

\section{Wegintegrale und Potentiale}
\subsection{Vektorfelder und Kovektorfelder}

\begin{Definition}\label{VFKF}
Seien $X$ ein 
endlichdimensionaler reeller Raum und $U \subset X$ eine
Teilmenge.
Ein {\bf Vektorfeld} 
 oder genauer ein 
{\bf  relatives Vektorfeld}\index{Vektorfeld!relatives|main}  {\bf 
auf} $U$ ist wie in \ref{VFKFn} eine Abbildung
$$\begin{array}{rccl}
A : &U & \ra & \vec{X}\\
&p & \mapsto & A_{p}
\end{array}$$
von $U$ in den Richtungsraum $\vec{X}$  von $X$. 
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}]
Sp"ater einmal werden 
 wir  ein \glqq Vektorfeld auf einer Mannigfaltigkeit $M$\grqq\ 
 erkl"aren als eine Abbildung, 
die jedem Punkt $p\in M$ einen Tangentialvektor $A_p\in {\op{T}}_pM$ 
zuordnet. Das ist etwas spezielleres als
ein \glqq relatives\grqq\ Vektorfeld, das jedem 
Punkt $p\in M\subset X$ einfach  irgendeinen 
Richtungsvektor $A_p\in \vec X$ zuordnet. 
Vorerst jedoch
 werden wir  nur mit Vektorfeldern auf 
halboffenen Teilmengen endlichdimensionaler  R"aume $X$ arbeiten, 
und in diesem Fall sind unsere \glqq relativen\grqq\ Vektorfelder bereits die  
\glqq richtigen\grqq\ Vektorfelder. Deshalb kommt es auf derartige
Feinheiten hier noch nicht an.
\end{Bemerkungl}





\begin{Bemerkungl}
Wir schreiben im Zusammenhang mit Differentialgleichungen statt $A_{p}$ auch 
$A(p)$.  
Die Notation $A_p$ dahingegen ist
praktisch,  wenn wir unsere Vektorfelder 
wie in \ref{AWVF}  auf  Funktionen anwenden
wollen. In der physikalischen Terminologie hei"sen Vektorfelder
{\bf kontravariant}\index{kontravariant} aus Gr"unden, 
die in \ref{KoKov} diskutiert werden.
\end{Bemerkungl}

\begin{figure}[htbp]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]
{SkriptenBilder/BildVeFA}\\[4mm]
\noindent Graphische Darstellung eines
Vektorfelds auf der Papierebene, das in geeigneten Koordinaten
in der Notation von
\ref{pavf} durch die Formel $$\left(x/\sqrt{x^2+y^2}\right)\partial_x
+ \left(y/\sqrt{x^2+y^2}\right)
\partial_y$$ gegeben w"urde.
Hier haben wir zu ausgew"ahlten Punkten
den ihnen zugeordneten Richtungsvektor als Pfeil
von besagtem Punkt zu dem um diesen Richtungsvektor
verschobenen Punkt dargestellt.
  \end{figure}
\begin{Bemerkungl}
   Zu jedem reellen Vektorraum $V$ 
bilden wir wie in der linearen Algebra in \eref{LiFo}{LA1}
    seinen \defind{Dualraum} $V^\ast =V^\top \pdef\op{Hom}_\DR(V,\DR)$. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}\label{FKF}
Seien $X$ ein 
endlichdimensionaler reeller Raum und $U \subset X$ eine
Teilmenge.
Ein {\bf Kovektorfeld}\index{Kovektorfeld} 
oder genauer 
{\bf  relatives Kovektorfeld}\index{Kovektorfeld!relatives|main}  {\bf 
auf} $U$
ist eine Abbildung
$$\begin{array}{rccl}
\omega : &U & \ra & \vec{X}^{\ast}\\
&p & \mapsto & \omega_{p}
\end{array}$$
von $U$ in den Dualraum $\vec{X}^{\ast}$ des Richtungsraums 
 von $X$. 
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}]
Sp"ater einmal werden 
 wir  ein  Kovektorfeld auf einer Mannigfaltigkeit $M$
 erkl"aren als eine Abbildung, 
die jedem Punkt $p\in M$ ein Element $\omega_p\in ({\op{T}}_pM)^*$ 
zuordnet. Das ist etwas anderes als
ein  relatives Kovektorfeld, das jedem 
Punkt $p\in M\subset X$ einfach  irgendeine Linearform $\omega_p\in \vec X^*$ zuordnet. 
Vorerst jedoch
 werden wir nur mit Kovektorfeldern auf 
halboffenen Teilmengen endlichdimensionaler  R"aume $X$ arbeiten, 
und in diesem Fall sind unsere  relativen Kovektorfelder bereits die 
endg"ultigen Kovektorfelder. Deshalb kommt es auf derartige
Feinheiten hier noch nicht an.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}
Wir schreiben $\omega_{p}$ statt $\omega (p)$, damit
$\omega_{p} (\vec v) \in \Bbb{R}$ den Wert der Linearform $\omega_p$ auf einem
Vektor $\vec v \in \vec{X}$ bezeichnen kann.
Ein Kovektorfeld nennt man
auch eine
{\bf Pfaff'sche Form}\index{Pfaff'sche Form} oder
eine {\bf
Differentialform erster Ordnung}\index{Differentialform!erster Ordnung}
oder eine {\bf $1$-Form}\index{Form!$1$-Form}\index{Eins-Form} oder
eine {\bf Einsform}.\index{Einsform} 
In der physikalischen Terminologie hei"sen Kovektorfelder
{\bf kovariant}\index{kovariant}  
aus Gr"unden, die in \ref{KoKov}  diskutiert werden.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Graphische Darstellung ebener Kovektorfelder}] 
  F"ur die graphische Darstellung eines Kovektorfelds $\omega$ auf der
  Tafelebene $X$ denke ich mir
  Kreisscheiben um einzelne fett eingezeichnete Punkte $p\in X$
  und zeichne jeweils deren Schnitt mit  $\{p+\vec v\mid \omega_p(\vec v)\in\DN\}$. Im Fall $\omega_p=0$ mu"s ich  die ganze Kreisscheibe
  ausmalen, weshalb ich diesen Fall nach M"oglichkeit vermeide.  Im Fall 
  $\omega_p\neq 0$ sehr klein ist nur ein St"uck der Gerade\label{gdK}
  $p+\op{ker}\omega_p$ zu sehen und man kann nicht erkennen, auf welcher
  Seite dieser Gerade die Punkte $p+\vec v$ liegen mit 
  $\omega_p(\vec v)>0$, weshalb ich auch diesen Fall nach M"oglichkeit
  vermeide. Ich hoffe,
  da"s der Leser die so erzeugte 
   Anschauung auf den r"aumlichen Fall "ubertragen kann, in dem
  ich die entsprechenden Bilder nicht mehr malen kann, und ebenso auf
  den eindimensionalen Fall, in dem die entsprechenden Bilder
  wie so vieles im eindimensionalen Fall  weniger Aussagekraft haben. 
\end{Bemerkungl}

\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildKoFAb}\\[4mm]
\noindent Versuch der graphischen Darstellung eines
Kovektorfelds auf der Papierebene, das in geeigneten Koordinaten
in der Notation \ref{DiFF} durch die Formel $$x\diff y$$ gegeben w"urde.
\end{figure}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildKVE}\\[4mm]
\noindent Alternativer Versuch der graphischen Darstellung eines
Kovektorfelds auf der Papierebene. Hier legen wir die Konvention aus
\eref{LiFo}{LA1} zur graphischen Darstellung von Kovektoren zugrunde,
der Wert auf einem Vektor ist also salopp gesagt die
Anzahl der gekreuzten Striche. Insbesondere bedeuten
\glqq enger zusammenliegende Striche\grqq\ hier 
\glqq gr"o"sere Kovektoren\grqq. Bei einer Streckung etwa um
einen Faktor Zwei werden also Vektoren doppelt so lang,
aber in Gegensatz dazu Kovektoren halb so lang, weil die Striche weiter
auseinander r"ucken.
\end{figure}
\begin{Beispiel}[\textbf{Kovektorfelder auf der Zeitachse}] 
  Ein Kovektorfeld ohne Nullstelle
  auf der Zeitachse $\mathbb T$ aus \eref{tempp}{LA1}
k"onnen wir uns in der  in  \eref{DrG}{LA1} noch genauer erkl"arten Weise
 denken als eine Vorschrift, die\label{KVD} 
 jedem Zeitpunkt ein Paar bestehend aus einer Frequenz und einer
 Orientierung der Zeitachse zuordnet. 
\end{Beispiel}




  \begin{Bemerkungl}[\textbf{Addition von Feldern und Multiplikation mit
      Funktionen}]  
    Wir addieren Vektorfelder wie auch 
Kovektorfelder punktweise, die Summe
    $\omega + \eta$ zweier Kovektorfelder  ist also etwa erkl"art durch
    $(\omega + \eta)_{p}= \omega_{p}+ \eta_{p} $, wobei letzteres
    Summenzei\-chen die Addition in $\vec{X}^{\ast}$ meint.  Wir
    multiplizieren Vektorfelder und auch Kovektorfelder mit Funktionen $f:U
    \ra \Bbb{R}$ ebenfalls punktweise, indem wir setzen 
$(fA)_{p} = f(p) A_{p}$ beziehungsweise
    $(f\omega)_{p} = f(p) \omega_{p}$. 
  \end{Bemerkungl}

 \begin{Bemerkungl}[\textbf{Paaren von Vektorfeldern mit Kovektorfeldern}] 
 Seien $X$ ein\label{EKV} 
endlichdimensionaler reeller Raum und $U \subset X$ eine
 Teilmenge.
Ist $A:U\ra\vec{X}$ ein Vektorfeld und 
$\omega:U\ra\vec{X}^\ast$ ein Kovektorfeld,
   so  k"onnen  wir  das  Vektorfeld $A$ in das Kovektorfeld
      $\omega$ einsetzen oder, vielleicht besser gesagt,
    das\index{einsetzen!Vektorfeld in Kovektorfeld}  Kovektorfeld $\omega$
    auf dem Vektorfeld $A$ auswerten oder, besonders
    ausgewogen und immer noch
    gleichbedeutend, das\index{auswerten!Kovektorfeld auf Vektorfeld} {\bf
      Kovektorfeld $\omega$ mit dem Vektorfeld $A$ paaren}.
Wir erhalten dann eine
    Funktion  
    $$\begin{array}{cccc}
      \omega(A)=\langle\omega,A\rangle:&U&\ra& \DR\\
&p&\mapsto &\omega_p(A_p)
    \end{array}$$
 \end{Bemerkungl} 



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Verschiedene Interpretationen von Kovektorfeldern}] 
Seien $X$ ein\label{WAI} 
endlichdimensionaler reeller Raum und $U \subset X$ eine
Teilmenge.
Im Sinne des Exponentialgesetzes \eref{ABBK}{GR} k"onnen wir ein Kovektorfeld 
$\omega:U\ra \vec{X}^\ast$ auch 
auffassen als eine Abbildung $U\times \vec{X}\ra \DR$ oder sogar
als eine Abbildung $\vec{X}\ra \op{Ens}(U,\DR)$.  
Es geh"ort etwas
"Ubung dazu, alle  diese 
verschiedenen Aspekte gleichzeitig pr"asent zu haben.
Wir k"onnen also ein Kovektorfeld einerseits an einem Punkt $p\in U$
auswerten und
so eine Linearform $\omega_p:\vec{X}\ra \DR$
auf dem Richtungsraum erhalten,
wir k"onnen es aber andererseits auch auf einem 
Richtungsvektor $\vec v\in \vec{X}$ auswerten und so 
eine  reellwertige
Funktion $U \ra \DR, p\mapsto \omega_p(\vec v)$ erhalten. Wir
k"onnen es sogar etwas allgemeiner, wie in \ref{EKV} besprochen,
auf einem Vektorfeld $p\mapsto \vec v_p$ auswerten 
 und auch so eine reellwertige
Funktion $U\ra \DR, p\mapsto \omega_p(\vec v_p)$  erhalten. 
Man beachte, da"s beim Auswerten von Kovektorfeldern auf
Vektorfeldern keinerlei Differentiation stattfindet sondern
ausschlie"slich lineare Algebra, nur eben  
\glqq in Abh"angigkeit vom Punkt $p$\grqq. Da"s ich ein Vektorfeld zuvor
$A_p$ und jetzt $\vec v_p$ notiere, hat nichts weiter zu bedeuten. 
\end{Bemerkungl}



% \begin{Bemerkungl}
%   Die vorhergehende Definition \ref{EKV} hat sich in meiner Vorlesung
% als besonders schwer verdaulich erwiesen, weshalb ich sie hier
% nocheinmal ausf"uhrlich diskutiere.
% Ist $V$ ein Vektorraum "uber einem K"orper $k$ und 
% $V^\top=V^\ast$ sein Dualraum 
% \ref{LiFo} und
% $v\in V$ ein Vektor und $\lambda\in V^\top$ eine Linearform,
% so k"onnen wir ja die Linearform $\lambda$ auf dem Vektor $v$
% auswerten und so ein Element $\lambda(v)$ des Grundk"orpers $k$ erhalten,
% das wir wie in \ref{Syn} auch 
% gerne $\lambda(v)=\langle \lambda,v\rangle$ notieren.
% Ist nun $D$ eine Menge und $v$ eine Abbildung $D\ra  V$, $p\mapsto v_p$,
% also ein von $p\in D$ abh"angiger Vektor, und 
% $\lambda$ eine Abbildung $D\ra  V^\top$, $p\mapsto \lambda_p$,
% also eine von $p\in D$ abh"angige Linearform, so k"onnen wir 
% an jeder Stelle $p\in D$ unsere Linearform $\lambda_p$ auf unserem Vektor 
% $v_p$ auswerten und erhalten so eine Funktion $D\ra k$, $p\mapsto 
% \langle \lambda_p,v_p\rangle$, die wir wieder gerne $\langle \lambda,v\rangle$
% notieren. Ist speziell $X$ ein endlichdimensionaler reeller Raum,
% $D=U\subset X$ eine halboffene Teilmenge, $k=\DR$ und $V=\vec X$,
% so spezialisiert diese Konstruktion zu unserem Auswerten von 
% Kovektorfeldern auf Vektorfeldern.
% \end{Bemerkungl}

\begin{Definition}[\textbf{Differential einer Funktion als Kovektorfeld}]  
Seien $X$ ein reeller 
endlichdimensionaler Raum und $U \subset X$ eine
halboffene Teilmenge.
Ist $f:U\ra \Bbb{R}$ differenzierbar, so ist
das Differential von $f$ bei $p$ eine lineare Abbildung
$\tiff_{p}f: \vec{X} \ra \Bbb{R}$.  Unter dem {\bf Differential  $\diff f$ 
von $f$} verstehen wir\index{d@$\diff f$ Differential von $f$} 
dann das Kovektorfeld auf $U$, das gegeben wird 
durch die Vorschrift
$$\begin{array}{rccl}
\diff f:&U &\ra & \vec{X}^{\ast}\\
&p &\mapsto & \tiff _{p}f
\end{array}$$
Wir verwenden im Kontext einer reellwertigen Funktion
beide Notationen $\tiff_pf=\diff_p f$ f"ur das Differential bei $p$
und beide Notationen $\tiff f=\diff f$ f"ur das Differential als
Funktion von $p$. 
F"ur das Differential von einem Produkt gilt\label{DiFF} 
nach \ref{PRm} die Produktregel $  \op{d} (fg)= f\diff g + g \diff f $
 und f"ur das Differential einer Summe haben wir
$ \op{d} (f+g) = \diff f + \diff g$. 
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Anschauung f"ur das Differential einer Funktion}]
  In der in \ref{gdK} erkl"arten Anschauung f"ur ebene Kovektorfelder
  als \glqq Liniendichten\grqq\ w"are das Differential
  einer Funktion auf der Ebene, aufgefa"st als die H"ohe in einer
  Landkarte in Metern, salopp gesprochen
  zu verstehen als eine Linearisierung des durch
  die H"ohenlinien gegebenen Bildes, mit einer H"ohenlinie pro Meter und wo
  wir nur die  H"ohenlinie durch unseren Punkt und ein paar
  H"ohenlinien oberhalb einzeichnen.
\end{Bemerkungl}
  
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Darstellung von Kovektorfeldern in Koordinaten}] 
Ist speziell $X =\Bbb{R}^{n}$ und $U\co\Bbb{R}^{n}$ offen
und bezeichnet\label{KovK} 
$x_{i} : U \ra \Bbb{R}$ die Restriktion der $i$-ten
Koordinate auf $U$, so ist 
$\diff x_{i} : U \ra (\Bbb{R}^{n})^{\ast}$ konstant
die $i$-te Koordinate selber. Die Bezeichnung $\diff x_{i} $ f"ur dieses
konstante Kovektorfeld vereinbaren wir 
allgemeiner auch  f"ur beliebige Teilmengen $U\subset \Bbb{R}^{n}$.
Die Koordinaten bilden nun eine Basis des
Dualraums von $\DR^n$. Folglich l"a"st sich jedes  Kovektorfeld 
auf $U$ 
schreiben in der Gestalt
 $\sum a_{i}\diff x_{i}$ mit eindeutig bestimmten $a_{i} : U \ra \Bbb{R}$. 
Ich vermute, da"s hier der Ursprung der alternativen Bezeichnung von
Kovektorfeldern als 
\glqq Differentialformen\grqq\
zu suchen ist: In gewisser Weise k"onnen wir eben 
unsere Kovektorfelder als \glqq Linearkombinationen von Differentialen\grqq\ 
schreiben.  
F"ur eine differenzierbare Funktion
$f: U \ra \Bbb{R}$ auf einer offenen Menge $U \co \Bbb{R}^{n}$ 
haben wir dann
$$\diff f = \sum^{n}_{i=1}\frac{\partial f}{\partial x_{i}}  \diff x_{i}$$
Man pr"uft das  durch
Auswerten beider Seiten an einer Stelle 
$p\in U$ und Anwenden der so entstehenden Linearformen auf alle Vektoren
der Standardbasis des $\DR^n$.  Speziell haben wir f"ur $f:\DR\supset A\ra\DR$ differenzierbar mit $A$ halboffen in $\DR$ also
$$\diff f=f'(x)\diff x$$ 
\end{Bemerkungl}




\begin{Bemerkungl}[\textbf{"Ubergang von Vektorfeldern zu Kovektorfeldern}]
Gegeben ein endlichdimensionaler
reeller Raum $X$ mit einem Skalarprodukt $s$ auf seinem
Richtungsraum erinnern wir aus \ref{Grsk}
den Isomorphismus $\hat s:\vec X\sira \vec X^\ttop$ gegeben durch die Vorschrift
$v\mapsto (w\mapsto s(v,w))$.
Jedem Vektorfeld $v:X\supset A\ra \vec X$ k"onnen wir so das Kovektorfeld
$$\hat s\circ v: X\supset A\ra \vec X^\ttop$$
zuordnen. Im  Spezialfall $(\DR^n,s)$ des Vektorraums $\DR^n$
mit seinem Standardskalarprodukt\label{KoVeV} 
kennen wir bereits aus \ref{Grsk} die Beziehung \nichtfinal{(Schien mir dort zu fr"uh, "andern!)} 
$$\diff f= \hat s(\op{grad}f)$$
\end{Bemerkungl}





\begin{Bemerkungl}[\textbf{Differential einer Funktion mit halboffenem Definitionsbereich}]
  Ist $f:\DR^n\supset U\ra\DR$ differenzierbar auf einer halboffenen
  Teilmenge $U\subset\DR^n$, so gilt dasselbe,
  wenn die partiellen Ableitungen dabei
im Sinne unserer Notation \ref{PaLN}
als virtuelle partielle Ableitungen verstehen.\label{sFho}  
Ist speziell $f:\DR\supset I\ra\DR$ differenzierbar auf einem
mehrpunktigen Intervall, so gilt  $\diff f=f'(x)\diff x$. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Anschauliche Bedeutung 
von Formeln in Differentialen}] 
  Anschaulich gesprochen beschreibt die in \ref{KovK} herausgestellte  
Gleichung, wie sich der Funktionswert der Funktion $f$ in
  erster N"aherung "andert, wenn wir an den Koordinaten $x_i$ wackeln: 
Genauer gilt bei festen
  $x_1,\ldots,x_n$ f"ur $\delta x_1,\ldots,\delta x_n\in\DR$ so
nah bei Null, da"s alles definiert ist, eben
$$f(x_1+\delta x_1,\ldots,x_n+\delta x_n)-f(x_1,\ldots,x_n)=
\sum^{n}_{i=1}\frac{\partial f}{\partial x_{i}}\delta x_i\;\; + R(\delta
x_1,\ldots,\delta x_n)$$ mit einem Rest $R$, der auch nach dem Teilen durch das
Maximum der Betr"age aller $\delta x_i$ noch gegen Null strebt, wenn alle
$\delta x_i$ gegen Null streben. Hierbei ist zu verstehen, da"s die
fraglichen partiellen Ableitungen an unserer festen
Stelle $(x_1,\ldots,x_n)$ ausgewertet werden sollen, und
um die partiellen Ableitungen zu bilden, m"ussen die 
 $x_i$ nat"urlich noch als variabel gedacht werden.
Vielleicht w"are es hier konsistenter gewesen, die partiellen Ableitungen
$\partial_i f$ zu notieren oder sogar
$(\partial_i f)(x_1,\ldots,x_n)$ um anzudeuten, da"s sie ja an der 
festen Stelle  $(x_1,\ldots,x_n)$ auszuwerten sind.
Bei komplizierteren Formeln  f"uhrt aber
gr"o"sere Pr"azision auch nicht notwendig zu besserer Verst"andlichkeit.
Die Notation $\delta x_i$ k"onnten wir  zu $\delta_i$
abk"urzen, aber dann wirkt die Formel weniger suggestiv. K"urzen wir 
auch noch die linke Seite zu $\delta f$ ab, so k"onnen wir unsere 
Identit"at mit der 
in \ref{ReAp} eingef"uhrten Notation auch schreiben als die 
"Ubereinstimmung erster Ordnung
von Funktionen der \glqq Verr"uckungen\grqq\  $\delta x_i$ in der Gestalt
$$\delta f\sim^1_0 \sum^{n}_{i=1}\frac{\partial f}{\partial x_{i}}\delta x_i$$
\end{Bemerkungl}





