
\section{Faserungen und Basiswechsel}

\subsection{Fasern eines Funktors}
\begin{Definition} 
  Seien $f:X\ra Y$ eine stetige Abbildung
und 
$\mathcal F\in\op{Ens}_{/X}$ sowie $\mathcal G\in\op{Ens}_{/Y}$ 
Garben von Mengen.
Ein {\bf Garbenmorphismus "uber $f$}\index{Garbenmorphismus!"uber stetiger Abbildung}
 ist eine 
 stetige Abbildung $\varphi:\bar{\mathcal F}\ra \bar{\mathcal G}$
derart, da"s das Diagramm\label{MGuM}  
$$\begin{array}{ccc}
  \bar{\mathcal F}&\ra &\bar{\mathcal G}\\
\da&&\da\\
X&\ra&Y
\end{array}$$
kommutiert. 
 Die Menge der 
Garbenmorphismen "uber einer vorgegebenen stetigen
Abbildung $f$ notieren wir $\op{Ens}_{/f}(\mathcal F,\mathcal G)$.
\end{Definition}



\begin{Definition}[\textbf{Mengengarbenfaserung}] 
 Wir erkl"aren 
die Kategorie  $\op{Ens}_{/{\op{Top}}}$ 
aller Paare $(X,\mathcal F)$ bestehend aus einem topologischen Raum $X$
und einer Garbe von Mengen $\mathcal F\in \op{Ens}_{/X}$ auf $X$.
Gegeben Objekte\label{GarbF}  
$\mathcal F\in\op{Ens}_{/X}$ sowie $\mathcal G\in\op{Ens}_{/Y}$ 
erkl"aren wir  einen Morphismus als ein Paar $(f,\varphi)$ bestehend aus 
einer  stetigen Abbildung
$f:X\ra Y$ und einem Garbenmorphismus
 $\varphi:\bar{\mathcal F}\ra \bar{\mathcal G}$
"uber $f$. Die Verkn"upfung von Morphismen 
ist die offensichtliche. Das Vergessen der Garbe ist ein
Funktor $$\op{Ens}_{/{\op{Top}}}\ra \op{Top}$$
Es wird sich erweisen, da"s ein Faserfunktor im Sinne von 
\ref{FasF} ist. Wir nennen ihn im Vorgriff darauf bereits hier die
{\bf Mengengarbenfaserung}.\index{Mengengarbenfaserung} 
\end{Definition}

\begin{Definition}
Sei $p : \mathscr{C} \ra \mathscr{B}$ ein Funktor.\label{FMC}
Gegeben ein Objekt $X \in \mathscr{B}$ erkl"art man die
\defnoind{Faser von $p$ "uber $X$}
\index{Faser!eines Funktors} als die Unterkategorie $\mathscr{C}_{X}\subset
\mathscr C$\label{GefK}  
mit Objekten $\mathscr{C}_{X}\pdef \{ {\mathcal E} \in \mathscr{C} \mid p {\mathcal E} = X\}$ 
und Morphismen denjenigen
 Morphismen von $\mathscr C$, die "uber der Identit"at von
$X$ liegen, in Formeln 
$$\mathscr{C}_{X}({\mathcal E},{\mathcal F})\pdef
%\mathscr{C}_{\op{id}_X}({\mathcal E},{\mathcal F})=
\{ \alpha \in \mathscr{C} ({\mathcal E},{\mathcal F}) 
\mid p(\alpha) = \op{id}_{X}\}$$
\end{Definition}
\begin{Bemerkungw}[\textbf{Die Faser vom h"oheren Standpunkt}]
Gegeben die terminale Kategorie $\op{cat}$ mit einem Objekt
und einem Morphismus ist die Faser ein
Faserprodukt $\op{cat}\times_{\mathscr B}\;{\mathscr C}$ in der Kategorie 
$\op{Cat}$ der Kategorien, zu verstehen in Bezug auf den 
durch das Objekt $X$ gegebenen Funktor 
 $\op{cat}\ra \mathscr{B}$. 
\end{Bemerkungw}

\begin{Beispiel}
  F"ur jeden  Monoidhomomorphismus $\varphi:G\ra H$ ist die Faser des 
  Funktors $[\varphi]:[G]\ra[H]$ der zugeh"origen Ein-Objekt-Kategorien
die Ein-Objekt-Kategorie $[\op{ker}\varphi]$.
\end{Beispiel}


\begin{Beispiel}\label{BSKM}
Sei $\mathscr{B}$ irgendeine Kategorie und 
$\mathscr{C}\pdef\mathscr{B}^\da=\op{Car}(\da,\mathscr B)$ die
Kategorie aller Darstellungen im Sinne von \eref{DaKoe}{LA2}
des K"ochers $\da$ mit zwei Punkten
und einem Pfeil vom einen zum anderen in $\mathscr{B}$
und  $p:\mathscr{C}\ra \mathscr{B}$
der Funktor, der jedem Morphismus sein Ziel zuordnet. So ist die
Faser $\mathscr{C}_{X}$ "uber $X\in \mathscr{B}$ gerade unsere Kategorie 
$\mathscr{B}_X$ aller Objekte von $\mathscr{B}$ "uber $X$ aus \eref{ObUe}{TF}.
\end{Beispiel}

\begin{Beispiel}
Sei $\mathscr{B} = \op{Top}$ die Kategorie der 
topologischen R"aume und $\mathscr{C} = \op{\acute{E}t}$
die Kategorie mit \'etale Abbildungen 
$(p: \tilde{X} \ra X)$ als Objekten  und 
Morphismen Paaren $\alpha = (\tilde{f}, f)$ stetiger Abbildungen 
 derart, da"s
das Diagramm\label{ETFm} 
\begin{displaymath}
\xymatrix{
\tilde{X} \ar[d]_p\ar[r]^{\tilde{f}} & \tilde{Y}\ar[d]^q\\
X  \ar[r]^{f} & Y
}
\end{displaymath}
kommutiert. 
In anderen Worten ist $\op{\acute{E}t}\subset \op{Top}^\da$  
die volle Unterkategorie aller \'etalen Morphismen.
Betrachten wir in dieser Situation
den Funktor $P : \op{\acute{E}t} \ra \op{Top}$ gegeben durch
$(p: \tilde{X} \ra X ) \mapsto X$, so besteht die Faser "uber $X$
aus allen \'etalen Morphismen nach $X$, mit Decktransformationen im
Sinne von \eref{Deck}{TF} als Morphismen.
\end{Beispiel}


\begin{Beispiel}  
  Die Faser $(\op{Ens}_{/\op{Top}})_{X}$ 
unserer Garbenfaserung $\op{Ens}_{/\op{Top}}\ra\op{Top}$
aus \ref{GarbF} "uber einem topologischen Raum $X$ ist isomorph zur
Kategorie $\op{Ens}_{/X}$ der Garben "uber $X$ vermittels des
Funktors, 
der jedem Garbenhomomorphismus die davon induzierte
Decktransformation zwischen den \'etalen R"aumen unserer Garben zuordnet.
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}
In derselben Weise definieren wir  Morphismen von
abelschen Garben "uber einer vorgegebenen stetigen Abbildung und
die zugeh"orige Kategorie $\op{Ab}_{/{\op{Top}}}$ von
abelschen Garben auf topologischen R"aumen
mit dem nat"urlichen Funktor\label{AbTop} 
$$\op{Ab}_{/{\op{Top}}}\ra \op{Top}$$
\end{Bemerkungl}









\subsection{Kartesische Morphismen und Faserfunktoren}
\begin{Bemerkungl}
 Gegeben ein Funktor $p : \mathscr{C}\ra \mathscr{B}$ 
und Objekte $\mathcal F,\mathcal G\in\mathscr C$ und 
ein Morphismus $f\in \mathscr{B}(p\mathcal F,p\mathcal G)$ 
setzen wir 
$$\mathscr{C}_f(\mathcal F,\mathcal G)\pdef
 \{ \xi\in \mathscr{C}(\mathcal F,\mathcal G)\mid p(\xi)=f\}$$
und nennen die Elemente dieser Menge 
{\bf Morphismen "uber $f$}.\index{Morphismen "uber $f$}
Die Morphismen "uber der Identit"at $f=\op{id}_X$  
eines Objekts $X\in\mathscr B$ sind also genau die 
Morphismen in der
\hyperref[FMC]{Faser  \"uber $X$} unseres Funktors $p$, in Formeln 
  $\mathscr{C}_X(\mathcal F,\mathcal G)=
\mathscr{C}_{\op{id}_X}(\mathcal F,\mathcal G)$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}
Gegeben ein Funktor  $p : \mathscr{C}\ra \mathscr{B}$ hei"st
 ein Morphismus $\kappa : \mathcal F \ra \mathcal G$ in $\mathscr C$  {\bf kartesisch} oder genauer {\bf $p$-kartesisch},\index{kartesisch!Morphismus} 
 wenn mit der Notation   $f:X\ra Y$ f"ur sein Bild unter $p$
 f"ur jedes\label{kaMo}   
Objekt $\mathcal E \in\mathscr C_X$ 
das Nachschalten von $\kappa$ eine Bijektion
$(\kappa\circ): \mathscr C_X(\mathcal E,\mathcal F)\sira
\mathscr C_{f}(\mathcal E,\mathcal G)$
induziert.
\end{Definition}
\begin{Beispiel}
  Ein Morphismus $(f,\varphi)$ in $\op{Ens}_{/{\op{Top}}}$ ist kartesisch
  f"ur unseren Funktor des Vergessens der Garbe $\op{Ens}_{/{\op{Top}}}\ra \op{Top}$ genau dann, wenn das Diagramm\label{DbPn} 
$$\begin{array}{ccc}
  \bar{\mathcal E}&\ra &\bar{\mathcal G}\\
\da&&\da\\
X&\ra&Y
\end{array}$$
kartesisch ist in der Kategorie der topologischen R"aume.
\end{Beispiel}






\begin{Beispiel}[\textbf{Herkunft der Terminologie}]%\label{BSKM}
Sei $\mathscr{B}$ irgendeine Kategorie und $\mathscr{C}\pdef\mathscr B^\da$ die\label{BSKMn} 
Kategorie aller Darstellungen
des K"ochers $\da$ mit zwei Punkten
und einem Pfeil vom einen zum anderen in $\mathscr{B}$
 im Sinne von \eref{DaKoe}{LA2}.
 Denken wir uns den einzigen Pfeil unseres K"ochers wie angedeutet 
\glqq vertikal\grqq, so sind 
Objekte von $\mathscr{C}$ \glqq vertikale\grqq\  Morphismen in $\mathscr{B}$  und
Morphismen in $\mathscr{C}$ Paare von \glqq horizontalen\grqq\  Morphismen
in $\mathscr{B}$ derart, da"s mit den gegebenen vertikalen Morphismen
kommutative Quadrate entstehen. Ist schlie"slich $p:\mathscr{C}\ra \mathscr{B}$
der Funktor, der jedem Morphismus sein Ziel zuordnet, so 
sind die $p$-kartesischen Morphismen in $\mathscr{C}$ genau diejenigen Morphismen,
die  kartesischen Quadraten entsprechen.
\end{Beispiel}

\begin{Definition}
  Ein Funktor $p : \mathscr{C}\ra \mathscr{B}$
hei"st ein
{\bf Faserfunktor}\index{Faserfunktor}
oder gleichbedeutend eine {\bf Faserung},\index{Faserung!Funktor} wenn gilt:\label{FasF}
\begin{enumerate}
\item
Zu jedem Morphismus $f:X\ra Y$ in $\mathscr{B}$ und jedem
  $\mathcal G\in \mathscr C_Y$ existiert  ein kartesischer Lift
$\kappa:\mathcal F\ra \mathcal G$ von $f$, der wie angedeutet 
in $\mathcal G$ landet;
\item
Die Verkn"upfung von je zwei verkn"upfbaren 
kartesischen Morphismen in $\mathscr C$ ist kartesisch.
\end{enumerate}
\end{Definition}





\begin{Beispiel}
Sei $\mathscr B$ eine Kategorie. Unser Funktor $p:\mathscr B^\da\ra \mathscr B$ aus \ref{BSKMn}
ist genau dann ein Faserfunktor, wenn sich in $\mathscr{B}$
jeder Winkel zu einem kartesischen Diagramm
erg"anzen l"a"st. 
\end{Beispiel}

\begin{Beispiel}
 Unsere Mengengarbenfaserung
$\op{Ens}_{/\op{Top}}\ra \op{Top}$ 
aus \ref{GarbF} 
ist  ein Faserfunktor.
 Dasselbe gilt f"ur den 
Funktor $\op{Ab}_{/\op{Top}}\ra \op{Top}$
aus \ref{AbTop}. Analoges gilt weiter f"ur Garben\label{GaFa}  
von Moduln "uber einem festen Ring 
und  f"ur Garben von Ringen.
\end{Beispiel}

\begin{Beispiel}
  Eine Trennkategorie hat genau dann stabil universelle Trennungen, wenn ihr Trennfunktor zur terminalen Trennkategorie eine Faserung auf den Familienkategorien induziert.\label{MuKof}  
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
  Gegeben eine Kategorie $\mathcal C$ bezeichne ${\op{p}}\mathcal C_{/{\op{Top}}^{\op{opp}}}$ die Kategorie aller Paare $(X,\mathcal F)$ aus
  einem topologischen Raum $X$ und einer $\mathcal C$-Pr"agarbe $\mathcal F\in {\op{p}}\mathcal C_{/X}$ darauf, mit Komorphismen als Morphismen.  
  Das Vergessen der Pr"agarbe ist dann eine Faserung $${\op{p}}\mathcal C_{/{\op{Top}}^{\op{opp}}}\ra {\op{Top}}^{\op{opp}}$$
  Gegeben $f:X\ra Y$ ist  der Opponierte
  $\kappa^\circ:f_\ast \mathcal F\ra \mathcal F$ zum  Transport des Vorschubs 
  $\kappa:\mathcal F\ra f_\ast\mathcal F$ aus \ref{DbP}
  kartesisch "uber $f^\circ:Y\ra X$.\label{koff} 
\end{Beispiel}

  
\begin{Bemerkungl} Gegeben ein Funktor  $p : \mathscr{C}\ra \mathscr{B}$ 
hei"st ein Morphismus $\kappa$ in $\mathscr{C}$ 
{\bf kokartesisch},\index{kokartesisch!Morphismus} wenn
$\kappa^\circ$  \hyperref[kaMo]{kartesisch} ist f"ur den Funktor 
 $p^{\op{opp}} : \mathscr{C}^{\op{opp}}\ra \mathscr{B}^{\op{opp}}$. 
Ausgeschrieben ist also $\kappa:\mathcal F\ra \mathcal G$ 
kokartesisch, wenn mit der Notation  $f:X\ra Y$
f"ur sein Bild unter $p$ gilt, da"s f"ur jedes Objekt $\mathcal H\in\mathscr
C_Y$ das Vorschalten von $\kappa$ eine Bijektion
$$(\circ\kappa):
\mathscr C_Y(\mathcal G,\mathcal H)\sira \mathscr C_f(\mathcal F,\mathcal H)$$ induziert.  
Ein Funktor  $p : \mathscr{C}\ra \mathscr{B}$\label{kokaf}  
hei"st ein {\bf Kofaserfunktor}\index{Kofaserfunktor} oder gleichbedeutend eine
{\bf Kofaserung}\index{Kofaserung}, wenn
 der induzierte Funktor 
 $p^{\op{opp}} : \mathscr{C}^{\op{opp}}\ra \mathscr{B}^{\op{opp}}$ 
 ein Faserfunktor ist.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
  Einen Komorphismus $\phi:\mathcal G\ra \mathcal F$ von  Pr"agarben
  nennen wir auch
 einen {\bf Opkomorphismus von $\mathcal F$ nach $\mathcal G$}\index{Opkomorphismus}  
 und notieren 
 diesen
Opkomorphismus $\phi^\circ:\mathcal F\ra \mathcal G$.
 Wir erhalten so Kategorien 
$${\op{p}}\mathcal C_{\sslash\op{Top}}\supset\mathcal C_{\sslash\op{Top}}$$ mit Objekten Paaren $(X,\mathcal F)$ 
aus einem topologischen Raum $X$ und einer $\mathcal C$-wer\-ti\-gen Pr"agarbe
beziehungsweise Garbe $\mathcal F$ auf unserem Raum $X$
und Morphismen Paaren 
$(f, \eta):(X,\mathcal F) \ra(Y,\mathcal G)$  
 aus einer stetigen Abbildung $f:X\ra Y$ und einem 
Opkomorphismus $\eta:\mathcal F\ra \mathcal G$ dar"uber. Das Vergessen der
Pr"agarbe  ist dann ein Funktor 
$${\op{p}}\mathcal C_{\sslash\op{Top}}\ra \op{Top}$$ 
Die Menge aller Opkomorphismen "uber $f$ von einer
Pr"agarbe $\mathcal F$ in eine Pr"agarbe $\mathcal G$ notieren wir\label{pfpg}
${\op{p}}\mathcal C_{\sslash f}(\mathcal F,\mathcal G)$ und im Fall von Garben 
$\mathcal C_{\sslash f}(\mathcal F,\mathcal G)$. 
Wir notieren 
$\mathcal C_{\sslash X}\pdef \mathcal C_{/ X}^{\op{opp}}$ die zur Kategorie der Garben auf $X$ opponierte Kategorie und haben damit
insbesondere  $\mathcal C_{\sslash X}(\mathcal F,\mathcal G)= \mathcal C_{\sslash \op{id}_X}(\mathcal F,\mathcal G)$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}
Gegeben eine Kategorie $\mathcal C$ sind  unsere  Funktoren
${\op{p}}\mathcal C_{\sslash\op{Top}}\ra \op{Top}$
und $\mathcal C_{\sslash\op{Top}}\ra \op{Top}$
aus \ref{pfpg} Kofaserfunktoren. Sie entstehen durch Opponieren aus
den Faserfunktoren \ref{koff} nach $\op{Top}^{\op{opp}}$.
Ein Morphismus\label{GaKoFa}  
alias Opkomorphismus $\mathcal F\ra \mathcal G$
"uber  einer stetigen Abbildung $f:X\ra Y$  ist dabei
genau dann kokartesisch, wenn er Isomorphismen  
$\mathcal G(V)\sira \mathcal F(f^{-1}(V))$ alias 
einen Isomorphismus von Pr"agarben
$\mathcal G\sira f_\ast \mathcal F$ induziert.
Ich nenne diesen Funktor  die
{\bf  Kofaserung der $\mathcal C$-Oppr"agarben} beziehungsweise die
{\bf  Kofaserung der $\mathcal C$-Opgarben}.\index{Kofaserung!der
  $\mathcal C$-Opgarben}
Die Fasern dieser Funktoren 
sind opponierte Kategorien von  $\mathcal C$-Pr"agarben beziehungsweise $\mathcal C$-Garben. 
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Der Fall diskreter R"aume}] 
  Jede Menge $X$ ist auch ein diskreter topologischer Raum
  und eine diskrete Kategorie.
  In diesem Fall haben wir
  einen nat"urlichen Isomorphismus
  $\op{Ens}_{/X}\sira \op{Cat}(X,\op{Ens})$
  und gegeben $f:X\ra Y$ mit $Y$ ebenfalls diskret haben wir\label{MGdr} 
  $$\op{Ens}_{/f}(\mathcal F,\mathcal G)\sira \op{Cat}(X,\op{Ens})(\mathcal F,\mathcal G\circ f)$$
  Ein Morphismus "uber von Mengengarben "uber $f$ entspricht also
  einer Transformation der zugeh"origen Funktoren $ \mathcal F\RA
  \mathcal G\circ f$. Ebenso haben wir eine nat"urlichen Isomorphismus
  $\op{Ens}_{{\sslash}X}\sira \op{Cat}(X,\op{Ens}^{\op{opp}})$ und eine Bijektion 
   $$\op{Ens}_{{\sslash}f}(\mathcal F,\mathcal G)\sira \op{Cat}(X,\op{Ens}^{\op{opp}})(\mathcal F,\mathcal G\circ f)$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
  Eine Schmelzkategorie hat genau dann stabil universelle Verschmelzungen
  im Sinne von
  \eref{smkk}{TSK}, wenn ihr Schmelzfunktor zur terminalen Schmelzkategorie eine Kofaserung auf den Familienkategorien induziert.\label{MuKofs}
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl} Ein Funktor hei"st ein 
{\bf Bifaserfunktor}\index{Bifaserfunktor}  oder eine
{\bf Bifaserung}\index{Bifaserung},
wenn er sowohl ein Faserfunktor als auch 
ein Kofaserfunktor ist.
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}[\textbf{Modulbifaserung}]
  Bezeichne $\op{Mod}_{{\op{Ring}}}$\index{Mod@$\op{Mod}_{{\op{Ring}}}$ Kategorie} die Kategorie, deren Objekte Paare
  $(A,M)$  aus einem Ring $A$ und einem $A$-Modul $M$ sind.
  Morphismen $(A,M)\ra (B,N)$ erkl"aren wir als Paare $(\varphi,\psi)$
  bestehend aus einem Ringhomomorphismus $\varphi:A\ra B$ und einem
  Homomorphismus $\psi:M\ra N$ der unseren Moduln zugrundeliegenden
  additiven Gruppen derart, da"s gilt\label{mobi} 
  $\psi(am)=\varphi(a)\psi(m)\;\forall a\in A, m\in M$. Der Funktor
  $$\op{Mod}_{{\op{Ring}}}\ra \op{Ring}$$
  des Vergessens des Moduls ist dann eine Bifaserung. Kokartesisch
  "uber einem Ringhomomorphismus
  $A\ra B$ ist f"ur alle $M$ die Abbildung  $M\ra B\otimes_A M$ mit
  $m\mapsto 1\otimes m$, kartesisch f"ur alle $N$ die Abbildung
  $\op{res}_B^A(N)\ra N$ mit $n\mapsto n$.
\end{Beispiel}

\begin{Bemerkungw}[\textbf{Opmodulbifaserung}]
  Im weiteren Verlauf schreiben wir dieses Beispiel\index{Opmodulbifaserung} 
  meist so um, da"s es zu einem Spezialfall des allgemeinen Formalismus der
  Modulgarben auf geringten R"aumen wird. 
    Dazu gehen wir zu den opponierten Kategorien "uber
     und betrachten die Bifaserung $$\op{Ab}_{\sslash{\op{Ringo}}}\ra \op{Ringo}$$
     mit der opponierten Kategorie zur Kategorie der $A$-Moduln
     in der Faser "uber einem Ring $A$ und der zur Kategorie der Ringe
     opponierten Kategorie\label{mobiV} 
     $\op{Ringo}\pdef \op{Ring}^{\op{opp}}$ in der Basis.
     Dann ist der R"uckzug die Erweiterung der
     Skalare
     und der Vorschub die Restriktion des operierenden Rings.
 \end{Bemerkungw}
\nichtfinal{Achtung, habe das op verschoben vor Modul oder Garbe.}
\begin{Beispiel} 
  In \ref{GaKoFa} hatten wir f"ur eine beliebige Kategorie $\mathcal C$ die
  Kofaserung $\mathcal C_{\sslash\op{Top}}\ra \op{Top}$ der $\mathcal C$-Opgarben eingef"uhrt.  F"ur Garben von Mengen oder abelschen Gruppen sind unsere Kofaserungen $\op{Ens}_{\sslash\op{Top}}\ra \op{Top}$ 
und $\op{Ab}_{\sslash\op{Top}}\ra \op{Top}$ aus \ref{GaKoFa} 
sogar Bifaserungen und ein Opkomorphismus $\mathcal F\ra \mathcal G$
"uber $f$ ist genau dann kartesisch,\label{GMab}  
wenn er  einen Isomorphismus $f^\ast\mathcal G\sira \mathcal F$ induziert.
Ich nenne diese Funktoren dann meist die
{\bf Opgarbenfaserung}\index{Opgarbenfaserung}
 von Mengengarben beziehungsweise von 
 abelschen Garben, weil das k"urzer ist und
 sie eben auch Faserungen sind und wir diese
 Eigenschaft im folgenden besonders herausstellen werden.
Die  Fasern dieser Opgarbenfaserungen sind 
opponiert zu unseren "ublichen Kategorien von Garben. 
\end{Beispiel}






\begin{Bemerkungw}
In meinen Augen  ist 
die \hyperref[GaFa]{Garbenfaserung} $\op{Ens}_{/{\op{Top}}}\ra
\op{Top}$ besonders anschaulich und 
die Op\-gar\-ben\-fa\-se\-rung\label{GafKO}
$\op{Ens}_{\sslash\op{Top}}\ra \op{Top}$  algebraisch besonders "ubersichtlich.
Diese beiden Faserfunktoren bestimmen sich gegenseitig, genauer gehen sie
durch \glqq Oppinvertieren\grqq\ auseinander hervor,
wie in \ref{opii} und \ref{oppi}  ausgef"uhrt wird.
Allerdings ist nur die Op\-gar\-ben\-fa\-se\-rung
 eine
Bifaserung. 
\end{Bemerkungw}



\subsubsection*{"Ubungen} 

\begin{Ubung}
Sei $p : \mathscr{C}\ra \mathscr{B}$ ein Funktor. Ein Morphismus
$\kappa : \mathcal F \ra \mathcal G$ in $\mathscr{C}$ hei"st 
 {\bf stark kartesisch},\index{kartesisch!stark, Morphismus} 
 wenn f"ur alle  
Objekte $\mathcal E \in\mathscr C$ und alle
Morphismen $g:p\mathcal E\ra p\mathcal F$ 
in $\mathscr B$ 
das Nachschalten\label{stkk} von $\kappa$ eine Bijektion
$$(\kappa\circ): \mathscr C_g(\mathcal E,\mathcal F)\sira \mathscr C_{p(\kappa)\circ g}(\mathcal E,\mathcal G)$$
induziert. Man zeige, da"s jede Verkn"upfung stark kartesischer Morphismen
wieder stark kartesisch ist. Man zeige weiter, da"s ein Funktor genau dann ein
Faserfunktor ist, wenn jeder Morphismus in der
Bildkategorie einen stark kartesischen Lift besitzt,
und da"s dann alle kartesischen Morphismen sogar stark kartesisch sind.
Man zeige auch: Ist $\beta\alpha$ kartesisch und $\beta$ stark kartesisch, so
ist $\alpha$ kartesisch.
Morphismen $\mathcal E\ra \mathcal F$, die in diesem Kontext aus
Morphismen $\mathcal E\ra \mathcal G$ entstehen, nennen wir
{\bf Faktorisierungen}\index{Faktorisierung!Faserfaktorisierung}  oder genauer
{\bf Faserfaktorisierungen}.\index{Faserfaktorisierung}
\end{Ubung}


\begin{Ubung}[\textbf{Verkn"upfung von Faserfunktoren}]
  Gegeben seien Funktoren $p:\mathscr C\ra \mathscr B$ und
  $q:\mathscr B\ra \mathscr A$.
  Gegeben ein Morphismus $\kappa$ in $\mathscr C$ mit $p(\kappa)$ stark $q$-kartesisch ist $\kappa$
  genau dann stark $qp$-kartesisch, wenn es stark $p$-kartesisch ist.
  Die Verkn"upfung\label{VvFf} von
  Faserfunktoren ist auch selbst ein Faserfunktor.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
Seien $p : \mathscr{C}\ra \mathscr{B}$ ein Funktor
und $\kappa$ ein Morphismus in $\mathscr C$.
  Ist  $p(\kappa)$ ein Isomorphismus, so ist $\kappa$ 
genau dann kartesisch,
  wenn es selbst ein Isomorphismus ist.\label{jlk} 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Gegeben ein Faserfunktor
  $p : \mathscr{C}\ra \mathscr{B}$ zeige man,
  da"s auch der auf den 
  Morphismenkategorien induzierte Funktor
  $p^\da:\mathscr{C}^\da\ra \mathscr{B}^\da$
  ein Faserfunktor ist und da"s ein Morphismus
  genau dann kartesisch ist,
  wenn er  objektweise kartesisch ist.
\end{Ubung}

\begin{Ubunge}
  Gegeben ein Funktor
  $p: \mathscr{C}\ra \mathscr{B}$
  und eine Unterkategorie $\mathscr U\subset \mathscr{B}$
  erkl"aren wir das\label{resKK} 
  {\bf Urbild von $\mathscr U$}\index{Urbild!von Kategorie} als
  die Kategorie
  $p^{-1}(\mathscr U)=\mathscr{C}_{\mathscr U}=\mathscr{C}|\mathscr U$\index{)8ba@$\mathscr{C}_{\mathscr U}$ R"uckzug von Kategorie}
  aller\index{I@$\mathscr{C}\hspace{-1mm}\mid\hspace{-1mm}{\mathscr U}$ R"uckzug von Kategorie} Objekte von
  $ \mathscr{C}$, die unter $p$ zu Objekten aus $\mathscr U$
  werden, mit den Morphismen, die unter $p$ zu Morphismen aus $\mathscr U$
  werden.
Man  zeige,
  da"s mit $p$ auch der induzierte Funktor
  $p_{\mathscr U}:\mathscr{C}_{\mathscr U}\ra {\mathscr U}$
  ein Faserfunktor beziehungsweise Kofaserfunktor ist.
  Diesen Funktor nennen wir die
  {\bf R"uckzug von $p$ auf $\mathscr U$}.\index{R"uckzug!von Funktor} 
\end{Ubunge}



\begin{Ubung}[\textbf{Familienfaserung}]
  Jede Menge $X$ k"onnen wir als eine diskrete Kategorie auffassen.
  Gegeben eine Kategorie $\mathcal C$ bezeichnen  wir dann mit\label{FaFa} 
  $$\mathcal C_{/X}\pdef \op{Cat}(X,\mathcal C)$$
  die Funktorkategorie. Ihre Objekte sind  durch $x\in X$ indizierte Familien $(\mathcal F_x)_{x\in X}$ von Objekten von $\mathcal C$.
  Gegeben eine Abbildung in eine weitere Menge $f:X\ra Y$ und
  $\mathcal F\in \mathcal C_{/X}$ sowie $\mathcal G\in \mathcal C_{/Y}$
  erkl"aren wir einen {\bf Morphismus "uber $f$
  von $\mathcal F$ nach $\mathcal G$} als
  eine Transformation $\mathcal F\RA \mathcal G\circ f$
  alias eine Familie von Morphismen $(\mathcal F_x\ra \mathcal G_{f(x)})_{x\in X}$
  und setzen also in Formeln
  $$\mathcal C_{/f}(\mathcal F,\mathcal G)\pdef \op{Cat}(X,\mathcal C)(\mathcal F, \mathcal G\circ f)$$
  Man zeige, da"s wir so einen Faserfunktor  $\mathcal C_{/{\op{Ens}}}\ra\op{Ens}$ erhalten. Wir nennen ihn die
  {\bf Familienfaserung zu $\mathcal C$}.\label{fzKa}\index{Familienfaserung} 
\end{Ubung}




\subsection{R"uckzug, Vorschub, Basiswechsel, $f_\dagger,f^\dagger$}

\begin{Definition}[\textbf{R"uckzug von Objekten und Morphismen}] 
   Seien $p : \mathscr{C}\ra \mathscr{B}$ ein Funktor,
  $f:X\ra Y$ ein Morphismus in der Basis 
  $\mathscr{B}$ und 
$\mathcal G\in \mathscr{C}_Y$ ein Objekt "uber $Y$.\label{idi} 
\begin{enumerate}
\item
Sind 
$\kappa : \mathcal E \ra \mathcal G$ und
$\kappa' : \mathcal E' \ra \mathcal G$ 
 \hyperref[kaMo]{kartesische} Morphismen "uber $f$
mit demselben Ziel, so gibt es genau
einen Morphismus 
$\iota\in\mathscr C_X(\mathcal E,\mathcal E')$ 
mit $\kappa'\circ \iota=\kappa$, und dieser Morphismus ist 
ein Isomorphismus. Das Paar $(\mathcal E,\kappa)$ ist also 
durch $\mathcal G$ eindeutig bestimmt bis auf eindeutigen 
Isomorphismus. Es verdient deshalb
den bestimmten Artikel und eine Notation. Wir bezeichnen
unser Paar $(\mathcal E,\kappa)$,
wenn es denn existiert,  mit $(f^\dagger\mathcal G,\kappa_{\mathcal G})$, und 
nennen $f^\dagger\mathcal G$   das 
{\bf mit $f$ zur"uckgezogene Objekt} und $\kappa=\kappa_{\mathcal G}$ seinen
{\bf Transportmorphismus}\index{Transportmorphismus}
oder kurz {\bf Transport}.\index{Transport}
\item
Ist $\mathcal G'\in \mathscr{C}_Y$ ein weiteres 
Objekt "uber $Y$, das sich
vermittels $f$ zur"uckziehen l"a"st, %  und 
so gibt es f"ur jeden Morphismus
$\alpha\in\mathscr C_{Y}(\mathcal G,\mathcal G')$ genau einen
Morphismus
$\beta\in\mathscr C_{X}(f^\dagger\mathcal G,f^\dagger\mathcal G')$
mit $\kappa_{\mathcal G'}\beta=\alpha \kappa_{\mathcal G}$. 
Wir notieren ihn $\beta\pdef f^\dagger (\alpha)$
und nennen ihn den {\bf mit $f$ zur"uckgezogenen Morphismus}. Er ist eine
Faserfaktorisierung im Sinne von \ref{stkk}. 
\item
Nehmen wir zus"atzlich an, 
da"s sich jedes Objekt "uber $Y$ zur"uckziehen l"a"st, so erhalten wir
einen Funktor $f^\dagger:\mathscr C_{Y}\ra \mathscr C_{X}$,
der zusammen mit unseren Transportmorphismen 
eindeutig bestimmt ist bis
auf eindeutige Isotransformation.
Er hei"st der
{\bf R"uckzug}.\index{R"uckzug}\label{ZOM} 
Sollte sich nicht jedes Objekt zur"uckziehen lassen, so
ist er zumindest ein wohldefinierter Funktor auf der 
vollen Unterkategorie der zur"uckziehbbaren
Objekte von $\mathscr C_{Y}$ und damit ein
partiell definierter Funktor  $f^\dagger:\mathscr C_{Y}\dashrightarrow \mathscr C_{X}$.
\item
Gegeben $X\in \mathscr B$ ist
der Identit"atsfunktor $\op{Id}_{\mathscr C_{X}}$ auf der
Faser $\mathscr C_{X}$ mit den Identit"aten als Transportmorphismen ein 
R"uckzug zu $\op{id}_X$.
Zwischen dem R"uckzug $\op{id}_X^\dagger$
 und $\op{Id}_{\mathscr C_{X}}$ 
erhalten wir damit eine
 Isotransformation\label{IdRF}
 $$c_X: \op{id}_X^\dagger\stackrel{\sim}{\RA}\op{Id}_{\mathscr C_{X}}$$
\item
  Sind alle Objekte unter allen Morphismen zur"uckziehbar,
so erhalten wir eine
  Transforma\-tion $c(f,g):f^\dagger\circ g^\dagger\RA
  (g\circ f)^\dagger$
  durch die Bedingung, da"s ihr Vorschalten vor den Transportmorphismus
  des simultanen Zur"uckziehens die Verkn"upfung der Transportmorphismen
  des separaten Zur"uckziehens liefert.
  Im allgemeinen erhalten wir so  eine Transformation
  der entsprechenden partiell definierten Funktoren.
\item
Wir nennen ein Objekt {\bf stark zur"uckziehbar},\index{zur"uckziehbar!stark}
  wenn es zur"uckziehbar ist mit einem
  \hyperref[stkk]{stark kartesischen} Transportmorphismus, und reden dann von {\bf starkem R"uckzug}.\index{R"uckzug!starker} 
 Unsere Transformation von eben liefert eine
  Isotransforma\-tion $c(f,g):f^\dagger\circ g^\dagger\stackrel{\sim}{\RA}
  (g\circ f)^\dagger$ zwischen den Restriktionen unserer partiellen R"uckz"uge
  auf die unter $g$ und
  $(g\circ f)$ stark zur"uckziehbaren Objekte. 
\item
Ist insbesondere unser Funktor ein \hyperref[FasF]{Faserfunktor},
so sind unsere Transformationen stets Isotransformationen
 $$c(f,g):f^\dagger\circ g^\dagger\stackrel{\sim}{\RA}
(g\circ f)^\dagger$$ Wir nennen diese Isotransformationen $c(f,g)$ 
 sowie die Isotransformationen $c_X: \op{id_X}^\dagger\stackrel{\sim}{\RA}\op{Id}_{\mathscr C_{X}}$ von oben
die
{\bf Identifikationen}\index{Identifikation} unseres 
Faserfunktors und notieren sie manchmal ausf"uhrlicher $\op{idf}$
oder $\op{idf}(f,g)$ und $\op{idf}_X$.\index{idf@$\op{idf}$ Identifikation}
\end{enumerate}
\end{Definition}
\begin{Beispiel}[\textbf{Notwendigkeit nichttrivialer Identifikationen}] 
  F"ur jeden  Gruppenhomomorphismus $\varphi:G\ra H$ 
betrachten wir den\label{RHGH}
Funktor $[G]\ra [H]$ der zugeh"origen Ein-Objekt-Kategorien.
Alle Morphismen dieser Kategorien sind Isomorphismen und 
f"ur einen Morphismus $f\in H$ ist 
nach \ref{jlk} folglich jeder Lift kartesisch. 
Unser Funktor ist demnach ein Faserfunktor genau dann,
wenn besagter Gruppenhomomorphismus surjektiv ist. 
Der durch die Wahl eines Urbilds $g$ von $f$
 festgelegte   R"uckzug
ist dann die Konjugation 
$f^\dagger =\op{int}(g^{-1}):[\op{ker}\varphi]\ra [\op{ker}\varphi]$.
Gegeben ein Faserfunktor 
ist es insbesondere im allgemeinen nicht m"oglich,
R"uckz"uge so zu w"ahlen, da"s alle Identifikationen 
Gleichheiten werden. 
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Eindeutigkeit versus Gleichheit}]
  Wir haben vereinbart, da"s wir \glqq bis auf eindeutigen Isomorphismus
  eindeutig bestimmte Objekte\grqq\ mit einem bestimmten Artikel ansprechen
  und ihnen eine eigene Notation g"onnen wie $\DZ$ oder $\DR$ oder
  auch ${\op{H}}^q(X;\mathcal F)$ oder auch den R"uckzug $f^\dagger$
  f"ur einen Morphismus $f:X\ra Y$ der Basis einer Faserung, den
  wir ja verstehen 
  als ein Datum $f^\dagger=(f^\dagger,\tau_f)$ bestehend aus einer
  Abbildung $f^\dagger:\mathscr C_{Y}\ra \mathscr C_{X}$
  auf den Objektmengen der Fasern zusammen mit kartesischen Morphismen
  $\tau_{f,\mathcal G}: f^\dagger \mathcal G\ra \mathcal G$ "uber $f$.
  Diese Notationen stehen aber immer  f"ur einen in der Mengenlehre
  ein f"ur allemal gew"ahlten Repr"asentanten. 
  Wir erlauben uns ebensowenig, 
  $f^\dagger\circ g^\dagger=(g\circ f)^\dagger$ zu
  schreiben f"ur die R"uckz"uge einer
  Faserung unter verkn"upfbaren Morphismen der Basis, wie wir uns erlauben,
  $\DR=\DR'$ zu schreiben f"ur zwei angeordnete K"orper  $\DR,\DR'$ mit der
  Supremumseigenschaft. Im Fall des iterierten R"uckzugs
  m"u"sten wir dabei zus"atzlich 
  $f^\dagger\circ g^\dagger$ erkl"aren als das Datum
  $(f^\dagger\circ g^\dagger, \tau_{gf,\mathcal H})$ mit
  $\tau_{gf,\mathcal H}\pdef \tau_{g,\mathcal H}\circ \tau_{f,g^\dagger\mathcal H} $,
  aber auch damit h"atte  $f^\dagger\circ g^\dagger$
  ja nur die bis auf eindeutigen Isomorphismus
  charakterisierende Eigenschaft von $(g\circ f)^\dagger$ und m"u"ste keineswegs
  der mengentheoretische Vertreter sein, den wir einmal willk"urlich
  als R"uckzug des Morphismus
  $g\circ f$ der Basis
  gew"ahlt haben. Das vorherige Beispiel \ref{RHGH} zeigt, da"s
  es im allgemeinen auch bei gr"o"ster Sorgfalt
  nicht m"oglich ist, f"ur alle Morphismen der Basis
  gleichzeitig mengentheoretische Vertreter der
  R"uckz"uge so zu w"ahlen, da"s f"ur diese Vertreter stets gilt
  $f^\dagger\circ g^\dagger=(g\circ f)^\dagger$. 
\end{Bemerkungl}
  
\begin{Bemerkungl}  Gegeben ein Funktor $p : \mathscr{C}\ra \mathscr{B}$ und
  ein Morphismus $f:X\ra Y$ in 
  $\mathscr{B}$ konstruiert man analog partiell definierte Funktoren 
  $f_\dagger:\mathscr C_X\dashrightarrow \mathscr C_Y$,
  den {\bf Vorschub}\index{Vorschub} und\label{stVV}  den {\bf starken Vorschub},\index{Vorschub!starker}  
und zeigt daf"ur analoge Eigenschaften. Formal lassen sie sich auch
erhalten, indem man auf den
Funktor $p^{\op{opp}}: \mathscr{C}^{\op{opp}}\ra \mathscr{B}^{\op{opp}}$
die obigen Konstruktionen anwendet und zu dem so erhaltenen partiell definierten Funktor
$(f^\circ)^\dagger:\mathscr C_X^{\op{opp}}\dashrightarrow \mathscr C_Y^{\op{opp}}$
den partiell definierten Funktor $f_\dagger\pdef ((f^\circ)^\dagger)^{\op{opp}}$ bildet.\label{Vorsch} 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Adjunktion von Vorschub und R"uckzug}]
Gegeben ein Funktor
$\mathscr C\ra\mathscr B$  sind Vorschub und R"uckzug stets partiell adjungierte partiell definierte Funktoren 
vermittels der durch die Definitionen gegebenen\label{adVR}   
Bijektionen
$$\mathscr C_X(\mathcal F,f^\dagger\mathcal G)\sira
\mathscr C_f(\mathcal F,\mathcal G)\sira 
\mathscr C_Y(f_\dagger\mathcal F,\mathcal G)$$
 Im Fall einer Bifaserung sind dar"uber hinaus beide
Funktoren f"ur jeden Morphismus der Basis global definiert. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Beispiel}[\textbf{R"uckzug in der Garbenfaserung}]   
Sei $f:X\ra Y$ stetig.
Die R"uckzugfunktoren unserer \hyperref[GaFa]{Garbenfaserung}
machen aus einer Garbe $\mathcal G$ auf $Y$ mit \'etalem Raum $\bar{\mathcal G}$
die Garbe auf $X$ mit \'etalem Raum $X\times_Y\bar{\mathcal G}$
und dem offensichtlichen Transportmorphismus.\label{rzGf} Wir notieren sie
$f^\ast\mathcal G$ mit dem Transportmorphismus $\tau\in \op{Ens}_{/f}(f^\ast\mathcal G,\mathcal G)$. 
\end{Beispiel}





\begin{Beispiel}[\textbf{Einschr"ankung als R"uckzug}] 
  Gegeben $Z\subset X$ eine Teilmenge eines topologischen Raums und eine
  Garbe $\mathcal F\in\op{Ens}_{/X}$ auf $X$ liefert unsere Definition
  \ref{EinGa} der auf $Z$ eingeschr"ankten Garbe $\mathcal F|_Z$ einen
  kartesischen Morphismus $ \mathcal F|_Z\ra \mathcal F$ "uber der
  Einbettung $i:Z\hra X$ alias einen Isomorphismus
  $$\mathcal F|_Z\sira i^*\mathcal F$$
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Konstante Garbe als R"uckzug}]  
  Gegeben $a:X\ra {\op{top}}$
  die konstante Abbildung eines topologischen Raums
  auf den einpunktigen Raum $\op{top}$ 
  sowie eine Menge $M$  liefert unsere Definition
  \ref{konGa} der konstanten Garbe $M_X$ einen
  kartesischen Morphismus $ M_X\ra M_{\op{top}}$ "uber 
   $a$ alias einen Isomorphismus\label{KGR} 
  $$M_X\sira a^*M_{\op{top}}$$
  Gegeben eine stetige Abbildung $f:X\ra Y$ und $b:Y\ra\op{top}$ finden wir
  $a=bf$ und damit erweist sich unsere Faktorisierung $M_X\ra M_Y$ "uber $f$
  aus \ref{koMO} in der Tat als eine
  Faktorisierung der Garbenfaserung im Sinne von
  \ref{stkk}.
\end{Beispiel}



\begin{Beispiel}[\textbf{R"uckzug und Vorschub in der Opmengengarbenfaserung}] 
Gegeben $f:X\ra Y$ stetig sind die R"uckzugfunktoren unserer Opgar\-ben\-fa\-ser\-ung
$\op{Ens}_{\sslash\op{Top}}\ra \op{Top}$ aus \ref{GMab}  die opponierten 
inversen Bilder $$f^\dagger\pdef (f^*)^{\op{opp}}:\op{Ens}_{\sslash Y}\ra \op{Ens}_{\sslash X}$$   
mit den hoffentlich offensichtlichen 
Opkomorphismen $f^\dagger \mathcal G\ra\mathcal G$ "uber $f$ als 
Transportmorphismen.
Die Vorsch"ube
der Opgarbenfaserung sind entsprechend die opponierten 
Vorsch"ube\label{RHGA}  $$f_{\dagger}\pdef(f_*)^{\op{opp}}:\op{Ens}_{\sslash X}\ra \op{Ens}_{\sslash Y}$$  mit den hoffentlich offensichtlichen 
Opkomorphismen 
$ \mathcal F\ra f_{\dagger}\mathcal F$ "uber $f$ als Transportmorphismen.
\end{Beispiel}

\begin{Bemerkungw}
  In \ref{AbiB} haben wir einen Isomorphismus zwischen dem R"uckzug
  einer Mengengarbe in Bezug auf die Opgarbenfaserung und
  ihrem R"uckzug in Bezug auf die Garbenfaserung \ref{rzGf} angegeben.
  In \ref{oppi} werden wir
  erkl"aren, inwiefern sich diese Beobachtung zu der Aussage
  pr"azisieren l"a"st,
  da"s unsere beiden Faserungen durch \glqq Oppinvertieren\grqq\ auseinander
  hervorgehen. 
\end{Bemerkungw}





\begin{Bemerkungl}[\textbf{Notationsvarianten}]
Gegeben ein \hyperref[Bif]{Bi\-faserfunktor}
$\mathscr C\ra\mathscr B$ und ein Objekt $X\in \mathscr B$ der Basis
notieren wir die Opponierten der Faserkategorien
gerne $\mathscr C_{/X}\pdef \mathscr C_{X}^{\op{opp}}$.
Gegeben ein Morphismus $f:X\ra Y$ in der Basis schreiben wir weiter
$f^*\pdef (f^\dagger)^{\op{opp}}: \mathscr C_{/Y}\ra \mathscr C_{/X}$
und $f_*\pdef (f_\dagger)^{\op{opp}}: \mathscr C_{/X}\ra \mathscr C_{/Y}$.
Dann bilden diese Funktoren ein adjungiertes Paar $(f^*, f_*)$   wie man
es gewohnt ist.\label{NotaV}  
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Allgemeiner Basiswechsel}] 
Sei $\mathscr C\ra \mathscr B$ ein Funktor und sei in 
der Basis $\mathscr{B}$  ein kommutatives Quadrat\label{BaWW} 
\begin{displaymath}
\xymatrix{
W \ar[d]_g\ar[r]^q &X \ar[d]^f\\
Z \ar[r]^p &Y
}
\end{displaymath}
gegeben. Wir nehmen an, da"s  sich f"ur ein
 Objekt $\mathcal{F} \in \mathscr{C}_X$ unser Diagramm 
 hochheben l"a"st zu einem Diagramm  in $\mathscr{C}$ ohne den durchgezogenen Pfeil der Gestalt 
 \begin{displaymath}
\xymatrix{
q^\dagger \mathcal{F}\ar@{_{(}->}[rr]\ar@{->>}[d] && \mathcal{F}\ar@{->>}[dd]\\
g_\dagger q^\dagger\mathcal{F}\ar[dr] &&\\
&p^\dagger f_\dagger\mathcal{F} \ar@{_{(}->}[r] &f_\dagger\mathcal{F}
}
\end{displaymath}
Sind hier 
die Pfeile nach rechts sogar stark kartesische Lifts, wir deuten das
als Injektionspfeil an,   und
   die Pfeile nach unten stark kokartesische Lifts,
   wir deuten das als Surjektionspfeil an, 
   so gibt es f"ur den durchgezogenen Pfeil
   offensichtlich genau einen Morphismus
\begin{equation*}\op{bw}:g_\dagger q^\dagger \mathcal{F} \rightarrow  p^\dagger f_\dagger \mathcal{F}
\end{equation*}
 in $\mathscr{C}_Z$,  
der das obige Diagramm
kommutativ macht.
Er hei"st der 
{\bf Basiswechselmorphismus}\index{Basiswechselmorphismus} und wir notieren ihn
oft $\op{bw}$.\index{bw@$\op{bw}$ Basiswechselmorphismus} 
Ist unser Funktor etwa eine Bifaserung, so ist der Basiswechselmorphismus
nach \ref{stkk} f"ur alle Objekte $\mathcal F\in \mathscr{C}_X$ definiert.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}]
  Gegeben ein Morphismus $X\ra Y$ sagt man auch, $X$ sei
  ein \glqq Objekt "uber $Y$\grqq\ und nennt $Y$ die \glqq Basis\grqq.
  Gegeben ein
  Morphismus $Z\ra Y$
  sagt man dann, das Objekt $X\times_YZ$ "uber $Z$ entstehe
  durch \glqq Wechsel  von der Basis $Y$ zur Basis $Z$\grqq.
  Sehr oft betrachtet man dann diese
  oben eingef"uhrten Basiswechsel im Fall kartesischer Diagramme der Basis, also
  salopp gesprochen f"ur $W=X\times_YZ$. Im 
  Fall beliebiger kommutativer Quadrate wird die
  Terminologie beibehalten, obwohl sie offen gestanden ihre Sinnhaftigkeit
  dabei vollst"andig verliert. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Beispiel}
  Im Fall zweier Morphismen  $\pi, i$ in der Basis
  mit $\pi\circ i=\op{id}=\op{id}\circ \op{id}$ spezialisiert der
  Basiswechsel zu einem nat"urlichen Morphismus $$i^\dagger\mathcal F\ra
  \pi_\dagger\mathcal F$$ unter der Annahme, da"s
   $i^\dagger\mathcal F\ra\mathcal F$ stark kartesisch ist und
  $\mathcal F\ra\pi_\dagger\mathcal F$ stark kokartesisch.
\end{Beispiel}
 \begin{Beispiel}[\textbf{Basiswechsel in der Opmodulbifaserung}]
   Wir erinnern aus \ref{mobiV} die Opmodulbifaserung
   $\op{Ab}_{{\sslash}\op{Ringo}}\ra\op{Ringo}$ mit opponierten
   Modulkategorien in den Fasern und der opponierten Kategorie zur
   Kategorie der Ringe in der Basis. 
   Gegeben  ein kommutatives Quadrat %\label{VfM} 
     \begin{displaymath}
 \xymatrix{
 D\ar[d]_g\ar[r]^q   &  A\ar[d]^f\\
  C\ar[r]^p  &  B  }
     \end{displaymath}
     der Basis  $\op{Ringo}$ derart, da"s
     die Multiplikation einen Isomorphismus von abelschen Gruppen\label{BWri} 
     $C\otimes_B A\sira D$ induziert, ist f"ur jeden $A$-Modul $M$
     der durch Basiswechsel gegebene Homomorphismus ein Isomorphismus 
     $$C\otimes_B\op{res}_A^BM \sira \op{res}_D^C(D\otimes_AM)$$
      Das ist leicht zu sehen, wir d"urfen  salopp gesprochen
     $D=C\otimes_B A$ annehmen und haben dann salopp gerechnet
     $C\otimes_B M\cong
     C\otimes_B A\otimes_A M$. 
     Beschr"anken wir uns in der Basis auf kommutative Ringe, genauer
     die opponierte Kategorie der Kategorie der kommutativen Ringe, 
     so sind im "ubrigen die fraglichen Basisquadrate genau die
     kartesischen Quadrate in $\op{Kringo}$. 
 \end{Beispiel}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}[\textbf{Vorschub durch Adjunktion}] 
  Gegeben sei ein Faserfunktor $\mathscr C\ra\mathscr B$
  mit R"uckzugfunktoren $f^\dagger:\mathscr C_Y\ra \mathscr C_X$ f"ur
  $f:X\ra Y$. Man zeige: Existiert der partielle Linksadjungierte
  $f_\dagger$ bei $\mathcal F\in\mathscr C_X$ und ist
  $\mathcal F\ra f^\dagger f_\dagger\mathcal F$ die Einheit der
  Adjunktion, so ist der
  zugeh"orige Morphismus
  $ \mathcal F\ra f_\dagger\mathcal F$  "uber $f$ stark kokartesich f"ur
  $\mathscr C\ra\mathscr B$.\label{stKK}
  Haben also bei einem Faserfunktor alle R"uckholfunktoren einen
  Linksadjungierten, so ist er ein Bifaserfunktor. Umgekehrt erhalten
  wir auch f"ur jeden Bifaserfunktor Adjunktionen $(f_\dagger, f^\dagger)$
  als die Verkn"upfungen
  $$\mathscr C_Y(f_\dagger\mathcal F,\mathcal G)\sira
  \mathscr C_f(\mathcal F,\mathcal G) \sila 
  \mathscr C_X(\mathcal F,f^\dagger\mathcal G)$$
\end{Ubung}



\begin{Ubung}[\textbf{Basiswechsel durch Adjunktionen}] 
Man zeige, da"s sich der Basiswechsel unter einem Bi\-fa\-serfunktor
f"ur ein kommutatives Quadrat $fq=pg$ in der Basis
beschreiben l"a"st vermittels
der Adjunktionen zwischen Vorschub und R"uckzug $(f_\dagger,f^\dagger)$ 
und $(g_\dagger,g^\dagger)$ als
\begin{equation*}g_\dagger q^\dagger \mathcal{F}\ra
  g_\dagger  q^\dagger f^\dagger f_\dagger\mathcal{F}\ra
   g_\dagger  g^\dagger p^\dagger f_\dagger\mathcal{F}\ra p^\dagger f_\dagger\mathcal{F}
\end{equation*}
Alternativ mag man ihn auch vermittels\label{BWAd} 
der Adjunktionen $(p_\dagger,p^\dagger)$ 
und $(q_\dagger,q^\dagger)$ konstruieren in "ahnlicher Weise. Sind insbesondere
$f^\dagger$ und $g^\dagger$ volltreu, so liefert das Basiswechsel einen 
Isomorphismus f"ur alle Objekte $\mathcal F$
der Gestalt $\mathcal F=f^\dagger\mathcal  G$. 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Einheit und Koeinheit einer Adjunktion als Basiswechsel}]
  Man zeige, da"s der Basiswechselmorphismus unter einem Bi\-fa\-serfunktor
  f"ur ein kommutatives Quadrat $fq=pg$ in der Basis\label{trBW} 
  mit $p=f$ und $q=g$ zusammenf"allt mit
  der Komposition $\op{g}_\dagger\op{g}^\dagger\mathcal F\sira \mathcal F
  \ra f^\dagger f_\dagger \mathcal F$ der Koeinheit und Einheit der
  jeweiligen Adjunktionen. 
\end{Ubung}
  


\begin{Ubung}[\textbf{Transitivit"at
      von Basiswechseln}]
Sei $\mathscr C\ra \mathscr B$ ein Bifaserfunktor und sei in 
der Basis $\mathscr{B}$  ein kommutatives Diagramm\label{TrBaa} 
\begin{displaymath}
\xymatrix{
V \ar[d]_h\ar[r]^s &W \ar[d]_g\ar[r]^q &X \ar[d]_f\\
T\ar[r]^r &Z \ar[r]^p &Y
}
\end{displaymath}
gegeben. So stimmt der Basiswechsel im einh"ullenden Rechteck "uberein
mit der in der hoffentlich offensichtlichen Weise
aus den Basiswechseln in den einzelnen Quadraten und Identifikationen
gebildeten Transforma\-tion
$h_\dagger  (qs)^\dagger\RA h_\dagger s^\dagger q^\dagger\RA r^\dagger g_\dagger q^\dagger\RA  r^\dagger p^\dagger f_\dagger\RA   (pr)^\dagger f_\dagger$. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{R"uckzug von Basiswechseln}]
Sei $\mathscr C\ra \mathscr B$ ein Bifaserfunktor und sei in 
der Basis $\mathscr{B}$  ein kommutatives Diagramm\label{RzBW} 
\begin{displaymath}
\xymatrix{
W \ar[d]_g\ar[r]^q &X \ar[d]^f\\
Z \ar[r]_p &Y
}
\end{displaymath}
gegeben. Sei weiter $s:V\ra W$ gegeben.
So ist die Verkn"upfung
$$(gs)_\dagger (qs)^\dagger \siRa g_\dagger s_\dagger s^\dagger  q^\dagger
\RA g_\dagger  q^\dagger\RA p^\dagger f_\dagger$$
von durch Identifikationen, der Koeinheit der Adjunktion und dem Basiswechsel
gegebenen Transformationen der Basiswechsel im Diagramm
$f (qs)= p (gs)$.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Vertr"aglichkeit von Adjunktion und Basiswechsel}]
  Man zeige, da"s gegeben ein Bi\-fa\-serfunktor
  und ein kommutatives Quadrat $fq=pg$ in der Basis\label{trPP} 
  das Diagramm von Transformationen
  \begin{displaymath}
\xymatrix{
p^\dagger f_\dagger f^\dagger \ar@{=>}[rr]^{p^\dagger\eta}&&p^\dagger\\
g_\dagger q^\dagger f^\dagger \ar@{=>}[rr]^{g_\dagger \op{idt}}\ar@{=>}[u]^{\op{bw} f^\dagger}&&g_\dagger g^\dagger p^\dagger \ar@{=>}[u]_{\eta p^\dagger}
}
  \end{displaymath}
  kommutiert. Hinweis: Man mag von der Transitivit"at der Basiswechsel \ref{TrBaa} in den
  Diagrammen \begin{displaymath}
\xymatrix{
W \ar[d]_g\ar[r]^q &X \ar[d]_g\ar[r]^f &Y \ar[d]_{\op{id}}\\
Z\ar[r]^p &Y \ar[r]^{\op{id}} &Y
}\qquad \xymatrix{
W \ar[d]_g\ar[r]^g &W \ar[d]_{\op{id}}\ar[r]^p &Y \ar[d]_{\op{id}}\\
Z\ar[r]^{\op{id}} &Z \ar[r]^{p} &Y
}
  \end{displaymath}
  ausgehen, deren einh"ullende Rechtecke "ubereinstimmen. 
\end{Ubung}










\begin{Ubung}[\textbf{Vertr"aglichkeit von Adjunktionen und Identifikationen}] Gegeben eine Bifaserung und eine
  Verkn"upfung $f g$ von Morphismen der Basis zeige man,
  da"s die durch Koeinheiten von Adjunktionen induzierte
  Transformation $g_\dagger f_\dagger f^\dagger g^\dagger \RA g_\dagger g^\dagger \RA \op{Id}$
  zusammenf"allt mit der durch Identifikationen und 
 eine Koeinheit der Adjunktion induzierten\label{KompAD}
  Transforma\-tion $g_\dagger f_\dagger f^\dagger g^\dagger \siRa (f g)_\dagger (f g)^\dagger \RA \op{Id}$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung} Gegeben eine Bifaserung und eine
  Verkn"upfung $f\circ g$ von Morphismen in der Basis zeige man,
  da"s die durch Einheit und Koeinheit der Adjunktion induzierte
  Transformation\label{KompADs}
  $g^\dagger \RA (f g)^\dagger(f g)_\dagger  g^\dagger \siRa g^\dagger  f^\dagger f_\dagger g_\dagger  g^\dagger\RA g^\dagger  f^\dagger f_\dagger$ zusammenf"allt mit der durch die Einheit  der Adjunktion induzierte
  Transforma\-tion $g^\dagger \RA  g^\dagger  f^\dagger f_\dagger$. Hinweis:
  Vertr"aglichkeit von Adjunktionen und Identifikationen \ref{KompAD} sowie
  Dreiecksidentit"at \eref{FADJj}{TF}.
\end{Ubung}

\begin{Ubunge}[\textbf{Unterobjektfaserung}]
  Gegeben eine Kategorie $\mathcal C$ betrachten wir in der Kategorie
  $\mathcal C^\downarrow$ aller Morphismen die
  volle Unterkategorie $\mathcal C^\subset\subset \mathcal C^\downarrow$
  aller Monomorphismen und den Funktor\label{UOF}
  $p:\mathcal C^\subset\ra \mathcal C$, der jedem Monomorphismus
  sein Zielobjekt zuordnet.
  Besitzt in $\mathcal C$ jeder Winkel einen Pullback, so ist  
  dieser Funktor eine Faserung
  mit dem Urbild eines Unterobjekts als R"uckzug.
  Ist unsere Kategorie $\mathcal C$ abelsch, so ist er sogar
  eine Bifaserung mit dem Bild eines
  Unterobjekts als Vorschub. 
\end{Ubunge}

\begin{Ubunge}[\textbf{Basiswechsel in der Unterobjektbifaserung}]
  Gegeben eine abelsche Kategorie $\mathcal A$ und
   die Unterobjektbifaserung\label{BuFj}  
  $p:\mathcal A^\subset\ra \mathcal A$ nach  \ref{UOF}
  ist der Basiswechsel "uber einem kommutativen Quadrat
  $fq=pg$ der Basis
  ein Isomorphismus, wenn $(f,p)\circ (q,-g)^\top$ eine exakte
  Sequenz ist, insbesondere also f"ur jedes kartesische und jedes
  kokartesische Quadrat. Hinweis: Man zieht sich unschwer auf den Fall
  eines kartesischen Quadrats zur"uck. Indem man beide Kanten des
  Ausgangswinkels in einen Epimorphismus gefolgt von einem
  Monomorphismus faktorisiert und \eref{KKM}{TD} anwendet,
  zieht man sich weiter zur"uck auf den Fall kartesischer
  Quadrate mit nur Epimorphismen, mit nur Monomorphismen, oder mit
  parallelen Monomorphismen und parallelen Epimorphismen.
  Nur im letzten dieser F"alle ist die Behauptung nicht offensichtlich.
  Hier kann man aber die modulare Identit"at \ref{moI} anwenden.
\end{Ubunge}


