%\section{Wegintegrale und Potentiale}
\subsection{Wegintegrale}\label{WII}
\index{Wegintegral}
\begin{Definition}\label{WII1}
Gegeben $A\subset X$ eine \hyperref[dho]{halboffene} Teilmenge
 eines endlichdimensionalen reellen Raums
und
$\gamma : [a,b]\ra
A$ ein stetig differenzierbarer Weg und 
$\omega : A \ra
\vec{X}^{\ast}$ ein stetiges 
Kovektorfeld  auf $A$
definieren wir eine reelle Zahl $\wint_{\gamma} \omega$, das
{\bf Integral des Kovektorfelds $\omega$ l"angs des Weges $\gamma$},
 \index{Wegintegral!f"ur Kovektorfeld}\index{S@$\wint$ Wegintegral} 
durch die Vorschrift
$$\Wint_{\gamma} \omega \pdef 
\int^{b}_{a} \omega_{\gamma(t)}\left(
{\gamma}'(t)\right) \diff t$$
In der physikalisch motivierten Terminologie nach \eref{pmT}{AN1}
gilt es also, zu jedem Zeitpunkt $t\in[a,b]$ den Kovektor
$\omega_{\gamma(t)}$ %an der Stelle $\gamma(t)$ 
auf dem
Geschwindigkeitsvektor ${\gamma}'(t)$ auszuwerten und die
so entstehende reellwertige Funktion "uber das Intervall $[a,b]$ zu integrieren.
Sobald ich hoffe, Sie davon "uberzeugt zu haben, da"s keine 
Verwechslungen zu bef"urchten sind, 
 notiere ich Wegintegrale meist auch ohne Kringel mit $\int$ statt $\wint$.
\end{Definition}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Diskussion des Symbols $\oint$}] 
  "Ublicherweise verwendet man $\oint$ nur f"ur Wegintegrale
"uber geschlossene Wege. Da mir aber in Latex kein besseres Symbol 
zur Verf"ugung stand, und da mir in dieser Stelle
 die Verwendung einer Variation des
Integralzeichens dringend geboten schien, und da das Integral "uber
geschlossene Wege von einem mathematischen Standpunkt aus betrachtet eh
kein eigenes Symbol verdient, verwende ich dies Symbol, und auch nur in diesem
Abschnitt,  in
einer erweiterten Bedeutung auch f"ur Wegintegrale 
"uber nicht notwendig geschlossene Wege.
\end{Bemerkungl}
\begin{Beispiel}[\textbf{Wegintegrale "uber Identit"atswege}] 
  Gegeben zwei reelle Zahlen 
$a<b$ 
 und\label{UPPPn} 
ein stetiges 
Kovektorfeld $\omega$ auf $[a,b]$
setzen wir  
 $$\Wint_{a}^b \omega\pdef \Wint_{\op{id}} \omega$$
f"ur 
$\op{id} : [a,b]\ra [a,b]
$ der Identit"atsweg.  
F"ur $\omega=f(x)\diff x$ erhalten wir damit
$$\Wint_{a}^b f(x)\diff x= \int_{a}^b f(x)\diff x$$
Salopp gesprochen darf man in dieser Situation einfach den Kringel 
am Integralzeichen weglassen, ohne da"s sich am
 Wert des Integrals etwas "andert. Das Differential $\diff x$ der Identit"at
$x$ auf $\DR$   bedeutet also vage gesagt und 
  in einem ideellen Sinn dasselbe
wie das symbolische $\diff x$, das wir bisher  bei Riemann-Integralen 
meist hinzugef"ugt hatten, 
um klar zu machen, "uber welche Variable
integriert werden soll.
\end{Beispiel}




\begin{Bemerkungl}[\textbf{Haupsatz der Differential- und Integralrechnung,
    Variante}]  Gegeben  reelle Zahlen 
$a<b$ und $F:[a,b]\ra\DR$
  eine stetig differenzierbare Funktion
    liest sich der Hauptsatz der Differential- und Integralrechnung
  \eref{HSS}{AN1} in der Notation  \ref{UPPPn} als die Gleichheit\label{Vhs} 
$$\Wint_a^b\diff F=F(b)-F(a)$$
f"ur das Kovektorfeld $\diff F= F'(x)\diff
  x$. Diese Gleichheit dr"uckt nur
den Hauptsatz der Differential- und Integralrechnung   in einer
anderen Formelsprache aus. Eine Verallgemeinerung werden wir in
\ref{WIFP} kennenlernen.
\end{Bemerkungl}






