\begin{Beispiel}\label{pog}
  Die Funktion $f:\DR^3\backslash 0\ra\DR$, $v\mapsto 1/\|v\|$ hat 
mit der Konvention $v\pdef(x,y,z)$ das
Differential $\diff f=-(x\diff x + y\diff y + z\diff z)/\|v\|^3$. 
\end{Beispiel}


  \begin{Definition}[\textbf{Ableiten einer Funktion in Richtung eines Vektorfeldes}]
Gegeben ein endlichdimensionaler reeller Raum $X$, eine offene\label{AWVF} 
Teilmenge $U \co X$, ein Vektorfeld $A: U \rightarrow \vec{X}$ und eine 
differenzierbare Funktion $f: U \rightarrow \Bbb{R}$ erkl"aren wir eine
Funktion $(Af): U \rightarrow \Bbb{R}$
dadurch, da"s ihr Wert bei $p$ die Richtungsableitung \ref{DeDii} von $f$
bei $p$ in der Richtung $A_p$ sein soll, in Formeln 
\begin{equation*}
(Af)(p) \pdef ({\op{D}}_{A_p}f)(p)
\end{equation*}
  Wir sagen dann auch, 
die Funktion $Af$  entstehe aus $f$ durch 
{\bf Ableiten in Richtung des Vektorfelds $A$}.
\index{Ableitung!nach Vektorfeld} Per definitionem
entsteht 
diese Funktion auch durch
das Paaren des Vektorfelds $A$ mit dem durch das 
Differential der Funktion $f$ gegebenen Kovektorfeld $\diff f$,  
in Formeln  
$Af=\langle \diff f,A \rangle$. Diese Darstellung hat den Vorteil,
f"ur $U$ halboffen sinnvoll zu bleiben. 
\end{Definition}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Darstellung von Vektorfeldern in Koordinaten}] 
Meist werden Vektorfelder identifiziert mit den 
zugeh"origen Differentialoperatoren.\label{pavf} So notiere ich etwa das
konstante Vektorfeld $\vec v$ wie die zugeh"orige Richtungsableitung
${\op{D}}_{\vec v}$ insbesondere dann, wenn es auf eine Funktion angewendet
werden soll.
\index{D@${\op{D}}_{\vec v}$ konstantes Vektorfeld} 
Spezieller bezeichnet man das konstante
Vektorfeld mit Wert $\vec{\op{e}}_i$ auf $\Bbb{R}^n$ oft 
als \glqq das Vektorfeld $\frac{\partial}{\partial x_i}$\grqq\ 
oder \glqq das Vektorfeld $\partial_i$\grqq\ \index{d@$\partial_i$ Vektorfeld}
und im Fall nicht nummerierter Koordinaten wie etwa $x,y,z$ 
auf $\DR^3$ schreiben wir f"ur die fraglichen Vektorfelder auch
$\partial_x,\partial_y,\partial_z$\index{d@$\partial_x$ Vektorfeld} 
und dergleichen. Sicher 
l"a"st sich f"ur $U\subset \DR^n$  jedes  Vektorfeld 
auf $U$
schreiben in der Gestalt
 $$\sum c_{i}\partial_{i}$$ mit eindeutig bestimmten $c_{i} : U \ra \Bbb{R}$. 
Paaren wir das Vektorfeld   $\sum c_{i}\partial_{i}$ auf $\DR^n$  mit dem
Kovektorfeld $\sum a_{i}\diff x_{i}$, so ergibt sich die Funktion
$\sum a_{i}c_{i}$.  In unserer Notation \ref{EKV} und
mit dem Kroneckerdelta haben wir n"amlich 
$$\langle \diff x_i,\partial_j \rangle=\delta_{ij}$$
\end{Bemerkungl}



\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]
{SkriptenBilder/BildVVe}\\[4mm]
\noindent 
Ganz links ist zuerst ein Vektorfeld auf der Ebene 
abgebildet, das unter der orthogonalen Projektion auf die
$x$-Achse verwandt ist zu einem ebenfalls eingezeichneten 
konstanten Vektorfeld auf der $x$-Achse. 
In der Mitte dann ein Vektorfeld auf der Ebene, das 
unter dieser Projektion zu keinem  Vektorfeld auf der $x$-Achse verwandt ist.
Schlie"slich ganz rechts die konstante Abbildung der $y$-Achse auf
einen Punkt der $x$-Achse und ein Vektorfeld auf der $x$-Achse, das 
darunter zu keinem Vektorfeld auf der $y$-Achse verwandt ist.
\end{figure}
\subsection{Verwandtschaft}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion des Verwandtschaftsbegriffs}] Zentral 
  f"ur das weitere
  sind die zu unseren jeweiligen Feldern
  geh"origen  Verwandtschaftsbegriffe, die wir im folgenden
  diskutieren. Im Fall der $\phi$-Verwandtschaft unter einem Diffeomorphismus
  $\phi$ mit einer halboffenen Teilmenge eines $\DR^n$ mag man sich darunter
  eine \glqq Darstellung in lokalen Koordinaten\grqq\ denken, aber das
  Konzept tr"agt weiter. 
   Unsere Vektorfelder m"ussen im allgemeinen weder
  \glqq Vorw"artsverwandte\grqq\ noch, anders als man es als Mensch gewohnt ist, \glqq R"uckw"artsverwandte\grqq\ haben.
  Bei Kovektorfeldern ist es etwas besser, sie haben  immer genau einen
  \glqq R"uckw"artsverwandten\grqq. Wir beginnen unsere Diskussion mit der
  einfacheren und grundlegenderen Diskussion der Verwandtschaft von Funktionen und von Wegen. Eine wesentliche Eigenschaft von Verwandtschaft, die \glqq Transitivit"at\grqq, besprechen wir  erst in \ref{VerT}.
\end{Bemerkungl}
  

\begin{Definition}[\textbf{Verwandtschaft  von
    Funktionen}] 
Gegeben  eine\label{VerWF} 
  Abbildung $\phi :U\ra V$ und reelle Funktionen 
$g: U \rightarrow \DR$ sowie $f:V \rightarrow \DR$ hei"sen unsere Funktionen
    {\bf $\phi $-verwandt}\index{verwandt!Funktionen} und wir
    schreiben $\phi:g\leadsto f$,\index{)4@$\leadsto$ verwandt!Funktionen}
 wenn gilt $g(x)=f( \phi (x))$
     f"ur alle $ x \in U$  alias
    $$g=f\circ \phi $$ 
\end{Definition}






\begin{Definition}[\textbf{Verwandtschaft von Wegen}] 
Seien $U$ und $V$ topologische R"aume
 und $\phi:U\ra V$
eine stetige Abbildung.
 Zwei Wege $\gamma: I \rightarrow U$ und $\kappa:J
    \rightarrow V$ hei"sen {\bf $\phi $-verwandt}\index{verwandt!Wege} und wir
    schreiben $\phi:\gamma\leadsto \kappa$,\index{)4@$\leadsto$ verwandt!Wege} 
 wenn 
sie denselben Definitionsbereich $I=J$ haben und wenn
f"ur alle $ t \in I$ gilt
    $\kappa(t)=\phi( \gamma (t))$ alias $$\kappa=\phi\circ\gamma$$
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Auswerten auf Wegen
 respektiert Verwandtschaft}] Das Auswerten verwandter Funktionen auf verwandten Wegen
  liefert trivialerweise dieselbe Funktion auf dem Parameterintervall,
  in Formeln folgt in den Notationen der vorhergehenden Definitionen
  aus $\phi:g\leadsto f$ und $\phi:\gamma\leadsto \kappa$ also
  $$g\circ \gamma=f\circ\kappa$$
\end{Bemerkungl}

  
\begin{Definition}[\textbf{Verwandtschaft von Vektorfeldern}] 
  Sei  $\phi :U\ra V$ eine differenzierbare\label{VerW} 
  Abbildung  zwischen halboffenen Teilmengen endlichdimensionaler reeller R"aume
  $X$ und $Y$.  
  Vektorfelder $A: U \rightarrow \vec{X}$ und $B:V \rightarrow \vec{Y}$
    hei"sen {\bf $\phi $-verwandt}\index{verwandt!Vektorfelder} und wir
    schreiben $\phi:A\leadsto B$ wie in \ref{VhD}, wenn
    f"ur alle $ x \in U$ gilt
    $$(\tiff_x \phi )(A_x) = B_{\phi (x)}$$
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Summe und Produkt respektieren Verwandtschaft}]
  Gegeben in den vorherigen Notationen verwandte Vektorfelder
  $\phi:A\leadsto B$ und $\phi: C\leadsto D$ haben wir
  auch $\phi:(A+C)\leadsto (B+D)$. Gegeben weiter verwandte Funktionen
  $\phi:f\leadsto g$ haben wir auch $\phi:fA\leadsto gB$. und, wenn wir schon
  dabei sind, gegeben zus"atzlich verwandte Funktionen $\phi: h\leadsto k$
  haben wir ebenso $\phi:(f+h)\leadsto (g+k)$ und  $\phi:fh\leadsto gk$. 
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Ableiten nach Vektorfeldern
 respektiert Verwandtschaft}]
Wenden wir verwandte 
 Vektorfelder auf verwandte differenzierbare 
Funktionen an, so erhalten wir 
verwandte Funktionen.  Ist genauer  $\phi :U\ra V$ eine differenzierbare
 Abbildung zwischen halboffenen 
Teilmengen endlichdimensionaler reeller R"aume, so impliziert  in Formeln 
 $\phi:A\leadsto B$  und $\phi:g\leadsto f$ bereits
$\phi:Ag\leadsto Bf$ oder umgeschrieben
$ A (f \circ \phi )=(B f) \circ \phi $. 
Das  folgt direkt aus der
Kettenregel in mehreren Ver"anderlichen, wir finden
$$\begin{array}{lll}A (f \circ \phi )(p)&=& (\tiff_p(f \circ \phi ))(A_p)\\
  &=&(\tiff_{\phi(p)}f \circ \tiff_{p}\phi)(A_p)\\
  &=&(\tiff_{\phi(p)}f) (B_{\phi(p)})\\
  &=&(B f)(\phi(p))
\end{array}
$$
 Gilt f"ur Vektorfelder $A,B$ umgekehrt  
$(Af)\circ \phi=B(f\circ \phi)$
 f"ur alle differenzierbaren Funktionen  $f$, so folgt
 auch  $\phi:A\leadsto B$. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Flu"swege 
      respektieren Verwandtschaft}]
  Ein Weg $\gamma:I\ra U$ in einer halboffenen Teilmenge $U\subset X$ eines
  endlichdimensionalen reellen Raums hei"st ein {\bf Flu"sweg}\index{Flu"sweg} eines Vektorfelds $A:U\ra \vec X$, wenn
  er differenzierbar ist und wenn f"ur alle $t\in I$ gilt $\gamma'(t)=A_{\gamma(t)}$.  Ist nun  $\phi :U\ra V$ eine differenzierbare
 Abbildung in eine weitere halboffene
 Teilmenge $V$ eines endlichdimensionalen reellen Raums $Y$ und $B$ ein Vektorfeld auf $V$ mit $\phi:A\leadsto B$ und $\kappa=\phi\circ \gamma$ der
 verwandte Weg  $\phi:\gamma\leadsto\kappa$ und ist $\gamma$ ein Flu"sweg von $A$, so ist auch
 $\kappa$ ein Flu"sweg von $B$. Das ist einigerma"sen offensichtlich
 und wurde bereits im Zusammenhang mit gew"ohnlichen Differentialgleichungen in \ref{VhD}  besprochen. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}[\textbf{Verwandtschaft von Kovektorfeldern}] 
 Sei $\phi :U\ra V$  eine differenzierbare\label{VerW} 
  Abbildung  zwischen halboffenen Teilmengen endlichdimensionaler reeller R"aume
  $X$ und $Y$.  
    Kovektorfelder $\eta: U
    \rightarrow \vec{X}^\ast$ und $\omega:V \rightarrow \vec{Y}^\ast$ hei"sen
    {\bf $\phi $-verwandt}\index{verwandt!Kovektorfelder} und wir
schreiben $\phi:\eta\leadsto \omega$,\index{)4@$\leadsto$ verwandt!Vektorfelder} 
 wenn f"ur
    alle Punkte $ x \in U$ gilt
$\eta_{x} = \omega_{\phi (x)}\circ \tiff_x \phi
    $. Gleichbedeutend  mit der transponierten Abbildung  
zum Differential 
      notiert ist die Forderung, da"s f"ur alle $x\in U$ gilt 
    $$\eta_{x} = (\tiff_x \phi )^\top(\omega_{\phi (x)})
    $$
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Summe und Produkt respektiert Verwandtschaft}]
  Gegeben in den vorherigen Notationen verwandte Kovektorfelder
  $\phi:\eta\leadsto \omega$ und $\phi: \sigma\leadsto \tau$ haben wir
  auch $\phi:(\eta+\sigma)\leadsto (\omega+\tau)$ und gegeben  verwandte Funktionen
  $\phi:f\leadsto g$ haben wir auch $\phi:f\eta\leadsto g\omega$.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Paaren respektiert Verwandtschaft}] 
 Sei $\phi :U\ra V$  eine differenzierbare\label{VerW} 
  Abbildung  zwischen halboffenen Teilmengen endlichdimensionaler reeller R"aume
  $X$ und $Y$.   Seien $A:U\ra\vec{X}$ sowie $B:V\ra\vec{Y}$  Vektorfelder und 
$\omega:U\ra\vec{X}^\ast$ sowie $\eta: V\ra\vec{Y}^\ast$  Kovektorfelder.
  So gilt
  $$(\phi:A\leadsto B\text{ und }\phi:\omega\leadsto\eta)\RA \phi:\langle\omega,A\rangle\leadsto \langle\eta,B\rangle$$
 \end{Bemerkungl}



\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]
{SkriptenBilder/BildVSch}\\[4mm]
\noindent 
Dieses Bild soll den Effekt der Scherung $\phi:\DR^2\sira \DR^2$,
$(x,y)\mapsto (x+y,y)$
auf dem Kovektorfeld $\diff y$ und dem Vektorfeld $\partial_y$ 
darstellen. 
Bei der bildlichen Darstellung unseres Kovektorfelds folgen
wir den auf Seite \pageref{BDKO} im Anschlu"s an
\ref{VFKF} eingef"uhrten Konventionen.
Man erkennt, da"s $\diff y$ unter dieser Scherung verwandt ist 
zu sich selber, in Formeln $\phi:\diff y\leadsto \diff y$, 
wohingegen  $\partial_y$ verwandt ist zu $\partial_x+\partial_y$, 
in Formeln $\phi:\partial_y\leadsto \partial_x+\partial_y$. 
Alternativ und im wesentlichen gleichbedeutend mag man sich
auch auf den Standpunkt stellen, da"s wir 
auf dem Wertebereich
von $\phi$ ein \glqq verschertes Koordinatensystem\grqq\  $(u,v)$ eingef"uhrt haben 
mit $u$ und $v$ den
Komponenten der zu 
$\phi$ inversen Abbildung, also $u(x,y)=x-y$ und $v(x,y)=y$. 
Dann erhalten wir statt der
obigen Verwandtschaften die Formeln $\diff v=\diff y$ 
sowie
$ \partial_v=\partial_x+\partial_y$.  
\end{figure}

% \begin{Bemerkungl}
% Die Definition dieser Verwandtschaftsbeziehungen sollte als 
% ein integraler Bestandteil der Definition von Vektorfeldern
% und von Kovektorfeldern verstanden werden.  
%   Wenn man in Koordinaten arbeitet 
% \end{Bemerkungl}
 % Sei  $\phi :U\ra V$ eine differenzierbare\label{VerW} 
%  Abbildung zwischen halboffenen Teilmengen endlichdimensionaler reeller R"aume
%  $X$ und $Y$.  
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Existenz und Eindeutigkeit von Verwandten}] 
Unter einer differenzierbaren Bijektion zwischen halboffenen Teilmengen 
endlichdimensionaler reeller R"aume mit\label{ZHEF}  
differenzierbarer Umkehrabbildung haben alle Vektorfelder,
Kovektorfelder, Wege und Funktionen   jeweils genau einen Verwandten
und unter der Identit"at sind sie jeweils selbst dieser 
einzige Verwandte. Ist allgemeiner   $\phi :U\ra V$ eine beliebige differenzierbare
Abbildung von einer halboffenen Teilmenge eines  endlichdimensionalen reellen
Raums $U\subset X$ in eine weiteren reellen Raum $Y$, die in einer Teilmenge $V\subset Y$ landet,
so hat jedes Kovektorfeld $\omega$ auf $V$ 
immer noch genau einen \glqq R"uckw"artsverwandten\grqq\  auf $U$, der 
eben gegeben wird durch die Formel
$\eta_{x} = (\diff_x \phi )^\top(\omega_{\phi (x)})$. F"ur diesen eindeutig bestimmten R"uckw"artsverwandten von $\omega$ unter $\phi$ 
vereinbaren wir die Notation $$\phi ^\ast (\omega)$$
Er  hei"st das {\bf mit $\phi $ zur"uckgezogene} oder  {\bf zur"uckgeholte
Kovektorfeld}.\index{R"uckzug!von Kovektorfeld}
Ebenso  hat jede Funktion $f$ auf $V$ genau einen 
\glqq R"uckw"artsverwandten\grqq, n"amlich die Funktion $f\circ \phi $, die man auch die
{\bf mit $\phi $ zur"uckgezogene 
Funktion}\index{R"uckzug!von Funktionen} nennt und manchmal
$\phi ^\ast(f)$ notiert. 
Bei Vektorfeldern liegen die Verh"altnisse nicht so einfach, aber 
ist $\phi$ surjektiv, so hat
jedes Vektorfeld auf $U$ zumindest nicht mehr als einen
\glqq Vorw"artsverwandten\grqq\  auf $V$, und ist das Differential von $\phi$
an jeder Stelle bijektiv, so  hat
jedes Vektorfeld auf $V$ genau einen R"uckw"artsverwandten auf $U$. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl} Weil Verwandtschaft Summe und Produkt respektiert, mu"s
  auch das Zur"uckholen Summe und Produkt von Funktionen und Kovektorfeldern respektieren, in Formeln
  $\phi^*(\omega+\tau)=\phi^*(\omega)+\phi^*(\tau)$ und $\phi^*(g\omega)=\phi^*(g)\phi^*(\omega)$.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Differential respektiert Verwandtschaft}] 
Verwandte Funktionen haben verwandte Differentiale.
Ist genauer  $\phi :U\ra V$ eine differenzierbare\label{VFVD} 
 Abbildung zwischen halboffenen 
Teilmengen endlichdimensionaler reeller R"aume, so impliziert in Formeln
 $\phi:g\leadsto f$ bereits $ \phi:\diff g\leadsto \diff f$. 
Gleichbedeutend haben wir f"ur alle $f$ die Identit"at
$\phi ^\ast(\diff f)=\op{d} (\phi ^\ast(f) )=\op{d} (f\circ \phi )$.  
In der Tat gilt f"ur jeden Punkt $y$ nach der Definition der Verwandtschaft
und der Kettenregel
$$(\phi ^\ast(\diff f))_y=(\diff_{\phi(y)} f)\circ \tiff_y\phi=
\op{d}_y (f\circ \phi )$$
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Verwandtschaft von Gradienten}]
  Gegeben $U, V\co\DR^n$ und ein $\mathcal C^1$-Diffeomorphismus $\phi:U\sira V$ haben verwandte differenzierbare Funktionen zwar verwandte Differentiale,
  aber im allgemeinen keineswegs
  verwandte Gradienten. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkunge}[\textbf{Sonderf"alle der Verwandtschaft von Gradienten}]
  Ich gebe Voraussetzungen an, unter denen verwandte
  Funktionen ausnahmsweise doch verwandte Gradienten haben. Ist etwa $\phi$ die Einschr"ankung eines
  Isomorphismus von affinen
  R"aumen  mit orthogonalem linearen Anteil $\vec \phi\in\op{O}(n)$  und $f:V\ra \DR$ differenzierbar, so haben wir $$\phi: \op{grad}(f\circ \phi)\leadsto \op{grad}(f)$$
  In der Tat ist unter diesen Annahmen die Verwandtschaft
  $\phi:v\leadsto w$ von Vektorfeldern gleichbedeutend zur 
  Verwandtschaft
  $\phi:\hat s\circ v\leadsto \hat s\circ w$ von Kovektorfeldern
  und  unsere Verwandtschaft von Gradienten so nach  \ref{KoVeV} gleichbedeutend zur Verwandtschaft der Differentiale
  $\phi:\op{d} (f\circ \phi)\leadsto \diff f$.
  Sind allgemeiner $\phi:X\sira Y$ ein Isomorphismus von endlichdimensionalen
  affinen R"aumen und $s,t$ Skalarprodukte auf $\vec X$ beziehungsweise $\vec Y$ und ist
  $\vec\phi:\vec X\sira \vec Y$ daf"ur orthogonal, ist in anderen Worten $\phi$ ein
  isometrischer Isomorphismus, 
  so erhalten wir f"ur unsere verallgemeinerten Gradienten aus \ref{JMGG}  mit derselben Argumentation $$\phi: \op{grad}_s(f\circ \phi)\leadsto \op{grad}_t(f)$$
  Noch allgemeinere Aussagen in dieser Richtung diskutieren wir in
  \ref{VertrV}.
\end{Bemerkunge}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Partielle Ableitungen in lokalen Koordinaten}] 
Gegeben ein endlichdimensionaler affiner Raum $X$ und eine halboffene
Teilmenge $U \subset X$\label{palok} und ein Diffeomorphismus alias ein System lokaler
Koordinaten $(x_1, \ldots, x_n) : U \sira
V $ mit einer halboffenen Teilmenge  $V  \subset \DR^n$
bezeichnet man  mit $\frac{\partial}{\partial x_i}$
oder  $\partial_i$ auch diejenigen 
Vektorfelder auf $U$, die unter diesem Diffeomorphismus
zu den eben eingef"uhrten Vektorfeldern auf $\Bbb{R}^n$ 
verwandt sind.
Man beachte jedoch, da"s f"ur eine einzelne Funktion $x : U \rightarrow
\Bbb{R}$ nicht sinnvoll ein Vektorfeld $\frac{\partial}{\partial x}$ auf
$U$ erkl"art werden kann:
Selbst wenn sich unsere Funktion zu einem Koordinatensystem erg"anzen
lassen sollte, wird doch das durch diese Erg"anzung
erkl"arte Vektorfeld $\frac{\partial}{\partial
x} $ wesentlich 
von der Wahl der anderen Koordinaten abh"angen. All das steht im
Gegensatz zum Differential $\diff x$ einer Funktion $x$, das durchaus 
auch f"ur eine einzelne Funktion
sinnvoll definiert ist.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Kovariante und kontravariante Transformation}] 
Zumindest unter linearen Koordinatentransformationen\label{KoKov}  
verhalten sich Kovektorfelder \glqq so wie Koordinaten\grqq.
Ist etwa $x_1,\ldots, x_n$ ein System linearer Koordinaten auf
einem reellen Vektorraum 
$X$ im Sinne einer Familie  von linearen Abbildungen $x_i:X\ra \DR$, 
die zusammen einen Isomorphismus   $X\sira\DR^n$ 
liefern, und ist $y_1,\ldots, y_n$ ein anderes System linearer Koordinaten,
und haben wir etwa $y_i=\sum_j a_{ij}x_j$  f"ur eine 
Matrix von reellen Zahlen 
$a_{ij}$, so gilt die Identit"at von
Kovektorfeldern $\diff y_i=\sum_ja_{ij}\diff x_j$. 
F"ur die durch
unsere Koordinatensysteme bestimmten Vektorfelder haben wir dahingegen 
umgekehrt
$$\frac{\partial}{\partial x_j}=\sum_ia_{ij}\frac{\partial}{\partial y_i}$$
und ben"otigen die inverse Matrix, um
 $\frac{\partial}{\partial y_i}$ durch die $\frac{\partial}{\partial x_j}$
auszudr"ucken. In diesem Sinne \glqq transformieren sich Kovektorfelder 
wie Koordinaten\grqq\  und hei"sen deshalb auch 
\glqq kovariant\grqq, wohingegen 
Vektorfelder sich \glqq vermittels der inversen transponierten Matrix
transformieren\grqq\  und  deshalb \glqq kontravariant\grqq\  hei"sen.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Transitivit"at von Verwandtschaft}] 
Seien   $\phi :U\ra V$ und $\psi :V\ra W$ differenzierbare
 Abbildung\label{VerT} zwischen halboffenen 
Teilmengen endlichdimensionaler reeller R"aume.
Ist  ein Vektorfeld $C$ auf $W$ unter $\psi $ verwandt zu $B$,
so ist auch $A$ unter $\psi \circ \phi $ verwandt zu $C$, 
in Formeln implizieren $\phi:A\leadsto B$ und $\psi:B\leadsto C$ also
$\psi\circ \phi:A\leadsto C$.  Analoges gilt f"ur 
Wege und  Funktionen und Kovektorfelder und l"a"st sich in den 
beiden letzteren F"allen
auch schreiben als 
$(\psi \circ \phi )^\ast=\phi ^\ast \circ \psi ^\ast$, 
so da"s etwa f"ur jedes Kovektorfeld $\kappa$ auf $W$ gilt
 $$(\psi \circ \phi )^\ast(\kappa)=\phi ^\ast ( \psi ^\ast(\kappa))$$ 
Aus Gr"unden der formalen Vollst"andigkeit sei noch erg"anzt, da"s
unter der Identit"at, wie bereits in \ref{ZHEF} erw"ahnt, 
jedes Vektorfeld und jedes Kovektorfeld und
jede Funktion und jeder Weg verwandt ist zu sich selber und nur zu sich selber. 
Es gilt also in Formeln 
$(\op{id}:A\leadsto B)\IFF A=B$ und dergleichen. Weiter sei erw"ahnt, da"s
$W$ f"ur alle diese "Uberlegungen sogar eine beliebige Teilmenge eines
endlichdimensionalen reellen Raums sei darf.
\end{Bemerkungl}





