
\section{Unfertiges zur Analysis 2}




\subsection{Pr"aschrott zu Euler-Lagrange}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Bewegungsgleichungen in Koordinaten}]
  Gegeben ein mechanisches System mit Potential
  $(m_1, \ldots,m_\Lambda, M,V)$ ist die Lagrangefunktion
 eine
  energiewertige Funktion aus dem Phasenraum
  und die einer Bewegung $\gamma:\mathbb T\supset [a,b]\ra M$
  zugeordnete Wirkung kann in unseren neuen Notationen
  geschrieben werden  das Integral
  $$S(\gamma)= \int_a^b L(\tilde\gamma(t))\diff t=\int_a^b L\circ \tilde\gamma$$
  der Verkn"upfung des  Phasenwegs
  $\tilde\gamma:[a,b]\ra \tT M$ von $\gamma$ mit der Lagrangefunktion   $L:\tT M \ra \langle {\ph{g}}{\ph{m}}^2/{\ph{s}}^2\rangle$.
  Ist $\varphi : \mathbb{R}^n\lco W \hookrightarrow M$
  eine Karte des Konfigurationsraums, die wir  der Einfachheit der
  Notation halber bijektiv als $\varphi : W\sira  M$ annehmen,
  und ist $\kappa:[a,b]\ra W$ ein Koordinatenweg mit
  $\gamma=\varphi\circ\kappa$, so finden wir wegen $\tilde\gamma =\td \varphi\circ \tilde\kappa$ unmittelbar 
  $$S(\varphi\circ \kappa)= \int_a^b L\circ \td \varphi \circ\tilde\kappa$$
  Nennen wir also $\hat L\pdef L\circ \td \varphi$ die
  {\bf Lagrangefunktion in Koordinaten}, so ist f"ur einen
  zweimal stetig differenzierbaren Koordinatenweg
  $\kappa:[a,b]\ra W$ die Verkn"upfung $\gamma=\varphi\circ \kappa$ eine
  L"osung der Bewegungsgleichungen genau dann, wenn 
\end{Bemerkungl}





\begin{Bemerkungl} 
Seien $(m_1, \ldots, m_\Lambda, M,V)$ ein
 mechanisches System  mit Potential 
und  $\varphi : \mathbb{R}^n\lco W \hookrightarrow M$
  eine Karte seines Konfigurationsraums, die wir  der Einfachheit der
  Notation halber bijektiv annehmen,
  also $\varphi : W\sira  M$.
 
Wir erweitern  
das zugeh"orige Koordinatensystem $(x_1, \ldots, x_n)$ von $M$
wie im einheitenfreien Fall
durch die  Abbildungen
$$y_i\pdef y_i\otimes\op{id}: \tT M   \ra 
\langle 1/{\ph{s}}\rangle$$ zum {\bf  nat"urlichen
Koordinatensystem}  
$(x_1, \ldots, x_n, y_1, \ldots, y_n)$ des
Phasenraums mit der Besonderheit, da"s die Koordinaten $y_i$ als
Werte statt reelle Zahlen vielmehr duale Zeitspannen alias Frequenzen annehmen. In der physikalischen Literatur schreibt man statt $y_i$ meist $\dot x_i$.
