X \ra X^{\prime}$ und $g: Y \ra Y^{\prime}$
gilt f"ur beliebige $c\in {\op{H}}^p X'$ und $d\in {\op{H}}^q Y'$ in 
der Kohomologie der Produktraums ${\op{H}}^{p+q}(X\times Y)$
die Identit"at
$$(f^\ast c) \times (g^\ast d)=
(f\times g)^\ast (c \times d)$$
\item[Einheit:]
Bezeichnet $1\in {\op{H}}^0(\op{pt})$ den kanonischen Erzeuger
der Homologie eines Punktes,
so gelten unter Unterdr"uckung der Notation f"ur die von den
Identifikationen $\op{pt}\times X\cong X\cong X\times \op{pt}$
auf der Kohomologie induzierten Isomorphismen
die Gleichungen
$$1\times c= c=c\times 1$$
\item[Assoziativit"at:]
Gegeben $X,Y,Z$ topologische R"aume
und $a,b,c$ zugeh"orige Kohomologieklassen
gilt unter Unterdr"uckung der Notation f"ur die von den
Identifikationen $(X\times Y)\times Z\cong X\times Y\times Z\cong X\times
(Y\times Z)$ auf der Kohomologie induzierten Isomorphismen in der
Kohomologie von $X\times Y\times Z$ die Gleichung
$$(a\times b)\times c=a\times (b\times c)$$
\item[\defind{Graduierte Kommutativit"at}:]
Gegeben topologische R"aume $X,Y$
bezeichne $\tau : X \times Y \ra
Y \times X$ die Vertauschung der Faktoren $(x,y)\mapsto (y,x)$.
F"ur beliebige homogene Kohomologieklassen $c\in {\op{H}}^\ast X$ und $d \in {\op{H}}^\ast Y$
gilt dann in ${\op{H}}^\ast(Y\times X)$
die Identit"at
$$\tau^\ast (c \times d)= (-1)^{|c| |d|} d\times c$$
\end{description}
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis]
Um das zu zeigen, gilt es zun"achst, alle Diagramme aus dem
entsprechenden Beweis im Fall des Kreuzprodukts der Homologie \ref{EigK} zu
dualisieren. Dann gilt es jedoch weiter, die Kommutativit"at einiger
Diagramme von abstrakten Kettenkomplexen
zu pr"ufen, die wir im folgenden ohne Beweis angeben.
\\[2mm]\noindent
{\em Nat"urlichkeit}: Gegeben $C \ra C_{1}$, $D \ra D_{1}$
Kettenabbildungen kommutiert mit den durch \ref{TeVo} gegebenen
Horizontalen, wie bereits in \ref{TeVo} behauptet, das Diagramm
\begin{equation*}\begin{CD}
C^{\ast}\otimes D^{\ast}@>>> (C \otimes D)^{\ast}\\
@VVV @VVV \\
C^{\ast}_{1} \otimes D_{1}^{\ast}@ >>> (C_{1}\otimes D_{1})^{\ast}
\end{CD}\end{equation*}
\\[2mm]\noindent
{\em Einheit}: Hier ist nichts zus"atzlich zu pr"ufen.
\\[2mm]\noindent
{\em Assoziativit"at}: Wir betrachten das Diagramm mit hoffentlich
offensichtlichen Morphismen
$$\begin{array}{ccccc}
{\op{S}}^{\ast} X \otimes {\op{S}}^{\ast}Y \otimes {\op{S}}^{\ast}Z &\ra &({\op{S}}X \otimes
{\op{S}}Y)^{\ast}\otimes {\op{S}}^{\ast}Z & \ra & ({\op{S}}X \otimes {\op{S}}Y\otimes
{\op{S}}Z)^{\ast}\\
 & & \downarrow & &\downarrow \\
 & & {\op{S}}^{\ast} (X \times Y)\otimes {\op{S}}^{\ast}Z & \ra & ({\op{S}}(X\times Y)
 \otimes {\op{S}}Z)^{\ast}\\
 & & & &  \downarrow\\
 & & & & {\op{S}}^{\ast}(X \times Y \times Z)
\end{array}$$
Das bereits im Beweis der Nat"urlichkeit benutzte Diagramm alias die in
\ref{TeVo} behauptete Nat"urlichkeit der Morphismen $t$ zeigt,
da"s auch dies Diagramm kommutiert.
Setzen wir oben links ein Tensorprodukt $\tilde{a} \otimes \tilde{b}
\otimes \tilde{c}$ von Repr"asentanten der jeweiligen
Kohomologieklassen ein, so kommt unten rechts ein Repr"asentant von $(a
\times b)\times c$ heraus.
Nun ist die rechte Vertikale unseres Diagramms  gerade einer der
beiden m"oglichen Wege im Diagramm aus dem Beweis der
Assoziativit"at f"ur das Kreuzprodukt der Homologie, dualisiert.
Malen wir dasselbe Diagramm f"ur die andere Klammerung, so sind
also die rechten Vertikalen in beiden Diagrammen
homotopie"aquivalent. Um den Beweis zu beenden ben"otigen wir dann
nur noch die Information, da"s auch die obere
Horizontale unseres Diagramms nicht von der Wahl
der Klammerung abh"angt, also die Kommutativit"at von
$$\begin{array}{ccccc}
 & & (A\otimes B)^{\ast} \otimes C^{\ast} & & \\
 & \nearrow &  &\searrow &\\
A^{\ast} \otimes B^{\ast} \otimes C^{\ast} & & & &(A\otimes B
\otimes C)^{\ast} \\
 & \searrow &  &\nearrow & \\
 & & A^{\ast}\otimes (B \otimes C)^{\ast} & &
\end{array}$$
Deren Nachweis "uberlassen wir  dem Leser.
\\[2mm]\noindent
{\em Graduierte Kommutativit"at}: Hierzu ben"otigen wir
zus"atzlich nur noch die Kommutativit"at von
\begin{equation*}\begin{CD}
A^{\ast} \otimes B^{\ast} @>>> (A \otimes B)^{\ast}\\
@VVV  @VVV \\
B^{\ast} \otimes A^{\ast} @>>> (B\otimes A)^{\ast}
\end{CD} \end{equation*}
mit $t$-Abbildungen in den Horizontalen und 
von Vertauschungen induzierten Abbildungen in den Vertikalen.
Den Nachweis dieser Kommutativit"at  "uberlassen wir wieder dem Leser.
\end{proof}

\begin{proof}[Beweis von \ref{KoRi}]
Wir st"utzen uns auf die Darstellung $a \cup b = \Delta^\ast (a \times b)$
des cup-Produkts aus \ref{ck}.
Dann haben wir
\begin{eqnarray*}
(a\cup b) \cup c &=& \Delta^\ast ((a\cup b)\times c)\\
&=&\Delta^\ast ((\Delta^\ast (a \times b)) \times c)\\
&=&\Delta^\ast (\Delta \times \op{id})^\ast (( a\times b)\times c)\\
&=& \Delta^\ast_3 (( a \times b)\times c)
\end{eqnarray*}
Hier haben wir im dritten Schritt die
Nat"urlichkeit des Kreuzprodukts und die Identit"at
$c = \op{id}^\ast c$ benutzt,  und 
im vierten Schritt meint $\Delta_3 = \Delta (\Delta
\times \op{id})$ die Abbildung $X \rightarrow (X \times X) \times X$, 
$x \mapsto
((x,x),x)$. Die Assoziativit"at 
des cup-Produkts folgt nun unmittelbar
aus der Assoziativit"at des Kreuzprodukts.
Als n"achstes behaupten wir, da"s $1_X = p^\ast 1 \in {\op{H}}^0 X$ f"ur $p : X
\rightarrow \op{pt}$ die konstante Abbildung ein 
neutrales Element f"ur das cup-Produkt
ist. In der Tat gilt
\begin{eqnarray*}
a \cup 1_X &=& \Delta^\ast (a \times 1_X)\\
&=&\Delta^\ast (\op{id} \times p)^\ast (a\times 1)\\
&=& \op{id}^\ast (a)\\
&=&a
\end{eqnarray*}
unter Verwendung unserer Erkenntnisse "uber die Einheit beim Kreuzprodukt, und
$1_X \cup a = a$ zeigt man genauso.
Die Formel $a \cup b = (-1)^{|a| |b|} b  \cup a$ folgt aus der graduierten
Kommutativit"at des Kreuzprodukts, indem man
 f"ur die
Vertauschung der Faktoren $\tau:X\times X\ra X\times X$ 
die Formel $\tau\circ\Delta=\Delta$ 
beachtet. Damit
erhalten wir dann wie gew"unscht
\begin{eqnarray*}
%\begin{equation*}
%\begin{array}[b]{lll}
a\cup b&=&\Delta^\ast(a\times b)\\
&=&\Delta^\ast\tau^\ast(a\times b)\\
&=&(-1)^{|a| |b|}\Delta^\ast(b\times a)\\
&=&(-1)^{|a| |b|}b\cup a
\end{eqnarray*}
Die Nat"urlichkeit des cup-Produkts folgt unmittelbar aus der 
Nat"urlichkeit des Kreuzprodukts.
\end{proof}





\subsection{Cup-Produkt von singul"aren Koketten}
%% \begin{Satz}[\textbf{Cup-Produkt durch Kreuzprodukt}]
%% Ist $X$ ein topologischer Raum und $\Delta:X\ra X\times X$, $x\mapsto (x,x)$
%% die Diagonale, so gilt f"ur beliebige\label{ck}
%% $a,b\in {\op{H}}^\ast X$ die Formel
%% $$a\cup b=\Delta^\ast(a\times b)$$
%% \end{Satz}
%% \begin{proof}[Beweis]
%% Das folgt, wenn wir das Kreuzprodukt
%% auf der Kohomologie mithilfe der
%% Alexander-Whitney-Abbildung aus \ref{EAW} berechnen.
%% Genauer betrachten wir die Kettenabbildungen
%% $${\op{S}}^{\ast}X \otimes {\op{S}}^{\ast}X 
%% \ra ({\op{S}}X \otimes {\op{S}}X)^{\ast}\ra
%% {\op{S}}^\ast(X \times X)\stackrel{\Delta^\ast}{\ra} {\op{S}}^\ast X$$
%% mit der Transponierten der in \ref{EAW} erkl"arten
%% Alexander-Whitney-Abbildung an der vorletzten Stelle
%% und pr"ufen, da"s diese Komposition gerade unser
%% $\cup$-Produkt auf den Koketten ist.
%% \end{proof}
\begin{Proposition}[\textbf{Komultiplikation von Ketten}]
F"ur jeden topologischen Raum $X$ betrachte man die Abbildung\label{CoM}
$\Delta : {\op{S}}X  \ra  {\op{S}}X \otimes {\op{S}}X$, 
die auf Simplizes in der Notation \ref{VoHi} gegeben wird
durch die Vorschrift
$$\sigma \mapsto \sum_{p+q =|\sigma|} \sigma  \lambda_{p} \otimes \sigma
 \rho_{q}
$$
Sie ist ein Homomorphismus von Kettenkomplexen und 
erf"ullt die Bedingung der  
\emph{\bf Koassoziativit"at}\index{Koassoziativit"at}
$(\Delta \otimes \op{id}) \circ \Delta = (\op{id} 
\otimes \Delta)\circ \Delta : {\op{S}}X \ra {\op{S}}X \otimes
{\op{S}}X \otimes {\op{S}}X$.
\end{Proposition}
\begin{proof}
Die fragliche Abbildung erh"alt man als die Verkn"upfung 
${\op{S}}X\ra {\op{S}}(X\times X)\ra {\op{S}}X\otimes {\op{S}}X$ des
direkten Bildes unter der Diagonale mit der Alexander-Whitney-Abbildung
aus \ref{EAW}.
Das ist auch der
Grund, aus dem sie $\Delta$ notiert wird.
Als eine Verkn"upfung von Kettenabbildungen ist unsere Abbildung
eine Kettenabbildung. Die Koassoziativit"at ist offensichtlich.
\end{proof}



\begin{Definition}\label{SiK}
Sei $X$ ein topologischer Raum.
Die Verkn"upfung
$${\op{S}}^{\ast} X \otimes {\op{S}}^{\ast} X \ra 
({\op{S}} X \otimes {\op{S}}X)^{\ast} \ra {\op{S}}^{\ast}X$$
unserer kanonischen Abbildung  aus \ref{TeVo} 
mit der Transponierten
unserer Komultiplikation $\Delta$ aus \ref{CoM} wird auch notiert 
in der Form
$$a \otimes b \mapsto a \cup b$$ und
hei"st 
das \defind{cup-Produkt} {\bf auf den singul"aren Koketten}.
Explizit  wird f"ur Koketten 
$a\in {\op{S}}^pX$, $b\in {\op{S}}^qX$ der Wert von $a \cup
b$ auf einem Simplex $\sigma : \Delta_{p+q} \ra X$ 
gegeben durch die Formel
$$\langle a \cup b, \sigma \rangle = (-1)^{pq}\langle a, \sigma
\circ \lambda_{p} \rangle \langle b, \sigma \circ \rho_{q} \rangle$$
Die Koassoziativit"at von $\Delta$ liefert 
mit "ahnlichen Argumenten wie beim Beweis von 
\ref{EgK}
die
Assoziativit"at des cup-Produkts auf den singul"aren Koketten,
und da"s die Augmentation $\varepsilon\in {\op{S}}^0X$
f"ur diese Verkn"upfung ein neutrales Element ist, sieht man auch sofort ein.
Da"s unsere Verkn"upfung eine Kettenabbildung ist, bedeutet 
explizit die \glqq graduierte Leibniz-Regel\grqq\ 
$$\delta (a\cup b)=(\delta a)\cup b+ (-1)^{|a|}a\cup(\delta b)$$
aus der hinwiederum folgt, da"s die Zykel einen Teilring
${\op{Z}}^\ast X\subset {\op{S}}^\ast X$ bilden und darin die
Bilder ein Ideal ${\op{B}}^\ast X\subset {\op{Z}}^\ast X$.
Die Homologie erbt folglich die Struktur eines graduierten
Rings im Sinne von
\ref{GrR}, dessen Multiplikation per definitionem gerade 
unser cup-Produkt aus \ref{DCP} ist.
Das zeigt  ein weiteres Mal,
da"s die Kohomologie mit dem Cup-Produkt zu einem Ring wird,
und liefert somit einen alternativen Beweis f"ur einen Teil von Satz \ref{KoRi}.
Die \glqq graduierte Kommutativit"at\grqq\  des Kohomologierings ist jedoch 
auf diesem Weg nicht so leicht zu sehen. 
\end{Definition}






\begin{Bemerkunge}
Jeder stetigen Abbildung $f: S^{2n-1} \ra S^n$ f"ur $n\geq 1$ 
ordnet man eine ganze
Zahl, ihre \defind{Hopf-Invariante}, zu wie folgt:
Bezeichnet $X$ den Raum, der aus $S^n$ entsteht durch Ankleben einer
$2n$-Zelle vermittels der Abbildung $f$, so erh"alt man aus
der analog zu \ref{AKlS} gebildeten 
\glqq Anklebesequenz der Kohomologie\grqq\   zwei Isomorphismen
\begin{displaymath}
\begin{array}{rcl}
\ldots \ra& {\op{H}}^n X &\overset{\sim}{\rightarrow} {\op{H}}^nS^n \ra \ldots\\[2mm]
\ldots \ra {\op{H}}^{2n-1} S^{2n-1} \overset{\sim}{\rightarrow} 
&{\op{H}}^{2n} X& \ra \ldots
\end{array}
\end{displaymath}
Nun nimmt man den kanonischen Erzeuger von ${\op{H}}^nS^n$, holt 
ihn zur"uck nach ${\op{H}}^nX$, 
quadriert ihn im Kohomologiering des verklebten Raums $X$, 
betrachtet das Urbild unter dem Korand in
${\op{H}}^{2n-1}S^{2n-1}$ und erh"alt
ein Vielfaches des kanonischen Erzeugers. Der Faktor, mit 
dem hier multipliziert werden mu"s,
hei"st dann die Hopf-Invariante von $f$. Man kann zeigen, da"s 
sie nur von der Homotopieklasse
von $f$ abh"angt, siehe zum Beispiel \cite{Vick}.
\end{Bemerkunge}



\subsection{Differentielle graduierte Algebra}

\begin{Bemerkungl}
  Wir erinnern aus \ref{GKTT} das Tensorprodukt von Kettenkomplexen 
mit seinen Assoziatoren und Kommutatoren und deren Vertr"aglichkeiten.
\end{Bemerkungl}
%\emph{Noch nicht ganz glatt. Man erinnere \ref{GKTT}.}
\begin{Definition}
Ein {\bf differentieller graduierter Ring}  
\index{differentiell!graduierter Ring} oder kurz \defind{dg-Ring} 
eine dg-Gruppe $R$ mitsamt einer
Kettenabbildung $R\otimes R\ra R$ derart, da"s die induzierte Abbildung
$R\times R\ra R$ die abelsche Gruppe $R$
zu einem Ring macht.
Ein {\bf Morphismus von differentiellen graduierten Ringen}
ist ein Ringhomomorphismus, der gleichzeitig eine Kettenabbildung ist.
\end{Definition}



\begin{Bemerkungl}\label{GrR}
Einen Ring $R$ mit einer Graduierung der
zugrundeliegenden additiven Gruppe und der Eigenschaft $R_{i}R_{j}
\subset R_{i+j} \quad \forall i,j \in \Bbb{Z}$ 
nennt man einen {\bf graduierten Ring}\index{graduiert!Ring}.
Nach unserer Definition ist das dasselbe wie ein 
dg-Ring mit Differential Null.
Ein dg-Ring ist ausgeschrieben 
ein graduierter Ring $R$ mit einem
Differential
$d : R \ra R$ auf der zugrundeliegenden graduierten abelschen Gruppe
derart, da"s
die
graduierte Leibniz-Regel $d(ab)=(da)b+(-1)^{|a|}a(db)$
gilt.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Ubung}
In einem graduierten Ring gilt stets  $1 \in R_{0}$. 
In einem dg-Ring
gilt stets $d(1)=0$. 
\end{Ubung}

\begin{Bemerkungl}
  Etwas allgemeiner mag man einen beliebigen kommutativen Grundring $k$ 
fixieren. Eine {\bf differentielle graduierte $k$-Ringalgebra}  
ist dann ein differentieller graduierter $k$-Modul $R$ mit einer
Kettenabbildung $R\otimes_k R\ra R$ derart, da"s die induzierte Abbildung
$R\times R\ra R$ den $k$-Modul $R$
zu einer $k$-Ringalgebra macht. Ich werde mich im folgenden auf den Fall
$k=\DZ$ der dg-Ringe konzentrieren und die offensichtlichen
Verallgemeinerungen dem Leser "uberlassen.
\end{Bemerkungl}

%\subsection{Versuch zur Verbesserung der Notation}
\begin{Bemerkunge}[\textbf{Diskussion der Notation}]
  Leider pa"st die in \eref{KkA}{GR} erkl"arte Notation f"ur Verkn"upfungen 
mit unserer Notation \eref{EnSS}{GR} f"ur\label{vVN} 
Abbildungen partout nicht zusammen: Gegeben Mengen $X,Y,Z$ liefert das
Verkn"upfen von Abbildungen eine Abbildung, die man 
in unseren Notationen entweder notieren kann 
als
$$\begin{array}{ccc}
 \op{Ens}(X,Y)\times \op{Ens}(Y,Z) &\ra &\op{Ens}(X,Z)\\[2mm]
(f,g)&\mapsto &g\circ f
\end{array}$$
oder als 
$$\begin{array}{ccc}
 \op{Ens}(Y,Z)\times \op{Ens}(X,Y) &\ra &\op{Ens}(X,Z)\\[2mm]
(g,f)&\mapsto &g\circ f
\end{array}$$
Beides sieht nicht sch"on aus und f"uhrt bei komplizierteren
Formeln leicht zu  unn"otiger Verwirrung. Mir 
scheint  das nachgerade die  Erbs"unde der 
"ublichen mathematischen Notation. Ein Ausweg ist schwer zu finden, da 
beide Notationen  die gesamte mathematische Literatur durchdringen. 
 Ich schlage vor, wenn es sp"ater einmal darauf ankommt,
 zus"atzlich die mit $\circ$ besser vertr"agliche
Notation 
$\Enso$\index{Ens@$\Enso$ umgedrehte Abbildungen}
einzuf"uhren durch die Vorschrift
$\Enso(Y,X)\pdef\op{Ens}(X,Y)$.
In dieser Notation nehmen
 unsere Formeln die  sch"onere Gestalt
$$\begin{array}{ccc}
 \Enso(Z,Y)\times \Enso(Y,X) &\ra &\Enso(Z,X)\\[2mm]
(g,f)&\mapsto & g\circ f
\end{array}$$
an. Sie hat dar"uber hinaus den Vorteil,
da"s man dabei an \glqq opponierte Kategorien\grqq\  denken kann.
Ein anderer Ausweg best"unde darin, 
die Notationen $x|f\pdef f(x)$ 
und $f|g\pdef g\circ f$ mit dem aus der Programmierung
vertrauten \glqq pipe\grqq\ -Zeichen $|$  zu verwenden,
das so etwa bedeutet \glqq verf"uttere das Resultat von dem, 
was davorsteht, an das,
was dahintersteht\grqq.
Diese Notation w"are  ihrerseits gut mit der "ublichen Notation 
$\op{Ens}(X,Y)$ vertr"aglich, hat jedoch den
Nachteil, da"s das Symbol $|$ in der Mathematik 
bereits vielf"altig  in anderer
Weise verwendet wird.
\end{Bemerkunge}

\begin{Bemerkungl}\label{Hgri}
In Anlehnung an \ref{vVN} schlage ich vor, 
die Notation 
$\Homo$\index{Hom@$\Homo$ umgedrehte Hom-R"aume}
  einzuf"uhren durch die Vorschrift $\Homo(Y,X)\pdef\op{Hom}(X,Y)$
f"ur Kettenkomplexe $X,Y$.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
Die Homologie eines dg-Rings tr"agt nach 
\ref{TKH} stets in nat"urlicher 
Weise die Struktur eines graduierten Rings.
Genauer bilden 
die
Kozykel einen graduierten Teilring und die Kor"ander  
ein graduiertes
beidseitiges Ideal im Sinne von \eref{DefI}{AL} 
im Ring der Kozykel, so da"s  der Quotient wie in 
\eref{RUE}{AL} eine Ringstruktur erbt.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Ein \defind{differentieller graduierter Modul}  
\index{differentiell!graduierter Modul} oder kurz \defind{dg-Modul}
"uber einem dg-Ring $A$ ist eine abelsche dg-Gruppe $M$ mitsamt einem
Homomorphismus von dg-Ringen $A\ra \op{End}M$. Ein Homomorphismus von
dg-Moduln ist eine $A$-lineare Kettenabbildung. Wir notieren die 
Kategorie der dg-Moduln als $A\op{-dgMod}$\index{dgMod} oder $\op{dgMod}_A$.
Lebt der dg-Ring $A$ nur im Grad Null, so erhalten wir unsere alte
Kategorie von Komplexen von $A$-Moduln.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Homomorphismen von dg-Gruppen
$A\ra \op{End}M$ k"onnen wir nach \ref{canAd} identifizieren
mit Homomorphismen von dg-Gruppen $A\otimes M\ra M$, und
unser urspr"unglicher Homomorphismus ist ein Ringhomomorphismus
genau dann, wenn  der so gebildete Homomorphismus  die 
Bedingungen erf"ullt, die man "ublicherweise
von der Operation eines Rings
auf einem Modul fordert. Ausgeschrieben bedeutet das, da"s $M$ ein
graduierter $A$-Modul ist und da"s f"ur alle homogenen $a\in A$ 
und $m\in M$ die \glqq graduierte 
Leibniz-Regel\grqq\  gilt, die da lautet
$$d(am)=(da)m+(-1)^{|a|}a(dm)$$  
\end{Bemerkungl}



\begin{Definition}
  Ist $(A,d)$ ein dg-Ring, so definiert man den 
{\bf opponierten dg-Ring}\index{opponiert!dg-Ring} 
  $A^{\op{opp}}$, indem man dieselbe dg-Gruppe zugrunde legt und nur die
  Multiplikation in der Weise ab"andert, da"s man die Abbildung 
$v:A\otimes A\ra A\otimes A$
  aus \ref{vert} davorschaltet. Manchmal verwende ich 
statt $A^{\op{opp}}$ auch die k"urzere
Notation $A^\circ$.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}\label{GrKO}
Explizit wird demnach die neue Multiplikation gegeben 
durch die Vorschrift
$a^\circ b^\circ\pdef (-1)^{|a||b|}ba$. Die analoge Regel 
$a^\circ m^\circ\pdef(-1)^{|a||m|}ma$ identifiziert dann dg-Moduln
"uber $A^{\op{opp}}$ mit \glqq dg-Rechtsmoduln\grqq\  "uber $A$,
deren Definition hoffentlich offensichtlich ist.
Ist die Identit"at auf einem dg-Ring ein Isomorphismus 
$A\sira A^{\op{opp}}, $ d.h.\ gilt f"ur alle homogenen 
$a,b\in A$ die Regel $a b=(-1)^{|a||b|}ba$, 
so hei"st unser dg-Ring 
{\bf graduiert kommutativ}\index{graduiert!kommutativ}
 oder auch {\bf superkommutativ}.\index{superkommutativ} 
\end{Bemerkungl}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}\label{TeHo2}
Gegeben Komplexe $C,D,E$ von Moduln "uber einem beliebigen Ring
liefert das Verkn"upfen eine Kettenabbildung
$$\Homo(E,D)\otimes \Homo(D,C)
\ra\Homo(E,C)$$
Insbesondere ist f"ur jede dg-Gruppe $(M,d)$ der Endomorphismenkomplex
$\op{End} M = \op{Hom} (M,M)$  mit der Verkn"upfung als
Multiplikation  ein dg-Ring. In gr"o"serer Allgemeinheit
wird das in  \eref{TKo}{TG} diskutiert.
\end{Ubung}

\begin{Ubunge}[\textbf{Tensorprodukt graduierter Moduln}]
Gegeben\index{Tensorprodukt!graduierter Moduln} 
 "uber einem $\Bbb{Z}$-graduierten Ring $R$ ein $\Bbb{Z}$-graduierter
Rechtsmodul $M$ und ein $\Bbb{Z}$-graduierter Linksmodul $N$ ist der Kern
der Surjektion $M \otimes_{\Bbb{Z}} N \twoheadrightarrow M \otimes_{R} N$ 
stets ein im Sinne von \eref{homog}{KAG}\label{dgTen} 
homogener 
Teilraum und folglich ist $M \otimes_{R} N$ in nat"urlicher
Weise $\Bbb{Z}$-graduiert.
Ist $R$ sogar ein dg-Ring und sind $M$ und $N$ beide dg-Moduln, so
induziert das offensichtliche Differential auf $M \otimes_{\Bbb{Z}}N$ ein
Differential auf $M \otimes_{R} N$.
\end{Ubunge}
\begin{Ubunge}\label{dgHot}
Gegeben dg-Moduln $M,N$ "uber einem dg-Ring $R$ 
ist die Menge der mit der Operation von $R$ in hoffentlich 
offensichtlicher Weise vertr"aglichen Elemente 
des Hom-Komplexes $\op{Hom} (M,N)$ aus  \ref{HHKK}
ein Unterkomplex $\op{Hom}_{R} (M,N)$. 
Die Nullzykel dieses Komplexes sind genau die Homomorphismen von
dg-Moduln, in Verallgemeinerung von \ref{HHKK} gilt also 
$$\op{dgMod}_R(M,N)=\cal{Z}^0\op{Hom}_{R} (M,N)$$
Die Nullr"ander $\cal{B}^0\op{Hom}_{R} (M,N)$ dieses Komplexes nennen wir
analog \defind{nullhomotope} Homomorphismen von differentiellen 
graduierten Moduln "uber $R$ und f"uhren
 die Homotopiekategorie \index{dgHot}
$$R\op{-dgHot}=\op{dgHot}_R$$
ein dadurch, da"s 
ihre Objekte $R$-dg-Moduln sein sollen, die Morphismen jedoch gegeben sein
sollen durch
$\op{dgHot}_R(M,N)\pdef\cal{H}^0\op{Hom}_{R} (M,N)\index{dgHot}$.
\end{Ubunge}
\begin{Ubunge}
Gegeben dg-Rechtsmoduln $M,N$ "uber einem dg-Ring $R$ 
ist $\op{Hom}_{-R} (M,N)
\subset \op{Hom} (M,N)$ ein Unterkomplex des $\op{Hom}$-Kom\-ple\-xes.
Ist $S$ ein weiterer $\op{dg}$-Ring und ist $M$ 
ein $S$-$R$-dg-Bimodul, so
ist unser Unterkomplex ein $S$-dg-Unterrechtsmodul 
des $\op{Hom}$-Komplexes mit
seiner offensichtlichen
und in \eref{RMoHo}{TG} formalisierten $S$-Operation von rechts.
Analoges gilt, wenn man Links und Rechts vertauscht.
\end{Ubunge}



\begin{Ubunge}\label{dfg}
  Gegeben ein dg-Ring $R$ liefert die Multiplikation 
des Rings von links auf sich selber analog zum Fall normaler Ringe 
\eref{ENRj}{KAG} einen Isomorphismus von
dg-Ringen $R\sira \op{Hom}_{-R}(R,R)$ zwischen $R$ selbst und dem
Endomorphismenkomplex von $R$ als dg-Rechtsmodul. 
\end{Ubunge}

\begin{Bemerkungl}\label{AusKK}
Unsere  Adjunktion \ref{canAd} liefert nach \eref{CanA}{TF} 
insbesondere nat"urliche 
Kettenabbildungen von $B$-Rechtsmoduln
$\op{Hom}_{-B}(X,M)\otimes_A X\ra M$, 
die auch explizit als das \glqq Auswerten 
von Homomorphismen auf Elementen\grqq\ 
beschrieben werden k"onnen. Insbesondere erhalten wir so aus den Daten
\ref{GKTT} f"ur $X,M\in\op{Ket}$ nat"urliche Kettenabbildungen
$$\op{Hom}(X,M)\otimes X\ra M$$
\end{Bemerkungl}


    
 \begin{Ubung}\label{TeHo1}
   Gegeben Komplexe $C,C',D,D'$ von Moduln "uber einem kommutativen Ring
   erhalten wir eine Kettenabbildung
   $$
   \gamma:\op{Hom}(C,C')\otimes \op{Hom}(D,D')\ra\op{Hom}(C\otimes
   D,C'\otimes D')$$
   durch die Vorschrift $(\gamma(f\otimes g))(x\otimes
   y)=(-1)^{|g||x|}(fx)\otimes (gy)$, wobei das Tensorprodukt "uber besagtem
   Ring zu verstehen ist.  Diese Kettenabbildung entsteht
aus den Daten nach \ref{GKTT} 
durch das Anwenden der Adjunktion auf die durch zweimaliges
Auswerten nach \ref{AusKK} gegebene Kettenabbildung
$$
   C\otimes
   D \otimes\op{Hom}(C,C')\otimes \op{Hom}(D,D')\ra C'\otimes D'$$
wobei wir verschiedene Assoziatoren und Kommutatoren unterschlagen haben.
Sie wird sich in \eref{TMo}{TG}
als Spezialfall einer allgemeinen Konstruktion im Rahmen von
Tensorkategorien erweisen.
\end{Ubung}





\begin{Ubunge} Hinweis: Diese "Ubung verfeinert \ref{canAd}.\label{VanAd}
Gegeben dg-Ringe $A,B$ und ein $A$-$B$-dg-Bimodul $X$ induziert
f"ur $M$ bzw.\ $N$ 
beliebige dg-Rechtsmoduln "uber
$A$ bzw.\ $B$ 
die offensichtliche Abbildung Isomorphismen von Komplexen abelscher Gruppen
\begin{displaymath}
\op{Hom}_{-A} (M, \op{Hom}_{-B} (X,N)) 
\;\overset{\sim}{\ra}\; \op{Hom}_{-B}(M \otimes_{A} X, N)
\end{displaymath}
Insbesondere erhalten wir durch "Ubergang zur nullten Homologie
nat"urliche Bijektionen
$
\op{dgHot}_{-A} (M, \op{Hom}_{-B} (X,N)) 
\;\overset{\sim}{\ra}\; \op{dgHot}_{-B}(M \otimes_{A} X, N)
$.
\end{Ubunge}

\begin{Bemerkunge}
      Nadler und Ben Zvi nennen einen dg-Ring \defind{connectiv} genau
      dann, wenn seine Kohomologie in negativen Graden
      verschwindet. Ich verstehe das nur halb, der dg-Ring der
      simplizialen Koketten eines zusammenh"angenden Raums hat ja
      dar"uber hinaus die Eigenschaft, im Grad Null frei vom Rang Eins
      zu sein.
\end{Bemerkunge}




\subsection{Die Homologie als Modul \"{u}ber der Kohomologie}
\begin{Definition}\label{cAP}
Gegeben ein topologischer Raum $X$ betrachten wir 
die Verkn"upfung von
Kettenabbildungen
$${\op{S}}^{\ast} X \otimes {\op{S}}X \ra {\op{S}}^{\ast}X 
\otimes {\op{S}}X \otimes {\op{S}}X \ra {\op{S}}X$$
wobei der erste Morphismus gegeben wird durch $\op{id} \otimes v \Delta$
mit $\Delta$ der Komultiplikation auf den singul"aren Ketten aus \ref{CoM}
und $v$ der Vertauschung der Tensorfaktoren  \ref{vert}, der zweite
Morphismus dahingegen durch das Auswerten 
${\op{S}}^{\ast} X \otimes {\op{S}}X \ra \DZ$
aus \ref{AusKK} auf den ersten beiden Tensorfaktoren.
Diese Verkn"upfung notieren wir
$$b \otimes z \mapsto b \cap z$$
und nennen sie das {\bf cap-Produkt}\index{cap-Produkt!von Ketten} 
{\bf einer Kokette mit einer Kette}.
Die Bezeichnung \glqq cap\grqq\  f"ur englisch \glqq M"utze\grqq\  erinnert wieder an die
Form des Symbols.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Algebraisch betrachtet ist also das cap-Produkt eine Art partieller
Auswertung einer Kokette auf einer Kette. Ich kann f"ur diese Konstruktion
leider keinerlei Anschauung anbieten.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Gegeben ein dg-Ring $R$ hei"st 
eine differentielle graduierte Gruppe $M$ mit einer
Kettenabbildung $R\otimes_\DZ M\ra M$, die sie zu einem $R$-Modul  macht,
ein {\bf differentieller graduierter Modul}  
\index{differentiell!graduierter Modul "uber dg-Ring} 
oder kurz {\bf dg-Modul}\index{dg-Modul!"uber dg-Ring}
"uber unserem dg-Ring.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}\label{Excap}
Das cap-Produkt macht ${\op{S}}X$ zu einem dg-Modul "uber ${\op{S}}^{\ast}X$.
Das pr"uft man zum Beispiel mit Hilfe
der {\bf Adjunktionsformel}\index{Adjunktionsformel!f"ur $\cup$ und $\cap$}
$$\langle a , b \cap z\rangle = \langle a \cup b ,z \rangle \quad
\forall z \in {\op{S}} X,\; a, b \in {\op{S}}^\ast X,$$ die ihrerseits leicht
aus der Definition folgt. Explizit wird das  
cap-Produkt einer Kokette $b \in {\op{S}}^{q}X$ mit
einem Simplex $z = \sigma : \Delta_{p+q} \ra X$ in den
Notationen \ref{VoHi} gegeben durch 
$$b \cap  \sigma= (-1)^{pq}\langle b,\sigma \rho^{q}   \rangle \sigma
\lambda^{p}$$
\end{Bemerkungl}










\begin{Bemerkungl}
Ganz allgemein versteht man unter einem
{\bf graduierten Modul}\index{graduiert!Modul}
"uber einem graduierten Ring $R$ einen $R$-Modul $M$ mitsamt einer
Graduierung $M=\bigoplus_{i \in \Bbb{Z}} M^i$ derart, da"s gilt
$R^i M^j\subset M^{i+j}$ f"ur alle $i,j\in\Bbb{Z}$. 
Nach unserer Definition ist das dasselbe wie ein dg-Modul
mit Differential Null "uber $R$ aufgefa"st als dg-Ring mit
Differential Null.
Ein dg-Modul "uber einem beliebigen
dg-Ring $(R,d)$ ist ausgeschrieben ein 
graduierter $R$-Modul $M$ mit Differential
$d$ derart, da"s gilt
$d(am)=(da)m+(-1)^{|a|}a(dm)$
f"ur alle homogenen $a\in R$  und alle $m\in M$.  
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}\label{HMM}
Nach \ref{TKH} ist die Kohomologie $\cal{H}M$ eines dg-Moduls $M$
"uber einem dg-Ring $R$ in
nat"urlicher Weise ein graduierter Modul "uber der 
Kohomologie $\cal{H}R$ von $R$.
Konkret
bilden die Zykel
$\cal{Z}M=\ker d$ von $M$ einen Modul "uber dem Ring $\cal{Z}R$ 
der Zykel von $R$,
die Bilder $\cal{B}M=d(M)$ bilden darin einen Untermodul,
und auf dem Quotienten $\cal{H}M=\cal{Z}M/\cal{B}M$
operiert das Ideal der Bilder $\cal{B}R\subset \cal{Z}R$ durch Null, so da"s
die Operation von $\cal{Z}R$ faktorisiert "uber die behauptete Operation
von $\cal{H}R$ auf $\cal{H}M$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}\label{PLIx}
Unter unserem cap-Produkt wird ${\op{S}}X$, aufgefa"st als
differentielle graduierte
Gruppe vermittels $({\op{S}}_qX)=({\op{S}}X)^{-q}$ und Differential 
$\partial$, ein dg-Modul
"uber ${\op{S}}^\ast X$.  
Speziell wird also nach \ref{HMM} f"ur jeden topologischen Raum $X$
die \defind{totale Homologie} ${\op{H}}X =\bigoplus_q {\op{H}}_q X$
ein Modul "uber dem Kohomologiering ${\op{H}}^\ast X$.
Wir notieren diese Operation auch mit $\cap$
und erhalten so
das {\bf cap-Produkt} {\bf auf der 
Homologie}\index{cap-Produkt!auf der Homologie}
$$\cap :{\op{H}}^{p} X \times  {\op{H}}_{p+q} X \ra {\op{H}}_{q} X$$  
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}\label{capr}
Ist $A \subset X$ eine Teilmenge, so ist ${\op{S}}^{\ast} (X,A)$ als Kern
des Ringhomomorphismus ${\op{S}}^{\ast} X \ra {\op{S}}^{\ast} A$ ein
unter dem Korandoperator stabiles graduiertes Ideal von
${\op{S}}^{\ast} X $ und somit ist ${\op{H}}^{\ast} (X,A)$ eine graduierte
assoziative $\DZ$-Algebra, d.h. ein \glqq nicht notwendig
unit"arer Ring\grqq, sowie ein ${\op{H}}^{\ast}X$-Modul von rechts
und links.
Des weiteren ist ${\op{S}}A \subset {\op{S}}X$ ein
dg-Untermodul f"ur die
Operation von ${\op{S}}^{\ast} X$ und das cap-Produkt definiert
somit eine
Operation auf dem Kokern
${\op{S}}(X,A)$,
in Formeln $\cap :{\op{H}}^{p}X \times {\op{H}}_{p+q} (X, A)
 \ra {\op{H}}_{q} (X,A)$.
Das Merkw"urdigste ist jedoch die Variante
$$\cap : {\op{H}}^{p} (X,A) \times  {\op{H}}_{p+q} (X,A)\ra {\op{H}}_{q} X$$
Um sie zu erhalten gilt es zu bemerken, da"s das dg-Ideal
${\op{S}}^{\ast}(X,A) \subset {\op{S}}^{\ast}X$ den dg-Untermodul 
${\op{S}}A \subset {\op{S}}X$
annulliert.  
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{Poincar\'{e}-Dualit"at}]
F"ur
 jede kompakte orientierte Man\-nig\-fal\-tig\-keit
liefert das cap-Produkt mit dem Fundamentalzykel einen\label{PD}
Isomorphismus von ihrer Kohomologie mit ihrer 
Homologie.\index{Poincar\'{e}-Dualit"at!f"ur kompakte Mannigfaltigkeiten}
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Ist also in Formeln $M$ eine kompakte orientierte
$n$-Man\-nig\-faltigkeit und
$\omega \in {\op{H}}_{n}M$ ihr Fundamentalzykel,
so liefert das cap-Produkt mit $\omega$ f"ur alle $p$ einen Isomorphismus
$$ \cap\omega   : {\op{H}}^{p} M \sira {\op{H}}_{n-p} M$$  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}\label{SP}
Dieser Satz und sein Beweis gelten 
mit Koeffizienten in einem beliebigen kommutativen Ring. 
Gilt in unserem Ring $1+1=0$, so ben"otigt man noch nicht einmal
die Voraussetzung der Orientierbarkeit.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}\label{SPP}
F"ur zwei Homologieklassen komplement"arer
Dimension $\al\in {\op{H}}_{p} M$ und $\beta\in {\op{H}}_{n-p} M$
einer orientierten kompakten $n$-Mannigfaltigkeit ist
hoffentlich anschaulich klar,
was ihre \glqq Schnittzahl\grqq\ 
$\al\cdot \beta\in\Bbb{Z}$ sein sollte,
die die Schnittpunkte von repr"asentierenden Zykeln
\glqq in generischer Lage\grqq\  mit geeigneten, von der Orientierung
abh"angigen Vorzeichen z"ahlt.
Der Isomorphismus aus dem obigen Satz \ref{PD} liefert eine
Definition solcher Schnittzahlen: Wir suchen $a
\in {\op{H}}^{n-p}M$, $b
\in {\op{H}}^{p}M$ mit $\al = a \cap \omega_{M}$, 
$\beta = b \cap \omega_{M}$ und setzen
$$\al\cdot \beta
=\langle a\cup b, \omega_{M}\rangle$$
Wir werden unsere geometrische Interpretation
der so definierten Schnittzahlen in \ref{GiS} rechtfertigen.
Ebenso zeigt die graduierte Kommutativit"at des cup-Produkts nach \ref{KoRi}, 
da"s
f"ur die Schnittzahlen in einer $n$-Mannigfaltigkeit
gilt $\al\cdot \beta=(-1)^{(n-|\al|)(n-|\beta|)}\beta\cdot\al$.
Nach der Adjunktionsformel $\langle a\cup b, \omega_{M}\rangle=
\langle a,b\cap \omega_{M}\rangle$ und unseren Definitionen
entsprechen sich unter den Identifikationen der Poincar\'e-Dualit"at
f"ur einen beliebigen kommutativen Koeffizientenring die drei Paarungen
$$
\begin{array}{rcrlcc}{\op{H}}_{p} (M;k) &\times
& {\op{H}}_{n-p} (M;k)&\ra k,\;\; (\al,\beta)&\mapsto&
\al\cdot\beta\\[2mm]
{\op{H}}^{n-p} (M;k)& \times& {\op{H}}_{n-p} (M;k)&\ra k,\;\; (a,\beta)&\mapsto& \langle
a,\beta\rangle\\[2mm]
{\op{H}}^{n-p} (M;k) &\times &{\op{H}}^{p} (M;k)&\ra k,
\;\; (a,b)&\mapsto& \langle a\cup b, \omega_{M}\rangle
\end{array}$$
Falls eine dieser Paarungen eine 
Bijektion des linken Raums auf den Dualraum des rechten Raumes
oder das Umgekehrte induziert, 
so folgt dasselbe f"ur die beiden anderen Paarungen.
Haben wir etwa Koeffizienten in einem K"orper oder ist
${\op{H}}_{n-p-1} (M;\Bbb{Z})$ eine freie abelsche Gruppe,
so liefert nach \ref{KPI} oder \ref{UKh} die Paarung in der Mitte eine 
Bijektion des linken Raums auf den Dualraum des rechten Raumes,
und dasselbe folgt f"ur die beiden anderen Paarungen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Der Satz liefert uns auch allgemeiner eine Definition
des Schnittprodukts auf der Homologie von $M$: Man "ubertr"agt schlicht
das cup-Produkt auf der Kohomologie mithilfe der Isomorphismen
aus dem Satz in die Homologie. Allerdings sind wir hier
noch nicht in der Lage, die Br"ucke von dieser Definition
bis zur Anschauung zu schlagen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Um einen anschaulichen Beweis der Poincar\'e-Dualit"at zu
geben, verallgemeinert man zun"achst unseren Satz \ref{SH}
"uber den Zusammenhang von singul"arer und simplizialer Homologie
von endlichen Simplizialkomplexen auf R"aume, die statt aus
Simplizes in "ahnlicher Art aus komplizierten kompakten konvexen
Polyedern zusammengesetzt sind, wie zum Beispiel die Oberfl"achen der
platonischen K"orper.
So kann etwa die Homologie der Sph"are mithilfe einer
Dodekaeder-Zerlegung
berechnet werden durch einen Komplex der Gestalt
$\Bbb{Z}^{12} \ra \Bbb{Z}^{30} \ra \Bbb{Z}^{20}$
f"ur die $12$ Fl"achen, $30$ Kanten und $20$ Ecken.
Gehen wir nun "uber zur \glqq dualen\grqq\  Zerlegung in kompakte konvexe
Polyeder, im Beispiel zur Ikosaeder-Zerlegung der Sph"are in $20$
Fl"achen mit $30$ Kanten und $12$ Ecken, so kann man den Komplex, der
urspr"unglich die Homologie berechnet, in nat"urlicher Weise
identifizieren mit dem Komplex, der bez"uglich dieser dualen
Zerlegung die Kohomologie berechnet.
Da aber Homologie und Kohomologie von der Zerlegung g"anzlich
unabh"angig sind, ergibt sich ${\op{H}}_{i} M \cong {\op{H}}^{n-i}M$ f"ur jede
orientierte kompakte triangulierbare $n$-dimensionale
Mannigfaltigkeit.
Es ist nicht allzu schwer, diese Skizze zu einem richtigen Beweis
auszubauen, siehe zum Beispiel \cite{StZi}.
Wir werden jedoch einen anderen Weg gehen, der
Triangulierbarkeitsvoraussetzungen
vermeidet und auch abgesehen davon zu allgemeineren Resultaten f"uhrt.
Genauer wollen wir unseren Satz durch eine Art Induktion
"uber alle offenen Teilmengen beweisen und werden dazu eine
Version formulieren, die auch nichtkompakte Mannigfaltigkeiten
einbezieht. Das ben"otigt einige algebraische
Vorbereitungen.
\end{Bemerkungl}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}\label{PLI}
Ist $f: X \ra Y$ stetig, $b \in {\op{H}}^{p}{Y}$ und $ z\in {\op{H}}_{p+q} X$, 
so gilt
die {\bf Projektionsformel}\index{Projektionsformel!der Homologie} 
$f_{\ast} (f^{\ast} b \cap z)= b \cap (f_{\ast} z) $.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Gegeben $ z \in {\op{H}}_{p+q} (X,A)$ kommutiert das Diagramm
$$\begin{array}{ccc}
{\op{H}}^{p}(X,A) & \ra & {\op{H}}^{p} X\\
\cap z\downarrow & & \downarrow  \cap z\\
{\op{H}}_{q} X & \ra & {\op{H}}_{q} (X,A)
\end{array}$$
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{cpq}
Gegeben $X\supset A\supset B$ und
$ z \in {\op{H}}_{p+q} (X,B)$ mit Bild 
$ \bar{z} \in {\op{H}}_{p+q} (X,A)$
kommutiert das Diagramm
$$\begin{array}{ccc}
{\op{H}}^{p}(X,A) & \ra & {\op{H}}^{p} (X,B)\\
\cap \bar{z}\downarrow & & \downarrow  \cap z\\
{\op{H}}_{q} X & = & {\op{H}}_{q} X
\end{array}$$
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
 Ist $f : Y \rightarrow X$ eine stetige Abbildung von orientierten
kompakten Mannigfaltigkeiten der Dimension $m,n$ und $[Y] \in {\op{H}}_m (Y)$
der Fundamentalzykel und $c_Y \in {\op{H}}^{n-m} (X)$ das Poincar\'e-Duale von
$f_\ast [Y] \in {\op{H}}_m (X)$,
also $c_Y \cap [X] = f_\ast [Y]$, so kommutiert das Diagramm
\begin{displaymath}
 \xymatrix{
{\op{H}}^\nu Y \ar[d]^-{\cap [Y]}
&{\op{H}}^\nu X \ar[l]_-{f^\ast} \ar[r]^-{\cup c_Y} 
& {\op{H}}^{\nu + n-m} X \ar[d]^-{\cap [X]}\\
{\op{H}}_{m - \nu} Y \ar[rr]^-{f_\ast} && {\op{H}}_{m-\nu} X
}
\end{displaymath}
% \begin{displaymath}
%  \xymatrix{
% {\op{H}}^\nu X \ar[d]^-{f^\ast} \ar[r]^-{\cup c_Y} 
% & {\op{H}}^{\nu + n-m} X \ar[dd]^-{\cap [X]}\\
% {\op{H}}^\nu Y \ar[d]^-{\cap [Y]}& \\
% {\op{H}}_{m - \nu} Y \ar[r]^-{f_\ast} & {\op{H}}_{m-\nu} X
% }
% \end{displaymath}
Hinweis: \ref{PLIx} und \ref{PLI}. Das Daranmultiplizieren
des  Poincar\'e-Dualen
des Fundamentalzykels einer Untermannigfaltigkeit kann also 
ausgedr"uckt werden durch R"uckzug auf der Kohomologie,
Poinca\'e-Dualit"at auf der Untermannigfaltigkeit und 
Bild auf der Homologie.
\end{Ubung}





\subsection{Ein Kriterium f"ur Homotopie"aquivalenzen}
\begin{Bemerkungl}
Um bequem unsere bisher bewiesenen Resultate von der Homologie
auf die Kohomologie "ubertragen zu k"onnen, entwickeln wir
in diesem Abschnitt zun"achst weitere Methoden der
homologischen Algebra.
\end{Bemerkungl}






\begin{Definition}
Wir nennen einen Komplex \defind{beschr"ankt in Richtung der
Pfeile} genau dann, wenn wir in Richtung der Pfeile gehend ab
einer Stelle nur noch $C_{q} =0$ treffen.  
\end{Definition}

\begin{Satz}[\textbf{Kriterium f"ur Homotopie"aquivalenzen}]
Sei $R$ ein Ring und seien $P, Q$ zwei\label{HKH}
in Richtung der Pfeile beschr"ankte Komplexe von projektiven $R$-Moduln.
Induziert eine Kettenabbildung $f: Q \ra P$ Isomorphismen auf
allen Homologiegruppen, so ist sie bereits eine
Homotopie"aquivalenz.
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis]
Das folgt durch zweifaches Anwenden der anschlie"senden
technischen Proposition \ref{AABK}.
\end{proof}
\begin{Proposition}\label{AABK}
Sei $R$ ein Ring, $P$ ein
in Richtung der Pfeile beschr"ankter Komplex von projektiven $R$-Moduln
und $C$ ein beliebiger Komplex von $R$-Moduln.
Induziert eine Kettenabbildung $f: C \ra P$ Isomorphismen auf
allen Homologiegruppen, so besitzt sie ein Rechtsinverses in der
Homotopiekategorie, d.h.\ es gibt $h:P\ra C$ mit $fh\simeq \op{id}_P$.
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis]
Wir konstruieren  f"ur eine beliebige
Kettenabbildung $f: C \ra P$
einen Komplex $K=K (f)$, den sogenannten
\defnoind{Abbildungskegel}\index{Abbildungskegel!von Kettenabbildung} 
von $f$ wie folgt: Wir setzen $K_{n} = C_{n-1}
\oplus P_{n}$, fassen die Elemente dieser Summe als Spaltenvektoren
auf und definieren den Randoperator $\partial^{K} :K_{n} \ra
K_{n-1}$ durch die Matrix
$$ \partial^{K} = \left(\begin{array}{cc}-\partial^{C} & 0\\
f &\partial^{P}\end{array}\right)$$
Man pr"uft m"uhelos $\partial^{K} \circ \partial^{K} =0$.
Bezeichnet $[1]C$ wie in \ref{VerKo} den verschobenen Komplex mit $([1]C)_{n} =
C_{n-1}$ und Randoperator $\partial^{[1]C} = -\partial^{C}$, so
ergibt sich mit den offensichtlichen Abbildungen eine kurze exakte
Sequenz von Komplexen
$$P \hookrightarrow K(f) \twoheadrightarrow [1]C $$
und man "uberzeugt sich, da"s
der Randoperator der zugeh"origen langen exakten Homologiesequenz
gerade $\cal{H}_{n}f : \cal{H}_{n} C \ra \cal{H}_{n} P$ ist.
Ist speziell $\cal{H}_{n}f$ ein Isomorphismus f"ur alle $n$, so ist
der Abbildungskegel $K(f)$
exakt nach der langen exakten Homologiesequenz,
und ist zus"atzlich $P$ ein
in Richtung der Pfeile beschr"ankter Komplex von projektiven $R$-Moduln,
so ist nach dem Hauptlemma der homologischen Algebra
\ref{HLHA} die Kettenabbildung
$P \hookrightarrow K(f)$ nullhomotop. Setzen wir so eine Homotopie
an als Spaltenmatrix $(h,\delta)^\top$, so ergibt sich
die Matrixgleichung
$$ \left(\begin{array}{cc}-\partial^{C} & 0\\
f &\partial^{P}\end{array}\right) \left(\begin{array}{c}h\\
\delta\end{array}\right)+\left(\begin{array}{c}h\\
\delta\end{array}\right)\partial^P=\left(\begin{array}{c}0\\
\op{id}_P\end{array}\right)$$
Nach Ausmultiplizieren bedeutet die erste Zeile, da"s
$h:P\ra C$ eine Kettenabbildung ist, und die zweite, da"s
$fh$ homotop ist zur Identit"at auf $P$.
\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}\label{CWW}
Hat ein in Richtung der Pfeile beschr"ankter Komplex $C$ von projektiven
$R$-Moduln projektive Homologie, so ist er homotopie"aquivalent zu seiner
Homologie. Fassen wir genauer 
die Homologie $\cal{H}C$ wie auch anderweitig auf als Komplex
mit trivialen Differentialen, so gibt es in der Homotopiekategorie der
Kettenkomplexe genau einen Isomorphismus
$\cal{H}C\hri C$, der auf der Homologie die offensichtliche Identifikation
$\cal{H}(\cal{H}C)\sira \cal{H}C$ induziert.
\end{Ubung}









\subsection{Eigenschaften der Kohomologie}
\label{EigHO}
\begin{Satz}[\textbf{Homotopie-Invarianz der Kohomologie}]
Homotope\index{Homotopie-Invarianz!der Kohomologie}
 Abbildungen zwischen  topologischen R"aumen
induzieren dieselbe Abbildung\label{HIn} 
auf der Kohomologie.
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis]
Sind $f$ und $g$ homotop, $f\simeq g$, so sind nach \ref{kH} die induzierten
Abbildungen ${\op{S}}f$ und ${\op{S}}g$ kettenhomotop, 
${\op{S}}f\simeq {\op{S}}g$. Dasselbe gilt dann
auch f"ur die transponierten Abbildungen auf den Koketten,
${\op{S}}^\ast f\simeq {\op{S}}^\ast g$, und so erhalten
wir wie gew"unscht ${\op{H}}^{q}(f)={\op{H}}^{q}(g)$.
\end{proof}
\begin{Lemma}\label{KW}
Sind alle Homologiegruppen eines topologischen Raums
$X$ mit Koeffizienten in einem Ring $k$ freie
Linksmoduln "uber $k$,
so induziert die Kronecker-Paarung mit Koeffizienten
f"ur jeden $k$-Modul $G$ Isomorphismen
$${\op{H}}^{q}(X;G)\sira \op{Mod}_k({\op{H}}_{q}(X;k),G)$$
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Nach \ref{CWW} ist unter unseren Voraussetzungen der Komplex
${\op{S}}(X;k)$ als Komplex von Linksmoduln homotop
zu seiner Homologie ${\op{H}}(X;k)$. Also ist nat"urlich auch
der Komplex ${\op{S}}^\ast(X;G)=\op{Hom}_k({\op{S}}(X;k),G)$
homotop zum Komplex  $\op{Hom}_k({\op{H}}(X;k),G)$.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kohomologie mit K"orperkoeffizienten}]
Die Kohomologie eines topologischen Raums $X$ mit Koeffizienten in
einem K"orper $k$ ist insbesondere
schlicht der Dualraum der Homologie,
in Formeln ${\op{H}}^{q}(X;k)={\op{H}}_{q}(X;k)^{\ast}$.
Wenden wir das Lemma an mit $k=\DZ$, so erhalten wir insbesondere Formeln
f"ur die Kohomologie eines Punktes und die Kohomologie von
Sph"aren mit beliebigen Koeffizienten.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{K"unneth-Formel der Kohomologie}]
 Schon wenn $X$ und $Y$ unendliche diskrete Mengen sind,
ist das Analogon der K"unneth-Formel \ref{KueK}
f"ur die Kohomologie falsch, selbst\index{K"unneth-Formel!der Kohomologie} 
mit Koeffizienten in einem K"orper.
Nehmen wir jedoch an, alle Homologie-Gruppen des Raums $X$ seien
frei oder, noch allgemeiner, projektiv "uber dem gew"ahlten
Koeffizientenring, so haben wir ja nach \ref{CWW} einen
kanonischen Isomorphismus ${\op{S}}X\hri {\op{H}}X$ in der Homotopiekategorie
der Kettenkomplexe. Nehmen wir dann zus"atzlich f"ur den vorletzten
Isomorphismus alle
Homologiegruppen von $X$ als endlich erzeugt an, so erhalten
wir Homotopie"aquivalenzen
$${\op{S}}^\ast(X\times Y)\hri ({\op{S}}X\otimes {\op{S}}Y)^\ast
\hri  ({\op{H}}X\otimes {\op{S}}Y)^\ast
\sira  ({\op{H}}X)^\ast\otimes {\op{S}}^\ast Y\stackrel{\sim}{\leftarrow}
 ({\op{H}}^\ast X\otimes
{\op{S}}^\ast Y)$$
Man sieht unschwer ein, da"s der 
auf der Kohomologie 
in der Gegenrichtung induzierte 
Isomorphismus
${\op{H}}^\ast X\otimes {\op{H}}^\ast Y\sira {\op{H}}^\ast(X\times Y)$
gerade  das  Kreuzprodukt sein mu"s.
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}
Gegeben $X\supset A$ ein topologischer Raum mit einer Teilmenge erinnere ich
an den Komplex ${\op{S}}_{q}(X,A)$ der relativen Ketten aus \ref{RelK}. 
Wir definieren  die 
{\bf relative Kohomologie}\index{Kohomologie!relative}
eines Paares als\index{relative Kohomologie} 
die
Kohomologie des Komplexes 
${\op{S}}^{q}(X,A;G)\pdef\op{Ab}({\op{S}}_{q}(X,A),G)$ der
{\bf relativen Koketten}\index{relative Koketten}\index{Koketten!relative}
und erhalten so einen Funktor
$${\op{H}}^{q}: \{\text{Raumpaare}\} \ra \{\text{Abelsche Gruppen}\}^{{\op{opp}}}$$
Lemma \ref{KW} gilt mit demselben Beweis auch f"ur die relative Kohomologie.
Gegeben ein Raumpaar $(X,A)$ liefern
die (spaltenden) kurzen exakten Sequenzen ${\op{S}}_{q}A \hookrightarrow
{\op{S}}_{q}X \twoheadrightarrow {\op{S}}_{q} (X,A)$ mittels Dualisierung
kurze exakte Sequenzen ${\op{S}}^{q}A
\twoheadleftarrow
{\op{S}}^{q}X\hookleftarrow {\op{S}}^{q}(X,A)$. Die kurze exakte Sequenz der Komplexe
der singul"aren Koketten liefert wiederum die \defnoind{lange exakte
Kohomologiesequenz}\index{lange exakte Sequenz!der Kohomologie}
$$0\ra {\op{H}}^{0}(X,A) \ra {\op{H}}^{0}X \ra {\op{H}}^{0}A \ra {\op{H}}^{1}(X,A) \ra \ldots $$
mit einem im
Raumpaar $(X,A)$ nat"urlichen Randoperator.
Dasselbe gilt auch mit beliebigen Koeffizienten.
Wir "ubertragen beispielhaft noch einige weitere Aussagen auf die
Kohomologie.  
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\defnoind{Ausschneidung f"ur die 
Kohomologie}]\index{Ausschneidung!Kohomologie}
Ist $(X,A)$ ein Raumpaar und $V\subset A$ eine Teilmenge  mit $\overline{V}
\subset A^{{\circ}}$,
so liefert die Einbettung von Raumpaaren $i:(X\backslash V, A\backslash V) \hookrightarrow (X,A)$ 
Isomorphismen
auf den relativen Kohomologiegruppen
$${\op{H}}^{q} (X,A)\sira {\op{H}}^{q}(X\backslash V,A\backslash V)$$
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis]
Nach dem Ausschneidungssatz \ref{Asch} induziert die
von der Einbettung herkommende Kettenabbildung 
${\op{S}}i: {\op{S}}(X\backslash V, A\backslash V) \rightarrow {\op{S}}(X,A)$
Isomorphismen auf der Homologie und ist mithin nach \ref{HKH} eine
Homotopie"aquivalenz. Dann ist nat"urlich auch die transponierte Abbildung
${\op{S}}^\ast i: {\op{S}}^\ast(X,A)\ra
{\op{S}}^\ast (X\backslash V, A\backslash V) $ eine
Homotopie"aquivalenz und induziert  Isomorphismen auf der Kohomologie.
\end{proof}

  \begin{Bemerkungl}\label{KRMVS}
    Geht man in der Herleitung 
der Mayer-Vietoris-Sequenz und der relativen
Mayer-Vietoris-Sequenz in \ref{MVS} und \ref{RMVS} 
aus kurzen exakten Sequenzen von komplexen freier abelscher Gruppen
zuerst zu den dualen Kettenkomplexen "uber und bildet erst dann 
die lange exakte Homologiesequenz, so erh"alt man lange exakte Sequenzen
von Kohomologiegruppen,  genannt die
{\bf Mayer-Vietoris-Sequenz} und die {\bf relative
Mayer-Vietoris-Sequenz 
der\index{Mayer-Vietoris-Sequenz!relative, der Kohomologie} 
Kohomologie}.\index{Mayer-Vietoris-Sequenz!der Kohomologie}
  \end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}\label{KoSi}
Ist $\cal{K}$ ein Simplizialkomplex,
so besteht die obere Zeile des Diagramms
$$\begin{array}{ccccc}
{\op{S}}\cal{K} &\leftarrow&
{\op{S}}^{\op{s}} \Delta(\cal{K}) &\hookrightarrow& {\op{S}}\Delta(\cal{K}) \\
&\nwarrow&\uparrow&\nearrow&\\
&&{\op{S}}^{\op{os}}
  \Delta(\cal{K}) &&
\end{array}$$
aus \ref{SH} nach \ref{HKH}
aus Homotopie"aquivalenzen, und w"ahlen wir zus"atzlich eine Anordnung auf
den Ecken, so ist auch der Komplex ${\op{S}}^{\op{os}}
  \Delta(\cal{K})$ der ordnungsvertr"aglichen simplizialen Ketten definiert 
und das ganze Diagramm besteht aus Homotopie"aquivalenzen.
Folglich erhalten wir durch Anwenden von 
$\op{Hom}(\;,\Bbb{Z})$ wieder ein kommutatives Diagramm 
von Homotopie"aquivalenzen,
das wir 
$$\begin{array}{ccccc}
{\op{S}}^\ast\cal{K} &\rightarrow&
{\op{S}}_{\op{s}}^\ast \Delta(\cal{K}) &\leftarrow
& {\op{S}}^\ast\Delta(\cal{K}) \\
&\searrow&\downarrow&\swarrow&\\
&&{\op{S}}^\ast_{\op{os}}
  \Delta(\cal{K}) &&
\end{array}$$
notieren und das Isomorphismen zwischen  den 
Kohomologiegruppen dieser Komplexe liefert.
Die Elemente von ${\op{S}}^{q}_{\op{os}} \Delta (\cal{K})$ 
kann man auffassen als
unendliche formale Linearkombinationen von 
ordnungsvertr"aglichen $q$-Simplizes, 
formal haben wir eine 
kanonische Bijektion
${\op{S}}^{q}_{\op{os}} \Delta (\cal{K}) \overset{\sim}{\ra} 
\op{Ens} (\cal{K}_{q}, \Bbb{Z})$.
Der Korandoperator ordnet einem $q$-Simplex die formale 
Summe mit geeigneten Vorzeichen
aller $(q+1)$-Simplizes zu, die unseren $q$-Simplex enthalten.
"Ahnlich kann man die Gruppe der 
{\bf Simplizialkoketten}\index{Simplizialkokette} 
${\op{S}}^q\cal{K}$
identifizieren mit der Gruppe aller Abbildungen
$f:\cal{K}_{q}^\leq\ra  \Bbb{Z}$ von der Menge aller 
angeordneten $q$-Simplizes 
 nach $\DZ$ mit der Eigenschaft 
$f(\sigma\circ \pi)=(\op{sgn}\pi)f(\sigma)$
f"ur alle Permutationen $\pi\in\cal{S}_{q+1}$.
Zur "Ubung empfehle ich,  diese
{\bf simpliziale Kohomologie}\index{Kohomologie!simpliziale} 
f"ur\index{simplizial!Kohomologie} 
eine Triangulierung der reellen
Zahlengerade explizit zu berechnen.
\end{Bemerkungl}


\subsubsection*{"Ubungen} 

\begin{Ubung} In dieser "Ubung ist $ {\op{H}}^{q}(X)$ eine Abk"urzung f"ur
${\op{H}}^{q}(X;G)$ mit beliebigen aber festen Koeffizienten $G$.
Sei $X = \coprod X_{w}$ eine Zerlegung von $X$ in
paarweise disjunkte offene Teilmengen
und $i_{w}: X_{w} \hookrightarrow X$ die jeweilige
Einbettung.
So definieren die ${\op{H}}^{q}(i_{w}) : {\op{H}}^{q} (X) \ra {\op{H}}^{q} (X_{w})$
einen Isomorphismus $ {\op{H}}^{q} (X) \sira \prod {\op{H}}^{q} (X_{w})$.
Dasselbe gilt allgemeiner, wenn wir nur fordern, da"s es
f"ur $v\neq w$ keinen Weg von einem Punkt aus $X_v$ zu
einem Punkt aus $X_{w}$ gibt.
\end{Ubung}

\subsection{Erweiterungen von abelschen Gruppen}
\begin{Bemerkungl}\label{koEW}
Um unsere Kohomologiegruppen aus den Homologiegruppen berechnen
  zu k"onnen, brauchen wir 
{\bf Erweiterungen}.\index{Erweiterung!von abelschen Gruppen!konkrete} 
Unter einer Erweiterung
einer abelschen Gruppe $M$ durch eine abelsche Gruppe
  $N$ versteht man zun"achst einmal 
eine kurze exakte Sequenz $N \hookrightarrow E
  \twoheadrightarrow M$.  Eine zweite solche 
Erweiterung $N \hookrightarrow E^{\prime}
\twoheadrightarrow M$ hei"st {\bf isomorph} oder genauer
{\bf erweiterungsisomorph}\index{erweiterungsisomorph} 
zu unserer ersten Erweiterung genau dann, wenn es einen Isomorphismus
  $E \sira E^{\prime}$ gibt, der das Diagramm 
  $$\begin{array}{ccccc}
    N & \hookrightarrow & E &\twoheadrightarrow &M\\
    \| & &\downarrow & & \| \\
    N & \hookrightarrow & E^{\prime} & \twoheadrightarrow &M
\end{array}$$
zum Kommutieren bringt.
Wir werden uns im folgenden "uberlegen, da"s die Isomorphieklassen von 
derartigen Erweiterungen eine Menge, ja sogar in 
nat"urlicher Weise eine abelsche Gruppe bilden, und  wie wir 
diese Gruppe zu gegebenen 
$M$ und $N$ effektiv berechnen k"onnen. Die eigentliche Arbeit
beginnen wir mit einem
etwas k"unstlichen aber formal einfacheren 
Zugang zu besagter Gruppe. Das Ausarbeiten des
Zusammenhangs zum hier nur skizzierten  namensgebenden
Zugang  "uberlasse ich dem Leser als "Ubung \ref{EeXt}.
\end{Bemerkungl}






\begin{Definition}
Gegeben ein Homomorphismus von abelschen Gruppen $f:A\ra B$ definiert man 
seinen 
{\bf Kokern}\index{Kokern!bei abelschen Gruppen}
\index{cok@$\op{cok}$ Kokern!bei abelschen Gruppen}  als die abelsche Gruppe
$$\op{cok}f=B/(\op{im}f)$$
\end{Definition}


\begin{Definition}
Gegeben zwei abelsche Gruppen $M$ und $N$ erkl"aren wir eine dritte
abelsche Gruppe $\op{Ext} (M,N)$ % die Gruppe aller
% {\bf Erweiterungen von $M$ durch $N$}\index{Erweiterung!von abelschen Gruppen}
durch die Vorschrift
$$\op{Ext} (M,N) \pdef \op{cok} (\op{Hom} (\Bbb{Z} M, N) \ra \op{Hom}
(K M, N))$$
f"ur $KM\hra\Bbb{Z} M\sra M$ die Standardaufl"osung von $M$ aus  \ref{TDe}.
Sie hei"st die Gruppe der 
{\bf Erweiterungen von $M$ durch $N$}.
\index{Erweiterung!von abelschen Gruppen!abstrakte} 
Die Notation r"uhrt her von der 
englischen und franz"osischen Bezeichnung \glqq \defind{extension}\grqq.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Funktorialit"at von $\op{Ext}$}] 
Offensichtlich ist $\op{Ext}$ ein\label{ExtF}
 kovarianter Funktor in der zweiten
und ein kontravarianter Funktor in der ersten Variablen.
Wir notieren das Anwenden von Morphismen auf Erweiterungen wie
eine Verkn"upfung von Morphismen, wobei wir eine Erweiterung als einen 
\glqq Morphismus von h"oherem Grad\grqq\  auffassen. In 
Ist $M$ frei, so spaltet die Sequenz $K M \hookrightarrow \Bbb{Z} M
\twoheadrightarrow M$ und wir folgern $\op{Ext} (M,N) =0$  f"ur alle $N$.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}\label{EZE}
Wir k"onnen unsere Definition auch dahingehend umschreiben, da"s
wir den Komplex 
$\cal{P}M$ mit $\cal{P}_1 M = KM$ und $ \cal{P}_0 M =
\mathbb{Z} M$ und $\cal{P}_q M =0$ f"ur $ q \neq 0,1$ aus \ref{TDe}
betrachten und $N=N[0]$ als im Grad Null
konzentrierten Komplex auffassen und
im Sinne von \ref{HHKK} den Hom-Komplex 
$\op{Hom}(\cal{P}M,N[0])$ bilden. Damit erhalten wir dann 
die Darstellung
$$\op{Ext}(M,N)=\cal{H}_{-1}\op{Hom}(\cal{P}M,N[0])$$
Andererseits definiert die Surjektion 
$\DZ M\sra M$ offensichtlich einen Isomorphismus
$$\op{Hom}(M,N)\sira  \cal{H}_{0}\op{Hom}(\cal{P}M,N[0])$$
Da nun nach \ref{UFF} der Komplex $\cal{P}M$ aus freien 
abelschen Gruppen besteht, 
liefert jede kurze exakte Sequenz $N^{\prime} \hookrightarrow N
\twoheadrightarrow N^{\prime\prime}$ von
abelschen Gruppen
eine kurze exakte Sequenz von Komplexen
$$\op{Hom}(\cal{P}M,N'[0])\hra\op{Hom}(\cal{P}M,N[0])\sra
\op{Hom}(\cal{P}M,N''[0])$$
und  die 
zugeh"orige lange exakte Homologiesequenz liefert mit
den eben angegebenen Identifikationen eine exakte Sequenz
$$
\begin{array}{ccccccccc}0&\ra& \op{Hom} (M,N^{\prime})& 
\hra& \op{Hom} (M,N) &\ra
&\op{Hom}
(M,N^{\prime\prime})&\ra& \\
&\ra &\op{Ext} (M,N^{\prime})&\ra& \op{Ext} (M,N)&
\twoheadrightarrow &\op{Ext} (M, N^{\prime\prime}) &\ra& 0
\end{array}
$$
Sie hei"st die lange exakte {\bf Ext-Sequenz im zweiten Eintrag}.
\index{Ext-Sequenz!im zweiten Eintrag}
\end{Bemerkungl}


\subsubsection*{"Ubungen} 

\begin{Ubunge}\label{EeXt}
Man zeige, da"s wir eine Bijektion
$$\begin{array}{ccc} \left\{ \begin{array}{c}
      \text{Erweiterungen von $M$ durch $N$ im Sinne}\\
      \text{ von \ref{koEW}, bis auf Erweiterungsisomorphie}
\end{array}\right\} & \sira & \op{Ext}
  (M,N)
\end{array}$$
erhalten, indem wir jeder kurzen exakten Sequenz $N \hookrightarrow E
\twoheadrightarrow M$ das Bild in $\op{Ext} (M,N)$ der Identit"at auf $M$ unter
dem Randoperator der zugeh"origen $\op{Ext}$-Sequenz 
im zweiten Eintrag zuordnen.
Hinweis: Gegeben  $e \in \op{Ext} (M,N)$ w"ahle man einen
Repr"asentanten $\tilde{e} : KM \ra N$ und bilde durch pushout in die Mitte 
im Sinne von \ref{UCKK} ein
kommutatives Diagramm mit exakten Zeilen der Gestalt
$$\begin{array}{ccccc}
  KM & \hookrightarrow &\Bbb{Z} M &\twoheadrightarrow &M\\
  \downarrow & &\downarrow && \| \\
  N & \hookrightarrow &E& \twoheadrightarrow & M
\end{array}$$
Man zeige weiter, da"s f"ur $f:M'\ra M$ eine kurze exakte Sequenz
$N\hra F\sra M'$ genau dann der Erweiterung $e\circ f\in \op{Ext} (M',N)$
entspricht, wenn es einen vertikalen Isomorphismus in der Mitte gibt,
der das Diagramm
 $$\begin{array}{ccccc}
  N & \hookrightarrow &F &\twoheadrightarrow &M'\\
  \| & &\downarrow && f \\
  N & \hookrightarrow &E& \twoheadrightarrow & M
\end{array}$$
kommutativ macht. Da"s wir f"ur vorgegebenes $f$ 
ein m"ogliches  $F$ als pull-back
konstruieren k"onnen. Und da"s entsprechendes dual f"ur
$g:N\ra N'$ gilt. 
\end{Ubunge}