  

\begin{Beispiel}[\textbf{Zur"uckholen von Kovektorfeldern in Koordinaten}] 
Im Fall $X=\Bbb{R}^n$ mit Koordinaten $x_1, \ldots , x_{n}$ und
$Y = \Bbb{R}^{m}$ mit Koordinaten $y_{1}, \ldots , y_{m}$
und $\phi=(\phi_1,\ldots,\phi_m)$ eine differenzierbare\label{ZHeF} 
Abbildung von einer halboffenen Teilmenge von $\DR^n$ in
eine halboffene Teilmenge von $\DR^m$ ergibt sich
$
\phi^{\ast} (\diff y_{j}) = \op{d} (\phi^{\ast} y_{j}) 
=\diff \phi_{j} = \sum_{i}
\frac{\partial \phi_{j}}{\partial x_{i}} \diff x_{i}$, da
das Differential Verwandtschaft respektiert 
\ref{VFVD} und wir f"ur das Differential einer Funktion 
bereits die explizite Formel \ref{DiFF} kennen.
Folglich kann das Zur"uckholen von Kovektorfeldern in Koordinaten
beschrieben werden durch die Formel
$$\phi^{\ast} \left(\sum_{j} b_{j}\diff y_{j}\right) =\sum_{i,j}\left( (b_{j}
\circ \phi) \frac{\partial \phi_{j}}{\partial x_{i}}\right)\; \diff x_{i}
$$
\end{Beispiel}


\begin{Beispiel}[\textbf{Verwandtschaften unter der Polarkoordinatenabbildung}] 
Wir betrachten die Polarkoordinatenabbildung\label{BsPK} 
$$\begin{array}{cccl}
P:&\DR^2&\ra&\DR^2\\
& (r,\varphi)& \mapsto& (r \cos \varphi, r \sin \varphi) 
\end{array}$$
und benutzen die "ublichen Koordinaten $x,y$ auf dem Wertebereich.
Unter dieser Abbildung 
ist etwa das Kovektorfeld $\diff x$ auf dem Wertebereich
verwandt zum
Kovektorfeld  
$$P^*(\diff x)=\op{d} (P^*x)=\op{d} (x\circ P)=\op{d}(r \cos \varphi )=(\cos \varphi )\diff r 
-(r\sin \varphi )\diff\varphi$$ 
Ebenso 
ist  das Kovektorfeld $\diff y$ auf dem Wertebereich unter $P$
verwandt zum
Kovektorfeld  
$\op{d}(r \sin \varphi )=(\sin \varphi )\diff r 
+(r\cos \varphi )\diff\varphi$.
Um 
einen Verwandten f"ur $\partial_\varphi$ zu suchen, wenn dieses 
Vektorfeld denn einen Verwandten haben sollte,
machen wir den Ansatz $\partial_\varphi\leadsto a\partial_x+ b\partial_y$
mit unbestimmten Funktionen $a,b$ und finden durch Paaren mit
 $\diff x$ leicht $-(r\sin \varphi )\leadsto a$ und 
durch Paaren mit
 $\diff y$ ebenso $(r\cos \varphi )\leadsto b$,
womit wir f"ur das Vektorfeld $\partial_\varphi$ links 
als einzigen Verwandten das Vektorfeld $-y\partial_x+x\partial_y$ rechts
finden.
Das Vektorfeld $\partial_r$ links hat keinen Verwandten rechts,
denn derselbe Ansatz $\partial_r\leadsto a\partial_x+ b\partial_y$
f"uhrt zu $P:\sin \varphi\leadsto a$ und $P:\cos \varphi\leadsto b$
und derartige Funktionen $a,b$ gibt es nicht.
Schr"anken wir jedoch unsere Polarkoordinatenabbildung ein zu einer
Abbildung $P:\{(r,\varphi)\mid r>0\}\ra \DR^2\backslash 0$, 
so gibt es derartige Funktionen doch und unser Vektorfeld $\partial_r$
hat  unter dieser Einschr"ankung den einzigen Verwandten 
$$\partial_r\leadsto \left(x/\sqrt{x^2+y^2}\right)\partial_x + \left(y/\sqrt{x^2+y^2}\right)
\partial_y$$
Meist wird man  mit diesen Begriffen etwas gro"sz"ugiger
umgehen, zwischen verwandte Objekte schlicht 
ein Gleichheitszeichen schreiben und es auch mit den
Definitionsbereichen nicht so genau nehmen, 
so da"s wir  etwa  schreiben w"urden
\begin{eqnarray*}
\partial_r &=& (\cos \varphi) \partial_x + (\sin \varphi) \partial_y=
\left(x/\sqrt{x^2+y^2}\right)\partial_x + \left(y/\sqrt{x^2+y^2}\right)
\partial_y\\
\partial_\varphi &=& -(r \sin \varphi) \partial_x 
+ (r \cos \varphi) \partial_y=-y\partial_x+x\partial_y\\[2mm]
\partial_x &=& (\cos \varphi) \partial_r - 
\left(r^{-1}\sin \varphi\right) \partial_{\varphi}\\
\partial_y &=& (\sin \varphi) \partial_r + \left(r^{-1}\cos \varphi\right) 
\partial_\varphi\\[2mm]
\diff x&=&(\cos \varphi )\diff r 
-(r\sin \varphi )\diff\varphi\\
\diff y&=&(\sin \varphi )\diff r 
+(r\cos \varphi )\diff\varphi\\[2mm]
\diff \varphi&=&\left(-y/(x^2+y^2)\right)\diff x + 
\left(x/(x^2+y^2)\right)\diff y\\
\diff r&=&\left(x/\sqrt{x^2+y^2}\right)\diff x + 
\left(y/\sqrt{x^2+y^2}\right)\diff  y
\end{eqnarray*}
Das kann allerdings nur dann gutgehen, wenn die Bezeichnung der Koordinaten
dem Leser erlaubt zu erraten, welche Art von Verwandtschaft gemeint ist.  
Man kann die unteren  Formeln auch so verstehen,
da"s eben $\diff r$ das Differential der 
Funktion $r:(\DR^2\backslash 0)\ra\DR$,
$(x,y)\mapsto r(x,y)$ meint. Bei $\diff \varphi$ wird es schon kritischer,
 da ja eigentlich  $\varphi$ nur auf
geschlitzten Ebenen definiert werden kann. Allerdings unterscheiden sich
die auf verschiedenen geschlitzten Ebenen definierten $\varphi$ 
nur um additive Konstanten, so da"s sie alle dasselbe Differential haben und
wir ausnahmsweise doch ein wohldefiniertes  
Kovektorfeld $\diff \varphi$ auf $\DR^2\backslash 0$ erhalten.
Das ist auch der tiefere  Grund daf"ur, da"s alle unsere Standardvektorfelder 
in diesem Fall unter der Einschr"akung $r>0$ wohldefinierte Verwandte haben
und wir mit unseren Gleichheitszeichen nicht in Teufels K"uche kommen. 
Bei komplizierteren Vektorfeldern s"ahe
das anders aus: So hat etwa das Vektorfeld 
 $\varphi\partial_\varphi$ gar keinen Verwandten, es sei denn,
 wir schr"anken unsere Polarkoordinatenabbildung noch weiter ein.
\end{Beispiel}

\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildVeKu}\\[4mm]
\noindent Einige Werte des  Vektorfelds $\partial_r$ als durchgezogene Pfeile
und des Vektorfeld $\partial_\varphi$ als gepunktelte Pfeile, gezeichnet  
in der $xy$-Ebene.
\end{figure}




\subsubsection*{"Ubungen}



\begin{Ubung}
  Unter der Inversion am Einheitskreis $\DR^2\backslash 0\sira 
\DR^2\backslash 0$, $(x,y)\mapsto (u,v)\pdef(x^2+y^2)^{-1}(x,y)$ zeige man die
Verwandtschaft von Vektorfeldern\label{VWER} 
$$\begin{array}{lll}
 \partial_x&\leadsto& (v^2-u^2)\partial_u-2uv\partial_v \\
\partial_y&\leadsto& (u^2-v^2)\partial_v-2uv\partial_u
\end{array}$$
\end{Ubung}


\begin{Ubung}
Gegeben auf einer halboffenen Teilmenge $U\subset E$ eines
  $n$-dimen\-sionalen reellen Raums Vektorfelder $A_1,\ldots, A_n$  
und Kovektorfelder $\omega_1,\ldots,\omega_n$  mit\label{dkVF} 
$\langle \omega_i,A_j\rangle=\delta_{ij}$ an jeder Stelle
$p\in U$ gilt f"ur jede differenzierbare Funktion
$f:U\ra\DR$ die Identit"at $\diff f=(A_1f)\omega_1+\ldots+(A_nf)\omega_n$.
\end{Ubung}



\begin{Ubung}
  Man bestimme die R"uckw"artsverwandten unter $\op{exp}:\DC\ra\DC$
  von $\partial_x$ und $\partial_y$.
\end{Ubung}
\subsection{Gradienten in krummlinigen Koordinaten*}\label{GKK}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Motivation und erstes Beispiel}] 
Gegeben eine halboffene Teilmenge $U\subset \DR^n$ und
eine partiell differenzierbare Funktion
$f : U \rightarrow \Bbb{R}$ erkl"art man 
wie in \ref{GrAd} ihren  {\bf Gradienten}\index{Gradient} 
als das  Vektorfeld
\begin{equation*}
\op{grad} f \;\pdef \;\frac{\partial f}{\partial x_1} \partial_1 + \ldots
+ \frac{\partial f}{\partial x_n} \partial_n
\end{equation*}
auf $U$.  Ich will nun diskutieren, welche Form dieses Konstrukt in 
krummlinigen Koordinaten annimmt.
Formal ist damit folgendes gemeint: Man betrachte zus"atzlich 
eine halboffene Teilmenge $V \subset \Bbb{R}^n$ und
einen Diffeomorphismus $\phi : V \sira U$.
Nun finde man Vektorfelder $A_1,\ldots, A_n$ auf $V$ mit
$$\phi:\; (A_1(f\circ \phi))\partial_1 + \ldots +(A_n(f\circ \phi))\partial_n\;\leadsto\;
(\partial_1f)\partial_1 + \ldots +(\partial_nf)\partial_n$$ 
In der Notation wird vielfach  $\phi $ einfach 
weggelassen und nur die Bezeichnungen
der Koordinaten deuten das Gemeinte an.
Ist etwa
$
\phi =P:\DR_{>0}\times (-\pi,\pi)\sira \{(x,y)\mid y=0\RA x>0\}$ wie in \ref{BsPK}
die Polarkoordinatenabbildung, so erhalten wir
mit den Formeln aus \ref{BsPK}
sofort $f_x = \cos \varphi\; f_r - r^{-1}\sin \varphi\;
f_{\varphi}$
und $f_y = \sin \varphi\; f_r + r^{-1}\cos \varphi\;
f_\varphi$ und nach
kurzer Rechnung die Verwandtschaft von Vektorfeldern
$$P: \big(\partial_r(f\circ P)\big) \partial_r + \frac{1}{r^2} \big(\partial_\varphi(f\circ P)\big) \partial_\varphi \leadsto (\partial_xf)\partial_x +(\partial_yf)\partial_y$$
oder kurz gefa"st $
\op{grad} f =f_x\partial_x +f_y\partial_y=
f_r \partial_r + \frac{1}{r^2} f_\varphi \partial_\varphi
$.
Man nennt sie die {\bf Darstellung des Gradienten in 
Polarkoordinaten}.\index{Polarkoordinaten!Gradient in}
Hier  haben wir  die Notation $f_x=\frac{\partial f}{\partial x}$
f"ur die entsprechende partielle Ableitung 
aus \ref{dpA} und die Abk"urzung $\partial_x=\frac{\partial }{\partial x}$
aus \ref{pavf} f"ur den besagten Differentialoperator alias 
besagtes Vektorfeld verwendet.
Bereits bei der Transformation des Gradienten in Kugelkoordinaten wird 
die Rechnung jedoch recht aufwendig. Ich will im
folgenden  erkl"aren,
mit welchen Kunstgriffen man  sie
strukturieren und "ubersichtlicher gestalten kann.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Tensornotation f"ur Bilinearformen}]
Gegeben ein Vektorraum $V$ "uber einem K"orper $k$ 
notieren wir \index{Bil@$\op{Bil}$ Bilinearformen}
$$\op{Bil}(V)=\op{Bil}_k(V)$$ 
den Vektorraum aller bilinearen Abbildungen $V\times V\ra k$ alias
Bilinearformen auf $V$. 
Gegeben Linearformen $\lambda, \eta:V\ra k$ notieren wir
$(\lambda\otimes\eta)
\in \op{Bil}(V)$ 
die\index{)8a@$\otimes$ Tensorprodukt!von Linearformen} 
 Bilinearform $(v,w)\mapsto \lambda(v)\eta(w)$. 
Sicher ist $(\lambda,\eta)\mapsto \lambda\otimes\eta$ selbst eine bilineare 
Abbildung $V^\ast\times V^\ast\ra \op{Bil}(V)$.  
Statt $\eta\otimes\eta$ schreibt man meist k"urzer $\eta^{\otimes 2}$. 
Das Symbol $\otimes$ wird in \eref{DefT}{LA2}
 noch mit zus"atzlicher Bedeutung aufgeladen.
Hier darf und 
soll es  ausschlie"slich als bequeme Notation verstanden werden.
Wir nennen $\lambda\otimes\eta$ das {\bf Tensorprodukt}\index{Tensorprodukt!von Linearformen} unserer Linearformen. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}
Seien $X$ ein endlichdimensionaler reeller Raum und $U \subset X$ eine
Teilmenge. Ein \defnoind{Zweitensor}\index{Tensor!Zweitensor} 
oder genauer ein
{\bf relativer kovarianter Zweitensor auf}  $U$ ist eine Abbildung
$$g :U \rightarrow \op{Bil}(\vec{X})$$ von $U$ in den Raum $\op{Bil}(\vec{X})$
aller Bilinearformen auf $\vec{X}$. 
Eine {\bf riemannsche Metrik}\index{Riemann!riemannsche Metrik} 
 auf einer halboffenen Teilmenge $U\subset X$ ist ein glatter Zweitensor $g$,
der jedem Punkt $p \in U$ ein Skalarprodukt $g_p$ auf $\vec{X}$
zuordnet. 
\end{Definition}
\begin{Beispiel}
 Auf dem $\DR^n$ ist der konstante Zweitensor, der jedem Punkt das Stan\-dard\-ska\-lar\-pro\-dukt auf dem $\Bbb{R}^n$ zuordnet,
  eine riemannsche Metrik $s$. Sie hei"st  die {\bf Standardmetrik}\index{Standardmetrik!auf $\Bbb{R}^n$} auf dem $\Bbb{R}^n$. 
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Einschr"ankung von Zweitensoren}]
  Gegeben ein endlichdimensionaler Raum $X$ und ein
  Zweitensor $g$ auf einer halboffenen Teilmenge $U\subset X$
  und eine weitere halboffene Teilmenge $V\subset X$ mit $V\subset U$
  erhalten
  wir durch Einschr"ankung
  einen Zweitensor $g|V$ auf $V$. 
  War $g$ eine riemannsche Metrik, so ist auch $g|V$  eine riemannsche Metrik.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Notation f"ur Zweitensoren}]
    Gegeben Kovektorfelder $\omega$ und $\eta$ auf einer  Teilmenge $U$
    eines endlichdimensionalen reellen Raums $X$ k"onnen wir den Zweitensor
$$\begin{array}{cccc}
  \omega \otimes \eta :&U &\rightarrow &\op{Bil} (\vec{X})\\
  & p& \mapsto &\omega_p
  \otimes \eta_p
\end{array}$$
bilden.
Wir k"onnen Zweitensoren punktweise addieren und mit Funktionen
multiplizieren.
Wir k"onnen unsere konstante riemannsche Standardmetrik auf $\Bbb{R}^n$  in diesen
Konventionen schreiben  als
$s = \diff x_1^{ \otimes 2} + \ldots +\diff x_n^{ \otimes 2}$.  Eine beliebiger Zweitensor $g$ auf
einer halboffenen Teilmenge $U\subset \Bbb{R}^n$ hat in diesen 
Notationen die Gestalt
\begin{equation*}
  \sum^n_{i,j=1} g_{ij} \diff x_i \otimes \diff x_j
\end{equation*}
f"ur Funktionen $g_{ij} : U \rightarrow \Bbb{R}$.
Er ist eine riemannsche Metrik genau dann, wenn die $g_{ij}$ glatte Funktionen sind und ihre Werte $g_{ij}(p)$ an jedem Punkt $p \in U$
 eine positiv definite symmetrische Matrix bilden.
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Partielles Auswerten von Bilinearformen}] 
Gegeben ein Vektorraum $V$ "uber einem K"orper $k$ 
liefert jede  Bilinearform 
$g\in \op{Bil}(V)$ 
eine Abbildung
$$
\begin{array}{lccc}
\hat g:&V&\ra&V^\ttop\\
&v&\mapsto &(w\mapsto g(v,w))
\end{array}
$$
von unserem Vektorraum in seinen Dualraum, die jedem Vektor $v$ die 
Linearform  $g(v,\;)$  zuordnet.
Wir nennen sie die
{\bf Linkseinsetzung von $g$}.\index{Linkseinsetzung!einer Bilinearform}
Zum Beispiel haben wir $(\lambda\otimes\eta)^\wedge:
v\mapsto \lambda(v)\eta$. 
Gleichberechtigt k"onnen wir auch die \glqq Rechts\-ein\-set\-zung\grqq\
betrachten,\index{Rechtseinsetzung!einer Bilinearform} aber sei's drum.
Ist  $g$ nichtausgeartet und $V$ endlichdimensional, so 
ist unsere Linkseinsetzung ein  Isomorphismus
$\hat g:V\sira V^\ttop$.    
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Partielles Auswerten von Zweitensoren}]
Gegeben ein Vektorfeld $A$ und ein Zweitensor $g$ 
auf einer  Teilmenge $U$ eines endlichdimensionalen
reellen Raums k"onnen wir\label{Grgg}  
ein  Kovektorfeld
$\hat g\circ  A$ durch das Linkseinsetzen von $A$ in $g$.
Ist unser Zweitensor $g$ an keiner Stelle ausgeartet, ist etwa $g$ eine riemannsche Metrik, so ist diese Abbildung eine Bijektion
\begin{equation*}
(\hat g\circ) : \{ \text{Vektorfelder auf $U$} \} \sira
\{ \text{Kovektorfelder auf $U$} \}
\end{equation*}
Bezeichnet speziell $s$ das Standardskalarprodukt auf dem $\Bbb{R}^n$,
so haben wir etwa $\hat s\circ  (a \partial_i) = a \;\!\!\diff x_i$ f"ur jede
Funktion $a$. F"ur unseren Gradienten aus \ref{GrAd} einer Funktion $f:\DR^n\lco U\ra \DR$  gilt folglich wie bereits in \ref{JMGG} besprochen 
$
\op{grad} f = \hat s^{-1} (\diff f)
$ in Bezug auf die konstante riemannsche Standardmetrik $s$. 
Im allgemeinen verwendet man die Notation 
$$\op{grad}_g f\pdef \hat g^{-1} (\diff f)$$ und nennt dies Vektorfeld 
den {\bf $g$-Gradienten von $f$} zur  
riemannschen Metrik $g$\index{grad@$\op{grad}_g$ Gradient zu Metrik $g$} 
oder allgemeiner zum nichtausgearteten Zweitensor $g$.  
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}[\textbf{Verwandtschaft von Zweitensoren}] 
Seien $U \subset X$, $V\subset Y$\label{VW2T} 
Teilmengen  endlichdimensionaler reeller R"aume. Sei $U$ halboffen 
 und sei $\phi :U \rightarrow V$ differenzierbar.
Vorgegebene Zweitensoren $s$ auf $U$ und $g$ auf $V$ hei"sen 
\defnoind{$\phi$-verwandt}\index{verwandt!Zweitensoren} und wir schreiben
$\phi:s\leadsto g$,\index{)4@$\leadsto$ verwandt!Zweitensoren} 
 wenn 
f"ur alle $x \in U$ und $\vec v,\vec w \in \vec{X}$ gilt
\begin{equation*}
s_x (\vec v,\vec w) = g_{\phi(x)} \left( ( \tiff_x \phi)(\vec v), (\tiff_x \phi) (\vec w)\right)
\end{equation*}
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Vertr"aglichkeiten unserer Verwandtschaften}]
 Verwandtschaft ist vertr"aglich mit allen nat"urlichen Operationen, 
genauer 
mit Addition, der Multiplikation mit Funktionen, dem Einsetzen von Vektorfeldern und 
unserer Konstruktion $\otimes$. Insbesondere haben verwandte differenzierbare
Funktionen unter verwandten riemannschen
Metriken verwandte Gradienten, in Formeln impliziert
die Verwandtschaft $\phi:s\leadsto g$ von nichtausgearteten Zweitensoren also\label{VertrV}  f"ur jede differenzierbare Funktion $f$ 
die Verwandtschaft von Vektorfeldern 
$$\phi:\op{grad}_s(f\circ \phi)\leadsto \op{grad}_gf$$
Offensichtlich hat jeder Zweitensor $g$ auf $V$ genau einen 
R"uckw"artsverwandten auf $U$, den wir mit $\phi^\ast g$ bezeichnen und den
{\bf zur"uckgeholten Zweitensor} nennen.
Gegeben eine parametrisierte Fl"ache im Raum oder allgemeiner
eine differenzierbare Abbildung  $\phi:\DR^2\supset U\ra\DR^3$
mit $U\subset\DR^2$ halboffen  
bezeichnet man den symmetrischen Zweitensor auf $\DR^2$, 
der durch das Zur"uckholen der Standardmetrik entsteht, als die
{\bf erste Fundamentalform}\index{Fundamentalform, erste} 
unserer  parametrisierten Fl"ache.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bild} 
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildDPo}\\[4mm]
\noindent 
Dies Bild soll die Verwandtschaft 
von riemannschen Metriken $f: \diff r^{\otimes 2} + r^2
\diff\varphi^{\otimes 2}\leadsto  \diff x^{\otimes 2} + \diff y^{\otimes 2}$
verdeutlichen, mit $f=P$ der Polarkoordinatenabbildung.
Das Differential an der Stelle $(r,\varphi)=(1\frac{1}{2},\frac{\pi}{2})$
ist dargestellt durch seinen Effekt auf der Standardbasis,
die wir auch $(\partial_r,\partial_\varphi)$ notieren k"onnten.
Die Standardbasis geht an jeder Stelle "uber in eine 
Orthogonalbasis und das Bild des ersten Basisvektors hat auch 
wieder die L"ange Eins, das Bild des zweiten Basisvektors  
jedoch im allgemeinen die L"ange $r$ und in unserem Fall 
die L"ange $1\frac{1}{2}$. 
Die Standardmetrik auf der $xy$-Ebene entspricht folglich einer
Metrik auf der $r\varphi$-Ebene, bei der $\partial_r$
und $\partial_\varphi$ aufeinander senkrecht stehen und
$\partial_r$ die L"ange Eins hat, wohingegen   $\partial_\varphi$
die L"ange $r$ hat. Diese Eigenschaften aber 
charakterisieren genau unsere Metrik $\diff r^{\otimes 2} + r^2
\diff\varphi^{\otimes 2}$. 
\end{Bild}