\subsection{Basiswechselisomorphismen f"ur Garben} 

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Linksadjungierter von \'etalem Mengengarbenr"uckzug}]
  Gegeben eine \'etale Abbildung
  $f:X\ra Y$ hat der R"uckzug $f^*:\op{Ens}_{/Y}\ra \op{Ens}_{/X}$
  stets einen
  Linksadjungierten\index{)7shriek@$f_{~!~!}$ Linksadjungierter des \'etalen R"uckzugs von Mengengarben}\label{AdInb}  $$f_{!!}:\op{Ens}_{/X}\ra \op{Ens}_{/Y}$$
  Um das zu einzusehen, bemerkt man zun"achst, da"s $(f\circ):\op{Top}_{X}\ra \op{Top}_{Y}$ linksadjungiert ist zu  $X\times_Y:\op{Top}_{Y}\ra \op{Top}_{X}$.
  Daraus  folgt dann, da"s f"ur $f$ \'etale $(f\circ)$ 
  linksadjungiert ist zu  $X\times_Y:\op{\acute{e}tTop}_{Y}\ra \op{\acute{e}tTop}_{X}$. Unser Linksadjungierter $f_{!!}$ vertauscht im allgemeinen
  keineswegs mit endlichen
  Produkten und macht keineswegs abelsche Garben zu abelschen
  Garben. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungw} Unser Linksadjungierter $f_{!!}$ hat eine enge Beziehung zum
  Schreivorschub $f_!$ f"ur abelsche Garben, den wir im folgenden Abschnitt
  diskutieren.
\end{Bemerkungw}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Schnitte als Morphismen}]
  Gegeben $j:U\hra X$ die Einbettung einer
  offenen Teilmenge und $\mathcal F\in\op{Ens}_{/X}$ eine Garbe erhalten
  wir f"ur $\op{ens}_{/U}$ die finale Mengengarbe auf $U$ insbeondere
  Bijektionen\label{SchMo} 
  $$\op{Ens}_{/X}(j_{!!}\op{ens}_{/U},\mathcal F)\sira
  \op{Ens}_{/U}(\op{ens}_{/U},j^*\mathcal F)\sira \mathcal F(U)$$
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungl}[\textbf{\'Etaler Basiswechsel  in der Mengengarbenfaserung}]
  Sind in einem kartesischen Diagramm $fq=pg$ von topologischen R"aumen die
Vertikalen $f,g$ \'etale, so ist der Basiswechsel
f"ur Mengengarben in $\op{Ens}_{/{\op{Top}}}$ eine
Isotransformation\index{Basiswechsel!\'etaler!f"ur Mengengarben}\label{etBW} 
$$g_{!!}q^*\siRa p^*f_{!!}$$
Das ist in der Sprache der \'etalen R"aume eine recht banale Aussage
und gilt sogar allgemeiner f"ur die Faserung $\op{Top}^{\da}\ra \op{Top}$
aus \ref{BSKM}, ja f"ur die Faserung $\mathscr B^{\da}\ra \mathscr B$
der relativen Objekte einer beliebigen Kategorie $\mathscr B$ mit Faserprodukt.
Da"s $f,g$  \'etale sind, wird nur daf"ur ben"otigt, da"s ihr Nachschalten
dann \'etale Morphismen zu \'etalen Morphismen macht. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{\'Etaler Basiswechsel
      in der Opmengengarbenfaserung}]
  Sind in einem kartesischen Diagramm $fq=pg$ von topologischen R"aumen die
Horizontalen $p,q$  \'etale, so ist der Basiswechsel
f"ur Opmengengarben in $\op{Ens}_{\sslash{\op{Top}}}$ eine
Isotransformation\label{OBW}
$$ g_{\dagger} q^{\dagger}
\siRa p^{\dagger}  f_{\dagger} $$
Um das zu sehen, man man von der Isotransformation
$q_{!!}g^*\siRa f^*p_{!!}$ nach \ref{etBW}  ausgehen. Durch "Ubergang zu den
Rechtsadjungierten erh"alt man daraus mit \eref{ADGe}{TF} und \eref{Kompa}{TF}
eine Isotransformation
$p^*f_*\siRa g_*q^*$. Geht man zu den opponierten Kategorien "uber,
so ergibt sich die behauptete Isotransformation.
Da"s sie dann auch tats"achlich der Basiswechsel der Opgarbenfaserung ist,
mag man sich entweder direkt "uberlegen oder daraus ableiten, 
da"s unsere beiden Faserungen durch Oppinvertieren auseinander hervorgehen. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Eigentlicher Basiswechsel in der
      Opmengengarbenfaserung}]
Sind in einem kartesischen Diagramm $fq=pg$ von topologischen R"aumen die
Vertikalen $f,g$ eigentlich und  separiert, so ist der Basiswechsel
f"ur  Opmengengarben in $\op{Ens}_{\sslash{\op{Top}}}$  eine
Isotransformation\label{EBWA}\index{Basiswechsel!eigentlicher!f"ur Mengengarben}
$$ g_{\dagger} q^{\dagger}
\siRa p^{\dagger}  f_{\dagger} $$
Hat $g$ einpunktigen Wertebereich, so
ist das im wesentlichen die Folgerung 
\ref{dlki} aus unserer 
Proposition \ref{FSK}  zur Fortsetzbarkeit von Schnitten "uber relativ
Hausdorff'schen Kompakta.
Der allgemeine Fall folgt ohne weitere Schwierigkeiten. Einen Spezialfall
haben wir bereits in \ref{eeB} kennengelernt. Spezialisiert auf den
Fall abelscher 
Opgarben ist das ein erstes Beispiel f"ur 
  \glqq les-Basiswechsel\grqq\  \ref{BaWeax}. 
 \end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Linksadjungierter zu abelschem \'etalen R"uckzug}]
  Gegeben eine \'etale  Abbildung
  $f:X\ra Y$ ist f"ur alle $\mathcal F\in\op{Ens}_{/X}$ der partielle Linksadjungierte des  R"uckzugs $f^*:\op{Ab}_{/Y}\ra \op{Ab}_{/X}$
 auf der freien abelschen Garbe $\DZ\mathcal F\in \op{Ab}_{/X}$
 definiert  und nimmt dort den Wert $$\DZ f_{!!}\mathcal F$$ an f"ur
 den Linksadjungierten 
 $f_{!!}:\op{Ens}_{/X}\ra \op{Ens}_{/Y}$ zu $f^*: \op{Ens}_{/Y}\ra \op{Ens}_{/X}$
 aus \ref{AdInb} 
 und  $\DZ\mathcal G\in\op{Ab}_{/Y}$  die
  freie abelsche Garbe "uber  $\mathcal G\in\op{Ens}_{/Y}$ aus \ref{frAG}.
  Jede abelsche Garbe $\mathcal A \in \op{Ab}_{/X}$ ist nun der
  Kokern $\DZ\mathcal G\ra \DZ\mathcal F\sra \mathcal A$ eines Morphismus
  von freien abelschen Garben. Man folgert so f"ur den
  R"uckzug $f^*:\op{Ab}_{/Y}\ra \op{Ab}_{/X}$ unter \'etalem $f$
  die Existenz eines
  Linksadjungierten\label{AdInbh}
  $$f_{[!]}: \op{Ab}_{/X} \ra \op{Ab}_{/Y}$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungw} F"ur $f:X\ra Y$ \'etale ist $f_{[!]}$ als Linksadjungierter
  von $f^*$
  rechtsexakt und aus allgemeinen Gr"unden mu"s sein Linksderivierter, wo immer
  er definiert ist, linksadjungiert sein zum Rechtsderivierten des exakten
  Funktors $f^*$. F"ur $j:U\hra X$ eine offene Einbettung mit $f\circ j$
  separiert ist sicher $j_{[!]}\mathcal F$ eine $f_{[!]}$-azyklische Garbe 
  f"ur jede abelsche Garbe $\mathcal F$ auf $U$. Wir k"onnen nun
  $X$ mit offenen Teilmengen "uberdecken, die unter $f$ hom"oomorph auf
  offene Teilmengen von $Y$ abgebildet werden. Das sollte eine
   $f_{[!]}$-azyklische Aufl"osung der L"ange Zwei liefern.
\end{Bemerkungw}
\begin{Bemerkungw}
  Im weiteren werden wir zeigen, da"s unser Linksadjungierter
  $f_{[!]}$ f"ur $f$ \'etale und separiert
  mit dem sogenannten \glqq Schreivorschub\grqq\ $f_!$ "ubereinstimmt. 
\end{Bemerkungw}

 
\subsubsection*{"Ubungen}



  
\begin{Ubung}[\textbf{Faserkonstante Garben}] 
  Seien $X$ ein topologischer Raum und
  $I$ ein zusammenh"angendes hausdorffsches
  Kompaktum und $\pi:X\times I\ra X$ die
  Projektion und $\mathcal F\in \op{Ens}_{/X\times I}$ eine Garbe.
  Ist die Restriktion von $\mathcal F$ auf jede Faser von $\pi$ konstant,
  so ist die Koeinheit der Adjunktion ein Isomorphismus\label{FKGa}  
  $\pi^\ast\pi_\ast\mathcal F\sira \mathcal F$. Hinweis: Eigentlicher
  Basiswechsel \ref{EBWA}. Allgemeiner zeige man dasselbe
  f"ur $\pi:X\times I\ra X$ im Fall eines beliebigen
  nichtleeren reellen Intervalls $I$.
  Hinweis: Man schreibe $I$ als aufsteigende Vereinigung kompakter Intervalle
  und folgere, da"s f"ur jeden Punkt $t\in I$
  und jede offene Teilmenge $U\co X$ die Restriktion von
  Schnitten eine Bijektion $\Gamma(U\times I;\mathcal F)\sira
  \Gamma(U\times \{t\};\mathcal F)$ induziert. Ich erinnere daran, da"s die Einheit der
  Adjunktion f"ur finale Abbildungen mit zusammenh"angenden Fasern
  stets ein Isomorphismus ist nach \ref{AdI}.
 \end{Ubung}


\begin{Ubung}[\textbf{Basiswechsel sind nicht immer Isomorphismen}]
  Gegeben eine Familie $(\mathcal F_i)_{i\in I}$ von Garben auf einem
Raum $X$ kann man ihr Produkt konstruieren, indem man
sie zu einer Garbe auf $X\times I^{\delta}$ zusammenf"ugt
und deren Vorschub unter der Projektion auf $X$ nimmt. 
So liefert  \ref{PrGa} auch ein Beispiel f"ur ein kartesisches
Diagramm topologischer R"aume und eine Garbe, f"ur die der 
Basiswechselmorphismus  \ref{BaWW} der Opgarbenbifaserung
 kein Isomorphismus ist. 
\end{Ubung}

% \begin{Ubung}[\textbf{Direktes Bild unter horizontaler Einbettung}]Seien $X,Y$ topologische R"aume, $c \in Y$ ein Punkt, $h\pdef (\op{id},\op{em}_c\op{fin}_X): X \ra
% X \times Y$ die \glqq horizontale\grqq\  Einbettung $x \mapsto (x,c)$ 
% und $\cal{F}$ eine Garbe von Mengen auf $X$. Man zeige: F"ur
% $y\in \bar c$ im Abschlu"s von $c$
% haben wir in dieser Situation Isomorphismen\label{FDB} 
% $$ \cal{F}_{x}\sira 
% (h_{\ast} \cal{F})_{(x,y)} \sira (h_{\ast} \cal{F})_{(x,c)}  $$
% gegeben durch die Adjunktion $(h^\ast,h_\ast)$ und das
% Generisieren \ref{HABs}. F"ur 
% $ y \not \in \bar c$ ist der Halm $(h_{\ast} \cal{F})_{(x,y)}$ einelementig.
% Insbesondere ist $h_{\ast}:\op{Ab}_{/X}\ra \op{Ab}_{/X \times Y}$ exakt. 
% \end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Wolkenkratzer zu dichtem Punkt}]
  Gegeben $Z$ ein topologischer Raum und $e:\op{top}\hra Z$ eine Einbettung des
  Einpunktraums mit dichtem Bild und $c:Z\ra \op{top}$ die konstante Abbildung
  ist die von der Identifikation $e^*c^*\siRa \op{id}$
  vermittels\label{VSP} der Adjunktion induzierte Transformation  von Funktoren
  $\op{Ens}_{/\op{top}}\ra \op{Ens}_{/Z}$ eine  
  Isotransformation $$c^*\siRa e_{*}$$  
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Wolkenkratzergarben im Allgemeinen}]
Gegeben ein  bepunkteter Raum $(X,x)$ und
$i_x:\op{top}\hra X$ die zugeh"orige Einbettung  des
Einpunktraums und  $Z\pdef \op{Cl}_X(\{x\})$ und
$c: Z \ra \op{top}$ die konstante Abbildung und $i:Z\hra X$ die
Einbettung induziert die Isotransformation
aus der vorhergehenden "Ubung \ref{VSP} unter $i_*$ eine Isotransformation 
 $$i_*c^*\siRa i_{x*}$$
Insbesondere 
ist das Bilden der
Wolkenkratzergarbe in abelschen Garben 
stets
ein exakter Funktor\label{Vspp}  $i_{x*}:\op{Ab}_{/\op{top}}\ra \op{Ab}_{/X}$. 
 \end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Wolkenkratzer zu dichtem Punkt, Variante}]
  Gegeben $(Z,z)$ ein topologischer Raum mit einem dichten Punkt $z$ 
 und ein weiterer Raum  $S$ mit Garbe  $\mathcal M\in \op{Ens}_{/S}$
 und $e:S\hra S\times Z$ gegeben durch $s\mapsto (s,z)$
 und $\pi:S\times Z\ra S$ die Projektion 
  liefert die Identifikation $e^*\pi^*\siRa \op{id}$\label{VSPv} 
 unter der Adjunktion eine Isotransformation $$\pi^*\siRa e_{*}$$ von Funktoren
  $\op{Ens}_{/S}\ra \op{Ens}_{/S\times Z}$. Hinweis: Eigentlicher Basiswechsel.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Wolkenkratzer im Allgemeinen, Variante}]
  Gegeben ein  bepunkteter Raum $(X,x)$ und $S$ ein weiterer Raum mit Garbe
  $\mathcal M\in \op{Ens}_{/S}$ und 
  $\op{em}_x:S\hra S\times X$ die \glqq horizontale\grqq\
  Einbettung $s\mapsto (s,x)$ 
 und  $Z\pdef \op{Cl}_X(\{x\})$ und
$\pi: S\times Z \ra S$ die Projektion und $i:Z\hra X$ die
 Einbettung von $Z$ liefert das Anwenden von $(\op{id}\times i)_*$
auf die Isotransformation
aus der vorhergehenden "Ubung \ref{VSPv}
eine Isotransformation
 $$(\op{id}\times i)_*\pi^*\siRa {\op{em}}_{x*}$$
  Insbesondere\label{FDB}  
ist der Vorschub von abelschen Garben unter \glqq horizontalen Einbettungen\grqq\ 
stets ein exakter Funktor  $ {\op{em}}_{x*}:\op{Ab}_{/S}\ra \op{Ab}_{/S\times X}$. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Globale Schnitte als Halme}]
  Sei $(U,u)$ ein bepunkteter Raum. Sei $U$ die einzige Umgebung
  von $u$ und $e:\op{top}\ra U$ die zugeh"orige Einbettung und
  $c:U\ra \op{top}$ die konstante Abbildung. So ist die Komposition
  der von der Einheit der Adjunktion und der Identifikation
  $c_*e_*\siRa \op{id}$ induzierten Transformationen 
  $c_*\RA c_*e_*e^*\siRa e^*$ eine Isotransformation\label{GlSG} 
  $$c_*\siRa e^*$$
\end{Ubung}


%\end{Ubung}\begin{Ubung}[\textbf{Vorschub unter horizontaler Einbettung}]
%  Seien $X,Z$ topologische R"aume und  $z_0 \in Z$ ein Punkt.
 % Man zeige, da"s f"ur $f:x\mapsto (x,z_0)$
%  der Vorschub $f_{\ast}:\op{Ab}_{/X}\ra \op{Ab}_{/X \times Z}$ ein exakter
%  Funktor 
%  ist. Hinweis: Mit eigentlichem Basiswechsel im Diagramm
%\begin{displaymath}
%\xymatrix{
%\op{top} \ar[d]_g\ar[r]^q &X \ar[d]^f\\
%Z \ar[r]^p &X\times Z
%}
%\end{displaymath}
%  f"ur $q$ die Einbettung eines Punktes $x_0\in X$  
%  und $p:z\mapsto (x_0,z)$ das Davorschreiben dieses Punktes
%  zieht man sich darauf  zur"uck zu zeigen, da"s das Bilden von
 % Wolkenkratzergarben ein exakter Funktor ist. Daf"ur vergleiche \ref{HaWK}.
%\end{Ubung}



\begin{Ubung}[\textbf{Partielle Aufl"osung durch offene "Uberdeckung}] 
  Gegeben eine offene "Uberdeckung $(U_i)_{i\in I}$ eines topologischen Raums
  $X$ und eine abelsche Garbe $\mathcal F$ auf $X$
  ist die Sequenz\label{lESS} 
  $$ \mathcal F
  \hra  \prod_{i\in I} f_{i*}f_i^*\cal{F}
  \ra  \prod_{(i,j)\in I^2} f_{ij*}f_{ij}^*\cal{F}
  $$
 eine
 linksexakte Sequenz von Garben, ja sogar von Pr"agarben auf $X$.
 Hier bezeichnen  $f_i:U_i\hra X$ und $f_{ij}:U_i\cap U_j\hra X$
 die Einbettungen. Die  Morphismen kommen her von den Adjunktionen
 und Identifikationen in der hoffentlich offensichtlichen
 Weise. Etwas allgemeiner ist sogar f"ur $(U_{ij,k})_{k\in K(i,j)}$ jeweils eine
 offene "Uberdeckung von $U_i\cap U_j$  die Sequenz
  $$ \mathcal F
  \hra  \prod_{i\in I} f_{i*}f_i^*\cal{F}
  \ra  \prod_{(i,j)\in I^2,\; k\in K(i,j)} f_{ij,k*}f_{ij,k}^*\cal{F}
  $$
  f"ur jede abelsche Garbe $\mathcal F$ eine linksexakte Sequenz von Pr"agarben. 
\end{Ubung}
  
\subsection{H"ohere Derivierte der Vorsch"ube}
\begin{Beispiel}\label{DiLE}
    Gegeben eine stetige Abbildung $f: X \rightarrow Y$ 
ist der Vorschub offensichtlich und 
formal nach \ref{LaE} als Rechtsadjungierter 
ein linksexakter Funktor
$f_{\ast}: \op{Ab}_{/X}\ra \op{Ab}_{/Y}$.
Die zugeh"origen rechtsderivierten Funktoren ${\op{R}}^q f_{\ast}$
beschreibt der folgende Satz.
  \end{Beispiel}
  
   \begin{Satz}[\textbf{Derivierte Vorsch"ube als Garbifizierung}]
    Gegeben eine stetige Abbildung $f: X \ra Y$\label{RHF} 
und eine abelsche Garbe $\cal{F} \in \op{Ab}_{/X}$ 
     ist ihr $q$-ter derivierter Vorschub
    ${\op{R}}^{q}f_{\ast}\cal{F}$ isomorph zu der zur Pr"agarbe $V
    \mapsto \op{H}^{q} (f^{-1}(V);\cal{F})$ assoziierten Garbe
    vermittels der im anschlie"senden Beweis konstruierten nat"urlichen Isomorphismen.
   \end{Satz}
   \begin{Bemerkungl} In sp"ater eingef"uhrter Terminologie
     wird der Isomorphismus in unserem Satz induziert von den
     Morphismen $\op{H}^{q} (f^{-1}(V);\cal{F})\ra
     ({\op{R}}^{q}f_{\ast}\cal{F})(V)$ am unteren Rand der Leray'schen
     Spektralsequenz \ref{LeSp}.
   \end{Bemerkungl}
     
   
\begin{Beispiel}
    Ist  
$a: X\ra \op{top}$ die konstante Abbildung, so liefern die\label{DiBiS}
    Definitionen einen Isomorphismus ${\op{R}}^q a_{\ast}
    \mathcal{F} \sira \op{H}^q(X;\mathcal{F})_{\op{top}}$ von
abelschen  Garben auf
    $\op{top}$, der in diesem Fall mit dem im anschlie"senden Beweis konstruierten nat"urlichen Isomorphismus zusammenf"allt.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel} Den Fall, da"s $f$ die Identit"at auf $X$ ist, haben Sie
  m"oglicherweise bereits als "Ubung \ref{LimH} behandelt.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel} F"ur $j:(0,1)\hra [0,1]$ und eine abelsche Gruppe
  $M$
  haben wir
  ${\op{R}}^qj_* M_{(0,1)}\cong M_{[0,1]}$ f"ur $q=0$ und Null sonst.  Der Vorschub der konstanten Garbe ist also in diesem Fall  wieder eine
  konstante Garbe und die h"oheren Derivierten\label{JKUI} 
  dieses Vorschubs verschwinden auf konstanten Garben. 
\end{Beispiel}
\begin{proof}[Beweis]
  Gegeben ein Komplex $\cal{A}^*$ von abelschen Garben auf einem
  topologischen Raum $Y$ bezeichne $\underline{\mathcal H}^q\cal{A}^*$  seine
  $q$-te Kohomologie als Komplex von abelschen Pr"agarben, also
  die Pr"agarbe $$\underline{\mathcal H}^q\cal{A}^*: V\mapsto
  \op{cok}\big(\cal{A}^{q-1}(V)\ra\op{ker}(\cal{A}^q(V)\ra
  \cal{A}^{q+1}(V))\big)$$ 
Das Zusammenfallen von Pr"agarbenkern und Garbenkern sowie unsere
Beschreibung des Garbenkokerns als Garbifizierung des 
Pr"agarbenkokerns liefern einen
 Isomorphismus
$$(\underline{\cal{H}}^q\cal{A}^*)^+\sira \cal{H}^q\cal{A}^*$$
   der Garbifizierung der Pr"agarbenkohomologie mit der Garbenkohomologie. 
Ist nun $\cal{F}\hra \cal{I}^\lhd$ eine  injektive Aufl"osung, so erhalten wir
insbesondere Isomorphismen zwischen den
Kohomologiegarben des Komplexes $f_{\ast}
  \cal{I}^\lhd$ und den
  Garbifizierungen der Pr"agarben
$$V\mapsto \cal{H}^q((f_{\ast} \cal{I}^\lhd)(V))=
\cal{H}^q( \cal{I}^\lhd(f^{-1}(V)))\sira {\op{H}}^q(f^{-1}(V); \mathcal{F})$$
Der letzte Isomorphismus ganz rechts r"uhrt dabei daher, da"s die 
Restriktionen auf die offenen Teilmengen $f^{-1}(V)$ der 
welken Garben des Komplexes 
$\cal{I}^\lhd$ wieder welk sind. Da"s diese letzten Isomorphismen mit Restriktionen auf kleinere $V$ vertr"aglich sind, folgt aus
der Definition des 
Zur"uckholens in der  Garbenkohomologie.  
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}
  Aus dem Satz folgt unmittelbar, da"s  welke abelsche Garben azyklisch sind
  f"ur den Vorschub
  unter jeder stetigen Abbildung.\label{dBiw} Verallgemeinerungen auf Komplexe
  diskutieren wir in \eref{RHFu}{TSF}.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}   Gegeben eine stetige Abbildung $p: Z \ra Y$\label{RHFb} 
und eine abelsche Garbe $\cal{F} \in \op{Ab}_{/Z}$ 
     und ein Punkt $y\in Y$ erhalten wir  Abbildungen
   $$({\op{R}}^{i}p_{\ast}\cal{F})_y\ra \op{H}^{i} (p^{-1}(y);\cal{F})$$ 
von den Halmen der h"oheren Vorsch"ube in die Kohomologie der Fasern
durch "Ubergang zum Kolimes der Restriktionen  
$ \op{H}^{i} (p^{-1}(V);\cal{F})\ra \op{H}^{i} (p^{-1}(y);\cal{F})$
"uber alle $V\co Y$ mit $y\in V$.
Wir nennen auch diese Abbildungen  Basiswechsel,
da sie ein Spezialfall der folgenden allgemeineren Konstruktion sind,
die offensichtlich die Bezeichnung als Basiswechsel verdient.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Ist $p g=f q$ ein kommutatives Diagramm von topologischen 
R"aumen und
$\mathcal F$ eine abelsche Garbe auf dem Definitionsbereich von $f$,
so erkl"aren wir  die {\bf Basiswechselhomomorphismen}
$$p^\ast ({\op{R}}^i f_\ast)\mathcal F\ra  ({\op{R}}^i g_\ast) q^\ast\mathcal F$$
wie folgt: 
Wir gehen aus 
von einer injektiven Aufl"osung $\mathcal F\hra \mathcal I^\lhd$ 
und betrachten 
die Basiswechsel
$
p^\ast f_\ast \mathcal I^\lhd\ra  g_\ast q^\ast\mathcal I^\lhd$.
Da der R"uckzug von Garben exakt ist, mu"s $q^\ast\mathcal I^\lhd$
eine Aufl"osung von  $q^\ast\mathcal F$  sein und wir erhalten
unsere Basiswechselmorphismen  als die Komposition\label{dbwk}   
$$p^\ast({\op{R}}^{i}f_{\ast})\mathcal F=
p^\ast\mathcal H^i( f_\ast \mathcal I^\lhd)\sira\mathcal H^i(p^\ast f_\ast \mathcal I^\lhd)\ra \mathcal H^i( g_\ast q^\ast\mathcal I^\lhd)
\ra ({\op{R}}^{i}g_{\ast})q^\ast\mathcal F$$
Deren Unabh"angigkeit von der gew"ahlten injektiven Aufl"osung
ist offensichtlich.
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Derivierter offener und eigentlicher Basiswechsel}]
Sei ein kartesisches Diagramm von topologischen 
R"aumen $p g=f q$ gegeben.
Sind  $p,q$ offene Einbettungen oder $f,g$ eigentlich und separiert,
so ist unser Basiswechsel f"ur alle $i$ ein Isomorphismus\label{OEBA} 
$$p^\ast ({\op{R}}^i f_\ast)\siRa  ({\op{R}}^i g_\ast) q^\ast$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungw} \nichtfinal{"Uberarbeiten!}
  Das erweist sich im weiteren als Spezialfall
  des Basiswechsels $p^!f_*\siRa g_*q^!$ beziehungsweise
 des  adjungierten Basiswechsels
  $p^*f_!\siRa g_!q^*$ nach \eref{Erii}{TSF}
   in einer verflochtenen 
  Trennaustauschsituation mit Adjungierten, angewandt auf die
  Trennaustauschsituation der derivierten Modulgarben \eref{tzGG}{TSF},
  gefolgt vom Anwenden von $\mathcal H^i$ unter Beachtung der Exaktheit
  der R"uckz"uge.
  \end{Bemerkungw}
\begin{Bemerkungl}\label{kohod} 
  Speziell ist f"ur $f:X\ra Y$ eigentlich und separiert sowie
$\cal{F}\in\op{Ab}_{/X}$ und 
  einen beliebigen Punkt $y\in Y$ der Basiswechsel ein Isomorphismus
$$({\op{R}}^i f_\ast\mathcal F)_y\sira \op{H}^{i} (f^{-1}(y);\cal{F})$$
  Das folgt durch Anwenden des Satzes auf die Einbettung $p:\{y\}\hra Y$ des
  Punktes $y\in Y$.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Wir betrachten die Sequenz von Morphismen, durch die wir unseren
derivierten Basiswechsel in \ref{dbwk} definiert haben.
Sind  $p,q$ offene Einbettungen,
so ist  der gew"ohnliche Basiswechsel 
ein Isomorphismus nach 
offenen Basiswechsel \ref{OBW}, also ist der
vorletzte Pfeil unserer Sequenz ein Isomorphismus, und die Restriktion einer
injektiven Garbe unter einer offenen Einbettung bleibt injektiv,
also ist der letzte Pfeil ein Isomorphismus.
Sind 
$f,g$ 
separiert und eigentlich,
so  reicht es, wenn wir unsere Aussage f"ur
$p$ die Einbettung eines Punktes zeigen, da ein
Garbenhomomorphismus, der Isomorphismen auf allen Halmen induziert,
bereits ein Isomorphismus sein mu"s. In diesem Fall
 ist die vorletzte Abbildung obiger
Sequenz ein Isomorphismus nach
eigentlichen Basiswechsel \ref{EBWA} 
und die letzte Abbildung ist ein Isomorphismus, 
da die Restriktion einer welken Garbe
auf ein relativ Hausdorff'sches Kompaktum nach
\ref{FSK} kompaktweich ist. 
\end{proof}



\begin{Bemerkungl}
  Wir nennen einen topologischen Raum $Z$
  {\bf schwach basisfest garben\-azyk\-lisch}
  oder kurz {\bf schwach bagazyklisch},\index{bagazyklisch!schwach}
  wenn f"ur jeden topologischen Raum $Y$ und jede abelsche Gruppe $M$
und alle $q$  der R"uckzug unter der Projektion auf der Garbenkohomologie Isomorphismen\label{sGaz}  
  ${\op{H}}^q(Y;M)\sira {\op{H}}^q(Y\times Z;M)$ liefert.
Insbesondere ist nach der Homotopieinvarianz der Garbenkohomologie
\ref{HIGK} jeder zusammenziehbare Raum schwach bagazyklisch.
Gilt die fragliche Eigenschaft nur f"ur $q\leq n$, so nenne ich den Raum $Z$ {\bf schwach bag-$n$-azyklisch}. Ein vern"uftiges Kriterium zum Nachweis
dieser Eigenschaft zeigen wir in \ref{kbagn}. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungw}
 Starke Varianten dieser Begriffe
 werden in \eref{azy}{TSS}
 eingef"uhrt. Der wesentliche Punkt ist, da"s wir daf"ur
 vergleichbare Eigenschaften f"ur beliebige Komplexe abelscher Garben fordern,
 die wir im schwachen Fall nur f"ur beliebige konstante Garben fordern. Wir werden dort zeigen, da"s zusammenziehbare
 R"aume auch diese st"arkere Eigenschaft haben. 
\end{Bemerkungw}

\begin{Satz}[\textbf{Verschwinden h"oherer Vorsch"ube
      bei  Faserb"undeln}]
    Gegeben ein \hyperref[FaBue]{Faserb\"{u}ndel} $f: X \ra Y$\label{RHFcc} 
mit schwach bagazyklischer Faser und eine abelsche Gruppe $M$    
verschwinden die h"oheren
derivierten Vorsch"ube der konstanten Garbe $M_X$, in Formeln 
   ${\op{R}}^{q}f_{\ast}M_X=0$ f"ur $q>0$ und die Einheit der Adjunktion ist ein Isomorphismus $M_Y\sira f_{\ast}f^* M_Y$
und liefert zusammen mit dem nat"urlichen Isomorphismus $f^* M_Y\sira  M_X$
einen Isomorphismus
$$M_Y\sira  f_{\ast} M_X$$ 
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Ist die Faser nur schwach bag-$n$-azyklisch, so folgt in derselben Weise   $M_Y\sira  f_{\ast} M_X$ und ${\op{R}}^{q}f_{\ast}M_X=0$ f"ur $0<q< n$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungw} In \eref{Aei}{TSS} folgende zeigen wir allgemeiner, da"s
  f"ur ein Faserb"undel $f:X\ra Y$ mit zusammenziehbarer oder allgemeiner
  \glqq bagazyklischer\grqq\ Faser die Koeinheit der Adjunktion
  auf den derivierten Kategorien eine
  Isotransformation $\op{id}\siRa f_*f^*$ ist. 
\end{Bemerkungw}
 \begin{proof}
   Mit offenem Basiswechsel k"onnen wir uns auf den Fall zur"uckziehen,
   da"s unsere Abbildung die Projektion $f:Y\times Z\sra Y$ ist mit $Z$ schwach bagazyklisch.
  Nach Annahme 
  induziert nun f"ur alle $U\co Y$ der R"uckzug Isomorphismen
  ${\op{H}}^q(U;M)\sira {\op{H}}^q(U\times Z;M)$ f"ur alle $q$.
  Nach \ref{LimH} alias \ref{RHF} angewandt auf die Identit"at
  verschwinden f"ur $q>0$ alle Halme der Pr"agarbe
  $U\mapsto {\op{H}}^q(U;M)$ auf $X$.
  So folgt  ${\op{R}}^{q}f_{\ast}M_X$ f"ur $q>0$ aus unserer Beschreibung \ref{RHF} der
  h"oheren Vorsch"ube. Im Fall $q=0$ folgt die Aussage direkt aus den
  Definitionen. 
\end{proof}
\begin{Korollar}[\textbf{Zur"uckholen auf B"undel mit azyklischer Faser}]
  Gegeben ein Faserb"undel $f:X\ra Y$ mit schwach bagazyklischer Faser
  liefert das Zur"uckholen auf der Garbenkohomologie\label{RZGKj} 
  f"ur jede abelsche Gruppe $M$ Isomorphismen $${\op{H}}^p(Y;M)\sira{\op{H}}^p(X;M)$$
 Ist die Faser nur schwach bag-$n$-azyklisch, so erhalten wir mit
  demselben Beweis dieselben Isomorphismen f"ur $p< n$.\label{RZGKjj} 
\end{Korollar}

\begin{Bemerkunge}
  Ich habe nur deshalb eine schw"achere Aussage als Motto gesetzt,
  weil sie mir griffiger schien.
  Der Satz von Leray-Hirsch "uber die Kohomologie von Faserb"undeln,
  vergleiche etwa \cite{Hatcher}, Theorem 4D.1, liefert
  eine vergleichbare Aussage f"ur die singul"are Kohomologie. 
\end{Bemerkunge}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Ein Faserb"undel mit zusammenziehbarer Faser ohne Schnitt}] 
  Ein Faserb"undel mit zusammenziehbarer Faser mu"s im allgemeinen keine
  Homotopie"aquivalenz sein, ja es mu"s noch nicht einmal einen
  globalen Schnitt besitzen. Ein Beispiel erh"alt man,
  indem man als Basis die Zahlengerade mit verdoppeltem Ursprung
  aus \eref{RVN}{TM} betrachtet und sie "uberdeckt durch zwei
  Kopien $U,V$ der Zahlengerade mit Schnitt $U\cap V\cong \DR^\times$.
  Darauf betrachtet man das Faserb"undel mit Faser $\DR$, das  auf
  den beiden offenen Teilmengen $U,V$ trivial ist, und zusammengeklebt
  mit der
  Verklebungsfunktion $(x,t)\mapsto (x,f(x)+t)$ f"ur eine
  stetige Abbildung $f:(U\cap V)\ra\DR$, die sich nicht stetig
  von $U\cap V\cong \DR^\times$ auf ganz $\DR$ fortsetzen l"a"st. 
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}
  Aus \ref{RHFcc} folgt ${\op{R}}^qf_*M_X=0$ f"ur $q>0$ und die Adjunktion
  liefert den Ersten von zwei Isomorphismen  
  $M_Y\sira f_*f^*M_Y\sira f_*M_X$.
  Ist also $M_X\hra \mathcal I^\lhd$ eine welke Aufl"osung,
  so ist auch $f_*M_X\hra f_*\mathcal I^\lhd$ eine welke Aufl"osung.
  So erhalten wir Isomorphismen
  $${\op{H}}^p(Y;M_Y)\sira{\op{H}}^p(Y;f_*M_X)\sira
  \mathcal H^p \Gamma f_*\mathcal I^\lhd\sira \mathcal H^p \Gamma \mathcal I^\lhd
  \sira {\op{H}}^p(X;M_X)$$
  Da"s diese Komposition genau
  das Zur"uckholen auf der Kohomologie ist, folgt
  aus den  Definitionen. 
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Ein Spezialfall der Leray'schen Spektralsequenz}]
  Gegeben stetige Abbildungen $f:X\ra Y$ und $g:Y\ra Z$
  sowie $\mathcal F\in\op{Ab}_{/X}$ mit ${\op{R}}^q\!f_*\mathcal F=0$ f"ur $0<q\leq n$
    konstruieren wir nun  Isomorphismen\label{SpLS} 
    $$({\op{R}}^pg_*)f_*\mathcal F\sira {\op{R}}^p(gf)_*\mathcal F \quad\text{f"ur }p< n.$$
    Wir w"ahlen dazu eine injektive und damit welke  Aufl"osung
    $\mathcal F\hra \mathcal I^\lhd$. Nach Annahme ist dann 
    auch $f_*\mathcal F\hra f_*\mathcal I^\lhd$ ein
     bis zum Grad $n$ exakter Komplex aus welken, nach \ref{dBiw} also  $g_*$-azyklischen  Garben.
    Indem wir in diesen Komplex die Garbe im Grad $n+1$ durch das Bild des Randoperators ersetzen und die Garben in h"oheren Graden durch Null und ihn dann
    zur Berechnung von ${\op{R}}^pg_*(f_*\mathcal F)$ verwenden, erhalten
    wir  f"ur $p< n$ Isomorphismen
  $${\op{R}}^pg_* (f_*\mathcal F)\sira
  \mathcal H^p g_*( f_*\mathcal I^\lhd)\sira\mathcal H^p (g f)_*\mathcal I^\lhd\sira{\op{R}}^p (g f)_*\mathcal F$$
  Da"s diese Isomorphismen nicht von der Wahl der urspr"unglichen injektiven Aufl"osung
  abh"angen, folgt aus der Eindeutigkeit von Homotopielifts.
  Im Fall einer konstanten Abbildung $g$ erhalten wir, da"s das Zur"uckholen auf der Kohomologie zum kanonischen Komorphismus $f_*\mathcal F\ra \mathcal F$ f"ur $p\leq n$ Isomorphismen
  ${\op{H}}^p(Y;f_*\mathcal F)\sira {\op{H}}^p(X;\mathcal F)
$ induziert.  
  Unser Korollar  \ref{RZGKj} "uber das Zur"uckholen auf Faserb"undel mit
  zusammenziehbarer Faser  hinwiederum mag man nun aus dieser Aussage folgern,
  indem man sie auf die konstante Garbe $\mathcal F\pdef M_X$ und
  anwendet und als $g$ die konstante Abbildung auf den einpunktigen Raum nimmt. 
\end{Bemerkungl}









\subsubsection*{"Ubungen}
   \begin{Ubung}
     Man zeige, da"s ein Raum $Z$ genau dann schwach bag-$n$-azyklisch ist f"ur ein $n\geq 0$, wenn $Z$ zusammenh"angend ist und
 wenn gilt ${\op{R}}^q\op{pr}_{1*} M_{X\times Z}=0$ f"ur $0<q\leq n$ und beliebiges $X$.
  Hinweis: Man orientiere sich am Beweis von \ref{RHFcc}.
    \end{Ubung}
 \begin{Ubung}\label{azySN} 
   Man zeige, da"s die Sph"are $S^{n+1}$  schwach bag-$n$-azyklisch ist.
   Hinweis: Eigentlicher Basiswechsel.
 \end{Ubung}
 



\begin{Ubung}
  Gegeben eine stetige Abbildung  $f:X\ra Y$ und
  eine Zerlegung $X=\bigsqcup_{i\in I}X_i$ in paarweise
  disjunkte offene Teilmengen und eine abelsche Garbe
  $\mathcal F$ auf $X$ zeige man, da"s die
  Basiswechsel  nat"urliche Isomorphismen
  $${\op{R}}^qf_*\mathcal F\sira \prod_{i\in I}{\op{R}}^qf_{i*}\op{in}_i^*\mathcal F$$
  liefern, f"ur $\op{in}_i:X_i\hra X$ die jeweilige Einbettung und
  $f_i:X_i\ra Y$ die jeweilige Einschr"ankung.\label{Prdjz} 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  F"ur eine "Uberlagerung  $f:X\ra Y$
  verschwinden die h"oheren derivierten Vorsch"ube.
  F"ur eine endliche  "Uberlagerung
  ist der Vorschub einer lokal konstanten Garbe lokal konstant.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Invarianten und Reynoldsoperator}]
  Gegeben eine endliche Gruppe $G$ und eine 
   abelsche Gruppe $M$ mit $G$-Operation,
  auf der die Multiplikation mit der Gruppenordnung auf
  $M$ einen Isomorphismus $(|G|\cdot):M\sira M$ induziert,
  ist der {\bf Reynolds-Operator}\index{Reynolds-Operator}\label{ReyOp} $R\pdef |G|^{-1}\sum_{g\in G}g$
  ein idempotenter Endomorphismus $R\in\op{Ab}(M,M)$ mit
  der Untergruppe der $G$-Invarianten als Bild, in Formeln $$\op{im}(R)=M^G$$
\end{Ubung}
   \begin{Ubung}[\textbf{Invarianten und Reynoldsoperator, Variante}]
     Gegeben eine endliche Gruppe $G$ und eine abelsche Kategorie $\mathcal A$
     und ein 
   Objekt $M\in\mathcal A$ mit $G$-Operation,
  auf dem die Multiplikation mit der Gruppenordnung auf
  $M$ einen Isomorphismus $(|G|\cdot):M\sira M$ induziert,
  ist der {\bf Reynolds-Operator}\index{Reynolds-Operator} $R\pdef |G|^{-1}\sum_{g\in G}g$\label{ReyO} 
  ein idempotenter Endomorphismus $R\in\mathcal A(M,M)$ mit
  dem Unterobjekt der {\bf $G$-Invarianten}\index{Invarianten!in abelscher Kategorie} als Bild, in Formeln
  $$\op{im}(R)=M^G$$ f"ur $M^G$ den Kern des
  Morphismus $(g-\op{id})_{g\in G}:M\ra \prod_{g\in G} M$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Garbenkohomologie von Quotienten}]
  Es operiere eine endliche diskrete Gruppe $G$ %topologisch frei
   auf
  einem topologischen Raum $X$ und die Quotientenabbildung $f:X\ra X/G$
  sei separiert. Sei weiter $M$ eine abelsche Gruppe.
  Ist die Multiplikation mit
  $|G|$ ein Isomorphismus $(|G|\cdot):M\sira M$, so induziert das
  Zur"uckholen
   Isomorphismen\label{KohQ} 
  $${\op{H}}^q(X/G;M)\sira {\op{H}}^q(X;M)^G$$
   zwischen der Kohomologie des Quotienten und den $G$-Invarianten in der
   Kohomologie des urspr"unglichen Raums. Hinweis: Nach \eref{OPeG}{TM}
   ist unsere Quotientenabbildung eigentlich.
   F"ur jede abelsche Gruppe $M$ tr"agt der Vorschub
   $f_* M_X$ eine nat"urliche $G$-Operation und  die Komposition
  $ M_{X/G}\ra f_*f^* M_{X/G}\sira f_* M_X$ induziert einen Isomorphismus
  $M_{X/G}\sira(f_* M_X)^G$   auf die Untergarbe
   der $G$-Invarianten, etwa nach eigentlichem Basiswechsel.
   Nun verwende man unseren Spezialfall der
   Leray'schen Spektralsequenz \ref{SpLS} sowie den Rey\-nolds-Ope\-ra\-tor \ref{ReyO}
   und allgemeine Erkenntnisse \ref{JHAmX}
   "uber additive Funktoren und idempotente Endomorphismen. Ich wei"s nicht, ob f"ur die singul"are Kohomologie die entsprechende Abbildung 
 ${\op{H}}^q(X/G;M)_{\op{sing}}\ra {\op{H}}^q(X;M)^G_{\op{sing}}$ in derselben Allgemeinheit ein Isomorphismus ist.
\end{Ubung}

\begin{Beispiel}[\textbf{Kohomologie von Quotienten, Gegenbeispiel}]
  Die Spiegelung an einer Ursprungsgerade erzeugt eine
   Gruppe $G$ von Automorphismen
  der Kreislinie $S^1$, f"ur die das Zur"uckholen 
${\op{H}}^q(S^1/G;M)\ra {\op{H}}^q(S^1;M)^G$
  im Fall $M\pdef\DZ/2\DZ$ kein Isomorphismus ist. In diesem Fall
  ist die Multiplikation  mit
  $|G|$ aber auch kein Isomorphismus, sondern die Nullabbildung  $(|G|\cdot)=0:M\ra M$.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Kohomologie von Quotienten, Gegenbeispiel}]
  Wir betrachten als unseren Raum $X$ die \glqq Zahlengerade mit verdoppeltem Ursprung\grqq\ 
  und lassen darauf die zweielementige Gruppe $G$ so operieren, da"s
  alle Punkte in ihr Negatives "ubergehen und die beiden Punkte
  unseres verdoppelten Ursprungs vertauscht werden. So ist
${\op{H}}^1(X/G;\DQ)\ra {\op{H}}^1(X;\DQ)^G$
  kein Isomorphismus. Genauer verschwindet die erste Kohomologie des
  Quotienten und mit einer azyklischen "Uberdeckung
  erhalten wir rechts als erste Kohomologie den K"orper  $\DQ$ mit trivialer $G$-Operation. In diesem Fall ist $X\ra X/G$ aber auch nicht separiert.
\end{Beispiel}
\newpage
\section{Schreifunktoren}
\subsection{Opgarbenschreikofaserung}
\begin{Definition}
  Gegeben eine stetige Abbildung
  $f:X\ra Y$ und abelsche Garben $\mathcal F\in\op{Ab}_{/X}$ sowie $\mathcal G\in\op{Ab}_{/Y}$ 
 hei"se ein
   \hyperref[Komoox]{Komorphismus} $\varphi:\mathcal G\ra \mathcal F$ "uber $f$ 
    {\bf eigentlich},\index{eigentlich!Komorphismus}\label{eigK}  
    wenn
    f"ur alle $V\co Y$ und $t\in\mathcal G(V)$ die Abbildung
    $$f:(\op{supp}\varphi(t))\ra V$$  eigentlich ist, die vom Tr"ager $(\op{supp}\varphi(t))\As f^{-1}(V)$ von $\varphi(t)\in\mathcal F(f^{-1}(V))$ nach $V$ geht. Die Menge der eigentlichen Komorphismen "uber $f$
    notieren wir
    $$\op{Ab}_{/f^\circ}^!(\mathcal G,\mathcal F)
    =\op{Ab}_{\sslash f}^\shriek(\mathcal F,\mathcal G)$$
\end{Definition}
%\begin{Bemerkungl}
%  Geometrisch bedeutet diese Bedingung, da"s die Einschr"ankung von $f$ auf
%  $\{x\in X\mid 0\neq \varphi_x:\mathcal G_{f(x)}\ra \mathcal F_x\}$ 
%  eigentlich ist. Das war aber geraten, ich mu"s es mir noch  einmal
%  ganz genau "uberlegen.\label{geoe}  
% \end{Bemerkungl}

%Frage: $\mathcal G\sra \mathcal E \ra \mathcal F$ eigentlich impliziert
%$\mathcal E \ra \mathcal F$ eigentlich? Nicht so klar!