\subsection{Injektive abelsche Gruppen}

\begin{Definition}\label{injM}
Ein Modul $I$
"uber einem Ring $R$
 hei"st {\bf injektiv}\index{injektiv!Modul} genau dann, wenn
gegeben irgendein weiterer Modul $M$ 
 "uber unserem Ring und darin ein Untermodul $ U\subset M$ 
sich jeder Modulhomomorphismus 
$U\ra I$ zu einem Modulhomomorphismus $M\ra I$ ausdehnen l"a"st.
 In Formeln hei"st das also: F"ur jede Injektion $i:U\hra M$ 
von $R$-Moduln liefert das Vorschalten 
 eine Surjektion
 $$(\circ i):\op{Mod}_R (M,I) \sra \op{Mod}_R (U, I)$$
\end{Definition}


\begin{Beispiele}
Ist $k$ ein K"orper, so ist  jeder $k$-Modul injektiv 
als $k$-Modul, aber nat"urlich nicht notwendig als
abelsche Gruppe.
Einen injektiven $\Bbb{Z}$-Modul nennen wir  eine
{\bf injektive abelsche Gruppe}.\index{injektiv!abelsche Gruppe} 
Die abelsche Gruppe
$\DQ$ ist injektiv, 
wie die gleich anschlie"sende Proposition \ref{IAG} zeigt.
Alternativ k"onnen wir auch argumentieren,
da"s f"ur $S=\DZ\backslash 0$ gilt $\op{Ab} (M,\DQ) =
\op{Mod}_{\DQ} (S^{-1} M, \DQ)$ 
nach der universellen Eigenschaft der Lokalisierung
\eref{UECC}{KAG} und da"s die rechte Seite 
ein exakter Funktor in $M$ ist wegen der Exaktheit der
Lokalisierung \eref{EdLo}{KAG}. 
Wieder anders k"onnen wir auch argumentieren,
da"s gilt $\op{Ab} (M,\DQ) =
\op{Mod}_{\DQ} (\DQ \otimes_{\Bbb{Z}} M, \DQ)$ 
nach \ref{F2} und da"s die rechte Seite 
ein exakter Funktor in $M$ ist nach \ref{Tex}. 
\end{Beispiele}
\begin{Definition}
Eine abelsche Gruppe hei"st {\bf divisibel}\index{divisibel!abelsche Gruppe}
 genau dann, wenn
f"ur jede von Null verschiedene ganze Zahl der durch die  Multiplikation
mit dieser Zahl gegebene Endomorphismus unserer Gruppe surjektiv ist.
\end{Definition}
\begin{Beispiel}
  Sowohl $\DQ$ als auch $\DQ/\DZ$ sind divisible abelsche Gruppen.
\end{Beispiel}
\begin{Proposition}\label{IAG}
\begin{enumerate}
\item
Eine abelsche Gruppe $I$ ist 
injektiv genau dann, wenn gilt $\op{Ext} (M,I) =0$ f"ur alle
$M$;
\item
Eine abelsche Gruppe ist injektiv genau dann, wenn sie divisibel ist;
\item
Jeder Quotient einer injektiven abelschen Gruppe ist injektiv;
\item 
Jede abelsche Gruppe l"a"st sich in eine Injektive einbetten.
\end{enumerate}
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}\label{UCKK}
Analoges gilt mit einem analogen Beweis auch f"ur Moduln
"uber beliebigen Hauptidealringen. Der folgende Beweis verwendet 
die Konstruktion des 
\glqq push-out in der Kategorie der abelschen Gruppen\grqq\ : 
Gegeben Homomorphismen abelscher Gruppen 
$\phi:A\ra B$ und $\psi:A\ra C$ bildet man die abelsche Gruppe
$P=(B\oplus C)/\{(\phi(a),-\psi(a))\mid a\in A\}$ 
mit den durch die Einbettungen induzierten Morphismen
$B\ra P$ und $C\ra P$ und erh"alt so ein kommutatives Diagramm 
$$\begin{array}{ccc}
A &\rightarrow & B\\
\downarrow && \downarrow \\
C & \rightarrow &P
\end{array}$$
von abelschen Gruppen. Die Gruppe $P$ oder genauer 
die \glqq H"alfte dieses Diagramms unterhalb der Linie durch
$B$ und $C$\grqq\  hei"st der {\bf push-out} der H"alfte oberhalb 
besagter Linie. Im Rahmen der Kategorientheorie in \eref{puou}{TF} mag man die
universelle Eigenschaft kennenlernen, die push-outs 
in beliebigen Kategorien
charakterisiert.
In unserem speziellen Fall erkennt man leicht, da"s 
die Injektivit"at eines Ausgangspfeils die Injektivit"at des
dazu parallelen Pfeils in den push-out impliziert und
da"s die Surjektivit"at eines Ausgangspfeils gleichbedeutend ist 
zur  Surjektivit"at des
dazu parallelen Pfeils in den push-out, in Formeln
$(A\hra B)\RA (C\hra P)$ und $(A\sra B)\IFF (C\sra P)$.  
Man vergleiche hierzu auch "Ubung \eref{UCK}{TF}.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
1.
F"ur $I$ injektiv folgt $\op{Ext} (M,I) =0$ aus der Definition.
Sei umgekehrt $I$ eine abelsche Gruppe mit $\op{Ext} (M,I)=0$ f"ur alle $M$.
Gegeben eine Injektion $B^{\prime} \hookrightarrow B$ gilt es, jeden Morphismus
$B^{\prime} \ra I$ zu einem Morphismus $B \ra I$ auszudehnen. Dazu
bilden wir den push-out
$$\begin{array}{ccc}
B^{\prime} &\hookrightarrow & B\\
\downarrow && \downarrow \\
I & \hookrightarrow &Y
\end{array}$$
mit einer Injektion in der unteren Horizontalen nach \ref{UCKK}.
Vervollst"andigen wir diese
 untere Horizontale
 zu einer kurzen exakten Sequenz $I \hookrightarrow Y
\twoheadrightarrow K$ 
und  bilden dazu die $\op{Ext}$-Sequenz im zweiten Eintrag
\ref{EZE} mit $M
=K$, so folgt, da"s die Surjektion $Y
\twoheadrightarrow K$ spaltet alias ein Rechtsinverses besitzt.
Mit \ref{spalt} folgt, da"s dann auch 
die Injektion $I\hra Y$  spaltet, und
ein  Linksinverses $Y\ra I$ dazu liefert  die gew"unschte
Ausdehnung.
\\[2mm]\noindent
2.
Ist $I$ injektiv, so induziert f"ur alle $n\neq 0$ die Injektion
$(n\cdot):\Bbb{Z}\hra\Bbb{Z}$ eine Surjektion 
$\op{Hom}(\Bbb{Z}, I)\sra \op{Hom}(\Bbb{Z}, I)$
alias $(n\cdot):I\sra I$.
Jede injektive abelsche Gruppe ist also divisibel.
Die Umkehrung zeigen wir mit dem Zorn'schen Lemma. Sei $I$ divisibel,
$A'\subset A$ eine Untergruppe und $\varphi':A'\ra I$ ein Homomorphismus.
Es gilt, $\varphi'$ auf ganz $A$ auszudehnen. Wir betrachten dazu
die Menge aller Paare $(A_1, \varphi_1)$ mit $ A_1$ einer
Untergruppe von $A$ oberhalb von $A'$ und $\varphi_1$ einer Fortsetzung
von $\varphi'$ auf $A_1$. Die Menge aller derartigen
Paare ist in offensichtlicher Weise
induktiv geordnet, wir finden also eine maximale Ausdehnung
$(A_{\op{max}}, \varphi_{\op{max}})$.
W"are hier nicht $A_{\op{max}}=A$, so k"onnten wir ein 
$a$ im Komplement w"ahlen
und das pushout-Diagramm
$$\begin{array}{ccc}
A_{\op{max}} \cap \langle a\rangle &\hookrightarrow & \langle a\rangle \\
\downarrow && \downarrow \\
A_{\op{max}} & \hookrightarrow &A_{\op{max}} +\langle a\rangle
\end{array}$$
bilden.
Da $I$ divisibel ist, k"onnen wir die Einschr"ankung von
$\varphi_{\op{max}}$ l"angs der linken Vertikale ausdehnen l"angs der
oberen Horizontale zu sagen wir $\varphi_{a}:\langle a\rangle\ra I$,
und  $\varphi_{\op{max}}$ und $\varphi_{a}$ zusammen
liefern 
dann eine Ausdehung von $\varphi_{\op{max}}$  auf den pushout.
Das aber widerspr"ache der Maximalit"at unserer Ausdehnung.
\\[2mm]\noindent
3. Das folgt direkt aus 2, oder auch aus 1 
mit der $\op{Ext}$-Sequenz \ref{EZE}.
\\[2mm]\noindent
4. Eine derartige Einbettung liefert
nach 3  die rechte Vertikale des kokartesischen Dia\-gramms
$$\begin{array}[b]{ccc}
\Bbb{Z} M & \twoheadrightarrow & M\\
\downarrow & &\downarrow \\
\DQ M & \twoheadrightarrow &I
\end{array}$$
Da"s die untere Horizontale eine Surjektion und die rechte 
Vertikale eine Injektion ist, folgt aus der expliziten 
Konstruktion des pushout nach \ref{UCKK}.
\end{proof}

\begin{proof}[Beweisvariante zur
Injektivit"at divisibler abelscher Gruppen]
  Wir k"onnen die Injektivit"at divisibler abelscher Gruppen
alternativ auch aus dem anschlie"senden Lemma folgern,
das in unserer Terminologie zeigt $\op{Ext}(N,I)=0$ f"ur
jede abelsche Gruppe $N$ und jede divisible abelsche Gruppe $I$. 
Umgekehrt folgt dieses Lemma auch unmittelbar aus der 
Injektivit"at divisibler abelscher Gruppen.
\end{proof}


\begin{Lemma}
 Ist $M$ eine abelsche Gruppe und $I \subset M$ eine divisible 
Untergruppe, so gibt es eine weitere Untergruppe $D \subset M$ mit $M = I \oplus D$.
\end{Lemma}

\begin{proof}
 Nach dem Zorn'schen Lemma gibt es unter allen Untergruppen von $M$, die $I$ nur in der Null
treffen, eine maximale Untergruppe $D$. Es reicht zu zeigen, da"s gilt $I + D =M$.
Zun"achst beachten wir, da"s $$D^\prime := \{ v \in M \mid \exists n \in
\mathbb Z \backslash 0 \;\text{ mit }\;
n v \in D\}$$ auch eine Untergruppe von $M$ ist.
Dann beachten wir, da"s aufgrund unserer Annahme an $I$ auch gilt $D^\prime \cap I =0$. Wegen der
Maximalit"at von $D$ haben wir also $D^\prime = D$. W"are nun $I + D \neq M$, so k"onnten
wir $c\in M$ mit $c \not\in I + D$ finden.
Ich behaupte, da"s dann $I \cap (D + \mathbb Z c) = 0$ g"alte im Widerspruch zur Maximalit"at von $D$.
In der Tat folgt aus $q = d + n c$ mit $q \in I \backslash 0$ und $d \in D$ bereits $n \neq 0$.
Es gibt also $p \in I$ mit $n p = q$ und dann auch $ n ( p -c) = d$.
Daraus aber folgt erst $p -c \in D^\prime =D$ und dann $c \in I + D$ im Widerspruch zu unserer
Annahme.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}\label{EXEX}
Ist $N'\hra N\sra N''$ eine kurze exakte Sequenz von
abelschen Gruppen und ist $M$ ein weitere abelsche Gruppe, 
so ist die induzierte Sequenz
$$\op{Hom}(M,N')\hra \op{Hom}(M,N)\ra \op{Hom}(M,N'')$$
offensichtlich linksexakt, aber der rechte Pfeil mu"s keineswegs
wieder eine Surjektion sein. Ist jedoch $M$ frei, so ist auch der
rechte Pfeil offensichtlich wieder eine Surjektion und unsere
Sequenz folglich exakt.
Ist "ahnlich $M'\hra M\sra M''$ eine kurze exakte Sequenz von
abelschen Gruppen und ist $N$ ein weitere abelsche Gruppe,
 so ist die induzierte Sequenz
$$\op{Hom}(M'',N)\hra \op{Hom}(M,N)\ra \op{Hom}(M',N)$$
offensichtlich linksexakt, aber der rechte Pfeil mu"s ebensowenig
eine Surjektion sein.
Unsere Erweiterungsgruppen sind in gewisser Weise Korrekturterme
f"ur diese Ph"anomene.  
Im ersten Fall ist das die Bedeutung von \ref{EZE}.
Wir zeigen es nun als \ref{KIAa}  zweiten Fall. 
\end{Bemerkungl}











\begin{Bemerkungl}[\textbf{Ext-Sequenz im ersten Eintrag}]
Gegeben eine abelsche Gruppe $N$ betrachten wir die kurze exakte Sequenz 
$N\hra I_N\sra C_N$ mit der im letzten Schritt des\label{KIAa}  
Beweises von \ref{IAG} als pushout konstruierten Einbettung von
$N$ in eine injektive Gruppe $I=I_N$ als erstem Pfeil
und dem Kokern dieser Einbettung als zweitem Pfeil.
Den Zweischrittkomplex $I_N\sra C_N$ in Graden Null und $(-1)$ notieren
wir $\cal{I}N$.
Gegeben eine kurze exakte Sequenz von abelschen Gruppen $ M^\prime
  \hookrightarrow M \twoheadrightarrow M^{\prime\prime} $ erh"alt man 
nun wegen der Injektivit"at der Eintr"age $\cal{I}N$
 eine kurze exakte Sequenz von
  Komplexen 
$$\op{Hom}(M'',\cal{I}N)\hra
\op{Hom}(M,\cal{I}N)\sra
\op{Hom}(M',\cal{I}N)$$
Die zugeh"orige lange exakte Homologiesequenz  liefert mit
den durch die Homologiesequenz im zweiten Eintrag 
gegebenen Identifikationen eine exakte Sequenz
$$
\begin{array}{ccccccccc}0&\ra& \op{Hom} (M'',N)& \hra& \op{Hom} (M,N) &\ra &\op{Hom}
(M',N)&\ra& \\
&\ra &\op{Ext} (M'',N)&\ra& \op{Ext} (M,N)&
\twoheadrightarrow &\op{Ext} (M', N) &\ra& 0
\end{array}
$$
Sie hei"st die  {\bf lange exakte Ext-Sequenz im ersten Eintrag}.
\index{Ext-Sequenz!im ersten Eintrag}
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Eine ber"uhmte {\bf Vermutung von Whitehead}\index{Whitehead!Vermutung von} 
dahingehend, da"s
f"ur  abelsche Gruppen $A$ gilt
$$\op{Ext}(A,\Bbb{Z})=0\;\;\RA\;\; A\text{ frei}$$
ist von Shelah \cite{Shelah} in ganz
absonderlicher Weise \glqq gel"ost\grqq\  worden:
Ob die Vermutung stimmt oder nicht, h"angt von den Axiomen
der Mengenlehre ab, die man zugrundelegt!
\end{Bemerkungl}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
  "Ahnlich wie im Fall der Torsionsgruppen zeige man, da"s 
gegeben abelsche Gruppen $M,N$ die von $\cal{P}M\sra M[0]$ und
$N[0]\hra \cal{I}N$ induzierten Kettenabbildungen
$$\op{Hom}(M[0],\cal{I}N)\ra\op{Hom}(\cal{P}M,\cal{I}N)  
\leftarrow \op{Hom}(\cal{P}M,N[0])$$
auf der Homologie Isomorphismen induzieren. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{ExtT} 
  F"ur jede abelsche Gruppe $N$ und jede nat"urliche Zahl $m\neq 0$ liefert der
  Randoperator der Ext-Sequenz im ersten Eintrag zur kurzen exakten Sequenz $
  \mathbb{Z} \overset{m}{\hookrightarrow} \mathbb{Z} \twoheadrightarrow
  \mathbb{Z}/m \mathbb{Z} $ einen Isomorphismus $$
  N/mN\;\sira\;\op{Ext}(\Bbb{Z}/m\Bbb{Z},N)$$
\end{Ubung}


\begin{Ubung}
  Gegeben eine abelsche Gruppe $M$ und eine Familie von abelschen Gruppen
  $(N_i)$ ist die kanonische Abbildung ein Isomorphismus
  $$\op{Ext} \left(M,\prod N_i\right)\sira \prod \op{Ext} (M,N_i)$$
\end{Ubung}

  \begin{Ubung}
    Gegeben eine Familie von abelschen Gruppen $(M_i)$ und eine abelsche Gruppe
    $N$ ist die kanonische Abbildung ein Isomorphismus
    $$\op{Ext} \left(\bigoplus M_i, N\right)\sira \prod \op{Ext} (M_i,N)$$
\end{Ubung}





\begin{Ubung}
Gilt $\op{Ext} (P,N) =0$ f"ur alle $N$, so ist $P$ frei.
Kann im allgemeinen 
$\op{Ext} (M,N)$ Elemente unendlicher Ordnung enthalten?
\end{Ubung}





\subsection{Koeffizientenwechsel in der Kohomologie}


\begin{Satz}[\defnoind{Universelles 
Koeffiziententheorem der Kohomologie}]
\index{Universelles 
Koeffiziententheorem!der Kohomologie}
Ist $X$ ein topologischer Raum\label{UKh} und $G$ eine abelsche Gruppe, so
haben wir nat"urliche kurze exakte Sequenzen
$$\op{Ext} ({\op{H}}_{q-1}X,G) \hookrightarrow {\op{H}}^{q}(X;G) \twoheadrightarrow \op{Hom}
({\op{H}}_{q}X,G)$$
Diese Sequenzen spalten sogar f"ur jedes $X$, aber nicht in 
nat"urlicher Weise.
\end{Satz}

\begin{Beispiel}[\textbf{Universelles Koeffiziententheorem, Anwendung}] 
 Seien $X$ ein topologischer Raum und $q\in\DZ$. 
Sind dann ${\op{H}}_{q}X$ und ${\op{H}}_{q-1}X$ endlich ezeugte abelsche Gruppen,
so ist auch ${\op{H}}^{q}X$ eine endlich ezeugte abelsche Gruppe,
deren Rang mit dem Rang von ${\op{H}}_{q}X$ "ubereinstimmt,
wohingegen ihr Torsionsanteil unkanonisch 
isomorph ist zum Torsionsanteil von
${\op{H}}_{q-1}X$. In Formeln gilt also unter
den gegebenen Endlichkeitsannahmen  
$$\op{rang}{\op{H}}^{q}X=\op{rang}{\op{H}}_{q}X 
\quad \text{ und }\quad    
  {(\op{H}}^{q}X)_{\op{tor}}\cong({\op{H}}_{q-1}X)_{\op{tor}}. $$
Das alles folgt unmittelbar aus dem universellen Koeffiziententheorem
in Verbindung mit der Strukturtheorie endlich erzeugter abelscher Gruppen
\eref{zk}{LA2} und der Beschreibung von $\op{Ext}$ aus \ref{ExtT}.
\end{Beispiel}


\begin{Bemerkunge}[\textbf{Verallgemeinerung auf allgemeinere Koeffizienten}] 
Will man aus Homologie eines topologischen Raums  $X$ mit Koeffizienten in 
einem Ring $k$ die Kohomologie von $X$ mit Koeffizienten in 
einem $k$-Modul $G$ berechnen, so 
leistet das im allgemeinen eine \glqq Spektralsequenz mit
${\op{E}}_2$-Term $\op{Ext}^i_k({\op{H}}_j(X;k),G)$\grqq.
In unserem speziellen Fall $k=\DZ$ verschwinden alle Erweiterungen
ab Grad Zwei, wir notieren $\op{Ext}^1_\DZ=\op{Ext}$, und besagte
Spektralsequenz degeneriert zur Aussage des obigen Satzes.
Das gilt allgemeiner nach \ref{UFF}
f"ur $k$ einen Hauptidealring oder ganz allgemein f"ur alle Ringe
derart,
da"s jeder Untermodul eines projektiven Moduls projektiv ist.
Derartige Ringe hei"sen \defnoind{erbliche Ringe},\index{erblicher Ring}
da sich 
bei ihnen \glqq die Eigenschaft der Projektivit"at 
auf   Untermoduln
vererbt\grqq. 
 Kaplansky hat ein Beispiel f"ur einen erblichen Ring gefunden, dessen
opponierter Ring nicht erblich ist. Man m"u"ste also eigentlich genauer von
{\bf linkserblichen} und {\bf rechtserblichen Ringen} reden.
\end{Bemerkunge}
\begin{proof}[Beweis]
Wir betrachten die kurze exakte Sequenz $G \hookrightarrow I_G
\twoheadrightarrow C_G$ mit 
injektiven $I_G$ und 
$C_G$ aus \ref{KIAa}.
 Sie f"uhrt zu einer kurzen exakten
Sequenz von Komplexen
$$\op{Hom} ({\op{S}}X,G) \hookrightarrow \op{Hom} ({\op{S}}X,I_G) \twoheadrightarrow
\op{Hom} ({\op{S}}X,C_G)$$
Da $I_G$ und $C_G$ injektiv sind, sind die Funktoren
$\op{Hom}(\;,I_G)$ und $\op{Hom}(\;,C_G)$ exakt und
\glqq kommutieren\grqq\  folglich mit dem Bilden der Homologie
in derselben Weise, wie wir das in \ref{Hex} f"ur das Tensorieren
mit torsionsfreien Moduln gesehen hatten.
Von der zugeh"origen langen exakten Kohomologiesequenz ist
also ein Ausschnitt
$$
\begin{array}{ccccccccc} & &  &  \ra& \op{Hom} ({\op{H}}_{q-1}X,I_G) &\ra &\op{Hom}
({\op{H}}_{q-1}X,C_G)&\ra& \\
&\ra &{\op{H}}^{q} (X;G)&\ra& \op{Hom} ({\op{H}}_{q}X,I_G)&
\rightarrow &\op{Hom} ({\op{H}}_{q}X,
C_G) &\ra&
\end{array}
$$
Die Ext-Sequenz im zweiten Eintrag liefert uns damit wie gew"unscht
kurze exakte Sequenzen
$$\op{Ext} ({\op{H}}_{q-1} X,G)\hookrightarrow {\op{H}}^{q} (X;G)
\twoheadrightarrow \op{Hom} ({\op{H}}_{q}X,G)$$
Es bleibt zu zeigen, da"s unsere Sequenzen spalten.
So eine Spaltung folgt aber wie zu Ende des Beweises von
\ref{UKT} aus der Existenz einer Spaltung der Einbettung
${\op{Z}}_qX\hra {\op{S}}_qX:$ Solch eine Spaltung
${\op{S}}_qX\sra {\op{Z}}_qX$ induziert n"amlich
eine Abbildung
$\op{Hom}({\op{H}}_qX, G)\hra \op{Hom}({\op{Z}}_qX, G)\ra 
{\op{S}}^q(X;G)$, die in ${\op{Z}}^q(X;G)$ landet.
\end{proof}
\begin{Bemerkunge}\label{UKTT}
Sei allgemeiner $C_{\ast}$ irgendein Komplex von freien abelschen
Gruppen und $G$ eine weitere abelsche Gruppe. So liefert dasselbe
Argument unkanonisch spaltende kurze exakte Sequenzen
$$\op{Ext} (\cal{H}_{q-1}C_{\ast}, G) \hookrightarrow \cal{H}^{q}
\op{Hom}(C_{\ast},G) \twoheadrightarrow \op{Hom}
(\cal{H}_{q}C_{\ast},G)$$
\end{Bemerkunge}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
Das universelle 
Koeffiziententheorem der Kohomologie
gilt mit demselben Beweis auch in der relativen Kohomologie.
Man pr"ufe es explizit im Fall der relativen Kohomologie des
M"obiusbands relativ zu seinem Randkreis. Hinweis: \ref{MBDK}.
\end{Ubung}
\newpage

\section{Poincar\'e-Dualit"at und Schnittpaarung}


\subsection{Limites und Kolimites} %, NEUER VERSUCH}
\label{LKiL} 
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildKolim}\\[4mm]
\noindent Illustration zum  Kolimes\end{figure}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildLimm}\\[4mm]
\noindent Illustration zum  Limes\end{figure}

  

\begin{Definition}\label{Kolim}
Gegeben ein K"ocher $\cal{I}$ und eine Kategorie 
$\cal{C}$ ist die Vorschrift, die
 jedem Objekt die
entsprechende {\bf konstante Darstellung} unseres K"ochers
zuordnet,  ein 
Funktor
$$\op{const}:\mathcal C\ra \op{Car}(\cal{I},\mathcal C)$$
Wenn der partielle Linksadjungierte dieses Funktors auf einer
 K"ocherdarstellung $D:\cal{I}\ra \mathcal C$ definiert ist, so nennen wir
seinen Wert \glqq den\grqq\ {\bf Kolimes}\index{Kolimes} 
 unserer K"ocherdarstellung.
Ist unsere K"ocherdarstellung $D$ gegeben durch $D:i\mapsto D_i$
und $D:\mathcal I(i,j)\ra \mathcal C(D_i,D_j)$,
so notieren wir den Kolimes
\index{col@$\col$ Kolimes} 
 $$ \col_{i\in\mathcal I} D_{i}
%=\varinjlim _{i\in\mathcal I}D_i
$$ 
Er ist in der "ublichen Weise eindeutig bis auf
eindeutigen Isomorphismus, 
wenn er denn existiert.
Die Bilder der Pfeile unter einer K"ocherdarstellung 
k"urzen wir gerne mit demselben Symbol $D(p)=p$ ab.
Wenn der partielle Rechtsadjungierte unseres Funktors $\op{const}$ auf einer
 K"ocherdarstellung definiert ist, so nennen wir
seinen Wert \glqq den\grqq\ {\bf Limes}\index{Limes} 
unserer K"ocherdarstellung und
notieren ihn\label{Limes}\index{Limes!in Kategorie}  
$$\lim_{i\in\mathcal I}D_i%=\varprojlim _{i\in\mathcal I}D_i
$$
\end{Definition}
%  Ich habe hier meine Notation September 2014 etwas geaendert!
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}] 
%   In \cite[I.2]{SGA4} hei"st unser Kolimes $\varinjlim $ ein 
% {\bf induktiver Limes} 
%   \index{Limes!induktiver}\index{induktiv!Limes} und wird $\varinjlim$
%   notiert.\index{lim@$\varinjlim$ induktiver Limes} 
% Weiter hei"st  unser Limes% $\varprojlim $ ein 
% {\bf projektiver Limes} 
%   \index{Limes!projektiver}\index{projektiv!Limes} und wird $\varprojlim$
%   notiert.\index{lim@$\varprojlim$ projektiver Limes} 
F"ur unseren Kolimes findet man in der Literatur auch die Bezeichnungen
als {\bf induktiver Limes}\index{Limes!induktiver} 
und {\bf direkter Limes}.\index{Limes!direkter}  
F"ur unseren Limes findet man in der Literatur auch die Bezeichnungen
als {\bf projektiver Limes}\index{Limes!projektiver}  und {\bf inverser Limes}. 
\index{Limes!inverser} 
Meist geht man spezieller von einer Kategorie $\mathcal I$
aus und betrachtet nur Kolimites von Funktoren
 $F\in \op{Cat}(\cal{I},\mathcal C)\subset \op{Car}(\cal{I},\mathcal C)$. 
Die Einschr"ankung auf diesen Spezialfall 
schien mir jedoch wenig sinnvoll. 
Oft geht man auch noch
spezieller von einer 
partiell geordneten Indexmenge $\mathcal I$ aus, dann ist die 
Kategorie mit je einem Morphismus 
von kleineren zu gr"o"seren Elementen gemeint.
Im allgemeinen nenne ich eine Darstellung eines K"ochers in einer Kategorie
$\mathcal C$ auch gerne ein {\bf System in $\mathcal C$}.
Meist findet man f"ur den Kolimes die ausf"uhrlichere Notation 
$\colim$.\index{colim@$\colim$ Kolimes} 
Oft verwendet man auch statt $\col$ und $\lim$ die Notationen 
 $\varinjlim $ und $\varprojlim $. Ich erlaube mir das jedoch nur im
Fall filtrierender bzw. kofiltrierender Systeme, wie sie in \ref{FiDe}
eingf"uhrt werden.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Ausgeschrieben besteht 
unser Kolimes aus einem Objekt $K=\col D_i$ mitsamt Morphismen
$\op{in}_i: D_i\ra K$ derart, da"s gilt $ \op{in}_j\circ  D(p)=\op{in}_i$
f"ur alle Pfeile $  p\in \mathcal I(i,j)$ und da"s folgende
{\bf universelle Eigenschaft} erf"ullt ist:
Gegeben ein Objekt $N\in \mathcal C$ mitsamt Morphismen
$\psi_i: D_i\ra N$ derart, da"s gilt $\psi_j\circ D( p) =\psi_i$
f"ur alle Pfeile $  p\in \mathcal I(i,j)$,
existiert genau einen Morphismus $\psi: K\ra N$ mit
$\psi\circ\op{in}_i=\psi_i$ f"ur alle $i$. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Der Kolimes einer Darstellung  $F:\mathcal I\ra \mathcal C$ 
eines K"ochers f"allt zusammen mit dem Limes
  der Darstellung $F^\circ:\mathcal I^{\op{opp}}
\ra \mathcal C^{\op{opp}}$ des
  opponierten K"ochers in der opponierten Kategorie.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Ausgeschrieben besteht 
unser Limes aus einem Objekt $L=\lim D_i$ mitsamt Morphismen
$\op{pr}_i: L\ra D_i $ derart, da"s gilt $ D( p)\circ \op{pr}_i =\op{pr}_j$
f"ur alle Pfeile $  p\in \mathcal I(i,j)$, und da"s folgende
{\bf universelle Eigenschaft} erf"ullt ist:
Gegeben ein Objekt $M\in \mathcal C$ mitsamt Morphismen
$\psi_i: M\ra D_i$ derart, da"s gilt $ D( p)\circ \psi_i =\psi_j$
f"ur alle Pfeile $  p\in \mathcal I(i,j)$,
existiert genau ein Morphismus $\psi: M\ra L$ mit
$\op{pr}_i\circ\psi=\psi_i$ f"ur alle $i$. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiele}[\textbf{Kolimes spezialisiert zu Koprodukt und Pushout}] 
  Im Fall eines  K"ochers ohne Pfeile spezialisiert 
unser Kolimes zum Koprodukt. Im Fall  
eines Kowinkeldiagramms spezialisiert 
unser Kolimes zum Pushout. 
\end{Beispiele}
\begin{Beispiele}[\textbf{Limes spezialisiert zu Produkt, 
Pullback und Egalisator}] 
  Im Fall eines  K"ochers ohne Pfeile spezialisiert 
unser Limes zum Produkt. Im Fall  
eines Winkeldiagramms spezialisiert 
unser Limes zum Pullback. 
Bezeichne schlie"slich 
  $\begin{array}{c} \rightarrow\\[-2ex] \rightarrow \end{array}$ 
den K"ocher mit zwei Punkten und zwei Pfeilen, von dem ich der 
Einfachkeit halber\label{Egal} 
nur die Pfeile angedeutet habe.
Der Limes einer Darstellung dieses  K"ochers 
hei"st, wenn er existiert, auch der {\bf Egalisator}\index{Egalisator} der
beiden Morphismen, die den Pfeilen unseres K"ochers zugordnet werden.
Sind zum Beispiel $f,g:X\ra Y$ zwei Abbildungen von Mengen,
so ist ihr Egalisator  die Menge $\{x\in X\mid f(x)=g(x)\}$
mit ihrer Einbettung nach $X$.
\end{Beispiele}

\begin{Beispiel}[\textbf{Kolimites von Mengen}]
In der Kategorie der Mengen existieren alle
Kolimites: Unser universelles Problem wird gel"ost von
der Menge der "Aquivalenzklassen in der disjunkten Vereinigung
$\coprod_{i\in \mathcal I}M_{i}$ unter 
der "Aquivalenzrelation $\sim$, die erzeugt wird
wird durch die "Aquivalenzen\label{KolM} 
$$\op{in}_i(a_i)\sim \op{in}_j( p(a_i)) \text{ f"ur alle }i, j\in
\mathcal I \text{ und alle }
 p\in \mathcal I(i,j)\text{ und alle }a_i\in M_i.$$
Wir nennen diese Menge von "Aquivalenzklassen
{\em den} Kolimes
$\col  M_{i}$ der $M_{i}$.  
\end{Beispiel}


\begin{Beispiel}[\textbf{Kolimes als aufsteigende Vereinigung}]
  Gegeben sei ein Diagramm von Mengen mit Injektionen
$M_0\hra M_1\hra M_2\hra \ldots$. Sind sie alle Teilmengen einer gro"sen Menge
$M$ und sind unsere Injektionen Inklusionen  von Teilmengen,
so liefert die offensichtliche Abbildung eine Bijektion
$$ \col _{i\in\DN}M_i\;\sira\;\bigcup_{i\in\DN}M_i$$
\end{Beispiel}





\begin{Beispiel}
In der Kategorie der abelschen Gruppen  existieren
Kolimites: Der
Quotient der direkten Summe 
$\bigoplus_{i\in \mathcal I}M_{i}$ nach der Untergruppe,
die erzeugt
wird von allen $\op{in}_i(m) - \op{in}_j(p (m))$ 
f"ur $i,j \in I$, $p\in\mathcal I(i,j)$
und $m \in M_{i}$,  l"ost 
unser universelles Problem.
\end{Beispiel}



\begin{Definition}\label{FiDe}
Eine Kategorie $\mathcal I$ hei"st 
{\bf filtrierend}\index{filtrierend!Kategorie} genau dann, wenn
sie (1) nicht leer ist, wenn es (2) 
f"ur je zwei Objekte $i,j \in \mathcal I$  
ein Objekt $k \in \mathcal I$ mit Morphismen 
$i \rightarrow k$, $j \rightarrow k$ gibt und wenn es (3) 
f"ur je zwei Morphismen 
$\varphi , \psi : i \rightarrow j$ einen Morphismus
$\zeta : j \rightarrow k$ gibt mit $ \zeta 
\circ \varphi = \zeta \circ \psi$. Eine Kategorie $\mathcal I$ hei"st 
{\bf kofiltrierend}\index{kofiltrierend!Kategorie} genau dann, wenn
die opponierte Kategorie filtrierend ist.
\end{Definition}


\begin{Bemerkungl}
  Ein Kolimes "uber eine filtrierende Kategorie 
hei"st auch ein 
{\bf filtrierender 
Kolimes}\index{filtrierend!Kolimes}\index{Kolimes!filtrierender} 
und wir notieren ihn
$\varinjcol$\index{col@$\varinjcol$ filtrierender Kolimes} 
oder meist,\label{KfK}  
leicht irref"uhrend aber der Tradition gehorchend, 
$\varinjlim$.\index{lim@$\varinjlim$ filtrierender Kolimes}  
Ein Limes "uber eine kofiltrierende Kategorie 
hei"st auch ein 
{\bf kofiltrierender 
Limes}\index{kofiltrierend!Limes}\index{Limes!kofiltrierender} 
und wir notieren ihn
$\varprojlim$.\index{lim@$\varprojlim$ kofiltrierender Limes} 
Schreiben wir $\varinjlim_{n\in \DN}X_n$, so gehen wir stets
implizit von einem System der Gestalt $X_0\ra X_1\ra\ldots$ aus, "uber das
der Kolimes zu bilden ist. 
Schreiben wir $\varprojlim_{n\in \DN}X_n$, so gehen wir stets
implizit von einem System der Gestalt $\ldots\ra X_1\ra X_0$ aus, "uber
das der Limes zu bilden ist. 
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Filtrierende Kolimites von Mengen}] 
Im Fall  eines mengenwertigen Funktors  $M \in\op{Cat}( \mathcal I,
  \op{Ens})$ auf einer filtrierenden 
Kategorie $\mathcal I$ kann\label{fdl} man
die "Aquivalenzrelation $\sim$ 
  auf der disjunkten Vereinigung $\coprod M_i$ aus \ref{KolM}
mit $$\varinjlim M=\left.\left(\coprod_{i \in
    \mathcal I} M_i\right)\right/ \sim$$
 sehr viel expliziter beschreiben:
  Genau dann gilt unter dieser Annahme $a_i \sim a_j$, wenn es Morphismen
  $\varphi : i \rightarrow k$ und $\psi : j \rightarrow k$ gibt mit $
  \varphi(a_i) = \psi(a_j)$ in $M_k$.  In der Tat liefert  f"ur
  filtrierendes $\mathcal I$ diese
  Vorschrift eine "Aquivalenzrelation, von der
  man leicht zeigt, da"s sie mit der in 
\ref{KolM} beschriebenen "Aquivalenzrelation
  "ubereinstimmen mu"s. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
  Sei $\mathcal I$ ein K"ocher.
Eine Sequenz $F\ra G\ra H$  in der Kategorie 
 $\op{Car}(\mathcal I,\op{Ens}^*)$ der Darstellungen 
von $\mathcal I$ durch bepunktete Mengen hei"st 
{\bf exakt}\index{exakt Sequenz!von K"ocherdarstellungen} genau dann,
wenn f"ur jedes $i\in \mathcal I$ die Sequenz
$F_i\ra G_i\ra H_i$ \hyperref[exak]{exakt} ist.
\end{Definition}



\begin{Lemma}[\textbf{Exaktheit von filtrierenden Kolimites f"ur Mengen}] 
Ist $\mathcal I$ 
eine filtrierende Kategorie, so macht 
das Bilden des Kolimes\label{EDL} 
\begin{equation*}
\varinjlim : \op{Cat} (\mathcal I, \op{Ens}^*) \rightarrow \op{Ens}^*
\end{equation*}
 aus exakten Sequenzen wieder exakte Sequenzen.
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Exaktheit von filtrierenden Kolimites f"ur Gruppen}] 
    F"ur ein filtrierendes System von Gruppen erhalten wir auf ihrem Kolimes
    als Mengen aus \ref{fdl} in offensichtlicher Weise eine Struktur als
    Gruppe und es ist auch klar, da"s wir so den Kolimes in der Kategorie der
    Gruppen konstruieren k"onnen. Unser Lemma gilt also analog\label{EDLG}  
auch f"ur Gruppen. 
 \end{Bemerkungl}

% \begin{Bemerkunge}
% Das gilt auch etwas allgemeiner im Fall einer sogenannten
% {\bf pseudofiltrierenden  Kategorie}\index{pseudofiltrierend!Kategorie}
%  $\mathcal I$, 
% von der man  nur fordert, da"s sich jeder Winkel zu einem
% kommutativen Quadrat erg"anzen l"a"st und da"s es 
% f"ur je zwei Morphismen 
% $\varphi , \psi : i \rightarrow j$ einen Morphismus
% $\zeta : j \rightarrow k$ gibt mit $ \zeta 
% \circ \varphi = \zeta \circ \psi$. Diese Allgemeinheit hat den
% Vorteil, da"s sich auch die
% Exaktheit direkter Summen unmittelbar als Spezialfall ergibt.
% \end{Bemerkunge}
\begin{proof}[Beweis]
Sei $F\ra G\ra H$ unsere Sequenz.
Bezeichne $(\varphi_i),(\psi_i)$ die Morphismen unserer Sequenz und $\varphi,\psi$ ihre Kolimites.
Sicher ist die Verkn"upfung auch im Kolimes konstant. 
Ist andererseits $\op{in}_{i}
(g_{i})\in \varinjlim G$ ein Element im Kolimes 
der Mitte, das auf $*\in \varinjlim H$  geht, so folgt
$\op{in}_{i} \psi_{i}(g_{i})=*$, nach \ref{fdl} also
$\zeta \psi_{i}(g_{i}) =*$ f"ur geeignetes $\zeta:i\ra j$,
also $\psi_{j} \zeta(g_{i})=*$ und folglich gilt $\zeta
(g_{i})=\varphi_{j}(f_{j})$ und 
$\op{in}_{i}(g_{i}) = \varphi \op{in}_{j}
(f_{j})$.
\end{proof}




% \begin{Satz}[\textbf{Exaktheit von filtrierenden Kolimites}]
% Gegeben
% eine exakte Sequenz  $(M'_i)\ra(M_i)\ra(M''_i)$
% von  induktiven Systemen abelscher Gruppen\label{EDL}
% erhalten wir auch im direkten Limes eine exakte Sequenz
% $$\varinjlim M^{\prime}_{i} \rightarrow
% \varinjlim M_{i} \ra \varinjlim
% M_{i}^{\prime\prime}$$
% \end{Satz}




% \begin{Definition}\label{Filtr}
% Eine partiell geordnete Menge  hei"st 
% {\bf filtrierend}\index{filtrierend!partiell geordnete Menge} 
% genau
% dann, wenn darin
%  jede endliche Teilmenge eine obere Schranke besitzt.
% Ein Kolimes "uber ein filtrierendes System hei"st ein
% {\bf filtrierender Kolimes}.\index{Kolimes!filtrierender} 
% % ein Limes "uber ein filtrierendes System  ein
% % {\bf filtrierender Limes}.\index{Limes!filtrierender}
% \end{Definition}
% \begin{Bemerkungl}
% In der Literatur wird meist 
% eine andere Definition verwendet, nach der man
% eine partiell geordnete Menge filtrierend nennt  genau
% dann, wenn 
% es f"ur je zwei Elemente aus $I$ ein Drittes gibt,
% da"s gr"o"ser ist als  alle beide.
% Mit dieser Definition w"are auch
% die leere  Menge  filtrierend, was mir
% unnat"urlich scheint und was ich in diesem Text nicht zulassen will.
% Das ist  der einzige Unterschied der Definition dieses 
% Textes zur in der Literatur "ublichen Definition.
% \end{Bemerkungl}

%   Ein System "uber einer filtrierenden Menge hei"st 
% in der Literatur oft auch ein {\bf direktes} oder
%   \index{System!direktes} {\bf induktives
%     System}.\index{System!induktives}
% \begin{Bemerkungl}  Ein filtierender Kolimes 
%   hei"st in der Literatur 
% auch oft ein {\bf direkter Kolimes} oder\index{Kolimes!direkter} % {\bf induktiver
% %     Kolimes}\index{Kolimes!induktiver} 
% oder in milder Begriffsverwirrung 
%  ein {\bf direkter
%     Limes}.\index{Limes!direkter} 
% \end{Bemerkungl}






\begin{Definition}
Eine Unterkategorie  $\mathcal K \subset \mathcal I$ 
einer filtrierenden Kategorie
hei"st {\bf konfinal}\index{konfinal!in filtrierender Kategorie} 
genau dann, wenn sie voll ist und wenn es f"ur
jedes $i\in \mathcal I$ einen Morphismus zu einem Objekt 
$k \in \mathcal K$ gibt.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}] 
  In der Literatur hei"st diese Eigenschaft meist
\glqq kofinal\grqq.\index{kofinal!in filtrierender Kategorie} 
Da die Vorsilbe \glqq ko\grqq\  aber in diesem Zusammenhang 
mit der Bedeutung \glqq dasselbe f"ur opponierte Kategorien\grqq\ 
belastet ist, habe ich
die Terminologie  variiert.
\end{Bemerkungl}
\begin{Lemma}[\textbf{"Ubergang zu  konfinalen Teilsystemen}]\label{KFin}
Seien $\mathcal I$ eine filtrierende Kategorie,
$\mathcal K \subset \mathcal I$  konfinal und $M:\mathcal I\ra \mathcal C$
ein Funktor.
Genau dann existiert der Kolimes von $M$ "uber $\mathcal I$,
wenn der Kolimes "uber $\mathcal K$ existiert, 
und dann ist der offensichtliche Morphismus ist ein Isomorphismus
$$\varinjlim _{k\in \mathcal K} M_{k}\;\sira\;\varinjlim _{i\in \mathcal I} M_{i}$$
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Beide Seiten haben dieselbe universelle Eigenschaft. Man "uberzeuge sich
davon zun"achst im Spezialfall, da"s $\mathcal I$ ein finales Objekt besitzt
und da"s $\mathcal K$ nur aus diesem einen finalen Objekt besteht.
\end{proof}
























% \begin{Bemerkungl}\label{Limes} 
% Systeme in der opponierten Kategorie nennen wir 
% {\bf Systeme}\index{System} 
% und der
% Kolimes hei"st  dann 
% {\bf Limes}\index{Limes}.\index{Limes!in Kategorie}
% Ausgeschrieben ist also ein System  in einer Kategorie $\cal{C}$
% "uber einer 
% partiell geordneten Menge $(I,\geq)$ 
% eine
% Familie $\{M_{i}\}_{i \in I}$ von Objekten mitsamt Morphismen
% $ \varphi_{  ij} : M_{j} \ra M_{i}$ f"ur alle $j \geq i$ derart, da"s
% gilt  $\varphi_{ k j} \circ \varphi_{ j i }= \varphi_{ k i}$ wann immer
% $k \geq j \geq i$ und $\varphi_{ii} =
% \op{id} $ f"ur alle $i$, und ein  Limes
% "uber ein solches System ist
% ein Objekt $L$ mitsamt Morphismen $\op{can}_{i} : L
% \ra M_{i}$ derart, da"s eine gewisse universelle Eigenschaft erf"ullt ist, die
% der Leser nun erraten kann. 
% Man notiert  Limites\index{lim@$\varprojlim $ Limes in Kategorie} meist
% $$L=\varprojlim  M_{i}$$
% Im Fall einer partiell geordneten
% Menge, in der je zwei verschiedene Objekte unvergleichbar sind,
% spezialisiert unser Limes
% zum Produkt. Im Fall einer partiell geordneten Menge mit
% drei Elementen, von denen eines kleiner ist als die beiden anderen,
% diese beiden jedoch unvergleichbar sind, spezialisiert 
% unsere Definition zum Pullback alias Faserprodukt.
% \end{Bemerkungl}
% \begin{Bemerkungl}
%   In \cite[I.2]{SGA4} hei"st unser Limes $\varprojlim $ ein {\bf projektiver Limes}
%   \index{Limes!projektiver}\index{projektiv!Limes} und wird $\varprojlim$
%   notiert.\index{lim@$\varprojlim$ projektiver Limes} 
% \end{Bemerkungl}



% \begin{Bemerkung}[\textbf{Konventionen zur Indizierung}] 
%   Sicher k"onnen Systeme identifiziert werden mit
% Systemen, die durch die opponierte partiell
% geordnete Menge indiziert werden. Wir k"onnen in diesem Sinne 
% sowohl unsere Limites als auch unsere Kolimites jeweils 
% sowohl "uber Systemen als auch "uber Systemen
% erkl"aren, aber das w"urde  zu zus"atzlicher Verwirrung f"uhren.
% Die Indizierung ist so gew"ahlt, da"s weder der Limes
% noch der Kolimes 
% sich  "andern, wenn man  Elemente unserer
% partiell geordneten Mengen wegl"a"st, die nicht maximal sind.
% St"arkere Aussagen in dieser Richtung formuliert \ref{KFin}. 
% \end{Bemerkung}

% \begin{Bemerkungl}
%   Ein System "uber einer filtrierenden Menge hei"st 
% in der Literatur meist ein {\bf inverses
%     System},\index{System!inverses} und ein Limes "uber ein derartiges System
%   hei"st dann ein {\bf inverser} oder\index{Limes!inverser} {\bf projektiver
%     Limes}\index{Limes!projektiver} und wird statt $\varprojlim $ meist
%   $\varprojlim$\index{lim@$\varprojlim$ inverser Limes in Kategorie} notiert.
% \end{Bemerkungl}


\begin{Beispiel}[\textbf{Limites von Mengen}]
In der Kategorie der Mengen existieren
Limites:
Die Teilmenge des Produkts
$\prod_{i\in \mathcal I}M_{i}$, die besteht aus allen Tupeln $(m_i)$ mit
$p(m_i)=m_j \text{ f"ur alle Pfeile }p:i\ra j $,
l"ost unser universelles Problem.
Wir nennen diese Teilmenge des Produkts
ab jetzt {\em den}  Limes
$\lim  M_{i}$   der $M_{i}$. %{\sf lim} 
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkunge}[\textbf{Leere Limites nichtleerer Mengen}] 
Der Limes eines kofiltrierenden Systems
 nichtleerer endlicher Mengen ist nicht leer: 
Das folgt aus dem Satz von Tychonov
\eref{ST}{ML} mit "Ubung \eref{Skoa}{AN1} zu nichtleeren Schnittmengen
von Familien abgeschlossener Teilmengen in Kompakta. 
Die Mengen $\DZ_{\leq n}$ mit den Inklusionen
als Morphismen bilden
ein kofiltrierendes  System nichtleerer 
unendlicher Mengen mit leerem Limes. Sogar bei einem 
kofiltrierenden System nichtleerer Mengen mit \emph{surjektiven} Morphismen
kann es verbl"uffenderweise vorkommen, da"s
der Limes leer ist. Mehr dazu findet man in der 
\glqq Th\'eorie des Ensembles\grqq\  von Bourbaki. 
\end{Bemerkunge}


\begin{Beispiel}[\textbf{Formale Potenzreihen als Limes}] 
  Zum Beispiel k"onnen wir den Ring $k\llbracket X\rrbracket$ der formalen
  Potenzreihen mit Koeffizienten in einem Ring $k$ aus \eref{FPR}{LA1}
 beschreiben
  als Limes des Systems aller \glqq abgeschnittenen Polynomringe\grqq,
genauer liefert die universelle Eigenschaft einen Isomorphismus
 $k\llbracket
  X\rrbracket \sira \varprojlim_n k[X]/\langle X^n\rangle$.
\end{Beispiel}



\begin{Bemerkungl}\label{KFinl}
Als Konsequenz unseres Resultats
f"ur Kolimites  in \ref{KFin}  
bleiben  nat"urlich auch Limites unver"andert bei der 
Restriktion zu einer Unterkategorie, deren opponierte
Kategorie konfinal ist in der opponierten
der Indexkategorie des urspr"unglichen Systems.
\end{Bemerkungl}

\subsubsection*{"Ubungen}

\begin{Ubung}
Gegeben ein System von Gruppen (oder abelschen Gruppen, oder
Ringen, oder Moduln) tr"agt sein Limes als System von
Mengen in nat"urlicher Weise die Struktur einer 
Gruppe (oder einer abelschen Gruppe,
oder eines Rings, oder eines Moduls) und wird mit dieser Struktur ein
Limes in der jeweiligen Kategorie.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Linkssadjungierte vertauschen mit Kolimites}]
  Seien $L:\mathcal B\ra \mathcal C$ ein Funktor und 
$\mathcal I$ ein K"ocher und\label{KaAA} 
$X:\mathcal I\ra \mathcal B$ 
eine Darstellung. Existiert der Kolimes $\col X(i)$ und
besitzt $L$  einen
Rechtsadjungierten, so machen auch die offensichtlichen Morphismen
$L(X(i))\ra L(\col X(i))$
die rechte Seite zu einem Kolimes der Darstellung $LX:\mathcal I\ra \mathcal C$.
Ebenso vertauschen Rechtsadjungierte mit Limites.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Transitivit"at von Kolimites}]
 Seien $\mathcal I$ und $\mathcal J$ K"ocher und\label{coco} 
sei $\mathcal B$ eine weitere Kategorie und $X: \mathcal I\times\mathcal
J\ra\mathcal B$ eine Darstellung.
So ist, immer unter der Voraussetzung der Existenz unserer Kolimites,
der offensichtliche Morphismus ein Isomorphismus
$$\col _{\mathcal I\times\mathcal
J}X(i,j)\sira \col_{\mathcal I}\left(\col _{\mathcal J}X(i,j)\right)$$
Analoges gilt f"ur Limites.\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Tensorprodukte vertauschen mit Kolimites}] In Formeln
liefert also die kanonische Abbildung einen Isomorphismus\label{KLT}
$$\col  (M_{i}\otimes_{R} N) \sira (\col M_{i})\otimes_{R} N$$
Hinweis: Man  beachte,
da"s $\otimes_R N$ einen Rechtsadjungierten besitzt, und wende \ref{KaAA} an.
\end{Ubung}


\begin{Ubunge}\label{VIKM} 
  Gegeben eine abelsche Gruppe $G$ und $n\in \DN$ betrachte man die Kategorie
mit Objekten $\op{Ab}(\DZ^n,G)$ und Morphismen $\zeta:\varphi\ra\psi$ 
allen Gruppenhomomorphismen $\zeta: \DZ^n\ra \DZ^n$
mit $\psi\circ\zeta=\varphi$. Man zeige:
F"ur $n\geq 2$ ist die offensichtliche Abbildung
ein Isomorphismus
$$\varinjlim_{\varphi \in \op{Ab}(\DZ^n,G)} \DZ^n\sira G$$
Man zeige weiter, da"s das f"ur $n\leq 1$ nicht mehr stimmt.
\end{Ubunge}

\begin{Ubunge}\label{dLs}
  Gegeben ein  filtrierendes
System $(M_i)$ von Gruppen, dessen s"amtliche Morphismen 
Surjektionen 
 sind, kann man 
den direkten Limes auch  beschreiben, indem man ein $i$ festh"alt
und $M_i$ teilt durch die Vereinigung der Kerne aller 
$p:i\ra j$.
\end{Ubunge}

\begin{Ubunge}[\textbf{Tensorprodukt "uber einem Kolimes}]
 Mithilfe von \ref{dLs} zeige man:  
Gegeben ein filtrierendes System von Ringen\label{dLt} 
$R_i$ mit Kolimes $R$ und einen $R$-Rechtsmodul $M$ sowie einen
$R$-Linksmodul $N$ induziert die kanonische Abbildung einen
Isomorphismus
$$\col_i (M\otimes_{R_i}N) \sira
M\otimes_{R}N$$
\end{Ubunge}




\begin{Ubung}\label{LH}
Sei der topologische Raum
 $X$
eine aufsteigende oder allgemeiner eine filtrierende Vereinigung
offener Teilmengen, in Formeln 
$X=\bigcup_{i\in I} U_i$ und f"ur je zwei Indizes  
$i,j\in I$ existiert ein Index $k\in I$ mit 
$U_i\subset U_k$ und $U_j\subset U_k$.
So gilt ${\op{H}}_q(X)=\varinjlim {\op{H}}_q(U_{i})$ und
$\pi_1(X,x)=\varinjlim_i \pi_1(U_i,x)$, wo der zweite
Kolimes nur "uber alle $i$ mit
$x\in U_i$  l"auft. 
\end{Ubung}




% \begin{Ubung}[\textbf{Rechtsadjungierte vertauschen mit Limites}]
%   Seien $R:\mathcal B\ra \mathcal C$ ein Funktor und 
% $\mathcal I$ ein K"ocher und\label{KaAAn} 
% $X:\mathcal I\ra \mathcal B$ 
% eine Darstellung. Existiert der Limes $\varprojlim X(i)$ und
% besitzt $R$  einen
% Linksadjungierten, so machen auch die offensichtlichen Morphismen
% $R(\varprojlim X(i))\ra R(X(i))$
% die rechte Seite zu einem Limes der Darstellung $RX:\mathcal I\ra \mathcal C$.
% \end{Ubung}














\begin{Ubunge}\label{BPRR}
Algebraisch Gebildete m"ogen zeigen, da"s in 
der Kategorie $\op{Kring}$ der kommutativen Ringe beliebige Produkte
existieren. Hinweis: Man bilde den
Limes "uber alle endlichen Teilprodukte,
deren Existenz durch \ref{TPRR} bereits gesichert ist.
\end{Ubunge}

\begin{Ubung}\label{MiLe}
Ist $M^\prime_i \hookrightarrow M_i \rightarrow M^{\prime\prime}_i$
eine linksexakte Sequenz von  Systemen
abelscher Gruppen, so ist die Sequenz 
\begin{equation*}
\lim  M^\prime_i \hookrightarrow \lim
M_i \rightarrow \lim  M_i^{\prime\prime}
\end{equation*}
der  Limites auch linksexakt.
Sind unsere Systeme indiziert durch $n\in \DN$ 
und besteht die  Sequenz aus
kurzen exakten Sequenzen 
$M^\prime_n \hookrightarrow M_n \sra M^{\prime\prime}_n$ und 
sind alle Morphismen des linken Systems 
Surjektionen $M^\prime_n \sra M^\prime_m$, so bilden  die
inversen Limites sogar eine kurze exakte Sequenz
\begin{equation*}
\varprojlim_{ n} M^\prime_n \hookrightarrow \varprojlim_{ n}
M_n \twoheadrightarrow \varprojlim_{ n} M_n^{\prime\prime}
\end{equation*}
Man kann das auch noch allgemeiner zeigen unter der noch schw"acheren
sogenannten
{\bf Mittag-Leffler-Bedingung},\index{Mittag-Leffler!Bedingung von}
da"s in jedem $M'_n$ die absteigende Folge der Bilder der
$M'_j$ mit $j>n$ nach endlich vielen Schritten konstant wird,
etwa beim Bild von  $M'_{j(n)}$.
Hinweis: Gegeben ein Element des inversen Limes 
$(m''_n)$ w"ahle man zun"achst in der Mitte jeweils Urbilder
$m_n$ und davon ausgehend 
\glqq bessere\grqq\  Urbilder als die Bilder $\tilde{m}_n\in M_n$
der $m_{j(n)}$,
und "andere die $m_{j(n)}$
dann induktiv so ab, da"s die $\tilde{m}_n$
ein Element des inversen Limes werden.
\end{Ubung}
\begin{Beispiel}
Die kurzen exakten Sequenzen $ p^n\DZ\hra \DZ \sra \DZ/ p^n\DZ$
f"ur $p\neq 0$ liefern im inversen Limes keine kurze exakte Sequenz:
Die kanonische Abbildung $\DZ\ra \DZ_p$ von $\DZ$ in die $p$-adischen Zahlen
ist nicht surjektiv.
\end{Beispiel}


\begin{Ubung}[\textbf{"Ubergang zu den Schnitten der Bilder}]
Gegeben ein System  $M_i$ abelscher Gruppen "uber einem K"ocher $\mathcal I$
betrachten wir das Untersystem der
{\bf Schnitte der Bilder} gegeben durch\label{SchBB}  
$$S_i\pdef \bigcap_{j\ra i}\op{im}(M_j\ra M_i)$$
Man zeige, da"s die Einbettung dieses  Untersystems auf den Limites 
einen Isomorphismus
$\lim S_i\sira \lim M_i$ induziert.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{"Ubergang zum bidualen System}]
 Gegeben ein System $M_i$ von Vektorr"aumen
 "uber einem K"ocher $\mathcal I$ zeige man:\label{UBDS}  
Besteht das Untersystem der Schnitte aller Bilder nach \ref{SchBB}
aus endlichdimensionalen Untervektorr"aumen, gilt also in Formeln
 $\dim\bigcap_{j\ra i}\op{im}(M_j\ra M_i)<\infty$ f"ur alle $i$, 
so induziert die  Einbettung unseres  Systems in sein
eigenes Biduales einen Isomorphismus
$\lim M_i\sira \lim M_i^{\ast\ast}$. Hinweis: \ref{SchBB}.
\end{Ubung}




\begin{Ubung}\label{AzAg}
Sei ein durch die nat"urlichen Zahlen indiziertes inverses 
System von exakten Komplexen
abelscher Gruppen gegeben. Sind alle  Morphismen unseres Systems
surjektiv, so ist 
auch der inverse Limes exakt. Hinweis: Die Bilder fallen einerseits
mit den Zykeln zusammen und
bilden andererseits auch ein inverses System mit surjektiven Morphismen.
Nun wende man das Mittag-Leffler-Kriterium \ref{MiLe} an.
\end{Ubung}
% \begin{proof}[Beweis]
% Das ist eine elementare Diagrammjagd. 
% Sei $\ldots\ra S_i^{n-1}\ra S_i^{n}\ra\ldots$ der $i$-te Komplex.
% Gegeben f"ur 
% festes $n$ ein 
% Element $(s^n_i)_{i\in\Bbb{N}}$ des inversen Limes  aus dem Kern des 
% Randoperators konstruieren wir ein Urbild
% $(s^{n-1}_i)_{i\in\Bbb{N}}$, indem wir beginnend mit $i=0$  
% induktiv
% Urbilder $s^{n-1}_i$ der
% $s^n_i$ vertr"aglich w"ahlen.
% \end{proof}
\begin{Ubung}\label{AKIL}
Gegeben ein Morphismus von Systemen von Kettenkomplexen
ist der  Limes der zugeh"origen Abbildungskegel der Abbildungskegel des
auf den  Limites induzierten Morphismus.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{QIL}
Sei gegeben ein Morphismus $u: X \rightarrow Y$ von 
durch $\mathbb N$ indizierten
inversen Systemen von Kettenkomplexen. Im Diagramm 
\begin{displaymath}
\xymatrix{
\;&\;\ar@{.}[d] & \; \ar@{..}[d]&\; \\
 \;\ar@{..}[r]& X_n^1 \ar[r]^{\partial}\ar[d] 
& X_{n-1}^1 \ar[d]\ar@{..}[r] &\;\\
  \;\ar@{..}[r]& X_n^0 \ar[r]^{\partial}
 &X^0_{n-1}\ar@{..}[r]&\; 
}
\end{displaymath}
deuten die vertikalen Pfeile 
die Morphismen des inversen Systems $X$ an.
Induziert $u^i :X^i\rightarrow Y^i$ f"ur alle $i\in \mathbb N$ 
Isomorphismen auf
der Homologie und sind alle Morphismen unserer 
inversen Systeme Surjektionen $X^i \twoheadrightarrow
X^{i-1}$,
$Y^i \twoheadrightarrow Y^{i-1}$, so induziert 
auch die im inversen Limes erhaltene Kettenabbildung
\begin{equation*}
\varprojlim X^i \rightarrow \varprojlim Y^i
\end{equation*}
Isomorphismen auf der Homologie. 
Hinweis: Es reicht, die Exaktheit des 
Abbildungskegels zu zeigen. Das gelingt mit
\ref{AKIL} und \ref{AzAg}.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{QILcc}
Seien $R$ ein Ring und $X $ ein
durch $\mathbb N$ indiziertes
inverses System $\ldots\sra X^1\sra  X^0$ von Komplexen
von $R$-Moduln mit surjektiven Systemmorphismen und $q\in\DZ$ fest. 
Sind die $(q+1)$-ten Homologiegruppen unserer Komplexe alle 
artinsch, zum Beispiel
 endlichdimensionale Vektorr"aume oder endliche abelsche
Gruppen,
so liefert die offensichtliche Abbildung einen Isomorphismus 
$$\mathcal H_q(\varprojlim X^i)\sira \varprojlim \mathcal H_q(X^i)$$
Allgemeiner reicht es hier sogar zu fordern, da"s 
f"ur jedes feste $i$ die
Bilder von $\mathcal H_q(X^{j+i})\ra \mathcal H_q(X^i)$ f"ur hinreichend
gro"ses
$j$ artinsch sind. Hinweis: Unter unserer Annahme
 erf"ullen die projektiven Systeme der $(q+1)$-Zykel  die
Mittag-Leffler-Bedingung. 
\end{Ubung}
\begin{Ubunge}[\textbf{Limites in Funktorkategorien}] 
 Gegeben seien ein K"ocher $\mathcal I$
und Kategorien\label{KLPG} 
$ \mathcal A , \mathcal D$ und eine Darstellung $\mathcal I
\rightarrow \op{Cat} (\mathcal A, \mathcal D)$, $i \mapsto F_i$.
Existiert f"ur alle $A \in \mathcal A$ der 
Kolimes $\col  F_i (A)$ in $\mathcal D$,
so erhalten wir einen Kolimes der $F_i$ 
in $\op{Cat} (\mathcal A, \mathcal D)$ durch
die Vorschrift $$(\col  F_i) (A) \pdef \col  (F_i (A))$$
Dasselbe gilt, wenn wir $\col $ durch $\lim $ ersetzen, und kann auch
formal
durch "Ubergang zu opponierten Strukturen gefolgert werden.
Insbesondere existiert f"ur jede Kategorie 
$\mathcal C$ und jedes Universum $\mathfrak U$  in unserer Kategorie 
$\cal{C}^\wedge=\cal{C}^\wedge_{\mathfrak U}
\pdef\op{Cat}(\cal{C}^{\op{opp}},\mathfrak U\!\op{Ens})$
aller kontravarianten Funktoren $\cal{C}\ra\mathfrak U\!\op{Ens}$
aus \eref{DFTo}{LA2} 
der Kolimes f"ur jede Darstellung  in $\cal{C}^\wedge$
eines
 K"ochers, dessen Punktemenge ein
Element von $\mathfrak U$ ist. Wir nennen so einen K"ocher auch einen 
{\bf $\mathfrak U$-kleinen K"ocher}. Weiter 
erhalten wir auch eine recht explizite Beschreibung dieser Limites, 
\index{U-klein@$\mathfrak U$-kleiner K"ocher}
\index{K"ocher!$\mathfrak U$-kleiner}
der wir ansehen k"onnen, da"s f"ur ein System $(C_i)$ aus
$\op{Car}(\mathcal I,\mathcal
C)$, dessen Limes in $\mathcal C$ existiert, der Limes in
 $\mathcal C$ unter dem offensichtlichen 
Morphismus isomorph auf den Limes des Bildsystems 
in  $\mathcal C^\wedge$ geht,
in Formeln $$(\lim C_i)^\wedge\sira \lim \hat C_i$$
In der Tat nehmen beide Funktoren auf $Y\in\mathcal C$ denselben Wert
$\lim \mathcal C(Y,X_i)$ an, vergleiche etwa \cite[I.3.2]{SGA4}.  
Man beachte, da"s f"ur Kolimites alias \glqq induktive Limites\grqq\
keine derartige Aussage gilt. Man verwendet manchmal die Notation
``$\varinjlim$''\index{lim@``$\varinjlim$''} 
mit Anf"uhrungsstrichlein 
 f"ur  in der Kategorie $\mathcal C^\wedge$ zu verstehende Kolimites.
Ich schlage stattdessen die 
Notation\index{lim@$\limh$ Kolimes in Funktorkategorie} 
$$\colh$$
und im filtrierenden Fall  die Notation $\limh$ oder besser $\colhu$ vor.
Dual verwendet man manchmal die Notation
``$\varprojlim$''\index{lim@``$\varprojlim$''} 
 f"ur  in der Kategorie $\mathcal C^\vee$ zu verstehende Kolimites.
Ich schlage stattdessen die Notation 
$\limc$
\index{lim@$\limc$ Limes 
in Funktorkategorie} 
und im kofiltrierenden Fall  die Notation $\limcu$  vor.
\end{Ubunge}



\subsection{Kohomologie mit kompaktem Tr"ager}






\begin{Bemerkungl}\label{KKTk}%frueher KKT
Wir wollen im n"achsten Abschnitt
 den Dualit"atssatz  \ref{PD} von  Poincar\'{e} durch eine Art
\glqq Induktion
"uber die offenen Teilmengen\grqq\  beweisen und m"ussen dazu eine
Version dieses Satzes f"ur nicht notwendig kompakte
Mannigfaltigkeiten formulieren.
F"ur jeden
topologischen Raum $X$ definieren wir
dazu seine {\bf singul"are Kohomologie 
mit kompaktem Tr"ager}\index{Kohomologie!singul"are!mit kompaktem Tr"ager}
als den direkten Limes
$${\op{H}}^{q}_{!} X \pdef \varinjlim_K {\op{H}}^{q}(X,X\backslash K)$$
seiner 
relativen\index{H@${\op{H}}^{q}_{~!}$ Kohomologie mit kompaktem Tr"ager}  
Kohomologiegruppen
in Bezug auf die Komplemente kompakter Teilmengen.
Der Limes ist zu verstehen "uber 
alle Kompakta $K\subset X$. 
Die Kohomologie mit kompaktem Tr"ager hat nur f"ur lokal kompakte
Hausdorffr"aume so gute Eigenschaften, da"s sie zu etwas nutze ist.
Ich will jedoch versuchen, im folgenden die jeweils ben"otigten Eigenschaften
der beteiligten R"aume jeweils explizit dazuzuschreiben.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Notation}] 
  "Ublich ist f"ur Kohomologie mit kompaktem
  Tr"ager\index{H@${\op{H}}^{q}_{c}$ Kohomologie mit kompaktem Tr"ager} die
  Notation ${\op{H}}^{q}_{c} X$, aber bei ihrer Verallgemeinerung zum
  \glqq direkten Bild mit kompaktem Tr"ager\grqq\  hat sich schon lange die
  $!$-Notation durchgesetzt und beim unteren Index $c$ liegt auch immer die
  Fehlinterpretation als $c$-te Homologie nahe, weshalb ich die $!$-Notation
  bevorzuge.  Nat"urlich kann Kohomologie mit kompaktem Tr"ager auch mit
  Koeffizienten in einer abelschen Gruppe $G$ definiert werden. Wir schreiben
  dann ${\op{H}}^{q}_{!} (X;G)$ und, wenn wir besonders betonen wollen, da"s
  die singul"are Kohomologie gemeint ist, genauer ${\op{H}}^{q}_{!}
  (X;G)_{\op{sing}}$. \index{H@${\op{H}}^{q}_{~!}
    (X;G)_{\op{sing}}$ Kohomologie mit kompaktem Tr"ager}
\end{Bemerkungl}


\begin{Beispiel}
  F"ur die Kohomologie mit kompaktem Tr"ager des $\DR^n$ gilt
$${\op{H}}^{q}_!(\DR^{n})\cong \left\{\begin{array}{ll}
\Bbb{Z} & q=n;\\
0 & \text{sonst}. \end{array}\right. $$
In der Tat bilden immer gr"o"sere B"alle um den Ursprung ein finales
System im System aller kompakten Teilmengen des $\DR^n$, und f"ur dieses
System ist der fragliche Limes aus \ref{KKTk}
leicht zu berechnen. Man beachte, da"s die
Kohomologie mit kompaktem Tr"ager insbesondere keine Homotopieinvariante ist.
\end{Beispiel}


\begin{Bemerkungl}
F"ur jede offene Teilmenge $U\co X$ 
eines Hausdorffraums erhalten wir eine Abbildung,
die {\bf Ausdehnung durch Null}\index{Ausdehnung durch Null!in der 
singul"aren Theorie}
$${\op{H}}^{q}_{!}
U \ra {\op{H}}^{q}_{!}X$$ als Kolimes der Abbildungen 
${\op{H}}^{q}(U,U\backslash K) \sira
{\op{H}}^{q}(X,X\backslash K)\ra {\op{H}}^{q}_{!} X$, wo die ersten
Abbildungen die Inversen zu den Ausschneidungsisomorphismen meinen
und der Limes "uber alle Kompakta aus $U$ zu bilden ist. Die
Hausdorff-Eigenschaft
wird ben"otigt, um sicherzustellen, da"s unser Kompaktum $K$ auch
abgeschlossen ist in $X$ und wir somit die Ausschneidungsisomorphismen 
zur Verf"ugung haben.
\end{Bemerkungl}







\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildNc}\\[4mm]
\noindent 
Dieses Bild soll anhand der simplizialen Interpretation veranschaulichen,
da"s  
nur die zweite Kohomologie mit kompaktem Tr"ager der Ebene nicht
verschwindet und da"s sie frei ist
vom Rang Eins "uber dem Koeffizientenring.
Der Korand eines Punktes ist die formale Summe aller \glqq orientierten aus 
ihm herauslaufenden Kanten\grqq. Es ist damit klar, da"s es au"ser der
Null keinen  Null-Simplizialkozykel gibt. Der Korand eines
orientierten Segments ist die Summe 
aller $2$-Simplizes, in deren Rand es liegt, mit einer durch
die Orientierung unseres Segments bestimmten Orientierung.
Man kann sich etwa mithilfe der dualen Zellenzerlegung 
 klarmachen, da"s alle Eins-Simplizialkozykel R"ander sind.
Schlie"slich sind alle 
$2$-Simplizialkoketten auch $2$-Kozykel und zwei $2$-Koketten sind
kohomolog genau dann, wenn die \glqq Zahl der darin vorkommenden 
orientierten $2$-Simplizes gleich ist, wobei  $2$-Simplizes 
mit entgegengesetztem Drehsinn  negativ zu z"ahlen sind\grqq.
\end{figure}
\begin{Bemerkungl}
  [\textbf{Mayer-Vietoris-Sequenz f"ur ${\op{H}}^\ast_{!}$}]
    Ist ein Hausdorff\-raum $X$ Vereinigung
    von\index{Mayer-Vietoris-Sequenz!f"ur ${\op{H}}^\ast_{~!}$} zwei offenen
    Teilmengen $X = U \cup V$ und sind
  $K\subset U$ und $L\subset V$ kompakt, so haben wir in \ref{KRMVS}
eine lange exakte Sequenz  
$${\op{H}}^{q}(X,X\backslash (K\cap L)) \ra {\op{H}}^{q}(X,X\backslash K) \oplus
{\op{H}}^{q}(X,X\backslash L) \ra {\op{H}}^{q}(X,X\backslash (K\cup L))$$
konstruiert. Mit Ausschneidung und "Ubergang zum direkten Limes
"uber alle $K$ und $L$ ergibt sich daraus eine lange exakte Sequenz  
$$\ldots \ra {\op{H}}^{q}_{!} (U\cap V) \ra {\op{H}}^{q}_{!} (U) \oplus {\op{H}}^{q}_{!}(V)\ra
{\op{H}}^{q}_{!}(X) \ra {\op{H}}^{q+1}_{!}(U\cap
V)\ra\ldots$$
Sie hei"st die
{\bf Mayer-Vietoris-Sequenz} der Kohomologie mit kompaktem 
Tr"ager.\index{Mayer-Vietoris-Sequenz!der Kohomologie!mit kompaktem 
Tr"ager}
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
  Gegeben ein topologischer Raum $X$ erkl"aren 
wir den Komplex der {\bf singul"aren
    Koketten mit kompaktem Tr"ager}\index{singul"ar!Koketten mit kompaktem
    Tr"ager} als\index{Koketten!singul"are mit kompaktem Tr"ager} 
direkten Limes\label{HUZT} 
  "uber alle Kompakta
\begin{equation*}
{\op{S}}^\ast_! X \pdef \varinjlim_K {\op{S}}^\ast (X,X\backslash K)
\end{equation*}
der relativen Koketten alias den Komplex aller Koketten,
f"ur die es ein Kompaktum gibt derart, da"s sie auf allen
Simplizes verschwinden, die besagtes Kompaktum nicht treffen.
Wegen der Exaktheit filtrierender direkter Limites berechnet dieser Komplex in
der Tat die Kohomologie mit kompaktem Tr"ager im Sinne von \ref{KKTk}, 
wir haben
also kanonische Isomorphismen
\begin{equation*}
\mathcal H^q {\op{S}}^\ast_! X \overset{\sim}{\rightarrow} {\op{H}}^q_! X
\end{equation*}
Man beachte, da"s unser Komplex von singul"aren Koketten 
mit kompaktem Tr"ager  verschieden ist
vom Dualen des Komplexes der lokal endlichen Ketten $\mathrm S^!X$. 
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungl}[\textbf{Simpliziale Kohomologie mit kompaktem Tr"ager}]
Die Kohomologie
mit kompaktem Tr"ager ist nur im Fall  lokal kompakter 
Hausdorffr"aume von Bedeutung. Im Fall noch allgemeinerer R"aume
hat sie zu wenig gute Eigenschaften.
Um  Anschauung f"ur die Kohomologie
mit kompaktem Tr"ager bereitzustellen,   erkl"are ich
die simpliziale Bedeutung dieses Konzepts.
Gegeben ein lokal endlicher Simplizialkomplex $\cal{K}$ 
wie in
  \ref{KocSi} k"onnen wir im 
Komplex der Simplizialkoketten aus \ref{KoSi}
einen Unterkomplex 
${\op{S}}^{\ast}_{!}
\cal{K}\subset {\op{S}}^{\ast}
\cal{K}$\index{S@${\op{S}}^{\ast}_{~!}
\cal{K}$ Simplizialkoketten mit kompaktem Tr"ager}
bilden, indem wir   nur 
solche Abbildungen $f:\cal{K}_{q}^\leq\ra  \Bbb{Z}$ 
zulassen, die auf fast allen angeordneten
$q$-Simplizes 
verschwinden.
Wir nennen ihn den Komplex der
{\bf Simplizialkoketten 
mit kompaktem Tr"ager}\index{Simplizialkokette!mit kompaktem Tr"ager} 
und behaupten, da"s er bereits
die Kohomologie mit kompaktem Tr"ager ${\op{H}}^{\ast}_{!} \Delta
(\cal{K})$ berechnet.
Nach \ref{KFin} k"onnen wir ja bei der Definition 
der Kohomologie mit kompaktem Tr"ager den
direkten Limes ebenso gut "uber alle Teilmengen $K$ mit 
kompaktem Abschlu"s laufen lassen.
Wieder nach \ref{KFin} haben wir in unserem speziellen Fall auch
$${\op{H}}^{\ast}_{!}\Delta (\cal{K}) \sira
\varinjlim_\cal{L}
 {\op{H}}^{\ast} (\Delta (\cal{K}), \Delta (\cal{L}))$$
wo $\cal{L}$ "uber alle Unterkomplexe $\cal{L} \subset \cal{K}$ l"auft mit
$|\cal{K} \backslash \cal{L}| < \infty$.
Nach \ref{KoSi} in Verbindung mit dem 
F"unferlemma wird nun aber die relative Kohomologie
${\op{H}}^{\ast} (\Delta (\cal{K}), \Delta (\cal{L}))$ 
berechnet durch den Komplex
${\op{S}}^{\ast}(\cal{K}, \cal{L})$ der relativen
Simpli\-zialkoketten, den wir erkl"aren als den Kern der 
offensichtlichen Kettenabbildung
${\op{S}}^{\ast} \cal{K}
\twoheadrightarrow {\op{S}}^{\ast}\cal{L}$.
Bilden wir den direkten Limes dieser Kerne, 
so erhalten wir gerade unseren Komplex
${\op{S}}^{\ast}_{!} \cal{K}$, und wegen der 
Exaktheit filtrierender direkter Limites erhalten
wir schlie"slich kanonische Isomorphismen
$$\begin{array}{ccl}
\cal{H}^{q} \;{\op{S}}^{\ast}_{!} \cal{K} & \sira & 
\cal{H}^{q} \varinjlim_\cal{L} 
{\op{S}}^{\ast} (\cal{K},\cal{L})\\[2mm]
 &\sira & \varinjlim_\cal{L} 
\cal{H}^{q} \;{\op{S}}^{\ast} (\cal{K},\cal{L})\\[2mm]
 &\sira & \varinjlim_\cal{L}  {\op{H}}^{q} (\Delta (\cal{K}),
\Delta (\cal{L}))\\[2mm]
 &\sira & {\op{H}}^{q}_{!} \Delta (\cal{K})
 \end{array}$$
\end{Bemerkungl}


