
\section{Viel Sp"ater?!}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kohomologie der derivierten Homorphismengarben}]
  Sei $X$ ein topologischer Raum.
Wir wenden die vorhergehenden "Uberlegungen an 
auf  den Homorphismenfunktor der Homotopiekategorie abelscher Garben  
$$
\begin{array}{cccc}
 \op{Hom}:&\op{Hot}(\op{Ab}_{/X})^{\op{opp}} \times \op{Hot}(\op{Ab}_{/X})
&\rightarrow & \op{Hot}(\op{Ab}_{/X})
\\&(\mathcal F\;\;,\;\;\mathcal G) &\mapsto& \op{Hom} (\mathcal F,\mathcal G)
\end{array}
$$
gefolgt vom Funktor der globalen Schnitte
  $\mathcal H^0\Gamma:  \op{Hot}(\op{Ab}_{/X}) \ra \op{Ab}$
in Bezug auf Lokalisierungen nach Quasiisomorphismen.
Ausgeschrieben meint $\op{Hom} (\mathcal F,\mathcal G)$ den Komplex 
 mit der Garbe
$$\op{Hom} (\mathcal F,\mathcal G)^n\pdef 
\prod_{i\in\DZ}\op{Hom} (\mathcal F^i,\mathcal G^{i+n})$$
im Grad $n$ und einem Differential wie in \eref{HHKK}{TS}.
Nach dem Hauptlemma der
  homologischen Algebra \ref{IaU} gilt $\op{Hot}_{{\op{Ab}}/X} (\mathcal
  F, \mathcal I) =0$ falls $\mathcal F \in \op{Hot}({\op{Ab}}/X)$ ein
  exakter Komplex ist und $\mathcal I \in \op{Hot}^+ (i {\op{Ab}}/X)$
  ein gegen die Pfeile beschr"ankter Komplex injektiver Garben.  Nach
  \eref{HHKK}{TS} ist unter diesen Voraussetzungen also der Komplex
  $\op{Hom}_{{\op{Ab}}/X} (\mathcal F, \mathcal I)=\Gamma (X;
  \op{Hom} (\mathcal F, \mathcal I))$ von abelschen
  Gruppen exakt.  Ebenso ist  unter diesen Voraussetzungen f"ur alle $U \co X$
  der Komplex $\Gamma (U; \op{Hom} (\mathcal F, \mathcal I)) =
  \op{Hom}_{{\op{Ab}}/U} (\mathcal F|_U, \mathcal I |_U)$ exakt. Das aber
  zeigt, da"s unter unter diesen Voraussetzungen
 der Komplex von Garben $\op{Hom}
  (\mathcal F, \mathcal I)$ bereits selbst exakt ist. 
Unser $ \op{Hot} ({\op{Ab}}_{/X}) \times
  \op{Hot}^+ (i {\op{Ab}}_{/X})$ ist mithin eine Entfaltungskategorie
  f"ur die Funktoren
 $$ \begin{array}{rccl}
 Q\op{Hom} :& \op{Hot} ({\op{Ab}}_{/X})^{\op{opp}} 
\times \op{Hot} ({\op{Ab}}_{/X}) &\rightarrow& \op{Der} ({\op{Ab}}_{/X})\\[2mm] 
 \mathcal H^0\Gamma\op{Hom} :& \op{Hot} ({\op{Ab}}_{/X})^{\op{opp}} 
\times \op{Hot} ({\op{Ab}}_{/X}) &\rightarrow &\op{Ab}
  \end{array}$$
Zusammen mit $\op{Hot}({\op{Ab}}_{/X})^{\op{opp}} 
\times \op{Hot}^+ ({\op{Ab}}_{/X})$
bildet unsere Entfaltungskategorie sogar ein
Entfaltungspaar
  f"ur diese beiden Funktoren.
 Insbesondere ist
also der Rechtsderivierte $\op{RHom}$
schon einmal definiert   auf $\op{Der} ({\op{Ab}}_{/X})^{\op{opp}} 
\times \op{Der}^+ ({\op{Ab}}_{/X})$.
  Weiter zeigt die Adjunktion $(j_{(!)},
  j^{(!)} = j^{(\ast)})$ aus \ref{??}, da"s $\op{Hom} (\mathcal F, \mathcal I)$
  stets ein Komplex von welken Garben ist. 
Nun ist mit denselben Argumenten wie zuvor
$\op{Hot}^-({\op{Ab}}_{/X})^{\op{opp}} 
\times \op{Hot}^+ (i{\op{Ab}}_{/X})\subset \op{Hot}^-({\op{Ab}}_{/X})^{\op{opp}} 
\times \op{Hot}^+ ({\op{Ab}}_{/X})$ auch ein Entfaltungspaar f"ur unsere
Funktoren, das nach unserer letzten "Uberlegung sogar die Bedingung 
f"ur die Grothendieck-Spektralsequenz \ref{kzrf} erf"ullt.
So erhalten wir schlie"slich 
 f"ur $\mathcal F \in
  \op{Der}^- ({\op{Ab}}_{/X})$, $\mathcal G \in \op{Der}^+ ({\op{Ab}}_{/X})$
   kanonische Isomorphismen \emph{Ab hier noch nicht zu Ende gedacht!}
  \begin{equation*}
    \mathbb H^0 (X; \op{RHom} (\mathcal F, \mathcal G)) 
\overset{\sim}{\rightarrow} \op{Der}_{{\op{Ab}}/X} (\mathcal F, \mathcal G)
  \end{equation*}
\end{Bemerkungl}

\subsection{Zu Cech-Komplexen}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben eine Zerlegung eines topologischen Raums $X = U \sqcup Y$ in eine
  offene Teilmenge $U\co X$ und ihr abgeschlossenes Komplement $Y \As X$
  erhalten wir f"ur jede abelsche Garbe $\mathcal F \in \op{Ab}/X$ eine kurze
  exakte Sequenz
  \begin{equation*}
    \mathcal F_U \hookrightarrow \mathcal F \twoheadrightarrow \mathcal F_Y
  \end{equation*}
  von abelschen Garben auf $X$ wie folgt: Wir setzen $\mathcal F_Y :=
  i_{(\ast)} i^{(\ast)} \mathcal F$ f"ur $i: Y \hookrightarrow X$ die
  Einbettung, betrachten die kanonische Abbildung $\mathcal F \rightarrow
  i_{(\ast)} i^{(\ast)} \mathcal F$ aus der Adjunktion, und erkl"aren
  $\mathcal F_U$ als deren Kern.  Die Halme von $\mathcal F_Y$ verschwinden
  f"ur $x \not\in Y$ und f"ur $x \in Y$ liefert unsere Abbildung $\mathcal F
  \rightarrow \mathcal F_Y$ Isomorphismen auf den Halmen. Das zeigt, da"s
  $\mathcal F \rightarrow \mathcal F_Y$ wie behauptet eine Surjektion ist.
Es zeigt weiter,
  da"s die Halme von $\mathcal F_U$ verschwinden f"ur $x \not\in U$ und da"s
  unsere Abbildung $\mathcal F_U \hookrightarrow \mathcal F$ f"ur alle $x \in
  U$ Isomorphismen auf den Halmen liefert.
\end{Bemerkungl}

\begin{Ubung}
 Man zeige, da"s das Bild der auf den \'etalen R"aumen induzierten 
Abbildungen $\bar{\mathcal F}_U \hookrightarrow
\bar{\mathcal F}$ gerade die Vereinigung des Nullschnitts 
mit dem  Urbild von $U$ unter der
Projektion $\bar{\mathcal F}\ra X$ ist.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{GAN}
 Man gebe einen Isomorphismus an zwischen $\mathcal F_U$ und der 
Garbifizierung der Pr"agarbe $\hat{\mathcal F}_U$ 
gegeben durch
  $V \mapsto \mathcal F (V)$ f"ur $V \co U \co X $ und 
$V \mapsto 0 $ f"ur $V \co X,  V\not\subset U$.
 \end{Ubung}
\begin{Definition}\label{CKOO} 
 Gegeben ein topologischer Raum $X$ und eine 
offene "Uberdeckung $\mathcal U$ von $X$ und eine abelsche
Garbe $\mathcal F \in \op{Ab}/X$ konstruiert 
man einen Komplex von abelschen Garben
\begin{equation*}
 \mathcal C_p (\mathcal U; \mathcal F) \pdef 
\bigoplus_{(U_0, \ldots, U_p)\in \mathcal U^{p+1}} \mathcal F_{U_0 \cap \ldots \cap U_p}
\end{equation*}
mit Randoperatoren gegeben auf 
$\mathcal F_{U_0 \cap \ldots \cap U_p} $ als $\sum (-1)^i a_i$ f"ur
$a_i$ die Einbettungen $U_0 \cap \ldots 
\cap U_p \hookrightarrow U_0 \cap \ldots \widehat{U_i} \ldots \cap U_p$
und die von ihnen auf den Garben induzierten Morphismen.
\end{Definition}
\begin{Proposition}
 Der offensichtliche Morphismus $\mathcal C_0 (\mathcal U; \mathcal F) \twoheadrightarrow \mathcal F$ erg"anzt
unseren Komplex aus \ref{CKOO} 
zu einem exakten Komplex von abelschen Garben.
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
 Man zeigt in derselben Weise Varianten dieser Aussage, bei der
man mit einer "uberdeckenden Familie offener Teilmengen  $(U_i)_{i\in I}$
arbeitet, oder auch zus"atzlich noch eine Anordnung auf $I$ annimmt und
nur "uber streng monoton wachsende $p$-Tupel von Indizes summiert,
oder stattdessen nur gewisse \glqq alternierende\grqq\  Untergarben betrachtet.
\end{Bemerkungl}


\begin{proof}
 Wir beginnen mit einer Vor"uberlegung. 
Gegeben eine Familie abelscher Pr"agarben stimmt das Garbenkoprodukt ihrer
Garbifizierungen "uberein mit der Garbifizierung 
ihres Pr"agarbenkoprodukts, denn beide so konstruierten Garben
teilen eine universelle Eigenschaft.
Wegen der Exaktheit der Garbifizierung 
 reicht es also, die Exaktheit des Pr"agarbenkomplexes
\begin{equation*}
 \ldots \rightarrow \hat{\mathcal C}_2 (\mathcal U; \mathcal F) \rightarrow \hat{\mathcal C}_1 (\mathcal U; \mathcal F)
\rightarrow \hat{\mathcal C}_0 (\mathcal U; \mathcal F) 
\twoheadrightarrow \mathcal F
\end{equation*}
zu zeigen f"ur
\begin{equation*}
 \hat{\mathcal C}_p (\mathcal U; \mathcal F)
\pdef \bigoplus_{(U_0, \ldots, U_p) \in \mathcal U^{p+1}}
\hat{\mathcal F}_{U_0\cap \ldots \cap U_p}
\end{equation*}
mit der \glqq Pr"agarbenausdehnung\grqq\  $\hat{\mathcal F}_U$ wie 
in \ref{GAN} und dem Pr"agarbenkoprodukt statt dem Garbenkoprodukt.
Diese Exaktheit folgt jedoch unmittelbar aus der 
Azyklizit"at von Simplizes \ref{HKHKn}, angewandt auf die
\glqq Eckenmenge\grqq\  $E \pdef \{ U \in \mathcal U \mid U \supset V\}$.
\end{proof}


\begin{Beispiel}[\textbf{Meromorphe Funktionen auf  Riemann'schen Fl"achen}] 
  Sei $X$ eine Riemann'sche Fl"ache. Wir betrachten die Aufl"osung der
konstanten Garbe $\DC_X$ durch den holomorphen de-Rham-Komplex\label{mfRF} 
$\DC_X\hra \mathcal O_X^{\op{an}}\sra \Omega_X^{\op{an}}$. 
Die Spektralsequenz zeigt, da"s
$\mathrm H^1(X;\mathcal O_X^{\op{an}})$ isomorph ist zu einem Subquotient von 
$\mathrm H^1(X;\DC_X)$. (Ist doch wohl Quatsch: Das ist hier nur 
die lange exakte Sequenz!) 
Ist $X$ kompakt, so ist $\mathrm H^1(X;\DC_X)$ endlichdimensional
nach dem Satz von Wilder \ref{Wilder}, und damit ist dann auch 
$\mathrm H^1(X;\mathcal O_X^{\op{an}})$ endlichdimensional. 
Betrachten wir andererseits die kurze exakte Sequenz
$$\mathcal O_X^{\op{an}}\hra \mathcal M_X^{\op{an}}\sra \bigoplus_{p\in X}H_p$$
f"ur $H_p$ die Wolkenkratzergarbe bei $p$ mit den 
m"oglichen Hauptteilen bei $p$ 
als Schnitten. Die lange exakte Kohomologiesequenz zeigt dann, 
da"s f"ur kompaktes $X$ der Quotient 
$\mathrm H^0(X;\mathcal M_X^{\op{an}})/\mathrm H^0(X;\mathcal O_X^{\op{an}})$
 als $\DC$-Vektorraum nicht endlich erzeugt sein kann.
Insbesondere gibt es auf jeder kompakten Riemann'schen Fl"ache mindestens eine
nichtkonstante meromorphe Funktion. 
\end{Beispiel}

\subsection{Bidualit"at f"ur Kettenkomplexe}
\begin{Bemerkungl}
Gegeben ein Komplex von abelschen Gruppen $M$ erkl"aren wir den 
{\bf dualen Komplex}\index{dualer Komplex} als
\begin{equation*}
\mathbb D M = R \op{Hom} (M, \mathbb Z [0])
\end{equation*}
Ausgeschrieben k"onnen wir etwa zu $\mathbb Z$ die injektive Aufl"osung
$\mathbb Z \hookrightarrow \mathbb Q \twoheadrightarrow \mathbb Q / \mathbb Z$
betrachten, sie abk"urzen zu $\mathbb Z \hra \widetilde{\mathbb Z}$ und
$\mathbb D M$ als den Hom-Komplex 
$\mathbb D M = \op{Hom} (M, \widetilde{\mathbb Z})$
beschreiben.
Das Einsetzen liefert eine kanonische 
Kettenabbildung $M \rightarrow \mathbb D \mathbb D M$
und ich behaupte, da"s diese Kettenabbildung
f"ur Komplexe $M$, f"ur die alle Kohomologiegruppen $\mathcal H^q M$ endlich
erzeugt sind, ein Quasiisomorphismus
\begin{equation*}
M \qri \mathbb D \mathbb D M
\end{equation*}
ist. In der Tat h"angen wegen der Endlichkeit 
des Komplexes $\widetilde{\mathbb Z}$
die Eintr"age von $\mathbb D \mathbb D M$ 
nur von den h"ochstens um Zwei im Grad entfernten
Eintr"agen von $M$ ab, so da"s wir ohne 
Beschr"ankung der Allgemeinheit $M$ beschr"ankt annehmen
d"urfen. Mit d\'evissage ziehen wir uns 
dann auf den Fall $M = \mathbb Z$ zur"uck, und der ist
klar.
\end{Bemerkungl}






\subsection{Gefaserte Produkte von Kategorien, woanders}\label{GefPP}
\begin{Bemerkungl}
Das umschreiben zur Definition eines gefaserten 2-Produkts in
einer 2-Kategorie. Ist das 2-Produkt von Gruppoid-Stacks 
dasselbe wie das 2-Produkt in der gr"o"seren Kategorie aller
Faserfunktoren, wie es gleich konstruiert werden wird?
Vermutlich ja wohl eher nicht...
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkung}
  Sollte wohl eine 2-Kategorie am besten  auffassen als 
eine Kategorie \glqq mit Morphismenr"aumen in der
 monoidalen Kategorie der Kategorien\grqq, so wie eine $k$-lineare
Kategorie eben eine Kategorie ist \glqq mit Morphismenr"aumen in der
 monoidalen Kategorie der $k$-Vektorr"aume\grqq.
Die Forderung der Existenz einer Identit"at auf jedem Objekt verwandelt
sich dann in die Forderung der Existenz eines 
ausgezeichneten Morphismus vom Einheitsobjekt
der monoidalen Kategorie in etc. etc.  
\end{Bemerkung}
\begin{Bemerkungl}
In der $2$-Kategorie 
$\op{Cat}_{\mathcal{B}}$ der Kategorien "uber einer gegebenen
Kategorie $\mathcal{B}$ besitzt jeder Winkel
\begin{displaymath}
\xymatrix{
 &\mathcal{C}'\ar[d]^{G'}\\
 \mathcal{C}'' \ar[r]_{G''} & \mathcal{C}
}
\end{displaymath}
einen $2$-pullback, als da hei"st, er l"a"st sich 
erg"anzen zu einem $2$-Diagramm
\begin{displaymath}
\xymatrix{
\mathcal{P} \ar[d]\ar[r]  &\mathcal{C}'\ar[d]\\
\mathcal{C}'' \ar@{=>}[ur]^\sim \ar[r] & \mathcal{C}
}
\end{displaymath}
mit einer Isotransformation in der
Diagonale derart, da"s es f"ur jede weitere Erg"anzung zu einem $2$-Diagramm 
\begin{displaymath}
\xymatrix{
\mathcal{D}\ar[d] \ar[r] &\mathcal{C}' \ar[d]\\
\mathcal{C}'' \ar@{=>}[ur]^\sim \ar[r] & \mathcal{C}
}
\end{displaymath}
mit einer Isotransformation in der
Diagonale genau ein Tripel existiert bestehend aus
\begin{enumerate}
\item einem Morphismus $\mathcal{D} \rightarrow \mathcal{P},$ 
\item einer
  Isotransformation $(\cal{D}\ra \cal{C}')\stackrel{\sim}{\RA} (\cal{D}\ra
  \cal{P}\ra \cal{C}')$ und
\item einer  Isotransformation $(\cal{D}\ra \cal{C}'')\stackrel{\sim}{\RA}
  (\cal{D}\ra \cal{P}\ra \cal{C}'')$
\end{enumerate}
derart, da"s das entstehende $2$-Diagramm kommutiert, 
da"s also die beiden  Transformationen
$(\cal{D}\ra \cal{C}'\ra \cal{C})\RA 
(\cal{D}\ra \cal{P}\ra \cal{C}''\ra\cal{C} )$ "ubereinstimmen,
die durch das nebenstehende Bild 
\begin{figure}[p]
  \centering
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/Bild0024}
\\ \noindent Zum gefaserten Produkt von Kategorien
\end{figure}
erkl"art werden.
Explizit kann ein m"oglicher solcher pullback konstruiert werden als 
die Kategorie
$\mathcal{C}' \times^2_\mathcal{C} \mathcal{C}''$, deren Objekte Tripel
$(C', C'', \alpha)$ sind mit $C' \in \mathcal{C}'$, $C'' \in \mathcal{C}''$
und $\alpha: G'' (C'') \overset{\sim}{\rightarrow} G' (C')$ einem
Isomorphismus "uber einer Identit"at in $\mathcal{B}$ und deren Morphismen
$(C',C'',\alpha) \rightarrow (C'_1, C''_1, \alpha_1)$
Paare $(f', f'')$ von Morphismen  $f' : C' \rightarrow C'_1$ und 
$f'' : C'' \rightarrow
C''$ sind, die 
 "uber demselben Morphismus in $\mathcal{B}$ liegen 
und so, da"s das Diagramm
\begin{displaymath}
\xymatrix{
G''(C'') \ar[r]^{\alpha} \ar[d]_{G''(f'')} & G'(C') \ar[d]^{G'(f')}\\
G'' (C''_1) \ar[r]^{\alpha_1} &G' (C'_1)
}
\end{displaymath}
kommutiert. Die Pfeile von $\mathcal{C}' \times_\mathcal{C} \mathcal{C}''$ nach
$\mathcal{C}'$ und $\mathcal{C}''$ sind dann hoffentlich selbsterkl"arend und 
der $2$-Pfeil aus der Definition des
Produkts wird mithilfe von $\alpha$ definiert.
Die behauptete universelle Eigenschaft ist hoffentlich offensichtlich.
\end{Bemerkungl}



\subsection{Nachdenken "uber Schober, woanders}
\emph{Stacks nach Mordijk?}
\begin{Definition}\label{GruFF}
Ein Funktor $F : \cal{C} \ra \cal{B}$ hei"st
ein \defind{Gruppoidfunktor}, 
 wenn er surjektiv ist auf Morphismen und wenn zus"atzlich
f"ur alle Morphismen $f:A\ra B$ in $\mathcal C$ 
und alle $A'\in \cal{C}$ mit $F(A')=F(A)$ das Nachschalten
von $f$ eine Bijektion
$\{\alpha\in \cal{C}(A',A)\mid F(\alpha)=\op{id}\}\sira
\{\beta\in \cal{C}(A',B)\mid F(\beta)=F(f)\}$
induziert.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
 In anderen Worten ist  ein Funktor $F : \cal{C} \ra \cal{B}$ 
genau dann ein Gruppoidfunktor, 
wenn er ein Faserfunktor ist im Sinne von \ref{FasF}
und wenn zus"atzlich alle
Morphismen in $\cal{C}$ kartesisch sind in Bezug auf $F$. 
Wir nennen dann  $\cal{C}$ oder genauer das Paar $(\cal{C},F)$ ein
\defnoind{$\cal{B}$-Gruppoid}\index{Gruppoid!"uber Kategorie}  
oder ein \defnoind{relatives Gruppoid "uber $\cal{B}$}.
\end{Bemerkungl}




  \begin{Beispiele}
    Ein Funktor $F:\mathcal C\ra\op{cat}$ in die terminale
 Kategorie $\op{cat}$ 
mit einem Objekt und einem Morphismus ist
    genau dann ein Gruppoidfunktor,
wenn  die Kategorie $\mathcal C$ 
ein \hyperref[Gruppo]{Gruppoid}  ist, als da hei"st,
    eine Kategorie, in der jeder Morphismus ein Isomorphismus ist.  Jeder
    Faserfunktor liefert einen Gruppoidfunktor, indem wir von der
    Ausgangskategorie zu derjenigen Unterkategorie "ubergehen, die dieselben
    Objekte hat, aber nur die kartesischen Morphismen der urspr"unglichen
    Kategorie als Morphismen.
  \end{Beispiele}


\begin{Bemerkungl}
Gegeben ein Gruppoidfunktor 
ist die Faser "uber jedem Objekt 
nach \ref{carI}  ein Gruppoid.
Gegeben eine  Kategorienfaserung $\cal{C}$ "uber einer
Kategorie $\cal{B}$  im Sinne von \ref{GefKa}
ist umgekehrt der zugeh"orige Faserfunktor
ein Gruppoidfunktor genau dann, wenn alle Fasern 
unserer Kategorienfaserung
Gruppoide sind. Wir sprechen dann auch von einer 
{\bf Gruppoidfaserung}.\index{Gruppoidfaserung}
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Die Zweikategorie der relativen Gruppoide}] 
Die relativen 
Gruppoide "uber einer gegebenen Kategorie $\cal{B}$ bilden selbst eine
Zweikategorie im Sinne von \ref{ZwKa}.
 Morphismen von $(\cal{C},F)$ nach $(\cal{C}',F')$ sind
 Funktoren $G:\cal{C}\ra \cal{C}'$ mit $F'\circ G=F$.
Zweimorphismen $\tau:G\RA H$ zwischen zwei Morphismen
sind Transformationen mit der Eigenschaft, da"s $F'\tau:F'\circ G\RA F'\circ
H$ die Identit"at $\op{Id}:F\RA F$ ist. 
\end{Bemerkungl}











\begin{Bemerkungl}
Ein {\bf Schober},\index{Schober} 
englisch {\bf stack},\index{stack}
franz"osisch {\bf champ},\index{champ} "uber einem Schema $Z$ ist ein 
relatives Gruppoid "uber der
Kategorie $\op{Sch}_Z$ aller Schemata "uber $Z,$ das  gewisse
Zusatzeigenschaften hat. Ein typisches Beispiel w"are das relative
Gruppoid "uber $\op{Sch}_Z,$ 
dessen Objekte Paare $(E,X)$ sind mit $X$ einem Schema
"uber $Z$ und $E$ einer elliptischen Kurve "uber $X$. 
Als Morphismen lassen wir alle Paare von Morphismen zu,
die kartesische Quadrate entstehen lassen, und der Funktor in die
Kategorie
$\op{Sch}_Z$ der Schemata "uber $Z$  vergi"st schlicht das $E$.
\end{Bemerkungl}



\begin{Beispiel}
Zu jedem Funktor $L$ von einer Kategorie $\cal{B}$ in die
Kategorie der Mengen konstruiert man
ein relatives Gruppoid $(\cal{B},L)$ 
"uber $\cal{B}$ wie folgt:
Objekte sind Paare $(B,a)$ mit $B\in \cal{B}$ und $a\in L(B),$ 
 Morphismen $(B,a)\ra (B',a')$ sind alle Morphismen
$g:B\ra B'$ mit $(Lg)(a)=a'$.
Insbesondere ist die Faser "uber $B\in \cal{B}$ dann 
schlicht die Menge $L(B)$, aufgefa"st als diskrete Kategorie.
Wir erhalten so in Erweiterung des Yoneda-Lemas \ref{YLl}
volltreue Einbettungen
$$\cal{B}\hra \cal{B}^\wedge 
\hra \{\text{relative Gruppoide "uber } \cal{B}\}$$
Die zweite dieser Einbettungen ist sogar eine volltreue Einbettung
von Zweikategorien, also auch volltreu auf Zweimorphismen, wenn
man die Mitte als Zweikategorie auffa"st, in der es au"ser den
Identit"aten keine Zweimorphismen gibt. 
\end{Beispiel}

\begin{Definition}
Sei $\mathcal B$ eine Kategorie mit einer Grothendieck-Topologie und
Produkten und Faserprodukten.
Ein {\bf Gruppoid-Schober} oder kurz {\bf Schober}\index{Schober} 
englisch {\bf stack},\index{stack}
franz"osisch {\bf champ},\index{champ} auf $\mathcal B$
ist ein relatives Gruppoid $F : \mathcal C \rightarrow \mathcal B$ mit folgenden
Eigenschaften:
\begin{description}
\item[\textbf{Verkleben von Morphismen:}]
F"ur alle $B \in \mathcal B$ und alle $C,D \in \mathcal C_B$ ist der
kontravariante Funktor
$
\mathcal B_B  \rightarrow  \op{Ens}^{\op{opp}}$, der  gegeben wird
durch die Abbildungsvorschrift
$(f: B^\prime \rightarrow B) \mapsto 
\mathcal C_{B^\prime} (f^\ast C, f^\ast D)
$
eine Garbe.
\item[\textbf{Verkleben von Objekten:}]
Gegeben eine "Uberdeckung $\{\varphi_i: U_i \rightarrow U \mid i \in I\}$ in
$\mathcal B$ und Objekte $C_i \in \mathcal C_{U_{i}}$ und Isomorphismen $v_{ij} :
C_j | U_i \times_U U_j \overset{\sim}{\rightarrow}
C_i | U_i \times_U U_j$ f"ur alle $i,j \in I$ mit der Eigenschaft, da"s gilt
\begin{equation*}
v_{ij} \circ v_{jk} = v_{ik} : C_k | U_i \times_U U_j \times_U U_k \rightarrow
C_i | U_i \times_U U_j \times_U U_k
\end{equation*}
f"ur alle $i,j,k$ gibt es ein Objekt $C \in \mathcal C_U$ und Isomorphismen
$w_i : C| U_i \overset{\sim}{\rightarrow} C_i$ mit $v_{ij} = (w_i |
U_i \times_U U_j) \circ (w^{-1}_j | U_i \times_U U_j)$ f"ur alle $i,j \in I$.
\end{description}
\end{Definition}
\begin{Bemerkung}
Implizit ist hier die Forderung mit gemeint, da"s die Morphismen $v_{ij}$
Morphismen "uber $U_i \times_U U_j$ sein sollen und die Morphismen $w_i$ Morphismen
"uber $U_i$.
Implizit haben wir weiter unseren Gruppoidfunktor als "uber $\mathcal B$
gefaserte Kategorie aufgefa"st, um Objekte und Morphismen \glqq einschr"anken\grqq\ 
oder \glqq zur"uckziehen\grqq\  zu d"urfen.
Dazu m"ussen wir gewisse Wahlen treffen, wie in \ref{inBic} erkl"art wird, aber unsere
Bedingungen sind offensichtlich unabh"angig von den getroffenen Wahlen.
\end{Bemerkung}

\begin{Definition}
Sei $k$ ein Kring.
Ein \defind{Stack} $\mathcal S$ "uber $k$ ist ein Datum bestehend
aus einer Kategorie $\mathcal S$ und einem Funktor
\begin{equation*}
F: \mathcal S \rightarrow \op{Sch}_k
\end{equation*}
in die Kategorie der Schemata "uber $k$ mit gewissen Eigenschaften, die im 
folgenden ausf"uhrlich diskutiert werden sollen.
\end{Definition}
\begin{Beispiel}
F"ur $g \geq 0,$ $ n \geq 3$ erkl"aren wir den Moduli-Stack 
$\mathcal M = \overline{\mathcal M_{g,n}}$
"uber $\DZ$ aller \glqq stabilen Kurven vom Geschlecht $g$ mit $n$
ausgezeichneten Punkten\grqq\  wie folgt:
Objekte sind \glqq relative\grqq\  derartige Kurven $C$ "uber einem Basisschema $X$, also
Morphismen von Schemata $C \rightarrow X$ mit gewissen Eigenschaften;
Morphismen sind Paare von Morphismen von Schemata, die als horizontale Pfeile
aufgefa"st kartesische Diagramme
\begin{displaymath}
\xymatrix{
C^\prime \ar[d]\ar[r] &C\ar[d]\\
X^\prime \ar[r]& X
}
\end{displaymath}
von Schemata entstehen lassen.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
F"ur jedes Schema $Y$ "uber einem Kring $k$ erkl"aren wir den zugeh"origen
Stack $\tilde{Y}$ wie folgt: Objekte von $\tilde{Y}$ "uber $X$ sind beliebige
Morphismen $(f:X \rightarrow Y)$; Morphismen von $(f^\prime : X^\prime \rightarrow
Y)$ nach $(f: X \rightarrow Y)$ sind Morphismen $g : X^\prime \rightarrow X$ mit
$f^\prime = f \circ g$; und der Funktor nach $\op{Sch}_k$ ist schlicht das
\glqq Vergessen von $Y$\grqq.
\end{Beispiel}
\begin{Definition}
Gegeben eine Kategorie $\mathcal B$ betrachten wir die Gesamtheit $\op{Cat}_{\mathcal B}$
aller \defind{Kategorien "uber $\mathcal B$}, als da hei"st aller Paare $(\mathcal C, F)$
bestehend aus einer Kategorie $\mathcal C$ und einem Funktor $F : \mathcal C \rightarrow 
\mathcal B$.
\begin{enumerate}
\item
Ein Morphismus $\varphi : (\mathcal C, f) 
\rightarrow (\mathcal C^\prime, F^\prime)$
von Kategorien "uber $\mathcal B$ ist eine Funktor 
$\varphi : \mathcal C \rightarrow
\mathcal C^\prime$ mit $F^\prime \circ \varphi = F$;
\item
Gegeben derartige Morphismen $\varphi, \Psi : (\mathcal C, F) \rightarrow
(\mathcal C^\prime, F^\prime)$ ist ein 2-Morphismus $\alpha : \varphi \Rightarrow
\Psi$ eine Transformation von Funktoren 
$\varphi, \Psi : \mathcal C \rightarrow \mathcal C^\prime$
mit der Eigenschaft, da"s f"ur alle $X \in \mathcal C$ der Morphismus
$\alpha_X : \varphi (X) \rightarrow \Psi (X)$ unter 
$F^\prime$ die Identit"at auf
$F^\prime (\varphi (X)) = F(X) = F^\prime (\Psi (X))$ wird.
\end{enumerate}
\end{Definition}
\begin{Bemerkung}
Mit diesen Definitionen wird $\op{Cat}_{\mathcal B}$ eine 2-Kategorie.
\end{Bemerkung}
\begin{Lemma}[\textbf{Variante des Yoneda-Lemmas}]
Gegeben $\mathcal S \in \op{Fas}_{\mathcal B}$ eine gefasste Kategorie
"uber $\mathcal B$ und $X \in \mathcal B$ ein Objekt 
und $\tilde{X} \in \op{Cat}_{\mathcal B}$
die ihm zugeordnete Kategorie "uber $\mathcal B$ erhalten 
wir eine "Aquivalenz von Kategorien
\begin{eqnarray*}
\op{Cat}_{\mathcal B} (\tilde{X}, \mathcal S)
& \overset{\sim}{\longrightarrow }& \mathcal S_X\\
\alpha & \mapsto & \alpha (\op{id}_{X})\\
\tau \downarrow & \mapsto & \tau_{\op{id}_{X}} \downarrow\\
\beta &\mapsto & \beta (\op{id}_{X})
\end{eqnarray*}
\end{Lemma}
\begin{proof}
Die Faser "uber $Y \in \mathcal B$ von $\tilde{X}$ ist per definitionem die
diskrete Kategorie $\mathcal B (Y,X)$.
Folglich ist $\op{id}_X$ ein Objekt der Faser von $\tilde{X}$ "uber $X$.
Unsere Funktoren $\alpha, \beta$ schicken dies Objekt in jeweils ein Objekt der
Faser von $\mathcal S$ "uber $X$, und die Transformation $\tau$
liefert einen Morphismus zwischen diesen Objekten, der nach der Definition der
2-Morphismen von $\op{Cat}_{\mathcal B}$ ein Morphismus in $\mathcal S_X$ sein
mu"s, also in $\mathcal B$ zur Identit"at auf $X$ wird.
Damit ist klar, da"s unsere "Aquivalenz von Kategorien in spe schon mal ein Funktor
der behaupteten Art ist.
Als n"achstes konstruieren wir einen Funktor in die Gegenrichtung.
Gegeben ein Objekt $A \in \mathcal S_X$ m"ussen wir einen Funktor
$\tilde{A} : \tilde{X} \rightarrow \mathcal S$ bilden.
Nun ist ein Objekt in $\tilde{X} (Y)$ ja ein Morphismus $Y \rightarrow X$
und dem wollen wir ein Objekt von $\mathcal S_Y$ zuordnen. Das mu"s ja wohl der pullback
sein, aber den gibt's nicht eindeutig. Aber egal!
\end{proof}

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
 Ist $F : \cal{C} \ra \cal{B}$ 
ein Gruppoidfunktor und $\cal{B}$ ein Gruppoid,
so ist auch $\cal{C}$ ein Gruppoid.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Man zeige: Genau dann ist ein Funktor $F : \cal{C} \ra \cal{B}$ ein
Gruppoidfunktor, wenn er die folgenden beiden Eigenschaften hat:
(1) Gegeben ein Morphismus $g:B'\ra B$ in $\cal{B}$
und ein Objekt $C\in\cal{C}$ mit $F(C)=B$ gibt es einen Morphismus 
$\tilde{g}:C'\ra C,$ der unter $F$ auf $g$ geht, und
(2) gegeben ein kommutatives Dreieck $f\circ g=h$ in $\cal{B}$
und Morphismen $\tilde{f}, \tilde{h} $ in $\cal{C}$ mit
$F(\tilde{f})=f$ und $F(\tilde{h})=h$ gibt es genau einen 
Morphismus $\tilde{g}$ in $\cal{C}$ mit
$F(\tilde{g})=g$ und $\tilde{f}\circ\tilde{g}= \tilde{h}$.
In dieser Form steht die Definition bei \cite{NAS}, denen ich hier
folge.
\end{Ubung}

\subsection{Strikte Schober auf topologischen R"aumen}
\begin{Bemerkungl}
  Ich will mich dem Begriff eines \glqq Schobers\grqq,
  englisch \glqq stack\grqq, franz"osisch \glqq champ\grqq, im folgenden
  in wachsender Allgemeinheit n"ahern. Ich beginne mit strikten Schobern auf
  topologischen R"aumen.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Eine {\bf strikte Kategorienfaserung}\index{Kategorienfaserung!strikte}
  $\mathscr C$ "uber einer Kategorie $\mathscr B$ ist ein Funktor
  $$\mathscr C:\mathscr B^{\op{opp}}\ra \op{Cat}$$
  von $\mathscr B^{\op{opp}}$ in die Kategorie $\op{Cat}$ der
  Kategorien mit Funktoren als Morphismen. Gegeben $V\in\mathscr B$
   schreiben wir statt $\mathscr C(V)$
   dann meist $\mathscr C_V$ und nennen diese Kategorie die
  {\bf  Faser "uber $V$}.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}[\textbf{"Uberlagerungen als strikte Kategorienfaserung}]
  Gegeben ein topologischer Raum $X$ erhalten wir eine
  strikte Kategorienfaserung $\mathscr C$ auf der Kategorie $\mathscr B\pdef \op{Off}(X)$\label{ubstr} 
  seiner offenen Teilmengen mit den Inklusionen als Morphismen, indem wir jeder offenen Teilmenge $U\co X$ die Kategorie $$\mathscr C_U\pdef \op{"Ub}_U$$
  der "Uberlagerungen von $U$ zuordnen und jedem Morphismus 
  $V\co U$ den Restriktionsfunktor $\op{"Ub}_U\ra \op{"Ub}_V$.
\end{Beispiel}


\begin{Definition}
Sei  $X$ ein topologischer Raum.
 Ein {\bf strikter Schober
 auf $X$}\index{Schober!strikter!auf topologischem Raum}
ist eine strikte Kategorienfaserung 
$\mathscr C$ "uber
der Kategorie $\op{Off}(X)$ der offenen Teilmengen von $X$,
die mit der Notation $\mathcal F\mapsto \mathcal F|U$ 
f"ur alle  Restriktionsfunktoren nach $U$ 
die beiden folgenden
Eigenschaften hat:
\begin{description}
\item[\textbf{Verkleben von Morphismen:}]
F"ur alle $U \co X$ und alle $\mathcal F,\mathcal G
 \in \mathscr C_{U}$ ist derjenige
kontravariante Funktor
$
\op{Off}(U)  \rightarrow  \op{Ens}^{\op{opp}}$ eine Garbe auf $U$, 
der gegeben wird
 durch die Vorschrift
$V  \mapsto 
\mathscr C_{V} (\mathcal F|V,  \mathcal G|V)
$;
\item[\textbf{Verkleben von Objekten:}]
Gegeben seien eine offene 
"Uberdeckung $ U=\bigcup_{i\in I}U_i$ einer offenen Teilmenge 
$U\co X$ 
 und f"ur alle $i\in I$ Objekte $\mathcal F_i \in  \mathscr C_{U_i}$ der jeweiligen Fasern
und Isomorphismen $v_{ij} :
\mathcal F_j | U_{ij}\sira
\mathcal F_i| U_{ij}$ in der Notation
$U_{ij}\pdef U_i\cap U_j$ f"ur alle $i,j $ mit der zus"atzlichen
Eigenschaft, da"s 
f"ur alle $i,j,k$ in der Notation
$U_{ijk}\pdef U_i\cap U_j\cap U_k$ gilt
\begin{equation*}
v_{ij} \circ v_{jk} = v_{ik} : \mathcal F_k | U_{ijk}  \sira
\mathcal F_i | U_{ijk}
\end{equation*}
So gibt es ein Objekt $\mathcal F \in  \mathscr C_{U}$ und Isomorphismen
$v_i : \mathcal F| U_i \sira \mathcal F_i$ mit 
der Eigenschaft $v_{ij} = (v_i |
U_{ij}) \circ (v^{-1}_j | U_{ij})$ f"ur alle $i,j$.
\end{description}
\end{Definition}
\begin{Beispiel}[\textbf{"Uberlagerungen als strikter Schober}]
  Sei $X$ ein topologischer Raum.
  Die strikte Kategorienfaserung $\op{"Ub}$ "uber $\op{Off}(X)$ aus \ref{ubstr}
  ist ein strikter Schober auf $X$, denn sowohl "Uberlagerungen selbst
  als auch Morphismen von "Uberlagerungen lassen sich verkleben.
  Beschr"anken wir uns dahingegen auf endliche "Uberlagerungen, so gelingt das
  Verkleben von Objekten im allgemeinen nicht mehr, etwa wenn unser Raum 
  unendlich und diskret ist.
\end{Beispiel}

\begin{Beispiel}[\textbf{Vektorb"undel als strikter Schober}]
  Sei $X$ ein topologischer Raum.
  Die Kategorienfaserung, die jeder offenen Teilmenge
  $U\co X$ die Kategorie
  der $n$-dimensionalen reellen topologischen Vektorb"undel
  auf $U$ zuordnet, ist
  ein strikter Schober auf $X$.
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}
   Ein strikter Schober auf einem topologischen Raum, der
   nur Gruppoide als Werte annimmt, hei"st ein {\bf strikter Gruppoidschober}
   auf unserem Raum.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}[\textbf{Hauptfaserb"undel als strikter Gruppoidschober}]
  Seien $X$ ein topologischer Raum und $G$ eine topologische Gruppe.
  Die Gruppoidfaserung, die jeder offenen Teilmenge  $U\co X$ die Kategorie
  der $G$-Hauptfaserb"undel auf $U$ zuordnet, ist
  ein strikter Gruppoidschober auf $X$.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Mengengarbe als strikter Schober}]
  Wir erhalten einen Funktor $\op{Ens}\ra\op{Cat}$, indem wir jeder
  Menge die diskrete Kategorie mit unserer Menge als Objektmenge und nur
  den Identit"aten als Morphismen zuordnen. Jede Pr"agarbe von Mengen auf einem topologischen Raum  kann so als
eine strikte  Kategorienfaserung aufgefa"st werden. 
Man pr"uft unschwer, da"s diese strikte Kategorienfaserung genau
dann ein strikter Schober ist, wenn unsere Pr"agarbe eine Garbe ist.
Genauer liefert das Verkleben von Morphismen aus der Schoberdefinition, da"s lokal gleiche Schnitte unserer Pr"agarbe  gleich sein m"ussen, und das Verkleben von Objekten aus
der Schoberdefinition liefert die Verklebbarkeit von Schnitten unserer Pr"agarbe.
\end{Beispiel}






