
\section{Abelsche Kategorien und Garben}

\subsection{Wozu Garbenkohomologie?}
\begin{Bemerkungl}In diesem Abschnitt f"uhren wir die abstrakte Sprache der 
abelschen Kategorien  ein
und besprechen parallel dazu als motivierendes Beispiel 
die Kategorie der abelschen Garben auf einem topologischen Raum.
 Ich habe versucht, diese beiden Handlungsstr"ange
 insoweit zu entflechten, da"s die
Abschnitte ohne das Wort \glqq Garbe\grqq\ in der "Uberschrift
auch unabh"angig gelesen und verstanden werden k"onnen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  Sowohl die Garbenkohomologie als auch die damit verbundenen Methoden der
  homologischen Algebra sind aus der algebraischen und arithmetischen
  Geometrie und dar"uber hinaus aus  weiten Teilen der Mathematik
  nicht mehr wegzudenken. F"ur manch einen mag das
  schon Anla"s genug sein, sich
  damit zu besch"aftigen. Ich will im folgenden ausf"uhren, welchen
  Gewinn man auch in der \glqq ganz normalen Topologie\grqq\ aus
  diesen Methoden ziehen kann.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Als ersten Punkt f"uhre ich eine Variante der langen exakten Kohomologiesequenz an, die Lokalisierungssequenz \ref{LokSe}, in der nur absolute Kohomologien auftreten. Das erlaubt 
  eine sehr   elegante Diskussion von  Einbettbarkeitsproblemen,
  etwa im Zusammenhang mit dem Satz von Jordan-Brouwer \ref{JoBn} oder mit  Alexanderdualit"at  \ref{VG} folgende. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Als zweiten Punkt beachte man das sehr gute Verhalten
  in Faserungen. Zum Beispiel zeigen wir in \ref{RZGKj} f"ur ein
  beliebiges Faserb"undel mit zusammenziehbarer Faser, da"s
  der R"uckzug einen Isomorphismus auf der Kohomologie liefert.
  Ich w"u"ste nicht, wie ich das f"ur die singul"are
  Kohomologie zeigen sollte, und ob es da "uberhaupt stimmt.
  Dieses sehr gute Verhalten
  in Faserungen
  hinwiederum erlaubt die Konstruktion von "aquivarianter Kohomologie
  und charakteristischen Klassen f"ur beliebige Hauptfaserb"undel
  mit beliebigen topologischen Gruppen als Faser auf beliebigen
  topologischen R"aumen, vergleiche \ref{EaeK} folgende. Es erlaubt auch
  f"ur rationale Koeffizienten  eine Identifikation der
  Kohomologie des Quotienten eines topologischen Raums nach einer endlichen
  Gruppe mit den Invarianten in der Kohomologie \ref{KohQ}, wann immer die
  Quotientenabbildung separiert ist, also wirklich in sehr
  befriedigender Allgemeinheit.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Als dritten Punkt f"uhre ich  ein
  besseres Verst"andnis der Poincar\'e-Dualit"at an, genauer den Nachweis
  ihrer Interpretation "uber Schnittpaarung und Schnittprodukte, wie sie in \eref{SPoD}{TS} und \eref{SnPoo}{TS}
  angek"undigt wird. Das gelingt jedoch erst im Vollausbau der Theorie
  als Konsequenz der Verdier-Dualit"at und
  wird in \eref{SnPr}{TSS} folgende erkl"art. Wieder w"u"ste ich nicht,
  wie das in der singul"aren Theorie in der Allgemeinheit
  zu machen sein sollte, da man dort zun"achst einmal,
  soweit ich sehen kann, tubulare Umgebungen bereitstellen mu"s. Das mag
  aber meiner eigenen Unkenntnis geschuldet sein.
\end{Bemerkungl}



\subsection{Garben und ihre \'etalen R"aume}\label{DeGa}
\begin{Bemerkungl}
Alle Pr"agarben, die bisher von
Belang waren, besitzen noch eine zus"atzliche Eigenschaft,
die es erlaubt, daf"ur eine 
 geometrische Anschauung zu entwickeln.
Diese zus"atzliche Eigenschaft, die die \glqq Garben\grqq\  
unter den Pr"agarben auszeichnet,
ist im Folgenden von entscheidender
Bedeutung.  
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}
Eine \defind{Garbe} $\cal{F}$ 
auf einem topologischen Raum
$X$ ist eine Pr"agarbe von Mengen derart,
da"s die folgende
\defind{Verklebungsbedingung} erf"ullt ist:
Gegeben   ein\label{DefGa} 
System $\cal{U} \subset \cal{P} (X)$ 
von offenen Teilmengen von $X$ und  gegeben  f"ur alle $U \in \cal{U}$ Schnitte $s_{U} \in \cal{F}(U)$
mit $$s_{U}|_{ U \cap V} = s_{V}|_{U \cap V}
\quad \forall\; U,V \in \cal{U}$$ gibt es genau einen Schnitt  auf der 
Vereinigung  $s \in
\cal{F}\left( \bigcup_{U\in
\cal{U}}U\right)$ mit $$s|_U = s_{U} \quad \forall\; U \in \cal{U}$$
Ein \defnoind{Homomorphismus von Garben}\index{Homomorphismus!von Garben} 
ist ein
Homomorphismus der zugrundeliegenden Pr"agarben.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Analog definiert man Garben von  Gruppen und Ringen
  und dergleichen
  sowie ihre Morphismen.
  Wir nennen sie auch {\bf Gruppengarben}\index{Gruppengarbe}
  beziehungsweise {\bf Ringgarben}\index{Ringgarbe}
  und reden von {\bf Mengengarben},\index{Mengengarbe} 
  wenn wir betonen wollen, da"s wir Garben von
  Mengen meinen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel} Unsere Wolkenkratzer aus \ref{Wolk} sind Garben. 
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}]
 Eine Garbe hei"st auf Englisch \defind{sheaf} und
  auf Franz"osisch \defind{faisceau}.
  Der Begriff ist in der franz"osischen Mathematik
  des zwanzigsten Jahrhunderts entstanden und geht
  wohl auf eine "altere Verwendung von \glqq faisceau\grqq\  f"ur \glqq
  vern"unftige Familien geometrischer Objekte\grqq\ zur"uck.
  Zum Beispiel kann man in einer euklidischen Ebene
  die \glqq Schar aller Kreise\grqq\ betrachten,
  die an zwei gegebene Geraden tangential sind, und 
  h"atte diese als einen \glqq faisceau de cercles\grqq\ bezeichnet.
  Bei der "Ubertragung ins Deutsche und Englische hat man dann
  sprachlich verwandte aber mathematisch noch nicht belegte
  Begriffe gew"ahlt.
\end{Bemerkungl}
  

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Schnitte einer Garbe "uber der leeren Menge}]
Unsere Verklebungsbedingung mit\label{COG} 
$\cal{U} = \emptyset $ dem leeren Mengensystem  impliziert, da"s 
eine Garbe  von Mengen $\cal{F}$ stets genau einen Schnitt 
"uber der leeren Menge haben mu"s, in Formeln $|\cal{F} (\emptyset)|=1$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}[\textbf{Garben  mit Werten in einer beliebigen Kategorie}] 
Wir definieren allgemeiner Garben  mit Werten in 
einer beliebigen
Kategorie $\cal{C}$
als $\cal{C}$-wertige Pr"agarben $\cal{F},$ 
die zus"atzlich die 
{\bf Verklebungsbedingung}\index{Verklebungsbedingung} erf"ullen,
da"s   f"ur jedes ges"attigte System $\cal{U}$ 
von offenen Teilmengen von $X$ mit Vereinigung $V$ der offensichtliche
Morphismus ein Isomorphismus 
 $\cal F(V)\sira\op{lim}_{U\in\mathcal U}\cal F(U)$ ist. 
%Ausgeschrieben bedeutet das, da"s f"ur jedes Objekt $C\in \mathcal C$ 
%und jede Familie von Morphismen 
%$(c_U: C\ra \cal{F}(U))_{U\in\cal{U}}$ mit der Eigenschaft,
%da"s f"ur $U'\subset U$ stets $c_{U'}$ aus  $c_{U}$ durch Nachschalten
%der Restriktion  $\cal{F}(U)\ra\cal{F}(U')$ entsteht,
%es genau einen Morphismus
%$c:C\ra \cal{F}(V)$ gibt, der alle $c_U$ liefert.
 F"ur eine Garbe $\cal{F}$ mit Werten in $\cal{C}$ 
ist insbesondere  $\cal{F}(\emptyset)$ 
stets  final in $\cal{C}$.
\end{Bemerkunge}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Notationen f"ur Kategorien von Garben}]
Die Kategorie der Garben auf einem Raum  $X$ mit Werten in 
einer Kategorie $\cal{C}$ notieren\label{DAg} 
wir  
$\cal{C}_{/X}$. 
Die Kategorie der  Mengengarben auf einem topologischen Raum $X$ 
notieren wir insbesondere  $\op{Ens}_{/X}$.\index{Ens@$\op{Ens}_{/X}$ Garben von Mengen auf $X$} 
Eine Garbe mit Werten in der Kategorie der abelschen Gruppen
hei"st eine {\bf abelsche Garbe}.\index{abelsch!Garbe} Die
Kategorie der abelschen Garben auf einem topologischen Raum $X$ 
notieren wir entsprechend 
 $\op{Ab}_{/X}$.\index{Ab@$\op{Ab}_{/X}$ abelsche Garben auf $X$}    
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}\label{COG2}
Gegeben eine  Garbe von Mengen $\cal{F}$ auf einem Raum $X$ und
eine 
offene "Uberdeckung $\cal{U}$ von $X$ 
liefern die  f"ur jede  Pr"agarbe von Mengen definierten
Abbildungen Isomorphismen
$\cal{F}(X)\sira\check{\mathrm{H}}^{0}(\cal{U};\cal{F}) 
\sira \check{\mathrm{H}}^{0} (X;\cal{F})$. Das folgt 
unmittelbar aus den Definitionen.
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}
Ist $p : E \ra X$ eine stetige Abbildung, so erhalten wir eine
Garbe von Mengen $\cal{S}=\cal{S}E=\cal{S}_XE$ auf $X$ durch die Vorschrift
$$\cal{S}(U) \pdef\op{Top}_X(U,E)=\index{S@$\cal{S}$ Garbe von Schnitten}
\{ s: U \ra E\mid s \text{ ist stetig und }p(s(x)) =
x \;\forall x\in U\}$$ mit den offensichtlichen Restriktionsabbildungen.
Wir nennen sie die \defind{Garbe der Schnitte} {\bf von} $p$ 
und erhalten so einen Funktor von der Kategorie der R"aume "uber 
unserem Raum  in
die Kategorie der Garben von Mengen auf unserem Raum
$$\cal{S}:\op{Top}_X\ra\op{Ens}_{/X}$$
\end{Beispiel}

\begin{Beispiel}
Gegeben eine Menge $M$ und ein 
topologischer Raum $X$ erkl"aren wir die {\bf konstante
Garbe} $M_X$  
als die Garbe der Schnitte von $M \times X$,
wo $M$ mit der diskreten Topologie zu versehen ist.\label{konGa}
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
Die Pr"agarben $G_X$ f"ur eine diskrete Gruppe $G$ oder allgemeiner
$\cal{C}_{G,X}$ f"ur eine topologische Gruppe $G$ aus
\ref{defGx} sind Garben von Gruppen.
\end{Beispiel}

\begin{Beispiel}
Unsere Pr"agarben von differenzierbaren oder besser glatten Funktionen
auf einer Mannigfaltigkeit sind Garben
von $\DR$-Vektorr"aumen. Unsere Wolkenkratzer aus \ref{Wolk} sind Garben.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}
Sei $A$ eine nichttriviale Gruppe und $X$ ein topologischer Raum.
Die Pr"agarbe, die jeder offenen Teilmenge von $X$ einfach die
feste Gruppe $A$ zuordnet, mit der Identit"at als Restriktion,
ist keine Garbe, denn der leeren
Menge wird dabei nicht die triviale Gruppe zugeordnet.
Wenn wir unser Beispiel dahingehend ab"andern, da"s wir der leeren Menge
ausnahmsweise die triviale Gruppe zuordnen, ist unsere Pr"agarbe 
immer noch
keine Garbe,
wenn es  in unserem Raum nichtleere unzusammenh"angende offene Teilmengen gibt,
denn dann zerlegen wir diese in zwei echte disjunkte offene Teilmengen, w"ahlen
dort als Schnitte verschiedene Elemente von $A$ und k"onnen
diese Vorgabe nicht \glqq zu einem Schnitt auf der ganzen offenen Menge
zusammenkleben\grqq.
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}
  Wir erinnern aus \eref{etale}{TF}, da"s eine stetige Abbildung $p:E\ra X$
\defnoind{\'etale}\index{etale@\'etale!stetige Abbildung} 
 hei"st, wenn\label{etaleR} 
jeder Punkt $e \in E$ eine offene Umgebung
$U \co E$ besitzt, die von $p$ hom"oomorph auf eine offene Teilmenge
$p (U) \co X$ abgebildet wird.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Sei $X$ ein topologischer Raum.
Ein \defnoind{\'etaler Raum $E=(E,p)$ 
"uber $X$}\index{etale@\'etale!Raum} ist ein
topologischer Raum $E$ mitsamt einer \'etalen Abbildung $p
: E \ra X$.
Ein {\bf Morphismus von \'etalen R"aumen "uber $X$} ist eine
stetige Abbildung, die vertr"aglich ist mit den Projektionen auf
$X$.
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}
  \label{VEE}
    Jede \'etale Abbildung ist offen und nach \eref{VE}{TF}
kann eine Verkn"upfung $gf$ stetiger Abbildungen mit $g$ \'etale 
nur \'etale sein, wenn auch $f$ \'etale ist.  Insbesondere ist 
    jeder Morphismus von \'etalen R"aumen offen, speziell also jeder Schnitt
    einer \'etalen Abbildung auf einer offenen Menge.
 \end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{Garben und ihre \'etalen R"aume}]
F"ur jeden topologischen Raum $X$  liefert
der Funktor $\cal{S},$ der jedem  Raum\label{GSc}
"uber $X$ die Garbe seiner Schnitte zuordnet,
eine "Aquivalenz von
Kategorien
$$\begin{array}{ccccc}
\cal{S} & : & \left\{\begin{array}{c} \text{\'etale R"aume} \\
\text{"uber $X$} \end{array} \right\} & \sirra & \left\{
\begin{array}{c} \text{Garben von Mengen}\\ \text{auf $X$} \end{array}\right\}
\end{array}$$
Dabei denken wir uns genauer ein Universum  $\mathfrak U$
mit $X\in \mathfrak U$ und links \'etale R"aume, deren
Grundmenge ein Element von
$\mathfrak U$ ist, und rechts Mengengarben,
die Werte in $\mathfrak U$ annehmen. 
\end{Satz}
\begin{Beispiele}\label{ETW}
Der \'etale Raum der Garbe $M_X$ ist $M\times X$. Der \'etale Raum
des Wolkenkratzers $(\DZ/2\DZ)_{(0)}$ mit Faser $\DZ/2\DZ$ am Nullpunkt auf 
der reellen Gerade $X=\DR$ 
 ist die reelle Gerade mit verdoppeltem Nullpunkt aus \eref{RVN}{TM}.
\end{Beispiele}
\begin{Bemerkungl}
Die linke Seite unserer "Aquivalenz \ref{GSc} ist,  zumindest
nach meinem Geschmack, der Anschauung besser
zug"anglich und liefert eine sehr transparente Konstruktion 
f"ur den \glqq R"uckzug\grqq\  von Garben, den wir in  
\ref{DbPn} kennenlernen werden.
Die rechte Seite ist dahingegen technisch besonders 
gut zug"anglich und leicht zu verallgemeinern.
Mir scheint die in diesem Satz formulierte
"Aquivalenz von Kategorien eine wichtige Br"ucke in die Anschauung.
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Der Beweis des vorhergehenden Satzes  strukturiert
den Rest dieses Abschnitts. Genauer konstruieren
wir in \ref{ett} einen Funktor $\op{\acute{e}t}$ von
Pr"agarben auf $X$ zu topologischen R"aumen "uber $X$
und konstruieren in \ref{ADJS} eine Adjunktion $(\op{\acute{e}t},\mathcal S)$
zwischen $\op{\acute{e}t}:\op{pEns}_{/X}\ra \op{Top}_X$ und
$\mathcal S:\op{Top}_X\ra \op{pEns}_{/X}$.
Im Anschlu"s daran wird der  Beweis dann zu Ende gef"uhrt.
Da"s man mit den in diesem Zusammenhang durchgef"uhrten Konstruktionen
das vorgegebene Universum nicht verl"a"st,
wird der Leser leicht einsehen k"onnen. 
\end{proof}


\begin{Definition}
Gegeben eine Pr"agarbe $\cal F$ von Mengen
auf einem topologischen Raum $X$
definieren wir ihren\index{)8ba@$\cal{F}_x$ Halm!einer Pr"agarbe}
{\bf Halm}\index{Halm, zu Pr"agarbe} 
$\cal{F}_x$ an einer Stelle $x \in X$ als den Kolimes
$$\cal{F}_{x} \pdef \op{colf}_{U\ni x}\cal{F} (U)$$
Unser Kolimes soll wie angedeutet "uber alle
offenen Umgebungen $U\co X$ von $x$ laufen.
Gegeben $x\in U\co X$ und $s\in\cal{F}(U)$ einen Schnitt
bezeichnen wir mit $s_x\in \cal{F}_{x}$ sein Bild im Halm.
\end{Definition}
\begin{Beispiel}
Unsere Keime regul"arer Funktionen aus  \eref{KReF}{ML} sind 
genau die Halme der Garbe der regul"aren Funktionen aus \eref{VKBe}{ML}.
\end{Beispiel}

\begin{Bemerkunge}
Gegeben Punkte $x,y$ eines topologischen Raums, von denen einer im
Abschlu"s des anderen liegt, in Formeln\label{HABs} 
  $x\in \bar{y}$, erhalten wir f"ur jede Pr"agarbe von Mengen $\cal{F}$
eine
 Abbildung $\cal{F}_x\ra \cal{F}_y$ aus der Beobachtung heraus, 
 da"s jede offene Menge um $x$ auch $y$ enthalten mu"s.
 Wir nennen sie das {\bf Generisieren}.\index{Generisieren}
\end{Bemerkunge}


\begin{Definition}\label{ett}%\label{et}
Gegeben ein Pr"agarbe $\cal F$ von Mengen
auf einem topologischen Raum $X$
definieren wir ihren
\defnoind{\'etalen Raum}, notiert  $\op{\acute{e}t}(\cal{F})$
oder k"urzer $\bar{\cal F},$ als die disjunkte Vereinigung ihrer Halme
$$\bar{\cal F}\pdef \coprod_{x\in X} \cal{F}_{x}$$
mitsamt der nat"urlichen Projektion $p: \bar{\cal F} \ra X$.
Gegeben $U\co X$ und $s\in\cal{F}(U)$
definieren wir einen Schnitt $\bar{s}:U\ra \bar{\cal F}$
durch
$\bar{s}(x)= s_x$. Wir versehen
${\bar{\cal{F}}}$
mit der Finaltopologie in Bezug auf die Familie aller
dieser Abbildungen $\bar{s}$. Bezeichnet $\op{pEns}_{/X}$ die Kategorie der
Pr"agarben von Mengen auf $X,$ so erhalten wir auf diese
Weise einen Funktor
$$\op{\acute{e}t}:\op{pEns}_{/X}\ra\op{Top}_X$$
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Anschauung f"ur \'{e}tale R"aume}]
  Der \'etale Raum einer Pr"agarbe von Mengen 
ist meiner Anschauung nur schlecht zug"anglich.
Er wird  im allgemeinen in keinster Weise Hausdorff sein.
Ich denke dabei eher an  eine Art Bl"atterteig, der  auf
das Backblech projiziert wird.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Der \'etale Raum als Linksadjungierter des Schnittefunktors}]
  Wir erhalten eine Adjunktion $(\op{\acute{e}t},\mathcal S)$
  von Funktoren zwischen $\op{pEns}_{/X}$ und $\op{Top}_X$
  vermittels der Abbildungen\label{ADJS} 
  $$\op{pEns}_{/X}(\mathcal F,\mathcal SE)\ra \op{Top}_X(\op{\acute{e}t}\mathcal F,E)$$
  gegeben durch $\varphi\mapsto (\bar\varphi:(s_x\mapsto \varphi(s)(x)))$
  f"ur $x\in X$ und einen und jeden Schnitt $s\in\mathcal F(U)$
  f"ur $x\in U\co X$. Die Stetigkeit von $\bar\varphi$ folgt daraus,
  da"s f"ur alle Schnitte $s\in\mathcal F(V)$ mit $V\co X$  auch
  $\bar\varphi\circ \bar s=\varphi(s):U\ra E$ stetig ist.
  Die Injektivit"at unserer Abbildung $\varphi\mapsto\bar\varphi$ ist
  offensichtlich. Die Surjektivit"at folgt, indem wir eine
  Abbildung in die Gegenrichtung konstruieren, und zwar durch Anwenden des
  Funktors $\mathcal S$ und Vorschalten des Morphismus
  $\mathcal F\ra \mathcal S(\op{\acute{e}t}\mathcal F)$, der durch
  $s\mapsto \bar s$ gegeben wird. Man erkennt unschwer, da"s diese
  Abbildung ein Schnitt und wegen der Injektivit"at dann sogar
  eine Umkehrabbildung ist.
 \end{Bemerkungl}

\begin{proof}[Satz \ref{GSc} "uber Garben und ihre \'etalen R"aume, Ende des Beweises] 
Man erinnere  aus \eref{AduA}{TF}, da"s
  gegeben Funktoren $L:\mathcal A\ra\mathcal B$ und $R:\mathcal B\ra\mathcal A$
  und eine Adjunktion $\alpha:L \dashv R $ 
und die vollen 
Unterkategorien
\begin{displaymath}
\begin{array}{lll}
\mathcal A_0 &\pdef&\{ A \in \mathcal A \mid  
\text{Die Einheit ist ein Iso } A \sira RLA\}\\
\mathcal B_0 &\pdef& \{ B \in \mathcal B \mid \text{Die Koeinheit ist ein Iso } LRB \sira B \}
\end{array}
\end{displaymath}
unser Funktor $L$  eine 
"Aquivalenz von Kategorien $\mathcal A_0
\sirra \mathcal B_0$ mit Quasiinversem  $R$ induziert.
Nun zeigen wir in \ref{EtI}, da"s genau die R"aume $E\in\op{Top}_X$ \'etale
sind, f"ur die unsere Adjunktion einen Isomorphismus $\op{\acute{e}t}(\mathcal S E)\sira E$ induziert, und in \ref{AdIs}, da"s genau die Pr"agarben $\mathcal F\in\op{pEns}_{/X}$ Garben sind,
f"ur die unsere Adjunktion einen Isomorphismus $\mathcal F\sira \mathcal S(\op{\acute{e}t}\mathcal F)$ induziert. Damit ist dann
unser Satz \ref{GSc} "uber Garben und ihre \'etalen R"aume bewiesen.
\end{proof}









\begin{Lemma}[\textbf{Eigenschaften des \'etalen Raums einer Pr"agarbe}]
Sei $\cal F$  eine Pr"agarbe von Mengen
auf einem Raum $X$.\label{SG} 
\begin{enumerate}
\item
Die $\bar{s}(U)$ mit $U\co X$ und
$s\in\cal{F}(U)$ bilden eine Basis f"ur die Topologie des
\'etalen Raums von $\cal F$. Insbesondere sind alle derartigen
Schnitte $\bar{s}$ offene Einbettungen;
\item
Die Projektion
$p: {\bar{\cal{F}}}\ra X$ ist \'etale;
\item
Ein Schnitt "uber $V \co X$ in ${\bar{\cal{F}}}$ ist
stetig genau dann, wenn jedes $x \in V$ eine offene Umgebung $U\co
V$ besitzt derart, da"s unser Schnitt auf dieser Umgebung $U$
"ubereinstimmt mit einem $\bar{s}$ f"ur geeignetes $s \in
\cal{F} (U)$.
\end{enumerate}
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
1. Wir zeigen zun"achst, da"s alle $\bar{s}(U)$ offen sind in
${\bar{\cal{F}}}$.
Dazu gilt es nachzuweisen, da"s $W=\bar{t}^{-1} (\bar{s}(U))$
offen ist in $V,$ f"ur alle $V \co X$ und $t \in \cal{F}
(V)$.
Aber wir haben ja
$$\bar{t}^{-1} (\bar{s}(U)) =\{ x \in U\cap V \mid s_{x} =
t_{x} \},$$
und da mit der Beschreibung \eref{fdl}{TS}  eines 
filtrierenden 
direkten Limes aus $s_{x} = t_{x}$ folgt $s|_{W} = t|_{W}$ f"ur eine
hinreichend kleine offene Umgebung $W$ von $x,$ ist 
$\bar{t}^{-1} (\bar{s}(U))$ in der Tat stets offen in $V$ und
damit $\bar{s}(U)$ offen  in
${\bar{\cal{F}}}$.
Damit gilt insbesondere
$\bar{t}(W)=\bar{s}(U)\cap \bar{t}(V)$
f"ur $W=\bar{t}^{-1} (\bar{s}(U))\co X,$ 
folglich bilden unsere $\bar{s}(U)$ ein System von
offenen Mengen, das stabil ist unter endlichen Schnitten.
F"ur die von diesem Mengensystem erzeugte Topologie
sind aber bereits alle $\bar{s}$ stetig, 
folglich mu"s es sich dabei um
die Finaltopologie handeln.
\\[2mm]\noindent
2. Der zweite Teil des Lemmas
folgt sofort aus dem ersten.
\\[2mm]\noindent
3. F"ur den dritten Teil bemerken wir,
da"s offensichtlich jeder Schnitt mit besagter Eigenschaft
stetig ist. Ist umgekehrt $t: V \ra {\bar{\cal{F}}}$ ein 
Schnitt und ist $x \in V$ gegeben, so hat $t(x) \in \cal{F}_{x}$ die
Gestalt $t(x) = s_{x}$ f"ur geeignetes $s \in \cal{F} (W)$ und $W
\co V$ eine Umgebung von $x$.
Ist $t$ stetig, so folgt $U = t^{-1} (\bar{s} (W)) \co V,$ und
das ist die gesuchte offene Umgebung von $x$ mit $t|_U = \bar{s}$
f"ur $s = s|_U$.
\end{proof}

%\begin{Bemerkungl}\label{KAD}
%Gegeben $E\in\op{Top}_X$ liefert das Auswerten von Schnitten 
%eine stetige Abbildung $\op{\acute{e}t}(\cal{S}E)\ra E$ "uber $X,$
%wie man unschwer aus dem ersten Teil von Lemma \ref{SG} folgert.
%Gegeben 
%$\cal{F}\in\op{pEns}_{/X}$ liefert umgekehrt $s\mapsto \bar{s}$ 
%einen Homomorphismus
%von Pr"agarben $\cal{F}\ra \cal{S}(\op{\acute{e}t}\cal{F})$.
%\end{Bemerkungl}

%\begin{Proposition}[\textbf{Linksadjungierter des Schnittfunktors}] 
%Gegeben ein topologischer Raum $X$ 
%liefern die in \ref{KAD} erkl"arten Morphismen
%eine Adjunktion\label{ADJS} 
%$(\op{\acute{e}t},\cal{S})$ zwischen den beiden Funktoren
%$\op{\acute{e}t}:\op{pEns}_{/X}\ra \op{Top}_X$ und 
%$\cal{S}:\op{Top}_X\ra \op{pEns}_{/X}$.
%\end{Proposition}

%\begin{proof}[Beweis]
%Es gilt nach \eref{CanA}{TF}, f"ur jede Pr"agarbe $\cal{F}$ von 
%Mengen auf $X$ und jeden topologischen Raum
%$E$ "uber $X$ zu zeigen, da"s im Viereck
%$$\begin{array}{ccc}
%\op{Top}_{X} (\op{\acute{e}t} \cal{F}, E) &\ra & 
% \op{pEns}_{/X} (\cal{S}(\op{\acute{e}t} \cal{F}), \cal{S} E)\\
%\uparrow & & \downarrow \\
%\op{Top}_{X}(\op{\acute{e}t} \cal{F}, \op{\acute{e}t}
% (\cal{S}E)) & \leftarrow &  \op{pEns}_{/X} (\cal{F}, \cal{S}E)
%\end{array}$$
%einmal im Kreis herumgehen die Identit"at 
%induziert auf der oberen linken und der unteren rechten
%Ecke.
%Die restlichen Details  des Beweises "uberlassen wir dem Leser.
%\end{proof}


\begin{Lemma}
Genau dann ist eine stetige Abbildung $p:E\ra X$  \'etale,
wenn die Adjunktion einen Isomorphismus
$\op{\acute{e}t}(\cal{S}E)\sira E$ liefert.\label{EtI}
\end{Lemma}
\begin{proof}
  Nach \ref{SG} ist die linke Seite auch \'etale "uber $X$.
  Liefert die Adjunktion einen Isomorphismus, so ist folglich
  auch $E$ selbst  \'etale, und ist umgekehrt $E$ selbst \'etale,
  so  reicht es nach \ref{VEE} zu zeigen, da"s unsere 
Adjunktionsabbildung bijektiv ist alias  da"s sie 
Bijektionen auf allen Halmen induziert.
Da $p$ \'etale ist, gibt es f"ur jedes $e \in E$ eine offene
Umgebung $U$ von $x = p (e)$ und einen Schnitt $s:U\ra E$ mit $s (x) =e$.
Also ist unsere Abbildung auf den Halmen surjektiv.
Ist $V \co X$ eine weitere offene Umgebung von $p(e)$ und $ t \in
\cal{F} (V)$ ein weiterer
Schnitt mit $t (x) = e,$ so stimmen $s$ und $t$ notwendig
"uberein auf der nach \ref{VEE}
offenen Umgebung $W = p (s(U) \cap t(V))$
von $x$ in $X$.
Also ist unsere Abbildung auf den Halmen auch injektiv.
\end{proof}
\begin{Lemma}
\begin{enumerate}
\item
Stimmen zwei Schnitte einer Garbe auf allen Halmen "uber\-ein,
so sind sie gleich;
\item
Induziert ein Morphismus von Garben Bijektionen auf allen Halmen,
so ist er ein Isomorphismus.
\end{enumerate}
\label{IHI}\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Die Herleitung der ersten Aussage bleibt
 dem Leser "uberlassen.
F"ur den Nachweis der 
zweiten Aussage sei $\cal{F}\ra \cal{G}$ unser Morphismus.
Aus 1 folgt, da"s f"ur alle $U\co X$ die induzierte Abbildung
$\cal{F}(U)\ra \cal{G}(U)$ injektiv ist.
Wir m"ussen zeigen, da"s diese Abbildungen auch surjektiv sind.
Gegeben $s \in \cal{G} (U)$ gibt es jedoch f"ur alle $x \in U$ ein
$t_{x} \in \cal{F}_{x}$ mit $t_{x}\mapsto s_{x}$.
Dies $t_{x}$ ist der Halm eines Schnitts $t_{(x)}\in \cal{F} (U(x))$
f"ur eine geeignete offene Umgebung $U(x) \co U$ von $x,$ und wenn
wir $U(x)$ hinreichend klein w"ahlen, d"urfen wir annehmen
$t_{(x)}|_{U(x)}\mapsto s|_{U(x)}$.
Dann aber erf"ullen die $t_{(x)}$ aber die Verklebungsbedingung und verkleben
zu einem Schnitt $t \in \cal{F} (U)$ mit $t \mapsto s$.
\end{proof}
\begin{Lemma}\label{AdIs}
Genau dann ist eine Pr"agarbe $\cal F$ eine Garbe, wenn  
die Adjunktion einen Isomorphismus
$
\cal{F}\sira \cal{S}(\op{\acute{e}t}{\cal{F}})$ liefert.
\end{Lemma}
\begin{proof}
  Die rechte Seite ist stets eine Garbe, ja sogar $\mathcal S(E)$ ist eine Garbe
  f"ur jedes $E\in\op{Top}_X$. Liefert die Adjunktion einen Isomorphismus,
  so ist demnach auch $\mathcal F$ eine Garbe, und ist umgekehrt 
  $\mathcal F$ eine Garbe, so  m"ussen wir  nach \ref{IHI}
  nur zeigen, da"s unser Morphismus
auf allen Halmen
Bijektionen
induziert oder gleichbedeutend, da"s er unter
$\op{\acute{e}t }$ eine Bijektion liefert.
Nach der Dreiecksidentit"at f"ur 
adjungierte Funktoren \eref{FADJj}{TF} faktorisiert jedoch
die Identit"at auf $\op{\acute{e}t }\cal{F}$ in kanonischer Weise als
$\op{\acute{e}t }\cal{F}\ra 
\op{\acute{e}t }(\cal{S}(\op{\acute{e}t }{\cal{F}}))
\ra \op{\acute{e}t }\cal{F},$
und nach \ref{EtI} angewandt auf $E=\op{\acute{e}t }\cal{F}$ ist hier
die zweite Abbildung ein Isomorphimus. Dasselbe gilt dann auch f"ur die
erste Abbildung und das Lemma folgt.
\end{proof}


\begin{Bemerkungl}
Ist $\cal{F}$ eine Garbe von Funktionen auf $X,$ zum Beispiel die
Garbe der differenzierbaren Funktionen auf einer offenen Teilmenge
des $\Bbb{R}^{n}$ oder allgemeiner einer differenzierbaren
Mannigfaltigkeit, so nennt man die Elemente der Halme $\cal{F}_{x}$
meist \defind{Funktionskeime},
in unserem Beispielfall also \glqq Keime
differenzierbarer Funktionen an der Stelle $x$\grqq.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Der \'etale Raum der Garbe der stetigen reellwertigen Funktionen
auf $\DR$ ist nicht Hausdorff: Die Nullfunktion und die Funktion
$x\mapsto \op{max}\{x,0\}$ haben verschiedene Keime an
der Stelle Null, aber dieselben Keime an allen echt negativen
Stellen. Die beiden Keime an der Stelle Null lassen sich also nicht
durch offene Umgebungen im \'etalen Raum trennen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
Der \'etale Raum $\op{\acute{e}t}( \cal{O}^{\op{an}})$ der Garbe $\cal{O}^{\op{an}}$ der
holomorphen Funktionen auf $\Bbb{C}$ ist Hausdorff aufgrund der
Eindeutigkeit der lokalen analytischen Fortsetzung.
Die Zusammenhangskomponente eines Funk\-tions\-keims $f
\in \op{\acute{e}t} (\cal{O}^{\op{an}})$ wird dann eine Riemann'sche Fl"ache
im Sinne von \eref{BspM}{ML} vermittels der finalen
Struktur im Sinne von \eref{FiSu}{ML} zur Familie der Schnitte auf offenen
Teilmengen der komplexen Zahlenebene.
Diese Riemann'sche Fl"ache hei"st die 
{\bf Riemann'sche
Fl"ache des Funktionskeims}\index{Riemann'sche
Fl"ache!von Funktionskeim} $f$.\label{RFFK} 
Zum Beispiel erhalten wir als Riemannsche Fl"ache der 
durch die Eigenschaft $\sqrt[n]{1}=1$
ausgezeichneten stetigen 
$n$-ten Wurzel in einer Umgebung der Eins 
eine zusammenh"angende $n$-bl"attrige "Uberlagerung von $\DC^\times$ und die Riemannsche Fl"ache des Hauptzweigs des komplexen Logarithmus ist eine unendliche
Wendeltreppe, eben die durch $\op{exp}:\DC\ra \DC^\times$ gegebene "Uberlagerung.
Es ist auch klar, da"s zu jedem Funktionskeim an einer vorgegebenen Stelle
die Riemannsche Fl"ache jedes Stammfunktionenkeims an besagter Stelle 
eine "Uberlagerung der Riemannschen Fl"ache unseres Funktionskeims selber ist.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Integration holomorpher Funktionen
      und "Uberlagerungen}] 
  Gegeben $f:\DC\lco U\ra \DC$ holomorph bildet die Menge aller Keime
  von Stammfunktionen von $f$ an Punkten von $U$ mit ihrer von
  $\op{\acute{e}t}( \cal{O}^{\op{an}})$ induzierten Topologie eine "Uberlagerung
  von $U$. Diese "Uberlagerung ist trivial genau dann,
  wenn $f$ eine Stammfunktion besitzt. Nach "Uberlagerungstheorie ist "uber
  einfach zusammenh"angendem $U$ jede "Uberlagerung trivial, folglich
  besitzt auf einfach zusammenh"angenden offenen Teilmengen $U\co  \DC$
  jede holomorphe Funktion eine Stammfunktion. 
\end{Bemerkungl}
  