\begin{Beispiel}[\textbf{Gradienten in Polarkoordinaten}]
Unter der Polarkoordinatenabbildung $P$ aus \ref{BsPK} 
ist die Standardmetrik
$s =\diff x^{\otimes 2} + \diff y^{\otimes 2}$ auf\label{PKMm} 
der $xy$-Ebene verwandt zum Zweitensor
\begin{eqnarray*}
g &=& (\cos \varphi \diff r  - r \sin \varphi\diff\varphi  )\otimes (\cos
\varphi \diff r -r\sin \varphi \diff\varphi) \\
&&+ (\sin \varphi \diff r
+ r \cos \varphi \diff \varphi) \otimes (\sin \varphi \diff r + 
r \cos \varphi
\diff \varphi )\\[2mm]
&=& \diff r^{\otimes 2} + r^2 \diff\varphi^{\otimes 2}
\end{eqnarray*}
auf der $r\varphi$-Ebene, der auf dem Komplement 
der Nullstellenmenge von $r$ auch wieder
eine riemannsche Metrik ist. Da"s hier im Resultat keine gemischten Tensoren $\diff r
\otimes \diff\varphi$  auftreten,
hat den Grund, da"s die Vektorfelder $\partial_r$ und $\partial_\varphi$
auch in der $xy$-Ebene an jedem Punkt 
aufeinander senkrecht stehen. Die Koeffizienten $1$ und $r^2$
bedeuten gerade die quadrierten L"angen $s(\partial_r, \partial_r)$ und 
$s (\partial_\varphi, \partial_\varphi)$ der Vektoren dieser Vektorfelder.
F"ur eine Funktion $f = f(x,y)$ mu"s schlie"slich $\diff f$ unter $P$ verwandt
sein zu $\op{d} (f\circ P)$ und dann mu"s auch 
$\op{grad} f =\op{grad}_s f = \hat s^{-1} (\diff f)$
verwandt sein zu $$\op{grad}_g (f\circ P)=
\hat g^{-1} (\diff\;(f\circ P)) = \hat g^{-1}
(f_r \diff r + f_\varphi \diff \varphi)
= f_r \partial_r + \frac{1}{r^2} f_\varphi
\partial_\varphi$$
Damit haben wir die Darstellung des Gradienten
in Polarkoordinaten ein weiteres Mal hergeleitet.
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkunge}[\textbf{Im Ingenieurwesen gebr"auchliche alternative Notation}] 
Ingenieure arbeiten gerne mit einer  anderen
Darstellung von Vektorfeldern und betrachten etwa auf dem $\DR^2$ 
die auf
Skalarproduktnorm Eins normierten Vektorfelder
${\mathbf e}_r=\partial_r$ und ${\mathbf e}_\varphi=
r^{-1}\partial_\varphi$. 
Nat"urlich kann jedes Vektorfeld $v$ auf dem Komplement des Ursprungs
auch als $v=a{\mathbf e}_r+b{\mathbf e}_\varphi$ geschrieben 
werden mit geeigneten reellwertigen
Funktionen $a,b$.  In Formelsammlungen findet man  h"aufig 
Formeln f"ur Gradienten und dergleichen in dieser Darstellung,
zum Beispiel h"atten wir $\op{grad}f=(\partial_rf){\mathbf e}_r
+r^{-1}(\partial_\varphi f){\mathbf e}_\varphi$. 
Meist hei"sen die Koeffizienten eines Vektorfelds 
$v=a{\mathbf e}_r+b{\mathbf e}_\varphi$ dann auch noch 
$a=v_r, b=v_\varphi$.  Das  verbietet sich f"ur uns jedoch, da wir
die Indexnotation  bereits als K"urzel f"ur partielle Ableitungen verwenden.
\end{Bemerkunge}


\begin{Bemerkunge}
  Ein Zweitensor auf einem endlichdimensionalen reellen Raum $X$ hei"st {\bf symmetrisch}\index{symmetrisch!Zweitensor} 
beziehungsweise {\bf antisymmetrisch},\index{antisymmetrisch!Zweitensor} 
   wenn er jedem Punkt  eine symmetrische beziehungsweise
  antisymmetrische Bilinearfom auf $\vec{X}$ zuordnet.\label{syasy}
  Antisymmetrische Zweitensoren werden wir sp"ater als sogenannte $2$-Formen
  wiedertreffen.  Eine riemannsche Metrik ist per definitionem ein
  symmetrischer Zweitensor mit der zus"atzlichen Eigenschaft, an jedem Punkt
  positiv definit zu
  sein.
\end{Bemerkunge}

\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}[\textbf{Riemannsche Metrik in Kugelkoordinaten}]
Man zeige, da"s die Standardmetrik im $xyz$-Raum  unter\label{SMKu} 
 Kugelkoordinaten, wie sie  \ref{KuKo} 
eingef"uhrt werden,
verwandt ist zur Metrik
\begin{equation*}
g = \diff r^{\otimes 2} + r^{2} \diff \vartheta^{\otimes 2} +
(r \sin \vartheta)^{2} \diff\varphi^{\otimes 2} 
\end{equation*}
\end{Ubung}

\begin{Ubung}[\textbf{Gradient  in Kugelkoordinaten}]
Man zeige, da"s der Gradient  in Kugelkoordinaten, wie sie  \ref{KuKo} 
eingef"uhrt werden,\label{graKu} 
ausgedr"uckt wird durch
die Formel
\begin{equation*}
\op{grad} f = f_r \partial_r + r^{-2} f_\vartheta \partial_\vartheta +
(r \sin \vartheta)^{-2} f_\varphi \partial_\varphi
\end{equation*}
\end{Ubung}


\subsection{Wegintegrale}\label{WII}
\begin{Bemerkungl}
  Ich verallgemeinere die in \eref{BOLLn}{AN1} eingef"uhrte Terminologie.
  Eine stetige Abbildung von einem 
mehrpunktigen 
reellen Intervall in einen  
topologischen Raum
nennen wir einen {\bf Weg}\index{Weg}  in unserem Raum.
Ist das Definitionsintervall kompakt, sprechen wir von einem {\bf kompakten
  Weg}\index{Weg!kompakter}. Ist das Definitionsintervall das Einheitsintervall $[0,1]$, so sprechen wir von einem {\bf normierten
  Weg}\index{Weg!normierter}. Oft lassen wir diese Zus"atze aber auch weg und hoffen, da"s  aus dem Kontext hervorgeht, was jeweils gemeint ist.
\end{Bemerkungl}








\index{Wegintegral}
\begin{Definition}\label{WII1}
Gegeben $A\subset X$ eine  Teilmenge
 eines endlichdimensionalen reellen Raums
und
$\gamma : [a,b]\ra
A$ ein stetig differenzierbarer \hyperref[Weg]{Weg} und 
$\omega : A \ra
\vec{X}^{\ast}$ ein stetiges 
Kovektorfeld  auf $A$
erkl"aren wir eine reelle Zahl $\wint_{\gamma} \omega$ 
durch die Vorschrift
$$\Wint_{\gamma} \omega \pdef 
\int^{b}_{a} \omega_{\gamma(t)}\left(
    {\gamma}'(t)\right) \diff t$$
    Sie hei"st das
{\bf Integral des Kovektorfelds $\omega$ l"angs des Weges $\gamma$}.
Sobald ich hoffe, Sie davon "uberzeugt zu haben, da"s keine 
Verwechslungen zu bef"urchten sind, 
notiere ich Wegintegrale meist ohne Kringel mit $\int$ statt $\wint$.
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}
  In\index{Wegintegral!f"ur Kovektorfeld}\index{S@$\wint$ Wegintegral} der physikalisch motivierten Terminologie aus \eref{Geschn}{AN1}
gilt es also, zu jedem Zeitpunkt $t\in[a,b]$ den Kovektor
$\omega_{\gamma(t)}$ 
auf dem
Geschwindigkeitsvektor ${\gamma}'(t)$ auszuwerten und die
so entstehende reellwertige Funktion "uber das Intervall $[a,b]$ zu integrieren.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}]
  Ich unterscheide zwischen dem \glqq Kurvenintegral\grqq\ aus
  \eref{KI}{AN1} und
  dem \glqq Wegintegral\grqq\ wie es eben definiert wurde.
  In der Literatur findet man
  stattdessen vielfach
  die Terminologie \glqq Kurvenintegral erster Art\grqq\ und
  \glqq Kurvenintegral zweiter Art\grqq.
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungw} Das in der Funktionentheorie betrachtete Wegintegral
  $\int_\gamma f(z)\diff z$ ist eine Erweiterung des hier eingef"uhrten
  Wegintegrals auf \glqq komplexwertige Einsformen\grqq, wie  in \ref{FTVor} und  \eref{BWR}{FT1} folgende ausgef"uhrt wird. 
\end{Bemerkungw}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Vage Anschauung f"ur das Wegintegral}]
  In der vor \ref{EKV} erkl"arten Anschauung f"ur ebene Kovektorfelder
  als \glqq Liniendichten\grqq\ w"are das Wegintegral 
  zu verstehen als eine Pr"azisierung der Idee der \glqq Zahl der von unserem Weg gekreuzten Linien\grqq. Da das arg vage ist, gebe ich auch noch eine pr"azise
  Variante in Form eines Lemmas.
\end{Bemerkungl}


\begin{Lemma}[\textbf{Wegintegral durch Riemannsummen}]
Seien $\gamma : [a,b]\ra
A$ ein stetig differenzierbarer Weg in einer  Teilmenge
$A$ eines endlichdimensionalen reellen Raums $X$ und
$\omega : A \ra
\vec{X}^{\ast}$ ein stetiges  Kovektorfeld auf $A$.
Man be\-trach\-te\label{NAA} f"ur  $r\geq 1$
die "aquidistante Unterteilung $a = a_{0} \leq a_{1}\leq \ldots \leq a_{r}
= b$ und bilde die 
\emph{\bf Riemannsumme}\index{Riemannsumme!f"ur Wegintegrale}
$$S^{r}_{\gamma} (\omega) \pdef \sum^{r-1}_{i=0} \omega_{\gamma
(a_{i})}\left( \gamma (a_{i+1}) - \gamma (a_{i})\right)$$ 
So ist unser Wegintegral der Grenzwert der Folge von Riemannsummen
$$\Wint_\gamma \omega=\lim_{r\ra\infty}S^{r}_{\gamma} (\omega)$$
\end{Lemma}


\begin{proof}[Beweis]
Sei $\|\;\|$ eine Norm auf dem Richtungsraum $\vec{X}$ und
bezeichne $\|\;\|$ auch die zugeh"orige Operatornorm auf $\vec{X}^\ast$. 
Nach 
\eref{RS}{AN1} ist unser Integral  der Grenzwert der Folge von Riemannsummen
$$ S^{r}= 
\sum^{r-1}_{i=0} \omega_{ \gamma (t_{i})}\left(
\gamma^{\prime} (t_{i}) \right)\cdot(t_{i+1} - t_{i})$$
Gegeben $\varepsilon >0$ finden wir wegen der gleichm"a"sigen 
Stetigkeit von ${\gamma}'$ ein $\delta>0$ derart, da"s 
gilt $|s-t|<\delta\RA \|{\gamma}'(s)-{\gamma}'(t)\|<\varepsilon$. 
Ist $R=R_\varepsilon$ so gro"s, da"s die L"ange der Intervalle $t_{i+1}-t_{i}$ unter
$\delta$ sinkt, so folgt f"ur $r\geq R$ mit dem Schrankensatz \eref{MWSn}{AN1}
oder genauer seiner offensichtlichen Variante f"ur einen beliebigen  endlichdimensionalen normierten Raum 
$\gamma (t_{i+1})-\gamma (t_{i})\in 
(t_{i+1}-t_{i})\op{B}({\gamma}'(t_{i});\varepsilon)$.
Das  k"onnen wir umschreiben zu 
$$\|(\gamma (t_{i+1})-\gamma (t_{i}))-(t_{i+1}-t_{i}){\gamma}'(t_{i})\|<
(t_{i+1}-t_{i})\varepsilon$$
Das hinwiederum liefert f"ur $r\geq R$  die 
Absch"atzung 
$$|S^{r}_{\gamma} (\omega)-S^{r}|  
\leq \sum^{r-1}_{i=0} \|\omega_{\gamma (t_{i})}\|\;(t_{i+1} - t_{i})\varepsilon
\leq \left(\op{sup}_{t\in[a,b]}\|\omega_{\gamma(t)}\|\right)(b-a)\varepsilon$$
Diese Differenz strebt also gegen Null f"ur $r\ra\infty$, folglich
strebt die Folge $S^{r}_{\gamma} (\omega) $ gegen denselben Grenzwert
wie die Folge $S^{r}$. 
\end{proof}


\begin{Beispiel}[\textbf{Wegintegral eines Kovektorfelds auf der Zeitachse}] 
  Ein Kovektorfeld auf der Zeitachse kann, wie in \ref{KVD} erkl"art,\label{drii} 
als eine Vorschrift aufgefa"st werden, die jedem Zeitpunkt eine
Frequenz und eine Orientierung der Zeitachse 
zuordnet.
Nehmen wir der Einfachkeit halber an, alle diese Orientierungen
seien die Standardorientierung der Zeitachse und unser Weg gehe
in Richtung positiver Zeiten von einem Anfangszeitpunkt zu einem
Endzeitpunkt, so liefert unser Wegintegral 
anschaulich gesprochen die Zahl der Schwingungen  zwischen
Anfangszeitpunkt und Endzeitpunkt.
\end{Beispiel}



\begin{Satz}[\textbf{Formelsammlung f"ur das Wegintegral}]
  Das Wegintegral hat die folgenden Eigenschaften:
\begin{enumerate}
\item \textbf{\emph{(Wegintegral "uber Identit"atswege)}}.
 Gegeben reelle Zahlen 
$a<b$ 
 und\label{UPPPn} 
eine stetige
Funktion  $f:[a,b]\ra\DR$ 
stimmt das Wegintegral des Kovektorfelds $f(x)\diff x$ "uber
den Identit"atsweg $\op{id} : [a,b]\ra [a,b]$ "uberein
mit dem in \eref{DefII}{AN1} eingef"uhrten
Integral von $f$, in Formeln  
 $$\Wint_{\op{id}} f(x)\diff x= \int_{a}^b f(x)\diff x$$
\item  \textbf{\emph{(Verwandtschaftsvertr"aglichkeit)}}. 
Gegeben $X$ und $Y$ endlichdimensionale
reelle R"aume, $A\subset X$ und  $B\subset Y$\label{TfW} 
 Teilmengen mit $A$ halboffen, $\gamma:[a,b]\ra A$ ein stetig differenzierbarer Weg, 
 $\phi:A\ra B$ eine stetig differenzierbare Abbildung 
und $\eta:B\ra\vec Y^*$ ein stetiges  Kovektorfeld auf $B$ gilt
$$\Wint_\gamma \phi^\ast\eta=\Wint_{\phi\circ \gamma}\eta$$
\item \textbf{\emph{(Zerst"uckelbarkeit)}}.
  Gegeben $X$ ein endlichdimensionaler reeller\label{zii} Raum, 
$A \subset X$
    eine  Teilmenge,  
$\omega:A\ra \vec X^\ast$ ein stetiges Kovektorfeld,
 $\gamma : [a,b]\ra A$ ein stetig
    differenzierbarer Weg  und  $c\in (a,b)$ ein Zwischenpunkt gilt
$$\Wint_\gamma\omega  = \Wint_{\gamma|[a,c]} \omega 
+ \Wint_{\gamma|[c,b]} \omega$$ 
\item  \textbf{\emph{(Wegintegral "uber ein totales Differential)}}. 
   Gegeben ein endlichdimensionaler reeller\label{WIFPn} Raum $X$,  eine halboffene Teilmenge $A \subset X$,
  ein stetig
    differenzierbarer Weg $\gamma : [a,b]\ra A$ und eine stetig
    differenzierbare Funktion  $ g: A \ra \Bbb{R}$   gilt
$$\Wint_\gamma \diff g = g(\gamma(b))-g(\gamma(a))$$ 
\end{enumerate}
\label{EEWW} 
\end{Satz}
\begin{proof}
Die Formel f"ur das Wegintegral "uber Identit"atswege folgt unmittelbar 
aus den Definitionen. Die Verwandtschaftsvertr"aglichkeit des Wegintegrals entpuppt sich so im Fall eines Identit"atsweges $\gamma=\op{id}:[a,b]\sira [a,b]=A\subset \DR=X$ als unsere
Definition des Wegintegrals "uber den Weg $\phi$ vermittels
$\Wint_\phi\eta\pdef \Wint_{\op{id}}\phi^*\eta$
wegen $\phi^*\eta=\eta_{\phi(t)}\left(
{\phi}'(t)\right) \diff t$. Im Fall eines allgemeinen Weges $\gamma$ folgt sie
durch zweifaches Anwenden dieser Erkenntnis aus der Gleichungskette
$$\Wint_\gamma \phi^*\eta =\Wint_{\op{id}}\gamma^* \phi^*\eta =
\Wint_{\op{id}}(\phi\circ \gamma)^*\eta=\Wint_{\phi\circ \gamma}\eta$$
Die M"oglichkeit der st"uckweisen Berechnung eines
Wegintegrals folgt unmittelbar durch Zur"uckholen auf den Identit"atsweg aus den ersten beiden Aussaagen oder auch direkt aus den Definitionen. 
Schlie"slich folgern  wir die Formel f"ur das Wegintegral eines totalen Differentials aus den beiden ersten Aussagen durch die Rechnung
$$\Wint_\gamma \diff g=\Wint_{\op{id}} \gamma^\ast(\diff g)=\Wint_{\op{id}} \op{d}( g\circ\gamma)
=\int_{a}^b ( g\circ\gamma)'(x)\diff x=g(\gamma(b))-g(\gamma(a))$$
unter Verwendung des Hauptsatzes der Differential- und Integralrechnung im
letzten Schritt.
\end{proof}