\subsubsection*{"Ubungen}

\begin{Ubung}\label{LHC}
Ist ein Hausdorffraum $X$
Vereinigung eines  Systems
offener Teilmengen $\cal{U}$ 
derart, da"s es f"ur je zwei Mengen aus $\cal{U}$ eine
weitere Menge aus $\cal{U}$ gibt, die sie beide umfa"st,
so induzieren die eben
erkl"arten Abbildungen einen
Isomorphismus  $\varinjlim_{U\in\cal{U}} {\op{H}}^q_{!}(U)\sira {\op{H}}^q_{!}(X)$.
\end{Ubung}


\subsection{Borel-Moore-Homologie*}

\begin{Bemerkungl}
Um zus"atzliche Anschauung f"ur diese \glqq Kohomologie mit kompaktem Tr"ager\grqq\ 
bereitzustellen, will ich nun erkl"aren, in welcher Weise
ihr Dualraum in vielen F"allen als  \glqq Borel-Moore-Homologie\grqq\ 
interpretiert werden kann. Zumindest ich kann  mir 
diese Homologie sehr viel besser vorstellen.
Man beachte, da"s 
es sich in diesem Fall  andersherum verh"alt als bei
gew"ohnlicher Homologie und Kohomologie: Die Borel-Moore-Homologie
ist zwar f"ur 
lokal kompakte Simplizialkomplexe und 
K"orperkoeffizienten  der Dualraum der Kohomologie mit kompaktem
Tr"ager, die Kohomologie mit kompaktem
Tr"ager ist jedoch nur dann auch umgekehrt 
der Dualraum der Borel-Moore-Homologie,
wenn sie endlichdimensional ist. In diesem Sinne scheint
 die Kohomologie mit kompaktem
Tr"ager "ahnlich  grundlegend zu sein wie 
die Homologie.
\end{Bemerkungl}


\begin{Definition}
  Gegeben ein topologischer Raum $X$ erkl"aren wir die Gruppe
  $ {\op{S}}_q^! X
  $
  der\label{DBMo}
 {\bf lokal endlichen singul"aren $q$-Ketten}
als\index{lokal endlich!singul"are Kette} 
die\index{singul"are Kette!lokal endliche} 
Gruppe aller
  Abbildungen $\op{Top} (\Delta_q, X) \rightarrow \mathbb Z$ mit der
  Eigenschaft, da"s jeder Punkt $x \in X$ eine Umgebung $U$ besitzt derart,
  da"s nur endlich vielen singul"aren Simplizes
 $\sigma : \Delta_q \rightarrow X$ mit $\sigma
  (\Delta_q) \cap U \neq \emptyset$ eine von Null verschiedene Zahl zugeordnet
  wird.  
Der  Zusatz \glqq lokal endlich\grqq\  wirkt in diesem Fall
 also begriffserweiternd. 
Man "uberlegt sich leicht, da"s wir wie bei der Definition der
  Homologie Randoperatoren 
$$\partial : {\op{S}}^!_q X \rightarrow
  {\op{S}}^!_{q-1}X$$ 
erkl"aren k"onnen: Die lokale Endlichkeit unserer
  Ketten sorgt daf"ur, da"s beim Bilden der R"ander keine unendlichen Summen
  von Koeffizienten auftreten.  Die Homologiegruppen des Komplexes
  ${\op{S}}^! X$ der lokal endlichen singul"aren Ketten nennen wir die
  {\bf Borel-Moore-Homologie} oder genauer die
{\bf singul"are Borel-Moore-Homologie von} 
$X$\index{Borel-Moore-Homologie!singul"are} 
 und notieren sie
  \begin{Bild} 
 \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildBMSt}\\[4mm]
 \noindent Ein lokal endlicher Eins-Zykel im
\glqq Mercedes-Stern\grqq, also dem topologischen Raum, der
 aus drei ins Unendliche laufenden Halbgeraden besteht.
Die erste Borel-Moore-Homologie ist frei vom Rang Zwei und wird 
erzeugt von dem hier gezeichneten Zykel zusammen mit seinen
beiden gedrehten Varianten. Die einzige Relation ist, da"s die Summe
dieser drei Erzeuger verschwindet.
\end{Bild}
 \begin{equation*}
    \mathcal H_q {\op{S}}^! X \defp {\op{H}}^!_q X={\op{H}}^!_q (X)_{\op{sing}}
  \end{equation*}
  Nat"urlich k"onnen wir diese Konstruktionen auch analog mit Koeffizienten in
  einer beliebigen abelschen Gruppe $G$ durchf"uhren. Wir erhalten so
  Kettenkomplexe ${\op{S}}^! (X; G)$, notieren deren Homologie
 $
    \mathcal H_q {\op{S}}^! (X;G)\defp{\op{H}}^!_q (X;G)
  $
  und nennen sie die {\bf Borel-Moore-Homologie von $X$ mit Koeffizienten
  in} $G$.
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}
In der Literatur findet man meist andere Definitionen,
vergleiche etwa \cite{BoMo}, 
die zwar nicht immer, aber doch in allen mir bekannten 
Anwendungsf"allen dieselben 
Gruppen liefern. Die Notation ${\op{H}}^!_qX$ ist un"ublich,
sie scheint mir jedoch praktisch und
ich kenne auch keine allgemein "ubliche Notation.
Die obige Definition liefert im allgemeinen eine Theorie mit ziemlich
schlechten formalen Eigenschaften. Sie ist jedoch zumindest meiner 
Anschauung sehr gut zug"anglich und kann in interessanten Anwendungsf"allen
mit anderen Theorien identifiziert werden, die vielleicht weniger
anschaulich sind, daf"ur aber bessere formale Eigenschaften
haben. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Simpliziale Interpretation der Borel-Moore-Homologie}]
  Gegeben ein lokal endlicher\label{Sibo} Simplizialkomplex $\mathcal K$ 
 k"onnen wir\label{KocSi}  
den {\bf Komplex der lokal endlichen Simplizialketten}
  ${\op{S}}^!\mathcal K$ ganz analog bilden wie den Komplex der 
Simplizialketten\index{Simplizialkette!lokal endliche}
  ${\op{S}}\mathcal K$ aus \ref{SiKe}, indem wir eben auch unendliche formale
  Linearkombinationen von angeordneten 
Simplizes zulassen. Die Homologie dieses Komplexes
  nennen wir die 
{\bf simpliziale
  Borel-Moore-Homologie}\index{Borel-Moore-Homologie!simpliziale }
unseres lokal endlichen Simplizialkomplexes
und notieren sie $${\op{H}}_q^! \mathcal K\pdef \mathcal
  H_q {\op{S}}^! \mathcal K  $$ 
  Analog
  wie in \ref{sika} definieren wir auch den Komplex der lokal endlichen
  simplizialen Ketten ${\op{S}}^{!\op{s}} 
\Delta (\mathcal K) \subset {\op{S}}^!\Delta (\mathcal
  K)$ und analog wie in \ref{UAh} die Kettenabbildung
  $
    {\op{S}}^{!\op{s}} \Delta (\mathcal K) \rightarrow {\op{S}}^! \mathcal K
  $ von den lokal endlichen simplizialen Ketten in die lokal endlichen 
Simplizialketten.
\end{Bemerkungl}





  \begin{Satz}[\textbf{Simpliziale als singul"are Borel-Moore-Homologie}]
    F"ur jeden  lokal endlichen\label{SiIB} Simplizialkomplex $\mathcal K$
    induzieren die in \ref{Sibo} eingef"uhrten Kettenabbildungen 
${\op{S}}^! \mathcal K \leftarrow {\op{S}}^{!\op{s}} \Delta
    (\mathcal K) \hookrightarrow {\op{S}}^! \Delta (\mathcal K)$ 
 Isomorphismen auf
    der Homologie
    \begin{equation*}
      {\op{H}}^!_q \mathcal K \overset{\sim}{\leftarrow} 
\mathcal H_q {\op{S}}^{!\op{s}} \Delta (\mathcal K)
      \overset{\sim}{\rightarrow} {\op{H}}^!_q \Delta (\mathcal K)
    \end{equation*}
 \end{Satz}
\begin{proof}
Alle in diesem Satz 
auftauchenden Gruppen, Komplexe etc. zerfallen in ein Produkt "uber
die Zusammenhangskomponenten unseres Simplizialkomplexes,
den wir deshalb ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit zusammenh"angend und
damit abz"ahlbar annehmen d"urfen.
Wir k"onnen unseren Simplizialkomplex 
dann als Vereinigung einer aufsteigenden Folge
$\mathcal K_0 \subset \mathcal K_1 \subset \ldots $ endlicher Teilkomplexe
schreiben derart, da"s $\mathcal K_{n+1}$ 
jeweils alle Simplizes umfa"st, die Simplizes
aus $\mathcal K_n$ treffen.
Wir betrachten nun die Unterkomplexe 
$\mathcal L_n$ aller Simplizes von $\mathcal K$,
die keinen Simplex von $\mathcal K_n$ treffen, 
und bilden das kommutative Diagramm mit
exakten Spalten
\begin{displaymath}
\xymatrix{
{\op{S}}\mathcal L_n \ar@{^{(}->}[d] 
&\ar[l]{\op{S}}^{\op{s}} \Delta (\mathcal L_n)\ar@{^{(}->}[d]
\ar@{^{(}->}[r]& {\op{S}}\Delta (\mathcal L_n) \ar@{^{(}->}[d]\\
{\op{S}}\mathcal K \ar@{->>}[d] 
& {\op{S}}^{\op{s}} \Delta (\mathcal K) \ar@{->>}[d] \ar[l] 
\ar@{^{(}->}[r] & {\op{S}}\Delta (\mathcal K) \ar@{->>}[d]\\
{\op{S}} \mathcal K / {\op{S}} \mathcal L_n 
& {\op{S}}^{\op{s}} \Delta (\mathcal K)/{\op{S}}^{\op{s}} \Delta (\mathcal L_n)
\ar[l]\ar[r] & {\op{S}}(\Delta (\mathcal K), \Delta (\mathcal L_n))
}
\end{displaymath}
Nach \ref{SH} induzieren die Horizontalen 
oben und in der Mitte Isomorphismen auf der
Homologie, nach dem F"unferlemma und der 
langen exakten Homologiesequenz gilt das
also auch f"ur die Horizontalen unten.
Gehen wir in der unteren Horizontale zum 
inversen Limes "uber, so erhalten wir gerade
die Morphismen von Komplexen
\begin{equation*}
{\op{S}}^! \mathcal K \leftarrow {\op{S}}^{!\op{s}} 
\Delta (\mathcal K) \rightarrow {\op{S}}^! \Delta (\mathcal K)
\end{equation*}
aus unserem Satz, denn
die Komplemente der $\Delta (\mathcal L_n) $ 
sind final im System aller Teilmengen von
$\Delta (\mathcal K)$ mit kompaktem Abschlu"s.
Da alle System-Morphismen der fraglichen inversen Systeme Surjektionen
sind, folgt die Behauptung  nun aus \ref{QIL}.
\end{proof}

\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildNcneu}\\[4mm]
\noindent 
Graphische Darstellung derjenigen 
Simplizialkette,
die f"ur die ebenfalls dargestellte Triangulierung der Ebene den 
Fundamentalzykel in Bezug auf eine  geeignete Orientierung 
repr"asentiert. Man mache sich auch anschaulich klar, da"s 
die Borel-Moore-Homologie der Ebene in allen von Zwei verschiedenen Graden
verschwindet.
\end{figure}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Simpliziale Borel-Moore-Homologie als Dualraum}]
Gegeben ein lokal endlicher Simplizialkomplex $\mathcal K$ 
   erhalten wir unmittelbar einen Isomorphismus von Kettenkomplexen
  \begin{equation*}
    {\op{S}}^! \mathcal K \overset{\sim}{\rightarrow} 
    \op{Hom}({\op{S}}^\ast_! \mathcal K,\DZ)
  \end{equation*}
  des Komplexes der lokal endlichen Simplizialketten
aus \ref{Sibo} 
mit dem Dualen des Komplexes der Simplizialkoketten mit kompaktem Tr"ager, 
der also in gewisser Weise das fundamentalere Objekt ist.
Das zeigt insbesondere, da"s im Fall von K"orperkoeffizienten
die Borel-Moore-Homologie lokal endlicher Simplizialkomplexe 
der Dualraum der Kohomologie mit kompaktem Tr"ager ist. In \ref{BMHD} 
zeigen wir eine analoge Aussage f"ur etwas allgemeinere R"aume. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Beziehung zwischen Borel-Moore- und
    gew"ohnlicher Homologie}] 
Wir haben stets kanonische Kettenabbildungen ${\op{S}} X \rightarrow
  {\op{S}}^!X$ und davon induzierte Gruppenhomomorphismen 
${\op{H}}_q X \rightarrow
  {\op{H}}^!_{q}X$, und f"ur $X$ kompakt sind 
diese Abbildungen Isomorphismen.\label{BMHH}  
F"ur %jeden lokal kompakten Hausdorffraum $X$ und 
jedes Kompaktum $K\subset X$
haben wir weiter eine offensichtliche Kettenabbildung  
${\op{S}}^! X \rightarrow
    {\op{S}} (X,X \backslash K)$ und damit kanonische Abbildungen 
auf der Homologie
$${\op{H}}^!_q X\ra {\op{H}}_q (X,X \backslash K)$$
Schalten wir unsere kanonischen Abbildungen ${\op{H}}_q X \rightarrow
  {\op{H}}^!_{q}X$ davor, so ergeben sich die "ublichen Abbildungen
${\op{H}}_q X \rightarrow{\op{H}}_q (X,X \backslash K)$, die demnach
f"ur kompaktes $K$ "uber die Borel-Moore-Homologie 
faktorisieren.
\end{Bemerkungl}






\begin{Bemerkungl}\label{BMLL}
  F"ur jeden lokal kompakten Hausdorffraum $X$ liefern die Abbildungen
 ${\op{S}}^! X \rightarrow
    {\op{S}} (X,X \backslash K)$ aus
  \ref{BMHH} Isomorphismen
  \begin{equation*} {\op{S}}^!_q X \overset{\sim}{\rightarrow} \varprojlim_K
    {\op{S}}_q (X,X \backslash K)
  \end{equation*}
  Der inverse Limes ist dabei "uber alle Kompakta $K \subset X$ zu verstehen.
In der Tat k"onnen  in diesem Fall die lokal endlichen Ketten auch
beschrieben werden als 
  Abbildungen $\op{Top} (\Delta_q, X) \rightarrow \mathbb Z$ mit der
  Eigenschaft, da"s f"ur jedes Kompaktum 
$K\subset X$ 
nur endlich vielen der $\sigma : \Delta_q \rightarrow X$ mit $\sigma
  (\Delta_q) \cap K\neq \emptyset$ eine von Null verschiedene Zahl zugeordnet
  wird. 
\end{Bemerkungl}






\begin{Bemerkungl}[\textbf{Funktorialit"aten der Borel-Moore-Homologie}] 
  Die Borel-Moore-Ho\-mologie ist keineswegs homotopieinvariant, ja noch nicht
  einmal in dem von der Homologie gewohnten Sinne funktoriell.  Vielmehr
  erh"alt man nur f"ur eigentliche Abbildungen von 
lokal kompakten Hausdorffr"aumen,
nach \eref{SLOK}{ML} also den
Abbildungen  $f: X \rightarrow Y$, 
bei denen das Urbild jedes 
Kompaktums kompakt ist, auch 
 Abbildungen $f_\ast: {\op{S}}^!  X\rightarrow
  {\op{S}}^!  Y$ auf den lokal endlichen Ketten und Abbildungen $f_\ast :
  {\op{H}}^!_q X \rightarrow {\op{H}}^!_q Y$ auf der Borel-Moore-Homologie.
Die wesentliche Bedeutung der Borel-Moore-Homologie liegt darin, da"s 
in ihr auch f"ur  nicht kompakte orientierte Mannigfaltigkeiten 
\glqq Fundamentalzykel\grqq\  erkl"art werden k"onnen, 
wie im folgenden ausgef"uhrt werden soll. Noch st"arker gelingt das sogar
f"ur \glqq Pseudomannigfaltigkeiten, bei denen die Singularit"aten erst
in Kodimension Zwei beginnen\grqq, und damit insbesondere f"ur mit ihrer 
analytischen Topologie versehene
komplexe algebraische Variet"aten. Das  besprechen wir
aber hier nicht weiter.
\end{Bemerkungl}



% \begin{Satz}[\textbf{Fundamentalzykel in der Borel-Moore-Homo\-lo\-gie}]
% Gegeben eine  \emph{separable}  zusammen\-h"ang\-en\-de orientierbare
% $n$-Mannig\-fal\-tig\-keit $M$  ist\label{FZbm}
% ihre $n$-te Borel-Moore-Homo\-lo\-gie ${\op{H}}^!_{n}M$  
% frei vom Rang Eins
% und die kanonische Abbildung nach \ref{BMHH}
%  liefert f"ur alle $x\in M$ einen Isomorphismus
% $${\op{H}}^!_{n}M\sira {\op{H}}_{n}(M,M\backslash x)$$
% \end{Satz}
% \begin{proof}
% Dieser Satz folgt unmittelbar aus der 
% anschlie"senden genaueren Proposition \ref{GBM}.
% \end{proof}

\begin{Proposition}[\textbf{Borel-Moore-Homologie und Fundamentalzykel}]
Gegeben eine separable  
$n$-Mannig\-fal\-tig\-keit $M$  liefern\label{GBM}
die Abbildungen aus \ref{BMHH} einen Isomorphismus 
$${\op{H}}^!_{n}M\sira \Gamma M$$ 
zwischen ihrer $n$-ten Borel-Moore-Homo\-lo\-gie 
und dem Raum der globalen Schnitte ihrer Orientierungsgarbe nach \ref{SOG}.
\end{Proposition}
\begin{Definition}
Ist $(M,\omega)$ eine separable orientierte Mannigfaltigkeit,\label{FuBM} 
so gibt es nach Proposition \ref{GBM} genau ein $\omega_M\in {\op{H}}^!_{n}M$
mit $\omega_M\mapsto \omega_x$ f"ur alle $ x\in M$.
Dies $\omega_M$ hei"st der {\bf Fundamentalzykel}
der\index{Fundamentalzykel!in der Borel-Moore-Homologie}
orientierten Mannigfaltigkeit $M$, obwohl es genau genommen
eigentlich gar kein Zykel ist, sondern vielmehr eine Homologieklasse
in ihrer Borel-Moore-Homologie.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Ist allgemeiner $X$ ein lokal kompakter Hausdorffraum und $Y\As X$ eine
  abgeschlossene Teilmenge, die mit der induzierten Topologie eine separable
  orientierbare $q$-Mannigfaltigkeit wird, und w"ahlen wir eine Orientierung
  auf $Y$, so liefert der push-forward des Fundamentalzykels unter der
  abgeschlossenen Einbettung $i:Y\hra X$, einer eigentlichen Abbildung, eine
  Klasse $i_\ast\omega_Y\in {\op{H}}^!_{q}X$ in der Borel-Moore-Homologie, die
  auch als der {\bf Fundamentalzykel von $Y$} angesprochen wird.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}
  Die Separabilit"at ist hier wesentlich.
Um das zu sehen, betrachte man  die
Alexandroff'sche Halbgerade $A$ mit ihrer Anordnung 
nach \eref{AlHg}{AL} und nehme als $M$ das Komplement ihres kleinsten
Elements.
Ich will kurz skizzieren, wie  die Annahme der Existenz eines 
lokal endlichen Fundamentalzykels in diesem Fall einer nicht separablen
Mannigfaltigkeit
zum Widerspruch f"uhrt.
In der Tat ist $A$ nach \eref{FKNU}{AL} folgenkompakt, als da hei"st, jede
unendliche Teilmenge hat einen H"aufungspunkt.
Die Endpunkte aller  $1$-Simplizes, 
die mit von Null 
verschiedenem Koeffizienten in einem lokal endlichen 
Fundamentalzykel vorkommen,
bilden nun sicher eine Teilmenge von $M$ ohne obere Schranke in $M$.
Es gibt also zu einem festen Punkt $x\in M$ unendliche viele
solcher Endpunkte, die gr"o"ser sind. Diese m"ussen dann einen H"aufungspunkt
in $M$ haben, im Widerspruch zur lokalen Endlichkeit unseres Zykels.
\end{Bemerkunge}
\begin{proof}  
F"ur jeden lokal kompakten Hausdorffraum $X$ liefern die
  Abbildungen aus \ref{BMHH} nach \ref{BMLL} Isomorphismen
  \begin{equation*} {\op{S}}^!_q X \overset{\sim}{\rightarrow} \varprojlim_K
    {\op{S}}_q (X,X \backslash K)
  \end{equation*}
  Der inverse Limes ist dabei "uber alle Kompakta $K \subset X$ zu
  verstehen. 
  Nehmen wir zus"atzlich $X$ separabel an, so existiert sogar
  eine "Uberdeckung von $X$ durch eine aufsteigende Folge von offenen
  Teilmengen mit kompaktem Abschlu"s $U_0 \subset U_1 \subset \ldots \subset
  X$, und da die $\bar{U}_i$ final sind im System aller Kompakta von
  $X$, haben wir ebenso
  \begin{equation*} {\op{S}}_q^! X \overset{\sim}{\rightarrow} \varprojlim_i
    {\op{S}}_q (X, X \backslash \bar{U}_i)
  \end{equation*}
 Dieses  inverse  System besteht offensichtlich aus Surjektionen,
 und  dasselbe gilt a forteriori f"ur das 
 System von R"andern ${\op{B}}_{q-1} (X, X\backslash \bar{U}_i)$.  
Ist nun zus"atzlich $X =M$ eine
  $n$-Mannigfaltigkeit, so liefert Satz \ref{HHM} "uber die hohe Homologie von
  Mannigfaltigkeiten ${\op{H}}_{n+1} (M, M\backslash \bar{U}_i) =0$,  folglich
  haben wir ${\op{B}}_{n+1} (M, M \backslash \bar{U}_i) = {\op{Z}}_{n+1} (M,M
  \backslash \bar{U}_i)$ und die $(n+1)$-Zykel 
bilden auch ein inverses System aus Surjektionen. Mit dem
Mittag-Leffler-Kriterium
  \ref{MiLe} f"ur die
 Exaktheit inverser Limites folgt sowohl die Surjektivit"at der
  offensichtlichen Abbildung
  \begin{equation*}
    \varprojlim_i {\op{S}}_{n+1}
    (M, M \backslash \bar{U}_i) \twoheadrightarrow
    \varprojlim_i
    {\op{B}}_n (M, M \backslash \bar{U}_i)
  \end{equation*}
  als auch die Exaktheit von
  \begin{equation*}
    \varprojlim_i {\op{B}}_n
    (M,M \backslash \bar{U}_i) \hookrightarrow 
    \varprojlim_i
    {\op{Z}}_n (M, M /\bar{U}_i )\twoheadrightarrow 
     \varprojlim_i {\op{H}}_n (M,M \backslash \bar{U}_i)
  \end{equation*}
  Unsere erste Surjektivit"at erlaubt uns die Identifikation der ersten Gruppe
  dieser kurzen exakten Sequenz mit 
$\cal{B}_n{\op{S}}^!  M$ und die Linksexaktheit
  inverser Limites erlaubt die Identifikation der Mitte unserer Sequenz mit
  $\cal{Z}_n{\op{S}}^!  M$, so da"s wir schlie"slich 
f"ur jede separable $n$-Mannigfaltigkeit
  einen Isomorphismus
  \begin{equation*} {\op{H}}^!_n M
    \overset{\sim}{\rightarrow} \varprojlim_i {\op{H}}_n (M,M \backslash
    \bar{U}_i)
  \end{equation*}
  erhalten.  
Bis hierher  war das im wesentlichen die L"osung von
 "Ubung \ref{QILcc}  in unserem Spezialfall.
Beachten wir nun die Isomorphismen
  $
    {\op{H}}_n (M,M \backslash A) \overset{\sim}{\rightarrow} \Gamma A
  $
  f"ur $A \subset M$ kompakt aus dem Satz \ref{HHM} "uber hohe Homologie von
  Mannigfaltigkeiten, so erhalten wir den gew"unschten Isomorphismus
  $ {\op{H}}^!_n M \overset{\sim}{\rightarrow} \Gamma M
  $ wegen $\Gamma M
  \overset{\sim}{\rightarrow}
  \varprojlim_i
  \Gamma \bar{U}_i$. Diese letzte Identit"at sieht man zum Beispiel ein,
indem man sich "uberlegt, da"s sowohl die $\bar{U}_i$ als auch die ${U}_i$
final sind im System aller Teilmengen von $X$ mit kompaktem Abschlu"s.
\end{proof}




% \begin{Definition}\label{FuBMn}%\label{FuBM}
% Ist $(M,\omega)$ eine separable orientierte Mannigfaltigkeit,
% so gibt es nach Proposition \ref{GBM} genau ein $\omega_M\in {\op{H}}^!_{n}M$
% mit $\omega_M\mapsto \omega_x$ f"ur alle $ x\in M$.
% Dies $\omega_M$ hei"st der {\bf Fundamentalzykel}
% der\index{Fundamentalzykel!in der Borel-Moore-Homologie}
% orientierten Mannigfaltigkeit $M$, obwohl es genau genommen
% eigentlich gar kein Zykel ist, sondern vielmehr eine Homologieklasse
% in der Borel-Moore-Homologie.
% \end{Definition}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Simpliziale Interpretation des Fundamentalzykels}] 
  Sei nun unser Simplizialkomplex $\mathcal K$ eine Triangulierung einer nicht
  notwendig kompakten separablen orientierten $n$-Mannigfaltigkeit.
Der Fundamentalzykel von $\Delta ({\mathcal K})$ im Sinne von
\ref{FuBM} hat wegen \ref{SiIB} genau einen Repr"asentanten 
in der Gruppe der Borel-Moore-$n$-Simplizialketten. F"ur $n\geq 1$
kann dieser Repr"asentant  beschrieben werden als die
  formale Summe "uber alle $n$-Simplizes, jeweils  mit\label{FuZY} 
einer  Anordnung versehen, die
mit der gew"ahlten  Orientierung 
in der Weise vertr"aglich ist, da"s eben
  $\omega|_x \in {\op{H}}_n (\Delta (\mathcal K), \Delta
  (\mathcal K)\backslash x)$ an jeder Stelle $x$ die vorgegebene
  Orientierung liefert.  Im Fall $n= 0$ einer nulldimensionalen
Mannigfaltigkeit ist dieser Repr"asentant  
dahingegen die formale Summe aller ihrer Punkte
mit den durch die Orientierung gegebenen Vorzeichen.
\end{Bemerkungl}



  \begin{Definition}
   Ein  Raum $X$ hei"se 
{\bf  kompaktrelativ homologisch $q$-endlich} 
f"ur\index{kompaktrelativ homologisch $q$-endlich} 
eine nat"urliche Zahl  $q\geq 0$
genau dann, wenn f"ur jedes Paar
    $K\subset W\co X$ von Teilmengen  mit $K$ kompakt und $W$ 
offen das
    Bild von\label{vern} $$ \mathrm H_q (X, X \backslash W) \rightarrow \mathrm
    H_q (X, X\backslash K) $$ endlich erzeugt ist. Er hei"se 
  {\bf kompaktrelativ homologisch  endlich} genau dann, wenn er 
homologisch kompaktrelativ  $q$-endlich ist f"ur alle $q$. 
Es gibt auch offensichtliche Varianten dieses Begriffs f"ur beliebige
Koeffizientenringe, die wir jedoch in diesem Zusammenhang stets als
kommutativ und noethersch voraussetzen wollen.
  \end{Definition}
\begin{Beispiele}
F"ur alle $n$ ist der $\DR^n$  nach
 \ref{EEHH} kompaktrelativ homologisch endlich.  Allgemeiner ist nach
 \ref{EEHHb}  der Polyeder 
eines lokal endlichen Simplizialkomplexes
stets kompaktrelativ homologisch endlich.
Jede offene Teilmenge eines 
kompaktrelativ homologisch  $q$-endlichen Raums ist auch 
selbst wieder kompaktrelativ homologisch  $q$-endlich. 
\end{Beispiele}

\begin{Satz}\label{krLO} 
  Jeder lokal kompakte Hausdorffraum, der eine "Uberdeckung durch offene 
 kompaktrelativ homologisch endliche Teilmengen besitzt, ist bereits selbst 
 kompaktrelativ homologisch endlich. 
\end{Satz}
\begin{proof}
  Jedes Kompaktum kann durch endlich viele offene Teilmengen "uberdeckt werden.
Der Satz folgt so leicht aus dem anschlie"senden Lemma \ref{verK}. 
\end{proof}




% \begin{Lemma} 
% Sei $q\geq 0$ gegeben.
% Ist ein lokal kompakter
% Hausdorffraum  kompaktrelativ homologisch  $(q+1)$-endlich und besitzt darin
% jeder Punkt  eine offene  kompaktrelativ homologisch  $q$-endliche
% Umgebung, so ist bereits der ganze Raum kompaktrelativ homologisch 
%  $q$-endlich.\label{verK} 
% \end{Lemma}


\begin{Lemma} 
Sei $q\geq 0$ gegeben.
Ist ein lokal kompakter
Hausdorffraum "uberdeckt von zwei offenen
 kompaktrelativ homologisch  $q$-endlichen Teilmengen mit 
  kompaktrelativ homologisch  $(q+1)$-endlichem Schnitt, 
so ist bereits der ganze Raum kompaktrelativ homologisch 
 $q$-endlich.\label{verK} 
\end{Lemma}

\begin{proof}
%   Es reicht zu zeigen, da"s unter den gegebenen Voraussetzungen 
% die Vereinigung je zweier offener kompaktrelativ homologisch  $q$-endlicher Teilmengen wieder kompaktrelativ 
% homologisch $q$-endlich ist.
Sei  $X$ unser Raum und seien $V_1, V_2 \co X$ zwei 
kompaktrelativ homologisch $q$-endliche offene
Teilmengen mit Vereinigung $V_1 \cup V_2 =X$. 
Seien $K \subset W \co X$ 
gegeben mit $K$ kompakt. Es gilt zu zeigen, da"s das Bild von
\begin{equation*}
 \mathrm H_q (X,X \backslash W) \rightarrow \mathrm H_q (X,X\backslash K)
\end{equation*}
endlich erzeugt ist. Jeder Punkt von $K$ besitzt eine kompakte Umgebung, die
entweder ganz in $V_1 \cap W$ oder ganz in $V_2 \cap W$ liegt.
Wir finden also Kompakta $K_i \subset V_i \cap W$ mit $K = K_1 \cup K_2$.
Offensichtlich finden wir weiter $U_i \co X$ mit
\begin{equation*}
 K_i \subset U_i \subset \bar{U}_i \subset V_i \cap W
\end{equation*}
und $\bar{U}_i$ kompakt.
Mit der Abk"urzung $\mathrm H_q(\backslash Y)\pdef \mathrm H_q(X,X\backslash
Y)$
f"ur Teilmengen $Y\subset X$ 
 erhalten wir nun ein kommutatives Diagramm
\begin{displaymath}
 \xymatrix{
&{\mathrm H_q(\backslash K_1 \cup K_2) }&\ar[l] {\mathrm H_{q+1} ( \backslash K_1 \cap K_2)}\\
{\mathrm H_q ( \backslash \bar{U}_1) \oplus \mathrm H_q(\backslash \bar{U}_2)}&\ar[l] \ar[u]
{\mathrm H_q (\backslash\bar U_1 \cup \bar U_2)} & \ar[l]
{\mathrm H_{q+1} ( \backslash \bar U_1 \cap \bar U_2)}\ar[u]\\
\ar[u]{ \mathrm H_q ( \backslash W \cap V_1) \oplus \mathrm H_q ( \backslash W\cap V_2)} &\ar[u]\ar[l] 
{\mathrm H_q ( \backslash W)}
}
\end{displaymath}
Da $V_1$ und $V_2$ als kompaktrelativ homologisch  $q$-endlich angenommen waren, ist das Bild der linken Vertikale endlich erzeugt.
Da  $V_1\cap V_2$  kompaktrelativ homologisch $(q+1)$-endlich
angenommen war, ist auch das Bild der rechten Vertikale endlich erzeugt. 
Als Teil einer Mayer-Vietoris-Sequenz ist die mittlere Horizontale exakt.
Mit \ref{GEZZ} folgt dann, da"s auch die Verkn"upfung in der mittleren
 Vertikale endlich erzeugtes Bild hat.
\end{proof}






\begin{Korollar}[\textbf{ Variante zum Satz von Wilder}\index{Wilder, 
Satz von!lokale Variante}]
Jede Mannigfaltigkeit ist kompaktrelativ homologisch endlich.\label{WilderV} 
Allgemeiner ist ein Hausdorffraum, in denen jeder Punkt eine
offene Umgebung besitzt, die 
hom"oomorph ist zu einer offenen Teilmenge des Polyeders eines 
lokal endlichen
Simplizialkomplexes, stets
kompaktrelativ homologisch endlich.
\end{Korollar}

\begin{Bemerkunge}\label{vkrt}
  Nach \cite{HiPo} sind damit insbesondere separierte komplexe
  Variet"aten kompaktrelativ homologisch endlich.
\end{Bemerkunge}

% \begin{proof}
% Das folgt mit \ref{EEHH} beziehungsweise \ref{EEHHb} leicht aus 
% Satz \ref{krLO} 
% \end{proof}
% \begin{Bemerkunge}\label{KoWiV}
% Dasselbe gilt mit demselben Beweis auch f"ur Mannigfaltigkeiten
% mit Rand oder mit Ecken, ja mit \ref{EEHHb} 
% f"ur beliebige Hausdorffr"aume, in denen jeder Punkt eine
% offene Umgebung besitzt, die 
% hom"oomorph ist zu einer offenen Teilmenge des Polyeders eines 
% lokal endlichen
% Simplizialkomplexes. 
% \end{Bemerkunge}
% \begin{proof}[Beweis]
% Per Induktion "uber $q$ von oben 
%  mithilfe  des anschlie"senden Lemmas. Die Induktionsbasis liefert der
% Satz "uber hohe Homologie von Mannigfaltigkeiten \ref{HHM}. 
% \end{proof}













\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kronecker-Paarung f"ur lokal endliche Ketten}]
  Das Auswerten von Koketten auf Ketten induziert f"ur jeden topologischen
  Raum $X$ eine Kettenabbildung
  \begin{equation*}
    \mathrm S_!^\ast X \otimes \mathrm S^! X \rightarrow \mathbb Z [0]
  \end{equation*}
  In der Tat, gegeben eine Kokette mit kompaktem Tr"ager gibt es ein Kompaktum
  $K \subset X$ derart, dass unsere Kokette nur auf solchen Simplizes von Null
  verschieden ist, die $K$ treffen.  Gegeben eine lokal endliche Kette besitzt
  aber jeder Punkt von $K$ eine Umgebung derart, dass nur endlich viele
  Simplizes, die diese Umgebung treffen, in unserer Kette mit Null
  verschiedenem Koeffizienten auftauchen.  Endlich viele dieser Umgebungen
  "uberdecken $K$, weshalb unser Auswerten oben nur zu endlichen Summen
  f"uhrt.
% Unsere Paarung liefert nat"urlich einen 
% Homomorphismus $\mathrm S^\ast_! X \rightarrow (\mathrm S^! X)^\ast$
% und  folglich Homomorphismen
% \begin{equation*}
%  \mathrm H^q_! (X) \rightarrow \mathrm H^!_q (X)^\ast
% \end{equation*}
% von der Kohomologie mit
%  kompaktem Tr"ager  in den Dualraum der Borel-Moore-Homologie.
Unsere Paarung f"uhrt wie in \ref{KPI} zu  Paarungen 
\begin{equation*}
\mathrm H^q_! (X)\times \mathrm H^!_q (X) \rightarrow \DZ
\end{equation*}
von der Kohomologie mit
 kompaktem Tr"ager mit der  Borel-Moore-Homologie.\label{kpV} 
Analoges gilt mit Koeffizienten in einem beliebigen  Ring. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Satz}[\textbf{Singul"are Borel-Moore-Homologie als Dualraum}]
 Ist $k$ ein K"orper und $X$ eine separable Mannigfaltigkeit, 
so liefern die eben konstruierten
Abbildungen Isomorphismen\label{BMHD} 
\begin{equation*}
\mathrm H^!_q (X;k) \overset{\sim}{\rightarrow} \mathrm H_!^q (X;k)^\ast
\end{equation*}
zwischen der Borel-Moore-Homologie und dem Dualraum der 
Kohomologie mit kompaktem Tr"ager.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Der Satz gilt mit demselben Beweis f"ur jeden separablen lokal kompakten 
Hausdorffraum, der kompaktrelativ homologisch 
 endlich ist im Sinne von \ref{vern}. 
Insbesondere gilt er nach \ref{vkrt} also f"ur separierte komplexe Variet"aten.
\end{Bemerkungl}


\begin{proof}
In diesem Beweis meinen wir  stets K"orperkoeffizienten, ohne das
in den Notationen nochmals besonders hervorzuheben. 
 F"ur jeden lokal kompakten Hausdorffraum $X$ sind nach \ref{BMLL} unsere
nat"urlichen Abbildungen Isomorphismen  
$
\mathrm S^! X \sira\varprojlim\mathrm S (X, X \backslash K)
$, wobei der inverse Limes "uber alle Kompakta $K\subset X$ zu bilden ist. 
  Wie beim Beweis von \ref{GBM} finden wir eine
  "Uberdeckung von $X$ durch eine aufsteigende Folge von offenen Teilmengen
  mit kompaktem Abschlu"s $U_0 \subset U_1 \subset \ldots \subset X$, und da
  die $\bar{U}_i$ final sind im System aller Kompakta von $X$, ist die
  offensichtliche Abbildung ein Isomorphismus
  \begin{equation*} {\op{S}}^! X \;\overset{\sim}{\rightarrow} \;\varprojlim_i
    {\op{S}} (X, X \backslash \bar{U}_i)
  \end{equation*}
von Komplexen.
Nun hat das inverse System  von Komplexen 
rechts surjektive Sys\-tem\-morphismen.
Unsere Variante zum Satz von Wilder \ref{WilderV} zeigt, da"s die von 
${\op{S}}_q (X, X \backslash \bar{U}_{i+1})
\sra {\op{S}}_q (X, X \backslash \bar{U}_i)$ auf der
Homologie induzierten Abbildungen endlich erzeugte Bilder haben. 
Da wir hier mit Koeffizienten in einem K"orper arbeiten,
zeigt dann \ref{QILcc}, da"s die offensichtlichen Abbildungen
Isomorphismen  
\begin{equation*} \mathrm H_q^! X \;\overset{\sim}{\rightarrow} \;\varprojlim_i
    \mathrm H_q (X, X \backslash \bar{U}_i)
  \end{equation*}
induzieren. Nun sind die Bilder von ${\op{H}}_q (X, X \backslash \bar{U}_{i+1})
\ra {\op{H}}_q (X, X \backslash \bar{U}_i)$ wie bereits erw"ahnt
endlichdimensional. Wir nennen sie $I_{q,i}$. Es ist klar, da"s die 
offensichtlichen Abbildungen Isomorphismen
\begin{equation*}\varprojlim_i
  I_{q,i} \;\overset{\sim}{\rightarrow} \;\varprojlim_i
    \mathrm H_q (X, X \backslash \bar{U}_i)
  \end{equation*}
liefern. Nun identifiziert man
die Bilder von ${\op{H}}^q (X, X \backslash \bar{U}_{i})
\ra {\op{H}}^q (X, X \backslash \bar{U}_{i+1})$
leicht mit den Dualr"aumen $I_{q,i}^\ast$ und erkennt unschwer, da"s
 die 
offensichtlichen Abbildungen auch Isomorphismen
\begin{equation*}\varinjlim_i
  I_{q,i}^\ast \;\overset{\sim}{\rightarrow} \;\varinjlim_i
    \mathrm H^q (X, X \backslash \bar{U}_i)
  \end{equation*}
liefern. Die rechte Seite kann hier in nat"urlicher Weise mit
der Kohomologie mit kompaktem Tr"ager  $\mathrm H^q_! X$
identifiziert werden. So erhalten wir schlie"slich nat"urliche Isomorphismen
\begin{equation*}(\mathrm H^q_! X)^\ast \;\sira \;(\varinjlim_i
  I_{q,i}^\ast)^\ast\;\sira\; \varprojlim_i
  I_{q,i}^{\ast\ast}\;\sira\; \varprojlim_i
  I_{q,i}\;\sira \;\mathrm H_q^! X \end{equation*}
Das etwas unangenehme Pr"ufen der Tatsache, da"s diese Verkn"upfung
von Isomorphismen genau die Abbildung aus dem Satz ist, bleibe dem Leser
"uberlassen. 
\end{proof}


\begin{Satz}[\textbf{Kohomologie mit kompaktem Tr"ager und Orientierung}]
    Gegeben eine $n$-Mannigfaltigkeit $X$ 
liefert die im Beweis konstruierte Abbildung einen
    Isomorphismus zwischen dem Dualraum ihrer $n$-ten Kohomologie mit
    kompaktem Tr"ager mit rationalen Koeffizienten und dem Raum der
    globalen Schnitte ihrer Orientierungsgarbe\label{KKTM}
$$ {\op{H}}^{n}_!(X;\Bbb{Q})^*\sira \Gamma(X;\op{or}_X(\DQ))$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Sp"ater werden wir allgemeinere Aussagen in dieser Richtung 
als Verdier-Dualit"at kennenlernen. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Per definitionem gilt $ {\op{H}}^{n}_!(X;\Bbb{Q})=
\varinjlim_K{\op{H}}^{n}(X, X\backslash K;\Bbb{Q})$ 
mit dem Limes "uber alle Kompakta $K\subset X$. 
Wir folgern Isomorphismen
 $$ \begin{array}[b]{lll}
     {\op{H}}^{n-1}_!(X;\Bbb{Q})^*&\sira&\varprojlim_K {\op{H}}^{n-1}(X, X\backslash K;\Bbb{Q})^\ast\\
&\sira&\varprojlim_K {\op{H}}_{n-1}(X, X\backslash K;\Bbb{Q})\text{ nach \ref{UBDS} und \ref{WilderV}}\\
&\sira&\varprojlim_K \Gamma(K;\op{or}_X(\DQ))\text{ nach \ref{NNN}}\\
&\sira& \Gamma (X;\op{or}_X(\DQ))\end{array} \qedhere$$
\end{proof}




\subsection{Poincar\'{e}-Dualit"at}\label{PDD}



\begin{Bemerkungl}\label{COr}
Ist $M$ eine $n$-Mannigfaltigkeit und $\omega$ eine Orientierung auf $M$,
so definiert $\omega$ nach \ref{HHM}
f"ur alle kompakten Teilmengen $K \subset M$ ein Element
$\omega_{K} \in
{\op{H}}_{n}(M,M\backslash K)$, das cap-Produkt mit 
$\omega_{K}$ liefert nach \ref{capr} Abbildungen
$\cap\omega_{K}  :{\op{H}}^{q} (M,M\backslash K) \ra {\op{H}}_{n-q} M$,
und durch "Ubergang zum direkten Limes mithilfe von \ref{cpq}
erhalten wir Abbildungen
$$\cap\omega  : {\op{H}}^{q}_{!} M \ra {\op{H}}_{n-q} M$$
Wir nennen sie das {\bf partielle Auswerten auf dem Fundamentalzykel}.
Sie sind  vertr"aglich sind mit dem "Ubergang zu offenen Teilmengen von $M$.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkunge}[\textbf{Poincar\'{e}-Dualit"at mit lokal endlichen Ketten}]
  Gegeben ein topologischer Raum $X$ 
liefert unsere Formel \ref{Excap} f"ur das cap-Produkt 
auch eine 
  Kettenabbildung
  $${\op{S}}_!^{\ast} X \otimes {\op{S}}^!X \ra {\op{S}}X$$
Wir notieren auch diese Verkn"upfung
  $b \otimes z \mapsto b \cap z$
  und nennen sie ein 
{\bf cap-Produkt}.\index{cap-Produkt!mit lokal endlicher Kette}
 Ist\label{SiPoi} $(M,\omega)$ 
eine separable orientierte $n$-Mannigfaltigkeit, 
so k"onnen wir
  das Auswerten auf dem Fundamentalzykel im Sinne von \ref{COr}, das nach
  \ref{APD} den Isomorphismus der Poincar\'{e}-Dualit"at 
liefert, als den Effekt
  auf der Kohomologie einer und jeder Kettenabbildung
  $$\cap\omega:{\op{S}}_!^{\ast} M [n]\ra {\op{S}}M$$
  interpretieren, die mit diesen Begriffsbildungen nun in
der Tat durch das
  Darancappen eines und jedes Repr"asentanten  $\omega\in {\op{S}}^!M$ des
  Fundamentalzykels gegeben wird. Die Wahl eines anderen Repr"asentanten f"uhrt
  offensichtlich zu einer homotopen Kettenabbildung und liefert folglich
dieselbe Abbildung auf der Kohomologie.
\end{Bemerkunge}
\begin{Satz}[\textbf{Allgemeine Poincar\'{e}-Dualit"at}]
Gegeben\index{Poincar\'{e}-Dualit"at!allgemeine} 
eine orientierte  $n$-Man\-nig\-faltig\-keit $M$
mit Orientierung $\omega$\label{APD} 
induziert das partielle Auswerten auf
dem Fundamentalzykel $\cap\omega $ aus \ref{COr} 
f"ur alle $q$ Isomorphismen
$$\cap\omega  : {\op{H}}^{q}_{!}M \sira {\op{H}}_{n-q}M$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}\label{SPD}
Dieser Satz gilt mit demselben Beweis f"ur Koeffizienten in einem
beliebigen kommutativen Ring.
Gilt in unserem Ring $1+1=0$, so ben"otigt man noch nicht einmal
die Voraussetzung der Orientierbarkeit. Betrachten wir den Fall rationaler
Koeffizienten und nehmen $q=n$ und gehen auf beiden Seiten zum 
Dualraum "uber, so erhalten wir einen Spezialfall unseres Isomorphismus
\ref{KKTM}.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}[\textbf{Schnittpaarung und Poincar\'e-Dualit"at, Variante}]
Der Isomorphismus der allgemeinen Poincar\'e-Dualit"at 
ist meiner Anschauung kaum zug"anglich.
Er
liefert  jedoch im Verbund mit unserer Variante der Kronecker-Paarung
$\mathrm H^q_! (X)\times \mathrm H^!_q (X) \rightarrow \DZ$ 
aus \ref{kpV}  eine wohlbestimmte Paarung
\begin{displaymath}
      \begin{array}{ccc}
        \mathrm H_{n-q}(M) \times \mathrm H^!_q(M)& \rightarrow &\mathbb Z\\
        (\zeta\;,\; \xi) \;\;\;& \mapsto & \zeta \cdot \xi
      \end{array}
    \end{displaymath}
Diese Paarung oder vielmehr ihr Analogon 
mit K"orperkoeffizienten liefert im Fall einer separablen Mannigfaltigkeit 
nach \ref{BMHD} einen Isomorphismus der  Borel-Moore-Homologie
 mit dem Dualraum der Homologie im komplement"aren Grad und 
 kann anschaulich
in Verallgemeinerung von
\ref{SPoD} wieder als Schnittpaarung interpretiert werden.   
Genauer kann man folgendes zeigen: 
Gegeben eine orientierte abgeschlossene $q$-dimensionale Untermannigfaltigkeit 
$X\As M$, also eine abgeschlossene Teilmenge, die mit der Spurtopologie eine
$q$-dimensionale Mannigfaltigkeit ist und die als solche mit einer Orientierung
versehen ist, erhalten  wir ja nach \ref{FuBM} einen Fundamentalzykel 
$\omega_X \in \mathrm H^!_qX$, dessen Bild in der Homologie von $M$ wir
kurzerhand $\omega_X \in \mathrm H^!_q M$ notieren.
Gegeben eine orientierte kompakte $(n-q)$-dimensionale Untermannigfaltigkeit 
$Y\subset M$ erhalten  wir bereits nach \ref{FZ}  einen Fundamentalzykel 
$\omega_Y \in \mathrm H_{n-q}Y$, dessen Bild in der Homologie von $M$ wir
 $\omega_Y\in \mathrm H_{n-q} M$ notieren.
Es m"ogen nun  $X \As M$ und $Y \subset M$
     endlichen Schnitt $|X \cap Y| < \infty$ haben.
Wir nehmen zus"atzlich an, da"s es um jeden Punkt $s \in X \cap Y$ 
    eine offene Umgebung $U \co M$ und einen 
Hom"oomorphismus $U
    \overset{\sim}{\rightarrow} \mathbb R^n$ gibt,
unter dem  die von $M$ auf $U$ induzierte
Orientierung  der Standardorientierung des $\DR^n$ 
entspricht, und  Hom"oomorphismen $X \cap U
    \overset{\sim}{\rightarrow} \mathbb R^q \times 0$ und $Y \cap U
    \overset{\sim}{\rightarrow} 0\times \mathbb R^{n-q}$ induziert.  
Erkl"aren wir
    schlie"slich die Vorzeichen $\epsilon (s), \eta (s)$ dadurch, da"s sie
    angeben, ob unsere letzten beiden Hom"oomorphismen die 
vorgegebenen Orientierungen auf $X,
    Y$ mit den Standardorientierungen auf $\mathbb R^q, \mathbb R^{n-q}$
    identifizieren oder nicht, so gilt f"ur die Paarung 
der  zu $X$ und $Y$ geh"origen Fundamentalzykel $\omega_X$ und $\omega_Y$
die Formel
  \begin{Bild} 
 \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildPoA}\\[4mm]
 \noindent
Ein Zykel und ein Borel-Moore-Zykel in einer offenen Teilmenge der Ebene.
Je nach Wahl der Orientierung der Ebene ist 
in diesem Fall die Schnittzahl $\pm 1$.
\end{Bild}
   \begin{equation*}
      \omega_X \cdot \omega_Y = \sum_{s \in X \cap Y} \epsilon (s) \eta (s)
    \end{equation*}
 Die durch diese Eigenschaft ausgezeichnete Paarung hei"st wieder
eine {\bf Schnittpaarung}\index{Schnittpaarung}. 
Der Nachweis der hier aufgestellten Behauptungen wird uns allerdings noch
lange besch"aftigen.
\end{Bemerkunge}


 

\begin{proof}[Beweis] Wir beginnen den Beweis mit einem Lemma.
\begin{Lemma}
Sind $U, V \subset M$ offen und gilt der Satz f"ur die
$n$-Mannig\-fal\-tig\-keiten\label{hilL} $U, V$ und $U\cap V$, 
so gilt er auch f"ur
$U \cup V$.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Das folgt sofort mit dem F"unferlemma aus dem Diagramm
$$\begin{array}{cccccccc}
\scriptstyle{\ldots \ra} &\scriptstyle{ {\op{H}}^{q}_{!} (U\cap V)}& \scriptstyle{\ra}
&\scriptstyle{{\op{H}}^{q}_{!} U\oplus {\op{H}}^{q}_{!}V} &\scriptstyle{\ra} &
\scriptstyle{{\op{H}}^{q}_{!}(U\cup V) }&\scriptstyle{\ra} & \scriptstyle{{\op{H}}^{q+1}_{!}
(U\cap
V)\ra}\\
& \scriptstyle{\downarrow} & &\scriptstyle{\downarrow} & &
\scriptstyle{\downarrow} & & \scriptstyle{\downarrow} \\
\scriptstyle{\ldots \ra} & \scriptstyle{{\op{H}}_{n-q}(U\cap V)}& \scriptstyle{\ra
}&\scriptstyle{ {\op{H}}_{n-q}U\oplus
{\op{H}}_{n-q}V} &
 \scriptstyle{\ra }&
\scriptstyle{{\op{H}}_{n-q}(U\cup V)} & \ra &\scriptstyle{ {\op{H}}_{n-q-1}(U\cap V)}
\scriptstyle{\ra }
\end{array}$$
sobald wir zeigen k"onnen, da"s dies Diagramm kommutativ ist.
Es reicht, f"ur beliebige kompakte $K \subset U$ und $L\subset V$ die
Kommutativit"at des Diagramms zu zeigen, das man
erh"alt, wenn man die obere Zeile durch die entsprechende relative
Mayer-Vietoris-Sequenz ersetzt.
Wir k"urzen $U \cup V=X$ ab und bezeichnen die offene
"Uberdeckung $X \backslash  (K\cap L)= (X \backslash  K) \cup (X\backslash L)$ mit $\cal{V}$.
Die kurze exakte Sequenz auf den singul"aren Ketten
$${\op{S}}(X\backslash K \cup L) \hookrightarrow {\op{S}} (X \backslash K) \oplus {\op{S}} (X\backslash L)
\twoheadrightarrow {\op{S}}^{\cal{V}} (X \backslash  K \cap L)$$
liefert durch Dualisieren die oberste Horizontale im folgenden
gro"sen kommutativen Diagramm:
$$\begin{array}{ccccc}
\scriptstyle{{\op{S}}^{\ast}_{\cal{V}} (X \backslash  K\cap L)}&\scriptstyle{\hookrightarrow
}&\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast}(X\backslash K)\oplus
{\op{S}}^{\ast}(X\backslash L) }&\scriptstyle{ \twoheadrightarrow }&\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast} (X\backslash K
\cup L)} \\ \scriptstyle{
\uparrow }&\scriptstyle{ }&\scriptstyle{ \uparrow }&\scriptstyle{
}&\scriptstyle{ \uparrow } \\ \scriptstyle{
{\op{S}}^{\ast} (X) }&\scriptstyle{ \hookrightarrow }&\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast}X \oplus
{\op{S}}^{\ast} X }&\scriptstyle{
\twoheadrightarrow }&\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast}X} \\ \scriptstyle{
\uparrow }&\scriptstyle{ }&\scriptstyle{ \uparrow }&\scriptstyle{
}&\scriptstyle{ \uparrow } \\ \scriptstyle{
{\op{S}}^{\ast}_{\cal{V}} (X, X \backslash  K \cap L) }&\scriptstyle{ \hookrightarrow
}&\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast} (X ,
X \backslash K) \oplus {\op{S}}^{\ast}(X,X\backslash L) }&\scriptstyle{ \twoheadrightarrow
}&\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast}
(X,X\backslash K\cup L)}
\end{array}$$
Darin sind alle Vertikalen kurze exakte Sequenzen,  die untere linke Ecke
ist durch die Exaktheit
der vertikalen Sequenz definiert,
und die untere Zeile exakt ist nach dem Neunerlemma.
Die lange exakte Kohomologiesequenz dieser untersten Zeile ist
bis auf einige Identifikationen gerade unsere relative
Mayer-Vietoris-Sequenz der Kohomologie.
W"ahlen wir nun f"ur $\omega_{K\cup L}$ einen Repr"asentanten in
${\op{S}}_{n} X$, der fein ist bez"uglich der offenen "Uberdeckung $X =
(V\backslash K) \cup (U\backslash L) \cup (U\cap V)$, und fassen die Kettenkomplexe der
singul"aren Ketten auf als Kokettenkomplexe, die nur in Indizes
$\leq0$ leben, so definiert das cap-Produkt mit so einem
Repr"asentanten die vertikalen Morphismen eines kommutativen
Diagramms
$$\begin{array}{ccccc}
\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast}_{\cal{V}} (X,X\backslash K\cap L) }&\scriptstyle{ \hookrightarrow
}&\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast}(X,X\backslash K)
\oplus {\op{S}}^{\ast} (X,X\backslash L) }&\scriptstyle{\twoheadrightarrow }&\scriptstyle{
{\op{S}}^{\ast}(X,X\backslash K \cup
L)} \\ \scriptstyle{
\downarrow }&\scriptstyle{ }&\scriptstyle{ \downarrow }&\scriptstyle{
}&\scriptstyle{ \downarrow } \\ \scriptstyle{
S(U\cap V) }&\scriptstyle{\hookrightarrow }&\scriptstyle{ S U \oplus
SV}&\scriptstyle{ \twoheadrightarrow
}&\scriptstyle{{\op{S}}^{\cal{W}} (U \cup V)}
\end{array}$$
f"ur $\cal{W}$ die "Uberdeckung $X = U \cup V$ von $X$.
Das liefert dann das gesuchte kommutative Diagramm von langen
exakten Sequenzen.
\end{proof}\noindent
Jetzt gehen wir in mehreren Schritten von Spezialf"allen bis zur
allgemeinen Situation.
\\[2mm]\noindent
1.
Der Satz gilt f"ur $M = \Bbb{R}^{n} $.
Dann bilden ja die abgeschlossenen B"alle $D_{r}$  schon ein
finales System unter allen kompakten Teilmengen von $\Bbb{R}^{n}$
und $\cap \omega : {\op{H}}^{n} (\Bbb{R}^{n}, \Bbb{R}^{n} \backslash D_{r}) \ra
{\op{H}}_{0}(\Bbb{R}^{n}) = \Bbb{Z}$ ist schlicht das Auswerten einer
Kohomologieklasse
auf der Homologieklasse $\omega \in {\op{H}}_{n} (\Bbb{R}^{n},
\Bbb{R}^{n}\backslash
D_{r})$, also ein Isomorphismus f"ur  $0<r<\infty$.
\\[2mm]\noindent
2.
Der Satz gilt f"ur jede offene konvexe Teilmenge des $\DR^{n}$, denn so
eine Teilmenge ist schon hom"oomorph zu $\Bbb{R}^{n}$.
\\[2mm]\noindent
3.
Der Satz gilt f"ur jede endliche Vereinigung offener
konvexer Mengen in $\DR^{n}$.
Mit Induktion,  2 und Lemma \ref{hilL}.
\\[2mm]\noindent
4.
Ist $M$ eine aufsteigende Vereinigung von offenen Teilmengen $U_{i}$ und gilt
der Satz f"ur alle $U_{i}$, so gilt er auch f"ur $M$.
In der Tat gilt ${\op{H}}_{q}(M) = \varinjlim {\op{H}}_{q}(U_{i})$ und
${\op{H}}^{p}_{!} M = \varinjlim {\op{H}}^{p}_{!}(U_{i})$ nach den
"Ubungen \ref{LH} und \ref{LHC}.
\\[2mm]\noindent
5.
Der Satz gilt f"ur jede offene Teilmenge des $\DR^{n}$. In der Tat l"a"st
sie sich als abz"ahlbare Vereinigung offener B"alle schreiben.
\\[2mm]\noindent
6.
Der Satz gilt f"ur jede Mannigfaltigkeit.
In der Tat finden wir nach 4 und dem Zorn'schen Lemma eine maximale
offene Teilmenge, f"ur die der Satz gilt.
W"are sie nicht schon die ganze Mannigfaltigkeit, so k"onnten
wir sie nach Lemma \ref{hilL} und Schritt 5 noch durch eine Karte vergr"o"sern,
im Widerspruch zur Maximalit"at.
\end{proof}
\begin{Korollar}
Ist $t$ ein Erzeuger der zweiten Kohomologiegruppe ${\op{H}}^{2}\DP^{n}
\DC$, so liefert der offensichtliche Ringhomomorphismus einen
Isomorphismus
$$\Bbb{Z} [t]/ \langle t^{n+1}\rangle \sira {\op{H}}^{\ast} \DP^{n} \DC$$
\end{Korollar}
\begin{proof}[Beweis]
Es gilt zu zeigen, da"s das Produkt eines Erzeugers von ${\op{H}}^{2p}$
mit einem Erzeuger von ${\op{H}}^{2q}$ stets ein Erzeuger von ${\op{H}}^{2p+2q}$
ist. Im Fall $p+q =n$ folgt das aus \ref{SPP}.
Im Fall $p+q > n$ ist eh nichts zu zeigen. Im Fall $p+q = m < n$
verwendet man den nach \ref{HKPR} und \ref{KW}
surjektiven Ringhomomorphismus
${\op{H}}^{\ast} \DP^{n} \DC \twoheadrightarrow {\op{H}}^{\ast} \DP^{m} \DC$.
\end{proof}

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
Man definiere f"ur jeden Hausdorffraum ein cup-Produkt auf seiner
Kohomologie mit kompaktem Tr"ager. F"ur eine
Mannigfaltigkeit entspricht es nebenbei bemerkt unter dem Isomorphismus der
Poincar\'{e}-Dualit"at dem  anschaulichen Schnittprodukt auf
der Homologie.
\end{Ubung}






\subsection{Schnittzahlen}
\begin{Bemerkungl}\label{DSZa}
Sei $M$ eine kompakte orientierte
  $n$-Mannigfaltigkeit.
  F"ur zwei Homologieklassen komplement"arer Dimension $\al\in {\op{H}}_{q} M$
  und $\beta\in {\op{H}}_{n-q} M$  ist hoffentlich anschaulich
in etwa  klar, was ihre
  \glqq Schnittzahl\grqq\  sein sollte, die die Schnittpunkte von 
repr"asentierenden
  Zykeln \glqq in generischer Lage\grqq\  mit geeigneten, von der Orientierung
  abh"angigen Vorzeichen z"ahlt.  Mit dem Isomorphismus der
  Poincar\'{e}-Dualit"at \ref{APD} k"onnen wir unseren Homologieklassen 
 sicher  formal korrekt
eine Zahl $\al\cdot \beta\in\Bbb{Z}$ zuordnen wie folgt: Wir suchen 
einfach $a
  \in {\op{H}}^{n-q}M$ und $b \in {\op{H}}^{q}M$ mit $\al = a \cap \omega_{M}$
und  $\beta = b \cap \omega_{M}$ und setzen
  $$\al\cdot \beta =\langle a\cup b, \omega_{M}\rangle$$
  Dies sei   unsere Definition der
{\bf Schnittzahl}\index{Schnittzahl} der beiden Homologieklassen.
Der bald folgende Satz \ref{GiS} soll plausibel machen,
da"s die so definierte Zahl
die oben beschriebene
  geometrische Bedeutung hat. Dazu  braucht es jedoch einige Vorbereitungen.
\end{Bemerkungl}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/Bildbary}\\[4mm]
\noindent 
Ein Simplizialkomplex und gestrichelt eingezeichnet seine
baryzentrische Unterteilung. Die Ecken der baryzentrischen Unterteilung
mag man sich denken als die Schwerpunkte der nichtleeren Simplizes des 
urspr"unglichen Simplizialkomplexes, die Simplizes 
der baryzentrischen Unterteilung entsprechen den endlichen Ketten
in der partiell geordneten Menge der urspr"unglichen Simplizes.
\end{figure}
\begin{Bemerkungl}\label{bU}
  Gegeben ein Simplizialkomplex $\mathcal K = (E, \mathcal K)$ 
im Sinne von \eref{SKk}{TF} erkl"aren wir
  wie folgt einen neuen Simplizialkomplex, seine {\bf baryzentrische
    Unterteilung}\index{baryzentrische Unterteilung} $\check{\mathcal K} =
  (\check{E}, \check{\mathcal K})$: Als Ecken nehmen wir alle
  nichtleeren Simplizes des urspr"unglichen Komplexes, in Formeln $\check{E} =
  \{ s \in \mathcal K \mid s \neq \emptyset\}$.  Als Simplizes
  nehmen wir alle endlichen Ketten in der Menge
  $\check{E}$, die ja durch die Inklusionsrelation partiell geordnet ist,
also alle bez"uglich dieser partiellen Ordnung total geordneten 
endlichen Teilmengen.  Man
  erh"alt  einen Hom"oomorphismus zwischen den zugeh"origen  Polyedern
  \begin{equation*}
    \Delta (\check{\mathcal K}) \overset{\sim}{\rightarrow} \Delta (\mathcal K)
  \end{equation*}
  durch die Vorschrift, da"s jede Ecke $s \in \check E\subset \mathcal K$ auf
  den Schwerpunkt des vollen Simplex $\Delta (s) \subset \Delta (\mathcal
  K) $ abgebildet wird und  jeder volle Simplex von $\Delta
  (\check K)$ affin in denjenigen vollen Simplex von $\Delta (\mathcal K)$,
  der seiner gr"o"sten Ecke entspricht.  Jeder
  Simplex von $\check{\mathcal K}$ hat bereits eine offensichtliche Anordnung,
  in Bezug auf die wir von nun an den Komplex der ordnungsvertr"aglichen  
simplizialen
  Ketten ${\op{S}}^{\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})$ verstehen wollen,
  und die hoffentlich offensichtlichen Kettenabbildungen liefern
  Homotopie"aquivalenzen
  \begin{equation*} {\op{S}} \check{\mathcal K} \overset{\sim}{\rightarrow}
    {\op{S}}^{\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})\hri {\op{S}} \Delta
    (\mathcal K)
  \end{equation*}
Im Beweis von \ref{SH} hatten wir zwar ordnungsvertr"agliche
simpliziale Ketten nur  in Bezug auf eine totale Ordnung auf der
Menge aller Ecken 
eingef"uhrt, aber mit einer partiellen Ordnung, 
die 
auf allen Simplizes eine totale Ordnung induziert, geht es genauso.
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungl}\label{ffuzy}
  Sei nun unser Simplizialkomplex $\mathcal K$ eine Triangulierung einer  
kompakten  orientierten $n$-Mannigfaltigkeit.
Wir w"ahlen eine Anordnung $\leq$ auf der Menge $E$ der Ecken von $\mathcal
  K$.
Der Fundamentalzykel von $\Delta (\mathcal K)$  hat  
genau einen Repr"asentanten 
in den $n$-Simplizialketten und damit auch genau 
einen Repr"asentanten $\omega \in
  {\op{S}}^{\op{os}}_{n} \Delta (\mathcal K)$ in der
Gruppe der ordnungsvertr"aglichen 
simplizialen $n$-Ketten.
Nach \ref{FuZY} hat unser Fundamentalzykel  die Gestalt
  \begin{equation*}
    \omega = \sum_{s \in \mathcal K_n } \varepsilon (s) \langle s \rangle
  \end{equation*}
  f"ur wohlbestimmtes $\varepsilon : \mathcal K_n \rightarrow \{\pm 1\}$, 
wobei $\langle s \rangle$ wie im
Beweis von \ref{SH}
den zum $n$-Simplex $s$ geh"origen angeordneten $n$-Simplex 
bezeichnet. 
\end{Bemerkungl}