Die zu diesem nat"urlichen Koordinatensystem geh"orige Karte
$$\psi:W\times \DR^n\langle 1/{\ph{s}}\rangle \ra \tT M$$
bildet $(x,y)$ ab auf das Tupel der Orte 
$\mathbf r_\nu(x,y)=\mathbf r_\nu(x)$ und Geschwindigkeiten
$$\vec{ \mathbf{v}}_\nu(x,y)=\sum^n_{j=1} \frac{\partial
 \mathbf{ r}_\nu }{\partial x_j}(x)\; y_j$$
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl} 
Die
{\bf kinetische Energie} unseres mechanischen Systems
$(m_1, \ldots, m_\Lambda, M)$ sei die
Abbildung $K:\mathbb{E}^\Lambda \times  \vec{\mathbb{E}}^\Lambda  \langle 1/{\ph{s}}\rangle \ra\langle {\ph{g}}{\ph{m}}^2/{\ph{s}}^2\rangle$ gegeben durch 
$$({\mathbf{r}}_\nu , \vec{\mathbf v}_\nu )_{\nu=1}^\Lambda \mapsto \sum^\Lambda_{\nu=1} m_\nu  
{\langle \vec {\mathbf v}_\nu , \vec{\mathbf  v}_\nu 
  \rangle}/{2}$$
F"ur $\vec{\mathbf F}_\nu:\mathbb E\ra \vec{\mathbb E}\langle {\ph{g}}/{\ph{s}}^2\rangle$  zus"atzlich gegebene am jeweiligen Ort auf den
jeweiligen Massepunkt wirkende {\bf externe Kr"afte}
erkl"aren wir nun die $i$-te
{\bf generalisierte Kraft}\index{generalisierte Kraft} in Bezug auf unser
Koordinatensystem von $M$  durch 
$$Q_i\pdef\sum_{\nu=1}^\Lambda \left\langle \vec{\mathbf{F}}_\nu  \circ {\mathbf{r}}_\nu  , 
\frac{\partial {\mathbf{r}}_\nu }{\partial x_i}
\right\rangle$$
Unsere generalisierten Kr"afte sind also Funktionen
$Q_i:M\ra \langle {\ph{g}}{\ph{m}}^2/{\ph{s}}^2\rangle$.
Durch Vorschalten der B"undelprojektion
k"onnen und werden wir sie
 als Funktionen auf dem Phasenraum auffassen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Satz}[\textbf{Euler-Gleichungen}]
  Seien $(x_1,\ldots, x_n)$ Koordinaten auf dem Konfigurationsraum
  $M$ eines \hyperref[neS]{mechanischen Systems} und $(x_1,\ldots, x_n, y_1,\ldots,y_n)$
  die zugeh"origen nat"urlichen Koordinaten auf dem Phasenraum
  $\tT M$.\label{EuGlA} 
  Genau dann erf"ullt ein glatter Weg $\gamma:\mathbb T\supset I\ra M$
  die Orthogonalit"atsbedingung \ref{DESa}, wenn
  f"ur die zugeh"orige Abbildung $(\gamma,\dot\gamma):\mathbb T\supset I\ra \tT M$
  in den Geschwindigkeitsphasenraum gilt
$$
\frac{\diff}{\diff t} \left( \frac{\partial K}{\partial 
y_i} \circ (\gamma,\dot{\gamma}) \right) - 
\frac{\partial K}{\partial x_i} \circ (\gamma,\dot{\gamma}) 
- Q_i \circ \gamma =0\quad \text{f"ur }1\leq i\leq n
$$
mit $K$ der kinetischen Energie und  $Q_i$ den
generalisierten Kr"aften. 
\end{Satz}























\newpage
  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Bewegung in krummlinigen Koordinaten}]
    Sei $\varphi:\DR^n\lco W\ra \mathbb E^\Lambda$ ein glatte
    Karte, also $n=3\Lambda$.
    Die Koordinatenfunktionen auf $W$ notieren wir $x_1,\ldots,x_n$.
    Unsere Karte induziert eine Karte mit Einheiten des Phasenraums 
    $$\psi:W\times \DR^n\langle 1/{\ph{s}}\rangle\ra \mathbb E^\Lambda\times
    \mathbb E^\Lambda \langle 1/{\ph{s}}\rangle$$
    durch die Vorschrift $\psi (x, y)= (\varphi(x),(\diff _{x} \varphi)(y))$.
    Per definitionem bildet $\psi$ ein Tupel 
 $(x,y)$ ab auf das Tupel der Orte 
$\mathbf r_\nu(x,y)=\mathbf r_\nu(x)$ und Geschwindigkeiten
$$\vec{ \mathbf{v}}_\nu(x,y)=\sum^n_{j=1} \frac{\partial
      \mathbf{ r}_\nu }{\partial x_j}(x)\; y_j$$
    In physikalischen Rechnungen schreibt man gerne $\dot x_i$ statt $y_i$,
    aber ich finde das bei der Diskussion der allgemeinen Theorie verwirrend. 