\subsection{Schober, neuer Versuch}

  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Erinnerung zu Kategorienfaserungen}]
 Ich erinnere an den 
Begriff einer Kategorienfaserung aus \ref{GefKa}.
    Sei $\cal{U}$ eine Kategorie.  Unter einer 
      Kategorienfaserung
    $\cal{C}_{/}=(\cal{C}_{/},{ }^\circ, c)$  "uber $\cal{U}$ verstehen
    wir eine Vorschrift, die jedem Objekt $U \in \cal{U}$ eine Kategorie
    $\cal{C}_{/U}$ zuordnet, jedem Morphismus $f:V \ra U$ in $\cal{U}$ einen
    Funktor $f^{\circ}: \cal{C}_{/U} \ra \cal{C}_{/V}$ in die Gegenrichtung,
    und jedem Paar 
$f\circ g$ von verkn"upfbaren Morphismen in $\mathcal U$ 
eine Isotransformation
    $c=c(g,f): g^{\circ} \circ f^{\circ}\stackrel{\sim}{\RA} (f \circ
    g)^{\circ} $ derart, da"s $\op{id}_U^{\circ}$ f"ur alle $U$ eine
    "Aquivalenz von Kategorien ist und da"s alle Diagramme
  $$\begin{array}{ccc} h^{\circ} \circ g^{\circ} \circ f^{\circ} & \RA
    & (g\circ h)^{\circ}\circ f^{\circ} \\
    \Downarrow & & \Downarrow \\
    h^{\circ} \circ (f\circ g)^{\circ} & \RA & (f \circ g \circ h)^{\circ}
  \end{array}$$
  mit den in hoffentlich offensichtlicher Weise 
aus den Transformationen  $c$ gebildeten Transformationen
  kommutieren. Wir nennen die Kategorie $\mathcal C_{/U}$ die
{\bf Faser "uber $U$}
 unserer  Kategorienfaserung,  die Funktoren $f^\circ$ ihre
  {\bf R"uckholfunktoren}, die Transformationen $c(f,g)$ ihre 
{\bf Identifikationen} 
und die Kategorie $\cal{U}$ ihre  {\bf Basis}.
  \end{Bemerkungl}
  \begin{Bemerkungl}
Sind st"arker alle Identifikationen Identit"aten $g^{\circ}
  \circ f^{\circ}=
(f \circ g)^{\circ} $, % und gilt dar"uber hinaus $\op{id}^{\circ}=\op{id},$
so sprechen wir von einer  
{\bf strikten  Kategorienfaserung}. In diesem Fall haben wir
automatisch auch $\op{id}^{\circ}=\op{id}$ f"ur alle Identit"aten von
$\mathcal U$. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
  Eine {\bf Gruppoidfaserung}\index{Gruppoidfaserung}
   ist eine
Kategorienfaserung, bei alle Fasern  Gruppoide sind.
\end{Definition}
\begin{Beispiel}[\textbf{"Uberlagerungen als Gruppoidfaserung}] 
  Die Zuordnung, die jedem topologischen Raum $U$ die Kategorie
aller "Uberlagerungen von 
$U$ zuordnet, und bei der wir  als Morphismen 
nur die Isomorphismen nehmen, ist 
zusammen mit den offensichtlichen R"uckholfunktoren und 
Identifikationen
eine
Gruppoidfaserung "uber der Kategorie $\op{Top}$ der topologischen
R"aume. 
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{"Uberlagerungen als Gruppoidfaserung, Variante}] 
  Ordnen wir jeder offenen Teilmenge $U\co X$ eines
festen topologischen Raums  $X$ die Kategorie  der\label{UbX} 
"Uberlagerungen von $U$ zu, bei der wir  als Morphismen 
nur die Isomorphismen nehmen, so erhalten wir mit den "ublichen
R"uckholfunktoren und Identifikationen eine
Gruppoidfaserung auf $X$. 
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Vektorb"undel als Gruppoidfaserung}]
  Die Zuordnung, die jedem topologischen Raum $U$ das Gruppoid 
$\op{Bun}^n_{/U}$ der $n$-dimensionalen reellen Vektorb"undel auf
$U$ zuordnet, mit Isomorphismen als Morphismen, ist 
zusammen mit den offensichtlichen R"uckholfunktoren und 
Identifikationen
eine
Gruppoidfaserung "uber der Kategorie $\op{Top}$ der topologischen
R"aume. 
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Vektorb"undel als Gruppoidfaserung, Variante}]
Sei $X$ ein topologischer Raum.\label{BunX}  
  Die Zuordnung, die jeder offenen Teilmenge $U\co X$ das Gruppoid 
$\op{Bun}^n_{/U}$ der $n$-dimensionalen reellen Vektorb"undel auf
$U$ zuordnet, mit Isomorphismen als Morphismen, ist 
zusammen mit den offensichtlichen R"uckholfunktoren
eine strikte
Gruppoidfaserung "uber der Kategorie $\mathcal U$ der 
offenen Teilmengen von $X$ mit Inklusionen als Morphismen. 
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}
 Wir wollen einen \glqq Schober\grqq\  (franz"osisch \glqq champ\grqq, englisch \glqq stack\grqq)
auf einem Situs erkl"aren als eine Gruppoidfaserung
 mit zus"atzlichen garbenartigen
Verklebungseigenschaften. Wir n"ahern uns diesem Konzept im folgenden 
sukzessive in wachsender Allgemeinheit.  
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{"Uberlagerungen und Vektorraumb"undel 
als strikte Schober}]
    Sei $X$ ein topologischer Raum.  Unsere Gruppoidfaserung der
    "Uberlagerungen aus \ref{UbX} ist ein strikter Schober auf $X$.  Unsere
    Gruppoidfaserung der $n$-di\-men\-sio\-na\-len Vektorb"undel aus
    \ref{BunX} ist ein strikter Schober auf $X$.  Betrachten wir dahingegen
    jeweils nur die Unterkategorien der global trivialisierbaren Objekte, so
    erhalten wir eine Gruppoidfaserung, die  im allgemeinen die
    Verklebebedingung f"ur Objekte nicht erf"ullt und mithin kein Schober ist.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
 Das analoge Konzept f"ur eine  
nicht notwendig strikte Gruppoidfaserung 
$\cal{C}_{/}$ hei"st ein \glqq Schober\grqq.
Um die im folgenden gegebene  pr"azise Definition
zu erhalten, mu"s man  in der Definition eines 
strikten Schobers nur noch an den entsprechenden
Stellen die offensichtlichen Identifikationen aus den  Daten
der Gruppoidfaserung einf"ugen.
\end{Bemerkungl}



\begin{Definition}
Sei  $X$ ein topologischer Raum.
Ein {\bf Schober\index{Schober} 
 auf $X$}
ist eine  Gruppoidfaserung 
$\cal{C}_{/}$ "uber
der Kategorie $\op{Off}(X)$ der offenen Teilmengen von $X$,
die mit der Notation $\mathcal F\mapsto \mathcal F|U$ 
f"ur alle  R"uckholfunktoren nach $U$ 
die beiden folgenden
Eigenschaften hat:
\begin{description}
\item[\textbf{Verkleben von Morphismen:}]
F"ur alle $U \co X$ und alle $\mathcal F,\mathcal G
 \in \mathcal C_{/U}$ ist derjenige
kontravariante Funktor
$
\op{Off}(U)  \rightarrow  \op{Ens}^{\op{opp}}$ eine Garbe auf $U$, 
der gegeben wird
 durch die Vorschrift
$V  \mapsto 
\mathcal C_{/V} (\mathcal F|V,  \mathcal G|V)
$ mit den Kompositionen 
$\mathcal C_{/V} (\mathcal F|V,  \mathcal G|V)\ra 
\mathcal C_{/W} (\mathcal F|V|W,  \mathcal G|V|W)\sira 
\mathcal C_{/W} (\mathcal F|W,  \mathcal G|W)$ als
Restriktionsabbildungen, wobei der zweite Pfeil durch die entsprechenden 
Identifikationen induziert wird;
\item[\textbf{Verkleben von Objekten:}]
Gegeben sei eine offene 
"Uberdeckung $U=\bigcup_i U_i$ einer offenen Teilmenge 
$U\co X$ 
 und Objekte $\mathcal F_i \in  \mathcal C_{/U_{i}}$ der jeweiligen Fasern
und Isomorphismen $v_{ij} :
\mathcal F_j | U_{ij}\overset{\sim}{\rightarrow}
\mathcal F_i| U_{ij}$ in der Notation
$U_{ij}\pdef U_i\cap U_j$ f"ur alle $i,j $ mit der zus"atzlichen
Eigenschaft, da"s 
f"ur alle $i,j,k$ mit der Notation
$U_{ijk}\pdef U_i\cap U_j\cap U_k$ 
und der Notation $\hat v_{ij}$ f"ur die Verkn"upfung
$\mathcal F_j | U_{ijk}\sira \mathcal F_j | U_{ij}|U_{ijk}\ra 
\mathcal F_i | U_{ij}|U_{ijk}\sira \mathcal F_i | U_{ijk}$
des auf $U_{ijk}$ zur"uckgeholten $v_{ij}$ in der Mitte
mit zwei offensichtlichen
Identifikationen 
gilt
\begin{equation*}
\hat v_{ij} \circ \hat v_{jk} = \hat v_{ik} : \mathcal F_k | U_{ijk}  \sira
\mathcal F_i | U_{ijk}
\end{equation*}
So gibt es ein Objekt $\mathcal F \in  \mathcal C_{/U}$ und Isomorphismen
$v_i : \mathcal F| U_i \overset{\sim}{\rightarrow} \mathcal F_i$ mit 
der Eigenschaft, da"s 
f"ur alle $i,j$ mit der Notation
 $\hat v_{i}$ f"ur die Verkn"upfung
$\mathcal F | U_{ij}\sira \mathcal F | U_{i}| U_{ij}
\ra \mathcal F_i | U_{ij}$
der offensichtlichen
Identifikation mit dem auf $U_{ij}$ zur"uckgeholten $v_{i}$
gilt $v_{ij} = \hat v_i  \circ \hat v^{-1}_j $.
\end{description}
\end{Definition}







% \begin{Definition}
%  Ein {\bf Schober\index{Schober} 
%  auf einem topologischen Raum} $X$
% ist eine  Gruppoidfaserung 
% $\cal{C}_{/}$ "uber
% der Kategorie der offenen Teilmengen von $X$,
% die mit der Notation $\mathcal F\mapsto \mathcal F|U$ 
% f"ur alle  R"uckholfunktoren nach $U$ 
% die analogen
% Eigenschaften hat, wenn man an den entsprechenden
% Stellen die Identifikationen aus den den Schober definierenden Daten
% verwendet.
% Genauer m"ussen wir f"ur $W\co V$ die Einschr"ankungen 
% beim Verkleben von Morphismen erkl"aren als die Kompositionen
%  $$
% \mathcal C_{/V} (\mathcal F|V,  \mathcal G|V)
% \ra \mathcal C_{/W} (\mathcal F|V|W,  \mathcal G|V|W)
% \sira\mathcal C_{/W} (\mathcal F|W,  \mathcal G|W) $$
% mit einer durch unsere Identifikationen
% $\mathcal F|V|W \sira \mathcal F|W$ und 
% $\mathcal G|V|W \sira \mathcal G|W$ 
% gegebene zweiten Abbildung.
% Des weiteren m"ussen wir beim Verkleben von Objekten
% die Identifikationen $c_{ijk}:\cal F_i|U_{ij}|U_{ijk}\sira \cal F_i|U_{ijk}$ und
% ihre Analoga unter zyklischer Vertauschung der Indizes verwenden,
% um der Identit"at $v_{ij} \circ v_{jk} = v_{ik}$ Sinn zu geben. 
% Und schlie"slich m"ussen wir beim letzten Punkt die Identifikationen
% $\cal F|U_{i}|U_{ij}\sira \cal F|U_{ij}$ und ihr Analogon 
% unter Indexvertauschung verwenden, um der Identit"at $v_{ij} = (v_i |
% U_{ij}) \circ (v^{-1}_j | U_{ij})$ Sinn zu geben.  
% \end{Definition}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{"Uberlagerungen als nicht strikter Schober}]
  Betrachten wir nocheinmal unser Beispiel \ref{UbX} 
  und ordnen jeder offenen Teilmenge $U\co X$ eines
festen topologischen Raums  $X$ die Kategorie  der
"Uberlagerungen von $U$ zu, bei der wir  als Morphismen 
nur die Isomorphismen nehmen. 
Erkl"aren wir hier die R"uckholfunktoren etwas ungeschickt als
$$Y|V\pdef  Y\times_UV=\{(y,v)\in Y\times V\mid \pi(y)=v\}$$
f"ur $\pi:Y\ra U$ eine "Uberlagerung von $U$, so erhalten wir keine
strikte Gruppoidfaserung mehr, denn $(Y|V|W)$ besteht aus
Tripeln in $Y\times V\times W$, wohingegen $(Y|W)$ aus 
Paaren in $Y\times W$ besteht, f"ur $W\co V\co U\co X$. 
Mit den offensichtlichen Identifikationen wird das  aber
schon eine Gruppoidfaserung, die sich dann sogar als
ein Schober erweist.
\end{Bemerkungl}


\begin{Definition}
  Ein {\bf Schober auf einem Situs} ist $\ldots$
\end{Definition}




\begin{Definition}
Sei nun $\mathcal B$ ein Situs im Sinne von \ref{Situs}, also eine
Kategorie mit einer Grothendieck-Topologie.
Ein {\bf strikter Gruppoid-Stack}\index{Gruppoid-Stack, strikter} 
oder kurz {\bf strikter Stack\index{Stack} auf} $\mathcal B$
ist eine strikte Gruppoidfaserung 
$(\cal{C}_{/},{ }^\circ)$ "uber
$ \mathcal B$ mit folgenden
Eigenschaften:
\begin{description}
\item[\textbf{Verkleben von Morphismen:}]
F"ur alle $B \in \mathcal B$ und alle $C,D \in \mathcal C_B$ ist der
kontravariante Funktor
$
\mathcal B_B  \rightarrow  \op{Ens}^{\op{opp}}$ gegeben durch die Vorschrift
$(f: B^\prime \rightarrow B) \mapsto 
\mathcal C_{B^\prime} (f^\circ C, f^\circ D)
$
eine Garbe.
\item[\textbf{Verkleben von Objekten:}]
Gegeben eine "Uberdeckung $\{\varphi_i U_i \rightarrow U \mid i \in I\}$ in
$\mathcal B$ und Objekte $C_i \in \mathcal C_{U_{i}}$ und Isomorphismen $v_{i,j} :
C_j \mid U_i \times_U U_j \overset{\sim}{\rightarrow}
C_i \mid U_i \times_U U_j$ f"ur alle $i,j \in I$ mit der Eigenschaft, da"s gilt
\begin{equation*}
\vartheta_{ij} \circ \vartheta_{jk} = \vartheta_{ik} : C_k \mid U_i \times_U U_j \times_U U_k \rightarrow
C_i | U_i \times_U U_j \times_U U_k
\end{equation*}
f"ur alle $i,j,k$ gilt es ein Objekt $C \in \mathcal C_U$ und Isomorphismen
$w_i : C| U_i \overset{\sim}{\rightarrow} C_i$ mit $\vartheta_{ij} = (w_i \mid
U_i \times_U U_j) \circ (w^{-1}_j \mid U_i \times_U U_j)$ f"ur alle $i,j \in I$.
\end{description}
\end{Definition}

JETZT WICHTIG: SCHOBERIFIZIERUNG!

\subsection{Kartesische Funktoren, Wohin?}

\begin{Definition}
Sei $F: \cal{C}\ra \cal{B}$ ein Funktor.
Ein Funktor $\tilde{G} : \cal{K} \ra \cal{C}$ hei"st 
{\bf kartesisch}\index{kartesisch!Funktor}
genau  dann, wenn er alle Morphismen in $\cal{K}$ zu 
kartesischen Morphismen in $\cal{C}$
macht.
\end{Definition}
\begin{Definition}
Ist $F : \cal{C} \ra \cal{B}$ ein Funktor und 
$G : \cal{K} \ra \cal{B}$ ein Funktor,
so definiert man die 
{\bf Faser von $\cal{C}$ "uber $G$}\index{Faser!eines Funktors} als die
Kategorie $\cal{C}_{G}$, deren Objekte kartesische Funktoren $\tilde{G} :
\cal{K} \ra \cal{C}$ sind mit $F \circ \tilde{G} = G$ und deren
Morphismen Transformationen $\alpha : \tilde{G} \ra \hat{G}$ sind
mit $F \alpha = \op{id} : G \ra G$.
\end{Definition}
\begin{Beispiel}
Hat $\cal{K}$ nur ein Objekt $K$ und einen Morphismus, so ist
$\cal{C}_{G} = \cal{C}_{G(K)}$ die Faser "uber dem Bild dieses
Morphismus im Sinne von \ref{FMC}.
\end{Beispiel}

\begin{Beispiel}
Hat $\cal{K}$ nur ein Objekt $K$ und sind alle seine
Morphismen invertierbar und werden von $G: \cal{K} \ra \cal{C}$
alle auf die Identit"at abgebildet, so ist die Faser $\cal{C}_{G}$ 
"uber $G$ die
Kategorie der \glqq Objekte von $\cal{C}_{G(K)}$ mit einer Operation
der Gruppe $\cal{K}(K)$\grqq.
\end{Beispiel}

\begin{Bemerkung}
Gegeben eine Kategorie $\cal{B}$ mag man die Kategorie 
$\op{Cat}_{\cal{B}}$ aller Kategorien "uber $\cal{B}$ betrachten.
Objekte sind Paare $(\cal{C},F)$ mit $\cal{C}$ einer Kategorie und
$F:\cal{C}\ra \cal{B}$ einem Funktor. Morphismen 
von $(\cal{C}',F')$ nach $(\cal{C},F)$ sind Funktoren
$G:\cal{C}'\ra \cal{C}$ mit $F\circ G=F'$. Schlie"slich 
definieren wir f"ur einen weiteren Morphismus 
$G_1:(\cal{C}',F')\ra (\cal{C},F)$
eine
\defnoind{vertr"agliche 
Transformation}\index{Transformation!vertr"agliche, von Funktoren} 
\index{vertr"aglich!Transformation von Funktoren} als 
eine Transformation $\tau:G\ra G_1,$ f"ur die $F\tau =\op{id}$ die
Identit"at auf dem Funktor $F'$ ist.
Auf diese Weise wird $\op{Cat}_{\cal{B}}$ sogar eine \glqq 2-Kategorie\grqq,
aber ich erkl"are diesen Begriff nicht.
\end{Bemerkung}

\newpage


\subsection{Frage zur Homologie von Fl"achen}
 \begin{Bemerkung}
   Frage: Sei $M$ eine orientierbare Fl"ache, nicht notwendig
kompakt, aber separabel. Ist ${\op{H}}_{1} M$ stets eine freie abelsche Gruppe? 
Ich denke schon: 1) Kompakte orientierbare mit Rand ok, kann L"ocher
f"ullen; 2) Falls lasse Rand weg, auch ok; 3) Schreibe als
aufsteigende Vereinigung von sowas; und pr"ufe mit Gysinsequenz, da"s 
die induzierten Abbildungen spalten.
  \end{Bemerkung}

 \section{Topologie Steinbruch}

 
\subsection{Satz von Helly*}
\begin{Satz}[\textbf{Helly}]
Seien $K_1, \ldots, K_r$ konvexe Teilmengen von $\mathbb{R}^n$.
Ist der Schnitt von je $(n+1)$ unserer $K_i$ nicht leer, so haben
alle $K_i$ einen Punkt gemeinsam.\index{Helley, Satz von} 
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Im Fall von kompakten konvexen Teilmengen folgt das sogar f"ur beliebige
Familien mit \ref{Skoa}. Im allgemeinen ist es f"ur unendliche Familien falsch,
wie etwa die Familie aller Intervalle $[a, \infty)$ in $\mathbb{R}$ zeigt.
Man findet einen sehr elementaren Beweis dieser Aussage etwa in
Wikipedia. Ich gebe im folgenden einen homologischen Beweis, der
zwar einerseits unn"otig kompliziert ist, andererseits aber 
auch die Bedeutung unserer homologischen S"atze illustriert.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Homologischer Beweis]
Wir "uberlegen uns zun"achst, da"s wir ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit alle $K_i$
offen annehmen d"urfen.
In jedem nichtleeren Schnitt einer Auswahl der $K_i$ w"ahlen wir 
dazu einen Punkt.
Ersetzen wir nun $K_i$ durch die konvexe H"ulle aller derjenigen 
eben gew"ahlten Punkte,
die in $K_i$ liegen, so erkennen wir, da"s wir ohne 
Beschr"ankung der Allgemeinheit
alle $K_i$ kompakt annehmen d"urfen.
W"are der Schnitt aller $K_i$ leer, so 
auch der 
Schnitt aller $K_i + \overline{{\op{B}} (0;\epsilon)}$
"uber alle $i$ und alle $\epsilon > 0$. 
Dann w"are dieser Schnitt aber nach \ref{Skoa}
bereits f"ur ein festes $\epsilon >0$ leer und 
dasselbe g"alte f"ur den Schnitt
der offenen Mengen $K_i + B(0;\epsilon)$.
Damit erkennen wir, da"s wir auch ohne Beschr"ankung 
der Allgemeinheit alle $K_i$
offen annehmen d"urfen.
Nach dem Satz "uber hohe Homologie von Mannigfaltigkeiten 
wissen wir ${\op{H}}_q (U) =0$ f"ur
$q \geq n$ und $U\co \mathbb{R}^n$.
Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit d"urfen wir annehmen, 
da"s jede echte Teilfamilie der $K_i$ 
nichtleeren Schnitt hat. Setzen wir nun $U = \bigcup K_i$ 
und bezeichnen mit $\mathcal{V}$ diese
offenen "Uberdeckung von $U$, so haben wir eine 
exakte Sequenz von Kettenkomplexen
\begin{equation*}
\tilde{\op{S}} \left(\bigcap K_i\right) \hookrightarrow \ldots 
\ra\bigoplus_{i <j} \tilde{\op{S}} (K_i
\cap K_j) \rightarrow \bigoplus \tilde{\op{S}}K_i \twoheadrightarrow \tilde{\op{S}}^{\mathcal{V}}U
\end{equation*}
mit Abbildungen gegeben durch Matrizen mit Eintr"agen
\begin{equation*}
\tilde{\op{S}} (K_{i_{0}} \cap \ldots \cap K_{i_{\nu}} \cap \ldots \cap K_{i_{q}})
\overset{(-1)^{\nu}}{\longrightarrow} \tilde{\op{S}} (K_{i_{0}} \cap \ldots \cap\widehat{K}_{i _{\nu}}
\cap \ldots \cap K_{i_{q}})
\end{equation*}
In der Tat ist das \glqq f"ur jeden singul"aren Simplex so\grqq, im wesentlichen nach
\ref{HKHKk},
angewandt auf die angeordnete Menge aller Indizes $i$ mit der Eigenschaft,
da"s unser singul"arer Simplex in der Menge $K_i$ liegt.
W"are $\bigcap K_i = \emptyset$, so h"atten wir 
f"ur den ersten Komplex unserer Sequenz $\mathcal{H}_{-1} \neq 0$.
Da nach Annahme alle anderen Komplexe bis auf $\tilde{\op{S}}^{\mathcal{V}} U$
exakt sind, 
folgte mit der Notation $C_k$ f"ur den Kokern des $(k+1)$-ten Pfeils,
aufgefa"st als Kettenkomplex, f"ur $k=0,1,\ldots$ 
aus der langen exakten Homologiesequenz  induktiv
$\mathcal{H}_{k}(C_k) \neq 0$ und schlie"slich
 $\mathcal{H}_{r} (\tilde{\op{S}}^{\mathcal{V}}U)
\neq 0$ im Widerspruch zu ${\op{H}}_r (U) =0$.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
Ich w"u"ste  gerne, warum ein Simplizialkomplex, 
der sich als Triangulierung einer
konvexen Teilmenge eines affinen Raums "uber 
einem beliebigen angeordneten K"orper
realisieren l"a"st, azyklisch ist.
\end{Bemerkungl}

\subsection{Homologische Dimension von Torsionsmoduln }
\begin{Lemma}\label{TMEh}
 Gegeben ein Hauptidealring $R$ hat die Kategorie $R\op{-Mod}^{\op{tor}}$ aller
Torsionsmoduln gen"ugend Injektive und homologische Dimension Eins.
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}
 Unter einem Torsionsmodul verstehe ich einen $R$-Modul, bei dem jedes Element
einen von Null verschiedenen Annullator hat.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
 Nach \ref{UCKK} ist ein $R$-Modul injektiv genau dann, wenn er divisibel ist.
Offensichtlich bilden die Torsionselemente eines divisiblen 
$R$-Moduls wieder einen
divisiblen $R$-Modul, der dann notwendig ein injektives Objekt 
von $R\op{-Mod}^{\op{tor}}$ ist.
Gegeben $M \in R\op{-Mod}^{\op{tor}}$ finden wir zun"achst eine 
Einbettung $M \hookrightarrow I$
mit $I \in R\op{-Mod}$ injektiv,
aber dann in $M \hookrightarrow I^{\op{tor}}$ auch eine Einbettung 
mit $I^{\op{tor}} \in R\op{-Mod}^{\op{tor}}$ injektiv.
Der Quotient ist wieder injektiv und ein Torsionsmodul und das zeigt das Lemma.
\end{proof}
\begin{Lemma}\label{hDF}
 Ist $k$ ein endlicher K"orper, so besitzt die 
Kategorie aller $k$-Vektorr"aume
mit stetiger $\hat{\mathbb Z}$-Operation genug Injektive 
und hat die homologische Dimension Eins.
\end{Lemma}
\begin{proof}
Eine stetige $\hat{\mathbb Z}$-Operation auf einem 
$k$-Vektorraum anzugeben l"auft f"ur $k$ endlich darauf hinaus,
einen lokal endlichen Automorphismus anzugeben, eben 
die Wirkung von $1 \in \hat{\mathbb Z}$.
Das ist also dasselbe wie ein Torsionsmodul "uber dem 
Hauptidealring $k [X,X^{-1}]$, und damit
folgt die Behauptung aus \ref{TMEh}.
\end{proof}

\begin{Beispiel}
  Ist $k$ ein beliebiger K"orper, so ist 
$k(\!(T)\!)/k\llbracket T\rrbracket$ mit der Ma"sgabe, da"s $X$ darauf wie
$T+1$ operieren soll, ein divisibler Torsionsmodul "uber
$k [X,X^{-1}]$. Genauer handelt es sich um die injektive H"ulle des
durch Auswerten bei $X=1$ gegebenen $k [X,X^{-1}]$-Moduls $k$.\label{IprH} 
Es ist weiter leicht zu sehen, da"s die Multiplikation einen Isomorphismus
$$k\llbracket T\rrbracket\sira 
\op{End}_{k[T]}(k(\!(T)\!)/k\llbracket T\rrbracket)$$
induziert. In der Tat mu"s ja der Untermodul der von
$T^i$ annullierten Elemente unter jedem Endomorphismus in sich 
selber "ubergehen.
\end{Beispiel}

\subsection{Vermutung simpliziale dualisierende Garbe}
\begin{Bemerkungl}\label{DiBer}
Die dualisierende Garbe der Realisierung  $\Delta (\mathcal{K})$ eines lokal
endlichen Simplizialkomplexes $(E, \mathcal{K})$ l"a"st sich
(hoffentlich) beschreiben als der Komplex:
\begin{displaymath}
\ldots \rightarrow \mathcal{F}^{-1} \rightarrow \mathcal{F}^0 \rightarrow
\ldots
\end{displaymath}
mit 
\begin{displaymath}
\mathcal{F}^{-q} = \bigoplus_{\sigma \in \mathcal{K}_q} \Bbb{Z}_{\Delta (\sigma)}
\end{displaymath}
wobei die Randabbildungen von einer Anordnung der 
Eckenmenge $E$ abh"angig und schlicht
die Summe der Restriktionen auf die Kanten sind, 
und zwar mit Vorzeichen $(-1)^i$ falls
wir von 
$
\sigma = \{ e_0, e_1, \ldots , e_q\} \text{ mit } e_0 < e_1 < \ldots <e_q
$
zu einer Kante "ubergehen durch Weglassen der Ecke $e_i$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Das w"urde ja wohl unmittelbar liefern, da"s
gilt $${\op{H}}_i (\Delta (\mathcal{K});\DZ) =
 \mathcal {H}^{-i} c_!c^! \underline{\op{pt}}$$
f"ur $\Delta (\mathcal{K})$ die Realisierung eines lokal
endlichen Simplizialkomplexes $(E, \mathcal{K})$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Gegeben ein endlicher Simplizialkomplex
  $\mathcal K$ betrachten wir abelsche Garben auf seiner Realisierung, deren
  Restriktion auf alle offenen  Simplizes konstant ist.
  Es scheint mir klar, da"s deren Halme isomorph von den Schnitten
  auf den offenen Sternen um den offenen Simplex des fraglichen
  Punktes kommen. 
\end{Bemerkungl}








\subsection{Wie ohne Lefschetz?}
\begin{Satz}
Ist $X \ra Y$ eine $n$-bl"attrige "Uberlagerung von kompakten
Mannigfaltigkeiten, so gilt f"ur die
Euler-Charakteristik
$$\chi (X) = n\cdot \chi (Y)$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Ist $Y$ ein endlicher Simplizialkomplex, so k"onnen wir durch Verfeinerung
  der Triangulierung stets erreichen, da"s jeder Simplex von genau $n$
  Simplizes "uberlagert wird, und die Aussage des Satzes ist offensichtlich
  sogar ohne Annahme, da"s $Y$ eine Mannigfaltigkeit sein m"oge.
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkung}
Im allgemeinen mu"s man sich vielleicht durch Bilden der normalen H"ulle
auf den Quotienten nach einer Gruppe $G$
zur"uckziehen und den Transfer $HY \ra HX$ betrachten, dessen
Verkn"upfung 
mit der "ublichen Abbildung 
$HX\ra HY$ nach \ref{TFe} 
die Multiplikation mit $n$ auf $HY$ und  $\sum_{g\in G} g$
auf $HX$ ist. Dann gilt es zu beachten, 
da"s nach \ref{KTr} oder vielmehr einer graduierten
Version davon die Spur einer Verkn"ufung 
nicht von der Reihenfolge abh"angt 
und da"s nach Lefschetz die $g \neq e$
Spur Null auf $HY$ haben.
Ich h"atte jedoch gerne ein einfacheres Argument.
\end{Bemerkung}


\subsection{Alte Beweise}
\begin{Lemma}\label{fAZn}
Ist $f:X \ra Y$ separiert lokal eigentlich und  
$Z \subset Y$ lokal abgeschlossen,
so ist mit $\mathcal{G} \in \op{Ab}_{/X}$ auch 
$\mathcal{G}_{f^{-1}Z}$ eine $f_{(!)}$-azyklische
Garbe.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Bezeichnet $q : f^{-1}Z \hookrightarrow X$ 
die Inklusion, so gilt $\mathcal{G}_{f^{-1}Z} =
q_{!} q^{\ast} \mathcal{G}$ und mit 
$g:f^{-1}Z \rightarrow Z$ und $p: Z \hookrightarrow
Y$ ergibt sich $f_! \mathcal{G}_{f^{-1}Z} = (f \circ q)_! q^\ast \mathcal{G} =
(p\circ g)_! q^\ast \mathcal{G} = p_!g_!q^\ast \mathcal{G}
= p_! p^\ast f_! \mathcal{G}$.
Bei letzterem Komplex ist jedoch klar, da"s er 
im Fall einer $f_{(!)}$-azyklischen 
Garbe $\mathcal{G}$
in Grad Null konzentriert ist.
\end{proof}
\begin{Lemma}\label{FAZ}
Ist $f$ separiert und lokal eigentlich, 
so ist jede direkte Summe von $f_{(!)}$-azyklischen 
Garben auch wieder $f_{(!)}$-azyklisch.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Nach \ref{LKWG} ist jede direkte Summe von kompaktweichen 
Garben kompaktweich. Da das Bilden direkter Summen von Garben mit dem
Zur"uckholen vertauscht, ist dann auch 
jede direkte Summe von $f$-kompaktweichen 
Garben wieder $f$-kompaktweich.
Das Lemma
folgt, wenn wir die Derivierten von $f_{(!)}$ 
mittels $f$-kompaktweicher Aufl"osungen
berechnen und beachten, da"s $f_{(!)}$ 
nach \ref{VTVT} mit direkten Summen vertauscht.
\end{proof}



\begin{proof}[Beweis]
1.
Wir betrachten das Diagramm
$$\begin{array}{cccccccc}
A& \hra &I^{0}& \ra &I^{1} & \ra &I^{2}& \ra \\
f\downarrow\;\; & & & & & & &\\
B &\ra &J^{0} & \ra & J^{1}&\ra &J^{2}&\ra
\end{array}$$
Da $J^{0}$ injektiv ist, finden wir ${f}^{0}:I^{0}\ra J^{0}$ derart, da"s
das erste Viereck kommutiert.
Dann gehen wir
zu den Kokernen der ersten horizontalen Abbildungen "uber und erhalten
$$\begin{array}{cccc}
\op{cok} (A\ra I^{0})& \hookrightarrow & I^{1}&\ra \\
\downarrow & & \downarrow & \\
\op{cok} (B\ra J^{0})&\ra&J^{1}&\ra
\end{array}$$
Die obere Abbildung ist injektiv, da wir $A\ra I^{0}\ra I^{1}$ als exakt
angenommen hatten. Da $J^{1}$ injektiv ist, finden wir ${f}^{1}:I^{1}\ra
J^{1}$ derart, da"s das zweite Viereck kommutiert. Und so geht es immer weiter.