\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/Bilddz}\\[4mm]
\noindent 
Ein Ausschnitt einer triangulierten $2$-Mannigfaltigkeit.
Die Nummerierung der Ecken legt ihre Anordnung fest. Der Kreispfeil
daneben deutet die Orientierung an, der Fundamentalzykel hat also
die Gestalt 
$$\omega=\ldots +\langle\{ 1,2,3\}\rangle -\langle\{ 1,2,7\}\rangle +\ldots$$
Die duale Zelle zum 
$1$-Simplex $t=\{1,2\}$ besteht aus den beiden
Summanden $\check{u}=\{\{1,2\},\{1,2,3\}\}$ und 
 $\check{v}=\{\{1,2\},\{1,2,7\}\}$ und deren Vorzeichen sind
$\eta(\check{u})=-1$ und $\eta(\check{v})=1$, so da"s sich die duale Zelle zu 
$c(t)=\check{v}-\check{u}$ ergibt.
Im Bild habe ich die den ordnungsvertr"aglichen $1$-Ketten
$\langle t \rangle $ und $c(t)$ entsprechenden Simplizialketten
fett eingezeichnet.
\\[2mm]
Weiter besteht die  duale Zelle zum $0$-Simplex $\{6\}$ aus
$10$ Summanden, und ich habe im Bild  auch die der 
dualen Zelle zu dieser Ecke alias der 
ordnungsvertr"aglichen $2$-Kette
$c(\{6\})$ entsprechende Simplizialkette
durch Kreispfeile eingezeichnet.
\end{figure}

\begin{Bemerkungl}\label{duze}
  Gegeben ein $(n-q)$-Simplex 
$t\in \cal{K}_{n-q}$ definieren wir die zugeh"orige {\bf duale
    Zelle}\index{duale Zelle} $c(t)\in \op{S}_q^{\op{os}}\Delta
  (\check{{\mathcal K}})$ als die Summe
  $$c(t)=\sum \eta(\check{u}) \langle\check{u}\rangle$$
  "uber alle $q$-Simplizes
  $\check{u}\in\check{\cal{K}}_{q}$ mit $\check{u}_0=t$. Einen $q$-Simplex
  $\check{u} \in \check{\mathcal K}_q$ schreiben wir dazu als  echt
  aufsteigende Kette $\check{u}_0 \subsetneq \check{u}_1 \subsetneq \ldots
  \subsetneq \check{u}_q$ von nichtleeren 
Simplizes von $\mathcal K$, und wir summieren
  "uber alle Ketten, die mit 
dem $(n-q)$-Simplex $t$ beginnen.  Die $\eta(\check{u})=\pm 1$
sind gewisse  Vorzeichen, die 
wie folgt gegeben seien: Man betrachte die
  Ecken $u_1,\dots,u_q \in E$ des urspr"unglichen Komplexes mit $\check{u}_i =
  \check{u}_{i-1} \cup \{u_i\}$, so da"s also gilt $\check{u}_q = \check{u}_0
  \cup \{u_1,\dots,u_q\}$.  Sei $(s_0,s_1,\dots,s_n)$ die angeordnete
  Darstellung des $n$-Simplex $\check{u}_q$ und
  $(t_0,\ldots,t_{n-q})$ die angeordnete Darstellung des
  $(n-q)$-Simplex $t=\check{u}_0$ und $\tau\in {\cal S}_{n+1}$ die Permutation
  mit 
 $$ \begin{array}{lcl}
s_{\tau(0)}&=&t_0\\
\;\vdots&\vdots&\;\vdots\\ s_{\tau(n-q)}&=&t_{n-q}\\
 s_{\tau(n-q+1)} &=&
  u_1\\
\;\vdots&\vdots&\;\vdots\\
s_{\tau(n)} &=& u_q
\end{array}$$
So sei das fragliche Vorzeichen gegeben als $
  \eta(\check{u})=(-1)^{q(n-q)}\varepsilon(s)\op{sgn}(\tau)$.
\end{Bemerkungl}
 \begin{Bemerkungl}
   Diese dualen Zellen m"ogen mit ihren ganzen Vorzeichen unanschaulich
   wirken.
Der erste Teil des folgenden Satzes sollte hier jedoch der Anschauung helfen,
zeigt er doch, da"s die Vorzeichen jedenfalls stets so zusammenpassen, da"s
der Rand einer dualen Zelle eine Linearkombination
dualer Zellen ist. Das hat im Bild der Simplizialketten 
unter anderem 
die anschauliche Bedeutung,
da"s \glqq die einzelnen 
Simplizes einer dualen Zelle gerade so orientiert sind, da"s sich
die internen R"ander gegenseitig wegheben\grqq.
 \end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{Geometrische Interpretation der Schnittzahlen}]
   Sei der Simplizialkomplex $\mathcal K$ eine Triangulierung einer  
kompakten  orientierten $n$-Mannigfaltig\-keit $M$.\label{GiS}
Sei auf der Menge $E$ der Ecken von $\mathcal
  K$ eine Anordnung  gew"ahlt. So gilt:
  \begin{enumerate}
  \item 
Die von den dualen Zellen  im Sinne von \ref{duze}
erzeugten Untergruppen
${\op{C}}_q\subset \op{S}_q^{\op{os}}\Delta
  (\check{{\mathcal K}})$
bilden einen Unterkomplex ${\op{C}}\subset\op{S}^{\op{os}}\Delta
  (\check{{\mathcal K}})$ im Komplex der ordnungsvertr"aglichen
simplizialen Ketten der baryzentrischen Unterteilung $\check{{\mathcal K}}$ von 
$\mathcal K$, und die 
Einbettung dieses Unterkomplexes induziert auf allen
Homologiegruppen Isomorphismen $\cal{H}_q{\op{C}}\sira {\op{H}}_qM$.
\item
Wird %eine Homologieklasse 
$\alpha\in {\op{H}}_q M$ repr"asentiert 
durch einen \glqq simplizialen\grqq\  Zykel der Gestalt
%% $\sum_{t\in \cal{K}_{n-p}}\alpha_t \langle t\rangle \in 
%% {\op{S}}^{\op{os}}\Delta
%%   ({\mathcal K})$ 
$\sum_{t\in \cal{K}_{q}}\alpha_t \langle t\rangle \in 
{\op{S}}^{\op{os}}\Delta
  ({\mathcal K})$ 
und 
$\beta\in {\op{H}}_{n-q} M$ durch einen \glqq zellul"aren\grqq\   Zykel
der Gestalt 
%% $\sum_{t\in \cal{K}_{n-q}}\beta_t c(t) \in {\op{C}}_q$, 
$\sum_{t\in \cal{K}_{q}}\beta_t c(t) \in {\op{C}}_{n-q}$, 
so gilt f"ur ihre Schnittzahl
$$\alpha\cdot\beta=\sum_t \alpha_t \beta_t$$ 
  \end{enumerate}
 \end{Satz}

 \begin{proof}
 Zun"achst einmal erinnern wir die Definition der Schnittzahl:
Wir hatten dazu ja 
das $a\in {\op{H}}^{n-q} M$ bzw.  $b\in {\op{H}}^{q} M$
genommen mit $a\cap\omega_M=\alpha$ bzw. $b\cap\omega_M=\beta$
und dann 
unsere Schnittzahl als Kronecker-Paarung des cup-Produkts dieser
Kohomologieklassen mit dem Fundamentalzykel definiert, in Formeln
$\alpha\cdot\beta=\langle a\cup b, \omega_M\rangle$.
Mit der Adjunktionsformel \ref{Excap} 
erhalten wir daraus auch die alternative Darstellung  
$\alpha\cdot\beta=\langle a, \beta\rangle$.
Es reicht also, das Urbild $a$ von $\alpha$ unter dem
Isomorphismus der Poincar\'{e}-Dualit"at hinreichend explizit zu beschreiben.
Dazu m"ussen wir etwas weiter ausholen.
Gegeben ein Simplizialkomplex ${\mathcal K}$ liefert
  das baryzentrische Unterteilen 
ganz allgemein eine Homotopie"aquivalenz $
  {\op{S}} \mathcal K \hri {\op{S}} \check{\mathcal K} $ zwischen
den entsprechenden Komplexen von Simplizialketten. Genauer
  erh"alt man eine Injektion von der Menge  ${\cal K}_{q}^\leq$
aller angeordneten $q$-Simplizes 
von $\mathcal K$ in die  Menge $\check{\mathcal
    K}_q^\leq$ aller %ordnungsvertr"aglichen 
angeordneten $q$-Simplizes  von $\check{\mathcal
    K}$, indem man $\sigma : \{0, \ldots, q\} \hookrightarrow E$ abbildet auf
$\sigma^\vee : \{0, \ldots, q\} \hookrightarrow \check{E}$ gegeben durch
 $
    \sigma^\vee(i)=  \{ \sigma (0),
      \ldots, \sigma (i)\}.
  $
  Anschaulich gesprochen erhalten wir so \glqq alle $q$-Simplizes von
  $\check{\mathcal K}$, die in $q$-Simplizes von $\mathcal K$ liegen\grqq, und die
  Abbildung ${\cal K}^\leq_{q}\ra {\op{S}}_{q} \check{\mathcal K}$
gegeben durch
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildbAr}\\[4mm]
\noindent 
Ein angeordneter $3$-Simplex $\sigma$ 
und die sechs angeordneten $3$-Simplizes $\sigma\circ \pi$ 
mit Vorzeichen, deren Summe seine baryzentrische Unterteilung 
$b(\sigma)$ im Sinne des Beweises von \ref{GiS} repr"asentiert.
Die Kreispfeile sind eigentlich "uberfl"ussig und betonen nur 
die Reihenfolge der Ecken in den angeordneten $3$-Simplizes $\sigma\circ \pi$ 
und die Beziehung zum Signum der zugeh"origen Permutationen $\pi$.
\end{figure}
  \begin{equation*}
    \sigma \mapsto \sum_{\pi \in \mathcal {\cal{S}}_{q+1}} \op{sgn} 
    (\pi) (\sigma \circ \pi)^\vee
  \end{equation*}
  induziert eine Homotopie"aquivalenz $ b : {\op{S}} \mathcal K \hri
  {\op{S}} \check{\mathcal K}, $ die wir wieder  die
{\bf baryzentrische Unterteilung}
  nennen. Wenden wir auf
unseren Fundamentalzykel aus \ref{ffuzy} die baryzentrische
  Unterteilung an, so erhalten wir den Repr"asentanten
  \begin{equation*}
    \check{\omega} = \sum_{s \in \mathcal K_n ,\; \pi \in \mathcal S_{n+1}}
    \varepsilon (s) \op{sgn}(\pi) (\langle s \rangle \circ \pi)^\vee
  \end{equation*}
  des Fundamentalzykels in 
${\op{S}}_n^{\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})$. 
 Die weitere Argumentation wird ausgehen von einem Diagramm
der Gestalt
\begin{displaymath}
\xymatrix{
{\op{C}}^\ast [n]  \ar@{-->}[r] 
& {\op{S}}^{\op{os}} \Delta ({\mathcal K}) \ar[dd]^b\\
&\\
{\op{S}}^\ast_{ \op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})[n]
\ar[r]^{\cap \check{\omega}}  \ar@{-->}[uu] \ar@{-->}[uur] 
& {\op{S}}^{\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})
}
\end{displaymath}
Der Komplex ${\op{S}}^\ast_{\op{os}} \Delta
   (\check{\mathcal K})$ der ordnungsvertr"agliche simplizialen 
Koketten mitsamt
   einem Isomorphismus von Komplexen ${\op{S}}^\ast_{\op{os}} \Delta
   (\check{\mathcal K})\sira {\op{S}}^\ast \check{\mathcal K}$
   ist in derselben Weise erkl"art wie  der Komplex 
der ordnungsvertr"agliche simplizialen 
Ketten in \ref{bU}.
Die durchgezogenen Pfeile sind uns bereits bekannt,
die rechte Vertikale ist modulo unserer Identifikation von Simplizialketten
mit ordnungsvertr"aglichen simplizialen Ketten das baryzentrische 
Unterteilen,
die untere Horizontale die Restriktion auf
ordnungsvertr"agliche simpliziale Ketten
unserer Poincar\'{e}-Dualit"at  aus \ref{APD}.
Unser Ziel ist die
Erg"anzung durch Kettenabbildungen wie durch die gestrichelten Pfeile 
angedeutet
zu einem kommutativen Diagramm von Homotopie"aquivalenzen, dessen
obere Horizontale dann 
die geometrische Bedeutung des Dualit"ats-Isomorphismus klar
macht.  Als ersten Schritt in diese Richtung behaupte ich, da"s die
durch $\cap
\check{\omega}$ gegebene Kettenabbildung wie durch 
den schr"agen gestrichelten Pfeil
angedeutet "uber unsere baryzentrische 
Unterteilung $b$ faktorisiert.  
 Ein
  $q$-Simplex $\check{u} \in \check{\mathcal K}_q$ ist ja per definitionem
eine echt aufsteigende
  Kette $\check{u}_0 \subsetneq \check{u}_1 \subsetneq \ldots
  \subsetneq \check{u}_q$ von Simplizes von $\mathcal K$.
Die zugeh"origen $\langle \check{u} \rangle$ bilden 
eine ${\mathbb Z}$-Basis von $\op{S}_q^{\op{os}}\Delta
(\check{{\mathcal K}})$ und die zugeh"origen 
Linearformen bilden eine ${\mathbb Z}$-Basis
$\langle \check{u} \rangle^*$ von
$\op{S}_{\op{os}}^q \Delta (\check{{\mathcal K}})$.
F"ur das cap-Produkt $\langle \check{u}\rangle^* \cap \check{\omega}$ 
mit dem Fundamentalzykel
erhalten wir nach \ref{Excap} die Darstellung
\[ \langle \check{u} \rangle^* \cap \check{\omega} 
= (-1)^{q(n-q)} \!\!\!\!\sum_{s \in {\mathcal K}_n,\; 
 \pi \in {\mathcal S}_{n+1} } \!\!\!\!\varepsilon(s)\op{sgn}(\pi)
\langle \langle \check{u} \rangle^*, 
(\langle s\rangle \circ \pi)^\vee  \rho^q \rangle \;
(\langle s\rangle \circ \pi)^\vee  \lambda^{n-q} \]
Insbesondere ist die rechte Seite nur dann 
nicht Null, wenn $\check{u}$ die Gestalt $\check{u}_0\subsetneq
 \ldots \subsetneq \check{u}_q$ 
hat mit $\check{u}_0 \in {\mathcal K}_{n-q}$ 
und dann nat"urlich auch $\check{u}_i \in {\mathcal K}_{n-q+i}$ 
f"ur alle $i$. 
Seien nun $u_1,\dots,u_q \in E$ die Ecken des urspr"unglichen Komplexes mit 
$\check{u}_i = \check{u}_{i-1} \cup \{u_i\}$, 
so da"s also gilt $\check{u}_q = \check{u}_0 \cup \{u_1,\dots,u_q\}$.
Sei $s = (s_0,s_1,\dots,s_n)$ die angeordnete Darstellung des
$n$-Simplex $s$.
Auf der rechten Seite liefert nur $s = 
\check{u}_q \in {\mathcal K}_n$ von Null 
verschiedene Beitr"age, und zwar nur f"ur 
$\pi \in {\mathcal S}_{n+1}$ mit 
$s_{\pi(n-q+1)} = u_1,\dots,s_{\pi(n)} = u_q$, 
und f"ur diese ist der Gesamtbeitrag 
bis auf ein Vorzeichen gerade
\[ b(\check{u}_0)=\sum_{{\kappa} \in {\mathcal S}_{n-q+1}} 
\op{sgn}({\kappa}) (\langle \check{u}_0 
\rangle \circ {\kappa} )^\vee   \]
Das zeigt schon einmal, dass $\cap \check{\omega}$ wie 
behauptet "uber $b$ faktorisiert und liefert 
den Pfeil schr"ag nach oben. 
Um auch das Vorzeichen anzugeben, betrachten wir die angeordnete Darstellung
$\check{u}_0=(v_0,\ldots,v_{n-q})$ und die Permutation
$\tau\in {\cal S}_{n+1}$ mit $s_{\tau(0)}=v_0,\ldots,
s_{\tau(n-q)}=v_{n-q}, s_{\tau(n-q+1)} = u_1,\dots,s_{\tau(n)} = u_q$,
finden f"ur das fragliche Vorzeichen die Darstellung
$ \eta(\check{u})=(-1)^{q(n-q)}\varepsilon(s)\op{sgn}(\tau)$
und erhalten 
%f"ur $\check{u} \in \check{{\mathcal K}}^\leq_q$ die Formel
f"ur $\check{u} \in \check{{\mathcal K}}_q$ die Formel
$$ \langle\check{u}\rangle^* \cap \check{\omega} = \left\{ \begin{array}{cl}
\eta(\check{u}) b(\check{u}_0) & \mbox{falls }
\check{u}_0 \in {\mathcal K}_{n-q}; 
\\[2mm]
0 & \mbox{sonst.} \end{array} \right. $$
Bilden wir  den Quotienten ${\op{C}}^\ast$ 
von ${\op{S}}^\ast_{\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})$ 
nach den $\langle\check{u}\rangle^*$ 
mit $\check{u}_0 \not\in {\mathcal K}_{n-q}$ sowie den 
$\eta(\check{u}) \langle\check{u}\rangle^* - 
\eta(\check{v})\langle\check{v}\rangle^*$ mit 
$\check{u}_0 = \check{v}_0$, so faktorisiert 
unser $\cap\check{\omega}$ weiter und liefert, wie man leicht sieht,
 einen Isomorphismus von Kettenkomplexen
$$ {\op{C}}^\ast [n]
\stackrel{\sim}{\rightarrow} {\op{S}}^{\op{os}}\Delta({\mathcal K}) $$
unter Verwendung unserer Konvention \ref{KEE}.
Man kann in dieser Weise sogar einen Beweis der Poincar\'{e}-Dualit"at
im triangulierbaren Fall geben, wof"ur dann allerdings 
noch gezeigt werden mu"s, da"s die linke Vertikale unseres
Diagramms Isomorphismen auf der Homologie induziert.
Da wir aber vielmehr an der anschaulichen Bedeutung der Poincar\'{e}-Dualit"at
interessiert sind, drehen wir den Spie"s um und folgern aus 
der Poincar\'{e}-Dualit"at \ref{APD}, da"s die linke Vertikale unseres
Diagramms 
${\op{S}}^\ast_{\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})
\sra {\op{C}}^\ast $
Isomorphismen auf der Kohomologie induziert.
Nach \ref{HKH} ist sie also eine Homotopie"aquivalenz und unser
ganzes Diagramm besteht aus Homotopie"aquivalenzen.
Gehen wir nun in dieser linken Vertikale zu den dualen Komplexen 
"uber, so erhalten wir offensichtlich genau den 
Unterkomplex ${\op{C}}\subset\op{S}^{\op{os}}\Delta
  (\check{{\mathcal K}})$ aus dem ersten Teil unseres Satzes \ref{GiS},
und damit ist auch dieser erste Teil bereits bewiesen.
Des weiteren sehen wir, da"s f"ur
$t\in \cal{K}_{n-q}$ und $\langle t\rangle$ der zugeh"orige angeordnete
Simplex seine baryzentrische Unterteilung $b(\langle t\rangle)$ genau
ein Urbild hat unter $\cap\check{\omega}$, und da"s dieses 
Urbild auf der dualen Zelle $c(t)$ den Wert Eins annimmt und auf allen 
anderen dualen Zellen den Wert Null.
Daraus folgt dann auch der zweite Teil des Satzes.
\end{proof}






\subsection{Anschauung im nichtkompakten Fall}\label{AbHp}

\begin{Bemerkungl}\emph{Sp"ater!}
  In derselben Weise erkl"aren wir die Komplexe ${\op{S}}^{!\op{os}} \Delta
  (\check{\mathcal K})$ 
  bzw.  ${\op{S}}^\ast_{!\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})$ mitsamt
  Isomorphismen von Komplexen nach ${\op{S}}^{!} \check{\mathcal K}$ 
bzw.  ${\op{S}}^\ast_{!} \check{\mathcal
    K}$.
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}
  Sei nun unser Simplizialkomplex $\mathcal K$ eine Triangulierung einer nicht
  notwendig kompakten separablen orientierten $n$-Mannigfaltigkeit.
Wir w"ahlen eine Anordnung $\leq$ auf der Menge $E$ der Ecken von $\mathcal
  K$.
Der Fundamentalzykel von $\Delta (\mathcal K)$ im Sinne von
\ref{FZbm} hat wegen \ref{SiIB} genau einen Repr"asentanten 
in den Borel-Moore-Simplizialketten und damit auch genau 
einen Repr"asentanten $\omega \in
  {\op{S}}^{!\op{os}}_{n} \Delta (\mathcal K)$ in der
in hoffentlich offensichtlicher Weise definierten 
Gruppe der ordnungsvertr"aglichen 
simplizialen Borel-Moore-$n$-Ketten.
Nach \ref{FuZY} hat er Gestalt
  \begin{equation*}
    \omega = \sum_{s \in \mathcal K_n } \varepsilon (s) \langle s \rangle
  \end{equation*}
  f"ur wohlbestimmtes $\varepsilon : \mathcal K_n \rightarrow \{\pm 1\}$ 
mit $\langle s \rangle$ 
dem zum $n$-Simplex $s$ geh"origen angeordneten $n$-Simplex wie im
Beweis von \ref{SH}. Wenden wir darauf die baryzentrische
  Unterteilung an, so erhalten wir den Repr"asentanten
  \begin{equation*}
    \check{\omega} = \sum_{s \in \mathcal K_n ,\; \pi \in \mathcal S_{n+1}}
    \varepsilon (s) \op{sgn}(\pi) (\langle s \rangle \circ \pi)^\vee
  \end{equation*}
  des Fundamentalzykels in 
${\op{S}}_n^{!\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})$. 
Die weitere Argumentation wird ausgehen vom Diagramm
\begin{displaymath}
\xymatrix{
{\op{C}}^\ast_{!} \Delta (\check{\mathcal K})[n]  \ar@{-->}[r] 
& {\op{S}}^{\op{os}} \Delta ({\mathcal K}) \ar[dd]^b\\
&\\
{\op{S}}^\ast_{! \op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})[n]
\ar[r]^{\cap \check{\omega}}  \ar@{-->}[uu] \ar@{-->}[uur] 
& {\op{S}}^{\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})
}
\end{displaymath}
Die durchgezogenen Pfeile sind uns bereits bekannt,
die rechte Vertikale ist modulo unserer Identifikation von Simplizialketten
mit ordnungsvertr"aglichen simplizialen Ketten das baryzentrische 
Unterteilen,
die untere Horizontale die Restriktion auf
ordnungsvertr"agliche simpliziale Ketten
unserer Poincar\'{e}-Dualit"at auf singul"aren Ketten aus \ref{SiPoi}.
Unser Ziel ist die
Erg"anzung durch Kettenabbildungen wie durch die gestrichelten Pfeile 
angedeutet
zu einem kommutativen Diagramm von Homotopie"aquivalenzen, dessen
obere Horizontale dann 
die geometrische Bedeutung des Dualit"ats-Isomorphismus klar
macht.  Als ersten Schritt in diese Richtung behaupte ich, da"s die
durch $\cap
\check{\omega}$ gegebene Kettenabbildung wie durch 
den schr"agen gestrichelten Pfeil
angedeutet "uber unsere baryzentrische 
Unterteilung $b$ faktorisiert.  
 Ein
  $q$-Simplex $\check{u} \in \check{\mathcal K}_q$ ist ja per definitionem
eine echt aufsteigende
  Kette $\check{u}_0 \subsetneqq \check{u}_1 \subsetneqq \ldots
  \subsetneqq \check{u}_q$ von Simplizes von $\mathcal K$.
Die zugeh"origen $\langle \check{u} \rangle$ bilden 
eine ${\mathbb Z}$-Basis von $\op{S}_q^{\op{os}}\Delta
(\check{{\mathcal K}})$ und die zugeh"origen 
Linearformen bilden eine ${\mathbb Z}$-Basis
$\langle \check{u} \rangle^*$ von
$\op{S}_{!\op{os}}^q \Delta (\check{{\mathcal K}})$.
F"ur das cap-Produkt $\langle \check{u}\rangle^* \cap \check{\omega}$ 
mit dem Fundamentalzykel
erhalten wir nach \ref{Excap} die Darstellung
\[ \langle \check{u} \rangle^* \cap \check{\omega} 
= (-1)^{q(n-q)} \sum_{s \in {\mathcal K}_n,\; 
 \pi \in {\mathcal S}_{n+1} } \varepsilon(s)\op{sgn}(\pi)
\langle \langle \check{u} \rangle^*, 
(\langle s\rangle \circ \pi)^\vee  \rho^q \rangle \;
(\langle s\rangle \circ \pi)^\vee  \lambda^{n-q} \]
Insbesondere ist die rechte Seite nur dann 
nicht Null, wenn $\check{u}$ die Gestalt $\check{u}_0\subsetneqq
 \ldots \subsetneqq \check{u}_q$ 
hat mit $\check{u}_0 \in {\mathcal K}_{n-q}$ 
und dann nat"urlich auch $\check{u}_i \in {\mathcal K}_{n-q+i}$ 
f"ur alle $i$. 
Seien nun $u_1,\dots,u_q \in E$ die Ecken des urspr"unglichen Komplexes mit 
$\check{u}_i = \check{u}_{i-1} \cup \{u_i\}$, 
so da"s also gilt $\check{u}_q = \check{u}_0 \cup \{u_1,\dots,u_q\}$.
Sei $s = (s_0,s_1,\dots,s_n)$ die angeordnete Darstellung des
$n$-Simplex $s$.
Auf der rechten Seite liefert nur $s = 
\check{u}_q \in {\mathcal K}_n$ von Null 
verschiedene Beitr"age, und zwar nur f"ur 
$\pi \in {\mathcal S}_{n+1}$ mit 
$s_{\pi(n-q+1)} = u_1,\dots,s_{\pi(n)} = u_q$, 
und f"ur diese ist der Gesamtbeitrag 
bis auf ein Vorzeichen gerade
\[ b(\check{u}_0)=\sum_{{\kappa} \in {\mathcal S}_{n-q+1}} 
\op{sgn}({\kappa}) (\langle \check{u}_0 
\rangle \circ {\kappa} )^\vee   \]
Das zeigt schon einmal, dass $\cap \check{\omega}$ wie 
behauptet "uber $b$ faktorisiert und liefert 
den Pfeil schr"ag nach oben. 
Um das Vorzeichen anzugeben, betrachten wir die angeordnete Darstellung
$\check{u}_0=(v_0,\ldots,v_{n-q})$ und die Permutation
$\tau\in {\cal S}_{n+1}$ mit $s_{\tau(0)}=v_0,\ldots,
s_{\tau(n-q)}=v_{n-q}, s_{\tau(n-q+1)} = u_1,\dots,s_{\tau(n)} = u_q$,
finden f"ur das fragliche Vorzeichen die Darstellung
$ \eta(\check{u})=(-1)^{q(n-q)}\varepsilon(s)\op{sgn}(\tau)$
und erhalten 
%f"ur $\check{u} \in \check{{\mathcal K}}^\leq_q$ die Formel
f"ur $\check{u} \in \check{{\mathcal K}}_q$ die Formel
$$ \langle\check{u}\rangle^* \cap \check{\omega} = \left\{ \begin{array}{cl}
\eta(\check{u}) b(\check{u}_0) & \mbox{falls }
\check{u}_0 \in {\mathcal K}_{n-q}; 
\\[2mm]
0 & \mbox{sonst.} \end{array} \right. $$
Bilden wir  den Quotienten ${\op{C}}^\ast_{!} \Delta (\check{\mathcal K})$ 
von ${\op{S}}^\ast_{! \op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})$ 
nach den $\langle\check{u}\rangle^*$ 
mit $\check{u}_0 \not\in {\mathcal K}_{n-q}$ sowie den 
$\eta(\check{u}) \langle\check{u}\rangle^* - 
\eta(\check{v})\langle\check{v}\rangle^*$ mit 
$\check{u}_0 = \check{v}_0$, so faktorisiert 
unser $\cap\check{\omega}$ weiter und liefert, wie man leicht sieht,
 einen Isomorphismus von Kettenkomplexen
$$ {\op{C}}^\ast_{!} \Delta (\check{\mathcal K})[n]
\stackrel{\sim}{\rightarrow} {\op{S}}^{\op{os}}\Delta({\mathcal K}) $$
Man kann in dieser Weise sogar einen Beweis der Poincar\'{e}-Dualit"at
im triangulierbaren Fall geben, wof"ur dann allerdings 
noch gezeigt werden mu"s, da"s die linke Vertikale unseres
Diagramms Isomorphismen auf der Homologie induziert.
Da wir aber vielmehr an der anschaulichen Bedeutung der Poincar\'{e}-Dualit"at
interessiert sind, drehen wir den Spie"s um und folgern aus 
der Poincar\'{e}-Dualit"at, da"s die linke Vertikale unseres
Diagramms 
${\op{S}}^\ast_{! \op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})
\sra {\op{C}}^\ast_{!} \Delta (\check{\mathcal K})$
Isomorphismen auf der Kohomologie induziert.
Nach \ref{HKH} ist sie also eine Homotopie"aquivalenz und unser
ganzes Diagramm besteht aus Homotopie"aquivalenzen.
Um nun endlich zur anschaulichen Bedeutung vorzudringen, 
betrachten wir in der linken Vertikalen die 
dualen Komplexe und erhalten so eine Homotopie"aquivalenz
$${\op{C}}^{!} \Delta (\check{\mathcal K})
\hra {\op{S}}^{!\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})$$
wo der $q$-te Teil   ${\op{C}}^{!}_q \Delta (\check{\mathcal K})$
unseres Teilkomplexes 
aus allen \glqq unendlichen formalen Linearkombinationen\grqq\ 
"uber $t\in\cal{K}_{n-q}$ 
gewisser  Ausdr"ucke $c(t)$ besteht, die ihrerseits gegeben werden als 
$$c(t)=\sum \eta(\check{u}) \langle\check{u}\rangle$$
summiert "uber alle $\check{u}\in\check{\cal{K}}_{q}$ mit 
$\check{u}_0=t$.
\end{Bemerkungl}



\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildFzy}\\[4mm]
\noindent BlahBlah
\end{figure}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildFzz}\\[4mm]
\noindent BlahBlah
\end{figure}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildFzo}\\[4mm]
\noindent BlahBlah
\end{figure}



\subsection{Versuch}

\begin{Bemerkungl}
Gegeben ein topologischer Raum $X$ definieren wir den {\bf Komplex
der grenzfeinen Ketten}\index{grenzfein!Kette} als den direkten Limes
$$\op{GS}(X)=\varinjlim(\op{S}(X)\stackrel{U}{\ra}\op{S}(X)
\stackrel{U}{\ra}\ldots)$$
in Bezug auf die \hyperref[UKA]{Unterteilungsoperatoren} $U$. 
Alle kanonischen Abbildungen $\op{S}(X)\ra\op{GS}(X)$ in diesen direkten
Limes 
induzieren nach \ref{UT} dieselbe Abbildung auf der Homologie. 
Wir arbeiten im folgenden mit der ersten dieser kanonischen 
Abbildungen. Sie kommt, wie auch alle anderen, sogar von einer
Transformation $\op{S}\RA\op{GS}$ von Funktoren $\op{Top}\ra \op{Ket}$ her.
Wir definieren weiter auch f"ur $X\supset A$ einen Raum mit einer Teilmenge 
den {\bf Komplex
der relativen grenzfeinen Ketten} als den direkten Limes
$$\op{GS}(X,A)=\varinjlim(\op{S}(X,A)\stackrel{U}{\ra}\op{S}(X,A)
\stackrel{U}{\ra}\ldots)$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\defind{Ausschneidung f"ur grenzfeine Ketten}]\label{Aschg}
Sei $(X,A)$ ein Raumpaar und $L\subset A$ eine Teilmenge, deren Abschlu"s
im Inneren von $A$ liegt. 
So liefert die Einbettung $(X{\backslash} L, A{\backslash} L) 
\hookrightarrow (X,A)$ Isomorphismen
auf den Komplexen von relativen grenzfeinen Ketten 
$${\op{GS}}(X{\backslash} L,A{\backslash} L) \sira {\op{GS}} (X,A)$$
\end{Satz}

\begin{proof}[Beweis]
Wie beim Beweis der Ausschneidung \ref{Asch}
 betrachten die "Uberdeckung $X = A \cup (X{\backslash} L)$,  geben ihr den
Namen $\cal{V}$ und bilden ein kommutatives Diagramm von
Kettenkomplexen der Gestalt
$$\begin{array}{ccccc}
{\op{S}}(A{\backslash} L) & \hookrightarrow & {\op{S}}A \oplus {\op{S}}(X{\backslash} L) & \twoheadrightarrow &
{\op{S}}^{\cal{V}}X\\
\downarrow & & \downarrow & &\downarrow \\
{\op{S}}(X{\backslash} L) & \hookrightarrow & {\op{S}}X \oplus {\op{S}}(X{\backslash} L) & \twoheadrightarrow
&{\op{S}}X\\
\downarrow & &\downarrow & &\downarrow \\
{\op{S}} (X {\backslash} L, A{\backslash} L) & \ra & {\op{S}}(X,A) & \ra & {\op{S}}X / {\op{S}}^{\cal{V}}X
\end{array}$$
Hier ist zu verstehen, da"s 
 die beiden oberen horizontalen Inklusionen die \glqq diagonalen\grqq\ 
Einbettungen $z \mapsto (z,z)$ sein sollen und die folgenden
Surjektionen die Differenzen $(x,y) \mapsto x-y$. 
Nach dem Neunerlemma ist die untere Horizontale dann auch exakt.
Jetzt gehen wir zum direkten Limes unter den Unterteilungsoperatoren "uber
und m"ussen nur zeigen, da"s dieser Limes bei ${\op{S}}X / {\op{S}}^{\cal{V}}X$
verschwindet. In der Tat wird aber nach \ref{KlKl}
jedes Element dieses Quotienten von einer
hinreichend hohen Potenz des Unterteilungsoperators annulliert.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}\label{BMLL}
  F"ur jeden lokal kompakten Hausdorffraum $X$ liefern die Abbildungen
 ${\op{S}}^! X \rightarrow
    {\op{S}} (X,X \backslash K)$ aus
  \ref{BMHH} Isomorphismen
  \begin{equation*} {\op{S}}^!_q X \overset{\sim}{\rightarrow} \varprojlim_K
    {\op{S}}_q (X,X \backslash K)
  \end{equation*}
  Der inverse Limes ist dabei "uber alle Kompakta $K \subset X$ zu verstehen.
In der Tat k"onnen  in diesem Fall die lokal endlichen Ketten auch
beschrieben werden als 
  Abbildungen $\op{Top} (\Delta_q, X) \rightarrow \mathbb Z$ mit der
  Eigenschaft, da"s f"ur jedes Kompaktum 
$K\subset X$ 
nur endlich vielen der $\sigma : \Delta_q \rightarrow X$ mit $\sigma
  (\Delta_q) \cap K\neq \emptyset$ eine von Null verschiedene Zahl zugeordnet
  wird. 
\end{Bemerkungl}






\begin{Bemerkungl}[\textbf{Funktorialit"aten der Borel-Moore-Homologie}] 
  Die Borel-Moore-Ho\-mologie ist keineswegs homotopieinvariant, ja noch nicht
  einmal in dem von der Homologie gewohnten Sinne funktoriell.  Vielmehr
  erh"alt man nur f"ur eigentliche Abbildungen von 
lokal kompakten Hausdorffr"aumen,
nach \eref{SLOK}{ML} also den
Abbildungen  $f: X \rightarrow Y$, 
bei denen das Urbild jedes 
Kompaktums kompakt ist, auch 
 Abbildungen $f_\ast: {\op{S}}^!  X\rightarrow
  {\op{S}}^!  Y$ auf den lokal endlichen Ketten und Abbildungen $f_\ast :
  {\op{H}}^!_q X \rightarrow {\op{H}}^!_q Y$ auf der Borel-Moore-Homologie.
Die wesentliche Bedeutung der Borel-Moore-Homologie liegt darin, da"s 
in ihr auch f"ur  nicht kompakte orientierte Mannigfaltigkeiten 
\glqq Fundamentalzykel\grqq\  erkl"art werden k"onnen, 
wie im folgenden ausgef"uhrt werden soll. Noch st"arker gelingt das sogar
f"ur \glqq Pseudomannigfaltigkeiten, bei denen die Singularit"aten erst
in Kodimension Zwei beginnen\grqq, und damit insbesondere f"ur mit ihrer 
analytischen Topologie versehene
komplexe algebraische Variet"aten. Das  besprechen wir
aber hier nicht weiter.
\end{Bemerkungl}



% \begin{Satz}[\textbf{Fundamentalzykel in der Borel-Moore-Homo\-lo\-gie}]
% Gegeben eine  \emph{separable}  zusammen\-h"ang\-en\-de orientierbare
% $n$-Mannig\-fal\-tig\-keit $M$  ist\label{FZbm}
% ihre $n$-te Borel-Moore-Homo\-lo\-gie ${\op{H}}^!_{n}M$  
% frei vom Rang Eins
% und die kanonische Abbildung nach \ref{BMHH}
%  liefert f"ur alle $x\in M$ einen Isomorphismus
% $${\op{H}}^!_{n}M\sira {\op{H}}_{n}(M,M\backslash x)$$
% \end{Satz}
% \begin{proof}
% Dieser Satz folgt unmittelbar aus der 
% anschlie"senden genaueren Proposition \ref{GBM}.
% \end{proof}

\begin{Proposition}[\textbf{Borel-Moore-Homologie und Fundamentalzykel}]
Gegeben eine separable  
$n$-Mannig\-fal\-tig\-keit $M$  liefern\label{GBM}
die Abbildungen aus \ref{BMHH} einen Isomorphismus 
$${\op{H}}^!_{n}M\sira \Gamma M$$ 
zwischen ihrer $n$-ten Borel-Moore-Homo\-lo\-gie 
und dem Raum der globalen Schnitte ihrer Orientierungsgarbe nach \ref{SOG}.
\end{Proposition}
\begin{Definition}
Ist $(M,\omega)$ eine separable orientierte Mannigfaltigkeit,\label{FuBM} 
so gibt es nach Proposition \ref{GBM} genau ein $\omega_M\in {\op{H}}^!_{n}M$
mit $\omega_M\mapsto \omega_x$ f"ur alle $ x\in M$.
Dies $\omega_M$ hei"st der {\bf Fundamentalzykel}
der\index{Fundamentalzykel!in der Borel-Moore-Homologie}
orientierten Mannigfaltigkeit $M$, obwohl es genau genommen
eigentlich gar kein Zykel ist, sondern vielmehr eine Homologieklasse
in ihrer Borel-Moore-Homologie.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Ist allgemeiner $X$ ein lokal kompakter Hausdorffraum und $Y\As X$ eine
  abgeschlossene Teilmenge, die mit der induzierten Topologie eine separable
  orientierbare $q$-Mannigfaltigkeit wird, und w"ahlen wir eine Orientierung
  auf $Y$, so liefert der push-forward des Fundamentalzykels unter der
  abgeschlossenen Einbettung $i:Y\hra X$, einer eigentlichen Abbildung, eine
  Klasse $i_\ast\omega_Y\in {\op{H}}^!_{q}X$ in der Borel-Moore-Homologie, die
  auch als der {\bf Fundamentalzykel von $Y$} angesprochen wird.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}
  Die Separabilit"at ist hier wesentlich.
Um das zu sehen, betrachte man  die
Alexandroff'sche Halbgerade $A$ mit ihrer Anordnung 
nach \eref{AlHg}{AL} und nehme als $M$ das Komplement ihres kleinsten
Elements.
Ich will kurz skizzieren, wie  die Annahme der Existenz eines 
lokal endlichen Fundamentalzykels in diesem Fall einer nicht separablen
Mannigfaltigkeit
zum Widerspruch f"uhrt.
In der Tat ist $A$ nach \eref{FKNU}{AL} folgenkompakt, als da hei"st, jede
unendliche Teilmenge hat einen H"aufungspunkt.
Die Endpunkte aller  $1$-Simplizes, 
die mit von Null 
verschiedenem Koeffizienten in einem lokal endlichen 
Fundamentalzykel vorkommen,
bilden nun sicher eine Teilmenge von $M$ ohne obere Schranke in $M$.
Es gibt also zu einem festen Punkt $x\in M$ unendliche viele
solcher Endpunkte, die gr"o"ser sind. Diese m"ussen dann einen H"aufungspunkt
in $M$ haben, im Widerspruch zur lokalen Endlichkeit unseres Zykels.
\end{Bemerkunge}
\begin{proof}  
F"ur jeden lokal kompakten Hausdorffraum $X$ liefern die
  Abbildungen aus \ref{BMHH} nach \ref{BMLL} Isomorphismen
  \begin{equation*} {\op{S}}^!_q X \overset{\sim}{\rightarrow} \varprojlim_K
    {\op{S}}_q (X,X \backslash K)
  \end{equation*}
  Der inverse Limes ist dabei "uber alle Kompakta $K \subset X$ zu
  verstehen. 
  Nehmen wir zus"atzlich $X$ separabel an, so existiert sogar
  eine "Uberdeckung von $X$ durch eine aufsteigende Folge von offenen
  Teilmengen mit kompaktem Abschlu"s $U_0 \subset U_1 \subset \ldots \subset
  X$, und da die $\bar{U}_i$ final sind im System aller Kompakta von
  $X$, haben wir ebenso
  \begin{equation*} {\op{S}}_q^! X \overset{\sim}{\rightarrow} \varprojlim_i
    {\op{S}}_q (X, X \backslash \bar{U}_i)
  \end{equation*}
 Dieses  inverse  System besteht offensichtlich aus Surjektionen,
 und  dasselbe gilt a forteriori f"ur das 
 System von R"andern ${\op{B}}_{q-1} (X, X\backslash \bar{U}_i)$.  
Ist nun zus"atzlich $X =M$ eine
  $n$-Mannigfaltigkeit, so liefert Satz \ref{HHM} "uber die hohe Homologie von
  Mannigfaltigkeiten ${\op{H}}_{n+1} (M, M\backslash \bar{U}_i) =0$,  folglich
  haben wir ${\op{B}}_{n+1} (M, M \backslash \bar{U}_i) = {\op{Z}}_{n+1} (M,M
  \backslash \bar{U}_i)$ und die $(n+1)$-Zykel 
bilden auch ein inverses System aus Surjektionen. Mit dem
Mittag-Leffler-Kriterium
  \ref{MiLe} f"ur die
 Exaktheit inverser Limites folgt sowohl die Surjektivit"at der
  offensichtlichen Abbildung
  \begin{equation*}
    \varprojlim_i {\op{S}}_{n+1}
    (M, M \backslash \bar{U}_i) \twoheadrightarrow
    \varprojlim_i
    {\op{B}}_n (M, M \backslash \bar{U}_i)
  \end{equation*}
  als auch die Exaktheit von
  \begin{equation*}
    \varprojlim_i {\op{B}}_n
    (M,M \backslash \bar{U}_i) \hookrightarrow 
    \varprojlim_i
    {\op{Z}}_n (M, M /\bar{U}_i )\twoheadrightarrow 
     \varprojlim_i {\op{H}}_n (M,M \backslash \bar{U}_i)
  \end{equation*}
  Unsere erste Surjektivit"at erlaubt uns die Identifikation der ersten Gruppe
  dieser kurzen exakten Sequenz mit 
$\cal{B}_n{\op{S}}^!  M$ und die Linksexaktheit
  inverser Limites erlaubt die Identifikation der Mitte unserer Sequenz mit
  $\cal{Z}_n{\op{S}}^!  M$, so da"s wir schlie"slich 
f"ur jede separable $n$-Mannigfaltigkeit
  einen Isomorphismus
  \begin{equation*} {\op{H}}^!_n M
    \overset{\sim}{\rightarrow} \varprojlim_i {\op{H}}_n (M,M \backslash
    \bar{U}_i)
  \end{equation*}
  erhalten.  
Bis hierher  war das im wesentlichen die L"osung von
 "Ubung \ref{QILcc}  in unserem Spezialfall.
Beachten wir nun die Isomorphismen
  $
    {\op{H}}_n (M,M \backslash A) \overset{\sim}{\rightarrow} \Gamma A
  $
  f"ur $A \subset M$ kompakt aus dem Satz \ref{HHM} "uber hohe Homologie von
  Mannigfaltigkeiten, so erhalten wir den gew"unschten Isomorphismus
  $ {\op{H}}^!_n M \overset{\sim}{\rightarrow} \Gamma M
  $ wegen $\Gamma M
  \overset{\sim}{\rightarrow}
  \varprojlim_i
  \Gamma \bar{U}_i$. Diese letzte Identit"at sieht man zum Beispiel ein,
indem man sich "uberlegt, da"s sowohl die $\bar{U}_i$ als auch die ${U}_i$
final sind im System aller Teilmengen von $X$ mit kompaktem Abschlu"s.
\end{proof}




% \begin{Definition}\label{FuBMn}%\label{FuBM}
% Ist $(M,\omega)$ eine separable orientierte Mannigfaltigkeit,
% so gibt es nach Proposition \ref{GBM} genau ein $\omega_M\in {\op{H}}^!_{n}M$
% mit $\omega_M\mapsto \omega_x$ f"ur alle $ x\in M$.
% Dies $\omega_M$ hei"st der {\bf Fundamentalzykel}
% der\index{Fundamentalzykel!in der Borel-Moore-Homologie}
% orientierten Mannigfaltigkeit $M$, obwohl es genau genommen
% eigentlich gar kein Zykel ist, sondern vielmehr eine Homologieklasse
% in der Borel-Moore-Homologie.
% \end{Definition}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Simpliziale Interpretation des Fundamentalzykels}] 
  Sei nun unser Simplizialkomplex $\mathcal K$ eine Triangulierung einer nicht
  notwendig kompakten separablen orientierten $n$-Mannigfaltigkeit.
Der Fundamentalzykel von $\Delta ({\mathcal K})$ im Sinne von
\ref{FuBM} hat wegen \ref{SiIB} genau einen Repr"asentanten 
in der Gruppe der Borel-Moore-$n$-Simplizialketten. F"ur $n\geq 1$
kann dieser Repr"asentant  beschrieben werden als die
  formale Summe "uber alle $n$-Simplizes, jeweils  mit\label{FuZY} 
einer  Anordnung versehen, die
mit der gew"ahlten  Orientierung 
in der Weise vertr"aglich ist, da"s eben
  $\omega|_x \in {\op{H}}_n (\Delta (\mathcal K), \Delta
  (\mathcal K)\backslash x)$ an jeder Stelle $x$ die vorgegebene
  Orientierung liefert.  Im Fall $n= 0$ einer nulldimensionalen
Mannigfaltigkeit ist dieser Repr"asentant  
dahingegen die formale Summe aller ihrer Punkte
mit den durch die Orientierung gegebenen Vorzeichen.
\end{Bemerkungl}



  \begin{Definition}
   Ein  Raum $X$ hei"se 
{\bf  kompaktrelativ homologisch $q$-endlich} 
f"ur\index{kompaktrelativ homologisch $q$-endlich} 
eine nat"urliche Zahl  $q\geq 0$
genau dann, wenn f"ur jedes Paar
    $K\subset W\co X$ von Teilmengen  mit $K$ kompakt und $W$ 
offen das
    Bild von\label{vern} $$ \mathrm H_q (X, X \backslash W) \rightarrow \mathrm
    H_q (X, X\backslash K) $$ endlich erzeugt ist. Er hei"se 
  {\bf kompaktrelativ homologisch  endlich} genau dann, wenn er 
homologisch kompaktrelativ  $q$-endlich ist f"ur alle $q$. 
Es gibt auch offensichtliche Varianten dieses Begriffs f"ur beliebige
Koeffizientenringe, die wir jedoch in diesem Zusammenhang stets als
kommutativ und noethersch voraussetzen wollen.
  \end{Definition}
\begin{Beispiele}
F"ur alle $n$ ist der $\DR^n$  nach
 \ref{EEHH} kompaktrelativ homologisch endlich.  Allgemeiner ist nach
 \ref{EEHHb}  der Polyeder 
eines lokal endlichen Simplizialkomplexes
stets kompaktrelativ homologisch endlich.
Jede offene Teilmenge eines 
kompaktrelativ homologisch  $q$-endlichen Raums ist auch 
selbst wieder kompaktrelativ homologisch  $q$-endlich. 
\end{Beispiele}

\begin{Satz}\label{krLO} 
  Jeder lokal kompakte Hausdorffraum, der eine "Uberdeckung durch offene 
 kompaktrelativ homologisch endliche Teilmengen besitzt, ist bereits selbst 
 kompaktrelativ homologisch endlich. 
\end{Satz}
\begin{proof}
  Jedes Kompaktum kann durch endlich viele offene Teilmengen "uberdeckt werden.
Der Satz folgt so leicht aus dem anschlie"senden Lemma \ref{verK}. 
\end{proof}




% \begin{Lemma} 
% Sei $q\geq 0$ gegeben.
% Ist ein lokal kompakter
% Hausdorffraum  kompaktrelativ homologisch  $(q+1)$-endlich und besitzt darin
% jeder Punkt  eine offene  kompaktrelativ homologisch  $q$-endliche
% Umgebung, so ist bereits der ganze Raum kompaktrelativ homologisch 
%  $q$-endlich.\label{verK} 
% \end{Lemma}


\begin{Lemma} 
Sei $q\geq 0$ gegeben.
Ist ein lokal kompakter
Hausdorffraum "uberdeckt von zwei offenen
 kompaktrelativ homologisch  $q$-endlichen Teilmengen mit 
  kompaktrelativ homologisch  $(q+1)$-endlichem Schnitt, 
so ist bereits der ganze Raum kompaktrelativ homologisch 
 $q$-endlich.\label{verK} 
\end{Lemma}

\begin{proof}
%   Es reicht zu zeigen, da"s unter den gegebenen Voraussetzungen 
% die Vereinigung je zweier offener kompaktrelativ homologisch  $q$-endlicher Teilmengen wieder kompaktrelativ 
% homologisch $q$-endlich ist.
Sei  $X$ unser Raum und seien $V_1, V_2 \co X$ zwei 
kompaktrelativ homologisch $q$-endliche offene
Teilmengen mit Vereinigung $V_1 \cup V_2 =X$. 
Seien $K \subset W \co X$ 
gegeben mit $K$ kompakt. Es gilt zu zeigen, da"s das Bild von
\begin{equation*}
 \mathrm H_q (X,X \backslash W) \rightarrow \mathrm H_q (X,X\backslash K)
\end{equation*}
endlich erzeugt ist. Jeder Punkt von $K$ besitzt eine kompakte Umgebung, die
entweder ganz in $V_1 \cap W$ oder ganz in $V_2 \cap W$ liegt.
Wir finden also Kompakta $K_i \subset V_i \cap W$ mit $K = K_1 \cup K_2$.
Offensichtlich finden wir weiter $U_i \co X$ mit
\begin{equation*}
 K_i \subset U_i \subset \bar{U}_i \subset V_i \cap W
\end{equation*}
und $\bar{U}_i$ kompakt.
Mit der Abk"urzung $\mathrm H_q(\backslash Y)\pdef \mathrm H_q(X,X\backslash
Y)$
f"ur Teilmengen $Y\subset X$ 
 erhalten wir nun ein kommutatives Diagramm
\begin{displaymath}
 \xymatrix{
&{\mathrm H_q(\backslash K_1 \cup K_2) }&\ar[l] {\mathrm H_{q+1} ( \backslash K_1 \cap K_2)}\\
{\mathrm H_q ( \backslash \bar{U}_1) \oplus \mathrm H_q(\backslash \bar{U}_2)}&\ar[l] \ar[u]
{\mathrm H_q (\backslash\bar U_1 \cup \bar U_2)} & \ar[l]
{\mathrm H_{q+1} ( \backslash \bar U_1 \cap \bar U_2)}\ar[u]\\
\ar[u]{ \mathrm H_q ( \backslash W \cap V_1) \oplus \mathrm H_q ( \backslash W\cap V_2)} &\ar[u]\ar[l] 
{\mathrm H_q ( \backslash W)}
}
\end{displaymath}
Da $V_1$ und $V_2$ als kompaktrelativ homologisch  $q$-endlich angenommen waren, ist das Bild der linken Vertikale endlich erzeugt.
Da  $V_1\cap V_2$  kompaktrelativ homologisch $(q+1)$-endlich
angenommen war, ist auch das Bild der rechten Vertikale endlich erzeugt. 
Als Teil einer Mayer-Vietoris-Sequenz ist die mittlere Horizontale exakt.
Mit \ref{GEZZ} folgt dann, da"s auch die Verkn"upfung in der mittleren
 Vertikale endlich erzeugtes Bild hat.
\end{proof}






\begin{Korollar}[\textbf{ Variante zum Satz von Wilder}\index{Wilder, 
Satz von!lokale Variante}]
Jede Mannigfaltigkeit ist kompaktrelativ homologisch endlich.\label{WilderV} 
Allgemeiner ist ein Hausdorffraum, in denen jeder Punkt eine
offene Umgebung besitzt, die 
hom"oomorph ist zu einer offenen Teilmenge des Polyeders eines 
lokal endlichen
Simplizialkomplexes, stets
kompaktrelativ homologisch endlich.
\end{Korollar}

\begin{Bemerkunge}\label{vkrt}
  Nach \cite{HiPo} sind damit insbesondere separierte komplexe
  Variet"aten kompaktrelativ homologisch endlich.
\end{Bemerkunge}

% \begin{proof}
% Das folgt mit \ref{EEHH} beziehungsweise \ref{EEHHb} leicht aus 
% Satz \ref{krLO} 
% \end{proof}
% \begin{Bemerkunge}\label{KoWiV}
% Dasselbe gilt mit demselben Beweis auch f"ur Mannigfaltigkeiten
% mit Rand oder mit Ecken, ja mit \ref{EEHHb} 
% f"ur beliebige Hausdorffr"aume, in denen jeder Punkt eine
% offene Umgebung besitzt, die 
% hom"oomorph ist zu einer offenen Teilmenge des Polyeders eines 
% lokal endlichen
% Simplizialkomplexes. 
% \end{Bemerkunge}
% \begin{proof}[Beweis]
% Per Induktion "uber $q$ von oben 
%  mithilfe  des anschlie"senden Lemmas. Die Induktionsbasis liefert der
% Satz "uber hohe Homologie von Mannigfaltigkeiten \ref{HHM}. 
% \end{proof}













\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kronecker-Paarung f"ur lokal endliche Ketten}]
  Das Auswerten von Koketten auf Ketten induziert f"ur jeden topologischen
  Raum $X$ eine Kettenabbildung
  \begin{equation*}
    \mathrm S_!^\ast X \otimes \mathrm S^! X \rightarrow \mathbb Z [0]
  \end{equation*}
  In der Tat, gegeben eine Kokette mit kompaktem Tr"ager gibt es ein Kompaktum
  $K \subset X$ derart, dass unsere Kokette nur auf solchen Simplizes von Null
  verschieden ist, die $K$ treffen.  Gegeben eine lokal endliche Kette besitzt
  aber jeder Punkt von $K$ eine Umgebung derart, dass nur endlich viele
  Simplizes, die diese Umgebung treffen, in unserer Kette mit Null
  verschiedenem Koeffizienten auftauchen.  Endlich viele dieser Umgebungen
  "uberdecken $K$, weshalb unser Auswerten oben nur zu endlichen Summen
  f"uhrt.
% Unsere Paarung liefert nat"urlich einen 
% Homomorphismus $\mathrm S^\ast_! X \rightarrow (\mathrm S^! X)^\ast$
% und  folglich Homomorphismen
% \begin{equation*}
%  \mathrm H^q_! (X) \rightarrow \mathrm H^!_q (X)^\ast
% \end{equation*}
% von der Kohomologie mit
%  kompaktem Tr"ager  in den Dualraum der Borel-Moore-Homologie.
Unsere Paarung f"uhrt wie in \ref{KPI} zu  Paarungen 
\begin{equation*}
\mathrm H^q_! (X)\times \mathrm H^!_q (X) \rightarrow \DZ
\end{equation*}
von der Kohomologie mit
 kompaktem Tr"ager mit der  Borel-Moore-Homologie.\label{kpV} 
Analoges gilt mit Koeffizienten in einem beliebigen  Ring. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Satz}[\textbf{Singul"are Borel-Moore-Homologie als Dualraum}]
 Ist $k$ ein K"orper und $X$ eine separable Mannigfaltigkeit, 
so liefern die eben konstruierten
Abbildungen Isomorphismen\label{BMHD} 
\begin{equation*}
\mathrm H^!_q (X;k) \overset{\sim}{\rightarrow} \mathrm H_!^q (X;k)^\ast
\end{equation*}
zwischen der Borel-Moore-Homologie und dem Dualraum der 
Kohomologie mit kompaktem Tr"ager.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Der Satz gilt mit demselben Beweis f"ur jeden separablen lokal kompakten 
Hausdorffraum, der kompaktrelativ homologisch 
 endlich ist im Sinne von \ref{vern}. 
Insbesondere gilt er nach \ref{vkrt} also f"ur separierte komplexe Variet"aten.
\end{Bemerkungl}


\begin{proof}
In diesem Beweis meinen wir  stets K"orperkoeffizienten, ohne das
in den Notationen nochmals besonders hervorzuheben. 
 F"ur jeden lokal kompakten Hausdorffraum $X$ sind nach \ref{BMLL} unsere
nat"urlichen Abbildungen Isomorphismen  
$
\mathrm S^! X \sira\varprojlim\mathrm S (X, X \backslash K)
$, wobei der inverse Limes "uber alle Kompakta $K\subset X$ zu bilden ist. 
  Wie beim Beweis von \ref{GBM} finden wir eine
  "Uberdeckung von $X$ durch eine aufsteigende Folge von offenen Teilmengen
  mit kompaktem Abschlu"s $U_0 \subset U_1 \subset \ldots \subset X$, und da
  die $\bar{U}_i$ final sind im System aller Kompakta von $X$, ist die
  offensichtliche Abbildung ein Isomorphismus
  \begin{equation*} {\op{S}}^! X \;\overset{\sim}{\rightarrow} \;\varprojlim_i
    {\op{S}} (X, X \backslash \bar{U}_i)
  \end{equation*}
von Komplexen.
Nun hat das inverse System  von Komplexen 
rechts surjektive Sys\-tem\-morphismen.
Unsere Variante zum Satz von Wilder \ref{WilderV} zeigt, da"s die von 
${\op{S}}_q (X, X \backslash \bar{U}_{i+1})
\sra {\op{S}}_q (X, X \backslash \bar{U}_i)$ auf der
Homologie induzierten Abbildungen endlich erzeugte Bilder haben. 
Da wir hier mit Koeffizienten in einem K"orper arbeiten,
zeigt dann \ref{QILcc}, da"s die offensichtlichen Abbildungen
Isomorphismen  
\begin{equation*} \mathrm H_q^! X \;\overset{\sim}{\rightarrow} \;\varprojlim_i
    \mathrm H_q (X, X \backslash \bar{U}_i)
  \end{equation*}
induzieren. Nun sind die Bilder von ${\op{H}}_q (X, X \backslash \bar{U}_{i+1})
\ra {\op{H}}_q (X, X \backslash \bar{U}_i)$ wie bereits erw"ahnt
endlichdimensional. Wir nennen sie $I_{q,i}$. Es ist klar, da"s die 
offensichtlichen Abbildungen Isomorphismen
\begin{equation*}\varprojlim_i
  I_{q,i} \;\overset{\sim}{\rightarrow} \;\varprojlim_i
    \mathrm H_q (X, X \backslash \bar{U}_i)
  \end{equation*}
liefern. Nun identifiziert man
die Bilder von ${\op{H}}^q (X, X \backslash \bar{U}_{i})
\ra {\op{H}}^q (X, X \backslash \bar{U}_{i+1})$
leicht mit den Dualr"aumen $I_{q,i}^\ast$ und erkennt unschwer, da"s
 die 
offensichtlichen Abbildungen auch Isomorphismen
\begin{equation*}\varinjlim_i
  I_{q,i}^\ast \;\overset{\sim}{\rightarrow} \;\varinjlim_i
    \mathrm H^q (X, X \backslash \bar{U}_i)
  \end{equation*}
liefern. Die rechte Seite kann hier in nat"urlicher Weise mit
der Kohomologie mit kompaktem Tr"ager  $\mathrm H^q_! X$
identifiziert werden. So erhalten wir schlie"slich nat"urliche Isomorphismen
\begin{equation*}(\mathrm H^q_! X)^\ast \;\sira \;(\varinjlim_i
  I_{q,i}^\ast)^\ast\;\sira\; \varprojlim_i
  I_{q,i}^{\ast\ast}\;\sira\; \varprojlim_i
  I_{q,i}\;\sira \;\mathrm H_q^! X \end{equation*}
Das etwas unangenehme Pr"ufen der Tatsache, da"s diese Verkn"upfung
von Isomorphismen genau die Abbildung aus dem Satz ist, bleibe dem Leser
"uberlassen. 
\end{proof}


\begin{Satz}[\textbf{Kohomologie mit kompaktem Tr"ager und Orientierung}]
    Gegeben eine $n$-Mannigfaltigkeit $X$ 
liefert die im Beweis konstruierte Abbildung einen
    Isomorphismus zwischen dem Dualraum ihrer $n$-ten Kohomologie mit
    kompaktem Tr"ager mit rationalen Koeffizienten und dem Raum der
    globalen Schnitte ihrer Orientierungsgarbe\label{KKTM}
$$ {\op{H}}^{n}_!(X;\Bbb{Q})^*\sira \Gamma(X;\op{or}_X(\DQ))$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Sp"ater werden wir allgemeinere Aussagen in dieser Richtung 
als Verdier-Dualit"at kennenlernen. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Per definitionem gilt $ {\op{H}}^{n}_!(X;\Bbb{Q})=
\varinjlim_K{\op{H}}^{n}(X, X\backslash K;\Bbb{Q})$ 
mit dem Limes "uber alle Kompakta $K\subset X$. 
Wir folgern Isomorphismen
 $$ \begin{array}[b]{lll}
     {\op{H}}^{n-1}_!(X;\Bbb{Q})^*&\sira&\varprojlim_K {\op{H}}^{n-1}(X, X\backslash K;\Bbb{Q})^\ast\\
&\sira&\varprojlim_K {\op{H}}_{n-1}(X, X\backslash K;\Bbb{Q})\text{ nach \ref{UBDS} und \ref{WilderV}}\\
&\sira&\varprojlim_K \Gamma(K;\op{or}_X(\DQ))\text{ nach \ref{NNN}}\\
&\sira& \Gamma (X;\op{or}_X(\DQ))\end{array} \qedhere$$
\end{proof}




\subsection{Poincar\'{e}-Dualit"at}\label{PDD}



\begin{Bemerkungl}\label{COr}
Ist $M$ eine $n$-Mannigfaltigkeit und $\omega$ eine Orientierung auf $M$,
so definiert $\omega$ nach \ref{HHM}
f"ur alle kompakten Teilmengen $K \subset M$ ein Element
$\omega_{K} \in
{\op{H}}_{n}(M,M\backslash K)$, das cap-Produkt mit 
$\omega_{K}$ liefert nach \ref{capr} Abbildungen
$\cap\omega_{K}  :{\op{H}}^{q} (M,M\backslash K) \ra {\op{H}}_{n-q} M$,
und durch "Ubergang zum direkten Limes mithilfe von \ref{cpq}
erhalten wir Abbildungen
$$\cap\omega  : {\op{H}}^{q}_{!} M \ra {\op{H}}_{n-q} M$$
Wir nennen sie das {\bf partielle Auswerten auf dem Fundamentalzykel}.
Sie sind  vertr"aglich sind mit dem "Ubergang zu offenen Teilmengen von $M$.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkunge}[\textbf{Poincar\'{e}-Dualit"at mit lokal endlichen Ketten}]
  Gegeben ein topologischer Raum $X$ 
liefert unsere Formel \ref{Excap} f"ur das cap-Produkt 
auch eine 
  Kettenabbildung
  $${\op{S}}_!^{\ast} X \otimes {\op{S}}^!X \ra {\op{S}}X$$
Wir notieren auch diese Verkn"upfung
  $b \otimes z \mapsto b \cap z$
  und nennen sie ein 
{\bf cap-Produkt}.\index{cap-Produkt!mit lokal endlicher Kette}
 Ist\label{SiPoi} $(M,\omega)$ 
eine separable orientierte $n$-Mannigfaltigkeit, 
so k"onnen wir
  das Auswerten auf dem Fundamentalzykel im Sinne von \ref{COr}, das nach
  \ref{APD} den Isomorphismus der Poincar\'{e}-Dualit"at 
liefert, als den Effekt
  auf der Kohomologie einer und jeder Kettenabbildung
  $$\cap\omega:{\op{S}}_!^{\ast} M [n]\ra {\op{S}}M$$
  interpretieren, die mit diesen Begriffsbildungen nun in
der Tat durch das
  Darancappen eines und jedes Repr"asentanten  $\omega\in {\op{S}}^!M$ des
  Fundamentalzykels gegeben wird. Die Wahl eines anderen Repr"asentanten f"uhrt
  offensichtlich zu einer homotopen Kettenabbildung und liefert folglich
dieselbe Abbildung auf der Kohomologie.
\end{Bemerkunge}
\begin{Satz}[\textbf{Allgemeine Poincar\'{e}-Dualit"at}]
Gegeben\index{Poincar\'{e}-Dualit"at!allgemeine} 
eine orientierte  $n$-Man\-nig\-faltig\-keit $M$
mit Orientierung $\omega$\label{APD} 
induziert das partielle Auswerten auf
dem Fundamentalzykel $\cap\omega $ aus \ref{COr} 
f"ur alle $q$ Isomorphismen
$$\cap\omega  : {\op{H}}^{q}_{!}M \sira {\op{H}}_{n-q}M$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}\label{SPD}
Dieser Satz gilt mit demselben Beweis f"ur Koeffizienten in einem
beliebigen kommutativen Ring.
Gilt in unserem Ring $1+1=0$, so ben"otigt man noch nicht einmal
die Voraussetzung der Orientierbarkeit. Betrachten wir den Fall rationaler
Koeffizienten und nehmen $q=n$ und gehen auf beiden Seiten zum 
Dualraum "uber, so erhalten wir einen Spezialfall unseres Isomorphismus
\ref{KKTM}.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}[\textbf{Schnittpaarung und Poincar\'e-Dualit"at, Variante}]
Der Isomorphismus der allgemeinen Poincar\'e-Dualit"at 
ist meiner Anschauung kaum zug"anglich.
Er
liefert  jedoch im Verbund mit unserer Variante der Kronecker-Paarung
$\mathrm H^q_! (X)\times \mathrm H^!_q (X) \rightarrow \DZ$ 
aus \ref{kpV}  eine wohlbestimmte Paarung
\begin{displaymath}
      \begin{array}{ccc}
        \mathrm H_{n-q}(M) \times \mathrm H^!_q(M)& \rightarrow &\mathbb Z\\
        (\zeta\;,\; \xi) \;\;\;& \mapsto & \zeta \cdot \xi
      \end{array}
    \end{displaymath}
Diese Paarung oder vielmehr ihr Analogon 
mit K"orperkoeffizienten liefert im Fall einer separablen Mannigfaltigkeit 
nach \ref{BMHD} einen Isomorphismus der  Borel-Moore-Homologie
 mit dem Dualraum der Homologie im komplement"aren Grad und 
 kann anschaulich
in Verallgemeinerung von
\ref{SPoD} wieder als Schnittpaarung interpretiert werden.   
Genauer kann man folgendes zeigen: 
Gegeben eine orientierte abgeschlossene $q$-dimensionale Untermannigfaltigkeit 
$X\As M$, also eine abgeschlossene Teilmenge, die mit der Spurtopologie eine
$q$-dimensionale Mannigfaltigkeit ist und die als solche mit einer Orientierung
versehen ist, erhalten  wir ja nach \ref{FuBM} einen Fundamentalzykel 
$\omega_X \in \mathrm H^!_qX$, dessen Bild in der Homologie von $M$ wir
kurzerhand $\omega_X \in \mathrm H^!_q M$ notieren.
Gegeben eine orientierte kompakte $(n-q)$-dimensionale Untermannigfaltigkeit 
$Y\subset M$ erhalten  wir bereits nach \ref{FZ}  einen Fundamentalzykel 
$\omega_Y \in \mathrm H_{n-q}Y$, dessen Bild in der Homologie von $M$ wir
 $\omega_Y\in \mathrm H_{n-q} M$ notieren.
Es m"ogen nun  $X \As M$ und $Y \subset M$
     endlichen Schnitt $|X \cap Y| < \infty$ haben.
Wir nehmen zus"atzlich an, da"s es um jeden Punkt $s \in X \cap Y$ 
    eine offene Umgebung $U \co M$ und einen 
Hom"oomorphismus $U
    \overset{\sim}{\rightarrow} \mathbb R^n$ gibt,
unter dem  die von $M$ auf $U$ induzierte
Orientierung  der Standardorientierung des $\DR^n$ 
entspricht, und  Hom"oomorphismen $X \cap U
    \overset{\sim}{\rightarrow} \mathbb R^q \times 0$ und $Y \cap U
    \overset{\sim}{\rightarrow} 0\times \mathbb R^{n-q}$ induziert.  
Erkl"aren wir
    schlie"slich die Vorzeichen $\epsilon (s), \eta (s)$ dadurch, da"s sie
    angeben, ob unsere letzten beiden Hom"oomorphismen die 
vorgegebenen Orientierungen auf $X,
    Y$ mit den Standardorientierungen auf $\mathbb R^q, \mathbb R^{n-q}$
    identifizieren oder nicht, so gilt f"ur die Paarung 
der  zu $X$ und $Y$ geh"origen Fundamentalzykel $\omega_X$ und $\omega_Y$
die Formel
  \begin{Bild} 
 \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildPoA}\\[4mm]
 \noindent
Ein Zykel und ein Borel-Moore-Zykel in einer offenen Teilmenge der Ebene.
Je nach Wahl der Orientierung der Ebene ist 
in diesem Fall die Schnittzahl $\pm 1$.
\end{Bild}
   \begin{equation*}
      \omega_X \cdot \omega_Y = \sum_{s \in X \cap Y} \epsilon (s) \eta (s)
    \end{equation*}
 Die durch diese Eigenschaft ausgezeichnete Paarung hei"st wieder
eine {\bf Schnittpaarung}\index{Schnittpaarung}. 
Der Nachweis der hier aufgestellten Behauptungen wird uns allerdings noch
lange besch"aftigen.
\end{Bemerkunge}


 

\begin{proof}[Beweis] Wir beginnen den Beweis mit einem Lemma.
\begin{Lemma}
Sind $U, V \subset M$ offen und gilt der Satz f"ur die
$n$-Mannig\-fal\-tig\-keiten\label{hilL} $U, V$ und $U\cap V$, 
so gilt er auch f"ur
$U \cup V$.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Das folgt sofort mit dem F"unferlemma aus dem Diagramm
$$\begin{array}{cccccccc}
\scriptstyle{\ldots \ra} &\scriptstyle{ {\op{H}}^{q}_{!} (U\cap V)}& \scriptstyle{\ra}
&\scriptstyle{{\op{H}}^{q}_{!} U\oplus {\op{H}}^{q}_{!}V} &\scriptstyle{\ra} &
\scriptstyle{{\op{H}}^{q}_{!}(U\cup V) }&\scriptstyle{\ra} & \scriptstyle{{\op{H}}^{q+1}_{!}
(U\cap
V)\ra}\\
& \scriptstyle{\downarrow} & &\scriptstyle{\downarrow} & &
\scriptstyle{\downarrow} & & \scriptstyle{\downarrow} \\
\scriptstyle{\ldots \ra} & \scriptstyle{{\op{H}}_{n-q}(U\cap V)}& \scriptstyle{\ra
}&\scriptstyle{ {\op{H}}_{n-q}U\oplus
{\op{H}}_{n-q}V} &
 \scriptstyle{\ra }&
\scriptstyle{{\op{H}}_{n-q}(U\cup V)} & \ra &\scriptstyle{ {\op{H}}_{n-q-1}(U\cap V)}
\scriptstyle{\ra }
\end{array}$$
sobald wir zeigen k"onnen, da"s dies Diagramm kommutativ ist.
Es reicht, f"ur beliebige kompakte $K \subset U$ und $L\subset V$ die
Kommutativit"at des Diagramms zu zeigen, das man
erh"alt, wenn man die obere Zeile durch die entsprechende relative
Mayer-Vietoris-Sequenz ersetzt.
Wir k"urzen $U \cup V=X$ ab und bezeichnen die offene
"Uberdeckung $X \backslash  (K\cap L)= (X \backslash  K) \cup (X\backslash L)$ mit $\cal{V}$.
Die kurze exakte Sequenz auf den singul"aren Ketten
$${\op{S}}(X\backslash K \cup L) \hookrightarrow {\op{S}} (X \backslash K) \oplus {\op{S}} (X\backslash L)
\twoheadrightarrow {\op{S}}^{\cal{V}} (X \backslash  K \cap L)$$
liefert durch Dualisieren die oberste Horizontale im folgenden
gro"sen kommutativen Diagramm:
$$\begin{array}{ccccc}
\scriptstyle{{\op{S}}^{\ast}_{\cal{V}} (X \backslash  K\cap L)}&\scriptstyle{\hookrightarrow
}&\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast}(X\backslash K)\oplus
{\op{S}}^{\ast}(X\backslash L) }&\scriptstyle{ \twoheadrightarrow }&\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast} (X\backslash K
\cup L)} \\ \scriptstyle{
\uparrow }&\scriptstyle{ }&\scriptstyle{ \uparrow }&\scriptstyle{
}&\scriptstyle{ \uparrow } \\ \scriptstyle{
{\op{S}}^{\ast} (X) }&\scriptstyle{ \hookrightarrow }&\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast}X \oplus
{\op{S}}^{\ast} X }&\scriptstyle{
\twoheadrightarrow }&\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast}X} \\ \scriptstyle{
\uparrow }&\scriptstyle{ }&\scriptstyle{ \uparrow }&\scriptstyle{
}&\scriptstyle{ \uparrow } \\ \scriptstyle{
{\op{S}}^{\ast}_{\cal{V}} (X, X \backslash  K \cap L) }&\scriptstyle{ \hookrightarrow
}&\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast} (X ,
X \backslash K) \oplus {\op{S}}^{\ast}(X,X\backslash L) }&\scriptstyle{ \twoheadrightarrow
}&\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast}
(X,X\backslash K\cup L)}
\end{array}$$
Darin sind alle Vertikalen kurze exakte Sequenzen,  die untere linke Ecke
ist durch die Exaktheit
der vertikalen Sequenz definiert,
und die untere Zeile exakt ist nach dem Neunerlemma.
Die lange exakte Kohomologiesequenz dieser untersten Zeile ist
bis auf einige Identifikationen gerade unsere relative
Mayer-Vietoris-Sequenz der Kohomologie.
W"ahlen wir nun f"ur $\omega_{K\cup L}$ einen Repr"asentanten in
${\op{S}}_{n} X$, der fein ist bez"uglich der offenen "Uberdeckung $X =
(V\backslash K) \cup (U\backslash L) \cup (U\cap V)$, und fassen die Kettenkomplexe der
singul"aren Ketten auf als Kokettenkomplexe, die nur in Indizes
$\leq0$ leben, so definiert das cap-Produkt mit so einem
Repr"asentanten die vertikalen Morphismen eines kommutativen
Diagramms
$$\begin{array}{ccccc}
\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast}_{\cal{V}} (X,X\backslash K\cap L) }&\scriptstyle{ \hookrightarrow
}&\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast}(X,X\backslash K)
\oplus {\op{S}}^{\ast} (X,X\backslash L) }&\scriptstyle{\twoheadrightarrow }&\scriptstyle{
{\op{S}}^{\ast}(X,X\backslash K \cup
L)} \\ \scriptstyle{
\downarrow }&\scriptstyle{ }&\scriptstyle{ \downarrow }&\scriptstyle{
}&\scriptstyle{ \downarrow } \\ \scriptstyle{
S(U\cap V) }&\scriptstyle{\hookrightarrow }&\scriptstyle{ S U \oplus
SV}&\scriptstyle{ \twoheadrightarrow
}&\scriptstyle{{\op{S}}^{\cal{W}} (U \cup V)}
\end{array}$$
f"ur $\cal{W}$ die "Uberdeckung $X = U \cup V$ von $X$.
Das liefert dann das gesuchte kommutative Diagramm von langen
exakten Sequenzen.
\end{proof}\noindent
Jetzt gehen wir in mehreren Schritten von Spezialf"allen bis zur
allgemeinen Situation.
\\[2mm]\noindent
1.
Der Satz gilt f"ur $M = \Bbb{R}^{n} $.
Dann bilden ja die abgeschlossenen B"alle $D_{r}$  schon ein
finales System unter allen kompakten Teilmengen von $\Bbb{R}^{n}$
und $\cap \omega : {\op{H}}^{n} (\Bbb{R}^{n}, \Bbb{R}^{n} \backslash D_{r}) \ra
{\op{H}}_{0}(\Bbb{R}^{n}) = \Bbb{Z}$ ist schlicht das Auswerten einer
Kohomologieklasse
auf der Homologieklasse $\omega \in {\op{H}}_{n} (\Bbb{R}^{n},
\Bbb{R}^{n}\backslash
D_{r})$, also ein Isomorphismus f"ur  $0<r<\infty$.
\\[2mm]\noindent
2.
Der Satz gilt f"ur jede offene konvexe Teilmenge des $\DR^{n}$, denn so
eine Teilmenge ist schon hom"oomorph zu $\Bbb{R}^{n}$.
\\[2mm]\noindent
3.
Der Satz gilt f"ur jede endliche Vereinigung offener
konvexer Mengen in $\DR^{n}$.
Mit Induktion,  2 und Lemma \ref{hilL}.
\\[2mm]\noindent
4.
Ist $M$ eine aufsteigende Vereinigung von offenen Teilmengen $U_{i}$ und gilt
der Satz f"ur alle $U_{i}$, so gilt er auch f"ur $M$.
In der Tat gilt ${\op{H}}_{q}(M) = \varinjlim {\op{H}}_{q}(U_{i})$ und
${\op{H}}^{p}_{!} M = \varinjlim {\op{H}}^{p}_{!}(U_{i})$ nach den
"Ubungen \ref{LH} und \ref{LHC}.
\\[2mm]\noindent
5.
Der Satz gilt f"ur jede offene Teilmenge des $\DR^{n}$. In der Tat l"a"st
sie sich als abz"ahlbare Vereinigung offener B"alle schreiben.
\\[2mm]\noindent
6.
Der Satz gilt f"ur jede Mannigfaltigkeit.
In der Tat finden wir nach 4 und dem Zorn'schen Lemma eine maximale
offene Teilmenge, f"ur die der Satz gilt.
W"are sie nicht schon die ganze Mannigfaltigkeit, so k"onnten
wir sie nach Lemma \ref{hilL} und Schritt 5 noch durch eine Karte vergr"o"sern,
im Widerspruch zur Maximalit"at.
\end{proof}
\begin{Korollar}
Ist $t$ ein Erzeuger der zweiten Kohomologiegruppe ${\op{H}}^{2}\DP^{n}
\DC$, so liefert der offensichtliche Ringhomomorphismus einen
Isomorphismus
$$\Bbb{Z} [t]/ \langle t^{n+1}\rangle \sira {\op{H}}^{\ast} \DP^{n} \DC$$
\end{Korollar}
\begin{proof}[Beweis]
Es gilt zu zeigen, da"s das Produkt eines Erzeugers von ${\op{H}}^{2p}$
mit einem Erzeuger von ${\op{H}}^{2q}$ stets ein Erzeuger von ${\op{H}}^{2p+2q}$
ist. Im Fall $p+q =n$ folgt das aus \ref{SPP}.
Im Fall $p+q > n$ ist eh nichts zu zeigen. Im Fall $p+q = m < n$
verwendet man den nach \ref{HKPR} und \ref{KW}
surjektiven Ringhomomorphismus
${\op{H}}^{\ast} \DP^{n} \DC \twoheadrightarrow {\op{H}}^{\ast} \DP^{m} \DC$.
\end{proof}

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
Man definiere f"ur jeden Hausdorffraum ein cup-Produkt auf seiner
Kohomologie mit kompaktem Tr"ager. F"ur eine
Mannigfaltigkeit entspricht es nebenbei bemerkt unter dem Isomorphismus der
Poincar\'{e}-Dualit"at dem  anschaulichen Schnittprodukt auf
der Homologie.
\end{Ubung}