    Geben wir unseren Punkten die Massen $m_1,\ldots,m_\Lambda$
    und geben 
    eine Potentialfunktion $V$ vor, so k"onnen wir die energiewertige
    Lagrangefunktion
    $L$ auf dem Phasenraum bilden. Die Funktion
    $$L\circ \psi: W\times \DR^n\langle 1/{\ph{s}}\rangle\ra\langle {\ph{g}}{\ph{m}}/{\ph{s}}^2\rangle$$  notieren wir kurzerhand auch
    $L$. Aus der Bezeichnung der
    Argumente wir klar werden, wann wir  mit $L$ eigentlich 
    $L\circ \psi$ meinen. Schlie"slich
    verstehen wir unter einer {\bf Koordinatenbewegung}
    eine Abbildung
    $\kappa:\mathbb T\supset I\ra W$ derart, da"s die zugeh"orige
    Bewegung im Raum 
    $\gamma\pdef \varphi\circ \kappa$ die Bewegungsgleichungen l"ost.
    \nichtfinal{Gleich mit Zwangsbedingungen!} 
  \end{Bemerkungl}
\newpage
 \begin{Proposition}[\textbf{Prinzip der extremalen Wirkung, Variante}]
  Gegeben $\varphi:\DR^n\lco W\ra \mathbb E^\Lambda$ ein glatte
  Karte und $L:W\times \DR^n\langle 1/{\ph{s}}\rangle\ra
  \langle {\ph{g}}{\ph{m}}/{\ph{s}}^2\rangle$ die Lagrangefunktion
  unseres mechanischen Systems in Koordinaten 
  ist $\kappa:[a,b]\ra W$ eine Koordinatenbewegung genau dann,
  wenn f"ur alle zweimal stetig differenzierbaren Abbildungen
  $\rho:[a,b]\times (-\eta, \eta)\ra W$ 
  mit $\rho(t,0)=\kappa(t)\;\forall t$ und  
  $\rho(a,s),\rho(b,s)$ unabh"angig von $s\in (-\eta,\eta)$ gilt\label{pewK} 
  $$0=\left.\frac{\diff}{\diff s}\right|_{s=0}\int_a^b
  L(\rho(t,s), \dot\rho(t,s)) \diff t $$
 \end{Proposition}
 \begin{proof} Die Bedingung ist dieselbe wie \ref{HaFop3},
   nur eben umgeschrieben auf den Koordinatenweg. 
  \end{proof}
  \begin{Bemerkungl}
    Um die Bedingung in der Proposition in Differentialgleichungen
    zu "ubersetzen, betrachten wir eine beliebige glatte Funktion
    $\varepsilon:[a,b]\ra\DR$ mit $\varepsilon(a)=\varepsilon(b)=0$
    und w"ahlen einen Index $i$ und spezialisieren zu
    $\rho(t,s)\pdef \kappa(t)+s\varepsilon(t){\op{e}}_i$.
    Durch Vertauschen von Ableitung und Integral  ergibt sich
    $$0=\int_a^b
    \left(\frac{\partial L}{\partial x_i}(\kappa(t),
    \dot \kappa(t))\right)\varepsilon(t)
    + \left(\frac{\partial L}{\partial y_i}(\kappa(t),\dot \kappa(t))\right)
    \dot\varepsilon(t)
    \diff t $$
    Wir machen denselben Trick wie zuvor und bemerken
    $$\begin{array}{lll}0&=&\int_a^b
    \frac{\diff}{\diff t} \left(\frac{\partial L}{\partial y_i}
    (\kappa(t),\dot \kappa(t))\cdot
    \varepsilon(t)\right)
    \diff t \\
    &=&\int_a^b
    \frac{\diff}{\diff t}\!\left( \frac{\partial L}{\partial y_i}
    (\kappa(t),\dot \kappa(t))\right)
    \varepsilon(t) + \left(\frac{\partial L}{\partial y_i}
    (\kappa(t),\dot \kappa(t))\right)    \dot\varepsilon(t)
    \diff t \\
    \end{array}
    $$
    nach dem Hauptsatz der Differential- und Integralrechnung und der
    Produktregel. Indem wir diese Identit"at oben verwenden,
    um den Term mit $\dor\varepsilon$ loszuwerden,
    erhalten wir
    $$0=\int_a^b
    \left(\frac{\partial L}{\partial x_i}(\kappa(t),
    \dot \kappa(t))
    -  \frac{\diff}{\diff t}\!\left(\frac{\partial L}{\partial y_i}(\kappa(t),\dot \kappa(t))\right)\right)
    \cdot\varepsilon(t)
    \diff t $$
    f"ur alle erlaubten Funktionen $\varepsilon$ wie zuvor. F"ur unseren
    Koordinatenweg folgt unschwer die sogenannte {\bf Euler-Lagrange-Gleichung} 
     $$\frac{\diff}{\diff t}\!\left(\frac{\partial L}{\partial y_i}(\kappa(t),\dot \kappa(t))\right)=
    \frac{\partial L}{\partial x_i}(\kappa(t),
    \dot \kappa(t))
    $$
    Man sieht auch leicht,
    da"s die Gesamtheit dieser Gleichungen
    f"ur $1\leq i\leq n$ "aquivalent ist zum Prinzip der
    extremalen Wirkung in Koordinaten \ref{pewK}.