2.Um die F"alle $\nu=0,1$ nicht gesondert
behandeln zu m"ussen, setzen wir $I^{\nu} = J^{\nu}=0$ f"ur $\nu < 0$.
Wir d"urfen $f=0$ und $\hat{f}^\ast=0$
annehmen und m"ussen nur $s^{\nu}: I^{\nu}\ra J^{\nu-1}$ finden
derart, da"s gilt ${f}^{\nu}=s^{\nu}d + d s^{\nu-1}$
f"ur alle $\nu$.
Nun faktorisiert $f^{0}$ "uber $I^1$, im Diagramm
$$\begin{array}{ccccc}
I^{0}& \twoheadrightarrow & \op{cok} (B\ra I^{0}) & \hookrightarrow &I^{1}\\
\downarrow & &\downarrow & & \;\;\downarrow s^{1}\\
J^{0}&=&J^{0}&=& J^{0},
\end{array}$$
da ja gilt $f=0$ und da $J^{0}$ injektiv ist. Damit haben wir $s^{1}$ schon
gefunden.
Nehmen wir nun an, wir h"atten auch schon $s^{\nu}$
bis zu einer gewissen Stelle gefunden mit ${f}^{\nu-1}
=d s^{\nu-1}+ s^{\nu}d$.
So folgt
$$\begin{array}{ccc}
0&=&   {f}^{\nu}d-d  {f}^{\nu-1}\\
&=&  {f}^{\nu} d-d s^{\nu}d\\
&=&( {f}^{\nu}-d s^{\nu})d
\end{array}$$
 und somit faktorisiert
$( {f}^{\nu}-d s^{\nu}):I^{\nu}\ra J^\nu$ "uber 
$I^{\nu} \twoheadrightarrow \op{cok}d
$ f"ur $d:I^{\nu-1}\ra I^{\nu}$ und dann, da $J^{\nu}$
injektiv
ist, weiter "uber  $\op{cok}d
 \hookrightarrow I^{\nu+1}$.
Wir finden also $s^{\nu +1}:I^{\nu+1}\ra J^{\nu}$ mit $s^{\nu+1}d  =  
{f}^{\nu}-
d
s^{\nu}$ und unsere Induktion l"auft.
\end{proof}


\begin{proof}[Beweis von \ref{HPR}, alte Variante]
  Wir k"urzen f"ur diesen Beweis $H_{q}(X;G) = H_{q}X$ und $\DP^{n}\DR =\DP^{n}$
  ab.  F"ur $n >0$ geht $\DP^{n}$ aus $\DP^{n-1}$ hervor durch Ankleben einer
  $n$-Zelle und die verklebende Abbildung ist schlicht die offensichtliche
  zweifache "Uberlagerung $S^{n-1} \ra \DP^{n-1}$. Wir haben also $\tilde{H}_{q}
  \DP^{n} = \tilde{H}_{q}\DP^{n-1}$ f"ur $q\neq n, n-1$ und $\tilde{H}_{q}
  \DP^{n} =0 $ f"ur $q>n$ sowie eine exakte Sequenz
  $$
  0 \ra \tilde{H}_{n} \DP^{n} \ra \tilde{H}_{n-1} S^{n-1} \ra
  \tilde{H}_{n-1}\DP^{n-1}\ra \tilde{H}_{n-1}\DP^{n} \ra 0$$
  Um mit Hilfe dieser
  Sequenz induktiv die Homologie von $\DP^{n}$ zu berechnen, m"ussen wir die
  Abbildung $\tilde{H}_{n-1} S^{n-1}\ra \tilde{H}_{n-1} \DP^{n-1}$ besser
  verstehen. Das ist a priori schwierig, da wir $\tilde{H}_{n-1} \DP^{n-1}$ ja
  erst im Rahmen dieses Beweises induktiv kennenlernen.  Wir kennen jedoch die
  relative Homologie $H_{n-1} (\DP^{n-1},\DP^{n-1}- p)$ f"ur jeden Punkt $p\in
  \DP^{n-1} $, genauer wissen wir nach dem Ausschneidungssatz, da"s sie isomorph
  ist zu $G$ selbst.  Wir zeigen nun f"ur alle $r \geq 0$ das
  folgende\begin{Lemma} Die Verkn"upfung $\tilde{H}_{r} S^{r} \ra
    \tilde{H}_{r}\DP^{r}\ra H_{r} (\DP^{r},\DP^{r}-p)$ ist die Null-Abbildung
    f"ur gerades $r$ und das Doppelte eines Isomorphismus f"ur ungerades $r$.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
  Auch wenn es nicht explizit dasteht, ist hier gemeint, da"s der erste
  Morphismus im Lemma von der "Uberlagerungsabbildung $\pi : S^{r}\ra \DP^{r}$
  induziert sein soll. Wir betrachten nun um $p \in \DP^{r}$ eine trivial
  "uberlagerte offene Umgebung $U$, die hom"oomorph ist zu einem offenen Ball.
  Wir haben dann $\pi^{-1}(p) = \{p_{1},p_{2}\}$ und $\pi^{-1}(U) = U_{1}\amalg
  U_{2}$ f"ur geeignete offene Umgebungen $U_{i}$ von $p_{i}$ in $S^{r}$. Wir
  erhalten also f"ur $i=1,2$ jeweils ein kommutatives Diagramm
  $$\begin{array}{ccccc} \tilde{H}_{r}S^{r}&\sira& H_{r}(S^{r},S^{r}-p_{i})&
    \overset{\sim}{\leftarrow}& H_{r} (U_{i},U_{i}-p_{i})\\
    \| & & \uparrow & & \downarrow \\
    \tilde{H}_{r}S^{r}& \ra & H_{r}(S^{r},S^{r}- \pi^{-1}(p)) & \overset{\sim}
    {\leftarrow} & H_{r}(\pi^{-1} (U), \pi^{-1}(U) - \pi^{-1}(p))\\
    \downarrow & & \downarrow & & \downarrow \\
    \tilde{H}_{r} \DP^{r} & \ra & H_{r} (\DP^{r},\DP^{r} -p)& \overset{\sim}
    {\leftarrow} & H_{r}(U,U-p)
\end{array}$$
und erkennen daraus, da"s wir die Verkn"upfung aus unserem Lemma faktorisieren
k"onnen als \glqq gehe im Diagramm auf der mittleren Horizontale bis ganz nach
rechts, dann runter, dann zur"uck in die Mitte\grqq\  oder auch als die Summe der
beiden Abbildungen \glqq gehe im Diagramm auf der mittleren Horizontale bis in die
Mitte, dann nach oben, weiter ganz nach rechts, ganz runter und unten zur"uck in
die Mitte\grqq\  f"ur $i=1,2$. Mit $a: S^{r}\ra S^{r}$ der Antipoden-Abbildung
kommutiert nun das Diagramm
$$\begin{array}{ccccccc} \tilde{H}_{r}S^{r} & \sira & H_{r}(S^{r},S^{r}-p_{1})
  &\overset{\sim}{\leftarrow}&
  H_{r} (U_{1},U_{1}-p_{1}) & \sira & H_{r}(U,U-p)\\
  \downarrow a & & \downarrow a & &\downarrow
  a& &\ || \\
  \tilde{H}_{r}S^{r} & \sira & H_{r}(S^{r},S^{r}-p_{2})
  &\overset{\sim}{\leftarrow} & H_{r}(U_{2}, U_{2}-p_{2}) & \sira & H_{r}(U,U-p)
\end{array}$$
Da aber die Antipodenabbildung auf der $r$-ten reduzierten Homologie der Sph"are
$S^r$ die Multiplikation mit $(-1)^{r+1}$ induziert, ist unsere Verkn"upfung in
der Tat das $(1+ (-1)^{r+1})$-fache eines Isomorphismus. 
\end{proof}
%\begin{proof}[Beweis]
\noindent
Nun wissen wir ja aus der Herleitung der Anklebesequenz um ein kommutatives
Quadrat
$$\begin{array}{ccc}
  \tilde{H}_{r}\DP^{r} & \ra & \tilde{H}_{r-1}S^{r-1} \\
  || & &\wr || \\
  \tilde{H}_{r} \DP^{r} & \ra & H_{r}(\DP^{r},\DP^{r}-p)
\end{array}$$
in dem die obere Horizontale der erste Morphismus unserer Anklebesequenz ist.
Der ist aber stets injektiv, mithin ist auch $\tilde{H}_{r}\DP^{r} \ra H_{r}
(\DP^{r},\DP^{r}-p)$ injektiv f"ur alle $r$ und aus unserem Lemma folgt, da"s
$\tilde{H}_{r}S^{r}\ra \tilde{H}_{r}\DP^{r}$ f"ur gerades $r$ die Nullabbildung
ist.
Verf"uttern wir diese Information an die n"achste Anklebesequenz, so ergibt
sich, da"s f"ur ungerades $r$ alle Abbildungen in unserem kommutativen Quadrat
Isomorphismen sind, folglich ist dann $\tilde{H}_{r} \DP^{r}$ isomorph zu $M$
und unsere Behauptung impliziert, da"s f"ur geeignetes Identifikationen von
$\tilde{H}_{r}S^{r}$ und $\tilde{H}_{r} \DP^{r}$ mit $M$ unsere Abbildungen
$H_{r}\pi$ gerade die Multiplikation mit 2 wird.  Jetzt folgt der Satz m"uhelos
mit Induktion.
\end{proof}


\subsection{Kohomologie und azyklische Aufl"osungen, ALT}

\begin{Definition}
Unter einer {\bf Aufl"osung} einer 
abelschen Garbe $\cal{F}$ verstehen wir einen
exakten Komplex $\cal F\hra \cal{A}^0\ra \cal{A}^1\ra\cal{A}^2\ra\ldots$
von
abelschen Garben. Eine Aufl"osung 
hei"st {\bf azyklisch}\index{azyklische Aufl"osung} genau dann,
wenn alle $\cal{A}^i$ azyklisch sind.
\end{Definition}
\begin{Definition}\label{DKMA}
Gegeben eine Aufl"osung  $\cal F\hra \cal{A}^\ast$ einer abelschen Garbe 
erkl"aren wir die sogenannten {\bf kanonischen} Morphismen
$$\op{can}:\cal{H}^q\Gamma \cal{A}^\ast\ra \op{H}^q\cal{F}$$ wie folgt:
Wir setzen $\cal{K}^i=\op{ker}(\cal{A}^{i}\ra\cal{A}^{i+1} )$
und spalten  unsere Aufl"osung auf in die kurzen exakten Sequenzen
$$\begin{array}{cccccccccccccccc}
\cal{F} &\hookrightarrow &\cal{A}^{0}&\twoheadrightarrow
&\cal{K}^{1}& & & &&&\\
&& & & \cal{K}^{1}&\hookrightarrow &\cal{A}^{1}&
 \twoheadrightarrow &\cal{K}^{2} & &&& &&\\
&&&& & & & & \cal{K}^{2}&\hookrightarrow
 &\cal{A}^{2}&\twoheadrightarrow &\cal{K}^{3}&&&\\
  & & & & & & & & & &&
 &\ldots&\ldots&\ldots&\ldots
\end{array}$$
Die zugeh"origen langen exakten Sequenzen der Garbenkohomologie liefern nun
eine Kette von Morphismen
$$\op{H}^q\cal{F}\leftarrow \op{H}^{q-1}\cal{K}^1\leftarrow \op{H}^{q-2}\cal{K}^2
\leftarrow \ldots\leftarrow \op{H}^1\cal{K}^{q-1}
\leftarrow \cal{H}^q\Gamma \cal{A}^{\ast}$$
wo wir den  Homomorphismus ganz links aus den 
beiden  exakten Sequenzen
$$\begin{array}{ccccccc}
0 &\ra& \Gamma \cal{K}^{q}&\ra& \Gamma \cal{A}^{q}&\ra &\Gamma \cal{A}^{q+1}\\
\Gamma \cal{A}^{q-1}&\ra& \Gamma \cal{K}^{q}&\ra& \op{H}^1\cal{K}^{q-1}
&\ra & \op{H}^1\cal{A}^{q-1}
\end{array}$$
gewinnen. Hier identifiziert die erste Sequenz
$\Gamma \cal{K}^{q}$ mit den $q$-Kozykeln des Komplexes $\Gamma \cal{A}^{\ast}$
und die zweite identifiziert dann $\op{H}^1\cal{K}^{q-1}$ mit seiner Kohomologie.
Wir definieren unseren kanonischen Morphismus 
als die Verkn"upfung unserer Kette von Morphismen.
\end{Definition}
\begin{Bemerkung}\label{NAZA}
Ist ein kommutatives Diagramm
$$\begin{array}{ccccccccc}
\cal{F}&\hookrightarrow &\cal{A}^{0}& \ra & \cal{A}^{1}& \ra
&\cal{A}^{2} &\ra & \ldots\\
\downarrow & & \downarrow & &\downarrow & & \downarrow & & \\
\cal{G}&\hookrightarrow &\cal{B}^{0}&\ra & \cal{B}^{1}& \ra
&\cal{B}^{2} &\ra &\ldots
\end{array}$$
gegeben mit Aufl"osungen von abelschen Garben 
$\cal{F}$ beziehungsweise $\cal{G}$ als Zeilen,
so kommutiert mit den offensichtlichen Vertikalen und den eben konstruierten
kanonischen Abbildungen als Horizontalen das Diagramm
$$\begin{array}{ccc}
\cal{H}^{q}\Gamma \cal{A}^{\ast} & \ra & \op{H}^{q}\cal{F}\\
\downarrow & & \downarrow \\
 \cal{H}^{q}\Gamma \cal{B}^{\ast} & \ra &\op{H}^{q} \cal{G}
\end{array}$$
\end{Bemerkung}


\begin{Satz}[Kohomologie und azyklische Aufl"osungen]\label{AZAA}
Die Kohomologie einer abelschen Garbe l"a"st sich
berechnen als die Kohomologie des Komplexes der globalen
Schnitte einer beliebigen azyklischen Aufl"osung.
Ist genauer $\cal F\hra \cal{A}^\ast$ eine azyklische Aufl"osung,
so  liefern
unsere kanonischen Abbildungen aus \ref{DKMA}  Isomorphismen
$$\cal{H}^q\Gamma \cal{A}^\ast\sira \op{H}^q\cal{F}$$
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis]
Sind alle $\cal{A}^i$ azyklisch, so stehen aufgrund der langen
exakten Kohomologiesequenzen in unserer Kette von
Morphismen aus \ref{DKMA} nur  Isomorphismen. 
\end{proof}


\subsection{Frage zu Erweiterungen}
\begin{Bemerkungl}
  Eine exakte Sequenz $A\hra B\ra C\sra D$ stellt die Null in
  $\op{Ext}^2(D,A)$ dar genau dann, wenn es ein filtriertes Objekt
  $X\supset Y\supset Z$ gibt derart, da"s unsere Sequenz isomorph ist
  zur Sequenz $Z\hra Y\ra X/Z \sra X/Y$ mit den offensichtlichen
  Morphismen, siehe \cite{GM}, III, \S5, Ex.\ 2.
\end{Bemerkungl}


  \begin{Kommentar}
  Es scheint, da"s die projektive Dimension des 
$\DC[X,Y,Z]$-Moduls $\DC(X,Y,Z)$ drei ist genau dann, 
wenn man die Kontinuumshypothese akzeptiert, und sonst Zwei.
Ich habe mir das nicht so genau "uberlegt.
  \end{Kommentar}


\subsection{Die Konstruktion von $\DR$ durch Cauchy-Folgen}
Die reellen Zahlen spielen in der Topologie eine zentrale Rolle.
Man lernt jedoch im Grundstudium meist nicht, wie denn dieser vollst\"{a}ndige
archimedisch angeordnete K\"{o}rper $(\DR, +, \cdot, \geq)$ aus dem
angeordneten
K\"{o}rper $(\DQ, +, \cdot, \geq)$ der rationalen Zahlen konstruiert wird.
Das wollen wir hier nachholen.

Bezeichne ${\cal C}$ die Menge aller Cauchy-Folgen in $\DQ$, also
$${{\cal C} = \{ a : \DN \ra \DQ \mid \forall \epsilon \in \DQ_{>0} \exists
N \in \DN \text{ so da"s } n,m > N \Rightarrow |a (n) - a(m)| <
\epsilon\}.}$$
Auf der Menge ${\cal C}$ definieren wir in offensichtlicher Weise eine Addition
und eine Multiplikation durch die Vorschrift $(a +b) (n) = a(n) +b(n)$,
$(a \cdot b)(n) = a(n)\cdot b(n)$. Damit wird ${\cal C}$ ein
kommutativer Ring mit Eins-Element. Jedoch gibt es viele Elemente in ${\cal C}$
ohne multiplikatives Inverses.

Betrachten wir nun auf ${\cal C}$ die \"{A}quivalenzrelation $\sim$ gegeben 
durch
$$a \sim b \Leftrightarrow \lim_{n \ra \infty} (a(n)-b(n)) = 0$$ und
definieren
$\DR$ als die Menge der \"{A}quivalenzklassen $\DR = {\cal 
C}/_{\textstyle{\sim}}$.
Offensichtlich definieren die Addition und Multiplikation auf ${\cal C}$ eine
Addition und Multiplikation auf ${\cal C}/_{\textstyle{\sim}} = \DR$.

Um die K\"{o}rperaxiome zu zeigen mu"s man nur noch nachweisen, da"s
jedes von Null verschiedene Element ein multiplikatives Inverses besitzt.
Nun repr\"{a}sentiert die Folge $a \in {\cal C}$ ein von Null verschiedenes
Element von
$\DR$ genau dann, wenn sie nicht gegen Null konvergiert.
Da $a$ eine Cauchy-Folge ist bedeutet das, da"s es $\epsilon \in
\DQ_{>0}$ gibt mit $|a (n)| > \epsilon$ f\"{u}r $n\gg 0$. Und dann ist jede
Folge $b$ mit $b(n) = a (n)^{-1}$ f\"{u}r $n \gg 0$ eine Cauchy-Folge und
repr\"{a}sentiert ein multiplikatives Inverses der Klasse von $a$ in $\DR$.

Definieren wir $\DR_{\geq 0}$ als die Menge aller Klassen, die durch
Cauchy-Folgen $a:\DN \ra \DQ_{\geq 0}$ repr\"{a}sentiert werden k\"{o}nnen, so
macht diese Wahl offensichtlich
$\DR$ zu einem archimedisch angeordneten K\"{o}rper.
Wir m\"{u}ssen nur noch zeigen, da"s jede Cauchy-Folge in $\DR$ konvergiert.
Sei dazu $\bar{a}_{0}$, $\bar{a}_{1}$, $\ldots$ eine Cauchy-Folge in $\DR$
und seien die $a_i\in{\cal C}$ Repr\"{a}sentanten der $\bar{a}_{i}\in\DR$.
Man zeigt nun m\"{u}helos, da"s die Folge $l : \DN \ra \DQ$, $i\mapsto
a_{i}(i)$
selbst eine Cauchy-Folge ist und da"s die Klasse $\bar{l}\in\DR$ von $l$
der Limes der Folge der $\bar{a}_{i}$
ist.




\subsection{Siten und \'{e}tale Kohomologie}
\begin{Definition}
 Ein {\bf Sieb}\index{Sieb}
 in einer Kategorie $\mathcal C$ ist eine Teilmenge 
 $\mathcal R \subset \mathcal C$ der Menge der Objekte von $\mathcal C$ mit
der Eigenschaft, da"s f"ur $V \in \mathcal C$ und 
$U \in \mathcal R$ aus $\mathcal C (V,U) \neq \emptyset$
bereits folgt $V \in \mathcal R$.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  In Worten fordern wir, da"s jedes Objekt unserer Kategorie, von dem
 es einen Morphismus zu einem
Objekt aus unserem Sieb gibt,  bereits  selber zu unserem Sieb geh"oren soll.
Auf franz"osisch sagt man dazu {\bf crible}.\index{crible}
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}[\textbf{Sieb zu System offener Teilmengen}] 
 Ist $X$ ein topologischer Raum und $\op{Off}(X)$ die Kategorie seiner offenen
Mengen nach
\ref{SitO}, so ist ein Sieb in $\op{Off}(X)$ ein System offener Mengen, zu
dem mit einer offenen Menge auch jede darin
enthaltene offene Menge geh"ort. Gegeben ein System offener Mengen 
$\mathcal U\subset \mathcal P(X)$ ist zum Beispiel das
System $\{V\co X\mid \exists U\in\mathcal U$ mit $ V\subset U\}$ 
ein Sieb in $\op{Off}(X)$. Es ist das kleinste Sieb, das 
$\mathcal U$ umfa"st. Wir nennen es das {\bf von $\mathcal U$ erzeugte Sieb}.
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}
Gegeben eine Kategorie $\mathcal C$ und eine Teilmenge 
$\mathcal U\subset \mathcal C$ ihrer Objektmenge bilden alle 
Objekte mit einem Morphismus in ein Objekt von $\mathcal U$
ein Sieb. Es ist das kleinste Sieb, das $\mathcal U$ umfa"st.
 Wir nennen es das {\bf von $\mathcal U$ erzeugte Sieb}.
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}
 Gegeben ein Funktor $f: \mathcal D \rightarrow \mathcal C$ 
und ein Sieb $\mathcal R \subset \mathcal C$ erkl"aren wir
das {\bf zur"uckgeholte Sieb} 
$f^{-1}\mathcal R \subset \mathcal D$ als die Menge von Objekten
$f^{-1}\mathcal R
\pdef\{W \in\mathcal D \mid f(W) \in \mathcal R\}$.
Offensichtlich ist $f^{-1}\mathcal R$ ein Sieb in $\mathcal D$.
\end{Definition}
\begin{Beispiel}
 Gegeben ein topologischer Raum $X$ und
 eine offene Teilmenge $D \co X$ und ein Sieb 
$\mathcal R$ in $\op{Off} (X)$ kann das mit der 
Inklusion $i : D \hookrightarrow
X$ zur"uckgeholte Sieb beschrieben werden als
 $i^{-1} \mathcal R = \{U \in \mathcal R \mid U \subset D\}$.
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}
  Ich erinnere, da"s wir f"ur jede Kategorie $\mathcal C$ und jedes
Objekt $U\in \mathcal C$ die Kategorie $$\mathcal C_U$$ aller
 Objekte von $\mathcal C$ "uber $U$  erkl"art hatten.
Die Objekte von $\mathcal C_U$ sind alle Paare $(V,f)$ mit
$V$ einem Objekt von $\mathcal C$ und $f:V\ra U$ einem Morphismus zu
unserem Objekt $U$. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Definition}
 Eine {\bf Topologie auf einer 
Kategorie $\mathcal C$}\index{Topologie!auf Kategorie} ist eine Vorschrift
 $J$, die jedem Objekt $U \in\mathcal C$ ein System $J (U)$
von Sieben  in $\mathcal C_{U}$ zuordnet, 
dessen Elemente wir
{\bf die $U$ "uberdeckenden Siebe} unserer Topologie nennen und von denen
wir fordern:\label{Situs} 
\begin{enumerate}
 \item Ganz $\mathcal C_U$ ist stets ein $U$ "uberdeckendes Sieb, 
in Formeln haben wir also $$\mathcal C_U \in J (U)\quad\forall U\in\mathcal C$$
\item Gegeben ein ein Morphismus 
$f : V \rightarrow U$ in $\mathcal C$ 
und $\mathcal R \in J (U)$ ein $U$ "uberdeckendes Sieb  
ist sein R"uckzug $(f\circ)^{-1} (\mathcal R)$ in Bezug auf den Funktor $(f\circ) : \mathcal C_V \rightarrow \mathcal C_U$ 
ein 
$V$ "uberdeckendes Sieb, in Formeln $$\mathcal R \in J (U) \RA (f\circ)^{-1} (\mathcal R)\in J(V)\quad\forall f\in \mathcal C(V,U)$$
\item Seien $U \in \mathcal C$ ein Objekt und 
$\cal R \in J (U)$ ein $U$ "uberdeckendes Sieb. 
  Ist $\mathcal S \subset \mathcal C_U$ ein weiteres Sieb und ist
 f"ur alle $f: V \rightarrow U$ aus $\mathcal R$ der R"uckzug  $(f \circ)^{-1} (\mathcal S) \subset \mathcal C_V$ "uberdeckend,
so ist auch $\mathcal S$
selbst bereits "uberdeckend, in Formeln
$$\big(\cal R \in J (U)\text{ und }(f \circ)^{-1} (\mathcal S)\in J(V)\;\forall f\in J(U)\big)\quad\RA\quad \cal S \in J (U)$$
\end{enumerate}
Eine mit einer Topologie versehene Kategorie $\mathcal T=(\mathcal T,J)$
hei"st ein {\bf Situs}.\index{Situs}
\end{Definition}





\begin{Beispiel}[\textbf{Situs eines topologischen Raums}]
 Gegeben ein topologischer Raum $X$ erhalten wir eine 
Topologie auf $\op{Off}(X)$, indem wir f"ur $U\co X$ 
das System der $U$ "uberdeckenden Siebe $J(U)$ erkl"aren 
als das System aller derjenigen 
Siebe in $\op{Off}(X)_U$, die eine  "Uberdeckung von $U$ 
bilden. 
\end{Beispiel}

\begin{Beispiel}[\textbf{\'Etaler Situs eines topologischen Raums}]
 Gegeben ein topologischer Raum $X$ erhalten wir eine 
Topologie auf der Kategorie $\op{\acute{e}tTop}_{X}$
aller \'etalen R"aume "uber $X$, indem wir f"ur $U\ra X$ \'etale
das System der $U$ "uberdeckenden Siebe $J(U)$ erkl"aren 
als das System aller derjenigen 
Siebe in $(\op{\acute{e}tTop}_{X})_U$, 
bei denen die Bilder eine  "Uberdeckung von $U$ 
bilden. Man beachte, da"s das Vergessen des Morphismus nach $X$ 
aufgrund von Lemma \eref{VE}{TF} einen Isomorphismus von Kategorien 
$(\op{\acute{e}tTop}_{X})_U\sira \op{\acute{e}tTop}_{U}$ liefert. 
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Situs einer Gruppe}]
Gegeben eine Gruppe $G$ bilden\label{SitG} die transitiven $G$-Mengen
einen Situs
$G\op{-Enst}$
mit denjenigen Sieben als "uberdeckenden Sieben,
die nicht leer sind.
"Ahnlich bilden auch die transitiven endlichen $G$-Mengen einen Situs 
$G\op{-Ensft}$. Ist allgemeiner $G$ eine topologische 
Gruppe, so bilden in
derselben Weise auch die stetigen diskreten endlichen transitiven $G$-Mengen
einen Situs $G\op{-Topdft}$.
\end{Beispiel}


\begin{Beispiel} 
  Wir betrachten einen K"orper $K$ und die Kategorie
  aller endlichen separablen K"orpererweiterungen
  von $K$ oder vielmehr deren opponierte Kategorie $\mathcal T$.
Wir legen fest,  da"s
gegeben $U\in\mathcal T$ 
jedes nichtleere Sieb von Morphismen nach $U$ "uberdeckend
sein soll. So erhalten wir einen Situs,\label{esE} 
den {\bf Situs der endlichen separablen Erweiterungen von $K$}.
Ist $\Gamma=\op{Gal}(\bar{K}/K)$ die Galoisgruppe mit ihrer 
Krull-Topologie, so liefert nach dem Hauptsatz der Galoistheorie 
der Funktor $\op{Kring}^K(\;,\bar{K})$ eine "Aquivalenz von Kategorien
$$\cal{T} \sirra \Gamma\op{-Topdft}$$
unserer Kategorie $\mathcal T$ mit der Kategorie der endlichen diskreten stetigen transitiven $\Gamma$-Mengen.
Unter dieser "Aquivalenz entsprechen  die "Uberdeckungen
hier unseren "Uberdeckungen aus \ref{SitG}, 
so da"s sie sogar einen \glqq Isomorphismus von Siten\grqq\ liefert im
in  \ref{MoSit} genauer erkl"arten Sinne. 
\end{Beispiel}


\begin{Beispiel}\nichtfinal{Ist es n"otig, hier endliche Produkte zu erg"anzen? Ich denke NEIN! Ist also besser in \ref{esE}! kommt zum Schrott!} 
Wir betrachten einen K"orper $K$ und in der zur
Kategorie $\op{Kring}^{K}$ aller kommutativen Ringe 
unter $K$ opponierten 
Kategorie $\op{Sch}^{\op{aff}}_K$ aller \glqq affinen Schemata "uber $K$\grqq\ 
 die\label{SitK} 
volle Unterkategorie aller endlichen Produkte 
von endlichen separablen K"orpererweiterungen
von $K$.
W"ahlen wir alle fraglichen K"orpererweiterungen 
in einem festen algebraischen Abschlu"s
$\bar{K}$ von $K$, so m"ussen wir noch nicht einmal ein Universum w"ahlen
und erhalten eine 
Kategorie $\cal{T}$. %, die nach \ref{PSKe} endliche Produkte hat.
Legen wir fest, da"s
gegeben $U\in\mathcal T$ 
ein Sieb $\Phi\subset \mathcal T_U\subset \op{Sch}^{\op{aff}}_U$ 
aus gewissen $\varphi: V_\varphi\ra U$ "uberdeckend
sein soll genau dann, wenn der zugeh"orige 
Kringhomomorphismus $U \ra \prod_{\varphi\in\Phi} V_\varphi$
injektiv ist, so erhalten wir einen Situs. 
Wir nennen ihn den {\bf Situs der endlichen separablen Erweiterungen von $K$}.
Besonders anschaulich scheint mir dieser
Situs im Fall $K = \Bbb{C} (\!(t)\!)$.
Ist $\Gamma=\op{Gal}(\bar{K}/K)$ die Galoisgruppe mit ihrer 
Krull-Topologie, so liefert nach dem Hauptsatz der Galoistheorie 
der Funktor $\op{Kring}^K(\;,\bar{K})$ eine "Aquivalenz von Kategorien
$$\cal{T} \sirra \Gamma\op{-Topdf}$$
unserer Kategorie $\mathcal T$ mit der Kategorie der endlichen diskreten stetigen $\Gamma$-Mengen.
Unter dieser "Aquivalenz entsprechen  die "Uberdeckungen
hier unseren "Uberdeckungen aus \ref{SitG}, 
so da"s sie sogar einen \glqq Isomorphismus von Siten\grqq\ liefert im
in  \ref{MoSit} genauer erkl"arten Sinne. 
\end{Beispiel}





\subsubsection*{"Ubungen}

\begin{Ubung}
 Seien $\mathcal C$ ein Situs und $U\in\mathcal C$ ein Objekt.
So ist jedes Sieb in $\mathcal C_U$, das ein $U$ 
 "uberdeckendes Sieb umfa"st, bereits selbst "uberdeckend. 
\end{Ubung}
\subsection{Garben auf einem Situs}
\begin{Definition}
Seien $\cal{C}$ und $\cal{T}$ Kategorien.
Eine {\bf $\cal{C}$-wertige Pr"agarbe}\index{Pr"agarbe!auf Kategorie!mit Werten $\cal{C}$}
 auf  $\cal{T}$ ist ein
 Funktor $\mathcal F: \cal{T}^{\op{opp}} \ra \cal{C}$. 
Ein {\bf Morphismus von
Pr"agarben}\index{Morphismus!von Pr"agarben} 
ist eine Transformationen von Funktoren. 
Eine Pr"agarbe mit Werten in der Kategorie der
abelschen Gruppen hei"st  eine
{\bf abelsche Pr"agarbe}.\index{abelsch!Pr"agarbe}
Unter einer nicht weiter spezifizierten {\bf Pr"agarbe}\index{Pr"agarbe} verstehen wir a priori  eine
 Pr"agarbe mit Werten in der Kategorie der Mengen.
\end{Definition}
\begin{Beispiel}
Die Kategorie der mengenwertigen Pr"agarben auf einer Kategorie $\mathcal T$ 
hatten wir bereits in  \eref{DFTo}{LA2} betrachtet und $\mathcal T^\wedge$
notiert. 
Gegeben eine Kategorie $\cal{T}$ liefert jedes Objekt
$T\in\cal{T}$ eine mengenwertige Pr"agarbe $\hat T$ auf
$\cal{T}$, n"amlich den Funktor $\hat{T}:U\mapsto \cal{T}(U,T)$.
Wie in \eref{DFTo}{LA2} besprochen ist $T\mapsto \hat{T}$ stets ein
volltreuer Funktor  $\mathcal T\vra \mathcal T^\wedge$.
\end{Beispiel}
\begin{Definition}
Seien $\cal{C}$ eine Kategorie und  $\cal{T}$ ein Situs. Eine
{\bf $\cal{C}$-wertige Garbe}\index{Garbe!auf Situs}
 auf  $\mathcal T$ ist
 eine Pr"agarbe $\mathcal F$ auf der Kategorie $\mathcal T$ derart, da"s
 f"ur jedes $U\in\mathcal T$ und jedes "uberdeckende Sieb
 $\mathcal R\in J(U)$ der offensichtliche Morphismus ein
 Isomorphismus $$\mathcal F(U)\sira(\op{lim}\mathcal F|_{\mathcal R})$$
 zum Limes  ist. Wir vereinbaren, da"s Morphismen
  von Garben schlicht Morphismen von Pr"agarben sein sollen, und erhalten so die
  Kategorie $\cal{C}_{/\cal{T}}$ 
der {\bf $\cal{C}$-wertigen Garben auf dem Situs}\index{Garbe!auf Situs} 
  $\cal{T}$. Eine Garbe mit Werten in der Kategorie 
der abelschen Gruppen nennen
  wir eine \defnoind{abelsche Garbe}.\index{abelsch!Garbe auf Situs}
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl} Seien $\cal{C}$ eine Kategorie und  $\cal{T}$ ein Situs und
  $U\in \mathcal T$ ein Objekt.
  Hat eine Pr"agarbe die Garbeneigenschaft in Bezug auf
  ein Sieb $\mathcal R\in J(U)$, so offensichtlich
  auch in Bezug auf jedes gr"o"sere Sieb\label{grSS} 
  $\mathcal S\in  J(U)$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}[\textbf{Garben auf transitiven $G$-Mengen}]
  Gegeben eine Gruppe $G$ ist eine Pr"agarbe auf dem Situs  der
  transitiven $G$-Mengen $G\op{-Enst}$ aus \ref{SitG} ein Funktor $\mathcal F:G\op{-Enst}^{\op{opp}}\ra \op{Ens}$. F"ur  $G$ selbst als $G$-Menge
  haben wir $G^{\op{opp}}\sira\op{Ens}_G(G)$ vermittels $h^\circ\mapsto (\cdot h)$
  und damit erhalten wir eine $G$-Operation auf $\mathcal F(G)$
  durch $(h\cdot)\pdef \mathcal F(\cdot h)$. Ist unsere Pr"agarbe zus"atzlich eine Garbe, so mu"s f"ur jede transitive $G$-Menge $X$ gelten
  $\mathcal F(X)\sira \op{lim}_{x\in X}\mathcal F(G)$ und das bedeutet
  konkret, da"s   $(\mathcal F(\cdot x)): \mathcal F(X)\ra \prod_{x\in X}\mathcal F(G)$  eine Bijektion auf die
  Menge aller Tupel $(f_x)_{x\in X}$ induziert mit $gf_x=f_{gx}$ f"ur alle
  $g\in G$, also eine Bijektion $\mathcal F(X)\sira \op{Ens}_G(X,\mathcal F(G))$. Aus \ref{grSS} folgt, da"s die Pr"agarben mit der Garbeneigenschaft
  f"ur die "Uberdeckung jeder transitiven $G$-Menge durch $G$ auch die
  Garbeneigenschaft f"ur alle anderen "Uberdeckungen haben, also
  in der Tat Garben sind, und da"s wir durch $\mathcal F\mapsto \mathcal F(G)$
  eine
  "Aquivalenz von Kategorien
  $$\op{Ens}_{/G\op{-Enst}}\sirra G\op{-Ens}$$
  erhalten zwischen der Kategorie der Mengengarben auf der Kategorie der
  transitiven $G$-Mengen und der Kategorie aller $G$-Mengen. F"ur die
  Schnitte von $\mathcal F$ "uber der einpunktigen $G$-Menge erhalten wir speziell Bijektionen 
  $$\mathcal F(*)\sira \op{Ens}_G(*,\mathcal F(G))\sira \mathcal F(G)^G$$
  mit dem Auswerten als zweiter Bijektion. 
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Garben auf endlichen transitiven $G$-Mengen}]
  Gegeben eine Gruppe $G$ erhalten wir "ahnlich eine
  "Aquivalenz von Kategorien
  $$\op{Ens}_{/G\op{-Ensft}}\sirra \{ X\in G\op{-Ens}\mid
  |Gx|<\infty\;\forall x\in X\}$$ 
  durch die Vorschrift $\mathcal F\mapsto \op{colf}\mathcal F(G/N)$
  mit dem Kolimes "uber das System aller Normalteiler von endlichem Index.
  Quasiinvers zu unserer "Aquivalenz  ist der Funktor $X\mapsto \op{colf}_N\op{Ens}_G(X,\mathcal F(G/N))$.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Garben auf endlichen diskreten transitiven $G$-Mengen}]
  Gegeben eine topologische Gruppe $G$ erhalten wir "ahnlich eine
  "Aquivalenz von Kategorien
  $$\op{Ens}_{/G\op{-Ensfdt}}\sirra \{ X\in G\op{-Ens}\mid
  |Gx|<\infty\;\text{ und }G_x\As G \;\forall x\in X\}$$ 
  durch die Vorschrift $\mathcal F\mapsto \op{colf}\mathcal F(G/N)$
  mit dem Kolimes "uber das System aller abgeschlossenen
  Normalteiler von endlichem Index.
  Quasiinvers zu unserer "Aquivalenz  ist wieder der Funktor $X\mapsto \op{colf}_N\op{Ens}_G(X,\mathcal F(G/N))$.
\end{Beispiel}


\begin{Bemerkungl}
  Seien $\mathcal T$ ein Situs und $U\in \mathcal T$ ein Objekt und 
  $\{U_{i} \ra U \mid i \in I\}$ erzeuge ein Sieb $\mathcal R$ 
  aus $J(U)$. Existieren alle Faserprodukte $U_i\times_UU_j$, so hat eine
  Pr"agarbe $\mathcal F$ auf $\mathcal T$ die Garbeneigenschaft in
  Bezug auf $\mathcal R$ genau dann, wenn  im Diagramm
$$\mathcal F(U) \ra \prod  \mathcal F (U_{i})\rightrightarrows
\prod \mathcal F (U_{i}\times_{U} U_{j})$$
der linke Pfeil der Egalisator des rechten Doppelpfeils ist. Das folgt aus der
Definition des Limes. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kondensierte Mengen}]
  Wir betrachten die Kategorie $\op{Topkh}$ der kompakten Hausdorffr"aume
  und versehen sie mit der Topologie, deren "uberdeckende Siebe von $K$ 
  genau die Siebe sind, bei denen die Bilder einer
  endlichen Teilmenge der Objekte unseres Siebes
  bereits $K$ als Menge "uberdecken. In diesem Fall kann man die
  Garbeneigenschaft umformulieren zu den beiden Bedingungen,
  da"s $\mathcal F:\op{Topkh}^{\op{opp}}\ra \op{Ens}$ mit endlichen
  Produkten vertauscht und da"s f"ur jede surjektive stetige Abbildung
  kompakter Hausdorffr"aume $K\sra L$ 
 im Diagramm
$$\mathcal F(L) \ra  \mathcal F (K)\rightrightarrows
 \mathcal F (K\times_{L} K)$$
der linke Pfeil der Egalisator des rechten Doppelpfeils ist. Das folgt aus der
Definition des Limes. Die Kategorie der Garben auf unserem Situs
hei"st die Kategorie der {\bf kondensierten Mengen}
$$\op{Kond}\pdef \op{Ens}_{/{\op{Topkh}}}$$
Das ist allerdings etwas gelogen, man mu"s noch Einschr"ankungen
machen, was die mengentheoretische Gr"o"se angeht, so da"s insbesondere
$\op{Kond}$ doch kein Topos ist. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Gegeben ein topologischer Raum $Y\in \op{Top}$ ist
  $\hat Y: K\mapsto \op{Topkh}(K,Y)$ eine kondensierte Menge.
  Das folgt daraus, da"s jede stetige Surjektion von
  kompakten Hausdorffr"aumen final ist. Wir erhalten so nach
  dem Yonedalemma einen
  volltreuen Funktor $$\op{Topkh}\vra \op{Kond}$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}\nichtfinal{Alt, unn"utz!}
Gegeben eine Gruppe $G$ ist f"ur jede $G$-Menge 
$T$  die Pr"agarbe $\hat{T}$ auf dem Situs $G\op{-Ens}$
sogar eine  Garbe. Das folgt direkt aus den Definitionen.
Ebenso ist f"ur jede Darstellung 
$T\in G\op{-Ab}$  die Pr"agarbe $\hat{T}$ auf dem Situs $G\op{-Ens}$
in nat"urlicher Weise eine abelsche Garbe.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}\nichtfinal{Alt, unsortiert!}
Im Beispiel \ref{SitK} sei
$\bar{K}$ der gew"ahlte algebraische Abschlu"s
und
 $\Gamma=\op{Gal}(\bar{K}/K)$ 
die Galoisgruppe von $K$ 
mit ihrer Krull-Topologie. Wir erhalten eine "Aquivalenz von
Kategorien 
$$\left\{
  \begin{array}{c}
\text{Abelsche Gruppen mit}\\
\text{stetiger $\Gamma$-Operation}
\end{array}\right\}\sira 
\left\{
  \begin{array}{c}
\text{Abelsche Garben auf dem}\\
\text{Situs der endlichen separablen}\\
\text{Erweiterungen des K"orpers $K$}
\end{array}\right\}$$
indem wir zu $M\in \Gamma\op{-Ab}$ die Zuordnung $\cal{M}$ 
betrachten, die jeder endlichen separablen 
Erweiterung
$L\subset \bar{K}$  von $K$ die
Gruppe
$$\cal{M}(L)=M^{\op{Gal}(\bar{K}/L)}$$
der Invarianten von $\op{Gal}(\bar{K}/L)$ in $M$ zuordnet.
Endlichen Produkten solcher Erweiterungen ordnen wir dann schlicht 
die Produkte der jeweiligen Invariantengruppen zu. Jeder Morphismus
zwischen Erweiterungen $L\ra L'$ ist die Einschr"ankung auf $L$  
eines Elements $\gamma\in \Gamma$, und solch ein Element liefert
einen wohlbestimmten Gruppenhomomorphismus 
$\cal{M}(L)\ra \cal{M}(L')$. Auf diese Weise erhalten wir offensichtlich eine 
Pr"agarbe. Es braucht etwas mehr Arbeit, sie als Garbe zu 
entlarven und nachzuweisen, da"s wir damit die
behauptete "Aquivalenz erhalten.
\end{Beispiel}



\begin{Theorem}[\textbf{Es gibt genug injektive abelsche Garben}]
Die Kategorie der abelschen Garben auf einem Situs $\cal{T}$ ist eine abelsche
Kategorie mit gen"ugend Injektiven und f"ur alle $U \in \cal{T}$
ist der Funktor $\mathcal F\mapsto \mathcal F(U)$ ein linksexakter Funktor
$
\Gamma_U=\Gamma(U;\;) : \op{Ab}_{/\cal{T}}  \ra  \op{Ab}$.
\end{Theorem}
\begin{proof}
M"uhsam ist hier insbesondere der Nachweis der Existenz von Kokernen.
Wieder kann er als  Garbifizierung des Pr"agarbenkokerns konstruiert
werden, die in \ref{GGTT} beschrieben wird. Was die Existenz von
Injektiven angeht, habe ich das nie genau angeguckt.
\end{proof}
\begin{Definition}
Gegeben ein Situs $\cal{T}$, ein Objekt $U \in \cal{T}$ und eine
abelsche Garbe $\mathcal F$ auf $\cal{T}$ 
sind die {\bf Kohomologiegruppen von $U$ mit Koeffizienten in
$\mathcal F$}\index{Kohomologiegruppen!von abelscher Garbe auf Situs} 
definiert als die abelschen Gruppen
$$\op{H}^{q}(U;\mathcal F)\pdef (\op{R}^{q} \Gamma_{U}) (\mathcal F)  $$
\end{Definition}
\begin{Definition}
Sei $f: \cal{T} \ra \cal{T}^{\prime}$ ein Funktor.
Gegeben eine Pr"agarbe $\mathcal F$ auf $\cal{T}^{\prime}$
definieren wir ihre \defnoind{Bildpr"agarbe}\index{Bildpr"agarbe!auf Situs}
$f_{\ast} \mathcal F$, eine Pr"agarbe auf
$\cal{T}$, durch die Vorschrift $f_{\ast} \mathcal F = \mathcal F \circ f$.
\end{Definition}

  \begin{Beispiel}
    Eine stetige Abbildung $f:X^{\prime} \ra X$ liefert auf den Kategorien der
    offenen Teilmengen das Bilden des Urbilds 
einen Funktor $f: \op{Off} (X) \ra \op{Off}
    (X^{\prime}) $ in die Gegenrichtung.  In diesem Sinne verallgemeinert
    unsere Konstruktion
 also in der Tat das direkte Bild von Garben auf topologischen
    R"aumen.
  \end{Beispiel}

\begin{Definition}\label{MoSit}
 Ein {\bf Morphismus $f: \cal{T} \ra \cal{T}^{\prime}$ von Siten} 
ist\index{Morphismus!von Siten}
ein Funktor, der (korrekte Definition bei Giraud, Analysis Situs, Bourbaki).
\end{Definition}

\begin{Definition}\label{MoSit}
\nichtfinal{Noch zu Sieben umarbeiten!} Ein {\bf Morphismus $f: \cal{T} \ra \cal{T}^{\prime}$ von Siten} 
ist\index{Morphismus!von Siten}
ein Funktor, der "Uberdeckungen zu "Uberdeckungen macht und
der Isomorphismen von Faserprodukten
$f(W \times_{U} V) \overset{\sim}{\ra} f(W) \times_{f(U)}
f(V)$
induziert, wann immer sich ein Morphismus
$W\ra U$ zu einer "Uberdeckung von
$U$ erg"anzen l"a"st.
\end{Definition}

\begin{Beispiel}
  F"ur jede stetige Abbildung $f:X^{\prime} \ra X$ ist 
der Urbildfunktor $f: \op{Off} (X) \ra \op{Off}
    (X^{\prime}) $ in die Gegenrichtung  ein 
Morphismus von Siten. 
\end{Beispiel}

\begin{Bemerkungl}
  Diese Pfeilumkehr finde ich furchtbar verwirrend. 
Ich schlage vor, eine \glqq stetige Abbildung von Siten\grqq\  zu erkl"aren als
einen Morphismus von Siten in die Gegenrichtung.
\end{Bemerkungl}



\begin{Beispiel}
  Gegeben ein metrischer Raum $X$ und $\varepsilon >0$ ist 
der Einbettungsfunktor $\op{Off}_\varepsilon(X)\hra \op{Off}(X)$
unseres Situs $\op{Off}_\varepsilon(X)$ aus \ref{offe} ein Morphismus von Siten. 
\end{Beispiel}

\begin{Lemma}
Die Bildpr"agarbe einer Mengengarbe unter einem Morphismus von
Siten ist wieder eine  Mengengarbe, wir nennen sie auch die 
\emph{\bf Bildgarbe}.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Sei $\{U_{i} \ra U \mid i \in I\}$ eine "Uberdeckung in $\cal{T}$.
Es gilt zu zeigen, da"s im Diagramm
$$(f_{\ast}\mathcal F)(U) \ra \prod (f_{\ast} \mathcal F) (U_{i})\rightrightarrows
\prod (f_{\ast}\mathcal F) (U_{i}\times_{U} U_{j})$$
der linke Pfeil der Egalisator des rechten Doppelpfeils ist.
Das folgt jedoch sofort aus der Definition eines Morphismus von
Siten und der Definition der Bildpr"agarbe $f_{\ast} \mathcal F$.
\end{proof}


\begin{Beispiel}
  Die Kategorie aller proendlichen topologischen R"aume bildet einen Situs,
  wenn wir unter "uberdeckenden Sieben diejenigen Siebe verstehen,
  bei denen bereits eine Vereinigung von Bildern endlich vieler
  Abbildungen aus unserem Sieb den zu "uberdeckenden Raum als
  Menge "uberdeckt.
  Mengengarben \nichtfinal{(Werden erst sp"ater definiert!)}
  auf diesem Situs hei"sen {\bf kondensierte Mengen}.\index{kondensiert!Menge} 
\end{Beispiel}