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Eigentliche Komorphismen als Untergruppe}]
  Nach allgemeinen Eigenschaften eigentlicher Abbildungen
    \eref{VUAa}{TM} ist die Menge aller eigentlichen Komorphismen
    eine Untergruppe $\op{Ab}_{\sslash f}^\shriek(\mathcal F,\mathcal G)\subset
    \op{Ab}_{\sslash f}(\mathcal F,\mathcal G)$ der Gruppe aller Komorphismen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Eigentliche Komorphismen "uber eigentlichen Abbildungen}]
  Nach allgemeinen Eigenschaften eigentlicher Abbildungen
  ist "uber einer eigentlichen Abbildung
  $f$ jeder Komorphismus eigentlich, in Formeln\label{Eikoo}
  $$\op{Ab}_{\sslash f}^\shriek(\mathcal F,\mathcal G)=
    \op{Ab}_{\sslash f}(\mathcal F,\mathcal G)$$  
\end{Bemerkungl}
  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Verkn"upfungen eigentlicher Komorphismen sind eigentlich}] 
  Seien  genauer $f:X\ra Y$ und $g:Y\ra Z$ sowie\label{vkeK}  
  abelsche Garben $\mathcal F\in\op{Ab}_{/X}$ und $\mathcal G\in\op{Ab}_{/Y}$ und $\mathcal H\in\op{Ab}_{/Z}$ sowie eigentliche Komorphismen
  $\psi:\mathcal H\ra\mathcal G$ und $\varphi:\mathcal G\ra\mathcal F$ gegeben. Dann wird f"ur $W\co  Z$ ein Schnitt $u\in \mathcal H(W)$ unter  $\psi$  abgebildet auf
  $t\in \mathcal G(g^{-1}(W))$ mit $g:\op{supp}(t)\ra W$ eigentlich
  und der Schnitt $t$  wird unter  $\varphi$ weiter abgebildet auf
  $s\in \mathcal F(f^{-1}(g^{-1}(W)))$ 
  mit $f:\op{supp}(s)\ra g^{-1}(W)$ eigentlich.
 Diese Abbildung faktorisiert nach \ref{SB} "uber eine Abbildung
  $f:\op{supp}(s)\ra \op{supp}(t)$, die ihrerseits eigentlich ist nach \eref{SaA}{TM}. Da die Verkn"upfung
 eigentlicher Abbildungen stets
 wieder eigentlich ist nach \eref{VSU}{TM}, folgt die Behauptung.
  \end{Bemerkungl}
  \begin{Bemerkungl}
    Opkomorphismen "uber $f$, die durch eigentliche Komorphismen \ref{eigK} 
    gegeben werden,  nennen wir
    {\bf eigentliche Opkomorphismen}
    oder k"urzer {\bf Schreimorphismen\index{Schreimorphismus} "uber $f$}.   
  Wir erhalten so eine Unterkategorie\label{VeigK}  
  $\op{Ab}^\shriek_{\sslash \op{Top}}\subset \op{Ab}_{\sslash \op{Top}}$ mit voller
  Objektmenge.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition} 
   Einen Schreimorphismus $\phi:\mathcal F\ra \mathcal G$ "uber
    einer stetigen Abbildung $f:X\ra Y$, der kokartesisch ist f"ur
   den Funktor
    $$\op{Ab}^\shriek_{\sslash \op{Top}}\ra \op{Top}$$
   des Vergessens der Garbe,  nennen wir einen
   {\bf schreikokartesischen Morphismus}.\index{schreikokartesisch} 
\end{Definition}
  \begin{Proposition}[\textbf{Schreikofaserung}]\label{eiPL} 
    \begin{enumerate}
    \item Gegeben 
      $f:X\ra Y$  eine stetige Abbildung und  $\mathcal F\in\op{Ab}_{\sslash X}$
      gibt es  einen von $\mathcal F$ ausgehenden
      schreikokartesischen Morphismus
      $\mathcal F\ra f_{\emph{\shriek}} \mathcal F$
      "uber $f$; 
    \item F"ur $f$ eigentlich ist der Transportmorphismus
      $\mathcal F\ra f_\dagger \mathcal F$ zum gew"ohnlichen
   Vorschub  schreikokartesisch und liefert folglich einen
   Isomorphismus $f_{\emph{\shriek}} \mathcal F\sira f_\dagger \mathcal F$;
 \item
   Ist  $f:X\ra Y$ beliebig und $g:Y\ra Z$ separiert, so ist die Verkn"upfung
   schreikokartesischer Morphismen "uber $f$ und $g$
   ein schreikokartesischer Morphismus "uber $gf$;
 \item
   Beschr"anken wir uns  auf die Unterkategorie
   $\op{Top}^{\op{s}}\subset \op{Top}$ mit nur separierten Abbildungen
   als Morphismen, so erhalten wir mit Schreimorphismen auf den Fasern
   eine Kofaserung, die \emph{\bf Opgarbenschreikofaserung}\index{Opgarbenschreikofaserung}
   $$\op{Ab}^{\emph\shriek}_{\sslash{\op{Top}^{\op{s}}}}\ra \op{Top}^{\op{s}}$$
    \end{enumerate}
      \end{Proposition}

\begin{Bemerkungw}
  Sp"ater werden wir mit $f_\shriek$ beziehungsweise $f_!$ meist
  die Derivierten der in diesem Satz beziehungsweise seinem Beweis
  eingef"uhrten Funktoren bezeichnen 
 und
f"ur die hier  eingef"uhrten Funktoren die alternative Notation
$f_{(\shriek)}$ beziehungsweise $f_{(!)}$ verwenden, aber alles zu seiner Zeit.
\end{Bemerkungw}

  
  \begin{proof} 
1. Wir k"onnen eine abelsche Garbe
  $f_!\mathcal F\in \op{Ab}_{/Y}$ erkl"aren, indem wir f"ur alle
  $V\co Y$ setzen\index{)7shriek@$f_{~!}$ Schreivorschub}
  $$(f_!\mathcal F)(V) \pdef \{ s \in \cal{F} 
(f^{-1}(V)) \mid f:(\op{supp}s)\ra V
  \;\text{ ist eigentlich} \}$$ 
 Wegen der Lokalit"at der Eigentlichkeit in der Basis
 \eref{Ell}{TM} ist  $f_{!}
  \cal{F} \subset f_{\ast} \cal{F}$ eine  Untergarbe von Mengen
  und nach  \eref{VUAa}{TM} sogar eine  Untergarbe von abelschen Gruppen.
 Der durch die
Komposition der Einbettung $f_{!}
\cal{F} \subset f_{\ast} \cal{F}$ mit dem Transport 
 $f_\ast\mathcal F\ra \mathcal F$ gegebene 
Komorphismus $\kappa: f_!\mathcal F\ra \mathcal F$ "uber
$f$ ist offensichtlich eigentlich und f"ur jede abelsche Garbe $\mathcal G$
auf $Y$ liefert  das Nachschalten 
von $\kappa$ eine Bijektion
$$
(\kappa\circ):
\op{Ab}_{/ Y}(\mathcal G,f_!\mathcal F)\sira \op{Ab}_{/f^\circ}^!(\mathcal G,\mathcal F)$$
Durch "Ubergang zu den opponierten Kategorien, den wir durch auf-den-Kopf-Stellen des Ausrufezeichens und "Ubergang von $/$ zu $\sslash$ andeuten,
finden wir, da"s
$\kappa^\circ: \mathcal F\ra f_\shriek\mathcal F$ ein schreikokartesischer
Opkomorphismus "uber $f$ ist.
\\[2mm]\noindent 2. 
    F"ur jede stetige Abbildung $f:X\ra Y$  setzen wir nun\index{)7shriek@$f_{\shriek}$!eigentlicher Vorschub!opponierter} $$f_\shriek\pdef f_!^{\op{opp}}: \op{Ab}_{\sslash X}\ra \op{Ab}_{\sslash Y}$$
F"ur jede abelsche Garbe $\mathcal G$
auf $Y$ liefert dann opponiert 
 das Vorschalten des
 Schreimorphismus
$\tau\pdef\kappa^\circ:\mathcal F\ra f_{\shriek}\mathcal F$ "uber $f$  eine Bijektion
$$
(\circ\tau):
\op{Ab}_{\sslash Y}(f_{\shriek}\mathcal F,\mathcal G)\sira \op{Ab}_{\sslash f}^\shriek(\mathcal F,\mathcal G)$$
In anderen Worten ist 
$\tau:\mathcal F\ra f_{\shriek}\mathcal F$ ein
von $\mathcal F$ ausgehender schreikokartesischer Schreimorphismus "uber $f$
und $f_\shriek$  ist der Vorschub l"angs $f$ in Bezug auf den Funktor  $\op{Ab}^\shriek_{\sslash{\op{Top}}}\ra \op{Top}$. 
Wir  nennen $f_!$ und  $f_\shriek$ den {\bf Schreivorschub}.\index{Schreivorschub}\index{$f_\shriek$ Schreivorschub}
F"ur eigentliches $f$ sind  alle Opkomorphismen "uber $f$ eigentlich. Wir erhalten so f"ur eigentliches $f$
einen Isomorphismus von Funktoren $f_\shriek\siRa f_\dagger$, 
der unter unseren verschiedenen
Identifikationen der Gleichheit  
 $f_{!}
\cal{F} = f_{\ast} \cal{F}$ f"ur eigentliches $f$ entspricht.
\\[2mm]\noindent 3. 
  Es gilt zu zeigen, da"s der von den universellen Eigenschaften herr"uhrende
  Morphismus ein Isomorphismus
  $g_!(f_!\mathcal F)\sira (gf)_!\mathcal F$ ist.
  Da"s er  injektiv ist, ist eh klar.
  Es bleibt, die Surjektivit"at zu zeigen. Sei dazu 
 $t \in \cal{F}(f^{-1}(g^{-1} (W)))$ ein Schnitt mit
$gf: (\op{supp} t) \ra W$ eigentlich. Ist 
$g$ separiert, so ist auch
$f:(\op{supp} t) \ra g^{-1} (W)$ eigentlich nach \eref{SaA}{TM} und dann
folgt mit \ref{SB} bereits 
$\op{supp} (f_{\ast} t) = f (\op{supp} t)$ und das geht
mit einer eigentlichen Abbildung weiter nach $W$ wegen \eref{VSU}{TM}.
Folglich liegt $t$ auch in
$(g_{!} (f_{!} \cal{F})) (W)$.
\\[2mm]\noindent 4. Das folgt direkt aus den bereits bewiesenen Teilen. 
\end{proof}


\begin{Beispiel}[\textbf{Koprodukt als Schreivorschub}]
  Wir nehmen als $f:X\ra Y$ die konstante Abbildung von
  einer diskreten Menge $X$ zum einpunktigen Raum $Y\pdef\op{top}$.
  Dann ist $\mathcal F\in \op{Ab}_{/X}$ eine Familie $(\mathcal F_x)_{x\in X}$
  von abelschen Gruppen und $\mathcal G$ eine abelsche Gruppe.
  Ein Opkomorphismus "uber $f$ ist eine Gruppenhomomorphismus
  $\varphi:\mathcal G\ra \prod_{x\in X}\mathcal F_x$ und er ist eigentlich
  im Sinne von \ref{eigK} genau dann,
  wenn f"ur alle $t\in \mathcal G$ sein Bild
  $\varphi(t)$ endlichen Tr"ager hat alias 
  in $\bigoplus_{x\in X}\mathcal F_x\subset \prod_{x\in X}\mathcal F_x$ liegt. 
  Mithin ist $$f_!\mathcal F=\bigoplus_{x\in X}\mathcal F_x$$ der Schreivorschub
  von $\mathcal F$. Ich finde an diesem Beispiel bemerkenswert,
 in  wie wenig nat"urlicher Weise dabei das Koprodukt entsteht.
\end{Beispiel}











\begin{Beispiel}[\textbf{Offene Ausdehnung durch Null als Schreivorschub}] 
  Ist $j:X\ra Y$ die Einbettung einer offenen Teilmenge, so
  finden wir $(j_!\mathcal F)(V)=\{s\in\mathcal F(X\cap V)\mid
  \op{supp}s\As  V\}$.
  Andererseits erinnern wir aus dem algebraischen Beweis von
  \ref{AdInbb} unsere Konstruktion eines Linksadjungierten $j_{[!]}$ von
  $j^*$ durch 
$j_{[!]}\mathcal F$ die Garbifizierung der 
abelschen Pr"agarbe mit $U\mapsto \mathcal F(U)$ f"ur $U\co X$
und $U\mapsto 0$ sonst. Sie liefert einen offensichtlichen
Morphismus $j_{[!]}\mathcal F\ra j_!\mathcal F$. Andererseits ist klar, da"s
die Halme von $j_!\mathcal F$ an allen Punkten
au"serhalb von $X$ verschwinden m"ussen.
Also ist unser Morphismus ein Isomorphismus\label{ADDN}  
$$j_{[!]}\mathcal F\sira j_!\mathcal F$$
Ich finde auch in diesem Beispiel bemerkenswert, in wie wenig nat"urlicher
Weise unser Isomorphismus entsteht. 
\end{Beispiel}



\nichtfinal{WOANDERS! \begin{Ubung}
  F"ur separierte \'etale Abbildungen mu"s er mit dem  Schreivorschub
  "ubereinstimmen, den wir je nach Kontext $f_!$ oder
 $f_{(!)}$ notieren und f"ur den wir in diesem Fall in \ref{lfad} eine
 Adjunktion $(f_!,f^*)$ konstruiert haben.
\end{Ubung}}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Abgeschlossener Vorschub als Schreivorschub}] 
  Ist $f:X\ra Y$ die Einbettung einer abgeschlossenen Teilmenge, so
  ist $f$ eigentlich und wir\label{AvSv} 
  finden  $f_!\mathcal F=f_*\mathcal F$. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kompakte Schnitte als Schreivorschub}] 
  Ist $c:X\ra \op{top}$ die konstante Abbildung zum einpunktigen Raum
  $\op{top}$, so
  gilt $(c_!\mathcal F)(\op{top})=\Gamma_!\mathcal F$.  
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Schreivorschub f"ur lokal abgeschlossene Einbettungen}]
Ist  $b: Z \hookrightarrow X$ die Einbettung
einer lokal abgeschlossenen Teilmenge und $\cal{E} \in \op{Ab}_{/Z}$ 
eine abelsche
Garbe auf $Z$, so hat $b_{!}\cal{E}$ auf $Z$ dieselben Halme
wie $b_{\ast}\cal{E}$
und  nach \ref{AdIc} damit auch dieselben Halme
wie $\cal{E}$, in Formeln
$$(b_{!}\cal{E})_z\sira 
(b_{\ast}\cal{E})_z\sira (b^*b_{\ast}\cal{E})_z\sira\cal{E}_z\quad\forall z\in Z$$
 Au"serhalb von $Z$ jedoch verschwinden alle Halme der
Garbe $b_{!} \cal{E}$, die deshalb auch in dieser Allgemeinheit die
{\bf Ausdehnung von $\cal{E}$ 
  durch Null}\index{Ausdehnung durch Null} hei"st.
 Bredon \cite{Bre}
notiert sie 
$\cal{E}^X$.\index{)8bb@$\cal{E}^X$ {\it Ausdehnung durch Null}} 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl} Den Rechtsadjungierten eines Schreivorschubs $f_!$
  nennen wir, soweit es ihn denn gibt,
  einen {\bf Schreir"uckzug}\index{Schreir"uckzug} und notieren ihn $f^!$
  und haben ein adjungiertes Paar $(f_!, f^!)$. 
  Die entsprechenden Funktoren zwischen den opponierten Kategorien  bilden
  dann entsprechend ein adjungiertes Paar $(f^\shriek, f_\shriek)$. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungw}
  Sp"ater werden wir
  f"ur eine lokal abgeschlossene Einbettung mit
  $b^!, b^\shriek$ meist die entsprechenden derivierten
  Funktoren  bezeichnen und
  f"ur die hier erkl"arten underivierten Funktoren
  die neuen Notationen $b^{(!)}, b^{(\shriek)}$\index{)6shriek@$b^{(~!)}$
    Schnitte mit Tr"ager}
  einf"uhren, aber alles zu seiner Zeit.
\end{Bemerkungw}

\begin{Satz}[\textbf{Schreir"uckzug unter abgeschlossener Einbettung}] 
Gegeben eine abgeschlossene Einbettung
von  topologischen R"aumen  $i:C\hra X$
besitzt\label{AdIna}
 der Schreivorschub $i_!: \op{Ab}_{/C}\ra \op{Ab}_{/X}$
einen Rechtsadjungierten
 $i^!: \op{Ab}_{/X}\ra \op{Ab}_{/C}$.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl} Nach \ref{AvSv} stimmen in der Situation des Satzes
  wie bei jeder eigentlichen Abbildung
  Vorschub und Schreivorschub "uberein, in Formeln  $i_!=i_*$. 
  Nur aus didaktischen Gr"unden fasse den gew"ohnlichen Vorschub in diesem
  Fall als einen speziellen Schreivorschub auf. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Ohne Einschr"ankung sei $i$ die Einbettung einer abgeschlossenen 
Teilmenge.
Wir k"onnen dann $i^!\mathcal F$ beschreiben durch
$$(i^!\mathcal F)(W)\pdef\{s\in \mathcal F(V)\mid \op{supp}s\subset V\cap X\}$$
f"ur eine und jede offene Teilmenge $V\co X$ mit $V\cap C=W$ oder,
formal korrekter, als den Kolimes "uber alle derartigen $V$. 
Es ist klar, da"s die so definierte Pr"agarbe eine Garbe ist 
und da"s f"ur $\mathcal G\in  \op{Ab}_{/C}$ das Anwenden von
$i_!=i_\ast$ gefolgt vom Nachschalten des
 offensichtlichen Homomorphismus
$i_! i^!\mathcal F\ra\mathcal F$ 
eine Bijektion $\op{Ab}_{/C}(\mathcal G,i^!\mathcal F)\sira  
\op{Ab}_{/X}(i_!\mathcal G,\mathcal F)$ induziert.
\end{proof}

\begin{Beispiel}
  F"ur $i:C\hra X$ die Einbettung einer abgeschlossenen 
  Teilmenge
  liefern die Definitionen einen\label{snT} 
   Isomorphismus $\Gamma i^!\mathcal F\sira \Gamma_{\!C}\mathcal F $.
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Offener R"uckzug als Schreir"uckzug}] Im Fall einer
  offenen Einbettung $j$ ist der
  Schreir"uckzug nach dem vorhergehenden
  isomorph zum 
  gew"ohnlichen R"uckzug, 
  denn beide sind Rechtsadjungierte der
  Ausdehnung durch Null.
  Genauer liefern der in \ref{ADDN} konstruierte Isomorphismus
  $j_{[!]}\siRa j_!$
  zwischen der Ausdehnung durch Null und dem Schreivorschub unter
  der Einbettung $j$ einer offenen Teilmenge 
  zusammen mit der in \ref{AdInbb} konstruierten
  Adjunktion $(j_{[!]},j^*)$  eine Isotransformation\label{ORS} 
  $$j^!\siRa j^*$$
  zwischen dem Rechtsadjungierten des Schreivorschubs und
   dem gew"ohnlichen R"uckzug.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Schreir"uckzug unter
      lokal abgeschlossener Einbettung}]
  Aus unserer Adjunktion $(i_!, i^!)$
  f"ur abgeschlossene Einbettungen
  nach \ref{AdIna} zusammen mit der Adjunktion
  $(j_!,j^*)$ f"ur offene Einbettungen nach \ref{AdInbb} und
  dem Isomorphismus der Ausdehnung durch Null  mit dem 
  Schreivorschub $j_!$ nach \ref{ADDN}
  folgt unmittelbar, da"s auch f"ur jede Einbettung $b:Z\hra X$ mit einer
  lokal abgeschlossenen Teilmenge $b(Z)\subset X$ als
  Bild der  Schreivorschub $b_!:\op{Ab}_{/Z}\ra\op{Ab}_{/X} $
  einen\index{)6shriek@$f^{~!}$
    Schreir"uckzug!von abelschen Garben}
  Rechtsadjungierten $$b^!:\op{Ab}_{/Z}\ra\op{Ab}_{/X} $$ hat.\label{agAD} 
  Wir nennen $b^!$ den {\bf Schreir"uckzug}.\index{Schreir"uckzug}
  Den zugeh"origen Funktor auf opponierten Kategorien von Garben nennen wir
  ebenfalls den Schreir"uckzug und notieren
  ihn $b^\shriek$.
  Dieser Funktor ist dann auch kategorisch
  ein R"uckzug f"ur  $\op{Ab}^\shriek_{\sslash \op{Top}}\ra \op{Top}$.
  Im Fall der Einbettung $b$ einer lokal abgeschlossenen
  Teilmenge $Z\subset X$ und einer abelschen Garbe $\mathcal F\in \op{Ab}_{/X}$
  k"onnen wir $(b^!\mathcal F)(W)$ f"ur $W\co Z$ 
    beschreiben als die Menge aller\label{GBS} 
   Schnitte $s:W\ra \bar{\mathcal F}$, deren Fortsetzung durch
   Null auf  eine und jede offene Teilmenge $V\co X$ mit
   $V\cap Z=W$
   stetig ist.
\end{Bemerkungl}











  






\begin{Bemerkungl} 
Sei $b:Z\hra X$ die Einbettung einer lokal  abgeschlossenen Teilmenge.
Die Werte der
rechtsderivierten Funktoren $({\op{R}}^q  b^{!})\cal{F}$
des linksexakten Funktors $b^!$ 
auf einer abelschen Garbe $\mathcal F\in  \op{Ab}_{/X}$
hei"sen die 
{\bf lokalen Kohomologiegarben von $\mathcal F$ mit Tr"ager
  in $Z$}.\index{Kohomologiegarbe!lokale}\label{lokGg}
\end{Bemerkungl}



%[\textbf{Beziehung zwischen unseren lokalen Kohomologien}]
\begin{Bemerkungw}[\textbf{Lokale Kohomologiegruppen und -garben}]
  Sei $i:C\hra X$ die Einbettung einer 
  abgeschlossenen Teilmenge und $\mathcal F\in  \op{Ab}_{/X}$ eine abelsche Garbe. Die Beziehung der lokalen Kohomologiegarben zu den lokalen Kohomologiegruppen werden wir
in \ref{SSlok} beschreiben durch eine $E_2$-Spektralsequenz 
${\op{H}}^q(C;{\op{R}}^pi^!\mathcal F)\RA {\op{H}}^n_C(X;\mathcal F)$.
\end{Bemerkungw}
\begin{Bemerkungw}[\textbf{Lokale Kohomologiegruppen und die sechs Funktoren}]
  Seien $i:C\hra X$ die Einbettung einer 
  abgeschlossenen Teilmenge und $\mathcal F\in  \op{Ab}_{/X}$ eine abelsche Garbe.  Im Rahmen der \glqq sechs Funktoren\grqq\ in \eref{IuEG}{TSF} konstruieren wir
 noch genauer
 Isomorphismen $\mathcal H^n c_\ast i^!\mathcal F\sira
{\op{H}}^n_C (X;\mathcal F)$
mit $c:C\ra\op{top}$ der konstanten Abbildung auf einen Punkt.
Das ben"otigt jedoch den Formalismus der
derivierten Kategorien und
$c_*$ und $i^!$ bedeuten dabei die totalen Linksderivierten derjenigen Funktoren,
die wir bisher noch $c_*$ und $i^!$ notieren und f"ur
die wir sp"ater die Bezeichnungen  $c_{(*)}$ und $i^{(!)}$ vereinbaren werden.
\end{Bemerkungw}


%\begin{figure}[htbp]
%\begin{minipage}{0.45\textwidth}
%  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildYUV}
%\end{minipage}\hfill
% \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
%Graphische Darstellung von $X,Y,U,V$ aus der
%Definition der Garbe der lokalen Schnitte $\Gamma_Y\cal{F}$ 
%f"ur $Y$ ein 
%offenes Geradensegment und $\cal{F}$ eine abelsche Garbe auf
%der Ebene $X$.
%\end{minipage}
%\end{figure}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Ausdehnungen von Einschr"ankungen}]  
F"ur $Z\subset X$ eine lokal abgeschlossene\label{KaFuu} 
Teilmenge erhalten wir aus dem vorhergehenden  vier Funktoren 
von $\op{Ab}_{/X}$ zu sich selber, die wir im folgenden
der Reihe nach diskutieren. Sei $\cal{F}$ eine abelsche Garbe auf $X$
und bezeichne $b:Z\hra X$ die Einbettung.
\begin{description}
\item
[$b_{\ast}b^{\ast}\cal{F}$] hat meines Wissens keinen besonderen Namen.
Sogar f"ur $Z\subset X$ nicht notwendig lokal abgeschlossen lassen sich
die Schnitte dieser Garbe "uber $U\co X$ offen 
beschreiben als $(b_{\ast}b^{\ast}\cal{F})(U)
=\cal{F}(U\cap Z)$ mit der Notation von
\ref{EsRg} f"ur Schnitte einer Garbe 
"uber beliebigen, nicht notwendig offenen Teilmengen rechts.
\item[$b_{!}b^{!}\cal{F}$]
hat keinen Namen, ist jedoch, was man a priori
die \glqq Garbe der Schnitte von $\cal{F}$ mit Tr"ager in
      $Z$\grqq\  w"urde nennen wollen.
    F"ur jede offene Teilmenge
    $U\co X$ haben wir n"amlich 
    $(b_{!}b^{!} \cal{F})(U) 
= \left\{ s \in \cal{F} (U) \mid \op{supp}s\subset
      Z\right\}$. 
    \item[$b_{\ast}b^{!}\cal{F}$] hei"st 
  in der Literatur die \glqq Garbe der Schnitte von
  $\cal{F}$ mit Tr"ager in $Z$\grqq\ und\index{Garbe!der Schnitte
    mit Tr"ager in Teilmenge} wird  in der Literatur
  $\Gamma_{\!Z}\cal{F}\pdef b_{\ast}b^{!}\cal{F}$
  notiert.\index{G@$\Gamma_Z$ {\it Schnitte mit Tr"ager in $Z$}} 
  Mir gef"allt diese Terminologie nicht,
  da wie eben diskutiert
  $b_{!}b^{!}\cal{F}$ viel eher diese Bezeichnung verdient.
  Ich werde auch die Notation $\Gamma_{\!Z}$ nicht in diesem Sinne verwenden, da
  ich sie bereits anderweitig f"ur die Gruppe der globalen
  Schnitte mit Tr"ager in $Z$ aus \ref{glSk} im Fall einer abgeschlossenen
  Teilmenge $Z\As X$ vergeben habe. 
\item[$b_{!}b^{\ast}\cal{F}$] wird meist $\cal{F}_Z$
  notiert, etwa bei \cite{Bre} oder \cite{KS}.\index{)8ba@$\cal{F}_Z$
    bei Garben} 
Ich wei"s nicht, wie diese Garbe in Worten genannt wird. 
Spaltenstein benutzt stattdessen die Notation $\cal{F}_{Z\subset X}$,\index{)8ba@$\cal{F}_{Z\subset X}$ bei Garben} die mir 
 besser gef"allt. F"ur $Z\As X$ abgeschlossen f"allt diese Garbe mit
$b_{\ast}b^{\ast}\cal{F}$ zusammen, f"ur $Z\co X$ offen mit
$b_{!}b^{!}\cal{F}$.
\end{description}
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Einschr"ankungen von Ausdehnungen}]
Bei einer Komposition
in der anderen Richtung  unserer Funktoren  f"ur eine lokal abgeschlossene Einbettung erh"alt man stets 
die urspr"ungliche Garbe zur"uck.
Genauer ist nach \ref{AdIc}  f"ur eine beliebige Einbettung 
$b$ von topologischen R"aumen die
Koeinheit der Adjunktion eine Isotransformation
$ b^{\ast}b_{\ast}\siRa \op{id}$. F"ur die
Einbettung einer lokal abgeschlossenen Teilmenge
induziert sie offensichtlich eine  Isotransformation
$ b^{\ast}b_{!}\siRa \op{id}$, die wir im Lichte von \ref{leB} als
einen Spezialfall von les-Basiswechsel
verstehen k"onnen. Durch "Ubergang zu den Rechtsadjungierten
erhalten wir daraus auch eine
 Isotransformation
$\op{id}\siRa  b^{!}b_{\ast}$. Schlie"slich ist f"ur jede lokal abgeschlossene Einbettung $b$ offensichtlich $b_{!}$ exakt
und volltreu
und $b^{!}$ linksexakt und die Einheit der Adjunktion
folglich eine
Isotransformation $\op{id}\siRa b^{!}b_{!}$.\label{FUE} 
\end{Bemerkungl}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung} Gegeben ein kartesisches Diagramm von topologischen R"aumen 
 \begin{displaymath}
\xymatrix{
W \ar[d]_g\ar[r]^q &X \ar[d]^f\\
Z \ar[r]_p &Y
}
 \end{displaymath}
 mit abgeschlossenen Einbettungen in den Vertikalen liefert
 die Isotransformation $ g_{*} q^{*}
 \siRa p^{*}  f_{*} $ des eigentlichen Basiswechsels f"ur Mengengarben
 \ref{EBWA} eine Isotransformation auf den entsprechenden Funktoren
 f"ur abelsche Garben und durch "Ubergang zu den Rechtsadjungierten eine
 Isotransformation  $ f^! p_{*} 
 \siRa q_{*} g^{!}$.\label{NatER}  
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Gegeben ein topologischer Raum $X$ mit einer 
abgeschlossenen Teilmenge $C\As X$ 
bezeichne $i:C\hra X$ und $u:X\backslash C\hra X$ die Einbettungen. 
Man zeige, da"s f"ur jede abelsche Garbe $\cal{F} \in \op{Ab}_{/X}$ die 
Adjunktionsmorphismen eine linksexakte Sequenz
$$i_{\ast}i^{!} \cal{F}\hookrightarrow \cal{F} 
\rightarrow u_{\ast}u^{\ast} \cal{F}$$
liefern, die  f"ur welkes und insbesondere 
f"ur injektives $\cal{F}$ 
exakt ist, ja  st"arker exakte Sequenzen von Schnitten "uber jeder
offenen Teilmenge  induziert. 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Man zeige f"ur die Einbettung $b$ einer lokal abgeschlossenen Teilmenge,
  da"s $b^!$ welke abelsche Garben zu welken abelschen  Garben macht und
  da"s welke abelsche Garben  $b^!$-azyklisch sind.\label{rzwU}  Hinweis: \ref{KfAz}.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}\label{BaWEE}
  F"ur $W,Z$  lokal abgeschlossene Teilmengen eines topologischen Raums $X$ und $\mathcal F\in\op{Ab}_{/X}$
  konstruiere man einen Isomorphismus 
  $$(\cal{F}_W)_Z\sira \cal{F}_{(W\cap Z)}$$
  Einen derartigen Isomorphismus wird 
uns auch der \'etale separierte 
Basiswechsel \ref{leB} liefern. Die Chancen stehen gut, da"s Sie bei der
Bearbeitung der "Ubung genau diesen Isomorphismus angeben werden.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Unvertr"aglichkeit von $i^!$ mit $K\otimes_k$}]
Wir betrachten in $\DR^2$ die unendliche Vereinigung
von vom Ursprung ausgehenden 
Strahlen $$X\pdef \bigcup_{n\geq 1} \DR_{\geq 0}(n,1)^\top$$ der Steigungen $1/n$
und die Einbettung $i:\{0\}\hra X$ der einelementigen Teilmenge, die nur aus dem Nullvektor besteht. 
Die lokale Kohomologie ${\op{H}}^q_{\{0\}}(X;k)$ 
am Ursprung ist  ein abz"ahlbares Produkt von Kopien
des Koeffizientenrings $k$ f"ur $q=1$ und Null sonst. Unser Raum ist 
lokal singul"ar-azyklisch, also haben wir auch 
$${\op{R}}^qi^!k_X\cong {\op{H}}^q_{\{0\}}(X;k)$$ f"ur
$i$ die Einbettung des Ursprungs in $X$. Insbesondere 
ist $i^!$ im allgemeinen nicht vertr"aglich mit der Erweiterung
von Skalaren durch den Linksadjungierten zur Restriktion.
Wir werden sp"ater zeigen, da"s $i^!$ dahingegen vertr"aglich ist
mit der Erweiterung
von Skalaren durch den Rechtsadjungierten zur Restriktion der Skalare.
\end{Ubung}


\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildfF}\\[4mm]
\noindent
\nichtfinal{NOCH KLAMMERNOTATION IN DER GRAPHIK AENDERN!}
Die 
Ausdehnung durch Null und das direkte Bild der konstanten Garbe $\cal{F}$
mit Halm $\DZ/2\DZ$ unter der offenen Einbettung $u:\DR^\times\hra \DR$.
Dargestellt sind zwei R"aume, bei denen die Garbe der stetigen Schnitte 
der offensichtlichen vertikalen Projektion auf die waagerechte Gerade
gerade 
$u_{!}\cal{F}$ beziehungsweise
$u_{*}\cal{F}$ sind. 
Im ersten Fall ist diese vertikale Projektion  \'{e}tale
und wir sehen den  \'{e}talen Raum der Ausdehnung durch Null. 
Im zweiten Fall ist die vertikale Projektion jedoch nicht \'{e}tale,
der \'{e}tale Raum des direkten Bildes ist eben nicht Hausdorff und deshalb
schwer graphisch darzustellen. Man erkennt jedoch gut, da"s der Halm 
am Ursprung der Garbe $u_{*}\cal{F}$ aus genau vier Elementen besteht: 
Kommt von unten bleibt unten, kommt von oben bleibt unten, 
kommt von unten geht nach oben, kommt von oben geht wieder nach oben. 
\end{figure}

\begin{Ubung}[\textbf{\'Etaler Raum der Ausdehnung durch Null}]
Ist $b: Z \hookrightarrow X$ eine lokal abgeschlossene Einbettung
und $\cal{E}$
eine abelsche Garbe auf $Z$, so ist im \'etalen Raum
$\op{\acute{e}t}({b_{\ast}\cal{E}})$ der Bildgarbe die Vereinigung aller Halme
"uber Punkten von
$b(Z)$ mit dem Bild des Nullschnitts\label{Adehn} 
der \'etale Raum der
 Untergarbe
$b_{!} \cal{E} \subset b_{\ast} \cal{E}$.
Man kann umgekehrt zeigen, da"s f"ur 
$b:Z\hra X$ eine beliebige 
Einbettung und $\cal{E}$ eine konstante nichttriviale
Garbe auf $Z$ der eben betrachtete Teilraum
von $\op{\acute{e}t}({b_{\ast}\cal{E}})$ genau dann \'etale ist "uber $X$, wenn
$b$ lokal abgeschlossen ist. F"ur mehr dazu vergleiche \cite{God}.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}[\textbf{Transformation $b^{!} \RA b^{\ast}$ in einem Spezialfall}] 
  F"ur jede lokal abgeschlossene Einbettung $b$ 
erhalten wir eine Transformation $b^{!} \RA b^{\ast}$, 
indem wir auf die durch die Adjunktionen gegebene Transformation
$b_{!}b^{!} \RA \op{id}\RA b_{\ast}b^{\ast}$ 
den Funktor $b^{\ast}$ anwenden und\label{TFBB}  
unsere
Isotransformationen $b^{\ast}b_{!}\siRa b^{\ast} b_{\ast} 
\siRa \op{id}$ aus \ref{FUE} ben"utzen.
F"ur jede
  offene Einbettung $b$ ist diese Transformation
unsere Isotransformation  $b^{!} \siRa b^{\ast}$
aus \ref{agAD} und f"ur die Einbettung einer lokal abgeschlossenen Teilmenge
ist es der offensichtliche durch die Beschreibung von $b^{!}$  in
\ref{agAD} gegebene injektive Garbenhomomorphismus.  
\end{Ubung}





\begin{Ubung}[\textbf{R"uckzug eigentlicher Opkomorphismen}]
  Gegeben sei "uber einem kartesischen Diagramm $fq=pg$ von topologischen R"aumen ein Diagramm von abelschen Garben und Opkomorphismen
  $\bar f\bar q=\bar p\bar g$.\label{ReOp} 
  Man zeige:
  Sind die Horizontalen $\bar p,\bar q$
  kartesisch %kokartesisch war doch wohl Quatsch
  und ist $\bar f$ eigentlich,
  so ist auch  $\bar g$ eigentlich. Hinweis: Man gehe aus von einem
  eigentlichen Komorphismus $\mathcal G\ra \mathcal F$ "uber $f$.
  Es gilt zu zeigen, da"s der induzierte Komorphismus
  $p^\ast\mathcal G\ra q^\ast\mathcal F$ "uber $g$ alias der
  davon induzierte Garbenhomomorphismus $p^\ast\mathcal G\ra g_\ast q^\ast\mathcal F$ faktorisiert "uber $g_! q^\ast\mathcal F$.
  Dazu reicht es zu zeigen, da"s $p^\ast\mathcal G$ als abelsche Garbe erzeugt
  wird von Schnitten, die in  $g_! q^\ast\mathcal F$ landen. Schlie"slich
  "uberlegt man sich, da"s die von Schnitten von $\mathcal G$
  zur"uckgeholten Schnitte von $p^\ast\mathcal G$ die abelsche
  Garbe $p^\ast\mathcal G$ erzeugen und  in  $g_! q^\ast\mathcal F$ landen.
\end{Ubung}




\subsection{Lokal eigentliche Abbildungen}

\begin{Definition}
Eine stetige Abbildung
$f :X \ra Y$ topologischer R"aume hei"se  
{\bf lokal eigentlich},\index{lokal eigentlich}\index{eigentlich!lokal}
 wenn es f"ur jeden Punkt $x \in X$ und jede
Umgebung $U$ von $x$\label{LEAm} 
Umgebungen $A\subset U$ von $x$ und $V\subset Y$
von $f(x)$ gibt derart, da"s gilt $f(A) \subset V$ 
und da"s $f: A \ra V$ eigentlich
ist.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Diese
 Allgemeinheit
 geht in Richtung von
 Grothendieck's Desiderata nach \cite[1.5.2, Note $81_2$]{RS}.
 In \cite{RV} wird das Konzept einer lokal eigentlichen
 Abbildung unter einer anderen Bezeichnung
 eingef"uhrt.
\end{Bemerkungl}





\begin{Bemerkungw}
  Sie d"urfen als "Ubung \ref{frtgv} zeigen, da"s jede
  Verkn"upfung von lokal eigentlichen Abbildungen lokal eigentlich ist.
\end{Bemerkungw}
  \begin{Beispiele}
    Eine Einbettung $i:X\hra Y$ %alias  initiale Injektion 
von topologischen R"aumen\label{etle} 
ist lokal eigentlich genau dann, wenn ihr Bild lokal
    abgeschlossen ist. Jede \'etale Abbildung ist lokal eigentlich. 
\label{lepp} 
Die konstante Abbildung von einem Raum auf
    einen Punkt ist lokal eigentlich genau dann, wenn der fragliche Raum lokal
    kompakt ist.
\end{Beispiele}



% \begin{Bemerkungl}\label{OfF}
% Sei $f : X \rightarrow Y$ eigentlich.
% Gegeben $X \As X$ und $W \co X$ ist $\{x \in Y \mid (f^{-1} (x) \cap Z)
% \subset   W  \}$ offen in $Y$, denn f"ur $K \As X$ das
% Komplement von $W$ ist das Komplement unserer Menge genau $f(Z \cap K)$.
% \end{Bemerkungl}

\begin{Lemma}
  Jede  eigentliche und separierte Abbildung ist
lokal eigentlich.\label{esl} 
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}
Das ist das relative Analogon  der Tatsache,
da"s jeder kompakte Hausdorffraum lokal kompakt ist.
Eine beliebige eigentliche Abbildung mu"s keineswegs lokal
eigentlich sein, selbst wenn sie konstant ist.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}\label{OfF}
  Wir schicken dem Beweis eine Vorbemerkung voraus.
  Sei $f : X \rightarrow Y$ stetig.
Gegeben $Z \subset X$ mit $f : Z \rightarrow Y$
eigentlich und $U \co X$ ist $\{y \in Y \mid (f^{-1} (y) \cap Z)
\subset  U  \}$ offen in $Y$, denn f"ur $K \As X$ das
Komplement von $U$ ist das Komplement unserer Menge genau $f(Z \cap K)$.
\end{Bemerkungl}
  \begin{proof}
    Sei $f : X \rightarrow Y$ unsere eigentliche und separierte
Abbildung.   Gegeben $x \in X$ mit einer offenen
    Umgebung $U \co X$ betrachten wir $Z \pdef X \backslash U$.  
Wir setzen $y \pdef f(x)$.
     F"ur jeden Punkt
$z \in f^{-1} (y) \cap Z$ gibt es eine offene Umgebung
    $W_z \co X$ von $z$ und eine offene Umgebung $ B_z \co U$ von $x$ mit $W_z
    \cap B_z = \emptyset$.  Endlich viele solche $W_z$ "uberdecken das
    Kompaktum $f^{-1} (y) \cap Z$. Ist $W$ ihre Vereinigung und $B$ der
    Schnitt der zugeh"origen $B_z$, so gilt $x \in B \co U \co X$, $(f^{-1}
    (y) \cap Z) \subset W \co X$ und $B \cap W = \emptyset$.  Nach \ref{OfF}
    finden wir eine offene Umgebung $V \co Y$ von $y$ mit $(f^{-1} (V) \cap Z)
    \subset  W$.  Der Abschlu"s $A$ von $B \cap f^{-1} (V)$ in
    $f^{-1} (V)$ trifft also $f^{-1} (V) \cap Z$ nicht und ist folglich eine
    in $U$ enthaltene Umgebung von $x$ derart, da"s $f: A \rightarrow V$
    eigentlich ist.
  \end{proof}


\begin{Lemma}
  \label{locp}
  Seien $g \colon Z \ra X$ und 
$f \colon X \ra Y$ stetig. Ist $f \circ g$
  lokal eigentlich und $f$  separiert, so ist bereits
   $g$ lokal eigentlich.
\end{Lemma}


\begin{proof}
  Sei $W \subset Z$ eine Umgebung von $z \in Z$.
  Ist $f \circ g$  lokal eigentlich, so gibt es Umgebungen
  $A \subset W$ von $z$ und $V$ von $f(g(z))$ derart, da"s $f \circ g$
  eine eigentliche Abbildung $A \ra V$ induziert.
  Diese Abbildung faktorisiert als
  \begin{equation*}
    A \xrightarrow{\breve{g}} f^{-1}(V) \xrightarrow{\breve{f}} V
  \end{equation*}
  mit $\breve{g}$ und $\breve{f}$ jeweils den von $g$ und $f$ induzierten Abbildungen.
  Da $\breve{f}$  nach \eref{ESAA}{TM} separiert ist,
  zeigt \eref{SaA}{TM}, da"s
  $\breve{g}\colon A \ra f^{-1}(V)$ eigentlich ist.
  Das zeigt, da"s $g$ lokal eigentlich ist.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}
  Im folgenden werden lokal eigentliche separierte Abbildungen oft vorkommen. 
  Wir nennen sie abk"urzend {\bf les-Abbildungen}\index{les-Abbildung} oder
  als Eigenschaft {\bf les}.\index{les lokal eigentlich separiert} 
\end{Bemerkungl}
\begin{Korollar}
  \label{c:loc}
  Jede stetige Abbildung $g\colon Z \ra X$ 
  von einem lokal kompakten
  Hausdorffraum $Z$ in einen Hausdorffraum $X$ ist eine les-Abbildung. 
\end{Korollar}

\begin{proof}
  Da $Z$  lokal kompakt ist und $X$ Hausdorff, mu"s $g$ 
  lokal eigentlich sein nach 
  \ref{locp}. Da $Z$ Hausdorff ist, ist 
  $g$  separiert.
  \end{proof}

\begin{Lemma}[\textbf{Lokale Eigentlichkeit ist stabil unter Basiswechsel}] 
  Ist in einem kartesischen Diagramm einer der urspr"unglichen Pfeile lokal
  eigentlich, so auch der gegen"uberliegende Pfeil\label{LSB}
 aus dem Faserprodukt.
\end{Lemma}
\begin{proof}
  Wir schreiben unser kartesisches Diagramm aus als
$$\xymatrix{\kart 
  T \ar[r]^{q}\ar[d]_{g} & X\ar[d]^{f}\\
  Z \ar[r]^{p} & Y }$$
Wir nehmen $f$ lokal eigentlich an und wollen dasselbe f"ur $g$ zeigen.
Sei also $t\in T$ gegeben mit einer Umgebung $S\subset T$.
Wir k"onnen, indem wir $S$ notfalls verkleinern, ohne Beschr"ankung der
Allgemeinheit annehmen, da"s es 
eine Umgebung $V\subset X$ von $q(t)$ und eine
Umgebung $W\subset Z$ von $g(t)$ gibt derart, da"s gilt $g(S)\subset W$ und 
$q(S)\subset V$ und da"s auch das Diagramm von Teilr"aumen
$$\xymatrix{\kart
  S \ar[r]^{q}\ar[d]_{g} & V\ar[d]^{f}\\
  W \ar[r]^{p} & Y }$$
kartesisch ist. 
Dann finden wir eine Umgebung $A\subset V$ von $q(t)$
und eine Umgebung $U\subset Y$ von $f(q(t))$ derart, da"s 
$f:A\ra U$ eigentlich ist. Dasselbe folgt f"ur den durch Basiswechsel
entstehenden
Morphismus $g:q^{-1}(A)\ra p^{-1}(U)$. 
\end{proof}


% \begin{Bemerkungl}\emph{(Tr"aumerei)} 
% Sei $f:Y\ra X$ separiert (?) und lokal eigentlich.
% Versehe $Y\sqcup X$ mit der Topologie, f"ur die abgeschlossen sind:
% Alle abgeschlossenen Teilmengen von $X$, und alle Mengen $A\sqcup B$ f"ur
% $A\As Y$ und $B\pdef\{y\in X\mid A\cap f^{-1}(y)\text{ ist nicht kompakt}\}$.
%  Ist das eine Topologie? Ist $ p:Y\sqcup X\ra X$ eigentlich?
% Ist $Y\hra Y\sqcup X$ eine offene Einbettung und $X\hra Y\sqcup X$
% eine abgeschlossene Einbettung? Gibt es "uberhaupt eine Topologie auf 
% $Y\sqcup X$ mit diesen Eigenschaften? Und gilt ein Analogon zum Satz von 
% Tychonov f"ur eigentliche Abbildungen?
% \end{Bemerkungl}


\begin{Satz}[\textbf{Vereigentlichung}]
  F"ur jede stetige Abbildung\label{VerEE} $f : X \rightarrow Y$ gilt:
  \begin{enumerate}
  \item
    Die Mengen $U \sqcup V$ mit $U \co X$
    und $V \co Y$ und $f : f^{-1} (V) \backslash U \rightarrow V$ eigentlich bilden  eine Topologie auf der disjunkten Vereinigung $X \sqcup Y$;
  \item Die Abbildung   $\bar f \pdef (f,\op{id}_Y): X \sqcup Y \rightarrow Y$ ist eigentlich in Bezug auf diese Topologie.
  \end{enumerate}
\end{Satz}

\begin{Bemerkungl}
  Gegeben eine stetige Abbildung $f:X\ra Y$ notieren wir
  $X\sqcup Y$ mit seiner Topologie aus dem Satz  $X \vsqcup_f Y$\index{)u@$\vsqcup$ Vereigentlichung}
    oder abk"urzend $$X \vsqcup Y$$ und nennen $\bar f : X \vsqcup Y \rightarrow Y$ die {\bf Vereigentlichung von $f$}.\index{Vereigentlichung} Ist $Y$ ein Punkt, so spezialisiert
    unsere Vereigentlichung zur Ein-Punkt-Kompaktifizierung.
    Ist $f$ eine abgeschlossene Einbettung, so spezialisiert
    unsere Vereigentlichung zum Koprodukt $X\sqcup Y$ der beteiligten R"aume.
  Offensichtlich ist die Einbettung von $X$ nach $X \vsqcup Y$ eine offene Einbettung und die Einbettung von $Y$ nach $X \vsqcup Y$ eine abgeschlossene Einbettung.
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}
1.  Sei eine Familie $(U_i \sqcup V_i)_{i \in I}$ solcher Mengen
  gegeben. So ist $U := \bigcup U_i$ offen in $X$
  und $f : f^{-1} (V_i) \backslash
U \rightarrow V_i$ ist eigentlich als Verkn"upfung der abgeschlossenen Einbettung $f^{-1} (V_i) \backslash U \rightarrow
f^{-1} (V_i) \backslash U_i$ mit der eigentlichen Abbildung $f : f^{-1} (V_i) \backslash U_i \rightarrow V_i$.
Da Eigentlichkeit lokal ist in der Basis, ist dann f"ur $V := \bigcup V_i$ auch $f: f^{-1} (V) \backslash U \rightarrow V$
eigentlich.
Seien andererseits $(U_1 \sqcup V_1)$ und $(U_2 \sqcup V_2)$ gegeben. Mit $f^{-1} (V_1) \backslash U_1 \rightarrow V_1$ ist
auch $f: f^{-1} (V_1 \cap V_2) \backslash U_1 \rightarrow V_1 \cap V_2$
eigentlich als Basiswechsel einer eigentlichen Abbildung.
Dasselbe gilt f"ur $f: f^{-1} (V_1 \cap V_2) \backslash U_2 \rightarrow V_1 \cap V_2$ und
mit \eref{VUAa}{TM} folgt die Eigentlichkeit von $f: f^{-1} (V_1 \cap V_2) \backslash (U_1\cap U_2) \rightarrow V_1 \cap V_2$.
\\[2mm]\noindent
2. Offensichtlich ist $\bar f:=(f, \op{id}_Y) : X \vsqcup_f Y \rightarrow Y$ stetig.
Diese Abbildung ist sogar abgeschlossen, denn wir haben
\begin{equation*}
\bar f (X \vsqcup Y \backslash U \vsqcup V) = Y \backslash V \cup f( X \backslash U)
= Y \backslash V \cup f ( f^{-1} (V) \backslash U)
\end{equation*}
Gegeben ein weiterer topologischer Raum $Z$ zeigen wir nun, da"s  die offensichtliche Bijektion eine stetige Abbildung
\begin{equation*}
(X \times Z) \vsqcup (Y \times Z) \rightarrow (X \vsqcup Y) \times Z
\end{equation*}
ist. In der Tat, gegeben $U \sqcup V \co X \vsqcup Y$ und $W \co Z$ gilt es zu zeigen $(f \times \op{id}_Z) : f^{-1} (V \times W)
\backslash (U \times W) \rightarrow V \times W$ eigentlich. Das aber folgt aus der Eigentlichkeit von $f : f^{-1} (V) \backslash U \rightarrow
V$ durch Basiswechsel. Um nun zu zeigen, da"s $\bar f$ eigentlich ist,
 betrachten wir f"ur einen weiteren Raum $Z$ die Komposition $$(X \vsqcup Y) \times Z \rightarrow (X \times Z)
\vsqcup (Y \times Z) \rightarrow Y \times Z$$ und m"ussen nur bemerken, da"s die erste dieser Abbildungen abgeschlossen ist
als Inverse unserer stetigen Bijektion, die wir gerade
hergeleitet hatten, und da"s die zweite abgeschlossen ist nach unserer Vor"uberlegung vom Beginn des Beweises des zweiten Teils.
\end{proof}

\begin{Satz}
Die Vereigentlichung einer les-Abbildung ist stets separiert.\label{VerLE} 
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Das ist ein relatives Analogon der
  Tatsache, da"s die Einpunktkompaktifizierung
  eines lokal kompakten Hausdorffraums stets Hausdorff ist.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Sei $f : X \rightarrow Y$ unsere les-Abbildung. Es gilt zu zeigen, da"s $\bar f : X \vsqcup Y
\rightarrow Y$ separiert ist, da"s also je zwei verschiedene Punkte aus
ein- und derselben Faser disjunkte Umgebungen haben. Der einzig
nichttriviale Fall betrifft Punkte $\op{in}_X (x), \op{in}_Y (y)$ mit $f (x) = y$.
Nach Annahme gibt es eine offene Umgebung $ V \co Y $ von $y$ und eine Umgebung $A \subset X$ von $x$ mit
$f (A) \subset V$ und $f : A \rightarrow V$ eigentlich.
Dann ist die Verkn"upfung $A \rightarrow f^{-1} (V) \rightarrow V$ eigentlich. Da $f^{-1} (V) \rightarrow V$ separiert ist,
mu"s auch $A \rightarrow f^{-1} (V)$ eigentlich sein und wir finden $A \As f^{-1} (V)$.
Bilden wir also $U := f^{-1} (V) \backslash A$, so ist $U \sqcup V$ eine Umgebung von $\op{in}_Y (y)$ in $X \vsqcup Y$
und disjunkt zur Umgebung $\op{in}_X (A)$ von $\op{in}_X (x)$.
\end{proof}

\begin{Korollar} Eine stetige Abbildung ist
  lokal eigentlich separiert genau dann, wenn sie sich als
  offene Einbettung gefolgt von einer separierten
  eigentlichen Abbildung schreiben l"a"st.\label{frtg}  
\end{Korollar}
\begin{proof} Ist $f:X\ra Y$ les, so ist $X\ra X\vsqcup Y\ra Y$
  nach \ref{VerEE} und \ref{VerLE} eine Faktorisierung der gesuchten Art. 
  Gegeben eine Faktorisierung $f=g\circ u$ der behaupteten Art ist $f$
  lokal eigentlich als Verkn"upfung lokal eigentlicher Abbildungen
  nach "Ubung \ref{frtgv}, da $u$ als offene Einbettung
  nach \ref{etle} und $g$ als separierte eigentliche Abbildung nach \ref{esl}
  beide lokal eigentlich sind. Weiter
  sind sie beide separiert, also nach "Ubung \eref{SRH}{TM} 
  auch ihre Verkn"upfung.
\end{proof}


\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}\label{Elll}
  Sei $f : X \ra Y$ stetig.
  Besitzt $X$ eine "Uberdeckung durch offene Teilmengen $U$ derart,
  da"s die Restriktionen $f:U\ra Y$ jeweils lokal eigentlich sind,
  so ist auch $f$ selbst  lokal eigentlich.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Jede Verkn"upfung von lokal eigentlichen Abbildungen ist lokal eigentlich.
 \label{frtgv} 
\end{Ubung}

\subsection{Lokal eigentlicher separierter Basiswechsel} 

\begin{Satz}[\textbf{Lokal eigentlicher separierter Basiswechsel}]
Seien $p g=f q$
ein kartesisches Quadrat  von topologischen R"aumen
mit\label{BaWeax} 
les-Vertikalen $f,g$ und  $\bar p \bar g=\bar f\bar q$
dar"uber ein kommutatives Diagramm von Opkomorphismen abelscher Garben  
mit $\bar p, \bar q$ kartesisch. Ist dann
$\bar f$ \hyperref[EDBiAx]{schreikokartesisch}, so 
auch $\bar g$.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  In anderen Worten besagt dieser Satz, da"s
  die vom Basiswechsel \ref{BaWW} der Opgarbenfaserung 
  f"ur Funktoren zwischen nichtopponierten Kategorien von Garben induzierte 
  Transformation $p^{\ast} \! f_{\ast}  \RA
g_{\ast} q^{\ast} $  unter den  genannten
  Voraussetzungen Isomorphismen 
$p^{\ast}\! f_{!}\mathcal F  \sira
  g_{!} q^{\ast} \mathcal F$
  auf den jeweiligen Unterobjekten induziert, also eine
  Isotransformation $$p^{\ast}\! f_{!}  \siRa
  g_{!} q^{\ast} $$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Eigentlicher und \'etaler Basiswechsel
      als Spezialfall}] Sind speziell $f,g$ eigentlich separiert,
  so haben wir $f_!=f_*$ und $g_!=g_*$ und erhalten als Spezialfall
  den eigentlichen Basiswechsel
  $p^{\ast}\! f_{*}  \siRa g_{*} q^{\ast} $ aus \ref{EBWA}.
  Sind speziell  $f,g$ offene Einbettungen
  oder allgemeiner \'etale separiert, so werden wir gleich in \ref{lfad}
  Adjunktionen $(f_!,f^*)$ sowie $(g_!,g^*)$ konstruieren und "Ubergang zu
  den Rechtsadjungierten macht dann aus unserem lokal eigentlichen
  Basiswechsel den \'etalen Basiswechsel
  $f^*p_*  \siRa q_*g^* $ aus \ref{OBW}, notiert mit vertauschten Buchstaben
  und spezialisiert auf den Fall des R"uckzugs unter separierten \'etalen
  Abbildungen. 
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}
  Nach \ref{frtg} ist eine stetige Abbildung genau
  dann les, wenn sie sich als Verkn"upfung einer
  offenen Einbettung gefolgt von einer 
  separierten eigentlichen Abbildung  schreiben l"a"st.
  Weil "uber
  separierten Abbildungen  die Verkn"upfung
  schreikokartesischer Opkomorphismen nach  \ref{eiPL} 
  wieder schreikokartesisch ist und es stets Schreivorsch"ube gibt, 
  reicht es also, 
  unsere Aussage f"ur $f$ separiert eigentlich und
  f"ur $f$ eine offene Einbettung zu zeigen.
   Im ersten Fall
   ist das eigentlicher Basiswechsel \ref{EBWA}.
   Im zweiten Fall offenen Einbettung ist der Schreivorschub nach \ref{ADDN}
   die Ausdehnung durch Null und damit ist 
    die Behauptung auch schnell gepr"uft.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl} Ist $f:X\ra Y$ eine les-Abbildung und $p:Z\ra Y$ eine
  beliebige Abbildung und gilt $f(X)\cap p(Z)=\emptyset$, so erhalten wir
  $X\times_YZ=\emptyset$ und $p^*f_!=0$.\label{VlB}
  Wir sprechen dann vom {\bf Verschwinden durch leeren
    Basiswechsel}.\index{Basiswechsel!leerer} 
\end{Bemerkungl}

 
\begin{Satz}[\textbf{\'Etale Verdierdualit"at}] 
Gegeben $f:X\ra Y$  separiert \'etale 
ist der Schreivorschub  
$f_{!}:\op{Ab}_{/X}\ra\op{Ab}_{/Y}$ exakt und es gibt genau
eine Adjunktion $(f_!,f^*)$,
deren Koeinheit $f_!f^*\mathcal G\ra \mathcal G$
unter Restriktion auf eine beliebige Faser
und les-Basiswechsel \ref{BaWeax} der
Summation $\bigoplus_{x\in f^{-1}(y)}\mathcal G_y\ra \mathcal G_y$
entspricht.\label{lfad}
\end{Satz}


\begin{proof}
Mit  les-Basiswechsel \ref{BaWeax} erhalten wir 
 f"ur alle $y\in Y$  einen Isomorphismus $
  \bigoplus_{f(x)=y}\mathcal F_x\sira(f_!\mathcal F)_y$.
 Das zeigt, da"s $f_!$ exakt ist und mit beliebigen Koprodukten vertauscht.
 Das Vertauschen von $f_!$
 mit Koprodukten  zeigen wir im "ubrigen in \ref{VTVT} sogar f"ur
 beliebige les-Abbildungen. Gegeben eine separierte \'etale Abbildung $f:X\ra Y$
  und $\mathcal F\in \op{Ab}_{/X}$ und
$\mathcal G\in \op{Ab}_{/Y}$
  konstruieren wir nun eine Bijektion
  $$\op{Ab}_{/Y}(f_!\mathcal F,\mathcal G)\sira
  \op{Ab}_{/f}(\mathcal F,\mathcal G)$$
  Jeder Morphismus
  $\varphi:f_!\mathcal F\ra\mathcal G$  liefert ja mit \'etalem separierten  Basiswechsel  Gruppenhomomorphismen
  $\mathcal F_x\ra (f_!\mathcal F)_{f(x)}\ra \mathcal G_{f(x)}$. Wir zeigen nun, da"s diese in
  ihrer Gesamtheit eine stetige Abbildung
  $\bar{\mathcal F}\ra\bar{\mathcal G}$ alias einen Morphismus
  in  $\op{Ab}_{/f}(\mathcal F,\mathcal G)$ liefern und da"s wir so die
  gew"unschte Bijektion erhalten. Die Gesamtheit der abelschen Garben $\mathcal F\in\op{Ab}_{/X}$,
  f"ur die das stimmt, ist stabil unter  beliebigen Koprodukten
  und unter Kokernen,
  da unser Schreivorschub $f_!$  mit beliebigen 
  direkten Summen vertauscht und  exakt ist.
  Ist $j:U\hra X$ die Einbettung einer offenen Teilmenge derart,
  da"s $fj:U\ra Y$ immer noch eine offene Einbettung ist, so geh"ort
  $\mathcal F=j_!\DZ_U$ offensichtlich zu unserer Gesamtheit.
  Damit ist aber klar,
  da"s unsere Gesamtheit ganz $\op{Ab}_{/X}$ sein mu"s.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{R"uckw"artskompatibilit"aten
      im Fall offener Einbettungen}]
  Gegeben eine offene Einbettung $j:U\hra X$ hatten wir in
  \ref{ADDN} eine Isotransformation
  $j_{[!]}\siRa j_!$ zwischen der Ausdehnung durch Null
  und dem Schreivorschub konstruiert. In \ref{AdInbb} hatten wir eine
  Adjunktion $(j_{[!]},j^*)$ angegeben und in Satz \ref{lfad}
  haben wir nun zus"atzlich
  eine Adjunktion $(j_!, j^*)$ konstruiert. Der Leser wird leicht
  pr"ufen k"onnen, da"s sich diese beiden Adjunktionen unter
  unserer Isotransformation entsprechen, da"s also die in \ref{ORS}
  angegebene Isotransformation
  $j^!\siRa j^*$ mit der aus unserem Satz entstehenden
  Isotransformation
  $j^!\siRa j^*$ zusammenf"allt. 
\end{Bemerkungl}




\nichtfinal{Hier unpassend. \begin{Bemerkungl}
   Eine Verallgemeinerung,
  die auch den Fall lokal abgeschlossener Einbettungen mit einschlie"st,
  diskutieren wir in \eref{MDAY}{TSF}. 
\end{Bemerkungl}}




\begin{Bemerkungl}[\textbf{Etaler separierter Schreivorschub konstanter abelscher Garben}]  
  In \ref{AdInbh} hatten wir bereits f"ur  beliebige \'etale Abbildungen
  $f:X\ra Y$ die Existenz eines Linksadjungierten
  $f_{[!]}:\op{Ab}_{/X}\ra \op{Ab}_{/Y}$ des R"uckzugs
  $f^*:\op{Ab}_{/Y}\ra \op{Ab}_{/X}$ gezeigt und f"ur die freie
  abelsche Garbe $\DZ\mathcal F$ "uber einer Mengengarbe $\mathcal F$
  einen Isomorphismus
  $$f_{[!]}(\DZ\mathcal F)\sira \DZ(f_{!!}\mathcal F)$$
  hergeleitet f"ur $f_{!!}\mathcal F$ diejenige Mengengarbe auf $Y$,
  deren \'etaler Raum
  der \'etale Raum von $\mathcal F$ ist, aufgefa"st als
  \'etaler Raum "uber $Y$ durch Nachschalten von $f$. 
  Ist nun zus"atzlich $f$ separiert, so liefert der Satz zur Verdierdualit"at
  \ref{lfad} auch eine Adjunktion $(f_!,f^*)$ und zusammen
  erhalten wir eine Isotransformation
  $$f_{[!]}\siRa f_!$$
  Im Fall offener Einbettungen spezialisiert sie zur
  Identifikation \ref{ADDN} von Schreivorschub und Ausdehnung durch Null.
  Im allgemeinen erhalten wir daraus f"ur $f:X\ra Y$ \'etale
  separiert  in $\op{Ab}_{/Y}$ 
  einen Isomorphismus
  $$\DZ(\mathcal S_YX)\sira f_!\DZ_X$$
  zwischen der freien abelschen Garbe "uber der Mengengarbe mit
  \'etalem Raum $X$ und dem Schreivorschub der konstanten abelschen
  Garbe $\DZ_X$ auf $X$.  Analoges gilt f"ur beliebige konstante
  Garben auf $X$ und wird sich mit der derivierten Projektionsformel
  \eref{ProjFF}{TSF} der verflochteten Trennaustauschsituation der
  Modulgarben \eref{tzGG}{TSF} 
  formal als Konsequenz aus unserer Formel im Fall
  der konstanten Garbe $\DZ_X$ zusammen mit der Flachheit von $\pi_!\DZ_X$
  ergeben.
  Einfacher
  mag man den allgemeinen Fall als Konsequenz aus unserer Formel im Fall
  der konstanten Garbe $\DZ_X$ erhalten, indem man 
  bei tor\-sions\-frei\-em
  Halm die
  \glqq underivierte Projektionsformel\grqq\ \eref{ProFor}{TSF} anwendet und
  im allgemeinen zus"atzlich die Exaktheit von $f_!$ beachtet.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{R"uckw"artskompatibilit"at von Identifikationen}] 
  Die Identifikationen der
  Garbenfaserung $f^*\circ g^*\siRa (g\circ f)^*$ und $\op{id}\siRa \op{id}_X^*$
  induzieren vermittels der Adjunktionen der \'etalen Verdierdualit"at
  \ref{lfad}
  f"ur $f,g$ \'etale separiert Isotransformationen
  $g_!\circ f_!\siRa (g\circ f)_!$ und $\op{id}\siRa \op{id}_{X!}$.
  Der Leser mag pr"ufen, da"s sie mit den Identifikationen der
  Opgarbenschreikofaserung\label{vdei}  zusammenfallen. 
\end{Bemerkungl}
  

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Schreivorschub von Modulgarben}]
  Gegeben ein Morphismus
  von geringten R"aumen  $(X,\mathcal A)\ra (Y,\mathcal B)$ nennen wir einen Komorphismus von Modulgarben
  {\bf eigentlich},\index{eigentlich!Komorphismus von Modulgarben} wenn
  der zugrundeliegende Komorphismus von abelschen Garben eigentlich ist
  im Sinne von \ref{eigK}. Nach \ref{Eikoo} ist "uber einem
  topologisch eigentlichen Morphismus jeder Komorphismus von Modulgarben eigentlich.  Nach \ref{vkeK} ist die Verkn"upfung eigentlicher  Komorphismen von Modulgarben stets wieder eigentlich. Wir notieren die
  Menge aller eigentlichen Opkomorphismen alias Schreimorphismen
  von Modulgarben "uber einem Morphismus $f$
  von geringten R"aumen
  wie im Fall abelscher Garben $\op{Ab}^\shriek _{\sslash f}(\mathcal F, \mathcal G)$.
  Die Konstruktion schreikokartesischer Schreimorphismen \ref{eiPL} liefert
  offensichtlich auch einen Schreivorschub f"ur Modulgarben und in
  Verallgemeinerung von \ref{eiPL} restringiert  unser
  Funktor $\op{Ab}^{\shriek }_{\sslash \op{Ger}}\ra \op{Ger}$
   zu einer Kofaserung
  $$\op{Ab}^{\shriek }_{\sslash \op{Ger}^{\op{s}}}\ra \op{Ger}^{\op{s}}$$
   "uber der Kategorie $\op{Ger}^{\op{s}}\subset \op{Ger}$
   der geringten R"aume mit topologisch separierten
   Morphismen. Wir nennen sie die 
{\bf Schreikofaserung der Modulgarben}.\index{Schreikofaserung!f"ur Modulgarben}  
 Ihre Vorsch"ube
 sind unsere Schreivorsch"ube $f_\shriek=(f_!)^{\op{opp}}$ aus \ref{eiPL}. Im Fall einer offenen Einbettung $j$ ist $j_!$ die Ausdehnung durch Null
 von Modulgarben.
\end{Bemerkungl}



\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}[\textbf{Spur gewisser Schreivorsch"ube}]
  Gegeben $f:X\ra Y$ stetig und $\mathcal G\in\op{Ab}_{/Y}$ eine
  abelsche Garbe liefert 
  die Einheit der Adjunktion $(f^*,f_*)$ einen\index{Spur} 
  Garbenhomomorphismus $\mathcal G\ra f_*f^*\mathcal G$.
  Ist $f$ zus"atzlich \'etale und separiert,
  so liefert die Koeinheit der Adjunktion $(f_!,f^*)$
  aus der \'etalen Verdierdualit"at \ref{lfad}
  einen Garbenhomomorphismus $f_!f^*\mathcal G\ra\mathcal G$.
  Ist $f$ zus"atzlich 
  auch noch eigentlich,\label{spoz} 
  so ist die nat"urliche Einbettung aus \ref{eiPL} \nichtfinal{gibts nicht, reparieren!)} eine Isotransformation
  $f_!\siRa f_*$ und ihre Inverse liefert zusammen mit  
   den obigen Konstruktionen 
   einen Garbenhomomorphismus 
  $$ \mathcal G\ra f_*f^* \mathcal G\sira f_!f^* \mathcal G\ra \mathcal G$$
   Man zeige, da"s dieser Garbenhomomorphismus das Produkt
   mit der Kardinalit"at der Faser von $f$ ist, in Formeln also
  das Produkt  mit der lokal konstanten Funktion $y\mapsto |f^{-1}(y)|$ von
  $Y$ nach $\DZ$. Hinweis: Man ziehe sich mit Basiswechseln auf den Fall
  zur"uck, da"s $Y$ nur aus einem einzigen Punkt besteht. Allgemein
  nennt man im Fall eines
  Paars von Funktoren, f"ur das sowohl eine Adjunktion $(F,G)$ als auch
  eine  Adjunktion $(G,F)$ gegeben sind,  die Verkn"upfungen 
  $\op{Id}\RA FG\RA\op{Id}$ und $\op{Id}\RA GF\RA\op{Id}$ der Einheit der
  einen Adjunktion mit der Koeinheit der anderen {\bf Spurmorphismen}.\index{Spurmorphismus} In unserem Fall ist der
  zweite Spurmorphismus  die
  Identit"at
  $ \mathcal F\ra f^*f_! \mathcal F\sira f^*f_* \mathcal F\ra \mathcal F$. 
\end{Ubung}







\subsection{Schreivorschub und Kolimites}


\begin{Lemma}
Der Schreivorschub von abelschen Garben unter les-Abbildungen  und allgemeiner von Modulgarben unter les-Morphismen vertauscht mit filtrierenden\label{VTVT} 
Kolimites.
\end{Lemma}

\begin{proof}[Beweis]
Sei $f: X \ra Y$ les.
Wir behaupten, da"s f"ur jedes 
gerichtete System von abelschen Garben auf $Y$
die offensichtliche Abbildung einen Isomorphismus
\begin{displaymath}
\op{colf} \left( f_{!} \mathcal{F}_i\right)
\sira f_{!} \left(\op{colf} \mathcal{F}_i\right)
\end{displaymath}
liefert.
Da das Zur"uckholen mit Kolimites vertauscht, 
k"onnen wir uns mit Basiswechsel \ref{BaWeax}
auf den Fall eines einpunktigen Raums $Y$ zur"uckziehen 
und m"ussen also nur f"ur jeden
lokal kompakten Hausdorffraum zeigen, da"s das 
Bilden der Schnitte mit kompaktem Tr"ager
mit filtrierenden Kolimites vertauscht. 
Das aber wissen wir aus \ref{VTDLa}. Der Fall der Modulgarben folgt, da das
Vergessen der Modulstrukturen mit Kolimites und Schreivorschub vertauscht. 
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Koprodukt als Schreivorschub}]
  Ist $X$ ein topologischer Raum und $(\mathcal G_i)_{i\in I}$ eine Familie von
  Objekten von $\op{Ab}_{/X}$ und versehen wir die Indexmenge $I$ mit der
  diskreten Topologie und sind $ \op{em}_i: X \ra X\times I$
  die Einbettungen und ist ein Objekt
  $\mathcal G\in \op{Ab}_{/X\times I}$   gegeben zusammen mit Isomorphismen $\op{em}_i^*\mathcal G\sira \mathcal G_i$,
  so liefern diese Isomorphismen zusammen nach \eref{pgklj}{TG} einen Isomorphismus
  $\bigoplus_{i\in I} \op{em}_{i!}\mathcal G_i\sira \mathcal G$ und der Schreivorschub unter
  der Projektion auf $X$ liefert nach \ref{VTVT} einen  Isomorphismus\label{pgBIt} 
  $$\bigoplus_{i\in I}\mathcal G_i\sira \op{pr}_{X!}\mathcal G$$
  Dasselbe gilt f"ur Modulgarben auf einem geringten Raum $X=(X,\mathcal A)$. 
\end{Bemerkungl}






\newpage
\section{"Aquivariante Theorie}
 \nichtfinal{Gut hier?} In meinen Augen ist die Erweiterung der Theorie zu "aquivarianten
Situationen von zentraler
Wichtigkeit,
weil wir hier auf eine gro"se Vielfalt von nichttrivialen explizit
berechenbaren Beispielen treffen. 