\begin{Definition}\label{EsRg}
Sei $\cal F$ eine Garbe von Mengen auf einem Raum $X$ und
$p: {\bar{\cal{F}}}\ra X$ ihr \'etaler Raum.
Gegeben eine beliebige Teilmenge $A\subset X$
 setzen wir
$$\cal{F}(A)=\Gamma(A;\cal{F})
\pdef \{ s:A\ra {\bar{\cal{F}}}\mid s\text{ ist stetig und }
p(s(x))=x \;\forall x\in A\}$$
und nennen die Elemente dieser Menge die
\defnoind{Schnitte von $\cal F$ "uber $A$}.
\index{Schnitt!"uber einer Menge von Garbe}
Per definitionem haben wir zum Beispiel 
${\cal F}_x={\cal F}(\{x\})$ f"ur alle $x\in X$.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Im Gegensatz zu Pr"agarben k"onnen
wir also bei Garben Schnitte
"uber beliebigen, nicht notwendig offenen Mengen betrachten.
Die Schnitte einer Garbe $\cal{F}$ "uber dem ganzen Raum nennen wir auch
die {\bf globalen Schnitte}\index{globaler Schnitt!von Garbe} 
unserer Garbe und notieren sie\index{G@$\Gamma$ Schnitt!einer Garbe} 
$$\cal{F}(X)= \Gamma(X;\cal{F})= \Gamma\cal{F}$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Einschr"ankung einer Garbe}]
Sei $\cal F$ eine Garbe von Mengen auf einem Raum $X$ und
$p: {\bar{\cal{F}}}\ra X$ ihr \'etaler Raum.
Gegeben eine  Teilmenge 
$Z\subset X$  definieren wir die 
Garbe $\cal{F}|_Z$ auf dem Raum $Z$ als die Garbe der Schnitte im
  nach \eref{REEn}{TF} \'etalen Raum $p^{-1}(Z)\ra Z$ und nennen sie die {\bf
    Einschr"ankung von $\cal{F}$ auf $Z$}\index{Einschr"ankung!von Garbe}.
 Die offensichtliche Abbildung liefert dann eine Bijektion\label{EinGa}
$$\Gamma(Z;\cal{F}|_Z)\sira \Gamma(Z;\cal{F})$$
zwischen dem Raum der globalen Schnitte der Einschr"ankung und dem Raum der
Schnitte "uber $Z$ der urspr"unglichen Garbe.
\end{Bemerkungl}
\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/Bildlk}
\end{minipage}\hfill
 \begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Eine abelsche Garbe auf der Zahlengerade,
deren Halme alle freie abelsche Gruppen
vom Rang Eins sind, braucht noch lange nicht konstant zu
sein.
\end{minipage}
\end{figure}




\begin{Lemma}
Gegeben ein topologischer Raum $X$ besitzt der offensichtliche 
Einbettungsfunktor
$
\op{Ens}_{/X} \vra \op{pEns}_{/X}
$
von den Garben in die Pr"agarben 
einen Linksadjungierten,\label{Garbi} 
die \emph{\bf Garbifizierung}\index{Garbifizierung} 
$\mathcal{F} \mapsto \mathcal{F}^+$.
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}
Der Formalismus der adjungierten Funktoren \eref{FADJj}{TF} 
liefert uns dann f"ur jede
Pr"agarbe $\mathcal{G}$ einen Morphismus 
$\mathcal{G} \rightarrow \mathcal{G}^+$
derart, da"s jeder Morphismus $\mathcal{G} \rightarrow \mathcal{F}$ 
in eine Garbe
$\mathcal{F}$ in eindeutiger Weise "uber 
$\mathcal{G} \rightarrow \mathcal{G}^+$
faktorisiert. Des weiteren folgt aus der 
Volltreuheit des Einbettungsfunktors mit
\eref{EQK}{TF}, da"s f"ur jede Garbe $\mathcal{F}$ 
dieser Morphismus ein Isomorphismus 
$\mathcal{F} \sira \mathcal{F}^+$ ist.
Explizit ist das  genau der Isomorphismus \ref{AdIs}.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  In der folgenden Darstellung finde ich es ziemlich verwirrend, wenn
  bei Garben der Zusatz \glqq Pr"a\grqq\ begriffserweiternd wirkt und bei
  topologischen R"aumen "uber einem weiteren Raum der Zusatz
  \glqq \'etale\grqq\ begriffsverengend.
  Ich benutze deshalb auch noch die alternative Notation\index{gpEns@$\op{gpEns}_{/X}=\op{Ens}_{/X}$ Garben auf $X$} 
  $$\op{gpEns}_{/X}=\op{Ens}_{/X}$$
  f"ur \glqq Garbenpr"agarben\grqq\ auf einem topologischen Raum $X$.
\end{Bemerkungl}
 % \begin{proof}
%    Sei $\cal{C}$ eine Pr"agarbe von Mengen auf einem topologischen Raum $X$.
%    Wir schreiben $\cal{S} (\op{\acute{e}t} \cal{C}) = \cal{C}^{+}$ f"ur die
%    Garbe der Schnitte in den etalen Raum der Pr"agarbe $\cal{C}$ und nennen
%    $\cal{C}^{+}$ die \defnoind{Garbifizierung von
%      $\cal{C}$}\index{Garbifizierung}.  Die Adjunktion \ref{ADJS} liefert uns
%    einen kanonischen Morphismus von Pr"agarben
%    $$\op{can} : \cal{C} \ra \cal{C}^{+}$$
%    der Bijektionen auf allen Halmen
 %   induziert und der f"ur jede Garbe $\cal C$ ein Isomorphismus ist.
%\end{proof}
\begin{proof}
Wir notieren 
$\op{\acute{e}tTop}_{X}\subset \op{Top}_{X}$ 
die\index{etTop@$\op{\acute{e}tTop}_{X}$ \'etale R"aume "uber $X$} 
volle 
Unterkategorie aller \'etalen R"aume "uber $X$ und betrachten das
Diagramm von Funktoren
 \begin{displaymath}
    \xymatrix{
      \op{pEns}_{/X}\;\;\ar@<1ex>[r]^-{\op{\acute{e}t}}&
      \;\;\op{\acute{e}tTop}_{X}\;\;
      \ar@<1ex>[r]^-{\mathcal S}_-{\approx}\ar@<1ex>[l]^-{\mathcal S}&
     \;\; \op{gpEns}_{/X}\ar@<1ex>[l]^-{\op{\acute{e}t}}}
 \end{displaymath}
 Oben steht dabei immer der Linksadjungierte, auf der linken Seite wegen
 unserer allgemeinen Adjunktion \ref{ADJS}, und auf der rechten Seite, weil die
 Funktoren zueinander quasiinverse "Aquivalenzen von Kategorien sind.
 Die Verkn"upfung in der unteren Horizontale ist nun
 isomorph zum Einbettungsfunktor und die Verkn"upfung
 in der oberen Horizontale wird so ein Linksadjungierter des Einbettungsfunktors, eben unsere Garbifizierung.
\end{proof}
%\begin{proof}
%Wir notieren 
%$\op{\acute{e}tTop}_{X}\subset \op{Top}_{X}$ 
%die\index{etTop@$\op{\acute{e}tTop}_{X}$ \'etale R"aume "uber $X$} 
%volle 
%Unterkategorie aller \'etalen R"aume "uber $X$ und betrachten das
%Diagramm der bereits in \ref{ADJS} konstruierten Funktoren
%  $$\begin{array}{ccc} \op{pEns}_{/X}  &\ra &
%    \op{\acute{e}tTop}_{X}\\
%    \uparrow & & \downarrow \\
%    \op{Ens}_{/X} &
%    \leftarrow & \op{Top}_{X} 
%\end{array}$$
%mit den offensichtlichen Einbettungsfunktoren in den
%Vertikalen, dem Bilden des \'etalen Raums $\op{\acute{e}t}$ in der
%oberen Horizontalen und dem Bilden der Garbe der stetigen Schnitte 
%$\cal{S}$ in der unteren Horizontalen. 
%Wir haben in \ref{ADJS} eine Adjunktion $(\op{\acute{e}t},\cal{S})$
%konstruiert zwischen dem
%Kompositionsfunktor von links oben nach rechts unten und 
%dem Kompositionsfunktor zur"uck. In \ref{AdIs} und \ref{EtI} haben wir
%gezeigt, da"s das induzierte Paar von adjungierten Funktoren
%eine "Aquivalenz von Kategorien zwischen links unten und rechts oben liefert.
%Damit ist klar, da"s und wie 
%die Zuordnung $\cal{C}\mapsto \cal{C}^{+}\pdef \cal{S} (\op{\acute{e}t} %\cal{C})
%$
%linksadjungiert ist zur Einbettung $
%\op{Ens}_{/X} \rightarrow  \op{pEns}_{/X}.
%$
%\end{proof}

\begin{Bemerkunge}[\textbf{\'Etalisierung}]
Wir notieren weiter
$\op{\acute{e}tTop}_{X}\subset \op{Top}_{X}$ 
die\index{etTop@$\op{\acute{e}tTop}_{X}$ \'etale R"aume "uber $X$} 
volle 
Unterkategorie aller \'etalen R"aume "uber $X$ und
$\op{Ens}_{/X}=\op{gpEns}_{/X}\subset\op{pEns}_{/X}$ die volle Unterkategorie aller Garben alias Garbenpr"agarben und betrachten das
Diagramm von Funktoren\label{etAk} 
 \begin{displaymath}
    \xymatrix{
      \op{\acute{e}tTop}_{X}\;\;
      \ar@<1ex>[r]^-{\mathcal S}_-{\approx}&
      \;\; \op{gpEns}_{/X}\ar@<1ex>[l]^-{\op{\acute{e}t}}\ar@<1ex>[r]^-{\op{\acute{e}t}}
      \;\;&
      \;\;\op{Top}_{X}\;\;
      \ar@<1ex>[l]^-{\mathcal S}}
 \end{displaymath}
 Oben steht dabei immer der Linksadjungierte, auf der rechten Seite wegen
 unserer allgemeinen Adjunktion \ref{ADJS}, und auf der linken Seite, weil die
 Funktoren zueinander quasiinverse "Aquivalenzen von Kategorien sind.
Die Verkn"upfung in der oberen Horizontale ist nun
 isomorph zum Einbettungsfunktor. Die Verkn"upfung
 in der unteren Horizontale wird so ein Rechtsadjungierter des Einbettungsfunktors, den wir die
 {\bf \'Etalisierung}\index{Etalisierung@\'Etalisierung} nennen und $\op{\acute{e}ts}\pdef \op{\acute{e}t}\circ \mathcal S$ notieren.\index{ets@$\op{\acute{e}ts}$ \'Etalisierung}
 Zu jeder stetigen Abbildung $T\ra X$ alias $T\in \op{Top}_X$
 k"onnen wir so die \'etale Abbildung 
 $\op{\acute{e}ts} (T)\in\op{\acute{e}tTop}_{X}$ bilden
 zusammen mit einer stetigen Abbildung $\op{\acute{e}ts} (T)\ra T$
 "uber $X$  und  gegeben 
 $E \in\op{\acute{e}tTop}_{X}$ faktorisiert jeder 
Morphismus in $\op{Top}_X(E,T)$ auf genau eine Weise "uber
$\op{\acute{e}ts} (T)$. F"ur $T$ \'etale "uber $X$ schlie"slich ist der
nat"urliche Morphismus ein Isomorphismus $ \op{\acute{e}ts} ( T)\sira T$.
\end{Bemerkunge}





\begin{Beispiel}[\textbf{Konstante Garben}]
  Der Funktor $\op{Ens}\ra \op{Ens}_{/X}$ der konstanten Garbe
 aus \ref{konGa} gegeben durch $M\mapsto M_X$
 ist linksadjungiert zum Funktor $\Gamma$ der globalen Schnitte
 vermittels der durch die offensichtlichen Abbildungen $M\ra \Gamma M_X$  induzierten Bijektionen
 $$\op{Ens}_{/X}(M_X,\mathcal F)\sira \op{Ens}(M,\Gamma\mathcal F)$$
 Das folgt sofort aus unserem Satz \ref{GSc} "uber Garben und ihre
 \'etalen R"aume.
 Das Exponentialgesetz  induziert sogar
 f"ur jeden Raum $E$ "uber $X$ und jede diskrete Menge $M$ eine Bijektion
 $\op{Top}_X(M\times X, E)\sira \op{Ens}(M,\op{Top}_X(X,E))$. 
 F"ur $X\neq\emptyset$ ist unser Funktor $(M\mapsto M_X)$ treu und f"ur
$X$ zusammenh"angend sogar volltreu. 
Eine Garbe von Mengen hei"st 
{\bf konstant},\index{konstant!Garbe}\label{KOGA} wenn sie zu einer
Garbe der Gestalt $M_X$ isomorph ist.
Bezeichne $\op{Ens}^{\op{k}}_{/X}\subset \op{Ens}_{/X}$ die volle
Unterkategorie der konstanten Garben.
Ist $X$ zusammenh"angend, so liefert unser Funktor $M\mapsto M_X$ mithin eine
"Aquivalenz von Kategorien \index{Ens@$\op{Ens}_{/ X}^{\op{k}}$ konstante Garben}
$$\op{Ens}\sirra \op{Ens}^{\op{k}}_{/X}$$
Die Garbe $M_X$ f"ur
die einpunktige Menge $M$ ist das finale Objekt von $\op{Ens}_{/X}$.
Wir notieren es auch $\op{ens}_{/X}$.\index{ens@$\op{ens}_{/X}$ finale Mengengarbe} Analoges gilt f"ur Garben von Gruppen und Ringen.
Insbesondere\label{GX}
ist der Funktor $\op{Ab}\ra \op{Ab}_{/X}$ gegeben durch
$(A\mapsto A_X)$  linksadjungiert zum Funktor der
globalen Schnitte und treu f"ur $X\neq\emptyset$ und volltreu f"ur
$X$ zusammenh"angend. Die Objekte seines wesentlichen Bildes
hei"sen {\bf konstante abelsche Garben}.\index{konstant!abelsche Garbe} Notieren  wir $\op{Ab}^{\op{k}}_{/X}\subset \op{Ab}_{/X}$ die 
Kategorie der konstanten abelschen Garben auf $X$, 
so liefert  unser Funktor f"ur zusammenh"angendes $X$ eine
"Aquivalenz von Kategorien \index{Ab@$\op{Ab}_{/ X}^{\op{k}}$ konstante belsche Garben}
$$\op{Ab}\sirra \op{Ab}^{\op{k}}_{/X}$$
\end{Beispiel}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Garbifizierung abelscher Pr"agarben}]
Gegeben  eine abelsche Pr"agarbe $\cal F$ besitzt 
ihre Garbifizierung $\cal{F}^{+}$ genau eine Struktur
als abelsche Garbe derart, da"s der Morphismus $\eta:\cal F\ra \cal F^+$
ein Morphismus von abelschen Pr"agarben ist. In der Tat legt diese Bedingung
die Addition auf den Halmen fest und die halmweise
Summe zweier stetiger Schnitte in den \'etalen Raum ist offensichtlich wieder
stetig. Weiter fakorisiert jeder Morphismus abelscher Pr"agarben
$\mathcal F\ra \mathcal G$ in eine abelsche Garbe $\mathcal G$ eindeutig
"uber einen Morphismus von Mengengarben $\mathcal F^+\ra \mathcal G$,
der dann auch ein Morphismus von abelschen Garben sein mu"s, weil er
auf den Halmen mit der Addition vertr"aglich ist.\label{UGarab}
Die Garbifizierung liefert so auch auf abelschen Garben
einen Linksadjungierten des
Einbettungsfunktors $
\op{Ab}_{/X} \hra  \op{pAb}_{/X}$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Garbifizierung abelscher Pr"agarben, Variante}]
  Auf Mengenpr"agarben  kommutiert 
  die Garbifizierung mit endlichen Produkten, als da hei"st,
  die offensichtlichen
  Morphismen sind Isomorphismen
  $$(\mathcal F\times\ldots\times \mathcal G)^+\sira \mathcal F^+\times\ldots\times \mathcal G^+$$
  Nach \eref{FiKoM}{TS} kommutieren n"amlich filtrierende Kolimites
  von Mengen mit endlichen Produkten und folglich induzieren
  unsere offensichtlichen Morphismen  Isomorphismen auf den Halmen.
  Nun ist eine Pr"agarbe von abelschen Gruppen dasselbe wie ein
  $\op{Ab}$-Objekt in der Kategorie der Mengenpr"agarben
  und eine Garbe von abelschen Gruppen dasselbe wie ein
  $\op{Ab}$-Objekt in der Kategorie der Mengengarben. So sehen wir
  ein weiteres Mal, da"s es auf der
  Garbifizierung  $\mathcal F^+$ einer abelschen Pr"agarbe $\mathcal F$
  genau eine Struktur als
  abelsche Garbe gibt, f"ur die die Einheit der Adjunktion
  $\mathcal F\ra \mathcal F^+$ ein Morphismus
  von abelschen Pr"agarben ist, und da"s jeder
  Morphismus $\mathcal F\ra \mathcal G$ in eine abelsche Garbe eindeutig
  als $\mathcal F\ra \mathcal F^+\ra \mathcal G$ faktorisiert mit  einem
  Morphismus abelscher Garben an zweiter Stelle.
\end{Bemerkungl}

\nichtfinal{\begin{Bemerkungl} Wohin? 
  Garbifizierung besitzt einen Rechtsadjungierten, ist also vertr"aglich
  mit Kolimites. Insbesondere besitzen Mengengarben beliebige Kolimites
  und der Kolimes der Garbifizierun ist  die Garbifizierun der Kolimites.
  Irgendein Satz besagt, da"s Mengengarben
  auch Limites "uber endliche Diagramme
  besitzen. Genauer folgt aus der Transitivit"at von Limites \ref{coco},
  da"s Limites von Garben in der Kategorie der Pr"agarben bereits Garben sind.
\end{Bemerkungl}}

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}\label{KoGa} 
  Sei $X$ ein Raum und $\mathcal F\in\op{Ens}_{/X}$ eine Mengengarbe.
  Gibt es eine Teilmenge $M\subset \mathcal F(X)$ mit
  $M\sira \mathcal F_x\;\forall x\in X$, so ist $\mathcal F$ eine
  \hyperref[KOGA]{konstante Garbe}.
\end{Ubung}






\begin{Ubung}\label{sof}
  Gegeben ein Schnitt einer \'etalen Abbildung ist die
  Menge aller Punkte, an denen er stetig ist, stets offen. 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Produkte von Garben}]
In der Kategorie der Mengengarben auf einem topologischen
Raum $X$ gibt es beliebige  Produkte. Diese stimmen "uber\-ein\label{ProzGA} 
mit den Produkten in der Kategorie der Pr"agarben. Der
\'etale Raum eines Produkts ist im Fall unendlicher Produkte nicht
notwendig das Faserprodukt der \'etalen R"aume. Jedes endliche
Produkt  in $\op{Top}_{X}$
\'etaler R"aume  ist jedoch wieder \'etale, 
somit vertauscht das Bilden des \'etalen Raums mit endlichen
Produkten von Garben. 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Koprodukte von Garben}]
  In der Kategorie der Mengengarben auf einem topologischen
  Raum $X$ gibt es beliebige Koprodukte.
  Koporodukte in $\op{Top}_X$ von \'etalen R"aumen "uber $X$ sind wieder
  \'etale "uber $X$, folglich vertauscht das Bilden von Koprodukten
  von Garben mit dem Bilden des \'etalen Raums.
  Dahingegen  mu"s ein Pr"agarben-Koprodukt von Garben 
   keineswegs wieder eine Garbe sein.
\end{Ubung}
\begin{Ubungw}[\textbf{Gruppengarben als Gruppenobjekte}]
  Sei ein fester topologischer Raum $X$ gegeben.
  Wir erinnern aus \eref{VkOO}{AAG} die Konzepte der Monoidobjekte, Abmonoidobjekte, Gruppenobjekte und abelschen Gruppenobjekte in einer
  Kategorie mit endlichen Produkten. 
  Man konstruiere Isomorphismen von Kategorien\label{ggGO} 
  $$\op{Mon}(\op{Ens}_{/X})\sira \op{Mon}_{/X}\quad
  \op{Grp}(\op{Ens}_{/X})\sira \op{Grp}_{/X}\quad
  \op{Ab}(\op{Ens}_{/X})\sira \op{Ab}_{/X}$$
  zwischen der Kategorie der Monoidobjekte der Kategorie der
  Mengengarben  und
  der Kategorie der Garben von Monoiden  und
  dergleichen. 
\end{Ubungw}


\begin{Ubung}[\textbf{Morphismen aus dem leeren Produkt}] 
  Das leere Produkt alias finale Objekt in der Kategorie $\op{Ens}_{/X}$
  der Garben auf einem topologischen Raum $X$ ist die konstante Garbe
  $\op{ens}_{/X}$\label{MalP}  
  mit $\op{id}:X\ra X$ als \'etalem Raum.
  Das Auswerten auf dem einzigen Schnitt der konstanten Garbe liefert f"ur
  jede weitere Garbe $\mathcal F$ eine Bijektion
  $$\op{Ens}_{/X}(\op{ens}_{/X},\mathcal F)\sira \Gamma(X;\mathcal F)$$
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Multihom der kartesischen
      Schmelzkategorie der Garben}] 
  In der kartesischen Schmelzkategorie $\op{kart}(\op{Ens}_{/X})$
  der Garben auf einem topologischen Raum $X$ erh"alt man ein Multihom
  durch die Vorschrift\label{muhog} 
  $$(\mathcal G{\Rrightarrow}\mathcal F)(U)\pdef
  \op{Ens}_{/U}({\mathcal G}_1|_U\curlyvee\ldots \curlyvee
  {\mathcal G}_r|_U,\mathcal F|_U)$$
f"ur $\mathcal G= {\mathcal G}_1\curlyvee\ldots \curlyvee
{\mathcal G}_r$ und $U\co X$. In dieser Terminologie k"onnen wir die
Beschreibung der globalen Schnitte aus der vorhergehenden "Ubung
auch umschreiben zu einer ausgezeichneten Bijektion 
$$\op{Ens}_{/X}(\curlyvee,\mathcal F)\sira \Gamma(X;\mathcal F)$$
zwischen den Leerverschmelzungen nach $\mathcal F$ und den globalen Schnitten von $\mathcal F$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{ProGA}
In der Kategorie der abelschen Garben auf einem topologischen
Raum gibt es beliebige  Produkte und diese stimmen "uberein
mit den Produkten in der Kategorie der Pr"agarben.
Die Konstruktion direkter Summen diskutieren wir in \ref{DLIG}.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Halme der Wolkenkratzergarben}]
Man zeige, da"s die Halme der Wolkenkratzergarbe $A_{(x)}$ gerade 
die Menge $A$
selbst sind
an allen Stellen, die im Abschlu"s des Punktes $x$ liegen,
und da"s sie sonst einelementig sind.\label{HaWK} Feinere Aussagen
in dieser Richtung werden in \ref{Vspp} diskutiert. 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Gegeben ein topologischer Raum $X$ mit einer offenen Teilmenge
$U\co X$ ist die Einbettung \'etale und mithin der  \'etale Raum
einer Garbe von Mengen.
Deren Halme sind einelementig\label{Puf} 
an allen Punkten $x\in U$ und leer an allen Punkten $x\not\in U$. 
Im Fall eines offenen aber nicht abgeschlossenen 
Punktes ist diese Garbe damit
\glqq st"arker lokalisiert\grqq\ als die
Wolkenkratzergarbe an besagtem Punkt.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Halm von Produkt und 
Produkt der Halme}] 
Der Halm eines Produkts von Garben ist
nicht notwendig das Produkt der Halme: 
Zum Beispiel betrachte man auf $\DR$ das Produkt der 
Wolkenkratzer mit Halm $K$ an den Stellen $1/n$ mit $n\geq 1$ und
zeige, da"s sein Halm im Ursprung der Quo\-tient 
$\big(\prod_{n\geq 1}K\big)/\big(\bigoplus_{n\geq 1} K\big)$ ist.
Oder man\label{PrGa} 
betrachte auf $\DR$ das Produkt 
der Garben $\cal{F}_n$ mit \'etalen 
R"aumen den disjunkten Vereinigungen
 $\DR\amalg (-1/n,1/n)$ f"ur
nat"urliche Zahlen  $n\geq 1$ und  den offensichtlichen Abbildungen nach
$\DR$. Im Fall endlicher Produkte ist aber der \'etale Raum des Produkts
in der Tat das Faserprodukt der \'etalen R"aume der Faktoren.
\end{Ubung}
\begin{Ubunge}
Sei $f:Y\ra X$ stetig und $\mathcal{U}\subset\mathcal{P}(X)$ eine
offene "Uberdeckung. Man zeige: Genau dann ist $f$ \'etale,
wenn $f:f^{-1}(U)\ra U$  \'etale ist f"ur alle $U\in \mathcal{U}$. 
\end{Ubunge}

\begin{Ubung}\label{HWK}
Sei $X$ ein topologischer Raum und $x\in X$ ein Punkt.
Der Halmfunktor $\op{Ab}_{/X}\ra\op{Ab},$ $\cal{F}\mapsto  \cal{F}_x$
hat als Rechtsadjungierten den
Wolkenkratzerfunktor $A\mapsto A_{(x)}$.
Sehr viel allgemeinere Resultate in dieser Richtung
werden wir in \ref{DirB} kennenlernen.
\end{Ubung}

\begin{Ubunge}[\textbf{Garben auf teilgeordneten Mengen}] 
  Sei eine teilgeordnete
  Menge $(A,\leq)$ gegeben.\label{GOTo}  
Wir versehen sie mit ihrer
Ordnungstopologie nach \eref{OrdT}{TM}, in der also genau die Teilmengen 
offen sind, die mit einem Element auch jedes kleinere 
enthalten, und damit abgeschlossen  genau die Teilmengen, die
mit einem Element auch jedes gr"o"sere enthalten. Wir versehen sie 
auch mit der durch die 
Teilordnung gegebenen
 Kategorienstruktur im Sinne von \eref{poKa}{LA2},
Morphismen gehen hier von gr"o"seren zu kleineren Objekten.
Man zeige, da"s wir eine "Aquivalenz von Kategorien
$$\op{Ens}_{/A}\;\sirra\;\op{Cat}(A,\op{Ens})$$
erhalten zwischen der Kategorie der Garben auf der Menge $A$ mit ihrer
Ordnungstopologie und der Kategorie der Funktoren
von $A$ in die
Kategorie der Mengen, indem wir zu jeder Garbe $\cal{F}$ den Funktor bilden, 
der jedem Punkt $x\in A$ seinen Halm $\cal{F}_x$ 
und jedem Morphismus $x\geq y$ die von
$x\in \bar{y}$ nach \ref{HABs} induzierte Generisierungsabbildung
$\cal{F}_x\ra \cal{F}_y$
zwischen den Halmen zuordnet.
\end{Ubunge}

\begin{Ubung}\label{lkGG}
Auf einem zusammenh"angenden Raum $X$
ist  das Bilden des Halms an einem beliebigen aber 
festen Punkt  eine "Aquivalenz zwischen der vollen Unterkategorie
in\index{Ensk@$\op{Ens}^{\op{k}}_{/X}$ konstante Garben auf $X$}  $\op{Ens}^{\op{k}}_{/X}\subset \op{Ens}_{/X}$
der konstanten Garben auf $X$ und der Kategorie der Mengen.  
 Auf einem einfach zusammenh"angenden Raum ist jede lokal konstante Garbe
konstant. Hinweis: Existenz- und Eindeutigkeitss"atze f"ur 
Hochhebungen aus der "Uberlagerungstheorie \eref{EL}{TF} und \eref{LEZ}{TF}.
Ich erg"anze, da"s
 nach \ref{HTZU}  jeder zusammenziehbare Raum
einfach zusammenh"angend ist.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}
  Sei $\cal F$ eine abelsche Pr"agarbe. Genau dann wird ein Schnitt
$s\in\mathcal F (V)$ in der Garbifizierung zu Null, wenn
es eine offene "Uberdeckung $V=\bigcup_{U\in\mathcal U}U$ von $V$ gibt mit
$s|U=0$ f"ur alle $U\in\mathcal U$. 
\end{Ubung}


\begin{Ubung}\label{GBF}
F"ur jede Mengengarbe $\cal{F}$ induziert der kanonische Morphismus
in die Garbifizierung $\cal{F}\ra \cal{F}^+$ Bijektionen auf allen
Halmen.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{Skom}
Sei $\cal{F}$ eine Garbe von Mengen  auf einem 
topologischen Raum $X$ und sei $K\subset X$ eine
beliebige Teilmenge. Stimmen die Restriktionen zweier globaler Schnitte
$s,t\in \mathcal F(X)$ auf $K$ "uberein, so stimmen bereits 
ihre Restriktionen auf eine offene Umgebung $U$ von $K$ in $X$ 
"uberein. 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Gegeben ein topologischer Raum $X$ hat
  das Vergessen der Addition  $\op{pAb}_{/X}\ra  \op{pEns}_{/X}$
  als Linksadjungierten den Funktor der
  {\bf freien abelschen Pr"agarbe},\index{frei!abelsche Pr"agarbe} 
  der einer Pr"agarbe von Mengen $\mathcal F\in \op{pEns}_{/X}$ mit
  $U\mapsto \mathcal F(U)$ die Pr"agarbe
  ${\op{p}}\DZ\mathcal F$\index{pZ@$\op{p}\DZ\mathcal F$ freie abelsche Pr"agarbe} von abelschen Gruppen
  zuordnet, die gegeben wird durch $U\mapsto \DZ(\mathcal F(U))$ mit $\DZ M$ der freien abelschen Gruppe "uber einer Menge  $M$. Der Vergi"sfunktor\label{frAG} $\op{Ab}_{/X}\ra  \op{pEns}_{/X}$ hat folglich als Linksadjungierten den Funktor der
  {\bf freien abelschen Garbe}\index{frei!abelsche Garbe} 
  $\mathcal F\mapsto \DZ\mathcal F\pdef ({\op{p}}\DZ\mathcal F)^+$, die
  wir erhalten als die Garbifizierung der freien abelschen Pr"agarbe.
  Der Vergi"sfunktor $\op{Ab}_{/X}\ra  \op{Ens}_{/X}$ hat
  denselben Linksadjungierten.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
Gegeben $X$ ein lokal kompakter Hausdorffraum betrachte man  die
Kategorie   $\op{Komp}_X$
der kompakten Teilmengen von $X$ mit den Inklusionen als Morphismen. Wir erhalten dann einen volltreuen Funktor\label{scnh}
  $$\mathcal S^{\op{c}}:\op{Ens}_{/X}\vra \op{Cat}(\op{Komp}_X^{\op{opp}},\op{Ens})$$
  durch die Vorschrift $\mathcal S^{\op{c}}:\mathcal F\mapsto (K\mapsto \Gamma(K;\mathcal F))$. Hinweis: Man konstruiere zu einem Morphismus rechts eine Abbildung
  auf den \'etalen R"aumen links und zeige deren Stetigkeit.
  \nichtfinal{Sollte: Es geht auch ohne Hausdorff, wenn man zus"atzlich fordert,
    da"s unser Raum eine "Uberdeckung durch Kompakta besitzt. Das k"onnte unter
    anderem bei Schemata hilfreich sein.}
  \nichtfinal{Sollte: Essentielles Bild unseres Funktors besteht aus allen
    Kompaktgarben, bei denen sich Schnitte unter beliebigen  endlichen
    "Uberdeckungen von Kompakta durch Kompakta eindeutig verkleben lassen.
    Das hilft mir aber noch wenig.} 
\end{Ubung}

\begin{Ubung} Gegeben $X\supset Z$ ein topologischer Raum mit einer
  dichten Teilmenge
  l"a"st sich jeder stetige
  Schnitt von $Z$ in eine konstante Garbe auf $X$ stetig
  auf eine offene Teilmenge von $X$
  fortsetzen. Das habe ich von Olaf Schn"urer gelernt. 
\end{Ubung}
\begin{Ubunge}[\textbf{Nichtfortsetzbarkeit in Hausdorffr"aumen}]
  Hier kommt ein Beispiel f"ur einen Schnitt einer Garbe auf einer Teilmenge eines Hausdorffraums, der sich nicht stetig auf eine offene Umgebung unserer Teilmenge fortsetzen l"a"st.
  Man sucht einen Raum $X$ mit einer diskreten abgeschlossenen
  Teilmenge $A\subset X$ derart, da"s es keine paarweise disjunkten offenen
  Umgebungen $U_a\co X$ der Punkte von $A$ gibt. Dann ist $\coprod_{a\in A} X\backslash (A\backslash a) \ra X$ eine \'etale Abbildung und $a\mapsto a\in X\backslash (A\backslash a)$ ein stetiger Schnitt auf $A$, der nicht stetig auf eine offene Umgebung von $A$ fortgesetzt werden kann.  Man erh"alt ein
  m"ogliches Paar $A\subset X$, indem man $X\pdef \DR$ setzt und
  $A\pdef \{1/n\mid n\in\DZ_{> 0}\}\cup\{0\}$ und die kleinste Topologie
  auf $\DR$ betrachtet, die die nat"urliche Topologie umfa"st und bei der zus"atzlich
  $\DR\backslash \{1/n\mid n\in\DZ_{> 0}\}$ offen ist. Das alles habe ich von Martin Ziegler gelernt.
\end{Ubunge}