\subsection{Siten und \'{e}tale Kohomologie, ALT}

\begin{Definition}\label{Situs}
Eine \defind{Pr"atopologie}
auf einer  Kategorie $\cal{T}$ ist eine Vorschrift,
die uns f"ur jedes Objekt $U \in \cal{T}$ sagt, wann eine 
Menge
$\{\varphi_i:U_{i} \ra U \mid i \in I\}$ von
Morphismen  nach $U$ eine
{\bf "Uberdeckung von} $U$ ist,\index{"Uberdeckung!bei Pr"atopologie}
 und zwar derart, da"s f"ur unsere
Vorschrift gilt:
\begin{enumerate}
\item
Ist $\varphi : U^{\prime} \ra U$ ein Isomorphismus in $\cal{T}$,
so ist die einelementige Menge $\{\varphi: U^{\prime} \ra U\}$ 
eine "Uberdeckung von
$U$.
\item
Ist $\{U_{i} \ra U \mid i \in I\}$ eine "Uberdeckung von $U$ und
$\{V_{ij} \ra U_{i}\mid j \in J (i)\}$ jeweils eine "Uberdeckung
von $U_{i}$, so bilden auch die Kompositionen
$\{V_{ij} \ra U\mid j \in J (i), i \in I\}$
eine "Uberdeckung von $U$.
\item
Ist $\{U_{i} \ra U \mid i \in I\}$ eine "Uberdeckung von $U$ und
$V \ra U$ ein Morphismus, so existieren alle Faserprodukte $V
\times_{U} U_{i}$ und die Menge von Morphismen 
$\{V \times_{U} U_{i} \ra V \mid i \in I\}$
ist eine "Uberdeckung von $V$. Wegen der ersten beiden Punkte ist 
es hier unerheblich, da"s Faserprodukte nur bis auf Isomorphismus
wohldefiniert sind. 
\end{enumerate}
Eine mit einer Pr"atopologie versehene Kategorie $\cal{T}$  hei"st ein
{\bf Situs}.\index{Situs}
\end{Definition}


\begin{Definition}[\textbf{Neuer Versuch}]\label{Situss}
Eine \defind{Pr"atopologie}
auf einer  Kategorie $\cal{T}$ ist eine Vorschrift,
die uns f"ur jedes Objekt $U \in \cal{T}$ sagt, wann eine 
 Teilmenge 
von $\mathcal T_U$, also eine Menge
$\{\varphi_i:U_{i} \ra U \mid i \in I\}$ von
Morphismen  nach $U$, eine
{\bf "Uberdeckung von} $U$ ist,\index{"Uberdeckung!bei Pr"atopologie}
 und zwar derart, da"s f"ur unsere
Vorschrift gilt:
\begin{enumerate}
\item
Die Vereinigung "uber ein nichtleeres System
von "Uberdeckungen von einem beliebigen Objekt 
 $U$ ist auch selbst
wieder eine 
"Uberdeckung von $U$;
\item
Die Identit"at auf einem beliebigen Objekt $U$, 
genauer die einelementige Menge $\{\op{id}_U\}\subset \mathcal T_U$ 
ist eine "Uberdeckung von $U$;
\item
Repr"asentieren zwei Teilmengen
von $\mathcal T_U$ dieselben Isomorphieklassen von 
$\mathcal T_U$ und ist die Eine
eine "Uberdeckung, so auch die Andere;
 \item
Ist $\{U_{i} \ra U \mid i \in I\}$ eine "Uberdeckung von $U$ und
$\{V_{ij} \ra U_{i}\mid j \in J (i)\}$ jeweils eine "Uberdeckung
von $U_{i}$, so bilden auch die Kompositionen
$\{V_{ij} \ra U\mid j \in J (i), i \in I\}$
eine "Uberdeckung von $U$.
\item
Ist $\{U_{i} \ra U \mid i \in I\}$ eine "Uberdeckung von $U$ und
$V \ra U$ ein Morphismus, so existieren alle Faserprodukte $V
\times_{U} U_{i}$ und die Menge von Morphismen 
$\{V \times_{U} U_{i} \ra V \mid i \in I\}$
ist eine "Uberdeckung von $V$. 
\end{enumerate}
Eine mit einer Pr"atopologie versehene Kategorie $\cal{T}$  hei"st ein
{\bf Situs}.\index{Situs}
\end{Definition}

\begin{Bemerkung}
Diese Terminologie folgt \cite[II.1.3]{SGA4}. In \cite{MAG} wird 
dasselbe Konzept als \defind{Grothendieck-Topologie}
bezeichnet. Es schiene  mir nat"urlich und w"are unsch"adlich,
die Bedingung hinzuzunehmen, da"s wir f"ur jede "Ubderdeckung 
eines Objekts $U$
eine weitere "Uberdeckung erhalten, wenn wir aus jeder darin auftretenden
Isomorphieklasse von Objekten "uber $U$ einen Repr"asentanten ausw"ahlen.
Jede zus"atzliche Bedingung bedeutet aber zus"atzliche Arbeit, lassen wir
es also lieber.
\end{Bemerkung}
\begin{Beispiel}\label{SitO}
Die offenen Teilmengen eines topologischen Raums $X$ bilden einen Situs 
\index{Off@$\op{Off}(X)$ offene Teilmengen von $X$}$\op{Off}(X)$, 
mit den Inklusionsabbildungen als Morphismen und einem hoffentlich
offensichtlichen Begriff von "Uberdeckungen.
Die Faserprodukte in dieser Kategorie sind schlicht Schnitte, in Formeln
$U\times_W V=U\cap V$.
\end{Beispiel}

\begin{Beispiel}\label{offe}
Gegeben $\varepsilon >0$ bilden 
diejenigen offenen Teilmengen eines metrischen Raums $X$,
in denen je zwei Punkte h"ochstens den Abstand $\varepsilon$ haben, 
auch einen Situs
\index{Off@$\op{Off}_\varepsilon(X)$ kleine
offene Teilmengen von $X$}$\op{Off}_\varepsilon(X)$, 
mit den Inklusionsabbildungen als Morphismen und einem hoffentlich
offensichtlichen Begriff von "Uberdeckungen.
Die Faserprodukte in dieser Kategorie sind wieder schlicht Schnitte.  
\end{Beispiel}

\begin{Bemerkunge}
  Die beiden vorhergehenden Beispiele zeigen, 
in welcher Weise der Begriff 
eines Situs unbefriedigend ist: Er verallgemeinert den
Begriff eines \glqq topologischen Raums mit einer ausgezeichneten 
Basis der Topologie, die mit je zwei Mengen auch ihren Schnitt enth"alt\grqq.
F"ur unsere Zwecke, die Verallgemeinerung der Garbenkohomologie, w"are
es nat"urlicher,  von einer Verallgemeinerung des
Begriffs eines topologischen Raums ausgehen. Diese Verallgemeinerung gibt es
in der Tat, sie h"ort auf den Namen {\bf Topos}.\index{Topos}\nichtfinal{In XXALLES \ref{Topos}.} 
Allerdings wird hierbei die Nat"urlichkeit mit so viel Arbeit und Abstraktion
erkauft, da"s ich eine Diskussion  dieses Konzepts 
vorerst vermeiden will. 
\end{Bemerkunge}

\begin{Beispiel}
Die \'etalen Morphismen  zu einem  topologischen
Raum $X$ innerhalb  eines gegebenen 
Universums $\frak{U}$ bilden ebenfalls einen Situs, 
wenn wir sie als volle Unterkategorie der 
Kategorie ${\frak{U}}\!\op{Top}_X$ aller
topologischen R"aume "uber $X$ in unserem Universum 
auffassen und eine Familie $ \{U_i\ra U\mid i\in I\}$ eine "Uberdeckung von
$U$ nennen genau dann, wenn $U$ die Vereinigung ihrer Bilder ist.
\end{Beispiel}






\begin{Beispiel}
Bei der Konstruktionen von affinen Gra"smann'schen und dergleichen 
scheint die sogenannte fppf-Topologie auf der opponierten
Kategorie zur Kategorie der 
$k$-Kringe aus einem geeigneten fest gew"ahlten Universum
n"utzlich zu sein.
Das K"urzel fppf steht hier f"ur franz"osisch
\glqq fid\`element plat pr\'esent\'e fini\grqq, auf deutsch 
treuflach und endlich pr"asentiert.
Ganz allgemein hei"st ein Modul "uber einem Ring 
{\bf flach}\index{flach!Modul} genau dann, wenn das Tensorieren
mit besagtem Modul "uber besagtem Ring ein exakter Funktor ist,
und {\bf treuflach}\index{treuflach!Modul} genau dann,
wenn dar"uberhinaus das Darantensorieren von besagtem Modul keinen
von Null verschiedenen Modul zu Null macht.
Ein Kringhomomorphismus $A\ra B$ hei"st flach beziehungsweise treuflach, wenn 
er $B$ zu einem flachen beziehungsweise treuflachen $A$-Modul macht.
Ein Kringhomomorphismus hei"st 
{\bf endlich pr"asentiert}\index{endlich pr"asentiert!Kringerweiterung}
 genau dann, wenn man 
$B$ schreiben kann als Quotient eines 
Polynomrings in endlich vielen Variablen
$B=A[X_1,\ldots X_n]$ nach einem endlich erzeugten Ideal
(oder soll es "uber $A$ endlich erzeugt sein?? Knutson gucken!).
Die "Uberdeckungen eines Krings in der fppf-Topologie
schlie"slich sind alle Familien $\{A\ra B_i\}$ mit der Eigenschaft,
da"s die zusammengefa"ste Abbildung $A\ra \prod B_i$ 
treuflach und endlich pr"asentiert ist.
\end{Beispiel}
\begin{Definition}
Seien $\cal{C}$ und $\cal{T}$ Kategorien.
Eine {\bf $\cal{C}$-wertige Pr"agarbe}\index{Pr"agarbe!auf Kategorie!mit Werten $\cal{C}$}
 auf  $\cal{T}$ ist ein
 Funktor $\mathcal F: \cal{T}^{\op{opp}} \ra \cal{C}$. 
Ein {\bf Morphismus von
Pr"agarben}\index{Morphismus!von Pr"agarben} 
ist eine Transformationen von Funktoren. 
Eine Pr"agarbe mit Werten in der Kategorie der
abelschen Gruppen hei"st  eine
{\bf abelsche Pr"agarbe}.\index{abelsch!Pr"agarbe}
\end{Definition}
\begin{Beispiel}
Die Kategorie der mengenwertigen Pr"agarben auf einer Kategorie $\mathcal T$ 
hatten wir bereits in  \eref{DFTo}{LA2} betrachtet und $\mathcal T^\wedge$
notiert. 
Gegeben eine Kategorie $\cal{T}$ liefert jedes Objekt
$T\in\cal{T}$ eine mengenwertige Pr"agarbe $\underline{T}$ auf
$\cal{T}$, n"amlich den Funktor $\underline{T}:U\mapsto \cal{T}(U,T)$.
Wie in \eref{DFTo}{LA2} besprochen, ist $T\mapsto \underline{T}$ stets ein
volltreuer Funktor von $\mathcal T$ in die Kategorie der
mengenwertigen Pr"agarben auf $\mathcal T$.
\end{Beispiel}
\begin{Definition}
Sei $\cal{C}$ eine Kategorie. Eine
{\bf $\cal{C}$-wertige Garbe}\index{Garbe!mit Werten in $\cal{C}$}
 auf einem Situs  ist
eine Pr"agarbe $\mathcal F$ derart, da"s  f"ur jedes
Objekt $A\in\cal{C}$ und jede "Uberdeckung $\{U_{i}\ra
U\}$ im Diagramm von Mengen 
$$\cal{C}(A,\mathcal F(U)) \ra 
\prod_{i} \cal{C}(A,\mathcal F (U_{i}))\rightrightarrows \prod_{i,j} 
  \cal{C}(A,\mathcal F(U_{i}\times_{U}U_{j}))$$
  der linke Pfeil der
  Egalisator der beiden rechten Pfeile ist.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Besitzt die Kategorie $\cal{C}$ beliebige Produkte, so k"onnen wir eine
$\cal{C}$-wertige Garbe auch charakterisieren als eine
Pr"agarbe $\mathcal F$ mit der Eigenschaft, da"s f"ur jede "Uberdeckung $\{U_{i}\ra
U\}$ in der Sequenz
  $$\mathcal F(U) \ra \prod_{i} \mathcal F (U_{i})\rightrightarrows \prod_{i,j} \mathcal F
  (U_{i}\times_{U}U_{j})$$
   der linke Pfeil der
  Egalisator der beiden rechten Pfeile ist.  Wir vereinbaren, da"s Morphismen
  von Garben schlicht Morphismen von Pr"agarben sein sollen, und erhalten so die
  Kategorie $\cal{C}_{/\cal{T}}$ 
der {\bf $\cal{C}$-wertigen Garben auf dem Situs}\index{Garbe!auf Situs} 
  $\cal{T}$. Eine Garbe mit Werten in der Kategorie 
der abelschen Gruppen nennen
  wir eine \defnoind{abelsche Garbe}.\index{abelsch!Garbe auf Situs}
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}
Gegeben eine Gruppe $G$ ist f"ur jede $G$-Menge 
$T$  die Pr"agarbe $\underline{T}$ auf dem Situs $G\op{-Ens}$
sogar eine  Garbe. Das folgt direkt aus den Definitionen.
Ebenso ist f"ur jede Darstellung 
$T\in G\op{-Ab}$  die Pr"agarbe $\underline{T}$ auf dem Situs $G\op{-Ens}$
in nat"urlicher Weise eine abelsche Garbe.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
Im Beispiel \ref{SitK} sei
$\bar{K}$ der gew"ahlte algebraische Abschlu"s
und
 $\Gamma=\op{Gal}(\bar{K}/K)$ 
die Galoisgruppe von $K$ 
mit ihrer Krull-Topologie. Wir erhalten eine "Aquivalenz von
Kategorien 
$$\left\{
  \begin{array}{c}
\text{Abelsche Gruppen mit}\\
\text{stetiger $\Gamma$-Operation}
\end{array}\right\}\sira 
\left\{
  \begin{array}{c}
\text{Abelsche Garben auf dem}\\
\text{Situs der endlichen separablen}\\
\text{Erweiterungen des K"orpers $K$}
\end{array}\right\}$$
indem wir zu $M\in \Gamma\op{-Ab}$ die Zuordnung $\cal{M}$ 
betrachten, die jeder endlichen separablen 
Erweiterung
$L\subset \bar{K}$  von $K$ die
Gruppe
$$\cal{M}(L)=M^{\op{Gal}(\bar{K}/L)}$$
der Invarianten von $\op{Gal}(\bar{K}/L)$ in $M$ zuordnet.
Endlichen Produkten solcher Erweiterungen ordnen wir dann schlicht 
die Produkte der jeweiligen Invariantengruppen zu. Jeder Morphismus
zwischen Erweiterungen $L\ra L'$ ist die Einschr"ankung auf $L$  
eines Elements $\gamma\in \Gamma$, und solch ein Element liefert
einen wohlbestimmten Gruppenhomomorphismus 
$\cal{M}(L)\ra \cal{M}(L')$. Auf diese Weise erhalten wir offensichtlich eine 
Pr"agarbe. Es braucht etwas mehr Arbeit, sie als Garbe zu 
entlarven und nachzuweisen, da"s wir damit die
behauptete "Aquivalenz erhalten.
\end{Beispiel}



\begin{Theorem}[\textbf{Es gibt genug injektive abelsche Garben}]
Die Kategorie der abelschen Garben auf einem Situs $\cal{T}$ ist eine abelsche
Kategorie mit gen"ugend Injektiven, und f"ur alle $U \in \cal{T}$
ist der Funktor $\mathcal F\mapsto \mathcal F(U)$ ein linksexakter Funktor
$
\Gamma_U=\Gamma(U;\;) : \op{Ab}_{/\cal{T}}  \ra  \op{Ab}$.
\end{Theorem}
\begin{proof}
M"uhsam ist hier insbesondere der Nachweis der Existenz von Kokernen.
Wieder kann er als  Garbifizierung des Pr"agarbenkokerns konstruiert
werden, die in \ref{GGTT} beschrieben wird. Was die Existenz von
Injektiven angeht, habe ich das nie genau angeguckt.
\end{proof}
\begin{Definition}
Gegeben ein Situs $\cal{T}$, ein Objekt $U \in \cal{T}$ und eine
abelsche Garbe $\mathcal F$ auf $\cal{T}$ 
sind die {\bf Kohomologiegruppen von $U$ mit Koeffizienten in
$\mathcal F$}\index{Kohomologiegruppen!von abelscher Garbe auf Situs} 
definiert als die abelschen Gruppen
$$\op{H}^{q}(U;\mathcal F)\pdef (\op{R}^{q} \Gamma_{U}) (\mathcal F)  $$
\end{Definition}
\begin{Definition}
Sei $f: \cal{T} \ra \cal{T}^{\prime}$ ein Funktor.
Gegeben eine Pr"agarbe $\mathcal F$ auf $\cal{T}^{\prime}$
definieren wir ihre \defnoind{Bildpr"agarbe}\index{Bildpr"agarbe!auf Situs}
$f_{\ast} \mathcal F$, eine Pr"agarbe auf
$\cal{T}$, durch die Vorschrift $f_{\ast} \mathcal F = \mathcal F \circ f$.
\end{Definition}

  \begin{Beispiel}
    Eine stetige Abbildung $f:X^{\prime} \ra X$ liefert auf den Kategorien der
    offenen Teilmengen das Bilden des Urbilds 
einen Funktor $f: \op{Off} (X) \ra \op{Off}
    (X^{\prime}) $ in die Gegenrichtung.  In diesem Sinne verallgemeinert
    unsere Konstruktion
 also in der Tat das direkte Bild von Garben auf topologischen
    R"aumen.
  \end{Beispiel}

\begin{Definition}\label{MoSit}
Ein {\bf Morphismus $f: \cal{T} \ra \cal{T}^{\prime}$ von Siten} 
ist\index{Morphismus!von Siten}
ein Funktor, der "Uberdeckungen zu "Uberdeckungen macht und
der Isomorphismen von Faserprodukten
$f(W \times_{U} V) \overset{\sim}{\ra} f(W) \times_{f(U)}
f(V)$
induziert, wann immer sich ein Morphismus
$W\ra U$ zu einer "Uberdeckung von
$U$ erg"anzen l"a"st.
\end{Definition}

\begin{Beispiel}
  F"ur jede stetige Abbildung $f:X^{\prime} \ra X$ ist 
der Urbildfunktor $f: \op{Off} (X) \ra \op{Off}
    (X^{\prime}) $ in die Gegenrichtung  ein 
Morphismus von Siten. 
\end{Beispiel}

\begin{Bemerkungl}
  Diese Pfeilumkehr finde ich furchtbar verwirrend. 
Ich schlage vor, eine \glqq stetige Abbildung von Siten\grqq\  zu erkl"aren als
einen Morphismus von Siten in die Gegenrichtung.
\end{Bemerkungl}



\begin{Beispiel}
  Gegeben ein metrischer Raum $X$ und $\varepsilon >0$ ist 
der Einbettungsfunktor $\op{Off}_\varepsilon(X)\hra \op{Off}(X)$
unseres Situs $\op{Off}_\varepsilon(X)$ aus \ref{offe} ein Morphismus von Siten. 
\end{Beispiel}

\begin{Lemma}
Die Bildpr"agarbe einer Mengengarbe unter einem Morphismus von
Siten ist wieder eine  Mengengarbe, wir nennen sie auch die 
\emph{\bf Bildgarbe}.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Sei $\{U_{i} \ra U \mid i \in I\}$ eine "Uberdeckung in $\cal{T}$.
Es gilt zu zeigen, da"s im Diagramm
$$(f_{\ast}\mathcal F)(U) \ra \prod (f_{\ast} \mathcal F) (U_{i})\rightrightarrows
\prod (f_{\ast}\mathcal F) (U_{i}\times_{U} U_{j})$$
der linke Pfeil der Egalisator des rechten Doppelpfeils ist.
Das folgt jedoch sofort aus der Definition eines Morphismus von
Siten und der Definition der Bildpr"agarbe $f_{\ast} \mathcal F$.
\end{proof}
\subsection{Verr"uckter Versuch}
Man erkl"are den \defind{homogenen Situs "uber $\mathbb C$} wie folgt:
Objekte sind Paare $(G, X)$ bestehend aud einer komplexen algebraischen
Gruppe $G$ und einem $G$-Torsor $X$, wobei wir die $G$-Wirkung von rechts
annehmen.
Morphismen $(G,X)\rightarrow (H,Y)$ sind Paare $(\varphi, \Psi)$
mit einem \defind{surjektiven} Gruppenhomomorphismus $\varphi : G \rightarrow
H$ und einem Morphismus $\Psi : X \rightarrow Y$ so da"s gilt $\Psi (xg) = \Psi
(x) \varphi (g)\quad \forall x \in x, g\in G$.
"Uberdeckend sind alle nichtleeren endlichen Familien. Gefaserte Produkte sind unproblematisch.
Eine "aquivalente Kategorie erh"alt man, wenn man als Objekt abelsche Gruppen nimmt
und als Morphismen
\begin{equation*}
 G \rightarrow H
\end{equation*}
Paare $(\varphi, h)$ mit $(\varphi : G \rightarrow H$ einem surjektiven Gruppenhomomorphismus
und $h \in H$ einem Element.
Damit ist dann das Paar
\begin{equation*}
 (G, G) \overset{(\varphi, \Psi)}{\longrightarrow} (H, H)
\end{equation*}
gemeint mit $\Psi (g) = h \varphi (g)$.
Die Verkn"upfung mit $(\varphi_1, h_1) : H \rightarrow H_1$ mu"s dann die Verkn"upfung
\begin{displaymath}
 \begin{array}{ccccc}
  (G, G) & \rightarrow &(H,H) & \rightarrow &(H_1, H_1)\\
g & \mapsto & h \varphi (g) & \mapsto & h_1 \varphi_1 (h \varphi (g))
 \end{array}
\end{displaymath}
entsprechen und damit dem Paar $(\varphi_1 \varphi, h_1 \varphi_1 (h)) = (\varphi_1 h_1) \circ
(\varphi, h)$.
Vielleicht k"onnten wir besser unsere Paare andersherum schreiben, so da"s unsere Formel die
Gestalt
\begin{equation}
 (h_1 \varphi_1 (h), \varphi_1 \varphi ) = (h_1, \varphi_1) \circ (h, \varphi)
\end{equation}
annimmt. In der Tat sieht das viel besser aus.
Auf $G$ gilt $(g_1, \op{id})\circ (g, \op{id}) = (g_1, g, \op{id})$.
Gegeben eine Pr"agarbe $\mathcal F$ auf unserem Situs wird $\mathcal F (G)$ eine $G$-Rechtsmenge
vermittels der Operation
\begin{equation}
 (g, \op{id})^\sharp : \mathcal F (G) \rightarrow \mathcal F (G)
\end{equation}
Ist weiter $\varphi : G \twoheadrightarrow H$ ein Gruppenhomomorphismus und
$g \in \op{ker} \varphi$, so gilt $(1, \varphi) \circ ( g, \op{id}) = (1, \varphi)$
und folglich liefert $(1, \varphi)^\sharp$ eine Abbildung
\begin{equation*}
 (1, \varphi)^\sharp : \mathcal F (H) \rightarrow \mathcal F (G)^{\op{ker}\varphi}
\end{equation*}
in die Invarianten unter der Rechtsoperation von $(\op{ker} \varphi)$.
Wegen $(1, \varphi) \circ (g, \op{id}) = (\varphi (g), \op{id}) = (\varphi (g), \op{id})\circ (1, \varphi)$
ist obige Abbildung sogar $H$-"aquivariant f"ur die offensichtliche Rechtsoperation von $H$ auf
$\mathcal F (G)^{\op{ker} \varphi}$.



\subsection{Garbifizierung auf Grothendieck-Topologien}
\begin{Satz}
Gegeben ein Situs besitzt die Einbettung
der Kategorie der Garben von Mengen in die Kategorie der Pr"agarben 
von Mengen auf unserem Situs einen Linksadjungierten, die\label{GGTT}  
\emph{\bf Garbifizierung}.\index{Garbifizierung!auf Grothendieck-Topologie} 
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Der Beweis wird diesen ganzen Abschnitt in Anspruch nehmen. 
Wir werden schlie"slich besagten Linksadjungierten als
$\mathcal F\mapsto \mathcal F^{++}$ erhalten.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Gegeben eine Pr"agarbe $\mathcal F$ von Mengen auf einem Situs $\mathcal T$,
in Formeln $\mathcal F \in \op{Cat}(\mathcal T^{\op{opp}},\op{Ens})$, 
und eine "Uberdeckung $
\mathcal U = \{U_i \rightarrow U\mid {i \in I}\}
$
von $U \in \mathcal T$
erkl"aren wir $\check{\op{H}}^0 (\mathcal U;\mathcal F)$ 
in Verallgemeinerung des in  \ref{H0PM} diskutierten Falls von
Pr"agarben auf  topologischen R"aumen
als den Egalisator der beiden Abbildungen
\begin{equation*}
\prod_{i \in I} \mathcal F (U_i) 
\begin{array}{c} \rightarrow\\[-2ex] \rightarrow \end{array}
\prod_{i,j \in  I} \mathcal F (U_i \times_U U_j)
\end{equation*}
gegeben durch die Einschr"ankung 
auf den ersten  beziehungsweise den zweiten Faktor von $U_i \times_U U_j$.
\end{Definition}
\begin{Definition}
Gegeben zwei "Uberdeckungen 
$\mathcal U = \{U_i \rightarrow U\mid {i \in I}\}$ und $\mathcal V =
\{V_j \rightarrow U\mid {j \in J}\}$ verstehen wir 
unter einem {\bf Morphismus 
von "Uberdeckungen}\index{Morphismus!von "Uberdeckungen}
$\tau: \mathcal V \rightarrow \mathcal U$ ein 
Datum bestehend aus einer Abbildung $\tau :
J \rightarrow I$ nebst einem System von 
Morphismen $\tau_j : V_j \rightarrow U_{\tau (j)}$
"uber $U$. Einen solchen Morphismus nennen wir auch eine
{\bf Verfeinerung der "Uberdeckung 
$\mathcal U$}.\index{Verfeinerung!von "Uberdeckung}
\end{Definition}
\begin{Lemma}\label{UVaA}
Je zwei Morphismen von "Uberdeckungen $\tau, \kappa :\mathcal V \rightarrow U$
induzieren dieselbe Abbildung
$
\check{\op{H}}^0 (\mathcal U; \mathcal F) 
\rightarrow \check{\op{H}}^0 (\mathcal V; \mathcal F)
$.
\end{Lemma}
\begin{proof}
Nehmen wir etwa an, es w"are $\tau_j : V_j 
\rightarrow U_{\tau (j)}$ und $\kappa_j : V_j
\rightarrow U_{\kappa (j)}$.
Sicher k"onnen wir das Diagramm
\begin{displaymath}
\xymatrix{
 & & U_{\tau (j)}\\
V_j \ar@/^/[urr]\ar@/_/[drr]\ar@{..>}[r] 
&U_{\tau (j)} \times_U U_{\kappa (j)}\ar[ur]\ar[dr]&\\
& & U_{\kappa (j)}
}
\end{displaymath}
durch den gepunktelt eingezeichneten Pfeil f"ullen, und da in einem Tupel
von Schnitten in $\check{\op{H}}^0 (\mathcal U; \mathcal F)$ ja nach Annahme
die Eintr"age paarweise dieselben Einschr"ankungen 
nach $U_t \times_U U_k$ haben,
folgt das Lemma.
\end{proof}
\begin{Definition}
Gegeben eine Pr"agarbe von Mengen $\mathcal F$ auf einem Situs $\mathcal T$
und $U \in \mathcal T$ setzen wir
\begin{equation*}
\check{\op{H}}^0 (U; \mathcal F) \pdef
\op{colim}
\check{\op{H}}^0 (\mathcal U; \mathcal F)
\end{equation*}
wo der Kolimes "uber die zur Kategorie aller 
"Uberdeckungen $\mathcal U$ von $U$ 
opponierte Kategorie zu verstehen ist.
\end{Definition}
\begin{Bemerkunge}
Da die Morphismen dieses Systems nach 
\ref{UVaA} nicht von den gew"ahlten Morphismen
von "Uberdeckungen abh"angen, k"onnen 
wir diesen Kolimes ebenso "uber die einfachere Kategorie
bilden, bei der die Objekte immer noch dieselben 
"Uberdeckungen sind, je zwei Morphismen mit demselben
Ausgangspunkt und Zielpunkt jedoch identifiziert werden.
Das hat den Vorteil, da"s diese einfachere Kategorie im Sinne von
\ref{FiDe} filtrierend ist und deshalb der Kolimes 
expliziter beschrieben werden kann.
\end{Bemerkunge}

 
    \begin{Bemerkungl}
      Gegeben eine Pr"agarbe $\mathcal F$ von Mengen auf einem Situs $\mathcal
      T$ betrachten wir
 die Pr"agarbe $\mathcal F^+ : U \mapsto \check{\op{H}}^0
      (U;\mathcal F)$ zusammen mit dem offensichtlichen Morphismus
$$\op{can}:\mathcal F\ra\mathcal F^+$$
    \end{Bemerkungl}


\begin{Lemma}\label{LPG}
Gegeben eine Pr"agarbe $\mathcal F$ von Mengen auf 
einem Situs $\mathcal T$ ist die
Pr"agarbe $\mathcal F^+ $ 
\emph{\bf lokal}\index{lokal!Pr"agarbe auf Situs}
in dem Sinne, da"s f"ur jede "Uberdeckung 
$\{U_i \rightarrow U\mid {i \in I}\}$
die 
offensichtliche Abbildung eine
Injektion
$\mathcal{F}^+ (U) \hookrightarrow 
\prod_{i \in I} \mathcal F^+ (U_i)$
induziert.
\end{Lemma}
\begin{proof}
Seien $t^+, s^+ \in \mathcal F^+ (U)$ 
gegeben mit demselben Bild in $\check{\op{H}}^0 (U;\mathcal F)$. 
Es gibt also eine "Uberdeckung 
$\{V_j \rightarrow U\mid {j \in J}\}$ mit
$t^+|V_j= s^+ |V_j$
f"ur alle $j\in J$. Wir notieren diese Restriktionen $t^+_j= s^+ _j$.
Wir d"urfen sicher annehmen, da"s $t^+$ und $s^+$ repr"asentiert werden durch
Familien $t_i, s_i \in \mathcal F (U_i)$ f"ur dieselbe 
"Uberdeckung $\{U_i \rightarrow U\mid {i \in I}\}$
von $U$. Dann werden $t^+_j, s^+_j$ 
repr"asentiert durch die Restriktionen
$t_{ij}, s_{ij} \in \mathcal F (U_i \times_U V_j)$ der $t_i, s_i$ 
in der "Uberdeckung
 $\{U_i \times_U V_j \rightarrow
V_j\mid i \in I\}$ von $V_j$.
Die Gleichheit $t^+_j = s_j^+$ bedeutet, 
da"s es f"ur jedes $j$ eine  "Uberdeckung
$\{W_{\nu j} \rightarrow V_j\mid \nu \in N(j)\}$ von $V_j$ gibt, die unsere
"Uberdeckung $\{U_i \times_U V_j \rightarrow
V_j\mid i \in I\}$
verfeinert, so da"s gilt $t_{ij} | W_{\nu j} = s_{ij}|W_{\nu j}$ falls es einen
Morphismus $W_{\nu j} \rightarrow U_i \times_U  V_j$ "uber $V_j$ gibt.
Nun bilden die $\{U_i \times_U W_{\nu j} \rightarrow U_i \times_U V_j\mid
\nu\in N(j)\}$
 als
R"uckzug einer "Uberdeckung von $V_j$ und der Projektion $U_i \times_U V_j\ra 
V_j$
eine "Uberdeckung von $U_i \times_U V_j$ und diese
bilden f"ur variables $j$ hinwiederum eine 
"Uberdeckung $\{U_i \times_U V_j \rightarrow U_i\mid j\in J\}$
von $U_i$ und man erkennt, da"s $s_i$ und $t_i$ 
beim R"uckzug auf die $U_i \times_U W_{\nu j}$
zusammenfallen. Folglich gilt $s^+ = t^+$.
\end{proof}
\begin{Lemma}\label{LPPG}
Gegeben eine \emph{lokale} Pr"agarbe $\mathcal G$ von 
Mengen auf einem Situs $\mathcal T$
ist die Pr"agarbe $\mathcal G^+$ aus \ref{LPG} eine Garbe.
\end{Lemma}
\begin{proof}
Sei $\{U_i \rightarrow U\mid i \in I\}$ eine "Uberdeckung und 
seien $s_i \in \mathcal G^+ (U_i)$
gegeben mit $s_i | U_i \times_U U_j
= s_j | U_i \times_U U_j \quad \forall i,j$.
Unsere $s_i$ werden repr"asentiert durch gewisse 
$s_{\nu i} \in \mathcal G (U_{\nu i})$ f"ur
$\{U_{\nu i} \rightarrow U_i\mid \nu \in N(i)\}$ "Uberdeckungen.
Nun wird $s_i | U_i \times_U U_j$ repr"asentiert 
durch die Familie der $s_{\nu i}| U_{\nu i} \times_U U_j$ oder
auch der $s_{\nu i} | U_{\nu i} \times_U U_{\mu j}$ 
und $s_j | U_i \times_U U_j$ durch die
Familie der $s_{\mu j} | U_i \times_U U_{\mu j}$ oder 
auch der $s_{\mu j} | U_{\nu i} \times_U U_{\mu j}$.
Aus der Lokalit"at von $\mathcal G$ folgt 
$s_{\nu i}| U_{\nu i} \times_U U_{\mu i} = s_{\mu j} |
U_{\nu i} \times_U U_{\mu j}$ f"ur alle $\nu, i, \mu, j$, 
und diese definieren folglich den gesuchten
verklebten Schnitt aus $\mathcal G^+ (U)$.
\end{proof}


\begin{Lemma}\label{ZGTR}
 Gegeben auf einem Situs $\mathcal T$ 
eine  Pr"agarbe $\mathcal F$ und eine Garbe $\mathcal G$ 
faktorisiert jeder Morphismus von Pr"agarben
$\mathcal F\ra\mathcal G$ auf genau eine Weise 
"uber die kanonische Abbildung als 
$\mathcal F\ra\mathcal F^+\ra\mathcal G$.
\end{Lemma}
\begin{proof}
  Das ist klar.
\end{proof}

\begin{proof}[Beweis von Satz \ref{GGTT}]
Gegeben auf einem Situs $\mathcal T$ 
eine  Pr"agarbe $\mathcal F$ und eine Garbe $\mathcal G$ 
faktorisiert jeder Morphismus von Pr"agarben
$\mathcal F\ra\mathcal G$ nach Lemma \ref{ZGTR} auf genau eine Weise 
"uber die Komposition von kanonischen Abbildungen als
$$\mathcal F\ra\mathcal F^{++}\ra\mathcal G$$
Nach \ref{LPG} ist $\mathcal F^+$ eine lokale Pr"agarbe und
nach \ref{LPPG} ist dann $\mathcal F^{++}$ sogar eine Garbe.
Das zeigt unseren Satz.
\end{proof}