\subsection{"Aquivariante Garben}
 


\begin{Bemerkungl}
  Gegeben ein topologischer Raum  mit der Operation eines topologischen
  Monoids 
  $G\acts X$ verstehen wir unter
  einer\label{gAQm}  
  {\bf $G$-"aquivarianten Mengengarbe auf $X$}\index{"aquivariant!Garbe}
  eine
  Garbe $\mathcal F\in\op{Ens}_{/X}$ mit einer stetigen Operation
  $G\times \bar{\mathcal F}\ra \bar{\mathcal F}$ unseres Monoids
  auf ihrem \'etalen Raum
  derart, da"s  Projektion $\bar{\mathcal F}\ra X$ 
  "aquivariant ist. Die Kategorie der $G$-"aquivarianten
  Mengengarben auf $X$ notieren wir $$\op{Ens}_{/G {\sacts} X}$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}[\textbf{"Aquivariante Garben auf dem einpunktigen Raum}]
  Im Fall eines einpunktigen Raums und eines
  diskreten Monoids ist das Bilden der globalen Schnitte
  f"ur jedes Mengensystem $\mathfrak U$ ein Isomorphismus von Kategorien
  $$\mathfrak U\!\op{Ens}_{/G \sacts {\op{top}}}\sira G\op{-}\mathfrak U\!\op{Ens}$$
    Im Fall eines topologischen Monoids $G$ gilt dasselbe, wenn wir
    $G\op{-}\mathfrak U\!\op{Ens}$\index{Ens@$G\op{-Ens}$
      Kategorie der $G$-Mengen}
    verstehen als die Kategorie aller
    Mengen $F\in\mathfrak U$ mit einer  $G$-Operation, die als Abbildung 
    $G\times F\ra F$ stetig ist f"ur die diskrete Topologie auf $F$.
     Ist $G$ eine topologische Gruppe und gibt es in $G$ eine zusammenh"angende
     Umgebung des neutralen Elements, so liefert der R"uckzug
     vom Quotienten
     nach der Einskomponente   einen Isomorphismus von\label{Gpt} Kategorien
     $$(G/G^\circ)\op{-}\mathfrak U\!\op{Ens}\sira
     G\op{-}\mathfrak U\!\op{Ens}$$ 
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{"Aquivariante Garben bei trivialer Operation}]
  Ist $G$ ein diskretes Monoid, das auf einem Raum $X$ trivial operiert,
so ist eine $G$-"aquivariante Mengengarbe  auf $X$ dasselbe wie eine 
Garbe $\mathcal F\in \op{Ens}_{/X}$ 
mit einem Monoidhomomorphismus $G\ra \op{Ens}_{/X}(\mathcal F)$
von $G$ in das Monoid ihrer Endomorphismen.  Etwas formaler erhalten wir so
f"ur jedes Mengensystem $\mathfrak U$ einen
Isomorphismus von Kategorien
$$\mathfrak U\!\op{Ens}_{/G {\sacts} X}\sira
\op{Cat}([G],\mathfrak U\!\op{Ens}_{/X}) $$
f"ur $[G]$ die Ein-Objekt-Kategorie zum Monoid $G$.
Im Fall des einpunktigen Raums erhalten wir auf diese Weise die
Beschreibung der "aquivarianten Garben auf einem
einpunktigen Raum aus \ref{Gpt} ein weiteres Mal.
\end{Beispiel}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{"Aquivariante Gruppengarben}]
  Sei  $G{{\acts}} X$  ein topologischer Raum
  mit der Operation eines topologischen
  Monoids. Unter einer {\bf $G$-"aquivarianten
    Gruppengarbe  auf $X$} verstehen wir
  eine Gruppengarbe  ${\cal{F}}$ mit einer $G$-"aquivarianten Struktur auf der
  zugrundeliegenden Mengengarbe derart,\label{gAQmg}  
da"s f"ur alle
$g \in G$ und $ x \in X$ die auf den Halmen
induzierte Abbildung $g: {\cal{F}}_{x} \ra {\cal{F}}_{gx}$ ein
Gruppenhomomorphismus ist.  
Die Kategorie der $G$-"aquivarianten abelschen Garben auf $X$
notieren wir\index{Ab@$\op{Ab}_{/G {\sacts} X}$ "aquivariante abelschen Garben auf $X$} 
$$\op{Ab}_{/G {\sacts} X}$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}[\textbf{"Aquivariante abelsche Garben auf dem einpunktigen Raum}]
  Im Fall des einpunktigen Raums und eines diskreten Monoids $G$ und eines Mengensystems $\mathfrak U$ ist das Bilden der globalen Schnitte
  ein Isomorphismus von Kategorien 
  $$\mathfrak U\!\op{Ab}_{/G {\sacts} {\op{top}}}\sira G\op{-}\mathfrak U\!\op{Ab}$$
    Im Fall eines topologischen Monoids $G$ gilt dasselbe, wenn wir
    $G\op{-Ab}$\index{Ab@$\op{Ab}$!$G\op{-Ab}$
      f"ur topologisches Monoid $G$}
    verstehen als die Kategorie aller
    abelschen Gruppen $F$ mit einer  $G$-Operation, die als Abbildung 
    $G\times F\ra F$ stetig ist f"ur die diskrete Topologie auf $F$.
     Ist $G$ eine topologische Gruppe und gibt es in $G$ eine zusammenh"angende
     Umgebung des neutralen Elements, so liefert der R"uckzug
      einen Isomorphismus\label{qsd} 
von Kategorien 
$$(G/G^\circ)\op{-}\mathfrak U\!\op{Ab}\sira  G\op{-}\mathfrak U\!\op{Ab}$$
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{"Aquivariante abelsche Garben bei trivialer Operation}]
  Ist $G$ ein diskretes Monoid, das auf einem Raum $X$ trivial operiert,
so ist eine $G$-"aquivariante abelsche Garbe  auf $X$ dasselbe wie eine 
Garbe $\mathcal F\in \op{Ab}_{/X}$ 
mit einem Monoidhomomorphismus $G\ra \op{Ab}_{/X}(\mathcal F)$
von $G$ in das Monoid ihrer Endomorphismen. Etwas formaler erhalten wir
f"ur jedes Mengensystem $\mathfrak U$ einen
Isomorphismus von Kategorien
$$\mathfrak U\!\op{Ab}_{/G {\sacts} X}\sira \op{Cat}([G],\mathfrak U\!\op{Ab}_{/X}) $$
Im Fall des einpunktigen Raums erhalten wir so die
Beschreibung der "aquivarianten abelschen Garben aus \ref{qsd} ein weiteres Mal.
\end{Beispiel}

\begin{Bemerkungl}
  Ein {\bf Morphismus $(G{\acts} X)\ra(H{\acts} Y)$
    von R"aumen mit Operation}\label{MTopo} 
 ist 
ein Paar $(\phi ,f)$  
aus einem stetigen Monoidhomomorphismus  $\phi : G \ra H$ und 
einer stetigen Abbildung $f:X\ra Y$ mit 
$f(gx)=\phi(g)f(x)\;\forall g,x$. Wir notieren solche Paare
$\phi {\acts} f$. 
Die R"aume mit Opera\-tion werden so zu einer Kategorie\index{MonTop@${\op{Mon}}{\acts}{\op{Top}}$ topologische R"aume mit Operation} 
$${\op{Mon}}{\acts}{\op{Top}}$$ \end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungw}
  Grothendieck untersucht noch allgemeiner Garben auf
  sogenannten \glqq Topoi\grqq. Diese Allgemeinheit will ich  vorerst
  vermeiden. %, damit die Darstellung der Inhalte
  %nicht von der Technik erdr"uckt wird.
\end{Bemerkungw}

\begin{Bemerkungl}
  Gegeben ein  Morphismus $(\phi {\acts} f):(G{\acts} X)\ra(H{\acts} Y)$
    von R"aumen mit Operation
    sowie "aquivariante Garben $\mathcal F\in \op{Ens}_{/G{\sacts} X}$ und
    $\mathcal G\in \op{Ens}_{/H{\sacts} Y}$ verstehen wir unter einem
    {\bf Garbenmorphismus "uber $\phi{\acts} f$} einen
    Morphismus $\mathcal F\ra \mathcal G$ "uber $f$, der f"ur den
    vorgegebenen Monoidmorphismus $\phi$ 
    auf den \'etalen R"aumen ein Morphismus
    $G{\acts}\bar{\mathcal F}\ra H{\acts}\bar{\mathcal G}$ von
    R"aumen mit Operation ist.  Die Menge der 
Morphismen "uber einem vorgegebenen 
$\phi{\acts}  f$ notieren wir
$\op{Ens}_{/\phi{\sacts}  f}(\mathcal F,\mathcal G)$.
    Wir erhalten so eine Kategorie
    $\op{Ens}_{/{\op{Mon}}{\sacts}{\op{Top}}}$ und einen Funktor
    $$\op{Ens}_{/{\op{Mon}}{\sacts}{\op{Top}}}\ra {\op{Mon}}{\acts}{\op{Top}}$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
 Wir 
  nennen wir einen Morphismus
  $\tau \in \op{Ens}_{/\phi{\sacts}  f}(\mathcal F, \mathcal G)$ von Garben
  mit Operation  "uber einem Morphismus $\phi{\acts}  f$
  von R"aumen mit Operation 
  {\bf kartesisch},\index{kartesisch!Garbenmorphismus}  wenn er im Sinne von
  \ref{kaMo} kartesisch ist f"ur den Funktor des Vergessens der Garbe
  $\op{Ens}_{/{\op{Mon}}{\sacts}{\op{Top}}}\ra {\op{Mon}}{\acts}{\op{Top}}$, wenn 
  also
  f"ur jede Garbe $\mathcal E\in\op{Ens}_{/G{\sacts} X}$
  das Nachschalten von $\tau$
eine Bijektion\label{DbPn}  
$$\op{Ens}_{/G{\sacts} X}(\mathcal E, \mathcal F)\sira \op{Ens}_{/\phi{\sacts}  f}(\mathcal E, \mathcal G)$$
induziert.
Wie im nicht"aquivarianten Fall ist dann das Paar $(\mathcal F,\tau)$
 durch das Paar $(\mathcal G,(\phi{\acts} f))$ eindeutig bestimmt bis auf
eindeutigen Isomorphismus, wenn es denn existiert.
Die Existenz ist aber auch klar, man mu"s
nur den gew"ohnlichen R"uckzug mit
der offensichtlichen $G$-Operation versehen.
Wir nennen dann $\mathcal F$ die
{\bf "aquivariant zur"uckgezogene Garbe}\index{Garbe!"aquivariant zur"uckgezogene} und notieren sie 
$$\mathcal F=f^*\mathcal G=(\phi{\acts} f)^*\mathcal G$$
Genauso erkl"aren wir f"ur abelsche Garben die Kategorie $\op{Ab}_{/{\op{Mon}}{\sacts}{\op{Top}}}$ der abelschen "aquivarianten Garben auf R"aumen mit Operation,
den Funktor des Vergessens der Garbe
$\op{Ab}_{/{\op{Mon}}{\sacts}{\op{Top}}}\ra {\op{Mon}}{\acts}{\op{Top}}$
und den "aquivarianten R"uckzug.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Garben und Quotienten nach diskreten Gruppen}]
Sei $\mathfrak U$ ein Universum. Im Fall einer
 topologisch freien Operation einer diskreten Gruppe $G\in\mathfrak U$ auf
 einem topologischen Raum $X\in\mathfrak U$ ist
 der "aquivariante R"uckzug unter $\phi{\acts}f$ f"ur $f:X\sra G\backslash X$ und $\phi:G\sra 1$ eine "Aquivalenz von Kategorien
 $$ {\mathfrak U}\!\op{Ens}_{/(G\backslash X)}\sirra
 {\mathfrak U}\!\op{Ens}_{/G{\sacts} X}$$
 zwischen der Kategorie der Garben auf dem Bahnenraum und der
 Kategorie der "aquivarianten Garben auf dem urspr"unglichen Raum.
 Einen Quasiinversen erhalten wir vermittels der Zuordnung
 $(\bar{\mathcal F}\ra X)\mapsto (G\backslash \bar{\mathcal F}\ra G\backslash X)$. All das ist leicht zu sehen.
 Aus der Diskussion der "Uberlagerungstheorie in \eref{topGY}{TF}
 m"ogen Sie auch, immer noch im Fall einer topologisch freien Operation
 einer diskreten Gruppe,  die "Aquivalenz
 ${\mathfrak U}\!\op{Top}_{G\backslash X}\sirra
 {\mathfrak U}\!\op{Top}_{G{\sacts} X}$
 zwischen topologischen R"aumen "uber dem Quotienten
 und "aquivarianten topologischen R"aumen "uber $X$ 
 erinnern, die sich zu obiger "Aquivalenz spezialisieren l"a"st.
 Der R"uckzug der finalen Mengengarbe auf
 $G\backslash X$ ist offensichtlich die
 finale Mengengarbe auf $X$ mit der offensichtlichen $G$-Operation.
 So sieht man, da"s das Zur"uckholen globaler Schnitte
 eine Bijektion $\Gamma(G\backslash X;\mathcal F)\sira\Gamma(X;f^*\mathcal F)^G$
 zwischen globalen Schnitten auf dem Quotienten und $G$-invarianten globalen
 Schnitten
 der zur"uckgeholten Garbe liefert.\label{dAQg}
 Ebenso liefert im Fall  einer
 topologisch freien Operation einer diskreten Gruppe $G$ auf
 einem topologischen Raum $X$  der "aquivariante
 R"uckzug abelscher Garben eine "Aquivalenz $${\mathfrak U}\!\op{Ab}_{/G\backslash X}\sirra {\mathfrak U}\!\op{Ab}_{/G{\sacts} X}$$
In \eref{GQR}{TSS} zeigen wir analoge Aussagen f"ur
beliebige nicht notwendig diskrete topologische Gruppen.
\end{Bemerkungl}





\begin{Bemerkungl}[\textbf{Lokal konstante Garben}]
Eine Garbe von Mengen beziehungsweise von Gruppen
 hei"st {\bf lokal konstant},\index{lokal konstant!Garbe} 
 wenn unser Raum eine offene
"Uberdeckung besitzt derart, da"s 
die Einschr"ankung unserer Garbe auf jede der
"uberdeckenden Mengen konstant ist.
Eine Garbe von Mengen
ist offensichtlich genau dann lokal konstant, wenn
ihr \'etaler Raum eine "Uberlagerung im Sinne von 
\eref{Defue}{TF} ist.\label{lkGA} 
  Gegeben ein Raum $X$ bezeichne $\op{Ens}_{/X}^{\op{k}}\subset
  \op{Ens}_{/X}^{\op{lk}}\subset\op{Ens}_{/X}$
  die\index{Ens@$\op{Ens}_{/ X}^{\op{lk}}$ lokal konstante Garben}
  vollen Unterkategorien der
   konstanten beziehungsweise lokal konstanten Garben in der Kategorie aller
   Mengengarben auf unserem Raum.
Weiter bezeichne $\op{Ab}_{/X}^{\op{k}}\subset
\op{Ab}_{/X}^{\op{lk}}\subset\op{Ab}_{/X}$
die\index{Ab@$\op{Ab}_{/ X}^{\op{lk}}$ lokal konstante abelsche Garben} vollen Unterkategorien der
   konstanten beziehungsweise lokal konstanten abelschen Garben in der Kategorie aller
  abelschen Garben auf unserem Raum.
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{"Aquivariante
      konstante und lokal konstante Garben}] 
  Gegeben ein Raum mit Operation 
   $G{\acts} X$  bezeichne
   \index{Ens@$\op{Ens}_{/G{\sacts} X}^{\op{k}}$ konstante "aquivariante Garben}
\index{Ens@$\op{Ens}_{/G{\sacts} X}^{\op{lk}}$ lokal konstante "aquivariante Garben}
 $$\op{Ens}_{/G{\sacts} X}^{\op{k}}\subset
   \op{Ens}_{/G{\sacts} X}^{\op{lk}}\subset\op{Ens}_{/G{\sacts} X}$$ die vollen Unterkategorien
   derjenigen 
   "aquivarianten Garben, die unter dem Vergessen der $G$-Operation
   konstant beziehungsweise lokal konstant werden. Im Fall abelscher Garben
   verwenden wir analoge Begriffe und vereinbaren daf"ur die Notationen
  $$\op{Ab}_{/G{\sacts} X}^{\op{k}}\subset
\op{Ab}_{/G{\sacts} X}^{\op{lk}}\subset\op{Ab}_{/G{\sacts} X}$$\index{Ab@$\op{Ab}_{/G{\sacts} X}^{\op{k}}$ konstante "aquivariante abelsche Garben}
\index{Ab@$\op{Ab}_{/G{\sacts} X}^{\op{lk}}$ lokal konstante "aquivariante abelsche Garben}
 \end{Bemerkungl}

 \begin{Bemerkungl}[\textbf{Lokal konstante Garben und Quotienten}]
  Sei $\mathfrak U$ ein Universum. Im Fall einer
 topologisch freien Operation einer diskreten Gruppe $G\in\mathfrak U$ auf
 einem topologischen Raum $X\in\mathfrak U$    induziert
unsere durch "aquivarianten R"uckzug gegebene "Aquivalenz 
 aus \ref{dAQg} eine "Aquivalenz\label{lkQv} 
 $$\mathfrak U\!\op{Ens}_{/(G\backslash X)}^{\op{lk}}\sirra \mathfrak U\!\op{Ens}_{/G{\sacts} X}^{\op{lk}}$$
 zwischen den vollen Unterkategorien der jeweils lokal konstanten Garben. In der Tat sieht man leicht ein, da"s sowohl der "aquivariante R"uckzug
 als auch sein in \ref{dAQg} betrachteter
 quasiinverser Funktor lokal konstante Garben zu lokal konstanten Garben
 machen.  Analoges gilt f"ur abelsche Garben, der
 "aquivariante R"uckzug  liefert auch f"ur diese  eine "Aquivalenz
 $$\mathfrak U\!\op{Ab}_{/(G\backslash X)}^{\op{lk}}\sirra \mathfrak U\!\op{Ab}_{/G{\sacts} X}^{\op{lk}}$$ \end{Bemerkungl}
 \begin{Bemerkungl}[\textbf{Globale Schnitte "aquivarianter Garben}] 
     Gegeben ein Raum mit
     Operation $G{\acts} X$ betrachten wir  den Funktor
     $$G\op{-Ens}\ra \op{Ens}_{/G{\sacts} X}$$
     der
     konstanten Garbe $(M\mapsto M_X)$. Er ist sinnvoll definiert,
     denn operiert $G$ stetig auf $M$ und auf $X$, so auch auf $M\times X$.
     Der Funktor der globalen Schnitte macht 
     im allgemeinen aus einer "aquivarianten Garbe eine Menge
     mit unstetiger $G$-Operation.
     Im Fall eines diskreten Monoids $G$
      ist der Funktor der konstanten Garbe 
     linksadjungiert zum Funktor
     der globalen Schnitte $\Gamma:\op{Ens}_{/G{\sacts} X}\ra G\op{-Ens}$.
 Genauer liefert das Exponentialgesetz\label{AdjGL} 
 f"ur jeden Raum $E$ "uber $X$ und jede diskrete Menge $M$ eine Bijektion
 $$\op{Top}_X(M\times X, E)\sira \op{Ens}(M,\op{Top}_X(X,E))$$ 
 Operiert dasselbe diskrete Monoid  $G$ auf $M$ und $E$, so entsprechen sich
 unter dieser Bijektion die $G$-"aquivarianten Abbildungen und
 wir erhalten so im Fall diskreter Monoide $G$ 
 eine Adjunktion $((M\mapsto M_X),\Gamma)$. In derselben Weise
 erhalten wir eine Adjunktion $((M\mapsto M_X),\Gamma)$
 von Funktoren $G\op{-Ab}\ra \op{Ab}_{/G{\sacts} X}$ und zur"uck.
 \end{Bemerkungl}
  
\begin{Lemma}[\textbf{Operationen auf konstanten Garben}] 
Gegeben $G{\acts} X$ ein zusammenh"angender Raum mit
Operation eines Monoids und $\mathfrak U$ ein Universum mit
$G,X\in\mathfrak U$    ist der Funktor der
  konstanten Garbe $(M\mapsto M_X)$  volltreu und liefert  "Aquivalenzen\label{GOLK} 
  $$G\op{-}\mathfrak U\!\op{Ens}\sirra \mathfrak U\!\op{Ens}_{/G{\sacts} X}^{\op{k}}\quad \text{und}\quad
  G\op{-}\mathfrak U\!\op{Ab}\sirra \mathfrak U\!\op{Ab}_{/G{\sacts} X}^{\op{k}}$$
  mit den entsprechenden Kategorien konstanter Garben.
\end{Lemma}
\begin{proof}
  Wir nehmen zun"achst $G$ diskret an und bemerken, da"s unsere
  Adjunktion \ref{AdjGL} f"ur jede $G$-"aquivariante Garbe $
  \mathcal F\in \op{Ens}_{/G{\sacts} X}$ einen $G$-"aquivarianten Morphismus
  $$X\times \Gamma \mathcal F\ra \bar{\mathcal F}$$
  von \'etalen R"aumen "uber $X$ liefert.
  Ist $\mathcal F$ eine konstante Garbe und $X$ zusammenh"angend,
  so ist er nach dem in \ref{KOGA} behandelten Fall $G=1$
  ein Isomorphismus. Daraus folgt hinwiederum,
  da"s wenn $G$ eine Topologie tr"agt und stetig auf $\bar{\mathcal F}$
   operiert, da"s dann auch die induzierte  Operation auf
  $X\times \Gamma \mathcal F$ stetig ist.
 Aufgrund der
  Finalit"at von Projektionen und speziell der Projektion 
  $G\times X\times \Gamma \mathcal F\ra G\times  \Gamma \mathcal F$
  mu"s dann auch die Operation von $G$ auf $\Gamma\mathcal F$ stetig sein.
\end{proof}
  


\begin{Proposition}[\textbf{Monodromie  lokal konstanter Garben}]
  Ist $\mathfrak U$ ein Universum und $X\in\mathfrak U$
  "uberlagerungstrivial und mit einer topologisch freien Operation
  einer diskreten Gruppe $G\in\mathfrak U$ versehen, so\label{lkGM}
  liefert der R"uckzug auf $X$ gefolgt vom Funktor der
  globalen Schnitte "Aquivalenzen
  $$\mathfrak U\!\op{Ens}_{/G\backslash X}^{\op{lk}}\sirra
   G\op{-}\mathfrak U\!\op{Ens}\qquad \qquad\mathfrak U\!\op{Ab}_{/G\backslash X}^{\op{lk}}\sirra
   G\op{-}\mathfrak U\!\op{Ab}$$
   Analoges gilt f"ur Garben von $k$-Moduln "uber einem beliebigen Ring $k$.  
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
Im Fall von  Mengengarben 
  ist unsere Aussage nurmehr eine Umformulierung von Satz \eref{KUE}{TF}
  "uber den abstrakten Faserfunktor.
  Ist insbesondere $X$ zus"atzlich lokal zusammenziehbar, so k"onnen wir unsere
  "Aquivalenz auch konstruieren, indem wir einen Punkt $x\in X$ festhalten, 
  durch Faserwirkungsvergleich einen Isomorphismus
  $c_x:\pi_1(X/G,\bar x)\sira G$ konstruieren und die
  zusammengesetzte Bijektion
  $i_x:\mathcal F_{\bar x}\sira
  (\pi^*\mathcal F)_{ x}\sila \Gamma\pi^*\mathcal F$ betrachten. Darunter
  entspricht dann die Operation der Fundamentalgruppe auf der Faser durch
  Wegeliften unserer Operation von $G$ auf den globalen Schnitten.
\end{Bemerkungl}
  \begin{Bemerkungl}
    Im Beweis konstruieren wir einen Linksadjungierten und der Beweis zeigt
    zus"atzlich,
    da"s er f"ur nicht notwendig "uberlagerungstriviales aber
    zusammenh"angendes $X$ zumindest volltreu ist\label{lkGMm}
  und f"ur nichtleeres $X$ zumindest treu.
\end{Bemerkungl}
  
\begin{proof}
  Wir konzentrieren uns diesmal auf den Fall abelscher Garben.
  Unser Funktor ist f"ur einen beliebigen Raum $X$ mit der
  Operation einer diskreten topologischen Gruppe sinnvoll erkl"art als die  Komposition
  $$\op{Ab}_{/G\backslash X}^{\op{lk}}\ra\op{Ab}_{/G{\sacts} X}^{\op{lk}}\ra
   G\op{-Ab}$$
   Der erste Funktor ist eine "Aquivalenz f"ur jede topologisch freie Operation
   einer diskreten Gruppe nach \ref{lkQv}. Der zweite Funktor
   ist der Funktor der globalen Schnitte, nach \ref{AdjGL} der
   Rechtsadjungierte zum Bilden der konstanten Garbe.
   Er induziert eine "Aquivalenz
   $\op{Ab}_{/G{\sacts} X}^{\op{k}}\sirra G\op{-Ab}$ nach \ref{GOLK}. 
   Auf einem "uberlagerungstrivialen Raum jedoch ist jede
   lokal konstante Garbe konstant und wir haben folglich
   $\op{Ab}_{/G{\sacts} X}^{\op{lk}}=\op{Ab}_{/G{\sacts} X}^{\op{k}}$.
   Das zeigt die Behauptung.
\end{proof}

 
\begin{Beispiel}[\textbf{Lokal konstante Garben auf der punktierten Ebene}] 
Wir erhalten aus unseren Erkenntnissen \ref{lkGM} zu lokal konstanten Garben und Mo\-no\-dromie eine "Aquivalenz\label{GGRE} 
$$\op{Ab}_{/\DC^\times}^{\op{lk}}\;\sirra \;\DZ\op{-Ab}$$
zwischen der
Kategorie
$\op{Ab}_{/\DC^\times}^{\op{lk}}$ 
der lokal konstanten abelschen 
Garben auf $\DC^\times$
und der 
Kategorie $\DZ\op{-Ab}$ 
der abelschen Gruppen mit ausgezeichnetem Automorphismus, indem wir
bemerken, da"s $\DC$ "uberlagerungstrivial ist und
da"s die Exponentialfunktion einen
Hom"oomorphismus $\DC/2\pi{\op{i}}\DZ\sira \DC^\times$ induziert.
Wir sehen so, da"s es noch nat"urlicher ist und sogar das Arbeiten
mit verge"slichen komplexen Zahlen erlaubt, wenn wir unsere "Aquivalenz schreiben als
eine "Aquivalenz
$$\op{Ab}_{/\DC^\times}^{\op{lk}}\;\sirra \;2\pi{\op{i}}\DZ\op{-Ab}$$
%Mehr dazu  in \ref{assGG}. Ein nat"urlicherer Zugang wird in \ref{GEZR}  erkl"art. 
\end{Beispiel}

%\begin{Bemerkungl}[\textbf{Fundamentalgruppe und Monodromie}] 
%  Sei nun $X$ sogar wegweise einfach zusammenh"angend und lokal
 % zusammenziehbar. 
%  Es  operiere weiter eine diskrete Gruppe $G$ topologisch frei auf $X$ und
%  es sei $p:X\ra G\backslash X$ die Quotientenabbildung.
%  So liefert f"ur jede Wahl eines Punktes $x\in X$ der
%  Faserwirkungsvergleich \ref{Fwv} einen Isomorphismus
%  $c_x:\pi_1(G\backslash X,\bar x)\sira G$ und das Wegeliften liefert eine
%  Operation von $\pi_1(G\backslash X,\bar x)$ auf der
%  Faser $\mathcal F_{\bar x}$ jeder
%  lokal konstanten Garbe $\mathcal F$ auf $G\backslash X$.
%  Diese Operation hei"st die  {\bf Monodromieoperation}.\index{Monodromieoperation}
%Sie  entspricht unter dem Gruppen\-isomorphismus $c_x$ und der Bijektion
%  $b_x:\mathcal F_{\bar x}\sira (p^*\mathcal F)_{ x}\sila \Gamma(p^*\mathcal F)$
%  der Operation
%  von $G$ auf $\Gamma(p^*\mathcal F)$ aus  Proposition
 % \ref{lkGM} mit der Notation $p$ f"ur die Projektion
%  $p:X\sra G\backslash X$, vergleiche \eref{AKF}{TF}. In
%  unserer neuen Terminologie ist dann also $$c_x{\sacts}b_x:\; %\pi_1(G\backslash X,\bar x){\sacts}\mathcal F_{\bar x} \sira   %G{\sacts}\Gamma(p^*\mathcal F)$$ ein Isomorphismus
%  von Mengen beziehungsweise von abelschen Gruppen mit Operation.
%  In Worten kann in diesem Fall unsere "Aquivalenz aus
%  \ref{lkGM} mithin auch beschrieben werden als
%  das Bilden der Faser mit der durch das Wegeliften gegebenen Operation der
%  Fundamentalgruppe. 
%\end{Bemerkungl}

\subsubsection*{"Ubungen}

\begin{Ubung}
  Gegeben ein Morphismus
  $\phi{\acts} f: G{\acts}X\ra H{\acts}Y$ von
  R"aumen mit topologisch freien Operationen
  diskreter Gruppen konstruiere man eine Isotransformation f"ur
  das Diagramm
  \begin{displaymath}
\xymatrix{
H\op{-Ab}\ar[d] \ar[r] 
&\op{Ab}_{/H\backslash Y}\ar@{=>}[dl]_\sim \ar[d]\\
 G\op{-Ab} \ar[r] &\op{Ab}_{/G\backslash X}
}
  \end{displaymath}
  mit den Funktoren  aus \ref{lkGMm} in den Horizontalen und den R"uckz"ugen in den
  Vertikalen. 
\end{Ubung}
  
\begin{Ubungw}[\textbf{Gruppengarben als Gruppenobjekte}]
  Sei ein topologischer Raum  mit einer stetigen Operation
  eines topologischen Monoids $G{\acts}X$ gegeben.
  Wir erinnern aus \eref{VkOO}{AAG} das Konzept abelscher Grup\-pen\-ob\-jek\-te in 
  Kategorien mit endlichen Produkten. 
  Man konstruiere einen Isomorphismus von Kategorien\label{ggGOa} 
  $$
  \op{Ab}(\op{Ens}_{/G{\sacts}X})\sira \op{Ab}_{/G{\sacts}X}$$
  zwischen der Kategorie der abelschen Gruppenobjekte der Kategorie der
  "aquivarianten Mengengarben  und
  der Kategorie der "aquivarianten abelschen Garben. 
\end{Ubungw}

  


\subsection{"Aquivariante Kohomologie}
\label{AeK} 
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Motivation}] 
  Gegeben ein topologischer Raum $X$, auf dem eine  Gruppe
  $G$  operiert, mag man die Kohomologie des Bahnenraums
  ${\op{H}}^q(X/G;M)$
  mit Koeffizienten in einer abelschen Gruppe $M$ betrachten.
  Eine "aquivariante Abbildung $X\ra Y$, die Isomorphismen
  auf der gew"ohnlichen
  Kohomologie induziert, mu"s jedoch im allgemeinen keineswegs
  Isomorphismen auf der Kohomologie der Bahnenr"aume liefern.
  Zum Beispiel ist 
  die konstante Abbildung $p:\DR\ra \op{top}$ "aquivariant
  f"ur die Operation von $\DZ$ durch Translation auf $\DR$
  beziehungsweise durch Nichtstun auf $\op{top}$, aber der R"uckzug
  $${\op{H}}^1({\op{top}}/\DZ;M) \ra {\op{H}}^1(\DR/\DZ;M)$$ ist f"ur $M\neq 0$
      kein Isomorphismus.
      Die "aquivariante Kohomologie  repariert das
      zumindest im Fall
      stetiger Operationen von Liegruppen oder allgemeiner \glqq offenlokal
      bagazyklischen\grqq\ topologischen Gruppen. Das zeigen wir jedoch
      erst in \eref{Isoae}{TSS}. 
  \end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Erinnerungen}] 
 Das entscheidende Resultat, das die Entwicklung der "aquivarianten
  Kohomologie erm"oglicht, ist Korollar \ref{RZGKj} in Verbindung mit
  \ref{sGaz}, wonach 
  f"ur jedes  Faserb"undel $f:X\ra Y$ mit zusammenziehbarer  Faser
  das Zur"uckholen auf der Garbenkohomologie
  mit Koeffizienten in einer beliebigen  abelschen Gruppe $M$ Isomorphismen $${\op{H}}^p(Y;M)\sira{\op{H}}^p(X;M)$$ liefert.\label{rzzb}
 % Ich wei"s nicht, ob das
%  in dieser Allgemeinheit auch f"ur die singul"are Kohomologie gilt.
%  Hier k"onnte ein Student einmal nach einem Beweis oder Gegenbeispiel suchen.
% NEE, stimmt: Leray-Hirsch!
  Die zweite wesentliche Zutat ist die Erkenntnis, da"s es f"ur jede topologische Gruppe $G$ einen topologisch freien zusammenziehbaren
  $G$-Raum gibt. Den Beweis dieser Aussage holen wir in \ref{MiKok} nach.
  Es ist unerheblich, wie dieser $G$-Raum aussieht und welchen unter den vielen
  M"oglichkeiten wir aussuchen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
 Sei $G$ eine Gruppe. 
 Gegeben zwei $G$-R"aume $X$ und $Y$ 
bezeichnen wir mit $X\times_{/G}Y$ den Bahnenraum von $X\times Y$ unter der $G$-Operation gegeben durch 
$g(x,y)\pdef(gx,gy)$ mit seiner
Quotiententopologie. Man nennt diesen Raum 
das {\bf balancierte Produkt}\index{balanciertes Produkt!topologisches} von $X$ und $Y$. Die "Aquivalenzklasse von $(x,y)$ notieren wir $[x,y]$. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Notationsfragen bei balancierten Produkten}]
  Jeder $G$-Rechtsraum $X$ kann als $G$-Raum
  aufgefa"st werden vermittels der Linksoperation $gx\pdef xg^{-1}$.
  Wenn wir $X\times_{/G}Y$ mit einem  $G$-Rechtsraum bilden,
  so meinen wir meist implizit, da"s wir $X$ auf diese Weise als
  $G$-Linksraum auffassen. Ist jedoch $X$ sowohl ein
  $G$-Rechtsraum als auch ein $G$-Linksraum, so
  verstehen wir $X\times_{/G}Y$ a priori in Bezug auf die
  Rechtsoperation auf $X$.   Ist speziell
  $G\supset H$ eine Gruppe mit einer
  Untergruppe, so  verstehen wir $G\times_{/H}Y$ f"ur
  einen $H$-Raum $Y$ a priori in
  Bezug auf die offensichtliche Rechtsoperation von $H$ auf $G$,
  also als Bahnenraum von $H$ in Bezug
  auf die Operation $h(g,y)\pdef (gh^{-1},hy)$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben eine topologische Gruppe $G$
  und ein $G$-Raum\label{VDAE} 
  $X$ und ein  $G$-Raum $A$ setzen wir
  $${\op{H}}^q_G(X)_{A}\pdef {\op{H}}^q(A\times_{/G}X)$$
  Ist weiter $\varphi{\acts} f:G{\acts} X\ra H{\acts} Y$ ein
  Morphismus von R"aumen mit Gruppenoperation \ref{MTopo}
  und ist zus"atzlich $A$ ein
\hyperref[topf]{topologisch freier} $G$-Raum sowie 
$B$ ein
zusammenziehbarer $H$-Raum, so erkl"aren wir das
{\bf Zur"uckholen}
$$r_{A,B,f,\varphi}=r_{AB}:{\op{H}}^q_H(Y)_{B}\ra {\op{H}}^q_G(X)_{A}$$
durch die Kommutativit"at des Diagramms
\begin{displaymath}
\xymatrix{
& {\op{H}}^q ((B\times A)\times_{/G} X )&\\
{\op{H}}^q(B\times_{/H} Y) \ar[ru]\ar[rr]&&{\op{H}}^q(A\times_{/G} X)\ar[lu]_\sim
}
\end{displaymath}
Die Pfeile nach oben bedeuten hier das gew"ohnlichem Zur"uckholen  und
oben ist die  diagonale
$G$-Operation von
auf $B\times A$ gemeint. Der Isomorphismus rechts r"uhrt daher,
da"s das Zur"uckholen l"angs eines Faserb"undels mit der zusammenziehbaren
Faser $B$ geschieht und wir somit \ref{rzzb} anwenden d"urfen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl} 
Nat"urlich gilt stets $r_{AA}=\op{id}$ f"ur
die Identit"at auf einem Raum mit Gruppenoperation $G{\acts} X$
und jeden topologisch freien zusammenziehbaren $G$-Raum $A$.
Sind weiter $G{\acts} X\ra H{\acts} Y\ra K{\acts} Z$
  Morphismen von R"aumen mit Gruppenoperation 
  und sind $A,B,C$ zusammenziehbar mit jeweils einer
  topologisch freien Operation von $G,H,K$, so behaupten wir  die Gleichheit
  $$r_{AC}=r_{AB}\circ r_{BC}$$ von Abbildungen
  ${\op{H}}^q_K(Z)_{C}\ra {\op{H}}^q_G(X)_{A}$.
Um das einzusehen betrachten wir das kommutative Diagramm
\begin{displaymath}
  \xymatrix@C=-0.5pc{&& (C\times A)\times_{/G} X \ar@/_4pc/[llddd]\ar@/^4pc/[rrddd]&&\\
    && (C\times B\times A)\times_{/G} X\ar[u]\ar[rd]\ar[ld] &&\\
&(C\times B)\times_{/H} X\ar[rd]\ar[ld]&& (B\times A)\times_{/G} X \ar[rd]\ar[ld]&\\
C\times_{/K} Z &&B\times_{/H} Y &&A\times_{/G} X
}
\end{displaymath}
Alle Pfeile, die nach rechts oder nach oben gehen,
sind Faserb"undel mit zusammenziehbarer Faser und induzieren folglich
in der Gegenrichtung
Isomorphismen auf der Kohomologie. Alles zusammen zeigt dann 
die behauptete Identit"at $$r_{AC}=r_{AB}\circ r_{BC}$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}
  Gegeben ein Raum mit Gruppenwirkung $G{\acts} X$
  erkl"aren wir seine\index{"aquivariant!Kohomologie} 
  {\bf $q$-te "aquivariante Kohomologie}\index{Kohomologie!"aquivariante}
  als die Gruppe\label{zAEQ} 
  $${\op{H}}_G^q(X)\pdef {\op{H}}_G^q(X)_{{\op{E}}G}={\op{H}}^q({\op{E}}G\times_{/G}X)$$
  f"ur den topologisch freien zusammenziehbaren $G$-Raum $ {\op{E}}G$
  aus \ref{MiKok}, die sogenannte
  \glqq Milnor-Konstruktion f"ur $G$\grqq. Gegeben ein Morphismus $\phi{\acts} f:G{\acts} X\ra H{\acts}  Y$ von R"aumen mit
  Gruppenwirkung
  erkl"aren wir  das {\bf Zur"uckholen auf der "aquivarianten Kohomologie}  als
die Abbildung
  $$(\phi{\acts}f)^*\pdef r_{{\op{E}}G,{\op{E}}H}:{\op{H}}_H^q(Y)\ra {\op{H}}_G^q(X)$$
So erhalten wir f"ur jedes $q\geq 0$
einen kontravarianten Funktor von der Kategorie der
 R"aume mit Gruppenoperation in die Kategorie der abelschen Gruppen.
\end{Definition}

\begin{Satz}[\textbf{Eigenschaften der "aquivarianten Kohomologie}]
  \begin{enumerate}
  \item
    F"ur die triviale Gruppe $1$ erhalten wir durch das Zur"uckholen
    einen 
    Isomorphismus ${\op{H}}^q(X)\sira {\op{H}}^q({\op{E}}1\times_{/1} X)={\op{H}}^q_1(X)$. Er ist so nat"urlich, da"s wir ihn 
    in der Notation f"ur gew"ohnlich als Gleichheit behandeln;
  \item
    Ist $G{\acts} X$ ein Raum mit topologisch freier Gruppenoperation,
    so liefert das Zur"uckholen unter der Quotientenabbildung nach
    $ X/G$ einen Isomorphismus, den \emph{\bf Quotientenisomorphismus}\index{Quotientenisomorphismus}
    $${\op{H}}^q(X/G)\sira {\op{H}}^q_G(X)$$
   % Wir verwenden wie "ublich die Notation $X/G$ f"ur den Quotienten, obwohl wir
    % von einer Linksoperation ausgehen;
  \item
    Ist  $G{\acts} X$ ein Raum mit Gruppenwirkung und
    $K\subset G$ eine Untergruppe, die topologisch frei auf
    $G$  operiert mit zusammenziehbarem Quotienten $G/K$, so
    ist das Zur"uckholen  ein Isomorphismus
    $${\op{H}}^q_G(X)\sira {\op{H}}^q_K(X)$$
  \item
    Gegeben  $G$ eine topologische Gruppe  und $f:X\ra Y$ eine stetige $G$-"aquivariante Abbildung, die bei Vergessen der $G$-Operation
    ein Faserb"undel mit zusammenziehbarer Faser ist,  induziert das
    Zur"uckholen auf der "aquivarianten Kohomologie Isomorphismen 
    $${\op{H}}^q_G(Y)\sira {\op{H}}^q_G(X)$$
  \end{enumerate}\label{EaeK} 
\end{Satz}
    
\begin{proof}
  Das folgt alles unmittelbar aus den Definitionen und unserer Erkenntnis \ref{RZGKj},
  da"s das Zur"uckholen  auf Faserb"undel mit zusammenziehbarer Faser
  Isomorphismen auf der Garbenkohomologie induziert.
\end{proof}
\begin{Bemerkungw}
  Allgemeinere Aussagen als in Teil
  4 zeigen wir in \eref{Isoae}{TSS} im
  Rahmen unserer Diskussion "aquivarianter derivierter Kategorien.
  Wenn etwa $G$ eine Liegruppe ist und der R"uckzug
  Isomorphismen auf der gew"ohnlichen
  Kohomologie induziert, so induziert er auch
  Isomorphismen auf der "aquivarianten Kohomologie. 
\end{Bemerkungw}
  \begin{Beispiel}
      Die Gruppe $G\pdef \DZ$ operiert topologisch frei auf $E\pdef \DR$ und
      $\DR$ ist zusammenziehbar. 
      Wir haben folglich ${\op{H}}^q_\DZ(\op{top})\sira{\op{H}}^q_\DZ(\DR)\sila
      {\op{H}}^q(\DR/\DZ)$ mit Teil 4 und dem Quotientenisomorphismus, beide aus
      Satz \ref{EaeK}, 
      und das ist isomorph zu $\DZ$
      f"ur $q=0,1$ und Null sonst.
\end{Beispiel}
\begin{Korollar}[\textbf{Homotopieinvarianz der "aquivarianten Kohomologie}]
  Seien $G$ eine topologische Gruppe und $f,g:X\ra Y$ stetige
  "aquivariante Abbildungen von $G$-R"aumen und $H:X\times[0,1]\ra Y$ eine
  "aquivariante Homotopie zwischen ihnen. So induziert der "aquivariante
  R"uckzug dieselben Abbildungen auf der "aquivarianten Kohomologie, in Formeln
  $$f^*=g^*: {\op{H}}^q_G(Y)\ra {\op{H}}^q_G(X)$$
\end{Korollar}
\begin{proof}
  Es reicht zu zeigen, da"s der R"uckzug unter allen $i_t:X\hra X\times[0,1]$
  mit $x\mapsto (x,t)$ dieselben Abbildungen auf der "aquivarianten Kohomologie
  induziert. Dazu reicht es zu zeigen, da"s der R"uckzug unter der
  Projektion $X\times[0,1]\sra X$ einen Isomorphismus auf der "aquivarianten
  Kohomologie induziert. Das hinwiederum folgt aus der letzten Aussage
  von \ref{EaeK}, denn unsere Projektion hat zusammenziehbare Fasern.
\end{proof}



  

    \begin{Bemerkungl}
Seien $G$ eine topologische Gruppe und $X$ ein
topologischer Raum.
Ein \hyperref[HFB]{$G$-Torsor}
auf $X$ ist  ein topologisch
freier $G$-Raum $E$ mitsamt einer stetigen Abbildung
$\pi:E\ra X$, die einen Hom"oomorphismus
$E/G\sira X$ induziert. Gegeben solch ein $G$-Torsor  betrachten wir die
Komposition 
$${\op{H}}^q_{G}(\op{top})\sira {\op{H}}^q_{G}(\op{top})\ra {\op{H}}^q_{G}(E)\sila {\op{H}}^q(X)$$
des "aquivarianten Zur"uckholens l"angs der konstanten Abbildung
mit dem Inversen des Quotientenisomorphismus.
Wir nennen diese Komposition\label{mcK} $$C_E:{\op{H}}^*_G(\op{top})\ra  {\op{H}}^*(X)$$ den\index{Klasse!charakteristische} 
{\bf charakteristischen Homomorphismus des $G$-Torsors $E$ auf $X$}.\index{Homomorphismus!charakteristischer}\index{charakteristisch!Homomorphismus} \end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungw}
  Sobald wir
einmal den garbentheoretischen Kohomologiering eingef"uhrt haben, wird
sich $C_E$ als ein Ringhomomorphismus erweisen. Weiter
kann man f"ur manche $G$ den Ring  ${\op{H}}^*_G(\op{top})$
explizit berechnen oder zumindest
Kohomologieklassen $c\in {\op{H}}^q_G(\op{top})$
explizit angeben, vergleiche \eref{KKKl}{TSF} folgende. Die Bilder
$C_E(c)\in {\op{H}}^*(X)$ derartiger Kohomologieklassen
unter dem charakteristischen
Homomorphismus hei"sen dann \glqq charakteristische
Klassen des $G$-Torsors $E$\grqq.   Insbesondere
behandeln wir in \eref{KkuG}{TSF}
    die unit"aren Gruppen ${\op{U}}(n)$. In \eref{ckp}{TSF}
    diskutieren wir  den Zusammenhang zwischen
    charakteristischen Klassen von Produkten von Torsoren und
    den charakteristischen Klassen der Faktoren und davon
     ausgehend  die sogenannten
    \glqq Chern'schen Klassen\grqq.
\end{Bemerkungw}
      
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Charakteristische Klassen und
      Wechsel der Gruppe}]
      Ist $X$ ein topologischer Raum und\label{ckg} 
      $\phi:G\ra H$ ein stetiger Homomorphismus von topologischen Gruppen
und $E$  ein $G$-Torsor auf $X$ und
$ \phi_*E\pdef H\times _{/G} E$ der daraus durch Gruppenwechsel entstehende
$H$-Torsor, so 
kommutiert mit den R"uckz"ugen auf der "aquivarianten Kohomologie das Diagramm
$$\begin{array}{ccccc}
  {\op{H}}^q_G(\op{top})&\ra &{\op{H}}^q_{G}(E)&\sila& {\op{H}}^q(X)\\
  \ua &&\ua&&\|\\
  {\op{H}}^q_H(\op{top})&\ra &{\op{H}}^q_{H}(\phi_*E)&\sila& {\op{H}}^q(X)
\end{array}
$$
In Formeln gilt also 
$C_{\phi_*E}=C_E\circ \phi^*$. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Charakteristische Klassen und
      Wechsel von Torsor und Gruppe}]
   Ist $X$ ein topologischer Raum und\label{ckg} 
      $\phi:G\ra H$ ein stetiger Homomorphismus von topologischen Gruppen
   und $E$  ein $G$-Torsor auf $X$ und $F$ ein $H$-Torsor auf $X$
   und $\phi\acts h:G\acts E\ra H\acts F$ ein Morphismus von Torsoren "uber $X$ 
kommutiert mit den R"uckz"ugen auf der "aquivarianten Kohomologie das Diagramm
$$\begin{array}{ccccc}
  {\op{H}}^q_G(\op{top})&\ra &{\op{H}}^q_{G}(E)&\sila& {\op{H}}^q(X)\\
  \ua &&\ua&&\|\\
  {\op{H}}^q_H(\op{top})&\ra &{\op{H}}^q_{H}(F)&\sila& {\op{H}}^q(X)
\end{array}
$$
In Formeln gilt also 
$C_{F}=C_E\circ \phi^*$.
Wir sehen so unter anderem,
da"s der charakteristische Homomorphismus
$C_E$ nur von der
Isomorphieklasse des Rechtstorsors $E$ abh"angt,
in Formeln $C_E=C_F$ f"ur isomorphe
$G$-Torsoren $E,F$. 
    \end{Bemerkungl}
  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Charakteristische Klassen und Wechsel des Raums}]
Sind $G$ eine topologische Gruppe und
    $f:X\ra Y$ eine stetige Abbildung 
    und $F$  ein $G$-Torsor auf $Y$ und
$f^*F\pdef  X\times_YF$ der zur"uckgeholte Torsor auf $X$, so
kommutiert mit den R"uckz"ugen auf der "aquivarianten Kohomologie das Diagramm
$$\begin{array}{ccccc}
  {\op{H}}^q_G(\op{top})&\ra &{\op{H}}^q_{G}(f^*F)&\sila& {\op{H}}^q(X)\\
  \| &&\ua&&\ua\\
  {\op{H}}^q_G(\op{top})&\ra &{\op{H}}^q_{G}(F)&\sila& {\op{H}}^q(Y)
\end{array}
$$
In Formeln gilt also 
$f^*\circ C_{F}=C_{f^*F}$.
\end{Bemerkungl}
  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Charakteristische Klassen
        und Wechsel von allem}] Ist $\phi:G\ra H$ ein Morphismus
    topologischer Gruppen und
    $f:X\ra Y$ eine stetige Abbildung 
   und $\phi\acts h:G\acts E\ra H\acts F$ ein Morphismus "uber $f$
   von einem $G$-Torsor $E$  auf $X$ zu einem $H$-Torsor $F$
   auf $Y$ kommutiert mit den R"uckz"ugen
   auf der "aquivarianten Kohomologie das Diagramm
$$\begin{array}{ccccc}
  {\op{H}}^q_G(\op{top})&\ra &{\op{H}}^q_{G}(E)&\sila& {\op{H}}^q(X)\\
  \ua &&\ua&&\ua\\
  {\op{H}}^q_H(\op{top})&\ra &{\op{H}}^q_{H}(F)&\sila& {\op{H}}^q(Y)
\end{array}
   $$
In Formeln gilt also 
$f^*\circ C_{F}=C_{E}\circ \phi^*$.
 \end{Bemerkungl}
  

    \begin{Bemerkungl}[\textbf{"Aquivariante Kohomologie mit Koeffizienten}] 
      Alles zuvor Gesagte gilt analog f"ur Kohomologie mit Koeffizienten
      in einer beliebigen abelschen Gruppe $M$. Wir notieren die
      "aquivariante Kohomologie
      von\index{"aquivariant!Kohomologie!mit Koeffizienten} 
      $G{\acts} X$ mit Koeffizienten in $M$ dann  ${\op{H}}_G^q(X;M)$.
    \end{Bemerkungl}
    \begin{Bemerkungl}[\textbf{"Aquivariante Kohomologie
          f"ur Operationen endlicher Gruppen}]
      Gegeben ein Raum $X$ mit einer Operation einer  Gruppe
      $G$ und eine abelsche Gruppe $M$ 
      ist das Zur"uckholen  ein 
      Isomorphismus ${\op{H}}^q(X;M)\sira {\op{H}}^q({\op{E}}G\times X;M)$.
      Er ist  $G$-"aquivariant und induziert folglich
      einen Isomorphismus
      ${\op{H}}^q(X;M)^G\sira {\op{H}}^q({\op{E}}G\times X;M)^G$.
      Ist zus"atzlich unsere Gruppe $G$ endlich und diskret
      und liefert die Multiplikation
      mit $|G|$ einen Isomorphismus $(|G|\cdot):M\sira M$,
      so k"onnen  wir obigen Isomorphismus
      mit unseren Erkenntnissen zur Kohomologie
      von Quotienten \ref{KohQ} verl"angern zu einer  Kette von Isomorphismen
      $${\op{H}}^q(X;M)^G\sira
      {\op{H}}^q({\op{E}}G\times X;M)^G\sila
      {\op{H}}^q({\op{E}}G\times_{/G} X;M)= {\op{H}}^q_G( X;M)$$
      In der Tat ist $ {\op{E}}G\times X\sra{\op{E}}G\times_{/G} X$
      stets separiert.  Ist dar"uber hinaus die Quotientenabbildung $X\ra X/G$ 
      separiert, so liefern unsere Erkenntnisse aus \ref{KohQ}
      sogar einen Isomorphismus
      ${\op{H}}^q(X/G;M)\sira {\op{H}}^q(X;M)^G$
      dieser Gruppen mit der Kohomologie des
      Quotienten.
    \end{Bemerkungl}



    \begin{Bemerkungw}[\textbf{"Aquivariante Kohomologie
          "aquivarianter Garben}]
      Gegeben $G{\acts}X$ ein Raum mit Gruppenoperation und
      $\mathcal F\in \op{Ab}_{/G{\sacts}X}$ eine $G$-"aqui\-va\-ri\-an\-te
      abelsche Garbe k"onnen wir analog wie zuvor auch
      die "aquivarianten Kohomologiegruppen mit Koeffizienten
      einf"uhren durch die Vorschrift
      $${\op{H}}_G^q(X;\mathcal F)\pdef
      {\op{H}}^q({\op{E}}G\times_{/G}X;{\op{E}}G\times_{/G}\mathcal F)$$
      Hier meinen wir mit  ${\op{E}}G\times_{/G}\mathcal F $ die abelsche Garbe
      mit \'etalem Raum ${\op{E}}G\times_{/G}\bar{\mathcal F} $ und
      es ist einiges an Arbeit zu tun, um  unserer Definition Sinn
      zu geben und daraus ein
      n"utzliches Werkzeug zu machen. Wir diskutieren das im
      Zusammenhang mit "aquivarianten derivierten Kategorien in \eref{adK}{TSS}.
      Ist speziell $X=\op{top}$ ein Punkt und $G$ diskret, so 
      erhalten wir unsere Gruppenkohomologie \ref{GurKo}, in Formeln
      $${\op{H}}^q_G(\op{top};\mathcal F)={\op{H}}^q(G;\mathcal F)$$
      Hier ist rechts  die Gruppenkohomologie von $G$
      im Sinne von \ref{GurKo} gemeint und
      darf nicht als die Kohomologie des diskreten Raums $G$ mit was f"ur
      Koeffizienten auch immer mi"sverstanden werden.
    \end{Bemerkungw}



    \begin{Bemerkungw}[\textbf{Charakteristische Klassen von Darstellungen}]
      Jeder Homomorphismus von topologischen Gruppen
      $\phi: G\ra H$ induziert einen
      Ringhomomorphismus ${\op{H}}_H^*(\op{top})\ra {\op{H}}_G^*(\op{top})$.
      Im Fall $H=\op{GL}(n;\DR)$ oder $H=\op{GL}(n;\DC)$
      kennen wir ${\op{H}}_H^*(\op{top};\mathbb F_2)$
      beziehungsweise ${\op{H}}_H^*(\op{top};\mathbb Z)$
      recht gut nach \eref{SWKl}{TSF} beziehungsweise
      \eref{ChKl}{TSF} als Polynomringe in
      Stiefel-Whitney-Klassen beziehungsweise
      Chern'schen Klassen. Deren Bilder in  ${\op{H}}_G^*(\op{top})$ 
      hei"sen dann die
      {\bf Stiefel-Whitney-Klassen}
      der\index{Stiefel-Whitney-Klasse!von reeller Darstellung}
      reellen beziehungsweise
      die
      {\bf Chern'schen Klassen}
      der\index{Chern'schen Klasse!von komplexer Darstellung}
      komplexen Darstellung $\phi$. 
\end{Bemerkungw}

    \begin{Bemerkungw}[\textbf{"Aquivariante de-Rham-Kohomologie}]
      Die "aquivariante
      Kohomologie parakompakter glatter Mannigfaltigkeiten mit
      der glatten Operation einer kompakten Liegruppe und reelle Koeffizienten
      l"a"st sich
      mit einer Variante des de-Rham-Komplexes berechnen. Wir diskutieren
      das in \ref{deAQ} folgende
      als Anwendung des Formalismus der Spektralsequenzen. 
\end{Bemerkungw}