\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Verwandtschaftsvertr"aglichkeit}]    
Jeder Weg $\gamma$ in $A$ 
hat genau einen 
Verwandten in $B$, n"amlich den Weg $\kappa\pdef \phi\circ\gamma$. 
Die Verwandtschaftsvertr"aglichkeit in Satz \ref{EEWW} besagt in dieser Terminologie,
da"s die
Verwandtschaft von Wegen $\phi:\gamma\leadsto\kappa$
zusammen mit der Verwandtschaft von Kovektorfeldern $\phi:\omega\leadsto\eta$ 
 die Gleichheit der Wegintegrale $\Wint_\gamma \omega=\Wint_\kappa \eta$ impliziert.
\end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}[\textbf{Berechnung von Wegintegralen}] 
Sei $A$ eine  Teilmenge 
eines endlichdimensionalen reellen Raums $X$.
 F"ur einen beliebigen stetig differenzierbaren\label{EBSW}  
Weg $\gamma:[a,b]\ra A$  und ein beliebiges stetiges 
Kovektorfeld $\omega$ 
auf $A$ hat  das 
mit dem Weg zur"uckgeholte Kovektorfeld
nach \ref{VerW} die Gestalt $\gamma^\ast \omega=\omega_{\gamma(t)}\left(
{\gamma}'(t)\right) \diff t$ und wir kommen mit den Umformungen 
$$\wint_\gamma \omega=\wint_{\op{id}} \gamma^\ast\omega=\int_a^b   \omega_{\gamma(t)}\left(
{\gamma}'(t)\right) \diff t$$
wieder zu unserer urspr"unglichen  Definition zur"uck,
die wir in diesem Sinne als ein \glqq Zur"uckholen auf den
Parameterbereich\grqq\ auffassen k"onnen.
Integrieren wir zum Beispiel das Kovektorfeld 
$\omega= x\diff x+ x^4 \diff  y$ auf der Ebene  $\DR^2$ 
"uber den Weg $\gamma:[1,2]\ra\DR^2$ gegeben durch 
$\gamma(t)= (\sqrt{t},\log t)$,
so erhalten wir 
$$
\begin{array}{lll}
\wint_{\gamma} \omega&=&
\wint_{\gamma}x\diff x+ x^4 \diff  y\\[2mm]
&=&
\wint_{\op{id}} \sqrt{t}\op{d}(\!\sqrt{t})+ (\sqrt{t})^4 \op{d}(\op{log}t)\\[2mm]
&=&\int_1^2 \sqrt{t}\frac{1}{2\sqrt{t}}\diff t+ 
t^2 t^{-1}\diff t\\[2mm]
&=&\int_1^2 (\frac{1}{2}+ t)\diff t  =2 
\end{array}
$$
\end{Beispiel}

\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildFvWe}
\end{minipage}\hfill
\begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Der Flu"s des Vektorfelds $\partial_r=(x/r)\partial_x+(y/r)\partial_y $
durch den Weg $\gamma:[0,2\pi]\ra \DR^2$, $t\mapsto (3\cos t,3\sin t)$ 
ergibt sich nach kurzer Rechnung zu $6\pi$.  Die Zirkulation desselben 
Vektorfeldes in demselben Weg ist dahingegen Null.\end{minipage}
\end{figure}

\begin{Bemerkunge}[\textbf{Wegintegrale von Vektorfeldern}]\index{Wegintegral!f"ur Vektorfeld}
  Redet man 
  vom Integral eines Vektorfelds $v:\DR^n\supset A\ra \DR^n$ 
l"angs eines Weges $\gamma:[a,b]\ra A$ oder von\label{WV}
der \defind{Zirkulation} {\bf eines Vektorfelds in einem Weg}, 
so ist das Integral 
des Kovektorfelds
$\omega=\hat s(v)$ nach \ref{KoVeV} gemeint,
das  in Formeln gegeben wird durch
$\omega=v_1\diff x_1+\ldots +v_n\diff x_n$.
In der Physik wird das Standardskalarprodukt auf dem
$\DR^n$ meist $s(v,w)=v\cdot w$ notiert und unser Wegintegral 
"uber einen Weg  $\gamma:[a,b]\ra A$
w"urde 
geschrieben als
$$\Wint_{\gamma}\omega=\int_{\gamma}v\cdot \diff{\mathbf x}=
\int_{a}^b v\cdot \diff\gamma=
\int_{a}^b v(\gamma(t))\cdot \gamma'(t)\diff t$$
Die Bedeutung der Terme des rechtesten Integrals sollte hier klar sein.
In der Mitte ist zu verstehen 
$\diff\gamma=\diff_t\gamma=\gamma'(t)\diff t$. 
Weiter links meint 
$ \diff{\mathbf x}$ ein \glqq kleines vektorielles Kurvenelement\grqq\ 
und das ${\mathbf x}$ ist fett gedruckt um anzudeuten,
da"s ein Vektor gemeint ist. Ich mag diese Notation nicht besonders,
die fette Schreibweise ist auch an der Tafel schlecht umzusetzen.
Allgemeiner kann man Wegintegrale von Vektorfeldern $v$ bilden, wann immer 
ein Skalarprodukt oder allgemeiner ein 
ausgezeichneter  Zweitensor $g$ zur Verf"ugung steht,
indem wir eben zu unserem Vektorfeld das Kovektorfeld
$\omega=\hat g(v)$ 
bilden und dieses Kovektorfeld dann  integrieren wie
in \ref{WII1} erkl"art. 
\end{Bemerkunge}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Wegintegral "uber Feld mit Potential, Variante}] 
Die letzte Aussage von Satz \ref{EEWW} 
 liest sich f"ur Wegintegrale "uber Vektorfelder auf dem  $\DR^n$  als 
die Formel
$$\int_{a}^b (\op{grad}g)\cdot \diff\gamma=g(\gamma(a))-g(\gamma (b))$$
Die \glqq Vertr"aglichkeit des Wegintegrals mit Verwandtschaft\grqq\ \ref{EEWW}.\ref{TfW}  hat f"ur Wegintegrale "uber
Vektorfelder in $\DR^n$ keine Entsprechung. 
Das ist ein wesentlicher   Grund daf"ur, da"s der Begriff des Wegintegrals
"uber Kovektorfelder weiter tr"agt. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkunge}
Redet man im Fall $X=\DR^2$ vom
{\bf Flu"s eines Vektorfelds $F=(F_x,F_y):\DR^2\supset A\ra \DR^2$ 
durch einen Weg}, so ist das Integral "uber das Kovektorfeld 
$\omega_F\pdef F_x\diff y-F_y\diff x$ gemeint. Dies Kovektorfeld
kann alternativ auch beschrieben werden\label{Fl}  
durch die Formel
$(\omega_F)_p(u)=\det(F(p)| u)$, in der   $F(p)$ und $u$ als
Spaltenvektoren aufzufassen sind. 
\end{Bemerkunge}






\begin{Bemerkungl}[\textbf{Wegintegral versus Kurvenintegral}]  
In der Literatur scheint mir eine gewisse Verwirrung zu 
herrschen was die Begriffe \glqq Wegintegral\grqq\  und  \glqq Kurvenintegral\grqq\ 
angeht. Die hier gew"ahlte Terminologie 
soll zum Ausdruck bringen, da"s 
f"ur einen injektiven stetig differenzierbaren Weg 
$\gamma:[a,b]\ra \DR^n$ unser Kurvenintegral nur von
der Bildmenge $\gamma([a,b])\subset \DR^n$ abh"angt,
die wir im Sinne unserer Definition \ref{MFRx} eine \glqq Kurve\grqq\  
werden nennen d"urfen.
Unser Wegintegral dahingegen h"angt auch von der
\glqq durch den Weg $\gamma$ gegebenen Richtung auf
unserer Kurve\grqq\  ab und "andert sein Vorzeichen, wenn
wir die Kurve \glqq in der umgekehrten Richtung durchlaufen\grqq.
Andererseits bleibt
das Wegintegral unver"andert   selbst bei nicht notwendig
monotoner \glqq Neuparametrisierung\grqq, wenn diese nur 
den Anfang beziehungsweise das Ende des neuen Parameterintervalls
auf den Anfang beziehungsweise das Ende des Alten wirft, siehe \ref{UP}.
Das Kurvenintegral dahingegen "andert sich
bei derartigen Neuparametrisierungen  im allgemeinen sehr wohl.
\end{Bemerkungl}








  




\begin{Bemerkungl}[\textbf{Wegintegrale in eindimensionalen R"aumen}]
  Ist $X$ ein eindimensionaler reeller\label{WIFP} Raum und $A \subset X$
  eine endliche Vereinigung von mehrpunktigen Intervallen oder
  auch eine beliebige offene Teilmenge, so ist offensichtlich  jedes stetige
Kovektorfeld $ \omega$
auf $A$ das Differential $\omega=\diff g$ einer stetig
differenzierbaren Funktion $g:A\ra \DR$. 
Gegeben $c,d\in A$ und ein stetig
    differenzierbarer Weg $\gamma$ von $c$ nach $d$ 
h"angt also $\wint_\gamma \omega=g(d)-g(c)$ nach unserem
Satz \ref{EEWW} vom Weg $\gamma$ gar nicht ab.
Wir notieren dies Integral  dann k"urzer\index{S@$\Wint_c^d$ Wegintegral} 
 $$\Wint_c^d\omega\pdef \Wint_\gamma \omega$$
Diese Notation ist allerdings nur sinnvoll, wenn es auch in der Tat einen
Weg von $c$ nach $d$ gibt, der ganz in $A$ verl"auft. 
Ist $A\subset\DR$ ein Intervall, 
so pr"uft man unschwer, da"s mit dieser Notation unsere
Formel
$$\Wint_c^d f(x)\diff x=\int_c^d f(x)\diff x$$
aus \ref{EEWW}.\ref{UPPPn} f"ur beliebige $c,d\in A$ 
g"ultig bleibt. 
Ist schlie"slich
$\gamma:[a,b]\ra A$ ein stetig differenzierbarer Weg
von $c$ nach $d$, so entpuppt sich die blo"se 
Abh"angigkeit des Wegintegrals
von den Endpunkten  
als verkleidete Fassung der Substitutionsregel, indem wir sie
f"ur $\omega=f(x)\diff x$ ausschreiben zu
$$\int_{a}^{b}f(\gamma(t))\gamma'(t)\diff t
=\Wint_a^b \gamma^\ast \omega=\Wint_\gamma \omega = 
\Wint_{\gamma(a)}^{\gamma(b)}\omega
=\int_{\gamma(a)}^{\gamma(b)}f(x)\diff x$$
\end{Bemerkungl}














\begin{Korollar}[\textbf{Wegintegrale sind unabh"angig von der Parametrisierung}]
    Sei $\gamma : [c,d]\ra X$ ein stetig differenzierbarer Weg in
    einem\label{UP} endlichdimensionalen reellen Raum $X$ und $\omega $ ein
    stetiges  Kovektorfeld auf einer  Teilmenge, die sein
    Bild umfa"st. Sei $u : [a,b] \ra [c,d]$ stetig differenzierbar mit $u (a)
    =c$ und $u (b) =d$. So gilt
$$\Wint_{\gamma \circ u} \omega = \Wint_{\gamma}\omega$$
\end{Korollar}
\begin{proof}
  Mit der Verwandtschaftsvertr"aglichkeit des Wegintegrals \ref{EEWW} 
  schreiben wir die Behauptung um zu $\Wint_{u} \gamma^*\omega = \Wint_{\op{id}}\gamma^*\omega$ mit $\op{id}$ dem Identit"atsweg des Intervalls $[a,b]$. In eindimensionalen R"aumen h"angt aber nach \ref{WIFP} das Wegintegral "uber stetige Kovektorfelder nur vom Anfangs- und Endpunkt des Weges ab, und diese sind bei unserem Weg $u$ und dem Identit"atsweg dieselben. 
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Verhalten  unter
    richtungsumkehrender Umparametrisierung}] 
Der vorstehende Beweis zeigt auch, da"s
bei einer richtungsumkehrenden Umparametrisierung
alias $u(a)=d$ und $u(b)=c$ das Wegintegral "uber
den umparametrisierten Weg das Negative des 
Wegintegrals "uber
den urspr"unglichen Weg ist, in Formeln
$$\Wint_{\gamma \circ u} \omega = -\Wint_{\gamma}\omega$$ 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungw} In \ref{IiIt} werden wir unter anderem das Integral von
stetigen  Kovektorfeldern mit kompaktem Tr"ager 
  "uber eindimensionale \glqq orientierte\grqq\ Fastfaltigkeiten einf"uhren.
  Es gie"st die in der Proposition
enthaltene Unabh"angigkeit des Wegintegrals von der Parametrisierung 
zu einer Definition um.
\end{Bemerkungw}





\begin{Bemerkungl}[\textbf{Wegintegrale rationaler Funktionen "uber ebene Quadriken}]  
Wir k"on\-nen nun auch den in \eref{INTSH}{AN1} erkl"arten Trick zur
Berechnung der Integrale von rationalen Ausdr"ucken in 
$(x, \sqrt{x^2+1})$ geometrisch verstehen.\label{Goe} 
Gegeben solch ein rationaler Ausdruck $R (x,y)$ betrachten wir
dazu auf einer geeigneten Teilmenge des
$\DR^2$ die Differentialform $ R (x,y)\diff x$ und den Weg
$\gamma : [a,b] \rightarrow \Bbb{R}^2$ mit
$\gamma (t) = \left(t, \sqrt{t^2 +1}\right)$ und fassen unser
Integral auf als Wegintegral
\begin{eqnarray*}
\int^b_a R \left(t,\sqrt{t^2 +1}\right) \diff t = 
\Wint_\gamma R (x,y)\diff x
\end{eqnarray*}
Solch ein Wegintegral ist nach \ref{UP} unabh"angig von der
Parametrisierung. Unser Weg durchl"auft  ein St"uck der Hyperbel
$y^2 -  x^2 =1$, genauer ein St"uck des Hyperbelastes mit $y > 0$.
Diesen Ast k"onnen wir nach \eref{PH}{AN1} auch parametrisieren durch
$\varphi : (-1,1) \rightarrow \Bbb{R}^2$ mit $$\varphi (\tau) 
= \left( \frac{2\tau}{\tau^2 -1},
\frac{1+\tau^2}{1-\tau^2}\right)$$ und bei dieser 
Parametrisierung f"uhrt uns unser
Wegintegral ganz offensichtlich auf das Integral einer rationalen Funktion
in $\tau$, das wir nach \eref{IRFu}{AN1} im Prinzip durch 
bekannte Funktionen ausdr"ucken
k"onnen.
In derselben Weise kann man auch das Integral eines  rationalen
Ausdrucks im Funktionenpaar $(\sin,\cos)$ wie zum Beispiel 
$$\frac{\sin^3(\tau)+\cos(\tau)}{\cos(\tau)+\cos^2(\tau)}$$
angehen, das bereits in \eref{RSCI}{AN1} diskutiert wurde.
Noch nat"urlicher als dort
mag man es auffassen als Wegintegral im Sinne von \eref{KI}{AN1}
eines Kovektorfelds mit rationalen Koeffizienten
in zwei Ver"anderlichen, in unserem Beispiel
etwa das Integral des  Kovektorfelds
 $$R(x,y)\frac{\diff y}{x}=\frac{y^3+x}{x+x^2}\frac{\diff y}{x}
$$
 "uber ein St"uck des Einheitskreises.
Mit
der rationalen Parametrisierung \eref{PRr}{AN1} des Einheitskreises 
durch die stereographische Projektion
l"a"st es sich dann umwandeln in ein Integral
einer rationalen Funktion einer Ver"anderlichen.
Im wesentlichen dasselbe Vefahren funktioniert 
auch f"ur  rationale
Ausdr"ucke in den Funktionenpaaren $(\sinh,\cosh)$ und $(\sqrt{1+ x^2},x)$.
\end{Bemerkungl}




% \begin{Definition}
% Sei $V$ ein endlichdimensionaler reeller Raum, $A\subset V$ eine
% halboffene Teilmenge und 
% $\omega$ ein Kovektorfeld auf $A$.  Gibt es eine Funktion
% $f:A\ra \DR$ mit $\omega=-\diff f$, so hei"st $f$ ein \defind{Potential}
% f"ur unser Kovektorfeld $\omega$. 
% \end{Definition}
% \begin{Bemerkungl}
% Arbeitet man im $\DR^n$ oder allgemeiner in einem
% endlichdimensionalen reellen euklidischen Raum, so werden oft 
% Vektorfelder und Kovektorfelder identifiziert.
% Unter einem Potential eines Vektorfeldes $v$ vesteht man dann
% eine Funktion $f$ mit $v=-\op{grad}f$. 
% \end{Bemerkungl}













% \begin{Bemerkungl}[\textbf{Wohin? Wegintegrale "uber Geradensegmente}]
% Gegeben ein stetiges 
% Kovektorfeld $\omega : A \ra
% \vec{X}^{\ast}$ auf einer halboffenen Teilmenge\label{UPPP} 
% $A$ eines endlichdimensionalen reellen Raums $X$ und 
% Punkte $p,q\in A$, bei denen das ganze verbindende Geradensegment
% $[p,q]$ in $A$ liegt, vereinbaren wir f"ur das Integral
% unseres Kovektorfelds "uber den geraden Weg $\gamma:[0,1]\ra A$,
% $t\mapsto p+t(q-p)$ von $p$ nach $q$ die Notation
% $$\wint_\gamma \omega\defp \wint_p^q\omega$$
% F"ur ein stetiges Kovektorfeld $\omega=f(t)\diff t$ auf einem
% reellen Intervall $A\subset \DR$ und $p,q\in A$
% erhalten wir nach der Definition des Wegintegrals \ref{WII1}
% und der Substitutionsregel \eref{IdS}{AN1} insbesondere
% $$\wint_p^qf(t)\diff t=\int_0^1 f\left(p+t(q-p)\right)\;(q-p)\diff t
% =\int_p^qf(t)\diff t$$
% Wenn also  eine Differentialform auf der reellen Gerade 
% in der Form $f(t)\diff t$ dargestellt ist, stimmt salopp gesprochen
% ihr Wegintegral 
% "uberein mit dem Riemann-Integral, das dasteht, wenn man 
% beim Integralzeichen den Kringel
% wegl"a"st. 
% Das Differential $\diff t$ der Identit"at
% $t$ auf $\DR$   bedeutet
% mithin  in einem ideellen Sinn dasselbe
% wie das $\diff t$, das wir bisher  bei Riemann-Integralen 
% meist hinzugef"ugt hatten, 
% um klar zu machen, "uber welche Variable
% integriert werden soll.
% \end{Bemerkungl}

















\begin{Bemerkunge}\label{IWEE}
Seien $X$ ein endlichdimensionaler reeller Raum, 
$W$ ein endlichdimensionaler reeller Vektorraum und $A \subset X$ 
eine  Teilmenge.
Ein {\bf $W$-wer\-ti\-ges Kovektorfeld auf 
$A$}\index{vektorwertig!Kovektorfeld}\index{Kovektorfeld!vektorwertiges} 
ist eine Abbildung
$$\omega : A \ra \op{Hom}_\DR (\vec{X},W)$$
Sie ordnet also jedem Punkt $p\in A$ eine lineare Abbildung des Richtungsraums
in den Raum $W$ zu.
Ist etwa $Y$ ein weiterer endlichdimensionaler reeller Raum
und $A\subset X$ halboffen und $f: A \ra Y$ differenzierbar, so ist 
$\diff f$ oder genauer
$p\mapsto \diff_p f$  ein 
$\vec{Y}$-wertiges Kovektorfeld auf $A$.
Ist nun $\varphi : [a,b]\ra
A$ ein stetig differenzierbarer Weg in einer  Teilmenge
$A$ eines endlichdimensionalen reellen Raums $X$ und 
$\omega : A \ra
\op{Hom}_\DR(\vec{X},W)$ ein stetiges Kovektorfeld auf $A$ mit 
Werten in einem endlichdimensionalen reellen Vektorraum $W$,
so definieren wir in Verallgemeinerung des Falls reellwertiger 
Kovektorfelder aus \ref{WII} einen Vektor $(\Wint_{\varphi} \omega)\in W$, das
{\bf Integral des $W$-wertigen 
Kovektorfelds $\omega$ l"angs des Weges $\varphi$},
 \index{Wegintegral!vektorwertiges}
durch die Vorschrift
$$\Wint_{\varphi} \omega = 
\int^{b}_{a} \omega_{\varphi(t)}\left(
{\varphi}'(t)\right) \diff t$$
Rechts ist also f"ur jeden Zeitpunkt $t$ der
Homomorphismus $\omega_{\varphi(t)}:\vec{X}\ra W$ auszuwerten auf dem
Geschwindigkeitsvektor ${\varphi}'(t)\in \vec{X}$, und 
die so entstehende stetige Abbildung 
$[a,b]\ra W$ ist als vektorwertige Funktion zu integrieren im Sinne von
\ref{IVb}.
\end{Bemerkunge}
\begin{Beispielg}\label{PhTR}
  In der Physik begegnen einem insbesondere oft
Kovektorfelder mit Werten in eindimensionalen reellen Vektorr"aumen.
Zum Beispiel wird man sich ein Kraftfeld 
auf dem  Anschauungsraum 
$\mathbb E$ aus \eref{Moo}{LA2} a priori wie in \ref{KrFe}
erkl"art als ein \glqq Vektorfeld mit Einheiten\grqq\  denken,
genauer als eine Abbildung $$F: {\mathbb{E}} \ra \vec{\mathbb{E}} 
\otimes \langle \ph{g}\!/\!\ph{s}^2\rangle$$
Da es sich jedoch mit Kovektorfeldern bei Koordinatenwechseln 
sehr viel besser rechnen l"a"st als mit Vektorfeldern, ist es oft g"unstiger,
die durch das kanonische Skalarprodukt 
$s:\vec{\mathbb{E}} \times \vec{\mathbb{E}} \ra {\mathbb{L}}^{\otimes 2}$
aus \eref{kaSK}{LA2} gegebene Identifikation
 $\acute{s}:\vec{\mathbb{E}}  \sira  \op{Hom}_\DR(\vec{\mathbb{E}},
 {\mathbb{L}}^{\otimes 2})$
nachzuschalten und
unser Kraftfeld stattdessen als eine Abbildung
$$\tilde{F}: {\mathbb{E}} \ra \op{Hom}_\DR(\vec{\mathbb{E}}
, \langle \ph{g}\ph{m}^2\!/\!\ph{s}^2\rangle)$$
aufzufassen. 
Die Elemente des eindimensionalen Vektorraums
$$
\langle \ph{g}\ph{m}^2\!/\!\ph{s}^2\rangle=\mathbb M\otimes \mathbb L^{\otimes 2}
\otimes (\vec{\mathbb T}^\ast)^{\otimes 2}
$$
hei"sen in der Physik auch {\bf Energien}\index{Energie}.
In diesem Sinne k"onnen wir ein Kraftfeld 
also  als ein
energiewertiges
Kovektorfeld auffassen. Das Wegintegral "uber  dieses Kovektorfeld
hei"st die bei Durchlaufen des Weges in besagtem Kraftfeld freiwerdende
Energie und, wenn es negativ ist, die zu verrichtende 
{\bf Arbeit}\index{Arbeit gegen Kraftfeld}.
Anschaulich und etwas vage gesprochen 
ordnet  das Negative dieses Kovektorfelds
n"amlich gerade
\glqq jeder kleinen Verr"uckung
die Arbeit zu, die bei dieser
kleinen Verr"uckung gegen das Kraftfeld zu leisten w"are\grqq.
Eine
energiewertige Abbildung 
$V:{\mathbb{E}}\ra \langle \ph{g}\ph{m}^2\!/\!\ph{s}^2\rangle$
mit $\diff V=-\tilde{F}$  hei"st  in der Physik ein
{\bf Potential}\index{Potential!eines Kraftfelds}
unseres Kraftfelds.
\end{Beispielg}


\begin{Beispielg}
Zentral in der \glqq Funktionentheorie\grqq\   sind 
die Wegintegrale komplexwertiger Kovektorfelder, 
die auf Teilmengen der
komplexen Zahlenebene definiert sind, vergleiche \eref{DCWe}{FT1} und
\eref{BWR}{FT1}.  
"Ublicherweise  bezeichnet in diesem Kontext
$z:\DC\ra\DC$ die Identit"at und $\diff z$ ihr Differential,
ein komplexwertiges 
Kovektorfeld auf $\DC$.  Mit $f(z)\diff z$ bezeichnet man dann 
das Produkt dieses Kovektorfelds mit einer
komplexwertigen Funktion $z\mapsto f(z)$. 
Das Integral derartiger Kovektorfelder
hei"st  das \glqq komplexe Wegintegral\grqq\  und 
liefert entsprechend  komplexe Zahlen.\label{FTVor} 
\end{Beispielg}

