\section{Berechnung der Garbenkohomologie}
\subsection{Welke Garben}
\begin{Definition}
Eine Garbe hei"st
\defnoind{welk},\index{welk, Garbe} 
englisch \defind{flabby} und franz"osisch \defind{flasque}, 
 wenn sich jeder Schnitt auf einer\label{welk} 
offenen Teilmenge zu einem globalen Schnitt fortsetzen l"a"st.
\end{Definition}

% $\check{\mathrm{Z}}^1(\cal{U};\cal C_G)$ 

\begin{Lemma}\label{WeGa}
Sei $\cal{F}^{\prime} \hookrightarrow \cal{F} \twoheadrightarrow
\cal{F}^{\prime\prime} $ eine kurze exakte Sequenz von abelschen Garben auf
einem topologischen  Raum $X$.
\begin{enumerate}
\item
Ist $\cal{F}^{\prime}$ welk, so induziert der Epimorphismus
$\cal{F}\sra\cal{F}''$
eine Surjektion $\Gamma \cal{F} \twoheadrightarrow
\Gamma \cal{F}^{\prime\prime}$ auf den globalen Schnitten;
\item
Sind $\cal{F}^{\prime}$ und $\cal{F}$ welk, so ist auch
$\cal{F}^{\prime\prime}$ welk.
\end{enumerate}
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
1.
Sei $s^{\prime\prime} \in \Gamma \cal{F}^{\prime\prime}$ ein
globaler Schnitt.
Wir betrachten die Menge aller Paare $(U,s_{U})$ mit $U\co X$ und
$s_{U} \in \cal{F}(U)$ einem Urbild von $s^{\prime\prime}|_{U}$.
Diese Menge ist in nat"urlicher Weise induktiv teilgeordnet und
besitzt nach Zorn ein maximales Element.
Ist nun $(U, s_U)$ so ein maximales Element
und w"are $U \neq X$, so f"anden wir $x \in X \backslash U$ und
aufgrund der Surjektivit"at $\cal{F}_{x} \twoheadrightarrow
\cal{F}_{x}^{\prime\prime}$ eine offene Umgebung $V$ von $x$ sowie
$s_{V} \in \cal{F} (V)$ mit $s_{V} \mapsto s^{\prime\prime} |_V$.
Es folgt
$$s_{V}|_{U \cap V} - s_U|_{U\cap V} \in
\cal{F}^{\prime} (U \cap V)$$
Setzen wir diese Differenz fort zu einem Schnitt $t_{V} \in
\cal{F}^{\prime} (V)$ "uber $V$ der welken Garbe $\cal{F}'$,
so stimmen $(s_{V} - t_{V})$ und $s_{U}$
"uberein auf $U\cap V$ und verkleben folglich zu einem
Urbild von $s^{\prime\prime}$ auf $U \cup V$, das
$s_{U}$ fortsetzt. Das steht jedoch im Widerspruch zur Maximalit"at von
$(U, s_{U})$ und wir hatten doch $U=X$.
Teil 2 folgt aus Teil 1, da die Restriktionen welker Garben auf offene
Teilmengen wieder welk sind.
\end{proof}

\begin{Satz}[\textbf{Azyklizit"at welker Garben f"ur globale Schnitte}] 
Welke abelsche Garben auf einem topologischen Raum 
sind azyklisch f"ur den\label{WeAZ} Funktor der globalen Schnitte.
\end{Satz}
\begin{proof}
Wir werden in \ref{IGw} zeigen, da"s jede injektive abelsche Garbe welk ist.
Auch hier aber zeigt unser Beweis \ref{GDF}
f"ur die Existenz von genug injektiven 
Objekten in der Kategorie der abelschen Garben schon, da"s jede
abelsche Garbe in eine welke injektive abelsche Garbe eingebettet werden kann.
Jede abelsche Garbe   $\cal{F}$ besitzt also eine 
Aufl"osung $\cal{F}\hra \mathcal I^{0}\ra \mathcal I^{1}\ra\ldots$
durch welke injektive Garben.
Wir zerlegen sie in kurze exakte
Sequenzen
$$\begin{array}{cccccccccccccccc}
\cal{F} &\hookrightarrow &\mathcal I^{0}&\twoheadrightarrow
&\cal{K}^{1}& & & &&\\
&& & & \cal{K}^{1}&\hookrightarrow &\mathcal I^{1}&
 \twoheadrightarrow &\cal{K}^{2} & &&& &\\
&&&& & & & & \cal{K}^{2}&\hookrightarrow
 &\mathcal I^{2}&\twoheadrightarrow &\cal{K}^{3}&&\\
  & & & & & & & & & &&
 &\ldots&\ldots&\ldots
\end{array}$$
Mit dem vorhergehenden 
 Lemma \ref{WeGa} erkennen wir, da"s f"ur welkes $\cal{F}$ alle
Garben in diesen kurzen exakten Sequenzen welk sind.
Mit demselben Lemma erkennen wir weiter, da"s alle
unsere Sequenzen kurz exakt bleiben unter $\Gamma$. Das zeigt
aber, da"s der Komplex $0 \ra \Gamma \cal{F} \ra
\Gamma\cal{I}^{0} \ra  \Gamma\cal{I}^{1} \ra
\ldots$ exakt ist.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
Sei $X=U\cup V$ eine "Uberdeckung eines topologischen
Raums durch zwei offene Teilmengen und $\mathcal F$ 
eine abelsche Garbe
auf $X$ und $\cal F\hra \cal{W}^\lhd$ eine welke Aufl"osung.
So erhalten wir mit $s\mapsto (s|_U,s|_V)$ und $(s,t)\mapsto
s|_{U\cap V}-t|_{U\cap V}$  eine kurze exakte 
Sequenz von Kettenkomplexen\label{MVG} 
$$\Gamma (X; \cal{W}^\lhd)\hra \Gamma (U; \cal{W}^\lhd)
 \oplus \Gamma (V; \cal{W}^\lhd)\sra 
\Gamma (U\cap V;\cal{W}^\lhd)$$
Offensichtlich sind Restriktionen welker Garben auf offene 
Teilmengen wieder welk.
Die zugeh"orige lange exakte Sequenz,
die  {\bf Mayer-Vietoris-Sequenz der Garbenkohomologie},
\index{Mayer-Vietoris-Sequenz!der Garbenkohomologie} hat demnach
die
Gestalt
$$\ldots {\op{H}}^{q}(X;\mathcal F)
\ra{\op{H}}^{q}(U;\mathcal F)\oplus {\op{H}}^{q}(V;\mathcal F)
\ra {\op{H}}^{q}(U\cap V;\mathcal F) 
\ra   {\op{H}}^{q+1} (X;\mathcal F) \ldots$$
Die Existenz welker injektiver Aufl"osungen zeigt,
da"s auch die Randabbildungen dieser Sequenz  nicht von der 
gew"ahlten welken Aufl"osung abh"angen.
\end{Bemerkungl}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}[\textbf{Injektive Garben sind welk}] 
  Gegeben   $U\co X$ eine offene Teilmenge  eines topologischen Raums
  erkl"aren wir eine Untergarbe\index{Z@$\mathbb Z_{U\subset X}$} 
   $\DZ_{U\subset X}\subset\DZ_{X}$
   dadurch, da"s wir ihren \'etalen Raum festlegen 
   als die offene Teilmenge
   $$\op{\acute{e}t}(\DZ_{U\subset X})\pdef \{(x,n)\in X\times \DZ\mid n\neq 0\RA x \in U\}$$
   des \'etalen Raums $X\times \DZ$ von
   $\DZ_X$. Gegeben eine weitere abelsche Garbe
$\mathcal G\in\op{Ab}_{/X}$ erhalten wir mit 
den nat"urlichen\label{IGw}  
Identifikationen in den Vertikalen ein kommutatives Diagramm 
$$\xymatrix{
\mathcal G(X) \ar[r]\ar[d]_\wr
& \mathcal G(U) \ar[d]_\wr\\
\op{Ab}_{/X}(\DZ_X,{\mathcal G}) \ar[r] &\op{Ab}_{/X}(\DZ_{U\subset X},{\mathcal G})
}$$
Insbesondere ist jede injektive Garbe welk. In \ref{AdInbb}
werden wir unsere Konstruktion der Garbe $\DZ_{U\subset X}$
als eine spezielle \glqq Ausdehnung durch Null\grqq\
verstehen lernen und in \ref{InWe}  unser Argument
nocheinmal in einer neuen Notation wiederholen.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}[\textbf{Kriterium f"ur Azyklizit"at}]
  Sei $\mathcal A$ eine abelsche Kategorie mit
  genug Injektiven und sei $\Gamma:\mathcal A\ra \mathcal B$
  ein linksexakter Funktor. Sei $\mathcal W\subset \mathcal A$
  eine Menge von Objekten, die die folgenden drei Bedingungen\label{KfAz} 
  erf"ullt:
\begin{enumerate}
\item
Jede kurze exakte Sequenz $F^{\prime} \hookrightarrow F \twoheadrightarrow
F^{\prime\prime} $ in $\mathcal A$ mit $F'\in\mathcal W$ bleibt unter $\Gamma$
eine kurze exakte Sequenz;
\item
  Gegeben kurze exakte Sequenz $F^{\prime} \hookrightarrow F \twoheadrightarrow
  F^{\prime\prime} $ in $\mathcal A$ mit $F',F\in\mathcal W$ folgt
  $F''\in\mathcal W$;
\item
  Jedes Objekt $A\in \mathcal A$ l"a"st sich einbetten in ein
  injektives Objekt von $\mathcal A$, das zus"atzlich in $\mathcal W$ liegt.
\end{enumerate}
So besteht $\mathcal W$ aus $\Gamma$-azyklischen Objekten. Hinweis:
Man wiederhole die Argumentation aus dem vorhergehenden Abschnitt.
\end{Ubung}
\subsection{Garbenkohomologie der Zahlengeraden}\label{KGIn}

\begin{Definition}
Wir nennen eine Garbe  \defind{punktweich}, 
 wenn ihre globalen
Schnitte surjektiv\label{pktw}  auf alle Halme gehen.
\end{Definition}






\begin{Lemma}
Seien $\cal{F}^{\prime} \hookrightarrow \cal{F} 
\twoheadrightarrow \cal{F}^{\prime\prime}$
eine kurze exakte Sequenz von abelschen Garben\label{pwf}  
auf einer Teilmenge $D\subset\DR$ und  $\cal{F}^{\prime}$
\hyperref[pktw]{punktweich}. So gilt: \begin{enumerate}
    \item
Der 
Epimorphismus $\cal{F} \twoheadrightarrow \cal{F}^{\prime\prime}$ 
 induziert eine Surjektion
auf den globalen Schnitten;
\item
 Ist zus"atzlich $\cal{F}$ welk, so 
ist auch $\cal{F}^{\prime\prime}$ welk.
\end{enumerate}
\end{Lemma}
 
\begin{proof}
Gegeben ein Schnitt 
$s^{\prime\prime} \in \cal{F}^{\prime\prime} (D)$ finden wir
 eine 
 "Uberdeckung von $D$ durch ein System $\mathcal V$ offener Teilmengen $V\co \DR$  und Schnitte 
$s_{V} \in \cal{F} (V\cap D)$ mit $s_{V} \mapsto
s^{\prime\prime} |_{V\cap D}$ f"ur alle $V\in \mathcal V$.
Die Vereinigung aller $V\in\mathcal V$ ist sicher eine disjunkte
Vereinigung nichtleerer offener reeller Intervalle. Wir d"urfen
beim Beweis von Teil 1 ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit annehmen, da"s sie bereits
selbst solch ein Intervall und dann, da"s sie
sogar bereits selbst ganz $\DR$ ist.
 Jede  offene "Uberdeckung $\mathcal V$ von $\DR$ besitzt nun eine
 \hyperref[pako]{Verfeinerung} zu einer "Uberdeckung durch ein System von  offenen
 Intervallen $$U_i\pdef(a_i,b_i)_{i\in\DZ}$$ mit $a_i<b_{i-1}<a_{i+1}<b_i$ f"ur alle $i$.
 In der Tat finden wir f"ur jedes $r\in\DZ$ nach dem Lebesgue'schen
 "Uberdeckungssatz ein $c(r)\in\DN_{\geq 1}$ derart, da"s f"ur alle $x\in[r,r+1]$
 das Intervall $(x-1/c(r), x+1/c(r))$ ganz in einer Menge aus
 $\mathcal V$ enthalten ist. W"ahlen wir nun $\alpha\in (1/2,1)$ beliebig, so
  bilden die Intervalle
 $(r-\alpha/c(r-1),r+\alpha/c(r))$ und $(r+\nu/c(r)-\alpha/c(r),r+\nu/c(r)+\alpha/c(r))$ f"ur $1\leq \nu<c(r)$ bei
 geeigneter Nummerierung ein System von Intervallen  der beschriebenen Art.
 Nach Konstruktion finden wir stets ein Urbild
 $s_i\in\mathcal F(U_i\cap D)$ der Restriktion  $s''_i\in\mathcal F''(U_i\cap D)$ von $s''$ auf $U_i\cap D$. Jetzt w"ahlen wir, wann immer
 diese Menge nicht leer ist, einen Punkt $$x_{i} \in U_{i} \cap U_{i+1}\cap D$$  
 und w"ahlen dann zus"atzlich 
ein $t_{i} \in \cal{F}^{\prime} (D)$, 
das im Halm von $\cal{F}$ bei $x_{i}$
dasselbe Bild hat wie $s_{i}-s_{i+1}$, und eine offene Umgebung 
$W_{i} \subset U_{i} \cap U_{i+1} $ von $ x_{i}$ in $\DR$ derart, da"s
$t_{i}$ sogar auf ganz $W_{i}\cap D$ mit $s_{i}-s_{i+1}$ 
"ubereinstimmt. Ist $ U_{i} \cap U_{i+1}\cap D$ leer, setzen wir
dahingegen $W_i\pdef U_{i} \cap U_{i+1}$ und
nehmen $t_{i} \in \cal{F}^{\prime} (D)$ beliebig.
Dann verkleinern wir
unsere $U_{i}$ zu offenen Intervallen $U^{\prime}_{i}$ 
derart, da"s
ihre Vereinigung immer noch ganz $\DR$ ist 
und da"s gilt $U^{\prime}_{i}\cap U^{\prime}_{i+1}
\subset W_{i}$ f"ur alle $i$.
Schlie"slich verkleben die Schnitte auf den $U^{\prime}_{i}\cap D$, 
die gegeben werden durch
$s_{i}+t_{i-1}+ \ldots + t_{0}$ f"ur $i \geq 1$ 
und $s_{0}$ f"ur $i=0$ und $s_{i}
-t_{i}-t_{i+1} - \ldots - t_{-1}$ f"ur $i\leq -1$, 
zu dem gesuchten globalen Schnitt $s \in \cal{F} (D)$ mit
$s \mapsto s^{\prime\prime}$. Die zweite Behauptung in unserem Lemma  folgt
offensichtlich aus der Ersten.
\end{proof}
\begin{figure}[htb]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildKOU}\\[4mm]
\noindent 
Illustration zum Beweis von \ref{pwf}.
\end{figure}
\begin{Satz}[\textbf{Garbenkohomologie von Teilmengen $D\subset\DR$}]
Ge\-geben eine abelsche Garbe $\cal{F}$ auf einer Teilmenge $D\subset \DR$ gilt
$\op{H}^{q}(D;\cal{F}) = 0$ f"ur $q>1$ und bei punktweichem\label{KGI}
$\cal{F}$  sogar
f"ur $q>0$. 
\end{Satz}
\begin{Beispiele}
  Ist $I\subset \Bbb{R}$ ein nichtleeres\label{GKKn} reelles
Intervall und $M$ eine abelsche Gruppe und $M_{I}$ die zugeh"orige 
konstante Garbe auf $I$, so 
liefert das Bilden der konstanten Schnitte einen Isomorphismus
$M\sira \Gamma(I;M_I)$ und 
 die h"ohere Garbenkohomologie von $M_{I}$ verschwindet, in Formeln
 $\op{H}^{q} (I;M_{I}) =0 $ f"ur $q>0$, denn jede konstante Garbe  ist punktweich.
 Ebenso folgt $\op{H}^{q} (\DQ;\mathcal F) =0 $ f"ur jede abelsche Garbe
 $\mathcal F$ auf dem topologischen Raum
 $\DQ$ mit der von $\DR$ induzierten Topologie und alle
 $q>0$, denn  offensichtlich  ist jede abelsche Garbe auf $\DQ$ punktweich.
\end{Beispiele}
\begin{proof}
Ist $\cal{F}$ punktweich,  so finden wir
nach \ref{pwf} eine kurze exakte 
Sequenz $\cal{F} \hookrightarrow \cal{G}^{0} \twoheadrightarrow
\cal{G}^{1}$ mit $\cal{G}^{0}$ und $\cal{G}^{1}$ welk.
Da welke Garben globale-Schnitte-azyklisch sind und da nach \ref{DAZO} zur Berechnung der
Kohomologie jede azyklische Aufl"osung herangezogen werden kann,
folgt $\op{H}^{q} (D;\cal{F}) =0$ f"ur $q>1$ und 
$\op{H}^{1}(D;\cal{F}) = \op{coker} (\Gamma \cal{G}^{0} \ra
\Gamma \cal{G}^{1})=0$,
die letzte Gleichheit wieder nach \ref{pwf}.
F"ur allgemeines  $\cal{F}$ finden wir eine kurze exakte Sequenz 
$\cal{F} \hookrightarrow \cal{G}^{0} \twoheadrightarrow
\cal{G}^{1}$ mit $\cal{G}^{0}$ welk. Als 
Quotient einer punktweichen Garbe ist dann  $\cal{G}^{1}$ punktweich
und damit azyklisch nach dem bereits behandelten Fall.
Der Satz folgt dann wieder mit unserer Erkenntnis \ref{DAZO}, da"s zur Berechnung der
Kohomologie jede Aufl"osung durch $\Gamma$-azyklische abelsche Garben  herangezogen werden kann.
\end{proof}

  
\subsection{Zur"uckholen in der Garbenkohomologie}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Motivation}]
  Gegeben eine stetige Abbildung 
  $f:X\ra Y$ und eine abelsche Gruppe $G$
 konstruieren wir in diesem Abschnitt Gruppenhomomorphismen\label{ZuGKn} 
 $$f^*:{\op{H}}^q(Y;G_Y)_{\op{garb}}\ra {\op{H}}^q(X;G_X)_{\op{garb}}$$
 mit der Eigenschaft $\op{id}_X^*=\op{id}$ und $(g\circ f)^*=g^*\circ f^*$
 f"ur jede weitere stetige Abbildung $g:Y\ra Z$. Gegeben ein K"orper $k$
 konstruieren wir sogar f"ur ein beliebiges Tupel
 $(f_1,\ldots,f_r)$ stetiger Abbildungen $f_\rho:X\ra Y_\rho$ auf der
 Garbenkohomologie mit $k$-Koeffizienten
  ${\op{H}}^qX\pdef {\op{H}}^q(X;k_X)_{\op{garb}}$  
 multilineare Abbildungen
 $$(f_1,\ldots,f_r)^*:{\op{H}}^{q_1}Y_1\times \ldots\times {\op{H}}^{q_r}Y_r\ra
 {\op{H}}^{q_1+\ldots+q_r}X$$
 und nennen sie {\bf Multir"uckz"uge}\index{Multir"uckzug} und zeigen daf"ur
 analoge Vertr"aglichkeiten. Sp"ater weiten wir diese
 Konstruktionen nach auf beliebige Koeffizienten aus, aber das ben"otigt
 mehr Theorie, als uns hier zur Verf"ugung steht.
\end{Bemerkungl}
 
 
\begin{Definition} 
  Seien $f:X\ra Y$ eine stetige Abbildung 
und 
$\mathcal F\in{\op{Ens}}_{/X}$ sowie 
$\mathcal G\in{\op{Ens}}_{/Y}$ Mengengarben.
 Ein {\bf Komorphismus $\phi:\mathcal G\ra\mathcal F$
   "uber $f$}\index{Komorphismus!von Pr"agarben}
 ist eine 
Vorschrift $\phi$, die beliebigen\label{Komoox}
 $U\co X$ und $V\co Y$ mit $f(U)\subset V$ eine Abbildung 
$$\phi_{UV}: \mathcal G(V)\ra \mathcal F(U)$$ in der Gegenrichtung 
so zuordnet,
da"s diese Abbildungen in der offensichtlichen Weise
mit Restriktionen 
auf offene Teilmengen $U_1\co U$ und $V_1\co V$ 
mit $f(U_1)\subset V_1$ vertr"aglich sind.
 Wir notieren
 ${\op{Ens}}_{/f^\circ}(\mathcal G,\mathcal F)$ die Menge
 dieser Komorphismen.  Komorphismen 
"uber der Identit"at sind gew"ohnliche 
 Homomorphismen von Mengengarben.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
 Seien $f:X\ra Y$ eine stetige Abbildung 
und 
$\mathcal F\in{\op{Ens}}_{/X}$ sowie 
$\mathcal G\in{\op{Ens}}_{/Y}$ Mengengarben.
Einen
{\bf Opkomorphismus $\varphi:\mathcal F\ra\mathcal G$ "uber $f$} erkl"aren wir
als
einen Komorphismus $\phi:\mathcal G\ra \mathcal F$
"uber $f$  in die Gegenrichtung und verwenden
  die Notation 
  $\varphi=\phi^\circ$ f"ur den Komorphismus $\phi$ 
  aufgefa"st als Opkomorphismus. Die Menge der Opkomorphismen "uber $f$ notieren
  wir $${\op{Ens}}_{{\sslash}f}(\mathcal F,\mathcal G)$$
    Opkomorphismen "uber der Identit"at $f=\op{id}_X$ auf $X$ notieren wir
    ${\op{Ens}}_{{\sslash}X}(\mathcal F_1,\mathcal F_2)$. Man beachte 
    ${\op{Ens}}_{{\sslash}X}(\mathcal F_1,\mathcal F_2)
    ={\op{Ens}}_{/X}(\mathcal F_2,\mathcal F_1) $.
    Wir erkl"aren ${\op{Ens}}_{{\sslash}X}
    \pdef {\op{Ens}}_{/X}^{\op{opp}}$
    als die opponierte Kategorie zur Kategorie der Mengengarben auf $X$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}[\textbf{Konstante Komorphismen f"ur konstante Garben}]
  Gegeben eine stetige Abbildung $f:X\ra Y$ und eine Menge $M$
  erhalten wir einen Komorphismus $ M_Y\ra M_X$ von Mengengarben "uber $f$
  zwischen den jeweiligen konstanten Garben durch das \glqq Vorschalten von
  $f$\grqq. Genauer ist ja $M_Y(V)=\op{Top}(V,M)$ f"ur $V\co Y$
  die Menge der stetigen Abbildungen f"ur die diskrete Topologie auf $M$
  und gegeben $U\co X$ mit $f(U)\subset V$ ist das Vorschalten ein Abbildung 
  $(\circ f):M_Y(V)\ra M_X(U)$.\label{koMO}
  Den zugeh"origen Opkomorphismus notieren wir
  \index{t@$\phi_f=\phi_{f,M}: M_X\ra M_Y$}
  $$\phi=\phi_f=\phi_{f,M}: M_X\ra M_Y$$
  und nennen ihn
   {\bf Faktorisierung}\index{Faktorisierung!f"ur konstante Garben}
  aus Gr"unden, die in \ref{KGR} ausgef"uhrt werden. 
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Opkomorphismen abelscher Garben}]
  Allgemeiner erkl"aren wir in der offensichtlichen Weise
  Komorphismen und Opkomorphismen von Garben und sogar Pr"agarben
  mit Werten in einer beliebigen Kategorie. Insbesondere
 erkl"aren wir  die Menge $${\op{Ab}}_{{\sslash}f}(\mathcal F,\mathcal G)$$
 der Opkomorphismen von abelschen Garben "uber einer stetigen Abbildung
 $f:X\ra Y$ mit $\mathcal F,\mathcal G$ abelschen
 Garben auf $X$ beziehungsweise $Y$. Gegeben eine stetige Abbildung $f:X\ra Y$
 und eine abelsche Gruppe $G$ haben wir wie zuvor f"ur die jeweiligen
 konstanten Garben "uber $f$ die Faktorisierung
 $$\phi:G_X\ra G_Y$$
\end{Bemerkungl}




  



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Komposition von Opkomorphismen}] 
  Gegeben stetige Abbildungen $f:X\ra Y$ und $g:Y\ra Z$ sowie
Mengengarben $\mathcal F,\mathcal G, \mathcal H$ "uber $X,Y,Z$ 
sowie 
ein Opkomorphismus $\phi:\mathcal F\ra \mathcal G$ "uber $f$ 
und ein Opkomorphismus $\psi:\mathcal G\ra \mathcal H$  "uber $g$ 
bildet man in offensichtlicher Weise einen
 Opkomorphismus $\psi\circ \phi:\mathcal F\ra \mathcal H$
 "uber $g\circ f$. F"ur unsere Faktorisierungen 
  aus \ref{koMO} finden wir $\phi_{g\circ f}= \phi_f\circ \phi _g$ und
 $\phi_{\op{id}}=\op{id}$.\label{KoKop}
 Analoges gilt f"ur Pr"agarben mit Werten in beliebigen Kategorien.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Vorschub von Garben}] 
Gegeben $f:X\ra Y$ eine stetige Abbildung und
$\mathcal F\in{\op{Ens}}_{/X}$ eine Mengenpr"agarbe
erkl"aren wir ihren  {\bf Vorschub}\index{Vorschub} oder auch ihr  {\bf direktes Bild}\index{direktes Bild} $f_\ast \mathcal F$ als die
Mengenpr"agarbe auf $Y$ gegeben durch\label{DbP} 
$$(f_\ast \mathcal F)(U)\pdef\mathcal F(f^{-1}(U))$$ 
Offensichtlich ist der Vorschub einer Garbe  wieder eine Garbe.
Wir erhalten so einen Funktor 
$f_\ast: {\op{Ens}}_{/X}\ra  {\op{Ens}}_{/Y}$.\index{)7ast@$f_*$ Vorschub!von Garben und Pr"agarben}
Gegeben ein globaler Schnitt $s\in\Gamma(\mathcal F)$ notiere ich
$f_*(s)\in\Gamma(f_* \mathcal F)$ sein
Bild.\index{)7ast@$f_*$ Vorschub!von globalem Schnitt}
 Das Vorschalten des offensichtlichen Opkomorphismus
$ \kappa:  \mathcal F\ra f_\ast\mathcal F$ liefert f"ur jede
Mengengarbe $\mathcal G\in {\op{Ens}}_{/Y}$ eine Bijektion
$$ (\circ\kappa):{\op{Ens}}_{{\sslash}Y}(f_\ast \mathcal F, \mathcal G)
\sira {\op{Ens}}_{{\sslash}f}(\mathcal F,\mathcal G)$$
Im Vorgriff aus \ref{RHGA} nennen wir $\kappa$ bereits hier den
{\bf Transportopkomorphismus} oder kurz {\bf Transport des Vorschubs}.\index{Transportopkomorphismus!des Vorschubs} 
Analoges gilt f"ur Pr"agarben
mit Werten in beliebigen Kategorien.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Der Vorschub von Mengengarben und Mengenpr"agarben ist vertr"aglich
  mit endlichen, ja mit beliebigen Produkten. Dasselbe gilt f"ur
  abelsche Garben. Insbesondere ist der Vorschub von abelschen Garben
  ist ein additiver Funktor im Sinne von \ref{addiF}.
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungl}[\textbf{Anschauung f"ur den Vorschub}]
  F"ur den \'etalen Raum  des Vorschubs einer Mengengarbe habe ich nur im Fall
einer abgeschlossenen Einbettung eine gewisse Anschauung, 
die sich auf das anschlie"sende Beispiel und 
die Beschreibung 
\ref{ETW} des \'etalen Raums eines Wolkenkratzers st"utzt. Salopp gesprochen
ist der Vorschub zwar algebraisch sehr einfach, ist aber
ein verheerend unanschauliches Konzept. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl} Gegeben stetige Abbildungen $f:X\ra Y$ und $g:Y\ra Z$
  gelten f"ur den Vorschub offensichtlich
  die Identit"aten $g_*\circ f_*=(g\circ f)_*$ und
  $(\op{id}_X)_*=\op{id}$. Wir werden das im Rahmen\label{dirB} 
  der sogenannten Faserfunktoren noch sehr viel ausf"uhrlicher diskutieren. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Wolkenkratzer als Vorschub}]
Sei $(X,x)$ ein bepunkteter topologischer Raum.
Bezeichne $\op{em}_x:\op{top}\hra X$\index{em@$\op{em}_x$!Einbettung des Punktes $x$}  die zugeh"orige Einbettung
oder englisch \glqq embedding\grqq\ des 
Einpunktraums. So erhalten wir 
f"ur jede Menge $G$  einen
Isomorphismus 
$$G_{(x)}\sira \op{em}_{x\ast} G_{\op{top}}$$
durch die Abbildungen $G_{(x)}(U)\sira  G_{\op{top}}(\op{em}_{x}^{-1}(U))$,
die im Fall $x\in U$ jedem $g\in G=G_{(x)}(U)$ die entsprechende einwertige
Abbildung  $g\in G_{\op{top}}(\op{top})$ zuordnen und im Fall $x\not\in U$
dem einzigen Element von $G_{(x)}(U)$ das einzige Element von $G_{\op{top}}(\emptyset)$. 
Der Vorschub unter unserer Einbettung macht also aus einer Menge
$G$, aufgefa"st vermittels 
\ref{defGx} 
als  Mengengarbe auf dem einpunktigen topologischen
Raum $\op{top}$,
den \hyperref[Wolk]{Wolkenkratzer} $G_{(x)}$ mit Faser $G$ bei $x$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Inkompatibilit"at
von Vorschub und Garbifizierung}] 
  Der Vorschub von Pr"agarben macht zwar Garben zu Garben,
  vertauscht jedoch nicht mit Garbifizierung.
Bezeichnet genauer und in Formeln  $f^{\op{p}}_{\ast}$ den Vorschub
 von Pr"agarben, so ist
 die von der universellen Eigenschaft der Garbifizierung
 herkommende Abbildung 
$(f_{\ast}^{\op{p}}\mathcal F)^+\ra f_{\ast}(\mathcal F^+)$
 im allgemeinen kein Isomorphismus. Man sieht das schon im
Beispiel der Projektion $f$ auf einen
Punkt. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{Zur"uckholen in der Garbenkohomologie}]
Gegeben $f:X\ra Y$ eine stetige Abbildung und $\varphi:\mathcal F\ra \mathcal G$
ein Opkomorphismus von abelschen Garben "uber $f$ gibt es
f"ur jedes $q$ genau eine Abbildung
$$(f,\varphi)^*:{\op{H}}^q(Y;\mathcal G)\ra {\op{H}}^q(X;\mathcal F)$$
derart, da"s f"ur je zwei Aufl"osungen $\mathcal F\hra \mathcal A^\lhd$ und 
$\mathcal G\hra \mathcal B^\lhd$ und jeden Lift von $\varphi$ zu einem
Opkomorphismus $\varphi^\lhd:\mathcal A^\lhd\ra \mathcal B^\lhd$ 
von Aufl"osungen "uber $f$ das Diagramm\label{ZHKoX} 
$$\begin{array}{ccc}
\mathcal H^q\Gamma \mathcal B^\lhd&\stackrel{(\varphi^\lhd)^\circ}{\lra} &\mathcal H^q\Gamma \mathcal A^\lhd\\
\tau\da&&\da\tau\\
{\op{H}}^q(Y;\mathcal G)&\stackrel{(f,\varphi)^*}{\lra}& {\op{H}}^q(X;\mathcal F)
\end{array}$$
kommutiert mit den nat"urlichen Abbildungen $\tau$ aus
\ref{DefDe} in den Vertikalen und der von unserem Lift $\varphi^\lhd$
induzierten
oberen Horizontalen. Unsere Abbildungen $(f,\varphi)^*$
sind Gruppenhomomorphismen und es gilt 
$(f,\varphi)^*\circ(g, \psi)^*=(g\circ f, \psi\circ\varphi)^*$
sowie  $(\op{id},\op{id})^*=\op{id}$.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl} Der Beweis mu"s auf die Entwicklung einiger Hilfsmittel
  warten und kommt sp"ater in diesem Abschnitt.
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiele} Ist $\varphi:\mathcal F_1\ra \mathcal F_2$ ein Opkomorphismus
  "uber der Identit"at auf einem topologischen Raum $X$, so ist
  $(\op{id}_X,\varphi)^*$ die vom Garbenhomomorphismus
  $\varphi^\circ:\mathcal F_2\ra \mathcal F_1$ auf der Kohomologie induzierte
  Abbildung ${\op{H}}^q(X;\mathcal F_2)\ra  {\op{H}}^q(X;\mathcal F_1)$. 
\end{Beispiele}