\subsection{Kerne und Kokerne in Kategorien}\label{EKa}
\begin{Bemerkungl}
Im folgenden wird es sich als n"utzlich erweisen, 
in der Kategorie der abelschen Garben auf einem 
topologischen Raum  
homologische Algebra zu treiben. In diesem  Abschnitt 
beginnen wir damit, f"ur dieses Vorhaben einen
begrifflichen Rahmen zu zimmern. Bei vielen konkreten Beispielen 
wie etwa der Kategorie aller abelschen Gruppen mu"s man sich,
wenn man es ganz genau nimmt,
 ein Universum hinzudenken und erst die 
Gesamtheit aller Strukturen der fraglichen Art,
deren Grundmengen zu besagtem Universum geh"oren, 
bilden dann eine Kategorie
im  Sinne unserer Definitionen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Ein Objekt einer Kategorie
hei"st ein \defind{Nullobjekt},\label{NUOB} 
wenn es final und initial ist.
Existiert ein Nullobjekt, so ist es eindeutig bis auf eindeutigen
Isomorphimus. Wir sprechen deshalb meist von {\bf dem} Nullobjekt
und notieren es  $0$.
Gegeben zwei Objekte $A,B$ in einer Kategorie
mit Nullobjekt nennen wir den Morphismus
$A\ra B,$ der
"uber das Nullobjekt faktorisiert, den \defind{Nullmorphismus} 
und notieren ihn $0:
A \ra B$.
\end{Definition}
\begin{Beispiel}
In der Kategorie $\op{Grp}$ der  Gruppen ist jede
einelementige
Gruppe ein Nullobjekt.
In der Kategorie $\op{Mon}$ der Monoide ist jedes
einelementige
Monoid ein Nullobjekt.
 In der Kategorie $\op{Ens}^\ast$ der bepunkteten Mengen ist jede einpunktige
Menge final und initial, als da hei"st, ein Nullobjekt.
Dasselbe gilt in der Kategorie $\op{Top}^\ast$ der bepunkteten topologischen
R"aume. Noch allgemeiner ist f"ur jede Kategorie $\mathcal C$ mit finalem Objekt
$\op{pt}$ in der Kategorie $\mathcal C^{\op{pt}}$ aller Objekte unter $\op{pt}$
die Identit"at $\op{pt} \rightarrow \op{pt}$ ein Nullobjekt.
\end{Beispiel}



\begin{Definition}\label{KEKO}
Sei $f:B\ra C$ ein Morphismus
in einer Kategorie mit Nullobjekt.
\begin{enumerate}
\item
Ein \defnoind{Kern}\index{Kern!in Kategorie}\index{ker@$\op{ker}$!Kern in Kategorie} 
von $f$
ist ein Morphismus $i: (\op{ker} f) \ra B$ mit $fi =0$ derart, da"s
jeder Morphismus $g: A \ra B$ mit $fg=0$ eindeutig faktorisiert
"uber $i,$ als da hei"st, es gibt genau einen Morphismus
$\tilde{g}:A\ra(\op{ker}f)$ mit $g=i\tilde{g}$;
\item
Ein \defnoind{Kokern}\index{Kokern!in Kategorie}\index{cok@$\op{cok}$ Kokern!in Kategorie}  
von $f$ ist dual ein Morphismus
$p: C \ra
(\op{cok} f)$ mit $ pf =0$ derart, da"s jeder Morphismus $g: C \ra
D$ mit $gf =0$ eindeutig faktorisiert "uber $p:C \ra (\op{cok} f)$;
\item
Einen Kokern eines Kerns von $f$ nennen wir auch ein 
\defnoind{Bild}\index{Bild!in abelscher Kategorie}\index{im@$\op{im}$!Bild in Kategorie} 
von $f$ und notieren es $B \ra (\op{im} f)$;
\item
Einen Kern eines Kokerns von $f$ nennen wir dual ein
\defnoind{Kobild}\index{Kobild!in abelscher Kategorie}\index{coim@$\op{coim}$!Kobild in Kategorie}
 von $f$ und
notieren es $(\op{coim} f) \ra C$.
\end{enumerate}
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Per definitionem sind Kerne und Kokerne und ebenso Bilder und Kobilder
eindeutig bis auf eindeutigen Isomorphismus,
falls sie existieren.
Wir sprechen deshalb meist von {\em dem} Kern, {\em dem} Kokern etc.  
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}
Ein Morphismus  $g:B\ra C$ in einer Kategorie hei"st ein
\defind{Monomorphismus} oder \defind{Mono} und als Adjektiv {\bf mono},
 wenn f"ur zwei beliebige Morphismen $f,f':A\ra B$
aus $gf=gf'$ schon folgt $f=f'$.
Wir notieren Monomorphismen oft $\hookrightarrow$.
\end{Definition}
\begin{Definition}
Ein Morphismus  $g:B\ra C$ in einer Kategorie hei"st ein
\defind{Epimorphismus} oder  \defind{Epi} und als Adjektiv {\bf epi},
 wenn f"ur zwei beliebige Morphismen $h,h':C\ra D$
aus $hg=h'g$ schon folgt $h=h'$.
Wir notieren Epimorphismen oft $\twoheadrightarrow$.
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}
  Gegeben eine Kategorie mit Nullobjekt und eine Objektfamilie $(X_i)_{i\in I}$,
  f"ur die  Koprodukt und Produkt existieren, k"onnen wir einen
  Morphismus
  $$\varphi:\coprod X_i\ra \bigsqcap X_i$$
  angeben durch die Bedingung $\op{pr}_i\circ\varphi\circ \op{in}_i=\op{id}\;\forall i$
  und $\op{pr}_i\circ\varphi\circ \op{in}_j=0$ f"ur $i\neq j$.
  Wir nennen ihn den {\bf nat"urlichen Morphismus}.\label{naMO} 
\end{Bemerkungl}


\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
 Gegeben eine Kategorie
mit Nullobjekt ist die Verkn"upfung von rechts oder links
eines Nullmorphismus mit einem
anderen Morphismus stets wieder ein Nullmorphismus.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Die Verkn"upfung von zwei Monos ist mono.
Ist eine Verkn"upfung $hg$ mono, so auch $g$.
Die Verkn"upfung von zwei Epis ist  epi.
Ist eine Verkn"upfung $gf$ epi, so auch $g$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{RKVT}
  Ein  Funktor $L$ mit Rechtsadjungiertem $R$ ist genau dann treu,
  wenn die Einheiten der Adjunktion
$M\ra RLM$ alle Monomorphismen sind. Ein  Funktor $R$ mit Linksadjungiertem $L$ ist genau dann treu,
  wenn die Koeinheiten der Adjunktion
$LRM\ra M$ alle Epimorphismen sind.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Ist in einem kartesischen Diagramm ein Ausgangsmorphismus mono, so auch der
  induzierte gegen"uberliegende Morphismus aus dem Faserprodukt.
  Man formuliere auch die duale Aussage.\label{RZMo} 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{KKD}
In einer Kategorie mit Nullobjekt zeige man die folgenden
Aussagen und formuliere ihre Dualen:
(1)
Der Kern eines Nullmorphismus ist die Identit"at auf dem
Ausgangsobjekt.
Ein Morphismus mit Kern 0 induziert einen Isomorphismus auf
sein Bild.
(2)
Besitzt $f: A \ra B$ einen Kern und ist $g: B \ra C$ ein
Mono, so haben wir $\op{ker} f = \op{ker} g  f$.
(3) 
Gegeben ein kartesisches Diagramm  ist jeder Kern eines Morphismus 
im Diagramm auch ein Kern des
gegen"uberliegenden Morphismus.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Seien $\mathcal  C$ eine Kategorie und $X\in \mathcal  C$ ein Objekt.
  Die volle Unterkategorie von $\mathcal C_X$ aller
  Monomorphismen nach $X$ notieren wir $\mathcal C_{\subset X}$\index{)8ba@$\mathcal C_{\subset X}$ Monos nach $X$ in $\mathcal C$} und nennen sie die
  {\bf Kategorie der Monos nach $X$}. Man zeige: In der Kategorie der
  Monos nach $X$ gibt es zwischen je zwei Objekten
  h"ochstens einen Morphismus. Gibt es insbesondere Morphismen in beide
  Richtungen $Y\ra Z$ und $Z\ra Y$, so sind diese zueinander inverse
  Isomorphismen. Eine Isomorphieklasse in  $\mathcal C_{\subset X}$
  nennen wir ein {\bf Unterobjekt von $X$}\index{Unterobjekt!kategorisches}
  oder ausf"uhrlicher ein {\bf kategorisches Unterobjekt von $X$}.
  Auf der Menge $\op{Unt}(X)$\index{Unt@$\op{Unt}(X)$ Unterobjekte von $X$}
  der Unterobjekte von $X$ erhalten wir eine
  Teilordnung durch die Vorschrift, da"s $[Y]\leq[Z]$ gilt
  genau dann, wenn es einen
  Morphismus $Y\ra Z$ in $\mathcal C_X$ gibt.\label{UOBj}
  Vielfach lassen wir die eckigen Klammern in der Notation von
  Unterobjekten aber auch weg.
\end{Ubung}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Unter-was-auch-immer}]
  Die Terminologie ist hier nicht vollst"andig koh"arent.\index{Unter-} 
  Untergruppen, Untervektorr"aume und Unterk"orper sind im Wesentlichen
  dasselbe wie kategorische Unterobjekte in der entsprechenden Kategorie.
  Untermannigfaltigkeiten oder Untervariet"aten dahingegen sind es nicht.
\end{Bemerkungl}
%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%
\subsection{Pr"aabelsche Kategorien}
\begin{Bemerkungl}\label{InM}
Sei  $\cal{C}$ eine Kategorie mit Nullobjekt.
Wir erinnern die Definition \ref{KEKO} von
Kern, Bild, Kokern und Kobild.
Per definitionem sind Kerne stets Monos und Kokerne
stets Epis.
F"ur jeden Morphismus $f : A \ra B$ mit Kern, Bild, Kokern und Kobild
gibt es genau einen Morphismus $ \op{im}f\ra\op{coim} f,$ 
mit dem das folgende Diagramm kommutativ wird:
$$
\begin{array}{ccccc}
\op{ker} f&\hra&A&\sra &\op{im} f\\
&&\da&&\da \\
\op{cok} f&\twoheadleftarrow&B&\hookleftarrow &\op{coim} f
\end{array}
$$  
\end{Bemerkungl}


\begin{Definition}\label{eXk}
Eine Kategorie hei"st \defind{pr"aabelsch} genau dann, wenn sie (1) ein
Nullobjekt besitzt, wenn (2) jeder Morphismus einen Kern und einen
Kokern hat und wenn zus"atzlich (3) f"ur jeden Morphismus $f$ der
induzierte Morphismus nach \ref{InM} ein
Isomorphismus $\;\op{im} f \sira \op{coim} f\;$ ist.
\end{Definition}

\begin{Bemerkunge}[\textbf{Diskussion der Terminologie}] 
Iversen \cite{Ive} nennt unsere pr"a\-abelschen Kategorien
exakt und "ubernimmt damit in etwa die
Terminologie von Buchsbaum 
\cite{Bu}, der allerdings von seinen 
exakten Kategorien etwas mehr  fordert als Iversen.
In der Literatur versteht man
unter einer exakten Kategorie inzwischen fast immer
abweichend davon
eine exakte Kategorie
im Sinne von Quillen \cite{Qui}. Die Terminologie 
\glqq pr"aabelsch\grqq\  f"uhre ich ein, um diese
Inkonsistenzen aufzul"osen.
Wir werden in \ref{AleH} in beliebigen pr"aabelschen Kategorien
zu jeder kurzen exakten Sequenz von Kettenkomplexen die
lange exakte Homologiesequenz herleiten.
\end{Bemerkunge}








\begin{Beispiele}
Die Kategorie aller abelschen Gruppen ist pr"aabelsch.
Die Kategorie aller Gruppen besitzt zwar ein Nullobjekt und zu jedem
Morphismus Kern und Kokern, ist jedoch nicht pr"aabelsch.
Die Kategorie aller Moduln "uber einem festen Grundring ist pr"aabelsch.
\end{Beispiele}
\begin{Beispiel}
  Die opponierte Kategorie einer 
pr"aabelschen Kategorie ist  auch
  eine pr"aabelsche Kategorie.
\end{Beispiel}


   









\begin{Definition}
Eine Sequenz $A \overset{f}{\ra} B \overset{g}{\ra} C$ in einer
pr"aabelschen Kategorie hei"st 
{\bf exakt},\index{exakte Sequenz!in pr"aabelscher Kategorie} 
 wenn gilt
$gf=0$ und wenn zus"atzlich die induzierte Abbildung $\op{im} f
\ra \op{ker} g$ ein Isomorphismus ist. Sie hei"st eine
{\bf kurze exakte Sequenz},\index{Sequenz!kurze exakte}
 \label{exa} wenn zus"atzlich $f$ 
mono ist und $g$  epi.
Eine l"angere Sequenz hei"st exakt, wenn sie exakt ist
an jeder Stelle.
\end{Definition}
\begin{Beispiel}
  Eine exakte Sequenz ist offensichtlich auch exakt in der opponierten
  Kategorie.
\end{Beispiel}






\begin{Definition}
Ein Funktor
zwischen pr"aabelschen Kategorien hei"st
\defind{linksexakt},\label{eFu} 
 wenn er Kerne zu Kernen macht;
\defind{rechtsexakt},
 wenn er Kokerne zu Kokernen macht;
und \defind{exakt},
 wenn er linksexakt und rechtsexakt ist.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungw} In "Ubung 
  \ref{adAD} sollen Sie zeigen, da rechtsexakte und linksexakte Funktoren
  zwischen abelschen Kategorien stets additiv sind. Das ist die Situation,
  in der wir diese Begriffe f"ur gew"ohnlich verwenden werden.
\end{Bemerkungw}


\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}
In einer pr"aabelschen Kategorie zeige man die folgenden Aussagen.
(1)
F"ur einen Morphismus $f: A \ra B$ sind gleichbedeutend: (a) $f$
ist epi, (b) $\op{cok} f =0$ und (c) $\op{coim} f \sira B$.
Man formuliere auch die duale Aussage.
(2)
Genau dann ist ein Morphismus ein Isomorphismus, wenn er
mono und epi ist.
(3)
Ist $A \twoheadrightarrow B \hookrightarrow C$ eine Komposition
eines Epi mit einem Mono, so ist $B$ das Bild
dieser Verkn"upfung.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Ein Funktor $F$ zwischen pr"aabelschen Kategorien ist genau dann
  rechtsexakt, wenn f"ur jede exakte Sequenz
  $0\ra A\ra B\ra C\ra 0$ die Sequenz $ FA\ra FB\ra FC\ra 0$ exakt ist.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Sowohl rechtsexakte als auch linksexakte Funktoren
bilden das Nullobjekt stets auf das Nullobjekt ab.\label{NaN} 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Besitzt ein Funktor zwischen pr"aabelschen Kategorien einen
linksadjungierten Funktor, so ist er linksexakt.\label{LaE} 
Besitzt ein Funktor zwischen pr"a\-abel\-schen Kategorien einen
rechtsadjungierten Funktor, so ist er rechtsexakt.
\end{Ubung}




\begin{Ubung}\label{AEXa}
Eine Sequenz $\ldots \ra A^{q-1}\ra A^q\ra A^{q+1}\ra \ldots$
in einer pr"aabelschen Kategorie ist exakt genau dann,
wenn f"ur  die jeweiligen 
Faktorisierungen $ A^{n-1}\sra K^q\hra A^q$ in
einen Epi gefolgt von einem Mono
die offensichtlichen Sequenzen 
$ K^q\hra A^q\sra K^{q+1}$ kurz exakt
sind f"ur alle $q$.
\end{Ubung}


\begin{Ubunge}
Eine \defind{Filtrierung} $F$ auf einem Vektorraum $V$
ist eine Folge von Teilr"aumen
$$\ldots \subset V^{\leq n}\subset  V^{\leq n+1} \subset \ldots $$
mit $n \in \Bbb{Z}$.
Wir machen die filtrierten Vektorr"aume zu einer Kategorie, indem
wir die filtrierungsvertr"aglichen linearen Abbildungen als
Morphismen nehmen.
Man zeige, da"s es in dieser Kategorie Kerne und Kokerne gibt,
da"s aber die kanonische Abbildung $\op{coim} f \ra \op{im} f$
kein Isomorphismus sein mu"s.
Ist diese Abbildung doch ein
Isomorphismus, so hei"st
$f$ {\bf strikt filtierungsvertr"aglich}.\index{strikt!filtrierungsvertr"aglich}  "Aquivalent dazu ist die Bedingung $f( V^{\leq n})= W^{\leq n}\cap \op{im}f$ f"ur eine filtrierungsvertr"agliche lineare Abbildung
$f:V\ra W$. 
\end{Ubunge} 

\subsection{Additive und abelsche Kategorien}

\begin{Bemerkungl} Wir erkl"aren eine
  {\bf $\op{Magu}$-Struktur}\index{Magustruktur@$\op{Magu}$-Struktur}
    auf einer Kategorie als die Vorgabe einer Struktur
  als unit"ares Magma alias die Vorgabe einer unit"aren Verkn"upfung 
  auf jeder Morphismenmenge $\mathcal C(X,Y)$ derart, da"s
  sowohl das Vorschalten als auch das Nachschalten eines
  Morphismus jeweils einen Homomorphismus
  von unit"aren Magmas induziert, also einen Homomorphismus
  von Mengen mit Ver\-kn"up\-fung, der das neutrale Element auf das neutrale
  Element abbildet.
 Eine
 {\bf $\op{Magu}$-Kategorie}\index{Magukategorie}
 ist eine Kategorie mit  $\op{Magu}$struktur.
 Ein {\bf $\op{Magu}$-Funktor}\index{Magufunktor@$\op{Magu}$-funktor} von $\op{Magu}$-kategorien
  ist ein Funktor, der auf Morphismenr"aumen Homomorphismen
  von unit"aren Magmas induziert.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungw} Die weitaus wichtigsten F"alle werden im folgenden
  diejenigen sein, bei denen die fraglichen Strukturen als unit"ares Magma sogar
  Strukturen als abelsche Gruppe sind. Wir nennen sie {\bf $\op{Ab}$-Kategorien}.\index{Ab-Kategorie@$\op{Ab}$-Kategorie} 
\end{Bemerkungw}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie und Notation}]
  In \eref{agerK}{TSK} f"uhren wir den Begriff einer in einer
  Schmelzkategorie angereicherten Kategorie ein.
  Eine in der Schmelzkategorie $\op{Magu}$ der unit"aren Magmas
  angereicherte Kategorie 
  erweist sich in dieser Terminologie als dasselbe wie eine 
  $\op{Magu}$-Kategorie. Das neutrale Element der jeweiligen Morphismenmenge
  notieren wir $0$ und ihre Ver\-kn"up\-fung $\top$. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl} In einer Magu-Kategorie  erkl"aren wir wie in
  einer Kategorie mit Nullobjekt in \ref{naMO}
  f"ur jede Objektfamilie mit Produkt
  und Koprodukt den {\bf nat"urlichen Morphismus} vom Koprodukt zum Produkt.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Initiale und finale Objekte in $\op{Magu}$-Kategorien}]
  F"ur ein Objekt $N$ einer $\op{Magu}$-Kategorie sind offensichtlich\label{ifn} 
 gleichbedeutend:\begin{enumerate}
  \item
    $\op{id}_N=0$;\item  $N$ ist initial; \item  $N$ ist final;
  \item $N$ ist ein \hyperref[NUOB]{Nullobjekt}.
 \end{enumerate}
\end{Bemerkungl}
    

\begin{Lemma}[\textbf{Endliche Koprodukte und
      Produkte In $\op{Magu}$-Kategorien}]
  In einer  $\op{Magu}$-Kategorie 
  seien Objekte $ X,Y,Z$ gegeben.\label{ASDe} 
  \begin{enumerate}
    \item
  Finden wir Morphismen 
  $i:X\ra Z, j:Y\ra Z, p:Z\ra X, q:Z\ra Y$  mit
  $p i=\op{id}_X$ und   $q j=\op{id}_Y$  und $qi=0, pj=0$ und 
  $ i p\top jq=\op{id}_Z$, so ist
  $(Z,p,q)$ ein Produkt  $X\sqcap Y$  und $(Z,i,j)$ ein
  Koprodukt  $X\sqcup Y$;
\item
  Ist  $(Z,p,q)$ ein Produkt  $X\sqcap Y$
  und erkl"aren wir $i:X\ra Z, j:Y\ra Z$ durch 
  $p i=\op{id}_X, q i=0$ und $p j=0, qj=\op{id}_Y$, so gilt 
  $ i p\top jq=\op{id}_Z$;
\item
  Ist $(Z,i,j)$ ein Koprodukt  $X\sqcup Y$
  und erkl"aren wir $p:Z\ra X, q:Z\ra Y$ durch 
  $p i=\op{id}_X, pj=0$ und $q i=0, qj=\op{id}_Y$, so gilt 
  $ i p\top jq=\op{id}_Z$.
  \end{enumerate}
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}
  Salopp gesprochen stimmen in einer $\op{Magu}$-Kategorie
  also endliche  Produkte und endliche Koprodukte "uberein.\label{CNO}
  Man sieht auch unmittelbar, da"s jeder $\op{Magu}$-Funktor mit
  endlichen Produkten und endlichen Koprodukten vertr"aglich sein mu"s.
  Wir verwenden in diesem Kontext die Notation
  $X\squap Y$ f"ur das Produkt und Koprodukt. 
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}
  Wir zeigen, da"s $(Z,p,q)$ ein Produkt $X\sqcap Y$ ist.
  Gegeben Morphismen  $f,g:T\ra Z$ folgt aus
  $p f=p g$ und $qf=qg$  bereits $$f=  i pf\top jq f =
  i pg\top jqg=g$$ Gegeben Morphismen
  $a:T\ra X$ und $b:T\ra Y$   gilt f"ur $f\pdef ia\top jb$ umgekehrt
  $p f= a$ und $qf=b$.  Das zeigt, da"s $Z$ ein Produkt $(Z,p,q)$ ein Produkt $X\sqcap Y$ ist.
  Die Koprodukteigenschaft zeigt man genauso und damit ist Teil 1 bewiesen.
    Umgekehrt hat in Teil 2 der Morphismus $f\pdef ip\top jq :Z\ra Z$ die Eigenschaft
  $p f=p $ und  $q f=q $ und damit folgt $f=\op{id}_Z$. Teil 3 zeigt man genauso.
  \end{proof}
\begin{Proposition}[\textbf{Eindeutigkeit von $\op{Magu}$-Strukturen}]
  \begin{enumerate}
  \item Eine Kategorie mit endlichen Produkten und
    $\op{Magu}$-Struktur besitzt auch endliche Koprodukte  und 
  die nat"urlichen Morphismen
  von endlichen Koprodukten zu endlichen Produkten sind  Isomorphismen;
\item Eine Kategorie mit endlichen Koprodukten und
  $\op{Magu}$-Struktur besitzt auch endliche Produkte und 
  die nat"urlichen Morphismen
  von endlichen Koprodukten zu endlichen Produkten sind  Isomorphismen;
  \item 
    Eine Kategorie mit endlichen Produkten und Koprodukten,
    bei der
  die nat"urlichen Morphismen
  von endlichen Koprodukten zu endlichen  Produkten  Isomorphismen sind,
  besitzt genau eine $\op{Magu}$-Struktur und diese ist sogar eine
  $\op{Abmon}$-Struktur, als da hei"st, die 
  Verkn"upfungen auf den Morphismenmengen sind kommutativ und assoziativ;
\item
  Jeder Funktor von einer $\op{Magu}$-Kategorie mit endlichen Produkten in eine
  weitere $\op{Magu}$-Kategorie, der vertr"aglich ist mit endlichen Produkten,
  mu"s ein  $\op{Magu}$-Funktor sein. Analog f"ur Koprodukte.
  \end{enumerate}\label{edMAG} 
\end{Proposition}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Existenz von $\op{Magu}$-Strukturen}]
  Wir sehen insbesondere, da"s jede Kategorie mit
  endlichen Produkten und Koprodukten, bei der die offensichtlichen
  Morphismen von endlichen Koprodukten zu endlichen Produkten
  stets Isomorphismen sind, 
   in
   hoffentlich offensichtlicher  Terminologie
   auf genau eine Weise mit einer $\op{Abmon}$-Struktur
   versehen werden kann und da"s diese dann auch bereits die einzige
   $\op{Magu}$-Struktur ist.
\end{Bemerkungl}




\begin{proof}
  In einer Kategorie mit $\op{Magu}$-Struktur ist nach \ref{ifn}
  jedes finale Objekt auch initial, also jedes leere Produkt auch ein leeres
  Koprodukt. Weiter ist  in einer Kategorie mit $\op{Magu}$-Struktur nach
  \ref{ASDe} jedes Produkt von zwei Objekten auch ein Koprodukt und der
  offensichtliche Morphismus von Koprodukt zum Produkt ein Isomorphismus.
  Induktiv folgt Teil 1 und genauso zeigt man Teil 2.
  In dieser Situation kann man f"ur $f,g:X\ra Y$ ihre $\top$-Verkn"upfung
  $f\top g$
  beschreiben 
  als die Komposition 
  \begin{displaymath}
    \xymatrix{X\ar[r]^-\Delta &X\sqcap X\ar[r]^{f\sqcap g} &Y\sqcap Y &Y\sqcup Y\ar[l]_-{\sim}\ar[r]^-\nabla &Y}
  \end{displaymath}
  und das zeigt sowohl die Eindeutigkeit wie die Kommutativit"at der
  $\top$-Verkn"upfung unter den gegebenen Annahmen. Die Assoziativit"at
  folgt, indem wir pr"ufen, da"s $(f\top g)\top h$ und  $f\top (g\top h)$
  beide mit der Komposition im Diagramm
  \begin{displaymath}
    \xymatrix{X\ar[r]^-\Delta &X\sqcap X\sqcap X\ar[rr]^{f\sqcap g\sqcap h} &&Y\sqcap Y\sqcap Y &Y\sqcup Y\sqcup Y\ar[l]_-{\sim}\ar[r]^-\nabla &Y}
  \end{displaymath} "ubereinstimmen m"ussen. Die letzte Behauptung der
  Proposition folgt unmittelbar aus der hier gegebenen Beschreibung der
  $\top$-Verkn"upfungen.
\end{proof}
  


\begin{Definition} Eine {\bf $\op{Ab}$-Struktur}\index{Ab-Struktur@$\op{Ab}$-Struktur} oder gleichbedeutend
  {\bf additive Struktur}\index{additive Struktur} auf einer Kategorie ist eine
  Struktur von abelscher Gruppe auf jeder Morphismenmenge derart, da"s
  die Verkn"upfung von Morphismen biadditiv ist.\label{adS}
  Eine {\bf $\op{Ab}$-Kategorie}\index{Ab-Kategorie@$\op{Ab}$-Kategorie}
  ist eine Kategorie mit $\op{Ab}$-Struktur.
  Ein Funktor zwischen $\op{Ab}$-Ka\-te\-go\-ri\-en
  hei"st ein {\bf $\op{Ab}$-Funktor},\index{Ab-Funktor@$\op{Ab}$-Funktor}  wenn
  er Gruppenhomomorphismen auf den Morphismenr"aumen induziert. 
\end{Definition}













\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}]
   Eine $\op{Ab}$-Kategorie
  erweist sich als  eine in der Schmelzkategorie der
  abelschen Gruppen angereicherte Kategorie.
In wieder anderen Quellen wird eine
$\op{Ab}$-Kategorie  
als eine \glqq pr"a-additive Kategorie\grqq\  
bezeichnet.\index{pr"a-additiv@{\it pr"a-additive Kategorie}}
Ich bezeichne eine  $\op{Ab}$-Kategorie 
in manchen Kontexten auch als ein
{\bf Ringoid}.\index{Ringoid}\label{Ringoid} 
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}[\textbf{Ein-Objekt-Kategorien mit $\op{Ab}$-Struktur}] 
Zu jedem Ring $R$ k"onnen wir  die Ein-Objekt-Kategorie 
$[R]$ mit\label{MOKAR} 
einem einzigen Objekt $\ast$ 
 bilden, deren Morphismen eben genau die Elemente von besagtem Ring sind, mit
der Multiplikation als Verkn"upfung von Morphismen. Die Addition von
Ringelementen definiert dann auf der Ein-Objekt-Kategorie $[R]$ 
eine $\op{Ab}$-Struktur.
Umgekehrt ist f"ur jedes Objekt $X$ einer $\op{Ab}$-Kategorie $\mathcal C$
die Menge $\mathcal C(X)=\mathcal C(X,X)$ mit der von der Kategorienstruktur
herkommenden Verkn"upfung als Multiplikation und der von der additiven Struktur
herkommenden Verkn"upfung als Addition ein Ring. 
In diesem Sinne ist also eine $\op{Ab}$-Kategorie mit
einem einzigen 
Objekt nichts anderes
als ein Ring.
\end{Beispiel}


\begin{Korollar}[\textbf{Eindeutigkeit von $\op{Ab}$-Strukturen}]
Auf einer Kategorie mit endlichen Produkten gibt es h"ochstens eine\label{EaS}
 $\op{Ab}$-Struktur.  Dasselbe gilt opponiert f"ur jede Kategorie mit endlichen
  Koprodukten.\label{EaSK}   
\end{Korollar}

\begin{proof}
  Nach  Proposition \ref{edMAG} gibt es sogar h"ochstens eine
  $\op{Magu}$-Struktur.
\end{proof}

\begin{Definition} Eine
  {\bf additive Kategorie}\index{additiv!Kategorie}\index{Kategorie!additive}
  ist eine Kategorie mit endlichen Produkten und $\op{Ab}$-Struktur oder
  gleichbedeutend mit  endlichen Koprodukten und $\op{Ab}$-Struktur. 
\end{Definition}
\begin{Proposition}
  F"ur einen Funktor zwischen additiven Kategorien sind gleichbedeutend:\label{cAf} 
  \begin{enumerate}
  \item
    Unser Funktor vertauscht mit endlichen Produkten;
  \item
    Unser Funktor vertauscht mit endlichen Koprodukten;
  \item
     Unser Funktor ist ein $\op{Ab}$-Funktor.
  \end{enumerate}
\end{Proposition}
\begin{proof}
Das gilt nach \ref{CNO} und \ref{edMAG} sogar
f"ur $\op{Magu}$-Kategorien mit endlichen Produkten oder
gleichbedeutend endlichen Koprodukten.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl} Ein Funktor zwischen additiven Kategorien mit den
  "aquivalenten Eigenschaften aus Proposition \ref{cAf} hei"st ein  {\bf additiver Funktor}.\index{additiv!Funktor}\label{addiF}\index{Funktor!additiver}
\end{Bemerkungl}

 \begin{Bemerkungl}[\textbf{Adjungierte sind additiv}]
Jeder Funktor zwischen
additiven Kategorien, der einen Linksadjungierten besitzt,
ist bereits additiv, da er mit Produkten vertauscht.\label{LAad}
 Jeder Funktor zwischen
additiven Kategorien, der einen Rechtsadjungierten besitzt,
ist bereits additiv, da er mit Koprodukten vertauscht.\label{RAad}
 \end{Bemerkungl}

 
 \begin{Bemerkungl}[\textbf{Matrixnotation f"ur Morphismen zwischen Produkten}]
   In einer beliebigen Kategorie $\mathcal C$
   sind Morphismen von einem Koprodukt
   zu einem Produkt $f:\coprod_{i\in I}X_i\ra \prod_{j\in J}Y_j$ in Bijektion
   zu Tupeln $(f_{j,i})\in\prod_{i,j}\mathcal C(X_i,Y_j)$ vermittels
   $f\mapsto (\op{pr}_j f \op{in}_i)$. 
   In $\op{Ab}$-Kategorien oder allgemeiner $\op{Abmon}$-Kategorien
   ist es besonders sinnhaft, 
Morphismen zwischen endlichen Produkten alias Koprodukten mit angeordneter
Indexmenge als Matrizen von Morphismen zwischen den
einzelnen Objekten zu schreiben, weil
in diesem Fall die Verkn"upfung von Morphismen nach \ref{ASDe} durch ein
Analogon der 
Matrixmultiplikation beschrieben werden kann.
Wir denken uns dabei unsere Objekttupel
als Spalten, ein Morphismus von einem endlichen Koprodukt in ein Objekt wird
also durch eine Zeilenmatrix beschrieben  und ein Morphismus von einem Objekt in ein endliches Produkt  durch eine Spaltenmatrix.
\end{Bemerkungl}




\begin{Definition}\label{abK}
Eine Kategorie hei"st
{\bf abelsch},\index{abelsch!Kategorie}
 wenn sie additiv
und pr"aabelsch ist. 
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Andere  "aquivalente Definitionen und viele weitere
Resultate findet man in \cite{Freyd, Borc, Gabriel, HiS}. 
Insbesondere findet man in \cite{Freyd} einen Beweis der Tatsache,
da"s jede pr"aabelsche Kategorie mit endlichen 
Produkten und Koprodukten  bereits abelsch ist. Ich gebe
ihn als "Ubung \ref{ChAB}. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}
  Die Kategorie der abelschen topologischen Gruppen ist
  additiv, aber nicht abelsch. So ist etwa f"ur die Abbildung
  $\DR^{\op{disk}}\ra\DR$ von $\DR$ mit der diskreten Topologie
  nach $\DR$ mit der "ublichen Topologie der nat"urliche
  Morphismus vom Bild zum Kobild kein Isomorphismus von
  topologischen Gruppen.
\end{Beispiel}
\begin{Beispiele}
Sei $R$ ein Ring. Die Kategorie
aller 
freien $R$-Moduln von endlichem Rang
ist additiv. Die Kategorie
aller $R$-Moduln ist sogar abelsch, ebenso wie die
Kategorie
der abelschen Pr"agarben und die
Kategorie
 der
abelschen Garben auf einem gegebenen topologischen Raum. 
Die opponierte Kategorie einer additiven beziehungsweise abelschen Kategorie ist stets
auch additiv beziehungsweise abelsch.
\end{Beispiele}




\begin{Beispiel}
Ganz allgemeinen ist f"ur jede Kategorie $I$ 
die Kategorie aller Funktoren von $I$ in eine additive beziehungsweise abelsche Kategorie
mit den Transformationen als Morphismen wieder eine additive beziehungsweise abelsche
Kategorie.  
Zum Beispiel
ist  die Kategorie aller gerichteten Systeme
von abelschen Gruppen "uber einer vorgegebenen teilgeordneten
Indexmenge eine abelsche
Kategorie.  
Aus demselben allgemeinen Grund bilden auch die abelschen Pr"agarben
auf einem topologischen Raum 
eine abelsche Kategorie:
Nullobjekt ist Pr"agarbe, die jeder offenen Menge die triviale
Gruppe zuordnet, und der Kern beziehungsweise Kokern eines Morphismus $f:
\cal{F} \ra \cal{G}$ werden gegeben durch
$$\begin{array}{cccccl}
(\op{ker} f)(U) & = & \op{ker} (\cal{F}(U)\ra\cal{G}(U)) &
&\forall& U \co X\\
(\op{cok}f)(U) &=& \op{cok}(\cal{F}(U) \ra \cal{G}(U)) & &
\forall&
U \co X
\end{array}$$
mit hoffentlich offensichtlichen Restriktionen.  
\end{Beispiel}

\begin{Beispiel}
  Die Kategorie aller Komplexe in einer additiven beziehungsweise 
abelschen Kategorie $\cal{A},$
also aller Sequenzen $\ldots\ra A_n\ra A_{n+1}\ra\ldots$ mit der 
Eigenschaft, da"s die Komposition von je zwei aufeinanderfolgenden 
Morphismen Null ist, 
  ist mit den \glqq Kettenabbildungen\grqq\  als Morphismen 
eine additive beziehungsweise abelsche Kategorie $\op{Ket}(\cal{A})=\op{Ket}_{\cal{A}}$. 
Unsere kurzen exakten Sequenzen von Kettenkomplexen aus
  \eref{KeSK}{TS} sind genau die kurzen exakten 
Sequenzen in der abelschen Kategorie $\op{Ket}(\op{Ab})$.
\end{Beispiel}