  


\begin{Beispiel}[\textbf{Zur"uckholen eines Wegintegrals auf
den Parameterbereich}] 
Sei $A$ eine halboffenen Teilmenge
eines endlichdimensionalen reellen Raums $X$.
 F"ur einen beliebigen stetig differenzierbaren\label{EBSW}  
Weg $\gamma:[a,b]\ra A$  und ein beliebiges stetiges Kovektorfeld $\omega$ 
auf $A$ hat  das im Sinne von \ref{ZHEF} 
mit dem Weg zur"uckgeholte Kovektorfeld
nach \ref{VerW} die Gestalt $\gamma^\ast \omega=\omega_{\gamma(t)}\left(
{\gamma}'(t)\right) \diff t$. Mit unserer  Notation 
aus \ref{UPPPn} f"ur das Wegintegral "uber Identit"atswege
 finden wir durch die Umformungen 
$\wint_\gamma \omega=\int_a^b    \omega_{\gamma(t)}\left(
{\gamma}'(t)\right) \diff t = \wint_a^b    \omega_{\gamma(t)}\left(
{\gamma}'(t)\right) \diff t  =  \wint_a^b \gamma^\ast \omega$
dann
$$\Wint_\gamma \omega=  \Wint_a^b \gamma^\ast \omega$$
Diese Darstellung ist f"ur explizite Rechnungen besonders praktisch.
Integrieren wir etwa das Kovektorfeld 
$\omega= x\diff x+ x^4 \diff  y$ auf der Ebene  $\DR^2$ 
"uber den Weg $\gamma:[1,2]\ra\DR^2$ gegeben durch 
$\gamma(t)= (\sqrt{t},\log t),$
so erhalten wir 
%$\gamma'(t)= ((2\sqrt{t})^{-1} , t^{-1})$ und 
%$\omega_{\gamma(t)}\left(
%{\gamma}'(t)\right)=\sqrt{t}(2\sqrt{t})^{-1} +(\sqrt{t})^4 t^{-1}  
%= (1/2)+ t$ 
%und das Wegintegral ergibt sich zu $$\int_{\gamma} \omega=
%\int_1^2 \left(\frac{1}{2}+ t\right) \diff t
%=\left.\frac{1}{2}(t+t^2)\right|^2_1=\frac{6}{2}-\frac{2}{2}=2$$
%Wir k"onnen auch einfacher und suggestiver rechnen 
$$
\begin{array}{lll}
\wint_{\gamma} \omega&=&
\wint_{\gamma}x\diff x+ x^4 \diff  y\\[2mm]
&=&
\wint_1^2 \sqrt{t}\op{d}(\!\sqrt{t})+ (\sqrt{t})^4 \op{d}(\op{log}t)\\[2mm]
&=&\wint_1^2 \sqrt{t}\frac{1}{2\sqrt{t}}\diff t+ 
t^2 t^{-1}\diff t\\[2mm]
&=&\wint_1^2 (\frac{1}{2}+ t)\diff t =\int_1^2 (\frac{1}{2}+ t)\diff t =2 
\end{array}
$$
\end{Beispiel}




\begin{Lemma}[\textbf{Anschauung f"ur das Wegintegral}]
Seien $\gamma : [a,b]\ra
A$ ein stetig differenzierbarer Weg in einer halboffenen Teilmenge
$A$ eines endlichdimensionalen reellen Raums $X$ und
$\omega : A \ra
\vec{X}^{\ast}$ ein stetiges Kovektorfeld auf $A$.
Man Be\-trach\-te\label{NAA} f"ur alle $r\geq 1$
die "aquidistanten Unterteilungen $a = a_{0} \leq a_{1}\leq \ldots \leq a_{r}
= b$ und bilde die 
\emph{\bf Riemannsummen}\index{Riemannsumme!f"ur Wegintegrale}
$$S^{r}_{\gamma} (\omega) = \sum^{r-1}_{i=0} \omega_{\gamma
(a_{i})}\left( \gamma (a_{i+1}) - \gamma (a_{i})\right)$$ 
So ist unser Wegintegral der Grenzwert der Folge von Riemannsummen
$$\Wint_\gamma \omega=\lim_{r\ra\infty}S^{r}_{\gamma} (\omega)$$
\end{Lemma}
%% \begin{Lemma}[\textbf{Anschauung f"ur das Wegintegral}]
%% Be\-trach\-tet man in der Situation\label{NAA} der
%% Definition des Wegintegrals  \ref{WII1} f"ur alle $r\geq 1$
%% die "aquidistanten Unterteilungen $a = a_{0} \leq a_{1}\leq \ldots \leq a_{r}
%% = b$ und bildet die 
%% \emph{\bf Riemannsummen}\index{Riemannsumme!f"ur Wegintegrale}
%% $$S^{r}_{\gamma} (\omega) = \sum^{r}_{i=1} \omega_{\gamma
%% (a_{i})}\left( \gamma (a_{i}) - \gamma (a_{i-1})\right)$$ 
%% so ist unser Wegintegral der Grenzwert der Folge von Riemannsummen
%% $$\int_\gamma \omega=\lim_{r\ra\infty}S^{r}_{\gamma} (\omega)$$
%% \end{Lemma}