\nichtfinal{Sollte hier bereits Multizeugs mit K"orperkoeffizienten machen.} 
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Zur"uckholen im Fall von  konstanten Koeffizienten}]
  Insbesondere erhalten wir f"ur jede stetige Abbildung 
  $f:X\ra Y$ und jede abelsche Gruppe $G$
  einen Gruppenhomomorphismus\label{ZuGKn} 
 $$f^*=(f,\tau_f)^*:{\op{H}}^q(Y;G_Y)_{\op{garb}}\ra {\op{H}}^q(X;G_X)_{\op{garb}}$$
aus dem Opkomorphismus 
$\tau_f:G_X\ra G_Y$ "uber $f$ nach \ref{koMO}, das {\bf Zur"uckholen}.
In der "ublichen Verk"urzung liest er sich 
$$f^*:{\op{H}}^q(Y;G)\ra {\op{H}}^q(X;G)$$
Mithilfe unserer Identit"aten  $\tau_{g\circ f}= \tau_g\circ \tau _f$ und
 $\tau_{\op{id}}=\op{id}$ aus \ref{KoKop} liefert  die Garbenkohomologie dann  eine Folge von Funktoren 
$\op{H}^q_{\op{garb}}:\op{Top}^{\op{opp}}\ra\op{Ab}$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungw}
  Da"s das Zur"uckholen auf der Garbenkohomologie
  mit konstanten Koeffizienten ein Ringhomomorphismus ist, zeigen wir
  in \eref{GHT}{TD} im Rahmen der derivierten Kategorien.
  In \ref{FuDr} zeigen wir, da"s
  sich das  Zur"uckholen unter glatten Abbildungen
  in der de-Rham-Kohomologie durch das Zur"uckholen
  glatter Differentialformen berechnen l"a"st, und in \ref{RuV}, da"s es in der singul"aren
Kohomologie dem gew"ohnlichen Zur"uckholen  \eref{oui}{TS} entspricht.
In \eref{ZHKoD}{TSF} erkl"aren wir, wie das Zur"uckholen im Formalismus
der sechs Funktoren verstanden werden kann. 
\end{Bemerkungw}



\begin{Satz}[\textbf{R"uckzug von Garben}] 
Gegeben  $f:X\ra Y$  eine stetige Abbildung
besitzt der Vorschub\label{AdIn}  $f_\ast: \op{Ens}_{/X}\ra \op{Ens}_{/Y}$
von Mengengarben einen Linksadjungierten, den \emph{\bf R"uckzug}\index{R"uckzug!von Mengengarben} $f^\ast: \op{Ens}_{/Y}\ra \op{Ens}_{/X}$.\index{)6ast@$f^*$ R"uckzug!von Mengengarbe}
\end{Satz}

\begin{proof}
Man erkl"art zu~${\mathcal G} \in \op{Ens}_{/Y}$ zun"achst eine 
Pr"agarbe~$f^{\ast}_{\op{p}}{\mathcal G}\in \op{pEns}_{/X}$ durch die Vorschrift
\[ (f^{\ast}_{\op{p}}{\mathcal G})(U) \pdef \op{colf}_{V \supset f(U)}
 {\mathcal G}(V) \]
f"ur~$U \co X$, wo der Kolimes  
"uber alle~$V \co Y$ mit~$   f(U)\subset V$ 
zu bilden ist und wir als  Restriktionsabbildungen 
die nat"urlichen Abbildungen \glqq vom kleineren zum gr"o"seren Kolimes\grqq\ nehmen. Dann erkl"art 
man~$f^{\ast}{\mathcal G} \pdef (f^{\ast}_{\op{p}}{\mathcal G})^+$ 
als die Garbifizierung dieser Pr"agarbe. Die 
Adjunktionsisomorphismen schlie"slich 
werden  in der Sprache der Komorphismen
konstruiert als die Kompositionen
$$
\op{Ens}_{/ X}(f^{\ast}{\mathcal G},{\mathcal F}) 
\sila
 \op{p Ens}_{/ X}(f^{\ast}_{\op{p}}{\mathcal G},{\mathcal F}) 
\sira \op{p Ens}_{/ f^\circ}({\mathcal G},{\mathcal F}) 
\sila\op{Ens}_{/ Y}({\mathcal G},f_\ast{\mathcal F}) 
 $$
Hierbei wird die erste horizontale Bijektion durch die universelle 
Eigenschaft der Garbifizierung erkl"art, 
die mittlere Bijektion folgt aus der universellen Eigenschaft 
von Kolimites und die letzte ist  das 
Nachschalten von
$\kappa^\circ:  f_{\ast}\mathcal F\ra\cal{F}$, dem Opponierten
des Transportopkomorphismus
$\kappa:  \mathcal F\ra f_{\ast}\cal{F}$ des Vorschubs aus \ref{DbP}.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl} Die Identit"at auf $f^*\mathcal G$ entspricht unter
  den Isomorphismen dieses Beweises einem Komorphismus $\mathcal G\ra f^*\mathcal G$ "uber $f^\circ$ alias
  Opkomorphismus $\kappa:f^*\mathcal G\ra \mathcal G$ "uber $f$. 
Im Vorgriff aus \ref{RHGA} nennen wir $\kappa$ bereits hier den\label{TrRu} 
{\bf Trans\-port\-op\-ko\-mor\-phis\-mus} oder
kurz {\bf Transport des R"uckzugs}.\index{Transport!des R"uckzugs}
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Halm als R"uckzug}]
Sei $(X,x)$ ein bepunkteter topologischer Raum.
Bezeichne $\op{em}_x:\op{top}\hra X$\index{em@$\op{em}_x$!Einbettung des Punktes $x$}  die zugeh"orige Einbettung
oder englisch \glqq embedding\grqq\ des 
Einpunktraums. So erhalten wir 
f"ur jede Mengengarbe $\mathcal G$ auf $X$  eine
Bijektion $$\Gamma(\op{em}_x^*\mathcal G)\sira \mathcal G_x$$
aus der Erkenntnis, da"s in diesem Fall
$(\op{em}_{x})_{{\op{p}}}^*\mathcal G$ bereits eine Garbe ist, deren 
   globale Schnitte durch denselben Kolimes beschrieben werden wie der
  Halm  $\mathcal G_x$.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{R"uckzug abelscher Garben}] 
Gegeben eine stetige Abbildung $f:X\ra Y$
 besitzt auch f"ur abelsche Garben\label{DirB} 
der Vorschub
$
f_{\ast} : \op{Ab}_{/X} \ra  \op{Ab}_{/Y}$ 
einen Linksadjungierten
$
f^{\ast} : \op{Ab}_{/Y} \ra  \op{Ab}_{/X}$, der wie im Fall
\ref{AdIn} von Garben von Mengen konstruiert werden kann.
Alternativ mag man bemerken, da"s der R"uckzug von Mengengarben
    vertr"aglich ist mit endlichen Produkten und somit 
    abelsche Garben zu abelschen Garben macht.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Exaktheit des R"uckzugs von Garben}]
  Gegeben stetige Abbildungen $f:X\ra Y$ und $g:Y\ra Z$
 liefern 
  die Identit"aten $g_*\circ f_*=(g\circ f)_*$ und
  $(\op{id}_X)_*=\op{id}$ f"ur den Vorschub nach \ref{dirB} Isotransformationen
  $f^*\circ g^*\siRa (g\circ f)^*$
  und $(\op{id}_X)^*\siRa \op{id}$
  der Adjungierten. Wir werden das im
  Rahmen unserer Diskussion von\label{HzGa} 
  Faserfunktoren noch ausf"uhrlicher diskutieren.
  Hier folgern wir nur, da"s die R"uckz"uge $f^*$ auf abelschen Garben
  exakt sind. Ist in der Tat $\mathcal F\ra \mathcal G\ra \mathcal H$
  eine exakte Sequenz abelscher Garben auf $Y$, so ist wegen
  $f\circ \op{em}_x=\op{em}_{f(x)}:\op{top}\ra Y$ die Sequenz
  der Halme $(f^*\mathcal F)_x\ra (f^*\mathcal G)_x\ra (f^*\mathcal H)_x$
  isomorph zur Sequenz der Halme
  $\mathcal F_{f(x)}\ra \mathcal G_{f(x)}\ra \mathcal H_{f(x)}$ und damit
  auch exakt. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Additivit"at von R"uckzug und Vorschub abelscher Garben}] 
  Wir erinnern aus \ref{adAD}, da"s jeder links- oder rechtsexakte Funktor
  zwischen abelschen Kategorien additiv ist. Insbesondere ist also der
  R"uckzug abelscher Garben ein additiver Funktor. Weiter erinnern wir aus 
\ref{adAD}, da"s jeder Funktor
zwischen additiven Kategorien, der einen Rechts- oder Linksadjungierten besitzt, additiv ist. Insbesondere ist also auch der Vorschub abelscher Garben ein additiver Funktor. Beide Aussagen lassen sich aber auch ohne alle Theorie
leicht direkt pr"ufen. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}
Gegeben eine stetige Abbildung $f:X\ra Y$ induziert der Komorphismus
$\tau_f^\circ:\DZ_Y\ra \DZ_X$ "uber $f$  aus \ref{koMO}, der opponiert ist
zur Faktorisierung dort, einen Isomorphismus $f^*\DZ_Y\sira
  \DZ_X$.\label{ZYZX}  
\end{Beispiel}


\begin{Bemerkungl}
Der R"uckzug abelscher Garben vertauscht als
linksadjungierter Funktor nach \eref{KaAA}{TS} mit 
direkten Summen und allgemeiner mit 
Kolimites. Es
vertauscht jedoch nicht\label{SBbb}  
mit 
Limites, ja noch nicht einmal mit beliebigen Produkten,
und das noch nicht einmal bei der Restriktion auf einzelne Punkte, vergleiche
 \ref{PrGa}. 
\end{Bemerkungl}






\begin{Bemerkungl}
  Besitzt ein Funktor von pr"aabelschen Kategorien einen Linksadjungierten,
  so ist er nach \ref{LaE} linksexakt.  
Insbesondere ist der Vorschub von abelschen Garben ein linksexakter Funktor.
Besitzt ein Funktor zwischen abelschen Kategorien sogar einen 
exakten Linksadjungierten, so macht er offensichtlich injektive Objekte zu
injektiven Objekten. Insbesondere ist der Vorschub einer injektiven
abelschen Garbe stets wieder eine injektive
abelsche Garbe.\label{diG}
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis zum Zur"uckholen von Garbenkohomologie \ref{ZHKoX}]
Ein Opkomorphismus abel\-scher Garben $\varphi:\mathcal F\ra \mathcal G$ "uber $f$ entspricht 
nach \ref{DbP} einem Morphismus $\hat\phi:\mathcal G\ra f_\ast\mathcal F$
von abelschen Garben auf $Y$. Gegeben  eine injektive Aufl"osung 
$\mathcal F\hra \mathcal I^{\lhd}$ erhalten wir aus der Linksexaktheit
von $f_\ast$ einen Isomorphismus  
$f_\ast\mathcal F\sira \mathcal H^0f_\ast\mathcal I^{\lhd}$.
Nach \ref{diG} ist $f_\ast\mathcal I^{\lhd}$ ein Komplex von injektiven Garben.
Gegeben 
eine Aufl"osung 
$\mathcal G\hra \mathcal B^{\lhd}$ zeigt dann das Hauptlemma der
homologischen Algebra \ref{IaU}, da"s $\hat\phi$
 genau einen  Homotopielift $\mathcal B^{\lhd}\ra f_\ast\mathcal I^{\lhd}$
besitzt. In anderen Worten besitzt unser Komorphismus $\phi$
 genau einen Homotopielift 
zu einem Komorphismus $\mathcal B^{\lhd}\ra \mathcal I^{\lhd}$ "uber $f$.
Ist $\mathcal B^{\lhd}$ auch eine injektive Aufl"osung, so hat
die von diesem Komorphismus auf der Kohomologie der globalen
Schnitte induzierte Abbildung 
$\mathcal H^q\Gamma \mathcal B^{\lhd}\ra \mathcal H^q\Gamma \mathcal I^{\lhd}$
offensichtlich 
alle im Satz von einem Zur"uckholen auf der Kohomologie geforderten
Eigenschaften. Da"s es keine andere Abbildung mit den geforderten Eigenschaften 
geben kann, ist eh klar.
\end{proof}





\begin{Bemerkungl}[\textbf{\'Etaler Raum der zur"uckgezogenen Garbe}]
  Seien $f:X\ra Y$ eine stetige Abbildung
und 
$\mathcal F\in\op{Ens}_{/X}$ sowie $\mathcal G\in\op{Ens}_{/Y}$ 
Garben. Sei eine stetige\label{AbiB}  
Abbildung $\varphi: \bar{\mathcal F}\ra \bar{\mathcal G}$
von \'etalen R"aumen gegeben derart, da"s das Diagramm 
$$\begin{array}{ccc}
  \bar{\mathcal F}&\ra &\bar{\mathcal G}\\
\da&&\da\\
X&\ra&Y
\end{array}$$
von topologischen R"aumen
kartesisch ist. So gibt es aufgrund der universellen Eigenschaft kartesischer 
Diagramme genau einen Komorphismus 
$\gamma: \mathcal G\ra\mathcal F$ "uber $f$ mit 
$\varphi\circ (\overline{\gamma(s)})=\bar{s}\circ f$ 
f"ur alle Schnitte $s$ von $\mathcal G$. 
Hierbei gehen wir 
von $U\co X$ und $V\co Y$ mit $f(U)\subset V$ aus und
fassen Schnitte $s\in\mathcal G(V)$ und
$\gamma(s)\in \mathcal F(U)$ als stetige Abbildungen
$\bar s:V\ra \bar{\mathcal G}$
und $\overline{\gamma(s)}:U\ra \bar{\mathcal F}$ auf. 
Wir zeigen nun, da"s dieser 
Komorphismus einen Isomorphismus
$f^{\ast}\mathcal G\sira \mathcal F$ induziert. 
In der Tat reicht es ja, das auf den Halmen zu zeigen,
und da ist die Behauptung klar. Insbesondere liefern diese
"Uberlegungen f"ur den 
\'etalen Raum der zur"uckgezogenen Garbe einen Isomorphismus
$$\alpha_{\mathcal G}:\overline{f^{\ast}\cal{G}}\sira X\times_Y\bar{\mathcal G}$$
 Salopp gesprochen
 ist der R"uckzug von Garben im Gegensatz zum Vorschub
  geometrisch einfach
 und algebraisch
 kompliziert.
\end{Bemerkungl}


  
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Anschauliche Bedeutung von Komorphismen}]
  Seien $f:X\ra Y$ eine stetige Abbildung
und 
$\mathcal F\in\op{Ens}_{/X}$ sowie $\mathcal G\in\op{Ens}_{/Y}$ 
Garben. Jeder  Komorphismus $\phi:\mathcal G\ra \mathcal F$ "uber $f$
induziert in offensichtlicher Weise Abbildungen
$\phi_x: \mathcal G_{f(x)}\ra \mathcal F_{x}$ auf den Halmen und so eine Abbildung
$X\times_Y\bar{\mathcal G}\ra \bar{\mathcal F}$. Diese Konstruktion
liefert nach den im vorhergehenden gezeigten Aussagen eine Bijektion\label{Anopko} 
$$\op{Ens}_{/ f^\circ}(\mathcal G,\mathcal F)\sira \op{Top}_X(X\times_Y\bar{\mathcal G},\bar{\mathcal F})$$
Wir diskutieren in \ref{opii}, inwiefern diese Bijektionen einen Isomorphismus zwischen
der \glqq Mengengarbenkofaserung\grqq\ und der \glqq invertierten Mengengarbenfaserung\grqq\ liefern. 
\end{Bemerkungl}








\subsubsection*{"Ubungen}


\begin{Ubung} Gegeben eine abgeschlossene Einbettung $i:X\hra Y$
  und eine abelsche Garbe $\mathcal F$ auf $X$
  ist der R"uckzug in Bezug auf den Transport $\kappa$ f"ur alle $q$
  ein Isomorphismus\label{VoSS} 
  $$(i,\kappa)^*: {\op{H}}^q(Y;i_*\mathcal F)\sira  {\op{H}}^q(X;\mathcal F)$$
  Hinweis: $i_*$ ist exakt und macht welke Garben zu welken Garben. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Gegeben eine stetige Abbildung $f:X\ra Y$ betrachte man den
  exakten Funktor $f^*:\op{Ab}_{/Y}\ra \op{Ab}_{/X}$. 
  Die davon nach \ref{FExt} induzierte Abbildung
  $$\op{Ext}_{\op{Ab}_{/Y}}^q(\DZ_Y,\mathcal F)\ra \op{Ext}_{\op{Ab}_{/X}}^q(f^*\DZ_Y,f^*\mathcal F)$$
  entspricht dem
  Zur"uckholen ${\op{H}}^q(Y;\mathcal F)\ra {\op{H}}^q(X;f^*\mathcal F)$ auf der Garbenkohomologie unter dem Vorschalten des Isomorphismus $\DZ_X\sira f^*\DZ_Y$ aus \ref{ZYZX} und der Isomorphismen \ref{GaExt} .
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Halme der Garbenkohomologiepr"agarben}]
  Gegeben ein bepunkteter topologischer Raum $(X,x)$
  haben wir f"ur $q>0$ stets 
  $$\op{colf}_{ U\ni x}{\op{H}}^q(U;\DZ)_{\op{garb}}=0$$
  mit dem Kolimes "uber alle offenen Umgebungen $U\co X$ von $x$.
  Allgemeiner haben wir f"ur  $\mathcal F\in\op{Ab}_{/X}$
  und $q>0$ stets 
  $\op{colf}_{U\ni x}{\op{H}}^q(U;\mathcal F)=0$.\label{LimH}
  Diese Aussage wird sich sp"ater als Spezialfall der Beschreibung
  der h"oheren Vorsch"ube \ref{RHF} erweisen.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Vorschub unter topologischer Einbettung}]
Ist $f : X \hookrightarrow Y$ eine topologische Einbettung, so ist f"ur
jede Garbe $\cal{F} \in \op{Ens}_{/X}$ die Koeinheit der Adjunktion
 ein Isomorphismus\label{AdIc} 
$f^{\ast}f_{\ast} \cal{F} \sira \cal{F}$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{AIA}
Ist $f : X \hookrightarrow Y$ eine  abgeschlossene topologische Einbettung, so induziert das
adjungierte Paar $(f^{\ast},f_{\ast})$ eine "Aquivalenz zwischen der
Kategorie aller  Garben auf $X$ und der
Kategorie aller derjenigen  Garben auf $Y$, die  an
allen Punkten au"serhalb von $f(X)$ einen einelementigen Halm haben.
\end{Ubung}




\begin{Ubung}[\textbf{Vorschub unter abgeschlossenen Einbettungen}]
  Seien $A\As X$ eine abgeschlossene Teilmenge eines
  topologischen Raums und $i:A\ra X$ ihre Einbettung
  und  $\mathcal F\in \op{Ens}_{/A}$ eine Garbe auf $A$.
  So erhalten wir mithilfe der vorhergehenden "Ubung
  \ref{AIA} eine  Bijektion
$$\overline{i_{\ast}\mathcal F}\sira 
\bar{\mathcal F}\sqcup(X\backslash A)$$
Man zeige, da"s sie ein Hom"oomorphismus wird, wenn wir rechts genau diejenigen Mengen
$U\sqcup V$  offen nennen, f"ur die mit
$\pi:\bar{\mathcal F}\ra A$ der Projektion des \'etalen Raums von $\mathcal F$
gilt $U\co\bar{\mathcal F}$ und $(\pi(U)\cup V)\co X$.
\end{Ubung}







\begin{Ubung}[\textbf{R"uckzug bei
      zusammenh"angenden Fasern}]
Gegeben eine finale stetige Abbildung $f:X\ra Y$
 mit zusammenh"angenden Fasern ist f"ur
jede Garbe von Mengen $\cal{G} \in \op{Ens}_{/Y}$ die Einheit der Adjunktion
 ein Isomorphismus\label{AdI} 
 $ \cal{G}\sira f_{\ast}f^{\ast} \cal{G}$.
Ich erinnere daran, da"s bei uns zusammenh"angende R"aume nicht leer sein d"urfen. Hinweis: Man ziehe sich darauf
zur"uck,
eine Bijektion auf globalen Schnitten zu zeigen.
Dann interpretiere man Schnitte
der zur"uckgeholten Garbe als Lifts von $f$ zu Abbildungen in den 
\'etalen Raum von $\mathcal G$. 
% ALTER HINWEIS; WAS SOLLTE DER? Nach "Ubung  \eref{soSF}{ML}
% ist jede stetige offene surjektive Abbildung final. 
% und ist final fehlte fr"uher! Hat mir Olaf Schn"urer gesagt!
\end{Ubung}
\begin{Bemerkungw}  Unter dem 
{\bf essentiellen Bild}\index{essentiell!Bild}\index{Bild!essentielles} 
eines Funktors $F:\mathcal A\ra\mathcal B$ 
versteht man die volle 
Unterkategorie aller Objekte von $\mathcal B$, die isomorph sind
zu Objekten der Gestalt $F(A)$ f"ur $A\in\mathcal A$.
In \ref{FKGa} werden wir zeigen, da"s sowohl im Fall eines
zusammenh"angenden Hausdorff'schen Kompaktums $I$ als auch
im Fall eines nichtleeren reellen Intervalls $I$ das essentielle Bild des nach dieser "Ubung volltreuen Funktors
$\op{pr}^\ast :\op{Ens}_{/Y}\ra \op{Ens}_{/I\times Y}$ genau aus
den auf allen Fasern konstanten Garben besteht. 
\end{Bemerkungw}