\subsubsection*{"Ubungen}

\begin{Ubung}
 Die opponierte Kategorie  einer additiven Kategorie ist 
additiv. Die opponierte Kategorie  einer abelschen Kategorie ist 
abelsch.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Eine volle Unterkategorie einer additiven Kategorie ist 
additiv genau dann, wenn sie mit jeder endlichen Familie von Objekten
auch ein Produkt dieser Familie enth"alt.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{adAD}
  Man zeige: \begin{enumerate}
    \item Gegeben Objekte $X,Y$  einer abelschen Kategorie ist die Sequenz
  $X\ra X\squap Y\ra Y$ mit Morphismen der Spaltenmatrix $(\op{id}_X,0)^\ttop$
      und der Zeilenmatrix $(0, \op{id}_Y)$ exakt;
    \item
      Gegeben linksexakte Sequenzen in einer abelschen Kategorie
  $X\hra D\ra Y$ und $Y\hra D\ra X$ derart,
  da"s die Verkn"upfung de entsprechenden Pfeile die
  Identit"at auf $X$ beziehungsweise $Y$ ist,
  gibt es umgekehrt einen Isomorphismus $D\sira X\squap Y$, unter dem beide
  Sequenzen sich in die Sequenzen von Teil 1 verwandeln;
  \item 
   Jeder \hyperref[eFu]{linksexakte} und jeder \hyperref[eFu]{rechtsexakte}
  Funktor zwischen abelschen
  Kategorien ist additiv.
   Hinweis: Nach "Ubung \ref{NaN} bildet er Nullobjekte
   auf Nullobjekte ab. Nach \ref{LAad} reicht es zu zeigen,
   da"s unser Funktor mit endlichen Koprodukten vertr"aglich ist.
  \end{enumerate}
\end{Ubung}








\begin{Ubung}\label{ADTT}
Gegeben $\cal{A}$ eine additive Kategorie und $T\in \cal{A}$
ein Objekt bezeichne 
$\langle_! T\rangle=\langle_! T\rangle_\oplus\subset \cal{A}$
die\index{)5@$\langle \;\rangle=\langle \;\rangle_\oplus$ additives Erzeugnis} 
kleinste volle Unterkategorie von $\cal{A},$ die $T$ enth"alt und
stabil ist unter endlichen Produkten. Wie immer bezeichne 
$\cal{A}(T)$ den Endomorphismenring von $T$. Man zeige, da"s der 
Funktor $\cal{A}(T,\;)$ eine "Aquivalenz zwischen $\langle_! T\rangle_\oplus$
und $\langle_! \cal{A}(T)\rangle_\oplus\subset \op{Mod-}\cal{A}(T)$
induziert. Im "ubrigen sind beide Kategorien auch "aquivalent zur 
Matrixkategorie $\op{Mat}(\cal{A}(T)),$ wie wir sie in \eref{MKk}{LA2} f"ur 
einen beliebigen Ring definiert hatten.
\end{Ubung}
\begin{Ubunge}
 Seien $\mathcal A$ eine additive Kategorie und $E \in \mathcal A$ ein Objekt
mit der Eigenschaft, da"s jedes Objekt von $\mathcal A$ isomorph ist zu einem
Summanden einer direkten Summe von endlich vielen Kopien von $E$.
So ist der Funktor der Homomorphismen
\begin{equation*}
 \mathcal A (E, \;) : \mathcal A \rightarrow \op{Mod-} \mathcal A (E)
\end{equation*}
von $\mathcal A$ in die Rechtsmoduln "uber dem 
Endomorphismenring von $E$
volltreu und alle $\mathcal A (E,M)$ sind 
projektive $\mathcal A (E)$-Rechtsmoduln.
Hat unsere additive Kategorie 
$\mathcal A$ dar"uber hinaus
{\bf spaltende Idempotente}\index{spaltende Idempotente}  oder
gleichbedeutend die
{\bf Karoubi-Eigenschaft},\index{Karoubi-Eigenschaft}  
ist also jeder idempotente
Endomorphismus eines Objekts der Projektor einer Zerlegung 
in eine direkte Summe,
so induziert $\mathcal A (E, \;)$ eine "Aquivalenz von $\mathcal A$ mit der
Kategorie der endlich erzeugten projektiven
$\mathcal A (E)$-Rechts\-mo\-duln.
\end{Ubunge}

 
\begin{Ubung}[\textbf{Additive Funktoren und idempotente Endomorphismen}]
  Gegeben ein additiver Funktor $F:\mathcal A\ra\mathcal B$ zwischen
  abelschen Kategorien und ein Objekt $A\in\mathcal A$ mit
  idempotenten Endomorphismus $e$ ist die offensichtliche Abbildung
  ein Isomorphismus\label{JHAmX}
  $F(\op{ker}e)\sira \op{ker}(F(e))$ und ebenso ist die
    offensichtliche Abbildung
  ein Isomorphismus $F(\op{im}e)\sira \op{im}(F(e))$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Pullback und pushout in abelschen Kategorien}]  
  In einer abelschen Kategorie erh"alt man einen
  pullback eines Winkels gegeben durch $f:X\ra Y$ und $p:Z\ra Y$ als
  den Kern von $(f,-p):X\oplus Z\ra Y$. Man beschreibe dual auch den
  pushout eines Kowinkels.  Wichtige Eigenschaften
  werden in \eref{KKM}{TD} gezeigt.
\end{Ubung}


\begin{Ubung}
  Seien $\mathcal A$ eine abelsche Kategorie und
  $X\in \mathcal A$ ein Objekt. Man zeige, da"s in der
  angeordneten Menge $\op{Unt}(X)$ der \hyperref[UOBj]{Unterobjekte} von $X$ jede zweielementige
  Teilmenge $\{U,V\}$ ein Supremum und ein Infimum besitzt, das wir beschreiben k"onnen
  durch $U+V=\op{im}(i,j):U\oplus V\ra X$ f"ur $i:U\hra X$ und $j:V\hra X$
  sowie $U\cap V=\op{ker}(X\ra (X/U\oplus X/V))$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Modularit"at von Unterobjektverb"anden}] 
  Seien $\mathcal A$ eine abelsche Kategorie und\label{moI}
  $X\in\mathcal A$ ein Objekt und $U,V\subset X$ Unterobjekte.
  \begin{enumerate}
\item
  Man zeige $U\cap V=\op{ker}(V\ra X/U)$;
\item
  Man zeige, da"s $V$ und $V+U$ dasselbe Bild
  in $X/U$ haben. Hinweis: Man zeige, da"s das Urbild vom Bild von
  $V$ in jedem Unterobjekt liegt, das $U$ und $V$ umfa"st;
\item
    Man zeige, da"s f"ur je zwei Unterobjekte $U,V\subset X$ die
  Komposition $V\hra (V+U)\sra(V+U)/U$ einen Isomorphismus
  $V/(V\cap U)\sira (V+U)/U$ induziert;
\item
  Man zeige, da"s wir f"ur je zwei Unterobjekte $U,V\subset X$ zueinander
  inverse Ordnungsisomorphismen
   $$\{A\in\op{Unt}(X)\mid (V\cap U)\subset A\subset V\}
   \sira \{B\in\op{Unt}(X)\mid  U\subset B\subset (V+U)\}$$
   erhalten durch
   $A\mapsto A+U$ und $B\mapsto B\cap V$.  \end{enumerate}
  Nach \eref{modV}{LA1}
   bilden unsere Unterobjekte also einen modularen Verband
   und mit den dortigen Argumenten folgt unter der Annahme
   $U\subset V\subset X$  f"ur beliebige Unterobjekte $A\subset X$
   die
    \glqq modulare Identit"at\grqq\ $(V\cap A)+U=(A+U)\cap V$.
   Mehr dazu diskutieren wir in \ref{BuFj}. 
 \end{Ubung}

   \begin{Ubunge}
    Man verallgemeinere den
 Satz von Jordan-H"older aus \eref{JHM}{KAG} auf den Fall einer beliebigen 
    abelschen Kategorie.\label{JHAm}
  \end{Ubunge}

   \begin{Ubung}[\textbf{Gruppenobjekte in additiven Kategorien}]
      In einer additiven Kategorie $\mathcal B$ k"onnen wir jedes
      Objekt $M$ auf genau eine Weise zu einem
      Mo\-no\-id\-ob\-jekt \eref{VkOO}{AAG} machen.
      Die zugeh"orige  Verkn"upfung
      wird durch die Zeilenmatrix $(\op{id},\op{id}):M\oplus M\ra M$
     gegeben und ist kommutativ. Bis hierher gilt das in gro"ser
     Allgemeinheit, genauer in jeder \glqq banalen Schmelzkategorie\grqq,
     vergleiche \eref{banN}{TSK}. In unserer Situation wird
     $M$ sogar ein Gruppenobjekt.\label{adAGR} A forteriori k"onnen wir jedes
     Objekt $M$ auch auf genau eine Weise zu einem  Ko\-mo\-no\-id\-ob\-jekt
     machen. In unserer Situation  erhalten wir sogar
     insgesamt ein Hopfbiabmonoid \eref{hoMON}{TSK}
     in der banalen Trennschmelzkategorie \eref{baTSK}{TSK}
     unserer additiven Kategorie.
   \end{Ubung}
   \begin{Ubung}[\textbf{Mengenfunktoren auf additiven Kategorien}] 
     Hinweis: \ref{adAGR}. F"ur jeden Funktor
     $F:\mathcal B\ra \op{Ens}$ von einer additiven Kategorie
     in die Kategorie der Mengen, der
     mit endlichen Produkten vertr"aglich ist,\label{MFad}   
     macht die durch Komposition der Sequenz
     $$FM\times FM\sira F(M\oplus M)\ra FM$$  mit $F((\op{id},\op{id}))$
     als zweiter Abbildung gegebene Verkn"upfung die Menge $FM$ zu einer
     abelschen Gruppe und $F$ liefert so  einen additiven Funktor
     $ F_{\!\!\scriptscriptstyle \oplus}: \mathcal B\ra \op{Ab}$ mit $vF_{\!\!\scriptscriptstyle \oplus}=F$ f"ur den
      Vergi"sfunktor $v:\op{Ab}\ra\op{Ens}$. F"ur je zwei
     additive Funktoren $I,J: \mathcal B\ra \op{Ab}$
     liefert weiter das Nachschalten des Vergi"sfunktors $v$
     eine Bijektion
     $$\op{Ab}^{\mathcal B}(I,J)\sira \op{Ens}^{\mathcal B}(vI,vJ)$$
     alias
     $
     \op{Cat}(\mathcal B,\op{Ab})^{\op{opp}}(J,I)\sira
    \mathcal B^\vee(vJ,vI)$. 
   \end{Ubung}
\subsection{Abelsche Garben als abelsche Kategorie}
\begin{Satz}\label{ESGn}
\begin{enumerate}
\item
Die Kategorie der abelschen Garben
auf einem festen topologischen Raum
ist eine \hyperref[abK]{abelsche Kategorie};
\item
Eine Sequenz von abelschen Garben ist exakt genau dann, wenn sie auf allen
Halmen exakte Sequenzen von abelschen Gruppen induziert.
\end{enumerate}
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Der \'etale Raum der Bildgarbe ist mithin genau das 
mengentheoretische Bild 
der auf den \'etalen R"aumen induzierten Abbildung.
Nach \eref{VE}{TF} ist dar"uberhinaus die Abbildung auf die Bildgarbe 
\'etale, also offen und surjektiv und insbesondere auch final.\label{OSGQ}  
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}[Beweis]
Sicher besitzt unsere Kategorie ein Nullobjekt. Offensichtlich ist
der Pr"a\-garbenkern eines Morphismus $f: \cal{F} \ra \cal{G}$ von
abelschen Garben schon selbst eine Garbe und sogar ein Kern von $f$ in
der Kategorie der abelschen Garben.
Mit der Exaktheit des filtrierenden Kolimes folgern wir aus
dieser Beschreibung, da"s f"ur alle
$x \in X$ die Sequenz von Halmen
$$0 \ra (\op{ker} f)_{x} \ra \cal{F}_{x} \ra \cal{G}_{x}$$ exakt
ist.
Der Kokern in der Kategorie der abelschen Pr"agarben eines Morphismus
von abelschen Garben $f: \cal{F} \ra \cal{G}$ ist
zwar im allgemeinen keine Garbe, aber seine Garbifizierung
$$\op{cok} f = (\text{Pr"agarbenkokern von } f)^{+}$$
ist ein Kokern von $f$ in der Kategorie der abelschen Garben aufgrund der
universellen Eigenschaft der Garbifizierung 
\ref{UGarab}.
Da die Garbifizierung die Halme nicht "andert, folgt aus
der Exaktheit filtrierender Kolimites  wieder, da"s f"ur alle $x \in X$
die Sequenz von Halmen
$$\cal{F}_{x} \ra \cal{G}_{x} \ra (\op{cok}f)_{x} \ra 0$$
exakt ist.
Wir folgern insbesondere, da"s die kanonische Abbildung
$\op{im} f \ra \op{coim} f$
auf allen Halmen Isomorphismen induziert. Dann ist sie aber nach \ref{IHI}
schon ein Isomorphismus und der erste Teil des
Satzes folgt.
F"ur einen Garbenhomomorphismus wissen wir bereits, da"s der Halm
des Kerns der Kern der auf den Halmen induzierten Abbildung ist,
und desgleichen f"ur den Kokern.
Damit folgt, da"s eine exakte Sequenz von abelschen Garben auch exakte
Sequenzen auf allen Halmen liefert.
Ist umgekehrt $\cal{F}^{\prime} \ra \cal{F}
\ra \cal{F}^{\prime\prime}$ exakt auf allen Halmen,
so ist die Verkn"upfung Null nach \ref{IHI} und die damit
definierte kanonische Abbildung vom Bild des ersten Morphismus
in den Kern des Zweiten ist ein
Isomorphismus wieder nach \ref{IHI}.
\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}\label{GlLa}
Das Bilden der globalen Schnitte ist ein linksexakter Funktor
von der Kategorie der abelschen Garben auf einem gegebenen Raum in
die Kategorie der abelschen Gruppen.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Das Bilden des Halms an einem Punkt ist ein exakter Funktor
von der Kategorie der abelschen Garben auf einem gegebenen Raum in
die Kategorie der abelschen Gruppen.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Die Garbifizierung ist ein exakter Funktor
von der Kategorie der abelschen 
Pr"agarben in die Kategorie der abelschen Garben.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Der Halm eines Koprodukts ist das Koprodukt der Halme}]
In der Kategorie der abelschen Garben auf einem gegebenen Raum
existieren direkte Limites alias filtrierende Kolimites,\label{DLIG}  
und der Halm eines direkten Limes ist
der direkte Limes der Halme. Insbesondere ist jedes Koprodukt,
ja jeder filtrierende Kolimes von
exakten Sequenzen  abelscher Garben  wieder eine 
 exakte Sequenz von abelschen Garben. Hinweis: Man garbifiziere das
Pr"agarben-Koprodukt.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Auf einem Raum, in dem alle Punkte abgeschlossen sind,
  mag man in der Kategorie der abelschen Garben
  das Koprodukt \ref{DLIG} der Wolkenkratzergarben  $\DZ$ zu allen Punkten betrachten. Diese Garbe hat an jeder Stelle den Halm $\DZ$, ist
  aber dennoch nicht isomorph zur konstanten Garbe $\DZ$.
\end{Ubung}
  \begin{Ubung}
    Ist $G$ eine topologische Gruppe und $X$ ein $G$-Raum, so ist die
    Kategorie $\op{Ab}_{/G{\ssearrow}X}$ abelsch und das  Vergessen der
    $G$-Operation ist ein exakter Funktor $\op{Ab}_{/G{\ssearrow}X} \ra
    \op{Ab}_{/X}$. Hinweis: \ref{OSGQ} mag helfen, um die Stetigkeit der
 $G$-Operation auf der Bildgarbe nachzuweisen.  
  \end{Ubung}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Nicht-Vertr"aglichkeit 
des Koprodukts mit globalen Schnitten}]
  Ist $X$ ein unendlicher diskreter Raum, so ist der Raum der
globalen Schnitte der Summe aller Wolkenkratzergarben
$\DZ_{(x)}$ f"ur $x\in X$ sehr viel gr"o"ser als das Koprodukt
der R"aume der globalen Schnitte der Summanden. 
Das Bilden der globalen Schnitte 
vertauscht jedoch mit filtrierenden Kolimites
 auf kompakten Hausdorffr"aumen und 
auf noetherschen topologischen R"aumen, vergleiche \ref{VTDLa}
und  \ref{VTDLb}.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkunge}[\textbf{Nicht-Exaktheit von 
Produkten von Garben}] 
In der Kategorie der abelschen Garben auf einem gegebenen Raum
existieren Produkte, aber der Halm eines Produkts ist
nicht notwendig das Produkt der Halme, wie wir bereits in \ref{PrGa}
gesehen haben. 
Das f"urt zu der unangenehmen Erkenntnis, da"s ein unendliches Produkt von
kurzen exakten Sequenzen von abelschen Garben im allgemeinen 
keineswegs wieder eine 
kurze exakte Sequenz von abelschen Garben sein mu"s.
\end{Bemerkunge}




\newpage
\section{Abstrakte homologische Algebra und Garben}
In diesem Abschnitt f"uhren wir die abstrakte Sprache der 
 h"oheren derivierten Funktoren ein
und besprechen parallel dazu als motivierendes Beispiel 
Garbenkohomologie.
 Ich habe versucht, diese beiden Handlungsstr"ange
 insoweit zu entflechten, da"s die
Abschnitte ohne das Wort \glqq Garbe\grqq\ in der "Uberschrift
auch unabh"angig gelesen und verstanden werden k"onnen. 
\subsection{Die lange exakte Kohomologiesequenz}\label{AleH}
\begin{Definition}
Gegeben ein Komplex
$\ldots \ra A^{q-1} \overset{d^{q-1}}{\ra}
A^{q} \overset{d^{q}}{\ra} A^{q+1} \ra \ldots$ 
in einer \hyperref[eXk]{pr\"{a}abelschen Kategorie}  
erkl"aren wir seine\label{DeKoh} {\bf $q$-te Kohomologie}\index{Kohomologie!eines Komplexes}
als $$\cal{H}^{q}A\pdef\op{cok}(A^{q-1} \ra \op{ker} d^{q})$$
\end{Definition}

\begin{Satz}[\defnoind{Lange exakte 
Kohomologiesequenz}\index{lange exakte Sequenz!der Homologie, kategorielle}]
Sei $A\overset{f}{\hookrightarrow} B
\overset{g}{\twoheadrightarrow} C$ eine \hyperref[exa]{kurze exakte Sequenz} von
Komplexen\label{LeK} in einer pr"aabelschen Kategorie. So gilt:
\begin{enumerate}
\item
Es gibt f"ur jedes $q$ genau einen Morphismus $\cal{H}^{q}C\ra \cal{H}^{q+1}A,$
der
mit den kanonischen Morphismen von $\op{ker}
(d_C\circ g) = \op{ker} (g \circ d_B)$ nach $\cal{H}^{q}C$ beziehungsweise
$\cal{H}^{q+1}A$
vertr"aglich ist;
\item
Mit diesen Morphismen erhalten wir eine lange exakte Sequenz
$$\ldots \ra \cal{H}^{q-1} C \ra \cal{H}^{q}A \ra \cal{H}^{q}B\ra \cal{H}^{q}C \ra
\cal{H}^{q+1}A \ra \ldots$$
\end{enumerate}
\end{Satz}
\begin{Bemerkunge}
Ich kenne den hier gegebenen Beweis aus \cite{Ive}.
Er braucht einige Vorbereitungen und wird erst am
Ende  dieses Abschnitts gegeben. Alle Anwendungen, die
mir in den Sinn kommen, betreffen Kategorien von Moduln 
"uber Ringen oder von abelschen Garben. In diesen F"allen
kann man Teile des Arguments vereinfachen, indem man
sich auf  den bereits in
\eref{KeSK}{TS} behandelten Fall der  Kategorie aller abelschen Gruppen 
st"utzt, im Fall von Garben durch Betrachtung  der Halme. 
\end{Bemerkunge}

\begin{Lemma} \label{HEL}
Sei in einer pr"aabelschen Kategorie
ein kommutatives Diagramm mit exakten Zeilen
$$\begin{array}{ccccccc}
0&\ra &A &\overset{f}{\ra} & B & \overset{g}{\ra}& C\\
 & & \downarrow \scriptstyle{a} & &\downarrow \scriptstyle{b} & 
&\downarrow \scriptstyle{c}\\
0 & \ra & A^{\prime} & \overset{f^{\prime}}{\ra} &B^{\prime} &
\overset{g^{\prime}}{\ra} & C^{\prime}
\end{array}$$
gegeben. So gilt: 
\begin{enumerate}
\item
Die induzierte Kernsequenz $0\ra \op{ker}a \ra \op{ker} b \ra \op{ker}
c $ ist exakt;
\item\label{HEL2}
Ist $c$ ein Monomorphismus, so ist auch $0 \ra \op{cok} a \ra
\op{cok} b$ exakt.
\end{enumerate}
\end{Lemma}

\begin{proof}[Beweis]
Teil 1 bleibe dem Leser "uberlassen, wir zeigen nur Teil 2.
Ist $c$ ein Monomorphismus, so folgt aus Teil 1 die Exaktheit der
oberen Zeile im kommutativen Diagramm mit exakten Zeilen
$$\begin{array}{ccccccccc}
0 & \ra & \op{ker} a & \ra & \op{ker} b& \ra & 0 &\ra & 0\\
  &     & \downarrow &     & \downarrow & & \downarrow & & \\
0 & \ra & A & \ra & B & \ra & \op{cok} f & \ra & 0
\end{array}$$
Die duale Aussage zu Teil 1 liefert dann die Exaktheit
in der Mitte der oberen Zeile im  kommutativen Diagramm
$$\begin{array}{ccccccccc}
0 & \ra &\op{im} a & \ra & \op{im} b & \ra & \op{cok} f& \ra & 0\\
  &     & \downarrow &   &\downarrow &     & \downarrow \\
0 & \ra & A^{\prime} &\ra & B^{\prime} & \ra & C^{\prime}
\end{array}$$
Die Exaktheit vorne der oberen Zeile erkennt man
aus dem Diagramm.
Die rechte Vertikale ist ein Monomorphismus nach unserer
Annahme und wir haben uns so auf den Fall zur"uckgezogen, da"s
$a,b$ und $c$ alle drei Monomorphismen sind.
Unter dieser Voraussetzung sieht man jedoch explizit, da"s $a$ ein
Kern ist f"ur $A^{\prime} \ra \op{cok} b$ und daraus folgt,
da"s $A^{\prime} \twoheadrightarrow \op{cok} a \hookrightarrow
\op{cok} b$ die kanonische Faktorisierung in einen Epimorphismus
und einen Monomorphismus sein mu"s.
\end{proof}
\begin{Lemma}[\defind{Schlangenlemma}]\label{KuS}
Sei in einer pr"aabelschen Kategorie
ein kommutatives Diagramm mit exakten Zeilen
$$\begin{array}{ccccccccc}
 & & A & \overset{f}{\ra} & B & \overset{g}{\ra} &C & \ra & 0\\
 & &\downarrow \scriptstyle{a}& & \downarrow \scriptstyle{b}& 
& \downarrow \scriptstyle{c} & & \\
0 &\ra & A^{\prime} & \overset{f^{\prime}}{\ra}& B^{\prime} &
\overset{g^{\prime}}{\ra} & C^{\prime}
\end{array}$$
gegeben. Wir k"urzen $\op{ker} (B \ra C^{\prime})=K$ und $\op{cok} (A \ra
B^{\prime}) = K^{\prime}$ ab und behaupten:
Es gibt genau einen Morphismus $\op{ker} c \ra \op{cok} a$ derart,
da"s
$$\begin{array}{ccccc}
\op{ker}c & \leftarrow & K & \ra& B\\
\downarrow &           &                             & &
\downarrow
\\
\op{cok} a& \ra & K' & \leftarrow &
B^{\prime}
\end{array}$$
 kommutiert, und mit diesem Morphismus erhalten wir eine exakte Sequenz
$$\op{ker} a \ra  \op{ker}b \ra \op{ker} c \ra \op{cok}a \ra
\op{cok} b \ra \op{cok} c$$
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Das Diagramm
$$\begin{array}{ccccccccc}
0& \ra & \op{ker}g& \ra & B & \ra &C & \ra &0\\
 & &     \downarrow &   &\downarrow & & \downarrow & &\\
0&\ra & 0 &\ra &C^{\prime} &=&C^{\prime} &\ra & 0
\end{array}$$
liefert mit dem vorhergehenden Lemma und seinem Dualen die Exaktheit der obersten
Zeile in der nun folgenden Erweiterung unseres Diagramms.
Die Exaktheit der untersten Zeile erh"alt man dual, wir haben also
ein kommutatives Diagramm mit exakten Zeilen
$$\begin{array}{ccccccccc}
 & & A &\ra & K & \ra &\op{ker} c & \ra &0\\
 & &\|&     & \downarrow& &\downarrow & &  \\
 & & A&\ra & B & \ra & C & \ra & 0\\
 & &\downarrow& & \downarrow & & \downarrow & & \\
0&\ra &A^{\prime}& \ra & B^{\prime} & \ra & C^{\prime} & &\\
 &    &\downarrow & &\downarrow & &\| & & \\
0&\ra &\op{cok} a& \ra & K^{\prime}& \ra & C^{\prime} & &
\end{array}$$
Diesem Diagramm sieht man die Existenz und Eindeutigkeit unseres
Morphismus $\op{ker} c \ra \op{cok} a$ nun unschwer an.
Die Exaktheit unserer Sequenz bei $\op{ker} b$ erh"alt man durch
Anwenden von Lemma \ref{HEL} auf die Diagramme mit exakten Zeilen
$$\begin{array}{ccccccccccccccc}
0&\ra&\op{ker}f&\hookrightarrow & A & \twoheadrightarrow
&\op{im}f&\ra & 0\quad \quad 0&\ra & \op{im}f &\hookrightarrow &B &\ra &
C\\
 &  & \downarrow & &\downarrow & &\downarrow & & &&\downarrow &
 &\downarrow & &\downarrow \\
0&\ra&\op{ker} f^{\prime}&\hookrightarrow&
A^{\prime}&\twoheadrightarrow &\op{im}f^{\prime}&\ra & 0\quad \quad 0&
\ra &\op{im}f^{\prime} &\hookrightarrow &B^{\prime}&\ra &C
\end{array}$$
Um die Exaktheit bei $\op{ker} c$ zu zeigen reicht es, die
Exaktheit von
$$\op{ker} b \ra \op{ker}c  \ra  K^{\prime}$$
nachzuweisen.
Dazu betrachten wir das Diagramm
$$\begin{array}{ccccccc}
A &\ra & K &\ra &\op{ker} c & \ra & 0\\
\downarrow & &\downarrow & &\downarrow & &\\
A &\ra &B^{\prime}& \ra& K^{\prime} &\ra & 0
\end{array}$$
und wenden ein letztes Mal Lemma \ref{HEL} an.
Da gilt $\op{ker} (K\ra B^{\prime})=\op{ker} b$ folgt $\op{ker} b
\twoheadrightarrow \op{ker} (\op{ker} c \ra K^{\prime})$
und wir haben die Exaktheit bei $\op{ker} c$ nachgewiesen.
Der Rest des Lemmas folgt mit Dualit"at.
\end{proof}
\begin{proof}[Herleitung der langen exakten Homologiesequenz]
Wir verwenden das Ergebnis der anschlie"senden "Ubung
\ref{USLl} und 
wenden das Schlangenlemma an auf das Diagramm mit exakten
Zeilen
\begin{equation*}
\begin{array}[b]{ccccccccc}
 & & \op{cok}d^{q-1}_{A} &\ra & \op{cok} d^{d-1}_{B} & \ra &
 \op{cok} d^{q-1}_{C}&\ra 0\\
 & &\downarrow & &\downarrow & & \downarrow & &\\
0&\ra & \op{ker}d^{q+1}_{A}&\ra & \op{ker} d^{q+1}_{B} & \ra &
\op{ker} d^{q+1}_{C}
\end{array}\qedhere
\end{equation*}
\end{proof}

\subsubsection*{"Ubungen}


\begin{Ubung}%\label{USL}
Gegeben ein Komplex
$\ldots \ra A^{q-1} \overset{d^{q-1}}{\ra}
A^{q} \overset{d^{q}}{\ra} A^{q+1} \ra \ldots$ 
in einer pr"aabelschen Kategorie\label{USLl}  setzen wir
 $\bar{\cal{H}}^{q}A=\op{ker} 
(\op{cok} d^{q-1}\ra A^{q+1})$.
Man zeige, da"s sich das Diagramm 
$$
\begin{array}{ccc}
\cal{H}^{q}A& &\bar{\cal{H}}^{q}A\\
\ua&&\da\\
\op{ker}d^{q}&\hra
A^{q} \sra&\op{cok}d^{q-1}
\end{array}
$$
auf genau eine Weise durch einen Morphismus 
in der oberen Horizontalen
kommutativ erg"anzen l"a"st und da"s
dieser notwendig ein Isomorphismus ist.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Man zeige in einer beliebigen pr"aabelschen Kategorie das F"unferlemma.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Charakterisierung abelscher Kategorien}]
  Man zeige:
  Existiert in einer pr"aabelschen Kategorie f"ur Objekte $X,Y$
  das Koprodukt $X\sqcup Y$, so ist $X\ra X\sqcup Y \ra  Y$
  mit $(0,\op{id}_Y)$ als zweitem Pfeil eine
  kurze exakte Sequenz.
  Existiert das Produkt, so ist analog $X\ra X\sqcap Y \ra  Y$
   eine\label{ChAB} 
   kurze exakte Sequenz. Existieren Produkt und Koprodukt, so ist der
   offensichtliche Morphismus ein Isomorphismus $ X\sqcup Y\sira X\sqcap Y$.
   Existieren alle endlichen Produkte und Koprodukte, so ist unsere
   Kategorie mithin nach \ref{edMAG} in eindeutiger Weise angereichert
   in abelschen Monoiden, besitzt also genau eine $\op{Abmon}$-Struktur.
   Schlie"slich zeige man, da"s Endomorphismen von $X\squap X$
   gegeben durch unipotente obere Dreiecksmatrizen
   invertierbar sind und folgere,
   da"s diese $\op{Abmon}$-Struktur sogar eine $\op{Ab}$-Struktur sein mu"s. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
 Gegeben eine pr"aabelsche Kategorie ist jeder Limes und jeder Kolimes
von Kopien des Nullobjekts Null. Des weiteren k"onnen Limites und Kolimites
von Komplexen gradweise berechnet werden. Dasselbe gilt im Fall einer
abelschen Kategorie f"ur ihre Homotopiekategorie. 
\end{Ubung}



\subsection{Derivierte Funktoren}
\begin{Definition}\label{InO}
  \begin{enumerate}
 \item
Sei $\cal{A}$ eine \hyperref[abK]{abelsche Kategorie}.
Ein Objekt $I\in{\cal A}$ hei"st 
{\bf injektiv}\index{injektiv!Objekt},
wenn der Funktor ${\cal A}(\;,I):{\cal A}\ra \op{Ab}^{\op{opp}}$
der Homomorphismen in unser Objekt
\hyperref[eFu]{exakt} ist;
\item
Eine abelsche Kategorie $\cal{A}$ \defnoind{hat genug Injektive}, wenn
es f"ur jedes Objekt $A\in \cal{A}$  einen Monomorphismus $A\hra I$ in ein 
injektives Objekt $I\in \cal{A}$ gibt;
\item Eine {\bf Aufl"osung}\index{Aufl"osung!in abelscher Kategorie} oder genauer
  {\bf Rechtsaufl"osung}\index{Rechtsaufl"osung!in abelscher Kategorie} eines
    Objekts $A$ einer abelschen Kategorie $\cal{A}$ ist eine exakte Sequenz
    $A\hookrightarrow C^{0} \ra C^{1}\ra \ldots$ in $\cal{A}$; 
  \item Eine {\bf Aufl"osung durch Injektive} oder \defind{injektive Aufl"osung} eines Objekts $A$ einer abelschen
    Kategorie $\cal{A}$ ist eine Aufl"osung  durch injektive Objekte,
    als da hei"st
    eine Aufl"osung $A\hookrightarrow I^{0} \ra I^{1}\ra \ldots$ mit
    $I^{0},I^{1},\ldots$ injektiv.
  \end{enumerate}
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Wir k"urzen eine Aufl"osung  mit
$A\hookrightarrow C^{\lhd}$ ab.
Die additive Kategorie aller injektiven Objekte einer
abelschen Kategorie $\cal{A}$ notieren wir
im folgenden $i\cal{A}$.\index{i@$i\mathcal{A}$ Injektive von $\mathcal{A}$}
Gibt es in einer abelschen Kategorie $\cal{A}$ gen"ugend Injektive,
so besitzt jedes Objekt von $\cal{A}$ eine injektive
Aufl"osung.  
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungl}\label{SpIn}
Ein Objekt einer abelschen Kategorie $\cal{A}$ ist injektiv 
genau dann, wenn jeder von besagtem Objekt 
ausgehende Monomorphismus spaltet.
In der Tat, ist $I\hra M$ ein Monomorphismus und $I$ injektiv,
so ist das Vorschalten eine Surjektion  
$\cal{A}(M,I)\sra \cal{A}(I,I)$,
unter der die Identit"at auf $I$ eben ein Urbild hat. 
Der Nachweis der anderen Implikation bleibe dem Leser "uberlassen.
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}
  Die Kategorie der abelschen Gruppen besitzt genug Injektive nach 
\eref{IAG}{TS}.
\end{Beispiel}


\begin{Bemerkungl}
Gegeben eine  Kategorie mit additiver Struktur $\cal{A}$ erkl"aren wir 
die zugeh"orige
Kategorie 
$\op{Ket}(\cal{A})=\op{Ket}_{\cal{A}}$ der Komplexe 
von Objekten von $\mathcal A$\label{KmaS} 
analog\index{Ket@$\op{Ket}_{\cal{A}}$ Kettenkomplexe} 
zur\index{Ket@$\op{Ket}_{\cal{A}}$ Kettenkomplexe} 
Kategorie der Komplexe von abelschen Gruppen  in
der hoffentlich offensichtlichen Weise. 
Weiter erkl"aren wir 
die zugeh"orige
{\bf Homotopiekategorie}\index{Homotopiekategorie!einer } 
$$\op{Hot}(\cal{A})=\op{Hot}_{\cal{A}}$$
analog  
zur\index{Hot@$\op{Hot}$!$\op{Hot}_{\cal{A}}$} 
Homotopiekategorie der abelschen Gruppen aus \eref{dHo}{TS} in
der hoffentlich offensichtlichen Weise. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Satz}[\textbf{Hauptlemma der homologischen Algebra}]
Seien 
in\index{Hauptlemma!der homologischen Algebra!in abelscher Kategorie}  
einer abelschen Kategorie  $\cal{A}$ 
ein Komplex $ C$ mit $\cal{H}^q C=0$ f"ur $q>0$ und\label{IaU}  
ein Komplex $I$ injektiver Objekte mit $I^q=0$ f"ur $q<0$
gegeben. So induziert
das Bilden der nullten Kohomologie eine Bijektion
$$\op{Hot}_{\cal{A}}(C,I)\sira \cal{A}(\cal{H}^0C,\cal{H}^0I)$$
\end{Satz}

\begin{proof}
In der opponierten Kategorie zur Kategorie 
$\op{Mod}_R$ der Moduln "uber einem Ring $R$ 
hatten wir das bereits in \eref{HLHA}{TS} gezeigt. Der Beweis im
Allgemeinen  ist mutatis mutandis derselbe.
\end{proof}




\begin{Bemerkungl}[\textbf{Existenz und 
Eindeutigkeit von Homotopielifts}]
Gegeben ein Morphismus $f:A\ra B$ in einer abelschen Kategorie
sowie Aufl"osungen $A\hra C^\lhd$ und $B\hra D^\lhd$ verstehen wir
unter einem \defind{Lift} {\bf von} $f$ einen Morphismus
von Komplexen $\tilde{f}: C^\lhd\ra D^\lhd$, der in der 
offensichtlichen Weise mit $f$ vertr"aglich ist. 
Mit $\tilde{f}$ ist sicher auch jeder dazu homotope
Morphismus ein Lift von $f$. Eine Homotopieklasse von\label{EEHL} 
Lifts nennen wir einen \defind{Homotopielift}.
Das Hauptlemma der homologischen Algebra 
\ref{IaU} 
sagt insbesondere,
da"s f"ur eine beliebige Aufl"osung $A\hra C^\lhd$ und
eine injektive Aufl"osung $B\hra I^\lhd$ jeder
Morphismus $f:A\ra B$ genau einen Homotopielift
$[\tilde{f}]: C^\lhd\ra I^\lhd$ besitzt.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}\label{DefDe}
Gegeben eine abelsche Kategorie  $\cal A$ mit genug Injektiven
und ein \hyperref[addiF]{additiver Funktor} $F:\cal{A} \ra \cal{B}$ 
in eine weitere abelsche Kategorie definiert man
f"ur jedes $q\in\DZ$ einen {\bf $q$-ten rechtsderivierten Funktor
 von}\index{rechtsderivierte Funktoren}  $F$ als ein Paar $({\op{R}}^q F,\tau)$
bestehend aus einem Funktor
$${\op{R}}^q F:\cal{A} \ra \cal{B}$$ 
 und Morphismen 
$\tau=\tau_{A\hra C^\lhd}=\tau_{F,A\hra C^\lhd}:\cal{H}^q(FC^\lhd)\ra ({\op{R}}^q F)(A)$ 
f"ur jede Aufl"osung $A\hra C^\lhd$ eines beliebigen 
Objekts $A\in\mathcal A$ mit den folgenden Eigenschaften:
\begin{enumerate}
\item Der Morphismus $\tau$  ist f"ur jede injektive Aufl"osung $A\hra I^\lhd$ ein 
Isomorphismus 
$\tau_{A\hra I^\lhd}:\cal{H}^q(FI^\lhd)\sira ({\op{R}}^q F)(A)$;
\item 
F"ur jeden Morphismus 
$f:A\ra B$ und je zwei Aufl"osungen
$A\hra C^\lhd$  und $B \hra D^\lhd$ 
und jeden Lift $\tilde f:C^\lhd\ra D^\lhd$ von $f$ 
kommutiert das Diagramm 
$$\begin{array}{ccc}
\cal{H}^q(FC^\lhd)&\ra &({\op{R}}^q F)(A)\\
\da&&\da\\
\cal{H}^q(FD^\lhd)&\ra &({\op{R}}^q F)(B)
\end{array}$$
mit $\tau_{A\hra C^\lhd}$ und $\tau_{B\hra D^\lhd}$ in den Horizontalen.
\end{enumerate}
Aus der Eindeutigkeit der Homotopielifts nach \ref{EEHL} folgt, 
da"s derartige Paare $({\op{R}}^q F,\tau)$
existieren. Da"s sie eindeutig sind bis auf eindeutigen Isomorphismus,
ist dann eh klar. Damit d"urfen und werden wir
von nun an mit einem bestimmten Artikel von {\bf dem $q$-ten rechtsderivierten Funktor von $F$} reden.
Das Datum $\tau$ unterschlagen wir meist 
in der Notation und nennen es, wenn wir darauf Bezug nehmen wollen, den
 {\bf kanonischen Morphismus}.
\end{Definition}