    Die rechte Seite hei"st die {\bf 
      $i$-te verallgemeinerte Kraft}, die linke Seite 
    verallgemeinert das Produkt von Masse und Beschleunigung.   
  \end{Bemerkungl}


\subsection{H"ohere Ableitungen ohne Koordinaten}\label{Habl}



\begin{Beispiel}[\textbf{Multilinare Abbildungen in Koordinaten}]  Eine multilineare Abbildung ist festgelegt und festlegbar
  durch ihre Werte auf Tupeln aus Basisvektoren. Eine multilineare Abbildung $L:(\DR^m)^k\ra \DR^n$ etwa ist festgelegt und festlegbar durch die reellen Zahlen $a^i_{j_1,\ldots, j_k}$ mit
  $$L({\op{e}}_{j_1},\ldots, {\op{e}}_{j_k})=\sum_i a^i_{j_1,\ldots, j_k}  {\op{e}}_{i}$$ "ahnlich wie wir das f"ur lineare Abbildungen aus der
  Linearen Algebra wissen. Das Tupel der  $a^i_{j_1,\ldots, j_k}$ l"a"st sich
  zwar nicht mehr so sch"on
  "ubersichtlich als Matrix hinschreiben wie im Fall $k=1$
  linearer Abbildungen oder im Fall $k=2, n=1$ von Bilinearformen,
  aber ansonsten ist daran nichts komplizierter. Wir notieren unser Tupel
  $[L]$ und nennen es wie in \eref{MuMatt}{LA2} die {\bf Multimatrix}
  unserer multilinearen Abbildung in Bezug auf die Standardbasen.
  Im Fall einer $k$-mal differenzierbaren Abbildung $f= (f^1, \ldots,f^n):\DR^m\ra \DR^n$ "uberzeugt man sich induktiv, da"s
  die Multimatrix von $\diff^{(k)}_p\!f$ als Eintr"age die h"oheren gemischten 
  partiellen Ableitungen der Komponenten von $f$ an der Stelle $p$ hat,
  in Formeln 
  $$ \frac{\partial^k f^i}{\partial x_{j_1}\ldots\partial x_{j_k}}(p)$$
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Koordinatenfreie Taylorformel}]
 Man pr"uft unschwer,
da"s sich die h"oheren
Terme der Taylorentwicklung \ref{TaEn} von $f(p+h)$ koordinatenfrei\label{koft} 
als $(k!)^{-1} (\diff^{(k)}_pf)(h,\ldots,h)$ schreiben lassen.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl} Eine multilineare Abbildung $L\in \op{Mult}^k(V,W)$
  hei"st {\bf symmetrisch}, wenn f"ur jede Permutation $\sigma\in\mathcal S_k$
  und beliebige Vektoren $v_1,\ldots, v_k\in V$ gilt
  $$L(v_1,\ldots, v_k)=L(v_{\sigma(1)},\ldots, v_{\sigma(k)})$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Lemma}[\textbf{Symmetrie der h"oheren Ableitungen}]
  Gegeben endlichdimensionale R"aume $X,Y$ und $A\subset X$ halboffen
  und eine $\mathcal C^k$-Abbildung $f:X\supset A\ra Y$ ist $\diff^{(k)}_p\!f$
  f"ur alle $p\in A$ eine symmetrische multilineare Abbildung.
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl} Gegeben  $A\subset \DR^m$ halboffen und
  $f:\DR^m\supset A\ra \DR$ eine $\mathcal C^2$-Abbildung kommutieren
  insbesondere auch in den Randpunkten die virtuellen partiellen
  Ableitungen \ref{PaLN}.  