    
    \subsubsection*{"Ubungen}
    \begin{Ubung}[\textbf{Induktionsisomorphismen}]
      Seien $H$ eine topologische Gruppe,\label{iI} 
      $G\subset H$ eine topologisch frei operierende Untergruppe und $X$
      ein $G$-Raum. So liefert der R"uckzug auf der "aquivarianten Kohomologie
      Isomorphismen $${\op{H}}^q_H(H\times_{/G}X)\sira {\op{H}}^q_G(X)$$
    \end{Ubung}
     \begin{Ubung}[\textbf{Berechnung der "aquivarianten Kohomologie}]
      Seien $G$ eine topologische Gruppe und $X$ ein $G$-Raum.
      Ist $A$ ein topologisch\label{BaeK} 
      freier \hyperref[sGaz]{schwach bag-$n$-azyklischer}  $G$-Raum,
      so liefern unsere R"uckz"uge $r_{{\op{E}}G,A}$ f"ur
     jede abelsche Gruppe $M$  und  $0\leq q< n$ Isomorphismen
     $${\op{H}}^q(A\times_{/G}X;M)\sira {\op{H}}^q_G(X;M)$$
     Hinweis: Man verwende \ref{RZGKjj}.
    \end{Ubung}
    \begin{Ubung}[\textbf{Operation innerer Automorphismen}]
      Gegeben eine topologische Gruppe $G$ und ein Element $g\in G$\label{OiA} 
      operiert $\op{int}(g)$ als die Identit"at auf der "aquivarianten
      Kohomologie ${\op{H}}_G^*(\op{top})$ des einpunktigen Raums.
      Dasselbe gilt f"ur "aquivariante Kohomologie
      mit Koeffizienten in einer  abelschen Gruppe.
    \end{Ubung}









    
\subsection{Milnorkonstruktion}\index{Milnorkonstruktion}
\begin{Definition}
  Gegeben eine Familie von Mengen $(Y_{i})_{i\in I} $
erkl"art man  ihren \defind{Join}
$$J = \ast_{i \in I} Y_{i}$$
als die \hyperref[PolS]{Realisierung} 
des \hyperref[SKk]{Simplizialkomplexes} 
mit Eckenmenge der disjunkten Vereinigung
$\coprod_{i\in I} Y_{i} $ und Simplizes allen endlichen Teilmengen
mit je h"ochstens einer Ecke  aus jedem der $Y_{i}$. 
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Milnortopologie auf dem Join}] 
  Ich erinnere aus \eref{PolS}{TF}, da"s
  unsere Realisierung $J$ aus allen Abbildungen
$p:\coprod_{i\in I} Y_{i} \ra \DR_{\geq 0}$ besteht, die endlichen und in einem
  Simplex enthaltenen  Tr"ager haben und
  bei denen sich die Funktionswerte zu Eins aufaddieren.
Ich notiere Punkte  eines solchen Joins 
$$p=\sum t_iy_i = (t_iy_i)$$
Dabei meint $y_i$ 
die charakteristische Funktion $[y_i]$ des Punktes $y_i$.
Damit solch eine Funktion zu unserem Join geh"ort,
mu"s gelten $t_i =0$ f"ur fast alle $i$ und $\sum t_i=1$. 
Zu jedem  Index $k\in I$ erkl"aren wir nun eine Abbildung 
$c_k:J\ra [0,1]$ als \glqq die Summe der Koeffizienten an  Ecken aus $Y_k$\grqq,
von denen nach Annahme  
jeweils h"ochstens einer von Null verschieden ist.
Weiter erkl"aren wir $\op{pr}_k:c_k^{-1}(0,1]\ra Y_k$ dadurch,
da"s jedem Punkt aus dem Join, der als Funktion aufgefa"st an einer Ecke
aus $Y_k$ nicht verschwindet, eben diese Ecke zugeordnet wird.
  Sind nun alle unsere Faktoren $Y_i$ topologische R"aume,
so erkl"art man die {\bf Milnor-Topologie\index{Milnortopologie} 
auf dem Join} als diejenige Topologie, 
die von allen Urbildern offener
Mengen unter den $c_{k}$ und den $\op{pr}_{k}$ erzeugt wird. 
\end{Bemerkungl}




\begin{Bild} 
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildJoin}\\[4mm]
\noindent 
Der Join eines zweielementigen diskreten Raums
mit einem dreielementigen diskreten Raum besteht aus 
der Vereinigung aller sechs \glqq disjunkt gedachten\grqq\ 
Verbindungsstrecken.
\end{Bild}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Umgebungsbasen in der Milnortopologie}] 
Wir betrachten einen   Join
 $$J = \ast_{i \in I} Y_i$$
Eine Umgebungsbasis eines Punktes 
$p=\sum t_{i} y_{i} \in J$ kann man erhalten wie folgt:
Sei $N=N_p\subset I$ die Menge der Indizes $n$
mit $t_n\neq 0$. Sei $\varepsilon>0$ kleiner als das Minimum dieser 
positiven $t_n$.\label{LZJ} 
Seien $U_n\subset Y_n$ Umgebungen der $y_n$ f"ur $n\in N$. 
 Sei $K\subset I$ endlich und disjunkt zu $N$. Nun betrachte man die Mengen
$V=V((U_n), \varepsilon, K)$ aller Punkte $\sum s_ix_i$ aus dem Join $J$ mit
$|s_n-t_n|<\varepsilon$ f"ur $n\in N\sqcup K$ und 
 $x_n\in U_n$ f"ur $n\in N$.
 Das System all dieser Mengen f"ur alle erlaubten
 $\varepsilon$, $U_n$ und $K$ ist dann  eine Umgebungsbasis 
des Punktes $p$ im Join $ J$. Salopp gesprochen:
\glqq An den endlich vielen Indizes $n$ mit Parameter ungleich Null
sei das Wackeln an der Stelle $y_n$ und am Parameter $t_n$ klein,
an endlich vielen vorgegebenen weiteren Indizes sei das Wackeln am
Parameter klein, und an den restlichen Indizes darf passieren, was will\grqq.
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Milnortopologie als geschachtelt-initiale
      Topologie}] Man mag die Mil\-nor\-to\-po\-lo\-gie
  als \glqq geschachtelt-initiale
  Topologie\grqq\ auffassen. Gegeben eine Menge $X$, Abbildungen $c_i:X\ra Z_i$
  in topologische R"aume, offene Teilmengen $U_i\co Z_i$ und
  Abbildungen $d_i:c_i^{-1}(U_i)\ra Y_i$ in weitere topologische R"aume
  verstehe ich darunter die von allen Urbildern von offenen Mengen in
  einem der $Z_i$ oder einem der $Y_i$ auf $X$ erzeugte Topologie.
  Sie hat die universelle Eigenschaft, da"s gegeben ein topologischer Raum $T$
  eine Abbildung $f:T\ra X$ stetig ist genau dann,\label{MgiT} 
  wenn alle $c_i\circ f:T\ra Z_i$ 
  stetig sind und au"serdem alle $d_i\circ f: f^{-1}(c_i^{-1}(U_i))\ra Y_i$
  stetig sind  f"ur die auf $f^{-1}(c_i^{-1}(U_i))$ induzierte Topologie.
  Insbesondere sind f"ur die geschachtelt-initiale Topologie
  auf $X$ alle $c_i$
   und alle $d_i$ stetig. 
\end{Bemerkungl}






\begin{Bemerkungl}[\textbf{Milnortopologie versus 
    Realisierungstopologie}] 
F"ur die Realisierung eines Simplizialkomplexes hatten wir in  \eref{SH}{TS}
gesehen, da"s die Finaltopologie aus \eref{PolS}{TF} 
zur Einbettung der Realisierungen aller endlichen Unterkomplexe
f"ur die Bed"urfnisse der singul"aren Homologietheorie
gut geeignet ist. Der Join einer durch eine Menge $E$ indizierten
Familie von einpunktigen Mengen ist  nun als Menge 
 in offensichtlicher Bijektion zum vollen Simplex mit der Eckenmenge $E$
im Sinne von \eref{PolS}{TF}, aber die Finaltopologie darauf 
ist feiner als die Milnortopologie auf dem Join.  
Zum Beispiel konvergiert im Fall $E=\DN$ die Folge der Tupel
$$(1-1/n,1/n^2,\ldots,1/n^2,0,0,\ldots)$$
 mit  $n$ Eintr"agen $1/n^2$ in der Milnortopologie
gegen $(1,0,\ldots)$. In der Finaltopologie w"urde jedoch f"ur
jede Folge von positiven reellen Zahlen $f_1,f_2,\ldots$ die
Menge aller Tupel $(t_0,t_1,\ldots)$ mit endlich vielen von
Null verschiedenen Eintr"agen, Summe Eins, $t_0$ beliebig und
$t_i<f_i$ f"ur alle $i\geq 1$ eine Umgebung von $(1,0,\ldots)$ bilden.
Setzen wir dabei zum Beispiel 
$f_i=1/2i^2$, so liegt kein Glied unserer Folge von Tupeln in
dieser Umgebung.  
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}\label{olokal}
Sei $(E)$ eine Eigenschaft topologischer R"aume. Sagen wir, ein
topologischer Raum $X$ sei 
\defnoind{offenlokal $(E)$}\index{offenlokal}, 
so meinen wir, da"s
sich jede Umgebung eines beliebigen Punkts von $X$ verkleinern l"a"st zu
einer offenen Umgebung desselben Punktes, die als
topologischer Raum mit der induzierten
Topologie die Eigenschaft $(E)$ hat.
\end{Definition}
\begin{Proposition}[\textbf{Milnorkonstruktion}]
  \begin{enumerate}
  \item
    F"ur jede topologische
Gruppe $G$ ist der abz"ahlbar unendliche Join 
$\op{E}\!G\pdef \ast_{n \in \Bbb{N}} G$ 
mit seiner Milnortopologie und der diagonalen $G$-Operation  ein
topologisch freier zusammenziehbarer $G$-Raum;
\item
  Ist $G$ offenlokal zusammenziehbar, so gilt dasselbe f"ur
  $\op{E}\!G$ und $\op{E}\!G/G$.
  \end{enumerate}\label{MiKok}
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
Mit der alternativen Topologisierung des Joins
  als \glqq Kolimes der endlichen Teiljoins\grqq\  
  w"urde die Argumentation zumindest problematisch,
  da das Bilden des Produkts mit einem Raum $G$ nur f"ur
  $G$ lokal kompakt mit Kolimites vertauscht. 
Beim Beweis des ersten Teils folge ich \cite[IV.4]{ToTo}. 
\end{Bemerkungl}
%Math Overflow: Oliver Straser is correct in that Milnor himself in 1956 [1] only showed his model for EG is weakly contractible (that is, all its homotopy groups vanish) with his coarse topology on the join. (For any compact Hausdorff spaces X and Y, by the tube lemma, note that Milnor's X∘Y equals the quotient-topology join X∗Y
%.)
%Historically, for any topological group G, the first proof in the literature of the contractibility of Milnor's EG:=G∘ℵ0 is contained within the two-page proof of Theorem 8.1 in Dold's 1963 article [2]. A few years later in 1966, tomDieck in Section 7 of [3] offers a more conceptual argument.
%Contemporarily, I agree that the comment of Oldřich Spáčil is an acceptable answer, based on the simplified proof that tomDieck later gives in Proposition 14.4.6 of his 2008 book [4], which rehashes his earlier works.
%[1] : John Milnor, Construction of universal bundles II, Annals Math 63(3):430–436, 1956.
%[2] : Albrecht Dold, Partitions of unity in the theory of fibrations, Annals Math 78(2):223–225, 1963.
%[3] : Tammo tomDieck, Klassifikation numerierbarer Bündel, Arch Math (Basel) 17:395–399, 1966.
%[4] : Tammo tomDieck, Algebraic Topology, 2008.
\begin{proof}
  Bezeichne $J$ unseren Join. Er ist zusammenziehbar nach Lemma \ref{ZaJ}.
  Um zu zeigen, da"s die diagonale Operation 
  $D:G\times J\ra J$ ststig ist, verwenden wir die Beschreibung der
  Milnortopologie als geschachtelt-initiale Topologie \ref{MgiT}.
  Sicher ist $c_k\circ D=c_k\circ\op{pr}_J$ stetig. Weiter wird
  auf $D^{-1}(c_k^{-1}(0,1])=G\times (c_k^{-1}(0,1])$  die Abbildung
      $\op{pr}_k\circ D$ gegeben durch
      $(\op{pr}_k\circ D)(g,j)=g\op{pr}_k(j)$ und ist mithin auch stetig.
      Also ist die diagonale Operation stetig. Weiter induziert f"ur jedes $n$ 
      und $U_n\pdef \{j\in J\mid c_n(j)\neq 0\}$  und
       $ \op{pr}_n: U_n\ra G$  die zugeh"orige Projektion
      die Operation eine stetige Bijektion
      $G\times \op{pr}_n^{-1}(e) \sira U_n$ mit der stetigen Umkehrabbildung
      $j\mapsto (\op{pr}_n(j),\op{pr}_n(j)^{-1} j )$. Das zeigt, da"s
      der $G$-Raum $J$ topologisch frei ist, und zeigt damit  Teil 1. 
      Da"s mit $G$ auch ${\op{E}}G$ offenlokal zusammenziehbar ist, folgt direkt
      aus \ref{olzz}. Um zu sehen, da"s
      mit $G$ auch ${\op{E}}G/G$ offenlokal zusammenziehbar
      ist, reicht es zu zeigen, da"s in der Notation von eben
      die Teilmenge  $\op{pr}_n^{-1}(e)\subset U_n$ mit
      der induzierten Topologie offenlokal zusammenziehbar ist.  Dieser
      Raum kann aber auch beschrieben werden
      als eine offene Teilmenge des abz"ahlbar
      unendlichen Joins von Kopien unserer Gruppe
      und einer Kopie des
      einpunktigen Raums und
      ist damit auch  offenlokal zusammenziehbar nach \ref{olzz}. 
\end{proof}
\begin{Lemma}[\textbf{Zusammenziehbarkeit abz"ahlbarer Joins}] 
 F"ur jeden  nicht leeren topologischen Raum $Y$  ist der Join
$J\pdef *_{n \in \mathbb N} Y$ von\label{ZaJ}  
abz"ahlbar unendlich vielen Kopien von $Y$ mit seiner Milnortopologie 
zusammenziehbar.
\end{Lemma}
\begin{proof}
 Wir verwenden 
die Notation $\sum t_ny_n=(t_0 y_0, t_1 y_1, t_2 y_2, \ldots)$.
An Stellen, an denen das $t_i$ Null ist, brauchen wir dabei das $y_i$ 
nicht  zu spezifizieren und schreiben dort manchmal auch
einfach nur $0$. Wir zeigen nun,
da"s die Identit"at homotop ist zur Nulleneinf"ugeabbildung
\begin{equation*}
  (t_0 y_0, t_1 y_1, t_2 y_2, \ldots)
  \mapsto (t_0 y_0, 0, t_1 y_1, 0, t_2 y_2, 0, \ldots)
\end{equation*}
F"ur diese Abbildung eine Homotopie zu einer konstanten Abbildung anzugeben
ist dann unproblematisch, man w"ahle dazu $y\in Y$ und betrachte
\begin{equation*}
  H: (s,(t_0 y_0, t_1 y_1, t_2 y_2, \ldots))
  \mapsto (st_0 y_0, (1-s)y, st_1 y_1, 0, st_2 y_2, 0, \ldots)
\end{equation*}
mit dem Homotopieparameter $s$.
Um zu sehen, da"s $H:[0,1]\times J\ra J$ stetig ist, m"ussen
wir nach der Beschreibung als geschachtelt-initiale
Topologie zeigen, da"s alle $c_k\circ H: [0,1]\times J\ra [0,1]$ stetig sind,
das ist klar, und weiter, da"s alle
$\op{pr}_k\circ H: H^{-1}(c_k^{-1}(0,1])\ra Y$
  stetig sind, und das ist auch klar. 
Auch
jede Abbildung, die an nur einer Stelle eine Null eingef"ugt, ist
in "ahnlicher Weise homotop zu einer konstanten Abbildung,
nur ist die Konstruktion  einer
Homotopie von der Identit"at zu einer derartigen  Abbildung 
verbl"uffenderweise m"uhsamer.
Um nun zu zeigen, da"s die Identit"at homotop ist zu
unserer Nulleneinf"ugeabbildung, "uberlegen wir uns erst
einmal, da"s wir eine Homotopie unserer Abbildung zu der Abbildung
\glqq f"uge eine Null weniger ein\grqq\  erhalten durch die Vorschrift 
\begin{equation*}
  (s,(t_0 y_0, t_1 y_1, t_2 y_2, \ldots))
  \mapsto (t_0 y_0, st_1 y_1, (1-s) t_1 y_1, s t_2 y_2, (1-s) t_2 y_2, \ldots)
\end{equation*}
mit $s$ als Parameter der Homotopie.
Die Stetigkeit pr"uft man punktweise mit der Beschreibung \ref{LZJ} von
Umgebungsbasen in der Milnor-Topologie.
Alternativ und ausf"uhrlicher betrachten wir
$H: [0,1]\times J\ra J$ gegeben durch
unsere Formel und m"ussen nach der Beschreibung
als geschachtelt-initiale Topologie zeigen, da"s alle
$c_k\circ H: [0,1]\times J\ra [0,1]$ stetig sind,
das ist klar, und weiter, da"s alle
$\op{pr}_k\circ H: H^{-1}(c_k^{-1}(0,1])\ra Y$
  stetig sind, und das ist auch klar. 
  Jetzt setzt man abz"ahlbar viele Homotopien
  dieser Art nebeneinander, f"ur den Homotopieparameter $s$ in
$[0,1],[1, 1 + \frac{1}{2}], [1 + \frac{1}{2}, 1 + \frac{1}{2} + \frac{1}{4}]
, \ldots$
und erg"anzt durch die Identit"at bei $s =2$.
Die Stetigkeit f"ur $s <2$ ist dann unproblematisch,
denn eine Abbildung ist stetig, wenn ihre Restriktionen auf die
Mengen einer endlichen abgeschlossenen "Uberdeckung jeweils stetig sind.
Die Stetigkeit f"ur $s =2$ mu"s wieder in jedem Punkt 
gepr"uft werden und folgt aus unserer Beschreibung von
Umgebungsbasen f"ur die Milnortopologie. Alternativ und 
 ausf"uhrlicher betrachten wir
$L: [0,2]\times J\ra J$ gegeben durch
 unsere Formel und m"ussen nach der Beschreibung
 als geschachtelt-initiale Topologie zeigen,
 da"s alle $c_k\circ H: [0,2]\times J\ra [0,1]$ stetig sind
 und da"s alle $\op{pr}_k\circ H: H^{-1}(c_k^{-1}(0,1])\ra Y$ stetig sind.
   Jedes $c_k\circ L$ ist aber konstant auf $[2-2^{-k},2]\times J$ und
   nach dem vorhergehenden stetig auf  $[0,2-2^{-k}]\times J$ und damit stetig.
   Weiter ist auch jedes $\op{pr}_k\circ L$ konstant auf dem Schnitt
   seines Definitionsbereichs mit  $[2-2^{-k},2]\times J$ und nach dem
   vorhergehenden stetig auf dem Schnitt
   seines Definitionsbereichs mit  $[0,2-2^{-k}]\times J$.
   Die Behauptung folgt. 
\end{proof}

\begin{Lemma}[\textbf{Zusammenziehbare Umgebungen in der Milnortopologie}]
  Ein  %abz"ahlbar unendlicher
  Join
 $J = \ast_{i \in \Bbb{N}} Y_i$
offenlokal\label{olzz} 
zusammenziehbarer R"aume ist auch selbst offenlokal zusammenziehbar.
\end{Lemma}



\begin{proof} 
Sei $p=(t_iy_i)\in J$ gegeben.
Sei $N\subset I$ die Menge der Indizes $n$
mit $t_n\neq 0$. Sei $\varepsilon>0$ kleiner als das Minimum dieser 
positiven $t_n$. 
Seien $U_n\co Y_n$ offene zusammenziehbare
Umgebungen der $y_n$ f"ur $n\in N$. 
Sei $K\subset I$ endlich und disjunkt zu $N$. Nach der Beschreibung
\ref{LZJ} von Umgebungsbasen in der Milnortopologie
bilden die Mengen
$$V=V((U_n), \varepsilon, K)$$ aller Punkte $\sum s_ix_i$ aus dem Join $J$ mit
$|s_n-t_n|<\varepsilon$ f"ur $n\in N\sqcup K$ und 
$x_n\in U_n$ f"ur $n\in N$ f"ur alle erlaubten
$\varepsilon$, $U_n$ und $K$  eine Umgebungsbasis 
des Punktes $p$ im Join $ J$ aus offenen Umgebungen. Es reicht zu zeigen,
da"s diese Teilr"aume $V$ zusammenziehbar sind.  
Zun"achst zeigen wir, da"s die Abbildung $a: V\ra V$ des
Angleichens der Koeffizienten $a: (s_ix_i)
\mapsto (t_ix_i)$ an die Koeffizienten von $p$ homotop ist
zu Identit"at auf $V$. Eine Homotopie ist etwa
$H:  [0,1]\times V\ra V$ gegeben durch 
$(r,(s_ix_i))\mapsto \big((rt_i+(1-r)s_i)x_i\big)$.
Die Einbettung der Teilmenge $P\subset V$ aller Punkte
  von $V$, deren Koeffizienten dieselben sind wie die Koeffizienten
  von $p$, ist also eine Homotopie"aquivalenz $P\ra V$. Andererseits ist die
offensichtliche Abbildung ein Hom"oomorphismus $\prod_{n\in N}U_n\sira P$, mithin ist $P$ zusammenziehbar.
%Dann zeigen wir, da"s
%$a$ homotop ist zur konstanten Abbildung $b: V\ra V$ mit Wert $p$.
%Dazu betrachten wir
%Homotopien $H_n:[0,1]\times U_n\ra U_n$ zwischen der Identit"at und der
%konstanten Abbildung mit Wert $y_n$ und erkl"aren 
%$L:  [0,1]\times V\ra V$ durch
%$$L:(r, (s_ix_i))\mapsto (t_iH_i(r,x_i))$$ mit dem impliziten Einvernehmen,
%da"s es die $H_i$ f"ur $i\not\in \DN$ gar nicht
%braucht, da davor eh $t_i=0$ steht. Um zu zeigen, da"s sie stetig ist,
%bemerkt man zun"achst, da"s auf der rechten Seite alle $c_k$ konstant den Wert
%$t_k$ annehmen. F"ur die $k\in N$, f"ur die dieser Wert nicht Null ist,
%finden wir $(\op{pr}_k\circ L)(r,j)= H_k(r,\op{pr}_k(j))$
%und das ist auch stetig. Mithin ist $L$ stetig nach der universellen Eigenschaft
%\ref{MgiT} der geschachtelt-initialen Topologie. 
\end{proof}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Singul"are "aquivariante Kohomologie
      und cup-Produkt}]
  Operiert eine offenlokal zusammenziehbare topologische Gruppe
  $G$ auf einem lokal zusammenziehbaren topologischen Raum $X$,
  so ist nach  \ref{MiKok} auch ${\op{E}}G/G$ lokal zusammenziehbar
  und damit auch ${\op{E}}G\times_{/G}X$. Folglich ist der
  Vergleichshomomorphismus in diesem Fall nach 
  \ref{SIKOGA} ein Isomorphismus\label{RisC} 
  $${\op{H}}^q({\op{E}}G\times_{/G}X)_{\op{sing}}\sira
      {\op{H}}^q({\op{E}}G\times_{/G}X)_{\op{garb}}$$
      F"ur derartige Gruppen und R"aume  k"onnen wir mithin
      unsere Konstruktion der "aquivarianten Kohomologie genausogut
      in der singul"aren Theorie durchf"uhren. Das hat den Vorteil, da"s
      wir f"ur die singul"are Theorie  bereits die Ringstruktur durch das
      cup-Produkt eingef"uhrt haben, was f"ur die Garbenkohomologie
      noch aussteht.  
\end{Bemerkungl}

\subsection{Weitere klassifizierende R"aume}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kolimites topologischer R"aume}] 
  Gegeben ein K"ocher $\mathcal I$ und eine Darstellung
  $D:\mathcal I\ra \op{Top}$ unseres K"ochers
  in der Kategorie der topologischen R"aume
  kann man den Kolimes \eref{Kolim}{TS} konstruieren, indem man
  vom Kolimes in der Kategorie der Mengen \eref{KolM}{TS} ausgeht
  und ihn mit der Finaltopologie zu allen Abbildungen $D_i\ra \op{col}D_i$
  versieht. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
  Wir betrachten das gerichtete System der komplexen Vektorr"aume $\DC^n$
  mit den durch das Nullenanh"angen gegebenen Morphismen und bilden den Kolimes
  $$\DC^\infty\pdef \op{col}\DC^n$$
  Also Menge ist das in Bijektion zur Menge aller Abbildungen $\DN\ra \DC$,
  die nur an endlich vielen Stellen einen Wert ungleich Null annehmen.
  Die Topologie wird dadurch gegeben, da"s eine Teilmenge offen ist genau dann,
  wenn sie jeden $\DC^n$ in einer offenen Menge trifft. Gleichbedeutend ist die
  Bedingung, da"s sie jeden endlichdimensionalen
  Teilraum in einer offenen Menge trifft.
\end{Beispiel}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Produkte lokal kompakter R"aume mit Kolimites}]
  Das Produkt  mit einem lokal kompakten Raum $X$ ist nach dem
  Exponentialgesetz \eref{TKL}{TM} ein Linksadjungierter
  und vertauscht nach \eref{KaAA}{TS} folglich mit Kolimites,\label{vth}
  in Formeln
  $$\op{col}(X\times D_i)\sira X\times (\op{col} D_i)$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
  Wir zeigen, da"s die Multiplikation mit Skalaren\label{SMS} 
  $$\DC\times \DC^\infty\ra \DC^\infty$$
  stetig ist. Da die Multiplikationen $\DC\times \DC^n\ra \DC^n$
  stetig sind und da $\DC$ lokal kompakt ist,
  folgt das durch "Ubergang zum Kolimes aus der vorhergehenden
  Bemerkung \ref{vth}. 
\end{Beispiel}

\begin{Bemerkungl} Wir zeigen, da"s die  auf der
  offenen Teilmenge $\DC^\infty\backslash 0$ induzierte Topologie mit
  der Kolimestopologie der Ursprungskomplemente
  $\DC^n\backslash 0$ zusammenf"allt, in Formeln
  $$\op{col}(\DC^n\backslash 0)\sira \DC^\infty\backslash 0$$
  Das folgt aus der Finalit"at von Restriktionen auf offene Teilmengen
  f"ur gesamthaft finale
  Familien \eref{FvR}{TM}. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl} Wir zeigen, da"s 
  $\DC^\infty\backslash 0$ ein $\DC^\times$-Torsor ist.
  In der Tat ist die Multiplikation stetig f"ur die
  induzierte Topologie als Einschr"ankung der nach \ref{SMS} stetigen
  Multiplikation auf eine unter der operierenden Gruppe stabile Teilmenge,
  hier verwendet man die Vertr"aglichkeiten von Produkttopologie und induzierter
  Topologie. Nun ist f"ur jedes $n$ die Teilmenge der\label{CstT} 
  Punkte mit nichtverschwindener $n$-ter Koordinate eine offene Teilmenge
  $U_n\co \DC^\infty$. Betrachten wir weiter die Teilmenge $W_n\subset \DC^\infty$
  aller Punkte mit $n$-ter Koordinate Eins, so induziert die
  Multiplikation einen Hom"oomorphismus $\DC^\times\times W_n\sira U_n$.
  Das zeigt die Behauptung.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl} Wir wissen bereits, da"s die
  offensichtliche Abbildung in Bezug auf die induzierten Topologien
  ein Hom"oomorphismus
  $\op{col}(\DC^n\backslash 0)\sira (\DC^\infty\backslash 0)$
  ist. Die Transitivit"at gesamthaft finaler Familien \eref{TFG}{TM}  zeigt
  dann, da"s auch auf den Quotienten nach $\DC^\times$  die
  offensichtliche Abbildung ein Hom"oomorphismus
  $\op{col}\mathbb P^n\DC\sira (\DC^\infty\backslash 0)/\DC^\times$
  ist. Wir notieren diesen Raum
  $$\mathbb P^\infty\DC\pdef \op{col}\mathbb P^n\DC$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Klassifizierender Raum f"ur $\DC^\times$}]
  Nach dem im Anschlu"s bewiesenen Lemma \ref{ZZRI} ist
  unser $\DC^\times$-Torsor $\DC^\infty\backslash 0$
  aus \ref{CstT} zusammenziehbar. Folglich ist
  $\mathbb P^\infty\DC$ ein klassifizierender Raum f"ur $\DC^\times$.
\end{Bemerkungl}


\begin{Lemma}\label{ZZRI}
  Das Komplement des Ursprungs im Raum $\DR^\infty\pdef \op{col}\DR^n$  ist zusammenziehbar.
\end{Lemma}
\begin{proof}
Wir schieben zun"achst alle Koordinaten eine Stelle  weiter,
lassen dann die erste Koordinate auf Eins anwachsen ohne die anderen 
zu "andern, und
schieben zum Schlu"s alle Koordinaten au"ser der ersten nach Null.
Genauer folgt 
aus der Vertr"aglichkeit des Produkts mit
einem lokal kompakten Raum und Kolimites \eref{PKLi}{TS}, 
da"s die
  Abbildung
  $$
  \begin{array}{lll}
[0,1]\times \Bbb{R}^{\infty} &\ra& \Bbb{R}^{\infty}\\ 
(t,(x_0, x_1, \ldots))&
  \mapsto& ((1-t)x_0,(1-t)x_1 +tx_0,(1-t)x_2+ tx_1,\ldots)
\end{array}
$$
  stetig ist. Der Rest des Arguments geht "ahnlich, nur einfacher.
\end{proof}




\begin{Bemerkungl} In $\mathbb P^\infty \DC$ ist jede Teilmenge $A$
  abgeschlossen,
  die jedes $\mathbb P^n \DC$ in einer abgeschlossenen Menge trifft.
  F"ur solch eine
  Teilmenge $A\As \mathbb P^\infty \DC$
  folgt aus der Finalit"at von Restriktionen
  auf abgeschlossene Teilmengen
  f"ur gesamthaft finale
  Familien \eref{FvR}{TM}, da"s die offensichtliche Abbildung ein
  Hom"oomorphismus
  $$\op{col}(A\cap \mathbb P^n \DC)\sira A$$
  ist.  Speziell ist jede Teilmenge  $E\subset
  \mathbb P^\infty \DC$ abgeschlossen,
  die die jedes $\mathbb P^n \DC$ in einer endlichen Menge trifft. Da der
  Kolimes "uber diskrete R"aume offensichtlich diskret ist, ist die
  induzierte Topologie auf $E$ in diesem Fall die diskrete Topologie.
  Da ein diskreter Raum nur kompakt sein kann, wenn er endlich ist,
  mu"s jede kompakte Teilmenge $K\subset \mathbb P^\infty \DC$ bereits
  in einem $\mathbb P^n \DC$ liegen. Wir folgern auf den singul"aren Ketten 
Isomorphismen   $\op{col}{\op{S}}_q(\mathbb P^n \DC) \sira {\op{S}}_q(\mathbb P^\infty \DC)$
  und mit der Exaktheit von filtrierenden Kolimites
  finden wir auch f"ur die singul"are Homologie Isomorphismen
  $$\op{col}{\op{H}}_q(\mathbb P^n \DC) \sira {\op{H}}_q(\mathbb P^\infty \DC)$$
  Nun wissen wir weiter, da"s die Abbildungen ${\op{S}}_q(\mathbb P^n \DC)
    \ra {\op{S}}_q(\mathbb P^{n+1} \DC)$ spaltende Injektionen sind
      und nach \eref{HKPR}{TS} induzieren sie
      Isomorphismen auf der Homologie f"ur $n\geq q$.
      Damit sind die R"uckz"uge ${\op{S}}^q(\mathbb P^{n+1} \DC)
        \ra {\op{S}}^q(\mathbb P^{n} \DC)$
          Surjektionen. Andererseits
          liefert die Definition des Kolimes Isomorphismen
          ${\op{S}}^q(\mathbb P^n \DC) \sira
          \op{lim}\op{Ab}({\op{S}}_q(\mathbb P^\infty \DC),\DZ)$
          und mit "Ubung \eref{QILcc}{TS} zur Vertauschbarkeit von
          Homologie mit speziellen Limites folgern wir, da"s auch sie
          Isomorphismen  $${\op{H}}^q(\mathbb P^n \DC) \sira
          \op{lim}{\op{H}}^q(\mathbb P^\infty \DC)$$ induzieren.
          Aus der Beschreibung \eref{KkPR}{TS} der Kohomologie der
          komplex projektiven R"aume folgt dann, da"s gilt
          ${\op{H}}^2(\mathbb P^\infty \DC)\cong \DZ$ und da"s f"ur jeden
          Erzeuger $t\in {\op{H}}^2(\mathbb P^\infty \DC)$ der offensichtlich
          Ringhomomorphismus ein Isomorphismus
          $$\Bbb{Z} [t] \sira {\op{H}}^{\ast} (\DP^{\infty} \DC)$$
          zwischen dem Polynomring und dem singul"aren Kohomologiering des
          klassifizierenden Raums ist. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  "Ahnlich wie in \ref{ZZRI} aber einfacher zeigt man, da"s
  $\DP^{\infty} \DC$ lokal zusammenziehbar und sogar
  offenlokal zusammenziehbar ist. 
  Der Vergleichsisomorphismus \ref{SKG} zwischen singul"arer Kohomologie und
  Garbenkohomologie ist in diesem Fall folglich ein Isomorphismus.
\end{Bemerkungl}







  \newpage

\section{Erg"anzungen zu Faserungen und Basiswechsel*}
\subsection{Gefaserter Basiswechsel}


\begin{Satz}[\defind{Gefaserter Basiswechsel}]%\cite{BeLu}
  Sind in einem kartesischen  Diagramm von topologischen R"aumen
$f q=p g$ die Horizontalen $p,q$ 
Faserb"undel mit offenlokal zusammenh"angender Faser, so ist der
Basiswechsel von Mengengarben eine Isotransformation\label{GFBW} 
$$p^{*}  f_{*} 
\overset{\sim}{\RA} g_{*} q^{*} $$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Insbesondere vertauscht das Zur"uckziehen auf ein 
Faser\-b"un\-del mit offenlokal zusammenh"angender Faser
mit beliebigen Produkten von Garben: 
In der Tat kann man ein Produkt $\prod_{i\in I}\mathcal F_i$
von Garben auf $Y$ als
Vorschub unter der Projektion 
einer geeigneten Garbe auf $Y\times I^{\op{dis}}$ verstehen.
Ich erinnere daran, da"s das Bilden von Produkten von Garben im allgemeinen
keineswegs mit R"uckzug vertauscht,\label{gbsfw}  
ja nach \ref{PrGa} noch nicht einmal mit dem Bilden von Halmen.
\end{Bemerkungl}


\begin{proof}[Beweis]
Wir d"urfen ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit annehmen, da"s
unser Diagramm die Gestalt
$$\begin{array}{ccc}
X\times Z & \rightarrow & X \\
\downarrow & & \downarrow \\
Y \times Z& \rightarrow &Y
\end{array}$$
hat f"ur offenlokal zusammenh"angendes $Z$.
Es reicht zu zeigen, da"s f"ur jede Garbe von Mengen $\cal{F} \in
\op{Ens}_{/X}$ und jeden Punkt $(y,z) \in Y \times Z$ unsere
nat"urliche Transformation  auf dem Halm
eine Bijektion
$$(p^{*} f_{*} \cal{F})_{(y,z)} \sira
(g_{*} q^{*} \cal{F})_{(y,z)}$$
induziert.
Dazu hinwiederum reicht es, f"ur ein Fundamentalsystem von 
Umgebungen von $(y,z)$ zu zeigen, da"s Bijektionen auf den
Schnitten "uber diesen Umgebungen induziert werden.
Jetzt verwenden wir offenen Basiswechsel \ref{OBW} und sehen so,
da"s es reicht, f"ur $Z$ zusammenh"angend
nachzuweisen, da"s sich auf den globalen Schnitten eine Bijektion
$$\Gamma p^{*}f_{*} \cal{F} \sira \Gamma
g_{*}q^{*}\cal{F}$$
ergibt. Nun haben wir f"ur jede stetige Abbildung $f$ per
definitionem  $\Gamma
f_{*}=\Gamma$ und nach "Ubung \ref{AdI} "uber finales Zur"uckholen bei
zusammenh"angenden Fasern liefern
in unserem speziellen Fall die kanonischen Abbildungen
auch Bijektionen $\Gamma\sira \Gamma
q^{*}$ und $\Gamma\sira \Gamma
p^{*}$. Damit identifizieren wir beide Seiten des 
behaupteten Isomorphismus mit 
$\Gamma\cal{F}$ und der Satz ist bewiesen.
\end{proof}
\begin{Beispiel}[\textbf{Basiswechsel 
braucht Faserb"undelbedingung}] 
  In \ref{gbsfw} hatten wir bereits gesehen, da"s Basiswechsel
  ohne Faserb"undelbedingung nicht gilt. Hier kommt noch ein
  Beispiel, das zeigt, da"s  auch in
  \glqq ganz gew"ohnlichen Situationen\grqq\ die Faserb"undelbedingung
  gebraucht wird. Im kartesischen Diagramm\label{bwsd} 
\begin{displaymath}
\xymatrix{
\mathbb{R}\backslash 0 \ar[d]_{g}\ar[r]^q 
& \mathbb{R}^2\backslash 0\ar[d]^f \\
\op{pt} \ar[r]^p & \mathbb{R} 
}
\end{displaymath}
mit $q:y\mapsto (0,y)$ und $f:(x,y)\mapsto x$ 
ist f"ur die konstante Garbe $\mathcal{F}$ 
auf $\mathbb{R}^2 \backslash 0$ mit Faser
$\mathbb{Z}$ der von der Basiswechseltransformation 
induzierte Morphismus
$p^{*} f_{*} \mathcal{F} 
\rightarrow g_{*} q^{*} \mathcal{F}$
kein Isomorphismus. Das zeigt, da"s bei kartesischen Diagrammen 
ohne Faserb"undel in den Horizontalen
im allgemeinen der Basiswechsel kein Isomorphismus ist. 
\end{Beispiel}










\begin{Beispiel}[\textbf{Gefaserter Basiswechsel braucht spezielle Fasern}]
Sei $\DQ$ versehen mit der von $\DR$ induzierten Topologie und
$D=\DR\backslash \DQ$ die Menge der irrationalen Zahlen, versehen
mit der diskreten Topologie.
Man zeige, da"s f"ur $f: D\ra \op{pt}$ und Basiswechsel 
mit 
$p:\DQ\ra \op{pt}$ 
der von der kanonischen Transformation 
induzierte Morphismus
$p^{*} f_{*}\DZ_D \ra g_{*} q^{*}\DZ_D$ kein Isomorphismus
ist.
Genauer "uberlege man sich, da"s der globale Schnitt
der konstanten Garbe $\DZ_{D\times\DQ}$ auf $D\times\DQ\subset \DR^2$, der 
konstant Eins ist oberhalb der Diagonalen und konstant Null unterhalb,
einem globalen Schnitt von $g_{*} q^{*}\DZ_D$ entspricht, der
nicht von einem globalen Schnitt von $p^{*} f_{*}\DZ_D$ herkommen
kann.
Dieses Beispiel zeigt, da"s in \ref{GFBW}  auf die 
Voraussetzung
offenlokal zusammenh"angender Fasern 
im allgemeinen nicht verzichtet werden kann. 
\end{Beispiel}

\subsection{Derivierter gefaserter Basiswechsel} 
\begin{Bemerkungl}
  Ein topologischer Raum $X$ hei"se
   {\bf schwach garbenazyklisch},\index{garbenazyklisch!schwach}
  wenn f"ur jede abelsche Gruppe $M$ von Koeffizienten seine
  h"ohere Garbenkohomologie verschwindet und
  die nat"urliche Abbildung einen
  Isomorphismus $M\sira \Gamma(M_X)$ induziert.\label{gazy}
  Offensichtlich ist jeder zusammenziehbare Raum  schwach garbenazyklisch.   Jeder zusammenziehbare Raum ist nach \ref{sGaz} sogar 
  schwach basisfest garbenazyklisch.
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\defind{Derivierter gefaserter
Basiswechsel}]
  Sind in einem kartesischen  Diagramm von topologischen R"aumen
$f q=p g$\label{DGF}  
die Horizontalen $p,q$ 
\hyperref[FaBue]{Faserb\"undel} mit
offenlokal \hyperref[gazy]{schwach garbenazyklischer}
 Faser, so sind die 
Basiswechsel f"ur abelsche Garben  Isotransformationen
$$p^{\ast} ({\op{R}}^if_{\ast}) \siRa ({\op{R}}^ig_{\ast}) q^{\ast} $$
\end{Satz}

% \begin{Bemerkunge}
% Dieser Satz ist Lemma C1 auf Seite 56 aus   
% \cite{BeLu}, wo mir allerdings die Bedingungen, wie sie
% in loc.cit.\, Abschnitt 6.8 formuliert werden, zu schwach
% scheinen: Man mu"s meines Erachtens nicht nur  fordern, da"s 
% jeder Punkt der Faser eine garbenazyklische Umgebung besitzt, 
% sondern da"s sich jede Umgebung jedes Punktes der Faser
% zu einer offenen garbenazyklischen Umgebung
% des gegebenen Punktes verkleinern l"a"st.
% \end{Bemerkunge}
\begin{Bemerkungw}
  In  \eref{DGFBW}{TSF} zeigen wir eine Variante
  in derivierten Kategorien.
\end{Bemerkungw}
\begin{proof}
  F"ur $i=0$ folgt das aus unserem underivierten gefaserten
Basiswechsel \ref{GFBW}, 
denn jeder schwach garbenazyklische Raum ist zusammenh"angend und damit jeder
offenlokal schwach garbenazyklische Raum auch offenlokal zusammenh"angend.
Im allgemeinen k"onnen wir uns mit offenem Basiswechsel auf den Fall
eines kartesischen Diagramms der Gestalt
\begin{displaymath}
 \xymatrix{
X\times Z \ar[d]_-{g}\ar[r]^-{q} & X \ar[d]^-f\\
Y\times Z  \ar[r]^-{p} & Y
}
\end{displaymath}
 f"ur offenlokal schwach garbenazyklisches $Z$ zur"uckziehen.
Tr"agt zus"atzlich $X$ die diskrete Topologie,
so verschwinden die h"oheren
derivierten Vorsch"ube ${\op{R}}^if_{\ast}$ f"ur $i>0$ und
die Behauptung folgt, wenn wir f"ur $i>0$ und $\mathcal F\in \op{Ab}_{/X}$
auch $({\op{R}}^ig_{\ast})q^*\mathcal F=0$
zeigen. Gegeben $B\co Y$ und $U\co Z$ mit $U$ schwach garbenazyklisch
finden wir mit \ref{pgKO} aber $${\op{H}}^i(g^{-1}(B\times U);q^\ast \mathcal F)=
\prod_{x\in f^{-1}(B)} {\op{H}}^i( U; \mathcal F_x)=0$$ f"ur $i>0$ 
und durch "Ubergang zum Kolimes erkennt man, da"s f"ur $i>0$ alle Halme von $({\op{R}}^ig_{\ast})q^*\mathcal F$ verschwinden. Damit haben wir unseren Satz
 f"ur diskretes $X$ bewiesen.
Um unseren Satz  f"ur allgemeines $X$ zu zeigen,  m"ussen wir nur
f"ur jede abelsche Garbe $\cal{F}\in \op{Ab}_{/X}$
eine Einbettung in eine $f_{\ast}$-azyklische
abelsche Garbe finden, die unter 
$q^{\ast}$ zu einer $g_{\ast}$-azyklischen Garbe wird:
Dann k"onnen wir f"ur jede abelsche Garbe
induktiv eine Aufl"osung durch Garben dieser Art
konstruieren und der Satz folgt wieder aus seiner underivierten Variante
\ref{GFBW}.
Um unsere Einbettung zu konstruieren,
bilden wir die {\bf Diskretisierung}\index{Diskretisierung!von topologischen Raum}  $X^{\delta}$,\index{d@$\delta$ in $X^{\delta}$ Menge $X$ mit der diskreten Topologie}\index{)6@$X^{\delta}$ Menge $X$ mit der diskreten Topologie} von $X$, indem wir die Menge $X$ 
mit der diskreten Topologie versehen, geben der Identit"at
den Namen $h:X^{\delta}\ra X$  
und erhalten ein Diagramm der Gestalt
\begin{displaymath}
 \xymatrix{
X^{\delta}\times Z \ar[d]_-{k}\ar[r]^-{r} &\;X^{\delta}\ar[d]^-h\\
X\times Z \ar[d]_-{g}\ar[r]^-{q} & X \ar[d]^-f\\
Y\times Z  \ar[r]^-{p} & Y
}
\end{displaymath}
Die kanonische Abbildung 
$\cal{F } \ra h_{\ast} h^{\ast}\cal{F }$ alias Godementaufl"osung
ist dann eine
Einbettung in eine
$f_{\ast}$-azyklische Garbe, und es reicht zu zeigen, da"s auch $q^{\ast}h_{\ast} h^{\ast}\cal{F }$
azyklisch ist f"ur $g_{\ast}$.
Nach dem bereits behandelten Fall
verschwinden aber die h"oheren derivierten Vorsch"ube von
$r^\ast h^{\ast}\cal{F }$ sowohl unter
$k$ als auch unter  $gk $.
Gegeben eine injektive  Aufl"osung $r^\ast h^{\ast}\cal{F }\hra \mathcal I^\lhd$
ist also $k_*r^\ast h^{\ast}\cal{F }\hra k_*\mathcal I^\lhd$
eine welke Aufl"osung von $k_*r^\ast h^{\ast}\cal{F }$ und
$g_*k_*r^\ast h^{\ast}\cal{F }\hra g_*k_*\mathcal I^\lhd$
ist immer noch exakt. So folgt, da"s 
$ k_* r^*h^*\cal{F }\cong
 q^*h_*h^*\cal{F }$
azyklisch ist f"ur $g_*$.
\end{proof}




  \begin{Korollar}[\textbf{H"ohere Vorsch"ube l"angs Faserb"undeln mit spezieller Basis}]
    Gegeben ein \hyperref[FaBue]{Faserb\"{u}ndel} $g: E \ra Z$\label{RHFc} 
"uber einem offenlokal schwach gar\-ben\-a\-zyk\-li\-schen 
    Raum $Z$ und eine abelsche Gruppe $M$    
sind die 
h"oheren Vorsch"ube
   ${\op{R}}^{i}g_{\ast}M_E$ der konstanten Garben  lokal konstant
und Basiswechsel liefert Isomorphismen zwischen
ihren Halmen  und den Kohomologiegruppen der Faser  
$$({\op{R}}^{i}g_{\ast}M_E)_z\sira {\op{H}}^{i}(g^{-1}(z);M)$$ 
  \end{Korollar}
  \begin{proof}
    Mit offenem Basiswechsel d"urfen wir annehmen, da"s
    unsere Abbildung eine Projektion $g:X\times Z\ra Z$ ist f"ur
    einen weiteren topologischen Raum $X$. Jetzt wenden wir
    derivierten gefaserten
    Basiswechsel \ref{DGF} an auf die konstante Garbe $M_X\in \op{Ab}_{/X}$ im kartesischen Diagramm
    \begin{displaymath}
 \xymatrix{
X\times Z \ar[d]\ar[r] & X\ar[d]\\
Z  \ar[r] & \op{top}
}
    \end{displaymath}
    und finden, da"s in diesem Fall die ${\op{R}}^ig_*M_E$ sogar konstante
    Garben sind. 
  \end{proof}

\begin{Korollar}[\textbf{Kriterium f"ur schwache basisfeste Azyklizit"at}]
     Gegeben $Z$ zusammenh"angend und offenlokal schwach garbenazyklisch
     sowie eine Schranke  $n\geq 1$ mit
     ${\op{H}}^1(Z;M)=\ldots ={\op{H}}^{n+2}(Z;M)=0$ f"ur
     jede beliebige abelsche Gruppe $M$ und $X$ ein beliebiger
     topologischer Raum induziert der R"uckzug\label{KBA}  
     f"ur alle $\mathcal F\in\op{Ab}_{/X}$ und $0\leq q\leq n$ Isomorphismen
     $${\op{H}}^q(X;\mathcal F)\sira {\op{H}}^q(X\times Z;\op{pr}^*\mathcal F)$$
\end{Korollar}
\begin{Bemerkungl} Insbesondere ist ein Raum $Z$ mit den im Korollar
  geforderten Eigenschaften  schwach bag-$n$-azyklisch im Sinne von
  \ref{sGaz}\label{kbagn}. Noch spezieller hat jede zusammenh"angende Mannigfaltigkeit, deren Kohomologie mit beliebigen abelschen Gruppen als
  Koeffizienten in den Graden $1, \ldots, n+2$ verschwindet, diese Eigenschaft.
  In der Tat ist jede Mannigfaltigkeit  offenlokal zusammenziehbar und damit
  offenlokal schwach garbenazyklisch.
\end{Bemerkungl}
   \begin{proof}
     Wir arbeiten mit dem kartesischen Diagramm
       \begin{displaymath}
 \xymatrix{
X\times Z \ar[d]^-g\ar[r]^-q & X\ar[d]^-f\\
Z  \ar[r]^-p & \op{top}
}\end{displaymath}
Derivierter gefaserter
Basiswechsel \ref{DGF} liefert uns zun"achst einmal Isomorphismen 
$p^{\ast} ({\op{R}}^if_{\ast})\mathcal F  \sira ({\op{R}}^ig_{\ast}) q^{\ast}\mathcal F $ und zeigt insbesondere, da"s auch die linke Seite eine konstante Garbe ist.
Nach Annahme verschwinden darauf die  ${\op{R}}^jp_*$ f"ur $1\leq j\leq n+2$
und wir  erhalten 
Isomorphismen
$$({\op{R}}^if_{\ast})\mathcal F\sira p_* p^{\ast} ({\op{R}}^if_{\ast})\mathcal F  \sira ({\op{R}}^ 0 p_*) ({\op{R}}^ig_{\ast}) q^{\ast}\mathcal F\sira ({\op{R}}^i(p\circ g)_{\ast}) q^{\ast}\mathcal F $$
f"ur $1\leq i\leq n+1$ mit ganz rechts  der Leray'schen Spektralsequenz \ref{LeSp} oder elementarer \ref{SPKs} angewandt auf den Komplex 
$g_*\mathcal I^\lhd$ f"ur $ q^{\ast}\mathcal F \ra \mathcal I^\lhd$ eine
injektive Aufl"osung, der dann konstante Kohomologiegarben haben mu"s,
und den Funktor $p_*$.
 Ist $\mathcal F$ injektiv, so ist $q^{\ast}\mathcal F $
mithin $(n+1)$-$\Gamma$-azyklisch. Jede injektive Aufl"osung von $\mathcal F$
wird also unter $q^*$ zu einer  Aufl"osung von
$q^{\ast}\mathcal F $ durch $(n+1)$-$\Gamma$-azyklische Garben. Da so eine Aufl"osung nach \ref{DAZOp}
aber bereits die Kohomologie
in jedem Grad $\leq n$ berechnet, folgt die Behauptung. 
   \end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}\label{qpow} 
Ist $j:\DC^\times\hra \DC$ die Einbettung und
$\mathcal F$ eine lokal konstante abelsche Garbe 
mit Monodromie $T:\mathcal F_1\sira \mathcal F_1$
wie in \ref{GGRE}, so gilt f"ur den Halm bei Null ihrer
derivierten Vorsch"ube
$$({\op{R}}^qj_\ast\mathcal F)_0\cong\left\{\begin{array}{ll}
\{a\in \mathcal F_1\mid T(a)=a\}& q=0;\\
 \mathcal F_1/\op{im}(T- \op{id})& q=1;\\
0&\text{sonst.}
 \end{array}\right.$$
Hinweis: Es reicht, einen Isomorphismus 
$({\op{R}}^qj_\ast\mathcal F)_0\sira 
{\op{H}}^q(\DC^\times;\mathcal F)$ zu konstruieren. 
Den Rest erledigt dann \ref{KoHHo}.
\end{Ubung}

\begin{Bemerkungw}
Ist $j:\DC^\times\hra \DC$ die Einbettung und
$\mathcal F$ eine lokal konstante abelsche Garbe auf $\DC^\times$,
so gilt ${\op{H}}^q(\DC;j_!\mathcal F)=0$ f"ur alle $q$.
Eine m"ogliche Argumentation, die hier aber f"ur uns noch nicht
zug"anglich ist, besteht darin, vom ausgezeichneten Dreieck
$$j_!\mathcal F\ra j_\ast\mathcal F\ra  
i_\ast i^\ast j_\ast\mathcal F\ra$$
auszugehen, mit $i$ der Einbettung des Ursprungs,
 in dem alle Funktoren als derivierte Funktoren zu
verstehen sind. Dann folgt die Behauptung aus dem
letzten Isomorphismus von
"Ubung \ref{qpow}. Betrachten wir dann das
 ausgezeichnete Dreieck
$$i_!i^!(j_!\mathcal F)\ra j_!\mathcal F\ra  
j_\ast j^\ast j_!\mathcal F\ra$$
und bilden die Kohomologie, so finden wir
${\op{H}}^q(\DC^\times;\mathcal F)
\sira {\mathcal{H}}^{q+1}i^!j_!\mathcal F$.
Nach \ref{KoHHo} sagt das also 
$${\mathcal{H}}^{q}i^!j_!\mathcal F\cong\left\{\begin{array}{ll}
\{a\in \mathcal F_1\mid T(a)=a\}& q=1;\\
 \mathcal F_1/\op{im}(T- \op{id})& q=2;\\
0&\text{sonst.}
 \end{array}\right.$$
Das ist bereits in neuer Notation zu verstehen, in alter
Notation h"atten wir ${\op{R}}^{q}i^!$ statt
${\mathcal{H}}^{q}i^!$ zu schreiben und $i^!$ h"atte eine 
andere Bedeutung. Eigentlich sollte man hier zeigen, da"s 
$i^!j_!\mathcal F$ in der derivierten Kategorie 
$\op{Der}(\op{Ab})$ isomorph ist zum
Komplex mit dem Differential 
$(T-\op{id}):\mathcal F_1\ra \mathcal F_1$ vom Grad $1$ zum
Grad $2$ und nur Nullen  
au"serhalb dieser beiden Grade.
\end{Bemerkungw}