\begin{Ubung} \nichtfinal{Sp"ater!} 
  Ist  $f:X\ra Y$ eine offene Surjektion,
  und $\mathcal G\in\op{Ens}_{/Y}$ eine Garbe, so ist nach \eref{karTGo}{TF}
  auch $\overline{f^*\mathcal G} \ra \bar{\mathcal G}$ eine offene Surjektion. Hat $f$ zus"atzlich zusammenh"angende Fasern, so ist die Einheit
  der Adjunktion nach \ref{AdI} ein Isomorphismus 
 $\mathcal G\sira f_*f^*\mathcal G$. Ist au"serdem\label{arqrd}  
 $f:X\ra Y$  "aquivariant f"ur die Operation eines topologischen Monoids $G$
  und ist $G\times \overline{f^*\mathcal G}\ra \overline{f^*\mathcal G}$ eine
  Struktur als $G$-"aquivariante Garbe auf $f^*\mathcal G$, so ist
  insbesondere die von $f_*$ induzierte Operation $G\times \bar{\mathcal G}\ra \bar{\mathcal G}$ auch stetig.
  F"ur unsere offene "aquivariante Surjektion mit zusammenh"angenden Fasern
  liefert also der "aquivariante R"uckzug einen volltreuen Funktor
  $$\op{Ens}_{/G\ssearrow Y}\vra \op{Ens}_{/G\ssearrow X}$$
  und in dessen essentiellem Bild liegen genau diejenigen
  "aquivarianten Garben, die nach Vergessen der Operation
  im essentiellen Bild des normalen R"uckzugs liegen.
  Im Fall eines einpunktigen Raums $Y$ hatten wir das bereits in \ref{GOLK}
  diskutiert.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\nichtfinal{Zu "aquivarianten Garben!} 
  Wir betrachten die
  Operation der Galoisgruppe alias der komplexen Konjugation
  auf  $\DC^\times$ und betrachten die
  konstante abelsche Garbe $\DZ$ auf $\DC^\times$
  als "aquivariante Garbe. Dann betrachten wir deren direktes
  Bild unter dem Quadrieren $\DC^\times\ra \DC^\times$.
  So operiert die Galoisgruppe trivial auf den Halmen in
  Punkten aus $\DR_{>0}$ und nichttrivial auf den Halmen in
  Punkten aus $\DR_{<0}$.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
F"ur  einen topologischen Raum $X$ 
bezeichne  $X^{\delta}$ die Menge $X$ versehen mit der
diskreten Topologie und $d:X^{\delta}\ra X$ die Identit"at.
Man zeige, da"s f"ur
eine abelsche Garbe $\cal{F}\in\op{Ab}_{/X}$  die Einheit der
Adjunktion  
$\cal{F}\ra  d_{\ast}d^{\ast}\cal{F}$ 
mit der Einbettung in die 
Garbe der unstetigen Schnitte in den \'etalen Raum unserer Garbe
identifiziert werden kann.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Reduzierte Garbenkohomologie}]
Gegeben  $X$\index{Garbenkohomologie!reduzierte}\index{reduziert!Garbenkohomologie}  ein topologischer Raum
 erkl"are man die reduzierte Kohomologie $\tilde{\mathrm{H}}^q(X;\DZ)$
als den Wert des koaugmentierten $q$-ten Rechtsderivierten im Sinne
von \ref{redD} auf der konstanten Garbe $\DZ_X\in\op{Ab}_{/X}$
mit der offensichtlichen $\Gamma$-Koaugmentierung $\eta:\DZ\ra \Gamma(\DZ_X)$,
in Formeln
$$\tilde{\mathrm{H}}^q(X;\DZ)\pdef {\op{R}}^q\Gamma(\DZ_X,\eta,\DZ)$$
Man
erkl"are das Zur"uckholen f"ur die reduzierte Garbenkohomologie und
leite eine nat"urliche exakte Sequenz
$\tilde{\mathrm{H}}^{-1}(X;\DZ)\hra\DZ\ra {\mathrm{H}}^0(X;\DZ)\sra \tilde{\mathrm{H}}^0(X;\DZ)$ sowie Isomorphismen
$ {\mathrm{H}}^q(X;\DZ)\sira \tilde{\mathrm{H}}^q(X;\DZ)$ f"ur $q>0$ her und zeige,
da"s unsere exakte Sequenz  mit $\tilde{\mathrm{H}}^{-1}(\emptyset;\DZ)\sira\DZ$
 beginnt f"ur
$X=\emptyset$ und mit $\tilde{\mathrm{H}}^{-1}(X;\DZ)=0$ f"ur
 $X\neq\emptyset$ und folglich f"ur $X\neq \emptyset$ schrumpft zu
 einer kurzen exakten Sequenz
 $$\DZ\hra {\mathrm{H}}^0(X;\DZ)\sra \tilde{\mathrm{H}}^0(X;\DZ)$$
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Sei ein Raum $X$ die Vereinigung von zwei offenen Teilmengen $U,V$.
  Man konstruiere\label{MVrG} 
die  {\bf Mayer-Vietoris-Sequenz der reduzierten Garbenkohomologie}
$$\ldots \tilde{\mathrm{H}}^{q}(X)
\ra\tilde{\mathrm{H}}^{q}(U)\oplus \tilde{\mathrm{H}}^{q}(V)
\ra \tilde{\mathrm{H}}^{q}(U\cap V) 
\ra   \tilde{\mathrm{H}}^{q+1} (X) \ldots$$
und zeige ihre Nat"urlichkeit in dem Sinne, da"s wir f"ur eine
stetige Abbildung $f:X\ra Y$ und eine offene "Uberdeckung $Y=A\cup B$
mit $f(U)\subset A$ und $f(V)\subset B)$ ein kommutatives Diagramm
$$\begin{array}{ccccccccc}
  \ldots& \tilde{\mathrm{H}}^{q}(Y)&
\ra&\tilde{\mathrm{H}}^{q}(A)\oplus \tilde{\mathrm{H}}^{q}(B)
&\ra& \tilde{\mathrm{H}}^{q}(A\cap B) 
&\ra &  \tilde{\mathrm{H}}^{q+1} (Y)& \ldots\\
&\da&&\da&&\da&&\da&\\
 \ldots& \tilde{\mathrm{H}}^{q}(X)&
\ra&\tilde{\mathrm{H}}^{q}(U)\oplus \tilde{\mathrm{H}}^{q}(V)
&\ra& \tilde{\mathrm{H}}^{q}(U\cap V) 
&\ra &  \tilde{\mathrm{H}}^{q+1} (X)& \ldots\\
\end{array}
$$
erhalten mit R"uckz"ugen in den Vertikalen.
Weiter diskutiere man, warum der Randoperator sein Vorzeichen "andert, wenn
man die beiden offenen Mengen vertauscht.
Das wird ben"otigt werden
bei der Diskussion des Begriffs einer Orientierung.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Garbenkohomologie von Koprodukten}]
  Ist ein Raum $X$ eine disjunkte Vereinigung offener Teilmengen
  $X=\bigsqcup_{i\in I} X_i$ und ist $\mathcal F$
  eine abelsche Garbe auf $X$, so induzieren die R"uckz"uge l"angs der
  Einbettungen $\op{in}_i$ einen Isomorphismus\label{pgKO} 
  $${\op{H}}^q(X;\mathcal F)\sira \prod_{i\in I}{\op{H}}^q(X_i;\mathcal F)$$
  Eine Verallgemeinerung auf den Fall der \glqq Hyperkohomologie\grqq\ wird in
  \eref{pgkld}{TSF} diskutiert.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Garben auf Koprodukten}]
  Ist ein Raum $X$ eine disjunkte Vereinigung offener Teilmengen
  $X=\bigsqcup_{i\in I} X_i$ und ist $\mathcal F$ eine Garbe auf $X$,
  so induzieren die Einheiten der Adjunktion  einen Isomorphismus\label{pgkl} 
  $$\mathcal F\sira \prod_{i\in I}\op{in}_{i*}\op{in}_{i}^*\mathcal F$$
  In \ref{pgklj} werden wir
  sehen, da"s Koprodukte und Produkte von abelschen Garben in dieser speziellen
  Situation zusammenfallen. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Produktgarben als Bildgarben}]
  Ist $X$ ein topologischer Raum und $I$ eine diskrete Indexmenge
  und $(\mathcal G_i)_{i\in I}$ eine Familie von
  Garben auf $X$ und sind $ \op{em}_i: X \ra X\times I$
  die Einbettungen und ist eine Garbe $\mathcal G$ auf $X\times I$
  gegeben zusammen mit Isomorphismen $\op{em}_i^*\mathcal G\sira \mathcal G_i$,
  so liefern diese Isomorphismen zusammen nach \ref{pgkl} einen Isomorphismus
  $\mathcal G\sira \prod_{i\in I} \op{em}_{i*}\mathcal G_i$ und Vorschub unter
  der Projektion auf $X$ liefert einen  Isomorphismus\label{pgBI} 
  $$\op{pr}_{X*}\mathcal G\sira \prod_{i\in I}\mathcal G_i$$
\end{Ubung}
\subsection{Lokale Kohomologie und Ausschneidung}
\begin{Definition}\label{Traeger}
Gegeben ein globaler
Schnitt $s \in \cal{F} (X)$  
einer abelschen Garbe  $\cal F$ auf einem 
topologischen Raum $X$ 
erkl"art man den 
{\bf Tr"ager von $s$},\index{Tr"ager!von Schnitt!einer abelschen Garbe} 
englisch und franz"osisch 
{\bf support},\index{support, siehe Tr"ager} als
die Menge\index{supp@$\op{supp}$ Tr"ager!von Schnitt!einer abelschen Garbe}
$$\op{supp} s \pdef \{x \in X \mid s_{x} \neq 0\}$$
Zur "Ubung mag der Leser  
zeigen, da"s der Tr"ager eines globalen Schnitts stets
abgeschlossen ist.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Ein Schnitt $s \in \cal{F} (A)$ einer abelschen Garbe $\cal F\in\op{Ab}_{/X}$ "uber
  einer Teilmenge $A\subset X$ ist dasselbe wie ein globaler
Schnitt der Restriktion $\cal{F}|_A$ unserer Garbe auf $A$.  
In diesem Fall
definieren wir den 
{\bf Tr"ager von $s$}\index{Tr"ager!von Schnitt!einer abelschen Garbe}
   als den Tr"ager dieses globalen Schnitts von $\cal{F}|_A$, in Formeln
  $$\op{supp} s \pdef \{x \in A \mid s_{x} \neq 0\}$$
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Schnitte mit Tr"ager versus Schnitte auf Teilmengen}] 
Man beachte, da"s f"ur eine abelsche Garbe ein globaler 
Schnitt mit Tr"ager in einer
Teilmenge $A$ etwas v"ollig anderes ist als ein Schnitt 
"uber $A$ alias ein globaler Schnitt der Einschr"ankung unserer Garbe auf
die Teilmenge
$A$. 
Sicher liefert die Restriktion eine Einbettung 
$$
\{s\in\mathcal F(X)\mid \op{supp}s\subset A\}\hra \mathcal F(A)$$
Diese  Einbettung ist aber im Allgemeinen 
keine Bijektion. Die konstante Garbe $\cal{F}=\DZ_X$
auf $X=\DR$ etwa besitzt keinen von Null verschiedenen  Schnitt mit Tr"ager 
im Ursprung, aber ihre Einschr"ankung auf den Ursprung besitzt durchaus
von Null verschiedene Schnitte.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
Sei $C\As X$  eine abgeschlossene Teilmenge.
Gegeben eine abelsche Garbe $\mathcal F\in  \op{Ab}_{/X}$ setzen wir\index{G@$\Gamma_{\hspace{-1mm}C}\mathcal F$ globale Schnitte mit Tr"ager in $C$} 
 $$\Gamma_{\!C}\mathcal F\pdef\{s\in \Gamma\mathcal F\mid 
\op{supp}s\subset C\}$$
Die Werte des\label{glSk}  
Rechtsderivierten 
des linksexakten Funktors $\Gamma_{\!C}$ 
auf einer abelschen Garbe $\mathcal F\in  \op{Ab}_{/X}$
hei"sen die {\bf lokalen Kohomologiegruppen von $\mathcal F$ mit Tr"ager
  in $C$}\index{Kohomologie!lokale}\index{H@${\op{H}}^q_C(X;\mathcal F)$
  lokale Kohomologie} und werden notiert als
$${\op{H}}^q_C(X;\mathcal F)\pdef ({\op{R}}^q  \Gamma_{\!C})(\cal{F})$$ 
  Ich weiche hier von der Notation in \cite{KS} ab.
  Dort bezeichnet $\Gamma_{\!C}\mathcal F$  f"ur $C\subset X$ lokal abgeschlossen
  und $\mathcal F$ eine abelsche Garbe auf $X$ eine weitere Garbe auf $X$,
  die dazu noch irref"uhrend als die \glqq
  Garbe der Schnitte mit Tr"ager in $C$\grqq\ bezeichnet wird, vergleiche
  \ref{KaFuu}. Wir gehen darauf sp"ater genauer ein. F"ur $C\As X$
  abgeschlossen
  stehen die beiden Notationen in der Beziehung
  $$\Gamma_C^{\op{Soergel}}\mathcal F=\Gamma(X;\Gamma^{[\op{KS}]}_C\mathcal F)$$ 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Lokale Kohomologie als Erweiterungsgruppe}] 
F"ur $C=X$ haben wir  $\Gamma_{\!X}\mathcal F=\Gamma\mathcal F$
und ${\op{H}}^q_X(X;\mathcal F)={\op{H}}^q(X;\mathcal F)$.
Unsere lokale Kohomologie ist also eine Verallgemeinerung 
der normalen Garbenkohomologie. Es ist auch leicht zu sehen,
da"s wir f"ur $i:C\hra X$ die Einbettung einer
abgeschlossenen Teilmenge und $\DZ_{C\subset X}\pdef i_*\DZ_C$ einen Isomorphismus $\op{Ab}_{/X}(\DZ_{C\subset X},\mathcal F)\sira \Gamma_{\!C}\mathcal F$ erhalten durch  die Zuordnung
$\varphi\mapsto \varphi(i_*1_C)$. Diese Isomorphismen liefern dann auch Isomorphismen der derivierten Funktoren\label{LKE} 
$$\op{Ext}^q_{\op{Ab}_{/X}}(\DZ_{C\subset X},\mathcal F)\sira {\op{H}}^q_C(X;\mathcal F)$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungw}
  Gegeben ein \glqq lokal singul"ar-azyklischer\grqq\ Raum $X$
  und $C\As X$ 
  konstruieren wir in \ref{lklsk} einen Isomorphismus $$
 {\op{H}}^q (X,X\backslash C;\DZ)_{\op{sing}} 
 \sira {\op{H}}^q_C (X;\DZ_X)_{\op{garb}}$$
 der relativen singul"aren Kohomologie
 mit der lokalen Kohomologie
 der konstanten Garbe 
 und zeigen, wie die lange exakte Kohomologiesequenz der
singul"aren Kohomologie darunter unserer langen exakten
Sequenz der lokalen Kohomologie \ref{LEslk} entspricht.
\end{Bemerkungw}

  
\begin{Satz}[\textbf{Zur"uckholen auf der lokalen Kohomologie}]
Seien $f:X\ra Y$ eine stetige Abbildung und  $C\As X$ und $D\As Y$ mit $C\supset f^{-1}(D)$  und $\varphi:\mathcal F\ra \mathcal G$
ein Opkomorphismus von abelschen Garben "uber $f$.
So gibt es f"ur jedes $q$ genau eine Abbildung
$$(f,\varphi)^*:{\op{H}}^q_D(Y;\mathcal G)\ra {\op{H}}^q_C(X;\mathcal F)$$
derart, da"s f"ur je zwei Aufl"osungen $\mathcal F\hra \mathcal A^\lhd$ und 
$\mathcal G\hra \mathcal B^\lhd$ und jeden Lift von $\varphi$ zu einem
Opkomorphismus $\varphi^\lhd:\mathcal A^\lhd\ra \mathcal B^\lhd$ 
von Aufl"osungen "uber $f$ das Diagramm\label{ZHKoXn} 
$$\begin{array}{ccc}
\mathcal H^q\Gamma_{\!D} \mathcal B^\lhd&\stackrel{(\phi^\lhd)^\circ}{\lra} &\mathcal H^q\Gamma_{\!C} \mathcal A^\lhd\\
\tau\da&&\da\tau\\
{\op{H}}^q_D(Y;\mathcal G)&\stackrel{(f,\varphi)^*}{\lra}& {\op{H}}^q_C(X;\mathcal F)
\end{array}$$
kommutiert mit den nat"urlichen Abbildungen $\tau$ aus
\ref{DefDe} in den Vertikalen und der von unserem Lift $\phi^\lhd$ induzierten
oberen Horizontalen.
Unsere Abbildungen $(f,\varphi)^*$ sind Gruppenhomomorphismen und es gilt 
$(f,\varphi)^*\circ(g, \psi)^*=(g\circ f, \psi\circ\varphi)^*$ sowie  $(\op{id},\op{id})^*=\op{id}$.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}  Wir werden sp"ater \nichtfinal{(Zitat!)}
  sehen, da"s unser R"uckzug
 im Fall konstanter Koeffizienten f"ur \glqq vern"unftige R"aume\grqq\ 
  dem R"uckzug auf der relativen singul"aren Kohomologie
   ${\op{H}}^q(Y, Y\backslash D)\ra {\op{H}}^q(X, X\backslash C)$ entspricht.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Genau wie  im Fall des Zur"uckholens der Kohomologie \ref{ZHKoX}.
\end{proof}
\begin{Bemerkungw}[\textbf{Vergarbung der Schnitte mit Tr"ager}]
  Eine Vergarbung der Schnitte mit Tr"ager
  lernen wir in \ref{AdIna} folgende 
  kennen. Genauer konstruieren wir dort f"ur jede abgeschlossene Einbettung $i:C\hra X$  einen linksexakten Funktor $i^!:\op{Ab}_{/X}\ra \op{Ab}_{/C}$
als Rechtsadjungierten zu $i_*:\op{Ab}_{/C}\ra \op{Ab}_{/X}$  und  Isomorphismen $\Gamma i^!\mathcal F\sira \Gamma_{\!C}\mathcal F$.
 \end{Bemerkungw}
\begin{Bemerkungl}
Gegeben ein topologischer Raum $X$ mit einer 
abgeschlossenen Teilmenge $C\As X$ 
und ihrem offenen Komplement $U\co X$
haben wir f"ur jede abelsche Garbe 
 $\cal{F} \in \op{Ab}_{/X}$  eine linksexakte Sequenz
$\Gamma_{\!C} \cal{F}\hookrightarrow \Gamma \cal{F}
\rightarrow \Gamma(U; \cal{F})$. 
 F"ur welkes und insbesondere 
f"ur injektives $\cal{F}$ ist sie sogar
exakt. 
Indem wir diese Erkenntnis auf eine injektive
Aufl"osung $\mathcal F\hra \mathcal I^\lhd$ einer beliebigen abelschen Garbe $\mathcal F$ anwenden,
erhalten wir  eine kurze exakte Sequenz von Komplexen
$$\Gamma_{\!C} \cal{I}^\lhd\hookrightarrow \Gamma \cal{I}^\lhd
\sra \Gamma(U; \cal{I}^\lhd)$$
Deren lange exakte Kohomologiesequenz 
hei"st die\label{LEslk}
{\bf lange exakte Sequenz der lokalen Kohomologie}  
$$\ldots\ra {\op{H}}^q_C(X;\cal{F})\ra {\op{H}}^q(X;\cal{F})\ra 
 {\op{H}}^q(X\backslash C;\cal{F})\ra {\op{H}}^{q+1}_C(X;\cal{F})
 \ra\ldots$$
 Ihre nicht den Grad ver"andernden  Morphismen sind die jeweiligen
 R"uckz"uge. 
 Gegeben $D$ mit $C\As D\As X$ erhalten wir weiter einen Morphismus
 von der langen exakten Sequenz von $C\As X$ zur
 langen exakten Sequenz von $D\As X$ durch die jeweiligen R"uckz"uge.
\end{Bemerkungl}
\nichtfinal{Weglassen? Wohin?
  Im Fall der konstanten Garbe erhalten wir in derselben Weise
 auch eine lange exakte Sequenz von reduzierten Kohomologiegruppen
 der Gestalt
 $$\ldots\ra {\mathrm{H}}^q_C(X)\ra \tilde{\mathrm{H}}^q(X)\ra 
 \tilde{\mathrm{H}}^q(X\backslash C)\ra {\mathrm{H}}^{q+1}_C(X)
 \ra\ldots$$}


\begin{Bemerkungw}
  Die Bedeutung der langen exakten Sequenz
  der lokalen Kohomologie
  im Rahmen der \glqq sechs Funktoren\grqq\
  diskutieren wir in \eref{IuEG}{TSF}.
\end{Bemerkungw}




\begin{Bemerkungl}[\textbf{Ausschneidung f"ur die Garbenkohomologie}]
Seien  $X$  ein topologischer Raum mit einer 
abgeschlossenen Teilmenge $C\As X$ und einer offenen Teilmenge $V\co X$,
die $C$ umfa"st. Bezeichne $v:V\hra X$ die Einbettung. 
F"ur jede abelsche Garbe $\cal{F} \in \op{Ab}_{/X}$ 
liefert dann die Restriktion von Schnitten einen Isomorphismus
$$\Gamma_{\!C}\mathcal F\sira \Gamma_{\!C}(v^\ast \mathcal F)$$ 
mit dem Ausdehnen durch Null als Umkehrabbildung. 
Da der offene R"uckzug $v^\ast$ exakt ist 
und injektive Garben zu injektiven Garben macht, 
induzieren diese Isomorphismen ihrerseits Isomorphismen\label{AuGG} 
$${\op{H}}^q_C (X;\mathcal F)\sira {\op{H}}^q_C (V;v^\ast\mathcal F)$$
und insbesondere Isomorphismen ${\op{H}}^q_C (X)\sira {\op{H}}^q_C (V)$. Sie sind das Analogon  in der Garbenkohomologie
unserer  Ausschneidungsisomorphismen aus der singul"aren 
Kohomologie und fallen auch mit den offensichtlichen  R"uckz"ugen zusammen.
\end{Bemerkungl}




\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
  Gegeben $C\As X$ eine abgeschlossene Teilmenge eines topologischen Raums
  ist jede welke Garbe auf $X$ azyklisch f"ur $\Gamma_{\!C}$. Hinweis: Lange
  exakte Sequenz \ref{LEslk}.\label{wazz}  
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Man pr"ufe, da"s die Abbildungen der langen exakten Sequenz der
  lokalen Kohomologie \ref{LEslk} nicht von der Wahl der injektiven Aufl"osung
  abh"angen und da"s zwei dieser Abbildungen R"uckz"uge
  auf der Kohomologie beziehungsweise lokalen Kohomologie
  im Sinne von \ref{ZHKoXn} sind.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}[\textbf{Tr"ager von Schnitten in Bildgarben}]
Seien $f: X \ra Y$ stetig, $\cal{F}$ eine abelsche Garbe auf $X$ und
$\cal{G}$ eine abelsche Garbe auf $Y$ und $\varphi \in\op{Ab}_{/f^\circ}(\mathcal G,\mathcal F)$ ein Komorphismus. Man zeige
$f(\op{supp} \varphi(t))\subset\op{supp}t$
f"ur jeden globalen Schnitt $t\in\Gamma\mathcal G$ und\label{SB}  
und im Fall des kanonischen Komorphismus $\kappa: f_*\mathcal F\ra \mathcal F$ 
haben wir f"ur alle $s\in \Gamma\mathcal F$ \nichtfinal{(Gute Notation $f_*s$?)} sogar $$\op{supp} (f_{\ast} s) = \overline{f(\op{supp} s)}$$
\end{Ubung}



\begin{Ubung}[\textbf{Zur"uckholen der lokalen Kohomologie und Erweiterungen}]
  Gegeben eine stetige Abbildung $f:X\ra Y$ betrachte man den
  exakten Funktor $f^*:\op{Ab}_{/Y}\ra \op{Ab}_{/X}$.
  Sei $D\As Y$  eine abgeschlossene Teilmenge
  und $C\As X$  ihr Urbild.
  Die davon nach \ref{FExt} induzierte Abbildung\label{rzLOE} 
  $$\op{Ext}_{\op{Ab}_{/Y}}^q(\DZ_{D\subset Y},\mathcal F)\ra \op{Ext}_{\op{Ab}_{/X}}^q(f^*\DZ_{D\subset Y},f^*\mathcal F)$$
  entspricht unter
  dem offensichtlichen Isomorphismus
$f^*\DZ_{D\subset Y}\sira \DZ_{C\subset X}$ und
  verschiedenen kanonischen Identifikationen dem
  Zur"uckholen auf der lokalen Garbenkohomologie
  ${\op{H}}^q_D(Y;\mathcal F)\ra {\op{H}}^q_C(X;f^*\mathcal F)$.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}[\textbf{Tr"agerzerlegung der lokalen Kohomologie}]
  Gegeben $C\As X$ ein topologischer Raum mit einer abgeschlossenen Teilmenge
  und $C=\bigcup_{\lambda\in\Lambda}C_\lambda$ eine disjunkte Zerlegung
  mit $C_\lambda\co C$ und $\mathcal F\in\op{Ab}_{/X}$ eine abelsche Garbe liefern die R"uckz"uge in ihrer Gesamtheit Isomorphismen\label{tzLOK} 
  $${\op{H}}^q_C(X;\mathcal F)\sira \prod_{\lambda\in\Lambda}{\op{H}}^q_{C_\lambda}(X;\mathcal F)$$
\end{Ubung}


\subsection{Homotopieinvarianz der Garbenkohomologie}
 \begin{Bemerkungl} Ich erinnere daran, da"s nach  \eref{RHa}{TM} 
    eine Teilmenge eines topologischen Raums  \glqq relativ
      Hausdorff\grqq\  hei"st, wenn je zwei
    verschiedene Punkte unserer Teilmenge disjunkte Umgebungen im
    urspr"unglichen Raum besitzen.
  \end{Bemerkungl}
\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildKUW}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Illustration zum Beweis des
Fortsetzens von Schnitten "uber Kompakta 
 \ref{FSK}
\end{minipage}
\end{figure}

\begin{Proposition}[\textbf{Fortsetzen von Schnitten auf Kompakta}]
Gegeben eine Garbe $\cal{F} \in \op{Ens}_{/X}$ auf einem\label{FSK}
topologischen Raum $X$ 
l"a"st sich jeder Schnitt von $\cal{F}$ auf 
einem
relativ Hausdorff'schen Kompaktum $K\subset X$ stetig
auf eine offene Umgebung von $K$ fortsetzen.
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
Zusammen mit \ref{Skom} folgt unter den Annahmen der Proposition,
da"s die offensichtliche Abbildung einen Isomorphismus 
$\op{colf}_{ U\supset K}\cal{F}(U)\sira \cal{F}(K)$ liefert.
Der Kolimes  ist hierbei "uber alle offenen\label{dlki} 
Umgebungen $U\co X$ von $K$ zu verstehen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
Gegeben ein dreielementiger Raum $X$ mit zwei
abgeschlossenen Punkten, die eine kompakte Teilmenge $K$ 
bilden und beide im Abschlu"s des dritten
Punktes liegen, l"a"st sich nicht jeder  Schnitt "uber $K$ 
der konstanten Garbe $\DZ_X$ auf eine
offene Umgebung von $K$ fortsetzen. Die Bedingung
\glqq relativ Hausdorff\grqq\ ist also notwendig f"ur die G"ultigkeit der
Proposition.
\end{Beispiel}
\begin{proof}[Beweis]
Sei $s \in \cal{F} (K)$ unser Schnitt. Da $K$ 
als kompakter Hausdorffraum nach \eref{KLK}{TM} 
lokal kompakt ist,  finden wir eine
"Uberdeckung von $K$ durch Kompakta $K_{1}, \ldots , K_{n}$ und 
f"ur diese Kompakta offene Umgebungen
$U_{1}, \ldots, U_{n}\co X$
und  Schnitte $s_{i} \in \cal{F} (U_{i})$ mit $s_{i}| K_{i} = s|
K_{i}$.
Nach \ref{Skom} gibt es eine offene 
Umgebung $W$ von $K_1 \cap K_2$ in $U_1 \cap U_2$
mit $s_1 | W = s_2| W$.
Weiter finden wir "ahnlich wie in \eref{FS}{TM}  
f"ur $i=1,2$ disjunkte offene Umgebungen
$U_i^{\prime} \co U_i$ von $K_i \backslash W$. 
Dann verkleben die beiden $s_i|U^{\prime}_i$ und $s_1|W = s_2|W$
zu einem Schnitt auf $U^{\prime}_1 \cup U^{\prime}_2 \cup W$, 
der unseren Schnitt
auf $K_1\cup K_2$ fortsetzt. Eine offensicht\-liche Induktion 
beendet den Beweis.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion allgemeiner Fortsetzungsresultate f"ur
    Schnitte}] 
 Im Fall parakompakter R"aume  
lernen wir in \ref{AuW}, da"s sich jeder Schnitt "uber einer
abgeschlossenen Teilmenge auf eine offene Umgebung derselben 
fortsetzen l"a"st. Diese Aussage und die vorhergehende Proposition \ref{FSK}
sind
die beiden einzigen allgemeinen Fortsetzungsresultate dieser Art,
die ich kenne. Man beachte, da"s jede einpunktige Teilmenge eines topologischen Raums  ein
relativ Hausdorff'sches Kompaktum ist.
\end{Bemerkungl}

\begin{Proposition}
  Seien $X$ ein topologischer Raum und $K$ ein kompakter Hausdorffraum
  und $\pi:X\times K\ra X$ die Projektion. So liefert
  f"ur jede  Garbe $\mathcal F\in\op{Ens}_{/X\times K}$
  und jeden Punkt $x\in X$ die offensichtliche Abbildung
  eine Bijektion\label{eeB} 
  $$(\pi_*\mathcal F)_x\sira \Gamma(\pi^{-1}(x);\mathcal F)$$
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungw}
  Diese Aussage wird sich im weiteren Verlauf als ein Spezialfall des
  \glqq fasereigentlichen Basiswechsels\grqq\ \ref{EBWA} erweisen.
\end{Bemerkungw}
\begin{proof}
  Nach Proposition \ref{dlki} zum Fortsetzen von Schnitten
  auf Kompakta liefert das Einschr"anken auf $\pi^{-1}(x)$ einen Isomorphismus 
  $$\op{colf}_W\Gamma(W;\mathcal F)\sira \Gamma(\pi^{-1}(x);\mathcal F)$$
  f"ur den Kolimes "uber alle offenen Umgebungen $W$ von $\pi^{-1}(x)$.
   Nach "Ubung \eref{oUKL}{TM} umfa"st jede offene Umgebung von
  $\pi^{-1}(x)$ eine Menge der Gestalt $\pi^{-1}(U)$ f"ur
   $U\co X$ eine offene Umgebung von $x$. Das zeigt die
   Proposition.
\end{proof}






\begin{Proposition}
Gegeben $X$ ein topologischer Raum und 
$\pi:X\times [0,1]\ra X$ die Projektion auf den ersten Faktor gilt:\label{HGM} 
\begin{enumerate}
\item
F"ur jede abelsche Garbe $\mathcal F\in\op{Ab}_{/X}$ ist die Einheit
der Adjunktion ein Isomorphismus  
$\mathcal F\sira \pi_\ast\pi^\ast\mathcal F$;
\item
Ist eine abelsche Garbe 
$\mathcal A\in\op{Ab}_{/X}$ azyklisch f"ur den Funktor der
globalen Schnitte, so gilt dasselbe f"ur die zur"uckgeholte Garbe 
$\pi^\ast\mathcal A$;
\item
F"ur jede abelsche Garbe $\mathcal F\in\op{Ab}_{/X}$ induziert das
Zur"uckholen auf der Kohomologie Isomorphismen
${\op{H}}^q(X;\mathcal F)\sira {\op{H}}^q(X\times [0,1];\pi^\ast\mathcal F)$.
\end{enumerate}
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungw}
  Im Rahmen der sechs Funktoren erweist sich das als eine
  direkte Konsequenz aus fasereigentlichem Basiswechsel und unseren
  Erkenntnissen zur Garbenkohomologie reeller Intervalle, vergleiche
  den zweiten Beweis von \eref{Aei}{TSS}.
\end{Bemerkungw}
\begin{proof}
Teil 1 gilt f"ur jede finale Surjektion mit zusammenh"angenden
Fasern und sogar f"ur Garben von Mengen
nach "Ubung \ref{AdI}. Um Teil 2 zu zeigen,
 w"ahlen wir eine welke Aufl"osung $\pi^\ast\mathcal A\hra \mathcal B^\lhd$
und betrachten f"ur alle $x\in X$ das  kartesische Diagramm
 \begin{displaymath}
\xymatrix{
[0,1] \ar[d]_{\op{fin}}\ar[r]^-{j_x} &X\times [0,1] \ar[d]^\pi\\
\op{top} \ar[r]_{i_x} &X
}
\end{displaymath}
Unter der Restriktion mit der Einbettung $j_x$ 
wird unsere welke Aufl"osung zu einer punktweichen Aufl"osung
$j_x^\ast\pi^\ast\mathcal A\hra j_x^\ast\mathcal B^\lhd$ 
einer punktweichen Garbe. Da nach \ref{KGI} 
punktweiche Garben auf Intervallen 
$\Gamma$-azyklisch sind, liefert unser Komplex
einen exakten Komplex 
$\Gamma(j_x^\ast\pi^\ast\mathcal A)\hra \Gamma(j_x^\ast\mathcal B^\lhd)$.
Das ist aber nach \ref{eeB} genau der Komplex der Halme bei $x$ des 
Garbenkomplexes $\pi_\ast\pi^\ast\mathcal A\hra \pi_\ast\mathcal B^\lhd$,
der folglich auch exakt ist und mit unserem Isomorphismus  $\mathcal A\sira \pi_\ast\pi^\ast\mathcal A$ als welke Aufl"osung von $\mathcal A$ verstanden
werden kann.
Ist nun $\mathcal A$ globale-Schnitte-azyklisch,
so ist der Komplex $\Gamma(\pi_\ast\mathcal B^\lhd)=\Gamma(\mathcal B^\lhd)$
exakt in h"oheren Graden und damit ist  auch $\pi^\ast\mathcal A$
globale-Schnitte-azyklisch. 
Teil 3  folgt ohne weitere Schwierigkeiten. 
\end{proof}

\begin{Proposition}[\textbf{Kohomologie abelscher Garben auf W"urfeln}]
  Gegeben eine  abelsche Garbe $\mathcal F$ auf $[0,1]^n$ verschwindet ihre
  Kohomologie ${\op{H}}^q([0,1]^n;\mathcal F)$ f"ur $q>n$,\label{GHKu} 
  salopp gesprochen oberhalb der Dimension.
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungw} In \eref{gkQUa}{TSF} schreiben wir
  den Beweis nocheinmal im Rahmen der allgemeinen Theorie aus.
\end{Bemerkungw}
\begin{proof} Betrachten wir im vorhergehenden  Beweis von \ref{HGM} eine
  welke Aufl"osung  $\mathcal F\hra \mathcal B^\lhd$ einer beliebigen abelschen
  Garbe auf $X\times [0,1]$, so erhalten wir unter der Restriktion
  mit der Einbettung $j_x$ 
eine  punktweiche Aufl"osung
$j_x^\ast\mathcal F\hra j_x^\ast\mathcal B^\lhd$ 
der nicht notwendig  punktweichen Garbe $j_x^\ast\mathcal F$.
Da nach \ref{KGI} alle Garbenkohomologie auf $[0,1]$
in Graden $q>1$ verschwindet, ist $\pi_*\mathcal B^\lhd$  exakt
in Graden $q>1$. Gegeben
$\mathcal B^\lhd$ ein in Graden $q>0$
exakter Komplex welker Garben auf $X\times [0,1]$
ist also $\pi_*\mathcal B^\lhd$ ein in Graden $q>1$
exakter Komplex welker Garben auf $X$. 
Die Proposition folgt induktiv.
\end{proof}

\begin{Korollar}[\textbf{Homotopieinvarianz}]
Homotope Abbildungen von topologischen R"aumen induzieren dieselbe Abbildung 
auf der Garbenkohomologie.\label{HIGK} 
\end{Korollar}
\begin{proof}
Seien $X,Y$ topologische R"aume und $f,g:X\ra Y$  homotope Abbildungen
und   $h: X \times [0,1] \ra Y$ eine
Homotopie von $f$ nach $g$. 
Bezeichnen wir die Inklusionen $X \ra X \times [0,1]$,  $ x \mapsto (x,t)$
mit $i_{t}$,  so gilt $f = h\circ i_{0}$ und $g = h \circ i_{1}$. 
Es reicht nun, ${\op{H}}^{q}(i_{0}) = {\op{H}}^{q}(i_{1})$ zu zeigen, 
denn daraus folgt
mit der Funktorialit"at der Homologie bereits
$${\op{H}}^{q} (f) 
= {\op{H}}^{q}(i_{0})\circ{\op{H}}^{q} (h) 
={\op{H}}^{q}(i_{1})\circ{\op{H}}^{q} (h) = {\op{H}}^{q}(g)$$
Andererseits gilt f"ur $\pi:X\times [0,1]\ra X$ die Projektion
aber $\op{id}_X=\pi\circ i_t$  und damit 
$\op{id}={\op{H}}^{q}(i_{t})\circ {\op{H}}^{q}(\pi)$ f"ur alle $t$.
Nun ist  ${\op{H}}^{q}(\pi)$ nach \ref{HGM} 
 f"ur jede abelsche Gruppe $M$ von Koeffizienten
ein Isomorphismus $${\op{H}}^{q}(\pi): {\op{H}}^{q}(X;M)
\sira {\op{H}}^{q}(X\times [0,1];M)$$
Folglich m"ussen alle ${\op{H}}^{q}(i_{t})$ dieselbe Abbildung in die 
Gegenrichtung induzieren, n"amlich die Umkehrabbildung zu
unserem Isomorphismus.
\end{proof}
\begin{Beispiel}[\textbf{Garbenkohomologie zusammenziehbarer R"aume}]
  Die Garbenkohomologie jedes zusammenziehbaren Raums $X$ besteht aus den
  konstanten Schnitten der konstanten Garbe  $\DZ_X$ im Grad Null und
  verschwindet in allen anderen Graden.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Garbenkohomologie von Sph"aren}]
Um die Kohomologie von Sph"aren  im Rahmen der 
Garbenkohomologie zu berechnen, mag man
besagte Sph"aren in zwei etwas "uber den "Aquator hinaus\label{GKS} 
verdickte offene Hemisph"aren zerlegen und  die Mayer-Vietoris-Sequenz
der Garbenkohomologie \ref{MVG} oder noch besser der
reduzierten Garbenkohomologie \ref{MVrG} anwenden.
Unsere beiden Hemisph"aren sind zusammenziehbar
und ihr Schnitt ist homotopie"aquivalent  zu einer
Sph"are einer um Eins kleineren Dimension. So finden wir
$\tilde{\mathrm{H}}^q(S^n)\cong\DZ$ f"ur $q=n\geq -1$ und Null sonst und
finden zus"atzlich, da"s die Spiegelung an einer Koordinatenebene
auf unserer Kohomologie als die Multiplikation mit $(-1)$ wirkt.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Lokale Kohomologie des $\DR^n$}] 
  F"ur einen Punkt $x\in\DR^n$
  liefert die reduzierte Version der langen exakten
  Sequenz der lokalen Kohomologie \ref{LEslk} 
insbesondere Isomorphismen $\tilde{\mathrm{H}}^{q-1}(\DR^n\backslash x)\sira {\op{H}}^q_{\{x\}} (\DR^n)$ und mit \ref{GKS} dann\label{lokKRn}  
$${\op{H}}^q_{\{x\}} (\DR^n)\cong \left\{\begin{array}{ll}
\Bbb{Z} & q=n;\\
0 & \text{sonst.} \end{array}\right. $$
Weiter sehen wir so, da"s die Spiegelung an einer Koordinatenebene
auf unserer lokalen Kohomologie als die Multiplikation mit $(-1)$ wirkt.
\end{Beispiel}