\end{Bemerkungl}
\begin{proof}
   Ist $f:\DR^m\supset Q\ra\DR^n$ eine $\mathcal C^k$-Abbildung
  auf einem kompakten Quader $Q\subset \DR^m$ mit nichtleerem Inneren $Q^\circ \neq \emptyset$,
  so ist $\diff^{(k)}_pf$ nach der Vertauschbarkeit der partiellen Ableitungen
  \ref{VPAb} und der Beschreibung in Koordinaten  eine symmetrische multilineare
  Abbildung. Im allgemeinen d"urfen wir sicher $Y=\DR^n$ annehmen
  und k"onnen einen Isomorphismus von affinen R"aumen $\phi:\DR^m\sira X$
  finden und einen Quader $Q$ wie zuvor mit $p\in \phi(Q)\subset A$.
  Das Lemma folgt.
\end{proof}

\nichtfinal{Nicht hier!} 

\begin{Bemerkungl}[\textbf{R"aume stetiger multilinearer Abbildungen}]
 Gegeben normierte\label{uhj}  
reelle Vektorr"aume $V,W$ und
$k\geq 0$ bilden wir "ahnlich den normierten Vektorraum
$\cal{B}^k(V,W)$ aller stetigen multilinearen Abbildungen
des Produkts von $k$ Kopien von $V$ nach $W$, versehen mit der 
Norm
$$\|F\|\pdef \op{sup}\{\|F(v_1,\ldots,v_k)\|\mid \|v_i\|\leq 1\}$$
Da"s dieses Supremum endlich ist, zeigt "Ubung \ref{SML}.
Im Fall $k=0$ verstehen wir $\cal{B}^0(V,W)=W$. Man bemerke die
Isomorphismen von normierten Vektorr"aumen
$\op{mult}:\cal{B}(V, \cal{B}^k(V,W))\sira \cal{B}^{k+1}(V,W)$.  
\end{Bemerkungl}

%\begin{Bemerkungl}
%Sind $X,Y$ normierte reelle R"aume
%und  $A\subset X$ eine halboffene Teilmenge und 
%$g:A\ra \cal{B}^k(\vec{X},\vec{Y})$
%eine differenzierbare Abbildung, so fassen wir
%$\diff g$ mit der Identifikation 
%aus \ref{uhj} auf als diejenige Abbildung 
%$\diff g:A\ra \cal{B}^{k+1}(\vec{X},\vec{Y}),$ die gegeben wird durch
%$x\mapsto \op{mult}(\diff_x g)$. 
%\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{H"ohere Ableitungen ohne Koordinaten}]
Gegeben  $X,Y$ normierte reelle R"aume\label{stddn} 
und $A\subset X$ eine halboffene Teilmenge und $f:A\ra Y$
eine Abbildung setzen wir $\diff^{(0)} f\pdef f$ und\label{stdd}  
$\diff^{(1)} f\pdef\diff f: x\mapsto \diff_x f$ und erkl"aren induktiv 
f"ur $k\geq 2$ die 
{\bf $k$-te Ableitung}\index{Ableitung!h"ohere, koordinatenfrei}
$$\diff^{(k)} f:A\ra \cal{B}^k(\vec{X},\vec{Y})$$
durch $x\mapsto \diff^{(k)}_x f\pdef \op{mult}(\op{d}_x(\diff^{(k-1)} f))$, falls
die $(k-1)$-te Ableitung existiert und differenzierbar ist auf $A$.
Existieren alle  Ableitungen von $f$ bis zur Ordnung $k$
und sind stetig, 
so nennen wir $f$ \defnoind{von der Klasse ${\cal{C}}^k$} 
oder auch eine\index{C@$\cal{C}^k$-Abbildung!zwischen affinen R"aumen}
{\bf ${\cal{C}}^k$-Abbil\-dung}. 
Zum Beispiel bedeutet  ${\cal{C}}^1$ 
 stetig differenzierbar
und ${\cal{C}}^0$ 
 stetig.
Ist $f$ von der Klasse ${\cal{C}}^k$ f"ur alle $k,$ 
so hei"st die Abbildung 
$f$ {\bf glatt}\index{glatt!Abbildung!koordinatenfrei} 
oder {\bf beliebig differenzierbar} oder 
\defnoind{von der Klasse ${\cal{C}}^\infty$}
oder eine\index{C@$\cal{C}^\infty$-Abbildung!zwischen affinen R"aumen} 
{\bf ${\cal{C}}^\infty$-Abbildung}. 