\subsection{Gruppenkohomologie als Garbenkohomologie}\label{GrGa}
\begin{Bemerkungl}
  Wir erinnern aus \ref{GurKo} die Definition der
  Kohomologie einer diskreten Gruppe mit Koeffizienten in einer
  Darstellung. \nichtfinal{Besser anbinden an \ref{GruGar}.}
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Ist  $G\looparrowright A$ 
eine abelsche Gruppe $A$ mit einer Operation\label{assGG} 
einer diskreten Gruppe $G$
  und  $X\looparrowleft G$ ein topologischer 
Raum mit einer topologisch freien
      Rechtsoperation von $G$,
 so bilden wir wie in \eref{AF}{TF} erkl"art die
  "Uberlagerung
  $$X \times_{/ G}A \ra X/G$$
  und bezeichnen mit $\tilde{A}$ die Garbe ihrer
  Schnitte. Auf diese Weise erhalten wir einen 
exakten Funktor $A \mapsto
  \tilde{A}$ von der Kategorie $G\op{-Ab}$ 
der $G$-Moduln in die Kategorie 
$\op{Ab}_{/ (X/G)}$ der abelschen
  Garben auf dem Bahnenraum $X /G$. Wir nennen $\tilde A$ die
  {\bf zu $A$ assoziierte Garbe}\index{assoziiert!Garbe}
  und erhalten nat"urliche Homomorphismen $A^G\ra \Gamma\tilde A$ durch die Vorschrift
  $a\mapsto (xG\mapsto [x,a])$. 
\end{Bemerkungl}
%\begin{Bemerkungl}
%Wir nennen einen topologischen Raum $X$ 
%{\bf garbenazyklisch},\index{garbenazyklisch} 
%%%wenn er keine h"ohere Garbenkohomologie mit Koeffizienten in
%irgendeiner abelschen Gruppe 
% hat und wenn f"ur jede abelsche Gruppe $A$ die
%offensichtliche Abbildung ein Isomorphismus
%$A\sira {\op{H}}^0(X;A)_{\op{garb}}$ ist.
%\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{Gruppenkohomologie als Garbenkohomologie}]
Sei $X$ ein  global und  \hyperref[olokal]{offenlokal} \hyperref[gazy]{schwach 
gar\-ben\-azy\-klischer} 
topologischer Raum, auf dem eine diskrete Gruppe $G$ 
topologisch frei\label{GrGAKO}\index{Gruppenkohomologie!als Garbenkohomologie} 
operiert. 
So induzieren unsere nat"urlichen Homomorphismen $A^G\ra \Gamma\tilde A$
aus \ref{assGG}   
nat"urliche
Isomorphismen
$$\op{H}^{q}(G;A) \sira \op{H}^{q}(X/G;\tilde{A})$$
zwischen der Gruppenkohomologie von $G$ mit Koeffizienten in einem
$G$-Modul $A$ und 
der Garbenkohomologie des Quotienten $X/G$ mit Koeffizienten in der 
zu $A$ assoziierten Garbe $\tilde A$.
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Gruppenkohomologie von diskreter Gruppe}]  
  Da die Milnorkonstruktion einen zusammenziehbaren und offenlokal
  zusammenziehbaren topologisch freien $G$-Rechtsraum liefert,
  erhalten wir insbesondere f"ur jede diskrete topologische Gruppe $G$ und jede
  abelsche Gruppe $M$ einen Isomorphismus
  $$\op{H}^{q}(G;M) \sira \op{H}^{q}_G(\op{top};M)$$
  zwischen der Kohomologie von $M$ als $G$-Modul mit der trivialen
  Operation und der $G$-"aquivarianten Kohomologie des einpunktigen
  Raums mit Koeffizienten in der abelschen Gruppe $M$.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Ist $X$ zusammenh"angend und verschwindet seine erste Kohomologie
mit konstanten Koeffizienten f"ur jede
abelsche Koeffizientengruppe, so ist jede lokal 
konstante abelsche Garbe auf $X$ konstant nach \ref{ECK} und
\ref{CGa}. Operiert nun eine diskrete Gruppe $G$ topologisch frei
von rechts auf $X$ und bezeichnen wir Kategorien lokal 
konstanter Garben mit einem oberen Index $ \op{lk}$, so erhalten wir 
ein kommutatives Diagramm von Kategorien der Gestalt
$$\xymatrix{
\op{Ab}_{/X} \ar@{<-^{)}}[r] &\op{Ab}^{\op{lk}}_{/X}\ar@{=>}[rd]^{\sim} 
\ar[r]^-{{\approx}} &\op{Ab}\\
\op{Ab}_{/(X/G)}\ar@{<-^{)}}[r] \ar[u] 
& \op{Ab}^{\op{lk}}_{/ (X/G)}\ar@{=>}[rd]^{\sim} \ar[r]^-{\approx}\ar[u] & G \op{-Ab} \ar[u]\\
\op{Ab}_{/{\op{top}}}\ar[u]\ar@{=}[r] &\op{Ab}_{/{\op{top}}}\ar[u]\ar@{=}[r] &\op{Ab}\ar[u]
}$$
Die Vertikalen meinen das 
Zur"uckholen von Garben beziehungsweise das Zur"uckholen 
der $G$-Operation vermittels $1 \ra G \ra 1$.
Die obere rechte Horizontale ist der Funktor der globalen Schnitte und
die mittlere rechte Horizontale der Faserfunktor 
$\op{Top}_{X/G}(X,\;)$ aus \eref{KUE}{TF},
der ja quasiinvers ist zu 
$A \mapsto \tilde{A}$. Gehen 
wir im Quadrat unten rechts zu den Rechtsadjungierten der Vertikalen
"uber, so ergeben sich kanonische Isomorphismen 
$$\Gamma \tilde{A} \overset{\sim}{\ra} A^{G}$$
Um zu zeigen, da"s sie sogar Isomorphismen 
$\op{H}^{q}(X/G; \tilde{A})\overset{\sim}{\ra}
\op{H}^{q}(G;A)$ induzieren, m"ussen wir nur wissen, 
da"s injektive Objekte $A$ von $G \op{-Ab}$ unter der Zuordnung
$A\mapsto \tilde A$ zu 
$\Gamma$-azyklischen Garben $\tilde{A}$ auf $X/G$ werden.
Nun ist aber jedes injektive Objekt $A\in G \op{-Ab}$ 
Summand eines $\op{ind}^{G}_{1} I$ f"ur  eine
injektive abelsche Gruppe $I$ und  $\op{ind}^{G}_{1} I$ entspricht 
nach "Ubergang zu den Rechtsadjungierten der Vertikalen
im oberen rechten Quadrat der lokal konstanten 
Garbe $\pi_{\ast} I_{X}$ auf $X /G$ f"ur 
$\pi:X\ra X/G$ die Projektion.
Da $X$ und damit auch $X/G$ offenlokal schwach garbenazyklisch ist
\nichtfinal{\emph{(Nicht besser \ref{Prdjz}?)}},
mu"s hier $\pi_\ast$ nach \ref{RHFc} auch wirklich lokal konstante Garben zu 
lokal konstanten Garben machen. Zus"atzlich zeigt diese
Bedingung, da"s die h"oheren
Derivierten ${\op{R}}^q\pi_\ast$ auf lokal konstanten abelschen
Garben verschwinden. 
Unsere Garbe $\pi_{\ast} I_{X}$ ist damit 
offensichtlich $\Gamma$-azyklisch, wenn $X$ wie angenommen 
schwach garbenazyklisch ist.
\end{proof}
\nichtfinal{\begin{Bemerkungw}
    "Aquivariante derivierte Kategorie! Hat unser Satz ein Analogon in der
    Gruppenhomologie?
\end{Bemerkungw}}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
Man berechne nocheinmal die Kohomologiegruppen
der Kreislinie mit lokal konstanten Koeffizienten 
\ref{KoHHo} und verwende statt offener "Uberdeckungen 
unsere Gruppenkohomologie aus \ref{GKOI}.
\end{Ubung}

\subsection{Fakofaserungen}

\begin{Bemerkungl}
Wir  hatten bereits bemerkt, da"s die Opgarbenfaserung  
$\op{Ens}_{\sslash\op{Top}}\ra \op{Top}$ und die Garbenfaserung $\op{Ens}_{/{\op{Top}}}\ra \op{Top}$ zueinander opponierte Fasern
haben, in Formeln  $\op{Ens}_{\sslash X} =(\op{Ens}_{/X})^{\op{opp}}$, und haben in \ref{AbiB} einen
Isomorphismus $f^\ast\siRa (f^\ast)^{\op{opp}}$ zwischen dem
R"uckzug in $\op{Ens}_{\sslash\op{Top}}$ und dem vom R"uckzug in $\op{Ens}_{/{\op{Top}}}$ auf den opponierten Kategorien induzierten Funktor 
angegeben. Hier will ich besprechen, welche Vertr"aglichkeiten diese
Isomorphismen ihrerseits erf"ullen, ja inwiefern die Opgarbenfaserung
und die Garbenfaserung sich gegenseitig vollst"andig beschreiben.
Ich skizziere erst
einen Zugang "uber \glqq Pseudofunktoren\grqq\ und f"uhre dann
einen Zugang "uber \glqq Fakofaserungen\grqq\ aus, der dem in diesem
Text verfolgten Ziel der Vermeidung h"oherer Strukturen
n"aher kommt. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Skizze zu Pseudofunktoren}]
  Ein Ansatz, die Beziehung zwischen Garbenfaserung und Opgarbenfaserung zu verstehen, ist die Sprache der Pseudofunktoren, vergleiche \ref{Dopf}. Ich will ihn hier nur kurz  skizzieren. Einen Kofaserfunktor
  $\mathscr C\ra \mathscr B$ anzugeben \glqq l"auft auf dasselbe hinaus\grqq\ wie
  einen K"ochermorphismus $\mathscr B\ra \op{Cat}$ anzugeben,
  der jedem Objekt $X\in \mathscr B$ eine Kategorie $\mathscr C_X$ zuordnet
  und jedem $f:X\ra Y$ einen Funktor $f_\dagger:\mathscr C_X\ra \mathscr C_Y$,
  und zus"atzlich Isotransformationen $c(f,g):g_\dagger f_\dagger\siRa(gf)_\dagger$
  sowie $c_X: \op{Id}_{\mathscr C_X}\siRa \op{id}_{X\dagger}$ anzugeben, die wir
   \glqq Identifikationen\grqq\ genannt hatten und die ihrerseits
  weitere Vertr"aglichkeiten erf"ullen, die ich hier nicht ausschreibe.
  Halten wir hinter unseren K"ochermorphismus den K"ochermorphismus des Opponierens $\op{opp}:\op{Cat}\ra \op{Cat}$ dahinter und nehmen die Inversen der von den Identifikationen
  induzierten Isotransformationen, so erhalten wir
  ein Datum derselben Art. Gehen wir dann unser \glqq l"auft auf dasselbe hinaus\grqq\ wieder zur"uck, so erhalten wir  einen weiteren Kofaserfunktor
  mit opponierten Fasern aber denselben Vorsch"uben. Die Beziehung zwischen Garbenfaserung und Opgarbenfaserung kann als die analoge Konstruktion
  im Fall von Faserungen statt Kofaserungen verstanden werden. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben eine Kategorie $\mathcal C$ erkl"aren wir ihre
  {\bf Diskretisierung}\index{Diskretisierung!von Kategorie}
  $\mathcal C^\delta$\index{d@$\mathcal C^\delta$ Diskretisierung von $\mathcal C$} 
als die Unterkategorie mit denselben Objekten
  aber nur Identit"aten als Morphismen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
 Eine {\bf Fakofaserung}\index{Fakofaserung}
  "uber einer Kategorie $\mathscr B$ ist
  ein Datum aus einem Faserfunktor $p:\mathscr C\ra \mathscr B$
  und einem Kofaserfunktor $\bar p:\bar{\mathscr C}\ra \mathscr B^{\op{opp}}$, 
  die nach Zur"uckholen auf die diskretisierte
  Basis $\mathscr B^\delta$  "ubereinstimmen, sowie 
  Bijektionen\label{voFa} 
  $$i:\mathscr C_{f}^{\times}(\mathcal F,\mathcal G)\sira
  \bar{\mathscr C}_{f^\circ}^{{\times}}(\mathcal G,\mathcal F)$$
  zwischen den Mengen der jeweiligen kartesischen beziehungsweise
  kokartesischen Morphismen, die vertr"aglich sind mit Verkn"upfung 
  und die im Fall $f=\op{id}_X$ zum Invertieren von Isomorphismen
  der Faser spezialisieren. 
\end{Definition}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Fakofaserung und Identifikationen}]
  Anders und etwas vage
  gesagt besteht eine Fakofaserung
  aus zwei Faserfunktoren  $p:\mathscr C\ra \mathscr B$
  und  $q\pdef \bar p^{\op{opp}}:\bar{\mathscr C}^{\op{opp}}\ra \mathscr B$
  mit zueinander opponierten Fasern und Isomorphismen zwischen den 
  R"uckz"ugen der ersten und den opponierten R"uckz"ugen der zweiten Faserung $f^\dagger\siRa (f^\ddagger)^{\op{opp}}$ derart, da"s die Identifikationen\label{DuI} 
  $f^\dagger g^\dagger\siRa (gf)^\dagger, \op{id}^\dagger\siRa \op{Id}$
  der ersten Faserung darunter den Inversen der Opponierten der Identifikationen
  $f^\ddagger g^\ddagger\siRa (gf)^\ddagger, \op{id}^\ddagger\siRa \op{Id}$
  entsprechen. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Beispiel}
  Die Familienkategorien einer Trennschmelzkategorie bilden eine Fakofaserung "uber der Familienkategorie der terminalen Trennkategorie. In \eref{voFaT}{TSF}
  f"uhren wir den Begriff einer \glqq Trennschmelzfakofaserung\grqq\ ein, 
  einer gemeinsamen Verallgemeinerung von Trennschmelzkategorien
  und Fakofaserungen.
\end{Beispiel}





\begin{Beispiel}[\textbf{Fakofaserung der Mengengarben}]
  Die Mengengarbenfaserung $\op{Ens}_{/{\op{Top}}}\ra\op{Top}$
 aus \ref{GaFa} und die  zur Opmengengarbenfaserung  aus \ref{GMab}
  opponierte Kofaserung $(\op{Ens}_{\sslash{\op{Top}}})^{\op{opp}}\ra
  \op{Top}^{\op{opp}}$ bilden
  zusammen mit unseren  Bijektionen aus \ref{AbiB}
  eine Fakofaserung. In der Tat haben wir in \ref{Anopko}
  f"ur Morphismen "uber $f$ der\label{opii}
Opmengengarbenfaserung eine Bijektion 
$$\op{Ens}_{\sslash f}(\mathcal F,\mathcal G)\sira
\op{Top}_X(X\times_Y\bar{\mathcal G},\bar{\mathcal F})$$
konstruiert. 
F"ur Morphismen "uber $f$ der
Garbenfaserung  erhalten wir dahingegen unmittelbar  eine Bijektion
$$\op{Ens}_{/ f}(\mathcal F,\mathcal G)\sira
\op{Top}_X(\bar{\mathcal F},X\times_Y\bar{\mathcal G})$$
Kartesische Morphismen sind jeweils die Morphismen links,
die rechts Isomorphismen in $\op{Top}_X$ entsprechen, und das Invertieren dieser
Isomorphismen liefert in diesem Fall die Bijektionen 
unserer Fakofaserung. Wie in \ref{DuI} ausgef"uhrt bedeutet das,
da"s die Isomorphismen, die wir so zwischen den
R"uckz"ugen von $\op{Ens}_{/{\op{Top}}}\ra\op{Top}$ und den opponierten 
R"uckz"ugen von $\op{Ens}_{\sslash{\op{Top}}}\ra\op{Top}$ erhalten,
mit den  jeweiligen Identifikationen vertr"aglich sind. 
\end{Beispiel}



\begin{Beispiel}[\textbf{Fakofaserung zu \'etale
      eingeschr"ankter Schreikofaserung}]
 Ein Faserfunktor $p:\mathscr C\ra \mathscr B$ derart, da"s alle
  R"uckz"uge  einen
  Linksadjungierten  haben, ist  eine
  Bifaserung. Ein Beispiel ist unsere auf \'etale separierte
  Abbildungen eingeschr"ankte Garbenfaserung\label{doKp}  $$\op{Ab}_{/{\op{Top}^{\op{\acute{e}ts}}}}\ra\op{Top}^{\op{\acute{e}ts}}$$
  Wir haben in \ref{lfad} f"ur alle Morphismen $f$ der Basis 
  Isomorphismen zwischen den Funktoren $f_!$
  und den Linksadjungierten der R"uckz"uge $f^*$ angegeben.
  Andererseits sind die Funktoren $f_\shriek=f_!^{\op{opp}}$
  die Vorsch"ube der Opgarbenschreikofaserung, die wir einschr"anken k"onnen zu
  einer Kofaserung $\op{Ab}^!_{\sslash{\op{Top}^{\op{\acute{e}ts}}}}\ra\op{Top}^{\op{\acute{e}ts}}$
  und die durch Opponieren zu einer Faserung $$(\op{Ab}^!_{\sslash{\op{Top}^{\op{\acute{e}ts}}}})^{\op{opp}}\ra(\op{Top}^{\op{\acute{e}ts}})^{\op{opp}}$$ wird. Diese opponierte Opgarbenschreikofaserung hat dieselben Fasern wie unsere
  Kofaserung $\op{Ab}_{/{\op{Top}^{\op{\acute{e}ts}}}}\ra\op{Top}^{\op{\acute{e}ts}}$ und
  man pr"uft, da"s sie zusammen eine Fakofaserung "uber $(\op{Top}^{\op{\acute{e}ts}})^{\op{opp}}$ bilden mit den Bijektionen $i:\mathscr C_{f}^{\times}(\mathcal F,\mathcal G)\sira
  \bar{\mathscr C}_{f^\circ}^{{\times}}(\mathcal G,\mathcal F)$ gegeben durch
  die Bijektionen
   $$i:(\op{Ab}^!_{\sslash f})^{\times}(\mathcal G,\mathcal F)\sira
  \op{Ab}_{/f}^{{\times}}(\mathcal G,\mathcal F)$$
  f"ur $f:X\ra Y$ \'etale separiert, die mit den offensichtlichen
  Bijektionen vom Invertieren
   $(\op{Ab}^!_{\sslash Y})^{\times}(f_\shriek \mathcal G,\mathcal F)\sira
  \op{Ab}_{/Y}^{{\times}}(f_!\mathcal G,\mathcal F)$
  herkommen.  Wie in \ref{DuI} ausgef"uhrt kann man das auch so formulieren,
da"s die zwischen den Vorsch"uben von $\op{Ab}_{/{\op{Top}}^{\op{\acute{e}ts}}}\ra\op{Top}^{\op{\acute{e}ts}}$ und den opponierten 
Vorsch"uben  von $\op{Ab}^!_{\sslash{\op{Top}}^{\op{\acute{e}ts}}}\ra\op{Top}^{\op{\acute{e}ts}}$ in \ref{lfad} angegebenen Isomorphismen
mit den jeweiligen Identifikationen vertr"aglich sind.
In \eref{eikop}{TSS} beschreiben wir noch in weiteren F"allen
die im Sinne von \ref{oppi} oppinverse Kofaserung zur Opgarbenschreikofaserung. 
\end{Beispiel}
  










\begin{Bemerkungl}[\textbf{Erg"anzen zu Fakofaserung}]
 Jeder Faserfunktor $p:\mathscr C\ra \mathscr B$ l"a"st sich  eindeutig bis auf eindeutigen objektfesten Isomorphismus zu einer \hyperref[voFa]{Fakofaserung}
  erg"anzen, indem wir $$\bar{\mathscr C}_{f^\circ}(\mathcal G,\mathcal F)\pdef
  \mathscr C_{X}(f^\dagger \mathcal G,\mathcal F)$$ setzen f"ur $f:X\ra Y$
  und die "ubrigen Daten in der offensichtlichen Weise konstruieren.
  Unter einem {\bf objektfesten Funktor}\index{objektfest!Funktor}
  verstehen wir dabei einen Funktor, der auf Objekten die Identit"at ist. 
Ebenso l"a"st sich jeder
  Kofaserfunktor $\bar{p}:\bar{\mathscr C}\ra \mathscr B^{\op{opp}}$  eindeutig  bis auf eindeutigen objektfesten Isomorphismus zu einer Fakofaserung
  erg"anzen, indem wir $$\mathscr C_{f}(\mathcal F,\mathcal G)\pdef
  \bar{\mathscr C}_{X}( \mathcal F,f_\dagger^\circ\mathcal G)$$ setzen f"ur $f:X\ra Y$
  alias $f^\circ :Y\ra X$
  und die "ubrigen Daten in der offensichtlichen Weise konstruieren.
  Diese Erg"anzungen verdienen also einen bestimmten Artikel und
  eine eigene Notation.
  Gegeben eine Faserung $\mathscr C\ra \mathscr B$ notieren wir den
  Kofaseranteil der zugeh"origen Fakofaserung  statt $\bar{\mathscr C}$ auch $\mathscr C^{\op{k}}$ und erhalten so eine Kofaserung 
  $$\mathscr C^{\op{k}}\ra \mathscr B^{\op{opp}}$$ 
  Gegeben eine Kofaserung  $\mathscr D\ra \mathscr A$ notieren wir den
  Faseranteil der zugeh"origen Fakofaserung  auch $\mathscr D^{\op{f}}$
   und erhalten so eine Faserung 
  $$\mathscr D^{\op{f}}\ra \mathscr A^{\op{opp}}$$ 
  Diesen "Ubergang nennen wir das {\bf Invertieren}\index{Invertieren!von Faserung oder Kofaserung} einer Faserung zu einer Kofaserung "uber der opponierten Basis und umgekehrt.\label{infas}
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
  Zu jeder \hyperref[voFa]{Fakofaserung} bilden wir die {\bf opponierte Fakofaserung}
  "uber derselben Basis $\mathscr B$, indem wir die Kofaserung
  $p^{\op{opp}}:\mathscr C^{\op{opp}}\ra \mathscr B^{\op{opp}}$ und die Faserung
  $\bar p^{\op{opp}}:\bar{\mathscr C}^{\op{opp}}\ra \mathscr B$ betrachten 
  und die Bijektionen  $i$ durch ihre Inversen $i^{-1}$ ersetzen.
  Zusammen k"onnen wir so f"ur jeden Faserfunktor
  $\mathscr C\ra \mathscr B$ den {\bf opponiert-invertierten} oder kurz
  {\bf oppinvertierten\index{oppinvertiert!Faserfunktor oder Kofaserfunktor}
    Faserfunktor}\label{opif}
  $$\mathscr C^{\op{of}}\pdef ({\mathscr C}^{\op{opp}})^{\op{f}}\ra
  \mathscr B$$
  "uber derselben Basis mit opponierten Fasern aber, bis auf das
  Opponieren,  denselben R"uckz"ugen bilden.
  Gegeben ein Morphismus  $a\in \mathscr B(X,Y)$ in der Basis
  und $\mathcal F\in \mathscr C_X$ sowie
  $\mathcal G\in \mathscr C_Y$ Objekte der Fasern
  notieren wir $\mathscr C_a(\mathcal F,\mathcal G)$ die Morphismen
  "uber $a$ und $$\mathscr C_{/a}(\mathcal F,\mathcal G)\pdef (\mathscr C^{\op{of}})_{a}(\mathcal F,\mathcal G)$$ die
  Morphismen "uber $a$ in der oppinvertierten Faserung. Im Fall $a=\op{id}_X$
  schreiben wir $\mathscr C_{/X}\pdef \mathscr C_{/\op{id}_X}$ und das ist dann
  auch die Faser der oppinvertierten Faserung
  $\mathscr C_{/X}=\mathscr C_{X}^{\op{opp}}$. 
  Wir erhalten  Bijektionen
  $$\xymatrix{\mathscr C_{a}^\times(\mathcal F,\mathcal G)\ar[r]_-\sim&
    \mathscr C_{X}^\times(\mathcal F,a^\dagger\mathcal G)\ar[rr]_-\sim^{\op{inv}}&&
    \mathscr C_{/X}^\times(\mathcal F,a^\dagger\mathcal G)\ar[r]_-\sim&
    \mathscr C_{/a}^\times(\mathcal F,\mathcal G)}$$ zwischen den 
  Mengen kartesischer Morphismen unserer beiden Faserungen, die im Fall
  $a=\op{id}_X$ jedem Isomorphismus den inversen Isomorphismus als
  Morphismus der opponierten Kategorie zuordnen und die auch im
  allgemeinen mit Verkn"upfungen vertr"aglich sind. Wir notieren sie
  $\alpha\mapsto \alpha^{\op{of}}$\index{of@$\alpha^{\op{of}}$
    oppinverser Morphismus} und nennen $\alpha^{\op{of}}$ den
  {\bf oppinversen Morphismus}\index{oppinvers!Morphismus} des
  kartesischen Morphismus $\alpha$\index{oppinvers!Morphismus}
  und haben in Formeln 
  $(\alpha\circ \beta)^{\op{of}}=\alpha^{\op{of}}\circ \beta^{\op{of}}$ und
  $\op{id}^{\op{of}}=\op{id}$ und $(\alpha^{\op{of}})^{\op{of}}=\alpha$ und
   im Fall eines kartesischen Morphismus
   "uber einer Identit"at alias einen Isomorphismus in einer Faser
   $\alpha^{\op{of}}=(\alpha^\circ)^{-1}$.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Eine
      explizite Konstruktion der oppinvertierten Faserung}]
  Seien $\mathscr C\ra\mathscr B$ eine Faserung und $a:X\ra Y$ ein Morphismus
  der Basis und $\mathcal F\in \mathscr C_X$ sowie $\mathcal G\in \mathscr C_Y$
  Objekte der Fasern. Wir erkl"aren einen Morphismus
  $\phi\in \mathscr C_{/a}(\mathcal F,\mathcal G)$
  der oppinvertierten Faserung als eine "Aquivalenzklasse
  von Tripeln\label{exKO} 
  $$\xymatrix{\dot{\mathcal G}\ar@{^{(}->}[r]^-{\alpha}\ar[d]^\phi&\mathcal G\\
    \mathcal F&}$$
  mit $\alpha$ kartesisch "uber $a$ wie durch den Hakenpfeil angedeutet
  und $\phi$ einem Morphismus "uber $X$.
  Dabei erkl"aren wir zwei Tripel $(\phi,\dot{\mathcal G},\alpha)$ und
  $(\phi',\dot{\mathcal G}',\alpha')$ als "aquivalent,
  wenn f"ur den eindeutigen Morphismus $\iota: \dot{\mathcal G}\ra \dot{\mathcal G}'$ "uber $X$
  mit $\alpha'\circ \iota=\alpha$ auch gilt $\phi'\circ \iota=\phi$. 
  Die Verkn"upfung von Morphismen geschieht auf Repr"asentanten durch
  Konstruktion eines Diagramms
   $$\xymatrix{\ddot{\mathcal H}\ar@{^{(}->}[r]^-{\dot{\alpha}}\ar[d]^{\dot{\psi}}&\dot{\mathcal H}\ar@{^{(}->}[r]^-{\beta}\ar[d]^\psi&\mathcal H\\
    \dot{\mathcal G}\ar@{^{(}->}[r]^-{\alpha}\ar[d]^\phi& \mathcal G&\\
    \mathcal F&&}$$
  Dabei nehmen wir $(\psi,\dot{\mathcal H},\beta)$ als unser zweites Tripel
  mit $\beta\in{\mathscr C}_b(\dot{\mathcal H},\mathcal H)$
  f"ur einen Morphismus $b:Y\ra Z$ der Basis und $\mathcal H\in \mathscr C_Z$.
  Um diese Morphismen zu ver\-kn"up\-fen w"ahlen wir im Diagramm oben links 
  einen kartesischen Lift $\dot \alpha$ von $a$, der in $\dot{\mathcal H}$ endet,
  und erg"anzen $\dot{\psi}$ "uber $X$ durch die Kommutativit"at des Diagramms.
  Das Tripel $(\phi\circ \dot{\psi},\ddot{\mathcal H}, \beta\circ \dot\alpha)$
  repr"asentiert dann die Verkn"upfung in $\mathscr C_{/ba}(\mathcal F,\mathcal H)$
  der durch die Tripel $(\phi,\dot{\mathcal G},\alpha)$ und
  $(\psi,\dot{\mathcal H},\beta)$ gegebenen Morphismen. Das
  Pr"ufen der Wohldefiniertheit, Assoziativit"at und sonstigen Eigenschaften sei
  dem Leser "uberlassen. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
 Ebenso k"onnen wir
  so f"ur jeden Kofaserfunktor $\mathscr D\ra \mathscr A$ den\label{oppi} 
  {\bf oppinvertierten\index{oppinvertiert!Faserfunktor oder Kofaserfunktor}
    Kofaserfunktor} $$\mathscr D^{\op{ok}}\pdef
  ({\mathscr D}^{\op{opp}})^{\op{k}}\ra \mathscr A$$
  "uber derselben Basis mit opponierten Fasern aber,
  bis auf das Opponieren,  denselben Vorsch"uben bilden.
  In so einer Situation sagen wir, die beiden Faserfunktoren
  beziehungsweise Kofaserfunktoren seien zueinander
  {\bf oppinvers}\index{oppinvers} oder genauer
  {\bf oppinvers vermittels gewisser Bijektionen $i$}, die wir zus"atzlich
  anzugeben haben. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Beispiel}[\textbf{Oppinvertieren der Opmodulfaserung}] 
  Aus \ref{mobiV}  erinnern wir die Opmodulfaserung
   $\op{Ab}_{{\sslash}\op{Ringo}}\ra\op{Ringo}$ mit opponierten
   Modulkategorien in den Fasern und der opponierten Kategorie zur
   Kategorie der Ringe in der Basis.
   Ein Morphismus $f:A\ra B$ in $\op{Ringo}$ ist also
   ein Ringhomomorphismus $f^\circ:B\ra A$. Gegeben ein $A$-Modul $M$
   und ein $B$-Modul $N$ haben wir
   $$\begin{array}{lll}
     \op{Ab}_{\sslash f}(M,N)&=&\{\varphi\in \op{Ab}(N,M)\mid \varphi(bn)
     =f^\circ(b)\varphi(n)\}\;\forall b\in B, n\in N\}\\
     &=& \op{Hom}_B(N,\op{res}_A^B M)\\
     &=& \op{Hom}_A(A\otimes _BN,M)
   \end{array}$$
   Wir betrachten sie als Faserung, der zugeh"orige R"uckzug ist die
   Erweiterung der Skalare. Die Morphismen der oppinvertierten Faserung
   "uber $f$ notieren wir $\op{Ab}_{/f}$ und
   haben per definitionem
   $$\begin{array}{lll}\op{Ab}_{/f}(M,N)&=&\op{Ab}_{\sslash A}(A\otimes_BN,M)\\
     &=&\op{Hom}_A(M,A\otimes_BN)
   \end{array}
   $$ 
   Ebenso schreiben wir $\op{Ab}_{/A}\pdef
   \op{Ab}_{/{\op{id}}_A}$ und haben\label{opiOM} 
   $\op{Ab}_{/A}(M,N)=\op{Hom}_A(M,N)$ f"ur $M,N$ zwei $A$-Moduln.
 \end{Beispiel}





\begin{Bemerkungl} Man kann weiter zeigen, da"s Invertieren und Opponieren
  \glqq vertauscht\grqq\ und da"s zweimaliges Invertieren ebenso wie
  zweimaliges Opponieren mit der Identit"at \glqq "ubereinstimmt\grqq.
  Ich verzichte darauf, das ganz pr"azise auszuschreiben, weil es f"ur uns
  im folgenden in gr"o"serer Pr"azision nicht relevant ist.
  In konkreten Kontexten notieren wir Morphismen in Faserungen auch 
   oft
  $\mathscr C_{{\sslash}a}(\mathcal F,\mathcal G)$ statt 
   $\mathscr C_a(\mathcal F,\mathcal G)$ und notieren dann aber trotzdem
   die Morphismen der oppinvertierten Faserung
   $\mathscr C_{/a}(\mathcal F,\mathcal G)$, denn ein dreifacher Strich
   sieht schlimm aus und zweimal Oppinvertieren
   bringt uns eh zur urspr"unglichen Faserung zur"uck.
\end{Bemerkungl}


\begin{Beispiel}[\textbf{Oppinvertieren der Opmengengarbenfaserung}]
  Das haben wir im wesentlichen bereits in \ref{opii} diskutiert und einen
  Isomorphismus zwischen der Opmengengarbenfaserung und der oppinvertierten
  Mengengarbenfaserung angegeben und umgekehrt, das kommt ja nicht drauf an.
  Gegeben eine stetige Abbildung $f:X\ra Y$  haben wir
  insbesondere\label{opOPM} 
  $$\begin{array}{lll}
    \op{Ens}_{/f}(\mathcal F,\mathcal G)
    &=&\op{Ens}_{/X}(\mathcal F, f^*\mathcal G)\\
    &=&\op{Top}_{/X}(\bar{\mathcal F}, X\times_Y\bar{\mathcal G})\\
    &=&\op{Top}_{/f}(\bar{\mathcal F},\bar{\mathcal G})
    \\[4mm]
    \op{Ens}_{\sslash f}(\mathcal F,\mathcal G)
    &=&\op{Ens}_{\sslash X}(\mathcal F, f^*\mathcal G)\\
    &=&\op{Ens}_{/X}(f^*\mathcal G,\mathcal F)\\
    &=&\op{Top}_{/X}( X\times_Y\bar{\mathcal G},\bar{\mathcal F})\\[4mm] 
    \op{Ens}_{/f}(\mathcal F,\mathcal G)
    &=&\op{Ens}_{/X}(\mathcal F, f^*\mathcal G)\\
    &=&\op{Ens}_{{\sslash}X}( f^*\mathcal G,\mathcal F)
  \end{array}$$
\end{Beispiel}


\begin{Beispiel}[\textbf{Oppinverse Familienfaserungen}]
  Gegeben eine Kategorie $\mathcal C$ erinnern wir
  ihre Familienfaserung \ref{FaFa} "uber $\op{Ens}$.
  Die Familienfaserungen zu $\mathcal C$ und $\mathcal C^{\op{opp}}$
  sind zueinander oppinvers vermittels gewisser Bijektionen $i$, die
  der Leser selbst erraten mag.
\end{Beispiel}



 \subsection{Das sucht noch seinen Platz}
\nichtfinal{\begin{Ubung}[\textbf{Abstieg in einfachen F"allen}]
  Seien $X$ ein  topologischer Raum und $\mathcal F$ eine
  Garbe auf $X$. Seien $w_0,w_1:X\times X\ra X$ die Projektionen indiziert
  nach der Nummer des weggelassenen Eintrags, wobei die Z"ahlung mit Null beginnt.
  Gibt es einen Isomorphismus
  $s:w_0^*\mathcal F\sira w_1^*\mathcal F$,
  so ist $\mathcal F$ konstant;
  Seien weiter $w_0,w_1,w_2:X\times X\times X\ra X\times X$ indiziert in derselben Weise. Wir haben
$w_0w_0=w_0w_1$ und  $w_1w_1=w_1w_2$ und 
  $w_0w_2=w_1w_0$. 
\end{Ubung}}



\nichtfinal{faserdual umbenennen! faserdualopponiert umbenennen!
fdo umbenennen! fdual umbenennen! \ref{dkof} umbebenennen!}  

\begin{Bemerkungl} \nichtfinal{Eigentlich dasselbe wie Trennschmelzkategorie aus Trennkategorie machen!} 
\nichtfinal{Sp"ater.} \nichtfinal{KANN NUN WOHL WEG!} Zu jeder Faserung
  $\mathscr C\ra\mathscr B$ erkl"aren wir die
  {\bf faserduale Kofaserung}\index{faserdual!Kofaserung}\label{dkof} 
  $$\mathscr C^{\op{fdual}}\ra\mathscr B^{\op{opp}}$$
  durch die Vorschrift, da"s wir
  als Objekte die Objekte von $\mathscr C$ nehmen und
  als Abbildung auf den Objekten dieselbe Abbildung wie zuvor und
  die Morphismen erkl"aren durch 
  $$\mathscr C^{\op{fdual}}_{f^\circ}(\mathcal G,\mathcal F)\pdef
  \mathscr C_X(f^\dagger\mathcal G,\mathcal F)$$
   f"ur einen und jeden 
  kartesischen Lift $f^\dagger\mathcal G\ra \mathcal G$ von $f:X\ra Y$.
  Gegeben so ein Morphismus $\varphi$ und
  ein weiterer Morphismus $g:Y\ra Z$ in der Basis und
  $\psi \in \mathscr C^{\op{fdual}}_{g^\circ}(\mathcal E,\mathcal G)=
  \mathscr C_Y(g^\dagger\mathcal E,\mathcal G)$
  erkl"aren wir die Verkn"upfung $\varphi\mathbin{\hat\circ}\psi$ in unserer faserdualen
  Kategorie 
  als $\varphi\mathbin{\hat\circ} \psi\pdef \varphi\circ f^\dagger\psi $  
  f"ur die in $\mathscr C_X$ zu verstehende Verkn"upfung rechts.  
  Wir "uberlassen dem Leser den Nachweis, da"s diese Verkn"upfung auf unseren
  bis auf eindeutigen Isomorphismus wohlbestimmten Morphismenmengen
  wohldefiniert ist und  da"s der
  so entstehende K"ocher mit Verkn"upfung auch wirklich eine Kategorie ist,
  und wir in der Tat eine Kofaserung erhalten.
  Die Konstruktion liefert ausgezeichnete Isomorphismen zwischen
  den Fasern und der Vorschub unter der  faserdualen Kofaserung
  entspricht darunter dem R"uckzug in unserer urpr"unglichen Faserung.
  Analog erkl"art man zu jeder Kofaserung die faserduale Faserung und
  erh"alt einen ausgezeichneten Isomorphismus zwischen dem Faserdualen
  des Faserdualen  und der urspr"unglichen Faserung beziehungsweise Kofaserung.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
\nichtfinal{Sp"ater.} Das Dualisieren vertauscht mit dem "Ubergang zu den opponierten Kategorien. 
Aus jeder Faserung $\mathscr C\ra\mathscr B$ erhalten wir so die
{\bf faserdualopponierte Faserung} $$\mathscr C^{\op{fdo}}\pdef (\mathscr C^{\op{fdual}})^{\op{opp}}\ra\mathscr B$$
Analoges gilt f"ur Kofaserungen und wir verwenden daf"ur dieselbe Notation.
Bezeichnen wir zu jeder Faserung $\mathscr C\ra \mathscr B$
mit Faserung $\mathscr C^{\op{kart}}\ra\mathscr B$ die Faserung mit nur
den kartesischen Morphismen in der Ausgangskategorie,
so liefern die Konstruktionen einen Isomorphismus von Faserungen
$\mathscr C^{\op{kart}}\sira (\mathscr C^{\op{fdo}})^{\op{kart}}$, der
in den Fasern das Invertieren von Morphismen ist.\label{fopn}  
\end{Bemerkungl}



\subsection{Kategorienfaserungen und -kofaserungen*}

%Nocheinmal "uberarbeiten mit der neuen Notation $\dagger$.
\begin{Bemerkungl}
    Unter einer {\bf Zerf"allung}\index{Zerf"allung} 
{\bf eines Kofaserfunktors} $F : \mathscr{C}
    \rightarrow \mathscr{B}$, 
 franz"osisch {\bf clivage},\index{clivage} 
versteht man eine Vorschrift 
$(f,\mathcal F)\mapsto
    (f_\dagger  \mathcal F, \kappa_{f,\mathcal F})$, die zu jedem Morphismus in der Basis 
$f: X \rightarrow Y$  und jedem Objekt $\mathcal F\in \mathscr{C}_X$  
 einen kokartesischen Lift\label{Clii} 
$\kappa_{f,\mathcal F}:  \mathcal F \rightarrow f_\dagger \mathcal F$ 
auszeichnet. Wie bereits besprochen sind diese Wahlen
eindeutig bis auf eindeutigen Isomorphismus. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Unter einer {\bf Spaltung\index{Spaltung!eines Kofaserfunktors}
    eines Kofaserfunktors}, 
 franz"osisch {\bf scindage},\index{scindage} 
versteht man eine Zerf"allung, bei der die Verkn"upfung 
von je zwei ausgezeichneten Transportmorphismen
wieder ein  Transportmorphismus ist, in Formeln
$g_\dagger(f_\dagger\mathcal F)=(gf)_\dagger\mathcal F$ und 
$\kappa_{g,f_\dagger\mathcal F}\circ \kappa_{f,\mathcal F}=\kappa_{gf,\mathcal F}$
f"ur alle verkn"upfbaren $f,g$. 
Es ist im allgemeinen nicht m"oglich,
solch eine Spaltung zu finden: 
Zum Beispiel ist f"ur jeden surjektiven
Gruppenhomomorphismus $G\sra H$ der Funktor $[G]\ra[H]$ der
zugeh"origen Ein-Objekt-Kategorien ein 
Kofaserfunktor, eine Zerf"allung 
dieses Kofaserfunktors bedeutet die 
Auswahl eines Repr"asentantensystems
f"ur die Fasern, und eine Spaltung eine Zerf"allung durch einen 
Gruppenhomomorphismus, die es im allgemeinen eben nicht gibt. 
  \end{Bemerkungl}
  \begin{Bemerkungl}\label{caID} 
    Gegeben ein zerf"allter Kofaserfunktor  kommutieren alle Diagramme
  $$\begin{array}{ccc} h_{\dagger } \circ g_{\dagger } \circ f_{\dagger } & \RA
    & (h\circ g)_{\dagger }\circ f_{\dagger } \\
    \Downarrow & & \Downarrow \\
    h_{\dagger } \circ (g\circ f)_{\dagger } & \RA & (h \circ g \circ f)_{\dagger }
  \end{array}$$
    mit den in hoffentlich offensichtlicher Weise
    aus unseren Identifikationen gebildeten Transformationen.
Weiter stimmt $c(\op{id}_X,\op{id}_X):\op{id}_{X\dagger } \circ \op{id}_{X\dagger } 
\siRa \op{id}_{X\dagger }$ "uberein mit  der aus
$c_X:\op{id}_{X\dagger } 
\siRa \op{Id}$ durch Vorschalten und ebenso mit der daraus
durch Nachschalten von 
$\op{id}_{X\dagger }$ entstehenden Isotransformation, in Formeln
$c(\op{id}_X,\op{id}_X)=\op{id}_{X\dagger } c_X=c_X\op{id}_{X\dagger }$. 
  \end{Bemerkungl}
  
 \begin{Bemerkungl}
    Sei $\mathscr{B}$ eine Kategorie.  Unter einer 
      {\bf Kategorienkofaserung}\index{Kategorienkofaserung} 
    $\mathrm{C}=(\mathrm{C},{ }_\dagger , c)$  "uber $\mathscr{B}$ verstehen
    wir eine Vorschrift, die jedem Objekt $X \in \mathscr{B}$ eine Kategorie
    $\mathrm{C}_{/X}$ zuordnet, jedem Morphismus $f:X \ra Y$ in $\mathscr{B}$ einen
    Funktor $f_{\dagger }: \mathrm{C}_{/X} \ra \mathrm{C}_{/Y}$,
    und jedem Paar 
$g\circ f$ von verkn"upfbaren Morphismen in $\mathscr B$ 
eine Isotransformation
    $c=c(g,f): g_{\dagger } \circ f_{\dagger }\siRa (g \circ
    f)_{\dagger } $ derart, da"s $\op{id}_{X\dagger }$ f"ur alle $X$ eine
    "Aquivalenz von Kategorien ist und da"s alle Diagramme\label{GefKa} 
   $$\begin{array}{ccc} h_{\dagger } \circ g_{\dagger } \circ f_{\dagger } & \RA
    & (h\circ g)_{\dagger }\circ f_{\dagger } \\
    \Downarrow & & \Downarrow \\
    h_{\dagger } \circ (g\circ f)_{\dagger } & \RA & (h \circ g \circ f)_{\dagger }
  \end{array}$$
  mit den in hoffentlich offensichtlicher Weise 
aus den Transformationen  $c$ gebildeten Transformationen
  kommutieren. Wir nennen die Kategorie $\mathrm C_{/X}$ die
{\bf Faser "uber $X$}
 unserer  Kategorienkofaserung,  die Funktoren $f_\dagger $ ihre
  {\bf Vorsch"ube}, die Transformationen $c(g,f)$ ihre 
{\bf Identifikationen} 
und die Kategorie $\mathscr{B}$ ihre  {\bf Basis}. 
 \end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungw}
  In einer  Terminologie, die wir hier nicht einf"uhren,
  ist  eine Kategorienkofaserung "uber einer Kategorie $\mathscr B$
  dasselbe wie ein {\bf laxer $2$-Funktor}\index{Funktor!laxer $2$-Funktor}
  alias {\bf Pseudofunktor}\index{Pseudofunktor} von der Kategorie
  $\mathscr B$ in die Zweikategorie der Kategorien. 
\end{Bemerkungw}
 
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kofaserfunktoren und Kategorienkofaserungen}] 
 Nach \ref{caID} 
 bilden f"ur jeden zerf"allten Kofaserfunktor $p:\mathscr{C}\ra\mathscr{B}$
seine Fasern zusammen mit den  f"ur jeden Morphismus der Basis
gew"ahlten Vorsch"uben und deren Identifikationen eine
Kategorienkofaserung. Umgekehrt k"onnen wir zu jeder Kategorienkofaserung
$\mathrm{C}=(\mathrm{C},{ }_\dagger , c)$  "uber einer Basiskategorie $\mathscr{B}$
einen zerf"allten
Kofaserfunktor $p:\mathscr C\ra\mathscr B$ konstruieren, indem wir als
Objektmenge $\mathscr C\pdef\bigsqcup_{X\in\mathscr B}\mathrm{C}_{/X}$
nehmen und f"ur jeden Morphismus
$f:X\ra Y$ in der Basis 
$\mathscr C_f(\mathcal F,\mathcal G)\pdef \mathrm C_{/Y}(f_\dagger \mathcal F, \mathcal G)$ setzen
und 
f"ur $g:Y\ra Z$ 
die Verkn"upfung von $f$ mit einem Element von 
$\mathscr C_g(\mathcal G,\mathcal H)=\mathrm C_{/Z}(g_\dagger \mathcal G, \mathcal H)$
erkl"aren durch das Vorschalten in $\mathrm C_{/Z}$ des Bildes
unseres urspr"unglichen Elements unter
der Komposition\label{Kjh}   
$$\mathrm C_{/Y}(f_\dagger \mathcal F, \mathcal G)\ra 
\mathrm C_{/Z}( g_\dagger f_\dagger \mathcal F,g_\dagger   \mathcal G)\sira 
\mathrm C_{/Z}((g\circ f)_\dagger  \mathcal F,  g_\dagger   \mathcal G)$$
von Vorschub und dem Vorschalten einer Identifikation.
Wir notieren die Ausgangskategorie dieses Kofaserfunktors
$\mathscr C=\op{Kof}(\mathrm C)$.\index{Kof@$\op{Kof}$}  
Unsere beiden Konstruktionen sind salopp gesprochen zueinander 
invers,
aber  das  soll hier nicht genauer ausformuliert werden. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
  Analog ist ein zerf"allter Faserfunktor "uber einer Kategorie $\mathscr B$
  \glqq dasselbe\grqq\ wie ein Pseudofunktor $\mathscr B^{\op{opp}}\ra \op{Cat}$ und damit
  auch  \glqq dasselbe\grqq\  wie ein zerf"allter Kofaserfunktor "uber $\mathscr B^{\op{opp}}$. Diese zwei Seiten derselben Medaille sind,
  was das Konzept einer Fakofaserung aus \ref{voFa} in anderer Weise
  einf"angt. Zus"atzlich k"onnen wir auch noch den durch das Opponieren
  gegebenen $\op{opp}$-Zweifunktor\label{Dopf} $$\op{opp}:\op{Cat}\ra \op{Cat}$$ nachschalten,
  der jeder Kategorie $\mathcal C$ die opponierte
  Kategorie  $\mathcal C^{\op{opp}}$ zuordnet, jedem Funktor $F$ den
  auf der opponierten Kategorien induzierten Funktor $F^{\op{opp}}$ und
  jeder Transformation $\tau:F\RA G$ die opponierte Transformation
  $\tau^\circ:G^{\op{opp}}\RA F^{\op{opp}}$. Diese Vorschrift
  ist nicht eigentlich ein Zweifunktor, weil sie kontravariante Funktoren
  auf den Morphismenkategorien induziert,
  sondern vielmehr ein angereicherter Funktor
  l"angs des Schmelzfunktors
  $\op{opp}: \curlywedge{\op{Cat}}\ra \curlywedge{\op{Cat}}$ im Sinne von \eref{agerK}{TSK}. Da aber alle Identifikationen Isotransformationen sind,
  k"onnen wir sie invertieren und erhalten so eine weitere
  Kategorienfaserung "uber $\mathscr B$  und eine weitere
  Kategorienkofaserung "uber $\mathscr B^{\op{opp}}$, deren Fasern opponiert
  sind zu den urspr"unglichen Fasern.
\end{Bemerkungl}






\begin{Bemerkungl}
Zu jeder Kategorienkofaserung $\mathrm{C}=(\mathrm{C},{ }_\dagger , c)$
"uber einer Basiskategorie $\mathscr B$ k"onnen wir die
{\bf opponierte Kategorienkofaserung}\label{fKkf}  
$\mathrm{C}^{\op{opp}}$ "uber derselben Basiskategorie $\mathscr B$
bilden, indem wir in jeder Faser zur opponierten Kategorie "ubergehen
und aus den urspr"unglichen Vorsch"uben und Identifikationen
in offensichtlicher Weise Vorsch"ube und Identifikationen 
f"ur diese opponierten Fasern machen. Jeder Kategorienkofaserung
k"onnen wir mithin zwei Kofaserfunktoren in nat"urlicher Weise zuordnen:
Den Ersten durch die in \ref{Kjh} beschriebene Konstruktion, und
den Zweiten, indem wir dieser Konstruktion noch den "Ubergang zur
opponierten Kategorienkofaserung vorschalten. Diese Kofaserungen sind dann zueinander dualopponiert im Sinne von \ref{fopn}.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungw}
In noch unerkl"arter Terminologie
ist eine Kategorienkofaserung "uber $\mathscr B$ ein
\glqq laxer 2-Funktor $\mathscr B\ra \op{Cat}$\grqq\
und das Bilden der opponierten Kategorie ein
\glqq laxer 2-Funktor $\op{Cat}\ra \op{Cat}$\grqq\
und der "Ubergang zur opponierten Kategorienkofaserung besteht im
\glqq Nachschalten dieses $2$-Funktors\grqq. 
Gegeben eine Kategorie $\mathscr B$ verstehen wir weiter
unter einer \glqq Kategorienfaserung\grqq\ "uber $\mathscr B$ einen
\glqq laxen 2-Funktor $\mathscr B\ra \op{Cat}^{\op{opp}}$\grqq.
Im folgenden schreiben wir eine Definition dieses Begriffs in der bereits
vorhandenen Terminologie aus.
\end{Bemerkungw}
\begin{Bemerkungl}
   Unter einer 
      {\bf Kategorienfaserung}\index{Kategorienfaserung} 
    $\mathrm{C}=(\mathrm{C},{ }^\dagger , c)$  "uber einer Kategorie $\mathscr{B}$ 
      verstehen wir eine Vorschrift, die
      jedem Objekt $X \in \mathscr{B}$ eine Kategorie
      $\mathrm{C}_{X}$ zuordnet, jedem
      Morphismus $f:X \ra Y$ in $\mathscr{B}$ einen
    Funktor $f^{\dagger }: \mathrm{C}_{Y} \ra \mathrm{C}_{X}$ in die Gegenrichtung
    und jedem Paar 
$f\circ g$ von verkn"upfbaren Morphismen in $\mathscr B$ 
eine Isotransformation
    $c=c(g,f): g^{\dagger } \circ f^{\dagger }\stackrel{\sim}{\RA} (f \circ
    g)^{\dagger } $ derart, da"s $\op{id}_X^{\dagger }$ f"ur alle $X$ eine
    "Aquivalenz von Kategorien ist und da"s alle Diagramme\label{GefKa} 
  $$\begin{array}{ccc} h^{\dagger } \circ g^{\dagger } \circ f^{\dagger } & \RA
    & (g\circ h)^{\dagger }\circ f^{\dagger } \\
    \Downarrow & & \Downarrow \\
    h^{\dagger } \circ (f\circ g)^{\dagger } & \RA & (f \circ g \circ h)^{\dagger }
  \end{array}$$
  mit den in hoffentlich offensichtlicher Weise 
aus den Transformationen  $c$ gebildeten Transformationen
  kommutieren. Wir nennen die Kategorie $\mathrm C_{X}$ die
{\bf Faser "uber $X$}
 unserer  Kategorienfaserung,  die Funktoren $f^\dagger $ ihre
  {\bf R"uckholfunktoren}, die Transformationen $c(g,f)$ ihre 
{\bf Identifikationen} 
und die Kategorie $\mathscr{B}$ ihre  {\bf Basis}. Auch bei
Kategorienfaserungen k"onnen wir analog wie in \ref{fKkf} zur
{\bf opponierten Kategorienfaserung} "ubergehen.
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel} Die Kategorienfaserungen zur Garbenfaserung 
 $\op{Ens}_{/\op{Top}}\ra\op{Top}$ und 
zur Opgarbenfaserung   $\op{Ens}_{\sslash\op{Top}}\ra\op{Top}$ 
sind  zueinander opponiert\label{ADSR}, wie wir das bereits in
\ref{fopn} sozusagen \glqq zu Fu"s\grqq\ ausgef"uhrt haben.
Entspricht in anderen Worten die Garbenfaserung dem
laxen $2$-Funktor $\Phi:\op{Top}^{\op{opp}}\ra \op{Cat}$,
so entspricht die Opgarbenfaserung dem
laxen $2$-Funktor $\op{opp}\circ\Phi:\op{Top}^{\op{opp}}\ra \op{Cat}$, der durch Nachschalten des $2$-Funktors des Opponierens
$\op{opp}: \op{Cat}\sira \op{Cat}$ daraus entsteht.
\end{Beispiel}

\begin{Bemerkungl}
Besitzt bei einer
 Kategorienfaserung $\mathrm{C}=(\mathrm{C},{ }^\dagger , c)$
"uber einer Basiskategorie $\mathscr B$ 
jeder R"uckholfunktor $f^\dagger $ einen Linksadjungierten $f_\dagger $,
so bilden diese Linksadjungierten zusammen mit den induzierten 
Identifikationen eine Kategorienkofaserung "uber $\mathscr B$
und der zu unserer Kategorienfaserung geh"orige Faserfunktor ist eine Bifaserung.\label{LADF} 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Besitzt bei einer
 Kategorienkofaserung $\mathrm{C}=(\mathrm{C},{ }_\dagger , c)$
"uber einer Basiskategorie $\mathscr B$ 
jeder Vorschub $f_\dagger $ einen Rechtsadjungierten $f^\dagger $,
so bilden diese Rechtsadjungierten zusammen mit den induzierten 
Identifikationen eine Kategorienfaserung "uber $\mathscr B$ und der zu unserer Kategorienkofaserung geh"orige Kofaserfunktor ist eine Bifaserung.
\end{Bemerkungl}