\begin{proof}[Beweis]
Sei $\|\;\|$ eine Norm auf dem Richtungsraum $\vec{X}$ und
bezeichne $\|\;\|$ auch die zugeh"orige Operatornorm auf $\vec{X}^\ast.$
Nach 
\eref{RS}{AN1} ist unser Integral  der Grenzwert der Folge von Riemannsummen
$$ S^{r}= 
\sum^{r-1}_{i=0} \omega_{ \gamma (t_{i})}\left(
\gamma^{\prime} (t_{i}) \right)\cdot(t_{i+1} - t_{i})$$
Gegeben $\varepsilon >0$ finden wir wegen der gleichm"a"sigen 
Stetigkeit von ${\gamma}'$ ein $\delta>0$ derart, da"s 
gilt $|s-t|<\delta\RA \|{\gamma}'(s)-{\gamma}'(t)\|<\varepsilon.$
Ist $r$ so gro"s, da"s die L"ange der Intervalle $t_{i+1}-t_{i}$ unter
$\delta$ sinkt, so folgt mit dem Mittelwertsatz  \eref{MWS}{AN1} 
in mehreren Ver"anderlichen
$\gamma (t_{i+1})-\gamma (t_{i})\in 
(t_{i+1}-t_{i})\op{B}({\gamma}'(t_{i});\varepsilon),$
was wir umschreiben k"onnen zu 
$$\|\gamma (t_{i+1})-\gamma (t_{i})-(t_{i+1}-t_{i}){\gamma}'(t_{i})\|<
(t_{i+1}-t_{i})\varepsilon$$
Das hinwiederum liefert f"ur $r$ oberhalb einer geeigneten Schranke die 
Absch"atzung 
$$|S^{r}_{\gamma} (\omega)-S^{r}|  
\leq \sum^{r-1}_{i=0} \|\omega_{\gamma (t_{i})}\|\;(t_{i+1} - t_{i})\varepsilon
\leq \left(\op{sup}_{t\in[a,b]}\|\omega_{\gamma(t)}\|\right)(b-a)\varepsilon$$
Diese Differenz strebt also gegen Null f"ur $r\ra\infty,$ folglich
strebt die Folge $S^{r}_{\gamma} (\omega) $ gegen denselben Grenzwert
wie die Folge $S^{r}.$
\end{proof}


% \begin{Bemerkungl}
%   Einer stetigen Funktion auf  einem  kompakten 
% Geradensegment $[p,q]$  in einem eindimensionalen reellen Raum k"onnen wir
% nicht sinnvoll ein Integral zuordnen. Bei einer stetigen Einsform $\omega$ 
% aber gelingt das, sobald wir einen der Endpunkte unseres
% Segments, etwa $p,$ auszeichnen: Dann k"onnen wir einfach den Weg
% $[0,1]\ra [p,q]$ mit $t\mapsto p+t(q-p)$ betrachten und unsere
% Einsform "uber diesen Weg integrieren. 
% Wir notieren diese Zahl wieder $\int_p^q\omega.$
% \end{Bemerkungl}

\begin{Beispiel}[\textbf{Wegintegral eines Kovektorfelds auf der Zeitachse}] 
  Ein Kovektorfeld auf der Zeitachse kann, wie in \ref{KVD} erkl"art,
nach der Wahl eines ausgezeichneten Drehsinns\label{drii} 
als eine Vorschrift aufgefa"st werden, die jedem Zeitpunkt eine
Drehgeschwindigkeit
zuordnet. Das Integral eines derartigen Kovektorfelds "uber einen Weg
in der Zeitachse 
liefert dann anschaulich gesprochen die Zahl der Umdrehungen
in Richtung des ausgezeichneten Drehsinns  zwischen
Anfangszeitpunkt und Endzeitpunkt. Liegt der Endzeitpunkt 
hier vor dem Anfangszeitpunkt, so ist entsprechend das Negative zu nehmen.
\end{Beispiel}
\begin{figure} 
\includegraphics[width=\textwidth]{SkriptenBilder/BildFvWe}\\[4mm]
\noindent 
Der Flu"s des Vektorfelds $\partial_r=(x/r)\partial_x+(y/r)\partial_y $
durch den Weg $\gamma:[0,2\pi]\ra \DR^2,$ $t\mapsto (3\cos t,3\sin t)$ 
ergibt sich nach kurzer Rechnung zu $6\pi.$ Die Zirkulation desselben 
Vektorfeldes in demselben Weg ist dahingegen Null.
\end{figure}
\begin{Bemerkunge}[\textbf{Wegintegrale von Vektorfeldern}]\index{Wegintegral!f"ur Vektorfeld}
Redet man f"ur $X=\DR^n$ vom Integral eines Vektorfelds $v:A\ra \DR^n$ 
l"angs eines Weges oder von\label{WV}
der \defind{Zirkulation} {\bf eines Vektorfelds in einem Weg}, 
so ist das Integral 
des Kovektorfelds
 $\omega=\left\langle v,\;\right\rangle$ gemeint, 
das  in Formeln gegeben wird durch
$\omega=v_1\diff x_1+\ldots +v_n\diff x_n.$
In der Physik wird das Standardskalarprodukt auf dem
$\DR^n$ meist $v\cdot w$ notiert und unser Wegintegral 
"uber einen Weg $\gamma:[a,b]\ra A$ 
w"urde 
geschrieben als
$$\int_{\gamma}v\cdot \diff{\mathbf x}=
\int_{a}^b v\cdot \diff\gamma=
\int_{a}^b v(\gamma(t))\cdot \dot\gamma(t)\diff t$$
Die Bedeutung der Terme des rechtesten Integrals sollte hier klar sein.
In der Mitte ist zu verstehen 
$\diff\gamma=\diff_t\gamma=\dot{\gamma}(t)\diff t.$
Ganz links meint 
$ \diff{\mathbf x}$ ein \glqq kleines vektorielles Kurvenelement\grqq\ 
und das ${\mathbf x}$ ist fett gedruckt um anzudeuten,
da"s ein Vektor gemeint ist. Ich mag diese Notation nicht besonders,
die fette Schreibweise ist auch an der Tafel schlecht umzusetzen.
Allgemeiner kann man Wegintegrale von Vektorfeldern $v$ bilden, wann immer 
ein Skalarprodukt oder allgemeiner ein 
ausgezeichneter  $2$-Tensor $g$ zur Verf"ugung steht,
indem wir eben zu unserem Vektorfeld das Kovektorfeld
$\omega=\op{can}^1_g(v)$ oder auch $\omega=\op{can}^2_g(v)$  
bilden und diese Kovektorfelder dann integrieren wie
in \ref{WII1} erkl"art. Ohne einen 
ausgezeichneten  $2$-Tensor gelingt es eben nicht, zwei Vektoren in
nat"urlicher Weise zu paaren: Das gelingt ohne zus"atzliche Wahlen in
nat"urlicher Weise 
nur f"ur einen Vektor und einen Kovektor.
\end{Bemerkunge}