\subsection{Schnittzahlen}
\begin{Bemerkungl}\label{DSZa}
Sei $M$ eine kompakte orientierte
  $n$-Mannigfaltigkeit.
  F"ur zwei Homologieklassen komplement"arer Dimension $\al\in {\op{H}}_{q} M$
  und $\beta\in {\op{H}}_{n-q} M$  ist hoffentlich anschaulich
in etwa  klar, was ihre
  \glqq Schnittzahl\grqq\  sein sollte, die die Schnittpunkte von 
repr"asentierenden
  Zykeln \glqq in generischer Lage\grqq\  mit geeigneten, von der Orientierung
  abh"angigen Vorzeichen z"ahlt.  Mit dem Isomorphismus der
  Poincar\'{e}-Dualit"at \ref{APD} k"onnen wir unseren Homologieklassen 
 sicher  formal korrekt
eine Zahl $\al\cdot \beta\in\Bbb{Z}$ zuordnen wie folgt: Wir suchen 
einfach $a
  \in {\op{H}}^{n-q}M$ und $b \in {\op{H}}^{q}M$ mit $\al = a \cap \omega_{M}$
und  $\beta = b \cap \omega_{M}$ und setzen
  $$\al\cdot \beta =\langle a\cup b, \omega_{M}\rangle$$
  Dies sei   unsere Definition der
{\bf Schnittzahl}\index{Schnittzahl} der beiden Homologieklassen.
Der bald folgende Satz \ref{GiS} soll plausibel machen,
da"s die so definierte Zahl
die oben beschriebene
  geometrische Bedeutung hat. Dazu  braucht es jedoch einige Vorbereitungen.
\end{Bemerkungl}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/Bildbary}\\[4mm]
\noindent 
Ein Simplizialkomplex und gestrichelt eingezeichnet seine
baryzentrische Unterteilung. Die Ecken der baryzentrischen Unterteilung
mag man sich denken als die Schwerpunkte der nichtleeren Simplizes des 
urspr"unglichen Simplizialkomplexes, die Simplizes 
der baryzentrischen Unterteilung entsprechen den endlichen Ketten
in der partiell geordneten Menge der urspr"unglichen Simplizes.
\end{figure}
\begin{Bemerkungl}\label{bU}
  Gegeben ein Simplizialkomplex $\mathcal K = (E, \mathcal K)$ 
im Sinne von \eref{SKk}{TF} erkl"aren wir
  wie folgt einen neuen Simplizialkomplex, seine {\bf baryzentrische
    Unterteilung}\index{baryzentrische Unterteilung} $\check{\mathcal K} =
  (\check{E}, \check{\mathcal K})$: Als Ecken nehmen wir alle
  nichtleeren Simplizes des urspr"unglichen Komplexes, in Formeln $\check{E} =
  \{ s \in \mathcal K \mid s \neq \emptyset\}$.  Als Simplizes
  nehmen wir alle endlichen Ketten in der Menge
  $\check{E}$, die ja durch die Inklusionsrelation partiell geordnet ist,
also alle bez"uglich dieser partiellen Ordnung total geordneten 
endlichen Teilmengen.  Man
  erh"alt  einen Hom"oomorphismus zwischen den zugeh"origen  Polyedern
  \begin{equation*}
    \Delta (\check{\mathcal K}) \overset{\sim}{\rightarrow} \Delta (\mathcal K)
  \end{equation*}
  durch die Vorschrift, da"s jede Ecke $s \in \check E\subset \mathcal K$ auf
  den Schwerpunkt des vollen Simplex $\Delta (s) \subset \Delta (\mathcal
  K) $ abgebildet wird und  jeder volle Simplex von $\Delta
  (\check K)$ affin in denjenigen vollen Simplex von $\Delta (\mathcal K)$,
  der seiner gr"o"sten Ecke entspricht.  Jeder
  Simplex von $\check{\mathcal K}$ hat bereits eine offensichtliche Anordnung,
  in Bezug auf die wir von nun an den Komplex der ordnungsvertr"aglichen  
simplizialen
  Ketten ${\op{S}}^{\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})$ verstehen wollen,
  und die hoffentlich offensichtlichen Kettenabbildungen liefern
  Homotopie"aquivalenzen
  \begin{equation*} {\op{S}} \check{\mathcal K} \overset{\sim}{\rightarrow}
    {\op{S}}^{\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})\hri {\op{S}} \Delta
    (\mathcal K)
  \end{equation*}
Im Beweis von \ref{SH} hatten wir zwar ordnungsvertr"agliche
simpliziale Ketten nur  in Bezug auf eine totale Ordnung auf der
Menge aller Ecken 
eingef"uhrt, aber mit einer partiellen Ordnung, 
die 
auf allen Simplizes eine totale Ordnung induziert, geht es genauso.
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungl}\label{ffuzy}
  Sei nun unser Simplizialkomplex $\mathcal K$ eine Triangulierung einer  
kompakten  orientierten $n$-Mannigfaltigkeit.
Wir w"ahlen eine Anordnung $\leq$ auf der Menge $E$ der Ecken von $\mathcal
  K$.
Der Fundamentalzykel von $\Delta (\mathcal K)$  hat  
genau einen Repr"asentanten 
in den $n$-Simplizialketten und damit auch genau 
einen Repr"asentanten $\omega \in
  {\op{S}}^{\op{os}}_{n} \Delta (\mathcal K)$ in der
Gruppe der ordnungsvertr"aglichen 
simplizialen $n$-Ketten.
Nach \ref{FuZY} hat unser Fundamentalzykel  die Gestalt
  \begin{equation*}
    \omega = \sum_{s \in \mathcal K_n } \varepsilon (s) \langle s \rangle
  \end{equation*}
  f"ur wohlbestimmtes $\varepsilon : \mathcal K_n \rightarrow \{\pm 1\}$, 
wobei $\langle s \rangle$ wie im
Beweis von \ref{SH}
den zum $n$-Simplex $s$ geh"origen angeordneten $n$-Simplex 
bezeichnet. 
\end{Bemerkungl}

\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/Bilddz}\\[4mm]
\noindent 
Ein Ausschnitt einer triangulierten $2$-Mannigfaltigkeit.
Die Nummerierung der Ecken legt ihre Anordnung fest. Der Kreispfeil
daneben deutet die Orientierung an, der Fundamentalzykel hat also
die Gestalt 
$$\omega=\ldots +\langle\{ 1,2,3\}\rangle -\langle\{ 1,2,7\}\rangle +\ldots$$
Die duale Zelle zum 
$1$-Simplex $t=\{1,2\}$ besteht aus den beiden
Summanden $\check{u}=\{\{1,2\},\{1,2,3\}\}$ und 
 $\check{v}=\{\{1,2\},\{1,2,7\}\}$ und deren Vorzeichen sind
$\eta(\check{u})=-1$ und $\eta(\check{v})=1$, so da"s sich die duale Zelle zu 
$c(t)=\check{v}-\check{u}$ ergibt.
Im Bild habe ich die den ordnungsvertr"aglichen $1$-Ketten
$\langle t \rangle $ und $c(t)$ entsprechenden Simplizialketten
fett eingezeichnet.
\\[2mm]
Weiter besteht die  duale Zelle zum $0$-Simplex $\{6\}$ aus
$10$ Summanden, und ich habe im Bild  auch die der 
dualen Zelle zu dieser Ecke alias der 
ordnungsvertr"aglichen $2$-Kette
$c(\{6\})$ entsprechende Simplizialkette
durch Kreispfeile eingezeichnet.
\end{figure}

\begin{Bemerkungl}\label{duze}
  Gegeben ein $(n-q)$-Simplex 
$t\in \cal{K}_{n-q}$ definieren wir die zugeh"orige {\bf duale
    Zelle}\index{duale Zelle} $c(t)\in \op{S}_q^{\op{os}}\Delta
  (\check{{\mathcal K}})$ als die Summe
  $$c(t)=\sum \eta(\check{u}) \langle\check{u}\rangle$$
  "uber alle $q$-Simplizes
  $\check{u}\in\check{\cal{K}}_{q}$ mit $\check{u}_0=t$. Einen $q$-Simplex
  $\check{u} \in \check{\mathcal K}_q$ schreiben wir dazu als  echt
  aufsteigende Kette $\check{u}_0 \subsetneq \check{u}_1 \subsetneq \ldots
  \subsetneq \check{u}_q$ von nichtleeren 
Simplizes von $\mathcal K$, und wir summieren
  "uber alle Ketten, die mit 
dem $(n-q)$-Simplex $t$ beginnen.  Die $\eta(\check{u})=\pm 1$
sind gewisse  Vorzeichen, die 
wie folgt gegeben seien: Man betrachte die
  Ecken $u_1,\dots,u_q \in E$ des urspr"unglichen Komplexes mit $\check{u}_i =
  \check{u}_{i-1} \cup \{u_i\}$, so da"s also gilt $\check{u}_q = \check{u}_0
  \cup \{u_1,\dots,u_q\}$.  Sei $(s_0,s_1,\dots,s_n)$ die angeordnete
  Darstellung des $n$-Simplex $\check{u}_q$ und
  $(t_0,\ldots,t_{n-q})$ die angeordnete Darstellung des
  $(n-q)$-Simplex $t=\check{u}_0$ und $\tau\in {\cal S}_{n+1}$ die Permutation
  mit 
 $$ \begin{array}{lcl}
s_{\tau(0)}&=&t_0\\
\;\vdots&\vdots&\;\vdots\\ s_{\tau(n-q)}&=&t_{n-q}\\
 s_{\tau(n-q+1)} &=&
  u_1\\
\;\vdots&\vdots&\;\vdots\\
s_{\tau(n)} &=& u_q
\end{array}$$
So sei das fragliche Vorzeichen gegeben als $
  \eta(\check{u})=(-1)^{q(n-q)}\varepsilon(s)\op{sgn}(\tau)$.
\end{Bemerkungl}
 \begin{Bemerkungl}
   Diese dualen Zellen m"ogen mit ihren ganzen Vorzeichen unanschaulich
   wirken.
Der erste Teil des folgenden Satzes sollte hier jedoch der Anschauung helfen,
zeigt er doch, da"s die Vorzeichen jedenfalls stets so zusammenpassen, da"s
der Rand einer dualen Zelle eine Linearkombination
dualer Zellen ist. Das hat im Bild der Simplizialketten 
unter anderem 
die anschauliche Bedeutung,
da"s \glqq die einzelnen 
Simplizes einer dualen Zelle gerade so orientiert sind, da"s sich
die internen R"ander gegenseitig wegheben\grqq.
 \end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{Geometrische Interpretation der Schnittzahlen}]
   Sei der Simplizialkomplex $\mathcal K$ eine Triangulierung einer  
kompakten  orientierten $n$-Mannigfaltig\-keit $M$.\label{GiS}
Sei auf der Menge $E$ der Ecken von $\mathcal
  K$ eine Anordnung  gew"ahlt. So gilt:
  \begin{enumerate}
  \item 
Die von den dualen Zellen  im Sinne von \ref{duze}
erzeugten Untergruppen
${\op{C}}_q\subset \op{S}_q^{\op{os}}\Delta
  (\check{{\mathcal K}})$
bilden einen Unterkomplex ${\op{C}}\subset\op{S}^{\op{os}}\Delta
  (\check{{\mathcal K}})$ im Komplex der ordnungsvertr"aglichen
simplizialen Ketten der baryzentrischen Unterteilung $\check{{\mathcal K}}$ von 
$\mathcal K$, und die 
Einbettung dieses Unterkomplexes induziert auf allen
Homologiegruppen Isomorphismen $\cal{H}_q{\op{C}}\sira {\op{H}}_qM$.
\item
Wird %eine Homologieklasse 
$\alpha\in {\op{H}}_q M$ repr"asentiert 
durch einen \glqq simplizialen\grqq\  Zykel der Gestalt
%% $\sum_{t\in \cal{K}_{n-p}}\alpha_t \langle t\rangle \in 
%% {\op{S}}^{\op{os}}\Delta
%%   ({\mathcal K})$ 
$\sum_{t\in \cal{K}_{q}}\alpha_t \langle t\rangle \in 
{\op{S}}^{\op{os}}\Delta
  ({\mathcal K})$ 
und 
$\beta\in {\op{H}}_{n-q} M$ durch einen \glqq zellul"aren\grqq\   Zykel
der Gestalt 
%% $\sum_{t\in \cal{K}_{n-q}}\beta_t c(t) \in {\op{C}}_q$, 
$\sum_{t\in \cal{K}_{q}}\beta_t c(t) \in {\op{C}}_{n-q}$, 
so gilt f"ur ihre Schnittzahl
$$\alpha\cdot\beta=\sum_t \alpha_t \beta_t$$ 
  \end{enumerate}
 \end{Satz}

 \begin{proof}
 Zun"achst einmal erinnern wir die Definition der Schnittzahl:
Wir hatten dazu ja 
das $a\in {\op{H}}^{n-q} M$ bzw.  $b\in {\op{H}}^{q} M$
genommen mit $a\cap\omega_M=\alpha$ bzw. $b\cap\omega_M=\beta$
und dann 
unsere Schnittzahl als Kronecker-Paarung des cup-Produkts dieser
Kohomologieklassen mit dem Fundamentalzykel definiert, in Formeln
$\alpha\cdot\beta=\langle a\cup b, \omega_M\rangle$.
Mit der Adjunktionsformel \ref{Excap} 
erhalten wir daraus auch die alternative Darstellung  
$\alpha\cdot\beta=\langle a, \beta\rangle$.
Es reicht also, das Urbild $a$ von $\alpha$ unter dem
Isomorphismus der Poincar\'{e}-Dualit"at hinreichend explizit zu beschreiben.
Dazu m"ussen wir etwas weiter ausholen.
Gegeben ein Simplizialkomplex ${\mathcal K}$ liefert
  das baryzentrische Unterteilen 
ganz allgemein eine Homotopie"aquivalenz $
  {\op{S}} \mathcal K \hri {\op{S}} \check{\mathcal K} $ zwischen
den entsprechenden Komplexen von Simplizialketten. Genauer
  erh"alt man eine Injektion von der Menge  ${\cal K}_{q}^\leq$
aller angeordneten $q$-Simplizes 
von $\mathcal K$ in die  Menge $\check{\mathcal
    K}_q^\leq$ aller %ordnungsvertr"aglichen 
angeordneten $q$-Simplizes  von $\check{\mathcal
    K}$, indem man $\sigma : \{0, \ldots, q\} \hookrightarrow E$ abbildet auf
$\sigma^\vee : \{0, \ldots, q\} \hookrightarrow \check{E}$ gegeben durch
 $
    \sigma^\vee(i)=  \{ \sigma (0),
      \ldots, \sigma (i)\}.
  $
  Anschaulich gesprochen erhalten wir so \glqq alle $q$-Simplizes von
  $\check{\mathcal K}$, die in $q$-Simplizes von $\mathcal K$ liegen\grqq, und die
  Abbildung ${\cal K}^\leq_{q}\ra {\op{S}}_{q} \check{\mathcal K}$
gegeben durch
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildbAr}\\[4mm]
\noindent 
Ein angeordneter $3$-Simplex $\sigma$ 
und die sechs angeordneten $3$-Simplizes $\sigma\circ \pi$ 
mit Vorzeichen, deren Summe seine baryzentrische Unterteilung 
$b(\sigma)$ im Sinne des Beweises von \ref{GiS} repr"asentiert.
Die Kreispfeile sind eigentlich "uberfl"ussig und betonen nur 
die Reihenfolge der Ecken in den angeordneten $3$-Simplizes $\sigma\circ \pi$ 
und die Beziehung zum Signum der zugeh"origen Permutationen $\pi$.
\end{figure}
  \begin{equation*}
    \sigma \mapsto \sum_{\pi \in \mathcal {\cal{S}}_{q+1}} \op{sgn} 
    (\pi) (\sigma \circ \pi)^\vee
  \end{equation*}
  induziert eine Homotopie"aquivalenz $ b : {\op{S}} \mathcal K \hri
  {\op{S}} \check{\mathcal K}, $ die wir wieder  die
{\bf baryzentrische Unterteilung}
  nennen. Wenden wir auf
unseren Fundamentalzykel aus \ref{ffuzy} die baryzentrische
  Unterteilung an, so erhalten wir den Repr"asentanten
  \begin{equation*}
    \check{\omega} = \sum_{s \in \mathcal K_n ,\; \pi \in \mathcal S_{n+1}}
    \varepsilon (s) \op{sgn}(\pi) (\langle s \rangle \circ \pi)^\vee
  \end{equation*}
  des Fundamentalzykels in 
${\op{S}}_n^{\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})$. 
 Die weitere Argumentation wird ausgehen von einem Diagramm
der Gestalt
\begin{displaymath}
\xymatrix{
{\op{C}}^\ast [n]  \ar@{-->}[r] 
& {\op{S}}^{\op{os}} \Delta ({\mathcal K}) \ar[dd]^b\\
&\\
{\op{S}}^\ast_{ \op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})[n]
\ar[r]^{\cap \check{\omega}}  \ar@{-->}[uu] \ar@{-->}[uur] 
& {\op{S}}^{\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})
}
\end{displaymath}
Der Komplex ${\op{S}}^\ast_{\op{os}} \Delta
   (\check{\mathcal K})$ der ordnungsvertr"agliche simplizialen 
Koketten mitsamt
   einem Isomorphismus von Komplexen ${\op{S}}^\ast_{\op{os}} \Delta
   (\check{\mathcal K})\sira {\op{S}}^\ast \check{\mathcal K}$
   ist in derselben Weise erkl"art wie  der Komplex 
der ordnungsvertr"agliche simplizialen 
Ketten in \ref{bU}.
Die durchgezogenen Pfeile sind uns bereits bekannt,
die rechte Vertikale ist modulo unserer Identifikation von Simplizialketten
mit ordnungsvertr"aglichen simplizialen Ketten das baryzentrische 
Unterteilen,
die untere Horizontale die Restriktion auf
ordnungsvertr"agliche simpliziale Ketten
unserer Poincar\'{e}-Dualit"at  aus \ref{APD}.
Unser Ziel ist die
Erg"anzung durch Kettenabbildungen wie durch die gestrichelten Pfeile 
angedeutet
zu einem kommutativen Diagramm von Homotopie"aquivalenzen, dessen
obere Horizontale dann 
die geometrische Bedeutung des Dualit"ats-Isomorphismus klar
macht.  Als ersten Schritt in diese Richtung behaupte ich, da"s die
durch $\cap
\check{\omega}$ gegebene Kettenabbildung wie durch 
den schr"agen gestrichelten Pfeil
angedeutet "uber unsere baryzentrische 
Unterteilung $b$ faktorisiert.  
 Ein
  $q$-Simplex $\check{u} \in \check{\mathcal K}_q$ ist ja per definitionem
eine echt aufsteigende
  Kette $\check{u}_0 \subsetneq \check{u}_1 \subsetneq \ldots
  \subsetneq \check{u}_q$ von Simplizes von $\mathcal K$.
Die zugeh"origen $\langle \check{u} \rangle$ bilden 
eine ${\mathbb Z}$-Basis von $\op{S}_q^{\op{os}}\Delta
(\check{{\mathcal K}})$ und die zugeh"origen 
Linearformen bilden eine ${\mathbb Z}$-Basis
$\langle \check{u} \rangle^*$ von
$\op{S}_{\op{os}}^q \Delta (\check{{\mathcal K}})$.
F"ur das cap-Produkt $\langle \check{u}\rangle^* \cap \check{\omega}$ 
mit dem Fundamentalzykel
erhalten wir nach \ref{Excap} die Darstellung
\[ \langle \check{u} \rangle^* \cap \check{\omega} 
= (-1)^{q(n-q)} \!\!\!\!\sum_{s \in {\mathcal K}_n,\; 
 \pi \in {\mathcal S}_{n+1} } \!\!\!\!\varepsilon(s)\op{sgn}(\pi)
\langle \langle \check{u} \rangle^*, 
(\langle s\rangle \circ \pi)^\vee  \rho^q \rangle \;
(\langle s\rangle \circ \pi)^\vee  \lambda^{n-q} \]
Insbesondere ist die rechte Seite nur dann 
nicht Null, wenn $\check{u}$ die Gestalt $\check{u}_0\subsetneq
 \ldots \subsetneq \check{u}_q$ 
hat mit $\check{u}_0 \in {\mathcal K}_{n-q}$ 
und dann nat"urlich auch $\check{u}_i \in {\mathcal K}_{n-q+i}$ 
f"ur alle $i$. 
Seien nun $u_1,\dots,u_q \in E$ die Ecken des urspr"unglichen Komplexes mit 
$\check{u}_i = \check{u}_{i-1} \cup \{u_i\}$, 
so da"s also gilt $\check{u}_q = \check{u}_0 \cup \{u_1,\dots,u_q\}$.
Sei $s = (s_0,s_1,\dots,s_n)$ die angeordnete Darstellung des
$n$-Simplex $s$.
Auf der rechten Seite liefert nur $s = 
\check{u}_q \in {\mathcal K}_n$ von Null 
verschiedene Beitr"age, und zwar nur f"ur 
$\pi \in {\mathcal S}_{n+1}$ mit 
$s_{\pi(n-q+1)} = u_1,\dots,s_{\pi(n)} = u_q$, 
und f"ur diese ist der Gesamtbeitrag 
bis auf ein Vorzeichen gerade
\[ b(\check{u}_0)=\sum_{{\kappa} \in {\mathcal S}_{n-q+1}} 
\op{sgn}({\kappa}) (\langle \check{u}_0 
\rangle \circ {\kappa} )^\vee   \]
Das zeigt schon einmal, dass $\cap \check{\omega}$ wie 
behauptet "uber $b$ faktorisiert und liefert 
den Pfeil schr"ag nach oben. 
Um auch das Vorzeichen anzugeben, betrachten wir die angeordnete Darstellung
$\check{u}_0=(v_0,\ldots,v_{n-q})$ und die Permutation
$\tau\in {\cal S}_{n+1}$ mit $s_{\tau(0)}=v_0,\ldots,
s_{\tau(n-q)}=v_{n-q}, s_{\tau(n-q+1)} = u_1,\dots,s_{\tau(n)} = u_q$,
finden f"ur das fragliche Vorzeichen die Darstellung
$ \eta(\check{u})=(-1)^{q(n-q)}\varepsilon(s)\op{sgn}(\tau)$
und erhalten 
%f"ur $\check{u} \in \check{{\mathcal K}}^\leq_q$ die Formel
f"ur $\check{u} \in \check{{\mathcal K}}_q$ die Formel
$$ \langle\check{u}\rangle^* \cap \check{\omega} = \left\{ \begin{array}{cl}
\eta(\check{u}) b(\check{u}_0) & \mbox{falls }
\check{u}_0 \in {\mathcal K}_{n-q}; 
\\[2mm]
0 & \mbox{sonst.} \end{array} \right. $$
Bilden wir  den Quotienten ${\op{C}}^\ast$ 
von ${\op{S}}^\ast_{\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})$ 
nach den $\langle\check{u}\rangle^*$ 
mit $\check{u}_0 \not\in {\mathcal K}_{n-q}$ sowie den 
$\eta(\check{u}) \langle\check{u}\rangle^* - 
\eta(\check{v})\langle\check{v}\rangle^*$ mit 
$\check{u}_0 = \check{v}_0$, so faktorisiert 
unser $\cap\check{\omega}$ weiter und liefert, wie man leicht sieht,
 einen Isomorphismus von Kettenkomplexen
$$ {\op{C}}^\ast [n]
\stackrel{\sim}{\rightarrow} {\op{S}}^{\op{os}}\Delta({\mathcal K}) $$
unter Verwendung unserer Konvention \ref{KEE}.
Man kann in dieser Weise sogar einen Beweis der Poincar\'{e}-Dualit"at
im triangulierbaren Fall geben, wof"ur dann allerdings 
noch gezeigt werden mu"s, da"s die linke Vertikale unseres
Diagramms Isomorphismen auf der Homologie induziert.
Da wir aber vielmehr an der anschaulichen Bedeutung der Poincar\'{e}-Dualit"at
interessiert sind, drehen wir den Spie"s um und folgern aus 
der Poincar\'{e}-Dualit"at \ref{APD}, da"s die linke Vertikale unseres
Diagramms 
${\op{S}}^\ast_{\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})
\sra {\op{C}}^\ast $
Isomorphismen auf der Kohomologie induziert.
Nach \ref{HKH} ist sie also eine Homotopie"aquivalenz und unser
ganzes Diagramm besteht aus Homotopie"aquivalenzen.
Gehen wir nun in dieser linken Vertikale zu den dualen Komplexen 
"uber, so erhalten wir offensichtlich genau den 
Unterkomplex ${\op{C}}\subset\op{S}^{\op{os}}\Delta
  (\check{{\mathcal K}})$ aus dem ersten Teil unseres Satzes \ref{GiS},
und damit ist auch dieser erste Teil bereits bewiesen.
Des weiteren sehen wir, da"s f"ur
$t\in \cal{K}_{n-q}$ und $\langle t\rangle$ der zugeh"orige angeordnete
Simplex seine baryzentrische Unterteilung $b(\langle t\rangle)$ genau
ein Urbild hat unter $\cap\check{\omega}$, und da"s dieses 
Urbild auf der dualen Zelle $c(t)$ den Wert Eins annimmt und auf allen 
anderen dualen Zellen den Wert Null.
Daraus folgt dann auch der zweite Teil des Satzes.
\end{proof}






\subsection{Anschauung im nichtkompakten Fall}\label{AbHp}

\begin{Bemerkungl}\emph{Sp"ater!}
  In derselben Weise erkl"aren wir die Komplexe ${\op{S}}^{!\op{os}} \Delta
  (\check{\mathcal K})$ 
  bzw.  ${\op{S}}^\ast_{!\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})$ mitsamt
  Isomorphismen von Komplexen nach ${\op{S}}^{!} \check{\mathcal K}$ 
bzw.  ${\op{S}}^\ast_{!} \check{\mathcal
    K}$.
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}
  Sei nun unser Simplizialkomplex $\mathcal K$ eine Triangulierung einer nicht
  notwendig kompakten separablen orientierten $n$-Mannigfaltigkeit.
Wir w"ahlen eine Anordnung $\leq$ auf der Menge $E$ der Ecken von $\mathcal
  K$.
Der Fundamentalzykel von $\Delta (\mathcal K)$ im Sinne von
\ref{FZbm} hat wegen \ref{SiIB} genau einen Repr"asentanten 
in den Borel-Moore-Simplizialketten und damit auch genau 
einen Repr"asentanten $\omega \in
  {\op{S}}^{!\op{os}}_{n} \Delta (\mathcal K)$ in der
in hoffentlich offensichtlicher Weise definierten 
Gruppe der ordnungsvertr"aglichen 
simplizialen Borel-Moore-$n$-Ketten.
Nach \ref{FuZY} hat er Gestalt
  \begin{equation*}
    \omega = \sum_{s \in \mathcal K_n } \varepsilon (s) \langle s \rangle
  \end{equation*}
  f"ur wohlbestimmtes $\varepsilon : \mathcal K_n \rightarrow \{\pm 1\}$ 
mit $\langle s \rangle$ 
dem zum $n$-Simplex $s$ geh"origen angeordneten $n$-Simplex wie im
Beweis von \ref{SH}. Wenden wir darauf die baryzentrische
  Unterteilung an, so erhalten wir den Repr"asentanten
  \begin{equation*}
    \check{\omega} = \sum_{s \in \mathcal K_n ,\; \pi \in \mathcal S_{n+1}}
    \varepsilon (s) \op{sgn}(\pi) (\langle s \rangle \circ \pi)^\vee
  \end{equation*}
  des Fundamentalzykels in 
${\op{S}}_n^{!\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})$. 
Die weitere Argumentation wird ausgehen vom Diagramm
\begin{displaymath}
\xymatrix{
{\op{C}}^\ast_{!} \Delta (\check{\mathcal K})[n]  \ar@{-->}[r] 
& {\op{S}}^{\op{os}} \Delta ({\mathcal K}) \ar[dd]^b\\
&\\
{\op{S}}^\ast_{! \op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})[n]
\ar[r]^{\cap \check{\omega}}  \ar@{-->}[uu] \ar@{-->}[uur] 
& {\op{S}}^{\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})
}
\end{displaymath}
Die durchgezogenen Pfeile sind uns bereits bekannt,
die rechte Vertikale ist modulo unserer Identifikation von Simplizialketten
mit ordnungsvertr"aglichen simplizialen Ketten das baryzentrische 
Unterteilen,
die untere Horizontale die Restriktion auf
ordnungsvertr"agliche simpliziale Ketten
unserer Poincar\'{e}-Dualit"at auf singul"aren Ketten aus \ref{SiPoi}.
Unser Ziel ist die
Erg"anzung durch Kettenabbildungen wie durch die gestrichelten Pfeile 
angedeutet
zu einem kommutativen Diagramm von Homotopie"aquivalenzen, dessen
obere Horizontale dann 
die geometrische Bedeutung des Dualit"ats-Isomorphismus klar
macht.  Als ersten Schritt in diese Richtung behaupte ich, da"s die
durch $\cap
\check{\omega}$ gegebene Kettenabbildung wie durch 
den schr"agen gestrichelten Pfeil
angedeutet "uber unsere baryzentrische 
Unterteilung $b$ faktorisiert.  
 Ein
  $q$-Simplex $\check{u} \in \check{\mathcal K}_q$ ist ja per definitionem
eine echt aufsteigende
  Kette $\check{u}_0 \subsetneqq \check{u}_1 \subsetneqq \ldots
  \subsetneqq \check{u}_q$ von Simplizes von $\mathcal K$.
Die zugeh"origen $\langle \check{u} \rangle$ bilden 
eine ${\mathbb Z}$-Basis von $\op{S}_q^{\op{os}}\Delta
(\check{{\mathcal K}})$ und die zugeh"origen 
Linearformen bilden eine ${\mathbb Z}$-Basis
$\langle \check{u} \rangle^*$ von
$\op{S}_{!\op{os}}^q \Delta (\check{{\mathcal K}})$.
F"ur das cap-Produkt $\langle \check{u}\rangle^* \cap \check{\omega}$ 
mit dem Fundamentalzykel
erhalten wir nach \ref{Excap} die Darstellung
\[ \langle \check{u} \rangle^* \cap \check{\omega} 
= (-1)^{q(n-q)} \sum_{s \in {\mathcal K}_n,\; 
 \pi \in {\mathcal S}_{n+1} } \varepsilon(s)\op{sgn}(\pi)
\langle \langle \check{u} \rangle^*, 
(\langle s\rangle \circ \pi)^\vee  \rho^q \rangle \;
(\langle s\rangle \circ \pi)^\vee  \lambda^{n-q} \]
Insbesondere ist die rechte Seite nur dann 
nicht Null, wenn $\check{u}$ die Gestalt $\check{u}_0\subsetneqq
 \ldots \subsetneqq \check{u}_q$ 
hat mit $\check{u}_0 \in {\mathcal K}_{n-q}$ 
und dann nat"urlich auch $\check{u}_i \in {\mathcal K}_{n-q+i}$ 
f"ur alle $i$. 
Seien nun $u_1,\dots,u_q \in E$ die Ecken des urspr"unglichen Komplexes mit 
$\check{u}_i = \check{u}_{i-1} \cup \{u_i\}$, 
so da"s also gilt $\check{u}_q = \check{u}_0 \cup \{u_1,\dots,u_q\}$.
Sei $s = (s_0,s_1,\dots,s_n)$ die angeordnete Darstellung des
$n$-Simplex $s$.
Auf der rechten Seite liefert nur $s = 
\check{u}_q \in {\mathcal K}_n$ von Null 
verschiedene Beitr"age, und zwar nur f"ur 
$\pi \in {\mathcal S}_{n+1}$ mit 
$s_{\pi(n-q+1)} = u_1,\dots,s_{\pi(n)} = u_q$, 
und f"ur diese ist der Gesamtbeitrag 
bis auf ein Vorzeichen gerade
\[ b(\check{u}_0)=\sum_{{\kappa} \in {\mathcal S}_{n-q+1}} 
\op{sgn}({\kappa}) (\langle \check{u}_0 
\rangle \circ {\kappa} )^\vee   \]
Das zeigt schon einmal, dass $\cap \check{\omega}$ wie 
behauptet "uber $b$ faktorisiert und liefert 
den Pfeil schr"ag nach oben. 
Um das Vorzeichen anzugeben, betrachten wir die angeordnete Darstellung
$\check{u}_0=(v_0,\ldots,v_{n-q})$ und die Permutation
$\tau\in {\cal S}_{n+1}$ mit $s_{\tau(0)}=v_0,\ldots,
s_{\tau(n-q)}=v_{n-q}, s_{\tau(n-q+1)} = u_1,\dots,s_{\tau(n)} = u_q$,
finden f"ur das fragliche Vorzeichen die Darstellung
$ \eta(\check{u})=(-1)^{q(n-q)}\varepsilon(s)\op{sgn}(\tau)$
und erhalten 
%f"ur $\check{u} \in \check{{\mathcal K}}^\leq_q$ die Formel
f"ur $\check{u} \in \check{{\mathcal K}}_q$ die Formel
$$ \langle\check{u}\rangle^* \cap \check{\omega} = \left\{ \begin{array}{cl}
\eta(\check{u}) b(\check{u}_0) & \mbox{falls }
\check{u}_0 \in {\mathcal K}_{n-q}; 
\\[2mm]
0 & \mbox{sonst.} \end{array} \right. $$
Bilden wir  den Quotienten ${\op{C}}^\ast_{!} \Delta (\check{\mathcal K})$ 
von ${\op{S}}^\ast_{! \op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})$ 
nach den $\langle\check{u}\rangle^*$ 
mit $\check{u}_0 \not\in {\mathcal K}_{n-q}$ sowie den 
$\eta(\check{u}) \langle\check{u}\rangle^* - 
\eta(\check{v})\langle\check{v}\rangle^*$ mit 
$\check{u}_0 = \check{v}_0$, so faktorisiert 
unser $\cap\check{\omega}$ weiter und liefert, wie man leicht sieht,
 einen Isomorphismus von Kettenkomplexen
$$ {\op{C}}^\ast_{!} \Delta (\check{\mathcal K})[n]
\stackrel{\sim}{\rightarrow} {\op{S}}^{\op{os}}\Delta({\mathcal K}) $$
Man kann in dieser Weise sogar einen Beweis der Poincar\'{e}-Dualit"at
im triangulierbaren Fall geben, wof"ur dann allerdings 
noch gezeigt werden mu"s, da"s die linke Vertikale unseres
Diagramms Isomorphismen auf der Homologie induziert.
Da wir aber vielmehr an der anschaulichen Bedeutung der Poincar\'{e}-Dualit"at
interessiert sind, drehen wir den Spie"s um und folgern aus 
der Poincar\'{e}-Dualit"at, da"s die linke Vertikale unseres
Diagramms 
${\op{S}}^\ast_{! \op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})
\sra {\op{C}}^\ast_{!} \Delta (\check{\mathcal K})$
Isomorphismen auf der Kohomologie induziert.
Nach \ref{HKH} ist sie also eine Homotopie"aquivalenz und unser
ganzes Diagramm besteht aus Homotopie"aquivalenzen.
Um nun endlich zur anschaulichen Bedeutung vorzudringen, 
betrachten wir in der linken Vertikalen die 
dualen Komplexe und erhalten so eine Homotopie"aquivalenz
$${\op{C}}^{!} \Delta (\check{\mathcal K})
\hra {\op{S}}^{!\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})$$
wo der $q$-te Teil   ${\op{C}}^{!}_q \Delta (\check{\mathcal K})$
unseres Teilkomplexes 
aus allen \glqq unendlichen formalen Linearkombinationen\grqq\ 
"uber $t\in\cal{K}_{n-q}$ 
gewisser  Ausdr"ucke $c(t)$ besteht, die ihrerseits gegeben werden als 
$$c(t)=\sum \eta(\check{u}) \langle\check{u}\rangle$$
summiert "uber alle $\check{u}\in\check{\cal{K}}_{q}$ mit 
$\check{u}_0=t$.
\end{Bemerkungl}



\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildFzy}\\[4mm]
\noindent BlahBlah
\end{figure}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildFzz}\\[4mm]
\noindent BlahBlah
\end{figure}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildFzo}\\[4mm]
\noindent BlahBlah
\end{figure}



\subsection{Versuch}

\begin{Bemerkungl}
Gegeben ein topologischer Raum $X$ definieren wir den {\bf Komplex
der grenzfeinen Ketten}\index{grenzfein!Kette} als den direkten Limes
$$\op{GS}(X)=\varinjlim(\op{S}(X)\stackrel{U}{\ra}\op{S}(X)
\stackrel{U}{\ra}\ldots)$$
in Bezug auf die \hyperref[UKA]{Unterteilungsoperatoren} $U$. 
Alle kanonischen Abbildungen $\op{S}(X)\ra\op{GS}(X)$ in diesen direkten
Limes 
induzieren nach \ref{UT} dieselbe Abbildung auf der Homologie. 
Wir arbeiten im folgenden mit der ersten dieser kanonischen 
Abbildungen. Sie kommt, wie auch alle anderen, sogar von einer
Transformation $\op{S}\RA\op{GS}$ von Funktoren $\op{Top}\ra \op{Ket}$ her.
Wir definieren weiter auch f"ur $X\supset A$ einen Raum mit einer Teilmenge 
den {\bf Komplex
der relativen grenzfeinen Ketten} als den direkten Limes
$$\op{GS}(X,A)=\varinjlim(\op{S}(X,A)\stackrel{U}{\ra}\op{S}(X,A)
\stackrel{U}{\ra}\ldots)$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\defind{Ausschneidung f"ur grenzfeine Ketten}]\label{Aschg}
Sei $(X,A)$ ein Raumpaar und $L\subset A$ eine Teilmenge, deren Abschlu"s
im Inneren von $A$ liegt. 
So liefert die Einbettung $(X{\backslash} L, A{\backslash} L) 
\hookrightarrow (X,A)$ Isomorphismen
auf den Komplexen von relativen grenzfeinen Ketten 
$${\op{GS}}(X{\backslash} L,A{\backslash} L) \sira {\op{GS}} (X,A)$$
\end{Satz}

\begin{proof}[Beweis]
Wie beim Beweis der Ausschneidung \ref{Asch}
 betrachten die "Uberdeckung $X = A \cup (X{\backslash} L)$,  geben ihr den
Namen $\cal{V}$ und bilden ein kommutatives Diagramm von
Kettenkomplexen der Gestalt
$$\begin{array}{ccccc}
{\op{S}}(A{\backslash} L) & \hookrightarrow & {\op{S}}A \oplus {\op{S}}(X{\backslash} L) & \twoheadrightarrow &
{\op{S}}^{\cal{V}}X\\
\downarrow & & \downarrow & &\downarrow \\
{\op{S}}(X{\backslash} L) & \hookrightarrow & {\op{S}}X \oplus {\op{S}}(X{\backslash} L) & \twoheadrightarrow
&{\op{S}}X\\
\downarrow & &\downarrow & &\downarrow \\
{\op{S}} (X {\backslash} L, A{\backslash} L) & \ra & {\op{S}}(X,A) & \ra & {\op{S}}X / {\op{S}}^{\cal{V}}X
\end{array}$$
Hier ist zu verstehen, da"s 
 die beiden oberen horizontalen Inklusionen die \glqq diagonalen\grqq\ 
Einbettungen $z \mapsto (z,z)$ sein sollen und die folgenden
Surjektionen die Differenzen $(x,y) \mapsto x-y$. 
Nach dem Neunerlemma ist die untere Horizontale dann auch exakt.
Jetzt gehen wir zum direkten Limes unter den Unterteilungsoperatoren "uber
und m"ussen nur zeigen, da"s dieser Limes bei ${\op{S}}X / {\op{S}}^{\cal{V}}X$
verschwindet. In der Tat wird aber nach \ref{KlKl}
jedes Element dieses Quotienten von einer
hinreichend hohen Potenz des Unterteilungsoperators annulliert.
\end{proof}



\begin{Bemerkungl}\label{BMLLn}
  F"ur jeden lokal kompakten Hausdorffraum $X$ erkl"aren wir in Anlehnung
an \ref{BMLL} den Komplex der {\bf lokal endlichen grenzfeinen Ketten}
als den inversen Limes 
  \begin{equation*} {\op{GS}}^! X \overset{\sim}{\rightarrow} \varprojlim_K
    {\op{GS}} (X,X \backslash K)
  \end{equation*}
  Der inverse Limes ist dabei "uber alle Kompakta $K \subset X$ zu verstehen.

\end{Bemerkungl}






\begin{Bemerkungl}[\textbf{Funktorialit"aten der Borel-Moore-Homologie}] 
  Die Borel-Moore-Ho\-mologie ist keineswegs homotopieinvariant, ja noch nicht
  einmal in dem von der Homologie gewohnten Sinne funktoriell.  Vielmehr
  erh"alt man nur f"ur eigentliche Abbildungen von 
lokal kompakten Hausdorffr"aumen,
nach \eref{SLOK}{ML} also den
Abbildungen  $f: X \rightarrow Y$, 
bei denen das Urbild jedes 
Kompaktums kompakt ist, auch 
 Abbildungen $f_\ast: {\op{S}}^!  X\rightarrow
  {\op{S}}^!  Y$ auf den lokal endlichen Ketten und Abbildungen $f_\ast :
  {\op{H}}^!_q X \rightarrow {\op{H}}^!_q Y$ auf der Borel-Moore-Homologie.
Die wesentliche Bedeutung der Borel-Moore-Homologie liegt darin, da"s 
in ihr auch f"ur  nicht kompakte orientierte Mannigfaltigkeiten 
\glqq Fundamentalzykel\grqq\  erkl"art werden k"onnen, 
wie im folgenden ausgef"uhrt werden soll. Noch st"arker gelingt das sogar
f"ur \glqq Pseudomannigfaltigkeiten, bei denen die Singularit"aten erst
in Kodimension Zwei beginnen\grqq, und damit insbesondere f"ur mit ihrer 
analytischen Topologie versehene
komplexe algebraische Variet"aten. Das  besprechen wir
aber hier nicht weiter.
\end{Bemerkungl}



% \begin{Satz}[\textbf{Fundamentalzykel in der Borel-Moore-Homo\-lo\-gie}]
% Gegeben eine  \emph{separable}  zusammen\-h"ang\-en\-de orientierbare
% $n$-Mannig\-fal\-tig\-keit $M$  ist\label{FZbm}
% ihre $n$-te Borel-Moore-Homo\-lo\-gie ${\op{H}}^!_{n}M$  
% frei vom Rang Eins
% und die kanonische Abbildung nach \ref{BMHH}
%  liefert f"ur alle $x\in M$ einen Isomorphismus
% $${\op{H}}^!_{n}M\sira {\op{H}}_{n}(M,M\backslash x)$$
% \end{Satz}
% \begin{proof}
% Dieser Satz folgt unmittelbar aus der 
% anschlie"senden genaueren Proposition \ref{GBM}.
% \end{proof}

\begin{Proposition}[\textbf{Borel-Moore-Homologie und Fundamentalzykel}]
Gegeben eine separable  
$n$-Mannig\-fal\-tig\-keit $M$  liefern\label{GBM}
die Abbildungen aus \ref{BMHH} einen Isomorphismus 
$${\op{H}}^!_{n}M\sira \Gamma M$$ 
zwischen ihrer $n$-ten Borel-Moore-Homo\-lo\-gie 
und dem Raum der globalen Schnitte ihrer Orientierungsgarbe nach \ref{SOG}.
\end{Proposition}
\begin{Definition}
Ist $(M,\omega)$ eine separable orientierte Mannigfaltigkeit,\label{FuBM} 
so gibt es nach Proposition \ref{GBM} genau ein $\omega_M\in {\op{H}}^!_{n}M$
mit $\omega_M\mapsto \omega_x$ f"ur alle $ x\in M$.
Dies $\omega_M$ hei"st der {\bf Fundamentalzykel}
der\index{Fundamentalzykel!in der Borel-Moore-Homologie}
orientierten Mannigfaltigkeit $M$, obwohl es genau genommen
eigentlich gar kein Zykel ist, sondern vielmehr eine Homologieklasse
in ihrer Borel-Moore-Homologie.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Ist allgemeiner $X$ ein lokal kompakter Hausdorffraum und $Y\As X$ eine
  abgeschlossene Teilmenge, die mit der induzierten Topologie eine separable
  orientierbare $q$-Mannigfaltigkeit wird, und w"ahlen wir eine Orientierung
  auf $Y$, so liefert der push-forward des Fundamentalzykels unter der
  abgeschlossenen Einbettung $i:Y\hra X$, einer eigentlichen Abbildung, eine
  Klasse $i_\ast\omega_Y\in {\op{H}}^!_{q}X$ in der Borel-Moore-Homologie, die
  auch als der {\bf Fundamentalzykel von $Y$} angesprochen wird.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}
  Die Separabilit"at ist hier wesentlich.
Um das zu sehen, betrachte man  die
Alexandroff'sche Halbgerade $A$ mit ihrer Anordnung 
nach \eref{AlHg}{AL} und nehme als $M$ das Komplement ihres kleinsten
Elements.
Ich will kurz skizzieren, wie  die Annahme der Existenz eines 
lokal endlichen Fundamentalzykels in diesem Fall einer nicht separablen
Mannigfaltigkeit
zum Widerspruch f"uhrt.
In der Tat ist $A$ nach \eref{FKNU}{AL} folgenkompakt, als da hei"st, jede
unendliche Teilmenge hat einen H"aufungspunkt.
Die Endpunkte aller  $1$-Simplizes, 
die mit von Null 
verschiedenem Koeffizienten in einem lokal endlichen 
Fundamentalzykel vorkommen,
bilden nun sicher eine Teilmenge von $M$ ohne obere Schranke in $M$.
Es gibt also zu einem festen Punkt $x\in M$ unendliche viele
solcher Endpunkte, die gr"o"ser sind. Diese m"ussen dann einen H"aufungspunkt
in $M$ haben, im Widerspruch zur lokalen Endlichkeit unseres Zykels.
\end{Bemerkunge}
\begin{proof}  
F"ur jeden lokal kompakten Hausdorffraum $X$ liefern die
  Abbildungen aus \ref{BMHH} nach \ref{BMLL} Isomorphismen
  \begin{equation*} {\op{S}}^!_q X \overset{\sim}{\rightarrow} \varprojlim_K
    {\op{S}}_q (X,X \backslash K)
  \end{equation*}
  Der inverse Limes ist dabei "uber alle Kompakta $K \subset X$ zu
  verstehen. 
  Nehmen wir zus"atzlich $X$ separabel an, so existiert sogar
  eine "Uberdeckung von $X$ durch eine aufsteigende Folge von offenen
  Teilmengen mit kompaktem Abschlu"s $U_0 \subset U_1 \subset \ldots \subset
  X$, und da die $\bar{U}_i$ final sind im System aller Kompakta von
  $X$, haben wir ebenso
  \begin{equation*} {\op{S}}_q^! X \overset{\sim}{\rightarrow} \varprojlim_i
    {\op{S}}_q (X, X \backslash \bar{U}_i)
  \end{equation*}
 Dieses  inverse  System besteht offensichtlich aus Surjektionen,
 und  dasselbe gilt a forteriori f"ur das 
 System von R"andern ${\op{B}}_{q-1} (X, X\backslash \bar{U}_i)$.  
Ist nun zus"atzlich $X =M$ eine
  $n$-Mannigfaltigkeit, so liefert Satz \ref{HHM} "uber die hohe Homologie von
  Mannigfaltigkeiten ${\op{H}}_{n+1} (M, M\backslash \bar{U}_i) =0$,  folglich
  haben wir ${\op{B}}_{n+1} (M, M \backslash \bar{U}_i) = {\op{Z}}_{n+1} (M,M
  \backslash \bar{U}_i)$ und die $(n+1)$-Zykel 
bilden auch ein inverses System aus Surjektionen. Mit dem
Mittag-Leffler-Kriterium
  \ref{MiLe} f"ur die
 Exaktheit inverser Limites folgt sowohl die Surjektivit"at der
  offensichtlichen Abbildung
  \begin{equation*}
    \varprojlim_i {\op{S}}_{n+1}
    (M, M \backslash \bar{U}_i) \twoheadrightarrow
    \varprojlim_i
    {\op{B}}_n (M, M \backslash \bar{U}_i)
  \end{equation*}
  als auch die Exaktheit von
  \begin{equation*}
    \varprojlim_i {\op{B}}_n
    (M,M \backslash \bar{U}_i) \hookrightarrow 
    \varprojlim_i
    {\op{Z}}_n (M, M /\bar{U}_i )\twoheadrightarrow 
     \varprojlim_i {\op{H}}_n (M,M \backslash \bar{U}_i)
  \end{equation*}
  Unsere erste Surjektivit"at erlaubt uns die Identifikation der ersten Gruppe
  dieser kurzen exakten Sequenz mit 
$\cal{B}_n{\op{S}}^!  M$ und die Linksexaktheit
  inverser Limites erlaubt die Identifikation der Mitte unserer Sequenz mit
  $\cal{Z}_n{\op{S}}^!  M$, so da"s wir schlie"slich 
f"ur jede separable $n$-Mannigfaltigkeit
  einen Isomorphismus
  \begin{equation*} {\op{H}}^!_n M
    \overset{\sim}{\rightarrow} \varprojlim_i {\op{H}}_n (M,M \backslash
    \bar{U}_i)
  \end{equation*}
  erhalten.  
Bis hierher  war das im wesentlichen die L"osung von
 "Ubung \ref{QILcc}  in unserem Spezialfall.
Beachten wir nun die Isomorphismen
  $
    {\op{H}}_n (M,M \backslash A) \overset{\sim}{\rightarrow} \Gamma A
  $
  f"ur $A \subset M$ kompakt aus dem Satz \ref{HHM} "uber hohe Homologie von
  Mannigfaltigkeiten, so erhalten wir den gew"unschten Isomorphismus
  $ {\op{H}}^!_n M \overset{\sim}{\rightarrow} \Gamma M
  $ wegen $\Gamma M
  \overset{\sim}{\rightarrow}
  \varprojlim_i
  \Gamma \bar{U}_i$. Diese letzte Identit"at sieht man zum Beispiel ein,
indem man sich "uberlegt, da"s sowohl die $\bar{U}_i$ als auch die ${U}_i$
final sind im System aller Teilmengen von $X$ mit kompaktem Abschlu"s.
\end{proof}




% \begin{Definition}\label{FuBMn}%\label{FuBM}
% Ist $(M,\omega)$ eine separable orientierte Mannigfaltigkeit,
% so gibt es nach Proposition \ref{GBM} genau ein $\omega_M\in {\op{H}}^!_{n}M$
% mit $\omega_M\mapsto \omega_x$ f"ur alle $ x\in M$.
% Dies $\omega_M$ hei"st der {\bf Fundamentalzykel}
% der\index{Fundamentalzykel!in der Borel-Moore-Homologie}
% orientierten Mannigfaltigkeit $M$, obwohl es genau genommen
% eigentlich gar kein Zykel ist, sondern vielmehr eine Homologieklasse
% in der Borel-Moore-Homologie.
% \end{Definition}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Simpliziale Interpretation des Fundamentalzykels}] 
  Sei nun unser Simplizialkomplex $\mathcal K$ eine Triangulierung einer nicht
  notwendig kompakten separablen orientierten $n$-Mannigfaltigkeit.
Der Fundamentalzykel von $\Delta ({\mathcal K})$ im Sinne von
\ref{FuBM} hat wegen \ref{SiIB} genau einen Repr"asentanten 
in der Gruppe der Borel-Moore-$n$-Simplizialketten. F"ur $n\geq 1$
kann dieser Repr"asentant  beschrieben werden als die
  formale Summe "uber alle $n$-Simplizes, jeweils  mit\label{FuZY} 
einer  Anordnung versehen, die
mit der gew"ahlten  Orientierung 
in der Weise vertr"aglich ist, da"s eben
  $\omega|_x \in {\op{H}}_n (\Delta (\mathcal K), \Delta
  (\mathcal K)\backslash x)$ an jeder Stelle $x$ die vorgegebene
  Orientierung liefert.  Im Fall $n= 0$ einer nulldimensionalen
Mannigfaltigkeit ist dieser Repr"asentant  
dahingegen die formale Summe aller ihrer Punkte
mit den durch die Orientierung gegebenen Vorzeichen.
\end{Bemerkungl}



  \begin{Definition}
   Ein  Raum $X$ hei"se 
{\bf  kompaktrelativ homologisch $q$-endlich} 
f"ur\index{kompaktrelativ homologisch $q$-endlich} 
eine nat"urliche Zahl  $q\geq 0$
genau dann, wenn f"ur jedes Paar
    $K\subset W\co X$ von Teilmengen  mit $K$ kompakt und $W$ 
offen das
    Bild von\label{vern} $$ \mathrm H_q (X, X \backslash W) \rightarrow \mathrm
    H_q (X, X\backslash K) $$ endlich erzeugt ist. Er hei"se 
  {\bf kompaktrelativ homologisch  endlich} genau dann, wenn er 
homologisch kompaktrelativ  $q$-endlich ist f"ur alle $q$. 
Es gibt auch offensichtliche Varianten dieses Begriffs f"ur beliebige
Koeffizientenringe, die wir jedoch in diesem Zusammenhang stets als
kommutativ und noethersch voraussetzen wollen.
  \end{Definition}
\begin{Beispiele}
F"ur alle $n$ ist der $\DR^n$  nach
 \ref{EEHH} kompaktrelativ homologisch endlich.  Allgemeiner ist nach
 \ref{EEHHb}  der Polyeder 
eines lokal endlichen Simplizialkomplexes
stets kompaktrelativ homologisch endlich.
Jede offene Teilmenge eines 
kompaktrelativ homologisch  $q$-endlichen Raums ist auch 
selbst wieder kompaktrelativ homologisch  $q$-endlich. 
\end{Beispiele}

\begin{Satz}\label{krLO} 
  Jeder lokal kompakte Hausdorffraum, der eine "Uberdeckung durch offene 
 kompaktrelativ homologisch endliche Teilmengen besitzt, ist bereits selbst 
 kompaktrelativ homologisch endlich. 
\end{Satz}
\begin{proof}
  Jedes Kompaktum kann durch endlich viele offene Teilmengen "uberdeckt werden.
Der Satz folgt so leicht aus dem anschlie"senden Lemma \ref{verK}. 
\end{proof}




% \begin{Lemma} 
% Sei $q\geq 0$ gegeben.
% Ist ein lokal kompakter
% Hausdorffraum  kompaktrelativ homologisch  $(q+1)$-endlich und besitzt darin
% jeder Punkt  eine offene  kompaktrelativ homologisch  $q$-endliche
% Umgebung, so ist bereits der ganze Raum kompaktrelativ homologisch 
%  $q$-endlich.\label{verK} 
% \end{Lemma}


\begin{Lemma} 
Sei $q\geq 0$ gegeben.
Ist ein lokal kompakter
Hausdorffraum "uberdeckt von zwei offenen
 kompaktrelativ homologisch  $q$-endlichen Teilmengen mit 
  kompaktrelativ homologisch  $(q+1)$-endlichem Schnitt, 
so ist bereits der ganze Raum kompaktrelativ homologisch 
 $q$-endlich.\label{verK} 
\end{Lemma}

\begin{proof}
%   Es reicht zu zeigen, da"s unter den gegebenen Voraussetzungen 
% die Vereinigung je zweier offener kompaktrelativ homologisch  $q$-endlicher Teilmengen wieder kompaktrelativ 
% homologisch $q$-endlich ist.
Sei  $X$ unser Raum und seien $V_1, V_2 \co X$ zwei 
kompaktrelativ homologisch $q$-endliche offene
Teilmengen mit Vereinigung $V_1 \cup V_2 =X$. 
Seien $K \subset W \co X$ 
gegeben mit $K$ kompakt. Es gilt zu zeigen, da"s das Bild von
\begin{equation*}
 \mathrm H_q (X,X \backslash W) \rightarrow \mathrm H_q (X,X\backslash K)
\end{equation*}
endlich erzeugt ist. Jeder Punkt von $K$ besitzt eine kompakte Umgebung, die
entweder ganz in $V_1 \cap W$ oder ganz in $V_2 \cap W$ liegt.
Wir finden also Kompakta $K_i \subset V_i \cap W$ mit $K = K_1 \cup K_2$.
Offensichtlich finden wir weiter $U_i \co X$ mit
\begin{equation*}
 K_i \subset U_i \subset \bar{U}_i \subset V_i \cap W
\end{equation*}
und $\bar{U}_i$ kompakt.
Mit der Abk"urzung $\mathrm H_q(\backslash Y)\pdef \mathrm H_q(X,X\backslash
Y)$
f"ur Teilmengen $Y\subset X$ 
 erhalten wir nun ein kommutatives Diagramm
\begin{displaymath}
 \xymatrix{
&{\mathrm H_q(\backslash K_1 \cup K_2) }&\ar[l] {\mathrm H_{q+1} ( \backslash K_1 \cap K_2)}\\
{\mathrm H_q ( \backslash \bar{U}_1) \oplus \mathrm H_q(\backslash \bar{U}_2)}&\ar[l] \ar[u]
{\mathrm H_q (\backslash\bar U_1 \cup \bar U_2)} & \ar[l]
{\mathrm H_{q+1} ( \backslash \bar U_1 \cap \bar U_2)}\ar[u]\\
\ar[u]{ \mathrm H_q ( \backslash W \cap V_1) \oplus \mathrm H_q ( \backslash W\cap V_2)} &\ar[u]\ar[l] 
{\mathrm H_q ( \backslash W)}
}
\end{displaymath}
Da $V_1$ und $V_2$ als kompaktrelativ homologisch  $q$-endlich angenommen waren, ist das Bild der linken Vertikale endlich erzeugt.
Da  $V_1\cap V_2$  kompaktrelativ homologisch $(q+1)$-endlich
angenommen war, ist auch das Bild der rechten Vertikale endlich erzeugt. 
Als Teil einer Mayer-Vietoris-Sequenz ist die mittlere Horizontale exakt.
Mit \ref{GEZZ} folgt dann, da"s auch die Verkn"upfung in der mittleren
 Vertikale endlich erzeugtes Bild hat.
\end{proof}






\begin{Korollar}[\textbf{ Variante zum Satz von Wilder}\index{Wilder, 
Satz von!lokale Variante}]
Jede Mannigfaltigkeit ist kompaktrelativ homologisch endlich.\label{WilderV} 
Allgemeiner ist ein Hausdorffraum, in denen jeder Punkt eine
offene Umgebung besitzt, die 
hom"oomorph ist zu einer offenen Teilmenge des Polyeders eines 
lokal endlichen
Simplizialkomplexes, stets
kompaktrelativ homologisch endlich.
\end{Korollar}

\begin{Bemerkunge}\label{vkrt}
  Nach \cite{HiPo} sind damit insbesondere separierte komplexe
  Variet"aten kompaktrelativ homologisch endlich.
\end{Bemerkunge}

% \begin{proof}
% Das folgt mit \ref{EEHH} beziehungsweise \ref{EEHHb} leicht aus 
% Satz \ref{krLO} 
% \end{proof}
% \begin{Bemerkunge}\label{KoWiV}
% Dasselbe gilt mit demselben Beweis auch f"ur Mannigfaltigkeiten
% mit Rand oder mit Ecken, ja mit \ref{EEHHb} 
% f"ur beliebige Hausdorffr"aume, in denen jeder Punkt eine
% offene Umgebung besitzt, die 
% hom"oomorph ist zu einer offenen Teilmenge des Polyeders eines 
% lokal endlichen
% Simplizialkomplexes. 
% \end{Bemerkunge}
% \begin{proof}[Beweis]
% Per Induktion "uber $q$ von oben 
%  mithilfe  des anschlie"senden Lemmas. Die Induktionsbasis liefert der
% Satz "uber hohe Homologie von Mannigfaltigkeiten \ref{HHM}. 
% \end{proof}













\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kronecker-Paarung f"ur lokal endliche Ketten}]
  Das Auswerten von Koketten auf Ketten induziert f"ur jeden topologischen
  Raum $X$ eine Kettenabbildung
  \begin{equation*}
    \mathrm S_!^\ast X \otimes \mathrm S^! X \rightarrow \mathbb Z [0]
  \end{equation*}
  In der Tat, gegeben eine Kokette mit kompaktem Tr"ager gibt es ein Kompaktum
  $K \subset X$ derart, dass unsere Kokette nur auf solchen Simplizes von Null
  verschieden ist, die $K$ treffen.  Gegeben eine lokal endliche Kette besitzt
  aber jeder Punkt von $K$ eine Umgebung derart, dass nur endlich viele
  Simplizes, die diese Umgebung treffen, in unserer Kette mit Null
  verschiedenem Koeffizienten auftauchen.  Endlich viele dieser Umgebungen
  "uberdecken $K$, weshalb unser Auswerten oben nur zu endlichen Summen
  f"uhrt.
% Unsere Paarung liefert nat"urlich einen 
% Homomorphismus $\mathrm S^\ast_! X \rightarrow (\mathrm S^! X)^\ast$
% und  folglich Homomorphismen
% \begin{equation*}
%  \mathrm H^q_! (X) \rightarrow \mathrm H^!_q (X)^\ast
% \end{equation*}
% von der Kohomologie mit
%  kompaktem Tr"ager  in den Dualraum der Borel-Moore-Homologie.
Unsere Paarung f"uhrt wie in \ref{KPI} zu  Paarungen 
\begin{equation*}
\mathrm H^q_! (X)\times \mathrm H^!_q (X) \rightarrow \DZ
\end{equation*}
von der Kohomologie mit
 kompaktem Tr"ager mit der  Borel-Moore-Homologie.\label{kpV} 
Analoges gilt mit Koeffizienten in einem beliebigen  Ring. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Satz}[\textbf{Singul"are Borel-Moore-Homologie als Dualraum}]
 Ist $k$ ein K"orper und $X$ eine separable Mannigfaltigkeit, 
so liefern die eben konstruierten
Abbildungen Isomorphismen\label{BMHD} 
\begin{equation*}
\mathrm H^!_q (X;k) \overset{\sim}{\rightarrow} \mathrm H_!^q (X;k)^\ast
\end{equation*}
zwischen der Borel-Moore-Homologie und dem Dualraum der 
Kohomologie mit kompaktem Tr"ager.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Der Satz gilt mit demselben Beweis f"ur jeden separablen lokal kompakten 
Hausdorffraum, der kompaktrelativ homologisch 
 endlich ist im Sinne von \ref{vern}. 
Insbesondere gilt er nach \ref{vkrt} also f"ur separierte komplexe Variet"aten.
\end{Bemerkungl}


\begin{proof}
In diesem Beweis meinen wir  stets K"orperkoeffizienten, ohne das
in den Notationen nochmals besonders hervorzuheben. 
 F"ur jeden lokal kompakten Hausdorffraum $X$ sind nach \ref{BMLL} unsere
nat"urlichen Abbildungen Isomorphismen  
$
\mathrm S^! X \sira\varprojlim\mathrm S (X, X \backslash K)
$, wobei der inverse Limes "uber alle Kompakta $K\subset X$ zu bilden ist. 
  Wie beim Beweis von \ref{GBM} finden wir eine
  "Uberdeckung von $X$ durch eine aufsteigende Folge von offenen Teilmengen
  mit kompaktem Abschlu"s $U_0 \subset U_1 \subset \ldots \subset X$, und da
  die $\bar{U}_i$ final sind im System aller Kompakta von $X$, ist die
  offensichtliche Abbildung ein Isomorphismus
  \begin{equation*} {\op{S}}^! X \;\overset{\sim}{\rightarrow} \;\varprojlim_i
    {\op{S}} (X, X \backslash \bar{U}_i)
  \end{equation*}
von Komplexen.
Nun hat das inverse System  von Komplexen 
rechts surjektive Sys\-tem\-morphismen.
Unsere Variante zum Satz von Wilder \ref{WilderV} zeigt, da"s die von 
${\op{S}}_q (X, X \backslash \bar{U}_{i+1})
\sra {\op{S}}_q (X, X \backslash \bar{U}_i)$ auf der
Homologie induzierten Abbildungen endlich erzeugte Bilder haben. 
Da wir hier mit Koeffizienten in einem K"orper arbeiten,
zeigt dann \ref{QILcc}, da"s die offensichtlichen Abbildungen
Isomorphismen  
\begin{equation*} \mathrm H_q^! X \;\overset{\sim}{\rightarrow} \;\varprojlim_i
    \mathrm H_q (X, X \backslash \bar{U}_i)
  \end{equation*}
induzieren. Nun sind die Bilder von ${\op{H}}_q (X, X \backslash \bar{U}_{i+1})
\ra {\op{H}}_q (X, X \backslash \bar{U}_i)$ wie bereits erw"ahnt
endlichdimensional. Wir nennen sie $I_{q,i}$. Es ist klar, da"s die 
offensichtlichen Abbildungen Isomorphismen
\begin{equation*}\varprojlim_i
  I_{q,i} \;\overset{\sim}{\rightarrow} \;\varprojlim_i
    \mathrm H_q (X, X \backslash \bar{U}_i)
  \end{equation*}
liefern. Nun identifiziert man
die Bilder von ${\op{H}}^q (X, X \backslash \bar{U}_{i})
\ra {\op{H}}^q (X, X \backslash \bar{U}_{i+1})$
leicht mit den Dualr"aumen $I_{q,i}^\ast$ und erkennt unschwer, da"s
 die 
offensichtlichen Abbildungen auch Isomorphismen
\begin{equation*}\varinjlim_i
  I_{q,i}^\ast \;\overset{\sim}{\rightarrow} \;\varinjlim_i
    \mathrm H^q (X, X \backslash \bar{U}_i)
  \end{equation*}
liefern. Die rechte Seite kann hier in nat"urlicher Weise mit
der Kohomologie mit kompaktem Tr"ager  $\mathrm H^q_! X$
identifiziert werden. So erhalten wir schlie"slich nat"urliche Isomorphismen
\begin{equation*}(\mathrm H^q_! X)^\ast \;\sira \;(\varinjlim_i
  I_{q,i}^\ast)^\ast\;\sira\; \varprojlim_i
  I_{q,i}^{\ast\ast}\;\sira\; \varprojlim_i
  I_{q,i}\;\sira \;\mathrm H_q^! X \end{equation*}
Das etwas unangenehme Pr"ufen der Tatsache, da"s diese Verkn"upfung
von Isomorphismen genau die Abbildung aus dem Satz ist, bleibe dem Leser
"uberlassen. 
\end{proof}


\begin{Satz}[\textbf{Kohomologie mit kompaktem Tr"ager und Orientierung}]
    Gegeben eine $n$-Mannigfaltigkeit $X$ 
liefert die im Beweis konstruierte Abbildung einen
    Isomorphismus zwischen dem Dualraum ihrer $n$-ten Kohomologie mit
    kompaktem Tr"ager mit rationalen Koeffizienten und dem Raum der
    globalen Schnitte ihrer Orientierungsgarbe\label{KKTM}
$$ {\op{H}}^{n}_!(X;\Bbb{Q})^*\sira \Gamma(X;\op{or}_X(\DQ))$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Sp"ater werden wir allgemeinere Aussagen in dieser Richtung 
als Verdier-Dualit"at kennenlernen. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Per definitionem gilt $ {\op{H}}^{n}_!(X;\Bbb{Q})=
\varinjlim_K{\op{H}}^{n}(X, X\backslash K;\Bbb{Q})$ 
mit dem Limes "uber alle Kompakta $K\subset X$. 
Wir folgern Isomorphismen
 $$ \begin{array}[b]{lll}
     {\op{H}}^{n-1}_!(X;\Bbb{Q})^*&\sira&\varprojlim_K {\op{H}}^{n-1}(X, X\backslash K;\Bbb{Q})^\ast\\
&\sira&\varprojlim_K {\op{H}}_{n-1}(X, X\backslash K;\Bbb{Q})\text{ nach \ref{UBDS} und \ref{WilderV}}\\
&\sira&\varprojlim_K \Gamma(K;\op{or}_X(\DQ))\text{ nach \ref{NNN}}\\
&\sira& \Gamma (X;\op{or}_X(\DQ))\end{array} \qedhere$$
\end{proof}




\subsection{Poincar\'{e}-Dualit"at}\label{PDD}



\begin{Bemerkungl}\label{COr}
Ist $M$ eine $n$-Mannigfaltigkeit und $\omega$ eine Orientierung auf $M$,
so definiert $\omega$ nach \ref{HHM}
f"ur alle kompakten Teilmengen $K \subset M$ ein Element
$\omega_{K} \in
{\op{H}}_{n}(M,M\backslash K)$, das cap-Produkt mit 
$\omega_{K}$ liefert nach \ref{capr} Abbildungen
$\cap\omega_{K}  :{\op{H}}^{q} (M,M\backslash K) \ra {\op{H}}_{n-q} M$,
und durch "Ubergang zum direkten Limes mithilfe von \ref{cpq}
erhalten wir Abbildungen
$$\cap\omega  : {\op{H}}^{q}_{!} M \ra {\op{H}}_{n-q} M$$
Wir nennen sie das {\bf partielle Auswerten auf dem Fundamentalzykel}.
Sie sind  vertr"aglich sind mit dem "Ubergang zu offenen Teilmengen von $M$.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkunge}[\textbf{Poincar\'{e}-Dualit"at mit lokal endlichen Ketten}]
  Gegeben ein topologischer Raum $X$ 
liefert unsere Formel \ref{Excap} f"ur das cap-Produkt 
auch eine 
  Kettenabbildung
  $${\op{S}}_!^{\ast} X \otimes {\op{S}}^!X \ra {\op{S}}X$$
Wir notieren auch diese Verkn"upfung
  $b \otimes z \mapsto b \cap z$
  und nennen sie ein 
{\bf cap-Produkt}.\index{cap-Produkt!mit lokal endlicher Kette}
 Ist\label{SiPoi} $(M,\omega)$ 
eine separable orientierte $n$-Mannigfaltigkeit, 
so k"onnen wir
  das Auswerten auf dem Fundamentalzykel im Sinne von \ref{COr}, das nach
  \ref{APD} den Isomorphismus der Poincar\'{e}-Dualit"at 
liefert, als den Effekt
  auf der Kohomologie einer und jeder Kettenabbildung
  $$\cap\omega:{\op{S}}_!^{\ast} M [n]\ra {\op{S}}M$$
  interpretieren, die mit diesen Begriffsbildungen nun in
der Tat durch das
  Darancappen eines und jedes Repr"asentanten  $\omega\in {\op{S}}^!M$ des
  Fundamentalzykels gegeben wird. Die Wahl eines anderen Repr"asentanten f"uhrt
  offensichtlich zu einer homotopen Kettenabbildung und liefert folglich
dieselbe Abbildung auf der Kohomologie.
\end{Bemerkunge}
\begin{Satz}[\textbf{Allgemeine Poincar\'{e}-Dualit"at}]
Gegeben\index{Poincar\'{e}-Dualit"at!allgemeine} 
eine orientierte  $n$-Man\-nig\-faltig\-keit $M$
mit Orientierung $\omega$\label{APD} 
induziert das partielle Auswerten auf
dem Fundamentalzykel $\cap\omega $ aus \ref{COr} 
f"ur alle $q$ Isomorphismen
$$\cap\omega  : {\op{H}}^{q}_{!}M \sira {\op{H}}_{n-q}M$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}\label{SPD}
Dieser Satz gilt mit demselben Beweis f"ur Koeffizienten in einem
beliebigen kommutativen Ring.
Gilt in unserem Ring $1+1=0$, so ben"otigt man noch nicht einmal
die Voraussetzung der Orientierbarkeit. Betrachten wir den Fall rationaler
Koeffizienten und nehmen $q=n$ und gehen auf beiden Seiten zum 
Dualraum "uber, so erhalten wir einen Spezialfall unseres Isomorphismus
\ref{KKTM}.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}[\textbf{Schnittpaarung und Poincar\'e-Dualit"at, Variante}]
Der Isomorphismus der allgemeinen Poincar\'e-Dualit"at 
ist meiner Anschauung kaum zug"anglich.
Er
liefert  jedoch im Verbund mit unserer Variante der Kronecker-Paarung
$\mathrm H^q_! (X)\times \mathrm H^!_q (X) \rightarrow \DZ$ 
aus \ref{kpV}  eine wohlbestimmte Paarung
\begin{displaymath}
      \begin{array}{ccc}
        \mathrm H_{n-q}(M) \times \mathrm H^!_q(M)& \rightarrow &\mathbb Z\\
        (\zeta\;,\; \xi) \;\;\;& \mapsto & \zeta \cdot \xi
      \end{array}
    \end{displaymath}
Diese Paarung oder vielmehr ihr Analogon 
mit K"orperkoeffizienten liefert im Fall einer separablen Mannigfaltigkeit 
nach \ref{BMHD} einen Isomorphismus der  Borel-Moore-Homologie
 mit dem Dualraum der Homologie im komplement"aren Grad und 
 kann anschaulich
in Verallgemeinerung von
\ref{SPoD} wieder als Schnittpaarung interpretiert werden.   
Genauer kann man folgendes zeigen: 
Gegeben eine orientierte abgeschlossene $q$-dimensionale Untermannigfaltigkeit 
$X\As M$, also eine abgeschlossene Teilmenge, die mit der Spurtopologie eine
$q$-dimensionale Mannigfaltigkeit ist und die als solche mit einer Orientierung
versehen ist, erhalten  wir ja nach \ref{FuBM} einen Fundamentalzykel 
$\omega_X \in \mathrm H^!_qX$, dessen Bild in der Homologie von $M$ wir
kurzerhand $\omega_X \in \mathrm H^!_q M$ notieren.
Gegeben eine orientierte kompakte $(n-q)$-dimensionale Untermannigfaltigkeit 
$Y\subset M$ erhalten  wir bereits nach \ref{FZ}  einen Fundamentalzykel 
$\omega_Y \in \mathrm H_{n-q}Y$, dessen Bild in der Homologie von $M$ wir
 $\omega_Y\in \mathrm H_{n-q} M$ notieren.
Es m"ogen nun  $X \As M$ und $Y \subset M$
     endlichen Schnitt $|X \cap Y| < \infty$ haben.
Wir nehmen zus"atzlich an, da"s es um jeden Punkt $s \in X \cap Y$ 
    eine offene Umgebung $U \co M$ und einen 
Hom"oomorphismus $U
    \overset{\sim}{\rightarrow} \mathbb R^n$ gibt,
unter dem  die von $M$ auf $U$ induzierte
Orientierung  der Standardorientierung des $\DR^n$ 
entspricht, und  Hom"oomorphismen $X \cap U
    \overset{\sim}{\rightarrow} \mathbb R^q \times 0$ und $Y \cap U
    \overset{\sim}{\rightarrow} 0\times \mathbb R^{n-q}$ induziert.  
Erkl"aren wir
    schlie"slich die Vorzeichen $\epsilon (s), \eta (s)$ dadurch, da"s sie
    angeben, ob unsere letzten beiden Hom"oomorphismen die 
vorgegebenen Orientierungen auf $X,
    Y$ mit den Standardorientierungen auf $\mathbb R^q, \mathbb R^{n-q}$
    identifizieren oder nicht, so gilt f"ur die Paarung 
der  zu $X$ und $Y$ geh"origen Fundamentalzykel $\omega_X$ und $\omega_Y$
die Formel
  \begin{Bild} 
 \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildPoA}\\[4mm]
 \noindent
Ein Zykel und ein Borel-Moore-Zykel in einer offenen Teilmenge der Ebene.
Je nach Wahl der Orientierung der Ebene ist 
in diesem Fall die Schnittzahl $\pm 1$.
\end{Bild}
   \begin{equation*}
      \omega_X \cdot \omega_Y = \sum_{s \in X \cap Y} \epsilon (s) \eta (s)
    \end{equation*}
 Die durch diese Eigenschaft ausgezeichnete Paarung hei"st wieder
eine {\bf Schnittpaarung}\index{Schnittpaarung}. 
Der Nachweis der hier aufgestellten Behauptungen wird uns allerdings noch
lange besch"aftigen.
\end{Bemerkunge}