\newpage

\section{Spektralsequenzen}   



\subsection{Allgemeiner Formalismus der Spektralsequenzen}\label{SpeSS}\index{Spektralsequenz}
% \begin{Bemerkungl}
%   In meinen Augen  Referenz ist Godement: Th\'{e}orie des faisceaux.
% \end{Bemerkungl}
%\begin{Bemerkungl}
%  Was wir in \ref{kzrf} \glqq Grothendieck's Spektralsequenz\grqq\  genannt hatten,
%ist in der urspr"unglichen Bedeutung des Wortes eigentlich gar keine
%Spektralsequenz. Im folgenden soll erkl"art werden, was man 
%"ublicherweise unter einer Spektralsequenz versteht, und wie sich 
%Grothendieck's Spektralsequenz in diesen Rahmen einf"ugt. 
%\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungl}
Eine 
    {\bf differentielle abelsche Gruppe}\index{differentielle abelsche Gruppe}
 ist wie in \eref{dgad}{TS} 
 ein Paar $(T,\partial)$  bestehend aus einer
  abelschen Gruppe $T$ und einem Gruppenhomomorphismus $\partial:T\ra T$ mit
   $\partial^2=0$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Erinnerungen zu Filtrierungen}]
  Wie in \eref{FuG}{KAG} verstehen wir unter einer {\bf filtrierten abelschen Gruppe} 
  eine abelsche Gruppe $V$ mit einer Folge von Untergruppen $(V^{\geq q})_{q\in\DZ}$ derart, da"s gilt $V^{\geq q}\supset V^{\geq q+1}$.
  Wir setzen dann $$\op{gr}^q(V)\pdef V^{\geq q}/ V^{\geq q+1}$$
  und bezeichnen $\op{gr}(V)\pdef \bigoplus \op{gr}^q(V)$ als die
  {\bf assoziierte graduierte Gruppe}.
Jede Untergruppe $U\subset V$ und jeder Quotient $V/U$ einer
filtrierten abelschen Gruppe  $V$
erben durch $U^{\geq r}\pdef V^{\geq r}\cap U$ sowie $(V/U)^{\geq r}\pdef \op{im}(V^{\geq r}\ra V/U)$ eine Filtrierung von $V$, die wir die
{\bf Untergruppenfiltrierung}\index{Untergruppenfiltrierung} und
die {\bf Quotientenfiltrierung}\index{Quotientenfiltrierung}  nennen. 
  Gegeben Untergruppen $ U\subset V\subset W $ einer 
  filtrierten abelschen Gruppe  $W$ stimmen dann, wie bereits in
  \eref{VerFi}{KAG} erw"ahnt,
 auf dem Subquotienten 
 $V/U$ die beiden Filtrierungen "uberein,
 die wir von der vorgegebenen
 Filtrierung auf $W$ auf den beiden Wegen $W\leadsto W/U\leadsto V/U$ und
$W\leadsto V\leadsto V/U$
 als Untergruppenfiltrierung zur Quotientenfiltrierung auf $W/U$ 
 beziehungsweise als  Quotientenfiltrierung zur Untergruppenfiltrierung
 auf $V$ erhalten.\label{VerFiX} Wir nennen die so erhaltene Filtrierung die {\bf Subquotientenfiltrierung}.\index{Subquotientenfiltrierung}
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Was Spektralsequenzen leisten}]
Man betrachte 
 eine 
filtrierte differentielle abelsche Gruppe,\label{VSPe}
also eine
differentielle abelsche Gruppe $(T,\partial)$ 
mit einer  Filtrierung
$ \ldots \supset T^{\geq q} \supset T^{\geq
    q+1} \supset \ldots $ 
durch unter $\partial$ stabile Untergruppen. Die
  sogenannten \glqq Spektralsequenzen\grqq\  sind ein Begriffsapparat, der es erlaubt,
  die assoziierte graduierte Gruppe ${\op{gr}} {\mathcal H}T$
zur Subquotientenfiltrierung
auf der Homologie  mit der Homologie ${\mathcal H} {\op{gr}} T$
%des Komplexes 
der assoziierten graduierten
 differentiellen abelschen  Gruppe
  zu vergleichen. Die auf der Homologie ${\mathcal H}T\pdef \op{ker}\partial/\op{im}\partial$
induzierte
  Filtrierung ist hierbei 
  im Sinne von \ref{VerFiX} zu verstehen.
Die Grundfrage, zu deren Aufkl"arung Spektralsequenzen beitragen, lautet
damit:
$$\text{Was ist die Beziehung zwischen }{\op{gr}} {\mathcal H}T
\text{ und }{\mathcal H} {\op{gr}} T\;?$$
Die allgemeine Theorie der Spektralsequenzen liefert eine
ziemlich komplizierte Beschreibung f"ur diese Beziehung 
"uber eine Vielzahl von Zwischenschritten \ref{rgi}. Sie  erweist sich erst
in konkreten Anwendungen als n"utzlich,
in der sie oft zu einer sehr viel einfacheren
Beschreibung spezialisiert.
Weiteres zu Spektralsequenzen findet man etwa in 
\cite{CaEi,Toho}.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Man beachte, da"s 
  die assoziierte graduierte
  differentielle abelsche  Gruppe ${\op{gr}}T$
  einer filtrierten differentiellen abelschen Gruppe $T$ 
  keineswegs eine dg-Gruppe im Sinne unserer
Definition \eref{dgad}{TS} ist. Vielmehr hat im vorliegenden Fall 
das Differential Grad Null,
so da"s wir in anderen Worten vielmehr 
eine durch $q\in\DZ$ indizierte direkte Summe von 
differentiellen abelschen  Gruppen vor uns haben.
\end{Bemerkungl} 

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Spektralsequenzen im graduierten Fall}]
  In den meisten Anwendungen tr"agt unsere differentielle abelsche Gruppe
  zus"atzlich noch eine Graduierung, bez"uglich derer das Differential Grad
  Eins hat und bez"uglich derer die Untergruppen unserer Filtrierung homogen
  sind.  In anderen Worten geht man dann also aus von einem Komplex $$ \ldots
  \rightarrow T^n \stackrel{\partial}{\rightarrow} T^{n+1} \rightarrow \ldots
  $$ von filtrierten abelschen Gruppen $ \ldots \supset T^{n,\geq q} \supset
  T^{n,\geq q+1} \supset \ldots $ Ich denke mir den Komplex gerne \glqq horizontal mit Differentialen von links nach rechts\grqq\  und
  die Filtrierung \glqq vertikal und nach oben absteigend\grqq, aber das mag jeder halten, wie er will.  Da
  ich nun obere Indizes schreibe und das Differential Grad Eins hat, sollte und
  werde ich in "Ubereinstimmung mit unseren allgemeinen Konventionen statt
  \glqq Homologie\grqq\  im weiteren  \glqq Kohomologie\grqq\  sagen.
Ich gebe gleich ein Beispiel in diesem graduierten Fall. Dann
bespreche ich  die Theorie zun"achst einmal im ungraduierten Fall,
um Sie zu "uberzeugen, da"s \glqq an Spektralsequenzen 
nichts schwierig ist au"ser
den Indizes\grqq.
\end{Bemerkungl}

 \begin{Beispiel}[\textbf{Lange exakte Homologiesequenz als Spektralsequenz}]
%\emph{Nochmal anpassen an Rest!}
Im Spezialfall einer zwei-Schritt-Filtrierung, wenn wir  also etwa 
haben $$T^n =
T^{n,\geq -1} \supset T^{n,\geq 0} \supset T^{n,\geq  1} =0 $$ f"ur alle~$n$ oder
nach unseren Konventionen eigentlich das Ganze noch vertikal geschrieben mit der Null ganz oben,
  wird der gew"unschte Vergleich geleistet von der langen exakten 
Kohomologiesequenz zur eigentlich auch senkrecht nach oben zu schreibenden kurzen 
exakten Sequenz $ {\op{gr}}^0 T^* \hookrightarrow T^* 
\sra {\op{gr}}^{-1} T^* $ von
horizontal gedachten   Komplexen.
   Diese
Kohomologiesequenz kann  man in der Tat auch
lesen als eine Sammlung von  exakten Sequenzen
  \[ {\op{gr}}^{-1} {\mathcal H}^{n-1}T^* \hookrightarrow {\mathcal H}^{n-1}
  {\op{gr}}^{-1} T^* \rightarrow {\mathcal H}^n {\op{gr}}^0 T^* \sra
  {\op{gr}}^0 {\mathcal H}^n T^* \]
und damit als eine Beschreibung der Beziehung zwischen ${\op{gr}} {\mathcal H}T
$ und ${\mathcal H} {\op{gr}} T$.
 \end{Beispiel}



\begin{Definition}
 Unter einer 
{\bf ungraduierten Spektralsequenz}\index{Spektralsequenz!ungraduierte} 
oder auch k"urzer {\bf  Spektralsequenz} versteht man
ein Datum $(E^q_r,\partial, \op{can})$ 
bestehend aus (1) abelschen Gruppen $E^q_r$ f"ur alle $r\in\DN$ und
$q\in\DZ$ sowie (2) Homomorphismen
$\partial=\partial^q_r: E^q_r\ra E^{q+r}_r $ mit $\partial^2=0$ 
und (3) Identifikationen alias Isomorphismen 
$\op{can}=\op{can}^q_r:E_{r+1}^q \sira
\ker \partial_r^q/\op{im} \partial_r^{q-r}$
oder salopp geschrieben $$\op{can}:E_{r+1}\sira \cal{H}E_r$$
 Gegeben $(F^q_r,\partial, \op{can})$ 
eine weitere Spektralsequenz verstehen wir unter einem {\bf Homomorphismus von  Spektralsequenzen}\index{Homomorphismus!von
  Spektralsequenzen} eine
Familie von Homomorphismen $f^q_r:E^q_r\ra F^q_r$ derart, da"s
die offensichtlichen Vertr"aglichkeiten gelten, die ich
hier nur  durch die Formeln 
$f\partial=\partial f$ sowie $f\op{can}=\op{can}f$ andeute und
die der Leser selbst durch die entsprechenden Indizes noch weiter pr"azisieren mag. 
\end{Definition}




\begin{Bemerkungl}[\textbf{Spektralsequenz filtrierter 
differentieller abelscher  Gruppen}]
  Gegeben eine filtrierte differentielle abelsche Gruppe $(T,\partial)$  setzen
 wir f"ur $r\in\DZ$ 
ganz allgemein\label{SpeS} 
$ T^{\geq q}_r \pdef \{a \in T^{\geq q} \mid \partial a \in T^{\geq q+r}\} $. 
In Worten ist das 
der Raum aller Elemente  der Filtrierungsstufe ${\geq} q$, 
 die unter dem Differential in der um $r$ h"oheren Filtrierungsstufe landen.
F"ur $r\leq 0$ haben wir insbesondere schlicht $ T^{\geq q}_r= T^{\geq q}$.
Dann 
  betrachten wir die Quotienten
   \[ E_r^q \pdef T_r^{\geq q}/(\partial T_{r-1}^{\geq q - (r-1)} + T_{r-1}^{\geq
      q+1}) \]  Diagrammatisch sind das die Quotienten der unteren Mitte der Diagramme \begin{displaymath}
\xymatrix{
  &&T^{\geq q+r}\\
  &T^{\geq q+1}_{r-1}\ar[ru]^\partial\ar@{^{(}->}[d]&\\
  &T^{\geq q}_{r}\ar[ruu]^\partial&\\
 T^{\geq q-(r-1)}_{r-1}\ar[ru]^\partial&& 
}
  \end{displaymath}
  nach den Bildern der beiden dort einlaufenden Pfeile.
  Der Eine kommt in unserer Darstellung von oben, der andere von links unten.
  Die graphische Anordnung in unserem Diagramm ist so zu lesen,
  da"s kleinere Teile der Filtrierung weiter oben stehen und steilere
  Pfeile nach rechts oben eine st"arkere Erh"ohung des Filtrierungsgrades
  bedeuten.
  Weiter betrachten wir die von~$\partial$ induzierten Gruppenhomomorphismen
  \[ \partial_r = \partial_r^q \colon E_r^q \to E_r^{q+r} \]
 Man erkennt,
   da"s die Surjektionen $T_r^{\geq q} \sra E_r^q$  
in diesem Zusammenhang  Surjektionen $s
\colon T_{r+1}^{\geq q} \sra \ker \partial^q_r$ induzieren,
denn aus $\partial_r^q \bar a=0$ f"ur $a\in T_r^{\geq q}$
folgt $\partial  a=\partial b+c$ mit $b\in T_{r-1}^{\geq q+1}$
und $c\in T^{\geq q+r+1}_{r-1}\subset T^{\geq q+r+1}$ und dann ist $a-b$ ein Repr"asentant von
$\bar a$ aus $T_{r+1}^{\geq q}$.
 Wir zeigen 
im Anschlu"s in \ref{AnBe}, da"s diese  Surjektionen $s$  Isomorphismen
$$\op{can}_r^q  \colon
  E_{r+1}^q \sira \ker \partial_r^q/\op{im} \partial_r^{q-r}$$ 
oder grob gesagt Isomorphismen $\op{can}\colon
  E_{r+1} \sira \cal{H}E_r$ 
liefern.
Damit steht  die Spektralsequenz einer 
filtrierten differentiellen abelschen Gruppe  auch schon
da.
F"ur $r\leq 0$ haben wir $E^q_r=T^{\geq q}/T^{\geq q+1}$ und f"ur $r<0$
gilt $\partial_r=0$, wohingegen wir f"ur $r=0$ als  $\partial_r$
das induzierte
Differential auf der assoziierten graduierten Gruppe erhalten und f"ur $r=1$
als Differential den Randoperator $\mathcal H (T^{\geq q-1}/T^{\geq q})\ra
\mathcal H (T^{\geq q}/T^{\geq q+1})$
der kurzen exakten Sequenz differentieller abelscher Gruppen 
$$T^{\geq q}/T^{\geq q+1}\hra T^{\geq q-1}/T^{\geq q+1}\sra T^{\geq q-1}/T^{\geq q}$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Herleitung der eben behaupteten Isomorphismen}]
Es reicht  in \ref{SpeS}, 
wenn wir zeigen\label{AnBe} 
  $ s^{-1}(\op{im} \partial_r^{q-r}) 
= \partial T_r^{\geq q-r} + T_r^{\geq q+1} $.
  Links steht  die Menge aller 
$a \in T_{r+1}^{\geq q}$ mit
  $ a \in \partial
  T_r^{\geq q-r}+\partial T_{r-1}^{\geq q-(r-1)} + T_{r-1}^{\geq q+1}  $.
Der mittlere Summand ist hier eh im ersten Summanden enthalten, so
  da"s es reicht, die Identit"at
  $$ T_{r+1}^{\geq q} \cap (  \partial T_r^{\geq
      q-r}+T_{r-1}^{\geq q+1}) = \partial T_r^{\geq q-r} + T_r^{\geq
    q+1} $$ 
zu zeigen. Die
  Inklusion~$\supset$ ist dabei offensichtlich.
 Um die andere Inklusion einzusehen  bemerken wir, da"s aus~$a =
  b+c$ mit~$a \in T_{r+1}^{\geq q}$, $b
  \in \partial T_r^{\geq q-r}$ und~$c \in T_{r-1}^{\geq q+1}$ 
bereits folgt~$\partial a = \partial c \in
  T^{\geq q+(r-1)}$ und somit~$c \in T_r^{\geq q+1}$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{$E_\infty$-Term einer Spektralsequenz}]
  Jede Spektralsequenz beinhaltet Isomorphismen
  zwischen $E^q_{r+1}$ und  einem Subquotienten von 
  $E^q_{r}$ und damit induktiv Folgen von Untergruppen
  $$E^q_{r}=\mathcal Z^0 E^q_{r}\supset \mathcal Z^1 E^q_{r}\supset \mathcal Z^2 E^q_{r}\supset
  \ldots \supset\mathcal B^2 E^q_{r}\supset\mathcal B^1 E^q_{r}\supset\mathcal B^0 E^q_{r}=0$$
von $E^q_{r}$  mit ausgezeichneten Isomorphismen $\mathcal Z^i E^q_{r}/\mathcal B^i E^q_{r}
\sira E^q_{r+i}$.
Wir bezeichnen mit $\mathcal Z^\infty E^q_{r}$ den Schnitt der $\mathcal Z^i E^q_{r}$ und mit $\mathcal B^\infty E^q_{r}$ die Vereinigung der $\mathcal B^i E^q_{r}$ und vereinbaren die Notation
$$E^q_\infty \pdef \mathcal Z^\infty E^q_{r}/\mathcal B^\infty E^q_{r}$$
Das ist sinnvoll, da diese Gruppe nach Konstruktion bis auf eindeutigen
Isomorphismus gar nicht von $r$
abh"angt.\index{E@$E_\infty$ bei Spektralsequenz} 
 Falls es  ein $k\in\DN$ gibt
    derart, da"s f"ur alle $r \ge k$ das nach $E_r^{q}$ einlaufende
    Differential und das von $E_r^{q}$ auslaufende Differential verschwinden,
    so erhalten wir  ausgezeichnete Isomorphismen 
    $$ E_k^{q} \sira E_{k+1}^{q}
    \ldots  \sira E_\infty^{q}$$
    \nichtfinal{Folgt Z und B bleiben gleich!}
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{$E_\infty$-Term f"ur filtrierte differentielle
  abelsche Gruppen}]
  Im Fall einer filtrierten differentiellen
  abelschen Gruppe
  $(T,\partial)$ finden wir $E^q_{0}=T^{\geq q}/T^{\geq q+1}$,
  $\mathcal Z^r E^q_{0}= \op{im}(T_r^{\geq q}\ra T^{\geq q}/T^{\geq q+1})$ und $\mathcal B^{r+1} E^q_{0}= \op{im}(\partial: T_{r}^{\geq q - r}
  \ra T^{\geq q}/T^{\geq q+1})$.
Wir erhalten  Injektionen 
$$\mathcal Z(T^{\geq q})/\mathcal Z(T^{\geq q+1})\sira \op{im}((\op{ker}\partial \cap T^{\geq q})\ra T^{\geq q}/T^{\geq q+1})
\hra \mathcal Z^\infty E^q_{0}$$
und diese sind Isomorphismen unter anderem dann, wenn
unsere Filtrierung bei Null endet, in Formeln  $T^{\geq j}=0$ f"ur hinreichend gro"ses $j$.
Andererseits erhalten wir  Injektionen 
$$\mathcal B^\infty E^q_{0}\hra \op{im}((\op{im}\partial \cap T^{\geq q})\ra T^{\geq q}/T^{\geq q+1})\sira \mathcal B(T^{\geq q})/\mathcal B(T^{\geq q+1})$$
und ist unsere Filtrierung aussch"opfend alias $\bigcup_r T^{\geq r}=T$, so
sind sie Isomorphismen. Zusammen liefern sie im Fall einer
aussch"opfenden Filtrierung Injektionen
$\op{gr}^q\mathcal H T\hra E^q_{\infty}$
und im Fall einer aussch"opfenden und von Null kommenden Filtrierung sind
diese sogar Isomorphismen\label{rgi}
$$\op{gr}^q\mathcal H T\sira E^q_{\infty}$$
Andererseits haben wir nach unserer Definition \ref{SpeS} f"ur jede
filtrierte differentielle abelsche Gruppe $(T,\partial)$  stets  
${\op{gr}}^q T=E_0^q$ und das
Differential $\partial_0$ f"allt 
zusammen mit $\op{gr}\partial$, so da"s wir 
kanonische Isomorphismen
 $$\cal{H}{\op{gr}}^q T \sira E_1^q$$
erhalten. In dieser Weise macht also die Spektralsequenz
Aussagen "uber die Beziehung zwischen ${\op{gr}} {\mathcal H}T$
 und ${\mathcal H} {\op{gr}} T$. 
Sie ist im allgemeinen recht
  un"ubersichtlich.  
In vielen konkreten Anwendungsf"allen  ist die hier
gegebene Beschreibung aber dennoch n"utzlich, und zwar insbesondere dann, 
wenn  es ein $i$ gibt derart, da"s  alle Differentiale $\partial_r$ f"ur $r\geq i$ 
verschwinden, so da"s gilt
$ E_i^{q}= E_\infty^{q}$. Dann 
spricht man   von einer
{\bf  bei $E_i$ ausgearteten  Spektralsequenz}. \index{Spektralsequenz!ausgeartete} Besonders h"aufig
trifft man in der Praxis die F"alle $i=1$ und $i=2$.
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Funktorialit"at der Spektralsequenz}]
  Die eben vorgestellte 
Konstruktion der Spektralsequenz ist in offensichtlicher Weise
funktoriell. Jeder Morphismus $(T,\partial)\ra (S,\partial)$ von
filtrierten differentiellen abelschen Gruppen
induziert genauer Gruppenhomomorphismen
$E^q_r(T)\ra E^q_r(S)$, die  
vertr"aglich sind mit den Differentialen
$\partial_r$ und den Identifikationen $\op{can}:E_{r+1}\sira \cal{H}E_r$
und, im Fall aussch"opfender Filtrierungen, mit den Einbettungen
$\op{gr}^q\mathcal HT\hra E^q_\infty(T)$ aus \ref{rgi}. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben ein ungraduierte Spektralsequenz $(E_r^q,\partial_r)$
  verstehen wir unter einem 
   {\bf Konvergenzdatum gegen eine
  abelsche Gruppe $H$}\index{Konvergenzdatum!f"ur Spektralsequenz!ungraduierte} ein Datum bestehend aus einer
   Filtrierung $(H^{\geq q})_{q\in\DZ}$ auf $H$ und 
  Injektionen $$\op{gr}^q(H)\hra E_\infty^q$$
  Sind sie sogar Isomorphismen, so sagen wir,
  das {\bf Konvergenzdatum konvergiert}.
   Im vorhergehenden haben wir insbesondere jeder filtrierten differentiellen
  abelschen Gruppe mit aussch"opfender Filtrierung
  in funktorieller Weise eine Spektralsequenz zusammen mit einem
  Konvergenzdatum dieser Spektralsequenz gegen die Kohomologie mit ihrer
  induzierten Filtrierung zugeordnet, das im Fall einer von Null
  kommenden Filtrierung unserer differentiellen abelschen Gruppe konvergiert. 
  Wenn es solch ein gegen $H$ konvergierendes Konvergenzdatum gibt,
  so sagt man auch, die
{\bf Spektralsequenz $(E_r^q,\partial_r)$ konvergiere gegen  $H$}.\index{Konvergenz!Spektralsequenz!ungraduierte} Besonders
oft gibt man nur den $E_2$-Term an und schreibt
$$F^q\RA H$$
als Abk"urzung f"ur die Aussage, da"s eine Spektralsequenz mit
dem $E_2$-Term 
$E_2^q=F^q$ gegen $H$ konvergiert. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
 Gegeben eine ungraduierte Spektralsequenz $(E_r^q,\partial_r)$
  mit einem 
    Konvergenzdatum gegen eine
  abelsche Gruppe $H$ und $u\in \DZ$ und $r\geq 1$ mit    
  $E_r^q=0$ f"ur $q<u$ 
  liefert unsere Spektralsequenz Injektionen
  $ E_\infty^u\hra \ldots\hra E_{r+1}^u\hra E_{r}^u$.
  Gilt au"serdem $H=H^{\geq u}$, so 
  induzieren unsere 
  Injektionen $\op{gr}^q(H)\hra E_\infty^q$ durch Vorschalten von
  $H=H^{\geq u}\sra \op{gr}^u(H)$ und Nachschalten von $ E_\infty^u\hra  E_{r}^u$
  Injektionen Gruppenhomomorphismen\label{HEss} 
  $$H\ra  E_{r}^u$$
  Insbesondere im Fall $r=2$ treten sie h"aufig in den Anwendungen auf.
  Wir nennen sie die {\bf Morphismen am unteren Rand} unserer Spektralsequenz. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Homotopie und Spektralsequenz}]
Gibt es f"ur zwei Morphismen $f,g:(T,\partial)\ra (S,\partial)$ von
filtrierten differentiellen abelschen Gruppen
einen Gruppenhomomorphismus $h:T\ra S$ und $k\in\DN$ mit
$f-g=\partial h+h\partial$ und $h(T^{\geq q})\subset S^{\geq q-k} \;\forall q$,
so induzieren\label{HSpec} 
$f$ und $g$ dieselben Abbildungen
$$f=g:E^q_r(T)\ra E^q_r(S) \quad\text{ f"ur $r>k$.}$$ 
In der Tat schickt $\partial h$ dann $T^{\geq q}$ nach $\partial S^{\geq q-k}$
und $ h\partial$ schickt $T^{\geq q}_r$ nach $S^{\geq q+r-k}$.
Also schickt $(f-g)$ unser  $T^{\geq q}_r$ nach 
$S^{\geq q}_r\cap (\partial S^{\geq q-(r-1)} + S^{\geq q+1})$.
F"ur jedes Element $a=\partial b+c$ dieses Schnitts gilt jedoch
$b\in S^{\geq q-(r-1)}_{r-1}$, selbst wenn wir nur
$a\in S^{\geq q}$ haben, 
und dann $\partial a=\partial c \in S^{\geq q+r}$ alias
$c \in S^{\geq q+1}_{r-1}$.
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungl}[\textbf{Spektralsequenz im graduierten Fall}]
  Jetzt betrachten wir den graduierten Fall, bei dem man 
wie bereits erw"ahnt
 von einem Komplex $$ \ldots
  \rightarrow T^n \stackrel{\partial}{\rightarrow} T^{n+1} \rightarrow \ldots
  $$ von filtrierten abelschen Gruppen $ \ldots \supset T^{n,\geq q} \supset
  T^{n,\geq q+1} \supset \ldots $  ausgeht und wir letztere Sequenz von Inklusionen vertikal denken mit immer kleineren St"ucken immer weiter oben.
  Offensichtlich ist unsere Konstruktion der Spektralsequenz
  einer filtrierten differentiellen Gruppe nach \ref{SpeS} 
  mit dieser zus"atzlichen Graduierung vertr"aglich
  in dem Sinne, da"s gilt\label{SpeSn}  
$ T^{\geq q}_r =\bigoplus T^{n,\geq q}_r $ und $ E^{q}_r =\bigoplus E_r^{(n,q)}$
 und da"s $\partial$ Gruppenhomomorphismen
  \[ \partial_r  \colon E_r^{(n,q)} \to E_r^{(n+1,q+r)} \] 
induziert und da"s unsere   Isomorphismen 
$\op{can} \colon
  E_{r+1} \sira \cal{H}E_r$  Isomorphismen $
  E_{r+1}^{(n,q)} \sira (\cal{H}E_r)^{(n,q)}$ induzieren. Im Fall einer aussch"opfenden Filtrierung erhalten wir dann nat"urliche Einbettungen
  $\op{gr}^q(\mathcal H^nT)\hra E^{(n,q)}_\infty$
  und ein kurzer Blick auf deren Herleitung zeigt, da"s sie sogar unter der
  schw"acheren Zusatzbedingung Isomorphismen
  $$\op{gr}^q(\mathcal H^nT)\sira E^{(n,q)}_\infty$$
  liefern, da"s gilt $T^{n+1,\geq q+r}=0$ f"ur hinreichend gro"ses $r$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Gegeben ein graduierte Spektralsequenz $(E_r^{(n,q)},\partial_r)$ und eine
  graduierte  abelsche Gruppe mit homogenen Komponenten
  $H^n$ verstehen wir unter einem 
   {\bf Konvergenzdatum}\index{Konvergenzdatum!f"ur Spektralsequenz!ungraduierte} ein Datum bestehend aus
  Filtrierungen $(H^{(n,\geq q)})_{q\in\DZ}$ auf den $H^n$ und 
  Injektionen $$\op{gr}^q(H^n)\hra E_\infty^{(n,q)}$$
  Sind sie Isomorphismen, so sprechen wir von einem
  {\bf konvergierenden Konvergenzdatum}.
  Im vorhergehenden haben wir insbesondere jeder filtrierten differentiellen
 graduierten abelschen Gruppe mit aussch"opfender  Filtrierung
  in funktorieller Weise eine Spektralsequenz zusammen mit einem
  Konvergenzdatum dieser Spektralsequenz gegen die Kohomologie mit ihrer
  induzierten Filtrierung zugeordnet. Weiter haben wir  gezeigt, da"s es konvergiert,
  wenn die Filtrierung in jedem Grad bei Null beginnt. 
Wenn es ein konvergierendes Konvergenzdatum gibt, so sagt man auch, die
{\bf Spektralsequenz $(E_r^{(n,q)},\partial_r)$ konvergiere gegen  $H$}.\index{Konvergenz!Spektralsequenz!ungraduierte} Besonders
oft gibt man nur den $E_2$-Term an und schreibt
$$F^{(n,q)}\RA H^n$$
f"ur die Aussage, da"s eine Spektralsequenz mit
dem $E_2$-Term 
$E_2^{(n,q)}=F^{(n,q)}$ gegen $H$ konvergiert.
Gibt es $(n,u)$ mit $H^{(n,\geq u)}=H^n$ und $E_2^{(n-1,q)}=0$ f"ur $q<u$,
 so erhalten wir wie im ungraduierten Fall
in \ref{HEss} erkl"art 
Homomorphismen $$H^n\ra E_2^{(n,u)}$$
Wir nennen sie weiter
die {\bf Morphismen am unteren Rand}\label{MauR} unserer Spektralsequenz. 
\end{Bemerkungl}
%Gilt $H^{(n,\geq 0)}=H^n$  f"ur alle $n$ und $E_2^{(n,q)}=0$ f"ur $q<0$, so erhalten wir wie im ungraduierten Fall
%in \ref{HEss} erkl"art 
%Homomorphismen $$H^n\ra E_2^{(n,0)}$$
%Wir nennen sie weiter
%die {\bf Morphismen am unteren Rand}\label{MauR} unserer Spektralsequenz. 
%\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Produktstruktur der Spektralsequenz}]
% Das Tensorprodukt zweier differentieller abelscher 
%  Gruppen kann meines Wissens nicht in nat"urlicher Weise mit 
% einem Differential versehen werden, weshalb wir uns im folgenden  
%  auf differentielle graduierte Gruppen beschr"anken.
Gegeben filtrierte dg-Gruppen $T, S$ versehen wir
ihr Tensorprodukt $T\otimes S$ mit seiner dg-Struktur aus \eref{TeKo}{TS}  
und erkl"aren darauf wie in \eref{TfMM}{KAG}  
eine Filtrierung durch die Vorschrift
$$(T\otimes S)^{\geq q}
\pdef \sum_{k+l=q} \op{ten}(T^{\geq k}\otimes S^{\geq l})$$
f"ur $\op{ten}$ das Tensorprodukt der jeweiligen Einbettungsabbildungen.
Man pr"uft unschwer, da"s das 
Tensorprodukt der jeweiligen Einbettungsabbildungen
Abbildungen $T^{\geq k}_r\otimes S^{\geq l}_r\ra (T\otimes S)^{\geq k+l}_r$
induziert und dann auch Abbildungen
$$E^k_r(T)\otimes E^l_r(S)\ra E^{k+l}_r(T\otimes S)$$
Diese Abbildungen ihrerseits werden Morphismen von dg-Gruppen f"ur die von
den Differentialen $\partial_r$ induzierten 
Differentiale, wenn wir unsere $E^k_r$  mit der induzierten
Graduierung $E^k_r=\bigoplus E^{(n,k)}_r$ versehen.
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Doppelkomplexe und alternative Graduierungskonventionen}]
  "Ublicherweise wird die Indizierung
  bei der Spektralsequenz einer filtrierten differentiellen graduierten
  abelschen Gruppe
  dem besonders 
h"aufig auftretenden Fall
 eines Doppelkomplexes  $(A^{p,q},\partial,\delta)$
im Sinne von~\ref{DoKon} angepa"st. 
Wir denken uns dabei $p$ nach rechts und $q$ nach 
oben aufgetragen.
 In diesem Fall  betrachtet man auf dem Totalkomplex~$(T^n, d)$ 
aus~\ref{DoKon} "ublicherweise die Filtrierung
  \[ T^{n,\geq q} \pdef \bigoplus_{p+j=n,\; j \geq q }
  A^{p,j} \] 
  So\label{DagG} ergibt sich mit unseren Notationen von oben gerade
$E^{(n,q)}_0=A^{n-q,q}$ und als Differential~$\partial_0$
  erhalten wir schlicht das horizontale Differential~$\partial$ unseres
  Doppelkomplexes.
Es ist nun sinnvoll und "ublich, die Indizierung umzustellen  
durch $E^{p,q}_r\pdef E^{(p+q,q)}_r$ alias $ E^{(n,q)}_r=E^{n-q,q}_r$
derart, da"s wir in unserem Spezialfall 
eines Doppelkomplexes die Formel
  \[ E_0^{p,q}  = A^{p,q} \] 
und f"ur $\partial_0=\partial$ das
horizontale Differential unseres
  Doppelkomplexes
erhalten. 
Weiter pr"uft man, da"s in diesem Fall
eines Doppelkomplexes die $E_1$-Terme 
  $E_1^{p,q}  = \mathcal H^p(A^{\ast,q},\partial)$
die Kohomologie der waagerechten Komplexe sind und 
$\partial_1$  vom mit geeigneten Vorzeichen
versehenen senkrechten Differential
$\delta$ unseres Doppelkomplexes induziert wird.
Im Fall eines Doppelkomplexes ist die fragliche Filtrierung stets
aussch"opfend und die hinreichende Bedingung aus \ref{SpeSn}
 "ubersetzt sich in
$$\op{gr}^q(\mathcal H^{p+q}(\op{tot}A))\sira E_\infty^{p,q}$$ falls 
gilt $A^{p+1-r,q+r}=0$ f"ur hinreichend gro"ses $r$. 
Dieses Umindizieren
 hat  auch den Effekt, da"s die Differentiale
Abbildungen $\partial_r: E^{p,q}_r\ra E^{p+1-r,q+r}_r$ werden.
Wir erhalten  so ganz allgemein
zu  jeder filtrierten abelschen dg-Gruppe eine graduierte Spektralsequenz 
im Sinne der folgenden Definition. 
\end{Bemerkungl}














\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[height=0.2\textheight]{SkriptenBilder/BildEnull}
\noindent\\[1mm]
Die $E_0$-Terme einer Spektralsequenz mit den zugeh"origen Differentialen\\[4mm]
\includegraphics[height=5cm]{SkriptenBilder/BildEeins}
\noindent\\[1mm] 
Die $E_1$-Terme einer Spektralsequenz mit den zugeh"origen Differentialen\\[4mm]
\includegraphics[height=0.3\textheight]{SkriptenBilder/BildEdrei}
\noindent\\[1mm] 
Die $E_2$-Terme einer Spektralsequenz mit den zugeh"origen Differentialen
\end{figure}




\begin{Definition}
  Unter einer\label{grSS}  
{\bf graduierten Spektralsequenz}\index{Spektralsequenz!graduierte} 
oder auch kurz {\bf Spektralsequenz} versteht man 
ein Datum $(E^{p,q}_r,\partial, \op{can})$ bestehend aus
\begin{enumerate}
  \item{} Einer Familie von abelschen Gruppen~$(E_r^{p,q})$ f"ur~$p, q \in
    {\mathbb Z}$ und~$r \in {\mathbb N}$ mitsamt Gruppenhomomorphismen
    $\partial = \partial_r = \partial_r^{p,q} \colon E_r^{p,q} \to
    E_r^{p+1-r,q+r} $ mit der Eigenschaft $\partial^2 = 0$;
die $\partial_r$ haben also \glqq Bigrad\grqq\  $(1-r,r);$
  \item{} Einer Familie von Isomorphismen
    $\op{can}: E_{r+1}^{p,q} \stackrel{\sim}{\rightarrow}
    (\ker \partial_r/\op{im} \partial_r)$ f"ur $\partial_r$ das von
 $E_{r}^{p,q}$ auslaufende beziehungsweise das nach $E_{r}^{p,q}$ einlaufende 
Differential, die also
    die~$E_{r+1}^{p,q}$ mit der Kohomologie von~$(E_r^{p,q},\partial_r)$
    identifizieren.
  \end{enumerate}
Die bigraduierte differentielle abelsche Gruppe~$E^{p,q}_r$ 
hei"st der~$E_r$-{\bf Term} unserer Spektralsequenz. 
Wie zuvor h"angen die Gruppen 
$E^{p,q}_{r+1}$ hierbei zwar bis auf Isomorphismus nur 
von den Daten $(E_r^{p,q},\partial_r)$ ab, das Differential
$\partial_{r+1}$ wird jedoch  durch diese Daten nicht bestimmt.
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Konvergenz in der neuen Notation}]
  Gegeben ein graduierte Spektralsequenz $(E_r^{p,q},\partial_r)$ und eine
  graduierte  abelsche Gruppe $H$ mit homogenen Komponenten
  $H^n$ wird unter einem 
   {\bf Konvergenzdatum}\index{Konvergenzdatum!f"ur Spektralsequenz!graduierte} in der neuen Notation ein Datum bestehend aus
  Filtrierungen $(H^{n,\geq q})_{q\in\DZ}$ auf den $H^n$ und
  Injektionen $$\op{gr}^q(H^{p+q})\hra E_\infty^{p,q} $$
  Wir sagen, unser Konvergenzdatum
  {\bf konvergiert}, wenn diese Injektionen Isomorphismen sind.
Wenn es solch ein konvergentes Konvergenzdatum gibt, so sagt man auch, die
{\bf Spektralsequenz $(E_r^{p,q},\partial_r)$ konvergiere gegen  $H^n$}.\index{Konvergenz!Spektralsequenz!graduierte} Besonders
oft gibt man nur den $E_2$-Term an und schreibt
$$F^{p,q}\RA H^n$$
als Abk"urzung f"ur die Aussage, da"s eine Spektralsequenz
mit $E_2^{p,q}=F^{p,q}$  
als $E_2$-Term gegen $H$ konvergiert.\label{rgim}
Die {\bf Morphismen am unteren Rand} aus \ref{MauR} sind in diesen Notationen
insbesondere erkl"art im Fall
einer Spektralsequenz
mit $E_2^{p,q}=0$ f"ur $q<0$ f"ur ein Konvergenzdatum mit
$H^n=H^{n,\geq 0}$ und sind Morphismen 
$H^n\ra E_2^{n,0}$. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}[\textbf{Spektralsequenzen f"ur Doppelkomplexe}] 
  Unsere Konstruktionen ordnen jedem  Doppelkomplex
  $A=(A^{p,q},\partial,\delta)$ in funktorieller Weise
  eine graduierte Spektralsequenz nebst einem Konvergenzdatum gegen
  die Kohomologie des Totalkomplexes zu, 
  mit der durch horizontal unten abgeschnittene Doppelkomplexe $A^{*,\geq q}$
  gegebenen $({\geq} q)$-Filtrierung. Es konvergiert unter der Voraussetzung,
  da"s gegeben $p,q$ stets gilt
  $A^{p-r,q+r}=0$ f"ur alle hinreichend gro"sen $r\gg 0$.
  Der $E_2$-Term dieser Spektralsequenz ist die Kohomologie der
  vertikalen Komplexe, die aus der Kohomologie der Zeilenkomplexe
  enstehen, so da"s wir unter unserer Konvergenzbedingung haben\label{SpD}
  $$\mathcal H^q(\mathcal H^p(A;\partial);\delta)\RA \mathcal H^n(\op{tot}(A))$$
  Die Filtrierung des Konvergenzdatums eines Doppelkomplexes kann man
  alternativ auch erhalten, indem man die Filtrierung von $A$ durch die
  Unterdoppelkomplexe $\tau^{\leq p}A$ betrachtet, bei denen die
  $p$-te Spalte durch die Spalte aus den Kernen des
  horizontalen Differentials ersetzt wird und die Spalten mit h"oheren Indizes
  zu Null gesetzt werden. Wir haben genauer f"ur $p+q=n$ in Formeln
  $$\mathcal Z^n(\op{tot}\tau^{\leq p}A)=\mathcal Z^n(\op{tot}A^{*,\geq q})$$
  und damit stimmen nat"urlich auch die Bilder beider Seiten in der
  Kohomologie des Totalkomplexes "uberein. Im Fall eines Doppelkomplexes in der
  oberen Halbebene erhalten wir insbesondere nach \ref{rgim}
  die Morphismen am unteren Rand $\mathcal H^n(\op{tot}A)\ra E_2^{n,0}$.
\end{Beispiel}
  \begin{Bemerkungl}
    Im Fall von Doppelkomplexen  kann man auch noch eine
  zweite Spektralsequenz erhalten, indem man die Rollen von $p$ und $q$
  vertauscht. Wollen wir betonen, da"s die bisher betrachtete Sequenz
  mit Differentialen $\partial_r:E_r^{p,q}\ra E_r^{p-r+1,q+r}$ gemeint ist,
  schreiben wir $\stackrel{p}{\RA}$, weil dann das nullte Differential
  in Richtung wachsender $p$ geht.
  \end{Bemerkungl}


%  \begin{Definition}[\textbf{$E_\infty$-Term einer graduierten Spektralsequenz}]
 %   Falls es bei einer graduierten
%Spektralsequenz an einer Stelle~$(p,q)$ ein $k\in\DN$ gibt
%    derart, da"s f"ur alle~$n \ge k$ das nach~$E_n^{p,q}$ einlaufende
%    Differential und das von~$E_n^{p,q}$ auslaufende Differential verschwinden,
%    so liefern unsere Isomorphismen $\op{can}$ aus der Definition
%    Identifikationen
%    $ E_k^{p,q} \sira E_{k+1}^{p,q}
%    \sira \dots $ und wir bezeichnen diese Gruppe oder
%    pr"aziser den Kolimes dieses Systems 
%mit\index{E@$E^\infty$ bei graduierter Spektralsequenz}
%$E_\infty^{p,q}$.
%  \end{Definition}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[height=0.35\textheight]{SkriptenBilder/BildDnull}\\[4mm]
Die $E_0$-Terme der Spektralsequenz zu einem
Komplex mit Zwei-Schritt-Filtrierung\\[8mm]
\includegraphics[height=0.35\textheight]{SkriptenBilder/BildDeins}\\[4mm]
\noindent 
Die $E_1$-Terme der Spektralsequenz zu einem
Komplex mit Zwei-Schritt-Filtrierung.
Die Differentiale $\partial_n$ 
f"ur $n\geq 2$ laufen alle nach Null oder kommen von Null, folglich
haben wir $E_2=E_\infty$.
\end{figure}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Beispiel f"ur eine ausgeartete Spektralsequenz}]
 Betrachten wir speziell  einen Doppelkomplex
 im ersten Quadranten und sind wie in~\ref{EAS} alle
  Zeilen unseres Doppelkomplexes exakt an allen Stellen~$A^{p,q}$ mit~$p \not=
  0$, so liefert unser Formalismus hier mit den Notationen \ref{EAS}
 unmittelbar  $ E_1^{0,q} = K_\uparrow^q $ und $ E_1^{p,q} = 0 $ f"ur $p\neq 0$
  sowie
  $ E_2^{0,q} = E_\infty^{0,q} = {\mathcal H}^q(K_\uparrow^*) $ 
und  nat"urlich auch $E_\infty^{p,q}=0$ f"ur $p\neq 0$.
Jede Kohomologiegruppe des Totalkomplexes besteht mithin aus einer 
einzigen Filtrierungsstufe und wir 
  erhalten so unsere Isomorphismen
  $ {\mathcal H}^n(K_\uparrow^*) \stackrel{\sim}{\to} {\mathcal H}^n T$
  aus~\ref{EAS} 
zwischen der Kohomologie des senkrechten Kernkomplexes und der
Kohomologie des Totalkomplexes
nocheinmal neu als Konsequenzen der allgemeinen Theorie.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Homotopie f"ur Morphismen von Doppelkomplexen}]
  Jeder Doppelkomplex in einer additiven Kategorie $\mathcal A$
  kann als ein Objekt
  von $\op{Ket}(\op{Ket}\mathcal A)$ aufgefa"st werden, indem ihn als den
  Komplex seiner Spaltenkomplexe versteht. Zwei Morphismen von Doppelkomplexen
  nennen wir {\bf horizontal homotop},\index{homotop!horizontal} wenn sie in diesem Sinne homotop
  sind. Gegeben  Morphismen $f,g:A\ra B$ von Doppelkomplexen mit
  Differentialen $\partial: A^{p,q}\ra A^{p+1,q}$ und
  $\delta: A^{p,q}\ra A^{p,q+1}$
  verstehen wir genauer und in Formeln  unter
  einer {\bf horizontalen Homotopie zwischen $f$ und $g$}\index{Homotopie!horizontale} eine Familie\label{htpDK} 
  von Kettenabbildungen $h_p:A^{p,*}\ra A^{p-1,*}$ mit $$\partial h + h\partial=f-g$$ Analog erkl"aren wir {\bf vertikale Homotopie}\index{Homotopie!vertikale}
als eine Familie 
  von Kettenabbildungen $k_q:A^{*,q}\ra A^{*,q-1}$ mit $\delta k + k\delta=f-g$.
 Jede horizontale Homotopie induziert unmittelbar eine Homotopie
  zwischen den auf den Totalkomplexen induzierten Abbildungen.
  Jede vertikale Homotopie 
  $k$ induziert eine Homotopie
  zwischen den auf den Totalkomplexen induzierten Abbildungen vermittels
  der $\bar k\pdef (-1)^pk_q:A^{p,q}\ra A^{p,q-1}$.
  Wir nennen zwei Morphismen $f,g$ von Doppelkomplexen {\bf homotop},\index{homotop!bei Doppelkomplexen} wenn
  es  eine horizontale Homotopie $h$ eine vertikale Homotopie $k$ gibt
  mit  $$\partial h + h\partial +\bar\delta \bar k + \bar k\bar\delta =f-g$$
  Dann ist also $(h+\bar k)$ eine Homotopie zwischen den von $f$ und $g$
  auf den Totalkomplexen induzierte Kettenabbildung.
  Sowohl f"ur horizontale wie
  f"ur vertikale Homotopien gilt nun
  $h,\bar k: T^{n,\geq q}\ra S^{n,\geq q-1}$ in den Notationen
  von \ref{DagG} mit $T,S$ den filtrierten graduierten Komplexen zu
  unseren Doppelkomplexen $A,B$. 
  Nach \ref{HSpec} induzieren also  homotope
  Morphismen $f$ und $g$ von Doppelkomplexen jeweils dieselben Abbildungen
  auf allen Termen $E_r$ mit $r\geq 2$ der zugeh"origen Spektralsequenzen.
\end{Bemerkungl}

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
  Gegeben eine Spektralsequenz mit $E_2^{p,q}=0$ f"ur $p\neq 0,1$ konstruiere
  man eine lange exakte Sequenz
  $$\ldots\ra E_2^{1,q}\ra E_2^{0,q+2}\ra E_{\infty}^{0,q+2}\ra  E_2^{1,q+1}\ra \ldots$$
\end{Ubung}











\subsection{Spektralsequenzen eines filtrierten Raums}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Filtrierungssequenz der 
singul"aren Homologie}]
Sei  $X$
ein topologischer Raum mit einer  Filtrierung 
$\ldots \supset
X^{\geq q}
\supset X^{\geq q+ 1}\supset \ldots $ 
durch
Teilmengen. Unsere Filtrierung sei endlich, es gebe 
also $k,g$ mit $X=X^{\geq k}$ und $X^{\geq g}=\emptyset$. 
Auf dem Komplex ${\op{S}}_nX$ der singul"aren Ketten betrachten wir 
die Filtrierung durch die   ${\op{S}}_nX^{\geq q}$. Untere Indizes 
mit fallenden Differentialen "ubersetzen wir nun im Kopf zu den
entsprechenden negativ gemachten
 oberen Indizes mit wachsenden Differentialen.
Nach \ref{rgim} liefert unser filtrierter Komplex dann eine
Spektralsequenz mit Grenzwert  ${\op{H}}_nX$. F"ur die
ersten Terme dieser Spektralsequenz 
erhalten wir nach \ref{SpeSn} 
nat"urliche Isomorphismen 
$$E_0^{-n-q,q}=E_0^{(-n,q)}\sira {\op{S}}_{n}(X^{\geq  q},X^{\geq  q+1})$$
$$E_1^{-n-q,q}=E_1^{(-n,q)}
\sira {\op{H}}_{n}(X^{\geq  q},X^{\geq  q+1})$$
Guckt man sich die Konstruktion der Spektralsequenz
genauer an, so erkennt man zus"atzlich, da"s die 
Differentiale $\partial_1: E_1^{(-n,q)}\ra E_1^{(-n+1,q+1)}$
mit den R"andern 
${\op{H}}_{n}(X^{\geq q},X^{\geq  q+1})\ra {\op{H}}_{n-1}(X^{\geq q+1},X^{\geq  q+2})$
der langen exakten Homologiesequenz des Tripels 
$X^{\geq q}\supset X^{\geq  q+1}\supset X^{\geq  q+2}$ zusammenfallen.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Filtrierungssequenz der 
Garbenkohomologie}]
Sei  $X$
ein lokal kompakter Hausdorffraum mit einer Filtrierung 
$\ldots \supset
X^{\geq q}
\supset X^{\geq q+ 1}\supset \ldots $ 
durch offene
Teilmengen. Unsere Filtrierung sei wieder endlich, es gebe also $k,g$ mit $X=X^{\geq k}$ und $X^{\geq g}=\emptyset$. 
Gegeben eine abelsche  Garbe $\mathcal F\in\op{Ab}_{/X}$ 
und eine injektive Aufl"osung $\mathcal F\hra \mathcal I^\lhd$
betrachten wir nun auf dem Komplex $\Gamma_!(X; \mathcal I^\lhd)$
der Schnitte mit kompaktem Tr"ager
die Filtrierung durch die   $\Gamma_!(X^{\geq q}; \mathcal I^\lhd)$.
Nach \ref{rgim} liefert dieser filtrierte Komplex eine
Spektralsequenz mit Grenzwert  ${\op{H}}_!^n(X;\mathcal F)
=\mathcal H^n\Gamma_!(X; \mathcal I^\lhd)$. F"ur die
ersten Terme dieser Spektralsequenz 
erhalten wir nach \ref{SpeSn} und \ref{KWA} 
mit $X^{q}\pdef X^{\leq q}\backslash X^{\leq q-1}$
nat"urliche Isomorphismen 
$$E_0^{n-q,q}=E_0^{(n,q)}=\Gamma_!(X^{\geq q}; \mathcal I^n)/
\Gamma_!(X^{\geq q+1}; \mathcal I^n)\sira \Gamma_!(X^{ q}; \mathcal I^n)$$
und 
$$E_1^{n-q,q}=E_1^{(n,q)}\sira 
\mathcal H^n \Gamma_!(X^{ q}; \mathcal I^\lhd)
\sira {\op{H}}_!^n(X^{q};\mathcal F)$$
Guckt man sich die Konstruktion der Spektralsequenz noch
genauer an, so erkennt man zus"atzlich, da"s die 
Differentiale $\partial_1: E_1^{(n,q)}\ra E_1^{(n+1,q+1)}$
mit den R"andern 
${\op{H}}_!^n(X^{q};\mathcal F)\ra {\op{H}}_!^{n+1}(X^{q+1};\mathcal F)$
der Lokalisierungssequenz \ref{LokSS} zur 
Zerlegung von $X^{q}\sqcup X^{q+1}$ in die offene Teilmenge
$X^{q+1}$ und ihr abgeschlossenes Komplement $X^{q}$ zusammenfallen.
\end{Bemerkungl}
  
\subsection{Grothendieck's Spektralsequenz}


\begin{Definition}
  Gegeben ein Komplex $(A^p)_{p\in\DZ}$ in einer abelschen Kategorie verstehen wir unter
  einer {\bf Cartan-Eilenberg-Obenaufl"osung}\label{CEA} 
  einen\index{Cartan-Eilenberg-Obenaufl"osung}
  Doppelkomplex $(L^{p,q})_{q\geq 0}$  in der oberen Halbebene 
  mit im Sinne von \ref{maspa} \hyperref[maspa]{maximal spaltenden} Zeilen
  und einem Isomorphismus
  von unserem Ausgangskomplex zum waagerechten Kernkomplex
  dieses Doppelkomplexes derart,
  da"s die Spalten  Aufl"osungen der Objekte
  unseres Ausgangskomplexes sind und die Spalten
  aus den Kernen der $p$-Differentiale
  unseres Doppelkomplexes Aufl"osungen der Kerne 
  der Differentiale unseres Ausgangskomplexes.
  Sind alle $L^{p,q}$ injektiv, so sprechen wir von einer
  {\bf Cartan-Eilenberg-Aufl"osung durch Injektive}\index{Cartan-Eilenberg-Aufl"osung!durch Injektive} und es versteht sich von selbst, da"s damit a priori eine Obenaufl"osung gemeint ist.
  Analog, ja opponiert bis auf die Indizierung erkl"aren wir eine
  {\bf Cartan-Eilenberg-Untenaufl"osung}.\index{Cartan-Eilenberg-Untenaufl"osung}
\end{Definition}
\begin{Bemerkungw} Die Existenz gewisser Cartan-Eilenberg-Aufl"osungen
  besprechen wir nach einigen Vorbereitungen in \ref{ECaR}.
\end{Bemerkungw}


\begin{Lemma} Gegeben eine kurze exakte Sequenz $A\hra B\sra C$ von Kettenkomplexen in einer abelschen Kategorie sind gleichbedeutend:\label{spKLO} 
  \begin{enumerate}
  \item
    Die auf den Zyklen induzierten Seqenzen sind ihrerseits kurze exakte Sequenzen
    $\mathcal Z^pA\hra\mathcal Z^pB \sra\mathcal Z^pC$. Hier ist nur die Exaktheit am Ende nicht automatisch;
\item
    Die auf den Bildern  induzierten Seqenzen sind  ihrerseits kurze exakte Sequenzen
    $\mathcal B^pA\hra\mathcal B^pB \sra\mathcal B^pC$. Hier ist nur die Exaktheit in der Mitte nicht automatisch;
  \item
    Die auf den Kozykeln induzierten Seqenzen sind  ihrerseits kurze exakte Sequenzen
   $\mathcal C^pA\hra\mathcal C^pB \sra\mathcal C^pC$. Hier ist nur die Exaktheit am Anfang nicht automatisch. 
  \end{enumerate}
  Wir nennen eine derartige kurze exakte Sequenz von Kettenkomplexen
  \emph{\bf zykelexakt}.\index{zykelexakt}  Jede zykelexakte Sequenz  von Kettenkomplexen induziert kurze exakte Sequenzen $\mathcal H^pA\hra\mathcal H^pB \sra\mathcal H^pC$
auf der Homologie.
\end{Lemma}
\begin{proof}
  Das folgt mit
  wiederholter Anwendung des Neunerlemmas. Man beachte dazu, da"s
  das Differential eines Komplexes $A$
  in einer abelschen Kategorie sich zerlegen l"a"st
  als
  $$A^p\sra \mathcal C^p A\sra \mathcal B^{p+1}A\hra
  \mathcal Z^{p+1}A\hra A^{p+1}$$ und da"s sich darin vier kurze exakte Sequenzen
  verstecken, als da w"aren
  $$\begin{array}{lllll} \mathcal Z^{p}A&\hra &A^p&\sra& \mathcal B^{p+1}A\\
\mathcal B^{p}A&\hra &\mathcal Z^{p}A&\sra& \mathcal H^{p}A
  \end{array}
\qquad 
\begin{array}{lllll} \mathcal B^{p+1}A&\hra& A^{p+1}&\sra& \mathcal C^{p+1}A\\
\mathcal H^{p}A&\hra&\mathcal C^{p}A&\sra&\mathcal B^{p+1}A
\end{array}$$
Sie sind alle funktoriell und liefern die Diagramme,
auf die wir dann das Neunerlemma anwenden. Der Symmetrie halber w"are es
fast besser, statt $\mathcal B^{p+1}$ die Notation $\mathcal B^{p+1/2}$
zu verwenden. 
\end{proof}
%\nichtfinal{\begin{Bemerkungl}  Eine zykelexakte (zykelexakt ist hier doch offensichtlich irrelevant und die ganze Bemerkung trivial. Weglassen?) kurze exakte Sequenz $A\hra B\sra C$ von Komplexen in einer abelschen Kategorie induziert f"ur jeden Ein-Objekt-Komplex aus einem projektiven Objekt $P$ eine kurze exakte Sequenz $\op{Ket}(P,A)\hra \op{Ket}(P,B)\sra \op{Ket}(P,C)$ und f"ur jeden  Ein-Objekt-Komplex aus einem injektiven Objekt $I$ eine kurze exakte Sequenz $\op{Ket}(C,I)\hra \op{Ket}(B,I)\sra \op{Ket}(A,I)$.
%\end{Bemerkungl}}

\begin{Bemerkungl}
Jeder Doppelkomplex $(L^{p,q})$ liefert f"ur jedes $q$ eine 
kurze exakte Sequenz von Zeilenkomplexen
$\op{ker}\delta^{p,q} \hra L^{p,q}  \sra \op{im}\delta^{p,q}$.
Sind alle seine Spalten exakt, so haben wir
  zus"atzlich $\op{im}\delta^{p,q}=\op{ker}\delta^{p,q+1}$. Sind zus"atzlich
  die Spalten $\op{ker}\partial^{p,q}$ aus den Kernen der
  horizontalen Differentiale exakt und liegt unser Doppelkomplex
  in einer oberen Halbebene, so erkennt man induktiv,\label{exdk}
  da"s alle eben betrachteten
  kurzen exakten Sequenzen von
  Zeilenkomplexen \hyperref[spKLO]{zykelexakt} sein m"ussen.
  Das bedeutet hinwiederum nach \ref{spKLO}, da"s auch die Spalten
  $\op{im}\partial^{p,q}$ aus den Bildern der horizontalen Differentiale
  und  die Spalten
  $\op{cok}\partial^{p,q}$ aus den Kokernen  der horizontalen
  Differentiale und die Spalten aus der Kohomologie der
  horizontalen Differentiale exakt sind. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Gegeben eine Cartan-Eilenberg-Obenaufl"osung $(L^{p,q})$ eines
horizontal gedachten Komplexes $(A^p)$  sind 
nach \ref{exdk}  insbesondere auch die Spalten
aus den Bildern in den Zeilenkomplexen
   Aufl"osungen der Bilder von $A$,
 die Spalten aus den Kokernen in den Zeilenkomplexen
  Aufl"osungen der Kokerne von $A$\label{AuCE} 
  und die Spalten aus den Homologien  in den Zeilenkomplexen
  Aufl"osungen der Homologie von $A$. Hierzu wird die Bedingung an eine
  Cartan-Eilenberg-Obenaufl"osung, da"s ihre
  Zeilen maximal spalten sollen, noch nicht einmal be\-n"o\-tigt. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Proposition}[\textbf{Existenz von Cartan-Eilenberg-Aufl"osungen}]
 Gegeben eine abelsche Kategorie $\mathcal A$ 
 mit einer vollen unter endlichen Koprodukten abgeschlossenen
 Unterkategorie  $\mathcal L\subset \mathcal A$ derart,
 da"s jedes Objekt von $\mathcal A$
 Unterobjekt eines Objekts von $\mathcal L$ ist,\label{ECaR}  
 besitzt jeder Komplex in $\mathcal A$ 
 eine Car\-tan-Ei\-len\-berg-Oben\-auf\-l"o\-sung durch
 Objekte von $\mathcal L$. 
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
  Der Beweis wird zeigen, da"s wir unter der Zusatzannahme $A^p=0$ f"ur $p>0$
  eine Cartan-Eilenberg-Obenaufl"osung in $\mathcal L$ mit
  $L^{p,q}=0$ f"ur $p>0$ finden k"onnen. Eine kleine Variation des Beweises
  zeigt auch,  da"s wir unter der Zusatzannahme $A^p=0$ f"ur $p<0$
  eine Cartan-Eilenberg-Obenaufl"osung in $\mathcal L$ mit
  $L^{p,q}=0$ f"ur $p<0$ finden k"onnen.
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}
  Sei $(A^p)$ unser Komplex. Es reicht, wenn wir
  ihn als Unterkomplex eines maximal
  spaltenden Komplexes $(L^p)$ von Objekten von $\mathcal L$ realisieren
  derart, da"s $A\hra L\sra A/L$ im Sinne von \ref{spKLO} zykelexakt ist.
 Um unseren Komplex $(A^p)$ so als Unterkomplex zu schreiben, w"ahlen wir 
  Monomorphismen $i^p:A^p\hra M^p$ und $\mathcal C^pA\hra N^p$
  mit $M^p,N^p\in \mathcal L$ und betrachten die offensichtlichen
  Monomorphismen 
  $$A^p\hra L^p\pdef M^{p}\oplus N^{p}\oplus M^{p+1}$$
  und nehmen als Randoperatoren $L^p \ra L^{p+1}$
  die Projektion auf $M^{p+1}$ gefolgt von der Einbettung von $M^{p+1}$.
  F"ur die Zykelexaktheit  reicht es nach \ref{spKLO} zu zeigen, da"s
  $\mathcal C^pA\ra \mathcal C^pL$ f"ur alle $p$
  ein Monomorphismus ist.
  Das aber ist klar nach Konstruktion. 
  %$\mathcal B^pA\hra \mathcal B^pL\sra \mathcal B^p(L/A)$ f"ur alle $p$
  %eine kurze exakte Sequenz ist. Die einzige Schwierigkeit hier ist
  %der Nachweis, da"s in Elementen gesprochen
  %jedes Element von
  %$\op{ker}(\mathcal B^pL\ra \mathcal B^p(L/A))$
  %auch in $\op{im}(\mathcal B^pA\ra \mathcal B^pL)$ liegt.
  %Per definitionem haben wir $\mathcal B^pL =M^p\oplus 0\oplus 0$ und
  %der Kern besteht aus allen derartigen Tupeln im Bild von $A^p$, also
  %allen $(i^p(a),j^p(\bar a), i^{p+1}d^p(a))$ mit $a\in A^p$ und
  %$\bar a=0=d^p(a)$ f"ur $\bar a$ das Bild von $a$ in $\op{cok}(A^{p-1}\ra A^p)$.
  %Aus $\bar a=0$ folgt aber bereits $a\in \mathcal B^pA$ und a forteriori
  %$d^p(a)=0$ und das zeigt zumindest in Elementen, was wir brauchen.
  %Ich "uberlasse es dem Leser, diese Argumentation auf allgemeine abelsche
  %Kategorien zu "ubertragen. 
\end{proof}