\begin{Bemerkungw}
In \eref{DFO}{TD} werden  wir unsere Definition 
derivierter Funktoren noch wesentlich verallgemeinern. Der Bezug zur hier
gegebenen Definition wird dann in \eref{fIa}{TD} hergestellt.
\end{Bemerkungw}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Erste Eigenschaften der Rechtsderivierten}]
  Offensichtlich sind unsere derivierten Funktoren auch selbst wieder additiv.
  F"ur $q<0$ haben wir per definitionem ${\op{R}}^qF=0$.
Ist
$ F:\cal{A} \ra \cal{B}$ ein  additiver Funktor 
von abelschen Kategorien und besitzt $\cal{A}$ genug Injektive, 
so gibt es genau  eine in der offensichtlichen Weise mit 
$\tau$ vertr"agliche 
Transformation $F \RA {\op{R}}^0F$. Ist $F$ linksexakt, so ist
sie eine Isotransformation $$F \siRa {\op{R}}^0F$$ 
Wir behandeln sie in Notation und Sprache meist\label{EER} 
als eine Gleichheit  $F= {\op{R}}^0F$. Ist $F$ sogar exakt,
so gilt ${\op{R}}^qF=0$ f"ur $q>0$.
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}[\textbf{Erweiterungen 
abelscher Gruppen als Rechtsderivierte}]
Die Kategorie der abelschen Gruppen hat gen"ugend Injektive\label{EE}
nach \eref{IAG}{TS}. Gegeben eine feste abelsche Gruppe $M$
betrachten wir den linksexakten Funktor
$F \pdef \op{Hom} (M, \;) : \op{Ab} \ra \op{Ab}$.
Sei $N$ eine weitere abelsche Gruppe.
Um ${\op{R}}^{q}F(N)$ zu bestimmen, k"onnen wir nach \eref{IAG}{TS} eine
injektive Aufl"osung der Gestalt
$N \hookrightarrow I^{0} \twoheadrightarrow I^{1} $
w"ahlen. Dann hat die lange exakte Ext-Sequenz im
zweiten Eintrag \eref{EZE}{TS} die Gestalt
$$\op{Hom} (M,N) \hookrightarrow \op{Hom} (M,I^{0}) \ra
\op{Hom}(M,I^{1}) 
\twoheadrightarrow \op{Ext} (M,N)
$$
und wir folgern kanonische Isomorphismen
$$\begin{array}{ccl}
{\op{R}}^{q}F (N) & \sira&\left\{\begin{array}{ll}
\op{Hom} (M,N) & q=0;\\
\op{Ext} (M,N) & q=1;\\
0& \text{sonst}. \end{array} \right. \end{array}$$
\end{Beispiel}


\begin{Lemma}[\textbf{Injektive Moduln, Existenz}]
Die Kategorie aller Moduln "uber einem gegebenen Ring 
besitzt genug injektive Objekte.\label{EIM}\index{injektiv!Modul, Existenz} 
\end{Lemma}
\begin{Bemerkunge} Der Beweis zeigt mit \eref{krih}{TS} genauer, da"s jeder $A$-Modul $M$ in einen injektiven $A$-Moduln der Kardinalit"at
  $\leq \op{card}\op{Ens}(A,M\sqcup\DN)$ eingebettet werden kann.\label{kril} 
\end{Bemerkunge}
\begin{proof}[Beweis]
Sei $A$ unser Ring. Der Vergi"sfunktor 
$\op{res}^{\Bbb{Z}}_{A} : A\op{-Mod} \ra 
\DZ\op{-Mod}$ besitzt zum Beispiel nach \eref{UE0}{KAG} 
 einen Rechtsadjungierten, 
unseren Induktionsfunktor $\op{ind}^{A}_{\Bbb{Z}}:N\mapsto   \op{Hom}_\DZ (A,N)$.
Wollen wir nun einen $A$-Modul $M$ in einen injektiven $A$-Modul 
einbetten, so
beginnen wir mit einer Einbettung $\op{res}^{\Bbb{Z}}_{A} M\hookrightarrow
I$ von $M$ in 
eine injektive abelsche Gruppe, die es  nach \eref{IAG}{TS}  
geben mu"s, und
bilden dann die Verkn"upfung
$$M \ra \op{ind}^{A}_{\Bbb{Z}} 
\op{res}^{\Bbb{Z}}_{A} M \ra \op{ind}^{A}_{\Bbb{Z}} I$$
Hier ist das rechte Ende offensichtlich ein 
injektiver $A$-Modul und der rechte
Pfeil eine Injektion.
Der linke Pfeil ist aber auch eine Injektion, 
entweder 
  nach \ref{RKVT} oder
explizit als die Einbettung $\op{Hom}_A(A,M)\hra \op{Hom}_\DZ(A,M)$.
\end{proof}






\begin{Beispiel}[\textbf{Erweiterungen von Moduln als Rechtsderivierte}] 
  Die Kategorie der Moduln "uber einem vorgegebenen Ring $A$ 
 hat gen"ugend Injektive\label{Ext} 
nach \ref{EIM}. Gegeben ein fester $A$-Modul $M$
betrachte man den linksexakten Funktor
$F \pdef \op{Hom}_A (M, \;) : A\op{-Mod} \ra \op{Ab}$.
Ist $N$ ein weiterer $A$-Modul, so erkl"art man die abelschen Gruppen
$\op{Ext}^q_A(M,N)$ als die Werte der 
zugeh"origen derivierten Funktoren,
in Formeln
$$\op{Ext}^q_A(M,N)\pdef ({\op{R}}^qF)(N)$$
Diese Gruppen hei"sen auch die
{\bf h"oheren Erweiterungen}\index{Erweiterung!h"ohere}
unserer beiden Moduln.\index{Ext@$\op{Ext}^q$ Erweiterungen}
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Derivieren von Transformationen}] 
Seien 
$F,G:\mathcal A\ra \mathcal B$
 additive Funktoren von abelschen Kategorien
und es besitze $\mathcal A$ genug Injektive.
Jede Transformation $\eta:F\RA G$ induziert offensichtlich 
f"ur jedes $q$ genau eine Transformation ${\op{R}}^q\eta:{\op{R}}^qF\RA{\op{R}}^qG$
derart, da"s f"ur jede Aufl"osung
$A\hra C^\lhd$  das Diagramm 
$$\begin{array}{ccc}
\cal{H}^q(FC^\lhd)&\ra &({\op{R}}^q F)(A)\\
\da&&\da\\
\cal{H}^q(GC^\lhd)&\ra &({\op{R}}^q G)(A)
\end{array}$$
kommutiert mit $\tau_{F, A\hra C^\lhd}$ und $\tau_{G, A\hra C^\lhd}$ in den Horizontalen,
und wir haben die Funktorialit"at ${\op{R}}^q(\eta\circ \kappa)=({\op{R}}^q\eta)\circ ({\op{R}}^q\kappa)$ und ${\op{R}}^q(\op{id}_F)=\op{id}_{{\op{R}}^q F}$. 
\end{Bemerkungl}
 \begin{Beispiel}[\textbf{Erweiterungen als Bifunktor}] 
  Gegeben ein Ring $R$ liefert jeder Homomorphismus von $R$-Moduln  $f:L\ra M$
  eine Transformation $(\circ f)$ oder ausf"uhrlicher
  $(\circ f)^\tau:\op{Hom}_R(M,\;)\ra \op{Hom}_R(L,\;)$ und so eine Transformation der derivierten Funktoren\label{FueV} 
  $\op{R}^q(\circ f)^\tau:\op{Ext}^q_R(M,\;)\ra \op{Ext}^q_R(L,\;)$ und so
  Abbildungen
   $$\op{R}^q(\circ f)^\tau_N=(\circ f)^\tau:\op{Ext}^q_R(M,N)\ra \op{Ext}^q_R(L,N)$$
  Andererseits induziert jeder $R$-Modulhomomorphismus $g:N\ra K$
  vermittels der Funktorialit"at einen Homomorphismus $$(g\circ):\op{Ext}^q_R(M,N)\ra \op{Ext}^q_R(M,K)$$
  und weil das mit Transformationen immer so ist,
  vertauschen hier $(\circ f)^\tau$ und
  $(g\circ)$. So werden unsere Erweiterungen zu Funktoren
  $$\op{Ext}^q:\op{Mod}_R^{\op{opp}}\times \op{Mod}_R\ra \op{Ab}$$
 \end{Beispiel}
 \begin{Bemerkungw}
   In \eref{ErAM}{TD} besprechen wir das Yoneda-Produkt von Erweiterungen
   $$\op{Ext}^p_R(L,M)\times \op{Ext}^q_R(M,N)\ra \op{Ext}^{p+q}_R(L,N)$$
   und es wird klar sein, da"s es im Fall $p=0$ beziehungsweise $q=0$ zum
   Vorschalten beziehungsweise Nachschalten eines Homomorphismus
   aus \ref{FueV} spezialisiert.
\end{Bemerkungw}
 \begin{Beispiel}[\textbf{Erweiterungen und Zentrum}]   Gegeben ein
   Ring $R$ und ein Element $z\in\op{Z}(R)$ des Zentrums von $R$
 und $R$-Moduln $M,N$  behaupten wir
$$(\circ(z\cdot))=((z\cdot)\circ):\op{Ext}^q_R(M,N)\ra \op{Ext}^q_R(M,N)$$
  Man erkennt das leicht an der Beschreibung durch injektive Aufl"osungen.
  Etwas formaler induziert die Selbsttransformation
  $(z\cdot):\op{Id}\RA \op{Id}$
  des Identit"atsfunktors auf der Modulkategorie 
  f"ur $F\pdef \op{Hom}_R(M,\;)$ wegen $F=F\circ \op{Id}$ 
  eine Transformation $F\RA F$, die quasi per definitionem
  $((z\cdot)\circ)$ liefert. Andererseits
  stimmt sie "uberein mit der Transformation $(\circ(z\cdot)):F\RA F$, die
  per definitionem  $(\circ(z\cdot))$ liefert.\label{ExZe} 
  Das zeigt die behauptete Identit"at. Vom h"oheren Standpunkt besprechen wir
  sie in
  \eref{DeZe}{TD}.
\end{Beispiel}







\begin{Bemerkungl}
Wir erhalten weitere Beispiele durch "Ubergang zu den
opponierten abelschen Kategorien. In diesem Zusammenhang sind
eigenst"andige Sprechweisen "ublich, die wir im folgenden
erl"autern. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Definition}
\begin{enumerate}
\item
Sei $\cal{A}$ eine abelsche Kategorie.
Ein Objekt $P\in{\cal A}$ hei"st 
{\bf projektiv}\index{projektiv!Objekt},
wenn der Funktor der Homomorphismen von unserem Objekt
${\cal A}(P,\;):{\cal A}\ra \op{Ab}$
exakt ist;
\item
Eine abelsche Kategorie \defnoind{hat genug Projektive}, wenn
es f"ur jedes Objekt $A$ einen Epimorphismus $P\sra A$ gibt mit $P$ projektiv;
\item
Eine \defind{Linksaufl"osung} eines Objekts $A \in \cal{A}$ ist
ein exakter Komplex
$\ldots \ra C^{-1} \ra C^{0} \twoheadrightarrow A$ in $\cal{A}$;
\item
  Eine {\bf Aufl"osung durch Projektive} oder
  \defind{projektive Aufl"osung} eines Objekts $A \in \cal{A}$
ist eine Linksaufl"osung $P^{\rhd} \twoheadrightarrow A$ mit
$P^{0}, P^{-1}, \ldots$ projektiv.
\end{enumerate}
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Gegeben eine abelsche Kategorie $\cal{A}$ mit genug
Projektiven und ein additiver Funktor $G: \cal{A} \ra \cal{B}$
in eine weitere abelsche Kategorie erkl"aren wir 
analog zu \ref{DefDe} einen
\defind{Linksderivierten} 
$${\op{L}}_{q}G : \cal{A} \ra \cal{B}$$ 
als ein Paar $({\op{L}}_{q}G,\tau)$ bestehend aus einem Funktor
${\op{L}}_{q}G$ wie oben und
kanonischen Morphismen 
$\tau:({\op{L}}_{q}G) (A) \ra \cal{H}^{-q}(G C^{\rhd})$ 
f"ur jede Linksaufl"osung $C^{\rhd} \twoheadrightarrow A$,
die mit Morphismen von Aufl"osungen vertr"aglich und f"ur jede projektive Linksaufl"osung 
$P^{\rhd} \twoheadrightarrow A$ 
Isomorphismen 
$\tau:({\op{L}}_{q}G) (A) \sira \cal{H}^{-q}(G P^{\rhd})$
sind. Per definitionem gilt ${\op{L}}_{q}G=0$ f"ur $q<0$ und
es gibt genau eine mit $\tau$ vertr"agliche Transformation
${\op{L}}_{0}G\RA G$, die im Fall eines rechtsexakten Funktors $G$
eine Isotransformation $${\op{L}}_{0}G\siRa G$$ ist. Diese Isotransformation
 behandeln wir sprachlich und in der Notation
meist als eine Gleichheit ${\op{L}}_{0}G= G$.
\end{Bemerkungl}


\begin{Beispiel}[\textbf{Erweiterungen  abelscher Gruppen als 
Linksderivierte}]
Gegeben eine feste abelsche Gruppe $N$ betrachten 
wir insbesondere den\label{EDFu}
\hyperref[eFu]{rechtsexakten} Funktor
$G \pdef \op{Hom} (\;,N):\op{Ab} \ra
\op{Ab}^{\op{opp}}$.
Um $({\op{L}}_{q} G) (M)$ zu bestimmen, k"onnen wir nach \eref{UFF}{TS} eine
projektive Aufl"osung von $M$ der Gestalt $0 \ra P^{-1}\ra P^{0}
\twoheadrightarrow M$ w"ahlen.
Dann hat die lange exakte $\op{Ext}$-Sequenz im ersten Eintrag die
Gestalt
$$\op{Hom} (M,N) \hookrightarrow \op{Hom} (P^{0},N)\ra \op{Hom}
(P^{-1},N) \twoheadrightarrow \op{Ext} (M,N)$$
und wir erhalten kanonische Isomorphismen
$$({\op{L}}_{q}G) (M) \sira \left\{\begin{array}{lc}
\op{Hom} (M,N) & q=0;\\
\op{Ext} (M,N) & q=1;\\
0 &\text{sonst}.\end{array}\right. $$
Ein Vergleich mit \ref{EE} zeigt insbesondere, da"s wir  unsere $\op{Ext}$
sogar auf zweierlei Weise als
derivierte Funktoren erhalten k"onnen.
\end{Beispiel}

\begin{Beispiel}[\textbf{Erweiterungen von Moduln als Linksderivierte}]
  Die Kategorie der Moduln "uber einem vorgegebenen Ring $A$ 
 besitzt gen"ugend Projektive. Gegeben ein fester $A$-Modul $N$
betrachte man den rechtsexakten Funktor\label{ExtL} 
$G \pdef \op{Hom}_A ( \;,N) : A\op{-Mod} \ra \op{Ab}^{\op{opp}}$.
Ist $M$ ein weiterer $A$-Modul, so erkl"aren wir die abelschen Gruppen
${\op{lExt}}_q^A(M,N)$ als die Werte der 
zugeh"origen derivierten Funktoren,
in Formeln
$${\op{lExt}}_q^A(M,N)\pdef ({\op{L}}_qG)(M)$$
Wir machen sie ebenso wie in \ref{FueV} zu Bifunktoren. 
In \eref{rlExt}{TD} werden 
  wir Isotransformationen $\op{lExt}_q\siRa \op{Ext}^q$
 zwischen den besagten Bifunktoren  konstruieren und dann die Notation $\op{lExt}$ 
  wieder aufgeben.
\end{Beispiel}

\begin{Beispiel}[\textbf{Erweiterungen in abelschen Kategorien}] 
 Dieselbe Definition wie bei Moduln
  vereinbaren wir f"ur eine beliebige
abelsche Kategorie $\mathcal A$ mit genug Injektiven\label{ExtA}  und
setzen $$\op{Ext}^q_{\mathcal A}(M,N)\pdef ({\op{R}}^qF)(N)$$ 
f"ur  Objekte $M,N\in\mathcal A$ und $F \pdef \mathcal A (M, \;):
\mathcal A \ra \op{Ab}$.\index{Ext@$\op{Ext}$!in abelscher Kategorie!mit genug Injektiven} Dieselbe Definition wie bei Moduln
  vereinbaren wir auch f"ur eine beliebige
abelsche Kategorie $\mathcal A$ mit genug Projektiven
 und
setzen $$\op{lExt}_q^{\mathcal A}(M,N)\pdef ({\op{L}}_qG)(M)$$ 
f"ur  Objekte $M,N\in\mathcal A$ und
$G \pdef \mathcal A ( \;,N):
\mathcal A \ra \op{Ab}^{\op{opp}}$.\index{lExt@$\op{lExt}$!in abelscher Kategorie!mit genug Projektiven}
In \eref{ErAM}{TD} erkl"aren wir eine gemeinsame Verallgemeinerung dieser
beiden Konstruktionen im Fall beliebiger abelscher Kategorien und geben 
die Notation $\op{lExt}$ wieder auf.
\end{Beispiel}


\begin{Beispiel}[\textbf{Tor von abelschen Gruppen
als Linksderivierter}]
F"ur eine feste abelsche Gruppe $M$ betrachten wir den
rechtsexakten Funktor\label{TDFu}
$G \pdef M \otimes_{\Bbb{Z}} : \op{Ab} \ra\op{Ab}$.
Aus der Definition des Torsionsprodukts erhalten wir sofort
kanonische Isomorphismen
$$({\op{L}}_{q} G) (N) \sira \left\{ \begin{array}{cc}
M \otimes_{\Bbb{Z}} N & q = 0;\\
M\ast N & q=1;\\
0& \text{sonst}. \end{array}\right.$$
\end{Beispiel}

\begin{Beispiel}[\textbf{Tor von Moduln
als Linksderivierter}]
  Die Kategorie der Moduln "uber einem vorgegebenen Ring $A$ 
 hat  gen"ugend Projektive. Gegeben ein fester $A$-Rechtsmodul $M$
betrachten wir den rechtsexakten Funktor\label{Tor} 
$F \pdef M\otimes_A : A\op{-Mod} \ra \op{Ab}$.
Ist $N$ ein weiterer $A$-Modul, so erkl"art man die abelschen Gruppen
$\op{Tor}_q^A(M,N)$ als Werte der zugeh"origen 
linksderivierten Funktoren,
in Formeln
$$\op{Tor}_q^A(M,N)\pdef ({\op{L}}_qF)(N)$$
Diese Gruppen hei"sen die 
{\bf h"oheren Torsionsgruppen}\index{Torsionsgruppe}
unserer beiden Moduln.\index{Tor@$\op{Tor}_q$}
  In \ref{rlTor} zeigen wir, da"s es nicht darauf ankommt,
welchen Faktor wir hier aufl"osen, konstruieren also in Formeln 
ausgedr"uckt  kanonische Isomorphismen 
$$(\op{L}_q(M\otimes_A))(N)\sira (\op{L}_q(\otimes_AN))(M)$$
\end{Beispiel}





\subsubsection*{"Ubungen} 

\begin{Ubung}
Sei 
$F:\mathcal A\ra \mathcal B$
ein additiver Funktor von abelschen Kategorien
und es besitze $\mathcal A$ genug Injektive.
Man zeige, da"s  f"ur  injektives
$I\in \mathcal A$ gilt $({\op{R}}^{q}F)( I) =0$ falls $q>0$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Injektivit"atskriterium "uber Ideale}]
  Ein Linksmodul $I$ "uber einem Ring $A$ ist genau dann injektiv,
  wenn sich f"ur jedes Linksideal $\mathfrak a\subset A$ jeder
  Modulhomomorphismus $\mathfrak a\ra I$ zu einem\label{MoIN} 
  Modulhomomorphismus $A\ra I$ ausdehnen l"a"st. Hinweis:
  Man kopiere den  Beweis von \eref{IAG}{TS},
  wo das im Fall $A=\DZ$ gezeigt wird.
\end{Ubung}



\begin{Ubunge}
  Ist ein Modul $I$ "uber einem Ring $A$ die Vereinigung "uber eine 
  Menge von injektiven Untermoduln, auf der die Inklusion eine Anordnung
  ist und deren Kardinalit"at echt gr"o"ser ist
  als die Kardinalit"at des Rings $A$,
  so ist auch der ganze Modul $I$ injektiv. 
\end{Ubunge}

\begin{Ubung}
  Ein beliebiges Produkt injektiver Objekte in einer abelschen Kategorie
  ist wieder injektiv. Ein beliebiges Koprodukt projektiver Objekte in einer abelschen Kategorie
  ist wieder projektiv.
\end{Ubung}

\nichtfinal{\begin{Ubung} Gegeben ein Ring $A$ kann in jedem $A$-Modul
  $M$ nach dem Zorn'schen Lemma jede linear unabh"angige Teilmenge
  zu einer eine maximalen linear
  unabh"angigen Teilmenge vergr"o"sert werden.
  Deren Erzeugnis ist dann ein freier Untermodul $F\subset M$ und alle
  Elemente des Quotienten $M/F$ sind Torsionselemente, wenn $A$ nicht der
  Nullring war. Man folgere, da"s gegeben ein von Null verschiedener
  Kring $A$ und zwei $A$-Moduln $M,N$ alle h"oheren Erweiterungen
  $\op{Ext}^q_A(M,N)$ f"ur $q>0$ Torsion? Nee, brauch noch Endlichkeiten!
\end{Ubung}}



\begin{Ubung}
  Gegeben ein K"orper $K$ betrachte man den Polynomring $K[T]$
  und die kurze exakte Sequenz von $K[T]$-Moduln 
  $$K[T]\hra K[T]\sra K$$
  mit der Multiplikation mit $T$ als erster Abbildung und
  dem Auswerten bei $T=0$ als zweiter Abbildung. Man mag sie als
  Homotopie"aquivalenz von Komplexen von $K$-Vektorr"aumen
  des Zwei-Term-Komplexes $K[T]\hra K[T]$
  mit dem Ein-Term-Komplex $K[0]$ lesen.
  Nimmt man nun Variablen $T_1,\ldots, T_n$ und tensoriert die
  entsprechenden Zweitermkomplexe "uber $K$, so ergibt sich eine
  freie Aufl"osung des $K[T_1,\ldots, T_n]$-Moduls $K$ mit der
  durch das Auswerten aller Variablen bei Null gegebenen Modulstruktur. Das ist ein besonders einfacher Fall des sogenannten
  {\bf Koszul-Komplexes}.\index{Koszul-Komplex}\label{KoPo} 
  Man folgere
  $$\begin{array}{llcl}
     \op{dim}_K\op{Ext}^i_{K[T_1,\ldots, T_n]}(K,K)&=&{n\choose i}&\\[2mm]
      \op{dim}_K\op{Ext}^i_{K[T_1,\ldots, T_n]}(K,K[T_1,\ldots, T_n])&=&1&\text{ falls }i=n\text{ und }0\text{ sonst.}
  \end{array}
  $$
  Analoges zeigt man analog  f"ur
  einen beliebigen Kring $K$, nur da"s man statt der Dimension $d$ 
  der fraglichen Erweiterungsr"aume die Existenz eines Isomorphismus mit dem 
  freien $K$-Modul $K^d$ erh"alt.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Koszulkomplex koordinatenfrei}]
  Eine koordinatenfreie Version des Koszulkomplexes erh"alt man,
  indem man f"ur einen $K$-Vektorraum $V$
  den Komplex\label{KKKF} 
  $$\textstyle \ldots \ra {\op{S}}V\otimes \bigwedge^{2}V\ra
  {\op{S}}V\otimes V\ra {\op{S}}V\sra K$$
  betrachtet mit dem Differential
$$
   u \otimes(v_{1}\wedge \ldots \wedge  v_{n}) 
  \;\mapsto\; 
  \sum^{n}_{i=1} (-1)^{i+1} uv_{i}  \otimes(v_{1}\wedge \ldots\wedge \hat{v}_{i} \wedge\ldots \wedge  v_{n})$$
  und an der letzten Stelle die Augmentation ${\op{S}}V\sra K$ mit $v\mapsto 0$
  f"ur alle $v\in V$. Das funktioniert sogar f"ur unendlichdimensionale Vektorr"aume. Man mag die Exaktheit  zeigen, indem man den Komplex
  mit dem Kolimes der Komplexe zu endlichdimensionalen Teilr"aumen identifiziert  und sich so auf die vorhergehende "Ubung \ref{KoPo} zur"uckzieht. Unser Komplex liefert uns Isomorphismen
  $$\textstyle \op{Ext}^i_{{\op{S}}V}(K,K)\sira \op{Alt}^iV$$
  Da"s unter diesen Isomorphismen  das
  \glqq Yoneda-Produkt\grqq\ von Erweiterungen dem \glqq Shuffle-Dachprodukt\grqq\  von
  alternierenden Formen entspricht, d"urfen Sie sp"ater einmal
  als "Ubung \eref{SESV}{TD}
  nachvollziehen. 
\end{Ubung}



\begin{Ubung}[\textbf{Augmentierte derivierte Funktoren}]
  Sei $G:\mathcal A\ra \mathcal B$ ein additiver Funktor
  von abelschen Kategorien und es habe $\mathcal A$ genug Projektive.
  Unter einer {\bf $G$-Augmentation}\index{Augmentation!$G$-Augmentation}
  eines Objekts $A\in\mathcal A$ verstehen wir ein Paar $(B,\varepsilon)$
  mit $B\in\mathcal B$ und $\varepsilon:GA\ra B$. Die $G$-augmentierten Objekte
  von $\mathcal A$ bilden in offensichtlicher Weise eine Kategorie $\mathcal A^G$. Wir erkl"aren einen
  {\bf augmentierten Linksderivierten}\index{Linksderivierter!augmentierter}\index{augmentiert!Linksderivierter}\label{redD} 
  $${\op{L}}_qG:\mathcal A^G\ra \mathcal B$$
  als ein Paar $({\op{L}}_qG,\tau)$ bestehend aus einem Funktor
${\op{L}}_{q}G$ wie oben und
kanonischen Morphismen 
$\tau:({\op{L}}_{q}G) (A,\varepsilon,B) \ra \cal{H}^{-q}(G C^{\rhd}\ra B)$ 
f"ur jede Linksaufl"osung $C^{\rhd} \twoheadrightarrow A$,
die mit Morphismen von Aufl"osungen vertr"aglich und f"ur jede projektive Linksaufl"osung 
$P^{\rhd} \twoheadrightarrow A$ 
Isomorphismen liefert. Man zeige, da"s es so einen augmentierten Linksderivierten stets gibt und da"s er eindeutig bestimmt ist
bis auf eindeutigen Isomorphismus. Die Konstruktion liefert eine kurze exakte
Sequenz $B[1]\hra (G C^{\rhd}\ra B)\sra G C^{\rhd}$ von Komplexen und als Ausschnitte von deren langer exakter Homologiesequenz 
eine exakte Sequenz $$({\op{L}}_{0}G) (A,\varepsilon,B)
\hra ({\op{L}}_{0}G) (A) \ra B\sra ({\op{L}}_{-1}G) (A,\varepsilon,B)$$
und Isomorphismen $({\op{L}}_{q}G) (A,\varepsilon,B)
\sira ({\op{L}}_{q}G) (A)$ f"ur $q>0$.
Dual erkl"aren wir {\bf Koaugmentationen}\index{Koaugmentation} und
 koaugmentierte Rechtsderivierte.\index{Rechtsderivierter!koaugmentierter}\index{koaugmentiert!Rechtsderivierter}
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Injektive Moduln "uber Ringalgebren}] 
  Ist $k$ ein K"orper und $A$ eine $k$-Ringalgebra,
  so ist $A^*=\op{Hom}_k(A,k)$ mit der von der Rechtsoperation auf
  $A$ herr"uhrenden Struktur als $A$-Linksmodul ein injektiver\label{InjRA} 
  $A$-Linksmodul und jeder $A$-Modul l"a"st sich einbetten in ein
  Produkt von Kopien von $A^*$. Hinweis: \eref{F1}{KAG}.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Limites und Kolimites von Komplexen}] 
 Seien $\mathcal A$ eine Kategorie mit additiver Struktur und
  $(C_i)_{i\in I}$ ein System von Komplexen $(C_i^q,d)$ aus
  $\op{Ket}_{\mathcal A}$. Existiert f"ur jedes $q$
  der Limes $\lim_{i\in I} C_i^q$ in $\mathcal A$,
  so ist der aus diesen Limites gebildete Komplex\label{pinKE} 
  der Limies der $C_i$. Analoges gilt f"ur Kolimites,
  entweder mit einem analogen Beweis oder
  formal durch "Ubergang zur opponierten  Kategorie.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Produkte und Koprodukte in Homotopiekategorien}] 
 Seien $\mathcal A$ eine  Kategorie mit additiver Struktur und
  $(C_i)_{i\in I}$ eine Familie von Komplexen $(C_i^q,d)$ aus
  $\op{Ket}_{\mathcal A}$. Existiert f"ur jedes $q$
  das Produkt $\prod_{i\in I} C_i^q$ in $\mathcal A$,
  so ist der aus diesen Produkten gebildete Komplex
  nicht nur in $\op{Ket}_{\mathcal A}$, sondern auch in\label{pinHO} 
  $\op{Hot}_{\mathcal A}$ das Produkt der $C_i$. Analoges gilt f"ur Koprodukte,
  entweder mit einem analogen Beweis oder
  formal durch "Ubergang zur opponierten Kategorie.
   F"ur Limites und Kolimites sind mir die analogen Aussagen nicht klar. Das
   Problem liegt darin, da"s zwar das Bilden von Produkten
   abelscher Gruppen exakt ist, das Bilden von 
  Limites abelscher Gruppen jedoch im allgemeinen nicht mehr. 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  Sei $F:\mathcal A\ra\mathcal B$ ein linksexakter Funktor von 
  abelschen Kategorien. Man konstruiere\label{Fkol}
  f"ur jeden Komplex $A^*$
  in $\mathcal A$ nat"urliche Morphismen $\mathcal H^nFA^* \ra F\mathcal
  H^nA^*$. Ist $F:\mathcal A\ra\mathcal B$ ein rechtsexakt, so konstruiere
  man nat"urliche Morphismen in die Gegenrichtung
  $F\mathcal H^nA^* \ra \mathcal
  H^n F A^*$.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Gegeben Ringe $A,B,C$ und ein $A$-$B$-Bimodul $M$ sowie ein
  $A$-$C$-Bimoduln $N$ liefert die Funktorialit"at von Erweiterungen
  auf $\op{Ext}^i_A(M,N)$ eine nat"urliche Struktur als $B$-$C$-Bimodul.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
  Gegeben $A\supset J$ ein Ring mit einem zweiseitigen Ideal
  liefert f"ur jeden $A$-Modul $M$ das Vorschalten von $M\sra M/\langle JM\rangle$ einen
  Isomorphismus $\op{Hom}_A(M/\langle JM\rangle,A/J)\sira \op{Hom}_A(M,A/J)$. 
  Weiter liefert die kurze exakte Sequenz $J\hra A\sra A/J$ von $A$-Linksmoduln
  eine exakte Sequenz\label{AJ} 
  $$\op{Hom}_A(A/J,A/J)\hra \op{Hom}_A(A,A/J)\ra \op{Hom}_A(J,A/J)\sra \op{Ext}^1_A(A/J,A/J)$$ mit einem Isomorphismus an erster Stelle und
  wir erhalten so einen ausgezeichneten Isomorphismus
  $$\op{Hom}_A(J/\langle J^2\rangle,A/J)\sira \op{Ext}^1_A(A/J,A/J)$$
\end{Ubung}


\subsection{Hochschild-Kohomologie*}

  \begin{Definition}
    Gegeben eine Ringalgebra $A$ "uber einem K"orper $k$ erkl"art man
    ihre {\bf
      Hochschild-Kohomologie}\index{Hochschild-Kohomologie} 
    als
    \begin{equation*}
      \op{H H}^q (A) = \op{H H}_k^q (A) \pdef \op{Ext}^q_{A \otimes_{k} A^{\op{opp}}} (A,A)
    \end{equation*}
    Allgemeiner erkl"art man f"ur einen $A$-Bimodul $M$ mit gleicher $k$-Operation
    von rechts und links die {\bf
      Hochschildkohomologie von $A$ mit Koeffizienten in $M$} als 
   \begin{equation*}
      \op{H H}^q (A;M) = \op{H H}_k^q (A;M) \pdef \op{Ext}^q_{A \otimes_{k} A^{\op{opp}}} (A,M)
    \end{equation*} \end{Definition}

  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Nullte Hochschildkohomologie}] Gegeben eine
    Ringalgebra $A$ "uber einem K"orper $k$ liefert das Multiplizieren
    mit Elementen des
    Zentrums $z \in {\op{Z}} (A)$ offensichtlich einen Isomorphismus
    \begin{equation*}
      {\op{Z}} (A) \sira \op{Hom}_{A \otimes_k A^{\op{opp}}} (A,A) = {\op{HH}}^0 (A)
    \end{equation*}
  \end{Bemerkungl}