\begin{Bemerkunge}
Redet man f"ur $X=\DR^2$ vom
{\bf Flu"s eines Vektorfelds $v=(v_1,v_2):A\ra \DR^2$ 
durch einen Weg}, so ist das Integral "uber das Kovektorfeld 
$\omega=v_1\diff y-v_2\diff x$ gemeint. Dies Kovektorfeld
kann alternativ auch beschrieben werden 
durch die Formel
$\omega_p(u)=\det(v(p)| u),$ in der  unsere Vektoren $v(p)$ und $u$ als
Spaltenvektoren aufzufassen sind. 
\end{Bemerkunge}






\begin{Bemerkungl}[\textbf{Wegintegral versus Kurvenintegral}]  
In der Literatur scheint mir eine gewisse Verwirrung zu 
herrschen was die Begriffe \glqq Wegintegral\grqq\  und  \glqq Kurvenintegral\grqq\ 
angeht. Die hier gew"ahlte Terminologie 
soll zum Ausdruck bringen, da"s 
f"ur einen injektiven stetig differenzierbaren Weg 
$\gamma:[a,b]\ra \DR^n$ unser Kurvenintegral nur von
der Bildmenge $\gamma([a,b])\subset \DR^n$ abh"angt,
die wir im Sinne unserer Definition \ref{MFRx} eine \glqq Kurve\grqq\  
werden nennen d"urfen.
Unser Wegintegral dahingegen h"angt auch von der
\glqq durch den Weg $\gamma$ gegebenen Richtung auf
unserer Kurve\grqq\  ab und "andert sein Vorzeichen, wenn
wir die Kurve \glqq in der umgekehrten Richtung durchlaufen\grqq.
Andererseits bleibt
das Wegintegral unver"andert   selbst bei nicht notwendig
monotoner \glqq Neuparametrisierung\grqq, wenn diese nur 
den Anfang bzw.\ das Ende des neuen Parameterintervalls
auf den Anfang bzw.\ das Ende des Alten wirft, siehe \ref{UP}.
Das Kurvenintegral dahingegen "andert sich
bei derartigen Neuparametrisierungen  im allgemeinen sehr wohl.
\end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}[\textbf{Verwandtschaft von Wegen}]    
Seien $A$ und $B$ topologische R"aume
 und $\phi:A\ra B$
eine stetige Abbildung.
 Zwei Wege $\gamma: I \rightarrow A$ und $\kappa:J
    \rightarrow B$ hei"sen {\bf $\phi $-verwandt}\index{verwandt!Wege} und wir
    schreiben $\phi:\gamma\leadsto \kappa$\index{)4@$\leadsto$ verwandt!Wege} 
genau dann, wenn 
sie denselben Definitionsbereich $I=J$ haben und wenn
f"ur alle $ t \in I$ gilt
    $\kappa(t)=\phi( \gamma (t))$.
Sicher hat jeder Weg $\gamma$ in $A$ 
 genau einen 
Verwandten in $B$, n"amlich den Weg $\phi\circ\gamma$. 
\end{Bemerkungl}


\begin{Satz}[\textbf{Das Wegintegral respektiert Verwandtschaft}]
Seien $X$ und $Y$ endlichdimensionale
reelle R"aume, $A\subset X$ und  $B\subset Y$ 
darin halboffene\label{TfW} Teilmengen  sowie $\phi:A\ra B$ eine
stetig differenzierbare Abbildung.
Ist $\gamma:[a,b]\ra A$ ein stetig differenzierbarer Weg in $A$
und $\omega$ ein stetiges Kovektorfeld auf $B,$ so gilt
$$\Wint_\gamma \phi^\ast\omega=\Wint_{\phi\circ \gamma}\omega$$
\end{Satz}
\begin{Bemerkungl}
  Der Inhalt dieses Satzes l"a"st sich
dahingehend zusammenfassen, da"s das Wegintegral
Verwandtschaft respektiert: Die
Verwandtschaft von Wegen $\phi:\gamma\leadsto\kappa$
zusammen mit der Verwandtschaft von Kovektorfeldern $\phi:\eta\leadsto\omega$ 
implizieren 
die Gleichheit der Wegintegrale $$\Wint_\gamma \eta=\Wint_\kappa \omega$$ 
\end{Bemerkungl}
\begin{Bemerkungl}
  F"ur Wegintegrale "uber
Vektorfelder in euklidischen R"aumen gilt die analoge Formel
nur f"ur $\phi$ die Restriktion einer Isometrie. 
Das ist ein wesentlicher   Grund daf"ur, da"s der Begriff des Wegintegrals
"uber Kovektorfelder weiter tr"agt. 
\end{Bemerkungl}
\begin{proof} 
Wir rechnen
$\wint_\gamma \phi^\ast\omega=\wint_a^b \gamma^\ast \phi^\ast\omega=
\wint_a^b (\phi\circ \gamma)^\ast\omega=
\wint_{\phi\circ \gamma}\omega,$ wo wir in den beiden "au"seren Gleichungen
unser Wegintegral jeweils mit \ref{EBSW} auf den Parameterbereich zur"uckholen
und in der Mitte die Transitivit"at des Zur"uckholens von Kovektorfeldern 
\ref{VerT} 
verwenden. 
\end{proof}