\subsubsection*{"Ubungen}

\begin{Ubung}\label{HHg}
  Sei $Z\As X$  ein Raum mit einer abgeschlossenen Teilmenge.
  Man zeige: Das Zur"uckholen mit der Projektion induziert
  auf der lokalen Kohomologie Isomorphismen
$${\op{H}}^{q}_Z(X)\sira {\op{H}}^{q}_{Z\times [0,1]}(X\times [0,1])$$
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Homotopieinvarianz der lokalen Kohomologie}] 
  Seien $f,g : (X,Z) \ra (Y,T)$ zwei Morphismen zwischen Raumpaaren
  bestehend aus einem Raum mit einer abgeschlossenen Teilmenge.
 Man zeige:\label{HIRHg} 
 Sind zwei Morphismen $f,g : (X,Z) \ra (Y,T)$ homotop im Sinne von
 \eref{HIRH}{TS}, so induzieren sie
dieselben Abbildungen ${\op{H}}^{q}f= {\op{H}}^{q}g : 
{\op{H}}_T^{q} (Y) \ra {\op{H}}^{q}_Z (X)$ auf den
lokalen Homologiegruppen.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Determinante und Orientierung}] 
Gegeben $A,B\co\DR^n$ offene Umgebungen des Ursprungs
und $g:A\sira B$ ein Diffeomorphismus mit $g(0)=0$  kommutiert das
Diagramm
$$\begin{array}{ccc}
{\op{H}}^n_{\{0\}}(A)&\ra &{\op{H}}_{\{0\}}^n(B)\\
\wr\ua&&\ua\wr\\
{\op{H}}^n_{\{0\}}(\DR^n)&\ra &{\op{H}}^n_{\{0\}}(\DR^n)
\end{array}$$
mit den Ausschneidungsisomorphismen \ref{AuGG} in den Vertikalen
und dem Vorzeichen der Funktionaldeterminante $\det(\diff_0 g)$
als unterer Horizontale. Hinweis: F"ur vom Ursprung verschiedene 
Punkte $p$ nahe am Ursprung\label{BLGg} 
gilt die Absch"atzung $\|g(p)- (\diff_0 g)(p)\|<\|(\diff_0 g)(p)\|$, und man beachte \ref{HIRHg}.
\end{Ubung} 

\subsection{Ein Spektralsequenzargument}

\begin{Definition}\label{DoKon}%\label{DoKo}
Ein \defind{Doppelkomplex} $A = (A^{p,q}, \partial,\delta)$ ist eine durch
$\Bbb{Z} \times \Bbb{Z}$ parametrisierte Familie $A^{p,q}$ von
abelschen Gruppen mitsamt Gruppenhomomorphismen $\partial =
\partial^{p} : A^{p,q} \ra A^{p+1,q}$ und $\delta = \delta^{q} :
A^{p,q} \ra A^{p,q+1}$ derart, da"s gilt $\partial^{2} = 0$,
$\delta^{2} =0$ und $\partial\delta  = \delta\partial$.
\end{Definition}
\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildDOKOS}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Ein Doppelkomplex
\end{minipage}
\end{figure}
\begin{Definition}
Gegeben ein Doppelkomplex $A$ bilden wir seinen \defind{Totalkomplex}  
$\op{tot}(A)=T=(T,d)$\index{tot@$\op{tot}$ Totalkomplex}
durch die Vorschrift
$$T^n\pdef\bigoplus_{p+q=n}A^{p,q}$$
mit dem Differential $da\pdef\partial a+ (-1)^p\delta a$ f"ur $a\in A^{p,q}$.
\end{Definition}


\begin{Bemerkungl}
  In der Literatur wird auch eine andere Konvention verwendet,
  bei der man  
  $\partial\delta + \delta\partial=0$
  statt $\partial\delta  = \delta\partial$ fordert.
  Wir sprechen dann von einem {\bf Doppelkomplex mit antikommutierenden
    Differentialen}.\index{Doppelkomplex!mit antikommutierenden
    Differentialen} Zwischen beiden Konzepten kann man hin- und hergehen,
  indem man $\delta:A^{p,q}\ra A^{p,q+1}$ ersetzt durch $(-1)^p\delta:A^{p,q}\ra A^{p,q+1}$. Ich finde es nat"urlicher, mit kommutierenden Differentialen zu arbeiten. So ergibt sich etwa der Tensorkomplex als Totalkomplex eines
  Doppelkomplexes in Bezug auf eine Anordnung der Tensorfaktoren. 
\end{Bemerkungl}
\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildSpS}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Eine explizite Beschreibung der Komposition 
$\mathcal H K_{\rightarrow}\ra \mathcal H T\stackrel{\sim}{\leftarrow}
\mathcal HK_{\uparrow}$ im Fall eines Doppelkomplexes im ersten
Quadranten mit exakten Zeilen bei $A^{pq}$ mit $p\neq 0$.
Der Zykel 1 im waagerechten Kernkomplex ist als Element 2 der
tiefsten Zeile der $\partial$-Rand von 3. Der $\delta$-Rand von 3
ist dann ein $\partial$-Zykel 4, der sich wegen der Exaktheit der Zeile
als $\partial$-Rand eines Elements 5 schreiben l"a"st.
Und so klettert man die Treppe hoch um schlie"slich bei einem Zykel 9 des
senkrechten Kernkomplexes zu landen.
\end{minipage}
\end{figure}


\begin{Bemerkungl}
  Wir denken uns $p$ nach rechts und $q$ nach 
oben aufgetragen und betrachten in
unserem Doppelkomplex die 
\defnoind{Spaltenkomplexe}\index{Spaltenkomplex} $A^{p,\ast}$ sowie  die
  \defnoind{Zeilenkomplexe}\index{Zeilenkomplex} 
$A^{\ast, q}$. Verschwinden alle $A^{p,q}$ mit $p<0$, so sprechen wir von einem  \defind{Doppelkomplex in der rechten Halbebene}.  Verschwinden alle $A^{p,q}$ mit $q<0$, so sprechen wir von einem  \defind{Doppelkomplex in der oberen Halbebene}.  Verschwinden alle $A^{p,q}$ mit $p<0$
  oder $q<0$, so sprechen wir von einem   \defind{Doppelkomplex im ersten
    Quadranten}.  Zu einem  Doppelkomplex  in der  rechten Halbebene
  erkl"aren wir den 
  \defnoind{senkrechten Kernkomplex}\index{senkrechter Kernkomplex}
  $K_{\uparrow}$ als den Komplex der Kerne \glqq l"angs der $q$-Achse\grqq, in Formeln
  $$K_{\uparrow}^\ast= \ker (\partial : A^{0,\ast} \ra A^{1,\ast})$$
mit dem von $\delta$ induzierten Differential.
  Gegeben ein Doppelkomplex in der  rechten Halbebene haben wir
  eine offensichtliche injektive Kettenabbildung 
$K_{\uparrow}\hra T$
  vom senkrechten Kernkomplex in den Totalkomplex.
\end{Bemerkungl}


\begin{Satz}[\textbf{Eine ausgeartete Spektralsequenz}]
Sei $A= (A^{p,q},\partial, \delta)$ ein Doppelkomplex im ersten\label{EAS}
Quadranten.\index{Spektralsequenz!ausgeartete}
Sind alle seine Zeilen exakt an allen Stellen $A^{p,q}$
mit $p\neq 0$,
so induziert die Einbettung des
senkrechten Kernkomplexes in den Totalkomplex  $K_{\uparrow}\hra T$
auf der Kohomologie Isomorphismen
$$\cal{H}^{n}K_{\uparrow}\sira \cal{H}^{n}T$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}\label{DKBAn}  Der Satz gilt allgemeiner f"ur jeden
  Doppelkomplex in der rechten Halbebene,
  bei dem es f"ur jedes feste $n$ h"ochstens endlich viele von Null
  verschiedene Eintr"age zu Indizes $(p,q)$ mit $p+q=n$ gibt.
  Die Eintr"age k"onnen dabei sogar
  Objekte einer beliebigen abelschen Kategorie
  sein. 
  Der Beweis bleibt derselbe. Wir beginnen mit einem Spezialfall.
\end{Bemerkungl}
\begin{Lemma}\label{TKoo}
Sind bei einem Doppelkomplex im ersten Quadranten
alle 
Zeilen exakt, so ist auch sein Totalkomplex exakt.
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungw}\label{DKBA} 
 Das Lemma gilt mit demselben Beweis f"ur jeden Doppelkomplex,
bei dem es f"ur jedes feste $n$ h"ochstens endlich viele von Null
verschiedene Eintr"age zu Indizes $(p,q)$ mit $p+q=n$ gibt.
Die Eintr"age k"onnen dabei sogar Objekte einer beliebigen abelschen Kategorie
sein. Eine Verallgemeinerung dieser Aussage,
die f"ur beliebige Doppelkomplexe von abelschen Gruppen 
richtig bleibt, wird in  \eref{TK}{TD} formuliert und bewiesen.
Daraus ergeben sich dann auch Verallgemeinerungen von 
\ref{EAS}. Allgemeine Spektralsequenzen besprechen wir  in \ref{SpeSS}.
\end{Bemerkungw}
\begin{proof}[Beweis]
Sind nur endlich viele Zeilen eines Doppelkomplexes von
Null verschieden, der noch nicht einmal im ersten Quadranten
liegen mu"s, so k"onnen wir das 
mit vollst"andiger Induktion zeigen:
Dazu betten wir die oberste von Null 
verschiedene Zeile ein in den Totalkomplex.
Der Kokern dieser Einbettung ist der Totalkomplex eines Doppelkomplexes
mit exakten Zeilen und
einer Zeile weniger. Zu der so konstruierten
kurzen exakten Sequenz von Kettenkomplexen
bilden wir dann die lange exakte Homologiesequenz und unsere Induktion l"auft.
Haben wir einen beliebigen Doppelkomplex im ersten Quadranten vor uns,
so stimmt sein Totalkomplex bis zum Grad $n$ "uberein mit dem
Totalkomplex zum Doppelkomplex der untersten $n$ Zeilen,
also k"onnen wir uns auf den bereits behandelten Fall zur"uckziehen.
\end{proof}
\begin{proof}[Beweis von Satz \ref{EAS}]
Der Kokern der Einbettung $K_{\uparrow}\hra T$
ist  der Totalkomplex eines Doppelkomplexes 
im ersten Quadranten mit exakten Zeilen.
Nach Lemma \ref{TKoo} ist er damit exakt
und die Behauptung folgt aus der langen exakten
Homologiesequenz.
\end{proof}




\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung} Man zeige, da"s unser Satz "uber ausgeartete 
Spektralsequenzen \ref{EAS} "ahnlich f"ur Spektralsequenzen im
dritten Quadranten und den senkrechten Kokernkomplex gilt. Betrachtet man die analogen Aussagen in allgemeinen\label{SqDr} 
abelschen Kategorien, so gelten sie weiter mit demselben Beweis und fallen  zusammen, wenn man zur opponierten abelschen Kategorie "ubergeht.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{rlTor} 
Gegeben ein Ring $R$ und
ein $R$-Rechtsmodul  $M$ und ein $R$-Links\-modul $N$ 
und $\ldots\ra P_1\ra P_0\sra M$ eine projektive Aufl"osung von $M$
und $\ldots\ra Q_1\ra Q_0\sra N$ eine projektive Aufl"osung von $N$
liefern die offensichtlichen Kettenabbildungen
Quasiisomorphismen 
$$P\otimes_RN\qli P\otimes_RQ\qri M\otimes_R Q$$
Insbesondere erhalten wir so die bei der 
Definition der Torsionsgruppen 
in \ref{Tor} versprochenen kanonischen Isomorphismen 
$$(\op{L}_q(M\otimes_R))(N)\sira (\op{L}_q(\otimes_RN))(M)$$
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Sind bei einem Doppelkomplex im ersten Quadranten die Zeilenkomplexe
  exakt an allen Stellen $(p,q)$ mit $p+q\leq n$, so ist der Totalkomplex
  exakt an allen Stellen $\leq n$.\label{kSs}
  Sind bei einem Doppelkomplex im ersten Quadranten die Zeilenkomplexe
  exakt an allen Stellen $(p,q)$ mit $p+q\leq n$ und $p>0$, so induziert die
  Einbettung des senkrechten Kernkomplexes in den Totalkomplex 
  Isomorphismen auf allen $\mathcal H^q$ mit $q\leq n$.
  Das ist auch eine einfache Konsequenz
  der allgemeinen Theorie der Spektralsequenzen in \ref{SpeSS}. 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Sind bei einem Doppelkomplex nur endlich viele  Zeilenkomplexe
  verschieden von Null und sind alle Spalten exakt,  so ist der Totalkomplex
  exakt.\label{kSDR}
  Hinweis: Im Fall von nur zwei von Null verschiedenen Zeilen ist das
  leicht einzusehen. Im allgemeinen argumentiere man mit vollst"andiger
  Induktion und geschickten kurzen exakten Sequenzen von
  Doppelkomplexen und der langen exakten Kohomologiesequenz.
\end{Ubung}

\subsection{Garbenkohomologie durch offene "Uberdeckungen}
\begin{Bemerkungl}
 Ich erinnere daran, da"s ein unendliches Produkt exakter
  Sequenzen von abelschen Garben nicht exakt zu sein braucht, da"s aber 
  ein beliebiges Produkt exakter
  Sequenzen von abelschen Gruppen stets wieder exakt ist.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Vergarbter \v{C}ech-Komplex}]
Gegeben eine "Uberdeckung $\mathcal U$  eines 
topologischen Raums $X$ und  eine
abelsche Garbe  $\mathcal F$ auf $X$ 
 erkl"aren wir einen Komplex von Garben
$\check{\mathcal{C}}^{q}=\check{\mathcal{C}}^{q} (\cal{U};\cal{F})$, 
indem wir f"ur jede
offene Teilmenge $V\co X$ setzen
$$\check{\mathcal{C}}^{q}(V)\pdef \prod_{(U_{0},\ldots ,U_{q})\in \cal{U}^{q+1}}
\cal{F} (V\cap U_{0}\cap \ldots \cap U_{q})$$
Anders geschrieben ist $\check{\mathcal{C}}^{q} (\cal{U};\cal{F})$ das Produkt
der Garben $j_*j^*\mathcal F$ f"ur die jeweiligen
Einbettungen $j:U_{0}\cap \ldots \cap U_{q}\hra X$. 
Das Differential $\check{\mathcal{C}}^{q}\ra \check{\mathcal{C}}^{q+1}$
besteht aus Abbildungen $\check{\mathcal{C}}^{q}(V)\ra \check{\mathcal{C}}^{q+1}(V)$,
die durch dieselben Formeln erkl"art werden wie
beim \v{C}ech-Komplex aus \ref{CKo}.
Nimmt man  noch 
den Morphismus  $\mathcal F\ra \check{\mathcal{C}}^{0}$ hinzu, der durch die Einschr"ankungen
$\mathcal F(V)\ra \prod_{U_{0}\in \cal{U}} \cal{F} (V\cap U_{0})$ gegeben wird, und nimmt von unserer "Uberdeckung an, da"s auch die offenen Kerne der Mengen aus $\mathcal U$ bereits $X$ "uberdecken,  so entsteht 
 eine exakte Sequenz von Garben
$$ \mathcal F\hra   \check{\mathcal{C}}^{0}\ra  
\check{\mathcal{C}}^{1}\ra\ldots$$
In der Tat erhalten wir f"ur jede offene 
Teilmenge $V\co X$, die ganz
in einer  Teilmenge
 $U$ aus unserem "uberdeckenden Mengensystem enthalten ist,
sogar bereits ein %linksexakte
exakte Sequenz 
$\mathcal F(V)\hra   \check{\mathcal{C}}^{0}(V)\ra  
\check{\mathcal{C}}^{1}(V)\ra\ldots$
nach Satz \ref{AMBM} "uber die Exaktheit von Standardkomplexen,
die station"ar sind in einem Index,
angewandt auf den in \ref{AlKo} besprochenen Fall von Koeffizienten in $\op{Ab}^{\op{opp}}$. 
Wir nennen unsere exakte Sequenz von Garben\label{AGCKg}  den
{\bf vergarbten \v{C}ech-Komplex}.\index{Cechkomplex@\v{C}ech-Komplex!vergarbter}
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl} Mich verbl"ufft an diesem Argument, wie m"uhelos
 darin die Schwierigkeiten, da"s der Halm eines Produkts nicht das
  Produkt der Halme ist und Produkte exakter Sequenzen
  von abelschen Garben nicht exakt sein m"ussen, umgangen werden.
  Man kann alternativ auch den Komplex
  $\check{\mathcal{C}}_!^{-q} (\cal{U};\cal{F})$ der Koprodukte 
  der Garben $j_!j^!\mathcal F$ betrachten,
  der zusammen mit dem offensichtlichen
  Morphismus $\check{\mathcal{C}}_!^{0} (\cal{U};\cal{F})\ra \mathcal F$
  eine Linksaufl"osung von $\mathcal F$ ist. Bei diesem Komplex folgt die
  Exaktheit aus der Betrachtung der Halme.
\end{Bemerkungl}


  

\begin{Bemerkungl}[\textbf{\v{C}ech-Kohomologie zu "Uberdeckung und
 Garbenkohomologie}]
Per definitionem gilt 
$\check{{\mathrm{H}}}^{q}
  (\cal{U};\cal{F})=\mathcal H^{q}\Gamma \check{\mathcal{C}}^\lhd(\mathcal U;\mathcal F)$. Aus der Definition derivierter Funktoren \ref{DefDe} erhalten wir so 
  Abbildungen\label{CuBD} 
$$\check{{\mathrm{H}}}^{q}
  (\cal{U};\cal{F})\ra {\op{H}}^{q}(X;\mathcal F)$$
von der \v{C}ech-Kohomologie zu 
einer gegebenen offenen "Uberdeckung in
die Garbenkohomologie. Wir erhalten sogar derartige  Abbildungen
f"ur jede beliebige "Uberdeckung derart, da"s die offenen Kerne der "uberdeckenden Mengen bereits $X$ "uberdecken, mit der entsprechenden
offensichtlichen Erweiterung der linken Seite auf diesen Fall. Wir hatten diesen Fall bisher nur deshalb vermieden, da wir mit Pr"agarben gearbeitet
hatten und da f"ur Pr"agarben Schnitte "uber beliebigen Teilmengen nicht definiert sind. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungw}[\textbf{\v{C}ech-Kohomologie  und
 Garbenkohomologie}]
Es ist klar, 
da"s unsere Abbildungen \ref{CuBD} von eben im Kolimes 
 Abbildungen\label{natCG} 
$$\check{{\mathrm{H}}}^{q}
  (X;\cal{F})\ra {\op{H}}^{q}(X;\mathcal F)$$ 
von der \v{C}ech-Kohomologie  in
die Garbenkohomologie induzieren. 
In \ref{CGa} zeigen wir, da"s diese f"ur $q=1$ stets Isomorphismen sind.
In \ref{PKRh} zeigen wir, da"s sie auf \glqq parakompakten\grqq\ R"aumen
sogar f"ur alle $q$ Isomorphismen sind. 
\end{Bemerkungw}



\begin{Definition}
Seien $X$ ein topologischer Raum, $\cal F\in\op{Ab}_{/X}$ eine abelsche Garbe auf $X$
und $\cal U$ eine offene "Uberdeckung von $X$.
Gilt $$\op{H}^q(U_{0}\cap \ldots \cap U_{\nu};\cal{F} )=0$$
f"ur alle
 endlichen Schnitte von einer oder mehr Mengen aus $\cal U$ und f"ur alle $q>0$,
 so sagen  wir,
die Garbe $\cal F$ sei
\defnoind{azyklisch f"ur die "Uberdeckung 
$\cal U$},\index{azyklisch!Garbe f"ur "Uberdeckung} oder 
die "Uberdeckung sei {\bf azyklisch f"ur die Garbe}.\index{azyklisch!"Uberdeckung f"ur Garbe}
\end{Definition}
\begin{Theorem}[\textbf{Kohomologie durch azyklische "Uberdeckungen}]
Seien $X$ ein topologischer Raum, $\cal F$ eine abelsche Garbe auf $X$
und $\cal U$ eine  offene "Uberdeckung von $X$.
Ist  die "Uberdeckung  $\cal U$  azyklisch f"ur die Garbe $\cal F$,
so berechnet der Komplex der  \v{C}ech-Koketten\label{BKCe} 
ihre
Kohomologie, als da hei"st, die in \ref{AGCKg} konstruierten
Abbildungen sind Isomorphismen
$$\check{{\mathrm{H}}}^{q} (\cal{U};\cal{F})
\sira {{\op{H}}}^{q}(X;\cal{F})$$
\end{Theorem}
\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildAgCK}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Eine f"ur die konstante Garbe auf der Acht azyklische offene 
"Uberdeckung durch drei 
offene Teilmengen mit ihrem angeordneten \v{C}ech-Komplex
\end{minipage}
\end{figure}

\begin{Bemerkungw}
  Insbesondere ist jede welke abelsche Garbe \v{C}ech-azyklisch in dem in \ref{cac} eingef"uhrten Sinne.
  Allgemeiner folgt dasselbe f"ur jede abelsche Garbe, deren Restriktion auf jede offene Teilmenge global-Schnitte-azyklisch ist.
\end{Bemerkungw}

\begin{proof}
Wir w"ahlen
  eine \glqq waagerecht gedachte\grqq\  welke 
Aufl"osung $\cal F\hra \cal W^\lhd$ von $\cal F$  und bilden
  den Doppelkomplex
$$\check{\cal{C}}^{q} (\cal{U}; {\cal W}^p)$$
 von abelschen Garben, indem wir von dieser 
Aufl"osung an jeder Stelle  \glqq in
  senkrechter Richtung\grqq\  den 
vergarbten \v{C}ech-Komplex nehmen.\label{KKA} 
  Offensichtlich besteht dieser Doppelkomplex aus welken
Garben, die Spaltenkomplexe sind exakt in h"oheren Graden, und der 
waagerechte Kernkomplex ist unsere urspr"ungliche welke
Aufl"osung $\cal W^\lhd$. Der Totalkomplex ist also nach \ref{EAS},
angewandt auf die Halme, auch eine welke Aufl"osung von 
$\mathcal F$ und unsere Konstruktion liefert, auch ohne da"s wir "uber
die Exaktheit des senkrechten Kernkomplexes etwas wissen, einen 
Homomorphismus von Aufl"osungen 
$$\check{\cal{C}}^{n} (\cal{U}; {\cal F})\ra \op{tot}\check{\cal{C}}^{q} (\cal{U}; {\cal W}^p)$$
Aus der Azyklizit"at von $\mathcal F$ in Bezug auf
$\mathcal U$ folgt nun, da $\mathcal F|_U\hra \mathcal W^\lhd|_U$ f"ur
alle $U\co X$ eine welke Aufl"osung ist, die Exaktheit der Sequenzen
$$ {\cal F}(U_0\cap\ldots\cap U_q)\hra {\cal W}^0(U_0\cap\ldots\cap U_q)\ra {\cal W}^1(U_0\cap\ldots\cap U_q)\ra\ldots$$
Die von unserem Homomorphismus von Aufl"osungen auf den globalen Schnitten induzierte Abbildung
$$\prod_{\mathcal U^{n+1}}  {\cal F}(U_0\cap\ldots\cap U_n)\ra \bigoplus_{p+q=n}\;\;\prod_{\mathcal U^{q+1}} {\cal W}^p(U_0\cap\ldots\cap U_q)$$
kann mithin als die Einbettung des senkrechten Kernkomplexes in
einen Doppelkomplex mit exakten Zeilen aufgefa"st werden.
Also ist sie ein Quasiisomorphismus, und da die rechte Seite von einer
welken Aufl"osung herkam, folgt der Satz.
\end{proof}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Garbenkohomologie von Simplizialkomplexen}]
Gegeben ein Simplizialkomplex $(E,\mathcal K)$ mit Ecken $E$ und
Simplizes $\mathcal K$ wie in \eref{SKk}{TF} und seine Realisierung 
$\Delta(\mathcal K)\subset \op{Ens}(E,\DR_{\geq 0})$ wie in
\eref{PolS}{TF} erinnern wir aus \eref{bUS}{TS} den {\bf offenen Stern um eine Ecke $e$} $$\op{St}(e)\pdef\{f\in \Delta(\mathcal K)\mid
e\in \op{supp}f\}$$
Diese Sterne sind offen und zusammenziehbar und "uberdecken unsere Realisierung.
Auch die Schnitte endlich
vieler Sterne sind jeweils zusammenziehbar oder leer. Nach der
Homotopieinvarianz der Garbenkohomologie \ref{HIGK}  bilden folglich
die Sterne  f"ur jede konstante oder mit \ref{lkGG} auch f"ur jede
lokal konstante 
Garbe auf unserer Realisierung  eine azyklische "Uberdeckung und 
nach \ref{BKCe} berechnet der \v{C}ech-Komplex f"ur derartige Garben
die Garbenkohomologie.
Nach  \ref{AGCK} k"onnen wir die Garbenkohomologie f"ur derartige Garben
dann auch mit dem angeordneten \v{C}ech-Komplex berechnen. Von hier
ausgehend konstruiert man  im Fall konstanter
Koeffizienten  leicht einen Isomorphismus der Garbenkohomologie mit der 
simplizialen Kohomologie unseres Simplizialkomplexes. 
\end{Bemerkungl}



 
  





\subsubsection{"Ubungen} 

\begin{Ubung}
  Man zeige, da"s die Kohomologie 
der Kreislinie mit Koeffizienten in 
der nichttrivialen lokal konstanten 
abelschen Garbe $\mathcal F$ mit 
Fasern frei vom Rang Eins gegeben wird durch
${\op{H}}^1(S^1;\mathcal F)\cong \DZ/2\DZ$  
und durch Null in allen anderen Graden. 
Man zeige dasselbe auch f"ur $\DC^\times$ statt $S^1$.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
Sei $\mathcal F$ eine lokal konstante abelsche
Garbe auf $\DC^\times$ und $(\mathcal F_1,T)$ ihr Halm bei $1$
mit seinem Monodromieautomorphismus \ref{GGRE}.\label{KoHHo} 
 Man zeige
$${\op{H}}^q(\DC^\times;\mathcal F)\cong\left\{\begin{array}{ll}
\{a\in \mathcal F_1\mid T(a)=a\}& q=0;\\
 \mathcal F_1/\op{im}( T -\op{id})& q=1;\\
0&\text{sonst.}
 \end{array}\right.$$
Man zeige dasselbe f"ur $S^1$ statt $\DC^\times$.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}
Seien $X$ ein topologischer Raum, $\cal F\in\op{Ab}_{/X}$ eine abelsche Garbe auf $X$
und $\cal U$ eine offene "Uberdeckung von $X$.
Gilt $$\op{H}^q(U_{0}\cap \ldots \cap U_{\nu};\cal{F} )=0$$
f"ur alle
endlichen Schnitte von einer oder mehr Mengen aus $\cal U$ und f"ur alle $q$
mit $0<q\leq n$,
so ist die nat"urliche Abbildung f"ur alle $q\leq n$ ein Isomorphismus
$$\check{{\mathrm{H}}}^{q}
  (\cal{U};\cal{F})\sira {\op{H}}^{q}(X;\mathcal F)$$
Hinweis: Man verwende "Ubung \ref{kSs}. Man ben"otigt sogar nur
das Verschwinden der fraglichen h"oheren Kohomologie der Schnitte f"ur
$q>0$ und $q+\nu\leq n$. 
\end{Ubung}