  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Berechnung der Hochschildkohomologie mit dem Barkomplex}] Sei $A$ eine Ringalgebra "uber einem K"orper $k$. 
    Die h"ohere Hochschild-Kohomologie von $A$ kann mit der Bar-Aufl"osung
    \begin{equation*}
      \ldots \rightarrow A \otimes_k A \otimes_k A \rightarrow A \otimes_k A \twoheadrightarrow A
    \end{equation*}
    aus \ref{BarC} berechnet werden, denn diese ist in unserem Fall
    offensichtlich eine Aufl"osung durch freie $(A \otimes_k
    A^{\op{opp}})$-Moduln.  Wir erhalten Isomorphismen
    \begin{equation*}
      \op{Hom}_{A \otimes_k A} (A^{\otimes (q +2)}, M) \sira \op{Hom}_k (A^{\otimes q},
      M)
    \end{equation*}
    durch Vorschalten von $a_1 \otimes \ldots \otimes a_q \mapsto 1
    \otimes a_1 \otimes \ldots \otimes a_q \otimes 1$. Der vom
    Barkomplex vermittels dieses Isomorphismus induzierte Randoperator bildet
    $\psi : A^{\otimes q} \rightarrow M$ ab auf $d \psi$ mit
    \begin{displaymath}
      \begin{array}{ccl}
        (d \psi) (a_1 \otimes \ldots \otimes a_{q+1}) &=& a_1 \psi (a_2 \otimes \ldots \otimes a_{q+1})\\
        && - \psi (a_1 a_2 \otimes \ldots \otimes a_{q+1})\\
        & & + \psi (a_1 \otimes a_2 a_3 \otimes \ldots \otimes a_{q+1})\\
        & & \ldots \\
        && \pm \psi (a_1 \otimes a_2 \otimes \ldots \otimes a_q) a_{q+1}
      \end{array}
    \end{displaymath}
    So erhalten wir insbesondere eine Identifikation
    \begin{equation*}
      {\op{H H}}^0 (A) \overset{\sim}{\rightarrow} \{\psi \in \op{Hom}_k (k,A) \mid a_1 \psi (1) -\psi (1) a_1 =0 \;\forall
      a_1 \in A\}
    \end{equation*}
    und Auswerten eines Homomorphismus bei $1\in k$ liefert ein
    weiteres Mal unseren Isomorphismus ${\op{H H}}^0
    (A)\sira{\op{Z}}(A)$ der nullten Hochschildkohomologie mit dem
    Zentrum unserer Ringalgebra. 
  \end{Bemerkungl}

  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Erste Hochschildkohomologie}]
    Seien $k$ ein K"orper und $A$ eine Ring\-al\-ge\-bra "uber $k$.
    Um ${\op{H H}}^1 (A)$ zu berechnen,\label{eHK} 
    bilden wir zuerst die Einskozykel unseres Komplexes
    \begin{equation*}
      \mathcal Z^1= \{\psi \in \op{Hom}_k (A,A)
      \mid a_1 \psi (a_2) - \psi (a_1 a_2) + \psi (a_1) a_2 = 0 \}
    \end{equation*}
    und finden den Raum der Derivationen $\mathcal Z^1=\op{Der}_k (A)$
    alias aller $k$-linearen Abbildungen,
    die die Leibnizregel $\psi(ab)=\psi(a)b + a\psi(b)$ erf"ullen.
    F"ur jedes $a \in A$ ist unter anderem
    der Kommutator mit $a$ eine solche Derivation $(\op{ad}a): A \rightarrow A$,
    $b \mapsto [a,b]$.  Derivationen dieses Typs hei"sen {\bf innere
      Derivationen}\index{innere Derivation} unserer Ringalgebra.
    Wir sehen leicht, da"s die Einsr"ander unseres Komplexes genau die
    inneren Derivationen sind.  So ergibt sich dann schlie"slich ein
    Isomorphismus
    \begin{equation*}
      \op{Der}_k (A) / {\op{ad}}(A) \sira {\op{H H}}^1 (A)
    \end{equation*}
    zwischen dem Quotienten des Raums der Derivationen nach dem
    Teilraum der inneren Derivationen und der ersten
    Hochschild-Kohomologie.
  \end{Bemerkungl}

  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Zweite Hochschildkohomologie}]
    Seien $k$ ein K"orper und $A$ eine Ringalgebra "uber $k$ und $M$ ein
    $A$-Bimodul mit gleicher $k$-Operation von beiden Seiten,
    also ein Modul "uber $A \otimes_{k} A^{\op{opp}}$. Wir konstruieren eine Bijektion zwischen $\mathcal{Z}^2(A;M)$ und der Menge aller
    Strukturen $\mu$ einer assoziativen $k$-Algebra auf dem $k$-Vektorraum
    $M\oplus A$ derart, da"s die Projektion auf $A$ ein\label{ZHH} 
    Algebrenhomomorphismus ist und ihr Kern aus Elementen mit Quadrat Null
    besteht und die Struktur auf $M$ als Bimodul unter $(M\oplus A,\mu)$
    die vorgegebene Struktur auf $M$ als $A$-Bimodul induziert.
    So eine Multiplikation $\mu$ mu"s ja gegeben werden durch
    $(m,a)(n,b)=(an + mb + \psi (a,b),ab)$ f"ur
    eine $k$-bilineare Abbildung $\psi :A\times A\ra M$ und die Assoziativit"at
    ist gleichbedeutend zur Identit"at
    $$a\psi (bc)+\psi (a,bc)=\psi (a,b)c + \psi (ab,c)$$
    und in der Tat gleichbedeutend zu $\psi \in \mathcal{Z}^2(A;M) \subset \op{Hom}_k(A\otimes_k A,M)$. Nebenbei bemerkt besitzt $(M\oplus A,\mu)$ dann automatisch eine Eins, n"amlich das Element $(-\psi(1,1),1)$.
   Wir notieren diese Algebra nun $(M\oplus A,\psi)$ und rechnen m"uhelos nach, da"s gegeben 
    $\varphi:A\ra M$  weiter $(m,a)\mapsto (m+\varphi(a),a)$ ein
   Al\-ge\-bren\-iso\-mor\-phis\-mus $(M\oplus A,\psi)\sira (M\oplus A,\psi - d\varphi)$
   ist. Zusammengefa"st klassifiziert also $\op{HH}^2(A;M)$ kurze exakte
   Sequenzen von $k$-Moduln 
   $$M\hra E\sra A$$
   mit Ringalgebrenstruktur auf $E$, f"ur die die Surjektion  ein
   Ringalgebrenhomomorphismus ist und der Kern $M$ die Eigenschaft $M^2=0$
   hat und die dadurch gegebene Struktur auf $M$ als $A$-Bimodul die
   vorgegebene ist, bis auf Isomorphismen von kurzen exakten Sequenzen,
   die vorne und hinten die Identit"at sind und in der Mitte Isomorphismen von
   Ringalgebren. 
  \end{Bemerkungl}

  \begin{Definition}
    Eine endlichdimensionale Ringalgebra $S$ "uber einem K"orper $k$ hei"st
    {\bf separabel},\index{separabel!Ringalgebra} wenn
    $S\otimes_kS^{\op{opp}}$ halbeinfach ist.
  \end{Definition}
  \begin{Bemerkungl} Jede separable Ringalgebra ist halbeinfach, denn ist das
    Jacobsonradikal von $S$ nicht Null, so kann $S$ als Bimodul
    "uber sich selber nicht halbeinfach sein.
    In Charakteristik Null ist jede endlichdimensionale
    halbeinfache Ringalgebra separabel, vergleiche \eref{suEK}{NAS}. 
  \end{Bemerkungl}
  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Derivationen von Matrixalgebren}]
    Offensichtlich verschwinden f"ur
    separable endlichdimensionale $k$-Ringalgebren "uber einem K"orper $k$ 
    alle h"oheren Hochschildkohomologien $\op{HH}_k^q(S;M)=0$ f"ur $q>0$
    und jeden $S$-Bimodul $M$. Gegeben ein endlichdimensionaler\label{DerEn} 
    $k$-Vektorraum $V$ ist $\op{End}_kV$ offensichtlich stets separabel.
    Nach der Beschreibung \ref{eHK} der ersten Hochschildkohomologie
    ist folglich jede Derivation von $\op{End}_kV$ eine innere Derivation
    und $X\mapsto \op{ad}X$ induziert folglich  einen Isomorphismus
    $$\mathfrak{gl}(V)/k\op{id}_V \sira \op{Der}_k(\op{End}_kV)$$ 
  \end{Bemerkungl}
    

  \begin{Theorem}[\textbf{Spaltungssatz von Wedderburn}]
    Gegeben eine endlichdimensionale Ringalgebra $A$ "uber einem
    K"orper $k$ derart,\label{SpWed}
    da"s ihr Quotient $\bar A\pdef A/{\op{J}}(A)$
    nach dem Jacobsonradikal separabel ist,
    gibt es eine $k$-Unterringalgebra $S\subset A$
    derart, da"s die Projektion einen Isomorphismus
    $S\sira A/{\op{J}}(A)$ induziert.
  \end{Theorem}
  \begin{proof}
    Vollst"andige Induktion "uber das kleinste $n\geq 1$ mit ${\op{J}}(A)^n=0$.
    Im Fall $n=1$ ist nichts zu zeigen. Im Fall $n=2$ gilt wegen $\bar A$ separabel "uber $k$ offensichtlich ${\op{HH}}^2_k(\bar A, {\op{J}}(A))=0$ und
    dann zeigt unsere Interpretation \ref{ZHH} der zweiten Hochschildkohomologie die Behauptung. 
    F"ur den Induktionsschritt  sei ${\op{J}}(A)^{n+1}=0$. Per Induktionsannahme
    finden wir $S\subset A/{\op{J}}(A)^{n}$ wie gew"unscht. Das Urbild
    $\tilde S\subset A$ von $S$ unter der Projektion besitzt nun nach dem bereits behandelten Fall $n=2$ eine Unterringalgebra $S'$, die isomorph auf
    $S$ geht unter der Projektion. Das liefert den Induktionsschritt und
    beendet den Beweis. 
  \end{proof}

  
  \nichtfinal{Diskutiere Gerstenhaber-Klammer und vielleicht $B_\infty$-Struktur
    auf der Hochschildkohomologie.} 
\subsubsection*{"Ubungen}

\begin{Ubung}[\textbf{Barkomplex}] 
 Gegeben ein Ringhomomorphismus $k\ra A$  
 und ein $A$-Linksmodul $M$ 
ist der Komplex\label{BarC} 
\begin{equation*}
\ldots \ra A \otimes_k A \otimes_k M \ra A \otimes_k M  \sra M
 \end{equation*}
mit dem Randoperator
\begin{eqnarray*}
a_0\otimes a_1 \otimes a_2 \otimes \ldots \otimes a_q \otimes m &\mapsto &
a_0a_1 \otimes a_2 \otimes \ldots \otimes a_q \otimes m\\
& &-a_0 \otimes a_1a_2 \otimes \ldots \otimes a_q \otimes m\\
& &\;\;\;\;\;\;\;\;\;\;\ldots\\
& & \;\;\;\;\pm a_0 \otimes a_1 \otimes a_2 \otimes \ldots \otimes a_q m
\end{eqnarray*}
exakt, ja sogar nullhomotop.
Er hei"st der {\bf Bar-Komplex} und pr"aziser der
{\bf nicht normalisierte Bar-Komplex}.\index{Bar-Komplex!nicht normalisierter}
Hinweis: Das Davorschreiben von $1 \otimes$ ist eine Homotopie der Identit"at
mit der Nullabbildung.
\end{Ubung}

\subsection{Beispiele f"ur injektive Moduln*}
 \begin{Lemma} 
  Seien $A$ ein noetherscher Kring und $\mathfrak b\subset A$ ein
  Ideal. Ist $I$ ein injektiver $A$-Modul, so ist auch
  $\Gamma_{\mathfrak b}I\pdef \bigcup_{n\in \DN}\{x\in I\mid  \mathfrak b^nx=0\}$
  ein injektiver $A$-Modul.\label{LzuI}  
  \end{Lemma}
  \begin{proof}
    Wir pr"ufen das Injektivit"atskriterium "uber Ideale
    \ref{MoIN}. Gegeben ein Ideal $\mathfrak a\subset A$
    landet ein beliebiger fest vorgegebener 
    Homomorphismus $\mathfrak a\ra \Gamma_{\mathfrak b}I$
    bereits in sagen wir dem $n$-ten  Untermodul
    in unserer Vereinigung und faktorisiert
    mithin "uber
    $\mathfrak a/\mathfrak b^n \mathfrak a$.
    Nach \eref{VSTF2}{KAG} k"onnen wir ein $l\geq n$ w"ahlen mit
    $\mathfrak b^n \mathfrak a\supset \mathfrak b^l \cap \mathfrak a$
    und dann faktorisiert unser Homomorphismus
    auch
    "uber
    $\mathfrak a/(\mathfrak b^l\cap  \mathfrak a)$.
    Nun ist aber
    $\{x\in I\mid  \mathfrak b^lx=0\}\cong \op{Hom}_A(A/\mathfrak b^l,I)$
    injektiv als Modul
    "uber $A/\mathfrak b^l$ und damit l"a"st sich unser
    eben betrachteter Homomorphismus
    $\mathfrak a/(\mathfrak b^l\cap  \mathfrak a)\ra
    \op{Hom}_A(A/\mathfrak b^l,I)$ auf ganz
    $A/\mathfrak b^l$ fortsetzen. Das schlie"slich
    liefert unmittelbar die gesuchte Fortsetzung des
    urspr"unglichen Homomorphismus
    $\mathfrak a\ra \Gamma_{\mathfrak b}I$ auf ganz $A$.
  \end{proof}
  \begin{Beispiel}
    Gegeben ein K"orper $K$ ist $K[T_1^{-1},\ldots, T_r^{-1}]$ ein
    injektiver Modul "uber dem Polynomring $K[T_1,\ldots, T_r]$.
    Um die Modulstruktur zu pr"azisieren,
    mag man unseren Modul auch beschreiben als den Quotient von $K[T_1^{\pm 1},\ldots, T_r^{\pm 1}]$ nach dem Untermodul,
    der von allen Monomen aufgespannt wird, in denen mindestens eines der $T_i$ mit positivem Exponenten auftritt. Wir folgern die Injektivit"at,\label{injMP} 
    indem wir Lemma \ref{LzuI}
    auf den nach \ref{InjRA} injektiven $K$-Dualraum unseres Polynomrings anwenden.
  \end{Beispiel}
\begin{Lemma*}
  Seien ${\op{U}}(\mathfrak n)$ die Einh"ullende
  einer endlichdimensionalen Liealgebra %\label{EalC}
  "uber einem K"orper $k$
  und  $\chi:{\op{U}}(\mathfrak n)\ra k$ ein Ringalgebrenhomomorphismus.
Ist $I$ ein injektiver ${\op{U}}(\mathfrak n)$-Modul, so ist auch
  $\Gamma_{\chi}I\pdef \bigcup_{n\in \DN}\{x\in I\mid  (\op{ker}\chi)^nx=0\}$
ein injektiver ${\op{U}}(\mathfrak n)$-Modul.\label{LzuIn}
\nichtfinal{Nochmal pr"ufen, Literatur studieren!}
  \end{Lemma*}
  \begin{proof}
    Wir schreiben $Q\pdef \op{ker}\chi$ und $A\pdef {\op{U}}(\mathfrak n)$ und
    pr"ufen das Injektivit"atskriterium "uber Ideale
    \ref{MoIN}. Gegeben ein Linksideal
    $P\subset {\op{U}}(\mathfrak n)$
    landet ein beliebiger fest vorgegebener 
    Homomorphismus $P\ra \Gamma_{\chi}I$
    bereits in sagen wir dem $n$-ten  Untermodul
    in unserer Vereinigung und faktorisiert
    mithin "uber
    $P/Q^n P$.
    Nach \eref{EalC}{KAG} k"onnen wir ein $l\geq n$ finden mit
    $Q^n P\supset Q^l \cap P$.
    Dann faktorisiert unser Homomorphismus
    auch
    "uber
    $P/(Q^l \cap P)$.
    Nun ist aber
    $$\{x\in I\mid  Q^lx=0\}\cong
    \op{Hom}_{A}(A/Q^l,I)=\op{ind}_{A}^{A/Q^l}I$$
    injektiv als Modul
    "uber $A/Q^l$ und damit l"a"st sich unser
    eben betrachteter Homomorphismus
    $P/(Q^l\cap  P)\ra
    \op{Hom}_A(A/Q^l,I)$ auf ganz
    $A/Q^l$ fortsetzen. Das schlie"slich
    liefert unmittelbar die gesuchte Fortsetzung des
    urspr"unglichen Homomorphismus
    $P\ra \Gamma_{\chi}I$ auf ganz $A$.
  \end{proof}
\begin{Lemma*}
  Seien ${\op{U}}(\mathfrak n)$ die Einh"ullende
  einer endlichdimensionalen Liealgebra %\label{EalC}
  "uber einem K"orper $k$
  und  $\chi:{\op{U}}(\mathfrak n)\ra k$ ein Ringalgebrenhomomorphismus.
  So ist der kontravariante Funktor von endlich erzeugten
  $\mathfrak n$-Darstellungen
  zu Vektorr"aumen gegeben durch 
  $$ M\mapsto  \Gamma_{\chi} (M^*)\pdef
  \bigcup_{n\in \DN}\{x\in M^*\mid  (\op{ker}\chi)^nx=0\}$$
ein exakter Funktor.\label{Lwiv}
\nichtfinal{Nochmal pr"ufen, Literatur studieren!}
  \end{Lemma*}
\begin{proof}
  Wir wissen aus \ref{InjRA}, da"s die
  von $k$ koinduzierte Darstellung ${\op{U}}(\mathfrak n)^*$ ein
  injektiver ${\op{U}}(\mathfrak n)$-Modul ist. Dasselbe gilt nach
  Lemma \ref{LzuIn} f"ur $\Gamma_{\chi} ({\op{U}}(\mathfrak n)^*)$.
  Wenn $M$ endlich erzeugt ist, haben wir Isomorphismen
  $$\begin{array}{lll} \op{Hom}_{\mathfrak n}\big(M,\Gamma_{\chi} ({\op{U}}(\mathfrak n)^*)\big)&\sira&  \op{colf}\op{Hom}_{\mathfrak n}\big(M, ({\op{U}}(\mathfrak n)/\chi^n)^*\big)\\[1mm]
    &\sira &  \op{colf}\op{Hom}_{\mathfrak n}\big({\op{U}}(\mathfrak n)/\chi^n, M^*\big)\\[1mm]
     &\sira & \Gamma_\chi( M^*)
  \end{array}$$
  Da die linke Seite ein exakter Funkor ist, mu"s auf
  endlich erzeugten $\mathfrak n$-Moduln $M$ auch die
  rechte Seite ein exakter kontravarianter Funktor sein. 
 \end{proof}
\begin{Bemerkungl}
  Im Fall $M={\op{U}}(\mathfrak n)$ finden wir, indem wir
  die obige Rechnung r"uckw"arts gehen,\label{einWV} da"s gilt
  $1=\op{dim}\{v\in \Gamma_\chi( ({\op{U}}(\mathfrak n))^*)\mid xv=\chi(x)v\;\forall x\in \mathfrak n\}$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl} Sind $\mathfrak g\supset \mathfrak n$
  endlichdimensionale Liealgebren und ist ${\op{ad}}_{\mathfrak g}x$
  nilpotent f"ur alle $x\in \mathfrak n$, so ist
  f"ur jede $\mathfrak g$-Darstellung $M$ der Raum
  $\Gamma_\chi( M^*)\subset M^*$ eine $\mathfrak g$-Unterdarstellung
  der kontragredienten Darstellung $M^*$. Im Fall
  von Kategorie $\mathcal O(\mathfrak g,\mathfrak b,\mathfrak h)$ und 
  $\mathfrak n\subset \mathfrak g$ stabil unter
  ${\op{ad}}_{\mathfrak g}\mathfrak h$ mit
  $\mathfrak n\oplus \mathfrak b=\mathfrak g$ ist $\Gamma_0(M^*)$
  das \glqq Kategorie-$\mathcal O$-Dual ohne den Chevalley-Twist\grqq.
  F"ur regul"ares $\chi$ und ein Vermamodul $M=M(\lambda)$
  dahingegen ist $\Gamma_\chi(M^*)$ eine
  $\mathfrak g$-Darstellung mit demselben strikten zentralen Charakter wie
  $M(\lambda)$, in der jeder Vektor von einer Potenz von
  $\op{ker}\chi$ annulliert wird. Es gibt aber nach Kostant
  oder geometrisch nach [Milicic-Soergel 2] bis auf Isomorphismus
  nur eine einfache derartige Darstellung und jede derartige
  Darstellung ist halbeinfach und das zeigt mit \ref{einWV}, da"s wir so
  diese einfache Darstellung erhalten und zwar f"ur alle $\lambda$. 
\end{Bemerkungl}


\subsection{Definition der Garbenkohomologie}
\begin{Lemma}
Die Kategorie $\op{Ab}_{/X}$ der abelschen Garben auf einem gegebenen 
topologischen Raum $X$\label{GDF} 
besitzt genug Injektive.
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungw}
  Man kann  zeigen, da"s in der Kategorie der
Garben von Vektorr"aumen auf einem gegebenen topologischen Raum
die injektiven Objekte genau die welken Garben nach \ref{welk} sind, vergleiche
\cite{Bo}, V.1.13, wo man sogar noch allgemeiner eine
explizite Charakterisierung injektiver Garben
von Moduln "uber noetherschen Ringen findet.  
Wir werden  diese Resultate nicht
ben"otigen. 
\end{Bemerkungw}
\begin{proof}
  Alle Wolkenkratzer mit einer injektiven
abelschen Gruppe als Halm sind injektive abelsche Garben
nach \ref{HWK}.  Gegeben eine
  Garbe $\cal{F}$ und eine Einbettung $\cal{F}_{x}\hookrightarrow I_{x}$ von
  jedem Halm in eine injektive abelsche Gruppe konstruieren wir eine 
 injektive
  abelsche Garbe $\cal{I}=\prod (I_{x})_{(x)}$ als Produkt der zu den Gruppen
  $I_{x}$ geh"origen Wolkenkratzer bei $x$. Explizit haben wir also
$$\cal{I}(U) = \prod_{x\in U} I_{x} \quad \forall\; U \co X$$
Der offensichtliche Monomorphismus $\cal{F} \hookrightarrow \cal{I}$
zeigt dann das  Lemma.
\end{proof}



\begin{Definition}
Sei $X$ ein topologischer Raum.\label{dBKK} 
Die Werte der Rechtsderivierten des linksexakten
Funktors $\Gamma : \op{Ab}_{/X}\ra \op{Ab}$ der globalen Schnitte
auf einer abelschen Garbe $\mathcal F\in \op{Ab}_{/X}$ nennt man
die {\bf Kohomologie von $X$ mit Koeffizienten in $\mathcal F$}
und notiert sie $$\op{H}^{q}(X;\cal{F})\pdef ({\op{R}}^{q}\Gamma) (\cal{F})$$
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl} Ist $X$ ein topologischer Raum, $\cal F$ 
eine abelsche Garbe auf $X$ und
$Z \subset X$ eine Teilmenge, so verwenden  wir 
die Abk"urzung $\op{H}^{q}(Z;\cal{F})
\pdef \op{H}^{q}
(Z;\cal{F}|_Z)$.\index{H@$\op{H}^{q}(Z;\cal{F})\pdef\op{H}^{q}(Z;\cal{F}\mid_Z)$}
Ist $X$ ein topologischer Raum\label{dBKKv} und $M$ eine abelsche Gruppe und
$\cal F=M_X$ die konstante  Garbe auf $X$, so verwenden  wir 
die Abk"urzungen
$\op{H}^{q}_{\op{garb}}(X;M)=\op{H}^{q}(X;M)
\pdef \op{H}^{q}(X;M_X)$.
\index{H@$\op{H}^{q}_{\op{garb}}$ Garbenkohomologie}  Ist noch spezieller $M=\DZ$, so bezeichnen wir diese Gruppe auch
mit $$\op{H}^{q}_{\op{garb}}X=\op{H}^{q}X=\op{H}^{q}(X;\DZ_X)
=\op{H}^{q}_{\op{garb}}(X;\DZ)=\op{H}^{q}(X;\DZ)$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}
  F"ur den einpunktigen Raum\label{GKpue} 
  liefern die ersten Eigenschaften von Rechtsderivierten \ref{EER}
  ausgezeichnete Isomorphismen $\Gamma \mathcal F\sira {\op{H}}^0(\op{top};\mathcal F)$ sowie das Verschwinden 
  ${\op{H}}^q(\op{top};\mathcal F)=0$ f"ur $q>0$.
  Im Fall der konstanten Garbe $\DZ_{\op{top}}$ nennen wir das
  Bild der Eins unter dem ausgezeichneten Isomorphismus
  $\DZ\sira {\op{H}}^0(\op{top};\DZ)$ den
  {\bf kanonischen Erzeuger}\index{kanonischer Erzeuger!Garbenkohomologie}
  und notieren ihn $1\in {\op{H}}^0(\op{top})$. 
\end{Beispiel}



\begin{Bemerkungl}
Ich f"urchte, da"s  diese Definitionen dem nicht vorgebildeten Leser 
ziemlich sinnlos erscheinenen m"ussen. Mein Ziel
ist im folgenden, parallel die relevante abstrakte homologische Algebra 
und ihre Anwendung auf den Fall der Garbenkohomologie 
zu entwickeln in der Hoffnung,
 da"s sich dadurch 
beide Theorien gegenseitig motivieren und ihre Sinnhaftigkeit zeigen.
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungl}[\textbf{Garbenkohomologie als Erweiterungsgruppe}] 
Wir erinnern unsere Erweiterungen aus \ref{ExtA}. Im Fall der
Kategorie $\mathcal A=\op{Ab}_{/X}$ der abelschen Garben auf einem
topologischen Raum $X$ liefern die durch das Auswerten
auf dem konstanten Schnitt Eins f"ur alle abelschen Garben $\mathcal F\in\op{Ab}_{/X}$
gegebenen Isomorphismen\label{GaExt}  
$\op{Ab}_{/X}(\DZ_X,\mathcal F)\sira \Gamma\mathcal F$  Isomorphismen
$$\op{Ext}^q_{\op{Ab}_{/X}}(\DZ_X,\mathcal F)\sira{\op{H}}^q(X;\mathcal F)$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungw}
  In \eref{GTKR}{TD} erkl"aren wir die Ringstruktur auf der Garbenkohomologie
  mit Hilfe der  sogenannten \glqq Yoneda-Produkte\grqq. \nichtfinal{Zitat unscharf! In \ref{??} erkl"aren wir ihre geometrische Bedeutung und zeigen
  insbesondere die graduierte Kommutativit"at.}  
\end{Bemerkungw}
\nichtfinal{\begin{Bemerkungw} Grauert hat, behaupten Kashiwara-Schapira, bewiesen, da"s
  auf jeder reellanalytischen  abz"ahlbar basierten Mannigfaltigkeit die h"oheren Kohomologiegruppen der Garbe der
  analytischen Funktionen verschwinden.
  \end{Bemerkungw}} 
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}\label{InI} 
  Eine abelsche Garbe $\mathcal I$
  auf einem topologischen Raum $X$ ist genau dann injektiv,
  wenn sich jeder Morphismus $\mathcal A\ra \mathcal I$
  von einer Untergarbe $\mathcal A\subset \DZ_X$ nach $\mathcal I$ auf ganz
  $\DZ_X$ fortsetzen l"a"st. Hinweis: Man kopiere den Beweis vom Fall
  \eref{IAG}{TS} eines einpunktigen Raums.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
  F"ur einen diskreten Raum\label{GKpu} 
 verschwindet  alle Garbenkohomologie in Graden $\geq 1$.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Exakte Funktoren}] 
  Seien
  $F:\mathcal A\ra \mathcal B$ ein exakter Funktor von abelschen Kategorien
  mit genug Injektiven und $G:\mathcal B\ra \mathcal C$ ein additiver
  Funktor in eine weitere abelsche Kategorie. Man zeige, da"s es eindeutig
  bestimmte 
  Transformationen ${\op{R}}^q(G\circ F)\RA {\op{R}}^qG\circ F$
  gibt derart, da"s  f"ur jede Aufl"osung  $A\hra M^\lhd$ das Diagramm
  $$\begin{array}{ccc}
    \mathcal H^q GFM^\lhd&&\\
    \da&\searrow&\\
    {\op{R}}^q(G\circ F)A&\ra&{\op{R}}^qG( FA)
  \end{array}$$
  mit den $\tau$-Morphismen aus der Definition der derivierten Funktoren in den Morphismen nach unten kommutiert.\label{exF} 
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Erweiterungen und exakte Funktoren}] 
  Sei $F:\mathcal A\ra \mathcal B$ ein exakter Funktor von abelschen Kategorien
  mit genug Injektiven. Man konstruiere nat"urliche
  Abbildungen\label{FExt} 
  $$\op{Ext}_{\mathcal A}^q(M,N)\ra  \op{Ext}_{\mathcal B}^q(FM,FN)$$
  Sp"ater werden wir derartige Abbildungen auch ohne die Forderung
  nach der Existenz von genug Injektiven als
  unmittelbare Konsequenz der Konstruktion des \glqq von $F$ induzierten Funktors auf
  den derivierten Kategorien\grqq\ erhalten.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Erste Kohomologie "uberlagerungstrivialer R"aume}]
  Man zeige f"ur jeden "uberlagerungstrivialen Raum $X$ das
  Verschwinden der ersten Garbenkohomologie
  ${\op{H}}^1(X;\DZ)_{\op{garb}}=0$. Hinweis: Bei jeder Erweiterung
  $\DZ_X\hra \mathcal F\sra \DZ_X$ von abelschen Garben ist $\bar {\mathcal F}\ra X$ eine "Uberlagerung, also eine triviale "Uberlagerung, also spaltet
  unsere Erweiterung.\label{EKEZ}  
\end{Ubung}

\subsection{Derivieren mit azyklischen Objekten}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Lange exakte Sequenz der derivierten Funktoren}]
Sei $F:\mathcal A\ra \mathcal B$ ein additiver Funktor von einer abelschen Kategorie\label{EDF}
mit genug Injektiven in eine 
weitere\index{lange exakte Sequenz!derivierter Funktoren}
abelsche Kategorie. Wir geben eine Konstruktion an, die
jeder kurzen exakten Sequenz 
$A\hookrightarrow B \twoheadrightarrow C$ in $\mathcal A$ f"ur alle $q$ 
Morphismen ${\op{R}}^{q-1}FC\ra {\op{R}}^{q}FA$ zuordnet derart,
da"s unsere Morphismen  zusammen mit
den von der Funktorialit"at der derivierten Funktoren herr"uhrenden
Morphismen eine  lange exakte Sequenz
$$\ldots \ra{\op{R}}^{q-1}FC\ra {\op{R}}^{q}FA \ra {\op{R}}^{q}FB \ra {\op{R}}^{q}FC 
 \ra {\op{R}}^{q+1}FA\ra\ldots$$
 in $\mathcal B$ bilden und  da"s jeder
 Morphismus von kurzen exakten Sequenzen einen Morphismus der so entstehenden
 langen exakten Sequenzen liefert.
 Unsere Konstruktion geht aus von der Bemerkung, da"s in der
 abelschen Kategorie
 $\op{Ket}^{0 \leq}(\mathcal A)$ aller in negativen Graden verschwindenden
 Komplexe f"ur $I, K\in i\mathcal A$
 injektive Objekte von $\mathcal A$ sowohl $I[0]$ als auch der bei Null beginnende
 Zwei-Term-Komplex $K\sira K$ 
 injektive Objekte von $\op{Ket}^{0 \leq}(\mathcal A)$ sind und da"s sich jeder bei Null beginnende
 Zweitermkomplex %aus  einer Surjektion
 $B\ra C$ in ein
 injektives Objekt von $\op{Ket}^{0 \leq}(\mathcal A)$
 der Gestalt  $(\op{pr}_2: I\oplus K\sra K)$
 einbetten l"a"st. Wir finden induktiv f"ur $B\sra C$
 eine injektive Aufl"osung in
  $\op{Ket}^{0 \leq}(\mathcal A)$
 durch Zweitermkomplexe dieser speziellen Gestalt.
 Die Beschreibung aller Injektiven von $\op{Ket}^{0 \leq}(\mathcal A)$ m"ogen  Sie
 als "Ubung \ref{InjKE} ausarbeiten, sie wird hier nicht ben"otigt. Erg"anzen wir 
  die Kerne, so erhalten wir ein kommutatives Diagramm der Gestalt 
  $$\begin{array}{ccccc}
\ua&&\ua&&\ua\\
I^{2}&\hra &J^2&\sra&K^2\\
\ua&&\ua&&\ua\\
I^1&\hra &J^1&\sra&K^1\\
\ua&&\ua&&\ua\\
I^0&\hra & J^0&\sra&K^0\\
\ua&&\ua&&\ua\\
A&\hookrightarrow &B &\twoheadrightarrow &C
  \end{array}$$
 Die linke Spalte ist exakt nach der
 langen exakten Homologiesequenz und die h"oheren
 Horizontalen sind  spaltende kurze exakte
  Sequenzen nach Konstruktion.
  Anwenden von $F$ liefert also eine kurze exakte Sequenz
  von Komplexen $FI^\lhd\hra FJ^\lhd\sra FK^\lhd$ und deren lange
  exakte Kohomologiesequenz ist eine lange exakte Sequenz
  $$\ldots \ra{\op{R}}^{q-1}F(C)\ra {\op{R}}^{q}FA \ra {\op{R}}^{q}FB \ra {\op{R}}^{q}FC 
  \ra {\op{R}}^{q+1}F(A)\ra\ldots$$
  Die Unabh"angigkeit von der gew"ahlten injektiven Aufl"osung
  durch unsere spe\-ziel\-len injektiven Zweitermkomplexe und die Vertr"aglichkeit
  mit Morphismen von kurzen exakten Sequenzen zeigen wir zusammen.
  Gegeben ein Morphismus von kurzen exakten Sequenzen alias ein
  kommutatives Diagramm 
 \begin{displaymath}
    \xymatrix{A \ar[d] \ar@{^{(}->}[r] & B \ar[d] \ar@{->>}[r]&C \ar[d]\\
   A'  \ar@{^{(}->}[r] & B'  \ar@{->>}[r]&C' }
 \end{displaymath}
 und erhalten wir erst
 einen Homotopielift des durch das rechte Quadrat
 gegebenen vertikalen  Morphismus in $\op{Ket}^{0 \leq}(\mathcal A)$ und dann durch das Erg"anzen der
  jeweiligen Kerne
 ein kommutatives Diagramm
  \begin{displaymath}
    \xymatrix{I^\lhd \ar[d] \ar@{^{(}->}[r] & J^\lhd \ar[d] \ar@{->>}[r]&K^\lhd \ar[d]\\
   I'^\lhd  \ar@{^{(}->}[r] & J'^\lhd  \ar@{->>}[r]&K'^\lhd }
  \end{displaymath}
  von langen exakten Sequenzen. Wenden wir darauf $F$ an, so erhalten
  wir die Unabh"angigkeit unserer Konstruktion von den dabei getroffenen
  Wahlen ebenso wie die Vertr"aglichkeit mit Morphismen von
  kurzen exakten Sequenzen. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl} Nach \ref{EER} haben wir ${\op{R}}^qF=0$ f"ur $q<0$.
  Nach der langen exakten Sequenz\label{lieRO} 
  ist also ${\op{R}}^0F$ stets linksexakt.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Als Spezialf"alle erhalten wir in unseren Beispielen: Die lange
exakte $\op{Ext}$-Sequenz im ersten \eref{KIAa}{TS} 
beziehungsweise zweiten \eref{EZE}{TS}
Eintrag und  die lange
exakte Tor-Sequenz im ersten beziehungsweise
zweiten Eintrag \eref{kest}{TS}.
%Warum die Randoperatoren unserer Sequenzen hier nicht von
%den bei der Konstruktion verwendeten Wahlen abh"angen und warum sie mit
%den  in unseren Beispielen konstruierten Randoperatoren  "ubereinstimmen, wird in \ref{LES} noch diskutiert werden.
\end{Bemerkungl}



\begin{Beispiel}[\textbf{Lange exakte Sequenz der Garbenkohomologie}]
Gegeben eine kurze exakte Sequenz
 $\cal{F}^{\prime} \hookrightarrow \cal{F} \twoheadrightarrow
\cal{F}^{\prime\prime}$  von abelschen Garben auf
einem topologischen Raum $X$\index{lange exakte Sequenz!der Garbenkohomologie} 
spezialisiert die lange exakte Sequenz der derivierten Funktoren
zu langen exakten Sequenzen
der zugeh"origen Kohomologiegruppen\label{LESGK}
$$\op{H}^{0}(X;\cal{F}^{\prime})\hra \op{H}^{0}(X;\cal{F})\ra
\op{H}^{0}(X;\cal{F}^{\prime\prime}) \ra \op{H}^{1}(X;\cal{F}^{\prime}) \ra
\op{H}^{1}(X;\cal{F}) \ra \ldots$$
\end{Beispiel}