\begin{Bemerkungl}[\textbf{Zur"uckholen auf den Parameterbereich als 
Spezialfall}]    Nehmen wir im Satz als 
$\gamma$ den Identit"atsweg $\gamma=\op{id}:[a,b]\ra [a,b]$ und als
$\phi:[a,b]\ra B$ einen weiteren Weg, so ergibt sich
 unsere Erkenntnis $\wint_a^b \phi^\ast\omega=\wint_{\phi}\omega$
aus \ref{EBSW} "uber das Zur"uckholen auf den Parameterbereich
als Spezialfall der Verwandtschaftsvertr"aglichkeit des Wegintegrals.
Allerdings mu"s  diese Erkenntnis f"ur den oben 
gegebenen Beweis des Satzes bereits zur Verf"ugung stehen. 
\end{Bemerkungl}
















\begin{Korollar}[\textbf{Wegintegral "uber ein Differential}]
    Ist $X$ ein endlichdimensionaler reeller\label{WIFP} Raum, $A \subset X$
    eine halboffene Teilmenge, $ g: A \ra \Bbb{R}$ eine stetig
    differenzierbare Funktion und $\gamma : [a,b]\ra A$ ein stetig
    differenzierbarer Weg in $A$, so gilt
$$\Wint_\gamma \diff g = g(\gamma(b))-g(\gamma(a))$$
\end{Korollar}

\begin{proof}
Wir finden $\wint_\gamma \diff g 
=\wint_a^b \gamma^\ast (\diff g) =\wint_a^b \op{d} (g\circ \gamma)
=g(\gamma(b))-g(\gamma(a))$
durch Zur"uckholen auf den Parameterbereich \ref{EBSW}, 
Vertr"aglichkeit von Verwandtschaft und Differential \ref{VFVD} sowie
der Variante \ref{Vhs} des Hauptsatzes der Differential- und Integralrechnung,
die nebenbei bemerkt  durch dies Korollar 
substanziell verallgemeinert wird.
\end{proof}

\begin{Bemerkungl}[\textbf{Wegintegrale in eindimensionalen R"aumen}]
  Ist $X$ ein eindimensionaler reeller\label{WIFP} Raum und $A \subset X$
    eine halboffene Teilmenge, so ist offensichtlich jedes stetige
Kovektorfeld $ \omega$
auf $A$ das Differential $\omega=\diff g$ einer stetig
differenzierbaren Funktion $g:A\ra \DR$. 
Gegeben $c,d\in A$ und ein stetig
    differenzierbarer Weg $\gamma$ von $c$ nach $d$ 
h"angt also $\wint_\gamma \omega=g(d)-g(c)$ vom Weg $\gamma$ gar nicht ab.
Wir notieren dies Integral in Verallgemeinerung unserer Notation f"ur
Integrale "uber Identit"atswege dann k"urzer
 $$\Wint_c^d\omega\pdef \Wint_\gamma \omega$$
Diese Notation ist allerdings nur sinnvoll, wenn es auch in der Tat einen
Weg von $c$ nach $d$ gibt, der ganz in $A$ verl"auft. 
Ist $A\subset\DR$ ein Intervall, 
so pr"uft man unschwer, da"s mit dieser Notation unsere
Formel
$$\Wint_c^d f(x)\diff x=\int_c^d f(x)\diff x$$
aus \ref{UPPPn} f"ur beliebige $c,d\in A$ g"ultig bleibt. 
Ist schlie"slich
$\gamma:[a,b]\ra A$ ein stetig differenzierbarer Weg
von $c$ nach $d$, so entpuppt sich die blo"se Abh"angigkeit des Wegintegrals
von den Endpunkten  
als verkleidete Fassung der Substitutionsregel, indem wir sie ausschreiben zu
$$\int_a^b \gamma^\ast \omega=\Wint_\gamma \omega = 
\Wint_{\gamma(a)}^{\gamma(b)}\omega=\int_{\gamma(a)}^{\gamma(b)}\omega$$
\end{Bemerkungl}