\subsubsection*{"Ubungen}
\begin{Ubung}
  Auf $\DR^2\backslash 0$ ist der Winkel im Bogenma"s $\varphi$
  lokal eine \glqq bis auf eine additive Konstante wohl definierte Funktion\grqq. Das Differential $\diff \varphi$ ist somit ein wohldefiniertes
  Kovektorfeld, wenn es auch global nicht das Differential einer
  Funktion auf ganz  $\DR^2\backslash 0$ zu sein braucht.
  Man berechne das Wegintegral $\int_\gamma\diff\varphi$ f"ur den Weg
  $\gamma:[0,2\pi]\ra \DR^2, \gamma(t)=(\cos t,\sin t)$. Man folgere, da"s
  $\diff \varphi$ nicht das Differential einer Funktion
  $f:\DR^2\backslash 0\ra\DR$ sein kann.
\end{Ubung}
\begin{Ubunge}[\textbf{Ein divergierendes Wegintegral}]
  Wenn ein Weg stetig und an jeder Stelle mit h"ochstens einer
  Ausnahme stetig differenzierbar ist, kann man im allgemeinen nicht
  mehr sinnvoll Wegintegrale dar"uber erkl"aren.
  Als Beispiel betrachte man etwa
  den Weg  $\gamma(t)\pdef r(t)(\op{cos}t,\op{sin}t)$ f"ur
  $r:\DR\ra\DR_{>0}$ glatt und monoton fallend mit $\lim_{t\ra\infty}r(t)=0$.
  Man zeige, da"s man $r$ so w"ahlen kann, da"s die Wegintegrale\label{dWeg} 
  $\int_{\gamma|[0,b]}x\diff y$ bei wachsendem $b$ "uber alle Grenzen wachsen.
  Hinweis: Man w"ahle $r$ so, da"s gilt $\op{sin}(2t)>0\RA r'(t)=0$
  und da"s $r$ nur sehr langsam f"allt. Durch Umparametrisieren des Weges
  $\gamma$ von $[0,\infty)$
    auf $[0,1)$ 
  und stetiges Fortsetzen durch $\beta(1)\pdef(0,0)$ erh"alt man dann
  einen Weg $\beta:[0,1]\ra \DR^2$, der auf $[0,1)$ glatt ist
  und bei dem die Wegintegrale $\int_{\beta|[0,c]}x\diff y$ f"ur $c\ra 1$ monoton
  "uber alle Grenzen wachsen.
\end{Ubunge}


\subsection{Wegzusammenhang}\label{Zuw}

\begin{Definition}\label{Weg}
Ist $X$ ein topologischer  Raum und sind $x,y\in X$ Punkte,
so nennen wir eine stetige Abbildung $\gamma:[a,b]\ra X$ 
mit $\gamma(a)=x$ und $\gamma(b)=y$ einen  {\bf Weg von $x$ nach $y$}. 
Ein  topologischer Raum $X$ hei"st 
\index{zusammenh"angend!wegweise} 
\defnoind{wegzusammenh"angend},\index{Wegzusammenhang} 
wenn er nicht leer ist und es f"ur je zwei Punkte unseres Raums einen
Weg vom einen zum anderen gibt.
\end{Definition}













\begin{Definition}
  Unter einem {\bf st"uckweise linearen Weg}\index{Weg!st"uckweise linearer} 
in einem 
reellen Raum verstehen wir einen Weg, der aus endlich vielen
  Geradensegmenten zusammengesetzt ist. Genauer und in Formeln hei"st also
ein Weg $\gamma:[a,b]\ra X$ in einem
reellen Raum st"uckweise linear, wenn es
eine Unterteilung $a=a_0<a_1<\ldots <a_n=b$ gibt derart, da"s
 $\gamma$ auf jedem Teilintervall $[a_{i-1},a_i]$ mit der Restriktion einer
affinen Abbildung $\DR\ra X$ "ubereinstimmt.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Im Lichte unserer allgemeinen Definitionen 
m"u"sten wir eigentlich von einem 
\glqq st"uckweise affinen Weg\grqq\   reden, aber das tut kein Mensch.
\end{Bemerkungl}

\begin{Lemma}
In einer wegzusammenh"angenden offenen Teilmenge eines normierten reellen
Raums lassen sich je zwei Punkte\label{WZST}
auch durch einen st"uckweise linearen
Weg verbinden.
\end{Lemma}
\begin{proof}[Beweis]
Sei $U \co X$ unsere Teilmenge und seien $x,y \in U$ gegeben. Nach
Annahme gibt es einen Weg 
$\gamma : [a,b] \rightarrow
U$ von $x$ nach $y$.
Ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit d"urfen wir $U \neq X$ annehmen.
Dann ist
der Abstand zum Komplement von $U$ nach \ref{SSdA} eine stetige Funktion
$d_{X \setminus U} :X \rightarrow \Bbb{R}$ ohne Nullstelle auf $U$. Also
hat 
$d_{X\setminus U} \circ \gamma$
 nach \eref{Mm}{AN1} auf $[a,b]$ ein Minimum $\varepsilon >0$, als da hei"st, 
es gibt $\varepsilon >0$ derart, da"s alle
Punkte aus $\gamma ([a,b])$ mindestens den Abstand $\varepsilon$ 
zum Komplement
von $U$ haben.
Andererseits ist $\gamma$ gleichm"a"sig stetig, wir finden also eine 
Unterteilung
$a = a_0 \leq a_1 \leq \ldots \leq a_n =b$ unseres Intervalls mit
$\| \gamma (a_i) - \gamma (a_{i-1})\| < \varepsilon $ f"ur $1\leq i \leq n$.
Ein zwischen den Eckpunkten $x = \gamma (a_0), \gamma (a_1), \ldots,
\gamma (a_n) = y$ jeweils gerade verlaufender Weg bleibt also ganz in $U$.  
Damit ist gezeigt, da"s sich je zwei Punkte aus $U$ auch durch einen 
st"uckweise linearen
Weg in $U$ verbinden lassen.
\end{proof}
  \begin{Lemma}
    Auf einer offenen wegzusammenh"angenden 
Teilmenge eines endlichdimensionalen
    reellen Raums ist jede differenzierbare reellwertige Funktion mit
    verschwindendem Differential konstant.\label{EDPo}
\end{Lemma}


\begin{proof}
Eine differenzierbare Funktion mit verschwindendem Differential mu"s
nach \ref{WIFP} am Anfang und Ende jedes stetig differenzierbaren Weges 
und dann auch am Anfang und Ende jedes 
st"uckweise linearen Weges denselben Wert annehmen.
Das Lemma folgt damit aus \ref{WZST}.
\end{proof}


\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Bemerkungl} Ich f"uhre f"ur die "Ubungen noch einige Begrifflichkeiten ein, die im Rest der Vorlesung vorest nicht ben"otigt werden. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}\label{DiTMm}
  Eine Teilmenge eines  topologischen 
Raums 
hei"st  {\bf diskret},\index{diskret!Teilmenge von topologischem Raum} 
  wenn jeder ihrer Punkte eine Umgebung besitzt, in der
kein anderer Punkt besagter Teilmenge liegt. In anderen Worten nennen wir also
eine Teilmenge eines  topologischen 
Raums diskret, wenn sie mit der
\hyperref[Innn]{Spurtopologie} 
ein \hyperref[dTT]{diskreter topologischer Raum}  wird.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Zum Beispiel ist die Menge aller Br"uche $\{1, 1/2, 1/3,\ldots\}$ mit einer
  Eins im Z"ahler eine diskrete Teilmenge der reellen Zahlengeraden.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}] 
Andere Autoren verstehen unter einer\label{diskret} 
\glqq diskreten Teilmenge\grqq\ 
eines topologischen Raums abweichend eine Teilmenge derart, da"s jeder
Punkt des gesamten  Raums eine Umgebung besitzt, in der
h"ochstens ein Punkt besagter Teilmenge liegt. 
In unserer Terminologie sind das genau die 
 diskreten abgeschlossenen Teilmengen.%\index{diskret!relativ}
\end{Bemerkungl}


\begin{Definition}\label{AnaL}
Eine Funktion auf einer Teilmenge des $\DR^n$, die in einer Umgebung eines
 jeden  Punktes  ihres Definitionsbereichs 
durch ihre Taylorreihe dargestellt werden kann, hei"st 
\defnoind{analytisch}.\index{analytisch!auf $\DR^n$}
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
  Wir werden in \eref{CHFu}{FT1} zeigen, da"s Potenzreihen in einer 
Ver"anderlichen analytische Funktionen
  liefern. Analog kann  man dasselbe auch f"ur Potenzreihen in mehreren 
Ver"anderlichen zeigen.
\end{Bemerkungl}


\begin{Bemerkungl}
Ein topologischer Raum hei"st 
 {\bf zusammenh"angend},\index{zusammenh"angend!topologischer Raum}
 wenn er nicht leer ist und 
jede nichtleere Teilmenge, die sowohl offen als auch abgeschlossen ist, 
bereits der ganze Raum sein mu"s.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungw}
  Als "Ubung \ref{WZTT} 
werden Sie zeigen, da"s jeder 
wegzusammenh"angende Raum  zusammenh"angend ist. Als "Ubung \ref{wegzo}
werden Sie zeigen, da"s ein zusammenh"angender Raum genau dann wegzusammenh"angend ist, wenn darin jeder Punkt eine wegzusammenh"angende
Umgebung besitzt.\label{ZSWZi} Insbesondere ist eine offene Teilmenge eines reellen normierten Raums 
genau dann zusammenh"angend, wenn sie wegzusammenh"angend ist.
Wir benutzen deshalb in diesen F"allen meist das k"urzere Wort \glqq zusammenh"angend\grqq. In
\eref{skt}{TM}geben wir ein Beispiel für einen zusammenh"angenden aber nicht wegzusammenh"angenden Raum. Mehr zu diesem Themenkomplex
wird in \eref{DZSH}{TM} besprochen.
\end{Bemerkungw}



\begin{Ubung}\label{WZSS}
Auf jedem topologischen Raum $X$ definiert man die Relation $W$
der \glqq Wegverbindbarkeit\grqq\   durch die Vorschrift, da"s gilt 
 $xWy$, 
wenn es in $X$ einen Weg von $x$ nach $y$ gibt. Man zeige,
da"s das eine "Aquivalenzrelation ist. Hinweis:  Die Transitivit"at ergibt sich
durch das \glqq Aneinanderh"angen von Wegen\grqq\  und
die Stetigkeit der so entstehenden Wege folgt mit \ref{AbgSM}.
Die "Aquivalenzklassen f"ur die "Aquivalenzrelation
 der Wegverbindbarkeit hei"sen die
\defnoind{Wegzusammenhangskomponenten}\index{Wegzusammenhangskomponente}
unseres Raums.\index{Komponente!Wegzusammenhangskomponente}  
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
Man zeige, da"s die Wegzusammenhangskomponenten eines topologischen Raums 
offen sind genau dann, wenn\label{wegzo} 
jeder Punkt eine wegzusammenh"angende Umgebung besitzt. Insbesondere ist
ein Raum, in dem jeder Punkt eine wegzusammenh"angende Umgebung besitzt,
genau dann zusammen"angend, wenn er wegzusammenh"angend ist.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{KDZ}
Das Komplement einer abgeschlossenen diskreten Teilmenge in einer 
wegzusammenh"angenden offenen Teilmenge eines $\DR^n$ 
ist f"ur $n>1$ wegzusammenh"angend. Dasselbe gilt im "Ubrigen 
auch ohne die Bedingung \glqq abgeschlossen\grqq, ist dann
aber schwerer zu zeigen.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{KDZzt}
Ist $U\co\DR^n$ offen und wegzusammenh"angend und 
$A\subset \DR^n$ ein  affiner Teilraum
einer Dimension $\op{dim}A\leq n-2$ alias einer Kodimension
mindestens Zwei, so ist 
auch $U\backslash A$ wegzusammenh"angend.
F"ur Teilr"aume $A$ der Kodimension Eins alias affine 
Hyperebenen $A$ gilt das nat"urlich nicht!
\end{Ubung}
\begin{Ubung}
 Stimmen zwei auf derselben wegzusammenh"angenden offenen 
Teilmenge des $\DR^n$ definierte
analytische Funktionen auf einer\label{IDAA}
Umgebung eines Punktes "uberein, so sind sie
  gleich. Hinweis: Man ziehe sich mithilfe st"uckweise 
linearer Wege auf den Fall $n=1$ zur"uck.
\end{Ubung}

\begin{Ubunge}\label{ZKGL}
 Die Gruppe $\op{SO}(n)$ aller orthogonalen 
$(n\times n)$-Ma\-tri\-zen mit Determinante Eins ist wegzusammenh"angend.
Hinweis: \eref{NFO}{LA2}. Weiter ist auch die Gruppe $\op{GL}(n;\DR)^+$ 
aller invertierbaren reellen 
$(n\times n)$-Matri\-zen mit positiver Determinante wegzusammenh"angend.
Hinweis: \eref{IWZR}{LA2}. Die Gruppen $\op{SU}(n)$ und $\op{U}(n)$ und 
$\op{GL}(n;\DC)$ sind wegzusammenh"angend.
Die vorgeschlagenen  L"osungsans"atze laufen
auf eine 
Flickschusterei hinaus.
Einen konzeptionellen Beweis werden wir in
\eref{ZKGLl}{TM} kennenlernen.
\end{Ubunge}

\begin{Ubunge}
Das Bild eines wegzusammenh"angenden Raums unter einer
stetigen Abbildung ist stets wieder wegzusammenh"angend.
Die wegzusammenh"angenden Teilmengen von $\DR$ sind gerade die
nichtleeren Intervalle. 
\end{Ubunge}

\begin{Ubung}\label{WZTT}
Gegeben   ein wegzusammenh"angender topologischer Raum 
ist jede Teilmenge, die sowohl offen als auch abgeschlossen ist, 
entweder leer oder bereits
der ganze Raum. Hinweis: Man w"ahle sonst einen Weg von einem Punkt unserer
Teilmenge in ihr Komplement und konstruiere einen Widerspruch. Wir f"uhren auch
beim Beweis von \eref{NSTe}{FT1} ein Argument aus. 
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{NNSP} 
Man zeige:
Gegeben ein von Null verschiedenes Polynom $P\in \DC[T_1,\ldots, T_n]$
ist die Menge seiner Nichtnullstellen in $\DC^n$ offen, dicht und
wegzusammenh"angend. 
\end{Ubung}



\subsection{Felder mit Potential}
\begin{Bemerkungl}
Wir interessieren uns im weiteren f"ur die Frage, unter welchen
Bedingungen ein stetiges Kovektorfeld das Differential einer Funktion
ist und  inwieweit diese Funktion dann eindeutig bestimmt
ist. %Diese Fragen werden nach einigen Vorbereitungen durch \ref{RP} und \ref{EDPo} beantwortet.
\end{Bemerkungl}
\begin{Proposition}[\textbf{Felder mit Potential}]
Gegeben $X$  ein endlichdimensionaler  Raum
 und  $\omega:X\lco U\ra \vec X^*$ 
ein stetiges Kovektorfeld\label{RP}  sind gleichbedeutend:
\begin{enumerate}
\item
Unser Kovektorfeld $\omega$ ist das 
Differential $\omega=\diff f$ einer differenzierbaren Funktion $f:U\ra\DR$;
\item
Das Integral unseres Kovektorfelds  "uber beliebige
stetig differenzierbare Wege in $U$ h"angt nur
vom Anfangs- und Endpunkt ab;
\item
Das Integral  unseres Kovektorfelds  "uber jeden geschlossenen 
stetig differenzierbaren
Weg in $U$ verschwindet.
\end{enumerate}
\end{Proposition}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}] 
  In  physikalischer Terminologie \ref{PhTR} hat also ein
Kraftfeld oder genauer das zugeh"orige energiewertige Kovektorfeld
ein Potential genau dann, wenn die l"angs beliebiger Wege geleistete Arbeit 
nur vom Anfangs- und Endpunkt abh"angt.
\end{Bemerkungl}

\begin{proof}[Beweis]
Es ist im folgenden bequem, f"ur etwas  allgemeinere als nur stetig
differenzierbare Wege
den Begriff des Wegintegrals zur Verf"ugung zu haben.
\begin{Definition}
Sei $X$ ein endlichdimensionaler reeller Raum.
Ein Weg $\gamma :[a,b]\ra X$ hei"st {\bf st"uckweise stetig
differenzierbar},
 wenn es eine Zerlegung\label{ssd} 
$a=a_{0}<a_{1}<\ldots <a_{r} = b$ unseres Intervalls gibt derart,
da"s die Restriktionen $\gamma|_{[a_{i-1},a_{i}]}$ stetig 
differenzierbar sind f"ur
alle $i$.  Wir bezeichnen st"uckweise stetig
differenzierbare Wege abk"urzend 
als \defnoind{Integrationswege}.\index{Integrationsweg}
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Wegintegral "uber Integrationswege}] 
Gegeben $\gamma :[a,b] \ra X$ ein Integrationsweg
in einem endlichdimensionalen reellen Raum $X$
und  $\omega$ ein auf dem Bild von $\gamma$\label{issd} 
definiertes stetiges relatives 
Kovektorfeld setzen wir
$$ \Wint_{\gamma}\omega =\int_{\gamma}\omega = \int_{\gamma|_{[a,a_{1}]}} \omega + 
\int_{\gamma|_{[a_{1},a_{2}]}} \omega + \ldots +
\int_{\gamma|_{[a_{r-1},b]}} \omega$$
f"ur $a_{1}< \ldots < a_{r-1}$ die Stellen in $(a,b)$, an denen
$\gamma$ nicht differenzierbar ist.  
Sicher gilt dann $\int_{\gamma}\omega =
\int_{\gamma|_{[a,c]}} \omega + \int_{\gamma|_{[c,b]}} \omega$ f"ur alle
$c \in (a,b)$. 
\end{Bemerkungl}\noindent
Wir behaupten nun zun"achst, da"s die Aussagen $2$
beziehungsweise $3$
der Proposition \ref{RP} jeweils gleichbedeutend sind zu
\begin{enumerate}
\item[$2'$. ]
Das Integral von $\omega$ "uber beliebige
Integrationswege in $U$ h"angt nur vom Anfangs- und Endpunkt ab.
\item[$3'$. ]
Das Integral von $\omega$ "uber jeden  geschlossenen
Integrationsweg in $U$ verschwindet.
\end{enumerate}

\begin{figure}[htbp]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildPP}
\end{minipage}\hfill
\begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Ein beliebiger Weg mit angeh"angtem geraden St"uck aus dem
Beweis von $2'\RA 1$.
\end{minipage}
\end{figure}
\noindent Hier ist $2^{\prime} \Rightarrow 2$ offensichtlich. Andererseits
k"onnen wir aber jeden Integrationsweg so
umparametrisieren, da"s er stetig differenzierbar wird. Das
Integral "andert sich dabei nicht, und so
folgt auch die andere Richtung $2 \Rightarrow 2^{\prime}$. 
Ebenso zeigt man $3\IFF 3'$. 
Nach diesen Vorarbeiten beginnen wir nun
mit dem eigentlichen Beweis der Proposition.
Die Folgerungen $1 \Rightarrow  2\Rightarrow 3$ sind
offensichtlich.
Wir zeigen als n"achstes $3^{\prime} \Rightarrow 2$ durch Widerspruch:
G"abe es zwei Integrationswege mit demselben Anfangs-
und Endpunkt aber verschiedenen Integralen, so k"onnten wir den
einen dieser Wege umdrehen und an den anderen anh"angen und so einen
geschlossenen Integrationsweg erhalten,
"uber den das Integral von $\omega$ nicht Null w"are. Damit ist
$3^{\prime} \Rightarrow 2$ gezeigt.
Zeigen wir nun noch $2^{\prime} \Rightarrow 1$,
so haben wir alles bewiesen.
Nach "Ubung \ref{WZSS} und  \ref{WZST} d"urfen wir annehmen, da"s $U$ nicht leer ist
und sich je zwei Punkte aus $U$ durch einen Integrationsweg
 verbinden lassen.
Dann w"ahlen wir $p \in U$ fest und definieren eine Funktion $f: U
\ra \Bbb{R}$ durch die Vorschrift
$$ f(x) = \int_{\gamma} \omega$$
f"ur einen und nach $2'$ dann auch jeden
Integrationsweg 
$\gamma$ von $p$ nach $x$. 
Ist nun $ \psi$ ein stetig differenzierbarer Weg in $U$ von
$x$ nach $y$, so behaupten wir
$$\int_{\psi}\omega = f(y) - f(x)$$
In der Tat k"onnen wir ja $\psi$ am $\gamma$ anh"angen und so
einen Integrationsweg von $p$ nach $y$ erhalten,
so da"s also gilt $\int_{\gamma} \omega + \int_{\psi} \omega = f(y)$. 
Mit dieser Erkenntnis l"a"st sich das 
Differential von $f$ nun sehr leicht berechnen.
Gegeben $x\in U$ sei $B\co X$ ein offener Ball um Null mit
$x+B\subset U$.  Gegeben $\vec v\in B$ 
betrachten wir den Weg $\psi:[0,1]\ra U$, $\psi(t)=x+t\vec v$ 
 und
erhalten 
$$f(x+\vec v)-f(x)=\int_\psi\omega=  \int_0^1\omega_{x+t\vec v}\left(\vec v\right)\diff t
= \omega_{x}\left(\vec v\right) + 
\int_0^1(\omega_{x+t\vec v}-\omega_{x})(\vec v)\diff t $$
Das letzte Integral l"a"st sich aber 
schreiben als $\| \vec v\|$ mal eine Funktion, die 
beschr"ankt ist f"ur $\vec v\in B$ durch 
$\sup\{\|\omega_{x+\vec w}-\omega_{x}\|\mid \|\vec w\|\leq \|\vec v\|\}$
und die folglich mit $\vec v$ gegen Null
strebt. Das zeigt $\diff_x f=\omega_x$ wie gew"unscht.
\end{proof}