\newpage 
\section{Kompakte Kohomologie} 


\subsection{Definition und erste Eigenschaften}

\begin{Definition}
Gegeben eine abelsche Garbe $\cal{F}$
auf einem topologischen Raum $X$\label{BKT}  
erkl"aren wir die Gruppe der {\bf Schnitte
von $\cal{F}$ mit kompaktem Tr"ager}\index{Schnitt!mit kompaktem Tr"ager} 
 oder kurz der
 {\bf kompakten Schnitte von 
$\cal{F}$}\index{kompakt!Schnitt von abelscher Garbe} 
durch
 die Vorschrift\index{G@$\Gamma_{~!}$ Schnitte mit kompaktem Tr"ager} 
$$\Gamma_{!} \cal{F} \pdef \Gamma_{!} (X;\cal{F}) \pdef \{s \in \Gamma
\cal{F} \mid (\op{supp} s) \text{ ist kompakt} \}$$
\end{Definition}



\begin{Definition}
Die \defnoind{$q$-te Kohomologie mit kompaktem Tr"ager}
oder kurz {\bf kompakte Kohomologie}\index{Kohomologie!kompakte} 
eines\index{Kohomologie!mit kompaktem Tr"ager}\index{kompakt!Kohomologie}  
topologischen Raums $X$ mit
Koeffizienten in einer abelschen Garbe 
$\cal{F}$
ist der Wert bei $\cal{F}$ des
$q$-ten rechtsderivierten Funktors 
${\op{R}}^{q}\Gamma_{!}$ 
des Funktors der kompakten Schnitte,\index{H@$\op{H}_{~!}^q$ kompakte Kohomologie}  in Formeln
$${\op{H}}^{q}_{!}\cal{F} = {\op{H}}^{q}_{!} (X;\cal{F}) \pdef
{\op{R}}^{q}\Gamma_{!}\cal{F}$$
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Annahmen an die 
zugrundeliegenden R"aume}] 
Kompakte Kohomologie hat nur f"ur lokal kompakte 
Hausdorffr"aume so gute Eigenschaften, da"s 
sie zu etwas n"utze ist.
Ich werde dennoch versuchen, die jeweils ben"otigten 
Bedingungen  stets explizit dazuzuschreiben. "Ahnlich werde ich es sp"ater
mit dem \glqq Schreivorschub\grqq\ halten.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion von Notation und Terminologie}] 
  In der Literatur sind die alternativen Notationen\index{G@$\Gamma_{c}$
   {\it Schnitte mit kompaktem Tr"ager}} $\Gamma_{c}$
und ${\op{H}}^{q}_{c}$\index{H@${\op{H}}^{q}_{c}$ {\it Kohomologie mit kompaktem Tr"ager}}
statt unserem $\Gamma_{!}$ und  ${\op{H}}^{q}_{!}$ "ublich.  Ist $A
  \subset X$ eine Teilmenge, so verwenden wir die Abk"urzungen 
  $\Gamma_{!}  (A;\cal{F})\pdef\Gamma_{!}
  (A;\cal{F}|_A)$.\index{G@$\Gamma_{~!}(A;\cal{F})\pdef\Gamma_{~!}
    (A;\cal{F}\mid_A)$} und  ${\op{H}}^{q}_{!} (A;\cal{F})\pdef {\op{H}}^{q}_{!}
(A;\cal{F}|_A)$.
Die abk"urzenden Bezeichnungen
\glqq kompakte Schnitte\grqq\ und 
\glqq kompakte Kohomologie\grqq\ sind un"ublich. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kompakte Kohomologie der konstanten Garbe}] Ist $M$ eine abelsche Gruppe, so hei"st die kompakte Kohomologie  der konstanten Garbe
$M_X$  die {\bf garbentheoretische kompakte Kohomologie} 
unseres Raums $X$ mit Koeffizienten in $M$ und wir notieren 
sie \index{H@${\op{H}}^{q}_{~!} (X;M)_{\op{garb}}$
kompakte Kohomologie}
$${\op{H}}^{q}_{!} (X;M)={\op{H}}^{q}_{!} (X;M)_{\op{garb}}\pdef {\op{H}}^{q}_{!} (X;M_X)$$
Wenn wir betonen wollen, da"s die kompakte
singul"are Kohomologie \eref{KKTk}{TS}
gemeint ist, schreiben wir ${\op{H}}^{q}_{!} (X;M)_{\op{sing}}$. Im Spezialfall
$M=\DZ$ k"urzen wir das weiter ab zu ${\op{H}}^{q}_{!} (X)\pdef {\op{H}}^{q}_{!} (X;\DZ)$.\index{H@${\op{H}}^{q}_{~!} (X)$ kompakte Kohomologie}
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben eine kurze exakte Sequenz von Garben $\mathcal F'\hra \mathcal F\sra \mathcal F''$ spezialisiert die lange exakte Sequenz der derivierten Funktoren
  zur 
{\bf langen exakten Sequenz der  kompakten Kohomologie}
  $$\op{H}^{0}_!(X;\cal{F}^{\prime})\hra \op{H}^{0}_!(X;\cal{F})\ra
\op{H}^{0}_!(X;\cal{F}^{\prime\prime}) \ra \op{H}^{1}_!(X;\cal{F}^{\prime}) \ra
\op{H}^{1}_!(X;\cal{F}) \ra \ldots$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}\label{kHo}
Gegeben eine abelsche Garbe $\mathcal F$ auf einem Raum $X$ 
liefert die
Transformation $\Gamma_! \RA  
\Gamma $ Transformationen ${\op{R}}^q\Gamma_! \RA  
{\op{R}}^q\Gamma $ und so 
Gruppenhomomorphismen 
$$
{\op{H}}^q_! (X;\mathcal F) \rightarrow {\op{H}}^q (X;\mathcal F)
$$ 
F"ur kompaktes $X$ sind sie offensichtlich Isomorphismen.
\end{Bemerkungl}


\begin{Lemma}\label{GcW}
Sei $\cal{F}^{\prime}\hookrightarrow \cal{F} \twoheadrightarrow
\cal{F}^{\prime\prime}$ eine kurze exakte Sequenz von abelschen Garben auf
einem topologischen Raum %Hausdorffraum 
$X$.
Ist $\cal{F}^{\prime}$ welk, so induziert die Surjektion
$\cal{F} \twoheadrightarrow
\cal{F}^{\prime\prime}$ eine Surjektion
$\Gamma_{!}\cal{F} \twoheadrightarrow
\Gamma_{!}\cal{F}^{\prime\prime}$. St"arker ist sogar jeder 
Schnitt von $\cal F''$ das Bild eines Schnitts von $\cal F$
mit demselben Tr"ager.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Sei $s^{\prime\prime}$ ein kompakter Schnitt von $\cal{F}^{\prime\prime}$. Nach \ref{WeGa} gibt es einen
Schnitt $s\in\Gamma \cal{F}$ mit $s\mapsto s''$.
Ist $U$ das Komplement des Tr"agers von $s''$, so kommt
$s|U$ per definitionem von einem Schnitt $s'\in\cal{F}'(U)$ her.
Dieser l"a"st sich jedoch, wenn $\cal{F}'$ welk ist, zu einem globalen Schnitt 
$s'\in \Gamma \cal{F}'$ ausdehnen, und $s-s'$ ist dann der
gesuchte kompakte Schnitt von $\cal{F}$,
der auf $s''$ abgebildet wird.
\end{proof}

\begin{Satz}\label{WKK}
Alle welken abelschen Garben auf einem topologischen Raum 
sind azyklisch f"ur den Funktor der kompakten Schnitte.
\end{Satz}

\begin{proof}
Jede abelsche Garbe   $\cal{F}$ besitzt wie im Beweis von
\ref{WeAZ}  eine 
Aufl"osung $\cal{F}\hra \mathcal I^{0}\ra \mathcal I^{1}\ra\ldots$
durch welke injektive Garben.
Wir zerlegen sie in kurze exakte
Sequenzen
$$\begin{array}{cccccccccccccccc}
\cal{F} &\hookrightarrow &\mathcal I^{0}&\twoheadrightarrow
&\cal{K}^{1}& & & &&\\
&& & & \cal{K}^{1}&\hookrightarrow &\mathcal I^{1}&
 \twoheadrightarrow &\cal{K}^{2} & &&& &\\
&&&& & & & & \cal{K}^{2}&\hookrightarrow
 &\mathcal I^{2}&\twoheadrightarrow &\cal{K}^{3}&&\\
  & & & & & & & & & &&
 &\ldots&\ldots&\ldots
\end{array}$$
Wie im Beweis von
\ref{WeAZ} zeigt
\ref{WeGa}, da"s f"ur welkes $\cal{F}$ alle
Garben in diesen kurzen exakten Sequenzen welk sind.
Mit  Lemma \ref{GcW} erkennen wir weiter, da"s alle
unsere Sequenzen kurz exakt bleiben unter $\Gamma_!$. Das zeigt
aber, da"s der Komplex $0 \ra \Gamma_! \cal{F} \ra
\Gamma_!\cal{I}^{0} \ra  \Gamma_!\cal{I}^{1} \ra
\ldots$ exakt ist.
\end{proof}






\begin{Definition}
Eine Garbe hei"st \defind{kompaktweich},
englisch \defind{c-soft}, fran\-z"o\-sisch 
\defind{c-mou},
 wenn sich jeder Schnitt "uber einem\label{komW} 
 relativ Hausdorff'schen 
 %Definition durch diesen Zusatz ge"andert am 3.7.17
 Kompaktum zu einem globalen Schnitt fortsetzen l"a"st.
\end{Definition}



\begin{Beispiele}\label{WKW}
Jede welke Garbe 
ist  kompaktweich, da wir nach  
\ref{FSK} einen Schnitt "uber einem relativ Hausdorff'schen Kompaktum
stets auf eine offene Umgebung unseres Kompaktums fortsetzen k"onnen. Jede injektive abelsche Garbe
ist nach \ref{IGw} welk und mithin kompaktweich.
Die Einschr"ankung einer kompaktweichen Garbe auf einen
relativ Hausdorff'schen %hinzugef"ugt 
Teilraum
ist stets auch wieder kompaktweich.
\end{Beispiele}



\begin{Proposition}[\textbf{Kompaktweiche Garben sind $\Gamma_!$-azyklisch}]
F"ur jede kompaktweiche abelsche 
Garbe $\cal{F}$ auf einem lokal kompakten Hausdorff\-raum
$X$ verschwindet die h"ohere kompakte Kohomologie, in Formeln\label{KwA}
$${\op{H}}^{q}_{!}(X;\cal{F}) =0\quad\forall q>0$$
\end{Proposition}
\begin{proof}[Beweis]
Analog wie in \ref{WeAZ}
oder mit "Ubung \ref{KfAz} folgt das aus dem anschlie"senden Lemma \ref{LIKT}.
\end{proof}
\begin{Lemma}
Gegeben $\cal{F}^{\prime}\hookrightarrow \cal{F} \twoheadrightarrow
\cal{F}^{\prime\prime}$
eine kurze exakte Sequenz von abelschen Garben 
 auf  einem lokal kompakten Hausdorffraum  $X$ gilt:\label{LIKT}
\begin{enumerate}
\item
Ist $\cal{F}^{\prime}$ kompaktweich, so induziert die Surjektion
$\cal{F} \twoheadrightarrow
\cal{F}^{\prime\prime}$ eine Surjektion
$\Gamma_{!}\cal{F} \twoheadrightarrow
\Gamma_{!}\cal{F}^{\prime\prime}$ auf den
globalen Schnitten mit kompaktem Tr"ager;
\item
Sind $\cal{F}^{\prime}$ und $\cal{F}$ kompaktweich, so ist auch
$\cal{F}^{\prime\prime}$ kompaktweich.
\end{enumerate}
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
  0. Wir zeigen Teil 1 zun"achst unter der zus"atzlichen Annahme $X$ kompakt.
  Das kann sp"ater auch aus \ref{wei} gefolgert werden, aber das direkte Argument ist einfacher. Gegeben ein Schnitt $s''\in\mathcal F''(X)$ finden wir
  eine endliche "Uberdeckung $X=K_1\cup\ldots\cup K_r$ durch Kompakta
  und Schnitte $s_i\in \mathcal F(K_i)$ mit $s_i\mapsto s''|K_i$.
  Wir d"urfen $r$ kleinstm"oglich annehmen. W"are dann $r>1$, so
  g"alte $(s_1-s_2)|(K_1\cap K_2)\in \mathcal F'(K_1\cap K_2)$, und
  wenn wir diesen Schnitt zu einem Schnitt $t\in \mathcal F'(K_1)$
  fortsetzen, verkleben $s_1-t$ und $s_2$ zu
  einem Schnitt in $\mathcal F(K_1\cup K_2)$ im Widerspruch zur Minimalit"at von $r$.
 \\[2mm]\noindent 
1.
Sei $s^{\prime\prime}$ ein Schnitt von $\cal{F}^{\prime\prime}$
mit Tr"ager im Kompaktum $K$. Wir w"ahlen eine offene Umgebung
$U\co X$ von $K$ mit kompaktem Abschlu"s $\bar{U}$.
Nach Teil 0 des Beweises finden wir also ein Urbild $s \in \cal{F}(\bar{U})$
von $s^{\prime\prime}|_{\bar{U}}$.
W"ahlen wir noch eine Ausdehnung $s^{\prime} \in \cal{F}^{\prime}
(\bar{U})$ von der Einschr"ankung $s|_{\partial U}$ von $s$ auf
den Rand von $U$ im Sinne der mengentheoretischen Topologie
und ersetzen $s$ durch
$s-s^{\prime}$, so d"urfen wir $s|_{\partial U }= 0$ annehmen
und k"onnen $s$ durch Null zu einem globalen Schnitt ausdehnen.
\\[2mm]\noindent
2.
F"ur $K \subset X$ kompakt betrachten wir das Diagramm
$$\begin{array}{ccc}
\cal{F}(X) & \ra& \cal{F}^{\prime\prime}(X)\\
\downarrow & & \downarrow \\
\cal{F}(K) & \twoheadrightarrow & \cal{F}^{\prime\prime}(K)
\end{array}$$
Die linke Vertikale ist surjektiv, da $\cal{F}$ kompaktweich ist.
Die untere Horizontale ist surjektiv nach Teil 1, da
mit $\cal{F'}$ auch $\cal{F'}|_K$ kompaktweich ist.
Also ist die rechte Vertikale surjektiv.
\end{proof}



\begin{Lemma}
  Gegeben eine kompaktweiche abelsche Garbe 
$\cal{F}$ auf einem lokal kompakten\label{KWA}
  Hausdorffraum $X$ und $A\As X$ abgeschlossen induziert das 
Einschr"anken von Schnitten eine Surjektion 
$$\Gamma_{!}(X;\cal{F})\sra \Gamma_{!}(A;\cal{F})$$
\end{Lemma}
\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildZKX}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Illustration zum Beweis von \ref{KWA}
\end{minipage}
\end{figure}
%\begin{figure}[p]\centering
%\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildZKX}\\[4mm]
%\noindent Illustration zum Beweis von \ref{KWA}
%\end{figure}
\begin{proof}[Beweis]
Sei $s \in \Gamma (A;\mathcal{F})$  ein Schnitt mit kompaktem
Tr"ager $K$.
Sei $U$ eine offene Umgebung von $K$ in $X$ mit
kompaktem Abschlu"s.
Man kann einen Schnitt
\begin{displaymath}
\tilde{s} \in \Gamma (\partial U \cup (A \cap \bar{U}); \mathcal{F})
\end{displaymath}
erkl"aren durch $\tilde{s} | A \cap \bar{U} = 
s| A \cap \bar{U}$
und $\tilde{s} | \partial U =0$.
Da $\mathcal{F}$ kompaktweich ist, kann $\tilde{s}$ zu einem globalen Schnitt
$t \in \Gamma (X; \mathcal{F})$ fortgesetzt werden.
Dieser Schnitt verschwindet jedoch auf $\partial U$ und wir k"onnen folglich
einen neuen Schnitt $\hat{s} \in \Gamma (X;\mathcal{F})$ bilden, 
der auf $\bar{U}$
mit $\tilde{s}$ "ubereinstimmt und der auf $X \backslash U$ 
verschwindet.
Dieser Schnitt $\hat{s}$ ist dann der gesuchte Schnitt 
$\hat{s} \in \Gamma_{!} (X;\mathcal{F})$
mit $\hat{s} \mapsto s$.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
Die Ein\-schr"an\-kung einer kompaktweichen Garbe
  auf einen relativ Hausdorff'schen Teilraum ist, wie bereits in \ref{WKW}
  erw"ahnt, wieder
kompaktweich. Seien nun $X$ ein lokal kompakter Haus\-dorff\-raum und
 $j:U\hra X$ die Einbettung einer offenen Teilmenge 
und $i:A\hra X$ die Einbettung ihres Komplements.
Gegeben eine abelsche Garbe\index{Lokalisierungssequenz}
 $\mathcal F\in\op{Ab}_{/X}$ und 
eine kompaktweiche Aufl"osung 
$\mathcal F\hra \mathcal I^\lhd$ 
erhalten wir nach Lemma \ref{KWA} 
eine kurze exakte Sequenz von Kettenkomplexen\label{LokSS}  
$$\Gamma_!(U; \mathcal I^\lhd)\hra 
\Gamma_!(X; \mathcal I^\lhd)\sra \Gamma_!(A; \mathcal I^\lhd)$$
Die zugeh"orige lange exakte Homologiesequenz
liefert zusammen mit unseren nat"urlichen Isomorphismen 
 eine lange exakte Sequenz, die {\bf Lokalisierungssequenz der kompakten Kohomologie}
$$\ldots\ra  {\op{H}}_!^q(U;\mathcal F)
\ra  {\op{H}}_!^q(X;\mathcal F)\ra  
{\op{H}}_!^q(A; \mathcal F)
\ra  {\op{H}}_!^{q+1}(U;\mathcal F)\ra\ldots $$
Durch Betrachtung injektiver Aufl"osungen von $\mathcal F$ 
erkennt man, da"s diese lange exakte Sequenz nicht von
der Wahl der kompaktweichen Aufl"osung abh"angt.\label{LokSe}  
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Lokale Kohomologie und kompakte Kohomologie}]
Gegeben eine abgeschlossene kompakte Teilmenge $K$ eines topologischen Raums
$X$ haben wir f"ur jede abelsche Garbe $\mathcal F\in\op{Ab}_{/X}$
offensichtliche Einbettungen $\Gamma_K\mathcal F\hra \Gamma_!\mathcal F$
und im filtrierenden Kolimes "uber alle abgeschlossenen Kompakta
$$\op{colf}_K\Gamma_K\mathcal F\sira \Gamma_!\mathcal F$$
Sie induzieren nat"urliche Homomorphismen 
${\op{H}}^q_{K} (X;\mathcal F)\ra {\op{H}}^q_{!} (X;\mathcal F)$ und 
in ihrer Gesamtheit aufgrund der Exaktheit filtrierender Kolimites
Isomorphismen\label{lkkk}  $$\op{colf}_K{\op{H}}^q_{K}(X;\mathcal F)\sira 
{\op{H}}^q_{!}(X;\mathcal F)$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}[\textbf{Kompakte Kohomologie des $\DR^n$}]
  F"ur jeden Punkt $x\in\DR^n$ und jede abelsche Gruppe $M$
und jeden
abgeschlossenen Ball $K\As \DR^n$ mit $x\in K$ liefert das Zur"uckholen
auf der lokalen Kohomologie einen Isomorphismus 
${\op{H}}^q_{\{x\}} (\DR^n;M)\sira {\op{H}}^q_K (\DR^n;M)$, da die Einbettungen  
$\DR^n\backslash K\ra \DR^n\backslash x$  Homotopie"aquivalenzen sind
und die lange exakte
Sequenz des lokalen Kohomologie funktoriell ist und wir in dieser Situation 
das F"unferlemma anwenden k"onnen. 
Da immer gr"o"sere abgeschlossene B"alle um $x$ ein 
konfinales Teilsystem in der Menge aller Kompakta des $\DR^n$ bilden,
sind die in
  \ref{lkkk}
  konstruierten Abbildungen damit 
  Isomorphismen $${\op{H}}^q_{\{x\}} (\DR^n;M)\sira {\op{H}}^q_{!} (\DR^n;M)$$
  Nun betrachten wir f"ur $n>0$ die durch das Davorschreiben einer Null gegebene
  abgeschlossene Einbettung $\DR^{n-1}\hra \DR^n$ und
  die Zerlegung $U^+\sqcup U^-$ des Komplements ihres Bildes in die
  zwei Halbr"aume gegeben durch 
  $U^\pm\pdef \{x\in\DR^n\mid \pm x_1>0\}$.
  Die eben besprochenen Isomorphismen zeigen,
  da"s die Ausdehnungen durch Null f"ur jede abelsche Gruppe von
  Koeffizienten Isomorphismen
  ${\op{H}}_!^{q}(U^\pm)\sira {\op{H}}_!^q(\DR^n)$ liefern, so da"s die
  Lokalisierungssequenz in kurze exakte Squenzen 
  $${\op{H}}_!^{q-1}(\DR^{n-1})\hra {\op{H}}_!^{q}(U^+)\oplus {\op{H}}_!^q(U^-)
  \sra {\op{H}}_!^q(\DR^n)$$
  zerf"allt und Isomorphismen ${\op{H}}_!^{q-1}(\DR^{n-1})
  \sira {\op{H}}_!^{q}(U^+)\sira {\op{H}}_!^q(\DR^n)$ induzieren mu"s.
  Wir wissen ${\op{H}}_!^q(\DR^0;M)=0$ f"ur $q\neq 0$ und
  haben einen offensichtlichen Isomorphismus $M\sira {\op{H}}_!^0(\DR^0;M)$
  f"ur jede abelsche Gruppe $M$. Induktiv erhalten wir
  ${\op{H}}_!^q(\DR^n;M)=0$
  f"ur $q\neq n$ und Isomorphismen\label{kkRn}
  $$M\sira {\op{H}}_!^n(\DR^n;M)$$
  Das Bild von $1\in\DZ$ unter diesem Isomorphismus notieren wir $\tau^n\in  {\op{H}}_!^n(\DR^n;\DZ)$ und nennen es den {\bf kanonischen Erzeuger}.\label{ausGe}
  Insbesondere ist die Kohomologie mit kompaktem Tr"ager nicht
homotopie\-invariant, denn sonst m"u"ste sie f"ur jeden  
zusammenziehbaren Raum dasselbe sein wie f"ur einen Punkt. Wir haben bei dieser
Herleitung nur allgemeine Theorie verwendet und
  erhalten dadurch auch einen alternativen
  Zugang zur Berechnung von 
  ${\op{H}}^q_{\{x\}} (\DR^n;M)$ und ${\op{H}}^q (\DR^n\backslash x;M)$ und
  damit  ${\op{H}}^q (S^n;M)$.
 Wir sehen an der Konstruktion weiter,
 da"s die Spiegelung an der ersten Koordinatenhyperebene
auf ${\op{H}}_!^n(\DR^n;M)$ als die Multiplikation mit $(-1)$ wirkt.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Kohomologie der Sph"aren, Variante}]
 Hier kommt noch ein zweiter Weg zur Berechnung der Kohomologie der Sph"aren. 
Vermittels stereographischer Projektion erhalten wir ja einen
Hom"oomorphismus $S^n\backslash x\sira \DR^n$
des Komplements eines Punktes $x$ der $n$-Sph"are mit dem $\DR^n$.
Die zugeh"orige Lokalisierungssequenz \ref{LokSS} hat die Gestalt
$$\ldots\ra  {\op{H}}_!^q(\DR^n)
\ra  {\op{H}}_!^q(S^n)\ra  
{\op{H}}_!^q(x)
\ra  {\op{H}}_!^{q+1}(\DR^n)\ra\ldots $$
Die kompakte Kohomologie von Punkt und Sph"are ist nun aber dieselbe wie
deren normale Kohomologie und wir folgern m"uhelos die bekannte
Beschreibung der Kohomologie der Sph"aren.
\end{Beispiel}




\begin{Bemerkungw}[\textbf{Ausgezeichnete Erzeuger als Kreuzprodukte}] F"ur die \glqq richtige\grqq\ Definition der kanonischen Erzeuger sollten wir von dem in \eref{KueFx}{TSF} f"ur beliebige lokal kompakte Hausdorffr"aume $X,Y$ erkl"arten Kreuzprodukt der kompakten Kohomologie 
  ${\op{H}}_!^p X\otimes {\op{H}}_!^q Y
  \ra {\op{H}}_!^{p+q}(X\times Y)$ und dessen \glqq Assoziativit"at\grqq\
  ausgehen und $\tau^n\pdef \tau^{\times n}$ erkl"aren f"ur
  $\tau\in {\op{H}}_!^1(\DR)$ das in \ref{ausGe} als $\tau^1$ beschriebene Element. Der Nachweis der
  Vertr"aglichkeit beider Definitionen ist dann eine "Ubung. \nichtfinal{Ich mu"s sie noch machen!}  
\end{Bemerkungw}



\begin{Beispiel}[\textbf{Kompakte Kohomologie der Zahlengerade nach de Rham}]
  Wir kennen diese Kohomologie bereits aus \ref{kkRn} und pr"ufen
  nun, da"s im Fall von reellen Koeffizienten die Berechnung als
  de-Rham-Kohomologie zu demselben Resultat f"uhrt.
  Es ist leicht zu sehen, da"s die Garbe $\mathcal C^\infty_{Z,\DR}$ der
  reellen $\mathcal C^\infty$-Funktionen
  auf der Zahlengerade $Z\pdef \DR$ kompaktweich ist. Man kann folglich die kompakte Kohomologie
  der Zahlengeraden mit reellen Koeffizienten 
  ${\op{H}}_!^{q}(Z;\DR)$ berechnen vermittels der kompaktweichen Aufl"osung
  $\DR_Z\hra \mathcal C^\infty_{Z,\DR} \ra \mathcal C^\infty_{Z,\DR}$
  der konstanten Garbe mit dem Ableiten als zweiter Abbildung.
  Den zugeh"origen Komplex der Schnitte mit kompaktem Tr"ager 
  k"onnen wir nach rechts mit dem Integral erg"anzen zu einer 
  exakten Sequenz $$0\ra \Gamma_!\mathcal C^\infty_{Z,\DR} \ra \Gamma_!\mathcal C^\infty_{Z,\DR}\sra \DR$$
 So erhalten wir einen Isomorphismus ${\op{H}}_!^q(Z;\DR)\sira \DR$ f"ur $q=1$ und das Verschwinden dieser Kohomologiegruppen f"ur $q\neq 1$. 
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Kohomologie der komplex projektiven R"aume}]
  Aus dem Beweis von \eref{ToPr}{TM} wissen wir um eine Zerlegung
  $$\DP^{n+1}\DC=\DP^{n}\DC\sqcup \DC^{n+1}$$ in eine abgeschlossene Teilmenge und
  ihr offenes Komplement.\label{KGrP}
  Die Lokalisierungssequenz \ref{LokSS} liefert dann  mit unserer
  Berechnung \ref{kkRn} der kompakten Kohomologie von $\DC^{n+1}$ induktiv
  ${\op{H}}^q(\DP^{n}\DC;\DZ)\cong \DZ$ f"ur $q=0,2,4,\ldots,2n$ und Null sonst.
\end{Beispiel}
\subsubsection*{"Ubungen}
  

 \begin{Ubung}
  Sei $X$ ein lokal kompakter
  Hausdorffraum.
  Ist $X=A_1\sqcup\ldots\sqcup A_n$
  eine Zerlegung  in endlich viele paarweise disjunkte
  Teilmengen derart, da"s f"ur jeden Index $i$ gilt  $A_i \co A_i\sqcup\ldots\sqcup A_n$ und da"s \label{jhte}  
  jedes $A_i$  hom"oomorph ist zu $\DR^{d(i)}$ f"ur ein $d(i)\geq 0$,
  so gilt $$\sum_i (-1)^{d(i)}=\sum (-1)^d\op{dim}{\op{H}}^d_!(X;\DQ)$$
 \end{Ubung}
 \begin{Ubung}
 Gegeben  ein lokal kompakter
 Hausdorffraum $X$ ist der Funktor
 $$\mathcal S_!^{\op{o}}:\op{Ab}_{/X}\ra \op{Cat}(\op{Off}_X,\op{Ab})$$
 gegeben durch $\mathcal S_!^{\op{o}}:\mathcal F\mapsto (U\mapsto \Gamma_!(U;\mathcal F))$ volltreu f"ur von kompaktweichen abelschen Garben ausgehende Morphismen.\label{Snc}  
 Hinweis: Man betrachte zus"atzlich die Kategorie $\op{Abg}_X$ der abgeschlossenen Teilmengen von $X$ und den Funktor
$$\mathcal S_!^{\op{a}}:\op{Ab}_{/X}\ra \op{Cat}(\op{Abg}_X^{\op{opp}},\op{Ab})$$
 gegeben durch $\mathcal S_!^{\op{a}}:\mathcal F\mapsto (A\mapsto \Gamma_!(A;\mathcal F))$.  
 Jede Transformation $\mathcal S_!^{\op{o}}\mathcal F\RA \mathcal S_!^{\op{o}}\mathcal G$
 induziert mit \ref{KWA} eine Transformation $\mathcal S^{\op{a}}_!\mathcal F\RA \mathcal S^{\op{a}}_!\mathcal G$ und durch Einschr"anken auf Kompakta eine
 Transformation $\mathcal S^{\op{c}}\mathcal F\RA \mathcal S^{\op{c}}\mathcal G$ in $\op{Cat}(\op{Komp}_X^{\op{opp}},\op{Ab})$. Diese geh"ort jedoch
 nach \ref{scnh} zu einem eindeutig bestimmten Garbenmorphismus.
 \end{Ubung}

   