\subsection{Die Galoisoperation
auf der \'etalen Kohomologie}
\begin{Bemerkungl}
Wir bringen uns in Stimmung mit einer Vor"uberlegung.
Sei $X_\circ  \ra B_\circ $ eine stetige Abbildung.
Sei $B \ra B_\circ $ stetig und "aquivariant f"ur die Operation einer diskreten
Gruppe $G$ auf $B$ und die triviale Operation von $G$ auf $B_\circ $.
Sei $\cal{F}_\circ $ eine abelsche Garbe auf $X_\circ $
und bezeichne $p : X_\circ  \times_{B_\circ } B \ra X_\circ $
die Projektion.
So operiert $G$ in nat"urlicher Weise auf
$\op{H}^{\ast} (X_\circ  \times_{B_\circ } B; p^{\ast} \cal{F}_\circ )$. 
\end{Bemerkungl}
% \begin{Definition}\label{DefO}
% Sei nun $\Bbb{F}/\Bbb{F}_{q}$ ein algebraischer Abschlu"s
% des endlichen K"orpers mit $q$ Elementen.
% Gegeben ein Schema $X_\circ $ "uber $\Bbb{F}_{q}$ operiert nat"urlich
% die Galoisgruppe 
% $\op{Gal} (\Bbb{F}/\Bbb{F}_{q})$ auf $X=X_\circ  \times_{\Bbb{F}_{q}} \Bbb{F}$
% und damit auch auf der \'etalen Kohomologie dieses Schemas.
% Ist $\cal{F}_\circ $ eine \'etale Garbe auf $X_\circ$, 
% so ist allgemeiner ihr Urbild
% unter der Projektion $p:X  \ra X_\circ $ 
% \glqq "aquivariant\grqq\  f"ur
% die Operation von $\op{Gal} (\Bbb{F}/\Bbb{F}_{q})$ 
% auf $X $
% wegen $p \circ (\op{id} \times \gamma)=p $ f"ur alle
% $ \gamma$ aus der Galoisgruppe.
% Das definiert eine {\bf Opera\-tion der Galoisgruppe auf der 
% Kohomologie} der nach $X $
% zur"uckgeholten Garbe $p^\ast\cal{F}_\circ =\cal{F}$ sowie auf den 
% Halmen an Fixpunkten $x \in X(\Bbb{F}_{q})$ der
% Galois-Operation auf $X $.
% \end{Definition}

\begin{Definition}
Sei  $K/k$ eine K"orpererweiterung.
Gegeben ein Schema $X_\circ $ "uber $k$ operiert
die Galoisgruppe\label{DefO}  
$\op{Gal} (K/k)$ auf dem Schema $X\pdef X_\circ  \times_{k} K$
und damit auch auf der \'etalen Kohomologie dieses Schemas.
Ist zus"atzlich $\cal{F}_\circ $ eine \'etale Garbe auf $X_\circ$, 
so ist allgemeiner ihr Urbild
unter der Projektion $p:X  \ra X_\circ $ 
\glqq "aquivariant\grqq\  f"ur
die Operation von $\op{Gal} (K/k)$ 
auf $X $. Genauer haben wir
 $p \circ (\op{id} \times \gamma)=p $ 
und damit $\mathcal F=(\op{id} \times \gamma)^\ast \mathcal F$, so da"s das
Zur"uckholen auf der Kohomologie 
${\op{H}}(X;\mathcal F)\ra{\op{H}}(X;(\op{id} \times \gamma)^\ast\mathcal F) $
f"ur alle
$ \gamma$ aus der Galoisgruppe ein Automorphismus 
von ${\op{H}}(X;\mathcal F)$ ist.
Auf diese Weise erhalten wir eine {\bf Opera\-tion der Galoisgruppe auf der 
Kohomologie} ${\op{H}}(X;\mathcal F)$ der nach $X $
zur"uckgeholten Garbe $\cal{F}\pdef p^\ast\cal{F}_\circ $.
\end{Definition}



\begin{Bemerkungl}
Ist ganz allgemein 
$\pi: Y \ra Z$ ein \'etaler
Morphismus von Schemata "uber $\Bbb{F}_p$,  
so liefert der absolute Frobenius $\op{Fr}$ nicht nur ein kommutatives,
sondern sogar  ein kartesisches Diagramm
$$\xymatrix{\ar @{} [dr] |{\begin{picture}(7,7)
 \put(0,0){\usebox{\kD}}
\end{picture}}
Y \ar[r]^-{\op{Fr}} \ar[d]_{\pi}
& Y \ar[d]^\pi\\
Z \ar[r]^-{\op{Fr}} &Z}$$
Diese Diagramme
zeigen, da"s die vom absoluten Frobenius auf dem \glqq \'etalen Situs\grqq\  
eines Schemas "uber $\Bbb{F}_p$  induzierte Abbildung ein 
Hom"oomorphismus ist, und liefern f"ur den vom absoluten Frobenius  $\op{Fr}$ 
induzierten Funktor auf der Kategorie der \'etalen Garben 
eine Isotransformation $\op{can}:\op{Fr}^\ast\stackrel{\sim}{\RA}\op{Id}$.
F"ur dieses Ph"anomen kenne ich kein Analogon au"serhalb von positiver
Charakteristik.  
Damit ist dann $$
 \op{H}^{\ast}(Z;\cal{G}) 
 \overset{\op{Fr}}{\ra} \op{H}^{\ast} (Z; \op{Fr}^{\ast}\cal{G})
 \overset{\op{can}}{\ra} \op{H}^{\ast} (Z;\cal{G})$$
 schlicht die Identit"at, wo wir rechts $\op{H}^{\ast} (Z; \op{can})$
mit $\op{can}$ abgek"urzt haben.  In der Tat, auf den globalen Schnitten
ist die fragliche Komposition offensichtlich die Identit"at, und 
dann folgt die Behauptung durch die Betrachtung injektiver 
Aufl"osungen. 
\end{Bemerkungl}





 \begin{Bemerkungl}
Gegeben eine \'etale Garbe ${\cal F}_\circ$
auf $X_\circ$ 
werden wir im folgenden f"ur die  
zur"uckgeholte Garbe ${\cal F}$ auf $X$
einen  Isomorphismus 
$\op{can}_g:\op{F}_g^\ast {\cal F}\sira {\cal F}$ konstruieren derart,
da"s sich die Operation des Frobenius auf der Kohomologie 
aus \ref{DefO} auch beschreiben l"a"st als die Verkn"upfung
$$\op{H}^{i}(X ; \cal{F}) \overset{ \op{F}_g}{\lra}
\op{H}^{i}(X ; \op{F}_g^{\ast} \cal{F})
\overset{ \op{can}_g}{\lra} \op{H}^{i} (X; \cal{F})$$
Ist nun wieder $\cal{F}_\circ $ eine \'etale Garbe auf $X_\circ $
und $\cal{F}$ ihr Urbild auf $X$,
so erhalten wir
kanonische Isomorphismen von Garben auf $X $
der Gestalt
$$\op{F}_g^{\ast} \cal{F}\sira\op{F}_g^{\ast} p^\ast\cal{F}_\circ 
 \sira\op{F}_g^{\ast} \op{F}_a^{\ast}p^\ast\cal{F}_\circ \sira
 (\op{Fr}^r)^{\ast} \cal{F}
\sira \cal{F}$$
mit einer Variante von $\op{can}$ als letztem Pfeil, und diese 
Verkn"upfung liefert den gesuchten 
Isomorphismus 
$\op{can}_g:\op{F}_g^{\ast} \cal{F}\sira \cal{F}$.
\end{Bemerkungl}



\subsection{Lang-Weil}
\begin{Satz}[Lang-Weil]
F"ur jede irreduzible Variet"at $V$ "uber $\Bbb{F}_q$ 
der Dimension $d$ gilt die
Absch"atzung
$$||V(\Bbb{F}_{q^r})|-q^{rd}|\leq \op{Konstante} (q^{r})^{d-1/2}$$
mit einer von $r\geq 1$ unabh"angigen Konstante.
\end{Satz}





\subsection{Schnitt-Paarung}
\begin{enumerate}
\item
$\op{H}^{n} (\DR^{n}\times \DR^{n}, \DR^{n}\times \DR^{n}-\Delta)$ ist frei vom Rang
1.
Unter $g \in \op{GL} (n,\DR)$ transformiert sich diese Gruppe mit dem
Vorzeichen der
Determinante.
Orientierung $\leadsto \omega \op{H}^{n}(X \times X, X \times X -\Delta)$.
\item
Schnittpaarung $(a \times b)\cap \omega$.
Kronecker-Auswertung.
Wann ist das der anschauliche Schnitt?
\end{enumerate}

\subsection{Gegenbeispiel zum Basiswechsel}
\begin{Beispiel}
Wir betrachten das kartesische Diagramm
$$\begin{array}{ccc}
\Bbb{Q} \times \Bbb{Q} & \overset{p}{\longrightarrow} &\Bbb{Q} \\
\downarrow q & & \downarrow c \\
\Bbb{Q} & \overset{c}{\longrightarrow} & \op{pt}
\end{array}$$
und behaupten, da"s die Garben $q_{\ast}p^{\ast}
\Bbb{Z}_{\Bbb{Q}}$ und $c^{\ast}c_{\ast} \Bbb{Z}_{\Bbb{Q}}$ nicht
isomorph sind.
Sie haben nicht einmal dieselben globalen Schnitte:
Globale Schnitte von $c^{\ast}(c_{\ast}\Bbb{Z}_{\Bbb{Q}})$ sind
lokal konstante Abbildungen $\Bbb{Q} \ra
c_{\ast}\Bbb{Z}_{\Bbb{Q}}$.
Globale Schnitte von $q_{\ast}p^{\ast} \Bbb{Z}_{\Bbb{Q}}$ sind
dahingegen lokal konstante Abbildungen $\Bbb{Q} \times \Bbb{Q} \ra
\Bbb{Z}$.
Drehen wir eine horizontale Gerade in $\Bbb{R}^{2}$ ohne Punkte
aus $\Bbb{Q}^{2}$ mit einer rationalen $(2\times
2)$-Matrix zu einer schiefen Gerade in $\Bbb{R}^{2}$ ohne Punkte
aus $\Bbb{Q}^{2}$, so ist die Funktion mit Wert 1 auf der einen
Halbebene und Wert 0 auf der anderen ein Schnitt von
$q_{\ast}p^{\ast}\Bbb{Z}_{\Bbb{Q}}$, aber nicht von $c^{\ast}c_{\ast}
\Bbb{Z}_{\Bbb{Q}}$.


\end{Beispiel}

\subsection{Injektive Garben}
Es gilt noch, jede Garbe in eine injektive Garbe einzubetten. Dazu beachte man
zun"achst, da"s f"ur eine Familie $(F_{i})_{i\in I}$ von Garben die Zuordnung
$\cal{F} : U \mapsto \Pi_{i\in I} \cal{F}_{i} (U)$ offensichtlich auch eine Garbe ist,
und wir so ein Produkt in der Kategorie der Garben erhalten.

Dann bilde man f"ur eine abelsche Gruppe $A$ und einen Punkt $x\in X$ die
\glqq Wolkenkratzergarbe\grqq\ 
$$\begin{array}{ccl}
\cal{W} & =& \cal{W} (A,x) \text{ mit}\\
\cal{W} & : & U \mapsto \left\{ \begin{array}{ccl} A & & x\in U;\\ 0& & \text{
sonst.}
\end{array}\right. \end{array}$$
Nat"urlich ist $\cal{W}_{x}=A$ und $\cal{W}_{y} =0 $ f"ur $y\neq x$.
Es ist nicht schwer zu sehen, da"s $\op{Hom}_{Sh} (\cal{F}, \cal{W}) \sira \op{Hom}_{\Bbb{Z}}
(\cal{F}_{x}, \cal{W}_{x})$.
Insbesondere ist $\cal{W} (A,x)$ injektiv genau dann, wenn $A =\cal{W}_{x}$ es ist.

Um nun eine Garbe $\cal{G}$ in eine injektive Garbe $\cal{I}$ einzubetten, w"ahlen wir
f"ur jedes $x \in X$ eine Einbettung $\cal{G}_{x} \hookrightarrow I_{x}$ des Halms
von $\cal{G}$ in einen injektiven $\Bbb{Z}$-Modul und bilden dann $\cal{I} = \Pi_{x\in X}
\cal{W} (I_{x},x)$.
%\end{proof}
\begin{Beispiel}
Die Orientierungsgarbe einer $n$-Mannigfaltigkeit ist die Garbifizierung
der Pr"agarbe $U\mapsto H_{n}(X,X-U)$.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
F"ur eine abelsche Gruppe $A$ bezeichnet $A_{X}$ die Garbe mit
$A_{X}(U) =\{f:U\ra A \mid f \text{ ist lokal konstant}\}$.
Sie ist die Garbifizierung der Pr"agarbe $U\mapsto A$ f"ur alle
$U\co X$.
\end{Beispiel}


\begin{Satz}
Jede kompaktweiche Garbe $\cal{F}$ auf einem parakompakten
lokal kompakten Raum $X$ ist weich.
\end{Satz}
\begin{proof}[Beweis]
Sei $A \As X$ abgeschlossen und $s \in \Gamma (A;\cal{F})$ ein
Schnitt von $\cal{F}$ "uber $A$.
Wir finden eine offene "Uberdeckung $(U_{i})_{i \in I}$ von $X$
mit $\bar{U}_{i}$ kompakt und Schnitte $s_{i}\in \Gamma
(U_{i};\cal{F})$ mit $s_{i}|U_{i} \cap A = s \mid_{U_{i}\cap A}$.
Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit d"urfen wir unsere
"Uberdeckung lokal endlich annehmen und nach \ref{??} finden wir
auch eine offene "Uberdeckung $(V_{i})_{i\in I}$ mit $F_{i} =
\bar{V}_{i} \subset U_{i} \quad \forall i \in I$.
F"ur $J \subset I$ setzen wir $F_{J} =
\bigcup_{i\in J} F_{i}$ und betrachten die Menge aller Paare
$(t,J)$ mit $J \subset I$ und $t \in \Gamma
(F_{J}; \cal{F})$ so da"s gilt $t \mid F_{J \cap A} =
s\mid F_{J} \cap A$.
Da wir $\cal{F}$ als kompaktweich angenommen hatten, ist die Menge
dieser Paare nicht leer. Sie ist auch induktiv teilgeordnet unter der
offensichtlichen Teilordnung.
Es gibt also ein maximales Paar $(t_{\max}, J_{\max})$ und
wir
m"ussen nur zeigen $J_{\max} =I$.
Aber sonst g"abe es ja $i \not\in J_{\max}$ und das ganze
Problem besteht darin, einen auf $(F_{J_{\max}}\cup A)\cap
F_{i}$ definierten Schnitt auf ganz $F_{i}$ fortzusetzen.
Aber wir k"onnten unseren Schnitt ja aufgrund der Annahme
kompaktweich sogar von $(F_{J_{\max}}\cup A) \cap F_{i}$ auf
ganz $X$ fortsetzen, also erst recht auf $F_{i}$.
\end{proof}
\begin{Definition}
Sei $(X,A)$ ein Raumpaar.
\begin{enumerate}
\item
$A$ hei"st ein \defind{Retrakt} von $X$ genau dann, wenn es eine
stetige Abbildung $r : X \ra A$ gibt mit $r (a) =a \quad \forall a
\in A$. So ein Linksinverses der Einbettung hei"st auch eine
\defind{Retraktion}.
\item
$A$ hei"st ein \defind{Deformationsretrakt} von $X$ genau dann,
wenn es eine Retraktion von $X$ auf $A$ gibt, die
homotopie"aquivalent ist zur Identit"at auf $X$.
\item
$A$ hei"st ein \defind{strenger Deformationsretrakt} von $X$ genau
dann, wenn es $h: X \times [0,1] \ra X$ stetig gibt mit $h(x,0) =
x$, $h (x,1) \in A$ und $h(a,t) = a$ f"ur alle $x \in X$, $a \in
A$ und $t \in [0,1]$.
\end{enumerate}
\end{Definition}
\subsection{Tensoridentit"at bei Garben}
\begin{Proposition}
Gegeben $\cal{F}$ flach und $f: X \ra Y$ stetige Abbildung von lokal
kompakten Hausdorff-R"aumen induziert die kanonische
Abbildung
$$f_{\ast} \cal{G} \otimes \cal{F} \ra f_{\ast} (\cal{G}\otimes f^{\ast} \cal{F})$$
einen Isomorphismus
$$f_{!} \cal{G} \otimes \cal{F} \overset{\sim}{\ra} f_{!}(\cal{G}\otimes f^{\ast}\cal{F})$$
\end{Proposition}

\begin{Bemerkung}\label{ETPo}
 Gegeben eine stetige Abbildung $\pi : X \rightarrow Y$ und eine abelsche Garbe $\mathcal G_X$
auf $Y$ und eine abelsche Garbe $\mathcal F$ auf $X$ erhalten wir einen nat"urlichen Homomorphismus
\begin{equation*}
 \pi_{(!)} \mathcal F \otimes \mathcal G \rightarrow \pi_{(!)} (\mathcal F \otimes \pi^{(\ast)} \mathcal G)
\end{equation*}
wie folgt: Gegeben $U \co Y$ und $s \in (\pi_{(!)} \mathcal F)(U) \subset \mathcal F (\pi^{-1} (U))$ und
$t \in \mathcal F (U)$ betrachten wir den zur"uckgeholten Schnitt $\pi^0 t \in (\pi^{(\ast)} \mathcal G)
(\pi^{-1} (U))$ und dann hat $s \otimes \pi^0 t \in (\mathcal F \otimes \pi^{(\ast)} \mathcal F) (\pi^{-1} (U))$
den entsprechenden eigentlichen Tr"ager und liefert folglich einen Schnitt in
$(\pi_{(!)} (\mathcal F \otimes \pi^{(\ast)} \mathcal G))(U)$.
Dieselbe Konstruktion funktioniert, wenn wir einen Ring $k$ festhalten, als $\mathcal F$ eine Garbe von
$k$-Rechtsmoduln und als $\mathcal G$ eine Garbe von $k$-Linksmoduln nehmen, und $\otimes$ durch $\otimes_k$
ersetzen.
Ist $\pi$ separiert und lokal eigentlich und arbeiten wir mit Garben von Vektorr"aumen "uber einem K"orper $k$,
so ist unser Homomorphismus stets ein Isomorphismus
\begin{equation*}
 \pi_{(!)} \mathcal F \otimes_k \mathcal G \overset{\sim}{\rightarrow} \pi_{(!)} (\mathcal F \otimes_k \pi^{(\ast)}
\mathcal G)
\end{equation*}
In der Tat d"urfen wir uns mit Basiswechsel \ref{??} auf den Fall zur"uckziehen, dass $Y$ ein Punkt ist, und dann
folgt die Aussage aus der Vertauschbarkeit \ref{??} von $\Gamma_!$ mit beliebigen direkten Summen.
Im Fall von abelschen Garben stimmt die analoge Aussage jedoch nicht.
Ist etwa $\pi : S^1 \rightarrow \op{pt}$ die Projektion und $\mathcal F$ das nichtkonstante lokale System auf 
$S^1$ von Rang Eins, so ist $\mathcal F \otimes_\mathbb Z \mathbb Z / 2 \mathbb Z$ konstant
mit $\Gamma_! (\mathcal F \otimes_{\mathbb Z} \mathbb Z/ 2 \mathbb Z) \cong \mathbb Z/ 2 \mathbb Z$ aber wir
haben $\Gamma_! \mathcal F = 0$.


\end{Bemerkung}

\newpage
%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%
%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%


\subsection{Gruppenkohomologie als Garbenkohomologie, Variante} 

\begin{Bemerkungl}\label{dkdg} 
 Unser Diagramm aus dem Beweis von \ref{GrGAKO}
 induziert  ein Diagramm von triangulierten Kategorien 
$$\xymatrix{
  \op{Hot}^+(\op{Ab}_{/X})  &\op{Hot}^+(\op{Ab}^{\op{lk}}_{/X})
  \ar[r]^-{{\approx}}\ar[l] &\op{Hot}^+(\op{Ab})\\
  \op{Hot}^+(\op{Ab}_{/(X/G)})\ar[u]
  & \op{Hot}^+(\op{Ab}^{\op{lk}}_{/ (X/G)})\ar[l] \ar[r]^-{\approx}\ar[u] &  \op{Hot}^+(G\op{-Ab}) \ar[u]\\
  \op{Hot}^+(\op{Ab})\ar[u]\ar@{=}[r] &\op{Hot}^+(\op{Ab})\ar[u]\ar@{=}[r] &\op{Hot}^+(\op{Ab})\ar[u] }$$
Die linke obere Horizontale ist ein volltreuer Funktor nach \ref{AZF},
aber das ist vielleicht irrelevant. Ein Komplex injektiver Objekte in
der Mitte des Diagramms wird nach unseren vorherigen Erkenntnissen 
ein Komplex $\Gamma$-azyklischer Garben
auf $X/G$. Nach \ref{DAZOt}  haben wir also auch 
f"ur jeden gegen die Pfeile beschr"ankten Komplex 
von $\Bbb{Z}  G $-Moduln $A^\ast$ kanonische
Isomorphismen
$$\mathbb{H}^{q}(G;A^\ast) \sira \mathbb{H}^{q}(X/G;\tilde{A}^\ast)$$
Wenden wir diese Erkenntnis auf den Raum aller Homomorphismen 
mit seiner $G$-Struktur an und betrachten genauer 
$B\in \op{Der}^{-}(G\op{-Ab})$ und
$C\in \op{Der}^{+}(G\op{-Ab})$ und $A=\op{RHom}(B,C)\in \op{Der}^{+}(G\op{-Ab})$,
so ergibt sich $\tilde A\cong {\op{RHom}}(\tilde B,\tilde C)
\in \op{Der}^{+}(\op{Ab}_{/(X/G)})$ 
 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkung}
Ich mu"s noch angucken, welche Formalit"at nun sagt, da"s
das direkte Bild der konstanten Garbe unter einer Quotientenabbildung
unter einer topologisch freien Operation einer diskreten Gruppe
so in etwa die kontragrediente der regul"aren Darstellung ist.
\end{Bemerkung}



\subsection{Dritte Gruppenkohomologie und Assoziatoren}

\begin{Beispiel}
Sei $G$ eine Gruppe und $k$ ein K"orper. Auf der Kategorie $\mathcal{C}$ aller
Garben von $k$-Vektorr"aumen auf $G$ mit h"ochstens endlich vielen von Null
verschiedenen Halmen alias aller $G$-graduierten $k$-Vektorr"aume mit
h"ochstens endlich vielen von Null verschiedenen Komponenten liefert
die Konvolution alias das Tensorprodukt eine Verkn"upfung
\begin{equation*}
(\mathcal{F} \otimes \mathcal{G})_x \pdef \bigoplus_{x =yz} \mathcal{F}_y
\otimes \mathcal{G}_z
\end{equation*}
Jedem Assoziator $a$ f"ur diese Verkn"upfung k"onnen wir eine Abbildung
\begin{equation*}
\hat{a} : G \times G \times G \rightarrow k^\times
\end{equation*}
zuordnen durch die Vorschrift
\begin{equation*}
a = \hat{a} (x,y,z) \op{can} : k_{(x)} \otimes (k_{(y)}\otimes k_{(z)})
\rightarrow (k_{(x)}\otimes k_{(y)}) \otimes k_{(z)} 
\end{equation*}
Hier meint $k_{(t)}$ die Wolkenkratzergarbe bei $t$ mit Faser $k$ und $\op{can}$ 
meint den offensichtlichen Assoziator.
\end{Beispiel}
\begin{Lemma}
Die eben erkl"arte Vorschrift $a \mapsto \hat{a}$ definiert eine Bijektion
zwischen der Menge aller Assoziatoren $a$ zu unserer Verkn"upfung $\otimes$ und der
Menge ${\op{Z}}^3 (G; k^\times)$ aller Dreizyklen $\hat{a}$ auf $G$ mit Koeffizienten in der
multiplikativen Gruppe $k^\times$ unseres K"orpers.
\end{Lemma}
\begin{proof}
Da der Assoziator eine Transformation ist, mu"s  auf beliebigen Garben
$\mathcal{F}, \mathcal{G}, \mathcal{H}$ der Isomorphismus
\begin{equation*}
\mathcal{F} \otimes (\mathcal{G} \otimes \mathcal{H}) \rightarrow
(\mathcal{F} \otimes \mathcal{G}) \otimes \mathcal{H}
\end{equation*}
auf dem entsprechenden Teil das 
$\hat{a} (x,y,z))$-fache der kanonischen Identifikation
\begin{equation*}
\mathcal{F}_x \otimes (\mathcal{G}_y \otimes \mathcal{H}_z) 
\rightarrow (\mathcal{F}_x \otimes
\mathcal{G}_y) \otimes \mathcal{H}_z
\end{equation*}
sein.
Der besseren "Ubersichtlichkeit halber k"urzen wir nun $k_{(t)}$ 
als $\underline{t}$ ab.
Das Pentagonaxiom fordert die Kommutativit"at des Diagramms
\begin{displaymath}
\xymatrix{
\underline{x} \otimes (\underline{y} \otimes (\underline{z} 
\otimes \underline{t})) 
\ar[d]_{\hat{a}(x,y,zt)} \ar[rr]^{(y,z,t)} & &\underline{x} \otimes
((\underline{y}\otimes \underline{z})\otimes \underline{t}) 
\ar[d]^{\hat{a} (x,yz,t)}\\
(\underline{x} \otimes \underline{y}) \otimes (\underline{z} 
\otimes \underline{t})
\ar[dr]_{\hat{a}(xy,z,t)}  &  &(\underline{x}
\otimes (\underline{y}\otimes \underline{z})) \otimes
\underline{t} \ar[dl]^{\hat{a}(x,y,z)}\\
&((\underline{x} \otimes \underline{y}) \otimes \underline{z}) 
\otimes \underline{t} &
}
\end{displaymath}
und ist damit "aquivalent zur Forderung, 
die wir in \ref{kzgz} an Dreizykel stellen.
\end{proof}
Gegeben eine Kategorie mit Verkn"upfung und Assoziator $a$ 
liefert jeder Automorphismus der Verkn"upfung
$u: \mathcal{C} \times \mathcal{C} \rightarrow \mathcal{C}$ 
gegeben durch vertr"agliche
\begin{equation*}
u_{\mathcal{F},\mathcal{G}} : \mathcal{F} \otimes \mathcal{G} 
\overset{\sim}{\rightarrow} \mathcal{F}
\otimes \mathcal{G}
\end{equation*}
einen neuen Assoziator $b$ durch die Kommutativit"at der Diagramme
\begin{displaymath}
\xymatrix{
\mathcal{F} \otimes (\mathcal{G} \otimes \mathcal{H}) \ar[r]^{a} \ar[d]^u &
(\mathcal{F}\otimes \mathcal{G})\otimes \mathcal{H} \ar[d]^{u}\\
\mathcal{F} \otimes (\mathcal{G} \otimes \mathcal{H}) \ar[r]^{b} 
& (\mathcal{F} \otimes \mathcal{G})
\otimes \mathcal{H}
}
\end{displaymath}
bei dem die Vertikalen in offensichtlicher Weise durch $u$ geliefert werden.
\begin{Ubung}
In unserer Situation entsprechen sich zwei 
Assoziatoren $a,b$ auf unserer Kategorie mit
Verkn"upfung nur um einen Automorphismus der 
Verkn"upfung genau dann, wenn die beiden Dreizykel
$\hat{a},\hat{b}$ kohomolog sind.
\end{Ubung}

\subsection{Tate-Kohomologie}
Gegeben eine Gruppe $G$ erinnern wir an die Standardaufl"osung
$$\Bbb{Z} \overset{\partial}{\leftarrow} \Bbb{Z} G 
\overset{\partial}{\leftarrow}
\Bbb{Z} G^{2} \overset{\partial}{\leftarrow} \ldots$$
aus \ref{kzgk}, die wir als freie Aufl"osung des $\DZ G $-Moduls $\DZ$ auffassen.
Die offensichtliche diagonale Rechtsoperation von $G$ auf $G^n$
erlaubt uns jedoch, in derselben Weise unseren Komplex aufzufassen
als freie Aufl"osung des $\DZ G $-Rechtsmoduls $\DZ$.












Ist $G$ eine endliche Gruppe, so kann man erstaunlicher Weise
Homologie und Kohomologie zu einer gemeinsamen Theorie
verschmelzen.
Man w"ahlt dazu ein Paar $(X,\epsilon)$ bestehend aus einem
exakten Komplex von endlich erzeugten freien $\Bbb{Z}  G $-Moduln
$$\ldots \leftarrow X_{-1} \overset{\partial}{\leftarrow} X_{0}
\overset{\partial}{\leftarrow} X_{1}
\overset{\partial}{\leftarrow} \ldots $$
mitsamt einer Surjetkion $\epsilon : X_{0} \twoheadrightarrow
\Bbb{Z}$, deren Kern genau $\op{im} (\partial : X_{1} \ra X_{0})$ ist.
So ein Paar hei"st eine {\bf vollst"andige freie Aufl"osung} f"ur
$G$. Man findet ein m"ogliches $(X,\epsilon)$ indem man die
Standardaufl"osung von $\Bbb{Z}$ aus dem vorhergehenden Abschnitt
als $\Bbb{Z} \overset{\epsilon}{\twoheadleftarrow} X_{0}
\leftarrow X_{1} \leftarrow \ldots$ nimmt, durch
$\op{Hom}_{\Bbb{Z}} (\;, \Bbb{Z})$ zum dualen Komplex $\Bbb{Z}
\hookrightarrow X_{0}^{\ast} \ra X_{1}^{\ast} \ra \ldots$
"ubergeht, $X_{i}^{\ast} = X_{-i-1}$ setzt und die beiden St"ucke
zusammenf"ugt.
Hier ist zu beachten, da"s aufgrund von $\op{Ext}^{i}_{\Bbb{Z}}
(\Bbb{Z},\Bbb{Z})=0$ f"ur $i >0$ der duale Komplex auch exakt ist.
Weiter versehen wir f"ur $X \in \Bbb{Z}  G \op{-Mod}$ den Raum
$X^{\ast} = \op{Hom}_{\Bbb{Z}} (X, \Bbb{Z})$ mit der
kontragredienten $G$-Operation $(gf)(x) = f(g^{-1}x) \quad \forall
g \in G$, $ x \in X$, $f \in X^{\ast}$ und erkennen 
$(\Bbb{Z}
 G ^{\ast}) \cong \Bbb{Z}  G $, zum Beispiel ist n"amlich das
Auswerten am neutralen Element eine Basis von $(\Bbb{Z} G) ^{\ast}$
als $\Bbb{Z} G $-Modul. Wir nennen die so erhaltene vollst"andige
Aufl"osung die \defind{Standardaufl"osung f"ur $G$}.
Ist $(Y,\eta)$ eine zweite vollst"andige freie Aufl"osung f"ur
$G$, so finden wir eine Kettenabbildung $X\ra Y$, die mit den
Augmentationen $\epsilon$ und $\eta$ vertr"aglich ist, und je zwei
solche Kettenabbildungen sind kettenhomotop.
Das folgt auf der positiven H"alfte aus dem Hauptlemma der
homologischen Algebra und auf der negativen H"alfte nach
Dualisieren ebenso.
\begin{Definition}
Sei $G$ eine endliche Gruppe und $(X,\epsilon)$ die
Standard-Aufl"o\-sung f"ur $G$. Gegeben ein $G$-Modul $A$ definieren
wir die {\bf $i$-te} \defind{Tate-Kohomologie} {\bf von $G$ mit Koeffizienten
in $A$} als die $i$-te Kohomologiegruppe des Komplexes
$\op{Hom}_{\Bbb{Z} G } (X_{\ast}, A)$, in Formeln
$$\widehat{\op{H}}^{i} (G;A) \pdef \cal{H}^{i} \op{Hom}_{\Bbb{Z} G } (X_{\ast}, A)$$
\end{Definition}
\begin{Bemerkung}
Die vorhergehenden "Uberlegungen zeigen, da"s es auf die Wahl der
vollst"andigen freien Aufl"osung im wesentlichen gar nicht
ankommt. Fritz H"ormann erkl"art mir, da"s Tate-Kohomologie 
in geeignetem Kontext schlicht der Kegel "uber
$\pi_!\ra\pi_\ast$ ist.
\end{Bemerkung}
\begin{Proposition}
Seien $G$ eine endliche Gruppe und $A$ ein $G$-Modul. Wir haben
\nichtfinal{(sorgf"altiger formulieren!)} kanonische Isomorphismen
$$\begin{array}{llll}
\widehat{\op{H}}^{i} (G;A) &=& \op{H}^{i}(G;A) & i>0\\
\widehat{\op{H}}^{i}(G;A) & =& {\op{H}}_{-i-1}(G;A) & i< -1
\end{array}$$
sowie eine kanonische exakte Sequenz
$$\widehat{\op{H}}^{-1} (G;A)\hookrightarrow A_{G} \overset{N_{G}}{\lra}
A^{G} \twoheadrightarrow \widehat{\op{H}}^{0}(G;A)$$
wo die Abbildung in der Mitte induziert wird von der
Multiplikation mit dem Element 
$N_{G} = \sum_{g\in G} g \text{ aus } \Bbb{Z}  G $.
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis]
Die Behauptung f"ur $i>0$ folgt direkt aus den Definitionen.
Im Fall $i<-1$ beachten wir, da"s f"ur einen freien $\Bbb{Z}
 G $-Modul $X$ von endlichem Rang die offensichtliche Abbildung
einen Isomorphismus
$$X^{\ast} \otimes_{\Bbb{Z} G } A \overset{\sim}{\rightarrow}
\op{Hom}_{\Bbb{Z}  G } (X,A)$$
liefert, wo wir $X^{\ast}$ mit seiner nat"urlichen Struktur als
$\Bbb{Z} G $-Rechtsmodul versehen.
Die letzte Behauptung schlie"slich folgt daraus, da"s in der
Standardaufl"osung f"ur $G$ der Pfeil $X_{0} \ra X_{-1}$ unter den
nat"urlichen Identifikationen die Multiplikation $N_{G} : \Bbb{Z}
 G  \ra \Bbb{Z} G $ wird.
\end{proof}






\newpage
\section{Vermischte Reste}
  \subsection{Reste}












\begin{Bemerkung}\emph{Wird wohl obsolet durch \ref{AAVF}}. 
 Sei $G$ eine Liegruppe und $\mathfrak g$ ihre Liealgebra und $\grave X$ die Fortsetzung von $X \in
\mathfrak g$ zu einem linksinvarianten Vektorfeld auf $G$.
So erhalten wir f"ur je zwei Elemente $X,Y \in \mathfrak g$ die Identit"at
\begin{equation*}
{ \mathcal L}_{\grave Y} {\grave X}= [\grave X, \grave Y] = [X, Y]\;\!\grave{\vphantom(}
\end{equation*}
nach \ref{LAK} und der Definition der Lieklammer auf 
$\mathfrak g = {\op{T}}_e G$.
Gegeben $\omega \in \mathfrak g^\ast$ und $\grave \omega$ seine  Fortsetzung
zu einem linksinvarianten Kovektorfeld auf $G$ haben wir
\begin{equation*}
 \mathcal L_{\grave X} \grave\omega = i_{\grave X} (d \grave\omega)
\end{equation*}
nach \ref{LabD}, denn $\langle \grave \omega, \grave X\rangle$ ist als linksinvariante
Funktion auf $G$ konstant.
Andererseits gilt nach \ref{VjLi} auch
$
 0 = \mathcal L_{\grave X} \langle \grave \omega, \grave Y\rangle = \langle \mathcal L_{\grave X}
\grave \omega, \grave Y \rangle + \langle \grave \omega, \mathcal L_{\grave X} \grave Y \rangle
$
alias
$
 \langle \mathcal L_{\grave X} \grave \omega , \grave Y \rangle = - \langle \omega, [X,Y] \rangle
$, 
wo wir die rechte Seite als konstante Funktion verstehen.
Zusammen zeigt das die Formel
\begin{equation*}
 (d \grave \omega)(\grave X, \grave Y) = - \langle \omega, [X,Y] \rangle
\end{equation*}
die "au"sere Ableitung einer linksinvarianten Einsform.

\end{Bemerkung}

\begin{Ubung}
Sei $V= V_{+} \oplus V_{-}$ ein Vektorraum mit einer
Zerlegung.
Jedes $A \in \op{End} V$ kann man dann schreiben als Blockmatrix
mit den vier Bl"ocken
$A_{\epsilon \eta} : V_{\eta} \ra V_{\epsilon}  
$ f"ur $ \epsilon, \eta \in
\{+, - \}$,
und die Matrizen mit Nebendiagonalbl"ocken von endlichem Rang bilden ein
Ideal $I$ in der assoziativen Algebra $\op{End} V$.
Man zeige, da"s auf diesem Ideal $I$, aufgef"a"st als 
Lie-Algebra, einen Kozykel erhalten durch die Vorschrift
$$(X,Y) \mapsto \op{tr} (X_{+-}\;Y_{-+})$$
{\em Ich habe diese "Ubung noch nicht gemacht}.
\end{Ubung}
\subsection{Gutachten Hochschild-Koszul}\label{GHoch} 
\begin{enumerate}
\item
Gegeben ein K"orper $F$ und eine  $F$-Ringalgebra $A$ wird
$A$ in nat"urlicher Weise vermittels der Rechts- und Linksmultiplikation von $A$
auf sich selber ein $A \otimes_F A^{\op{opp}}$-Modul.
Der Ring der Selbsterweiterungen des $A\otimes_F A^{\op{opp}}$-Moduls $A$ hei"st die
\defind{Hochschild-Kohomologie} von $A$, ihren homogenen Teil im Grad $i$ notiert man $\op{HH}^i (A)$.
Ist $A$ mit einer $\Gamma$-Graduierung versehen f"ur eine abelsche Gruppe $\Gamma$,
so erbt $\op{HH}^i (A)$ eine $\Gamma$-Gradierung in nat"urlicher Weise.
Eine explizite Formel f"ur diese Hochschild-Homologie liefert der sogenannte Bar-Komplex,
eine projektive Aufl"osung des $A\otimes_F A^{\op{opp}}$-Moduls $A$ der Gestalt
\begin{equation*}
\ldots \rightarrow A\otimes_F A \otimes_F A \rightarrow A\otimes_F A \twoheadrightarrow A
\end{equation*}
mit den Randoperatoren
\begin{equation*}
a_0 \otimes a_1 \otimes \ldots a_n \mapsto \sum^{n-1}_{i=0} (-1)^i a_0 \otimes \ldots \otimes
a_i a_{i+1} \otimes \ldots \otimes a_n
\end{equation*}
Dieser Komplex ist jedoch im allgemeinen zu gro"s, um in Beispielrechnungen n"utzlich zu sein.
\item
Koszul-Algebren sind eine Familie von homologisch besonders einfachen
Ringalgebren.
Wir verstehen darunter im folgenden eine $\mathbb{Z}$-graduierte $F$-Algebra $A = \bigoplus_{i\geq 0} A^i$
derart, da"s gilt $A^0 = F \times \ldots  \times F$ und da"s die nat"urliche Bigraduierung auf $\op{Ext}^\ast_A
(A^0, A^0)$ durch den Grad $\ast$ der Erweiterung und den von der $\mathbb{Z}$-Graduierung
auf $A$ herr"uhrenden Grad diagonal ist, da"s also deren homogene Komponenten au"serhalb der
Diagonale verschwinden.
Ein typischer Fall ist $A= F[X_1, \ldots, X_n]$, die fragliche $\op{Ext}$-Algebra ist dann
eine "au"sere Algebra, was auch mit dem Koszul-Komplex leicht einzusehen ist.