% \begin{Bemerkungl}
% Vielleicht als Beispiel Ext in Polynomringen und 
% Koszul-Komplex und Hilbert's \defind{Syzygiensatz} diskutieren.
% \end{Bemerkungl}
%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%



\begin{Definition}\label{AZO}
   Sei $F: \cal{A} \ra \cal{B}$ ein additiver Funktor
  von einer abelschen Kategorie mit genug Injektiven in eine weitere
abelsche Kategorie.
Ein Objekt $J \in \cal{A}$ hei"st 
{\bf $F$-rechtsazyklisch},\index{rechtsazyklisch!$F$-rechtsazyklisch}
wenn gilt $\tau: FJ\sira {\op{R}}^0FJ$ und $({\op{R}}^{q}F)(J) =0$
f"ur alle $q>0$. Gelten die fraglichen Bedingungen
zumindest f"ur  $q\leq n$, so nennen wir $J$
ein {\bf $F$-$n$-rechtsazyklisches Objekt}.\index{azyklisch!$n$-rechtsazyklisch}
\end{Definition}

\begin{Beispiele}
  Injektive Objekte sind $F$-rechtsazyklisch f"ur jeden 
  additiven 
  Funktor $F$. Alle Objekte sind rechtsazyklisch f"ur jeden exakten Funktor.
  Analoge Definitionen trifft man f"ur additive
  Funktoren von einer abelschen Kategorie mit genug Projektiven in eine 
  weitere abelsche Kategorie.
  Projektive Objekte sind dann $F$-linksazyklisch f"ur jeden additiven 
  Funktor $F$. Torsionsfreie abelsche Gruppen sind linksazyklisch
  f"ur alle Funktoren der Gestalt $\otimes_\DZ M$ mit $M\in\op{Ab}$.
\end{Beispiele}

\begin{Bemerkungl}
  Vielfach sagt man einfach nur
  {\bf $F$-azyklisch}\index{azyklisch!f"ur Funktor} und
  der Leser mu"s erraten, was genau gemeint ist. 
  Im  Fall eines linksexakten Funktors meint \glqq $F$-azyklisch\grqq\
  f"ur gew"ohnlich
  \glqq $F$-rechtsazyklisch\grqq\ und im Fall eines rechtsexakten Funktors 
f"ur gew"ohnlich  \glqq $F$-linksazyklisch\grqq.
\end{Bemerkungl}

\begin{Proposition}[\textbf{Derivieren mit azyklischen Objekten}]
  Gegeben ein additiver Funktor
  $F: \cal{A} \ra \cal{B}$ von einer abelschen
  Kategorie mit genug Injektiven in eine weitere\label{DAZO}
abelsche Kategorie sind f"ur jede 
  Aufl"osung $A \hookrightarrow J^{\lhd}$ durch $F$-rechtsazyklische Objekte
eines Objekts $A\in\cal{A}$
 unsere \hyperref[DefDe]{kanonischen Morphismen}  Isomorphismen
$$\tau:\cal{H}^{q}FJ^{\lhd} \sira
({\op{R}}^{q}F)(A)$$
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}
  Injektive Aufl"osungen sind f"ur konkrete  Rechnungen selten
  von Nutzen und eher f"ur theoretische "Uberlegungen von Interesse.
F"ur praktische Anwendungen ist es von zentraler Bedeutung,
da"s man die Derivierten eines gegebenen additiven  Funktors  bereits
"uber  Aufl"osungen durch azyklische Objekte berechnen kann.
 In \eref{DAZOt}{TD} 
  diskutieren wir, wie man den Begriff derivierter Funktoren ebenso wie
  obige Proposition 
auf Situationen verallgemeinern kann,
in denen es nicht genug Injektive gibt. Von unserem derzeitigen Stand aus ist
allerdings
noch nicht einmal klar, wie in dieser Allgemeinheit \glqq azyklisch\grqq\  "uberhaupt
zu definieren sein sollte.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Partielles Derivieren mit  Aufl"osungen durch partiell Azyklische}]
 Gegeben ein additiver Funktor
  $F: \cal{A} \ra \cal{B}$ von einer abelschen
  Kategorie mit genug Injektiven in eine weitere\label{DAZOp}
abelsche Kategorie und ein festes $N\in\DN$ sind sogar f"ur jede 
 Aufl"osung $A \hookrightarrow J^{\lhd}$
 eines Objekts $A\in\cal{A}$ mit $({\op{R}}^qF)(J^p)=0$ beziehungsweise
 $FJ^p\sira ({\op{R}}^qF)(J^p)$ f"ur alle
 $(q,p)$ mit  $q+p\leq N$ und $q\neq 0$ beziehungsweise $q=0$ 
 unsere \hyperref[DefDe]{kanonischen Morphismen}  Isomorphismen
$$\tau:\cal{H}^{q}FJ^{\lhd} \sira
 ({\op{R}}^{q}F)(A) \quad\text{f"ur } n<N.$$
 Der Beweis bleibt im wesentlichen derselbe,
 die Details mag der Leser zur "Ubung ausarbeiten. Insbesondere k"onnen wir
 ${\op{R}}^{q}F$ auch bereits mit  Aufl"osungen durch $(q+1)$-rechtsazyklische
 Objekte berechnen. 
\end{Bemerkungl}



\begin{proof}[Beweis]
Seien $A\hookrightarrow I^{\lhd}$ eine injektive Aufl"osung von $A$ und
$f^{\lhd} : J^{\lhd}\ra I^{\lhd}$ die bis auf Homotopie
wohldefinierte Fortsetzung der Identit"at auf $A$ nach \ref{IaU}.
Es gilt zu zeigen, da"s
die Kettenabbildung
$$Ff^{\lhd} : FJ^{\lhd} \ra FI^{\lhd}$$ Isomorphismen
auf der Homologie induziert.
Da aber 
$f^{\lhd}:J^{\lhd} \ra I^{\lhd}$ Isomorphismen auf der
Homologie induziert, mu"s die Homologie des Abbildungskegels
$K\pdef \op{K}(f^{\lhd})$ identisch verschwinden.
Dieser Abbildungskegel beginnt im Grad $-1$ und wir k"onnen ihn
aufspalten in kurze exakte Sequenzen
$$\begin{array}{ccccccccccc}
K^{-1}&\hookrightarrow &K^{0}&\twoheadrightarrow & C^{0}&  & & &
&&\\
 & & C^{0}&\hookrightarrow &K^{1}&\twoheadrightarrow &C^{1} & &
 &&\\
& & & &C^{1}&\hookrightarrow &K^{2}&\twoheadrightarrow &C^{2} &&\\
& & & & & &\ldots&&\ldots&&\ldots
\end{array}$$
Aus der langen exakten Sequenz der derivierten 
Funktoren \ref{EDF} folgt induktiv, da"s
alle in diesen kurzen exakten Sequenzen auftauchenden
Objekte $F$-azyklisch sein m"ussen.
Damit sehen wir dann sofort, da"s $\op{K}(f^{\lhd})$ exakt bleibt unter $F$.
Da also nun $F\op{K}(f^{\lhd}) = \op{K}(Ff^{\lhd})$ exakt ist, mu"s
$Ff^{\lhd}$ Isomorphismen auf der Homologie induzieren.
\end{proof}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Randoperator zu azyklischen Aufl"osungen}] 
  Sei $F:\mathcal A\ra \mathcal B$ ein additiver
  Funktor zwischen abelschen Kategorien
  und es habe $\mathcal A$ genug Injektive.
  Sei eine kurze exakte Sequenz $A\hra B\sra C$ in $\mathcal A$ gegeben
  und eine kurze exakte Sequenz von Aufl"osungen\label{RaA} 
  $$\xymatrix{ C\ar@{^(->}[r]&N^0\ar[r]
  &N^1\ar[r]&\ldots\\
  B\ar@{^(->}[r]\ar@{->>}[u]&M^0\ar[r]\ar@{->>}[u]
  &M^1\ar[r]\ar@{->>}[u]&\ldots\\      
  A\ar@{^(->}[r]\ar@{^(->}[u]
  &L^0\ar[r]\ar@{^(->}[u]
  &L^1\ar[r]\ar@{^(->}[u]&\ldots}$$
  mit  $F$-$0$-rechtsazyklischen $M^q,N^q$
  und $F$-$1$-rechtsazyklischen $L^q$.
   So erhalten wir eine kurze exakte Sequenz von Kettenkomplexen
  $FL^\lhd\hra FM^\lhd\sra FN^\lhd$ und die zugeh"orige lange exakte
  Kohomologiesequenz bildet mit den kanonischen Homomorphismen in den
  Vertikalen eine kommutatives Diagramm
  $$\xymatrix{\mathcal H^0 FL^\lhd\ar@{^(->}[r]\ar[d]& \mathcal H^0 FM^\lhd\ar[r]\ar[d]& \mathcal H^0 FN^\lhd\ar[r]\ar[d]& \mathcal H^1FL^\lhd\ar[r]\ar[d]&\mathcal H^1FM^\lhd\ar[r]\ar[d]&\ldots\\
 {\op{R}}^0FA\ar@{^(->}[r]& {\op{R}}^0FB\ar[r]& {\op{R}}^0FC\ar[r]& {\op{R}}^1FA\ar[r]&{\op{R}}^1F B\ar[r]&\ldots  }$$
  In der Tat finden wir nach \ref{EDF} eine injektive Aufl"osung von
  $B\ra C$ in $\op{Ket}^{0\leq}(\mathcal A)$
  durch Zweitermkomplexe bestehend aus einer spaltenden Surjektion von
  injektiven Objekten. Erg"anzen wir jeweils die Kerne, so ergibt
  sich ein kommutatives Diagramm
  $$\xymatrix{L^\lhd\ar@{^(->}[r]\ar[d]& M^\lhd\ar@{->>}[r]\ar[d]&N^\lhd\ar[d]\\
    I^\lhd\ar@{^(->}[r]& J^\lhd\ar@{->>}[r]&K^\lhd}$$
  von exakten Sequenzen mit kurzen exakten Zeilen,
  die untere gliedweise spaltend mit injektiven Eintr"agen an jeder Stelle
  und alles vertr"aglich mit den jeweiligen
  Einbettungen von $A\hra B\sra C$ in den
  nullten Grad. Wenden wir $F$ an, entsteht ein kommutatives
  Diagramm von kurzen exakte Sequenzen von Komplexen in $\mathcal B$.
  Das liefert ein kommutatives Diagramm der zugeh"origen
  langen exakten Homologiesequenzen und so die Behauptung. 
\end{Bemerkungl}






\begin{Bemerkungl}
  Wir sagen, ein additiver Funktor $F:\mathcal A\ra \mathcal B$
  von einer abelschen Kategorie mit genug Injektiven in eine weitere
  abelsche Kategorie habe {\bf endliche homologische Rechtsdimension},
  \index{homologische Rechtsdimension!endliche} wenn es ein $d$ gibt mit
  ${\op{R}}^qF=0$ f"ur $q> d$. Das kleinstm"ogliche derartige $d$
  oder genauer das Infimum  aller derartigen $d$ 
  hei"st dann die {\bf homologische Rechtsdimension}\index{Rechtsdimension!homologische!eines Funktors}
  unseres Funktors.\label{hDim} Insbesondere hat der Nullfunktor die homologische
  Rechtsdimension $-\infty$.\label{KWAUe} Analoges vereinbaren wir f"ur  Links
  statt Rechts. Eine Verallgemeinerung unserer Definitionen geben wir in
  \eref{KWAUe}{TD}.
\end{Bemerkungl}


\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}[\textbf{Ein Spektralsequenzargument}] 
  Sei $F:\mathcal A\ra\mathcal B$ ein linksexakter Funktor von einer
  abelschen Kategorie mit genug Injektiven in eine weitere abelsche
  Kategorie und $A^*$ ein Komplex von $F$-azyklischen Objekten
  mit $A^n=0$ f"ur $n<0$. Wir nehmen weiter an, es gelte $({\op{R}}^qF)\mathcal H^pA^*=0$
  f"ur alle $(q,p)$ mit $q>0$ und $q+p\leq N$. Man zeige, da"s dann die
  nat"urlichen Morphismen aus \ref{Fkol} f"ur $n< N$ Isomorphismen\label{SPKs} 
  $$\mathcal H^nFA^* \sira F \mathcal  H^nA^*$$
  sind. Hinweis: Man verfeinere den Beweis von \ref{DAZO}. Im Rahmen der
  allgemeinen Theorie der Spektralsequenzen
  folgt die Aussage unmittelbar aus \ref{KSSEx}.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Injektive Objekte in Kategorien  nichtnegativer Komplexe}] 
  Gegeben eine abelsche Kategorie $\mathcal A$ betrachten wir die abelsche
  Kategorie\label{InjKE} 
  $$\op{Ket}^{0 \leq}(\mathcal A)$$ aller f"ur negative Indizes verschwindenden
  Komplexe in $\mathcal A$.  Die injektiven Objekte
  dieser Kategorie sind genau
  alle entsprechenden Komplexe aus 
    injektiven Objekten von $\mathcal A$, bei denen die Kohomologie
    in von Null verschiedenen Graden verschwindet und bei denen die
    Zykel $\op{ker}\partial:I^n\ra I^{n+1}$ in jedem Grad
    oder gleichbedeutend im Grad $n=0$ direkte Summanden
    von $I^n$ sind. In der Tat sieht man leicht, da"s jeder
    Komplex dieser Art ein injektives Objekt von
    $\op{Ket}^{0 \leq}(\mathcal A)$ ist, da es ein Produkt
    von Komplexen der Typen $I[0]$ 
    und $(I\sira I)$ ist f"ur $I\in i\mathcal A$. Andererseits ist leicht zu sehen, da"s bei einem injektiven Objekt von $\op{Ket}^{0 \leq}(\mathcal A)$ die Zykel an jeder Stelle
    zu $i\mathcal A$ geh"oren m"ussen, man teste mit
    Homomorphismen nach $A[n]\hra B[n]$,
    und die Objekte an jeder Stelle
    zu $i\mathcal A$ geh"oren m"ussen, man teste mit
    Injektionen von Zwei-Term-Komplexen $(A\sira A)\hra (B\sira B)$. Schlie"slich ist jeder unserer Komplexe $X$ Unterkomplex
    eines weiteren Komplexes $Y$ mit $\mathcal H^q Y=0$ f"ur $q>0$,
    und ist $X$ injektiv, so mu"s diese Einbettung spalten und
    wir folgern $\mathcal H^q X =0$ f"ur $q>0$.
  Hat $\mathcal A$ gen"ugend Injektive, so auch
  $\op{Ket}^{0 \leq}(\mathcal A)$, wie man leicht einsieht.
   F"ur die Rechtsderivierten von $\mathcal H^0:\op{Ket}^{0 \leq}(\mathcal A)\ra
    \mathcal A$ erhalten wir dann nat"urliche Isomorphismen
    $$({\op{R}}^q\mathcal H^0)(K^*)\siRa \mathcal H^qK^*$$
    vermittels der Interpretation einer injektiven Aufl"osung
    in $\op{Ket}^{0 \leq}(\mathcal A)$ als Doppelkomplex im ersten
    Quadranten, dessen Zeilen und Spalten in positiven Graden exakt sind.
    Die Kohomologie des senkrechten Kernkomplexes berechnet nun
    die linke Seite Seite und die Kohomologie des waagerechten Kernkomplexes
    die rechte Seite und der waagerechte Kernkomplex ist schlicht $K^*$ selber
    und beide Kohomologien gehen nach \ref{EAS} isomorph auf die Kohomologie
    des Totalkomplexes. 
\end{Ubung}
\begin{Bemerkunge}
  Ein Student k"onnte einmal ausarbeiten, inwiefern das Vorhergehende
  g"ultig bleibt, wenn $\mathcal A$ nicht genug Injektive hat und
  man derivierte Funktoren im in \eref{HdFoI}{TD} erkl"arten
  verallgemeinerten Sinne versteht.
\end{Bemerkunge}





% \begin{Ubung} \nichtfinal{N"otig?}
% Sei in einer abelschen Kategorie ein kommutatives Diagramm
%   ohne den gestrichelten Pfeil der Gestalt 
%  \begin{displaymath}
 %    \xymatrix{E \ar[rdd] \ar@{^{(}->}[rr] && F \ar@{-->}[rdd] % % \ar@{->>}[rr]&&G\ar[rdd]&\\
 %      A \ar[rd] \ar@{^{(}->}[rr]\ar@{^{(}->}[u] && B\ar[rd]\ar@{^{(}->}[u]  \ar@{->>}[rr]&&C\ar[rd]\ar@{^{(}->}[u]& \\
%    &I  \ar@{^{(}->}[rr] && M  \ar@{->>}[rr]&&N\\ }
%   \end{displaymath}
%  mit kurzen exakten Zeilen gegeben.
%  Ist $I$ injektiv, so l"a"st es sich
%  durch einen Morphismus l"angs des gestrichelten Pfeils kommutativ
%  erg"anzen. Hinweis: Die vordere Sequenz mu"s spalten,
%  weshalb man sich auf den Fall $N=0$ zur"uckziehen kann. 
%  Ist $AEBF$ kokartesisch alias $F$ ein Pushout,
%  so ist die Behauptung offensichtlich. Im allgemeinen zeigt die \glqq hintere Wand\grqq\ unseres
%  Diagramms, da"s der Pushout in $F$ einbettet, und mit der  Injektivit"at von $I$ folgt die Behauptung.\label{Natles}
% \end{Ubung}

% \begin{Ubung}[\textbf{Funktorialit"at von Cartan-Eilenberg-Aufl"osungen}]
 %  Gegeben in einer abelschen Kategorie \nichtfinal{N"otig?} 
 %  ein Morphismus von kurzen exakten Sequenzen
 %  \begin{displaymath}
 %    \xymatrix{A \ar[d] \ar@{^{(}->}[r] & B \ar[d] \ar@{->>}[r]&C \ar[d]\\
 %   A'  \ar@{^{(}->}[r] & B'  \ar@{->>}[r]&C' }
 %  \end{displaymath}   und von beiden jeweils eine  \hyperref[KDS]{Cartan-Eilenberg-Aufl\"osung} 
%   sowie Lifts der "au"seren Vertikalen $A\ra A'$ und $C\ra C'$
%  gibt es einen im folgenden gestrichelt eingezeichneten Lift der mittleren Vertikalen zu einem kommutativen Diagramm\label{HoCAE}   
%   \begin{displaymath}
 %    \xymatrix{I^\lhd \ar[d] \ar@{^{(}->}[r] & J^\lhd \ar@{-->}[d] \ar@{->>}[r]&K^\lhd \ar[d]\\
 %   I'^\lhd \ar@{^{(}->}[r] & J'^\lhd  \ar@{->>}[r]&K'^\lhd }
%   \end{displaymath} 
%   Gegeben zwei derartige Lifts unseres Morphismus von
 %  kurzen exakten Sequenzen zu den jeweils vorgegebenen Cartan-Eilenberg-Aufl"osungen und jeweils eine Homotopie zwischen den beiden Lifts 
%   von $A\ra A'$ und den beiden Lifts von $C\ra C'$ gibt es
%  weiter einen Lift der Homotopie zwischen den beiden Lifts
%   von $B\ra B'$ derart, da"s diese drei Homotopien zusammen
%   mit den Morphismen aus unseren beiden kurzen exakten Sequenzen
%   wieder
 %  ein kommutatives Diagramm von $\DZ$-graduierten abelschen Gruppen
%   bilden. Hinweis: \ref{Natles} und Induktion. 
% \end{Ubung}
% \begin{Ubung}\nichtfinal{N"otig?} 
%   Eine Spaltung einer kurzen exakten Sequenz liftet
 %  zu einer Spaltung jeder Cartan-Eilenberg-Aufl"osung. Hinweis:
 %  Man zerlege den Morphismus in den mit Null indizierten Term
 %  der Cartan-Eilenberg-Aufl"osung in eine Verkn"upfung von zwei
 %  Morphismen kurzer\label{spCAE} 
 %  exakter Sequenzen, von denen der erste einen Isomorphismus auf dem
%   letzten Term induziert und der zweite einen Isomorphismus auf dem
%   ersten Term. 
% \end{Ubung}
\begin{Ubung}
In der Kategorie aller graduierten 
Moduln "uber einem graduierten Ring gibt es
gen"ugend injektive Objekte.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{EHD} 
  Sei $F:\mathcal A\ra \mathcal B$ ein linksexakter Funktor
  von einer abelschen Kategorie mit genug Injektiven in eine weitere
   abelsche Kategorie.
Sei
$$\ldots\ra  J^{-1}\ra   J^{0} \ra J^{1} \ra \ldots$$
eine exakte Sequenz mit $F$-rechtsazyklischen $J^q$.
Man zeige: Bleibt unsere Sequenz nicht exakt unter $F$, so kann keiner der
derivierten Funktoren ${\op{R}}^qF$ f"ur $q\geq 0$ der Nullfunktor sein.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{EHDN} 
   Sei $F:\mathcal A\ra \mathcal B$ ein linksexakter Funktor
  von einer abelschen Kategorie mit genug Injektiven in eine weitere
   abelsche Kategorie.
Sei weiter 
$$J^{-d}\hra \ldots\ra J^{-2}\ra J^{-1}\ra   J^{0} \sra A$$
eine exakte Sequenz mit $F$-rechtsazyklischen $J^q$, die 
\glqq in die andere Richtung geht als eine Aufl"osung\grqq.
Man zeige: Alle Kokerne
$\op{cok}(J^{q-1}\ra J^{q})$ sind $F$-rechtsazyklisch und $A$ ist $F$-rechtsazyklisch
und unsere Sequenz bleibt exakt beim Anwenden von $F$.
Dasselbe folgt im "Ubrigen auch
ohne die Annahme der Existenz von genug Injektiven,
wenn wir die Eigenschaft \glqq $F$-rechtsazyklisch\grqq\
wie in \eref{HdFoI}{TD} verstehen
und \eref{LeSS}{TD} zu Hilfe
nehmen.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{ehdn} 
   Sei $F:\mathcal A\ra \mathcal B$ ein linksexakter Funktor
  von einer abelschen Kategorie mit genug Injektiven in eine weitere
   abelsche Kategorie.
Sei 
$$A\hra  J^{0}\ra J^{1}\ra\ldots \ra   J^{d-1} \sra C$$
eine exakte Sequenz mit $F$-rechtsazyklischen $J^\nu$. Ist die homologische
Rechtsdimension von $F$ h"ochstens  $d$, so ist auch $C$ ein $F$-rechtsazyklisches Objekt. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{LASa} 
   Sei $G:\mathcal A\ra \mathcal B$ ein additiver Funktor
  von abelschen Kategorien und es habe $\mathcal A$ genug Projektive.
 Man erinnere aus  \ref{redD}  die
   augmentierten Linksderivierten ${\op{L}}_qG:\mathcal A^G\ra \mathcal B$
 und leite die lange exakte Sequenz der augmentierten derivierten
 Funktoren zu einer kurzen exakten Sequenz in
 $\mathcal A^G$ her.
\end{Ubung}



\begin{Ubung}[\textbf{Nullhomotope Komplexe}]
  Man zeige, da"s ein Komplex $(X^n,\partial)$ von
  abelschen Gruppen
  genau dann nullhomotop ist, wenn es
  Gruppen $A^n$ und Isomorphismen $X^n\sira A^n\oplus A^{n+1}$
  gibt, unter denen der Randoperator der Komposition
  $$A^n\oplus A^{n+1}\sra A^{n+1}\hra  A^{n+1}\oplus A^{n+2}$$
  von Projektion und Injektion entspricht.
  Mutige zeigen dasselbe
  in beliebigen abelschen Kategorien und sogar
  noch allgemeiner beliebigen additiven Kategorien mit spaltenden
  Idempotenten.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}[\textbf{Zu Komplexen mit Differential Null homotope Komplexe}]
    Man zeige, da"s ein Komplex $(Y^n,\partial)$ von
  abelschen Gruppen
  genau dann homotopie"aquivalent ist zu einem Komplex
  mit verschwindenden Differentialen, wenn es
  Gruppen $A^n, H^n$ und Isomorphismen $X^n\sira A^n\oplus H^n \oplus A^{n+1}$
  gibt, unter denen der Randoperator der Komposition
  $$A^n\oplus H^n\oplus A^{n+1}\sra A^{n+1}\hra  A^{n+1}\oplus H^{n+1}\oplus A^{n+2}$$
  von Projektion und Injektion entspricht.
  Wir nennen Komplexe mit dieser Eigenschaft\label{maspa} 
  {\bf maximal spaltend}.\index{spaltend!maximal, Komplex}
  Mutige zeigen dasselbe
  in beliebigen abelschen Kategorien und sogar
  noch allgemeiner in beliebigen additiven Kategorien mit spaltenden
  Idempotenten.
\end{Ubung}


\subsection{Gruppenkohomologie*}
\nichtfinal{V?}
\begin{Bemerkungl}
  An dieser Stelle geht es nur um die Definition der Gruppenkohomologie
  als Anwendung unserer Konstruktionen aus der
  abstrakten homologischen Algebra und um die Beziehung der Gruppenkohomologie mit konstanten Koeffizienten zur
  singul"aren Kohomologie. In \ref{GrGa} besprechen wir dann feiner
  die  Beziehung der Gruppenkohomologie mit beliebigen Koeffizienten zur
  Garbenkohomologie. In \ref{AqTo} besprechen wir nichtabelsche Gruppenkohomologie. \nichtfinal{Noch gut einbinden: In \ref{zAEQ} geht es um den Fall einer topologischen Gruppe.}
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Sei $G$ eine Gruppe. Unter einem
\defnoind{$G$-Modul}\index{Modul!einer Gruppe} verstehen wir eine abelsche
Gruppe $A$ mit einer Operation $G \ra \op{Grp}^\times( A)$ von $G$ auf $A$
durch Gruppenhomomorphismen, als da hei"st ein Objekt $A$ von
$G\op{-Ab}$.  
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Gegeben ein $G$-Modul $A$ 
bilden wir zwei abelsche Gruppen
$A^{G}$ und $A_{G}$, genannt 
die {\bf Invarianten}\index{Invarianten!von Gruppe} und die 
{\bf Ko-Invarianten}\index{Koinvarianten!von Gruppe} von
$A$, vermittels der Vorschrift
$$
\begin{array}{lll}A^{G} &\pdef& \{ a \in A \mid ga = a
\;\forall g \in G\}\\[2mm]
A_{G} &\pdef& A /\langle   a - ga \mid a \in A, g \in G\rangle
\end{array}$$
Hier besteht $A^{G}$ genau aus allen
unter $G$ invarianten Elementen von $A$ und ist damit die gr"o"ste
unter $G$ invariante Untergruppe von $A$. Dual ist $A_{G}$
 der \glqq gr"o"ste Quotient von $A$, 
auf dem $G$ trivial operiert\grqq.
Etwas formaler k"onnen wir jede abelsche Gruppe 
mit der trivialen $G$-Operation
versehen und so einen Funktor
$\op{Ab}\ra G\op{-Ab}$ definieren. 
Das Bilden der Invarianten beziehungsweise der  Koinvarianten ist dann der
Rechts- beziehungsweise Linksadjungierte zu diesem Funktor.
\end{Bemerkungl}
% \begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}]
% Die hier verwendete Terminologie steht in Konflikt mit einer
% anderen auch allgemein gebr"auchlichen Begriffsbildung:
% Unter der \glqq Koinvariantenalgebra\grqq\   einer endlichdimensionalen
% Darstellung versteht man meist den Quotienten des Rings
% der regul"aren Funktionen auf unserer Darstellung nach dem
% von allen Invarianten positiven Grades erzeuten Ideal.
% \end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Invarianten und Koinvarianten in Modulsprache}] 
Bilden wir wie in \eref{GruR}{NAS} den Gruppenring $\Bbb{Z} G $, so ist
ein $G$-Modul nichts anderes als ein Modul "uber dem 
Ring $\Bbb{Z}  G $. Der Funktor, der jede
abelsche Gruppe mit der trivialen $G$-Operation versieht,
entspricht dann  dem Zur"uckholen
$$\op{res}^{\Bbb{Z}  G }_\DZ:\Bbb{Z} \op{-Mod}\ra \Bbb{Z}  G \op{-Mod}$$
vermittels des Ringhomomorphismus
$\Bbb{Z}  G \ra \Bbb{Z}$, der jedes Gruppenelement auf die Eins
wirft. Im Rahmen des allgemeinen Formalismus aus \eref{IKG}{NAS} haben wir
demnach nat"urliche Isomorphismen 
$A^G\sira\op{ind}_{\Bbb{Z}  G }^\DZ A=\op{Hom}_{\Bbb{Z}  G }(\DZ,A)
$ und $
A_G\sira\op{prod}_{\Bbb{Z}  G }^\DZ A=\DZ\otimes_{\Bbb{Z}  G }A$.
\end{Bemerkungl}


\begin{Definition}[\textbf{Gruppenhomologie und Gruppenkohomologie}] 
Sicher ist $A \mapsto A^{G}$ ein linksexakter 
und  $A \mapsto
A_{G}$ ein  rechtsexakter Funktor\label{GurKo} 
$G\op{-Ab} \ra \op{Ab}$.
Die Rechtsderivierten von $A\mapsto A^G$ nennt man die
{\bf Kohomologie\index{Gruppenkohomologie}
der Gruppe $G$ mit Koeffizienten in $A$}  und notiert sie
$$\op{H}^{q} (G;A)$$
Die Linksderivierten von 
$A\mapsto A_G$\index{Kohomologie!einer Gruppe} nennt man die
{\bf Homologie der Gruppe $G$ mit
Koeffizienten in $A$}\index{Homologie!einer 
Gruppe}\index{H@$\op{H}_{q} (G;A)$ Gruppenhomologie} 
und notiert sie $$ {\op{H}}_{q}(G;A)$$
 Speziell gilt also  $\op{H}^{0} (G;A)=A^{G}$ und ${\op{H}}_{0}
(G;A) = A_{G}$.\index{H@$\op{H}^{q} (G;A)$ Gruppenkohomologie} 
Redet man von Gruppenhomologie oder Gruppenkohomologie
ohne Koeffizienten zu spezifizieren, so sind meist Koeffizienten
in der Einsdarstellung $\DZ$ gemeint.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Gruppenhomologie und -kohomologie in Modulsprache}] 
Seien $G$ eine Gruppe und $A$ ein $G$-Modul.
Verstehen wir $\Bbb{Z}$ als $G$-Modul mit der trivialen Operation
von links beziehungsweise von rechts,
so liefern unsere offensichtlichen kanonischen
Isomorphismen $A^{G} \sira \op{Hom}_{\Bbb{Z}  G } (\Bbb{Z}, A)$
und $A_{G} \sira \Bbb{Z} \otimes_{\Bbb{Z} G } A$  auch kanonische Isomorphismen
$$\begin{array}{lll}
 {\op{H}}_{q}(G;A) &\sira& \op{Tor}_{q}^{\Bbb{Z} G } (\Bbb{Z},A)\\[2mm]
\op{H}^{q}(G;A) &\sira& \op{Ext}^{q}_{\Bbb{Z} G } (\Bbb{Z},A)
\end{array}$$
mit $\op{Ext}$ und $\op{Tor}$ wie in \ref{Ext} und \ref{Tor}.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Ursprung der Terminologie}] 
 Es mag verwirren, da"s  {\em Ko}homologie die Invarianten und  Homologie
  die {\em Ko}invarianten verallgemeinert.  Der Grund ist die Entstehung dieser
  Begriffe aus topologischen "Uberlegungen, 
genauer aus der Erkenntnis \ref{GSK}, da"s die
Kohomologie beziehungsweise
Homologie eines Quotienten $G\backslash X$ f"ur einen
  zusammenziehbaren topologischen Raum $X$ mit topologisch freier  
Operation einer Gruppe $G$ nur von der Gruppe $G$ selbst und nicht von $X$
  abh"angt und folglich die Bezeichnung $\op{H}^q(G\backslash X;\DZ)=\op{H}^q(G;\DZ)$
  beziehungsweise ${\op{H}}_q(G\backslash X;\DZ)={\op{H}}_q(G;\DZ)$ verdient.
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}[\textbf{Homologie und Kohomologie von $\DZ/2\DZ$}] 
Wir betrachten die zweielementige Gruppe $G =\{e,g\}$.
Sie ist kommutativ und dasselbe gilt f"ur ihren Gruppenring.
Eine freie Aufl"osung des $\Bbb{Z} G$-Moduls $\Bbb{Z}$ 
wird gegeben durch den\label{GKHZ} 
Komplex
\begin{displaymath}
\ldots\overset{ (1-g)}{\longrightarrow} \Bbb{Z} G
\overset{ (1+g)}{\longrightarrow} 
\Bbb{Z}G \overset{ (1-g)}{\longrightarrow} \Bbb{Z} G \twoheadrightarrow
\Bbb{Z}
\end{displaymath}
Schneiden wir das $\DZ$ am Ende ab und wenden
auf den Rest den Funktor der Koinvarianten an, 
so ergibt sich der Komplex
\begin{displaymath}
\ldots \overset{0}{\ra} \Bbb{Z} 
\overset{2}{\ra} \Bbb{Z} \overset{0}{\ra}
\Bbb{Z}
\end{displaymath}
Damit erhalten wir schlie"slich $\op{H}_{0}(G; \Bbb{Z}) 
\cong \Bbb{Z}$, $\op{H}_q (G; \Bbb{Z}) \cong
\Bbb{Z} /2\Bbb{Z}$ f"ur $q \geq 2$ gerade und $\op{H}_q (G; \Bbb{Z})=0$ f"ur
$q$ ungerade. Ist allgemeiner $A$ ein
 $G$-Modul, so k"onnen wir unseren
Isomorphismus $\op{H}_q (G; A)\sira \op{Tor}_q^{\DZ G}(\DZ,A)$ 
anwenden und d"urfen das nach \ref{rlTor} mithilfe des obigen
Komplexes als freie Aufl"osung des 
trivialen $G$-Rechtsmoduls $\DZ$ berechnen. So erhalten wir dann
eine Beschreibung der Gruppenhomologie $\op{H}_q (G; A)$ als Homologie 
des Komplexes \begin{displaymath}
\ldots \overset{1-g}{\ra} A
\overset{1+g}{\ra} A \overset{1-g}{\ra}
A
\end{displaymath}
Die Gruppenkohomologie berechnen wir "ahnlich, indem wir
vom 
Isomorphismus $\op{H}^q (G; A)\sira \op{Ext}_{\DZ G}^q(\DZ,A)$ 
ausgehen und das nach \eref{rlExt}{TD} mithilfe des obigen
Komplexes als freie Aufl"osung des 
trivialen $G$-Linksmoduls $\DZ$ berechnen.
So ergibt sich die Gruppenkohomologie mit
Koeffizienten in $A$ als Kohomologie des Komplexes
\begin{displaymath}
\ldots \overset{1-g}{\leftarrow} A
\overset{1+g}{\leftarrow} A \overset{1-g}{\leftarrow}
A
\end{displaymath}
\end{Beispiel}