 
\subsection{Funktorialit"aten der kompakten Kohomologie}
\begin{Bemerkungl}
  Ich erinnere daran, da"s
  nach \eref{SLOK}{TM} eine stetige Abbildung zwischen lokal kompakten
  Hausdorffr"aumen genau dann  eigentlich
  ist, wenn das Urbild jedes
  Kompaktums  wieder kompakt ist.
  Das ist alles, was wir an dieser Stelle "uber eigentliche Abbildungen
  wissen m"ussen. Wo ich die Bedingung \glqq lokal kompakt Hausdorff\grqq\
  oder Teile derselben nicht gefordert habe, d"urfen Sie sie ohne
  Schaden hinzuf"ugen, denn au"serhalb dieses Rahmens ist kompakte
  Kohomologie nutzlos.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungw} 
Die kompakte Kohomologie lokal kompakter Hausdorffr"aume  hat andere
Funktorialit"atseigenschaften als die gew"ohnliche Kohomologie.
Es ist  nicht m"oglich, f"ur beliebige stetige Abbildungen
einen R"uckzug auf der kompakten Kohomologie 
zu erkl"aren, das gelingt nur f"ur  eigentliche Abbildungen.
Stattdessen kann man jedoch 
f"ur die kompakte Kohomologie 
einen \glqq Vorschub\grqq\  unter \'etalen Abbildungen und sogar unter
sogenannten \glqq orientierten mannigfaltigen Abbildungen\grqq\  erkl"aren.
Ich erkl"are ihn vorerst nur f"ur
offene Einbettungen in \ref{AdNg}. In diesem Fall hei"st
 der Vorschub
 das \glqq Ausdehnen durch Null\grqq. Im Allgemeinen hei"st er die
  \glqq Integration "uber die Fasern\grqq.
\end{Bemerkungw}

\begin{Bemerkungl}
  Gegeben eine eigentliche Abbildung $f:X\ra Y$ von lokal kompakten
  Hausdorffr"aumen und ein Opkomorphismus
  $\varphi:\mathcal F\ra \mathcal G$ von abelschen Garben
  "uber $f$ induziert der  R"uckzug auf den globalen Schnitten 
  $\varphi^\circ:\Gamma\mathcal G\ra \Gamma\mathcal F$ offensichtlich eine
   Abbildung
  $\varphi^\circ:\Gamma_!\mathcal G\ra \Gamma_!\mathcal F$. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{Eigentliches Zur"uckholen}]
Seien $f:X\ra Y$ eigentlich  von lokal kompakten
  Hausdorffr"aumen 
und $\varphi:\mathcal F\ra \mathcal G$
ein Opkomorphismus von abelschen Garben "uber $f$.
So gibt es f"ur jedes $q$ genau eine Abbildung
$$(f,\varphi)^*:{\op{H}}^q_!(Y;\mathcal G)\ra {\op{H}}^q_!(X;\mathcal F)$$
derart, da"s f"ur je zwei Aufl"osungen $\mathcal F\hra \mathcal A^\lhd$ und 
$\mathcal G\hra \mathcal B^\lhd$ und jeden Lift von $\varphi$ zu einem
Opkomorphismus $\varphi^\lhd:\mathcal A^\lhd\ra \mathcal B^\lhd$ 
von Aufl"osungen "uber $f$ das Diagramm\label{EigR} 
$$\begin{array}{ccc}
\mathcal H^q\Gamma_! \mathcal B^\lhd&\stackrel{(\varphi^\lhd)^\circ}{\lra}&\mathcal H^q\Gamma_! \mathcal A^\lhd\\
\tau\da&&\da\tau\\
{\op{H}}^q_!(Y;\mathcal G)&\stackrel{(f,\varphi)^*}{\lra}& {\op{H}}^q_!(X;\mathcal F)
\end{array}$$
kommutiert mit den nat"urlichen Abbildungen $\tau$ aus
\ref{DefDe} in den Vertikalen und der von $\varphi^\lhd$ induzierten
oberen Horizontalen. Unsere Abbildungen
$(f,\varphi)^*$ sind Gruppenhomomorphismen und es gilt 
$(f,\varphi)^*\circ(g, \psi)^*=(g\circ f, \psi\circ\varphi)^*$
sowie  $(\op{id},\op{id})^*=\op{id}$.
\end{Satz}
\begin{Beispiel}
Insbesondere liefert f"ur jede eigentliche Abbildung
 $f:X\ra Y$ der  Opkomorphismus der Faktorisierung 
$\varphi:\DZ_X\ra \DZ_Y$ "uber $f$  Gruppenhomomorphismen  
$$f^*=(f,\varphi)^*:{\op{H}}^q_!(Y)\ra {\op{H}}^q_!(X)$$ Sie hei"sen 
{\bf eigentliches Zur"uckholen auf der 
  kompakten Garbenkohomologie}.
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungw}
  Sie werden zu gegebener Zeit \nichtfinal{(Zitat!)} als "Ubung zeigen, da"s
 sich das eigentliche Zur"uckholen in der de-Rham-Kohomologie durch das Zur"uckholen kompakt 
 getragener Differentialformen berechnen l"a"st und da"s
 es \nichtfinal{(Zitat!)} in der singul"aren
Kohomologie dem eigentlichen Zur"uckholen  \eref{AdNsR}{TS} entspricht.
In \eref{EigRD}{TSF} erkl"aren wir, wie das eigentliche Zur"uckholen im Formalismus
der sechs Funktoren verstanden werden kann.
\end{Bemerkungw}
%Brauche doch Teile von \ref{EDBiAx}! 

\begin{proof}
Ein Opkomorphismus $\varphi:\mathcal F\ra \mathcal G$ "uber $f$ entspricht 
nach \ref{DbP} einem Morphismus $\hat\phi:\mathcal G\ra f_\ast\mathcal F$
von abelschen Garben auf $Y$. Gegeben  eine injektive Aufl"osung 
$\mathcal F\hra \mathcal I^{\lhd}$ erhalten wir aus der Linksexaktheit
von $f_\ast$ einen Isomorphismus  
$f_\ast\mathcal F\sira \mathcal H^0f_\ast\mathcal I^{\lhd}$.
Weiter wissen wir aus \ref{diG}, da"s $f_\ast\mathcal I^{\lhd}$
ein Komplex von injektiven Garben ist.
Gegeben 
eine Aufl"osung 
$\mathcal G\hra \mathcal B^{\lhd}$ zeigt dann das Hauptlemma der
homologischen Algebra \ref{IaU}, da"s $\hat\phi$
bis auf Homotopie genau einen Lift $\mathcal B^{\lhd}\ra f_\ast\mathcal I^{\lhd}$
besitzt. In anderen Worten besitzt unser Komorphismus $\phi$
bis auf Homotopie genau einen Lift 
zu einem Komorphismus $\mathcal B^{\lhd}\ra \mathcal I^{\lhd}$ "uber $f$.
Ist $\mathcal B^{\lhd}$ auch eine injektive Aufl"osung, so hat
die von diesem Komorphismus auf der Kohomologie der kompakten globalen
Schnitte induzierte Abbildung 
$\mathcal H^q\Gamma_! \mathcal B^{\lhd}\ra \mathcal H^q\Gamma_! \mathcal I^{\lhd}$
offensichtlich 
alle im Satz von einem eigentlichen
Zur"uckholen auf der kompakten Kohomologie geforderten
Eigenschaften. Da"s es keine andere Abbildung mit den geforderten Eigenschaften 
geben kann, ist eh klar.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}
  Gegeben $i:A\hra X$ die Einbettung einer abgeschlossenen Teilmenge in
  einen lokal kompakten
  Hausdorffraum und $\mathcal F\in {\op{Ab}}_{/X}$ eine abelsche
  Garbe und $\kappa:i^*\mathcal F\ra \mathcal F$ der
  Transport des R"uckzugs \ref{TrRu} ist der eigentliche R"uckzug 
  $$(i,\kappa)^\ast: {\op{H}}^q_!(X;\mathcal F)\ra
  {\op{H}}^q_!(A;i^*\mathcal F)\pdef {\op{H}}^q_!(A;\mathcal F)$$
  der entsprechende Morphismus aus der Lokalisierungssequenz \ref{LokSS} der
  kompakten Kohomologie. Haben wir speziell $\mathcal L\in \op{Ab}_{/A}$
  und $\mathcal F\pdef i_*\mathcal L$, so finden wir $j^* i_*\mathcal L=0$
  und nach der Lokalisierungssequenz der
  kompakten Kohomologie liefert der eigentliche R"uckzug, diesmal f"ur
  $\kappa:\mathcal L\ra i_*\mathcal L$ den
  Transport des Vorschubs
  aus \ref{DbP}, Isomorphismen
   $$(i,\kappa)^\ast: {\op{H}}^q_!(X;i_*\mathcal L)\sira
  {\op{H}}^q_!(A;\mathcal L)$$
  Dasselbe folgt a forteriori f"ur jede abgeschlossene Einbettung $i:A\hra X$
  von lokal kompakten Hausdorffr"aumen.\label{adNa}
\end{Bemerkungl}
 
\begin{Bemerkungl}
  Seien $f:X\ra Y$ eine stetige Abbildung
und 
$\mathcal F\in\op{Ens}_{/X}$ sowie $\mathcal G\in\op{Ens}_{/Y}$ 
Garben. Eine stetige\label{AbiBu}  
Abbildung $\varphi: \bar{\mathcal F}\ra \bar{\mathcal G}$
von \'etalen R"aumen derart, da"s das Diagramm 
$$\begin{array}{ccc}
  \bar{\mathcal F}&\ra &\bar{\mathcal G}\\
\da&&\da\\
X&\ra&Y
\end{array}$$
kommutiert, nennen wir einen {\bf Morphismus von Garben "uber $f$}.
Die Menge der Morphismen "uber $f$ notieren wir
$\op{Ens}_{/f}(\mathcal F, \mathcal G)$ und erhalten offensichtliche
Bijektionen $$\op{Ens}_{/f}(\mathcal F, \mathcal G)\sira
\op{Ens}_{/X}( \bar{\mathcal F}, X\times_Y\bar{\mathcal G})$$
Im Gegensatz dazu erinnern  wir  f"ur Opkomorphismen "uber $f$ die
Bijektionen 
$$\op{Ens}_{{\sslash}f}(\mathcal F, \mathcal G)\sira
\op{Ens}_{/X}( X\times_Y\bar{\mathcal G}, \bar{\mathcal F})$$
Die dazugeh"orige Struktur besprechen wir in \ref{opii}.
Gegeben abelsche Garben
$\mathcal F, \mathcal G$ notieren wir $\op{Ab}_{/f}(\mathcal F, \mathcal G)$
die Menge aller Garbenmorphismen "uber $f$,
die halmweise Gruppenhomomorphismen sind. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}[\textbf{Ausdehnung durch Null kompakter Schnitte}]  
Gegeben $j:X\hra Y$ eine offene Einbettung
von Hausdorffr"aumen und 
$\mathcal F\in\op{Ab}_{/X}$ sowie $\mathcal G\in\op{Ab}_{/Y}$ 
abelsche Garben und $\varphi:\mathcal F\ra \mathcal G$
ein 
Morphismus "uber $j$ wie in \ref{AbiBu}
erkl"aren wir einen Gruppenhomomorphismus
$$(j,\varphi)_! :\Gamma_!\mathcal F\ra \Gamma_!\mathcal G$$
dadurch, da"s wir einen Schnitt von $\mathcal F$ als stetige Abbildung 
$s:X\ra \bar{\mathcal F}$ auffassen und
dazu die eindeutig bestimmte Abbildung $t: j(X)\ra  \bar{\mathcal G}$
betrachten mit $\bar\varphi\circ s=t\circ j$  und diesen Schnitt 
$t:j(X)\ra \bar{\mathcal G}$  
durch Null auf ganz $Y$ ausdehnen. Diese Ausdehnung $\tilde t$ ist wieder stetig
als Verklebung der stetigen auf $j(X)$ definierten Abbildung $t$ und
der konstanten Abbildung Null auf $Y\backslash j(\op{supp}s)$,  
denn wir haben  $j(\op{supp}s)\As Y$, da 
$\op{supp}s$ kompakt ist und folglich $j(\op{supp}s)$ kompakt
und als Kompaktum des
Hausdorffraums dann auch abgeschlossen. 
Schlie"slich folgt aus der Konstruktion
$\op{supp}\tilde t\subset j(\op{supp}s)$
und damit hat auch $\tilde t$ kompakten Tr"ager.  
\end{Definition}

\begin{Satz}[\textbf{Ausdehnen durch Null in der kompakten Garbenkohomologie}]
Seien $j:X\hra Y$ eine offene Einbettung 
von Hausdorffr"aumen und $\varphi:\mathcal F\ra \mathcal G$
ein Morphismus von abelschen Garben "uber $j$.
So gibt es f"ur jedes $q$ genau eine
Abbildung\index{)7@$(j,\varphi)_{~!}$!Ausdehnen durch Null von Schnitten}  
$(j,\varphi)_! :{\op{H}}^q_!(X;\mathcal F)\ra {\op{H}}^q_!(Y;\mathcal G)$
derart, da"s f"ur je zwei Aufl"osungen $\mathcal F\hra \mathcal A^\lhd$ und 
$\mathcal G\hra \mathcal B^\lhd$ und jeden Lift von $\varphi$ zu einem
Morphismus $\varphi^\lhd:\mathcal A^\lhd\ra \mathcal B^\lhd$ 
von Aufl"osungen "uber $j$ das Diagramm\label{AdNg} 
$$\begin{array}{ccc}
\mathcal H^q\Gamma_! \mathcal A^\lhd&\stackrel{\;\;(j,\varphi)_!^\lhd}{\lra} &\mathcal H^q\Gamma_! \mathcal B^\lhd\\
\tau\da&&\da\tau\\
{\op{H}}_!^q(X;\mathcal F)&\stackrel{(j,\varphi)_! }{\lra}& {\op{H}}_!^q(Y;\mathcal G)
\end{array}$$
kommutiert mit den nat"urlichen Abbildungen $\tau$ aus
\ref{DefDe} in den Vertikalen und der von $\varphi^\lhd$ induzierten
oberen Horizontalen. Des weiteren gilt $(u,\psi)_!\circ (j,\varphi)_!=
(u\circ j,\psi\circ \varphi)_!$ 
 und $(\op{id},\op{id})_!=\op{id}$.
\end{Satz}

\begin{Bemerkungl}
  Der Beweis dieses Satzes wird im Anschlu"s an \ref{RIGO} gef"uhrt. Er
  beruht auf der Erkenntnis, da"s f"ur eine offene
  Einbettung $j$ die Restriktion $j^\ast$ ein linksexakter Funktor ist
  und injektive abelsche Garben zu injektiven abelschen Garben macht.
  Wir wissen bereits, da"s $j^\ast$ sogar f"ur
  jede stetige Abbildung $j$ exakt ist. Um auch die zweite
  Aussage zu zeigen, "uberlegen  wir uns nun erst einmal,
  da"s $j^\ast$ im Fall einer offenen Einbettung $j$ einen exakten Linksadjungierten
  besitzt, die \glqq Ausdehnung durch Null\grqq\ abelscher Garben.
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{Ausdehnung durch Null von abelschen Garben}] 
Gegeben eine offene Einbettung $j:X\hra Y$\label{AdInbb}   
von topologischen R"aumen 
besitzt der R"uckzug $j^\ast: \op{Ab}_{/Y}\ra \op{Ab}_{/X}$
einen Linksadjungierten\index{)7shriek@$j_{[~!]}$ Ausdehnung durch Null!bei
  offener Einbettung} 
$j_{[!]}: \op{Ab}_{/X}\ra \op{Ab}_{/Y}$ und dieser ist ein volltreuer
exakter Funktor.
\end{Satz}

\begin{Bemerkungw}[\textbf{Fragen der Notation}]
  In \ref{AdInbh} zeigen wir f"ur beliebige \'etale Abbildungen $f:X\ra Y$,
  da"s der R"uckzug $f^\ast: \op{Ab}_{/Y}\ra \op{Ab}_{/X}$ abelscher Garben
  einen Linksadjungierten\index{)7shriek@$f_{[~!]}$ eigentlicher
    Vorschub!Ausdehnung durch Null} 
  $f_{[!]}: \op{Ab}_{/X}\ra \op{Ab}_{/Y}$ hat. Im weiteren Verlauf
  erkl"aren wir f"ur beliebige
  stetige Abbildungen $f$ den \glqq Schreivorschub\grqq\ $f_!$ von abelschen
  Garben und konstruieren im Fall separierter \'etaler Abbildungen\label{VoER}
  und insbesondere im Fall offener Einbettungen 
  $f$ eine Isotransformation $f_!\siRa f_{[!]}$. In \ref{AdInb}
  zeigen wir f"ur beliebige \'etale Abbildungen $f:X\ra Y$,
  da"s auch der R"uckzug von Mengengarben $f^\ast: \op{Ens}_{/Y}\ra \op{Ens}_{/X}$
  einen Linksadjungierten hat, und vereinbaren f"ur ihn die Notation 
  $f_{!!}: \op{Ens}_{/X}\ra \op{Ens}_{/Y}$.
\end{Bemerkungw}



 
 \nichtfinal{
  Ich will sp"ater haben: Erst mal ein $f_!$, das nur f"ur
    eigentliches $f$ gleich $f_*$ ist. Dann als Extradatum Identifikation von
    $f^!$ mit $f^*$ f"ur \'etale (separierte?) Abbildungen. Daraus
    dann $j_{[!]}$ \glqq wie hier\grqq\ dasselbe wie
    $j_!$ \glqq als Spezialfall von allgemeinem $f_!$\grqq.}



\begin{Beispiel}
  Der Beweis wird zeigen,
  da"s im Fall der Einbettung $j:X\hra Y$ einer
  offenen Teilmenge $X\co Y$ unsere Garbe
  $j_{[!]}\DZ_X$ hier isomorph ist zu unserer Garbe
  $\DZ_{X\subset Y}$ aus \ref{IGw}. Wir vereinbaren nun neu 
  f"ur jede abelsche Garbe $\mathcal G\in \op{Ab}_{/Y}$ und $X\co Y$  die
  Notation $$\mathcal G_{X\subset Y}\pdef j_{[!]}j^*\mathcal G$$ und fassen
  diese Garbe meist vermittels der Koeinheit\label{IUGG} 
  der Adjunktion als Untergarbe von $\mathcal G$ auf, schreiben im Fall
  einer abelschen Gruppe $M$ aber abk"urzend
  $M_{X\subset Y}$ statt $(M_Y)_{X\subset Y}$. 
 Die Konstruktionen  beider Beweise von 
  Satz \ref{AdInbb}  zeigen in der Tat, da"s 
f"ur jede  offene Einbettung $j:Y\hra X$ 
 die Adjunktionsabbildung f"ur jede abelsche Garbe 
$\mathcal G\in\op{Ab}_{/Y}$ ein Monomorphismus 
$j_{[!]}j^\ast\mathcal G\hra \mathcal G$ ist. 
\end{Beispiel}


\begin{proof}[Algebraischer Beweis]
Es reicht, den Fall zu betrachten, da"s $j$ die Einbettung einer
offenen Teilmenge ist.
In dem Fall konstruieren wir
$j_{[!]}\mathcal F$ als die Garbifizierung der 
abelschen Pr"agarbe mit $U\mapsto \mathcal F(U)$ f"ur $U\co X$
und $U\mapsto 0$ sonst. Die universelle Eigenschaft der 
Garbifizierung liefert dann unmittelbar die universelle Eigenschaft der
Adjunktion. Die Exaktheit ist offensichtlich.
Die Volltreuheit ist gleichbedeutend dazu, da"s die Einheit der
Adjunktion Isomorphismen $\mathcal F\sira j^*j_{[!]}\mathcal F$ induziert,
und das folgt aus der Betrachtung der Halme.
\end{proof}
\begin{proof}[Geometrischer Beweis]
Wir konstruieren den \'etalen Raum von 
$j_{[!]}\mathcal F$   als  Verklebung 
im kokartesischen Diagramm topologischer R"aume 
$$\xymatrix{\kokart
X \ar[r]\ar[d]
& Y \ar[d]\\
\bar{\mathcal F} \ar[r] &\overline{j_{[!]}\mathcal F}
}$$
mit dem Nullschnitt als linker Vertikale. Der Rest des
Arguments kann dem Leser "uberlassen bleiben. 
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Ausdehnen durch Null und Vorschub}]
  Gegeben eine offene Einbettung $j:U\hra X$ ist nach \ref{AdIc}
  f"ur jede Mengengarbe $\mathcal F\in \op{Ens}_{/X}$ die
  Koeinheit der Adjunktion ein Isomorphismus $j^*j_*\mathcal F\sira \mathcal F$. Der inverse Isomorphismus induziert
  vermittels der Adjunktion einen Morphismus\label{iufd}  
  $$j_{[!]}\mathcal F\ra j_*\mathcal F$$
  Man sieht leicht ein, da"s er im Fall der
  Einbettung einer Teilmenge, die sowohl offen als auch abgeschlossen ist,
  ein Isomorphismus $j_{[!]}\mathcal F\sira j_*\mathcal F$ ist. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungw} 
  In \ref{eiPL} \nichtfinal{(Achtung, nicht ganz richtig!)}
  erkl"aren wir Funktoren $f_!$  f"ur
  beliebige stetige
  Abbildungen $f$ sowie nat"urliche Morphismen $f_!\mathcal F\ra
  f_*\mathcal F$, die f"ur $f$ eigentlich Isomorphismen sind.
\end{Bemerkungw}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Injektive Garben sind welk}] 
  Wir wiederholen das Argument f"ur die Erkenntnis
  \ref{IGw}, da"s\label{InWe}  
jede injektive Garbe welk ist. Ist $\cal{I}$ eine
injektive Garbe auf einem topologischen Raum $X$ und $j:U\hra X$
die Einbettung einer offenen Teilmenge, so liefert die Einbettung
$j_{{[!]}}\DZ_U\hra\DZ_X$ eine Surjektion
$\op{Ab}_{/X}(\DZ_X, \cal{I})\sra 
\op{Ab}_{/X}(j_{{[!]}}\DZ_U, \cal{I})$, die wir wegen
unserer Adjunktion $(j_{[!]}, j^{\ast})$ 
umschreiben k"onnen zu einer Surjektion 
$\Gamma(X;\cal{I})\sra \Gamma(U;\cal{I})$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Offene 
Restriktionen injektiver Garben sind injektiv}]
Da das Ausdehnen 
durch Null  $j_{[!]}$\label{RIGO} 
unter einer offenen Einbettung $j$ ein exakter Funktor ist, mu"s
 die Restriktion einer injektiven abelschen Garbe
auf eine offene Teilmenge stets wieder injektiv sein. 
\end{Bemerkungl}




\begin{proof}[Beweis zum Ausdehnen  von kompakter Kohomologie]
Ein Morphismus $\varphi:\mathcal F\ra \mathcal G$ "uber $j$ entspricht 
nach \ref{AbiBu} einem Morphismus $\hat\varphi:\mathcal F\ra j^\ast\mathcal G$
von abelschen Garben auf $X$. Gegeben  eine injektive Aufl"osung 
$\mathcal G\hra \mathcal J^{\lhd}$ erhalten wir aus der Exaktheit
von $j^\ast$ und \ref{RIGO} eine injektive Aufl"osung 
$j^\ast\mathcal G\hra j^\ast\mathcal J^{\lhd}$. 
Gegeben 
eine Aufl"osung 
$\mathcal F\hra \mathcal A^{\lhd}$ zeigt dann das Hauptlemma der
homologischen Algebra \ref{IaU}, da"s $\hat\varphi$
bis auf Homotopie genau einen Lift $\mathcal A^{\lhd}\ra j^\ast\mathcal J^{\lhd}$
besitzt. In anderen Worten besitzt unser Morphismus $\varphi$
bis auf Homotopie genau einen Lift 
zu einem Morphismus $\mathcal A^{\lhd}\ra \mathcal J^{\lhd}$ "uber $j$.
Ist $\mathcal A^{\lhd}$ auch eine injektive Aufl"osung, so hat
die von diesem Morphismus auf der Kohomologie der globalen kompakten 
Schnitte induzierte Abbildung 
$\mathcal H^q\Gamma_! \mathcal A^{\lhd}\ra \mathcal H^q\Gamma_! \mathcal J^{\lhd}$
offensichtlich 
alle im Satz von einer Ausdehnung durch Null auf der kompakten 
Kohomologie geforderten
Eigenschaften. Da"s es keine andere Abbildung mit den geforderten Eigenschaften 
geben kann, ist eh klar.
\end{proof}


\begin{Bemerkungl} Gegeben $j:U\hra X$ die Einbettung einer offenen Teilmenge 
 in einen lokal kompakten Hausdorffraum  und $\mathcal F\in\op{Ab}_{/X}$ eine abelsche Garbe
  entspricht nach \ref{AbiBu} die Identit"at auf $j^*\mathcal F$ einem
  Morphismus $\tau:j^*\mathcal F\ra\mathcal F$ "uber $j$ und die
  zugeh"orige Ausdehnung durch Null ${\op{H}}_!^q(U;\mathcal F)\pdef {\op{H}}_!^q(U;j^*\mathcal F)\ra {\op{H}}_!^q(U;\mathcal F)$ ist genau der
  entsprechende Morphismus der Lokalisierungssequenz von $\mathcal F$.
  Setzen wir speziell $\mathcal F\pdef j_{[!]}\mathcal K$ f"ur
  $\mathcal K\in\op{Ab}_{/U}$, so finden wir 
  $i^*j_{[!]}\mathcal K=0$ f"ur $i$ die Einbettung des Komplements von $U$ und
  die Lokalisierungssequenz \ref{LokSS} zeigt, da"s die
  Ausdehnung durch Null Isomorphismen
  $$(j,\tau)_! :{\op{H}}_!^q(U;\mathcal K)\sira {\op{H}}_!^q(X;j_{[!]}\mathcal K)$$ induziert.
  Dasselbe gilt a forteriori f"ur jede offene Einbettung $j:U\hra X$
  in einen lokal kompakten Hausdorffraum.\label{adKK}
Sp"ater wird sich  als  Spezialfall einer Aussage erweisen,
nach der der derivierte Schreivorschub einer Verkn"upfung die
Verkn"upfung der derivierten Schreivorsch"ube ist.
\end{Bemerkungl}





\begin{Bemerkungl}\label{exSEQ} 
  Gegeben ein Raum $X$ und $j:U\hra X$ die Einbettung einer
  offenen Teilmenge und $i:A\hra X$ die Einbettung ihres
  abgeschlossenen Komplements und $\mathcal F\in\op{Ab}_{/X}$
  erhalten wir mit der Koeinheit der Adjunktion $(j_{[!]},j^*)$ und
  der Einheit der Adjunktion $(i^*,i_*)$ eine kurze exakte Sequenz
  $$j_{[!]}j^*\mathcal F\hra \mathcal F \sra i_*i^*\mathcal F$$
  Die Lokalisierungssequenz \ref{LokSS} f"ur einen lokal kompakten Hausdorffraum $X$ 
 entspricht der zugeh"origen
  langen exakten Sequenz der Rechtsderivierten
  von $\Gamma_!$ unter den Isomorphismen
  ${\op{H}}_!^q(U;j^*\mathcal F)\sira {\op{H}}_!^q(X;j_{[!]}j^*\mathcal F)$
  und ${\op{H}}_!^q(X;i_*i^*\mathcal F)\sira {\op{H}}_!^q(A;i^*\mathcal F)$
  aus \ref{adKK} und \ref{adNa}.
\end{Bemerkungl}






\begin{Bemerkungl}[\textbf{Funktorialit"at der Lokalisierungssequenz}]
  Wir erinnern aus \ref{LokSS} f"ur $X$ ein lokal kompakter Hausdorffraum
  und $A\As X$ eine abgeschlossene Teilmenge und $\mathcal F\in \op{Ab}_{/X}$ die 
  Lokalisierungssequenz
  $$\ldots\ra  {\op{H}}_!^q(X\backslash A;\mathcal F)
\ra  {\op{H}}_!^q(X;\mathcal F)\ra  
{\op{H}}_!^q(A; \mathcal F)
\ra  {\op{H}}_!^{q+1}(X\backslash A;\mathcal F)\ra\ldots $$
Aus den Definitionen folgt, da"s ihre graderhaltenden
Abbildungen die Ausdehnung durch Null \ref{AdNg} und das
eigentliche Zur"uckholen \ref{EigR} sind. Aus den Definitionen folgt 
auch, da"s  f"ur abgeschlossene
Teilmengen $B\As A \As X$  und $\cal{F}$ eine abelsche Garbe auf $X$ das Diagramm
$$
\begin{array}{c}
\ldots\ra {\op{H}}^{q-1}_{!} (A;\cal{F}) 
\ra {\op{H}}^{q}_{!} (X\backslash A;\cal{F}) \ra {\op{H}}^{q}_{!}(X;\cal{F}) \ra
{\op{H}}^{q}_{!} (A; \cal{F})\ra \ldots\\
\da\hspace{2cm}\da\hspace{2.5cm}\|\hspace{2cm}\da\\
\ldots\ra {\op{H}}^{q-1}_{!} (B;\cal{F}) 
\ra {\op{H}}^{q}_{!} (X\backslash B;\cal{F}) \ra {\op{H}}^{q}_{!}(X;\cal{F}) \ra
{\op{H}}^{q}_{!} (B; \cal{F})\ra \ldots
\end{array}
$$
mit dem Ausdehnen durch Null beziehungsweise dem abgeschlossenen 
Zur"uckholen in den Vertikalen kommutiert.
In der Tat haben wir ja f"ur jede kompaktweiche abelsche Garbe 
$\cal{G}$ auf $X$   ein
kommutatives Diagramm mit kurzen
exakten Zeilen\label{KT} 
$$
\begin{array}{ccccc}
\Gamma_{!}(X\backslash A;\cal{G}) &\hookrightarrow& \Gamma_{!} (X;\cal{G})&
\twoheadrightarrow& \Gamma_{!}(A;\cal{G})\\
\da&&\da&&\da\\
\Gamma_{!}(X\backslash B;\cal{G}) &\hookrightarrow& \Gamma_{!} (X;\cal{G})&
\twoheadrightarrow& \Gamma_{!}(B;\cal{G})
\end{array}
$$
Wenden wir das auf eine kompaktweiche Aufl"osung von 
$\mathcal F$ an und beachten die Funktorialit"at der langen exakten
Homologiesequenz, so ergibt sich die Behauptung.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungw}
  Alternativ mag man die
Behauptung auch vermittels der Konstruktion eines kommutativen Diagramms
$$\begin{array}{ccccc}
  j_{[!]}j^*\mathcal F&\hra &\mathcal F &\sra& i_*i^*\mathcal F\\
  \da &&\da&&\da\\
  \hat\jmath_{[!]}\hat\jmath^*\mathcal F&\hra &\mathcal F &\sra& \hat\imath_*\hat\imath^*\mathcal F
\end{array}
$$
  herleiten, \nichtfinal{(Ausarbeiten!)} f"ur $\hat\imath:B\hra X$ und $\hat\jmath:X\backslash B\hra X$
  die Einbettungen. Das wird sich
  als besonders einfach erweisen, sobald wir
  Isotransformationen $(f\circ g)^*\siRa g^*\circ f^*$ und
  $(f\circ g)_*\siRa f_*\circ g_*$ und zumindest im Fall
  offener Einbettungen $f,g$ auch  $(f\circ g)_{[!]}\siRa f_{[!]}\circ g_{[!]}$
  zur Verf"ugung haben. 
  Dann betrachten wir einfach 
  $a:B\hra A$ und $u:X\backslash A\hra X\backslash B$  und
  erhalten unsere nat"urlichen Morphismen als die Komposition  
  $j_{[!]}j^*\mathcal F\sira
  \hat\jmath_{[!]}u_{[!]}u^*\hat\jmath^*\mathcal F
  \ra \hat\jmath_{[!]}\hat\jmath^*\mathcal F$
  unter Verwendung von  $u_{[!]}u^*\RA\op{id}$ und 
  $i_*i^*\mathcal F\ra
  i_*a_*a^*i^*\mathcal F
  \sira \hat\imath_*\hat\imath^*\mathcal F$ unter Verwendung von
  $\op{id}\RA a_*a^*$.
\end{Bemerkungw}