Auch im Allgemeinen kann man zeigen, da"s Koszul-Algebren von ihren Komponenten in den Graden
Null und Eins erzeugt werden \glqq mit Relationen im Grad 2\grqq\  in dem Sinne, da"s $A$ der
Quotient der freien Tensoralgebra des $A_0$-Bimoduls $A_1$ ist nach einem im Grad
zwei erzeugten zweiseitigen Ideal.
Schreiben wir $(1_x)_{x \in W}$ die orthogonalen Idempotenten $A^0 = F \times \ldots\times F$, so ist $A$
also die K"ocheralgebra eines K"ochers mit $|W|$ Ecken, $\op{dim}_F 1_x A^1 1_y$ Pfeilen
$y \rightarrow x$ und Relationen, die gewissen Linearkombinationen von Wegen der L"ange
zwei mit demselben Anfangs- und Endpunkt als Null deklarieren.
Formal haben wir
\begin{equation*}
T\left( {}_{A^{0}}A^1_{A^{0}} \right) / \langle R \rangle \overset{\sim}{\longrightarrow} A
\end{equation*}
f"ur $R \subset A^1 \otimes_{A^{0}} A^1$ einen geeigneten $A^0$-Unterbimodul.
\item
Jetzt k"urzen wir $A^0 =k$ ab und $A^1 = V \in k\op{-Mod-}k$.
Versehen wir nun $V^\ast = \op{Hom}_F (V,F)$ mit der $k$-Bimodulstruktur, f"ur die
die Rechtsoperation auf $V^\ast$ von der Linksoperation auf $V$ herkommt und umgekehrt.
Nehmen wir weiter $\op{dim}_F V < \infty$ an.
Die die Tensorfaktoren vertauschende Identifikation 
\begin{equation*}
(V \otimes_F V)^\ast \overset{\sim}{\longrightarrow} V^\ast \otimes_F V^\ast
\end{equation*}
induziert einen Isomorphismus
\begin{equation*}
(V \otimes_k V)^\ast \overset{\sim}{\longrightarrow} V^\ast \otimes_k V^\ast
\end{equation*}
und das orthogonale Komplement $R^\perp \subset (V \otimes_k V)^\ast$ von $R\subset
V \otimes_k V$ entspricht einem $k$-Unterbimodul $R^! \subset V^\ast \otimes_k V^\ast$.
Die \glqq Koszulduale Algebra\grqq\  zu $A$ ist definiert als
\begin{equation*}
A^! = T_k (V^\ast) / \langle R^!\rangle
\end{equation*}
mit einem geeigneten Differential bilden die
\begin{equation*}
A \otimes_k (A^!_i)^\ast
\end{equation*}
eine projektive, ja sogar eine minimale projektive Aufl"osung des $A$-Moduls $A_0 = k$.
Im Spezialfall $A = F [ X_1, \ldots , X_n]$ haben wir $k = F, A^!$ ist eine "au"sere Algebra
in \glqq dualen\grqq\  Variablen $\xi_1, \ldots, \xi_n$ und die fragliche Aufl"osung ist
der Koszul-Komplex.
Die Linksoperation von $A^!$ auf sich selber liefert eine Rechtsoperation auf 
$(A^!)^\otimes = \bigoplus_{i \geq o} (A^!_i)^\ast$ und diese vermittelt einen
Homomorphismus
\begin{equation*}
(A^!)^{\op{opp}} \rightarrow \op{End}_{A} (A \otimes_k (A^!)^\otimes)
\end{equation*}
der schlie"slich einen Isomorphismus
\begin{equation*}
(A^!)^{\op{opp}} \overset{\sim}{\longrightarrow} \op{Ext}^\ast_A (k, k)
\end{equation*}
\item
Zur Berechnung der Hochschild-Kohomologie einer Koszul-Algebra $A$ kann man "ahnlich
den Komplex der 
\begin{equation*}
A\otimes_k (A^!_i)^\ast \otimes_k A
\end{equation*}
mit geeignetem Differential benutzen, wie in der Arbeit in 2.3.11 und 4.1.9 erkl"art wird.
Er kann aufgefa"st werden als ein Unterkomplex des Bar-Komplexes und ist expliziten Rechnungen
viel besser zug"anglich.
Unter den nat"urlichen Identifikationen
\begin{displaymath}
\xymatrix{
\op{Hom}_{A-A} (A\otimes_k (A^!_i)^\ast \otimes_k A, A)
\ar[d]^\wr\\
\op{Hom}_{k-k} ((A^!_i)^\ast, A))\\
\bigoplus_{x,y\in W} 1_x A^!_i 1_y \otimes_F 1_y A 1_x \ar[u]^\wr
}
\end{displaymath}
erh"alt das Differential die in 4.2.11 angegebene Gestalt. Im Spezialfall $A = F [´x_1, \ldots , x_n]
= {\op{S}}V$, $A^! = F [\xi_1, \ldots, \xi_n] = \bigwedge V^\ast$ h"atten wir etwa
\begin{equation*}
\bigwedge V^\ast \otimes_F {\op{S}}V
\end{equation*}
mit dem Differential
\begin{equation*}
0= d : f \otimes a \mapsto 
\sum f \xi_i \otimes x_i a - (-1)^{|f|} \xi_i f \otimes a x_i
\end{equation*}
und liefert die Hochschild-Homologie 
$\bigwedge V^\ast \otimes_F {\op{S}}V$ f"ur ${\op{S}}V$. Im Spezialfall der dualen 
Zahlen $A=F[\xi]$ mit Koszuldualem dem Polynomring $F[x]$ erhalten wir dahingegen
$F[x]\otimes_F F[\xi]$ mit dem Differential
$$(1-(-1)^\nu)(x\otimes \xi):Fx^\nu\otimes F[\xi]\ra Fx^{\nu+1}\otimes F[\xi]$$
Dies Differential verschwindet nur in geraden Graden, es sei denn,
die Charakteristik ist Zwei. Vergleiche auch \ref{KHOO}. 
\end{enumerate}

\subsection{Kohomologie algebraischer Variet"aten}
\begin{Theorem}
Die totale Kohomologie mit kompaktem Tr"ager  einer
komplexen algebraischen Variet"at  
mit Koeffizienten in einem linksnoetherschen Ring ist
stets endlich erzeugt als Linksmodul.
\end{Theorem}
\begin{Bemerkung}
Hier betrachten wir unsere Variet"at nicht mit der Zariski-Topologie,
sondern mit ihrer \glqq analytischen Topologie\grqq, die unsere Variet"at zu
einem lokal kompakten
Hausdorffraum macht.  
\end{Bemerkung}
\begin{proof}[Beweis]
Zerlegen wir unsere Variet"at als disjunkte Vereinigung einer offenen
und einer abgeschlossenen Untervariet"at und gilt das Theorem f"ur beide Teile,
so gilt es auch f"ur die ganze Variet"at mithilfe von \ref{KT}.
Wir d"urfen uns folglich auf den Fall glatter affiner Variet"aten zur"uckziehen
und beim Beweis den Fall beliebiger Variet"aten echt kleinerer Dimension als
bekannt voraussetzen.
Nach \ref{APD} k"onnen wir nun statt der Kohomologie mit kompaktem Tr"ager 
ebensogut die Homologie untersuchen.
Jetzt betrachten wir eine glatte affine Variet"at $X\As \Bbb{C}^{n}$ und
beachten, da"s f"ur jede Norm 
$N: \Bbb{C}^{n} \ra \Bbb{R}_{\leq 0} $  au"serhalb
die Abbildung
$N:X\ra \DR$ eines hinreichend gro"sen Balls
keine kritischen Stellen mehr hat.
Der Flu"s zum Gradientenfeld dieser Abbildung kontrahiert deshalb
$X$ auf die kompakte Mannigfaltigkeit 
mit Rand $X \cap N^{-1} [0,R]$, auf die wir
dann den Satz von Wilder \ref{KoWi} anwenden k"onnen.
\end{proof}
\subsection{Beispiel zur Gewichtsfiltrierung}
\emph{Das f"ugt sich noch garnicht ein.}
\label{GeFi}
\begin{figure}[p]
  \centering
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/Bild0025}
\\ \noindent Die Homologie einer elliptischen Kurve $E$ ist rein.
Nehmen wir einen Punkt heraus, so stirbt die zweite Homologie, aber der Rest
bleibt unver"andert.
Nehmen wir noch weitere Punkte heraus, so vergr"o"sert sich die erste
Homologie entsprechend.
Die Gewichtsfiltrierung auf ${\op{H}}_1 (E\backslash P)$ f"ur 
$P \subset E$ endlich ist dann
die Filtrierung in zwei Schritten, die durch den
Untermodul geliefert wird, der von den \glqq kleinen Zykeln um die
Fehlstellen\grqq\  erzeugt wird.
F"ur algebraische Morphismen algebraischer Variet"aten besagt die 
Vertr"aglichkeit der auf
der Homologie induzierten Abbildungen mit der Gewichtsfiltrierung 
dann insbesondere,
da"s solche \glqq kleinen Zykel\grqq\  auch \glqq kleine Zykel\grqq\  bleiben m"ussen,
wenn sie nicht zu Null werden. 
Das ist f"ur analytische Morphismen 
nicht mehr richtig: Lassen wir auf $\Bbb{C}^\times$ 
die Gruppe $\Bbb{Z}$ operieren
durch die Vorschrift $n\ast z = 2^nz$, so ist $\Bbb{C}^\times/\Bbb{Z}$ 
eine elliptische
Kurve und unter der kanonischen Projektion 
$\Bbb{C}^\times \twoheadrightarrow \Bbb{C}^\times /\Bbb{Z}$
werden \glqq kleine Zykel\grqq\  in $\DC^\times$ durchaus auf  \glqq gro"se Zykel\grqq\  
in unserer elliptischen Kurve abgebildet.
\end{figure}

\newpage

\subsection{Korrespondenz von Funktionen und Garben}\index{Funktionen-Garben-\-Korrespondenz}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kategorifizierung von $\DN$}] 
  Statt Funktionen betrachten wir zun"achst Zahlen. 
Die durch die Dimension gegebene Abbildung 
$$\op{dim}_k:\op{Modf}_k\ra \DN$$ von endlich erzeugten
Vektorr"aumen "uber einem gegebenen K"orper $k$ zu
nat"urlichen Zahlen mag man als  
\glqq Dekategorifizierung\grqq\ ansehen und entsprechend 
die Kategorie der endlich erzeugten
Vektorr"aume als eine Kategorifizierung der algebraischen Struktur der 
nat"urlichen Zahlen.  Die Multiplikation wird dabei kategorifiziert durch
das Tensorprodukt, in Formeln gilt  ja $$\op{dim}_k(V\otimes W)=(\op{dim}_kV)
(\op{dim}_k W)$$
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kategorifizierung von $\op{Ens} (X, \mathbb N)$}] 
  Jetzt machen wir dasselbe etwas allgemeiner f"ur Funktionen.\label{FuFF}
 Gegeben eine  Menge $X$ betrachten wir nun
die Kategorien $\op{Mod}_k/X\supset \op{Mod}_k/X$ aller Garben  auf $X$ von 
 Vektorr"aumen beziehungsweise endlich erzeugten Vektorr"aumen 
"uber einem gegebenen K"orper $k$.
In diesm Fall ist so eine Garbe $\mathcal F$ noch schlicht eine Familie 
 $(\mathcal F_x)_{x\in X}$ von $k$-Vektorr"aumen.
Die durch die Dimension gegebene Abbildung 
$$\op{dim}_k:\op{Modf}_k/X\ra \op{Ens} (X, \mathbb N)$$
 mag man als  
\glqq Dekategorifizierung\grqq\ ansehen und entsprechend 
die Kategorie der endlich erzeugten
Vektorr"aume als eine Kategorifizierung der algebraischen Struktur 
$\op{Ens} (X, \mathbb N)$.  Die Multiplikation wird dabei kategorifiziert durch
das Tensorprodukt, in Formeln gilt ja f"ur beliebige $\mathcal F,\mathcal G\in \op{Modf}_k/X$ in
 $\op{Ens} (X, \mathbb N)$ die Identit"at 
$$\op{dim}_k(\mathcal F\otimes \mathcal G)=
\op{dim}_k(\mathcal F)\op{dim}_k(\mathcal G)$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kategorifizierung von Abbildungen}]
 Jede Abbildung
  $f: X \rightarrow Y$ von endlichen Mengen liefert auf Funktionen Abbildungen
  \begin{displaymath}
    \op{Ens} (X, \mathbb N) \begin{array}{c}f_{!}
\\[-1ex]\longrightarrow \\[-1ex] \longleftarrow \\[-1ex] f^\ast \end{array}
    \op{Ens} (Y,\mathbb N)
  \end{displaymath}
 gegeben  durch das {\bf Zur"uckholen}\index{Zur"uckholen}   
$f^\ast (\varphi) \pdef \varphi \circ f$ und 
die {\bf Integration "uber die Fasern}\index{Integration "uber die Fasern}
 $(f_!  (\psi))(y) \pdef \sum_{x \in f^{-1} (y)} \psi (x)$.
Hier ist $f^\ast$ sogar f"ur eine Abbildung $f$ von beliebigen Mengen
sinnvoll definiert und $f_!$ zumindest noch
f"ur jede  Abbildung  $f$
mit endlichen Fasern.
  Es gilt $(f\circ g)_! = f_! \circ g_!$  und $(f \circ g)^\ast = g^\ast \circ
  f^\ast$. Weiter vertauscht $f^\ast$ mit dem Produkt von Funktionen 
und in kartesischen Diagrammen mit endlichen Fasern in den
Vertikalen 
\begin{displaymath}
 \xymatrix{\kart
Z \ar[r]^-{p} \ar[d]_-{g}& X \ar[d]^-{f}\\
W \ar[r]_-{q} & Y
}
\end{displaymath}
  gilt  die {\bf Basiswechselformel}\index{Basiswechselformel} 
$q^\ast \circ f_! = g_!\circ p^\ast$.
Gegeben  eine endliche Menge $X$ und die konstante Abbildung 
$c:X\ra \op{pt}$ auf einen Punkt erhalten wir schlie"slich f"ur die
Kardinalit"at $|X|$ von $X$  mit der Notation
$1\in \op{Ens} (\op{pt}, \DN)$ f"ur die konstante Funktion Eins
die Beschreibung 
$$|X|1= c_!c^\ast 1$$
 Gegeben eine Abbildung
$f:X\ra Y$ konstruieren  wir nun entsprechende Funktoren 
\begin{displaymath}
    \op{Mod}_k/X \begin{array}{c}f_{!}
\\[-1ex]\longrightarrow \\[-1ex] \longleftarrow \\[-1ex] f^\ast \end{array}
    \op{Mod}_k/Y
  \end{displaymath}
Sie hei"sen das {\bf Zur"uckholen}\index{Zur"uckholen}   
$(f^\ast\mathcal G)_x \pdef \mathcal G_{f(x)}$ und 
die {\bf Integration "uber die Fasern}\index{Integration "uber die Fasern}
 $(f_! \mathcal F)_y \pdef \bigoplus_{x \in f^{-1} (y)} \mathcal F_x$.
Wir 
 erhalten so ein kommutatives Diagramm
 \begin{displaymath}
    \begin{array}{ccc}
      \op{Modf}_k/Y &
      \stackrel{f^\ast}{\longrightarrow}
      & \op{Modf}_k/X\\
       {\scriptstyle \op{dim}_k}   \downarrow & & \downarrow {\scriptstyle \op{dim}_k}  \\
      \op{Ens}(Y, \mathbb N)&
      \stackrel{f^\ast}{\longrightarrow}
      & \op{Ens} (X, \mathbb N)
    \end{array}
  \end{displaymath}
und f"ur Abbildungen 
$f$ mit endlichen Fasern auch ein kommutatives Diagramm
\begin{displaymath}
    \begin{array}{ccc}
      \op{Modf}_k/X &
      \stackrel{f_!}{\longrightarrow}
      & \op{Modf}_k/Y\\
      {\scriptstyle \op{dim}_k} 
 \downarrow & & \downarrow {\scriptstyle \op{dim}_k} \\
      \op{Ens}(X, \mathbb N)&
      \stackrel{f_!}{\longrightarrow}
      & \op{Ens} (Y, \mathbb N)
    \end{array}
  \end{displaymath}
Die Vertr"aglichkeit von $f^\ast$ mit der Multiplikation schlie"slich "ubersetzt sich
in einen kanonischen Isomorphismus $f^\ast(\mathcal F\otimes\mathcal G)\sira
 (f^\ast\mathcal F)\otimes(f^\ast\mathcal G)$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Grothendieck-Lefschetz-Fixpunktformel}] 
  Ist  $q=p^r$ eine Primzahlpotenz und
$X_\circ $ eine Variet"at "uber $\mathbb F_q$,
also ein
  separiertes Schema von endlichem Typ, 
so bilden wir das Schema $X \pdef X_\circ
  \times_{\mathbb F_{q}} \mathbb F$ "uber $\mathbb F \pdef \bar{\mathbb F}_q$.
  Dies Schema hat die beiden Morphismen $\op{F}_g = \op{Fr} \times 
\op{id}$ und $\op{F}_a =
  \op{id} \times \op{Fr}$ zu sich selber, den \glqq geometrischen\grqq\  
und den
  \glqq arithmetischen\grqq\  Frobenius.  
Der geometrische Frobenius $\op{F}_g$ ist ein
  Morphismus von $\mathbb F_q$-Variet"aten, der arithmetische Frobenius ein
  Isomorphismus von Schemata.  Die Verkn"upfung der beiden induziert die
  Identit"at auf der \'etalen Kohomologie: Das ist eines der fundamentalen
  Wunder der \'etalen Kohomologie und hat seinen Ursprung in der Tatsache,
  da"s wir f"ur jeden \'etalen Morphismus $Y \rightarrow Z$ 
von Schemata "uber
  $\mathbb F_q$ ein
  kartesisches Diagramm
  \begin{displaymath}
    \xymatrix{\kart
      Y\ar[d] \ar[r] &Y \ar[d]\\
      Z \ar[r] &Z
    }
  \end{displaymath}
 mit dem absoluten Frobenius in den Horizontalen  erhalten.  
Man kann nun auch in diesem Fall 
f"ur jede von $p$ verschiedene Primzahl $l$ 
ein \'etales Analogon der
  Kohomologie mit kompaktem Tr"ager erkl"aren. Daf"ur gilt dann
  Grothendieck's Variante der Lefschetz'schen Fixpuntkformel
  \begin{equation*}
    |X_\circ  (\mathbb F_q) | 
= \sum_i (-1)^i \op{tr} (\op{F}_g | {\op{H}}^i_! (X; \mathbb Q_l))
    =\sum_i (-1)^i \op{tr} (\op{F}^{-1}_a | {\op{H}}^i_! (X; \mathbb Q_l))
  \end{equation*}
Mehr dazu findet man in diesem Text in \ref{EWKO}.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}[\textbf{Die Fixpunktformel im Fall 
$X_\circ=\mathbb A^n_{\mathbb F_q}$}] 
F"ur die Variet"at $X_\circ=\op{Spec}\mathbb F_q[T_1,\ldots,T_n]$ 
haben wir etwa  
\begin{displaymath} {\op{H}}^i_! (X;\mathbb Q_l) = \left\{ \begin{array}{cl}
      \mathbb Q_l & i=2n;\\
      0 & \text{sonst,}
    \end{array}\right.
\end{displaymath}
und der geometrische Frobenius $\op{F}_g$ wirkt auf ${\op{H}}^{2n}_! (X;
\mathbb Q_l)$ durch Multiplikation mit $q^n$.  Unsere Fixpunktformel liefert
also
\begin{equation*}
  |X_\circ (\mathbb F_{q})| = |\mathbb F_{q}^n| 
= (-1)^{2n} \op{tr} \left(((q^n\cdot) )\mid 
{\op{H}}^{2n}_! (X;\mathbb Q_l)\right)
\end{equation*}
und in der Tat  sind hier alle Zahlen genau $q^{n}$. Dies Beispiel zeigt
auch, da"s es wesentlich ist, Kohomologie mit kompaktem Tr"ager zu 
betrachten:
F"ur die gew"ohnliche Kohomologie h"atten wir ${\op{H}}^0 (X; \mathbb Q_l) =
\mathbb Q_l$ mit trivialer Frobeniusoperation und ${\op{H}}^i (X;\mathbb
Q_l)=0$ falls $i > 0$ und unsere Fixpunktformel w"are falsch.  
\end{Beispiel}

\begin{Bemerkungl}
  Als Analogon mag man $X_\circ = \op{Spec} \mathbb R [T_1, \ldots, T_n]$
  betrachten und auf $X_\circ \times_{\mathbb R} \mathbb C = \mathbb C^n$ das
  Analogon zum arithmetischen Frobenius $\op{id} \times \gamma$ betrachten,
  mit $\gamma : \mathbb C \rightarrow \mathbb C$ der komplexen Konjugation.
  Das Analogon der \'etalen Kohomologie w"are in diesem Fall die Kohomologie
  des zugrundeliegenden topologischen Raums mit seiner metrischen Topologie.
  Dann operiert $(\op{id}\times \gamma)$ durch Multiplikation mit $(-1)^n$ auf
  ${\op{H}}^{2n}_! (\mathbb C^n; \mathbb Q)$, da $(\op{id} \times \gamma)$
  die Orientierung in dieser Weise "andert.
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Funktionen-Garben-Korrespondenz}] 
Jeder Variet"at $X_\circ$ "uber $\mathbb F_q$ ordnet Grothendieck nun 
f"ur jede Primzahl $\ell\neq q$ 
eine triangulierte $\DQ_\ell$-Kategorie $\op{Der}^c (X_\circ ; \mathbb Q_l)$
von \glqq kohomologisch konstruierbaren
Komplexen \'etaler Garben auf $X_\circ$\grqq\ zu und jedem Morphismus
$ f : X_\circ  \rightarrow Y_\circ$
von $\mathbb F_q$-Variet"aten 
triangulierte $\DQ_\ell$-lineare Funktoren, das 
\glqq eigentliche direkte Bild\grqq\ 
$$f_!: \op{Der}^c (X_\circ ; \mathbb Q_l)\ra  
\op{Der}^c (Y_\circ ; \mathbb Q_l)$$ und das \glqq inverse Bild\grqq\  
$$f^\ast: \op{Der}^c (Y_\circ ; \mathbb Q_l)\ra  
\op{Der}^c (X_\circ ; \mathbb Q_l)$$ 
Dann betrachtet er 
 die \glqq Spurabbildungen\grqq\  
$\op{Tr}: \op{Der}^c (X_\circ ; \mathbb Q_l)\ra 
\op{Ens}(X_\circ  (\mathbb F_{q}), \mathbb Q_l)$ gegeben  durch die
Vorschrift
  $
    \op{Tr} (\mathcal F_\circ ) : x \mapsto 
\sum_i (-1)^i \op{Tr}(\op{F}_g^\ast \mid \mathcal H^i
    \mathcal F_x)
  $
  mit $\mathcal F \pdef
 \mathcal F_\circ \times_{\mathbb F_q} \mathbb F$ und zeigt, 
da"s man
 kommutative Diagramme
  \begin{displaymath}
    \begin{array}{ccc}
      \op{Der}^c (X_\circ ; \mathbb Q_l) &
      \begin{array}
        {c}f_{!}\\[-1ex]\longrightarrow \\[-1ex] \longleftarrow \\[-1ex] f^\ast \end{array}
      & \op{Der}^c (Y_\circ ; \mathbb Q_l)\\
      \op{Tr} \downarrow & & \downarrow \op{Tr}\\
      \op{Ens}(X_\circ  (\mathbb F_{q}), \mathbb Q_l)&
      \begin{array}
        {c}f_{!}\\[-1ex]\longrightarrow \\[-1ex] \longleftarrow \\[-1ex] f^\ast \end{array}
      & \op{Ens} (Y_\circ  (\mathbb F_{q}), \mathbb Q_l)
    \end{array}
  \end{displaymath}
erh"alt. Des weiteren entspricht das Tensorieren von Garben 
hierbei dem Produkt von Funktionen,
in Formeln gilt  also
$$\op{Tr} (\mathcal F_\circ \otimes \mathcal G_\circ)=
\op{Tr} (\mathcal F_\circ) \cdot  \op{Tr}_r (\mathcal G_\circ)$$
Zusammengenommen ist das 
   die \glqq Garben-Funktionen-Korrespondenz von Grothendieck\grqq.
Ist speziell $Y_\circ=\op{pt}_\circ$ ein Punkt und $1$ 
die konstante Funktion darauf und
$f=c:X_\circ\ra \op{pt}_\circ$ die konstante Abbildung, 
so erhalten wir die Spurformel aus der offensichtlichen Identit"at
$|X_\circ(\mathbb F_q)|1= c_!c^\ast 1$ in 
$\op{Ens} (\op{pt}_\circ  (\mathbb F_{q}), \mathbb Q_l)$ vermittels unserer
kommutativen Diagramme aus $1=\op{Tr}(\DQ_\ell)$ mit 
$\DQ_\ell\in \op{Der}^c (\op{pt}_\circ ; \mathbb Q_l)$ der konstanten 
Garbe $\mathbb Q_l$ auf dem Punkt 
 als 
$$|X_\circ(\mathbb F_q)|1=
c_!c^\ast 1=c_!c^\ast \op{Tr}(\DQ_\ell)=\op{Tr}(c_!c^\ast \DQ_\ell)$$
und   das erweist sich als die Beschreibung der
Kardinalit"at durch die Spurformel, die  so  ein
Spezialfall der allgemeinen Funktionen-Garben-Korrespondenz wird.
\end{Bemerkungl}





\begin{Bemerkunge}
  Eine \'etale Garbe von $k$-Vektorr"aumen hei"st 
{\bf konstant}\index{konstant!\'etale Garbe}\index{etale Garbe@\'etale Garbe!konstante} 
genau dann,
  wenn sie isomorph ist zu ${\op{fin}}^\ast V$ f"ur $V$ ein $k$-Vektorraum und 
${\op{fin}}: X_\circ \ra \op{Spec} \mathbb F$ der konstante Morphismus und
$V$  die
  \'etale Garbe auf $\op{Spec} \mathbb F$, die durch Garbifizierung aus der
  konstanten Pr"agarbe $V$ entsteht, die jedem \'etalen Morphismus eben $V$
  zuordnet.
  Eine \'etale Garbe hei"st {\bf lokal konstant}\index{lokal konstant!\'etale
    Garbe}\index{etale Garbe@\'etale Garbe!lokal konstante}  genau dann, wenn es eine
  "Uberdeckung gibt derart, da"s ihre Einschr"ankung auf jeden der
  "uberdeckenden R"aume konstant ist.  Eine \'etale Garbe auf $X_\circ$ hei"st
 {\bf konstruktibel}\index{konstruktibel!\'etale Garbe}\index{etale Garbe@\'etale Garbe!konstruktible}  
genau dann, wenn jedes irreduzible abgeschlossene
  Unterschema $Z_\circ \As X_\circ$ seinerseits ein nichtleeres offenes Unterschema
  besitzt, auf dem unsere Garbe lokal konstant ist von endlichem Rang.
\end{Bemerkunge}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskret-eigentliche Schmelzkofaserung}]
  Wir w"ahlen einen K"orper $k$
   und erkl"aren einen Schmelzfunktor
  $$k\op{-Mod}_{/{\op{kEns}}}\ra \op{kEns}$$
  F"ur die Ausgangsschmelzkategorie nehmen wir als Objekte Paare
  $(X,\mathcal F)$ aus einer Menge $X$ mit der diskreten Topologie
  und einer Garbe
  $\mathcal F\in k\op{-Mod}_{/X}$. Eine Verschmelzung von Garben 
  $\phi: \mathcal F_1\curlyvee\ldots  \curlyvee\mathcal F_r \ra \mathcal G$
  "uber einer Verschmelzung der Basis alias einer Abbildung
  $f: X_1\times\ldots\times X_r\ra Y$ erkl"aren wir als eine Familie  multilinearer
  Abbildungen $$\phi:\mathcal F_1(x_1)\times\ldots  \times\mathcal F_r(x_r) \ra \mathcal G(f(x_1,\ldots,x_r))$$
  f"ur alle $x_i\in X_i$ auf den Halmen
  in einer etwas ungew"ohnlichen Notation
  f"ur die Halme unserer Garben.
  Wir erhalten so  eine Schmelzkofaserung, f"ur die die offensichtlichen Verschmelzungen 
  $\mathcal F_1\curlyvee\ldots  \curlyvee\mathcal F_r \ra f_!(\mathcal F_1\boxtimes\ldots  \boxtimes\mathcal F_r)$ kokartesisch sind.\label{deS}
  In etwas gr"o"serer Allgemeinheit diskutieren wir das in \ref{ferg}. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Wir erkl"aren eine
  {\bf total endlichdimensionale Garbe von $k$-Moduln auf $X$}
  als eine Garbe auf der diskreten Menge $X$ mit endlichdimensionalen
  Halmen und endlichem Tr"ager und notieren die Kategorie dieser Garben
  $k\op{-Mod}_{/X}^{\op{ted}}$. Das Bilden der  Dimension der Halme liefert eine
  Abbildung
  $$\op{dim}_{/X}: k\op{-Mod}_{/X}^{\op{ted}} \ra \op{Ma"s}_!(X)$$
  mit $\op{dim}_{/{\op{kEns}}} \circ f_!= f_!\circ \op{dim}_{/{\op{kEns}}} $.
  Hier notiere ich $f_!$ die Summation "uber die Fasern, die
  ich in \ref{skfhs} noch $f_*$ notiert hatte.\label{adf}  
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Die Schmelzkategorie $k\op{-Mod}_{/{\op{kEns}}}$ hat stabil universelle
  Verschmelzungen  $\mathcal F_1\curlyvee\ldots  \curlyvee\mathcal F_r \ra \mathcal F_1\boxtimes\ldots  \boxtimes\mathcal F_r$. Ihre universelle Leerverschmelzung landet im leeren Boxprodukt  $\boxtimes=(k,\op{ens})$, der Garbe $k$ "uber dem einelementigen Raum, mit dem Element $1\in k$ als Ziel der universellen
  multilinearen Abbildung aus der leeren Familie von $k$-Vektorr"aumen.
  Diese Schmelzkategorie ist also eine Trennschmelzkategorie in eindeutiger
  Weise. 
\end{Bemerkungl}



\subsection{"Alteres} 
\begin{Bemerkunge}[\textbf{Motivation f"ur die Spezialisierung zu $q=1$}] 
F"ur besonders einfache Variet"aten $X_\circ$ "uber $\mathbb F_p$, 
und in der Darstellungstheorie
sind wir oft in diesem Fall,  sind alle 
Eigenwerte  des Frobenius
auf der Kohomologie Potenzen von $p$. 
Dann gibt es
 sogar ein Polynom $P_X\in\DZ['q]$ mit $P_X(p^r)=|X_\circ(\mathbb F_{p^r})|$
f"ur alle $r\geq 1$ und  $P_X(1)=\chi_!(X)$  ist das \'etale Analogon 
\begin{equation*}
    \chi_! (X) = \sum_i (-1)^i \dim_{\mathbb Q} {\op{H}}^i_! (X;\mathbb Q_l)
  \end{equation*}
unserer Eulercharakteristik mit kompaktem Tr"ager \ref{EUCK}
von eben.
 Wenn es den K"orper $\mathbb F_{1}$ mit einem Element 
g"abe, den es nun leider  in unserer Begriffswelt nicht geben kann,
so h"atten wir wegen $1=p^0$  sogar
$\chi_!(X)=P_X(1)=|X_\circ(\mathbb F_{1})|$.
Diese "Uberlegungen m"ogen erkl"aren, warum wir  auch im weiteren 
oft daran interessiert sein werden,
$q$ zu $1$ zu spezialisieren.
\end{Bemerkunge}
\begin{Bemerkungl}
  Wir betrachten nun die einpunktige Menge $\op{ens}$
alias das finale Objekt in der Kategorie $\op{Ens}$ 
der Mengen und das Auswerten
  $$\op{Wert} : \op{Ens} (\op{ens}, \mathbb Z) \rightarrow \mathbb Z$$
  Gegeben eine endliche Menge $X$  
betrachten wir die konstante Abbildung ${\op{fin}} = {\op{fin}}_X : X
  \rightarrow \op{ens}$.
Weiter betrachten wir auf der einpunktigen Menge $\op{ens}$
  konstante Funktion $\underline{\op{ens}}$ mit dem Wert Eins,
und bezeichnen mit $\underline{X}\pdef{\op{fin}}^\ast \underline{\op{ens}}$ 
die
konstante Funktion Eins auf der Menge $X$.
Dann k"onnen die Kardinalit"at von $X$ 
schreiben als
$$ \op{Wert} ({\op{fin}}_!{\op{fin}}^\ast
  \underline{\op{ens}}) = \op{Wert} ({\op{fin}}_! \underline{X})=\int_X 1= |X| $$ 
mit der alternativen Notation 
$\int_X\pdef \op{Wert} {\op{fin}}_!$ und der Abk"urzung $1$
f"ur die konstante Funktion Eins auf $X$.
F"ur $i_y :
  \op{ens} \hookrightarrow Y$ die Einbettung mit Bild $y\in Y$ 
und $X_y = f^{-1} (y)$ die Faser "uber $y$ und $j:X_y\hra X$ ihre Einbettung 
nach $X$ haben wir feiner
 $$\op{Wert } (i_y^\ast f_! \underline{X})= \op{Wert } ({\op{fin}}_!j^\ast  \underline{X})
  =\int_{X_y}1= |X_y|$$
\end{Bemerkungl}







\begin{Bemerkungl}
  Statt Funktionen betrachten wir zun"achst einmal Zahlen.  Jeder endlichen Menge
  $X$ kann man die Zahl $|X|$ ihrer Elemente zuordnen. In diesem Kontext
gelten die Formeln 
$|X \times Y| = |X|\cdot |Y|$ f"ur endliche Mengen $X$$,Y$ und
  $|U \cup V| = |U| + |V| - |U\cap V|$
f"ur beliebige Teilmengen $U,V\subset X$ einer endlichen Menge.
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}
  Eine m"ogliche Verallgemeinerung dieses Konzepts zu allgemeineren
  topologischen R"aumen $X$ ist unter geeigneten Endlichkeitsannahmen die
  Euler-Charakteristik
  \begin{equation*}
    \chi (X) \pdef \sum_i (-1)^i \dim_{\mathbb Q} {\op{H}}_i(X; \mathbb Q)
  \end{equation*}
  Sie ist wohldefiniert, wenn die totale  
Homologie endlichdimensional ist. Sie ist deshalb eine gute
  Verallgemeinerung f"ur die Kardinalit"at endlicher Mengen, weil einerseits 
gilt $\chi (X) = |X|$ f"ur $X$ eine endliche Menge
  mit ihrer diskreten Topologie, und andererseits 
 $\chi (X \times Y) = \chi (X) \chi (Y)$ sowie
  $\chi (U \cup V) = \chi (U) + \chi (V) - \chi (U\cap V)$ f"ur $U, V \co X$,
  wann immer alle diese Euler-Charakteristiken wohldefiniert sind.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Eine noch
  bessere Verallgemeinerung f"ur lokal kompakte Hausdorff\-r"aume $X$ ist die
  \glqq Euler-Charakteristik mit kompaktem Tr"ager\grqq\ \label{EUCK} 
  \begin{equation*}
   \chi_! (X) \pdef \chi_! (X;\DQ) 
\pdef \sum_i (-1)^i \dim_{\mathbb Q} {\op{H}}^i_! (X;\mathbb Q)
  \end{equation*}
mit\index{chi@$\chi_{~!} (X)$ Euler-Charakteristik mit kompaktem Tr"ager} 
der Notation ${\op{H}}^i_!$ f"ur die Kohomologie mit
kompaktem Tr"ager, die meist ${\op{H}}^i_c$ notiert wird.
  Dann gilt zus"atzlich sogar $ \chi_! (X) = \chi_! (U) + \chi_! (Y) $ wann
  immer $X = U \cup Y$ eine Zerlegung ist in eine offene Teilmenge $U \co X$
  und ihr abgeschlossenes Komplement $Y = X \backslash U \As X$, immer unter
  der Voraussetzung, da"s alle diese Euler-Charakteristiken wohldefiniert
  sind.
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}
  Eine m"ogliche Verallgemeinerung zu lokal kompakten Hausdorffr"aumen besteht
  darin, jeder stetigen Abbildung $f : X \rightarrow Y$ die triangulierten
  Funktoren
  \begin{displaymath}
    \op{Der}^+ (\mathbb Q\op{-Mod}/X) \begin{array}{c}
f_{!}\\[-1ex]\longrightarrow 
\\[-1ex] \longleftarrow \\[-1ex] f^{\ast} \end{array}
    \op{Der}^+ (\mathbb Q\op{-Mod}/Y)
  \end{displaymath}
zwischen den gegen die Pfeile beschr"ankten derivierten Kategorien 
von Garben von $\DQ$-Vektorr"aumen auf unseren Hausdorffr"aumen
  zuzuordnen, die man als deriviertes eigentliches direktes Bild 
und als das Zur"uckholen $f^\ast=f^{-1}$  kennt.  
Wir notieren 
   die  konstante 
Garbe  mit Wert $\mathbb Q$ auf
dem einpunktigen Raum ${\op{top}}$ mit 
$$\underline{\op{top}}\in (\mathbb Q\op{-Mod}/\op{top})\;\;\subset\;\;
\op{Der}^+(\mathbb Q\op{-Mod}/\op{top})$$  
Erkl"aren wir  schlie"slich 
auf der \glqq konstruktiblen  derivierten Kategorie\grqq\ 
$$\op{Der}^c (\mathbb Q\op{-Mod}/\op{top})
\subset \op{Der}^+(\mathbb Q\op{-Mod}/\op{top})$$
mit einem $c$ f"ur franz"osisch \glqq constructible\grqq\  
aller Komplexe mit endlichdimensionaler totaler Kohomologie 
die Abbildung
  \begin{displaymath}
    \begin{array}{cccl}
      \op{Dim} : &\op{Der}^c (\mathbb Q\op{-Mod}/\op{top}) &\rightarrow& \mathbb Z \\
     & \mathcal F &\mapsto & \sum (-1)^i \dim_{\mathbb Q} (\mathcal {\cal{H}}^i \mathcal F)
    \end{array}
  \end{displaymath}
  so ergibt sich f"ur lokal kompakte Hausdorffr"aume $X$ mit wohldefinierter 
Eulercharakteristik mit kompaktem Tr"ager und mit der Notation 
${\op{fin}}^\ast \underline{\op{top}}=\underline{X}$ f"ur die konstante Garbe
$\DQ$ auf $X$ 
die Formel
  $$
    \begin{array}{lll}
     \op{Dim} ({\op{fin}}_! {\op{fin}}^\ast \underline{\op{top}}) &=& \op{Dim} ({\op{fin}}_!\underline{X})
\\ & =& \sum (-1)^i \dim
    \mathcal {\cal{H}}^i ({\op{fin}}_! \underline{X}) \\ &=& \sum (-1)^i \dim
    {\op{H}}^i_! (X; \mathbb Q)\\ &=&\chi_! (X)
  \end{array}
$$
Allgemeiner ergibt sich mit dem sogenanntem \glqq eigentlichen Basiswechsel\grqq,
einer "Aquivalenz von Funktoren $q^\ast f_! = g_! \;p^\ast$ 
in kartesischen Diagrammen, f"ur die Eulercharakteristik mit kompaktem Tr"ager
von Fasern, wenn sie denn wohldefiniert ist,
die Identit"at
  \begin{equation*}
     \op{Dim} (i_y^\ast f_! \underline{X})= \op{Dim} ({\op{fin}}_!j^\ast  \underline{X})
  = \chi_! (X_y) 
  \end{equation*}
\end{Bemerkungl}