%\begin{proof}
%  Sei $(A^p)$ unser Komplex. Es reicht, wenn wir
%  ihn als Unterkomplex eines maximal
%  spaltenden Komplexes $(L^p)$ von Objekten von $\mathcal L$ realisieren
%  derart, da"s f"ur alle $p$ der induzierte Morphismus ein
%   Monomorphismus
%  $$\op{cok}(\mathcal Z^{p}A\hra \mathcal Z^{p}L)\hra\op{cok}(A^p\hra L^p) $$
 % ist.
%  Dann \nichtfinal{(NEIN, QUATSCH! Brauche $\mathcal Z^{p}L$ surjektiv auf
%    Zykel des Kokernkomplexes!)}
%  k"onnen wir den Kokernkomplex nehmen und immer so weitermachen,
%  wobei letztere Eigenschaft sicherstellt, da"s auch die Kerne jeweils 
%  Aufl"osungen der Kerne  liefern. 
%  Um unseren Komplex $(A^p)$ so als Unterkomplex zu schreiben, w"ahlen wir 
%  Monomorphismen $A^p\hra M^p$ und $\op{cok}(A^{p-1}\ra A^p)\hra N^p$
%  mit $M^p,N^p\in \mathcal L$ und betrachten die offensichtlichen
%  Monomorphismen 
%  $$A^p\hra L^p\pdef M^{p}\oplus N^{p}\oplus M^{p+1}$$
 % und nehmen als Randoperatoren $L^p \ra L^{p+1}$
%  die Projektion auf $M^{p+1}$ gefolgt von der Einbettung von $M^{p+1}$.
 % Um die zus"atzliche Eigenschaft zu pr"ufen, wenden wir das Neunerlemma an
 % auf das Diagramm
% $$\begin{array}{ccccc}
%\mathcal Z^p L&\hookrightarrow & L^p &\twoheadrightarrow &\mathcal B^{p+1} L \\
%\uparrow & & \uparrow & & \uparrow \\
%\mathcal Z^p A& \hookrightarrow & A^p &\twoheadrightarrow
%&\mathcal B^{p+1} A \end{array}$$
%  und folgern aus der  Injektivit"at der drei Vertikalen, da"s
 % die Kokerne auch eine kurze
%  exakte Sequenz bilden.
%\end{proof}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Spezielle Cartan-Eilenberg-Aufl"osungen durch Injektive}] Besitzt eine abelsche Kategorie $\mathcal A$ gen"ugend
  Injektive, so k"onnen wir f"ur jeden Komplex $(A^p)$ in $\mathcal A$ sogar
  eine Cartan-Eilenberg-Obenaufl"osung durch Injektive finden, die f"ur verschwindende Objekte, Zykel, Bilder oder Homologien
  des aufzul"osenden Komplexes jeweils die Nullaufl"osung induziert.
Dazu w"ahlen wir injektive Aufl"osungen 
$\cal{B}^{p} A \hookrightarrow J^{p,0} \ra J^{p,1} \ra 
\ldots $ der Bilder und $\cal{H}^p A \hookrightarrow 
K^{p,0} \ra K^{p,1} \ra \ldots$
der Kohomologie. Dann betrachten wir 
die kurze exakte Sequenz $\cal{B}^p A \hookrightarrow \cal{Z}^p A 
\sra \cal{H}^p A$
und finden  eine 
Einbettung $\cal{Z}^p A \hookrightarrow J^{p,0}
\oplus K^{p,0}$ und induktiv eine Kettenabbildung $u: [-1] K \ra J$ derart, da"s der
Abbildungskegel $\op{K}(u)$ eine Aufl"osung der 
Zykel $\cal{Z}^pA$ wird. Diese Aufl"osung von $\cal{Z}^p A$ hat also
die Gestalt $J^{p,*} \oplus K^{p,*}$ mit 
Randoperator\label{CEOA} $$\begin{pmatrix} \partial & u \\
0 & \partial \end{pmatrix}$$
Anschlie"send betrachten wir die kurze exakte Sequenz
$\cal{Z}^p A \hookrightarrow A^p 
\twoheadrightarrow \cal{B}^{p+1} A$ und 
finden ebenso eine Aufl"osung von $A^p$ der Gestalt $J^{p,*} \oplus
K^{p,*} \oplus J^{p+1,*}$ mit Randoperator der Gestalt
\begin{displaymath}
\begin{pmatrix}
\partial & u& v\\ 0 & \partial  &w\\ 0 & 0 & \partial \end{pmatrix}
\end{displaymath}
Wir setzen nun $I^{p,q} = J^{p,q} \oplus K^{p,q} \oplus J^{p+1,q}$ und machen
dieses bigraduierte
Objekt  zu einem Doppelkomplex, indem wir als Differential in 
Richtung wachsender $q$
das Differential von eben nehmen, als Differential in 
Richtung wachsender $p$ dahingegen die
Verkn"upfung der offensichtlichen Morphismen 
$I^{p,q} \twoheadrightarrow J^{p+1,q} \hookrightarrow
I^{p+1,q}$. 
Der so konstruierte Doppelkomplex ist dann eine 
Car\-tan-Ei\-len\-berg-Auf\-l"o\-sung durch Injektive. Wenn
man bei der Konstruktion als injektive 
Aufl"osung von Null stets den Nullkomplex w"ahlt, so hat diese auch 
die  zus"atzlich versprochene Verschwindungseigenschaft. Schlie"slich pr"uft man unschwer, da"s jede Car\-tan-Ei\-len\-berg-Auf\-l"o\-sung
durch Injektive von
dieser Gestalt sein mu"s. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Zeilenbeschr"ankte Cartan-Eilenberg-Aufl"osung
      durch Injektive}] Besitzt eine abelsche Kategorie $\mathcal A$ endlicher
  homologischer Dimension gen"ugend\label{APK} 
  Injektive, so k"onnen wir f"ur jeden Komplex $(A^p)$ in $\mathcal A$ sogar
  eine Cartan-Eilenberg-Obenaufl"osung durch Injektive finden, bei der nur
  h"ochstens endlich viele Zeilen von Null verschieden sind.
  Das folgt direkt aus der eben
  in \ref{CEOA} gegebenen Konstruktion. 
\end{Bemerkungl}




  \begin{Bemerkungl}
  F"ur jeden gegen die Differentiale beschr"ankten Komplex $A$ erhalten wir
  aus einer Cartan-Eilenberg-Obenaufl"osung durch Injektive beim 
  "Ubergang zum Totalkomplex  mit
 \ref{DKBA} einen Quasiisomorphismus zu einem Komplex
von injektiven Objekten.\label{AEPK}  
  Nehmen wir zus"atzlich an, die \hyperref[gldim]{homologische Dimension}
unserer abelschen Kategorie 
$\mathcal A$ sei beschr"ankt durch $m$, so liefert die vorhergehende
Konstruktion mit \eref{glDD}{TD} sogar eine
Cartan-Eilenberg-Obenaufl"osung durch Injektive $(I^{p,q})$ mit
$I^{p,q}=0$ f"ur alle $q>m$. Der "Ubergang zum Totalkomplex zeigt dann
wieder mit
 \ref{DKBA}, 
 da"s unter dieser Zusatzannahme sogar "uberhaupt
 jeder Komplex in $\mathcal A$ quasiisomorph ist zu einem Komplex
 von injektiven Objekten. %, ohne da"s wir die Exaktheit abz"ahlbarer Produkte
 %in $\mathcal A$ annehmen m"u"sten.
 \nichtfinal{Vielleicht noch mehr! Quisrechtsentfaltung? Ja schon, wird in \eref{DkhD}{TD} besprochen.}
\end{Bemerkungl}



\begin{Proposition}[\textbf{Lift zu Cartan-Eilenberg-Aufl"osung}]
  Sei $f:A\ra B$ eine Kettenabbildung
  von Komplexen in einer abelschen Kategorie und seien $A\ra I$ sowie 
  $B\ra J$
  Cartan-Eilenberg-Obenaufl"osungen. Besteht $J$  aus injektiven Objekten, 
  so besitzt $f$  einen
  Lift zu einem Doppelkomplexmorphismus $I\ra J$ und dieser Lift  ist eindeutig bis auf \hyperref[htpDK]{vertikale Homotopie}. 
Dar"uber hinaus sind Lifts homotoper Kettenabbildungen $f,g:A\ra B$  \hyperref[htpDK]{homotop im Sinne von Doppelkomplexen}.\label{CAEE} 
\end{Proposition}
\begin{proof}
  Alles bis auf die letzte Aussage folgt mit einer Argumentation, die
  wir bereits beim Beweis des Hauptlemmas der homologischen Algebra
  \eref{HLHA}{TS} verwendet hatten. Wir m"ussen dazu nur pr"ufen, da"s
  gegeben eine zykelexakte kurze exakte Sequenz von Komplexen
  $M\hra N\sra L$ und ein maximal spaltender Komplex aus Injektiven $I$
  die R"aume von Kettenabbildungen eine kurze exakte Sequenz
  $$\op{Ket}(L,I)\hra \op{Ket}(N,I)\sra \op{Ket}(M,I)$$
  induzieren. Nun ist jedoch $I$ ein Produkt von Komplexen der Gestalt
  \glqq ein injektives Objekt an einer Stelle, Null sonst\grqq\ und
  \glqq dasselbe injektive Objekt an zwei benachbarten Stellen mit der
  Identit"at als Differential, Null sonst\grqq. F"ur diese beiden Typen
  von Komplexen $I$ ist die Exaktheit unserer Sequenz klar und sie folgt
  sofort im allgemeinen.
Um nun noch zu zeigen, da"s Lifts homotoper Kettenabbildungen doppelkomplexhomotop sind,
reicht es zu zeigen, da"s jeder Lift $\tilde f: (I^{p,q})\ra (J^{p,q})$ einer nullhomotopen
Kettenabbildung $f:(A^p)\ra (B^p)$  auch selbst nullhomotop
ist.
Seien also $s^p:A^{p}\ra B^{p-1}$  gegeben mit
$\partial s^p + s^{p+1} \partial =f^p$. Nach dem Hauptlemma der
homologischen
Algebra liften sie zu Kettenabbildungen von Spaltenkomplexen 
$\tilde s^{p}: I^{p,*}\ra J^{p-1,*}$. A forteriori sind dann
$\partial \tilde s^{p} + \tilde s^{p+1} \partial: I^{p,*}\ra J^{p,*}$ Kettenabbildungen von Spaltenkomplexen,
die $f^p:A^p\ra B^p$ liften. Andererseits kommutieren die $\partial \tilde s + \tilde s \partial$ aber auch mit den horizontalen Differentialen $\partial$ und
bilden folglich einen Morphismus von Doppelkomplexen.
Damit ist $\partial \tilde s + \tilde s \partial-\tilde f$ ein Lift der
Nullabbildung $A\ra B$ zu einem Homomorphismus von Doppelkomplexen
und ist nach der Eindeutigkeit von Lifts bis auf vertikale
Homotopie folglich homotop zu Null vermittels einer vertikalen
Homotopie.
\end{proof}

\begin{Bemerkunge}
  Noch feiner zeigen wir im Beweis der letzten Aussage sogar, da"s jede
  Homotopie von Kettenabbildungen $A\ra B$ zu einer Homotopie zwischen
  beliebig vorgegebenen Lifts unserer Abbildungen liftet.
   Diese Aussagen sollten eigentlich zusammen mit dem Hauptlemma der homologischen Algebra zu einer ganzen Theorie f"ur\label{SPmk} 
  \glqq Cartan-Eilenberg-Aufl"osungen  von Multikomplexen\grqq\ geh"oren.
  Deren Entwicklung mag einmal ein Student angehen. Ich hoffe, da"s dadurch
  die hier gegebene Darstellung transparenter gemacht werden kann.
  \nichtfinal{Vergleiche \eref{SpMK}{TD}.} 
\end{Bemerkunge}




\begin{Bemerkungl}[\textbf{Derivierte Funktoren und Spektralsequenzen}] Gegeben ein linksexakter Funktor $G \colon {\mathcal B} \to {\mathcal C}$
  von einer abelschen Kategorie 
  mit genug Injektiven in
eine weitere abelsche Kategorie
  konstruieren wir  f"ur jeden gegen die Pfeile beschr"ankten 
Komplex $B^* \in {\op{Ket}}^+{\mathcal B}$ aus $G$-azyklischen Objekten eine
  konvergierende~$E_2$-Spektralsequenz\label{KSSEx}
  \[ ({\op{R}}^qG)({\mathcal H}^pB^*) \Rightarrow 
     {\mathcal H}^n(GB^*) \]
     Zun"achst finden wir nach \ref{ECaR} eine
     \hyperref[CEA]{Cartan-Eilenberg-Obenaufl\"osung} 
     $(I^{p,q})$ 
     von $B^*$ im ersten Quadranten durch Injektive. Dann
     ist 
     $(GI^{p,q})$ ein Doppelkomplex im ersten Quadranten mit exakten Spalten
     an allen Stellen mit $q\neq 0$,
     da wir die $B^p$ als $G$-azyklisch angenommen hatten, 
     %f"ur positive Indizes
     und die Einbettung des waagerechten Kernkomplexes
     liefert nach \ref{EAS} Isomorphismen $\mathcal H^n (GB^*)\sira \mathcal H^n\op{tot}( GI^{p,q})$.    Berechnen wir  die Homologie des Totalkomplexes dieses 
letzten Doppelkomplexes mithilfe der Spektralsequenz
\ref{SpD} oder vielmehr ihrem offensichtlichen Analogon f"ur
allgemeine abelsche Kategorien,
so ergibt sich als $E_1$-Term
$ E_1^{p,q} = G{\mathcal H}^p(I^{*,q},\partial)$, da wir die
Zeilen maximal spaltend angenommen hatten. Da  die ${\mathcal
  H}^p(I^{*,q},\partial)$ nach Annahme injektive Aufl"osungen der
Kohomologieobjekte ${\mathcal
    H}^pB^*$ sind, erhalten wir als $E_2$-Terme
$E_2^{p,q} = ({\op{R}}^qG)({\mathcal H}^pB^*)$.
 Nach \ref{CAEE}
     und \ref{htpDK} ist unsere Spektralsequenz ab dem $E_2$-Term  im "ubrigen bis auf eindeutigen Isomorphismus
     unabh"angig von der gew"ahlten Aufl"osung $(I^{p,q})$ und sogar funktoriell
     auf der Homotopiekategorie von
     gegen die Differentiale beschr"ankten Komplexen $B^*$ aus $G$-azyklischen
     Objekten von $\mathcal B$.  Da wir von einem Doppelkomplex in der
     oberen Halbebene ausgehen,  erhalten wir wie in \ref{SpD}
     die Morphismen am unteren Rand
     $${\mathcal H}^n(GB^*)\ra G({\mathcal H}^nB^*)$$
     Explizit induzieren die Morphismen von Komplexen
     $B^*\leftarrow \tau^{\leq n}B^*\ra {\mathcal H}^nB^*[-n]$
     Morphismen $GB^*\leftarrow G\tau^{\leq n}B^*\ra G({\mathcal H}^nB^*)[-n]$.
     Da $G$ linksexakt ist, k"onnen wir die Mitte umschreiben zu
     $\tau^{\leq n}GB^*$. Unter $\mathcal H^n$ wird demnach  der Pfeil nach links
     ein Isomorphismus und so entsteht unser Morphismus am unteren Rand. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungw}
  In der Sprache der \glqq derivierten Kategorien und derivierten Funktoren\grqq\  bedeutet
  das nach \eref{dss}{TD} f"ur jede abelsche Kategorie $\mathcal B$
  mit genug Injektiven und alle $X\in {\op{Der}}^+{\mathcal B}$  und jeden linksexakten Funktor $G:\mathcal B\ra \mathcal C$ %derart, da"s sich jedes Objekt in ein $G$-azyklisches Objekt einbetten l"a"st,
  eine in $X$ funktorielle 
 konvergierende $E_2$-Spektralsequenz\label{KSSEd}
  \[ ({\op{R}}^qG)({\mathcal H}^pX) \Rightarrow 
     {\mathcal H}^n(({\op{R}}G)( X)) \]
     Wir k"onnen in dieser Sprache auch die zum Konvergenzdatum geh"orige
     Filtrierung explizit angeben als
     $${\mathcal H}^{n,\geq q}(({\op{R}}G)( X))=
     \op{im}\big ({\mathcal H}^{n}(({\op{R}}G)( \tau^{\leq n-q}X))\ra {\mathcal H}^{n}(({\op{R}}G)( X))\big)$$
     Um das zu einzusehen, mag man pr"ufen, da"s wir in den
     Notationen des vorhergehenden Beweises einen Quasiisomorphismus
     $\tau^{\leq p} B^*\qri \tau^{\leq p}(I^{*,q})$ erhalten, der sogar eine
     injektive Aufl"osung ist, und mag
     die alternative Beschreibung der Filtrierung im Fall von Doppelkomplexen
     aus \ref{SpD} verwenden.
     \nichtfinal{F"ur unbeschr"ankte derivierte Kategorien schreiben?} 
\end{Bemerkungw}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Grothendieck's Spektralsequenz}]
Seien ${\mathcal A}, 
 {\mathcal B}$ abelsche Kategorien mit genug Injektiven und
${\mathcal C}$ eine weitere abelsche Kategorie.
Seien   $F \colon {\mathcal A} 
\to {\mathcal B}$ ein additiver Funktor  und $G\colon {\mathcal B} \to {\mathcal C}$
ein linksexakter
Funktor. Macht $F$ injektive Objekte zu $G$-azyklischen Objekten,
so erhalten wir  f"ur jedes Objekt $A\in \mathcal A$, indem wir
eine injektive Aufl"osung $A\ra J^\lhd$ w"ahlen und
\ref{KSSEx} auf $B^*\pdef FJ^\lhd$ anwenden,  eine
  konvergierende~$E_2$-Spek\-tral\-sequenz\label{KSSEigv}
  \[ ({\op{R}}^qG\circ {\op{R}}^pF)A \;\Rightarrow\; 
{\op{R}}^n(G\circ F)A \]
 Auch diese Spektralsequenz
h"angt bis auf eindeutigen Isomorphismus nicht von den getroffenen Wahlen ab
und ist funktoriell in $A$. Da wir von einem Doppelkomplex in der
oberen Halbebene ausgehen,  erhalten wir wie in \ref{SpD} oder
\ref{KSSEx} 
die Morphismen am unteren Rand  ${\op{R}}^n(G\circ F) A\ra (G\circ  {\op{R}}^nF)A$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}[\textbf{Leray'sche Spektralsequenz}] 
Gegeben stetige Abbildungen $f:X\ra Y$ und $g:Y\ra Z$ 
und eine abelsche Garbe $\mathcal F$ auf $X$ erhalten wir 
 eine
  konvergierende~$E_2$-Spek\-tral\-se\-quenz\label{LeSp} 
\[ ({\op{R}}^qg_\ast\circ {\op{R}}^pf_\ast)\mathcal F \;\Rightarrow\; 
   {\op{R}}^n(g\circ f)_\ast \mathcal F \]
   Das folgt aus Grothendieck's Spektralsequenz \ref{KSSEigv} mit der
   Erkenntnis, da"s der Vorschub jeder welken und damit jeder
   injektiven abelschen Garbe welk ist und damit nach \ref{dBiw}
   azyklisch f"ur Vorsch"ube. Die Morphismen am unteren Rand sind in
   diesem Fall Morphismen $
   {\op{R}}^n(g\circ f)_\ast \mathcal F \ra (g_\ast\circ {\op{R}}^nf_\ast)\mathcal F$. 
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Kohomologie von Faserb"undeln}]
  Ist  $f:X\ra Y$ ein Faserb"undel mit Faser $F$ 
"uber einem
"uberlagerungstrivialen offenlokal zusammenziehbaren 
Raum und $M$ eine abelsche Gruppe, so erhalten wir f"ur die Kohomologie des Totalraums
eine konvergierende~$E_2$-Spek\-tral\-sequenz
\[ {\op{H}}^q(Y;  {\op{H}}^p(F;M_F)_Y) \;\Rightarrow\; 
{\op{H}}^n(X;M_X) \] 
Der $E_2$-Term ist dabei die Kohomologie der Basis 
mit Koeffizienten in der
Kohomologie der Faser. In der Tat sind die h"oheren Vorsch"ube
${\op{R}}^pf_\ast M_X$ in diesem Fall lokal konstant  nach
\ref{RHFc} mit
der Kohomologie der Faser als Halm und damit konstant nach
\eref{EfZ}{TF}, da wir 
die Basis  "uberlagerungstrivial angenommen hatten.  
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Kohomologie von Faserb"undeln, Variante}]
  Ist  $f:X\ra Y$ ein Faserb"undel mit zusammenh"angender offenlokal zusammenziehbarer Faser $F$ 
  und gilt ${\op{H}}^q(F)=0$ f"ur $0<q\leq n$, so induziert der R"uckzug auf der Kohomologie Isomorphismen
  $${\op{H}}^q(Y)\sira {\op{H}}^q(X)\quad \text{f"ur $q\leq n$.}$$
  Unsere Beschreibung  \ref{RHF} der h"oheren Vorsch"ube
  liefert f"ur ihre Halme bei $y\in Y$  ausgezeichnete Isomorphismen 
  $\op{col}_{y\in V\co Y}{\op{H}}^q(V\times F) \sira ({\op{R}}^qf_*\DZ_X)_y$. 
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Spektralsequenz der lokalen Kohomologie}] 
  Sei $i:C\hra X$ die Einbettung einer abgeschlossenen\label{SSlok} 
  Teilmenge. Als Rechtsadjungierter der exakten Ausdehnung durch Null
  macht $i^!:\op{Ab}_{/X}\ra \op{Ab}_{/C}$ injektive Garben zu injektiven
  Garben und per definitionem gilt $\Gamma_C=\Gamma\circ i^!$.
  Grothendieck's Spektralsequenz spezialisiert damit
  f"ur $\mathcal F\in \op{Ab}_{/X}$ zu einer
  $E_2$-Spektralsequenz
  $${\op{H}}^q(C;{\op{R}}^pi^!\mathcal F)\RA {\op{H}}^n_C(X;\mathcal F)$$
  Die zugeh"orige Surjektion ${\op{H}}^n_C(X;\mathcal F)\sra {\op{H}}^0(C;{\op{R}}^ni^!\mathcal F)$ hat einen Kern mit einer Filtrierung
  mit den 
  ${\op{H}}^q(C;{\op{R}}^pi^!\mathcal F)$ f"ur $0<q\leq n$  als Subquotienten.
  W"ahlen wir einen Punkt $x\in X$ und bilden den Kolimes "uber alle
  seine Umgebungen $U$, so verschwinden im Kolimes alle anderen Subquotienten
  nach \ref{LimH} und wir erhalten einen Isomorpismus   auf den Halm der lokalen Kohomologiegarbe 
  $$\op{colf}_{U\ni x}{\op{H}}^n_{C\cap U}(U;\mathcal F)\sira ({\op{R}}^ni^!\mathcal F)_x$$
 \end{Beispiel}

\subsection{"Aquivariante de-Rham-Kohomologie (in Arbeit)*}
\begin{Bemerkungl} Sei $k$ ein unendlicher K"oper.
  Unter der $k$-Ringalgebra der regul"aren
   Funktionen $\mathcal O(V)\subset \op{Ens}(V,k)$
   auf einem $k$-Vektorraum $V$ verstehen wir 
   die Unterringalgebra der Ringalgebra aller $k$-wertigen
   Funktionen, die von den Linearformen erzeugt wird. Wir fordern
   hier 
   $k$ unendlich, um  Konflikte mit der in der algebraischen Geometrie
   "ublichen Begrifflichkeit zu vermeiden. 
 \end{Bemerkungl}
  \begin{Bemerkungl}
  Gegeben eine glatte Mannigfaltigkeit mit der glatten Operation einer
  Liegruppe $G{\acts}X$ erkl"art man den {\bf "aquivarianten
    de-Rham-Komplex}\index{de-Rham-Komplex!"aquivarianter}
  als die graduierte $\DR$-Ringalgebra\label{deAQ} 
  $$\Omega^*(G{\acts}X)\pdef\big(\Omega^*(X)\otimes_\DR \mathcal O(\mathfrak g)\big)^G$$
 in Bezug auf die \glqq verdoppelte Graduierung\grqq\ auf
  der $\DR$-Ringalgebra $\mathcal O(\mathfrak g)$ der regul"aren Funktionen
  auf der Liealgebra $\mathfrak g$, f"ur die
  die Linearformen  homogen  sind vom Grad Zwei. 
 Als Differential auf $\Omega^*(G{\acts}X)$ nehmen wir
  $$\diff_G(\omega\otimes f)\pdef (\diff\omega)\otimes f -
  \sum_{\rho} i_{\xi_\rho}\omega \otimes \xi_\rho^\top f$$
 f"ur $\xi_1,\ldots,\xi_r$
  eine Basis von $\mathfrak g$ und $\xi_\rho^\top$
 den jeweiligen Vektor der dualen Basis alias die entsprechende
 Koordinatenfunktion auf $\mathfrak g$.
 Weiter bezeichne $\xi=\xi^X$ auch  das Vektorfeld der
 infinitesimalen Operation von $\xi$ nach \ref{VFoU} und  $i_\xi\omega$ das partielle Auswerten nach \ref{ixi}. Insgesamt wird bei den hinteren Summanden
 der Grad von $\omega$ um Eins erniedrigt, der Grad der Funktion wegen der verdoppelten Graduierung jedoch um Zwei erh"oht, so da"s unser
 Differential in der Tat den Grad um Eins erh"oht. Man pr"uft leicht
 auf ganz $\Omega^*(X)\otimes_\DR \mathcal O(\mathfrak g)$ die graduierte Leibnizregel 
 $$\diff_G\big((\omega\otimes f)(\eta \otimes g)\big)
 = \big(\diff_G(\omega\otimes f)\big)(\eta \otimes g) + (-1)^{|\omega|}(\omega\otimes f) \big(\diff_G(\eta \otimes g)\big)$$ 
 Wir haben auch eine offensichtliche Einbettung
 $$\Omega^*(X)\otimes \mathcal O(\mathfrak g)\hra \op{Ens}(\mathfrak g,\Omega^*(X))$$
 Die $G$-invarianten Tensoren sind genau die, die darunter 
 $G$-"aquivarianten Abbildungen entsprechen. Bezeichnet
 $a_\zeta: \Omega^*(X)\otimes \mathcal O(\mathfrak g)\ra \Omega^*(X)$ das
 Auswerten bei $\zeta\in\mathfrak g$, so finden wir 
 $a_\zeta {\op{d}}_G= {\op{d}} a_\zeta -i_\zeta   a_\zeta $. Daraus
 folgern wir, da"s unser Differential invariante Tensoren  zu invarianten
 Tensoren macht, da mit $\zeta\mapsto a_\zeta \omega$ auch
  $\zeta\mapsto a_\zeta ({\op{d}}_G\omega)$ "aquivariant ist. 
Weiter finden wir
 $$\begin{array}{lll}
   a_\zeta  {\op{d}}_G^2&=& {\op{d}} a_\zeta{\op{d}}_G -i_\zeta  a_\zeta{\op{d}}_G  \\
   &=& {\op{d}}^2 a_\zeta - {\op{d}}i_\zeta   a_\zeta

   -i_\zeta {\op{d}}  a_\zeta +i_\zeta ^2  a_\zeta\\
   &=&-\mathcal L_\zeta  a_\zeta
 \end{array}
 $$ 
mit der Cartan-Formel \eref{LabD}{DIFF} im letzten Schritt.
Gehen wir  nun zus"atzlich von einer invarianten Form
$\omega\in (\Omega^*(X)\otimes \mathcal O(\mathfrak g))^G$
aus, so ist $\zeta\mapsto a_\zeta(\omega)$ eine
$G$-"aquivariante Abbildung $\mathfrak g\ra\Omega^*(X)$ und ist
folglich auch vertr"aglich mit der Operation der Liealgebra,
als da hei"st $$a_{[\xi,\zeta]}(\omega)=\mathcal L_\xi (a_\zeta(\omega))$$
f"ur alle $\xi\in\mathfrak g$ und insbesondere $\mathcal L_\zeta (a_\zeta(\omega))=0$. Es folgt $a_\zeta  {\op{d}}_G^2\omega=0$ f"ur alle
$\zeta$ und so  ${\op{d}}_G^2\omega=0$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{"Aquivariante de-Rham-Kohomologie f"ur kompakte Liegruppen}]
  Gegeben eine glatte Mannigfaltigkeit $X$ mit der Operation einer
  kompakten Liegruppe $K$ setzen wir
  $${\op{H}}^*_{K}(X)_{\op{dR}}\pdef \mathcal H^* \Omega^*(K{\acts}X)$$
  und nennen diese graduierte $\DR$-Ringalgebra
  die {\bf $q$-te $K$-"aquivariante
    de-Rham-Ko\-ho\-mo\-lo\-gie von $X$}.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Funktorialit"at der "aquivarianten de-Rham-Kohomologie}]
  Gegeben ein Morphismus
  $(\phi {\acts} f):(K{\acts} X)\ra(L{\acts} Y)$
von glatten Mannigfaltigkeiten mit glatten Operationen kompakter Liegruppen 
induziert der R"uckzug von Differentialformen
zusammen mit dem R"uckzug regul"arer Funktionen auf den jeweiligen Liealgebren 
  offensichtliche Homomorphismen
  $$(\phi {\acts} f)^*: {\op{H}}^q_{L}(Y)_{\op{dR}}\ra {\op{H}}^q_{K}(X)_{\op{dR}}$$
 Die "aquivariante
 de-Rham-Kohomologie wird damit ein Funktor
 von der Kategorie der glatten Mannigfaltigkeiten mit glatte Operation
 einer kompakten Liegruppe
 in die Kategorie der graduierten $\DR$-Ring\-al\-ge\-bren.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Schwierigkeiten im Fall allgemeiner Liegruppen}]
  Die obige Definition bleibt zwar formal sinnvoll f"ur allgemeine Liegruppen,
  aber die Vergleichss"atze zur topologischen "aquivarianten Kohomologie
  ebenso wie die Quotientenisomorphismen werden problematisch. Ich will
  aus diesem Grund die Bezeichnung als "aquivariante de-Rham-Kohomologie nur
  im Fall kompakter Liegruppen verwenden.  
\end{Bemerkungl}


\begin{Lemma}[\textbf{"Aquivariantisieren von Kohomologie-Isomorphismen}]
  Seien $K$ eine kompakte Liegruppe und
  $f:X \ra Y$ eine glatte "aquivariante
  Abbildung von glatten $K$-Mannigfaltigkeiten. Induziert der
  R"uckzug  auf der gew"ohnlichen de-Rham-Ko\-ho\-mo\-lo\-gie  Isomorphismen  $${\op{H}}^n(Y)_{\op{dR}}\sira {\op{H}}^n(X)_{\op{dR}}\quad\text{f"ur } n\leq N,$$ so induziert er auch auf der "aquivarianten de-Rham-Ko\-ho\-mo\-lo\-gie 
   Isomorphismen\label{rzdr} $${\op{H}}^n_K(Y)_{\op{dR}}\sira {\op{H}}^n_K(X)_{\op{dR}}\quad\text{f"ur } n\leq N.$$
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungw} Eine entsprechende Aussage in der Allgemeinheit
  topologischer R"aume und Gruppen zeigen wir erst in \eref{Isoae}{TSF}. 
\end{Bemerkungw}
\begin{proof}
  Beim "aquivarianten de-Rham-Komplex $T^n_X$ steht im homologischen Grad $n$
  der Eintrag
  $$T^n_X= \bigoplus_{p+2q=n} \big(\Omega^p(X)\otimes_\DR \mathcal O(\mathfrak k)^{ q}\big)^K$$
  Er hat eine Filtrierung durch
  die Unterkomplexe $T^{n, q\geq a}_X$ und die $E_0$-Terme der zugeh"origen
  Spektralsequenz im Sinne von \eref{SpeSn}{TG} sind die
  $$E_0^{(n,a)}=E_0^{(n,a)}(X)= \big(\Omega^{n-2a}(X)\otimes_\DR \mathcal O(\mathfrak k)^{ a}\big)^K$$ mit $\partial_0:E_0^{(n,a)}\ra E_0^{(n+1,a)}$ der
  von der Cartan'schen "au"seren Ableitung induzierten Abbildung. Nat"urlich gilt auch 
  $E_0^{(n,a)}=0$ f"ur $n<2a$. 
Nun sind alle  $\Omega^n(X)$ mit der Topologie der \glqq gleichm"a"sigen Konvergenz aller
Ableitungen auf Kompakta\grqq\  von-Neumann-Darstellungen von $K$ im Sinne
von \ref{vNDa}  und der Randoperator ebenso wie der
R"uckzug von Differentialformen sind stetige Homomorphismen
von Darstellungen. Die Integration "uber die Gruppe liefert 
idempotente Endomorphismen aller unserer R"aume, deren Bild die
$K$-Invarianten sind und der mit allen Abbildungen vertauscht.
Der R"uckzug unter $f$ liefert einen Homomorphismus von
Spektralsequenzen und 
unsere Annahmen zeigen, da"s dieser Homomorphismus Isomorphismen
$E_1^{(n,a)}(Y)\sira E_1^{(n,a)}(X)$ induziert f"ur $n\leq N+2a$. 
Damit mu"s er auch f"ur alle $r\geq 1$ Isomorphismen
$E_r^{(n,a)}(Y)\sira E_r^{(n,a)}(X)$ induzieren f"ur $n\leq N+2q$ und so immer nach
\eref{SpeSn}{TG} Isomorphismen $\op{gr}^a\mathcal H^n T_Y\sira \op{gr}^a\mathcal H^n T_X$ f"ur $n\leq N+2a$ und damit schlie"slich wie gew"unscht
Isomorphismen $\mathcal H^n T_Y\sira \mathcal H^n T_X$ f"ur $n\leq N$.
\end{proof}




  \begin{Lemma}[\textbf{"Aquivariante de-Rham-Kohomologie einer Liegruppe}]
  Gegeben eine kompakte Liegruppe $K$ gilt ${\op{H}}_K^n(K)_{\op{dR}}=0$ f"ur $n>0$ und
    der strukturelle Ringalgebrenhomomorphismus  $\DR \ra \Omega^*(K{\acts}K)$
   induziert einen Isomorphismus\label{aqdrp}  $$\DR \sira {\op{H}}_K^0(K)_{\op{dR}}$$
  \end{Lemma}
  \begin{proof}
    Dieses Lemma gilt analog f"ur beliebige Liegruppen und wir zeigen es in dieser Allgemeinheit. 
    Nachdem wir $\bigwedge^p\mathfrak k^*$ mit linksinvarianten Differentialformen auf $K$ identifizieren, liefert die Multiplikation  Isomorphismen
    $\mathcal C^\infty(K)\otimes \bigwedge^p\mathfrak k^*\sira 
    \Omega^p(K)$ und daraus ergeben sich Isomorpismen 
      $$\textstyle \mathcal C^\infty(K, \bigwedge^p\mathfrak k^*\otimes \mathcal O(\mathfrak k)^q)\sira \mathcal C^\infty(K)\otimes \bigwedge^p\mathfrak k^*\otimes \mathcal O(\mathfrak k)^q\sira 
    \Omega^p(K)\otimes \mathcal O(\mathfrak k)^q$$
    Bilden wir die $K$-Invarianten, so liefert das Auswerten am neutralen Element den ersten Isomorphismus eines Diagramms
$$ \textstyle \bigwedge^p\mathfrak k^*\otimes \mathcal O(\mathfrak k)^q\sila \mathcal C^\infty(K, \bigwedge^p\mathfrak k^*\otimes \mathcal O(\mathfrak k)^q)^K\sira 
    \big(\Omega^p(K)\otimes \mathcal O(\mathfrak k)^q\big)^K$$
    Den so entstehenden Isomorphismus von links nach rechts notieren wir $\op{"a}$ wie {\bf "Aquivariantisierung}. 
    Nun betrachten wir die Filtrierung unseres "aquivarianten de-Rham-Komplexes Komplexes $T_K^n$ durch die Unterkomplexe $T_K^{n,p+q\geq t}$. Die $E_0$-Terme der
    zugeh"origen Spektralsequenz im Sinne von \eref{SpeSn}{TG} sind die
    $$E_0^{(n,t)}=\big(\Omega^{2t-n}(K)\otimes_\DR \mathcal O(\mathfrak k)^{ n-t}\big)^K$$  und wir zeigen, da"s
    das Differential
    $\partial_0:E_0^{(n,t)}\ra E_0^{(n+1,t)}$  unter unseren Isomorphismen
    von eben auf der
    linken Seite dem Differential des Koszulkomplexes \ref{KKKF} entspricht.
  Es folgt $E_1^{(n,t)}=0$ f"ur $n>0$ und damit die Behauptung. 
  Es gilt also, $\partial_0$ mit dem Koszuldifferential $\diff_{\op{Kos}}$
  zu vergleichen.
  Unsere obigen Isomorphismen sind aber Isomorphismen von bigraduierten
  $\DR$-Ringalgebren, das Koszuldifferential "andert sich nicht
  beim "Ubergang zum assoziierten Graduierten unter unserer Filtrierung
  und $\diff_K$ wird zu
  $$\partial_0={\bar{\op{d}}}_K:\omega\otimes f \mapsto 
  \sum_{\rho}  -i_{\xi\rho}\omega \otimes \xi_\rho^\top f$$
Auch ${\bar{\op{d}}}_K$ erf"ullt jedoch die
graduierte Leibnizregel, so da"s wir die Vertr"aglichkeit
der beiden Differentiale nur auf Erzeugern der Ringalgebra zu pr"ufen
brauchen. Wegen $\diff_{\op{Kos}}(\lambda\otimes 1)=-1\otimes \lambda$ k"onnen wir uns
sogar darauf zur"uckziehen,
$$\op{"a}(\diff_{\op{Kos}}(\lambda\otimes 1))={\bar{\op{d}}}_K(\op{"a}(\lambda\otimes 1))$$
zu zeigen, und wir k"onnen uns dabei auf $\lambda=\xi_\rho^\top$ beschr"anken. 
Um die linke Seite alias $\op{"a}(-1\otimes \xi_\rho^\top)$ zu beschreiben,
beachten wir zun"achst, da"s das ja in der Mitte auf
die Abbildung $k\mapsto (\op{Ad}^*(k))(\xi_\rho^\top)$ gehen mu"s und
erkl"aren wir Funktionen $f^\sigma_\rho\in\mathcal C^\infty(K)$ durch
$(\op{Ad}^*(k))(\xi_\rho^\top)= \sum_\sigma f^\sigma_\rho(k)\xi_\sigma^\top$,
so finden wir schlie"slich 
$$\op{"a}(\diff_{\op{Kos}}( \xi_\rho^\top\otimes 1)
=\op{"a}(-1\otimes \xi_\rho^\top)=\sum_\sigma- f^\sigma_\rho\otimes \xi_\sigma^\top$$
Umgekehrt haben wir   $\op{"a}(\xi_\rho^\top\otimes 1)=\grave \xi_\rho^\top\otimes 1$ mit  $\grave \lambda$ der Fortsetzung von $\lambda$ zu einem
linksinvarianten Kovektorfeld auf $K$ und weil in der Definition von
$\diff_K$ das $i_\xi$ das partielle Einsetzen des durch die infinitesimale
Operation von $\xi$ gegebenen Vektorfelds meint, in unserem Fall
also das partielle Einsetzen der rechtsinvarianten Fortsetzung $\acute \xi$ von $\xi$, schreiben wir das
erst zu einer Linearkombination linksinvarianter Felder um.
Haben wir aber $(\op{Ad}(k^{-1}))(\xi_\rho)=\sum h^\sigma_\rho(k)\xi_\sigma$, so
zeigt eine kurzen Rechnung die Beziehung
$$\acute \xi_\rho=\sum h^\sigma_\rho(k)\grave \xi_\sigma$$ 
zwischen rechtsinvarianten und 
linksinvarianten Fortsetzungen und eine ebensokurze Rechnung liefert
$h^\sigma_\rho=f^\rho_\sigma$ und wir finden wie gew"unscht 
\begin{displaymath}{\bar{\op{d}}}_K(\op{"a}(\xi_\rho^\top\otimes 1))
=\bar{\op{d}}_K(\grave \xi_\rho^\top\otimes 1)=
\sum_\sigma - \grave \xi_\rho^\top(\acute \xi_\sigma)\otimes  \xi_\sigma^\top
=\sum_\sigma - f^\sigma_\rho\otimes  \xi_\sigma^\top
\qedhere
\end{displaymath}
  \end{proof}

 \begin{Lemma}[\textbf{"Aquivariante de-Rham-Kohomologie trivialer Torsoren}]
   Gegeben eine Liegruppe $G$ und eine 
   Mannigfaltigkeit $B$ ist\label{aeqdt} 
   der offensichtliche  Homomorphismus von dg-Ringalgebren
     ein Quasiisomorphismus $$\Omega^*B \qri \Omega^*(G{\acts}(G\times B))$$
  \end{Lemma}
 \begin{proof}
   Wir modifizieren den Beweis im Fall eines einpunktigen Raums $B$ aus \ref{aqdrp}.
   Zun"achst ist klar, wie wir Differentialformen auf einem Produkt zerlegen k"onnen in der Form $\Omega^n(G\times B)=\bigoplus_{p+c=n}\Omega^{p,c}(G\times B)$. Nachdem wir $\bigwedge^p\mathfrak g^*$ mit linksinvarianten Differentialformen auf $G$ identifizieren und auf $G\times B$ zur"uckziehen, liefert die Multiplikation 
    $\Omega^{0,c}(G\times B)\otimes \bigwedge^p\mathfrak g^*\sira 
   \Omega^{p,c}(G\times B)$
  und 
      $$\textstyle  \Omega^{0,c}(G\times B)\otimes \bigwedge^p\mathfrak g^*\otimes \mathcal O(\mathfrak g)^q\sira 
    \Omega^{p,c}(G\times B)\otimes \mathcal O(\mathfrak g)^q$$
    Bilden wir die $G$-Invarianten, so liefert der R"uckzug unter
    $B\ra G\times B$ mit $b\mapsto (1,b)$
    einen Isomorphismus und die Umkehrabbildung nennen wir
    die {\bf "Aquivariantisierung} 
 $$  \op{"a}: \textstyle \Omega^{c}(B)\otimes \bigwedge^p\mathfrak g^*\otimes \mathcal O(\mathfrak g)^q\sira 
    \big(\Omega^{p,c}(G\times B)\otimes \mathcal O(\mathfrak g)^q\big)^G$$
    Nun betrachten wir die Filtrierung unseres "aquivarianten de-Rham-Komplexes Komplexes $T^n=T_{G\times B}^n$ durch die Unterkomplexe $T^{n,p+q\geq t}$. Die $E_0$-Terme der
    zugeh"origen Spektralsequenz im Sinne von \eref{SpeSn}{TG} sind die
    $$E_0^{(n,t)}=\bigoplus_{c}\big(\Omega^{2t-n+c,c}(G\times B)\otimes_\DR \mathcal O(\mathfrak g)^{ n-c-t}\big)^G$$  und wir zeigen, da"s
    das Differential
    $\partial_0:E_0^{(n,t)}\ra E_0^{(n+1,t)}$  unter unseren Isomorphismen
    von eben auf der
    linken Seite $\bigoplus_{c}\Omega^{c}(B)\otimes \bigwedge^{2t-n+c}\mathfrak g^*\otimes \mathcal O(\mathfrak g)^{n-c-t}$
    dem Differential des Tensorprodukts vom de-Rham-Komplex von $B$ mit dem Koszulkomplex \ref{KKKF} entspricht. Das ist dieselbe Rechnung wie im Fall \ref{aqdrp}, da"s $B$ nur aus einem Punkt besteht. So sehen wir, da"s unser
    Quasiisomorphismus in spe einen Quasiisomorphismus auf den
    $E_0$-Termen der Spektralsequenz induziert und aus der Theorie der
    Spektralsequenzen folgt dann, da"s er bereits selber ein Quasiisomorphismus
    gewesen sein mu"s.  
  \end{proof}




  
\begin{Proposition}[\textbf{"Aquivariante de-Rham-Kohomologie von Torsoren}] 
  Gegeben eine kompakte Liegruppe $K$ und ein glatter $K$-Linkstorsor
  $\pi:E\ra B$ auf einer glatten Mannigfaltigkeit $B$ induziert
  der R"uckzug von Differentialformen gefolgt vom Tensorieren mit
  der konstanten Funktion $1\in\mathcal O(\mathfrak k)$ einen
  Isomorphismus von $\DR$-Ringalgebren,\label{drT} den \emph{\bf Quotientenisomorphismus} 
  $${\op{H}}^*(B)_{\op{dR}}\sira {\op{H}}^*_K(E)_{\op{dR}}$$
\end{Proposition}
\begin{proof}
  Das gilt analog f"ur eine beliebige Liegruppe $K$. 
  Wir betrachten auf $B$ den Garbenkomplex $^E\Omega_B^*: U\mapsto \Omega^*(K{\acts}\pi^{-1}(U))$ und erhalten einen Homomorphismus 
  $\Omega_B^* \ra {^E\Omega}_B^*$ durch R"uckzug auf $E$ und Tensorieren mit der
  konstanten Funktion  $1\in\mathcal O(\mathfrak k)$. Dieser Hommorphismus
  ist vertr"aglich mit dem Differential, weil das partielle
  Einsetzen $i_\xi$ jede Differentialform auf $E$ annulliert, die
  durch R"uckzug von einer Differentialform auf $B$ herkommt. 
  Ich behaupte nun, da"s wir so einen Quasiisomorphismus von Garbenkomplexen
  $$\Omega_B^* \qri {^E\Omega}_B^*$$
  erhalten. Um das zu zeigen, 
 d"urfen wir annehmen, da"s unser
 Torsor trivial ist, also $E=K\times B$, und m"ussen nur zeigen, da"s
 wir in dieser Situation stets einen Quasiisomorphismus auf den globalen
 Schnitten erhalten. Das aber war gerade die Aussage von Lemma  \ref{aeqdt}.
 Nun erkennt man wie in \ref{DFw}, da"s ${^E\Omega}_B^*$ eine weiche Garbe
 ist, also nach \ref{waz} azyklisch f"ur den Funktor der globalen
 Schnitte. Die Proposition folgt. 
\end{proof}




\begin{Satz}[\textbf{"Aquivariante Vergleichsisomorphismen}]
  Seien $K{\acts}X$ eine parakompakte glatte Mannigfaltigkeit mit
  der Operation einer kompakten Liegruppe und $q\in \DN$.
  So gibt es genau einen Isomorphismus\label{Aeqv} 
  $${\op{H}}_K^q(X)_{\op{dR}}\sira {\op{H}}_K^q(X;\DR)_{\op{garb}}$$
  derart, da"s er 
  f"ur jeden glatten $K$-Rechtstorsor $A$,
  der zusammenh"angend ist mit ${\op{H}}^1(A;\DR)=\ldots={\op{H}}^{q+2}(A;\DR)=0$, "ubereinstimmt mit der
   Verkn"upfung   $$\begin{array}{llll}
    {\op{H}}_K^q(X)_{\op{dR}}&\sira &{\op{H}}_K^q(A\times X)_{\op{dR}}&\text{nach \ref{rzdr},}\\[1mm]&\sira& {\op{H}}^q(A\times_{/K} X)_{\op{dR}}&\text{nach \ref{drT},}\\[1mm]
  &\sira&{\op{H}}^q(A\times_{/K} X;\DR)_{\op{garb}}&\text{nach \ref{dRGK},}\\[1mm]&\sira&{\op{H}}^q_K(X;\DR)_{\op{garb}}&\text{nach \ref{BaeK}.}
   \end{array}$$
   In ihrer Gesamtheit bilden diese Isomorphismen einen Homomorphismus von
   $\DR$-Ringalgebren. 
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Sie m"ogen als "Ubung zeigen, da"s die fraglichen
  Isomorphismen vertr"aglich sind mit dem R"uckzug unter
  Morphismen $(\phi\acts f)$. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
  Das anschlie"sende Lemma \ref{exio} zeigt, da"s es f"ur jedes $q$
  solch einen glatten $K$-Torsor $A$ gibt. Das zeigt schon mal, da"s
  es h"ochstens einen Isomorphismus mit den im Satz behaupteten
  Eigenschaften geben kann.  Je zwei derartige Torsoren liefern jedoch
  denselben Morphismus, wir man etwa durch R"uckzug auf ihr Produkt erkennt. 
  Das zeigt die Existenz.  Da"s unsere Abbildung ein Homoorphismus von
  $\DR$-Ringalgebren ist, folgt aus der Konstruktion. 
\end{proof}

\begin{Lemma} Gegeben eine kompakte Liegruppe $K$ und $r\in \DN_{\geq 1}$ gibt es
  einen glatten zusammenh"angenden  $K$-Torsor $A$ mit  
${\op{H}}^1(A;\DR)=\ldots={\op{H}}^{r}(A;\DR)=0$.\label{exio} 
\end{Lemma}
\begin{proof}
  Sei $K_\DC$ die Komplexifizierung von $K$ nach \eref{?}{AAG},
  eine komplexe affine algebraische Gruppe. Sie besitzt eine treue
  Darstellung $V$. F"ur $d\pdef \op{dim}_\DC V$ ist die Menge der
  linear unabh"angigen $d$-Tupel eine nichtleere offene Teilmenge
  $U\co V^{\times d}$ derart, da"s die Isotropiegruppe von jedem
  Punkt $x\in U$ trivial ist. Wir setzen $W\pdef V^{\times d}$. Das Komplement $Z\As W$ von $U$
  ist eine algebraische Teilmenge echt kleinerer Dimension $\op{kdim}(Z)<\op{kdim}U$. Die Lokalisierungssequenz der
  kompakten Kohomologie $$\ldots\ra{\op{H}}_!^{q-1}(Z)\ra  {\op{H}}_!^q(W\backslash Z)
\ra  {\op{H}}_!^q(W)\ra  
{\op{H}}_!^q(Z)
\ra  \ldots $$
aus \ref{LokSe}  zeigt zusammen mit dem
Verschwinden von ${\op{H}}_!^q(Z)$ f"ur $2\op{kdim}Z<q$ nach \ref{kkkV}
und der Berechnung der kompakten Kohomologie endlichdimensionaler
reeller Vektorr"aume, da"s ${\op{H}}_!^q(W\backslash Z)$ verschwindet
f"ur $2\op{kdim}Z<q<2\op{dim}W$. Mit den Vergleichss"atzen und Poincar\'e-Dualit"at folgt,
da"s  ${\op{H}}_q(W\backslash Z)_{\op{sing}}$  verschwindet
f"ur $0<q<2(\op{kdim}W-\op{kdim}Z)$ und da"s ${\op{H}}_0(W\backslash Z)_{\op{sing}}$ eindimensional ist alias $X\backslash Z$ zusammenh"angend.
Allgemeiner ist in  $W^{\times r}$ die Menge $A$ aller Tupel mit mindestens
einm Eintrag in $U=W\backslash Z$ eine Zariski-offene Teilmenge $A\co W^{\times r}$, auf der $K$
frei operiert und deren Komplement eine Kodimension $\geq r$ hat.
Nach dem anschlie"senden Lemma \ref{Ktor} erhalten wir so die gew"unschten
 $K$-Torsoren. 
\end{proof}
\begin{Lemma} Operiert eine kompakte Liegruppe $K$ glatt auf einer
  glatten Mannigfaltigkeit $A$, so ist $A/K$ mit seiner finalen Struktur
  eine glatte Mannigfaltigkeit\label{Ktor} und $A\ra A/K$ ein glattes Hauptfaserb"undel.
\end{Lemma}
\begin{proof} 
  Die $K$-Bahn eines jeden Punktes $p\in A$ ist eine kompakte Untermannigfaltigkeit $Kp$. Wir finden ein $n$ und
  eine offene Umgebung $V\co\DR^n$ und eine glatte Abbildung
  $\varphi:V\ra A$ mit $\varphi(0)=p$ und eine offene Umgebung $U\co K$
  des neutralen Elements derart, da"s $\psi:U\times V\ra A$ gegeben durch
  $(k,v)\mapsto k\varphi(v)$ eine offene Einbettung ist und da"s
  $Kp$ das Bild dieser offenen Einbettung nur in $Up$ trifft. 
  Jetzt finden wir eine stetige Funktionen mit kompaktem Tr"ager $f:U\ra [0,1]$
  und $1=\int_K f$ in Bezug auf das normierte Haarma"s sowie eine 
  stetige Funktion mit kompaktem Tr"ager $g:V\ra [0,1]$, deren $1$-Stellen
  eine Umgebung $V_1$
  von $0$ bilden. Dann betrachten wir $f\boxtimes g$ vermittels $\psi$
  als Funktion mit kompaktem Tr"ager auf $A$ und mitteln sie zu einer
  $K$-invarianten stetigen Funktion $h$ auf $A$. Diese Funktion nimmt  Werte
  $\geq 2$ an auf $K$-Bahnen, die $\psi(\{e\}\times V_1)$ mehrfach treffen, und 
  den Wert $1$ auf der $K$-Bahn
  $Kp$. So sehen wir, da"s es eine Umgebung $V_2\co V$ des
  Ursprungs gibt derart, da"s $\psi:K\times V_2\ra A$ eine offene Einbettung ist.
  Das Lemma folgt.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{"Aquivariante Kohomologie einpunktiger R"aume}] 
  Gegeben eine kompakte Liegruppe $K$ beinhaltet die
  Definition des "aquivarianten de-Rham-Kom\-ple\-xes \ref{deAQ} 
  einen Isomomorphismus 
  $\mathcal O(\mathfrak k)^K\sira \Omega^* (K{\acts}{\op{mgf}})$ von
  $\DR$-Ringalgebren und, 
  da rechts das Differential verschwindet, auch einen Isomorphismus von $\DR$-Ring\-al\-ge\-bren
  $$\mathcal O(\mathfrak k)^K\sira {\op{H}}^*_K (\op{mgf})_{\op{dR}}$$
  Hier ist $\mathcal O(\mathfrak k)^K$ wie immer in diesem Kontext
  mit dem \glqq Doppelten der "ublichen Graduierung\grqq\ zu versehen und $\op{mgf}$ bezeichnet
  die einpunktige finale Mannigfaltigkeit. Mit dem "aquivarianten Vergleichsisomorphismus zur Garbenkohomologie \ref{Aeqv} erhalten wir so
  einen Isomorphismus  von $\DR$-Ring\-al\-ge\-bren
   $$\mathcal O(\mathfrak k)^K\sira  {\op{H}}^*_K (\op{top};\DR)$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Gegeben $K\supset T$ eine zusammenh"angende kompakte Liegruppe
  mit einem maximalen Torus und $\mathfrak k\supset \mathfrak t$
  deren Liealgebren induziert die Restriktion einen Isomorphismus
  $\mathcal O(\mathfrak k)^K\sira \mathcal O(\mathfrak t)^W$
  f"ur $W\pdef{\op{N}}_K(T)/T$ die Weylgruppe. Man kann das zeigen, indem man
  beide Seiten unseres Isomorphismus in spe komplexifiziert und sich "uberlegt,
  da"s man so bei  der Variante \eref{ewCH}{O} des Chevalley-Isomorphismus
  herauskommt. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl} 
  Der R"uckzug liefert dann f"ur jede $G$-Mannigfaltigkeit $X$ einen
  Ringhomomorphismus 
  $$\mathcal O(\mathfrak g)^G\ra {\op{H}}^*_G (X)_{\op{dR}}$$
  Im Spezialfall eines $G$-Linkstorsors $E$ "uber einer Basismannigfaltigkeit $B$
  entspricht die Verkn"upfung
  $$\mathcal O(\mathfrak g)^G\ra {\op{H}}^*_G (E)_{\op{dR}}\sira  {\op{H}}^* (B)_{\op{dR}}$$
  des R"uckzugs mit dem Inversen des Quotientenisomorphismus 
  \ref{drT} unter unseren Vergleichsisomorphismen
  dem charakteristischen Homomorphismus \ref{mcK}. \nichtfinal{(Rechts-Links beachten)}   
\end{Bemerkungl}

\nichtfinal{Hier mu"s nun diskutiert werden, warum der charakteristische
  Homomorphismus \ref{mcK}, der in dieser Beschreibung durch die
  Verkn"upfung $\mathcal O(\mathfrak g)^G\ra \mathcal Z \Omega (G{\acts}X)$
  gefolgt vom Abstieg in die de-Rham-Kohomologie von $X$ gegeben wird,
  durch die Wahl eines Zusammenhangs berechnet werden kann.}




%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "XXTG"
%%% End: 