\subsubsection*{"Ubungen}


\begin{Ubung}
  Betten wir einen offenen Ball im $\DR^n$
  in einen gr"o"seren offenen Ball ein,\label{AusDD} 
  so ist die Ausdehnung durch Null ein Isomorphismus auf
  der kompakten Kohomologie mit konstanten Koeffizienten in einer beliebigen
  abelschen Gruppe. Hinweis:
  Bezug zur lokalen Kohomologie \ref{lkkk} und Ausschneidung \ref{AuGG}.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}
  Ist  $A\As\DR^n$ eine abgeschlossene echte  Teilmenge $A\neq\DR^n$, so gilt
  ${\op{H}}_!^nA=0$. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Abelsche Garben auf Koprodukten}] \nichtfinal{Hier unsch"on. Verlegen!} 
  Ist ein Raum $X$ eine disjunkte Vereinigung offener Teilmengen
  $X=\bigsqcup_{i\in I} X_i$ und ist $\mathcal F$ eine abelsche Garbe auf $X$, so induzieren zus"atzlich zu \ref{pgkl} die Koeinheiten der Adjunktion  einen Isomorphismus\label{pgklj} 
  $$ \bigoplus_{i\in I}\op{in}_{i{[!]}}\op{in}_{i}^*\mathcal F\sira \mathcal F$$
  Nebenbei bemerkt haben wir in der Situation dieser "Ubung
  $\op{in}_{i{[!]}}=\op{in}_{i*}$, folglich ist f"ur beliebige
  abelsche Garben $\mathcal F_i\in\op{Ab}_{/X_i}$ der offensichtliche Morphismus ein Isomorphismus  
  $$ \bigoplus_{i\in I}\op{in}_{i*}\mathcal F_i\sira  \prod_{i\in I}\op{in}_{i*}\mathcal F_i$$
  Analoge Aussagen f"ur derivierte Kategorien zeigen wir in \eref{pgklt}{TSF}. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Garbenkohomologie des Zweitorus}]
  Man berechne ein weiteres Mal die Garbenkohomologie
  der Figur 8. Man berechne  die Garbenkohomologie des 
  Zweitorus und zeige unter anderem,
  da"s das Zur"uckholen unter den beiden Projektionen
  einen Isomorphismus
  $${\op{H}}^1S^1\oplus {\op{H}}^1S^1\sira {\op{H}}^1(S^1\times S^1)$$
  liefert. Hinweis: Der Zweitorus\label{GKZw} 
  enth"alt eine offene zu $\DR^2$ hom"oomorphe  Teilmenge,
  deren Komplement hom"oomorph ist zur Figur 8.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Gegeben ein lokal kompakter Haus\-dorff\-raum $X$
und eine abelsche Garbe $\mathcal F$ auf $X$ sind gleichbedeutend:
\begin{enumerate}
\item
   $\mathcal F$ ist kompaktweich; \item ${\op{H}}_!^1(U;\mathcal F)=0$
f"ur alle $U\co X$; \item ${\op{H}}_!^q(U;\mathcal F)=0$
f"ur alle $U\co X$ und $q>0$; \item  $\mathcal F_{U\subset X}$ ist f"ur alle $U\co X$ eine
$\Gamma_!$-azyklische Garbe.
\end{enumerate}
Hinweis:\label{kwil}  Lokalisierungssequenz \ref{LokSS}. Man kann in  \eref{ZKwN}{TSF} spickeln. 
\end{Ubung}


\begin{Ubung}[\textbf{Mayer-Vietoris-Sequenz der kompakten Kohomologie}]
  Gegeben offene Teilmengen $U,V$ eines lokal kompakten\label{MVkK} 
  Hausdorffraums $X$ und $\mathcal F\in\op{Ab}_{/X}$ konstruiere man eine
  lange exakte Sequenz 
  $$\ldots\ra {\op{H}}^q_!(U\cap V;\mathcal F)\ra
  {\op{H}}^q_!(U;\mathcal F)\oplus{\op{H}}^q_!(V;\mathcal F)\ra
  {\op{H}}^q_!(U\cup V;\mathcal F)\ra {\op{H}}^{q+1}_!\;
  \ldots$$
  Hinweis: Sie geh"ort zu einer kurzen exakten Garbensequenz.
\end{Ubung}



\begin{Ubung}[\textbf{Vertr"aglichkeiten des
eigentlichen Zur"uckholens}]
  F"ur $X \ra Y$ eine eigentliche Abbildung
  lokal kompakter Hausdorffr"aume und Kompakta $K\subset X$ sowie
  $L\subset Y$ mit $K\supset f^{-1}(L)$ und 
$\mathcal F\in\op{Ab}_{/Y}$  zeige man, da"s 
unser eigentliches Zur"uckholen\label{aTH} \ref{EigR}
 vertr"aglich  ist mit dem 
 Zur"uckholen aus \ref{ZHKoX} und \ref{ZHKoXn} in dem Sinne, da"s das
Diagramm
\begin{displaymath}
\xymatrix{
{\op{H}}^q_L (Y;\mathcal F)\ar[d] \ar[r] &{\op{H}}^q_! (Y;\mathcal F)\ar[d] \ar[r] &{\op{H}}^q (Y;\mathcal F)\ar[d]\\
{\op{H}}^q_K (X;\mathcal F  ) \ar[r] &{\op{H}}^q_! (X;\mathcal F  ) \ar[r] & {\op{H}}^q (X; \mathcal F  )
}
\end{displaymath}
mit dem Zur"uckholen in den
Vertikalen und 
den kanonischen Abbildungen \ref{kHo} in den Horizontalen kommutiert.
Insbesondere entspricht unter unserem Isomorphismus   $\op{colf}_K{\op{H}}^q_{K}(X;\mathcal F)\sira 
{\op{H}}^q_{!}(X;\mathcal F)$ aus \ref{lkkk} das
eigentliche Zur"uckholen auf der kompakten Kohomologie
dem Kolimes des Zur"uckholens auf der Kohomologie mit Tr"agern.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Wir betrachten die Abbildung $S^1\ra S^1$ gegeben durch $z\mapsto z^n$.
  Man zeige, da"s das Zur"uckholen mit dieser Abbildung die Multiplikation 
  $$(n\cdot):{\op{H}}^1S^1\ra{\op{H}}^1S^1$$ ist. Hinweis: Man mag
  damit beginnen zu zeigen, da"s die nat"urliche Abbildung
   einen Isomorphismus
  ${\op{H}}^1_{\{x\}}(S^1)\sira {\op{H}}^1S^1$ induziert, und verwende \ref{aTH}.
   Diese "Ubung wird sich als ein Spezialfall von
   \ref{ABGr} erweisen.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Gegeben ein endlichdimensionaler reller Vektorraum $V$ der
  Dimension $n$ und ein Automorphismus $g\in\op{GL}(V)$
  ist die von $g$ induzierte Selbstabbildung von ${\op{H}}_!^n(V;\DZ)$
  die Identit"at im Fall $\op{det}(g)>0$ und die Multiplikation mit $(-1)$
  andernfalls.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Gegeben $U\co X$ eine offene Teilmenge eines topologischen Raums
  und $j$ die Einbettungsabbildung induzieren die durch die Adjunktion $(j_{[!]},j^*)$ gegebenen Isomorphismen\label{extUJ} 
  ${\op{Ab}_{/X}}(\DZ_{U\subset X},\mathcal F)\sira
  \Gamma(U;\mathcal F)$
 f"ur alle  $\mathcal F\in\op{Ab}_{/X}$ und alle $q$ Isomorphismen
  $$\op{Ext}^q_{\op{Ab}_{/X}}(\DZ_{U\subset X},\mathcal F)\sira
 \op{H}^q(U;\mathcal F)$$
 Im weiteren  werden wir diese Aussage als eine unmittelbare
 Konsequenz einer
 Adjunktion $(j_!,j^!)$ derivierter Varianten der bisher betrachteten
 Funktoren verstehen k"onnen. 
\end{Ubung}

 
\begin{Ubung}[\textbf{Kompakte Kohomologie und offene "Uberdeckungen}]
  Gegeben ein lokal kompakter Hausdorffraum $X$ und
   eine filtrierende offene "Uberdeckung $\mathcal U$
   von $X$ und eine abelsche Garbe $\mathcal F$ auf $X$ zeige man, da"s die
   Ausdehnungen durch Null Isomorphismen\label{jKOR} 
   $$\op{colf}_{U\in\mathcal U}{\op{H}}^q_!(U;\mathcal F)\sira
   {\op{H}}^q_!(X;\mathcal F)$$ liefern. St"arkere
   Aussagen in dieser Richtung zeigen wir als Satz \ref{glfg}.
   Es ist auch eine gute "Ubung, aus diesem Satz die hier gegebene
   Aussage zu folgern. 
 \end{Ubung}
 
 \subsection{Kompakte Kohomologie und Kolimites}


 
 
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kolimites von Garben und Pr"agarben}]
  In der Kategorie der  Mengenpr"agarben auf einem
  topologischen Raum $X$
  erhalten wir Kolimites $\op{col}\mathcal F_i$, indem wir
  $(\op{col}\mathcal F_i)(U)\pdef\op{col}(\mathcal F_i(U)) $ setzen
  f"ur alle $U\co X$. Einen Kolimes in der Kategorie der  Garben
  erhalten wir dann als Garbifizierung des Pr"agarbenkolimes.
   Analoges gilt f"ur abelsche Garben.\label{KGP} 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Vertr"aglichkeiten von Garbenkolimites}]
  Kolimites vertauschen stets mit Linksadjungierten.
  Gegeben eine stetige Abbildung $f:X\ra Y$ kennen wir aus\label{VGKo} 
  \ref{AdIn} beziehungsweise \ref{DirB} im Fall abelscher Garben das
  adjungierte Paar $(f^*, f_*)$ und folgern, da"s Kolimites von Garben mit
  R"uckzug $f^*$ vertauschen. Ebenso kennen wir aus
  \ref{AdInbb} f"ur abelsche Garben
  und jede offene Einbettung $j:X\ra Y$ das
  adjungierte Paar $(j_{[!]}, j*)$ und folgern, da"s  da"s Kolimites von
  abelschen Garben auch mit
  der Ausdehnung durch Null $j_{[!]}$ unter offenen Einbettungen  vertauschen. 
\end{Bemerkungl}





\begin{Proposition}[\textbf{Filtrierende Garbenkolimites und kompakte Schnitte}]
Das Bilden der Schnitte mit kompaktem Tr"ager  
f"ur abelsche Garben auf einem lokal kompakten Hausdorffraum 
vertauscht mit\label{VTDLa}  
filtrierenden Kolimites, in Formeln
\begin{displaymath}
\op{colf} \left(\Gamma_{!} \mathcal{F}_i \right)
\;\sira\; \Gamma_{!}
\left(\op{colf} \mathcal{F}_i\right)
\end{displaymath}
Auf einem beliebigen 
  topologischen Raum ist diese Abbildung zumindest eine\label{glg} 
  Injektion 
  $\op{colf}(\Gamma_!\mathcal F_i)\hra \Gamma_!(\op{colf}\mathcal F_i)$. 
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungw} Das ist ein erster Schritt zum Beweis von Satz \ref{glfg} zur
  Vertauschbarkeit von kompakter Kohomologie mit filtrierenden Kolimites auf
  lokal kompakten Hausdorffr"aumen. 
\end{Bemerkungw}
%\begin{Bemerkunge}
%Eine verwandte Aussage wird in \eref{VTDLb}{TG}  diskutiert.
%\end{Bemerkunge}

\begin{Beispiel}[\textbf{Schnitte mit festem kompakten
      Tr"ager vertauschen nicht}]
  Gegeben $K\subset X$ kompakt notieren wir $\Gamma_K(X;\mathcal{F})$ die
  Menge der globalen Schnitte $s\in \Gamma(X;\mathcal F)$ mit Tr"ager
  $\op{supp}(s)\subset K$. Der Funktor
  $
     \Gamma_{K}
  $
  vertauscht 
auch auf lokal kompakten Hausdorffr"aumen 
keineswegs mit
filtrierenden Kolimites. Als Gegenbeispiel mag man
den direkten Limes der $a_{i*}\DZ_{[0,1/i]}$ betrachten f"ur
$a_{i}:[0,1/i]\hra \DR$ die Einbettungen und die offensichtlichen 
Epimorphismen von abelschen Garben als Systemmorphismen
dieses mit $i\in \DN_{> 0}$ indizierten Systems und
Schnitte mit Tr"ager im Ursprung $K\pdef \{0\}$.
\end{Beispiel}


\begin{Beispiel}[\textbf{Beliebige globale Schnitte vertauschen nicht}]
  Ist $X$ ein unendlicher diskreter Raum, so ist der Raum der
globalen Schnitte des Koprodukts aller Wolkenkratzergarben
$\DZ_{(x)}$ f"ur $x\in X$  gr"o"ser als das Koprodukt
der R"aume der globalen Schnitte der Summanden und ist vielmehr ihr
Produkt. Der Funktor der globalen
 Schnitte  vertauscht mithin 
auch auf lokal kompakten Hausdorffr"aumen keineswegs mit
filtrierenden Kolimites. 
\end{Beispiel}


\begin{proof}[Beweis]
Um  die Injektivit"at zu zeigen, nehmen wir einen Schnitt 
$s\in \Gamma_{!}(X; \mathcal{F}_i )$ f"ur ein vorgegebenes $i\in I$. 
Geht er rechts nach Null, 
so gibt es f"ur jeden Punkt $x\in X$ nach
der Transitivit"at von Kolimites \eref{coco}{TS} eine offene Umgebung
$U(x)$ und einen Index $i(x)$
 mit $s\mapsto 0 \in  \mathcal{F}_{i(x)}
(U(x))$. 
Endlich viele $U(x)$ "uberdecken $\op{supp}(s)$, ein $i$ wird erreicht von allen
beteiligten
$i(x)$ und dann gilt offensichtlich $s\mapsto 0 \in  \mathcal{F}_{i}
(X)$. Das zeigt die Injektivit"at. 
Um die Surjektivit"at zu zeigen, ziehen wir uns zun"achst auf den Fall
$X$ kompakt zur"uck.
 Sei dazu ein Schnitt  $s\in \Gamma_{!}(X;
 \op{colf} \mathcal{F}_i)$ gegeben. 
 Wir finden $U\subset X$ offen mit kompaktem Abschlu"s und 
 $\op{supp}(s)\subset U$. 
 Finden wir
 ein $j$ und ein $\tilde s\in \Gamma(\bar U; \mathcal{F}_j)$ mit $\tilde s\mapsto s|\bar U$, 
 so folgt unmittelbar $\tilde s|\partial\bar U 
 \mapsto 0\in  \Gamma(\partial \bar U;
 \op{colf} \mathcal{F}_i)$ und nach dem bereits bewiesenen
 $\tilde s|\partial \bar U \mapsto 0\in  \Gamma(\partial \bar U;
 \mathcal{F}_l)$ f"ur geeignetes $l\geq j$.
 Also l"a"st sich  das Bild $\hat s\in \Gamma( \bar U;
 \mathcal{F}_l)$
 von $\tilde s$ durch Null fortsetzen zu einem Schnitt 
 $\hat s\in \Gamma_{!}( X;
 \mathcal{F}_l)$ mit $\hat s\mapsto s$, und das war gerade zu zeigen.
Wir d"urfen also $X$ kompakt annehmen. 
Gegeben ein Schnitt  $s\in \Gamma(X;
\op{colf} \mathcal{F}_i)$ 
gibt es f"ur jeden Punkt $x\in X$ eine Umgebung $U(x)$ 
und einen Index $i(x)$ und einen Schnitt $\tilde s(x)\in
\mathcal{F}_{i(x)}(U(x))$
mit $s(x)\mapsto s|U(x)$. 
Wir d"urfen unsere $U(x)$ kompakt annehmen.
Weiter gibt es $E\subset X$ endlich derart, da"s die $U(x)$ mit
$x\in E$ bereits $X$ "uberdecken. W"ahlen wir $j$ hinreichend gro"s,
so k"onnen wir nach der bereits bewiesenen Injektivit"at annehmen,
da"s f"ur alle $x,y\in E$ die Bilder von $\tilde s(x)$ und $\tilde s(y)$
in $ \mathcal{F}_{j}(U(x)\cap U(y))$ "ubereinstimmen. Dann aber verkleben sie
zu einem globalen Schnitt und der repr"asentiert das gesuchte Urbild unseres
Schnittes  $s$. 
\end{proof}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Exaktheit  filtrierender Kolimites
      abelscher Garben}] Gegeben ein filtrierendes System
  exakter Sequenzen von
  abelschen Garben ist auch der Kolimes eine exakte Sequenz von
  abelschen Garben. Das folgt daraus, da"s nach \ref{VGKo}
  die Halme von Kolimites die
  Kolimites der Halme sind, da"s filtrierende Kolimites
  exakter Sequenzen abelscher Gruppen wieder exakt sind und da"s
  die Exaktheit\label{exFK}
  von Garbenkomplexen gleichbedeutend ist zur Exaktheit auf den Halmen.
\end{Bemerkungl}


 
\begin{Bemerkungl}
Sei $\cal{F}$ eine abelsche Garbe auf einem
Raum $X$.
Die \defnoind{Garbe der unstetigen Schnitte von 
$\cal{F}$}\index{Garbe der unstetigen Schnitte} ist die
Garbe ${\op{G}} \cal{F}$, die jeder offenen\label{DGKoS}
Teilmenge $ U\co X$ das Produkt der Halme
von $\cal{F}$ an allen Punkten  $x\in U$ zuordnet, 
in Formeln
$$({\op{G}}\cal{F})(U) \pdef \prod_{x\in U} \cal{F}_{x}$$ 
Die Restriktionsabbildungen sind die offensichtlichen.
Offensichtlich ist die Garbe der untetigen Schnitte
${\op{G}} \cal{F}$ stets welk.
Den durch $s \mapsto
(s_{x})_{x \in U}$ f"ur $s \in \cal{F}(U)$ gegeben Monomorphismus $\cal{F}
\hookrightarrow {\op{G}}\cal{F}$ nennen wir den
{\bf Go\-de\-ment-Mo\-no\-mor\-phis\-mus}.\index{Godementmonomorphismus} Gleichbedeutend k"onnen wir
die Identit"at als stetige Abbildung $\delta:X^{\delta}\ra X$ von der mit
der diskreten Topologie versehenen Menge $X$ in den topologischen Raum $X$
betrachten. Der Godementmonomorphismus faktorisiert dann in
die Einheit der Adjunktion und einen Isomorphismus als 
$\mathcal F\ra \delta_{*}\delta^{*}\mathcal F\sira {\op{G}}\mathcal F$.
%Analoges gilt f"ur Garben von Moduln "uber Garben von Ringen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Terminologisch w"are es richtiger, statt von der
\glqq Garbe der unstetigen Schnitte\grqq\ 
von der \glqq Garbe der nicht notwendig stetigen Schnitte\grqq\
zu reden, aber das kam mir allzu pedantisch vor. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Die Schnitte 
unserer  Garbe der unstetigen Schnitte  ${\op{G}}\cal{F}$
sind nur "uber offenen Teilmengen unstetige
Schnitte in den \'etalen Raum der urspr"unglichen Garbe.
Die Halme der Garbe der unstetigen Schnitte einer Garbe
sind im allgemeinen sehr viel gr"o"ser als die Halme der
urspr"unglichen Garbe.
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}
Sei $\cal{F}$ eine abelsche Garbe auf einem
topologischen Raum $X$ oder allgemeiner eine Modularbe auf einem geringten Raum. Die 
{\bf Go\-de\-ment-Auf\-l"o\-sung von}\index{Godement-Aufl"osung} 
$\cal{F}$ ist der exakte
Komplex von abelschen Garben
$\cal{F} \hookrightarrow {\op{G}}^{0}\cal{F} \ra {\op{G}}^{1}\cal{F}
\ra \ldots$,
den wir erhalten durch die Vorschrift\label{Gode} 
$$\begin{array}{lll}
{\op{G}}^{0}\cal{F} &\pdef &{\op{G}}\cal{F}\\[2mm]
{\op{G}}^{1}\cal{F} &\pdef &
{\op{G}} (\op{cok} (\cal{F} \ra {\op{G}} \cal{F}))
\text{ und dann
induktiv}\\[2mm]
{\op{G}}^{i}\cal{F}& \pdef &{\op{G}} (\op{cok} (
{\op{G}}^{i-2}\cal{F} \ra {\op{G}}^{i-1}\cal{F})) \text{ f"ur }
i\geq 2;\end{array}$$
Jeder Morphismus von abelschen Garben $\cal{F} \ra \cal{F}^{\prime}$ liefert
in offensichtlicher Weise einen Morphismus ${\op{G}} \cal{F} \ra
{\op{G}}\cal{F}^{\prime}$ zwischen den zugeh"origen Garben unstetiger
Schnitte und dann induktiv einen Morphismus von Komplexen von Garben
${\op{G}}^{\lhd}\cal{F} \ra {\op{G}}^{\lhd} \cal{F}^{\prime}$.
Auf diese Weise wird das Bilden der Godementaufl"osung $\op{G}^\lhd$ ein
Funktor. 
\end{Bemerkungl}



\begin{Lemma}[\textbf{Filtierende Kolimites kompaktweicher Garben}] 
 Gegeben ein lokal kompakter Hausdorffraum $X$ und darauf ein
 filtrierendes System kompaktweicher  abelscher Garben $(\mathcal F_i)_{i\in I}$
 ist auch sein Kolimes $\op{colf}_{i\in I}\mathcal F_i$ kompaktweich.\label{LKWG}
\end{Lemma}
\begin{proof} Sei $K\subset X$ kompakt und $f:K\hra X$ die Einbettung.
  Weil R"uckzug mit Kolimites vertauscht nach \ref{VGKo} und globale Schnitte
  auf $K$ desgleichen nach \ref{VTDLa}, ist die offensichtliche Abbildung ein
  Isomorphismus 
  $$\op{colf}_{i\in I}\Gamma(K;\mathcal F_i)\sira
  \Gamma(K;\op{colf}_{i\in I}\mathcal F_i)$$
  Jeder Schnitt rechts kommt also f"ur mindestens ein $i\in I$ von
  einem Schnitt in $\Gamma(K;\mathcal F_i)$ her. Da wir $\mathcal F_i$
  kompaktweich annehmen, kommt er dann auch von einem globalen Schnitt
  von $\mathcal F_i$ her und a forteriori von einem globalen Schnitt
  von $\op{colf}_{i\in I}\mathcal F_i$. 
\end{proof}





\begin{Satz}[\textbf{Kompakte Kohomologie filtierender Kolimites}]
  Gegeben ein lokal kompakter Hausdorffraum $X$ und darauf ein
  filtrierendes System abelscher Garben $(\mathcal F_i)_{i\in I}$
  ist die offensichtliche Abbildung f"ur alle $q$ ein Isomorphismus\label{glfg} 
  $$\op{colf}_{i\in I}{\op{H}}^q_!(X;\mathcal F_i)\sira
  {\op{H}}^q_!(X;\op{colf}_{i\in I}\mathcal F_i)$$
\end{Satz}
\begin{proof}
  Die Godementaufl"osungen $\mathcal F_i\ra {\op{G}}^\lhd\mathcal F_i$ aus
  \ref{Gode} geschehen durch welke Garben und die kanonischen Morphismen
  aus \ref{DefDe} sind nach Proposition \ref{DAZO} zum Derivieren mit
  azyklischen Objekten folglich 
  Isomorphismen $$ {\op{H}}^q_!(X;\mathcal F_i)\sira
  \mathcal H^q\Gamma_!(X; {\op{G}}^\lhd\mathcal F_i)$$
  Filtrierende Kolimites abelscher Gruppen sind exakt und
  filtrierende Kolimites abelscher Garben vertauschen mit $\Gamma_!$ nach
  \ref{VTDLa}. Da schlie"slich die Godementaufl"osung funktoriell ist,
  induzieren unsere Isomorphismen ihrerseits Isomorphismen
  $$\op{colf}_{i\in I} {\op{H}}^q_!(X;\mathcal F_i)\sira
  \mathcal H^q\Gamma_!(X;\op{colf}_{i\in I} {\op{G}}^\lhd\mathcal F_i)$$
  Da nun nach \ref{exFK} filtrierende Kolomites in
  abelschen Garben exakt sind, ist auch
  $\op{colf}_{i\in I}\mathcal F_i\ra \op{colf}_{i\in I} {\op{G}}^\lhd\mathcal F_i$
  ein exakter Garbenkomplex. Jede welke abelsche Garbe ist kompaktweich nach
  \ref{WKW}, folglich sind alle ${\op{G}}^q\mathcal F_i$ kompaktweich und
  nach Lemma \ref{LKWG} auch ihr filtrierender Kolimes
  $\op{colf}_{i\in I} {\op{G}}^q\mathcal F_i$.
  Nach \ref{KwA} sind jedoch kompaktweiche Garben
  auf lokal kompakten Hausdorffr"aumen $\Gamma_!$-azyklisch
  und die kanonischen Morphismen
 aus \ref{DefDe} sind nach Proposition \ref{DAZO} zum Derivieren mit
  azyklischen Objekten folglich 
  Isomorphismen $$ {\op{H}}^q_!(X;\op{colf}_{i\in I}\mathcal F_i)\sira
  \mathcal H^q\Gamma_!(X;\op{colf}_{i\in I} {\op{G}}^\lhd\mathcal F_i)$$
Der Satz folgt unmittelbar. \end{proof}








\subsection{Kompakte Kohomologie von Mannigfaltigkeiten}
\begin{Bemerkungl}
  Im folgenden sind Mannigfaltigkeiten,
  wenn nichts anderes explizit gesagt wird,
  stets als \hyperref[Mgf]{topologische Mannigfaltigkeiten} zu verstehen.
  Wir fordern von unseren Mannigfaltigkeiten weder da"s sie parakompakt  noch 
  da"s sie abz"ahlbar basiert sein sollen. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Verschwinden hoher kompakter Kohomologie auf Karten}]
  Gegeben eine  abelsche Garbe $\mathcal F$ auf $[0,1]^n$ haben
  wir ${\op{H}}^q([0,1]^n;\mathcal F)=0$ f"ur $q>n$ in \ref{GHKu} gezeigt.
  Gegeben eine  abelsche Garbe $\mathcal K$ auf $U\co [0,1]^n$ folgt 
  $${\op{H}}^q_!(U;\mathcal K)
  =0\text{ f"ur }q>n$$
   aus ${\op{H}}^q_!(U;\mathcal K)\cong
   {\op{H}}^q_!([0,1]^n;j_{[!]}\mathcal K)
   ={\op{H}}^q([0,1]^n;j_{[!]}\mathcal K)=0$
  nach \ref{adKK} mit $j$ der Einbettung.\label{GHKg}  
\end{Bemerkungl}

\begin{Proposition}[\textbf{Kompakte Kohomologie oberhalb der Dimension}] 
  Gegeben eine $n$-Mannigfaltigkeit $M$ und
  eine abelsche Garbe $\mathcal F\in\op{Ab}_{/M}$ gilt\label{phq}
  $$q>n\;\;\RA \;\;{\op{H}}_!^q(M;\mathcal F)=0$$
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
F"ur jede $n$-Mannigfaltigkeit $M$ hat also
  $\Gamma_!:\op{Ab}_{/M}\ra \op{Ab}$ eine homologische Dimension $\leq n$.
  Aus dem anschlie"senden Satz folgt, da"s diese homologische Dimension f"ur
  $M\neq \emptyset$ sogar genau $n$ ist. F"ur die gew"ohnliche nichtkompakte
  Garbenkohomologie zeigen wir die
  entsprechende Aussage erst in \eref{phqnk}{TSS}
  unter der zus"atzlichen Annahme, da"s $M$ abz"ahlbar basiert ist. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
  Wird $M$ durch das Bild einer einzigen Karte "uberdeckt, so haben wir
  die Behauptung bereits in \ref{GHKg} gezeigt. Wird $M$ durch
  die Bilder endlich vieler Karten "uberdeckt,
  so folgt die Behauptung induktiv aus der Mayer-Vietoris-Sequenz der
  kompakten Kohomologie \ref{MVkK}. Im allgemeinen folgt sie dann 
  aus der Vertr"aglichkeit der kompakten Kohomologie 
  mit Kolimites "uber filtrierende offene "Uberdeckungen \ref{jKOR}.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}
  Eine Garbe mit Werten in 
  $\op{Ab}^{\op{opp}}$ hei"st 
  eine {\bf abelsche Kogarbe}.\index{Kogarbe!abelsche}
  Genauer ist eine abelsche Kopr"agarbe
  auf einem Raum $X$ ein Funktor
  $K:\op{Off}(X)^{\op{opp}}\ra \op{Ab}^{\op{opp}}$
  und eine Kogarbe eine Kopr"agarbe
  mit gewissen Verklebungseigenschaften. Wir erkl"aren die
  {\bf Kategorie der abelschen Kopr"agarben
    auf $X$}\index{Kogarbe!Morphismen} als die
  Funktorkategorie 
  $$\op{Cat}(\op{Off}(X),\op{Ab})$$
  Damit sind Kokerne von Homomorphismen von Kogarben unproblematisch,
  aber die Konstruktion von Kernen braucht eine \glqq Kogarbifizierung\grqq.
 Wir werden die Arbeit mit
abelschen Kogarben meiden. Sie sind m"uhsam zu handhaben, 
da sie keine abelsche Kategorie bilden. 
\end{Bemerkungl}




\begin{Satz}[\textbf{Maximale kompakte Kohomologie als  Kogarbe}] 
Gegeben eine $n$-Mannigfaltigkeit $M$  erhalten wir eine abelsche Kogarbe 
  auf $M$\label{OrkGa} vermittels der Vorschrift $$U\mapsto  {\op{H}}_!^n(U)$$
\end{Satz}
\begin{proof}
  Gegeben eine Familie $(U_\nu)$ von offenen Teilmengen von $M$ mit Vereinigung
  $V$ haben wir, wie man unschwer auf den Halmen pr"uft,
  eine rechtsexakte Garbensequenz
  $$\DZ_{V\subset M}\twoheadleftarrow \bigoplus \DZ_{U_\nu\subset M}
  \leftarrow \bigoplus \DZ_{(U_\nu\cap U_\mu)\subset M}$$
  Unter dem nach \ref{phq} rechtsexakten und nach \ref{glfg}
   mit filtrierenden Kolimites
  von abelschen Garben vertr"aglichen
  Funktor ${\op{H}}^n_!$ wird sie zu einer rechtsexakten Sequenz
  \begin{displaymath}
      {\op{H}}^n_!(V)\twoheadleftarrow \bigoplus {\op{H}}^n_!(U_\nu)
  \leftarrow \bigoplus {\op{H}}^n_!(U_\nu\cap U_\mu)\qedhere
  \end{displaymath}
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}\label{diSU}  
  Ist insbesondere
  eine $n$-Mannigfaltigkeit $M$ eine disjunkte Vereinigung offener
  Teilmengen $(M_i)_{i\in I}$, so induzieren die Ausdehnungen durch Null
  einen Isomorphismus
  $$\bigoplus_{i\in I}{\op{H}}_!^nM_i\sira {\op{H}}_!^nM$$
  Das folgt sowohl aus der Kogarbeneigenschaft als auch direkt
  aus der Vertr"aglichkeit der kompakten Kohomologie mit
  filtrierenden Kolimites \ref{glfg}.
\end{Bemerkungl}