 

\begin{proof}[Beweis] Wir beginnen den Beweis mit einem Lemma.
\begin{Lemma}
Sind $U, V \subset M$ offen und gilt der Satz f"ur die
$n$-Mannig\-fal\-tig\-keiten\label{hilL} $U, V$ und $U\cap V$, 
so gilt er auch f"ur
$U \cup V$.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Das folgt sofort mit dem F"unferlemma aus dem Diagramm
$$\begin{array}{cccccccc}
\scriptstyle{\ldots \ra} &\scriptstyle{ {\op{H}}^{q}_{!} (U\cap V)}& \scriptstyle{\ra}
&\scriptstyle{{\op{H}}^{q}_{!} U\oplus {\op{H}}^{q}_{!}V} &\scriptstyle{\ra} &
\scriptstyle{{\op{H}}^{q}_{!}(U\cup V) }&\scriptstyle{\ra} & \scriptstyle{{\op{H}}^{q+1}_{!}
(U\cap
V)\ra}\\
& \scriptstyle{\downarrow} & &\scriptstyle{\downarrow} & &
\scriptstyle{\downarrow} & & \scriptstyle{\downarrow} \\
\scriptstyle{\ldots \ra} & \scriptstyle{{\op{H}}_{n-q}(U\cap V)}& \scriptstyle{\ra
}&\scriptstyle{ {\op{H}}_{n-q}U\oplus
{\op{H}}_{n-q}V} &
 \scriptstyle{\ra }&
\scriptstyle{{\op{H}}_{n-q}(U\cup V)} & \ra &\scriptstyle{ {\op{H}}_{n-q-1}(U\cap V)}
\scriptstyle{\ra }
\end{array}$$
sobald wir zeigen k"onnen, da"s dies Diagramm kommutativ ist.
Es reicht, f"ur beliebige kompakte $K \subset U$ und $L\subset V$ die
Kommutativit"at des Diagramms zu zeigen, das man
erh"alt, wenn man die obere Zeile durch die entsprechende relative
Mayer-Vietoris-Sequenz ersetzt.
Wir k"urzen $U \cup V=X$ ab und bezeichnen die offene
"Uberdeckung $X \backslash  (K\cap L)= (X \backslash  K) \cup (X\backslash L)$ mit $\cal{V}$.
Die kurze exakte Sequenz auf den singul"aren Ketten
$${\op{S}}(X\backslash K \cup L) \hookrightarrow {\op{S}} (X \backslash K) \oplus {\op{S}} (X\backslash L)
\twoheadrightarrow {\op{S}}^{\cal{V}} (X \backslash  K \cap L)$$
liefert durch Dualisieren die oberste Horizontale im folgenden
gro"sen kommutativen Diagramm:
$$\begin{array}{ccccc}
\scriptstyle{{\op{S}}^{\ast}_{\cal{V}} (X \backslash  K\cap L)}&\scriptstyle{\hookrightarrow
}&\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast}(X\backslash K)\oplus
{\op{S}}^{\ast}(X\backslash L) }&\scriptstyle{ \twoheadrightarrow }&\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast} (X\backslash K
\cup L)} \\ \scriptstyle{
\uparrow }&\scriptstyle{ }&\scriptstyle{ \uparrow }&\scriptstyle{
}&\scriptstyle{ \uparrow } \\ \scriptstyle{
{\op{S}}^{\ast} (X) }&\scriptstyle{ \hookrightarrow }&\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast}X \oplus
{\op{S}}^{\ast} X }&\scriptstyle{
\twoheadrightarrow }&\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast}X} \\ \scriptstyle{
\uparrow }&\scriptstyle{ }&\scriptstyle{ \uparrow }&\scriptstyle{
}&\scriptstyle{ \uparrow } \\ \scriptstyle{
{\op{S}}^{\ast}_{\cal{V}} (X, X \backslash  K \cap L) }&\scriptstyle{ \hookrightarrow
}&\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast} (X ,
X \backslash K) \oplus {\op{S}}^{\ast}(X,X\backslash L) }&\scriptstyle{ \twoheadrightarrow
}&\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast}
(X,X\backslash K\cup L)}
\end{array}$$
Darin sind alle Vertikalen kurze exakte Sequenzen,  die untere linke Ecke
ist durch die Exaktheit
der vertikalen Sequenz definiert,
und die untere Zeile exakt ist nach dem Neunerlemma.
Die lange exakte Kohomologiesequenz dieser untersten Zeile ist
bis auf einige Identifikationen gerade unsere relative
Mayer-Vietoris-Sequenz der Kohomologie.
W"ahlen wir nun f"ur $\omega_{K\cup L}$ einen Repr"asentanten in
${\op{S}}_{n} X$, der fein ist bez"uglich der offenen "Uberdeckung $X =
(V\backslash K) \cup (U\backslash L) \cup (U\cap V)$, und fassen die Kettenkomplexe der
singul"aren Ketten auf als Kokettenkomplexe, die nur in Indizes
$\leq0$ leben, so definiert das cap-Produkt mit so einem
Repr"asentanten die vertikalen Morphismen eines kommutativen
Diagramms
$$\begin{array}{ccccc}
\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast}_{\cal{V}} (X,X\backslash K\cap L) }&\scriptstyle{ \hookrightarrow
}&\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast}(X,X\backslash K)
\oplus {\op{S}}^{\ast} (X,X\backslash L) }&\scriptstyle{\twoheadrightarrow }&\scriptstyle{
{\op{S}}^{\ast}(X,X\backslash K \cup
L)} \\ \scriptstyle{
\downarrow }&\scriptstyle{ }&\scriptstyle{ \downarrow }&\scriptstyle{
}&\scriptstyle{ \downarrow } \\ \scriptstyle{
S(U\cap V) }&\scriptstyle{\hookrightarrow }&\scriptstyle{ S U \oplus
SV}&\scriptstyle{ \twoheadrightarrow
}&\scriptstyle{{\op{S}}^{\cal{W}} (U \cup V)}
\end{array}$$
f"ur $\cal{W}$ die "Uberdeckung $X = U \cup V$ von $X$.
Das liefert dann das gesuchte kommutative Diagramm von langen
exakten Sequenzen.
\end{proof}\noindent
Jetzt gehen wir in mehreren Schritten von Spezialf"allen bis zur
allgemeinen Situation.
\\[2mm]\noindent
1.
Der Satz gilt f"ur $M = \Bbb{R}^{n} $.
Dann bilden ja die abgeschlossenen B"alle $D_{r}$  schon ein
finales System unter allen kompakten Teilmengen von $\Bbb{R}^{n}$
und $\cap \omega : {\op{H}}^{n} (\Bbb{R}^{n}, \Bbb{R}^{n} \backslash D_{r}) \ra
{\op{H}}_{0}(\Bbb{R}^{n}) = \Bbb{Z}$ ist schlicht das Auswerten einer
Kohomologieklasse
auf der Homologieklasse $\omega \in {\op{H}}_{n} (\Bbb{R}^{n},
\Bbb{R}^{n}\backslash
D_{r})$, also ein Isomorphismus f"ur  $0<r<\infty$.
\\[2mm]\noindent
2.
Der Satz gilt f"ur jede offene konvexe Teilmenge des $\DR^{n}$, denn so
eine Teilmenge ist schon hom"oomorph zu $\Bbb{R}^{n}$.
\\[2mm]\noindent
3.
Der Satz gilt f"ur jede endliche Vereinigung offener
konvexer Mengen in $\DR^{n}$.
Mit Induktion,  2 und Lemma \ref{hilL}.
\\[2mm]\noindent
4.
Ist $M$ eine aufsteigende Vereinigung von offenen Teilmengen $U_{i}$ und gilt
der Satz f"ur alle $U_{i}$, so gilt er auch f"ur $M$.
In der Tat gilt ${\op{H}}_{q}(M) = \varinjlim {\op{H}}_{q}(U_{i})$ und
${\op{H}}^{p}_{!} M = \varinjlim {\op{H}}^{p}_{!}(U_{i})$ nach den
"Ubungen \ref{LH} und \ref{LHC}.
\\[2mm]\noindent
5.
Der Satz gilt f"ur jede offene Teilmenge des $\DR^{n}$. In der Tat l"a"st
sie sich als abz"ahlbare Vereinigung offener B"alle schreiben.
\\[2mm]\noindent
6.
Der Satz gilt f"ur jede Mannigfaltigkeit.
In der Tat finden wir nach 4 und dem Zorn'schen Lemma eine maximale
offene Teilmenge, f"ur die der Satz gilt.
W"are sie nicht schon die ganze Mannigfaltigkeit, so k"onnten
wir sie nach Lemma \ref{hilL} und Schritt 5 noch durch eine Karte vergr"o"sern,
im Widerspruch zur Maximalit"at.
\end{proof}
\begin{Korollar}
Ist $t$ ein Erzeuger der zweiten Kohomologiegruppe ${\op{H}}^{2}\DP^{n}
\DC$, so liefert der offensichtliche Ringhomomorphismus einen
Isomorphismus
$$\Bbb{Z} [t]/ \langle t^{n+1}\rangle \sira {\op{H}}^{\ast} \DP^{n} \DC$$
\end{Korollar}
\begin{proof}[Beweis]
Es gilt zu zeigen, da"s das Produkt eines Erzeugers von ${\op{H}}^{2p}$
mit einem Erzeuger von ${\op{H}}^{2q}$ stets ein Erzeuger von ${\op{H}}^{2p+2q}$
ist. Im Fall $p+q =n$ folgt das aus \ref{SPP}.
Im Fall $p+q > n$ ist eh nichts zu zeigen. Im Fall $p+q = m < n$
verwendet man den nach \ref{HKPR} und \ref{KW}
surjektiven Ringhomomorphismus
${\op{H}}^{\ast} \DP^{n} \DC \twoheadrightarrow {\op{H}}^{\ast} \DP^{m} \DC$.
\end{proof}

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
Man definiere f"ur jeden Hausdorffraum ein cup-Produkt auf seiner
Kohomologie mit kompaktem Tr"ager. F"ur eine
Mannigfaltigkeit entspricht es nebenbei bemerkt unter dem Isomorphismus der
Poincar\'{e}-Dualit"at dem  anschaulichen Schnittprodukt auf
der Homologie.
\end{Ubung}






\subsection{Schnittzahlen}
\begin{Bemerkungl}\label{DSZa}
Sei $M$ eine kompakte orientierte
  $n$-Mannigfaltigkeit.
  F"ur zwei Homologieklassen komplement"arer Dimension $\al\in {\op{H}}_{q} M$
  und $\beta\in {\op{H}}_{n-q} M$  ist hoffentlich anschaulich
in etwa  klar, was ihre
  \glqq Schnittzahl\grqq\  sein sollte, die die Schnittpunkte von 
repr"asentierenden
  Zykeln \glqq in generischer Lage\grqq\  mit geeigneten, von der Orientierung
  abh"angigen Vorzeichen z"ahlt.  Mit dem Isomorphismus der
  Poincar\'{e}-Dualit"at \ref{APD} k"onnen wir unseren Homologieklassen 
 sicher  formal korrekt
eine Zahl $\al\cdot \beta\in\Bbb{Z}$ zuordnen wie folgt: Wir suchen 
einfach $a
  \in {\op{H}}^{n-q}M$ und $b \in {\op{H}}^{q}M$ mit $\al = a \cap \omega_{M}$
und  $\beta = b \cap \omega_{M}$ und setzen
  $$\al\cdot \beta =\langle a\cup b, \omega_{M}\rangle$$
  Dies sei   unsere Definition der
{\bf Schnittzahl}\index{Schnittzahl} der beiden Homologieklassen.
Der bald folgende Satz \ref{GiS} soll plausibel machen,
da"s die so definierte Zahl
die oben beschriebene
  geometrische Bedeutung hat. Dazu  braucht es jedoch einige Vorbereitungen.
\end{Bemerkungl}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/Bildbary}\\[4mm]
\noindent 
Ein Simplizialkomplex und gestrichelt eingezeichnet seine
baryzentrische Unterteilung. Die Ecken der baryzentrischen Unterteilung
mag man sich denken als die Schwerpunkte der nichtleeren Simplizes des 
urspr"unglichen Simplizialkomplexes, die Simplizes 
der baryzentrischen Unterteilung entsprechen den endlichen Ketten
in der partiell geordneten Menge der urspr"unglichen Simplizes.
\end{figure}
\begin{Bemerkungl}\label{bU}
  Gegeben ein Simplizialkomplex $\mathcal K = (E, \mathcal K)$ 
im Sinne von \eref{SKk}{TF} erkl"aren wir
  wie folgt einen neuen Simplizialkomplex, seine {\bf baryzentrische
    Unterteilung}\index{baryzentrische Unterteilung} $\check{\mathcal K} =
  (\check{E}, \check{\mathcal K})$: Als Ecken nehmen wir alle
  nichtleeren Simplizes des urspr"unglichen Komplexes, in Formeln $\check{E} =
  \{ s \in \mathcal K \mid s \neq \emptyset\}$.  Als Simplizes
  nehmen wir alle endlichen Ketten in der Menge
  $\check{E}$, die ja durch die Inklusionsrelation partiell geordnet ist,
also alle bez"uglich dieser partiellen Ordnung total geordneten 
endlichen Teilmengen.  Man
  erh"alt  einen Hom"oomorphismus zwischen den zugeh"origen  Polyedern
  \begin{equation*}
    \Delta (\check{\mathcal K}) \overset{\sim}{\rightarrow} \Delta (\mathcal K)
  \end{equation*}
  durch die Vorschrift, da"s jede Ecke $s \in \check E\subset \mathcal K$ auf
  den Schwerpunkt des vollen Simplex $\Delta (s) \subset \Delta (\mathcal
  K) $ abgebildet wird und  jeder volle Simplex von $\Delta
  (\check K)$ affin in denjenigen vollen Simplex von $\Delta (\mathcal K)$,
  der seiner gr"o"sten Ecke entspricht.  Jeder
  Simplex von $\check{\mathcal K}$ hat bereits eine offensichtliche Anordnung,
  in Bezug auf die wir von nun an den Komplex der ordnungsvertr"aglichen  
simplizialen
  Ketten ${\op{S}}^{\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})$ verstehen wollen,
  und die hoffentlich offensichtlichen Kettenabbildungen liefern
  Homotopie"aquivalenzen
  \begin{equation*} {\op{S}} \check{\mathcal K} \overset{\sim}{\rightarrow}
    {\op{S}}^{\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})\hri {\op{S}} \Delta
    (\mathcal K)
  \end{equation*}
Im Beweis von \ref{SH} hatten wir zwar ordnungsvertr"agliche
simpliziale Ketten nur  in Bezug auf eine totale Ordnung auf der
Menge aller Ecken 
eingef"uhrt, aber mit einer partiellen Ordnung, 
die 
auf allen Simplizes eine totale Ordnung induziert, geht es genauso.
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungl}\label{ffuzy}
  Sei nun unser Simplizialkomplex $\mathcal K$ eine Triangulierung einer  
kompakten  orientierten $n$-Mannigfaltigkeit.
Wir w"ahlen eine Anordnung $\leq$ auf der Menge $E$ der Ecken von $\mathcal
  K$.
Der Fundamentalzykel von $\Delta (\mathcal K)$  hat  
genau einen Repr"asentanten 
in den $n$-Simplizialketten und damit auch genau 
einen Repr"asentanten $\omega \in
  {\op{S}}^{\op{os}}_{n} \Delta (\mathcal K)$ in der
Gruppe der ordnungsvertr"aglichen 
simplizialen $n$-Ketten.
Nach \ref{FuZY} hat unser Fundamentalzykel  die Gestalt
  \begin{equation*}
    \omega = \sum_{s \in \mathcal K_n } \varepsilon (s) \langle s \rangle
  \end{equation*}
  f"ur wohlbestimmtes $\varepsilon : \mathcal K_n \rightarrow \{\pm 1\}$, 
wobei $\langle s \rangle$ wie im
Beweis von \ref{SH}
den zum $n$-Simplex $s$ geh"origen angeordneten $n$-Simplex 
bezeichnet. 
\end{Bemerkungl}

\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/Bilddz}\\[4mm]
\noindent 
Ein Ausschnitt einer triangulierten $2$-Mannigfaltigkeit.
Die Nummerierung der Ecken legt ihre Anordnung fest. Der Kreispfeil
daneben deutet die Orientierung an, der Fundamentalzykel hat also
die Gestalt 
$$\omega=\ldots +\langle\{ 1,2,3\}\rangle -\langle\{ 1,2,7\}\rangle +\ldots$$
Die duale Zelle zum 
$1$-Simplex $t=\{1,2\}$ besteht aus den beiden
Summanden $\check{u}=\{\{1,2\},\{1,2,3\}\}$ und 
 $\check{v}=\{\{1,2\},\{1,2,7\}\}$ und deren Vorzeichen sind
$\eta(\check{u})=-1$ und $\eta(\check{v})=1$, so da"s sich die duale Zelle zu 
$c(t)=\check{v}-\check{u}$ ergibt.
Im Bild habe ich die den ordnungsvertr"aglichen $1$-Ketten
$\langle t \rangle $ und $c(t)$ entsprechenden Simplizialketten
fett eingezeichnet.
\\[2mm]
Weiter besteht die  duale Zelle zum $0$-Simplex $\{6\}$ aus
$10$ Summanden, und ich habe im Bild  auch die der 
dualen Zelle zu dieser Ecke alias der 
ordnungsvertr"aglichen $2$-Kette
$c(\{6\})$ entsprechende Simplizialkette
durch Kreispfeile eingezeichnet.
\end{figure}

\begin{Bemerkungl}\label{duze}
  Gegeben ein $(n-q)$-Simplex 
$t\in \cal{K}_{n-q}$ definieren wir die zugeh"orige {\bf duale
    Zelle}\index{duale Zelle} $c(t)\in \op{S}_q^{\op{os}}\Delta
  (\check{{\mathcal K}})$ als die Summe
  $$c(t)=\sum \eta(\check{u}) \langle\check{u}\rangle$$
  "uber alle $q$-Simplizes
  $\check{u}\in\check{\cal{K}}_{q}$ mit $\check{u}_0=t$. Einen $q$-Simplex
  $\check{u} \in \check{\mathcal K}_q$ schreiben wir dazu als  echt
  aufsteigende Kette $\check{u}_0 \subsetneq \check{u}_1 \subsetneq \ldots
  \subsetneq \check{u}_q$ von nichtleeren 
Simplizes von $\mathcal K$, und wir summieren
  "uber alle Ketten, die mit 
dem $(n-q)$-Simplex $t$ beginnen.  Die $\eta(\check{u})=\pm 1$
sind gewisse  Vorzeichen, die 
wie folgt gegeben seien: Man betrachte die
  Ecken $u_1,\dots,u_q \in E$ des urspr"unglichen Komplexes mit $\check{u}_i =
  \check{u}_{i-1} \cup \{u_i\}$, so da"s also gilt $\check{u}_q = \check{u}_0
  \cup \{u_1,\dots,u_q\}$.  Sei $(s_0,s_1,\dots,s_n)$ die angeordnete
  Darstellung des $n$-Simplex $\check{u}_q$ und
  $(t_0,\ldots,t_{n-q})$ die angeordnete Darstellung des
  $(n-q)$-Simplex $t=\check{u}_0$ und $\tau\in {\cal S}_{n+1}$ die Permutation
  mit 
 $$ \begin{array}{lcl}
s_{\tau(0)}&=&t_0\\
\;\vdots&\vdots&\;\vdots\\ s_{\tau(n-q)}&=&t_{n-q}\\
 s_{\tau(n-q+1)} &=&
  u_1\\
\;\vdots&\vdots&\;\vdots\\
s_{\tau(n)} &=& u_q
\end{array}$$
So sei das fragliche Vorzeichen gegeben als $
  \eta(\check{u})=(-1)^{q(n-q)}\varepsilon(s)\op{sgn}(\tau)$.
\end{Bemerkungl}
 \begin{Bemerkungl}
   Diese dualen Zellen m"ogen mit ihren ganzen Vorzeichen unanschaulich
   wirken.
Der erste Teil des folgenden Satzes sollte hier jedoch der Anschauung helfen,
zeigt er doch, da"s die Vorzeichen jedenfalls stets so zusammenpassen, da"s
der Rand einer dualen Zelle eine Linearkombination
dualer Zellen ist. Das hat im Bild der Simplizialketten 
unter anderem 
die anschauliche Bedeutung,
da"s \glqq die einzelnen 
Simplizes einer dualen Zelle gerade so orientiert sind, da"s sich
die internen R"ander gegenseitig wegheben\grqq.
 \end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{Geometrische Interpretation der Schnittzahlen}]
   Sei der Simplizialkomplex $\mathcal K$ eine Triangulierung einer  
kompakten  orientierten $n$-Mannigfaltig\-keit $M$.\label{GiS}
Sei auf der Menge $E$ der Ecken von $\mathcal
  K$ eine Anordnung  gew"ahlt. So gilt:
  \begin{enumerate}
  \item 
Die von den dualen Zellen  im Sinne von \ref{duze}
erzeugten Untergruppen
${\op{C}}_q\subset \op{S}_q^{\op{os}}\Delta
  (\check{{\mathcal K}})$
bilden einen Unterkomplex ${\op{C}}\subset\op{S}^{\op{os}}\Delta
  (\check{{\mathcal K}})$ im Komplex der ordnungsvertr"aglichen
simplizialen Ketten der baryzentrischen Unterteilung $\check{{\mathcal K}}$ von 
$\mathcal K$, und die 
Einbettung dieses Unterkomplexes induziert auf allen
Homologiegruppen Isomorphismen $\cal{H}_q{\op{C}}\sira {\op{H}}_qM$.
\item
Wird %eine Homologieklasse 
$\alpha\in {\op{H}}_q M$ repr"asentiert 
durch einen \glqq simplizialen\grqq\  Zykel der Gestalt
%% $\sum_{t\in \cal{K}_{n-p}}\alpha_t \langle t\rangle \in 
%% {\op{S}}^{\op{os}}\Delta
%%   ({\mathcal K})$ 
$\sum_{t\in \cal{K}_{q}}\alpha_t \langle t\rangle \in 
{\op{S}}^{\op{os}}\Delta
  ({\mathcal K})$ 
und 
$\beta\in {\op{H}}_{n-q} M$ durch einen \glqq zellul"aren\grqq\   Zykel
der Gestalt 
%% $\sum_{t\in \cal{K}_{n-q}}\beta_t c(t) \in {\op{C}}_q$, 
$\sum_{t\in \cal{K}_{q}}\beta_t c(t) \in {\op{C}}_{n-q}$, 
so gilt f"ur ihre Schnittzahl
$$\alpha\cdot\beta=\sum_t \alpha_t \beta_t$$ 
  \end{enumerate}
 \end{Satz}

 \begin{proof}
 Zun"achst einmal erinnern wir die Definition der Schnittzahl:
Wir hatten dazu ja 
das $a\in {\op{H}}^{n-q} M$ bzw.  $b\in {\op{H}}^{q} M$
genommen mit $a\cap\omega_M=\alpha$ bzw. $b\cap\omega_M=\beta$
und dann 
unsere Schnittzahl als Kronecker-Paarung des cup-Produkts dieser
Kohomologieklassen mit dem Fundamentalzykel definiert, in Formeln
$\alpha\cdot\beta=\langle a\cup b, \omega_M\rangle$.
Mit der Adjunktionsformel \ref{Excap} 
erhalten wir daraus auch die alternative Darstellung  
$\alpha\cdot\beta=\langle a, \beta\rangle$.
Es reicht also, das Urbild $a$ von $\alpha$ unter dem
Isomorphismus der Poincar\'{e}-Dualit"at hinreichend explizit zu beschreiben.
Dazu m"ussen wir etwas weiter ausholen.
Gegeben ein Simplizialkomplex ${\mathcal K}$ liefert
  das baryzentrische Unterteilen 
ganz allgemein eine Homotopie"aquivalenz $
  {\op{S}} \mathcal K \hri {\op{S}} \check{\mathcal K} $ zwischen
den entsprechenden Komplexen von Simplizialketten. Genauer
  erh"alt man eine Injektion von der Menge  ${\cal K}_{q}^\leq$
aller angeordneten $q$-Simplizes 
von $\mathcal K$ in die  Menge $\check{\mathcal
    K}_q^\leq$ aller %ordnungsvertr"aglichen 
angeordneten $q$-Simplizes  von $\check{\mathcal
    K}$, indem man $\sigma : \{0, \ldots, q\} \hookrightarrow E$ abbildet auf
$\sigma^\vee : \{0, \ldots, q\} \hookrightarrow \check{E}$ gegeben durch
 $
    \sigma^\vee(i)=  \{ \sigma (0),
      \ldots, \sigma (i)\}.
  $
  Anschaulich gesprochen erhalten wir so \glqq alle $q$-Simplizes von
  $\check{\mathcal K}$, die in $q$-Simplizes von $\mathcal K$ liegen\grqq, und die
  Abbildung ${\cal K}^\leq_{q}\ra {\op{S}}_{q} \check{\mathcal K}$
gegeben durch
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildbAr}\\[4mm]
\noindent 
Ein angeordneter $3$-Simplex $\sigma$ 
und die sechs angeordneten $3$-Simplizes $\sigma\circ \pi$ 
mit Vorzeichen, deren Summe seine baryzentrische Unterteilung 
$b(\sigma)$ im Sinne des Beweises von \ref{GiS} repr"asentiert.
Die Kreispfeile sind eigentlich "uberfl"ussig und betonen nur 
die Reihenfolge der Ecken in den angeordneten $3$-Simplizes $\sigma\circ \pi$ 
und die Beziehung zum Signum der zugeh"origen Permutationen $\pi$.
\end{figure}
  \begin{equation*}
    \sigma \mapsto \sum_{\pi \in \mathcal {\cal{S}}_{q+1}} \op{sgn} 
    (\pi) (\sigma \circ \pi)^\vee
  \end{equation*}
  induziert eine Homotopie"aquivalenz $ b : {\op{S}} \mathcal K \hri
  {\op{S}} \check{\mathcal K}, $ die wir wieder  die
{\bf baryzentrische Unterteilung}
  nennen. Wenden wir auf
unseren Fundamentalzykel aus \ref{ffuzy} die baryzentrische
  Unterteilung an, so erhalten wir den Repr"asentanten
  \begin{equation*}
    \check{\omega} = \sum_{s \in \mathcal K_n ,\; \pi \in \mathcal S_{n+1}}
    \varepsilon (s) \op{sgn}(\pi) (\langle s \rangle \circ \pi)^\vee
  \end{equation*}
  des Fundamentalzykels in 
${\op{S}}_n^{\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})$. 
 Die weitere Argumentation wird ausgehen von einem Diagramm
der Gestalt
\begin{displaymath}
\xymatrix{
{\op{C}}^\ast [n]  \ar@{-->}[r] 
& {\op{S}}^{\op{os}} \Delta ({\mathcal K}) \ar[dd]^b\\
&\\
{\op{S}}^\ast_{ \op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})[n]
\ar[r]^{\cap \check{\omega}}  \ar@{-->}[uu] \ar@{-->}[uur] 
& {\op{S}}^{\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})
}
\end{displaymath}
Der Komplex ${\op{S}}^\ast_{\op{os}} \Delta
   (\check{\mathcal K})$ der ordnungsvertr"agliche simplizialen 
Koketten mitsamt
   einem Isomorphismus von Komplexen ${\op{S}}^\ast_{\op{os}} \Delta
   (\check{\mathcal K})\sira {\op{S}}^\ast \check{\mathcal K}$
   ist in derselben Weise erkl"art wie  der Komplex 
der ordnungsvertr"agliche simplizialen 
Ketten in \ref{bU}.
Die durchgezogenen Pfeile sind uns bereits bekannt,
die rechte Vertikale ist modulo unserer Identifikation von Simplizialketten
mit ordnungsvertr"aglichen simplizialen Ketten das baryzentrische 
Unterteilen,
die untere Horizontale die Restriktion auf
ordnungsvertr"agliche simpliziale Ketten
unserer Poincar\'{e}-Dualit"at  aus \ref{APD}.
Unser Ziel ist die
Erg"anzung durch Kettenabbildungen wie durch die gestrichelten Pfeile 
angedeutet
zu einem kommutativen Diagramm von Homotopie"aquivalenzen, dessen
obere Horizontale dann 
die geometrische Bedeutung des Dualit"ats-Isomorphismus klar
macht.  Als ersten Schritt in diese Richtung behaupte ich, da"s die
durch $\cap
\check{\omega}$ gegebene Kettenabbildung wie durch 
den schr"agen gestrichelten Pfeil
angedeutet "uber unsere baryzentrische 
Unterteilung $b$ faktorisiert.  
 Ein
  $q$-Simplex $\check{u} \in \check{\mathcal K}_q$ ist ja per definitionem
eine echt aufsteigende
  Kette $\check{u}_0 \subsetneq \check{u}_1 \subsetneq \ldots
  \subsetneq \check{u}_q$ von Simplizes von $\mathcal K$.
Die zugeh"origen $\langle \check{u} \rangle$ bilden 
eine ${\mathbb Z}$-Basis von $\op{S}_q^{\op{os}}\Delta
(\check{{\mathcal K}})$ und die zugeh"origen 
Linearformen bilden eine ${\mathbb Z}$-Basis
$\langle \check{u} \rangle^*$ von
$\op{S}_{\op{os}}^q \Delta (\check{{\mathcal K}})$.
F"ur das cap-Produkt $\langle \check{u}\rangle^* \cap \check{\omega}$ 
mit dem Fundamentalzykel
erhalten wir nach \ref{Excap} die Darstellung
\[ \langle \check{u} \rangle^* \cap \check{\omega} 
= (-1)^{q(n-q)} \!\!\!\!\sum_{s \in {\mathcal K}_n,\; 
 \pi \in {\mathcal S}_{n+1} } \!\!\!\!\varepsilon(s)\op{sgn}(\pi)
\langle \langle \check{u} \rangle^*, 
(\langle s\rangle \circ \pi)^\vee  \rho^q \rangle \;
(\langle s\rangle \circ \pi)^\vee  \lambda^{n-q} \]
Insbesondere ist die rechte Seite nur dann 
nicht Null, wenn $\check{u}$ die Gestalt $\check{u}_0\subsetneq
 \ldots \subsetneq \check{u}_q$ 
hat mit $\check{u}_0 \in {\mathcal K}_{n-q}$ 
und dann nat"urlich auch $\check{u}_i \in {\mathcal K}_{n-q+i}$ 
f"ur alle $i$. 
Seien nun $u_1,\dots,u_q \in E$ die Ecken des urspr"unglichen Komplexes mit 
$\check{u}_i = \check{u}_{i-1} \cup \{u_i\}$, 
so da"s also gilt $\check{u}_q = \check{u}_0 \cup \{u_1,\dots,u_q\}$.
Sei $s = (s_0,s_1,\dots,s_n)$ die angeordnete Darstellung des
$n$-Simplex $s$.
Auf der rechten Seite liefert nur $s = 
\check{u}_q \in {\mathcal K}_n$ von Null 
verschiedene Beitr"age, und zwar nur f"ur 
$\pi \in {\mathcal S}_{n+1}$ mit 
$s_{\pi(n-q+1)} = u_1,\dots,s_{\pi(n)} = u_q$, 
und f"ur diese ist der Gesamtbeitrag 
bis auf ein Vorzeichen gerade
\[ b(\check{u}_0)=\sum_{{\kappa} \in {\mathcal S}_{n-q+1}} 
\op{sgn}({\kappa}) (\langle \check{u}_0 
\rangle \circ {\kappa} )^\vee   \]
Das zeigt schon einmal, dass $\cap \check{\omega}$ wie 
behauptet "uber $b$ faktorisiert und liefert 
den Pfeil schr"ag nach oben. 
Um auch das Vorzeichen anzugeben, betrachten wir die angeordnete Darstellung
$\check{u}_0=(v_0,\ldots,v_{n-q})$ und die Permutation
$\tau\in {\cal S}_{n+1}$ mit $s_{\tau(0)}=v_0,\ldots,
s_{\tau(n-q)}=v_{n-q}, s_{\tau(n-q+1)} = u_1,\dots,s_{\tau(n)} = u_q$,
finden f"ur das fragliche Vorzeichen die Darstellung
$ \eta(\check{u})=(-1)^{q(n-q)}\varepsilon(s)\op{sgn}(\tau)$
und erhalten 
%f"ur $\check{u} \in \check{{\mathcal K}}^\leq_q$ die Formel
f"ur $\check{u} \in \check{{\mathcal K}}_q$ die Formel
$$ \langle\check{u}\rangle^* \cap \check{\omega} = \left\{ \begin{array}{cl}
\eta(\check{u}) b(\check{u}_0) & \mbox{falls }
\check{u}_0 \in {\mathcal K}_{n-q}; 
\\[2mm]
0 & \mbox{sonst.} \end{array} \right. $$
Bilden wir  den Quotienten ${\op{C}}^\ast$ 
von ${\op{S}}^\ast_{\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})$ 
nach den $\langle\check{u}\rangle^*$ 
mit $\check{u}_0 \not\in {\mathcal K}_{n-q}$ sowie den 
$\eta(\check{u}) \langle\check{u}\rangle^* - 
\eta(\check{v})\langle\check{v}\rangle^*$ mit 
$\check{u}_0 = \check{v}_0$, so faktorisiert 
unser $\cap\check{\omega}$ weiter und liefert, wie man leicht sieht,
 einen Isomorphismus von Kettenkomplexen
$$ {\op{C}}^\ast [n]
\stackrel{\sim}{\rightarrow} {\op{S}}^{\op{os}}\Delta({\mathcal K}) $$
unter Verwendung unserer Konvention \ref{KEE}.
Man kann in dieser Weise sogar einen Beweis der Poincar\'{e}-Dualit"at
im triangulierbaren Fall geben, wof"ur dann allerdings 
noch gezeigt werden mu"s, da"s die linke Vertikale unseres
Diagramms Isomorphismen auf der Homologie induziert.
Da wir aber vielmehr an der anschaulichen Bedeutung der Poincar\'{e}-Dualit"at
interessiert sind, drehen wir den Spie"s um und folgern aus 
der Poincar\'{e}-Dualit"at \ref{APD}, da"s die linke Vertikale unseres
Diagramms 
${\op{S}}^\ast_{\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})
\sra {\op{C}}^\ast $
Isomorphismen auf der Kohomologie induziert.
Nach \ref{HKH} ist sie also eine Homotopie"aquivalenz und unser
ganzes Diagramm besteht aus Homotopie"aquivalenzen.
Gehen wir nun in dieser linken Vertikale zu den dualen Komplexen 
"uber, so erhalten wir offensichtlich genau den 
Unterkomplex ${\op{C}}\subset\op{S}^{\op{os}}\Delta
  (\check{{\mathcal K}})$ aus dem ersten Teil unseres Satzes \ref{GiS},
und damit ist auch dieser erste Teil bereits bewiesen.
Des weiteren sehen wir, da"s f"ur
$t\in \cal{K}_{n-q}$ und $\langle t\rangle$ der zugeh"orige angeordnete
Simplex seine baryzentrische Unterteilung $b(\langle t\rangle)$ genau
ein Urbild hat unter $\cap\check{\omega}$, und da"s dieses 
Urbild auf der dualen Zelle $c(t)$ den Wert Eins annimmt und auf allen 
anderen dualen Zellen den Wert Null.
Daraus folgt dann auch der zweite Teil des Satzes.
\end{proof}






\subsection{Anschauung im nichtkompakten Fall}\label{AbHp}

\begin{Bemerkungl}\emph{Sp"ater!}
  In derselben Weise erkl"aren wir die Komplexe ${\op{S}}^{!\op{os}} \Delta
  (\check{\mathcal K})$ 
  bzw.  ${\op{S}}^\ast_{!\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})$ mitsamt
  Isomorphismen von Komplexen nach ${\op{S}}^{!} \check{\mathcal K}$ 
bzw.  ${\op{S}}^\ast_{!} \check{\mathcal
    K}$.
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}
  Sei nun unser Simplizialkomplex $\mathcal K$ eine Triangulierung einer nicht
  notwendig kompakten separablen orientierten $n$-Mannigfaltigkeit.
Wir w"ahlen eine Anordnung $\leq$ auf der Menge $E$ der Ecken von $\mathcal
  K$.
Der Fundamentalzykel von $\Delta (\mathcal K)$ im Sinne von
\ref{FZbm} hat wegen \ref{SiIB} genau einen Repr"asentanten 
in den Borel-Moore-Simplizialketten und damit auch genau 
einen Repr"asentanten $\omega \in
  {\op{S}}^{!\op{os}}_{n} \Delta (\mathcal K)$ in der
in hoffentlich offensichtlicher Weise definierten 
Gruppe der ordnungsvertr"aglichen 
simplizialen Borel-Moore-$n$-Ketten.
Nach \ref{FuZY} hat er Gestalt
  \begin{equation*}
    \omega = \sum_{s \in \mathcal K_n } \varepsilon (s) \langle s \rangle
  \end{equation*}
  f"ur wohlbestimmtes $\varepsilon : \mathcal K_n \rightarrow \{\pm 1\}$ 
mit $\langle s \rangle$ 
dem zum $n$-Simplex $s$ geh"origen angeordneten $n$-Simplex wie im
Beweis von \ref{SH}. Wenden wir darauf die baryzentrische
  Unterteilung an, so erhalten wir den Repr"asentanten
  \begin{equation*}
    \check{\omega} = \sum_{s \in \mathcal K_n ,\; \pi \in \mathcal S_{n+1}}
    \varepsilon (s) \op{sgn}(\pi) (\langle s \rangle \circ \pi)^\vee
  \end{equation*}
  des Fundamentalzykels in 
${\op{S}}_n^{!\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})$. 
Die weitere Argumentation wird ausgehen vom Diagramm
\begin{displaymath}
\xymatrix{
{\op{C}}^\ast_{!} \Delta (\check{\mathcal K})[n]  \ar@{-->}[r] 
& {\op{S}}^{\op{os}} \Delta ({\mathcal K}) \ar[dd]^b\\
&\\
{\op{S}}^\ast_{! \op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})[n]
\ar[r]^{\cap \check{\omega}}  \ar@{-->}[uu] \ar@{-->}[uur] 
& {\op{S}}^{\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})
}
\end{displaymath}
Die durchgezogenen Pfeile sind uns bereits bekannt,
die rechte Vertikale ist modulo unserer Identifikation von Simplizialketten
mit ordnungsvertr"aglichen simplizialen Ketten das baryzentrische 
Unterteilen,
die untere Horizontale die Restriktion auf
ordnungsvertr"agliche simpliziale Ketten
unserer Poincar\'{e}-Dualit"at auf singul"aren Ketten aus \ref{SiPoi}.
Unser Ziel ist die
Erg"anzung durch Kettenabbildungen wie durch die gestrichelten Pfeile 
angedeutet
zu einem kommutativen Diagramm von Homotopie"aquivalenzen, dessen
obere Horizontale dann 
die geometrische Bedeutung des Dualit"ats-Isomorphismus klar
macht.  Als ersten Schritt in diese Richtung behaupte ich, da"s die
durch $\cap
\check{\omega}$ gegebene Kettenabbildung wie durch 
den schr"agen gestrichelten Pfeil
angedeutet "uber unsere baryzentrische 
Unterteilung $b$ faktorisiert.  
 Ein
  $q$-Simplex $\check{u} \in \check{\mathcal K}_q$ ist ja per definitionem
eine echt aufsteigende
  Kette $\check{u}_0 \subsetneqq \check{u}_1 \subsetneqq \ldots
  \subsetneqq \check{u}_q$ von Simplizes von $\mathcal K$.
Die zugeh"origen $\langle \check{u} \rangle$ bilden 
eine ${\mathbb Z}$-Basis von $\op{S}_q^{\op{os}}\Delta
(\check{{\mathcal K}})$ und die zugeh"origen 
Linearformen bilden eine ${\mathbb Z}$-Basis
$\langle \check{u} \rangle^*$ von
$\op{S}_{!\op{os}}^q \Delta (\check{{\mathcal K}})$.
F"ur das cap-Produkt $\langle \check{u}\rangle^* \cap \check{\omega}$ 
mit dem Fundamentalzykel
erhalten wir nach \ref{Excap} die Darstellung
\[ \langle \check{u} \rangle^* \cap \check{\omega} 
= (-1)^{q(n-q)} \sum_{s \in {\mathcal K}_n,\; 
 \pi \in {\mathcal S}_{n+1} } \varepsilon(s)\op{sgn}(\pi)
\langle \langle \check{u} \rangle^*, 
(\langle s\rangle \circ \pi)^\vee  \rho^q \rangle \;
(\langle s\rangle \circ \pi)^\vee  \lambda^{n-q} \]
Insbesondere ist die rechte Seite nur dann 
nicht Null, wenn $\check{u}$ die Gestalt $\check{u}_0\subsetneqq
 \ldots \subsetneqq \check{u}_q$ 
hat mit $\check{u}_0 \in {\mathcal K}_{n-q}$ 
und dann nat"urlich auch $\check{u}_i \in {\mathcal K}_{n-q+i}$ 
f"ur alle $i$. 
Seien nun $u_1,\dots,u_q \in E$ die Ecken des urspr"unglichen Komplexes mit 
$\check{u}_i = \check{u}_{i-1} \cup \{u_i\}$, 
so da"s also gilt $\check{u}_q = \check{u}_0 \cup \{u_1,\dots,u_q\}$.
Sei $s = (s_0,s_1,\dots,s_n)$ die angeordnete Darstellung des
$n$-Simplex $s$.
Auf der rechten Seite liefert nur $s = 
\check{u}_q \in {\mathcal K}_n$ von Null 
verschiedene Beitr"age, und zwar nur f"ur 
$\pi \in {\mathcal S}_{n+1}$ mit 
$s_{\pi(n-q+1)} = u_1,\dots,s_{\pi(n)} = u_q$, 
und f"ur diese ist der Gesamtbeitrag 
bis auf ein Vorzeichen gerade
\[ b(\check{u}_0)=\sum_{{\kappa} \in {\mathcal S}_{n-q+1}} 
\op{sgn}({\kappa}) (\langle \check{u}_0 
\rangle \circ {\kappa} )^\vee   \]
Das zeigt schon einmal, dass $\cap \check{\omega}$ wie 
behauptet "uber $b$ faktorisiert und liefert 
den Pfeil schr"ag nach oben. 
Um das Vorzeichen anzugeben, betrachten wir die angeordnete Darstellung
$\check{u}_0=(v_0,\ldots,v_{n-q})$ und die Permutation
$\tau\in {\cal S}_{n+1}$ mit $s_{\tau(0)}=v_0,\ldots,
s_{\tau(n-q)}=v_{n-q}, s_{\tau(n-q+1)} = u_1,\dots,s_{\tau(n)} = u_q$,
finden f"ur das fragliche Vorzeichen die Darstellung
$ \eta(\check{u})=(-1)^{q(n-q)}\varepsilon(s)\op{sgn}(\tau)$
und erhalten 
%f"ur $\check{u} \in \check{{\mathcal K}}^\leq_q$ die Formel
f"ur $\check{u} \in \check{{\mathcal K}}_q$ die Formel
$$ \langle\check{u}\rangle^* \cap \check{\omega} = \left\{ \begin{array}{cl}
\eta(\check{u}) b(\check{u}_0) & \mbox{falls }
\check{u}_0 \in {\mathcal K}_{n-q}; 
\\[2mm]
0 & \mbox{sonst.} \end{array} \right. $$
Bilden wir  den Quotienten ${\op{C}}^\ast_{!} \Delta (\check{\mathcal K})$ 
von ${\op{S}}^\ast_{! \op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})$ 
nach den $\langle\check{u}\rangle^*$ 
mit $\check{u}_0 \not\in {\mathcal K}_{n-q}$ sowie den 
$\eta(\check{u}) \langle\check{u}\rangle^* - 
\eta(\check{v})\langle\check{v}\rangle^*$ mit 
$\check{u}_0 = \check{v}_0$, so faktorisiert 
unser $\cap\check{\omega}$ weiter und liefert, wie man leicht sieht,
 einen Isomorphismus von Kettenkomplexen
$$ {\op{C}}^\ast_{!} \Delta (\check{\mathcal K})[n]
\stackrel{\sim}{\rightarrow} {\op{S}}^{\op{os}}\Delta({\mathcal K}) $$
Man kann in dieser Weise sogar einen Beweis der Poincar\'{e}-Dualit"at
im triangulierbaren Fall geben, wof"ur dann allerdings 
noch gezeigt werden mu"s, da"s die linke Vertikale unseres
Diagramms Isomorphismen auf der Homologie induziert.
Da wir aber vielmehr an der anschaulichen Bedeutung der Poincar\'{e}-Dualit"at
interessiert sind, drehen wir den Spie"s um und folgern aus 
der Poincar\'{e}-Dualit"at, da"s die linke Vertikale unseres
Diagramms 
${\op{S}}^\ast_{! \op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})
\sra {\op{C}}^\ast_{!} \Delta (\check{\mathcal K})$
Isomorphismen auf der Kohomologie induziert.
Nach \ref{HKH} ist sie also eine Homotopie"aquivalenz und unser
ganzes Diagramm besteht aus Homotopie"aquivalenzen.
Um nun endlich zur anschaulichen Bedeutung vorzudringen, 
betrachten wir in der linken Vertikalen die 
dualen Komplexe und erhalten so eine Homotopie"aquivalenz
$${\op{C}}^{!} \Delta (\check{\mathcal K})
\hra {\op{S}}^{!\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})$$
wo der $q$-te Teil   ${\op{C}}^{!}_q \Delta (\check{\mathcal K})$
unseres Teilkomplexes 
aus allen \glqq unendlichen formalen Linearkombinationen\grqq\ 
"uber $t\in\cal{K}_{n-q}$ 
gewisser  Ausdr"ucke $c(t)$ besteht, die ihrerseits gegeben werden als 
$$c(t)=\sum \eta(\check{u}) \langle\check{u}\rangle$$
summiert "uber alle $\check{u}\in\check{\cal{K}}_{q}$ mit 
$\check{u}_0=t$.
\end{Bemerkungl}



\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildFzy}\\[4mm]
\noindent BlahBlah
\end{figure}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildFzz}\\[4mm]
\noindent BlahBlah
\end{figure}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildFzo}\\[4mm]
\noindent BlahBlah
\end{figure}



\subsection{Versuch}

\begin{Bemerkungl}
Gegeben ein topologischer Raum $X$ definieren wir den {\bf Komplex
der grenzfeinen Ketten}\index{grenzfein!Kette} als den direkten Limes
$$\op{GS}(X)=\varinjlim(\op{S}(X)\stackrel{U}{\ra}\op{S}(X)
\stackrel{U}{\ra}\ldots)$$
in Bezug auf die \hyperref[UKA]{Unterteilungsoperatoren} $U$. 
Alle kanonischen Abbildungen $\op{S}(X)\ra\op{GS}(X)$ in diesen direkten
Limes 
induzieren nach \ref{UT} dieselbe Abbildung auf der Homologie. 
Wir arbeiten im folgenden mit der ersten dieser kanonischen 
Abbildungen. Sie kommt, wie auch alle anderen, sogar von einer
Transformation $\op{S}\RA\op{GS}$ von Funktoren $\op{Top}\ra \op{Ket}$ her.
Wir definieren weiter auch f"ur $X\supset A$ einen Raum mit einer Teilmenge 
den {\bf Komplex
der relativen grenzfeinen Ketten} als den direkten Limes
$$\op{GS}(X,A)=\varinjlim(\op{S}(X,A)\stackrel{U}{\ra}\op{S}(X,A)
\stackrel{U}{\ra}\ldots)$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\defind{Ausschneidung f"ur grenzfeine Ketten}]\label{Aschg}
Sei $(X,A)$ ein Raumpaar und $L\subset A$ eine Teilmenge, deren Abschlu"s
im Inneren von $A$ liegt. 
So liefert die Einbettung $(X{\backslash} L, A{\backslash} L) 
\hookrightarrow (X,A)$ Isomorphismen
auf den Komplexen von relativen grenzfeinen Ketten 
$${\op{GS}}(X{\backslash} L,A{\backslash} L) \sira {\op{GS}} (X,A)$$
\end{Satz}

\begin{proof}[Beweis]
Wie beim Beweis der Ausschneidung \ref{Asch}
 betrachten die "Uberdeckung $X = A \cup (X{\backslash} L)$,  geben ihr den
Namen $\cal{V}$ und bilden ein kommutatives Diagramm von
Kettenkomplexen der Gestalt
$$\begin{array}{ccccc}
{\op{S}}(A{\backslash} L) & \hookrightarrow & {\op{S}}A \oplus {\op{S}}(X{\backslash} L) & \twoheadrightarrow &
{\op{S}}^{\cal{V}}X\\
\downarrow & & \downarrow & &\downarrow \\
{\op{S}}(X{\backslash} L) & \hookrightarrow & {\op{S}}X \oplus {\op{S}}(X{\backslash} L) & \twoheadrightarrow
&{\op{S}}X\\
\downarrow & &\downarrow & &\downarrow \\
{\op{S}} (X {\backslash} L, A{\backslash} L) & \ra & {\op{S}}(X,A) & \ra & {\op{S}}X / {\op{S}}^{\cal{V}}X
\end{array}$$
Hier ist zu verstehen, da"s 
 die beiden oberen horizontalen Inklusionen die \glqq diagonalen\grqq\ 
Einbettungen $z \mapsto (z,z)$ sein sollen und die folgenden
Surjektionen die Differenzen $(x,y) \mapsto x-y$. 
Nach dem Neunerlemma ist die untere Horizontale dann auch exakt.
Jetzt gehen wir zum direkten Limes unter den Unterteilungsoperatoren "uber
und m"ussen nur zeigen, da"s dieser Limes bei ${\op{S}}X / {\op{S}}^{\cal{V}}X$
verschwindet. In der Tat wird aber nach \ref{KlKl}
jedes Element dieses Quotienten von einer
hinreichend hohen Potenz des Unterteilungsoperators annulliert.
\end{proof}


\begin{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}\label{BMLL}
  F"ur jeden lokal kompakten Hausdorffraum $X$ liefern die Abbildungen
 ${\op{S}}^! X \rightarrow
    {\op{S}} (X,X \backslash K)$ aus
  \ref{BMHH} Isomorphismen
  \begin{equation*} {\op{S}}^!_q X \overset{\sim}{\rightarrow} \varprojlim_K
    {\op{S}}_q (X,X \backslash K)
  \end{equation*}
  Der inverse Limes ist dabei "uber alle Kompakta $K \subset X$ zu verstehen.
In der Tat k"onnen  in diesem Fall die lokal endlichen Ketten auch
beschrieben werden als 
  Abbildungen $\op{Top} (\Delta_q, X) \rightarrow \mathbb Z$ mit der
  Eigenschaft, da"s f"ur jedes Kompaktum 
$K\subset X$ 
nur endlich vielen der $\sigma : \Delta_q \rightarrow X$ mit $\sigma
  (\Delta_q) \cap K\neq \emptyset$ eine von Null verschiedene Zahl zugeordnet
  wird. 
\end{Bemerkungl}






\begin{Bemerkungl}[\textbf{Funktorialit"aten der Borel-Moore-Homologie}] 
  Die Borel-Moore-Ho\-mologie ist keineswegs homotopieinvariant, ja noch nicht
  einmal in dem von der Homologie gewohnten Sinne funktoriell.  Vielmehr
  erh"alt man nur f"ur eigentliche Abbildungen von 
lokal kompakten Hausdorffr"aumen,
nach \eref{SLOK}{ML} also den
Abbildungen  $f: X \rightarrow Y$, 
bei denen das Urbild jedes 
Kompaktums kompakt ist, auch 
 Abbildungen $f_\ast: {\op{S}}^!  X\rightarrow
  {\op{S}}^!  Y$ auf den lokal endlichen Ketten und Abbildungen $f_\ast :
  {\op{H}}^!_q X \rightarrow {\op{H}}^!_q Y$ auf der Borel-Moore-Homologie.
Die wesentliche Bedeutung der Borel-Moore-Homologie liegt darin, da"s 
in ihr auch f"ur  nicht kompakte orientierte Mannigfaltigkeiten 
\glqq Fundamentalzykel\grqq\  erkl"art werden k"onnen, 
wie im folgenden ausgef"uhrt werden soll. Noch st"arker gelingt das sogar
f"ur \glqq Pseudomannigfaltigkeiten, bei denen die Singularit"aten erst
in Kodimension Zwei beginnen\grqq, und damit insbesondere f"ur mit ihrer 
analytischen Topologie versehene
komplexe algebraische Variet"aten. Das  besprechen wir
aber hier nicht weiter.
\end{Bemerkungl}



% \begin{Satz}[\textbf{Fundamentalzykel in der Borel-Moore-Homo\-lo\-gie}]
% Gegeben eine  \emph{separable}  zusammen\-h"ang\-en\-de orientierbare
% $n$-Mannig\-fal\-tig\-keit $M$  ist\label{FZbm}
% ihre $n$-te Borel-Moore-Homo\-lo\-gie ${\op{H}}^!_{n}M$  
% frei vom Rang Eins
% und die kanonische Abbildung nach \ref{BMHH}
%  liefert f"ur alle $x\in M$ einen Isomorphismus
% $${\op{H}}^!_{n}M\sira {\op{H}}_{n}(M,M\backslash x)$$
% \end{Satz}
% \begin{proof}
% Dieser Satz folgt unmittelbar aus der 
% anschlie"senden genaueren Proposition \ref{GBM}.
% \end{proof}

\begin{Proposition}[\textbf{Borel-Moore-Homologie und Fundamentalzykel}]
Gegeben eine separable  
$n$-Mannig\-fal\-tig\-keit $M$  liefern\label{GBM}
die Abbildungen aus \ref{BMHH} einen Isomorphismus 
$${\op{H}}^!_{n}M\sira \Gamma M$$ 
zwischen ihrer $n$-ten Borel-Moore-Homo\-lo\-gie 
und dem Raum der globalen Schnitte ihrer Orientierungsgarbe nach \ref{SOG}.
\end{Proposition}
\begin{Definition}
Ist $(M,\omega)$ eine separable orientierte Mannigfaltigkeit,\label{FuBM} 
so gibt es nach Proposition \ref{GBM} genau ein $\omega_M\in {\op{H}}^!_{n}M$
mit $\omega_M\mapsto \omega_x$ f"ur alle $ x\in M$.
Dies $\omega_M$ hei"st der {\bf Fundamentalzykel}
der\index{Fundamentalzykel!in der Borel-Moore-Homologie}
orientierten Mannigfaltigkeit $M$, obwohl es genau genommen
eigentlich gar kein Zykel ist, sondern vielmehr eine Homologieklasse
in ihrer Borel-Moore-Homologie.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Ist allgemeiner $X$ ein lokal kompakter Hausdorffraum und $Y\As X$ eine
  abgeschlossene Teilmenge, die mit der induzierten Topologie eine separable
  orientierbare $q$-Mannigfaltigkeit wird, und w"ahlen wir eine Orientierung
  auf $Y$, so liefert der push-forward des Fundamentalzykels unter der
  abgeschlossenen Einbettung $i:Y\hra X$, einer eigentlichen Abbildung, eine
  Klasse $i_\ast\omega_Y\in {\op{H}}^!_{q}X$ in der Borel-Moore-Homologie, die
  auch als der {\bf Fundamentalzykel von $Y$} angesprochen wird.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}
  Die Separabilit"at ist hier wesentlich.
Um das zu sehen, betrachte man  die
Alexandroff'sche Halbgerade $A$ mit ihrer Anordnung 
nach \eref{AlHg}{AL} und nehme als $M$ das Komplement ihres kleinsten
Elements.
Ich will kurz skizzieren, wie  die Annahme der Existenz eines 
lokal endlichen Fundamentalzykels in diesem Fall einer nicht separablen
Mannigfaltigkeit
zum Widerspruch f"uhrt.
In der Tat ist $A$ nach \eref{FKNU}{AL} folgenkompakt, als da hei"st, jede
unendliche Teilmenge hat einen H"aufungspunkt.
Die Endpunkte aller  $1$-Simplizes, 
die mit von Null 
verschiedenem Koeffizienten in einem lokal endlichen 
Fundamentalzykel vorkommen,
bilden nun sicher eine Teilmenge von $M$ ohne obere Schranke in $M$.
Es gibt also zu einem festen Punkt $x\in M$ unendliche viele
solcher Endpunkte, die gr"o"ser sind. Diese m"ussen dann einen H"aufungspunkt
in $M$ haben, im Widerspruch zur lokalen Endlichkeit unseres Zykels.
\end{Bemerkunge}
\begin{proof}  
F"ur jeden lokal kompakten Hausdorffraum $X$ liefern die
  Abbildungen aus \ref{BMHH} nach \ref{BMLL} Isomorphismen
  \begin{equation*} {\op{S}}^!_q X \overset{\sim}{\rightarrow} \varprojlim_K
    {\op{S}}_q (X,X \backslash K)
  \end{equation*}
  Der inverse Limes ist dabei "uber alle Kompakta $K \subset X$ zu
  verstehen. 
  Nehmen wir zus"atzlich $X$ separabel an, so existiert sogar
  eine "Uberdeckung von $X$ durch eine aufsteigende Folge von offenen
  Teilmengen mit kompaktem Abschlu"s $U_0 \subset U_1 \subset \ldots \subset
  X$, und da die $\bar{U}_i$ final sind im System aller Kompakta von
  $X$, haben wir ebenso
  \begin{equation*} {\op{S}}_q^! X \overset{\sim}{\rightarrow} \varprojlim_i
    {\op{S}}_q (X, X \backslash \bar{U}_i)
  \end{equation*}
 Dieses  inverse  System besteht offensichtlich aus Surjektionen,
 und  dasselbe gilt a forteriori f"ur das 
 System von R"andern ${\op{B}}_{q-1} (X, X\backslash \bar{U}_i)$.  
Ist nun zus"atzlich $X =M$ eine
  $n$-Mannigfaltigkeit, so liefert Satz \ref{HHM} "uber die hohe Homologie von
  Mannigfaltigkeiten ${\op{H}}_{n+1} (M, M\backslash \bar{U}_i) =0$,  folglich
  haben wir ${\op{B}}_{n+1} (M, M \backslash \bar{U}_i) = {\op{Z}}_{n+1} (M,M
  \backslash \bar{U}_i)$ und die $(n+1)$-Zykel 
bilden auch ein inverses System aus Surjektionen. Mit dem
Mittag-Leffler-Kriterium
  \ref{MiLe} f"ur die
 Exaktheit inverser Limites folgt sowohl die Surjektivit"at der
  offensichtlichen Abbildung
  \begin{equation*}
    \varprojlim_i {\op{S}}_{n+1}
    (M, M \backslash \bar{U}_i) \twoheadrightarrow
    \varprojlim_i
    {\op{B}}_n (M, M \backslash \bar{U}_i)
  \end{equation*}
  als auch die Exaktheit von
  \begin{equation*}
    \varprojlim_i {\op{B}}_n
    (M,M \backslash \bar{U}_i) \hookrightarrow 
    \varprojlim_i
    {\op{Z}}_n (M, M /\bar{U}_i )\twoheadrightarrow 
     \varprojlim_i {\op{H}}_n (M,M \backslash \bar{U}_i)
  \end{equation*}
  Unsere erste Surjektivit"at erlaubt uns die Identifikation der ersten Gruppe
  dieser kurzen exakten Sequenz mit 
$\cal{B}_n{\op{S}}^!  M$ und die Linksexaktheit
  inverser Limites erlaubt die Identifikation der Mitte unserer Sequenz mit
  $\cal{Z}_n{\op{S}}^!  M$, so da"s wir schlie"slich 
f"ur jede separable $n$-Mannigfaltigkeit
  einen Isomorphismus
  \begin{equation*} {\op{H}}^!_n M
    \overset{\sim}{\rightarrow} \varprojlim_i {\op{H}}_n (M,M \backslash
    \bar{U}_i)
  \end{equation*}
  erhalten.  
Bis hierher  war das im wesentlichen die L"osung von
 "Ubung \ref{QILcc}  in unserem Spezialfall.
Beachten wir nun die Isomorphismen
  $
    {\op{H}}_n (M,M \backslash A) \overset{\sim}{\rightarrow} \Gamma A
  $
  f"ur $A \subset M$ kompakt aus dem Satz \ref{HHM} "uber hohe Homologie von
  Mannigfaltigkeiten, so erhalten wir den gew"unschten Isomorphismus
  $ {\op{H}}^!_n M \overset{\sim}{\rightarrow} \Gamma M
  $ wegen $\Gamma M
  \overset{\sim}{\rightarrow}
  \varprojlim_i
  \Gamma \bar{U}_i$. Diese letzte Identit"at sieht man zum Beispiel ein,
indem man sich "uberlegt, da"s sowohl die $\bar{U}_i$ als auch die ${U}_i$
final sind im System aller Teilmengen von $X$ mit kompaktem Abschlu"s.
\end{proof}




% \begin{Definition}\label{FuBMn}%\label{FuBM}
% Ist $(M,\omega)$ eine separable orientierte Mannigfaltigkeit,
% so gibt es nach Proposition \ref{GBM} genau ein $\omega_M\in {\op{H}}^!_{n}M$
% mit $\omega_M\mapsto \omega_x$ f"ur alle $ x\in M$.
% Dies $\omega_M$ hei"st der {\bf Fundamentalzykel}
% der\index{Fundamentalzykel!in der Borel-Moore-Homologie}
% orientierten Mannigfaltigkeit $M$, obwohl es genau genommen
% eigentlich gar kein Zykel ist, sondern vielmehr eine Homologieklasse
% in der Borel-Moore-Homologie.
% \end{Definition}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Simpliziale Interpretation des Fundamentalzykels}] 
  Sei nun unser Simplizialkomplex $\mathcal K$ eine Triangulierung einer nicht
  notwendig kompakten separablen orientierten $n$-Mannigfaltigkeit.
Der Fundamentalzykel von $\Delta ({\mathcal K})$ im Sinne von
\ref{FuBM} hat wegen \ref{SiIB} genau einen Repr"asentanten 
in der Gruppe der Borel-Moore-$n$-Simplizialketten. F"ur $n\geq 1$
kann dieser Repr"asentant  beschrieben werden als die
  formale Summe "uber alle $n$-Simplizes, jeweils  mit\label{FuZY} 
einer  Anordnung versehen, die
mit der gew"ahlten  Orientierung 
in der Weise vertr"aglich ist, da"s eben
  $\omega|_x \in {\op{H}}_n (\Delta (\mathcal K), \Delta
  (\mathcal K)\backslash x)$ an jeder Stelle $x$ die vorgegebene
  Orientierung liefert.  Im Fall $n= 0$ einer nulldimensionalen
Mannigfaltigkeit ist dieser Repr"asentant  
dahingegen die formale Summe aller ihrer Punkte
mit den durch die Orientierung gegebenen Vorzeichen.
\end{Bemerkungl}



  \begin{Definition}
   Ein  Raum $X$ hei"se 
{\bf  kompaktrelativ homologisch $q$-endlich} 
f"ur\index{kompaktrelativ homologisch $q$-endlich} 
eine nat"urliche Zahl  $q\geq 0$
genau dann, wenn f"ur jedes Paar
    $K\subset W\co X$ von Teilmengen  mit $K$ kompakt und $W$ 
offen das
    Bild von\label{vern} $$ \mathrm H_q (X, X \backslash W) \rightarrow \mathrm
    H_q (X, X\backslash K) $$ endlich erzeugt ist. Er hei"se 
  {\bf kompaktrelativ homologisch  endlich} genau dann, wenn er 
homologisch kompaktrelativ  $q$-endlich ist f"ur alle $q$. 
Es gibt auch offensichtliche Varianten dieses Begriffs f"ur beliebige
Koeffizientenringe, die wir jedoch in diesem Zusammenhang stets als
kommutativ und noethersch voraussetzen wollen.
  \end{Definition}
\begin{Beispiele}
F"ur alle $n$ ist der $\DR^n$  nach
 \ref{EEHH} kompaktrelativ homologisch endlich.  Allgemeiner ist nach
 \ref{EEHHb}  der Polyeder 
eines lokal endlichen Simplizialkomplexes
stets kompaktrelativ homologisch endlich.
Jede offene Teilmenge eines 
kompaktrelativ homologisch  $q$-endlichen Raums ist auch 
selbst wieder kompaktrelativ homologisch  $q$-endlich. 
\end{Beispiele}

\begin{Satz}\label{krLO} 
  Jeder lokal kompakte Hausdorffraum, der eine "Uberdeckung durch offene 
 kompaktrelativ homologisch endliche Teilmengen besitzt, ist bereits selbst 
 kompaktrelativ homologisch endlich. 
\end{Satz}
\begin{proof}
  Jedes Kompaktum kann durch endlich viele offene Teilmengen "uberdeckt werden.
Der Satz folgt so leicht aus dem anschlie"senden Lemma \ref{verK}. 
\end{proof}




% \begin{Lemma} 
% Sei $q\geq 0$ gegeben.
% Ist ein lokal kompakter
% Hausdorffraum  kompaktrelativ homologisch  $(q+1)$-endlich und besitzt darin
% jeder Punkt  eine offene  kompaktrelativ homologisch  $q$-endliche
% Umgebung, so ist bereits der ganze Raum kompaktrelativ homologisch 
%  $q$-endlich.\label{verK} 
% \end{Lemma}


\begin{Lemma} 
Sei $q\geq 0$ gegeben.
Ist ein lokal kompakter
Hausdorffraum "uberdeckt von zwei offenen
 kompaktrelativ homologisch  $q$-endlichen Teilmengen mit 
  kompaktrelativ homologisch  $(q+1)$-endlichem Schnitt, 
so ist bereits der ganze Raum kompaktrelativ homologisch 
 $q$-endlich.\label{verK} 
\end{Lemma}

\begin{proof}
%   Es reicht zu zeigen, da"s unter den gegebenen Voraussetzungen 
% die Vereinigung je zweier offener kompaktrelativ homologisch  $q$-endlicher Teilmengen wieder kompaktrelativ 
% homologisch $q$-endlich ist.
Sei  $X$ unser Raum und seien $V_1, V_2 \co X$ zwei 
kompaktrelativ homologisch $q$-endliche offene
Teilmengen mit Vereinigung $V_1 \cup V_2 =X$. 
Seien $K \subset W \co X$ 
gegeben mit $K$ kompakt. Es gilt zu zeigen, da"s das Bild von
\begin{equation*}
 \mathrm H_q (X,X \backslash W) \rightarrow \mathrm H_q (X,X\backslash K)
\end{equation*}
endlich erzeugt ist. Jeder Punkt von $K$ besitzt eine kompakte Umgebung, die
entweder ganz in $V_1 \cap W$ oder ganz in $V_2 \cap W$ liegt.
Wir finden also Kompakta $K_i \subset V_i \cap W$ mit $K = K_1 \cup K_2$.
Offensichtlich finden wir weiter $U_i \co X$ mit
\begin{equation*}
 K_i \subset U_i \subset \bar{U}_i \subset V_i \cap W
\end{equation*}
und $\bar{U}_i$ kompakt.
Mit der Abk"urzung $\mathrm H_q(\backslash Y)\pdef \mathrm H_q(X,X\backslash
Y)$
f"ur Teilmengen $Y\subset X$ 
 erhalten wir nun ein kommutatives Diagramm
\begin{displaymath}
 \xymatrix{
&{\mathrm H_q(\backslash K_1 \cup K_2) }&\ar[l] {\mathrm H_{q+1} ( \backslash K_1 \cap K_2)}\\
{\mathrm H_q ( \backslash \bar{U}_1) \oplus \mathrm H_q(\backslash \bar{U}_2)}&\ar[l] \ar[u]
{\mathrm H_q (\backslash\bar U_1 \cup \bar U_2)} & \ar[l]
{\mathrm H_{q+1} ( \backslash \bar U_1 \cap \bar U_2)}\ar[u]\\
\ar[u]{ \mathrm H_q ( \backslash W \cap V_1) \oplus \mathrm H_q ( \backslash W\cap V_2)} &\ar[u]\ar[l] 
{\mathrm H_q ( \backslash W)}
}
\end{displaymath}
Da $V_1$ und $V_2$ als kompaktrelativ homologisch  $q$-endlich angenommen waren, ist das Bild der linken Vertikale endlich erzeugt.
Da  $V_1\cap V_2$  kompaktrelativ homologisch $(q+1)$-endlich
angenommen war, ist auch das Bild der rechten Vertikale endlich erzeugt. 
Als Teil einer Mayer-Vietoris-Sequenz ist die mittlere Horizontale exakt.
Mit \ref{GEZZ} folgt dann, da"s auch die Verkn"upfung in der mittleren
 Vertikale endlich erzeugtes Bild hat.
\end{proof}






\begin{Korollar}[\textbf{ Variante zum Satz von Wilder}\index{Wilder, 
Satz von!lokale Variante}]
Jede Mannigfaltigkeit ist kompaktrelativ homologisch endlich.\label{WilderV} 
Allgemeiner ist ein Hausdorffraum, in denen jeder Punkt eine
offene Umgebung besitzt, die 
hom"oomorph ist zu einer offenen Teilmenge des Polyeders eines 
lokal endlichen
Simplizialkomplexes, stets
kompaktrelativ homologisch endlich.
\end{Korollar}

\begin{Bemerkunge}\label{vkrt}
  Nach \cite{HiPo} sind damit insbesondere separierte komplexe
  Variet"aten kompaktrelativ homologisch endlich.
\end{Bemerkunge}

% \begin{proof}
% Das folgt mit \ref{EEHH} beziehungsweise \ref{EEHHb} leicht aus 
% Satz \ref{krLO} 
% \end{proof}
% \begin{Bemerkunge}\label{KoWiV}
% Dasselbe gilt mit demselben Beweis auch f"ur Mannigfaltigkeiten
% mit Rand oder mit Ecken, ja mit \ref{EEHHb} 
% f"ur beliebige Hausdorffr"aume, in denen jeder Punkt eine
% offene Umgebung besitzt, die 
% hom"oomorph ist zu einer offenen Teilmenge des Polyeders eines 
% lokal endlichen
% Simplizialkomplexes. 
% \end{Bemerkunge}
% \begin{proof}[Beweis]
% Per Induktion "uber $q$ von oben 
%  mithilfe  des anschlie"senden Lemmas. Die Induktionsbasis liefert der
% Satz "uber hohe Homologie von Mannigfaltigkeiten \ref{HHM}. 
% \end{proof}













\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kronecker-Paarung f"ur lokal endliche Ketten}]
  Das Auswerten von Koketten auf Ketten induziert f"ur jeden topologischen
  Raum $X$ eine Kettenabbildung
  \begin{equation*}
    \mathrm S_!^\ast X \otimes \mathrm S^! X \rightarrow \mathbb Z [0]
  \end{equation*}
  In der Tat, gegeben eine Kokette mit kompaktem Tr"ager gibt es ein Kompaktum
  $K \subset X$ derart, dass unsere Kokette nur auf solchen Simplizes von Null
  verschieden ist, die $K$ treffen.  Gegeben eine lokal endliche Kette besitzt
  aber jeder Punkt von $K$ eine Umgebung derart, dass nur endlich viele
  Simplizes, die diese Umgebung treffen, in unserer Kette mit Null
  verschiedenem Koeffizienten auftauchen.  Endlich viele dieser Umgebungen
  "uberdecken $K$, weshalb unser Auswerten oben nur zu endlichen Summen
  f"uhrt.
% Unsere Paarung liefert nat"urlich einen 
% Homomorphismus $\mathrm S^\ast_! X \rightarrow (\mathrm S^! X)^\ast$
% und  folglich Homomorphismen
% \begin{equation*}
%  \mathrm H^q_! (X) \rightarrow \mathrm H^!_q (X)^\ast
% \end{equation*}
% von der Kohomologie mit
%  kompaktem Tr"ager  in den Dualraum der Borel-Moore-Homologie.
Unsere Paarung f"uhrt wie in \ref{KPI} zu  Paarungen 
\begin{equation*}
\mathrm H^q_! (X)\times \mathrm H^!_q (X) \rightarrow \DZ
\end{equation*}
von der Kohomologie mit
 kompaktem Tr"ager mit der  Borel-Moore-Homologie.\label{kpV} 
Analoges gilt mit Koeffizienten in einem beliebigen  Ring. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Satz}[\textbf{Singul"are Borel-Moore-Homologie als Dualraum}]
 Ist $k$ ein K"orper und $X$ eine separable Mannigfaltigkeit, 
so liefern die eben konstruierten
Abbildungen Isomorphismen\label{BMHD} 
\begin{equation*}
\mathrm H^!_q (X;k) \overset{\sim}{\rightarrow} \mathrm H_!^q (X;k)^\ast
\end{equation*}
zwischen der Borel-Moore-Homologie und dem Dualraum der 
Kohomologie mit kompaktem Tr"ager.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Der Satz gilt mit demselben Beweis f"ur jeden separablen lokal kompakten 
Hausdorffraum, der kompaktrelativ homologisch 
 endlich ist im Sinne von \ref{vern}. 
Insbesondere gilt er nach \ref{vkrt} also f"ur separierte komplexe Variet"aten.
\end{Bemerkungl}


\begin{proof}
In diesem Beweis meinen wir  stets K"orperkoeffizienten, ohne das
in den Notationen nochmals besonders hervorzuheben. 
 F"ur jeden lokal kompakten Hausdorffraum $X$ sind nach \ref{BMLL} unsere
nat"urlichen Abbildungen Isomorphismen  
$
\mathrm S^! X \sira\varprojlim\mathrm S (X, X \backslash K)
$, wobei der inverse Limes "uber alle Kompakta $K\subset X$ zu bilden ist. 
  Wie beim Beweis von \ref{GBM} finden wir eine
  "Uberdeckung von $X$ durch eine aufsteigende Folge von offenen Teilmengen
  mit kompaktem Abschlu"s $U_0 \subset U_1 \subset \ldots \subset X$, und da
  die $\bar{U}_i$ final sind im System aller Kompakta von $X$, ist die
  offensichtliche Abbildung ein Isomorphismus
  \begin{equation*} {\op{S}}^! X \;\overset{\sim}{\rightarrow} \;\varprojlim_i
    {\op{S}} (X, X \backslash \bar{U}_i)
  \end{equation*}
von Komplexen.
Nun hat das inverse System  von Komplexen 
rechts surjektive Sys\-tem\-morphismen.
Unsere Variante zum Satz von Wilder \ref{WilderV} zeigt, da"s die von 
${\op{S}}_q (X, X \backslash \bar{U}_{i+1})
\sra {\op{S}}_q (X, X \backslash \bar{U}_i)$ auf der
Homologie induzierten Abbildungen endlich erzeugte Bilder haben. 
Da wir hier mit Koeffizienten in einem K"orper arbeiten,
zeigt dann \ref{QILcc}, da"s die offensichtlichen Abbildungen
Isomorphismen  
\begin{equation*} \mathrm H_q^! X \;\overset{\sim}{\rightarrow} \;\varprojlim_i
    \mathrm H_q (X, X \backslash \bar{U}_i)
  \end{equation*}
induzieren. Nun sind die Bilder von ${\op{H}}_q (X, X \backslash \bar{U}_{i+1})
\ra {\op{H}}_q (X, X \backslash \bar{U}_i)$ wie bereits erw"ahnt
endlichdimensional. Wir nennen sie $I_{q,i}$. Es ist klar, da"s die 
offensichtlichen Abbildungen Isomorphismen
\begin{equation*}\varprojlim_i
  I_{q,i} \;\overset{\sim}{\rightarrow} \;\varprojlim_i
    \mathrm H_q (X, X \backslash \bar{U}_i)
  \end{equation*}
liefern. Nun identifiziert man
die Bilder von ${\op{H}}^q (X, X \backslash \bar{U}_{i})
\ra {\op{H}}^q (X, X \backslash \bar{U}_{i+1})$
leicht mit den Dualr"aumen $I_{q,i}^\ast$ und erkennt unschwer, da"s
 die 
offensichtlichen Abbildungen auch Isomorphismen
\begin{equation*}\varinjlim_i
  I_{q,i}^\ast \;\overset{\sim}{\rightarrow} \;\varinjlim_i
    \mathrm H^q (X, X \backslash \bar{U}_i)
  \end{equation*}
liefern. Die rechte Seite kann hier in nat"urlicher Weise mit
der Kohomologie mit kompaktem Tr"ager  $\mathrm H^q_! X$
identifiziert werden. So erhalten wir schlie"slich nat"urliche Isomorphismen
\begin{equation*}(\mathrm H^q_! X)^\ast \;\sira \;(\varinjlim_i
  I_{q,i}^\ast)^\ast\;\sira\; \varprojlim_i
  I_{q,i}^{\ast\ast}\;\sira\; \varprojlim_i
  I_{q,i}\;\sira \;\mathrm H_q^! X \end{equation*}
Das etwas unangenehme Pr"ufen der Tatsache, da"s diese Verkn"upfung
von Isomorphismen genau die Abbildung aus dem Satz ist, bleibe dem Leser
"uberlassen. 
\end{proof}


\begin{Satz}[\textbf{Kohomologie mit kompaktem Tr"ager und Orientierung}]
    Gegeben eine $n$-Mannigfaltigkeit $X$ 
liefert die im Beweis konstruierte Abbildung einen
    Isomorphismus zwischen dem Dualraum ihrer $n$-ten Kohomologie mit
    kompaktem Tr"ager mit rationalen Koeffizienten und dem Raum der
    globalen Schnitte ihrer Orientierungsgarbe\label{KKTM}
$$ {\op{H}}^{n}_!(X;\Bbb{Q})^*\sira \Gamma(X;\op{or}_X(\DQ))$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Sp"ater werden wir allgemeinere Aussagen in dieser Richtung 
als Verdier-Dualit"at kennenlernen. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Per definitionem gilt $ {\op{H}}^{n}_!(X;\Bbb{Q})=
\varinjlim_K{\op{H}}^{n}(X, X\backslash K;\Bbb{Q})$ 
mit dem Limes "uber alle Kompakta $K\subset X$. 
Wir folgern Isomorphismen
 $$ \begin{array}[b]{lll}
     {\op{H}}^{n-1}_!(X;\Bbb{Q})^*&\sira&\varprojlim_K {\op{H}}^{n-1}(X, X\backslash K;\Bbb{Q})^\ast\\
&\sira&\varprojlim_K {\op{H}}_{n-1}(X, X\backslash K;\Bbb{Q})\text{ nach \ref{UBDS} und \ref{WilderV}}\\
&\sira&\varprojlim_K \Gamma(K;\op{or}_X(\DQ))\text{ nach \ref{NNN}}\\
&\sira& \Gamma (X;\op{or}_X(\DQ))\end{array} \qedhere$$
\end{proof}