\subsection{Homotopie von Wegen}\label{WeHo}

\begin{Bemerkungl}
  Einen durch das Einheitsintervall parametrisierten Weg $\gamma:[0,1]\ra X$ in
  einem topologischen Raum $X$ nennen wir im
  folgenden einen 
\defnoind{normierten Weg}.\index{Weg!normierter}\index{normiert!Weg} 
 Zu jedem Weg $\gamma:[a,b]\ra X$
  bilden wir den zugeh"origen normierten Weg
  $\hat{\gamma}:t\mapsto \gamma ((1-t)a+tb)$. 
\end{Bemerkungl}
\begin{Definition}\label{DHWc}
Seien $x,y$ Punkte eines  topologischen  Raums $X$. 
Zwei normierte Wege $\al,\beta$ von $x$ nach $y$
hei"sen
\defnoind{homotop}\index{homotop!Wege} oder pr"aziser 
\defnoind{homotop in $X$} oder ganz pedantisch 
\defnoind{homotop mit festen Randpunkten}\index{homotop!mit festen Randpunkten}
und wir
schreiben $\al\simeq\beta$, wenn
es eine stetige Abbildung
\begin{figure}[htb]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/Bildhom}\\[4mm]
\noindent Eine Homotopie zwischen zwei Wegen, in diesem Fall zwischen den
beiden Randwegen unserer Banane.
\end{figure}
 $$h:[0,1]^2\ra X$$
des Einheitsquadrats in unseren Raum  gibt,
die auf der Unter- beziehungsweise Oberkante unseres Quadrats  mit
$\al$ beziehungsweise $\beta$ "ubereinstimmt und die auf der Vorder- und der Hinterkante
konstant ist. In Formeln
ausgedr"uckt fordern wir also
$
h (t,0) = \al (t)$ und $
h (t,1) = \beta (t)
$ f"ur alle $
t \in [0,1]$
sowie
$
h(0,\tau)=x$ und
$h(1,\tau)=y$ f"ur alle $
\tau \in [0,1]$.  
Wir sagen dann auch, $h$ sei eine 
{\bf Homotopie\index{Homotopie!von Wegen} zwischen 
$\al$ und $\beta$} und schreiben $h:\al\simeq\beta$. \index{)8@$\simeq$ homotop}
Zwei beliebige Wege von $x$ nach $y$ nennen wir 
\defind{homotop}
genau dann, wenn die zugeh"origen normierten Wege homotop sind.
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}
Vielleicht anschaulicher kann man Homotopie von Wegen auch dahingehend 
interpretieren, da"s es eine durch
$\tau\in [0,1]$ parametrisierte Familie von normierten Wegen $h_\tau$ von
$x$ nach $y$ geben soll derart, da"s gilt $h_0=\alpha$, $h_1=\beta$ 
und da"s unsere Familie stetig von $\tau$ abh"angt in dem Sinne,
da"s die Abbildung $[0,1]^2\ra X$, $(t,\tau)\mapsto h_\tau(t)$ stetig ist.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}\label{Konvexc}
F"ur eine konvexe Teilmenge $X $ eines 
endlichdimensionalen reellen Raums  und 
zwei beliebige Punkte $x,y \in X$ 
sind je zwei  Wege $\al,\beta$ von $x$ nach $y$ homotop in $X$.  
Sind unsere Wege  normiert, so kann man eine 
 Homotopie  explizit angeben 
vermittels $h(t,\tau) =(1-\tau) \al (t)
+ \tau\beta (t)$. 
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungl}
[\textbf{Vorw"artsverwandte  homotoper Wege sind homotop}]
Ist in Formeln $f:X\ra Y$  eine stetige Abbildung topologischer R"aume, 
so folgt aus $h:\al\simeq\beta$
schon $f\circ
h:f\circ \al\simeq f\circ \beta$. \label{BHc} 
Speziell ist ein Weg homotop zu allen seinen Umparametrisierungen, 
denn nach \ref{Konvexc} sind je zwei Wege in $[0,1]$ von
$0$ nach $1$ homotop und damit gilt dasselbe f"ur ihre Verkn"upfung
mit einer beliebigen stetigen Abbildung $\gamma:[0,1]\ra Y$. 
\end{Bemerkungl}
\begin{figure}[htbp]
  \centering
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildRZsh}\\[4mm]
\noindent Ein zusammenziehbarer und ein nicht zusammenziehbarer\\  
geschlossener Weg in Komplement 
des durch ein Kreuzchen markierten Punktes
in der Papierebene
\end{figure}
\begin{Definition}\label{zzhk}
Ein Weg in einem topologischen  Raum 
hei"st ein {\bf geschlossener Weg},\index{Weg!geschlossener} 
wenn sein Anfangs- und Endpunkt zusammenfallen. Ein geschlossener Weg hei"st
\defnoind{zusammenziehbar},\index{Weg!zusammenziehbarer}
\index{zusammenziehbar!geschlossener Weg}
wenn er  homotop ist zu einem konstanten Weg. 
Ein topologischer Raum hei"st
\defind{schleifenf"ullend},
wenn  jeder geschlossene Weg in unserem Raum zusammenziehbar ist.
\end{Definition}




\begin{Bemerkungw}
  In der Literatur hei"sen wegzusammenh"angende schleifenf"ullende R"aume auch \glqq einfach zusammenh"angend\grqq, aber ich nenne sie gerne genauer
  \glqq einfach wegzusammenh"angend\grqq.\index{einfach!wegzusammenh"angend}\index{wegzusammenh"angend!einfach}  
\end{Bemerkungw}

\begin{Bemerkungw}
Ist $U\co\DR^n$ offen und  schleifenf"ullend und ist
$A\subset \DR^n$ ein  affiner Teilraum einer Kodimension $\geq 3$, so ist 
auch $U\backslash A$ schleifenf"ullend. F"ur einen Beweis
dieses Analogons zu \ref{KDZzt} verweise ich auf die Topologie \eref{FMK}{TF}.
\end{Bemerkungw}

\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{Ubung}\label{HAQ}
Homotopie ist eine "Aquivalenzrelation auf der Menge aller
Wege zwischen zwei fest vorgegebenen Punkten.
Hinweis: Verkleben stetiger Abbildungen \ref{AbgSM}.
\end{Ubung}

\begin{Ubung}\label{HOWW}
Ein Raum ist schleifenf"ullend genau dann, wenn
je zwei Wege mit demselben Anfangs- und demselben Endpunkt 
darin homotop sind.
\end{Ubung}




\begin{Ubunge}\label{PAPr}
Jeder Weg in einer offenen Teilmenge eines 
normierten reellen Vektorraums ist  in besagter offener Teilmenge
homotop zu einem st"uckweise linearen Weg. Hinweis: \ref{WZST}.
\end{Ubunge}








\subsection{Wegintegrale "uber geschlossene Felder}


\begin{Definition}
Seien $X$ ein endlichdimensionaler reeller Raum und
$A \subset X$ eine halboffene Teilmenge.\label{gesch} 
Ein stetig differenzierbares Kovektorfeld  $\omega:A\ra \vec{X}^\ast$ 
hei"st {\bf geschlossen},\index{geschlossen!Kovektorfeld}
 wenn an jeder Stelle $p\in A$  sein Differential
$\tiff_p \omega:\vec{X}\ra \vec{X}^\ast$
eine symmetrische Bilinearform auf $\vec{X}$ liefert im Sinne
der Gleichheit von reellen Zahlen 
$$(\tiff_p \omega)(\vec{v})(\vec{w})=
(\tiff_p \omega)(\vec{w})(\vec{v})\quad\forall \vec{v},\vec{w}\in \vec{X}$$
\end{Definition}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion der Terminologie}] 
  Die Bezeichnung als \glqq geschlossenes Kovektorfeld\grqq\ geht vermutlich auf den gleich folgenden Satz \ref{roPP}
  zur"uck, nach dem ein stetig differenzierbares Kovektorfeld geschlossen ist
  genau dann, wenn seine Wegintegrale "uber alle geschlossenen und im
  Definitionsbereich zusammenziehbaren Wege verschwinden.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Affine
      R"uckw"artsverwandtschaft erh"alt Geschlossenheit}]
 Gegeben ein stetig differenzierbares geschlossenes  Kovektorfeld ist,
 wie man leicht sieht,  auch
sein R"uckw"artsverwandter\label{RVGk} 
 unter jeder affinen Abbildung 
 geschlossen. Gegeben in der Tat $\phi:X\ra Y$
 eine affine Abbildung endlichdimensioaler reeller R"aume und
 $\eta:Y\ra \vec Y^*$ ein Kovektorfeld,
 so gilt per definitionem
 $\phi^*\eta=\vec\phi^\ttop\circ \eta\circ \phi: X\ra \vec X^*$
 und f"ur $\eta$ stetig differenzierbar
 $\tiff_x(\phi^*\eta)=\vec\phi^\ttop\circ \tiff_{\phi(x)}\eta\circ \vec\phi:\vec X\ra \vec X^*$ und damit 
 $$\tiff_x(\phi^*\eta)(\vec v)(\vec w)=\tiff_{\phi(x)}\eta( \vec\phi \vec v)(\vec\phi \vec w)$$
 Ist also $\tiff_{y}\eta$ f"ur alle $y\in Y$ symmetrisch, so auch
 $\tiff_x(\phi^*\eta)$ f"ur alle $x\in X$. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Bemerkungw} 
 Dasselbe zeigen wir in \ref{RAAb} sogar f"ur R"uckw"artsverwandte
unter beliebigen zweimal stetig differenzierbaren Abbildungen.
\end{Bemerkungw}
  \begin{Beispiel}[\textbf{Geschlossene Kovektorfelder auf $\DR^n$}] 
    Ein stetig differenzierbares Kovektorfeld $\omega=\sum u_i\diff x_i$ auf
    einer offenen Teilmenge eines $\DR^n$ ist 
      geschlossen genau dann, wenn\label{difk}  
     gilt $$\displaystyle\frac{\partial u_{i}}{\partial x_{j}} 
= \frac{\partial
u_{j}}{\partial x_{i}} \quad\forall i,j$$
In der Tat liefern unsere Definitionen in
diesem Fall $ (\diff_p \omega)(\vec{\op{e}}_i)(\vec{\op{e}}_j)=\frac{\partial
  u_{i}}{\partial x_{j}} (p)$. 
\end{Beispiel}
\begin{Beispiel}[\textbf{Differentiale sind stets geschlossen}] 
  Gegeben eine zweimal stetig differenzierbare
Funktion  $f$ auf
    einer offenen Teilmenge eines
endlichdimensionalen reellen Raums $X$
ist 
ihr Differential $\diff f$ stets    geschlossen.
In der Tat reicht es aufgrund unserer Erkenntnis \ref{RVGk}, da"s R"uckw"artsverwandte geschlossener Kovektorfelder unter affinen Abbildungen  wieder geschlossen sind,
den Fall
 $X=\DR^n$ zu betrachten.
F"ur 
$\omega =\sum u_i\diff x_i=\sum \frac{\partial
  f}{\partial x_{i}}\diff x_i=\diff f$ gilt dann in
der Tat wegen der Vertauschbarkeit der
partiellen Ableitungen stets 
$$\frac{\partial u_{i}}{\partial x_{j}} =
\frac{\partial^{2}f}{\partial x_{j}\partial x_{i}} =
\frac{\partial^{2}f}{\partial x_{i}\partial x_{j}}=\frac{\partial
u_{j}}{\partial x_{i}}$$
und damit ist $\diff f$ geschlossen nach \ref{difk}.\label{difg}
Nebenbei bemerkt ist
$\tiff_p(\diff f)=\tiff_p^{(2)} f$  gerade das \glqq Doppelte des
quadratischen Anteils der Taylorentwicklung der Funktion $f$ 
um $p$\grqq.
\end{Beispiel}
\begin{Bemerkungw}\label{ADVi} 
  Sp"ater werden wir in \ref{daAb} ganz allgemein 
die \glqq "au"sere Ableitung von
Differentialformen\grqq\  einf"uhren. In dieser Terminologie sind dann 
unsere geschlossenen 
Kovektorfelder aus der vorhergehenden Definition
\ref{gesch} genau diejenigen differenzierbaren Kovektorfelder,
deren \glqq "au"sere Ableitung\grqq\  $d\omega$  verschwindet,
die grob gesprochen definiert wird als der \glqq antisymmetrische Anteil von   $\diff\omega$\grqq.
Da"s R"uckw"artsverwandschaft Geschlossenheit erh"alt, ist in diesem Kalk"ul
eine unmittelbare Folgerung aus der Vertr"aglichkeit von "au"serer Ableitung
mit Verwandtschaft \ref{RAAb}. 
\end{Bemerkungw}


  \begin{Satz}[\textbf{Wegintegrale und Geschlossenheit von Kovektorfeldern}]
 Seien $X$ ein endlichdimensionaler reeller Raum.\label{roPP}   
F"ur ein stetig differenzierbares Kovektorfeld $\omega:X\lco U\ra\vec X^*$ sind gleichbedeutend: %$\omega:X\supset U\ra\vec X^*$
\begin{enumerate}
\item 
Unser Kovektorfeld ist geschlossen;
\item
Die Wegintegrale unseres Kovektorfelds "uber je zwei  in $U$  homotope
Integrationswege stimmen "uberein; 
\item
Das Wegintegral unseres Kovektorfelds
"uber jeden in $U$ zusammenziehbaren geschlossenen 
Integrationsweg verschwindet. 
\end{enumerate}
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
Einen 
alternativen und  besonders glatten
Beweis des Satzes unter st"arkeren Voraussetzungen geben
wir in \ref{STOK}.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Beziehung zur Proposition "uber Wegintegral und Potential}]
  Unsere Proposition \ref{RP} zu Wegintegral und Potential oder besser ihre
  Erweiterung zu Integrationswegen im Laufe des Beweises
besagt, da"s 
gegeben eine offene Teilmenge $U$ eines endlichdimensionalen reellen Raums 
und ein stetiges Kovektorfeld auf $U$ gleichbedeutend sind:
\begin{enumerate}
\item
Unser Kovektorfeld ist das 
Differential einer differenzierbaren Funktion;
\item
Die Wegintegrale unseres Kovektorfelds "uber je zwei
Integrationswege in $U$ mit demselben 
 Anfangs- und Endpunkt stimmen "uberein;
\item
Das Wegintegral  unseres Kovektorfelds  "uber jeden geschlossenen 
Integrationsweg in $U$ verschwindet.
\end{enumerate}
Alle diese gleichbedeutenden Bedingungen sind st"arker 
als die entsprechenden Bedingungen aus Satz \ref{roPP} "uber Wegintegrale und die  Geschlossenheit von Kovektorfeldern:
Die erste, da  nach \ref{difg} Differentiale, wenn sie stetig differenzierbare
Kovektorfelder sind, stets geschlossen sein m"ussen, die
anderen aus offensichtlichen Gr"unden. 
\end{Bemerkungl}

\begin{Korollar}[\textbf{Geschlossenheit und Potential}] 
  Auf einer schleifenf"ullenden\label{rop}  
offenen Teilmenge eines endlichdimensionalen reellen Raums 
ist ein stetig differenzierbares Kovektorfeld genau dann
geschlossen, wenn es  das Differential einer differenzierbaren
Funktion ist.
\end{Korollar}
\begin{proof}
  F"ur $U$ schleifenf"ullend und ein stetig differenzierbares Kovektorfeld $\omega$ auf $U$ ist die letzte der "aquivalenten Eigenschaften aus
  Satz \ref{roPP}, da"s n"amlich das Wegintegral "uber jeden in $U$ zusammenziehbaren
  Integrationsweg in $U$ verschwinden m"oge, 
gleichbedeutend zur letzten der "aquivalenten Eigenschaften  aus 
Proposition \ref{RP}, da"s n"amlich das Wegintegral "uber jeden geschlossenen  Integrationsweg in $U$ 
 verschwinden m"oge.
  Mithin sind f"ur $U$  schleifenf"ullend alle sechs
  Eigenschaften aus \ref{roPP} und \ref{RP}  gleichbedeutend.
  Insbesondere ist unter dieser Voraussetzung 
  jedes stetig differenzierbare geschlossene Kovektorfeld auf $U$ das
  Differential einer Funktion.  
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{"Ubersetzung in Aussagen "uber Gradientenfelder}] 
  F"ur $U\co\DR^n$ schleifenf"ullend
  besagt Korollar \ref{rop} in der Terminologie der Gradientenfelder, da"s 
 ein stetig differenzierbares 
Vektorfeld $v=(v_1,\ldots,v_n):U\ra\DR^n$ genau dann das 
Gradientenfeld einer differenzierbaren Funktion ist, wenn gilt 
$$\displaystyle\frac{\partial v_{i}}{\partial x_{j}} 
= \frac{\partial
v_{j}}{\partial x_{i}} \quad\forall i,j$$
Insbesondere ist f"ur $n=1$ jedes stetig differenzierbare 
Vektorfeld ein Gradientenfeld, aber in diesem Fall wissen wir bereits st"arker, da"s sogar jede
stetige Funktion
eine Stammfunktion hat. Weiter ist f"ur $n=2$ ein stetig differenzierbares 
Vektorfeld $v$ genau dann ein Gradientenfeld, wenn seine 
{\bf skalare Rotation}\index{skalare Rotation!eines ebenen Vektorfeldes} 
alias\index{Rotation!skalare} 
{\bf Wirbeldichte}\index{Wirbeldichte}\label{wirb} 
$ \op{rot}v\pdef \frac{\partial
v_2}{\partial x_1}-\frac{\partial
v_1}{\partial x_2}$ verschwindet. Und schlie"slich ist f"ur $n=3$ 
 ein stetig differenzierbares Vektorfeld $v$
 genau dann ein Gradientenfeld, wenn seine 
 {\bf Rotation}\index{Rotation} verschwindet, die man 
in diesem Falle definiert als
das Vektorfeld
 $$\op{rot}v=\left(\frac{\partial v_3}{\partial x_2}-
\frac{\partial v_2}{\partial x_3}\;,\;\frac{\partial v_1}{\partial x_3}-
\frac{\partial v_3}{\partial x_1}\;,\;\frac{\partial v_2}{\partial x_1}-
\frac{\partial v_1}{\partial x_2}\right)$$
Um f"ur das Konzept der Rotation von Vektorfeldern in $\DR^2$ und $\DR^3$ eine\label{sr} 
Anschauung zu entwickeln, mag man sich unser Vektorfeld $v$ als ein Kraftfeld 
vorstellen. 
L"a"st man im ebenen Fall $n=2$ dieses Kraftfeld
auf
den Rand einer kleinen Kreisscheibe wirken, die an einer Stelle unserer
Ebene drehbar  befestigt ist, so beginnt sie sich zu drehen.
Drehsinn und Drehmoment geteilt durch die
Fl"ache der Kreisscheibe entsprechen
Vorzeichen und Betrag der skalaren Rotation.
L"a"st man im r"aumlichen Fall dieses Kraftfeld
auf die Oberfl"ache eines kleinen B"allchens wirken, 
den man an einer Stelle $p$ hineinh"alt, 
so beginnt  auch er sich zu drehen. Die Drehachse
ist dann die von der Rotation unseres Vektorfeldes bei $p$ 
erzeugte Gerade und 
Drehsinn sowie Drehmoment geteilt durch die
Fl"ache der vom "Aquator berandeten Kreischeibe zu unserem B"allchen
entsprechen
Richtung und L"ange der Rotation. Allgemeiner kann man die Rotation eines
Vektorfelds definieren und geometrisch interpretieren wie oben angedeutet, wenn $X$ zwei- oder dreidimensional
ist und $\vec X$ versehen mit
einem ausgezeichneten Skalarprodukt und im dreidimensionalen Fall zus"atzlich
mit einer ausgezeichneten Orientierung. 
\end{Bemerkungl}
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/Bildrot}\\[4mm]
\noindent Das ebene Vektorfeld $(x,y)\mapsto (0,-x)$ hat konstant die
Rotation $-1$.
\end{figure}