\begin{Korollar}[\textbf{Wegintegrale sind unabh"angig von der Parametrisierung}]
    Sei $\gamma : [c,d]\ra X$ ein stetig differenzierbarer Weg in
    einem\label{UP} endlichdimensionalen reellen Raum $X$ und $\omega $ ein
    stetiges  Kovektorfeld auf einer halboffenen Teilmenge, die sein
    Bild umfa"st. Sei $u : [a,b] \ra [c,d]$ stetig differenzierbar mit $u (a)
    =c$ und $u (b) =d$. So gilt
$$\Wint_{\gamma \circ u} \omega = \Wint_{\gamma}\omega$$
\end{Korollar}
\begin{proof}
Wir schreiben  unsere Behauptung
mithilfe der Vertr"aglichkeit mit Verwandtschaft \ref{TfW} um zur Behauptung
$\wint_u \gamma^\ast \omega = \wint_c^d \gamma^\ast \omega$. 
Diese Behauptung aber folgt wieder aus der Erkenntnis \ref{WIFP}, 
da"s Wegintegrale in eindimensionalen R"aumen 
 nur von Anfangs- und Endpunkt des Integrationsweges abh"angen.
\end{proof}
\begin{Bemerkungl}[\textbf{Verhalten  unter
    richtungsumkehrender Umparametrisierung}] 
Der vorstehende Beweis zeigt auch, da"s
bei einer richtungsumkehrenden Umparametrisierung, 
also f"ur $u$ mit $u(a)=d$ und $u(b)=c$ das Wegintegral "uber
den umparametrisierten Weg das Negative des 
Wegintegrals "uber
den urspr"unglichen Weg ist. 
In \ref{IiIt} werden wir allgemeiner das Integral von $k$-Formen
"uber $k$-dimensionale orientierte Mannigfaltigkeiten einf"uhren und speziell
im Fall $k=1$ ein Integral von Kovektorfeldern "uber 
orientierte Kurven erhalten, das nach 
\ref{Kurv} im wesentlichen die in der Proposition
enthaltene Unabh"angigkeit des Wegintegrals von der Parametrisierung 
zu einer Definition umgie"st.
\end{Bemerkungl}
% \begin{Beispiel}
%  Ein Kovektorfeld auf einem Zeitintervall 
% d"urfen wir uns im Sinne von \ref{DrG} als eine 
% Vorschrift denken, die jedem seiner Zeitpunkte eine
% Drehgeschwindigkeit zuordnet. Das Integral dieses Kovektorfelds  
% w"are in diesem Bild die Gesamtzahl der Umdrehungen unserer Achse 
% in dem gegebenen Zeitintervall oder, vielleicht sprachlich besser, 
% in der gegebenen Zeitspanne.
% \end{Beispiel}




\begin{Bemerkunge}[\textbf{Integrale rationaler 
Ausdr"ucke in $\sinh$ und $\cosh$}]  
Wir k"onnen nun auch den in \eref{INTSH}{AN1} erkl"arten Trick zur
Berechnung der Integrale von rationalen Ausdr"ucken in 
$(x, \sqrt{x^2+1})$ geometrisch verstehen.\label{Goe} 
Gegeben solch ein rationaler Ausdruck $R (x,y)$ betrachten wir
dazu auf einer geeigneten Teilmenge des
$\DR^2$ die Differentialform $ R (x,y)\diff x$ und den Weg
$\gamma : [a,b] \rightarrow \Bbb{R}^2$ mit
$\gamma (t) = \left(t, \sqrt{t^2 +1}\right)$ und fassen unser
Integral auf als Wegintegral
\begin{eqnarray*}
\int^b_a R \left(t,\sqrt{t^2 +1}\right) \diff t = 
\Wint_\gamma R (x,y)\diff x
\end{eqnarray*}
Solch ein Wegintegral ist nach \ref{UP} unabh"angig von der
Parametrisierung. Unser Weg durchl"auft  ein St"uck der Hyperbel
$y^2 -  x^2 =1$, genauer ein St"uck des Hyperbelastes mit $y > 0$.
Diesen Ast k"onnen wir nach \eref{PH}{AN1} auch parametrisieren durch
$\varphi : (-1,1) \rightarrow \Bbb{R}^2$ mit $$\varphi (\tau) 
= \left( \frac{2\tau}{\tau^2 -1},
\frac{1+\tau^2}{1-\tau^2}\right)$$ und bei dieser 
Parametrisierung f"uhrt uns unser
Wegintegral ganz offensichtlich auf das Integral einer rationalen Funktion
in $\tau$, das wir nach \eref{IRFu}{AN1} im Prinzip durch 
bekannte Funktionen ausdr"ucken
k"onnen.
In derselben Weise kann man auch das Integral eines  rationalen
Ausdrucks im Funktionenpaar $(\sin,\cos)$ wie zum Beispiel 
$$\frac{\sin^3(\tau)+\cos(\tau)}{\cos(\tau)+\cos^2(\tau)}$$
angehen, das bereits in \eref{RSCI}{AN1} diskutiert wurde.
Noch nat"urlicher als dort
mag man es auffassen als Wegintegral im Sinne von \eref{KI}{AN1}
eines Kovektorfelds mit rationalen Koeffizienten
in zwei Ver"anderlichen, in unserem Beispiel
etwa das Integral des  Kovektorfelds
 $$R(x,y)\frac{\diff y}{x}=\frac{y^3+x}{x+x^2}\frac{\diff y}{x}
$$
 "uber ein St"uck des Einheitskreises.
Mit
der rationalen Parametrisierung \eref{PRr}{AN1} des Einheitskreises 
durch die stereographische Projektion
l"a"st es sich dann umwandeln in ein Integral
einer rationalen Funktion einer Ver"anderlichen.
Im wesentlichen dasselbe Vefahren funktioniert 
auch f"ur  rationale
Ausdr"ucke in den Funktionenpaaren $(\sinh,\cosh)$ und $(\sqrt{1+ x^2},x)$.
\end{Bemerkunge}