\subsection{Poincar\'{e}-Dualit"at}\label{PDD}



\begin{Bemerkungl}\label{COr}
Ist $M$ eine $n$-Mannigfaltigkeit und $\omega$ eine Orientierung auf $M$,
so definiert $\omega$ nach \ref{HHM}
f"ur alle kompakten Teilmengen $K \subset M$ ein Element
$\omega_{K} \in
{\op{H}}_{n}(M,M\backslash K)$, das cap-Produkt mit 
$\omega_{K}$ liefert nach \ref{capr} Abbildungen
$\cap\omega_{K}  :{\op{H}}^{q} (M,M\backslash K) \ra {\op{H}}_{n-q} M$,
und durch "Ubergang zum direkten Limes mithilfe von \ref{cpq}
erhalten wir Abbildungen
$$\cap\omega  : {\op{H}}^{q}_{!} M \ra {\op{H}}_{n-q} M$$
Wir nennen sie das {\bf partielle Auswerten auf dem Fundamentalzykel}.
Sie sind  vertr"aglich sind mit dem "Ubergang zu offenen Teilmengen von $M$.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkunge}[\textbf{Poincar\'{e}-Dualit"at mit lokal endlichen Ketten}]
  Gegeben ein topologischer Raum $X$ 
liefert unsere Formel \ref{Excap} f"ur das cap-Produkt 
auch eine 
  Kettenabbildung
  $${\op{S}}_!^{\ast} X \otimes {\op{S}}^!X \ra {\op{S}}X$$
Wir notieren auch diese Verkn"upfung
  $b \otimes z \mapsto b \cap z$
  und nennen sie ein 
{\bf cap-Produkt}.\index{cap-Produkt!mit lokal endlicher Kette}
 Ist\label{SiPoi} $(M,\omega)$ 
eine separable orientierte $n$-Mannigfaltigkeit, 
so k"onnen wir
  das Auswerten auf dem Fundamentalzykel im Sinne von \ref{COr}, das nach
  \ref{APD} den Isomorphismus der Poincar\'{e}-Dualit"at 
liefert, als den Effekt
  auf der Kohomologie einer und jeder Kettenabbildung
  $$\cap\omega:{\op{S}}_!^{\ast} M [n]\ra {\op{S}}M$$
  interpretieren, die mit diesen Begriffsbildungen nun in
der Tat durch das
  Darancappen eines und jedes Repr"asentanten  $\omega\in {\op{S}}^!M$ des
  Fundamentalzykels gegeben wird. Die Wahl eines anderen Repr"asentanten f"uhrt
  offensichtlich zu einer homotopen Kettenabbildung und liefert folglich
dieselbe Abbildung auf der Kohomologie.
\end{Bemerkunge}
\begin{Satz}[\textbf{Allgemeine Poincar\'{e}-Dualit"at}]
Gegeben\index{Poincar\'{e}-Dualit"at!allgemeine} 
eine orientierte  $n$-Man\-nig\-faltig\-keit $M$
mit Orientierung $\omega$\label{APD} 
induziert das partielle Auswerten auf
dem Fundamentalzykel $\cap\omega $ aus \ref{COr} 
f"ur alle $q$ Isomorphismen
$$\cap\omega  : {\op{H}}^{q}_{!}M \sira {\op{H}}_{n-q}M$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}\label{SPD}
Dieser Satz gilt mit demselben Beweis f"ur Koeffizienten in einem
beliebigen kommutativen Ring.
Gilt in unserem Ring $1+1=0$, so ben"otigt man noch nicht einmal
die Voraussetzung der Orientierbarkeit. Betrachten wir den Fall rationaler
Koeffizienten und nehmen $q=n$ und gehen auf beiden Seiten zum 
Dualraum "uber, so erhalten wir einen Spezialfall unseres Isomorphismus
\ref{KKTM}.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}[\textbf{Schnittpaarung und Poincar\'e-Dualit"at, Variante}]
Der Isomorphismus der allgemeinen Poincar\'e-Dualit"at 
ist meiner Anschauung kaum zug"anglich.
Er
liefert  jedoch im Verbund mit unserer Variante der Kronecker-Paarung
$\mathrm H^q_! (X)\times \mathrm H^!_q (X) \rightarrow \DZ$ 
aus \ref{kpV}  eine wohlbestimmte Paarung
\begin{displaymath}
      \begin{array}{ccc}
        \mathrm H_{n-q}(M) \times \mathrm H^!_q(M)& \rightarrow &\mathbb Z\\
        (\zeta\;,\; \xi) \;\;\;& \mapsto & \zeta \cdot \xi
      \end{array}
    \end{displaymath}
Diese Paarung oder vielmehr ihr Analogon 
mit K"orperkoeffizienten liefert im Fall einer separablen Mannigfaltigkeit 
nach \ref{BMHD} einen Isomorphismus der  Borel-Moore-Homologie
 mit dem Dualraum der Homologie im komplement"aren Grad und 
 kann anschaulich
in Verallgemeinerung von
\ref{SPoD} wieder als Schnittpaarung interpretiert werden.   
Genauer kann man folgendes zeigen: 
Gegeben eine orientierte abgeschlossene $q$-dimensionale Untermannigfaltigkeit 
$X\As M$, also eine abgeschlossene Teilmenge, die mit der Spurtopologie eine
$q$-dimensionale Mannigfaltigkeit ist und die als solche mit einer Orientierung
versehen ist, erhalten  wir ja nach \ref{FuBM} einen Fundamentalzykel 
$\omega_X \in \mathrm H^!_qX$, dessen Bild in der Homologie von $M$ wir
kurzerhand $\omega_X \in \mathrm H^!_q M$ notieren.
Gegeben eine orientierte kompakte $(n-q)$-dimensionale Untermannigfaltigkeit 
$Y\subset M$ erhalten  wir bereits nach \ref{FZ}  einen Fundamentalzykel 
$\omega_Y \in \mathrm H_{n-q}Y$, dessen Bild in der Homologie von $M$ wir
 $\omega_Y\in \mathrm H_{n-q} M$ notieren.
Es m"ogen nun  $X \As M$ und $Y \subset M$
     endlichen Schnitt $|X \cap Y| < \infty$ haben.
Wir nehmen zus"atzlich an, da"s es um jeden Punkt $s \in X \cap Y$ 
    eine offene Umgebung $U \co M$ und einen 
Hom"oomorphismus $U
    \overset{\sim}{\rightarrow} \mathbb R^n$ gibt,
unter dem  die von $M$ auf $U$ induzierte
Orientierung  der Standardorientierung des $\DR^n$ 
entspricht, und  Hom"oomorphismen $X \cap U
    \overset{\sim}{\rightarrow} \mathbb R^q \times 0$ und $Y \cap U
    \overset{\sim}{\rightarrow} 0\times \mathbb R^{n-q}$ induziert.  
Erkl"aren wir
    schlie"slich die Vorzeichen $\epsilon (s), \eta (s)$ dadurch, da"s sie
    angeben, ob unsere letzten beiden Hom"oomorphismen die 
vorgegebenen Orientierungen auf $X,
    Y$ mit den Standardorientierungen auf $\mathbb R^q, \mathbb R^{n-q}$
    identifizieren oder nicht, so gilt f"ur die Paarung 
der  zu $X$ und $Y$ geh"origen Fundamentalzykel $\omega_X$ und $\omega_Y$
die Formel
  \begin{Bild} 
 \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildPoA}\\[4mm]
 \noindent
Ein Zykel und ein Borel-Moore-Zykel in einer offenen Teilmenge der Ebene.
Je nach Wahl der Orientierung der Ebene ist 
in diesem Fall die Schnittzahl $\pm 1$.
\end{Bild}
   \begin{equation*}
      \omega_X \cdot \omega_Y = \sum_{s \in X \cap Y} \epsilon (s) \eta (s)
    \end{equation*}
 Die durch diese Eigenschaft ausgezeichnete Paarung hei"st wieder
eine {\bf Schnittpaarung}\index{Schnittpaarung}. 
Der Nachweis der hier aufgestellten Behauptungen wird uns allerdings noch
lange besch"aftigen.
\end{Bemerkunge}


 

\begin{proof}[Beweis] Wir beginnen den Beweis mit einem Lemma.
\begin{Lemma}
Sind $U, V \subset M$ offen und gilt der Satz f"ur die
$n$-Mannig\-fal\-tig\-keiten\label{hilL} $U, V$ und $U\cap V$, 
so gilt er auch f"ur
$U \cup V$.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Das folgt sofort mit dem F"unferlemma aus dem Diagramm
$$\begin{array}{cccccccc}
\scriptstyle{\ldots \ra} &\scriptstyle{ {\op{H}}^{q}_{!} (U\cap V)}& \scriptstyle{\ra}
&\scriptstyle{{\op{H}}^{q}_{!} U\oplus {\op{H}}^{q}_{!}V} &\scriptstyle{\ra} &
\scriptstyle{{\op{H}}^{q}_{!}(U\cup V) }&\scriptstyle{\ra} & \scriptstyle{{\op{H}}^{q+1}_{!}
(U\cap
V)\ra}\\
& \scriptstyle{\downarrow} & &\scriptstyle{\downarrow} & &
\scriptstyle{\downarrow} & & \scriptstyle{\downarrow} \\
\scriptstyle{\ldots \ra} & \scriptstyle{{\op{H}}_{n-q}(U\cap V)}& \scriptstyle{\ra
}&\scriptstyle{ {\op{H}}_{n-q}U\oplus
{\op{H}}_{n-q}V} &
 \scriptstyle{\ra }&
\scriptstyle{{\op{H}}_{n-q}(U\cup V)} & \ra &\scriptstyle{ {\op{H}}_{n-q-1}(U\cap V)}
\scriptstyle{\ra }
\end{array}$$
sobald wir zeigen k"onnen, da"s dies Diagramm kommutativ ist.
Es reicht, f"ur beliebige kompakte $K \subset U$ und $L\subset V$ die
Kommutativit"at des Diagramms zu zeigen, das man
erh"alt, wenn man die obere Zeile durch die entsprechende relative
Mayer-Vietoris-Sequenz ersetzt.
Wir k"urzen $U \cup V=X$ ab und bezeichnen die offene
"Uberdeckung $X \backslash  (K\cap L)= (X \backslash  K) \cup (X\backslash L)$ mit $\cal{V}$.
Die kurze exakte Sequenz auf den singul"aren Ketten
$${\op{S}}(X\backslash K \cup L) \hookrightarrow {\op{S}} (X \backslash K) \oplus {\op{S}} (X\backslash L)
\twoheadrightarrow {\op{S}}^{\cal{V}} (X \backslash  K \cap L)$$
liefert durch Dualisieren die oberste Horizontale im folgenden
gro"sen kommutativen Diagramm:
$$\begin{array}{ccccc}
\scriptstyle{{\op{S}}^{\ast}_{\cal{V}} (X \backslash  K\cap L)}&\scriptstyle{\hookrightarrow
}&\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast}(X\backslash K)\oplus
{\op{S}}^{\ast}(X\backslash L) }&\scriptstyle{ \twoheadrightarrow }&\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast} (X\backslash K
\cup L)} \\ \scriptstyle{
\uparrow }&\scriptstyle{ }&\scriptstyle{ \uparrow }&\scriptstyle{
}&\scriptstyle{ \uparrow } \\ \scriptstyle{
{\op{S}}^{\ast} (X) }&\scriptstyle{ \hookrightarrow }&\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast}X \oplus
{\op{S}}^{\ast} X }&\scriptstyle{
\twoheadrightarrow }&\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast}X} \\ \scriptstyle{
\uparrow }&\scriptstyle{ }&\scriptstyle{ \uparrow }&\scriptstyle{
}&\scriptstyle{ \uparrow } \\ \scriptstyle{
{\op{S}}^{\ast}_{\cal{V}} (X, X \backslash  K \cap L) }&\scriptstyle{ \hookrightarrow
}&\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast} (X ,
X \backslash K) \oplus {\op{S}}^{\ast}(X,X\backslash L) }&\scriptstyle{ \twoheadrightarrow
}&\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast}
(X,X\backslash K\cup L)}
\end{array}$$
Darin sind alle Vertikalen kurze exakte Sequenzen,  die untere linke Ecke
ist durch die Exaktheit
der vertikalen Sequenz definiert,
und die untere Zeile exakt ist nach dem Neunerlemma.
Die lange exakte Kohomologiesequenz dieser untersten Zeile ist
bis auf einige Identifikationen gerade unsere relative
Mayer-Vietoris-Sequenz der Kohomologie.
W"ahlen wir nun f"ur $\omega_{K\cup L}$ einen Repr"asentanten in
${\op{S}}_{n} X$, der fein ist bez"uglich der offenen "Uberdeckung $X =
(V\backslash K) \cup (U\backslash L) \cup (U\cap V)$, und fassen die Kettenkomplexe der
singul"aren Ketten auf als Kokettenkomplexe, die nur in Indizes
$\leq0$ leben, so definiert das cap-Produkt mit so einem
Repr"asentanten die vertikalen Morphismen eines kommutativen
Diagramms
$$\begin{array}{ccccc}
\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast}_{\cal{V}} (X,X\backslash K\cap L) }&\scriptstyle{ \hookrightarrow
}&\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast}(X,X\backslash K)
\oplus {\op{S}}^{\ast} (X,X\backslash L) }&\scriptstyle{\twoheadrightarrow }&\scriptstyle{
{\op{S}}^{\ast}(X,X\backslash K \cup
L)} \\ \scriptstyle{
\downarrow }&\scriptstyle{ }&\scriptstyle{ \downarrow }&\scriptstyle{
}&\scriptstyle{ \downarrow } \\ \scriptstyle{
S(U\cap V) }&\scriptstyle{\hookrightarrow }&\scriptstyle{ S U \oplus
SV}&\scriptstyle{ \twoheadrightarrow
}&\scriptstyle{{\op{S}}^{\cal{W}} (U \cup V)}
\end{array}$$
f"ur $\cal{W}$ die "Uberdeckung $X = U \cup V$ von $X$.
Das liefert dann das gesuchte kommutative Diagramm von langen
exakten Sequenzen.
\end{proof}\noindent
Jetzt gehen wir in mehreren Schritten von Spezialf"allen bis zur
allgemeinen Situation.
\\[2mm]\noindent
1.
Der Satz gilt f"ur $M = \Bbb{R}^{n} $.
Dann bilden ja die abgeschlossenen B"alle $D_{r}$  schon ein
finales System unter allen kompakten Teilmengen von $\Bbb{R}^{n}$
und $\cap \omega : {\op{H}}^{n} (\Bbb{R}^{n}, \Bbb{R}^{n} \backslash D_{r}) \ra
{\op{H}}_{0}(\Bbb{R}^{n}) = \Bbb{Z}$ ist schlicht das Auswerten einer
Kohomologieklasse
auf der Homologieklasse $\omega \in {\op{H}}_{n} (\Bbb{R}^{n},
\Bbb{R}^{n}\backslash
D_{r})$, also ein Isomorphismus f"ur  $0<r<\infty$.
\\[2mm]\noindent
2.
Der Satz gilt f"ur jede offene konvexe Teilmenge des $\DR^{n}$, denn so
eine Teilmenge ist schon hom"oomorph zu $\Bbb{R}^{n}$.
\\[2mm]\noindent
3.
Der Satz gilt f"ur jede endliche Vereinigung offener
konvexer Mengen in $\DR^{n}$.
Mit Induktion,  2 und Lemma \ref{hilL}.
\\[2mm]\noindent
4.
Ist $M$ eine aufsteigende Vereinigung von offenen Teilmengen $U_{i}$ und gilt
der Satz f"ur alle $U_{i}$, so gilt er auch f"ur $M$.
In der Tat gilt ${\op{H}}_{q}(M) = \varinjlim {\op{H}}_{q}(U_{i})$ und
${\op{H}}^{p}_{!} M = \varinjlim {\op{H}}^{p}_{!}(U_{i})$ nach den
"Ubungen \ref{LH} und \ref{LHC}.
\\[2mm]\noindent
5.
Der Satz gilt f"ur jede offene Teilmenge des $\DR^{n}$. In der Tat l"a"st
sie sich als abz"ahlbare Vereinigung offener B"alle schreiben.
\\[2mm]\noindent
6.
Der Satz gilt f"ur jede Mannigfaltigkeit.
In der Tat finden wir nach 4 und dem Zorn'schen Lemma eine maximale
offene Teilmenge, f"ur die der Satz gilt.
W"are sie nicht schon die ganze Mannigfaltigkeit, so k"onnten
wir sie nach Lemma \ref{hilL} und Schritt 5 noch durch eine Karte vergr"o"sern,
im Widerspruch zur Maximalit"at.
\end{proof}
\begin{Korollar}
Ist $t$ ein Erzeuger der zweiten Kohomologiegruppe ${\op{H}}^{2}\DP^{n}
\DC$, so liefert der offensichtliche Ringhomomorphismus einen
Isomorphismus
$$\Bbb{Z} [t]/ \langle t^{n+1}\rangle \sira {\op{H}}^{\ast} \DP^{n} \DC$$
\end{Korollar}
\begin{proof}[Beweis]
Es gilt zu zeigen, da"s das Produkt eines Erzeugers von ${\op{H}}^{2p}$
mit einem Erzeuger von ${\op{H}}^{2q}$ stets ein Erzeuger von ${\op{H}}^{2p+2q}$
ist. Im Fall $p+q =n$ folgt das aus \ref{SPP}.
Im Fall $p+q > n$ ist eh nichts zu zeigen. Im Fall $p+q = m < n$
verwendet man den nach \ref{HKPR} und \ref{KW}
surjektiven Ringhomomorphismus
${\op{H}}^{\ast} \DP^{n} \DC \twoheadrightarrow {\op{H}}^{\ast} \DP^{m} \DC$.
\end{proof}

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
Man definiere f"ur jeden Hausdorffraum ein cup-Produkt auf seiner
Kohomologie mit kompaktem Tr"ager. F"ur eine
Mannigfaltigkeit entspricht es nebenbei bemerkt unter dem Isomorphismus der
Poincar\'{e}-Dualit"at dem  anschaulichen Schnittprodukt auf
der Homologie.
\end{Ubung}






\subsection{Schnittzahlen}
\begin{Bemerkungl}\label{DSZa}
Sei $M$ eine kompakte orientierte
  $n$-Mannigfaltigkeit.
  F"ur zwei Homologieklassen komplement"arer Dimension $\al\in {\op{H}}_{q} M$
  und $\beta\in {\op{H}}_{n-q} M$  ist hoffentlich anschaulich
in etwa  klar, was ihre
  \glqq Schnittzahl\grqq\  sein sollte, die die Schnittpunkte von 
repr"asentierenden
  Zykeln \glqq in generischer Lage\grqq\  mit geeigneten, von der Orientierung
  abh"angigen Vorzeichen z"ahlt.  Mit dem Isomorphismus der
  Poincar\'{e}-Dualit"at \ref{APD} k"onnen wir unseren Homologieklassen 
 sicher  formal korrekt
eine Zahl $\al\cdot \beta\in\Bbb{Z}$ zuordnen wie folgt: Wir suchen 
einfach $a
  \in {\op{H}}^{n-q}M$ und $b \in {\op{H}}^{q}M$ mit $\al = a \cap \omega_{M}$
und  $\beta = b \cap \omega_{M}$ und setzen
  $$\al\cdot \beta =\langle a\cup b, \omega_{M}\rangle$$
  Dies sei   unsere Definition der
{\bf Schnittzahl}\index{Schnittzahl} der beiden Homologieklassen.
Der bald folgende Satz \ref{GiS} soll plausibel machen,
da"s die so definierte Zahl
die oben beschriebene
  geometrische Bedeutung hat. Dazu  braucht es jedoch einige Vorbereitungen.
\end{Bemerkungl}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/Bildbary}\\[4mm]
\noindent 
Ein Simplizialkomplex und gestrichelt eingezeichnet seine
baryzentrische Unterteilung. Die Ecken der baryzentrischen Unterteilung
mag man sich denken als die Schwerpunkte der nichtleeren Simplizes des 
urspr"unglichen Simplizialkomplexes, die Simplizes 
der baryzentrischen Unterteilung entsprechen den endlichen Ketten
in der partiell geordneten Menge der urspr"unglichen Simplizes.
\end{figure}
\begin{Bemerkungl}\label{bU}
  Gegeben ein Simplizialkomplex $\mathcal K = (E, \mathcal K)$ 
im Sinne von \eref{SKk}{TF} erkl"aren wir
  wie folgt einen neuen Simplizialkomplex, seine {\bf baryzentrische
    Unterteilung}\index{baryzentrische Unterteilung} $\check{\mathcal K} =
  (\check{E}, \check{\mathcal K})$: Als Ecken nehmen wir alle
  nichtleeren Simplizes des urspr"unglichen Komplexes, in Formeln $\check{E} =
  \{ s \in \mathcal K \mid s \neq \emptyset\}$.  Als Simplizes
  nehmen wir alle endlichen Ketten in der Menge
  $\check{E}$, die ja durch die Inklusionsrelation partiell geordnet ist,
also alle bez"uglich dieser partiellen Ordnung total geordneten 
endlichen Teilmengen.  Man
  erh"alt  einen Hom"oomorphismus zwischen den zugeh"origen  Polyedern
  \begin{equation*}
    \Delta (\check{\mathcal K}) \overset{\sim}{\rightarrow} \Delta (\mathcal K)
  \end{equation*}
  durch die Vorschrift, da"s jede Ecke $s \in \check E\subset \mathcal K$ auf
  den Schwerpunkt des vollen Simplex $\Delta (s) \subset \Delta (\mathcal
  K) $ abgebildet wird und  jeder volle Simplex von $\Delta
  (\check K)$ affin in denjenigen vollen Simplex von $\Delta (\mathcal K)$,
  der seiner gr"o"sten Ecke entspricht.  Jeder
  Simplex von $\check{\mathcal K}$ hat bereits eine offensichtliche Anordnung,
  in Bezug auf die wir von nun an den Komplex der ordnungsvertr"aglichen  
simplizialen
  Ketten ${\op{S}}^{\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})$ verstehen wollen,
  und die hoffentlich offensichtlichen Kettenabbildungen liefern
  Homotopie"aquivalenzen
  \begin{equation*} {\op{S}} \check{\mathcal K} \overset{\sim}{\rightarrow}
    {\op{S}}^{\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})\hri {\op{S}} \Delta
    (\mathcal K)
  \end{equation*}
Im Beweis von \ref{SH} hatten wir zwar ordnungsvertr"agliche
simpliziale Ketten nur  in Bezug auf eine totale Ordnung auf der
Menge aller Ecken 
eingef"uhrt, aber mit einer partiellen Ordnung, 
die 
auf allen Simplizes eine totale Ordnung induziert, geht es genauso.
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungl}\label{ffuzy}
  Sei nun unser Simplizialkomplex $\mathcal K$ eine Triangulierung einer  
kompakten  orientierten $n$-Mannigfaltigkeit.
Wir w"ahlen eine Anordnung $\leq$ auf der Menge $E$ der Ecken von $\mathcal
  K$.
Der Fundamentalzykel von $\Delta (\mathcal K)$  hat  
genau einen Repr"asentanten 
in den $n$-Simplizialketten und damit auch genau 
einen Repr"asentanten $\omega \in
  {\op{S}}^{\op{os}}_{n} \Delta (\mathcal K)$ in der
Gruppe der ordnungsvertr"aglichen 
simplizialen $n$-Ketten.
Nach \ref{FuZY} hat unser Fundamentalzykel  die Gestalt
  \begin{equation*}
    \omega = \sum_{s \in \mathcal K_n } \varepsilon (s) \langle s \rangle
  \end{equation*}
  f"ur wohlbestimmtes $\varepsilon : \mathcal K_n \rightarrow \{\pm 1\}$, 
wobei $\langle s \rangle$ wie im
Beweis von \ref{SH}
den zum $n$-Simplex $s$ geh"origen angeordneten $n$-Simplex 
bezeichnet. 
\end{Bemerkungl}

\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/Bilddz}\\[4mm]
\noindent 
Ein Ausschnitt einer triangulierten $2$-Mannigfaltigkeit.
Die Nummerierung der Ecken legt ihre Anordnung fest. Der Kreispfeil
daneben deutet die Orientierung an, der Fundamentalzykel hat also
die Gestalt 
$$\omega=\ldots +\langle\{ 1,2,3\}\rangle -\langle\{ 1,2,7\}\rangle +\ldots$$
Die duale Zelle zum 
$1$-Simplex $t=\{1,2\}$ besteht aus den beiden
Summanden $\check{u}=\{\{1,2\},\{1,2,3\}\}$ und 
 $\check{v}=\{\{1,2\},\{1,2,7\}\}$ und deren Vorzeichen sind
$\eta(\check{u})=-1$ und $\eta(\check{v})=1$, so da"s sich die duale Zelle zu 
$c(t)=\check{v}-\check{u}$ ergibt.
Im Bild habe ich die den ordnungsvertr"aglichen $1$-Ketten
$\langle t \rangle $ und $c(t)$ entsprechenden Simplizialketten
fett eingezeichnet.
\\[2mm]
Weiter besteht die  duale Zelle zum $0$-Simplex $\{6\}$ aus
$10$ Summanden, und ich habe im Bild  auch die der 
dualen Zelle zu dieser Ecke alias der 
ordnungsvertr"aglichen $2$-Kette
$c(\{6\})$ entsprechende Simplizialkette
durch Kreispfeile eingezeichnet.
\end{figure}

\begin{Bemerkungl}\label{duze}
  Gegeben ein $(n-q)$-Simplex 
$t\in \cal{K}_{n-q}$ definieren wir die zugeh"orige {\bf duale
    Zelle}\index{duale Zelle} $c(t)\in \op{S}_q^{\op{os}}\Delta
  (\check{{\mathcal K}})$ als die Summe
  $$c(t)=\sum \eta(\check{u}) \langle\check{u}\rangle$$
  "uber alle $q$-Simplizes
  $\check{u}\in\check{\cal{K}}_{q}$ mit $\check{u}_0=t$. Einen $q$-Simplex
  $\check{u} \in \check{\mathcal K}_q$ schreiben wir dazu als  echt
  aufsteigende Kette $\check{u}_0 \subsetneq \check{u}_1 \subsetneq \ldots
  \subsetneq \check{u}_q$ von nichtleeren 
Simplizes von $\mathcal K$, und wir summieren
  "uber alle Ketten, die mit 
dem $(n-q)$-Simplex $t$ beginnen.  Die $\eta(\check{u})=\pm 1$
sind gewisse  Vorzeichen, die 
wie folgt gegeben seien: Man betrachte die
  Ecken $u_1,\dots,u_q \in E$ des urspr"unglichen Komplexes mit $\check{u}_i =
  \check{u}_{i-1} \cup \{u_i\}$, so da"s also gilt $\check{u}_q = \check{u}_0
  \cup \{u_1,\dots,u_q\}$.  Sei $(s_0,s_1,\dots,s_n)$ die angeordnete
  Darstellung des $n$-Simplex $\check{u}_q$ und
  $(t_0,\ldots,t_{n-q})$ die angeordnete Darstellung des
  $(n-q)$-Simplex $t=\check{u}_0$ und $\tau\in {\cal S}_{n+1}$ die Permutation
  mit 
 $$ \begin{array}{lcl}
s_{\tau(0)}&=&t_0\\
\;\vdots&\vdots&\;\vdots\\ s_{\tau(n-q)}&=&t_{n-q}\\
 s_{\tau(n-q+1)} &=&
  u_1\\
\;\vdots&\vdots&\;\vdots\\
s_{\tau(n)} &=& u_q
\end{array}$$
So sei das fragliche Vorzeichen gegeben als $
  \eta(\check{u})=(-1)^{q(n-q)}\varepsilon(s)\op{sgn}(\tau)$.
\end{Bemerkungl}
 \begin{Bemerkungl}
   Diese dualen Zellen m"ogen mit ihren ganzen Vorzeichen unanschaulich
   wirken.
Der erste Teil des folgenden Satzes sollte hier jedoch der Anschauung helfen,
zeigt er doch, da"s die Vorzeichen jedenfalls stets so zusammenpassen, da"s
der Rand einer dualen Zelle eine Linearkombination
dualer Zellen ist. Das hat im Bild der Simplizialketten 
unter anderem 
die anschauliche Bedeutung,
da"s \glqq die einzelnen 
Simplizes einer dualen Zelle gerade so orientiert sind, da"s sich
die internen R"ander gegenseitig wegheben\grqq.
 \end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{Geometrische Interpretation der Schnittzahlen}]
   Sei der Simplizialkomplex $\mathcal K$ eine Triangulierung einer  
kompakten  orientierten $n$-Mannigfaltig\-keit $M$.\label{GiS}
Sei auf der Menge $E$ der Ecken von $\mathcal
  K$ eine Anordnung  gew"ahlt. So gilt:
  \begin{enumerate}
  \item 
Die von den dualen Zellen  im Sinne von \ref{duze}
erzeugten Untergruppen
${\op{C}}_q\subset \op{S}_q^{\op{os}}\Delta
  (\check{{\mathcal K}})$
bilden einen Unterkomplex ${\op{C}}\subset\op{S}^{\op{os}}\Delta
  (\check{{\mathcal K}})$ im Komplex der ordnungsvertr"aglichen
simplizialen Ketten der baryzentrischen Unterteilung $\check{{\mathcal K}}$ von 
$\mathcal K$, und die 
Einbettung dieses Unterkomplexes induziert auf allen
Homologiegruppen Isomorphismen $\cal{H}_q{\op{C}}\sira {\op{H}}_qM$.
\item
Wird %eine Homologieklasse 
$\alpha\in {\op{H}}_q M$ repr"asentiert 
durch einen \glqq simplizialen\grqq\  Zykel der Gestalt
%% $\sum_{t\in \cal{K}_{n-p}}\alpha_t \langle t\rangle \in 
%% {\op{S}}^{\op{os}}\Delta
%%   ({\mathcal K})$ 
$\sum_{t\in \cal{K}_{q}}\alpha_t \langle t\rangle \in 
{\op{S}}^{\op{os}}\Delta
  ({\mathcal K})$ 
und 
$\beta\in {\op{H}}_{n-q} M$ durch einen \glqq zellul"aren\grqq\   Zykel
der Gestalt 
%% $\sum_{t\in \cal{K}_{n-q}}\beta_t c(t) \in {\op{C}}_q$, 
$\sum_{t\in \cal{K}_{q}}\beta_t c(t) \in {\op{C}}_{n-q}$, 
so gilt f"ur ihre Schnittzahl
$$\alpha\cdot\beta=\sum_t \alpha_t \beta_t$$ 
  \end{enumerate}
 \end{Satz}

 \begin{proof}
 Zun"achst einmal erinnern wir die Definition der Schnittzahl:
Wir hatten dazu ja 
das $a\in {\op{H}}^{n-q} M$ bzw.  $b\in {\op{H}}^{q} M$
genommen mit $a\cap\omega_M=\alpha$ bzw. $b\cap\omega_M=\beta$
und dann 
unsere Schnittzahl als Kronecker-Paarung des cup-Produkts dieser
Kohomologieklassen mit dem Fundamentalzykel definiert, in Formeln
$\alpha\cdot\beta=\langle a\cup b, \omega_M\rangle$.
Mit der Adjunktionsformel \ref{Excap} 
erhalten wir daraus auch die alternative Darstellung  
$\alpha\cdot\beta=\langle a, \beta\rangle$.
Es reicht also, das Urbild $a$ von $\alpha$ unter dem
Isomorphismus der Poincar\'{e}-Dualit"at hinreichend explizit zu beschreiben.
Dazu m"ussen wir etwas weiter ausholen.
Gegeben ein Simplizialkomplex ${\mathcal K}$ liefert
  das baryzentrische Unterteilen 
ganz allgemein eine Homotopie"aquivalenz $
  {\op{S}} \mathcal K \hri {\op{S}} \check{\mathcal K} $ zwischen
den entsprechenden Komplexen von Simplizialketten. Genauer
  erh"alt man eine Injektion von der Menge  ${\cal K}_{q}^\leq$
aller angeordneten $q$-Simplizes 
von $\mathcal K$ in die  Menge $\check{\mathcal
    K}_q^\leq$ aller %ordnungsvertr"aglichen 
angeordneten $q$-Simplizes  von $\check{\mathcal
    K}$, indem man $\sigma : \{0, \ldots, q\} \hookrightarrow E$ abbildet auf
$\sigma^\vee : \{0, \ldots, q\} \hookrightarrow \check{E}$ gegeben durch
 $
    \sigma^\vee(i)=  \{ \sigma (0),
      \ldots, \sigma (i)\}.
  $
  Anschaulich gesprochen erhalten wir so \glqq alle $q$-Simplizes von
  $\check{\mathcal K}$, die in $q$-Simplizes von $\mathcal K$ liegen\grqq, und die
  Abbildung ${\cal K}^\leq_{q}\ra {\op{S}}_{q} \check{\mathcal K}$
gegeben durch
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildbAr}\\[4mm]
\noindent 
Ein angeordneter $3$-Simplex $\sigma$ 
und die sechs angeordneten $3$-Simplizes $\sigma\circ \pi$ 
mit Vorzeichen, deren Summe seine baryzentrische Unterteilung 
$b(\sigma)$ im Sinne des Beweises von \ref{GiS} repr"asentiert.
Die Kreispfeile sind eigentlich "uberfl"ussig und betonen nur 
die Reihenfolge der Ecken in den angeordneten $3$-Simplizes $\sigma\circ \pi$ 
und die Beziehung zum Signum der zugeh"origen Permutationen $\pi$.
\end{figure}
  \begin{equation*}
    \sigma \mapsto \sum_{\pi \in \mathcal {\cal{S}}_{q+1}} \op{sgn} 
    (\pi) (\sigma \circ \pi)^\vee
  \end{equation*}
  induziert eine Homotopie"aquivalenz $ b : {\op{S}} \mathcal K \hri
  {\op{S}} \check{\mathcal K}, $ die wir wieder  die
{\bf baryzentrische Unterteilung}
  nennen. Wenden wir auf
unseren Fundamentalzykel aus \ref{ffuzy} die baryzentrische
  Unterteilung an, so erhalten wir den Repr"asentanten
  \begin{equation*}
    \check{\omega} = \sum_{s \in \mathcal K_n ,\; \pi \in \mathcal S_{n+1}}
    \varepsilon (s) \op{sgn}(\pi) (\langle s \rangle \circ \pi)^\vee
  \end{equation*}
  des Fundamentalzykels in 
${\op{S}}_n^{\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})$. 
 Die weitere Argumentation wird ausgehen von einem Diagramm
der Gestalt
\begin{displaymath}
\xymatrix{
{\op{C}}^\ast [n]  \ar@{-->}[r] 
& {\op{S}}^{\op{os}} \Delta ({\mathcal K}) \ar[dd]^b\\
&\\
{\op{S}}^\ast_{ \op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})[n]
\ar[r]^{\cap \check{\omega}}  \ar@{-->}[uu] \ar@{-->}[uur] 
& {\op{S}}^{\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})
}
\end{displaymath}
Der Komplex ${\op{S}}^\ast_{\op{os}} \Delta
   (\check{\mathcal K})$ der ordnungsvertr"agliche simplizialen 
Koketten mitsamt
   einem Isomorphismus von Komplexen ${\op{S}}^\ast_{\op{os}} \Delta
   (\check{\mathcal K})\sira {\op{S}}^\ast \check{\mathcal K}$
   ist in derselben Weise erkl"art wie  der Komplex 
der ordnungsvertr"agliche simplizialen 
Ketten in \ref{bU}.
Die durchgezogenen Pfeile sind uns bereits bekannt,
die rechte Vertikale ist modulo unserer Identifikation von Simplizialketten
mit ordnungsvertr"aglichen simplizialen Ketten das baryzentrische 
Unterteilen,
die untere Horizontale die Restriktion auf
ordnungsvertr"agliche simpliziale Ketten
unserer Poincar\'{e}-Dualit"at  aus \ref{APD}.
Unser Ziel ist die
Erg"anzung durch Kettenabbildungen wie durch die gestrichelten Pfeile 
angedeutet
zu einem kommutativen Diagramm von Homotopie"aquivalenzen, dessen
obere Horizontale dann 
die geometrische Bedeutung des Dualit"ats-Isomorphismus klar
macht.  Als ersten Schritt in diese Richtung behaupte ich, da"s die
durch $\cap
\check{\omega}$ gegebene Kettenabbildung wie durch 
den schr"agen gestrichelten Pfeil
angedeutet "uber unsere baryzentrische 
Unterteilung $b$ faktorisiert.  
 Ein
  $q$-Simplex $\check{u} \in \check{\mathcal K}_q$ ist ja per definitionem
eine echt aufsteigende
  Kette $\check{u}_0 \subsetneq \check{u}_1 \subsetneq \ldots
  \subsetneq \check{u}_q$ von Simplizes von $\mathcal K$.
Die zugeh"origen $\langle \check{u} \rangle$ bilden 
eine ${\mathbb Z}$-Basis von $\op{S}_q^{\op{os}}\Delta
(\check{{\mathcal K}})$ und die zugeh"origen 
Linearformen bilden eine ${\mathbb Z}$-Basis
$\langle \check{u} \rangle^*$ von
$\op{S}_{\op{os}}^q \Delta (\check{{\mathcal K}})$.
F"ur das cap-Produkt $\langle \check{u}\rangle^* \cap \check{\omega}$ 
mit dem Fundamentalzykel
erhalten wir nach \ref{Excap} die Darstellung
\[ \langle \check{u} \rangle^* \cap \check{\omega} 
= (-1)^{q(n-q)} \!\!\!\!\sum_{s \in {\mathcal K}_n,\; 
 \pi \in {\mathcal S}_{n+1} } \!\!\!\!\varepsilon(s)\op{sgn}(\pi)
\langle \langle \check{u} \rangle^*, 
(\langle s\rangle \circ \pi)^\vee  \rho^q \rangle \;
(\langle s\rangle \circ \pi)^\vee  \lambda^{n-q} \]
Insbesondere ist die rechte Seite nur dann 
nicht Null, wenn $\check{u}$ die Gestalt $\check{u}_0\subsetneq
 \ldots \subsetneq \check{u}_q$ 
hat mit $\check{u}_0 \in {\mathcal K}_{n-q}$ 
und dann nat"urlich auch $\check{u}_i \in {\mathcal K}_{n-q+i}$ 
f"ur alle $i$. 
Seien nun $u_1,\dots,u_q \in E$ die Ecken des urspr"unglichen Komplexes mit 
$\check{u}_i = \check{u}_{i-1} \cup \{u_i\}$, 
so da"s also gilt $\check{u}_q = \check{u}_0 \cup \{u_1,\dots,u_q\}$.
Sei $s = (s_0,s_1,\dots,s_n)$ die angeordnete Darstellung des
$n$-Simplex $s$.
Auf der rechten Seite liefert nur $s = 
\check{u}_q \in {\mathcal K}_n$ von Null 
verschiedene Beitr"age, und zwar nur f"ur 
$\pi \in {\mathcal S}_{n+1}$ mit 
$s_{\pi(n-q+1)} = u_1,\dots,s_{\pi(n)} = u_q$, 
und f"ur diese ist der Gesamtbeitrag 
bis auf ein Vorzeichen gerade
\[ b(\check{u}_0)=\sum_{{\kappa} \in {\mathcal S}_{n-q+1}} 
\op{sgn}({\kappa}) (\langle \check{u}_0 
\rangle \circ {\kappa} )^\vee   \]
Das zeigt schon einmal, dass $\cap \check{\omega}$ wie 
behauptet "uber $b$ faktorisiert und liefert 
den Pfeil schr"ag nach oben. 
Um auch das Vorzeichen anzugeben, betrachten wir die angeordnete Darstellung
$\check{u}_0=(v_0,\ldots,v_{n-q})$ und die Permutation
$\tau\in {\cal S}_{n+1}$ mit $s_{\tau(0)}=v_0,\ldots,
s_{\tau(n-q)}=v_{n-q}, s_{\tau(n-q+1)} = u_1,\dots,s_{\tau(n)} = u_q$,
finden f"ur das fragliche Vorzeichen die Darstellung
$ \eta(\check{u})=(-1)^{q(n-q)}\varepsilon(s)\op{sgn}(\tau)$
und erhalten 
%f"ur $\check{u} \in \check{{\mathcal K}}^\leq_q$ die Formel
f"ur $\check{u} \in \check{{\mathcal K}}_q$ die Formel
$$ \langle\check{u}\rangle^* \cap \check{\omega} = \left\{ \begin{array}{cl}
\eta(\check{u}) b(\check{u}_0) & \mbox{falls }
\check{u}_0 \in {\mathcal K}_{n-q}; 
\\[2mm]
0 & \mbox{sonst.} \end{array} \right. $$
Bilden wir  den Quotienten ${\op{C}}^\ast$ 
von ${\op{S}}^\ast_{\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})$ 
nach den $\langle\check{u}\rangle^*$ 
mit $\check{u}_0 \not\in {\mathcal K}_{n-q}$ sowie den 
$\eta(\check{u}) \langle\check{u}\rangle^* - 
\eta(\check{v})\langle\check{v}\rangle^*$ mit 
$\check{u}_0 = \check{v}_0$, so faktorisiert 
unser $\cap\check{\omega}$ weiter und liefert, wie man leicht sieht,
 einen Isomorphismus von Kettenkomplexen
$$ {\op{C}}^\ast [n]
\stackrel{\sim}{\rightarrow} {\op{S}}^{\op{os}}\Delta({\mathcal K}) $$
unter Verwendung unserer Konvention \ref{KEE}.
Man kann in dieser Weise sogar einen Beweis der Poincar\'{e}-Dualit"at
im triangulierbaren Fall geben, wof"ur dann allerdings 
noch gezeigt werden mu"s, da"s die linke Vertikale unseres
Diagramms Isomorphismen auf der Homologie induziert.
Da wir aber vielmehr an der anschaulichen Bedeutung der Poincar\'{e}-Dualit"at
interessiert sind, drehen wir den Spie"s um und folgern aus 
der Poincar\'{e}-Dualit"at \ref{APD}, da"s die linke Vertikale unseres
Diagramms 
${\op{S}}^\ast_{\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})
\sra {\op{C}}^\ast $
Isomorphismen auf der Kohomologie induziert.
Nach \ref{HKH} ist sie also eine Homotopie"aquivalenz und unser
ganzes Diagramm besteht aus Homotopie"aquivalenzen.
Gehen wir nun in dieser linken Vertikale zu den dualen Komplexen 
"uber, so erhalten wir offensichtlich genau den 
Unterkomplex ${\op{C}}\subset\op{S}^{\op{os}}\Delta
  (\check{{\mathcal K}})$ aus dem ersten Teil unseres Satzes \ref{GiS},
und damit ist auch dieser erste Teil bereits bewiesen.
Des weiteren sehen wir, da"s f"ur
$t\in \cal{K}_{n-q}$ und $\langle t\rangle$ der zugeh"orige angeordnete
Simplex seine baryzentrische Unterteilung $b(\langle t\rangle)$ genau
ein Urbild hat unter $\cap\check{\omega}$, und da"s dieses 
Urbild auf der dualen Zelle $c(t)$ den Wert Eins annimmt und auf allen 
anderen dualen Zellen den Wert Null.
Daraus folgt dann auch der zweite Teil des Satzes.
\end{proof}






\subsection{Anschauung im nichtkompakten Fall}\label{AbHp}

\begin{Bemerkungl}\emph{Sp"ater!}
  In derselben Weise erkl"aren wir die Komplexe ${\op{S}}^{!\op{os}} \Delta
  (\check{\mathcal K})$ 
  bzw.  ${\op{S}}^\ast_{!\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})$ mitsamt
  Isomorphismen von Komplexen nach ${\op{S}}^{!} \check{\mathcal K}$ 
bzw.  ${\op{S}}^\ast_{!} \check{\mathcal
    K}$.
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}
  Sei nun unser Simplizialkomplex $\mathcal K$ eine Triangulierung einer nicht
  notwendig kompakten separablen orientierten $n$-Mannigfaltigkeit.
Wir w"ahlen eine Anordnung $\leq$ auf der Menge $E$ der Ecken von $\mathcal
  K$.
Der Fundamentalzykel von $\Delta (\mathcal K)$ im Sinne von
\ref{FZbm} hat wegen \ref{SiIB} genau einen Repr"asentanten 
in den Borel-Moore-Simplizialketten und damit auch genau 
einen Repr"asentanten $\omega \in
  {\op{S}}^{!\op{os}}_{n} \Delta (\mathcal K)$ in der
in hoffentlich offensichtlicher Weise definierten 
Gruppe der ordnungsvertr"aglichen 
simplizialen Borel-Moore-$n$-Ketten.
Nach \ref{FuZY} hat er Gestalt
  \begin{equation*}
    \omega = \sum_{s \in \mathcal K_n } \varepsilon (s) \langle s \rangle
  \end{equation*}
  f"ur wohlbestimmtes $\varepsilon : \mathcal K_n \rightarrow \{\pm 1\}$ 
mit $\langle s \rangle$ 
dem zum $n$-Simplex $s$ geh"origen angeordneten $n$-Simplex wie im
Beweis von \ref{SH}. Wenden wir darauf die baryzentrische
  Unterteilung an, so erhalten wir den Repr"asentanten
  \begin{equation*}
    \check{\omega} = \sum_{s \in \mathcal K_n ,\; \pi \in \mathcal S_{n+1}}
    \varepsilon (s) \op{sgn}(\pi) (\langle s \rangle \circ \pi)^\vee
  \end{equation*}
  des Fundamentalzykels in 
${\op{S}}_n^{!\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})$. 
Die weitere Argumentation wird ausgehen vom Diagramm
\begin{displaymath}
\xymatrix{
{\op{C}}^\ast_{!} \Delta (\check{\mathcal K})[n]  \ar@{-->}[r] 
& {\op{S}}^{\op{os}} \Delta ({\mathcal K}) \ar[dd]^b\\
&\\
{\op{S}}^\ast_{! \op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})[n]
\ar[r]^{\cap \check{\omega}}  \ar@{-->}[uu] \ar@{-->}[uur] 
& {\op{S}}^{\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})
}
\end{displaymath}
Die durchgezogenen Pfeile sind uns bereits bekannt,
die rechte Vertikale ist modulo unserer Identifikation von Simplizialketten
mit ordnungsvertr"aglichen simplizialen Ketten das baryzentrische 
Unterteilen,
die untere Horizontale die Restriktion auf
ordnungsvertr"agliche simpliziale Ketten
unserer Poincar\'{e}-Dualit"at auf singul"aren Ketten aus \ref{SiPoi}.
Unser Ziel ist die
Erg"anzung durch Kettenabbildungen wie durch die gestrichelten Pfeile 
angedeutet
zu einem kommutativen Diagramm von Homotopie"aquivalenzen, dessen
obere Horizontale dann 
die geometrische Bedeutung des Dualit"ats-Isomorphismus klar
macht.  Als ersten Schritt in diese Richtung behaupte ich, da"s die
durch $\cap
\check{\omega}$ gegebene Kettenabbildung wie durch 
den schr"agen gestrichelten Pfeil
angedeutet "uber unsere baryzentrische 
Unterteilung $b$ faktorisiert.  
 Ein
  $q$-Simplex $\check{u} \in \check{\mathcal K}_q$ ist ja per definitionem
eine echt aufsteigende
  Kette $\check{u}_0 \subsetneqq \check{u}_1 \subsetneqq \ldots
  \subsetneqq \check{u}_q$ von Simplizes von $\mathcal K$.
Die zugeh"origen $\langle \check{u} \rangle$ bilden 
eine ${\mathbb Z}$-Basis von $\op{S}_q^{\op{os}}\Delta
(\check{{\mathcal K}})$ und die zugeh"origen 
Linearformen bilden eine ${\mathbb Z}$-Basis
$\langle \check{u} \rangle^*$ von
$\op{S}_{!\op{os}}^q \Delta (\check{{\mathcal K}})$.
F"ur das cap-Produkt $\langle \check{u}\rangle^* \cap \check{\omega}$ 
mit dem Fundamentalzykel
erhalten wir nach \ref{Excap} die Darstellung
\[ \langle \check{u} \rangle^* \cap \check{\omega} 
= (-1)^{q(n-q)} \sum_{s \in {\mathcal K}_n,\; 
 \pi \in {\mathcal S}_{n+1} } \varepsilon(s)\op{sgn}(\pi)
\langle \langle \check{u} \rangle^*, 
(\langle s\rangle \circ \pi)^\vee  \rho^q \rangle \;
(\langle s\rangle \circ \pi)^\vee  \lambda^{n-q} \]
Insbesondere ist die rechte Seite nur dann 
nicht Null, wenn $\check{u}$ die Gestalt $\check{u}_0\subsetneqq
 \ldots \subsetneqq \check{u}_q$ 
hat mit $\check{u}_0 \in {\mathcal K}_{n-q}$ 
und dann nat"urlich auch $\check{u}_i \in {\mathcal K}_{n-q+i}$ 
f"ur alle $i$. 
Seien nun $u_1,\dots,u_q \in E$ die Ecken des urspr"unglichen Komplexes mit 
$\check{u}_i = \check{u}_{i-1} \cup \{u_i\}$, 
so da"s also gilt $\check{u}_q = \check{u}_0 \cup \{u_1,\dots,u_q\}$.
Sei $s = (s_0,s_1,\dots,s_n)$ die angeordnete Darstellung des
$n$-Simplex $s$.
Auf der rechten Seite liefert nur $s = 
\check{u}_q \in {\mathcal K}_n$ von Null 
verschiedene Beitr"age, und zwar nur f"ur 
$\pi \in {\mathcal S}_{n+1}$ mit 
$s_{\pi(n-q+1)} = u_1,\dots,s_{\pi(n)} = u_q$, 
und f"ur diese ist der Gesamtbeitrag 
bis auf ein Vorzeichen gerade
\[ b(\check{u}_0)=\sum_{{\kappa} \in {\mathcal S}_{n-q+1}} 
\op{sgn}({\kappa}) (\langle \check{u}_0 
\rangle \circ {\kappa} )^\vee   \]
Das zeigt schon einmal, dass $\cap \check{\omega}$ wie 
behauptet "uber $b$ faktorisiert und liefert 
den Pfeil schr"ag nach oben. 
Um das Vorzeichen anzugeben, betrachten wir die angeordnete Darstellung
$\check{u}_0=(v_0,\ldots,v_{n-q})$ und die Permutation
$\tau\in {\cal S}_{n+1}$ mit $s_{\tau(0)}=v_0,\ldots,
s_{\tau(n-q)}=v_{n-q}, s_{\tau(n-q+1)} = u_1,\dots,s_{\tau(n)} = u_q$,
finden f"ur das fragliche Vorzeichen die Darstellung
$ \eta(\check{u})=(-1)^{q(n-q)}\varepsilon(s)\op{sgn}(\tau)$
und erhalten 
%f"ur $\check{u} \in \check{{\mathcal K}}^\leq_q$ die Formel
f"ur $\check{u} \in \check{{\mathcal K}}_q$ die Formel
$$ \langle\check{u}\rangle^* \cap \check{\omega} = \left\{ \begin{array}{cl}
\eta(\check{u}) b(\check{u}_0) & \mbox{falls }
\check{u}_0 \in {\mathcal K}_{n-q}; 
\\[2mm]
0 & \mbox{sonst.} \end{array} \right. $$
Bilden wir  den Quotienten ${\op{C}}^\ast_{!} \Delta (\check{\mathcal K})$ 
von ${\op{S}}^\ast_{! \op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})$ 
nach den $\langle\check{u}\rangle^*$ 
mit $\check{u}_0 \not\in {\mathcal K}_{n-q}$ sowie den 
$\eta(\check{u}) \langle\check{u}\rangle^* - 
\eta(\check{v})\langle\check{v}\rangle^*$ mit 
$\check{u}_0 = \check{v}_0$, so faktorisiert 
unser $\cap\check{\omega}$ weiter und liefert, wie man leicht sieht,
 einen Isomorphismus von Kettenkomplexen
$$ {\op{C}}^\ast_{!} \Delta (\check{\mathcal K})[n]
\stackrel{\sim}{\rightarrow} {\op{S}}^{\op{os}}\Delta({\mathcal K}) $$
Man kann in dieser Weise sogar einen Beweis der Poincar\'{e}-Dualit"at
im triangulierbaren Fall geben, wof"ur dann allerdings 
noch gezeigt werden mu"s, da"s die linke Vertikale unseres
Diagramms Isomorphismen auf der Homologie induziert.
Da wir aber vielmehr an der anschaulichen Bedeutung der Poincar\'{e}-Dualit"at
interessiert sind, drehen wir den Spie"s um und folgern aus 
der Poincar\'{e}-Dualit"at, da"s die linke Vertikale unseres
Diagramms 
${\op{S}}^\ast_{! \op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})
\sra {\op{C}}^\ast_{!} \Delta (\check{\mathcal K})$
Isomorphismen auf der Kohomologie induziert.
Nach \ref{HKH} ist sie also eine Homotopie"aquivalenz und unser
ganzes Diagramm besteht aus Homotopie"aquivalenzen.
Um nun endlich zur anschaulichen Bedeutung vorzudringen, 
betrachten wir in der linken Vertikalen die 
dualen Komplexe und erhalten so eine Homotopie"aquivalenz
$${\op{C}}^{!} \Delta (\check{\mathcal K})
\hra {\op{S}}^{!\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})$$
wo der $q$-te Teil   ${\op{C}}^{!}_q \Delta (\check{\mathcal K})$
unseres Teilkomplexes 
aus allen \glqq unendlichen formalen Linearkombinationen\grqq\ 
"uber $t\in\cal{K}_{n-q}$ 
gewisser  Ausdr"ucke $c(t)$ besteht, die ihrerseits gegeben werden als 
$$c(t)=\sum \eta(\check{u}) \langle\check{u}\rangle$$
summiert "uber alle $\check{u}\in\check{\cal{K}}_{q}$ mit 
$\check{u}_0=t$.
\end{Bemerkungl}



\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildFzy}\\[4mm]
\noindent BlahBlah
\end{figure}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildFzz}\\[4mm]
\noindent BlahBlah
\end{figure}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildFzo}\\[4mm]
\noindent BlahBlah
\end{figure}



\subsection{Versuch}

\begin{Bemerkungl}
Gegeben ein topologischer Raum $X$ definieren wir den {\bf Komplex
der grenzfeinen Ketten}\index{grenzfein!Kette} als den direkten Limes
$$\op{GS}(X)=\varinjlim(\op{S}(X)\stackrel{U}{\ra}\op{S}(X)
\stackrel{U}{\ra}\ldots)$$
in Bezug auf die \hyperref[UKA]{Unterteilungsoperatoren} $U$. 
Alle kanonischen Abbildungen $\op{S}(X)\ra\op{GS}(X)$ in diesen direkten
Limes 
induzieren nach \ref{UT} dieselbe Abbildung auf der Homologie. 
Wir arbeiten im folgenden mit der ersten dieser kanonischen 
Abbildungen. Sie kommt, wie auch alle anderen, sogar von einer
Transformation $\op{S}\RA\op{GS}$ von Funktoren $\op{Top}\ra \op{Ket}$ her.
Wir definieren weiter auch f"ur $X\supset A$ einen Raum mit einer Teilmenge 
den {\bf Komplex
der relativen grenzfeinen Ketten} als den direkten Limes
$$\op{GS}(X,A)=\varinjlim(\op{S}(X,A)\stackrel{U}{\ra}\op{S}(X,A)
\stackrel{U}{\ra}\ldots)$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\defind{Ausschneidung f"ur grenzfeine Ketten}]\label{Aschg}
Sei $(X,A)$ ein Raumpaar und $L\subset A$ eine Teilmenge, deren Abschlu"s
im Inneren von $A$ liegt. 
So liefert die Einbettung $(X{\backslash} L, A{\backslash} L) 
\hookrightarrow (X,A)$ Isomorphismen
auf den Komplexen von relativen grenzfeinen Ketten 
$${\op{GS}}(X{\backslash} L,A{\backslash} L) \sira {\op{GS}} (X,A)$$
\end{Satz}

\begin{proof}[Beweis]
Wie beim Beweis der Ausschneidung \ref{Asch}
 betrachten die "Uberdeckung $X = A \cup (X{\backslash} L)$,  geben ihr den
Namen $\cal{V}$ und bilden ein kommutatives Diagramm von
Kettenkomplexen der Gestalt
$$\begin{array}{ccccc}
{\op{S}}(A{\backslash} L) & \hookrightarrow & {\op{S}}A \oplus {\op{S}}(X{\backslash} L) & \twoheadrightarrow &
{\op{S}}^{\cal{V}}X\\
\downarrow & & \downarrow & &\downarrow \\
{\op{S}}(X{\backslash} L) & \hookrightarrow & {\op{S}}X \oplus {\op{S}}(X{\backslash} L) & \twoheadrightarrow
&{\op{S}}X\\
\downarrow & &\downarrow & &\downarrow \\
{\op{S}} (X {\backslash} L, A{\backslash} L) & \ra & {\op{S}}(X,A) & \ra & {\op{S}}X / {\op{S}}^{\cal{V}}X
\end{array}$$
Hier ist zu verstehen, da"s 
 die beiden oberen horizontalen Inklusionen die \glqq diagonalen\grqq\ 
Einbettungen $z \mapsto (z,z)$ sein sollen und die folgenden
Surjektionen die Differenzen $(x,y) \mapsto x-y$. 
Nach dem Neunerlemma ist die untere Horizontale dann auch exakt.
Jetzt gehen wir zum direkten Limes unter den Unterteilungsoperatoren "uber
und m"ussen nur zeigen, da"s dieser Limes bei ${\op{S}}X / {\op{S}}^{\cal{V}}X$
verschwindet. In der Tat wird aber nach \ref{KlKl}
jedes Element dieses Quotienten von einer
hinreichend hohen Potenz des Unterteilungsoperators annulliert.
\end{proof}


\begin{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}\label{BMLL}
  F"ur jeden lokal kompakten Hausdorffraum $X$ liefern die Abbildungen
 ${\op{S}}^! X \rightarrow
    {\op{S}} (X,X \backslash K)$ aus
  \ref{BMHH} Isomorphismen
  \begin{equation*} {\op{S}}^!_q X \overset{\sim}{\rightarrow} \varprojlim_K
    {\op{S}}_q (X,X \backslash K)
  \end{equation*}
  Der inverse Limes ist dabei "uber alle Kompakta $K \subset X$ zu verstehen.
In der Tat k"onnen  in diesem Fall die lokal endlichen Ketten auch
beschrieben werden als 
  Abbildungen $\op{Top} (\Delta_q, X) \rightarrow \mathbb Z$ mit der
  Eigenschaft, da"s f"ur jedes Kompaktum 
$K\subset X$ 
nur endlich vielen der $\sigma : \Delta_q \rightarrow X$ mit $\sigma
  (\Delta_q) \cap K\neq \emptyset$ eine von Null verschiedene Zahl zugeordnet
  wird. 
\end{Bemerkungl}






\begin{Bemerkungl}[\textbf{Funktorialit"aten der Borel-Moore-Homologie}] 
  Die Borel-Moore-Ho\-mologie ist keineswegs homotopieinvariant, ja noch nicht
  einmal in dem von der Homologie gewohnten Sinne funktoriell.  Vielmehr
  erh"alt man nur f"ur eigentliche Abbildungen von 
lokal kompakten Hausdorffr"aumen,
nach \eref{SLOK}{ML} also den
Abbildungen  $f: X \rightarrow Y$, 
bei denen das Urbild jedes 
Kompaktums kompakt ist, auch 
 Abbildungen $f_\ast: {\op{S}}^!  X\rightarrow
  {\op{S}}^!  Y$ auf den lokal endlichen Ketten und Abbildungen $f_\ast :
  {\op{H}}^!_q X \rightarrow {\op{H}}^!_q Y$ auf der Borel-Moore-Homologie.
Die wesentliche Bedeutung der Borel-Moore-Homologie liegt darin, da"s 
in ihr auch f"ur  nicht kompakte orientierte Mannigfaltigkeiten 
\glqq Fundamentalzykel\grqq\  erkl"art werden k"onnen, 
wie im folgenden ausgef"uhrt werden soll. Noch st"arker gelingt das sogar
f"ur \glqq Pseudomannigfaltigkeiten, bei denen die Singularit"aten erst
in Kodimension Zwei beginnen\grqq, und damit insbesondere f"ur mit ihrer 
analytischen Topologie versehene
komplexe algebraische Variet"aten. Das  besprechen wir
aber hier nicht weiter.
\end{Bemerkungl}



% \begin{Satz}[\textbf{Fundamentalzykel in der Borel-Moore-Homo\-lo\-gie}]
% Gegeben eine  \emph{separable}  zusammen\-h"ang\-en\-de orientierbare
% $n$-Mannig\-fal\-tig\-keit $M$  ist\label{FZbm}
% ihre $n$-te Borel-Moore-Homo\-lo\-gie ${\op{H}}^!_{n}M$  
% frei vom Rang Eins
% und die kanonische Abbildung nach \ref{BMHH}
%  liefert f"ur alle $x\in M$ einen Isomorphismus
% $${\op{H}}^!_{n}M\sira {\op{H}}_{n}(M,M\backslash x)$$
% \end{Satz}
% \begin{proof}
% Dieser Satz folgt unmittelbar aus der 
% anschlie"senden genaueren Proposition \ref{GBM}.
% \end{proof}

\begin{Proposition}[\textbf{Borel-Moore-Homologie und Fundamentalzykel}]
Gegeben eine separable  
$n$-Mannig\-fal\-tig\-keit $M$  liefern\label{GBM}
die Abbildungen aus \ref{BMHH} einen Isomorphismus 
$${\op{H}}^!_{n}M\sira \Gamma M$$ 
zwischen ihrer $n$-ten Borel-Moore-Homo\-lo\-gie 
und dem Raum der globalen Schnitte ihrer Orientierungsgarbe nach \ref{SOG}.
\end{Proposition}
\begin{Definition}
Ist $(M,\omega)$ eine separable orientierte Mannigfaltigkeit,\label{FuBM} 
so gibt es nach Proposition \ref{GBM} genau ein $\omega_M\in {\op{H}}^!_{n}M$
mit $\omega_M\mapsto \omega_x$ f"ur alle $ x\in M$.
Dies $\omega_M$ hei"st der {\bf Fundamentalzykel}
der\index{Fundamentalzykel!in der Borel-Moore-Homologie}
orientierten Mannigfaltigkeit $M$, obwohl es genau genommen
eigentlich gar kein Zykel ist, sondern vielmehr eine Homologieklasse
in ihrer Borel-Moore-Homologie.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Ist allgemeiner $X$ ein lokal kompakter Hausdorffraum und $Y\As X$ eine
  abgeschlossene Teilmenge, die mit der induzierten Topologie eine separable
  orientierbare $q$-Mannigfaltigkeit wird, und w"ahlen wir eine Orientierung
  auf $Y$, so liefert der push-forward des Fundamentalzykels unter der
  abgeschlossenen Einbettung $i:Y\hra X$, einer eigentlichen Abbildung, eine
  Klasse $i_\ast\omega_Y\in {\op{H}}^!_{q}X$ in der Borel-Moore-Homologie, die
  auch als der {\bf Fundamentalzykel von $Y$} angesprochen wird.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}
  Die Separabilit"at ist hier wesentlich.
Um das zu sehen, betrachte man  die
Alexandroff'sche Halbgerade $A$ mit ihrer Anordnung 
nach \eref{AlHg}{AL} und nehme als $M$ das Komplement ihres kleinsten
Elements.
Ich will kurz skizzieren, wie  die Annahme der Existenz eines 
lokal endlichen Fundamentalzykels in diesem Fall einer nicht separablen
Mannigfaltigkeit
zum Widerspruch f"uhrt.
In der Tat ist $A$ nach \eref{FKNU}{AL} folgenkompakt, als da hei"st, jede
unendliche Teilmenge hat einen H"aufungspunkt.
Die Endpunkte aller  $1$-Simplizes, 
die mit von Null 
verschiedenem Koeffizienten in einem lokal endlichen 
Fundamentalzykel vorkommen,
bilden nun sicher eine Teilmenge von $M$ ohne obere Schranke in $M$.
Es gibt also zu einem festen Punkt $x\in M$ unendliche viele
solcher Endpunkte, die gr"o"ser sind. Diese m"ussen dann einen H"aufungspunkt
in $M$ haben, im Widerspruch zur lokalen Endlichkeit unseres Zykels.
\end{Bemerkunge}
\begin{proof}  
F"ur jeden lokal kompakten Hausdorffraum $X$ liefern die
  Abbildungen aus \ref{BMHH} nach \ref{BMLL} Isomorphismen
  \begin{equation*} {\op{S}}^!_q X \overset{\sim}{\rightarrow} \varprojlim_K
    {\op{S}}_q (X,X \backslash K)
  \end{equation*}
  Der inverse Limes ist dabei "uber alle Kompakta $K \subset X$ zu
  verstehen. 
  Nehmen wir zus"atzlich $X$ separabel an, so existiert sogar
  eine "Uberdeckung von $X$ durch eine aufsteigende Folge von offenen
  Teilmengen mit kompaktem Abschlu"s $U_0 \subset U_1 \subset \ldots \subset
  X$, und da die $\bar{U}_i$ final sind im System aller Kompakta von
  $X$, haben wir ebenso
  \begin{equation*} {\op{S}}_q^! X \overset{\sim}{\rightarrow} \varprojlim_i
    {\op{S}}_q (X, X \backslash \bar{U}_i)
  \end{equation*}
 Dieses  inverse  System besteht offensichtlich aus Surjektionen,
 und  dasselbe gilt a forteriori f"ur das 
 System von R"andern ${\op{B}}_{q-1} (X, X\backslash \bar{U}_i)$.  
Ist nun zus"atzlich $X =M$ eine
  $n$-Mannigfaltigkeit, so liefert Satz \ref{HHM} "uber die hohe Homologie von
  Mannigfaltigkeiten ${\op{H}}_{n+1} (M, M\backslash \bar{U}_i) =0$,  folglich
  haben wir ${\op{B}}_{n+1} (M, M \backslash \bar{U}_i) = {\op{Z}}_{n+1} (M,M
  \backslash \bar{U}_i)$ und die $(n+1)$-Zykel 
bilden auch ein inverses System aus Surjektionen. Mit dem
Mittag-Leffler-Kriterium
  \ref{MiLe} f"ur die
 Exaktheit inverser Limites folgt sowohl die Surjektivit"at der
  offensichtlichen Abbildung
  \begin{equation*}
    \varprojlim_i {\op{S}}_{n+1}
    (M, M \backslash \bar{U}_i) \twoheadrightarrow
    \varprojlim_i
    {\op{B}}_n (M, M \backslash \bar{U}_i)
  \end{equation*}
  als auch die Exaktheit von
  \begin{equation*}
    \varprojlim_i {\op{B}}_n
    (M,M \backslash \bar{U}_i) \hookrightarrow 
    \varprojlim_i
    {\op{Z}}_n (M, M /\bar{U}_i )\twoheadrightarrow 
     \varprojlim_i {\op{H}}_n (M,M \backslash \bar{U}_i)
  \end{equation*}
  Unsere erste Surjektivit"at erlaubt uns die Identifikation der ersten Gruppe
  dieser kurzen exakten Sequenz mit 
$\cal{B}_n{\op{S}}^!  M$ und die Linksexaktheit
  inverser Limites erlaubt die Identifikation der Mitte unserer Sequenz mit
  $\cal{Z}_n{\op{S}}^!  M$, so da"s wir schlie"slich 
f"ur jede separable $n$-Mannigfaltigkeit
  einen Isomorphismus
  \begin{equation*} {\op{H}}^!_n M
    \overset{\sim}{\rightarrow} \varprojlim_i {\op{H}}_n (M,M \backslash
    \bar{U}_i)
  \end{equation*}
  erhalten.  
Bis hierher  war das im wesentlichen die L"osung von
 "Ubung \ref{QILcc}  in unserem Spezialfall.
Beachten wir nun die Isomorphismen
  $
    {\op{H}}_n (M,M \backslash A) \overset{\sim}{\rightarrow} \Gamma A
  $
  f"ur $A \subset M$ kompakt aus dem Satz \ref{HHM} "uber hohe Homologie von
  Mannigfaltigkeiten, so erhalten wir den gew"unschten Isomorphismus
  $ {\op{H}}^!_n M \overset{\sim}{\rightarrow} \Gamma M
  $ wegen $\Gamma M
  \overset{\sim}{\rightarrow}
  \varprojlim_i
  \Gamma \bar{U}_i$. Diese letzte Identit"at sieht man zum Beispiel ein,
indem man sich "uberlegt, da"s sowohl die $\bar{U}_i$ als auch die ${U}_i$
final sind im System aller Teilmengen von $X$ mit kompaktem Abschlu"s.
\end{proof}




% \begin{Definition}\label{FuBMn}%\label{FuBM}
% Ist $(M,\omega)$ eine separable orientierte Mannigfaltigkeit,
% so gibt es nach Proposition \ref{GBM} genau ein $\omega_M\in {\op{H}}^!_{n}M$
% mit $\omega_M\mapsto \omega_x$ f"ur alle $ x\in M$.
% Dies $\omega_M$ hei"st der {\bf Fundamentalzykel}
% der\index{Fundamentalzykel!in der Borel-Moore-Homologie}
% orientierten Mannigfaltigkeit $M$, obwohl es genau genommen
% eigentlich gar kein Zykel ist, sondern vielmehr eine Homologieklasse
% in der Borel-Moore-Homologie.
% \end{Definition}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Simpliziale Interpretation des Fundamentalzykels}] 
  Sei nun unser Simplizialkomplex $\mathcal K$ eine Triangulierung einer nicht
  notwendig kompakten separablen orientierten $n$-Mannigfaltigkeit.
Der Fundamentalzykel von $\Delta ({\mathcal K})$ im Sinne von
\ref{FuBM} hat wegen \ref{SiIB} genau einen Repr"asentanten 
in der Gruppe der Borel-Moore-$n$-Simplizialketten. F"ur $n\geq 1$
kann dieser Repr"asentant  beschrieben werden als die
  formale Summe "uber alle $n$-Simplizes, jeweils  mit\label{FuZY} 
einer  Anordnung versehen, die
mit der gew"ahlten  Orientierung 
in der Weise vertr"aglich ist, da"s eben
  $\omega|_x \in {\op{H}}_n (\Delta (\mathcal K), \Delta
  (\mathcal K)\backslash x)$ an jeder Stelle $x$ die vorgegebene
  Orientierung liefert.  Im Fall $n= 0$ einer nulldimensionalen
Mannigfaltigkeit ist dieser Repr"asentant  
dahingegen die formale Summe aller ihrer Punkte
mit den durch die Orientierung gegebenen Vorzeichen.
\end{Bemerkungl}



  \begin{Definition}
   Ein  Raum $X$ hei"se 
{\bf  kompaktrelativ homologisch $q$-endlich} 
f"ur\index{kompaktrelativ homologisch $q$-endlich} 
eine nat"urliche Zahl  $q\geq 0$
genau dann, wenn f"ur jedes Paar
    $K\subset W\co X$ von Teilmengen  mit $K$ kompakt und $W$ 
offen das
    Bild von\label{vern} $$ \mathrm H_q (X, X \backslash W) \rightarrow \mathrm
    H_q (X, X\backslash K) $$ endlich erzeugt ist. Er hei"se 
  {\bf kompaktrelativ homologisch  endlich} genau dann, wenn er 
homologisch kompaktrelativ  $q$-endlich ist f"ur alle $q$. 
Es gibt auch offensichtliche Varianten dieses Begriffs f"ur beliebige
Koeffizientenringe, die wir jedoch in diesem Zusammenhang stets als
kommutativ und noethersch voraussetzen wollen.
  \end{Definition}
\begin{Beispiele}
F"ur alle $n$ ist der $\DR^n$  nach
 \ref{EEHH} kompaktrelativ homologisch endlich.  Allgemeiner ist nach
 \ref{EEHHb}  der Polyeder 
eines lokal endlichen Simplizialkomplexes
stets kompaktrelativ homologisch endlich.
Jede offene Teilmenge eines 
kompaktrelativ homologisch  $q$-endlichen Raums ist auch 
selbst wieder kompaktrelativ homologisch  $q$-endlich. 
\end{Beispiele}

\begin{Satz}\label{krLO} 
  Jeder lokal kompakte Hausdorffraum, der eine "Uberdeckung durch offene 
 kompaktrelativ homologisch endliche Teilmengen besitzt, ist bereits selbst 
 kompaktrelativ homologisch endlich. 
\end{Satz}
\begin{proof}
  Jedes Kompaktum kann durch endlich viele offene Teilmengen "uberdeckt werden.
Der Satz folgt so leicht aus dem anschlie"senden Lemma \ref{verK}. 
\end{proof}




% \begin{Lemma} 
% Sei $q\geq 0$ gegeben.
% Ist ein lokal kompakter
% Hausdorffraum  kompaktrelativ homologisch  $(q+1)$-endlich und besitzt darin
% jeder Punkt  eine offene  kompaktrelativ homologisch  $q$-endliche
% Umgebung, so ist bereits der ganze Raum kompaktrelativ homologisch 
%  $q$-endlich.\label{verK} 
% \end{Lemma}


\begin{Lemma} 
Sei $q\geq 0$ gegeben.
Ist ein lokal kompakter
Hausdorffraum "uberdeckt von zwei offenen
 kompaktrelativ homologisch  $q$-endlichen Teilmengen mit 
  kompaktrelativ homologisch  $(q+1)$-endlichem Schnitt, 
so ist bereits der ganze Raum kompaktrelativ homologisch 
 $q$-endlich.\label{verK} 
\end{Lemma}

\begin{proof}
%   Es reicht zu zeigen, da"s unter den gegebenen Voraussetzungen 
% die Vereinigung je zweier offener kompaktrelativ homologisch  $q$-endlicher Teilmengen wieder kompaktrelativ 
% homologisch $q$-endlich ist.
Sei  $X$ unser Raum und seien $V_1, V_2 \co X$ zwei 
kompaktrelativ homologisch $q$-endliche offene
Teilmengen mit Vereinigung $V_1 \cup V_2 =X$. 
Seien $K \subset W \co X$ 
gegeben mit $K$ kompakt. Es gilt zu zeigen, da"s das Bild von
\begin{equation*}
 \mathrm H_q (X,X \backslash W) \rightarrow \mathrm H_q (X,X\backslash K)
\end{equation*}
endlich erzeugt ist. Jeder Punkt von $K$ besitzt eine kompakte Umgebung, die
entweder ganz in $V_1 \cap W$ oder ganz in $V_2 \cap W$ liegt.
Wir finden also Kompakta $K_i \subset V_i \cap W$ mit $K = K_1 \cup K_2$.
Offensichtlich finden wir weiter $U_i \co X$ mit
\begin{equation*}
 K_i \subset U_i \subset \bar{U}_i \subset V_i \cap W
\end{equation*}
und $\bar{U}_i$ kompakt.
Mit der Abk"urzung $\mathrm H_q(\backslash Y)\pdef \mathrm H_q(X,X\backslash
Y)$
f"ur Teilmengen $Y\subset X$ 
 erhalten wir nun ein kommutatives Diagramm
\begin{displaymath}
 \xymatrix{
&{\mathrm H_q(\backslash K_1 \cup K_2) }&\ar[l] {\mathrm H_{q+1} ( \backslash K_1 \cap K_2)}\\
{\mathrm H_q ( \backslash \bar{U}_1) \oplus \mathrm H_q(\backslash \bar{U}_2)}&\ar[l] \ar[u]
{\mathrm H_q (\backslash\bar U_1 \cup \bar U_2)} & \ar[l]
{\mathrm H_{q+1} ( \backslash \bar U_1 \cap \bar U_2)}\ar[u]\\
\ar[u]{ \mathrm H_q ( \backslash W \cap V_1) \oplus \mathrm H_q ( \backslash W\cap V_2)} &\ar[u]\ar[l] 
{\mathrm H_q ( \backslash W)}
}
\end{displaymath}
Da $V_1$ und $V_2$ als kompaktrelativ homologisch  $q$-endlich angenommen waren, ist das Bild der linken Vertikale endlich erzeugt.
Da  $V_1\cap V_2$  kompaktrelativ homologisch $(q+1)$-endlich
angenommen war, ist auch das Bild der rechten Vertikale endlich erzeugt. 
Als Teil einer Mayer-Vietoris-Sequenz ist die mittlere Horizontale exakt.
Mit \ref{GEZZ} folgt dann, da"s auch die Verkn"upfung in der mittleren
 Vertikale endlich erzeugtes Bild hat.
\end{proof}






\begin{Korollar}[\textbf{ Variante zum Satz von Wilder}\index{Wilder, 
Satz von!lokale Variante}]
Jede Mannigfaltigkeit ist kompaktrelativ homologisch endlich.\label{WilderV} 
Allgemeiner ist ein Hausdorffraum, in denen jeder Punkt eine
offene Umgebung besitzt, die 
hom"oomorph ist zu einer offenen Teilmenge des Polyeders eines 
lokal endlichen
Simplizialkomplexes, stets
kompaktrelativ homologisch endlich.
\end{Korollar}

\begin{Bemerkunge}\label{vkrt}
  Nach \cite{HiPo} sind damit insbesondere separierte komplexe
  Variet"aten kompaktrelativ homologisch endlich.
\end{Bemerkunge}