\begin{proof}[Beweis von Satz \ref{roPP}]
Die Implikation 
 2$\RA$3 ist offensichtlich. Um 3$\RA$1 zu zeigen, d"urfen wir ohne
 Beschr"ankung der Allgemeinheit annehmen, da"s $U$ konvex
 ist. Dann ist in $U$ jeder geschlossene Weg zusammenziehbar und  
unsere Erkenntnisse zu Wegintegral und Potential \ref{RP}
 zeigen, da"s unser Kovektorfeld auf 
besagter konvexer Teilmenge das Differential $\omega=\diff f$ einer 
differenzierbaren Funktion sein mu"s. Solch ein Differential aber ist 
nach \ref{difg} 
stets geschlossen. 
Alternativ k"onnen wir die Implikation 3$\RA$1
auch leicht aus "Ubung \ref{IHTj} herleiten.
Damit bleibt nur noch 1$ \Rightarrow $2 zu zeigen, da"s
also f"ur jedes stetig differenzierbare geschlossene Kovektorfeld
seine Wegintegrale "uber homotope Wege "ubereinstimmen. 
Wir beginnen unseren Beweis von 1$ \Rightarrow $2,
indem wir ein Korollar unseres Satzes als  Lemma formulieren und  
daf"ur einen eigenst"andigen Beweis geben.
% \begin{proof}[Beweis]
% 4$\Rightarrow$3 ergibt sich unmittelbar aus Satz \ref{RP}, nach dem
% jedes stetige Kovektorfeld das Differential einer Funktion ist, bei dem alle
% Wegintegrale "uber geschlossene Integrationswege verschwinden. 
% 3$ \Rightarrow $2 ist offensichtlich. 
% Um 2$ \Rightarrow $1 zu zeigen, 
% d"urfen wir ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit 
% $X=\DR^n$ annehmen. Die Implikation 
%  ist dann auch offensichtlich, f"ur 
% $\omega =\sum u_i\diff x_i=\diff f$ gilt in
% der Tat
% $$\frac{\partial u_{i}}{\partial x_{j}} =
% \frac{\partial^{2}f}{\partial x_{j}\partial x_{i}} =
% \frac{\partial^{2}f}{\partial x_{i}\partial x_{j}}=\frac{\partial
% u_{j}}{\partial x_{i}}$$
% Im "ubrigen sieht man auch leicht ein, da"s die 
% $\diff_p(\diff f)$ entsprechende
% symmetrische Bilinearform gerade das Doppelte des
% \glqq quadratischen Anteils der Taylorentwicklung der Funktion $f$ 
% um $p$\grqq\  ist.
% Wie dem auch sei, bleibt nur 1$ \Rightarrow $4 zu zeigen. 
% Wir d"urfen ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit 
% weiter $X=\DR^n$ annehmen. Wir beginnen unseren Beweis von 1$ \Rightarrow $4,
% indem wir einen
% Spezialfall von 1$ \Rightarrow $3 als  Proposition formulieren und  
% unabh"angig zeigen.
\begin{Lemma}
Ist  $U \co \Bbb{R}^n$ eine offene Kugel
 und $\omega$ darauf ein stetig differenzierbares 
geschlossenes Kovektorfeld,\label{stg} so ist $\omega$ das Differential einer
Funktion $f:U\ra\DR$. 
\end{Lemma}
\begin{Bemerkungl}
  Ich gebe f"ur dies Lemma 
zwei Beweise: Erst einen sehr kurzen mehr rechnerischen
Beweis und im Anschlu"s einen etwas l"angeren mehr konzeptionellen Beweis.
\end{Bemerkungl}
\begin{Bild} 
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildWiF}\\[4mm]
\noindent 
Ein rotationsfreies Vektorfeld ohne Potential auf
der punktierten Ebene.
\end{Bild}
\begin{Beispiel}
  Da"s ein rotationsfreies Vektorfeld 
auf einer nicht einfach wegzusammenh"angenden offenen Teilmenge
eines $\DR^n$ nicht notwendig ein
Potential besitzt, zeigt das Vektorfeld $\op{grad} \theta$
auf $\Bbb{R}^2\setminus 0$, wo
$\theta(x,y)$ der eben nur bis auf eine additive Konstante wohlbestimmte
Winkel ist, den der Strahl vom Nullpunkt
nach  $(x,y)$ mit der horizontalen Koordinatenachse einschlie"st. 
Der Gradient $\op{grad} \theta$
ist dann ein wohldefiniertes rotationsfreies Vektorfeld
auf dem Komplement des Ursprungs, 
hat aber kein global definiertes Potential. 
Es hei"st das  {\bf Winkelfeld}.\index{Winkelfeld} 
 Dies Vektorfeld ist nicht ganz leicht zu zeichnen, da die L"angen seiner
Vektoren gegen den Ursprung hin ins Unendliche wachsen. 
Auf den ersten Blick mag es absurd wirken, dieses Feld wirbelfrei zu nennen.
Eine au"serhalb des Ursprungs zum Testen hereingelegte kleine Kreisscheibe 
w"urde aber in der Tat nicht gedreht, die st"arkeren Vektoren
zerren zwar an der dem Ursprung zugewandten Seite, aber
von diesen Vektoren greifen andererseits auch 
weniger an. In gewisser Weise konzentriert sich
hier das gesamte Wirbeln im Ursprung, und der geh"ort nun eben gerade nicht
zu unserem Definitionsbereich.
In mathematischer Sprechweise ist $\diff\varphi$ ein geschlossenes
Kovektorfeld auf der punktierten Ebene, das jedoch nicht das
Differential einer global definierten Funktion ist.
Anschaulich mag man sich das Winkelfeld als das
\glqq Steigungsfeld einer Wendeltreppe\grqq\ denken,
bei dem auf dem Boden unter einer Wendeltreppe an jeder
Stelle eingezeichnet wird, in welcher Richtung es auf der
Wendeltreppe dar"uber am steilsten hochgeht und wie steil es
da hochgeht.
\end{Beispiel}
\begin{proof}[Rechnerischer Beweis]
Sei $\omega=\sum u_j\diff x_j$. 
Wir d"urfen ohne Beschr"ankung der Allgemeinheit $0\in U$
annehmen. Wir bezeichnen nun  mit $x\in U\co \DR^n$ einen Punkt  
und betrachten den Weg $\psi_x:[0,1]\ra U, t\mapsto tx$ und die Funktion
$f: U \ra \Bbb{R}$ gegeben durch
$$f(x) = \int_{\psi_x}\omega=\int^{1}_{0}  \omega_{tx}(x) \diff t
=\int^{1}_{0} \sum^{n}_{j=1} u_j(tx)\cdot x_j \diff t
$$
Ihre partielle Ableitung nach $x_{i}$  
ergibt sich zu
$$\begin{array}[b]{rcl}
\frac{\partial f}{\partial x_{i}}(p) &=& \int^{1}_{0}
\frac{\partial}{\partial x_{i}}|_{x=p} 
\left( \sum^{n}_{j=1} (u_{j}\circ (t\cdot) )
\cdot x_{j}\right) \diff t\\[2mm]
&=& \int^{1}_{0} \sum^{n}_{j=1} t \cdot\frac{\partial u_{j}}{\partial
x_{i}}(tp)\cdot p_{j} + u_{i}(tp) \diff t\\[2mm]
&=& \int^{1}_{0}\sum^{n}_{j=1}t\cdot \frac{\partial u_{i}}{\partial
x_{j}}(tp )\cdot p_{j} + u_{i}(tp) \diff t\\[2mm]
&=& \int^{1}_{0} t\cdot \frac{\diff}{\diff t}( u_{i} (tp) ) 
+ u_{i}(tp)
\diff t\\[2mm]
&=& \int^{1}_{0} \frac{\diff}{\diff t} 
(t\cdot (u_{i}(tp) ) \diff t\\[2mm]
&=& t\cdot u_{i}(tp)\left|_{0}^{1} \right. \\[2mm]
&=& u_{i}(p)
\end{array}$$
und wir sehen, da"s  in der Tat gilt $\diff f=\omega$. 
\end{proof}
\begin{proof}[Konzeptioneller Beweis]
Wir behandeln zun"achst den Fall $n=2$ als eigenst"andiges Lemma.
\begin{Lemma}\label{KoFP}
Ist  $U \co \Bbb{R}^2$ eine
ebene Kreisscheibe und $\omega$ darauf ein stetig differenzierbares 
geschlossenes Kovektorfeld, so ist $\omega$ das Differential einer
Funktion $f:U\ra\DR$. 
\end{Lemma}
\begin{figure}[htbp]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildQ}
\end{minipage}\hfill
\begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
Das Rechteck aus dem Beweis von \ref{KoFP}.
\end{minipage}
\end{figure}
\begin{proof}
 Um  Indizes zu vermeiden schreiben wir 
bei der Behandlung dieses Spezialfalls
$(x,y)$ statt $(x_1,x_2)$ in der Hoffnung, durch das Einsparen 
von Indizes mehr an Klarheit zu schaffen als durch die
Verwendung der Buchstaben $x,y$ mit verschiedenen Bedeutungen 
an Verwirrung.
Betrachten wir ein Rechteck 
$Q \pdef [a,b] \times [c,d] \subset U$
und integrieren unser Kovektorfeld einmal im
Gegenuhrzeigersinn auf dem  Rand entlang, den wir dazu als einen Weg $\rho$ parametrisieren, 
so erhalten wir
\begin{displaymath}
  \begin{array}{lll}
\int_\rho \omega&=&
\int^b_a u_1 (x,c) \diff x + \int^d_c u_2 (b,y) \diff y 
- \int^b_a u_1 (x,d)\diff x
-\int^d_c u_2 (a,y)\diff y \\[2mm]
&=& \int^d_c\int^b_a 
\left(\frac{\partial u_2}{\partial x} 
-\frac{\partial u_1}{\partial y}\right) \diff x \diff y
\end{array}
\end{displaymath}
F"ur ein stetig differenzierbares geschlossenes Kovektorfeld
 verschwindet also das Wegintegral einmal um den 
Rand unseres Rechtecks und der
\glqq obere\grqq\  beziehungsweise der \glqq untere\grqq\  Weg auf den Kanten des 
Rechtecks von einem Punkt zum
diagonal gegen"uberliegenden Punkt liefern dasselbe Wegintegral.
Halten wir nun einen Punkt $(p,q) \in U$ fest,
so liefert dieses gemeinsame Wegintegral eine Funktion
\begin{displaymath}
\begin{array}{ccl}
f(x,y)& = &\int^x_p u_1 (t,q) \diff t 
+ \int^y_q u_2 (x,s) \diff s\\[2mm]
&=& \int^y_q u_2 (p,s) \diff s + \int^x_p u_1 (t,y) \diff t
\end{array}
\end{displaymath}
F"ur diese Funktion gilt wegen der ersten Darstellung  offensichtlich 
$f_y = u_2$ und
wegen der zweiten Darstellung $ f_x = u_1$. 
Damit gilt $\omega=\diff f$ wie behauptet.
\end{proof}\noindent
Jetzt f"uhren wir unseren konzeptionellen Beweis
des Lemmas im Fall allgemeiner Dimension zu Ende.
Wir  betrachten dazu alle Wege, die l"angs der Kanten eines achsenparallelen
Quaders vom Ursprung nach $p$ laufen. Genauer betrachten wir f"ur jede
Permutation $\sigma \in \mathcal{S}_n$ den Weg $[\sigma]= [\sigma;p]$ vom
Ursprung nach $p$, der gerade verl"auft zwischen den Eckpunkten
$$0, \; p_{\sigma (1)} \vec{\op{e}}_{\sigma (1)}, 
\; p_{\sigma (1)} \vec{\op{e}}_{\sigma(1)} +
p_{\sigma(2)}\vec{\op{e}}_{\sigma (2)},\;  \ldots ,\;  p$$
Ist $\tau = (i,i+1)$ eine Transposition benachbarter Zahlen, so
unterscheiden sich $[\sigma]$ und $[\sigma \circ \tau]$ nur dadurch,
da"s sie beim $i$-ten und $(i+1)$-ten Geradenst"uck auf verschiedenen
Kantenwegen diagonal gegen"uberliegende Punkte eines ebenen Rechtecks
verbinden.
Ziehen wir unser Kovektorfeld auf eine geeignete Ebene zur"uck,
so landen wir im bereits behandelten Fall und folgern
$$\int_{[\sigma]} \omega = \int _{[\sigma \circ \tau]}\omega$$ f"ur
jede Transposition $\tau$ der Gestalt $\tau = (i,i+1)$.
Wissen wir nun bereits nach \eref{TREz}{LA1}, da"s derartige
Transpositionen die symmetrische Gruppe erzeugen, so k"onnen wir sofort
folgern, da"s $\int_{[\sigma]} \omega$ gar nicht von $\sigma \in \mathcal{S}_n$
abh"angt.
Die durch $$f(p) = \int_{[\sigma;p]} \omega$$ 
f"ur ein und alle $\sigma$ definierte
Funktion $f$ hat dann Differential $\diff f = \omega$, da ihre partielle
Ableitung nach $x_i$  auch aus jeder  Darstellung  
durch ein $\sigma $ mit $\sigma (n) =i$
berechnet werden kann, f"ur die 
$\frac{\partial f}{\partial x_i}
=u_i$ offensichtlich ist.
\end{proof}
\noindent
Jetzt k"onnen wir schlie"slich in unserem Satz \ref{roPP} 
auch noch die  Implikation 1$\RA$2 zeigen, da"s also bei stetig differenzierbaren geschlossenen Kovektorfeldern die Wegintegrale "uber
homotope Integrationswege "ubereinstimmen.
Sei $h:[0,1]^2\ra U$ eine Homotopie zwischen unseren
beiden Integrationswegen, die wir ohne Beschr"ankung der 
Allgemeinheit normiert annehmen d"urfen.
Analog wie beim Beweis von \ref{WZST} 
zeigen wir mithilfe von  \ref{SSdA} und \eref{Mm}{AN1}, da"s es 
f"ur den Abstand von Punkten
aus dem Bild unseres Einheitsquadrats und Punkten au"serhalb von $U$ eine
positive untere Schranke gibt.
Da $h$ nach \eref{glst}{AN1} gleichm"a"sig stetig ist, finden 
wir weiter ein
$r \in \Bbb{N}$, $r \geq 1$ derart, da"s 
bei Unterteilung des Einheitsquadrats in $r^2$ kleine Schachfelder
der Kantenl"ange $1/r$ 
die einzelnen Felder unter
$h$ jeweils ganz in einen offenen Ball
 in $U$ abgebildet werden. 
Jetzt  betrachten wir die Integrale l"angs der
Geradensegmente zwischen den Bildern in $U$ von benachbarten Ecken 
unserer Schachfelder
\begin{figure}[p]\centering
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildHtR}\\[4mm]
\noindent Illustration zum Beweis von Satz \ref{roPP} "uber die
Homotopieinvarianz von Wegintegralen bei gewissen Kovektorfeldern.
Die beiden Wege werden durch dicke gezackte Linien dargestellt,
die Homotopie zwischen ihnen durch feine gestrichelte Linien.
Es gilt, diese Unterteilung so fein zu w"ahlen,
da"s jeder dieser \glqq Ziegel\grqq\  ganz in einem im Definitionsbereich unserer
geschlossenen Differentialform enthaltenen Ball liegt.
\end{figure}
$$
c_{i,j} = \int_{h\left(\frac{i}{r},\frac{j}{r}\right)}^{
h\left(\frac{i+1}{r},\frac{j}{r}\right)} \omega 
\quad\text{ und }\quad  d_{i,j}
=\int_{h\left(\frac{i}{r},\frac{j}{r}\right)}^{
h\left(\frac{i}{r},\frac{j+1}{r}\right)} \omega 
$$
Indem wir unsere Erkenntnisse zur Existenz einer Stammfunktion
Lemma \ref{stg} zusammen mit Proposition \ref{RP} 
 auf unsere offenen B"alle in $U$
 anwenden, finden wir  $c_{i,j} + d_{i+1,j} - d_{i,j} - c_{i,j+1}=0$ und 
durch Aufsummieren
$$\sum_{0\leq i<r}c_{i,0}+ \sum_{0\leq j<r}d_{r,j}
-\sum_{0\leq j<r}d_{0,j}-\sum_{0\leq i<r}c_{i,r}=0$$
 Indem wir nochmals Lemma \ref{stg}  auf unsere offenen B"alle
 anwenden sehen wir dann weiter, da"s diese vier Summen jeweils 
den Wegintegralen von $\omega$ "uber die durch die vier 
Kanten unseres Quadrats gegebenen Wege gleichen. 
Zwei von diesen Wegen sind eh konstant und die "ubrigen sind eben
gerade die beiden homotopen Integrationswege, von denen wir ausgegangen waren.
\end{proof}




\begin{Satz}[\textbf{Fundamentalsatz der Algebra}]
Jedes nicht konstante komplexe Polynom besitzt mindestens eine komplexe
Nullstelle.\label{FAWI}
\end{Satz}
\begin{Bemerkunge}
Einen "Uberblick "uber die g"angigsten alternativen Beweise
mit ihren St"arken und Schw"achen gebe ich in \eref{KCAA}{LA1}.
Einen recht elementaren analytischen Beweis hatten wir bereits in
\eref{FA}{AN1} gesehen.
\end{Bemerkunge}
\begin{proof}
Sei $P(z) = z^n + a_{n-1} z^{n-1} + \ldots
+a_0$ unser Polynom. 
Wir argumentieren durch Widerspruch und betrachten f"ur jeden Radius $r>0$ den
geschlossenen Weg $\gamma : [0,2\pi] \rightarrow \mathbb C$, $\gamma_r (t)
= r {\op{e}}^{{\op{i}}t} = r \cos t +  {\op{i}} r\sin t$,
der einmal auf dem Kreis mit Radius $r$ uml"auft.
Nach \ref{Konvexc} ist er in $\DC$ 
zusammenziehbar. H"atte unser Polynom keine Nullstelle,
so lieferte es eine stetige Abbildung 
$P : \mathbb C \rightarrow \mathbb C^\times$,
und nach \ref{BHc} w"aren  alle $P \circ \gamma_r$ zusammenziehbar in
$\mathbb C^\times$.
F"ur hinreichend gro"ses $r$ gilt nun jedoch
$
r^n > |a_{n-1}|r^{n-1} + \ldots+|a_1|r + |a_0|,
$
und f"ur solche $r$ ist der Weg $P \circ \gamma_r$ in $\mathbb C^\times$
homotop zum Weg $t \mapsto \gamma_r (t)^n$, da n"amlich f"ur kein $t$ 
die Strecke von $P(\gamma_r (t))$ nach $\gamma_r (t)^n$ den
Nullpunkt trifft.
H"atte also $P$ keine Nullstelle, so w"are der Weg $[0,2\pi]\rightarrow
\mathbb C^\times$, $t \mapsto \gamma_r (t)^n$ 
zusammenziehbar in $\mathbb C^\times$.
Das steht jedoch im Widerspruch zu "Ubung \ref{FDAT}.
\end{proof}
\subsubsection*{"Ubungen} 
\begin{figure}[htb]
\begin{minipage}{0.45\textwidth}
  \includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/Bildgtvw}
\end{minipage}\hfill
\begin{minipage}{0.45\textwidth}\centering
 Der Weg $\gamma(p,t\vec{v},t\vec{w})$ aus
"Ubung \ref{IHTj}. Mit $t\ra 0$ wird er nat"urlich immer kleiner.
\end{minipage}
\end{figure}
\begin{Ubung}\label{IHTj}
 Sei $X$ ein endlichdimensionaler reeller Raum,
$A \co X$ eine offene Teilmenge, $p\in A$ ein Punkt
und $\omega:A\ra \vec{X}^\ast$ ein stetig differenzierbares Kovektorfeld.  
So gilt in den Notationen der vorhergehenden Definition \ref{gesch}
f"ur alle $\vec{v},\vec{w}\in \vec{X}$ die Identit"at
$$(\tiff_p \omega)(\vec{v})(\vec{w})-
(\tiff_p \omega)(\vec{w})(\vec{v})
= \lim_{t\ra 0}\frac{1}{t^2}\int_{\gamma(p,t\vec{v},t\vec{w})} \omega$$ 
 mit der Notation $\gamma(p,t\vec{v},t\vec{w})$ f"ur den Weg,
der einmal das Parallelogramm mit einer  Ecke $p$ und Kantenvektoren 
$t\vec{v}$ und $t\vec{w}$ uml"auft, oder genauer, der st"uckweise linear
l"auft erst von $p$ nach $p+t\vec{v}$, dann weiter nach $p+t\vec{v}+t\vec{w}$,
von da nach $p+t\vec{w}$, und dann wieder zur"uck nach $p$.  
Hinweis: Es mag die Rechnung vereinfachen, wenn man das fragliche 
Integral zu einer  Funktion von zwei Ver"anderlichen $s,t$ erweitert.
\end{Ubung}
\begin{Ubung}\label{FDAT}
Man zeige, da"s gegeben $n\in\DZ$  der geschlossene Weg in der punktierten Ebene 
$\gamma_n: [0,2\pi]\ra  \Bbb{R}^2\backslash 0$ mit 
$\gamma(t)=(\cos nt, \sin nt)$
in $\Bbb{R}^2\backslash  0$ nur f"ur $n=0$ zusammenziehbar ist. Hinweis:
Man berechne das Integral des Winkelfeldes "uber diesen Weg und
beachte \ref{roPP}.  Ich empfinde es allerdings
als  Umweg, diese Aussage mithilfe von Wegintegralen nachzuweisen, 
und ziehe den topologischen Beweis "uber Liftungseigenschaften 
in \eref{FdK}{TF} folgende vor. 
\end{Ubung}
% \begin{Ubunge}
% Man zeige, da"s es in \ref{RP} sogar ausreicht, die
% Differenzierbarkeit unseres stetigen 
% Kovektorfelds an fast allen Punkten von $A$
% vorauszusetzen. (Macht so keinen Sinn mehr.)
% \end{Ubunge}


\begin{Ubunge}\label{srq}
 Gegeben ein Rechteck
 $Q=[a,b]\times[c,d]\subset \DR^2$ 
und darauf ein stetig differenzierbares Vektorfeld 
$v:Q\ra\DR^2$ stimmt das Integral seiner \hyperref[wirb]{Wirbeldichte}
alias \hyperref[wirb]{skalaren Rotation} $\op{rot}v$ 
"uber das Rechteck $Q$ "uberein mit seinem
\hyperref[WV]{Wegintegral als Vektorfeld} 
einmal im Gegenuhrzeigersinn um den Rand des Rechtecks.
In \ref{GrFo} werden wir diese Aussage als Spezialfall des
allgemeinen Stokes'schen Satzes zu verstehen lernen.
\end{Ubunge}

%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "XXAN2"
%%% End: 
