\subsection{Die Kategorifizierung der Hecke-Algebra}\label{KatHH}
\begin{Bemerkungl}
  Ist $G_\circ \looparrowright X_\circ $ eine Variet"at "uber $\mathbb F_p$
  mit einer Operation einer algebraischen Gruppe $G_\circ $ "uber $\mathbb
  F_p$, so kann man allgemeiner die "aquivariante konstruktible derivierte
  Kategorie
  \begin{equation*}
    \op{Der}^c_{G_{\circ}} (X_\circ ; \mathbb Q_l)
  \end{equation*}
  einf"uhren. Jeder Morphismus $(\varphi, f) : (G_\circ \looparrowright
  X_\circ ) \rightarrow (H_\circ \looparrowright Y_\circ )$ von Variet"aten
  mit Gruppenwirkung liefert dann triangulierte $\mathbb Q_l$-lineare
  Funktoren
  \begin{equation*}
    \op{Der}^c_{G_{0}} (X_\circ ; \mathbb Q_l) \begin{array}{c}f_!\\%[-1ex] 
\rightleftarrows \\%[-1ex]
      f^\ast \end{array} \op{Der}^c_{H_{0}} (Y_\circ ; \mathbb Q_l)
  \end{equation*}
  Im Fall der trivialen Gruppe erhalten wir unsere derivierten Kategorien von
  vorhin zur"uck, und ist $\varphi : G_\circ \rightarrow H_\circ $ ein
  Quotient nach einem Normalteiler $N_\circ \As G_\circ $ und $X_\circ
  \rightarrow Y_\circ $ ein \'etale lokal triviales $N_\circ
  $-Hauptfaserb"undel, so ist das Zur"uckholen eine "Aquivalenz
  \begin{equation*}
    \op{Der}^c_{H_{0}} (Y_\circ ; \mathbb Q_l) \overset{\sim}{\rightarrow}
    \op{Der}^c_{G_{0}} (X_\circ  ; \mathbb Q_l)
  \end{equation*}
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Die Kategorifizierung der Hecke-Algebra erkl"aren wir nun als die f"ur die
  Operation von $B_\circ $ auf beiden Seiten "aquivariante derivierte
  Kategorie
  \begin{equation*}
    \op{Der}^c_{B_\circ  \times  B_\circ } (G_\circ ; \mathbb Q_l)
  \end{equation*}
  f"ur $G_\circ $ eine reduktive Gruppe "uber $\mathbb F_p$ und $B_\circ
  \subset G_\circ $ eine Borel'sche. Die Konvolution wird gegeben durch die
  Vorschrift
  \begin{equation*}
    \mathcal F_\circ  \ast \mathcal G_\circ  = \overline{m}_{!} 
    \left((\op{quot}^\ast)^{-1} \op{diag}^\ast
      (\op{pr}_1^\ast \mathcal F_\circ  \otimes \op{pr}^\ast_2 \mathcal G_\circ )\right)
  \end{equation*}
  mit $\op{pr}_1, \op{pr}_2 : G_\circ \times G_\circ \rightarrow G_\circ $ den
  Projektionen, implizit zu verstehen als Morphismen von R"aumen mit
  Gruppenoperation f"ur die $B^4_\circ $-Operation vorne und die $B^2_\circ
  $-Operation hinten. Weiter meint $\op{diag}$ die Einschr"ankung der
  $B^4_\circ $-Operation zu einer $B^3_\circ $-Operation durch Zusammenzwicken
  der beiden mittleren Operationen, und $\op{quot}$ steht f"ur den Morphismus
  \begin{equation*}
    \op{quot} : (B^3_\circ  \looparrowright G_\circ  \times  G_\circ ) \rightarrow (B^2_\circ  \looparrowright G_\circ 
    \times _{B_{\circ}} G_\circ )
  \end{equation*}
  von R"aumen mit Gruppenwirkung.  Schlie"slich steht $\overline{m}$ f"ur den
  von der Multiplikation auf $G_\circ$ induzierten Morphismus
  \begin{equation*}
    \overline{m} : (B^2_\circ  \looparrowright G_\circ  \times _{B_{{\circ}}} G_\circ ) \rightarrow (B^2_\circ  \looparrowright
      G_\circ )
    \end{equation*}
  \end{Bemerkungl}

  \begin{Bemerkungl}
    Die Komposition
    \begin{equation*}
      \op{Der}^c_{B_\circ  \times  B_\circ } (G_\circ ; \mathbb Q_l) \;\rightarrow \;\op{Der}^c (G_\circ ; \mathbb Q_l) \;\overset{\op{Tr}_r}{\rightarrow}\;
      \op{Ens}(G_\circ  (\mathbb F_q),\mathbb Q_l )
    \end{equation*}
    landet dann im Teilraum $\mathcal H_q \otimes_{\mathbb Z} \mathbb Q_l
    \subset \op{Ens}(G_\circ (\mathbb F_q),\mathbb Q_l )$ der $B_\circ
    (\mathbb F_q)$-biinvarianten Funktionen, 
und wir erkennen m"uhelos
    \begin{equation*}
      \op{Tr}_r (\mathcal F_\circ  \ast \mathcal G_\circ ) = \op{Tr}_r (\mathcal F_\circ ) \cdot \op{Tr}_r (\mathcal G_\circ )
    \end{equation*}
    f"ur alle $r$. Man "uberlegt sich unschwer, da"s es sogar eine Abbildung
    \begin{equation*}
      \op{Tr} : \op{Der}^c_{B_\circ  \times  B_\circ } (G_\circ ; \mathbb Q_l)
      \rightarrow \mathcal H \otimes_{\DZ} \mathbb Q_l
    \end{equation*}
    in die entsprechend erweiterte universelle Hecke-Algebra geben mu"s, die
    f"ur Spezialisierung des Parameters zu einer $p$-Potenz alle die obigen
    $\op{Tr}_r$ liefert und die multiplikativ ist in dem Sinne, da"s gilt
    \begin{equation*}
      \op{Tr} (\mathcal F_\circ  \ast \mathcal G_\circ ) = \op{Tr} (\mathcal F_\circ ) \cdot
      \op{Tr} (\mathcal G_\circ )
    \end{equation*}
  \end{Bemerkungl}

  \begin{Bemerkungl}
    Nun k"onnen wir in unserer kategorifizierten Hecke-Algebra die
    Unterkategorien
    \begin{equation*}
      \op{Der}^c_{B_\circ  \times  B_\circ } (G_\circ ; \mathbb Q_l) 
      \;\supset\; \op{Der}^{c,\text{ pure }}_{B_\circ  \times  B_\circ }
      (G_\circ ; \mathbb Q_l) 
      \;\supset\; \op{Der}^{c,\text{ pure Tate }}_{B_\circ  \times  B_\circ } 
      (G_\circ ; \mathbb Q_l)
    \end{equation*}
    betrachten.  Hier meint \glqq pure\grqq\  die im Sinne von \cite{BBD} reinen
    Objekte und bei \glqq pure Tate\grqq\  wird zus"atzlich gefordert, da"s alle Halme
    Erweiterungen von Tate-Strukturen sein sollen.  Da $\overline{m} : G_\circ
    \times_{B_{\circ}} G_\circ \rightarrow G_\circ $ eigentlich ist, ist die
    Mittlere dieser Kategorien nach \cite{BBD} stabil unter Konvolution.  Da
    die Geometrie so "uberaus einfach ist, gelingt es, dasselbe auch f"ur die
    Rechte dieser Kategorien zu zeigen.  Sie landet unter $\op{Tr}$ in unserer
    universellen Hecke-Algebra selber, in Formeln
    \begin{equation*}
      \op{Tr}: \op{Der}^{c, \text{ pure Tate }}_{B_\circ  \times  B_\circ } 
      (G_\circ ; \mathbb Q_l) \rightarrow
      \mathcal H
    \end{equation*}
    Da wir in dieser Situation zus"atzlich wissen, da"s alle Halme rein sind,
    oder auch aus der allgemeinen Erkenntnis heraus, da"s in unserem Fall bei
    Schnittkohomologiekomplexen jede zweite Kohomologiegarbe verschwindet,
    liefert der Basiswechsel von $\mathbb F_p$ zu $\overline{\mathbb F}_p$
    einen triangulierten Funktor
    \begin{equation*}
      \op{Der}^{c, \text{ pure Tate }}_{B_\circ  \times  B_\circ } (G_\circ ;
      \mathbb Q_l) 
      \;\overset{\sim}{\rightarrow}\;
      \op{Der}^{c,\; \op{ss},\;  \op{ev}}_{B\times B} (G; \mathbb Q_l)
    \end{equation*}
    wobei \glqq ss\grqq\  f"ur \glqq pervers halbeinfach\grqq\  steht und \glqq ev\grqq\  f"ur die
    Forderung, da"s alle ungeraden Kohomologiegruppen verschwinden sollen.
    Die Reinheit der Halme zeigt, da"s die Abbildung $\op{Tr}$ in die
    universelle Hecke-Algebra "uber diesen Funktor faktorisiert vermittels der
    Abbildung
    \begin{equation*}
      \mathcal F \mapsto \sum_{x,n} (\dim \mathcal {\op{H}}^{2n} \mathcal F_x) q^n T_x
    \end{equation*}
    auf $\mathcal F\in \op{Der}^{c,\; \op{ss},\; \op{ev}}_{B\times B} (G;
    \mathbb Q_l)$. Lassen wir schlie"slich die Bedingung \glqq ev\grqq\  fallen, so
    kann man diese Abbildung erweitern zu einer immer noch mit der Konvolution
    vertr"aglichen Abbildung von $\op{Der}^{c,\; \op{ss}}_{B\times B} (G;
    \mathbb Q_l)$ in die durch eine formale Wurzel $\sqrt{q}$ des Parameters
    erweiterte Hecke-Algebra vermittels der Vorschrift
    \begin{equation*}
      \mathcal F \mapsto \sum_{x,n} (\dim \mathcal {\op{H}}^n \mathcal F_x) \sqrt{q}^n T_x
    \end{equation*}
    In dieser Gestalt trifft man unsere Kategorifizierung 
oder vielmehr die zugeh"orige \glqq Dekategorifizierung\grqq\  "ublicherweise an.
  \end{Bemerkungl}

\newpage

\subsection{Frage von Annette}
Wir betrachten die Spektalsequenz der Kohomologie f"ur die
Faserung
\begin{equation*}
U(k-1) \hookrightarrow U(k) \twoheadrightarrow S^{2k-1}
\end{equation*}
In diesem Fall ist der $E_2$-Term ${\op{H}}^p (S^{2k-1}; 
{\op{H}}^q (U(k-1))) = E^{p,q}$ bereits
der $E_{\infty}$-Term.
Es gibt nun eine Filtrierung ${\op{H}}^n (U(k)) = F^n_0 
\subset F^n_1 \subset \ldots \subset
F^n_n \subset 0$
die vertr"aglich ist mit dem Cup-Produkt, $F_s^n x F_t^m$ landet also in
$F_{s+t}^{n+m}$, und Isomorphismen $F_p^n /F^n_{p+1} 
\overset{\sim}{\longrightarrow}
E_\infty^{p,n-p}$ derart, da"s das auf unseren 
Subquotienten induzierte Produkt unter diesen
Identifikationen bis auf ein auch bekanntes 
Vorzeichen mit dem offensichtlichen Produkt
der $E_2$-Terme "ubereinstimmt.
Das alles steht in [Hatcher, Spectral Sequences].
Trage ich $p$ nach rechts auf und $q$ nach oben, so 
haben die nichtverschwindenden Terme
die Struktur
%Bild einf"ugen
Jetzt haben wir etwa 
\begin{equation*}
E^{2k-1,0} \overset{\sim}{\longrightarrow} F^{2k-1}_{2k-1}/0 
\supset {\op{H}}^{2k-1} (U(k))
\end{equation*}
und ein Erzeuger links geht wohl auf dies \glqq Chern-Klassen-Element\grqq.
Multiplizieren wir das mit irgendeinem Repr"asentanten eines Erzeugers von
von $F_0^{(k-1)^2}/F_1^{(k-1)^2}$ in
${\op{H}}^{(k-1)^2} (U(K))$, so erhalten wir also einen Erzeuger von ${\op{H}}^{k^{2}} (U(k))$.
Es ist ja wohl weiter so, da"s kommutiert
\begin{displaymath}
\xymatrix{
{\op{H}}^{(k-1)^2} U(k) \ar[rr]^-{\op{res}}\ar@{->>}[dr]& 
&{\op{H}}^{(k-1)^2}U(k-1) \ar[dl]_{\sim}\\
&F_0^{(k-1)^2}/F_1^{(k-1)^2} &
}
\end{displaymath}
Weiter sollten diese \glqq Chern-Klassen-Elemente\grqq\  
restringieren zu Chern-Klassen-Elementen.
Das w"urde dann die Behauptung zeigen.

\subsection{Filtrierte derivierte Kategorie}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben eine abelsche Kategorie $\mathcal A$ bezeichne
  \begin{equation*}
    \op{Fil} \mathcal A \supset \op{Fil}^{\op{b}} \mathcal A
  \end{equation*}
  die Kategorie aller Objekte $A$ mit einer Filtrierung $\ldots
  \supset A^{\geq i} \supset A^{\geq i +1} \supset \ldots$ beziehungsweise
  einer beschr"ankten Filtrierung, also $A^{\geq i} = A$ f"ur $i \ll 0$ und
  $A^{\geq i} =0$ f"ur $i \gg 0$.  Morphismen in $\op{Fil} \mathcal A$ sind
  per definitionem filtrierungsvertr"agliche Morphismen in $ \mathcal A$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Dann betrachten wir die Kategorie
  \begin{equation*}
    \op{Fil}^{\op{b}} (\op{Ket} \mathcal A)
  \end{equation*}
  aller Komplexe in $\mathcal A$ mit einer beschr"ankten Filtrierung durch
  Unterkomplexe.  Wir k"onnen sie als volle Unterkategorie
  \begin{equation*}
    \op{Fil}^{\op{b}} (\op{Ket} \mathcal A) \subset \op{Ket} (\op{Fil} \mathcal A)
  \end{equation*}
  aller derjenigen Komplexe von filtrierten Objekten auffassen, bei denen die
  Filtrierung \glqq uniform beschr"ankt\grqq\  ist.  Die Objekte dieser Unterkategorie
  bilden dann auch ein Verdiersystem $\op{Fil}^{\op{b}} (\op{Ket} \mathcal
  A)_h$ der triangulierten Kategorie $\op{Hot} (\op{Fil} \mathcal A)$, und in
  diesem Verdiersystem k"onnen wir hinwiederum das Verdiersystem aller der
  Objekte erkl"aren, die azyklisch sind in dem Sinne, da"s jede
  Filtrierungsstufe einen exakten Komplex liefert.  Der Quotient
  \begin{equation*}
    \op{Fil}^{\op{b}} (\op{Ket} \mathcal A)_h / \text{(azyklische)}
  \end{equation*}
  hei"st dann die {\bf filtrierte derivierte Kategorie} \index{filtrierte
    derivierte Kategorie} \index{derivierte Kategorie!filtrierte} von
  $\mathcal A$ und wir notieren ihn
  \begin{equation*}
    \op{filDer} (\mathcal A)
  \end{equation*}\index{filDer@$\op{filDer}$ filtrierte derivierte Kategorie}
\end{Bemerkungl}

\subsection{"Uberbleibsel Kategorientheorie}

\begin{Definition}\label{KoKan}%\label{KoKa}
\emph{Wohin?}
Sei $\mathcal C$ eine Kategorie und $\mathcal D \subset \mathcal C$ eine
Unterkategorie mit denselben Objekten, aber h"ochstens einem Morphismus
zwischen je zwei Objekten, der dar"uber hinaus, wenn es ihn denn gibt, in
$\mathcal D$ invertierbar ist.
So definieren wir die {\bf l"angs $\mathcal D$ kontrahierte 
Kategorie $\mathcal C_{\mathcal D}$}\index{kontrahierte Kategorie}
wie folgt: Objekte sind "Aquivalenzklassen von Objekten von $\mathcal C$, wobei
zwei Objekte als "aquivalent zu betrachten sind genau dann, 
wenn es zwischen ihnen
einen Morphismus aus $\mathcal D$ gibt.
Gegeben zwei Objekte $A,B \in \mathcal C_{\mathcal D}$ erkl"aren wir Morphismen
$\mathcal C_{\mathcal D} (A,B)$ als die "Aquivalenzklassen in der Vereinigung
\begin{equation*}
\bigcup_{A^\prime \in A, \; B^\prime \in B} \mathcal C (A^\prime, B^\prime)
\end{equation*}
unter der "Aquivalenzrelation $f \sim g f h$ f"ur $f \in \mathcal C (A^\prime,
B^\prime)$ und $h: A^{\prime\prime} \rightarrow A^\prime$ sowie
$g: B^\prime \rightarrow B^{\prime\prime}$ Morphismen in $\mathcal D$.
Die Komposition von Morphismen in der kontrahierten Kategorie 
$\mathcal C_{\mathcal D}$
ist die offensichtliche.
Man erkennt unschwer, da"s mit diesen Definitionen der offensichtliche Funktor
$\mathcal C \rightarrow \mathcal C_{\mathcal D}$ eine "Aquivalenz von Kategorien
ist.
\end{Definition}

\section*{Arbeiten von Grothendieck}
\begin{enumerate}
 \item Wir kennen $\mathbb P^n \mathbb C = (\mathbb C^{n+1} \backslash 0) / \mathbb C^x$ als
komplex-analytische Variet"at.
Manche von uns kennen auch $\mathbb P^n k = (k^{n+1} \backslash 0) / k^x$ f"ur $k = \overline k$
K"orper als algebraische Variet"at.
Was sollte $\mathbb P^n$ sein? Ein Schema.
\item
Sei $U \co \mathbb R^n$. Verallgemeinerte Funktionen auf $U$ sind definiert als gewisse Abbildungen $\mathcal C^\infty_c
(U) \rightarrow \mathbb C$.
\item{``Verallgemeinerte Ringe''}

Schemata sind von Grothendieck definiert als gewisse Funktoren 
\begin{displaymath}
\xymatrix{
 S: \{\op{Kringe}\} \ar[r] &\{\text{Mengen}\}\\
R \ar@{|->}[r]\ar[dd]_-{\varphi} & S(R)\ar[dd]^-{S (\varphi)}\\
\ar@{|->}[r]&\\
R^\prime \ar@{|->}[r] & S(R^\prime)
}
\end{displaymath}
\item
Beispiel: 
\begin{eqnarray*}
\mathbb P^n : R & \mapsto &\{L \subset R^{n+1}\\
\mathbb A^n & \underset{i_0}{\hookrightarrow} & \mathbb P^n\\
R^n \owns \vec{v} &\mapsto & R (1, \vec{v}) = L
\end{eqnarray*}
$L$ besitzt Komplement und ist lokal frei vom Rang Eins also gibt es $f_1, \ldots , f_s \in R$ mit
$\langle f_1, \ldots , f_s\rangle = 
R$ und $L_{f_{i}} \in R_{f_{i}}\op{-Mod}$ frei zyklislch.
Also: $\mathbb P^n (\mathbb C) = \mathbb P^n \mathbb C$
\item
Beispiel: 
$TS$ definiert durch 
\begin{eqnarray*}
(TS)(R) &= &S (R[\epsilon])\\
(T \mathbb A^n)(\mathbb C) &=& (\mathbb C [\epsilon])^n
\end{eqnarray*}
$P : \mathbb A^n \rightarrow \mathbb A^m, =$
\end{enumerate}

\newpage
\section{Schnittkohomologie}\index{Schnittkohomologie} 
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben eine
kompakte orientierte $n$-Mannigfaltigkeit $M$ definiert die
  Schnittpaarung
  \begin{equation*} {\op{H}}_p (M;\mathbb Q) \times {\op{H}}_{n-p} (M;\mathbb
    Q) \rightarrow \mathbb Q
  \end{equation*}
  nach \ref{SPP} Isomorphismen ${\op{H}}_p (M;\mathbb Q)
  \overset{\sim}{\rightarrow} {\op{H}}_{n-p} (M; \mathbb Q)^\ast$.
 Gegeben eine zusammenh"angende
kompakte orientierbare $n$-Mannigfaltigkeit $M$ liefert 
anders gesagt
das
  partielle Auswerten  
einem Erzeuger $\omega$ der h"ochsten Homologiegruppe  die Isomorphismen
  \begin{equation*}
    \cap \omega : {\op{H}}^{n-p} M \overset{\sim}{\rightarrow} {\op{H}}_p M
  \end{equation*}
  der Poincar\'e-Dualit"at \ref{PD}.
\end{Bemerkungl}


  \begin{Beispiel}
    Schw"achen wir unsere Bedingungen an $M$ ab, so gilt das im allgemeinen
    nicht mehr.  Schn"uren wir zum Beispiel einen $2$-Torus so ein, so da"s eine
    Singularit"at entsteht, und ist $\pi : T \twoheadrightarrow S$ die
    Projektion des Torus auf den eingeschn"urten Torus, so ist $\pi_\ast$ ein
    Isomorphismus $\pi_\ast : {\op{H}}_2 T \overset{\sim} {\rightarrow}
    {\op{H}}_2 S$, aber $\pi_\ast : {\op{H}}_1 T \twoheadrightarrow {\op{H}}_1
    S$ hat Kern $\mathbb Z \alpha$ f"ur eine geeignete $\mathbb Z$-Basis
    $(\alpha, \beta)$ von ${\op{H}}_1 T$.  Ist $\omega \in {\op{H}}_2 T$ ein
    Erzeuger und sind $a,b \in {\op{H}}^1 T$ die Kohomologieklassen mit $a
    \cap \omega = \alpha$ und $b \cap \omega = \beta$, so gilt $\alpha \cdot
    \beta =1 = \langle a, \beta \rangle$ und $\langle a, \alpha \rangle =
    \alpha \cdot \alpha =0$.  F"ur $\gamma = \pi_\ast \beta \in {\op{H}}_1 S$
    der Erzeuger und $c \in {\op{H}}^1 S$ sein Duales gilt also $\langle
    \pi^\ast c, \alpha \rangle =0$ und $\langle \pi^\ast c, \beta \rangle =1$
    und folglich $\pi^\ast c = a$.  Damit erhalten wir aber
    \begin{equation*}
      c \cap \pi_\ast \omega = \pi_\ast (\pi^\ast c \cap \omega) 
      = \pi_\ast (a \cap \omega)
      = \pi_\ast \alpha =0
    \end{equation*}
    in "Ubereinstimmung mit unserer Anschauung, da"s es mit der
    Poincar\'e-Dualit"at auf unserem eingeschn"urten Torus $S$ nicht weit her
    sein kann.
  \end{Beispiel}



\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildpT}\\[4mm]
\noindent 
Die Projektion des Torus auf den eingeschn"urten Torus
\end{figure}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[height=18cm]{SkriptenBilder/Bild13Nov}\\[4mm]
\noindent 
\end{figure}




\begin{Beispiel}
Sei $T = S^1 \times S^1$ ein $2$-Torus und $X = \Sigma T$ seine Suspension,
also
\begin{equation*}
X = T  \times  [0,1] / \sim
\end{equation*}
wobei unsere "Aquivalenzrelation $\sim$ den Boden  $T  \times  \{0\}$ 
und den Deckel $T  \times  \{1\}$ jeweils
zu einem Punkt identifiziert. Nach \ref{HSus} haben wir 
$\tilde{{\op{H}}}_i (\Sigma T)
\cong \tilde{\op{H}}_{i-1} T$ und folgern 
${\op{H}}_0 (\Sigma T) \cong \mathbb Z \cong
{\op{H}}_3 (\Sigma T)$,
${\op{H}}_2 (\Sigma T) \cong \mathbb Z^2$ und ${\op{H}}_1 (\Sigma T) = 0$.
Auch in diesem Fall ist es mit der Poincar\'e-Dualit"at nicht weit her,
der im Bild als horizontale Linie dargestellte $1$-Zykel sollte eigentlich
dual zu dem schraffiert eingezeichneten $2$-Zykel sein. Er ist aber
leider nullhomolog, genauer ist er zum
Beispiel der Rand einer $2$-Kette, die den oberen
singul"aren Punkt umfa"st.
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}
  Die Grundidee der Schnitthomologie ist nun schlicht, in geeigneter Weise
  alle Ketten zu verbieten, die \glqq die Singularit"aten nicht transversal genug
  treffen\grqq, und die Homologie des verbleibenden Kettenkomplexes zu bilden.
  Diese Idee wird im folgenden ausgef"uhrt.
\end{Bemerkungl}


\begin{Definition}
Eine Abbildung $f: \Delta (\mathcal K) \rightarrow \Delta (\mathcal K^\prime)$
zwischen den Polyedern von zwei Simplizialkomplexen 
$\mathcal K$ und $\mathcal K^\prime$
hei"st \defind{st"uckweise affin} oder auch etwas 
ungl"ucklich \defind{st"uckweise linear}
und auf Englisch \defind{piecewise linear} oder eine 
\defind{pl-Abbildung} genau dann,
wenn sie jeden vollen Simplex affin in einen vollen Simplex abbildet.
\end{Definition}
\begin{Definition}
Gegeben zwei Triangulierungen $\Delta (\mathcal K) 
\overset{\sim}{\rightarrow} X$
und $\Delta (\mathcal K^\prime)\overset{\sim}{\rightarrow} X$ 
eines topologischen
Raums hei"st die zweite eine \defind{Verfeinerung} der ersten genau dann, wenn
die induzierte Abbildung $\Delta (\mathcal K^\prime) \overset{\sim}{\rightarrow}
\Delta (\mathcal K)$ eine pl-Abbildung ist.
\end{Definition}
\begin{Definition}
Ein \defind{st"uckweise linearer Raum} oder auch 
\defind{pl-Raum} ist ein topologischer
Raum $X$ mit einer Menge $\mathcal F$ von lokal endlichen 
Triangulierungen derart,
da"s (1) je zwei Triangulierungen $T, T^\prime \in \mathcal F$ eine
gemeinsame Verfeinerung $T^{\prime\prime} \in \mathcal F$ besitzen und (2) jede
Verfeinerung einer Triangulierung aus $\mathcal F$ wieder 
zu $\mathcal F$ geh"ort.
Um nicht in Konflikt mit der Mengenlehre zu geraten, 
betrachten wir hierbei nur Tringulierungen
durch Simplizialkomplexe, deren Eckenmenge eine Teilmenge von $X$ ist.
\end{Definition}
\begin{Definition}
Eine Abbildung $f: X \rightarrow Y$ zwischen st"uckweise 
linearen R"aumen $(X,\mathcal F)$
und $(Y,\mathcal G)$ hei"st \defind{st"uckweise linear} genau dann, wenn es 
Triangulierungen $T \in \mathcal F$ und $S \in \mathcal G$ 
gibt derart, da"s die
induzierte Abbildung
$\Delta (T) \rightarrow \Delta (S)$ st"uckweise linear ist.
\end{Definition}
\begin{Ubung}
Jede offene Teilmenge $U$ eines st"uckweise linearen Raums $X$ 
hat genau eine pl-Struktur
derart, da"s die Einbettung $U \hookrightarrow X$ eine pl-Abbildung wird.
\end{Ubung}
\begin{Definition}
Eine Teilmenge $A$ eines pl-Raums $(X,\mathcal F)$ hei"st 
{\bf pl-ab\-ge\-schlossen}\index{pl-abgeschlossen} genau
dann, wenn es eine Triangulierung $T \in \mathcal F$ gibt derart, 
da"s $A$ einer Vereingigung
voller Simplizes von $\Delta (T)$ entspricht.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Sicher ist jede pl-abgeschlossene Teilmenge auch abgeschlossen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Eine {\bf pl-Pseudomannigfaltigkeit}\index{pl-Pseudomannigfaltigkeit} 
$X$ der Dimension $n$ ist ein pl-Raum, der die
Vereinigung seiner $n$-Simplizes ist und die Eigenschaft hat, da"s jeder
$(n-1)$-Simplex zu genau
zwei $n$-Simplizes geh"ort, und zwar f"ur jede pl-Triangulierung.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Gleichbedeutend ist die Forderung, da"s es eine pl-abgeschlossene Teilmenge
$\Sigma \subset X$ gibt derart, da"s $X \backslash \Sigma$ eine dichte
topologische
$n$-Mannigfaltigkeit ist und in $\Sigma$ nur Simplizes einer 
Dimension $\leq (n-2)$
auftreten.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Eine \defind{Perversit"at} ist eine Abbildung
\begin{equation*}
p : \mathbb N_{\geq 2} \rightarrow \mathbb N_{\geq 0}
\end{equation*}
mit $p (2) =0$ und $p (k) \leq p (k+1) \leq p (k) +1$ f"ur alle $k \geq 2$.
\end{Definition}
\begin{Definition}
Eine \defind{Stratifizierung} einer pl-Pseudomannigfaltigkeit ist 
induktiv definiert \emph{(Fall $n=0$?)} als eine
Folge pl-abgeschlossener Teilr"aume
\begin{equation*}
X = X_n \supset X_{n-1} = X_{n-2} \supset X_{n-3} 
\supset \ldots\supset X_0 \supset X_{-1} = \emptyset
\end{equation*}
so da"s gilt:
\begin{enumerate}
\item  $X_i \backslash X_{i-1}$ ist jeweils ein glatte
  $i$-Mannigfaltigkeit, eventuell mit mehreren Zusammenhangskomponenten, den
  \defind{Strata};
\item F"ur jeden Punkt $x \in X_i \backslash X_{i-1}$ mit $i>0$ 
gibt es eine offene
  Umgebung $U\co X$ und eine stratifizierte $(n-i)$-pl-Pseudomannigfaltigkeit
  \begin{equation*}
    L_{n-i}\supset L_{n-i-1} = L_{n-i-2} \supset \ldots \supset 
    L_0 \supset L_{-1} = \emptyset
  \end{equation*}
  und einen pl-Isomorphismus von filtrierten pl-R"aumen
  \begin{equation*}
    U \cong (U \cap X_i)\times L_{n-i}
  \end{equation*}
\end{enumerate}

\end{Definition}
\begin{Definition}
Gegeben ein pl-Raum $(X, \mathcal F)$ erkl"art man den 
Komplex ${\op{C}} X = {\op{C}}(X,\mathcal F)$
seiner \defind{geometrischen Ketten} als den direkten Limes der Komplexe der
Simplizialketten der Triangulierungen $T \in \mathcal F$, in Formeln
\begin{equation*}
{\op{C}}X = \underset{T \in \mathcal F}{\varinjlim}\; {\op{S}} \mathcal K_T
\end{equation*}
mit den hoffentlich offensichtlichen 
Verfeinerungsabbildungen $ {\op{S}} \mathcal K_T \rightarrow
{\op{S}} \mathcal K_{T^\prime}$ f"ur $T^\prime$ eine Verfeinerung von $T$.
F"ur eine geometrische Kette $\xi \in {\op{C}}X$ bezeichne 
$|\xi| \As X$ ihren Tr"ager.
\end{Definition}
\begin{Definition}
Gegeben eine stratifizierte pl-Pseudomannigfaltigkeit 
$X = X_n \supset X_{n-1} = X_{n-2} \supset
X_{n-3} \supset \ldots \supset X_0 \supset X_{-1} = \emptyset$
und eine Perversit"at $p$ definieren wir den Komplex der 
zugeh"origen \defind{Schnitt-Ketten}
oder englisch \defind{intersection chains} durch die Vorschrift
\begin{equation*}
{\op{I}}_p {\op{C}}_i (X) = \left\{\xi \in {\op{C}}_i (X) 
\left|
  \begin{array}{rcl}
\dim (|\xi |\cap X_{n-k})& \leq& i-k+p(k) \\
\dim (|\partial \xi| \cap
X_{n-k}) &\leq& i - k + p (k) -1
\end{array}
\forall k \right\}\right.
\end{equation*}
Die Schnitthomologie von $X$ zur 
Perversit"at $p$ ist dann definiert als die Homologie
des Komplexes der Schnittketten, in Formeln
\begin{equation*}
{\op{I}}_p {\op{H}}_i (X) = \mathcal H_i ({\op{I}}_p {\op{C}} (X), \partial)
\end{equation*}
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Bei transversalem Schnitt w"urde man f"ur eine 
$i$-Kette $\xi$ erwarten, da"s der Schnitt
$|\xi| \cap X_{n-k}$ die Kodimension $ (n-i)+k $ 
und die Dimension $i-k$ haben sollte.
Je gr"o"ser die Perversit"at $p(k)$ ist, desto schw"acher werden 
also unsere Transversalit"atsbedingungen
an die Ketten.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Ist $X$ eine kompakte $n$-pl-Pseudomannigfaltigkeit 
mit einer Orientierung ihres glatten
Teils, und sind $p,q$ komplement"are Perversit"aten, 
gilt also $p(k) + q(k) = k-2$,
so erkl"aren Gorseky und MacPherson eine nichtentartete Schnittpaarung
\begin{equation*}
{\op{I}}_p {\op{H}}_i (X, \mathbb Q) 
\times {\op{I}}_q {\op{H}}_{n-i} (X,\mathbb Q) \rightarrow \mathbb Q
\end{equation*}
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Hat unsere Stratifizierung nur Strata gerader 
Dimension, zum Beispiel im Fall einer
komplexen algebraischen Variet"at, so 
h"angt ${\op{I}}_p {\op{H}}_i$ nur ab von den $p(k)$ f"ur
$k$ gerade.
Insbesondere haben wir dann f"ur 
$p = (0,1,1,2,2, \ldots)$ und $q = (0,0,1,1,2,2, \ldots)$ die Gleichheit
$
{\op{I}}_p {\op{H}}_i = {\op{I}}_q {\op{H}}_i
$. Man spricht dann von der Schnitt-Homologie zur
{\bf mittleren Perversit"at}, notiert sie $ {\op{I}} {\op{H}}_i$ und erh"alt
darauf
eine nichtausgeartete Schnitt-Paarung
\begin{equation*}
{\op{I}} {\op{H}}_i (X) \times{\op{I}}{\op{H}}_{n-i} (X) \rightarrow \mathbb Q
\end{equation*}
\end{Bemerkungl}


\subsection{Verkleben triangulierter Kategorien}
\begin{Definition}
  Ein {\bf Verklebedatum}\index{Verklebedatum} ist eine Sequenz
$$\mathcal A\stackrel{i_\ast}{\ra} \mathcal B\stackrel{j^\ast}{\ra} 
 \mathcal C$$  
von triangulierten Kategorien und triangulierten Funktoren mit folgenden
Eigenschaften: 
\begin{enumerate}
\item Die Verkn"upfung $j^\ast\circ  i_\ast$ ist der Nullfunktor,
der Funktor $i_\ast$ ist volltreu und 
induziert eine "Aquivalenz $i_\ast:\mathcal A\sirra \{M\in \mathcal B\mid j^\ast M=0\}$, 
und  $j^\ast$ induziert
eine "Aquivalenz $\mathcal B/i_\ast\mathcal A\sirra \mathcal C$;
\item Beide Funktoren haben triangulierte Links- und 
Rechtsadjungierte.
\end{enumerate}
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
 Die Notation f"ur unsere Adjungierten aus Teil 2 der Definition
fassen
wir in den Formeln $(i^\ast, i_\ast=i_!, i^!)$ und
  $(j_!, j^!=j^\ast, j_\ast)$ zusammen.
Alle diese Notationen erinnern an das fundamentale Beispiel:
Gegeben ein topologischer Raum $X$ mit einer abgeschlossenen Teilmenge
$Y\As X$ und ihrem offenen Komplement $U\co X$ bezeichne 
$i:Y\hra X$ und $j:U\hra X$ die Einbettungen. 
So ist 
$$\op{Der}^+(\op{Ab}_{/Y})\stackrel{i_\ast}{\ra} \op{Der}^+(\op{Ab}_{/X})
\stackrel{j^\ast}{\ra} 
 \op{Der}^+(\op{Ab}_{/U})$$ 
ein Verklebedatum. Dasselbe gilt f"ur unbeschr"ankte 
derivierte Kategorien, aber dann ist es etwas m"uhsamer,
die Existenz der fraglichen derivierten Funktoren nachzuweisen.
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}
  Sei $A$ ein Ring und $e\in A$ idempotent. 
Ist das Zur"uckziehen 
$\op{Der}((A/AeA)\op{-Mod})\ra \op{Der}(A\op{-Mod})$ volltreu,
so bildet es mit dem Funktor $M\mapsto eM$ 
ein Verklebedatum
$$\op{Der}((A/AeA)\op{-Mod})\ra 
\op{Der}(A\op{-Mod})\ra \op{Der}((eAe)\op{-Mod})$$
\emph{(Habe ich noch nicht selbst gepr"uft!)}
\end{Beispiel}
\subsection{Abschneidestrukturen}

\begin{Definition}
Sei ${\mathcal D}$ eine triangulierte Kategorie.
Eine {\bf Abschneidestruktur}\index{Abschneidestruktur}\label{Abschn}  oder 
{\bf t-Struktur auf ${\mathcal D}$}\index{t-Struktur} 
ist ein Paar $({\mathcal D}^{\leq}, {\mathcal D}^{\geq})$ von
Teilmengen der Objektmenge von ${\mathcal D}$ derart, da"s
mit einem Objekt auch jedes dazu isomorphe Objekt
zu der entsprechenden Teilmenge
geh"ort und da"s
 gilt:
\begin{enumerate}
\item $(X \in {\mathcal D}^{\leq }\text{ und } Y \in {\mathcal D}^{\geq}) \;\;\Rightarrow\;\; {\mathcal D} (X,[-1]Y) =0$;
\item ${\mathcal D}^{\leq }$ ist stabil unter $[1]$ und
   $ {\mathcal D}^{\geq }$ ist stabil unter $ [-1]$;
\item F"ur alle $X \in {\mathcal D}$ gibt es ein ausgezeichnetes 
Dreieck $(A,X,B)$ mit 
$A \in {\mathcal D}^{\leq }$ und $B \in [-1]{\mathcal D}^{\geq}$.
\end{enumerate}
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Wir setzen
${\mathcal D}^{\leq n} \pdef [-n]{\mathcal D}^{\leq }$ 
und ${\mathcal D}^{\geq n}
\pdef [-n]{\mathcal D}^{\geq } $ und  k"onnen mit diesen Notationen  unsere
Forderungen umschreiben zu den Forderungen
\begin{enumerate}
\item $(X \in {\mathcal D}^{\leq 0}\text{ und } Y \in {\mathcal D}^{\geq 1}) \;\;\Rightarrow\;\; {\mathcal D} (X,Y) =0;$
\item ${\mathcal D}^{\leq 0} \subset {\mathcal D}^{\leq 1}$ und $ {\mathcal D}^{\geq 0} \supset {\mathcal D}^{\geq 1};$
\item F"ur alle $X \in {\mathcal D}$ gibt es ein ausgezeichnetes 
Dreieck $(A,X,B)$ mit 
$A \in {\mathcal D}^{\leq 0}$ und $B \in {\mathcal D}^{\geq 1}$.
\end{enumerate}
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Herkunft der Terminologie}] 
  Die Terminologie \glqq t-Struktur\grqq\  ist vermutlich als
  Abk"urzung f"ur \glqq truncation structure\grqq\  
in Bezug auf die
  \glqq Abschneidefunktoren\grqq\  aus \ref{Absch} entstanden, 
die sich nach  Beispiel \ref{Bts} 
und Lemma \ref{RLAD} in diese neue Situation 
verallgemeinern lassen.
\end{Bemerkungl}

 
    \begin{Satz}
      Ist $({\mathcal D}^{\leq }, {\mathcal D}^{\geq})$ eine Abschneidestruktur auf
      einer triangulierten Kategorie ${\mathcal D}$, so ist die
volle Unterkategorie mit Objekten $\mathcal C =
      {\mathcal D}^{\leq } \cap {\mathcal D}^{\geq }$ eine abelsche
      Kategorie, 
das \emph{\bf Herz der Abschneidestruktur}.\index{Herz!von Abschneidestruktur}
    \end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Der Beweis dieses Satzes 
wird uns bis zum Ende dieses Abschnitts besch"aftigen.
Wir  zeigen die Aussage als Teil von Satz  \ref{HefT}.
\end{Bemerkungl}



\begin{Beispiel}\label{Bts}
Gegeben eine kleine abelsche Kategorie $\mathcal{A}$ erhalten
 wir durch 
$$\begin{array}{ccl}
\op{Der}^{\leq n} _{\mathcal A} &=
& \{ X \in \op{Der} _{\mathcal A} \mid \cal{H}^i X =0
\text{ f"ur } i > n\}\\
\op{Der}^{\geq n} _{\mathcal A} & =
& \{ X \in \op{Der} _{\mathcal A} \mid \cal{H}^i X =0
\text{ f"ur } i < n\}
\end{array}$$
eine Abschneidestruktur auf $\op{Der} _{\mathcal A}$ 
und die kanonische Einbettung identifiziert $ \mathcal A$
mit dem Herz dieser Abschneidestruktur,
vergleiche  \ref{AgDe}
folgende.  
\end{Beispiel}

\begin{Lemma}   Sei $({\mathcal D}^{\leq }, {\mathcal D}^{\geq })$ eine Abschneidestruktur auf
      einer triangulierten Kategorie ${\mathcal D}$.
 Die Einbettung ${\mathcal D}^{\geq n} \hookrightarrow {\mathcal D}$ 
besitzt einen Linksadjungierten
$\tau^{\geq n} : {\mathcal D} \rightarrow {\mathcal D}^{\geq n}$.
Die Einbettung ${\mathcal D}^{\leq n} \hookrightarrow {\mathcal D}$ 
besitzt  einen Rechtsadjungierten
$\tau^{\leq n} : {\mathcal D} \rightarrow {\mathcal D}^{\leq n}$.\label{RLAD}
\end{Lemma}
\begin{proof}
Wir zeigen nur die erste Aussage und auch die nur
 im Fall $n=0$. Zu $X \in {\mathcal D}$ gibt es 
ein ausgezeichnetes Dreieck
$(A,X,B)$ mit $A \in {\mathcal D}^{\leq 0}, B \in {\mathcal D}^{\geq 1}$.
Sei $Y \in {\mathcal D}^{\geq 1}$. In der exakten Sequenz
\begin{equation*}
{\mathcal D} ([1]A,Y)\rightarrow
{\mathcal D}(B,Y) \rightarrow {\mathcal D}(X,Y) \rightarrow {\mathcal D} (A,Y) 
\end{equation*}
verschwindet der erste und der letzte Term.
Also hat $X \rightarrow B$ die universelle Eigenschaft,
da"s jeder Morphismus von $X$ in ein Objekt $Y \in {\mathcal D}^{\geq 1}$ 
auf genau eine Weise "uber
$X \rightarrow B$ faktorisiert. Also 
k"onnen wir unseren adjungierten Funktor 
erkl"aren durch $\tau^{\geq 1} X = B$.
Analog finden wir $\tau^{\leq 0} X = A$.
\end{proof}
\begin{Korollar}[\textbf{Abschneidedreieck\index{Abschneidedreieck}}]
Sei $({\mathcal D}^{\leq }, {\mathcal D}^{\geq})$ eine Abschneidestruktur auf
      einer triangulierten Kategorie ${\mathcal D}$.
So gilt:  \begin{enumerate}
  \item F"ur jedes Objekt $X \in {\mathcal D}$ gibt es genau einen Morphismus
    $d : \tau^{\geq 1} X \rightarrow [1](\tau^{\leq 0} X) $ derart, da"s
    \begin{equation*}
      \tau^{\leq 0} X \rightarrow X \rightarrow \tau^{\geq 1} X 
      \overset{d}{\rightarrow}
    \end{equation*}
    mit den Adjunktionsmorphismen als anderen Morphismen ein ausgezeichnetes
    Dreieck ist; 
\item
 F"ur jedes weitere ausgezeichnete Dreieck $(A,X,B)$ mit $A
    \in {\mathcal D}^{\leq 0}$ und $ B \in {\mathcal D}^{\geq 1}$ gibt es
    genau einen Morphismus von ausgezeichneten Dreiecken in das obige Dreieck,
    der auf $X$ die Identit"at ist, und dieser Morphismus ist ein
    Isomorphismus.
  \end{enumerate}