\end{Bemerkungl}





\begin{Definition}
Seien $X,Y$ normierte reelle R"aume und $A\subset X,$
$B\subset Y$ halboffene
Teilmengen.
Eine Abbildung $f:A\ra B$ hei"se ein 
{\bf ${\cal{C}}^k$-Diffeo\-morphismus},\index{C@$\cal{C}^k$-Diffeomorphismus} 
wenn $f$ bijektiv ist und sowohl $f$ als auch seine Umkehrung
$f^{-1}:B\ra A$ beide ${\cal{C}}^k$-Abbildungen sind. Sprechen wir 
 von einem 
{\bf Diffeomorphismus} ohne n"ahere
Spezifizierung,\index{Diffeomorphismus!${\cal{C}}^k$-Diffeomorphismus} 
so meinen wir einen 
${\cal{C}}^\infty$-Diffeomorphismus.
\end{Definition}
\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}\label{ExpDi}
Die Exponentialabbildung   
$\exp: \op{Mat}(n;\DC)\ra \op{Mat}(n;\DC)$ ist 
glatt. Hinweis: Glattheit von Potenzreihen in mehreren Variablen \ref{glPR}.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{InGl}
Gegeben ein Banachraum $V$ ist das Invertieren eine  glatte
Abbildung 
auf der Menge der invertierbaren
Elemente von $\cal{B}(V).$  Hinweis: \ref{DInvN}.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{ckp}
Seien $X,Y$ normierte R"aume und $A\subset X$ halboffen.
Eine differenzierbare Abbildung $f:A\ra Y$ ist von der Klasse $\cal{C}^k$ 
genau dann, wenn die Abbildung
$A\times \vec{X}\ra Y\times \vec{Y},$ $(x,v)\mapsto (f(x), (\diff_xf)(v))$
von der Klasse $\cal{C}^{k-1}$ ist.
\end{Ubung}
  \begin{Ubung}
Jede Verkn"upfung von $\cal{C}^k$-Abbildungen 
ist von der Klasse $\cal{C}^k.$ 
Jede Verkn"upfung von glatten Abbildungen ist glatt.  
Hinweis: \ref{PTDn} und \ref{ckp}.
\end{Ubung}
  \begin{Ubung}
    Eine Abbildung in ein Produkt von endlich vielen normierten reellen
    Vektorr"aumen ist $\cal{C}^k$
 genau dann, wenn ihre Komponenten $\cal{C}^k$ sind.
\end{Ubung}
\begin{Bemerkungl}\label{UKgl}
Seien $X$ und $Y$ vollst"andige normierte
reelle R"aume.
Ist $U \co X$ offen und $f: U \ra Y$  eine ${\cal{C}}^k$-Abbildung 
f"ur $1\leq k\leq \infty$ und
ist an einer Stelle $p \in U$ das Differential ein Isomorphismus
mit stetigem Inversen,
so induziert $f$ einen ${\cal{C}}^k$-Diffeomorphismus von
einer offenen Umgebung von $p$ mit einer offenen Umgebung 
von $f(p).$ Das folgt sofort aus \ref{UKAa} mit den vorhergehenden
"Ubungen, insbesondere \ref{InGl}.
\end{Bemerkungl}



\subsection{Biegen und Beugen}
\begin{Bemerkunge}
Sei $U\subset \mathbb R^3$ eine halboffene Teilmenge,
die wir uns als den von einem Metall, Schaumstoff oder
was auch immer ausgef"ullten Teil des
Anschauungsraums denken, und 
$$\varphi:U\times(-\varepsilon,\varepsilon) \ra \mathbb R^3$$
eine differenzierbare Abbildung mit $\varphi(p,0)=p$ f"ur
alle $p\in U$.
Wir denken sie uns als 
eine einparametrige Deformation 
unseres Gebildes. Bezeichne $s_t$ die
Riemann'sche Metrik auf $U$
mit 
 $$\varphi(\;,t):s_t\leadsto s_0$$
f"ur $s_0$ das kanonische Skalarprodukt auf $\mathbb R^3$.