\begin{Bemerkungl}[{\bf Gruppenkohomologie "uber die 
Standardaufl"osung}]
Sei $G$ eine Gruppe. 
Um die Bedeutung der Gruppenkohomologie f"ur kleine $q$ zu verstehen,
erinnern wir uns daran, da"s wir\label{kzgk}  
nach \eref{HKHKn}{TS} f"ur jede Menge $G$ einen
 exakten Komplex 
$$\Bbb{Z} \overset{\partial}{\leftarrow} \Bbb{Z}
G \overset{\partial}{\leftarrow}
\Bbb{Z} G^{2} \overset{\partial}{\leftarrow} \ldots$$
erhalten mit Randoperatoren 
$\partial (g_{0}, \ldots, g_{q}) = \sum (-1)^{i}
(g_{0}, \ldots, \hat{g}_{i}, \ldots, g_{q})$ auf den offensichtlichen Basiselementen.
Ist $G$ eine Gruppe und lassen wir $G$ auf
$G^{\times (q+1)}$ operieren 
durch die Vorschrift $g(g_{0}, \ldots, g_{q})=
(gg_{0}, \ldots , gg_{q})$, so wird unser Komplex
eine freie Aufl"osung des trivialen $\Bbb{Z}
 G $-Moduls $\Bbb{Z}$.
Unter den Isomorphismen von abelschen Gruppen
$$\begin{array}{ccc}
(\Bbb{Z} G)  G^{q} &\overset{\sim}{\ra} & \Bbb{Z}G^{q+1} \\
g_{0} (g_{1}, \ldots , g_{q}) & \mapsto & (g_{0}, g_{0}g_{1},g_{0}g_{1}g_{2},
\;
\ldots , g_{0}g_{1} \ldots g_{q})
\end{array}$$
 stellt sich zwar die $\Bbb{Z} G $-Operation in einfacherer Form
dar, der Randoperator wird jedoch komplizierter und 
wird die $\Bbb{Z} G$-lineare Abbildung 
$(\Bbb{Z} G)  G^{q}\ra (\Bbb{Z} G)  G^{q-1}$ vom freien
$\Bbb{Z} G$-Modul "uber $G^{q}$ in den freien
$\Bbb{Z} G$-Modul "uber  $G^{q-1}$, die auf den freien
Erzeugern gegeben wird durch
$$\begin{array}{ccl}
\partial  (g_{1}, \ldots, g_{q}) &= &g_{1} (g_{2}, \ldots,
g_{q})  + (-1)^{q}(g_{1}, \ldots , g_{q-1})\\[2mm]
&&+ \sum_{i=1}^{q-1} (-1)^{i} (g_{1}, \ldots, g_{i}g_{i+1}, \ldots ,
g_{q})\end{array}$$
Wir nennen diesen Komplex der $(\Bbb{Z} G)  G^{q}$  die\label{StaA} 
{\bf Standardaufl"osung}.\index{Standardaufl"osung}
  \end{Bemerkungl}

\begin{Lemma}[\textbf{Erste Gruppenkohomologie bei trivialer Operation}]
Operiert eine
 Gruppe $G$ trivial auf einer abelschen Gruppe $A$,\label{H1} so
liefert die Konstruktion im
folgenden Beweis
 einen nat"urlichen  Isomorphismus zwischen der ersten
Kohomologie von $G$ mit Koeffizienten in $A$
und der Menge der Gruppenhomomorphismen von $G$ nach $A$, in Formeln 
$$\op{H}^{1}(G;A) \sira {\op{Grp}} (G,A)$$
\end{Lemma}
\begin{proof}
Die Einskozykel in der Standardaufl"osung \ref{StaA}
sind die $\Bbb{Z} G $-Ho\-mo\-mor\-phis\-men $f: (\Bbb{Z} G )
G \ra A$ mit $ f\circ \partial =0$. 
Schr"anken wir sie ein auf die offensichtliche $\Bbb{Z}  G$-Basis $G$ von
$(\Bbb{Z}  G)  G$, so werden Einskozykeln identifiziert mit
Abbildungen
$f : G \ra A$ derart, da"s gilt $ xf (y) -
f (xy) + f (x) =0$
f"ur alle $x,y \in G$, wo wir der "Ubersichtlichkeit halber
statt $g_{1},g_{2}$ die Symbole  $x,y$ verwenden. 
Derartige Abbildungen nennt man im
allgemeinen \defind{gekreuzte Homomorphismen}.
Operiert $G$ trivial auf $A$, so 
vereinfacht sich das zu $f (y) + f (x) = f
(xy)$ und wir haben den Raum der Einskozykeln identifiziert
mit dem Raum aller Gruppenhomomorphismen ${\op{Grp}} (G,A)$.
Die Kor"ander ihrerseits sind die $\Bbb{Z}  G $-Homomorphismen
$(\Bbb{Z}  G)  G \ra A$ der Gestalt $f = h \circ \partial$, also der
Gestalt $f (x) = xa- a$ f"ur ein $a\in A$, das das Bild des freien Erzeugers
$()$ von $(\Bbb{Z}  G)G^0 $
unter $h$ bedeutet.
Operiert $G$ trivial auf $A$, so sind mithin alle Einskor"ander null.
\end{proof}





\begin{Bemerkungl}[\textbf{Zweite Gruppenkohomologie 
und Gruppenerweiterungen}]
Seien $G$ eine Gruppe und $A$ ein $G$-Modul. 
Die Zweikozykel in der Standardaufl"osung \ref{StaA}
sind per definitionem genau die $\Bbb{Z} G$-Ho\-momorphismen
$f: (\Bbb{Z} G )G^2 \ra A$ mit $ f\circ \partial =0$. 
Unter Restriktion auf die freien Erzeuger 
entsprechen sie eineindeutig  den
Abbildungen $h : G \times G \ra A$ derart, da"s f"ur alle
$x,y,z \in G$ gilt
$xh(y,z) - h (x,y) - h (xy,z) + h(x,yz) =0$.
Solche Abbildungen hei"sen auch selbst {\bf Zweikozykel} und
gegeben solch ein Zweikozykel k"onnen wir $A \times G$ 
zu einer Gruppe $E$ machen vermittels der
Verkn"upfung
$$(a,x) (b,y) = (a+ xb +h(x,y),xy)$$
So erhalten wir  eine kurze exakte 
Sequenz von Gruppen
$A \hookrightarrow E \twoheadrightarrow G$.
Man zeigt ohne Schwierigkeiten, da"s $\op{H}^2 (G;A)$ die 
Isomorphieklassen von derartigen Erweiterungen
bei vorgegebener Operation von $G$ auf $A$ durch Konjugation 
klassifiziert. 
Eine zweite kurze exakte Sequenz
$A \hookrightarrow E^{\prime}
\twoheadrightarrow G$ hei"st hier isomorph zu
$A \hookrightarrow
E\twoheadrightarrow G$, wenn es einen Gruppenisomorphismus $E
\overset{\sim}{\rightarrow} E^{\prime}$ gibt derart, da"s
das Diagramm
$$\begin{array}{cclcc}
A & \hookrightarrow &E& \twoheadrightarrow &G\\
\| & &\;\downarrow & & \| \\
A& \hookrightarrow &E^{\prime} & \twoheadrightarrow &G
\end{array}$$
kommutiert.
Die Null in $\op{H}^2 (G;A)$ entspricht 
hierbei dem Fall, da"s $E$ das semidirekte Produkt ist.
Mehr dazu findet man in \cite{MaCH}.
\end{Bemerkungl}

%\begin{Bemerkungl}
%  Gegeben ein topologischer Raum $X$ mit einer Rechtsoperation einer
%  diskreten Gruppe $G$ und eine abelsche Gruppe $A$ erhalten wir in offensichtlicher Weise eine Kettenabbildung
% $$ ({\op{S}} X) \otimes_{\Bbb{Z} G }A\ra
%{\op{S}} (X/G;A)$$
%Sie induzi



\begin{Satz}[\textbf{Gruppen(ko)homologie und singul"are (Ko)homologie}]
Seien $X$ ein zusammenziehbarer topologischer\label{GSK} 
Raum und $G$ eine diskrete 
Gruppe, die topologisch frei von rechts
auf $X$ operiert.
Sei weiter $A$ eine abelsche Gruppe mit trivialer $G$-Operation.
So konstruieren  wir im folgenden Beweis in $A$ und $(X,G)$ nat"urliche Isomorphismen
$$\begin{array}{ccc}
\op{H}_{q}(G;A) &\sira& \op{H}_{q}(X/G; A)_{\op{sing}}\\[2mm]
 \op{H}^{q}(G;A)&\sira& \op{H}^{q}(X/G;A)_{\op{sing}}
\end{array}$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Die Homologie beziehungsweise
Kohomologie
der Gruppe $G$ mit Koeffizienten in der abelschen Gruppe $A$ 
mit der trivialen $G$-Operation ist demnach 
kanonisch isomorph zur singul"aren Homologie beziehungsweise
Kohomologie 
des Bahnenraums $X/G$ mit Koeffizienten in $A$. Morphismen
$(X,G)\ra (Y,H)$ f"ur die Nat"urlichkeit in $(X,G)$  sind zu verstehen als Paare $(f,\varphi)$ aus einer stetigen Abbildung und einem Gruppenhomomorphismus
mit $f(xg)=f(x)\varphi(g)$ f"ur alle $x\in X, g\in G$. \nichtfinal{Verkn"upfe mit \eref{InvI}{TSS}!}
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
Man sieht leicht ein, da"s der Komplex der  singul"aren Ketten 
${\op{S}}X\sra \Bbb{Z}$ eine Aufl"osung von $\Bbb{Z}$ durch
freie $\Bbb{Z}  G $-Moduln ist. Genauer operiert $G$ 
nach dem Satz "uber die Existenz und 
Eindeutigkeit von Lifts \eref{LEZ}{TF} 
frei auf der
Menge der singul"aren Simplizes und jedes Repr"asentantensystem
f"ur die Bahnen ist eine $\Bbb{Z} G $-Basis.
Fassen wir unsere R"aume von Ketten als $\Bbb{Z}  G $-Rechtsmoduln auf, so
liefert die Projektion einen Isomorphismus von
Kettenkomplexen
$$ ({\op{S}} X) \otimes_{\Bbb{Z} G }A\sira
{\op{S}} (X/G;A)$$
In der Tat ist das Bild unserer $\Bbb{Z} G $-Basis von ${\op{S}}X$
ist offensichtlich eine $\Bbb{Z}$-Basis von
${\op{S}}(X/G)$.
Gehen wir auf beiden Seiten zur Homologie "uber, so ergibt sich
die erste Behauptung.
Fassen wir unsere R"aume von Ketten als $\Bbb{Z}  G $-Linksmoduln auf,
so erkennen wir "ahnlich, da"s die Projektion einen
Isomorphismus von Kettenkomplexen der Gestalt
$$\op{Hom}_{\Bbb{Z}}({\op{S}} (X/G),A)
\sira \op{Hom}_{\Bbb{Z} G }
({\op{S}}X,A)$$
liefert. Gehen wir auf beiden Seiten zur Kohomologie "uber, so ergibt
sich die zweite Behauptung.
\end{proof}

\begin{Satz}[\textbf{Gruppenkohomologie und 
singul"are Kohomologie, Variante}]
Sei $X$ ein wegzusammenh"angender topologischer\label{GSKv} 
Raum und $G$ eine diskrete 
Gruppe, die topologisch frei von rechts
auf $X$ operiert.
Seien weiter $A$ eine abelsche Gruppe mit trivialer $G$-Operation und $q\geq 0$.
\begin{enumerate}
\item
Gilt $\op{H}_{1}(X; A)_{\op{sing}}=
\ldots=\op{H}_{q}(X; A)_{\op{sing}}=0$, 
so haben wir einen kanonischen Isomorphismus
$
\op{H}_{q}(G;A) \sira \op{H}_{q}(X/G; A)_{\op{sing}}$.
\item
Gilt $\op{H}^{1}(X; A)_{\op{sing}}=
\ldots=\op{H}^{q}(X; A)_{\op{sing}}=0$, 
so haben wir einen kanonischen Isomorphismus
 $\op{H}^{q}(G;A)\sira \op{H}^{q}(X/G;A)_{\op{sing}}
$.
\end{enumerate}
\end{Satz}
\begin{proof}
Mutatis mutandis identisch zum Beweis von \ref{GSK}.
\end{proof}
\begin{Beispiel}
Betrachten wir auf der Sph"are 
$S^{n}$ die Operation der zweielementigen Gruppe $G\pdef \DZ/2\DZ$,
die jeden Punkt auf den gegen"uberliegenden Punkt wirft, so
folgt f"ur $q<n$ unmittelbar 
 $\op{H}_{q}(\DZ/2\DZ;A) \cong \op{H}_{q}(\DP^{n}\DR;A)$  
in "Ubereinstimmung mit
unserer Berechnung der Homologie \eref{HPR}{TS} 
 der reell-projektiven R"aume und unserer Berechnung \ref{GKHZ} der 
Gruppenhomologie  der zweielementigen Gruppe.
Ebenso  erhalten wir wieder unter der Voraussetzung $q<n$ f"ur die
Kohomologie 
$\op{H}^{q}(\DZ/2\DZ;A) \cong \op{H}^{q}(\DP^{n}\DR;A)$.
\end{Beispiel}



\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}
Man finde f"ur jeden Gruppenhomomorphismus
$G\ra A$ eine kurze exakte Sequenz von $G$-Moduln
$A\hra E\sra\DZ$, die sein Bild unter den
kanonischen Isomorphismen
$ {\op{Grp}} (G,A)\sira \op{H}^1(G;A)\sira \op{Ext}^1_{\DZ G }(\DZ,A)$
im Sinne von \eref{EGNE}{TD} repr"asentiert.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}
Gegeben eine abelsche Gruppe $A$ mit einer Operation der Gruppe  $G=\DZ$,
bei der die Eins durch den Automorphismus $T:A\sira A$ operiert,
zeige man:\label{GKOI}  
$${\op{H}}^q(\DZ;A)\cong\left\{\begin{array}{ll}
\{a\in  A\mid T(a)=a\}& q=0;\\
  A/\op{im}( T -\op{id})& q=1;\\
0&\text{sonst.}
 \end{array}\right.$$
Hinweis: Die 
durch Multiplikation mit $(T-1)$ gegebene Einbettung
 $\DZ[T,T^{-1}]\hra \DZ[T,T^{-1}]$ hat den Kokern $\DZ$. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Zur"uckholen in der Gruppenkohomologie}]
  Gegeben $f:G\ra H$ ein Gruppenhomomorphismus und 
  $A\in G\op{-Ab}$ sowie  $B\in H\op{-Ab}$ Moduln
  verstehen wir unter einem
  {\bf Komorphismus von abelschen Gruppen "uber $f$}\index{Komorphismus!von abelschen Gruppen} 
   einen Homomorphismus  von abelschen Gruppen $\phi:B\ra A$ mit
  $\phi(f(g)b)=g\varphi(b)$ f"ur alle $ g\in G, b\in B$.
Man zeige: F"ur jeden Komorphismus 
und jedes $q$ gibt es genau eine Abbildung
$${\op{H}}^q\phi:{\op{H}}^q(H;B)\ra {\op{H}}^q(G;A)$$
derart, da"s f"ur je zwei Aufl"osungen $A\hra I^\lhd$ und 
$B\hra J^\lhd$ und jeden Lift von $\phi$ zu einem
Komorphismus $\phi^\lhd:J^\lhd\ra I^\lhd$ 
von Aufl"osungen "uber $f$ das Diagramm
$$\begin{array}{ccc}
\mathcal H^q( (J^\lhd)^H)&\stackrel{\phi^\lhd}{\ra} &\mathcal H^q ((I^\lhd)^G)\\
\tau\da&&\da\tau\\
{\op{H}}^q(H;B)&\stackrel{{\op{H}}^q\phi}{\ra}& {\op{H}}^q(G;A)
\end{array}$$
kommutiert mit den nat"urlichen Abbildungen $\tau$ aus
\ref{DefDe} in den Vertikalen und der von unserem Lift $\phi^\lhd$ induzierten
oberen Horizontalen. Des weiteren gelten die Formeln\label{ZHKoG}  
${\op{H}}^q(\phi\circ \psi)={\op{H}}^q\psi\circ {\op{H}}^q\phi$ und ${\op{H}}^q\op{id}=\op{id}$. Eine gewisse Anschauung im Fall
$q=1$ mag \ref{naGF} geben. In \ref{ZHKoX} werden wir
eine "ahnliche Konstruktion kennenlernen, das \glqq Zur"uckholen in der Garbenkohomologie\grqq. 
\end{Ubung}

\subsection{Nichtabelsche Kohomologie*\nichtfinal{V?}}
\begin{Bemerkungl}
  Im folgenden erkl"are ich die Bedeutung der ersten Gruppenkohomologie.
  Operiert eine Gruppe $G$ auf einer abelschen Gruppe $A$,
  so hatten wir ja bereits in \ref{GurKo} die abelschen Gruppen
  ${\op{H}}^q(G;A)$ erkl"art und im Fall einer trivialen Operation
  in \ref{H1} einen ausgezeichneten Isomorphismus
  ${\op{H}}^1(G;A)\sira \op{Grp}(G,A)$ konstruiert.  Ist $A$
  nicht notwendig kommutativ, so erkl"aren wir im folgenden
  eine punktierte Menge $${\op{H}}_{\op{na}}^1(G;A)={\op{H}}_{\op{nichtabelsch}}^1(G;A)$$
  und konstruieren im weiteren im Fall einer abelschen Gruppe eine
  ausgezeichnete Bijektion zwischen dieser punktierten Menge und
  der ersten Kohomologie aus \ref{GurKo}
  mit der Null als ausgezeichnetem Punkt. Damit k"onnen wir dann
  die Notation auch wieder zu ${\op{H}}^1(G;A)={\op{H}}^1_{\op{na}}(G;A)$ vereinfachen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}[\textbf{Nichtabelsche Gruppenkohomologie}] 
Seien  $G$ eine Gruppe
und $A\in G\op{-Grp}$ eine Gruppe, auf der $G$ durch Gruppenautomorphismen 
operiert.
Ein {\bf $G$-"aquivarianter 
$A$-Torsor}\index{"aquivariant!Torsor} 
ist ein $A$-Torsor\label{AqTo} 
$X$ mit einer $G$-Operation derart, da"s die Operation
$A\times X\ra X$ 
"aquivariant ist f"ur $G$, in Formeln $g(ax)=
(ga) (gx) \; \forall g \in G, a \in A, x \in X$.  
Die Menge
aller Isomorphieklassen von $G$-"aquivarianten $A$-Torsoren
mit dem durch die Klasse des trivialen $G$-"aquivarianten $A$-Torsors $X=A$  gegebenen ausgezeichneten Punkt
notieren wir\index{H@$\op{H}^{1} (G;A)$ Gruppenkohomologie!nichtabelsche}  
$$\op{H}^{1}_{\op{na}} (G;A)\in\op{Ens}^\ast$$
und nennen sie  die {\bf erste Gruppenkohomologie
  von $G$ mit Koeffizienten in $A$}.\index{Gruppenkohomologie!nichtabelsche}
\end{Definition}

\begin{Beispiel}[\textbf{Erste Gruppenkohomologie bei trivialer Operation}] 
  Gegeben Gruppen $G,A$ mit der Ma"sgabe, da"s $G$ trivial auf $A$ operiert,
  erhalten wir eine Bijektion
  $$\op{Grp}(G,A)/(\op{int}A)\sira \op{H}^{1}_{\op{na}} (G;A)$$
  durch die Vorschrift, da"s wir einem Gruppenhomomorphismus
  $\varphi:G\ra A$ die $A$-Menge $A$ mit der $G$-Operation gegeben durch
  $gx\pdef x\varphi(g^{-1})$ zuordnen. Der Gruppenhomomorphismus
  $(\op{int}a)\circ \varphi$ f"uhrt zu einem isomorphen
  $G$-"aquivarianten $A$-Torsor, ein Isomorphismus
 ist die Multiplikation mit $a$ von rechts. 
\end{Beispiel}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Nichtabelsche Gruppenkohomologie durch kohomologe Zykel}]
  Um unsere Menge $\op{H}^{1}_{\op{na}} (G;A)$\label{EGruK}
  von Isomorphieklassen explizit
zu beschreiben und dabei mit den Notationen nicht durcheinander zu kommen,
benutzen wir die exponentielle 
Schreibweise f"ur die Operation von $G$ und gehen gleichzeitig
zu Rechtsoperationen von $G$ "uber. Weiter unterscheiden wir
die Operation von $G$ auf unserem Torsor 
$X$ durch Klammern von der Operation  von $G$
auf der Gruppe $A$
und schreiben also
$x^{(g)}\pdef g^{-1}x$ f"ur $x\in X$
sowie $a^{g}\pdef g^{-1}a$ f"ur $a\in A$.
Unsere "Aquivarianzbedingung
erh"alt damit die Gestalt
$$(ax)^{(g)}=a^g x^{(g)}$$
Eine 
"aquivariante $G$-Operation auf dem $A$-Torsor 
$X=A$ ist nun
festgelegt durch die Abbildung $z:G\ra A, g\mapsto 1^{(g)}$,
denn es gilt stets $a^{(g)}=(a1)^{(g)}=
a^g z(g)$. 
F"ur eine beliebige Abbildung $z:G\ra A$ liefert umgekehrt diese
Formel f"ur jedes $g$ eine Bijektion $A\sira A$, $a\mapsto a^{(g)}$
mit $(ba)^{(g)}=b^g a^{(g)}$ f"ur alle $a,b\in G$.
Diese Bijektionen hinwiederum bilden  eine
Operation von $G$ auf $A$ 
genau dann, wenn f"ur alle $a\in A$ und $g,h\in G$ gilt
$a^{(gh)}=(a^{(g)})^{(h)}$,
also $a^{gh} z(gh)=(a^g z(g))^{(h)}=(a^{gh} z(g)^h)z(h)$,
was "aquivalent ist zur
Bedingung
$$z(gh)=z(g)^h z(h) \;\;\forall g,h\in G$$
Eine Abbildung $z:G\ra A$, die diese Bedingung erf"ullt, hei"st ein 
{\bf Einskozykel}\index{Kozykel!nichtkommutativer erster!Gruppenkohomologie}
von $G$ mit Koeffizienten in $A$.
Die  Einskozykel parametrisieren mithin diejenigen 
$G$-Operationen auf der $A$-Menge $X=A$,
die in der oben beschriebenen Weise vertr"aglich sind mit
der vorgegebenen Operation von $G$ auf  $A$ durch Gruppenhomomorphismen.
Man erkennt sofort, da"s f"ur abelsches $A$ diese Einskozykel
nichts anderes sind als unsere Einskozykel der Standardaufl"osung
alias gekreuzten Homomorphismen aus
dem Beweis von \ref{H1}.
Wir brauchen also bereits hier die Spezifikation \glqq nichtabelsch\grqq\ nicht mehr und bezeichnen die Menge der Einskozykel mit $${\op{Z}}^1(G;A)$$
Die  Automorphismen der $A$-Menge $A$ sind nun genau die
Rechtsmultiplikationen $(\cdot b)$ mit Elementen $b\in A$ und unter der
Identifikation $(\cdot b):A\sira A$ entspricht die "aquivariante
$G$-Operation $a\mapsto a^{(g)}$ einer neuen $G$-Operation
gegeben durch  $a\mapsto a^{[g]}$ 
mit $a^{[g]}b=(ab)^{(g)}$
f"ur unser fest gew"ahltes $b$.
Der Kozykel $w(g)=1^{[g]}$ zu unserer neuen Operation
berechnet sich demnach aus dem Kozykel $z(g)=1^{(g)}$ der alten 
Operation vermittels der Formel
$$w(g)=1^{[g]}=b^{(g)}b^{-1}=b^{g}z(g)b^{-1}$$
Wir erhalten so eine Beschreibung unserer 
Kohomologiemenge als Bahnenraum 
in Gestalt einer  Bijektion
$${\op{Z}}^{1} (G;A)/A\; \sira\;\op{H}^{1} (G;A) $$
Die Standgruppe des ausgezeichneten Zykels $\ast$ ist dabei
die Gruppe der $G$-In\-va\-ri\-an\-ten $A^G$. 
 Kozykel in derselben Bahn hei"sen
 \defind{kohomolog}, unsere Kohomologiemenge ist 
in dieser Terminologie also 
die Menge aller Kohomologieklassen von Kozykeln.
F"ur abelsches und additiv notiertes $A$ sind
wieder zwei Kozykel kohomolog genau dann, wenn ihre Differenz
ein Rand ist im Sinne vom Schlu"s  des Beweises von \ref{H1},
folglich erhalten wir f"ur abelsches $A$ in der Tat unser altes
$\op{H}^1$ zur"uck.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Nichtabelsche Gruppenkohomologie als Funktor}] 
  Die erste Kohomologie\label{naGF} 
wird ein Funktor in $A$, indem wir jedem 
$G$-"aquivarianten Gruppenhomomorphismus alias
jedem Morphismus $B\ra A$ in
  $G\op{-Grp}$ den Morphismus von bepunkteten 
Mengen $\op{H}^{1} (G;B)\ra \op{H}^{1} (G;A)
  $ zuordnen, der von $X\mapsto A\times_{/B} X$ induziert wird.
Sie ist andererseits bei festem $A$ auch ein kontravarianter
Funktor in $G$ in offensichtlicher Weise.
Wir k"onnen diese beiden Funktorialit"aten auch zusammenfassen und
so jedem Komorphismus $B\ra A$ von Gruppen mit Operation "uber
einem Gruppenhomomorphismus $f:G\ra H$ einen Morphismus von bepunkteten 
Mengen $$\op{H}^{1} (H;B)\ra \op{H}^{1} (G;A)
$$
Der Leser mag zur "Ubung zeigen, da"s er im abelschen Fall  unter unseren
Bijektionen dem R"uckzug aus \ref{ZHKoG} entspricht. 
\end{Bemerkungl}







\begin{Beispiel} F"ur jeden Einskozykel $z:G\ra A$ gilt sicher 
  $z(1)=1$. Im Fall einer zweielementigen Gruppe $G=\{1,\gamma\}$
  erhalten wir damit eine Bijekion
  $${\op{Z}}^{1} (G;A)\; \sira\;\{a\in A\mid 1=a^\gamma a\}$$
  und eine Bijektion zwischen
  ${\op{H}}^{1} (G;A)$ und der Menge der $A$-Bahnen auf besagter
  Teilmenge von $A$ unter der $A$-Operation, die\label{gkzz}  
  gegeben wird durch die Vorschrift $b\cdot a\pdef b^\gamma a b^{-1}$ f"ur $b\in A$. 
\end{Beispiel}












\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}]
  Wenn ich von {\bf nichtabelscher Gruppenkohomologie} rede, meine ich
   $\op{H}^{1} (G;A)$. Die $\op{H}^{q} (G;A)$ mit $q>1$ sind bei uns nur f"ur $A$ abelsch
 definiert. $\op{H}^{0} (G;A)=A^G$ nenne ich die {\bf $G$-Invarianten von $A$}.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkunge}[\textbf{Exakte Sequenzen der nichtabelschen Kohomologie}]
  Sei $G $ eine Gruppe.
  Unter einer {\bf punktierten $G $-Menge} verstehen wir eine
  Menge $A$
  mit einem ausgezeichneten Punkt und einer Operation von $G $, die
  diesen Punkt festh"alt. Wir setzen dann $\op{H}^0(G;A)\pdef A^G$ und
  betrachten das als eine Menge mit demselben ausgezeichneten Punkt.
  Die folgenden unter immer st"arkeren Voraussetzungen 
immer l"angeren exakten Sequenzen 
von punktierten Mengen sind kein so starkes Hilfsmittel wie exakte
Sequenzen von Gruppen, helfen aber manchmal 
weiter.
\begin{enumerate}
 \item Ist $A \hookrightarrow B \twoheadrightarrow C$ eine kurze exakte Sequenz von punktierten
$G $-Mengen im Sinne von \eref{exak}{LA2}, so erhalten wir eine linksexakte Sequenz $A^G  \hookrightarrow
B^G  \rightarrow C^G $ alias $${\op{H}}^0 (G ; A) \hookrightarrow {\op{H}}^0 (G ; B) \rightarrow {\op{H}}^0 (G ; C)$$ von punktierten Mengen.
\item
Ist $A$ eine Gruppe und $B$ eine punktierte Menge mit freier $G $-"aquivarianter $A$-Operation von links und sind
die Fasern von $B \twoheadrightarrow C$ gerade die $A$-Bahnen, so erkl"aren wir $\partial : {\op{H}}^0 (G ; C) \rightarrow
{\op{H}}^1 (G ; A)$ wie folgt: Gegeben $c \in C^G $ w"ahlen wir $b \in B$ mit $b \mapsto c$ und definieren $z = z_b : 
G  \rightarrow A$ durch $z (g) b = b^g$. Dann gilt $z (g)^\beta z (\beta) b = z (g)^\beta b^\beta = b^{g \beta}$,
folglich ist $z_b$ ein Element von ${\op{Z}}^1 (G ; A)$. Eine andere Wahl $a b$ f"uhrt zu $z_{ab} (g) (ab) = (ab)^g$
und damit gilt $(a^g)^{-1} z_{ab} (g) a = z_b (g)$ und wir erhalten einen homologen $1$-Kozykel.
Auf diese Weise liefert jedes $c \in C^G $ eine wohlbestimmte
Klasse  $\partial c \in {\op{H}}^1 (G  ; A)$.
Damit erhalten wir eine exakte Sequenz
\begin{equation*}
 {\op{H}}^0 (G  ; A) \hookrightarrow {\op{H}}^0 (G  ; B) \rightarrow {\op{H}}^0 (G  ; C) \overset{\partial}{\rightarrow} {\op{H}}^1 (G  ; A)
\end{equation*}
In der Tat, hat $c \in C^{G }$ ein Urbild $b \in B^G $, so ist $\partial c$ die Klasse des konstanten
$1$-Kozykels $z_b$. Ist umgekehrt $b \in B$ ein Urbild von $c \in C^G $ und ist $z_b$ homolog zum konstanten
$1$-Kozykel, gibt es also $a \in A$ mit $z_b (g) = a^g a^{-1}$ f"ur alle $g \in G $, gilt also $a^g
a^{-1} b = b^g \quad \forall g \in G $, so gilt $a^{-1} b \in B^G $ und das ist ein $G $-invariantes Urbild
von $c$.
\item
Ist $A \hookrightarrow B$ ein injektiver Gruppenhomomorphismus und $C = \{ A b \mid b \in  B\} \subset \mathcal P (B)$ der Raum
der Linksnebenklassen, so erhalten wir sogar eine exakte Sequenz
\begin{equation*}
 {\op{H}}^0 (G  ; A) \hookrightarrow {\op{H}}^0 (G  ; B) \rightarrow {\op{H}}^0 (G  ; C) \overset{\partial}{\rightarrow} {\op{H}}^1 (G  ; A) \rightarrow {\op{H}}^1 (G  ; B)
\end{equation*}
In der Tat, wird ein $1$-Kozykel $z : G  \ra A$ nullhomolog in ${\op{H}}^1 (G  ; B)$, so gibt es $b \in B$ mit $z (g) = b^g b^{-1}\quad
\forall g$ und dann ist $z = z_b = \partial c$ f"ur $c \in C^G $ das Bild von $b$.
Umgekehrt ist auch klar, da"s jedes $\partial c$ in ${\op{H}}^1 (G  ; B)$ triviales Bild hat.
\item
Ist $A \hookrightarrow B \twoheadrightarrow C $ eine kurze exakte Sequenz von Gruppen, so haben wir sogar eine exakte
Sechs-Term-Sequenz 
\begin{equation*}
 A^G \hookrightarrow B^G \twoheadrightarrow C^G\overset{\partial}{\rightarrow} {\op{H}}^1 (G  ; A) \twoheadrightarrow
{\op{H}}^1 (G  ; B) \rightarrow {\op{H}}^1 (G  ; C)
\end{equation*}
und haben ${\op{H}}^0$ umgeschrieben, damit sie in eine Zeile pa"st.
In der Tat geht jeder $1$-Kozykel aus $A$ nat"urlich auf den trivialen $1$-Kozykel in $C$. Ist andererseits $z : G  \rightarrow B$ ein
$1$-Kozykel, der trivial wird in ${\op{H}}^1 (G  ; C)$, so gibt es $c \in C$ mit $\overline{z (g)} = c^g c^{-1} \quad \forall
g \in G $. F"ur jedes Urbild $b \in B$ von $c$ folgt $w (g) : = (b^g)^{-1} z (g) b \in A$ und so ist $z$ homolog zu $w \in {\op{Z}}^1 (G  ;
A)$.
\item
Liegt zus"atzlich das Bild von $A$ im Zentrum von $B$, so k"onnen wir unsere Sequenz um noch einen weiteren Schritt zu einer exakten 
Sieben-Term-Sequenz 
\begin{equation*}
 A^G \hookrightarrow B^G \twoheadrightarrow C^G\overset{\partial}{\rightarrow} {\op{H}}^1 (G  ; A) \twoheadrightarrow
 {\op{H}}^1 (G  ; B) \rightarrow {\op{H}}^1 (G  ; C)
 \rightarrow {\op{H}}^2 (G  ; A)
\end{equation*} verl"angern.
Das sei dem Leser zur "Ubung "uberlassen.
\end{enumerate}
\end{Bemerkunge}

\begin{Bemerkungw}[\textbf{Gruppenkohomologie und Garbenkohomologie}]
  Ich will nun einige der bis hierher besprochenen Kohomologien
  in einen gemeinsamen Kontext setzen.
  \begin{enumerate}
  \item Gegeben eine Gruppe $G$ und eine $G$-Gruppe $A$ klassifiziert
  die nichtabelsche Gruppenkohomologie ${\op{H}}^1(G;A)$
  diejenigen $G$-Mengen mit $G$-"aquivarianter
  $A$-Operation, die unter Vergessen der $G$-Wirkung isomorph werden zu
  $A$ selber;
\item
  Gegeben ein topologischer Raum $X$ und eine
  Gruppengarbe $\mathcal A\in \op{Grp}_{/X}$ klassifiziert
  die nichtabelsche \v{C}ech-Kohomologie\label{GruGar}
  $\check{\mathrm{H}}^{1}(X;\mathcal A)$ diejenigen Mengengarben auf $X$
  mit $\mathcal A$-Operation, die unter dem R"uckzug auf alle Mengen
  einer
  offenen "Uberdeckung von $X$ isomorph werden zu $\mathcal A$ selber;
\item
  Als gemeinsame Verallgemeinerung mag man
  \glqq $G$-"aquivariante Gruppengarben $\mathcal A$
  auf einem topologischen Raum mit Operation einer Gruppe $G\acts X$\grqq\ betrachten,
  und warum nicht gleich f"ur eine topologische Gruppe $G$, und warum nicht
  gleich statt Gruppengarben beliebige
  nicht notwendig \'etale Gruppenobjekte $\mathcal A\in \op{Top}_X$. Die
  Menge der Isomorphieklassen mag man dann
  $${\op{H}}^1(G{\acts}X;\mathcal A)$$
  notieren und unsere bisherigen Konstruktionen als Spezialf"alle betrachten.
  \end{enumerate}

  \nichtfinal{Noch entwickeln!
    Im Fall der konstanten Garbe $\mathcal A=\DZ_X$ erhalten wir so die
    \glqq "aquivariante Kohomologie\grqq\ aus \ref{zAEQ}.
    Ein Student soll mir das ausschreiben. Im Fall
    Fall eines einpunktigen Raums und einer topologischen Gruppe $A$ erhalten wir die sogenannte \glqq topologische nichtabelsche  Gruppenkohomologie\grqq.} 
\end{Bemerkungw}
  






\begin{Bemerkungl}[\textbf{Topologische nichtabelsche Gruppenkohomologie}]
  Die Definition der nichtabelschen ersten Gruppenkohomologie
  \ref{AqTo} bleibt sinnvoll, wenn wir statt mit
Mengen vielmehr mit topologischen R"aumen arbeiten. Dann sind also
$G$ und $A$ topologische Gruppen, die Operationen $G\times A\ra A$ 
und $G\times X\ra X$ sollen\label{ToET} 
stetig sein, und $X$ soll die Topologie als homogener Raum von $A$ tragen.
Wollen wir besonders betonen,
da"s  unsere Kohomologie in dieser Weise verstanden werden
soll, so schreiben wir  $\op{H}^{1}_{\op{st}} (G;A)$.
Eine Anwendung diskutieren wir in \eref{FGKoK}{AL}.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
  Im topologischen Fall erhalten wir genauso eine kanonische Bijektion
$$({\op{Z}}^{1}_{\op{st}} (G;A)/\!\sim)\; \sira\;\op{H}^{1}_{\op{st}} (G;A) $$
zwischen den Klassen stetiger $1$-Zykel $z:G\ra A$ und der entsprechenden 
Kohomologiemenge.
\end{Bemerkungl}




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