\end{Korollar}
\begin{proof}
Kann dem Leser "uberlassen bleiben.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
  F"ur das Weitere vereinbaren wir  die Notationen
${\mathcal D}^{>n}\pdef {\mathcal D}^{\geq n+1}$ 
und $\tau^{>n}\pdef\tau^{\geq n+1}$ und analog 
${\mathcal D}^{<n}\pdef{\mathcal D}^{\leq n-1}$ 
und $\tau^{<n}\pdef\tau^{\leq n-1}$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Korollar}
Gegeben $({\mathcal D}^{\leq }, {\mathcal D}^{\geq})$ eine Abschneidestruktur auf
einer triangulierten Kategorie ${\mathcal D}$
und  $X \in {\mathcal D}$ gilt:\label{Traad}
\begin{enumerate}
\item $X \in {\mathcal D}^{\geq 0} \;\;\Leftrightarrow
\;\;\tau^{< 0} X =0 \;\;\Leftrightarrow\;\;
{\mathcal D} (Y,X) =0 \quad \forall Y \in {\mathcal D}^{< 0};$
\item $X \in {\mathcal D}^{\leq 0} \;\;\Leftrightarrow\;\; \tau^{> 0} X =0 
\;\;\Leftrightarrow\;\; {\mathcal D} (X,Y) = 0
\quad \forall Y \in {\mathcal D}^{>0}$.
\end{enumerate}
\end{Korollar}
\begin{Bemerkungl}
  Insbesondere sind bei einer Abschneidestruktur
  $({\mathcal D}^{\leq }, {\mathcal D}^{\geq })$ sowohl ${\mathcal D}^{\leq }$
  als auch ${\mathcal D}^{\geq }$ stabil unter dem Bilden direkter Summanden.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Man betrachte das ausgezeichnete 
Dreieck $(\tau^{< 0} X, X, \tau^{\geq 0} X) = (0,X,X)$ und beachte 
${\mathcal D} (Y,X) = {\mathcal D} (Y,\tau^{<0} X)$.
Der Beweis von Teil 2 geht analog.
\end{proof}
\begin{Lemma}Gegeben $({\mathcal D}^{\leq }, {\mathcal D}^{\geq })$ eine Abschneidestruktur auf
einer triangulierten Kategorie ${\mathcal D}$
und $(X,Y,Z)$ ein ausgezeichnetes Dreieck haben wir
$X,Z \in {\mathcal D}^{\geq a} \Rightarrow Y \in {\mathcal D}^{\geq a}$ sowie 
$X,Z \in {\mathcal D}^{\leq a} \Rightarrow Y \in {\mathcal D}^{\leq a}$.\label{Traa}
\end{Lemma}
\begin{proof}
  Das folgt sofort aus dem vorhergehenden Korollar \ref{Traad}.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
Gegeben $({\mathcal D}^{\leq }, {\mathcal D}^{\geq })$ eine Abschneidestruktur auf
einer triangulierten Kategorie ${\mathcal D}$
folgen unter der Vorausetzung $ a \leq b$ 
aus der Adjunktion der Verkn"upfung ${\mathcal D}^{\leq a} \rightarrow
  {\mathcal D}^{\leq b} \rightarrow {\mathcal D}$ sofort 
Isotransformationen $\tau^{\leq a} \stackrel{\sim}{\RA}
  \tau^{\leq a} \tau^{\leq b} \stackrel{\sim}{\RA} 
\tau^{\leq b} \tau^{\leq a}$ und analog
  $\tau^{\geq b} \stackrel{\sim}{\RA}  
\tau^{\geq b} \tau^{\geq a}\stackrel{\sim}{\RA}  \tau^{\geq a} \tau^{\geq b}$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Lemma}
Gegeben $({\mathcal D}^{\leq 0}, {\mathcal D}^{\geq 0})$ eine Abschneidestruktur auf
einer triangulierten Kategorie ${\mathcal D}$ haben wir stets
$\tau^{\geq a} {\mathcal D}^{\leq b} \subset {\mathcal D}^{\leq b}$ und
$\tau^{\leq a} {\mathcal D}^{\geq b} \subset {\mathcal D}^{\geq b}$.
\end{Lemma}
\begin{proof}
Sei $X \in {\mathcal D}^{\leq b}$. Wir betrachten das ausgezeichnete Dreieck
\begin{displaymath}
\tau^{< a} X \rightarrow X \rightarrow \tau^{\geq a} X 
\rightarrow [1](\tau^{< a} X) 
\end{displaymath}
Im Fall $a\leq b$ folgt aus $[1](\tau^{< a} X) 
\in {\mathcal D}^{\leq a-2}$  und  \ref{Traa} unmittelbar das Gew"unschte.
Im Fall $a> b$ folgern wir $\tau^{< a} X \overset{\sim}{\rightarrow} X$ und
$\tau^{\geq a} X =0$.
\end{proof}
\begin{Proposition}
Gegeben $({\mathcal D}^{\leq }, {\mathcal D}^{\geq })$ eine Abschneidestruktur auf
einer triangulierten Kategorie ${\mathcal D}$ und $ X \in {\mathcal D}$ sowie  $a,b \in \mathbb Z$ gibt es genau einen 
Morphismus $\dashrightarrow$
derart, da"s das Diagramm
\begin{displaymath}
\xymatrix{
\tau^{\leq b} X \ar[d]\ar[r] &X \ar[r] & \tau^{\geq a} X\\
\tau^{\geq a} \tau^{\leq b} X\ar@{.>}[urr]\ar@{-->}[rr]& 
&\tau^{\leq b} \tau^{\geq a} X\ar[u]
}
\end{displaymath}
mit den durchgezogenen Pfeilen kommutiert. Des weiteren ist dieser Morphismus  ein Isomorphismus.
\end{Proposition}
\begin{proof}
Nach der universellen Eigenschaft von $\tau^{\geq a}$ 
gibt es genau einen Morphismus wie 
gepunktet eingezeichnet, der das Dreieck oben zum Kommutieren bringt.
Nach der universellen Eigenschaft von $\tau^{\leq b}$ 
gibt es dann auch genau einen Morphismus
wie gestrichelt eingezeichnet, der das Dreieck unten 
zum Kommutieren bringt. Es bleibt
zu zeigen, da"s er ein Isomorphismus ist.
Sei dazu ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit $a\leq b$.
Die Betrachtung des  Oktoaders
%
\begin{displaymath}
\xymatrix{
    & & \tau^{\geq a} \tau^{\leq b} X\ar[dr] & & \\
    & \tau^{\leq b} X \ar[dr]\ar[ur]& & \tau^{\geq a} X\ar[ddr]&\\
    & & X \ar[ur]\ar[drr]&& \\
    \tau^{< a} X\ar[uur] \ar[urr] & &&&\tau^{> b} X}\\
\end{displaymath}
beendet dann den Beweis.
\end{proof}
\begin{Satz}\label{HefT}
Gegeben $({\mathcal D}^{\leq }, {\mathcal D}^{\geq })$ eine 
Abschneidestruktur auf einer triangulierten
Kategorie ${\mathcal D}$ gilt:
\begin{enumerate}
\item $\mathcal C \pdef {\mathcal D}^{\leq } \cap {\mathcal D}^{\geq }$ 
ist eine abelsche Kategorie;
\item ${\mathcal{H}}^0 : = \tau^{\leq 0} \tau^{\geq 0} 
: {\mathcal D} \rightarrow \mathcal C$ ist ein kohomologischer
Funktor;
\item $X,Y \in \mathcal C \Rightarrow 
{\mathcal D} (X,[i]Y ) = 0 \quad \forall i < 0$.
\item $X \rightarrow Y \rightarrow Z$ 
ist eine kurze exakte Sequenz in $\mathcal C$
genau dann, wenn ein Morphismus $Z \rightarrow [1]X $ 
existiert derart, da"s $(X,Y,Z)$ ein ausgezeichnetes
Dreieck wird;
\item F"ur $(X,Y, Z) $ ein ausgezeichnetes Dreieck 
gilt $ X,Z \in \mathcal C \Rightarrow Y 
\in \mathcal C$.
\end{enumerate}
\end{Satz}

\begin{Bemerkungl}
  Sei $\mathcal C \hookrightarrow {\mathcal D}$ eine volle
abelsche  Unterkategorie einer triangulierten Kategorie.  
$\mathcal C$ hei"st {\bf zul"assig},\index{zul"assig!abelsche Unterkategorie}
 wenn 3 und
  4 gelten, und {\bf stabil unter Erweiterungen}, wenn 5 gilt.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof} (PARTIELL IM CHAOS)
Sei 
$f:X \rightarrow Y $ ein Morphismus mit $ X,Y \in \mathcal C$.
Es gibt ein ausgezeichnetes Dreieck 
$(X, Y, Z)$ und Drehen liefert ein
ausgezeichnetes Dreieck 
$(Y,Z,[1]X )$ und nach
\ref{Traa} haben wir 
$ Z \in {\mathcal D}^{\leq 0} \cap {\mathcal D}^{\geq -1}$.
Wir zeigen nun, da"s in dieser Situation 
$Y \rightarrow \tau^{\geq 0} Z$ ein Kokern von $f$ in $\mathcal C$ ist und
$\tau^{\leq 0} ([-1]Z) \rightarrow X$ ein Kern. In der Tat haben wir f"ur 
alle $A\in\mathcal C$ eine exakte horizontale Sequenz
\begin{displaymath}
\xymatrix{
{\mathcal D} (X,A)  &\ar[l]{\mathcal D} (Y,A)  
&\ar[l]{\mathcal D} (Z,A) \ar@{=}[d] 
&\ar[l]{\mathcal D} ([1]X,A)\\
                      &                      
&{\mathcal D} (\tau^{\geq 0} Z,A) &
 }
\end{displaymath}
Sie  beginnt rechts mit Null und  die senkrechte 
Identifikation kommt aus \ref{RLAD}. Die Argumentation f"ur den Kern l"auft analog.
Jetzt gilt es nur noch zu zeigen, da"s die kanonische Abbildung
$\op{im}(f)\ra \op{coim}(f)$ nach \ref{InM} f"ur jedes $f$ ein
Isomorphismus ist. 
\end{proof}


\begin{displaymath}
\begin{array}{cc}
\xymatrix{
\tau^{\geq 0} Z\ar[ddd]_-{[1]} & &\ar[ll] Y\ar[dl]\\
                       &\ar[ul] Z\ar[dr]^-{[1]}&\\
& &X\ar[uu]\\
\tau^{<0} Z\ar[uur] \ar[urr]^-{[1]}&&
} &\\
\downarrow &\\
\xymatrix{
\tau^{\geq 0} Z\ar[dd]_-{[1]}\ar[dr]_-{[1]} & &\ar[ll] Y\\
                       & \ar[dl]S\ar[ur]&\\
\tau^{<0} Z \ar[rr]^-{[1]}&&X\ar[uu]\ar[ul]
} & \quad \quad\boxed{S \in d^{\leq 0} \cap {\mathcal D}^{\geq 0}}
\end{array}
\end{displaymath}
$\op{coin} f = \op{coker} (\op{ker} f) = S = \op{ker} (\op{coker} f) = in f$.
also i.).\\
iii.) Klar.\\
iv.) Klar.\\
v.) Klar.\\
ii.) $X \rightarrow Y \rightarrow Z \rightarrow \quad \quad\op{ad}$.\\
{\bf Fall 1:} $X,Y, Z \in {\mathcal D}^{\leq 0} \Rightarrow {\op{H}}^0 X \rightarrow {\op{H}}^0Y 
\rightarrow {\op{H}}^0 Z
\rightarrow 0$ exakt.
\begin{proof}
Allgemein: $U \in {\mathcal D}^{\leq 0}, V \in {\mathcal D}^{\geq 0} $
\begin{eqnarray*}
\Rightarrow {\mathcal D} (U,V) &=& {\mathcal D} (\tau^{\geq 0} U, V)\\
&=&{\mathcal D} (\tau^{\geq 0} U, \tau^{\leq 0} V)\\
&=&{\mathcal D} ({\op{H}}^0 U, {\op{H}}^0V).
\end{eqnarray*}
Jetzt: $T \in \mathcal C \rightsquigarrow$
\begin{displaymath}
\xymatrix{
{\mathcal D}(X[1],T) \ar[r]\ar@{=}[d] & {\mathcal D}(Z,T) \ar[r] 
& {\mathcal D} (Y,T) \ar[r] & {\mathcal D} (X,T) \ar[r] & \ldots\\
0&&&&\\
0 \ar[r] & {\mathcal D} ({\op{H}}^0Z,T) \ar[r] & {\mathcal D}({\op{H}}^0Y,T) \ar[r] 
& {\mathcal D} ({\op{H}}^0X,T) &
}
\end{displaymath}
$\forall T$.
\end{proof}
{\bf Fall 2:} $X \in {\mathcal D}^{\leq 0} \Rightarrow {\op{H}}^0 X \rightarrow {\op{H}}^0 Y 
\rightarrow {\op{H}}^0Z \rightarrow 0$
exakt.
\begin{proof}
\begin{eqnarray*}
T \in d^{\geq 1} & \Rightarrow & {\mathcal D} (Y,T) \overset{\sim}
{\leftarrow} {\mathcal D} (Z,T)\\
&\Rightarrow & \tau^{\geq 1} Y \overset{\sim}{\rightarrow} \tau^{\geq 1} Z.
\end{eqnarray*}
Jetzt:
\begin{displaymath}
\xymatrix{
    & & \tau^{\leq 0} Z\ar[dr] & & \\
    & \tau^{\geq 0} Y \ar[dr]\ar[ur]& & Z\ar[dddr]&\\
    & & Y \ar[ur]\ar[ddrr]&& \\
X\ar[uur]\ar[urr] &&&&\\
    & &&&\tau^{\geq 1} Y}\\
\end{displaymath}

{\bf Fall 2*} $Z \in {\mathcal D}^{\geq 0} \Rightarrow 0 \rightarrow {\op{H}}^0 X 
\rightarrow {\op{H}}^0 Y \rightarrow {\op{H}}^0 Z$
exakt.\\
{\bf Allgemein:}
\begin{displaymath}
\xymatrix{
     & &\tau^{\geq 1} X\ar[dr] &  \\
    & X \ar[dr]\ar[ur]& &U\ar[dd] \\
    & & Y \ar[ur]\ar[dr]& \\
\tau^{\leq 0} X\ar[uur]\ar[urr] &&&Z
}
\end{displaymath}
{\bf Aber:} ${\op{H}}^0 X \rightarrow {\op{H}}^0 Y \twoheadrightarrow {\op{H}}^0 U 
\rightarrow 0$ (Fall 2)\\
$0 \rightarrow {\op{H}}^0 U \rightarrow H60 Z \rightarrow H$.
\end{proof}

\begin{Definition}
Seien ${\mathcal D}_1, {\mathcal D}_2$ 
 triangulierte Kategorien mit Abschneidestruktur.
 \begin{enumerate}
 \item Ein triangulierter Funktor $T : {\mathcal D}_1 \rightarrow {\mathcal
     D}_2$ hei"st {\bf
     t-rechtsexakt}\index{t-rechtsexakt}\index{rechtsexakt!t-rechtsexakt}, wenn gilt $T({\mathcal D}_1^{\leq }) \subset {\mathcal
     D}_2^{\leq }$.\item   Ein triangulierter Funktor $T : {\mathcal D}_1
   \rightarrow {\mathcal D}_2$ hei"st {\bf
     t-linksexakt}\index{t-linksexakt}\index{linksexakt!t-linksexakt}, wenn gilt $T({\mathcal D}_1^{\geq }) \subset {\mathcal D}_2^{\geq
     }$.\item   Ein triangulierter Funktor $T$ hei"st {\bf
     t-exakt}\index{t-exakt}\index{exakt!t-exakt}, wenn er
   t-rechtsexakt und t-linksexakt ist.
 \end{enumerate}
\end{Definition}
 
\begin{Satz}[\textbf{Eigenschaften halbexakter Funktoren}]
 Seien ${\mathcal D}_1, {\mathcal D}_2$ 
 triangulierte Kategorien mit Abschneidestrukturen und
 Herzen $\mathcal C_1, 
\mathcal C_2$. Sei $T : {\mathcal D}_1 \rightarrow {\mathcal
     D}_2$ ein triangulierter Funktor. 
\begin{enumerate}
\item Ist $T$ ein  t-rechtsexakter Funktor, so ist ${}^pT \pdef 
\mathcal H^0 \circ T : \mathcal C_1 \rightarrow 
\mathcal C_2$ rechtsexakt.
\item
Ist $T$ ein t-linksexakter Funktor, so ist ${}^pT \pdef 
\mathcal H^0 \circ T : \mathcal C_1 \rightarrow 
\mathcal C_2$  linksexakt.
\item
Gegeben ein Paar  $(L ,R)$ von zueinander 
adjungierten triangulierten Funktoren
$R: D_1 \rightarrow D_2$ und $ L : D_2 \rightarrow D_1$
 ist $L$ ein t-rechtsexakter Funktor
 genau dann, wenn $R$ ein t-linksexakter Funktor ist, und in diesem
Fall ist auch $({}^pL, {}^pR)$ ein Paar von adjungierten Funktoren zwischen
den zugeh"origen Herzen.

\item
Sind $F: \mathcal D_1 \rightarrow \mathcal D_2$ und $G: \mathcal D_2 \rightarrow \mathcal D_3$ 
trianguliert und t-linksexakt
beziehungsweise t-rechtsexakt, so gilt dasselbe f"ur $G \circ F$ und wir haben
\begin{equation*}
{}^p (G\cdot F) = {}^pG \circ {}^pF.
\end{equation*}
\end{enumerate}
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
 Ist $F: \mathcal D_1 \rightarrow \mathcal D_2$ ein t-rechtsexakter Funktor, so erhalten wir
f"ur jedes Objekt $X \in \mathcal D_1$ einen nat"urlichen 
Morphismus $F \tau^{\geq 0} X \rightarrow
\tau^{\geq 0} F X$ als die nach \ref{Ehn} eindeutig 
bestimmte Vervollst"andigung zu einem
Morphismus von Dreiecken des linken Quadrats im Diagramm
\begin{displaymath}
 \xymatrix{
F \tau^{<0} X \ar[d] \ar[r] & F X \ar[r] \ar@{=}[d] 
& F \tau^{\geq 0} X \ar@{.>}[d] \ar[r]^-{[1]}&\\
\tau^{<0} F X \ar[r] & FX \ar[r] & \tau^{\geq 0}FX \ar[r]^-{[1]}&
}
\end{displaymath}
Die linke Vertikale kommt hier von der universellen 
Eigenschaft des Abschneidens $\tau^{<0}$ her.
\end{Bemerkungl}


\nichtfinal{\begin{Bemerkunge} WO? UNFERTIG!
  Mit den Abschneidefunktoren ist es etwas komplizierter,
  aber ist unser dg-Ringoid $(A,d)$  konzentriert in nichtpositiven Graden
  und ist $M$ ein $(A,d)$-Modul, so sind $\tau^{\leq n} M$ und
  $\tau^{>n} M$ (nee, Quatsch!) aus \ref{Absc} offensichtlich $(A,d)$-Untermoduln und wir
  k"onnen mit unseren Abschneidefunktoren in der gewohnten Weise arbeiten.
\end{Bemerkunge}}
\subsection{Stabilit"atsbedingungen} 
\begin{Definition}
 Eine {\bf Stabilit"atsbedingung}\index{Stabilit"atsbedingung} 
auf einer triangulierten Kategorie $\mathcal T$ ist ein Datum bestehend
aus
\begin{enumerate}\renewcommand{\theenumi}{\alph{enumi}}
 \item [(a)]
einer Abbildung $z : \mathcal T \rightarrow \mathbb C$ mit $z (X) + z (Y) + z (Z) =0$ f"ur jedes ausgezeichnete
Dreieck $X \rightarrow Y \rightarrow Z \rightarrow $ in $\mathcal T$; 
%  alias einem Gruppenhomomorphismus
% $z : K (\mathcal T) \rightarrow \mathbb C$;
\item[(b)] vollen additiven Unterkategorien $\mathcal P (\phi) \subset \mathcal T$ f"ur alle $\phi \in
\mathbb R$,
\renewcommand{\theenumi}{\arabic{enumi}}
\end{enumerate}
 derart, da"s die folgenden Eigenschaften erf"ullt sind:
\begin{enumerate}
 \item  Gegeben $\phi \in \mathbb R$ und $E \in \mathcal P (\phi)$
mit $E \neq 0$ gilt $z (E) \in \mathbb R_{>0} \op{exp} (2 \pi {\op{i}} \phi)$;
\item F"ur alle $\phi \in \mathbb R$ gilt $\mathcal P (\phi +1) = \mathcal P (\phi) [1];$
\item Gegeben $\phi > \psi$ und $A \in \mathcal P (\phi)$, $B \in \mathcal P (\psi)$ gilt $\mathcal T
(A,B) = 0;$
\item Gegeben $E \in \mathcal T$ existiert eine endliche Folge $\phi_1 > \phi_2 > \ldots > \phi_n$
von reellen Zahlen und  eine Folge von Objekten  $A_i \in \mathcal P (\phi_i)$
und eine Folge von ausgezeichneten Dreiecken
\begin{displaymath}
 \xymatrix{
0 = E_0 \ar[rr] & &E_{1} \ar[r]\ar[dl] &\ldots\ar[r]& E_{n-1} \ar[rr] && E_{n} = E
\ar[dl]\\       &A_{1} \ar[ul]^-{[1]}  &  &     & & A_n\ar[ul]^-{[1]} &\\
}
\end{displaymath}
\end{enumerate}
Die Abbildung $z$ hei"st in diesem Zusammenhang die 
{\bf zentrale Ladung}\index{zentrale Ladung!einer Stabilit"atsbedingung}
unserer Stabilit"atsbedingung. 
\end{Definition}
\begin{Ubung}
 Gegeben ein weiteres Objekt $F \in \mathcal T$ und zur selben Folge $\phi_1 >
 \phi_2 > \ldots > \phi_n$ eine Folge von 
Objekten $ B_i \in \mathcal P (\phi_i)$ 
und eine Folge von ausgezeichneten Dreiecken
\begin{displaymath}
 \xymatrix{
0 = F_0 \ar[rr] & &F_{1} \ar[r]\ar[dl] &\ldots\ar[r]& F_{n-1} \ar[rr] && F_{n}
= F 
\ar[dl]\\       &B_{1} \ar[ul]^-{[1]}  &  &     & & B_n\ar[ul]^-{[1]} &\\
}
\end{displaymath}
gibt es zu jedem Morphismus $g : E \rightarrow F$ eindeutig bestimmte Morphismen $g_i : E_i \rightarrow
F_i$ und $\bar g_i : A_i \rightarrow B_i$ mit $g_n=g$, die eine Folge von Morphismen von Dreiecken bilden.
\end{Ubung}
\begin{Beispiel}
 Gegeben eine artinsche Kategorie $\mathcal A$ liefert jede Abbildung
\begin{equation*}
 \op{irr} \mathcal A \rightarrow \{z \in \mathbb C \mid \op {Im} z > 0 \} \sqcup \mathbb R_{< 0}
\end{equation*}
eine Stabiltit"atsbedingung auf $\op{Der}^b (\mathcal A)$. Die Harder-Narasimhan-Filtrierung auf $M \in \mathcal A$
erh"alt man wie folgt: Man nimmt unter allen Unterobjekten diejenigen mit maximaler Phase. Unter diesen gibt es
genau ein maximales, denn sin $U, V \in M$ zwei Unterobjekte maximaler Phase, so zeigt die kurze exakte Sequenz
\begin{equation*}
 U \cap V \hookrightarrow U \oplus V \twoheadrightarrow U + V
\end{equation*}
unmittelbar, dass auch $U + V$ diese Phase hat.
Ist nun $M_{\op{max}} \subset M$ das maximale der Unterobjekte mit Phase, so ist die Phase von jedem
Unterobjekt von $M/M_{\op{max}}$ echt kleiner. Eine offensichtliche Induktion liefert uns damit eine 
Filtrierung
\begin{equation*}
 0 = M_0 \subset M_1 \subset \ldots \subset M_n = M
\end{equation*}
mit $\phi (M_i \mid  M_{i-1}) > \phi (M_j \mid M_{j-1})$ falls $i < j$.
\end{Beispiel}






\subsection{Perverse Garben auf $\mathbb C$}
\begin{Bemerkungl}
Die irreduziben perversen Garben auf $\mathbb C$ sind schnell beschrieben:
Einerseits haben wir die Wolkenkratzergarben mit eindimensionalem Halm, andererseits
die mittleren Ausdehnungen von irreduziblen lokal konstanten Systemen auf Komplementen
endlicher Teilmengen $E \subset \mathbb C$.
Nach \eref{fkp}{TF} liefert eine geeignete Wahl von  Wegen von einem festen Basispunkt $p \in \mathbb C
\backslash E$ zu jedem Punkt unserer endlichen Teilmenge $E$ eine 
"Aquivalenz von
Kategorien
\begin{eqnarray*}
\left\{ \begin{array}{c}
\text{lokal konstante}\\
\text{Systeme auf } \DC \backslash E \end{array} \right\}
& \sira & \left\{ \begin{array}{c}
\text{endlichdimensionale Vektorr"aume $V$}\\
\text{mit Automorphismen } (\varphi_x)_{x \in E}
\end{array} \right\}\\
\mathcal L \;\;\;\;\;\;\;\;\;\;& \mapsto & \;\;\;\;\;\;\;\;\;\;\mathcal L_p
\end{eqnarray*}
mit $\mathcal L_p$ dem Halm von $\mathcal L_p$ bei $p$ und
$\varphi_x : \mathcal L_p \rightarrow \mathcal L_p$ 
gegeben durch die Operation des
Weges \glqq gehe erst von $p$ mit unserem festen Weg ganz nah an $x$
heran, dann im Gegenuhrzeigersinn
einmal um $x$ herum, und dann wieder mit unserem festen Weg nach $p$ zur"uck\grqq.
Die mittlere Aussehnung von $\mathcal L [1]$ stimmt in diesem Fall 
"uberein mit dem
verschobenen nichtderivierten direkten Bild
\begin{equation*}
j_{!\ast} \mathcal L [1] = (j_{(\ast)} \mathcal L) [1]
\end{equation*}
f"ur $j: \mathbb C \backslash E \hookrightarrow \mathbb C$ die Einbettung.
Insbesondere kann der Halm der mittleren Ausdehnung bei $x \in E$ identifiziert werden mit
den Fixpunkten der Monodromie, also mit $\op{Eig} (\varphi_x ; 1)$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Wir besprechen perverse Garben auf $\mathbb C$, deren Einschr"ankung auf $\mathbb C^\times$
konstant ist. Wir  betrachten dazu
\begin{equation*}
\mathbb C^\times \overset{j}{\hookrightarrow} \mathbb C \overset{i}{\hookleftarrow} \{0\}
\end{equation*}
Zu jedem Objekt $\mathcal F \in \op{Der}_{/\mathbb C}$
bilden wir nach \ref{KuEG} 
das ausgezeichnete Dreieck
\begin{equation*}
j_! j^! \mathcal F \rightarrow \mathcal F \rightarrow i_\ast i^\ast \mathcal F \overset{[1]}{\rightarrow}
\end{equation*}
mit den Einheiten und Koeinheiten der Adjunktionen als
ersten beiden Morphismen.
Bilden wir dazu die lange exakte Sequenz der
Kohomologiegarben und beachten, da"s in unserem
Fall wegen $j^! =j^\ast$ alle vier Funktoren auf 
Garben exakt sind und da"s f"ur $\mathcal F \in \op{Der}
_{/\mathbb C}$ pervers und lokal konstant auf 
$\mathbb C^\times$ nur $\mathcal H^{-1} j^! \mathcal F$
von Null verschieden sein kann, so erhalten wir eine exakte Sequenz von Garben
$$
i_\ast \mathcal H^{-2} i^\ast \mathcal F \hookrightarrow j_! \mathcal H^{-1} j^! \mathcal F \rightarrow
\mathcal H^{-1} \mathcal F \twoheadrightarrow i_\ast \mathcal H^{-1} i^\ast \mathcal F \quad\text{ und }\quad \mathcal H^0
\mathcal F \sira i_\ast \mathcal H^0 i^\ast \mathcal F.
$$
\end{Bemerkungl}

\subsection{Gewichtsstrukturen}
\begin{Definition}
  Sei ${\mathcal D}$ eine triangulierte Kategorie.  Eine 
{\bf Gewichtsstruktur}\index{Gewichtsstruktur} 
 oder {\bf co-t-Struktur}\index{co-t-Struktur} 
oder englisch {\bf weight structure}\index{weight structure} auf
      ${\mathcal D}$
ist ein Paar $({\mathcal D}^{w\leq },
    {\mathcal D}^{w\geq })$ von Teilmengen der Objektmenge von ${\mathcal D}$
    derart, da"s mit einem Objekt auch jedes dazu isomorphe Objekt
 und jeder  direkte Summand zu der
    entsprechenden Teilmenge geh"ort und da"s gilt:
    \begin{enumerate}
    \item $(X \in {\mathcal D}^{w\geq }\text{ und } Y \in {\mathcal D}^{w\leq })
      \;\;\Rightarrow\;\; {\mathcal D} (X,[1]Y) =0;$
 \item $ {\mathcal D}^{w\leq }$ ist stabil unter $ [1]$ und
   ${\mathcal D}^{w\geq }$ ist stabil unter $[-1]$;
    \item F"ur alle $X \in {\mathcal D}$ gibt es ein ausgezeichnetes Dreieck
      $(A,X,[1]B)$ mit $A \in {\mathcal D}^{w\geq }$ und $B \in {\mathcal
        D}^{w\leq }$.
    \end{enumerate}
    \nichtfinal{Mir ist nicht klar, ob man sogar fordern sollte, da"s
      beide Teile einer Gewichtsstruktur karoubisch sind.}
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl} Zum Kontrast erinnere ich daran, da"s wir 
  eine  Abschneidestruktur\index{Abschneidestruktur}
  auf einer triangulierten Kategorie
 ${\mathcal D}$ in \ref{Abschn} erkl"art hatten als 
ein Paar $({\mathcal D}^{\leq}, {\mathcal D}^{\geq})$ von
Teilmengen der Objektmenge von ${\mathcal D}$ derart, da"s
mit einem Objekt auch jedes dazu isomorphe Objekt
zu der entsprechenden Teilmenge
geh"ort und da"s
 gilt:
\begin{enumerate}
\item $(X \in {\mathcal D}^{\leq }\text{ und } Y \in {\mathcal D}^{\geq}) \;\;\Rightarrow\;\; {\mathcal D} (X,[-1]Y) =0$;
\item  $ {\mathcal D}^{\geq }$ ist stabil unter $ [-1]$ und
   ${\mathcal D}^{\leq }$ ist stabil unter $[1]$;
\item F"ur alle $X \in {\mathcal D}$ gibt es ein ausgezeichnetes 
Dreieck $(A,X,[-1]B)$ mit 
$A \in {\mathcal D}^{\leq }$ und $B \in {\mathcal D}^{\geq}$.
\end{enumerate}
Gegeben eine Gewichtsstruktur
$({\mathcal D}^{w\leq },
{\mathcal D}^{w\geq })$ hat das vertauschte
Paar $({\mathcal D}^{w\geq },
{\mathcal D}^{w\leq })$ mithin formal genau die Eigenschaften einer \glqq Abschneidestruktur mit invertierter Verschiebung $[-1]$ statt $[1]$\grqq. Wenn wir aber bei einer triangulierten Kategorie die Verschiebung
invertieren, entsteht keinesfalls wieder eine triangulierte Kategorie, und
 diese kleine formale "Anderung hat weitreichende Auswirkungen. 
So ist insbesondere bei einer Gewichtsstruktur das ausgezeichnete Dreieck aus
dem letzten Teil in keinster Weise eindeutig, im 
Gegensatz zum Fall einer 
Abschneidestruktur. Das ist auch der Grund, aus dem wir die Stabilit"at unter
direkten Summanden bei einer Gewichtsstruktur zus"atzlich fordern m"ussen,
wohingegen wir sie im Fall einer Abscneidestruktur folgern konnten.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
Gegeben eine Gewichtsstruktur $({\mathcal D}^{w\leq },
{\mathcal D}^{w\geq })$ auf einer triangulierten Kategorie
${\mathcal D}$ vereinbaren wir die Notationen ${\mathcal
      D}^{w\geq n} \pdef [-n]{\mathcal D}^{w\geq 0}$ und ${\mathcal D}^{w\leq n}
\pdef [-n]{\mathcal D}^{w\leq 0} $ und  k"onnen damit   unsere
Forderungen umschreiben zu den Forderungen
\begin{enumerate}
\item $(X \in {\mathcal D}^{w\geq 0}\text{ und } Y \in {\mathcal D}^{w\leq -1}) \;\;\Rightarrow\;\; {\mathcal D} (X,Y) =0;$
\item ${\mathcal D}^{w\geq 1} \subset {\mathcal D}^{w\geq 0}$ und $ {\mathcal D}^{w\leq 1} \supset {\mathcal D}^{w\leq 0};$
\item F"ur alle $X \in {\mathcal D}$ gibt es ein ausgezeichnetes 
Dreieck $(A,X,B)$ mit 
$A \in {\mathcal D}^{w\geq 0}$ und $B \in {\mathcal D}^{w\leq -1}$.
\end{enumerate}
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
Eine typische Gewichtsstruktur erh"alt man
f"ur jede additive Kategorie $\mathcal I$ auf $\mathcal D\pdef \op{Hot}(\mathcal
I)$ durch die
Vorschriften $\mathcal D^{w\leq 0}\pdef 
\{X\mid \exists A\in \op{Hot}^{\leq 0}(\mathcal
I)\text{ mit }A\cong X\}$ und
 $\mathcal D^{w\geq 0}\pdef \{X\mid \exists B\in \op{Hot}^{\geq 0}(\mathcal
I)\text{ mit }B\cong X\}$. Das {\bf Herz}\index{Herz!von Gewichtsstruktur} 
einer Gewichtsstruktur wird definiert als 
$\mathcal D^{w\leq 0}\cap \mathcal D^{w\geq 0}$. In unserem Fall kann man
leicht zeigen,
da"s im Fall einer  additiven Kategorie $\mathcal I$ mit spaltenden Idempotenten 
die offensichtliche Einbettung eine "Aquivalenz zwischen $\mathcal I$
und dem Herz der Gewichtsstruktur $$\mathcal I\sirra \op{Hot}^{\leq 0}(\mathcal
I)\cap 
\op{Hot}^{\geq 0}(\mathcal
I)$$ induziert. In der Tat erhalten wir 
zueinander inverse Homotopie"aquivalenzen
 $f:A\ra B$ und $g:B\ra A$, 
die festgelegt werden durch von uns der Einfachkeit halber mit
denselben Buchstaben bezeichnete Morphismen
$f:A^0\ra B^0$ und $g:B^0\ra A^0$ mit $fd=0=df$ und $dg=0=gd$. 
Weiter mu"s es   $\delta:A^0\ra A^{-1}$ geben
mit $\op{id}=gf+d\delta$ sowie $\gamma:B^1\ra B^{0}$ mit
$\op{id}=fg+\gamma d$.  
Es folgt $(gf)^2=g(\op{id} -\gamma d)f=gf$ und damit ist $gf$ der 
Projektor auf einen Summanden von $A^0$. Die Behauptung folgt. 
\end{Beispiel}



%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "XXTOP"
%%% End: 