Wir entwickeln $s_{(p,t)}$ nach $t$ und erhalten
$$s_{(p,t)}({\op{e}}_i, {\op{e}}_j)
=s_0((\diff_{(p,t)}\varphi)({\op{e}}_i), (\diff_{(p,t)}\varphi)({\op{e}}_j))
$$
Bilden wir das Vektorfeld $\psi(q)\pdef\dot\varphi(q,0)$,
so ergibt sich wegen der Vertauschbarkeit der 
partiellen Ableitungen die Entwicklung 
$\diff_{(p,t)}\varphi=\op{id} + t\diff_p\psi +\ldots$ 
So erhalten wir schlie"slich
$$s_{(p,t)}({\op{e}}_i, {\op{e}}_j)
=s_0 + t\;( s_0((\diff_p\psi)({\op{e}}_i),{\op{e}}_j)
+ s_0({\op{e}}_i,(\diff_p\psi)({\op{e}}_j)))+\ldots $$
Die Abweichung von der Standardmetrik ist also in erster
N"aherung gegeben durch das
Feld von symmetrischen 
Bilinearformen
$$(\vec v,\vec w)\mapsto s_0((\diff_p\psi)(\vec v),\vec w)
+ s_0(\vec v,(\diff_p\psi)(\vec w))$$
Will man lieber in linearen Abbildungen 
denken, so folgert man leicht, 
da"s der sogenannte 
{\bf Deformationstensor}\index{Deformationstensor} 
$D_p\pdef (\diff_p\psi+ (\diff_p\psi)^\top)/2$ die
eindeutig bestimmte 
selbstadjungierte Abbildung ist mit
$$s_{(p,t)}(\vec v,\vec w)
\sim^1_{t=0} s_0(\vec v + tD_p\vec v,\vec w + tD_p\vec w) $$
\end{Bemerkunge}
\begin{Bemerkunge}
Der {\bf Stre"stensor}\index{Stre"stensor} ist eine
vektorwertige Zweiform
$F: U\ra \op{Alt}^2(\vec{\mathbb E},\vec{\mathbb E})$,
und wahrscheinlich m"ussen noch mehr Einheiten dazu. 
Er kodiert, welche Kr"afte auf ein 
kleines Fl"achenelement innerhalb unseres K"orpers 
wirken. Wir arbeiten im $\DR^3$ und setzen ihn an als 
$$a dy\wedge dz +b dz\wedge dx+c dx\wedge dy$$
mit vektorwertigen Funktionen $a,b,c$. 
Die Gesamtkraft auf einen achsenparallelen W"urfel
der Kantenl"ange $2t$ mit Zentrum in $p$ ergibt sich zu
$$\begin{array}{l}
\int_{-t}^t\int_{-t}^ta(t,y,z)-a(-t,y,z) \diff y \diff z \\[2mm]
\hspace{1cm}+\int_{-t}^t\int_{-t}^tb(x,t,z)-b(x,-t,z) \diff x \diff z \\[2mm]
\hspace{2cm}+\int_{-t}^t\int_{-t}^tc(x,y,t)-c(x,y,-t) \diff x \diff y
\end{array}
$$
Sie sollte ja wohl Null sein. Teilen wir durch $t^3$,
so folgt ja wohl $a_x+ b_y+ c_z=0$. Das gesamte Drehmoment 
auf unseren W"urfel ergibt sich zu 
$$\begin{array}{l}
\int_{-t}^t\int_{-t}^t t{\op{e}}_1\times (a(t,y,z) +a(-t,y,z)) \diff y \diff z \\[2mm]
\hspace{1cm}+\int_{-t}^t\int_{-t}^tt{\op{e}}_2\times (b(x,t,z)+b(x,-t,z)) \diff x \diff z \\[2mm]
\hspace{2cm}+\int_{-t}^t\int_{-t}^tt{\op{e}}_3\times (c(x,y,t)+c(x,y,-t)) \diff x \diff y
\end{array}
$$
Es sollte ja wohl Null sein. Teilen wir durch $t^3$,
so folgt ja wohl ${\op{e}}_1\times a + {\op{e}}_2\times b+ {\op{e}}_3\times c=0$ an jeder Stelle.
\end{Bemerkunge}








%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "XXAN2"
%%% End: 