% \begin{proof}
% Das folgt mit \ref{EEHH} beziehungsweise \ref{EEHHb} leicht aus 
% Satz \ref{krLO} 
% \end{proof}
% \begin{Bemerkunge}\label{KoWiV}
% Dasselbe gilt mit demselben Beweis auch f"ur Mannigfaltigkeiten
% mit Rand oder mit Ecken, ja mit \ref{EEHHb} 
% f"ur beliebige Hausdorffr"aume, in denen jeder Punkt eine
% offene Umgebung besitzt, die 
% hom"oomorph ist zu einer offenen Teilmenge des Polyeders eines 
% lokal endlichen
% Simplizialkomplexes. 
% \end{Bemerkunge}
% \begin{proof}[Beweis]
% Per Induktion "uber $q$ von oben 
%  mithilfe  des anschlie"senden Lemmas. Die Induktionsbasis liefert der
% Satz "uber hohe Homologie von Mannigfaltigkeiten \ref{HHM}. 
% \end{proof}













\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kronecker-Paarung f"ur lokal endliche Ketten}]
  Das Auswerten von Koketten auf Ketten induziert f"ur jeden topologischen
  Raum $X$ eine Kettenabbildung
  \begin{equation*}
    \mathrm S_!^\ast X \otimes \mathrm S^! X \rightarrow \mathbb Z [0]
  \end{equation*}
  In der Tat, gegeben eine Kokette mit kompaktem Tr"ager gibt es ein Kompaktum
  $K \subset X$ derart, dass unsere Kokette nur auf solchen Simplizes von Null
  verschieden ist, die $K$ treffen.  Gegeben eine lokal endliche Kette besitzt
  aber jeder Punkt von $K$ eine Umgebung derart, dass nur endlich viele
  Simplizes, die diese Umgebung treffen, in unserer Kette mit Null
  verschiedenem Koeffizienten auftauchen.  Endlich viele dieser Umgebungen
  "uberdecken $K$, weshalb unser Auswerten oben nur zu endlichen Summen
  f"uhrt.
% Unsere Paarung liefert nat"urlich einen 
% Homomorphismus $\mathrm S^\ast_! X \rightarrow (\mathrm S^! X)^\ast$
% und  folglich Homomorphismen
% \begin{equation*}
%  \mathrm H^q_! (X) \rightarrow \mathrm H^!_q (X)^\ast
% \end{equation*}
% von der Kohomologie mit
%  kompaktem Tr"ager  in den Dualraum der Borel-Moore-Homologie.
Unsere Paarung f"uhrt wie in \ref{KPI} zu  Paarungen 
\begin{equation*}
\mathrm H^q_! (X)\times \mathrm H^!_q (X) \rightarrow \DZ
\end{equation*}
von der Kohomologie mit
 kompaktem Tr"ager mit der  Borel-Moore-Homologie.\label{kpV} 
Analoges gilt mit Koeffizienten in einem beliebigen  Ring. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Satz}[\textbf{Singul"are Borel-Moore-Homologie als Dualraum}]
 Ist $k$ ein K"orper und $X$ eine separable Mannigfaltigkeit, 
so liefern die eben konstruierten
Abbildungen Isomorphismen\label{BMHD} 
\begin{equation*}
\mathrm H^!_q (X;k) \overset{\sim}{\rightarrow} \mathrm H_!^q (X;k)^\ast
\end{equation*}
zwischen der Borel-Moore-Homologie und dem Dualraum der 
Kohomologie mit kompaktem Tr"ager.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Der Satz gilt mit demselben Beweis f"ur jeden separablen lokal kompakten 
Hausdorffraum, der kompaktrelativ homologisch 
 endlich ist im Sinne von \ref{vern}. 
Insbesondere gilt er nach \ref{vkrt} also f"ur separierte komplexe Variet"aten.
\end{Bemerkungl}


\begin{proof}
In diesem Beweis meinen wir  stets K"orperkoeffizienten, ohne das
in den Notationen nochmals besonders hervorzuheben. 
 F"ur jeden lokal kompakten Hausdorffraum $X$ sind nach \ref{BMLL} unsere
nat"urlichen Abbildungen Isomorphismen  
$
\mathrm S^! X \sira\varprojlim\mathrm S (X, X \backslash K)
$, wobei der inverse Limes "uber alle Kompakta $K\subset X$ zu bilden ist. 
  Wie beim Beweis von \ref{GBM} finden wir eine
  "Uberdeckung von $X$ durch eine aufsteigende Folge von offenen Teilmengen
  mit kompaktem Abschlu"s $U_0 \subset U_1 \subset \ldots \subset X$, und da
  die $\bar{U}_i$ final sind im System aller Kompakta von $X$, ist die
  offensichtliche Abbildung ein Isomorphismus
  \begin{equation*} {\op{S}}^! X \;\overset{\sim}{\rightarrow} \;\varprojlim_i
    {\op{S}} (X, X \backslash \bar{U}_i)
  \end{equation*}
von Komplexen.
Nun hat das inverse System  von Komplexen 
rechts surjektive Sys\-tem\-morphismen.
Unsere Variante zum Satz von Wilder \ref{WilderV} zeigt, da"s die von 
${\op{S}}_q (X, X \backslash \bar{U}_{i+1})
\sra {\op{S}}_q (X, X \backslash \bar{U}_i)$ auf der
Homologie induzierten Abbildungen endlich erzeugte Bilder haben. 
Da wir hier mit Koeffizienten in einem K"orper arbeiten,
zeigt dann \ref{QILcc}, da"s die offensichtlichen Abbildungen
Isomorphismen  
\begin{equation*} \mathrm H_q^! X \;\overset{\sim}{\rightarrow} \;\varprojlim_i
    \mathrm H_q (X, X \backslash \bar{U}_i)
  \end{equation*}
induzieren. Nun sind die Bilder von ${\op{H}}_q (X, X \backslash \bar{U}_{i+1})
\ra {\op{H}}_q (X, X \backslash \bar{U}_i)$ wie bereits erw"ahnt
endlichdimensional. Wir nennen sie $I_{q,i}$. Es ist klar, da"s die 
offensichtlichen Abbildungen Isomorphismen
\begin{equation*}\varprojlim_i
  I_{q,i} \;\overset{\sim}{\rightarrow} \;\varprojlim_i
    \mathrm H_q (X, X \backslash \bar{U}_i)
  \end{equation*}
liefern. Nun identifiziert man
die Bilder von ${\op{H}}^q (X, X \backslash \bar{U}_{i})
\ra {\op{H}}^q (X, X \backslash \bar{U}_{i+1})$
leicht mit den Dualr"aumen $I_{q,i}^\ast$ und erkennt unschwer, da"s
 die 
offensichtlichen Abbildungen auch Isomorphismen
\begin{equation*}\varinjlim_i
  I_{q,i}^\ast \;\overset{\sim}{\rightarrow} \;\varinjlim_i
    \mathrm H^q (X, X \backslash \bar{U}_i)
  \end{equation*}
liefern. Die rechte Seite kann hier in nat"urlicher Weise mit
der Kohomologie mit kompaktem Tr"ager  $\mathrm H^q_! X$
identifiziert werden. So erhalten wir schlie"slich nat"urliche Isomorphismen
\begin{equation*}(\mathrm H^q_! X)^\ast \;\sira \;(\varinjlim_i
  I_{q,i}^\ast)^\ast\;\sira\; \varprojlim_i
  I_{q,i}^{\ast\ast}\;\sira\; \varprojlim_i
  I_{q,i}\;\sira \;\mathrm H_q^! X \end{equation*}
Das etwas unangenehme Pr"ufen der Tatsache, da"s diese Verkn"upfung
von Isomorphismen genau die Abbildung aus dem Satz ist, bleibe dem Leser
"uberlassen. 
\end{proof}


\begin{Satz}[\textbf{Kohomologie mit kompaktem Tr"ager und Orientierung}]
    Gegeben eine $n$-Mannigfaltigkeit $X$ 
liefert die im Beweis konstruierte Abbildung einen
    Isomorphismus zwischen dem Dualraum ihrer $n$-ten Kohomologie mit
    kompaktem Tr"ager mit rationalen Koeffizienten und dem Raum der
    globalen Schnitte ihrer Orientierungsgarbe\label{KKTM}
$$ {\op{H}}^{n}_!(X;\Bbb{Q})^*\sira \Gamma(X;\op{or}_X(\DQ))$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Sp"ater werden wir allgemeinere Aussagen in dieser Richtung 
als Verdier-Dualit"at kennenlernen. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Per definitionem gilt $ {\op{H}}^{n}_!(X;\Bbb{Q})=
\varinjlim_K{\op{H}}^{n}(X, X\backslash K;\Bbb{Q})$ 
mit dem Limes "uber alle Kompakta $K\subset X$. 
Wir folgern Isomorphismen
 $$ \begin{array}[b]{lll}
     {\op{H}}^{n-1}_!(X;\Bbb{Q})^*&\sira&\varprojlim_K {\op{H}}^{n-1}(X, X\backslash K;\Bbb{Q})^\ast\\
&\sira&\varprojlim_K {\op{H}}_{n-1}(X, X\backslash K;\Bbb{Q})\text{ nach \ref{UBDS} und \ref{WilderV}}\\
&\sira&\varprojlim_K \Gamma(K;\op{or}_X(\DQ))\text{ nach \ref{NNN}}\\
&\sira& \Gamma (X;\op{or}_X(\DQ))\end{array} \qedhere$$
\end{proof}




\subsection{Poincar\'{e}-Dualit"at}\label{PDD}



\begin{Bemerkungl}\label{COr}
Ist $M$ eine $n$-Mannigfaltigkeit und $\omega$ eine Orientierung auf $M$,
so definiert $\omega$ nach \ref{HHM}
f"ur alle kompakten Teilmengen $K \subset M$ ein Element
$\omega_{K} \in
{\op{H}}_{n}(M,M\backslash K)$, das cap-Produkt mit 
$\omega_{K}$ liefert nach \ref{capr} Abbildungen
$\cap\omega_{K}  :{\op{H}}^{q} (M,M\backslash K) \ra {\op{H}}_{n-q} M$,
und durch "Ubergang zum direkten Limes mithilfe von \ref{cpq}
erhalten wir Abbildungen
$$\cap\omega  : {\op{H}}^{q}_{!} M \ra {\op{H}}_{n-q} M$$
Wir nennen sie das {\bf partielle Auswerten auf dem Fundamentalzykel}.
Sie sind  vertr"aglich sind mit dem "Ubergang zu offenen Teilmengen von $M$.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkunge}[\textbf{Poincar\'{e}-Dualit"at mit lokal endlichen Ketten}]
  Gegeben ein topologischer Raum $X$ 
liefert unsere Formel \ref{Excap} f"ur das cap-Produkt 
auch eine 
  Kettenabbildung
  $${\op{S}}_!^{\ast} X \otimes {\op{S}}^!X \ra {\op{S}}X$$
Wir notieren auch diese Verkn"upfung
  $b \otimes z \mapsto b \cap z$
  und nennen sie ein 
{\bf cap-Produkt}.\index{cap-Produkt!mit lokal endlicher Kette}
 Ist\label{SiPoi} $(M,\omega)$ 
eine separable orientierte $n$-Mannigfaltigkeit, 
so k"onnen wir
  das Auswerten auf dem Fundamentalzykel im Sinne von \ref{COr}, das nach
  \ref{APD} den Isomorphismus der Poincar\'{e}-Dualit"at 
liefert, als den Effekt
  auf der Kohomologie einer und jeder Kettenabbildung
  $$\cap\omega:{\op{S}}_!^{\ast} M [n]\ra {\op{S}}M$$
  interpretieren, die mit diesen Begriffsbildungen nun in
der Tat durch das
  Darancappen eines und jedes Repr"asentanten  $\omega\in {\op{S}}^!M$ des
  Fundamentalzykels gegeben wird. Die Wahl eines anderen Repr"asentanten f"uhrt
  offensichtlich zu einer homotopen Kettenabbildung und liefert folglich
dieselbe Abbildung auf der Kohomologie.
\end{Bemerkunge}
\begin{Satz}[\textbf{Allgemeine Poincar\'{e}-Dualit"at}]
Gegeben\index{Poincar\'{e}-Dualit"at!allgemeine} 
eine orientierte  $n$-Man\-nig\-faltig\-keit $M$
mit Orientierung $\omega$\label{APD} 
induziert das partielle Auswerten auf
dem Fundamentalzykel $\cap\omega $ aus \ref{COr} 
f"ur alle $q$ Isomorphismen
$$\cap\omega  : {\op{H}}^{q}_{!}M \sira {\op{H}}_{n-q}M$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}\label{SPD}
Dieser Satz gilt mit demselben Beweis f"ur Koeffizienten in einem
beliebigen kommutativen Ring.
Gilt in unserem Ring $1+1=0$, so ben"otigt man noch nicht einmal
die Voraussetzung der Orientierbarkeit. Betrachten wir den Fall rationaler
Koeffizienten und nehmen $q=n$ und gehen auf beiden Seiten zum 
Dualraum "uber, so erhalten wir einen Spezialfall unseres Isomorphismus
\ref{KKTM}.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}[\textbf{Schnittpaarung und Poincar\'e-Dualit"at, Variante}]
Der Isomorphismus der allgemeinen Poincar\'e-Dualit"at 
ist meiner Anschauung kaum zug"anglich.
Er
liefert  jedoch im Verbund mit unserer Variante der Kronecker-Paarung
$\mathrm H^q_! (X)\times \mathrm H^!_q (X) \rightarrow \DZ$ 
aus \ref{kpV}  eine wohlbestimmte Paarung
\begin{displaymath}
      \begin{array}{ccc}
        \mathrm H_{n-q}(M) \times \mathrm H^!_q(M)& \rightarrow &\mathbb Z\\
        (\zeta\;,\; \xi) \;\;\;& \mapsto & \zeta \cdot \xi
      \end{array}
    \end{displaymath}
Diese Paarung oder vielmehr ihr Analogon 
mit K"orperkoeffizienten liefert im Fall einer separablen Mannigfaltigkeit 
nach \ref{BMHD} einen Isomorphismus der  Borel-Moore-Homologie
 mit dem Dualraum der Homologie im komplement"aren Grad und 
 kann anschaulich
in Verallgemeinerung von
\ref{SPoD} wieder als Schnittpaarung interpretiert werden.   
Genauer kann man folgendes zeigen: 
Gegeben eine orientierte abgeschlossene $q$-dimensionale Untermannigfaltigkeit 
$X\As M$, also eine abgeschlossene Teilmenge, die mit der Spurtopologie eine
$q$-dimensionale Mannigfaltigkeit ist und die als solche mit einer Orientierung
versehen ist, erhalten  wir ja nach \ref{FuBM} einen Fundamentalzykel 
$\omega_X \in \mathrm H^!_qX$, dessen Bild in der Homologie von $M$ wir
kurzerhand $\omega_X \in \mathrm H^!_q M$ notieren.
Gegeben eine orientierte kompakte $(n-q)$-dimensionale Untermannigfaltigkeit 
$Y\subset M$ erhalten  wir bereits nach \ref{FZ}  einen Fundamentalzykel 
$\omega_Y \in \mathrm H_{n-q}Y$, dessen Bild in der Homologie von $M$ wir
 $\omega_Y\in \mathrm H_{n-q} M$ notieren.
Es m"ogen nun  $X \As M$ und $Y \subset M$
     endlichen Schnitt $|X \cap Y| < \infty$ haben.
Wir nehmen zus"atzlich an, da"s es um jeden Punkt $s \in X \cap Y$ 
    eine offene Umgebung $U \co M$ und einen 
Hom"oomorphismus $U
    \overset{\sim}{\rightarrow} \mathbb R^n$ gibt,
unter dem  die von $M$ auf $U$ induzierte
Orientierung  der Standardorientierung des $\DR^n$ 
entspricht, und  Hom"oomorphismen $X \cap U
    \overset{\sim}{\rightarrow} \mathbb R^q \times 0$ und $Y \cap U
    \overset{\sim}{\rightarrow} 0\times \mathbb R^{n-q}$ induziert.  
Erkl"aren wir
    schlie"slich die Vorzeichen $\epsilon (s), \eta (s)$ dadurch, da"s sie
    angeben, ob unsere letzten beiden Hom"oomorphismen die 
vorgegebenen Orientierungen auf $X,
    Y$ mit den Standardorientierungen auf $\mathbb R^q, \mathbb R^{n-q}$
    identifizieren oder nicht, so gilt f"ur die Paarung 
der  zu $X$ und $Y$ geh"origen Fundamentalzykel $\omega_X$ und $\omega_Y$
die Formel
  \begin{Bild} 
 \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildPoA}\\[4mm]
 \noindent
Ein Zykel und ein Borel-Moore-Zykel in einer offenen Teilmenge der Ebene.
Je nach Wahl der Orientierung der Ebene ist 
in diesem Fall die Schnittzahl $\pm 1$.
\end{Bild}
   \begin{equation*}
      \omega_X \cdot \omega_Y = \sum_{s \in X \cap Y} \epsilon (s) \eta (s)
    \end{equation*}
 Die durch diese Eigenschaft ausgezeichnete Paarung hei"st wieder
eine {\bf Schnittpaarung}\index{Schnittpaarung}. 
Der Nachweis der hier aufgestellten Behauptungen wird uns allerdings noch
lange besch"aftigen.
\end{Bemerkunge}


 

\begin{proof}[Beweis] Wir beginnen den Beweis mit einem Lemma.
\begin{Lemma}
Sind $U, V \subset M$ offen und gilt der Satz f"ur die
$n$-Mannig\-fal\-tig\-keiten\label{hilL} $U, V$ und $U\cap V$, 
so gilt er auch f"ur
$U \cup V$.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Das folgt sofort mit dem F"unferlemma aus dem Diagramm
$$\begin{array}{cccccccc}
\scriptstyle{\ldots \ra} &\scriptstyle{ {\op{H}}^{q}_{!} (U\cap V)}& \scriptstyle{\ra}
&\scriptstyle{{\op{H}}^{q}_{!} U\oplus {\op{H}}^{q}_{!}V} &\scriptstyle{\ra} &
\scriptstyle{{\op{H}}^{q}_{!}(U\cup V) }&\scriptstyle{\ra} & \scriptstyle{{\op{H}}^{q+1}_{!}
(U\cap
V)\ra}\\
& \scriptstyle{\downarrow} & &\scriptstyle{\downarrow} & &
\scriptstyle{\downarrow} & & \scriptstyle{\downarrow} \\
\scriptstyle{\ldots \ra} & \scriptstyle{{\op{H}}_{n-q}(U\cap V)}& \scriptstyle{\ra
}&\scriptstyle{ {\op{H}}_{n-q}U\oplus
{\op{H}}_{n-q}V} &
 \scriptstyle{\ra }&
\scriptstyle{{\op{H}}_{n-q}(U\cup V)} & \ra &\scriptstyle{ {\op{H}}_{n-q-1}(U\cap V)}
\scriptstyle{\ra }
\end{array}$$
sobald wir zeigen k"onnen, da"s dies Diagramm kommutativ ist.
Es reicht, f"ur beliebige kompakte $K \subset U$ und $L\subset V$ die
Kommutativit"at des Diagramms zu zeigen, das man
erh"alt, wenn man die obere Zeile durch die entsprechende relative
Mayer-Vietoris-Sequenz ersetzt.
Wir k"urzen $U \cup V=X$ ab und bezeichnen die offene
"Uberdeckung $X \backslash  (K\cap L)= (X \backslash  K) \cup (X\backslash L)$ mit $\cal{V}$.
Die kurze exakte Sequenz auf den singul"aren Ketten
$${\op{S}}(X\backslash K \cup L) \hookrightarrow {\op{S}} (X \backslash K) \oplus {\op{S}} (X\backslash L)
\twoheadrightarrow {\op{S}}^{\cal{V}} (X \backslash  K \cap L)$$
liefert durch Dualisieren die oberste Horizontale im folgenden
gro"sen kommutativen Diagramm:
$$\begin{array}{ccccc}
\scriptstyle{{\op{S}}^{\ast}_{\cal{V}} (X \backslash  K\cap L)}&\scriptstyle{\hookrightarrow
}&\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast}(X\backslash K)\oplus
{\op{S}}^{\ast}(X\backslash L) }&\scriptstyle{ \twoheadrightarrow }&\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast} (X\backslash K
\cup L)} \\ \scriptstyle{
\uparrow }&\scriptstyle{ }&\scriptstyle{ \uparrow }&\scriptstyle{
}&\scriptstyle{ \uparrow } \\ \scriptstyle{
{\op{S}}^{\ast} (X) }&\scriptstyle{ \hookrightarrow }&\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast}X \oplus
{\op{S}}^{\ast} X }&\scriptstyle{
\twoheadrightarrow }&\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast}X} \\ \scriptstyle{
\uparrow }&\scriptstyle{ }&\scriptstyle{ \uparrow }&\scriptstyle{
}&\scriptstyle{ \uparrow } \\ \scriptstyle{
{\op{S}}^{\ast}_{\cal{V}} (X, X \backslash  K \cap L) }&\scriptstyle{ \hookrightarrow
}&\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast} (X ,
X \backslash K) \oplus {\op{S}}^{\ast}(X,X\backslash L) }&\scriptstyle{ \twoheadrightarrow
}&\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast}
(X,X\backslash K\cup L)}
\end{array}$$
Darin sind alle Vertikalen kurze exakte Sequenzen,  die untere linke Ecke
ist durch die Exaktheit
der vertikalen Sequenz definiert,
und die untere Zeile exakt ist nach dem Neunerlemma.
Die lange exakte Kohomologiesequenz dieser untersten Zeile ist
bis auf einige Identifikationen gerade unsere relative
Mayer-Vietoris-Sequenz der Kohomologie.
W"ahlen wir nun f"ur $\omega_{K\cup L}$ einen Repr"asentanten in
${\op{S}}_{n} X$, der fein ist bez"uglich der offenen "Uberdeckung $X =
(V\backslash K) \cup (U\backslash L) \cup (U\cap V)$, und fassen die Kettenkomplexe der
singul"aren Ketten auf als Kokettenkomplexe, die nur in Indizes
$\leq0$ leben, so definiert das cap-Produkt mit so einem
Repr"asentanten die vertikalen Morphismen eines kommutativen
Diagramms
$$\begin{array}{ccccc}
\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast}_{\cal{V}} (X,X\backslash K\cap L) }&\scriptstyle{ \hookrightarrow
}&\scriptstyle{ {\op{S}}^{\ast}(X,X\backslash K)
\oplus {\op{S}}^{\ast} (X,X\backslash L) }&\scriptstyle{\twoheadrightarrow }&\scriptstyle{
{\op{S}}^{\ast}(X,X\backslash K \cup
L)} \\ \scriptstyle{
\downarrow }&\scriptstyle{ }&\scriptstyle{ \downarrow }&\scriptstyle{
}&\scriptstyle{ \downarrow } \\ \scriptstyle{
S(U\cap V) }&\scriptstyle{\hookrightarrow }&\scriptstyle{ S U \oplus
SV}&\scriptstyle{ \twoheadrightarrow
}&\scriptstyle{{\op{S}}^{\cal{W}} (U \cup V)}
\end{array}$$
f"ur $\cal{W}$ die "Uberdeckung $X = U \cup V$ von $X$.
Das liefert dann das gesuchte kommutative Diagramm von langen
exakten Sequenzen.
\end{proof}\noindent
Jetzt gehen wir in mehreren Schritten von Spezialf"allen bis zur
allgemeinen Situation.
\\[2mm]\noindent
1.
Der Satz gilt f"ur $M = \Bbb{R}^{n} $.
Dann bilden ja die abgeschlossenen B"alle $D_{r}$  schon ein
finales System unter allen kompakten Teilmengen von $\Bbb{R}^{n}$
und $\cap \omega : {\op{H}}^{n} (\Bbb{R}^{n}, \Bbb{R}^{n} \backslash D_{r}) \ra
{\op{H}}_{0}(\Bbb{R}^{n}) = \Bbb{Z}$ ist schlicht das Auswerten einer
Kohomologieklasse
auf der Homologieklasse $\omega \in {\op{H}}_{n} (\Bbb{R}^{n},
\Bbb{R}^{n}\backslash
D_{r})$, also ein Isomorphismus f"ur  $0<r<\infty$.
\\[2mm]\noindent
2.
Der Satz gilt f"ur jede offene konvexe Teilmenge des $\DR^{n}$, denn so
eine Teilmenge ist schon hom"oomorph zu $\Bbb{R}^{n}$.
\\[2mm]\noindent
3.
Der Satz gilt f"ur jede endliche Vereinigung offener
konvexer Mengen in $\DR^{n}$.
Mit Induktion,  2 und Lemma \ref{hilL}.
\\[2mm]\noindent
4.
Ist $M$ eine aufsteigende Vereinigung von offenen Teilmengen $U_{i}$ und gilt
der Satz f"ur alle $U_{i}$, so gilt er auch f"ur $M$.
In der Tat gilt ${\op{H}}_{q}(M) = \varinjlim {\op{H}}_{q}(U_{i})$ und
${\op{H}}^{p}_{!} M = \varinjlim {\op{H}}^{p}_{!}(U_{i})$ nach den
"Ubungen \ref{LH} und \ref{LHC}.
\\[2mm]\noindent
5.
Der Satz gilt f"ur jede offene Teilmenge des $\DR^{n}$. In der Tat l"a"st
sie sich als abz"ahlbare Vereinigung offener B"alle schreiben.
\\[2mm]\noindent
6.
Der Satz gilt f"ur jede Mannigfaltigkeit.
In der Tat finden wir nach 4 und dem Zorn'schen Lemma eine maximale
offene Teilmenge, f"ur die der Satz gilt.
W"are sie nicht schon die ganze Mannigfaltigkeit, so k"onnten
wir sie nach Lemma \ref{hilL} und Schritt 5 noch durch eine Karte vergr"o"sern,
im Widerspruch zur Maximalit"at.
\end{proof}
\begin{Korollar}
Ist $t$ ein Erzeuger der zweiten Kohomologiegruppe ${\op{H}}^{2}\DP^{n}
\DC$, so liefert der offensichtliche Ringhomomorphismus einen
Isomorphismus
$$\Bbb{Z} [t]/ \langle t^{n+1}\rangle \sira {\op{H}}^{\ast} \DP^{n} \DC$$
\end{Korollar}
\begin{proof}[Beweis]
Es gilt zu zeigen, da"s das Produkt eines Erzeugers von ${\op{H}}^{2p}$
mit einem Erzeuger von ${\op{H}}^{2q}$ stets ein Erzeuger von ${\op{H}}^{2p+2q}$
ist. Im Fall $p+q =n$ folgt das aus \ref{SPP}.
Im Fall $p+q > n$ ist eh nichts zu zeigen. Im Fall $p+q = m < n$
verwendet man den nach \ref{HKPR} und \ref{KW}
surjektiven Ringhomomorphismus
${\op{H}}^{\ast} \DP^{n} \DC \twoheadrightarrow {\op{H}}^{\ast} \DP^{m} \DC$.
\end{proof}

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
Man definiere f"ur jeden Hausdorffraum ein cup-Produkt auf seiner
Kohomologie mit kompaktem Tr"ager. F"ur eine
Mannigfaltigkeit entspricht es nebenbei bemerkt unter dem Isomorphismus der
Poincar\'{e}-Dualit"at dem  anschaulichen Schnittprodukt auf
der Homologie.
\end{Ubung}






\subsection{Schnittzahlen}
\begin{Bemerkungl}\label{DSZa}
Sei $M$ eine kompakte orientierte
  $n$-Mannigfaltigkeit.
  F"ur zwei Homologieklassen komplement"arer Dimension $\al\in {\op{H}}_{q} M$
  und $\beta\in {\op{H}}_{n-q} M$  ist hoffentlich anschaulich
in etwa  klar, was ihre
  \glqq Schnittzahl\grqq\  sein sollte, die die Schnittpunkte von 
repr"asentierenden
  Zykeln \glqq in generischer Lage\grqq\  mit geeigneten, von der Orientierung
  abh"angigen Vorzeichen z"ahlt.  Mit dem Isomorphismus der
  Poincar\'{e}-Dualit"at \ref{APD} k"onnen wir unseren Homologieklassen 
 sicher  formal korrekt
eine Zahl $\al\cdot \beta\in\Bbb{Z}$ zuordnen wie folgt: Wir suchen 
einfach $a
  \in {\op{H}}^{n-q}M$ und $b \in {\op{H}}^{q}M$ mit $\al = a \cap \omega_{M}$
und  $\beta = b \cap \omega_{M}$ und setzen
  $$\al\cdot \beta =\langle a\cup b, \omega_{M}\rangle$$
  Dies sei   unsere Definition der
{\bf Schnittzahl}\index{Schnittzahl} der beiden Homologieklassen.
Der bald folgende Satz \ref{GiS} soll plausibel machen,
da"s die so definierte Zahl
die oben beschriebene
  geometrische Bedeutung hat. Dazu  braucht es jedoch einige Vorbereitungen.
\end{Bemerkungl}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/Bildbary}\\[4mm]
\noindent 
Ein Simplizialkomplex und gestrichelt eingezeichnet seine
baryzentrische Unterteilung. Die Ecken der baryzentrischen Unterteilung
mag man sich denken als die Schwerpunkte der nichtleeren Simplizes des 
urspr"unglichen Simplizialkomplexes, die Simplizes 
der baryzentrischen Unterteilung entsprechen den endlichen Ketten
in der partiell geordneten Menge der urspr"unglichen Simplizes.
\end{figure}
\begin{Bemerkungl}\label{bU}
  Gegeben ein Simplizialkomplex $\mathcal K = (E, \mathcal K)$ 
im Sinne von \eref{SKk}{TF} erkl"aren wir
  wie folgt einen neuen Simplizialkomplex, seine {\bf baryzentrische
    Unterteilung}\index{baryzentrische Unterteilung} $\check{\mathcal K} =
  (\check{E}, \check{\mathcal K})$: Als Ecken nehmen wir alle
  nichtleeren Simplizes des urspr"unglichen Komplexes, in Formeln $\check{E} =
  \{ s \in \mathcal K \mid s \neq \emptyset\}$.  Als Simplizes
  nehmen wir alle endlichen Ketten in der Menge
  $\check{E}$, die ja durch die Inklusionsrelation partiell geordnet ist,
also alle bez"uglich dieser partiellen Ordnung total geordneten 
endlichen Teilmengen.  Man
  erh"alt  einen Hom"oomorphismus zwischen den zugeh"origen  Polyedern
  \begin{equation*}
    \Delta (\check{\mathcal K}) \overset{\sim}{\rightarrow} \Delta (\mathcal K)
  \end{equation*}
  durch die Vorschrift, da"s jede Ecke $s \in \check E\subset \mathcal K$ auf
  den Schwerpunkt des vollen Simplex $\Delta (s) \subset \Delta (\mathcal
  K) $ abgebildet wird und  jeder volle Simplex von $\Delta
  (\check K)$ affin in denjenigen vollen Simplex von $\Delta (\mathcal K)$,
  der seiner gr"o"sten Ecke entspricht.  Jeder
  Simplex von $\check{\mathcal K}$ hat bereits eine offensichtliche Anordnung,
  in Bezug auf die wir von nun an den Komplex der ordnungsvertr"aglichen  
simplizialen
  Ketten ${\op{S}}^{\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})$ verstehen wollen,
  und die hoffentlich offensichtlichen Kettenabbildungen liefern
  Homotopie"aquivalenzen
  \begin{equation*} {\op{S}} \check{\mathcal K} \overset{\sim}{\rightarrow}
    {\op{S}}^{\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})\hri {\op{S}} \Delta
    (\mathcal K)
  \end{equation*}
Im Beweis von \ref{SH} hatten wir zwar ordnungsvertr"agliche
simpliziale Ketten nur  in Bezug auf eine totale Ordnung auf der
Menge aller Ecken 
eingef"uhrt, aber mit einer partiellen Ordnung, 
die 
auf allen Simplizes eine totale Ordnung induziert, geht es genauso.
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungl}\label{ffuzy}
  Sei nun unser Simplizialkomplex $\mathcal K$ eine Triangulierung einer  
kompakten  orientierten $n$-Mannigfaltigkeit.
Wir w"ahlen eine Anordnung $\leq$ auf der Menge $E$ der Ecken von $\mathcal
  K$.
Der Fundamentalzykel von $\Delta (\mathcal K)$  hat  
genau einen Repr"asentanten 
in den $n$-Simplizialketten und damit auch genau 
einen Repr"asentanten $\omega \in
  {\op{S}}^{\op{os}}_{n} \Delta (\mathcal K)$ in der
Gruppe der ordnungsvertr"aglichen 
simplizialen $n$-Ketten.
Nach \ref{FuZY} hat unser Fundamentalzykel  die Gestalt
  \begin{equation*}
    \omega = \sum_{s \in \mathcal K_n } \varepsilon (s) \langle s \rangle
  \end{equation*}
  f"ur wohlbestimmtes $\varepsilon : \mathcal K_n \rightarrow \{\pm 1\}$, 
wobei $\langle s \rangle$ wie im
Beweis von \ref{SH}
den zum $n$-Simplex $s$ geh"origen angeordneten $n$-Simplex 
bezeichnet. 
\end{Bemerkungl}

\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/Bilddz}\\[4mm]
\noindent 
Ein Ausschnitt einer triangulierten $2$-Mannigfaltigkeit.
Die Nummerierung der Ecken legt ihre Anordnung fest. Der Kreispfeil
daneben deutet die Orientierung an, der Fundamentalzykel hat also
die Gestalt 
$$\omega=\ldots +\langle\{ 1,2,3\}\rangle -\langle\{ 1,2,7\}\rangle +\ldots$$
Die duale Zelle zum 
$1$-Simplex $t=\{1,2\}$ besteht aus den beiden
Summanden $\check{u}=\{\{1,2\},\{1,2,3\}\}$ und 
 $\check{v}=\{\{1,2\},\{1,2,7\}\}$ und deren Vorzeichen sind
$\eta(\check{u})=-1$ und $\eta(\check{v})=1$, so da"s sich die duale Zelle zu 
$c(t)=\check{v}-\check{u}$ ergibt.
Im Bild habe ich die den ordnungsvertr"aglichen $1$-Ketten
$\langle t \rangle $ und $c(t)$ entsprechenden Simplizialketten
fett eingezeichnet.
\\[2mm]
Weiter besteht die  duale Zelle zum $0$-Simplex $\{6\}$ aus
$10$ Summanden, und ich habe im Bild  auch die der 
dualen Zelle zu dieser Ecke alias der 
ordnungsvertr"aglichen $2$-Kette
$c(\{6\})$ entsprechende Simplizialkette
durch Kreispfeile eingezeichnet.
\end{figure}

\begin{Bemerkungl}\label{duze}
  Gegeben ein $(n-q)$-Simplex 
$t\in \cal{K}_{n-q}$ definieren wir die zugeh"orige {\bf duale
    Zelle}\index{duale Zelle} $c(t)\in \op{S}_q^{\op{os}}\Delta
  (\check{{\mathcal K}})$ als die Summe
  $$c(t)=\sum \eta(\check{u}) \langle\check{u}\rangle$$
  "uber alle $q$-Simplizes
  $\check{u}\in\check{\cal{K}}_{q}$ mit $\check{u}_0=t$. Einen $q$-Simplex
  $\check{u} \in \check{\mathcal K}_q$ schreiben wir dazu als  echt
  aufsteigende Kette $\check{u}_0 \subsetneq \check{u}_1 \subsetneq \ldots
  \subsetneq \check{u}_q$ von nichtleeren 
Simplizes von $\mathcal K$, und wir summieren
  "uber alle Ketten, die mit 
dem $(n-q)$-Simplex $t$ beginnen.  Die $\eta(\check{u})=\pm 1$
sind gewisse  Vorzeichen, die 
wie folgt gegeben seien: Man betrachte die
  Ecken $u_1,\dots,u_q \in E$ des urspr"unglichen Komplexes mit $\check{u}_i =
  \check{u}_{i-1} \cup \{u_i\}$, so da"s also gilt $\check{u}_q = \check{u}_0
  \cup \{u_1,\dots,u_q\}$.  Sei $(s_0,s_1,\dots,s_n)$ die angeordnete
  Darstellung des $n$-Simplex $\check{u}_q$ und
  $(t_0,\ldots,t_{n-q})$ die angeordnete Darstellung des
  $(n-q)$-Simplex $t=\check{u}_0$ und $\tau\in {\cal S}_{n+1}$ die Permutation
  mit 
 $$ \begin{array}{lcl}
s_{\tau(0)}&=&t_0\\
\;\vdots&\vdots&\;\vdots\\ s_{\tau(n-q)}&=&t_{n-q}\\
 s_{\tau(n-q+1)} &=&
  u_1\\
\;\vdots&\vdots&\;\vdots\\
s_{\tau(n)} &=& u_q
\end{array}$$
So sei das fragliche Vorzeichen gegeben als $
  \eta(\check{u})=(-1)^{q(n-q)}\varepsilon(s)\op{sgn}(\tau)$.
\end{Bemerkungl}
 \begin{Bemerkungl}
   Diese dualen Zellen m"ogen mit ihren ganzen Vorzeichen unanschaulich
   wirken.
Der erste Teil des folgenden Satzes sollte hier jedoch der Anschauung helfen,
zeigt er doch, da"s die Vorzeichen jedenfalls stets so zusammenpassen, da"s
der Rand einer dualen Zelle eine Linearkombination
dualer Zellen ist. Das hat im Bild der Simplizialketten 
unter anderem 
die anschauliche Bedeutung,
da"s \glqq die einzelnen 
Simplizes einer dualen Zelle gerade so orientiert sind, da"s sich
die internen R"ander gegenseitig wegheben\grqq.
 \end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{Geometrische Interpretation der Schnittzahlen}]
   Sei der Simplizialkomplex $\mathcal K$ eine Triangulierung einer  
kompakten  orientierten $n$-Mannigfaltig\-keit $M$.\label{GiS}
Sei auf der Menge $E$ der Ecken von $\mathcal
  K$ eine Anordnung  gew"ahlt. So gilt:
  \begin{enumerate}
  \item 
Die von den dualen Zellen  im Sinne von \ref{duze}
erzeugten Untergruppen
${\op{C}}_q\subset \op{S}_q^{\op{os}}\Delta
  (\check{{\mathcal K}})$
bilden einen Unterkomplex ${\op{C}}\subset\op{S}^{\op{os}}\Delta
  (\check{{\mathcal K}})$ im Komplex der ordnungsvertr"aglichen
simplizialen Ketten der baryzentrischen Unterteilung $\check{{\mathcal K}}$ von 
$\mathcal K$, und die 
Einbettung dieses Unterkomplexes induziert auf allen
Homologiegruppen Isomorphismen $\cal{H}_q{\op{C}}\sira {\op{H}}_qM$.
\item
Wird %eine Homologieklasse 
$\alpha\in {\op{H}}_q M$ repr"asentiert 
durch einen \glqq simplizialen\grqq\  Zykel der Gestalt
%% $\sum_{t\in \cal{K}_{n-p}}\alpha_t \langle t\rangle \in 
%% {\op{S}}^{\op{os}}\Delta
%%   ({\mathcal K})$ 
$\sum_{t\in \cal{K}_{q}}\alpha_t \langle t\rangle \in 
{\op{S}}^{\op{os}}\Delta
  ({\mathcal K})$ 
und 
$\beta\in {\op{H}}_{n-q} M$ durch einen \glqq zellul"aren\grqq\   Zykel
der Gestalt 
%% $\sum_{t\in \cal{K}_{n-q}}\beta_t c(t) \in {\op{C}}_q$, 
$\sum_{t\in \cal{K}_{q}}\beta_t c(t) \in {\op{C}}_{n-q}$, 
so gilt f"ur ihre Schnittzahl
$$\alpha\cdot\beta=\sum_t \alpha_t \beta_t$$ 
  \end{enumerate}
 \end{Satz}

 \begin{proof}
 Zun"achst einmal erinnern wir die Definition der Schnittzahl:
Wir hatten dazu ja 
das $a\in {\op{H}}^{n-q} M$ bzw.  $b\in {\op{H}}^{q} M$
genommen mit $a\cap\omega_M=\alpha$ bzw. $b\cap\omega_M=\beta$
und dann 
unsere Schnittzahl als Kronecker-Paarung des cup-Produkts dieser
Kohomologieklassen mit dem Fundamentalzykel definiert, in Formeln
$\alpha\cdot\beta=\langle a\cup b, \omega_M\rangle$.
Mit der Adjunktionsformel \ref{Excap} 
erhalten wir daraus auch die alternative Darstellung  
$\alpha\cdot\beta=\langle a, \beta\rangle$.
Es reicht also, das Urbild $a$ von $\alpha$ unter dem
Isomorphismus der Poincar\'{e}-Dualit"at hinreichend explizit zu beschreiben.
Dazu m"ussen wir etwas weiter ausholen.
Gegeben ein Simplizialkomplex ${\mathcal K}$ liefert
  das baryzentrische Unterteilen 
ganz allgemein eine Homotopie"aquivalenz $
  {\op{S}} \mathcal K \hri {\op{S}} \check{\mathcal K} $ zwischen
den entsprechenden Komplexen von Simplizialketten. Genauer
  erh"alt man eine Injektion von der Menge  ${\cal K}_{q}^\leq$
aller angeordneten $q$-Simplizes 
von $\mathcal K$ in die  Menge $\check{\mathcal
    K}_q^\leq$ aller %ordnungsvertr"aglichen 
angeordneten $q$-Simplizes  von $\check{\mathcal
    K}$, indem man $\sigma : \{0, \ldots, q\} \hookrightarrow E$ abbildet auf
$\sigma^\vee : \{0, \ldots, q\} \hookrightarrow \check{E}$ gegeben durch
 $
    \sigma^\vee(i)=  \{ \sigma (0),
      \ldots, \sigma (i)\}.
  $
  Anschaulich gesprochen erhalten wir so \glqq alle $q$-Simplizes von
  $\check{\mathcal K}$, die in $q$-Simplizes von $\mathcal K$ liegen\grqq, und die
  Abbildung ${\cal K}^\leq_{q}\ra {\op{S}}_{q} \check{\mathcal K}$
gegeben durch
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildbAr}\\[4mm]
\noindent 
Ein angeordneter $3$-Simplex $\sigma$ 
und die sechs angeordneten $3$-Simplizes $\sigma\circ \pi$ 
mit Vorzeichen, deren Summe seine baryzentrische Unterteilung 
$b(\sigma)$ im Sinne des Beweises von \ref{GiS} repr"asentiert.
Die Kreispfeile sind eigentlich "uberfl"ussig und betonen nur 
die Reihenfolge der Ecken in den angeordneten $3$-Simplizes $\sigma\circ \pi$ 
und die Beziehung zum Signum der zugeh"origen Permutationen $\pi$.
\end{figure}
  \begin{equation*}
    \sigma \mapsto \sum_{\pi \in \mathcal {\cal{S}}_{q+1}} \op{sgn} 
    (\pi) (\sigma \circ \pi)^\vee
  \end{equation*}
  induziert eine Homotopie"aquivalenz $ b : {\op{S}} \mathcal K \hri
  {\op{S}} \check{\mathcal K}, $ die wir wieder  die
{\bf baryzentrische Unterteilung}
  nennen. Wenden wir auf
unseren Fundamentalzykel aus \ref{ffuzy} die baryzentrische
  Unterteilung an, so erhalten wir den Repr"asentanten
  \begin{equation*}
    \check{\omega} = \sum_{s \in \mathcal K_n ,\; \pi \in \mathcal S_{n+1}}
    \varepsilon (s) \op{sgn}(\pi) (\langle s \rangle \circ \pi)^\vee
  \end{equation*}
  des Fundamentalzykels in 
${\op{S}}_n^{\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})$. 
 Die weitere Argumentation wird ausgehen von einem Diagramm
der Gestalt
\begin{displaymath}
\xymatrix{
{\op{C}}^\ast [n]  \ar@{-->}[r] 
& {\op{S}}^{\op{os}} \Delta ({\mathcal K}) \ar[dd]^b\\
&\\
{\op{S}}^\ast_{ \op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})[n]
\ar[r]^{\cap \check{\omega}}  \ar@{-->}[uu] \ar@{-->}[uur] 
& {\op{S}}^{\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})
}
\end{displaymath}
Der Komplex ${\op{S}}^\ast_{\op{os}} \Delta
   (\check{\mathcal K})$ der ordnungsvertr"agliche simplizialen 
Koketten mitsamt
   einem Isomorphismus von Komplexen ${\op{S}}^\ast_{\op{os}} \Delta
   (\check{\mathcal K})\sira {\op{S}}^\ast \check{\mathcal K}$
   ist in derselben Weise erkl"art wie  der Komplex 
der ordnungsvertr"agliche simplizialen 
Ketten in \ref{bU}.
Die durchgezogenen Pfeile sind uns bereits bekannt,
die rechte Vertikale ist modulo unserer Identifikation von Simplizialketten
mit ordnungsvertr"aglichen simplizialen Ketten das baryzentrische 
Unterteilen,
die untere Horizontale die Restriktion auf
ordnungsvertr"agliche simpliziale Ketten
unserer Poincar\'{e}-Dualit"at  aus \ref{APD}.
Unser Ziel ist die
Erg"anzung durch Kettenabbildungen wie durch die gestrichelten Pfeile 
angedeutet
zu einem kommutativen Diagramm von Homotopie"aquivalenzen, dessen
obere Horizontale dann 
die geometrische Bedeutung des Dualit"ats-Isomorphismus klar
macht.  Als ersten Schritt in diese Richtung behaupte ich, da"s die
durch $\cap
\check{\omega}$ gegebene Kettenabbildung wie durch 
den schr"agen gestrichelten Pfeil
angedeutet "uber unsere baryzentrische 
Unterteilung $b$ faktorisiert.  
 Ein
  $q$-Simplex $\check{u} \in \check{\mathcal K}_q$ ist ja per definitionem
eine echt aufsteigende
  Kette $\check{u}_0 \subsetneq \check{u}_1 \subsetneq \ldots
  \subsetneq \check{u}_q$ von Simplizes von $\mathcal K$.
Die zugeh"origen $\langle \check{u} \rangle$ bilden 
eine ${\mathbb Z}$-Basis von $\op{S}_q^{\op{os}}\Delta
(\check{{\mathcal K}})$ und die zugeh"origen 
Linearformen bilden eine ${\mathbb Z}$-Basis
$\langle \check{u} \rangle^*$ von
$\op{S}_{\op{os}}^q \Delta (\check{{\mathcal K}})$.
F"ur das cap-Produkt $\langle \check{u}\rangle^* \cap \check{\omega}$ 
mit dem Fundamentalzykel
erhalten wir nach \ref{Excap} die Darstellung
\[ \langle \check{u} \rangle^* \cap \check{\omega} 
= (-1)^{q(n-q)} \!\!\!\!\sum_{s \in {\mathcal K}_n,\; 
 \pi \in {\mathcal S}_{n+1} } \!\!\!\!\varepsilon(s)\op{sgn}(\pi)
\langle \langle \check{u} \rangle^*, 
(\langle s\rangle \circ \pi)^\vee  \rho^q \rangle \;
(\langle s\rangle \circ \pi)^\vee  \lambda^{n-q} \]
Insbesondere ist die rechte Seite nur dann 
nicht Null, wenn $\check{u}$ die Gestalt $\check{u}_0\subsetneq
 \ldots \subsetneq \check{u}_q$ 
hat mit $\check{u}_0 \in {\mathcal K}_{n-q}$ 
und dann nat"urlich auch $\check{u}_i \in {\mathcal K}_{n-q+i}$ 
f"ur alle $i$. 
Seien nun $u_1,\dots,u_q \in E$ die Ecken des urspr"unglichen Komplexes mit 
$\check{u}_i = \check{u}_{i-1} \cup \{u_i\}$, 
so da"s also gilt $\check{u}_q = \check{u}_0 \cup \{u_1,\dots,u_q\}$.
Sei $s = (s_0,s_1,\dots,s_n)$ die angeordnete Darstellung des
$n$-Simplex $s$.
Auf der rechten Seite liefert nur $s = 
\check{u}_q \in {\mathcal K}_n$ von Null 
verschiedene Beitr"age, und zwar nur f"ur 
$\pi \in {\mathcal S}_{n+1}$ mit 
$s_{\pi(n-q+1)} = u_1,\dots,s_{\pi(n)} = u_q$, 
und f"ur diese ist der Gesamtbeitrag 
bis auf ein Vorzeichen gerade
\[ b(\check{u}_0)=\sum_{{\kappa} \in {\mathcal S}_{n-q+1}} 
\op{sgn}({\kappa}) (\langle \check{u}_0 
\rangle \circ {\kappa} )^\vee   \]
Das zeigt schon einmal, dass $\cap \check{\omega}$ wie 
behauptet "uber $b$ faktorisiert und liefert 
den Pfeil schr"ag nach oben. 
Um auch das Vorzeichen anzugeben, betrachten wir die angeordnete Darstellung
$\check{u}_0=(v_0,\ldots,v_{n-q})$ und die Permutation
$\tau\in {\cal S}_{n+1}$ mit $s_{\tau(0)}=v_0,\ldots,
s_{\tau(n-q)}=v_{n-q}, s_{\tau(n-q+1)} = u_1,\dots,s_{\tau(n)} = u_q$,
finden f"ur das fragliche Vorzeichen die Darstellung
$ \eta(\check{u})=(-1)^{q(n-q)}\varepsilon(s)\op{sgn}(\tau)$
und erhalten 
%f"ur $\check{u} \in \check{{\mathcal K}}^\leq_q$ die Formel
f"ur $\check{u} \in \check{{\mathcal K}}_q$ die Formel
$$ \langle\check{u}\rangle^* \cap \check{\omega} = \left\{ \begin{array}{cl}
\eta(\check{u}) b(\check{u}_0) & \mbox{falls }
\check{u}_0 \in {\mathcal K}_{n-q}; 
\\[2mm]
0 & \mbox{sonst.} \end{array} \right. $$
Bilden wir  den Quotienten ${\op{C}}^\ast$ 
von ${\op{S}}^\ast_{\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})$ 
nach den $\langle\check{u}\rangle^*$ 
mit $\check{u}_0 \not\in {\mathcal K}_{n-q}$ sowie den 
$\eta(\check{u}) \langle\check{u}\rangle^* - 
\eta(\check{v})\langle\check{v}\rangle^*$ mit 
$\check{u}_0 = \check{v}_0$, so faktorisiert 
unser $\cap\check{\omega}$ weiter und liefert, wie man leicht sieht,
 einen Isomorphismus von Kettenkomplexen
$$ {\op{C}}^\ast [n]
\stackrel{\sim}{\rightarrow} {\op{S}}^{\op{os}}\Delta({\mathcal K}) $$
unter Verwendung unserer Konvention \ref{KEE}.
Man kann in dieser Weise sogar einen Beweis der Poincar\'{e}-Dualit"at
im triangulierbaren Fall geben, wof"ur dann allerdings 
noch gezeigt werden mu"s, da"s die linke Vertikale unseres
Diagramms Isomorphismen auf der Homologie induziert.
Da wir aber vielmehr an der anschaulichen Bedeutung der Poincar\'{e}-Dualit"at
interessiert sind, drehen wir den Spie"s um und folgern aus 
der Poincar\'{e}-Dualit"at \ref{APD}, da"s die linke Vertikale unseres
Diagramms 
${\op{S}}^\ast_{\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})
\sra {\op{C}}^\ast $
Isomorphismen auf der Kohomologie induziert.
Nach \ref{HKH} ist sie also eine Homotopie"aquivalenz und unser
ganzes Diagramm besteht aus Homotopie"aquivalenzen.
Gehen wir nun in dieser linken Vertikale zu den dualen Komplexen 
"uber, so erhalten wir offensichtlich genau den 
Unterkomplex ${\op{C}}\subset\op{S}^{\op{os}}\Delta
  (\check{{\mathcal K}})$ aus dem ersten Teil unseres Satzes \ref{GiS},
und damit ist auch dieser erste Teil bereits bewiesen.
Des weiteren sehen wir, da"s f"ur
$t\in \cal{K}_{n-q}$ und $\langle t\rangle$ der zugeh"orige angeordnete
Simplex seine baryzentrische Unterteilung $b(\langle t\rangle)$ genau
ein Urbild hat unter $\cap\check{\omega}$, und da"s dieses 
Urbild auf der dualen Zelle $c(t)$ den Wert Eins annimmt und auf allen 
anderen dualen Zellen den Wert Null.
Daraus folgt dann auch der zweite Teil des Satzes.
\end{proof}






\subsection{Anschauung im nichtkompakten Fall}\label{AbHp}

\begin{Bemerkungl}\emph{Sp"ater!}
  In derselben Weise erkl"aren wir die Komplexe ${\op{S}}^{!\op{os}} \Delta
  (\check{\mathcal K})$ 
  bzw.  ${\op{S}}^\ast_{!\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})$ mitsamt
  Isomorphismen von Komplexen nach ${\op{S}}^{!} \check{\mathcal K}$ 
bzw.  ${\op{S}}^\ast_{!} \check{\mathcal
    K}$.
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}
  Sei nun unser Simplizialkomplex $\mathcal K$ eine Triangulierung einer nicht
  notwendig kompakten separablen orientierten $n$-Mannigfaltigkeit.
Wir w"ahlen eine Anordnung $\leq$ auf der Menge $E$ der Ecken von $\mathcal
  K$.
Der Fundamentalzykel von $\Delta (\mathcal K)$ im Sinne von
\ref{FZbm} hat wegen \ref{SiIB} genau einen Repr"asentanten 
in den Borel-Moore-Simplizialketten und damit auch genau 
einen Repr"asentanten $\omega \in
  {\op{S}}^{!\op{os}}_{n} \Delta (\mathcal K)$ in der
in hoffentlich offensichtlicher Weise definierten 
Gruppe der ordnungsvertr"aglichen 
simplizialen Borel-Moore-$n$-Ketten.
Nach \ref{FuZY} hat er Gestalt
  \begin{equation*}
    \omega = \sum_{s \in \mathcal K_n } \varepsilon (s) \langle s \rangle
  \end{equation*}
  f"ur wohlbestimmtes $\varepsilon : \mathcal K_n \rightarrow \{\pm 1\}$ 
mit $\langle s \rangle$ 
dem zum $n$-Simplex $s$ geh"origen angeordneten $n$-Simplex wie im
Beweis von \ref{SH}. Wenden wir darauf die baryzentrische
  Unterteilung an, so erhalten wir den Repr"asentanten
  \begin{equation*}
    \check{\omega} = \sum_{s \in \mathcal K_n ,\; \pi \in \mathcal S_{n+1}}
    \varepsilon (s) \op{sgn}(\pi) (\langle s \rangle \circ \pi)^\vee
  \end{equation*}
  des Fundamentalzykels in 
${\op{S}}_n^{!\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})$. 
Die weitere Argumentation wird ausgehen vom Diagramm
\begin{displaymath}
\xymatrix{
{\op{C}}^\ast_{!} \Delta (\check{\mathcal K})[n]  \ar@{-->}[r] 
& {\op{S}}^{\op{os}} \Delta ({\mathcal K}) \ar[dd]^b\\
&\\
{\op{S}}^\ast_{! \op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})[n]
\ar[r]^{\cap \check{\omega}}  \ar@{-->}[uu] \ar@{-->}[uur] 
& {\op{S}}^{\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})
}
\end{displaymath}
Die durchgezogenen Pfeile sind uns bereits bekannt,
die rechte Vertikale ist modulo unserer Identifikation von Simplizialketten
mit ordnungsvertr"aglichen simplizialen Ketten das baryzentrische 
Unterteilen,
die untere Horizontale die Restriktion auf
ordnungsvertr"agliche simpliziale Ketten
unserer Poincar\'{e}-Dualit"at auf singul"aren Ketten aus \ref{SiPoi}.
Unser Ziel ist die
Erg"anzung durch Kettenabbildungen wie durch die gestrichelten Pfeile 
angedeutet
zu einem kommutativen Diagramm von Homotopie"aquivalenzen, dessen
obere Horizontale dann 
die geometrische Bedeutung des Dualit"ats-Isomorphismus klar
macht.  Als ersten Schritt in diese Richtung behaupte ich, da"s die
durch $\cap
\check{\omega}$ gegebene Kettenabbildung wie durch 
den schr"agen gestrichelten Pfeil
angedeutet "uber unsere baryzentrische 
Unterteilung $b$ faktorisiert.  
 Ein
  $q$-Simplex $\check{u} \in \check{\mathcal K}_q$ ist ja per definitionem
eine echt aufsteigende
  Kette $\check{u}_0 \subsetneqq \check{u}_1 \subsetneqq \ldots
  \subsetneqq \check{u}_q$ von Simplizes von $\mathcal K$.
Die zugeh"origen $\langle \check{u} \rangle$ bilden 
eine ${\mathbb Z}$-Basis von $\op{S}_q^{\op{os}}\Delta
(\check{{\mathcal K}})$ und die zugeh"origen 
Linearformen bilden eine ${\mathbb Z}$-Basis
$\langle \check{u} \rangle^*$ von
$\op{S}_{!\op{os}}^q \Delta (\check{{\mathcal K}})$.
F"ur das cap-Produkt $\langle \check{u}\rangle^* \cap \check{\omega}$ 
mit dem Fundamentalzykel
erhalten wir nach \ref{Excap} die Darstellung
\[ \langle \check{u} \rangle^* \cap \check{\omega} 
= (-1)^{q(n-q)} \sum_{s \in {\mathcal K}_n,\; 
 \pi \in {\mathcal S}_{n+1} } \varepsilon(s)\op{sgn}(\pi)
\langle \langle \check{u} \rangle^*, 
(\langle s\rangle \circ \pi)^\vee  \rho^q \rangle \;
(\langle s\rangle \circ \pi)^\vee  \lambda^{n-q} \]
Insbesondere ist die rechte Seite nur dann 
nicht Null, wenn $\check{u}$ die Gestalt $\check{u}_0\subsetneqq
 \ldots \subsetneqq \check{u}_q$ 
hat mit $\check{u}_0 \in {\mathcal K}_{n-q}$ 
und dann nat"urlich auch $\check{u}_i \in {\mathcal K}_{n-q+i}$ 
f"ur alle $i$. 
Seien nun $u_1,\dots,u_q \in E$ die Ecken des urspr"unglichen Komplexes mit 
$\check{u}_i = \check{u}_{i-1} \cup \{u_i\}$, 
so da"s also gilt $\check{u}_q = \check{u}_0 \cup \{u_1,\dots,u_q\}$.
Sei $s = (s_0,s_1,\dots,s_n)$ die angeordnete Darstellung des
$n$-Simplex $s$.
Auf der rechten Seite liefert nur $s = 
\check{u}_q \in {\mathcal K}_n$ von Null 
verschiedene Beitr"age, und zwar nur f"ur 
$\pi \in {\mathcal S}_{n+1}$ mit 
$s_{\pi(n-q+1)} = u_1,\dots,s_{\pi(n)} = u_q$, 
und f"ur diese ist der Gesamtbeitrag 
bis auf ein Vorzeichen gerade
\[ b(\check{u}_0)=\sum_{{\kappa} \in {\mathcal S}_{n-q+1}} 
\op{sgn}({\kappa}) (\langle \check{u}_0 
\rangle \circ {\kappa} )^\vee   \]
Das zeigt schon einmal, dass $\cap \check{\omega}$ wie 
behauptet "uber $b$ faktorisiert und liefert 
den Pfeil schr"ag nach oben. 
Um das Vorzeichen anzugeben, betrachten wir die angeordnete Darstellung
$\check{u}_0=(v_0,\ldots,v_{n-q})$ und die Permutation
$\tau\in {\cal S}_{n+1}$ mit $s_{\tau(0)}=v_0,\ldots,
s_{\tau(n-q)}=v_{n-q}, s_{\tau(n-q+1)} = u_1,\dots,s_{\tau(n)} = u_q$,
finden f"ur das fragliche Vorzeichen die Darstellung
$ \eta(\check{u})=(-1)^{q(n-q)}\varepsilon(s)\op{sgn}(\tau)$
und erhalten 
%f"ur $\check{u} \in \check{{\mathcal K}}^\leq_q$ die Formel
f"ur $\check{u} \in \check{{\mathcal K}}_q$ die Formel
$$ \langle\check{u}\rangle^* \cap \check{\omega} = \left\{ \begin{array}{cl}
\eta(\check{u}) b(\check{u}_0) & \mbox{falls }
\check{u}_0 \in {\mathcal K}_{n-q}; 
\\[2mm]
0 & \mbox{sonst.} \end{array} \right. $$
Bilden wir  den Quotienten ${\op{C}}^\ast_{!} \Delta (\check{\mathcal K})$ 
von ${\op{S}}^\ast_{! \op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})$ 
nach den $\langle\check{u}\rangle^*$ 
mit $\check{u}_0 \not\in {\mathcal K}_{n-q}$ sowie den 
$\eta(\check{u}) \langle\check{u}\rangle^* - 
\eta(\check{v})\langle\check{v}\rangle^*$ mit 
$\check{u}_0 = \check{v}_0$, so faktorisiert 
unser $\cap\check{\omega}$ weiter und liefert, wie man leicht sieht,
 einen Isomorphismus von Kettenkomplexen
$$ {\op{C}}^\ast_{!} \Delta (\check{\mathcal K})[n]
\stackrel{\sim}{\rightarrow} {\op{S}}^{\op{os}}\Delta({\mathcal K}) $$
Man kann in dieser Weise sogar einen Beweis der Poincar\'{e}-Dualit"at
im triangulierbaren Fall geben, wof"ur dann allerdings 
noch gezeigt werden mu"s, da"s die linke Vertikale unseres
Diagramms Isomorphismen auf der Homologie induziert.
Da wir aber vielmehr an der anschaulichen Bedeutung der Poincar\'{e}-Dualit"at
interessiert sind, drehen wir den Spie"s um und folgern aus 
der Poincar\'{e}-Dualit"at, da"s die linke Vertikale unseres
Diagramms 
${\op{S}}^\ast_{! \op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})
\sra {\op{C}}^\ast_{!} \Delta (\check{\mathcal K})$
Isomorphismen auf der Kohomologie induziert.
Nach \ref{HKH} ist sie also eine Homotopie"aquivalenz und unser
ganzes Diagramm besteht aus Homotopie"aquivalenzen.
Um nun endlich zur anschaulichen Bedeutung vorzudringen, 
betrachten wir in der linken Vertikalen die 
dualen Komplexe und erhalten so eine Homotopie"aquivalenz
$${\op{C}}^{!} \Delta (\check{\mathcal K})
\hra {\op{S}}^{!\op{os}} \Delta (\check{\mathcal K})$$
wo der $q$-te Teil   ${\op{C}}^{!}_q \Delta (\check{\mathcal K})$
unseres Teilkomplexes 
aus allen \glqq unendlichen formalen Linearkombinationen\grqq\ 
"uber $t\in\cal{K}_{n-q}$ 
gewisser  Ausdr"ucke $c(t)$ besteht, die ihrerseits gegeben werden als 
$$c(t)=\sum \eta(\check{u}) \langle\check{u}\rangle$$
summiert "uber alle $\check{u}\in\check{\cal{K}}_{q}$ mit 
$\check{u}_0=t$.
\end{Bemerkungl}



\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildFzy}\\[4mm]
\noindent BlahBlah
\end{figure}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildFzz}\\[4mm]
\noindent BlahBlah
\end{figure}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildFzo}\\[4mm]
\noindent BlahBlah
\end{figure}



\subsection{Versuch}

\begin{Bemerkungl}
Gegeben ein topologischer Raum $X$ definieren wir den {\bf Komplex
der grenzfeinen Ketten}\index{grenzfein!Kette} als den direkten Limes
$$\op{GS}(X)=\varinjlim(\op{S}(X)\stackrel{U}{\ra}\op{S}(X)
\stackrel{U}{\ra}\ldots)$$
in Bezug auf die \hyperref[UKA]{Unterteilungsoperatoren} $U$. 
Alle kanonischen Abbildungen $\op{S}(X)\ra\op{GS}(X)$ in diesen direkten
Limes 
induzieren nach \ref{UT} dieselbe Abbildung auf der Homologie. 
Wir arbeiten im folgenden mit der ersten dieser kanonischen 
Abbildungen. Sie kommt, wie auch alle anderen, sogar von einer
Transformation $\op{S}\RA\op{GS}$ von Funktoren $\op{Top}\ra \op{Ket}$ her.
Wir definieren weiter auch f"ur $X\supset A$ einen Raum mit einer Teilmenge 
den {\bf Komplex
der relativen grenzfeinen Ketten} als den direkten Limes
$$\op{GS}(X,A)=\varinjlim(\op{S}(X,A)\stackrel{U}{\ra}\op{S}(X,A)
\stackrel{U}{\ra}\ldots)$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\defind{Ausschneidung f"ur grenzfeine Ketten}]\label{Aschg}
Sei $(X,A)$ ein Raumpaar und $L\subset A$ eine Teilmenge, deren Abschlu"s
im Inneren von $A$ liegt. 
So liefert die Einbettung $(X{\backslash} L, A{\backslash} L) 
\hookrightarrow (X,A)$ Isomorphismen
auf den Komplexen von relativen grenzfeinen Ketten 
$${\op{GS}}(X{\backslash} L,A{\backslash} L) \sira {\op{GS}} (X,A)$$
\end{Satz}

\begin{proof}[Beweis]
Wie beim Beweis der Ausschneidung \ref{Asch}
 betrachten die "Uberdeckung $X = A \cup (X{\backslash} L)$,  geben ihr den
Namen $\cal{V}$ und bilden ein kommutatives Diagramm von
Kettenkomplexen der Gestalt
$$\begin{array}{ccccc}
{\op{S}}(A{\backslash} L) & \hookrightarrow & {\op{S}}A \oplus {\op{S}}(X{\backslash} L) & \twoheadrightarrow &
{\op{S}}^{\cal{V}}X\\
\downarrow & & \downarrow & &\downarrow \\
{\op{S}}(X{\backslash} L) & \hookrightarrow & {\op{S}}X \oplus {\op{S}}(X{\backslash} L) & \twoheadrightarrow
&{\op{S}}X\\
\downarrow & &\downarrow & &\downarrow \\
{\op{S}} (X {\backslash} L, A{\backslash} L) & \ra & {\op{S}}(X,A) & \ra & {\op{S}}X / {\op{S}}^{\cal{V}}X
\end{array}$$
Hier ist zu verstehen, da"s 
 die beiden oberen horizontalen Inklusionen die \glqq diagonalen\grqq\ 
Einbettungen $z \mapsto (z,z)$ sein sollen und die folgenden
Surjektionen die Differenzen $(x,y) \mapsto x-y$. 
Nach dem Neunerlemma ist die untere Horizontale dann auch exakt.
Jetzt gehen wir zum direkten Limes unter den Unterteilungsoperatoren "uber
und m"ussen nur zeigen, da"s dieser Limes bei ${\op{S}}X / {\op{S}}^{\cal{V}}X$
verschwindet. In der Tat wird aber nach \ref{KlKl}
jedes Element dieses Quotienten von einer
hinreichend hohen Potenz des Unterteilungsoperators annulliert.
\end{proof}


\begin{Bemerkungl}
Gegeben ein topologischer Raum $X$ 
definieren wir den Komplex der lokal als den direkten Limes
$$\op{FS}(X)=\varinjlim(\op{S}(X)\stackrel{U}{\ra}\op{S}(X)
\stackrel{U}{\ra}\ldots)$$
in Bezug auf die \hyperref[UKA]{Unterteilungsoperatoren} $U$. 
Alle kanonischen Abbildungen $\op{S}(X)\ra\op{FS}(X)$ in diesen direkten
Limes 
induzieren nach \ref{UT} dieselbe Abbildung auf der Homologie. 
Wir arbeiten im folgenden mit der ersten dieser kanonischen 
Abbildungen. Sie kommt, wie auch alle anderen, sogar von einer
Transformation $\op{S}\RA\op{FS}$ von Funktoren $\op{Top}\ra \op{Ket}$ her.
\end{Bemerkungl}

\subsection{Woanders, N"otig?}
\begin{proof}[Beweis]\label{DAp}
  Wir betrachten das Diagramm
  $$\xymatrix{
    {\op{S}}X \ar[dr]^{\Delta_{\ast}}\ar[rr]^-{\Delta}& &{\op{S}}X \otimes {\op{S}}X\\
    &S(X\times X)\ar[ur]^{c} }$$
  mit unserer Komultiplikation $\Delta$ aus
  \ref{CoM}, einer Alexander-Whitney-Abbildung $c$ wie in \ref{EZ} und dem
  Bild $\Delta_{\ast}$ unter der Diagonalen $X \ra X \times X$. Alle drei
  Funktoren in den Kettenkomplexe sind in jedem Grad frei mit Basis
  $\{(\Delta_{n}, \tau_{n})\}$ bzw.\ $\{(\Delta_{q} \amalg \Delta_{p}, i_1
  \otimes i_2)\}_{p +q =n}$ wo $i_{1},i_{2}$ die Inklusionen von $\Delta_{q}$
  bzw.\ $\Delta_{p}$ in $\Delta_{q}\amalg \Delta_{p}$ bezeichnen, bzw.\ 
  $\{(\Delta_{n} \amalg \Delta_{n}, \tau)\}$ mit dem Simplex $\tau
  =(i_{1},i_{2}): \Delta_{n} \ra (\Delta_{n}\amalg \Delta_{n})\times
  (\Delta_{n}\amalg \Delta_{n})$. Nach dem Satz "uber azyklische Modelle
  \ref{AzM} kommutiert also unser Diagramm bis auf Homotopie, wenn es
  kommutiert nach ${\op{H}}_{0}$, und das ist klar.  Dualisieren wir nun das
  Diagramm, so folgt $a \cup b = \Delta^{\ast} (a\times b)$ wie gew"unscht.
\end{proof}



\begin{Bemerkunge}
Gegeben ein lokal kompakter Hausdorff-Raum $X$ und ein K"orper
$k$ kann man die \defind{Borel-Moore-Homologie} 
{\bf von $X$ mit Koeffizienten
in $k$}  definieren als den Dualraum der 
Kohomologie mit kompaktem Tr"ager. Wir notieren
die $i$-te Borel-Moore-Homologie als ${\op{H}}^{!}_{i}$ und haben also
in Formeln
$${\op{H}}^{!}_{i} (X;k)\pdef {\op{H}}^{i}_{!} (X;k)^{\ast}$$
Diese Notation ist allerdings un"ublich, "ofter verwendet man
statt ${\op{H}}^{!}_{i}$
die Notation
${\op{H}}^{\op{BM}}_{i}$ oder zur besseren Verwirrung gleich
${\op{H}}_{i}$. 
Ist $X$ der Polyeder $X = \Delta (\cal{K})$ eines 
lokal endlichen Simplizialkomplexes
$\cal{K}$, so kann man folglich 
die Borel-Moore-Homologie mit Koeffizienten in unserem K"orper $k$ 
berechnen mit dem Komplex, den man durch
Dualisieren erh"alt aus dem Komplex 
$S^{\ast}_{\op{os}!} (\Delta (\cal{K});k)$ der simplizialen
Koketten mit kompaktem Tr"ager, der 
in \eref{KocSi}{TS} eingef"uhrt wird und von dem dort gezeigt wird,
da"s er die Kohomologie mit kompaktem 
Tr"ager des Polyeders $\Delta (\cal{K})$ berechnet.
Der duale Komplex zu $S^{\ast}_{\op{os}!} (\Delta (\cal{K});k)$ 
ist aber offensichtlich gerade der Komplex
$\op{Ens} (\cal{K}_{\ast},k)$ aller nicht notwendig endlichen 
formalen Linearkombinationen von 
Simplizes mit dem durch die 
"ubliche Formel wie in 
\eref{SiKe}{TS} 
 gegebenen Randoperator, der weiter
sinnvoll definiert ist,
da wir unseren
Simplizialkomplex lokal endlich angenommen hatten.
Erlaubt man also in dieser Situation auch unendliche formale 
Linearkombinationen von 
Simplizes als Ketten, so gelangt man von der "ublichen 
Homologie zur Borel-Moore-Homologie.
Das geht  auch mit beliebigen Koeffizienten, 
jedoch ist es dann 
schwieriger, die Unabh"angigkeit der so erkl"arten Gruppe von
der Triangulierung nachzuweisen.
\end{Bemerkunge}
\begin{Bemerkungl}
Unsere allgemeine Poincar\'e-Dualit"at \eref{APD}{TS} liefert zumindest mit
Koeffizienten in einem K"orper eine Paarung $${\op{H}}^{!}_{q} (M;k) \times {\op{H}}_{n-q}
(M;k) \ra k$$ 
Anschaulich d"urfen wir sie als Schnittpaarung verstehen.
Eigentlich sollte wohl auch der Isomorphismus \eref{APD}{TS} zu verstehen sein als
partielles Auswerten auf dem Fundamentalzykel $\omega \in {\op{H}}^{!}_{n} (M)$ 
von $M$
in der Borel-Moore-Homologie, der eben auch f"ur nicht notwendig kompaktes
aber orientiertes $M$ existiert.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Der sogenannte Kreisraum aus \eref{KrRa}{TF} zeigt, da"s 
der Dualraum der singul"aren
Kohomologie mit kompaktem Tr"ager im Allgemeinen 
nicht durch den Komplex der lokal
endlichen singul"aren Koketten berechnet werden kann.
Ich w"u"ste gerne, unter welchen Bedingungen das doch geht.
Ich wei"s es noch nicht einmal f"ur die Polyeder lokal endlicher
Simplizialkomplexe. No jo, mittlerweile wohl schon, da hab ich flei"sig
gearbeitet.
\end{Bemerkungl}


%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "AATS"
%%% End: 