% \begin{Definition}
% Sei $V$ ein endlichdimensionaler reeller Raum, $A\subset V$ eine
% halboffene Teilmenge und 
% $\omega$ ein Kovektorfeld auf $A.$ Gibt es eine Funktion
% $f:A\ra \DR$ mit $\omega=-\diff f,$ so hei"st $f$ ein \defind{Potential}
% f"ur unser Kovektorfeld $\omega.$
% \end{Definition}
% \begin{Bemerkungl}
% Arbeitet man im $\DR^n$ oder allgemeiner in einem
% endlichdimensionalen reellen euklidischen Raum, so werden oft 
% Vektorfelder und Kovektorfelder identifiziert.
% Unter einem Potential eines Vektorfeldes $v$ vesteht man dann
% eine Funktion $f$ mit $v=-\op{grad}f.$
% \end{Bemerkungl}



\begin{Bemerkungl}
Wir interessieren uns nun f"ur die Frage, unter welchen
Bedingungen ein stetiges Kovektorfeld das Differential einer Funktion
ist, und  inwieweit diese Funktion eindeutig bestimmt
ist. Diese Fragen werden nach einigen Vorbereitungen
durch \ref{RP} und \ref{EDPo} beantwortet.
\end{Bemerkungl}









% \begin{Bemerkungl}[\textbf{Wohin? Wegintegrale "uber Geradensegmente}]
% Gegeben ein stetiges 
% Kovektorfeld $\omega : A \ra
% \vec{X}^{\ast}$ auf einer halboffenen Teilmenge\label{UPPP} 
% $A$ eines endlichdimensionalen reellen Raums $X$ und 
% Punkte $p,q\in A,$ bei denen das ganze verbindende Geradensegment
% $[p,q]$ in $A$ liegt, vereinbaren wir f"ur das Integral
% unseres Kovektorfelds "uber den geraden Weg $\gamma:[0,1]\ra A,$
% $t\mapsto p+t(q-p)$ von $p$ nach $q$ die Notation
% $$\wint_\gamma \omega\defp \wint_p^q\omega$$
% F"ur ein stetiges Kovektorfeld $\omega=f(t)\diff t$ auf einem
% reellen Intervall $A\subset \DR$ und $p,q\in A$
% erhalten wir nach der Definition des Wegintegrals \ref{WII1}
% und der Substitutionsregel \eref{IdS}{AN1} insbesondere
% $$\wint_p^qf(t)\diff t=\int_0^1 f\left(p+t(q-p)\right)\;(q-p)\diff t
% =\int_p^qf(t)\diff t$$
% Wenn also  eine Differentialform auf der reellen Gerade 
% in der Form $f(t)\diff t$ dargestellt ist, stimmt salopp gesprochen
% ihr Wegintegral 
% "uberein mit dem Riemann-Integral, das dasteht, wenn man 
% beim Integralzeichen den Kringel
% wegl"a"st. 
% Das Differential $\diff t$ der Identit"at
% $t$ auf $\DR$   bedeutet
% mithin  in einem ideellen Sinn dasselbe
% wie das $\diff t$, das wir bisher  bei Riemann-Integralen 
% meist hinzugef"ugt hatten, 
% um klar zu machen, "uber welche Variable
% integriert werden soll.
% \end{Bemerkungl}

