\begin{Korollar}[\textbf{Orientierungsgarbe}] 
Gegeben eine $n$-Mannigfaltigkeit $M$ und eine
  abelsche Gruppe $G$ erhalten wir eine abelsche Garbe $\op{or}_{M,G}$
  auf $M$,\label{OrGa} die \emph{\bf Orientierungsgarbe von $M$
    mit Koeffizienten in $G$},\index{Orientierungsgarbe!mit Koeffizienten}
  vermittels der Vorschrift $$\op{or}_{M,G}:U\mapsto  \op{Hom}_\DZ({\op{H}}_!^n(U),G)$$
\end{Korollar}
 \begin{proof} Wenden wir auf unsere Kogarbe \ref{OrkGa} den kontravarianten
 durch $G$ gegebenen Funktor $\op{Hom}_\DZ(\;,G)$ an,
  so erhalten wir eine linksexakte Sequenz
  $$\op{Hom}_\DZ({\op{H}}^n_!(V),G)\hra \prod \op{Hom}_\DZ({\op{H}}^n_!(U_\nu),G)
  \ra \prod \op{Hom}_\DZ({\op{H}}^n_!(U_\nu\cap U_\mu),G)$$
Sie beinhaltet die Garbeneigenschaft.
\end{proof}





\begin{Bemerkungl}
  Gegeben eine $n$-Mannigfaltigkeit $M$ vereinbaren wir
  f"ur die Spezialisierung unserer Garbe $\op{or}_{M,G}$ aus \ref{OrGa}
  zu $G=\DZ$ die Notation
  $$\op{or}_M\pdef \op{or}_{M,\DZ}$$
  und nennen diese Garbe die\label{orGG} 
  {\bf Orientierungsgarbe\index{Orientierungsgarbe} von $M$}.
  Die Orientierungsgarbe ist stets lokal isomorph zur konstanten Garbe
  $\DZ_M$ nach \ref{AusDD} und ihre Halme sind wieder nach \ref{lkkk} kanonisch isomorph zu den Dualen der lokalen Kohomologiegruppen ${\op{H}}^n_{\{x\}}(M)$.
  Ist die Orientierungsgarbe global isomorph zur konstanten Garbe
  $\DZ_M$, so hei"st $M$ {\bf orientierbar}.\index{orientierbar}
  Unter einer {\bf Orientierung}\index{Orientierung!topologische}
  oder ausf"uhrlicher {\bf topologischen Orientierung} unserer Mannigfaltigkeit  verstehen wir die
  Wahl eines ausgezeichneten Isomorphismus $\DZ_M\sira \op{or}_M$.
 Die Definitionen liefern einen
  nat"urlichen Isomorphismus zwischen der
  Restriktion der Orientierungsgarbe auf eine offene Teilmenge
  einer Mannigfaltigkeit und
  der Orientierungsgarbe der fraglichen offenen Teilmenge als
  Mannigfaltigkeit ${\op{or}}_M|_U\sira \op{or}_U$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungw}[\textbf{Bezug zur singul"aren Homologie}]
  Unsere Vergleichss"atze liefern auch einen Isomorphismus unserer
  Orientierungs\-garbe hier
  mit der Orientierungsgarbe der singul"aren Homologie aus
  \eref{orGA}{TS}. In der Tat sind deren Halme ${\op{H}}_n(M,M\backslash x)_{\op{sing}}$ die Dualr"aume von ${\op{H}}^n(M,M\backslash x)_{\op{sing}}$
  und letztere R"aume sind nach unserem Vergleichssatz
  \ref{lklsk} kanonisch isomorph zu ${\op{H}}^n_{\{x\}}(M)$.
\end{Bemerkungw}

\begin{Satz}[\textbf{Hohe kompakte Kohomologie von Mannigfaltigkeiten}]
Gegeben eine zusammenh"angende $n$-Mannigfaltigkeit\label{KKMa} $M$ haben wir:
  \begin{enumerate}
  \item ${\op{H}}_!^qM=0$ f"ur $q>n$;
  \item
    F"ur jeden Punkt  $x\in M$ ist die offensichtliche Abbildung
    eine Surjektion
    ${\op{H}}^n_{\{x\}}(M)\sra {\op{H}}_!^n(M)$;
  \item
    Ist $M$ nicht orientierbar, so ist  ${\op{H}}_!^nM\cong \DZ/2\DZ$
    eine zweielementige Gruppe;
  \item
    Ist $M$ orientierbar, so gilt ${\op{H}}_!^nM\cong \DZ$
  und f"ur  jede
    Orientierung $\DZ_M\sira\op{or}_M$ gibt genau einen  Isomorphismus $\DZ\sira {\op{H}}_!^nM$, der  unter dem Dualisieren $\op{Hom}_\DZ(\;,\DZ)$ die Komposition nat"urlicher
    Abbildungen $\DZ\sira \DZ_M(M)\sira \op{or}_M(M)$ liefert.
   \end{enumerate}
\end{Satz}
\begin{proof}
  Das Verschwinden f"ur $q>n$ ist  ein Spezialfall unserer allgemeineren
  Proposition \ref{phq}.
  Aus ${\op{H}}_!^n(\DR^n)\cong \DZ$ nach \ref{kkRn} und \ref{AusDD} folgt,
  da"s $\op{or}_{M,G}$ f"ur jede abelsche Gruppe $G$ lokal isomorph ist zur konstanten Garbe
  $G_M$. Gegeben eine abelsche Garbe $\mathcal F$ und eine abelsche Gruppe $G$
  bezeichne $\mathcal F\otimes G$ die Garbifizierung der
  Pr"agarbe $U\mapsto \mathcal F(U)\otimes G$.
  Man erkennt unschwer, da"s der mithilfe der universellen Eigenschaften
  konstruierte Homomorphismus stets ein Isomorphismus
  $$\op{or}_{M}\otimes G\sira \op{or}_{M,G}$$
  ist. 
  Ist $M$ zusammenh"angend und gibt es keinen Isomorphismus
   $\DZ_M\sira \op{or}_M$ der konstanten Garbe mit der Orientierungsgarbe,
   so haben wir nach  Lemma \ref{lg2} Isomorphismen
   $G_2\sira \Gamma(M;\op{or}_M\otimes G)\sira
   \op{Hom}_\DZ({\op{H}}_!^nM,G)$, die funktoriell sind 
  in $G$ und die nach dem Yoneda-Lemma folglich von einem Isomorphismus $\DZ/2\DZ\sira {\op{H}}_!^nM$
  herkommen m"ussen, mit der Notation $$G_2\pdef\{g\in G\mid g^2=1\}$$
  Das zeigt den dritten Teil.  
  Ist $M$ zusammenh"angend und gibt es einen Isomorphismus
  $\DZ_M\sira \op{or}_M$ der konstanten Garbe mit der Orientierungsgarbe,
  so liefert jeder derartige Isomorphismus Isomorphismen
  $G\sira \op{Hom}_\DZ({\op{H}}_!^nM,G)$, die funktoriell sind 
  in $G$ und folglich von einem Isomorphismus $\DZ\sira {\op{H}}_!^nM$
  herkommen m"ussen, wieder nach dem Yoneda-Lemma. Das zeigt den vierten Teil.
  Der Beweis des zweiten Teils bleibe dem Leser zur "Ubung "uberlassen.
\end{proof}
\begin{Lemma}\label{lg2} 
  Gegeben ein zusammenh"angender Raum $X$ und darauf eine lokal aber nicht
  global zur konstanten Garbe $\DZ_X$ isomorphe abelsche Garbe $\mathcal F$
  erhalten wir einen in $G\in\op{Ab}$ funktoriellen Isomorphismus
  $$G_2\sira \Gamma(\mathcal F\otimes G)$$ durch die Vorschrift, die
  $g\in G_2$ den durch $x\mapsto s_x\otimes g$ mit $s_x\in \mathcal F_x$ einem
  Erzeuger des Halms gegebenen globalen Schnitt zuordnet.
\end{Lemma}
\begin{proof}
  Wir betrachten den Teilraum
  $$\tilde X\pdef\{s\in \bar{\mathcal F}\mid s\text{ erzeugt seinen Halm}\}$$
  Dann ist die offensichtliche Abbildung
  $\pi:\tilde X\ra X$ eine zweibl"attrige "Uberlagerung.
  W"are $\tilde X$ nicht zusammenh"angend, so k"onnte man es
  als disjunkte Vereinigung zweier nichtleerer offener Teilmengen schreiben,
  die nach \eref{etuL}{TF} auch bereits $X$ "uberlagern, die
  mithin einbl"attrige "Uberlagerungen w"aren und folglich
  Hom"oomorphismen, so da"s $\pi:\tilde X\ra X$ einen
  stetigen Schnitt h"atte im Widerspruch zu unserer Annahme
  $\mathcal F\not\cong \DZ_X$. Also ist $\tilde X$  zusammenh"angend.
  Nun
  kann die Projektion $\pi:\tilde X\ra X$
  auch als die Quotientenabbildung nach einer
  Operation der zweielementigen Gruppe $\mathbb F_2$ verstanden werden.
  Die zur"uckgezogene Garbe $\pi^*\mathcal F$ hat den \'etalen Raum
  $\op{\acute{e}t}(\pi^*\mathcal F)=\tilde X\times_X\bar{\mathcal F}$
  und den globalen erzeugenden Schnitt $\tilde x\mapsto (\tilde x,\tilde x)$,
  der einen Isomorphismus $\DZ_{\tilde X}\sira \pi^*\mathcal F$ liefert.
  Die $\mathbb F_2$-Operation auf $\pi^*\mathcal F$ nach \ref{dAQg} entspricht
  unter unserem Isomorphismus $\pi^*\mathcal F\cong \DZ_{\tilde X}$
  der Operation $(\tilde x,n)\mapsto (-\tilde x,-n)$. 
  Dann haben wir  nat"urliche
  Isomorphismen $$\pi^*(\mathcal F\otimes G)\sira (\pi^*\mathcal F)\otimes G
  \sira G_{\tilde X}$$
  Die $\mathbb F_2$-Operation links entspricht darunter der
  $\mathbb F_2$-Operation $(\tilde x,g)\mapsto (-\tilde x,-g)$.
  Das liefert  Isomorphismen $G_2\sira \Gamma(\pi^*(\mathcal F\otimes G))^{\mathbb F_2}\sira \Gamma(\mathcal F\otimes G)$ mit \ref{dAQg}
  f"ur den zweiten Pfeil und mehr war nicht zu zeigen.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Jede Einsmannigfaltigkeit ist orientierbar}] 
  F"ur abz"ahlbar basierte Einsmannigfaltigkeiten folgt das
  bereits aus der Klassifikation \eref{KlEDab}{TM}, aber hier
  wollen wir ohne diese Bedingung auskommen. Gegeben eine zusammenh"angende $n$-Mannigfaltigkeit $M$ haben\label{EMOr} 
    wir $${\op{H}}^n_!(M;\DZ/4\DZ)\cong \left\{\begin{array}{ll}
    \DZ/4\DZ&M\text{ orientierbar;}\\
    \DZ/2\DZ&\text{sonst.}
    \end{array}\right.$$
    Man kann das genauso
    zeigen wie wir es f"ur die kompakte Kohomologie mit $\DZ$-Koeffizienten in
    \ref{KKMa} ausgef"uhrt haben. Man kann es auch als Konsequenz der
    sogenannten Projektionsformel \eref{ProjFF}{TSF} zeigen,
    die unter anderem f"ur beliebige $n$-Mannigfaltigkeiten $M$ und 
    beliebige abelsche Gruppen $G$ Isomorphismen
    ${\op{H}}^n_!(M;G)\sira {\op{H}}^n_!(M)\otimes_\DZ G$ liefert.
    Gegeben eine zusammenh"angende Einsmannigfaltigkeit $M$
    liefert die Surjektion $\DZ/4\DZ\sra \DZ/2\DZ$ nun sicher
    eine Surjektion ${\op{H}}^0_!(M;\DZ/4\DZ)\sra {\op{H}}^0_!(M;\DZ/2\DZ)$
    und wir folgern mit dem Verschwinden der h"oheren kompakten Kohomologie
    \ref{phq} eine kurze exakte Sequenz
    $${\op{H}}^1_!(M;\DZ/2\DZ)\hra {\op{H}}^1_!(M;\DZ/4\DZ)\sra {\op{H}}^1_!(M;\DZ/2\DZ)$$
    Zusammen zeigt das, da"s jede zusammenh"angende Einsmannigfaltigkeit und
    dann auch "uberhaupt jede  Einsmannigfaltigkeit orientierbar ist.
    \end{Bemerkungl}






\begin{Bemerkungl}
  Gegeben eine Mannigfaltigkeit $M$ und ihre Orientierungsgarbe
  $\op{or}_M$ nennen wir die im vorhergehenden
  Beweis konstruierte zweibl"attrige "Uberlagerung $\pi:\tilde M\ra M$ 
  ihre\label{orUe} 
  {\bf Orientierungs"uberlagerung}\index{Orientierungs"uberlagerung}
  $$\tilde M\pdef\{s\in \op{\acute{e}t}(\op{or}_M)\mid s\text{ erzeugt seinen Halm}\}$$
  Wir haben dann einen nat"urlichen Isomorphismus
  $\pi^\ast \op{or}_M\sira \op{or}_{\tilde M}$ und die kanonische Trivialisierung
  dieser Garbe nennen wir die
  {\bf tautologische Orientierung}\index{Orientierung!tautologische}
  der Orientierungs"uberlagerung $\tilde M$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Endlichkeit der kompakten Kohomologie}] Sei $n\in\DN$ gegeben.
  Besitzt ein topologischer Raum $X$ 
  eine "Uberdeckung durch offene Teilmengen $U\co X$ mit ${\op{H}}^q_!(U;\mathcal F)=0$ f"ur $q>n$ und alle $\mathcal F\in \op{Ab}_{/U}$,
  so folgt ${\op{H}}^q_!(X;\mathcal F)=0$ f"ur $q>n$ und alle $\mathcal F\in \op{Ab}_{/X}$.  Das zeigt der Beweis von \ref{phq}.
  Weiter zeigt der Beweis von \ref{OrGa}, da"s dann f"ur alle $\mathcal F\in \op{Ab}_{/X}$ und $G\in\op{Ab}$ der Funktor\label{leKK} 
  $U\mapsto \op{Hom}_\DZ({\op{H}}_!^n(U;\mathcal F),G)$
  eine abelsche Garbe auf $X$ ist.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Hohe kompakte Kohomologie von Randfaltigkeiten}]
  Man mag unsere Erkenntnisse \ref{leKK} zur Endlichkeit der
  kompakten Kohomologie insbesondere auf Randfaltigkeiten anwenden und
  aus der in \ref{orGG}  gegebenen Argumentation folgern, da"s f"ur eine  $n$-dimensionale Randfaltigkeit $X$ die zuvor besprochenen Garben $U\mapsto \op{Hom}_\DZ({\op{H}}_!^n(U;A_X),G)$ im Fall einer
  konstanten Garbe $\mathcal F=A_X$ lokal konstant sind auf dem Komplement des
  Randes und aus dieser lokal konstanten Garbe entstehen vermittels der
  Ausdehnung durch Null.
Eine Argumentation wie beim Beweis von \ref{KKMa} 
zeigt dann   ${\op{H}}_!^n(X;k)=0$ f"ur jede zusammenh"angende Randfaltigkeit, die keine Mannigfaltigkeit ist,
und  jede abelsche Gruppe $k$ von Koeffizienten.
\end{Bemerkungl}



\begin{Korollar}[\defnoind{Jordan-Brouwer}\index{Jordan-Brouwer!Satz von}]
Seien $n,r\geq -1$ und sei $s^{r} \subset S^{n}$ eine Teilmenge der
$n$-Sph"are, die\label{JoBn}
hom"oomorph ist zur $r$-Sph"are $S^{r}$.  So haben wir:
$$\begin{array}{ll}
r > n&\text{Unm"oglich;}\\
r = n&\text{Impliziert $S^{n}=s^{r}$;}\\
r = n-1&\text{Dann hat $S^{n}
\backslash s^{r}$ genau zwei Zusammenhangskomponenten, }\\
& \text{und der Rand jeder dieser beiden Komponenten ist
$s^{r}$;}\\
r \leq n-2
&\text{Dann ist
$S^{n}\backslash s^{r}$ zusammenh"angend.}
\end{array}$$
\end{Korollar}
\begin{Bemerkungl}
Hier ist die $(-1)$-Sph"are wie in \eref{Grundt}{TF} als die leere Menge zu
verstehen. Obiger Satz wurde bereits in \eref{JoB}{TS} bewiesen.
Mir scheint jedoch  der hier entwickelte Zugang  nat"urlicher. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
  Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit d"urfen wir $n\geq 2$ und $r\geq 0$ 
  annehmen. Im Fall $r>n$ w"are $0\ra {\op{H}}^{r}_!(s^r)\ra 0$ ein
  Ausschnitt der langen exakten Lokalisierungssequenz im Widerspruch zu ${\op{H}}^{r}_!(s^r)\cong \DZ$.
  Im Fall $r\leq n$ betrachten wir den Ausschnitt 
  $$ 0\ra  {\op{H}}^{n-1}_!s^r\ra  {\op{H}}^{n}_!(S^n\backslash s^r)
  \ra  {\op{H}}^{n}_!S^n
  \ra  {\op{H}}^{n}_!s^r\ra 0$$
  der Lokalisierungssequenz.
  % Wegen der Transitivit"at des eigentlichen R"uckzugs
%  unter $s^r\ra S^n\ra\op{pt}$
%  k"onnen wir in dieser Sequenz ${\op{H}}^{q}_!S$ ersetzen durch
%  $\tilde{\op{H}}^{q}_!S\pdef \op{cok}({\op{H}}^{q}_!\op{pt}\hra % {\op{H}}^{q}_!S)$  bei $S=s^r$ und $S=S^n$. Das hat den Vorteil, da"s nun gilt
  %      $\tilde{\op{H}}^{q}_!S^n\cong\DZ$ f"ur $q=n$ und Null sonst.
%Jetzt ist $r>n$ unm"oglich, da sonst der Term ${\op{H}}^{r}_!s^r\cong \DZ$ in
%  dieser Sequenz von Null kommt und nach \ref{phq} nach Null geht.
  Im Fall $r=n$ mu"s  in unserer Sequenz
  eine Surjektion und damit ein Isomorphismus
  ${\op{H}}^{n}_!S^n
  \sira  {\op{H}}^{n}_!s^n$ stehen und
         es folgt erst ${\op{H}}^{n}_!(S^n\backslash s^{n})=0$ und mit unseren Erkenntnissen
  \ref{KKMa} und \ref{diSU} zur hohen kompakten Kohomologie von
  Mannigfaltigkeiten dann $S^n\backslash s^n=\emptyset$.
  Im Fall
  $r=n-1$ erhalten wir "ahnlich  ${\op{H}}^{n}_!(S^n\backslash s^{n-1})\cong \DZ^2$ und nach
  denselben Argumenten hat $S^n\backslash s^{n-1}$
  zwei Zusammenhangskomponenten.
  Da"s $s^{n-1}$ im Abschlu"s beider Komponenten liegt, folgert man wie in
\eref{JoB}{TS}.
  Ist schlie"slich
  $r\leq n-2$, so erhalten wir  ${\op{H}}^{n}_!(S^n\backslash s^{r})
  \cong \DZ$ und nach
  denselben Argumenten  besteht $S^n\backslash s^{r}$
  aus genau einer Zusammenhangskomponente. 
\end{proof}







\begin{Bemerkungl} 
  F"ur jede zusammenh"angende topologische $n$-Mannigfaltigkeit $M$
  gilt mit denselben Argumenten
  wie zuvor ${\op{H}}_!^n(M;\DZ/2\DZ)\cong \DZ/2\DZ$.\label{OrGa2}
\end{Bemerkungl}



\begin{Korollar}[\textbf{Komplemente von Untermannigfaltigkeiten in $\DR^n$}]
Gegeben eine abgeschlossene $(n-1)$-Untermannigfaltigkeit
 $M \As \Bbb{R}^{n}$ mit $k$ Zusammenhangskomponenten besteht
ihr Komplement\label{VG} 
$\Bbb{R}^{n}\backslash M$ aus $(k+1)$ Zusammenhangskomponenten. Hat  $M$ unendlich viele Zusammenhangskomponenten, so
auch $\Bbb{R}^{n}\backslash M$.
\end{Korollar}

\begin{proof}[Beweis]
Die Lokalisierungssequenz liefert mit dem Verschwinden \ref{phq} unmittelbar
${\op{H}}^{n-1}_!(M;\Bbb{Z}/2\Bbb{Z}) \hra {\op{H}}^n_! (\Bbb{R}^{n}\backslash M; \Bbb{Z}/2\Bbb{Z})\sra  {\op{H}}^n_! (\Bbb{R}^{n}; \Bbb{Z}/2\Bbb{Z})$.
Die Behauptung folgt damit aus \ref{OrGa2}. 
\end{proof}
\begin{Korollar}[\textbf{Nichteinbettbarkeit von Mannigfaltigkeiten}]
F"ur $n\geq 1$ kann eine zusammenh"angende nicht orientierbare $(n-1)$-Man\-nig\-fal\-tig\-keit\label{ENOr} 
 nicht als abgeschlossene Teilmenge
in den $\Bbb{R}^{n}$ eingebettet werden.
\end{Korollar}
\begin{proof}[Beweis]
F"ur $M$ unsere Mannigfaltigkeit erhielten wir 
${\op{H}}^{n-1}_!(M;\DZ)=\DZ/2\DZ$ und mit der Lokalisierungssequenz
$ {\op{H}}^{n}_! (\Bbb{R}^{n}\backslash M;\DZ)\sira {\op{H}}^{n}_! (\Bbb{R}^{n};\DZ)\cong\DZ
$, diesmal mit $\DZ$-Koeffizienten, 
und $\Bbb{R}^{n}\backslash M$ w"are
zusammenh"angend im
Widerspruch zum vorhergehenden Korollar \ref{VG}.
\end{proof}

\begin{Korollar}[\textbf{Injektive geschlossene Wege in einem Zweitorus}]
  Gegeben eine Einbettung $i:S^1\hra S^{1}\times S^{1}$
  sind die Umlaufzahlen  von $\op{pr}_1\circ i$ und 
 $\op{pr}_2\circ i$\label{igW}
entweder
teilerfremd  oder beide Null.
\end{Korollar}

\begin{proof}[Beweis]
 Nach \ref{GKZw} ist die Kohomologie des Zweitorus
isomorph zu $\DZ$ in den Graden Null und Zwei und
isomorph zu $\DZ^2$ im Grad Eins.
Insbesondere ist der Zweitorus orientierbar.
Wir wenden nun  die Lokalisierungssequenz \ref{LokSS}
 an auf den Fall $X = S^{1} \times S^{1}$ und 
das Bild  $A\pdef i(S^{1}) \As X$ und folgern eine exakte Sequenz
$${\op{H}}^{1}_{!} X \ra {\op{H}}^{1}_{!} A 
\ra {\op{H}}^{2}_{!} (X\backslash A)$$
Da ${\op{H}}^{2}_{!} (X\backslash A) 
$ frei ist "uber $\Bbb{Z}$,
mu"s ${\op{H}}^{1}_{!} X \ra {\op{H}}^{1}_{!} A$ surjektiv oder Null sein.
Diese Abbildung wird jedoch nach \ref{GKZw}
unter geeigneten Identifikationen
${\op{H}}^{1}_{!} X \cong \Bbb{Z} \oplus \Bbb{Z}$, ${\op{H}}^{1}_{!} A \cong
\Bbb{Z}$ gegeben durch die Zeilenmatrix $(a,b)$.
\end{proof}


\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
  Gegeben eine eigentliche Abbildung $f:M\sra N$ von zusammenh"angenden
  orientierten $n$-Mannigfaltigkeiten\label{ABGr}
  erkl"aren wir ihren {\bf Abbildungsgrad}\index{Abbildungsgrad}
  als das Bild der Eins unter der Komposition
  $\DZ\sira {\op{H}}^n_!N\ra {\op{H}}^n_!M\sira \DZ$ mit den durch die
  jeweiligen Orientierungen gegebenen "au"seren Isomorphismen
  und dem eigentlichen Zur"uckholen unter $f$ in der Mitte. 
  Sei $V\co N$  offen zusammenh"angend und sei $f^{-1}(V)=U_1\sqcup \ldots\sqcup U_r$ 
  die Zerlegung des Urbilds von $V$ in seine Zusammenhangskomponenten. 
  So ist der Abbildungsgrad von $f$ die Summe der
  Abbildungsgrade der eingeschr"ankten Abbildungen
  $f:U_i\ra V$. Hat insbesondere $f$ einen von Null verschiedenen
  Abbildungsgrad, so mu"s $f$ surjektiv sein. Hinweis: \ref{aTH} und
  \ref{KKMa}.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Wir denken uns eine Einbettung der Figur 8 in einen Zweitorus.
  Welche Werte k"onnen die insgesamt vier Umlaufzahlen, je zwei
  f"ur jeden Kreis der 8, annehmen? Ich hab mir das selber gar nicht so
  genau "uberlegt.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}
  Ist $N\hra M$ die Einbettung einer offenen nichtleeren Teilmenge
  in eine zusammenh"angende $n$-Mannigfaltigkeit,
    so ist die Ausdehnung durch Null eine Surjektion
    ${\op{H}}_!^nN\sra {\op{H}}_!^nM$.
\end{Ubung}



\begin{Ubung}[\textbf{Kompakte Kohomologie komplexer Variet"aten}]
  Wir erkl"aren eine {\bf Filtrierfaltigkeit}\index{Filtrierfaltigkeit}
 oder genauer {\bf $n$-Filtrierfaltigkeit} als einen lokal kompakten Hausdorffraum $X$, der eine Filtrierung
 $$X=X^{{\leq n}}\supset X^{{\leq n-1}}\supset\ldots\supset X^{{\leq 0}}
 \supset \emptyset =X^{{\leq -1}}=X^{{\leq -2}}=\ldots$$ durch abgeschlossene
 Teilmengen besitzt derart, da"s $X^{{\leq q}}\backslash X^{{\leq q-1}}$
 jeweils eine $q$-Man\-nig\-fal\-tig\-keit ist.\label{kkkV} Jede $n$-Filtrierfaltigkeit ist insbesondere auch eine $(n+1)$-Filtrierfaltigkeit.  
 Gegeben eine $n$-Filtrierfaltigkeit 
  zeige man ${\op{H}}_!^q(X;\mathcal F)=0$ f"ur $q>n$ und
  jede abelsche Garbe $\mathcal F$
  und zeige
  unter der  zus"atzlichen Annahme
  $X^{{\leq n-1}}=X^{{\leq n-2}}$, da"s die Ausdehnung durch Null
  einen Isomorphismus 
  $${\op{H}}_!^n(X\backslash X^{{\leq n-2}})\sira {\op{H}}_!^n(X)$$
  induziert.  Ein typisches Beispiel f"ur eine derartige Situation
  erhalten wir im Fall einer komplexen algebraischen Variet"at $V$ einer
  Dimension $\op{kdim}_\DC V\leq d$, wenn wir den 
  zugeh"origen topologischen Raum  $X=V(\DC)$ mit seiner analytischen Topologie
  versehen und die Filtrierung durch die
  Untervariet"aten der jeweils singul"aren
  Punkte betrachten, vergleiche \eref{UVUM}{KAG} und \eref{gSod}{KAG}. Hier
  hat man dann $n=2d$.
  Sobald wir wissen, da"s f"ur jede
irreduzible glatte komplexe
Variet"at $V$ unser Raum $V(\DC)$ zusammenh"angend und orientierbar
ist, folgt sogar, da"s 
${\op{H}}_!^{2d}(V(\DC))$ eine freie abelsche Gruppe ist mit je einem
Erzeuger pro irreduzibler Komponente der Krulldimension $d$ von $V$, und
durch die Wahl einer Orientierung des $\DR$-Vektorraums $\DC$ werden
diese Erzeuger sogar eindeutig festgelegt. Hinweis: Lokalisierungssequenz \ref{LokSe}.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Man zeige, da"s 
gegeben $s^{n-1} \subset S^{n}
$ zwei ineinander enthaltene Sph"aren benachbarter Dimensionen
und eine beliebige zweipunktige\label{KGDb}  
Teilmenge $Z\subset S^{n}$ bestehend aus je einem Punkt in jeder Komponente
des Komplements $S^{n}\backslash s^{n-1}$
die Einbettung $s^{n-1} \hra  S^{n}
\backslash Z$ einen Isomorphismus auf der Kohomologie induziert. 
Hinweis: Man vergr"o"sere $Z$ zu einer offenen Menge $\tilde Z$ 
bestehend aus je einem offenen Ball um jeden der beiden Punkte,
 der seinerseits 
$s^{n-1}$ nicht trifft. Mithilfe der 
Nat"urlichkeit der Sequenz zu einer offenen Teilmenge 
zeige man dann, da"s das abgeschlossene Zur"uckholen  Isomorphismen
${\op{H}}^{q}_{!} (S^{n}
\backslash \tilde Z)\sira{\op{H}}^{q}_{!} (s^{n-1})$ induziert. Das liefert auch
einen alternativen Zugang zu unseren Erkenntnissen "uber Umlaufzahlen kreuzungsfreier Wege \eref{InWW}{TF}.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}
  Gegeben eine abgeschlossene Teilmenge $A\As \DR^n$,
  die hom"oomorph ist zu $\DR^{n-1}$, sind beide Komponenten
  des Komplements von $A$  unbeschr"ankt
und $A$ ist der Rand einer jeden von ihnen.\label{jkV} 
Hinweis: Man lasse sich vom Beweis des Jordan'schen
Kurvensatzes \eref{JoB}{TS} inspirieren.
  % Sonst w"are $A$ beschr"ankt, also kompakt...
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Sind  $A,B\As \DR^2$
   zwei 
  nichtkompakte
  zusammenh"angende Einsmannigfaltigkeiten und besteht ihr Schnitt aus einem einzigen Punkt, so hat
  das Komplement $\DR^2\backslash (A\cup B)$
  genau vier Komponenten.
  Hinweis: Man berechne mit \eref{KPEM}{TS} 
  zun"achst\label{jkAK} einmal die kompakte
  Kohomologie von $A\cup B$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Ist $A\As \DR^2$ kompakt und "uberlagerungstrivial,
  so ist $\DR^2\backslash A$ zusammenh"angend.
  Ist $A\As \DR^2$ kompakt und einfach  wegzu\-sam\-men\-h"ang\-end,
  so ist $\DR^2\backslash A$ nicht notwendig zusammenh"angend. 
  Hinweis: Verschwinden der ersten Garbenkohomologie "uberlagerungstrivialer R"aume \ref{EKEZ} und Lokalisierungssequenz der
  kompakten Kohomologie.\label{kez} 
\end{Ubung}



%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "XXTG"
%%% End: 