\begin{Bemerkunge}\label{IWEE}
Seien $X$ ein endlichdimensionaler reeller Raum, 
$W$ ein endlichdimensionaler reeller Vektorraum und $A \subset X$ 
eine halboffene Teilmenge.
Ein {\bf $W$-wertiges Kovektorfeld auf 
$A$}\index{vektorwertig!Kovektorfeld}\index{Kovektorfeld!vektorwertiges} 
ist eine Abbildung
$$\omega : A \ra \op{Hom}_\DR (\vec{X},W)$$
Sie ordnet also jedem Punkt $p\in A$ eine lineare Abbildung des Richtungsraums
in den Raum $W$ zu.
Ist etwa $Y$ ein weiterer endlichdimensionaler reeller Raum
und $A$ halboffen und $f: A \ra Y$ differenzierbar, so ist 
$\diff f$ oder genauer
$p\mapsto \diff_p f$  ein 
$\vec{Y}$-wertiges Kovektorfeld auf $A$.
Ist nun $\varphi : [a,b]\ra
A$ ein stetig differenzierbarer Weg in einer halboffenen Teilmenge
$A$ eines endlichdimensionalen reellen Raums $X$ und 
$\omega : A \ra
\op{Hom}_\DR(\vec{X},W)$ ein stetiges Kovektorfeld auf $A$ mit 
Werten in einem endlichdimensionalen reellen Vektorraum $W,$
so definieren wir in Verallgemeinerung des Falls reellwertiger 
Kovektorfelder aus \ref{WII} einen Vektor $(\int_{\varphi} \omega)\in W,$ das
{\bf Integral des $W$-wertigen 
Kovektorfelds $\omega$ l"angs des Weges $\varphi$},
 \index{Wegintegral!vektorwertiges}
durch die Vorschrift
$$\Wint_{\varphi} \omega = 
\int^{b}_{a} \omega_{\varphi(t)}\left(
{\varphi}'(t)\right) \diff t$$
Rechts ist also f"ur jeden Zeitpunkt $t$ der
Homomorphismus $\omega_{\varphi(t)}:\vec{X}\ra W$ auszuwerten auf dem
Geschwindigkeitsvektor ${\varphi}'(t)\in \vec{X},$ und 
die so entstehende stetige Abbildung 
$[a,b]\ra W$ ist als vektorwertige Funktion zu integrieren im Sinne von
\eref{IV}{AN1}.
\end{Bemerkunge}
\begin{Beispielg}\label{PhTR}
  In der Physik begegnen einem insbesondere oft
Kovektorfelder mit Werten in eindimensionalen reellen Vektorr"aumen.
Zum Beispiel wird man sich ein Kraftfeld 
auf dem  Anschauungsraum 
$\mathbb E$ aus \eref{RHOn}{LA2} a priori wie in \eref{KrFe}{WB}
erkl"art als ein \glqq Vektorfeld mit Einheiten\grqq\  denken,
genauer als Abbildung $$F: {\mathbb{E}} \ra \vec{\mathbb{E}} 
\otimes \llangle \ph{g}\!/\!\ph{s}^2\rrangle$$
Da es sich jedoch mit Kovektorfeldern bei Koordinatenwechseln 
sehr viel besser rechnen l"a"st als mit Vektorfeldern, ist es oft g"unstiger,
die durch das kanonische Skalarprodukt 
$s:\vec{\mathbb{E}} \times \vec{\mathbb{E}} \ra {\mathbb{L}}^{\otimes 2}$
aus \eref{LkS}{LA2} gegebene Identifikation
 $\op{can}_s:\vec{\mathbb{E}}  \sira  \op{Hom}_\DR(\vec{\mathbb{E}},
 {\mathbb{L}}^{\otimes 2})$
nachzuschalten und
unser Kraftfeld stattdessen als eine Abbildung
$$\tilde{F}: {\mathbb{E}} \ra \op{Hom}_\DR(\vec{\mathbb{E}}
, \llangle \ph{g}\ph{m}^2\!/\!\ph{s}^2\rrangle)$$
aufzufassen. 
Die Elemente des eindimensionalen Vektorraums
$$
\llangle \ph{g}\ph{m}^2\!/\!\ph{s}^2\rrangle=\mathbb M\otimes \mathbb L^{\otimes 2}
\otimes (\vec{\mathbb T}^\ast)^{\otimes 2}
$$
hei"sen in der Physik auch {\bf Energien}\index{Energie}.
In diesem Sinne k"onnen wir ein Kraftfeld dann
also auch als ein
Energie-wertiges
Kovektorfeld auffassen. Das Wegintegral "uber  dieses Kovektorfeld
hei"st die bei Durchlaufen des Weges in besagtem Kraftfeld freiwerdende
Energie, und ihr Negatives die zu verrichtende 
{\bf Arbeit}\index{Arbeit!gegen Kraftfeld}.
Anschaulich und etwas vage gesprochen 
ordnet  das Negative dieses Kovektorfelds
n"amlich gerade
\glqq jeder kleinen Verr"uckung
die Arbeit zu, die bei dieser
kleinen Verr"uckung gegen das Kraftfeld zu leisten w"are\grqq.
Eine
energiewertige Abbildung 
$V:{\mathbb{E}}\ra \llangle \ph{g}\ph{m}^2\!/\!\ph{s}^2\rrangle$
mit $\diff V=-\tilde{F}$  hei"st  in der Physik ein
{\bf Potential}\index{Potential!eines Kraftfelds}
unseres Kraftfelds.
\end{Beispielg}


\begin{Beispielg}
Zentral in der sogenannten \glqq Funktionentheorie\grqq\   sind 
die Wegintegrale komplexwertiger Kovektorfelder, 
die auf offenen Teilmengen der
komplexen Zahlenebene definiert sind, vergleiche \eref{DCWe}{FT1} und
\eref{BWR}{FT1}.  
"Ublicherweise  bezeichnet in diesem Kontext
$z:\DC\ra\DC$ die Identit"at und $\diff z$ ihr Differential,
ein komplexwertiges 
Kovektorfeld auf $\DC.$ Mit $f(z)\diff z$ bezeichnet man dann 
das Produkt dieses Kovektorfelds mit einer
komplexwertigen Funktion $z\mapsto f(z).$
Das Integral derartiger Kovektorfelder "uber  Integrationswege 
hei"st  das \glqq komplexe Wegintegral\grqq\  und 
liefert entsprechend  komplexe Zahlen.
\end{Beispielg}




%%% Local Variables: 
%%% mode: latex
%%% TeX-master: "AAANA2"
%%% End: 
















